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        <title>Deutsches Kolonialblatt. XII. Jahrgang, 1901.</title>
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            <idno>kbl_1901</idno>
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        Deutsches

Sulanialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

 

Herausgegeben

in  der

Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts.

XII.  Jahrgang,  1001

 

Berlin  1901.

Verlag  von  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn

Königliche  bofbuchhandlung
Kochstraße  68—71.
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        Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.
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        Inhalts-Derzeichniß.

Die  mit  einem  “  versehenen  Artikel  sind  amtliche  Bekanntmachungen  u.  s.  w.
(Die  am  Schluß  stehenden  Ziffern  bezeichnen  die  Seitenzahlen.)

Gelsehe,  Perordnungen,  Erlasse  der  Reichsbehörden  und  Behörden  der  deutschen  Schungebiete.
Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten  und  andere  darauf  bejügliche  Mittheilungen.

Allgemeines.
*Afrikafonds.  Denkschrift,  betreffend  die  Verwendung
  des  —  ..  Beil.  zu  Nr.  6.
Agaven.  Kultur  der  Sisalagave  246

Arbeiterverhältnisse.  Umfrage  über  die  bestehenden
  —  bei  der  Baumwoll=  und  Theekultur  in  den

wichtigsten  Produktionsländern.  287

Ausstellung  der  Kunene-Zambesi-  Expedition  in
Berlin  .  124
—  wirthschastlicher  Sammlungen  aus  Deutsch-  Osteofrika,
  dem  Malayischen  Archipel  und  Britisch-Indien.
  607

—  Sonderausstellung  von  Vertheidigungsmitteln
gegen  die  Seekrankheit  in  Ostende  608

(Siehe  auch  Kolonial-Ausstellungen,  Kolonialmuseum.)


BZaumwollbau.  Bericht  des  amerikanischen  Konsuls
James  Boyle  in  Liverpool  über  Baumwollpflanzungen
  in  Westafrika  564

—.  —  in  Kleinasien.  Denkschrift  des  krde
Dr.  R.  Fitzner  über  den  —  717

—  MWelterzeugung  und  Verbrauch  von  Baumwolle
  im  Jahre  1900/1901.  ..  791

(Siehe  auch  Kolonialwolle.)

Botanische  Centralstelle  in  Berlin.  Thätigkeit
  derselben.  Siehe  Denkschrift,  betreffend  die
Verwendung  des  Afrikafonds.  Beil.  zu  Nr.  6  (S.  258)

—  Vertheilung  von  lebenden  Pflanzen  und  Saatgut
  an  die  Schutzgebiete  durch  die  —  .  566

diamantenbergbau  der  De  Beers-Kompagnie  157

Einfuhr  von  Kakao  in  Deutschland  326

elfenbeinhandel  in  Antwerpen  645

Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebiete.  Jahresbericht
  über  die  —  im  Jahre  1899,1900  Beil.  zu  Nr.  6

(Ereignisse.  Anmtliche  Uebersicht  über  die  die

Schutzgebiete  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse
seit  November  100
FKrpeditionen.  Die  westafrikanische  Kautschukexpedition
  (R.  Schlechter)  im  Jahre  1899/1900.
Beil.  zu  Nr.  1  u.  S.  399
Ausstellung  der  Kunene-Zambesi-Expedition  124

859

 

 

Expeditionen.  Bericht  und  Ergebniß  der  Guttapercha-Südsce-Expedition
  (R.  Schlechter)  288,

Ergebnisse  der  Studienreise  des  Regierungsraths

  Dr.  Stuhlmann  nach  Indien  .

Ergebniß  der  Kunene-Zambesi-  Erpedition
(H.  Baum)  398

.Die  Expedition  nach  Central=  und  Sudamerita
von  Dr.  Paul  Preuß.  Beil.  zu  Nr.  17  u.  S.

Bericht  über  die  Ergebnisse  der  Expeditionen
des  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitees  717,

(Siehe  auch  Gesundheitspflege.)

Fangapparate,  Fangresultate  und  Prämiürrung  von
Rud.  Weberschen  Eisen  22,  130,  687,

Forstwesen.  Die  britisch-indische  Forsischule  in
Dehra-Dun  (Vorderindien)

Geographisches.  Kurse  zur  Ausbildung  in  der
Aufnahme  astronomischer  Längen=  und  Breitenbestimmungen.
  .,,,«,«.,·.....  326

Gesundheitsn#flege.=  Vertsetzung=  eer  Malariastudien
  des.  Geheimrathe  Koch  durch  Entsendung
von  Theilerze  iche##.  „

—.—  Sanitärer  Nugen  der-  Schlassäcke  und  Nachtkutten
  des  Bazers  Nürnder##  in  Berlin.

—.—  Expeditin  zur  Erfosschung  der  Hautkrankheiten
in  den  deutschen  Schutzgebieten  der  Südsee
(Siehe  auch  Auostellung,  Kohlstock,  Malaria,

Tsetsefliege.)

Guttapercha.  Kultur  in  Niederländisch-Indien

Handel.  Der  —  Hamburgs  mit  den  deutschen
Schutzgebieten  im  Jahre  1899  bezw.  1900  13,  80,

(Siehe  auch  Elfenbeinhandel.)

398

398

399

832

837

121

161

200

248

193

751

Kaffee.  Erzeugung  und  Verbrauch  von  Thee  und  —  831

—.—  Der  brasilianische  Kaffeehandel  im  Jahre  1900  286

Kakao.  Deutscher  Import  von  —  326
Kautschukkultur.  Die  westasrikanische  Kautschul-Expedition
  (R.  Schlechter)  im  Jahre  1899/1900.

Beil.  zu  Nr.  1  u.  S.  399

—.—  in  Annam  247

Kautschuk-  Expedition  nach  den  Süpseekolonien.
Bericht  des  Herrn  Schlechter  aus  Singapore  288,  398
        <pb n="4" />
        Kohlstock,  Professor  Dr.,  Tod  des  —  und  Würdigung
  seiner  Verdienste
Kolonial-Ausstellungen,  Schulsammlungen  und
Vorträge  .  ..
Kolonialbeamte.  unterrichtung  von  —  in  der
Vornahme  astronomischer  Ortsbestimmungen.
Kolonialgesellschaften.  Berichte  über  Sitzungen
des  geschäftsführenden  Ausschusses  des  Kolonial=Wirthschaftlichen
  Komitees  in  Berlin  287,  717,  832,  918
Jahresbericht  des  Kolonial-Wirthschaftlichen
Komitees  für  das  Arbeitsjahr  1900,1901
Kolonial-Handels-Adreßbuch  1901  (5.  Jahrgang).
  Herausgegeben  vom  Kolonial-Wirthschaftlichen
  Komitee,  Berlin  Beil.  zu  Nr.  2  u.  S.  399
Kolonialhaus,  Deutsches.  Ausstellungen  und  Aus-325



399

248

397

zeichnungen  87,  200,  326,  496
Kolonialmuseum,  Deutsches.  Ausstellung  im  —  124
W  Kolonialrath.  Einberufung  des  —  für  den

27.  Juni  1901  428
*  —.—  Bericht  über  die  27  am  27.  und

28.  Juni  1901  480
*  —.—  Verfügung  des  Neichskanzlers  vom  u18.  Ottober

1801.  betreffend  descsebung  der  Mitgliederzahl

auf  vierzig  773
*  —.—  Einberufung  des  —  fur  den  21.  November  1901  813
*  —  Ernennungen  der  Mitglieder  des  —  .  854
*  —.—  Bericht  über  die  Sitzungen  am  21.,  22.  und

23.  November  1901  857
Kolonial=  u.  Konsularrecht,  Vorlesungen  über  —  13
Kolonial-Wirthschaftliches  Komitee  in  Berlin

siehe  Expeditionen,  Kautschukkultur,  Kolonialgesellschaften,

  Kolonial-Oandels-Adreßbuch,  Litterarische

Veröffentlichungen,  Plantagen.

Kolonialwolle.  Bericht  von  Gustav  Ebell  &amp;amp;  Co.
in  Berlin  über  —  im  Jahre  1900  125
(Siehe  auch  Baumwollbau.)
Kolonisation.  Dächeh  ves.  Hebgch  *  über
die  ersten  Grundfoache  Ner  5+.  683

W  Landkonzessionen.  Urbersicht  Uker:Exheilungen
von  —  in  den  deutschen-Schucsebziet  1899/1900.
Jahresbericht  :.  2„:  Beil.  zu  Nr.  6

Litterarische  Veröffenklichn#ze-  des  (Kolonial-Wirthschaftlichen
  Komitees  zu  Berlin.

2
—e  2224

Beil.  zu  Nr.  1,  2,  17  u.  S.  399

Malaria.  Entsendung  von  Theilerpeditionen  zur

Bekämpfung  der  —  161
—.—  Die  Bekämpfung  der  —  .  194
—.—  Ueber  Malaria-Immunität  und  Latenzperiode,

nach  Regierungosarzt  Dr.  A.  Plehn  287
Maniok,  Anbau  und  Kultur  des  —  6412
*Militärstrafgerichtsordnung  vergl.  Rechtspflege:

  Gesetz  vom  28.  Mai  1901  rc.  «
Museum  für  Völkerkunde  siehe  Sendungen.
*Ostafrika-Linie.  Nachtrag  zum  Vertrag  vom

21./9.  Juli  1900  2c.  526
Pitafaser.  Ueber  Herkunft,  Verwendung,  Werth  2c.

der  —.  .  ..644
Plantagen.  Die  Naffiapalme  in  Madagaskar  .  160
—.  —  Die  Ricinuspflanze  als  Mittel  gegen  Moskitos  160

IV

 

 

 

Plantagen.  Mittheilungen  über  den  Anbau  von
Erdnüssen  und  Sesam  .

—.—  Bericht  des  Regierungsraths  Dr.  Stuhlmann
über  seine  Studien  in  Britisch-Indien  und  deren
Verwerthung  für  die  deutschen  Kolonien  :

—.—  Vorzüge  des  deutschen  Erdnuß-Tafelöls

—.—  Beschaffung  und  Vertheilung  von  Saatgut,
chemische  und  technische  Untersuchungen  kolonialer
Produkte  durche  Snial-Wirthschaftliche  Komitee

398,  718,  833,

—.—  Vertheilung  von  lebenden  Pflanzen  und  Saatgut
  an  die  Schutzgebiete  durch  die  Botanische
Centralstelle  in  Berlin

—.—  Siedelung  in  den  Kolonien  nach  dem  Bericht
des  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitees  .
(Siehe  auch  Agaven,  Arbeiterverhältnisse,  Ausstellung,
  Baumwollbau,  Botanische  Centralstelle,
Einfuhr,  Expeditionen,  Guttapercha,  Kaffee,  Kakao,

Kautschuk,  Kolonialgesellschaften,  Maniok,  Pitafaser,
  Rinderpest,  Schifffahrt,  Tapioka,  Thee,

Tsetsefliege,  Windmotore.)

Postalisches.  Eintressen  der  Post  aus  den  deutschen
Schutzgebieten  16,  49,  86,  130,  163.
200,  251,  292,  330,  368,  403,  457,  495,  528,

570,  610,  647,  686,  721,  759,  795,  836,  878,  9

—.—Statistik  über  den  Postverkehr  in  den  Schutzgebieten
  im  Jahre  1899.

Postübernahme  in  Genua,  statt  in  Neapel,
wegen  der  Pestgefahr  .  .  757.  7

*Rechtopflege.  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend
  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den
Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee.  Vom
25.  Dezember  1900  .  .

—.  Vorlesung  über  das  deutsche  Kolonial-  und
Konsularrecht  durch  Justizrath  Ior.  O.  Köbner

*  —.  —  Allerhöchste  Verordnung  vom  23.  Mai  1901
wegen  Abänderung  und  Ergänzung  der  Verordnung
  vom  9.  August  1896,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse
  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten
  4

*  —.—  Vorschriften  des  Reichskanzlers  vom  31.  Mai
1001.,  betreffend  den  Urlaub,  die  Stellvertretung,
die  Tagegelder,  die  Fuhr=  und  Umzugskosten  der
Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten  mit  Ausnahme
  von  Kiautschuor  .  4

—.—  Gesetz  vom  28.  Mai  1901,  betressend  die  freiwillige
  Gerichtsbarkeit  und  andere  echtsangelegenheiten
  in  Heer  und  Marinn  4

*  —.—  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  28  November
  1901,  betreffend  die  Regelung  des  gerichtlichen
  Kostenwesens  in  den  Schutzgebieten  Afrrikas

und  der  Südse  8
*  —.—  Berathung  im  Kolonialrath  über  den  ihm
vorgelegten  Entwurf  vorgenannter  Verfügung  8

(Siehe  auch  Schutzgebietsgesetz,  Schustztruppen.)
Rinderpest.  Bericht  des  Prof.  Dr.  Knolle  über  die
Rinderpestgefahr  in  Nordafriioa  ..  .  5
Saatmaterial  siehe  Plantagen.
        <pb n="5" />
        *  Schifffahrt.  Schifffahrts-Vertrag  der  Kolonial=Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amts  vom  14.  August
1900  mit  der  Woermann-Linie  in  Hamburg

*  —.—  Nachtrag  zum  Vertrag  vom  21./9.  Juli  1900
mit  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  über  die  Einrichtung
  und  die  Unterhaltung  von  Postdampferverbindungen
  mit  Afrika

—.  —  Frachtermäßigung  für  Kopra  seitens  der  Firma
Elber.  Dempster  &amp;amp;  Comp.  in,  Linerpool  und
Hamburg

—  —  Postdampfschiffsverbindungen  nach  den
deutschen  Schutzgebieten  .  15,  48,  86,  128,
162,  199,  250,  289,  330,  367,  402,  456,  494,
527,  568,  609,  646,  685,  720,  758,  793,  835,  879,  921

Schiffsbewegungen  der  Kaiserlichen  Marine  in
den  Schutzgebieten.  .46,  85,  196,  400,  493,  719

*Schutzgebietsgesetz,  das,  nebst  seinen  Ergänzungsgesetzen
  2c.  Herausgabe  einer  Textausgabe
mit  Einleitung,  Anmerkungen  und  Sachregister
durch  das  Reichs-Marine-Amt  719,  792

*Schustruppen.  Gesetz  vom  31.  Mai  1901,  betreffend
  Versorgung  der  Kriegsinvaliden  und  der

14

526

645

Kriegshinterbliebenen  41
*  —.—  Amtliche  Uebersicht  über  die  die  Schutztruppen
betressenden  wichtigeren  Ereignisse  seit  November
1900  .  863
Seminar  für  orientalische  Sprachen.  Freauenz
im  Winterhalbjahr  1900/1901.  46

Vorlesungen  im  —  im  Sommersemester  1901  160
—.  —  Frequenz  im  Sommerhalbjahr  1901  und  Vorlesungen
  im  Winterhalbjahr  1901/1902.  "
*  Sendungen,  wissenschaftliche,  Erwerbungen  des
Museums  für  Völkerkunde.  Siehe  Denkschrift,  betreffend
  die  Verwendung  des  Afrikafonds.
Beil.  zu  Nr.  6  (S.  264)
*  Stloverei.  erathungen“  im  Kolonialrath  zur  Beseitigung
  der  —  ..  480,  857
*  Sprachen.  Erforschung  der  sprachlichen  Verhältnisse
  in  den  Schutzgebieten.  Siehe  Denkschrift,  betreffend
  die  Verwendung  des  Afrikafonds.

565

Beil.  zu  Nr.  6  (S.  265)

Stellennachweis  für  deutsche  Kolonien  399
Tapioka.  Gutachten,  erstattet  von  Direktor  R.  Sadebeck,
  betreffend  die  Produktion  von  Tapioka  in

den  deutschen  Kolonien  ....  642

Thee.  Erzeugung  und  Verbrauch  von  —.  81
—  .—  Virthschaftlicher  Werth  der  Theekultur  für  bie

deutschen  Kolonien.  365

Tsetsefliege.  Bekämpfung  der  —.  876

—  Ein  Versuch  zur  Immunisirung  von  Rindern
gegen  Tsetsekrankheit  (Surra).  Von  R.  Hoch.
Beil.  zu  Nr.  24
Versorgung  der  Kriegsinvaliden  und  der  Kriegshinterbliebenen
  siehe  Schutztruppen.
BViehzucht  siehe  Tsetsefliege.
Windmotore.  Werth  und  Nutzen  der  —
Woermann-Linie  siehe  Schifffahrt.
Wolle  siehe  Baumwollbau  und  Kolonialwolle.

724

V

 

 

 

*Zoologie.  Uebersicht  über  das  aus  den  deutschen
Schutzgebieten  dem  Zoologischen  Garten  zu  Berlin
vom  1.  Oktober  1899  bis  1.  Oktober  1900  zugegangene
  Thiermaterial.  Siehe  Denkschrift,  betreffend
  die  Verwendung  des  Afrikafonds.

Beil.  zu  Nr.  6  (S.  264)

Ostafrika.
*Afrikafonds.  Denkschrift,  betreffend  die  Verwendung
  des  —  .  BetlzuNrs
Agaven-  Gesellschaft,  Deutsche,  zu  Berlin  221
Arbeiterverhältnisse  auf  der  Kaffeepflanzung  Nambe  703
Einfuhr  von  Weinreben-Stecklingen.  669
*  —.—  Verbot  der  Einfuhr  und  Durchfuhr  von  Vieh
aus  Britisch-  Südafrika  und  Lourengo  Marques.
*  Eingeborenen-Ausfuhr.  Zusatz  zu  der  Verordnung
  vom  26.  März  1896,  betreffend  das  Verbot
der  Anwerbung  und  Ausfuhr  von  Eingeborenen
aus  dem  Schutzggebiet  zu  Schaustellungszwecken
Eisenbahn.  Bericht  über  Betrieb  und  Betriebseinnahmen,
  sowie  Bau  der  Usambara-Eisenbahn
in  den  Monaten  Juli  1900  bis  Juni  1901  7,
234,  482,  702
—.  —  Der  Einfluß  einer  ostafrikanischen  Eisenbahn

814

701

auf  die  Ernährung  der  deutschen  Kolonie  69
*—.—  Berathungen  im  Kolonialrath  über  den  Eisenbahnbau

  Dar-es-Saläm—Mrogoro  858
*WElefanten.  Verordnung,  betr.  den  Schutz  von  —  37
*  Entwickelung  des  Schutzgebietes.  Jahresbericht

über  die  —  im  Jahre  1899/1900.  .  Beil.  zu  Nr.  6

—.—  Die  —  der  Bezirksämter  und  Stationen  des

Schutzgebietes  im  Berichtsjahre  1899/1900  273,
312,  355,  387,  483,  516

Erdnußkultur  im  Bezirk  Kilwa  ...  313

*Ereignisse.  Amtliche  Uebersicht  über  die  das
Schutzgebiet  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse  seit
November  19000.

Expeditionen.  Wissenschaftliche  und  praktische  Er—
gebnisse  der  deutsch-ostafrikanischen  Expedition  des
Kolonial-  Wirthschafrichen  Komitees  (Leiter  Dr.
Busse)

—.—  Ergebnisse  der  ostafrikanischen  Steppen-  C#x.
pedition  (Dr.  Busse)

—.—  Ergebnisse  der  Studienreise  des  Negierungsraths
  Dr.  Stuhlmann  nach  Indien  für  Ostafrika

—.—  Bericht  des  Stationschefs  von  Iringa,  Hauptmanns
  Freiherrn  v.  Schleinitz,  über  die  Grenzbereisung
  vom  1.  Februar  bis  16.  März  1901.

—.—  Informationsreise  des  Gouverneurs  Graf
v.  Goetzen  nach  Usambara

—.—  Ergebnisse  der  Studienreise  des  Negierungsraths
Dr.  Stuhlmann  nach  Niederländisch=  und  Britisch-Indien
  und  Verwerthung  für  Ostafrika

—.—  Reisebericht  des  Hauptmanns  Charisius  vom
29.  Juli  1901  aus  Mpapwa  .
(Siehe  auch  Gesundheitspflege,  Grenzregulirung.)

Fauna,  Die  —  des  Nyassasees  und  des  Kingagebirges
  ..  ..  .  ..

861

149

398

398

441

482

717

902

107
        <pb n="6" />
        v.  Flügge,  Henning,  Kaiserlicher  Regierungsrath,
Tod  desselben  und  seine  bewährte  Thätigkeit  im
Schutzgebiet  (

Geographisches.  JFeststellung  der  geographischen
Länge  von  Tabora  .......

*  Gesundheitspflege.  Bekanntmachung  und  Vorschriften
  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
8.  Mai  1901,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche
Kontrole  der  einen  Hafen  des  Schutzgebiets  anlaufenden
  Seeschiffe

*  —.—  Desinfektionsanweisung  für  Seeschifse,  welche
der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  beim  Anlausen
eines  Hasens  des  Schutzgebietes  unterliegen

—.—  Heilkraft  des  Schwefelbades  bei  Amboni  im
Sigifluß

—.—  Expedition  zur  Bekämpfung  der  Malaria  .

Getreidebau  auf  der  Kulturstation  Kwai

Grenzregulirung.  Meldung  über  den  Marsch  der
deutschen  Expedition  zur  —  zwischen  Deutsch-Ostafrika
  und  dem  Kongostaat.

—.—  Verhandlungen  des  Gouverneurs  v.  2
betreffs  der  deutsch-englischen  —

—.—  Bericht  des  Hauptmanns  Herrmann  vom
12.  Dezember  1900  über  die  deutsche  Expedition
zur  —  zwischen  Deutsch-Ostafrika  und  dem  mn  Kongo.
staat.  .

—.—  Das  deutsch-  englische  Abrommen  vom  23.  Fe.
bruar  1901  über  die  Feststellung  der  Grenze
zwischen  Nyassa=  und  Tanganyika-See

—.—  Mittheilungen  über  Zusammensetzung  der  Kiou-Grenzregulirungs-Rommission


(Siehe  auch  Expeditionen.)

Grundbuch-Einführung  siehe  Rechtspflege.

Hafenbau.  Der  Bau  des  Schwimmdoas  in  Dares-Salam.


—.—  Sinken  des  Schwimmdoqs  in  Dar-  es-  Salam

Handel.  Ein=  und  Ausfuhr  des  Schubgebietes  und
die  Ernährung  der  Kolonie.

*  —.—  Erwägungen  des  Kolonialraths  zur  Beschränkung
  des  Auslandsverkehrs  auf  möglichst  wenige
Häsen4

—.—  Ausfuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg  im
Jahre  1900.  .

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutgebiete  im
Jahre  1000
(Siehe  auch  Kautschuk,  Statistil,  Viehzucht,  Weinrebenkultur,

  Zölle.)

Haussklaverei  siehe  Sklaverei.

Kaffeekultur.  Entwickelung  der  bussechslanzung
Ngambo  .  ...

——dekllsambara  Kaffeebau-  Gesellschaft.

—.—  und  Kakaokultur  der  Sigi-Pflanzungsgesellschaft


—.—  Einfuhr  von  diesjährigem  Usambara—  Kaffee

—.—  Antrag,  betreffend  Anstellung  eines  Sachverständigen
  zur  dauernden  Kontrole  der  Kaffeepflanzungen



RKautschukkultur  in  den  Vezirken  Dar.  es  Salam
und  Kilwa  ....  312,

671

71

429

435
489
515
233

40

71

183

107
703

69

481

751

754

703
704

741

794

834

313

VI

 

 

 

 

Kautschukkultur.  Handel  im  Bezirk  Rufiyi
Kilossa.  Bericht  über  neue  Gebietsersorschungen  im
Bezirk  —  ..
Kokospalmenkultur  in  den  Bezirken  Darees-Saläm
  und  Kilwa  .  ...312
*Kolonialbeamte.  Beschluß  des  Kolonialraths
betreffs  Heranziehung  junger  sprachkundiger  Kaufleute
  zur  Besetzung  mittlerer  kolonialer  Beamtenstellen
  im  Schutzgebiet  .
——-Uebetdenangeblichen  Ueberfluß  an  Beamten
im  Schutzgebiet  ..
*Kolonialgesellschaften.  Beilegung  der  Fähigkeit
  an  die  Deutsche  Agaven-Gesellschaft  zu  Berlin
durch  Bundesraths-Beschluß  vom  14.  Februar  1901,
Rechte,  insbesondere  Eigenthum,  zu  erwerben  2c.
—.—  Bekanntmachung,  betreffend  Abänderung  der
Satzungen  der  Pangani-Gesellschaft
—.—  Geschäftsbericht  der  Rheinischen  Handei-Plantagen-Gesellschaft
  für  das  Jahr  1900  ..
—.  —  Bericht  der  Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft  für
das  Geschäftsjahr  1900,1901  .  .
—.—  Bekanntmachung,  betreffend  Abänderungen  der
Satzungen  der  Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft
Kommunale  Verbände  siehe  Rechtspflege.
Lamp,  Prof.  Dr.  Ernst,  Astronom  der  Kivu-Grenzvermessungs-Expedition.
  Tod  desselben

Landwirthschaftsschule  in  Dar-es-Saläm

Malaria  siehe  Gesundheitspflege.
Manipöbastaude.  Aussichten  der  Nanwweba-  Kultur
in  Ostafrika  ..  ..

Pferdekrankheit  siehe  Viehzucht.

513,

355

4%

L

81

545
31

64

Plantagen.  Anbau  von  Getreide  und  Hülsenfrüchten  69,

—.  —  Ergebnisse  der  deutsch-zostafrikanischen  Expedition
des  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitees  (Leiter
Dr.  Busse)

—.—  Bericht  des  Oekonomiedirektors.  Eick  über  bie
Entwickelung  der  Kulturstation  Kwai
—.—  Aussichten  der  Erdnuß=  und  Sesamkultur  im

Schutzgebiet

—.—  Verwerthung  der  in  Britisch-  Indien  gemachten
Studien  des  Regierungsraths  Dr.  Stuhlmann  für
das  Schutzgebiet

—.—  Geschäftsbericht  der  Westdeusschen  Handels-  und
Plantagengesellschaft  für  das  Jahr  1900

*—.—  Beschluß  des  Kolonialraths,  betreffend  die  Einsetzung
  einer  Summe  in  den  nächstjährigen  Etat
zum  Zwecke  der  Einrichtung  und  des  Betriebes
einer  Versuchsstation  für  Tropenkulturen  und  eines
botanischen  Gartens  .

—.—  Wirthschaftsbericht  des  ersten  deutschen  Usambara-Ansiedlers,
  Franz  Roeper,  aus  Ukonge

—.—  Gutachten  über  die  Besiedelung  von  Uhehe

—.—  Bericht  der  Sigi-Pflanzungsgesellschaft,  Essen
a.  d.  Ruhr,  über  das  Geschäftojahr  1900.

—.—  Abänderungen  der  Sabungen  der  Usambara=Kaffeebau-Gesellschaft


—.—  Beschlüsse  des  Kolonial.  -  Wirthschaftlichen
Komitees  zur  Förderung  der  Eingeborenen-  und
Plantagenkulturen  in  Deutsch-Ostafrika

44
        <pb n="7" />
        Plantagen.  Ueber  Trausportversuche  mit  Kamcelen
(Siehe  auch  Agaven,  Arbeiterverhältnisse,  Einfuhr,
Erdnußkultur,  Getreidebau,  Kassee-,  Kautschuk,,
Kokospalmenkultur,  Kolonialgesellschaften,  Landwirthschaftoschule,
  Manipébastaude,  Reiskultur,

Saatmaterial,  Viehzucht,  Weinrebenkultur.)

Postalisches.  Einrichtung  einer  Postwerbinduns

nach  dem  Nyassasee

—.—  Zulassung  von  Nachnahmen  bis  zu  800  Mt.

auf  eingeschriebene  Briefpostsendungen

—.  —  Emrichtung  von  Postagenturen  in  Viemorckburg
  und  Mahenge

—.  —  Zulassung  von  Briefen  und  Rastchen  mit  Werthungabe
  im  Verkehr  mit  den  an  der  Küste  gelegenen
Postanstalten.  .........

—  —  Beitritt  der  unter  englischem  Protektorat

stehenden  Gebiete  von  Ostafrika  und  Uganda  zur

internationalen  Telegraphen-Konvention

—  Eröffnung  von  Telegraphenanstalten  in  Mafisihöhe

  und  Kilossa  .

.—  Herabsetzung  der  Worttaxe  im  Telegrammver

kehr  zwischen  Europa  und  Deutsch-Ostafrika

—.  —  Eröffnung  einer  Postagentur  in  Mahenge.

.—  Eröffnung  einer  Reichs-Telegraphenanstalt  in

Mpapwa  )Q

WRechtspflege.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  22.  November  1900,  betreffend  den
Schutz  von  Elefanten.

*  —.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs,
betreffend  die  Einführung  des  Grundbuchs  für  den
inneren  Stadtbezirk  Tanga.

—  Verordnung  des  Reichskanzlers  vom  29.  März
1901,  betreffend  die  Schaffung  kommunaler  Verbände
  im  Schutzgebiet

Runderlaß  des  stelloertretenden  Kaiserlichen

Gouverneurs  vom  29.  Januar  1901  an  sämmtliche

  Dienststellen,  betreffend  die  Beurkundung  von

Rechtsgeschäften.

*  —  Uebersicht  der  gerichtlichen  cesschöfte  bei  den

Raiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes  im  Geschäftsjahr
  1900

Meiskultur  in  den  VBezirlen  Dar—  *  Salam  und
Kilwa

R  inderpest  siehe  Viehzucht.

*  Rupienkurs.  Festsetzung  des  —

312,

5,  66,  181,  229,.

VII

919

162

249

793

793

921

37

145

217

229

271

313

311,  385,  479,  546,  629.  740,  778,  900

Saatmaterial.  Eingang  von  —.  398.
Schifffahrt  auf  dem  Tanganyika
—.—  Erwägungen  des  Kolonialraths  zur  Auflösung

der  Gouvernementsflont#lle  unter  Einrichtung  eines

Küstenschifffahrtsdienstes  durch  Privatfirmen
(Siehe  auch  Gesundheitspflege,  Hafenbau.)
chiffsverbindungen.

Hoffnung  für  das  Jahr  1901.
——  Fahrplan  der  Reisen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie
  durch  den  Suezkanal  für  das  Jahr  1901

Fahrplan  der  Reisen  der
Deutschen  Ostafrika=  Linie  ums  Kap  der  guten

833
183

1860

17

18,  19,  20,  21

 

 

Schiffsverbindungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie
  (Hamburg—Ostafrika)  403,  458,  496,  531,

570,  611,  647,  687,  724,  759,  795,  837,  880.

Schutztruppe.  Herausgabe  eines  Gedenkblattes  zum
zehnjährigen  Bestehen  der  Kaiserlichen  Schußtruppe
von  Deutsch-Ostafricica

*  —.—  Anrechnung  eines  Kriegsjahres  für  die  an  der
Straferpedition  in  Groß-Aruscha  vom  4.  bis  28.
Februar  1900,  am  Ueberfall  durch  die  Wagayaam
  17.  Februar  1900,  an  der  Strafexpedition
Mbulu-Iraku  vom  12.  April  bis  17.  Juni  1900
und  an  der  Strafexpedition  gegen  die  Wabende
im  September  1900  betheiligt  gewesenen  Deutschen

Sendungen.  Missenschaftliche  —  an  die  zoologische
Sammlung  des  Muscums  für  Naturkunde  in
Berlin  durch  Stabsarzt  Dr.  Fülleborn  und  den

Botaniker  Götze  .  107,
—.  —  durch  Oberleutnant  v.  der  Marwitz
357,

—.—  durch  Forstassessor  Graß  zu  Mohorro

—.  —  durch  Dr.  Stierling

—.—  durch  Stabsarzt  Dr.  Cager  in  Bukoba

durch  Bezirksamtosekretär,  Oberleutnant  der
Land.  Inf.  Fritz  Langheld  in  Mohorro

—.—  durch  Dr.  Kummer  in  Nguelo

*  Sklaverei.  Berathungen  im  Kolonialrath  zur  Be—
seitigung  der  —  .  480,

—.  —  Verordnung  des  Reichskanzlers  vom  29.  November

  1901,  betreffend  die  ausstlaveret  in
Deutsch-Ostafrika

*Statistik  der  Waareneinfuhr  in  3  das  Schutzgebiet
für  das  Kalenderjahr  1900.

—.—  der  Waarenausfuhr  aus  dem  Schutzgebiet  fur

das  Kalenderjahr  1900  ..

Telegraphenwesen.  Bericht  über  die  Fortschritte
des  Telegraphenbaues  der  African  Transcontinental
  Telegraph  Company.

Tsetsekrankheit.  Ein  Versuch  zur  Immunisirung
von  Rindern  gegen  —  (Surra).  Von  R.  Koch.

922

515

669

108
357
817
390
782

782
906

857

899

818

820

71

Beil.  zu  Nr.  24

Unyika.  Bericht  des  Kaiserlichen  Bezirksamtmanns
Zache  über  die  Landschaft  —  ...

Verkehr.  Ueber  Transportversuche  mit  Kameelen.  .

Versuchsstation  für  Tropenkulturen

*  Verwaltung.  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs,  Graf  v.  Götzen,  vom  19.  April  1901,
betreffend  seine  Ernennung  und  die  Uehernahme
der  Verwaltung.

—.—  Reiseberichte  über  den  Vezirk  Kllossar

*—  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  2.  September  1901,  betreffend  Verlegung  der
Station  von  Barikiwa  nach  dem  oberen  Laufe
des  Liwaleflusses  unter  der  amtlichen  Bezeichnung
„Bezirksnebenstelle  Liwale“.  ..

*  —.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs,  betressend
  Benennung  des  Militärpostens  am  Meruberge
  mit  dem  Namen  Aruscha
(Siehe  auch  Entwickelung  der  Bezirksämter  „2c.,
v.  Flügge,  Kolonialbeamte,  Kommunale  Verbände,

Prof.  Lamp.)

865
919
481

515
592

739
        <pb n="8" />
        Viehzucht  auf  der  Kulturstation  Kwai  .  233
—.—  in  den  Bezirken  Dar-es-Saläm  und  Kilwa  312,  313
*  —  Beschluß  des  Kolonialraths,  betreffend  die  Anstellung
  eines  zweiten  Thierarztes  in  Ostusambara  481
—.—  Seuchenartige  Pferdekrankheit  in  Dar-zes-Salc#m
und  Amgegend  595
*—.  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs
vom  23.  September  190|1,  betreffend  Verbot  der
Einfuhr  von  Vieh  aus  Britisch-Südafrika  und
Lourenco  Marques  in  das  Schupgebiet  aus  Anlaß
  der  Rinderpest.  814
(Siehe  auch  Aasetsekrankheit.)
Weinrebenkultur  auf  der  Kulturstation  Kwai  288
*  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  23.  Juli  1901,  betrefsend  die  Einfuhr  von
Weinreben-Stecklingen,  „Pflanzen  oder  -Blättern  in
Deutsch-Ostafrika  669
*  Zölle.  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  22.  Januar  1901,  betreffend  Aenderungen
der  Zollordnung  1381
Zolleinnahmen.  39,  106,  148,  270,  310,  385,  478,
515,  670,  739,  815,  900
Kamernn.
*Afrikafonds.  Denkschrift,  betreffend  die  Verwendung

  des  —.  Beil.  zu  Nr.  6
*vArbeiterverhältnisse.  neberweisung  des  dem

Kolonialrath  vorgelegten  Entwurfs  einer  Verordnung,

  betr.  die  Regelung  der  Arbeiterverhältnisse

  im  Schutzgebiete  an  eine  Kommission  481
*  —.—  Annahme  des  obigen  Verordnungsentwurfs

mit  einigen  Zusätzen  und  Abänderungen  in  der

Fassung  des  Ausschusses  .857
Bevölkerung.  Die  —  im  südöstlichen  Kamerun  185
Conrau.  Bericht  des  Leutnants  Strümpell  über

den  Tod  des  Forschers  —  311

*  Entwickelung  des  Schutzgebietes.  Jahresbericht
über  die  —  im  Jahre  1899/1900.  Beil.  zu  Nr.  6
*Ereignisse.  Amtliche  Uebersicht  über  die  das
Schutzgebiet  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse
seit  November  1900  ....·.
Expeditionen.  Inspektionsreise  des  Gouverneurs
v.  Puttkamer  nach  den  Croß-Schnellen  71,
—.  —  Tod  des  Oberleutnants  Lequis  auf  einer  Erpedition
  gegen  unbotmäßige  Häuptlinge.
.  Becricht  des  Oberleutnants  v.  Stein  über  seine
im  November  und  Dezember  11//0  zur  Erforschung
  des  Bombassalandes  unternommene  Erpedition

Bericht  des  Generalbevollmächtigten  der  Gesell
schaft  Nordwest-Kamerun,  Hauptmann  Ramsay,
über  seine  erste  Forschngoreise  im  Konzessions“
gebiet
„rcht  des  Gouverneurs  v.  Pultkamer  vom
.Januar  und  20.  Febrnar  1901  über  seine
n  nach  den  Croß-Schnellen
.Audbruch  der  Strafexpedition  des  Hauptmanns
v.  Schimmelpfennig

859

183

149

234

VIII

 

*Gesundheitspflege.

183

Expeditionen.  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig
  über  den  Beginn  seiner  Expedition
—.—  Reisebericht  des  Freiherrn  v.  Stein,  des  Chefs
der  Verwaltung  in  Südkamerun,  über  die  Ndsimu-Landschaften



—.—  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig
über  seine  Expedition  zur  Unterwerfung  Semikores

—.  —  Rückkehr  der  Yaünde-Erpedition  des  Hauptmanns
  v.  Schimmelpfennig

—.—  Bericht  des  Freiherrn  v.  Stein  über  seine  erpedition
  nach  dem  Norden  und  Nordwesten  des
Sanga-Ngokogebietes  .  .

—.  —  Bericht  des  Kaiserl.  Bezirksamtmanns  i  in  Victoria,
  Dr.  Meyer,  vom  29.  Mai  1901  über  seine
Inspektionsreise  in  die  Bambuko-Landschaft,  Ueberfall
  der  Erpedition  und  seine  Verwundung

—.—  Mittheilungen  über  Aufbruch  der  Expedition
des  Leutnants  Strümpell  nach  Banti  und  Bali
und  über  den  Bau  der  Station  Tinto.  (Mit
1  Skizze)

—.—  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig
vom  2.  April  1901  über  seinen  Zug  durch  das
Wuteland.  (Mit  2  Kartenskizzen)

—.—  Bericht  des  stellvertretenden  Richters  in  Kamerun,
  Diehl,  über  seine  Bereisung  der  Wuri=  und
Aboländer  und  der  Bakossi=  und  Manengubaberge

—.—  Bericht  des  Oberleutnants  Radtke  vom  24.  März
1901  über  seine  Bereisung  des  Gebiets  südlich
und  südöstlich  von  Joko.  (Mit  1  Skizze)

—.—  Bericht  des  Oberleutnants  Freiherrn  v.  Stein

vom  25.  Juni  1001  über  eine  Expedition  zur

Erschließung  des  Innern  von  Kamerun

..  Antritt  der  Expedition  des  Oberleutnants

Dominik  in  das  Innere  des  Schutzgebicts

—  Aufbruch  des  deutschen  Theils  der  deutschfranzosischen

  Südkamerun-Grenzerpedition  nach

dem  Sanga-Ngokogebiet.  .

.—Bertchtde9.5iancrlic1)en  Gouverneurs  über  die

Expedition  der  Schutztruppe  gegen  die  Bangwa

Fauna.  Die  —  im  südöstlichen  Kamerun

Flora.  Die  —  im  südöstlichen  Kamerun.

WForstwesen.  Schutz  der  Waldbestände  an  Gewässern.
  Siehe  Rechtopflege.

v.  Gagern,  Freiherr.  Beisebung  des  Assessors  —

Geographisches.  JFeststellung  der  geographischen
Lage  von  Bali  nach  Beobachtungen  des  Hauptmanns
  a.  D.  Ramsay  .......

Polizeiverordnung  des
Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun  vom
28.  Dezember  1900,  betr.  zwangsweise  Impfungen
im  Bezirk  Victoria
desgl.  vom  10.  Juni  1000,  betr.  angsmeise
Juwpfungen  im  Bezirk  Kamerun

Grenzregulirung.  Mittheilungen  über  die  Sudkamerun-Grenzerpedition.
  .

—-.——UebetnahmederLeitungder  astronomischen
Beobachtungsarbeiten  der  Südkamerun=  Grenz:
expedition  durch  Oberleutnant  Foerster

Grundbuchsachen  siehe  Rechtspflege.

71,

35

5
        <pb n="9" />
        *  Landel.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  20.  Dezember  1900,  betr.  den  Kleinhandel
  mit  geistigen  Getränken  und  deren  Ausschank
  in  Kamerun  ........

—.—  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  thätigen
Handels=  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem
Stande  am  Anfang  1901  .

—.—UnsfuhrdesSchutzgebtetesnach  Hamburg  im
Jahre  1900.

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Scꝛboebieie  im
Jahre  1900  .  ..  ...

(Siehe  auch  Statistik.  Zoue.

*  Hundesteuer.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs

  vom  23.  September  1901,  betr.  die
Einführung  einer  Hundesteuer  im  Stadtbczirk
Duala  814,

Impfungen  siehe  Gesundheitspflege.

Kakaobau  auf  der  Moliwepflanzung

Kautschukkultur  in  Kamerun

Kolakultur  in  Kamerun.  Vortrag  des  Korps-Stabsapothekers
  L.  Bernegau.

Kolonialgesellschaften.  Jahresbericht  der  Gesellschaft
  Nordwest-Kamerun  von  der  Gründung  bis
zum  31.  Dezember  1900  ..

—.—  Statutenänderung  der  Gesellschaft  22
Kamerun.  .

—.  —  Bericht  über  die  am  2.  Dezember  1901  in
Hamburg  abgehaltene  Generalversammlung  der
Gesellschaft  Süd-Kamerun  .

(Siehe  auch  Plantagen.)

Lequis,  Oberleutnant.  Tod  des  —  auf  einer  Expedition
  gegen  unbotmäßige  Häuptlinge

Plantagen.  Erhöhung  des  Stammkapitals  der
Westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft  „Bibundi“

—.—  Geschäftsbericht  über  den  Stand  der  Westafrikanischen
  Pflanzungsgesellschaft  „Victoria“  im
Jahre  1900

—.—  Bildung  neuer  Pflanzungsgesellschaften-Molyko=
  und  der  Bolifamba-Pflanzung.

Bericht  über  die  Entwickelung  der  Moliwe-Pflanzungsgesellschaft
  bis  zum  30.  Juni  1901

—.—  Antrag  betreffend  Studium  der  Rentabilitätsfrage
  von  gedörrten  und  zu  Mehl  verarbeiteten
Bananen  —  834,

—  Bericht  über  den  finanziellen  Stand  der  Westafrikanischen
  Pflanzungsgesellschaft  „Bibundi“
(Siehe  auch  Arbeiter,  Erpeditionen,  Kakaobau,

der

Kautschukkultur,  Kolakultur,  Kolonialgesellschaften,

Saatmaterial,  Theekultur,  Viehzucht.)

Postalisches.  Zulassung  von  Nachnahmen  bis

800  Mark  auf  eingeschriebene  Briefsendungen  2c.
—.—  Zulassung  von  Nachnahmen  für  Briefe  2c.
—.—  Herabsetzung  der  Worttaxe  im  Telegrammverkehr

  zwischen  Deutschland  und  Kamerun

(Siehe  auch  Telegraphenwesen.)

*Rechtspflege.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs

  vom  22.  Dezember  1900,  betr.  den

Schutz  des  Waldbestandes  an  nicht  qisfbaren

Gewässern  in  Kamerun

IX

817

746
674

784

817

855

149

360

360

446

746

919

907

127
327

327

I
106

—.—  —.—  durch  Hauptmann  Glauning
Sklaverei.

Rechtspflege.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  24.  Juni  1901,  betr.  die  Bestellung
von  Vertretern  in  Grundbuchsachen

Saatmaterial.  Ueberführung  von  —.

*Schankkonzessionen.  Verordnung  des  Kaiserlichen
  Gouverneurs  vom  20.  Dezember  1900,  betr.
den  Kleinhandel  mit  geistigen  Getränken  und
deren  Ausschank  in  Kamerun  .

Schiffsverbindungen  siehe  Woermann-  Linie.

Schutztruppen.  Militarische  elenbesetungen  in
Kamerun.

*  —.—  Anrechnung  von  Kriegsjahren  für  die  an  der
Buli-Expedition  vom  22.  Oktober  1899  bis
17.  März  1900,  an  dem  Strafzug  gegen  die  Mangissa
  vom  4.  Januar  bis  2.  Februar  1900,  an  der
Expedition  gegen  die  Bangwas  und  Keakas  vom
25.  Februar  bis  14.  April  1900  und  an  den
Gesechten  im  Jemissengebiet  vom  28.  Mai  bis
8.  Juli  1900  betheiligt  gewesenen  Deutschen

(Siehe  auch  Lequis.)

Sendungen.  Wissenschastliche  —  an  die  zoologische
Sammlung  des  Museums  für  Naturkunde  durch
Oberleutnant  v.  Bülom

Berathung  der  Sllavenfage  im
Kolonialrath  .

*Statistik  der  Waareneinfuhr  in  das  **
im  Jahre  1899

*—.—  der  Waarenausfuhr  aus  dem  Schutzgebiet  im
Jahre  1899

Steuer  siehe  Hundesteuer.

*Strafrecht  für  die  Eingeborenen.  Verhandlungen
im  Kolonialrath,  betreffend  die  Regelung  des  —

Telegraphenwesen.  Plan  der  Einrichtung  einer
telegraphischen  Verbindung  von  Duala  (Kamerung)
über  Buêa  nach  Viktoria

Theekultur.  Eignung  Kameruns  für  die  —

Verwaltung.  Uebertragung  der  Verwaltung  des
Bezirksamts  Edea  auf  den  Leutnant  a.  D.  v.  Kotze

—.—  Namensänderung  der  Ortschaft  Kamerun  in  Duala

—.—  Verlegung  des  Sitzes  der  Centralverwaltung
von  der  Stadt  Kamerun  (jetzt  Duala)  nach  Buêa

—.—  Einrichtung  einer  Station  in  Tinto  .

—.—VerichtdesGouverneutsv.Puttkan1ervom
26.  Mai  1901  über  das  Eintreffen  einer  Gesandt—
schaft  des  neuen  Balihäuptlings

—.—  Verlegung  des  Gouvernementssitzes  nach  Busa

—.—  Bericht  des  Dauptmanns  Glauning  über  die
Anlage  einer  neuen  Station  am  Croßfluß.  (Mit
1  Skizze!  .  ....

Viehzucht.  Haltung  von  Buckelrindern  in  Kribi

Waldbestand.  Schutz  des  —

*  Wegebau.  Berathungen  des  Kolonialratho  uber
die  Förderung  der  Wege  und  Verkehrsmittel  im
Schutzgebiet

Woermann-Linie.  Schiffsbewequngen  der  —  16,

49,  87,  130,  164,  200,  251,  2½,  331,  368,  403,
157,  195,  528,  570,  611,  647,  687,  721,  759,
795,  837,  880.

398,  833,

589
918

278

667

857

481
366

521
548

741
631
105

481

922
        <pb n="10" />
        Woermann-Linie.  Voraussichtliche  Fahrten  der  —
im  II.  Vierteljahr  1901
.—  Fahrplan  für  das  II.
-  -lll

IV.
—.  Einstellung  des  Dampfers  „Alerandra  Woermann“
  .  .  .·....

*  Zölle.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  23.  Februar  1901,  betr.  Zollermäßigung  für
die  Missionsgesellschaften  in  Kamerun  .

Vierteljahr  1901

Togo.

*Afrikafonds.  Denkschrift,
wendung  des  —.
Arbeiterverhältnisse  im  Beziri  Misahöhe.
Baumwollkultur.  Berichte  über  den  Stand  der
Baumwoll-Expedition  und  über  den  Fortgang  der
Baumwollpflanzungen.

Vorarbeiten  für  die  Sholto
Baumwollenkultur  am  Aguberge
Bevölkerung.  Die  —  im  nördlichsten  Bezirr  des

Schutzgebiets.

—.—  Uebersicht  über  die  am  31l.  Dezember  1800  im

Schuhgebiet  ansässigen  Deutschen  und  Fremden.
—.  —  Die  —  im  Bezirk  Misahöhe
Eingeborenenrecht  im  Bezirk  Misahöhe
Eisenbahnbau.  Entsendung  einer  Eisenbahnexpertise

nach  Togo  durch  das  olomial  Wirthscheftlich-Komitee

  .

—  —  Kostenanschläge  und  neue  Verhandlungen  wegen
des  Eisenbahnbaues  in  Togo
*  Entwickelung  des  Schutzgebietes.

über  die  —  im  Jahre  1899/1900
—.—  Bericht  des  Stationsleiters  von  Misahöhe  über

Bevölkerung,  Besiedelung  und  Organisation,  sowie

Gesundheitsverhältnisse  im  Bezirk.

(Siehe  auch  Schutzgebiet.)
*Ereignisse.  Anmtliche  Uebersicht  über  die  die
Schutzgebiete  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse

betreffend  die  Ver-Douglas'sche



Jahresbericht

seit  November  1900
Expeditionen.  Bericht  des  Stationsleilers  in  Sansanne
  Mangu  über  die  Strafexpeditionen  gegen
die  Bupaliweleute  und  die  Motiva  im  Jahre  1899
—.—  desgl.  über  die  —  im  Moba=  und  Natyaba-=land
  im  Mai  1900  ..  111,
—  desgl.  über  die  —  in  den  östlichen  Theilen
des  Bezirks

—  .—  Bericht  über  den  augenblicklichen  Stand  der  vom
Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitee  entsandten
Baumwoll-Expedition  149,  287,

Gesundheitsverhältnisse  im  Bezirk  Misahöhe

Grenzregulirung.  Abmarsch  der  deutschen  Abtheilung
  der  deutsch-  englischen  Grenzerpedition
von  Lome  .  ..  ...

.149,287,398,717,.«

.238,278,

398,  717,

X

Handel.

197

290

529
722

127

Beil.  zu  Nr.  6

315

150
238
315

718

833

Beil.  zu  Nr.  6

314

859

111

112

112

832
241

865

 

—

Der  Einfuhrhandel  des  Schutzgebietes  im
zweiten  Quartal  des  Rechnungsjahres  1900

—.—  Handel  und  Gewerbe  im  nördlichsten  Bezirk
des  Schutzgebiets

—.—  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiele  thätigen  Firmen
und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande  vom
1.  Januar  1901.

—.—  Handel  und  Gewerbe  im  vBezirk  Misahöhe

—.—  Ausfuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg  im
Jahre  1900  .

—.  —  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutgebiete  im
Jahre  1900.

(Siehe  auch  Kautschukhandel,  Statistik.)

[jKautschukhandel.  Verordnung  des  stellvertretenden
  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom  15.  April  1901,
betressend  den  —  in  Togo  .

Kautschukkultur.  Bericht  des  Stationsleiters  von
Atakpame,  Geo  A.  Schmid,  über  die  —  seines
Amtsbereiches  .  .......

Kolakultur.  Mittheilungen  des  Stationsleiters
Dr.  Gruner  über  den  Stand  der  Kolapflanzung
und  -Verbreitung  im  Misahöhebezirk.

Plantagen.  Getreide=  und  Gemuseanbau,  Viehzucht
  im  nördlichsten  Bezirk  des  Schutzgebiets  109,

—.—  Feldbau  und  Versuchskulturen  im  Bezirk
Mifahöhe  .
—  Bericht  über  die  Entwickelung  der  Plantagegueme
  im  Jahre  1900

—.—  Bericht  des  Stationsleiters  von  1  Atakpame,
Geo  A.  Schmidt,  über  die  Landwirthschaft  im
Innern  von  Togo

—.—  Gründung  der  Togo-  Handels-  und  Plantagengesellschaft
  m.  b.  H.  durch  Umwandlung  der  Firma
Patzer  &amp;amp;  Schuldt

—.—  Antrag,  betreffend  Studium  ver  Nentabilitätsfrage
  von  gedörrten  und  zu  Mehl  verarbeiteten

Bananen  .  ...834,
(Siehe  auch  Arbeiterverhältnisse,  Baumwoll-=kultur,
  Kautschuk,  Kolakultur,  Saatmaterial,

Sklavenfrage,  Viehzucht.)
Postalisches.  Zulassung  von  Nachnahmen  bis  zu
800  Mark  auf  eingeschriebene  Briefpostsendungen
*Rechtspflege.  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte
in  dem  Schutzgebiete  während  des  Geschäftsjahres
  1900.  .....
—.—  Rechtopflege  im  Bezirk  Misahöhe  .
Saatmaterial.  Ueberführung  von  .  388,
Schiffsverbindungen  siehe  unter  Kamerun.
Schutzgebiet.  Bericht  des  Stationsleiters  in  Sansanne
  Mangu  über  die  Verhältnisse  im  nördlichsten
  Bezirk  des  Schutzgebiets
*Schutztruppe.  Allerhöchste  Kabinets-  Ordre  vom
11.  Dezember  1900,  betreffend  Anrechnung  eines
Kriegsjahres  für  die  an  der  vom  12.  Juli  1898
bis  17.  November  1899  stattgehabten  Expedition
zur  Regelung  der  Grenze  zwischen  Togo  und
Dahomey  betheiligt  gewesenen  Deutschen

833.

10

24
31

67“.

70

7..n

919

—
S#.

14
315
919

10

65
        <pb n="11" />
        Wissenschaftliche  —  an  die  zoologische
für  Naturkunde  in

Sendungen.
Sammlung  des  Museums
Berlin:

durch  den  Stationsassistenten  Friedr.  Schroeder
in  Sokodé-Basari  ..  241,
durch  den  Kaiserlichen  Bezirköchef  Dr.  Rigler
durch  den  Stationsleiter  Mischlich  zu  Kete-Kratschi
  ...  361,  786,
durch  Oberleutnant  Gaston  Thierry  390,

Stlavenfrage.  Der  Stand  der  im  Bezirk
Misahöhe

*  —.—  Berathung  der  —  im  a  Kolonialrath

*  Statistik  der  Waareneinfuhr  in  das  Schutzgebiet
für  das  Jahr  1000

*  —.—  der  Waarenausfuhr  aus  dem  Schutzgebiet  fu
das  Jahr  19000.

Tsetsefliege.  Vekämpfung  der  —

Verkehrswesen  im  Bezirk  Misahöhe  .

Viehzucht  im  nördlichsten  Bezirk  des  Schutzgebiets

—.  —  im  Bezirk  Misahöhe  ...

—.  —  Bericht  des  Negierungsarztes  Dr.  Schiling
aus  Klein-Popo  über  die  Moglichkeit  und  Wege
zur  Verbesserung  der  Rindviehrasse  in  Togo

—.—  Bericht  des  Stationsleiters  von  Atakpame,  Geo

A.  Schmidt,  über  Aufbesserung  und  Einführung
einer  rationellen  Viehzucht

—.—  Bericht  des  Kaiserlichen  Konsuls  Dr.  Gleim
über  Vorkommen  und  Bekämpfung  der  Tsetsefliege

Wegebau  im  Bezirk  Misahöhe  ....

Südwestafrika.

[Alfrikafonds.
wendung  des  —
Astronomisches.  Bericht  des  Regierungsbaumeisters
Ortloff  in  Swakopmund  über  das  Auftreten  eines
Kometen
Baumwollkultur.
bezirk  P
Berabau.  Erpedition  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft
  nach  der  Kumibmündung
*  —.—  Konzession  zum  Bergbau  2c.  im  nördlichen
Theile  des  deutsch  südwestafrikanischen  Schutzgebietes
  an  die  Otavi-Minen=  und  Eisenbahn—
gesellschaft  zu  Berlin  .
Besoldung  bei  Uebungen  siehe  Schutztruppe.
Bevölkerung.  Uebersicht  der  in  dem  Schutzgebiet
ansässigen  weißen  —,  Deutschen  und  Fremden,
nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1901.
—.—  Engländer  und  Buren  im  Schutzgebiet
nrunnenbau  siehe  Wasserbohrungen.
Damaraland.  Die  wirthschaftlichen  Aussichten  in  —
Eisenbahn.  Lageplan  und  Profil  der  Eisenbahn
Swakopmund—Windhoek
.  Bericht  uber  Bau  und  Betrieb  der  Eisenbahn
Swakopmund—Windhoek

Denkschrift,  betreffend  die  Ver-Versuche

  in  der  —  im  Outio-XI



865
361

865
521

316
857

825

826
876
281
109

278

674

708

876
281

Beil.  zu  Nr.  6

599

287

41

554

869

446

.zwischen  10  und  11

72

*Eisenbahn.  Konzession  zum  Bergbau  und  Eisen—
bahnbau  im  nördlichen  Theile  des  deutsch  südwestafrikanischen
  Schutzgebietes  an  die  Otavi-Minenund

  Eisenbahngesellschaft  zu  Berlin  227
—.—  Fortschritte  des  Eisenbahn=  und  Telegraphenbaues

  391,  868
—.—  Einfluß  des  deutsch-  südwestafrikanischen  Eisenbahnbaues

  auf  die  Entwickelung  von  Otyimbingwe

und  Karibib.  .  .749
*  —.—.  Berathungen  im  Kolonialrath  über  die  Otavibahn

  858

*  Entwickelung  des  Schußgebietes.  Jahreobericht
über  die  —  im  Jahre  1899/1900.  Beil.  zu  Nr.  6
.—  Aussichten  für  die  wirthschaftliche  —  im  Vergleich

  mit  dem  übrigen  Südafrika  186
*  Ereignisse.  Anmtliche  Uebersicht  über  die  das
Schutzgebiet  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse  seit
November  1000  860
Erpeditionen.  Bericht  des  Distriltschefs  von  zZeß
fontein,  Oberleutnant  Franke,  über  eine  Reise  in
das  nördliche  Kaokofeld  .  747
—.—  Bericht  des  Distriktschefs  Oberleutnants  Volkmann
  über  eine  Reise  von  Grootfontein  nach
dem  Okavango  ......  866,908
(Siehe  auch  Bergbau,  Unruhen.)
Gesundheitspflege.  Abwehrmaßregeln  gegen  die
Beulenpest  ..«....  316
—.—  Organisation  des  Sanitätswesens  in  Südwest—
afrika.  Mit  1  Stkizze)  597
Hafenanlagen.  Fortschritte  des  Molenbaues  in
Swakopmund  .  .  391
—  Molenbau  in  swatopmund  481
Handel.  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiet  thätigen
Firmen  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem
Stande  am  1.  Januar  1901  319
—.—  Auofuhr  des  Schutgebietes  nach  Hamburg  im
Jahre  1900.  .  .751
—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schungebiete
im  Jahre  1900.  .T753
*  —.—  Eintragungen  in  das  Handelöregister  siehe
Rechtspflege.

(Siehe  auch  Rechtopflege,
Hundestener  siehe  Steuerwesen.
Kolonialgesellschaften.  Gründung  der  Südwestafrikanischen

  Schäferei-Gesellschaft  8

—.—  Bericht  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  für
Südwestafrika  über  das  15.  Geschäftsjahr  vom
1.  April  1899  bie  31.  März  1000  9

*  —.—  Beilegung  der  Fähigkeit  an  die  Otavi-  Minenund
  Eisenbahngesellschaft  durch  Bundeoratho-Beschluß
  vom  14.  Februar  1901,  unter  ihrem
Namen  Nechte,  insbesondere  Eigenthum,  zu  erwerben
  2c.

*—.—  Beilegung  der  Fähigreit  an  die  Südwestafrikanische
  Schäferei-Gesellschaft  durch  Bundesraths-Beschluß
  vom  25.  April  1901,  unter  ihrem
Namen  Rechte,  insbesondere  Eigenthum,  zu  erwerben
  2c.

Zölle.)

223

31T9
        <pb n="12" />
        Kolonialgesellschaften.  Auszug  aus  dem  Gesell—
schaftsvertrage  der  Sbwestafrikanischen  Schäferei-Gesellschaft
  zu  Berlin.

—.—  Entwickelung  und  Jahresbericht  der  South
West  Africa  Company,  Ltd.  .

*Münzwesen.  Verordnung  des  Aaiserlichen  Gouverneurs
  vom  15.  Dezember  1900,  betreffend  die
Einführung  der  deutschen  Reichomarkrechnung  im
Schugebnete“

*  —.—  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  15.  Dezember  1900,  betreffend  Annahme
umlaufsfähiger  Münzen  .

Plantagen.  Bericht  des  Generalkonsuls  v.  Lindequist
  in  Kapstadt  über  die  Aussichten  der  wirthschaftlichen
  Entwickelung  des  Schutzgebietes  im
Vergleich  mit  dem  übrigen  Südafrika

—.—  Schaffung  von  Tränkanlagen  zwecks  Hebung
der  Viehzucht  durch  Wasserbohrungen  241,  287,

398,

—.—  Vegetationsverhältnisse  in  Swakopmund

—.—  Ein  Urtheil  über  die  wirthschaftlichen  ussichte
von  Damaraland

—.—  Bericht  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch.
Südwestafrika  für  das  Geschäftsjahr  1900.

(Siehe  auch  Baumwollkultur,  Damaraland,
Entwickelung,  Kolonialgesellschaften,  Saatmaterial,
  Seidenraupenzucht,  Zölle.)

Postalisches.  Herabsetzung  der  Worttarxe  im  Telegrammverkehr
  zwischen  Europa  u.  dem  Schutzgebiet

—.—  Zulassung  von  Nachnahmen  bis  800  Mark  auf
eingeschriebene  Briefsendungen  2c.  .

—.  —  Theilnahme  der  Postanstalt  Gobabis  am  Postanweisungedienst


—.—  Eröffnung  der  Neichotelegraphenansaalt  Karibib

Theilnahme  der  Postagentur  Warmbad  am

Postanweisungs=  und  Nachnahmeverkehr.
Zunahme  der  Geschäfte  der  Potagentur  in

swatopmund

—.—  Theilnahme  der  Postagentur  #  in  Karibib  am
Postanweisungs=  und  Postnachnahmedienst.

—.—  Theilnahme  der  Postagenturen  in  Karibib  und
Lüderitzbucht  am  Postanweisungs=  und  Nachnahmedienst
  .

—.  —  Beförderung  von  Vriessendungen  nach  dem
Schutzgebiet  während  des  Kriegözustandes  in  Südafrika
  und  während  der  Andauer  der  in  den  Häfen
des  Schutzgebietes  gegen  Schiffe  aus  Kapstadt  bestehenden
  Quarantäne  .

(Siehe  auch  Telegraphenwesen.

*  Rechtspflege.  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend
  die  Aucübung  konsularischer  Befugnisse
und  den  Erlaß  polizeilicher  und  sonstiger  die  Verwaltung
  betreffender  Vorschriften  in  Deutsch=  Südwestafrika.
  Vom  25.  Dezember  1900

*  —.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  19.  November  1900,  betressend  Abänderung
der  Anoführungöbestimmungen  zur  Allerhöchsten
Verordnung  vom  5.  Oktober  1898,  betreffend  die
Rechtoverhältnisse  an  unbeweglichen  Sachen

718,

XII

349

487

229

230

186

832

317

446

676

609

599

685

793

□

147

*  Rechtspflege.  Beschluß  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts
  zu  Windhoek  vom  6.  Dezember  1900,  betreffend
  Bekanntmachung  der  Eintragungen  in  das
Handelsregister

—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  ven
Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes  während
des  Geschäftsjahres  1000

*  —.—  Berathungen  im  Kolonialrath  über  den  Entwurf
  einer  Verordnung,  betreffend  das  Kreditwesen
und  die  Gerichtsbarkeit  über  die  Eingeborenen  des
Schutzgebiets  in  bürgerlichen  Rechtsstreitigleiten  85

Saatmaterial.  Ueberführung  von  —  398,  833,  91.

Sanitätswesen  siehe  Gesundheitspflege.

Schäferei-Gesellschaft  siehe  Kolonialgesellschaften,
Viehzuchl.

Schafzucht  siehe  Viehzucht.

Schifffahrt.  Schiffserpeditionen  der  Woermann-Linie
  ..  198,  291,  530,  723

—.—  Schifffahrtsvertrag  vom  14.  August  1900  mit
der  Woermann-Linie

—.—  Fahrplan  des  Posedampfers  „Gertrud  Woermann“
  für  das  Jahr  1901.  .  .  ..  5)

—.—  Festsetzung  fester  Abgangsdaten  für  die  r  von
Swakopmund  heimkehrenden  Dampfer  772½

*Schutztruppe.  Allerhöchste  Kabinetos-Ordre  vom
15.  Oktober  1901,  betressend  die  Gebührnisse  der
bei  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe  zur  Ableistung
  von  Uebungen  zugelassenen  Offiziere  und
Offizieraspiranten  des  Beurlaubtenstandes  der
Armee#.

Seidenraupenzucht.
Schutzgebiet

Statistik  der  Wagreneinfuyr  in  das  Schutzgebiet  im
Jahre  1900

—.—  der  Waarenauofuhr  aus  dem  Schungebtete  im
Jahre  1900  .

*Steuerwesen.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs,
  betreffend  Erhebung  einer  Hundesteuer
in  Karibbbv  .  ..  .  Ton

Straußenzucht  siehe  Viehzuchi.

Telegraphenwesen.  Eröffnung  der  telegraphischen
Verbindung  Windhoek—  Swakopmund

Uebungen.  Gebührnisse  der  zur  Ableistung  von
Uebungen  zugelassenen  Offiziere  und  Offiziers
aspiranten  des  Beurlaubtenstandes  siehe  Schutztruppe.


Unruhen  im  nördlichen  Distrikt  Grootfontein

Viehzucht.  Zeichnungseinladung  und  Denkschrift
der  neu  gegrundeten  üdwestasrikanischen  Schäferei-Gesellschaft
  .......

—.  —  Aussichten  der  Wollschaf  und  Angoraziegensowie
  der  Straußenzucht  im  Schutzgebiet  187  f.

—.—  Auojug  aus  dem  Gesellschaftovertrage  der  Südwestafrikanischen
  Schäferei-Gesellschaft  zu  Berlin

Wasserbohrungen.  Anmeldungen,  Vorbereitungen
und  Arbeiten  der  Bohrkolonne  241,  287,  398,

718,  832

Wasserversorgung

91:

11

77

11

915

Einführung  der  —  im

910

9s0

59n

316

—

3T#

Erfahrungen  bei  der

Australiens
        <pb n="13" />
        —  XIII

Woermann-Linie  siehe  Schifffahrt.
WZolle.  Zusatz-Verordnung  vom  4.  Januar  1901
zur  Zollverordnung  für  das  Schutzgebiet  vom

10.  Oktober  1896  65

Neu-Guinea  nebst  Karolinen,  Palau  und  Marianen.

*Afrikafonds.  Denkschrift,
wendung  des  —  .
Arbeiterfrage  siehe  Eingeborenen-  Ausfuhr.
*  Bergwesen.  Ertheilung  der  Konzession  zum  Bergbau
  im  Hinterlande  des  Huongolf
Bevölkerung.  Uebersicht  der  im  Inselgebiete  der
östlichen  Karolinen  ansässigen  fremden  Bevölkerung
enkmal  für  den  Südseeforscher  J.  S.  Kubary
Ein  fuhr  von  Rindvieh  siehe  Handel.
*Eingeborenen-Ausfuhr.  Verordnung  des  Kaiser—
lichen  Gouverneurs  vom  31.  Juli  1901,  betreffend
die  Ausführung  und  Anwerbung  von  Eingeborenen
als  Arbeiter  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Neu-Guinea,
  ausschließlich  des  Inselgebiets  der  Karolinen,
  Palau  und  Marianen.  Nebst  4  Anlagen
*  Entwickelung  des  Schutzgebietes.  Jahresbericht
über  die  —  im  Jahre  1899/1900
Ereignisse.  Amtliche  Uebersicht  über  die  das
Schutzgebiet  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse
seit  RNovember  1900  .  .
Erpeditionen.  Bericht  des  Gouverneursv.  Bennigsen
über  eine  Reise  nach  den  deutschen  und  englischen
Salomons-Inseln
—.—  Bericht  des  Kaiserlichen  Bezirksamtmanns  Frit
in  Saipan  über  eine  Reise  nach  der  Insel  Tinian
(Marianen)
—.—  Bericht  des  Gouverneuro  v.  Bennigsen  uber
eine  Reise  nach  dem  Süden  von  Deutsch-Neu-Guinea
  ·
Ergebnisse  der  Guttapercha-  Suͤdsee  Erpedition
(R.  Schlechter!  288,  398,  717,
—.—  Ermordung  der  Lerren  Mencke  und  Caro  von
der  Südsee-  Crpedition
—  Bericht  des  Aizegouverneurs  Dr.  vahi  über
eine  Expedition  nach  den  Ruk-Inseln  (Ostkarolinen)
—.—  Berichtdes  Kaiserlichen  Gouverneurs  v.  Bennigsen
über  seine  Reise  nach  den  Karolinen=  und  Walu-Inseln.

—.—  Der  Uebersall  der  Menceschen  Erpedition  auf
der  Insel  St.  Matthias  .
—.—  Bericht  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  vom
Z.  Mai  1901  über  eine  Reise  nach  dem  Weberhafen  560
—.—  Bericht  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  über
eine  Dienstreise  nach  Neu-Guinea  vom  14.  Mai

betressend  die  Ver-475



362
248

—
D

773

862

113

282

—  —

832

318

318

447

450

bis  16.  Juni  1901  6633031
—.—  Beendigung  der  Straferpedition  gegen  die

St.  Matthias-Inseln  631
—.—  Bericht  des  Kaiserlichen  Sekretärs  Vahlkampf

in  Ponape  über  eine  Erpedition  nach  der  Gruppe

der  Ruk-Inseln.  634

Beil.  zu  Nr.  6

Beil.  zu  Nr.  6

Erpeditionen.  Bericht  des  Kaiserl.  Bezirköamtmanns

·  SenfftinYapübereinenimMailJOlvorgenommenen
  Besuch  des  Uluti-Atolls  (Westkarolinen)

Gesundheitspflege.  Bericht  des  Geheimraths

FVPurof.  Dr.  Koch  über  die  sanitären  Verhältnisse
der  Karolinen  und  Marianen

—.—  Expedition  zur  Erforschung  der  Hautkrankheiten
in  den  deutschen  Schutzgebieten  der  Südsee

*  Handel.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Vizegouverneurs
  vom  10.  April  1900,  betreffend  das  Kreditgeben
  an  Eingeborene  und  den  Abschluß  von
Verträgen  mit  Eingeborenen  über  höhere  Werthgegenstände
  .

—.—  Handelsbeziehungen  auf  den  deutschen  und
englischen  Salomons-Inseln  113  ff.

Bericht  des  Kaiserlichen  Vizegouverneurs
Dr.  Hahl  über  die  Entwickelung  der  Ostkarolinen
in  der  Zeit  vom  1.  April  1899  bis  31.  März  1900

—.—  Verordnungen  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
zur  Beseitigung  von  Mißständen  im  dandelsverkehre
  des  Schutzgebietes

—.—  Auofuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg  im
Jahre  1900  .  .

—.  —  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schuhgebiete  im
Jahre  1900  .

*  —.  —  Eintragungen  in  das  Handelsregister  siehe
Rechtspflege.

*——.Nachtrags-Verordnung  des  Kaiserl.  Gouver.
neurs  vom  12.  April  1901  zur  Verordnung  vom

10.  August  1899,  betressend  Erkrankungen  und
Einfuhr  von  Nindvieh

(Siehe  auch  Mun  wesen.)

Hutten  der  Chamorros  und  Karoliner.  Mit  4  Abbildungen.
  151,

Kautschuk-  Erpedition  nach  den  Südsee-Kolonien
N.  Schlechter  288,  398,  717,  832

Kopra.  Produktion  auf  den  Salomons-Inseln  114  ff.

—.—  Neuregelung  des  Koprahandels  durch  Verbot

824

73

248

66

241

709

752

755

855

152

des  Einkaufs  ganzer  Kokosnüsse  709,  710
Marianen.  Wirthschaftliche  Verhältnisse  auf  den  —  189
Münzwesen.  Das  Geld  der  Yaper.  Nach  Mittheitheilungen

  des  Kaiserl.  Bezirkoamtmanno  Senfft  870
—.—  Verbot  des  Gebrauchs  des  Muschelgeldes  710
*  Palmwein.  Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des

Bereiteno  und  deo  Feilbietens  2c.  von  Palmwein

(saurem  Toddy)  .  3309
—.—  Anlaß  zu  dem  Verbot  der  Palmweinbereitung

in  den  Ostkarolinen  318
Plantagen.  Bekämpfung  der  Vaumkrankhei=  durch

Abriuchern  117
—.—  Bericht  des  Kaiserlichen  Vezirksamtmanns  Frit

in  Saipan  über  die  kulturellen  und  wirthschaftlichen

  Verhältnisse  der  Marianen  189
—.  —  Wiedereröffnung  der  Tabakpflanzung  Jomba  .  242

Siehe  auch  Eingeborenen-Auofuhr,  Kautschuk-Ervedition,

  Kopra,  Marianen,  Palmwein,  Saatmaterial,

  Tabakkultur,  Tinian,  Viehzucht.)
Postalischeds.  Vorläufige  Einsiellung  des  Postfrachtstückdienstes
  im  Verkehr  mit  den  Marianen  162
        <pb n="14" />
        Postalisches.  Austausch  von  Postpacketen  zwischen
den  Schutzgebieten  der  Karolinen-,  Marianen-  und
Palau-Inseln  sowie  der  Marshall-Inseln  und  dem

XIV

xAfrikafonds.

indischen  Postamt  in  Aden.  162
—.—  Portotaxe  für  Packete  nach  den  Marianen  .  401
—.—  Zulassung  von  Postanweisungen  bis  800  Mark

im  Verkehr  mit  der  Postagentur  in  Ponape  .494
—.—  Zulassung  von  Nachnahmen  bis  400  Mark  auf

eingeschriebene  Briefsendungen  sowie  auf  Postpackete

  und  Postfrachtstücke  2c.  im  Verkehr  mit  den

Postagenturen  in  Friedrich-Wilhelmshafen,  Herbertshöhe

  und  Stephansort.  568
—.—  Austausch  von  Postpacketen  ohne  Werthangabe

und  ohne  Nachnahme  zwischen  Deutsch-Neu-Guinea

und  den  Karolinen-,  Marianen-,  Palau=  und

Narshall-Inseln  einerseits  und  Ceylon  andererseits  793
—.—  Theilnahme  der  Postagentur  in  Nap  am  Vos

anweisungsverkber  835
*Rechtspflege.  Verordnung  des  gaiserlichen  Viegouverneurs

  vom  10.  April  1900,  betreffend  dao

Verbot  des  Trepangfanges  auf  den  Rissen  und

Bänken  der  Insel  Ponape  .  66
*  —.—  Beschluß  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts  zu

Ponape  vom  1.  Dezember  1900,  betreffend  Bekanntmachung

  der  Eintragungen  in  das  Handelsregister

  des  Bezirks  der  Ostkarolinen  147

—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  im  Gebiete

  der  Ostkarolinen  während  der  Zeit  vom

12.  Oktober  1899  bis  zum  31.  Dezember  1900  353
Saatmaterial.  Ueberführung  von  —  399
Schifffahrt.  Kannfahrten  der  Eingeborenen  auf  den

Karolinen.  41
.—  Ankunft  der  Dampfbarkasse  für  die  Karolinen  73
—.—  Einstellung  des  Dampfers  „Nuentung“  in  die

Zweiglinie  China  Yap—Neu-Guinea--Sydney.  250
—.—  Fahrplan  der  Reichspostdampferlinien  des  Norddeutschen

  Lloyd,  Bremen  .  328
—.  —  Berichtigungen  des  Fahrplaus  456
—.—  Fahrplan  für  1901/1902.  648  ff.
—  —  Schiffsverkehr  in  Bonape  während  des  Jahres

1000  361
—.—  Schiffbruch  von  vier  Vap-  Insulanern  710
—.—  Fahrplan  des  Reichopostdampfers  „Oceana“

zwischen  Sydney  und  den  Marshall-,  Karolinenund

  Palau=  Inseln  ...  652
Tabakkultur  auf  der  Plantage  Jomba  631

(Siehe  auch  Plantagen.)
Tinian.  Lage,  Bevölkerung,  Vergangenheit,  Biehstand,
  Vegetation  2c.  der  Insel  150  ff.

—.—  Zweck  und  Bedeutung  der  Tinian-Säulen

*  Verwaltung.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Vizegouverneur?
  vom  18.  April  1900,  betreffend  die
An=  und  Abmeldung  der  in  dem  Inselgebiete  der
östlichen  Karolinen  ansässigen,  daselbst  zuziehenden
und  wegeiiehenden  Fremden.

—.—  Vericht  des  Bezirksamtmanns  Seufft
Wegebau,  Bevölkerung  r2c.  in  Vap

über

152,  153

117

*  Verwaltung.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Vizegouverneurs
  vom  30.  Dezember  1900,  betreffend
das  Verbot  des  Bereitens  und  des  Feilbietens  2c.
von  Palmwein  (saurem  Toddy  im  Gebiete  der
östlichen  Karolinen.

*  —.—  Bekanntmachung  der  Kolonial-  Abtheilung  v  vom
30.  April  1901,  betrefsend  Abgrenzung  der  Bezirksämter
  Ponape  und  Yap  .  ..

*  —.  —  Inbesitznahme  der  Inseln  Sonsorol,  Merir
und  Pul  der  Palau-Gruppe  durch  den  Kaiserlichen
Gouverneur  v.  Bennigsen

—.—  Inbesitznahme  der  Insel  Tobi  und  des  Helen-Riffs
  (Westkarolinen)  durch  den  Kaiserlichen  Bezirksamtmann
  Senfft

—.—  Flaggenhissung  auf  der  Insel  Tobi  und  dem
Helen-Riff  durch  den  Bezirksamtmann  Senfft

Viehzucht  bezw.  wilder  Viehstand  auf  der  Insel
Tinian  (Marianen)  .  150  fl.

(Siehe  auch  Handel.)

Wegebau.  Bericht  des  Bezirksamtmanns  Senufft  in
Yap  über  Wege=  und  Dammarbeiten

30

430

51.

550

117

Marshall-Inseln.

Denkschrift,  betreffend  die  Verwendung
  des  —  .  .  Beit.zuNr.-;

*Entwickelung  des  Schutgebietes.  Jahresbericht
über  die  —  im  Jahre  1899/1900  Beil.  zu  Nr.  6

Handel.  Verzeichniß  der  am  1.  Januar  1901  im
Schutzgebiete  thätigen  Handelo=  und  Erwerbsgesel

schaften.  2.
—.—  Ausfuhr  des  Schupgebieteo  nach  Hamburg  im
Jahre  1900  .  752
—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutzgebiete  im
Jahre  1900  .TM
Jaluit-Gesellschaft.  zahresbericht  der  —  für
1900.  .....  .:k:«1

Plantagen  siehe  Saatmaterial.

Postalisches.  Austausch  von  Postpacketen  ohne
Werthangabe  und  ohne  Nachnahme  zwischen  den
Marshall-Inseln  einerseits  und  Ceynlon  andererseits

HRechtspflege.  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte
im  Schutzgebiete  während  des  Geschäftojahres  1900  272

Saatmaterial.  Uleberführung  von  —  3½

Schifffahrt.  Schifféöverkehr  in  den  Marshall-  Inseln
im  Jahre  1900.

—.—  Fahrplan  des  Neichopostampfers
zwischen  Sydney  und  den  Marshalle-,
uund  Palau-Inseln  für  1901  .
Steuer.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshaupt,
manno  vom  30.  Juli  1901,  betreffend  Abänderung
der  Gewerbesteuerverordnung  für  das  Schutzgebiet
vom  13.  November  1895.

*r*t.-·

  -  s  -  s)--„Oceana“

Karolinen—
12

Samoa.

Entwafsnung  der  Samoaner  21
*  Ereignisse.  Amtliche  Uebersicht  über  die  das
Schutzgebiet  betreffenden  wichtigeren  Ereignisse

seit  November  1000  3465
        <pb n="15" />
        ic.  cke  piel.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouve#neurs
  vom  1.  September  1901,  betr.  Verbot
der  Glücksspiele  unter  den  Eingeborenen  .

shszndei.JahresberichtderDcutschenHandels-und
T’antaaengcfellschaftder  Südsee-Jnseln  zu  Hamtura
  iur  1900  .  ..

Siehe  auch  Muͤnzwesen,  Zöll.)

Keisfce=  und  Kakaokultur  in  Samoa

Mmattenvertbeilung  siehe  Verwaltung.

"  sKünzwesen.  Instruktion  des  Kaiserlichen  Gouberneurs
  vom  15.  Juni  1901  für  die  bsfentichen
Kaßen  des  Schutgebietes

—.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
15.  Juni  1901,  betr.  die  Einführung  der  deutschen

Reichsmarkwahrung  im  Schutzgebiet

—  —  Zollerhebung  in  Markrechnuung

dläntagen.  Ein  Rundgang  durch  die  Kaffee-  und
Lakgopflanzung  des  Pflanzers  Hugo  Schmidt  in
Tuanaimato  --Siehe

  auch  Saatmaterial.)

Voßalisches.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouberneur
  vom  15.  November  1900,  betr.  das

Vastwesen  des  Schutzgebietes
echspflege.  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen
Jouverncurs  vom  16.  November  1900,  betr.  die
llebertragung  der  Erledigung  richterlicher  Geschafte
  bezw.  Befugnisse  der  Polizei=  und  allgemeinen
  Verwaltung  r2c.  an  Dr.  Sierich,  Gerichtsaktuar
  Peters  und  Pflanzer  Williams  .

—.—  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouvermeurs
  vom  18.  März  1901,  betr.  Benennung  der
(Jerschtsbeborden  und  Beamten  erster  und  zweiter
Instanz

Siehe  auch  Münzwesen.)
Sagtmaterial.  Ueberführung  p0o0  399,
Schissoverbindungen.  Fahrplan  der  Oceanic
Steamshbip  Company  zwischen  San  Francisco,
vonolulu,  Samoa,  Auckland  und  Sydneny.
—  Dampferverbindung  der  Union  Steam  Ship
Company  of  New  Zealand  zwischen  Sydney  und
Apia  und  zwischen  Auckland  und  Apia
Schulwesen.  Bericht  über  das  Schuljahr  1899/1900
der  deutschen  Schule  in  Ain
Sorache.  Rundschreiben  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  an  die  Missionen  des  Schutzgebietes  betr.
Unterrichtssprache  in  den  Schulen  für  die  Eingeborenen

Steuern.  Bericht  des  stelloertretenden  Kaiserlichen
Jouverneurs  Dr.  Schnee  vom  23.  März  1901
über  die  Einführung  und  bandhabung  der  Kopfsteuer
  34642,
Vetwaltung.  Verordnungen.  betr.  die  Selbstverwaltung
  der  Samooner
.—  Bericht  des  Gouverneurs  Dr.  Solf  über  bie
Entwaffnung  der  Samoaner  .
—  Proklamalion  vom  31.  Mai  1901,  betr.  die
Mattenvertheilung  .
——»umamngderk-amoaner  gegenuber  der
deutschen  Herrschaft

XV  —

826

392

678

590

38

38

310

918

652

190

599

392

42

Verwaltung.  Proklamation  des  Kaiserlichen  Gouverneurs

  vom  3.  Juni  1901,  betr.  Festsetung  der
Reihenfolge  der  Mattenvertheiluing  826
*—.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  v  vom
1.  August  1901,  betr.  die  Eintheilung  Samoas
in  Distrikket  826
(Siehe  auch  Munzwesen,  goͤlle
*  Zölle.  Gouvernements-Verordnung  vom  16.  März
1901,  betr.  die  Aufhebung  von  Böllen  und
Steuern  in  Samoan  310

—.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  v  vom

 

284

599

1.  Juli  1901,  betr.  Erhebung  der  Zölle,  Steuern  rc.
in  Markrechaunnana  .  .627

Kiautschon.

Schifffahrt.  Fahrplan  der  Reichspostdampfer-Linien
  des  Norddeutschen  Lloyd  Bremen  für  das
Jahr  1901  bezw.  1901/02,  Zweiglinie  China—
Nap  20.  328
—  0stasiatische  Hauptlinie  2c.  606/18  ff.

Rus  dem  Bereiche  der  Wisksionen,  der  KRrankenpflege
  und  der  Anutisklaverei-Bewegung.

Aerztliche  Mission.  Abordnung  des  Dr.  Franz
Schröter  als  Missionsarzt  nach  Deutsch-Ostafrika  10
—.—  Entsendung  von  deutschen  Missionsärzten  nach
Ostafrika,  Indien  und  Kiautschoun..  3423
Afrikaverein  deutscher  Katholiken.  Rückblick
durch  P.  Walter  auf  die  zehnjährige  Thatigkeit
der  katholischen  Mission  in  Kamern  191
—.—  Generalversammlung  des  Centralvorstandes  am

24.  Juni  1901  zu  Kan  600
—.—.  Einnahmen  und  Ausgaben  im  Geschäftsjahre
1900/19001.  711

Afrikaverein,  evangelischer.  Bericht  über  die
Sklavenfreistätte,  die  Waisen=  und  Erziehungsanstalt
  auf  dem  Lutindihügee.  119

—.—  Nachrichten  über  Arbeit  und  Erfolge  der
Sklavenfreistätte,  der  Waisen=  und  Erziehungsanstalt
  auf  dem  Lutindiberge  363

—.—  Bericht  des  Missionars  Gutekunst  über  die  Ent.
widelung  der  Schule  in  Bonanjo  im  Jahre

1900  101  562
—.—  Mittheilungen  über  die  Schule  in  Vonanjo  .  373
Augustiner.  Die  Missionsthätigkeit  der  —  auf  den

Marianen  .  .  .  .  Beil.  zu  Nr.  23
Australian  Nethodist  Missionar)  Societr.

Die  issionschaligkei  der  —  im  Biosmarck—

Archipel  .  .  ..  ..  .  .  Beil.  zu  Nr.  23
Baptistenmission.  Die  Missionsthätigkeit  der  —

in  Kamernn  .  .  .  Beil.  zu  Nr.  23

Barmer  Mission  siehe  Nhemische  Missionsgesellschaft.

Basler  Mission.  Uebersetzung  des  Neuen  Testaments
  durch  Missionar  Schuler  in  die  Dualasprache  78

—.—  Tod  des  Missionars  Lankmeyer  in  Mangamba  78

5
        <pb n="16" />
        Basler  Misfien.  Ub#  die  Wi'sion  in  Togo  und
becbich2#ie  SsortenscCunkuneann
—  —  Thaakzit  und  Fensschritte  der  Mission  in  den
lez2en  2ctn  Jaen:
Nabe  S:elung  der  —  zur  wurtiembergischen
randestir  2e  und  ur  Misonirung  von  Kamerun
—.  Enteidelung  der  Mi'sion  im  Jahre  1900.
.—  Tod  des  Misionars  Bier  .  .
—,—»:a1ss«tchellberschtubetdte  Arbeitsfelder  der
Mission  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1001
—.—  Bericht  des  Missionars  Stolz  in  Bombe  über
das  Ende  des  Missionars  Ziier  ..
Fortschrine  der  Mission  im  Voltagebiet
Entwickelung  der  Mision  in  Kamerun
—  Rolhmenol#gkeit  deutschen  Unterrichts  in  den
Missicnoschulklen
M'sionar  Gohrina
Kameruner  Schulwesen
DTiuie  Mussionathatigkeit  der  —
und  kooo  Beil.
Benediktus-Misfstionsgesellschaft.  Entwickelung.
der  Mission  zu  Nyanggoa  ..  .
Entwickelung  der  Station  St.  Leter  und  Laul
—.—  Bericht  des  Missionars  P.  Ambrosius  Mayer
uber  einen  Besuch  der  Missionostation  Tosamaganga
  und  deren  Entwickelig
MHNMettheilungen  uber  Vereinigung  von  Gebet,
Schule  und  Arbeit  bei  den  Missionskindern  der
Station  Kollasim  bei  Dar-eb-Saläm
—  Nachrichten  über  TLhatigkeit  und  Ausbau  der
Mlifon  in  Ostafrika  ......
—  Einweihung  der  Kirche  und  Weihnachtofeier  in
der  Missionsstation  Nyangaoa  .
.—  Bericht  von  Fr.  Simon  uber  die  Schule  in
KollsiH)H)nnn:#
Bericht  des  P.  Hartmann  über  die  Entwickelung
  des  Missionowerkes  in  Deutsch-O  siafrika
—  —  Verungluckung  des  Bruders  Elias  Gläser  bei
dem  Bau  der  St.  Joseohstirche  in  Darzes  Salam
—  —  Bericht  uber  die  Entwickelung  des  apostolischen
Vikariato  Sud-Sansibar  *
—.—Bericht  des  P.  Anton  über  Taufen  in  ruku.
ledi,  Nockenerkrankungen  und  Tod  des  Bruders
Siegfried
.—  Bericht  des  apostolischen  präfekten  über  die
Verhaltnisse  im  Innern  von  Deutsch-O  stafrika
—  Die  Missionöthaätigkeit  der  #  in  der  apostolischen
  Prafektur  Sud=  Sansibar
Berliner  evangelische  Missionogesellschaft
(Berlin  I)  siehe  Gesellschaft  zur  Beforderung  der
evangelischen  Mission  unter  den  Heiden.
Boston-Mission.  Wiederaufnahme  der  amerikanischen
  Mission  in  Lonape  (Karolinen)
Reise  des  Missionars  Dr.  Heyde  und  Frau
nach  den  Ruk-Inseln  .
-.-Ankausdescchunets»Came  and  Annies  fur
die  Mission  in  den  Karolinen.  Personalien
Thäütigkeit  und  Erfolge  der  Mission  auf  den
deutschen  Karolinen

in  Bonaberi  uber  das

in  Kamerun

iu  Nr.

XVI

120

639
67½
60

749

10
74

119

151

188

638

748

914

Beil.  zu  Nr.  23

243

323

490

29

Boffon=  Miission.  D:  Wiens:s

Brudergemeinde.

.—  Die  Missionsthätialeit  der  —  in  D

Evangelische  Mission.

—.—  Erfolge  der  Mission  in  Uganda,

.—  Lehrerkurfus  in  Kisserawe

E#lgken  der  —  auf
Inseln  .  Beil.  zu  Nr.  2
Bellendung  einer  Grammatit
und  einee  Werterrerse#s  in  der  Sprache  der

den  Karolinen=  und  Mariball.

Wanramwen  durch  Sr.  Stern  und  eines  Lerikonsd
durch  Br.  Dabl.  —  Fonsckrine  der  Mission  im
Undamwe##i-Gebiet  17

—  Miaittbeilungen  üder  den  auseren  Bestand  der

Stanon  Urambo,  Negelung  der  Besißverbalmisse,
—N—g'e  Crleichterungen  im  Karawanenverkehr

  2c.  .  .  ...  7.
Bericht  der  Schwester  -  uber  Weihnachts.  ·
setcttnkvtana...  ..  .  ...3!"«I"---.—BrkchtdesBrJecb

  uber  seine  .  Anfanasarbeit

auf  der  Station  Jsoho  .  ..452
.—Bet1chtu.etd1e  Ihm-Ingenbe  in  Aungwe  52—
—  Kirchenbrand  in  JIrtana  %%
.—  Brief  einer  Missionöschwester  aus  St.  Maria
von  Rubaga  uber  ihre  Thangken  und  die  Sitten
der  Bagaanda  .  ..si«)-.—
  Grundung  einer  Missionstation  durch  Br.  Stern
bei  Jaumila  in  Kiwrer  4#
—  Die  Missionothatigkeit  der  —  in  Deutsch-O
  tafritka  .  .  Beil.  zu  Nr.  2
Church  Missionary  Society.  Mittheilungen
des  Bischofs  Tucker  über  die  Entwickelung  Ugandas  “

Deutsch-Ostafrika.

Beil.  zu  Nr.  25

Documents  relatifs  à  la  repression  des  escluvres

pul-lics  en  exccution  des  articles  LXXNI  et
suivants  de  I’acte  général  de  Brugelles  1900
Ruckblick  auf  die  Erfolge
der  evangelischen  Missionothätigkeit  in  der  Sudsee
im  Laufe  des  19.  Jahrhundero  1.5

.—  Die  Frage  der  Heidenmission  in  der  sechsten

wurttembergischen  Landessynode;  Stellung  von
pionzamranen  durch  Landgerichroprasident
.Nestle  in  Hall  .  ..  .  .  .  28
nach  einer
Aeußerung  des  Gouverneurs  Sir  Harry  Johnston  2—

—.—  Allgemeine  Missionskonferenz  der  an  den  Ufer:

ländern  des  Nyassa=  Sces  arbeitenden  evangelischen
Missionsgesellschaften  vom  12.  bis  20.  Oktober  19000  67)

Evangelische  Missionogesellschaft  füur  Deulsch-Ostafrika

  (Berlin  III.  Abordnung  des  Pastors
Boche  zur  Uebernahme  des  Lehrerseminars  in
Kisserade  7%
.—  Pastor  Michaelis  als  Mitarbeiter  des  Inspeltors
P.  Lic.  Trittelwitz  in  der  ostafrikanischen  Mission  157
—  Mittheilungen  des  Missionars  Johanssen  aus
Hohenfriedeberg  über  die  Weisheit  im  Sprüchwort
  der  Eingeborenen,  als  Quelle  zur  Kenntniß
des  Volkogeisten  .  154

—  Bericht  über  Thatigteit  und  Forischriue  der

Mission  im  Jahre  19000  ...  3·;2
—  Wachsthum  innerhalb  der  Mission  48

.—  Miltheilungen  des  Missionars  Ostwald  über

das  Schwefelbad  bei  Amboni  im  Sigifluß  189

.  51
        <pb n="17" />
        Evang.  Missionsgesellschaft.  Zerstörung  des

Wohnhauses  auf  der  Station  Wuga  durch  Blitzschlag  604
—.  —  Plan  der  Errichtung  einer  neuen  Missionsanstalt
in  Groß-Lichterfelde  .  .678
—.  —  Bildung  zusammenhängender  Ortschaften  der
Saramo.  —  Gemeindeordnung  für  Kisserawe  787
—  Bericht  des  Missionars  Holst  aus  Kisserawe
über  eine  Nyamwesi-Gesandtschaft  827

—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  in  Deutsch-  Ostafrika.
Beil.  zu  Nr.  23

Finska  Missions  Sallskupet.  Die  Missionsthätigkeit
  der  —  in  Deutsch-Südwestafrika.  Beil.  zu  Nr.  23

Foreign  Aission-Bourd.  Die  Missionsthätigkeit

  der  —  in  Samoa  Beil.  zu  Nr.  23
Jesellschaft  zur  Förderung  der  evangelischen

  Mission  unter  den  Heiden  tauch  genannt
  Berliner  evangelische  Missionsgesellschaft,
Berlin  I).  Bericht  über  Reisen  des  Missionars

Schumann  in  Lupembe  nach  dem  Heheland  42
Tod  des  Missionars  Franz  Losse  aus  Ikombe
im  Sanatorium  Bubopelo  .  73
.—  Reise  von  fünf  Missionaren  nach  dem  Buandieland
  120
—.  Mittheilungen  des  Missionars  Kunt  in  Mufindi
über  das  Hehevolk  120
—.  —  Bericht  über  eine  Reise  nach  Buandjeland  zur
Aufsuchung  eines  Missionsplatzes  in  der  Zeit
vom  5.  bis  9.  Juni  1900  .  191
.—  Segensreiches  Wirken  der  Mission  in  Vagamoyo  192
—.—  Mittheilungen  des  Missionars  Neuberg  von  der
Station  Muhanga  über  Steuerarbeit  der  Eingeborenen
  auf  dem  Bezirksamt  in  Iringa  303
—.—  Bericht  des  Missionars  Maß  über  Arbeit  und
Ausbau  der  Station  Kidugala  393
.—  Mittheilungen  des  Missionars  Neuberg  uber
die  Sicherheit  der  Frauen  und  Kinder  unter  den
Ostafrikanern  152
—.—  Vortrag  des  Missionsinspetors  D.  Merensty
in  der  letzten  Hauptversammlung  des  Provinzial—
vereins  der  Brandenburgischen  Missions-Hülfs—
vereine  für  Berlin  I  über  die  Mission  in  Ostafrika  488
—.—  Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  Mission
in  Deutsch-Ostafrika  im  Jahre  1900.  635
—.—  Rückkehr  des  Direktors  der  Gesellschaft,  Gensichen,
  von  seiner  Inspektionsreise  in  Südafrika
und  Deutsch-Ostafrika  786.

XVII

.  Mittheilungen  des  Missionsdirektors  Gensichen

uber  eine  Aisitation  in  Jkombe  am  Nyassa=  See  826

.—  Die  Missionsthätigkeit  der  in  Deutsch-Östafrika

  Beil.  zu  Nr.  23
Kamerun.  Aifrikaverein  deutscher  Katholiken  191
—.  —  Asrikaverein,  evangelischer  562,  873

—.  —  Baptistenmission  .  Veil.  zu  Nr.  23
—.—  Basler  Mission  78,  244,  285,  323,  488.

604,  639,  680,  749,  827,  Beil.  zu  Nr.  23

—.—  Missionsschulen  191,  244,  502,  680,  749,  788,  827,  873
—.—  Pallotinermission  76,  192,  364,  394,  452,  488,.

600,  601,  680,  788,  Beil.  zu  Nr.  23

—.  —.  Preobyterianer  Mission  Beil.  zu  Nr.  23

Kapuziner.
Karolinen-Inseln  .

Leipziger  Missionsgesellschaft.  Errichtung
einer  Militärstation  am  Meruberge.  —  Ankunft
des  Bruders  v.  Hopffgarten  in  Schigatini  und
des  Missionars  Bleicken  in  Jimba

—.—  Mittheilungen  des  Missionars  Fuchs  über  die
Gruͤndung  einer  Station  in  Nordost-Pare

—.—  Bericht  des  Missionars  Althaus  aus  Mamba
über  Fortschritte  in  der  Missions=  und  Schulthätigkeit


—.  —  Herstellung  eine
Fortgang  der  Bauarbeiten

Missionostation  Schigatini

—.—  Wiederaufnahme  des  unterrichts  i  in  Mwita

—.—  Bericht  über  die  12.  (9.  ordeniliche  sonferens

der  Wadschagga-Mission

—  Thätigkeit  der  Missionsdruckerei  in  Mosch
Jahreobericht  uber  die  Entwickelung  der

Dschagga-Mission
—  Neue  Nachrichten  von  der  Wadschagga—  Mission.

Negenzeit  in  Moschi,  Schulbau  in  Mwika,  Schularbeit

  in  Marangu,  Mamba,  Pokomo  und  Moschi,

Erdbeben,  Ernte  in  IJkutha  .
—  Reise  des  Missionars  Jessen  und  Bruders  Ficert

'  Schira  zwecko  Stationsgründung

—.—  Entwickelung  der  Mission  in  Deutsch--  stafrika
Bericht  des  Missionars  Raum  über  die  Einweihung

  der  Kapelle  in  Moschi

—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  in

OÖstafrika  .  .

Livingstonin.  Mission.
der  —.  .

Londoner  Missionsgesellschaft.
thätigkeit  der  —  in  Samoa

Maristen  siehe  Missionsgesellschaft  vom  Heiligen
Herzen  Mariä.

Marshall-Inseln.  Boston-Mission  Beil.

—.—  Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen

Beil.

Mission  der  schwarzen  Väter  siehe  Bäter
göttlichen  Wort.

Mission  vom  heiligen  Geiste  siehe  Bäter
heiligen  Geiste.

Missionsgesellschaft  der  deutschen  Baptisten
siehe  Baptistenmission.

Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen
Jesu.  Brief  des  P.  Nascher  aus  St.  Paul  über

Die  Missionothätigkeit  der  —  auf  den

r  Fibel  im  Moschidialekt
auf  der

neuen

Deutschwishr
  Bestehen

2  Tie  Missions—

Jesu
vom

vom

Beil.  zu  Nr.  23

10

73

322

323

363
363

363
394

679

787
873

914

Beil.  zu  Nr.  23

678

Beil.  zu  Nr.  23

zu  Nr.  23

zu  Nr.  23

die  Missionsthätigkeit  in  den  Bainingerbergen  44,  117

—.—  Bericht  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  über
die  Thätigkeit  und  den  Einfluß  der  Missionsstation
auf  der  Insel  Parapag  .  ..  ...
—  Gründung  einer  zweigniederlafsung  in  Oeventrop
  b.  Arnsberg  (Westfalen)

—.—  Ausbildung  von  Missionsschwestern  im  Noviziate
in  Hiltrup  für  die  Mission  in  der  Südsee

—.—  Bericht  P.  A.  Kleintitschens  aus  Vunapope
über  die  Erfolge  und  Auosichten  der  Missioneothätigkeit
  im  Bismarck-Archivel

113

324

393
        <pb n="18" />
        Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen
Jesu.  Mittheilungen  des  P.  Bögershausen  aus
Vunapope  über  die  Enwickelung  der  Mission,  Land

und  Leute  im  Bismarck-Archipel  .  681
—.—  Gründung  einer  Zweigniederlassung  in  Oeventrop
  und  ihre  Nothwendigkeit  872

—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  im  Bismarck=Archipel
  und  auf  den  Marshall-Inseln.  Beil.  zu  Nr.  23
Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen
Mariä.  Gründung  einer  Missionsstation  auf
Bougainville.  ..  75
—.  —  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  Mission  in  den

XVIII

nördlichen  Salomons-Inseln  .  75
—.—  Nachrichten  des  Schulbruders  Marie  Alfred

über  die  Mission  auf  Samoa,  insbesondere  aus

Moamoa  75
—.—  Ausreise  des  Bischofs  Broyer  mit  zwei  Patres

und  zwei  Schwestern  von  Samoa  nach  den

Salomons-Inseln  324
—.—  Schulthätigkeit  und  Erziehung  der  Jugend  zur

Arbeit  in  Samoa  324

—.—  Bericht  des  P.  Broyer  über  die  Missionsverhältnisse

  auf  den  Salomons-Inseln  .  451
—.  —  Schreiben  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neu—
Guinea  über  die  Mission  auf  Poporag  und

Bougainville  451
—.  —  Grundsteinlegung  zu  dem  Kloster  der  Narsten

in  Meppen  600
Die  Entwickelung  des  Schulwesens  in  Samoa.

—  Kaiser-Geburtstagsfeier  829
—.—  Mittheilungen  über  das  Vordringen  der  Mission

auf  Bougainville  und  über  Land  und  Leute  874

—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  auf  den  deutschen
Salomons-Inseln  und  in  Samoa  Beil.  zu  Nr.  23

Misssionsschulen.  Lehrerkursus  in  Kisserawe  51
—.—  Missionsschule  und  Schulthätigkeit  in  Bonanjo
562.  873
—.—  Katechistenschule  des  P.  Meier.  56
—.—  Schulwesen  im  Vikariat  Süd-Sansibar  6
—.—  Schulthätigkeit  in  Mwika,  Marangu,  Mamba,
Pokomo  und  Moschi  67
—.—  Vredinerseminar  in  Buca  und  Schulwesen  in
Kamerun  .  «de
———Cchulthattgkettm  1  Gro-  Vatanga  .  cdss
—.  —  Schulthätigkeit  auf  dem  Sattelberg  717
.  —.—  Schulwesen  in  Klein-Popo  und  Porto-S  Seguro  7b5
—.—  Nothwendigkeit  des  deutschen  Unterrichis  74.
—.  —  Schulthätigkeit  in  Kamerun.  788,  82
—.—  Ein  Schultag  in  Ho  .  78
—.—  Schulthätigkeit  in  Marangu  und  Modschame  S#
—  Entwickelung  der  Schule  in  Lome  91.
Missionsthätigkeit.  Uebersicht  über  die  —  in  den
deutschen  Schutzgebieten  in  Afrika  und  der  Südsee
Beil.  zu  Nr.  2
Mormonen-Mission.  Die  Missionêsthätigkeit  der

Missionsschulen.  Grundung  von  Missionoschulen
in  Kambona,  Chipite-Hatia,  nganga.  Sijimbe
und  Mpeme  .  ?11
—.—  Schulthätigkeit  in  St.  Paul!  .44,  118
—.—Schulthätigkeit  in  Neuköln  und  St.  Peter  Tulii
74,  75
—.—  Schulthätigkeit  in  Moamoa  ..  76
—.—  Schulthätigkeit  in  Kollasini  115,  393
—  —  Schulthätigkeit  in  Lutindi  120

Schulthätigkeit  der  katholischen  Mission  seit  dem

Jahre  1895  in  Kamerun.  191
—.—  Schulwesen  in  Keta  (engl.  bobbtisentolenie  192
—.—  Schulwesen  in  Jrolo=  243
—  —  Schulthätigkeit  der  Missionsschwestern  in  HOo  244
—.—  Schulthätigkeit  der  Basler  Mission  in  Kamerun  244
—.—  Schulthätigkeit  im  Vikariat  Tanganyika  285,  488
—.—  Schulthätigkeit  in  Keetmanshoop  und  Gibeon.  285
—.  —  Schulthätigkeit  in  Mamba  .  :322
—.—  Schulthätigkeit  in  Samoa  324
—.  Vortrag  und  Festsetzungen  über  das  Schulwesen

innerhalb  der  Wadschagga-Mission  363
—  Schulwesen  in  Isoko  452
—.—  Mädchenschule  in  Klein-Popo  522
—.  Schulthätigkeit  in  Atakpame  522
—.—  Schulverhältnisse  in  Bongu.  523

—  in  Samoa  .  Beil.  zu  Nr.?
Neudettelsauer  Missionsgesellschaft.  Entwickelung
  der  Mission  in  Neu-Guinea
—.—  Briefe  von  Schülern  und  Täuflingen  an  den
auf  Heimathsurlaub  befindlichen  Missionar  Pfalzer
aus  Simbang  (Kaiser  Wilhelmsland)
—.—  Tod  des  Missionars  Held  in  Simbang.
—.—  Bericht  des  Missionars  Zwanzger  über  die
Fortschritte  auf  dem  Sattelberge
—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  in  Kaiser  Wilhelmsland
  Beil.  zu  Nr.  25
Neu-Guinea.  Augustiner  Beil.  zu  Nr.  2
—.  —  Australian  Methodist  Missionary  Society
Beil.  zu  Nr.  2
Bostonmission  243,  323,  490,  829,  Beil.  zu  Nr.  2
Evangelische  Mission  15)
Kapuziner.  ..  Beil  zu  Nr.  *
Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen  Jesu
44,  113,  117,  324,  393,  562,  681,  Beil.  zu  Nr.  2
Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen  Mariä
75,  324,  451,  874,  Beil.  zu  Nr.  2

121

—

—.—  Missionsschulen  44,  118,  523,  563,  1712
—.—  Neudettelsauer  Missionsgesellschaft  121,  323,

521,
Rheinische  Missionogesellschaft.

712,  Beil.  zu  Nr.  23
245,  489,  523,.
Beil.  zu  Nr.
Väter  vom  göttlichen  Wort  79,  118,  362,  523,
712,  Beil.  zu  Nr.  2
Wesleyanische  Mission  Beil.  zu  Nr.  2
Norddeutsche  Missionsgesellschaft.  Mittheilungen
  über  die  Gründung  der  Missionsstation  Agu  716
—.—  Bericht  über  die  Arbeit  der  issionsdialonissen
in  Keta  (engl.  Goldküstenkoloni)  1
—.—  Bericht  über  die  Wirksamkeit  der  Missions-EW


x

—

schwestern  in  Ho  24!
—.—  Geistliche  Versorgung  der  bei  der  Sholto

Douglasschen  Baumwollkultur  am  Aguberge  thäti—

gen  christlichen  Reger  aus  Nordamerika  24
        <pb n="19" />
        EIIIIIEIIIIIIIIIIIIIIIL

Bau  des

Rijñonshauses  und  Fortschritte  der  Mission  auf

der  Station  Agu.  —  Sammlung  für  eine  Kirche
———..“
—.—  Bericht  über  die  Generalkonferenz  in  Ho,
Icnuar  1901
—.—  Tod  und  Verdienste  der  Lehrerin  Frl.  Tolch
in  9o

—.—  Uebersicht  über  die  Zahl  der  Missionsarbeiter
der  Gesellschaft  im  Jahre  1901  ...

—.—OrdinationzweietEvhesPastoteninHo

—.—-JnspektionsreisedesMissionsinspektors  Schreiber
nach  Togo;  Stand  der  Mission  .

-·-E

in  Schultag  in  der  Stationsschule  in  do

—.  —  Entwickelung  der  Schule  in  Lome

Ordination  zweier  eingeborener  Gehülfen

Odlaten.  Mittheilungen  des  P.  Nachtwey  über
Swakopmund  und  eine  Eisenbahnfahrt  in  Deutsch-Sudwestafrika



1s1,

—.—  Uedersicht  über  die  Nisstonsarbeit  in  Südwest=Frika-
  .
—.—  Mittheilungen  uber  eine  Reise  des  .  Proprafelt

und  P.

Nachtwey  nach  dem  Norden  zu  den

Orambos  und  über  die  Farm  der  Mission  in
Klem-Winddokck
—.—  Mittheilungen  des  P.  Aloys  Ziegenfuß  über
einen  Besuch  der  katholischen  Missionsstation  in
Klein-Windhoek
—.—  Minteilungen  des  P.  Nachtwey  über  die  Stationen

  Otavifontein  und  Okahandyda

394,

—.—  Taufvorbereitung  und  Taufe  des  kleinen  Missib

in  WVindhoek.  ..

—  —  P.  Rachtwey  über  die  Entwickelung  der  MNissionsarbeit
  .
—  Mittheilungen  des  B.  Ziegenfuß  über  die

Musionsstation  Windhoek

—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  in  Deutsch-  Südwestafrikar

  Beil.  zu  Nr.
Ostafrika.  Aerztliche  Mission.  10,
—.—  Afrikaverein,  evangelischer  119,

—.—  Benediltus-Missionsgesellschaft  10,  74,  119,  155,

213,  364,  393,  451,  488,  638,  748,  914,  Beil.  zu  Nr.

—.  Brudergemeinde  10,  78,  393,  452,  522,  636,

638,  787,

—.—  Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch—

Ostafrika  Berlin  III)  79,  154,  362,  488,  489,

561,  604,  678,  787,  827,  Beil.  zu  Nr.

—.—  Gesellschaft  zur  Förderung  der  evangelischen

—  Trappisten
—  Trappistunen
Universitäten-Mission

Mission  unter  den  Heiden  42,  73,  120,  191,  192,

393,  452,  488,  635,  786,  826,  Beil.  zu  Nr.
—  —  Eeipziger  Missionsgesellschaft
323.  363,  394,  521,  679,  787,  873,  914,  Beil.  zu  Nr.
—  Missionsschulen.

10,  73,  322,
11,  74,  75,  115,  120,  243,
285,  322,  363,  393,  452,  488,  561,  638,  679,
.74,  711,  Beil.  zu  Nr.

Beil  zu  Nr.

Beil.  zu  Nr.
—.  Church  Missionary  Sceiety  600,  Beil.  zu  Nr.  2

XIX

394

453

Ostafrika.  Bäter  vom  heiligen  Geist
—.—  Weiße  Schwestern
—.—  Weiße  Väter

453

.
I

639

749

786

789
—.—  Nachrichten  von  Bruder  Gregor  über  die

915
914

Die  Missionsthätigkeit  der  —  in  Togo  Beil.  zu  Nr.  23

12

74

244

i

323

395
562
789
828
23

323
363

23

23

23

873

Pallotiner.

—.—  Tod  des  P.  Michael  Schöller
—.—  Bericht  des  Präfekten  Vieter  über  seine  Reise

Presbyterianer  Mission.

Rheinische  Missionsgesellschaft.

10,  76,  155,  285,  324,  364,

561,  Beil.  zu  Nr.  23

285

488,  636,  680,  748,  787,  915,  Beil.  zu  Nr.  23

Ausreise  der  PP.  Gustav  Schwab
und  Karl  Gerchske  und  des  Bruders  Joh.  Jager
nach  Kamerun

—.  —  Bericht  des  P.  Vieter  über  seine  Pläne  zur

Anlegung  einer  Missionsstation  in  Yaunde

—.—  Expedition  des  P.  H.  Vieter,  Bruders  Jäger

und  P.  Högen,  ins  Innere  von  Kamerun  behufs
Gründung  der  Missionsstation  in  Maunde

—.—  Besuchsreise  des  P.  Banken  nach  verschiedenen

Missionsstationen

Missionsstation  Kamerun.

—.—  Ueber  Leben  und  Verhältnisse  auf  der  Missionsstation

  Edea  am  Sanaga,  Sitten  und  Gebräuche
der  Bakwiri  und  Bakoko

zur  Gründung  der  Missionsstation  Yaunde

—.—  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  Missionsstation

Grof-  Batanga

—.—  Entwickelung  der  Mission  in  Kamerun
—.—  Gründung  der  Missionsstation  Daünde
—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —

in  Kamerun

488,

76

192

364
394
394
452
600
601
680

788
788

Beil.  zu  Nr.  23

Die  Missionsthätigkeit
  der  —  in  Kamerun.
Tod  des

Missionars  Wilhelm  Schaar

—.—  Bericht  des  Missionars  Olpp  über  die  Missionso,

  23  1

788
23

—.—  Tod  des  Missionars  Viehe,

—.—  Pastor  Wegner

filiale  in  Karibib
des  fe  der

Hereromission  in  Okahandya

—.—  Mittheilungen  des  Bruders  Hanke  in  Vongu

über  sein  Verhältniß  zu  den  Eingeborenen

—.—  Machsen  der  Zahl  der  Taufschüler  in  Keetmanshoop
  und  Gibeon.  —  Weihnachtsfeier  in  Omupanda

285,
—.—  Mittheilungen  der  Missionare  Möller  in  Warmbad

  und  Lang  in  Otjosazu  über  die  Erfolge  der
Mission

—.—  Mittheilungen  des  Juspektors  Ur.  Schreiber

über  die  Missionsarbeit  in  Südwestafrika  und
Neu-Guinea

—.—  Mittheilungen  des  Missionars  Hanke  über  die

Schulverhältnisse  auf  der  Station  Bongun.
über  die  Einwirkung  des

Christenthums  auf  die  Eingeborenen.

—.—  Einfluß  des  deutsch-sudwestafrikanischen  Eisen-=bahnbaues

  auf  die  Eutwickelung  von  Olpyimbingwe
und  Karibib.

—.—  Mittheilungen  über  die  Entwickelung  der  Mission
828,  873,
—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  in  Südwestafrika
Beil.  zu  Nr.  23

in  Deutsch-Südwestafrika

und  Kaiser  Wilhelmoland

—.—  Fortschritte  der  Mission  unter  den  Hereros

6

Beil.  zu  Nr.  23

73

78

190

245

236

749

913

912
        <pb n="20" />
        Samoa.  Evangelische  Mission  155
—.—  Foreign  Mission-Board  Veil.  zu  Nr.  23
—.—  Londoner  Missionsgesellschaft  Beil.  zu  Nr.  23
—.—  Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen  Mariä
75,  324,  829,  Beil.  zu  Nr.  23
—.—  Missionsschulen.  .  .76,324
—.—-Mormonen-Mission...  Beil.  zu  Nr.  23
Steyler  Mission  siehe  Väter  vom  göttlichen  Wort.
Südwestafrika.  Finska  Missions  Sallskupet
Beil.  zu  Nr.  23
—.—  Missionsschulen  285
—.—  Oblaten  11,  12,  74,  244  323  391  395,  562,
789,  828,  Beil.  zu  Nr.  23
—.—  Rheinische  Missionsgesellschaft  78,  190,  285,  286,

395,  189,  711,  749,  823.  873,  912.  913,  Beil.  zu  Nr.  23
Togo.  Basler  Mission  120,  679,  Beil.  zu  Nr.  23
—.—  Missionsschulen
—  Norddeutsche  Missionsgesellschaft  76,  192,  244,

394,  453,  639,  749,  786,  789,  914,  915,  Beil.  zu  Nr.  23
—.—  Bäter  vom  göttlichen  Wort  79,  243,  522,

604,  713,  827,  872,  873,  Beil.  zu  Nr.  23

Trappisten.  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  Mission
in  Ostafrika.  .  ..  74
—.—  Erfolge  der  Mission  auf  der  Station  St.  nPeer-Tulii
  711

Die  Missionsthätigkeit  der  —  im  Vitariat  Nord-Sansibar

  Beil.  zu  Nr.  23
Trappistinnen.  Zerstörung  ves  Schwesternheims

in  Kibosho  durch  Feuer
Universitäten  =  Mission.

der  —  in  Deutsch-Ostafrika  Beil.  zu  Nr.  23
Aäter  vom  göttlichen  Wort.  Mittheilungen  des  "

P.  Erdweg  über  die  Entwictelung  des  Missions—

werkkes  ·  70
—.—  Gründung  einer  Station  in  Atalpame  in  Togo  79
—.—  Brief  des  P.  Vormann  über  die  Gruündung

der  Station  in  Potsdamhafen  118
—.Eintreffen  dreier  Missionoschwestern  in  Lome.  243
—.  —  Tod  des  Missionars  P.  Nikolaus  Spölgen  362
—.—  Bericht  des  P.  Kost  über  die  Entwickelung  der

..  .  1#i
Die  Missionsthätigkeit

Mission  aus  Togo  522
—.—  Kirchen=  und  Schulbau  in  Lome  ...  522
—.  —  Gründung  einer  Missionsschwestern-  Niederlassung

  in  Klein-Popvpo  522
—.—  Entwickelung  der  Missionsstation  Maatpame  522
—.—  Präfekt  Limbrock  über  die  Sprachenzersplitterung

der  Eingeborenen  und  die  Einführung  der  deutschen

  Sprache  in  Kaiser  Wilhelmsland.  523
—.—  Nachrichten  von  Schwester  Therese  Wägner

aus  TJooo  ...  604
—.—  Errichtung  einer  Missionsplamtage  in  Bogia

bei  Monumbo  (Potsdamhafenn.  .  712
—.—  Berichte  des  P.  Wolf  und  P.  Lauer  über

Missions=  und  Schulthätigkeit  713
—.—  Mittheilungen  des  I'-.  Kost  über  die  Thätigkeit

der  Mission  827

—.—  Ausreise  von  Missionaren  und  Vrüdern  nach
Tooon  .  .  88772
—.—  Taufen  in  Lome  und  Alein.  Popo

XX

Weiße

192,  244,  522,  713,  789,  915

Väter  vomgöttlichen  Wort.  Die  Missionsthätigkeit
der  —  in  Togo  und  Kaiser  Wilhelmsland  Beil.  zu  Nr.  2,
Väter  vom  heiligen  Geiste.  Brief  der  Schwester
Leonardo  über  die  Station  Kibosho
—.—  Die  Missionsthätigkeit  der  —  im  Vilariat
Nord-Sansibar  .  .  Beil.  zu  Nr.  22
Weiße  Schwestern.  Schulthãtigkeit  und  Einfluß
der  —  im  Vikariat  Tanganyika  2
Väter.  VBisitationsreisen  des  Vischofs
Gerboin.  —  Nachrichten  von  P.  Schnee  über  die
Mission  Mariahilf  in  Ushirombo.  Tod  des  P.
Gosseau  .  .  .  ..  .  1«
—.  —  Errichtung  der  Missionsstation  in  Tabora.  —
Mittheilungen  des  Missionars  P.  Daull  über  die
Mission  in  Karema  und  Kirando  7#
—.—  Mittheilungen  des  Missionars  P.  Grün  vom
24.  Oktober  1900  über  die  Gründung  und  Ziele

5
O##

der  Missionsstation  Tabora  ..  .  .  155
—.  —  Schulthätigkeit  und  Erfolge  im  Vikariat

Tanganyicaa  285
—.—  Mittheilungen  des  p.  Fr.  Müller  von  einer

Reise  nach  Tabora  über  die  geringen  Aussichten

des  Islam  im  Missionsgebiet  .  255
—.—  Bericht  des  P.  van  der  Burgt  über  die  Missionen

St.  Antonius  von  Urundi,  vom  heiligen  Herzen

in  Muyoga  und  in  Mariahilf.  —  Einfluß  der

Schwestern  auf  Frauen  und  Mädchen  324
—.—  Entwickelung  des  apostolischen  Vikariats  unyanvembe

  im  Berichtsjahre  1899  1900.  .  3364
Ausbreitung  der  Mission  und  der  Schulthätigkeit

  im  Vikariat  Tanganyika  4
—.—  Bericht  über  die  Arbeiten  und  Forsschritee  der

Mission  im  Vikariat  Süd-Nyanza  im  Jahre  1899

bis  1900  .  4ds
—.—  Bericht  des  P.  6.  Smoor  über  die  Insel  Bu.

karra  und  ihre  Bewohner  .  Cäin
—.  —  Bericht  des  Bischofs  Hirth  über  die  Cntickelung

  der  Mission  in  Ruanda  6#
—.—  Bericht  des  P.  Daull  über  die  Emwickelung

der  Station  am  Tanganyika-Se  748
—.—  P.  Hartmann  über  Land  und  Leute  am  kan

nyikasSee  748
—.—  Tod  des  P.  Dauu  in  niinta  und  seine  Verdienste

  um  die  Missin  787
—.—  Bruder  Adrian  über  die  Schwierigkeiten  von

Rirchenbauten  im  Innern  Afrikas.  —  Taufe  von

75  Erwachsenen  .  915
—.—  Die  Missionothätigkeit  der  —  in  den  aposto

lischen  Vikariaten  Tanganyila.  Unnyanyembe  und

Süd-Nyanza  .  ..  .  .  .  Beil.  zu  Nr.  2
Wesleyanische  Mission.  Die  Missionsthätigkeit

der  —  in  Togo  und  Samog  Beil.  zu  Nr.  2.

Hus  fremden  Holonirn.

Algerien.  Der  Palmsfaserhandel  in  —  .  .  39

Amerika.  Werth  der  Baumwollernte  des  Jahres
1900  im  Süden  der  Vereinigten  Staaten  von
America  ...  ..  .  15
        <pb n="21" />
        Amerita.  Ueber  Herkunft,  Verwendung,  Werth  2c.
der  Pitafaser  in  Westamerika
Siehe  auch  Bolivien,  Paraguay,  Philippinen.

Venezuela.)

Angola.  Bau  und  Einnahmen  der  Ambacabahn
in  —

—.—  Verordnung  ve  vom  2.  September  1901,  betreffend
die  Ausfuhr  von  Branntwein

—.  —  Ueber  Maßregeln  der  portugiesischen  Negierung
zur  wirthschaftlichen  bebung.  von  Angola  und
Mozambique  .  .

Annam.  Kautschukkultur  in  —

Australien.  Bedeutung  seines  M  ollen—  und  Fleuccherportt
  .  ......
—D1e  Wasserversorgung  von

(Siehe  auch  Victoria-Kolonie.  )
Bahama-Inseln.  Die  Kultur  der  Sisalagave  auf
den  —  .  .  ..  .
Beira.  Der  Handel  r  von  —  im  Jahre  190
Bolivien.  Die  Kautschukindustrie  n  5#
Brasilien.  Der  brasilianische  Kaffeehandel
Jahre  1900

im

(Siehe  auch  Sao  Paulo.)

Britisch-Centralafrika.  Aussichten  der  Zuckerindustrie
  n  KKKA  ......

Britisch-Indien.  Bekämpfung  wilder  Thiere  und
Giftschlangen  in  —

—.—  Die  britisch-indische  Forstichule  in  Dehra—  Dun
Vorderindien)

—.—  Bericht  des  Regierungsraths  Dr.  Suhlmann
über  seine  Studien  in  Bombay,  Puna,  Calcutta  2c.
mit  Bezug  auf  deren  Verwerihung  für  die  deut—
schen  Kolonien  .

--.-—DerAußenhandelvons—m  den  Monaten
April  1000  bis  Januar  1901  ..

—.—  Der  Seehandel  von  —  im  Jahre  1900.

—.—  Ueber  die  Lage  der  indischen  Theeindustrie

—.—  Die  Erdnußernte  in  —  im  Jahre  1900/1901.

—.—  Die  Theeindustrie  in  —  und  Ceylon

Siehe  auch  Madras.

Britisch-Neu-Guinea.  Handel  und  Schifsverkehr
von  —  im  Jahre  1898/1899

Britisch-Nigeria.  Verbot  der  Einfuhr  und  des
Verkaufs  von  Spirituosen  in  den  Binnengegenden
von  Süd-Nigeria

—.—  Thätigkeit  des  Forstdepartements
Nigeria  im  Jahre  1899/1900

—.—  Erhöhung  der  Einfuhrzölle

Britisch-Ostafrika.  Der  Außenhandel  von  —  im
Fiskaljahre  April  1900  bis  März  1901.

Ceylon.  Entwickelung  der  Theekultur  in  —.

—.—  Die  Theeindustrie  in  Indien  und  —

Congo  français.  Einfuhr  von  Suussfoften  nach
dem  französischen  Kongogebiete  *

Cookgruppe.  Angliederung  an  Neuseeland

—.—  Der  Außenhandel  des  —  im  Jahre  1900.

Elfenbeinküste,  französische.  Die  Goldlager
de  .

in  Süd.

XXI

611

192
750
91c6
247
491

917

240
710
15

286

305
80

121

288

:305
153
154
50633
605

t
*——
O#u

750
490
605

563
875

750

640

Elfenbeinküste.  Bau  einer  Eisenbahn  in  der  fran—
zösischen  Kolonie  an  der  —

Englische  Kolonien.  Entwickelung  englischer  Ko.
lonien  im  Jahre  1899

—.—  Plan  der  Entsendung  einer  Kommission  zum

Studium  der  sanitaren  Verhaltnisse  in  Westafrika


—.—  Plan  der  Grundung  einer  Schule  für  weibliche
Holonisten.

(Siehe  auch  Vahama-  Jnseln,  Prilisch  -.  Gentralafrika,
  Britisch-Indien,  Britisch-Neu-Guinca,  Britisch-Nigeria,
  Britisch-Ostafrika,  Ceylon,  Gilbertund
  Ellice-Inseln,  Goldküste,  Kapkolonie,  Lagocs,
Madras,  Mauritius,  Salomons-Inseln,  Sansibar,
Seychellen,  Sierra  Leone,  Südafrika,  Uganda.)

Französisch-Guinea.  Der  Außenhandel  von  —
im  Jahre  1900.  .  ..  .  ...

Französische  Kolonien.  Begründung  eines  Bank—
instituts  in  Französisch-Westafrika  .

—.—  Bau  einer  Eisenbahn  in  der  franzosischen  Kolonie
  an  der  Elfenbeinküste

—.—  Die  wirthschaftliche  Entwickelung  der  —
(Siehe  auch  Annam,  Congo  kruncuis,  Elfenbeinküste,
  Französisch-Guinea,  Indochina,  Madagaskar,

Neu-Kaledonien.)

Gilbert=  und  Ellice-Inseln.  Verbot  des  Einsammelns
  und  Fortschasfeme  von  Guano  im
Schutzgebiet.  .  ..  ...

—.—  Handel  der  —  in  den  lebten  fünf  Jahren.

Goldküste  (englische).  Aue  dem  Jahresbericht  über
die  —  für  199

—.—  Zolltarifänderungen  fur  die  Kolonie  —.

—.—  Die  Goldgewinnung  in  der  englischen  Goldkuste
und  der  frranzosischen  Elfenbeinküste  .

Hawaii.  Die  Zuckerproduktion  auf  —
Indochina.  Kautschukexport  von  —  im  Jahre  1000
Kapkolonie.  Der  Obstbau  in  der  —.  .
Kongostaat.  Grenzregulirung  zwischen  dem  französischen

  und  portugiesischen  Kongogebiet
—.—  Budget  des  —  für  das  Jahr  1901.
—.—  Der  Außenhandel  des  —  im  Jahre  1900.

Lagos.  Verbot  der  Einfuhr  von  Schweinen  nach
Lagoo

—.—  Die  Kultur  der  nickria  in  ver  a  Lolonie
  S

—.  —  Erfahrungen  bei  dem  Aubau  von  CGummibäumen
  in  —

—.  —  Versuche  mit  verschiedenen  zurchummigewinnung
geeigneten  Pflanzen

Liberia.  Präsidentenwechsel  in  —.

—.—  Verleihung  ausgedehnter  Rechte  an  die  Union
Mining  Companv  of  Liberin

—.—  Verkehrseinrichtungen  und  Vergebung  von  Berggerechtsamen
  in  —.  ..

—.—  Die  bedeutendsten  Handelahauser  in  —.

—.—  Rone:essionvertheilung  zur  Eiurichung
Dampferlinie,  zum  Bahnbau  2c.

Lourenco  Marques.  Handel  des  Lafeno  von  —
in  den  Monaten  Januar  bis  September  1##//

einer

122,

79e

80

642

642

37½0.

-

790
917

325
830

158
396
610
191
607
916
641

681
716

641
80

490

521.
710
717

15
        <pb n="22" />
        mabacabtar.  Minheilungen  uber  die  Nafapalme

—.  —  Ergebriße  der  Aolts-  und  iehhlurg  der
Iniel  —  .  .  ..

.——c«andsmr1bscha»l  che  Ltteuanme  der  Aneel  —

Madras  Alaavefsazer  Produlktion  in  —

Mauritius.  Tie  Zuckervrodufknon  auf  —

Mexriko.  Gewinnung  und  Vertrieb  der  Angobescier

Mozambiauc.  Lertehr  deutscher  Schiffe  in  Saigon

und  —  wahrend  des  Johres  10999
Verordnung  vom  2.  Sertember  1901,  betreffend

die  Auofuhr  von  Branntwein
Ueber  Masregeln  der  portugiesischen  Fegierung

zur  wirthschaftlichen  Hebung  von  Angola  und  —

Meu=  Kaledonien.  Die  Kafiee=  und  Kautschukausjuhr

  aus  —  im  Jahre  1900.

Tie  Entwickelung  der  wirthschalichen  Verhalt.
nisie  in  —  Q)Q0C

Meuseeland.  Angliederung  der  Cookaruppe  an  —

Niederländisch-Indien.  Bericht  des  Generalkonsuls
  in  Batavia  über  die  Kultur  von  Guttaperchabaumen
  ..........

Lraine-eristaat.UeberdieBesiedelungdes—
durchbtitischeEtaatgangebötiqe..  .

Paraguay.Anbaudetsiosellapflanzem—  .

Philipoinen.  Kopraproduknon  und  Ausfuhr  der  —

Portugiesisch-Guinea.  Errichtung  einer  Loolsen;
statio  .

Porlugiesische  Kolonien.  Vetheiligung  Teurschlande
  am  Außenhandel  des  portugienschen  Kongogeblets
  .

—.—  Betrieb  von  Bantgeschaiten  i  in  den  —

Siehe  auch  Angola,  Beira,  Lourenço  Maraues,
Mazambique,  Vortugiesisch:  Gulnea.)

Rhodesia.  Tie  Goldproduktion  von  —  607,

—  —  Berichte  über  die  Entwickelung  von  —  für  die
Jahre  18/¾  bis  1900.

—.—  Nutzhölzern  SSSS  .  ..

Salomons-Inseln.  Handel  und  Indusirie  auf
den  —.  .

Sambesien.  neber  die  wirthschafrliche  Lage  von  —

Sansibar.  Negenzeit  in  —.

—  Prasidentenwahl  des  internationalen  mariumen
Anreaus  für  das  Jahr  1001

.  Schinoverkehr  im  Jahre  1900.

.—  Ernennung  des  Bischofs  von  Likoma,  10r.  Spine,
sum  Bischof  von
Anbau  von  rothem  Viesfer  *  —  und  Pemba

—.  Ter  Handel  von  —  im  Jahre  1900

Deutsches  Erholungohaus  auf  der  Insel  —

—  —  lleber  den  Schissoverkehr  —

Suo  Paulo.  Einfuhrung  des  Hopsenanbaus  in  —

Senegal.  Eri#euguisse  der  Kolonie  —  ..

Seychellen.  Vanillekultur  auf  den  —  524,

Sierra  Leone.  Zahresbericht  über  Einnahmen,
Cinfuhr  und  Auofuhr,  Verkehr  2c.  im  Jahre  1899

Zolltarifänderungen  in  —
—  Wirthschaftliche  Verhältnisse  und  Außenhandel
von  —  im  Jahre  1900

XXII

161

5s1
X
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4%1
524

1•7)

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161
37/5

610
700
750
875
5916
6006
396
791

124
390

65

Suda'rika.  Zahres  bericht  der  De  Beers-Kompagnie
zjur  das  Gesauszzor  vom  1.  Juli  1898  bis
30.  Juni  111100090909

—.—  Wellcy’=  und  Angorasiegen-  und  Straußenzucht
  in  Sudcrkkkk

—.  —  Sudakilqnische  KRunbolser  ...

(..-1ebeauchsibena  Trank-dann

Transvaal.  Ueber  die  Bestedelung  des  Transvaals
und  Cranje-Freins  durch  brinsiche  Staatsangebbrieeees?


—.—  Nukhölrfer  in  —.

Uaganda.  Bericht  uber  die  brurische  1gandabahn

13,  453.

—.—  Einftuß  der  Mision  auf  die  Eingeborenen
von  —  .  .

—.—  Aeunetunaen  des  engluschen  Kommißtars  über
europälsche  Neisende  in  Britisch-llgaandnnaa

Venezuela.  BVerlennicherei  in  —  .  .  ..

Rictoria-Kolonie.  Konservirungsverfahren  fur
freusche  Fruche

Westafrika.  Bericht  uber  Baumwolloflanzungen
in  B

Titterarische  Besprechungen.

Archiv,  Internationales,  für  Ethnographie.  XlII.
Band,  Hef  666666
—.—  fur  Schiffo=  und  Trovenbygiene
Asien.  Zeuschrift  der  Deunsch-Asiatischen  Geselschaft.
Herausgegeben  von  Dr.  Vosberg-Nekdo
Betheiligung,  Die,  der  deutschen  Marine  an  den
Kämpfen  in  China  Sommer  1900.  Nach  amtlichen
  Qucllen.  Mit  Skiuszen  und  einem  Plan
von  Tientsin...
v.  Brandt,  M.:  33  Jahre  in  Ostasien.  Erinnerungen
  eines  deutschen  Diplomaten.  I.  Band
II.  Band
Brockhaus'  Konversations-Lerikon.  Neue  revidirte
  Jubiläums-Ausgabe  (vierzehnte  Auflage)?.
Erster  Band:  A—Athelm.  Mit  71  Tafeln,  darunter
  10  Chromotafeln,  25  Karten  und  Plänen
und  104  Tertabbildungnen
—.—  Zweiter  Bannd  ..
Brose,  M.:  Die  deutsche  Voloniallitteratur  im
Jahre  1899.w  .
Craemer,  Curt:  „Aus  meiner  Wanderzeit.“  Hundert—
tausend  Kilometer  zu  Wasser  und  zu  Lande.  Ein
Prachtwerk  mit  20  Tafeln  in  Lichtdruck,  258  Abbildungen
  im  Tert,  meisteno  Originalaufnahmen
des  Verfassers,  und  einer  Karte  mit  der  Reiseroute
Dir,  Arthur:  Deutschland  auf  den  Hochstraßen  des
Weltwirthschaftsverkehre  ....
Imcnmentsrelittfst111  röpressmn  E  esclavyes
publies  en  egecution  des  artieles  I./XNNI  et
Suivants  de  l’ucke  gendral  de  Bruxelles.  141.
Dominik:  Kamerun.  Sechs  Kriegs=  und  Friedeneojahre
  in  deutschen  Tropen.  Mit  26  Tafeln  und
21  Abbildungen  im  Tert  sowie  einer  Uebersichtstarie....


187
875

84

Zun.

12

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40##
455

162

u  S
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        e

Dove,  K.  Aus  zwei  Welttheilen.  Dichtungen

v.  Dossow:  Anleitung  zur  Anfertigung  der  militärisch=
  schriftlichen  Arbeiten,  als:  Meldungen,
Rapporte,  Liquidationen,  Quittungen,  Führungszeugnisse,
  Berichte,  Lebenslauf,  Verhandlungen,
Schriften  in  Briefform,  Titulaturen  2c.,  nebst
vielen  erläuternden  Beispielen  und  einem  Anhange,
  enthaltend  die  gebräuchlichsten  Fremdwörter,
  die  Hauptpunkte  bei  Erkundung  des
Geländes,  Bestimmungen  für  den  Post=  und  Telegraphenverkehr
  2c.  Nach  den  neuesten  Bestimmungen
  umgearbeitet  von  B.,  Bataillonsadjutant,
und  L.,  Zahlmeister.  15.  Aufl.

Engler,  A.:  Monographien  afrikanischer  Pflanzen.
Band  V  und  VI.  161,

v.  Estorff,  Major:  Der  Buernkrieg  in  Südafrika.
3.  SSchluß-)  Lieferung  fortgesetzt  von  Oberst  Ritter
v.  Gerneth

Exvort-Revue,  Deutsche.  Herausgegeben  v  von  Albert

Blom.  Jahrlich  vier  Hefte#  400,  192,
Esch,  Dr.  E.:  Der  Vulkau  Etinde  in  Kamerun  und
seine  Gesteine  (Sitzungsberichte  der  Königlich

Preußischen  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin)

Felsing,  O.:  Gert  Janssens  China-Fahrten.  Reiseund
  Kriegserlebnisse  eines  jungen  Deutschen.
Lohmeyers  Vaterländische  Jugendbücherei,  Bd.  14.)
Mit  zahlreichen  Abbildungen  nach  photographischen
Aufnahmen  und  nach  Originalzeichnungen  von
Maler  Anton  Hoffmann

Fiyner,  Dr.  Rudolf:  Deutsches  Kolonial=  -Handbuch.
nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet.  Zweite  erweiterte
  Auflage  .

Foß,  Kapitän  zur  See  a.  D.:  Marine-  RKunde.  Eine
Darstellung  des  Wissenswerthen  auf  dem  Gebiete
des  Seewesens.  Mit  517  Ilistrattonen=  Karten
und  Plänen

Futterer,  Dr.  Karl:  „Durch  Asien.  “
Forschungen  und  Sammlungen
Dr.  Holderer  unternommenen  Reise.
Geographische  Charakterbilder

Gesetzbuch,  Bürgerliches.  Liliput-Ausgabe  Band
des  Handelsgesetzbuches,  der  Civilprozeßordnung
und  Konkursordnung  (Band  2)  .

Goldmann,  Paul:  Ein  Sommer  in  China.  Zweite
Auflage  .

Handels—  Archiv,  Deutsches.  Feitschrift  fur  Handel
und  Gewerbe,  herausgegeben  im  Reichsamt  des
Innern.  Augustheft

Handels=  und  Verkehrsbuch,  Roloniales

Hermann,  Ernst:  VBiehzucht  und  Bodenkultur  in
Südwestafrika

Hettler,  ÖH.,  Oberpostsekretär:  Post-  Handbuch  für  die

Erfahrungen,
auf  der  von
Band  1:

Geschäftowelt  ....  .
Hubners  geographisch-  statistische  Tabellen.  Aus.
gabe  1801.  50.  (Jubiläums-)  Ausgabe.  Heraus—

gegeben  von  Prof.  Dr.  Fr.  v.  Juraschek

Hüner,  R.:  Der  Post=  und  Telegraphen-Anwärter.
Ein  Hand=  und  Hülfsbuch  für  Militäranwärter.
Dritte  Auflage

195,

XXIII

568

400

792

83

757

300

878

84

920

L

249

127

645

195

16

526

757

492

Jahrbuch  des  Deutschen  Flottenvereins  für
das  Jahr  1902.

Kaerger,  Prof.  Dr.  Karl:  Landwirthschaft  und
Kolonisation  im  Spanischen  Amerika.  I.  Band:
Die  La  Plata-Staaten.  II.  Band:  Die  südamerikanischen

  Weststaaten  und  Mexiko
Karte  von  Dar-es-Salam
—.—  von  Kaiser  Wilhelmsland
—.  —  von  Kiantschon.
—.  —  der  St.  Mathias-Insel
—.—  von  Peterhafen.
—.—  von  Tsingtau
Köbner,  Admiralitätsrath  Dr.:
Kolonialrechts  .  ......
v.  Koenigsmarck,  Graf  Hans:  Japan  und  die
Japaner.  Mit  24  Vollbildern
Kollmann,  Paul,  Hauptmann:  Auf  deutschem  Boden
in  Afrika  Ernste  und  heitere  Erlebnisse
Krauß,  Dr.  J.:  Deutsch-tückische  Handelsbeziehungen
Kropf,  Dr.  Albert:  Wörterbuch  der  Kaffernsprache
—.—  Kaffer-englisches  Lexikon  .  ..
Kutschera,  M.:  Monographie  über  Macan
Langhans,  Paul:  Politisch-militärische  Karte  von
Afghanistan,  Persien  und  Vorder-Indien  zur  Ver—
anschaulichung  des  Vordringens  der  Russen  und
Engländer.  Mit  militärischen  Begleitworten
Lehmann-Felskowski,  G.:  Deutsch-Nautischer
Almanach  für  das  Jahr  1901.  (Zweiter  Jahrgang.)
Leo,  Gerichtsassessor  V.:  Entwickelungstendenzen  im
Welthandel.  Eine  handelspolitische  Skizze
Lindenberg,  Paul:  Fritz  Vogelsangs  Kriegsabenteuer
  in  China  19000.  ......
Lindner,  Prof.  Th.:  Die  deutsche  Hanse.  Ihre
Geschichte  und  Bedeutung.  Mit  Titelbild,  72  Tertabbildungen
  u.  Karte  in  Farbendruck.  Zweite  Aufl.
Lohmeyer,  Joh.:  Auf  weiter  Fahrt.  Selbsterlebnisse
  zur  See  und  zu  Lande.  Mit  12  Vollbildern
Mannel  du  voyngeur  et  de  résident  au
(longo  3  Bände:  I.  Renseignements  pratigues.
  II.  Hgiene,  médecine  et  chirurgie.
II  Droit.  constructions,  itinernires,  photographie.,
  collections.  2  Supplemente:  I.  Lart
militaire.  II.  Carte  de  l’état  snd  pondent  dn
Congo  (in  vier  Blättern)
Marine-Rundschau.  12.  Jahrg.  1601.
—.—  Aprilheft  1901  .
Maurer,  Dr.:  Meteorologische  Veodachtungen  in
Deutsch-Ostafrika.  I.  Theil.
Meinecke,  G.:  Deutscher  olonialkalender  und
statistisches  Handbuch  für  das  Jahr  1901
Mittelbachs  Politische  Karte  der  Erdtheile  zum  Handund
  Comptoirgebrauch.  Maßstab  1:  36  500  000
Mittheilungen  des  Seminars  für  orientalische
  Sprachen.  Herausegegeben  von  dem
Direktor,  Geh.  Regierungsrath  Prof.  Dr.  5
Jahrgang  IV.
v.  Müller,  Oberleutnant  A.:  Der  Krieg  in  Si“
afrika  1899/1900.  V.  (Schluß-)  Theil.  Mit  einer
Karte  und  zwei  Skizzen

System  des  deutschen

danuarheft

399,

249
399
567
399
399
399
399
793

161

878

568

127

920

249
46
288

567

526

792
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        v.  Müller,  Oberlt.  A.:  Die  Wirren  in  China  und
die  Kämpfe  der  verbündeten  Truppen.

—.—  III.  Theil.  Mit  3  Anhängen,  2  Anlagen  und
4  Skizzen  im  Text.

—.—  Der  Befreiungskampf  der  Buren  1900  bis  1901.
I.  Theil.  Uebersicht  über  die  Kriegslage  und  die
beiderseitigen  Streitkräfte,  September-Oktober
1900.  Die  vorbereitenden  Kämpfe  und  der  Uebergang
  zur  Offensive  seitens  der  Buren.  Der  Einfall
  in  die  Kapkolonie,  Dezember  1900.  Mit
zwei  Skizzen.

Müller,  P.  G.:  Die  Entwickelung  der  subventionirten
  Reichspost-Dampserlinien

Nauticus.  Jahrbuch  für  Deutschlands  Seeinteressen
1901.  Mit  Skizzen,  Karten  und  Einschlagtafeln

Navarra,  B.:  China  und  die  Chinesen

Neubauer,  Dr.  P.:  Die  Stellung  Chinas  im  Welthandel
  im  Jahre  1900

Perels,  F.,  Wirkl.  Geh.  Rath:  Das  allgemeine
öffentliche  Seerecht  im  Deutschen  Reiche.  Sammlung
  der  Gesetze  und  Verordnungen  mit  Erläuterungen
  und  Registern  .....

Raddatz,  H.:  Die  Suahili-Sprache.  Zweite  Auflage.
  Bearbeitet  von  A.  Seidel  Gochs  Sprachführer,
  Band  22)

I.a  Ramie,  culture,
industrielle

Rangliste  von  Beamten  der  Kaiserlichen  Marine
für  das  Jahr  1901.  Nach  dem  Stande  vom  8.  Mai.
Redigirt  im  Reichs-Marine-Amt  ..

Rang=  und  Quartierliste  der  Kaiserlich  w
Marine  für  das  Jahr  1901.  *

—.—  Nachtrag  dazu.  Nach  dem  Stande  vom  11.  ot
tober  101

Neventlow,  Guraf,  Kapitänleutnant  a.  D.  Die
deutsche  Flotte.  Ihre  Entwickelung  und  Organisation

Rinne,  Prof.  Dr.  F.:  Zwischen  Filipinos  und  Amerikanern
  auf  Luzon  ........

Robert,  Prof.  Dr.,  Staatsrath:  Beiträge  zur
Kenntniß  der  Giftspinnen

Ruge,  Dr.  R.,  Marine—  Oberstabsarzt:  Einführung  in
das  Studium  der  Malariakrankheiten  mit  besonderer
  Berücksichtigung  der  Technik.  Mit  zahlreichen
  Abbildungen  und  Fiebercurven

Schanz,  Moritz:  Australien  und  die  Südsee  an  der
Jahrhundertwende  .......

—.—  Ost=  und  Südafrika  .

Schmidt,  Oberlehrer  Dr.,  und  Landsberg,  Oberlehrer:
  Hülfs=  und  Uebungsbuch  für  den  zoologischen
  Unterricht  .........

Schneider,  R.  (Marinepfarrer):  Leben  und  Treiben
an  Bord  S.  M.  Seekadetten=  und  Schiffsjungen-Schulschiffen.
  29  Abschnitte,  mit  147  Textabbildungen,
  1  Portrait  des  Prinzen  Adalbert  von
Preußen  und  1  Tafel  mit  Segel=  und  Takelriß

Schubart,  Dr.  jur.  P.,  Geh.  Seehandlungsrath  a.  D.:
Die  Verfassung  und  Verwaltung  des  Deutschen
Reiches  und  des  Preußischen  Staates  in  gedrängter
Darstellung.  15.  neu  durchgesehene  Auflage

preporaeien  utilisation

126,

XXIV

568

367

719

567
835

685

718

19P6

327

455

793

492

920

367

84

II.  Theil  288

 

Schutzgebietsgesetz,  Das,  nebst  seinen  Ergänzungsgesetzen
  sowie  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend
  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen
Schutzgebieten,  und  den  Ausführungsbestimmungen
über  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit.  Textausgabe
  mit  Einleitung,  Anmerkungen  und  Sachregister.
  Zum  Handgebrauch  zusammengestellt  im
Reichs-Marine-Amt  719.

Seidel,  A.:  Wörterbuch  der  nordchimesischen  Umgangssprache.
  Deutschechinesisch.  Heft  1

Zeitschrift  für  afrik  anische  und  oceanische
Sprachen

—.—  Grammatik  der  Japanischen  Umgangssprache
mit  Uebungsstücken  und  Wörterverzeichnissen.
2.  Auflage

v.  Stengel,  Frhr.  Karl,  Prof:  Die  Rechtsverhältnisse
  der  deutschen  Schutzgebiete

Stielers  Handatlas.  Neue,  neunte  Leserungsausgabe.
  100  Karten  in  Kupferstich,  herausgegeben
von  Justus  Perthes'  Geographischer  Anstalt  in
Gotha.  Lieferung  1;  Nr.  15,  Ostalpen  in
1:  925  000,  von  C.  Scherrer  und  H.  Habenicht;
Nr.  64,  China  in  1:  7  500  000,  von  C.  Barich

v.  Stuemer,  W.,  Oberleutnant:  Gedenkblatt  zum
zehnjährigen  Bestehen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
  von  Deutsch-Ostafrika

Tornow,  Max  L.:  Die  wirthschaftliche  Entwickelung
der  Philippinen.  Mit  10  Vollbildern,  4  Tafeln
und  1  Karte

Troost,  Oberleutnant  à  la  suire  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  für  Südwestafrika:  Samoanische  Eindrücke
  und  Betrachtungen

Ueberall.  Illustrirte  Wochenschrift  des  Deutschen
Flottenvereins

Velten,  Dr.  C.:  Praktische  Anleitung  zur  ern
der  Schrift  der  Suaheli

—.—  Reiseschilderungen  der  Suaheli.

Verhandlungen,  Die,  der  zehnten  kontinentalen
Missionskonferenz  zu  Bremen  vom  14.,  15.  und
17.  Mai  1901

Verzeichnisse  der  Kaiserlich  deutschen  Konsulate  im
Auslande  und  der  fremden  Konsuln  im  Deutschen
Reich

Wachs,  O.,  Major  a.  D.:  Malta,  seine  kriegshistorische
Vergangenheit  u.  seine  heutige  strategische  Bedeutung

—.—  Schlaglichter  auf  Ostasien  und  den  Pacific

Weyer,  B.:  Taschenbuch  der  deutschen  und  der  fremden
  Kriegsflotten.  II.  Jahrgang  1901.

—.—  III.  Jahrgang  1902  ·.

Wilda,  Johannes:  Von  Hongkong  nach  Mostau.
Ostasiatische  Reisen.  Mit  53  Illustrationen,  einem
facsimilirten  Brief  des  Frhrn.  v.  Ketteler  u.  einer  Karte

Wirth,  Dr.  A.:  Ostasien  in  der  Weltgeschichte

Wislicenus,  Georg:  Deutschlands  Seemacht  sonst
und  jetzt,  nebst  einem  Ueberblick  über  die  Geschichte
der  Seefahrt  aller  Völker.  Erläutert  durch  acht
farbige  Einschaltebilder  und  65  Textbilder  vom
Marinemaler  W.  Stöwer.  Zweite,  neu  bearbeitete
und  stark  erweiterte  Auflage

792

685

219

919

46

161
        <pb n="25" />
        v.  Wissmann,  Hermann:  Unter  deutscher  Flagge
quer  durch  Afrika  von  West  nach  Ost.  8.  Aufl.
Mit  einem  Titelbilde,  21  Vollbildern  und  34  Textbildern,
  nebst  einer  Karte  von  Richard  Kiepert

Wolf,  Eugen:  Im  Innern  Chinas.  1.  Band

Zimmermann,  I##.  A.:  Die  deutsche  Kolonial=Gesetzgebung.
  Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,  Verordnungen,
Erlasse  und  internationalen  Vereinbarungen,  mit
Anmerkungen  und  Sachregister.  Fünfter  Theil.
1899  bis  1900.  Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und
zum  dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben
Weltpolitisches.  Beiträge  und  Studien  zur
modernen  Kolonialbewegung  .....
Zorn,  Dr.  Phil.:  Deutsche  Kolonialgesetzgebung.
Textausgabe  mit  Anmerkungen  und  Sachregister

Litteratur  Verjeichnisi.

14,  46,  84,  127,  162,  196,  289,  327,  492,  456,  526.
568,  685,  719,  878,  920.

Belsbondere  Beilagen.

Die  Westafrikanische  Kautschuk-Expedition  „R.  Schlechter)
im  Jahre  1899/1900.  Herausgegeben  vom  Kolonial-Wirthschaftlichen
  Komitee  in  Berlin.  Mit
Abbildungen.

Kolonial-Handels:=  Adreßbuch  fur  1901.  (5.  Jahrgang.)
  Mit  der  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
Herausgegeben  vom  Kolonial=  Wirthschaftlichen
Komitee,  Berlin.

*  Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  deutschen
Schutzgebiete  im  Jahre  1899/1900,  Uebersicht  über
Ertheilungen  von  Landkonzessionen  und  Denkschrift,
  betreffend  die  Verwendung  des  Afrikafonds.

XXV

919

127

455

492

Beilage  zu  Nr.  1

Beilage  zu  Nr.  2

Beilage  zu  Nr.  6

Erpedition  nach  Central=  und  Südamertka.  1899
bis  1900.  (Dr.  Paul  Preuß.)  Herausgegeben

vom  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitee,  Berlin.
Mit  Abbildungen

in  Afrika  und  der  Südsee

Beilage  zu  Nr.  17
Die  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten
Beilage  zu  Nr.  23
Ein  Versuch  zur  Immunisirung  von  Rindern  gegen

Tsetsekrankheit  (Surra).  Von  R.  Koch.  Beilage  zu  Nr.  24

Illustrationen  und  Rarten.

Lageplan  und  Profil  der  Eisenbahn  Swakopmund—
Windhoek  .  .
Abbildungen:  2  Hütten  der  Chamorros  .
»  Tinian-Säule  und  Fuß  eines  Kreuzes
Kartenskizze  mit  Reiseroute  der  Expedition  des  Gouverneurs
  v.  Puttkamer  nach  den  Croß-Schnellen
Karte  des  Gebietes  nordwestlich  und  wordostlich  der
Station  Yaunde
Skizze  zu  der  Grenzbereisung  des  Stationschefs  r  von
Iringa  am  1.  Februar  bis  16.  März  1901
Skizze  des  Marsches  des  Hauptmanns  v.  Schimmel-=pfennig
  vom  11.  Februar  bis  12.  März  1901
Plan  der  Militärstation  in  Tinto  (Kamerun)
Skizzen  der  von  Hauptmann  v.  Schimmelpfennig  auf
semem  Zuge  durch  das  Wuteland  durchzogenen
Gegend
1.  Ngutte—Ngilla
2.  Ngilla—Ngambe
Slizze  des  Gebietes  südlich  und  südöstlich  von
Joko
Skizze  über  die  Ssmitettn  und  Lazarethdepots
in  Südwestafrika  .
Kartenskizze  des  Croßflußlaufes  von  Assanakang  bis
Betime  nebst  Angabe  der  dortigen  Stationen.

Zwischen  10  und  11

152
153

277

359

143

445
521

549
549

596

598

742
        <pb n="26" />
        Verzeichniß

der  in  den

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  vorkommenden  länder-,  Orts-  und  VDolkenamen.
(In  theilweiser  Anlehnung  an  die  Rechtschreibung  auf  den  Kiepertschen  Karten.)

Ostafrika.
Abercorn,  Station  71.
Amboni,  Ort  489.
Aruscha,  Volk  10.
Aruscha,  Militärposten  900.

Bagamoyo,  Bezirksamt  und  Stadt
192,  274,  275,  484,  593,  833.
Baganda,  Volksstamm  639.
Bakarra,  Volksstamm  637,  638.
Bakinga,  Volksstamm  191.  6
Bakonde,  Volksstamm  517.  s
Bandamba,  Volksstamm  483.
Ba-Nyakyusa,  Volk  191.
Barikiwa,  Station  313,  739.
Basukuma,  Volksstamm  488.
Batussi,  Volksstamm  489,  680.  «
Benaland  636.
Bethel,  Neu-,  Missionsstation  362.
Bismarckburg,  Station  71,  162,
1

 

441,  862.
Bombuera,  Ort  703.
Buandje,  Volksstamm  191.
Buandjeland  120,  191.
Bubopelo,  Sanatorium  73.
Bukarra,  Insel  636.  .
Bukoba,  Station  484,  485,  782.
Bukumbi,  Missionsstation  155,  485,

489,  915.
Bukwaya,  Distrikt  364.
Bulongoa,  Missionsstation  452.
Bumbuli,  Missionsstation  362.
Bundali,  Volksstamm  452.

Campi  Sakrani,  Ort  592.

Chambisi,  Pflanzung  274.  «

Chigonga,  Ort  40,  592.

Chipite-Hatia,  Ort  11.

Chole,  Insel  313.
l
l

Dabaga,  Ansiedelung  516.

Dar-es-Saläm,  Station  10,  15,  74,
107,  155,  156,  275,  312,  357,  362,
389,  480,  484,  488,  595,  638,  703,
717,  827,  833,  858,  861,  862,  914.

Derema,  Ort  7.
Donde,  Landschaft  313,  483.

Du  Duma  (Dolomaj,  Dorf  592.

Dulumobach  903,  904.
Dundundu,  Berg  220.

Emin  Pascha-Golf  489.
Eyassi-Sce  904.

Junabo-Hügel  594.
Furua,  Fluß  483.

Gawa,  Ort  442.
Gimbusteppe  903.
Guhulio,  Berg  441.

Hatia,  Dorf  243.

Herz  Jesu-Station  364,  680.

Himo,  Fluß  679.

Hohenfriedeberg,
79,  154,  362.

Hungira,  Pflanzung  274.

Missionsstation

Igumila,  Ort  787.
Igunda,  Ort  442.
Ikingu-Berge  441.

Ikutha,  Ort  679.

Ikwa-Sce  285.

Ilembula,  Missionsstation  635.

Illonga,  Ort  und  Missionostation

357,  594.
Ipiana,  Missionsstation  393,  636.
Ipito,  Berg  441,  442.
Ipundu,  Dorf  220.
Ipundu,  Frluß  220.
Ipwani,  Landschaft  904.
Iraku,  Landschaft  904,  905.
Jramba,  Landschaft  903.
Jramba-Plateau  9603,  906.
Irangi,  Ort  902,  904.

Ishozi,  Ort  485.

JIsoko,  Missionsstation  452.

Issansu-Gebirge  903,  904.
Issansu,  Landschaft  902,  904,  905.
Iyambi,  Landschaft  902,  903,  904.

Jimba,  Ort  10.
Johnston,  Fort  517.

Kagera,  Fluß  486,  681.

Kaguru-Gebirge  593,  594.

Kala,  Missionsstation  748.

Kalambo,  Fluß  220.

Kambona,  Ort  11.

Kambwe,  Ort,  71.

Kana,  Fluß  517.

Kanyosa,  Ort  486.

Kap  Mpimbue  76.

Karagwe,  Landschaft  485,  486.

Karema,  Missionsstation  71,  76,  285,
518,  748,  862.

Karimansira,  Dorf  220.

Karunga,  Fluß  219.

Karyarya,  Ort  748.

Kassanga,  Station  71,  183,  517.
Ikombe,  Mission,sstation  73,  826,  827.

Kassokorwa  (Kasokolwa-,  Bach
220.

Katendo,  Bach  219.

Kaula,  Ort  903.

Kawirondo,  Bahnstation  486.

Kenjendua,  Ort  442.

 

Iringa,  Station  und  Missionsstation

191,  357,  393,  441,  442,  483,
516,  592,  636,  638.

Jrolo,  Ort  243.

Isavi,  Missionsstation  488.

Kiboscho,  Landschaft  356.
Kiboscho,  Missionsstation  561,  78.
Kidage,  Ort  595.

Kidete,  Ort  593,  595.

Kidugala,  Missionsstation  120,  3#3
Kifigili,  Berg  40,  593.

Kifigili,  Dorf  40.

Kifumbiro,  Ort  486.
Kigome-Berg  441.  442.
Kigonsera,  Missionestation  243,  63.
Kihumbi,  Berg  442.

Kikale,  Ort  355.

Kikogwe,  Pflanzung  273.
Kikundi,  Ort  357.
        <pb n="27" />
        Kilangerizi,  Berg  594.
Kilimandjaro,  Gebirge  10,  356,
363,  522,  561,  679,  788,  862.
Kilimatinde,  Station  387,  388,  441,

787,  827,  903.
Kilossa,  Station  40,  149,  357,  592,
593,  595,  718,  757,  862.
Kilwa,  Ort  70,  149,  248,  313.  314,
389,  390,  480,  483.  516,  739,  833.
Rimyangiruberge  905.
Kindo,  Volksstamm  488.
Kinga-Gebirge  107.
Kingaland  191,  636,  786.
Kingani,  Fluß  275.
Kingege-Berg  594.
Kingense,  Ort  40,  593.
Kingolwira,  Ort  357.
Rinhui,  Bahnstation  703.
RKinyakumi,  Landschaft  903.
Kinyanganya,  Landschaft  902.
Kiomoni,  Pflanzung  444.
Kionga,  Ort  355.
Kipalapala,  Ort  155,  285.
Kipembane,  Ort  441,  442.
Kiperepeta,  Fluß  592.
Kipilipili,  Dorf  902.
Kipoko  (Chipoko),  Bach  220.
Kirando,  Missionsstation  76,  285,
488.  748.
Kiroka,  Ort  357.
Kirolea,  Ort  40.
Kirolera,  Ort  593.
Kisaki,  Station  15,  389,  502.
Kisiba,  Ort  486.
Kisigo,  Fluß  441.
Kisiwani,  Ort  314.
Kissagata,  Fluß  593.
Kissaka,  Missionsstation  489,  680.
Kissaka,  Provinz  489.
Kissanga,  Ort  40,  592.
Kisserawe,  Ort  und  Missionsstation
79,  362,  561,  787,  827.
Kissitu,  Dorf  220.
Kissiwa,  Pflanzung  517.
Kitopeni,  Pflanzung  274.
Kitunda-Berg  787.
Kiuhui,  Bach  7.
Kiou,  See  71,  232,  488,  362.
Kiwere,  Landschaft  787.
Kokobuma,  Ort  314.
Kokolo,  Dorf  593.
Kollasini,  Missionsstation  155,  156,
393,  638.
Köln,  Neu-,  Missionsstation  74,  75.
Kome,  Insel  484,  488.
Kompariola-Berge  442.
Konde,  Volk  488.
Kondeland  42,  43,  108,  488,  517,
636,  786.

——  ——  —  ——  —  —  —  —  —  —  ——
—

 

XXVII

—  —

Kondoa,  Ort  902,  006.

Konga,  Dorf  40,  593.

Korogwe,  Ort  (Missionsstation)  7,
120,  234,  356,  482,  702,  862.

Korokoni,  Ort  592.

Kowoka-Berge  441.

Kuguru-Gebirge  594.

Kumbi,  Berg  219.

Kurasini,  Missionsstation  638.

Kurasini,  Pflanzung  312,
861,  862.

Kusega,  Ort  592.

Kwai,  Station  149,  232,  288,  388,
398,  567,  673.

Kwamkoro,  Pflanzung  7.

Kwa  Mtoro,  Ort  9107.

Kwa  Sagiro,  Ort  905,  906.

Kyamtura,  Ort  486.

Kyanga,  Ort  486.

704,

Lagonoi-Massai,  Volk  356.

Langenburg,  Station  314,  441,
516,  517,  636,  865.

Lgarrya-See  905.

Lindi,  Station  70,  314,  355,  356ß,
389,  833,  862.

Lindibucht  356.

Liwale,  Bezirkonebenstelle  739.

Liwale,  Fluß  739.

Lohombero,  Fluß  483.

Lualabda,  Fluß  108.

Luengera,  Fluß  234,  862.

Lugera,  Fluß  702,  703.

Luguru,  Berg  594.

Luhudja,  Fluß,  siehe  Ruhudje.

Luhurila  Mkombe,  Ort  59/3.

Luisenfelde,  Granatenbergfeld  356.

Lukuledi,  Fluß  10,  11.

Lukuledi,  Missionsstation  11,  243,
451,  638,  747.

Lupembe,  Ort  (Missionsstation)  42,
516.

Lussolve,  Dorf  592.

Lutindi,  Berg  119,  363.

Lutindi,  Ort  120.

Madibira,  Missionsstation
243,  442,  444,  638.

Madschame,  Ort  und  Missionsstation
363,  873.

Mafia,  Insel  313.

Mafisihöhe,  Ort  757.

Mafiti,  Volksstamm  389,  483.

Mafitifähre  862.

Magali,  Landschaft  593.

Mage,  Ort  119.

Magoje,  Missionsstation  635.

Magrotto,  Pflanzung  7,  444.

Magubugubu,  Ort  54.3.

119,

 

 

 

 

Landschaft  15,  483.
Station  162,  389,  483,

Mahenge,
Mahenge,
484.

Mahoko-Berge  483.
Mahumba,  Bach  594.
Maisome,  Insel  484.
Makinjumbe,  Pflanzung  273.
Makome,  Landschaft  40.
Makonde,  Volksstamm  355.
Makowe-Berg  594.

Makua,  Volksstamm  004.
Mala,  Platz  74.

Malenga  makali,  Fluß  441.
Malikori-Berge  441.

Mamba,  Missionsstation  322,  363,

522,  679,  873.
Mambwe,  englische  Station  220.
Maneromango,  Missionostation  362.
Manyerasee  905.
Manyua,  Ort  390.
Mapogolo,  Missionostation  119.
Marangati,  Berg  442.
Marangu,  Ort  322,  356,  679,  873.
Mariahilf,  Missionsstation  10,  324.
Marianhill,  Missionostation  75.
Marienberg,  Missionsstation  680.
Marore,  Ort  357,  592.
Masasi,  Missionsstation  11,  355.
Masier,  Bach  220.
Massai,  Volk  388,  905.
Massewe,  Ort  517.
Massiête,  Bach  220.
Masumbai,  Pflanzung  444.
Mavale-Berge  442.
Mawalewele,  Dorf  11.
Mbaranyandu,  Fluß  390.
Mbemkuru,  Fluß  355,  356.
Mbile-Berge  442.
Mbozi,  Ort  865.
Mengo,  Ort  600.
Meruberg  10.  356,  900.
Mgende,  Landschaft  483.
Mgera,  Dorf  40,  593.
Mgori,  Ort  902.
Mgunda,  Ort  389.
Mhausa,  Landschaft  40.
Mibamba,  Dorf  40,  593.
Mikindani,  Station  355,  356.
Minazini,  Pflanzung  741.
Mjinga,  Ort  442.
Mkalama,  Ort  904.
Mkatta-Ebene  593,  594.
Mkigwa,  Ort  388.
Mkondoa,  Ort  903,  904.
Mkulwe,  Ort  285,  488.
Mkumba,  Bach  220.
Mkundi,  Bach  593.
Mkundi,  Ort  593.
Mlali,  Fluß  593.
        <pb n="28" />
        Mlangali,  Ort  120,  516.

Mlatu,  Ort  905.

Mlongwa,  Landschaft  40,  593.

Mnigu  kwa  Kanianka,  Ort  441,
42.

Moame,  Fluß  485.

Mohasi,  See  489.

Mohessi,  Fluß  355.

Mohorro,  Ort  und  Pflanzung  355,
357,  782,  833.

Mojo,  Berg  452.

Mokolongo,  Berg  441.

Mombassa,  Ort  356,  595.

Mombe,  Fluß  442.

Mombo,  Ort  232,  233,  366,  482.

Morogoro,  Missionsstation  40,  357,
593,  858,  915.

Moschi,  Station  322,  356,  357,  363,
394,  521,  522,  679,  787,  914.

Mosi  (Mozi),  Bach  220.

Mpanga,  Fluß  483.

Mpapua,  Station  149,  357,  387,

518,  593,  594,  862,  902,  904,  906.
Mpemba,  Bach  219.
Mpeme,  Dorfs  11.
Mpingo,  Ort  40,  592.
Mpondisteppe  902.
Mpongwe-Gebirge  40,  593.
Mpororo,  Landschaft  485,  486,  783.
Mpyni-Straße  390.
Mrogoro  siehe  Morogoro.
Mromero,  Ort  593.
Msalala,  Missionsstation  10,  364.
Msawero,  Dorf  592.
Mschambaa,  Volksstamm  233.
Msita,  Fluß  594.
Msombe,  Fluß  441.
Mssungo,  Ort  220.
Msukuma,  Ort  70.
Msiwero,  Ort  593.
Mtoni,  Fluß  388.
Mtoni,  Ort  787.
Muakaleli,  Missionsstation  120,  191.
Muansa,  Station  388,  484,  485,  486,

902,  903.
Mufindi,  Station  120.
Mugera,  Provinz  10,  364.

Muhanga,  Missionsstation  120,
393,  452.
Muhesa,  Ort  7,  120,  234,  482,

702,  703,  862.
Muiamwesi,  Ort  70.
Mukondokwa,  Fluß  595.
Mutyek,  Landschaft  905.
Muyaga,  Missionsstation  10,  324.
Mwale,  Ort  788.
Mwambaland  191.
Mwika,  Missionsstation  363,  679.
Mwini-Sagara,  Ort  595.

XXVIII

Myombo,  Fluß  592.
Myombo,  Ort  592.

Nakati-Berg  451.

Nakungulu,  Berg  219.

Nakuro-See  600.

Nanganga,  Ort  11.

Ndala,  Landschaft  285.

Ndala,  Missionsstation  364.

Ndele,  Fluß  594.

Ndisi,  Ort  592.

Nendambera,  Fluß  442.

Nevala,  Landschaft  356.

Ngerengere,  Fluß  40,  593.

Ngorongoro-Gebirge  905.

Ngorongoro,  Landschaft  904,  905.

Ngorongoro-See  905.

Nguelo,  Ort  906.

Nguru-Berge  275.

Nguru,  Fluß  274.

Nguruman,  Ort  905,  906.

Niam-Niam,  Ort  516.

Ninga,  Dorf  592.

Ningo-Berg  594.

Niufy,  Bahnstation  7,  862.

Niamnjam-Berge  442.

Njera,  Fluß  483.

Nkana,  Fluß  219.

Nkarungo,  Missionsstation  363,  873.

Nkun,  Ort  873.

Nombwe,  Dorf  220.

Aschala,  Landschaft  und  Ort  873.

Nssandani,  Landschaft  902.

Ntakimba,  Bach  219.

Numbi,  Fluß  191.

Nyamwesi,  Volksstamm  827.

Nyangao,  Fluß  10,  11,  451.

Nyangao,  Missionsstation  10,  243,
355,  364,  451,  638.

Nyarasa-(Eyassi-)  See  904.

Nyassa,  See  15,  71,  73,  107,  149,
219,  313,  356,  357,  390,  484,  488,
516,  517,  607,  678,  826,  862.

Nycka-Plateau  108.

Nyengezi,  Landschaft  484.

Nynkwa,  Ort  592.

Pagali,  Berg  40,  593.
Pala-Ulanga-Berg  592.
Pangani,  Fluß  273,  274,  862.
Pangani,  Ort  273,  274,  8#3.
Pare,  Landschaft  10,  73,  363.
Pawacca,  Ort  441,  442.

Pazi  Usimia,  Dorf  787.
Pembe,  Dorf  748.
Peramiho,  Missionsstation  243,  638.
Pokomo,  Ort  521,  679.
Pugu,  Missionsstation  638.
Puguberge  914.

Putini,  Pflanzung  444.

 

Quamkoro  vergl.  Kwamkoro.

Nikwa-See  108,  488.

Rovuma,  Fluß  355,  356,  390.

Ruaha,  Fluß  108,  243,  357,  441,
442,  592.

Ruanda,  Landschaft  488,  680,  783.

Rubaga,  Missionsstation  638.

Rubinda,  See  489.

Rudewa,  Ort  593.

Rufiyi,  Bezirksamt  355.

Rufiyi,  Fluß  355,  861.

Rufu,  Fluß  274.

Ruhudje,  Fluß  43,  483.

Rumbiji,  Bach  594.

Rumi,  Bach  220.

Rungwe,  Missionsstation  452,  522.

Rupa,  Fluß  441.

Saadani,  Ort  274,  275.

Sakarre,  Plantage  356.

Salceh,  Landschaft  905.

Samanga,  Ort  314.

Saninga,  Ort  355,  861.

Sanja,  Fluß  594.

Sanssaberg  594.

St.  Antonius,  Missionsstation  32s,

364.
Bonifazius,

285,  488.
St.  Franziskus,  Missionsstation  48.
St.  Josef,  Missionsstation  364.
St.  Michael,  Missionsstation  364.
St.  Peter  und  Paul,  Missionsstation

  74.

St.  Peter-Tulii,  Missionsstation

75,  711.

Saramo,  Volksstamm  767.

Sasavara,  Fluß  355.

Schoeller,  Pflanzung  444.

Segese,  Dorf  593.

Segoma,  Pflanzung  741.

Seia,  Dorf  594.

Shabruma,  Landschaft  390.

Shigitini,  Missionsstation  10,  73,
363,  522.

Shira,  Landschaft  108.

Shira,  Missionsstation  363,  522,  737.

Shirati,  Station  484,  485.

Sigi,  Fluß  489,  741.

Sijimbe,  Ort  11.

Sima,  Dorf  594,  595.

Sima,  Fluß  594,  595.

Simbitifluß  905.

Sindaji,  Ort  355.

Songea,  Station  15,  313,  314,  389,

484,  748.

Songwe,  Fluß  219.

Songwe,  Ort  517.

Ssäfu  (Samfu),  Bach  220.

 

St.

Missionsstation
        <pb n="29" />
        Ssaissi,  Fluß  220.
Ssingidda-See  904.
Ssonyo,  Ort  905.
Suaheli,  Volk  312.
Suwa=  (Zuwa-)  Wald  220.

Tabora,  Station  490,  70,  71,  76,  79,
155,  183,  285,  364,  388,  485,

486.  787.
Talula,  Ort  40,  592.
Tanga,  Stadt  7,  120,  232,  234,

273,  356,  357,  362,  480,  482,  189,

822,  833.

Tanganyika-See  108,  183,  219,

232,  488,  517,  518,  748,  862.
Taveta,  Ort  356,  679.
Tontera,  Dorf  219.

Tosamaganga,  Missionsstation  119,

243,  638.
Trutje,  Berg  442.
Tschamlinde,  Werft  484.
Tschaua,  Pflanzung  741.
Tschembera,  Dorf  593.
Tschomare,  Berg  594.
Tshitete,  Landschaft  219.
Tshovere  (Chowere),  Dorf  220.
Tulukisa,  Dorf  593.
Tumbati,  Ort  905.
Tunda  Ukuru,  Berg  412.
Turu,  Landschaft  902,  904.

Uanii,  Berg  442.
Ubena,  Landschaft  191,  442,  516.
Uchamba,  Bezirk  74.
¼AUdjidji,  Station  40,  71,  183,
748,  862.
Uduru,  Ort  873.
Uganda,  Landschaft  235,  286,
486,  600,  638,  681,  783.
Ugogo,  Landschaft  388,  398.
Uguöno,  Landschaft  74.
Uhehe,  Landschaft  42,  119,  243,
393,  441,  451,  483,  488,
6,  638,  718,  786.
Ujewa,  Ort  442.
Ujui,  Landschaft  388.
Ujui,  Ort  285.
Ukami,  Landschaft  915.
Ukerewe,  Insel  484,  485,  489.
637,  915.
Ukonge,  Ort  672.
Ukonongo,  Landschaft  517.
Ukuthu,  Landschaft  389.
Ulanga,  Fluß  483.
Ulanga,  Station  389.
Ulaya,  Landschaft  592.
Uliakundu-Berge  442.
Uluguru-Gebirge  40,  389,  594.
Uluguru,  Landschaft  389.
Umbugwe,  Landschaft  905,  906.

388.

484,

357,
516,

636,

XXIX

AUmburru,  Landschaft  905.

Ungoni,  Landschaft  390,  638.
Unyamwesi,  Landschaft  10,  78.

Unyanyembe,  Landschaft  10,  155,

285,  364,  388.
Unyika,  Landschaft  865.
Upagoro,  Landschaft  483.
Upalla-Berge  483.
Urambo,  Missionsstation  78,  79,  787.
Urundi,  Landschaft  155,  324,  364.

AUrungwanBerge  516.

Usambara-Gebirge  232,  363.

Usambara,  Landschaft  7,  119,  154,
232,  233,  234,  356,  362,  363,  398,
481,  482,  604,  672,  703,  718,
859.,  862,  906.

UAUsangi,  Landschaft  74.

Usaramo,  Landschaft  362,  363,  389,
398,  638.
Useguha,  Landschaft  274,  275,  398.

UAUseguha,  Volksstamm  274.
AUnshirombo,  Landschaft  10,  364,  486.

 

Usige,  Missionsstation  10.
Usimbe,  Ort  355.

Usinja,  Landschaft  681.

Usmao,  Landschaft  484.
Ussagara,  Landschaft  398.
Ussukuma,  Landschaft  485,  903,  905.
Ussumbura,  Station  183,  232.
Ussure,  Landschaft  902,  903,  904.
Ussuwi,  Landschaft  486.
Utengule,  Missionsstation  787.
Utinta,  Missionsstation  748,  787.
Uvira,  Ort  183.

Victoria-Nyansa  155,  388,  390,

485,  486,  488,  600,  636,  681,  915.
Vidunda,  Landschaft  40,  592,  54#03.
Voyoto,  Ort  905.

Wabena,  Volksstamm  483.
Wabondei,  Volkostamm  273.
Wabunga,  Volksstamm  389,  483.
Wadschagga,  Volk  363,  521,  679.
Wafipa,  Volkostamm  748.
Waganda,  Volksstamm  485.
Wagogo,  Volksstamm  388.
Wahehe,  olk  119,  120,  191,  444,
483,  488,  516,  595.
Wakamba,  Volksstamm  593.
Wakami,  Volkostamm  389.
Wakerewe,  Volkostamm  485.
Wakilindi,  Volksstamm  356.
Wakimbu,  VMolkostamm  388,  904.
Wakombaa,  Volksstamm  356.
Wakuthu,  Volksstamm  389.
Wakwafi,  Volkostamm  35.0.
Wala,  Fluß  388
Wamballa,  Ort  411.
Wambuga,  Volkostamm  356.

Wambulu,  Uolksstamm  387.
Wami,  Fluß  357,  593,  594.
Wanderobbo,  Volksstamm  356,  905.
Wangemannshöhe,  Missionsstation
191,  636.
Wangindo,  Volksstamm  483.
Wangoni,  Volk  389,  390,  483,  638.
Wangwana,  VBolksstamm  285.
Waniaturu,  Volksstamm  388.
Wanissancu,  Volksstamm  903,  901.
Wanissanuru,  Volksstamm  904.
Wanißkuru,  Volksstamm  903.
Wanone,  Fluß  594.
Wanyamwesi,  Volk  10,  273,  285,
388,  902,  904.
Wanyanturu,  Volksstamm  902.
Wapagoro,  Volksstamm  483.
Wapare,  Volksstamm  356.
Waramba,  Volksstamm  388,  903.
Warufu,  Volkostamm  273,  356.
Masafwa,  Volksstamm  865.
Wasagara,  Volksstamm  593.
Wasango,  Volksstamm  865.
Wasaramo,  Volksstamm  312.
Waseguha,  Volkostamm  273,  274,
356.
Washambaa,  Volksstamm  120,  154,
155,  356.

Waschashi,  Volksstamm  484.

Wassangu,  Volksstamm  444.
Wassukuma,  Volksstamm  484.
Wasuaheli,  Volk  273.
Wataiti,  Volksstamm  356.

WVataturu,  Volksstamm  902.
Waygo,  Volksstamm  389.

Wiedhafen,  Station  15,  313,  516.
Wilhelmsthal,  Bezirksamt  356,  (673.
Wongo,  Ort  74.

Wuga,  Missionostation  362,  604.
Wumi,  Fluß  593.

Wumi,  Landschaft  593.

Kamernn.

Abalekanga,  Ort  595.
Aban,  Dorf  742.
Abbäs,  Ort  235,  278.
Abo,  Fluß  552.
Aboland  550.

Abo,  Ort  705.

Aja  (Baké|,  Fluß  235.
Ajaukwe,  Ort  235.
Akoto,  Dorf  276.
Akwadorf,  Ort  705.
Allad,  Dorf  184,  185,  186.
Angombong,  Ort  745.
Artekau,  Fluß  276.
Aya,  Fluß  276,  741.
Ayauke,  Ort  276.
Ayenne,  Iluß  745.
        <pb n="30" />
        Babale,  Landschaft  236.
Babong,  Ort  235.
Badeng,  Volksstamm  237.
Badgiri,  Volksstamm  185,  745.
Badje,  Dorf  742.
Badjong,  Dorf  5583.
Baduma,  Ort  278.
Bässe,  Ort  184.

Bafia,  Volksstamm  550.
Bafut,  Landschaft  237.
Bafut,  Volksstamm  237

Bagielli,  Volksstamm  185,  743,  745.

Bajob,  Ort  706.

Bakandu,  Volksstamm  640.

Bakasse,  Ort  149.

Bakasse,  Volksstamm  358.

Baké,  Fluß  235.

Bakoko,  Ort  705,  707.

Bakoko,  Volksstamm  452.

Bakossi-Berge  278,  366,  550,  551,
552,  553.

Bakossi,  Volk  551.

Bakota,  Volksstamm  186.

Bakunda,  Ort  278.

Bakundu,  Ort  707.

Bakundu  ba  Bombe,  Ort  278.

Bakundu-Bakonge,  Ort  707.

Bakuni,  Ort  238.

Bakat,  Ort  235,  278.

Bakwa,  Ort  707.

Bakwiri,  Volksstamm  278,  452,  788.

Balasana,  Ort  744.

Balasu,  Volkostamm  743.

Bali,  Landschaft  149,  235,  236,  237,

276,  278,  306,  521,  704,  860.
Bali,  Ort  237,  238,  360.
Bali,  Volk  237,  521,  704,
Baloé,  Ort  235,  278.
Balon,  Ort  705.
Balong,  Volksstamm  552.
Balundu,  Volkestamm  746.
Bambuko,  Landschaft  520,  860.
Bambuko,  Volksstamm  520.
Bametan,  Landschaft  237.
Bamingi,  Ort  237.
Bamiri,  Fluß  278.
Ba-Mundum,  Landschaft  236.
Bandeng,  Landschaft  237.
Bane,  Ort  708.
Bane,  Volksostamm  519.
Banenu,  ÖOrt  550.
Bangandu,  Landschaft  360,  518,
519.
Bangandu,  Volkostamm  186,  35)),
518,  745.
Bange,  Fluß  51)9.
Bangwa,  Volk  314,  906.
Banta,  Dorf  452.
Banti,  Landschaft  521.

—  XXN  —

Banyang,  Ort  235.

Banyo,  Ort  906.

«  Baro,  Ort  707.
Bassa,  Ort  705.

Bassoma,  Ort  236.
Batanga,  Ort  (Missionsstation!  394,
680,  707,  708,  743,  789.
Batschenga,  Volksstamm  358.
Bay,  Ort  und  Pflanzung  707.
Bayaga,  Volksstamm  745.
Bayngseng,  Ort  550.
Bayong,  Volksstamm  552.
Bekok,  Ort  706.
Bekue,  Volksstamm  185,  745.
Bela,  Ort  707.
Belldorf,  Ort  705.

Belole,  Landschaft  236.

Benjan,  Ort  235.

Benna,  Ort  548.

Bertua,  Ort  743,  745,  860.
Bertuo-Weg  186.
Betenge,  Ort  707.
Betime,  Ort  742.
Beyvorwerk  706.
Bibambe,  Ort  708.
Bibundi,  Ort  520,  521,  706,  707,  8600,
907.
Bidjum,  Ort  743,  744.
Bimbia,  Ort  705,  706.
Bion,  Dorfs  452.
Bipindi,  Ort  602.
Biya-Benne,  Fluß  236.
B'kuo  a  Muan,  Ort  788.
B'Mpako,  Ort  788.

Bnenge,  Ort  518.
Boa,  Ort  707.

Bobingwey,  Ort  708.

Boki,  Landschaft  236.

Boki,  Ort  236.

Bolifamba-Pflanzung  446,  800.

Bokum,  Dorf  549.

Bolikao,  Ort  707.

Bomba,  Fluß  184.  185,  186.

Bombassa-Land  183,  185,
360,  745.

Bombassa,  Vollostamm  183,  186,
358.

Bombe,  Missionsstation  639

Bombesse,  Dorf  518.

Bome,  Fluß  550.

Bomendali,  Ort  183,  184.

Bomomeland  743,  745.

Bomome,  Volksstamm  359,  745.

Bomono,  Ort  705.

Bomonoma  Benge,  Ort  705.

Bona  ba  Mbenge,  Dorf  550.

Bonaberi,  Missionostation  244,  680,

827.
Bonaku,  Ort  211.

350,

Bonamakonge,  Dorf  550.
Bonamateke,  Ort  705.
Bonambanga,  Ort  550.
Bonandolo,  Dorf  550.

Bona  Ngande,  Ort  705.

Bonanjamsi,  Dorf  550.

Bonanjeng,  Dorf  550.

Bonansjo,  Ort  244,  562,  873.

Bonanjoa,  Dorf  550.

Bonasomko,  Dorf  550.

Bonebela,  Ort  244.

Bonganjo,  Ort  707.

Bonge,  Ort  707.

Bongo-Plantage  707.

Bonjongo,  Missionsstation  785.

Bopuka,  Ort#  708.

Bossama,  Ort  520.

Bovili,  Dorf  520.

Buambie,  Ort  707.

Buana,  Ort  706.

Budimann,  Ort  705.

Buêar,  Station  78,  244,  275,  278,
358,  360,  481,  521,  548,  562,
639,  680,  704,  706,  718,  78,
785,  817.

Bulaku,  Landschaft  236.

Bule,  Volk  186,  394,  519,  743,  741,
745.

Buli,  Ort  707,  708.

Buliland  278.

Bulu,  Ort  707.

Bumba,  Fluß  519,  743,  745.

Bumbum,  Ort  185.

Bumbum,  Volksstamm  519,  520

Bussambe,  Landschaft  236.

Busse,  Dorf  518,  519.

Bwinga,  Ort  und  Pflanzung  706.

Byrre,  Volk  595,  860.

Byrreland  596,  597.

Campo,  Fluß  817.

Campo,  Ort  597,  707,  708.

Croß,  Fluß  71,  183,  235,  236,  275,
276,  741,  742,  359.

Däugolo,  Ort  186.

Debundja,  Ort  706.

Defsang-Tale,  Ort  235,  237,  276.

Dehane,  Ort  707.

Deido,  Ort  705.

Deidodorf,  Ort  705.

Dibamba,  Ort  705.

Dibombari,  Ort  237,  278,  705.

Dibombe,  Fluß  550.

Dibosute,  Fluß  5500.

Disum,  Dorf  551.

Djah,  Fluß  188,  184,  185,  186,  3001,
743,  744,  745,  746.

Djiembe,  Ort  359,  360.

Dhzjimbuly,  Ort  518.
        <pb n="31" />
        Doadorf  595.

Duala  (Kamerun),  Stadt  71,  183,
192,  235,  275,  278,  358,
394,  481,  548,  566,  601,  639,

191,

705,  744,  788,  817,  906.
Dualla,  Volk  78,  552,  553,  562.
Duluku,  Ort  519.

Sbea,  Ort  707.

Ebolova,  Ort  360,  708.

Ebunzje,  Ort  705.

Edea,  Station  71,  191,  192,  452,
706,  789.

Edie,  Ort  244.

Efolovo,  Ort  520,  521.

Ekang,  Fluß  742.

Ekoi,  Volksstamm  276.

Ekonaku,  Ort  707.

Ekonattu,  Dorf  275.

Ekonda-Kondu,  Ort  276.

Ekoroman,  Ort  707.

Ekovamau,  Dorf  276.

Ekundu-Kundu,  Ort  707.

Elefantensee  278.

Eliki,  Ort  278.

Eloby,  Ort  708.

Engelberg,  Missionsstation  788.

Epochäkrater  551,  552.

Ere,  Ort  235.

Esamesale,  Volksstamm  744,  745.

Esampfang,  Volksstamm  744.

Esangong,  Volkostamm  744.

Esanku,  Volksstamm  744.

Esokoi,  Landschaft  744.

Esutam,  Ort  707.

Etima,  Ort  707.

Evje,  Dorf  520.

Ewaya,  Bach  742.

Fangasse,  Ort  358.
Flußmisanga,  Volk  183,  184,  186.
Fongo,  Dorf  520.

Fungo,  Ort  707.

Gagauga,  Ort  186.
Gambette,  Ort  548.
Gillili,  Dorf  359.
Gramatscho,  Ort  548.

Haußa,  Volk  550,  859.
dewett,  Berg  276.
bickory,  Ort  705.

Aassa,  Ort  276,  707.
Fkiliwind  i,  Ort  278.
Illoani-Plantage  70  7.
Inokun,  Ort  707.
Innkön,  Ort  235,  276.
Isallala,  Dorf  520.
Jiongo,  Ort  706.

Oisoky,  Ort  707.

Jonga,  Fluß  551.

Limbe,  Fluß  275.

XXXI

Jabassi,  Ort  237,  278,  550,  705,  906.
Jabiang,  Ort  705.
Jebale,  Ort  705.
Jebari,  Ort  705.
Johann  Albrechtshöhe,  Station
235,  276,  278,  705.
Joko,  Station  595,  596,  631,  859,
906

—

—

—  —  —  ——  —

Joßdorf,  Ort  705.
Joßplatte  817.

Kadei,  Fluß  745.

Kadjifu,  Ort  236.

Kambo,  Dorf  519.

Kamerunfluß  244,  680,  860.

Kamerungebirge  278,  358,  366.

Kamerun,  Stadt,  siehe  Duala.

Kap  Nachtigal  860.

Keaka,  Volksstamm  276.

Keperre,  Volksstamm  596.

Kidde,  Fluß  551.

Kimbum,  Ort  707.

Kokoboma-Berg  278.

Kokoboma,  Dorf  278.

Komaka,  Ort  707.

Komba,  Ort  639.

Kotto,  Dorf  520.

Krater-Pflanzung  706.

Kribi,  Fluß  394.

Kribi,  Station  76,  185,  191,  192,
278,  358,  394,  601,  602,  603,
631,  707,  708,  788,  789,  860.

Kriegsschiffhafen,  Ort  und  Pflanzung
  707,  785.

Kuddu,  Fluß  185.

Kuke,  Ort  520.

Kukuma,  Volk  358.

Kule,  Ort  548.

Kumba,  Ort  278.

Kumba-Kumba,  Volksstamm  519.

Kunabembe,  Landschaft  519,  743,
745.

Kunabembe,  Volk  186,  519,  520,
745.

Kunde,  Dorf  520.

Kupeé,  Berg  551,  552.

Libe,  Fluß  745.
Lienni,  Ort  707.
Likingi,  Dorf  520.  1

.

Limbe,  Ort  706.

Limbom,  Volksstamm  519.

Limvome,  Volksstamm  745.

Lisoka,  Ort  278,  706.  "

Lobe,  Ort  707.  .

Lobethal,  Missionsstation  244,  601,
680.

Lobo,  Fluß  744,  745.

Lokomo,  Fluß  519.

Lokondje,  Fluß  602.

Lokundje,  Ort  708.

Lolodorf,  Station  185,  186,  358,
602,  707,  744,  745.

Lom,  Ort  551,  553.

Lomme,  Dorf  520,  906.

Longji,  Ort  707,  708.

Loolotunga,  Ort  708.

Lova  la  vinge,  Dorf  520.

Mabea,  Volk  601,  680.
Mafaka,  Ort  707.
Maja,  Ort  596.
Majuko,  Ort  278.
Maka,  Ort  743.

Maka  (Makie),  Volk  186,  519.
Mako,  Ort  184.

Makoko,  Ort  184.
Makombi,  Ort  707.

Malende,  Ort  707.

Malimba,  Ort  600,  705,  706.

Malimbajeru,  Ort  706.

Mambanda,  Missionsfiliale  639.

Manenguba=  Berge  278,  550,  551
552,  553.

Mangamba,  Ort  78,  244,  550,  552,
639.

Mangemen,  Ort  278.

«  Mangu,  Fluß  235,  236.

Manjeme,  Ort  235,  705.

Mapanya,  Missionsstation  789.

Marienberg,  Missionsstation  191,
452.  488,  600,  789.

Ma-Tinge,  Bach  553.

Matuttu-Dep,  Ort  707.

Mbabong,  Ort  276.

Mbakem,  Dorf  235.

Mbam,  Fluß  548,  549,  550,  859.

Mbanja,  Ort  553.

Mbehnjang,  Ort  276.

Mboboe,  Groß-,  Ort  276.

Mbobounu,  Ort  276.

Mbodamin,  Ort  552.

Mbodamuin,  Ort  551.
Mbome,  Fluß  550.

Mbunyo,  Ort  705.

Meang  (Abo),  Ort  705.
Meme,  Ort  707.
Mfakwe,  Ort  236.
Mfolje,  Hügel  603.

NM  r'un,  Ort  551,  553.

Miang,  Ort  705.

Mittel-Pflanzung  706.

Moassi,  Ort  184.

Mokbe,  Ort  743.

Moko,  Ort  707.

Mokundange,  Ort  706.

Moliwe-Pflanzung  674,  706,  746,
785,  860.
        <pb n="32" />
        Molundu,  Ort  183,  184,  185,  518.

Molyko,  Ort  (Pflanzung)  360,  446,
860.

Mombong,  Ort  551,  552.

Mondimdim,  Fluß  519.

Nongo,  Fluß  639.

Mongomanjon,  Ort  766.

Mongonge,  Ort  520.

Monoka,  Dorf  551.

Morgen-Fälle  548.

Mossun-Gussili,  Dorf  275.

Mosungu-Seli,  Ort  707.

Mpfong,  Volksstamm  744.

Mpobo,  Dorf  550.

Mpolongue,  Ort  708.

Mtane,  Fluß  278.

Muêa,  Ort  706.

Muele,  Ort  520.

Mukonje,  Missionsfiliale  639.

Mundame,  Ort  235,  237,  278,  639,
705,  706,  817.

Mundaré,  Dorf  549.

Mungo,  Fluß  235,  278,  817,  906.

Mungo,  Ort  705.

Munjange,  Ort  520.

Mutimbetembe,  Dorf  550.

Mvam,  Ort  708.

Nadia,  Ort  518.

Nanga,  Volksstamm  597.
Nangaland  597.
Nbamba,  Ort  707.

Nda  ali,  Ort  276.

Ndab,  Ort  184.

Ndagga,  Dorf  359.
Ndekwa,  Ort  236.
NRdian,  Ort  707.
Ndiang,  Fluß  276.
Ndobe,  Ort  707.
Ndobekake,  Ort  705.
Ndogobenan,  Ort  706.
Ndogombuang,  Ort  706.
Ndogotunda,  Ort  600,  601,  706.
Ndoko,  Ort  705.

Ndoko  Bakeng,  Ort  705.
Ndokobekan,  Ort  705.
Ndokoiponda,  Ort  552.
Ndokoko,  Ort  705.
Ndokopang,  Ort  705.
Ndom,  Ort  553.

Ndong,  Volkostamm  744.
Ndonga,  Ort  705.
Rdsim-Babung,  Ort  184.
RNdsimu-Landschaft  358,  359,  360.
Ndsimu,  Ort  359,  300.
NRdsimu,  Volk  358,  359,  518.
Ngala,  Dorf  551.

Ngale,  Ort  359.
Ngalibidi,  Ort  518.
Ngambe,  Ort  550.

 

XXNII  —

.

NRgambo,  Pflanzung  703.
Ngane,  Dorf  549.

Ngegge,  Ort  184.

«  Ngeme,  Ort  und  Pflanzung  706.

Ngila,  Stadt  548,  549.
Ngoila,  Ort  183,  184,  185.
Ngoko,  Fluß.  183,  185,  518,  742,  860,
907.  "
Ngoko,  Station  183,  184,  518,  520,
743,  744,  817,  907.

Ngol,  Dorf  553.

Ngolo,  Volk  276,  278.

Ngombo,  Ort  551,  552.

Ngombobeng,  Ort  551,  552.

Ngulemakong,  Ort  743,  744,  746.

Ngumba,  Landschaft  186.

Ngumba,  Ort  602,  745.

Ngumba,  Volksstamm  186,  519,  602.

Ngutte  I,  Ort  549.

Ngutte  II,  Ort  549,  550,  859.

Ngutu,  Ort  518.

Ninong,  Ort  551,  552,  553.

Njanga,  Ort  550,  553.

Njanjedorf  706.

Njassosso-Bach  551.

Njassosso,  Ort  und  Missionsstation
551,  552,  553.

Niem  (Njima),  Volk  186,  743.  755.

Njima  siehe  Njem.

Njombe,  Ort  551.

Njong,  Fluß  358,  597,  602.

Nkogo,  Ort  235,  276.

Nkome,  Ort  705.

Nkum,  Ort  235.

Nkurru,  Dorf  276.

Nkwat,  Dorf  553.

Nlonakoberge  552.

Noessu,  Dorf  549.

Nonge  Maliba,  Ort  707.

Rssakpe,  Faktorei  235.

RNssakpe,  Ort  235,  275,  276,  278,
741,  742,  865.

NRssakpe,  Neu-,  Ort  235.

RNssanakang  (ARssangandep),  Ort  235,
276,  741.

Nti,  Ort  548.

Nyanga,  Ort  705.

Nyong,  Fluß  745.

Obong,  Ort  707.
Ododop,  Volkostamm  275,  276.
Oechelhausen,  Pflanzung  706.

DOso,  Fluß  276.

Okwambe,  Landschaft  236.
Oone-melunne,  Ort  744.
Oseraya,  Landschaft  742.
Ossidinge,  Ort  742.
Ossidjinge,  Ort  235,  236.
Ossing,  Ort  276.

Osso,  Ort  236.

Sanga,  Fluß  183,  359,  360,

Pado,  Ort  743.

Pangwe,  Volksstamm  186.
Penda,  Ort  705.
Plantation,  Ort  707,  708S.
Ponge,  Ort  359.
Pungosungo,  Ort  706.

Richard-See  278.

Rio  del  Rey,  Station
276,  707.

Rumpi-Berge  552.

Sabbade,  Ort  744.

Sabe,  Ort  237.

Sakebaijema,  Ort  706.

Sanaga,  Fluß  358,  452,  548,
596,  601,  745,  860.

235,  2

50.

51-742,
  745,  817,  860.
Sanje,  Ort  706,  707.
Sekang,  Ort  235,  278.
Sekebum,  Volksstamm  596.
Semikore,  Ort  358,  446.
Senge,  Dorf  549.
Soppo,  Ort  und  Pflanzung,
707,  785.

410

Stso,  Volksstamm  519.

Su,  Fluß  185.
Sundun,  Ort  551.

Tabene,  Ort  358,  444.

Tarangi,  Dorf  278.

Tawo,  Ort  235.

Tecko  (Ngeka),  Ort  706.

Ticko,  Ort  706.

Tinto,  Station  238,  276,  487,  521.
906.

Togobinam,  Dorf  452.

Tungele,  Ort  548.

lUgenye,  Ort  707.

Victoria,  Ort  275,  276,  278,  304.
481,  520,  566,  674,  704,  70,
785,  833,  860,  865,  908.

Vogendange,  Volksstamm  519.

Vukaduma,  Ort  860.

Wasserfall,  Ort  707.
Wataréberg  548.

Wataré,  Ort  548.
Weyjambasse,  Volksstamm  358.
Wuri,  Fluß  78,  550.

Wuri,  Ort  705.

Wute,  Volk  358,  548,  596.

Yaunde,  Station  149,  185,  197.
278,  358,  364,  444,  445,  487,
548,  601,  744,  788.

Yekomba,  Volksstamm
744.

Yemesoe,  Volksstamm  744.

186,  517.5
        <pb n="33" />
        Yengone,  Volksstamm  186,  519,  745.
Yesaman,  Volksstamm  744.
MYetsang,  Volksstamm  744,  746.
Yoko  siehe  Joko.  6
Yukuduma,  Ort  742,  743.
Yulamankab,  Ort  743.

Togo.

Abaiin,  Ort  238.

Aballa,  Ort  238.

Abanakwe,  Ort  240.

Abesia,  Ort  315.

Adaklu,  Berg  77.

Adame,  Ort  238,  281.

Adijave,  Ort  281.

Agbonohué,  Ort  238.

Agöme-Dongbe,  Ort  746.

Agöôöme-Gebirge  77.

Agôme-Glossu,  Ort  240.

Agôme,  Landschaft  238,  239,  316.

Agöôme  Palime,  Ort  238,  240.

Agotime,  Landschaft  239,  281.

Agotime,  Ort  315,  316.

Agu,  Berg  72,  77,  149,  244,  279.

Agu,  Distrikt  239.

Agu,  Ort  und  Missionsstation  76,  77,
241,  394.

Agu-Pflanzung  287.

Agudewe,  Ort  280.

Agudyi,  Ort  238.

Aguega,  Ort  240.

Agulu,  Ort  708.

Agu  Tafie,  Ort  238,  210.

Ahä-Bach  279.

Ahamansu,  Ort  239,  316.

Aka,  Ort  239,  241.

Aklaku,  Ort  240.

Akoda,  Ort  713.

Akpaso,  Ort  120,  238,  239,  281.

Akposso,  Landschaft  676.

Akposso,  Volksstamm  676.

Akroso,  Ort  239.

Aledjo,  Ort  708.

Aloi,  Ort  315.

Amedshovhe,  Ort  und  Missions-=station
  71,  76,  77,  238,  239,  278,
280,  281,  394.

Anago,  Volksstamm  110,  111,

Angrokophe,  Ort  240.

Anyanya,  Landschaft  676.

Apoti,  Ort  238.

Alante,  Volksstamm  72,  108.

Assahun,  Ort  282.

Tssaun,  Ort  239.

Assawiè,  Ort  238.

TAtakvame,  Stadt  und  Missionsstaton
  79,  111,  240,  281,  314,
315,  316,  522,  676,  708,  709,  717,
828,  877.

—  AXXXIII

Atakpame,  Landschaft  676.
Atigba,  Ort  239.

Atikweta,  Ort  315.

Atonko,  Ort  239.

Attila,  Landschaft  112.
Avatime-Gebirge  77.
Avatime,  Landschaft  239,  315.
Aveve,  Ort  240.

Azame,  Ort  238.

Badubua,  Ort  240.

Bafilo,  Ort  708,  709.

Bagida,  Ort  240,  674,  676.

Bagu,  Ort  709.

Bame,  Ort  238.

Bankou,  Ort  113.

Banya,  Landschaft  112.

Bapurre,  Ort  113,  709.

Barba,  Landschaft  109.

Barba,  Volksstamm  108.

Basa,  Ort  708.

Basari,  Ort  109,  113,  241,  708,
709,  717,  876,  877.

Batome,  Ort  282,  316.

Batonu,  Ort  240.

Befi,  Ort  282.

Behanu,  Berg  112.

Bethel,  Ort  789.

Biakpa,  Ort  239.

Biöku,  Ort  315.

Bismarcksburg,  Station  120,  717.

Blitta,  Ort  709.

Bobm,  Landschaft  120,  239,  281,  679.

Boeta,  Landschaft  238.

Boeta,  Ort  238.

Bogu,  Stadt  111.

Bologu,  Stadt  111,  112.

Borada,  Ort  120,  239,  315.

Botoku,  Ort  72,  239.  280,  281,  282.

Bowiri,  Ort  239,  241.

Buem,  Landschaft  239,  241,  279,

281,  316.
Buem,  Ort  239,  280.
Bunyori,  Stadt  112.
Bupaliwe,  Volksstamm  111,  113.
Chakossi,
112.

Volksstamm  108,  109,

Dafo,  Ort  238.
Dagomba,  Landschaft  112.
Dagomba,  Volksstamm  108,  111.
Daka,  Fluß  865.

Dayi,  Fluß  281,  282.
Dayi,  Landschaft  239,  279.
Dayi,  Ort  72,  280.
Degbo,  Ort  240.

Difale,  Ort  709.
Djapurre,  Stadt  111.
Djibe,  Ort  238.

Djokpe,  Ort  239.

Douglas,  Plantage  72.

Eohe,  Volk  192,  238,  676,  749,  914.
Euoli,  Ort  280.

Fanyankobo,  Ort  281.

#  Fessi,  Ort  238.

Fodomme,  Ort  281.
Franciospaß  279.

Fullani,  Volksstamm  108,  109,  708.
Fume,  Ort  239.

Gadya,  Ort  238,  241.
Gambaga,  Ort  113.

Gaphe,  Ort  241.

Gbatseme,  Ort  239.
Gbedschigbe,  Ort  281.
Gbele,  Ort  72.

Gbin,  Fluß  281.

Gbin,  Ort  239,  241,  281.
Gerinkuka,  Ort  111,  112.
Govilvhe,  Landschaft  71,  279.

Guamang,  Ort  239.

Gurma,  Volksstamm  108.
Gyasekang,  Ort  280.
Gyasekang-akura,  Ort  239.
Gyasekang-kese,  Ort  239.

Haingba,  Landschaft  238.

Haingba,  Ort  238.

Haingbattoji,  Ort  238.

Haussa,  Volk  108,  110,  238,  315,
316.

Ho,  Missionsstation  72,  76,  77,  238,
239,  244,  280,  281,  314,  315,
394,  453,  749,  789,  914.

Hoch-Kebu,  Ort  77.

Ibabo,  Ort  709.
Jawu,  Ort  238.
Jo,  Fluß  279.
Jo,  Ort  238.

Kabo,  Ort  111,  112.

Kabure,  Landschaft  709.

Kadyal,  Landschaft  112.

Kadyal,  Volksstamm  112.

Kagyabi,  Ort  239.

Kame-Schlucht  281.

Kara,  Fluß  112,  113,  709.

Keta,  Ort  192,  241.

Kete-Kratschi,  Station  110,  239,
210,  281,  314,  315,  316,  361,
679,  717,  786,  805,  876,  877.

Ketschenke,  Ort  120.

Kewe,  Ort  281.

Kirikiri,  Ort  111,  708.

Klein-Popo,  Ort  150,  210,  316,
522,  566,  674,  675,  713,  859,
873,  877.

Kollem,  Ort  239,  282.
        <pb n="34" />
        Komongu,  Ort  109,  113.
Komba,  Volksstamm  111,  113.
Kondo,  Ort  238.

Konkomba,  Landschaft  111,  112,  709..

Konkomba,  Volksstamm  108,  111,
112.

Konsu,  Fluß  282.

Kotokoli,  Fluß  110.

Kotokoli,  Volksstamm  315.

Kpandu,  Landschaft  238,  239.

Kpandu,  Station  72,  238,  239,  240,
241,  280,  281,  314,  315.

Kpelle,  Landschaft  239,  279.

Kpelle,  Ort  315.

Kpeme,  Ort  und  Pflanzung  240,
360,  674,  675,  676.

Kpeve,  Ort  315.

Kudyora,  Ort  238,  282.

Kugye,  Ort  239.

Kuma,  Landschaft  238.

Kumonde,  Ort  708.

Kunau,  Ort  111.

Kunya,  Landschaft  239,  279.

Kunya,  Ort  315.

Kutya,  Ort  111,  113.

Kuxuntu,  Ort  238.

Kwamikrum,  Ort  71,  72,  239,  241,
280,  281,  282.

Lamo,  Stadt  111.

Lasa,  Ort  709.

Lapvanyo,  Ort  239,  241,  281.

Leglebi,  Ort  315.

Likp.e,  Ort  72,  239.

Liri,  Fluß  112.

Lome,  Ort  76,  110,  149,  150,  239,
240,  241,  243,  281,  282,  287,
315,  316,  394,  522,  566,  674,
675,  713,  717,  718,  827,  833,  859,
865,  873,  877,  915.

Losso,  Ort  709.

Mamprushi,  Volksstamm  108.

Misahöhe,  Station  71,  72,  77,  149,
238,  239,  241,  278,  279,  280,

281,  282,  287,  314,  315,  316,
718,  746,  833.
No,  Fluß  709.
Moba,  Landschaft  109,  111,  112.
Moba,  Volksstamm  108.
Moschi,  Volkostamm  108.
Motiva,  Volksstamm  111,  113.

Nabahu,  Stadt  112.

Nanumba,  Volksstamm  108.
Nanwou,  Fluß  112.

Nanwou,  Markt  112.  113.
Natyaba,  Landschaft  109,  111,  112.
Niambo,  Ort  240.

Nkonya,  Landschaft  679.

XXNIV  —

Noba,  Landschaft  109.
Notjintendi,  Stadt  112.
Notschä,  Ort  241.

Nsuta,  Ort  239.
Nishumuru,  Ort  315,  679.
Nyambo,  Ort  238,  279.
Nyogbo,  Ort  77.

Odomi,  Fluß  281.

Odomi,  Ort  281.

Oti,  Fluß  109,  111,  113.

Ovd,  Ort  279.

Owusuta,  Landschaft  71,  72,  279.

Palime,  Ort  238,  279,  281,  314,  315.
Pampanga,  Volksstamm  113.
Pana-Dörfer  112.
Pantindi,  Ort  112.
Paratau,  Ort  709.

Pasua,  Ort  708.

Peki,  Landschaft  244,  391.
Pessi,  Landschaft  676.

Pessi,.  Ort  709.

Podji,  Ort  238.
Porto-Seguro,  Ort  240,  713.

Sada,  Ort  709.

Sagada,  Landschaft  676.

Salaga,  Ort  110,  111.

Sansanne  Mangu,  Station  108,
109,  110,  111,  113,  521.

Sanyago  (Sanyai),  Ort  111.

Schihita,  Ort  709.

Sebbe,  Ort  und  Plantage  240,  674.

Shiafi,  Ort  281.

Sittika,  Ort  112.

Sobuesante,  Ort  238.

Sohola,  Ort  240.

Sokodé,  Station  109,  110,  111,  241,
708,  709,  717,  865.

Sovievhe,  Landschaft  238.

Sudu,  Ort  708.

Sugu,  Landschaft  314.

Tafie,  Ort  240,  279,  287.

Tappa,  Ort  241.

Tavie,  Missionsstation  394.

Tim,  Volk  108,  112.

Tiesside,  Stadt  112.

Togo,  Ort  567,  604.

Tome,  Ort  281.

Tongbe,  Ort  238.

Tongui,  Ort  239.

Topli,  Ort  238,  240.

Tove,  Ort  119,  239,  244,  281,  287,
398,  717,  718.

Tove-Abesia,  Ort  315.

Tribu,  Ort  241.

Tshamba,  Ort  111,  708.

Tshautsho,  Landschaft  111,  314,
708,  709.

Tshoboöwa,  Stadt  108,  111.
Tshore,  Landschaft  112,  709.
Tshore,  Volksstamm  112.
Tubani,  Ort  708.

Vhane,  Ort  239.
Vokutime,  Ort  240.
Volta,  Fluß  281,  314,  315,  865.

We  Deme,  Ort  239,  281,  315.

Woadse,  Ort  72,  239,  280,  231.
282,  315.

Worawora,  Ort  71,  112,  280.

Worawora,  Volksstamm  239.

Wuamme,  Ort  240.  746.
Wurupong,  Ort  239,  241.

Vendi,  Ort  110,  112,  391.

Südwestafrika.

Ababis,  Ort  557.
Abakubib,  Ort  558.
Abrams,  Farm  557.
Amhucb,  Ort  556.
Aminuis,  Ort  319,  556.
Anwap,  Ort  487.
Arahoab,  Ort  556.
Arirueis,  Ort  557.
Aris,  Ort  557.

Aub,  Ort  557.
Aukas,  Ort  558,  866.
Auris,  Berg  323.
Avis,  Ort  557,

Baackrivier,  Fluß  908.

 

Barmen,  Groß-,  Ort  319,  557.
Barmen,  Klein-,  Ort  320,  557.
Bastards,  Volk  78,  316.
Bellerode,  Ort  557.
Bergdamara,  Volk  78.
Bethanien,  Ort  316,  319,  555,  82.
Blakfontein,  Ort  868,  908.
Bleßkraus,  Ort  557.
Brackwater,  Ort  556,  869.
Büffel-Omuramba,  Fluß  866.

Canas,  Ort  558.

Damaraland  187,446.  832,  867,  908.
Danisib  Gumtsas,  Niederung  866.
Davignab,  Ort  555.

Daweb,  Ort  556.

Dornfontein,  Ort  557.
Dorstrivier,  Ort  320,  558.

Epukiro,  Ort  556,  599.
Ericsons  Pütz  908.
Eros-Gebirge  323.
Etiro,  Ort  320,  558.

Jahlwater,  Ort  320,  391,  558.

Fontein-Omuramba,  Fluß  865,
        <pb n="35" />
        Fonteinje,  Ort  556.
Franzfontein,  Ort  558,  599.
Frauenstein,  Ort  319,  556.

Gaub,  Ort  558,  913.

Gauchob,  Niederung  866.

Gaudun,  Fluß  866.

Gaus,  Ort  556.

Gawadapis,  Ort  558.

Geinatseb,  Ort  558.

Gelwaternaus,  Ort  319,  556.

Gemsbocklagte,  Ort  558.

(ibeon,  Ort  285,  319,  554,
556,  559,  599,  860,  869.

(Hobabis,  Ort  319,  554,  555,
559,  599,  8609.

Gokhas,  Ort  550..

Gorup,  Ort  861.

Gozas,  Ort  866.

Gowarib-Schlucht  747.

Gras,  Ort  557.

(ZSrootfontein,  Ort  316,  319,  554,
555,  550,  558,  559,  597,  599,
866,  868,  869,  870,  908,  909.

Groot-Omuramba  908.

Gründorn,  Ort  556.

Guchab,  Ort  487.

Guiab,  Ort  558.

Guikus,  Ort  556.

Haris,  Ornt  557.

Harribes,  Ort  556.

Hatsamas,  Ort  319,  557.

Heigamkhab,  Ort  557.

Heiragabis,  Missionsstation  74.

Herero,  Volk  78,  395,  446,  749,
867,  874,  908,  912.

Hereroland  395,  489,  828,  860.

Heusis,  Ort  319,  558.

Hoakhanas,  Ort  557,  913.

Loanib,  Fluß  41.

Hoarusib,  Fluß  747,

Loffnung,  Ort  und  Farm  319,  557.

Lohewarte,  Ort  319,  557.

Hottentotten,  Volk  41,  747.

Husab,  Ort  557.

Hufuur,  Ort  555.

Isumeb.  Ort  487.
Jakalswater,  Ort  12,  320,  507,  868.

Kafuma,  Fluß  867,  868.

Katene,  Fluß  868.

Kalahari  908,  909.

Lambarare,  Ort  556.
Kameelhaar,  Ort  556.
Kamumbonde,  Bahnstation  391.
kaokofeld  747.

hooko,  Otavi,  Ort  41,  747.

#  Croß,  Ort  320,  557.
Kapenoussen,  Bahnstation  868.

—

XXXV

Karaam,  Ort  556.
Karakuwisa,  Ort  868,  908.  !
Karib,  Ort  556.
Raribib,  Ort  12,  13,  72,  78,  81,
320,  391,  558,  59/1),  749,  786,
861,  868,  869,  874.
Karoß,  Ort  747.  1
Karrichab,  Ort  556.
Karris,  Ort  319,  556.
Karuras,  Ort  866.
Kasupis,  Werft  747.
Katango,  Ort  867.  1
Kawares,  Ort  41.
Keetmanshoop,  Ort  285,  316,  319,
554,  555,  559,  597,  599,  860,
869.  870.
Keitzub,  Ort  556.
Khau,  Ort  557,  868.
Khusibberg,  Ort  558.

Kleinfontein,  Ort  556.

Koês,  Ort  555.

Kowares,  Wasserstelle  747.

Kromhoek,  Ort  557.

Kub,  Ort  557.

Kuis,  Ort  556.

Kuisib,  Fluß  861.

Kuito,  Fluß  900.

Kumib,  Fluß  41.

Kumibmund,  Ort  41,  860.

Kunene,  Fluß  74.

Kung-Buschmänner,
908.

Kweipüs,  Ort  558.

Lehmwater,  Ort  556.

Lidfontein,  Ort  556.

Lüderitzbucht,  Ort  9,  14,  316,  319,
555.

Makam,  Ort  556.

Maltahöhe,  Ort  556.

Marienthal,  Ort  319,  556.

Morgensonne,  Ort  558

Volksstamm

Naidaus,  Ort  558

Nama,  Volk  711,  749.

Namakunde,  Missionsstation  285,
874.—  .

Namakwaland(Nanmland)8,74,.
186,  489.

Namatanga,  Ort  558.

Namib-Wüste  72.

Namtsas,  Ort  557.

Naos,  Ort  557.

Nareis,  Ort  557.
Neudamm,  Ort  556.
Ngamisee  868,  908.
N’Heuras,  Ort  556.
Nomtsas,  Ort  556.
Nonidas,  Ort  320,  557.
Noronaub,  Ort  556.

Oas,  Ort  556.
Ohovanko,  Fluß  74.

Okahandya,  Ort  72,  190,  191,  319,

395,  557,  559,  828,  860,  869,  874.
Okahoa,  Ort  556.  9

Okakango,  Ort  557.
DOkakewa,  Ort  557.
Okakuejo,  Ort  558.

Okambambo,  Ort  866,  912.

Okamukoto,  Fluß  391.

Okanakasewa,  Ort  558.

Okarapuka,  Ort  558.

Okasise,  Ort  391,  861.

Okateweni,  Ort  558.

Okatjikatjiongo,  Ort  557.

Okavango,  Fluß  866,  867,  868,  9008.

Okazewa,  Ort  und  Missionsstation
556,  828.

Okapukua,  Ort  558.

Okawatjiwi,  Ort  557.

Okombahe,  Ort  78,  320,  391,  557,
913.

Olifantsfontein,  Ort  558.

Olukonda,  Ort  558.

Omarasa,  Ort  320.

Omaruru,  Ort  320,  554,  555,  557,
559,  599,  869.

Omarutu,  Ort  867.

Omatako,  Fluß  868,  908.

Omatakoberge  908.

Omatuka,  Ort  867.

Ombakaha,  Ort  558.

Ombombo,  Ort  41,  747.

Ombungu,  Fluß  866.

Ombungu,  Landschaft  866.

Omburo,  Ort  557.

Omitara,  Ort  556.

Omiwamba  909.

Ompepera,  Ort  747.

Omupanda,  Ort  286.

Omuramba,  Iluß  866,  868,  908.

Omuscheche,  Ort  867.

Omutati,  Ort  747.

Ondonga,  Ort  558.

Ongeama,  Ort  556.

Onjipa,  Ort  558.

Oranjefluß  74.

Orlogsplatz,  Ort  556.

Oruandje,  Ort  747.

Orupupa,  Ort  558.

Orutjiwa,  Ort  557.

Oschone  (Ossonel,  Ort  867,  868.

Osis,  Ort  556.

Ossia,  Ort  868.

Ossovue,  Ort  909.

Otavi,  Ort  41,  320,  487,  558,  860.

Otavi,  Little,  Ort  487.

Otaviberge  3941.

Otavifontein,  Ort  34“1.
        <pb n="36" />
        Otjenga,  Ort  558.
Otjimukoka,  Bahnstation  391.
Otju,  Ort  747.

Otvihaénena,  Missionsstation  828.

Otyihangue,  Ort  557.
Otyikango,  Ort  und
station  558,  828.
Otyikondo,  Ort  558.
Otyimbingwe,  Ort  78,
599,  749,  750,  860.
Otyimbosjo,  Ort  557.
Otyimboro,  Landschaft  866.
Otyituntua,  Wasserstelle  747.
Otyisazu,  Ort  557.
Otyiseva,  Ort  319,  116,  556.
Otyisoroe,  Ort  557.
Otyitjekwa,  Ort  41.
Otyituezu,  Ort  557.
Otyituntua,  Ort  41.
Otyituo,  Ort  558,  008,  909.
Otyosazu,  Missionostation  395.
Otyovaurua,  Ort  11.
Ouganga,  Ort  747.

Outjo,  Ort  287,  319,  320,  554,  555,
558,  559,  597,  599,  869,  870,  874.

Ovaherero,  Volkéstamm  41.
Ovakuansama,  Volksstamm  874.

Ovambo,  Loandschaft  78,  285,  489,

747.  828.
Ovambo,  Ort  866,  909.

Ovambo,  Volk  41,  78,  244,  866,

867,  868.
Ovatjimba,  Volksstamm  41,  747.
Owakwangari,  Volksstamm
9867,  868,  900.

Palasontein,  Ort  320,  558.
Pengango,  Ort  867.
Persip,  Ort  556.

Purrhos,  Ort  7477.

Rehoboth,  Ort  316,  319,  320,  557,

599.
Richthofen,  Ort  557.
Rielfontein,  Ort  558.
Rietkuil,  Ort  556
Rietmond,  Ort  556.
Nössing,  Ort  557.

Salem,  Ort  319,  558.
Sandhup,  Ort  558.
Sanitatas,  Ort  41,  777.
Santja,  Ort  868.
Sarusas,  Ort  41.
Schafrevier,  Ort  557.
Seeis,  Ort  557.
Seskameelbaum,  Ort  556.
Seßfontein,  Ort  41,  747.
Snyrevier,  Ort  558.
Spitzkoppje,  Ort  319,  557.

Missions-320,

  558,

866.

—  XXXVI  —

Slampried,  Ort  556.
Stopago,  Ort  867.
Streydfontein,  Ort  558.
Swakop,  Fluß  317,  318.

Swakopmund,  Ort  9,  11,  12,  13,
14,  72,  74,  78,  316,  317,  318.
319,  320,  391,  481,  554,  555,
557,  559,  562,  597,  598,  599,
786,  789,  859,  861,  862,  868,  869,

870,  874.
Swartmodder,  Ort  556.

Tinkas,  Ort  558.
Toulose,  Ort  556.
Tsaobis,  Ort  320,  558.
Tsauchab,  Ort  557.
Tschausib,  Niederung  866.
Tsebib,  Ort  866.
Tsintsabis,  Ort  806,  909.

Tsumeb,  Ort  319,  4897,  558.

Tutara,  Ort  558.

Ubib,  Ort  558.
Uitdraai,  Ort  320,  558.
Uitkomst,  Ort  558.
Ururas,  Ort  557.
Urusis,  Ort  556.

Vaalgras,  Ort  557.
Varkbosch,  Ort  557.
Voigtsland,  Ort  557,  861.

Warmbad,  Ort  78,  319,  395,  555,

599,  747.
Waterberg,  Ort  319,  558.
Wellwitsch,  Ort  557.

Windhoek,  Ort  72,  74,  78,  81,  319,
395,  446,  554,  556,  559,  562,
566,  597,  599,  887,  828,  832,
859,  861,  868,  869,  873,  874,  913.

Windhoek,  Groß-,  Ort  323.

Windhoek,  Klein-,  Ort  12,  2.5,

317,  319,  323,  557,  676.
Witfley,  Ort  556.

Zachas,  Groß-,  Ort  556.
Zub-Garrio,  Ort  556.

Zukunft,  Ort  und  Farm  319,  557.
Zwartmodder,  Ort,  siehe  Swartmodder.



Neu-Gninea.

Admiralitäts-Inseln  114,  862.
Adolfhafen  283.

Aggania,  Ort  150,  151.

Aguiguan,  Insel  154,  190.
Aigul,  Ort  448.

Airei,  Landschaft  und  Ort  448
Akani,  Insel  117.

Alamagan,  Insel  190.

Almaheira,  Insel  559.
Alu,  Insel  75.

Anson,  Insel  190.
Arigan,  Insel  190.
As-Songsong,  Insel  190.
Atavaluai,  Fluß  560.

Babeltaob,  Insel  448,  870.

Baining-Berge  44,  561,  5063.

Baining,  Landschaft  118.

Baininger,  Volk  118,  560,  561.

Balbi,  Berg  874.

Betatz,  Insel  116.

Bismarck-Archipel  73,  Sl,  277,
318,  681,  709,  863.

Blanche-Bai  118,  863.

Bogadjim,  Ort  631.

Bogia,  Plantage  712.

Bonga,  Ort  712.

Bongu,  Missionsstation  245,  523.

Bougainville,  Insel  75,  113,  106.
324,  451,  874.

Bua,  Insel  75.

Bubui,  Fluß  282,  632,  633.

Buka,  Insel  115,  116,  117.

Buka,  Volk  116,  117,  560.

Bumin,  Fluß  632.

Busim,  Fluß  712.

Chamorros-,  Volk  151,  190.
Charles  Hardy-Inseln  116.  117.
Choiseul,  Insel  114.

Colonia,  Ort  auf  Ponape)  73.

Daki,  Ort  712.
Dugar,  Ort  450.

Echiquier-Inseln  114.
Eitel-Friedrich-Hafen  712.
Cot,  Insel  321,  634.

Fais,  Insel  41.

Faisi,  Insel  113.

Falabequets-Inseln  631.

Fana,  Insel  634.

Fanabäges,  Insel  321.

Farallon  de  Medinilla,
190.

Farallon  de  Pajaros,  Insel  191.

Farallon  de  Torres,  Insel  190

Fauro,  Insel  113.

Fead-Inseln  114,  117.

Fefan,  Insel  321,  634.

JS.  E
1
All  ti

Finschhafen  282,  632,  633.
Florida,  Insel  114.
Friedrich

Wilhelmshafen  24.
243,  282,  482,  631,  633,  862.

Garapan,  Ort  151.

Gatschbar,  Dorf  41,  872.
Gavutu,  Insel  114,  631.
Gazelle-Halbinsel  44
Gilbert-Inseln  155.
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        Gorror,  Ort  560.
Greenwich-Inseln  242.
Guahan,  Insel  154.
Guam,  Insel  323,  490.
Guguan,  Insel  190.
Guovaiguim,  Berg  561.

Hanahan,  Landschaft  (Buka-Insel!
115.

Hansabucht  862.

Hansemann-Berg  631,  632.

Helen-Riff  545,  559,  560.

Herbertshöhe,  Ort  73,  115,
282,  283,  447,  150,  560,
631,  710,  863.

Herkulesbai  282,  283.

OHerkulesfluß  282,  283.

Howe-Inseln  114,  449.

Hru,  Berg  561.

Hüongolf  282,  283,  175,  478,
632,  863.

JIkore-Fluß  283.

Jras,  Ort  321.

Jsabel,  Insel  114.

Jabbim,  Volk  323,  633.

Jabob,  Insel  631.

Jomba,  Fluß  243.

Jomba,  Pflanzung  242,  243,  631.

323,

117,
561,

482,

Kaiser  Wilhrlmsland  118,
45,  478,  481,  523.

Kap  Arcona  282,  475.

Kap  Lamberts  710.

Kap  Livuan  681.

Karawat,  Fluß  561,  681.

Karolahaifen  116.

Karolinen-Inseln  41,  42,  73,  81,

Marianen-Inseln  73,

XXXVII

Lennewa,  Insel  114.
Liebliche  Inseln  283.
Lindsay,  Insel  190.
Long-Insel  282.

Losap,  Insel  362.

Los  Jardines,  Insel  190.
Lottin-Insel  282.
Luard-Inseln  282.
Lukunor,  Insel  242,  830.
Luleng,  Ort  712.

Mafanaha,  Insel  113.

Malagan,  Insel  448.

Malagén,  Insel  118.

Malagunan,  Missionostation  563.

Malakal,  Insel  870.

Mandres,  Bach  560.

Mandres,  Missionsstation  560,  681.

Map,  Insel  450.

Mape,  Fluß  712.

Mapia-Inseln  449.

150,  162,
189,  323,  401,  182.

Massava-Bucht  5060,  710.

Matches,  Insel  116.

Matelota  (Ngoliy),  Inselgruppe  42.

Matitu,  Handelsstation  321.

Matupi,  Insel  116,  863.

Meil,  Ort  634.

Merir,  Insel  439,  449,  559.

155,  162,  241,  242,  243,  318,

323,  361,  362,  391,  447,  449,
482,  400,  545,  559,  560,  634,
710,  829,  871.

Karra-Gebirge  118.

Karra,  Ort  118.

Kieta,  Missionsstation  452.

Kinigunan,  Ort  242.

Kiti,  Landschaft  318.

Kiuvan,  Insel  41,  42.

Kôönig  Albert-Straße  116.

Konigsinsel  115.

Korror,  Insel  448,  870.

Kovick,  Berg  561.

Kusaie,  Insel  242,  362.

Kutua,  Missionsstation  322,  634.

Kuwik,  Ort  560.

Kwate,  Ort  712.

Langer,  Insel  242,  321.
Lavelai,  Dorf  874.
Ledoto,  Ort  635.
Lemingküste  79.

Metalanim,  Landschaft  243.
Mogomog,  Insel  8214.
Molei,  Ort  321.
Monumbo,  Missionsstation,
Potsdamhafen.
Monumbo,  Volksstamm  118.
Mortlocks-Inseln  114,  115,  449,
100,  634,  829.
Mosengulu,  Quelle  632.
Motzungan,  Insel  116.

vergl.

Namounito-Inseln  151.
Nembang,  Berg  561.

Nembang,  Dorf  560.

Nenan,  Insel  871.
Neu-Mecklenburg  117,  710,  863.

Neu-Pommern  117,  242,  282,  283,

632,  681,  710.
New-Arewa,  Insel  114.
New-Florida,  Insel  114.
Ngasigalatu,  Ort  323.
Ngatik,  Insel  362.
Ngulu,  Atoll  560.
Nissan,  Insel  117.
Nugarea,  Insel  117.
Nukuman,  Insel  115.
Nusa,  Insel  114,  117,  447,  862.

DOa,  Ort  243.
Okan,  Ort  450.

Ole,  Ort  635.

Oneau,  Dorf  870.
Ouiop,  Insel  830.
Ouman,  Insel  634,  635.

Paechim,  Berg  561.

Pagan,  Insel  190.

Palau-Inseln  41,  12,  117,  162,
439.  447,  448,  419,  482,  870,  871.

Papua,  Aolk  282.

Param,  Insel  321,  634.

Parapag,  Insel  113.

Pata,  Insel  634.

Philippinen-Inseln  411,  42.

Polle,  Insel  634.

Ponapé,  Insel  73,  241,  242,  243,
218,  318,  321,  323,  361,  362,
447,  490,  494,  634,  830.

Poporag,  Insel  75,  451.

Potsdamhafen,  Missionsstation  118,
712,  713,  862.

Pul  (Pulo  Anai,  Insel  439,  149,
559.

Quaja,  Fluß  632.

Ralum,  Plantage  116.
Ramu,  Fluß  282.
Regina  Angelorum,
station  79.
Romalu,  Insel  634.
Ronkiti,  Ort  243,  318.
Rota,  Insel  190.
Ruk-Inseln  242,  318,  323,
447,  490,  634,  829,  830.
Rumong,  Insel  450.

Missions-362,



Saipan,  Insel  73,  150,  162,  189,
100,  401,  635,  363.

Sale,  Insel  116.

Salomons-Inseln  75,  113,  155,
324,  451,  874.

St.  Gabriel,  Missionsstation  79.

St.  Georgs-Kanal  113.

St.  Matthias=  Inseln  318,  150,

·  631,  862.
St.  Paul,  Missionsstation  44,  117,
118,  560.
Sariguan,  Insel  190.
Sattelberg,  Missionsstation  121,

282,  632,  633,  712.
Shortlands-Inseln  75,  113,  114.

Siar,  Insel  282,  631.
Siar,  Missionsstation  323.

Silili,  Ort  712.
Simbang,  Missionsstation  121,  282,
323,  521,  632,  633.

Siridrit,  Ort  560.
Songhalum  151.

Sonsorol,  Insel  439,  448,  449,  559.
Stephansort,  Ort  161,  194,  195,
631.
        <pb n="38" />
        Tabobb,  Insel  243.
Tami-Inseln  632.
Tanapag,  Insel  150.
Tareviring,  Fluß  561.
Tasman-Inseln  114,  115.
Tinian,  Insel  150,  190.
Tobi,  Insel  545,  559,  560.
Tol,  Insel  321,  322,  634,  635.
Toluas,  Insel  321,  322,  634.
Tombaul,  Volkostamm  561.
Torotzian,  Insel  116.
Tulagi,  Insel  114.

Udot,  Insel  321,  634.
Uela,  Insel  321,  634.
Ugoi,  Insel  41,  42
Ulul,  Insel  242.
Uluti,  Atoll  824,  825.
Urara,  Insel  560.
Urracas,  Insel  190.

Vella  la  Vella,  Insel  114.

Visaya,  Inselgruppe  41,  42.

Vlavolo,  Missionsstation  563,  681.

Aunapope,  Missionsstation  118,
562,  681.

Wasa,  Ort  712.

Watom,  Znsel  681,  710.
Weberhafen  560,  561,  681,  710.
Womero,  Ort  712.

Vap,  Insel  41,  42,  117,  242,  447,
545,  559,  560,  63.4,  710,  321,
825,  870,  871.

—  AXXVIII  —

Marshall-Inseln.

Ailinglablab,  Atoll  283.
Arno,  Atoll  283.

Ebon,  Atoll  283
Jaluit,  Atoll  283,  322.
Killi,  Pflanzung  283.

Likieb,  Atoll  284.

Majeru,  Handelsstation  283.
Maloelab,  Atoll  283.
Medjit,  Insel  283.

Mille,  Insel  283.
Namorik,  Inseln  233.
Naurn,  Insel  283.
Udjelang-Inseln  283.

Samoa.

Aana,  Distrikt  826.

Apia,  Ort  75,  76,  100,  324,  631,
677,  829.

Atua,  Distrikt  826.

Faasaleleaga,  Distrikt  677,  826.

Falealili,  Bezirk  678.

Falelima,  Ort  826.

Fuluason,  Fluß  678.

Leulumoega,  ÖOrt  76.

Manono,  Ort  76.

Manono  ma  Apolima,
826.

Matautu,  Ort  677.

Matu  ma  Saute,  Distrikt  826.

Distrikt

Moamoa,  Ort  75,  76,  829.
Muldvai,  Ort  599,  829.
Mulifanua,  Ort  76.
Mulinun,  Ort  76,  284,  362.

Neiafu,  Ort  826.
Palauli,  Distrikt  826.

Safotu,  Distrikt  826.
Saleaula,  Distrikt  820.
Satupaitea,  Distrikt  826.
Savaii,  Insel  284,  362,  677.
Savalalo,  Ort  599.

Tonga-Inseln  155,  392.
Tuamasaga,  Distrikt  826.
Tuanai-mato,  Ort  678.
Tufu,  Ort  826.

Upolu,  Insel  362.
Vaa-o-Fonoti,  Distrikt  826.
Vaea,  Ort  76,  829.
Vaisigago,  Distrikt  826.
Vavau-Inseln  392.

Kiautschon.
81,  426.
        <pb n="39" />
        A.
Abathul  448,  449.
Abdallah  Mohamed  106.
Abel  5,  107,  231,  386,  740.
Abend,  J.  707.
Abrenshan  705.
Adam  151.
Adebide  781.
Adjebe  551,  552.
Adler,  Max  722.
Adrian  915.
Adu  710.
Afit  710.
Aganefong  236.
Ahlbory,  Dr.  231.
Ahlers  635.
Ahrens  707.
Akkersdyk  703.
Albiez  856,  864.
Albinus  311.
Albrecht,  Bruder  213.
Albrecht.  Maschinist  6,  514.
Al'red,  Bruder  489.
Alfred,  Marie,  Schulbruder  75.
Ali  520.
d  Almeida,  Bern.  240.
d  Almeida,  Brothers  240.
Althans,  Staboarzt  901.
Althaus,  Missionar  322,  363,  679.
Altmann  231,  480.
Altmann,  Frau  115.
Altsmann,  Landgerichtsdirektor  440.
Ambronn,  Dr.  L.,  Prof.  326,  780.
Ambrosius,  P.  213.
Amende  387.
Andersen  635.
Andrae  707.
Andres  902.
Angissa  816.
Angu  236.
Anselm,  P.  243.
Antelmann,  Bruno  87,  242,  217,
326.  496.
Anton,  P.  747.
Appel  740.
Arikoko  448.
Arnhold  671.

Namen-Derzeichniß.

v.  Arnim,  Sirt  179,  547.
Arning,  Ir.  718.

Arnold  677.

Arp  514.
Arsenius,  P.  75.
Assa  236.
Astruc,  P.  10.
Atkinson  113.
Atyanta  108.
August  781.

v.  Averhoff  441.
Awere  679.

B.

Bach,  Sanitätsunteroffizier  864.

Bach,  Sergeant  387,  702.

v.  Bach,  Joh.  707.
Bachmann,  H  706
Bachmann,  Missionar  865.
Bähr,  Unteroffizier  817.
Bähr,  Zahlmeisteraspirant  311.
Baclz  84.

Balinga  520,  521.

Bamler  632,  633.

Banken  394.

Banse,  Oberingenieur  287,  718.
Bause,  Oberpostassistent  182,  782,  902.  #

Bantheim  705.
Barber  187,  188.
Barche  740.
Barich,  C.  877.
Barrc,  La  232.
Bartels  6,  149.
Bartling  825.
Bartscher  630.
Baschow  551.
Baoner  6.
Bast  12.
Bastian  2.32.
Bathe  302.

Bauer,  Bezirksamtoassistent  312.

Bauer,  Bruder  789.

Bauer,  C.  706.

Bauer,  F.  707.

Bauer,  Inspektor  782,  902.
Bauer,  Unterosfsizier  273,  631.
Bauer,  Zahlmeister  354,  901.

Baum  398.

Baumann,  Dr.  73.

Baumann,  Missionar  78.

Baumann  I.,  Missionar  913.
Baumann,  Sanitätssergeant  6,  354.
Baumgart,  C.  706.

Baumgarth,  JZollpraktikant  273.

Becher  480,  864.  «
Beck,  Kapitän  702,  740.
Becker,  A.  707.

Becker,  Dreher  312.

Becker,  Gefreiter  782.
Beckker,  Reiter  817.
v.  Beesten  430,  781.

Behr  149.

Bells,  Manga  873.

Bengston,  Leinrich  705.

Benkewitz  440.

Benndorf  631.

v.  Bennigsen,  Gouverneur  113,  282,
318,  139,  440,  447,  450,  547,  560,
631,  709,  855.

Bent  182.
Berg,  Bezirksamtmann  273,  631,  317.

Bergemann,  Maurer  354.
Berger,  Kapitänleutnant  197.
Bergmann,  Missionar  282,  631.
v.  Veringe  148,  231,  480.
Berké  816.

v.  Berneck,  Müller  479.
Bernegau  784,  919.
Beschir,  Muhamed  160.
Beseler  327.

v.  Besser  2175,  276.

Bethe  273.

Beyer,  Dr.,  prakt.  Arzt  6.
Beyer,  P.  787.
Biallowons  69.

Bickel  311.

Bidjum  713.

Biederstedt  547.

Biegner,  P.  74.

Biernatzki  275,  278,  906.
Binder,  Fräulein  244.
Binge  39.

Bischoff  6,  231,  479.
Bismarck  von  Manga  Bell  235
        <pb n="40" />
        Bivar  &amp;amp;  Lomelio  831.

Biker,  Joaquim  Pedro,  Gouverneur

630.
Bizer  488,  639.
Blank  6.
Bleicken  10,  873.
Blessing  782.
Bley,  P.  563.
Block,  782.
Blom  492,  757.
Blomeyer  47.
Bludau  816.
Bluemchen  5,  273,  317.
Bluhm,  E.  705.
Blume,  Zahlmeisteraspirant  671.
Bobaloa  680.
Boche  79.
Boedecker  &amp;amp;  Moyer  240.
Boeder  781.
Bögershausen,  P.  681.
Böhme,  Büchsenmacher  273.
Boöhme,  O.  707.
Boether  632,  713.
Bohatta  270.
Bohr  387.
v.  Boltenstern  702.
Bongard,  Bureauassistent  547.
Bongard,  Polizeikommissar  273.
Booth,  W.  706.
Bopana  Vater)  75.
Bopana  (Sohn  75.
Borbe  514.
Borgfeldt  514.
Borkenhagen  311,  547.
Borm  817.
v.  Bornhaupt  677.
Bornschein  782.
Bothe  609.
Bouchor,  N.  W.  707.
Boyer,  P.  748,  787.
Boyle  561.
Bradshaw,  H.  706.
Brakemeier  515.
Brand,  Zahlmeisteraspirant  149.

Brandeio,  Landeöhauptmann  856.

Brandes,  Maschinist  514.

v.  Brandt,  M.  126,  487,  526.

v.  Brauchitsch  6,  71.

Brauer,  B.  708.

Brauer,  Mar  79,  787.
Braukmann  817.

Braumuller  106,  629,  816,  906.
Braun,  Arbeiter  902.

Braun,  Oberleutnant  702.
Brayley  705.
Breckwodt,  O.
Breil  6,  676.
Breitag  387,  702.
Brendel  702.

707.

XI-Brenner,

  C.  706.

Beretsch  182.

Briesemeister  278,  864.
Bringcker,  H..  83.

Bringmann  902.

Brockhaus  400,  455.
Bros,  Huston  &amp;amp;  Co.  716.
Broschell  480.

Brose  162.

Brown,  C.  C.  717.

Broyer  75,  324,  451.

Bruce  106.

Brückner,  Oberarzt.  Dr.  231,  311.

Brückner,  Polizeimeister  275,  278.

Brückner,  Schmied  40,  354.

Brünger  &amp;amp;  Co.  240.
de  Brun,  J.  284.
Brunke  515,  864.
Brunner  107.
Brunnlehner  311.
Brunow  864.
Bubale  39|4.
Buboltz  817.
Buchner  671.
Budde  276.
Buddeberg  6.
Bücking,  P.  79,  80.

v.  Bülow,  Oberleutnant  6,  272,  360,

671.

de  Castro  Ferreira  161.

Cawston,  George  487.
Chamberlain  640,  713.
Charisius  182,  902.
Chilian  243.

Christaller  562.

Claase  902.

Claus  630.

v.  Clavé  354.
Codrington  71.

Cohn  707

Cole,  Maria  E.  716.
Colemann,  W.  D.  80.
Conde  de  Villa  Verde  831.
Conrad  705.

Conrau  314.

Cooper  &amp;amp;  Son  716.
Corröa  &amp;amp;  Carvalho  831.
Couppé  118,  560.

Cox,  W.  Gibbons  917,  918.
Craemer,  Curt  196.
Cramer,  Oberleutnant  864.
Creuziger,  R.  706.
Cromer,  Lord  525.
Crother  705.

Crough  705.
Croussos,  P.  517.

v.  Bülow,  Graf,  Reichskanzler  4,  5.

65,  66,  196,  218,  229,  354,  425,
773,

426,  428,  475,  478,  526,
813,  854,  900.

Bünger  740.

Bürger  386,  630,  781.

Bürgi  77.

Buerkel  273.

Bunk  120,  188.
Bunnemann  197.

v.  Bunsen  386.

Burck  193.

v.  Burgodorff,  Albert  444.
van  der  Burgt,  P.  10,  324.
Burke  149,  398.

Aurkhardt  106.

Burno  &amp;amp;  Philip  75.
Burton,  W.  A.  708.

Busa,  Gerba  816.

Auschan  d515,  864.
Buschmann  707.

Busse,  Dr.  149,  398,  718,  833.
Buthut  68,  107,  906.

C.

Calloway,  James  149,  287,  398,

717,  832.
Camues  705.

Capelle,  A.  281.

Caro  318,  450.

Czodrowski  902.

D.
Dacquc,  A.  707.
Dahl  10.
Dahlenburg  00)2.
Dähnel,  D.  705.
v.  Danckelman,  Frhr.  479.
Dangpet  56060,  561.
Danielsen,  E.  706.
Dankert  671.
Dannenberg,  H.  N.  746,  747.
v.  Dannenberg  148,  272.
Dannert  232.
Däuble  453.
Daull,  P.  76,  748,  787.
David  Joneco  &amp;amp;  Co.  550.
Davis,  Edmund  487.
Degner  514.

Deibol,  Frau  873.

Deininger  148,  480.
Deistel  6.

Demmel  864.
Demmler  479,  630.

Dempwolff  546.

Dennhardt  273.
Dennio,  Brothers  716.
Deppe,  Adolf  722.
Detering  913.
Dettmann  710,  902.
Deuß  &amp;amp;  Teireira  831.

Deutsch  182,  232,  547.
        <pb n="41" />
        Dewald  864.
Dewor  273,  631.
Dicks,  F.  563.
Didaka  522.
Diehl,  A.  441.
Diehl,  Bruder  77,  394.
Diehl,  Richter  550.
Diehl  III.  873,  913.
Diemer  902.
v.  Diepenbroick-Grüter  493.
Diepolder  440,  702.
Dierer  440,  702.
Diesing  231.
Dietel  196.
Dietze  670,  671.
Dilthey  444.
Dionys  75.
Ditz  232.
Dir  327.
Döhne,  J.  L.  33.
Döhne,  Missionar  83.
v.  Doering  6.
Dominik  327,  331,  440,  783,  815.
Dominika,  Schwester  522.
Donny  249.
Dorbris  732.
Dornecker  741,  742.
v.  Dossow  400.
Doster  631.
Douglas,  Sholto  211,  279,  361.
Dove  156,  568.
Drechsel,  H.  706.
Dreier  387.
Drescher  MI.
Drewes  311,  740.
Dsché  704.
v.  Dürkheim,  Graf  919.
Duvelöhaupt,  C.  707.
Duit  W.
Dumslaff  782.
Dunkhorst,  O.  707.
Domke  864.
E.
Edell,  Gustav,  &amp;amp;  Co.  125.
Eberhardt  5417,  364.
Eberlein,  P.  563.
Ebernickel  630.
Ebert,  Zimmermann  740.
Ebert,  Zollbeamter  231,  40.
Ec  276,  707.
Eckard,  Dr.,  Justizrath  361.
ccert,  J.  706.
Codelbüuttel,  F.  L.  746,  747.
Eger  817.
Cagel,  Stabsarzt  Dr.  386,  702,  782.
Cagers  311,  354,  629.
Ehlert  740.
Edne,  Lehrer  514.
Ehni,  Lehrer  671.

XII

Ehring  817.

Eichelberger,  O.  708.
Eichelmann  387,  702.
Eichfeld  864.

Eichholz  704.

Eick  232.

Eigen,  Karl  706,  746.
Einfeld  311.

Eisenhauer,  H.  705.

Eitner  47.

Ekosse  520.

Elder,  Dempster  &amp;amp;  Co.  564,  645.
Emrich  480.  740.

Engeland  68.

Engelhardt,  Gefreiter  817.
Engelhardt,  Hauptmann  817.
Engelhardt,  Polizeimeister  387.
Engelmann  441.

Engler,  A.  161,  792.
Englert,  P.  451,  452.

Erbe,  Aktuar  441.

Erbe,  Negierungsarzt  273.

Erdweg,  P.  79.
Erhardt  ösl4.
Ericson,  Arel  8066,  908.

Esch  366,  551,  552,  553.

Eschenburg  677.

Esser  706.

Estienne,  P.  75.

v.  Estorff,  Leutnant  782.

v.  Estorff,  Major  83,  115,  181,  1382,
229.

Euän,  Avo  276.

Eunicke  514.

Evans,  William  A.  E.  7005.

Ewerbeck  740,  901.
Exner  516.
Eysell  366.

F.
Faasch,  Aug.  707.
Failantufi  284.
Faipule  284.
Farineau  232.

Fataffe  791.
Feddern  69.

 

Fehse.  C.  706.
Feierlein  148.
Feldmann,  Feldwebel  480.

Fické  864.

Fickel,  Sekretär  782.

Fickert  787,  914.

v.  Fiedler,  Hauptmann  68.

v.  Fiedler,  Oberleutnant  386,  440,
54.

Fies  77.

Figir  710.

Filliung,  P.  74,  244,  245.

„  Finke  149.

Fischer,  Bautechniker  816.
Fischer,  Dr.  B.  366.
Fischer,  Hauptmann  231,  547.

Fischer,  Rud.  707.

Feldmann,  Oberarzt  Dr.  231,  480,

629,  740.
Feldmann,  Unteroffizier  515.
Felicio  da  Souza  106.
Felsing,  O.  878.
Fenchel  285.
Ferreira,  Carlos  708.
Feuchtmüller  312,  514.
Feyerabend  630.

Feicke,  Sergeant  702.

Fischer,  Sanitätsunteroffizier  441.

Fischer,  Sergeant  864.

Fischer,  Christian,  Unteroffizier  232.

Fitting  182.

Fittke  902.

Fitzner,  Dr.  Rud.  127,  195,  717,  834.

Flaus  75.

Flehnig  902.

Fleischer  107.

Fleischmann  39.

Flierl  121,  282,  632,  6-333,  712.

Flügelchen  681.

v.  Flügge,  Henning  670,  671.

Foerster  702.

Follebu  324.

Fonck,  August,  Oberleutnant  386,  410,
782.

Fonck  II.,  Leutnant  232.

Fongang  521.

Fonté  237.

Fontem  314.

Fonyong  704.

Forestier,  P.  75,
875.

Formann,  A.  707.

Forsayth  114,  115,  116,  117.

Foß  920.

Fourneau  359.

Fox  71,  918.

Frach  273,  514.

Frame,  J.  H.  705.

v.  Frangçois,  C.  84.

Frank,  Leutnant  311,  386.

Franke,  G.  705.

Franke,  Gefreiter  817.

Franke,  Lazarethgehülfe  149,  354.

Franke,  Oberleutnant  40,  747.

Franz  861.

Franzki  311,  5417.

Frazier  &amp;amp;  Co.  717.

Freichel,  L.  706.

Freisler  480.

Freitag  630.

Freyburger  77,  91.

Fricke  817.

113,  451,  §71,
        <pb n="42" />
        Friederici,  E.  707.
Friedrich,  Agent  519.
Friedrich,  Arbeiter  9802-.
Fritz,  Bezirksamtmann  150,  189.
Fritz,  Gefängnißwärter  816.
Fritz,  Ingenieur  39.

Fromm,  Hauptmann  231,  781.
Fromm,  Oberleutnant  148,  311.
Fromm,  P.  563.

Frosch,  Prof.  Dr.  161.

Fuchs,  Assistenzarzt  Dr.  440.
Fuchs,  Missionar  10,  73,  74.
Fuchs,  Unteroffizier  273,  631.
Fülleborn  107,  327,  856.
Fugger,  Graf,  Oberleutnant  10.
Fume,  Arnold  713.

Futterer  84.

G.
Gadski  386.
Gärtner,  Finanzassistent  816.
Gaertner,  Oberstabsarzt  148.
Gätjens,  A.  707.
v.  Gagern,  Frhr.  906.
Gaiser,  G.  L.  708.
Gamper  354.
Gansser  78,  155,  231.
Garbut  705.
Gardiner,  L.  705.

Garega  237,  278,  521,  704,  860.

Garnier,  P.  75.
Gatelet  142.
(JSathmann  6909.
Gavet,  P.  75.

Gebel  577.
Gebhardt  235,  705.
v.  Gellhorn  68,  107,  906.
Gensichen  786,  826.
Gerboin  10,  155,  364.
Gerchske  76.
Gerding  231.
Gereon  11.

v.  Gerneth,  Ritter  83.
Gerschat  480.
Gertse,  Franz  874.
Gestrich  39,  311.
(GGewalt  901.
Gibbons  448.
Gibson,  G.  W.  8.0.
Gierow,  C.  634,  635.
VMiese  546.
Gildemeister  85.
Gilligan  705.
Ginsbach,  P.  75.
Giron,  Karl  321.
Girschner  73,  447.
Glahn  354.

Glaser  188.

Glauel  864.

XLII

Glauning  231,  275,  278,  741,  865.

Gleim  272,  876.

 

 

Grün,  P.  76,  155.

Godtknecht  514,  740.

Goedelt,  C.  240.

Göhring,  Bureauassistent  69,  547,
630.

Göhring,  Missionar  827.

Görgens  6,  387,  864.

Goering,  Ministerresident  Dr.  677.

Goertz  &amp;amp;  Co.  287,  718.

Götze,  Botaniker  108.

v.  Goetzen,  Graf  182,  230,  231,  311,
49,.  482,  515,  670,  701,  739,  814,
900.

Gohde  441,  702.

Goldmann  127.

Golinelli,  Dr.  354,  440.

v.  der  Goltz,  Freiherr  877.

Gorai  113.

v.  Gordon,  A.  517.  1D

v.  Gordon,  F.  517.

Gosseau,  P.  10,  364.

Gottschalk  337.

Grabowsky,  F.  249.

Gräf,  Dr.  740.

Granicky  354.

Grante,  Fred,  King  &amp;amp;  Brother
716.

Grapow  318,  321,  322,  631.

Graß  357,  817.

Grau  107.

v.  Grawert  629.

Gray,  Leia  Danley  243.

Gray,  Thomas,  Missionar  243.

Gregor  394.

Greiff,  W.  708.

Greiner  312.

Grimm,  K.  707.

Gripp  8641.

Gröning  273,  4#0.

Gröschel  .

Großberger  705.

Grothusen,  Dr.  01.

Grüneberg  515
Gruner,  Dr.  71,  287,  354,  833.
Gruschka  387.

Gusnin  920.

Güßfeldt  160,  566.
Guilleaume,  Arnold  704.
Gunz,  E.  708.

(Gurrut  440.

(Gurlitt  68,  781.

Guse  276,  278,  5717.
Gutekunst  562.
Gutheil,  J.  R.  16,  327.
Gutmann  273.
Gutsche  002.
(Gutschow,  A.  708.

[Hartmann,

Gutzeit  132.
Gwaselekela  191.

H.
Haack,  Kupferschmied  39.
Haack,  Schmied  902.
Haas,  Th.  705.
Haase,  Sanitätsunteroffizier  441.
Habenicht,  H.  877.
Haber  440,  671.
Haberland  817.
Habisch,  P.  706.
Hähne  902.
Hänsgen  69.
Häring  681.

Hafner  452,  685.

Hagen,  Schlosser  782.
v.  Hagen,  Gouv.-Sekretär  68.

Hagenauer  547.

Hahl  66,  67,  241,  243,  309,  318,
447,  482,  547,  631,  776,  817.

Hahn,  Eisenbahnexpeditor  782.

Hahn,  Pflanzer  707.

Hahndorf  354.

Hall  817.

Hamer  6,  312.

Hammermeister  68,  514,  782.
Handfest  39.

Hanisch  107.

Hanke  244,  523.

Hansel  902.

v.  Hansemann  854,  358.
Hansing  &amp;amp;  Co.  274,  355,  483.
Hanusch  312.

v.  Hardenberg,  Graf  161.
Harmon,  S.  G.  717.

Harnoß  42.

Harries,  149,  398.
Harrison,  R.  705.
Hartig  902.
Hartmann,
Hartmann,

Expeditionsassistent  001.
Heizer  782.

Landmesser  354,  702.
Hartmann,  M  84.

Hartmann,  Pater  451,  748.
Hartmann,  Milhelm  634.

Hartwig,  F.  706.

Hascher  864.
Haseloff  107.
Hasenkamp,  H.  708.
Hassel  387,  864.
Hassert  127.

Haussiku  867,  868.

Oavanga  41.
Havenith  244.

Heberling,  L.  706.

Hecklinger  639.
Heddebrügge,  F.  705.
Hegner  78.
        <pb n="43" />
        Hebde  782.

Deilig  817.

Heimke  671.

beindl  782.

Heinich,  Reiter  441.

Heinrich,  Unteroffizier  273,  702.

OHeinroth  450.

Heintl  705

Lelbig  6.  312.

Leld,  Missionar  521,  633.

Heldt,  Arbeiter  902.

Helfferich  161,  566.

Heller  630

Helmdach  514.  740.

Helmich  282.

ODOemmerle  107.

Henkel  514.

HOenkelmann  232.

DHenneberg,  R.  500.

Oennequin  247.

Henniger  702.

dennings  514,  740.

Lensel,  Feldwebel  278,  781.

Oensel,  Goup.-Sekretär  273,  740.

Henwardt,  H.  705.

Henze  39.

Hering  197,  401.

Hermann,  Bernhard,  P.  74.

dermann,  Ernst  46.

f.  Herman,  Frhr.  386,  718,  833,  919.

HDermes  161.

Hernsheim,  Direktor  854.

Oernsheim  4&amp;amp;  Co.  113,  114.

Lerr  85,  197.

Verrmann,  Hauptmann  a.  D.  410,
183,  232,  862.

Herrmann,  Pater  394.

derrmann,  Sanitätssergeant  386,671.

Herschell  &amp;amp;  Co.,  Adolf  704.

Herzog  481,  854,  857,  858.

vdespers  480,  854,  857.

dehß  530.

besseling  732.

Hettler  526.

von  der  Heydt  854,  857.  858.

Diel  &amp;amp;  Moore  716.

vies,  W.  705.

diggins,  Charles  706.

Hilcker  706.

Hildebrandt  107,  479.

Oill  705.

bilfert,  O.  706,

Liller  232.

Hilsch  872.

Dimarua  8366,  867.

Hindorf  481,  854.

bipp  816.

v.  Hirschberg,  Freiherr  781,  782.

bitth  680.

 

XIIII

Hisgen,  P.  563.
Hißlinger  480.
Hitschfield  447,  635.
Höche  864.

Hoegen,  P.  364,  788.
Hoegor,  P.  192.
Hölldobler  480.
Hölzel  630.
Hönemann  547.

Hoenicke  740.

Hoöofl  6.
Hoerauf  861.
Hoerder  3541

Hörner  782.

·

"  Hösemann  278,  550,  781.
Hövener  872.
Hoffmann,  G.  705.

—–-)—  2fV

—  —  —  —

 

Hoffmann,  Anton,  Maler  878.

Hoffmann,  Maschinenschlosser  149,
387.

Hoffmann,  Missionar  631.

Hoffmann,  Wegebauer  107.

v.  Hofmann,  Staatsminister  677,
854,  857,  858.

Hohl,  Ingenieur  514,  702,  740

Hohl,  Zollamtsassistent  231,  480.

Holder,  F.  705.

Holderer,  Dr.  34.

Hollburg  782.

Holst,  Bohrmeister  832.

Holst,  Missionar  363,  827.

Holt  &amp;amp;  Cie.,  John  705,  706,  708.

Holtz  781.

Holzmann  &amp;amp;  Co.  677,  860.

Hook,  F.  J.  716.

Hope,  JI.  717.

v.  Hopffgarten  10.

Hopkins,  Sir  288.

Hoppe,  O.  706.

Horn,  Richter  287,  514,  902.

Horn,  Waldemar  816.

Horväth,  G.  289.

Houston  Brother  &amp;amp;  Co.  716.

Hübner  191.

Hülsmann  7282.

Hümann  902.

Hüner  492.

Hünninger,  Joh.  Franz  444.

Hünninger,  Paul  444.

Hüttig  514,  816.

Hummel,  Stabsarzt  Dr.  630.

Hummel,  Zollbeamter  184,  630.

Hupfeld  316,  361.

v.  Hutten-Czapski,  Graf  354.

Hyde  323,  490.

J  ().
Ickler  285.
Ihlenfeld  149.

 

Innes,  Rose  188.
Innocenz,  P.  243.
Ipscher  311.
Irons  635.
Isakaka  827.
Isigkeit  182.
Issel,  E.  706.

J  0).
Jackson,  Brüder  188.
Jackson,  July  188,  189.
Jacobi,  Bernhard  444.
v.  Jacobi,  Staatssekretär  a.  D.  480,
181,  854,  857.
Jäger,  Johann,  Bruder  76,  364.

Jaäger,  Pater  241.

 

 

Jägerfeld  740.

Jaenicke  232.

Jahn,  Fr.  127.

Jahn,  Feldwebel  311,  630.

Jahn,  Leuchtthurmwächter  702.

Jahns,  Zahlmeisteraspirant  782.

Jakobus  79,  80.

Jansen,  H.  706.

Janssen,  Chr.  706.

Janz  182.

Jasper  740.

Jehle  311.

Jeske  386,  671.

Jessen  679,  787.

Jobst  740,  782.

Joest  704.

Johann,  Bruder  680.

Johannes,  Hauptmann  9,  231,  311,
363,  679,  856,  862.

Johaussen,  Missionar  154.

Johansson,  N.  707.
John  321.

Johns,  J.  J.  W.  717.
Johnston  151,  286.
Johnstone,  J.  E.  717.
Joles  &amp;amp;  Co.  716.

Jonas  547.

Jonczyk  278.

Jones  &amp;amp;  Co.,  David  705.
Josa,  Ida  Cressy  243.
Josef,  Diener  520.

de  Jouffroy  d'Abbans  194.
Judt  913.

Jürs  v705.

Junga  515,  364.
Jungmayr  311.

v.  Juraschek  757.
Jurisch,  Th.  7606.
Justus,  Bruder  452.

K.
Källner  191.
Kaerger  249.

Kaesewurm  515,  901.
        <pb n="44" />
        v.  Kageneck,  Graf  68,  6-31)

Kaiser  632.

Kalb  5,  107,  231.

Kaltenbach  521.

Kampe  817.

v.  Kamptz  39,  311,  327.

Kapinter  514.

Kapongo  867.

Karl,  Bruder  7418.

Karnatz  149,  358,  816.

Karupu  867.

Kaschke,  Dr.  278,  441,  740.

Kaspar  631.

Kaswika,  König  78,  79.

Katz,  Casimir  444.

Kaudt  155.

Kaul,  Theodor  864.

Kayser  231,  480.

Kelbling  629.

Kell  12.

Keutzler,  E.  240.

Kerksieck  68.

Kerschbaumer  5267.

Kersting  287,  708

Kestermann  515,  864.

Keyßer  121,  712.

Kidamanssa  905.

Kieger,  P.  74.

Kiepert  902,  919.

Kiesewetter  707,  817.

Kießler,  A.  706.

King,  R.  &amp;amp;  W.  705,  706,  7.M#.

Kionka,  C.  706.

Kirchhoff  69.

Klambeck,  N.  706.

Klamroth  191,  636.

Klapproth  441.

Klein  702.

Kleindienst  312.

Kleine  386.

Kleinschmidt  702.

Kleintitschen,  P.  A.  542.

Klenze  182,  480.

Klett  707.

Klinghardt  670,  702.

v.  Klinkowström  358,  906.

Kloetzer,  Joh.  444.

Knabe  354.

Knaust  410,  702.

Knieschke  6.

Knight  635.

Knispel  311.

Knochenhauer  22,  327.

Knoke  386.

Koch,  Prof.  Dr.  R.,  Geheimrath  73,
84,  161,  194,  316,  317,  325,  860,
861,  Beil.  zu  Nr.  24.

Koch,  K.  706.

Koch,  Unteroffizier  547.

XLIV

Koczy  182.
Köbner  13,  566,  793.

Köhler,  Gouverneur  68,  69,  270,

816,  902.
König,  Pater  789.
König,  Unteroffizier  273.
v.  König,  Geh.  Legationsrath  106.

Königsdorf  630.
v.  Koenigsmarck,  Graf  Hans  161.

Köppen  902.
Körner  386,  901.
Koert  901.
Kößling  547.

Hoöthe,  E.  766.
Köthe,  O.  766.

Koether,  H.  L.  H.  485.
Kohlbrügge  366.
Kohlepp  39.
Kohlschütter  183.

Kohlstock,  Justizrath  325.

Kohlstock,  Prof.  Dr.  160,  325,  480.

Kohnen  182,  440,  702.
Kolbe,  Frau  115,  116,  117.

Kolbe,  O.  440.
Kolberg  514,.  740.
Kolle  525.
Kollmann  83.
Kolo  550.
Konstantin  364.
Kopf  789.

v.  Koppelow  47,  9006.
Kopper  182.
Kost,  P.  522,  827,  873.

v.  Kotze  71.
Kraetke  481,  851
Kräutle  354.
Krag  35t4,  386.

Krake  354,  702,  864.
Kramer  311.

Kramsta  6,  278.
Krause,  Felix  708.
Krause,  Missionar  679.
Krause,  Sanitätosergeant  107.
Krause,  Zollbeamter  547.
Krautwurst  69,  901.
Krawietz  68.

Krebs  450

Kremzow  817.

Kreplin  630.

Krieger,  A.  705.

Kroenlein,  J.  G.  83.

Kropf,  D.  9,  83.

v.  Krosigk  740.

Krücke  901.

Krüger,  Geh.  Hofrath  68,  856.
Krüger,  Lehrer  864.

Krüger,  Maschinist  273,  480.

Krueger,  Reg.  Rath  Dr.  671.
Krulle  248.

Krut  84.

Kubary,  J.  S.  248,  631.
Kubbutat  630.
Küderling,  Alfr.  708.
Kühn,  Unteroffizier  630.
Kühne,  E.  705.
Kühnel  182.

Künster  904.

Küntgen  6,  671.
Küster,  Dr.  354,  547,  856.
Küster,  Ingenieur  740.

Küster,  Oberleutnant  311,  480.  629.

740.
Küster,  Sanitätsunteroffizier  671.
Küster,  Schlosser  782.
Kuhn,  Alex.,  Ingenieur  677.
Kuhn,  Oberleutnant  311,  630.
Kuhn,  Stabsarzt  Dr.  195,  311,  :#7.
781.

RKummer,  Dr.  906.
Kummerow  817.

Kummetz  273,  864.
Kuntzen  287.
Kupko  514.
Kurtzahn  232,  441.
Kutisch  707.
Kutschera,  M.  126.
Kutz  901.
Kwabilinika  191.
Kwasnik  817.

L.
Laasch  440.
Laborde,  Jean  831.

cLachenmair  273.

Lademann  670,  702.
Ladewig  361.

Lädi  635.
Lambrecht  901.

Lammert  326.
Lamp  71,  183,  232,  546,  862.

–

Landsberg  685.

Lang,  Missionar  395.

Lange,  Arbeiter  902.

Lange,  Feldwebel  441.

Lange,  R.  7606.

Langen,  Kapt.  920.

Langenkemper  69.

Langerbeck  864.

Langhans,  Paul  84,  878

Langheld,  Direktor  183,  184,  3557.
907.

Langheld,  Hauptmann  68.  107,  44
546,  547,  629.  740.

Langheld,  Oberleutnant  782.

Langkraer  273,  514.

Lankmeyer  78.

Las  440.

Lascelles,  Sir  Frank  Cavendh
219,  221.
        <pb n="45" />
        Laßmann  107.

Laubschat  740.

Lauer,  P.  713.

Laurenz  243.

Lausen,  H.  707.
Lauterbach  441.
Lauterburg,  M.  84.
Lawoe,  Adolf  749,  914.
Layriz  685.

Tébandum  186,  519.
Lebeau,  P.  74.
Ledeboer,  P.  H.  194.

v.  Ledebur,  Frhr.  272,  311.
Ledermann  514,  740.
Lehmann,  Dr.  C.  84,  440.
Lehmann-Felskowski,  G.  84.
Lehmig,  B.  707.
Lehrmann  817.
Leimenstoll,  J.  705.
Lembcke,  Feldwebel  702.
Lemke,  Sanitätsunteroffizier  6.
Lenz,  H.  705.

Leo  492,  568.

Leonarda,  Schwester  561.
Leonhard,  Dr.  118.
Lequis  149,  278.

Lergen  480,  740.

Leßner  231,  278.

Leue,  A.  920.

Leuper  244.

Leupold  546.

Leuschner,  Dr.  919.

Leuschner,  F.  W.,  Missionar  456.

Leuschner,  Stationsleiter  6.
Leutwein  68,  230,  395,  479.
Leyfer,  Herm.  127.

Li  Ah  Hing  321,  322.
Lichtenberg  547.

Liebau,  Bruder  827.
Liebau  &amp;amp;  Witt  240.

Liebert,  Feldwebel  354,  440,  816.

Liebert,  Zahlmeisteraspirant  816.
v.  Liebert  68,  182.
Liebold  514.

Liedtke  517.

Limbrock  523.
Lindenberg,  Paul  127,  920.
v.  Lindequist  186,  287,  718.
Lindner  196.

Linell,  G.  706.

Linell  &amp;amp;  Co.  706.

Lintes,  Jan  316.

v.  der  Lippe,  A.  162.
Lippert  160,  161,  565,  566.
Litherland,  Herbert  705.

v.  Livonius  325.

Loag  631.

Löschke  864.

Loevenich  6.

–—  ——  —  ——- 



XLV

Löwenstein-Wertheim-Freudenberg,
  Alfred  Prinz  854.

Loff  514,  740.

Lohmann  182,  354.

Lohmeyer,  H.  707.

Lohmeyer,  Jul.  920.

Loisabuba  485.

van  de  Loo,  W.  706.

Loos  107,  547.

Loosmann  702.

Lorentzen  230.

Losse  73,  191.

Lott  155,  311,  386,  629,  864.

v.  Lottner  6,  479.

Lowitsch  107.

Lucas,  Kommerzienrath  480,  704,

854,  857.

Lucas,  Bademeister  864.

Ludszuweit  440.
Ludwig  677,  817.
Lübbert  68.

Lübcke,  A.  &amp;amp;  L.  704.

Lüdecke  816.
v.  Lüdinghausen  359.

Lüdtke  547,  816.

Lupembe  (Vater)  42,  488.
Lupembe  (Sohn)  42.

v.  Luschan  399.

Lustig  68,  630.
Lwowski  782.

M.

Maaß  4  Co.,  Karl  707.

Macdonald  113.

de  Macedo,  Dr.  643.

Machura  817.

v.  Madai  6,  311,  514,  629,  906.
Mager,  P.  708.

Mahnkopf,  F.  706.

–—  —

Mai  679.

Maier,  Häuptling  440.

Maier,  Sergeant  782.

Malibale  191.

Malinowski,  P.  74.

Mallet  749,  914.

v.  Maltzan,  Graf  A.  704.
Margaretha,  Schwester  243.
Marianno  da  Nazareth  831.
Marquardsen  90  1.

Marquetz  706.

Martens,  Hafenmeister  318,  321,634.
Martensen,  C.  707.

Martin  120,  121,  440.

v.  der  Marwitz  120,  231,  357,  479.
Maß  393.

Mataafa  76,  284,  678,  829,  863.
Mateo  671.

Mathes,  Notariatskandidat  816.
Mathis,  Zollbeamter  547.

Matrab,  O.  700.

Matthias  827.

Matthiolius  127.

v.  Matuschka,  Graf  Manfred  704.
Matzen,  A.  707.

Maurer  567.

Mauve,  Hauptmann  101.
Mauwe,  Landmesser  6.

May,  Sekretär  272.

Mayer,  Ambrosius  P.  119.

Mayerhofer  817.

—  —  "  4  —  —  .

Mayr,  Bureauassistent  901.

Mazarin  274.

Mbararia  363.

Mbo  237,  521.

Mbuna  43.

v.  Mecklenburg-Schwerin,  Herzog
Johann  Albrecht  480,  854,  857,
858,  859.

Medina,  bP.  153.

Mehlbaum  514,  740.

Meier,  Missionar  (Urambo)  10.

Meier,  P.  (Auna  Pope)  563.

Meinecke  83,  196.

Meinhardt,  F.  707.

Meinrad  74,  748.

Meir,  Sergeant  440.

Meisake  354.

Meisner,  A.  706.

NMeißel  450.

Meixner  386.
Melander,  J.  V.  240.

Melemel  321,  634.
Mellin  106,  387,  002.

Melrose,  W.  707.

Mencke  282,  318,  450,  551.
Menzel,  F.  707,  817.

Mercier  232.

Merensky,  D.  A.  83,  488,  547,  828.
Merensky,  Kammergerichts-Referendar

  a.  D.  864.
Merensky,  Leutnant  276,  441,  901.
Merker  311.
Mertens,  P.  80.

Merz  740.

Metzel  351.
Meyer,  Dr.,  275,  520,  860.
Meyer,  P.  76,  451,  829.

Meyer,  Prof  Dr.  Hans  85t4,  858.

Meyer,  Schiffszimmermann  630,  801.
Meyer  (Papenburg)]  860.
Meyer-Delius,  Direktor  854.
Michael,  Bruder  119,  243.

Michaelis,  Pastor  154.

Michels  85t.

Miescher  34.
Mießner  547.
Militsch  704.
Millack  6.
        <pb n="46" />
        Mirandoli,  Cav.  Pietro  685
Mischlich  361,  736,  865.
Missip  13,  562.  «
Mittelbacher  610.
Mittebachort,  J.  705.
Mijosi,  Gabriel  485.
Modi,  Jakob  873.

v.  Möllendorff  5.,6.
Möller  78,  305.
Möllmann  677.
Mörstadt  278.
Molteno,  Gebrüder  188.
Moltke,  Graf  Otto  493.
Momo  520,  521.
Moreau,  I.  79.
Morgen  327.

Morin,  JI.  707.
Morreis,  A.  706.

v.  Mosch  493.

Moses,  Häuptling  440.
Moses,  Missionsgehülfe  830.
Mouton  &amp;amp;  Co.  242.
Msawila  787.
Msukwile  636.
Mtakaiko  005.

Mtesa  286.

Mtoro  bin  Mwenyi  Bakari  1060,

565.
Much  515,  864.
Mucke  273,  902.

Müggenburg  gen.  Großmann  273.

Mühlhäuser  69.
Muanga  286.
Müller,  Arbeiter  002.
Müller,  Franz  705.
Müller,  Gefreiter  817.

v.  Münchhausen,  Frhr.  Leutnant

–  —  —

XLVI

v.  Münchhausen,  Frhr.  Hauptmann

272.

231,  546.
Münter  387.
Münzberg  273.  631.
Münzner  901.
Mugonelulusoli  43.
Muhammed  Beschir  566.
Muna  873.
Mussa  550.
Mwabulesi  191.
Mwanga  485.

N.
Na  520.
Nabert,  H.  327.

Nachtwey  11,  74,  244,  394,  739.

Na  Dinati  358.
Nagel  273,  514.
Naglo,  Fr.  705.
Nambaze  8627.
Naß  630.
Nauhaus  827.

Naupei,  Henry  243,  318,  321.

 

Navarra,  B.  126,  835.
Ndega  364.

Ndemasi  679.
Ndesami  363.

Ndi  746.

Ndoile  74.

Nehlsen  39.

Neill  45.

Neinke  441.

Müller,  N.,  Gouvernementssekretär

781.

Müller,  R.,  stellvertretender  Gouverneur

  147.

Müller,  M.,  Intendanturrath  706,

781,  816.
Müller,  Lehrer  231,  480.

Müller,  Missionar  (Atakpame)  79,  80.
Müller,  Missionar  (Madschame)  363,

394,  873.

Müller,  Missionar  (Ndala)  285,  364.

Müller,  P.  G.  719.

Müller,  Sanitätsunteroffizier  671.
Müller,  Schwester  440,  671.
Müller,  Sergeant  547.

Müller,  Wilh.  705.

v.  Müller,  A.  Oberleutnant  46,  126,

162,  288,  316,  366,  568,  630.
v.  Müller,  Oberst  a.  D.  127.

Müller  v.  Berneck,  Leutnant  547.

Müller  &amp;amp;  Devers  483.
Münch,  Pater  789.
Munch,  Sergeant  386,  671.

——  —

Neldner,  C.  705.
Nenimun  321.

v.  Nestle  284.
Neubauer,  Dr.  P.  685.
Neuberg  393,  452.
Neubert  902.

Neumann,  Ph.  708.
Newell,  Samuel  749,  914.
Ngilla  548,  859.
Ngutte  549,  550,  553,  859.
Niehe  395.

Nielsen  817.

Nierling  182,  387.

v.  Niewitecki  182.
Nikolaus  680.

Nissen  514.

Nitschke  182,  480.

Noack  232.

Nob  39.

Nölting  90.2.

Nolte  326,  514,  856,  906.
Nombo  236.

Nopp  69.

Norberg  781.
Norbertus,  Br.  80.

 

Norris,  W.  707.
Northcrott  159.
Nritchard,  V.  705.
Nsajigwa  452.
Nübel  902.
Nürnberger  337.

O.
v.  Oberndorff,  Graf  Max  620.
Obiri  276.
Oblinski  577.
Obogo  323.
Ockel,  M.  706.
Oechelhäuser  706,  854,  858.
Ohnesorg  386.
Ohrndorf  39.
O'Keese  449.
Olbinski  232.
Oldemeyer,  E.  A.  677.
Oldenburg  479.
Ollwig  311,  479.
Oloff  &amp;amp;  Co.,  F.  240.
Olpp  78,  749.
v.  Oppenheim,  Freiherr  704,  854.
Ortloff  317.
Oßwald,  Frau  Missionar  244.
Osten  514.
Ostwald  489.
Otto,  F.  706.
Otto,  Friedrich  Ernst  248.
Otto,  Unteroffizier  515,  864,  901.
Otu  276.
Ovir  10.
P.
Pahl  856.
Painczyk  387.
v.  Palzieux  854.
Palmer,  Anette  Augusta  243.
Panse  231.
Parduhn  6.
v.  Parish  546.
Parry,  W.  J.  707.
Parvus  84.
Paschen  515.
Patterson  &amp;amp;  Zochonis  716.
Patzer  747.
Patzer  &amp;amp;  Schuldt  240,  746,  747.
Paul,  C,  P.  196.
Paulsen  630.
Pavel  386,  441,  906.
Perels  718.
Perpegat  451.
Perrau  782.
Peschke  671.
Pesneau,  P.  75.
Peter,  Sergeant  520.
Peteri  827.
Peters,  Gerichtsaktuar  38.
Peters,  Sekretär  6.
        <pb n="47" />
        v.  Petersdorff-Campen  6.
Vetersen,  E.  706.
Petersen,  G.  707.
Petersson,  R.  706.—
Petro  679.
Petzel  47.
Peuckert  273,  514.
Vfalzer  323.
Pfau,  Fr.  Karl  568.
Pfeffermann  76.
Pfeifer,  Eugen  704.
v.  Pfeil,  Graf  920.
Pfendtner  182,  514.
U  flüger  920.
Philipps,  Stabsarzt  Dr.  231,  748.
Philipps,  W.  705.
Pieper,  W.  706.
Pierre,  Nedelic  635.
Pietsch  354.
Pilez,  Alfr.  707.
Pinto,  Maria  831.
v.  Pirch  781.
Pistor,  H.  551,  705.
Plaschke  273.
Plehn,  Dr.  R.,  Forstassessor  71,  77,
183,  184,  186,  519.
Plehn,  Dr.  A.,  Regierungsarzt  287,
366,  456,  901.
Plehn,  Prof.  Dr.  F.,  Regierungsarzt
z.  D.  148,  160,  194,  354,  489,  670.
Plehn,  Regierungsrath  107,  816.
Pölchen  816.
Poensgen  444,  855.
Polenz  782.
Pollert  902.
Pomeku  236.
Pommerskirchen  6.
Poppe  50.
Porsch  855,  858.

v.  Poser  und  Groß-Naedlitz  855.

Powell,  H.  C.  708.
Poznanski,  Ph.  283.
Prager,  Rud.  707.
Praß  515,  864.
Pratt,  J.  S.  717.
Preeg  39.
Preil  148,  326,  816.
Preißner  782.
Prettienen  287.
Pretzsch  901.
Preuß,  A.  240,  706.
Preuß,  Dr.  39,  288,  387,  399,  566,
674.
Preuß,  E.  706.
Price  829,  830.
Pridat  817.
Priebusch  42.
Prince  441.
Pritzel  231,  547,  856.

—  —  .  —

 

–0  —  —  ––□  —

XIVII

Prochnow  6,  312.

Proske  182.

Prout,  S.  J.  716.

v.  Pstrokonski  311.

Püstow  273,  547.

v.  Puttkamer  71,  106,  146,  183,
270,  275,  353,  487,  521,  815,  906.

R.
v.  Naben  272,  273.
Rachow  864.
Rackow,  Herm.  46.
Raddatz,  H.  196.
Rademacher  387,  702.
Radtke  68,  440,  816,  859,  901.
Radwan  v.  Babski  441.
Rähm  387.
Ragnitz  630.
Ramsay  149,  232,  276.
Randabel  748.
Randad  &amp;amp;  Stein  707.
Rapparlié  79,  787.
Rasch,  P.  707.
Rascher  44,  117,  560,  561,  563.
Rassau  547.
Raum  363,  914.
Rave  387,  740.
Reddersen  182.
Redecker  387.
Reer  273,  316.
Reeves,  A.  C.  717.
Refior,  H.  706.
Rehbaum  69,  386.
Rehbock  677,  861.
Rehmer  782.
Reiche,  Oberlt.  zur  See  720.
Reichel,  Arbeiterkommissar  864.
Reichel,  Landwirth  630.
v.  Reichenau  444.
Reimer  671.

Rein  817.

Reinecke  249.

 

Reinheimer  387.

Reinhardt  816.

Reiter  273.

v.  Reitzenstein,  Frhr.  231,  441.

Renno  782.

Reventlow,  Graf  zu  326,  455.

Revers  232.

Nibeiro  106,  740.

Richard,  Geschwister  636.

Richard,  Schwester  393.

Richards  708.

Richter,  Feldwebel  232.

Richter,  Hauptmann  231.

v.  Richthofen,  Freiherr  219,  221,
855.

Rider  Son  &amp;amp;  Andrew  550,  551,
705.

 

—  —  —  —  .  —  —

 

––  V  ;  ‚  □  T

 

i

Riebe  311,  514.

Riederer  583.

Rife  490.

Rigler  361.

Ring,  W.  A.  716.

Rinne  492.

Rische  182.

Risse  107.

v.  Rittberg,  Graf  354,  901.
Ritter,  Arbeiter  902.
Ritter,  Unteroffizier  6,  312.
Rober  182.

Robert,  König  von  Uschirombo  364.
Robert,  Staatsrath  Prof.  Dr.  920.
Robinson,  John  149,  398.
Robnitzki,  F.  706.
Röhricht,  J.  706.
Roeper,  Franz  672.
Rohmer  788.

Rosalia,  Schwester  522.
Rose  902.

Rosenhagen  72,  354,  707,  816.
Nosenthal  782.
Roßmann,  Fräulein  453.
Rothe  107.

Roussez  489.

Roynes,  S.  S.  717.
Rudat  816.

Rudatis  235,  238.
Rudolf,  Gefreiter  6.
Rudolph,  Bruder  76.
Rüegger  444.

Rütten  563.

Ruge  455.

Ruhnau  702.

Rulinski  107.

Ruppert  671.

Ruys  &amp;amp;  Co.  722.

Rybicki  441.

S.

Sachau  792.

Sachse  855,  858.

Sadalla  Mohamed  106.

Sadebeck  568,  642.

Saelz  718.

Sagner  273.

v.  St.  Paul-Illaire,  Bezirksamtmann
  a.  D.  5.

v.  St.  Paul-Illaire,  Walter  704

Sakamaganga  42,  43.

Saker,  Alfred  78.

Saker,  Emilie  78.

Salesius  74.

Sambambo  359.

Santjire  237.

Saraai  75.

Sarrazin  817.

v.  Saurma-Jeltsch,  Gr.  85,  197.
        <pb n="48" />
        Schaar  78.

Schäfer  630.

Schaller,  Georg  706.

Schanz  127,  834.

Scharff  129.

Scharffenberg,  Sergeant  231,  547.

Scharfenberger,  Sanitätssergeant
231.

Scharlach,  Dr.  481,  855,  857.

Scharsch  74.

Schaumburg  671.

Scheer  816.

Scheible,  A.  706.

Scheidemantel,  C.  361.

Schelle,  Dr.  479,  480.

Scheller,  Paul,  Konsul  361.

Schellmann  68,  629.

Schenck  zu  Schweinsberg,  Dr.
Freiherr  514,  702,  782.

Schenker,  Walford  &amp;amp;  Co.  722.

Schepler  149.

Scherer  148.

Schering  857.

Scherrer,  C.  877.

Schieritz  272,  311.

Schieß  107.

Schilitz  680.

Schilling  149,  354,  674,  717.

Schimbulu  364.

v.  Schimmelpfennig  149,  278,  358,
444,  487,  547,  548.

Schipmann  907.

Schläscke,  L.  706.

Schlapoczek  702.

—  —  —  —

——  XIVIII  —

Schmidt,  Oberlehrer  Dr.  685.

Schmidt,  Oberleutnant  6,  149,  278.

Schmidt,  W.,  Pater  79.

Schmidt,  V.,  Polizeimeister  702.

Schmidt,  Postbote  182,  480.

Schmidt,  Postpraktikant  547.

Schmidt,  E.,  Regierungs-Baumeister
740.

Schmidt,  Sanitätsunteroffizier  630.

Schmidt,  Thierarzt  671.

—  —  —  —  —

Schmidt,  Unteroffizier  182,  273,  547.

702.
Schmidt-Dargitz,  Geh.  Legationsrath
  68.

Schmitt,  R.,  Geometer  40.

Schmitt,  Polizeimeister  440.

Schnauder  1060,  248,  326,  366.

Schnee,  Arzt  Dr.  6.

Schnee,  Bezirksrichter  Dr.  310,  362,
547.

Schnee,  Pater  10.

Schneider,  Feldwebel  901.

Schneider,  R.,  Marinepfarrer  367.

Schneider,  Maurer  902.

Schneider,  Unteroffizier  182.
Schneider,  Wilh.  707.

Schnitger  816.

Schnitzler,  Dr.  Nichard  70t.
Schnitzler,  Sanitätsunteroffizier  547.
Schober  630.

Schoch  782.

Schlechter  22,  288,  316,  398,  399,

717,  832,  833,  863,  918.
Schleicher  817.
Schleiffer  149.
Schleinitz,  Pflanzungöassistent  361.
v.  Schleinitz,  Frhr.  182,  441.
Schlepps  231.
v.  Schlippenbach,  Graf  907.
Schlobach  326.
Schloen  547.
Schloifer  148,  816,  862.
Schlosser  278,  781.
Schluckebier  671.
Schlüter  817.
Schmeißer  855.
Schmelter  273,  631.
Schmelzkopf  325.
Schmidt,  A.  705.
Schmidt,  Arbeitler  902.
Schmidt,  C.  J.  B.  707.
Schmidt,  F.  H.  718.
Schmidt,  Geo  A.  676,  708.
Schmidt,  H.  678.
Schmidt,  N.,  Landmessergehülfe  515.
Schmidt,  P.,  Maurer  710.

–

 

Schoeller,  Dr.  855.

Schöller,  Dr.  Mar  704.

Schöller,  Michael,  P.  488,  789.

Schoeller,  Rudolf  444.

Schoene,  W.  706.

Schöneberger,  Karl  705.

Schönleben  902.

Schöpke  907.

Schöppner  278,  816.

Schoetz,  H.  196.

Schosser  77.

Schott  707.

Schrader  707.

Schrage  184,  358.

Schramke  6.

Schreiber,  A.  705.

Schreiber,  Exerzirmeister  671.

Schreiber,  Dr.,  Missioneinspektor
489,  719.  786.

Schreier  782.

Schroeder  (Ndogotunda)  706.
Schroeder,  Friedrich  210.
Schröder,  Stationoassistent  865.
Schröter,  Maurerpolier  69.
Schröter,  Dr.  Franz,  Missionsarzt  10.
Schubart,  Dr.  jur.  P.  84.
Schubert,  Oberfeuerwerker  547.

Schubert,  W.  706.

Schuchardt  782.

Schübel  740.

Schüler  191.

Schünhoff  &amp;amp;  Guttery  50.

Schüssel  817.

Schutz,  Negierungsbaumeister  671,

Schütze,  Reiter  387.

Schuldt  747.

v.  der  Schulenburg-Wolfsburg
Graf  855.

Schuler  78,  680.

Schulte,  Dr.  365.

Schulte,  W.  706.

Schultz,  Bezirksrichter  Dr.  817.

Schultze,  Büreaugehülfe  560.

Schultze,  Carl  716.

Schulee,  O.,  Missionar  685.

Schultze,  Oberleutnant  107,  311.
Schulz,  Büreauassistent  182,  480.
Schulz,  R.  707.

Schulz,  Steuermann  231,  547.
Schulz,  Unteroffizier  515,  816,  86  1.
Schulz,  Zimmermann  902.

Schulze,  Kupferschmied  107.

Schumacher  231.

Schumann,  K.  161.

Schumann,  Missionar  42,  43,  44.
Schur  494.

Schwab,  P.  76,  789.

Schwabe,  Konsul  677.

Schwald  387.  —
Schwardt  782.

Schwark,  Fr.  707.

Schwartz,  Leutnant  862.
Schwarz,  Eisendreher  182,  387.  514.

Schwarze,  Hauptzollamtsvorsteher

 

 

547.
Schwarzlose  182.
Schweigert,  G.  706.
Schweinfurth  855.
Schwermann  278.
Schynse  155.
v.  Seefried,  Frhr.  326,  702,  816.
Seeger,  E.  705.
Seeger,  Missionar  120,  719.
Scelig  817.
Sefu  285.
Segebrock  10.
Seidel,  A.  196,  249,  685,  919.
Seidel,  H.  492,  719.
Seiffert  740.
Semikore  358,  444,  859.
Senfft  106,  117,  448,  545,  553,
824,  870.
Severin  119.
Sewell,  R.  A.  705.
Seydel  312.
Siebert,  A.  707.
Siegel  231,  480.
        <pb n="49" />
        S:egert  782.

Siegfried  748.

Sierich  38,  84.

Sies  148.

Sievert,  G.  707.

Sile  155.

imon,  A.  706.

imon,  Förster  514.

imon,  Fr.  393.

imon,  Geh.  Reg.-Rath  677,  855,  858.

tsmon,  Johann  Maria  74.

Singewald,  Max  708.

Skrzypczykt  817.

Smith,  Sundius  4&amp;amp;  Co.  722.

Smoorj  636.

Snelling  321,  322,  634.

Sohn  816.

Solf  38,  39,  68,  149,  284,  392,  480,.
629,  677,  826.

Soli,  Fritz  712.

Soliman,  Chekh  Amer  bin  106.

Sontheim  782.

Sorang  710.

de  Sousa,  C.  P.  831.

Spalding,  Hauptmann  864.

o.  Spalding,  Regierungsassessor  547.

Spvemann,  A.  707.

Spenker  354.

Spießl  182.

Spieth  77.

Spine  640.

Spieß  243.

Spölgen  79,  362.

Stadler  817.

Stamer,  G.  706.

Stammler  674.  706,  746.

Starke  182.

Staschewmsky,  F.  707.

Staudinger  480,  855,  857.

Stauffer  273,  480.

Stein,  Gefreiter  817.

Stein,  Unteroffizier  515,  864.

v.  Stein,  Frhr.  183,  358,  518,  742,
860.  907.

Steiner  902.

Steinhausen,  F.  706.

Steinhausen,  G.  706.

v.  Stengel,  Frhr.  46.

v.  Stephani  901.

Stern  10,  79,  7387.

v.  Stetten  327.

Steuber  148.

Steuck  480,  781.

Steudel  386.

Steurich,  E.  127.

Steyer  705.

Sthamer,  J.  F.  240.

Stieber  358,  906.

!*7  (6  (W  (w  (W

6
3

 

XLIX

Stieler  877.

Stierling  231,  390,  671.

v.  Stillfried  u.  Rattonitz,  Graf
231,  273,  479,  630,  906.

Stimson  321,  634,  829.

Stöhr  107.

Störmer  232.

Störzbach  901.

Stöwer,  W.  161.

Stoike  902.

Stolowsky  781,  782.

Stolz  636,  639.

Strack  273,  740,  902.

Strademann  231,  480.

Strandes  480,  481,  855.

Stranz,  H.  707.

Strecker  493.

Strobach  153.

Strohm,  A.  551,  705.

Strümpell  314,  386,  487,  521.

Strunk  740.

Stuebel  68,  353,  428,  480,  481,  482,
630,  813,  857.

v.  Stülpnagel  671.  702.

v.  Stuemer  69,  479,  515,  567.

Stuhlmann  37,  69,  287,  288,  398,
717,  833.

Stumkat  630.

Styxr  629,  630.

Sua  677.

Subern  781.

Sünder  441.

Sürén  107.

Summerville  717.

Swanzy,  F.  &amp;amp;  A.  240.

Swarts  316.

Swindells  705.

T.
Tanuck  273.
Tanera  920.
Tavel  327.
Techmer  107.

Teichmann  816.

Tentimi  904.

Terwesten  107.

Teschmer  69,  232.

Tewes,  R.  706.

Thiele,  Maschinenschlosser  514,  864.
Thiele,  Zimmermann  635.

Thieme  14.
Thierry  182,  390,  521.
Thilo  39.

Thomas,  Pater  563.

Thomas,  Vermessungsbeamter  547,

817.
Thompson  187.
Thormählen  481,  855.

Tietje,  K.  705.

 

 

 

 

Tiesmeyer  394.

Tilman  232.

Timba  788.

Timotheus  10.

Tindal  113,  114.

Tita  Nji  237.

To  Bebea  ik  681.

Tobirau  440.

Tönjes  285,  874.

Tofa  785.

Tokua  115.

Tolch  453.

Tolo  284.

Tomaul  560

Topitau  450.

Tornow  877.

Traub  782.

Treub,  Dr.  193.

Triebel  816.

Trikundas  106.

Trittelwitz  154.

Troost  719.

v.  Trotha  740.

Tschaba  108.

Tubman,  JI.  H.  717.

Tucher  v.  Simmelsdorf,  Freiherr
480,  677,  855,  858.

Tüngrün  817.

u.

Uba  II  731.

Uhl  630.
Uhlmann  740.
Uila  115.

Ulig  69.

Ullmann  480,  740.
Ulrich,  E.  707.
Umber  520,  781.
v.  Unruh  278,  781.

V.
Lacha,  M.  160,  565.
Vält,  E.  7606.
Vagedes  161,  195,  861.
Vahlkampf  634.
Valois  480,  482,  855,  857.
Vandenhoek  &amp;amp;  Ruprecht  14.
Velde,  Dr.  288.
Velten,  Dr.  C.  14,  160,  161,  492,
565,  566,  834.
v.  Verdy  du  Vernois,  Oberleutnant
231.
Verter  902.
Vertin  &amp;amp;  Co.  831.
Vetter,  Bauaufseher  740.
Vetter,  Missionar  632.
Vetterlein  480.
        <pb n="50" />
        Viehe  190.

Vieter,  H.,  Pater  192,  364,  788,  906.
Vietor,  J.  K.,  Kaufmann  240,  855.
Vietor,  Fr.  M.  &amp;amp;  Söhne  237.
Viktoria,  Schwester  243.
Vögershausen  563.

Vöhringer,  J.  705.

Vogel  232.

Voges,  V.  706.

Vogt,  JI.  G.  289.

Vohsen  480,  481,  677,  855,  857,  858.
Voigt,  A.  707.

Voigt,  Bezirksamtssekretär  630.
Voigt,  Unteroffizier  273,  631.
Volkens  833,  864.

Volkmann  866.

Vormann  118,  119.
Vosberg-Rekow,  Dr.  878.
Voskamp  466.

Voß,  R.  766.

Vulpes  35t.

W.
Wachs,  O.  399,  492.
Wadiman  235.
Wagner  740.
Wahlen  113,  116.
Wahn,  Th.  706.
Waldau  276.
Walford  &amp;amp;  Co.  722.
Walker  551,  552.
Wallace,  Hedger  683,  684.
Wallbrecht,  O.  237.
Wallich  677.
Walter  191.
Wamba  827.
Wandelt  107.
Wandres  8/74.
v.  Wangenheim,  Freiherr  441.
Warburg  160,  161,  566,  674,  785,

833,  919.

Warburg  4&amp;amp;  Co.,  R.  D.  287.
Warncke,  E.  706.
Warneck,  Prof.  Dr.  G.  289.
Warnecke,  G.  707.
Warwick,  Lady  642.
Waßmannsdorf  479.
Wataré  548,  859.
Watermeyer  398.
Watson,  I.  B.  716.
Watterott  74.
Weber,  Otto,  Direktor  444.
Weber,  Polizeimeister  864.
Weber,  Rud.  22,  130.
Weber,  Unteroffizier  630.
Weber,  Zollbeamter  480.
Webster,  W.  v705.
Wecke  &amp;amp;  Voigts  187.

—  L  —

van  der  Wee  10,  364.

Weeks,  IJ.  W.  S.  717.

Wegner,  Hauptmann  280.

Wegner,  Pastor  711.

Wehr  182.

Weich  705.

Weidner  816.

Weiland  107.

Weiler,  J.  706,  785,  908.

Weinthal,  L.  822,  823.

Weise,  Arbeiter  902.

Weise,  Unteroffizier  514.

Weiske  702.

Weiß,  Dr.  Bruno  85.

Weiß,  Leutnant  901.

Weiß,  Geh.  Rechnungsrevisor  386,
671,  901.

Weiß,  O.  766.

Weißenborn  706,  741.

Weitzenberg  5,  39.

Weltzsch  73.

Wendland,  Dr.  241,  273.

Wendland,  Oberleutnant  5,  39.

Wendt  514,  740.

Wenninger  39.

Wenskys  394.

Wenzel,  E.  706.

Werner,  A.  Robert  717.

Werner,  Leutnant  231.

Werner,  M.  707.

Werner,  Paul  705.

Werner,  Sanitätssergeant  386.

v.  Werner,  R.  920.

Wernicke  515,  732.

Werther  903.

Wertz  702,  740.

Wesch  387,  702.

Wessel  514.

West,  J.  &amp;amp;  Brothers  717.

Westermann  77.

Westhaus  8é64,  901.

Westphal,  JI.  717.

Wetterhall,  E.  707.

Wettstein  311,  312,  781.

Weyer  126,  877.

Wichers  &amp;amp;  Helm  716,  717.

zu  Wied,  Fürst  Dr.  Wilhelm  677,
854.

Wiedemann  001.

Wiedenfeld  127.

Wiederhold  232,  547.

Wiegand,  Direktor  Dr.  855.

Wiegand,  Schreiber  816.

Wieja  273,  631.

Wiese,  W.  v706.

Wieting  47.

Wild,  Fred  W.  707.

#  Wild,  Zahlmeisteraspirant  182.

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Wilda  757.  920.

Wilhelm  107.

Willenbrock  107.

Willhöfft,  G.  7606.

William,  Diener  314.

Williams,  Pflanzer  38.

Willmann  856,  901.

Wimu  364.

Winne,  A.  E.  705.

v.  Winterfeld  630.

Winzer  816.

Wirth,  Dr.  A.  126,  249.

Wirth,  F.  706.

Wischkon  864.

Wiskow  481.

Wislicenus  161.

Wisniewski  817.

v.  Wissmann  3825,  515,  516,  919.

Wistuba  6,  514.  902.

Witbooi,  Hendrik  8.

Witt,  Kapitän  514.

Witt,  Steuermann  6.

Witt,  Techniker  6.

Witte,  P.  80.

Wittemberg,  Alb.  707.

Wiltum  127.

Wittwer  550.

Wodde  182.

Wöckel  280,  361,  675.

Wölber  &amp;amp;  Zimmermann  240.

Woermann,  A.  481,  487,  716,  717,
855,  907.

Woermann,  C.  706.

Woermann  4  Co.  706,  707.

Woerner  182,  387,  479.

Wohltmann  14,  316,  361.

Woitschek  452.

Wolf,  Dr.  Julius,  Prof.  492.

Wolf,  Eugen  127.

Wolf,  P.  713,  872,  873.

Wolff,  Gerichtsassessor  671.

v.  Wolff,  Major  386.

Wolke  864,  901.

Woodford  114.

Woodin,  W.  D.  717.

Worbs  387.

Woytowicz  817.

Wünsch  902.

Wulff,  Feldwebel  547,  864.

Wulff,  Reiter  515.

Wunder  69.

Wunderlich  707.

X.
Xaveria,  Schwester  243.

V.  "
Bingo  635.
        <pb n="51" />
        —  1LI  —

Z.  Ziegenfuß  323,  828.  Zimpel  68,  107.
Dache  36,  865.  Ziegler,  Fr.  706.  Zintgraff  237.
Zegetle  311.  Ziegler,  Gehülfe  515.  Zißwiller  386.
zuhn,  Sergeant  547,  864.  Ziemann  14.  Zorn  492.
zenya  446.  Zieriacks.  G.  707.  Zschaetsch  273.
sculed  394.  Zimmermann,  Dr.  A.  84,  455,  514,  v.  Zülow  311.
Jid,  Graf  232,  441.  834.  Zupitza  68,  107,  195,  906.
zeeb  452.  Zimmermann,  Kesselschmied  107.  Zwingenberger,  Karl  707.
Jito,  Eugen  289.  Zimmermann,  Maschinist  816.  Zwingenberger,  Konrad  707.

Viebell,  Alfr.  707.  1  Zimmermann,  Oberbüchsenmacher  Zwirner  515,  864.
Aedelmeier  440.  702.  L  278.
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        <pb n="53" />
        Deutsches  Kolonialblaff

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszegeben  in  der  Kolenial-Abtheilung  des  Auswärkigen  Amte.

xu.  Jahrgang.  gerlin,  1H  Jannar  1901.  *  Kmmer  1.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Negel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibeste  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscbeinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freihorr
v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementopreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk.  3.50  fur  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzaebiete  und
Ocsterreich=  Ungarn.  Mk.  3.75  für  die  Lander  des  Weitpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Konialiche  Hofbuchhandlung  von
Erat  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SW  12.  Kochstr.  68—71.  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  fur  1901  unter  Nr.  2003.,

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verfügung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtobarkeit  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee.  om  25.  Dezembes  191000  S.  1.  —  Verfügung,  betreffend  die  Ausübung  konsularischer  Befugnisse
und  den  Erlaß  polizeilicher  und  sonstiger  die  Verwaltung  betreffender  Vorschriften  in  Deutsch-Südwestafrika  S.  5.  —
Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  5.  —  Personalien  S.  5.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  6.  —  Deutsch-Ostafrika:  Usambara-Eisenhahn  S.  7.
—  Betriebseinnahmen  der  Usambara-Eisenbahn  S.  7.  —  Togo:  Der  Einfuhrhandel  des  Schutzgebietes  S.  8.  —
Deutsch-Südwestafrika:  Südwestafrikanische  Schäfereigesellschaft  S.  8.  —  Deutsche  Kolonialgesellschaft  für
Südwestafrika  S.  9.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaveret-Bewegung  S.  9.—
Aus  fremden  Kolonien:  Regenzeit  in  Sansibar  S.  13.  —  Von  der  britischen  Ugandabahn  S.  13.  —  Verschiedene
  Mittheilungen:  Vorlesung  über  Kolonial=  und  Konsularrecht  S.  13.  —  Hamburgs  Handel  mit  den
deutschen  Schutzgebieten  im  Jahre  1899  S.  13.—  Litteratur-Verzeichniß  S.  14.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  14.—
Fahrpläne  der  deutschen  Ostafrika-Linie  für  das  Jahr  1901  S.  17.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
Gelenze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Verfügung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den  Schutzgebieten
Afrikas  und  der  Südsee.  Vom  25.  Dezember  1900.5)

Zur  Ausführung  der  Vorschriften  über  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den  Schutzgebieten
Afrikas  und  der  Südsee  wird  Folgendes  bestimmt:  «
§  1.
Gerichtsbehörden.
(Zu  den  §8§  5,  6  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit;  §§  2,  6  Nr.  6  des  Schutzgebietsgesetzes;
§  8  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten.)

1.  Die  unter  Zuziehung  von  Beisitzern  erkennenden  Gerichtsbehörden  erster  Instanz  führen  die
Bezeichnung  „Kaiserliches  Bezirksgericht“,  die  unter  Zuziehung  von  Beisitzern  erkennenden  Gerichtsbehörden
zweiter  Instanz  die  Bezeichnung  „Kaiserliches  Obergericht“,  die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  erster
Instanz  ermächtigten  Beamten  die  Bezeichnung  „Kaiserlicher  Bezirksrichter",  die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit
  zweiter  Instanz  ermächtigten  Beamten  die  Bezeichnung  „Kaiserlicher  Oberrichter“.

Zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz  ist  in  Schutzgebieten,  in  denen  diese  Verrichtungen
  nicht  einem  besonderen  Beamten  übertragen  sind,  der  Gouverneur  (Landeshauptmann)  ermächtigt.

2.  Für  den  Fall  der  Behinderung  eines  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten
ist  der  zur  allgemeinen  Vertretung  desselben  durch  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)
berusene  Beamte  auch  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigt.

In  Ermangelung  eines  solchen  Beamten,  oder  für  den  Fall  der  Behinderung  desselben,  ist  ein
außerordentlicher  Vertreter  zu  bestellen.  Die  Bestellung  erfolgt:

a)  wenn  die  Vertretung  eines  Bezirksrichters  erforderlich  wird,  durch  den  Gouverneur  (Landeshauptmann),


Ab)  wenn  die  Vertrelung  eines  Oberrichters  erforderlich  wird,  durch  den  Reichskanzler  (Auswärtiges
  Amt,  Kolonial-Abtheilung).

*)  Vergleiche  Reichs-Anzeiger  vom  31.  Dezember  1900.
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        —  2  —

3.  Die  zur  Ansübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Personen  haben  vor  Antritt  ihres  Amtes,
sofern  sie  nicht  bereits  als  Kaiserliche  Beamte  den  Diensteid  geleistet  haben,  einen  Eid  dahin  zu  leisten:

„Ich  u.  s.  w.  schwöre  bei  Gott  dem  Allmächtigen  und  Allwissenden,  die  Pflichten  eines
Kaiserlichen  Bezirksrichters  (Oberrichters)  getreulich  zu  erfüllen,  so  wahr  mir  Gott  helfe!“

Die  Eidesleistung  kann  auch  mittelst  Unterschreibens  der  Eidesformel  erfolgen.  Von  der  Vereidigung
  ist  an  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)  Anzeige  zu  erstatten.

-  4.  Die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  sind  befugt,  die  Erledigung
einzelner  zu  ihrer  Zuständigkeit  gehöriger  Geschäfte  geeigneten  Personen  dauernd  oder  in  bestimmten  Fallen
u  übertragen.  Diese  Befugniß  erstreckt  sich  nicht  auf  die  Urtheilsfällung,  die  Entscheidung  über  Durchsachungen,
  Beschlagnahmen  und  Verhaftungen  sowie  auf  die  Ernennung  und  Beeidigung  der  Beisitzer  und
die  Zulassung  zur  Rechtsanwaltschaft.

Der  Beauftragte  handelt  im  Namen  der  Gerichtsbehörde  und  hat  sich  als  solchen  ausdrücklich  in
den  betreffenden  Schriftstücken  zu  bezeichnen.

Im  Falle  einer  dauernden  Uebertragung  ist  der  Beauftragte  mittelst  Handschlags  an  Eidesstatt
oder,  wenn  dies  wegen  großer  Entfernung  seines  Aufenthaltsorts  vom  Sitze  des  Gerichts  unausführbar
erscheint,  mittelst  Unterschreibens  einer  entsprechenden  Erklärung  zur  getreulichen  Erfüllung  seiner  Obliegenheiten
  zu  verpflichten.  Ueber  die  Verpflichtung  ist  an  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial=Abtheilung)
  Anzeigc  zu  erstatten.

Die  Uebertragung  von  Geschäften  hindert  den  Beamten  nicht,  jederzeit  Geschäfte  der  betreffenden
Art  selbst  wahrzunehmen.

5.  Die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  sind  befugt,  die  Abhaltung  von
Gerichtstagen  außerhalb  des  Sitzes  des  Gerichts  anzuordnen.

6.  Die  Personen,  welche  die  Verrichtungen  der  Gerichtsschreiber  auszuüben  haben,  werden,  sowei:
nicht  durch  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)  ein  Anderes  angeordnet  wird,  durch
den  Gouverneur  (Landeshauptmann)  bestimmt.  Der  Gouverneur  ist  befugt,  die  Bestimmung  den  zur  Ausübung
  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  zu  überlassen.

Wird  von  einem  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  die  Erledigung  einzelner
zu  seiner  Zuständigkeit  gehörender  Geschäfte  einer  anderen  Person  übertragen  (Nr.  4),  so  kann  dieser  auch
die  Bestellung  des  bei  der  Erledigung  des  Geschäfts  zuzuziehenden  Gerichtsschreibers  aufgetragen  werden.
Letzterer  ist  mittelst  Hansschlags  an  Eidesstatt  zur  getreulichen  Erfüllung  seiner  Obliegenheiten  zu  ver
pflichten.

Soweit  nicht  die  Bestellung  eines  Gerichtsschreibers  nach  Maßgabe  des  vorigen  Absatzes  erolg.
haben  die  mit  diesen  Verrichtungen  betrauten  Personen  vor  Antritt  ihres  Amtes  einen  Eid  dahin  zu  leisier.

„Ich  schwöre  bei  Gott  dem  Allmächtigen  und  Allwissenden,  die  Pflichten  eines  Gerichueschreibers
  getreulich  zu  erfüllen,  so  wahr  mir  Gott  helfe!"

7.  Die  Bezirksrichter  führen  die  Dienstaufsicht  über  die  bei  der  betreffenden  Gerichtsbehork
angestellten  Beamten  und  regeln  die  Vertretung  derselben  im  Falle  der  Behinderung.

Die  Dienstaufsicht  über  die  Bezirksrichter  wird  im  Schutzgebiete  von  Togo  durch  den  Gouverneur,
in  den  übrigen  Schutzgebieten  durch  den  Oberrichter  geführt.  Die  Anordnungen  der  Ersteren  bedürfen  der
Zustimmung  der  zur  Dienstaussicht  über  sie  berufenen  Beamten,  soweit  sie  betresfen:

a)  die  dauernde  Uebertragung  einzelner  richterlicher  Geschäfte  auf  andere  Personen  oder  ds
Zurückziehung  dieser  Uebertragung,

)  die  Ernennung  von  Beisitzern  (§  2),

c)  die  Zulassung  von  Rechtsanwälten,  6

d)  die  dauernde  Beauftragung  von  Personen  mit  der  Vornahme  von  Sühneversuchen
Nr.  1,  Abs.  1).

In  diesen  Fällen  bedarf  die  Anordnung,  soweit  sie  sich  auf  dienstlich  dem  Gouverneur  (Landee
hauptmann)  unterstellte  Personen  bezieht,  auch  der  Zustimmung  des  Letzteren.

Der  zur  Dienstaufsicht  über  die  Bezirksrichter  berufene  Beamte  ist  befugt,  allgemeine  Anordnunger
auch  für  diese  Gerichtsbehörden,  insbesondere  über  Zustellungen  und  Zwangsvollstreckungen,  zu  erlasser
Abschrift  der  Anordnungen  ist  an  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)  einzureichen.

Die  Dienstaufsicht  über  den  Oberrichter  wird  durch  den  Gouverneur  geführt.

In  oberster  Instanz  wird  die  Dienstaufsicht  durch  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonit.
Abtheilung)  geführt.  Letzterer  bestimmt  die  Amtssitze  der  Beamten  und  die  Grenzen  der  Gerichtsbezirte
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        —  3  —

§  2.
Beisitzer.
(9dZu  den  88  8  bis  13  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit.
1.  Die  Worte,  welche  der  Vorsitzende  bei  der  Beeidigung  der  Beisitzer  an  die  zu  Beeidigenden
zu  richten,  hat  lauten:
„Sie  schwören  bei  Gott,  dem  Allmächtigen  und  Allwissenden,  die  Pflichten  eines
Beisitzers  des  Kaiserlichen  Bezirkgerichts  (Obergerichts)  getreulich  zu  erfüllen  und  Ihre
Stimme  nach  bestem  Wissen  und  Gewissen  abzugeben.“
2.  Ueber  Namen,  Stand  und  Staatsangehörigkeit  der  Beisitzer  und  Stellvertreter  ist  an  den
Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)  Anzeige  zu  erstatten.

§  3.
Rechtsanwälte.
(Zu  §  17  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit.)

Die  Bedingungen  der  Zulassung  zur  Ausübung  der  Rechtsanwaltschaft  sind  dem  Ermessen  des  zur
Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  überlassen.  Der  Besitz  der  Reichsangehörigkeit  ist
nicht  erforderlich.  Wenn  geeignete  Personen  mit  juristischer  Vorbildung  nicht  vorhanden  sind,  kann  der
Beamte  auch  aus  anderen  Berufsklossen  zuverlässige  Personen,  welche  die  nöthige  Geschäftskenntniß  besigen,
zulassen.  Eine  Beeidigung  der  Rechtsanwälte  findet  nicht  statt.

84.
Zustellungen.
(Zu  §  10  der  Verordnung  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten)

1.  Die  Vorschriften  der  §§  166  bis  168,  180  bis  198,  208  bis  213  der  Civilprozeßordnung
finden  keine  Anwendung.

Die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  haben  dafür  zu  sorgen,  daß  die
Zustellungen  mit  der  nach  den  vorhandenen  Mitteln  möglichen  Sicherheit  erfolgen.  Sie  sind  befugt,  mit
der  Ausführung  dauernd  oder  in  bestimmten  Fällen  andere  Personen  zu  beauftragen,  welche  nach  ihren
Anweisungen  zu  verfahren  haben.  Der  Nachweis  über  die  erfolgte  Zustellung  ist  zu  den  Gerichtsakten

zu  bringen.
Die  Beglaubigung  der  zuzustellenden  Schriftstücke  kann  in  allen  Fällen  durch  den  Gerichtsschreiber

erfolgen.
Soll  durch  eine  Zustellung  eine  Frist  gewahrt  oder  der  Lauf  der  Verjährung  oder  einer  Frist
unterbrochen  werden,  so  treten  die  Wirkungen  der  Zustellung  bereits  mit  der  Einreichung  des  zuzustellenden
  Schriftstücks  bei  der  Gerichtsbehörde  ein.

Bei  der  Bewilligung  der  öffentlichen  Zustellung  einer  Ladung  kann  die  Gerichtsbehörde  anordnen,
daß  eine  Einrückung  in  öffentliche  Blätter  nicht  erforderlich  sei.

2.  In  bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten  sind  alle  Entscheidungen,  mit  Einschluß  der  auf  Grund
einer  mündlichen  Verhandlung  ergehenden,  von  Amtswegen  zuzustellen.  Dies  gilt  auch  für  die  Zustellung
der  Zahlungs=  und  Vollstreckungsbefehle  an  den  Schuldner  sowie  der  Pfändungs=  und  Ueberweisungsbeschlüsse
  an  den  Schuldner  und  den  Drittschuldner.  Dagegen  findet  die  Vorschrift  keine  Anwendung  auf
Beweisbeschlüsse  und  sonstige  lediglich  die  Sachleitung  betreffende  Verfügungen,  mit  Einschluß  der  in
Abwesenheit  der  Parteien  verkündeten  Terminsbestimmungen.

Beschlüsse,  durch  welche  ein  Arrest  angeordnet  wird,  sind  dem  Schuldner  nicht  vor  der  Vollziehung
  des  Arrests  zuzustellen,  es  sei  denn,  daß  der  Gläubiger  die  vorherige  Zustellung  besonders
beantragt.
3.  Für  die  Zustellung  von  Schriftsätzen  und  sonstigen  Erklärungen  der  Parteien,  welche  bei  der
Gerichtsbehörde  eingereicht  werden,  hat  diese,  ohne  daß  es  eines  ausdrücklichen  Parteiantrags  bedarf,
Sorge  zu  tragen,  wenn  aus  dem  Inhalte  des  Schriftstücks  hervorgeht,  daß  und  wem  es  zugestellt  werden
soll.  In  Ansehung  der  öfsentlichen  Zustellung  bewendet  es  bei  der  Vorschrist  des  §  204  Abs.  1  der
Civilprozeßordnung.

4.  Wohnt  eine  Partei  außerhalb  des  Bezirks,  in  welchem  die  Gerichtsbehörde  ihren  Sitz  hat,  so
kann,  falls  sie  nicht  einen  daselbst  wohnhaften  Prozeßbevollmächtigten  bestellt  hat,  angeordnet  werden,  daß
sie  eine  daselbst  wohnhafte  Person  zum  Empfange  der  für  sie  bestimmten  Schriftstücke  bevollmächtige.
Diese  Anordnung  kann  ohne  mündliche  Verhandlung  erfolgen.  Der  Zustellungebevollmächtigte  ist  bei  der
nächsten  gerichtlichen  Verhandlung  oder,  wenn  die  Partei  vorher  einen  Schriftsatz  einreicht,  in  diesem  zu
benennen.  Geschieht  dies  nicht,  so  können  alle  späteren  Zustellungen  bis  zur  nachträglichen  Benennung
durch  Anheftung  an  die  Gerichtstafel  bewirkt  werden.

2
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        —  4  —

86.
Zwangsvollstreckungen.
(Zu  §  10  der  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten.)

1.  Die  Zwongsvollstreckung  erfolgt  ausschließlich  durch  die  Bezirksrichter.  Der  Beibringung  einer
vollstreckbaren  Ausfertigung  bedaif  es  nicht,  soweit  dieselbe  von  dem  Gerichtsschreiber  der  Gerichtsbehörde,
durch  welche  die  Zwangsvollstreckung  zu  erfolgen  hat,  zu  ertheilen  sein  würde.

Die  Verfügung,  durch  welche  die  Zwangsvollstreckung  angeordnet  wird,  tritt  im  Sinne  der
88  726  bis  732,  750,  796,  797,  799  der  Civilprozeßordnung  an  die  Stelle  der  Ertheilung  einer  vollstreckbaren
  Ausfertigung,  beziehungsweise  der  Vollstreckungsklausel.

2.  Die  Bezirksrichter  können  nach  Anordnung  der  Zwangsvollstreckung  mit  der  Ausführung
andere  Personen  beauftragen,  die  nach  ihren  Anweisungen  zu  verfahren  haben.  Der  Auftrag  ist  schriftlich
zu  ertheilen.  Der  Auftrag  tritt  im  Sinne  der  §§  754  bis  757  der  Civilprozeßordnung  an  die  Stelle
der  vollstreckbaren  Ausfertigung.

Die  mit  der  Ausführung  der  Zwangsvollstreckung  beauftragte  Person  hat  die  in  der  Civilprozeß.
ordnung  dem  Gerichtsvollzieher  zugewiesenen  Befugnisse  und  Obliegenheiten,  soweit  nicht  durch  die  ihr
ertheilten  Anweisungen  etwas  Anderes  bestimmt  ist.

Die  §§  760,  762,  763  der  Civilprozeßordnung  bleiben  außer  Anwendung.  Der  Beamte,  von
welchem  die  Zwangsvollstreckung  angeordnet  wird,  hat  jedoch  Sorge  dafür  zu  tragen,  daß  über  jede
Vollstreckungshandlung  eine  schriftliche  Nachricht  zu  den  Gerichtsakten  gebracht  wird.

3.  Wird  bei  der  Gerichtsbehörde  die  Ertheilung  einer  vollstreckbaren  Ausfertigung  eines  Urtheile
oder  eines  anderen  Titels  (Civilprozeßordnung  §§  794  bis  800,  829)  beantragt,  weil  die  Zwangsvoll
streckung  in  dem  Bezirk  eines  andern  Gerichts  zu  erfolgen  hat,  so  darf  die  vollstreckbare  Ausfertigung  in
allen  Fällen  nur  auf  Anordnung  des  Bezirksrichters  von  dem  Gerichtsschreiber  ertheilt  werden.

86.
Strafsachen.
(Zu  §  19  Nr.  2  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit.)

1.  Soweit  nach  der  Vorschrift  des  §  420  der  Strafprozeßordnung  vor  Erhebung  der  Privot
klage  wegen  Beleidigungen  nachgewiesen  werden  muß,  daß  die  Sühne  erfolglos  versucht  worden,  is  für
diesen  Vergleichsversuch  der  Bezirksrichter  zuständig.  Derselbe  ist  befugt,  mit  der  Vornahme  von  Sühne
versuchen  andere  Personen  dauernd  oder  in  bestimmten  Fällen  zu  beauftragen.

Erscheint  der  Beschuldigte  in  dem  zur  Sühneverhandlung  bestimmten  Termine  nicht,  so  win
angenommen,  daß  er  sich  auf  die  Sühneverhandlung  nicht  einlassen  wolle.  Eine  Bescheinigung  über  di
Erfolglosigkeit  der  Sühneverhandlung  konn  nur  ertheilt  werden,  wenn  der  Antragsteller  im  Termin  e#-schienen
  ist.  Kommt  im  Termin  ein  Vergleich  zu  Stande,  so  ist  derselbe  zu  Protokoll  festzustellen.

2.  Wird  gegen  ein  Strafurtheil  von  der  Staatsanwaltschaft  Berufung  eingelegt,  so  sind  der
Angeklagten  die  Schriftstücke  über  Einlegung  und  Rechtfertigung  der  Berufung  durch  die  Gerichtebehörde
erster  Instanz  zuzustellen.  Diese  übersendet  in  allen  Fällen  der  Berufung  die  Akten  unmilteldbar  der
Obergerichte.

§  7.

Kostenwesen.
(Zu  §  10  der  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten.)

In  Ansehung  des  Kostenwesens  bleiben  bis  auf  Weiteres  die  in  den  einzelnen  Schutzgeblem
bestehenden  Vorschriften  in  Geltung.
8§  8.

Geschäftsgang.
1.  Die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  ermächtigten  Beamten  haben  am  Schlusse  des  Kalender
jahrs  eine  Geschäftsübersicht  an  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)  einzureiche.
2.  Der  Geschäftsverkehr  mit  dem  Reichskanzler  erfolgt  in  eiligen  Fällen  durch  unmittelbare
Bericht  an  denselben  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung),  in  nicht  eiligen  Fällen  durch  Vermittelm
des  Gouverneurs  (Landeshauptmanns).  Letzterer  ist  befugt,  Ausnahmen  von  dieser  Vorschrift  zu  gestone
39.
Die  für  die  einzelnen  Schutzgebiete  erlasidnen  Dienstanweisungen,  betreffend  die  Ausübung  de
Gerichtsbarkeit,  treten,  insoweit  nicht  im  §  7  etwas  Anderes  bestimmt  ist,  außer  Kraft.
Berlin,  den  25.  Dezember  1900.
Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.
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        —  5  —

Verfügung,  betreffend  die  Ausübung  konsularischer  Befugnisse  und  den  Erlaß
polizeilicher  und  sonstiger  die  Verwaltung  betreffender  Vorschriften  in  Deutsch-Södwestafrika.")


Auf  Grund  der  §8§  8  und  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  bestimme
ich  hierdurch,  was  folgt:

§  1.

Der  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz  ermächtigte  Beamte  zu  Swakopmund  hat
die  Geschäfte  zu  versehen,  welche  den  deutschen  Konsuln  nach  §  12  des  Gesetzes  vom  22.  Juni  1899
(Reichs-Gesetzbl.  S.  319)  und  nach  §  35  des  Gesetzes  vom  8.  November  1867  (Bundes-Gesetzbl.  S.  137)
zustehen.  Dasselbe  gilt  von  den  Befugnissen,  welche  den  deutschen  Konsulaten  als  Seemannsämtern  nach
der  Seemannsordnung  vom  27.  Dezember  1872  (Reichs-Geseyhbl.  S.  409)  und  nach  sonstigen  Reichsgesetzen
  obliegen.

Die  für  die  Konsuln  geltenden  Ausführungsbestimmungen  zu  den  im  vorhergehenden  Absatz
genannten  Gesetzesvorschriften  finden  entsprechende  Anwendung.

In  den  bezeichneten  Angelegenheiten  werden  Gebühren  und  Auslagen  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen

  des  Gesetzes  über  die  Gebühren  und  Kosten  bei  den  Konsulaten  des  Deutschen  Reichs  vom
1.  Juli  1872  (Reichs-Gesetzbl.  S.  245)  erhoben.

ie

Der  Gouverneur  ist  befugt,  polizeiliche  und  sonstige  die  Verwaltung  betreffende  Vorschriften  zu
erlassen  und  gegen  die  Nichtbefolgung  derselben  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten,  Haft,  Geldstrafe  und
Einziehung  einzelner  Gegenstände  anzudrohen.

Die  gleiche  Befugniß  kann  von  dem  Gouverneur  den  mit  der  Wahrnehmung  der  Geschäfte  der
Bezirkshauptmannschasten  betrauten  Beamten  für  ihre  Bezirke  mit  der  Maßgabe  übertragen  werden,  daß
das  Strafmaß,  soweit  Gefängnißstrafe  angedroht  wird,  nicht  sechs  Wochen,  soweit  Geldstrafe  angedroht
wird,  nicht  einhundertundsünfzig  Mark  übersteigen  darf.

Berlin,  den  25.  Dezember  1900.

Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.

 

Gonuvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  Dezember  1900  auf  1,89  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

 

 

 

—  —

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Bezirksamtmann
  a.  D.  v.  St.  Paul-Illaire  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.

 

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  15.  Dezember  1900.
Kalb,  Leutnant,  zum  Oberleutnant,
Abel,,  Leutnant,  zum  überzähligen  Oberleutnant,  —  befördert.
Wendland,  Oberleutnant  im  Grenadier  Regment  König  Friedrich  Wilhelm  I.  (2.  Ostpreuß.)  Nr.  3,
Weitzenberg,  Leutnant  im  Pionier-Bataillon  Nr.  16.  —  mit  dem  26.  Dezember  1900  aus  dem  Heere
ausgeschieden  und  mit  dem  27.  Dezember  1900  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Dr.  Bluemchen,  überzähliger  Oberarzt  mit  dem  1.  Oktober  1900  in  eine  etatsmäßige  Stelle  eingerückt
und  der  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre  genehmigt.

 

)  Vergleiche  Reichs-Anzeiger  vom  31.  Dezember  1900.
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        7

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deuisch-Pltafrika.

Usabs.ar-  Eisenbahn
Bericht  über  die  Monate  Juli  bis  September  1900.

A  Betrieb  der  Strecke  Tanga—Muhesa.

Der  Wagenpark  wurde  durch  Einstellung  von
zwei  Lokomotiven  und  sechs  vierachsigen  Drehgestell-Niederbordwagen
  vermehrt.

Außer  dem  fahrplanmäßigen  täglichen  Zuge  in
jeder  Richtung  wurden  Materialzüge  eingelegt,  so
daß  in  der  letzten  Hälfte  des  Vierteljahres  täglich
mit  Ausnahme  der  Sonntage  in  jeder  Richtung  zwei
Züge  fuhren.

Infolge  der  vermehrten  Fahrgelegenheit  stieg
auch  die  Menge  der  beförderten  Personen  und  Privatgüter
  und  dementsprechend  auch  die  Einnahme,  die
in  diesem  Vierteljahr  das  Doppelte  der  Einnahme
der  entsprechenden  Periode  des  vorigen  Rechnungsjahres
  betrug.  Als  besonders  erfreulich  kann  die
Hebung  des  Personenverkehrs  der  Eingeborenen  betrachtet
  werden.

B.  Neubaustrecke  Muhesa  —Korogwe.

Die  Erdbewegung  ist  nunmehr  der  Hauptsache
nach  beendet.  Neben  den  Arbeiten  am  eigentlichen
Bahnkörper  kamen  recht  erhebliche  Erdarbeiten  bei
verschiedenen  Bachverlegungen  zur  Ausführung.  Am
Kiuhui,  wo  das  Hochwasser  im  Mai  dieses  Jahres
den  Bahnkörper  zerstörte,  wurde  eine  Bachregulirung
  von  3  km  Länge  ausgeführt.  Die  Böschungen
des  neuen  Bachbettes  sind  an  den  gefährdeten  Stellen
mit  Steinpackung  versehen.  Auch  an  vielen  anderen
Plätzen  wurden  die  Böschungen  des  Bahnkörpers
ducch  Pflasterung  gesichert.  Die  Nacharbeiten  am
Erdbau  werden  noch  mehrere  Monate  andauern.
Jedenfalls  werden  aber  die  Erdarbeiten  Anfang  1901
vollkommen  beendet  sein  und  die  Brückenbauten  insoweit,
  daß  mit  dem  Geleisebau  am  1.  April  n.  J.
die  Ninssystation  (etwa  Kilometer  70)  erreicht  sein

 

Bedeutung  bekommen,  weil  die  Kaffeeplantagen  Ost-Usambaras
  neuerdings  planen,  hier  ihren  Anschluß
an  die  Bahn  zu  suchen.  Die  Entfernung  der  Station
von  der  zunächst  gelegenen  Prinz  Albrecht-Plantage
(Quamkoro)  beträgt,  in  der  Luftlinie  gemessen,  nur
7,5  km,  und  die  sämmlichen  anderen  Plantagen  find
von  Quamkoro  in  etwa  zwei  Stunden  zu  erreichen.
Dieser  Anschluß  bietet  daher  gegenüber  dem  alten
Wege  von  Derema  (Union)  nach  Muhesa,  welcher
etwa  30  km  lang  ist,  eine  wesentlich  kürzere  Verbindung.
  Kommt  diese  zu  Stande,  so  bleibt  Muhesa
nur  noch  Anschlußstation  für  die  Kaffeeplantage  Magrotto,
  und  müßte  die  Niussystation  eine  Erweiterung
erfahren.

Im  Lause  der  Berichtsperiode  fand  ein  starker
Zuzug  von  europäischem  Handwerkerpersonal  (ausschließlich
  Jtalienern  und  Griechen)  statt,  die  größtentheils
  von  Djibouti  (französische  Somali-Küste)  kamen,
wo  sie  die  Arbeiten  der  feindlichen  Haltung  der  Eingeborenen
  wegen  verlassen  hatten.  Diese  Handwerker
wurden  zum  großen  Theil  von  den  hier  thätigen  Unternehmern
  angestellt,  einzelne  traten  auch  als  selbständige
  Unternehmer  auf  und  übernahmen  Maurerarbeiten
  und  die  Beschaffung  von  Schotter  für  den
Oberbau.  Auch  über  Mangel  an  farbigem  Arbeitspersonal
  wurde  in  diesem  Vierteljahr  von  den  Unternehmern
  nirgends  geklagt.  Da  die  Erdarbeiten  ihrem
Ende  entgegengehen,  so  ist  auch  in  Zukunft  ein  Mangel
an  Arbeitern  nicht  wieder  zu  erwarten,  obwohl  viele
Schwarze  nicht  mehr  zur  Arbeit  kommen,  seitdem
die  Schamben  wieder  für  reichliche  Nahrung  gesorgt
haben.

Die  Gesundheit  des  europäischen  Beamtenpersonals
  hatte  nach  dem  Einsetzen  der  trockenen
Zeit  etwas  weniger  unter  den  tropischen  Krankheiten
zu  leiden  als  früher.

Die  Erkrankungen  waren  in  fast  allen  Fällen
auf  Malaria  zurückzuführen.  Unter  dem  farbigen
Arbeiterpersonal  der  Verwaltung  und  der  Unternehmer
  kamen  verhältnißmäßig  nur  wenig  Er- 



 

 

 

 

 

 

wird.  Diese  Station  wird  voraussichtlich  erhöhte  krankungen  vor.
Betriebseinnahmen  der  Usambara--Eisenbahn.
A.  Gegen  Bezahlung.
1  1
1  In  der  Zeit  Raases  aomen  Fisnen  Rupie  *  in  Summa
vom  bis  ilometer  kilometer  kilometer  M.  vf  Mr.  pf.
—  —  s
Einfuhr  (1.  April  1900  30.  Juni  19000%93  360  28988  13706  14  19188  60
Ausfuhr  Oö7’  -  68  120  2500  24881  02  3  483  23
1  22  671
»  30.  September  l  sl  I
Einfuhr  1.  Juli  1900  1900  136  000  28256  80  15  664  61  21  930  45
Ausfuhr  Q¾  .  1057202663,s,  3433.26480656.
—  26  737  01
        <pb n="59" />
        B.  Dhne  Bezahlung.

8

 

 

—  —  —

 

 

 

 

 

 

 

et
In  der  Zeit  Personen=  Tonnen--Achs-  Berechn  *  Summa
vom  bis  kilometer  kilometer  kilometer  Kupie  Pes.  Me.  .  Mt.  Pf.
1  Hi
thxupkitxgoozazmkijgooxsoooæ466,e—  14514I2620319  I,96
Ausfuhr  "  «  -  68001050,o——  640  32  896  —
5  I  2121596
30.  September
Einfuhr  1.  Juli  1900  16800  15  960  76017  —  25  022  56  85081  57
Ausfuhr  -  116406584  —  2682  341  3755  28
l  38786  85

 

 

Im  Etat  für  das  Rechnungsjahr  1900  sind  die  Betriebseinnahmen  berechnet  mit  85  400  Mk.

Togo.
Der  Eiufuhrhandel  des  Ichutzgebietes

hat  im  zweiten  Quartal  des  Rechnungsjahres  1900
gegenüber  dem  gleichen  Zeitraume  des  Vorjahres  in
den  meisten  der  wichtigeren  Artikel  eine  Zunahme
erfahren.  So  stieg  die  Einfuhr  an  Baumwolle  und
Baumwollenwaaren  dem  Werthe  nach  von  204  000
auf  237  000  Mk.,  an  Eisen  und  Eisenwaaren  von
22  000  auf  49  000  Mk.,  an  Glas  und  Glaswaaren
von  12  000  auf  21  000  Mk.,  an  Holz  und  Holzwaaren
  von  31  000  auf  34  000  Mk.,  an  Kleidern,
Leibwäsche  und  Putzwaaren  von  6000  auf  96  000
Mark,  an  Tabak  von  64  000  auf  67  000  Mk.
Zurückgegangen  ist  dagegen  dem  Werthe  nach  namentlich
  die  Einfuhr  von  Leinenwaaren,  von  Materialwaaren,
  von  Pulver  und  von  Spirituosen,  letztere
von  186  000  auf  76  000  Mk.  Ungefähr  gleich
blieb  die  Salzeinfuhr  mit  einem  Werthe  von  54000  Mk.
Im  Ganzen  stieg  die  Einfuhr  in  dem  erwähnten
Zeitraume  von  883  368  Mk.  95  Pf.  im  Jahre  1899
auf  933.087  Mk.  02  Pf.  im  Jahre  1900.

 

Deutsch-Südwelkafrika.

Lüdwestafrikanische  #chäfereigesellschaft.

Das  Komitee  dieser  schon  in  Nr.  22  des  vorigen
Jahrganges  besprochenen  Gesellschaft  hat  nunmehr
eine  Einladung  zur  Zeichnung  auf  Antheile  ihres
Grundkapitals  von  500  000  Mk.  veröffentlicht,  das
in  Stücke  zu  je  100  Mk.  getheilt  ist.  Die  Gesellschaft
  wird  als  deutsche  Kolonialgesellschaft  errichtet
und  untersteht  als  solche  der  Aufsicht  des  Reichskanzlers,
  der  zu  diesem  Behufe  einen  Kommissar
bestellen  kann.  Nur  deutsche  Reichsangehörige  oder
deutsche  Gesellschaften,  welche  in  Deutschland  ihren
Sitz  haben,  können  Antheilscheine  erwerben.  Der
Zeichnungseinladung  ist  eine  Denkschrift  beigefügt,
der  wir  Folgendes  entnehmen:

„Einzelne,  in  Südwestafrika  selbst  bisher  gemachte
Versuche  haben  bewiesen,  daß  sowohl  Wollschafe  als

 

 

 

Angoraziegen  dort  gut  gedeihen.

 

 

 

 

 

Die  zur  Wollproduktion
  geeigneten  Theile  des  südwestafrikanischen
Schutzgebietes,  insbesondere  die  Hochflächen  des  Großnamalandes,
  umfassen  viele  hundert  Quadratmeilen,
auf  welchen  Millionen  Schafe  und  Ziegen  weiden
könnten.  Wenn  nicht  schon  längst  hier  mit  Großbetrieb
  vorgegangen  ist,  so  liegt  dies  hauptsächlich
daran,  daß  in  den  ersten  zehn  bis  zwölf  Jahren  der
deutschen  Schutzherrschaft  durch  die  beständigen  Kämpfe
zwischen  den  verschiedenen  Stämmen  der  Eingeborenen
und  dann  durch  den  Krieg  mit  Hendrik  Witbool  die
öffentliche  Sicherheit  gefährdet  war  und  Niemand  es
wagen  konnte,  mit  kostspieligen  Unternehmungen  vorzugehen.
  Deeser  Zustand  hat  sich  inzwischen  vollständig
  geändert.  Dank  der  thatkräftigen  und  umsichtigen
  Wirksamkeit  der  Kaiserlichen  Berwaltung
herrschen  Ruhe  und  Ordnung  im  Lande,  und  es
braucht  nicht  befürchtet  zu  werden,  daß  neue  Aufstände
  in  irgend  erheblichem  Maße  eintreten  werden.
Deshalb  besteht  jetzt  kein  Grund  mehr,  mit  der  Erschließung
  der  Hülfsquellen,  welche  das  Land  bietet,
noch  länger  zu  säumen.  Es  wäre,  zumal  im  Hinblick
auf  die  großen  finanziellen  Opfer,  welche  das  Reich
jährlich  für  die  Verwaltung  von  Deutsch-Südwestafrika
  bringt,  geradezu  unverantwortlich,  wenn  man
nicht  endlich  Hand  anlegen  wollte,  um  die  Werthe
zu  gewinnen,  die  das  Land,  insbesondere  in  Gestalt
von  Wolle  und  Mchair,  bei  richtiger  Bewirthschaftung
hervorzubringen  im  Stande  ist.

Das  Unternehmen,  um  welches  es  sich  jetzt  handelt,

ist  so  geplant,  daß  in  dem  ersten  Jahre  3000  Stück

Wollschafe  und  Angoraziegen  angekauft  werden,  im
zweiten  und  dritten  Jahre  jedesmal  ebenso  viel,  im
vierten  Jahre  1000  Stück,  so  daß  die  Gesammtzahl
der  gekauften  Thiere  10  000  Stück  beträgt.  Durch
den  Zuwachs  von  Lämmern  wird,  auch  nach  Abzug
der  durch  Krankheiten  2c.  entstehenden  Verluste,  die
Heerde  am  Schlusse  des  vierten  Jahres  sich  ungefähr
verdoppelt  haben,  also  in  rund  20  000  Stück  bestehen.
  Diese  ganze  Zahl  an  einem  Orte  zu  vereinigen,
  würde  nicht  zweckmäßig,  auch  kaum  möglich
sein.  Man  wird  getrennte  Heerden  auf  die  verschiedenen
  geeigneten  Weideplätze,  die  nach  den  bisherigen
        <pb n="60" />
        Ermittelungen  zu  einem  sehr  billigen  Preise  von

Seiten  der  Regierung  eventuell  von  den  daselbst  befindlichen
  Gesellschaften  erworben  oder  gepachtet
werden  können,  vertheilen  müssen.  Auch  wird  es  sich
empfehlen,  ebenso  wie  es  in  anderen  schafzuchttreibenden
  Ländern  geschieht,  kleinere  Bestände  an  tüchtige
Anfiedler  oder  Eingeborene  zur  eigenen  Bewirthschaftung
  gegen  bestimmte  Natural=  oder  Geldobgaben
zu  überlassen.  Zur  Leitung  des  Gesammtunternehmens
in  der  Kolonie  sind  behufs  Gewinnung  eines  mit
den  südafrikanischen  Verhältnissen  genau  vertrauten
Fochmannes  Schritte  eingeleitet  worden."“

Eine  vollkommen  sichere  Berechnung  des  Ertrages
eines  großen  Schäferei  -Unternehmens  erklärt  die
Denkschrift,  der  Natur  der  Sache  nach,  für  nicht
möglich.  Immerhin  gebe  es  Anhaltspunkte,  nach
welchen  man  die  zu  erwartenden  jährlichen  Einnahmen
und  Ausgaben  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit  veranschlagen
  könne.  Auf  einer  folchen  Wahrscheinlichkeit
berude  die  durch  eine  vorsichtig  angestellte  Rentabilitatsberechnung
  gestützte  Annahme,  daß  wenn  auch  in
den  ersten  Jahren  des  Betriebes  ein  erheblicher  Gewinn
  nicht  erwartet  werden  könne,  doch  in  nicht  allzulanger
  Zeit,  etwa  nach  vier  Jahren,  eine  Verzinsung
des  Kapitals  mit  ungefähr  6  péCt.  und  für  die  Folge
ein  größerer,  allmählich  steigender  Gewinn  in  Aussicht
  stehbe.  —  Mit  Rücksicht  auf  den  gemeinnützigen
Charakter  des  geplanten  Unternehmens  hat  der  Verwaltungsrath
  der  Wohlfahrtslotterie  für  die  deutschen
Kolonien,  wie  schon  früher  erwähnt,  einen  Betrag
von  300  000  Mk.  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
zum  Zweck  der  Betheiligung  an  der  zu  gründenden
Gesellichaft  überwiesen.  Es  handelt  sich  daher  jetzt
darum,  den  Rest  des  erforderlichen  Kapitals  im  Wege
der  Zeichnung  aufzubringen.

De#'sche  Rolonialgesellschaft  für  Südwestafrika.

Vor  einigen  Wochen  hielt  die  Gesellschaft  ihre
ordentliche  Hauptversammlung  in  Berlin  ab.  Der
in  dieser  Versammlung  vorgelegte  Bericht  über  das
15.  Geschäftsjahr  vom  1.  April  1899  bis  31.  März
1900  laßt  erkennen,  daß  die  Thätigkeit  der  Gesellschaft
  stetig  sortgeschritten  ist  und  günstige  Ergebnisse
geliefert  hat.  Das  Kapitalvermögen  ist  von  1551.0000
Mark  auf  2000  000  Mark  erhöht,  und  um  einzelnen
Geschäftszweigen  größere  Selbständigkeit  zu  verleihen,
find  für  sie  die  „Swakopmunder  Handelsgesellschaft"
und  die  „Swakopmunder  Buchhandlung“  als  besondere
  Gesellschaften  gegründet  worden.  Die  Zahl  der
Angestellten  und  Arbeiter  in  Südwestafrika  ist  schon
ziemlich  erheblich,  der  Werth  des  Viehbestandes  hat
sich  gegenüber  dem  Vorjahre  wesentlich  erhöht.  In
Swakopmund  hat  die  Gesellschaft  ein  Bankgeschäft
und  eine  Sparkasse  errichtet.  Die  letztere,  die  am
15.  März  1900  eröffnet  wurde,  hat  offenbar  einem
in  Swakopmund  vorhandenen  Bedürfnisse  entsprochen;
denn  es  sind,  wie  von  Seiten  des  Vorstandes  in

 

9  —

der  Hauptversammlung  mitgetheilt  wurde,  bis  zum
15.  Oktober  1900  nicht  weniger  als  165  697,35  Mk.
in  dieselbe  eingelegt  worden.  Davon  wurden  im
Ganzen  46  587  Mk.  wieder  abgehoben,  so  daß  am
15.  Oktober  noch  ein  Bestand  von  119  110,35  Mk.
an  Spareinlagen  verblieb.

Die  finanzielle  Lage  der  Gesellschaft  hat  sich  im
dem  Geschäftsjahr  1899/1900  nicht  unwesentlich
verbessert.  Der  Verlustsaldo,  welcher  bisher  regelmäßig
  in  den  Jahresbilanzen  erschienen  war  und  im
Jahre  1898/99  noch  83  347.17  Mk.  betragen  hatte,
ist  verschwunden,  und  es  blieb  zum  ersten  Mal  ein
kleiner  Gewinn  auf  neue  Rechnung  vorzutragen.
Dieses  verhältnißmäßig  günstige  Ergebniß  ist  hauptsächlich
  dem  Umstande  zu  verdanken,  daß  die
beiden  Filialen  in  Swakopmund  und  Lüderitzbucht
dieses  Mal  erheblich  höhere  Ueberschüsse  geliefert
haben  als  in  den  Vorjahren.  Nach  Vornahme
beträchtlicher  Abschreibungen  brachte  die  Station
Swakopmund  55  900  Mk.,  die  Station  Lüderitzbucht
43  239  Mk.  (zusammen  99  139  Mk.)  Reingewinn.

Die  Hauptversammlung  nahm  den  Geschäftsbericht
des  Vorstandes  nebst  Jahresrechnung  entgegen  und
ertheilte  dem  Vorstande  sowie  dem  Verwaltungsrath
die  beantragte  Entlastung.

 

RAus  dem  Bereiche  der  Wisstonen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Das  Blatt  „Die  evangelischen  Missionen“  theilt
mit,  daß  das  mit  lebhaftem  Interesse  erwartete
Wörterbuch  der  Kaffernsprache  von  D.  Kropf
erschienen  ist.  Dasselbe  umfaßt  fast  500  Seiten  im
größten  Oktavformat  und  enthält  gegen  18.000  Artikel.
Jedes  einzelne  Wort  ist  auf  das  Sorgfältigste  behandelt,
  wichtigere  nehmen  nicht  selten  eine  ganze
Spalte,  bisweilen  eine  ganze  Seite  ein.  Eine  große
Anzahl  von  Redewendungen  und  Sprichwörtern  erläutert
  die  verschiedene  Bedeutung,  die  das  einzelne
Wort  annehmen  kann.  Viel  Aufmerksamkeit  haben
die  Thier-,  Pflanzen=  und  Ortsnamen  erfahren.  Man
findet  auch  reiche  Belehrung  über  die  anthropologischen
  Verhältnisse,  über  kaffrisches  Leben,  Emrichtungen
  und  Sitten.  Kurzum,  das  Buch  bildet  eine
Fundgrube  für  alte  und  junge  Missionare,  für  Beamte,
  denen  die  Pflege  des  Volkes  anvertraut  ist,
für  Dolmetscher,  Lehrer,  Studenten,  Kaufleute,  europäische
  Sprachforscher  und  Alle,  die  mit  den  Kaffern
zu  thun  haben.  Daß  die  Kaffernsprache  den  Schlüssel
zu  den  zahlreichen  Bantusprachen  in  Süd=  und
Mittelafrika  bildet  und  die  meisten  Kaffersitten  allen
diesen  Bantuvölkern  gemein  sind,  erhöht  die  Bedeutung
  dieses  Wörterbuches.

Im  „SEvangel.-lutherischen  Missionsblatt“  wird
aus  Afrika  Folgendes  berichtet:

„Die  schon  wiederholt  vom  Chef  Johannes
beantragte  Errichtung  einer  Militärstation  am
        <pb n="61" />
        Meruberge  ist  nunmehr  genehmigt  worden.  Zum
Chef  derselben  wurde  Oberleutnant  Graf  Fugger,
bisher  in  Dar-es-Salcn,  ernannt.  Wir  freuen  uns
dessen  aus  doppelten  Gründen.  Einerseits  weil  zu
hoffen  ist,  daß  die  Errichtung  dieser  Militärstation
die  Strafexpeditionen  gegen  die  Aruschaleute  in  Zukunft
unnöthig  machen  wird.  Andererseits  hoffen  wir,  daß
nun  bald  die  Zeit  kommen  wird,  da  am  Meru  dauernd
friedliche  Zustände  herrschen,  so  daß  unsere  Missionare
im  Stande  sind,  die  Arbeit,  die  von  den  Brüdern
Segebrock  und  Ovir  begonnen  werden  sollte,  wieder
aufzunehmen.  Die  Konferenz  der  Dschaggamissionare
ist  mit  den  entsprechenden  Weisungen  versehen.  Die
Wahl  des  geeigneten  Zeitpunktes  muß  ihrer  Beschlußfassung
  anheimgestellt  werden.“

In  Betreff  der  neuen  Station  Schigitini  in
Nord-Pare  meldet  Miss.  Fuchs,  daß  Br.  v.  Hopffgarten
  am  7.  August  daselbst  angekommen  ist  und
seitdem  den  Aufbau  eines  soliden  Wohnhauses  so
weit  gefördert  hat,  daß  er  Anfang  Dezember  damit
fertig  zu  sein  hofft.  Miss.  Bleicken  ist  auf  seiner
Reise  nach  dem  Kilimandjaro  am  20.  Oktober  wohlbehalten
  in  Jimba  eingetroffen.

 

Dem  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“  wird
aus  dem  Unyamwesigebiet  (Deutsch-Ostafrika)
geschrieben,  wie  folgt:  4

„Br.  Stern  hat  die  letzte  Hand  an  eine  lange,
mühsame  Arbeit  gelegt.  Es  war  dies  der  erste  Entwurf
  einer  Grammatik  und  eines  dazu  gehörigen,
ausführlichen  Wörterverzeichnisses  in  der  Sprache  der
Wanyamwesi.  Und  mit  gleicher  Post  konnte  Br.
Dahl  das  Ergebniß  seiner  sprachlichen  Arbeiten,  die
Zusammenstellung  eines  Lexikons,  einsenden.  Br.
Stern  begann  das  Werk  im  Februar  1899  und
Br.  Dahl  seine  Arbeit  wohl  noch  früher,  und  beide
Brüder  haben  oft  bis  tief  in  die  Nacht  gesessen
und  über  die  fremden  Laute  und  ihre  schriftliche
Fixirung  nachgesonnen.  Br.  Meier  stand  ihnen
dabei  treulich  mit  Rath  und  That  zur  Seite.

Nun  aber  der  Hauptgrund  der  freudigen  Stimmung!
Der  Herr  hatte  unseren  Brüdern  in  jüngster  Zeit
sichere  Anzeichen  gegeben,  daß  ihre  Missionsarbeit
nicht  nur  nicht  vergeblich  sei,  sondern  durch  merklichere
Zuneigung  zum  Evangelium  belohnt  werde.  Schon
der  Schulbesuch  nahm  erfreulicherweise  zu.  Bruder
Stern  hatte  in  seiner  Klasse  17  junge  Männer,
und  die  Zahl  der  Kinder,  die  unter  Br.  Dahls
Leitung  in  die  Wissenschaften  eingeführt  werden,  wird
sicher  jetzt,  wo  die  langersehnte  Schreiblesetafel  eingetroffen
  ist,  noch  erheblich  wachsen."

 

Der  Zeitschrift  „Gott  will  es“  entnehmen  wir
solgende  Nachrichten  aus  Unyanyembe  (Mission
der  Weißen  Väter):

„Am  31.  Oktober  langte  der  apostolische  Vikar
Bischof  Gerboin  in  Muyoga  an  und  reiste  drei
Tage  später  wieder  ab,  um  seine  Visitationsreise
fortzusetzen.  Auch  wünschte  er  in  Begleitung  des

10

 

P.  van  der  Burgt  und  womöglich  des  P.  Astruc
nach  Usige  zu  gehen,  um  sich  mit  der  dortigen  deutschen
  Behörde  über  einige  Sachen  zu  berathen.  Am
8.  Dezember  kehrte  er  aus  Mugera  nach  Muyoga
zurück  und  besuchte  von  dort  aus  in  Begleitung  des
P.  van  der  Wee  Uschirombo.  Die  Reise  dorthin
wurde  in  sechs  Tagen  zurückgelegt.“

Ueber  die  Mission  Mariahilf  in  Uschirombo
schreibt  P.  Schnee:

„Mariahilf“  ist  eine  hübsche  Pfarrgemeinde  für
die  hiesigen  Umstände:  einige  Tausend  Christen  wohnen
regelmäßig  dem  Gottesdienste  in  der  schönen  Kirche
bei,  welche  vor  zwei  Jahren  von  Bruder  Timotheus
erbaut  wurde.  Dieselbe  ist  in  Kreuzform  gebaut  und
mißt  35  m  Länge,  10  m  Breite.  Sonntags  ist  diese
Kirche  zu  klein,  alle  Gläubigen  zu  fassen;  dies  zeigt,
daß  die  Pfarrkinder  ihren  Christenpflichten  treu
nachkommen.“

Demselben  Missionsblatt  entnehmen  wir,  daß
P.  Gosseau  (von  den  Weißen  Vätern)  in  Msalala
gestorben  ist.  Sein  Nachfolger  ist  P.  van  der  Wee
geworden.

Im  „Missionsfreund“  wird  berichtet:

„Am  29.  Oktober  haben  wir  einen  Missionsarzt
  nach  Deutsch-Ostafrika  abordnen  können,
den  Dr.  Franz  Schröter  aus  Klein-Paschleben  in
Anhalt,  der  in  Würzburg  sein  Staatsegamen  gemacht
hat.  Liebe  zur  Mission  hat  ihn  bewogen,  sich  bei
uns  zu  melden.  Er  ist  mit  seiner  jungen  Frau  am
9.  November  in  Neapel  zu  Schiff  gegangen,  denn
sein  Bestimmungsort  ist  Ostafrika.  Dort  soll  er
unseren  Missionaren  und  den  Eingeborenen  mit
seiner  Kunst  dienen  und  dem  Evangelium  in  den
Heidenlanden  die  Wege  bahnen  helfen.“

 

Den  „Missionsblättern",  dem  Organ  der  Bernediktus-Genossenschaft,
  entnehmen  wir  folgende  Nachrichten
  aus  der  Mission  zu  Nyangao  in  Deutsch-Ost-Afrika:


„Die  hiesige  Missionsstation,  am  Nyangaoflüßchen
gelegen,  wurde  am  3.  September  1896  gegründet.
Infolge  ihrer  ungesunden  Lage  an  der  breiten,
sumpfigen  Thalniederung  des  Lukulediflusses,  der  hier
die  Nyangoawasser  aufnimmt,  war  häufig  Personenwechsel
  nothwendig,  wodurch  die  eigentliche  Missionirung
  empfindlich  im  Rückstand  blieb.  Meine  Versuche,
  die  Gesundheitsverhältnisse  zu  bessern,  haben
kaum  einen  Erfolg  gehabt,  doch  hat  die  eigentliche
Missionsthätigkeit  mit  Gottes  Hilfe  eine  erfreuliche
Entwicklung  genommen.

Das  hiesige  Missionspersonal  zählt  zur  Zeit  einen
Pater,  einen  Bruder,  fünf  schwarze  Hülfslehrer
(theils  selbst  erzogen),  ferner  drei  Missionsschwestern
und  eine  schwarze  Hülfslehrerin.  Der  Gesundheitszustand
  war  während  der  sehr  ungesunden  Regenzeit
#immerhin  verhältnißmäßig  annehmbar,  wenn  auch
minder  heftige  Malaria,  Nesselfieber,  Rheumatismus
u.  s.  w.  nicht  seltene  Gäste  waren.
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        11

 

 

ii

 

c  Ka.A

 

wWorc#s

 

e'oser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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5  2“
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        Die  Gesammtzahl  der  Chriften  auf  hiesiger
Station  hat  bereits  die  Zahl  170  überstiegen,  die
der  Taufbewerber  300,  die  der  Zuhörer  insgesammt
600  bis  700.  Wegen  des  Zerstreutwohnens  der
Eingeborenen  und  der  Sprachverschiedenheit  ist  eine
Massenbekehrung,  wie  die  stark  bevölkerten  Landschaften
  an  den  großen  Seen  sie  verzeichnen,  hier
wohl  kaum  möglich,  die  Christianisirung  der  hiesigen
Bevölkerung  erfordert  vielmehr  unermüdliche  Ausdauer
  und  Geduld  und  große  Aufopferung  der
geistigen  und  körperlichen  Kräfte.  Erfreulich  ist  hinwiederum
  zu  sehen,  doß  die  Bekehrten  den  Anforderungen
  der  christlichen  Religion  im  öffentlichen
wie  im  privaten  Leben  mit  der  nöthigen  Gewissenhaftigkeit
  nachzukommen  suchen,  vorausgesetzt,  daß
stetige  Kontrolle  vom  Missionar  ausgeübt  wird.

Neben  der  hiesigen  Mission  am  Nyangaoflusse
wurden  im  Laufe  dieses  Jahnes  fünf  auswärtige
Missionsschulen  und  Kapellen  gegründet  und  durch
schwarze  Katecheten  besetzt;  in  Kambona,  Chipite-Hatia,
  Nanganga,  Sijimbe,  Mpeme,  deren  Schülerzahl
  120  übersteigt;  eine  sechste  Nebenschule  im
Mawalewele  mußte  wegen  der  kulturfeindlichen
mohammedanischen  Bevölkerung  für  unbestimmte  Zeit
wieder  aufgehoben  werden.

In  diesen  Schulen  wird  als  erstes  Fach  Religion
gelehrt,  daneben  Schreiben,  Lesen  und  Rechnen.
Eine  Mädchenschule  befindet  sich  nur  auf  der  hiesigen
Mission  und  wird  von  der  Schwesteroberin  und
einer  schwarzen  Hülfslehrerin  geleitet,  während  die
weibliche  Bevölkerung  auf  den  äußeren  Stationen
vom  Missionar  und  Katecheten  zugleich  mit  der
männlichen  Bevölkerung  nur  in  der  christlichen  Lehre
unterrichtet  wird.  Die  Zahl  der  Schülerinnen  beträgt
  auf  der  hiesigen  Mission  etwa  dreißig.

Neben  der  Schularbeit  widmen  sich  die  Schwestern
der  Krankenpflege  der  Eingeborenen.  Em  aus  Bambus
  errichtetes  Spital  wird  noch,  so  Gott  will,  in
diesem  Jahre  durch  ein  geräumiges,  aus  Luftziegeln
erbautes  Krankenhaus  ersetzt.  Wöchentliche  Krankenbesuche
  in  der  Umgegend  werden  von  den  Schwestern
besorgt.  Die  ganze  Krankenpflege  geschieht  unentgeltlich,
  um  die  Anhänglichkeit  und  das  Zutrauen
der  noch  sehr  scheuen  Bevölkerung  zu  gewinnen.

Was  die  materielle  Entwicklung  der  Station
betrifft,  so  besteht  dieselbe  aus  zwei  geräumigen
Wohnhäusern,  die  von  meinen  Vorgängern  in  den
Jahren  1897  bis  1898  erbaut  worden  sind  und
etwa  160  m  auseinander  liegen.  Ferner  wurden  in
den  letzten  drei  Vierteljahren  von  mir  zwei  Schulhäuser
  hinzugefügt,  mehrere  Magazine  und  Stallungen,
und  soeben  befindet  sich  eine  30  m  lange  Kirche  im
Bau,  da  die  frühere  Kapelle  durch  Feuersbrunst
zerstört  ist.  Sämmtliche  Bauten  sind  aus  geformten
Luftziegeln  unter  Aufsicht  des  Bruders  Gereon  erbaut
  worden.  Die  Bedachung  ist  theils  Lehm,  theils
Gras,  theils  Wellblech.  Für  Erlernung  europälscher
Handwerke  konnte  somit  der  Bevölkerung  nur  Zimmerei
  und  Maurerei  zugänglich  gemacht  werden.

11

 

Hierin  zeigte  sich  unter  derselben  etne  im  allgemeinen
befriedigende  Geschicklichkeit.

In  landwirthschaftlicher  Beziehung  wurden  die
verschiedensten  Versuche  angestellt.  Die  Negergemüse
und  afrikanischen  Getreide  gedeihen  in  den  Niederungen
  des  Nyangao  und  Lukulediflusses  sehr  gut,
doch  heuer  ist  infolge  der  Regenverspätung  die  Ernte
hoffnungslos,  und  es  steht  Hungersnoth  bevor.  Auf
den  sandigen  Hügeln  und  Uferböschungen  geben
Mohogo=  und  Erdnußvflanzungen  dankbare  Erträgnisse;
  besondere  Mühe  wurde  von  der  Mission  für
Anbau  von  europäischen  Gemüsearten  angewendet.
Wie  die  Erfahrung  zeigte,  kommen  während  der
eigentlichen  Regenzeit,  Februar  bis  April,  die  europäischen
  Gemüse  nur  sehr  schlecht  oder  gar  nicht
auf,  die  trockeneren  Monate,  August  bis  Dezember,
sind  bei  hinreichender  Bewässerung  für  den  europäischen
  Gemüsebau  die  geeignetsten.  Ein  großer
Gemüsegarten  wurde  im  verflossenen  Jahre  an  den
Uferböschungen  des  Nyangao  angelegt.  Die  vergangenen
  Februar  auftauchenden  Heuschreckenlarven
wurden  von  der  Schwester  Oberin  durch  den  Heuschreckenpilz
  vernichtet.  Größere  Anpflanzungen  von
Erdnüssen  und  Mohogo  sind  in  Angriff  genommen.
Garten  und  Stationswege  wurden  mit  Fruchtpflanzen,
wie  Palmen,  Mapapei,  Mango,  Orange  und  Ananas,
besetzt,  doch  ist  deren  Fortkommen  recht  mäßig.

Für  die  Viehzucht  ist  die  ungesunde  Lage  der
Station  sowie  das  hiesige  echt  tropische  Klima  jedenfalls
  höchst  nachtheilig.  Besonders  europäische  Thierrassen
  werden  hier  kaum  als  fortpflanzungsfähig  befunden;
  während  in  der  trockenen  Jahreszeit  trotz
Mangels  an  Gras  und  sonstiger  frischer  Nahrung
sich  sämmtliches  Vieh:  Esel,  Schweine,  Rinder,  Ziegen,
Enten  und  Hühner,  wohl  befindet,  erscheinen  während
der  Regenzeit  infolge  der  heftigen  Ausdünstungen  in
Wald  und  Thal  nur  allzu  häufig  Erkrankungen  an
Nesselfieber  bei  den  Schwemen,  Räude  und  Kolik
bei  den  Ziegen,  langsames  Abmagern  bei  den  Eseln,
Rindern  und  Geflügel  trotz  der  frischen  Grasnahrung.
So  verlor  unsere  Station  durch  Krankheit  während
der  Regenzeit  acht  Schweine,  39  Ziegen,  eine  große
Anzahl  Enten.  Esel  und  Rinder  haben  diese  Monate
noch  am  besten  überstanden,  weshalb  wir  die  Zucht
dieser  Thiere  nun  in  den  Vordergrund  stellen.  An
geeigneten  Stallungen  und  an  Pflege  hat  es  nicht
gesehlt.  Wir  haben  reinliche  und  praktische  Ställe.
Eine  rentable  Oekonomie  erscheint  auf  hiesiger  Station
fast  als  unmöglich.

Auf  dem  nur  eine  Stunde  nordwärts  gelegenen
Plateau  habe  ich  eine  Erholungsstation  gegründet.
Dort  entspringt  eine  eisenhaltige  Quelle  mit  beständigem
  Flusse.  Dort  ist  frischere  Luft,  ein  schöner,
ausgedehnter  Waldpark.  Ueberdies  hat  man  eine
herrliche  Aussicht  bis  über  Masasi  und  Lukuledi.“

 

P.  Nachtwey  schreibt  in  der  Zeitschrift  „Maria
Immaculata“  über  Swakopmund,  den  Hafenort
in  Deutsch-Südwestafrika,  Folgendes:

4
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        „Br.  Bast  soll  Stecklinge  und  alle  möglichen
Samensorten  aus  unserem  Garten  in  Kl.-Windhoek
holen,  behuss  Verpflanzung  in  den  neuen  Missionsgarten
  von  Swakepmund.  Kann  man  es  uns  verargen,
daß  wir  uns  recht  berzlich  gefreut  haben,  als  wir  von
der  Erstlinge  frucht  unseres  Gartens  genießen  konnten?
Ob  die  Bäume  dem  Ostwinde  widersteben  können,
wird  sich  zeigen.  Bis  jetzt  hat  noch  Niemand  den
Beweis  erbringen  können,  weil  noch  Niemand  solche
gepflanzt  hat.  Die  Hauptsache  bei  der  Anlegung
eines  Gartens  ist  daher,  neben  der  richtigen  Komposition
  des  Bodens  ein  schüpender,  möglichst  hoher
Zaun.  Da  man  dazu  nur  Bretter  oder  Wellblech
gebrauchen  kann  (sonst  giebt  es  hier  zu  Lande  nichte),
leuchtet  es  ein,  daß  die  erste  Auslage  sich  gleich
hoch  beläuft.  .

Erfreulich  ist  die  Erscheinung,  daß  in  Swakopmund
  regelmäßig  an  Sonn=  und  Festtagen  ein  vorschriftemäßiges
  Hochamt  gehalten  werden  kann.“

Deiselbe  Missionor  schildert  eine  Fahrt  auf  der
Eisenbahn  in  Deutsch=  Südwestaftrika,  wie  folgt:

„War  das  doch  eine  geheime  Freude  für  mich,
als  ich  mich  reisefertig  machte,  um  die  katholischen
Arberter  am  Unterbau  unserer  neuen  Bahn  zu  desuchen
  und  dort  Goltesdienst  abzuhalten.

Am  2.  Juli  1900  ist  die  Eisenbahnstrecke  Jakalswater—Karibib
  dem  Verkehr  übergeben  und  der
regelmäßige  Betrieb  zwischen  Swakopmund  und
Karibib  croffnet  worden.  Die  Strecke  Swakopmund—
Karibib  hat  eine  Länge  von  194  km,  das  ist  ziemlich
genau  die  Hälfie  der  Enmfernung  von  Swakopmund
nach  Windhoek.  Dem  Personenverkehr  auf  der  Strecke
dient  sortan  ein  vorläufi  einmal  wöchentlich  in  beiden
Richtungen  laufender  Zug,  der  alle  Donneistag  von
Swakopmund  und  alle  Montag  von  Karibib  abgelassen
  wird.  Duieser  Zug  legt  die  Strecke  in  einem
Tage  zurück:  er  verlaßt  Swakopmund  morgens  um
6¼  Uhr  und  erreicht  Karibib  abends  um  8  Uhr
20  Min.  Die  ganze  Fahrzeit  beträgt  in  der  Richtung
  Swakopmund—Karibib  14  Stunden  5  Minuten,
in  der  Richtung  Karibib  —  Swakopmund  14  Stunden.
Ein  längerer  Aufenthalt  —  von  1  Stunde  —  findet
nur  mutags  mn  Jakalswater  statt.  Auf  den  übrigen
insnesammt  elf  Stationen  ist  ein  Aufenthalt  von
durchgängig  zehn  Minuten  vorgesehen.  Die  Fahrgeschwindigkeit
  beträgt  somit,  wenn  rund  drei  Stunden
auf  die  Aufenthaltszeiten  gerechnet  werden,  im  Durchschnitt
  17,64  km  in  der  Stunde.  Außer  dem  wöchentlichen
  Personenzuge  werden  fahrplanmaßig  täglich
zwei  Züge  in  jeder  Richtung  abgelassen,  em  Güterzug.
  der  auch  Personen  befördert,  aber  ohne  Einstellung
  von  Personenwagen,  und  ein  Bedarsszug,
der  nur  zur  Beförderung  von  Betriebs=  und  Baubedürfnissen
  dient.  Die  Spurweite  der  Bahn  beträgt
nur  60  cm.  ·

Die  Bahn  bedeutet  für  unser  Land  einen  ganz
bedeutenden  Fortschritt,  sie  hat  die  alten,  unhaltbaren
Verhältnisse  umgestürzt  und  bessere  geschaffen.  Früher
brauchte  ein  Ochsenwagen  sechs  bis  sieben  Tage,  was

12

 

die  Bahn  in  einem  Tage  macht.  Die  offenen,  mit
Segelleinen  bedeckten  Wagen  sollen  demnächst  durch
geschlossene  ersetzt  werden.  Es  ist  nicht  so  warm,
daß  die  offenen  Wagen  immer  erwünscht  wären.
An  Sehenswürdigkeiren  giebt  es  die  ersten  40  km
absolut  nicts.  Nach  45  km  läuft  die
Bahn  in  döas  trockene  Flußbett,  daos  sich  am  Fuße
zweier  mächtiger  Gebirgsketten  hinzieht.  Hausbobe,
ja  thburmhohe  Felsen  bringen  Abwechselung  in  die
Sand=  und  Steinwüste.  Wer  sich  für  diese  Art
Naturschönheit  interesfirt,  bekommt  wahrhaft  Großartuges
  zu  sehen.  10  km  lang  hat  man  zu  beiden
Seiten  die  romantischsten  Anblicke  auf  wildzerrifsene
Felsen  oder  in  noch  wilder  dreinschauende  Thalschluchten.
  Früher  soll  hier  alles  mögliche  Wild
gebaust  haben;  sogar  Elefanten  will  man  hier  noch
vor  20  bis  30  Jahren  geiagt  haben  Die
Bahn  hat  an  einzelnen  Stellen  ganz  bedeutende  Steigungen
  zu  überwinden.  Beim  Verlassen  des  Flußbenes
  ist  dieselbe  1:  14.  Hier  kann  die  Lokomotive
nur  jedesmal  einen  Wagen  befördern.  Was  der
Zug  hier  an  Geschwindigkeit  einbüßt,  bolt  er  nachher,
oben  auf  der  Fläche,  wieder  ein.  Wenn  er  dann
mit  Windeseile  über  diese  Hochebene  läuft  und  einen
weiteren  Felsengürtel  durchbrochen  hat,  lieat  die
trostloseste  Strecke  hinter  uns.  Gras=  und  spärlicher
Baumwuchs  fangen  allmählich  an,  Berge  und  Thäler
in  ein  annehmbareres  Gewand  zu  kleiden.  Auch  die
Thierwelt  wind  nachgerade  wach  und  man  füblt  sich
beinahe  in  eine  andere  Welt  versetzt,  wenn  dast  Auge
überall  saftiges  Giün  sieht.  Doch  was  ist  das?  Da
heißt  es  plötzich:  Feuer!  Feuer!  Da  steht  mit  einem
Male  der  nachste  Viehwagen  in  lichterloher  Flamme.
Ein  Farmer  hatte  die  kostspielige  Reise  nach  Deutschland
  gemacht,  um  sich  für  seme  Farm  gutes.  deutsches
Zuchtoieh:  Bullen,  Schafe,  Schweine,  Federvieh  2c.
unzuschaffen.  Von  den  Merinoschafen  war  nur  ein
geringer  Prozentsatz  emgegangen.  Sebr  gut  war  den
beiden  Flensburger  Bullen  die  Seereise  bekommen:
glücklich  waren  sie  von  Bord  gelandet  und  auf  den
Eisenbahnwaggon  geladen.  Die  Verlader  hatten
jedoch  die  Unvorsichtigkeit  begangen,  vielleicht  aus
Gutmüthigkeit,  zwischen  den  Schafen  und  den  Bullen
eine  Scheidewand  aus  Heu=  und  Strobballen  zu
errichten.  Der  am  Morgen  heftig  wehende  Ostwind
hatie  das  Stroh  recht  trocken  gemacht,  und  nun  waren
einige  glühende  Kohlenstückchen  von  der  Lokomotive
durch  Uebertragung  des  Windes  auf  das  Heu  cgeflogen.
  Ein  Augenblick  genügte  dem  gierig  um  sich
fressenden  Elemente,  um  alle  Pläne  auf  Rettung  der
Bullen  zu  vernichten.  Es  gelang  mit  knapper  Noth,
die  Schafe  dem  Feuertode  zu  entreißen
Noch  einige  Male  hielt  das  Dampfroß  an
einsamen  Eisenbabhnstationen,  bis  es  mit  anderthalbstündiger
  Verspätung  in  Karibib,  dem  Ziele,
ankam.  Hier  empfing  mich  in  seiner  liebenswürdigen
Weise  Herr  Leutnant  Kell,  der  Leiter  der  Erdarbeiten
  am  Unterbau  der  Bahn.  Am  folgenden
Tage  wurden  die  Pferde  gesattelt,  die  uns  Beide  an
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        den  Ort  meinet  priesterlichen  Wirksamkeit  bringen
socten.  Gegen  5  Uhr  abends  sandie  ein  helles
Glöcklein  seme  Silbe  töne  in  die  Berge  und  verkünd#te
  allen  Arbeiterabtheilungen  Feierabend  und  Beginn
der  Andacht,  die  in  einigen  Gebeten  und  einer  Predigt
  bestand.  Sonntaog  war  seierlicher  Gottesdienst
in  Karidib  angesagt.  Die  katholischen  Bohnbeamten
find  für  diese  Gelegenheit  jeglichen  Dienstes  entbunden.
Um  9  ½  Uhr  begann  die  heilige  Messe,  bei  der  mir
mein  Neperknabe  aus  Swakopmund,  unser  treuer
Missiv,  diente.

Montag  verließ  ich  Karibib,  um  am  selben  Tage
is  Swakopmund  wieder  einzutressen.  Die  Rückfahrt
verlirf  ohne  sonderlichen  Zwischenfall.  Nur  einmal
bielt  der  Zug  ganz  plöslich.  Alles  wollte  erschreckt
hHinansrennen,  als  er  sich  wieder  langsom  in  Bewegung
  septe.  Dem  einen  Heizer  war  der  Tabaksbeutel
aus  der  Tasche  auf  die  Erde  gefallen,  und  den  durste
er  doch  nicht  in  der  Wüste  liegen  lassen!  —  So
geht's  in  Afrikao

Uus  fremden  Kolonien.

Regenzeit  in  Zansibar.

Aus  Sansibar  wird  berichtet,  daß  dort  in  den
lepten  Tagen  des  Oktobers  die  kleine  Regenzeit  begonnen
  hat.  Anfang  November  wehte  zeitweise
schwacher  Nordost-Monsun.

——.  —

Von  der  britischen  Ugandabahn.

Nach  einer  Belanntmachung  der  in  Mombassa
erscheinenden  „Official  Gazette  für  Uganda“  vom
23.  Oktober  ist  der  Verkehr  auf  der  Ugandaobahn  bis
Clementeia  (429  engl.  Meilen)  und  NMgotta  (439  engl.
Meilen)  eröffnet  worden.  Am  1.  November  sollte
auch  dee  Strecke  bis  Nakuru  (448  engl.  Meilen)  dem
Berkehr  übergeben  werden.  Es  ist  indessen  nicht
gestatet,  lebendes  Gewicht  über  die  provisorische
Drahtseilbahn  am  Ostabhang  der  ostafiikanischen
Einsenkung  zu  versenden.  Bei  Beförderung  von
todtem  Gewicht  über  diese  Strecke  wird  ein  Zuschlag,
der  dem  Frachtpreis  für  20  Meilen  entspricht,
erhoben.

——–—  ——  ——

Berschicdene  Mittheilungen.

Vorlefung  über  Nolontal-  und  Ronsularrecht.

Der  Justizrath  im  Reichs-Marine-Amt,  Herr
Dr.  O.  Köbner,  wird  vom  15.  Januar  bis  15.  März
1901  im  großen  Hörsaal  des  Seminars  für  orienwlische
  Sprachen,  Berlin  C.,  Am  Zeughause  1,  eine
öffentliche  und  nunentgeliliche  Vorlesung  über  „das
deussche  Kolonial=  und  Konsularrecht  nach  den  am
1.  Jannar  1901  in  Kraft  tretenden  Gesetzen  und

13

 

Verordnungen“  zweimal  in  der  Woche  (Dienstags
und  Freitags,  nachmittags  4  bis  5  Uhr)  halten.  Der
Beiuch  dieter  Vorlesung  steht  allen  Angehörigen  des
Seminars  für  orientalische  Sprachen,  der  Universität
zu  Berlin  und  der  übrigen  akademischen  Hochschulen
Berlms  frei.  Personen,  welche  nicht  dem  orientalischen
  Seminar  der  Universirät  oder  den  übrigen
akademischen  Hochschulen  Berlirs  angebören,  werden
ersucht.  falls  sie  diese  Vorlesung  zu  besuchen  wünschen,
ihren  Nomen  im  Bureau  des  Semmars  abzugeben
oder  an  dasselbe  cinzuschicken.

 

Damburgs  dandel  mit  den  deutschen  Schutzgebieten
im  Jahre  1299.

Den  vom  handelsstanstischen  Bureau  zusammengestellten
  „Tabellarischen  Uebersichten  des  Hamburgischen
  Handels  im  Jahre  1899“  entnehmen  wir
folgende  Angaben:

Gewicht  und  Werth  der  Einfuhr  betrugen  im
Jahre  1898  aus  Deutsch-Westafnika  (Deutsch=  Südwestafrika,
  Kamerun,  Togo)  111  253  dz  bezw.
5  293  210  Mk.,  im  Jahre  1899  133  069  dz  bezw.
6  998  760  Mk.,  also  mehr  1  705  550  Mk.;  aus
Deutsch-Ostafrika  im  Jahre  1898  6955  dez  bezw.
1  099910  Mk,  im  Jahre  1899  7129  dz  bezw.
1  267  .090  Mk.,  also  mehr  227  180  Mk.;  aus  den
Südsee-Inseln  im  Jahre  1898  16  151  d  bezw.
570  900  Mk.,  im  Jahre  1899  26  193  dz  bezw.
1  070  750  Mk.,  also  mehr  499  850  Mk.

Nach  Hauptwaarengruppen  belief  sich  der
Werth  der  Einfuhr  im  Jahre  1899  aus  Deutsch-Westafrika.
  Deutsch-Ostafrika  und  den  Südsee-Inseln
für  Verzehrungsgegenstände  auf  351  890  Mk.  bezw.
120  990  bezw.  206  630  Mk.,  für  Rohstoffe  und
Halbfabrikate  auf  6  595  180  Mk.  bezw.  1  087  470
Mk.  bezw.  850  000  Mk.,  für  Kunst=  und  Industrieerzeugnisse
  auf  51  590  Mk.  bezw.  6620  Mk  bezw.
14  120  Mk.,  an  Kontanten  und  edlen  Metallen  auf
81  880  Mk.  bezw.  (aus  den  Südsee-Inseln)  auf
2020  Mk.

Die  Ausfuhr  aus  Hamburg  nach  Deutsch-Westafrika
  (Togogebiet  und  Kamerun)  belief  sich  im  Jahre
1895  auf  82  671  dz  im  Werthe  von  2  790  060  Mk.,
im  Jahre  1896  auf  99  406  dz  im  Werthe  von
3294780  Mk.,  im  Jahre  1897  auf  116  833  drz
im  Werthe  von  4267  750  Mk.,  im  Jahre  1898
auf  149  106  dz  im  Werthe  von  5  327  120  Mk.,
im  Jahre  1899  auf  147  783  dz  im  Werthe  von
6  166  610  Mk.;  nach  Deutsch-Südwestafrika  einschl.
Walfischbay  im  Jahre  1895  auf  15  796  dz  im
Werthe  von  1  432  860  Mk.,  im  Jahre  1896  auf
31  719  dz  im  Werthe  von  2  405  160  Mk.,  im
Jahre  1897  auf  91  347  dz  im  Werthe  von
3  635  370  Mk,  im  Jahre  1898  auf  89  103  dz
im  Werthe  von  4  055  420  Mk.,  im  Jahre  1899
auf  161  782  dz  im  Werthe  von  6  003  250  Mk.;
nach  Deutsch-Ostafrika  im  Jahre  1895  auf  31330  dz
        <pb n="67" />
        —  14  —

im  Werthe  von  1  569  630  Mk.,  im  Jahre  1896  1247  dz  im  Werthe  von  113  090  Mk.,  im  Jahre
auf  59  558  dz  im  Werthe  von  1  331  460  Mk.,  im  1896  auf  10  401  dz  im  Werthe  von  152  480  Mk.,
Jahre  1897  auf  24553  dz  im  Werthe  von  im  Jahre  1897  ausf  1273  dz  im  Werthe  von
1537  290  Mk.,  im  Jahre  1898  auf  36  327  dz  im  124220  Mk.,  im  Jahre  1898  auf  1327  d  im
Werthe  von  2  106  540  Mk.,  im  Jahre  1899  auf  Werthe  von  143  580  Mk.,  im  Jahre  1899  auf
43  697  dz  im  Werthe  von  2  058  220  Mk.;  nach1455  dz  im  Werthe  von  121  520  Mk.

Neu-Guinea  im  Jahre  1895  auf  588  dz  im  Werthe
von  36  050  Mk.,  im  Jahre  1896  auf  351  dz  im
Wertbe  von  22  470  Mk.,  im  Jahre  1897  auf
262  dz  im  Werthe  von  13  640  Mk.,  im  Jahre  1899  Titkerakur-erxeichnik.
auf  790  dz  im  Werthe  von  65  220  Mk.;  nach  dem

;  Dr.  Wohltmann,  Bericht  über  seine  Togo-Bismarck-Archipel
  im  Jahre  1895  auf  551  d=  im  gigt!  ann,  WV.  im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung

Werihe  von  73  180  Mk.,  im  Jahre  1896  auf  des  Auswärtigen  Amtes  im  Dezember  1899.  Mit  einer
8843  dz  im  Werthe  von  158  900  Mék.,  im  Jahre  Karte  und  20  Abbillungen  Mk.  2,—.
1897  auf  1242  dz  im  Werthe  von  113  110  Mk.,  Kolontal-Wirschaftliches  Komitee,  Berlin.

im  Jahre  1898  auf  1501  dz  im  Werthe  von  Dr.  Velten,  C.:  Grammatik  des  Kinyamuesi.

zin  h  Mk.,  im  Nrtn-  1899  auf  2190  a  zr  Pcec  8  Aleues,„von  Unganyemde,  nebst  Wort-»
  verzeichni

Werthe  von  202  520  Mk.;  nach  den  Karolinen  im  .  Vandenhoek  &amp;amp;  Ruprecht,  Göttingen.

Jahre  1895  auf  6  dz  im  Werthe  von  600  Mk,Dr.  Ziemann,  H.;  Ueber  die  Beziehungen  der  Moskitos

im  Jahre  1896  auf  2  dz  im  Werthe  von  1570  Mk.,  zu  den  Malariaparasiten  in  Kamerun.  —  Zweiter

im  Jahre  1898  auf  72  dz  im  Werthe  von  8090  Mk.,  Bericht  über  Malaria  und  Moskitos  an  der  afrikanischen

mm—us-/]  Ö  2

nach  den  Marshall-Inseln  im  Jahre  1895  auf  Wochenschrift“,  G.  Thieme,  Leipzig.

 

—

 

 

 

Derkehrs  -Machrichten.

Die  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  hat  unter  dem  14.  August  1900  mit  der
Woermann-Linie  in  Hamburg  einen  Schifffahrtsvertrag  abgeschlossen,  der  am  1.  Januar  1901  in
Krast  tritt.  Er  enthält  folgende  das  Publikum  interessirende  Bestimmungen:

1.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  eine  regelmäßige  einmonatliche  Dampferverbindung
zwischen  Hamburg—  Swakopmund  —Lüderitzbucht  und  eine  vierwöchentliche  zwischen  Kapstadt
und  Lüderitzbucht—  Swakopmund  einzurichten  und  zu  gewährleisten.  Jede  Fahrt  von  Hamburg
nach  Swakopmund  soll  nicht  länger  als  etwa  30  Tage  dauern,  wobei  Einverständniß  darüber  herrscht,
daß  auf  der  Ausfahrt  zwischen  Monrovia  und  Mossamedes  Häfen  nicht  angelaufen  werden  dürfen.  Auch
ist  die  Linie  gehalten,  mindestens  ein  Mal  im  Jahre  eines  der  Schiffe  zum  Transport  von  Epplosivstoffen
  nach  dem  Schutzgebiet  einzurichten  bezw.  erforderlichen  Falles  emen  Extradampfer  zu  dem  genannten
Zwecke  einzulegen.

2.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich  ferner,  innerhalb  zweier  Jahre,  vom  Tage  des  Inkrafttretens
  dieses  Vertrages  an  gerechnet,  zwei  größere  Seedampfer  von  je  etwa  5000  Tons  neu  zu  erbauen
und  dieselben  innerhalb  dieser  Zeit  in  den  Betrieb  dieser  Linie  einzustellen.

3.  Es  sind  zu  zahlen  an  Frachtsätzen  zwischen  Hamburg—  Swakopmund  bezw.  Lüderitzbucht  für
1  chm  oder  1000  kg:

Tarif.

a)  Briketts,  Kohlen  .  22½⅛  Mk.

b)  Bauholz,  Brennholz,  Bretter,  Cement,  Kall,  Kartoffeln,  Salz,  Seife,  Ziegelsteine  .  25

c)  Aexte,  Blechwaaren,  Drahtwaaren,  Düngemnutel,  Eisen,  Eisenwaaren,  eiserne  Töpfe,

Fässer  (leere),  Hacken,  Handwerkszeug,  Hauer,  Landwirthschaftliche  Geräthe,
Maschinen  und  Maschinentheile  aller  Art,  Säcke  (leere),  Schaufeln,  Schiefertafeln,
Schienen,  Steingut,  Wagen,  Wagentheile,  Wellblech,  Werg,  Zinnwaaren  30  =
4)  Bekleidungsstücke  (militärische),  Bier,  Blitzableiter,  Bücher,  Bureaumaterialien,
Fahrräder,  Farben  (trockene),  Filz.  Geldschränke,  Getreide,  Glaswaaren,  Haser,
Hängematten,  Laternen,  Leim,  Lichte,  Medikamente,  Mehl,  Messer,  Möbel,  Papier,
Proviant,  Reis,  Rum,  Sämereien,  Sprit,  Tabak,  Tauwerk,  Theer,  Thonwaaren,
Waffen,  Wein,  Zelte,  Zucker  ..  86
s)  Baumwollenwaaren,  Cigarren,  Drogen,  Farben  (streichfertige),  Instrumente  (musikalische
  und  wissenschaftliche),  Knöpfe,  Lampen,  Lederwaaren,  Leinenwaaren,  Liköre,
Messingwaaren,  Munition  (fertige),  Oel,  Parfümerien,  Perlen,  Petroleum,  Porzellanwaaren,
  Schirme,  Seidenwaaren,  Wollwaaren,  Zündhölzer  40

M
        <pb n="68" />
        15

t)  Für  Stücke  über  2000  kg  bezw.  2  chm  werden  50  péCt.  Zuschlag  gewährt,  für
Bieh  und  ausnahmsweise  große  Stücke  ist  die  Vereinbarung  besonderer  Sätze

erforderlich.

HSchießpulver.

h)  Boote  auf  Deck  bis  8  m  Länge  pro  Stück

i)  Ochsenwaagen,  bis  zu  10  chm,  das  Stück

k)  Kontanten  und  Werthgegenstände  ½  pCt.  vom  Werthe.
4.  Für  die  Einzelbeförderune  von  Personen  werden  folgende  Passagepreise  festgesetzt:

Klasse

=

7
Zwischendeck

àa  „
nà

—
—

à  Person  600  Mk.

45  Mk.
250
300

*

2
r—

Kinder  unter  einem  Jahre  zahlen  nichts,  Kinder  über  ein  Jahr  und  unter  15  Jahren  zahlen  ½16  des
vollen  Preises  für  jedes  Jahr  ihres  Alters,  wobei  das  angefangene  Jahr  für  voll  gerechnet  wird.
Bon  Südwestafrika  nach  Deutschland  reisende  Passagiere  sind  berechtigt,  von  Lagos  ab  die  Kamerundampfer
  der  Woermann-Linie  zu  benutzen,  insofern  genügend  Platz  vorhanden  ist.
5.  In  Anbetracht  der  zeitweillgen  bedeutenden  Steigerung  der  Kohlenpreise  wird  der  Woermann-Lmie
  das  Recht  eingeräumt,  zu  den  im  Tarif  unter  a  bise  festgesetzten  Frachtsätzen  bis  auf  Weii#eres  für

je  1  chm  oder  1000  kg  einen  Zuschlag  von  Mk.  2,50  zu  erheben.

Vorstehende  Bestimmung  hat  außer

Kraft  zu  treten,  sobald  die  Preise  für  englische  und  westfälische  Bunkerkohlen  auf  den  als  normal  anzusehenden
  Stand  von  14  bis  15  Mk.  pro  Tonne,  frei  in  die  Bunker  geliefert  und  getrimmt,  herabgegangen

  sind.
Wie  die

„Deutsch-Ostafrikanische  Zeitung“  hört,  wird  von  Anfang  des  Jahres  1901  ab  eine

Vostverbindung  nach  dem  Nyassa-See  von  Dar-es-Salám  über  Kisakki,  Mahenge,  Songea  nach
Wiedhasen  eingerichtet  werden.

Im  Verkehr  mit  Togo  und  Deutsch-Ostafrika  sind,  soweit  die  dortigen  Postanstalten  am
internationalen  Postanweisungsdienst  theilnehmen,  von  jetzt  ab  Nachnahmen  bis  zu  800  Mark  auf  eingeschriebenen
  Briespostsendungen  zulässig.

BVostdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schugebieten.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

Tanga  17—20  Tage
Dar-es-Sal.  18—21  Tg.
Tanga  18  Tage
Dar-es-Salm  19  Tage
Sansidar  20  Tage

Sansibar  18  Tage

am  15.,  18,  25.  Jan.
102  abds.

am  8.  jedes  Monats
10½  abde.

 

 

 

Lome  20  Tage
Lome  38  Tage
Klein-Popo  35  Tage
Klein-Popo  33  Tage

Cotonou  23  Tage

von  do  ab  Landverdindung

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landvervindung

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

am  28.  Januar
15  ums.

am  3.  jedes  Monats
10%½#  abds.

am  13.  jedes  Monats
10½  abds.

 

 

 

 

Nach  vom  Einschiffungshafen
  an  folgenden  Tagen
E
Neape  am  18.  Januar
(deuriche  Schiff,  9vms.
Brindist  4  am  20.  Januar
1.  D  .  Oftafrika.  (ensluschie  Schiffe)  10“  abds.
eutfch-Oafr  Brindist  am  27.  Jonuar
(englische  Schiffe)  100  abbs.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.
(ranzostiche  Schiffe)  40  nms.
Handurg  J  am  10.  jedes  Mts.  nachts
2  L0  (deussche  Schiffe))  am  20.jedes  Mts.
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  30.  Januar
Marseille  oder  Bordeaux  (engiuche  Schiffe)  .
magispktgngmdegMatsetlle  am  5.  jedes  Monats
Absenders.  )  (frongosiiche  Schiffe)  120  mittags
Bordea  am  15.  jedes  Monats
-  --.--..-("«"«s"’«!«:9’si«).-U!-V.W.sc--3.
  Deutsch-üdwestafrita..Southampton  am  12.  Januar
(Noch  Kectmanshoop.  Gibeon,  EriI's3s  ar-  40  ums.
Beibanen  und  Warmbad  mann-  Dampfer
wöchennich  dis  Kopstadt.  pler/
von  dort  weiter  alle  146  Lage  ambur  am  5.  jedes  Monats
aufj  dem  Landwege.)  (deutiche  Schiffe)  nachts
Lamburg  am  10.  jedes  Monats
(deursche  Schiffe)  nachts
1.  lamerun.  desgl.  am  Letßt.  jed.  Mts.  nachts
Liverpool  am  16.  Januar

 

(englische  Schiffe)

 

Luderitzbucht  20  Tage
Swalopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage

Luderigbucht  40  Tage

am  11.  Januar
18  ums.

am  5.  jedes  Monats
72  abds.

 

Kamerun  24  Tage

Kamerun  32  Tage
Kamerun  23  Tage

am  10.  jedes  Monats
7½  abds.

am  Legzt.  jed.  Mts.  7  wbd.

am  14.  Januar

 

18  ums.
5
        <pb n="69" />
        16

 

 

 

Nach

 

 

5.  Deutsch-Uen-Gninea,

Tarolinen,
Marianen.

 

6.  Marshall-  Inseln.

Neapel
(deuische  Schiffe)

 

 

 

am  23.  Januar

—  —  —  —.

 

—  —  —

 

Jaluit  50  Tage

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
vom  Ein  d  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Brindisi  am  20.  Januar  "6  Herbertshöhe  42  Tage  am  18.  Jan.  10„  abds.
(englische  Schiffe)  Huepangoer  *  2u.3
bertshöhe  51  Tage  lam  21.  Januar
Neapel  am  23.  Januar  *
ape  40  Tage  10  abds.
Geussche  Soiste  M  abds.  Saipan  36  Tage

am  21.  Jan.  1028  abds.

—  ––––□.=  —  —„  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  am  9.,  23.  Januar  Tsingtau  34  Tage  am  7.,  21.  Januar
7.  Niautschon.  (deursche  Schiffe)  90  abends  10#  abends
"v  brindift  be  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
m—m2  SIanzsssche  e  %d  10°  abendzs.  10  abends.
8.  LSamoa.  lernston!  am  13.  Jan.,  3.  Febr.  Apia  25  Tage  am  11.  Jan.,  1.  Febr.
San  Francisco)  15  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  1  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  ç  Von  hafen  in  Berlin
l  *  Plymouth.  %am  27.“  jed.  Monats
Deutsch-Ostafrira  Neapel  ..  am  6.5,  18.8Jan.  nv*½d*-3-J°“2  Marseille  ..  am  13.  Februar
Hlrindist...  am  20.  Januar  Deunsch-#en-Guinea.  Brindist  am  23.5  Januar
Marseille  .  am  16.  Janur  Srindista  .
—  marshal--Inseln...Brindit#...am  I17.*  Aprii

Deuisch-Lüdwestafrika
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.

 

Southampton  am  12.  Jan.,  9.  Febr.

 

 

—

Reapel.  am  9./,  23  Jan.

 

 

 

 

 

 

 

 

5)  fädl.  The  d.  Schutgeb.  a  am  5.,  19.  Januar  Niantschen  ...  ..  Brindisi  ..  am  6.,  20.  Januar
ii  u5u½  Southampton  5.  19.  Janua  Marseille  ..  am  1.,  16  Januar
"
NRamerun  ..  ..  ...  Plymouth.  am  2N.  jed.  Monats  Rarolinen,  Marianen  Brindisi.  .  .  am  23.8  Januar
Liverpool..  am  27.  Januar  gsamoaa  Southampion  am  7.,  28.  Januar
*  Fälligkeitstage  fur  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
Reise  Leyte  Nachrichten
ostdampfer
*  ttd  mwf  von  nach  bis  28.  Dezember  1900
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  ladet.
„Aline  Woermann“.  Hamdurg  «  Loango  am  7.  Dezember  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  Luderitzbucht  «  Hamburg  am  17.  Dezember  ab  Lagos.
„Carl  Woermann“  Hamdurg  Kotonou  am  28.  Dezember  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Loango  Hamburg  am  23.  Dezember  in  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  26.  Dezember  in  Conakry.
„Gertrud  Woermann“  Loango  »  Hamburg  am  16.  Dezember  von  Gabun.
„Gretchen  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  25  Dezember  in  Conakry.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  22.  Dezember  in  Antwerpen.
„Helene  Woermann“.  Hamdurg  Loango  am  19.  Dezember  in  Madeira.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Benguella  am  26.  Dezember  in  Loanda.
„Kurt  Woermann“  Swakopmund  Hamburg  am  21.  Dezember  in  Hamburg.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Loanda  am  11.  Dezember  in  Teneriffe.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Kotonou  am  21.  Dezember  ab  Hamburg.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  15.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  28.  Dezember  in  Lagos.
„Paul  Woermann“  .  Loanda  Hamburg  am  20.  Dezember  in  Accra.
„Professor  Woermann“.  Whydah  Hamburg  am  27.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Thekla  Boblen“.  Hamburg  Lüderigbucht  am  24.  Dezember  in  Swakopmund.
„Bruxellesville“  Antwerpen  Hamvburg  am  26.  Dezember  in  Hamburg.
„Philippeville“.  dem  Kongo  Antwerpen  am  21.  Dezember  in  Accra.
„Ernst  Woermann“.  Swakopmund  Hamburg  am  19.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Söderhamn“.  Sherbro  Hamburg  am  25.  Dezember  in  Las  Palmas.
        <pb n="70" />
        Dentsqhe  Oft  ·  Afrika  ·  Iinie,  Hamburg.  Farplan  der  Reisen  uns  Kap  der  guten  Hoffunng  für  das  Jahr  1901.
Anun  reise.

 

 

z,  Hamburg  Bremerhaven  Amsterdam  Lissabon  Las  Palmas  Kapstadt  Port  Elisabeth.East-London  Durban  de

Reise
P  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an

 

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230.Jan.31.  Jan.  31.  Jan.  Feb.]  2.  Feb.  Feb.  8.  Feb.1.  Feb.  11.  Feb.  28.  Feb.  1.  März  3.  März  4.  Märzl  4.  März  5.  März  6.  März  9  März]  10.  März
4  127.  Feb.  28.  Feb.  28.  Feb..  März  2.  März7.  März  8.Märzs1  l.  März  11.  Mär  28.  März  29  März  31.  März  1.April]  1.  April  2.April]  3.  April  6  April)  7.  April
6
8

 

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27.  März  28.März  28.März  '29.  März  30.  März!  April  5  April]B.  April  8.April  25.April  26.  April  2B.  April  29.  April  29.  April  30.  Apvril  1.  Mai  4.  Mai  b.  Mai
24.  April  25.April  25.Aprill2.April  27.  Abril  2.  Mai  3.  Mais  6.  Mai  6.  Mai  23.  Ma#  24.  Mai  26.  Mai  27.  Mai  7.  Mai  28.  Mai  29.  Mai  1.  Junis  2.  Juni
1022.  Mai  i3.  Mai  23.  Mai  24.  Mai  25  Mai  30.  Mai  31.  Maiss.  Juni,  3.  Juni  20.  Juni  21.  Juni  23.  Juni  24.  Juni  24.  Juni  25.  Juni  26.  Juni  29.  Juni30.  Juni
12  19.  Juni  #20.  Juni  20.  Juni|a1.  Juni  22.  Juni  27.  Juni  28.  Juni|ill.  Juli  1.  Juli  18.  Juli  19.  Juli  #21.  Juli  22.  Juli  22.  Juli  23.  Juli24.  Juli  27.  Juli#2.  Juli
14  17.  JuliG„18  Juli  18.  Juli19.  Juli  20.  Juli25  Juli  26.  Juli  29.  Juli  29.  Juli15.  Aug.  16.  Aug  18.  Aug.  19  Aug.19.  Aug.  20.  Aug.  21.  Aug  24.  Aug5.  Aug.
16  14.  Aug.  I15.  Aug.  15.  Aug.H16.  Aug.  17.  Aug  22.  Aug.  23  Aug.26  Aug.  26.  Aua.Sept.  13.  Sevt./15.  Sept.  16.  Sept.6.  Sept.  17.  Sept.  Sept.  21.  Sept.]22.  Sept.
18  11.  Sept.  12.Sept  12.Sept  13.  Sep.  14  Sept..  Sept.  20.  Sept.  23.  Sepl.  23.  Sept.10.  Oft.  11.  Okt.13.  Oft.  14.  Okt.14.  Okt.  15.  Okt  16.  Okt.  19.  Okt.0.  Okt.

20  9.  Ott.  10.  Oft.  10  Ott.  I1.  Okt.  12.  Olt.  I17.  Oft.  18.  Otft.  21.  Ott.  21.  Oft.  7.  Nov.  8.  Nov.  I10.  Nov.  11.  Nov.11.  Nov.  12.  Nov.3.  Nov.  16.  No.17.  Nov.
22  6.  Nov.  7.  Nov.  7.  Nov.  8.  Nov.  9.  Nov.  14.  Nov.  15.  Nov.  II8.  Rov.  18.  Nov.  5.  Dez.  6.  Dez..  Dez.  9.  Dez.  Dez.  10  Dez  I11.  Dez.  14.  Dez.  15.  Dez.
l  19021Lx)21902"1902190219u-219021902  1902

„  J□—.

24  4  Dez.  5.  Dez.  5.  Dez.bDez.  7.  Dez.  H##2.  Dez.  13.  Dez.  1.  Dez.  16.  Dez.2.  Jan.  3.  Jan.5.  Jan.  6.  Jan.6.  Jan.  7.  Jan.]S.  Jan.  11.  Jan.]12.  Jan.
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J

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  Delagoader
  Bay

Reise  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an
1  6.  März  7.  März  ELE  14.  März  15.  Märzs  1.  April  9.April  10.  April  11.  Apri  11.  April
3  3.  Apri.  .  Arril  6.  Aprill  7.  Aprili  8.  April  8.  April  9.  Ap#rilll1.  April  12.  April2.April  30.  April  3.  Mai  3  Maiss.  Mai  7.  Mais  8.  Mai  9.  Mais  9.  Mai
5  1.  Mar  2.  Mai  4.  Mai  5.  MaiI  6.  Mais  6.  Mai  7.  Maisg.  Mai  10.  Mais7.  Mai  28.  Mai  31.  Mai  31.  Mais  4.  Juni|4.  Jun|  5.  Juni|6.  Junis  6.  Juni
7
9

Durban  East  London  Port  Eltsabeth  Kapstadt  Las  Palmas  Lissabon  Vlissingen  Bremerhaven  Hamburg

 

 

 

l
2.Apri15.ApricJ5.Aptil9.Apkil

 

29.  Mai  80.  Mai  1.  Juni|2.  Juni  3.  Juni3.  Juni'“  4.  Junis  6.  Juni  7.  Juni|24.  Juni  25.  Junis28.  Juni  28.  Juni|  2.  Juli  2.  Juli  3.  Julil.  Julis4.  Juli
26.  Juni27.  Juni  29.  Junisc0.  Jum  1.  Julil.  Juli!  2.  Juli.  Juli#5.  Juli22  Juli  23.  Juli|26.  Juli  26.  Juli  80.  Juli  30.  Julis  31.  Juli  1.  Aug.  U.  Aug.
11|24.  Juli  25.  Juli  27.  Juli  28.  Juli  29.  Juli  29.  Juli  30.  Julii.  Aug.  2.  Aug.19.  Aug.  20  Aug.223.  Aug.  23.  Aug.,  27.  Aug.  27.  Aug.  8.  Aug.  29.  Aug29  Aug.
1321.  Aug.  22.  Aug.  24.  Aug.#25.  Aug.  26.  Aug.26.  Aug  27.  Aug.29.  Aug.  30.  Aug.16.  Sept.  17.  Sept  20.Sept.  20.  Sept.  24.Sept.  24  Sept.25  Sept  26.  Sept.)26.  Sept.
1518.  Sept.  19.Sept.  21.  Sept.22.  Sept.  23.Sept.  23.  Sept.  24  Sept.)26.  Sept.  27.  Sept.14.  Okt.  15.  Ok.1  Okt.  18.  Okt.  22  Okt.  2.  Okt.23.  Okt.  24.  Okt.4.  Okt.
174  Oft.  7.  Okt.  19.  Okt.20.  Okt.  21.  Okt.21.  Okt.  22.  Okt.  24.  Okt.  25.  Okt.  11  Nov  12.  Nov.115.  Nov.  15  Nov.119.  Nov  19.  Nov.20.  Nov.  21.  Nov.21.  Nov.
1983.  Nov.  4.  Nov.  16.  Nov.I7.  Nov.  18.  Nov.|18.  Nov.  19.  Nov.21.  Nov.  22.  Nov.g  Dez.)10  Dez.  13.  Dez.  13.  Dez.7.  Dez  17.  Dez.  18.  Dez.  19.  Dez.19  Dez.
#  #  I  190219021902119021M1902190219021902
2111.Dez.12.Dez.14.Dez.15.Dez.l16.Dez.16.Dez.17.Dez.19.Dez.20.Dez.6.Jan.7.»Jan.10.Jan.10.Jan..14.Jan.l4.Jan.15.Jan.16.Jan.16.Zan.
1902  1902  190201902  1902)  1902  1902  1902  1902
23  8.  Jan.9.  Jan.|11.  Jan.12.  Jan.  13.  Jan.13.  Jan  14.  Jan.16  Jan.  17.  Jan.]3  Feb..  Feb.]7.  Feb.7.  Feb.  11.  Feb.  11.  Feb.  12.  Feb.  13.  Feb.  13.  Feb.
25  5.  Feb.  6.  Feb.  8.  Feb.  9.  Feb.  10.  Feb.  10.  Feb.  11.  Feb.  13.  Feb.  14.  Feb.].  März4.  März  Verz  Nerztl  Natz  1.  Nen  12.  Marz  18.  Marz  13.  März

1  D!  —  !

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere  Verschiebungen  in  den  Ankunsts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je
nach  dem  Verlauf  der  Reise.  Aenderungen  vorbehalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17
        <pb n="71" />
        —  18

—

Deut  sche  Ostafrika-Linie,  HSamburg.  Jahrplaus  ver

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreise.
r.  de  Hamburg  Bremerhaven  Rotterdam  Antwerpen  Lissabon  Neapel
eise
ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  nm“
1%.  2.  Jan.  —  —  3.  Jan.  5  Janr—  —  9.  Jan.  11.  Jan.16.  Jan.
*  1.  Jan.  17.  Jan.  17.  Jan.  —  —  18.  Jan.  20.  Jan.  24.  Jan.  26.  Jan.  31.  Jan.
3a  30.  Jan.  —  —  31.  Jan.  2.  Feb.  —  —  6.  Feb.  8.  Feb.  1  V.
3  13.  Feb.  14.  Feb.  14.  Feb.  —  —  15.  Feb.  17.  Feb.21.  Feb.  25.  Feb.  28  Feb.
5a27.  Feb.  —  —  28.  Feb.  2.  März  —  —  6.  März!  8  März!13.  März
*5  13.  März  14.  März  14.  März  —  .  —  15.  März  17.  März21.  März#  23.  März  28.  März
7a7.  März  —  —  28.  März  30.  März  —  —  3.  April  b.  April  10.  April
*.  April  11.  April]  11.  April  —  —  12.  April  14.  April!18.  April  20.  April5.  April
9a·4.  April  —  —  25.  April  27.  April  —  —  1.  Mai  3.  Mai  8.  Mai
*9  8.  Mai  9.  Mai  9.  Mai  —  —  10.  Mai  12.  Mai16.  Mai  18.  Mai  23.  Mai
1122.  Mai  —  —  23.  Mai  25.  Mai  —  —  29.  Mai  31.  Mai  5.  Juni
*11  5.  Juni  6.  Juni  6.  Juni  —  —  7.  Juni  9.  Juni  13.  Juni  16.  Juni  20.  Jumi
13819.  Juni  —  —  20.  Juni  22.  Junie  —  —  26.  Juni  28.  Juni  3.  Juli
*13  3  Juli  4.  Juli  4.  Juli  —  —  5.  Juli#  7.  Julisll.  Juliö  13.  Julisltng.  Juli
1517.  Juli  —  —  18.  Juli  20.  Juli  —  —  24.  Juli  26.  Juli  31.  Juli

*15  l.  Juli  1.  Aug.  1.  Aug.  —  —  2.  Aug.  4.  Aug.Aug.  10.  Aug.  15.  Aug.

17a114.  Aug.  —  —  15.  Aug.]  17.  Aug.  —  —  21.  Aug.  23.  Aug.  28.  Aug

*17  28.  Aug.  29.  Aug.  29.  Aug.  —  —  30.  Aug.  1.  Sept.5.  Sept.  7.  Sept.]2.  Sept.

199111.  Sept.  —  —  12.  Sept.  14.  Sept.  —  —  18.  Sept.  20.  Sept.  256.  Sept

*19  25.  Sept.  26.  Sept.  26.  Sept.  —  —  27.  Sept.29.  Sept.  Okt.  6.  Olt.  10.  Ofrt

214  9.  Oti.  —  —  10.  Okt.  12.  Okt.  —  —  16.  Ott.  18.  Okt.Okt.
:2123.  Okt.  ——  —  —  25.  Okt.  27.  Ot..  31.  Okt.  2.  Nov.7.  Nov
23  6.  Nov.  —  —  7.  Nov.  9.  Nov.  —  —  13.  Nov.  15.  Nov.  20.  Nov
*2320.  Nov.  21.  Nov.  21.  Nov.  —  —  22.  Nov.  24.  Nov.  28.  Nov.  30.  Nov.  56.  Dez
26a  4.  Dez.  —  —  5.  Dez.  7.  Dez.  —  —  11.  Dez.  13.  Dez.18.  Dez
#  «  1902
*25J18.  Dez.  19.  Dez.  19.  Dez.  —  —  20.  Dez.  22.  Dez.  26.  Dez.  28.  Dez.  2.  Jan
)  Diese  Dampfer  nehmen  keine  Ladung  für  Plätze  nördlich  von  Beira  mit  Ausnahme  von  Chinde.
Heimreise.

v9  Dur-  Delagoa-Bay  Lueil-  Beira  Chinde  Mozambique  Ibo

*  ab  an  ab  ab  an  asb  an  ab  an  ab
.

u-  —!—-28.Feb.1.Makz-2.Makz2.Makz4.Makz·5.Mr-kzs.Ma-z6.Mukz

29.Mär310.Mäer16.Mürz—  18.März;19.Mürz19.Mük321.Mätz-22.Mätz  —  —

Za  —  —  —  8.März]  29.  März  30.  März0.  März]  1.  April  2.  Aprill  3  April  3.  April

4  6.  April]  7.  April]  13.  Aprit9t  15.  April;  16  April  16.  April18.  April  19.  April  —  —

ba  —  —  —  125.April]  26.  April  27.  April7.  April29.  April  30.  Apri!1.  Mai  1.  Mai

6  .  Mai  5.  Mai  11.  Mai  —  13  Mai  14.  Mai  14.  Mai  16.  Mai  17.  Mai  —  —

7a  —  —  —  123.  Mai  24.  Mai  25.  Mai  25.  Mai  27.  Mai  28.  Mai  29.  Mai  29.  Mai

8  1  Juni  2.  Juni  8.  Juni  —  10  Juni  11.  Juni  11.  Juni  13.  Juni  14.  Juni  —  —

Ja  —  —  —  21.  Juni  22.  Juni  22.  Juni22.  Juni24.  Juni  25.  Juni  26.  Juni  26.  Juni
10  29.  Juni  30.  Juni  6.  Juli  —  8.  Dutt  9.  Juli  9.  Juli  J  11.  Juli  12.  Juli  —  —
114  —  —  —  119.  Juli20.  Juli  20.  Juli20.  Juli22.  Juli  23.  Juli24.  Juli  24.  Juli
12  27.  Juli  28.  Juli  3.  Aug.  —  5.  Aug.  6.  Aug.  6.  Aug.]  8.  Aug.  9.  Aug.  –  —
134  —  —  —  156.  Aug.  17.  Aug.  17.  Aug.  17.  Aug.  19.  Aug.  20.  Aug.  21.  Aug.  21.  Aug.
14  124.  Aug./  26.  Aug.  31.  Aug.  —  2.  Sept.  3.  Sept.  J  3.  Sept.  ]  6.  Sept.  6.  Sept.  —  —
16a  —  —  —  13.Sept.].  Sept.  14.  Sept,!#  Sept.6.  Sept.  17.  Sept.1.  Sept.  18.  Sept.
16  21.  Sept,22.  Sept.  28.  Seprt—  30.  Sept.  1.  Okt.H.  Okt.  Okt.  4.  Okt.  —  —
17  —  —  —  11.Okt.Ot  12.  Okt.12.  Okt.114.  Okt.  15.  Okt.16.  Okt.  16.  Okt.
18  19.  Okt.0.  Okt.  26.  Okt.  —  28.  Okt.  29.  Okt.29.  Okt..Ofkt.  1.  Nov.  —  —
19a  —  —  —  7.  Nov.  S.  Nov.  9.  Nov.19.  Nov.]11.  Nov.  12.  Nov.13.  Nov.  13.  Nov.
20  16.  Nov].  Nov.  23.  Nov  —25.  Nov.  26.  Nov.26.  Nov.28.  Nov.  29.  Nov.  —  —
214  —  —  —  5.  Dez.  6.  Dez.  7.  Dez.7.  Dez.9.  Dez.  10.  Dez.11.  Dez.  11.  Dez.
22  14.  Dez.)1.  Dez.  21.  Dez.  —  33.  Dez.  24.  Dez.24.  Dez.  26.  Dez.  27.  Dez.  —  —

s  1902190219021M1M19021902I1902
2381902  1902  1902  2.  Jan.]B.  Jan  4.  Jan.]  4.  Jan.6.  Jan.  7.  Jan.  8.  Jan.  8.  Jan.
24  11.  Jan.12.  Jan.  .18.  Jan.—  20.  Jan.  21.  Jan.21.  Jan.23.  Jan.  24.  Jan.  —  —
25a  —  —  —  30.  Jan.]  31.  Jan  1.  Feb.  #  1.  Feb.  3.  Feb.  4.  Feb.5.  Feb.  5.  Feb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere  Verschiebungen
dem  Hauptdampfer  wird  für  Passagiere  durch  Umsteigen  auf  den  Dampfer  „Adjutant“  vor  der  Chinde-Barre  vermittelt;
laufen  zwischen  Mozambique  und  Sansibar  die  Häsen  von  Majunga  und  Nossi  Bé  an,  wenn  genügend  Veranlassung
        <pb n="72" />
        —

19

Reisen  durch  den  Suez-Kaual  für  das  Jahr  1901.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansreise.
Post  .  Port
9  Neapel  Suez  Aden  Mombassa  Tanga
Berlin  ab  an  ab  an  ob  an  oab  an  5
15.  Jan.  J  18.  Jan.  s  28.  Jan.  124.  Jan.  29.  Jan.  30.  Jan.  s  6.  Feb.  6.  Feb.  7.  d  8  90
29.  Jan.  1.  Feb.  6.  Febr.  6.  Febr.]1.  Febr.  12.  Feb.  —  —  18.  Feb.  19.  Feb.
12.  Febr.  15.  Feb.  20.  Febr.  21.  Febr.26.  Febr.  27.  Feb.  5.  März:  6.  März7.  März!  8.  März
26.  Febr.  1.  März  5.  März  6.  März  11.  März  12.  März  —  —  18.  März  19  Maärz
12.  März  15.  März  20.  Mäürz  21.  März26.  März  27.  Müärz)2.  April:  3.  Apri4.  April  5.  April
26.  März  29.  März  2.  April  3.  April|.  April  9.  April  —  —  15.  April  16  April
9.  April  12.  April  17.  Arriii18  April23.  April  24.  April  30.  April  1.  Nai  2.  Mei  3.  Mai
23.  April  26.  April  30.  April  1.  Mai  6.  Mai  i  7.  Mai  —  —  14.  Mai  14.  Mai
7.  Mai  10.  Mai  15.  Mai  16.  Mai  21.  Mai  22.  Mai  29.  Mai  #  30.  Mai  30.  Mai  31.  Mai
21.  Mai  24.  Maie  28.  Mai  29.  MaiiJuni  4.  Juni  —  —  s11.  Juni  11.  Juni
4.  Juni  7.  Juni  12.  Juni  13.  Juni  18.  Juni  19.  Juni  s26.  Juni  27.  Juni  27.  Juni  28.  Juni
18.  Juni  21.  Juni  25.  Juni  26.  Junill.  Juli  2.  Juli  —  —  9  Juli  9.  Juli
2.  Julie  5.  Juli  10  Juli  11.  JuliH1.  Juli  17.  Juli  *24.  Juli  25.  Juli  25.  Juli  26.  Juli
16.  Juli  19.  Juli  23.  Juli  24.  Juliöä29.  Juli  30.  Juli  —  —  6.  Aug.  6.  Aug.
30.  Juli  2  Aug.  7.  Aug.  S8.  Aug.  13  Aug.  14.  Aug.21.  Aug.  #  22.  Aug.  22.  Aug.  23.  Aug.
13.  Aug.  16.  Aug.  20.  Aug.  21.  Aug.  26.  Aug.  27.  Aug.  —  —  3.  Sept.3.  Sept.
27.  Aug.  30.  Aug.  4.  Sept.  5.  Sept..  Sept.  11.  Sept.1#  Sept.  19.  Sept.  19.  Sept.  20.  Sept.
10.  Sept.  13.  Sept.  17.  Seprt.  18.  Sept.23.  Sept.  24.  Sept.  —  —  1.  Okt.  1.  Okt.
24.  Sept.  27.  Sept.  2.  Okt.  3.  Ott.  8  Okt.  9.  Olt.1.  Okt.  16.  Okt.17  Okt.18.  Okt.
8.  Olt.  11.  Okt.  15.  Okt.  16.  Okt.21.  Okt.  22.  Okt.  —  —1  28.  Okt.  29.  Okt.
22.  Okt.  256.  Okt.  30.  Okt.  31.  Okt.  5.  Nopv.  6.  Nov.  12.  Nov.  183.  Nov.  14.  Nov.  16.  Nov.
5.  Nov.  8.  Nov.  12  Nov.  13.  Nov.  18.  Nov.  19.  Nov.  —  —  25.  Nov.  26.  Nov.
19.  Nov.  22.  Nov.  27.  Nov.  28.  Nov...  Dez.  4.  Dez.  1.  Dez.  11.  Dez.  12.  Dez.  13.  Dez.
3.  Dez.  6.  Dez.  10.  Dez.  11.  Dez.  16.  Dez.  17.  Dez.  —  —  23.  Dez.  21.  Dez.
1902  1902  1902  1902  1902
17.  Dez.  20.  Dez.  25.  Dez.  26.  Dez.  31.  Dez.  1.  Juau.7.  Jan.  8.  Jan.9.  Jan.  10.  Jan.
1902  1902  1902  1902
31.  Dez.  3.  Jan.  7.  Jan.  8.  Jan.]  13.  Jaon.  14.  Jan.  —  —  20.  Jan.  21.  Jan.
*)  Gegen  den  Monsun.
Heimreise.
Milindani  Lindi  Kilwa  Sansibar  Dar-es-Sal#m  Sansibar
an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab
"  I!  n  l
7.  März  7.  März!7.  März  8.  März  8.  März  9.  März  —  —  9.  März  10.  März  10.  März  12.  März
—  —  —  —  —  —  124.  März  26.  März  26.  März  27.  März  27.  März  27.  März
4.  April  4.  April  4.  April  5.  April5.  Aprili  6.  April  —.  —  6.  April!  7.  Apri]7.  April]9.  April
—  —  —  —  —  —  221.  April  23.  April  23.  April  24.  April  24.  April  24.  April
2.  Mai  2.  Mai2.  Mai  3.  Mai  3.  Mai  4.  Mai  —  —  4.  Mai  5.  Mais  5.  Mai  7.  Mai
—  —  —  —  —  —  19.  Mai  21.  Mai  21.  Mai  22.  Mai  22.  Mai  22.  Mai
30.  Mai  30.  Mai  830.  Mai  31.  Mai  31.  Mai  1.  Juni  —  —  1.  Juni  2.  Juni2.  Juni!  4.  Juni
—  —  —  —  —  —lls.  Juni  18.  Juni  s18.  Juni  19.  Juni  s19.  Juni  /19.  Juni
27.  Juni  27.  Juni  27.  Juni  28.  Juni  28.  Juni  29.  Juni  —  —  429.  Juni  30.  Juni  30.  Juni  2.  Juli
—  —  —  —  –  —  14.  Juli  (16.  Juli  16.  Juli  117.  Juli  17.  Juli  (17.  Juli
25.  Juli  25.  Juli  25.  Juli  26.  Juli  26.  Juli  27.  Juli  —  —  27.  Juli  28.  Juli  28.  Juli  30.  Juli
—  —  —  —  —  —  11.  Aug.  13.  Aug.  13.  Aug.  14.  Aug.  14.  Aug.  14.  Aug
22.  Aug.  22.  Aug.  22.  Aug.  23.  Aug.  23.  Aug.  24.  Aug.  –  —  24.  Aug.  25.  Aug.  25.  Aug.  27.  Aug
—  —  —  —  —  —  8.  Sept.  10.  Sept.10.  Sept.  11.  Sept.11.  Sept.  11.  Sept
19.  Sept.  19.  Sept.  19.  Sept.  20.  Sept.  20.  Sept.  21.  Sept.  —!  —  21.  Sept.  22.  Sept.22.  Sept.  24.  Sept
—  —  —  —  —  —  6.  Okt.  8.  Okt.Okt.  9.Okt.9.  Okt.  9.  Okt.
17.  Okt.  17.  Okt.  17.  Okt.  18.  Okt.  18.  Okt.  19.  Okt.  —  —  19.  Okt.  20.  Okt.  20.  Okt.  22.  Okt.
—  —  —  –  —  –  3.  Nov.  5.Nov.ö.Nov.6.  Nov.6.  Nov.]  6.  Nov
14.  Nov.  14.  Nov.  14.  Nov.  15.  Nov.  15.  Nov.  16.  Nov.  —  —  1056.  Nov.  17.  Nov.  17.  Nov.  |3  Nov
—  —  —  —  —  —  1.  Dez.  3.  Dez.  3.  Dez.  4.  Dez.  4.  Dez.  4.  Dez.
12.  Dez.  12.  Dez.  12.  Dez.  13.  Dez.  13.  Dez.  14.  Dez.  —  —  141.  Dez.  15.  Dez.  15.  Dez.  17.  Dez.
·  1902  1902  1902
—  —  —  —  —  —  129.  Dez.  31.  Dez.  131.  Dez.  1.  Jan.  1.  Jan.  1.  Jan.
1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902
9.  Jan.  9.  Jan.9.  Jan.  10.  Jan.  10.  Jan.  11.  Jan.  —  —  II.  Jan.  12.  Jan.  12.  Jan.  14.  Jan
—  —  —  —  —  —  16.  Jan.  28.  Jan.  28.  Jan.  29.  Jan.  29.  Jan.  29.  Jan
6.  Feb.  6.  Feb.6.  Feb.  7.  Feb.Feb.  8.  Feb.  —  —  8.  Feb.  9.  Feb.  9.  Feb.  11.  Feb.

 

 

 

 

in  den  Ankunfts-  und  Abgangszeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.  —  Die  Verbindung  zwischen  Chinde  und
nur  bei  ungünstigem  Wetter  findet  die  Umschiffung  in  Beira  statt.  Güter  werden  nur  in  Beira  umgeladen.  —  Die  Dampfer
dafür  vorliegt.  —  §  Bremerhaven  wird  nur  bei  genügender  Veranlassung  angelaufen.  —  Aenderungen  vorbehalten.
        <pb n="73" />
        20
Deutsche  OÖstafrika-Linie,  Hamburg.  Fahrplarn  ver

S  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreise.
Dar-es-Salm  Sansibar  Kilwa  Lindi  Mikindani
an  ab  an  «  ab  an  ab  an  ab  an  ab

8.  Feb.  10.  Feb.  10.  Feb.  12.  Feb.  J13.  Feb.  183.  Feb.  14.  Feb.  14.  Feb.  1214.  Feb.  15.  Feb.
19.  Feb.  20.  Feb.  20.  Feb.  21.  Feb.  —  —  —  i  —  —  —
8.  Rärz  10.  Närz  10.  Närz  12  Maärz  13.  März  13.  März  14.  März  14.  März  14.  März  15.  März
19.  Marz  20.  März  20.  Marz  21.  März  —  —  —  —  —  —

5.  April  7.  April  7.  April  9.  Arri.1.  April  10  Aprill.  April  11.  April.  April  12.  April
16.  April  17.  April!7.  April  18.  April  —  ·  —  —  —  —  –
3.  Mai  5.  Mai  5.  Mai  7.  Mai  8.  Mai  8.  Mai  9.  Mai  9.  Mai  9.  Mai  10.  Mai
15.  Mai  16.  Mai  16.  Mai  16.  Mai  —  —  —  —  —  —

1.  Juni  3.  Juni  3.  Juni  5.  JIJuni6.  Juni  462.  Juni  7.  Juni  7.  Juni  7.  Juni  8.  Juni
12.  Juni  13.  Juni13.  Juni  13.  Juni  —  —  —  —  —  —
29.  Juni  1.  Juli  1.  Juli  3.  Juli  4.  Juli  4.  Juli  5.  Juli  5.  Juli  5.  Julie  6.  Juli
10.  Juli  11.  Juli  l1.  Juli  11.  Juli  —  —  —  —  —  –
27.  Juli  29.  Juli  29.  Juli  31.  Juli  1.  Aug.  1.  Aung.2.  Aug.  2.  Auig.2  Aug.  3.  Aug.

7.  Aug.  8.  Aug.  8.  Aug.  8.  Aug.  —  —  —  —  —  —
24.  Aug.  26.  Aug.  26.  Aug.  28.  Aug.  29.  Aug.  29.  Aug.  /30.  Aug.  30.  Aug.  30.  Aug.  31.  Aug.

4.  Sent.  5.  Sept.  5.  Sept.  5.  Sept.  —  —  —  —  —  —
21.  Sept.  23.  Sept.  23.  Sept.  25.  Sept.  26.  Sept.  26.  Sept.  27.  Sept.  27.  Sept.  27.  Sept.  28.  Sept.

2.  Okt.  3.  Okt.  3.  Okt.  3.  Okt.  –  —  —  —  —  —
18.  Okt.  20.  Okt.  20.  Okt.  22.  Okt.  23.  Okt.  23.  Okt.  24.  Okt.  24.  Okt.  24.  Odt.  25.  Okt.
29.  Okt.  30.  Okt.  30.  Okt.  31.  Okt.  —  —  —  —  —  —
15.  Nov.  17.  No.17.  Nonv.  19.  Nov.20.  Nov.  20.N09b.21  Nov.  21.  Nov.21.  Nov.  22.  Nov.
26.  Nov.  27.  Nov.7.  Nop.  28.  Nov.  —  —  —  —  —  —

13.  Dez.  15.  Dez.  16.  Dez.  17.  Dez.  18.  Dez.  18.  Dez.  19.  Dez.  19.  Dez.  19.  Dez.  20.  Des.
24.  Dez.  25.  Dez.22.  Dez.  26.  Dez.  —  —  —  —  —  —

1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902
10.  Jan.  12.  Jan.12  Jan.  14.  Jan.1.  Jan.  15.  Janu..  Jan.  16.  Jan.16.  Jan.  I7.  Jan.
21.  Jan.  22.  Jan.  22.  Jan.  23.  Jan.  —  —  —  —  —  „  —
Heimreise.
Tanga  Mombassa  Aden  Suez  Vort  Neapel  J  Post  Neapel
Said  an
an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  Berlin  ab

13.  März  13.  März13.  März  14.  März20.  März  21.  März27.  März8.  März2.  April]  4.  April
27.  März  28.  März  —+  —  3.  April  4.  April.  April]  10.  Apri  April  17.  April
10.  April  10.  April  10.  April  11.  Aprill1.  April  18.  Apri.l.  April  April0.  April  2.  Mai
24.  AprilV  25.  April  —  —  1.  Mai  2.  Mai  7.  Mai  8.  Mai  12.  Mai  J  15.  Mai

8.  Mai  8.  Mai  8.  Mai  9.  Mai  15.  Mai  16.  Mai  22.  Mai  23.  Mai  J28.  Mai  J  30.  Mai
22.  Mai  23.  Mai  —  —  29  Mai  30  Mai  4.  Junii  5.  JuniJuni12.  Juni

5.  Juni  5.  Hun  5.  Juni  6.  Juni2.  Juni  13.  Juni19.  Juni20.  Juni  25  Juni?7.  Juni
19.  Juni  20.  Juni  —  —  26.  Juni  27.  Juni  2.  Juli  3.  Julti  7.  Juli  J  10.  Juli

3.  Juli  3.  Juli  3.  Juli  4.  Juli  10.  Juli  11.  Juli  17.  Juli  18  Juli  J23.  Juli  J  25.  Juli
17.  Juli  18.  Juli  —  —  24.  Juli  25.  Juli0.  Juli  31.  Juli  4.  Aug..  Aug.

31.  Juli  31.  Juli  J31.  Juli  1.  Aug.  7.  Aug.  B.  Aug.  14.  Aug.  15.  Aug.  J20.  Aug.  J  22.  Aug.

14.  Aug.  15.  Aug.  —  —  21.  Aug.  22.  Aug.  27.  Aug.  28.  Aug.  1.  Sept.  4.  Sept.

28.  Aug.  28.  Aug.  28.  Aug.  29.  Aug.  4.  Sept.  5.  Sept.  I11.  Sept.12.  Sept.17.  Sept.  19.  Sept.

12.  Sept.  12.  Sept.  –  —  18.  Sept.  19.  Sept.  24.  Sept.  25.  Sept.  29.  Sept.  2.  Okt.

25.  Sept.  25.  Sept.Sept.  26.  Sept.]2.  Okt.  3.  Okt.  9.  Okt.0.  Okt.  15.  Okt.7.  Okt.

9.  Okt.  10.  Okt.  —  —  16  Okt.  17.  Okt.  22.  Okt.3  Okt.OFt.0.  Okt.

23.  Okt.  23.  Okt.2  Okt.  24.  Okt.30.  Okt.  31.  Okt.  6.  Nov.  7.  Noo.  12.  Nov.  14.  Nov.

6  Nov.  7.  Nov.  —  —  13.  Nopv.  14.  Nov.  J  19.  Nov.  20.  Nov.  24.  Nov.  J  27.  Nov.

20.  Nov.  20.  Noo.20.  Nov.  21.  Nov.27.  Nov.  28.  Nov.  4.  Dez.  5.  Dez.10.  Dez.2.  Dez.

4.  Dez.  5.  Dez.  —  —  11.  Dez.  12.  Dez.1.  Dez.Dez.22.  Dez.  25.  Dez.

1902  1902  1902  1902

18.  Dez.  18.  Dez.Des.  19.  Dez.  25.  Dez.  26.  Dez.  1.  Juuö-Zz  Jan.7Jan.]  Jan.

1902  1902  1902  1902  1902  1802

1.  Jan.  2.  Jan.  —  —  8.  Jun.  9.  Jan.  14.  Jan.  J15.  Jan.  19.  Jan.  22.  Jan
16.  Jan.  15.  Jan.  15.  Jan.  16.  Jan.  J  22.  Jan.  23.  Jan.  29.  Jan.  30.  Jan.  J  4.  Feb.  J  6.  Feb.

29.  Jan.  30.  Jan.  —  —  5.  Feb.  6.  Feb.11  Feb.Feb.1.  Feb.Feb.

12.  Feb.  12.  Feb.  12.  Feb.  13.  Feb.19.  Feb.  20.  Feb.26.  Feb.  27.  Feb.4  Märzl  6.  März'  4.  Mär- 



Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere  Verschiebungen
dem  Hauptdampfer  wird  für  Passagiere  durch  Umsteigen  auf  den  Dampfer  „Adjutant“  vor  der  Chinde-Barre  vermittelt;
laufen  iwischen  Mozambique  und  Sansibar  die  Häfen  von  Majunga  und  Nossii  Bé  an,  wenn  genügend  Veranlassung
        <pb n="74" />
        21

Neisen  durch  den  Suez-Kaual  für  das  Jahr  1901.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreise.
Ibo  Mozambique  Chinde  Beira  Quelimanel  Delagoa-Bay  Durban
an  ab  an  ab  an  an  ab  an  an  ab  an
16.  Feb.  16.  Feb.  17.  Feb.  18.  Feb.  20.  Feb.  20.  Feb.  24.  Feb.  25.  Feb.  —  —  —
—  —  23.  Feb.  23.  Feb.  25.  Feb.  25.  Feb.  27.  Feb.  —  1.  März  6.  März  7.  März
16.  Marz  16.  März  17.  März  18.  März  20.  März  20.  Wärz  24.  März5.  März  —  —  —
—  —  23.  März  23.  Marz  J  25.  März  25.  März  27.  März  —  29.Müt33.Aptil4.Apric
13.April13.Apti114.Aprtl·15.April17.April17.Apti121.April22.April  —  —  —
—  —  20.  April  20.  April  22.  April  22.  April  24.  April  —  26.  April  1.  Mais2.  Mai
11.  Nai  11.  Mai  12.  Mai  13.  Mas  Mai1.  Mai  19.  Mai  20.  Mai  —  —  —
—  —  19.  Mai  19.  Mai  21.  Mai  121.  Mai  23.  Mai  —  25.  Mai  29.  Mai  30.  Mai
8.  Juni  9.  Juni10.  Juni  10.  Juni  12.  Juni12.  Juni  16.  Juni  18.  Juni  —  —  —
—  —  16.  Juni  16.  Juni18.  Junis.  Juni  20  Juni  —  22.  Juni  26.  Juni  27.  Juni
6.  Juli  7.  Julic  Juli  8.  Julis10.  Juli10.  Juli  14  Juli  16.  Juli  —  —  —
—  —  14.  Juli  14.  Juli  J16.  Juli  J  16.  Juli  ##18.  Juli  —  20.  Juli  24.  Juli  26.  Juli
3.  Aug.  4.  Aug.,  5.  Aug.  5.  Aug.  J  7.  Aug.  J  7.  Aug.  11.  Aug.  J13.  Aug.  —  —  —
—  —  11.  Aug.  11.  Aug.  J  13.  Aug.  13.  Aug.  15.  Aug.  —  7  Aug.  21.  Aug.  22.  Aug.
31.  Aug.  1.  Sept.  Sept.  2.  Sept.,  Sept.  4.  Sept.  8.  Sept.10.  Sept.  —  —  —
—  —  8.  Sept.  8.  Sept.  10.  Sept.10.  Sept.  12.  Sept.  —  14.  Sept.  18.  Sept.  19.  Sept.
28.  Sept.  29.  Sept.  30.  Sept  30  Sept..  Okt.  Ot.  6.  Os.Okt.  —  —  —
—  —  6.  Okt.  6.  Okt.  8.  Okt.  8.  Okt.  10.  Okt.  —  12.  Okt.  16.  Okt.  17.  Okt.
26.  Okt.  26.  Okt..  Okt.  28.  Okt.  Okt.30.  Okt.  3.  Nov.  4.  Nov.  —  —  —
—  —  2.  Nov.  2.  Nov.  4  Nonv.  4.  Nov.  6.  Nov.  —  8.  Nov.  13.  Nov.  14.  Nov.
23.  Nov.  23.  Nov.  24.  Nov.  25.  Nov.  J27.  Nov.  27.  Nopv.  1.  Dez.  2.  Dez.  —  —  —
—  —  30.  Nov.  30.  Nov.  2.  Dez.2.Dez.  4.  Dez.  —  6.  Dez.  11.  Dez.1.  Dez.
21.  Dez.  21.  Dez.  22.  Dez.  23.  Dez.  25.  Dez..  Dez.  #  29.  33  30.  Dez.  1902  1902  1902
1
—  —  28.  Dez.  28.  Dez.  30.  Dez.  J30.  Dez.  1.  Jan.  —  3.  Jan.  8B.  Jan.  9.  Jan.
1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902
18.  Jan.  18.  Jan.19.  Jan.  20.  Jan.22.  Jan.  22.  Jan.  26.  Jan.27.  Jan.  —  —
—  —  26  Jan.  25  Jan.  27.  Jan.  J  27.  Jan.  29.  Jan.  —  31  Jan.  5  Feb.6.  Feb.
Heimreise.
Marseille  Lissabon  Vlissingen  Rotterdam  Bremerhaven  *
an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an
4.  April  6.  April  10.  April  11.  April15.  April  15.  Apri!4  4K  —  —  —  7.  april
—  —  20.  April  20.  April  —  —  25.  April  26.  April!  27.  April  27.  April  28.  April
2.  Mai  4.  Mai  8.  Mai  9.  Masnz.  Mai  13.  Mai  —  —  —  —  15.  Mai
—  —  18.  Mai  18.  Mai  —  —  23.  Mai  24.  Mai  25.  Mai  25.  Mai  26.  Mai
30.  Mai  1.  Junii  5.  Juni  6.  Juni  10.  Juni  10.  Juni  —  —  —  —  12.  Juni
—  —  15.  Juni  15.  Juni  —  —  20.  Juni  21.  Juni  J  22.  Juni  22.  Juni  23.  Juni
27.  Juni  29.  Juni  3.  Juli  4.  Juli  8.  Juli  8  Juli  —  —  —  —  lil0o.  Juli
—  —  13.  Juli  i  13.  Juli  —  —  18.  Juli  19.  Juli  20.  Juli  20.  Juli  21.  Juli
25.  Juli  27.  Julin1.  Juli  1.  Aug.  5.  Aug.  5.  Aug.  —  —  —  —  7.  Aug.
—  —  10.  Aug.  10.  Aug.  —  —  15.  Aug.  16.  Aug.17.  Aug.  17.  Aug.  18.  Aug.
22.  Aug.  24.  Aug.2  Aug.  29.  Aug..  Sept.  2.  Sept  —  —  —  —  4.  Sept.
—  —  7.  Sept.  7.  Sept.  —  —  12.  Sept.  13.  Sept.14.  Sept.  14.  Sept.  15.  Sept.
19.  Sept.  21.  Sept.25.  Sept.  26.  Sept.30.  Sept.  30.  Sept.  —  —  —  —  2.  Okt.
—  —  5.  Okt.  5.  Okt.  —  —  10.  Okt.  11.  Okt.2  Okt.  12.  Okt.  13.  Okt.
17.  Okt.  19.  Okt.:23.  Okt.  24.  Okt.28.  Okt.  28.  Okt.  —  —  —  —  30.  Okt.
—  —  2.  Nov.  2.  Nov.  —  —  7.  Nov.  8.  Nov.|9.  Nov.  9.  Nov.0.  Nov.
14.  Norv.  16.  Nov.20.  Nov.  21.  Nov.25.  Nov.  25.  Nov.  —  —  —  —  27.  Nov.
—  —  30.  Nov.  30.  Nov.  —  —  5.  Dez.  6.  Dez.  7.  Dez.  7.  Dez.  18.  Dez.
12.  Dez.  14.  Dez.  1.  Dez.  19.  Dez.23.  Dez.  23.  Dez.  —  —  —  —  125.  Dez.
1902  1902  1902  1902  1902
—  —  28.  Dez.  28.  Dez.  —  —  2.  Jan.  3.  Jan.  4.  Jan.  4.  Jan.  5.  Jan.
1902  1902  1902  1902  1902  1902
9.  Jan.  11.  Jau.15.  Jan.  16.  Jan.20.  Jan.  20.  Jan.  —  22.  Jan.
—  25.  Jan.  25.  Jan.  —  30.  Jan.  31.  Jan..  Feb.  1.  Feb.  2.  Feb.
6.  Feb.  8.  Feb.  12.  Feb.  13.  Feb.  17.  Feb.  17.  Feb.  —  —  ---  —  119.  Feb.
—-  —  22.  Feb.  22.  Feb.  —  —  27.  Feb.  28.  Feb.  1.  März  1.  März2.  März
6.  März.  8.  März  12.  März  13.  März'  17.  März  17.  März  —  —  —  —  119.  März

 

 

 

 

 

 

in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.  —  f  Die  Verbindung  zwischen  Chinde  und
nur  bei  ungünstigem  Wetter  findet  die  Umschiffung  in  Beira  statt.  Güter  werden  nur  in  Beira  umgeladen.  —  Die  Dampfer
dafür  vorliegt.  —  §  Bremerhaven  wird  nur  bei  genügender  Veranlassung  angelaufen.  —  Aenderungen  vorbehalten.
        <pb n="75" />
        —  22  —

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Lindi  (Deutsch-Ostafrika).  Er  fing  mit  größten  Weberschen  Doppelfedereisen  einen  Löwen,  Izwei  Leoparden
und  einige  Wildkater.  Der  Weltreisende  Knochenhauer  fing  drei  starke  Löwen,  fünf  Leoparden,  sechs
Hyänen,  vier  Zibethkater  und  zwei  Stachelschweine.

 

 

 

Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  illustrirtes  Werk  über  die  „Westafrikanische  Kantschuk-Expedition
(N.  Schlechter)  im  Jahre  1899/1900“,  herausgegeben  vom  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee
in  Berlin,  bei,  welches  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.  Die  Expedition.

 

 

 

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nachmittags  3  Uhr.  Prüfungstermin
am  5.  April  1901,  nachmittags  3  Uhr.
Offener  Arrest  mit  Anzeigepflicht  bis
1.  April  1901.  (6)

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Srnystaffwerte  Dr.  H.  Kohnsen  &amp;amp;  Ker.,  Commanilt-  Reselischtft  in  Mambung.

Fabriken  in  Doemitz  a.  E.,  Anzhausen  b.  Siegen,  Neuwied  a.  Rh.

A#enposeliret  furfal#.  u  eimahnen-Pel  #

 

 

 

 

———  ——*-.
(-Mien  gentin  SW.,  kmmeufruin  31  .
5  Fabriketablissements.  9

 

(549)

 

Ausführung  von  Industrie-,  Wald-  und  Plantasen.  Bahnen.
I  Bau  und  Finanzierung  von  Kleinbahnen  und  Trambahnen.

–.  —  —.
        <pb n="80" />
        Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin-Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,
interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

b„/%  Crelin  vernichtet  selbst  die  furchtbarston
  Gerlche,  während  1%  Carbol  fast  ohno
Wirkung  blerb.-(Dr.

  med.  E.  v.  Esmarch,  Hyg.  Inst.,  Beriln.)

„Tholera  aslatiea  Bacillen  wurden  schon
in  einer  Lüsung  von  200,  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  m.d.  et  ohll.  J.  Elsenberg,

Hx.  Cnulv.-Iest.,  Wien.)

Das  Creolln-Pearson  thdtet  die  (holera-Bacillen
  Iin  18  proerent.VerMlünnuns  In  15  Min.;
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Bloklakarta

4  Verl-  -1  len).
Tie  vortreffliche  Wirkong  des  Creolin  bei
Piphtberitis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheb.-n
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  biceher,

 

die  diprhtheritischen  Bellge  so  rasch  weichen
wie  diesem.-  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patint  in  vollstindigem  Delirium,
Puls  150.  Temp.  41.5.  .
Anat-«Nachstarkenckeolia-1nholationoaetc.

Zankdio·1’omporataksuk:37.5,Pulsautx
sshosmäx  Dr.  Læo  Rahener  ·
(1nt-orn.lc1in.Kundschuu1890N0.4).
„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschicden  viel:
stlrker  als  die  UCarbolslure  anf  Eiterkokken.
Typhusbacillen  und  Cholerabacillen.=  ·
(pk.motl.l·2iseahokt.Wleu.)

»Bitte-:dauerndenPlatz-irdsich(lns(’skkoss
lin-Pearson  in  dem  Arzncischatz  erwerben  bei!
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Durmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  Hlller,  Breslau.)

„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  Crealln-  Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  lland  gegeben
werden.“  (Dr.  med.  Mluopoulun.  München.)
„Es  eteht  für  micrh  fest.  dass  das  ('veolln
Pear#son  eine  eminent  antiseptische  Kraft  be-Sitst.“
  (Dr.  med.  O.  Partscher,  Klageufurt.)
„Wer  das  Creolln-Pearnos  einmal  kennen
und  schutzen  gelernt.  viebt  es  nicht  wielder
auf.“  (Dr.  med.  kortüm,  Schwerln.)

CREOLIN-PEARSON

zerstört  die  schlimmsten  Gertche  (1  pro  mille),

ist  untbertr.  bei  Erfrierungen.  Verbrennunkan,
findet  ausgedohnterte  Anwendung  in  Fabriken,
kindet  Anwendung  in  Spitilern  der  Armee.

in  Schulen  ang  miet,  vernichlet  Krankheits-*
  Kime.  rs1ixNf(  "  v.  ½  Thecläffel  voll  im  Scheuerwasser  reinigt  die

keime.
in  Krunkenhllusern  ausgedehnt  gebraucht,
zu  einem  Pftund  weiche  Schmierseife  sellte
immer  I#  Thecrloflel  vell  gegossen  woerden,
gegen  Zecken.  I.e,  L-ausfliegen  etce.
bei  Inscktenstichen  sofort  pur  aufgericben.
verhut-t  Rlutvongiftung,.  das  Jucken  hört
ist  vollkommen  ungiftig.  (sofort  auf.
vermindert  den  Eister.
verhütet  Fnulniss,  fur  Brauereien,  Gerbereien
ote.  wichtig.  .
vongtosseklsoiloatungtllkckiocobuktshulkoJ

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksumkeit  begründet!  »

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolnt  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giftig  als  die  Curbolsünre,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschaften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
sehr  billig.  Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekunnt.“"

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstubsarzt  in  Wien.
Wissenschaftliche  Arbeiten  uber  Creolln-Pearson  (es  sind  deren  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugesandt.

Alle  Criginal-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,
alle  anderen  weise  man  Zurück.

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.

belreit.

„Das  Creolin  ist  ein  vorügliches  Rhudemittel:
  ich  habe  di.  sbezügliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bei  Dermat#dektes  —  Rlude  der
Schafe.  Surcoptes  —  klzode  der  Hunde.  Schufe
und  Kuninchen,  Iiermatophacus  —  Rude  der
Kaninchen  und  Dermator)  ktes  —  Rlude  des
Gedlgels.  gemacht.  Auch  gegen  Akurusmilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Crrolin  ist  ferner  ein

l

Ickskticcsdntipsrasitieumgisccsnsinnsliwo
Parasiten  (Trychophyten.  Favus)  u.  Oregarinen
(Huhnerdiphtherie).  Endlich  ist  Creolin  ein
sohr  wirksames  Mittel  vekxen  Ungdeziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Lluse.,  Lausflicgen,  lHaurlinge,
  Federlinge,  PFliegen.  Kraftige.  aus.-wachsene
  Zecken  wurden  durch  einike  Tropfen
30%  iger  Creolinläösung  nach  15  bis  20  Minuten
Fette  tet.  Räudrkranke.  min  zahlrrichen  Zrcken
".ahaftete  Schaf“  wurden  dur.  h  ein  einmaliges

Crrolinbad  (2½200)  vollständig  von  den  Zecken!

Für  eine  Desinfektion  von  versenchten
Stallungen  und  Gegenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—500  igan  wäassorigen  Losung
sebr  wirksam.  Auch’reolin-Desinf-ktionspulver
zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen,
Juuchobehälter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.Dr.  med.Fröhner.  Dlr.  d.  Pbarmak.  Inst.
der  Kgl.  thierärztl.  Hochschule,  Berlln.)

lanburs-Sädamerik,  Dampfschifffahrte-Gesellschsft,
  Namburg.  7.  Mai  1502.

Wir  bescheinigen  hiermit.  duss  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Prarson"  Spit  eini-,
Ber  Zeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linis  ein-"
  führt  und  es  numentlich  den  Schiffen  in  der

rasilr###te  in  reichlichem  Mansse  mitg##veben
haben.  Nach  den  Übereinstimmenden  Imrichten
unserer  Kupitane  hat  sich  dasse#lbe  als  ein  sehr
wirksames  l#esinf-ktiemsmittel  erwiesen.  das
in  der  Flebperlode  die  besten  D  enste  keleistet:
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinfi#  iren
der  verschiedenen  Räumlichkeiten,  sondern
nuch  in  vielen  Fällen  als  Medikament  verwandt
und  können  wir  das  bei  emigen  Dumpfern

gezon  Hämorrhoiden.

sollte  von  l.aien  bei  Wunden  ausschliesslich
trebrancht  werden,

Hund-  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen,
bleiben  gesund.  r

Koren  pflanzliche  Parasiten,  Luft,

gegen  Kornwürmer,

5#ige  Lösung  vernichtet  Milz  randsporon.

alle  Eigenschaften  des  Creolin-Pearson  sind
medizinisch  festgestellt.

sollte  in  keinem  Hause  oder  Stall  etc.  fehlen,,

greift  kein  Gewebe.  Holz  oder  Metall  an,

wirkt  blutstillend.  schmerzlindernd,

r#gen  Ungeziefer,  Krätze,  Filzluzc,  1

Tniere.  dumt  gewaschen,  bleib.  fr.  v  Ungeziefer.
werden  auch  von  Fliegen  nicht  angegriften.

Kollegen  schen  vor  drei  Jahren  im  Aerzllichen

Sterbefilie  heute  durch  die  allgemeine  Presse

tung  wiuscht  man  54  noch  so  kleine  Wunde

uaschung  der  Wunde  verindet  man  disselte

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarkke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusatz
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit
  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

möge  aus  den  nachfolgenden  Guteine
  grössere  Anzahl  dieser  hoch-Cingetretene

  glinzliche  Fernbleiben  von  Krankheitsfullen
  während  der  jungsten  Fieberperiode
in  Bratilion  zum  grossen  Theile  dem  Seitens
der  Kapitäne  ongec’dneten  ausgiebigen  Gebrauche
  dieses  Mitt-  Iis  zuschreiben.

Hamburg-Südamerik.  Dampfschifffahrts-  Ges.
gez.  AM.  F.  Berultl.  Bureauchef.

Kelne  Blutvergiftung  mehr!  Dr.  Vopeliuin
  Degerloch  hbei  Stuttgart  schreibt:  PFast
täglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blittem
von  Todesfallen.  welche  durch  Bluttrergittone
nach  klemnen  unscheinbaren  Verlet#ungen  berb.
  igefubrt  wurden.  —  Jeder  neue  mi’  zu  Cesicht
  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Stich
in  das  lerz.  Die  Thatsache.  dass  Ul  erbauft
nach  eineo  Blutvergiftung  trotz  rechtzeitwer
rztlicher  Behandlung  tödlich  verläuft,  schmein
mieh  um  so  mehr,  als  ich  mit  dem,  me  inen

Praktiker  —  Abhandlung  uber  „innere  Anti-Sepsis“
  übergebenen.,  an  mir  gelbst  zweimal
csprbten.  absolut  sicher  helfenden  Mittel.
dem  (reolin-Pearson.,  immer  und  immer  wieder
neue  Erfolge  aufzuweisen  im  Stande  bin.  Es
dranut  mich  deshalb,  zur  Verbütung  weiterer

aut  das  Creolin  aln  zweifellos  sicheres  Heilmittel
  gegen  jede  Blutvergiftung  aufmerksam
zu  machen.  An  113  Fullen  dourfte  ich  innerhalb
  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  dieses
herrlichen  M-dikaments  bestliigt  fuuden.  HDie
Anwendung  desseiben  ist  eine  sehr  einfache.
von  jedem  Lnui.  n  leicht  ausführbar.  d=  es  bezichentli.
  L  etwaiger  Giftig  keit  dur-haus  onschidlich
  ist.  Zur  Verhütung  der  Blutv.ris-=m.it

  Crrolin  ans.  ias  Letztere  bereitet  msn
sich  schr  lei  ht.  intiem  „an  n  eine  Kafleetasse
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropf.#eolin-Pearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Ausmit

  einer  mit  dirsem  Wasser  Ketrinkten  leinenuen
  oder  Unzebinde.  Nach  drei  bis  vier
Tagen  heilt  dio  Wunde  ohne  weitere  Folgen.“

gegen  IIühnerdiphtheritis

man  entwickrle  in  Krankenzimmern  heisse
Cieolindumpfe.  (greilen.

desinffziert  die  Wlsche.  ohne  dieselbe  anzuauske###ichnet

  gegen  Schweissfl-e.

n,  Lönung  verhhtet  das  Sauerwerden  der
Ilirühe  in  Gerbereien.

Alus-kanle  sind  mit  Creolin  zu  desinftciren.

verhlitet  ansteckende  Krankheiten,

heilt  in  Cinem  Unde  Räude.  Munke.  Schork  etc.,

einige  Tropfen  in  warmes  Wasser  he.  ilt  Zahneeken

  Blasen-  und  Darmkatseirb,  (schmerzen.

ist  ullen  Il'sinfektionsmitteln  vorzuzieheo.

Creolinpulver  sollte  in  keinem  Kloset  fehlen.

10%  Crerlinseile  heilt  u.  verhltet  Ausschlag.

Creolin-I.  anolmseilse  macht  die  Uaut  sehr  geschmeidig.


 

(u)
        <pb n="81" />
        —  29  —

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(675)

 

 

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anban  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüseeamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  Frösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deufschen
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Inkhalt:  I.  Hlgemeine  Erdkunde.  III.  Handelsgeographlie,  cio
I.  Länderkunde,  c%#  IV.  Geschschte  der  Seographie.

Tüchtige  Redakteure  halten  das  Werk  ffdndig  auf  der  Hôöhe  der  Zeit.

..  Sefamtverbreitung  der  Seudlitzichen  Seographie  11.  Tlillion  Eremplare  (en

 

LXIII

 

 

Franz  Clouth

Rheinische  Gummi-Waaren-Fabrik

Cöln-Nippes.

rrichtet  1862Z—

    

 

Fabrik  -  Marke.

Spe.cialitäten:

a)  Fabrikate  zustechn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummi;

b)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,
Vollreifen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  8.  w.;

c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;  -

d)R-0thoa.romat.3ändor,Bmardbando,UattenmdLäutdk,cop11-b1ättor,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

f)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken,  sowie  Stoffe  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und-  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstofft  in  allen  Farben;  .  -

g)Guttaporoha-PabrikatezuteohnjsohenzweokonallorArt;

b)  Vollständige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.  (350)

Nm.  Preislisten  der  einzeinen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.
        <pb n="83" />
        —  31  —

 

Hnsgatische  Fauer-Versicherungs-Gesellschaf

in  Hamburg.
Gegründet  1874.

Crundkapital  M.  3  000  000.  Reserven  Ende  1890  M.  1189  100.

Die  Gesellschaft  übernimmt  Feuer-Versicherungen  an  europäischen  und  transatlantischen
Plätzen  und  erbittet  Bewerbungen  um  Vertretungen  an  solchen  Plätzen,  an  denen  sie
noch  nicht  vertreten  ist.

 

 
        
      
       
        
          
        
      
    
        
    
  

 

SEZur  Heilung  der  Malaria

(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  Lierdureh  das  von  der

Ebemischen  Fabrik  auf  Hetien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Ehenoeollum  bhküroeblorteum

Galzsaures  Phencocol.)
alen  Beteiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grasse  Reibe  ilslienischer  Aerzte.  u.  A.  die  Drs.  Prof.  Albertoni,
Pmf.  Cervello.  Dr  Cucco,  Dr.  Dall“  Olio.  Prof.  Mosse,  Dr.  Ventu-FTial
  und  riele  andere  haben  mit  dem  Mittel  überraschrnde  Ueilerfolge  bei
Malaria  Srielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzow  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in
Bom#e.  Letzterer  hat  die  oflikirlle  Einrehung  de  Mediaments  in  die
Mmachen  Vesschreibungen  des  Kongostantes  veranlasst.

Dus  balm#anre  Phenocoll  eignet  sich  ferner  uah  den  Fentstellungen
ven  Professor  Hartinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
eb#heren  Bellung  dee  Keuchbuetene.

Man  weuce  sich  wegen  des  Erbalts  von  Phenocollum  hydrochloricum.
wegen  Litterstur  und  6  bseanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Fenannten
  Firma,  numlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oidenburg;

Burcelona:  J.  Esplell;

London:  A  &amp;amp;  N.  Tmmermann,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary#-at-Mill;

Moskan:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  William  Street;

Paris:  M##  Freres,  31  rue  des  petites  Ecurles;
Bio  de  Jnneiro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;
Bnenos  Alres:  Dege  Gioson,  192  Defensa.

 

(663)

 

    

 

 

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nur  für  jeden  Seemann,  sondern  auch
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Mk.  11.  Extru  Mi.  17.  ,,  Prima-Beirrenzen  von  Alrikuforschern.  Truppenführern.  derzten.

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  (hinde,  Beirn  2/.  rekgelmässig  allc  14  Take
(lurch  (luen  Suinz-Kannl.  Zunüchst:

Cwischenhäüfen  unlnuntend)  nauch

alIl  Hamurg:  ub  Neupel:

2.  Jun.  18.  Jun.
„Admirnle  16.  Juan.  1.  Febr.
C„Relchstan  4  .  Jnun.  15.  Fehr.

Die  mit  einem  &amp;amp;#  ezeichneten  Dumpfer  lunfen  nur
eli-  mit  gleichem  Zcichen  verschenen  lläten  an  und  nchmen
dorthin  sowi-  unch  nuch  Chinde  Passugiere  allter  Klassen.
Indunkg  ind#ideen  nur  nuch  Chinde  und  Beirn.

Dic  min  einem  C  hezeichmeten  Dumpfer  nehmen  lenssapiere
  und  ladunz  nach  allen  genannten  Häfen.

Reichspostdanipfer
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Bohnsuck.

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Von  IHAMMBUR6  nuch  Delngonbu#  und  Durban
(Zwischenböüften  anlaufend)  regelmässig  alle  141  Tage.
abwechselnd  durch  #leu  Suz-Kanal  und  num  das  Kasl,
dlder  Guten  Hoffnnng.  zunächi:

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Admirnle  Kapt.  Bohnenck.  16.JAan.  1.  Fehr.
König—  „  Io#o#herr.  30.  Jun.  –
*#  n-  Kniser-  Weiskum.  IA,  Fehr.  1.  Mürx.

Die  mit  einem  *  l#eeichneten  Dampfer  fahren  durch
lun  Sucz-Kanal.  die  übrigen  um  dus  Kap  ##ler  Guten  Hoffnung.


Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Verlin.

Von  IHIAMIBLIRC  Zwischenhüfen  aulaufend)  nuels
kKkup#indt,  Pon  Eliznubeth  und  Enst  London,  all.
1  Wuten  ülur  die  Kanurischen  Inseln.  zundche:

Keichspoertampfer  ul  Ilabur:  ab  Las  Palmars:

„König-  Kuaf#ul.  Doherr.  W.  Jun.  II.  Febr.

„Kronprinz"##.  Aendorfl.  27.  Fepr.  I11.  Mürz.

In  LUeltertinstimmung  mit  ilum  (lie-Sährigen  Fahr#la#

Wiertien  unudel  sedlirt:

Reichspostilumpfer

„Kanzier-TAdmirnl-

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Kapt.  West.  —  W.  Dez.
Bolmesnek.  19.  Dez.  3.  Jun.

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        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heraussegeben  in  der  Holonial-Iblheilung  des  Auswirtigen  Anls.

 

—.—  —...  —  "6

X  Jahrgang.

—  ———  —-  AÆ-—  ——  ——  ——  ———  —  ———
––...  —  -  —2

———2—

*G——  —  —.

 

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jsedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
rri##einenden:  „Mittheilungen  von  Forerchungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzagebieten“,  hemusgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelman.  Der  vierteljahrliche  Abonnementopreis  für  das  Kolonialblatt  miut  den  Beihriten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buthhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagobuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  einschl.  der  deutich  n  Schut  rebiete  und
Oc#terreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für  die  Lander  des  Weitnoftvereins.  —  Cinsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könieliche  Hofbuchhandlung  von
Ernutt  Siegfried  Mittler  und  Sohbn,  Berlin  SW  12,  Kochstr.  66—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preieliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

—  9  —  ——  —  —

 

nhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  KRaiserlichen  Gouverneurs,  betreffend  den  Schutz  von  Elefanten
6  in  DeuschOstofeisa  S.  37.  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Samoa  S.  38.  —  Verordnung
des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Samoa,  betreffend  das  Postwesen  des  Schutzgebietes  von  Samoa  S.  38.  —
achwejlund  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Oktober  1900  S.  39.

—  Personalien  S.  9.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  30.  —  Deutsch-Ostafrika:  Deutsche  Expedition  zur  Grenzregulirung
  zwischen  Deutsch-Ostafrika  und  dem  Kongostaat  S.  40.  —  Aus  dem  Bezirk  Kilossa  S.  40.  —  Deutsch-Südwestafrika:
  Expedition  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft  S.  41.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
Kannfahrten  der  Eingeborenen  auf  den  Karolinen  S.  41.  —  Samoa:  Die  Selbstverwaltung  der  Samoaner  S.  42  —
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  42.  —  Aus  fremden
Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Handel  des  Hafens  von  Lourenzo  Marques  in  den  Monaten  Januar
bis  September  1900  S.  45.  —  Werth  der  letztjährigen  Baumwollernte  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
S.  45.  —  Die  Kautschukindustrie  Boliviens  S.  45.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Vorlesungen  am  Seminar
für  orientalische  Sprachen  in  Berlin  S.  146.  Litteratur  S.  46.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  46.  —  Schiffsbewegungen
  S.  46.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  48.  —  Fahrplan  des  Postdampfers  „Gertrud  Woermann“  für
das  Jahr  1901  S.  50.  —  Anzeigen.  "

SHierzu  als  Beilage:  Kolontal-Handels-Adreßbuch  für  1901.

 

—.......

—

Amtlicher  Theil.
Gelsetze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs,  betreffend  den  Schutz  von
Elefanten  in  Deutsch-Ostafrika.

Vorbehaltlich  der  Neuregelung  einer  allgemeinen  Wildschutz-Verordnung  wird  im  Interesse  der
Erhaltung  der  Elefantenbestände  gemäß  internationaler  Konvention  Folgendes  angeordnet:

§  1.
Die  Ausfuhr  von  Elefantenzähnen,  die  ein  geringeres  Gewicht  als  11  Ratli  =  5  kg  besitzen,
ist  pom  1.  April  1901  an  verboten.
–2.
Vom  1.  April  1901  an  dürfen  solche  Elefantenzähne  nicht  mehr  in  Deutsch-Ostafrika  in  den
Handel  gebracht  werden.
83.
Die  Zoll-  und  Verwaltungsbehörden  sind  beauftragt,  im  Falle  der  Zuwiderhandlung  gegen  vorstehende
  Bestimmungen  die  betreffenden  Elefantenzähne  zu  konfisziren.

Dar-es-Saläm,  den  22.  November  1900.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  Dr.  Stuhlmann.
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        —  38  —

Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Samoa.

Durch  Verfügung  des  Gouverneurs  vom  24.  September  1900  ist  dem  ehemaligen  Rechtsanwalt
Dr.  Sierich,  wohnhaft  in  Vaipouli  auf  der  Insel  Savaii,  die  Erledigung  der  zur  Zuständigkeit  des
Kaiserlichen  Richters  erster  Instanz  gehörigen  Geschäfte,  ausgenommen  die  Urtheilsfällung,  die  Entscheidung.
über  Untersuchungen  und  Beschlagnahmen  und  Verhaftungen  sowie  die  Ernennung  und  Beeidigung  von
Beisitzern,  die  Bestellung  von  Gerichtsschreibern  und  die  Zulassung  zur  Rechtsanwaltschaft  für  die  Insel
Savaii  übertragen.

Dieselben  Befugnisse  sind  dem  Gerichtsaktuar  Peters  in  Apia  durch  Verfügung  des  Gouverneurs.
vom  5.  November  1900  für  den  Bezirk  der  Inseln  Upolu,  Manono  und  Apolima  übertragen  worden.

Die  Genannten  handeln  im  Namen  des  Kaiserlichen  Richters  erster  Instanz  und  haben  in  den
von  ihnen  zu  vollziehenden  Schriftstücken  als  an  Stelle  des  genannten  Beamten  handelnd  sich  zu  bezeichnen.

Dem  Dr.  Sierich  sind  neben  der  Ermächtigung  zur  Vornahme  richterlicher  Geschäfte  für  den
ganzen  Bezirk  der  Insel  Savail  Befugnisse  der  Polizei=  und  allgemeinen  Verwaltung  für  die  Ituso-Taneküste:
  Faasaleleaga,  Saleaula,  Safotu  und  Vaisigago  übertragen  worden.

Für  die  Distrikte  der  Itu-o-Fafineküste:  Palauli  und  Satupaitea  hat  der  Pflanzer  Williams
in  Lata  zur  Unterstützung  des  Gouvernements,  insbesondere  zur  Kontrolle  der  eingeborenen  Verwaltung,
sich  bereit  erklärt  und  ist  mit  entsprechenden  Befugnissen  ausgestattet  worden.

Apia,  den  16.  November  1900.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(gez.)  Solf.

Verordunug  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Samoa,  betreffend  das  Postwesen
des  Schutzgebietes  von  Samoa.

Auf  Grund  des  §  2  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  17.  Februar  1900,  betreffend  die
Ausübung  konsularischer  Befugnisse  und  den  Erlaß  polizeilicher  und  sonstiger  die  Verwaltung  betreffender
Vorschriften  in  Samoa,  wird  hierdurch  verordnet,  was  folgt:

§  1.

Der  Postdienst  im  Schutzgebiete  von  Samoa  wird  ausschließlich  durch  die  Kaiserlich  deutsche  Pofst
ausgeübt.  Demnach  ist  die  Beförderung  aller  Briefsendungen  (Briefe,  Postkarten,  Drucksachen,  Waarenproben
  und  Geschäftspapiere)  zwischen  dem  Schutzgebiete  und  außerhalb  desselben  gelegenen  Gebieten,  in
denen  Posteinrichtungen  bestehen,  in  anderer  Weise  als  durch  die  Kaiserlich  deutsche  Post  verboten.

82.
Der  Führer  eines  jeden  Schiffes,  das  von  einem  außerhalb  des  Schutzgebietes  belegenen  Platz  in

den  Hafen  von  Apia  oder  in  einen  anderen  Hafen  des  Schutzgebietes  mit  Posteinrichtung  einläuft,  darf
Sendungen  der  im  §  1  bezeichneten  Art  nur  an  die  Koeiserlich  deutsche  Post  abliefern.

83.

Die  Führer  der  den  Hafen  von  Apia  oder  einen  anderen  Hafen  des  Schutzgebietes  mit  Posteinrichtung
  verlassenden  Schiffe  sind  verpflichtet,  von  der  Kaiserlich  deutschen  Post  ihnen  übergebene
Sendungen  der  im  §  1  bezeichneten  Art  zur  Beförderung  nach  den  von  ihnen  anzulaufenden  Plätzen  im
Schutzgebiete  oder  außerhalb  desselben  gegen  Empfangsbescheinigung  zu  übernehmen.

*  4.

Der  Führer  oder  Rheder  eines  jeden  Schiffes,  das  sich  von  Apia  nach  einem  außerhalb  des
Schutzgebietes  belegenen  Platze  begiebt,  hat,  wenn  möglich,  48  Stunden  bevor  das  Schiff  den  Hafen
verläßt,  der  Kaiserlich  deutschen  Post  von  dem  Zeitpunkte  der  Abreise  unter  Angabe  der  Anlaufplätze
Anzeige  zu  machen.

86.

Die  Verletzung  der  Vorschriften  dieser  Verordnungen  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  2000  Mark

oder  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.
        <pb n="91" />
        39

..  §6—
Diese  Verordnung  tritt  vier  Wochen  nach  Verkündung  in  Kraft.
Apia,  den  15.  November  1900.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(gez.)  Solf.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Oktober  1900.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,39  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schistfahrts.  Holzschlag.eben-Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhr  —  Gebührennnahmen  Insgesammt
Rp.  B.  Rp.  B.  ,ip.  P.]  Kp.  P.]  Kp.  [P.]  Kp.  [P.  —  Mk.  f.
1
a..  .  W  13  8798  3  —  131  45261  1614  2037243
annn  1371114  6—  17  4%  332  4260  40  =  592227
agamoonon  8  6303110  316|48  9—  228  400  32  32  1901723=  26  443
Dar-  es-Salam  3369  26  21829  17  45  —  119  4110  35  47  64
Kilww.  7159  33  473427  421  —  87  57  64  1512  08804=  16  80241
Lind  4326  3633  4  21  —  5  26  8  32  7994  34=  11  112  40
Zusammen2523806|  865  161  126  —sg00o  62  480  11  88  640  31  is  i21  28
—  —  —  —  —  —
35080  M.9  723  Mk.1  Mk  548  Mk.  597  Mk.
95  Pf.  80  Pf.  14  Pf.  45  Pf.  94  Pf.
Perlpnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Leiter  des
botanischen  Gartens  in  Victoria  (Kamerun),  Dr.  Preuß,  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des  ihm  verliehenen
Ritterkreuzes  des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Greisen  -Ordens  zu  ertheilen.

—..  —..J.—  —.:

Nichtamtlicher  Theil.

7n  Oberleutnant  Wendland,  Leutnant  Weitzen-Personal
  Zachrichten.  berg,  Feuerwerker  Thilo,  Sergeant  Fleischmann
Deutsch-Ostafrika.  und  Sanitätssergeant  Handfest  haben  die  Ausreise

Der  Kupferschmied  Haack  ist  am  16.  November
in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

 

Der  Schiffszimmermann  Nehlsen  und  der
Kesselschmied  Binge  haben  einen  ihnen  bewilligten
Urlaub  angetreten.

Der  Ingenieur  Fritz,  die  Monteure  Kohlepp
und  Ohrndorf  und  die  Schlosser  Preeg  und
Henze  sind  aus  den  Diensten  des  Keiserlichen
Gouvernements  ausgeschieden.

 

bezw.  die  Wiederausreise  am  3.  d.  Mts.  von  Neapel
aus  angetreten.

Es  sind  mit  Heimathsurlaub  in  Neapel  eingetroffen:
  Sergeant  Gestrich  am  24.  Dezember  v.  Is.,
Feldwebel  Noé  und  Unteroffizier  Wenninger  am
5.  d.  Mts.

–  —

Ramernn.

Major  v.  Kamptz,  Kommandeur  der  Schutztruppe,
  ist  am  10.  d.  MtSs.  in  Hamburg  eingetroffen.

 

2
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        Der  Schmied  Brückner  hat  die  Ausreise  nach
Kamerun  angetreten.

S##weskafrika.

Der  Kaiserliche  Bergrath  Duft  ist  mit  Urlaub
aus  Deutsch-Südwestafrika  in  Deutschland  eingetroffen.

40

 

Oberleutnant  Franke  hat  am  6.  d.  Mts.  von

Hamburg  aus  die  Wiederausreise  in  dos  Schutzgebiet

  angetreten.

#-.  Gninea.

Der  Geometer  R.  Schmitt  hat  die  Ausreise
nach  Neu-Guinea  angetreten.

Bachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.

Die  deutsche  Expedition  zur  Gvenzregulirung  zwischen
Deutsch--Ostafrika  und  dem  Rongostaat

hat  nach  einer  Meldung  ihres  Führers,  Hauptmanns
  a.  D.  Herrmaun,  am  11.  November  v.  Js.
mit  nur  40  Marsch=  und  5  Ruhetagen  Tabora  erreicht.
  Der  Exveditionsführer  beabsichtigte,  etwa
eine  Woche  dort  zu  bleiben  und  noch  vor  dem
10.  Dezember  in  Ujiji  zu  sem.  Sämmtliche  Europäer
  der  Expedition  befanden  sich  in  bester  Gesundheit.


Aus  dem  Bezirk  Rilossa.

In  einem  Bericht  über  neue  Gebietserforschungen
im  Bezirk  Kilossa  schreibt  die  „Deutsch-Ostafrikanische
Zeitung“:

Von  Kissanga  gelangt  man  über  die  Höhen  nach
Chikonga,  Talula  und  Mpingo.  In  Talula  wird
sehr  viel  Tabak  gebaut,  die  Männer  und  Weiber
saßen  dort  den  ganzen  Tag  auf  der  Barasa  und
rauchten.  Die  Dörfer  bilden  keine  geschlossene  Ortschoft,
  sondern  liegen  zerstreut  auf  den  Höhen  und
in  den  Thälern.  Von  Talula  führt  ein  noch  sehr
beschwerlicher  Marsch  in  die  Landschaft  Vidunda.
Diese  untersteht  zwei  Jumben,  dem  Nguru-Msima,
der  im  Thale  herrscht,  und  dem  Mgwira,  der  die
Berge  bewohnt.  Landschaftlich  ist  die  Gegend  überaus
  schön.  Auf  den  hohen  Bergen  erblickt  man  unzählige
  Häuser.  Die  kahlen  Berge  sind  mit  Schamben
übersät  und  gewähren  einen  freundlichen  Anblick.
Nach  Ueberschreitung  des  Gebirges  gelangt  man  in
ein  großes,  etwa  drei  Stunden  von  Westen  nach
Osten  sich  erstreckendes  fruchtbares  Thal,  das  mit
Dörfern  bedeckt  ist.  Von  den  Höhen,  auf  denen
eine  erfrischende  Kühle  herrscht,  genießt  man  einen
sesseluden  Blick  über  das  gesammte  Thal.  Schamba
1t  Schamba  zieht  sich  bis  auf  die  höchste  Bergspitze
inauf.

 

Die  Gegend  ist  überaus  fruchtbar  und  anscheinend
gesund,  auf  Sumpfland  stößt  man  dort  nirgends.
Vuvunda  ist  eine  wirkliche  Kornkammer  des  Bezirks.
Gebaut  wird  Mais,  Mtama,  Kunde,  Tabak,  Mohogo,
Viasi  und  Mahmbi.  Letztere  Frucht  ist  eine  große
breitblätterige  Staude,  ähnlich  dem  Tabak.  Die
Blätter  werden  als  Gemüse  gekocht.  Bananen  gab
es  in  Hülle  und  Fülle.

Das  Bezirksamt  wird  diesen  schönen  und  fruchtbaren
  Strich  des  Bezirks  durch  Ausbau  eines  guten
Weges  erschließen,  um  so  den  Bewohnern  Gelegenheit
  zu  geben,  ihre  Feldfrüchte  zum  Markte  zu  bringen.
Die  Mais=  und  Matamgernte  war  ungemein  günstig
ausgefallen.

Am  Fuße  des  Kifigiliberges  liegt  das  Dorf
Mibamba,  Jumbe  Mkali.  Von  hier  erreicht  man
nach  Ueberschreitung  des  Dorfes  Kifigili  die  Landschaft
  Mlongwa.  Die  Gegend  ist  auch  hier  sehr
schön,  sehr  bevölkert  und  fruchtbar.  Gepflanzt  wird
vor  Allem  Matama,  Mais  und  Mohogo.  Die
fruchtbaren  Thäler  sind  in  voller  Schamben-Wirthschaft.
  Das  große  Magali-Dorf,  durch  welches  der
Weg  führte,  liegt  am  Ende  eines  langgestreckten,
eine  große  Schamba  bildenden  Thales.  Weiter  nach
Osten  marschirend,  kommt  man  über  den  Pagaliberg
nach  Kirolea,  Landschaft  Mhausa,  durch  die  Landschaft
  Makome.  Die  Gegend  ist  fruchtbar  und  landschaftlich
  schön.  Kirolera  liegt  im  Thal  am  südöstlichsten
  Abhange  des  Mpongwe-Gebirges.  Die
Mpongweberge  machen  wie  überhaupt  die  ganzen
Uluguruberge  einen  moajestätischen  Emdruck.

Von  Kingense  aus  lohnt  sich  noch  ein  Besuch  in
Mgera  und  in  Konga  (Mhondo),  Dörfer,  die  in
einem  sehr  fruchtbaren  Thale  des  Ngerengere  liegen.
Von  Konga  bis  Morogoro  dehnt  sich  eine  gewaltige
Zuckerrohrschamba  aus.  Auch  reiche  Vorräthe  von
Mais  und  Mtama  waren  das  Ergebnis  der  diesjährigen
  Ernte.
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        Deutsch-Südweftafrika.
Expedition  der  Gtavi-Minen-  und  Sisenbahngesellschaft.

Ueber  den  weiteren  Verlauf  der  von  der  Otavi-Minen=
  und  Eisenbahngesellschaft  nach  der  Kumibmündung
  entsandten  Expedition  wud  Folgendes
berichtet:

Zur  Gewinnung  eines  umfassenden  Ueberblicks
über  die  Beschaffenheit  des  zu  erforschenden  Gebietes
theilte  sich  die  Expedition  bei  Kawares  in  zwei
Abtheilungen.  Die  eine  wählte  den  Weg  längs  des
Hoanibflusses,  während  die  andere  eine  nördliche
Route  über  Otjitjekwa,  Otjituntua,  Ombombo,  Kaoko
Otavi  einschlug.  In  Sanitatas  (auf  der  Langhansschen
  Karte  Sanitantes)  veremigten  sich  beide  Abtheilungen
  und  marschirten  über  Otjovaurua  und
Sarusas  nach  Kumibmund.  Die  auf  dem  nördlichen
  Wege  zurückgelegte  Strecke  Kowares—Kumibmund
  betrug  381  km.

Am  Kumibmund  wurde,  von  der  See  aus
erkennbar,  eme  weiße  Bake  von  9  m  Höhe  errichtet
und  die  geographische  Breite  des  Punktes  durch
wiederholte  astronomische  Beobachtungen  zu  18°
52'  207  bestimmt.

An  dem  in  Betracht  kommenden  Küstenstrich  steht
im  Allgemeinen  schwere  Brandung.  Zwei  Punkte,
Wje  6  bis  7  km  nördlich  und  südlich  vom  Kumibmund,
scheinen  jedoch  gegen  den  Seegang  so  geschützt  zu
sein,  daß  die  Expeditionsleiter  dieselben  als  Landungsplätze
  für  nicht  ungeeignet  halten.  Es  sei  hierzu
bemerkt,  daß  die  Untersuchungen  zu  einer  Zeit  ausgeführt
  wurden,  in  der  die  Brandungsverhältnisse
der  fraglichen  Küstenzone  erfahrungsgemäß  am  ungünstigsten
  liegen.

Aus  dem  Berichte  verdient  noch  hervorgehoben
zu  werden,  daß  auf  dem  Wege  zur  Küste  an  mehreren
Stellen  Anzeichen  ausgedehnter  Elsenerzlagerstätten
entdeckt  wurden.  Auf  dem  Hochlande  war  Gras  für
Ochsen  und  Pferde  reichlich  vorhanden.  Auch  wurden
Wasserplätze  in  hinreichender  Anzahl  angetroffen.
Kleines  Wild  war  zahlreich.  Vielfach  wurden  auch
frische  Spuren  von  Giraffen,  Löwen  und  Elefanten
gesehen.

Die  Bewohner  des  nördlichen  Kaokofeldes  nennen
sich  Ovaherero.  Sie  werden  jedoch  von  den  anderen
Stämmen  Ovatjimba  (arme  Damaras)  genannt.  Sie
leben  zerstreut  und  unterstehen  theils  der  Einwirkung
der  Ovambos,  theils  derjenigen  der  Hottentotten  von
Seßfontein.  Zwischen  einem  Theile  derselben  und
den  Hottentotten  von  Seßfontein  war  zur  Zeit  des
Durchzuges  der  Expedition  Streit  ausgebrochen.  Den
Expeditionsleitern  gelang  die  vorläufige  Beilegung
desselben.  Die  Ovatjimba  werden  als  brauchbare
Arbeiter  bezeichnet.

41

 

Kopfwind  herrschte.
gekreuzt,  ohne  Land  zu  sehen.

Deutsch-Neu-Guinea.
Kaunfahrten  der  Eingeborenen  auf  den  Marolinen.

Ueber  eine  ausgedehnte  Seefahrt,  die  von  Eingeborenen
  der  Karolinen  in  Kanus  ausgeführt  ist,
berichtet  der  Kaiserliche  Bezirksamtmann  in  Yap
Folgendes:

Am  29.  Juli  1899  traf  in  dem  an  der  Ostküste
  der  Insel  Yap  gelegenen  Dorfe  Gatschbar  ein
mit  vier  Leuten  bemanntes  Kanu  aus  dem  Westen
kommend  ein.  Ich  ließ  sie  mit  dem  Häuptling  von
Gatschbar  zu  mir  kommen  und  habe  sie  vernommen.
Das,  was  ich  dabei  feststellen  konnte,  klingt  fast  wie
ein  Märchen.

Nach  dem  Taifun  am  10.  bis  11.  November
vorigen  Jahres,  der  die  Ugoi-Leute  auf  ihrer  Fahrt
nach  Fais  (liegt  etwa  270  km  östlich  von  Yap)
übercaschte  und  die  Kanuflottille  zerstreute,  sind  nach
einigen  Tagen  fünf  Fahrzeuge  mit  zusammen  32  Personen,
  darunter  eine  Frau  und  ein  Kind,  wieder  in
Ugoi  eingetroffen.  Es  ist  bald  darauf  ein  Kann
nach  Fais  abgesegelt,  um  Erkundigungen  nach  dem
Verbleib  der  übrigen  etwa  120  Verschollenen  anzustellen,
  dem  nach  kurzer  Zeit  sechs  weitere  Kanus
von  Ugoi  folgten.  Diesen  Kanus  ist  es  widrigen
Windes  wegen  nicht  gelungen,  Fais  zu  erreichen,
ebensowenig  wie  sie  nach  Ugoi  zurückzukehren  vermochten.
  Sie  haben  dann  versucht,  Yap  zu  finden,
und  als  sie  auch  damit  kein  Glück  hatten,  versuchten
sie,  die  Palaus  zu  gewinnen,  indessen  erfolglos.  Nach
verschiedenem  Hin=  und  Herkreuzen  beschlossen  sie,
da  ihnen  die  Nahrung  ausging,  immer  werter  nach
Westen  zu  segeln,  in  der  Hoffnung,  auf  die  Philippinen
  zu  stoßen.  Diesmal  hatten  sie  Glück,  vier
Kanus  erreichten  eine  angeblich  zu  den  Visayas
(dem  mittleren  Theil  des  Philippinen-Archipels)
gehörende  Insel  Kiuvan;  die  anderen  beiden  Kanus
waren  durch  den  starken  Wind  von  ihnen  getrennt
worden  und  landeten  auf  einer  anderen,  ihnen  dem
Namen  nach  nicht  bekannten  Insel.

Auf  Kiuvan  befanden  sich  keine  Weißen,  die
Aufnahme  seitens  der  Bewohner,  die  sich  wie  Europäer
  kleideten,  war  eine  freundliche.  Zu  ihrer  freudigen
Ueberraschung  trafen  sie  dort  das  Kanu  von  Ugoi,
welches  kurze  Zeit  vor  ihnen  nach  Fais  abgesegelt
war;  es  war  auf  dieselbe  Weise  nach  Kiuvan  gekommen,
  wie  die  vier.  Schließlich  trafen  auch  noch  die
beiden  übrigen  Fahrzeuge  von  Ugoi  in  Kiuvan  ein,
so  daß  nunmehr  sieben  Kanus  ihrer  Insel  mit  30  Personen
  vereinigt  waren.  Sie  wollten  dort  auf  den
Emtritt  des  Westwindes  warten,  als  aber  nach  Verlauf
  von  sechs  Wochen  zwei  Leute  am  Fieber  starben,
wurden  sie  ängstlich,  nahmen  Kokosnüsse  und  Wasser,
so  viel  sie  bergen  konnten,  und  setzten  Segel,  trotzdem
Dreißig  Tage  sind  sie  auf-Ihrem
  Gefühle  nach

mußten  sie  in  der  Höhe  der  Palau  sein,  die  mitge-
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        nommene  Nahrung  war  ganz  aufgezehrt,  da  es  aber
stark  regnete  und  sie  hier  und  da  Fische  fangen
konnten,  erhielten  sie  sich  einigermaßen  bei  Kräften.
Ueber  die  nächste  Nähe  von  Land  waren  sie  verschiedener
  Meinung,  sie  trennten  sich  deshalb,  zwei
Kanus  wollten  nach  den  Palau,  vier  nach  den
Matelotas  (Ngoli),  einer  südlich  von  Yap  gelegenen
Inselgruppe,  und  das  siebente  nach  Yap.  Dieses
ist  dann  auch  nach  19  weiteren  Tagen  hier  eingetroffen.
  Als  Nahrung  diente  seinen  Insassen  schließlich
  ein  Brei  aus  Wasser  und  Reng  (einem  Farbstoff,
  den  sie  nach  hier  verkaufen).  Im  Anblick  von
Yap  beabsichtigten  sie  gleich  nach  Ugoi  weiterzusegeln,
und  nur  durch  die  Drohung  eines  der  vier  Männer,
über  Bord  zu  springen  und  an  die  Küste  zu  schwimmen,
ließen  sie  sich  zum  Landen  bewegen.

Die  von  ihnen  auf  den  winzigen  und  zerbrechlichen
  Fahrzeugen  zurückgelegte  Entfernung  beträgt
gut  über  2000  Seemeilen.

Wenige  Tage  nach  ihrer  Ankunft  wurde  ein
Kanu  östlich  von  BYap  gesichtet,  das  den  Kurs  West-Ost
  einhielt;  da  es  zu  weit  entfernt  war,  konnten
es  die  von  hier  abgesandten  Fahrzeuge  nicht  erreichen.


Als  ich  den  kühnen  Seefahrern  mittheilte,  daß
ich  ihre  Abreise  nach  Ugoi  mittelst  Kanus  nicht  erlauben
  könnte,  erschien  ihnen  das  wie  eine  Hiobspost.
Sie  sind  hier  gut  aufgehoben,  und  ihre  Zurückschaffung
wird  mit  der  ersten  sich  bietenden  Gelegenheit  veranlaßt
  werden.

Später  sind  auch  die  vier  Kanus,  welche  sich
auf  der  Fahrt  von  den  Visayas  (Philippinen)  nach
den  Karolinen  von  den  übrigen  drei  getrennt  hatten,
um  die  Matelotas  zu  gewinnen,  in  Yap#  eingetroffen.
Nach  einer  weiteren  Fahrt  von  1½  Monaten,  also
nach  2½  Monaten  seit  der  Abfahrt  von  Kiuva,
hatten  sie  die  Matelotas  erreicht  und  sich  dort
wieder  erholt.  Nach  Verlauf  einiger  Zeit  setzten
die  Kanus  Segel,  um  in  Gesellschaft  von  drei  Fahrzeugen
  von  den  Matelotas  nach  Yap  zu  fahren,
das  sie  auch  glücklich  erreichten.  Das  vierte  Kanu
von  Ugoi  hatte  geraden  Kurs  auf  Ugoi  genommen,
konnte  die  Insel  aber  widrigen  Windes  wegen  nicht
gewinnen  und  ist  dann  nach  Yap  gekommen.  Im
Ganzen  befanden  sich  15  Männer  und  3  Frauen  in
den  Fahrzeugen,  einer  der  Männer  ist  blind.

Es  erschien  unfaßbar,  wie  die  Leute  sich  auf
der  ungeheuren  Wasserfläche  zurechtfinden  konnten.
Auf  meine  Frage  theilten  sie  mit,  daß  sich  in  jedem
Kanu  ein  bis  zwei  Navigateure  befänden,  die  nach
den  Sternen  steuerten.  Von  früher  Kindheit  an
werde  eine  Anzahl  Knaben  in  der  Wissenschaft,  sich
nach  den  Sternen  zurechtzufinden,  unterrichtet.  Sie
hätten  später  Probefahrten  unter  Betheiligung  Kundiger
zurückzulegen,  und  erst  wenn  sie  diese  Prüsungen  bestanden
  hätten,  würde  ihnen  die  Führung  der  Kanus
auf  weiteren  Fahrten  anvertraut.  Die  hier  befindlichen
  Navigateure  unter  den  Ugoi-Leuten  sagten  mir,

42

 

es  wäre  ihnen  sehr  wohl  bekannt,  daß  die  Sterne
ihre  Stellungen  zu  verschiedenen  Zeiten  änderten,
damit  rechneten  sie  auch,  und  so  lange  sie  Nahrung
und  Wasser  hätten,  wären  sie  ohne  Sorge;  wenn
auch  nicht  nach  dem  ersten  Versuch,  fänden  sie  sich
doch  nach  dem  zweiten  oder  ferneren  zurecht.

Samva.
Die  Selbstverwaltung  der  Samoaner.

Für  die  Samoaner  sind  folgende  Verordnungen
erlassen  worden.  Am  31.  August  1900:  Verordnung
  betreffend  das  obligatorische  Anpflanzen  von
jährlich  50  Kokospalmen  für  sämmtliche  eingeborenen
Eigenthümer  und  Besitzer  unkultivirten  Landes.  Verordnung
  betreffend  das  Ausrotten  der  Lantana-Pflanze
  auf  dem  ganzen  Gebiet  der  Kolonie.  —
Am  5.  Oktober  1900:  Verordnung  betreffend  obligatorische
  Hülse  in  Seenoth.  —  Am  10.  Oktober  1900:
Rundschreiben  des  Gouverneurs  und  des  Alii  Sili
an  alle  eingeborenen  Beamten,  betreffend  die  hauptsächlichsten
  Rechte  und  Pflichten  der  Taitai-Itu,
Faamasino  und  Pule-Nun.

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Der  „Missionsfreund“  bringt  einen  Bericht  über
eine  vom  Missionar  Schumann  in  Lupembe
(Deutsch-Ostafrika)  unternommene  Reise,  dem  wir
Foldendes  entnehmen:

Ende  Oktober  1899  war  Missionar  Schumann
in  Begleitung  von  Missionar  Priebusch  vom  Kondelande
  aufgebrochen,  um  auf  den  Hochflächen  des  Gebirges
  in  dem  sogenannten  Hehelande  eine  neue
Station  zu  beziehen.  Bei  dem  Häuptling  Lupembe
hatte  der  Missionstischler  Harnoß  bereits  ein
kleines  Häuschen  fertig  gestellt.  Da  aber  die
Sommerregen  noch  nicht  eingetreten  waren,  machte
sich  der  Missionar  Schumann  zunächst  daran,  das
Land  zu  erkunden,  und  unternahm  eine  Reise  in
südöstlicher  Richtung,  um  das  Volk  des  Häuptlings
Sakamaganga  zu  besuchen.  Gewiß  war  es  ein
Zeichen  von  Freundschaft  und  Vertrauen,  daß  sich
ihm  der  Sohn  des  Häuptlings  Lupembe  als  Begleiter
  anschloß.  Die  Gegend,  welche  man  zunächst
durchzog,  war  hügelig  und  mit  eigenartigem,  hohem,
sehr  dichtem  Grase  bestanden,  welches  noch  mit
manneshohem  Farnkraut  durchwachsen  war.  Gestrüpp
  kam  dazu,  so  daß  das  Vorwärtskommen
äußerst  mühsam  war.  Ab  und  zu  zeigte  sich  etwas
Wad,  besonders  in  den  Schluchten  oder  auch  in
steinigem  Gelände,  wo  die  Leute  keine  Aecker  machen
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        können.  Denn  wo  das  Land  zum  Anbau  taugt,
wird  der  Wald  von  den  Eingeborenen  ausgerottet.
Sie  hauen  die  Bäume  um,  lassen  sie  trocknen  und
zünden  sie  dann  an.  Die  Asche  giebt  dann  einen
guten  Dünger  ab  für  die  Aussaat  der  Kafferhirse.
Das  Land  war  spärlich  bevölkert,  und  die  Hütten
der  Eingeborenen  waren  meist  in  schlechtem  Zustande
  und  in  dichtem  Buschwerk  versteckt.  Denn
hier  in  diesen  Gegenden  herrschte  bis  jetzt  beständige
Unsicherheit.  Die  Reisenden  fahen  Elefantenspuren
und  machten  auch  Bekanntschaft  mit  dem  Honigvogel,
der  auch  in  Südafrika  häufig  vorkommt.  Dieser
Vogel,  von  der  Größe  eines  Sperlings,  nur  bedeutend
  schlanker,  ist  schwarzgrau  gefärbt  mit  weißlichem
  Bauch,  und  es  ist  Thatsache,  daß  er  die
Menschen  zu  den  Stöcken  der  wilden  Bienen  führt,
damit  sie  ihm  helfen,  wo  er  dem  Innern  der  Stöcke
nicht  beikommen  kann.

Am  dritten  Tage  der  Reise  erreichten  die
Wanderer  den  Fluß  Luhudja  (Ruhudsche).  Die  Ufer
waren  mit  großen  Bäumen  bewachsen,  welche  durch
Schlinggewächse  umrankt  waren.  Hier  hausten  Krokodile
  und  Nilpferde.  Die  Krokodile  müssen  hier
wohl  besonders  gefährlich  sein,  denn  Missionar
Schumann  fand  an  dem  Platze,  wo  die  Leute
Wasser  schöpften,  förmliche  Bollwerke,  aus  Holzstämmen
  angelegt,  durch  deren  Oeffnungen  die  Leute
mit  Gefäßen,  die  sie  an  Bambusstangen  binden,  das
Wasser  aus  dem  Flusse  schönfen.  Ein  kleines  Kanu
diente  zur  Ueberfahrt.  Als  die  Missionare  am
Ufer  dieses  Flusses  rasteten,  kam  ein  Haufe  von
Heidenweibern  und  bat  um  die  Erlaubniß,  Gesänge
vortragen  zu  dürfen.  Den  Inhalt  der  Gesänge
bildete  die  alte  Frage,  welche  noch  heute  allen
Heiden  geläufig  ist,  die  Frage  nämlich:  Was  werden
wir  essen,  was  werden  wir  trinken,  womit  werden
wir  uns  kleiden?  Der  verstorbene  Häuptling  Sakamaganga
  wurde  als  freigebiger  Herr  gepriesen,  und
weil  sein  Sohn  geizig  sein  sollte,  klagte  man  über
Verlassenheit.

Die  Landschaft  bestand  aus  Hügeln,  zwischen
denen  in  der  Regenzeit  sich  Tümpel  bilden.  Hier
pflanzen  die  Eingeborenen  ihren  Reis.  Jetzt  in  der
regenarmen  Zeit  waren  diese  Niederungen  trocken,
waren  aber  mit  üppigem  Graswuchs  bedeckt.  An
Quellen  und  Flüssen  ist  das  Land  arm.  Die  Eingeborenen
  schöpfen  schmutziges  Wasser  aus  kleinen
Löchern,  die  sie  an  tiefgelegenen  Stellen  graben.
Die  Stadt  oder  das  Dorf  des  oben  genannten
Häuptlings,  der  aber  nicht  mehr  lebt,  war  von  ansehnlicher
  Größe.  In  der  Mitte  lag  die  Tembe
des  regierenden  Herrn,  der  den  langen  Namen
Mugonelulusoli  führt.  Im  Eingange  des  Heuptlingshauses
  befand  sich  eine  große  Halle,  darin
hingen  zur  Verwunderung  der  Reisenden  die  Bilder
Ihrer  Majestäten  des  deutschen  Kaisers  und  der
Kaiserin,  rauchgeschwärzt  aber  noch  leidlich  erkennbar.
Seitwärts  von  diesem  Gebäude  war  die  Grabstätte
des  Häuptlings  zu  sehen,  überdacht  von  einem  gras-43



 

gedeckten  Häuschen,  auf  welchem  eine  weiße  Fahne
wehte.  Daneben  befand  sich  das  Grab  seiner  Tante,
das  war  völlig  mit  weißem  baumwollenen  Stoff
überdeckt,  und  auch  ringsumher  war  weißer  baumwollener
  Stoff  aufgehängt.  Dieses  Zeug  ist  eine
Opfergabe  an  die  Verstorbenen.  Sobald  es  verfault,
  wird  es  durch  neues  Zeug  bedeckt.  Ein  Zaun
umschloß  die  Gräber.  Daneben  befanden  sich  noch
andere  Grabhügel,  deren  einer  mit  Bäumen  bepflanzt
war,  unter  ihnen  das  Grab  der  Lieblingsfrau  des
verstorbenen  Häuptlings.  Der  Häuptling  des  Platzes
war  ein  junger  Mensch  von  ungeschicktem  linkischem
Benehmen.  Er  wollte  nichts  davon  hören,  daß  man
bei  ihm  eine  Missionsstation  anlege,  obwohl  Missionar
Schumann  ihm  sagte:  „Ich  will  unter  euch  unterrichten
  und  Gottes  Wort  predigen  und  mit  euch
verkehren  wie  ein  Mann  eures  Volkes“.  Er  meinte,
wohin  er  schaue,  sähe  er  überall  das  Gras  brennen.
Das  sollte  heißen,  die  Drangsale,  die  ihm  drohten,
würden  ihn  verzehren.  So  lief  die  Unterredung
nicht  zufriedenstellend  ab.  Bruder  Schumann  sagt
ausdrücklich,  daß  dies  das  erste  Mal  gewesen  sei,
bei  welchem  Heiden  ihn  in  dieser  Weise  abgewiesen
hätten.  Vielleicht  war  das  zurückzuführen  auf  den
Einfluß  eines  Arabers,  den  man  in  der  Umgebung
dieses  Häuptlings  bemerkt  hatte.

Auf  einem  anderen  Wege  wurde  die  Heimreise
bewerkstelligt.  Den  Fluß  Ruhudsche  überschritt  man
an  einer  Stelle,  wo  das  wilde  Gewässer  sich  durch
eine  Felsspalte  drängte,  die  nur  ein  paar  Meter
breit  war,  so  daß  man  sich  beinahe  über  den  Spalt
die  Hände  reichen  konnte.  Darüber  hinweg  haben
die  Eingeborenen  eine  leichte  Bambusbrücke  errichtet.
Nach  siebentägiger  Abwesenheit  erreichten  die  Missionare
  wieder  ihre  Station.  —

Im  März  dieses  Jahres  trat  Bruder  Schumann
wieder  eine  Reise  an,  die  ihn  nach  der  Station  des
jungen  Missionars  Gröschel  führte.  Er  erzählt
davon,  wie  folgt:

Ich  ritt  meinen  Esel,  und  nach  zwei  Stunden
erreichten  wir  die  Tembe  des  alten  Mbuna,  bei  dem
wir,  wie  gewöhnlich,  rasteten.  Im  Kondelande  hätten
wir  in  derselben  Zeit  vier  bis  fünf  große  Ortschaften
passirt.  Hier  hatten  wir  nur  zwei  Temben  gesehen,
die  zusammen  von  vielleicht  30  Seelen  bewohnt
sind.  Mbuna  ist  ein  leidenschaftlicher  Schnupfer.
Von  seiner  Schnupftabakdose  ist  er  unzertrennlich.
Mittels  eines  Rohres  zieht  er  den  Tabak  aus  einer
Dose  in  die  Nafe  ein.  Außerdem  ist  er  unzertrennlich
  von  seinem  Becher,  aus  dem  er  trinkt.  Es  giebt
hier  eine  Art  Bambus,  welche,  wenn  die  Regen
einsetzen,  neue  Schößlinge  treibt.  Diesen  wird  die
Spitze  abgeschnitten,  und  der  ausfließende  Saft  wird
aufgefangen.  Dieser  Saft  sieht  milchig  aus,  er
gährt  und  schmeckt  nicht  schlecht.  Er  wird  von  den
Leuten  leidenschaftlich  getrunken.  Trotzdem  sagt
Missionar  Schumann,  er  habe  nirgends  einen  Betrunkenen
  gesehen.  Glücklicherweise  dauert  die  Zeit
dieses  Bambusbieres  nur  etliche  Monate,  aber  in

3
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        dieser  Zeit  kann  man  kaum  Träger  finden.  Sucht
man  Leute,  so  heißt  es,  sie  sitzen  beim  Bier;  sie
wollen  sich  das  Bier  nicht  entgehen  lassen.  Der
Bambus  wird  hier  in  großen  Pflanzungen  gezogen.
Seine  Stangen  bilden  das  einzige  Baumaterial,  ja
oft  auch  das  einzige  Brennmaterial.  Auch  im
weiteren  Verlauf  der  Reise  fand  man  immer  wieder
Bierbrauereien.  Die  Flüsse  oder  Bäche  waren
meist  durch  leichte  Brücken  überspannt,  zu  deren  Bau
auch  der  Bombus  dienen  muß.  Die  Eingeborenen
binden  bis  20  solcher  Stangen  zusammen  und  stellen
dadurch  einen  tragenden  Balken  her;  aus  solchen
Bündeln  von  Bambusstangen  besteht  dann  die  Brücke.
Es  fehlte  nicht  an  Gelegenheit,  den  Leuten  bblische
Geschichten  zu  erzählen.  So  erzählte  Missionar
Schumann  beim  Häuptling  Havanga  die  Geschichte
der  Sündflut  und  die  von  Sem,  Ham  und  Japhet.
Er  konnte  sich  schon  verständlich  machen.  Ein
kleiner  Kerl  übernahm  des  Amt  des  Wiedererzählers.
Mit  lebhaften  Geberden  wiederholte  er  Alles  genau.
Die  Leute  waren  hier  überall  schon  zutraulicher,
denn  sie  kannten  bereits  die  Missionare.  Leider  ist
grr  greemdliche  Häuptling  Havanga  bald  darauf  gerben.


Die  „Monatshefte  zu  Ehren  Unserer  Lieben
Frau  vom  hh.  Herzen  Jesu“  bringen  in  ihrer  Januarausgabe
  einen  Brief  des  Paters  Rascher,  Leiters
der  neuen  in  den  Bainingerbergen  (Gozelle-Halbinsel,
  Neupommern)  angelegten  Missionsstation
St.  Paul.  Wir  entnehmen  dem  Schreiben:

„Nachdem  mein  Bretterhaus,  Küche  und  Hühnerstall
  vollendet  waren,  hieß  es  sich  mit  allem  Ernste
auf  die  Erlernung  der  Baininger-Sprache  zu  verlegen.
  Sie  wissen  ja,  daß  die  Baininger  wie  in
Sitten  und  Gebräuchen,  so  auch  in  der  Sprache  von
den  sogenannten  Küstenbewohnern  sich  unterscheiden.
Die  Letzteren  lernen  die  Baininger  Sprache  aus
Stolz  nicht,  weil  sie  ihnen  zu  barbarisch  klingt,  besonders
  aber,  weil  sie  von  Leuten  gesprochen  wird,
die  von  ihnen  als  Sklaven  und  als  ein  rückständiges
Volk  angesehen  werden.  Auch  unter  den  Weißen
ist  die  Sprache  so  gut  wie  unbekannt,  so  daß  die
Erlernung  große  Schwierigkeiten  bot.

Als  ich  nach  einigen  Monaten  endlich  so  weit
war,  um  mich  den  Leuten  verständlich  zu  machen,
begann  ich,  Schulunterricht  zu  geben.  Da  uns  noch
ein  Lokal  fehlte,  so  installirten  wir  uns  auf  der
Veranda.  Die  15  Buben,  die  aus  den  nahen  Gehöften
  von  Puktas  und  Wunakaur  waren,  mußten
ihre  Schiefertafeln  zwischen  den  Knien  halten.  Das
Schönschreiben  litt  dadurch  keineswegs.

Die  Zeiten  wurden  besser.  Wir  bauten  uns
ein  Schulhaus  lufstig  und  groß.  Da  weder  die
Schüler  durch  ihren  Wissensdurst  glänzten,  noch  der
Lehrer  glänzende  Reden  im  Baininger-Idiom  halten
konnte,  so  setzten  wir  es  nicht  auf  einen  erhöhten
Platz  im  Hofraum,  sondern  tief  unten  am  Abhang
eines  Hügels,  um  uns  in  der  Demuth  zu  erhalten.

 

44

 

Als  meine  Sprachkenntnisse  sich  erweiterten,  hielt  ich
auch  Katechumenenunterricht,  und  zwar  in  der  Schule,
da  der  Bau  einer  Kirche  auf  dem  unebenen  Terrain
große  Vorarbeiten  forderte.  Schreiblustige  zählte
ich  manchmal  50  und  darüber,  doch  war  es  den
meisten  nicht  Ernst  mit  dem  Schreiben,  und  so  erklärte
  ich  ihnen  denn  eines  Tages,  daß  alle  Erwachsenen
  nach  dem  Religionsunterrichte  das  Lokal
zu  verlassen  hätten  und  nur  die  Kleinen  bleiben
dürsten.  Seitdem  sind  Schulhalten  und  Schulbesuch
zwei  ernste  Dinge  geworden.  Und  ob  meine  Mühe
auch  mit  Erfolg  belohnt  ist?  Die  meisten  Knaben
lesen  bereins,  und  ein  halbes  Dutzend,  das  mit  mehr
Talent  und  Fleiß  gesegnet  ist,  dürfen  schon  mit
Feder  und  Tinte  schreiben.  Eine  große  Rolle  spielt
das  Bambusröhrchen  in  der  Schule.  Es  erhält
nicht  nur  Ruhe  und  Ordnung  unter  der  geschwätzigen
Bande  aufrecht,  sondern  trägt  auch  dazu  bei,  daß
man  nur  mit  Erlaubniß  die  Schule  schwänzt  und
kein  i  für  ein  e  oder  ein  o  für  ein  u  ansieht,  ein
Fehler,  den  sonderbarerweise  fast  Alle  machen.  Die
kleinen  Baininger  sind  bei  Weitem  nicht  so  selbständig
  und  empfindsam  wie  die  Uferbewohner,  und
man  kann  da  schon  streng  auftreten  und  seinen
Worten  durch  Strafen  mehr  Nachdruck  verleihen.
Keinem  fällt  es  ein,  aus  der  Schule  zu  bleiben,
wenn  er  tags  vorher  bestraft  worden  war.  Kein
Baininger  kommt  und  beklagt  sich,  ich  hätte  sein
braves  Söhnchen  ohne  Ursache  geschlagen,  im  Gegentheil,
  er  findet  es  ganz  natürlich,  wenn  ich  die  Faulen
und  Störenfriede  strafe  und  schelte.  Nicht  selten  bekommt
  auch  der  Junge  noch  Tadel  und  Rippenstöße
von  seinen  Eltern  oder  anderen  erwachsenen  Personen,
weil  er  mir  —  „seinem  Vater“  —  nicht  gehorcht  hätte.

Als  unser  erstes  Schulhaus  baufällig  geworden
war,  erklärte  ich  meinen  Schülern,  daß  ich  den  Stock
vorderhand  nicht  in  die  neue  Schule  nehmen  wollte,
da  ich  hoffte,  sie  würden  nun  alle  brav  und  fleißig
sein.  Alle  waren  damit  einverstanden  und  steckten
frohlockend  und  unter  erheuchelten  Thränen  den
Bambus  in  die  Dachsparren,  dann  wurden  unter
Jubel  die  Bänke  hinausgeschafft,  und  eines  Morgens,
gerade  als  ich  meine  Danksagung  hielt,  zündeten  sie
unter  wildem  Halloh  das  Gebäude  an.  Leider
hielten  die  guten  Vorsätze  nicht  lange  an.  Schon
in  der  zweiten  Stunde  äußerte  ich  wieder  meinen
Wunsch  nach  dem  kaurit.  Auch  meine  kleine  Bande
meinte,  daß  es  nicht  so  ohne  Stock  ginge,  denn  sonft
würden  „Dureik“  und  noch  einige  andere  der  unruhigsten
  Geister  niemals  ruhig  sitzen.  Und  flugs
war  Einer  durchs  Fenster  gesprungen,  ohne  daß  ich
es  bemerkt  hatte,  und  kehrte  triumphirend  und  unter
dem  Beifall  der  Uebrigen  mit  dem  Stock  in  die  neue
Schule  ein.  Das  größte  Stillschweigen  herrscht,
wenn  ich  ihnen  die  biblische  Geschichte  vorerzähle
und  ein  Jeder  sie  nacherzählen  muß.  Acht  bis  zehn
Knaben  im  Alter  von  7  bis  15  Jahren,  meistens
Waisen,  halten  sich  beständig  in  der  Station  ouf.
Es  gefällt  ihnen  hier  besser  als  bei  ihren  Ver-
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        —  45

wandten,  wo  sie  selten  mit  Altersgenossen  zusammenkommen.
  Zudem  habe  ich  ihnen  eine  Hütte  gebaut,
die  im  Vergleich  mit  den  armseligen  Wohnungen
ihrer  Landsleute  königlich  genannt  werden  darf.
Nach  dem  Schulunterricht  müssen  sie  zur  Arbeit,
entweder  in  ihre  Pflanzungen,  oder  in  den  Garten
oder  sie  werden  sonst  irgendwo  beschäftigt.  Das
Arbeiten  ohne  jegliche  Beaufsichtigung  hält  schwer
für  die  kleinen  Baininger.  Jeden  Augenblick  entstehen
  Zwistigkeiten  und  Schlägereien.  In  einem
Nu  stehen  sie  als  Kämpfende  einander  gegenüber.
Steine,  Holzstücke,  Taroableger  fliegen  hinüber  und
herüber,  die  Verwundeten  heulen,  und  die  Sieger
springen  jubelnd  in  die  Höhe,  weil  sie  so  gut  gezielt
  haben.  Mein  Erscheinen  bringt  dann  wieder
Ruhe  für  einige  Zeit.  Um  zugleich  die  Aufsicht
über  sie  zu  führen  und  doch  auch  wieder  in  meiner
Arbeit  nicht  gestört  zu  sein,  halte  ich  mich  #m  mittleren
  Zimmer  des  Hauses  auf,  von  dem  ich  die
kriegslustige  Schar  besser  unter  den  Augen  habe.
An  Regentagen,  wenn  sie  nicht  ins  Freie  können,
finden  die  meisten  Schlägereien  statt."

RAus  fremden  HKolonien  und
Produtktionsgebieten.

DBandel  des  Dafens  von  TLourenzo  Maraques  in  den
UNonaten  Jannar  bis  September  1900.

Die  Einfuhr  des  Hafens  von  Lourenzo  Marques
  bewerthete  sich  in  den  Monaten  Januar  bis
September  1900  anf  2745  943  Milreis,  wovon
781516  Milreis  auf  die  Einfuhr  aus  dem  Mutterlande
  und  1964  427  Milreis  auf  die  Einfuhr  aus
fremden  Ländern  entfielen.  Die  Ausfuhr  erreichte
einen  Werth  von  654597  Milreis,  die  Wiederausfuhr
  einen  solchen  von  6256718  Milreis  und
der  Transitverkehr  einen  Werth  von  1593189
Milreis.  Der  Küstenhandel  belief  sich  auf  684770
Milreis,  der  Transitverkehr  auf  dem  Seewege
auf  20  291  Milreis  und  die  Umladung  auf  210  803
Milreis.

(Boletin  Offcial  do  Governo  Geral  da  Provincia  de
Mozambique.)

Werth  der  letztjährigen  Baumwollernte  in  den
Dereinigten  Staaten  von  Amerika.

Die  Baumwollernte  des  Jahres  1900  im  Süden
der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  wird  infolge
der  hohen  Preise  den  außergewöhnlich  hohen  Werth
von  450  bis  500  Millionen  Dollars  erreichen.
Trotz  des  im  Vergleich  zu  früheren  Jahren  nur  geringen
  Ertrages  der  Ernte,  die  von  dem  bekannten
und  besonders  in  Europa  tonangebenden  Sachverständigen
  Neill  auf  höchstens  9750  000  Ballen  geschätzt
  wird,  dürfen  damit  die  Farmer  im  Süden
auf  einen  um  150  bis  200  Millionen  Dollars

 

reicheren  Erlös  aus  dem  Verkauf  der  rohen  Baumwolle
  rechnen,  als  ihnen  solcher  in  früheren  Jahren
zu  Theil  geworden  ist.  Aber  auch  im  Uebrigen
bringt  die  Baumwollernte  dem  Süden  in  der  letzten
Saison  überreiche  Einnahmen.  Dahin  gehört  in
erster  Linie  der  Ertrag  aus  dem  Verkauf  des
Baumwollsamens,  der  bei  dem  hohen  Preise  der
letztährigen  Baumwollernte  den  Gesammtwerth  auf
500  Millionen  Dollars  bringen  dürfte.

Ferner  kommt  die  Verarbeitung  der  rohen  Baumwolle
  wie  des  Baumwollsamens  in  Betracht;  man
darf  annehmen,  daß  die  Baumwollfabriken  des
Südens  in  der  laufenden  Saison  1750000  Ballen
im  Werthe  von  75  bis  80  Millionen  Dollars  verarbeiten
  werden,  gegen  1500000  Ballen  in  der
vorhergehenden  Saison.  Aus  dem  Rohmaterial
werden  sie  voraussichtlich  Baumwollwaaren  im  Werthe
von  225  Millionen  Dollars  herstellen,  so  daß  durch
diese  Fabmkation  ein  Mehrwerth  von  150  Millionen
Dollars  geschaffen  werden  wird.  Der  Baumwollsamen
  findet  Verwendung  zur  Herstellung  von  Baumwollsamen-Oel,
  -Mehl,  -Kuchen  und  dergl.,  und
schließlich  kommt  auch  der  Werth  der  bisher  hauptsächlich
  zu  Düngzwecken  verwandten  Baumwollhülsen
in  Betracht,  für  deren  Verwerthung  zur  Papierfabrikation
  neuerdings  eine  Erfindung  gemacht  worden
ist,  die,  falls  sie  sich  bewährt,  in  der  Popierindustrie
eine  vollständige  Umwälzung  herbeiführen  dürfte.
Der  Verkauf  dieser  Baumwollprodukte  dürfte  in  der
Saison  1900/1901  den  ungewöhlich  hohen  Erlös
von  etwa  100  Millionen  Dollars  liefern.

Somit  wird  der  Süden  der  Vereinigten  Staaten
seiner  letztjährigen  Baumwollernte  voraussichtlich
folgende  Einnahmen  zu  verdanken  haben:  Für  die
Baumwolle  und  den  Baumwollsamen  etwa  500
Millionen,  für  daraus  hergestellte  Baumwollwaaren
einen  Mehrwerth  von  150  Millionen  und  für  sonstige
Baumwollprodukte  100  Millionen,  insgesammt  750
Millionen  Dollars.

(Nach  der  New-VYorker  Handelszeitung.)

Die  Rautschukindustrie  Boliviens.

Beni  und  die  Provinz  Caupolican  sind  die
Hauptgebiete  der  bolivianischen  Kautschukmdustrie.
Im  Jahre  1896  wurden  etwa  16000  Personen
mit  dem  Einsammeln  von  Kautschuk  beschäftigt,  und
seitdem  hat  sich  die  Zahl  derselben  sehr  stark  vergrößert.
  Bis  jetzt  ist  noch  wenig  geschehen,  um  das
Kautschukgebiet  dem  Verkehr  zu  erschließen.  Die  Methode
  der  Kautschukgewinnung  in  Bolivia  ist  sehr
unvollkommen  und  hat  große  Verluste  zur  Folge.
Der  beste  Kautschuk  kommt  von  Bäumen,  welche  an
Stellen  wachsen,  die  das  ganze  Jahr  mit  Wasser
bedeckt  sind.  Weniger  guter  Kautschuk  kommt  von
solchen  Bäumen,  deren  Wurzeln  nur  einen  Theil
des  Jahres  im  Wasser  stehen.  An  hoch  gelegenen
Stellen  kommt  Kautschuk  in  großer  Menge  vor,  ist
        <pb n="98" />
        dort  aber  von  geringer  Güte.  Sowohl  der  schwarze
wie  auch  der  weiße  Kautschuk  wird  in  Bolivia  an
allen  Wasserläufen  gewonnen,  welche  sich  in  den
Amazonenstrom  ergießen.  Im  Jahre  1896  waren
an  den  Flüssen  Alto  Beni,  Madidi,  Madre  de  Dios,
Bajo  Beni,  Orton  und  Zehuaman  66  Kautschukniederlassungen
  vorhanden,  die  zusammen  72460
Arroben  Kautschuk  produzirten.  Die  Gesammtproduktion
  Boliviens  an  Kautschuk  stellte  sich  im
letzten  Jahre,  wie  folgt:

 

W  ———  tthun

Rio  Acre  2000000  8695  653
Beni  865246  3621329
La  Paz  .  2565421115400
Puerto  Suarez  29167  124211
Zusammen  .  3150955  13556593

Ueber  die  Kautschukausfuhr  liegen  nur  für  die
Häfen  Puerto  Perez  und  Mollendo  und  für  die
Jahre  1893  bis  1897  Angaben  vor,  aus  denen
aber  die  beträchtliche  Entwickelung  dieses  Handelszweiges
  zu  ersehen  ist.  Nach  diesen  Angaben  betrug
die  Ausfuhr  von  Kautschuk  im  Jahre  1893  nur
13051  kg,  stieg  dann  1894  auf  37994  kg,  1895
auf  63518  kg,  1896  auf  133865  kg  und  erreichte
1897  einen  Betrag  von  180689  kg.

(Nach  einem  Berichte  des  belgischen  Generalkonsuls,
veröffentlicht  in  The  Board  of  Trade  Journal.)

Derschiedene  Mittheilungen.

vorlesungen  am  Zeminar  für  orientalische  Sprachen
in  Berlin.

Im  Winterhalbjahr  1900/1901  sind  diese  Vorlesungen
  folgendermaßen  besucht:  Die  Klasse  für
Chinesisch  von  33,  für  Japanisch  von  7,  für  Guzerati
von  4,  für  Hindustani  von  4,  für  Arabisch  von  24,
für  Persisch  von  9,  für  Türkisch  von  21,  für  Suaheli
von  20,  für  Herero  von  2,  für  Haussa  von  3,  für
Russisch  von  32,  für  Neugriechisch  von  11,  für
Spanisch  von  23  und  für  Realien  von  63  Personen.
Die  nichtamtlichen  Lehrkurse  für  Kaufleute  werden
von  273  Personen  besucht,  außerdem  besuchen  3
Hospitantinnen  den  Seminar-Unterricht.  Die  Gesammtzahl
  der  Seminarbesucher  beträgt  447.

WNGWWWTN7  Vi  Vv

Titteratur.

Marine=  Rundschau.  12.  Jahrgang.

1.  Heft.
Berlin.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.

46

 

 

Das  Januarheft  1901  bringt  u.  A.  Aufsätze
über  die  Ergänzung  des  Seeoffizierkorps,  über  das
französische  Flottengesetz  von  1900,  über  die  Bestimmung
  des  militärischen  Werthes  von  Linienschifsten
  und  Panzerkreuzern  nach  der  PA-Formel
und  über  den  Umbau  S.  M.  S.  „Hagen".

Ernst  Hermann:  VBiehzucht  und  Bodenkultur  in
Südwestafrika.  Berlin.  Deutscher  Kolonialverlag
(G.  Meinecke).  Mk.  2,—.  "

Diese  Schrift  ist  namentlich  für  Landwirthe,
Pflanzer  und  Kapitalisten  von  Interesse,  wie  überhaupt
  für  einen  Jeden,  der  sich  selbst  in  der  Kolonie
bethätigen  will.  Der  Verfasser,  ein  seit  Langem  in
unserem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  ansässiger
deutscher  Landwirth,  warnt  einerseits  vor  übertriebenem
  Optimismus  und  glebt  andererseits  praktische
und  durchführbare  Rathschläge  für  eine  wirklich
erfolgversprechende  Thätigkeit  und  nutzbringende  Anegung
  des  Kapitals.

Prof.  Frhr.  Karl  v.  Stengel:  Die  Rechtsverhältnisse
  der  deutschen  Schutzgebiete.  Tübingen  und
Leipzig  1901.  J.  C.  B.  Mohr  (Paul  Siebeck).

Das  neueste  Werk  des  bekannten  Rechtslehrers
giebt  eine  übersichtliche  Darstellung  des  in  unseren

Schutzgebieten  geltenden  Rechts  und  behandelt  in  den

einzelnen  Kapiteln  den  Begriff,  die  Eintheilung  und

Erwerbung  von  Kolonien,  die  deutschen  Schutzgebiete

und  ihre  Erwerbung,  öffentlich-rechtliche  Stellung,

Verfassung,  Verwaltung,  Gerichtsbarkeit  und  die

Regelung  des  Personenstandes.  Eine  Kritik  der  betreffenden

  Verwaltungseinrichtungen  und  Rechtsvorschriften

  ist  grundsätzlich  vermieden.

—.—.—  —  —

    

Titterakur  -Verxeichnik.

Gutheil,  J.  R.:  Die  doppelte  (ital.)  Buchführung
und  das  gesammte  Abschlußwesen.  Kaufmännische
Unterrichtsbriefe  zum  praktischen  Selbstunterricht.  3.  Auflage.
  Mk.  3,—.  J.  R.  Gutheil,  Berlin.

v.  Müller,  A.:  Die  Wirren  in  China.  I.  Theil:
Vorgeschichte.  Deutschlands  Interessen  in  Ostasien.
Boxerbewegung.  Streitkräfte.  Die  ersten  Kämpfe.
Rüstungen  der  Verbündeten.  Mit  Karten,  Skizzen  und
Anlagen.  Mk.  2.—.

Liebelsche  Buchhandlung,  Berlin.

Rackow,  Herm.:  Tropische  Agrikultur.  Praktische
Anleitung  zur  Beschaffung  und  Anwendung  der  Gebrauchsgegenstände
  für  den  tropischen  Ackerbau.

Deutscher  Kolonialverlag  (G.  Meinecke),  Berlin.

 

 

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.  S.  „Brandenburg“  22/10.  Shanghai.

S.  M.
S.  M.

(Poststation:  Hongkong.)
S.  „Bussard“  Amoy  27/11.  —  30/11.  Shanghai  19/12.  —  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)
        <pb n="99" />
        #&amp;amp;#

—  4  —

M.  S.  „Condor“  26/6.  Dar-es-Salam.  (Poststation:  Aden.)

M.  S.  „Cormoran“  2/10.  Apia  20/11.—  23/11.  Suva  25/11.—  Matupi.  (Poststation:  Hofpostamt.)

M.  S.  Fürst  Bismarck“  28/10.  Nagasaki  15/11.  —  17/11.  Tsingtau  21/11.  —  23/11.  Woosung
12/12.  —  14/12.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Gefion“  27/10.  Hongkong  3/11.  —  3/11.  Whampoa.  —  11/11.  Hongkong  4/12.  —  10/12.
Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Geier“  28/10.  Shanghai.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Habicht-  8/9.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hansa“  Taku  11/12.  —  14/12.  Chefoo  15/12.  —  16/12.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  Hela“  Tsinatau.  —  Taku  1/11.  —  3/11.  Tsingtau  7/11.  —  8/11.  Woosung  17/11.  —
18/11.  Chinkiang  19/11.  —  Wuhu.  (Poststation:  Honakong)

S.  M.  S.  „Hertha“  Tsingtau  17/10.  —  19/10.  Taku  6/12.—  10//12.  Chefoo  12/12.—  13/12.  Tsingtau
  21,12.  —  Cdefoo.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Jaguar“  25/10.  Tsingtau.  —  22/11.  Chefoo  11/12.  —  12/12.  Tsingtau.  —  20//12.  Shanghai.
(Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Iltis“  29/10.  Hankau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Irene“  28/10.  Tsingtau  31/10.  —  2/11.  Chefoo  3/11.—  4/11.  Taku  6/11.—  Shanbeikwan.
—  11/12.  Tsingtau  15/12.  —  16/12.  Chefoo  19/12.  —  Nagasaki.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Kaiserin  Augusta“  26/9.  Tsingtau  18/12.  —  21/12.  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Kurfürst  Friedrich  Wilhelm“"  24/10.  Woosung  15/11.  —  Nanking.  —  16/11.  Shanghai  18/11.
—  19/11.  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Luchs“  10/10.  Canton.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  Vermeßschiff  „Möwe“  12/9.  Sydney  19/12.  —  Hobart.  (Poststation:  Sydney.)

S.  M.  S.  „Schwalbe“  29/10.  Woosung  8/11.  —  10/11.  Chinkiang  19/11.  —  19/11.  Wuhu  4/12.  —
4/12.  Chinkiang  13/12.  —  13/12.  Shiawan.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  28/9.  Shanghai  19/11.  —  22/11.  Swatau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Tiger“  14/10  Hongkong  16/10.  —  Shanghai.  —  22/10.  Tsingtau  24/10.  —  26/10.  Chefoo
29/10.  —  31/10.  Taku  1/11.  —  Taku  25/11.  —  26/11.  Chefoo  28/11.  —  29/11.  Tsingtau
  11/12.  —  Chefoo.  —  19/12.  Weihaiwei  19/12.  —  20/12.  Chefoo.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Weißenburg“  Taku  18/10.  —  Tsingtau.  —  Shanhaikwan  7/11.  —  8/12.  Chefoo  9/11.—
10/11.  Tsingtau  16/11.—  18/11.  Woosung  2/12.  —  6/12.  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Wörth“  Tsingtau  1/11.  —  4/11.  Woosung  30/11.  —  2/12.  Nagasaki  19/12.  —  Thingtau.
(Poststatian:  Hongkong.,)

S.  M.  S.  „Wolf“  11/10.  Kameru.  (Poststation:  Kamerun.)

Lazarethschiff  „Gera“  13/10.  Taku  6/11.  —  Thfingtau  9/11.  —  14/11.  Yokohama  20/11.  —  23/11.

Nagasakl.  (Poststation:  Hongkong.)
Ablösungstransporte:

1.  Gemietheter  Dampfer  „Köln“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  größten  Theil  der  abgelösten  Besatzungen

  der  Schiffe  in  Ostasien:
Heimreise:  Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  Petzel:

Taku  21/10.  —  Hongkong  4/11.  —  Port  Said  28/11.  —  10/12.  Wilhelmshaven.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Prinz  Heinrich“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Transport
der  Fähnrichs  zur  See  für  die  Schiffe  in  Ostasien:

Ausreise:  Transportführer:  Kapitänleutnant  Blomeyer:
Bremerhaven  23/10.  —  3/11.  Genua  5/11.  9/11.  Port  Sad  9/11.  —  22/11.  Colombo  22/11.—
28/11.  Singapore  29/11.  —  5/12.  Hongkong  6/12.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Darmstadt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstransport
für  S.  M.  S.  „Möwe“:
Ausreise:  Transportführer:  Leutnant  zur  See  Wieting:
Bremerhaven.  —  Antwerpen  15/12.  —  Southampton  16/12.  —  Genua.
Gemietheter  Dampfer  „Adolph  Woermann“  der  Woermann-Linie,  mit  dem  Ablösungstransport  für
die  Schiffe  in  Kamerun:
-  Ausreise:  Transportführer:  Korvettenkapitän  v.  Koppelow:
Kiel  12/10.  —  Wilhelmshaven  15/10.  —  23/10.  Las  Palmas  23/10.  —  3/11.  Kamerun.
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänleutnant  Eitner:
Kamerun  20/11.  —  1/12.  Las  Palmas  1/12.  —  9/12.  Wilhelmshaven  10/12.  —  11/12.  hiel.
        <pb n="100" />
        —  48  —
Perkehrs  -Nachrichten.

Die  Worttaxe  im  Telegrammverkehr  zwischen  Europa  und  Deutsch-Südwestafrika  ist
vom  1.  Januar  1901  ab  von  4  Mk.  80  Pf.  auf  3  Mk.  80  Pf.  herabgesetzt  worden.

 

Ueber  den  Postverkehr  in  unseren  Schutzgebieten  im  Jahre  1899  giebt  die  kürzlich  erschienene
  „Statistik  der  deutschen  Reichspost=  und  Telegraphenverwaltung“  für  das  genannte  Jahr  Auskunft.

Den  stärksten  Briefverkehr  weist  Deutsch-Ostafrika  mit  insgesammt  520  600  Sendungen  auf;
es  folgen  dann  Deutsch-Südwestafrika  mit  432  300,  Kiautschou  mit  428  200,  Kamerun  mit
112  000,  Togo  mit  73  400,  Deutsch-Neu-Guinea  mit  34  600,  Apia  auf  Samoa  mit  24  800  und
die  Marshall-Inseln  mit  9900  aufgegebenen  und  angekommenen  Brieffendungen.  Postanweisungen
wurden  befördert  in  Deutsch-Südwestafrika  12  319  Stück  über  2  929  074  Mk.,  in  Deutsch-Ostaftika
14  266  Stück  über  2  758  128  Mk.,  in  Togo  2038  Stück  über  422  782  Mk.,  in  Küautschou  3271  Stück
über  347  997  Mk.,  in  Kamerun  2591  Stück  über  308711  Mk.,  in  Apia  324  Stück  über  59  800  Mk.
und  in  Deutsch-Neu-Guinea  174  Stück  über  29  926  Mk.  In  Bezug  auf  den  Postpacketverkehr  steht
wiederum  Deutsch-Ostafrika  mit  5445  Sendungen  an  erster  Stelle,  Kamerun  folgt  mit  3459,  Deutsch-Südwestafrika
  mit  2881,  Kiautschon  mit  2087,  Togo  mit  1866,  Deutsch-Neu-Guinea  mit  478  und  Apia
mi't  75  Packeten.  Der  Telegrammverkehr  ist  ermittelt  worden  in  Deutsch-Ostafrika  mit  insgesammt
70  323  beförderten  Telegrammen;  in  Togo  wurden  6205,  in  Kamerun  717  und  in  Deutsch-Südwestafrika
711  Telegramme  in  dem  Berichtsjahre  1899  bearbeitet.

 

Potiemssschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abtahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Vriese  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  18.  Jaon.,  1.  Febr.  Tanga  17—20  Tage  .
WMZIMSOMQ  9  oms.  Dar-#es-Sal.  18—21  Tgam  15.,  18.,  25.  und
Brindisi  am  20.  Jan.,  8.  Febr.  Tanga  18  Tage  29.  Jan.,  1.  Febr.
1.  Deutsch.  Oshafrika.  (ensiisce  Schiffe)  10“  ands.  Dar-es-Sal#n  19ag  410½  bo.
Brindist  am  27.  Januar  Sansidar  20  Tage
(engitsche  Schiffe)  100  adds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Mona#s
(ranzosische  Schiffe)  40  ums.  104#  abdes.
Hamdurgz  am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
2.  Cogo.  (eursche  Schiffe)  him  20.jedes  Mts.  Lome  2  Tage  Monats  7½  abds.
(neber  Liverpool  oderr  SLiverpool  am  30.  Januar  Klein-Popo  38  Tage  am  28.  Januar
Marseille  oder  Bordeaux  (engluche  Schifte)  is  ms.
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  28  Tage  am  3.  jedes  Monats
Absenders.)  (lrausbfische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Bordeaux  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monats
(franzöôsische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
3.  Southampton  am  9.  Februar  Luderitzbucht  20  Tage  am  8.  Februar
5  PSeorahT  a42tta  (engl.  W  d  40  ums.  Swakopmund  23  Tage  16  ums.
——  und  oö  ben.  „Vaup#scher
r  eita  Hambur  am  5.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  5.  jedes  Monats
auf  dem  Landwege.)  (deutsche  Schiffe)  nachts  6  Luderitzbucht  40  Tage  720  abds.
Landung  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  «  ·  7½  abds.
4.  Ramerun.  desgl.  am  Lett  jed.  Mts.  nachts  Kamerun  32  Tage  am  Leßt.  jed.  Mts.  7  -  abd.
Liverpool  am  13.  Februar  Kamerun  23  Tage  am  11.  Februar
(enalische  Schiste),  1  ums.
Brindlst.  am  20.  Januar  Herbertshöhe  Tage  s  am  18.  Jan.  10#  abds.
englische  *  Stepdansort  Tage
F.  ——“2*  Neapel  am  28.  Januar  Ku#entshüc  50  Tage  :  I4  Januar
"  «  ap  age  abds.
Geussche  Schife),  99  abos.  Ponape  50  Tage
Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8=  bis  10  mal  jährlich
6.  Marianen.  nach  Saipan.
        <pb n="101" />
        —  49  —

 

 

 

 

 

Nach

Die  Ahsehrt  erfolgt

an  an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

Dauer

Berlin  spaãtestens

der  Neberfahrt  abgesandt  werden

 

7.  Marshall-Inlein.

 

Neapel

I
am  23.  Januar

(deutsche  Schiffe)

Jaluit  57  Tage

am  21.  Jan.  102  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  I  MSZJaUSFebrTsingtauMTage  am  21.  Jan.,  4.  Febr.
8.  Mautf  d#“  lresihe  Schiffe)  90  abends  10  abends
Vrindiff  bezn.  jeden  Sonntag  Tsingtau  87  Tage  jeden  Freitag
—  französische  Schiffe)  I  10  abends  —  —  102  abends.
9.  Samoa.  ueenste  wa  am  3.  Februar  Apia  25  Tage  em  1.  Februar
San  Francisco  15  ums.
Eintreffen  der  Po#st  aus  den  dentchen  Schutzgebieten.
Landungs--=  Die  goß  ist  fällig  Landungs=  Die  goß  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  Berlin
am  18  *Januar,  Viymouh#.  am  #.  jed.  Monats
Neapel  3.Februar  cogoe  Morfeill  ..  am  13.  Fedruar
deutsch-Ostafrikarindisi.4  20.  Jan.,  17.  Feb.  ..
Marseille  *ê  am  16.  Jan,  16.  Seb.  Deutsch-Uen-Guinea.  Brindisi  am  23.  Januar
s——-  #  ,  s-  s
deutsch-Sübwestafrika  Marsdall-  Inseln8  Brindisi.  am  17.  April
a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  9.  Februar  i  e  Nm  23-Jan-,6.Feb.
d)  südl.  Teeil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  19.  Jan.,  2.  Febr.  Riantscchoe  Brindisi  ..  am  20.  Jan.,  3.  Feb.
l  Marsetlle..amlb  29  Januar

 

 

 

 

 

Plymouth.  Thns  Wjed.  Monats  1Aarolinen,  Marianen

 

 

Brindisi.  am  23.5  Januar

 

 

 

 

Ramernn  ....  ...  —  —
Liverpool..  am  27.  Januar  x  Samoa  .......  sentbenpron  am  28.  Januar
Fanigteusi:e  für  die  mit  deutschen  Schiffen  aänireffenden  Pesten.
—.—  der  Woermaun-  Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
Reif  e  Leyte  Nachrichten
oftd  er
Poswampf  von  nach  bis  8.  Januar  1900
l
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  7.  Januar  ab  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Loango  Hamburg  am  6.  Januar  ab  Gabun.
„Anna  Woermann“.  Lüderitzoucht  Hamdurg  am  7.  Januar  Dover  passirt.
„Carl  Woermann“  Hamdurg  Kotonon  am  6.  Januar  in  Kotonou.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  I  Massabe  am  10.  Ja  uar  ab  Hamburg.
„Ella  Woermann“.  Hamburg  Sherbro  am  26.  Dezember  in  Conakry.
„Ernst  Woermann“  Mass  be  Hamburg  am  5.  Januar  ab  Lagos.
„Greichen  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  a#m  31.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  6.  Januar  in  Tanger.
„Helene  Woermann“..  Hamdurg  Loango  am  1.  Januar  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Benguella  Hamburg  am  5.  Januar  in  Bonny.
„Kurt  Woermann“  Hamdurg  "  Benguella  am  5.  Januar  Ouessant  passirt.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  Loanda  am  30.  Dezember  in  Accra.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Kotonou  am  3.  Januar  in  Teneriffe.
„Marie  Woermann“  Hamburg  3  Lüderitbucht  am  3.  Januar  in  Swakopmund.
„Melita  Bohlen"“.  Luderitzbucht  Hamburg  am  3.  Januar  von  Lagos.
„Paul  Woermann“  Loanda  .  Hamburg  am  6.  Ja  nar  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“.  Whydah  Hamburg  am  6.  Denuar  in  Hamburg.
„Thekla  Boblen“.  Hamdurg  Lüderißtbucht  am  24.  Dezember  in  Swakopmund.
„Braxellesville“"  Antwerpen  Hamvurg  am  26.  Dezember  in  Hamburg.
„Philippeville“.  Antwerpen  Rot  ecdam  Pam  8.  Mmar  in  Rotterdam.
„Leutwin  Swakopmund  Hamburg  am  19.  Dezember  in  Las  Palmas.
„TDeck“  ·  Lag  s  Hamburg  am  23.  Dezember  ab  Lagos.
„Söderhamn“  .  Sherbro  Hamburg  am  1  Januar  in  Tanger.
        <pb n="102" />
        Woeorrmann-Linie.  Fahrplan  des  Possdampfers  „Gerirnd  Weermann“  für  das  Jahr  1901.
Abreise  nach  ——

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«  1901  1901  1901  1901  101  1901  1901  1901  1901  1901]  1901  1901  1901
*  Cöln  at  Freitag  Abend  —  11.  Jan.  8.  Febr.]  8.  Marz  35  April  3.  Mai  31.  Mai  3  Juni  26.  Juli  23.  Aug.  20.  Sept18.  Okt.15.  Nov.
Southampton  ab.  Sonnab.  nachm.  —  12.  9.  22.  4.  -  1.  Juni29  5  124.  -  21.  -  19.  116.  --Kapstadt
  an  Dienstag  1.  Jan.  29.  --  26.  388  -121.  --  118.  16.  i  17  Aug.  10.  Sept.  8.  Okt.]  5.  Nov.]  B.  Dez.
Kapstadt  ab..  Dienstag  Abend  1.  Jan.L29.  6  26.  Febr  1is  Rarz  2B.  April  21.  Mai  18.  Juni  16.  Juli  8  Aus.  10.  Sept.].  Okt.  1  5.  Nov.  .  Dez.
Pori  Nolloth  an  Freitag  Morgen4.  *  1.  März  29.  26.  24.  21.  19.  143.11.  8S.  6.
:  ab  Mitag!4.  1.  1.  29.  26.  24.  21.  19.  138.1  8.  6.
L#beerizb  t  en.  .onnmab.  Morgen  5.  2.  2.  30.  27.  26.  22.  20.  1.  14.  12.  9.  7.
(Annra  Pequena)  :  «
-  ab.  :Abend  ß.  2.  2.  30.  -2.  26.  22.  20.  17.  14.  12.  9.  7
Swakopmund“)  !r  Dienstag  Morg.  5.  5.  2.  April  00  2.  26.  23.  20.  115.  12.  10.
-  Abend  8.  5.  5.  2.  --180.  -  238.  26.  23.  20.  17.  15.  12  10.
Walfij  zbas  an  .  .  Mittwoch  Morg.9  6.  6.  3.  1.  Mai  29.  26.  24.  21  18.  16.  13  11.
—  -  Abend  9.  6.  6.  I  3.  1.  29.  26.  24.  21.  18.  16.  18  11
Swatormund  an  Donnerst.  Morg.  10.  7.  7.4  2.  30.  27.  25.  22  19  17.  14  12
ab  ..  Sonnab.  Abend  12.  9.  9.=  6.  4.  1.  Juni  29.  27.  21  19.  16  14
Kap  Eroß  an  .  .  ..  Sonntag  Morg.  13.  10.  10.  #  7.  6.  -  2.680.  28.  25  22  20.  17  15
1  .
42)  Das  erstmalige  Anlaufen  von  Swakopmund  geschieht  nur  zur  Abgabe  der  Post  und  zum  Absetzen  der  Passagiere.
Rückreise  nach  Kapstade.
1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901
Kap  Croß  ab.  Sonntag  Abend13.  Jan.  10.  Febr.  10.  März  7.  April,  5.  Mai  2.  Juni  30.  Juni  28.  Juli25.  Aug.22.  Sept.20.  Okt.  17.  Nov.  15.  Dez.
Swakopmund  an  ..  Montag  Morgen  14.  11.-  11."  8.  —  6.  83.  —  1.  Juli2999.  26  235.  21  .  18.=  16.
ab  :-Wittag  14.11..  11.  8.  6.  8.  1.29.  26.  2S6.  21.  18.  16.
Walfishbay  an...  MM  VMachm.  14.  -  11.-  11.  —  B.  6.  8.  1.  29.  256.  23  .21.  18.  156.
ab.  :*  Abend  14.  11..  11.4"  8.  6.  8.  1.  29.  26.  23.  21  18.  16.
Luderizbucht  an  ...  Mittwoch  Morg.  16.183.  13.-  10.  8.  5.  8.  81.-  328.  25.  W.  20.  18.
(Angra  Pequena)
-  ab.  Mitt.116.  13.  13..  10.  8.  "  5.  3.  81.28.  25..  206.  20018.
Port  Nolloth  an  Freitag  Morgen  18.  15.  15.  12..  10.=  7.  5.  2.  Aug.  80.  27..5.  22.  20.  =
ab.  Mittag  18.  15  15.  12..  10.  7.  5.=  2.-:  80.  27.  5.  22.20
Kopstadt  an  ..  ...  Montag  Morgen  21.  -  18.  -  18.  -16.  -  113.  10.  -  8.  -  6.  -  2.  Sept,  800.2  25..  28.
*  Kapstadt  ab  ..  ...  Mittwoch  Nachm.  28.  Jan.  20.  Febr.  20.  März  17.  April  16.  Mai  12.  Juni  10.  Juli  7.  Aug.  4.  Sept.  2.  Olt.  80.  Okl.  27.  Wov.  *  et.
Southampton  an  .  .  Sonnabend.  15.  Febr]  9.  März  6.  Apri!4.  Maisl.  Juni23939.  2724.  21.19..16.  Nov.  14.  Dez.11.  Jan.
Cöln  0n  Sonntoag.10  10.  7.  —-  55.  .  20223  255  22220  1717  15.  12.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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De  dahwlan  wird  nach  Roalig  44  eegged  erese  Pebire  r  Plnehe  schert:  #0o  2.  April  ab  wich  Kar  Grot

Agent  in  Swakopmund:  RK.  Henneberg.
Agenten  in  Kapstadt:  Poppe,  Schünhoff  &amp;amp;  Guttery.
        <pb n="103" />
        —  61

Anzeigen.

 

 

Inlerate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  find  an  die  Bertriebeleitung,  Berlin  S8W  12.  Kochstraße  68—71,

 

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aus  feinster  Familie,  23  Jahre  alt,
praktisch  und  theoretisch  gebildet,  vier
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Auslande,  am  liebsten  deutscher  Kolonie
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1  e  n—

 

 

 

mit  368  photograph.  Landschaltsansichten
Portrits  berühmter  Forscher,  Scenen  aus
dem  Leben  der  Elngeborenen

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Helzverkohlungen,
Esslgelurefabriken,
Deetil#irapparate  aller  Art,
Dampfkeetel  (Wasserröhrenkonsel),
  Dampfimasohlnen.

 

 

 

Das  Waarenhaus
für  deutsche  Beamte  A.-G.,

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,

Telegramm  -  Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Berlin,

iet  für  den  Export  aller  Arten  von  Verbrauchs-  wie  Gebrauchs-Geg-#stluden  (Lebensmitteln,
Conserven.  Wein,  Bekleidung.  Wische,  Finrientungen  u.  u.  w.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Den  Deutschen  im  Anur’lande  werden  dieselben  billigen  Prrise.  Vortheile.  Vorzüge  p.  p.
geboten,  walche  die  inlindischen  Mitglieder  des  Waarenhause#s  (über  88  000)  geniesse.

Die  bewährten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waaren--hauses
  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlissigste  Ausiührung  jed-  #  Auftrates.

For  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenalinden,  so  u.  A.  für  Fettwi#aren  (2  B.
Butter.  Kl#s#  p  ly  und  Fleischwaaren  (z.  B.  Wurst,  Schinken  p  p.).  bringt  das  Waarenhaus
Conservirung-methoden  sur  Anwe#ndung.  die  sich  s-llst  in  den  heissesten  suobtropischen
Länd-##  vo  kommen  bawahrt  baben.  Die  Conserven  aller  ###t  enistammen  nur  den  leistungsfuhigat-
  n  Conserven  -  Fabriken.

Das  Werssr#hans  sorgt  steis  für  erprobt  sestüchtige  Verbackung  der  Sendungen  nach
benè·eischen  Ländern  und  ist  erbörikg,  dies-  n  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleine#n  Spesen
und  Verpackung-kosten  Gegenstinde  beizuschliess.  u.  welche  dem  Waar-nhause  eventuskll  von
Verwandten  und  Rhekannt-“  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendong  übeingelen  werd.  u.

Seeren#ungen  werd-##n  am  bes  en  bei  Absendu.  g  fra’kirt  (zu  Lasten  des  Bestellern),  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hir  #dirt  und  sonnt  die  Besteller  jei#er  veit-ren  Cos#strole
b#  rhoben  werden.  I11-  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  Dachstehenden
  Zahlungsbedingungen.

Anufnahm  bedinguongen:  10  HMark  für  eine  Kauferlanbnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitgliede#m  erwach-en  aus  ihrer  Mitgliedscha“t  keinenlei  Verpflichtungen.

Die  jihrlich  erscheinenden  Preislisten.  Nchtrige,  Verkch'se#leichterungen  werden  nach
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  Fünktlt  h  und  froei  zugesandt.  597

Zahlungsbedingungen:  Eriichtung  eines  Contos  durch  Baareinszahlung  oder  Accreditiv
  auf  ein  gutes  Banehaus  vor  Abrendung  der  bestellten  Waaren  oder.  vo  angängig,  Ver-4endung

  der  Waaren  unter  Nachnahme.  Das  Drrektoriun.

ODächer!

 

Wasserdichter  Leinenstoff  für  Bedachung  7%2  99  aer  Ar.  an.

6#r  Ausstellung  40%  em.  Peris  1900  ea  kfP  000  m).  Leicht,  aurm.  irher.  beiliarbis.
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1½  Killion  Meter  verwandt  Export  nach  allen  Lundern.  Zahlreihe  Tropenhluser  g-deckt.

Extra-Dachpappen  „Elastique“

 

 

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elastisch  und  Im  Sommer  u  cht  auslaufend.
auch  für  Tropen  geignet.  Erfinder  und  elleiniger  Falrikant).  Selbstentzündung  belm
Seeiransport  à  lossen.  Uebernshme  durch  grosse  Dampferlinten.

Prims  Aophaltdachpappen  #  lsolirplatten  zum  Abdecken  von  Mauern  und  Gewolben.

Holzeement  „Elastique“  ete.  Aussergewöhnlich  leistur  gafkhig.  Billigst-  Preise.

Proben  und  Prospekte  zur  Verf’#gung.  S.  Ivente  Firmen  für  Mleinverkauf  grosser  Distrikte

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Sudwestafrika,  Klautschou  etc.  (9)

Weber-Falckenberg,  Berlint,s3

Motorboote

S——

 

 

  

 

 

 

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Seche  Aestache  Stronben-Varwastunen.  Lengteir  des  Predute  Celeninnz,  Eonke.
fündi  destache  Mafen-  eherden.  Soeiiti  Merplorstions  golosinles,  Foake.
Iwei  destaehe  Sborsischmsistorsien.  Rompanbis  de  Uusbe,  Haira.

Hasier  Missiees-Jendlungesesellschaft,  kemors  etroleun  Mastschupy  Nossra  knin  Sumstn  ete.
Ehureh  Missienarr  Seristy,  Biger.  #  ####  Lsten-  Machtdienst.

Honkireber  Missies,  Khissée.  Neileches  Trisgsdepartemort.

Sroshiseles  Fatrirehst,  Palästiag.  llssisches  Vorkehr#-Misisterinn  u.  2.  w.  u.  k.  v.

Carl  Meissner.  Hamburg.

Fabril  und  rfechaisches  PHüoreau,  77  Ffopfens#ck.
Broschüren  und  Berechnungen  kostenlos.  (#)
        <pb n="104" />
        ——————————
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(Anzeigen  werden  jzederzeit,  jedoch  nar  für  ein  ganses  Jahr,  angenommen.  Ein  Klstehen  I24  mal!  =  Nr.  45.—.  swei  Klstchen  =  Mk.  85.—.

drei  Klaetch-n  =  Mu.  125.—  netto.)

 

 

 

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zum  Uürzen  verleibt  allen  Sup-2

  Donllions,  Saueen,  Gemusen
Koßts,  Fleimhrpisen  Veser  Arb
augenblleklich  überraschenden
WVohllgenehmark  und  erh#ht  deren
Verdaullehkelt.  #
Meg#l  ist  ia  jedemn  Klima,  auch  au-  1

Sebrochen.  v.  unzerstoörb.  Haltbark.

(680)  Nan  verlange  Pretsverzelchnt.

Afa#G.  m.  b.  H.,  Berlun  W.  37.  —
(Linster.  vorzönlieb  auf  die

Echter  Verdauung  wiikend-  B  asi  ci  n  6#.
9

III  Lorn  -  Vaehh«ldor)
leichtlösliches  Chinin-Coffein-.

  aus  der  Brennerel  von
einh  «

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Litteratur  und  Muster  zu  Diensten.

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□—  r□—
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beschreibend.  Text.  Preis  M.  5.00.

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Gustav  Poetlssch,  Nagdeburg  4.

1

—..  Demsche  muss  lesen
die  erschienene  Schrift:

Das  Kottengeset.

Ein  Rückblick.
Von  einem  Vaterlandsfreunde.

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verlag  von  E.  8.  Mittler  8  Sohn,
Berlin  8W.  13.

Die  interessante  Vroschüre  —  —  ein
Kückblick,  ein  Nachwort  zu  den  parlamentarischen
  Verhandlungen  —  darf
als  besonders  zweckmäßig  gelten,  da  sie
darüber  aufklärt,  wie  es  mit  den  zahlreichen,
  im  Reichstage,  in  Versammlungen
  und  in  der  Presse  vorgebrachten

egnerischen  Argumenten  eigentlich  beist.
  Diese  zusammenfchsende  Dar-  ..  ,
stellung  und  kritische  Beleuchtung  wird  »Is-  ·  6
weiten  Kreisen  des  Volkes  ein  selb-  1%

äudiges  Urtheil  in  dieser  Lebens-  I  m  Braunschweig.

age  der  Nation  ermöglichen.  gegr.  1873  in  Hunnover.

 

Jedem  Hause  sein  eigen  Gas
liefert  die  in  allen  Kulturstaaten  patentirte
Auberger  Gas-Erzeugungs-Maschine
7  für  Beleuchtungs.,  Heiz-,  Koch-·
  undtecdmschozwocko
«---Pracht-wides,wildes-zwäqu
(-’a.cgth«ic-’Ik.fxeindwksleuj
Eine  Staalzmedaille
6  goldene  Medaillen
1  Ehrenkreuz.

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Act.-Ges.
Amberg

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ton  Im  Betriedb.

 

 

   
 

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Johannes  Kewitsch,

Berlin  W.  Potsdamerstr.  27..

«  Hunderte  von  Appara

 

 

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Behörden  und  Anstalten  vielfach  und  mit
anerkannt  bestem  Erfolge  eingeführt.

 

 

 

 

 

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Bierdruck-Apparate.

 

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fferirt  nebst  tropleschen  Frucht-  und  Nutspflanzen  -Samen  auch  solchen  von  Gemfleen,  soweit  sich  dieselben
nach  don  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  Iin  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-Keamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  gFrö#sseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutsehen
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Ausgeführt  im  Auftrage  der
Relenial-·Abtheilung  des  Ausnãriigen  Amts
im  Dezember  1899

von

Dr.  J.  Wohltmann,

Kaiserlicher  Pri-  Regierungerat,  und  Professor
der  Landwirthschaft.

Mit  einer  Karte  und  20  Abbildungen.
Preis  gebeftet  Mäk.  2.—.

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5.  Jahrgang  —  1901.
Mit  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
PFreis  M.  1.50.

Die  Kulturen  der  Kolsnien,

zugleich  eine  Erläuterung  der  Sammlung
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse
und  der  Bilder  der  Kulturen.
(Gäöhring  Schmidts  ausländische
Kulturpflanzen.)
Preis  D.  1.50.

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1899/1900.
Mit  13  Tafeln  und  14  Abbildungen
im  Text.
Frei-  ges.  Ab.  12,.—.

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die  Königliche  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  ##  bochstraße  68—71.

 

 

Gegründet

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Georg  Voss  8  Co.,

Inhaber:

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Deuben,  Bez.  Dresden.

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Schmirgelleinen,  Schmirgelöper,  Schmerg
Schmirgelband  (Kruzrzen-Sonletrband),  Schmerpel-  #
zeige,  Messerschadrier,  Poltpeskver,  Gluspapter,  Feuersteinpapter,
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Psychrophor-Schleifscheiben,iech  Febunden.

in  Weissglühhitze  gebrannt,
  porös  und  sehr  schleif  kräftig.

1862.

 

 

 

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Tiger,  Leoparden,  Hyänen  etc.  (625)
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Gegründet  1826.  (678)

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  eltra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Holheferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
Wurttemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kalserl.
Hoheit  der  H.#zogin  Wera.  Grossfürstio
von  Russland,  Seiner  Durchlau  ht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  II  chen
Reichskuanzlers,  8owis  vieler  Ca#inos.

 

 

Antbetstngzurregelmässigen  ärsztlichen

  Rapport-  u.  Berichterstattung

über  die  Kalverliche  Schutztruppe

in  Deutsch-Ostafrika.  Preis  80  *

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWn.
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W.  Homan  &amp;amp;  Co.

Hamburg,  Luisenhof,
E###sssion  —  Isseeuran  —  Spodiüen

von  und  nach  (569)
den  deutschen  Kolonien.

 

 

 

 

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Hofbuchbändler  S.  Konielichen  Kedelt  des

inzen  Heinrich  von

Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello=Format.
  MA

·##t##

olleben,  Korvett.  Cptn.  Sieben
ahre  Seekadett.  1882.  268  S.
mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.

80.  .  5,—,  eleg.  geb.

.  6.—.

v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  8°0.  1884.
K.  1,50,  geb.  ..  2,25.

 

 

Graf  Yorch  v.  Wartenburg.

 

O  Das  ertt  □P
&amp;amp;  nach  der  Huereise  nach  Chinat
zur  Husgabe  gelangte  schöne  Werk  des

Crafen

Vorckv.  Wantenburg,

welland  Oberst  im  Ceneralstabe
des  M’mee-Oberkommandos  In  Ostasien,
früher  Hbtbellungsche!  im  Grossen  Generalstabe:

Biemarcke

äussere  Erscheinung
in  Wort  und  Bild.
90  Btemarchk-Bildniseee

nach  den  Original.  Kufnahmen  nebst  Der-Zeichniss
  einer  Lammlung  von  Bismarck.
Pbhotographieen.

In  geschmadtvollem  Karionageband  M.  0,—,
in  elegantem  Leinwandband  m.  7.—

 

bildet  eine  schöne  und  elgenartige  Gabe  für
jeden  Deutechen.  Cs  besitztein  dauerndee
Interesee.  Der  Ivessilche  und  resche  Bildet.
schmuck  zeigt  dem  Beschauer  den  Fürsten
Bismarck  in  den  verschiedeneten  Lebenslagen
  und  aus  den  verochiedensten  Teiten.

————

Das  Ulerk  (Uerlag  der  Kgl.  Holbuchbendlung
von  E.  s.  Mit#ler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin)  gereicht

jedem  Büchertisch  zur  Zierde.

 

62

Hatthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
HatthiasRohde  &amp;amp;J)Förgens,  Bremen.

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Spedition  -  Kommiseion  —  Export-  Import.

Snpecialbverkehr  nach  Kiu##tschot  und  den  ilbrigen
deutschen  Kolonten.  (eid#)

 

 
 

 

—

—  —  —

   

 

 

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Verfe  Geer  entt  ç  asn  ——....  2

J  .
*  3  —
—n  HOawpk=  Wass  ————2  -
*  4.  4  .  k«(»·I----hk’V-.kk
—  "  „  “  "„  I#
.  ’.-  «  *  9  «  —-·
  —*x-  E———  —  —
5

osea  ——  —

—
„Schieber  M  Jabre

%  —5  Verdde
r*  mier..  m

&amp;amp;
Hydraolev.
EL—
Brunnen

—

„Fabrik  von  Armafturen  für  lilll
«  vMaschmen  und  ——  Anlagen

MNENSNSSN  NNNSINNNNN·S  NTSNR  -  —

 

 

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Zelte-  und  Planen-Fabrik.
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Rob.  Reichelt,  Berlin  C.  —

 

 
       

 

    

 

 

 

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Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Handbuch  zur  Aufnahme  fremder  Sprachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelengz.

—  —  5.—  4  ———  —  —
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        L.  C.  Eckelt,  Berlin  N.

Prinzen-Allee  S83.

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Hr  Häuser,  Schlösser,  Comptoirs,  Fabriken  und  Städte.

½u  v’#  %  Fv  *io  t
16“  i  ·  «

 

       
   

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200  3.0  4.1  3.8  1450  1800.—  110.—  Drama
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Sehen  und  Un  geschicklic

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t(leetzlengas  übertrifft  an  Bereitung,  Preis  u.  Helllgkelt  alle  bestehenden  Beleuchtungsarten.

ist  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefuhrlos.

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Der  Apparat  n  jahrelang  probirt  und  vervollkommnet.

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Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

Am  18.  Januar:  P.D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Schuld
Pia  Antwerpen  nach  Marocco,  Bissao,  Bolama,  Rio  Nunez,  Sierra  Leone  und  Shert

Am  20.  Januar:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Spiesen,
nach  Conakry,  Monrovin,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  31.  Januar:  F.  D.  „Paul  Woermann“,  Capt.  J.  Meyer,
nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Liveria,  Lagos,  Kamerun,  San  Thom%
dem  Kongo  und  Angola.
Am  5.  Februar:  P.  D.  „Hans  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  10.  Februar:  P.  D.  „Bruzxellesville“,  Caprt..,,
nach  Madefra,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Francais.
TNaraach  Deutsch-Südwestafrika  am  5.  jedes  Monats.
466e  Gdeer  müssen  ##ei  Tage  vor  dem  459eanosdaum  bis  12  Uhr  mittaos  ldrosseite  ser

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheile  die  Woermann-  Linie
(u)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/3.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.

Von  HABURG  (Zwischenhäfen  anlaufend)  nach  Vvon  HAMBURG  (Zwischenhäfen  anlaufend)  ue
Mombassa,  Tanga?i,  Zanzibar:,  Dar-es-Salnam#.  Kapstadt,  Port  Ellzabeth  und  East  London,  3
Külwa,  Lindl,  Mikindani,  Ibo,  Mozumbique",  Que-  4  Wochen  über  die  Kanarischen  Inseln,  zunäche:

 

 

limane,  Chinde,  Beira  regelmässig  alle  14  Tage  Reichspostdampfer  ab  Hamburg:  ub  Las  Palma

durch  den  Suez-Kanal,  zunächst:  „Könlg“  Kapt.  Doherr.  20.  Jan.  1.  Febr.
Reichspostdampfer  ab  Hamburg:  ab  Neupel:  „Kronprinz“  „  v.  Issendorft,  27.  Febr.  11.  Mä#
O,Gouverneur“  Kapt.  Stahl,  2.  Jan.  18.  Jun.  «·  ,  ···,
xämlmpi  Baohnsack,  16.  Jan.  1.  Febr.  In  Uebereinstimmung  mit  dem  diesjährigen  FahrlJz
O,Relchstag“  .  Kley,  30.  Jan.  15.  Febr.  Verden  noch  expedirt:

Die  mit  einem  „##bezeichneten  Dampfer  laufen  nur  »  Reichspostdampfer  ab  Hamburg:  ab  *
die  mit  gleichem  Zeichen  versehenen  Häfen  an  und  nehmen  „Kanzlerz,  Kupt.  West,  —  .#-De
dorthin  sowie  auch  nach  Chinde  Passagiere  aller  Klassen.  „Admniral  „  Bohnsack.  19.  Dez.  3.  Jan
Ladung  Iindessen  nur  nach  Chlude  und  Beirs.  Die  Dampfer  hahen  vorzügliche  Einrichtungen  1#

Die  mit  einem  C  bezeichneten  Dampfer  nehmen  Passa-#Passagiert  in  allen  Klassen.
giere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Häfen.  Direkter  Durchverkehr  von  binnenli#ndischel

Von  HAMBURC  nach  Delagoabaf  und  Durban  Pelltzen  nach  simmtlichen  Anlunfnlllen.
(Zwischenhäfen  anlaufend)  regelmässig  alle  14  Tage,  -»  .-  ».»
abwechselnddurchdonsuezslcannlnndumcluslcapJH  sätt:  Jäg-klälTuTstcngxästms  zvulacovokÄbLM
dekGutenllossnung,2unäcbst:  «  p  *  v

Reichspostdampfer  ab  Hamburg:  ab  Neapel:  Näheres  ertheilt  in  Hamburg:
—  Kapt.  Bohnsnek  .  Jun  1.  Febr.  wegen  Passage  die  IIamburg-dmerila-A.u##e
oherr.  30.  .  —  im  :
„„Kaler4  Wweisskam,  13.  Febr.  1.  Murz.  yie  Vegen  Fracht  und  Passage  die
Die  mit  einem  *  bezeichneten  Dampfer  fahren  durch  den  Deutsche  Ost-  Afrika-Linie,
Suez-Kanal,  die  übrigen  um  das  Kap  der  Guten  Hoffnung  (20,  Gr.  Reichenstrasse  25/33.  Afrika-Ha

 

 

Verantwortlicher  Redakteur  kur  den  nichtamulichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Nerlag  unb  Druck  der  Königlichen  Hofduchhandlung  und  Hosbuchdrucker##  von  C.  S.  Mittler  3  Sohn,  Bez##n  8W  18,  Kochstrade  68—7..
Ausgegeben  am  15.  Januar  1901  um  6  Uhr  nachmittags.

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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Berauogegeben  in  der  Kolsonisl-AIblheilung  des  Auswärtigen  Amis.

XII.  Jahrgang.  Berlin.  I.  Febrnar  1901.  Uummer  3.

Diese  Zeuschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
ercbeinenden:  „NMittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  hersausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelman.  Der  vierteljahrliche  Abonnementspreis  für  dac  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  derträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhundlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streif#  and  durch  die  erlagsbuchbandung  Mk.  3,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzebietle  und
C’n#ch  Ungarn,  Mk.  8.75  fur  die  Länder  des  Metitvofivereins.  —  Einsendungen  und  unfragen  sind  an  die  Köninliche  Hofbuchhandlung  von
Erni#  Siegfried  Mittler  und  Sobn.  Berlin  SW  12.  Kochstr.  66—71.  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  ——

 

—  ——

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  Anrechnung  eines  Kriegsjahres  S.  65.  —  Zusatz-Verordnung
  zur  Zollverordnung  für  das  deutsch-südwestafrikanische  Schutzgebiet  vom  10.  Oktober  1896  S.  65.  —
Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  66.  —  Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Trepangfanges  auf  den
Risfen  und  Bänken  der  Insel  Ponape  S.  66.  —  Verordnung,  betreffend  das  Kreditgeben  an  Eingeborene  und  den
Abschluß  von  Verträgen  mit  Eingeborenen  über  höhere  Werthgegenstände  S.  66.  —  Verordnung,  betreffend  die
An=  und  Abmeldung  der  in  dem  Inselgebiete  der  östlichen  Karolinen  ansässigen,  daselbst  zuziehenden  und  wegziehenden
Fremden  S.  67.  —  Personalien  S.  68.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  69.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  den  Einfluß  einer
oftafrikanischen  Eisenbahn  auf  die  Ernährung  der  deutschen  Kolonie  S.  69.  —  Bericht  über  die  Fortschritte  des
Telegraphenbaues  der  African  Transcontinental  Telegraph  Company  S.  71.  —  Die  geographische  Länge  von
Tabora  S.  71.  —  Kamerun:  Abmarsch  des  Gouverneurs  nach  den  Croß-Schnellen  S.  71.  —  Bezirksamt  Edea
S.  71.  —  Die  Südkamerun-Grenzexpedition  S.  71.  —  Togo:  Ueber  den  Stand  der  Kolapflanzung  und  -verbreitung
im  Misahöhebezirk  S.  71.  —  Deutsch-Sudwestafrika:  Eisenbahn  Swakopmund—Windhoek  S.  72.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
  Dampfbarkasse  für  die  Karolinen  S.  73.  —  Geheimrath  Prof.  Dr.  Koch  über  die  sanitären  Verhältnisse
  der  Karolinen  und  Marianen  S.  73.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-=Bewegung
  S.  73.  —  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Entwickelung  einiger  englischer
Kolonien  im  Jahre  1899  S.  80.  —  Präsidentenwechsel  in  Liberia  S.  80.  —  Bekämpfung  der  wilden  Thiere  und
Giftschlangen  in  Britisch-Indien  S.  80.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Aus  dem  Jahresbericht  der  Hamburger
Handelskammer  S.  80.  —  Erzeugung  und  Verbrauch  von  Thee  und  Kassee  S.  81.  —  Litteratur  S.  83.  —
Litteratur-Verzeichniß  S.  84.  —  Schiffsbewegungen  S.  85.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  86.  —  Anzeigen.

 

 

Amtlicher  Theil.
Geletze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  Aurechnung  eines  Kriegsjahres.

Ich  bestimme,  daß  die  vom  12.  Juli  1898  bis  17.  November  1899  stattgehabte  Expedition  zur
Regelung  der  Grenze  zwischen  Togo  und  Dahomey,  welche  mit  einer  Reihe  von  Gefechten  verbunden  war,
im  Sinne  des  §  23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres  und
der  Karserlichen  Marine,  vom  27.  Juni  1871,  und  des  §  49  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse
der  Reichsbeamten,  vom  31.  März  1873,  als  ein  Feldzug  gelten  soll,  für  welchen  den  etwa  betheiligt
gewesenen  Deutschen  ein  Kriegsjahr  zur  Anrechnung  zu  bringen  ist.

Berlin,  den  11.  Dezember  1900.  Wilhelm  l.  R.

Graf  v.  Bülow.

Zusatz-Verordnung  zur  Zollverordnung  für  das  deutsch-südwestafrikanische
Schutzgebiet  vom  10.  Oktober  1896.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  bestimme  ich
hierdurch,  was  folgt:  «
81.
Die  vom  Kaiserlichen  Gouverneur  von  Deutsch-Südwestafrika  zur  Zollverordnung  vom  10.  Oktober
1896  erlassene  Zusatz-Verordnung  vom  28.  September  1900  sowie  die  Bestimmungen  unter  C.  Zoll—
befreiungen  Nr.  3  und  4  des  im  deutsch-südwestafrikanischen  Schutzgebiete  gültigen  Zolltarifs  werden
ausgehoben.
        <pb n="118" />
        —  66  —

82.
An  Stelle  der  unter  Ziffer  3  und  4  C.  des  Zolltarifs  zur  Zollverordnung  vom  10.  Oktober  1896
aufgeführten  Bestmmungen  tritt  Nachstehendes:

„Alles  Zuzugsgut  von  Einwanderern  zum  persönlichen  Bedarf  beim  ersten  Eintreffen  im  Schutzgebiete
mit  Ausnahme  von  Proviant,  soweit  derselbe  nach  Ziffer  5  nicht  zollfrei  ist,  von  Spirituosen  und  Tabak.

Den  Einwanderern  sind  in  dieser  Beziehung  die  Beamten  des  Kaiserlichen  Gouvernements  sowie
die  Offiziere  und  Mannschaften  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  gleichgestellt.“

§  3.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Februar  1901  in  Kraft.

Berlin,  den  4.  Jonuar  1901.

Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  Januar  1901  auf  1,4025  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Trepangfanges  auf  den  Niffen  und
Bänken  der  Jusel  Ponape.
Auf  Grund  des  §  3  der  Verfügung  des  Herrn  Reichskanzlers  vom  24.  Juli  1899,  betreffend  die

Regelung  der  Verwaltung  und  der  Rechtsverhältnisse  im  Inselgebiete  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen,
wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

§  1.
Der  Fang  von  Trepang  auf  den  Riffen  und  Bänken,  welche  der  Insel  Ponape  an=  und  vorlagern,
ist  bis  auf  Weiteres  verboten.
§  2.
Für  die  Dauer  dieses  Verbotes  ist  auch  der  Handel  mit  Trepang,  welcher  auf  den  in  §  1  bezeichneten
  Riffen  und  Bänken  gewonnen  worden  ist,  untersagt.
83.
Zuwiderhandlungen  gegen  die  vorstehenden  Gebote  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  300  Mark  oder
mit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.

Diese  Verordnung  tritt  mit  Beginn  des  1.  Juli  1900  in  Kraft.
Ponape,  den  10.  April  1900.
Der  Kaiserliche  Vizegouverneur.

Hahl.

 

Verordnung,  betreffend  das  Kreditgeben  an  Eingeborene  und  den  Abschluß  von
Verträgen  mit  Eingeborenen  über  höhere  Werthgegenstände.
Auf  Grund  des  §  3  der  Verfügung  des  Herrn  Reichskonzlers  vom  24.  Juli  1899,  betreffend  die

Regelung  der  Verwaltung  und  der  Rechtsverhältnisse  im  Inselgebiete  der  Karolinen,  Palau  und  Martanen,
wird  hiermit  für  das  Gebiet  der  östlichen  Karolinen  bestimmt,  was  folgt:

§  1.
Es  ist  verboten,  einem  Eingeborenen  Kredit  zu  geben.

8382.
Die  zur  Zeit  bestehenden  Forderungen  an  Eingeborene  sind  bis  zum  31.  Dezember  1900  bei  dem
Kaiserlichen  Gericht  in  Ponape  anzumelden.  Nicht  rechtzeitig  angemeldete  Forderungen  sind  nicht  klagbar.

83.
Auf  Antrag  kann  gestattet  werden,  daß  Eingeborenen,  welche  als  Händler  in  dauernder  Geschäftsverbindung
  mit  einem  Kaufmann  stehen,  beschränkter  oder  unbeschränkter  Kredit  gewährt  werde.
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        —  67  —

8  4.
Jeder  Vertrag  mit  Eingeborenen  über  einen  Werthgegenstand  von  mehr  als  500  Mark  muß
schriftlich  abgeschlossen  werden.  Mündliche  Nebenabreden  sind  ohne  Wirkung.
§  5.
Jede  Partei  hat  eine  Ausfertigung  des  Vertrages  zu  erhalten.
86.

Jeder  Vertrag  der  im  §  4  bezeichneten  Art  bedarf  zu  seiner  Gültigkeit  der  Genehmigung  des
Kaiserlichen  Gerichts  in  Ponape.  Demselben  ist  eine  Abschrift  des  Vertrages  zur  Genehmigung  einzureichen.
87.

Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  8300  Mark  oder  mit
Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.
88.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Bekanntmachung  in  Kraft.
Ponape,  den  10.  April  1900.

Der  Kaiserliche  Vizegouverneur.
Hahl.

Verordnung,  betreffend  die  An=  und  Abmeldung  der  in  dem  Inselgebiete  der
östlichen  Karolinen  ansässigen,  daselbst  zuziehenden  und  wegziehenden  Fremden.

Auf  Grund  des  §  3  der  Verfügung  des  Herrn  Reichskanzlers  vom  24.  Juli  1899,  betreffend  die
Regelung  der  Verwaltung  und  der  Rechtsverhältnisse  im  Inselgebiete  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen,
wird  hiermit  für  das  Gebiet  der  östlichen  Karolinen  bestimmt,  was  folgt:

81.
Alle  zur  Zeit  in  dem  Inselgebiete  der  östlichen  Karolinen  ansässigen  Fremden  —  Weiße  und
Halbweiße  —  sind  verpflichtet,  sich  bei  dem  Kaiserlichen  Bezirksamt  schriftlich  oder  mündlich  mit  erster
Gelegenheit,  spätestens  bis  zum  31.  Dezember  1900,  anzumelden.

§2.
Die  Meldung  hat  zu  enthalten:
Vollständige  Vor=  und  Familiennamen,  Staatsangehörigkeit,  Religion,  Geburtstag  und  -ahr,
Stand  oder  Gewerbe,  Geburts=  und  Wohnort,  Angabe,  ob  verheirathet,  mit  wem?  Namen,
Geburtszeit  und  ort  der  Kinder,  seit  wann  ansässig?  Genaue  Bezeichnung  des  nächsten  Angehörigen
  in  der  Heimath.  Bei  Deutschen  außerdem  Angaben  über  das  Militärverhältniß.

83.
Alle  in  das  Inselgebiet  zuziehenden  Fremden  haben  sich  gleichfalls  in  der  in  8  2  vorgeschriebenen
Weise  und  unter  Angabe  des  letzten  Aufenthaltes  zu  melden,  und  zwar  diejenigen,  welche  auf  Ponape
ihren  Wohnsitz  nehmen,  innerhalb  acht  Tagen,  diejenigen,  welche  sich  auf  einer  anderen  Insel  niederlassen,
mit  erster  Gelegenheit.
84.
Tritt  in  den  einmal  gemeldeten  Verhältnissen  eine  Aenderung  ein,  so  ist  dieselbe  innerhalb  der
in  §  3  angegebenen  Fristen  anzuzeigen.

l5.
Verzieht  Jemand  aus  dem  Inselgebiete,  so  hat  er  sich  vorher  unter  Mittheilung  des  von  ihm
gewählten  neuen  Wohnsitzes  abzumelden.
§  6.
Den  vorstehenden  Bestimmungen  sind  auch  die  Schiffer  und  Seeleute  der  von  einem  Hafen  des
Inselgebietes  ausfahrenden  Schiffe  unterworfen.
87.
Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  300  Mark  oder  mit
Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.
88.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Bekanntmachung  in  Kraft.
Ponape,  den  18.  April  1900.

Der  Kaiserliche  Vizegouverneur.

Hahl.
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        —  68  —

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Direltor  der
Kolonial-Abtheilung,  Wirklichem  Geheimen  Legationsrath  Dr.  Stuebel,  den  Rothen  Adler-Orden  zweiter
Klasse  mit  Eichenlaub:;  dem  Gouverneur  für  das  Togogebiet,  Köhler,  und  dem  Geheimen  Hofrath  und
ständigen  Hülfsarbeiter  im  Auswärtigen  Amt,  Krüger,  den  Rothen  Adler-Orden  dritter  Klasse  mit  der
Schleife;  dem  Baudirektor  beim  Gouvernement  zu  Dar-es-Saläm,  Gurlitt,  und  dem  Gouverneur  zu
Apia,  Dr.  Solf,  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  und  dem  früheren  Sekretär  beim  Gouvernement
Togo,  v.  Hagen,  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klosse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  vortragenden
Rath  im  Auswärtigen  Amt,  bisherigen  Wirklichen  Legationsrath  Schmidt-Dargitz,  zum  Geheimen
Legationsrath  zu  ernennen.

Natjerliche  Schutztruppen.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Januar  1901.

Dr.  Schellmann,  Oberarzt,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.
Dr.  Zupitza,  Stabsarzt  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  in  die  Schutztruppe  für
Kamerun,  unter  Genehmigung  einer  2½  jährigen  Dienstverpflichtung  bei  derselben,  versetzt.

Dr.  Engeland,  Asfistenzarzt,  zum  überzähligen  Oberarzt  befördert.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Dr.  Lübbert,  Oberstabsarzt  1.  Klasse,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre
genehmigt.
Schutztruppe  für  Kamerun.
Radtke,  überzähliger  Oberleutnant,  in  eine  etatsmäßige  Stelle  eingerückt.
Kerksieck,  Stabsarzt,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  in  der  Armee  als  Stabs=  und  Bataillonsarzt
  des  2.  Bataillons  Fußartillerie-Regiments  Nr.  15  wiederangestellt.
Dr.  Krawietz,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt  befördert.
A.  K.  O.  vom  20.  November  1900.
Zimpel,  Leutnant  im  4.  Magdeburgischen  Infanterie-Regiment  Nr.  67,
Buthut,  Leutnant  im  Infanterie-Regiment  von  Borcke  (4.  Pommerschen)  Nr.  21,  und
v.  Gellhorn,  Leutnant  im  2.  Niederschlesischen  Infanterie-Regiment  Nr.  47,  kommandirt  bei  dem  Kadettenhause
  in  Plön,  —  scheiden  mit  dem  6.  d.  Mts.  aus  dem  Heere  aus  und  werden  mit  dem  7.  Februar
  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
Angehörigen  der  Schutztruppen  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:

den  Rothen  Adler-Orden  dritter  Klasse  mit  der  Schleise  und  Schwertern  am  Ringe:  dem  Oberstleutnant
  Leutwein,  Kommandeur  der  Schutztruppe  und  Kaiserlichen  Gouverneur  für
Südwestafrika,
den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern  am  schwarzweißen  Bande:  dem  Hauptmann
Langheld  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun,  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim  Oberkommando
  der  Schutztruppen,
den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse:  dem  Hauptmann  v.  Fiedler  in  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika,
den  Königlichen  Kronen-Orden  zweiter  Klasse  mit  dem  Stern:  dem  Generalmajor  v.  Liebert,
beauftragt  mit  der  Dienststellung  des  Kommandeurs  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,
à  la  suite  derselben,  Kaiserlichem  Gouverneur  für  Deutsch-Ostafrika,
das  Allgemeine  Ehrenzeichen:  den  Feldwebeln  Lustig  und  Hammermeister  in  der  Schutztruppe
für  Deutsch-Ostafrika.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Leutnant  Graf
v.  Kageneck  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  die  Erlaubniß  zum  Anlegen  des  ihm  verliehenen
Ritterkreuzes  2.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großherboglih  Badischen  Ordens  vom  Zähringer  Löwen
zu  ertheilen.
        <pb n="121" />
        69

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.
Deutsch  =  Oftafrika.

Der  Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann  hat  am
25.  Dezember  v.  Is.  seine  Studienreise  nach  Indien
angetreten.  *

Der  Meteorologe  Dr.  Uhlig  ist  am  27.  November
  v.  Is.  in  Deutsch-Ostafrika  eingetroffen.

Die  Bureauassistenten  Nopp  und  Göhring  und
der  Lokomotivführer  Krautwurst  haben  die  Ausreise
  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Oberleutnant  v.  Stuemer,  Zahlmeisteraspirant
Mühlhäuser  und  Unteroffizier  Biallowons  haben
die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  um  17.  d.  Mts.
von  Neapel  angetreten.

 

Feldwebel  Langenkemper,  Sergeant  Rehbaum
und  Sanitätsunteroffizier  Feddern  sind  mit  Heimathsurlaub,
  Ersterer  am  15.  d.  Mts.  in  Neapel,  Letzterer
am  23.  d.  Mts.  in  Hamburg  eingetroffen.

#üwestafrika.

Der  Thierarzt  Hänsgen  ist  am  25.  September
v.  Is.,  der  Bergingenieur  Gathmann  und  der  Thierarzt
  Wunder  sind  am  29.  Oktober  v.  Is.,  der  Oberbauarbeiter
  und  der  Zimmermann  Bothe  am
14.  November  v.  Is.,  der  Maschinenmeister  Kirchhoff
und  der  Maurerpolier  Schröter  am  5.  Dezember
v.  Is.  in  Deutsch-Südwestafrika  eingetroffen.

Der  Zollamtsvorsteher  Köhler  und  der  Lazarethgehülfe
  Teschmer  haben  die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
  angetreten.

A

 

 

Bachrichten  aus  den  deutschen  Schutgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Dltafrika.

Ueber  den  Einstuß  einer  ostafrikanischen  Eisenbahn
auf  die  Ernährung  der  deutschen  Rolonie

äußert  sich  der  Vertreter  einer  angesehenen  Firma
in  Ostafrika  in  folgender  Weise:

Bei  den  hier  erhofften  demnächstigen  Reichstagsverhandlungen
  über  einen  Eisenbahnbau  in  das
Innere  von  Deutsch-Ostafrika  wird  voraussichtlich
zur  Sprache  kommen,  was  eine  solche  Bahn  befördern
kann  und  wird.

Vielfach  scheint  selbst  in  kolonialfreundlichen
Kreisen  die  Ansicht  verbreitet  zu  sein,  als  ob  die
Bedürfnisse  der  in  Deutsch-Ostafrika  wohnenden  Europäer
  und  die  von  denselben  gewonnenen  Plantagenprodukte
  für  den  Handel  Ostafrikas  und  für  die
Bahnanlage  maßgebend  sein  müßten.  Beides  ist
nicht  der  Fall.  Ebenso  wie  jetzt  die  Bedürfnisse
der  Europäer  im  ofstafrikanischen  Handel  eine  verschwindende
  Rolle  spielen,  so  wird  das  Verhältniß
auch  nach  dem  Bahnbau  bei  der  ungeheuren  numerischen
  Ueberlegenheit  der  eingeborenen  Bevölkerung
ein  gleiches  bleiben.  Die  Bedeutung  der  Plantagen
soll  unbestritten  bleiben,  doch  ist  solche  für  die  Bahn
nur  eine  relative,  da  natürlich  die  für  den  Plantagenbau
  geeigneten  Gebiete  im  Verhältniß  zur  ganzen
Kolonie  räumlich  nicht  ausgedehnt,  und  die  Plantagen
mit  ihren  Erträgen  hauptsächlich  auf  die  kurze  Erntezeit
  angewiesen  sind,  während  der  Betrieb  der  einmal
  gebauten  Bahn  das  ganze  Jahr  aufrecht  erhalten
werden  muß.

 

Die  Verhältnisse  dürften  hier  wohl  ähnlich  liegen
wie  in  Indien,  wo  die  Plantagen  auch  nicht  bedeutungslos,
  wohl  aber  im  Vergleiche  zum  enormen
indischen  Gesammthandel  nur  gering  sind.

Es  fragt  sich  nun,  ob  andere  zur  Bahnversendung
geeignete  Massenprodukte  vorhanden  sind.  Diese
Frage  wird  bejaht  werden  können.  Denn  ganz  abgesehen
  von  dem  Aufschwung,  welchen  jede  Bahn  dem
Handel  bringt,  bieten  schon  die  vorhandenen  Zahlen
der  Zollstatistiken  einen  Anhalt  dafür,  auf  welche
Artikel  eine  weit  ins  Innere  geführte  deutsch-ostafrikanische
  Bahn  rechnen  kann.

In  erster  Linie  kämen  Körnerfrüchte  in  Betracht,
für  welche  die  deutsche  Kolonie  jetzt  alljährlich  etwa
Rs.  1500000.—  (etwa  ein  Fünftel  der  Gesammteinfuhr,
  ans  Ausland  zahlt.

Nicht  immer  lagen  die  Verhältnisse  so.  In
früheren  Jahren  versorgte  Deutsch-Ostafrika  nicht
allein  sich  selbst,  sondern  auch  Sansibar  und  einen
Theil  des  Auslandes  mit  Reis,  dessen  Qualität  die
des  jetzigen  eingeführten  indischen  Reis  wesentlich
übertrifft.

Die  Ausfuhr  von  Hülsenfrüchten  und  Getreide
mit  Ausnahme  von  Reis  ist  im  Großen  und  Ganzen
eine  stetige  geblieben,  und  besteht  solche  hauptsächlich
aus  dem  Export  von  Mtama  (Negerkorn,  Hirse)
nach  Sansibar,  Aden  und  Bombay.  In  diesem  Jahre
wird  diese  Ausfuhr  aber  minimal  werden,  da  die
Pflanzen  infolge  aufgetretener  Rostkrankheit  in  den
Küstengebieten  ertraglos  sind.
        <pb n="122" />
        Nachstehende  Tabellen  der  Aus=  und  Einfuhr
Deutsch-Ostafrikas  geben  eine  klare  Uebersicht.

 

 

 

 

 

Ausfuhr
½K|½RRB.,B  gäee  5o3D5333
Reis  Hülsenfrüchte

ei  eel.  Reis  Gesammtausfuhr

18927)])Rs.  198  195  *li  153  379  2  3934440
1893  333040  206  821  4292876
1894  55  758  120341  427  022
1895  366  é  33  195  2879368
1896  E1  41  467  3329941
1897  1  665  401  875  3  736  197
1898  220  418393  *  3939743
1899  4149  -143  525  -2792  305

*)  In  1892  repräsentiren  die  Zahlen  nur  die  Ausfuhr
vom  zweiten  bis  vierten  Vierteljahr.

 

 

 

 

 

Einfuhr.
.
is  Hülse  te  tei
Rei  uneg  Gesammteinfuhr
18925)  Rs.  117  970  Rs.  37  493  .  4507  854
1893  155  013  4175  5932940
1894  4667  796  88  664  *  6197  873
1895  é  1134221  234384  6725098
1896  629  n158  55  425  7008  287
1897  4656  331  25818  é  6840  731
1898  é*  1383  505  100  410  é  8588  881
1899  *  1836  042  197  350  7675  451

 

*)  In  1892  beziehen  sich  die  Zahlen  auf  das  zweite
bis  vierte  Vierteljahr.

Den  Hauptanstoß  zu  der  aus  der  Tabelle  ersichtlichen
  Veränderung  ist  in  der  im  Jahre  1894  aufgetretenen
  Heuschreckenplage  und  der  damit  in  Verbindung
  stehenden  Hungersnoth  zu  suchen.  Aus  Besorgniß
vor  den  Heuschrecken  bauten  die  Neger  besonders  in
den  Küstengebieten  keinen  Reis  mehr  an,  so  daß  der
Export  an  Reis  sich  niemals  wieder  erholt  hat
und  seine  Bedeutung  gänzlich  verlor.  Dahingegen
hat  der  Import  an  Reis  sich  mehr  oder  weniger
auf  der  recht  bedeutenden  Höhe  des  Hungersnothjahres
  gehalten.  Die  eingeführten  Reismengen  wurden
fast  ausschließlich  in  den  Küstenbezirken  verbraucht,
dieselben  ins  Innere  zu  befördern,  war  bei  dem
Mißverhältniß  von  Trägerlohn  und  Trägerlast  (ein
Träger  trägt  nur  etwa  50  bis  60  lbs  englisch)  unmöglich.
  Es  wäre  solches  auch  überflüssig  gewesen,  da
die  Innenbezirke  bei  der  stärkeren,  einen  bisher  stets
unterschätzten  Ackerbau  treibenden  Bevölkerung  meistens
Ueberfluß  an  Cerealien  hatte.  Nach  allen  Berichten
aus  dem  Innern  befinden  sich  in  allen  entfernteren
Gegenden  (besonders  in  Msukuma,  Muiamwesi  und
dem  Hinterland  von  Kilwa  (Lindi)  weite  Flächen
mit  Körnerfrüchten  bebauten  Landes  und  große
Vorräthe  von  Cerealien  aller  Art.  So  mußte  man
1898  in  Tabora  die  durch  Steuern  außfgespeicherten
  Cerealien  wieder  gratis  an  die  Eingeborenen
  vertheilen,  da  dort  kein  Marktwerth  vorhanden
  und  ein  Transport  zur  Küste  unmöglich

70

 

war.  Dieses  geschah  in  einer  Zeit,  wo  an  einem
großen  Theil  der  deutschen  Küste  Hungersnoth  herrschte.
An  diesem  Beispiele  zeigen  sich  deutlich  die  überall
in  Afrika  auftretenden  Nachtheile  ungenügender  Verkehrsmittel.
  Schiffbare  Flüsse  giebt  es  nicht  in  Ostafrika,
  jedenfalls  keine  von  genügender  Größe  und
Länge.  Hier  kann  nur  eine  Eisenbahn  Abhülfe
schaffen,  und  dieselbe  würde  jedenfalls  darauf  rechnen
können,  daß  sie  die  an  der  Küste  gebrauchten  und
bisher  aus  Indien  bezogenen  Reis=  und  Getreidemengen
  aus  dem  Innern  zur  Küste  und  den  dazwischen
  liegenden  Gegenden  befördern  würde.

Mit  Leichtigkeit  würden  die  Stämme  im  Innern,
welche  meistens  betriebsamer  als  die  Küstenbevölkerung
sind,  sich  der  Reiskultur  in  ausgedehnterem  Maßstabe
  zuwenden,  falls  die  vorhandenen  Bestände
wirklich  nicht  genügen  sollten.  Daß  an  Mtamo,
Mais,  Weizen  (Tabora)  u.  s.  w.  sehr  große  Vorräthe
  vorhanden  sind,  ist  bewiesen.

Rechnen  wir  allein,  was  die  Versorgung  der
Küste  mit  Reis,  die  bisher  von  Rangoon  und
zum  kleinen  Theile  von  Bombay  geschieht,  der  Eisenbahn
  einbringen  würde,  ohne  eine  Vertheuerung  für
den  Konsumenten  hervorzurufen,  noch  dem  eingeborenen
  Ackerbautreibenden  weniger  Verdienst  als
dem  indischen  Reisbauer  in  Birma  zukommen  zu
lassen,  so  wird  sich  folgendes  Resultat  zeigen:

Der  Werth  eines  Sackes  Reis  von
Netto  108  lbs  engl.  netto  ist  im  Durchschnitt
  in  Sansibar  etwa
der  Werth  desselben  in  Indien  (Wanpoog

etw.  .  .  6.  12.
woraus  sich  eine  Diferenz  ergiebt  von  Rs.  1.  12,
welche  auf  die  Herschaffung  des  Sackes  Reis  von
Indien  nach  Sansibar  fällt,  und  zwar  vertheilt  sich
diese  Summe,  wie  folgt:

.  Rs.  8.  8

 

pro  Sack
Kommission  und  Courtage  in  Raugoon
etwa  1½%  =  etwa  Rs.  0.  I.  1
Assekuranz  von  Rangoon  nach  Sansibar
etwa  /8%  =  etwmwaa  =  0.  0.  3
Fracht  von  Rangoon  nach  Sansibaretwa  =  1.  4.  D
Exportzoll  in  Rangoon  etwa  .  0.  6.  0
Rs.  1.  12.  0

Diese  Summe  würde  also  ohne  irgend  welche
Schädigung  der  Zolleinnahme  von  Deutsch-Ostafrika
oder  der  Eingeborenen,  seien  es  Produzenten,  seien  es
Konsumenten,  der  Bahn  als  Fracht  zugetheilt  werden
können.  Da  nun  die  Einfuhr  des  Reis  im  vorigen
Jahre  z.  B.  Rs.  1  336  042  betrug,  was  bei  einem
Durchschnittswerthe  von  Rs.  8.  8  bis  Rs.  9.  0  per
Sack  von  168  lbs  netto  einem  Import  von  über
150  000  Sack  jährlich  gleichkommt,  so  würde  die
Bahn,  nur  um  den  Bedarf  der  Küste  an  Reis  zu
decken,  schon  eine  Einnahme  von  über  Rs.  250  000
jührlich  haben.

Dieses  in  großen  Umrissen  gezeigte  Beifpiel
dürfte  ein  Beweis  dafür  sein,  daß  die  Rentabilität
        <pb n="123" />
        einer  ins  entfernte  Innere  von  Deutsch-Ostafrika  geführte
  Bahn  keineswegs  aussichtslos  ist.

Welchen  Nutzen  es  der  Kolonie  bringen  würde,
wenn  dieselbe  alljährlich  nicht  mehr  über  M.  2000000
ans  Ausland  abzuführen  brauchte,  sondern  die  für
diese  Summe  gekauften  Nahrungsmittel  selber  produzirte,
  bedarf  wohl  keiner  weiteren  Erörterung.

Ebenso  einleuchtend  find  die  Vortheile,  welche
eine  Bahnverbindung  im  Falle  einer  Hungersnoth
für  Deutsch-Ostafrika  zeitigen  würde.
nur  wieder  an  den  Tabora-Distrikt  erinnert  zu
werden,  wo  im  letzten  Jahre  das  Steuergetreide
zurückgegeben  werden  mußte,  während  zur  gleichen
Zeit  in  einigen  Küstengebieten  bis  zur  Hälfte  der
Bevölkerung  am  Hungertode  starben.

 

Ueber  die  Fortschritte  des  Telegraphendaues  der  Asfvican
CEranscontinental  Celegraph  Company

wird  aus  der  Station  Bismarckburg  berichtet:

Die  Telegraphenlinie  der  African  Transcontinental
  Telegraph  Company  ist  seit  2.  d.  Mts.  bis
Kafsanga  fertiggestellt.  Telegramme  werden  jedoch
einstweilen  von  hier  aus  weder  angenommen  noch
befördert.  Die  seitens  des  Mr.  Fox,  Chief  Constructor,
  in  Gegenwart  von  His  Honour  The  Administrator
  of  North  Eastern  Rhodesia,  Mr.  Codrington
am  4.  d.  Mts.  vorgenommene  Probe  des  Betriebes
ist  befriedigend  ausgefallen.  Inzwischen  haben  die
Vermessungsbeamten,  zur  Zeit  drei  Europäer,  Karema
bereits  erreicht  und  gehen  von  dort  weiter  nach
Ujiji  vor.  Auch  die  Trace,  welche  von  zwei  weiteren
Europäern  ausgeschlagen  wird,  nähert  sich  Karema.

In  Kassanga  befindet  sich  ein  Lager  von  Telegraphenmaterial,
  welches  als  Basis  für  die  Arbeiten
bis  Karema  dient  und  von  Kambwe  am  Nyassa  und
Abercorn  aus  beschickt  wird.  Hier  hält  sich  auch
der  technische  Leiter,  Mr.  Fox,  auf.  Sämmtliche
Träger  für  das  Telegraphenmaterial  sowie  alle  ersorderlichen
  Arbeiter  werden,  seit  die  Linie  auf  das
deutsche  Gebiet  übergetreten  ist,  von  der  Station
gestellt.

Die  geographische  Länge  von  Tabora

spielt  in  der  Kartographie  Ostafrikas  eine  große
Rolle.  Um  die  Lage  der  Station  für  praktische
Zwecke  endgültig  festzustellen,  hat  die  deutsche  Kivugrenzstation
  die  am  22.  November  v.  Is.  stattgehabte
  partielle  Sonnenfinsterniß  in  Tabora  abgewartet.
  Nach  soeben  eingelaufenen  Privatnachrichten
ist  dem  Astronomen  der  Expedition,  Herrn  Prof.
Dr.  Lamp  von  der  Sternwarte  in  Kiel,  die  Beobachtung
  der  Finsterniß  vollständig  gelungen,  so
daß  in  einiger  Zeit  ein  definitiver  Werth  für  die
geographische  Länge  dieses  wichtigen,  schon  von  so
vielen  Reisenden  berührten  Routen-Kreuzungspunktes
wird  mitgetheilt  werden  können.

Es  braucht

71

—  ——

 

Kamerun.
Abmarsch  des  Gonverneurs  nach  den  Eroß=  Ichnellen.

Gouverneur  v.  Puttkamer  hat  am  14.  Januar
Kamerun  verlassen  und  sich  nach  den  Croß-Schnellen
begeben.  Der  Gouverneur  wird  die  neu  gegründete
Grenzstation  an  den  Croß-Schnellen  revidiren  und
die  Gelegenheit  benutzen,  um  mit  dem  englischen
Gouverneur  in  Old-Calabar  über  die  Regelung  der
Verhältnisse  an  der  deutsch-englischen  Grenze  zu  verhandeln.
  Die  Vertretung  des  Gouverneurs  während
seiner  Abwesenheit  von  Kamerun  hat  der  Bezirksamtmann
  v.  Brauchitsch  übernommen.

——□.-..  .  —

Bezirksamt  Edea.

Die  Verwaltung  des  Bezirksamts  Edea  in
Kamerun  ist  bis  auf  Weiteres  dem  Leutnant  a.  D.
v.  Kotze  übertragen  worden.

 

Die  Südkamerun.  Srenzexpedition

ist  am  16.  Dezember  v.  Is.  in  Libreville  eingetroffen.
Die  Weiterreise  nach  Campo,  wo  die  Grenzexpedition
ihre  Thätigkeit  zu  beginnen  hat,  sollte  Anfang  Januar
erfolgen.

Togo.

Ueber  den  Stand  der  KRolapflanzung  und  „verbreitung
im  Misahöhebezirk

äußert  sich  der  Stationsleiter  von  Misahöhe,  Dr.
Gruner,  im  „Tropenpflanzer“  u.  A.,  wie  folgt:
Das  Gedeihen  einzelner  Bäume  beweist,  daß  die
Befürchtung,  Misahöhe  liege  zu  südlich  für  Kolakultur,
  unbegründet  ist.  Volle  Bestätigung  findet
dies  durch  die  Thatsache,  daß  im  Bezirk  Misahöhe
nicht  nur  in  Kwamikrum  unter  7°  13“  n.  Br.  1,
sondern  auch  in  Goviewe-Klubi  unter  6°  43'  n.  Br.  2,
ja  in  Owusuta  unter  6°  50“  n.  Br.  21  Stück  gut
entwickelte,  fruchttragende  Bäume  von  Cola  vera
stehen,  wozu  noch  220  jüngere  Bäume  kommen.
Dagegen  sind,  wie  sich  jetzt  herausstellt,  die
Pflanzen  in  Misahöhe  meistens  an  ungeeignete  Stellen
gepflanzt,  so  daß  von  den  7380  seinerzeit  von  Herrn
Plehn  ausgepflanzten  Kolas  zur  Zeit  nur  noch  1277
stehen.  Von  den  1000  nach  Amedjove  und  den
1500  nach  Worawora  gesandten  Nüssen  ist  nichts
mehr  vorhanden,  da  die  Eingeborenen,  denen  sie
übergeben  wurden,  sie  nicht  gepflegt  haben.  Wie
ich  aus  seinem  Munde  weiß,  hatte  Herr  Plehn
absichtlich  die  verschiedensten  Standorte  gewählt,  um
Anhaltspunkte  zu  gewinnen  zur  Feststellung  des  Verhaltens
  der  Kola  gegen  die  verschiedenen  Böden.
Folgendes  läßt  sich  nunmehr  bestimmt  aussprechen:
In  quelligem  Boden  sowie  in  solchem,  wo  der
Grundwasserspiegel  nur  ein  bis  zwei  Fuß  unter
der  Oberfläche  liegt,  geht  die  Pflanze  langsam  ein,
        <pb n="124" />
        nachdem  sie  sich  ein  wenig  (zwei  bis  drei  Fuß  hoch)
entwickelt  hat.  Auf  diesen  nassen  Flächen,  wo  keine
lebende  Kolapflanze  mehr  zu  finden  ist,  ist  jetzt
indischer  Bambus  (Bambusa  arundinacea)  angepflanzt
  worden.  Der  zweite  Hauptgrund  allgemeiner
  Natur  für  das  Eingehen  der  Pflanzen  ist
der  Mangel  an  Schattenbäumen.  Es  ist  ganz  in
die  Augen  springend,  daß  sich  die  Pflanzen  da,  woa
sie  zufällig  einen  großen  Theil  des  Tages  Baumschatten
  gehabt  haben,  kräftig  entwickelt  haben,  während
  sie  da,  wo  sie  auf  freier  Fläche  den  ganzen
Tag  über  der  prallen  Sonne  ausgesetzt  waren,  verkümmert
  oder  eingegangen  sind.  Eine  weitere  Ursache
  des  Eingehens,  die  jedoch  nur  für  Steinböden,
wie  der  hiesige  stellenweis  ist,  Bedeutung  hat,  ist
die  ungenügende  Tiefe  der  30  cm  tiefen  Pflanzlöcher.
Hier  und  da  liegen  unter  der  20  bis  30  cm  mächtigen
  Erddecke  reine  Steinschichten.  Traf  die  Pfahlwurzel
  diese,  so  konnte  sie  so  gut  wie  gar  nicht  mehr
sich  entwickeln,  die  Pflanze  begann  zu  kränkeln  und
starb  ab.  Daher  hatten  manche  abgestorbene  Pflanzenstrünke
  eine  20  bis  30  cm  lange,  kräftig  entwickelte
Pfahlwurzel,  die  aber  am  unteren  Ende  plätzlich
unter  Verkrümmung  in  ein  dünnes  Wurzelende  überging,
  das  sich  in  die  Fugen  der  Steinschicht  hineingezwängt
  hatte.  In  solchen  Lagen  muß  der  Untergrund,
  wenn  man  überhaupt  da  pflanzen  will,  auf
mindestens  1  m  Tiefe  völlig  steinfrei  gemacht  werden.
Ferner  hat  sich  auch  das  Rajolen  von  30  cm  im
Quadrat  als  nicht  hinreichend  zur  Beförderung  des
Wachsthums  gezeigt.  Der  Boden  muß  in  einem
Kreise  von  1  m  Radius  um  die  Pflanze  rajolt  und
beständig  rein  und  gelockert  gehalten  werden.  Selbst
vorher  kümmerlich  aussehende  Pflanzen  zeigten  sich,
sofern  sie  nicht  auf  ungeeigneten  Plätzen  standen,
sehr  dankbar  für  diese  Behandlung.

Der  derzeitige  Bestand  an  gedeihenden  Kolabäumen
  erscheint  ausreichend,  um  die  Kolakultur  in

 

dem  engeren  Stationsumkreis  später  auszubreiten.

Um  sie  auf  den  ganzen  Bezirk  ausdehnen  zu  können,
find  auf  den  Nebenstationen  kleine  Versuchspflanzungen
angelegt  worden.  So  sind  in  Kpandu  300  Nisse,
in  Kwamikrum  300,  in  Woadze  350,  in  Botoku  328
in  Saatbeete  gelegt.  Für  die  Stationen  in  Likpe,
Dayi,  Gbele,  Ho  sind  1000  ausgesuchte  Nüsse  in
Misahöhe  in  Saatbeete  gelegt.  Sie  liegen  in  Abständen
  von  30  cm  nach  allen  Seiten  voneinander,
8  bis  5  cm  tief  gesteckt  in  45  cm  tief  rajolten
Beeten.  Der  durch  den  Asanteaufstand  erzeugte
Mangel  an  Kolanüssen  erschwert  leider  die  Beschaffung
  von  Saatgut  ganz  ungemein.  Einen  interessanten
  Versuch  hat  der  Stationsassistent  Rosenhagen
  eingeleitet,  indem  er  dem  von  ihm  entdeckten
Kolabestande  in  Owusuta  (außer  15  Pflänzchen)
neun  Absenker  entnahm  und  in  Botoku  pflanzte.
Die  Owusutaleute  behaupteten,  der  Kolabaum  ließe
sich  auch  durch  Abschnitte  fortpflanzen.  Um  die
Ausdehnung  der  Kolakultur  im  Bezirk  Misahöhe
vollständig  anzugeben,  sei  erwähnt,  daß  die  Plantage

72

 

 

Douglas  am  Agu  sowie  die  Baseler  Mission  in
Worawora  eine  größere  Anzahl  Kolanüsse  in  Saatbeete
  gelegt  haben.

Deutsch-Südwelkafrika.

Eisenbahn  Lwakopmund—Windhöoek.

Die  Stärke  des  Kommandos  betrug  Ende  November
  v.  Is.  vier  Offiziere,  sechs  Beamte,  zehn
Unteroffiziere,  327  Angestellte  und  Arbeiter,  977  Eingeborene,
  und  weist  gegen  früher  einen  erheblichen
Zuwachs  an  Eingeborenen  auf,  während  die  Zahl  der
Angestellten  und  Arbeiter  sich  etwas  vermindert  hat.

Der  Betrieb  zwischen  Swakopmund  und
Karibib  (194  km)  vollzieht  sich  seit  dem  1.  Juli
1900  nach  den  im  vorigen  Jahre  im  D.  Kol.  Bl.  Nr.  18
veröffentlichten  Fahrplänen,  Tarifen,  Vorschriften  2c.
anstandslos;  zeitweise  war  er  nur  beeinträchtigt  durch
die  bei  der  anhaltenden  Trockenheit  wenig  günstigen
Wasserverhältnisse.  Einige  Betriebsstörungen,  die
seit  dem  1.  Juli  vorkamen,  waren  jedoch  im  Wesentlichen
  zurückzuführen  auf  Kohlenmangel,  da  die  zum
1.  Juli  und  1.  Oktober  v.  Is.  vertragsmäßig  anzuliefernden
  Kohlen  infolge  von  Havarien  nicht  rechtzeitig
  eintrafen,  und  es  deshalb  nöthig  wurde,  die
Güterzüge  zeitweise  ausfallen  zu  lassen.  Sofern  die
fernerhin  veranlaßten  und  bereits  im  Gange  befindlichen
  Lieferungen  eintreffen,  wird  nicht  nur  der
laufende  Bedarf  an  Kohlen  gedeckt,  sondern  auch  bald
ein  eiserner  Bestand  gebildet  sein,  so  daß  Betriebsstörungen
  durch  Kohlenmangel  in  Zukunft  nicht  mehr
vorkommen  können  und  die  Eisenbahn  in  den  Stand
gesetzt  wird,  ihre  volle  Leistungsfähigkeit  zu  entfalten.
Die  hierfür  gleichfalls  nothwendige  Vermehrung  und
Vervollkommnung  der  Betriebsmittel  ist  im  Gange;
die  ersten  bequemen  und  luftigen  Personenwagen
sowie  bedeckte  Güterwagen  sind  nunmehr  eingestellt.
Die  vorerwähnte  große  Trockenheit  mit  Wasser=  und
Futtermangel,  die  es  den  Frachtfahrern  fast  unmöglich
machte,  während  der  Betriebspausen  der  Eisenbahn
zur  Abholung  von  Frachten  mit  ihrem  Fuhrwerk
durch  die  zwischenliegende  Namib  von  Karibib  nach
Swakopmund  zu  gelangen,  haben  die  unumgängliche
Nothwendigkeit  der  Eisenbahn  wieder  einmal  zweifellos
  bewiesen.

Der  Bau  von  Karibib  (Kilometer  194)
nach  Windhoek  hat  durch  nothwendige  Arbeiten
für  die  Einrichtung  des  Bahnhofes  in  Karibib  sowie
für  die  Verbesserung  einiger  den  Betrieb  erschwerenden
  Stellen  rückwärts  Karibib  seit  Eröffnung  des
Betriebes  bis  Karibib,  sich  um  einige  Wochen  verzögert.
  Die  Spitze  des  Gleis=  und  Telegraphenbaues
hat  am  1.  Dezember  v.  Is.  Kilometer  226,6  erreicht.
Ein  noch  besserer  Baufortschritt  würde  zu  verzeichnen
sein,  wenn  die  Materialzufuhr  infolge  des  Kohlen-=mangels
  nicht  zeitweise  gestockt  hätte.  Der  Unterbau,
welcher  zwischen  Karibib  und  Okahandja  erhebliche
Geländeschwierigkeiten  überwunden  hat  und  aus-
        <pb n="125" />
        gedehnte  Brückenbauten  nothwendig  macht,  hatte  vor
der  Gleisspitze  etwa  15  km  Vorsprung;  die  endgültige
  genaue  Absteckung  war  bie  6  km  vor  Okahandja
  (etwa  Kilometer  310)  gelangt.

Deutsch-Reu-Guinea.

Dampfbarkasse  für  die  Rarolinen.

Die  für  die  Karolinen  bestimmte  Dampfbarkasse
ist  mit  dem  Dampfer  „König  Albert“  in  Hongkong
eingetroffen  und  von  dort  am  6.  Dezember  v.  Js.
mit  der  „München“  nach  Ponape  weiter  verschifft
worden.

Gebeimratb  prof.  Dr.  Roch  über  die  sanitären
Verd#ltuisse  der  Rarolinen  und  Marianen.

Ueber  die  Thätigkeit  seiner  Malaria-Expedition
hat  Geheimer  Medizinalrath  Prof.  Dr.  Koch  einen
Schlußbericht  erstattet,  dem  wir  Folgendes  entnehmen:

Die  Heimreise  wurde  am  6.  August  d.  Is.  von
Herbertshöhe  aus  angetreten.  Die  vom  Norddeutschen
Lloyd  neu  eingerichtete  Dampferlinie,  welche  von
Sydney  über  Neu-Guinea  nach  Hongkong  geht  und
die  Karolinen  und  Marianen  berührt,  bot  die  Gelegenheit,
  diese  Inseln  zu  besuchen  und,  soweit  es
der  kurze  Aufenthalt  gestattete,  einen  Einblick  in  die
sanitären  Verhältnisse  derselben  zu  gewinnen.  Wesentlich
  aus  diesem  Grunde  wählte  ich  diese  Linie  zur
Heimreise  und  konnte  am  12.  und  13.  August  auf
Ponape  und  am  17.  August  aus  Saipan  Untersuchungen
  anstellen,  bei  welchen  mir  der  Regierungsarzt
  Herr  Dr.  Girschner  behülflich  war.

Auf  Ponape,  und  zwar  nicht  allein  an  dem  Regierungssitz
  Colonia,  sondern  auch  aus  sechs  anderen,
zum  Theil  entfernt  gelegenen  Ortschaften  wurden
insgesammt  79  Kinder  auf  Malaria  untersucht.  Bei
keinem  einzigen  konnten  die  charakteristischen  Merkmale
der  Malaria,  Milzanschwellung  und  Vorhandensein
der  Malariaparasiten  im  Blute,  nachgewiesen  werden.
Daraus  ließ  sich  mit  Sicherheit  schließen,  daß  diese
Insel  frei  von  Malaria  ist.  Von  Dysenterie  sollte
vor  längerer  Zeit  ein  Fall  vorgekommen  sein.  Nach
den  Mittheilungen  des  Herrn  Dr.  Girschner  scheinen
auch  die  in  der  Südsee  so  außerordentlich  verbreiteten
Hautkrankheiten  und  die  Frambösia  auf  dieser  Insel
keine  große  Rolle  zu  spielen.

Auf  Saipan  fanden  sich  bei  24  daraufhin  untersuchten
  Kindern  ebenfalls  weder  Milzschwellung  noch
Malariaparasiten.  Diese  Insel  hat  also  ebenfalls
keine  Malariao.  Unter  den  zahlreichen  sonstigen
Leuten,  welche  mir  als  an  Syphilis.  Lupus  und
Lepra  Erkrankte  gezeigt  wurden,  befand  sich  keiner,
welcher  mit  einer  der  genannten  Krankheiten  behaftet
gewesen  wäre.  Was  dafür  gehalten  wurde,  war
Frambösia,  welche  Krankheit  auf  Saipan  sehr  häufig
zu  sein  scheint.  Dieses  Leiden,  von  den  Engländern

 

 

73  —

auch  Yaws  genannt,  ist  in  der  Südsee  ungemein
rerbreitet.  Ich  habe  im  Bismarck-Archipel  Ortschaften
gesehen,  in  denen  fast  sämmtliche  Kinder  damit  behaftet
  waren;  auch  die  Kinder  der  Europäer  sollen
gelegentlich  davon  befallen  werden.  Sehr  oft  wird
die  Frambösia  von  Laien  und  auch  von  Aerzten  für
Syphilis  gehalten,  und  ich  möchte  annehmen,  daß  die
Angaben  über  die  starke  Verbreitung  der  Syphilis
in  der  Südsee  und  insbesondere  im  deutschen  Kolonialgebiet
  daselbst  auf  Verwechselung  mit  Frambösia
beruhen.

Auf  Saipan  sollte  noch  eine  eigenthümliche  Krankheit
  vorkommen,  deren  Verlauf  mit  Fieber  und
dauernder  Lähmung  einzelner  Glieder  den  Verdacht
auf  Beri-Beri  erwecken  mußte.  Von  den  mir  vorgeführten
  Kranken  dieser  Art  litt  einer  an  Hemiplegia,
andere  an  Gelenk=  und  Muskelrheumatismen.  Kein
einziger  unzweifelhafter  Fall  von  Beri-Beri  war
darunter.

Im  Ganzen  genommen  habe  ich  den  Eindruck
gewonnen,  daß  der  Gesundheitszustand  auf  Ponape
und  Saipan,  weil  diese  Inseln  keine  Malaria  haben
und  auch  bis  auf  die  Frambösia  frei  von  anderen
tropischen  Krankheiten  zu  sein  scheinen,  ein  sehr
guter  ist.

RAus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Aus  Missionskreisen  wird  uns  geschrieben:  Der
Missionar  der  Berliner  Missionsgesellschaft  I,  Franz
Losse,  der  erst  im  Herbst  1899  ausgesandt  und  in
Ikombe  am  Nyassasee  stationirt  war,  ist  am  21.  September
  1900  am  Schwarzwasserfieber  gestorben.  Zu
spät  hatte  er  auf  dem  Sanatorium  Bubopelo  Heilung
  gesucht,  während  diese  von  der  genannten  Gesellschaft
  angelegte  Gesundheitsstation  sich  sonst  als
sehr  nützlich  erwiesen  hat.  Sie  ist  idyllisch  gelegen,
4300  Fuß  über  dem  Meere,  fast  fieber  frei.  Besonders
  angenehm  ist  die  reine,  ozonreiche  Luft  und  die
tiefe,  beinahe  feierliche  Stille,  die  ringsumher  herrscht.
Die  Station  liegt  nicht  weit  von  dem  fieberreichen
Ikombe,  dessen  Stationsvorsteher  Weltzsch  dort  auch
ein  Jahr  früher  Genesung  gesucht  und  gefunden  hatte.

Das  „Evangel.-lutherische  Missionsblatt“,  Leipzig,
bringt  einen  Bericht  über  die  Anlegung  der  neuen
Station  Schigatini  in  Nordpare  und  verbindet
damit  die  Schilderung  einer  Reise  des  Missionars
Fuchs  nach  Nordostpare,  das  für  die  Anlegung
einer  weiteren  Station  der  Leipziger  Missionsgesellschaft
  in  Aussicht  genommen  ist.  Zur  Begründung
dieser  Absicht  bemerkt  Miss.  Fuchs:

„Da  Nordpare  einen  ziemlich  kleinen  Flächeninhalt
(nach  Dr.  Baumann  450  qkm)  besitzt,  und  demgemäß
  die  Bevölkerungsziffer  (nach  Dr.  Baumann
1710  Einwohner)  eine  geringe  ist,  so  würde  es  höchst
unnatürlich  sein,  wenn  hier  etwa  noch  eine  zweite

3
        <pb n="126" />
        —  74

Missionsgesellschaft  ein  Feld  ihrer  Thätigkeit  suchen
wollte.  Von  einer  Station  aus  können  wir  jedoch
das  ganze  Gebiet  nicht  ausreichend  missionarisch  versorgen,
  denn  die  Weiler  der  Eingeborenen  sind  über
das  ganze  Land  zerstreut  und  von  hier  stundenweit
entfernt.  Dazu  kommt,  daß  Nordpare  in  zwei  Gebiete
  zerfällt:  Usangi  und  Ugueno,  die  zwar  politisch
zum  größten  Theile  unserem  Häuptling  Ndoile  unterstellt
  sind,  aber  sprachlich  sich  sehr  voneinander  unterscheiden.
  Es  lag  daher  nahe,  daß  wir  uns  in  dem
für  eventuelle  Anlegung  einer  zweiten  Station  in
Betracht  kommenden  Ugueno  im  Nordosten  des  Landes
provisorisch  einen  Platz  sicherten.“  —  Miss.  Fuchs
wählte  zu  diesem  Zwecke  den  Platz  Mala  in  der
Ortschaft  Wongo  (Bezirk  Uchamba)  aus.

Der  Missionszeitschrift  „Kreuz  und  Schwert“
entnehmen  wir  Folgendes:

a)  über  die  Entwickelung  der  Station  St.  Peter
und  Paul  (Deutsch-Ostafrika)  der  St.  Benediktus-Mission:


Seit  Ende  September  ist  auf  unserer  Missionsstation
  ziemliche  Ruhe  eingetreten;  Bruder  Salesius,
der  Leiter  der  Maurerarbeiten,  hat  sich  mit  seinem
schwarzen  Fundi  wieder  nach  Dar-es-Saläm  begeben,
um  daselbst  an  der  St.  Josephskirche  weiter  zu
arbeiten.

Hier  wurden  während  seines  Aufenthaltes  vom
Mai  bis  Mitte  September  Kirche,  Wohnhaus  und
Magazin  mit  anstoßender  Küche  aus  getrockneten
Lehmziegeln  gebaut,  ferner  erstand  8  Kilometer  entfernt
  von  hier  eine  neue  Kirche,  woselbst  bis  zur
Ankunft  eines  ständigen  Paters  von  hier  aus  der
Gottesdienst  besorgt  werden  wird.

Die  Holzarbeiten  zu  sämmtlichen  Gebäuden  besorgte
  mit  Hülfe  einiger  Neger-Christen  Bruder
Meinrad  aufs  Beste.  Es  forderte  von  ihm  zwar
viel  Geduld  und  Mühe,  bis  seine  schwarzen  Lehrlinge
  und  Gesellen  sich  etwas  darauf  verstanden,
die  Holzarbeiten  nach  europäischem  System  zu  verfertigen.


Mangels  der  nöthigen  Geldmittel  mußten  wir
zur  Bedeckung  der  Dächer  das  hier  übliche  Gras
nehmen.  Die  Kosten  der  Gebäude  beliefen  sich
immerhin  noch  auf  über  3000  Mark.

b)  einen  Ueberblick  über  die  Arbeit  auf  dem
katholischen  Missionsfeld  in  Südwestafrika,  das
in  zwei  Theile  zerfällt:

A.  Die  nördliche  Hälfste

ist  das  Arbeitsfeld  der  Oblaten  der  Unbeflekten
Empfängniß,  der  bekannten  Missionsgesellschaft,
die  erst  in  Valkenburg  und  Hontheim  (holländ.  Limburg),
  seit  dem  Frühjahr  1896  aber  in  Hünfeld  bei
Fulda  eine  Niederlassung  begründet  hat,  in  welcher
der  derzeitige  Provinzial  P.  Scharsch  mit  Eifer
dafür  sorgt,  daß  auch  deutsche  Berufe  und  deutsches
Blut  in  den  Reihen  der  begeisterten  Oblatenmissionare
  stets  in  angemessener  Weise  vertreten  seien.

 

Als  die  Oblaten  im  Jahre  1896  ihre  Thätigkeit
  in  Deutsch-Südwestafrika  begannen,  da  hatten
sie  bereits  ein  gutes  Stück  ruhmreicher  Geschichte
hinter  sich,  einer  Geschichte,  die  im  Jahre  1816
ihren  Anfang  genommen  hat.

Der  offizielle  Name  des  kirchlichen  Missionsgebietes,
  das  ihnen  in  Deutsch-Südwestafrika  anvertraut
  ist,  lautet:  Apostolische  Präfektur  Nieder-Cimbebasien.
  Es  wurde  durch  ein  Dekret  vom
1.  August  1892  von  der  bereits  am  3.  Juli  1879
errichteten  Präfektur  Cimbebasien  losgetrennt.

Während  im  Süden  das  Klima  gesunder  ist,
ist  es  im  Norden,  in  der  Nähe  des  Kunene  und
des  Ohovanko,  ungesund.

Unter  den  136  920  Einwohnern  zählte  die
Mission  im  Jahre  1898  erst  120  Katholiken.  Bisher
  konnten  mangels  der  nöthigen  Kräfte  nur  zwei
Stationen  gegründet  werden:

1)  Windhoek,  Sitz  des  Apostol.  Propräfekten
P.  Bernhard  Hermann,  an  dessen  Seite  nebst
sieben  Brüdern  wirken  die  PP.  Kieger,  Filliung,
Watterott  und  Biegner.

2)  Swakopmund,  im  Oktober  1899  gegründet,
hat  den  P.  Nachtwey  zum  Vorsteher.

B.  Die  südliche  Hälfte

gehört  zu  dem  Apostol.  Vikariate  des  Oranieflusses.
  Durch  ein  Dekret  vom  28.  Juni  1884
wurde  das  nordwestliche  Stück  Klein-Namaqualand
der  Präfektur  Centralkap  (gegründet  1874)  zu  der
selbständigen  Präfektur  Oranjefluß  erhoben  und  den
Oblaten  des  heil.  Franz  von  Sales  übergeben.
Dieser  neue  Sprengel  wurde  dann  später  vergrößert,
indem  durch  ein  Dekret  vom  18.  April  1888  das
ganze  Groß-Namaqualand  dazu  kam.  Anfang  1898
wurde  die  Mission  zu  einem  Apostol.  Vikariat  erhoben
  und  Mgr.  Johann  Maria  Simon,  geb.  am
6.  Dezember  1858,  zum  Bischof  von  Taumaci  ernannt
  am  3.  Mai  1898,  übergeben.  Auch  er  gehört
  der  im  Jahre  1875  in  Troyes  gegründeten
Genossenschaft  an,  die  seit  Kurzem  in  der  bei  Wien
in  Oberdöbling  neugegründeten  deutschen  Ordensprovinz
  (Provinzial  P.  Lebeau)  einen  Ableger  auf
deutschem  Boden  hat.

Hauptstationen  sind:  Pella,  Springbok  und
Calvinia,  während  O'Okiep,  Port  Nollot,  Keuharott,
Annakop,  Aptas  regelmäßig  von  den  Patres  besucht
werden.

Auf  deutschem  Gebiete  wurde  unlängst  Heiragabies
  begründet,  wo  zur  Zeit  P.  Malinowski
und  einige  Schwestern  wirken.

c)  über  die  Thätigkeit  der  Trappistenmission  in
Ostafrika  (nach  einem  Bericht  aus  Neuköln):

Seit  einem  halben  Jahre  geht  die  Mission  Neuköln
  gut  von  statten;  die  Leute  haben  sich  gebessert.
An  den  Sonntagen  treffen  durchschnittlich  100
bis  140  Erwachsene  zum  Unterricht  ein.  Die
Tagesschule  besuchen  im  Durchschnitt  50  bis  70
Kinder,  Knaben  und  Mädchen  zu  gleichen  Theilen.
        <pb n="127" />
        In  Kost  und  Logis  haben  wir  neun  Kinder.  Lesen
und  Schreiben  steht  in  den  ersten  Stadien,  aber  es
geht;  die  Kinder  zeigen  jetzt  Interesse.  Religionsunterricht
  sowie  der  andere  Unterricht  wird  in  Kishambalasprache
  ertheilt;  die  Lesefibel  in  Kishambala,
die  ich  voriges  Jahr  in  Druck  gab,  traf  bereits  aus
Mariahill  ein  —  eine  große  Erleichterung  für
Schüler  und  Lehrer.  Die  nothwendigsten  Gebete
sind  auch  ins  Kiehambala  übersetzt  —  viele  Kinder
wissen  sie  auswendig.  Mit  Liedern  in  Kishambala
—  knuchliche  und  weltliche,  habe  ich  bereits  vorgearbeitet.
  Die  Kinder  zeigen  überhaupt  in  letzter
Zeit  große  Anhänglichkeit  und  haben  alle  Furcht
und  Scheu  abgelegt;  das  Beispiel  der  Kinder  wirkt
auf  die  Eltern  und  Alten.

Anderthalb  Stunden  östlich  von  hier  wurde
dieser  Tage  das  Schulhaus  für  die  Katechese  fertig
gestellt;  nächsten  Monat  soll  dort  auch  die  Schule
eröffnet  werden;  ich  rechne  durchschnittlich  auf  50
bis  60  Kinder.  Der  Ort,  an  dem  die  Schule  erbaut
  wurde,  ist  eine  kleine  Filiale  der  St.  Paul-Handei,
  zu  deutsch:  St.  Paulus  auf  der  Pflanzschule.


In  St.  Peter-Tulii,  drei  Stunden  von  hier,
verspricht  die  Mission  eine  gesegnete  zu  werden.
Augenblicklich  weilen  daselbst  P.  Arsenius  und
Br.  Dionys.  Die  Lage  ist  wunderschön,  viel  schöner
als  hier  in  Köln;  das  Land  ist  auch  fruchtbarer,
wasserreicher  und  tiefgründiger  denn  hier;  es  gedeiht
Alles  vorzüglich.  Ein  Gebäude,  enthaltend  Kapelle
und  drei  Zimmer,  ist  fertig  zum  Bodenlegen  und
Fenstereinsetzen;  drei  runde  Hütten,  eine  Küche,  ein
Magazingebäude  mit  zwei  Räumen,  und  die  vorlausigen
  Bauherrlichkeiten  sind  aufgezählt.  Die
Mission  dort  weist  einen  guten  Anfang  auf.  Tägliche
  Schülerzahl  durchschnittlich  40  bis  50;  in  der
Religion  machen  sie  gute  Fortschritte;  Lesen,  Schreiben,
  Singen  geht  so  allmählich.  Auch  die  Erwachsenen
kommen  Sonntags  fleißig  zum  Unterricht  Schwarze
Christen  sind  augenblicklich  fünf  hier  in  Köln.

d)  einen  Brief  des  Apostolischen  Vikars  Broyer
in  Apia  an  den  Maristenpater  Flaus  in  Meppen,
vom  1.  November  1900,  der  über  die  Maristenmission
  in  den  nördlichen  Salomons-Inseln  sich
dußert:

Ich  habe  gute  Neuigkeiten  von  den  Salomons-=Inseln.
  Die  Zahl  der  Schüler  auf  Poporag  ist
bis  36  gestiegen.  Jeder  Dorfhäuptling  auf  Alu  hat
eines  seiner  Kinder  taufen  lassen,  mit  dem  Versprechen,
  sie  den  Missionaren  zu  geben,  wenn  sie
das  Alter  der  Vernunft  erreicht  haben.  Der  alte
Bopana  hat  sich  bekehrt  und  verlangt  einen  Katecheten.
  Der  junge  Bopana  von  Warry  hat  alle
seine  Franen  entlassen,  bis  auf  die  eine,  von  der  er
Kinder  hat.  Er  wird  in  der  Religion  unterrichtet;
wenn  ich  nach  Poporag  komme,  will  ich  ihn  taufen
und  mit  seiner  Frau  trauen.

Gegen  Ende  August  bereitete  sich  Pater  Forestier,
eine  Reise  an  die  nördliche  Küste  von  Bougainville

75

 

 

.—

zu  machen.  Er  hoffte  da  ein  Stück  Land  zu  erwerben.
  Nach  der  Aussage  von  P.  Estienne,  der

bei  seiner  Rückfahrt  nach  Samoa  diese  ganze  Küste

gesehen  hat,  sollen  da  eine  große  Bucht  und  zahlreiche
stark  bewohnte  Dörfer  sein;  dort  soll  der  Herr
P.  Forestier  Land  erwerben,  und  wenn  es  Gottes
Wille  ist,  so  fangen  wir  dort  nächstes  Jahr  eine
Station  an.

Der  Verkehr  ist  jetzt  leicht  geworden,  denn  alle
zwei  Monate  senden  Burns  u.  Philip  ihren
Dampfer  „Isabella"“.  Von  Sydney  fährt  er  direkt
nach  Schortland.  Nun  müssen  Sie  uns  gute  Maristenmissionare
  ausbilden.  Auch  Schwestern  müssen
wir  haben,  um  die  deutsche  Sprache  zu  lehren  hier,
wie  auf  Bougainville  und  Bua.

e)  ein  Schreiben  des  Pater  Jorestier  an  den
Pater  Flaus  vom  20.  August  v.  Is.  über  die
Gründung  einer  Missionsstation  auf  Bougainville
(Salomons-Inseln):

Erst  letzten  Monat  wurde  die  Schortlandfrage
zu  Gunsten  Englands  erledigt.  Der  Dampfer  Isabella
  wird  nun  den  regelmäßigen  Verkehr  mit
Sydney  unterhalten.  Die  politische  Veränderung
auf  den  Schortland-Inseln  berührt  keineswegs  das
Wirken  unserer  Mission,  denn  zwei  Drittel  der  Bevölkerung
  der  Alubevölkerung  (Schortland)  sind  aus
Bougainville  gebürtig,  welches  deutsch  bleibt.  Von
unseren  42  Schülern  auf  Station  U.  L.  Frau  vom
h.  Rosenkranz  sind  30  aus  Bougainville.

Allein  die  Gründung  einer  neuen  Station  auf
der  großen  Insel  war  dringend  nothwendig.  Das
ist  auch  jetzt  eine  geschehene  Thatsache.  Am
7.  September  hatte  ich  das  Stück  Land,  welches
Sie  letztes  Jahr  besichtigt  hatten,  angekauft.  Am  8.,
Fest  Mariä  Geburt,  habe  ich  öffentlich  die  h.  Messe
gelesen  in  dem  Fale  lakalaha  (Rathhaus  des  großen
Häuptlings  Saraai).

1)  einen  Brief  des  Schulbruders  Marie  Alfred,
der  über  die  Maristenmission  auf  Samoa  und  insbesondere
  die  Anstalt,  die  zur  Ausbildung  samoanischer
  Knaben  in  Handwerk  und  Bodenbearbeitung
in  Moamoa  nahe  bei  Apia  eingerichtet  ist,  folgende
Mittheilungen  macht:

P.  Garnier  ist  gestorben.  Die  PP.  Pesneau
und  Ginsbach  versehen  die  hiesige  Station.  P.  Forestier
  ist  auf  den  Salomonen,  wo  es  ihm  sehr  gut
geht;  P.  Estienne  ist  nach  Samoa  zurückgekommen.
P.  Gavet  hat  eine  Reise  uach  Sydney  gemacht;
er  wird  in  Kurzem  wieder  nach  Samoa  zurückkommen.


Am  1.  März  d.  Is.  ist  Samoa  als  deutsches
Gebiet  erklärt  worden,  was  uns  alle  sehr  freut.
Die  Feierlichkeiten  dauerten  zwei  Tage.

In  Moamoa  sind  ebenfalls  Fortschritte  gemacht
worden.  Die  Brüder  haben  jetzt  ein  schönes  Schulhaus
  aus  Holz  gebaut.  Daneben  steht  ein  kleines
Häuschen  für  den  Priester,  sowie  eine  Kapelle.  Die
Brüder  selbst  wohnen  jedoch  immer  noch  in  einem
Samoanerhause.  Die  Zahl  der  Schüler  ist  ziemlich
        <pb n="128" />
        groß,  alle  geben  gate  Poffrang  am  die  Zainan  vor
Mo#r###  Tie  4  flxzangen  fiad  u  eiren  befriedigenden
  Senten  und  werden  b#l#  an#ner
Früchie  zu  trzgen.  Tie  Scheinern  sowie  an#  d#
Schule  von  Veea  arberten  ebensalls  an  den  PF#zO
zungen,  find  cber  voch  #####zg  untergebracht.

Mamoin  iRn  als  der  erne  Häup###ng  von  ganz
Samoa  ertlart  worden.  Er  hat  ieinen  Sitz  m
Mulinuu  und  genieht  die  Zreundichrit  des  Gouverneurs.
  In  jeinen  alten  Tegen  het  er  endlich  die
Nuhe  und  den  Frieden,  welcken  er  schon  lange  verdient.
  Große  Ehren  werden  ihm  erm  eien.

Uniere  Schule  in  Abia  hot  ungesehr  100  Kinder,
denen  täglich  eine  Stunde  deutnicher  Unterricht  ertheilt
  wad.  Es  feblt  uns  aber  an  Büchern.  Wir
sind  vier  Brüder  in  Avia  und  drei  in  Moamoa.
Während  der  letzten  Ferien  haben  wir  Pater  Meyer
in  Leulumoega  beiucht,  der  uns  nach  Mulifanuo
und  Manono  geführt  hat.

Nach  „Kreuz  und  Schwert“  find  zwei  Priester
und  ei  Loaienbruder,  die  Patres  Gustav  Schwab
und  Karl  Gerchske  und  Bruder  Johann  Jäger
in  das  Arbeueseld  der  Pallotiner  in  Kamerun
abgereist.  P.  Schwab  macht  die  Reise  zum  zweiten
Mal;  er  hat  im  September  v.  Js.  den  Ueberfall
der  Station  Kribi  durch  die  räuberischen  Buli  mitgemacht
  und  war  im  verflossenen  Frühjahr  nach
Deutschland  zurückgekehrt,  um  seine  angegriffene  Gesundheit
  wieder  zu  kräftigen.
hat  bereits  fünf  Jahre  lang  in  Kamerun  gewirkt.

Der  „Afrika-Bote“  bringt  einen  Brief  des  P.
L.  Pfeffermann,  des  ersten  Obern  des  Trierer
Missionshauses  der  Weißen  Väter,  d.  d.  Tabora,  den
23.  Oktober  1900,  worin  die  kurz  vorher  erfolgte
Errichtung  einer  Missionsstation  in  Tabora
angezeigt  wird.  Neben  dem  Briesschreiber  sind  der
P.  Grün  und  der  Bruder  Rudolph  der  neuen
Station  zugetheilt.  Die  Missionare,  die,  geführt
von  ihrem  Bischof,  der  bei  der  Neugründung  gegenwärtig
  sein  wollte,  in  Tabora  eintrafen,  fanden  bei
den  Offizieren  und  den  Stadtoberhäuptern  einen  sehr
freundlichen  Empfang.  —

Dasselbe  Blatt  veröffentlicht  einen  Brief  des
Missionars  P.  Daull,  d.  d.  Karema,  10.  Januar
1900,  worin  es  heißt:

„In  allen  Dörsern  werden  wir  hier  gut  empfangen.
  Wenn  ich  in  ein  Dorf  zum  Unterricht
komme,  so  holt  man  sofort  einen  Stuhl  herbei;  es
erscheinen  allmählich  die  Leute,  um  mich  zu  begrüßen,
und  sodann  bewegt  sich  die  ganze  Schaar  nach  dem
Bethause,  wo  sich  die  Welbsleute  auf  die  eine  Seite,
die  Mannsleute  auf  die  andere  reihen.  Es  erfoldgt
sonach  das  Aussagen  des  Katechismus  nach  dem
Wortlaut  und  im  Chore.  Sie,  besonders  im  Ansang,
  Alle  emzeln  fragen,  wäre  vergebliche  Mühe,
und  dies  gilt  besonders  für  die  Alten.  Jedoch  nach
und  nach  bricht  sich  das  Licht  Bahn,  und  es  leuchtet

76

ibren  Berüzrbe  Cxc.  w.  z#  Tize  seihwendig  ist.

Urier  den  Heder  2###beohe  getauft

zu  ie#.

Gegezit#  #  un  3  Zpeien  auf  der
S##  ber  Bzde  #2  zat  Kz:zzbo  gegangen,  um
don  des  Sch-e#####s  zx  brzes:  denn  nächsten
Setember  #en  de  S####  anfommen.  Obwohl

  wir  in  der  S=  leßzen.  bat  uns  nichts-—*
  der  Brader  ern  H#ns  ausgebaut,  das
einem  Schoße  ébriich  #ie  z#d###  dem  tein  Haus
von  Liobaufen  der  Verat##Baksteme,
  Ziegel.  Kalk.  ##les  wurde  heer  selbst  zubereitet.
  Noih  mecht  c#2ch  erfndersch.  Vor  dem
Hause  laufen  ich#nenwendende  Hallen  hin,  wo  w#
uns  von  den  Maden  urd  Suazen  des  immer
rührigen  Musionsleben  zuwe  len  etwas  ausruhen
können.  Mein  Zimmer  ist  wodl  zweimal  so  groß,
als  Eure  Wobun#ube  und  so  den  Umständen  angemessen;
  Fensier  auf  allen  Seiten  gestaiten  nach  jeder
Richtung  bhin  freie  Aussicht  und  sind  somit  zum
Aufsichtführen  über  Alles  recht  geeignet.  —  Da  wir
zur  Stunde  nur  zwei  Paies  find,  seben  wir  uns
sortwährend  zu  den  mannigfaltigsten  Beschäftigungen
verurtheilt.  Doch  theilen  wir  uns  mit  den  Negern,
die  am  weitesten  in  den  Handwerken  vorgeschritten
sind,  in  diese  vielseitige  Arbeit:  so  spielt  ein  schwarzer
Junge  den  Koch  und  bäckt  Brot,  da  Kinder  ihm
behülflich  zur  Seite  gehen.  Maurer  und  Schreiner

sind  auch  schon  da;  doch  hat  es  Mühe  gekostet,  bis

Auch  Bruder  Jäger

sie  mit  der  geraden  Linie  vertraut  wurden,  um

etwas  Brauchbares  herstellen  zu  können.“

 

Dem  „Monatsblatt“  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft

  entnehmen  wir  die  Nachricht  von  der

 

Gründung  der  fünften  Hauptstation  in  Westafrika,
  „Agu“:

Zum  neuen  Jahre  dürfen  wir  gottlob  unseren
Freunden  die  erfreuliche  Mittheilung  von  der  Begründung
  einer  neuen  Hauptstation  machen.  Zu
unseren  beiden  Küstenstationen  Keta  im  englischen  und
Lome  im  deutschen  Gebiete  und  den  beiden  Stationen
im  Innern,  Ho  und  Amedzowe,  ist  weiter  nordwärts
  die  Station  Agu  getreten.  Der  von  den
Brüdern  in  Afrika  nach  langen  Berathungen  aufgestellte
  und  dann  hier  in  Bremen  von  einer  besonderen
  Kommission  gewissenhaft  geprüfte  Voranschlag
  erforderte  nicht  weniger  als  16500  M.  Der
Vorstand  hatte  sich  zu  dieser  großen  Ausgabe  am
15.  Mai  1899  nur  in  der  Hoffnung  entschlossen,
daß  der  evangelische  Missionsverein  in  Hamburg
diese  Last  auf  sich  nehmen  würde.  Die  dortigen
Freunde  waren  nun  auch  gottlob  durch  ein  größeres
ihnen  zugefallenes  Vermächtniß  in  der  Lage,  dieser
Bitte  zu  entsprechen.  Somit  ist  die  fünfte  Hauptstation
  Agu  ein  Geschenk  der  Hamburger  Missionsfreunde,
  die,  will's  Gott,  mit  derselben  Freudigleit
wie  für  den  guten  Anfang,  so  auch  weiter  für  einen
fröhlichen  Fortgang  des  neuen  Werkes  nach  Kraͤften
zu  helfen  bereit  sein  werden.
        <pb n="129" />
        —  77

Der  Name  Agu  ist.  den  lieben  Lesern  nicht  neu.
Schon  seit  mehreren  Jahren  hat  das  Missionsblatt
#der  Neisen  nach  dem  Agu  und  über  die  Anlage
em#er  Außenstation  von  Ho  in  Ago-Nyogbo  berichtet.
der  Agu,  in  der  Luftlinie  etwa  40  Kilometer  von
der  Station  Ho  gelegen  und  in  12  Stunden  von
dert  zu  erreichen,  ist  kein  einzelner  Berg,  sondern
en  striler,  schluchtenartiger  Gebirgsstock  mit  vielen
Bergen,  Bergkuppeln  und  Bergrücken.  Auf  den
Höhen  des  Agu  treten  die  bösen  Folgen  des  troruchen
  Klimas,  wie  sie  sich  im  Küstengebiete  zeigen,
##  weniger  zu  Tage,  ähnlich  wie  in  Amedzowe.
Tezu  kommt,  daß  der  Agu  zwar  wenig  Holz  hat,
0er  überans  stark  bewässert  und  daher  fast  durch-2eg
  sehr  fruchtbar  ist.

Infolge  dieser  günstigen  Verhältnisse  ist  die  Berelkerung
  am  Agu  eine  sehr  dichte.  Nicht  nur  am
#nd  des  Gebirges,  wo  die  besonders  fruchtbare
Etene  beginnt,  sondern  auch  auf  den  Höhen  finden
nt#  zahlreiche  Städte  und  Dörfer.  Nach  Ansicht
des  früheren  Stationsleiters  von  Misahöhe,  Assessors
K.  Plehn,  ist  es  unzweifelhaft,  daß  die  Bewohner
znerst  auf  den  Bergen  ihren  Wohnsitz  hatten.  Auf
den  höchsten  Gipfeln  liegen  alte,  durch  mächtige
S#umwälle  befestigte  Dorfanlagen,  die  hier  und  da
verlassen  sind,  da  sich  die  Bewohner  in  der  Ebene
arfedelten.  Hier  finden  sich  nicht  nur  kleine  Dörfer
don  400  bis  500  Einwohnern,  wie  man  sie  sonft
im  Ephelande  trifft,  sondern  Städte  mit  mehreren
tansend  Menschen.

Diesen  Leuten  am  Agu  Frieden  zu  bringen,
w#  schon  lange  der  Wunsch  unserer  Norddeutschen
Musion.  Schon  in  der  ersten  Zeit  unserer  Thätigken
  m  Afrika  ist  von  dem  Aguberge  die  Rede  gewe#en.
  Die  Blicke  unserer  Missionare  sind  oftmals
fden  Ho  und  später  erst  recht  von  dem  hoch  gelea#enen
  Amedzowe  nach  seinen  schön  bewaldeten  Bergjvidzen
  sehnsüchtig  hinübergeschweist.  Wiederholt
daben  die  Missionare,  so  Bruder  Bürgi  1888  und
Bruder  Spieth  1891,  auf  Untersuchungs=  und
Predigtreisen  jene  Gegend  berührt  und  waren  nicht
wenig  erstaunt  über  die  dichte  Bevölkerung.  Auch
bei  der  Begründung  der  in  Amedzowe  errichteten
Erholungsstation  wurde  der  Agu  genannt.  Allein
ein  im  August  1895  konnten  die  Brüder  Spieth
und  Diehl  in  Nyogbo,  an  der  Westseite  des  Agu,
eie  Außenstation  errichten.  Da  die  Missionserfolge
in  Nyogbo  die  größten  Erwartungen  übertrafen,
wurde  der  Wunsch  der  Brüder,  die  Nebenstation
Noogbo  zu  einer  mit  einem  europäischen  Missionar
beetzern  Hauptstation  Agu  umzugestalten,  lauter  und
leucr.  Die  Wahl  des  Stationsplatzes  ist  nach
reilicher  Ueberlegung  und  genauer  Untersuchung  auf
einen  Ort  gefallen,  den  Bruder  Diehl  schon  bei
#emem  Besuch  1895  als  den  geeignetsten  bezeichnet
brt.  Er  schrieb  damals:

„Em  Plotz  auf  einem  Vorsprunge  des  Aguberges
gelegen,  in  der  Nähe  eines  guten  Bergwassers  und
flrotzend  von  Fruchtbarkeit,  wäre  für  eine  Europäer= 



station  groß  genug.  Er  liegt  in  der  Mitte  von
13  Städten,  deren  nächste  drei  und  acht  Minuten
entfernt  sind,  während  die  entlegenste  in  etwa
50  Minuten  zu  erreichen  ist.“  Und  Bruder  Spieth
schreibt  unter  dem  28.  September  v.  Is.  vom  Agu:
„Das  Wohnhaus  kommt  auf  einen  wundervollen
Vorsprung  am  Berge.  Von  hier  hat  man  eine  entzückende
  Aussicht  auf  eine  nach  Westen  und  Norden
geöffnete  Ebene,  deren  nördlicher  Rand  durch  das
Agome-Avatimegebirge  gebildet  wird,  während  man
im  Südwesten  den  so  scharf  aus  der  Ebene  aufsteigenden
  Adakluberg  und  die  unmittelbar  bei  Ho
liegende  Hügelkette  vor  sich  hat.  Ich  bin  überzeugt,
daß  die  neue  Station  alle  Vortheile  von  Amedzowe
bietet,  ohne  dessen  Nachtheile,  die  dichten  und  ungesunden
  Nebel.“  Die  Brüder  Schosser  und  Freyburger
  wurden  mit  der  ersten  Anlegung  der  Station
beauftragt,  und  richteten  zunächst  das  Lehrerhaus
für  ihren  Aufenthalt  ein.  Sie  trafen  dort  schon
Missionar  Spieth,  der  am  29.  September  1900
den  gereinigten  Platz  im  Beisein  der  Christen,  Taufbewerber
  und  hemnischen  Aeltesten  feierlich  seiner
neuen  Bestimmung  übergab.  Die  neue  Station,
welche  den  Namen  „Agu“  tragen  soll,  liegt  etwa
200  Meter  über  der  bisherigen  Außenstation  Nyogbo.
Zur  Verbindung  beider  Plätze  war  die  Herstellung
eines  in  Windungen  ansteigenden  Weges  nothwendig,
der  900  Meter  lang  wurde.  Auf  dem  Bauplatze
herrschte  bald  eine  emsige  Thätigkeit.  Die  Errichtung
des  Stationshauses  wurde  so  weit  gefördert,  daß
Anfang  Dezember  nach  Vollendung  der  Maurer-=arbeiten
  mit  der  Balkenlage  begonnen  werden  sollte.

Die  Aussichten  für  die  Arbeit  sind  sehr  günstige.
Bruder  Spieth  fand  viel  mehr,  als  er  erwartet
hatte.  Er  war  erstaunt,  im  Taufunterrichte  der  Katechisten
  nicht  37,  sondern  90  Erwachsene  als  Taufbewerber
  sitzen  zu  sehen.  Die  im  Vorjahre  neu  erbaute
  Kapelle  war  voll  aufmerksamer  Zuhörer,  unter
ihnen  alte  und  angesehbene  Leute.  Bruder  Freyburger
  nennt  die  Arbeit  „sehr  hoffnungsvoll“  und
schreibt:  „Als  ich  im  Jahre  1896  am  Agu  war,
wollte  sich  in  Hoch-Kebu  kein  Mensch  recht  zeigen,
geschweige  denn  mich  begleiten.  Als  wir  heute  dort
dem  Häuptling  einen  Gegenbesuch  machten,  umringten
uns  etwa  hundert  Leute;  einige  kannten  mich  beim
Namen,  und  etwa  30  Jünglinge  und  Frauen  begleiteten
  uns  singend  auf  unserem  Rückwege.  Sie
hatten  keine  Angst  und  Furcht  mehr  wie  früher,
wir  sind  schon  die  Ihrigen  geworden.  Als  bei
meiner  Ankunft  in  einer  bekannten  heidnischen  Familie
ein  Kind  geboren  wurde,  erhielt  dasselbe  aus
Freude  über  mein  Kommen  den  Namen  „Freyburger“.


Dasselbe  Blatt  meldet  die  im  Dezember  1900
erfolgte  Ausreise  zweier  für  Togo  bestimmter  Missionare:
  Hermann  Westermann,  designirt  für
Lome,  und  Albert  Fies  für  Ho.
        <pb n="130" />
        Der  „Evangelische  Heidenbote“  berichtet  über  eine
von  dem  Missionar  Schuler  in  Busa  jetzt  vollendete
  Uebersetzung  des  Neuen  Testaments  in
die  Dualasprache,  was  folgt:

Schon  Alfred  Saker,  der  Bahnbrecher  der
evangelischen  Mission  in  Kamerun,  hat  sich  bemüht,
in  der  Sprache  der  Duala  die  heilige  Schrift
wenigstens  einem  der  bedeutendsten  Stämme  Kameruns
zugänglich  zu  machen.  1862  erschien  das  Neue
Testament  in  einer  von  ihm  gefertigten  Uebersetzung.
1882  gab  seine  Tochter  Emilie  Saker  die  zweite
Auflage  davon  heraus.  Und  so  groß  war  das  Verlangen
  nach  dem  Buch  der  Bücher  bei  den  Kamerunern,
  daß  auch  diese  zweite  Auflage  nach  etwa
zehn  Jahren  vergriffen  war.  Das  Basler  Missionskomitee
  faßte  nunmehr  den  Entschluß,  das  Neue
Testament,  das  von  Saker  aus  der  englischen  Bibel
übersetzt  worden  war,  aus  dem  griechischen  Grundtext
  neu  zu  übertragen.

Br.  Eugen  Schuler,  zur  Zeit  in  Busa,  machte
mit  den  Evangelien  Matthäus  und  Johannes  den
Anfang  (1896).  Das  Jahr  darauf  konnte  er  auch
die  beiden  anderen  Evangelien  sammt  der  Apostelgeschichte
  erscheinen  lassen.  Und  nun  ist  Bruder
Schuler  mit  der  Uebersetzung  auch  der  Briefe  und
der  Offenbarung  zu  Ende  gekommen.  Er  schreibt:

„Mit  Gottes  Hülfe  ist  es  mir  gelungen,  die
letzten  Bogen  der  Uebersetzung  des  Neuen  Testaments
abzusenden.  Es  sind  nun  fünf  Jahre  her,  daß  ich
mit  der  Uebersetzung  des  Matthäus  begann.  Es
hat  lange  gewährt,  und  ich  hatte  namentlich  in  der
letzten  Zeit  das  Gefühl,  die  Arbeit  sollte  nun  doch
fertig  werden.“

Br.  Schuler  hofft,  bald  auch  die  Uebersetzung
des  Alten  Testaments  in  Angriff  nehmen  zu  können.

Das  Blatt  bringt  die  Trauernachricht  von  dem
im  November  1900  in  Mangamba  (Kamerun)
erfolgten  Tode  des  Missionars  E.  Lankmeyer.  Er
war  1898  in  das  Kameruner  Missionsfeld  entsandt
und  wirkte  seit  Jahresfrist  auf  der  Station  Mangamba,
  wo  er  die  vielen  Außenstationen  im  Flußgebiet
  des  Wuri  zu  versehen  und  damit  einen  außerordentlich
  schweren  Dienst  zu  verrichten  hatte.  Er
erlag  dem  Schwarzwasserfieber.

 

Die  „Berichte  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft"
  melden  den  Tod  des  Missionars  Wilhelm
Schaar,  der  im  November  1900  erfolgte.  Der
Verstorbene  versah  die  Station  Okambahe  im
Lande  der  Bergdamara.  Der  junge  Missionar
Baumann,  ursprünglich  für  das  Ovamboland  bestimmt,
  wird  die  verwaiste  Station  Okambahe  übernehmen.
  —

Dasselbe  Blatt  bringt  aus  Südwestafrika  folgende
  Mittheilungen:

Am  30.  September  ist  Missionar  Möller  durch
den  Präses  der  Namamission,  Hegner,  als  Missionar
  von  Warmbad  eingeführt  worden.

Eine  sehr  interessante  und  ausführliche  Schilde- 



78

rung  über  die  Verhältnisse  in  dem  neuen  Filial  von

Otjimbingue,  Karibib,  erhalten  wir  von  Missionar
Olpp.  In  Karibib  waren  früher  nur  die  Hälbichschen
  Viehposten,  jetzt  ist  es  vorläufiger  Endpunkt
der  Eisenbahn,  die  von  Swakopmund  nach  Windhuk
führt,  und  hat  dadurch  eine  totale  Veränderung
erfahren  und  an  Wichtigkeit  gewonnen.  Missionar
Olpp  schreibt:  „Als  die  Bahn  den  ersten  Pfiff  ertönen
  ließ,  erhob  sich  gar  bald  eine  luftige  Stadt
von  Zelten,  Holz=  und  Wellblechhäusern,  und  es
herrschte  ein  Leben  am  Ort,  wie  auf  einem  Jahrmarkt.
  Als  ich  Ende  Juli  Karibib  für  14  Toage
besuchte,  kannte  ich  den  Ort  seit  meinem  letzten  Besuch
  im  Februar  kaum  wieder.  Damals  war  außer
der  Eisenbahntrace  und  einem  Brunnen  noch  nichts
zu  sehen.  Jetzt  erblickt  man  ausgedehnte  Bahnhofsund
  Geleisanlagen,  mehrere  Güterschuppen  und  ein
provisorisches  Bahnhofshäuschen,  neben  dem  sich  bereits

  die  Mauern  eines  massiven,  geräumigen  Bahnhofes

  aus  Beton  erhoben.  Telephon  nach  Swalopmund
  und  Bahnhofsrestauration  wurden  schon  stark
frequentirt.  Züge  liefen  ein  und  aus,  und  Arbeiter,
besonders  Ovambos,  waren  in  verschiedenen  Trupps
mit  Befestigungsarbeiten  des  Unterbaues  beschäftigt.
Ueberall  geschäftiges  Leben  und  Treiben.  Dutzende
von  Wagen  warteten  mit  Ungeduld  auf  die  längst
erwünschten  Frachten;  Groß=  und  Kleinvieh  in  ungezählten
  Schaaren  wurde  vorübergetrieben.  An
den  Privatgebäuden  aller  Art,  die  sich  in  der  Nähe
des  Bahnhofes  nach  einem  bereits  vorgesehenen
Bauplan  erhoben,  wird  eifrigst  gearbeitet.  Alles
arbeitet  in  fieberhafter  Eile,  um  dem  Konkurrenten
zuvorzukommen  rc."  Missionar  Olpp  rechnet,
daß  gegenwärtig  250  Weiße  auf  Karibib  sind.  Dann
die  vielen  Farbigen  aus  allerlei  Volk  (Bastards,
Hereros,  Bergdamaras,  Ovambos).  Er  freute  sich
sehr,  als  er  sie  besuchte  und  Gottesdienst  und  Abendmahl
  mit  den  Christen  unter  ihnen  feierte,  über  das
offenbare  Verlangen  nach  Gottes  Wort.  Die  Anstellung
  eines  Evangelisten  ist  nöthig,  da  Otjimbingue
zu  weit  entfernt  ist.  In  Otjimbingue  hat  Olppletzthin
  28  erwachsene  Heiden  mit  sechs  Kindern
getauft.

Das  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“  schreibt
über  die  Station  Urambo  im  Unyamwesigebiet:

Und  nun  noch  einige  Notizen,  den  äußeren
Bestand  der  Station  betreffend.  Am  16.  Juli  wurden
die  Besitzverhältnisse  unserer  Station  in  Urambo
im  Beisem  des  Stationschefs  Hauptmonns  Ganser
geregelt.  Dem  Abschluß  der  Regelung  ging  eine
Verhandlung  mit  den  umwohnenden  Häuptlingen  betreffs
  der  Steuereinziehung  und  ihrer  Amtegewalt
voraus.  Dabei  wurde  bestimmter  als  bisher  ausgesprochen,
  daß  alle  Leute,  auch  die  auf  der  Missionsstation
  Ansässigen,  dem  König  Kaswika  unterstehen
  sollten,  der  als  solcher  Vertreter  der  Re
gierung  sei.  Sie  haben  für  ihn  zu  arbeiten  und
unter  seiner  Leitung  die  Straße  in  gutem  Zustand
        <pb n="131" />
        zu  erhalten.  Er  hat  die  Steuern  einzutreiben  und
etwaigenfalls  Uebelthäter  in  Tabora  zur  Anzeige  zu
bringen.  Dadurch  fällt  für  die  Missionare  manche
unangenehme  Arbeit  weg.  Um  alle  Gerechtigkeit  zu
erfüllen,  wurden  die  Missionare  sogar  gebeten,  für
die  Benutzung  des  Weidelandes  in  der  Umgebung
der  Station  an  Kaswika  jährlich  eine  kleine  Abgabe
  (einen  Bullen  und  zwei  Kälber)  zu  entrichten.

Noch  fügt  Br.  Stern  einem  Schreiben  die
Notiz  bei,  daß  zwischen  der  Küste  und  Tabora  verschiedene
  Lagerhütten  oder  Rasthäuser  errichtet  seien,
in  denen  Karawanen  in  Zukunft  nächtigen  könnten.
Auch  sollen  Märkte  in  deren  Nähe  aufgeschlagen
werden,  auf  denen  dann  die  eingeborenen  Träger  und
die  Europäer  ihre  Einkäufe  machen  und  ihren  Lebensmittelbedarf
  decken  sollen.  Geschenke  dagegen  von  den

Dorfschulzen  anzunehmen  oder  gar  dieselben  im

Einzelhandel  zu  übervortheilen,  sei  nicht  gestattet.  —
Diese  Erleichterungen  werden  nun  unsere  beiden  neu
nach  Urambo  berufenen  Brüder,  H.  Rapparlie
und  Max  Brauer,  auf  ihrem  Marsche  genießen,
die,  wie  wir  hoffen,  im  Dezember  in  Urambo
eintreffen  werden.

Nach  dem  „Evangelisch-lutherischen  Missionsblatt“
hat  die  Ostafrikanische  Missionsgesellschaft
(Berlin  III)  am  18.  November  zwei  Missionare
abgeordnet,  von  denen  der  eine,  Pastor  Boche,  das
1897  in  Kisserawe  gegründete  Lehrerseminar  übernehmen
  soll,  das  nach  Hohenfriedeberg  verlegt  und
mit  der  dort  schon  bestehenden  ähnlichen  Anstalt  vereinigt
  werden  wird.

Der  „Steyler  Herz  Jesu-Bote“  bringt  einen
Brief  des  Missionspaters  Erdweg  aus  Neu-Guinea,
  worin  die  Abreise  des  erkrankten  P.
Spölgen,  des  Leiters  der  Station  Regina  Angelorum
an  der  Lemingküste,  nach  Sydney  erwähnt  wird.
Im  Gegensatz  zu  dem  männlichen  Missionspersonal
erfreuten  sich  die  Schwestern  guter  Gesundbeit.
Ueber  das  Fortschreiten  des  Missionswerkes  äußert
sich  P.  Erdweg:

„Die  Arbeiten  in  der  Mission  gehen  langsam,
aber  stetig  vorwärts.  Viele,  die  meiste  Freude  macht
uns  noch  immer  die  Schule.  Manche  der  Kinder
lesen  und  schreiben  schon  recht  gut:  ich  werde  bald
eine  Probe  schicken.

Den  Katechismus  in  der  Tumleosprache  haben
wir  im  Anfange  dieses  Jahres  vollendet.  Auch  haben
wir  schon  ein  kleines  Gebetbuch  und  15  Lieder  in
der  Tumleosprache.  Das  Tumleo  Wörterbuch,  welches
wir  aufstellten,  mag  wohl  schon  3500  Wörter  zählen.
P.  W.  Schmidt,  dem  wir  dasselbe  nach  St.  Gabriel
schickten,  möchte  es  drucken  lassen.  Das  wäre  für
uns  eine  große  Erleichterung,  denn  es  ist  wirklich
mühselig,  Katechismus,  Schulfibel,  Wörterbuch  und
alles  Andere  nur  durch  Abschreiben  zu  vervielfältigen.

Unsere  Brüder  haben  mit  unserem  Bootsmann,
einem  deutschen  Matrosen,  der  nun  leider  auch  weg-79



l

 

 

 

geht,  eine  Landungsbrücke  für  unsere  Boote  gemacht.
Das  Werk  hat  viele  Arbeit  gekostet,  aber  es  wird
uns  auch  große  Dienste  leisten,  da  wir  jetzt,  wenn
die  eingeladenen  Waaren  gelöscht  werden,  die  Boote
nicht  mehr  in  der  Brandung  auf  den  Sand  auflaufen
zu  lassen  brauchen.  Auch  haben  wir  nicht  mehr  zu
fürchten,  daß  uns  noch  Kisten  ins  Meer  fallen.“

Dasselbe  Blatt  theilt  die  Gründung  einer  Station
der  Steyler  Mission  in  Atakpame  (Togo)  mit:

„Während  unsere  Missionare  in  Togo  bisher
ausschließlich  an  der  Küste  des  Togolandes  gewirkt
hatten,  sind  sie  im  verflossenen  Jahre  auch  ins  Innere
vorgedrungen  und  haben  eine  Missionsstation  in  der
Stadt  Atakpame,  sechs  Tagereisen  von  der  Küste,
gegründet.

Schon  früher,  als  die  dortige  Gegend  noch  nicht
unter  deutscher  Schutzherrschaft  stand,  hatte  Atakpame
schon  eine  Mission,  die  von  Missionaren  des  Lyoner
7  Seminars  für  afrikanische  Missionene  geleitet  wurde.
Im  August  1900  wurden  es  gerade  13  Jahre,  daß
die  Niederlassung  von  den  Heiden  zerstört  und  die
zwei  französischen  Missionare  vergistet  wurden.  Der
eine,  P.  Moreau,  starb  an  der  Vergiftung  und  liegt
in  Atakpame  unter  einem  großen  Baume  begraben;
Der  andere  Missionar  wurde  schwer  erkrankt  zur
Küste  gebracht,  erholte  sich  aber  wieder.

Atakpame,  welches  auch  Sitz  der  Keiserlichen
Regierung  ist,  mag  mit  den  ihm  zugehörigen  Farmdörfern
  etwa  10  000  Einwohner  zählen,  wovon  jedoch
höchstens  2000  in  Atakpame  selbst  leben.  Drei
Fünftel  der  Bevölkerung  sind  Frauen  und  nur  zwei
Fünftel  Männer  und  Kinder.  Die  Stadt  ist,  wie
P.  Müller  schreibt,  eine  Fremdenstadt,  insofern  sie
der  Knotenpunkt  der  hier  sich  kreuzenden  Karawanenstraßen
  aus  Nordost  und  Nordwest  ist.  Bringt  sie
dadurch  eine  große  Unstetigkeit  der  Bevölkerung  mit
sich,  so  kann  doch  wieder  daraus  der  Mission  Segen
erwachsen,  denn  durch  die  Karawanen  kann  die  Kunde
von  dem  Liebeswirken  der  Missionare  in  ihrer  Religion
  in  weite  Ferne  getragen  werden,  wodurch  sie
anderwärts  umso  eher  Fuß  fassen  können.

Am  17.  Mai  1900  machten  sich  der  Präfekt  der
Mission,  P.  Bücking,  P.  Müller  und  Br.  Jakobus
auf  den  Weg  nach  Atakpame  und  langten  am  23.  Mai
dort  an.  Am  folgenden  Tage,  dem  Feste  Christi
Himmelfahrt,  wurde  die  Mission  eröffnet.  Sie  wurde
dem  hl.  Arnold  geweiht.

Die  Errichtung  des  Stationsgebäudes  wurde  alsbald
  in  Angriff  genommen;  am  19.  Juli,  dem  St.
Arnoldstage,  waren  die  Vorarbeiten  soweit  gediehen,
daß  der  Grundstein  zu  dem  neuen  Missionshause
gelegt  werden  konnte.

Das  einstöckige  Haus  wurde  auf  einer  etwa  80  m
hohen  Anhöhe  ganz  aus  einheimischem  Material  erbaut
  und  mittelst  Fachwerk  und  Lehm  hochgeführt.
Die  ziemlich  hohe  Lage  des  Gebäudes  läßt  erhoffen,
daß  seine  künftigen  Bewohner  nicht  so  vom  Klima
hergenommen  werden  wie  die  Gründer  der  Station.
        <pb n="132" />
        Die  anfänglichen  Strapazen,  die  ungesunde  Wohnung,
  Hunger  und  Durst  spielten  den  Missionaren
so  hart  mit,  doß  P.  Müller  schwer  erkrankte  und
zur  Küste  zurückkehren  mußte,  wo  ihm  der  Arzt  den
Klimawechsel  als  das  einzige  Rettungsmittel  bezeichnete.
  Infolgedessen  trat  er  auf  Befehl  seines  Oberen
eine  Erholungsreise  nach  Madeira  an.

Br.  Jakobus  und  der  für  P.  Müller  eingetretene
  P.  Mertens  wurden  ebenfalls  durch  das
Klima  gezwungen,  die  Rückreise  zur  Küste  anzutreten,
so  daß  der  Präfekt,  P.  Bücking,  eine  Zeit  lang  die
Station  allein  halten  mußte.  Bald  brachten  ihm
Br.  Norbertus,  etwas  später  P.  Witte  Hülfe.“

Aus  fremden  Aolonien  und
Produhktionsgebieten.
Cutwickelung  einiger  englischer  Rolonien  im  Jahre  z5909.")

Dem  „Statistical  Abstract  for  the  several
colonial  and  other  possessions  of  the  United
Kingdom  in  each  Fear  from  1885  to  1899“
entnehmen  wir  folgende  Notizen:

Es  betrugen:

die  Einnahmen  die  Ausgaben

von  1898  1899  1898  1899
4  #  #  #
Natal  1564  315  2081  349  1799  607  1914724
Kapland  6  402  520  6  188  882  72065  669  6  868  118
Lagos  196  444  192792  203  803  223  289
Goldküste  258  822  322  7966  377976  309  658
Sierra  Leone  117682  168  381  121  112  145  088
Gambi  46  718  46  840  29  635  30  405
Brit.  Neuguinea  10  281  11  683  14  991  15  583
An  Zöllen  vereinnahmten:
1898  1899
#  #
Natal  .  .  .  .  .  .  .  ..  383  813  436  917
Kapladnd  1  668  364  1727247
Lagss  179792  175  696
Goldküstt  224743  279058
Sierra  Leoone  .  84  593  127  041
Gambaa  33  762  36  250
Britisch-Neuguineg  9208  9884
Es  betrug  der  Werth
der  Einfuhr  der  Ausfuhr
von  1898  1899  1898  1899
#  4.  4.  4.
Natal  5360  672  6  718  463  1263  354  1  885  580
Kapland  16  682  438  19207  549  25  318  701  23  662  538
Lagoo  08351  966  5055  882329  915934
Goldküste  1  005  864  1323218  992998  1  111  738
Sierra  Laone  606  349  689  8056  290  991  336011

Das  Deutsche  Reich  betheiligte  sich  mit  folgenden

Ziffern  an  der  Einfuhr  der  Ausfuhr
von  189t  1899  1898  1899
¶
Natal  .  .  .  ...  33  565  55  8  18067  413601
Kapland  761529  732775  49  855  4  731
Lagsss  123  3200  112  737  360  543  445  930
Goldkuste  125  766  164  736  133  564  138  296
Sierra  Leone  34  158  57  121  80  743  100221

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1899,  S.  139.

80

 

 

 

Drästdentenwechsel  in  Liberia.

Der  bisherige  Präsident  der  Republik  Liberia,
W.  D.  Coleman,  hat  am  8.  Dezember  v.  Is.  die
Präsidentschaft  niedergelegt,  und  es  wurde  an  seine
Stelle  am  11.  Dezember  der  seitherige  Staatssekretär
Honorable  G.  W.  Gibson  nach  dem  Gesetz  zum
Präsidenten  der  Republik  erwählt.

Coleman  scheint  durch  seine  Mißerfolge  bei  den
Kämpfen  gegen  die  Eingeborenen  zur  Abdankung
gezwungen  worden  zu  sein.

Bekämpfung  der  wilden  Tbiere  und  Giftschlangen
in  Britisch-  Judien.

Eine  in  der  „Gazette  of  India“  veröffentlichte
Resolution  der  indischen  Regierung  berichtet  über  die
Maßnahmen,  die  im  Jahre  1899  zur  Bekämpfung
der  wilden  Thiere  und  giftigen  Schlangen  in  Britisch=Indien
  getroffen  wurden.  Nach  der  Statistik,  die
dieser  Resolution  beigefügt  ist,  war  die  Zahl  der  im
Jahre  1899  durch  wilde  Thiere  ums  Leben  gekommenen
  Menschen  (2966)  geringer  als  die  entsprechenden
  Zahlen  in  den  vier  vorangegangenen
Jahren  1895  bis  1898,  in  denen  3104  bezw.  3322,
4283  und  3265  Personen  auf  diese  Weise  umkamen.
Durch  Bisse  giftiger  Schlongen  verloren  im  Jahre
1895  22086,  in  den  folgenden  21000  bezw.  20  959,
21  901  und  24  621  Menschen  ihr  Leben.  Ferner
kamen  in  den  Jahren  1895  bis  1899  durch  wilde
Thiere  93  978  bezw.  81  559,  76  633,  83  007  und
89  238  Stück  Vieh  und  durch  Giftschlangen  6129
bezw.  7143,  7504,  8743  und  9449  Stück  Vieh  um.

Getödtet  wurden  im  Jahre  1899  18  887  wilde

Thiere  und  94  548  Giftschlangen,  und  an  Belohnungen
  wurden  in  demselben  Jahre  für  Vernichtung
wilder  Thiere  107  476  Rupien  und  für  Tödtung
giftiger  Schlangen  4151  Rupien  von  der  Regierung
ausbezahlt.

Perschiedene  Wiltkheilungen.

Aus  dem  Jabresbericht  der  Pamburger  Dandelskammer.

Dem  „Jahresbericht  der  Handelskammer  zu  Hamburg
  über  das  Jahr  1900“  entnehmen  wir  Folgendes:

Das  Geschäft  nach  Südafrika  hatte  naturgemäß
  in  manchen  Zweigen,  namentlich  in  englischen
Gebietstheilen,  unter  dem  fortdauernden  Kriegszustande
zu  leiden,  während  andere  Zweige  des  Ausfuhrhandels,
besonders  nach  Portugiesisch  -Ostafrika,  bedeutende
Dimensionen  annahmen.  Es  steht  zu  hoffen,  daß,
wenn  erst  der  Friede  wiederhergestellt  sein  wird,
der  deutsche  Handel  in  den  dortigen  Ländern  in
weiterem  Umfange  zunehmen  wird,  und  diese  Erwartung
  erscheint  um  so  berechtigter,  als  durch  den
nunmehr  zwischen  dem  Reiche  und  der  Deutschen
Ostafrika  =  Linie  abgeschlossenen  Subventionsvertrag
eine  noch  engere  Ausgestaltung  der  Beziehungen  zu
        <pb n="133" />
        jenen  Ländern  ermöglicht  und  in  nahe  Aussicht  ge—
stellt  ist.

Auf  unsere  deutsche  Besitzung  Tsingtau  haben
die  Kriegsunruhen  fast  gar  keinen  Einfluß  gehabt.
Die  Hafenbauten  und  Errichtung  staatlicher  wie
privater  Gebäude  schreiten  rüstig  vorwärts,  und  der
dortige  Handel  entwickelt  sich  in  recht  erfreulichem
Maße.  Die  Eisenbahnarbeiten  sowie  die  Bergwerksvorarbeiten
  im  Innern  von  Schantung  haben  zwar
zeimweilig  wegen  der  auch  in  dieser  Provinz  aufgetretenen
  Unruhen  unterbrochen  werden  müssen,  sind
aber  seit  einiger  Zeit  wieder  ausgenommen.  Die
Theilstrecke  Tsingtau-—Kiamschon  ist  rüstig  gefördert
worden  und  wird  vorauesichtlich  schon  im  ersten
Halbjahre  1901  dem  Verkehr  übergeben  werden.

Was  die  übrigen  deutschen  Kolonien  betrifft,  so
erfreut  das  Togogebiet  sich  einer  normalen  Entwickelung;
  die  im  Etat  vorgesehene  Landungsbrücke
wiud  dem  Handel  große  Vortheile  bieten  und  damit
auch  die  finanziellen  Erträgnisse  der  Kolonie  heben.  —
In  Kamerun  leidet  der  vielleicht  etwas  zu  rasch  in
Angriff  genommene  Plantagenbau  unter  dem  Mangel
an  geeigneten  Arbeitskraften,  da  Liberia  der  überall
in  Westafrika  erheblich  gesteigerten  Nachfrage  nach
denselben  zu  genügen  nicht  im  Stande  ist.  Eme
Besserung  in  dieser  Beziehung  ist  zu  erwarten  von
der  Eröffnung  näheren  Verkehrs  mit  dem  Hinterlande

Kameruns,  dessen  Bevölkerung  einen  guten  Ersatz  zu

liefern  verspricht.  —  In  Südwestafrika  ist  die
Eisenbahn  bis  Karibib  eröffnet,  so  daß  die  Schwierigkeiten
  des  Transports  ins  Innere  sehr  verringert

fertiggestellt  sein  wird.  Daß  im  Norden  der  Kolonie
reiche  Erzlager,  insbesondere  von  Kupfer,  vorhanden
sind,  ist  zwerfellos  festgestell;  gegenwärtig  wird
untei  sucht,  ob  sie  so  bedeutend  sind,  um  die  sehr
große  Kapitalien  erfordernde  Anlegung  einer  Eisenbahn
  bis  zu  ihnen  hin  rentabel  erscheinen  zu  lassen.
—  Für  Ostafrika  sind  Mutel  für  den  Bau  der

81

Ebenso  berechtigt  Samoa  nach  Beseitigung  des  unglücklichen
  Condominiums  Deutschlands,  Englands
und  der  Vercinigten  Staaten  dank  der  sachkundigen,
den  eingeborenen  Häuptlingen  Vertrauen  und  Achtung
einflößenden  Holtung  des  Vertreters  der  Reichsregierung
  zu  den  besten  Hoffnungen.  Dem  Handel
ist  außer  der  eingetretenen  Ruhe  die  günstige  Geschäftslage
  für  Kopra  zu  gute  gekommen.

Wenn  nicht  in  allen  unseren  Kolonien  die  Verhältnisse
  heute  durchaus  befriedigende  sind  und  die
gehegten  Erwartungen  sich  bisher  nicht  überall  erfüllt
haben,  so  liegt  das  an  der  Neuheit  der  Aufgabe,  vor
die  sich  Deutschland  gestellt  sah.  Angesichts  der  sich
rasch  mehrenden  Ausgaben,  welche  die  deutsche  Verwaltung
  in  den  Kolonien  zu  bewältigen  hat,  macht
sich  die  Schwierigkeit  geltend,  für  die  kolonialen,  von
den  heimischen  so  durchaus  verschiedenen  Verhältnisse
geeignete  Beamte  zu  finden.  Von  der  Nothwendigkeit,
  hier  soweit  thunlich  Abhülfe  zu  schaffen  und  den
angehenden  Koloniaibeamten  eine  Vorbildung  zu
geben,  welche  sie  mehr,  als  die  sonstige  Beamtenlaufbahn
  es  thut,  mit  den  kaufmännischen  Anschauungen
im  Allgememen  und  inebesondere  hinsichtlich  der  kolonialen
  Bedürfnisse  in  Berührung  bringt,  ist  auch  die
Kolonialverwaltung  durchdrungen.  In  Besprechungen,
die  der  frühere  Leiter  des  Kolonialamts  dieserhalb
auch  hier  gepflogen  hat,  wurde  als  der  geergnetste
Weg  hierzu  die  vorübergehende  Thätigkeit  angehender
Kolonialbeamten  bei  einer  Handelskammer  eines  im
überseeischen  Handel  lebhaft  betheiligten  Bezirks  erkannt,

  und  wir  haben  uns  im  Hinblock  auf  die  Wichsind.
  Ihre  volle  Wirksamkeit  wird  die  Eisenbahn
aber  enst  ausüben  können,  wenn  sie  bis  Wumdhoek

tigkeit  der  Angelegenheit  gern  bereit  erklärt,  uns  vom
Kolonialamt  zu  überweisende  Herren  bei  uns  aufzu—
nehmen.  In  den  Etat  der  Kolonialverwaltung  sind

für  eine  derartige  Ausbildung  von  Kolonialbeamten

Centralbahn  in  den  Etat  eingestellt,  und  ist  zu  hoffen,  #

daß  der  Reichstag  dieser  für  die  raschere  Entwickelung

der  Kolonie  unbedingt  nothwendigen  Forderung  seine
Zustimmung  ertheilen  werde.  —  In  der  Südsee
eröffnen  Neu-Guinea  und  der  Bismarck-Archipel
bei  dem  reichen,  für  alle  tropischen  Nußzpflunzen  geeigneten
  Boden  gute  Aussichten  für  die  Zukunft.  —
Auf  den  Marshall=  Inseln  erfreut  sich  unter  einer
nach  kaufmännischen  Gssichtepunkten  geleiteten  Verwaltung,
  welche  dem  Rerche  keinerlei  Kosten  verursacht
und  das  Wohl  der  Emgeborenen  fördert,  der  Haudel
einer  gedeihlichen  Entwickelung.  Erfreulicherweise
scheint  die  Absicht  zu  bestehen,  dasselbe  System  auch

auf  den  Karolinen  zur  Anwendung  zu  bringen.

 

 

 

Mittel  eingestellt.  —  Für  sehr  bedenklich  würden  wir
es  halten,  wenn,  wie  von  mehreren  Seiten  beantragt,
zu  schnellerer  Förderung  der  Kolonien  für  deren
Erzeugnisse  in  Deutschland  Zollbegünstigungen  eigeführt
  würden.  Dieselben  würden  nur  zu  einem
Theile  den  kolonialen  Unternehmungen,  größtentheils
den  inländischen  Käufern  zu  gute  kommen  und  würden
voraussichtlich  den  Anfang  bilden  zu  einem  System
differenzieller  Begünstigung  der  Kolonien  im  Mutterlande
  und  des  Mutterlandes  in  den  Kolonien,  wie
es  bei  den  meisten  romanischen  Völkern  besteht  und
sich  weder  für  die  Kolonien  noch  für  das  Mutterland
  bewährt  hat.  Deutschland,  dessen  Handel  mit
den  Kolonien  fremder  Staaten  eine  viel  größere  Bedeutung
  hat  als  derjenige  miut  seinen  eigenen  Kolonien,
  sollte  nicht  durch  auch  nur  theilwene  Annahme
dieses  Systems  andere  Staaten  zur  Aufrechterhaltung

#oder  gar  zur  Emführung  desselben  ermuntern.

Erzeugung  und  vVerbrauch  von  Thee  und  KRasffee.

1.  Thee.

Die  Theeerzeugung  hat  in  den  letzten  Jahren  bedeutend  zugenommen;  ihre  Hauptländer
  sind  China,  Japan,  Brinsch-Indien  und  Ceylon.

Der  Thee  der  beiden  letztgenannten  Länder  wird

größtentheils  nach  England,  der  chinesische  hauptsächlich  nach  Rußland  und  der  japantische  meistens  nach

5
        <pb n="134" />
        —  82  —

den  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  ausgeführt.  England  ist  das  Hauptverbrauchsland  des  Thees
und  der  Mittelpunkt  des  Theehandels.  Während  im  Jahre  1884  noch  65  pCt.  der  Gesammttheceinfuhr
nach  England  aus  fremden  Gebieten  erfolgte,  ist  im  Jahre  1899  die  Einfuhr  aus  britischen  Kolonien  auf
etwas  mehr  als  die  Halfte  der  Gesammteinfuhr  gestiegen.

Die  nachstehenden  Zusammenstellungen  geben  ein  Bild  über  die  Theeerzeugung  und  den  Theeverbrauch.

A.  Theeausfuhr  aus  den  Haupterzeugungsländern  in  engl.  Pfund.
(1  engl.  Pfund  =  0.4536  kg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jahr  Britisch  -Indien  Ceylon  China  Japan
1884  60  473  000  2  393  000  268  800  000  35716  000
1889  99  340  000  34  346  000  250  267  000  44  113  000
1894  129  908  000  85  376  000  248  267  000  49  934  000
1899  159  806  000  129  662  000  217  467  000  61  532  000
B.  Theeverbrauch  in  engl.  Pfund.
1B7  WWWWWWA  f  ·"—"—"—···-""—«"··""-  Vereinigte
Jahr  Deutschland  England  Rußland  Niederlande  Frankreich  Staaten  von
Nordamerika
1884  3  432  000  175  091  000M7  4  412  OCCC  194  000  1  168  00060  062  000
1889  4  125  000  185  628  000  68  904  000  5  203  000  1  190  O000  79P  192  000
1894  6  248000  221  800  OO0  S  740  OOC  SDO  OOO  1  542  000191  802  000
1899  6  039  000  242  561  OUOd0  104  112  O0C0  102  000  1  947000  72  835  000
C.  Theeverbrauch  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung  in  engl.  Pfund.
IlI  „  Vereinigte
Jahr  Deutschland  England  Rußland  Niederlande  Frankreich  Staaten  von
Nordamerika
1884  0,07  4,90  0,71  0,91  0,03  1,09
1889  0,08  4.99  0,61  1,15  0,03  1,29.
1894  0,12  5,53  0.72  1,37  .0,04  1,34
1899  0,11  5,98  —  —  0,05  0,96
1I.  Kaffee.  Die  Erzeugung  des  Kaffees  ist  in  schnellem  Wachsen  begriffen,  seit  zehn  Jahren

ist  sie  verdoppelt  worden.  Der  Kaffee  wird  hauptsächlich  in  Brasilien,  Venezuela,  Vereinigte  Staaten  von
Columbien,  Mexiko,  Costa  Rica,  Guatemala  und  Haili  gebaut.  Dieselbe  Stellung,  welche  England  im
Handel  und  Verbrauch  von  Thee  einnimmt,  nehmen  die  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  hinsichtlich
des  Kafsees  ein.  Die  nachstehenden  Zusammenstellungen  geben  eine  Uebersicht  über  den  Kaffeeverbrauch
der  Haupiländer:

A.  Kaffeeverbrauch  in  engl.  Pfund.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6  Oesterreich-  Vereinigte
ahr  Deutschland,ngland  Rußland  Frankreich  talien  Staaten  von
—  b  #  r  5  7  Ungarn  Nordamerika
1884  244  438  000|  32  256  0OU00|18  288  OOC0b|19  411  OOC0  S25  OO0078  100  0O000  bS  633  000
1889  219  104  000|28  336  OOC02  92400043  S  OOCOCDYT6CO2  OOCNG  340  OCOO61  132  000
1891  269  188  OO)  OCOC0]CSS  OOO)  55G6  OOO  S21  OCOCOBE  OGCO  OOO  T  O69  000
1899  343  501  0O000029  120000  18  396  OUO0079  120  000  381  222  OO0)1  180  OOOSOL1  757  000
B.  Kaffeeverbrauch  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung  in  engl.  Pfund.
*  1  6  «  -  BDestorrvei  Vereinigte
Oesterreich  9
ahr  Deutschland  England  Nußland  rankrei  Italien  ·  Staaten  von
Jah  sch  8  ble  ¾  ch  *  Ungarn  Nordamerika
1884  5,28  0,90  0,17  3,94  1,23  2,01  9,26
1889  5,24  0,76  0,11  3,90  1,03  1,88  9,16
1894  6,24  0,68  0,12  3.99  0,90  1  93  8.01
1899  6,12  0,72  —-  4,62  0,98  2,04  10,55

 

 

 

 

 

 

 

Aus  einem  Bericht  der  englischen  Regierung  an  das  Unterhaus.)
        <pb n="135" />
        —  83  —

Tikterakur.

Hauptmann  Paul  Kollmann:  Auf  deutschem  Boden
in  Afrika.  Ernste  und  heitere  Erlebnisse.  Berlin,
Verlag  des  „Vereins  der  Bücherfreunde“  (Hofbuchhandlung
  von  A.  Schall).  Mk.  4,—.

Der  Verfasser  dieses  Buches  gehörte  in  den
Jahren  1895  bis  1898  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
für  Deutsch-Ostafrika  an.  Nach  dem  Viktoria=  See
als  Stationschef  kommandirt,  lernte  er  eins  der  interessantesten
  und  schönsten  Gebiete  unserer  Kolonien
kennen.  Er  schildert  in  interessanter  Weise  das  Leben
und  Treiben  eines  Offiriers  in  der  Kolonie.  Wir
lernen  das  Leben  auf  Cxpeditionen  und  im  Lager
sowie  zahlreiche  Jagderlebnisse  und  mehrere  Kriegszüge
  kennen.  Der  „Verein  der  Bücherfreunde“  leefert
das  mit  zahlreichen  Illustrationen  versehene  Buch
seinen  Mitgliedern  zu  bedeutend  ermäßigtem  Preise.

Major  v.  Estorsff:  Der  Buernkrieg  in  Südafrika.
Dritte  (Schluß-)  Lieferung,  fortgesetzt  von  Oberst
Ritter  v.  Gerneth.  Berlin.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;
Sohn,  Königl.  Hofbuchhandlung.  Mk.  3.20.

Infolge  seiner  Versetzung  in  die  Schutztruppe
für  Deusch-Ostafrika  ist  der  Verfasser  des  „Buernkriceges“,
  dessen  beide  ersten  Lieferungen  allgemein
günstig  ausgenommen  wurden,  verhindert  worden,
die  Darstellung  zu  Ende  zu  führen.  An  seiner  Stelle
hat  Oberst  v.  Gerneth,  dem  die  Berichterstattung
über  den  südafrikanischen  Krieg  im  Militär  Wochenblatt
zu  verdanken  ist,  die  dritte  (Schluß-)  Lieferung  zu
bcarbeiten  übernommen.  Sie  behandelt  die  Vorgänge
von  März  bis  Oktober  1900  in  klarer,  übersichtlicher
Weise  und  bietct  jedem  Offizier  eine  Fülle  von  Anregungen
  und  Belehrungen.  Die  drei  Lieferungen
dieses  durch  ein  reiches  Skizzen=  und  Kartenmaterial
erläuterten  Werkes  sind  auch  in  einem  Bande  gebunden
  zum  Preise  von  Mk.  8.50  zu  beziehen.

G.  Meinecke:  Deutscher  Kolonial  =  Kalender  und
statisusches  Handbuch  für  das  Jahr  1901.  Berlm,
Deutscher  Kolonial-Verlag.  Mk.  1,50.

Der  deutsche  Kolomal-Kalender  stellt  sich  auch
in  seinem  neuesten,  13.  Jahrgange  als  ein  sehr
nützliches  Hülsemittel  für  Kolomalfreunde  und  in  den
Kolonien  interessirte  Geschäftsleute  dar.  Er  bringt
u.  A.  die  Namen  der  Kolonial-Reichsbeamten  und
Behörden,  die  Bedingungen  für  die  Aufnahme  in  den
Kolonialdienst,  Gehaltsverhältnisse  im  Civil=  und
Milnärdienst,  kurze  Beschreibung  sämmtlicher  Kolonien,
die  Aussichten  für  Ansiedler  und  Stellungsuchende,
ferner  Adressen=  und  statistisches  Material.

In  Sundafrika  ist  soeben  ein  Werk  erschienen,
welches  für  die  asrikanische  Linguisuk  von  der  allerhöchsten
  Bedeutung  ist;  das  ist  em  Kaffer-englisches
  Lexikon,  zusammengestellt  von  dem  verdienten
Suverintendenten  der  Berliner  Mission  in  Britisch-Kafferland,
  dem  D.  theol.  Albert  Kropf.

 

Es  ist

bekannt,  daß  es  nicht  schwierig  ist,  mit  Hülfe  eines
Dolmetschers  ein  Verzeichniß  von  Wörtern  irgend
einer  fremden  Sprache  zusammenzustellen.  Aber  ebenso
bekannt  ist,  daß  Wörterverzeichnisse  dieser  Art  meist
unzuverlässig  und  deshalb  unbrauchbar  sind.  Das
war  auch  der  Fall  mit  einigen  Sammlungen  von
Wörtern  der  Kaffersprache,  die  früher  erschienen
waren.  Nur  für  den  Suludialekt  lag  eine  den  Ansorderungen
  entsprechende  Arbeit  vom  Berliner  Missionar
  Döhne  vor,  die,  im  Jahre  1857  herausgegeben,
etwa  8000  Wörter  enthielt.  Jetzt  ist  durch  Kropfs
Arbeit  auch  für  den  Dialekt  der  südlichen  Kaffern
dem  Bedürfniß  genügt.  D.  Kropf  arbeitet  unter
den  Kaffern  seit  1845,  hat  also  ein  Lebensalter  hindurch
  ihre  Sprache  erforschen  können  und  legt  nun
die  Resultate  seines  Forschens  in  diesem  Wörterbuch
nieder.  Trotzdem  er  Meister  in  der  Sprache  ist,
hat  er  doch  den  Rath  und  die  Hülfe  anderer  erfahrener
  Missionare,  unter  denen  drei  waren,  die  selbst
durch  Geburt  dem  Kafferstamm  angehören,  gewissenhaft
  zu  Rathe  gezogen.  So  ist  unter  seinen  Händen
dies  Werk  entstanden,  das  ein  neues  schönes  Denkmal
deutscher  Gelehrsamkeit  und  deutschen  Flcißes  ist.  Es
giebt  über  etwa  12  000  Wörter  der  Kaffersprache
Auskunft,  und  zwar  in  einer  so  zuverlässigen  Weise,
daß  es  in  diesem  Stück  unter  den  afrikanischen

Wörterbüchern  den  entschiedenen  Vorrang  haben
dürfte.  Missionare,  Kolonisten  und  Beamte,  welche

die  Sprache  der  Kassern  erlernen  wollen,  finden  hier
zur  Erreichung  ihres  Ziels  das  beste  Hülfsmittel.
Für  die  so  wichtige  Vergleichung  der  afrikaonischen
Sprachen  und  damit  für  die  Erforschung  des  Verhältnisses,
  in  dem  die  Stämme  der  Emgeborenen  zu
einander  stehen,  und  somit  auch  für  die  Geschichte
Afrikas,  ist  mit  diesem  Werke  eine  neue  Grundlage
gegeben.  Die  Frage  z.  B.,  in  wie  weit  Tosakaffern
und  andere  der  am  weitesten  nach  Süden  vorgedrungenen
  Kaffernstämme  sich  mit  Hottentotten  oder  Buschleuten
  vermischt  haben,  wird  sich  auf  Grund  der
Kropsschen  Arbeit  leichter  lösen  lassen.  Das  Werk
ist  in  Südafetika  auf  der  schottischen  Missionsstation
Lovedale  von  Eingeborenen  gedruckt  und  ist  auch  in
seiner  äußeren  Erscheinung  ein  schönes  Zeugmuß  von
dem  Erfolge  evangelischer  Missionsarbeit.  Die  deutsche
Mission  aber  behält  den  Nuhm,  daß  sie  auf  dem
Gebiete  der  Sprachforschung  die  Führung  hat.  Die
deutschen  Missionare  J.  G.  Krvenlein,  der  das
einzig  brauchbare  Lexikon  der  Hottentottensprache  verfaßt
  hat,  H.  Bringcker,  dem  wir  Grammatik  und
Wörterbuch  der  Hererosprache  verdanken,  J.  L.  Döhne
(Suluwörterbuch)  und  Albert  Kropf  werden  für  alle
Zeiten  einen  Ehrenplatz  unter  den  Namen  der  afrikanischen
  Sprachforscher  behaupten.  Bestellungen  auf
das  Wörterbuch  von  D.  Kropf  (Preis  16  Mk.)  nimmt
an  die  Buchhandlung  der  Gesellschaft  zur  Beförderung
  der  evangelischen  Mission  unter  den  Heiden,
Berlin  NO.,  Georgenkirchstr.  70.
D.  A.  Merensty.
        <pb n="136" />
        Dr.  Karl  Futterer:  „Durch  Asien.“  Erfahrungen,
Forschungen  und  Sammlungen  auf  der  von  Dr.
Holderer  unternommenen  Reise.  Band  l:  Geographische
  Charakterbilder.  Berlin,  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen).  Mk.  20,—.

Der  Verfasser  des  vorliegenden  Reisewerkes  ist
der  letzte  Europäer,  welcher  vor  Beginn  der  fremdenfeindichen
  Bewegung  in  China  Centralasien  und  das
innere  China  von  Westen  nach  Osten  durchzogen  hat.
Prof.  Dr  K.  Futterer  begleitete  im  Jahre  1897/98
als  Geologe  eine  von  Dr.  Holderer  zu  wissunschaftlichen
  Sammlungszwecken  unternommene  Expedition.
Sein  Buch  ist  der  erste  Band  eines  größer  angelegten
Werkes,  dessen  zwei  noch  in  Vorbereitung  befindliche
weitere  Bände  die  Bearbeitung  der  wissenschaftlichen
Forschungsresultate  durch  den  Verfasser  und  eine  Reihe
von  Fachgelehrten  enthalten  sollen.  Der  vorliegende
Band  ist  in  sich  abgeschlossen  und  bringt  in  gemeinfaßlicher
  Darstellung  eine  Schilderung  der  Reeseerlebnisse
  und  der  geographischen  und  geologischen  Verhältnisse
  des  Landes.  Die  Reise  führte  vom  Kankosus
aus  über  den  Terek-Dawanpaß  im  Alaigebirge,  durch
das  nördliche  Tarimbecken,  über  den  östlichen  Thienschan,
  durch  die  Wüste  Gobi,  das  westliche  Kan-su
und  das  Küke.  nur-Gebiet  in  das  nordöstliche  Tibet,
wo  die  Erforschung  des  Oberlaufs  des  Hoang’bo  als
Hauptziel  ins  Auge  gefaßt  war.  Dieselbe  konnte
auch  zum  Theil  durchgeführt  werden,  doch  zwang  bald
darauf  ein  räuberischer  Ueberfall  seitens  der  tibetanischen
  Bevölkerung  die  Expedition  zur  Umkehr.
Ucber  Si  ngan-fu  und  Han-kou  wurde  der  M#ng#tzekiang
  erreicht,  und  in  Shanghai  fand  die  zwölfmonatliche
  Reise  ihren  Abschluß.  Das  Reisewerk  ist  von
der  Verlagsbuchhandlung  reich  und  geschmackooll  ausgestattet
  und  enthält  außer  einer  Karte  zahlreiche
Lichtdrucktafeln,  Panoramen  und  Toextillustrationen,
die  nach  Originalaufnahmen  des  Verfassers  die  durchreisten
  Gebiete  und  die  verschiedenen  Völkerschaften,
mut  denen  die  Expedition  in  Berührung  trat,  veranschaulichen.


G.  Lehmann-Felskowski:  Deutsch-Nautischer
Almanach  für  das  Jahr  1901.  (Zweiter  Jahr--gang.)
  Berlin,  Boll  &amp;amp;  Peickardt.  Mk.  3.50.

Der  Almanach  bringt  unter  dem  Titel  „Ein
Jahr  deutscher  Seeschissfahrt“  einen  Rückblick  auf  alle
emschlägmen  Ereignisse  des  Jahres  1899/1900,  wobei
auch  die  Entwickelung  unserer  Kolonien  berücksichtigt
ist,  und  vervollständigt  diese  Uebersicht  durch  eine
sorgsältige  Zusammenstellung  des  Wissenswerthen  auf
dem  Gebiete  der  Marine  und  des  Schiffsbaues.  Das
hübsch  ausgestattete  Buch  ist  mit  zahlreichen  Abbil--dungen
  geschmückt  und  wird  besonders  auch  deshalb
interessiren,  weil  es  in  den  verschiedensten  Beziehungen

die  Verhälinisse  unserer  Kriegs=  und  Handelsflotte  Basler  Missionsstudien.

mit  denen  des  Auslandes  vergleicht.

 

Das  sechste  Heft  des  13.  Bandes  des  inter-84



 

nationalen  Archivs  für  Ethnographie  enthält!

die  Fortsetzung  des  Aufsatzes  von  Dr.  Krutz  über
die  Matty-Insel  (siehe  Kol.  Bl.  1900  S.  163)  und
„Samoanische  Märchen“  von  Dr.  jur.  Sierich  auf
Savaii;  letztere  in  der  Ursprache  und  in  deutscher
Uebersetzung  nebst  einem  Vorwort.

Dr.  jur.  V.  Schubart,  Geh.  Seehandlungsrath  o.  D.:
Die  Verfassung  und  Verwaltung  des  Deutschen
Rciches  und  des  Preußischen  Staates  in  gedrängter
Darstellung.  Breslau,  Wilh.  Gottl.  Korn.  15.  neu
durchgesehene  Auflage.  Mk.  1,60.

Bereits  zum  fünfzehnten  Male  geht  dieses  handliche
  Nachschlagebuch  für  Politiker  und  Zeitungsleser
in  die  Welt  hinaus.  Der  guten  äußeren  Ausstottung
entspricht  der  Inhalt  des  Werkes,  das  nach  dem

Stande  vom  Oktober  v.  Is.  abgeschlossen  ist.  Obwohl

der  behandelte  Stoff  sich  durch  die  gesetzgeberische
Thätigkeit  des  letzten  Jahres  wesentlich  vermehrt  hat,
ist  es  doch  gelungen,  durch  eine  sorgsame  Durcharbeitung
  aller  Kapitel  und  möglichst  präz'se  Fassung
des  Textes  dem  Vuche  seinen  handlichen  Umfang  zu
erhalten.

 

Tilterakur-Verxeichnik.

(Professor  a.  d.  Univ.  zu  Tokio):

Baelz,  E

Die  Ostasiaten.
  Ein  Vortrag.

Mk.  1.—
Konrad  Wittwer,  Stuttgart.

Denkschrift,  betreffend  die  Entwickelung  des
Kiautschou-Gebietes  in  der  Zeit  vom  Oktober  1899
bis  Oktober  1900.  Folio.  50  Seiten  mil  10  Karten-Anlagen
  2c.  Mk.  5.—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Deutschlands  Kolonien.  Antiquariatskatalog  Nr.  206
von  S.  Calvary  &amp;amp;  Co.  Mit  einer  Einleitung  von
Dr.  A.  Zimmermann.

Das  hungernde  Rußland.  Reiseeindrücke,  Beobachtungen
  und  Untersuchungen  von  Dr.  C.  Lehmann  und

Parvus.  Mit  vielen  Illustrationen  und  einer  Karte
des  Hungergebietes.  Mk.  6,—.
J.  H.  W.  Dietz  Nachf.,  Stuttgart.

Eisenbahnkarte  von  Oesterreich=  Ungarn.  Mit

Stationsverzeichniß.  1901.  Vierte  Neubearbeilung.  2  Kr.

Artaria  &amp;amp;  Co.,  kartograph.  Verlag,  Wien.
v.  Frangois,  C.:  Staat  oder  Gesellschaft  in  unseren
  Kolonien?  50  Pf.
J.  Harrwitz  Nachf.,  Berlin.
Rarte  des  Afrikander-Aufstandes  im  Kaplande
und  des  Angrissokrieges  der  Buren.  Bearbeitet  von
Paul  Langhans.  Mk.  1.—.
Justus  Perthes,  Gotha.
Koch,.  Geheimrath  Prof.  Dr.  N.:  Ergebnisse  der  vom
Deutschen  Neich  ausgesandten  Malaria-Expedition.
Dietrich  Reimer  (Einst  Vohsen),  Berlin.
Hartmann,  M.:  Der  islamitische  Orient.  Heft  II
und  III:  China  und  der  Jölam  —  Zwei  islamitische

Kanton  Drucke  —  Straßen  durch  Asien.

Wolf  Peiser,  Berlin.
Heft  1:  Die  Mission  als
Urheberin  von  Wirren.  Von  E.  Miescher,  Pfarrer.
Heft  2:  Rückblick  auf  die  Geschichte  der  evanael.
Mission  im  19.  Jahrhundert.  Von  Lic.  theol.
N.  Lauterburg.

Verlag  der  Missionsbuchhandlung  zu  Basel.
        <pb n="137" />
        —  85  —

Seiß,  Dr.  Bruno:  Mehr  als  50  Jahre  in  Chatham  Briefen  eines  Deutschen,  unter  Heranziehung  einiger

 

 

 

Island.  Kulturgeschichtliche  und  biographische  Schil-  anderer  Quellen.  gr.  80.  (99  S.  mit  einer  Tafel).  Mk.  1,80.
derungen  in  Bearbeimungen  und  Auszügen  aus  den  Deutscher  Kolonial-Verlag,  Berlin.
Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Brandenburg"  22/10.  Shanghai  3/1.  —  7/1.  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Bussard“  30/11.  Shanghai  19/12.  —  22/12.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.

S.  M.  S.  „Condor“  Sansibar  3/1.  —  13/1.  Aden  16/1.  —  Port  Said.  (Poststation:  Port  Said.)

S.  M.  S.  „Cormoran“  23/11.  Suva  25/11.  —  Matuv#  9/12.  —  Karolinen.  (Poststation:  Hofpostamt.)

mS.  M.  S.  „Fürst  Bismarck“  14/12.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

m.  M.  S.  „Gefion“  10/12.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Geier“  28/10.  Shanghai.  (Posistation:  Hongkong.)

5.  M.  S.  „Habicht“  8/9.  Kamerun  6/1.  —  14/1.  Loanda.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hansa“  16/12.  Tsingtau  26/12.  —  30//12.  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Hela“  18/11.  Chinkiang  19/11.  —  Wuhu.  —  Chinkiang  26/12.  —  26/12.  Shanghai  31/12.

'  —  1/1.  Chmkiang.  (Posistation:  Hongkong.)

Z.  M.  S.  „Hertha“  13/12.  Tsingtau  21/12.  —  22/12.  Chefoo  26/12.  —  Shanheikwan.  —  13/1.  Chefoo
16/1.  —  Shanheikwan.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Jaguar“  20/12.  Shanghai  4/1.  —  6/1.  Shiakwan  14/1.  —  Wuhu.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Iltis“  29/10.  Hankau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Irene“  16/12.  Chefoo  19/12.  —  21/12.  Nagasaki.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „HKaiserin  Augusta“  21/12.  Hongkong  7/1.  —  8.1.  Amoy.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Kurfürst  Friedrich  Wilhelm“  19/11.  Woosung  2/1.  —  4/1.  Nagasaki.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Luchs“  10/10.  Canton  14/1.  —  14/1.  Hongkong  19/1.  —  Canton.  (Ponstation:  Hongkong.)

S.  M.  Vermeßschiff  „Möwe“  Sydney  19/12.  —  14/12.  Hobart  16/1.  —  Sydney.  (Poststation:  Sydney.)

S.  M.  S.  „Schwalbe“  13/12.  Shiakwan  2/1.  —  4/1.  Shanghai  9/1.  —  11/1.  Shiakwan.  (Poststation:
Hongkong.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  22/11.  Swatau  23/12.  —  24/12.  Hongkong  30/12.  —  31/12.  Swatau.  (Poststation:
  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Tiger“  20/12.  Chefoo.  (Poststation:  Hongkong)

S.  M.  S.  „Weißenburg“  6/12.  Hongkong  30/12.  —  3/1.  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

m.  M.  S.  „Wörth“  2/12.  Nagasaki  19/12.  —  21/12.  Tsingtau  27/12.  —  28/12.  Woosung.  (Poststation:
  Hongkong)

Z.  M.  S.  „Wolf“  11/10.  Kameru.  (Poststation:  Kamerun.)

L#zar  ahschif  „Gera“  23/11.  Nagasaki.  (Poststation:  Hongkong.)

Ablösungstransporte:

1.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Darmstadt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstransport
wkür  S.  M.  S.  „Möwe“:
Ausreise:  Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  Herr:
Genua  22/12.  —  24/12.  Neopel  24/12.  —  28/12.  Port  Said  28/12.  —  2/1.  Aden  2/1.—
9/1.  Colombo  10/1.  —  Fremantle.
2.  Gemietheter  Dampfer  „Franksurt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  letzten  Theil  der  abgelösten
Besatzungen  der  Schiffe  in  Ostasien:
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänleutnant  Gr.  v.  Saurma-  .Jeltsch:
Tsingtau  19/12.  —  23/12.  Hongkong  3/1.  —  13/1.  Colombo  13/1.  —  Port  Said.
3.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Sachsen“  des  Norddeutschen  Lloyd,  Transport  der  Besatzung
des  angekauften  Dampsboots  „Shamien“  nach  Ostasien:
Hamburg  12/12.
4.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Hamburg“,  mit  dem  Transport  für  einige  Schiffe  des  Kreuzergeschwaders:

Ausreise:  Transportführer:  Fregattenkapitän  Gildemeister:
Bremerhaven  27/11.—  10/12.  Genua  12/12.  13,12.  Neapel  13/12.—  17/12.  Port  Said  17/12.
—  23/12.  Aden  23/12.  —  29/12.  Colombo  29/12.  —  3/1.  Penang  3/1.  —  5/1.  Singapore  6/1.
11/1.  Hongkong  12/1.  —  14/1.  Shanghai  16/1.
        <pb n="138" />
        —  86  —

Perkehrs  -Machrichten.

Tosfpamofschiffverdindungen  nach  den  dentschen  Schu#gebieten.

 

 

 

Die  Absahrt  erfolgt  Ausschiffungshasen.  Vriefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  BVerlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  15.  Febr.,  1.  März)  Tanga  17—20  Tage
(deuriche  Schiffe)  99  ms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tgam  12.,  15.,  22.,  26.  Feb.
(Brinosst  6%“  am  17.  Febr.,  3.  März  Tanga  18  Tagee  a  1.  Mär3
1.  Deutsch-  ika.  engliswe  Schiffe)  10“  abds.  ares-Sal#n  19  Tage  abds.
ch-Ofafrita  Brindisi  am  24.  Februar  Sansidar  20  Tage  8
(engliscbe  Schiffe)  100  abdbs.
Marseille  am  10.  jedes  Mtis.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monate
((ransosiche  Schisfe)  40  M  nms.  108  abde.
Hamburg  am  10  jedes  Mts.  nachtel  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
7.  1  (beussche  Schiste))m  20.  edes  Mts.  Lome  33  Tage  Monats  77  abds.
WVo%g.  ,  Klein-Vopo  35  Tage  „r
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  14.  Februar  Klein-Popo  33  Tage  am  16.  Februar
Marseille  oder  Bordeaux  (naluche  Schiffe)  15  ms.
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monats

Absenders.)

Deutsch--Lüdwestafrika.

ibeon,
rmbad
wöchentlich  bis  Kopstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage
auf  dem  Landwege.)

(Nach  1  Lertmanebhoo
Bethanmen  und  Wa

Bordeaux

Southampton

mann=  Dampfer)

Hamburg
(drutche  S  cisse)

 

(krangösiiche  Schiffe)

(iranzösüche  Schiffe)

(engl.  Schiffe  die  Koay.,  „
stadt.  dann  Woer-120

  mittags
am  15.  jedes  Monats
110  oms.

.

am  9.  Febr.,
40  ums.

9.  März

am  5.  jedes  Monats
nachts

von  du  ab  Landverdindung

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landoerbindung

1041  abds.
am  13.  jedes  Monats
10½  abds.

 

Lüderitzbucht  20  Tage
Swakopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage

 

 

Lüderisbucht  40  Tage

am  8.  Febr.,  8.  März
15  ums.

am  5.  jedes  Monats
7#  abbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lamdurg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
(deursche  Schiffe)  nachts  77  abds.
4.  Ramernn.  desgl.  am  Letzt  jed.  Mts.  nachts  Kamerun  32  Tage  am  Leßt.  jed.  Mts.  7#  abd.
Liverpool  am  13.  Febr.,  13.  Märzi  Kamerun  23  Tage  am  11.  Febr.,  11.  März
(enalicche  Schiffe)  *47*  I1#  n  nms.
Herbertshöhe  46  Tage
5.  Deutsch-RNeu-Guinea,  Neapel  am  24.  Februar  Stepdansort  49  Taaeà!  am  22.  Febr.  103  abds.
Rarolinen.  (englische  Schiffe,  Friedr.  Wilhelmshafen  49  Tg.
E7*-.N  T  VYap  58  Tage
Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8  bis  10mal  jährlich
*  Marianen.  H-.  nach  Saipan.  *
7.  Brindisi  Narui  ·
MapidallIuieln  (rins  WN—i  am  17.  Marz  Jaluit  47  Tage  am  16.  März  103  abds.
Neapel  am  6.,  20.  Februar  Tsingtau  34  Tage  am  4.,  18.  Februar
(deutsche  Schiffe)  90  abends  10%  abends
8.  Riantschon.  Brindist  .  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
franzöife  “m  100  abends  „  102  abends.
9.  Lamoa.  ’*e  am  3.,  24.  Februar  Apia  25  Tage  am  1.,  2.  Februar
San  Francisco)  16  nmõs.
Eintreffen  der  Vost  aus  den  deutschen  Schusgebieten.
Von  Landungs-=  Die  Post  ist  fälig  Von  Landungs-=  Die  Post  ist  fällig
hafen  in  Berlin  hafen  in  Berlin
.  .  «  lmoutham  27O  jed.  Monats
Neapel  .  am  3.,  15.  Februar  Togo  ...  .  .  .  .  ..  Ulo
Marseille  Z  am  16.  Februar  Deutsch=  Neu--Guine#.  Neapel  am  28
.  ...
Deuisch-Hüdwestafrika  Marsbal:  Insein.  Brindis  aAn.  1.  *  4
a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  9.  Febr.,  9.  März  Neapel  .  a  6.,  20.  Februar
d)  sadl.  Thel  d.  Schutgeb.  Southampton  am  2.,  16.  Febr.  Kiautsch:  Brindisi  am  3.,  17.  Februar
Marseille  .  am  13.,  26.  Februar
Ramerun  lymouth..  am  27.jed.  Monats  Rarolinen  ’’’’’’  Neapel  anm  6.  #  März
8  iwerpool.  am  24.  Februar  gamoa  ...  ..  .  .  .  neenstown  am  18.  Feb.,  11.  Marz

*  Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="139" />
        -  Der  Regierungsdampfer
eingetroffen.

—  87  —

„Stephan“  ist  am  11.  November  v.  Is.  wohlbehalten  in  Herbertshöhe

Schiffsbewegungen  der  ¶Woermann  ·  Linie  oͤwischen  Hamburg  und  L  und  Südwestafrila.

 

 

 

 

 

6  Reif  e  Lezte  Nachrichten
ostdampfer
Vosdamof  von  nach  bis  22.  Januar  1900
„Molph  Woermann  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  19.  Januar  in  Las  Palmas.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Loango  am  10.  Februar  ab  Hamburg.
„Alme  Woermann  Loango  Hamburg  am  14.  Januar  in  Kamerun.
„Anna  Woermannz  Hamburg  Luderitzducht  am  21.  Januar  ab  Hambucg.
„Carl  Woermann  .  ..  Kotonou  Hamburg  am  18.  Januar  in  Accra.
„Eduard  Bohlen  "  Hamburg  Massabe  am  20.  Januar  in  Madeira.
„Ella  Woermann  .  ..  Hamburg  Sherbro  am  22  Januar  ab  Bissoo.
„Ernst  Woermann“  .  ..  Mass  be  Hamburg  am  19.  Januar  ab  Accra.
„Gretchen  Bohlen#  Hamburg  Sherbro  am  19.  Jan.  durch  Kollision  beschädigt.
„Hans  Woermann“  Glaegow  Hamdurg  am  19.  Januar  ab  Glasgow.
„Pedwig  Woermann-  Hamburg  Sherbro  am  16.  Ja  uar  in  Lae  Palmas.
„Helene  Woermann“  Hamburg  Loango  am  8.  Ja  uar  in  Kamerun.
eunnette  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  11.  Januar  in  Accra.
ri  Woermann“  .  ..  Hamdurg  Benguella  am  12.  Januar  in  Teneriffe.
„Lothar  Bohlen“.  ...  Hamburg  Loanda  am  8.  Januar  in  Kamerun.
„Lulu  Bohlen4  Hamdurg  Koionou  am  20.  Januar  in  Accra.
„Marie  Woermann  .  ..  HOomburg  Lüderizbucht  am  3.  Januar  in  Swakopmund.
„Melita  Bohlen""  Lüderitzvucht  Hamburg  am  21  Januar  in  Madeira.
„Paul  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  19.  Januar  in  Hamburg.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kotonou  am  22.  Januar  durch  Eis  beschädigt.
„Tbekla  Bohlen"4  Hamburg  Lüderi#bucht  am  24.  Dezember  in  Swakopmund.
#llispewille“,  ....  Antwerpen  dem  Kongo  am  16.  Jinnar  Plissigen  passirt.
„Teck“.  ..·.  Lagos  Hamburg  am  12.  Januar  in  Las  Palmas.

 

 

 

Vvvov  vv  VTWWvv  ——

Bei  dem  in  der  Philharmonie  von  der  Abtheilung  Berlin  der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft
veranstalteten  kolonialen  Trachtensest  hatte  das  Deutsche  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann,  G.  m.  b.  H.,
Berlin,  Jerusalemerstr.  28,  eine  Schutzhütte  ausgestellt,  in  welcher  Damen  die  feinsten  Kameruner  Kakaos
und  Schokoladen  sowie  sonstige  Eczeugnisse  unserer  Kolonien  darboten.  Auch  stand  deutsches  Rauchkraut
in  Gestalt  von  aromatisch  duftenden  Cigarren  aus  Kamerun  und  Neu-Guinea,  wie  Kiautschou-Cigaretten

zur  Verfügung.

 

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oder  deren  Raum  25  Piennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin#  SWw2,  Kochstraße  68—71,
einzusenden.

 

 

 

Bekanntmachung.

Die  nach  §  10  des  Handelsgesetzbuches
  erforderlichen  Bekanntmachungen
von  Eintragungen  in  das  Handelsregister
  des  Karserlichen  Bezirksgerichtes
dahier  werden  im  Jahre  1901

im  Deutschen  Reichsanzeiger,

im  Deutschen  Koronialblatt  und  in

der  Deutsch-Ostafrikanischen  Zeitung
erfolgen.  (u

Tanga,  den  18.  Dezember  1900.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Handelsregester  ist  heute
vermerkt  worden,  daß  die  unter  Nr.  7
des  Firmenregisters  eingetragene  Firma

Karl  Perrot
heute  gelöscht  worden  ist.  (ro)
Dar-es-Saläm,  den  15.  Dezbr.  1900.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

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Witzenhausen  a.  d.  Werra.

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        Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Gesellschaftsregister  ist
heute  unter  Nr.  7  die  am  1.  März  1900
in  Hamburg  gegründete  offene  Handelegesellschaft


Cäsar  Prediger  &amp;amp;  Co.,

welche  in  Dar-es-Sal#m  eine  Zweigniederlassung
  errichtet  hat,  eingetragen
worden.

Die  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute
Cäsar  Friedrich  Eduard  Prediger
in  Hamburg  und  Karl  Franz  Adolf
Wendig  in  Dar-es-Saläm.  (u)

Dar-es-Salam,  den  14.  Dezbr.  1900.
Der  Kaiserliche  Bezirkrichter.

Bekanntmachung.

In  hiesigen  Gesellschaftsregister  ist
heute  unter  Nr.  6  die  durch  Vertrag
vom  28.  Februar  1900  zu  Wiesbaden
mit  einer  r———““F½  in  Lindi
unter  der  Firma

Karl  Perrot  &amp;amp;  Co.,
Daussche  Earsan  u.  Plantagengesellschaft
  mit  beschränkter  Haftung,
errichtete  Gesellschaft  eingetragen  worden.
  Gegenstand  des  Unternehmens
ist  Erwerb  von  Grundbesitz  und  die
Anbahnung  von  Handelsbeziehungen
in  Deutsch-Ostafrika,  der  Betrieb  der
Plantage  Lindi  und  anderer  Pflanzungen,
  der  Rhederei  sowie  sonstiger
gewerblicher  Anlagen  und  Unternehmungen.
  Das  Stammkapital  beträgt
157  000  Mark.

Dem  Gesellschafter  Karl  Perrot
sind  100  O00  Mark  als  Vergütung  für
Vermögensgegenstände  der  bisherigen
Fiima  Karl  Perrot  in  Lundi,  welche
die  Gesellschaft  übernommen  hat,  auf
seine  Stammeinlage  von  100  000  Mark
angerechnet.

eschäftsführer  ist  Karl  Perrot,
Kaufmann  in  Wiesbaden,  Direktor  der
Gesellschaft.  Im  Bedürfnißfall  darf
der  Aussichtsrath  eine  geeignete,  auch
nicht  zu  den  Gesellschaftern  zählende
Person  als  Stellvertreter  ernennen.
Die  gesetzlichen  Befugnisse  des  Geschäftsführers
  sind  insofern  beschränkt,  als  er
Beamte  der  Gesellschaft,  deren  Baargehalt
  3000  Mark  übersteigt,  nur  mit
Genehmigung  des  Aufsichtsraths  ernennen
  darf.

Die  Zeichnung  der  Gesellschaft  erfolgt
derart,  daß  der  Geschäftsfuhrer  der
Firma  der  Geseltschaft  seine  Namensunterschrift
  hinzufügt.

Oesffentliche  Bekanntmachungen  der
Gesellschaft  erfolgen  im  „Deutschen
Reichs“  u.  Preußischen  Staatsanzeiger“",
in  der  „Kölnischen  Zeitung“  und  im
„Rheinischen  Kurier“.  (2)

Dar-e#=  Sal#n.,  den  14.  Dezbr.  1900.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

v.  Bruchhausen  (Huuptm.),  Die

LTraliener  in  Afrika.  Mit  einer  Uebersichtskarte.

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(641)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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NN]N]ee

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Meine  Freisliste  No.!

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Dreilaufgen  ehre  mit  u.  obne  Huhn
und  #e#le  sowie

meine  Preisliste  No.  J#

über  Repetir-  und  Einzellader- 

   
   

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Hunstlg  bei  Dleringhausen  (Rheinland).

 

   
 

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Faktoreien.  Expeditionen,
  Krankenhäuser
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vlells#h  mili  ersten  Preinen  ausgezeichnet.

 

 

 

 

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äKvokmats  0kettst0mGK0ppel:;-;«;.::«:".:«;«..
"·ceutralsteanBERLINsw.,Tetapelliokerllkek24.W"L«si-«-ss««

Unserspoelalscoso.·

5  Fabriketablissements.  "

 

 

 

 

    

 

 

 

 

(/9)

 

 

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        interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

„%  Creclin  vornichtet  vselbet  die  furchtbarsten
  Gerüche,  während  1%  Carbol  fast  ohne
Wirkung  blieb.“

(Dr.  med.  E.  v.  Esmarch,  Hyxg.  Inst.,  Berlin.)

„  Cholera  aslatien  Bacillen  wurden  schon

in  einer  Lösung  von  20%  in  einer  Minute

vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Elsenberz,
H#.  Unlv.-Inst.,  Wien.)

Das  Creolln-Pearson  tödtet  die  Cholera-Baeclllen

  Iin  1/%  procent.  Verdllunung  Iln  15  Min.z

man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen

Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm

Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts

  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Hiobwyakarta

Nlederl.-Indlen).
„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Cmolin  bei
Diphtheritis  faucium  mochte  ich  noch  hervorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  sab  ich  bisher

die  diphtheritischen  Bellge  so  rusch  weichen

wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patient  in  vollständigem  Delirium,
Paols  150.  Temp.  41.5.

22  Dec.  Nach  starken  Creolin-Inhalationen  etec.
sank  die  Temperatur  auf  37.5.  Puls  auf
88  herab.  Dr.  Leo  Rabener

(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).)

„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschieden  viel
stärker  als  die  (arbolskure  auf  Eiterkokken.
Typhusbnecillen  und  Cholerabacillen.“

(Dr.  med.  Elsenberg,  Wlen.)

„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-In-Pearson

  in  dem  Alrzneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  HIller,  Breslau.)

„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  Creolin-Pearson  onbedenklich  den

Hebammen  und  Laien  in  die  Hand  gegeben

werden.“  (Dr.  med.  Minopoulus,  München.)
„Es  steht  für  mich  fest.  dass  das  Creollu-Peamon

  eine  eminent  antiseptische  Kraft  benitzt.“

  (Dr.  med.  O.  Portscher,  Klagenfurt.)

„Wer  das  Creolln-Pearson  einmal  kennen
und  schltzen  gelernt,

Auf.“  (Dr.  med.  Kortüm,  Schwerin.)

Hiebe  es  nicht  wieder

„  Das  Creolin  ist  ein  vorzügliches  Rludemittel:

  ich  habe  diesbezügliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bei  Dermatodektes  —  Ruude  der

Schafe,  Surcoptes  —  Klude  der  Hunde.  Schafe
und  Kaninchen.  Derwatophagus  —  Ründe  der
Kaninchen  und  Dermatortktes  —  Blude  des
Geflügels.  gemacht.  Auch  gegen  Akarusmilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Creolin  ist  ferner  ein
kräftiges  Antiparasiticum  gegen  pflanzliche
Parasiten  (Tüychophyten.  Favus)  u.  Gregarinen
(Huhnerdiphtherie).  Endlich  ist  Creolin  ein
sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Luse.  Lausfliegen,  Haarlinge,
  Federlinge,  Fliegen.  Kräftige,  ausgewachsene
  Zecken  wurden  durch  einike  Tropfen
30%  iger  Creolinlösung  nach  16  bis  20  Minuten

etödtet.  Räudekranke,  mit  zahlreichen  Zocken

eehaftete  Schafe  wurden  dur.  h  ein  einmaliges
Creolinbad  (2.,0%  vollständig  von  den  Zecken
befreit.

Für  eine  Desinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—5%  igen  wässerigen  Lösung
sehr  wirksam.  AuchCreolin-Desinf-ktionspalver

zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen,

Jauchebehaälter  etc.  kann  verwendet  werden.  drungt  mich  deshalb.  zr  Verhtung  weiterer

(Prof.Dr.  med.  Fröhner,  Dlr.  d.  Pharmak.  lust.
der  Kgi.  thierirztl.  Mochnehnle,  Rerlin.)

Nanburs-Sidemerik,  Dampisekiffflabrte-Coselln
  ——  1#

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Pearson“  seit  einiger
  Zeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  eineführt

  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der
rasilroute  in  reichlichem  Maasse  mitgegeben
huben.  Nach  den  ubereinstimmenden  Berichten

ungerer  Kapitäne  hat  sich  dasselbe  als  ein  sehr

wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen.  das
in  der  Fieberperlode  die  besten  Deenste  geleistet:
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinkliciren
der  verschiedenen  Rlumlichkeiten,  sondern
auch  in  vielen  Fällen  als  Medikament  verwandt
und  Lönnen  wir  das.  bei  einigen  Dampfern

brauche  dieses

7.  Mai  1892.  herrlichen  Medikaments  bestmigt  sinden.

Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  einfache.
von  jedem  Laien  leicht  auslührbar-,  da  es  beziehentlich
  etwaiger  Giftigkeit  durrhaus  aoanschudlich
  ist.  Zur  Verhütung  der  Blotverkif-Das

  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarkke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusatz
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit

  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin-Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,

möge  aus  den  nachfolgenden  Guteine
  grössere  Anzahl  dieser  hocheingetretene

  günzliche  Fernbleiben  von  Krankheitsfullen
  uhrond  der  jungsten  Fieberperiode
in  Brasilien  zum  grossen  Tbeile  dem  seitens
der  Kapitäne  angeo’dneten  aussgiebigen  Geittels
  zuschreiben.

Hamburg-Südasmerik.  Dampfschifffahrts  Ges.

gez.  Ad.  F.  Berultdl.  Bureauchef.
Keilne  Blutvergllung  mehr!:  Dr.  Vopelioin

  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  Fost.

tüglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blättern

von  Todesfallen,  welche  durch  Blutrergittung

nach  kleinen  unscheinberen  Verletzungen  herbeigeführt

  wurden.  —  Jeder  neue  mir  zu  Gesicht

  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Stich
in  das  llerzz.  Die  Thatsache.  duss  Überhaupt
noch  eine  Blutvergiftung  trotz  rechtzeitiger
Arztlicher  Behandlung  tödlich  verlänft.  schmerzt
mich  um  go  mohr,  als  ich  mit  dem,  meinen

Kollegen  schon  vor  drei  Jahren  i#m  Aerztlichen

Praktiker  —  Abhandlung  uber  Cinnete  Antisepsis“
  übergebenen,  an  mir  selbst  zveimal
erprebten.  absolut  sicher  helfenden  Mittel,
dem  Creolin-Pearson,  immer  und  immer  wieder
neue  Erfolge  aufzuweisen  im  Stande  bin.  Es

Sterbefulle  heute  durch  die  allgemeine  Presse

aut  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  Heilmittel

  gegen  jede  Blutvergistung  aufmerksam
zu  machen.  An  113  Flllen  durlte  ich  innerhalb
  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  diense

ie

tung  wäscht  man  gede  noch  80  kleine  Wunde
mit  Creolin  aus.  lias  Letztere  bereitet  man
sich  sehr  leicht,  in!1m  zan#n  eine  Kafleetasse
voll  lauwarmon  Wuassers  20  Tropfen  (reolio-Peamon
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Auswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  dieselbe
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getränkten  leinenen
  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bis  vier

Tagen  heilt  die  Wunde  obne  weiteie  Folgen.“

CREOLIN-PEARSON

zerstört  die  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille),
ist  undbertr.  bei  Erfrierungen.  Verbrennungen,
findet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken,
lindet  Anwendung  in  Spitllern  der  Armee.

in  Schulen  angewendet.  vernichtet  Krankheitskeime.


in  Krankenhlusern  ausgedehnt  gebraucht.
zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseife  sollte
immer  1/  Theelöffel  voll  gegossen  werden,
egen  Zecken,  Lluse,  Lausfliegen  etc.
ei  Insektenstichen  sofort  pur  anfgerieben.
verhütet  Blutvergiftung.  das  Jncken  bört
ist  vollkommen  ungiftig,  (sofort  auf,
vermindert  den  Eiter.
verhlitet  Fuulniss,  für  Brauereien.  Gerbereien
etc.  wichtig,
von  grosser  Bedentung  für  die  Geburtsbulfe,

gegen  Iläorrhoiden.
sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
Kebrancht  werden,  -

Igogealltlhmskdiphthoritis

man  entwickele  in  Krankenzimmern  beisse
Cieolindumpfe,  (reifen,

Hunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen,  desinflziert  die  Wische,  ohne  dieselbe  anzableiben
  gesund.  ausgezeichnet  gegen  Schweissflsse.
½  Theelöffol  voll  im  Scheuerwasser  reinigt  die  1#00  Lösung  verhutet  das  Sauerwerden  der
keuen  pflanzliche  Parssiten.  LLuft,  Brühe  in  Gerbereien.  „.
gegen  Kornwurmor,  Abflus-Kankle  sind  mit  Creolin  zu  desinfciren.
5%ike  Lösung  vernichtet  Milzlrand-poren.  verhütet  ansteckende  Krankheiten,
alle  Eirenschert#n  des  Creolin-  Pearson  sind  heilt  in  einem  Bude  Räude,  Manke.  Schors  ete.,
medizinisch  festgestellt.  einige  Tropfen  in  wurmes  Wasser  beilt  Zahnsollte
  in  keinem  Hause  oder  Stall  etc.  fehlen,  gegen  Blasen-  und  Darmkatarrh.  Ischmerzen,
greift  kein  Gewebe.  Holz  oder  Metall  an,  ist  allen  Desinfektionsmitteln  vorzuziehen.
wirkt  blotstillend.  schmerzlindernd,  Creolinpulver  sollte  in  keinem  Klonet  fehlen.
hcogen  Ungeriefer,  Krätze,  Filzläuse.  I  losp0igocrenlinseife  heilt  u.  verhütet  Ausschlag,
Tniere.  damit  gewaschen,  bleib.  fr.  v.  Ungeziefer.  Creolin-Lanolinseife  wacht  die  Haut  sehr  gewerden
  auch  von  Fliegen  nicht  angegristen.  schmeidig.  *

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet!
„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolut  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giftig  als  die  Curbolsäure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschaften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch

sehr  billig.  Untugenden

und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekannt.““
Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.

Wissenschaftliche  Arbeiten  uber  Creollu-Pearsoun  (es  sind  deren  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugesandt.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,

 

alle  anderen  weise  man  zurück.

 

 

(en)

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.
        <pb n="147" />
        95

.eeinr.  Meisterbergg  ..
Melsterberpr,  HANNBLRG  #anburger

A.B.C.  Code  —  Zebra  Code.
om-Spedition

  u.  Commission.

Etablirt  1882.

Durch  langjährige  Beziehungen  zu  Industrie,  Handel  und  Schifffahrt  bester  und
geeignetster  Vermittler

f  für  Spedition,  Ein-  und  Verkauf  von  Waaren  aller  Art.  §-Prima

  Referenzen.
*  Filiale  in  Lubeck  un  ter  gleicher  Firma.  r—

Flale  der  Deutschen  BansB

*#

Das  Versand-Geschäft

MEV  S  EDLICH.  Leiprig-Plagwitz

Königl.  Sächsische  und  Königl.  Rumänische  Hoflieferanten

LSit  und  #n  den  Gmsdsstre  sest,  aur  Auts,  branchber  Wasren  mösliebst  billig  zu  lisfen.

Der  mit  über  4000  Abbild.  ausgestattete  Hauptkatalog  wird  unberechnet  u.  portofrei  versandt.
Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

Neys  Stoffwische
Damen-  und  Kinderwische
Korsetien
Herren-Wäsche
Tisch-  und  Bettwäische
Taschenücher
Leinene  und  baumwoll.  Stoslle
Kleider-  und  Besatz-Stole
Gardinen  und  Möbel-Stosle
Teppiche
Damen-Konkektion

 

Telkotagen
Strumptwaanren
Herren-Garderobe
H#te  und  Mützen  IUr  Herren
und  Knaben
Krawatten
klader-Garderobe
Schuhwanren
Regenschirme
Uhren,  Musikwerke
Optische  Waaren

 

Schmuck-Gegenstinde
Eehte  Silberwaaren
Mlenldewanren
Vernickelte
und  Messingwaaren
Kladerwagen
Kindermöbel
Holzwasren
Wurthschafte  -  Artike!
Lederwanren
Reise-  Uensillen

 

Kurz-  und  Stahlwaaren
Jagdsport-Artikel
Teschings  und  Revower
Kunstgusswanren
Splelwaaren
Cigarren  und  Clgareiten
Vabdake  und  Rauchrequlsiten
Tollettesellen  und  Parfms
Schokolade,  Kakno
Thee,  Biskults,  LIKöre
Brlefpapiere.

 

Nichtgefallende  Waaren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.

(62)

 

Wuawit  und  S#cherheilswreugtale

(àe6)

 

liefern  in  bester  Qualität,  unter  Garantie  der  englischen  Test-Bestimmungen,

Snngstatfuerke  Ur  R.  Mahnsen  &amp;amp;  Eo.,  Cemmandft-Gesellschaft  in  Hamhurg.

Fabriken  in  Doemitz  a.  E.,  Anzhausen  b.  Siegen,  Neuwied  a.  Rh.
        <pb n="148" />
        —  96  —

Joseph  Klar,  Samenhandluns,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

NHoftererane  Sr.  Mafeseae  des  Kaiseree.—
ollerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutspflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemflsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbanu  n  den  Tropes
gFeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüseamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  Frösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutsehen
alrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Klio  incl.  Emballage.
Illoetrirte  Kataloge  gratie.

 

22.  Bearbeitung.  ein  ltarker  gr.  Oktaoband  (628  Selten)  mit
227  Hbbildungen  u.  Skizzen,  5  bunten  Kanen  u.  8  forbenduchtakeln.

o  an  lLieinenbond  IUk.  5,  25.  o  In  Halbfranzband  IIlk.  ö.—  c

Inhalt:  I.  Hlgemeine  Erdkunde.  III.  Handelsgeographie.  o  o0
II.  Länderkunde,  coo  IV.  Seischichte  der  Seographie.

..üßfchtige  Redakteure  halten  das  Werk  ständlg  aouf  der  Hôöhe  der  Zeit.
..  Geiamtverbreitung  der  Seydlitzichen  Geographie  112  Million  Exemplecre.  ..

zZum  selbststudium  f.  d.  hausbibliokhek  u.  d.  Kontor.;

—

Franz  Clouth

Kheinische  Gummi-Waaren-Fabrik

Cöln-Nippes.
Errichtet  18662—
Fabrik  -  Marke.  –.

 

   

  

 

 

 

 

Specialitäten:

83))(  Fabrikate  zu  techn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummie;
b))  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,
-  Vollkeiken,Luktschläuoh0,Pedaleu.s.w.;

c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;

d09  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbande,  Matten  und  Läufer,  Copirblätter,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffb  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fortige
Regenröcke  und  Mäntel;

f)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken,  sowie  Stoffe  dazu  kautschukirt,
Chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;

„b)  Vollständige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.  (30)

NG.  Preislisten  der  einzelnen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.
        <pb n="149" />
        97

 

Grundkapital  M.  3  000  000.

Hanseatische  Feuer-Forsicherungs-Gesellschat

in  Hamburg.
Gegründet  1874.

Reserven  Ende  1800  M.  1  180  100.

Die  Gesellschaft  übernimmt  Feuer-Versicherungen  an  europäischen  und  transatlantischen
Plien  und  erbittet  Bewerbungen  um  Vertretungen  an  solchen  Plätzen,  an  denen  sie
noch  nicht  vertreten  ist.

(G#)

 

H###temallang  Paris  1900:  Glnsd  Prir  mi  Soldene  Moddille

 

Instrumenten-Fabrik

H.  Hauptner,  Berlin  NW.

Spezialität:  Thierärztliche  Instrumente.
Scheerapparate  für  Thiere.
Kennzeichen-Apparate  für  Thiere.

Illustrirte
Wio  drei  Sprachen  mit

Kataloge  (S#7)

über  3000  Abbildungen.
#ebrik  Marke

 

 

 

(udh)

 

 

garaer  Bergwerks-  und  Hütten-Vere
Abteilung:  4

###te  umnd  transportable  Schmalspurbahnen
vertroten  dureh:

Kiung  &amp;amp;  Schollwer,  Berlin  W.  0

(Telegr.-Adresse:  Portativa,  Berlin)

Net:  Gleise,  Welchen,  Drehschelben,  Wagen  aller  Art(m#)
:  Plantagen-,
Klein-  und

   
   
 
  

 

Vertreter  ccsucn.
IIlustrirte  Kulnloge  grutis.

—.  '  Aus  Asskqgeyquhlinlmulscun

 
   

 

Barscs  Maoiweiae
softsshkdssvohwåcuproobow

und  von  vielen  Aerzten  empfohlen:

Burk“s  Pepsi#--  Wein

bei  Verdauungsstörungen;
Burk“  Eding-Malpasier
tärkungusmittel

—...*#  W#  et  2
bern  und  deren  Folgen;

Burk  s  „Elsenchina:  Wein
haurke  s  coe«  Wein

Stärkung  des  Nervensystems;

huren  Conurangg-Wein

gurk"  .  Cnscnr#.  Saerada-Mein
bei  Leber-  und  Darmleiden;

ia  laseh.  1100,  250  N.  O  Sr.,  „„„mies.  Verpe.
Versand  nach  allen  Erdehellen.

C.  H.  BURL,  Svyrraa  ##,

FIarmsesst.  und  diltet.  Fräparste.

Musch,  Bmmenitr  #  Co

Conserven-Fabrik
in  Wolfenbiüttel  (Berzesth.  Sranssekweigl.
Spezialitäit:  (e#sn

Semüse-  und  leisch-Consowon.

 

 

 

.  Leinhas

Freiberg,  Sachsen,
liefert  komplete  (689)

Brennerel-Anlagen,
Hefefabriken,  Blerbrauereien,

Spirltusraffnerien,
Ziegelel-  und  Gerberel-Anlagen,
Holzverkohlungen,
Essigsäurefabriken.
Destillirapparate  aller  Art,
Dampfkessel  (Wasserröhrenkessel),
  Dampfmaschlnen.
        <pb n="150" />
        —
Dentsche,  kolonlale  u.  Internaflonale
Trassporte  jeder  Art.  (549)

A.  Warmuth,
Ho  teur  Sr.  Köndigi.  Hohelt  des
Georg  von  Pressen,
Spedition.  Berlin,  Kommiesion.
Friedrichstr.  94  u.  Hint.  d.Garnisonkirchela.

 

 

 

1—½

Z  1
4  .  iin  1.%  11%30,  —*i*
O.  .  Lücke,  Leipzig.

.  ,  »
.-!.-··Ii-:s.ssl-»

  EEIIIIIIIII
E  «  -l

 

     

       

   

venmevekömutlichugeu

des
Kolonial-Firtschaftlichen  Komitees
in  Berlin.

..————————.———  ——

Fericht  über  seine  #u#gs-Reise.
Ausgeführt  im  Auftrage  der
Solenial-Ibtheilung  des  Answirtigen  Ints
im  Dezember  1899

von

Dr.  J.  Wohltmann,

Kaiserlicher  Get.  Lenserunrath,  un  Professor

Mit  einer  Karte  und  20  Abbildungen.
Preis  gebeftet  LZak.  2,—.

Kelsniol-Haudels-Abreßb#

5.  Jahrgang  —  1901.
Mit  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
Preis  Da.  1,50.

Die  Kulturen  der  Kolsnien,

zugleich  eine  Erläuterung  der  Sammlung
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse
und  der  Bilder  der  Kulturen.

Göhring  Schmidts  ausländi
(G#  n  ln  ndische

Preis  Mü.  1,50.

Mestafriksnische  Kantschus-Eredition
  K.  Schlechter)

1899/1900.

Mit  13  Tafeln  und  14  Abbildungen
im  Text.

Preis  geb.  Mü.  12.—.

—  “  =  —.  ––

 

 

 

 

Im  Buchhandel  zu  beziehen  durch
die  Königliche  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  S8W12,  Kochstraße  68—71.

 

 

98

Georg  Voss  8  Co.,

JoaetS1o8-Sehmirgelwerk,  Culasber

1862.

Deuben,  Bez.  Dresden.
Naxos-Schmirgel  ächt  und  rein.

2  Körnungen.
Spectaltedet:  Handgeschldmmfe  Mintefen-Schmirgelsorten
Schmirgelletnen,  Schmirgeln#öper,  Schmirgelpapter,
Sehmirgelband  (Krarzen-Schleifband),  Seohmirgel-HWerk.
Zei#ge,  Messerschderier,  Polfrpuluter,  Glaspapier,  Feues-.
Steinpapter,  Schmirgetlxeiten.

für  alle  Zwecke  in  den  be

Schmirgel-Schleifscheiben  #rlle  Zneerei

Korowit,  Nub'fwit,  Apirantshios,  Pssychrophor.

Psychrophor-Schleifscheibe,  e
brannt,  porös  und  sehr  schleif  krästig.

Rubinit-  Abzichsteine.  Auerkanut  besser  als  Jeer  nate,

Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.

Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.  Z

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  geber
eine  feine  langhaltende  Schneide.

Jeden  Stein,  der  nicht  entsprechen  sollte,  nehmen  wir  auf  ungere
Kosten  zurück.

Polirmittel  aller  Art.

Pollrwachs,  Polirpulver,  Fllzscheiben,  Korkschelben,  Walrossleder
Polirscheiben  aus  Hartpapier  mit  Walrossleder-  Ueberzag.  (S

Carborundum-Waaren  aller  Art.

5  Preislisten  und  Muster  kostenfrei.

  
  
  
   
   
 
 
 
   
  
   
 
  

Gleichmässig  gesichtet

 

 

 

 

 

 
 

 

Peris  1900  u.  Antwerpen  Soldene  Medsille  und  19  Seld.  Med.  auf  Iagd.  u  Stort.  Ausstell.

W#s-  R.  Weber,
rste  und  Arässie  deutsche  Rauhthiertellen-Fabri,

Haynaau  i.  Schlesien.

KR.  Weben  Weltberühmte  Fangapparate
für  Raubthlere,  Vögel  und  Fische.  Wildlocker,  Witterungen,
Glaskugel-  und  Thontauben  -Wurfmaschinen,  Eisen  für  Löwen,
Tiger,  Leoparden,  Hyänen  etc.  ·.(0e835)
—se  llustrirte  Preislisten  kostenfrei.  ——r

 

Deutsches  Cxport-Muster-Lager.

Wir  empfehlen  allen  Denen,  welche  Bedürfnisse  nach
deufschen  Kochproditen,  mack  Erzeugissen  deutscher
Jdustrie  14  deufschen  Cewerbeffeisses

haben,  die  Benutzung  unserer  Firma  zu  deren  Bezug  resp.  zur  Erlangung
  vertrauenswürdiger,  bester  u.  preiswerthester  Bezugsquellen.
Unsere  reichhaltige  Sammlung  von  Adressen  ermöglicht  jede
gewünschte  Auskunft.  —  Alle  nach  Berlin  kommenden  Einkäufer
bitten  wir  um  Besichtigonk.  unserer  zeitgemässen  Ausstellungsräume.
  Geschäftszeit  9—5  Uhr.  (556,)
Berlin  S.,  Dresdener  Strasse  34.35.

Deutsches  Expon-Mauster-Lager.
        <pb n="151" />
        Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffleber)

wird  hierdurch  das  von  der

Ebemischen  Fabrik  auf  Hetien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Phenocollum  bydroehlorteum

(alzsaures  Phencocol)
allen  Beteillgten  bestens  empfohlen.

Eine  gFrosse  Reihe  llalienischer  Aerzte.  u.  A.  die  Do#rs.  Prof,.  Albertonl,
Prof.  Cervello.  Dr  Cucco,  Dr.  Dall’  Olio.  Prof.  Mosso,  Dr.  Venturini
  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  überrschende  Heilerflolge  bei
Malaria  erzielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier;  ond  Dr.  lupont  in
Boma.  Letziterer  hat  die  oflecielle  Einrelhung  de.  Medikaments  in  die
stastlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlusst.

Das  salisaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Fest-tollungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellon  und
S##cheren  Betlung  dee  Keuchbuetense.

Ha#  wecde  sich  wegen  des  Erbalts  von  Pbencocollum  hydrochloricum.
weten  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenrenannten
  Firma,  nimlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenhurg;

Barcelona:  J.  Espiell;

London:  A  &amp;amp;  N.  Zimmermann,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-KIIl;
Moskau:  Posfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.;

New-Vork:  Lehn  &amp;amp;  Fiak,  128  Wllllam  Street;

Paris:  Max  Frores,  31  rue  des  petites  Eouries;

Rio  de  Jnneiro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;

Buenos  Alres:  Diego  Glibeon,  192  Defensa.

Hatthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
HatthiasRohde  &amp;amp;  Jörgens,  Bremen.

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.
SFpedition  -  Kommission  —  Export-Import.

Spectalvterkehr  nach  Ktautschou  tend  den  dbrigen
detutschen  Kolonte.  (644)

 

 

 

 

 

 

 

Dächer!

von  Gebluden  jeder  Art.  Prov.
S#sserdichter  keigenstoft  für  Bedachung  z##  ebusden  187n  Art.  eron
1%##  Ansstellung  4000  am.  Parie  1900  ca.  15  000  m).  Leicht,  sturmsicher,  hellfarblig.
**  für  Tropen  geelgnel,  9  goldene  und  silberne  Medaillen.  Zahlreiche  Atteste.  Ueber
I1  Hillion  Meter  verwandt.  Export  nach  allen  Lindern.  Zablreiche  Tropenhluser  gedeckt.

4  lest  wie  Leder  und  biegsam,  auch  lm  Winter
Ext###-Dechpappen  Elastique  elastisch  und  Iim  Sommer  ascht  auslaufend.

auch  für  Tropen  geeignet.  Erfinder  und  alleiniger  Fabrikant).  Selbstentzündung  belm
Seeiransport  lossen.  Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

Prima  Asphaltdachpappen  6#  lsolirplatten  zum  Abdecken  von  Mauern  und  Gewolben.

Holxzeement  „Elastique“  etc.  Aussergewöhnlich  leistungef#hig.  Billigste  Preise:
Proben  und  Prospekte  szur  erafurgt  Selvente  Firmen  für  Alleinverkauf  grosser  Distrikte
lete

geaucht.  Seit  Jahren  grosse  rungen  für  das  Auswirtige  Amt  nach  Ost-  und
Südwestafriks,  Kiantschou  etc.  9

Weber  Fal  cken  berg,  Berlin,  ederiesin  ##  #s-#en

 

 

 

—s-“7sths“6q#
Pflusfabrik
Ulm  a.  Donau.

Gegrindet  1864.

Ezzige
Dezlialität:

Ein-,  zwei-  und  mehrscharige
schmiedestählerne  Universal-Pflüge
  aller  Anten.

 

  
  

—12
Pflüge  auf  Probe.
Katunloge  kostenfrei.  (18)

Gebr.  Eberhardt.
1%"
        <pb n="152" />
        Nermenn  Tessnon,  herin  #u.

Grosste  Berliner  Special-Fabrik  in
Fuhrgeräthen  aller  Art.

Gegrlndet  19874.

Jonrenkipprarren
für  Hand-,  Plerde-  und

W  Eselbetrieb  zum  Trans-K
  pert  vonWasser,  Milch,
*ie  Jnuche  etc.  mit  holrernen

  oder  eisernen
—  Tonnen.  mit
voschliessbaremlech-

  zum
Transport  v.
Waaren  ete.

  
   
    
   
  

6  sune  Keren

in  jeder  Form.,
-  Jasammenlog
I.  bar,  zür  Export
m.  Leeiguet.
Uiustr.  Frelallste  Frutis  und  franco.

..——.....—

Veriag  der  MKönigl.  Notbuchhandlung
Von  E.  S.  Mittier  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstrasse  68—71.

 

 

 

Wehtpsten  l##  Chiuss.
b  fendhuch  fr  Lapntin  sad  Asdewies.

Herausgegeben
von  der
Direktion  der  Deutschen  Seewarte.
Mit  u.  Tafeln.
Geheftet  M#.  2,50,
in  Ganzlelnwandband  Mik.  3,—.

Dus  obige  von  der  Direktion
der  Deutschen  Seewarte  in
Hemburg  herausgegebene  verdienstliche
  Werk  darf  der  weitesten  Beachtung
  sicher  sein.  denn  es  briußt
Zum  ersten  Male  in  klarer  Uebersicht
und  auf  zaverlässigem  Material  beruhend,
  alle  für  Schifffahrt  und
V  erkehr  in  den  chinesischen
Gewäüssern  wichtigen  Angaben,
die  für  den  Schiffsführer  daselbst
unerlässlich  und  um  so  erwünschter
sind,  als  der  Seeverkehr  deutscher
Kriegs-  und  Handelsschiffe  dort
alljährlich  im  Steigen  begriffen  ist.
Der  Inhalt  des  294  Lexikon-Oktav-Seiten
  umfassenden  Handbuches  ist
ein  überaus  reicher  und  lässt  die
Bedeutung  Chinas  im  Welthandelsverkehr
  erkennen.  —  Ein
sorgfältiges  Register  sowie  11Tafeln
erschliessen  und  erläutern  den  Inhalt
des  Handbuches,  das  dem  Schiffsführer
  beim  praktischen  Handgebrauch
  von  hohem  JNutzen  sein
nd  ihn,  vermöge  der  übersichtlichen
Anordnung,  leicht  orientiren  wird.
—gdßs-sccbeEm“““"

—  —  —

 

 

 

S  weich,  unverwüstlich,  von  10  Mk.  an,  dito  in  Kakhey--inrell
  6  Mk.  Ponchos-Caban  mit  Capuxe,  Wettermiäntel  in
Loden  u.  GummI  v.  6,50  NMu.  an.  Reitbeinkleider  ohne

 

 

Weisser  Juppenanzug
Nk.  9,50,  Pa.  Mk.  13,—.

 

 

Maassanfertigung  10  pCt.  höher.

Bezar  Nürnber

Bazar

Berlin  W.,  Französischestrasse  20.
Höchste  Auszeichnung  1895.  Silb.  Medaille  1898.
Sanitäts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

Spezialität:  Tropenwäsche.

Sanitäre  Unterzeuge  für  Kolonien,  Erpeditionen

in  Aacco-Baumwolle,  Nesselleinenfaser.
Leichte  Muschen-  Zellen-Gewebe.

Poröse  Merino-,  Leinen-,  Wollen-,  Seidenunterseuge.
Indin-Gause-Jacken  von  I.  50  Mk.  an.

Pajama-Nacht-  und  Schlafanzüge  von  5  Mk.  an

Tropenanzge:  weketWone  8.00  Mk.

TJnsdjoppen  aus  imprägnirtem  Oaslet-Batist,  feder-   


  
  
 
   
 
   
   
   
  
 
 

 

Jaht.  Leibbinden  in  Wolle  und  Seide.  Flanoll-Anzlge.
  Eigene  Filialen  in  Antwerpen,  Lüttich,
Gent,  Brüssel  (Lieferant  des  Em#  (44)

Prima-Referenzen  von  Arrlkafornehern,  1  —
IHHustr.  Katalog  mlt  en.  100  Abblildungen  —

 

  
  

Vostem

deräinus.  Berkefeld

Ist  als  das

beste  Wasserfitter

bereichnet  von  der

Medicinal-Abtldes  8
Königl.  Preussischen

Wiegsministeriume.
###  Perkefeld-Fiiter  Geselsscheft

1  CE  LLE.  15.

 

amnerkannt  bestem  Erfolge  eingeführt.  #128

 

 

Bei  staatlichon,  militärischen  und  städtischen
Behörden  und  Anstalten  vielfach  und  mit

3  Jedem  Hause  sein  eigen  Gas

liefert  die  in  allen  Kulturstaaton  patentirte

Amberger  Gas-Erzeugungs-Maschine

«  fllkselcuchtungstieitkocd
,  unutectmischozweckc.
—Pycxcslitcso«(73.wilde-sunddistiqes
Uuszyzulsziefit(A'c-i«.4eet»te«).

Eine  Staalsmedaille
6  goldene  Medeillen
1  Chrenkreuz.

Gasmaschinenfabrik
Act.-Ges.
Amberg

Bayern).
        <pb n="153" />
        Wasserdichte  Segeituche,
Zelte-  und  Planen-Fabrik.

D  Zelte  silimmitun  rlmentess.
Rob.  Reichelt,  Berlin  C.  —

  

 

 

 

 

Berlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

handbuch  zur  Aufnahme  fremder  Sprachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Nark.

 

 

 

 

   

VVVVVVVVYyYVTY

 
   
  

   
  

Erneut  sei  empfohlen:

Weltgeschichle

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

 

 

 

 

Ein  ganz  wundervolles  Buch  (so  urtheilen  die  „Jahresberichte  der
Geschichtswissenschaft“,  1897,  IV)  ist  diese  anonym  erschienene  Weltgeschichte
  in  Umrissen.  Diese  bescheiden  genug  „Federzeichnungen“
betitelten  Betrachtungen  eines  sehr  unterrichteten,  vielseitigen  Deutschen
fesseln  von  der  ersten  bis  zur  letzten  Seite.  Das  Buch  bietet
geistigen  Genuß  beim  Lesen,  neue  Gesichtspunkte  und  Anregung  zu
eigenem  Nachdenken.  Erst  neuerdings  ist  der  Graf  Yorck  v.  Wartenburg
  als  Verfasser  genannt  worden.

in  Umrissen.

Federzeichnungen  eines  Deutschen,

ein  Rückblick
am  Schlusse  des  19.  Daßbrbunderts.
Fäufte  Auflage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geheftet  Mk.  9;  in  Halbfranzband  Mk.  11.  (130)

 

 

 

Lmoleum

Marximiliansau

am  Khein,
erstklassiges  bestes  Fabrikat,
eingeführt  bei  der  Kalsertichen
Narine  u.  anderen  hohen  Staatsund
  Kommunalbehörden.

Neue  Spezlalitlit:

Kork-Unoleum

7  mm  stark,  spezifisch  leicht,
welch  u.  warm,  wie  Wollteppich,
absolut  schalldimpiend  u.  staubfrei.

Zur  Erhöhung  der  Behaglichkelt
  und  Sauberkeit  im  Hause
unentbehrlich.  (584)

 

 
 

 

 

 

   
      
   

 

EKporf-Stahlkarre
DEeUrScHr  ENGL.  FoORN  E

Ukörlgens  Co

B.  Gladbach,  Köln

 

.  Schutietevses,
RIXDORF  BEI  BERLIN,
MASCHINEN  füR  ZIiE.
GEL,  RöHREN,  DACH-ZIEGEL,

  TORF,  MõR-TEL,
  BETON,  CHA.
MOTTE,  THONWAREN
UND  ERZBRIKETTS.

 

 

v.  Schele,  Frhr.,  Ueber  die  Organi-Sation
  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
in  Deutsch-  Ostafrika  u.  die  kriegerischen
  Operationen  daselbst  während
  der  Jahre  1893/94.  75  Pf.
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW1.
—  .—

Kewitsch  Orgel-  (581)

Aarmonium,

speziell  für  tropisches
lima  konstruirt,  empf.
Johannes  Kewitsch,

Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.
——ms’epcs““"“"“--.“
        <pb n="154" />
        EM—————2-—27——————————————

W.  Homann  &amp;amp;  Co.

Hamburg,  Luisenhof.
kenmissien  —  Assseur  —  Spoditeen

von  und  nach  (###n)
den  deutschen  Moloslen.

————  —.—  ————  ——  —  ————  —

 

 

 

 

 

Ein  I#lustrirtes  Verzreichaiss
empfehlenswerther

Schriften  und  Werke

über  unsere

Marine

und  aus  dem  Gebiete

unserer  Kolonien

(Sonder-Verseichnies  No.  31)

aus  dem  Nerlage  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlin  SWu,

steht  Interessenten  Kostenfret  zu
Diensten.

 

9OCOGOCCCCSCO  ##AAL

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

Ein  lesenswerthes  Luch!
LCehren

aus  dem
Sidafrikanischen  Kriege
für  das  deutsche  Heer.

Von
von  Francois,

Major  a.  D.,  früher  Landeshauptmann
von  Deutsch-Südwestafrika.

Mit  acht  Skizzen.
Preis  Mk.  1,40.
Die  „Militär-Literatur-Zeitung“
  Nr.  5/1900  sagt:
„Das  Buch  des  Majors  v.  François
ist  unserer  Ansicht  nach  jedenfalls  eins
der  interessantesten  von  denen,  die  bis

 

 

 

 

 

jetzt  dem  gegenwärtigen  Krieg  ihre
Entstehung  verdanken.“

 

 

 

isl-  .
·-I-—--.I-—-s-———  NR-—  q—l---—I-——I—--—I—  -————l.--.

 
   
  
  
  
   
 
 
 
    
   
   

1  —  1  —  1  l

Soeben  erschien

Oft-Akien

1860  —  18  62
in  Brieken  des

Grafen  Fritz  zu  Eulenburg

Königlich  preußischen  Gesandten,
betraut  mit  außerordentlicher  Mission  nach  China,  Japan  und  Siam.
Herausgegeben

von

Graf  Philipp  zu  Culenburg-Dertefeld

Kaiserlich  deutschem  Botschafter.

l  --ll  ——-l

 

Mit  einem  Bildniß  in  Lichdcua  und  einem  Facsimile  der  Handschrift.

 

Vverlag  von  E.  8.  Mittler  3  Sohn,  Rönigliche  Poibuchhandlung,
Berlin  SWis

Geheftet  Mk.  10,—,  in  elegantem  Orisinalhand  Ml.  11,50.

Der  „Hamburgische  Correspondent=  sagt  in  seiner  „Zeitung
für  Litteratur,  Kunst  und  Wissenschaft“,  Nr.  9  vom  6.  Mai  1900:

In  den  Briefen  seines  Oheims  ..  hat  der  auch  als  Schriftsteller
und  Dichter  bekannte  Botschafter  des  Deutschen  Reiches  in  Wien,  der
nunmehrige  Fürst  Philipp  zu  Eulenburg  und  Herteseld,  einen
litterarischen  Schatz  gehoben.  Der  „alte  Frih  Eulenburg“.
ist  bekannt  als  eine  liebenswürdige,  geistvolle,  joviale
Persönlichkeit...  Die  Schwierigkeiten  seiner  Mission  waren  außerordentlich
  groß.  Und  daß  trog  alledem  seine  kraftvolle  Natur  nicht
unterliegt,  daß  er  bei  alledem  diese  köstlichen  Briefe  schreibt,
voll  feiner  Beobachtung,  voll  liebenswürdiger  Menschlichkeit  und
gefunden  Humors,  voll  packender  Schilberungen  und  ansprechender

Restexionen,  das  ist  das  Ungewähnliche  und  Reizvolle  an  dieser

Persbulichkeit  und  an  dem  Buch,  das  uns  deren  getrenues  Abbild  bietet.

 

 

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
Berlin  SWn,  Kochstraße  68—71.

—  —  —  —  —.

Soeben  erschien:
Jahrbuch
kür  Deutschlands
4  esheh

Dauticus..

—.Nea##2,2,  gebunden  *  2.75.—

  

 

Ein  treffliches  Sammelwerk  von  überaus  reichem  Jnhalt
—  für  den  Fachmann  und  weitere  Kreise  von  hohem  Interesse.
Durch  e  eine  Neihe  sorgfältig  ausgewählter  Aussätze  bietet  es
Jedermann  die  Möglichkeit,  sich  über  wichtige  Fragen  des  Seewesens
  und  über  die  manntgfaltigen  Beziehungen  zwischen  der

Seegeltung  des  Reiches  und  seiner  politischen  und  wirthschaftlichen

—  “  —

Fortentwickelung  ein  eigenes  Urthe  Urtheil  zu  bilden.

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

1

1  —
        <pb n="155" />
        F.  H.  SCHMIDT
INGENIEUR  UND  BAaUUNTERNEHMER.

AUSFUHRUNG  VON  EXPORTBAUTEN  UND
BAUAUSFUBRUTGEN  UEBERSEE.
WASSER-,  BROCKEN-  UND  HOGfSBA.½
BAUANSTALT  FUR  EIsSENKONSTRUKTTONEN.
HOLZBEARBEITUNGSFABRIK.
—..—
Malariasichere  Tropenhüuser
Eesetslich  geschütst).

ALTONA  HAMBURG

Remw##C.  PAULSTRASSE  21.
Fernaproehor  No.  2  u.  750.  Fernaprooher  Amt  I.  No.  4168.

TELLTGRANMN-ADBREBSSB:

RAMmSCHMIDT,  ALTONA.  (28)

 

 

4  Mliien  (eesellochast.

     

J.  F.  Sauer  &amp;amp;  Sohn

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F  die  älteste  und  grösste

Jagdgewehr-Fabrik  Heutschlands

empfiehlt  ihre

Jagdgewehre
der  verschiedensten  Art  nach  HPreisliste.

Die  Fabrik  verarbeitet  nur  die  besten,  wenn  auch  theuersten
Materialien  und  garantirt  peinlich  sorgfältige  Ausarbeitung
und  Schussleistung.

Man  verlaunge  kostenfreie  Uebersendung  unserer  illustrirten

Preisliste.  (679)

 

r

 

(691)

 

 

L  —
Hamburs,

##nmmt  jede  Commisnien  und
Speditien  nach  und  von

West-  und  Ost-Allla

      

 

 

(647)

 

 

 

 

 

Kest.  deutsche  Schaumweln-Kellere
Gegründet  1826.  (679)

 

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  ery

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esellnpen.

Hoflieferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
Württemberg,  Lieferanten  Ihrer  Kalser.
Hoheit  der  Herzogin  Wera,  Gronafürstin
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fursten  von  Hohenlohe,  Deutsehen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Cusinos.

 

 

Antoetstungzurregelmässigen  ärztlichen

  Rapport-  u.  Berichterstattung

über  die  Kaiserliche  Schutztruppe

in  Deutsch-Ostafrika.  Preis  80  v

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWu.
        <pb n="156" />
        —  104  —

MNOERMANN-  LINIE,

Regelmässige  Postdampfschiffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

—  ——

Am  5.  Februar:  P.  D  „Hans  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Cape  Cross,  Swakopmund,  Walfischbaf  und  Lüderitzbucht.

Am  10.  Februar:  P.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Françoais.

Am  18.  Februar:  F.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Todt,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  Bissac,  Bolama,  Rio  Nunez,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Februar:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Stuth,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  28.  Februar:  P.  D.  „Neannette  Woermann“,  Cat...,

nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Conakry,  Liberia,  Lagos,  Kamerun,  San
Thome,  dem  Kongo  und  Angola.

aoach  Deutsch-Südwestafrika  am  b.  jedes  Monats.
Atie  Güter  müssen  mcet  Tage  vor  dem  450anoedattm.  bis  12  Uhr  matcaos  #n#osseite  sedn.

Näberes  wegen  Fracht  und  Passake  ertheilt  die  Woermann-Linie
(n)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/38.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
Zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.

Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  ab  Neapei:
BR.  P.  D.  „Couverneur“,  Capt.  A.  Stahl  (fahrplanmässige  Reise  No.  2a)  30.  Januar  15.  februar

mit  Paseagieren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Adens,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Salüm,  Zanzibar,  KIhma,  lindl.
Mikisdanl,  lho,  Voramblque,  Chlnde,  Beira  und  duelimane.  c  Demburs:  4  Neapel:

R.  P.  D.  „König“  Capt.  Doherr  (fahrplanmässige  Reise  No.  3).  13.  Februar  1.  J
mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozamblue  sowie  mit  Passagleren
und  Ladung  nach  Chlnde,  Beira,  Delapoabay  und  Durban.  Bamburg:  #b  n  —
E.  P.  D.  „Kronprinz"  Capt.  v.  Issendorff  (fahrplanm.  Reise  No.  4).  7.  Februar  Il.
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellsabeth,  East  London,  burbas  und  Delagoabay.

ab  Bamburg:  an  Nen
R.  P.  D.  „Reichstag“  Capt.  Kley  (fahrplanmässige  Reise  No.  5a)  7.  Fetwwar  i5.  “
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Our-Se  Salim,  Zanzibar,  Kliwa,  Lindl,
Mikindanl,  #o,  Moramdique,  Chinde,  Beirs  und  duellmane.  MHambura:  ab  Neapei:
R.  P.  D.  „MNerzog“  Capt.  Gaube  (fabrplanmassige  Reise  No.  5)  .  13.  Mär:r  29.  März

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Salfm,  Zanzibar,  Woramblue  sowie  mit  Passagieren
und  Ladung  nach  Chiade,  Beira,  Delacoabay  und  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorzugliche  Einrichfungen  für  FPussagtere  in  allen  Klassen.
DDirekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plutzen  nach  simmtlichen  Anlaufhäfen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

  

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten;  in  Hamburge:  (20)
wegen  Passago  dio  Hamburg  Amæerisca-Linie,  Abtbellung  Personen-Verkehr,  Hambierg,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deursche  Ost-4rikfa-  Ltnte,

Afrlkahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25/33.

Verantwortlicher  Redakteur  fur  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Berlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  EC.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sobn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Februar  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="157" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgezeben  in  der  Holouial-Abtheilung  des  Iuswirtigen  Ints.

 

XII.  Jahrgang.  Berlin,  15.  Februar  1901.  NUummer  4.
Diese  Zeitschrist  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscbeinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr
v.  Danckelman.  Der  vierteliahrliche  Abonnementopreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beibeften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  di
Buchhundlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  ertagsbuchpandpung  Mk.  3,00  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutz  ebicte  und

Ocsterreich=  Ungarn,  Mk.  3,75  für  die  Lander  des  Weltvostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Köninliche  Hofbuchhandlung  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstr.  68—71.  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung,  betreffend  den  Schutz  der  nicht  schiffbaren  Gewässer  in  Kamerun  S.  105.  E
Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  November  1900
S.  106.  —  Personalien  S.  106.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  107.  —  Deutsch-Ostafrika:  Das  Schwimmdock  in
Dar-es-Saläm  S.  107.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  107.  —  Togo:  Bericht  über  die  Verhältnisse  im
nördlichsten  Bezirk  des  Schutzgebieteo  Togo  S.  1064.  Deutsch-Neu-Guinea:  Bericht  über  eine  Reise  des
(Gouverneurs  nach  den  Salomons-Inseln  S.  113.  Bericht  aus  Yap  S.  117.  —  Aus  dem  Bereiche  der
Missionen  und  der  Antisklaveret-Bewegung  S.  117.  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:
  Die  britisch-indische  Forstschule  in  Dehra-Dun  S.  121.  —.  Aus  dem  Jahresbericht  über  die  englische
Goldküste  für  1899  S.  122.  —  Jahresbericht  über  Sierra  Leone  für  1899  S.  124.  Verschiedene  Mittheilungen:
  Ausstellung  der  Kunene-Zambesi-Erpedition  S.  124.  Jahresbericht  1900  über  Kolonialwolle  von
(ustav  Ebell  &amp;amp;  Co.  in  Berlin  S.  125.  —  Litteratur  S.  126.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  127.  —  Verkehrs-Nachrichten
  S.  127.  —  Fahrplan  des  Reichspostdampfers  „Oceana“  für  1901  S.  129.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.  -
Gesetze;VerordnungenderReirlxgbelxördenzVerträge.

 

 

Verordnung,  betreffend  den  Schutz  der  nicht  schiffbaren  Gewässer  in  Kamernu.

Auf  Grund  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  4.  April  laufenden  Jahres,  betreffend  Ermächtigung
  des  Gouverneurs  von  Kamerun  zum  Erlaß  von  Anordnungen  zum  Schutze  des  Waldbestandes,  wird
verordnet,  wie  folgt:

§  1.  ·

Bei  allen  nicht  schiffbaren  Gewässern  ist  zu  beiden  Seiten  ein  Streifen  Wald  bezw.  Busch  von

je  30  m  (dreißig  Metern)  Breite  stehen  zu  lassen.
§  2.

Ausgenommen  sind  diejenigen  Stellen,  an  welchen  öffentliche  Wege,  die  dem  Betriebe  von  Plantagen

  oder  gewerblichen  Unternehmungen  dienen,  den  Lauf  der  Gewässer  kreuzen.

83.
Ausgenommen  sind  ferner  solche  Stellen,  an  welchen  beim  Erlaß  dieser  Verordnung  bereits  bestehende
  Ortschaften  von  Eingeborenen  liegen.
84.
Ausnahmen  können  fernerhin  gestattet  werden  zum  Zwecke  der  Errichtung  von  Anlagen  landwirthschaftlicher
  und  gewerblicher  Art.
Die  Genehmigung  zu  solchen  Anlagen  ertheilt  der  Gouverneur.

*5.
Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Geldstrafen  bis  zu  1000  Mk.  (tausend
Mark),  im  Unvermögensfalle  mit  Haft  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.
86.
Personen,  welche  den  vorstehend  aufgeführten  Vorschriften  entgegen  Holz  gefällt  haben,  sind  auf
Anordnung  des  Gouverneurs  zur  Wiederaufforstung  der  abgeholzten  Fläche  innerhalb  einer  festgesetzten
Frist  verpflichtet.
        <pb n="158" />
        —  106  —

87.

Kommen  die  zur  Wiederaufforstung  Verpflichteten  innerhalb  der  festgesetzten  Frist  der  an  sie
gemäß  §  6  ergangenen  Aufforderung  nicht  nach,  so  wird  die  Wiederaufforstung  vom  Gouvernement  veranlaßt
  und  die  hierdurch  entstehenden  Kosten  von  den  Verpflichteten  im  Wege  der  Zwangsvollstreckung
beigetrieben.

8.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  aaer  Verkündung  in  Kraft.
Buöa  (Kamerun),  den  22.  Dezember  1900.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
v.  Puttkamer.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  November  1000.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts.]  Holzschlag-Neben-Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhr  Ubgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
No.  P.]  Np.  P.]  Kp.  P.]  Kp.  P.s  NRp.  P.]  Np.  P.  —  Mk.  (Pf.
#  #  6

Tanga  .  .  .  .  .  ..  500  42  12260%  38#r  298  124  o*
Pangani..  ...  837534864  ·28  3—  12  11.  35728  49  797  31
Bagamooon  8481/  8  1  9—6H804  %50  322556%  31424  52
Dar-es-Saltn  143  253964344010(64  4255  4525  31
Kilooa  83239%
Lindi  3  270  „%½1  L  =  828875
Zusammen7442  50Ö  HSS  05G  %1  =  953

—  —  —  —  —  —  —  —

24  289  Mt.  Mk.  Mk..  Mk.Mf.

27  Pf.  23  Pf.  33  o  f..  67  Pf.)  54  P-f.

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  kommissarischen
Bezirksamtmann  Senfft  zu  Yap  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  indischen  Zollassistenten
  3.  Klasse  Ratenzi  Trikundas,  dem  Dolmetscher  Ribeiro  und  dem  Wali  von  Bagamoyo
Chekh  Amer  bin  Soliman,  sämmtlich  in  Deutsch-Ostafrika,  sowie  dem  Dolmetscher  und  Aufseher
Eilliam  Bruce  und  dem  Lazarethgehülfen  Felicio  da  Souza  in  Togo  die  Kronen-Orden-Medaille
zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Geheimen
Legationsrath  und  vortragenden  Rath  in  der  Koloniol-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  v.  König
die  Rothe  Kreuz-Medaille  dritter  Klasse  zu  verleihen.

Der  Leutnant  Mellin,  à  la  suite  des  3.  Niederschlesischen  Infanterie-Regiments  Nr.  50,
kommandirt  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt,  ist  zum  Oberleutnant  befördert  worden.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.  -
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
Angehörigen  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Leutnant  Braumüller,
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:  dem  Sanitätsunteroffizier  Burkhardt,
die  Kriegerverdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Silber:  dem  Betschausch  Sadalla  Mohamed  und  dem
Ombascha  Abdallah  Mohamed.
        <pb n="159" />
        107

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Postinspektor  Fleischer  in  Dar-es-Saläm
kehrt  nach  einer  Gesammtdienstzeit  von  nahezu
7  ½  Jahren  im  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebiete
nach  Deutschland  zurück;  als  sein  Nachfolger  wird
der  Postdirektor  Haseloff  demnächst  die  Ausreise
nach  dem  Schutzgebiet  antreten.

Der  Landmesser  Techmer  und  der  Kesselschmied
Zimmermann  haben  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
  angetreten.

Der  Bohrmeister  Lowitsch  und  der  Gehülfe
Rulinski  sind  am  26.  Dezember  v.  Is.  in  Darz-es-Saläm
  eingetroffen.

Oberleutnant  Kalb  und  Abel  sowie  Oberarzt
Dr.  Hildebrandt  sind  mit  Heimathsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

Es  haben  die  Wiederausreise  bezw.  die  Ausreise
in  das  Schutzgebiet  angetreten:  Sergeant  Riße  am
13.  d.  Mts.  von  Hamburg,  Unteroffizier  Stöhr,
Sanitätsunteroffiziere  Schieß  und  Weiland  am
15.  d.  Mts.  von  Neapel  aus.

 

Ramerun.

Der  Regierungsassessor  Plehn  und  der  Kupferschmied
  Schulze  sind  am  7.  Dezember  v.  Is.  im
Kamerun  und  der  Wegebauer  Hoffmann  ist  am
7.  Dezember  v.  Is.  in  Victoria  eingetroffen.

Hauptmann  Langheld,  die  Leutnants  v.  Gellhorn,
  Buthut  und  Zimpel  sowie  Stabsarzt
Dr.  Zupitza  und  Sanitätsunteroffizier  Hemmerle
haben  am  11.  d.  Mts.  von  Hamburg  aus  die  Ausreise
  in  das  Schutzgebiet  angetreten.

Unteroffizier  Willenbrock  ist  am  9.  d.  Mts.
behufs  Entlassung  in  Hamburg  eingetroffen.

Lüdwestafrika.

Der  Materialienverwalter  Rothe  hat  die  Ausreise
  nach  Deutsch=  Südwestafrika  angetrelen.

Oberleutnant  Schultze,  die  Unteroffiziere  Hanisch
  und  Brunner,  Sanitätssergeant  Krause  und
die  Sanitätsunteroffiziere  Wandelt,  Laßmann,
Grau,  Sürén,  Terwesten,  Wilhelm  und  Loos
haben  am  6.  d.  Mts.  die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise
  in  das  Schutzgebiet  angetreten.

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hlkafrika.

Das  Schwimmbock  in  Dar-es--Salam.

Ueber  das  im  Bau  befindliche  Schwimmdock  im
Hafen  von  Dar-es-Saläm  erfahren  wir  Folgendes:

Die  vier  Pontons  sind  bis  auf  das  Deck  und
die  durch  die  Plattenlage  zurückgebliebenen  Nietungen,
die  erst  nach  dem  Aufklotzen  genietet  werden  können,
fertig.  Die  Rohrleitung  innerhalb  der  Pontons  ist
ebenfalls  schon  gelegt.  Ende  Dezember  v.  Is.  war
man  mit  der  Anbringung  der  Spanten  der  Seitenkasten
  beschäftigt.  Der  den  Bau  leitende  Ingenieur
hofft,  daß  der  Ablauf  des  Docks  zwischen  dem  15.
und  20.  März  d.  Is.  und  die  Abnahme  bis  zum
15.  April  erfolgen  kann,  wenn  nicht  unvorhergesehene
Zwischenfälle  eintreten.

Beim  Dockbau  werden  290  bis  300  Arbeiter  beschäftigt,
  davon  sechs  Europäer,  28  Inder  und  der
Rest  Schwarze.  Die  Inder  werden  als  intelligente
und  sehr  fleißige  Arbeiter  geschildert,  deren  Leistungen
und  Ausführungen  fast  gleichwerthig  mit  denen  eines
guten  europäischen  Arbeiters  sind.  Die  Schwarzen
sind  weniger  intelligent,  aber  bei  strenger  und

 

—

 

energischer  Behandlung  sehr  folgsam  und  auch  fleißig;
ihre  Arbeitsausführungen  sind  bei  guter  Kontrolle
zufriedenstellend.

WMissenschaftliche  Lammlungen.“)

Der  zoologischen  Sammlung  des  Berliner  Königlichen
  Museums  für  Naturkunde  sind  von  dem  mit
der  Erforschung  der  Fauna  des  Nyassasees  und  des
Kingagebirges  betrauten  Stabsarzt  Dr.  Fülleborn
im  Monat  Juni  v.  Is.  folgende  zoologische  Objekte
abgeliefert  worden:

71  Säugethiere,  250  Vogelbälge,  250  Reptilien
und  Amphibien,  313  Fische,  große  Mengen  von
Käfern,  Orthopteren  und  Rhynchoten,  eine  Anzahl
Dipteren,  292  Spinnenthiere,  mehrere  Krebse,
Würmer  und  66  Landschnecken.

Die  Konservirung  aller  Thiere  ist  sehr  gut,  und
dieselben  gewinnen  dadurch  wesentlich  an  Werth,
daß  alle  Stücke  genau  etikettirt  und  mit  Fundortsangaben
  versehen  sind.

—  —  —

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  538.
        <pb n="160" />
        108

Unter  den  Säugethieren  befindet  sich  eine  ganze
Reihe  für  die  Sammlung  des  Museums  neuer
Formen,  durch  welche  die  Fauna  des  Kondelandes
und  Rickwagebietes  zum  ersten  Male  bekannt  wird
und  wodurch  nachgewiesen  ist,  daß  dort  sehr  eigenthümliche
  zoogeographische  Verhältnisse  herrschen.
Einige  wenige  der  dort  vorkommenden  Säugethierformen
  gehören  zu  den  für  das  abflußlose  Gebiet
von  Deutsch-Ostafrika  nachgewiesenen,  wie  Damaliscus
jimela,  Bubalus  aequinoctialis;  viele  andere
stimmen  mit  den  an  der  deutsch  -ostafrikanischen
Küste  lebenden  überein,  ein  anderer  Theil  gehört  zu
den  vom  Schire  und  Nyassaland  bekannten  Formen,
und  der  Rest  besteht  aus  solchen,  die  auch  auf  dem
Nycka-Plateau  und  den  Gebieten  zwischen  Tanganyila
und  Lualaba  vorkommen.

Die  Vögel  stammen  zum  größten  Theile  aus
einem  zoologisch  noch  unerforschten  Gebiete.  Es
haben  sich  14  Arten  als  neu  herausgestellt,  darunter
eine  neue  Gattung  der  Fliegenfänger.  Diese  eigenthümliche
  Vogelart  lebt  nach  der  Weise  der  Erdschwalben
  an  schroff  abfallenden  Fels=  oder  Erdwänden
  und  nistet  in  Löchern,  die  sie  vermuthlich
wie  die  Erdschwalben  selbst  in  den  Boden  gräbt.
Von  den  neuen  Vogelarten  sind  ferner  hervorzuheben
ein  Ziegenmelker,  Caprimulgus  Fülleborni,  ein
eigenartiger  Weber,  Ploceus  Fülleborni,  ein  Termitenvogel,
  Alethe  Fülleborni.

Die  Reptilien  und  Amphibien  enthalten  außerordentlich
  werthvolle  Stücke.  Die  Fische  gehören
62  Arten  an,  von  denen  50  Arten  auf  die  Familie
der  Chromiden  entfallen.  Unter  den  Insekten  befinden
  sich  zahlreiche  noch  unbekannte  Arten,  deren
Beschreibung  erst  später  erfolgen  kann.  Die  Landschnecken
  gehören  zu  15  verschiedenen  Arten,  darunter
sind  einige  für  die  Wissenschaft  wahrscheinlich  neu,

was  durch  weitere  Untersuchung  noch  festgestellt

werden  muß.

Durch  den  der  Expedition  beigegebenen  Botaniker
Götze  sind  20  Säuger,  1  Vogel,  78  Reptilien  und
Amphibien,  1991  Schmetterlinge,  3200  Keffer,
5  Hymenopteren,  8  Fliegen,  29  Spinnenthiere  und
9  Mollusken  gesammelt  und  eingesandt  worden.

Die  Konservirung  dieser  Thiere  war  gut.  Unter
den  Säugethieren  befanden  sich  mehrere  seltene
Arten.
schweines  für  das  Ruahagebiet;  sehr  willkommen  ist
auch  eine  bisher  nur  in  einem  einzigen  Exemplar  aus
Deutsch-Ostafrika  bekannte  Spitzmaus,  Crocidura
hirta  Ptrs.  Die  Schmetterlinge  enthalten  zahlreiche
dem  Museum  noch  fehlende  Arten,  von  denen  einige

 

 

 

Wichtig  ist  der  Nachweis  des  Stachelsich

  als  noch  unbeschrieben  herausstellen  dürften.

Auch  die  Käfer  und  die  übrigen  Insekten  enthalten
viele  neue  Arten  und  sind  namentlich  in  zoogeographischer
  Beziehung  höchst  werthvoll.

Unter  den  Mollusken  ist  eine  Achatina  für  die
Feststellung  des  geographischen  Vorkommens  dieser
Art  wichtig.  Eine  Trochonanina  Nyanssana  E.  Sm.
fehlte  dem  Museum  bis  dahin.

 

Togv.

Ueber  die  Verhältnisse  im  nördlichsten  Bezirk  des  Schusgebietes
  Togo

entnehmen  wir  einem  Berichte  des  Stationsleiters
in  Sansanne  Mangu  folgende  Angaben:

Für  eine  annähernd  genaue  Schätzung  der  Bevölkerungsdichtigkeit
  sehlt  es  zur  Zeit  noch  an  hinreichenden
  statistischen  Unterlagen.

Immerhin  dürfte  es  der  Wahrheit  nahekommen.
wenn  die  Bevölkerungsdichtigkeit  mit  zehn  Seelen
auf  das  Quadratkilometer  angenommen  wird.  Für  die
Wohnhütten  sind  wohl  zwei  Seelen  der  Durchschnitt.

In  der  Bevölkerung  ist  viel  hamitisches  Blut,
so  daß  in  diesem  Bezirk  von  eigentlichen  „Negern“
nur  in  sehr  beschränktem  Umfange  die  Rede  sein  kann.
Neben  den  anthropologischen  und  ethnographischen
kennzeichnen  auch  gewisse  Verhältnisse  der  Bodenbeschaffenheit,
  der  Vegetation,  des  Klimas  und  solche
politischer  Art  den  Bezirk  als  einen  Theil  des
Sudan.  Gurma,  Moshi,  Barba,  Moba,  Mamprushi,
Konkomba,  Dagomba,  Nanumba  gehören  einer  alten
Volkseinheit  an,  welcher  weder  die  in  den  Handelscentren
  lebenden  Haussaleute  noch  die  wenigen  im
Osten  des  Bezirks  lebenden  Tim-Stämme  noch  die
in  der  Stadt  Sansanne  Mangu  und  deren  zahlreichen
  Nebenorten  angesiedelten  Chatossi  zuzurechnen
  sind.

Diese  Letztteren  sind  den  Asante  eng  verwandte
Eindringlinge;  sie  sind  das  alte  Herrenvolk  der
nördlichen  Theile  des  Bezirks  und  kennzeichnen  sich
in  der  Bevölkerungsmasse  desselben  als  ein  ganz
fremdartiges  Element.

Der  bisherige  Sultan  der  Chakossi,  Atyanta,  ist
im  Berichtsjahre  gestorben.  Zu  seinem  Nachfolger
wurde  mit  Umgehung  einiger  älterer  Mitglieder  der
Dynastie,  welche  nicht  geeignet  erschienen,  aber  unter
Zustimmung  der  Großen  des  Landes,  der  loyal  und
treu  gesinnte,  rüstige  und  energische  Tschaba  ernannt.
Er  wurde  nach  alter  Sitte  unter  einem  großen
Schattenbaum  nach  hergebrachtem  Ceremoniell  in
seine  Würde  eingeführt,  wobei  die  Häupter  der
großen  Familien  in  feierlicher  Weise  huldigten.

Als  Fremdlinge  sind  auch  die  im  Bezirk  verstreut
  lebenden  Fullani  anzusehen,  welche  in  der  von
ihnen  vorzugsweise  betriebenen  Viehzucht  den  anderen
Bewohnern  des  Landes  erheblich  überlegen  sind.  —

Von  Ansiedelungsformen  im  Bezirk  sind  zu
nennen:
1.  Größere  Städte,
Tshobéwa.
2.  Dörfer.
3.  Dorflandschaften.
4.  Ansiedelung  in  Einzelgehöften  von  5  bis  50
Hütten.
Ansässige  Europäer  waren  nur  durch  den  Bezirksleiter
  und  die  Assistenten  vertreten.  Außerdem
hat  die  deutsch-französische  Kommission  zur  Reguwie

  Sansanne  Mangu  und
        <pb n="161" />
        lirung  der  Grenze  Togo—  Sudan—  Dahomey  längere
Zeit  im  Bezirk  verweilt,  da  sie  in  den  östlichen
Gebieten  desselben:  in  Natyaba  und  Barba,  topographische
  Arbeiten  vorzunehmen  hatte.

Vom  ganzen  Gebiet  ist  wohl  nicht  mehr  als
½/10  bis  ½8  des  Gesammtareals  unter  Kultur,  nur
die  im  Norden  gelegene  Landschaft  Moba,  welche  sich
als  eine  Kornkammer  für  die  umliegenden  Gebiete,
namentlich  aber  für  die  Chakossileute,  darstellt,  ist
ausgiebiger  angebaut.

Auf  zusammenhängende  meteorologische  Beobachtungen
  hat  verzichtet  werden  müssen,  weil  die
Verwaltung  des  Bezirkes  nur  in  der  Form  einer
Wanderregierung  ausgeübt  werden  konnte.  Die
Regenzeit  war  im  Jahre  1899  nicht  so  stark  ausgesprochen
  wie  in  früheren  Jahren,  ohne  daß  dieser
Umstand  einen  günstigen  Einfluß  auf  die  gesundheitlichen
  Verhältnisse  im  Bezirk  ausgeübt  hätte.
Im  Allgemeinen  stellte  sich  auch  im  Berichtsjahre
die  trockene  Jahreszeit  als  diejenige  dar,  welche  für
die  Gesundheit  von  Europäern  und  Eingeborenen
die  besseren  Bedingungen  bietet,  trotz  der  außerordentlich
  hohen  Temperatur,  welche  alsdann  in  der
meist  schattenlosen  Savanne  eintritt.

Die  Grundlage  der  Volksernährung  im  Bezirk
sind  Guinea-Korn  (daua),  das  namentlich  in  der
Landschaft  Noba  massenweis  produzirt  wird,  das
sogenannte  Li  (ebenfalls  eine  Hirseart),  Yams,  der
in  etwa  10  Varietäten  vorkommt,  Mais,  welcher
vor  Allem  auf  den  das  Otithal  begrenzenden  Höhen,
außerdem  aber  in  der  nächsten  Umgebung  der  Ortschaften
  in  großer  Menge  angebaut  wird,  Reis,
mehrere  Arten  Bohnen  und  Erdnüsse.  Außerdem
werden  Okro,  Lauch,  Pfeffer,  Suppenkräuter  und
Kürbisse  angebaut,  letztere  auch  für  die  Kalabassen-Industrie.
  Hirsebier  wird  an  allen  Orten,  an
manchen  auch  Palmwein  hergestellt.  Schibutter
wird  allerorts,  Palmöl  dagegen  seltener  gewonnen.
In  einigen  Theilen  des  Bezirks,  so  in  Komongu
und  seinen  Nachbarstädten  und  in  der  Landschaft
Noba,  steht  der  Tabakbau  in  erfreulicher  Blüthe.

Sehr  zu  bedauern  ist,  daß  die  Grasbrände,  wie
sie  zum  Zweck  von  Farmanlagen,  aber  auch  zu
Jagdzwecken  alljährlich  in  der  trockenen  Jahreszeit
veranstaltet  werden,  in  ganz  übertriebener  Weise
angelegt  werden  und  dadurch  die  Vegetation  unnöthigerweise
  beeinträchtigen  und  vernichten.  Die
Einschränkung  dieses  Uebels,  wie  sie  von  der  Bezirksleitung
  im  vergangenen  Jahre  bereits  angestrebt
worden  ist,  begegnet  großen  Schwierigkeiten.

An  Vieh  produzirt  das  Gebiet  der  Station
Sansanne  Mangu  wohl  mehr  als

sämmtliche

109

 

von  Milch,  Butter  und  Eiern.
werden  vielfach  im  Gebiet  gehalten,  so  daß  wohl

 

übrigen  Gebietstheile  des  Schutzgebietes  zusammengenommen.

  Es  findet  daher  ein  bedeutender  Export

an  Vieh  statt,  der  vor  Allem  nach  der  Goldküsten-Kolonie

  seinen  Weg  nimmt;  auch  genießen  die
Eingeborenen  neben  der  vegetabilischen  Nahrung
nicht  geringe  Mengen  an  Fleisch.

Immerhin  erscheint  die  Viehzucht,  soweit  sie

nicht  von  den  obenerwähnten  Fulani  ausgeübt  wird,
noch  nicht  als  eine  rationelle.  Eine  Hebung  derselben
mit  Hülfe  europäischer  Sachkenntniß  wäre  wünschenswerth.


Außer  dem  Rindvieh  werden  Schafe,  Ziegen,  in
nicht  mohamedanischen  Plätzen  Schweine,  Hühner,
Enten,  Perlhühner  und  Tauben  gezüchtet.  Auch  Hunde
und  Katzen  sind  weit  verbreitete  Hausthiere.  —  Aus  der
Vieh=  und  Geflügelzucht  ergiebt  sich  die  Produktion
Pferde  und  Esel

jeder  einigermaßen  bedeutende  Händler  und  Farmer
beritten  ist.  Die  Vornehmen  sind  zumeist  im  Besitz
von  mehreren  Pferden.

Die  Pferde,  welche  sich  im  Bezirk  immerhin
besser  halten  als  in  den  übrigen  Theilen  des
Schutzgebietes,  werden  theils  importirt,  theils  innerhalb
des  Stationsbezirks  gezüchtet.  Es  bedarf  auf  diesem
Gebiet  durchaus  der  Anleitung  und  Nachhülfe  durch
die  europäische  Verwaltung,  vor  Allem  dürfte  es  an
der  Zeit  sein,  daß  die  im  Gebiet  grassirenden  Pferdekrankheiten
  —  und  ebenso  die  in  demselben  auftretenden
  Viehkrankheiten  —  einmal  durch  einen
wissenschaftlich  gebildeten  Fachmann  gründlich  untersucht
  werden.  (Diesem  Wunsche  wird  demnächst  durch
Entsendung  eines  im  Reichsgesundheitsamte  ausgebildeten
  Fachmannes  entsprochen  werden.)

An  wilden  Thieren,  welche  im  Stationsbezirk
vorkommen,  sind  vor  Allem  verschiedene  Antilopenarten,
  welche  sehr  zahlreich  die  Savanne  bevölkern,
der  Elefant,  der  im  Osten  des  Bezirks  heimisch  ist,
Flußpferde  und  Alligatoren  (beide  sind  in  großer
Menge  vorhanden),  Hyänen  (in  2  Arten),  Leoparden,
Hasen,  verschiedene  Eidechsenarten  zu  nennen.  In
Moba  kommt  trotz  der  dichten  Bevölkerung  auch
der  Löwe  vor.  Industrie  und  Handwerk  erstrecken
sich  zur  Zeit  auf  die  Herstellung  von  häufig  recht
kunstfertig  geschnitzten  und  gefärbten  Kalabassen,  von
Seilen  und  Schnitzarbeiten,  von  Schmuckstücken  aus
Gold,  Silber,  Eisen,  Messing,  Kupfer  und  Leder
das  Leder  wird  zumeist  in  den  Haussaländern  zubereitet
  und  von  dorther  eingeführt.  Auch  eine  bedeutende
  Topfindustrie  ist  vorhanden,  vor  Allem  im
Mobalande.  Geschickte  Schwarzschmiede  sind  allerorts
  vorhanden.  Sie  verfertigen  außer  Schaufeln,
Messern,  Aexten,  Hacken  und  Glocken  auch  allerhand
Waffen:  Schwerter,  Lanzen  und  Pfeilspitzen.  Die
Anfertigung  von  Bogen  und  Pfeilen  für  den  Kriegsbedarf
  steht  auf  einer  gewsssen  Höhe.  Die  Pfeilspitzen
sind  durchweg  vergistet.  Als  Pfeilgift  wird  Leichenund
  Schlangengift  verwendet,  vorzüglich  aber  das
Gift  der  Strophantuspflanze.

Auch  Matten  werden  vielfach  aus  Palmblättern,
verschiedenen  Faserpflanzen  und  Gräsern  hergestellt,
doch  steht  diese  Industrie  bei  Weitem  nicht  auf  der
Höhe  derjenigen  des  Nachbarbezirkes  Basari-Sokodé.

Fleischer  von  Beruf  existiren  an  allen  größeren
Orten.  Die  Ausübung  dieses  Handwerks  ist  monopolisirt,
  ein  Umstand,  welcher  auf  die  sanitären  Ver-2
        <pb n="162" />
        hältnisse  günstig  einwirkt.  Besonderes  Ansehen  genießt
  der  Serki  Pana  (Fleischer  des  regierenden
Herrn)  zu  Sansanne  Mangu.  Ihm  wurde  seitens
der  Bezirksleitung,  um  dem  starken  Konsum  gerecht
zu  werden,  ein  Galadimo  Pana  (Fleischer  des
Kanzlers)  zur  Seite  gestellt.  Dieser  hat  an  den
Erstgenannten  die  Felle  sämmtlicher  geschlachteten
Thiere  abzuführen,  wofür  der  Serki  Pana  dafür
verantwortlich  ist,  daß  sämmtliches  Fleisch,  welches
auf  den  Markt  kommt,  in  gesundheitlicher  Hinsicht
einwandsfrei  ist.

110

 

Als  Maße  dienen  Kalabassen  von  verschiedener
Größe.  Gewichtsmaße  sind  noch  nicht  bekannt.
Für  europäische  Stoffe  ist  der  englische  Yard  das
Maß;  einheimische,  soweit  sie  in  der  Form  von
breiten  Bandrollen  in  den  Handel  kommen,  werden
am  Unterarm  und  an  der  Hand  abgemessen.  Bemerkenswerth
  ist,  daß  die  Maße  in  der  Regenzeit
gegenüber  der  Trockenzeit  verringert  werden.  Fertige
einheimische  Tücher  haben  ebenfalls  für  Trockenund

  Regenzeit  verschiedene  Preise,  welche  im  Uebrigen

naturgemäß  auch  durch  den  Wechsel  in  Angebot  und

Als  Zahlungsmittel  dienen  Stoffe,  Perlen  und  Nachfrage  beeinflußt  werden.

die  verschiedensten  Produkte.  Vor  Allem  das  Vieh.
Der  Handel  ist  aber  zur  Zeit  keineswegs  mehr
vorwiegend  Tauschhandel,  vielmehr  ist  deutsches
und  englisches  Silbergeld  stark  im  Umlauf.  Nickelgeld
  ist  hier  wenig  beliebt.  Ein  Theil  des  Silbergeldes
  wird  im  Lande  zu  Schmuck  verarbeitet.
Die  niedrigen  Münzsorten  werden  im  Gebiet  durch
die  Kaurimuschel  ersetzt.  Die  Station  hat  den  Kurs
derselben  neuerdings  auf  1600  Muscheln  =  1  Mark
festgesetzt,  da  der  bisherige  Kurs:  1200  Murscheln
—  1  Mark  auf  eine  Entwerthung  des  Geldes,  wie
sie  freilich  der  Mehrzahl  der  Händler  außerordentlich
zusagte,  hinauskam.  «

Die  Mehrzahl  der  Bevölkerung  des  Bezirks
ernährt  sich  ausschließlich  aus  der  Landwirthschaft
und  ihren  Nebenzweigen,  und  so  bevölkert  derselbe
auch  ist,  so  würde  doch  auch  eine  noch  weit  größere
Anzahl  von  Menschen  im  Lande  ihren  Unterhalt
finden  können.  Die  Verhältnisse  sind  allerorts
durchaus  patriarchalische.  Die  Mehrzahl  der  arbeitsfähigen
  Leute  gehört  als  Söhne,  Schwiegersöhne
und  Anverwandte  oder  als  Hörige  einer  Familie
an.  Alleinstehende  Leute  schließen  sich  fast  durchweg
freiwillig  einer  solchen  an  und  erhalten,  indem  sie
mitarbeiten,  vom  Familienoberhaupt  Kleidung  und
Nahrung.  In  manchen  Theilen  des  Bezirks,  so  vor
Allem  im  Herzen  desselben,  im  Chakossi-Gebiet,  findet
ein  stetiger  Andrang  von  Leuten,  welche  sich  bisher

 

Die  früher  von  größeren  Häuptlingen  an  verschiedenen
  Orten  meist  ohne  feste  Regel  und  in
Materialien  erhobenen  Marktsteuern  sind  durchweg
abgeschafft  worden.  Der  Handel  war  während  des
vergangenen  Jahres  ein  uneingeschränkter,  aber  nach
Möglichkeit  kontrollirter  Freihandel.

Unter  den  Märkten  des  Gebiets  ist  derjenige  der
Stadt  Sansanne  Mangu  der  bei  Weitem  bedeutendste,
und  zwar  handelt  es  sich  da  um  eine  Bedeutung,
die  erheblich  über  das  lokale  Interesse  hinausreicht.

Von  den  nach  Kratshi  und  Salaga  wandernden
Haussas  werden  große  Mengen  von  Goro  auf  den
Mangumarkt  gebracht.  In  noch  größeren  Mengen
wird  diese  Nuß  aber  nach  den  Haussastaaten  exportirt.

An  sonstigen  Exportartikeln  sind  zu  nennen:
Salz,  welches  zumeist  auf  dem  Mangumarkte,  aber
auch  in  Kratshi  eingekauft  wird,  Eisen,  Seife,  Tabak
und  wiederum  Vieh.

Der  Viehexport  nach  den  Haussastaaten  überwiegt
  die  Einfuhr  an  Vieh  aus  denselben  ganz  erheblich.
  Haussahändler,  welche  in  Lome  und  Kratshi
ansässig  sind,  sind  auch  in  erster  Linie  die  Träger
des  Handels  mit  Erzeugnissen  der  südlicheren  Bezirke
  des  Schutzgebiets,  der  Goldküstenkolonie  und
europäischer  Produkte.  Von  ihnen  werden  von
Lome  und  von  Kete-Kratshi  nach  Sansanne  Mangu
gebracht:  Lagunensalz,  Akkasalz,  Greybast,  Schmuckstücke,
  Streichhölzer,  Perlen,  Korallen,  Eisen,  Gewehre,

ausschließlich  mit  dem  Feldbau  beschäftigten,  zum  I  Pulver  und  viele  Arten  europäischer  Stoffe  und
Handel  statt,  so  daß  der  Landwirthschaft  viele  Kräfte!  Tücher  (Barbara).  Aus  dem  Kotokoligebiet  werden

entzogen  werden.

An  der  Straße  nach  Basari  sind  mehrere
Soldatenposten  eingerichtet,  welchen  zugleich  die  Beförderung
  der  Post  obliegt.

Um  die  Entwicklung  und  Förderung  des  Handels
hat  sich  die  Bezirksleitung  auch  im  vergangnen  Jahr
stetig  mit  regem  Interesse  bemüht.

Fast  in  jeder  Ortschaft  bestehen  Märkte,  kleinere
Dörfer  haben  häufig  zusammen  einen  Markt,  der
sich  an  einem  geeigneten  —  zumeist  central  gelegenen
—  Orte  befindet.  Markt  wird  gewöhnlich  an  zwei
Wochentagen  abgehalten,  seltener  an  einem  Tage  der
Woche.  In  großen  Plätzen  ist  täglich  Markt.  Die
Märkte  befinden  sich  auf  freien  Plätzen  unter
Schatten  spendenden  Bäumen;  sie  sind  durch  diese
und  durch  eine  Menge  von  Steinplatten,  welche  zu
Sitzen  zusammengelegt  werden,  kenntlich.

 

von  Haussaleuten  Matten,  Tücher  und  Seife  eingeführt.
  Die  aus  dem  Hinterland  und  aus  dem
Vorderland  uach  Mangu  wandernden  Haussao  treten
dort  sowohl  in  kleinen  Abtheilungen  von  wenigen
Leuten  als  auch  in  Karawanen  bis  zu  100  Köpfen  auf,
ungerechnet  die  oft  zahlreichen  Weiber.  Auch  die
Anago  (Yoruba-Leute)  haben  einen  erheblichen  Antheil
an  dem  Handel  von  Sansanne  Mangu.

Es  handelt  sich  da  zumeist  um  Leute,  welche  in
Lome,  Kratshi  oder  in  Sokode  ansässig  sind,  die
also  ebensowohl  auf  der  Mendi-,  wie  auf  der
Bafaristraße  nach  Sansanne  Mangu  gelangen.  Eine
Eigenthümlichkeit  derselben  ist,  daß  sie  zumeist  nur
Importeure,  selten  Exporteure  sind.  Nur  wenige
bringen  Kühe  und  Schafe  vom  Mangumarkt  nach
Kotokoli  und  Kratshi.  Der  Import  der  Anago  erstreckt
  sich  auf  Salz,  Goro,  Korallen,  Perlen,
        <pb n="163" />
        —

europäische  Zeuge,  Handtücher,  rothes  Garn,  Pulver,
Frauenhemden,  Spiegel,  Baumwollenstosse  aus
Kotokoli  u.  A.  m.  Sie  treten  in  Gruppen  von
2  bis  20  Händlern  auf,  ungerechnet  die  oft  zahlreichen
  Weiber  und  Bediensteten.  Daß  der  Anago
über  Mangu  hinaus  in  den  Sudan  vorstößt,  ist
selten.  Es  ist  nur  eine  Karawane  notirt  worden,
welche  von  dorther  verschiedene  Landesprodukte  brachte.

Ferner  kommen  die  Dagomba=  und  Kotokolihändler
in  Betracht.  Der  Handel  der  Ersteren  ist  recht  bedeutend
  und  umfangreich;  er  erstreckt  sich  von  der
Goldküste  bis  weit  in  die  Länder  des  Sudan  hinein.
Die  Dagombahändler  importiren  nach  Mangu  und
nach  den  nördlicheren  Gebieten  naturgemäß  vor  Allem
Goro  und  Salz,  welche  Waaren  gewöhnlich  in
Salaga  eingekauft  werden,  außerdem  auch  das
Zahlungsmittel  des  Nordens:  die  Kaurimuschel.  Die
Dagomba  exportiren  aus  Sansanne  Mangu  und
auch  aus  den  Haussaländern  Pferde,  Kühe,  Schafe,
Esel,  Zwiebeln  u.  A.  m.

Die  Kotokolileute  sind  häufige  Gäste  auf  dem
Mangumarkt.  Sie  bringen  von  Kratshi  Salz,  von
der  Küste  (zumeist  über  Atakpame-Sokode)  europäische
  Stoffe.  Sehr  bedeutend  ist  ihr  Import  aus
Tshautsho,  ihrer  Heimath.  In  Abtheilungen  von
4  bis  20  Köpfen  (nicht  gerechnet  die  Weiber  und
Kinder)  bringen  sie  aus  Sokode,  Kirikiri,  Tshamba
und  Kabo  Seife,  Tücher,  Aexte  und  ihre  herrlichen
Matten.  Sie  exportiren  gewöhnlich  Rinder,  Schafe
und  Esel,  ein  Beweis,  daß  der  Bezirk  Sokode-Basari
an  Vieh  unvergleichlich  weniger  produzirt  als  der
Bezirk  Sansanne  Mangu.

1

*

t
Die  Aufrechterhaltung  der  Sicherheit,  Ruhe  und
Ordnung  sowie  die  Bestrafung  einiger  unbotmäßiger
Stämme  machten  eine  Reihe  militärischer  Unternehmungen
  zur  Nothwendigkeit.  Hierzu  sind  zu
rechnen:

1.  Die  Unternehmungen  im  Konkomba-Land.

Bekanntlich  haben  die  Städte  und  Dörfer,  deren
Insassen  gewohnheitsmäßig  unter  jenem  Namen  zusammengefaßt
  werden,  der  deutschen  Herrschaft  seit
Jahren  immer  wieder  Trotz  geboten  und  wiederholt
Strafexpeditionen  erforderlich  gemacht.

Nun  wurde  von  Neuem  in  der  großen  Regenzeit  des
Jahres  1899  der  Verkehr  auf  der  großen  Basaristraße
von  den  Konkomba  mehrfach  beunruhigt;  insonderheit
wurden  die  an  derselben  ansässigen,  von  jeher  in
Treue  und  Botmäßigkeit  verharrenden  Kombaleute,
deren  Oberhaupt  der  alte  Häuptling  von  Gerinkuka
ist,  wiederholt  durch  Feindseligkeiten  belästigt.  Die
Ruhestörer  waren  in  diesen  Fällen  einerseits  die
sogenannten  Bupaliweleute,  anderseits  Motiva  der
Stadt  Diapurre  und  der  zu  ihr  gehörigen  Dörfer.
Gegen  die  Ersteren  wurde  noch  in  der  Regenzeit
eine  kleine  Strafexpedition  entsandt,  welche  namentlich
die  Ortschaften,  welche  unter  dem  Namen  Sanyago
(Sanyai)  zusammengefaßt  werden,  züchtigte.

111

 

 

Zu  Beginn  der  trockenen  Jahreszeit  aber,  im
Dezember  1899,  ward  eine  größere  Expedition  unter
Führung  des  Bezirkschefs  zur  Züchtigung  der
Motiva,  insonderheit  der  Städte  Kutja,  Djapurre,
Kunau,  Lamo  2c.  unternommen.  Der  Einbruch
erfolgte  von  Westen,  von  Tshobowa  aus,  während
gleichzeitig  der  Bezirksleiter  von  Sokode-Basari
gegen  die  ihm  unterstellten  Motiva  und  Bupaliweleute
  von  Osten  aus  marschirte.  Das  ganze  Unternehmen
  wurde  mit  Erfolg  durchgeführt,  so  daß  jene
Stämme  —  mit  einziger  Ausnahme  des  im  Otiknie
gelegenen  Kunau  —  jetzt  endlich  zur  Unterwerfung
gebracht  wurden.  Sie  haben  den  Gehorsam  in  der
Folgezeit  auch  fortgesetzt  bethätigt;  so  haben  die
Leute  von  Djapurre  während  längerer  Zeit  an  dem
Wege  Gerinkuka-Kabo  ohne  jedwedes  Entgelt  fleißig
gearbeitet.

2.  Expeditionen  im  Moba=  und  Natyabaland.


Die  Verhältnisse  dieser  anmuthigen  Berglande
erforderten  wiederholt  ein  Eingreifen  mit  bewaffneter
Hand.  Während  die  Mehrzahl  der  Städte  und
Dörfer  der  überaus  reich  bevölkerten  Landschaft  gehorsam
  waren  und  dieses  durch  häufige  Gesandtschaften,
  durch  Lieferungen  und  Arbeiten  für  den
Bezirk  bethätigten,  verharrten  einige  Städte  in
Unbotmäßigkeit.  Insofern  sich  diese  nicht  direkt
schädigend  geltend  machte,  ist  seitens  der  Bezirksleitung
  eine  Einmischung  vermieden  worden.  Eine
solche  wurde  aber  in  einigen  Fällen  durch  offensives
Verhalten  der  Leute  erforderlich.

Die  Bezirksleitung  hat,  einerseits,  um  für  die
Leute,  welche  gelegentlich  fern  von  ihrer  Heimath,  auf
der  Hauptstation  oder  an  anderen  Orten  arbeiteten,
Nahrungsmittel  zu  gewinnen,  andererseits  aus  erzieherischen
  Gründen,  d.  h.  um  die  Leute  auch  an
diese  Art  von  Arbeiten  zu  gewöhnen,  mehrfach  die
Anlage  von  Stationsfarmen  angeordnet.  So  wurde
der  Stadt  Sansanne  Mangu  bezw.  den  großen  Familien
derselben  die  Anlage  von  Dana=  (Guinea-Korn-)
Farmen,  der  Konkombastadt  Tshobowa  die  Anlage
von  Yamsfarmen  ausgegeben.  So  wurden  des
Weiteren  die  um  die  Stadt  Bogu  liegenden  Mobastädte
  beordert,  bei  jener  Centrale  Anpflanzungen
verschiedener  Landesprodukte,  welche  für  die  Ernährung
  der  Eingeborenen  von  Bedeutung  sind,  vorzunehmen.
  Im  Allgemeinen  ist  diesen  Befehlen
willig  Folge  gegeben  worden.  Da  jedoch  die  Zumuthung
  neu  war,  sind  Widerspruch  und  Auflehnung
nicht  gänzlich  ausgeblieben.

Vor  Allem  war  es  die  große  Stadt  Bologu,  in
welcher  die  Mißstimmung  zum  offenen  Ausbruch
kam.  Man  ließ  sich  hier  zu  Thätlichkeiten  gegen
die  Soldaten  des  in  Moba  stationirten  Postens
hinreißen.

Im  Begriff,  nach  Dagomba  aufzubrechen,  sah
sich  der  Bezirksleiter  durch  diese  Vorgänge  genöthigt,
nach  Moba  zu  marschiren.  Für  die  Beruhigung
        <pb n="164" />
        mehrerer  unzufriedener  Städte  war  eine

Demonstration  hinreichend,  Bologu  aber  mußte  mit

bloße

112

Waffengewalt  zum  Gehorsam  gezwungen  werden.

Bei  dieser  Gelegenheit  wurde  auch  das  im  Norden
nahe  der  Grenze  gelegene  Pantindi  bestraft,  welches
—  aus  einem  ganz  geringfügigen  Anlaß  —  sich
gleichfalls  gegen  Soldaten  thätlich  vergangen  hatte.

Eine  zweite  größere  Unternehmung  gegen  Städte
der  Mobalandschaft  fand  nach  der  Rückkehr  des
Stationsleiters  von  der  Expedition  in  Dagomba
und  Konkomba  statt.  In  diesem  Falle  handelte  es
sich  um  Städte,  welche  den  Gehorsam  gegen  das
Regiment  der  Weißen  noch  ständig  verweigert  hatten.
Ihnen  war  neuerdings  der  Kamm  geschwollen,  da
sich  die  Nachricht  verbreitet  hatte,  der  Bezirksleiter
sei  nach  der  Küste  abmarschirt  und  es  befinde  sich
zur  Zeit  kein  Weißer  im  Bezirk.

Mehrere  Briefe  vertrauenswürdiger  Chakossihändler,
  welche  in  ?endi  eingingen,  wußten  von
großer  Unsicherheit  der  Straßen  in  Moba,  von
Beraubungen  der  Händler,  ja  von  der  Ermordung
etlicher  Chakossi  durch  Mobaleute  zu  melden.  So
unternahm  denn  schon  in  Abwesenheit  des  Bezirkschefs
  der  mit  der  Führung  der  laufenden  Geschäfte
auf  der  Station  beauftragte  Unteroffizier  einen  Zug
gegen  die  Panadörfer.  Alsdann  aber  wurden  nach
einem  Tag  und  Nacht  andauernden  Gewaltmarsch
bei  Sonnenaufgang  am  23.  Mai  1900  durch  vier
Abtheilungen  von  Soldaten  und  Reitern  die  Panadörfer
  und  die  Städte  Bunyori,  Notjintendi  und
Nabahu  gleichzeitig  und  völlig  überraschend  angegriffen.
  Auch  in  den  nächsten  Tagen  fanden  kleinere
Gefechte  statt.  Am  26.  Mai  1900  aber  stand  die
gesammte  Bezirkstruppe  unter  Führung  des  Bezirkschefs
  in  den  felsigen  Schluchten  bei  Sittika  im  Gefecht
  gegen  die  Natyababevölkerung.  Die  Leute,
welche  in  den  Schluchten  und  Thälern  zum  Kampf
gegen  die  Weißen  hohe  Steinwälle  errichtet  hatten,
stritten  —  allen  Versuchen,  sie  zur  Einstellung  der
Feindseligkeiten  zu  vermögen,  zum  Trotz  —  mit

einer  Erbitterung  und  Hartnäckigkeit,  welche  in  diesen

Gegenden  ganz  und  gar  unerhört  sind.  So  dauerte
das  Gefecht  6½  Stunden;  es  wurde  eine  Anzahl
der  Steinwälle  im  Sturm  genommen  und  die  Thäler
und  Schluchten  Schritt  für  Schritt  vom  Gegner
gefäubert.  Die  Verluste  der  Leute  waren  ganz
außerordentlich  große;  auf  Seiten  der  Stationstruppe
  lag  eine  erhebliche  Anzahl  von  Verwundungen
  vor.

Diese  Unternehmung  hat  die  Renitenz  der
trotzigen  Bevölkerung  jener  Gegend  endlich  gebrochen.
Mit  Ausnahme  des  an  der  französischen  Grenze
gelegenen  Nabahu  haben  sie  sämmtlich  alsbald  um
Frieden  gebeten.

3.  Expedition  in  den  östlichen  Theilen  des
Bezirks.
Der  Eintritt  in  das  Ostgebiet  erfolgte  von  Kabo

aus.  Auf  dem  ganzen  Wege  bis  zum  Markte

—

Nanwou  wurden  lediglich  Kombadörfer  (zu  Gerinkuka
  gehörig)  angetroffen.

Der  Markt  Nanwou  ist  ein  „Buschmarkt“
im  eigentlichsten  Sinne.  Es  werden  weder  die
Produkte  der  Haussaländer  noch  europäische  Erzeugnisse
  auf  ihm  gehandelt.

Nach  Beendigung  einiger  wichtigen  topographischen
  Arbeiten  in  diesem  Gebiete  überschritt  die
Expedition  den  Kara,  danach  wurde  die  liebliche
Hügellandschaft  Kadyal  ausgenommen.  Die  Bewohner
  dieses  Gebiets  gehören  bereits  der  Timbevölkerung
  an.  Sie  waren  früher  mit  dem  benachbarten
  Tshorevölkchen  vereint,  bis  es  vor  etwa
drei  Generationen  zu  einer  Trennung  kam,  nachdem
unleidliche  Verhältnisse  die  ruhigeren  Elemente  veranlaßt
  hatten,  den  Sitz  am  Gebirge  zu  verlassen

und  sich  in  der  Nachbarschaft  eine  neue  Heimat  zu

 

gründen.  Die  Behauptung  des  alten  klugen  Häuptlings
  von  Kadyal,  daß  die  Tshoreleute  sich  nicht
dazu  verstehen  würden,  die  Expedition  in  Frieden
aufzunehmen,  bestätigte  sich.  So  wurde  der  Eintritt
in  das  Land  mit  Waffengewalt  erzwungen.

Die  hier  vorgenommenen  topographischen  Arbeiten
ergaben  die  Zweckmäßigkeit  einer  hydrographischen
Grenze  zwischen  den  beiden  Bezirken,  welche  im
Osten  durch  den  Austritt  des  Liri  aus  dem  Gebirge,
im  Westen  durch  die  Mündung  des  Nanwou  in  den
Kara  bezeichnet  ist.

Auch  Tshore  ist  eine  Hügellandschaft,  welche
dank  der  Nähe  des  Gebirges  reich  bewässert  ist
und  daher  einen  umfangreichen  Anbau  gestattet.
Die  Bevölkerung  ist  hinter  den  ihr  eng  verwandten
Kadyals  kulturell  erheblich  zurückgeblieben.

Schon  während  des  Aufenthalts  in  Tshore
wurde  mit  der  nördlich  gelegenen  Landschaft  Banya
(Lamba)  Fühlung  genommen.  Die  Leute  verhielten
sich  feindfelig.  Es  kam  zu  einem  Gefecht  der  Reiter
des  Bezirks  gegen  die  Bewohner  der  Stadt  Tjesside,
welche  sich  westlich  des  dem  Gebirge  in  sehr  charakteristischen
  Formen  vorgelagerten  Behanu  ausdehnt.
Späterhin  wurde  das  Lager  zum  Zweck  weiterer
topographischer  Feststellungen  nach  Banya  verlegt.
Es  fanden  alsdann  noch  mehrfach  Gefechte  und
Scharmützel  mit  der  Bevölkerung  von  Tejesside,
Wora  und  dem  im  Westen  nach  dem  Kara  zu  gelegenen
  Attila  statt.

Diese  kleinen  Landschaften,  die  zwischen  dem
Karaflusse  und  dem  Gebirge  gelegen  sind,  stellen
durchaus  eine  Einheit  dar.

Auch  sie  gehören  im  Uebrigen  noch  der  sogenannten
Timbevölkerung  an,  während  das  der  Stadt  Tjesside
im  Norden  vorgelagerte  Djinjinde  bereits  jener
großen  Volkseinheit  zuzurechnen  ist,  deren  am  Eingang
  dieses  Berichtes  Erwähnung  gethan  wurde.

Es  erscheint  zweckmäßig,  in  diesem  Zusammenhange
  noch  ein  Wort  über  die  sogen.  „Konkomba“
hinzuzufügen.  Diese  Bezeichnung  ist  durchaus  unwissenschaftlich,
  denn  sie  ist  leineswegs  die  einheimische
  Bezeichnung,  sondern  das  willkürliche  Mach-
        <pb n="165" />
        werk  der  Handel  treibenden  Haussa=  und  Küstenleute.
Es  sind  vielmehr  zu  unterscheiden:

a)  die  Pampanga,  welche  zwischen  Sansanne
Mangu  und  Gambaga  und  weiterhin  im  Süden  in
Kutya  und  seinen  Nebenorten  sitzen;

b)  die  Motiva  (d.  i.  die  Flußanwohnenden,
.Limoale“  der  Fluß),  welche  im  Wesentlichen  östlich
des  Oti  zu  suchen  sind;

113

c)  die  Bupaliwe,  welche  das  rechte  User  des
Oti  bewohnen,  sich  außerdem  aber  nordwestlich

Bapurre  keilartig  in  die  Motiva  eingedrängt  haben;

d)  die  Komba,  welche  an  der  Straße  Mangu—
Basari  angesiedelt  sind.

Außerdem  aber  ist  dieser  Volksgruppe  die
Bevölkerung  einer  größeren  Anzahl  von  Städten
bezw.  Dorflandschaften  zuzuzählen,  welche  in  einer
von  Nordwest  nach  Südost  verlaufenden  Linie
zwischen  Basaristraße  und  Kara  gelegen  sind,  und
von  denen  hier  Komongu,  Bankou  und  das  oben
erwähnte  Nanwou  genannt  seien.  Es  handelt  sich
da  um  einen  Bestandtheil  der  „Konkomba“,=Bevölkerung,
  welcher  wohl  schon  vor  Jahrbunderten
  von  der  Hauptmasse  abgesplittert  ist.
Auch  muß  der  Zusammenhang  zwischen  den  einzelnen
Theilen  dieses  Volkssplitters  schon  früh  ein  loser
gewesen  sein,  denn  sie  weisen,  so  unverkennbar  ihre
Zusammengehörigkeit  ist,  gegenwärtig  nicht  unwesentliche
  Verschiedenheiten  in  Sprache,  Tätowirung  und
Gebräuchen  auf.

Deutsch-Neu-Guinra.

Ueder  eine  Reise  nach  den  deutschen  und  englischen
Lalomons--Inseln
berichtet  Gouverneur  v.  Bennigsen,  wie  folgt:

Nachdem  der  am  11.  November  1900  eingetroffene
Regierungsdampfer  „Stephan“  zunächst  überholt  und
sodann  mit  Kohlen  und  frischem  Proviant  ausgefüllt
war,  fuhr  ich  am  21.  nachmittags  durch  den  St.
Georgskanal  hindurch  nach  den  Shortland-Inseln.
Daselbst  gingen  wir  am  23.  frühmorgens  bei  der
Insel  Faisi  (Coconut-Island)  zu  Anker.  Kaufmann
Wahlen  (Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.),  der  als  Passagier
  an  Bord  war,  hatte  dort  mit  dem  englischen
Händler  Tindal  Geschäfte  abzuwickeln.  Wir  gingen
alsbald,  nachdem  Tmdal  und  der  französische  Missionar
(Mariftenmission)  P.  Forestier  uns  an  Bord  begrüßt
  hatten,  mit  diesen  Herren  ans  Land  zur  Station
Tindals.  Dieser  hat  sich  mit  Frau  und  drei  Kindern
auf  der  ihm  gehörigen  Insel  ein  reizendes  Heim  geschaffen,
  zu  dem  vom  Strande  aus  eine  schöne  Allee
von  Orangen=  und  Akazienbäumen  (Poinciania  regia)
führt.  Von  der  etwa  100  ha  großen  Insel  hat  er
bereits  den  größten  Theil  mit  7000  Kokospalmen
bepflanzt.  Mit  den  Eingeborenen  lebt  Tindal,  obwohl
  unter  ihnen  sen  dem  im  Anfange  der  90er
Jahre  erfolgten  Tode  des  europäerfreundlichen  Häuptlings
  Gorai  Anarchie  herrscht,  seit  Jahren  in  Frieden.

 

 

 

 

Bewunderungswerthes  geleistet.

 

gemacht.

Nach  kurzem  Aufenthalte  fuhr  ich  mit  Pater  Forestier
zu  der  unweit  gelegenen  Missionsstation  auf  der  Insel
Parapag.  Parapag  ist  ein  aus  steil  gehobenem
Korallenfels  gebildetes,  mit  gutem  Walde  bestocktes
Eiland,  dem  auf  steiler  Höhe  von  etwa  100  m  ein
wundervoller,  immerfort  fließender  Quell  entspringt.
Die  Aussicht  von  der  auf  der  höchsten  Höhe  gesund
gelegenen  Missionsstation  auf  das  nahe  Inselgewirr
und  die  in  der  Ferne  blauschimmernden  riesigen
Bergketten  von  Bougainville  ist  unbeschreiblich  schön.
Auf  der  Station  traf  ich  noch  den  deutschen  Pater
Englert.

Die  Einwohnerzahl  der  Shortland-Inseln  mag
etwa  1200  Köpfe  betragen.  Die  Shortländer  sind
ebenso  wie  die  mit  ihnen  in  freundschaftlichem  Verkehr
  stehenden  Eingeborenen  des  südlichen  Bougainville
  friedsame,  dem  Krieg  und  der  Menschenfresserei
abholde  Leute.  Sie  sind  aber  eine  im  Niedergang
begriffene,  verkommene  Rasse,  welche  ohne  die  fortwährende
  Zufuhr  des  Bougainvilleblutes  längst  dem
Aussterben  nahe  sein  würde.  Es  leben  zum  Beispiel
auf  der  großen  Insel  Fauro  400  Menschen,  von
denen  nur  17  Eingeborene,  die  übrigen  aus  Bougainville
  Zugewanderte  sind.  Die  Missionsschule  hat  zur
Zeit  45  Schüler,  von  denen  30  aus  Bougainville
stammen.  Unter  Begleitung  der  Bougainvilleschüler
wird  es  der  Mission  ein  Leichtes  sein,  wie  sie  beabsichtigt,
  im  Süden  von  Bougainville  in  nächster  Zeit
eine  Station  zu  errichten.

Die  Mission  besteht  hier  erst  seit  etwa  1  ½/  Jahren;
sie  hat  in  der  kurzen  Zeit  ihres  Bestehens  zweifellos
Ihr  Verhältniß  zur
Bevölkerung  ist  ein  ausgezeichnetes,  die  Missionsgebäude
  sind  tadellos,  und  mit  ihren  Schülern  haben
die  Patres  einen  großen  Theil  der  Insel  Parapag
kultivirt,  so  daß  sie  die  Verpflegung  der  Schüler  fast
kostenlos  von  den  Erzeugnissen  der  Insel  bestreiten.
Pater  Forestier  hat  bereits  einen  weiteren  Aueflug
in  die  Insel  Bougainville  gemacht,  ohne  von  den
Eingeborenen  irgendwie  belästigt  zu  werden,  und  hat
im  Südosten  von  Bougainville  die  geographisch  wichtige
  Entdeckung  eines  großen  Süßwasser-Binnensees
Durch  die  Heraussendung  von  Schwestern
und  die  Errichtung  einer  Mädchenschule  wird  innächster
  Zeit  der  Umfang  der  Missionsthätigkeit  erweitert
  werden.

Am  Miutag  fuhren  wir  mit  dem  „Stephan“"  nach
der  Insel  Mafanaha,  welche  dem  Handler  A#kinson
gehört.  Derselbe  hat  sich  ein  hübsches  Häuschen  mit
wohlgepflegtem  Garten,  das  er  mit  semer  Frau,  einer
Schwester  und  einem  Kinde  bewohnt,  errichtet  und
die  etwa  60  ha  große  Insel  mit  6000  bis  7000
Palmen  vollständig  bepflanzt.  Bei  Arkinson  trafen
wir  auch  den  auf  Fauro  ansässigen  Händler  Macdonald,
  der  auf  seinem  rund  1000  ha  großen  Besitze
  auf  Fauro  bislang  etwa  10  000  Palmen  gesetzt
hat.  Tudal,  Atkinson  und  Macdonald  siehen  seit
langen  Jahren  mit  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  in  Grschäftsverbindung;
  Herr  Wahlen  als  Vertreter  der  Firma

3
        <pb n="166" />
        Hernsheim  &amp;amp;  Co.  war  mir  daher  sehr  dankbar,  daß
ich  ihm  ermöglichte,  mit  den  drei  Händlern  geschäftliche
  Rücksprache  zu  nehmen.  Herr  Tindal  erhielt
außerdem  Passage  zum  Wohnort  des  englischen  Verwaltungsbeamten,
  weil  er  vor  demselben  in  Hypothekensachen
  der  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  zu  verhandeln
  hatte.  Die  Produktion  der  drei  Händler
beträgt  jährlich  220  Tons  Kopra  und  Schildpatt,
Perlscholen,  Muscheln,  Trepang  im  Werthe  von  etwa
6000  Mk.
wenn  die  von  den  Händlern  angelegten  Plantagen
zu  tragen  beginnen.

Am  25.  bei  Tagesanbruch  ward  in  südöstlicher
Richtung  zwischen  Choiseul  und  Vella  la  Vella  hindurch
  auf  Tulagi,  eie  kleine  Insel  unweit  New-Florida
  und  Sitz  der  englischen  Verwaltung,  gesteuert.
Tulag  liegt  zwei  Meilen  von  Gavutu,  das  angelaufen
werden  mußte  zur  Ergänzung  des  Kohlenvorraths

114

Die  Kopraausfuhr  wird  rasch  steigen,

des  „Stephan“,  der  nur  für  neun  Tage  Kohlen

nehmen  kann,  während  die  Reise  auf  12  bis  14
Dampftage  berechnet  war.

Am  Mittag  des  anderen  Tages  trafen  wir  unweit
New-Florida  die  „Nugarea“"  der  Firma  Forsayth,
Herr  Forsayih  kam  an  Bord,  um  von  nun  ab  die
Reise,  die  seme  Stationen  auf  den  Lord  Howes-,
Tasman-,  Mortlock-,  Fead-Inseln  berühren  sollte,
als  Passagier  mitzumachen.  Dann  ward  vor  Tulagi,
nahe  dem  auf  steiler  Höhe  weithin  sichtbaren  Hause

des  englischen  Verwaltungsbeamten,  gestoppt,  und  .
das  Hauptgewicht  scheint  vielmehr  auf  die  Beschaffung

alsbald  kam  der  Resident-Commissioner,  Herr  Woodford,
  zu  uns  an  Bord  und  erbot  sich  in  freundlichster
Weise,  uns  bis  zu  der  noch  drei  Seemeilen  entfernt
zwischen  Risfen  und  kleinen  Inseln  liegenden  Werft
der  Kohlenstation  auf  der  Insel  Gavutu  Lootsendienst
zu  leisten.  Unterwegs  besprach  ich  mit  ihm  meme
Absicht,  m  den  Shortlands-Inseln  auf  der  Station
des  Händlers  Tindal  für  das  Gouvernementsschiff
eine  Kohlenniederlage  zu  errichten,  da  auf  deutschem
Gebiete  hier  in  der  Nähe  noch  keine  Handelsstation
ist.  Er  gab  hierzu  bereitwilligst  die  Erlaubniß.  Es
werden  nun,  nachdem  ich  mit  der  Firma  Hernsheim
&amp;amp;  Co.  die  nöthige  Vereinbarung  getroffen  habe,  da

der  „Stephan“  sonst  für  ausgedehnte  Reisen  in  den

betreffenden  Bezirken  schlecht  oder  gar  nicht  zu  gebrauchen
  wäre,  auf  den  Shortlands-,  Admiralitätsund
  Echiquier-Inseln  und  auf  der  Station  Nusa
kleine  Kohlenlager  gehalten  werden.

In  Gavutu  ward,  da  es  Sonntag  war,  der
Mannschaft  Ruhe  gegönnt  und  die  Einnahme  von
Frischwasser  und  10  Tous  Kohlen  auf  den  nächsten
Morgen  verschoben.  Der  Fischreichthum  in  Gavutu
erwies  sich  als  ungemein  groß.  Er  kommt  aber  den
Europäern  wenig  mehr  zu  Nutze,  da  nach  einer
englischen  Verordnung  nicht  mehr  gestattet  ist,  durch
Farbige  Fische  schießen  zu  lassen,  und  Europäer  bieher
sich  nur  sehr  selten  damit  abgegeben  haben,  die  nicht
ganz  ungefährliche,  viel  Aufmerksamkeit  und  Geschicklichkeit
  erfordernde  Arbeit  des  Fischschießens  mit
Dynamit  selbst  in  die  Hand  zu  nehmen.  Glücklicher- 



weise  verstond  Herr  Forsayth  diese  Kunst  ausgezeichnet;
es  gelang  ihm  in  kurzer  Zeit,  mu  17  kleinen  Dynamilpatronen
  über  fünf  Centner  der  wohlschmeckendsten,
in  allen  Farben  schimmernden  Lorallenfische  zu  erbeuten,
  für  uns,  Schiffsmannschaft  und  Polizeisoldaten
  ein  vorzüglicher,  mehrere  Tage  reichender
Fischpvroviant.

Der  Eiladung  des  Resident-Commissioners  folgend
  und  zur  Erwiderung  seines  Besuches  fuhr  ich
am  anderen  Morgen  mit  Herrn  Wahlen  per  Boot
nach  Tulagi.  An  der  Landungsbrücke  empfingen
uns  Herr  Woodford  und  Herr  Tindal  und  geleiteten
uns  in  ¼  stündiger  rascher  Steigung,  an  verwaschenen
Sandsteinfelsen  vorbei,  zur  Wohnung  des  Commissioners.
  Trotz  seiner  hohen  Lage  ist  das  Haus  nicht
gesund,  da  in  dem  unteren  Theile  der  Insel  viele
Sümpfe,  die  Brutstltätte  der  malariaverbreitenden
Mosktos,  liegen.  Wir  verlebten  im  Hause  Woodfords
  einige  angenehme  Stunden.

Für  die  Entwickelung  der  zweisellos  sehr  fruchtbaren
  Salomons-Jnseln  ist  englischerseits  bisher  sehr
wenig  geschehen.  Der  Resident-Commissioner  hat
keine  Mittel,  um  energisch  gegen  die  veelfach  kriegerischen,
  ihrer  Mordlust  fröhnenden  Eingeborenen
vorzugehen,  noch  um  wirthschaftliche  Unternehmungen
irgendwie  zu  ur  terstützen  oder  sich  selbst  in  größerem
Umfange  wirthschaftlich  zu  bethätigen.  Mit  Plantagenbau
  ist  überhaupt  kaum  begonnen.  Der  Dauschhandel
  mit  den  Eingeborenen  ist  wenig  entwickelt:

von  Arbeitern  für  Queensland  und  Fiji,  wohin
jährlich  etwa  900  Mann  gehen,  gelegt  zu  werden.

Nachdem  wu##  Herrn  Woodford,  der  sich  mir
gegenüber  sehr  zuvorkommend  erwiesen,  verlassen
hatten,  liefsen  wir  zwischen  Florida  und  Isabel  hindurch
  und  dann  in  nördlicher  Richtung,  und  langten
am  27.  mittags,  durch  die  Südpassage  einfahrend,
in  der  Lord  Howegruppe  an.  Dieselbe  wird  von
etwa  50  Inseln  gebildet,  welche  peripherieartig  um
eine  große,  etwa  7  Mecilen  breite,  10  Meilen  lange,
gerundete  Lagune  als  niedrige  Sandgebilde  gelagert
sind.  Auf  den  kleinen  dichtbevölkerten  Inseln  wohnen
über  3000  Menschen,  und  wohl  der  gesammte  für
Palmen  brauchbare  Grund  ist  mit  solchen  bestanden.
Zur  Zeit  werden  rund  300  Tons  Kopra  jährlich
produzirt.  Dieses  Erträgniß  wird  sich  kaum  erhöhen
lassen,  da  das  Ergebusß  rationellerer  Ausbeutung
durch  die  Vermehrung  der  hauptsächlich  von  den
Nüssen  lebenden  Emgeborenen  verbraucht  werden
wird.  Die  Lord  Howeleute  sind  echte  gelbfarbige
Polynesier  und  haben  in  ihren  Tätowmungen,  ihrem
Wuchse  und  ganzem  Auftreten  sehr  viel  Aehnlichkeit
mit  den  Kare#linern.  Es  ist  ein  auffallend  großer,
schöner  Menschenschlag,  der  ein  friedsames,  glückliches
Dasein  führt.

Wir  besuchten  zunächst  die  mit  einem  Europäer
besetzte  Forsaythsche  Station  auf  der  Insel  Nwe-Arcwa
  und  suchten  alsdann  auf  der  sechs  Meilen
entfernten  Hauptinsel  Lennewa  den  fetten  und  wegen
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        fortwährenden  Rheumatismus'  fast  unbeweglichen  König
Ula  in  seiner  geräumigen  Hütte  auf.  Uila  (der
.Blitz“,  auch  in  der  Samoasprache,  die  mit  dem
Lord  Howedialekte  viele  Worte  gemein  hat)  ist  ein
wohlhabender  Mann,  wie  sich  schon  daraus  ersehen
läßt,  daß  er  bei  dieser  Gelegenheit  der  Firmao  Forsayth
  einen  Auftrag  auf  1000  Sack  Reis  gab,  welchen
er  und  seine  Unterthanen  sehr  gern  als  Nahrungsmittel
  in  Austausch  gegen  Kopra  erwerben,  und
seinerseits  sich  zur  Lieserung  von  80  Tons  Kopra
verpflichtete.  Als  Anzahlung  erhielt  er  40  K,  die  er
seinem  schon  erheblichen  Goldschatze  anfügte.  Der
König  feierte  mit  seinen  Leuten  gerade  ein  großes
Fest,  und  wenigstens  500  bis  600  Eingeborene  waren
um  ihn  versammelt.  Eme  weite  Strecke  des  Strandes
entlang  waren  große  Haufen  von  Kokosnüssen  geschichtet,
  und  in  den  breiten  Dorfstraßen  und  dem
geräumigen  Festplatze  tummelte  sich  Jung  und  Alt
in  ausgelassener  Festfreude,  die  wir  durch  ausgestreute
Tabakstückchen  zu  cinem  Tumulte  erhöhten.  Wir
unterhielten  uns  hauptsächlich  mit  dem  anscheinend
sehr  gescheuten  Premierminister  des  Königs,  der  uns
später  auch  an  Bord  geleitete,  um  einen  Abendschoppen
bei  uns  zu  trinken.  Besonders  mer  kwürdig  sind  die
großen  Begräbnißplätze  der  Lord  Howeleute.  Zwei
derselben  besuchten  wir  auf  der  Königsinsel.  Grabstein
reihre  sich  an  Grabstein,  aber  von  Inschriften  oder
Verzierungen  war  an  ihnen  nichts  zu  bemerken.  Das
Innere  der  Insel  birgt  viele  sumpfige  Stellen,  in
deren  Nähe  man  es  vor  Moskitos  nicht  aushalten
konnte.  Leider  hinderte  uns  abends  das  regnerische
Weiter,  nochmals  an  Land  zu  gehen,  um  uns  die
Tänze  der  Eingeborenen  anzusehen.  Zum  Schiffe
hinüber  klang  stundenlang  ihr  hundertstimmiger  meloduscher,
  choralartiger  Gesang.

Am  28.  bei  Tagesanbruch  verließen  wir  durch
die  Nordpassage  mit  der  Richtung  auf  die  Tasman-Inseln
  die  Lord  Howegruppe.  Mittags  erreichten
wir  die  40  Seemeilen  entfernten  Tasman-Inseln
und  machten  dort  alsbald  unter  Vermittelung  des
Kaufmanns  Forsayth  die  Bekanntschaft  des  europäisch
gekleideten  Königs  Tokua.  Sein  die  ganze  Gruppe
umsassendes  Gebiet  hat  nur  etwa  200  Einmwohner,
die  meistens  auf  der  großen  Insel  Nukumann  wohnen;
der  Grund  und  Boden  aller  Inseln  beträgt  zusammen
ungefähr  250  ha  und  ist  als  Eigenthum  der  Frau
Kolbe  im  Grundbuche  zu  Herbertehöhe  eingetragen.
Die  Kopraproduktion  bringt  jetzt  jährlich  40  Tons.
Es  ist  aber  noch  nicht  die  Hälfte  des  vorhandenen
Areals  bepflanzt.  Die  Firma  Forsayth  beabsichtigt
in  nächster  Zeit  den  Eingeborenen  die  große  Insel
als  Reservation  zuzuweisen  und  die  tübrigen  Inseln
rationell  als  Plantage  zu  bewirthschafen.  Der  Kopraertrag
  wird  dann  auf  150  bis  200  Tons  gesteigert
werden  können.  Für  die  auf  dem  Punkte  des  Stillstandes
  befindliche  Bevölkerung  wird  die  große  Insel
vollkommen  genügen.  Die  Sprache  ist  dieselbe  wie
die  der  Lord  Howegruppe.  Im  Menschenschlag  und
Auftreten  der  Eingeborenen  ist  nicht  der  geringste  Unter-115



 

 

schied  gegen  die  Lord  Howeleute  zu  bemerken.  Die
Zahl  der  um  die  sehr  ausgedehnte  Lagune  liegenden
Inseln  beträgt  30  bis  40.  Einzelne  Inseln  sind
sehr  schmal.  Die  größeren  schließen  kleine  Lagunen
und  Sumpfstellen  ein,  während  im  Allgememen  der
Boden  reiner,  zur  Palmenkultur  vorzüglich  geeigneter
Sand  und  ein  fortwährender  Zuwachs  desselben  festgestellt
  ist.

In  der  Nähe  des  Königshauses  ließ  ich  weithin
sichtbar  ei  Schild  „Kaiserlich  deutsches  Schutzgebiet"
an  eine  Palme  nageln;  dem  König  ward  die  Sorge
für  das  deutsche  Hoheitszeichen  übertragen.  Neugierig
umstanden  uns  bei  unserem  Zusammensein  mit  dem
König  vielleicht  50  hochgewachsene  ernste  Männer,
während  im  Hintergrunde  die  gelbbemalten  Dorfschönen
  sich  bemühten,  durch  Tanz,  Händeklatschen  und
Geschrei  unsere  Aufmerksamkeit  auf  sich  zu  lenken.
Dann  geleiteten  uns  einige  Eingeborene  zur  Jagd
auf  Schnepfen,  die  um  diese  Jahreszeit,  von  Sibirien
und  Nordchina  ziehend,  die  Südsee-Eilande  besuchen,
und  von  einem  Kanu  aus  schoß  einer  unserer  Jungen
mit  einer  emzigen  Dynamitpatrone  über  einen  Centner
wundervoller,  großer  Fesche.

Um  5  Uhr  lichteten  wir  den  Anker,  um  auf  die
Mortlockgruppe  zu  steuern.  Wir  erreichten  diese
anderen  Tags  gegen  1  Uhr  und  gingen  zunächst  zu
der  Station  der  Frau  Altmann,  der  Wittwe  eines
deutschen  Händlers.  Sie  und  ihre  achtjährige,  wie
eine  wilde  Blume  auf  dem  sandigen  Ellande  aufwachsende
  Tochter  sind  die  Eigenthümer  der  ganzen
Gruppe,  auf  der  von  Emgeborenen  nur  noch  20  Leute
leben.  Die  Inseln  umsassen  zusammen  ein  Areal
von  höchstens  200  ha  und  liefern  zur  Zeit  50  bis
60  Tons  Kopra,  welche  bei  rationeller  Bewirthschaftung
  bis  auf  200  Tons  gesteigert  werden  können.
Frau  Altmann  ist  Samoanerin.  Sie  bearbeitet  die
Inselgruppe  mit  Hülfe  von  15  auswärtigen  Jungen,
in  Handclsverbindung  mit  der  Firma  Forsayth  stehend.
Ihr  aus  Korallenkalk  massiv  gebautes  Haus  macht
im  Innern  und  im  Aeußeren  einen  sehr  gut  gehaltenen,
  wohnlichen  Eindruck.  Die  unweit  des  Hauses
befindliche  große  Cisterne  ermöglichte  die  Auffüllung
unseres  Frischwasservorraths.  Ein  längerer  Spaziergang
  im  dichten  Busche  der  großen  Mortlock=  Jusel
zeigte  uns,  wie  dieselbe  vollständig  den  Inseln  der
Lord  Howe=  und  Tasmangruppe  gleich  geartet  ist.
Ueberall  Bildung  kleiner  Lagunen  und  Sümpfe,  in
denen  wilder  Taro,  der  den  Eingeborenen  die  Faser
zu  ihren  Webereien  liefert,  mit  mächtigen  grünen
Blättern  hervorschießt,  und  unzählige  Moslitos  eine
nur  zu  geeignete  Stätte  der  Entwickelung  finden.

Spätnachmitags  liefen  wir  mit  dem  „Stephan“
weiter  nach  Buka.

Am  30.  morgens  erreichten  wir  die  an  der
Nordostküste  Bukas  gelegene  Landschaft  Hanahau
und  warben  dort,  langsam  die  Küste  abfahrend,
aus  den  Kanus  der  zu  uns  kommenden  Eingeborenen
drei  gut  gewachsene  Leute  als  Polizeijungen  an.
Die  Bewohner  dieses  sehr  dicht  bevölkerten  Land-
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        striches  gehen  meistens  als  Arbeiter  zu  der  Forsoythschen
Plantage  Ralum.  An  der  ganzen  Ostküste  Bukas
stand  eine  solche  Brandung,  daß  eine  Landung  mit
Booten  unmöglich  war.  Es  war  im  höchsten  Grade
bewundernswürdig,  wie  die  Bukas  einzeln  auf  ein
paar  schmalen  zusammengebundenen  Palmenwippen
die  Brandung  passirten,  vom  Schiffe  aus  gesehen
manchmal  vollkommen  in  den  Wogenbergen  verschwindend.
  Die  Ostseite  der  Insel  Buka,  welche
wir  bis  zur  König  Albert-Straoße  entlang  liefen,
ist  sehr  steinig  und  schroff.  Zwischen  dem  dunklen
Laube  des  dichten  Busches  sieht  man  nur  vereinzelt
die  langen  Blätter  der  Kokospalme  hindurchschimmern.
Aber  überall  erblickte  man  niedrige  Hütten  und
in  Folge  unserer  Anwesenheit  geschäftig  hin=  und
herlausende  Menschen.  Unsere  Absicht,  im  Eingange
der  Straße  zwischen  Buka  und  Bougainville  zu
ankern,  ward  vereitelt,  da  der  4  bis  5  Meilen
laufende  Strom  für  unser  schwaches  Ankergeschirr
zu  stark  war.  Wir  ließen  daher  im  Schutze  einer
kleinen  Insel,  an  der  sich  die  Straße  theilte,  nahe
dem  Ostausgange  derselben  den  Anker  fallen.  Von
allen  Seiten  kamen  hier  die  Kanus  zu  uns  heran,
meist  mit  drei  bis  vier  durchweg  kräftigen  Leuten
bemannt.  Alie  Jungen,  die  früher  in  Ralum  und
Matupi  gearbeitet  hatten,  begrüßten  die  Herren
Forsoyth  und  Wahlen  und  boten  uns  geschäftig
Boote,  Pfeile  und  Speere  zum  Eintauschen  an.
Der  Anwerbung  gegenüber  verhielten  sie  sich  kühl.
Die  jungen  brauchbaren  Leute  trugen  auch  meist  die
für  Buka  und  Bougainville  so  charakteristischen
Ballonmützen  aus  Fasergeflecht,  ein  Zeichen  dafür,
daß  sie,  bis  ihre  Haare  so  weit  gewachsen  sind,  daß
die  Ballonmütze  ausgefüllt  ist,  gewissen  Beschränkungen
  unterworfen  sind  und  auch  die  Heimath  nicht
verlassen  dürfen.  Solche  Mützen  einzutauschen,  ist
vollständig  unmöglich,  da  sie  für  Jeden  außer  ihrem
Träger  „tabu“,  d.  h.  verboten,  sind.  Die  Ballonmützen
  leuchteten  uns  auch  an  den  beiden  folgenden
Tagen  aus  den  Kanus  bei  den  Inseln  Matches
und  Torotzian  an  der  Westseite  von  Bougainville
weiß  und  rot  entgegen.  Nur  mit  größter  Mühe
gelang  es,  sechs  Leute  in  den  zwei  Tagen  anzuwerben.


Die  Südspitze  von  Buka  ist  niedriges  Land,  das
Ufer  ist  zumeist  mit  Mangroven  bewachsen,  anscheinend
  recht  bevölkert  und  fruchtbar.  Dasselbe
Bild  bietet  die  Nordküste  von  Bougainville.  Wir
gingen  an  Land  auf  der  Insel  Torotian  und  einer
klemen  neben  Matches  gelegenen  Insel.  In  Torotzian
waren  die  Leute  sehr  miß##trausch  und  sämmtlich  mit
Bogen,  Pfeilen  und  Speeren  bis  an  die  Zähne  bewaffnet.
Schlialich  kamen  sie  jedoch  auf  unser  Zurufen  heran
und  umstanden  uns  zu  Dugenden.  Zurücklehrende
Arbeitsleute  hatten  ihnen  erzählt,  daß  sie  bekriegt
werden  sollten,  weil  sie  vor  Jahren  emen  Chinesen
erschlagen  hätten.  Ich  ließ  mir  den  Häuptling
herbeirufen  und  setzte  ihm  auseinander,  daß  ich
allein  darüber  zu  entscheiden  hätte,  mit  wem  Krieg

116

 

zu  führen  wäre.  Die  alte  Geschichte  hätte  ich  vergessen
  und  wolle  nur  friedlich  mit  ihnen  verkehren.
Sie  versicherten  uns  natürlich,  doß  sie  überhaupt
den  Mord  nicht  begangen  hätten,  sondern  Leute  aus
dem  Busch  das  gethan  hätten.  Aus  ihrem  scheuen
Verhalten  war  jedoch  wohl  auf  eine  Mitschuld  zu
schließben.  Nach  gewonnenem  Vertrauen  suhren
einige  in  meinem  Boote  mit  an  Bord,  und  bald
war  dann  der  „Stephan“  von  Kanus  umringt,
aus  welchen  die  besten  Waffen,  anstatt  kriegerische
Verwendung  zu  finden,  für  Tabak,  Messer  und  Armringe
  an  Bord  des  „Stephan“  wanderten.  Zu
meiner  Verwunderung  bemerkte  ich  am  Fußende
eines  aus  Bougainville  stammenden  Speeres  Kasuarfedern,
  und  die  Eingeborenen  erklärten  mir,  daß,
was  bisher  wohl  noch  nicht  bekannt  war,  der  Kasuar
(Morup)  auf  Bongainville  im  Busche  lebte.  Die
Männer,  mit  denen  wir  in  Berührung  kamen,
waren,  falls  sie  nicht  aus  ihrer  Zeit  als  angeworbene
Leute  sich  noch  ein  Lendentuch  erhalten  hatten,  vollständig
  nackt.  Frauen  bekamen  wir  überhaupt  nicht
zu  sehen.

Nachdem  wir  nachts  an  der  Ostseite  der  Insel
Motches  geankert  hatten,  fuhren  wir  am  2.  Dezember
in  der  guten,  zwischen  den  Inseln  Sale,  Motzungan
und  Betatz  liegenden  Fahrstraße  dem  Karolahasen  zu.
Bei  der  Insel  Betatz  wurde  gestoppt,  und  nach
vielem  Verhandeln  erhielten  wir  dort  von  den  herbeirudernden
  Kanus  noch  ein  paar  gute  Jungen.  Im
Karolahafen  legten  wir  uns  in  der  Nordostecke  zu
Anker.  Man  liegt  dort  ausgezeichnet;  der  Hafen
scheint  durch  die  vorliegenden  Risse  und  Inseln  vollständig
  geschützt  zu  sein  und  kann  wegen  seiner
Ausdehnung  und  seines  klaren  Grundes  in  marinmer
Beziehung  noch  einmol  von  großer  Bedeutung
werden.  Die  kleinen,  im  Hafen  liegenden,  meistens
für  die  Frau  Kolbe  im  Grundbuch  eingetragenen
Inseln  sind  fast  alle  unbewohnt  und  dienen  Tausenden
von  großen  Waldtauben  zum  Aufenthalte.  Wir
schossen  in  kurzer  Zeit  29  Stück  und  vorher  an  dem
Riffkranze  der  einen  Taubeninsel  mit  einer  Dynamitpatrone
  über  einen  Centner  Fische.

Langsam  dampften  wir  am  3.  morgens  von
Karolahafen  die  Küste  entlang,  überall  mit  den  sichtbar
  werdenden  Kanus  wegen  Anwerbung  von  Leuten
in  Verbindung  tretend.  Aber  nur  em  früher  als
Arbeiter  in  Ralum  thätig  gewesener  Häuptling  wies
uns  zwei  seiner  Leute  zu.  Als  wir  um  10  Uhr
vom  Nordkap  nach  den  Charles  Hardyinseln  zuhielten,
  hatte  ich  im  Ganzen  zwölf  gute  Jungen
für  das  Gouvernement  geworben,  worunter  sich  ein
alter  Polizeisoldat  und  vier  alte  Ralumarbeiter
befanden.

Von  Karolahafen  bis  Nordkap  ist  das  Küstengebiet
  miedriges,  stark  bewaldetes,  anscheinend  sehr
fruchtbares  Land,  in  dessen  Küstenvegetation  die
Mangrove  vorherrscht.

Am  Nordkap  beginnen  die  steil  abfallenden
Korallenfelsen,  hier  eine  riesige,  thurmhoch  spritzende
        <pb n="169" />
        Brandung  hervorrufend,  welche  sich  weiter  in  beinahe
  geschlossenem  Ringe  die  ganze  Ostküste  von
Buka  hinabzieht.

Die  Charles  Hardygruppe  erreichten  wir  gegen
5  Uhr  nachmittags.  Diese  Inseln,  auf  den  Namen  der
Frau  Kolbe  im  Grundbuch  eingetragen,  umfassen  eine
Gesammtgrundfläche  von  3000  bis  4000  Hektar  und
werden  von  etwa  1300  Eingeborenen  bewohnt.  Die
mit  einem  weißen  Händler  besetzte  Station  auf  der
Insel  Nissau  liefert  120  bis  150  Tons  Kopra  jährlich.
Die  Inseln  sind  niedrig  und  steinig,  die  Palmen
gedeihen  aber  trotzdem  sehr  gut.  Die  Inselgruppe
ist  anscheinend,  da  sie  von  echten  Bukas  besetzt  ist,
ursprünglich  von  Buka  aus  besiedelt  worden.  Noch
jetzt  pflegen  große  Kanus  aus  Buka  alljährlich  einmal
  zu  kommen,  um  die  alten  Handelsbeziehungen
aufrecht  zu  erhalten.  Die  Leute  von  Buka  bringen
als  Tauschwaaren  Bogen  und  Sago  und  erhalten
Pfeile,  Speere  und  Schweine.  Letztere  gedeihen
hier  ausgezeichnet,  und  in  den  von  uns  besichtigten

Kanakendörfern  tummelten  sie  sich  zu  Dutzenden.

Die  Inseln  sind  angeblich  malariafrei.  Die  Gruppe
hat  zwei  schöne  Häsen  und  würde,  als  einheitliche
Palmenplantage  mit  einigen  Eingeborenenreservationen
bewirthschaftet,  ein  gutes  Arbeitsfeld  für  eine  kleine
Unternehmung  sein.

Die  Nacht  durch  fahrend,  gelangten  wir  am
anderen  Morgen  zu  den  Fead-Inseln,  ebenfalls

117

 

 

—  —

Eigenthum  der  Frau  Kolbe,  und  gingen  dort  auf

dem  kleinen,  ganz  mit  Palmen  bepflanzten  Eilande
Akani,  dem  Sitze  der  Forsaythschen  Station,  an
Land.  Ein  Rundgang  durch  die  Insel  überzeugte
mich,  daß  dieselbe  ganz  eben  und  sandig  ist  und,
wie  vierjährige  Palmen,  die  bereits  schöne,  große
Nüsse  tragen,  beweisen,  für  die  Kopraerzeugung
besondere  Vorzüge  besitzt.  An  einer  Palme  zählten
wir  über  200  kleine  Nüsse.  Die  Bodenverhältnisse
auf  den  übrigen  Inseln  sollen,  abgesehen  von  einzelnen
Lagunenbildungen,  ähnlich  sein.  Die  ganze  Gruppe
wird  auf  ein  Areal  von  500  bis  600  Hektar  geschätzt.
  Einige  der  kleineren  Inseln  sind  schon
plantagenmäßig  mit  Palmen  bepflanzt.  Die  größte
Insel  Nugarea  will  Herr  Forsayth  in  nächster
Zeit  mit  zwei  Europäern  in  Angriff  nehmen.  Die
Kopraverschiffung  beläuft  sich  bisher  auf  100  Tons
durchschnittlich  im  Jahr.  Die  Eingeborenen,  den
Lord  Howe=  und  Tasman-Leuten  stammverwandt,
sind  nicht  zahlreich;  es  wohnen  auf  den  Inseln
100  bis  120  erwachsene  Menschen.

Nach  einigen  Stunden  mußte  ich  leider  wegen
Zeitmangels  die  Weiterreise  nach  Nusa  antreten,
ohne  die  große  Insel  Nugarea  noch  besuchen  zu
können.

In  Nusa  konnte  der  außerordentlich  günstige
Einfluß,  welchen  die  neu  angelegte  Regierungestation
auf  die  Pacificirung  des  unterstellten  Bezirks  ausübt.
  festgestellt  werden.  Durch  mehrfaches,  meist
ganz  unblutiges  Vorgehen  ist  es  dem  Stationsleiter
gelungen,  die  in  Neu-Mecklenburg  bei  den  Ein- 



geborenen  befindlichen  Waffen  nebst  Munition,  die
in  den  Eingeborenen-Fehden  eine  so  schreckliche  Wirkung
  ausübten  und  eine  beständige  Bedrohung  der
europäischen  Händler  bildeten,  bis  auf  einen  kleinen
Rest  zurückzuerhalten.  Die  Anlage  einer  Kokospalmenpflanzung
  war  mit  sehr  geringen  Kosten  begonnen;
  3000  kleine  Palmen  waren  bereits  gepflanzt
und  zeigten  ein  üppiges  Wachsthum.  Der  Aufbau
der  Station  ging  seiner  Vollendung  entgegen.  Am
7.  morgens  ward  bei  sehr  ungünstiger  Witterung,
die  dem  kleinen  Dampfer  „Stephan“  den  Kampf
mit  der  aufgeregten  See  recht  schwer  machte,  die
Rückreise  angetreten  und  nachts  2  Uhr  Herbertshöhe
  erreicht.

Bericht  aus  Vap.

Einem  Bericht  des  Bezirksamtmanns  Senfft  in
Yap  entnehmen  wir:

Die  Wege=  und  Dammarbeiten  nehmen  ihren
Fortgang.  bis  jetzt  sind  über  20  000  m  fertig.  Mein
Etat  würde  zur  Bezahlung  so  umfangreicher  Arbeiten
nicht  ausreichen,  ich  helfe  mir  deshalb  dadurch,  daß
ich  die  Strafen  der  Insulaner  in  Steinen  zahlen
lasse  und  mit  diesen  die  einzelnen  Gemeinden  neben
den  Tauschwaaren  ablohne.

Unruhen  sind  nicht  bekannt  geworden,  meine
anfangs  geäußerte  gute  Memung  kann  ich  durchweg
aufrecht  erhalten;  die  Bevölkerung  bringt  mir  das
weiteste  Vertrauen  entgegen.  Von  den  einzelnen
Häuptlingen  der  Palau  habe  ich  je  einen  Mann  für
die  Polizeitruppe  anwerben  können,  es  sind  gehorsame,
willige  Leute.  Mit  der  Kapuxinermission  steht  die
Verwaltung  gut;  es  sind  nie  Reibungen  vorgekommen.

Mit  einem  Versuch,  die  in  Yap  so  gewaltigen
Schaden  verursachende  Baumkrankheit  durch  Abräuchern
der  befallenen  Pflanzen  zu  bekämpfen,  habe  ich  bis
zu  einem  gewissen  Grad  Erfolg  gehabt.  Ich  lasse
deshalb  seit  Monaten  trockene  Blätter  und  ähnliche
Brennstosse  in  Reihen  über  die  ganze  Insel  aufschichten,
  in  weiteren  zwei  Monaten  dürfte  diese  Vorbereitung
  fertig  sein,  dann  soll  das  Anzünden  erfolgen.
Diese  Maßnahme  soll  verschiedene  Male  wiederholt
werden,  und  hoffentlich  bleibt  ein  voller  Erfolg  für
die  langwierige  und  mühselige  Arbeit  nicht  aus.

Aus  dem  Berciche  der  Missionen  und
der  Auntishlaverei-Bewegung.

Der  Februar-Ausgabe  der  „Monatshefte  zu  Ehren
Unserer  Lieben  Frau  vom  hh.  Herzen  Jesu“  entnehmen
  wir  aus  der  JFoitsetzung  des  in  Nr.  2  des
Deutschen  Kolonialblattes  gebrachten  Briefes  des
Paters  Rascher  zu  St.  Paul,  Neupommern,
das  Folgende:

Den  Katechumenen-Unterricht  ertheilte  ich  seit
Weihnachten  in  der  neuerbauten  Strohkirche.  Die

4
        <pb n="170" />
        —  118

Zahl  der  Katechumenen  schwankt  zwischen  25  und  50.
Der  Unterricht  war  lange  Zeit  nur  von  Männern
und  Knaben  besucht,  da  die  Weiber  sich  weigerten,
anstatt  mit  dem  allzuprimitiven  Grasschurz  (a  niska)
mit  einem  Stück  Stoff  bekleidet  zu  erscheinen,  bis  die
Frau  des  Häuptlings  hiermit  den  Anfang  machte.

Gegenwärtig  kommen  nur  Leute  aus  den  nächsten
Ortschaften  zum  Unterricht;  die  früheren  Besucher
aus  Karra  bleiben  in  letzter  Zeit  wegen  Uneinigkeit
des  dortigen  mit  dem  hiesigen  Häuptling  aus.

Nach  Ostern  gedenke  ich  die  Erstlinge  von
Baining  zu  taufen,  und  zwar  bloß  Kinder;  die  Erwachsenen
  möchte  ich  noch  einige  Monate  prüfen.

Im  verflossenen  Jahre  herrschten  lange  Zeit
Dysenterie  und  Influenza,  verschuldet  durch  schlechte
Witterung  und  die  Unsauberkeit  in  den  Hütten.
Die  Nachfrage  nach  Arzeneien,  mit  denen  ich  glücklicherweise
  durch  die  barmherzigen  Schwestern  in
München  reichlich  versehen  worden,  war  groß.  Ein
großer  Theil  der  Sterbenden  konnte  von  mir  noch
die  Taufe  erhalten.  Schließlich  gingen  die  Zeiten
allgemeiner  Krankheit  wieder  vorüber,  die  Leute,  die
vielfach  ihre  Wohnstätten  verlassen  hatten,  kehrten
zurück,  und  auch  der  Katechumenen-Unterricht  wurde
wieder  besucht.

Da  in  jüngster  Zeit  Raub=  und  Diebeszüge
von  Seiten  der  Baininger  gegen  die  Küstenbewohner
häufig  vorgekommen  waren,  erschien  auf  mein  Ersuchen
  der  kaiserliche  Richter  in  Baining,  und  es
gelang  ihm,  die  drei  Hauptschuldigen  gefangen  zu
nehmen;  seitdem  scheint  sich  die  Lage  gebessert  zu
haben,  die  Räubereien  haben  aufgehört,  und  die  Bevölkerung
  hat  sich  beruhigt.

Anfang  Januar  ist  endlich  der  Plan  verwirklicht
worden,  die  in  Vunapope  (Sitz  des  Bischofs  Couppé
an  der  Blanchebai)  erzogenen  Kinder,  nachdem  sie
erwachsen,  und  die  von  der  Mission  losgekauften
oder  vom  kaiserlichen  Richter  den  Eingeborenen  abgenommenen
  Sklaven  in  einem  christlichen  Dorfe  zu
vereinigen;  zu  dieser  Zeit  kam  die  erste  christliche
Familie  von  Vunapope  in  dem  zu  diesem  Zwecke
ausersehenen  St.  Paul  an,  seitdem  sind  noch  fünf
weitere  Paare  gefolgt.  Augenblicklich  stockt  der
Zuzug  etwas,  da  es  an  Frauen  fehlt.

Die  neue  Kolonie,  erbaut  aus  Wellblech=  und
Holzhäusern,  liegt  auf  einem  Platean,  elwa  130  m
unterhalb  der  Station.  Die  Häuser  werden  unter
Leitung  des  Dr.  Leonhard  erbaut.  Die  Kolonisten
können  sich  eigene  Pflanzungen  anlegen  und  diese
nutzen,  ihre  Arbeit  wird  aber  von  der  Mission
überwacht,  welche  auch  auf  regelmäßigen  Kirchenbesuch
  hält.  Die  Kolonie  berechtigt  zu  den  schönsten
Hoffnungen  und  wird,  als  Musterwirthschaft,  einen
guten  Emfluß  auf  die  Bevölkerung  des  Karragebirges
haben.  Ich  hoffe,  später  noch  mehr  Günstiges  hierüber
  berichten  zu  können.

Einem  in  „Gott  will  es“  veröffentlichten  Briefe
des  Missionars  P.  Vormann  vom  11.  Sep- 



tember  1900  entnehmen  wir  über  die  Gründung
der  Station  der  Steyler  Mission  in  Potsdamhafen
(Kaiser  Wilhelms-Land):

Die  jüngste  Niederlassung  der  katholischen  Mission
  vom  heiligen  Geiste  im  Kaiser  Wuhelmsland
befindet  sich  in  Monumbo  oder  Potsdamhafen  an
der  Nordküste  von  Deutsch-Neuguinea.  Von  Weitem
erlennt  man  Monumbo  an  einer  300  Meter  hohen
Gebirgserhebung,  die  das  umliegende  Hügelland  stolz
überragt.  Grüne  Grasmatten  und  dichter  Busch
bedecken  in  bunter  Abwechselung  die  Kämme  und
Abhänge  dieser  Höhen.  Das  Wahrzeichen  Monumbos
aber  ist  ein  1700  Meter  hoher  thätiger  Vulkan,
der  im  Norden  aus  dem  Meere  aufsteigt.  Die
Spitze  seines  gewaltigen  Kegels  besteht  aus  grauem
Lavagestein,  in  welches  die  glühenden  Ströme  tiefe
Furchen  gerissen  haben.  Am  Fuße  dieses  grollenden
Ungethümes  wohnt  furchtlos  ein  schön  geformter.
kräftiger  Menschenschlag.

Die  kleine  Meereseinbuchtung  von  Monumbo
mit  der  winzigen  Insel  Malagén  ist  gerade  groß
genug,  um  einem  größeren  Dampfer  die  Umdrehung
zu  gestatten.  Dulch  freundliches  Entgegenkommen
des  Norddeutschen  Lloyd  darf  der  Postdampfer  für
das  hiesige  Schutzgebiet  jedesmal  diesen  Hofen  anlaufen.
  Das  ist  eine  große  Wohlthat  für  die
Missionsstation  und  für  den  einzigen  sonstigen  Europäer,
  der  hier  wohnt.  Derselbe  unterhält  als  Beamter
  der  Neu-Gumea-Kompagnie  ein  kleines  Lager,
aus  dem  verschiedene  an  der  Küste  stotionirte  chinesische
  Händler  ihren  Bedarf  beziehen.

Den  Strand  der  fischreichen  Bucht  besiedeln
sieben  Dörser  der  Eingeborenen.

Die  Monumbuleute  sind  schöne,  schlanke  Menschen.
Ihre  geistige  Entwickelung  steht  auf  einer  gewissen
Höhe.  Sie  erkundigen  sich  gerne  nach  dem  Lande
des  Europäers  und  lauschen  mit  Freuden  seinen
Erzählungen.  Seine  Familienverhältnisse  interessiren
sie.  Sie  befragen  ihn  oft  über  seine  Eltern,  seine
Geschwister,  Frau  und  Kinder.  Mir  wurden  schon
die  Fragen  gestellt,  ob  das  Meer  ihr  Land  umgebe.
ob  die  Sonne  oben  sich  auf  einem  Schiffe  fortbewege,
  ob  das  große  Schiff,  welches  alle  zwei
Monate  zu  ihnen  käme,  von  Menschen  gemacht
worden  sei  2c.  Solche  Fragen  lassen  doch  auf  einen
für  viele  Naturvölker  ungewöhnlichen  Gebrauch  des
Denkvermögens  schließen.  Auch  eine  gewisse  warme
Herzensbildung  fehlt  ihnen  nicht.  Sie  haben  Mitleid
mit  den  Nothleidenden.

Für  eine  gewisse  Kulturstuse  der  Monumboleute
zeugt  serner  der  Umstand,  daß  gerade  dieser  Bezirk
durch  eine  überwältigende  Fülle  prächtiger  Schnitzwerke
  ausgezeichnet  ist.  Hierher  gehören  die  schönen
zusammengesetzten  Kopfbänke,  hierher  die  Mursörs#
mit  ihren  geschnitzien  Widerlagern,  auf  denen  ie
den  Beuteldachs,  das  Krokodil,  den  Buceros
vielleicht  auch  eine  Orthopterenart  dargestelltendan
hierher  auch  die  schönsten  Masken  und  Ahn##  Fitzend  n
        <pb n="171" />
        —  119  —

der  ganzen  Insel,  endlich  auch  die  herrlich  ge=  verherrlichen  und  beleben  den  Gottesdienst  mit  ihrer
schnitzten  volltönenden  Holztrommeln.  Gesangsschule.

Lob  verdient  auch  der  Feldbau  der  Monumboleute.  Auch  das  Aeußere  dieser  Mission  hat  bereits
Neben  dem  Landbau  geht  ein  eifriger  Fischereibetrieb  ein  recht  vortheilhaftes  Aussehen  gewonnen;  das
einher.  Endlich  pflegen  die  Monumboleute  einen  Brüderhaus  überragt  die  ganze  Umgebung.
schwungvollen  Handel  mit  anderen  Stämmen.  Hierzu  Unter  der  Pflege  der  Schwestern  steht  ein  großer
sind  sie  durch  die  europäischen  Handelsartikel,  die  Gemüsegarten,  in  weitem  Bogen  von  dem  kleinen
ihnen  von  Bord  der  hier  zeitweilig  ankernden  Schiffe  Ruaha  auf  drei  Seiten  umflossen,  an  den  Ufern
für  Kuriositäten  gegeben  werden,  besonders  besähigt.  und  oft  mitten  in  der  Anlage  von  der  Natur  in
Für  Eisen,  Perlen,  Tücher  u.  s.  w.  kaufen  sie  sich  unerreichbarer  Meisterschaft  geschaffene  Palmgruppen,
von  Stämmen  des  Binnenlandes  Sago,  Schweine,  Laubhbolz.  Gesträuche,  Alles  eben  in  der  afrikanischen
Waffen  und  Schmuckgegenstände.  Frühlingspracht  des  Januar.  Breite,  reinliche  Wege

Dieser  Handel  und  der  rationelle  Feldbau  hat  durchschneiden  die  einzelnen  Quartiere,  alle  Beete
die  Leute  in  landläufigem  Sinne  wohlhabend  ge-sind  vollbesetzt  mit  den  vielversprechenden  Gemüsen
macht.  Hierdurch  sowie  durch  ihren  zeitweiligen  der  Heimath,  Bohnen,  Erbsen,  Kohl,  Möhren  u.  s.  w.
Verkehr  mit  den  Europäern  und  durch  ihre  geistige  An  den  Ecken  und  Winkeln  Blumenbeete,  eine  kleine
Entwickelung  sichern  sie  sich  eine  gewisse  Ueberlegen=  Kaffeekultur,  eine  herrliche  Bananerie  mit  wohl  fünf
heit  über  die  umgebenden  Stämme.  Meter  hohen  Pflanzen,  die  ihre  mächtigen  Blätter

Ich  habe  jetzt  nur  gute  Seiten  der  Monumbo=  im  Wind  wiegen  und  rauschen,  als  ob  Regen  vom
leute  aufgedeckt.  Es  fehlt  ihnen  aber  auch  nicht  an  Himmel  fiele,  schwere  Fruchttrauben  werden  von
schlechten  Eigenschaften,  die  in  der  verdorbenen  mensch=  Stangen  gestützt;  in  der  That  eine  Anlage,  in  der
lichen  Natur  und  im  Heidenthume  wurzeln.  Natur  und  Menschenfleiß  wetteifern,  für  die  nöthige

Unter  diesen  Leuten  wirken  wir  Missionare  seit  Nahrung  auf  der  Mission  zu  sorgen.  Eben  war
November  vorigen  Jahres.  Weit  können  unsere  wieder  ein  neues  Stück  Feld  für  die  Vergrößerung
Arbeiten  noch  nicht  gediehen  sein.  In  der  That  des  Gartens  ausgerodet:  welch  ein  Gegensatz  zu  der
haben  wir  erst  einigermaßen  die  materielle  Befestigung  tropischen  Wildniß  vor  drei  Jahren,  wo  man  nur

 

unserer  Herz  Jesu-Station  erreicht.  mühsam  sich  durch  das  hohe  Gras  und  dichte  Ge-P.
  Vormann.  stträuch  durchwinden  konnte.
In  demselben  Blatt  berichtet  der  Missionar  Eine  neue  Brücke  aus  starken,  behauenen  Baum-P.

  Ambrosius  Mayer  in  Madibira  (St.  Bene-  l  stämmen  führt  uns  auf  eine  Art  Insel,  ein  großes
dictus-Missionsgesellschaft)  über  einen  Besuch,  den  fast  ganz  gerodetes  Land,  wo  eben  der  Oekonom
er  der  Missionsstation  Tosamaganga  im  Uhebe-  und  Afrikaveteran  Bruder  Michael  mit  dem  Pfluge
lande  abgestattet  hat:  1  das  jungfräuliche  Feld  umbricht  und  einen  Weizeu-Tosamaganga
  ist  bereits  in  das  vierte  Jahr  acker  anlegt.  Tosamaganga  ist  und  bleibt  eine  Perle
seiner  Missionsarbeit  eingetreten  und  hat  in  dem  unserer  Missionen.  Ganz  am  Ufer  fanden  wir  die
letzten  Jahre  eine  ganz  besonders  günstige  Entwickelung  Ziegelei  und  den  Ziegelofen  noch  vom  letzten  Herbst
zu  verzeichnen.  Gegenwärtig  ist  die  Station  besetzt  vor;  schön  gebrannte  Ziegel,  ausgezeichnet  gelungene
mit  einem  Priester  und  zwei  Brüdern,  hat  einen  Dachplatten  verrathen  auch  hier  der  Brüder  Fleiß
eigenen,  dritten  Bruder  als  Lehrer  noch  außen  auf  und  Unternehmungsgeist.
der  acht  Stunden  entfernten  Nebenstation  Mapogolo  –
und  ist  bereits  daran,  seine  Thätigkeit  bis  zu  dem  Dem  letzten  Geschäftsbericht  des  Evangelischen
drei  Tagereisen  entfernten  Mage  auszubreiten.  Das  Afrika-Vereins  entnehmen  wir:
Missionswaisenhaus  zählt  etwa  25  muntere  Knaben,  „Das  größte  Unternehmen  des  Vereins  ist  zur
die  im  Schulunterricht  recht  wackere  Fortschritte  Zeit  die  Sklavenfreistätte,  die  Waisen=  und  Ermachen,
  in  der  Schreinerei  und  Säge,  in  der  Oeko=  ziehungsanstalt  auf  dem  Lutindihügel  in  Usambara
nomie  und  im  Stalle  gute  Dienste  leisten.  P.  Seve=  (Deutsch-Ostafrika).  Die  Arbeit  an  und  mit  den  Kindern
rin  wird  so  allmählich  die  besten  Knaben  zu  Lehrern  1  der  Anstalt  nahm  ihren  ruhigen  Fortgang.  Es
ausbilden,  welche  dann  auf  den  Außenposten  von  wurde  gesät,  gepflanzt,  geerntet;  es  wurde  untergrößter
  Bedeutung  sein  werden.  Seit  August  1898  richtet  und  erzogen.  Die  Ernte  fiel  zur  Zufriedenhat
  die  Mission  auch  eine  Schwesternabtheilung,  heit  aus,  denn  Regen  und  Sonnenschein  wechselten
deren  drei  Miutglieder  in  ihrer  ruhigen,  still  wirken=  zur  rechten  Zeit.  Es  wurden  gepflanzt  bezw.  gesät
den  Thätigkeit  von  unverkennbarem  Emfluß  auf  die  und  eingebracht:  Kartoffeln,  Weizen,  europäische
Wahehe  sind.  Die  Schwestern  selbst  haben  ein  Gemüse  mancherlei  Art,  Yamswurzeln,  Zuckerrohr,
Waisenhaus  mit  20  bis  25  Mädchen,  besorgen  den  Bananen,  Mohogo,  Mais,  Erbsen  und  Bohnen.
Schulunterricht  der  Mädchen  und  Weiber,  führen  Auch  die  junge  Kaffeeplantage,  die  unter  der  vorandie
  Küche,  bearbeiten  den  Garten,  helfen  mit  ihren  gegangenen  Dürre  sehr  gelitten  hatte,  brachte  einigen
Kleinen  im  Felde  und,  was  von  ganz  besonderer  Ertrag.  Eingegangene  Bäumchen  wurden  durch
Bedeutung  für  die  Gewinnung  der  Wahehe  ist,  frische  ersetzt.  Einige  nothwendige  Erweiterungsbauten
verschönern  die  Kapelle  mit  ihrer  schmückenden  Hand,  hoffen  wir,  wenn  die  Zahl  unserer  Helfer  größer
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        und  damit  die  uns  zu  Gebote  stehenden  Mittel

reichlicher  geworden  sind,  demnächst  zur  Ausführung
bringen  zu  können.

Schwere  Verluste  hat  die  Anstalt  leider  hinsichtlich
  ihres  Viehbestandes  zu  verzeichnen  gehabt.
Die  Rinder  hat  die  Pest  dahingerafft,  so  daß  zur
Zeit  nur  noch  eine  Kuh  und  zwei  Kälber  vorhanden
  sind.  Schweine  gedeihen  dort  allerdings
sehr  gut,  ihrer  sind  jetzt  32  vorhanden.  An  Schafen
und  Federvieh  mangelt  es  gleichfalls  nicht.

Der  Schulunterricht  hat  sich,  wie  früher,  darauf
beschränkt,  den  Kindern  die  nach  ihren  Verhältnissen
nothwendigsten  elementaren  Kenntnisse  beizubringen.
Indessen  übt  die  Schule  und  damtt  die  ganze  Anstalt
  allmählich  ihren  Einfluß  auch  auf  die  Umgegend
aus,  denn  mehr  und  mehr  finden  sich  auch  die
Kinder  der  umwohnenden  Waschambaa  zum  Schulunterricht
  ein.  So  regelrecht  und  regelmäßig  wie
bei  uns  kann  sich  allerdings  der  Schulunterricht
dort  noch  nicht  gestalten.  Störungen  und  Unterbrechungen
  sind  noch  unvermeidlich.  Der  Gesundheitszustand
  war  im  Großen  und  Ganzen  gut.

Das  Erholungshaus  auf  Lutindi  hat  auch  im
vergangenen  Jahre  nur  wenige  Gäste  zu  beherbergen
  gehabt,  doch  wird  dasselbe  mit  der  Fertigstellung
  der  Bahnstrecke  von  Muhesa  (und  damit
von  Tanga)  bis  Korogwe,  welche  voraussichtlich  bis
zum  Juli  dieses  Jahres  erfolgen  wird,  sich  einer
häufigeren  Inanspruchnahme  zu  erfreuen  haben.
Zeigt  sich  doch  schon  bei  den  wenigen  Gästen,  von
wie  großem  Segen  es  für  die  Umgegend  ist.  Die
große  Schönheit  und  Fruchtbarkeit  von  Lutindi,  sowie
  das  herrliche  Wetter  der  letzten  Monate  heben
die  letzten  Berichte  besonders  rühmend  hervor.“

Fünf  Missionare  der  Missionsgesellschaft  Berlin  1
haben  auch  eine  Reise  nach  dem  Buandjeland
(ostnordöstlich  von  Muakaleli)  zwecks  Aufsuchung  eines
dortigen  Missionsplatzes  unternommen.

In  den  „Berliner  Missionsberichten“  schreibt
Miss.  Bunk  in  Mufindi  (Deutsch-Ostafrika)  über
das  Hehevolk:

„Die  Abneigung  gegen  den  Lohndienst  ist  bei
deu  Leuten  noch  sehr  stark.  Mit  Ausnahme  von
ganz  wenigen  Männern  und  Frauen,  welche  an  beliebigen
  Tagen  je  einige  Stunden  im  Garten  arbeiteten,
  konnte  ich  Niemand  zur  Arbeit  bekommen:  Es
fehlte  den  Leuten  fast  sämtlich  an  Saatkorn,  und
ich  forderte  sie  auf,  sich  dasselbe  auf  der  Station
zu  verdienen,  da  ich  reichlich  Vorrath  hatte.  Statt
dessen  zogen  sie  es  aber  vor,  Tagereisen  weit  zu
gehen  und  bei  Bekannten  2c.  es  sich  zu  erbitten.  So
gerne  die  Leute  Zeug  tragen,  so  will  es  ihnen  doch
schwer  eingehen,  sich  dasselbe  durch  geregelte  Arbeit
zu  ver  dienen.  Ist  das  alte  Zeug  zerrissen,  so  lassen
sie  sich  einmal  herbei,  eine  Trägerlast  von  Kidugala
zu  holen  oder  auch  eme  nach  Muhanga  zu  tragen.  Viel

120

 

in  größeren  Gesellschaften  hinter  den  Elefanten  her,
um,  wenn  es  gelingt,  einen  oder  mehrere  zu  erlegen.
sich  für  Elfenbein  Zeug  zu  erstehen.  Wurden  doch
im  November  in  einer  Woche  nicht  weniger  als
neun  Elefanten  unweit  Mufindi  allein  erlegt.  Wenn
dies  Treiben  weiter  fortfährt,  so  wird  die  nächste
Generation  das  schöne  Wild  höchstens  noch  aus
Bilderbüchern  und  zoologischen  Büchern  kennen
lernen.  Ende  November  kam  der  Sagila,  Yombelebadasi,
  aus  Malangali  mit  einem  Schreiben  von
Herrn  Oberleutnant  v.  d.  Marwitz.  In  dem
Schreiben  wurde  mir  mitgetheilt,  daß  der  Genannte
strikten  Besehl  habe,  sich  mit  seinen  Leuten  bei
Mufindi  anzusiedeln.  Ich  wurde  gebeten,  ihm  einen
geeigneten  Platz  anzuweisen.  Die  Zahl  der  kriegsfähigen
  Männer  —  nach  solchen  rechnen  die  Hehe
nur  —  soll  ungefähr  70  Mann,  alte  mitgerechnet
ungefähr  100  betragen.  Ein  schöner  Zuwachs  der
Bevölkerung  hier.“

Ueber  die  Mission  in  Togo  berichtet  der
„Evangelische  Heidenbote“:

„Wenn  wir  die  Mission  in  Togo,  wie  sie  sich
im  Lauf  der  letzten  fünfzehn  Jahre  von  Anum  aus
allmählich  ergeben  hat,  festhalten  und  weiterführen
wollen,  so  ist  es  dringend  geboten,  endlich  zur  Anlage
  einer  Europäerstation  zu  schreiten,  um  die  schon
gesammelten  etwa  zwölf  Gemeindlein  mit  etwa
1000  Seelen  zu  pflegen,  die  weitere  Ausdehnung
der  Mission  in  das  volkreichere,  vom  Islam  bedrohte
Innere  vorzubereiten,  und  namentlich  um  taugliche
Gehülfen  für  die  Arbeit  im  deutschen  Gebiet  heranzuziehen.
  Frühere  Versuche  zu  Stationsgründungen
in  Bismarcksburg,  Ketschenke  r2c.  scheiterten  aus  verschiedenen
  Gründen.  Ueber  die  Wahl  des  Stationsortes
  war  man  lange  im  Zweifel.  Auf  Grund  verschiedener
  Untersuchungen  kam  man  schließlich  zu  der
Ueberzeugung,  die  Station  in  der  Landschaft  Bosm
errichten  zu  sollen,  und  zwar  entweder  in  Borada
oder  in  Akpaso.  Im  Dezember  hat  der  Inspektor
mit  den  Brüdern  Seeger  und  Martin  die  Angelegenheit
  durchgebrochen.  Borada  hätte  den  Vorzug
einer  zentraleren  Lage,  wäre  auch  leichter  zu  erreichen;
  es  liegt  aber  in  einer  Mulde  oder  Thalsohle
  des  bergereichen  Boëmlandes  und  ist  deshalb
vermuthlich  ungesund.  Dagegen  zeichnet  sich  Akpafo
durch  seine  Höhenlage  aus  und  kann  eben  deshalb
als  gesund  gelten.  Zur  Zeit  ist  es  noch  etwas
schwer  zugänglich,  man  darf  aber  hoffen,  daß  vielleicht
  miu  Hülfe  der  deutschen  Regierung  ein  Weg
dahin  gemacht  wird.  Akpaso  weist  reichliches  und
gutes  Wasser  auf,  auch  wird  sich  leicht  Boden  zur  Anlage
von  Plantagen  finden,  so  daß  sich  die  Schulanstalten,  die
dort  entstehen  sollen,  zum  Theil  selber  verproviantiren
können.  Einen  Nachtheil  hat  Akpaso  allerdings:  es
liegt  etwas  seitab;  das  hat  aber  für  eine  Schulstation
nicht  so  viel  zu  bedeuten.  Mehr  Schwierigkeiten  als

die  abgelegene  Lage  wird  einem  die  große  Manniglieber
  aber  laufen  sie  Wochen,  ja  einen  Monat  lang  faltigken  der  Sprachen  in  jenen  verhältnißmäßig  dünn
        <pb n="173" />
        bevölkerten  Landschaften  bereiten.  Doch  muß  etwas

121

geschehen,  um  dort  die  Arbeit  zu  fördern,  und  so
faßt  das  Komitee  für  das  Jahr  1901  die  Anlage

einer  neuen  Missionsstation  in  Akpafo  ins  Auge.
Falls  unsere  finanzielle  Lage  es  erlauben  wird,
sollen  dort  zunächst  zwei  Europäerhäuser  von  je  vier
Zimmern  erstellt  werden.  Als  Leiter  der  neuen

Station  wird  Br.  Martin  bestimmt,  der  in  den

letzten  Jahren  unsere  Mission  in  Togo  von  Anum
aus  gepflegt  hat;  für  den  Bau  der  Station  soll
ihm  ein  bauverständiger  Bruder  beigegeben  werden.“

In  den  „Kirchlichen  Mittheilungen  aus  und
über  Nordamerika,  Australien  und  Neu-Guinea“"
heißt  es:

„Auf  unsern  Stationen  in  Neu-Guinea  sind
während  des  vergangenen  Jahres  Personal-Veränderungen
  nicht  vorgekommen;  unsere  Stationen
waren  vollständig  besetzt,  zumal  der  Sattelberg,
nachdem  Miss.  Flierl  im  Jahre  1899  zurückgekehrt
  und  Miss.  Keyser  zu  Hilfe  gesandt  war.
Einen  großen  Theil  der  Zeit  und  Kraft  nahmen
immer  die  äußeren  Arbeiten  dortselbst  weg;  sie
wachsen  mit  Zunahme  des  Arbeiterpersonals  und
der  Schülerzahl;  doch  kommt

Schüler,  je  mehr  Verbreitung  religiöser  Kenntniß,
je  mehr  Missionare,  um  so  häusiger  auch  der  Besuch
  der  Dörfer  mit  Predigt.

Auf  dem  Gebiet  unserer  ältesten  Station  Simbang
  hat  unser  Werk  einen  ermuthigenden  Erfolg  zu
verzeichnen;  am  Jahrestag  der  ersten  Taufe  meldeten
  sich  sechs  andere  junge  Leute,  darunter  zwei

letztere  Zunahme

natürlich  auch  der  Mission  wieder  zu  gut.  Je  mehr  4.  Botamik;  5.  Zoologie;  6.  Zelchnen,  auch  Plan-—

  "  —

Verheirathete,  zur  Taufe;  durch  das  Beispiel  der

Erstgetauften  und  durch  eigene  Erfahrungen  wurden
sie  hierzu  veranlaßt.“

Aus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten.

Die  britisch  indische  Sorstschule  in  Dehra-Dun.

Die  im  Jahre  1878  zu  Dehra-Dun  in  den
Nordwestprovinzen  Vorderindiens  gegründete  Forstschule
  ist  nach  den  Angaben  des  in  Kalkutta  er—
schienenen  amtlichen  „Kalender“  über  diese  Schule
zur  Heranbildung  indischer  Forstleute  bestimmt.  Die
Schule  besteht  aus  zwei  Klassen,  einer  unteren  und
einer  oberen;  für  die  letztere  werden  in  der  Regel
40,  für  die  erstere  10  Schüler  angenommen.  Die
Gebäulichkeiten  setzen  sich  zusammen  aus  dem  Hauptgebäude
  mit  sechs  Lehrzimmern,  einer  Bicherei,
einem  Saal  für  Sammlungen,  einem  Herbariumraum
  und  Nebengelassen,  ferner  aus  dem  Laboratorium,
  aus  Wohnungen  für  80  Schüler,  einer
Zimmermannswerkstätte  mit  einigen  Schuppen  und
aus  dem  Hospital.  Zu  der  Schule  gehören  ferner
eine  Pflanzschule  und  ein  forstlicher  Lehrpark.

—  —

 

 

Die  Schule  steht  unter  der  Oberaussicht  des
Generalinspekteurs  der  indischen  Forsten,  welchem
cin  Kollegium  von  vier  Beamten  und  einem  Sekretär
beigegeben  ist.  Das  Direktorium  und  das  Lehrerpersonal
  setzt  sich  zusammen  aus  dem  conservator
of  forests  der  Nordwestprovinzen  als  dem  Direktor,
dem  deputy  director  und  zwei  instructors,  welch
letztere  Drei  Beamte  des  indischen  Forstdienstes  sind,
dem  vernacular  instructor  von  gleicher  Eigenschaft
und  dem  assistant  instructor  and  curator.

An  Kursen  ist  ein  in  englischer  und  ein  in  hindostanischer
  Sprache  abzuhaltender  eingerichtet.  Jeder
Kursus  dauert  23½  Monate.

Dem  englischen  Kursus  unterzieht  sich  die  obere,
dem  hindostanischen  die  untere  Klasse.  Die  Schüler
des  ersten  Jahres  heißen  juniors,  die  vom  zweiten
Jahr  seniors.

In  den  Kursen  werden  folgende  Gegenstände
gelehrt:  1.  Forstwissenschaft  mit  Einschluß  der  Waldbaulehre,
  der  Nutzholzwirthschaft  sowie  der  Anfertigung
von  Wirthschaftsplänen  und  deren  praktischer  Ausführung;
  2.  Mathematik,  und  zwar  elementare
Mathematik,  Algebra,  Trigonometrie  und  Mechanik,
soweit  sie  für  den  Schulzweck  erforderlich  sind;
3.  Physik,  Chemie,  Geologie  und  Mineralogie;

zeichnen  und  Krokiren;  7.  Forst-Ingenieurkunde:
8.  forstliche  Gesetzgebung,  die  Anfangsgründe  der
allgemeinen  Strafgesetzgebung,  die  Forstorganisation
Indiens;  9.  die  Anfertigung  forstlicher  Berechnungen
und  Berichte.

Die  Jahreszeiteintheilung  ist  im  ersten  Jahr  folgende:
  Der  Vorbereitungskursus  dauert  vom  15.April
bis  zum  30.  Juni;  er  findet  entweder  im  Schulgebäude
  in  Dehra-Dun  oder  in  freier  Natur  statt;
ihm  folgt  der  Regenkursus  vom  1.  Juli  bis
31.  Oktober  in  Dehra-Dun,  hierauf  der  Winterkursus
  bis  zum  22.  Dezember,  der  im  Freien  abgehalten
  wird;  nach  den  bis  zum  5.  Januar
dauernden  Ferien  beginnt  der  Frühjahrskursus,  der
wieder  im  Freien  abgehalten  wird  und  am  31.  März
endigt.  Das  zweite  Studienjahr  umfaßt  die  „hilltour"
  vom  1.  April  bis  31.  Mai,  welcher  sich
Ferien  und  zwar  bis  30.  Juni  anschließen,  hierauf
folgt  der  Regenkursus  wie  im  ersten  Jahr  und  der
Frühjahrskursus,  welcher  am  15.  Februar  sein  Ende
erreicht.  Nunmehr  folgen  bis  31.  März  die  Abgangsprüfungen.
  Außer  diesen  finden  noch  monatliche
  Prüfungen  statt.  An  Zeugnissen  werden  ausgetheilt
  „Dass“  certificates  und  „honours“  certilicates.
  Es  werden  auch  Preise  verliehen.

Aufnahmebestimmungen:

Die  Festsetzung  der  jeweiligen  Aufnahmeziffer
unterliegt  der  Befugniß  der  oberen  Aufsichtsbehörde.
Bezüglich  der  oberen  Klasse  werden  drei  Kategorien
unterschieden:  Privatschüler,  solche  Schüler,  die  schon
im  öffentlichen  Forstdienste  sich  befinden,  und  solche,
die  von  den  Eingeborenen-Regierungen  entsandt  sind.

Unter  Privatschülern  versteht  man  alle  diejenigen,

5
        <pb n="174" />
        die  sich  nicht  bereits  im  indischen  Forstdienst  be—
finden  und  welche  den  durch  den  Besuch  der  Schule
zu  erlangenden  Befähigungsnachweis  erstreben  behufs
Erlangung  einer  Forstdienststelle  im  öffentlichen  oder
privaten  Dienst  oder  im  Dienst  einer  Eingeborenen-Regierung.
  Sie  dürfen  nicht  jünger  als  18  Jahre
und  nicht  älter  als  25  Jahre  sein  und  haben  ihre
Meldungen  mit  einem  Staatszugehörigkeits=  und
Altersnachweis  sowie  mit  einem  Leumundsattest
belegt  durch  den  zuständigen  conservator  of  forests
einzureichen;  auch  haben  sie  sich  einer  Aufnahmeprüfung
  zu  unterziehen.  Die  Aufnahmeprüfung  umsaßt

  Englisch,  Arithmethik,  Algebra,  Geometrie  und

Vermessungskunde.  Unter  Umständen  kann  Befreiung
von  der  ganzen  Prüfung  oder  von  Theilen  derselben
eintreten,  auch  konn  einzelnen  bedürftigen  Schülern
eine  Unterstützung  zugewendet  werden.

Die  ferner  aufzunehmenden  Schüler,  die  schon
im  öffentlichen  Forstdienst  gestanden  haben,  setzen  sich
zusammen  aus  Forstunterbeamten  und  anderen  untergeordneten
  Forstangestellten,  welche  in  ihrer  eigenen
Beamtenklasse  aufzurücken  wünschen  oder  in  eine
höhere  Kategorie  kommen  wollen.

Den  von  den  Eingeborenen-Regierungen  vorgeschlagenen
  Schülern  ist  das  Bestehen  der  Aufnahmeprüfung
  und  die  Vorlegung  der  erforderlichen  Papiere
zur  Bedingung  gemacht,  auch  haben  sie  wie  die
Privatschüler  einen  3½  monatlichen  praktischen  Kursus
im  öffentlichen  Forstdienst  vorher  durchzumachen.

In  die  untere  Klasse  werden  gleicherweise  die
obengenannten  drei  Kategorien  ausgenommen.  Die
Aufnahmebedingungen  sind  dieselben  wie  für  die
obere  Klasse  mit  der  Ausnahme,  daß  die  Aufnahmeprüfung
  entfällt.  Jedoch  muß  ein  Bewerber  den
Besuch  einer  Mittelklasse  und  die  vollkommene  Beherrschung
  des  Hindustani  nachweisen.

Die  Kosten  des  Besuchs  der  unteren  Klasse
stellen  sich  bedeutend  niedriger  als  die  der  oberen
Klasse;  im  Uebrigen  sind  im  Einzelfalle  bedeutende
Ermäßigungen  vorgesehen.

Der  Kalender  enthält  des  Weiteren  eingehende
finanzielle  und  disziplinarische  Bestimmungen,  Annahme=
  2c.  Formulare,  hierauf  folgt  ein  Abschnitt
über  die  Forstorganisation.

122

 

Hier  wird  unterschieden  zwischen  Kaiserlichem,

Provinzial=  und  dem  Subaltern-Forstdienst.

In  dem  Kaiserlichen  Forstdienst  werden  nur

sachmännisch  vorgebildete,  im  Einverständniß  mit  dem
Staatssekretär  angestellte  Beamte  verwendet.  Dagegen
berechtigt  der  ersolgreiche  Besuch  der  Forstschule
Debhra-Dun  zum  Eintritt  in  den  Provinzial-Forstdienst.


Es  folgen  noch  die  Vorschriften  über  den  Eintritt
  von  Angehörigen  der  Armee  in  den  Forstdienst,

serner  eine  ausführliche  Beschreibung  der  Lehrdisziplinen,
  Personalnachweisungen  und  Examensberichte.


Aue  dem  Jadresbericht  über  die  englische  Gollküße
für  1899.

J.

Finanzen.  Die  Einnahmen  der  englischen  Goldküstenkolonie
  betrugen  ohne  den  Reichszuschuß  (parliamentar#
  grant),  welcher  für  die  Verwaltung  des
als  „Northern  Territories“  bezeichneten  Hinterlandes
  gewährt  worden  ist:

1898  1899
5  176  440  Mk.-)  6  455  920  Mk.

Die  größten  Einnahmen  bilden  die  Zölle,  die
Gerichts=  und  Geschäftsgebühren,  Einnahmen  für  besondere
  Dienste  r.,  sowie  ein  Posten  für  Lizenzen
und  interne  Einnahmen;  diese  drei  stärksten  Einnahmequellen
  haben  ergeben:

1898  1899
Zölle  1  515  520  Mk.  5  603  840  Mf.
Gerichts-  und  Geschäftsgebühren
  2c.  317040  420  180
Lizenzen  2c.  249  920  321  580

Hierzu  treten  noch  fünf  weitere  Posten  mit  kleineren
Einnahmen.
Der  Reichszuschuß  für  die  „Northern  Territories“

  hat  betragen:
1898  1899
900  000  Mk.  2  000  000

Die  erheblichen  Mehreinnahmen  an  Zöllen  im
Jahre  1899  gegenüber  1898  werden  auf  die  Erhöhung
  des  Spirituosenzolls  von  3  Mk.  auf  4,50  Mk.
per  Gallone  **)  und  die  allgemeine  Hebung  des
Handels  zurückgeführt.

Die  Ausgaben  sind  ziemlich  genau  spezifizirt;  es
seien  hier  nur  diejenigen  Posten  hervorgehoben,
welche  200  000  Mk.  übersteigen,  sowie  die  Gesammtausgaben:


1898  1899

Jorthern  Territories  2  420  4.40  Mt.  1097500  Mk.
Zollwesen  245  460  261  880

ruppe  713  320.  811  660
Polizeiwesen  257  2800  „  275  680)
Sanitätswesen  18  780  =  124  160
Transport  295  6000  „  343  840
Oeffentliche  Arbeiten.  212  8K!  215  560
Wiederkehrende  öffentliche

  Arbeiten  2352727  262  920
Außergewöhnliche

offentliche  Arbeiten.  805  80U0  „  543  661)
Gesammtausgaben  7559  500  =  ·f  193  127

Die  „Northern  Territories“  verursachen  die
größten  Ausgaben;  vermuthlich  sind  hierin  auch  die
durch  die  Besetzung  und  Verwaltung  von  Alhanti
erwachsenen  Kosten  enthalten;  inwieweit  die  Besetzung
und  Verwaltung  des  Hinterlandes  von  unmittelbarem

Einfluß  auf  den  Handel  gewesen  ist,  geht  aus  dem

Bericht  nicht  hervor.

Die  Kosten  der  Verwaltung
des  Hinterlandes  dürften  mit  Rücksicht  auf  die  geringe
  Ausdehnung  des  Hinterlandes  7  7)  als  zu  hoch

*  1  28  wird  hier  gleich  20  Mk.  angenommen.
**)  Eine  Gallone  —=  1,54  Liter.
2  Die  gesammte  Goldküstenkolonie  reicht  ungefähr  von
5  30“  nordlicher  Breite  bie  zu  11°  nördlicher  Breire.
        <pb n="175" />
        —.

anzusehen  sein,  um  so  mehr,  als  die  Kosten  der  Bewachung
  der  West=  und  Ostgrenze  in  den  Auslagen
für  die  „Northern  Territories“  nicht  enthalten  sind.

Ueber  die  Art  der  Verwendung  der  Gelder,
welche  unter  den  drei  Posten  für  öffentliche  Arbeiten
in  Ausgabe  erscheinen,  enthält  der  Bericht  keine
nädhere  Erläuterung.

Die  Gesammtausgaben  haben  sich,  wie  aus  den
oben  angegebenen  Zahlen  ersichtlich  ist,  im  Jahre  1899
gegenüber  dem  Jahre  1898  um  1  366  380  Mt.
verringert  und  sind  zum  ersten  Mal  seit  vier  Jahren
geringer  als  die  Einnahmen;  das  Defizit  der  vorhergehenden
  vier  Jahre  ist  auf  die  Ashanti-Expedition
1895  bis  1896  zurückzuführen.  Sieht  man  vom
Reichszuschuß  für  die  „Northern  Territories“  ab,
so  beträgt  der  Ueberschuß  der  Einnahmen  über  die
Ausgaben  im  Jahre  1899  262  800  Mik.

Die  Kolonie  hat  keine  öffentliche  Schuld,  ist  aber
für  verschiedene  ausstehende  Vorschüsse  verantwortlich,
welche  einschließlich  der  für  die  Eisenbahn  Sekundi—
Tarkwa  geleisteten  Vorschüsse  eine  Höhe  von
4609  740  Mk.  erreichen.  Im  Jahre  1898  ist  eine
Verordnung  erlassen  worden,  welche  die  Aufbringung
einer  Anleihe  in  Höhe  von  4  400  000  Mk.  zum
Zweck  des  Eisenbahnbaues  vorsieht.  Die  Summe
ist  zwar  noh  nicht  gezeichnet,  aber  der  Bau  der

123

Eisenbahn  Sekundi—Tarkwa  bereits  in  Angriff  genommen
  worden.  Bis  31.  Dezember  1899  waren
3719  220  Mk.  für  dieselbe  verausgabt.
Handel  und  Landwirthschaft.  Im  Jahre
1899  betrug  der  Werth
23  049  560  Mk.
22  234  760  =

der  Einfuhr
.=  Ausfuhr.
Es  sind  eingeführt  worden:
lebende  Thiere,  Lebensmittel,  Getränke

und  Narkotika  für.  4  213  460  Mk.

Rohmaterialien  für.  .  103  820
Artikel  der  Textilindustrie  für.  7.441  140.
Artikel  der  Metallindustrie  für  .  654  300.
andere  Industrieartikel  4  668  4400
Geld  und  Geldbarren  4  968  380

An  der  Einfuhr  im  Jahre  1899  sind  betheiligt:
Großbritannien  mit.  17174  420  Mk.
britische  Kolonien  1  081  5800  =
fremde  Länder  4793560

Die  Ausfuhr  ist  im  Jahre  1899  gegenüber  dem

Jahre  1898  um  2  374  800  Mk.  gestiegen.

Näheres  ist  über  den  Export  der  Hauptprodukte,

Palmöl,  Palmkerne  und  Kautschuk  für  die  Jahre
1897  bis  einschließlich  1899,  desgleichen  über  die
Ausfuhr  von  Nutzholz  für  die  Jahre  1895  bis  einschließlich
  1899  angegeben.  Aus  der  Statistik  ist

 

Folgendes  zu  entnehmen:

 

Kautschnk

 

 

 

 

 

Nutzhol
Ausfuhr  Palmöl  Ppalmterne  1  emon
im  Jahre  Werth  Werth  Gewicht  Werth  erth
Gallonen  Mk.  Tonnen  Mk.  engl.  Pfund  Mk.  Mk.
1897  2  021  716  2155740  10  836  1396  360!4  957  016  8398  2600  1811  380
1898  2145  138  2  285  760  9  732  1  327  560  5984984  11  033  340  2  206  620
1899  3  323019  3  64  080  12  66.  2  123  120  572  554  11  114  620741  520
Der  Bericht  stellt  ausdrücklich  jest,  daß  im  Be-  Kolanüsse  Zunahme  um  424  620  Mfk.
richtsjahr  der  Kautschukexport  von  der  Goldküste  Affenfelle  l  116  140=nach
  Deutschland  gegenüber  dem  Jahre  1898  wesent-  Kautschut  —  -  81  260  *

lich  abgenommen  hat  und  daß  dafür  desto  mehr
Kautschuk  nach  Großbritannien  gekommen  ist:  während
von  der  Goldküste  im  Jahre  1898  600  800  engl.
Pfund  Kautschuk  im  Werthe  von  1  118  200  Mk.
nach  Deutschland  exportirt  worden  waren,  sind  im
Jahre  1899  nur  322  414  engl.  Pfund  Kautschuk
im  Werthe  von  656  720  Ml.  dorthin  gekommen.
Der  Werth  der  im  Jahre  1899  von  der  Goldküste
  verschifften  Produkte  betrug:
nach  Großbritannien  15  351  500  Mtl.
britischen  Kolonien  1  415  240
-fremden  Ländern.  5  468  020  =
Der  Export  hat  eine  erhebliche  Zunahme  erfahren.
  Die  bedeutenderen  Zunahmen  sind  bei  den
nachstehenden  Produkten,  wie  folgt,  nachgewiesen:

Kakao  Zunahme  um  128  940  Mk.
Kopra  -  -  35  460
Palmöl  1  378  320

U  V
##  W

Palmkerne  795  510  .

Die  bedeutende  Vermehrung  des  Exports  an
Palmöl  und  Palmkernen  wird  auf  eine  günstige
Jahreszeit,  größere  Achtsamkeit  auf  den  Handel  und
bessere  Preise  zurückgeführt.  Die  Eignung  von
Boden  und  Klima  zur  Kakaokultur,  die  größere
Nachfrage  nach  Kakao  und  die  vermehrte  Aufmerksamkeit,
  welche  diesem  werthvollen  Produkt  geschenkt
worden  ist,  sind  der  vermehrten  Kakaoausfuhr  zu
Gute  gekommen.  Verschiedene  Bezirke  wurden  bereist,
um  die  eingeborenen  Häuptlinge  zu  veranlassen,
große  Ländereien  mit  Kakao,  Kautschuk  und  Kolabäumen
  zu  bepflanzen;  diese  Pflanzungen  sollen
unter  der  Aufsicht  eines  Beamten  der  botanischen

Hier  sind  wahrscheinlich  auch  die  Spirituosen  enthalten.


*“  Beim  Kautschuk  handelt  es  sich  nur  um  Zunahme
des  Werthes  infolge  von  Rreissteigerung,  nicht  aber  um
Zunahme  der  Menge.
        <pb n="176" />
        Abtheilungen  stehen.  Man  verspricht  sich  gute  Ergebnisse
  von  dieser  Maßnahme.

Der  Goldexport  hat  im  Jahre  1899  um
250  760  Mk.  gegen  das  Vorjahr  abgenommen.

Jabresbericht  über  Lierra  Leone  für  3199.

Dem  kürzlich  erschienenen  Jahresbericht  über
Sierra  Leone  für  1899
nehmen:

wovon  2  436  958  Mk.  durch  Zölle  erzielt  wurden.
Die  Zolleinnahmen  weisen  gegenüber  denen  des
Jahres  1898  in  Höhe  von  1  691  854  Mk.  eine
wesentliche  Steigerung  auf,  welche  auf  die  vermehrte
Einfuhr  zurückzuführen  ist.  Die  Hüttensteuer  im
Protektorat  ergab  im  Jahre  1899  387  280  Mk.
gegenüber  126  820  Mk.  im  Jahre  1898.

Die  Einfuhr  erreichte  im  Berichtsjahre  einen
Werth  von  13  796  120  Mk.  Die  außergewöhnliche
Zunahme  der  Einfuhr  um  1  669  160  Mk.  gegenüber
  dem  Jahre  1898  wird  darauf  zurückgeführt,
daß  der  durch  den  Aufsstand  verursachte  Verlust  an
vorräthigen  Waaren  und  sonstigem  Eigenthum  durch
die  Einfuhr  im  Jahre  1899  wieder  ersetzt  wurde.
Baumwollenwaaren,  Spirituosen,  Tabak  und  Eisenwaaren
  bilden  die  Haupteinfuhrartikel.  Deutschland
und  die  Vereinigten  Staaten  sind  gegenüber  England
  die  stärksten  Konkurrenten  im  Handel  mit
Sierra  Leone.  Die  Einfuhr  aus  Deutschland  nimmt
stetig  zu;  sie  erreichte  im  Berichtsjahr  einen  Werth
von  1142  420  Mk.

Die  Ausfuhr  aus  Sierra  Leone  betrug  im
Jahre  1899  6720  220  Mk.  sie  ist  gegenüber  dem
Jahre  1898  um  15%  gestiegen,  hat  aber  noch
nicht  die  Höhe  erreicht,  wie  in  den  Jahren  vor  dem
Aufstand.  Die  wichtigsten  Ausfuhrartikel  sind  Palmkerne,
  Kolanüsse  und  Kautschuk;  demnächst  folgen
Gummi-Kopal,  Ingwer,  Palmöl,  Bauwolle,  Reis
und  Sesamsaat.  Die  Kolanüsse  werden  fast  ausschließlich
  nach  den  Nachbarländern  und  Gambia
ausgeführt.  Auch  am  Export  nimmt  Deutschland
starken  Antheil.  An  Palmkernen  allein  sind  für
1  902  560  Mk.  nach  Deutschland  verschifft  worden.
Die  Gesammtausfuhr  nach  Deutschland  erreichte  im
Berichtsjahr  einen  Werth  von  2  001  120  Mk.

In  Verbindung  mit  dem  botanischen  Garten  ist
an  dem  Hauptwege  nach  dem  Innein  eine  Versuchsfarm
  von  ungefähr  34  Hektar  Fläche  angelegt
worden;  eine  große  Anzahl  von  Kautschukbäumen,
hauptsächlich  Kirkxsin  africann  7),  und  60  verschiedene
  bessere  Varietäten  Orangen  sind  bereits
ausgepflanzt  worden.  Es  ist  beabsichtigt,  in  Ver-*)

  Bei  den  Engländern  wird  hausig  in  der  Bezeich
nung  iwischen  Kickxis  elastic  und  Kicksin  alricann.
nicht  unterschieden.  Es  ist  aber  unzunehmen,  daß  hier  der

ist  Folgendes  zu  ent-124



bindung  mit  dieser  Farm  Vieh=  und  Milchwirthschaft
einzurichten.
Die  Kolonie  bestreitet  die  Kosten  für  das  Halten

pder  regulären  Truppenmacht  aus  eigenen  Mitteln

nicht.  Die  Auslagen  für  die  reguläre  Truppe
haben  im  Jahre  1899  rund  3  688  125  Mk.  betragen.

Die  erste  Strecke  der  Bahn,  welche  von  Freetown
in  östlicher  Richtung  nach  dem  Innern  führen  soll,
ist  am  1.  Mai  1899  dem  allgemeinen  Verkehr  übergeben
  worden.  Diese  erste  51,5  Kilometer  lange

Strecke  führt  nach  Songo  und  berührt  sechs  Zwischen-Die
  Einnahmen  beliefen  sich  auf  3  367  640  Mk.,

Bauten  ersetzt  werden.

stationen.  Im  Jahre  1899  soll  die  zweite,  nach
Rotihunk  führende  40  Kilometer  lange  Strecke  eröffnet
  werden.  Eine  weitere  Verlängerung  der  Bahn
nach  Bo  ist  in  Aussicht  genommen;  diese  Strecke
soll  etwas  leichter  gebaut  werden;  die  Brücken  2c.
sollen  nur  in  provisorischer  Weise  aufgeführt  und
erst  nach  Entwickelung  des  Verkehrs  durch  massive
Die  Eisenbahn  ist  eingleisig

  und  hat  eine  Spurweite  von  etwas  über

76  Centimetern.

Die  Verkehrsergebnisse  sind  ermuthigend;  der
Betriebsverlust  vom  1.  Mai  (Eröffnungstag)  bis
31.  Dezember  1899  hat  nur  890  Mk.  betragen.
Sobald  die  Bahn  bis  Bo,  dem  ersten  Punkt,  an
welchem  ein  reiches  Produktionsland  berührt  wird,
fertiggestellt  sein  wird,  werden  auch  die  Einnahmen
zunehmen.  Die  Haupteinnahmen  sind  bisher  durch
den  Passagierverkehr  erzielt  worden.  Im  Berichtsjahre
  wurden  befördert:

4  202  Passagiere  in  der  1.  Klasse
36  123  -  2-  2.  —
7166  -  -  3.

Die  Kosten  für  Erhaltung  der  Bahnaulagen
haben  sich  auf  520  Mk.  die  Meile  (—  1,6  Kilometer)
  gestellt.  Der  Bericht  spricht  sich  sehr
hoffnungsvoll  über  die  Zukunft  der  Bahn  aus.

M  1

Derschiedene  Wittheilungen.

Ausstellung  der  kunene  -5ambef#  rpedition.

Im  „Deutschen  Kolonial-Museum“,  Berlin  N  W.,
Alt-Moabit  1,  befindet  sich  zur  Zeit  eine  interessante
Ausstellung  von  Ergebnissen  der  von  dem  kolonial-=wirthschaftlichen
  Komitee  zu  Berlin  in  Verbindung
mit  der  Compaunhia  de  Alossamedes  in  Paris
ausgerüsteten  Expedition  nach  dem  Kunene-Zambesi-Gebiet
  in  Suüdafrika,  die  bei  freiem
Eintritt  täglich  von  9  Uhr  ab  zu  besichtigen  ist.

Der  Kunene-Zambesi-Expedition  war  die  Aufgabe
  gestellt,  den  wirthschaftlichen  Werth  der  fast
noch  ganz  unbekannten  Grenzgebiete  unserer  südwestafrikanischen
  Kolonie  festzustellen.  Die  praktischen
Ergebnisse  der  Erpedition  werden  zur  Zeit  von
hervorragenden  Fachmännern  der  Königlichen  Umversität
  und  des  Königlichen  Botanischen  Gartens

bei  uns  gewöhnlich  Kiekàin  elu#tica  ##nannte  Kautschuk-=  zwecks  Veröffentlichung  bearbeitet.

baum,  der  guten  Gummi  liefert,  gemeint  ist.
        <pb n="177" />
        Dem  19090r  Jabresbericht  über  Nolonialwolle
von  Gustav  Ebell  &amp;amp;  Co.  in  Berlin

entnehmen  wir  Folgendes:

Wolle  hat  im  Jahre  1900,  nach  der  gewaltigen
Preissteigerung  im  Vorjahre,  einen  beispiellosen  Entwerthungsprozeß
  durchgemacht.  Alles  in  Allem  ist
diese  Baisse  durch  Ursachen  und  Wirkungen  veranlaßt
worden,  welche  weniger  in  der  statistischen  Lage  als
in  den  Folgen  einer  überstürzten  Hausse  zu  suchen
sind,  so  daß  nach  deren  Hebung  der  Artikel  wieder
gesunden  sollte.  Jedenfalls  hat  die  Produktion  von
Wolle  weiter  abgenommen,  und  was  die  Vertheilung
der  Vorräthe  anlangt,  so  steht  —  das  gerade  Gegentheil
  vom  Vorjahre!  —  einer  sichtbaren  Anhäufung
in  erster  Hand  ein  fühlbarer  Mangel  in  zweiter  und
letzter  Hand  gegenüber.  Die  Tuchfabrikation,  welche
fast  während  des  ganzen  Jahres  zufriedenstellend  mit
Aufträgen  versehen  war,  ist  seit  dem  frühen  Herbst
ständig  im  Markte.  Die  Kammgarn-Industrie  dagegen
  ist  noch  immer  ungenügend  beschäftigt,  sie  wurde
auch  finanziell  äußerst  geschwächt,  und  bei  Jahresschluß
bleibt  das  oft  beklagte  Mißverhältniß  bestehen,  daß
die  Preise  für  Zug  und  Garn  unter  dem  Herstellungspreis
  aus  gleichzeitig  eingekaufter  Rohwolle  ruliren.
Inzwischen  schmilzt  bei  der  stark  eingeschränkten  Produktion
  der  Kämmereien  der  Vorrath  von  Kammzug
zusehends  zusammen,  was  in  der  Folge  der  ganzen
Branche  eine  gewisse  Festigkeit  verleihen  wird.  Ziehen
dann  alle  Betheiligten  aus  den  Erfahrungen  der
beiden  letzten  Jahre  die  Lehre,  daß  das  Geschäft

durch  Preistreiberei  und  Spekulation  auf  die  Dauer
nicht  gehoben  werden  kann,  geben  sie  vielmehr  dem
legitimen  Bedarf  die  Möglichkeit,  sich  dauernd  fühlbar
zu  machen,  so  wird  das  Vertrauen  wieder  festen
Boden  gewinnen,  die  für  normale  Beschäftigung
immerhin  nur  gering  erscheinenden  Vorräthe  werden
in  den  Verbrauch  übergehen,  und  der  Artikel  wird
daraus,  daß  wieder  Produktion  und  Konsum  die
Preise  diktiren,  erneute  Lebenskraft  schöpfen.

Der  Import  von  Wolle  nach  Deutschland
in  1900  zeigt  gegen  die  Vorjahre  einen  erklärlichen
Rückschlag.  Nach  der  Statistik  ist  von  der  Rohwoll-Emfuhr
  mehr  als  die  Hälfte  im  Januar  bis  März
über  die  Grenze  gegangen,  das  heißt  zu  theuersten
Preisen  in  den  Kolonien  und  am  Laplata  gekauft
worden  —  ein  beredter  Kommentar  zu  den  gewaltigen
  Verlusten,  welche  die  deutschen  Wollimporteure,
Händler  und  Industriellen  zu  tragen  haben.  Die
Kammgarnbranche  litt  mehr  als  die  Tuchfabrikation,
welche  in  der  zweiten  Jahreshälfte,  zum  Theil  durch
Lieferungen  für  militärische  Zwecke,  recht  befriedigend
zu  thun  hatte.  ·

Der  Absatz  von  fertigen  Waaren  an  den
inländischen  Handel,  welcher  sich  vor  zwölf  Monaten
stark  versorgt  hatte,  verlangsamte  sich;  dagegen  hat
sich  die  Ausfuhr  in  Wollengarnen  und  Wollenwaaren
wieder  auf  ungefährer  Höhe  des  Vorjahres  gehalten,
eine  erfreuliche  Thatsache  angesichts  der  im  Allgemeinen
  ungünstigen  Verhältnisse.

Es  betrug  Deutschlands  Ein=  und  Ausfuhr  von  Wolle  und  Kunstwolle  nach  den  Ermittelungen

des  Kaiserlichen  Statistischen  Amts  in  Mengen  von  100  kg.

 

 

 

 

 

ciyft  .
Einfuhr:  1900  1879  1898  1897  1896  1895  1894  1893  1892  1891
Schafwolle:  –  |#
gthoriswelle  a  ahenmerche  41  06  „,  1  3/2  3.  1  76.  100  6.  000  1  02  500  1  832  100  1  611.  000  1490  500  1  590  500  1  421  000
Sbodyy)  114200  13460  118  800  116  300  130  000  133  000  128  500  128  500  123  500  115  500
Zuf.  c1405  400  1  911  100  1  886  900  1740  300  1  32  500  1  905  000  1  739  500  1  614000  1  714000  1  536  500
Verglichen  mit  dem  Vorjahr  21,7  +  1,3%  +7,9J“  —  4.5%  —  6.7%  +  13  +7,7%  —5.8%  T+  11,5%
Ausfuhr:
Schafwolle:  !“7•2
gichtonswolle  censnngce  ¾C  8SS0  101  600  91000  112  3500  (N  57  43000  76500  94500
bovddy  1431100  151  200  145  100  159  800  183  000  153  500  155  00  155  500  125000  149  500
Zus.  d221  200  211  600  238  100  264  400  274000  266  000  252  500  248  500  201  500  244  000
Verglichen  mit  dem  Vorjahrst,2  +  1.  5%  —  10%  —  3,5%  +—3%  K+5,3“  K  1,6°%  +  23.3.  —  17,4%
ehr  Ein=  als  Nbruhr,  42735  16695  16/9  1485  1558.5  1699  1461  13655  15125  1225
Verglichen  mit  dem  Vorjaht  +  1,  2%  +  11  „  —  4,7°  —  8,2  1L  14.3  4S,  —  9,7  KM  17“°
Sinheimische  Prowuhtom25  225  225%  225  225  225  255  2755.  2  2-r
u  raretuung  r  Deuhschen  145  1894.5  11  17110  17835  1924  1712  15051  17385  1519,5
        <pb n="178" />
        Wollengarne  und  Wollenwaaren  in  Mengen  von  100  kg.

126  —

 

 

 

 

 

 

 

 

B.  Weyer,  Kapitänleumant  a.  D.:  Taschenbuch  der
deutschen  und  der  fremden  Kriegsflotten.  II.  Jahrgang
  1901.  München,  J.  F.  Lehmann.  Mk.  2,40.

Während  im  ersten  Jahrgang  nur  die  deutsche
Kriegsflotte  berücksichtigt  war,  sind  nunmehr  auch
alle  fremden  Kriegsflotten  in  Wort  und  Bild  eingehend
  zur  Darstellung  gekommen,  so  daß  das  Buch
mit  seinem  handlichen  Format  ein  gutes  und  bequemes
  Hülfsmittel  in  Flottenfragen  bildet.  Aus
dem  Inhalt  heben  wir  hervor:  Organisation  der

Seestreitkräfte  —  Deutsche  Flaggen  —  Marinedienstpflicht

  und  freiwilliger  Eintritt  —  Offizierkorps  —

Heimische  Gewässer  —  Seeinteressen  —  Seegefahren  —

Marineartillerie  der  Seestaaten  —  Marinebudgets  —

Stärkevergleich  der  Flotten  —  Flottenstationen  der

Seemächte  und  deren  Besetzung  rc.  2c.

Alfred  v.  Müller,  Oberleutnant:  Der  Krieg
in  Südafrika  1899/1900.  V.  (Schluß-)  Theil.
Mit  einer  Karte  und  zwei  Skizzen.  Berlin,
Liebelsche  Buchhandlung.  Preis  1,50  Mk.

Von  dem  bereits  in  diesen  Spalten  anerkennend
erwähnten  Werte  liegt  nun  der  Schlußtheil  vor.
Der  reiche  Inhalt  desselben  gliedert  sich  in  folgende
Abschnitte:  Die  Operationspause.  Der  Feldzug  im
südöstlichen  Theil  des  Oranjefreistaats.  Die  Kriegslage
  im  Westen  und  Osten.  Von  Bloemfontein  bis
Pretoria.  Der  kleine  Krieg.  Schlußwort.

Einfuhr:  1900  1899  1898  1897  1896  1895  1894  1893  1892  1891
Wollengarne  4z7247500  264  600  231  700  226  800  240  000  246  000  210  000  242  500  202  500  176  500
Verglichen  mit  dem  Vorjahrßs—  6,5%  +  14,2%  —+  2,2%%  —5,5  %  —  2,4%  —+17,  1%  —13,4%  J+  19,7%  14  7%
Wollenwaaren  dz0  18  600  17500  15750  21500  15  800  17800  19250  17  ooo  15  750
Verglichen  mit  dem  Vorjahr-—  10,75  6,38  +11,1%  2  5%  AL36,1  %  —  11,2  2%  —  7,5%  —+13.2%  —  7.9%
"  Geneiee  Gd88  300  88  500  85,700  87  600  82500  90  500  86  000  70000  69  500  60  500
Verglichen  mit  dem  Vorjahr  —  +  3,3%  —  2,  2%  +  6,1  6%  —  8,8%  —+  5,  2½%  —.  2%½  ·  3%  149  2  J
Wollenwaaren  .  .  da256  000  261000  264  300  281  500  300  500  308  000  260  000  2889  000  290  000  277  000
Verglichen  mit  dem  Vorjahr—  1,990  —  1,39%  —  6,106  —  6,390  —  2,4%  —+18,  5%  100  —0230  47
Total-Einfuhr  Mille  a4268  283  249  242,  261,5  262  228  261,5  2195  192
Verglichen  mit  dem  Vorjahrn—  5,3%  13,7  2%  +J  2,7%  —  7,3%  —  0,2%  414,9  -12,  S  +19,10%  +14,3%  3
Total-Ausfuhr  Mille  d2  344,5  349,5  350  369  383  398,5  346  359  359.,5  337,5
Verglichen  mit  dem  Vorjahr  1,4%  —  —  5,1%  —  3,7%  —  3,92%  +15,  2%  —  3,6%  —  0,1%  6,5  *8
Mehr-Ausfuhr  Mille  a76,5  66,5  101  126,5  121,5  136,5  118  97.5  140  145,5
Titteratur.  In  dem  letzteren  sind  die  Erfahrungen  und

Lehren  niedergelegt,  die  dieser  merkwürdige  Krieg
in  so  reichem  Maße  gezeitigt  hat.

Unsere  China-Litteratur  wächst  rasch  an.  Neuerdings
  liegen  außer  den  Fortsetzungen  des  Lieferungswerkes
  „China  und  die  Chinesen  ,  auf  Grund
eines  zwanzigjährigen  Aufenthaltes  im  Reiche  der
Mitte  geschildert  von  B.  Navarra  (Verlag  von
Max  Nößler,  Bremen  und  Schanghai),  einer  Monographie
  des  österreichisch=  ungarischen  Konsuls
M.  Kutschera  in  Hongkong  über  Macau,  den
ersten  Stützpunkt  europäischen  Handels  in  China
(Verlag  von  C.  v.  Hölzl,  Wien,  Preis  3  Mk.),  und
einer  historischen  Arbeit  „Ostasien  in  der  Weltgeschichte“
  von  Dr.  A.  Wirth  (Bonn,  Carl
Georgi)  wieder  mehrere  größere  Neuerscheinungen
vor.  M.  v.  Brandt,  der  langjährige  frühere
deutsche  Gesandte  in  Peking,  hat  den  ersten  Band
seiner  „33  Jahre  in  Ost-Asien“  betitelten  Erinnerungen
  veröffentlicht  (Leipzig,  Georg  Wigand,
Preis  6,50  Mk.)  und  behandelt  darin  die  preußische
Expedition  nach  Japan,  China  und  Siam  in  den
Jahren  1860  bis  1862  und  den  Beginn  seiner
amtlichen  Thätigkeit  in  Japan.  Das  Memeirenwerk
  des  bekannten  Diplomaten  bietet  in  dem  vorliegenden
  Bande  eine  Fülle  des  Interessanten  und
zeigt  u.  A.,  wie  mühsam  Deutschland  —  damals
durch  Preußen  vertreten  —  vor  nunmehr  vier
Jahrzehnten  in  China  zuerst  sich  Geltung  verschaffte.
        <pb n="179" />
        „Im  Innern  Chinas“  betitelt  der  Forschungs—
reisende  Eugen  Wolf  den  soeben  bei  der  Deutschen
Verlagsanstalt,  Stuttgart  und  Leipzig,  zum  Preise
von  5  Mk.  erschienenen,  hübsch  ausgestatteten  und  mit
zahlreichen  Illustrationen  versehenen  ersten  Band
seiner  „Wanderungen“,  worin  er  eine  unter  großen
Schwierigkeiten  durchgeführte  Reise  durch  die  Provinzen
  Tschili,  Honan,  Hupe  und  Hunan  schildert.
Das  Hauptgewicht  legte  Wolf  bei  dieser  Reise  auf
die  Erkundung,  inwieweit  der  deutsche  Unternehmungsgeist
  noch  größere  Vortheile  als  bisher  aus
der  Erschließung  Chinas  gewinnen  könne,  zu  der  er
selbst,  da  in  vielen  der  von  ihm  besuchten  Orte  noch

niemals  vorher  ein  deutscher  Forschungsreisender

gewesen  war,  ein  gutes  Theil  beigetragen  hat.  Durch
frische,  lebendige  und  humorvolle  Schreibweise
zeichnet  sich  das  Buch  besonders  aus.  Dasselbe
gilt  von  den  jetzt  in  zweiter  Auflage  erschienenen
Reisebildern  Paul  Goldmanns  „Ein  Sommer
in  China"“  (Frankfurt  a.  M.,  Rütten  u.  Loening),
die  schon  im  Jahrgange  1899  des  „Deutschen
Kolonialblattes“  (S.  350)  näher  besprochen  wurden.
Damit  auch  die  deutsche  Jugend  zu  ihrem  Rechte
komme,  hat  Paul  Lindenberg,  der  China  ebenfalls
  aus  eigener  Anschauung  kennt,  unter  dem
Titel:  „Fritz  Vogelsangs  Kriegsabenteuer  in
China  1900“  eine  flott  und  spannend  geschriebene,
mit  etwa  150  Illustrationen  geschmückte  Erzählung
veröffentlicht  (Berlin,  F.  Dümmler,  Preis  1  Mk.),
welche  die  Ausreise  des  jugendlichen  Helden  über
Aegypten  und  Ceylon,  seine  militärische  Dienstzeit
in  Kiautschou  und  seine  Theilnahme  an  dem  Gesecht
vor  Taku  und  den  übrigen  Kämpfen  bis  zur  Einnahme
  Pekings  zur  Unterlage  hat.

Moritz  Schanz:  Australien  und  die  Südsee  an  der
Jahrhundertwende.  Berlin,  Wilhelm  Süßerott.

Ein  außerordentlich  inhaltreiches  Buch,  das  die
Entdeckungsgeschichte,  Landbeschreibung  und  die  Bevölkerungs=
  und  staatlichen  Verhältnisse  Australiens
und  Oceaniens,  bei  letzterem  namentlich  der  Fidschi-,
Tonga=  und  Samoa-Inseln  sowie  Neuseelands,
größtentheils  auf  Grund  eigener  Beobachtungen  des
Verfassers  in  fesselnder  Weise  darlegt.  Der  Verfasser
nimmt  auf  die  Erwerbsbedingungen  für  europälsche

 

127  —

Kolonisten  und  die  Stellung  der  Deutschen  in  den
einzelnen  Kolonien  überall  besondere  Rücksicht,  und
sein  Werk  wird  somit  für  Jeden,  der  sich  über  die
einschlägigen  Verhältnisse  zu  orientiren  wünscht,  ein
willkommenes  Hülfsmittel  bilden.

 

    

VVJV

Titteratur  -erzeichnik.

Fitbzner,  Dr.  Rud.:  Deutsches  Kolonial-Handbuch.
Nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet.  Zweite  verbesserte
und  vermehrte  Auflage.  Theil  I.  80,  432  S.  und
4  Karten.  Theil  II  ist  unter  der  Presse.))  Preie  fur
das  vollständige  Werk  Mk.  8,#,  geb.  Mk.  10

Hermann  Paeetel,  Berlin.

Gothaischer  genealogischer  Hofkalender  nebst  diplomatisch=
  statistischem  Jahrbuche.  1901.  Hundertachtunddreißigster
  Jahrgang.  Justue  Perthes,  Gotha.

Hassert,  Prof.  Dr.  Kurt:  Der  Kampf  um  Südafrika
und  die  deutschen  Interessen  (Sonderabdruck
der  „Beiträge  zur  Kolonialpolitik  und  Kolonialwirthschaft“.),
  60  Pf.  Wilhelm  Süßerott,  Berlin.

Jahn,  Fr.:  Die  wichtigsten  gesetzlichen  Bestimmungen

für  Kaufleute.  80  Pf.
A.  D.  Boedecker.  Essen.

Karte  über  den  Stand  des  Eisenbahnbaues  in
Afrika  1900.  Mit  erläuterndem  Texrt.  Mk.  1.
Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.
Leyfer,  Herm.:  Deutsches  Kolonistenleben  im
Staate  Santa  Catharina  in  Südbrasilien.
Mit  einem  Vorwort  von  A.  W.  Sellin.  75  Pf.
Hanseatische  Kolonisations-Gesellschaft,  Lamburg.
Dr.  Matthiolius,  Marine-Stabsarzt:  Tagebuchblätter
aus  dem  Voerenkriege  1899  bis  1900.  Mit  einer
Karte.  F.  C.  W.  Vogel,  Leipzig.
v.  Müller,  Oberst  a.  D.:  Will  Deutschland  die  Ostmarken
  behaupten  oder  nicht?  30  Uf.
Gose  &amp;amp;  Tegylaff,  Berlin.
Steurich,  E.:  Johann  RKunny,  der  erste  brandenburgisch-preußische
  Negerfürst.  Eine  Erzählung
aus  den  Kolonien  des  Großen  Kurfursten.  Mit  zahl:
reichen  Abbildungen  vom  Kunstmaler  H.  W.  Schmidt

in  Weimar.  Mk.  5,—.
J.  F.  Lehmann,  München.
Dr.  Wiedenfeld,  RKurt:  Die  sibirische  Bahn  in  ihrer
wirthschaftlichen  Bedeutung.  Mit  einer  Uebersichtskarte.
Mk.  3,—.  J.  Springer,  Berlin.
Wittum,  Johanna:  Sieben  Monate  im  Burenkriege.
Erlebnisse  einer  Schwester  vom  Rothen  Kreuz.  Mit
acht  Illustrationen.  Mk.  1,50.
Friedrich  Ernst  Fehsenfeld,  Freiburg  i.  Br.

 

Verkehrs  -Nachrichten.

Im  Verkehr  mit  den  Schutzgebieten  Deutsch=  Südwestafrikao  und  Kamerun  sind,  soweit  deren
Postanstalten  am  internationalen  Postanweisungsdienste  theilnehmen,  von  jetzt  ab  Nachnahmen  bis  800  Mark
auf  eingeschriebenen  Briefsendungen  sowie  auf  Postpacketen  und  Postfrachtstücken  bis  10  kg  zulässig.

Dampfer  „Alexandra  Woermann“,  Kapt.  J.  W.  Jensen.
Dieser  bisher  in  der  Kongofahrt  unter  dem  Namen  „Bruxellesville“  beschäftigt  gewesene  prächtige
schnelle  Dampfer  wird  mit  dem  10.  Februar  in  Linie  1  eingestellt.
Das  Schiff  ist  für  eine  große  Anzahl  Passagiere  1.  und  2.  Klasse  eingerichtet,  besitzt  geräumige
und  elegant  ausgestattete  Salons  sowie  große  Promenadendecks  und  ist  im  Uebrigen  mit  allen  modernen

Einrichtungen  versehen.
Fleisch  zu  bieten.

Die  Gefrier=  und  Kühlräume  ermöglichen  es,  während  der  ganzen  Reise  frisches
        <pb n="180" />
        128

Indem  wir  diese  günstige  und  angenehme  Reisegelegenheit  besonders  denjenigen  Passagieren
empfehlen,  die  den  Sommer  in  Europa  zuzubringen  beabsichtigen,  geben  wir  nachstehend  die  Abfahrtsund

  Ankunftsdaten.
Kamerun
Lagos  .
Klein  Popo  ..
Loen
Quitta  .
Accra

ab

Mai  4  Kap  Palmas  ab
„  6  Monrovia  „
Gran  Canaria  R„

7  Madeira  »
Plymouth  an

„  8  Hamburg  »

Positaqsschissutbiuuuseu  nach  den  kestice  Schnogebieten.

Mai

##

10
12
18
20
25
27

 

 

 

 

San  Franeisco)

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  VBriefe  mussen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
Giffungshafen,  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Teapel  am  1.,  15.  März  Tanga  17—20  Tage
(Se#utsche  Schiffe)  9  vms.  Dar-es-Sal.  1—21  Tgam  22.,  26.  Februar,
Brindifi  am  3.,  17.  März  Tanga  18  Tage  1.,  12.,  15.  März
1.  Deutsch-  Oflafrika.  (englische  Schiffe)  10  adds.  Dar-es-Salnn  19  Tages103  abds.
Brindift  am  24.  Februar  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Mona#s
(kranzöftsche  Schiffe)  40  ums.  *#ô  10½  abbs.
Hamburz  am  10.jedes  WMts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
2.  co  (deursche  Schisfe)  am  20.  jedes  Mts.  Lome  38  Tage  Monats  720  abds.
D#g#.  Klein-Popo  35  Tage
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  7.  März  Klein-Popo  33  Tage  am  5.  März
Marseille  oder  Bordeauxenglische  Schisffe)  .  «an
nur  auf  Verlangen  desMarseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  W8  Tage  am  3.  jedes  Monats
Absenders.)  (kranzösische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverbindung  10%  abdbs.
Bordea  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  18.  jedes  Monats
#  (lranzösische  Oiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
3.  Südwestafrik  Southampton  am  9.  März  Lüderitzbucht  20  Tageam  8.  März
Helschzbüern  u  (Schife  bie  LKop.  40  ums.  Swakopmund  23  Tage  15  ums.
Seeren  35  gn  ——“  —*-apsta
  2
—  weiter  alle  r*  Hambur  am  5.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  5.  jedes  Monatls
#auf  dem  Landwege.)(Odeutsche  Schiffe)  nachts  Luderitzbucht  40  Tage  720  abds.
Lamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  deñ  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  720  abds.
4.  Ramerun.  desgl-  am  Letzt  jed.  Mts.  nachts  Kamerun  32  Tage  am  Letzt.  jed.  Mts.  7  ab4
Liverpool  am  13.  März  Kamerun  28  Tage  am  11.  März
(englif  e  Schiffe)  16  nms.
erbertshöhe  46  Tage  ·
Neapel  am  24.  Februar  tephansort  49  Tage  am  22.  Febr.  10#  abdes.
(englische  Schiffe)  H  Wilbemebof  49  Tg.
5.  Deutsch-Uen-Guinea,  Yap  53  «
Rarolinen.  Reapel  am  6.  März  ben  dach  zs  Tage  am  4.  März  10#  abds.
(beutsche  Schiffe)  Stephansort  39  Tage
Friedr.  Wilhelmshasen  39  Tg.
Herbertshöhe  44  Tage
6.  Marianen.  Briessendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8-  bis  10  mal  jährlich
nach  Saipan.
7.  Marshall.  Inseln.  (Brindisi,.  am  17.  März  Jaluit  47  Tage  am  16.  März  10#  abds.
Neapel  am  20.  Febr.,  6.  März  s  Tsingtau  34  Tage  am  138.  Febr.,  4.  März
8.  Riautschon  (deutsche  Schiffe)  9°  abends  8  102  Id-«
  «  Fug  nd  Es  jeden  Sonntag  Tsingtau  87  Tage  jeden  Freitag
irbdee  ẽ  #P  10°  abends  10  #  abends.
9.  Lamoa.  usenstonon  am  24.  Febr.,  17.  r  Apia  25  Tage  am  22.  Febr.,  15.  Mär

15  ums.
        <pb n="181" />
        —  129  —

Jahrplan
des  Reichspostdampfers  „Oceana“  zwischen  Spdney  und  den  Marschall-,  Karolinenund
  Palau-Inseln  für  1001.7)

—
I  :  6

 

Post  ab  Berlin

 

 

15.  Mär  7.  Juni  30.  August
(englische  Schiffe)  J  guf
—  —  —  —  —
Bremem  bhb  30.  Januaor  224.  April  I7.  Juli
Sydrren  an  —  25.  März  7.  Juni  9.  September
I  »  —
Seemeilen
Sydnen  ab  20.  April  13.  5.  Oktober
Jaluut  EIEII  2635  3.  Mai  26.  18.  Oklober
Jaluct  uuabc  8.  Mai  31.  23.  Oktober
Kusaie...  anH  3040  10.  MaiD  2.  25.  Oktober
Kusaie...  ..  .  .L  ab  11.  Mai  3.  26.  Oktober
Ponape  an  3365  13.  Mai  5.  28.  Oktober
Ponagen  f0b  s  16.  Mai  8.  31.  Oktober
Nuuecck  unan  3780  19.  Mai  11.  3.  November
Nuck  uuohohuoaobb  20.  Mai  12.  4.  November
NVapvbvv  an  4620  25.  Mai  17.  9.  November
D„  2  I  »  l  .-,
Friedrich  Wilhelmshafen  an  31.  Mai  23.  August  135.  November
Singapore  ....  an  16.  Juni  8.  September  1.  Dezember
Post  an  Berlin  ·  «  ««
(R.  P.  D.)  1  12.  Juli  4.  Oktober  .  25.  Dezember
Sydney  l.  an  1  15.  Juni  7.  September  30.  November
—  —
s
Post  an  Berlin  «
(englische  Schiffe)  22.  Juli  13.  Oktober  5.  Januar  1902
Post  ab  Berlin  z  *
(N.  P.  D.)  15.  April  8.  Juli  30.  September
1  1
Honkong  ab  20.  Mai  12.  August  4.  November
Dap  an  26.  Mai  18.  August  10.  November
i  —  —
33  ....  ...  .ab  28.  Mai  20.  August  12.  November
lan  ...  .an  4880  30.  Mai  22.  August  1414.  November
Palloaoaoaa  ab  30.  Mai  22.  August  14.  November
Ponape  .  ...  .an  6310  6.  Juni  29.  August  21.  November
Ponape  .  ...  ab  9.  Juni  1.  September  24.  November
Jalut  an  6995  13.  Juni  .  5.  September  28.  November
Jaluiiit  ob  16.  Juni  -  8.  September  1.  Dezember
Sydney  .  ..  an  9630  29.  Juni  21.  September  14.  Dezember

—  —  —  |  —  1.  —  –  —

t
Vn  Sne  ·  5.  August  27.  Oltober  19.  Januar  1902

.  E  l
Sydney  Agent:  Justus  Scharff,  York  Street  18.
*)  Infolge  der  Aenderungen  der  Neu-Guinea-Zweiglinie  des  Norddeutschen  Llyod  hat  ein  anderweiter  Fahrplan

der  von  der  Jaluit-Gesellschaft  in  Hamburg  unterhaltenen  Dampfschiffverbindung  Sydney-Jaluit-Ponape-Yap  aufgestellt
werden  müussen.
        <pb n="182" />
        130

Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs--  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Poft  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
—————.—.  Hlomozith..  am  2  ich..Monalt
·  Marietlle..am15.Mürz
V«W·O«W«s«vkiudisiimmedan  --—————-——————-MarseiaäsjamisehIsMarzls
  VentwawøukwNeapel-«EVLS.««M7V--———-—--——---———--—sa.
  quwikik
Deutichisüdweaamta  VIIka  JUWYYFF-  Ap
a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  9.  Mär  U  Mautschen  4nt  v  a.m  22.  Fer-  .  n
b)  südl.  Theil  d.  Schutgeb.  uthampton  am  16.  Feb.,  *  E.r*
sabt  aꝛ  duda  outhamp  ¾  ]  Marseille  .  am  26.Feb.,  13.  März
namerun  Plomouth.  am  27.  Hjed.  Menats  Narolinen  ......  Neapel—..a.—am  6.  März
Liverpool  .  a  24.  Februrr  samon  .  .  .  .  Queenstown  am  18.Feb.,  11.  Mörz
*  Fallgreitstoge  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schissatewegnngen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  W*.  nnd  Südwestafrika.
Reise  Letzte  Nachrichten
ostdampfer
/  sid  mpf  von  nach  bis  13.  Februar  1900
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  9.  Februar  in  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  —  Loango  am  12.  Februar  Cuxhaven  passirt.
„Alme  Woermann“  Loango  «  Hamburg  am  9.  Februar  in  Accra.
„Anna  Woermann“.  Hamburg  —  Lüderitzbucht  am  4.  Februar  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  12.  Februar  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  :  Massabe  am  5.  Februar  in  Kamerun.
„Ella  Woermann“.  Sherbro  Hamburg  am  11.  Februar  in  Hamburg.
„Ernst  Woermann“  Mass  abe  Hamburg  am  9.  Februar  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  in  Hamburg  zwecks  Reparatur.
„Hans  Woermann“  amburg  13  Luderitzbucht  am  13.  Februar  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  herbro  -  Hamburg  am  13.  Februar  ab  Sierra  Leone.
„Helene  Woermann“.  .  Loango  I  Hamburg  am  8.  Februar  in  Kamerun.
„Feanneite  Woermann“.  Benguella  Hamburg  am  4.  Februar  in  Las  Palmas.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Benguella  am  4.  Februar  in  Kamerun.
„Lothar  Bohlen“  Loanda  -  Hamburg  am  9.  Februar  in  Grand  Bassam.
„Lulu  Bohlen“  Kotonon  s  Hamburg  am  10.  Februar  in  Accra.
„Marie  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  7.  Februar  in  Lagos
„Melita  Bohlen“.  Lüderitzducht  Hamburg  am  29.  Januar  in  Hamburg.
„Paul  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  11.  Februar  in  Teneriffe.
„Professor  Woermann“  Hamburg  s  Kotonou  am  12.  Februar  ab  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  31.  Januar  von  Swakopmund.
„Philippeoille“.  Antwerpen  dem  Kongo  am  23.  Januar  in  Tenerisse.

 

 

 

 

vWVVVVVVIVV§

 

Aus  unseren  Kolonien  wurden  erst  jüngst  (vergl.  Kol.  Bl.  1901,  Nr.  1)  interessante  Fangresultate

  mit  Rud.  Weberschen  Eisen  gemeldet.
der  ältesten  deutschen  Raubthierfallen  -Fabmuk  (R.  Weber,  Haynau  i.  Schl.),
Bestehen  und  große  Erfolge  zurückblicken  kann.

in  Deutsch-Ostafrika  und  auf  Sumatra  bewährten,
(Selbstschüsse)t;  diese  Eisen  werden  in  verschiedenen  Größen  fabrizirt.

sei  die  Humanitätsfalle  genannt,  welche  nur  zum  Lebendfang  für  alles  Raubwild  (vom  Löwen  bis  zum

Wiefel)  bestimmt  ist.

Nachstehend  geben  wir  einige  Notizen  über  diese  Eisen

die  jetzt  auf  eine  30  jähriges

Im  Laufe  der  Zeit  hat  Rud.  Weber  über  150  Fangapparate
  geschaffen,  von  denen  sich  für  Raubwild  die  größten  und  stärksten  Doppel-Federeisen  besonders

Als

ebenso  auch  die  sehr  sinnreich  konstruirten  Geschosse

letzte  Eifindung  Rud.  Webers
        <pb n="183" />
        —  S

 

Inserate  (für  die  dreigespallene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  sennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  swus,  nochstraße  68—71,

ziinzusenden.

 

Bekanntmachung.

Die  Veröffentlichung  der  im  Jahre
1901  zu  bewirkenden  Eintragungen  im
Handelsregister  des  Gerichts  für  den
Südbezirk  von  Deutsch-Ostafrika  wird
durch

den  Deutschen  Reichs=  und  Königlich

Preußischen  Staatsanzeiger,

das  Deutsche  Kolonialblatt  und

die  Deutsch-Ostafrikanische  Zeitung
erfolgen.  (21)

Dar-es-Saláäm,  den  20.  Dez.  1900.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Beschluß.

Die  in  Gemäßheit  der  Vorschriften
des  Handelsgesetzbuches  erforderlichen
Bekanntmachungen  des  Kaiserlichen
Gerichts  hierselbst  für  das  Jahr  1901
werden

im  Deutschen  Reichs=  und  Königlich

Preußischen  Staatsanzeiger,

um  Deutschen  Kolonialblatt  sowie

im  Ostasiatischen  Lloyd
erfolgen.

Gleichzeitig  wird  bekannt  gemacht,
daß  die  auf  Führung  des  Handelsregisters
  sich  beziehenden  Geschäfte  für
die  obengenannte  Zeit  von  dem  Kaiserlichen
  Bezirksamtmann  Fritz  und  dem
Polizeimeister  v.  Zelewski  bearbeitet
werden.  (20)

Saipan,  den  1.  Dezember  1900.

Raiserliches  Gericht
für  das  Inselgebiet  der  Marianen.

Bekanntmachung.

In  das  Gesellschaftsregister  des
Kaiserlichen  Gerichtes  zu  Saipan  ist
heute  unter  Nr.  1  die  offene  Handelsgesellschaft
  Zr  (23)

Pägan
zu  Gárapan  eingetragen  worden.
Die  Gesellschafter  sind:
a)  der  Kaufmann  Peter  Ada  in
Gärapan,
db)  der  Kaufmann  Vicente  Diaz
daselbst,  .
o)derKaufmannJofefMaria
Ogawa  daselbst.
Saipan,  den  11.  November  1900.
Raiserliches  Gericht
für  das  Inselgebiet  der  Marianen.

Bekanntmachung.

In  das  Firmenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichtes  zu  Saipan  sind  heute
eingetragen  worden:

unter  Nr.  1  die  Firma

Mariano  Sablan  zu  Gärapan
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Mariano  Sablan  daselbst;

unter  Nr.  2  die  Firma

Antonio  Diaz  zu  Gärapan
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Anton  Digz  daselbst.  (24)

Saipan,  den  11.  November  1900.

Raiserliches  Gericht
für  das  Injelgebiet  der  Marianen.

 

 

 

 

 

 

 

Interensanter  ihlnstr.  General-Katalog  msonst-  Zentrale  und  Versand:
Beriin  C.,  Jerusalemerstr.  28.
Fernsprecher:  I.  937  u.  5680.

Twelggeechiäfte  in  Berlin:
W.,  Schillatrasse  16.  T.  IX.  7244.
XV.,  Al-  Moabit  1  (Kolonial-Mus-um).
  T.  II  1279.
NW.,.  Alt-Moabit  121.  T.  II.  2090.
W..  Kantstr.  22  T.  Amt  Charl.  1725.
BW.,  Gneisebaustrasse  2,.
"sowie  in  Dresden,.  Franktfurt  a.  M.,
Lelpzlg,  Kussel,  Wiesbaden.

Vertrieb  der  deutschen

Kolonial-Erzeusnisse

nter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der  Deutschen
Kolonial-Gesellschaft.

   
 

Usambara-Kaffee  Kamerun-Kakao
neuester  Ernte,  tadellose  Bohne,  per  Pfüund  ausgiebigster  Qualitit,  (16)
RNrk.  1.05,  1.25,  1,10,.  1.00.  1,80  und  2.—.  per  Pfund  Mk.  2.—  und  2,20.
Kamerun  Schokolade  Kokosnussbutter.

von  feinstem  Geschmack,

bestes  und  billigstos  Back-  und  Speisefett,
per  Pfund  Mk.  1,20,  1.00  und  2.20.

per  Pfund  Mk.  0,65.

Oeutsches  Salat  u.  SpeiseÖl  Kola  ·  Likör,
billiger  u.dem  feinst-n  Olivenöol  gleichwerthig  magenstärkend

18  Prd.  Mk.  0.50.  1  Pfd.  v.  pö.  1  kg  1.800.½%  Liter-Flasche  Mk.  2.—.  11  Liter-Fl.  3.50.

Zigarren  in  aromareichen,  leichteren  wie  qualltätrelchen  Sorten;
—  Preislagen  von  40  bis  250  Mk.  das  Tausend.

Klautschou-Zigaretten  (#Spezlalltät)  in  besten  Qualitäten  und  nicht  parfümirt
Interessante  Kolonial-Litterntur.  Photographien.  Ethnologicea.

DBsche  Roolonialschule  Wlheinshof,

Witzenhausen  a.  d.  Werra.

Prospekte  und  Lehrplan  kostenlos  durch  den  Direklor  Fabarius.  1  u)

 

 

 

 

 

 

Handsämaschinen
und  Radhacken

Sch.  ).ersetzen  8  bis  10  Arbeiter.  eine  Person
—  huckt  2  bis  3  Morgen  per  Tag.  je  nach
Bodenbeschaffenheit.  (i

Düngerstreunkörbe,  Erdbohrer,  Garuntlespaten,
  Kurren,  Gurtenspritzen,  Giess-*53&amp;amp;68
  kunnen,  Patent-Jnuchepumpen,  Wasserwugen,
  Wegewalzen  etc.  Mustr.  Preisliste  kr.

Albert  Treppens,  MNaindodl-Berl.

  
 

 

 

Aufsehen  erregt  das  neue  Pflanzen-Fleischextract

„Silogen“.

Die  bisherigen  Fleischextrakte  voll  ersetzend,  in  Geschmack  und
Erplebigkeit  übertreffend,  kostet  es  doch

„nur  annähernd  die  Hälfte“.

Unter  jedem  Klima  unbegrenzt  haltbar.  —  Zu  huben  in  allen  Drogenund
  Delikatessgeschäften;  Probesendungen  von  1  Pfund  zu  1  Mk.  franko
deutschen  Poststationen  auch  direkt  von  der  Fabrik.  Drucksachen  und
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empfoblen  und  eingeluhrt.
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777  Vo.  770%)  „J„⅝  -den  B-reich  der  FPreuss’#schen  N##ttuntreen—
elt  bei  mi-sigen  Preisen  erwiesen  haben,  wodurch  den  Gebrauchern  eine  bodeutende  Mehrleistung

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Lederwasren
Reise-  Utensillen

 

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hames  büurgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlussigste  Austührung  jedes  Auftrages.

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Botter.  Käse  p.  p.)  und  Fleischwaaren  12z.  B.  Wutst.  Schinken  p  pe#  bringt  das  Waarenhaus
Uonservirungsmethoden  zur  Anwendung.  die  sich  selhst  in  den  heissesten  subtropischen
Ländern  volltommen  bewährt  haben.  I##  (onverten  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungs-Ahigsten
  Conserven-  Fabriken.

Das  Waarenhaus  sorgt  stets  für  erprollt  Sectüchiig-  Verpuckung  der  Sendungen  naclL
übereeischen  Ländern  und  ist  erbötig.  diesen  Sendungen  geten  Erstattung  der  kleinen  Sposen
und  Verpackungskosten  Gegenstände  brizuschliessen.  welhe  dem  Wiaar##nhause  erentuell  von
Verwandten  und  Bekannten  der  auslindischen  Bsteller  Jur  Milsendung  lberuehen  werden.

Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  #zu  Lasten  des  Bestellers).  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hier  retilirt  uni  Comt  die  Besteller  jeder  weitaren  Controle
überhoben  verden.  Die  Anslagen  für  Frankirungen  der  L#.  Sendungen  fallen  unter  die  nachstehenden
  Zahlungsbedingungen.

Aufnahmebedingnungen:  10  Mark  lfür  ein  Kanferlauhnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitgliedern  erwachsen  aus  ihrer  Illtzliedschalt  keinerlei  Verbllichtungen.

Die  jährlich  erscheinenden  Preislisttn.  Nachträze.  Verkch'tserluichterungen  werden  nucht
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Anslande  Lünktlih  umd  frai  zugesundt.  (597)

Zahlungsbedingungen-  Prrichtunt  eines  Uontes  durch  Banreinzahlung  oder  Accre-Htitiv
  auf  eln  gutes  Banthaus  ver  Absendunzn  ler  bestellien  Wuaren  ##u#ler.  bo  angangig.  Vursendoung

  der  Waaren  unter  Nachnahma.  Das  Dlrrektorfeowm.

 

 

   
 

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  iIn  den  Tropen

 

  

 

 

 

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  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutschen
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Polirmittel  aller  Art.

Pollrwachs,  Pollrpulver,  Fllzscheiben,  Korkschelben,  Walrossled-Polirscheiben
  aus  Hartpapler  mit  Walrossleder-Ueberszaug.  (4

Carborundum-Waaren  aller  Art.

 

 

 

 

Canstatit,  O.,  Brasilien,  Land  und  u.  Schmeicke,  Im  ostindischen  Dienste.

Leute.  Mit  13  Holzschnitten  und  Lebensbeschreibung  des  en  lischen

3  Steindrucktafeln  zum  Theil  nach  Obersten  Meadows  Taylor.  Mit  einer

Originalanfnahmen.  A  12,  geb.  13,50.  Kartenskizzge.  4  8.—,  geb.  4  950.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sobn,
Berlin  SW’.  Berlin  SW’s.
        <pb n="195" />
        —  143  —

J.  L.  C.  Eckelt,  Berlin  N.

Prinzen-Allee  S83.

Acetylengas-Beleuchtung

für  Häuser,  Schlösser,  Comptoirs,  Fabriken  und  Städte.

 

 

 

 

 

 

 

    

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Telegramm-Adr.:
Sulfurum  Berlin.
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1+

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Leistung  Beauspruchter  ————  Prois  Hoetöchtige  Telegraphen-In
  Flammen  breit!  lang  hoch  Kilogramm  HMark  Aark  6  schlüssel
20  1,5  2,5  8.0  150  500,.—  50,.—  Anam
50  1,.5  2,6  3.0  200  —  65.—  Baron
100  2,6  3,5  3,5  1020  1200,—  98,—  Ceres
200  8,0  4,0  3,8  1450  1800,  —  110,—  Drama
500  4.0  6.0  40  2500  3600,.—  200,—  Erna

 

 

 

 

 

 

 

Fiammen  sind  zu  16  Normalkerzen  —  IX  Pheer  ständsicher  Gasverbrauch  angenommen.

Ceber  grössere  Lichtanlagen  bitte  anzufragen.
1  .  4deetylengas  übertrifllt  an  Bereiltung,  Preis  u.  Helligkelt  alle  bestehenden  Beleuchtungsarten.

Die  Aufstellung  ist  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefuhrlos.  Selbst  die  gröbsten  Ver-#e#n

  und  Ungeschicklichkeiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
Der  Apparat  lst  jahrelang  probirt  und  vervollkommnet.  —

Ferner  ompfehle  noch  meine  1#parate  und  Maschisen  für  ehemisehe  ladretrie  zur  Herstellung  folgendef  Produkte:

L#n  Insi  Chlor,  Rivcorin,  Borar,  Stenria,  Seift,  Rehwutelkehlensteff,  Leim,  Tannin,  Cionensiure,
Fiisn,  Fasssion,  Oralsiure,  Salesäuro,  Salpetemäurt,  Sehwaielsiors,  Weinsteinszo.
        <pb n="196" />
        —  144  —

WOoERMANN-LINTE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

Am  20.  Februar:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Ihreke,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.
Am  28.  Februar:  P.  D.  „Jeannette  Woerrmann“,  Capt.  Krohn,

nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Conakry,  Liberia,  Lagos,  Kamerun,
dem  Kongo  und  Angola.

Am  5.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  10.  März:  F.  D.  „Hans  Woermann“,  Capt.  Schütt,

nach  Madefira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Frangoais.

Am  18.  März:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Franck,

via  Antwerpen  nach  Marocco,  Bissaoc,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
asch  Deutsch-Südwestafrika  am  b.  jedes  Monats.
4##  Gutfer  müssen  z#desn  Tage  vor  ddem  4bganosdoaftem  bis  12  Uhr  meittags  lnsseitte  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  errheilt  die  Woermann-  Linie
(n)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25  Z.

Deutsche  Ost-  Afrika  -Linie.

Rexselmässige  Postdampfer  --  Verbindung
"  unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdumpfer.

 

 

Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  2b  Neapel:

R.  P.  D.  „König“,  Capt.  Doherr  (fahrplanmässige  Reise  No.  3)  13.  Februar  1.  März

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagleren
und  Ladung  nach  Chlnde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  HaAmbura:  ab  Neapei:

R.  P.  D.  „Gundesrath“,  Caobt.  (fahrplanmüssige  Reise  No.  öa).  27.  Februasr  15.  Mi#t1

mit  Passagieren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Kilwa,  L.indi,
Nlkladanl,  Ibo,  Mozambloue,  Chlade,  Beira  und  Quellmane.  p#amburs:  59  Nespel:

R.  P.  D.  „Kronprinz“,  Capt.  v.  Isseudorff  (fahrplanm.  Reise  No.  5).  13.  März  29.  März

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagieres
und  Ladung  nach  Chlade,  Beirs,  Delagoabay  und  Durban.  b  Bambourge:  ab  Nepel:

R.  P.  D.  „Präsident",  Capt.  Zemlin  (fahrplanmässige  Reise  No.  7a)  7.  März  12.  Apei

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-  Saläm,  Zanzibar,  Kllua,  U#Indi,
Mikindanl,  Ibo,  Moxramblaue,  Chlnde,  Beira  und  Quellmane.  ##  Bamburg:  25b  Neapel:

R.  P.  D.  „Kanzier“,  Capt.  West  (fahrplanmässige  Reise  No.  7)  190.  April  28.  April

mit  Passagieren  nach  Port  Sald,  Suezx,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozamblque  sowie  mit  Passagleres
und  Ladung  nach  Chlude,  Belira,  Delagoabay  und  Durban.

Die  Dampfer  Rhaben  vorzüoliche  Enrichfungen  fUr  Eussagtere  in  allen  Klassen.
Diir,rekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Pluützen  nuch  sfmmtlichen  Anlaufblen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (#0)
In  Hamberg  wegen  Passage  die  Hamberg-Aimeriga-Linte,  W#thellung  Personen-Verkelr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Dersesche  Ost-4frtra-Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25/33.

Verantwortlcher  Redakteur  fur  den  nichtamtlichen  Theil:  —  Junge,  Berlin.
Berlag  und  Oruck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12.  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Februar  1901  um  6  Uhr  nachmitags.

 

 

—–
        <pb n="197" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amie.

 

xl.  Iehep.aerlin.  1.  är  10071.  1nnr  3.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Veihefte  beigesligt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrt,  n  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelman.  Der  vierteliabrliche  Abonnementspreis  fur  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchbaundlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutichland  einschl.  der  deutschen  Schutznebiete  und
Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3,75  für  die  Lander  des  Welipostvereins.  —  Ginsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  S8W12,  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Pre'sliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

JInhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneuro  von  Deutsch-Ostafrika,  betressend  die  Einführung
des  Grundbuches  fur  den  inneren  Stadtbezirk  Tanga  S.  115.  Verordnung,  betreffend  den  Kleinhandel  mit
geistigen  Getränken  und  deren  Auoschank  in  Kamerun  S.  11050.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von
Deutsch-Sudwestafrika,  betressend  die  Rechtsverhalmisse  an  unbeweglichen  Sachen  S.  117..  Wahl  der  Blätter  für
die  gerichtlichen  Bekanntmachungen  in  Windhoek  und  Ponavpe  S.  117.  UAebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  im
dem  Schutzgebiete  Togo  während  des  Geschäftsjahres  1000  S.  147.  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei
der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Dezember  19/000  S.  118.  —  Personalien  S.  14.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  118.  —  Deutsch-Ostafrika:  Kulturelles  S.  119.
Kamerun:  Tod  des  Oberleutants  Lequis  S.  119.  —  Die  Lage  von  Bali  S.  119.  —  Togo:  Baumwoll-=Erpedition
  S.  149.  Statistisches  S.  150.  Deutsch=  Neu-Guinea:  Die  Insel  Tinian  (Marianen)  mit  vier
Skizien  S.  150...  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  154.
Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Jahresbericht  der  De  Beers  Kompagnie  S.  157.

Aus  dem  Jahresbericht  über  die  englische  Goldküste  für  1890  (II.)  S.  158.  —  Verkehr  deutscher  Schiffe  in  Saigon
und  Mozambique  während  des  Jahres  1899  S.  160.  —  Die  Naffiapalme  in  Madagaskar.  Die  Ricinuspflanze
als  Mittel  gegen  die  Moskitos  S.  160.  Verschiedene  Mittheilungen:  Vorlesungen  am  Seminar  für  orientalische
  Sprachen  in  Berlin  S.  1600.  Das  Internationale  Maritime  Bureau  zu  Sansibar  S.  161.  Bekämpfung
der  Malaria  S.  161.—  Litteratur  S.  161.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  162.  —  Nerkehrs-Nachrichten  S.  162.

Amtlicher  Theil.
Gelsetze;  Derordnungen  der  Reichsbehörden;  Derträge.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die
Einführung  des  Grundbuches  für  den  inneren  Stadtbezirk  Tanga.
Auf  Grund  des  §  57  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  24.  Juli  1894,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse
  an  unbeweglichen  Sachen  in  Deutsch-Ostafrika,  verordne  ich  hiermit,  daß  fortan  bei  dem

Bezirksgericht  Tanga  ein  Grundbuch  für  den  inneren  Stadtbezirk  Tanga  nach  Maßgabe  der  vorerwähnten
Verordnung  zu  führen  ist.

Der  innere  Stadtbezirk  Tanga  wird  begrenzt  im  Norden  vom  Hafenstrand,  im  Osten  und  Süden
von  der  Eisenbahnlinie,  im  Westen  von  der  von  Süd  nach  Nord  verlaufenden,  im  Stadtplan  mit  klein  0
bezeichneten  Straße.  Das  bisher  vom  Bezirksamt  Tanga  geführte  vorläufige  Hypothekenregister  ist  an  das
Bezirksgericht  abzugeben.

Dar-es-Saläm,  den  22.  Januar  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
v.  Estorff.

Verordnung,  betreffend  den  Kleinhandel  mit  geistigen  Getränken  und  deren
Ausschank  in  Kamernn.

Auf  Grund  des  Reichsgesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,  und
der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  29.  März  1889  verordne  ich  unter  Aufhebung  der  Verordnung
        <pb n="198" />
        —  146  —

vom  1.  September  1899,  betreffend  den  Kleinhandel  mit  geistigen  Getränken  und  deren  Ausschank  in
Kamerun,  was  folgt:
–  1.
Der  Kleinhandel  mit  geistigen  Getränken  jeder  Art  und  deren  Ausschank  im  Schutzgebiete  Kamerun
ist  nur  mit  Genehmigung  des  Kaiserlichen  Gouvernements  gestattet.

–#  2.
Der  Antrag  auf  Ertheilung  der  Erlaubniß,  in  welchem  der  Ort  und  die  Lage  der  Verkaufsstelle
angegeben  sein  muß,  ist  bei  dem  zuständigen  Bezirksamt  oder  der  zuständigen  Station  anzubringen.

83.

Die  Erlaubniß  wird  nach  freiem  Ermessen  des  Gouverneurs,  aber  jedenfalls  nur  dann  ertheilt,
wenn  ein  Bedürfniß  zur  Errichtung  einer  neuen  Schankstelle  nachgewiesen  wird,  und  sofern  der  Gesuchsteller
die  Gewähr  dafür  bietet,  daß  Sitte  und  Anstand  in  den  für  den  Ausschank  bestimmten  Räumen  herrschen
werden.  «

84.

Für  die  Erlaubniß  zum  Kleinhandel  und  zum  Ausschank  von  geistigen  Getränken  ist  eine  halbjährig
  im  Voraus  bei  den  Kaiserlichen  Zollkassen  in  Kamerun,  Victoria,  Kribi  oder  bei  der  Amtskasse  in
Edea  oder  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Innern  zahlbare  Abgabe  von  jährlich  100  Mark  für  jede
Schankstelle  zu  entrichten.

Wird  diese  Abgabe  binnen  zwei  Wochen  nach  Fälligkeit  nicht  entrichtet,  so  ist  die  Erlaubniß
verfallen.

*  5.

Die  Erlaubnißscheine  werden  bei  den  Keiserlichen  Bezirksämtern  und  Stationen  in  Empfang
genommen.  Den  eben  genannten  Behörden  ist  ein  Schild  von  50  cm  Breite  und  60  cm  Länge  von
weißer  Farbe  einzureichen.  Nachdem  dies  mit  dem  Reichsadler  und  der  Aufschrift:  „Erlaubniß  zum  Kleinhandel
  mit  geistigen  Getränken  und  Ausschank“"  in  schwarzer  Farbe  versehen,  ist  es  von  dem  Berechtigten
wieder  abzuholen.  Für  jede  Erneuerung  des  Schildes  ist  eine  Gebühr  ron  3  Mark  zu  entrichten.  Das
Schild  ist  außerhalb  des  Verkaufsplatzes  der  geistigen  Getränke  sichtbar  anzubringen.

86.

Der  Kleinhandel  mit  geistigen  Getränken  und  deren  Ausschank  darf  nur  an  Plätzen  stattfinden,

die  mit  dem  in  §  5  erwähnten  Schild  gekennzeichnet  sind.

87.
Unter  dem  Ausdruck  „Kleinhandel“  wird  die  gewerbs-  oder  gewohnheitsmäßige  Abgabe  von
4  Litern  oder  weniger  auf  einmal  an  dieselbe  Person  verstanden.

88.

Es  ist  verboten,  in  den  öffentlichen  Schankstellen  Glücksspiele  abzuhalten  oder  geistige  Getränke

an  Betrunkene  abzugeben.
§  9.

Wer  Kleinhandel  mit  geistigen  Getränken  betreibt  oder  geistige  Getränke  ausschänkt,  ohne  im  Besitz,
der  Genehmigung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  hierzu  zu  sein,  oder  wer  sich  einer  Zuwiderhandlung  gegen
die  Vorschriften  in  den  vorstehenden  §§  6  und  8  schuldig  macht,  wird  mit  Geldstrafe  von  10  bis  500  Mark
bestraft.  Auch  kann  auf  Emziehung  der  entgegen  den  Vorschriften  dieser  Verordnung  zum  Kleinhandel  oder
zum  Ausschank  bereit  gestellten  geistigen  Getränke  erkannt  werden.

Im  Falle  einer  rechtskräftigen  Verurtheilung  nach  Maßgabe  dieses  Paragraphen,  oder  falls  die
an  die  Person  des  Antragstellers  zu  knüpsenden  Voraussetzungen  für  die  Ertheilung  der  Erlaubniß  zum
Kleinhandel  und  zum  Ausschank  von  geistigen  Getränken  nicht  mehr  vorliegen,  kann  der  Kaiserliche  Gouverneur
die  ertheilte  Erlaubniß  zurücknehmen  und  den  oder  die  ertheilten  Erlaubnißscheine  wieder  einziehen,  ohne
daß  dadurch  ein  Anspruch  auf  Rückgewähr  der  etwa  bereits  gezahlten  Abgabe  erwächst.

§  10.
Die  Polizeivorschrift,  betreffend  das  Verbot  der  Abgabe  von  geistigen  Getränken  an  die  Soldaten
der  Schutztruppe,  wird  durch  diese  Verordnung  in  keiner  Weise  berührt.

§  11.

Diese  Verordnung  tritt  am  1.  April  1901  in  Kraft.
Buöa  (Kamerun),  den  20.  Dezember  1900.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  v.  Puttkamer.
        <pb n="199" />
        —  147  —

Verordunng  des  Ktaiserlichen  Gonverneurs  von  Dentsch-Südweftafrika.*)
1.  Der  §  5  der  Ausführungsbestimmungen  vom  1.  Januar  1899  zu  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom

wird  durch  folgende  Bestimmung  ersetzt:
86.

5.  Oltober  1898,  betreffend  die  Rechteverhältnisse  an  unbeweglichen  Sachen  in  Deutsch-Südwestafrika,

Als  gültig  im  Sinne  des  §  51  Absatz  3  der  Verordnung  sind  nur  Vermessungen  anzusehen,
welche  von  einem  Vermessungsbeamten  des  Gouvernements  oder  einem  durch  den  Gouverneur
ermächtigten  Landmesser  angesertigt,  oder  geprüft  und  anerkannt  sind.

2.  Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Dezember  1900  in  Kraft.
Windhoek,  den  19.  November  1900.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  Müller.

—.

Durch  Beschluß  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts  zu  Windhoek  vom  6.  Dezember  1900  ist  bestimmt
  worden,  daß  die  Eintragungen  in  das  Handeleregister  für  den  Bezirk  Windhoek  im  Jahre  1901
im  Deutschen  Reichsanzeiger,  im  Deutschen  Kolonmlblatt  und  im  Windhoeker  Anzeiger  bekannt  gemacht

werden.

Durch  Beschluß  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts  zu  Ponape  vom  1.  Dezember  1900  ist  bestimmt
worden,  daß  die  Eintragungen  in  das  Handeleregister  des  Bezirks  der  Ostkarolmen  für  das  Jahr  1901

durch  den  Deutschen  Reichsanzeiger  und  das  Deutsche  Kolonialblatt  bekannt  gemacht  werden.

 

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  Togo  während  des

Geschäftsjahres  1900.

Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

Es  waren  anh  ängig:

 

zusammen

 

 

blieben
unerledigt

 

A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:

1.  Civilprozesse:

a)  zwischen  Weifen  .
b)  zwischen  Weißen  und  Eingeborenen  .

2.  Sonstige  civilrechtliche  Sachen,  wie  Arreste,  Mahnsachen,  Zwangsvollstreckungen,
  Aufgebote,  Anträge  außerhalb  eincs  bei  Gericht  anhängigen
Rechtsstreits  2c.:

a)  betreffend  Weisße  .
b)  betreffend  Weiße  und  Eingeborene  ..
Von  den  Sachen  ad  1a  und  2a  gehoren  zur  Bustandigleit.
a)  des  Richters  .
b)  des  Gerichts.
B.  Strafsachen  gegen  Weiße:
a)  Strafbefehle
b)  Sachen,  in  welchen  ein  Verfahren“  einzuieiten  war  .
Privatklagesachen  zwischen  Weißen
Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:
Davon  waren  nur  Gegenstand  der  Bearbeitung:

a)  Beglaubigungen  .

b)  Ausstellung  von  Aitesten  und  Aufnahme  von  Verhandlungen

c)  Auf=  und  Annahme  von  Testamenten  .

)  Nachlahregulirungen
E.  Konkurse

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Außerdem  sind  vom  Bezirksamt  in  n  Palavern  *  Civilprozeß-  und  Strassachen  verhandelt,  bei  welchen  nur

Eingeborene  betheiligt  waren.

 

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1899,  S.  267.
        <pb n="200" />
        148

MNachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika

  im  Monat  Dezember  1000.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1.39  Mk.)

 

——

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*-r  Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag-=  Nebent

NRp.  P.]  Np.  P.]  NKp.  .]  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  —  Mtk.  Pf.
i  I  -  I  s
Tausc.......  s45l241491538  —  —  50%06½21  220
Pangani  1  580.3  507  62  —  —  –  —1  6  55666508  =  9264  52
Bagamooo  4830  01115  855  55  12  —  19  144  2924  70
Dar-es=  Salsm.  1  757  387829  653  15  —  74  64393  612007123=  27899  19
—.——  3619  64835  —  18  —  rol  1381  361  955  45—  16  61843
Lindi  2  560  31444  12  9  —  65  26  8  328087  40=  11241·80
Zusammen  14994  +88  958  18  —310  544  GS
—  —  —  —  —  —  —  —
20  841  Mk.2  MT.5  MM.32  Mk.4547  Mk.
66  Pf.  01  Pf.  06  f.  07  Pf.  87  Pf.
Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Keiserlichen
Regierungsarzt  z.  D.  Dr.  Plehn  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnödigst  geruht,  dem  Königlich
sächsischen  Oberleutnant  Preil,  kommandirt  zum  Auswärtigen  Amt,  den  Königlichen  Kronen-Orden
4.  Klasse  mit  Schwertern  zu  verleihen.

–  –

Kaiserliche  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  16.  Februar  1901.
.  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
v.  Beringe,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  Antrag  auf  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere
2½  Jahre  genehmigt.
Gaertner,  überzähliger  Oberstabsarzt  1.  Klasse,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension,  Aussicht  auf
Anstellung  im  Cwildienst  und  der  Erlaubniß  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  bewilligt.
Dr.  Steuber,  überzähliger  Oberstabsarzt  1.  Klasse,  in  eine  etatsmäßige  Stelle  eingerückt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Fromm,  Leutnant,  zum  überzähligen  Oberleutnant  befördert.
Schutztruppe  für  Kamerun.

v.  Dannenberg,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  mit  dem  28.  Februar  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe
ausgeschieden  und  mit  dem  1.  März  d.  Is.  im  aktwen  Heere  als  Hauptmann  und  Kompagniechef
im  5.  Garde-Regiment  zu  Fuß  wiederangestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnant
Schloisfer,  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deusch-Ostafrika  und  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim
Auswärtigen  Amt,  den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.

   

—  —

 

«""  ’W7"  v——""-""""«·W
Nichtamtlicher  Theil.
Personal  Nachrichten.  o  Bergmann  bherer  ist  am  9.  Januar  d.  Is.
in  Dar-es-Sal#m  eingetroffen.
Deutsch-Okftafrika.

 

Die  Zollassistenten  Feierlein  und  Sieß  haben

.  Zahlmeisteraspirant  Deininger  ist  mit  Heidie
  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.  mathsurlaub  am  18.  Februar  d.  Is.  in  Neapel  eingetroffen.
        <pb n="201" />
        Die  Zahlmeisteraspiranten  Brand  und  Schepler
sowie  der  Sanitätsunteroffizier  Behr  treten  am
1.  März  d.  Is.  die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise
in  das  Schutzgebiet  von  Neapel  aus  an.

Ramerun.
Dem  Leutnant  à  la  suite  der  Schutztruppe  von
Kamerun,  O.  Schmidt,  ist  die  Leitung  der  Station
Johann  Albrechtshöhe  übertragen  worden.

Der  Schlosser  Hoffmann  hat  die  Ausreise  nach
Kamerun  angetreten.

Togo.
Der  Arzt  Dr.  Schilling  hat  die  Ausreise  nach
Togo  angetreten  und  der  Lazarethgehülse  Franke
ist  am  2.  Jannar  d.  Is.  in  Togo  eingetroffen.

149

 

Lüdwestafrita.

Dem  bisherigen  Zollpraktikanten  Schleiffer  ist
die  Stelle  des  Zollamtsvorstehers  in  Lüderitzbucht
vom  1.  April  v.  Is.  ab  endgültig  übertragen  worden.

Der  Bautechniker  Finke  ist  am  24.  November
v.  Is.  und  der  Telegraphenmechaniker  Ihlenfeld
am  3.  Januar  d.  Is.  in  Swakopmund  eingetroffen.

Marshall-  Inseln.  ·

Der  bisher  im  Schutzgebiete  der  Marshall-Inseln

thätig  gewesene  Arzt  Dr.  Bartels  hat  am  25.  Oktober
  v.  Is.  das  Schutzgebiet  verlassen.

 

Lamoa.
Der  Gouverneur  Dr.  Solf  ist  am  13.  Februar
d.  Is.  mit  Erholungsurlaub  in  Neuseeland  (Auckland)
eingetroffen.

Nachrichen  aus  den  deutschen  Schungebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

—  —  —  —

Deutsch-ZEltafrika.

Rulturelles.

Die  deutsch-ostafrikanische  Expedition  des  Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitees  (Leiter  Dr.  Busse)  hat  nach
einer  Mittheilung  des  genannten  Komitees  eine  Reihe
von  wissenschaftlichen  und  praktischen  Ergebnissen  erzielt,
  u.  A.  Bestimmung  und  Feststellung  großer  Bestände
  von  Gummiakazien,  Strophantus  und  Gerbstoffpflanzen
  in  den  Gebieten  von  Mpapua  und
Kilossa.  Am  2.  Dezember  v.  Is.  begab  sich  Dr.  Busse
von  Kilwa  aus  auf  eine  wissenschaftlich-botanische
Forschungsreise  nach  dem  Nyassa.  —  Auf  Wunsch
des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika
wurden  einige  Tausend  Weinrebenstecklinge  von  den
Sorten  R.  W.  Munson,  Carman,  Laußel,  Marguêrite,
Rupert  aus  Denison,  Texas,  zu  Anbauversuchen
nach  der  Versuchsstation  Kwai  überführt.

Uamerun.

Tod  des  Oberleutnants  Lequis.

Aus  der  Station  Yaünde  ist  die  Meldung  eingegangen,
  daß  der  Stationschef,  Oberleutnant  Lequis,
am  7.  Dezember  v.  Is.  auf  einer  Expedition  gegen
unbotmäßige  Häuptlinge  gefallen  ist;  weitere  Verluste
haben  nicht  stattgefunden.  Oberleutnant  Lequis  war
am  1.  Dezember  von  Yaünde  nach  Bakasse  marschirt.
Kurz  vor  Ueberschreiten  eines  20  m  breiten  Wassers
brach  er,  von  dem  tödlichen  Geschoß  in  den  Kopf
getroffen,  neben  dem  Feldwebel  Karnatz  zusammen;
seine  Leiche  ist  von  Karnatz  nach  Yaünde  gebracht

 

worden.  Mit  der  Bestrafung  der  Schuldigen  hat  der
Kaiserliche  Gouverneur  den  Hauptmann  v.  Schimmelpfennig
  betraut,  der  um  die  Mitte  Januar  mit  zwei
Kompagnien  nach  Yaünde  marschiren  sollte.

Die  Lage  von  Bali.

Eine  vorläufige  Berechnung  der  Beobachtungen
des  Generalbevollmächtigten  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun,
  Hauptmann  a.  D.  Ramsay,  hat  ergeben,
daß  die  Lage  von  Bali  erheblich  südlicher  ist,  als

auf  den  bisherigen  Karten  vermerkt  war.  Nach
dieser  Berechnung  liegt  der  Ort  nämlich  auf
5°%  54“  nördl.  Breite.
Togv.
Baumwoll-Expedition.

Ueber  den  augenblicklichen  Stand  der  vom  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komite#  nach  Togo  entsandten
Baumwoll-Expedition  berichtet  das  Komitee,  wie  folgt:

Die  Expedition  (James  Calloway,  Allen  Burke,
Shepard  Harries,  John  Robinson)  ist  mit  dem
Dampfer  „Carl  Woermann“  am  25.  Dezember  v.  Js.
woblbehalten  und  von  allen  Seiten  auf  das  Freudigste
  begrüßt  in  Lome  eingetroffen  und  hat  sich
alsbald  nach  Misahöhe  begeben.  Für  die  Anlage
einer  Baumwollfarm  ist  zunächst  die  Gegend  von
Tove  nahe  dem  Agugebirge  ausgewählt  und  mit
den  vorbereitenden  Arbeiten,  insbesondere  mit  der
Errichtung  von  Baulichkeiten,  Urbarmachung  des
Landes  2c.  bereits  begonnen.
        <pb n="202" />
        Statistisches.

150

Am  31.  Dezember  1900  waren  im  Schutzgebiete

von  Togo  135  Europfüer  ansässig,  davon  127
Deutsche,  4  Schweizer,  2  Engländer,  je  1  Holländer
und  Luxemburger.  Unter  den  127  Deutschen  waren
50  Beamte,  30  Kaufleute,  4  Pflanzer,  26  Missionare,
14  Missionsschwestern  und  Frauen  von  Missionaren,
3  Krankenpflegerinnen.  Hauptwohnsitze  der  Europäer
waren  Lome  mit  51  und  Klein-Popo  mit  25  Deutschen
  und  Fremden.  Gegenüber  dem  Stande  vom
31.  Dezember  1899  hat  die  Gesammtzahl  der  Europaäer
  in  Togo  um  11,  die  der  Deutschen  um  15
zugenommen.  —  Die  Zahl  der  im  Jahre  1900
im  Schutzgebiete  angekommenen  und  abgegangenen
Schiffe  beträgt  122,  davon  nahezu  die  Hälfte
deutsche,  die  übrigen  meist  englische  und  französische.

Deutsch-Neu-Guinra.

Die  Insel  Tinian  (Marianen).

Ueber  eine  nach  der  Insel  Tinian  unternommenen
Reise  hat  der  Kaiserliche  Bezirksamtmann  Fritz  in
Saipan  folgenden  Bericht  erstattet:

Am  5.  November  1900  unternahm  ich  mit  der
den  Pächtern  der  Nordinseln  gehörigen  „Tora-marn“
eine  Dienstreise  nach  Tinian,  um  diese  Insel  und
insbesondere  die  Verhältnisse  des  wilden  Viehstandes
  kennen  zu  lernen  und  der  Aufgabe  näher
zu  treten,  in  welcher  Weise  sich  eine  Zähmung  und
Nutzbarmachung  des  Wildviehes  in  größerem  Maßstabe
  ermöglichen  läßt.

Ich  habe  während  eines  fünftägigen  Aufenthalts
die  Insel  nach  allen  Richtungen  durchwandert  und
erlaube  mir  in  Nachstehendem  die  Ergebnisse  vorzutragen:


Tinian  liegt  in  sichtbarer  Nähe  südlich  von
Saipan,  von  welchem  es  durch  eine  etwa  6  km  breite
Meerenge  getrennt  ist.  Eine  hohe  Brandung  steht
rings  um  die  felsige  Küste,  die  im  Westen  3  bis  5  m,
im  Osten  bis  zu  50  m  hoch  steil  abstürzt.

Der  Ankerplotz,  eine  gegen  Ost  bis  Nord  geschützte
  Rhede,  liegt  in  einer  nach  Südwesten  geöffneten
  größeren  Einbuchtung  am  Südende  der  Insel.
Größere  Schiffe  können  in  kurzer  Entfernung  vom
Lande  ankern,  kleinere  Schuner  sogar  das  vorgelagerte
Riff  passiren  und  in  nächster  Nähe  des  bequemen
und  gefahrlosen  Landungsplotzes  vor  Anker  gehen.

Tmian  hat  schätzungsweise  eine  Oberfläche  von
11  600  ha;  es  ist  ein  etwa  30  bis  50  m  über  das
Meer  sich  erhebendes  Plateau,  das  nur  im  Süden
zu  größerer  Höhe  —  vielleicht  zu  200  m  —  ansteigt.
  Die  Insel  ist  bedeckt  mit  tiefgründigem,  rothem
Thon  und  glosharten  Korallenfelsen,  nirgends  habe
ich  zu  Tage  tretendes  Urgestein  gefunden.

Fließendes  Wasser  ist  nicht  vorhanden,  dagegen
eine  in  der  Regenzeit  etwa  40  ha  große  Lagune  im
Norden,  eine  kleinere  in  der  Mitte,  eine  weitere  im

 

1

Süden  der  Insel.  Der  Regenfall  soll  im  Allgemeinen
reichlich  sein,  wie  auf  den  übrigen  Marianen;  einige

Brunnen  geben  in  geringer  Tiefe  gutes  Trinkwasser.

Trotz  der  erprobten  Fruchtbarkeit  des  Bodens  ist
die  Vegetation  keine  besonders  üppige.  Em  Waldgürtel
  im  Süden  von  10  bis  15  m  Höhe  geht  allmählich
  in  4  m  hohen  aus  Guayaven,  Citronen,
Orangen  und  Anonen  bestehenden  Busch,  dieser  in  die
Savanne  über,  welche  den  weitaus  größten  Theil  der
Insel  deckt.  Hier  trägt  sie  aber  einen  ganz  anderen
Charakter  als  auf  Saipan  und  den  übrigen  Inseln:
an  die  Stelle  des  mannshohen  scharfen  Grases  trut
hier  etwa  ½  bis  1  m  hohes  Guayavegestiüpp,  hier
und  da,  besonders  dort,  wo  sich  die  Savanne  nach
dem  Meere  senkt,  sind  größere  Flächen  mit  einem
windenartigen  Schlinggewächs  und  mit  einer  dem
Seidelbast  ähnlichen  Schmarotzerpflanze  bedeckt.  Unter
dieser  Decke  wächst  das  niedrige  Gras,  welches  dem
Rindvieh  als  Nahrung  dient.  In  besonders  trockenen
Zeiten,  wie  im  vergangenen  Frühjahre,  stirbt  der
gesammte  Pflanzenwuchs  der  Savanne  ab,  die  Lagunen
vertrocknen  bis  auf  die  größere,  welche  stets  schwachsalziges,
  vom  Vieh  angenommenes  Wasser  enthalt.
In  der  Regenzeit  erscheint  aber  dieselbe  Vegetation
wieder.  Einige  zerstreute  Baumgruppen  unterbrechen
die  Einförmigkeit  der  Landschaft,  in  welcher  in  Rudeln
von  10  bis  20  Köpfen  ein  Theil  des  verwilderten
Rindviehes  und  zahlreiche  Schweine  und  Hühner  sich
aufhalten.  Em  anderer,  und  zwar,  wie  mir  von  den
ortskundigen  Führern  versichert  wurde,  der  größere
Theil  der  Heerde  lebt  in  dem  südlich  der  Lagune
beginnenden  Busch  und  Wald.  Zahlreiche  Spuren,
festgestampfte  20  cm  breite  Fährten  daselbst,  die  alle
nach  den  beiden  Lagunen  führen,  scheinen  diese  Angabe
  zu  bestätigen.  Eine  Schätzung  der  Zahl  des
Rindviehs  kann  ich  nicht  wagen,  der  Schuütze  aiebt
dieselbe  auf  600  bis  700  Stück  an.  Die  Thiere
sind  alle  von  weißer  Farbe  und  gleichmäßiger  Hornbildung.
  Zahlreiche  Gerippe  eingegangener  Thiere
findet  man  an  der  Lagune  und  in  der  Savanne.
Ueber  die  Herkunft  der  Rinder  ist  nichts  bekannt,
doch  sind  dieselben  sicher  erst  von  den  Spaniern,
wahrscheinlich  aus  Mexiko,  eingeführt  worden.  Im
Jahre  18583  wurden  die  „Lazariner“,  d.  h.  die  Aussätzigen
  von  Saipan,  ihrem  seitherigen  Asyl,  nach
Tinian  gebracht  und  der  Viehstand  der  Insel  ihnen
zur  Nutznießung  überwiesen;,  ihre  Niederlassung  befand
  sich  in  der  Nähe  der  großen  Lagune.  Im
Jahre  1855  raffte  eine  Blatternseuche  die  Hälfte  der
Marianenbevölkerung  und  nahezu  alle  Leprosen  weg,
nur  zwei  oder  drei  Ueberlebende  siedelten  von  Tinian
nach  Tanapag  über.  Von  1856  bis  1869  wurde
der  Viehstand  von  dem  Gouvernement  in  Agoania
ausgebeutet.  Es  lebten  21  Deportirte  auf  der  Insel.
unter  ihnen  seit  1863  der  Schütze,  der  noch  heute
auf  Tinian  bedienstet  ist.  Nach  seiner  Angabe  war
der  Viehstand  damals  viel  zahlreicher  als  heute.  Alle
sechs  Monate  kamen  die  Segelkanus  der  Saipaner

hier  vorüber  und  brachten  das  Salzfleisch  nach  Agania
        <pb n="203" />
        —  151

1869  pachtete  der  Irländer  Johnston  die  Insel  auf
acht  Jahre  um  den  Preis  von  jährlich  400  Mark.
Er  brachte  250  Karoliner  von  der  Namounitogruppe
dahin,  bereitete  Salzfleisch,  Trepang  und  pflanzte
viel  Süßkartoffeln  und  Tabak,  welcher  vorzüglich  hier
gedieh.  Das  Fleisch  wurde  in  Agania  und  Saipan
verkauft,  Tabal,  Kartoffeln  und  lebende  Schweine
handelten  die  amerikanischen  oder  englischen  Walfänger
ein,  welche  alljährlich  bis  zu  14  an  der  Zahl  hier
vor  Anker  gingen.

1875  kam  Johnston  auf  der  Fahrt  von  Tinian
nach  Saipan  um,  und  bis  1877,  d.  h.  bis  zum  Ablauf
  des  Vertrages,  setzte  seine  Schwester  die  Ausbeute
  der  Insel  fort  mit  dem  Ergebniß,  daß  1878
fast  kein  Vieh  mehr  vorhanden  war;  bis  zum  Jahre
1884  wurde  daher  die  Jagd  suspendirt,  dann  wieder
in  der  alten  Weise,  d.  h.  durch  21  Gouvernementsarbeiter
  ausgenommen.  Eine  schlimme  Zeit  für  die
Heerde  kam  im  Jahre  1898  mit  dem  siebenmonatlichen
  Aufenthalt  der  Macabebe-Philippiner  in  Saipan:
es  mußten  täglich  zwei  Thiere  erlegt  und  nach  Garapan
geschafft  werden,  so  daß  nach  einigen  weiteren  Monaten
  sicherlich  das  letzte  Rind  von  Tinian  verschwunden
  wäre.

Bei  Uebernahme  der  Verwaltung  habe  ich  die
Fleischlieferungen  für  Saipan  auf  wöchentlich  zwei,
spöter  auf  ein  Rind,  seit  April  1900  auf  ein  Stück
monatlich  beschränkt  und  seit  meinem  letzten  Aufenthalte
  in  Tinian  ganz  eingestellt.  Dagegen  wird  die
unerschöpfliche  Schweinesagd  mit  Schlingen  und
Hunden  und  der  Hühnerfang  eifrig  betrieben,  so
daß  der  Jahresreinertrag  keine  große  Einbuße  erleiden
  wird.  Die  Schweine  sind  im  Allgemeinen
mager  und  klein,  nur  zur  Zeit  der  Guayavareife
erreichen  sie  ein  ansehnlicheres  Gewicht.  Sie  werden
i  der  Nähe  der  Niederlassung  in  Schlingen,  in  der
Savanne  mit  Hunden  gefangen,  wöchentlich  zweimal
je  10  bis  14  Stück  im  Ruderboote  nach  Saipan
befördert  und  dort  zu  dem  festen  Preise  von  4  Mk.
verkauft.  Im  Nordwesten  der  Insel  sind  zwei  bei
nicht  zu  hohem  Seegange  für  das  Boot  zugängliche
Stellen,  wo  die  in  der  Savanne  gefangenen  Schweine
verladen  werden.  Zuweilen  müssen  sie  von  den
Karolinern  schwimmend  zum  Boot  gebracht  werden.
Die  Fahrt  von  Songhalum  bis  Garapan  dauert  oft
acht  Stunden  und  ist  in  der  Meerenge  zwischen
Tinian  und  Saipan,  wo  starker  Strom  und  stets
hoher  Seegang  herrscht,  gefährlich.  Von  den  Schweinen
und  Hühnern  gehen  auf  dieser  langen  Fahrt  manche  ein.

Die  Hühner  sind  so  zahlreich,  daß  man  auf  der
Wanderung  durch  Tinian  wie  in  einer  Dorfstraße
stets  vom  Krähen  der  Hähne  begleitet  ist.  Auf  den
Bergen  und  den  steil  ins  Meer  abstürzenden  Felsen
des  Südostens  giebt  es  viele  Ziegen,  die  von  den
Arbeitern  mit  erstaunlicher  Gewandtheit  und  unter
großer  Gefahr  gleichfalls  lebend  gefangen  werden.
Sie  werden  zu  1,50  bis  3  Mk.  das  Stück  in  Sawan
verkauft.  Nach  dem  Weggange  der  Lazarmer  waren
deren  Hunde  und  Katzen  geblieben;  besonders  die

 

ersteren  vermehrten  sich  in  der  Freiheit  und  wurden
den  jungen  Schweinen  und  Kälbern  gefährlich.  Ich
hatte  darauf  einen  Preis  von  50  Pf.  auf  jedes  aus
Tinian  gelieferte  Hundefell  gesetzt,  von  denen  mir
bis  jetzt  108  Stück  übergeben  wurden.  Die  Zahl
der  wilden  Hunde  war  jedenfalls  bedeutend  überschätzt,
  denn  sie  werden  jetzt  nur  noch  selten  angetroffen.
  Ihre  Verringerung  mag  auch  damit  zusammenhängen,
  daß  jetzt  kein  Rindvieh  mehr  erlegt  wird,
dessen  Eingeweide  ihnen  hauptsächlich  zur  Nahrung
dienten.  Auch  habe  ich  angeordnet,  daß  die  Zahl
der  Jagdhunde  möglichst  eingeschränkt  und  besonders
die  Hündinnen  scharf  überwacht  werden.

Außer  diesen  Thieren  giebt  es  in  Tinian  an  der
Küste  zahlreiche  Schnepfen  verschiedener  Art,  an  den
Lagunen  Schwärme  von  Enten  und  im  Walde  mehrere
Taubenarten.  Fliegende  Hunde,  ein  Leckerbissen  für
die  Eingeborenen,  kommen  in  großen  Scharen  vor,
dagegen  fehlt  hier  der  auf  Saipan  so  häufige,  den
Vögeln  und  Eiern  gefährliche  Leguan.  Eine  unangenehme
  Eigenthümlichkeit  von  Tinian  sind  die  unzähligen
  Fliegen.

Ich  habe  bereits  früher  berichtet,  daß  wiederholte
Versuche,  junge  Rinder  lebend  nach  Saipan  zu
schaffen  und  dort  zu  Hausthieren  heranzuziehen,
fehlgeschlagen  sind:  sie  gingen,  nachdem  sie  sich  von
den  Strapazen  der  Reise  scheinbar  erholt  hatten,
trotz  sorgsamer  Pflege  aus  mir  unbekannten  Gründen,
vielleicht  infolge  des  Futterwechsels,  ein;  nicht  ausgeschlossen
  wäre  schließlich  auch  das  Vorkommen  der
Texaszecke  auf  Saipan.  Ich  beabsichtige  nun,  eine
Zähmung  des  Rindviehes  zu  versuchen,  über  welche
ich  später  berichten  werde.

Zur  Zeit  sind  auf  Tinian  21  Arbeiter  mit  ihren
Familien,  zusammen  etwa  70  Personen,  ansässig.

Der  Anbau  von  Mais,  Süßkartoffeln,  Kokos  und
Wurzelgewächsen  war  seit  dem  Ableben  Johnstons
sast  gänzlich  eingestellt.  Ich  habe  einige  Hundert
Kokos  aupflanzen  lassen  und  die  Bestellung  größerer
Flächen  mit  Mais  und  Kamote  angeordnet.

Chamorros  und  Karoliner  bewohnen  die  landesüblichen
  Hütten.

Ein  Chamorrohaus  hat  im  Allgemeinen  folgende
Bauart:  6  bis  8  Stämme  von  3  bis  4  m  Höhe
tragen  das  aus  verflochtenen  Kokosblättern  bestehende
und  auf  leichtem  Stangengerüst  ruhende  Dach,  das
nach  der  Giebel-,  zuweilen  nach  der  Breitseite  auf
einen  kleinen  Korridor  ausläuft.  In  der  Höhe  von
etwa  1  m  ist  der  aus  dem  Holze  der  Betelpalme
zusammengefügte  Boden  angebracht,  auf  welchem  die
Insassen,  in  Pandanusmatten  eingehüllt,  der  Nachtund
  ausgedehnten  Mittagsruhe  pflegen.  Die  Wände
bestehen  entweder  aus  gquer  verflochtenen,  aufrecht
gestellten  Palmblättern  oder  aus  aufgeschlitztem  und
verflochtenem  Rohr.  Eme  Zimmerdecke  ist  nicht  vorhanden.
  Die  Feuerstelle  befindet  sich  zuweilen  in
einem  kleineren  gedeckten  Nebenhause,  zuweilen  wird
im  Wohnhanuse  selbst  gekocht,  und  es  ist  erstaunlich,
daß  nicht  mehr  Brände  vorkommen.  Das  Inventar

3
        <pb n="204" />
        ist  sehr  spärlich.  Tische,  Stühle,  Bettstellen,  Teller,
Gabeln  finden  sich  nur  in  wenigen  Familien.  Einige
eiserne  Kochtöpfe,  ein  flacher  Kessel  zum  Einkochen
von  Salz  aus  Meerwasser  und  von  „Dulce“  (Süßigkeit)
  aus  dem  Saft  des  Zuckerrohrs  oder  der  Kokospalme,
  ein  Stein  zum  Zerkleinern  von  Mais  und
ein  urnenförmiges,  etwa  60  cm  hohes  Thongefäß
zum  Auffangen  des  Regenwassers  bilden  neben  einigen
Fischnetzen  und  Raufen  den  Hausrath  des  Chamorros

 

und  Karoliners.  Die  männlichen  Familienmitglieder
sind  stets  mit  einem  kräftigen,  hier  geschmiedeten
Buschmesser  versehen,  das  sie  in  Leder=  oder  Holzscheide
  an  einem  Ledergürtel  tragen.  Das  einzige
Werkzeug  für  die  Feldbestellung  ist  ein  an  3  m  langem
Stiel  befestigtes  Stoßeisen,  mit  welchem  sie  das  Unkraut
  beseitigen  und  die  Erde  lockern.

Neben  der  beschriebenen  Form  der  Hütte  giebt
es  noch  eine  andere  primitivere  Form,  wo  die  Behausung
  direkt  über  dem  Erdboden  errichtet  ist,  Dach
und  Wände  bis  auf  diesen  hinabreichen.

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Ich  habe  an  dieser  Stelle  eine  Beschreibung  der
gegenwärtigen  Chamorrowohnung  gegeben,  um  aus
ihr  den  Zweck  und  die  Bedeutung  der  berühmten
Tinian-Säulen  zu  erklären,  welche  von  Vielen
für  die  Ueberreste  einer  unbekannten,  hohen  Kulturperiode
  gebalten  werden.

Auf  allen  Marianen-Inseln  findet  man  im  Walde
eigenthümliche  ½  bis  1½  m  hohe  vierkantige,  nach

152

 

 

 

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aufzubauen.

oben  sich  verjüngende  Säulen,  aus  einem  Korallenfe
oder  aus  Mauerwerk  bestehend;  auf  jeder  Säu
ruht  oder  ruhte  ein  unverhältnißmäßig  großes  hall
kugeliges  Kapitäl,  in  den  meisten  Fällen  ist  es  vo
seinem  Sockel  abgestürzt.  Diese  Säulen  sind  zu

fünf  oder  sechs  in  zwei  parallelen  Reihen  errichte
ihr  Abstand  von  einander  beträgt  etwa  1½  m,  de
Reihenabstand  etwa  38  m.  Diese  Ruinen  werden  vo
den  Eingeborenen  „Casas  de  los  antiquos“  genann
Häuser  der  Alten;  Trümmer  von  roh  gebrannte
ohne  Töpferscheibe  hergestellten  Thongefäßen,  Wer
zeuge  aus  Stein  oder  Muschel,  große  Mahlsteine  an
Basalt  oder  Granit,  die  man  in  der  Nähe  finde
scheinen  die  Annahme,  daß  es  thatsächlich  Wohnunge
der  einst  so  zahlreichen  Chamorros  waren,  zu  b
stätigen,  während  die  Niedrigkeit  des  Gemäuers  die,
selbe  zu  widerlegen  scheint.  Wie  sollte  auch  ein  Vol
das  nach  allen  Schilderungen  auf  einer  recht  niedrige
Kulturstufe  stand,  in  völliger  Nacktheit  lebte,  kei
Metall  kannte  und  als  einzige  Waffen  Schleuder
und  Lanzen  aus  Menschenknochen  benutzte,  daz
kommen,  lediglich  aus  angeborenem  Kunstsinn  seir
Häuser  mit  monumentalen  Säulen  und  Kapitälen  z
schmücken?  Die  spanischen  Priester,  welche  die  Lebent
weise  der  Chamorros  schilderten  und  in  ihren  Wohnunge
die  neugeborenen  Kinder  tauften,  erwähnen  zwar,  da
sie  ihre  Häuser  verzierten,  aber  von  diesen  Säuler
reihen,  die  ihnen  doch  auffallen  mußten,  erwähnen
nichts.  Man  könnte  an  Grabdenkmäler  glauben,  zumt
berichtet  wird,  daß  die  alten  Chamorros  ihren  Todte
eine  religiöse  Verehrung  erwiesen  und  die  Schädt

der  Verstorbenen  in  ihren  Wohnungen  aufbewahrter

Indessen  müßten  diese  mit  dem  verhaßten  Kultu
verknüpften  Grabdenkmäler  die  Aufmerksamkeit  de
Spanier  doch  mehr  erregt  haben  und  die  Schilderun
ihrer  Kämpfe  gegen  die  Heiden  anfüllen.  Des  Rätsel
Lösung  ist  sehr  einfach:  Diese  Säulen  und  Kapitäl
entsprangen  nicht  dem  Triebe  der  Kunst  um  ihre
selbst  willen  oder  der  religiösen  Verehrung,  sonden
der  Zweckmäßigkeit.  Sie  stellen  nicht  Grabmonument
dar,  sondern  sind  thatsächlich  die  Pfeiler,  auf  dener
das  spitz  zulaufende,  hohe  Dach  ruhte.  In  diesen
regenreichen  Lande  ist  die  oben  beschriebene  primitw“
Form  der  Hütten  zuweilen  seucht  und  undcquem
und  die  angesehenen  und  anspruchsvolleren  Stammes
angehörigen  kamen  von  selbst  dazu,  ihre  Wohnunger
auf  Pfeiler  oder  Pfähle  zu  stellen  —  im  Uebiiger
unter  Beibehaltung  der  ursprünglichen  Form.

Einen  Baum  mit  Steinwerkzeugen  zu  fällen
verursacht  aber  eine  weit  größere  Mühe,  als  die
überall  im  Walde  und  am  Strande  vorhandenen
Korallenblöcke  heranzuschaffen  und  nothdürftig  zu
behauen,  um  auf  ihnen  den  Boden  und  das  Dach
Später,  bei  dem  Anwachsen  der  Bevölkerung,
  als  der  Mangel  an  fließendem  Wasser  zur
Herstellung  gebrannter  Thongefäße  nöthigte,  lehrte
der  Zufall  die  Eigenschaft  des  gebrannten,  sich  weder
härtenden  Kalles;  man  baute  Pfeiler  aus  Stem  und
Mörtel  auf.
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        —  153  —

Die  hier  so  häufigen  und  heftigen  Stürme  machten
aber  ferner  eine  solide  Befestigung  des  Daches  nothwendig.
  Daher  legte  man  auf  jede  der  Säulen
einen  schweren  Stein,  um  welchen  man  die  das  Dachgerüst
  haltenden  Bastschnüre  schlang.  Die  Form
einer  im  hiesigen  Meere  häufigen  Koralle  wurde
vorbildlich  und  diese  zuerst  wahrscheinlich  unbearbeitet
benutzt.  Nach  der  Erfindung  des  Mörtels  gab  man
dem  „Kapitäl“  die  zweckmäßige,  halbkugelförmige
Gestalt,  welche  zugleich  eine  gleichmäßige,  ebene  Unterlage
  für  den  Boden  des  Wohnraumes  bot.  Gerade
der  Umstand,  daß  diese  und  keine  andere  Form  der
Säule  und  des  Kapitäls  auf  den  Marianen  gefunden
wird,  spricht  gegen  die  künstlerische  Phantasie  der
Alten.  Auch  die  Thatsache,  daß  den  Priestern,  welche
die  Sitten  und  Gebräuche,  die  Einrichtungen  und
Kämpfe  der  Ureinwohner  eingehend  schilderten,  diese
sonderbaren  Bauwerke  nicht  aufgefallen  sind,  erklärt
sich  nun  leicht:  sie  waren  von  außen  durch  das  überhängende
  Dach  aus  Palmblättern,  im  Innern  durch
den  Boden  verdeckt;  und  wenn,  wie  es  so  häufig
vorkam,  die  Spanier  die  Dörfer  abbrannten,  so  begruben
  die  zusammenstürzenden  Trümmer  Säulen
und  Kapitäle.

Was  die  Säulen  von  Tinian  auszeichnet,  das  ist
ihre  Größe:  Etwa  150  m  von  der  Niederlassung
entfernt  stehen  oder  standen  in  zwei  parallelen  Reihen
w  hohe  imposante  Säulen  von  folgenden  Dimenonen:


Basis  unten  1.45  2x  1,10  m,
Säule  =  oben  1,20  =  0,85  =
L  Höhe  4.10  m.
Kopitäl:  Durchmesser  2.45  m.
Entfernung  von  Säulenmitte  zu  Säulenmitte:
3.60  m,
Entfernung  der  Säulenreihen  voneinander:
4,22  m.

Die  Säulenflächen  sind  schwach  gekrümmt.  Die
Säulen  haben  kein  Fundament.  1855  standen  noch
neun  aufrecht,  heute  sind  alle  bis  auf  fünf  umgestürzt.
Dos  Material  ist  sonderbarerweise  nur  ein  allerdings
sehr  harter  Mörtel.  Steine  sind  in  den  abgebrochenen
Stücken  keine  vorhanden,  auch  an  der  Verwitterung
lassen  sich  die  vertikal  aufgetragenen  Mörtelschichten
deutlich  erkennen;  diejenigen  der  Kapitäle  liegen  horizontal.
  Tie  Gesammtlänge  des  Gebäudes  betrug
2  m,  seine  Breite  5.32  m  Zischen  der  dritten
und  vierten  Säule,  167  cm  vor  der  Mitte  des
Hauses,  liegt  ein  runder  Stein  mit  drei  excentrischen
Siufen  von  je  etwa  10  cm  Höhe;  auf  der  obersten
ist  ein  Loch  von  182968  cm.  Dieser  Stein  diente
nicht  etwa  zur  Aufnahme  einer  Leiter,  muttelst  welcher
man  ein  auf  den  Säulen  aufgebautes  Haus  erreichte:
cist  der  Fuß  eines  Kreuzes,  welches  vor  allen
Hiusern  chrisilicher  Chamorros  in  der  Zeit  der  Belhrung
  errichtet  wurde.  Ein  ähnlicher  Stein,  nur
mit  concentrischen  Stufen,  liegt  vor  der  1874  oder
1875  errichteten  Kapelle  in  Tinian.

Eine  Ruine  wird  das  Haus  des  Taga  genannt,

 

eines  Kaziken,  der  im  Jahre  1638  schiffbrüchige
Spanier  beschützt  und  später  in  den  Religionskämpfen
auf  Seiten  der  Spanier  gestanden  hatte.  Es  ging
die  Sage,  er  habe  seine  schöne,  im  jugendlichen  Alter
verstorbene  Tochter  auf  einer  der  Säulen  seines  Hauses
beerdigt  und  mit  Reismehl  bedeckt.  Thatsächlich
wurde  1855  auf  der  vierten  Säule  der  Vorderreihe
ein  menschlicher  Kiefer  und  einige  Fingerknochen  gefunden.
  Ich  erstieg  diese  Säule  und  fand  in  der
That  eine  grabähnliche  Höhlung  auf  dem  Kapitäl
von  181—442  40  cm  Ausdehnung.  Es  ist  daher,
zumal  die  Missionare  berichten,  daß  die  Eingeborenen
ihre  Angehörigen  in  den  Häusern  beerdigten,  nicht
ausgeschlossen,  daß  auch  in  den  Kapitälen  der  übrigen
Ruinen  menschliche  Gebeine  eingemauert  sind.  In
seiner  ursprünglichen  Form  wird  das  Haus  des  Taga
sich  von  den  übrigen  Häusern  der  Vornehmen  wohl
nur  durch  seine  Größe  unterschieden  haben.  Die

  

Länge  von  28  m  und  die  Lage  des  Kreuzes  deuten
darauf  hm,  daß  der  Eingang  sich  in  der  Mitte  befand
  und  das  Haus  in  zwei  getrennte  Räume  theilte;
vielleicht  waren  mehrere  Böden  übereinander  angebracht.


In  der  Niederlassung  liegt  das  alte,  „Palacio“
genannte  öffentliche  Gebäude,  ein  gut  erhaltener,  stattlicher
  Bau  (16,19  2&amp;amp;  6,8  m)  mit  dicken  Steinmauern,
aber  einem  Dach  aus  Palmblättern,  das  demnächst
durch  Zink  ersetzt  werden  soll.  Es  muß  in  der
Missionszeit  von  1669  bis  1690  erbaut  sein.  Tinian
war  damals  der  Hauptort  für  die  Mission  der  nördlichen
  Inseln  und  hatte  ein  Seminar  (1671)  und
ständige  Besatzung.  1670  wurde  der  Pater  Medina
in  Saipan,  1684  Pater  Strobach  aus  Mähren  nebst
18  Soldaten  in  Tinian  ermordet  und  1690  wiederum
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        die  ganze  Besatzung  niedergemacht.  1695  unternahm
der  Gouverneur  von  Guahan  aus  eine  Expedition
nach  Tinian,  dessen  Bewohner  nach  der  benachbarten
kleinen  und  schwer  zugänglichen  Insel  Agiguan  geflüchtet
  waren.  Die  Landung  gelang  indessen,  und
die  gesammte  Bevölkerung  wurde  nach  Guahan  gebracht,
  wo  man  seit  1680  schon  die  früber  zerstreut
wohnenden  Eingeborenen  in  vier  oder  fünf  Städten
eingeschlossen  hatte.  1698  wurden  die  übrigen  Nordinseln
  entvölkert,  und  im  Jahre  1710  waren  die
100  000  bis  150  000  Marianenbewohner  auf  3678
Christen  „reduzirt“.  Seit  jener  Zeit  ist  in  Tinian
keine  angesessene  Bevölkerung  mehr.  Außer  dem
„Palacio“  ist  noch  eine  im  Anfang  der  70er  Jahre
erbaute  hübsche  Kapelle  vorhanden,  die  aber  leider
nicht  vollendet  wurde.  Ich  beabsichtige,  auch  sie  mit
Zink  zu  decken.

Bemerkenswerth  ist  ferner  ein  aus  großen  Korallenblöcken
  gemauerter  Brunnen  in  der  Nähe  des  „Palacio".
  Er  stammt  aus  der  Zeit  der  alten  Chamorros
und  liefert  in  etwa  3  m  Tuse  reichliches  und  gutes
Trinkwasser.

Am  9.  November  machte  ich  einen  vergeblichen
Versuch,  auf  Agiguan  zu  landen  Diese  etwa  1060  ha
große  Insel  liegt  ungefähr  11  km  südlich  von  Tinian;
ihre  felsige  Küste  gestattet  die  Landung  eines  Bootes
nur  an  einer  Stelle  bei  sehr  ruhiger  See.  Ich
hatte  Schweine  und  Hühner  von  Tinian  mitgenommen,
um  sie  auf  Agiguan  auszusetzen,  doch  konnten  nur
zwei  Hühner  und  zwei  Hähne  an  Land  geworfen
werden.  Agiguan  soll  sehr  fruchtbar  und  reich  an
Kokos,  Brotfrucht  und  Wurzelgewächsen  sein,  so  daß
in  dürftigen  Jahren  die  Arbeiterschaft  von  Tinian
herüberfuhr  und  sich  versorgte.  Die  Insel  wird
daher  die  Vorrathskammer  von  Tinian  genannt.  Eine
Eigenthümlichkeit  derselben  sollen  überaus  zahlreiche
und  große  Kokoskrebse  sein.

Am  10.  November  kehrte  ich  von  meiner  Reise
nach  Saipan  zurück.

Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Kntiskhlaverei-Bewegung.

Die  ostafrikanische  Mission  (Berlin  III)  hat
neben  dem  Inspektor  P.  Lic.  Trittelwitz  einen  zweiten
heimischen  Mitarbeiter  in  der  Person  des  Pastors
Michaelis  in  Bielefeld  gefunden.

Ueber  „Weisheit  von  der  Gasse“  schreibt  in  den
„Nachrichten  aus  der  ostafmkanischen  Mission“  der
Missionar  Johanssen  aus  Hohenfriedeberg
(Usambara):

Aus  einer  Quelle  zur  Kenntniß  des  Volksgeistes,
aus  der  ich  in  deeser  Zeit  häufig  mit  Freuden  trinke,
möchte  ich  den  freundlichen  Lesern  gern  einen  frischen
Trunk  schöpfen;  es  ist  das  Gebiet  des  Sprüchworts,
das  wir  in  ungeahnter  Fülle  bei  unseren  Eingeborenen
  vorfinden.  —  Im  Anschluß  an  den  bbblischen

154

 

l

 

Geschichtsunterricht,  den  unsere  Lehrgehülfen  dreimal
wöchentlich  besonders  erhalten,  um  sie  zu  fördern  im
lebendigen  Erzählen,  werden  mit  ihnen  Sprüchwörter
der  Waschambaa  durchgenommen,  die  sie  selber  sommeln.
  Für  jedes  100,  die  wir  zusammen  bekommen,
erhalten  sie  eine  kleine  Belohnung,  um  den  Eifer
zum  Nachdenken  wachzuhalten.  Eine  große  Anzahl
derselben  sind  der  Beobachtung  des  Thierlebens  entnommen.
  „Ameise,  komm  ans  Licht;  wenn  du  nicht
herkommst,  so  ist  das  dein  Verderben“,  so  ruft  der
Mschambaa,  der  beobachtet  hat,  daß  beim  Einsetzen
der  Regenzeit  die  geflügelte  Ameise  in  Scharen  aus
der  Erde  hervorkommt,  seinem  ein  Unrecht  hartnäckig
leugnenden  Gegner  zu,  um  ihn  zum  Geständniß  zu
veranlassen.  „Du  bist  ein  Geier;  einen  Hahnenschwanz
  bekommst  du  nie“,  sagt  ein  anderer  zu  dem,
der  erfahrene  Gastlichkeit  mit  knauserndem  Benehmen
bei  einer  Gelegenheit,  sich  erkenntlich  zu  erweisen,
vergilt.  „Ein  Vogel,  der  viel  Lärm  macht,  hat  gewiß
kein  Nest.“  „Ein  räudiges  Schaf  hält  sich  nicht  zur
Heerde.“  „Eine  Ziege,  die  tapfer  schreit,  wird  vom
Hirten  nicht  auf  der  Weide  vergessen.“  „Der  Nachtschmetterling
  läßt  sich  nicht  vom  Feuer  wegscheuchen.“
Vom  kinderreichen  Hausvater  heißt  es:  „Einem  Elefanten
  wird  sein  Reichthum  (sein  Elfenbein)  nicht  zu
viel  (oder  zu  schwer).“  Ueber  50  ähnliche  nur  aus
dem  Thierreich  entlehnte  Sprüchwörter  liegen  mir
vor.  Es  liegt  auf  der  Hand,  wie  wichtig  schon  diese
Bilder  bei  der  Verkündigung  uns  sein  können,  noch
viel  mehr  gilt  das  aber  von  solchen,  die  geschöpft
sind  aus  der  Beobachtung  menschlicher  Handlungsweise,
  der  Vorkommnisse  des  täglichen  Lebens  oder
der  Erfahrung  auf  allen  Gebieten  des  Lebens  oder
der  Natur.  Man  höre  zugleich  mit  dem  Gedanken
an  das  Evangelium  folgende  Worte:

„Wer  im  Prozeß  einen  Bürgen  hat,  dem  braucht
das  Herz  nicht  zu  klopfen.“  „Wer  mit  einem  Freunde
lebt,  der  geht  nicht  zu  Grunde.“  „Friede  im  eigenen
Heim  ist  die  Bedingung  für  guten  Fortgang  der
Arbeit.“  „Der  Schild,  den  du  erst  am  Tage  der
Schlacht  in  Ordnung  bringst,  hält  nicht.“  „Deinem
guten  Freund  giebst  du  den  Rath:  Kehr  rechtzeitig
heim.“  „Was  Leiden  heißt,  versteht  nur,  wer  bei
Kranken  die  Nacht  zubringt.“  „Wer  noch  einen  Vater
hat,  wird  zweimal  satt.“  „Ein  weises  Kind  hält  sich
zum  Vater.“  „Wer  selbst  abgerissene  Kleider  getragen
hat,  schenkt  einem  Armen  auch  gern  ein  neues  Gewand.“
  „Auf  zwei  Bissen  ist  der  Mund  nicht  eingerichtet“
  (nämlich:  gleichzeitig  sie  zu  essen).  „Wer
emen  Höcker  sieht,  sieht  nur  den  seines  Nächsten,  den
eigenen  sieht  er  nicht.“  „Die  Lüge  gleicht  dem
Monde;  so  sehr  er  vor  der  Sonne  flieht,  wird  er
schließlich  doch  von  ihr  beschienen.“  „Wer  den  Durst
wirklich  löschen  will,  muß  sich  zur  Quelle  selber
niederbeugen.“"  „Eme  widerspenstige  Stadt  wird
morgens  ein  Raub  der  Flammen.“  „Ein  treuer
Hirte,  bei  dem  hält  sich  das  Vieh  zusammen.“  „Wenn
du  auf  den  Panther  schiltst,  so  schilt  auch  auf  die
Hirten.“  „Ein  Hirte  hat  keine  Zeit  für  ein  Fest-
        <pb n="207" />
        cien.·  „Ein  Hirte  läßt  auch  den  Abfall  (das  gerrne
  Stück)  nicht  liegen.“  „Ich  bin  nur  ein  Haar
#d  nß  mich  von  meinem  Haupt  leiten  lassen,“
i#  der  noch  nicht  ganz  selbständige  Mschambaa  im
K  auf  das  Familienoberhaupt.  „Wenn  du  an  der
Kmoffel  das  Feuer  sparen  willst,  wird  sie  dir  nur
rench  Mehl  geben.“

Diese  Auswahl  möge  für  heute  genügen,  sie  könnte
cd  sehr  vermehrt  werden.  Ueber  300  solcher  Worte
isd  bereits  gesammelt,  und  ihre  Zahl  wächst  von
S#ecche  zu  Woche.  Der  Nutzen  dieser  Arbeit  bedarf
2.A  acht  besonders  bewiesen  zu  werden.  Wir
Ertopäer  werden  durch  die  Beschäftigung  mit  den
Eeprückwörtern  der  Waschambag  mehr  heimisch  in
An  Anschauungs=  und  Redeweise  und  vielleicht  dadet
  ewas  bewahrt,  über  die  Köpfe  wegzupredigen.
de  engeborenen  Gehülfen  werden  angeleitet  zu  einer
Kudigung  des  Erbes,  das  ihnen  Gott  in  den
Smichen  der  Weisheit  ihrer  Vorfahren  bereitet  hat,
ad  zu  einer  immer  selbständigeren  Aneignung  des
ceuen  Schatzes  veranlaßt,  der  ihnen  im  Evangelium
theil  geworden  ist.

Ueber  die  bereits  in  Nr.  3  des  Kolonialblatts
T##bähnte  Gründung  der  Missionsstation  Tabora
#lugt  ein  in  „Kreuz  und  Schwert“  veröffentlichter
Iref  des  Missionars  P.  Grün  vom  24.Oktober  1900
-gende  Einzelheiten:

Msgr.  Gerboin,  apostol.  Vikar  von  Unyanyembe,
ei  bereits  seine  Absicht  mitgetheilt,  in  Tabora,  der
daxdtstadt  von  Central-Deutsch-Ostafrika,  dem  Sammlpmkte
  aller  Bewohner  des  Innern,  eine  Mission
i  ertichten.  Inzwischen  hat  die  Gründung  statt-Nuunden.
  St.  Bonifaz  von  Tabora  ist  ins  Dasein
zerteien.  Wir  verdanken  diesen  Erfolg  in  erster  Linie
#n  edlen  Sinne  des  Herrn  Dr.  Kaudt,  der  zur  Zeit
Peenschaftliche  Forschungsreisen  in  Urundi  macht.
&amp;amp;schenkte  uns  ein  Grundstück  mit  einer  Tembe
Eingehorenenhaus  aus  Erde)  darauf,  woran  er  die
Ihugung  krüpfte,  auf  diesem  Grundstück  eine  deutsche
Schule  und  ein  von  Schwestern  bedientes  Hospital
1  erbauen.  Seit  Langem  war  eine  Mission  in
dihora  nothwendig  geworden,  sowohl  wegen  der
gegrophischen  Lage  des  Ortes,  als  besonders  wegen
rner  hervorragenden  Bedeutung  und  seiner  zahl-#ichen
  Bevölkerung.  Schon  bevor  die  Deutschen  ins
e#nb  kamen,  bestand  eine  katholische  Mission  in  Takon
  und  in  dem  drei  Stunden  südlich  davon  gescoenen
  Kipalapala,  aber  die  damals  allmächtigen
Aber,  besonders  der  später  gehängte  Sultan  Sike,
Wangen  die  Patres  zur  Flucht.  Sie  zogen  sich  nach
datumnbi  im  Süden  des  Victoriasees  zurück,  unter
mun  der  vielgenannte  P.  Schynse.  Von  den
eidn  Missionen  blieben  nur  Trümmer  übrig  und
sieben  Grüber  der  dort  gestorbenen  Missionare.
allich,  am  16.  Oktober  1900,  hielten  drei  Missionare,
Fihn  durch  ihren  Oberen  Migr.  Gerboin,  wieder
ine  Einzug  in  die  Stadt  Tabora.  Die  deutschen

15

 

–  ——

 

0

Behörden,  der  Stationskommandant  Herr  Hauptmann
Gansser,  Herr  Dr.  Lott  und  die  übrigen  Offiziere
haben  die  Ankommenden  aufs  Freundlichste  aufgenommen.
  Herr  Hauptmann  Gansser  geleitete  uns
persönlich  zu  unserer  neuen  Wohnung,  die  er  sorgfältig
  hatte  säubern  und  ausschmücken  lassen.  Dieses
Haus  ist  aus  an  der  Sonne  getrockneten  Erdziegeln
erbaut  und  mit  einem  Strohdach  gedeckt.  Ohne
Verzug  müssen  wir  an  den  Bau  der  Schule  gehen;
alle  Tage  kommen  Gruppen  von  Kindern  und  sagen:
„Bwana  (Meister),  wir  wollen  auch  bei  dir  lesen.“
Wir  müssen  sie  alle  vertrösten,  bis  wir  die  Mittel
zum  Bauen  haben.  Auch  unser  Hospital  muß  baldmöglichst
  eröffnet  werden.  Darin  sollen  zahlreiche
Eingeborene  Pflege  und  ärztliche  Behandlung  finden.
Die  Weißen  Schwestern,  die  schon  seit  sechs  Jahren
in  diesem  Lande  wirken,  sollen  auch  diese  Anstalt

-übernehmen.

In  einem  Rückblick  auf  die  Erfolge  der  evangelischen
  Missionsthätigkeit  in  der  Südsee  im  Laufe
des  19.  Jahrhunderts  berichtet  das  Leipziger  „Evangelisch
  =  Lutherische  Missionsblatt“:

Mit  Unterstützung  der  eingeborenen  Hülfskräfte
ist  es  gelungen,  trotz  der  örtlichen  weiten  Trennung
der  kleinen  Missionsfelder,  das  Evangelium  verhältnißmäßig
  schnell  auszubreiten.  Dies  möge  uns  ein
kurzer  Blick  auf  den  gegenwärtigen  Bestand  der
Missionen  in  jener  Inselwelt  zeigen.  Gehen  wir
dabei  vom  äußersten  Osten  nach  Westen.  In  Polynesien
  finden  wir  in  den  acht  größeren  Inselgruppen
der  Hawaii#-,  Gesellschafts-,  Hervey-,  Samoa-,  Tonga-Witi=
  und  anderen  Inseln  überall  große  evangelische
Missionsherde.  Unter  den  hellfarbigen,  wohlgestalteten,
zum  Theil  reichbegabten  Bewohnern  dieser  Inseln  hat
die  evangelische  Mission  jetzt  200  000  Christen  gesammelt.
  Wir  begegnen  hier  theilweise  blühenden,
sich  selbst  unterhaltenden  und  eifrig  missionirenden
christlichen  Gemeinden,  ja  sogar  kleinen  christlichen
Staaten,  die  von  einheimischen  Fürsten  nach  christlichen
  Grundsätzen  regiert  werden.  Von  diesen  Christen
gehören  etwa  32  000  zu  Samoa.  Unter  den  wilden,
dunkelfarbigen  Australnegern  von  Melanesien  (Neuhebriden,
  Loyalitäts=  und  Salomon-Inseln  u.  a.)
ist  die  Christianisirung  noch  nicht  so  weit  vorgeschritten.
  Besonders  bietet  hier  die  große  Insel  Neu-Guinea
  der  Mission  (auch  zwei  deutsche  Missionen,
die  Rheinische  und  die  Neuendettelsauer,  arbeiten
hier)  große  Schwierigkeiten.  Im  Ganzen  beläuft  sich
die  sichtbare  Frucht  der  Arbeit  in  Melanesien  auf
44  000  Christen.  In  dem  nördlich  gelegenen  Mikronesien
  (auf  den  Karolinen-Inseln  sowie  den  Gilbertund
  Marshall  =  Inseln  u.  a.)  sind  bisher  etwa
25  000  Christen  gesammelt  worden.

Die  Missionskinder  in  Kollasini  (Station  der
Benediktiner  bei  Dar-es-Saläm)  bei  der  Arbeit

4
        <pb n="208" />
        werden  in  nachstehenden  Ausfüdrungen  der  Zemchrift
„Gott  will  es-  geschildert:

Schon  oft  wurde  von  den  Mufionaren  dervorgehoben,
  daß  man  den  Heiden  nicht  nur  die  Glaubenswahrheiten,
  sondern  auch  die  Arbeit  lebren  und  fie
dazu  anhalten  musse,  ihr  Brot  auf  edhrliche  Beise
selbjt  zu  verdienen.  Aber  leider  lassen  die  Erwachsenen
  sehr  schwer  von  der  ihnen  angeborenen  Trägbeit
  ab  und  nehmen  dieses  Laßer  noch  mit  zu  Grabe.
Anders  verhält  es  sich  mitr  Kindern,  welche  noch
biegsamer  und  empfänglicher  find.  Wie  bei  den  auf
unserer  Station  Kollanni  bei  Dar-es-Salaäm  untiergebrachten
  Kmdern  Gebet,  Schule  und  Ardeit  miteinander
  vereinigt  werden,  zeigt  eine  Schilderung  des
täglichen  Lebens  und  Treibens  dort.

Nach  dem  Auffteben  findet  die  gemeinsame  Morgen-156



seren  Werkstätten  statt,  unter  denen  besonders  die

Schreinerei  zu  erwähnen  ist.  Da  auf  unserer  Station
vor  emigen  Jahren  ein  neues  Gotteshaus  gebaut
wurde  und  ein  zweites  in  Dar-es-Salam  im  Entnehen
  begriffen  ist,  so  giebt  es  für  diese  Werkstatt
dinreichend  Arbeit.  Eine  größere  Anzahl  Gehilfen

und  Lehrlinge  finden  wir  emfig  darin  beschäftigt  und
wiederum  in  den  verschiedensten  Abstufungen.  Die

andacht  stan,  der  für  befrimmte  Abtbeilungen  der

Religionsunterricht  folgt.  Es  mag  ungefähr  6  /2  Uhr
werden.  bis  das  Religiöse  seinen  Abschluß  gefunden
hat.  Jetzt  beginnt  sogleich  die  Arbeit.  Gruppenweise
verlieren  sich  die  Kinder,  indem  der  eine,  und  zwar
größere  Theil,  auf  das  Feld,  andere  zum  Garten,
wieder  andere  in  die  Werkstänen  marschiren.  Im
Kinderhof  wird  es  nun  leer,  und  nur  mehr  einige
Rekonvaleszenten  und  kleinere  Kinder  trippeln  herum,
welche  auch  die  leichteren  Arbeiten,  wie  Kehren  2c.,
besorgen.

Diejenigen,  welche  mit  Hacken  ausgerüstet  sind
und  auf  dem  Felde  arbeiten,  haben  einen  der  schwereren
  Posten.  Da  hier  weder  Pflug  noch  Egge  das
Erdreich  lockert,  so  muß  diese  ganze  Arbeit  mit  der
Hacke  vollzogen  werden.  Was  die  Arbeit  dabei  noch
erschwert,  sind  die  vielen  Wurzeln  von  Bäumen,  welche
früher  gefällt  wurden  und  jetzt  noch  immer  neue
Schößlinge  treiben.  Eine  Abtheilung  ebnet  die  Bahn
zum  Hacken,  indem  sie  mit  Aexten  das  wuchernde
Gestrüpp  niedermacht.  Bald  rinnt  allen  der  Schweiß
von  der  Stirn,  auch  die  Neger  müssen  schwiten,
wenn  sie  sich  anstrengen,  besonders  wenn  es  noch
Neulinge  sind,  denen  Arbeitsgeräthe  unbekannte  Instrumente
  sind.

Fast  noch  ein  bunteres  Bild  bietet  sich  in  der
Gartenwirthschaft,  in  welcher  sie  sich  auch  schon  einige
praktische  Erfahrungen  mit  europäischen  Sämereien
angeeignet  haben.  Mit  Gärtnersinn  richten  diese  feine
Beete  her  und  streuen  den  Samen  aus,  andere  sind
im  Begriff,  die  kleinen  Pflänzchen  auszusetzen,  wieder
andere  besorgen  das  Gießen,  was  in  Afrika  immer
viel  Zeit  und  Mühe  beansprucht;  das  schnell  aufschießende
  Unkraut  wird  von  weniger  Geübten  ausgerodet,
  und  gar  die  letzten  in  der  Nangordnung
sorgen  für  treibende  Kraft  der  Pflanzen  durch  Herbeischaffung
  von  Dünger.  Auf  diese  Weise  wird
immer  reichlich  frisches  Gemüse  für  den  sonst  einfachen
Ticch  des  Missionars  erzielt.

Zur  Besorgung  unserer  Vieh=  und  Schweineheerde
ist  wiederum  eine  beträchtliche  Anzahl  Knaben  erforderlich,
  um  die  täglichen  Arbeiten  zu  verrichten.

Daneben  findet  Unterweisung  der  Kinder  in  unersteren,

  welche  schon  die  Jahre  der  Lehre  hinter  sich
haben,  befassen  sich  mit  feinen  Altarschnitzereien,  andere
mit  Thüren  und  Fenstern  für  Kirche  und  Wohnhäuser
und  die  letzten  mit  Bretterhobeln.

Noch  wäre  die  Schmiede  zu  erwähnen,  welche
ganz  von  Zöglingen  besorgt  wird,  ferner  die  Schusterei,
welche  mit  Hülfe  unserer  Kinder  Fußbekleidung  für
alle  Missionare  unserer  Präfektur  liefert.  Auch  in
der  Küche  treffen  wir  solche  schwarzen  Gesellen,  welche
ihr  Handwerk  trefflich  verstehen.

Für  alle  diese  arbeitenden  Knaben  ist  die  Arbeitszeit
  dis  11  /2  Uhr  festgesetzt,  doch  für  diejenigen,
welche  noch  die  Schule  besuchen,  schlägt  die  erwünschte
Stunde  schon  um  10  Uhr.  Ungefähr  60  verlassen
unter  Gesang  und  Gejauchze  ihre  Arbeit,  ob  gerade
aus  reinem  Wissensdrang,  ist  zweifelhaft,  bringen  ihr
Berkzeug  an  Ort  und  Stelle  und  benützen  noch  die
eine  Viertelstunde  zum  heiteren  Spiel.  Auf  den
Schall  der  Hausglocke  hin  begeben  sie  sich  zur  Schule
bis  11½/  Uhr.  Zur  selben  Zeit  schlägt  auch  für  die
anderen  die  fröhliche  Stunde.  Nach  dem  Mittagbrot
  ist  wieder  freie  Zeit  bis  2  Uhr,  denn  während
dieser  Zeit  verbirgt  sich  sowohl  der  Europäer  als
auch  der  Neger  vor  der  heißen  Tropensonne.  Um
2  Uhr  beginnt  abermals  Schule  bis  3  Uhr,  während

die  nicht  Schulpflichtigen  zu  dieser  Stunde  wieder

1
l
s

 

an  ihre  gewohnte  Arbeit  gehen  und  in  gleicher  Weise
bis  5¼  Uhr  verharren.  Außer  diesen  Arbeitskindern
weilen  hier  noch  50  andere,  welche  die  Katechetenschule
  besuchen;  auch  diese  verrichten  nach  Schulschluß
um  4  Uhr  noch  1½  Stunden  Handarbeit  ebenfalls
mit  Hacke  und  anderen  Geräthen.

Nochmals  wiederholen  sich  Tisch=  und  Spielzert.
Nach  solcher  Verbringung  des  Tages  folgt  für  alle

während  der  Nacht  ein  gesunder  Schlaf,  damit  sie

in  der  nämlichen  Weise  am  anderen  Morgen  das
Tagewerk  von  Neuem  beginnen  können.

So  vergeht  ein  Tag  um  den  anderen.  Wenn
auch  für  Manche  der  Anfang  schwer  ist,  so  daß  hier
und  da  Einer  das  freie  Leben  eines  Naturmenschen
vorzieht  und  sich  in  seine  Wildniß  begiebt,  so  gewöhnen
sich  doch  die  Meisten  sehr  schnell  an  diese  Ordnung
und  lernen  so  von  Jugend  auf  arbeiten.  Wir  haben
mit  diesen  Kindern  mehrere  Tausend  Agaven  gepflanzt
(d.  i.  Mauritiushanf),  auch  die  Instandhaltung  der
selben  wird  lediglich  von  unseren  Kindern  besorgt,
auch  an  allen  Bauten  haben  sie  mitgeholfen  und  so
der  Mission,  während  diese  ihnen  das  Brot  der
christlichen  Religion  reicht,  manche  Ausgaben  erspart
und  die  Einnahmen  vermehrt.

––  —  ——
        <pb n="209" />
        Rus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten.

Jahresbericht  der  De  Beers-Rompagnie.

Der  elfte  Jahresbericht  der  De  Beers  Consolidated
  Mines,  Ltd.,  für  das  am  30.  Juni  1899
zu  Ende  gegangene  Geschäftsjahr  gewährt  einen  interessanten
  Einblick  in  den  Umfang  des  Diamantenbergbaues
  und  die  geschäftlichen  Maßnahmen  der
Gesellschaft.

Auf  der  De  Beers-Grube  wurden  2  281  731
Ladungen  ?)  blue  groond  (Diamanten-Muttergestein)
neben  120  114  Ladungen  Abfall  (reek)  gefördert.
Die  Wasserhaltung  bewältigte  stündlich  3563  Gallonen
1470977)  Grubenwasser.  Die  Verminderung  des
Wassers  gegen  das  Vorjahr  wird  auf  die  systematische
  Entwässerung  der  Oberfläche  zurückgeführt.
Letere  ist  begonnen  worden,  um  die  gefährlichen
Schlammrutschungen  in  der  Grube  hintanzuhalten.
Der  Hauptschacht  hat  1747  Fuß  Tiefe  erreicht.  Die
Förderung  stammt  im  Wesentlichen  aus  der  Tiefe  von
890  bis  1200  Fuß.  Die  Gewinnung  und  Förderung
des  blue  ground  bis  zur  Aufbereitung  erforderte
für  die  Ladung  48  6,3  d  (48  4,7  d).  Zerkleinert  und
verwaschen  wurden  2  070  295  Ladungen  mit  einem
Aufwande  von  2  s  2,7  d  (2  8  1  d)  für  die  Ladung.

Auf  der  Kimberley-Grube  wurden  1223168
Ladungen  blue  ground  neben  63  809  Ladungen
Abfall  gefördert.  Der  Hauptschacht  hat  eine  Tiefe
von  1939  Fuß  erreicht.  Die  Förderung  entstammt
im  Wesentlichen  der  Tiefe  von  1200  bis  1840  Fuß.
Die  gehobenen  Grubenwasser  betrugen  stündlich
8490  Gallonen  (9031).  Die  Gewinnungs=  und
Förderungskosten  betrugen  4  8  9,1  d(4  8  7,4  d)  auf
die  Ladung  blue  ground.  Zerkleinert  und  verwaschen
  wurden  1  241  478  Ladungen.  Die  Aufbereitungskosten
  beliefen  sich  auf  18  9  d  (2  8  3,5  d)
für  die  Ladung.

157

 

3504  899  (3  332  688)  Ladungen  blue  ground,
wovon  3  311  773  (3259  692)  Ladungen  aufbereitet
wurden.  Das  durchschnittliche  Ausbringen  an  Diamanten
  aus  der  Ladung  blue  ground  war  0.71  Karat.
Da  für  den  Karat  29  8  7,2  d  erzielt  wurden,  hatte
die  Ladung  einen  Durchschnittswerth  von  20  s  11,5  d,
während  die  durchschnittlichen  Gewinnungs=  und  Aufbereitungskosten
  6  8  7,9  d  ausmachten.

Auf  der  Premier-Grube  betrug  die  Förderung
an  blue  ground  1  980  800  und  an  Fellow  ground
51  971  Ladungen,  neben  202  952  Ladungen  Abfall.
Die  Grubenförderurg  bis  zur  Aufbereitung,  auf  eine
Entfernung  von  ½  bis  2  engl.  Meilen,  wurde  durch
geneigtes  Drahtseil  ohne  Ende  bewirkt,  wobei  die
Leistung  bis  zu  11  900  Ladungen  gleich  9520  t  auf
den  Tag  stieg.  Ein  Hauptförderschacht  von  den
größten  bisher  in  dem  Distrikte  zur  Anwendung  gekommenen
  Dimensionen  ist  im  April  des  Berichtsjahres
  begonnen  worden.  Hierbei  werden  Vorsichtsmaßregeln
  getroffen,  um  im  Interesse  der  Vermeidung
von  Schlammrutschungen  infolge  von  Zersetzung  des
Gesteins  das  Eindringen  von  Tagewassern  in  die
Grubenräume  thunlichst  einzuschränken.  Die  Wasserhaltung
  hatte  stündlich  34  312  (37  333)  Gallonen
zu  bewältigen.  Die  Gewinnung  und  Förderung  bis
zur  Aufbereltung  erforderte  1  8  2,7.  d  (18  4,7  d)
auf  die  Ladung.  Verwaschen  wurden  1  662  778
Ladungen  blue  und  Fellow  ground  mit  einem  Aufwande
  von  18  0,6  4(182,4  d)  auf  die  Ladung.

Das  durchschnittliche  Diamanten-Ausbringen  auf
die  Ladung  war  0,30  (0,27)  Karat.  Für  den  Karat
wurden  22  8  10,1  d  erzielt.  Die  Ladung  besaß  also
einen  Werth  von  689,8  d,  während  die  Gewinnungsund
  Aupbereitungskosten  2  s  3,3  d  betrugen.

Der  Nominalbetrag  des  am  Schlusse  des  Berichtsjahres
  begebenen  Antheilskapitals  belief  sich  auf
3948  955  E.  Die  von  der  Gesellschaft  seit  ihrer
Gründung  im  Frühjahr  1888  erzielten  Erfolge  sind

Die  Gesammtförderung  beider  Gruben  beirug

aus  der  nachstehenden  Tabelle  ersichtlich:

 

 

 

 

 

Eine  boene  (load)  ist  gleich  16  Kubikfuß  englisch.

zu  2000  Dfund  englisch.
*"*)  Die  Zahlen  in  den  Klammern  beziehen  sich  auf  das  vorige  Berichtsjahr.

 

 

 

 

Betriebene  Geschäftsjahr,  Geförderte  Verwoschen  Karat  —  tn#x  det  7.  Vertheilte  Dividende
Berawerke  bis  blue  ground  blue  ground  auf  die  Karat  dine  K.  Ladung  im  Ganzen  *  des
ag  gr.  E
9  Ladungen  Ladungen  Ladung  in  ¾zxl  -  Aowin-31.
  März  1889  994  706  712236  1,.283  19  8¾  25  3¼¾  9  10½  188  329  10  5
31.  18902192226  1251  245  1.15  32  6¾  37  2¼  8  ½#  789  682  O020
De  Beers-Grubel-  18911978  1563  202988  "90  20  6  29  3¾  8  8  789791  0“20
1  30.  Juni  1893338  553  3239  134  "92  25  6  235  7  431382134  5  35
und  30.  -  189380090  183  2  10626  1,.05  29  0,66  30  6  6  11,6987238  15525
30.  18944999431  2577  4600  89  24  52  2110,6  6  6.8987238  157  25
Kimberley-Grube0.  18952525717.  2854  817  83  25  6  21  8  6  10,8987  238  15.  25
30.  18966  2698  109  2597026  "b"1  26  9,4  24  4.5  7  0,11  579  482  00  40
30.  189772515889  3  011  288  92  26  10,6  24  8,6  7  4,31579  582  0  40
Vremier-Grube  30.  1897  271777  —  –  —  —  —  —  --—
De  Beers-  und  i
KimbetlewGrubeZQ  189833326883259692  ,80266,2212167,4  ji  579  5682  0  40
VBremier-Grube  830.  18981146984  691  722  "27  20  9,3  5  8,.2  2  7,1/19  0,
De  Beers=  und  :  :
Kimbekley-Grube30.s18993w48993311773  ,71297,2':2011,567,5  I  579  582  0  40
Premier-Grube.  30.  18992032771  1  662  778  "30  2210,1  6  9,8  2  3,3576%
l

EineLadunqblaegkoandwicgtdurchschnittlichast
        <pb n="210" />
        Die  neuen  Diamanten-Verkaufsabschlüsse  waren

zu  36  s  für  das  Karat  gethätigt,  und  es  wurde  die
Erwartung  ausgesprochen,  daß  die  damalige  günstige
Geschäftslage  in  der  ganzen  Welt  eine  weitere  Erhöhung
  der  Verkaufspreise  zulassen  werde.

Der  Ankauf  des  Besitzes  der  London  and  South
African  Expl.  Co.  und  der  Rechte  der  Kimberley
Diamond  Mg.  Co.  brachte  der  Gesellschaft  die  unbeschränkte
  Verfügung  über  zwei  bei  den  gestiegenen
Diaomantenpreisen  werthvolle  Gruben,  Dutoitspan
und  Bulfontein.  Ursprünglich  lediglich  unter  dem
Gesichtspunkte  erworben,  einer  unbequemen  Ueberfluthung
  des  Marktes  entgegentreten  zu  können,  sollten
diese  Gruben  nunmehr  zur  Erleichterung  der  älteren
Bergwerke  der  Gesellschaft  in  Betrieb  gesetzt,  der
Umfang  des  Betriebes  jedoch  den  Bedürfnissen  des
Marktes  angepaßt  werden.

Als  Ergebniß  der  mit  der  Chartered  Co.  seiner
Zeit  unterhaltenen  geschäftlichen  Beziehungen  war  der
Gesellschaft  das  Recht  auf  alle  Diamanten  im  Gebiete
der  Chartered  Co.  zugewachsen.

Als  in  weitreichendem  Umfange  auch  den  Landesinteressen
  dienend,  wird  zweier  kleinerer  Unternehmungen
  Erwähnung  gethan.

Der  Verlust  an  Vieh  infolge  der  Rinderpest
hatte  zu  monopolistischen  Bestrebungen  auf  dem
Fleischmarkte  Anlaß  gegeben.  Um  ein  Gegengewicht
gegen  die  dadurch  bedingten  künstlichen  Preistreibereien
zu  schaffen,  bat  die  Gesellschaft  die  Errichtung  von
Gefrieranstalten  an  mehreren  Punkten  des  Landes
in  Angriff  genommen.

Um  den  Bergwerksbetrieb  von  dem  europätüschen
Sprengstoffring,  welcher  auch  in  Südafrika  festen
Fuß  gefaßt  hat,  unabhängig  zu  machen,  ist  die  Gesellschaft
  zur  Anlage  umfangreicher  Dynamitfabriken
geschritten.  Dieselben  sollen  nach  Beendigung  des
Krieges  auch  den  Bedarf  in  den  Burenrepubliken
decken.

Uus  dem  Jahresbericht  über  die  englische  Goldküßte
für  1899.
II.*

Schulwesen.  Das  Erziehungswesen  ist  hauptsächlich
  in  den  Händen  der  Baseler,  Wesleyanischen
und  Katholischen  Mission.  Im  Berichtsjahr  wurden
122  Missionsschulen  inspizirt  und  durch  Zuschüsse
unterstützt.

Die  Baseler  Mission  arbeitet  im  Innern;  ihre
Stationen  liegen  im  östlichen  Theil  der  Kolonie,
einige  derselben  im  Kumasi-Bezirk.  Auch  hat  sie
Schulen  an  zwei  oder  drei  Orten  an  der  Küste.
Die  Katholische  Mission  besitzt  zwölf  Stationen,
welche  sich  alle  an  Küstenplätzen  befinden.  Die
Leitung  ist  bei  diesen  beiden  Missionen  in  Händen
von  Europäern;  die  erstere  verwendet  etwa  60,  die
letztere  12  Missionare.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolomalblatt  1901,  S.  122.

58

worden.

 

Die  Wesleyanische  Mission  besitzt  Schulen  an
der  ganzen  Küste  und  hat  kürzlich  auch  im  Ashanti-Gebiet
  einige  Schulen  eröffnet.  Der  Missionsberuf
wird  hier  hauptsächlich  durch  Eingeborene  ausgeübt:
es  stehen  nur  drei  Europäer  im  Dienst  dieser  Mission.

In  Accra,  Cape  Coast  und  Insuaim  befinden
sich  drei  große  Gouvernementsschulen  und  Schulen
für  die  Haussatruppe  und  die  Polizei.  Außerdem
giebt  es  noch  zwei  oder  drei  Muhammedanerschulen.
Auch  die  Bremer  Mission  hat  einige  wenige  Schulen
eingerichtet.  ·

Das  Gouvernement  hat  keine  Sekundärschulen
(secondary  schools);  nur  die  Baseler  Mission  besitt
in  Akropong  ein  Seminar,  welches  von  den  meisten
im  Dienst  dieser  Mission  stehenden  Lehrern  eine
Zeit  lang  besucht  wird.

Im  Innern  stehen  mit  den  Schulen  Pflanzungsbetriebe
  in  Verbindung.  Die  wichtigsten  sind  die
bei  den  größeren  Baseler  Missionsstationen  befindlichen
Plantagen  in  Begoro  und  Abetihi.

Der  technische  Unterricht  im  Zimmermanns-,
Schmiede=  2c.  Handwerk  wird  in  der  Schule  der
Wesleyanischen  Mission  in  Cape  Coast  ertheilt.
Auch  bei  der  Gouvernementsschule  in  Accra  befinder
sich  eine  technische  Abtheilung  unter  einem  Europäer,
in  welcher  den  Schuljungen  das  Zimmermannshandwerk
  nach  „wissenschaftlichen  Grundsätzen“  gelehrt
  wird.

Gouvernementsanstalten.  Gouvernements
krankenhäuser  befinden  sich  in  Accra,  Cape  Coast,
Elmina,  Axim,  Saltpond,  Kwitta  und  Kumasi.  Zur
Aufnahme  von  Europäern  geeignete  Einrichtungen
befinden  sich  nur  in  den  beiden  erstgenannten
Stationen.  Das  Gouvernementshaus  in  Connors
Hill  ist  in  ein  Hospital  umgewandelt  worden  und
die  Anstellung  einer  Pflegeschwester  für  dieses  Krankenhaus
  ist  genehmigt  worden.

Es  existirt  ein  Irrenhaus  in  der  Kolonie,  im
Fort  von  Christiansborg.

Die  Sparkasseneinrichtung  ist  1888  gegründer
Im  Berichtsjahr  sind  76  540  Mk.  eingezahlt
  und  79  300  Mk.  abgehoben  worden.  Bis
31.  Dezember  sind  im  Berichtsjahr  2160  Mk.  Zinsen
bezahlt,  bezw.  gutgeschrieben  worden.

Die  Stärke  der  Polizeimannschaft  betrug  Ende
1899  einschließlich  Chargen  461  Köpfe.  Die  Polizer
ist  mit  Martini-Henry-Karabinern  bewaffnet.

Die  Zahl  der  Gefängnisse  in  der  Kolonie  beträg:
zwölf,  einschließlich  Kumasi  und  Attabubu;  die  Mehrzahl
  der  verwendeten  Gebäulichkeiten  eignet  sich  zu
Gefängnißzwecken  nicht;  die  Frage  der  Errichtung
einer  Central-Gefangenenanstalt  ist  noch  nicht  entschieden.
  In  den  Gefängnissen  zu  Accra  und  Elmina
werden  verschiedene  Handwerke,  wie  Zimmern.
Schneidern,  Schustern,  Küpern  zc.  geübt  und  sehr
gute  Erfolge  dabei  erzielt.  Auf  den  übrigen  Stationen
  werden  die  Gefangenen  als  Wegearbeiter  und
Straßenreiniger  verwendet.  Im  Berichtsjohr  fanden

sechs  Hinrichtungen  statt.
        <pb n="211" />
        199

Sanitätsdienst.  Unter  den  166  europälischen
Beamten  kamen  im  Berichtsjahr  9  Todesfälle  und
23  Fälle  von  Dienstuntauglichkeit  vor,  unter  den
auf  400  Köpfe  geschätzten  Europäern,  welche  nicht
in  Beamtenstellung  sind,  18  Todesfälle  und  52  Fälle
von  Dienstuntauglichkeit.

In  Accra  ist  ein  pathologisches  Laboratorium
zum  Zweck  der  Untersuchung  von  Ursache  und  Art
der  verschiedenen  Fieber=  und  Krankheitserscheinungen
eingerichtet  worden.

Die  Negenmengen  betrugen:

in  Accra  1898:  724,4  mm
1899:  498,8

in  Aburi  1899:  1476,2  =
1899:  1247,.7=Post

  und  Telegraphen.  Bisher  hatten  Post
und  Telegraphen  getrennte  Verwaltungen,  erstere
unter  dem  „Postmaster  General“,  letztere  unter
dem  „Director  of  Telegraphs“.  Seit  1.  Oktober
1899  ist  die  Verwaltung  beider  Zweige  in  den
Händen  des  „Postmaster  General“  vereinigt.

Neue  Telegraphenstrecken  wurden  im  Berichtsjahr
nicht  gebaut.  Das  neueröffnete  Telegraphenamt  in
Bole  ist  der  fernste  Punkt  der  Telegraphenlinie  in
den  nördlichen  Territorien.

Die  Gesammtzahl  der  Telegramme,  welche  im
Jahre  1899  aufgegeben  wurden,  beträgt  128  026
gegenüber  119  242  im  Jahre  1898.

Die  Zahl  der  vom  Gouvernement  durch  die
Lmien  der  „African  Direct  Telegraph  Company“
geleiteten  Telegramme  betrug  2268  gegenüber  1954
im  Jahre  1898.  Ebenso  hat  der  Verkehr  auf  den
englischen  Linien  von  Togo  nach  Europa  und  umgekehrt
  zugenommen;  hingegen  hat  die  Zahl  der  bezahlten
  Telegramme  zwischen  Togo  und  der  Goldküste,
wahrscheinlich  wegen  Unterbrechung  des  Voltakabels,
eine  kleine  Verminderung  erfahren.

Militärmacht.  Die  Stärke  der  Freiwilligentruppe,
  welche  im  Jahre  1892  ausgehoben  worden
ist,  betrug  am  31.  Dezember  1899:

13  Offiziere,

17  Sergeanten,

19  Korporale,

139  Soldaten,

10  Signalisten  und

43  Musiker,
zusammen  241  Köpfe.

Diese  Truppe,  welche  jährlich  einen  Schießkursus
durchmacht,  rekrutirt  sich  hauptsächlich  aus  den  in
den  Geschäftszimmern  des  Gouvernements  und  den
kaufmännischen  Comptoirs  angestellten  Leuten.

Die  gesetzliche  Stärke  der  Haussatruppe  beträgt
einschließlich  Chargen  1676  Köpfe.  Es  ist  eine  Reorganisation
  der  Truppe  vorgenommen  worden;  dieselbe
  wird  in  Zukunft  das  Goldküsten-Bataillon  der
Westafrikanischen  Grenztruppen  bilden.  Die  Haussatruppe
  ist  mit  Martini-Metford-Karabinern  bewaffnet
und  mit  Maxim-,  Nordenfeldt=  und  Siebenpfünder- 



 

Geschützen  versehen.  Die  Gesammtausgaben  für  die
Militärmacht  haben  im  Berichtsjahr  811  660  Mk.
betragen.

Allgemeine  Bemerkungen.  Es  war  beabsichtigt,
  die  nördlichen  Territorien  unter  einen  besonderen
  Administrator  zu  stellen.  Die  Absicht  blieb
unausgeführt,  da  der  für  diese  Stelle  in  Aussicht
genommene  Oberstleutnant  Northrott  im  südafrikanischen
  Kriege  fiel.

Die  Lage  in  Ashanti  war  befriedigend.  Im
letzten  Theil  des  Berichtsjahres  wurde  die  Ertheilung
von  Schürflizenzen  eingeführt.  Obgleich  die  Goldausfuhr
  zurückging,  nahm  die  Goldminenindustrie
doch  zu.  Wegen  der  Transportschwierigkeiten  wird
ein  weiterer  Rückgang  des  Goldexports  befürchtet.
Wandel  erhofft  man  mit  Fertigstellung  von  Eisenbahnen,
  auf  welchen  schwere  Maschinen  und  andere
der  Goldminenindustrie  unentbehrliche  Hülfsmittel
billig  befördert  werden  können.

Die  Arbeit  an  der  Sekundi—  Tarkwa-Bahn
schritt  nicht  so  rasch  vorwärts,  wie  man  angenommen
hatte;  Arbeitermangel  hat  den  Fortschritt  erheblich
verzögert.  Im  Berichtsjahr  ist  noch  kein  Theil  der
Strecke  dem  Verkehr  übergeben  worden.

Die  Auswanderung  aus  der  Kolonie  ist  auf
Arbeiter  für  die  Kongo-Bahn  beschränkt  worden,
welche  für  Zeitabschnitte  von  ein  oder  mehreren
Jahren  kontraktlich  verpflichtet  werden.

In  der  Nachbarschaft  von  Aburi  und  Cape  Coast
sind  Untersuchungen  wegen  der  Versorgung  von
Accra  mit  Wasser  angestellt  worden;  man  hofft,
bald  einen  endgültigen  Plan  aufstellen  zu  können.

Aus  dem  Jahresbericht  ergiebt  sich  hiernach
folgendes  Gesammtbild:

Die  friedliche  politische  Lage  in  der  Goldküstenkolonie
  im  Jahre  1899  und  gute  die  natürliche  Produktion
  fördernde  Bedingungen  haben  in  Verbindung
mit  günstigen  Preiskonjunkturen  in  Europa  eine
wesentliche  wirthschaftliche  Besserung  der  Kolonie  zur
Folge  gehabt;  Hand  in  Hand  mit  der  wirthschaftlichen
  Stärkung  der  Kolonie  geht  naturgemäß  auch
eine  Besserung  der  Finanzlage.  Daß  der  Goldexport
  nicht  zugenommen  hat,  ist  wohl  nur  darauf
zurückzuführen,  daß  die  Goldminenunternehmungen
erst  seit  kurzer  Zeit  bestanden  haben  und  der  Bahnbau
  noch  im  Anfangsstadium  gestanden  hat;  nach
Fertigstellung  der  Bahn  ist  ohne  Zweifel  eine
Steigerung  der  Goldproduktion  zu  erwarten.

Der  günstige  Ausblick,  welchen  die  Lage  im
Jahre  1899  gewährte,  ist  aber  plötzlich  getrübt  worden
  durch  die  Ereignisse  des  Jahres  1900,  welche
diesem  Jahresbericht  vorausgeeilt  sind.  Abermals
hat  die  Furie  des  Aufstandes  und  des  Krieges  an
der  Goldküste  gewüthet;  abermals  ist  der  Entwickelung
  dieser  hoffnungsvollen  Kolonie  ein  schwerer
Schlag  versetzt  worden.  Erst  die  kommenden  Berichte
  werden  die  Tragweite  dieser  Ereignisse  übersehen
  lassen.
        <pb n="212" />
        Derkehr  dentscher  Schiffe  in  Saigon  und  Mozambique
während  des  Jahres  1399.

 

 

—  Eing  ang  #  usgang
«  ·  Darunter  Darunter
Häfen  Amwahl  Reg.-  mit  Awebt  mit
.Tons  Ladung  Ladung
Schiffe  Schiffe  Schiffe  Schiffe
l
Asien  )
Saignn42  170  344  22  14  1440
Mozambique  65  189200  ?  65  2

 

 

 

 

Die  Kaffigpalme  in  Madagaskar.  —  Die  Ricinuspflanze
als  Mittel  gegen  die  Moskitos.

Die  „Advance  Sheets  of  Consular  Reports“
vom  27.  Dezember  1900  enthalten  einen  Bericht  des
amerikanischen  Vizekonsuls  in  Tamatave  über  die  in
den  Küstengebieten  von  Madagaskar  vorkommende
Raffiapalme.  Diese  Palme  ist  selten  als  Stamm
gewachsen  zu  finden.  Sie  theilt  sich  vielmehr  gewöhnlich
  unmittelbar  über  der  Erde  in  mehrere  Aeste,
die  selbst  wie  Stämme  erscheinen.  Die  Aeste  tragen
etwa  zwei  bis  fünf  Fuß  lange  Blätter,  aus  denen
ohne  Schwierigkeit  die  Faser  gewonnen  wird,  welche
den  Eingeborenen  zur  Herstellung  von  Kleidungsstoffen
  dient.  In  Europa  werden  die  Fasern  wegen
ihrer  Wetterbeständigkeit  und  Weichheit  zum  Festbinden
  von  Pflanzen  benutzt.  Der  Export  erfolgt
in  Ballen,  wie  bei  Baumwolle,  und  erreicht  zur  Zeit
etwa  20  000  Ballen  im  Werthe  von  je  etwa  65  Mk.

*t  1

*

In  der  Nummer  926  derselben  Zeitschrift  vom
4.  Januar  d.  Is.  ist  ein  Bericht  des  amerikanischen
Konsuls  in  Maracaibo  veröffentlicht,  wonach  in  verschiedenen
  Gegenden  Südamerikas,  als  ein  Mittel
gegen  die  Moskitoplage  in  den  Wohnungen,  die
Ricinuspflanze  —  ricinus  communis  —  mit  Erfolg
um  die  Wohnhäuser  angepflanzt  wird.  Die  eigenen
Erfahrungen  des  Konsuls  haben  die  Zweckmäßigkeit
des  Mittels  bestätigt.

Perschiedene  Wittheilungen.

vorlesungen  am  Leminar  für  orientalische  Sprachen
in  Berlin.

Im  Seminar  für  orientalische  Sprachen  zu  Berlin
finden  im  Sommersemester  1901  folgende  Vorlesungen
  von  kolonialem  Interesse  statt:

Guzerati.  Anfänger-Kursus  (Fortsetzung):  Dienstags,
  Donnerstags,  11—12  Uhr  vormittags,
Herr  Ardeshir  M.  Vacha.
*)  Darunter  3  Schiffe  erst  im  Januar  1900.

*)Außerdem  21  französische  Schisse  von  32  600  Reg.=Tons
  und  3  britische  Schisse  von  3936  Reg.-Tons.

160

 

Praktische  Uebungen:  Montags,  Mittwochs,  Freitags,
11—  12  Uhr  vorm.,  Herr  Ardeshir  M.  Vacha.
Suaheli.  Zweiter  Kursus:  Montags,  Dienstags.
Donnerstags,  Freitags,  8—9  Uhr  vorm.,  Herr

Dr.  Velten.

Anfänger-Kursus,  1.  Semester:  täglich  9—  10  Uhr
vorm.,  Herr  Dr.  Velten.

Geschichte  und  Verwaltung  des  deutsch-ostafrikanischen
  Schutzgebietes:  Mittwochs,  8—9  Uhr
vorm.,  Herr  Dr.  Velten.

Einführung  in  das  Studium  des  Kinyamuefi  nebst
praktischer  Anleitung  zur  Aufnahme  von  Bantusprachen:
  Sonnabends,  8—9  Uhr  vorm.,  Herr
Dr.  Velten.

Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends-.,
5—8  Uhr  abends  (5—6½  Uhr  für  den  Anfänger-Kursfus
  [Fortsetzung),  6½—8  Uhr  für
den  zweiten  Kursus),  Herr  Mtoro  bin
Mwenyi  Bakari.

Schreibübungen:  Montags,  Donnerstags,  4—5  Uhr
nachm.,  Herr  Mtoro  bin  Mwenyi  Bakarr.

Herero.  Einführung  in  das  Studium  des  Herero
Montags,  Donnerstags,  10—11  Uhr  vorm.,
Herr  Dr.  Velten.

Haussa.  II.  Theil  des  Jahreskursus:  Montags
Dienstags,  Donnerstags,  Freitags,  10—11  Uhr
vorm.,  Herr  Dr.  Lippert.

Geographie  des  Sudan:  Mittwochs,  Sonnabendes.
10—11  Uhr  vorm,  Herr  Dr.  Lippert.

Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends,
5—6  Uhr  abends,  Herr  Muhammed  Beschir.

Schreibübungen:  Dienstags,  Freitags,  4—  5  Uhr
nachm.,  Herr  Muhammed  Beschir.

Dualla.  II.  Theil  des  Jahreskursus:  Dienstags,
Freitags,  8S—9  Uhr  vorm.,  Herr  Dr.  Lippert.

Ephe.  II.  Theil  des  Jahreskursus:  Montage.
Donnerstags,  8—9  Uhrvorm.,  Herr  Dr.  Lipper:.

Geographische  Ortsbestimmungen  (II.  Theides

  Jahreskursus).

1.  Uebungen  im  praktischen  Berechnen  der  geo
graphischen  Breite,  der  Zeit  und  der  geographischen
  Länge  aus  angestellten  astronomischen
Beobachtungen:  Dienstags,  Freitags,  12—  1  Uhr
nachm.,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

2.  Astronomische  Beobachtungen  zum  Zweck  gcegraphischer
  Ortsbestimmungen:  (Die  Beobach.
tungen  finden  statt  auf  dem  Gebiete  des  Königl.

Geodätischen  Instituts  bei  Potsdam  an  Tagen
und  zu  Stunden,  welche  der  Vereinbarung
vorbehalten  sind.)  Herr  Assistent  M.  Schnauder.

Ueber  Tropen-Hygiene,  verbunden  mit  Demonstrationen

  und  praktischen  Uebungen:  Mittwoche,

Freitags,  4—5  Uhr  nachm.,  Herr  Oberstabsarz:

Prof.  Dr.  Kohlstock  (z.  Z.  vertreten  durch  Herm

Kaiserl.  Regierungsarzt  Dr.  F.  Plehn).

Ueber  tropische  Agrikultur.

1.  Ueber  die  Vegetation  und  die  Agrikultur  Afrikas.
Donnerstags,  10—12  Uhr  vorm.,  Herr  Prof
Dr.  Warburg.
        <pb n="213" />
        2.  Praktische  Uebungen  und  Demonstrationen  im
Königlichen  Botanischen  Garten:  Sonnabends,
12  Uhr  vorm.,  Herr  Prof.  Dr.  Warburg.
Außerdem  wird  auf  die  am  Berliner  Königlichen
  Botanischen  Garten  und  Museum  eingerichtete
  Botanische  Centralstelle  für  die  Kolonien
  aufmerksam  gemacht.
Landeskunde  von  Deutsch-Ostafrika:  Dienstags,
  Freitags,  10—11  Uhr  vorm.,  Herr  Dr.  Velten.
Landeskunde  der  Deutschen  Westafrikanischen
Kolonien  (Deutsch-Südwestafrika,  Kamerun  und
Togo):  Dienstags,  Donnerstags,  4—5  Uhr  nachm.,
Herr  Dr.  Lippert.
Ueber  Kolonien  und  Kolonialpolitik:  Montags,
  Donnerstags,  11—12  Uhr  vorm.,  Herr
Dr.  Helfferich.  «

Das  Internationale  Maritime  Bureau  zu  Sansibar

hat  den  Kaiserlich  deutschen  Konsul  Grafen  v.  Hardenberg
  zum  Präsidenten  und  den  portugiesischen
Generalkonsul  de  Castro  Ferreira  zum  Vizepräsidenten
  für  das  Jahr  1901  gewählt.

Bekämpfung  der  Malaria.

Geheimrath  Koch  hat  zur  Fortsetzung  seiner
Malariastudien  im  Einverständniß  mit  der  Kolonial=Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amts  beschlossen,  eine
Reihe  von  Theilexpeditionen  in  die  deutschen  Schutzgebiete
  und  in  andere  für  die  Erforschung  und  Bekämpfung
  dieser  Volksseuche  geeignete  Gegenden?)
hinauszusenden.  Er  leitet  dieselben  zunächst  von
Berlin  aus  und  hat  sich  vorbehalten,  persönlich  an
Ort  und  Stelle  einzugreifen,  wo  und  wann  er  es
für  erforderlich  hält.

Zum  ersten  Versuch  der  Ausrottung  der  Malaria
ist  die  Insel  Brioni  bei  Pola  ausersehen,  welche
anscheinend  günstige,  wenn  auch  durch  die  Fluktuation
eines  Theils  der  Bevölkerung  viel  komplizirtere  Verhältnisse
  bietet,  als  die  Plantage  Stephansort  in
Neu-Guinea.  Die  Ausführung  dieses  Unternehmens
liegt  in  den  Händen  des  Professors  Dr.  Frosch,
der  als  langjähriger  Assistent  Dr.  Kochs  bereits  an
der  ersten  Malariaexpedition  in  Italien  theilgenommen
hat.  Im  Monat  März  wird  Geheimrath  Koch  selbst
sich  mit  Professor  Frosch  nach  Brioni  begeben  und
bei  dieser  Gelegenheit  —  einer  Anregung  des  Herrn
Dr.  Hermes  folgend  —  die  biologische  Station  des
Berliner  Aquariums  in  Rovigno  besuchen,  um  zu
sehen,  ob  auch  an  dieser  Stelle  Erfolg  versprechende
Malariastudien  vorzunehmen  sind.

Zu  einer  zweiten  Theilexpedition  hat  der  Stabs-*
  Dr.  Vagedes,  der  sich  bereits  bei  der  Pest-––

  —

*)  Fur  derartige  lokale  Malariaforschungen  innerhalb
Curonas  hat  sich  auch  der  Staatssekretär  des  Reichsamtes
des  Innern  in  der  Reichstagssitzung  vom  1.  Februar  1901
ausgesprochen.

161

 

 

 

expedition  nach  Oporto  1899  bewährt  hat,  als
Assistent  Dr.  Kochs  am  6.  d.  Mts.  Deutschland  verlassen.
  Ihm  ist  zur  Aufgabe  gestellt,  einen  für  die
Bekämpfung  der  Malaria  geeigneten  Bezirk  in  Südwestafrika
  ausfindig  zu  machen  und  in  diesem  Lande
der  größten  Freizügigkeit  unter  den  Eingeborenen  die
Ausrottung  der  Malaria  anzubahnen.

Eine  dritte  Theilexpedition  wird  nach  Neu-Guinea
für  den  kommenden  Sommer  geplant.

Von  dem  Vorhandensein  weiterer  Mittel  wird
dann  abhängen,  ob  Versuche  mit  der  Kochschen
Methode  der  Malariabekämpfung  auch  auf  die  anderen
Schutzgebiete,  vornehmlich  auf  Deutsch-Ostafrika,

Kamerun  und  Togo,  ausgedehnt  werden  können.

 

Titteratur.

A.  Engler:  Monographien  afrikanischer  Pflanzen.
Leipzig,  Wilhelm  Engelmann.

Der  vorliegende  fünfte,  von  K.  Schumann
bearbeitete  Theil  dieses  hervorragenden  Werkes  enthält
  die  Sterculiaceen  und  wird  durch  16  große
Tafeln  und  mehrere  Textfiguren  erläutert.  Der  Band
stellt  eine  neue  werthvolle  Bereicherung  der  botanischen
Wissenschaft  dar.

Georg  Wislicenus:  Deutschlands  Seemacht  sonst
und  jetzt,  nebst  einem  Ueberblick  über  die  Geschichte
der  Seefahrt  aller  Völker.  Erläutert  durch  acht
farbige  Einschaltebilder  und  65  Textbilder  vom
Marinemaler  W.  Stöwer.  Zweite,  neubearbeitete
und  stark  erweiterte  Auflage.  Leipzig  1901.
Fr.  W.  Grunow.  Mk.  6—.

In  unserer  Flotten-Litteratur  darf  dies  populär
geschriebene,  instruktive  Buch  einen  ehrenvollen  Platz
beanspruchen,  und  zwar  sowohl  wegen  der  Sachkunde
des  Verfassers  wie  wegen  der  meisterhaften  Bilder
des  Illustrators.  In  dem  Geleitworte  sagt  der
Verfasser:  „Je  gründlicher  das  Volk  über  den  Einfluß
  der  Seemacht  auf  sein  Geschick  belehrt  wird,
um  so  schneller  wird  das  hohe,  heilige  Ziel,  das
unser  Kaiser  sich  und  dem  Volke  gesteckt  hat,  erreicht
werden.“  Zur  Förderung  dieses  Zieles  trägt  der
Verfasser  mit  seinem  hübschen  Buche  selbst  ein  gutes
Theil  bei.

Graf  Hans  v.  Koenigsmarck:  Japan  und  die
Japaner.  Mit  24  Vollbildern.  Berlin,  Allgemeiner
  Verein  für  deutsche  Litteratur.  Mk.  6.—.

Oberleutnant  Graf  Hans  v.  Koenigsmarck  war
für  mehrere  Jahre  zur  deutschen  Gesandtschaft  in

Tokio  abkommandirt  und  ist  erst  im  vorigen  Jahre

nach  Deutschland  zurückgekehrt.  Die  Vortheile,  die

ihm  seine  offizielle  Stellung  verschaffte,  verstand  der

Autor  aufs  Beste  auszunußen;  seine  Berichte  geben

ein  lehrreiches  Bild  von  den  wirthschaftlichen  und

Handelsverhältnissen  in  Japan,  seiner  rapiden  Ent-
        <pb n="214" />
        —  162  —

“  in  den  Fen  Jahrzehnten,  seinen  politischen

uständen  und  Aspirationen  und  seiner  thatsächlichen  iff.  ichn:

Bedeutung  im  Konzert  der  civilisirten  Staaten.  Dabei  Titteratur-Perxeichnik.

versteht  es  Graf  v.  Koenigsmarck,  durch  den  gefälligen  Almanach  du  Marsouin  1901.  Illustrirtes  und  mit

Plauderton,  in  dem  er  seine  Erlebnisse  schildert,  das  vielen  Karten  versehenes  Jahrbuch  der  französischen

Kolonialarmee.  A.  Charles-Lavauzelle,  Paris.
Interesse  des  Lesers  lebendig  zu  erhalten.  Lieutenant  Gatelet:  Histoire  de  la  conquete  du
Soudan  Français  (1878—1899.  Mit  29  Karten-Die

  deutsche  Koloniallitteratur  im  Jahre  studen.  Frcs.  10.—.

 

1899,  zusommengestellt  von  M.  Brose.  Die  wie-  Berger-Levrault  4  Cie.,  Paris  und  Nancy.  6
derum  als  Sonderheft  der  „Beiträge  zur  Kolonial=  1.  onder  lpe:  s  meinen  Erlebnissen  als
politik  und  Kolonialwirthschaft“  (Berlin,  W.  Süßerott)  Moritz  4  Münzel,  Wiesbaden.

zum  Preise  von  Mk.  1—  erschienene  Arbeit  bildet  uA.  v.  Müller,  Oberleutnant=  Kritische  Betrachtungen
eine  dankenswerthe  Ergänzung  der  früheren  sorg=  über  den  Burenkrieg.  Zwei  Heste.  #
fältigen  Zusammenstellungen  desselben  Verfassers.  Liebelsche  Buchhandlung,  Berlin.

—

 

 

Perkehrs  Bachrichten.

Zwischen  den  Schutzgebieten  der  Karolinen-,  Marianen=  und  Palau-Inseln  sowie  der
Marshall-Inseln  einerseits  und  dem  Indischen  Postamt  in  Aden  andererseits  ist  von  jetzt  ab  ein
unmittelbarer  Austausch  von  Postpacketen  ohne  Werthangabe  und  ohne  Nachnahme  bis  5  kg  eingerichtet
worden.  Die  Beförderung  der  Packetversandte  erfolgt  mittelst  der  Reichspostdampfer  der  ostasiatischen  und
anstralischen  Haupt=  und  Zweiglinien  und  zwischen  den  Marianen  und  Japan  durch  Segelschiffe.  Die  vom
Absender  im  Voraus  zu  entrichtenden  Beförderungsgebühren  betragen  im  Verkehr  zwischen  den  Karolinen-,
Marianen=  und  Palau-Inseln  und  Aden  4  Frcs.  25  Cts.  —  3  Mk.  40  Pf.  und  im  Verkehr  zwischen
den  Marshall-Inseln  und  Aden  4  Frcs.  75  Cts.  —  3  Mk.  80  Pf.

4  —

Für  Bismarckburg  und  Mahenge  (Deutsch-Ostafrika)  ist  die  Einrichtung  von  Postagenturen
genehmigt  worden.

 

Infolge  der  neuerdings  eingetretenen  Aenderungen  im  Fahrplan  der  Zweiglinie  Hongkong—Sydney
der  ostasiatischen  Reichspostdampferlinie  hat  der  Postfrachtstückdienst  (für  Packete  im  Gewicht  von  mehr  als
5  bis  10  kg)  im  Verkehr  mit  den  Marianen  vorläufig  eingestellt  werden  müssen,  weil  Saipan  künftig
von  deutschen  Postdampfern  nicht  mehr  berührt  wird  und  die  Postverwaltung  von  Japan,  deren  Vermittelung
für  den  Packetdienst  mit  den  Marianen  von  jetzt  ab  in  Anspruch  genommen  werden  muß,  nur  Packete  bis
zum  Gewichte  von  5  kg  zuläßt.  Im  Postpacketdienste  mit  den  Marianen,  d.  h.  hinsichtlich  der  Packete
bis  5  kg,  treten  Aenderungen  —  abgesehen  von  der  nöthig  werdenden  anderweiten  Leitung  und  der  etwos
längeren  Beförderungsdauer  —  nicht  ein.

Postbampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  15.,  29.  März  Tanga  17—20  Tage
(deutsche  Schiffe)  90  oms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg,  am  1.,  12.,  15.,  22.,
Brindisi  am  3.,  17.,  31.  März,  Tanga  18  Tage  26.,  29.  März
1.  Deutsch-  Ostafrika.  (englische  Schiffe)  100  abds.  Dar-es-Salm  19  Tages  10#  abds.
Brindisi  am  24.  März  Sansidar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monan
(kranzöfische  Schiffe)  40  ums.  104  abds.
        <pb n="215" />
        163

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Hamhurz  am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
#4  (eutsche  Schisffe)  am  20.jedes  Mts.  Lome  —  Tage  Monats  7½  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  7.,  28.  März  Klein-Popo  33  Tage  am  ö.,  26.  März
Narseille  oder  Bordeaux  (euglische  Schife)  15  ums.
ax  auf  Verlangen  des  Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  28  Tage  am  3.  jedes  Monats
Asenders.)  ((ranzösische  Schisse)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10½r  abds.
Bor  am  15.  jenh  Monats  Cotonou  19  Tage  am  18.  jedes  Monats
*-  (kwanzöfische  Oiffe)  110  vms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
3.  Den#u#sc-Sndwestafrika.|  Southampton  am  9.  März,  6.  April  Lüderitzbucht  20  Tage  am  8.  März,  5.  April
#  5235  Ms0  .  Swakopmund  23  Tage  15  ums.
armbad  mann=  Dampfer)
#####tlich  bis  Kapstadt,
von  bort  weiter  alle  14age  Lembag  am  5.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage'  am  5.  jedes  Monats
sE————  (deutsche  Schiffe)  nachtts  Lüderitzbucht  40  Tage  7#  abbs.
Lamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  eon-.  nachts  7%  abds.
4.  lener.  gidesg.  am  Legzt  jed.  Mts.  nachts  Kamerun  32  Tage  am  Letzt.  jed.  Mits.  720  abd.
ool  am  13.  März,  10.  Aprill  Kamerun  23  Tage  am  11.  März,  8.  April
“—  e  Schisfe)  *  !  15°  m.
.  Berlinhafen  38  Tage  «  ·
Neapel  am  6.  März  Stephansort  39  Tage  am  4.  März  10s  abds.
(deutsche  Schiffe)  Friedr.  Wilhelmshafen  89  Tg.
5.  Deutsch-Ueu-Gninea.  Herbertshöhe  44  Tage
Brindisi  am  14.  April  erbertshöhe  42  Tage  am  12.  April  102  abds.
(englische  Schiffe)  tephansort  46  Tage
—  —  Friedr.  Wilhelmshafen  46  Jgl
.  Rarolinuen.  Brindisi  jam  17.  Mär  100  abds.  Ponape  57  Tage  am  15.  März  108abds.
DeCrlische  Cchtyy  Dw  Tage.
nmiur  auen  Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10mal  jährlich
!#  —  nach  Saipan.  *-Brindisi
  27
8.  #bes  aulen  eacae  bano  l  am  !ê15  Marz  J  Jaluit  47  uns  *  *  16.  Marz  10#  abds.
Neapel  am  6.,  20.  März  Tüngtau  34  Tage  am  4.,  18.  März
.  Hautschon.  Gsche  Schiffe)  ##  abends  10  #  abends
«  Fu  si  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
·  ——  Fläche  äusse)  1004  abends  —  —  —  10  abends.
10.  Samea.  ee#t#  am  .  Marz,  7.  April  Apia  25  Tage  am  15.  März,  5.  April
San  Francisco)  15  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  ——  —
Landungs=  Die  Post  ist  unö  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Bon  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
lar  Plymouth.  am  2].  jed.  NMonat#s
—-  Neapel  .  .  .  3.,*  15.,*  31.-März  —  .........  Marieme»am15MM«l-zgspr
Dentich  5Brindisi.  ..  am  17.  März  Fruyrvea  ,  Reapel  .  6.*  März,  17  *April
—m—„  Marseille  gam  18.  März  ,  Brindisi.  ..  am  17.  Närz
Deutich-Sübwestafrika  D  Marsban-  Insein#  .Srimif.  5-  sen  17.“  April
a  urdd.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southampton  am  9.  März,  6.  April  Neapel.  am  6.,  20.  März
d  fü#l.  bg,  l  d.  Schuzgeb.  Southampton#am  2.,  16.,  30.  Märzntscheen  Brindisi.  ..  am  3.,  17.  März
—  .  Marseille  .  am  13.,  26.  März
1  Aat#  ..  am  7.“jed.  Monats  1  Rarolinen  .......  Neapel  6.  März,  17.  April
"""""  Woo..am24März,k,saiiioa........  Queenstown  am  11.  März,  2.  April

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  keintreffenden  Posten./
        <pb n="216" />
        —  164  —

Schiffabewegnngen  der  Woermann·  Linie  zwischen  Hamburg  und  West·  und  Südwestafrika.

 

Leyte  Nachrichten

 

 

 

Postdampfer  Reise

von  nach  bis  28.  Februar  1900
„Adolph  Woermann“.  Hamburg  Swakopmund  am  9.  Februar  in  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Loango  am  18.  Februar  in  Madeira.
„Aline  Woermannz  Loango  1  Hamburg  am  28.  Februar  Dover  passirt.
„Anna  Woermann“  .  amburg  Swakopmund  am  28.  Februar  in  Swakopmund.
„Carl  Woermann“  otonou  Hamburg  am  12.  Februar  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Massabe  am  21.  ruar  in  Gabun.
„Ella  Woerman..  Hamburg  Sulymah  am  24.  Februar  Dover  passirt.
„Ernst  WoermannMafsfabe  #  Hamburg  am  9.  Februar  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“.  in  Hamburg  zwecks  RNeparatur.
„Hans  Woermann“.  urg  I  Lüdetitzbucht  am  20.  Februar  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  herbro  Hamburg  am  27.  Februar  in  Tanger.
"  e  Woermann“..  Loango  burg  am  21.  Februar  in  Lagos.
,  ette  Woermann“.  Hamburg  |  enguella  am  1.  März  von  Hamburg.
„Kurt  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  28.  ruar  in  Bonny.
„Lothar  Bohlen“.  Loanda  Hamburg  am  9.  Februar  in  Grand  Bafsam.
„Lulu  Bohlen“  Kotono#  Hamburg  am  28.  Februar  in  Las  Palmas.
„Marie  Woermann“  Lnderitzbucht  Hamburg  am  20.  ruar  ab  Lagos.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Kotonou  am  24.  Februar  Ouessant  passirt.
„Paul  Woermann"  Hamburg  Loanda  am  23.  Februar  in  Conakry.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kotonou  am  22.  Februar  in  Teneriffe.
„Thekla  Bohlen“  Lüderigbucht  Hamburg  am  26.  Februar  in  Sierra  Leone.
„Philippe#ille“.  Hamburg  dem  Kongo  am  4.  ruar  in  Boma.

l

 

 

 

Beilagen  besonders  aufm

 

Dieser  Rummer  liegt  eim  Bericht  des  Koloniel-Wirtschaftlichen  Komitees  in  Verlin  N#.
und  ein  Prospekt  der  jleebuchhendlung  Gustav  Vischer  in
am.

bei.  Wir  machen  hiermit  auf  diese

Die  Expedition.

 

 

 

  

 

 

 

 

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NW.,  Alt-Moabit  121.  T.  II.  2000.
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Gegründet  1820.  E□  einschlägigen  Artikel.  (688)  Farbenfabriken.  (es)
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        168

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Glaswaaren-Fabrik,
Berlin  SW.,  Ritterstr.  71.  (sas)

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empfohlen  und  eingeführt.  —  u.  4.  auch  vom  Köôniplich  Preussischen  +unstersum  F##-  KLancl#o#tr##s#chd/t,  Domdnen  imd  For##n  ###  Horlin  dureA

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        169  —

 

 

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drei  Klstchen  =  Mk.  125,—  netto.)

Berliner  Maschl  nenbau  -  Actien  -  Gesellschaft

vormals  L.  Schwartzkopff,
BERLIN  N  .

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Dampfmaschinen  und  Dampfkessel  verschiedener  Systeme,
Hydraulisch  betriebene  Wasserhaltungsmaschinen  für  Bergwerks-Luftcompressionspumpen,



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Pumpmaschinen  für  Wasserversorgung  und  Kanalisation,
HBektrische  Beleuchtungs-  und  Kraftübertragungsanlagen.

 

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Eiserne  Häuser
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Eisenkonstruktionen,
Wenblechgebäude,

Wellblechdächer

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Rummeilsburg-Berlin,

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„  (aln-Hren  BERLIN  SW.,  keeheinim  2.  —
5  Fabriketablissements.

 

 

(52)

I5  2  —
—  –  —  -—
—
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*  7  *  —
n  *  -  r  —  —  5
2  —  ---,
  «---«·'  —--
  ,.  esse
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mmmmm  Ô

*D—li  Em.
E  roetl.

 

 

 

 

 

Ausführung  von  Industrie-,  Wald-  und  Plantagen-Bahnen.
Bau  und  Finanzierung  von  Kleinbahnen  und  Trambahnen.

 

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Damen-  und  Kinderwiäsche  Strumpfwaaren  Echte  Silberwaaren  Japdsport-Artikel
Korsetten  Herren-Garderobe  Alfenldewaaren  Teschlings  und  Revolwer
Herren-Wäsche  Kte  und  Mützen  (Ur  Herren  Vernickelte  Kunstgusswaaren
Tisch-  und  Bettwäische  und  Knaben  und  Messingwaaren  Spielwaaren
Taschentücher  Kravatten  kinderwagen  Clgarren  und  Cigaretten
Leinene  und  baumwoll.  Stoffe  Kluder-Garderobe  Kindermöbel  Tabake  und  Rauchrequlsiten
Klelder-  und  Besatz-Stoffe  Schuhwaaren  Holzwaaren  Tollettesellen  und  Parfüms
Gardlinen  und  Möbel-Stofte  Regenschirme  Wirthschafts--  Artikel!  Schokolade,  Kaltso
Teppiche  Uhren,  Musikwerke  Lederwanren  Thee,  Biskults,  LIkör#
Damen-Kontektion  Optische  Waaren  Relse-  Utensillen  Brlefpapiere.

  

 

  

 

 

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(en)
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Hamburg,
bau.  Brunnen-  u.  Maschinenbau.  usaulm

PUMPEN

Aller  Art,  von  den  einfachsten  Hand-  bis  zu  den  grössten  mit  Maschinen,  Dampf  und  Elektricität
betriebenen  Pumpen.

7iefbohrungen

Tiefbohrgerüthe  und  Werkzeuge  nach  eigenem,  von  Autoritäten  lobend
anerkanntem  System.

Specialität:
Wasserversorsung  durch  Tiefenwesser.

Man  verlange  msere  (#trirte  Preistisk.  —  —

Franz  Clouth

Rheinische  Gummi-Waaren-Fabrik

Cöln-Nippes.

Errichtet  1662—.

    

(ey)

 

 

 

 

    

 

 

 

 

Fabrik-  Marke.

 

Specialitäten:
a)  Fabrikate  zu  techn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummi;
b)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,
Vollreifen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  s.  w.;
c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;
d)  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbande,  Matten  und  Läufbr,  Copirblätter,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  Zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

fl)  Wasserdichte  Waggon--  und  Wagendecken,  sowie  Stofft  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Sücke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;

ö  Vollständige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.

(öso)
NB.  Preislisten  der  einzelnen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.
        <pb n="224" />
        Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin-  Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,
interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

5%  Creolin  vernichtet  selb-t  die  furchtdarsten
  Gerüuche,  während  1%  Carbol  fast  ohne

Wirkung  blieb.“  -
Dis-edKr.hM,llyg.l-st.,heklls.)

Hcsoleksulstluhsolllouvar-denschon
lssiaokUsnasvouWXmiuoiaoManto
vernichtet-«Oboechotpslhschuoudekh

·  sys.l’slv.-l-st.,Wto-.

Das  Creolin-Pearson  thadtet  die  Cholera-Bacillen
  Iln  ½procent.Verdfinnunzk  In  15  Min.;
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacoillen  vernichten,  indem  man  3—5  Oramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  elngiebt,  Dr.  Groneman.  Diokiakarta

Niederl.-  Indien  ß
H„Hie  vortreffliche  irkung  des  Croolin  bei
Diphtheritis  fauckum  möchte  ich  voch  hervorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtherftischen  Bellge  so  rasch  weichen.
wie  diesem.-  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

2  Dec.  Psetlent  in  vollständigem  Delirium,
DPuls  150.  Temp.  41.5.
2  Dec.  Nach  starken  Creolin-Inhalationen  etc.
sank  die  Temperatur  auf  37.5,  Puls  auf
88  herab.  "  nor
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).
„Dus  Creolin-Pearson  wirkt  entschleden  viel
stirker  als  die  Carbolslure  auf  Eiterkokken,
Unphusbacillen  und  Cholerabacillen.“
(Dr.  med.  Eisenberg.  Wlen.)
„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-Un-Pearson
  in  dem  Arzneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  HIller,  Breslan.)
„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit.
kann  das  Creolln-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  Hand  gegeben
werden.“  (Dr.  med.  Minopoulus,  München.)
„Es  steht  für  mich  fest.  dass  das  Creolla-Pearnon
  eine  eminent  antiseptische  Kraft  besitzt.“
  (Dr.  med.  0.  Partscher,  Klagenlurt.)

„Wer  das  Creolfn-Pearson  einmal  kennen

 

und  schltzen  gelernt,  Ledn  es  nicht  wieder
auf.“  (Dr.  med.  Kortim,  Schwerin.)

 

 

„Das  Creolin  ist  ein  vorzügliches  Rludemittel:
  ich  habe  disberligliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bei  Dermatpdektes  —  Rl#de  der
Schafe,  Sarcoptes  —  klade  der  Hunde.  Schafe
und  Kaninchen,  Dermatophagus  —  Blade  der
Kaninchen  und  Dermatoryktes  —  Ruude  des
Gellügels,  gemacht.  Auch  gegen  Akarusmilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Creolin  ist  ferner  ein
kruftiges  Antiparasiticum  getgen  Pflanzliche
Parasiten  #ehonhyten,  Favus)  u.  Gregarinen
(Hühnerdiphtherie).  Endlich  ist  Creolin  ein
sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken,.  Läuse,  Lausfliegen,  Haarlinge,
  Federlinge.  Fliegen.  Kräftige,  ausgewachsene
  Zecken  wurden  durch  einige  Tropfen
3  Uoiger  Creolinlösung  nach  15  bis  20  Minuten

etödtet.  Ranudekranke.  mit  zahlreichen  Zecken

ehuftete  Schafe  wurden  dur#h  ein  einmaliges
Creolinbad  (2½200)  vollstundig  von  den  Zecken
befreit.

Für  eine  Desinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenstinden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—500  ien  wiässerigen  Lösung
sehr  wirksam.  AuchCreolin-Desinfektionspalver
zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen,
Jauchebehälter  ete.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.  Dr.  med.  Fröhner,  Dlr.  d.  Pharmak.  Inst.
der  Kgi.  thjerirztl.  Hochnchule,  Berlin.)

 

lanburs-S#damerik,  Bempfechifflahrte-Sesell-Lehaft,
  henburs.  7.  Mal  1892.

Wir  descheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlenre  „Creolin-Pearson“  seit  eini- 



ger  Zeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  einkeführt
  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der
rasilronte  in  reichlichem  Mansse  mitgegeben
haben.  Nach  den  uübereinatimmenden  Berichten
unserer  Kapitaäne  hat  sich  dasselbe  als  ein  sehr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen.  das
in  der  Fleberperfiode  die  besten  Dienste  geloistet:
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinftleiren
der  verschiedenen  Rüäüumlichkeiten,  sondern
auch  in  vielen  Füllen  als  Modikament  verwandt

Ön  und  können  wir  das  bei  einigen  Dampfern!

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusstz
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit
  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

möge  aus  den  nachfolgenden  Gauteine
  grössere  Anzuhl  dieser  hocheingetretene

  Känzliche  Fernbleiben  vor  Krankheitsfüllen
  während  der  jüngsten  Fieberpericode
in  Br.silien  zum  grossen  Theile  dem  seitens
der  Kapitäne  angeordneten  ausgilebigen  Gebrauche
  dieses  Mittels  zuschreiden.

Hamburg-Sudamerik.  Dampfschifffahrts-  Ges,
ges.  Ad.  F.  Berultl.  Buresuchef.

Kelne  Blutvergiftung  mehr!  Dr.  Vopelloin
  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  „Fast
tuglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blittera
von  Todesfillen,  welche  durch  Blutvergi’tung
nach  kleinen  unscheinbaren  Verletzsungen  herbeigeführt
  wurd-##n.  —  Jeder  neue  mir  zu  Gesicht
  kommende  Fall  versetzt  mir  eineo  Stich
in  das  Herz.  Die  Thatsache,  dass  überhnupt
noch  eine  Blutvergiftung  trotz  rechtreitiger
rztlicher  Behandlung  tödlich  verläuft,  schmerzt
mich  um  so  mehr.  als  ich  mit  dem,  meinen
Kollegen  schon  vor  drei  Jahren  im  4erztlichen
Prakilker  —  Abhandlung  über  innere  Antisepsis“
  übergebenen,  an  mir  selbst  zweimal
erprebten,  absolut  sicher  helfenden  Mittel,
dem  Creolin-Pearson,  immer  und  immer  wieder
neue  Erfolge  aufruweisen  im  Stande  bin.  Ex2
dringt  mich  deshalb,  zur  Verhltang  weiterer
Sterbefulle  heute  durch  die  allgemelne  Preuse
auf  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  Heilwittel
  gegen  jede  Blutvergiftung  aufmerksan
zu  machen.  An  113  Flllon  durlste  ich  inner-„

  halb  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  dieses

herrlichen  Medikaments  bestltigt  ünden.  Die
Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  einf

von  jedem  Laien  leicht  ausflhrbare,  da  es  beriehentlich
  etwaiger  Giftigkeit  durchaus  unschidlich
  ist.  Zur  Verhütung  der  Blutvergiktung
  wascht  man  je  noch  so  kleine  Wunde
mit  Creolin  aus.  Ias  Letztere  bereitet  man
sich  sehr  leicht,  infem  mun  in  eine  Kaffeetasse
voll  lauwarmen  Wussers  20  Tropfen  Creolia-Pearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Auswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  dieselbe
mit  oiner  mit  diesem  Wasser  getrinkten  lelnenen
  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bis  vier
Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folgen.“

CREOLIN-PEARSON

zerstört  dle  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille),

gegen  Hllmorrhoiden

let  unubertr.  bei  Erfrierungen,  Verbrennungen,  solite  von  Laien  bel  Wunden  ausschliesslich  1

fndet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken,
Hndet  Anwendung  in  Spitillern  der  Armee,

Iin  Schulen  angewendet,  vernichtet  Krankheits--,

keime.
in  Kiankenhlusern  ausgedehnt  gebraucht.
zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseife  sollte
immer  1°  Theeloffel  voll  gegossen  werden,
gegen  Zecken,  Läuse,  Lausfliogen  etc.
bei  Inektenstichen  sofort  pur  aufgericben.

çVPebraucht  werden,
Honde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen,

bleiben  gesund.  s
IhThooldssolvollimschonorvsssokkoiniIliokegen
  pflanzliche  Parssiten.  «  ½
Keen  Kornwürmor,
bige  Lôösung  vernichtet  Milebrand-poren.
alle  Eigonschaften  des  Creolin-Pearson  sind

medizinisch  festkestellt.

gegen  Hühnerdiphtheritis

man  entwickele  in  Krankenzimmern  heisse
Creolindimpfe  ifen.

desinflziert  die  Wusche,  ohne  dieselbe  anzu-Ausgereichnet

  gegen  Schweissfl'ise.

1  ,0%  Lösung  verhutet  das  Sauerwerden  der
Drühe  in  Gerbereien.

Abflus-kansle  sind  mit  Creolin  zu  desinflciren.

verhhtet  ansteckende  Krankheiten,

heilt  in  einem  Bade  Ründe,  Mauke.  Schorf  etc.

einige  Tropfen  in  warmes  Wadbser  heilt  Zahn--verhut-t

  Blutvergiftung,  das  Juckern  hört  sollte  in  keinem  llauso  oder  Stall  etc.  fechlen,  gegen  Blasen-  und  Darmkatarrh,  Ischmerzen.

ist  vollkommen  ungiftig,

vermindert  den  Eiter.

verhütet  Flulniss,  für  Brauereien,  Gerbereien
etc.  wichtig,

von  grosser  Bedeutung  für  die  Geburtshülfe,

(tofort  anf,

greift  kein  Gewebe,  liolz  oder  Metall  an,  .

wirkt  blutstillend.  schmerzlindernd,  5
Aiden  Ungeziefer,  Krätze,  Filzlkuse.  z

ist-lieuDosiakoktjoasmittolusann-jedem
Creolinpulver  sollte  in  keinem  Kloset  fehlen,
10%%ige  Creolinseife  beilt  u.  verhlitet  Ausschlag.

hiere.  damit  gewaschan,  bleib.  fr.  v.  Ungeriafer,  Creolin-Lanolinseife  macht  die  Haut  sehr  gewerden

  auch  von  Fliegen  nicht  angegriffen,

schmweidig.

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolnt  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
geführliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giftig  als  die  Carbolsäure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschuften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
sehr  billig.  Untugenden  und  Schuttenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekannt.“

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaftliche  Arbeiten  über  Creollu-Pearson  (es  sind  deren  uber  500  erschienen)  verden  Interessenten  kostenfrei  zug##ndt.

Alle  Criginal-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,

 

alle  anderen  weise  man  zurück.

 

(en)

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.
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Zur  Heilung  der  Malaria  b

 

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wird  hierdurch  des  von  der  «
Ehemischen  Fab’#k  auf  Hctien  (vorm.  E.Schering)  zu  Berlin  hur  4  Cbins:  „WMalvasler
dargestellte  bewuhrt  bei  Fiebern

  und  deren  Folgen;

Ehenocollumhydreehlorern,L  h  vr-Burk“.

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Prof.  Cervello.  Dr  Cucco,  Dr.  Dall'’  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  Ventu-  ,
tsviIndesslosnckekohsbonantdomKittelIdonuehoaüeäoilorkolsoboi  sukk  8  escara#  Sagrada-Wein
Malaria  erzielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  bei  Leber-  und  Darmleiden;

Boma.  Letzterer  hat  die  offlcielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  .
ataatlichen  Versehroibungen  des  Kongostaates  Nr#nlanat.  L  Flaseh.  1100,  750  XL  Kr.,  om#s.  Vorpsek.
Das  salmaure  Plenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen  Versand  nach  allen  Erdtheilen.

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Hamburg:  Gebrüder  Oidenbury;

Bercelona:  J.  Esplell;

London:  A  &amp;amp;  M.  Zimmermans,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary#-at-Full;

Moskau:  Ponficke  Abrens  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Mulam  Street;

Paris:  Max  Frères,  31  rue  des  petites  Ecurles;

Rio  de  JInneiro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;

Bnenos  Alres:  Diego  Glbson,  192  Defenaa.  (es#s)

 

 

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Hetsterbergk,  Hamburg.  in  Hamburg:

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A.B.C.  Code.—Zebra  Code.  ,  o  Fllile  der  Deutschen  Bank.
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Durch  langjährige  Beziehungen  zu  Industrie,  Handel  und  Schifftahrt  bester  und
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in  Hamburg.
Gegründet  1874.

 

 

 

Crundkapital  M.  3  000  000.  Reserven  Ende  1899  M.  11809  190.

Die  Gesellschaft  übernimmt  Feuer-Versicherungen  an  europäischen  und  transatlantischen
Plätzen  und  erbittet  Bewerbungen  um  Vertretungen  an  solchen  Plätzen,  an  denen  sie
noch  nicht  vertreten  ist.

 

/s
(676)

liefern  in  bester  Qualität,  unter  Garantie  der  englischen  Test-Bestimmungen,

Snrengsteffwerle  Or.  R.  Kahnsen  &amp;amp;  Ce.,  Cemmandit-Besellschaft  in  Hamburg.
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offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemütsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
gFeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüseeamen
  liefert,  80  offerire  ich  für  gFrösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Nark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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armonium,

speriell  für  tropisches
lima  konstruirt,  empf.

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von  und  nach  E
den  dentschen  Koelonien.

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Spedition.

 

 

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EILII

 

 

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Vollkommenste  Maschinen

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Weiffenbach,
3#  S#e##stseprisicnt
beim
ZSech-Milmur--gerioht.


EL
Milltärstrafgeriektsordnung

vom  1.  Dezember  1898.

Systematische  Darstellung  der

Miutärgerichtsverfassung  uad  des  Milntär
strafverfahrens  unter  Berdckelchtigung
der  Ausführungsbestimmungen.

inriebtung  Konpleter  Tiseblereien,
Sägewerke,  Fassfabriken  ete  ete

nach  neuestem  System.

,»-  Auf  allen  beschickten  Ausstellungen
  mit  höchsten  Medaillen
prämtürt.  GEn

(Verlag  von  K.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  SWa)
Vorriäthig  in  allen  Buchhandlungen.
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        ———-“
Verlag  der  Könlgl.  Nofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittier  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWi,  Kochstrasse  68—71.

Die

wiehtigsten  Käfen  Chins
En  Kandboeh  für  Kamtäins  und  Rüsdersies.

Herausgegeben
von  der
Direktion  der  Deutschen  Seewarte.
-  Uit11.·1’8k01n.
«  solisststshzsc,s
iuwlolsmshuusk.s,—.

Das  obige  ron  der  Direktion
der  Deutschen  Seewarte  in
Hmburg  herausgegebene  verdienstliche
  Werk  darf  der  weitesten  Beachtung
  sicher  sein.  denn  es  bringt
zum  ersten  Mule  in  klarer  Uebersicht
und  anf  zuverlässigem  Material  beruhend.
  alle  für  Schifffabrt  und
Verkehr  in  den  chinesischen
Gewissern  wichtigen  Anguben,
die  für  den  Schiffsführer  daselbst
unerlässlich  und  um  s0  erwünschter
sind,  als  der  Seeverkechr  deutscher
Kriegs-  und  Handelsschiffe  dort
alljährlich  im  Steigen  begriffen  ist.
Der  Inhalt  des  294  Lexikon-Oktuv-Seiten
  umfassenden  Handbuches  ist
ein  überaus  reicher  und  lasst  die
Bedentung  Chinas  im  Welthaudelsverkehr
  erkennen.  —  Ein
Sorgfältiges  Register  sowie  11  Tafeln
erschliessen  und  eräutern  den  Iuhalt
des  Handbuches,  das  dem  Schiflsführer
  beim  praktischen  Handgebranch
  von  hoh-m  Nutzen  sein
und  ihn,  vermöge  der  übersichtlichen
Anordnung,  leicht  orientiren  wird.

 

       

—

Cs  Hiustrirtes  Verzeichntss
empfehlenswerther

Schriften  und  Werke

über  unsere

Marine

und  aus  dem  Gebiete

unserer  Kolonien

(Sonder-Verzeichniss  No.  31)

Aus  dem  Verlage  der  Königlicher=*7
  Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sochn,
Berlin  SW’iss,
steht  Interessenten  Kostenyxret  zu
Diensten.

 

Deutsches  Expom-Muster-Lager.

Wir  empfehlen  allen  Denen,  welche  Bedürfnisse  nach
deutschen  Kohprocduiten,  nach  Erzeugnissen  deutscher
Jdustrie  z34  derufschen  Cewerbeffleisses
haben.  die  Benutzung  unserer  Firma  zu  deren  Berug-  resp.  zur  Er--langung

  vertrauenswürdiger,  bester  u.  preiswerthester

ezugsqvellen.
Unsere  reichhaltige  Sammlung  von  Adressen  ermöglicht  jede
gewünschte  Auskunft.  —  Alle  nach  Berlin  kommenden  Einkäufer
bitten  wir  um  Besichtigung  unserer  zeitgemässen  Ausstellungsräume.
  Geschäftszeit  9—5  Uhr.  (556)
Berlin  S.,  Dresdener  Strusse  34  35.

Demsches  Export-Muster-Lager.

 

 

 

 

 
   

     
  

  
   

  
 
     

*l

nfabrik
«

Feldbah

 

(n#)

 

—  —  ..  —
Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn

 

 

 

Inhaltes  allgemeine  Verbreitung  und  dürfte  in  keinem  Hause

 

—

 

in  Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

Soeben  erschien:

Aus  der  Zeit  der  Noth

1806  bis  1  815.

Schilderungen  zur  Preußischen  Geschichte
aus  dem  brieflichen  Nachlasse  des

Feldmarschalls  Neidhardt  von  Gneisenau.

Auf  Veranlassung  seines  Urenkels
dem  gräflichen  Archiv  von  Sommerschenburg
herausgegeben  von

Albßert  Pick.
Mit  2  Bildnissen.
Preis:  geheftet  Mk.  8.—,  in  Originalband  Mk.  9,50.

au

 

 

 

 

Der  Inhalt  des  Werkes  ist  ein  überaus  reicher;  er  führt  uns  eine
Zeit  vor  Augen,  deren  Schicksale  uns  jetzt,  da  die  Träume  von  einem
einigen  Deutschland  in  Erfüllung  gegangen  sind,  mächtig  bewegen.

Sahlreich  fnd  die  disber  unbekannten  Briefe  von  bekaunten
und  dedeutenden  Persönlichkeiten,  welche  in  sorgsamer  Wiedergabe
des  Wortlautes  in  diesem  Werke  zu  einem  lebensvollen  Seitbilde
Zusammengestellt  sind.

Das  Werk  verdient  wegen  seines  weithin  interessirenden

und  in  keiner  Bibliothek  fehlen.

 

—

 

 

—
        <pb n="229" />
        177  —

—  7
Haanfertigung  10  pCt.  höher.

(CGegr  1859.)

Bazar  Nürnbers

Berlin  W.,  Französischestrasse  20.
Hôöchste  Auszeichnung  1895.  Silb.  Medaille  1898.
Sanitäts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

spestalies  Tropenwäsche.

5Sianitäre  Unterzeuge  für  Kolonien,  Expeditionen
"  inMuccosBauma-()lle,Nesselloinenusek.
Leichte  Muschen-Zellen-Gewebe.
Poröse  Merino-,  Leinen-,  Wollen-,  Seidenunterzeuge.
Indin-Guuse-  Ineken  von  1,60  Mk.  an.
Pajama-Nacht-  und  Schlafanzüge  von  5  Mk.  an

Tropenanzüge.se  §.50  Mk.

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  unverwüstlich,  von  10  Ak.  an,  dito  in  Kokheydrel!
  6  Mk.  Poncl#os-Caban  mit  Capuze,  Wettermäntel  Iin
Loden  u.  Gumml  v.  6,50  Mk.  an.  Reitbeinkleider  ohne
,-.:  Naht.Leibbindeninwolleundsoido.Planle
«;  «  Ausse.EigenoFilialeniaAntwekemLütticls.
Inspnluhkhknusl  Gent,  Brüssel  (Lieferant  des  Congo).  (451
H  H—#,  Es.  M  15,—.  Prims-keterenzen  von  Arrikaforschern.  Truppenführern.  4erzien.
Illuntr.  Katalog  mit  ca.  100  Abblidungen.  —  —“

Georg  Voss  3  Co.,

lhfent(o8-Fehmirgelwerl,  Colshaber

 

 

 

 

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Deuben,  Bez.  Dresden.
Naxos-Schmirgel,  ücht  und  rein

K  örnungen.

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Schmirgelleinen,  Schmitselüer,  Schmefryelpapier,
N-Amiryelband  (Krarzen-Schleband),  Schmirhpet-Hex.
zeicge,  Messerschdrier,  Polirpetrer,  Glaspeopier,  Feuersteinpapter,
  Schmeirgelxketiten.

Schmirgel  Schleifscheiben

 

Gleichmässig  gesichtete

 

 

für  alle  Zwecke  iIn  den  bewührten
  Muarken:

 

DTKoronit,  Rubinit,  Apiranthos,  Psycehrophor.

.  ·  keramiseh  gehunden,
FPsychrophor  Schleifscheiben,  in  Weissglühhitze  gebbrannt,
  porös  und  sehr  schleilkräftig.

Rubinit  «  Abzichsteine.  Anerkannt  besser  uls  jeder  natürliche

  Abzichstein.

Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.

Stets  gleichmässige  Körnung  und  Hürte.  ·

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  geben
·  eine  feine  langhultende  Schneide.

Jeden  Stein.  der  nicht  entsprechen  sollte.  nehmen  Wir  unf  unsere
T  Kosten  zurück.

PPolirmittel  aller  Art.

1u———

   

 

 

    
    
  

PFollrwachs,  Pollrpulver,  Filzscheiben,  Korkschelben,  Walrossleder,

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5.  Jahrgang  —  1001.
Mit  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
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Die  Kulturen  der  Kolonien,

zugleich  eine  Erläuterung  der  Sammlung
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse
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E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW#,  Kochstraße  68  —  71.
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E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW  12,  Kochstr.  68—71.

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  und  Kadetten  der  Kaiserlichen

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Dor  Krieg  in  Süd-Hfrika

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gehalten  in  der

Abtheilung  Bremen  der
Deutschen  Kolonial-Gesellschaft

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Dr.  Georg  Hartmann.
Preis  76  Pl.

 

 

 

Verlag  d.  Kgl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Uittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochst.  68—71.

 

Die  Schrift  istfürjeden  Deutschen
von  aktuellem  Interesse;

sie  unterzieht  anlässlich  des
sädafrikanischen  Krieges
zwischen  den  Engländern  und
den  Buren  unser  Schutzgeblet
in  Deutsch-Südwestafrika  einer
Betrachtung  daranfbin,  welche
Lehren  wir  ausdem  herrschenden
Kriege  für  unreren  afrikanischen
Besitz  zu  ziehen  haben.

 

 

 

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Snpe%ctalverkehr  nach  Ka#scscho  und  demn  dbrigen
deutschen  Kolonten.  (en)

 

    

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Berlin  SWi2,  Kochstraße  68  -71.

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Von  Maukirus.
Mark  1,20.

In  der  obigen  Verbdffentlichung  bietet  der  „Nauticus“  in  einer  Reihe  vo
Aufsätzen  politischen,  militärischen,  wirthschaftlichen,  geographischen  und  historisch
Inhalts  obiektiv  gehaltene  Beiträge  zur  Beurtheilung  der  die  Ger
stärkung  unserer  Jlotte  enthaltenden  Flottengesetz-Novelle.  M
der  Fulle  des  dem  Verfasser  zur  Verfügung  stehenden  Matertals  werden  de
deutschen  Volke  weitere  Mittel  an  die  Hand  gegeben,  um  sich  über  die  Bedeutur
der  Flottenvorlage  für  das  politische  und  wirthschaftliche  Leben  der  Nation  ei
eigenes  Urtheil  zu  bilden.  Die  Schrift  ist  sehr  inhaltreich;  die  vesschtdenst
Gebiete  werden  in  ihr  berührt,  so  daß  dieselbe  von  weitestem  Interesse  ist.

 

Berlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  rn!

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        <pb n="231" />
        F.  H.  SCHMIDT
INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER.

AUsfHRUNG  vON  ENPORTBSAUTEN  UND

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Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
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Fürsten  von  Hohenlohe.  Derutschen
Reichskanzleis,  sowie  vieler  Cainos.

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Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

Am  8/9.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  10.  März:  F.  D.  „Ernst  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Madeira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Frangçais.
Am  18.  März:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Schuldt,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  Bissao,  Bolama,  Rio  Nunez,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  März:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Krohn,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.
Am  20/25.  März:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Francek,
nach  Swakopmund.
Am  31.  März:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Deppen,

nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Conakry,  Liberia,  Lagos,  Kamerun,
dem  Kongo  und  Angola.

ach  Deutsch-Südwestafrika  am  5.  jedes  Monats.
Alle  Güter  malssen  zicei  Tage  vor  dem  4b5pansdatftem  bis  12  Uhr  mittaps  Iänossette  sein.

 

Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
(12)  Hamburg,  Asrika-Haus,  Gir.  Reichenstr.  25/33.
Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.
W  *  Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
J.  unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
n*m/F  zwischen

#—.l
––.

#s  Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

-  mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  Z  ab  Bamburs:  ab  Neapel:
K.  P.  D.  „Zundesrath“,  Capt.  Carstens  (Hahrplanmässige  Reise  No.  Ha)  27.  Februar  15.  März

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Kilwa,  Liadi.
NWikindani,  lbo,  Mozambique,  Chinde,  Beira  und  Quelimane.  #  amburg:  b  Nespel:

R.  P.  D.  „Kronprinz“,  Capt.  v.  Issendorff  (fahrplanm.  Reise  No.  5).  13.  März  29.  März

mit  Passagieren  nuch  Port  Salid,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozamblaque  sowie  mit  Passagieres
und  Ladung  nuch  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  9  amburs:  459  Neapel:

R.  P.  0.  f„  Cabnrt.  (fahrplanmässige  Reise  No.  va)  27.  März  12.  April

mit  Passagieren  und  Ladung  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Salüm,  Zanzibar,  Klima,  Liadi.
Nikindanl,  lbo,  Mozamblque,  Chinde,  Beira  und  Quelimane.  Hambura:  20  N.

——
R.  P.  D.  „Kanzier“,  Capt.  West  (Oestliche  Rundfahrt  No.  77  10.  Aperil  26.  Writ

mit  Passagieren  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagieren
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira.  Delagoabay  und  Durban.  #  Bamburs:  ab  Le  Paimas

R.  P.  D.  „Herzog“,  Capt.  Gauhe  (Westliche  Rundfahrt  No.  8)  24.  April  6.  Mal
mit  Passagpieren  und  Ladung  nuch  Kapstadt,  Port  Elizabeth.  East  London.  Durban  und  Delagoabay.
Die  Dampfer  Rhaben  vorziugliche  Einrichtungen  für  Ptssagtere  tn  allen  Klassens.
Dirckter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Pilltzen  nuch  sUmmtlichen  Anlaufbhfen

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

 

T

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (iypn
In  Hambtrg  wegen  Passage  die  Hamö#rD-Amerike-Linfe,  Abtheilung  Personen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Teu'sche  Ost-Afrta-  Linife,

Afrvikahaus,  Grosse  Reichenstrusse  25.33.

Dieser  Nummer  liegt  das  1.  Heft  des  XIV.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden

und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  bei.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.

Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Marz  1901  um  6  Uhr  nachmitlags.
        <pb n="233" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heranszezeben  in  der  Koleuial-Ablheilung  des  Auswärtigen  Ante.

 

Nll.  Jahrgang.  Gerlin,  15.  März  1901.  UAummer  6.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  viertelsährlich
erdeinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutegebicten-,  berausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelman.  Der  olerteljährliche  Abonnementspreis  fur  das  Kolonialblatt  mit  den  Beibeften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchb#andlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Ztreifr  and  durch  die  Aertagsbuchbandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Cester  ceich·  Ungarn,  Mk.  3,75  fur  die  Lander  des  Weitvonzbvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Ernut  Siegsried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochr.  68  —71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Runderlaß  des  stellvertretenden  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an
sämmtliche  Dienststellen  des  Schuygebietes  S.  181.—  Gouvernementokurs  in  Deutsch  Ostafrika  S.  181.  —  Personalien
  S.  182.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  182.  —  Deutsch-Ostafrika:  Deutsche  Erpedition  zur
Grenzregulirung  zwischen  Deutsch=  Ostafrika  und  dem  Kongostaat  S.  183.  —  Kamerun:  Inspektionsreise  des
Gouverneurs  nach  den  Croß-Schnellen  S.  183.  Forschungserpedition  im  südöstlichen  Kamerun  S.  183.—
Deutsch-Südwestafrika:  Die  wirtbichaftlichen  Aussichten  Deutsch-Südwestafrikas  im  Vergleich  mit  dem  übrigen
Südafrika  S.  186.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Die  Marianen  S.  189...  Samoa:  Die  deutsche  Schule  in
Apia  S.  17.  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  190.  —
Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Die  Ambacabahn  in  Angola  S.  192.  —  Kultur  von
Guttaperchabäumen  in  Niederländisch=  Indien  S.  193.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Die  Bekämpfung  der
Malaria  S.  194.  —  Litteratur  S.  195.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  196.  —  Schifföbewegungen  S.  196.  —
Verkehrs-Nachrichten  S.  107.  .  Anzeigen.

 

.·.  Hierzu  als  Sonderbeilage:  Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebiete
  im  Jahre  1899/1900.

 

Amtlicher  Theil.

Gelsetze;  Perordnungen  der  Reichsbehürden;  Verträge.
Runderlaß  des  stellvertretenden  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika
au  sämmtliche  Dienststellen  des  Schutzgebietes.

In  dem  Tarife  der  Ausfuhrzölle  (Anlage  A  zur  Zollordnung)  sind  die  Nummern  10,  11  und  12
sammt  ihrem  Wortlaute  zu  streichen.  Dafür  ist  in  der  Liste  der  vom  Ausfuhrzoll  und  der  Umschlagsabgabe
befreiten  Gegenstände  (Anlage  B  zur  Zollordnung)  unter  laufender  Nummer  9  hinter  „Kopra“  zu  setzen
„Nelken,  Nelkenstengel,  Pfefsser  aller  Art  und  schwarzer  Chiroko,  soweit  sie  ostafrikanischen  Ursprungs  sind.“
Ferner  hat  die  laufende  Nummer  12  der  Liste  der  vom  Einfuhrzoll  und  der  Umschlagsabgabe  befreiten
Gegenstände  (Anlage  D  zur  Zollordnung)  künftig  zu  lauten:  „Kopra,  Nelken,  Nelkenstengel  und  Pfeffer
aller  Art,  soweit  sie  ostafrikanischen  Ursprungs  sind.  Lebende  Thiere  aller  Art.“"

Dar-es-Saläm,  den  22.  Januar  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
v.  Estorff.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  Februar  1901  auf  1,38375  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.
        <pb n="234" />
        Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnant
Thierry,  à  la  suite  des  Grenadier-Regiments  König  Friedrich  Wilhelm  1.  (1.  Schlesisches)  Nr.  10,
kommandirt  zum  Auswärtigen  Amt,  Bezirksleiter  in  Jendi  (Togogebiet),  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des
Ritterkreuzes  zweiter  Klasse  des  Großherzoglich  badischen  Ordens  vom  Zähringer  Löwen  zu  ertheilen.

—  —

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Ober-Postassistenten
und  kommissarischen  Gouvernementssekretär  Banse  zu  Apia  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse

zu  verleihen.

KMaiserliche  Schutgtruppen.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  12.  März  1901.

v.  Liebert,  Generalmajor,  Gouverneur,  à  la  snite  der  Schutztruppe  und  beauftragt  mit  der  Dienststellung
als  Kommandeur  derselben,  unter  Enthebung  von  diesen  Stellungen,  zunächst  bei  den  Offizieren
von  der  Armee,  mit  Anweisung  seines  Wohnsitzes  in  Berlin,  angestellt.

Graf  v.  Götzen,  Hauptmann  im  großen  Generalstabe  und  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen
Amt,  behufs  Verwendung  als  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und
unter  Verleihung  des  Charakters  als  Major  zum  Kommandeur  der  Schutztruppe  ernannt.

v.  Estorff,  Major,  in  die  Schutztruppe  für  Südwestafrika  versetzt.

Freiherr  v.  Schleinitz,  Hauptmann,  unter  Enthebung  von  der  Stellung  als  Kompagniechef,  mit  Wahrnehmung
  der  Geschäfte  als  Stabsoffizier  bei  dieser  Schutztruppe  beauftragt.

Charisius,  Oberleutnant,  unter  Beförderung  zum  Hauptmann,  vorläufig  ohne  Patent,  zum  Kompagnie--chef

  ernannt.

V  v  V'  7  VVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Bachrichten.
Deutsch-Ostafrika.
Der  Aktuar  Klenze,  der  Bureauassistent  Schulz
und  der  Postbote  Rober  haben  die  Ausreise  nach
Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Feldwebel  Pfendtner  ist  mit  Heimathsurlaub
am  1.  d.  Mts.  in  Neapel  eingetroffen.

Sergeant  Fitting  und  Sanitätsunteroffizier
Schwarzlose  treten  am  15.  d.  Mts.  die  Wiederausreise
  in  das  Schutzgebiet  von  Neapel  aus  an.

Ramernn.

Der  Materialien-Verwaltergehülfe  Spießl,  der
Bautechniker  Kohnen  und  der  Zollbeamte  Gutzeit
sind  am  7.  Januar  d.  Is.  in  Kamernn  eingetroffen.

Der  Sanitätsfeldwebel  Nierling  und  der  Eisendreher
  Schwarz  haben  die  Ausreise  nach  Kamerun
angetreten.  m“

Feldwebel  Beny  ist  am  2.  d.  Mts.  mit  Heimathsurlaub
  in  Hamburg  eingetroffen.

 

Lüdwestafrika.

Der  Techniker  Lohmann,  der  frühere  Schutztruppen-Unteroffizier
  Nitschke  und  der  Postbote
Schmidt  haben  die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
  angetreten.

Der  Ober-Postassistent  Rische  in  Swakopmund
kehrt  nach  Deutschland  zurück.  Als  sein  Nachfolger
hat  der  Postassistent  Isigkeit  die  Ausreise  nach
Deutsch  -Südwestafrika  angetreten.

 

Der  Materialienverwalter  v.  Niewitecki  und
der  Brunnenbohrer  Janz  sind  am  3.  Januar  d.  Is.
in  Swakopmund  eingetroffen.

Es  sind  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung
  in  Deutschland  eingetroffen:  Leutnant
Woerner,  die  Unteroffiziere  Schmidt  und  Deutsch
sowie  die  Reiter  Proske,  Kopper  und  Starke.

Die  Ausreise  bezw.  die  Wiederausreise  in  das
Schutzgebiet  traten  am  10.  d.  Mts.  von  Hamburg
aus  an:  Zahlmeisteraspirant  Wild,  Feldwebel
Koczy,  Sergeant  Kühnel,  die  Unteroffiziere
Reddersen,  Schneider  und  Wehr,  Spnitöts-I

  feldwebel  Bretsch  und  Sanitätsunteroffizier  Wodde.
        <pb n="235" />
        —  183  —
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Dltafrika.

Deutsche  Expedition  zur  Grenzregulirung  zwischen
Deutsch-Ostafrika  und  dem  Nongostaat.

Der  Führer  der  Expedition,  Hauptmann  a.  D.

Herrmann,  berichtet  unter  dem  12.  Dezember  v.  Is.
aus  Ujiji  am  Tanganyikasee:
«  Die  Expedition  ist  am  9.  Dezember  nach  16-tägigem
  Marsch  von  Tabora  hier  eingetroffen.  Der
Aufenthalt  in  Tabora  hatte  sich  bis  zum  23.  November
  hingezogen,  da  Professor  Lamp  die  Sonnenfinsterniß
  vom  22.  beobachten  wollte.  Dies  ist  vorzüglich
  gelungen  und  dürfte  eine  sehr  scharfe  Länge
für  Tabora  ergeben.  Der  Ort  der  Beobachtung,  eine
Bastion  der  neuen  Station,  wurde  verbolzt  und  mit
dem  in  der  Nähe  befindlichen  Beobachtungsort  des
Dr.  Kohlschütter  verbunden.

Während  des  Marsches  von  Tabora  hierher  fielen
bereits  täglich  starke  Regen,  da  die  Regenzeit  dieses
Jahr  früh  einsetzte  und  sehr  stark  zu  werden  verspricht.

Am  10.  kam  der  Dampfer  „Hedwig  v.  Wissmann“
hier  an;  er  machte  seine  zweite  Fahrt,  macht  einen
hervorragenden  Eindruck  und  wird  als  augenblicklich
einzig  brauchbarer  und  auf  lange  Zeit  noch  größter
Dampfer  auf  dem  Tanganyika  nicht  wenig  dazu  beitragen,
  unser  Ansehen  zu  erhöhen.  Mit  ihm  kamen
auch  die  beiden  belgischen  Kommissare,  aber  ohne
Lasten,  die  sie  erst  in  etwa  1½⅛  Monaten  erhalten
können,  selbst  unter  Zuhülfenahme  unseres  Dampfers;
derjenige  der  African  Lakes  Corporation,  „Good
News“,  hat  eine  zusammengebrochene  Maschine  und
soll  als  Segelschiff  benutzt  werden.  So  haben  wir,
trotz  des  Landmarsches,  einen  Vorsprung.

Ich  beabsichtige,  in  einigen  Tagen  mit  dem
Dampfer  und  einer  gecharterten  Dhau  meine  Expedition
  nach  Ussumbura  zu  befördern  und  dort  in  der
Nähe  der  Station,  die  an  einem  gesunden  Punkt
liegen  soll,  mein  Standquartier  für  die  Regenzeit  zu
bauen.  Die  belgische  Expedition  will  sich  erst  in
Uvira  sammeln,  dort  ihre  Soldaten  und  Träger
empfangen,  dann  aber  ebenfalls  sich  in  Ussumbura
anbauen,  so  daß  die  Längenbestimmungen  auf  demselben
  Meridian  vorgenommen  werden  können.

Der  englische  Draht  ist  bis  Kassanga  fertiggestellt;
da  jedoch  die  portugiesische  Anschlußlinie  nach  Chinde
bezw.  Beira  sowie  die  Linie  nach  Kapstadt  im  Norden
Transvaals  häufig  unterbrochen  sein  soll,  so  bleibt
seine  Benutzung  vorläufig  noch  unsicher.

Ramerun.
Inspektionsreise  des  Gouverneurs  nach  den  Croß-Schnellen.“)

Gouverneur  v.  Puttkamer  ist  von  der  Inspektionsreise
  nach  den  Croß-Schnellen,  die  er  am

)sFTergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  71.

 

 

14.  Januar  angetreten  hatte,  am  26.  Februar  nach
Kamerun  zurückgekehrt.

Forschungsexpedition  im  südöstlichen  Ramerun.

Der  Chef  der  Verwaltung  des  Sanga-Ngoko-Gebietes,
  Oberlentnant  v.  Stein,  hat  zur  weiteren
Erforschung  des  ihm  unterstellten  Gebietes  das
Bombassaland  in  den  Monaten  November  und
Dezember  v.  Is.  bereist.  Ueber  seine  Expediton  und
deren  Ergebnisse  berichtet  Herr  v.  Stein,  wie  folgt:

Am  31.  Oktober  und  1.  November  wurde  mit
dem  Dampfer  „Sanga“  in  Begleitung  des  Direktors
Langheld  der  Weg  von  Ngoko  nach  Molundu
zurückgelegt  mit  60  Mann  und  35  Trägern.  Des
sehr  starken  Stromes  und  der  geringen  Fassungsfähigkeit
  des  Dampfers  halber  mußten  zur  Beförderung
  der  Gesammtexpedition  stets  je  zwei  Fahrten
gemacht  werden.  Ebenso  wurde  am  2.  und  3.  die
Expedition  bis  Bomendali  befördert  und  vom  4.
bis  6.  zu  dem  Lager  des  verstorbenen  Dr.  Plehn
unterhalb  der  Schnellen  gebracht.  Ein  verhältnißmäßig
  kurzer  Landmarsch  führte  mich  dann  an  einen
sehr  geeigneten  Lagerplatz  oberhalb  der  Schnellen,
der  zum  Depot  eingerichtet  und  von  dem  aus  in
der  Zeit  vom  7.  bis  20.  eine  genaue  Exploration
der  Schnellen  und  des  Flusses  oberhalb  derselben
vorgenommen  wurde.  Stärkere  Patrouillen  mit
leichtem  Gepäck  wurden  ebenfalls  nach  fast  sämmtlichen
  Himmelsrichtungen  in  dieser  Zeit  weggesandt,
und  dürfte  die  Gegend  östlich,  nördlich  und  westlich
der  Schnellen  auf  etwa  50  km  durch  sie  wohl  einigermaßen
  aufgeklärt  sein,  da  die  Leute  meist  3  bis  5
Tage  unterwegs  waren.  Das  Resultat  war,  um
dies  vorauszunehmen,  überall  in  diesem  Umkreis
pfadloser,  bergiger  Urwald  ohne  die  geringste
menschliche  Spur.  Der  21.  bis  27.  brachte  die
Expedition,  da  ein  weiteres  Vordringen  aussichtslos
erschien,  und  auch  die  Verpflegungsfrage  allmählich
sehr  schwierig  wurde,  bis  Bomendali  zurück.  Auf
Wunsch  des  Direktors  der  Süd-Kamerun-Gesellschaft,
Herrn  Langheld,  dessen  schleunige  Rückkehr  nach  Ngoko
nöthig  geworden  war,  entschloß  ich  mich,  von  hier
aus  das  Bombassaland,  ein  Hauptgebiet  für  Elfenbein=
  und  Gummiproduktion,  zu  besuchen.

Der  25.  und  26.  wurden  deshalb  benutzt,  die
Expedition  neu  auszurüsten,  einen  kleinen  Posten  für
die  Zeit  meiner  Abwesenheit  in  Bomendali  zu
installiren  und  vor  Allem  eine  flüchtige  Skizzirung
der  bisher  gewonnenen  geographischen  Resultate
fertigzustellen,  die  allerdings  einige  Abweichungen
von  der  Plehnschen  Flußskizze  ergaben.  Der  27.
brachte  die  neuformirte  Bombassaexpedition  in  zwei
Transporten  bis  Ngoila  zurück,  von  wo  am  28.  der
Abmarsch  durch  den  unbewohnten  Urwald,  der  die
Flußmisanga  von  den  nahe  verwandten  Bombassa

2
        <pb n="236" />
        —  184

trennt,  in  das  Gebiet  der  Letzteren  erfolgte.  Die
Tagemärsche  waren  absichtlich  sehr  klein  berechnet,
um  die  noch  fast  völlig  unbekannten  Bombassastämme
möglichst  genau  kennen  zu  lernen.  Am  28.  wurde
Lager  in  der  todten  Zone,  am  29.  in  Ndsim-Babung,
am  30.  in  Bässe,  am  1.  Dezember  in  Ngegge,  am
2.  im  Walde  zwischen  Makoko  und  Moassi  bezogen
und  am  3.  letzterer  Ort  mit  der  neuen  Faktorei  der
Süd-Kamerun-Gesellschaft  erreicht.  Nach  einem
zweitägigen  Aufenthalt  in  Moassi  drang  ich  am
7.  Dezember  bis  Ndab,  am  8.  bis  Mako  und  am
9.  bis  Allad,  der  äußersten  Bombassaniederlassung,
vor.  Ein  Ruhetag  in  dem  sehr  großen  Dorfe
Allad  am  10.  schloß  sich  an,  der  vor  Allem  dazu
benutzt  wurde,  möglichst  einen  anderen  Weg  zur
Rückkehr  nach  Moassi  aufzufinden.  Am  11.,  12.
und  13.  wurde  dann  auf  einem  nördlicheren  Wege
der  Rückmarsch  bis  Moassi  ausgeführt  und  unter
Verhandlungen  mit  einflußreichen  Chefs,  um  der
späteren  Arbeit  der  Faktorei  die  Wege  zu  ebnen,
unter  Ausarbeitung  des  geographischen  Materials
und  Pflege  der  erkrankten  Leute  am  14.,  15.  und
16.  in  diesem  Orte  gerastet.  Der  Rückmarsch  nach
Ngoila  in  diesmal  etwas  größeren  Märschen  vollzog
sich  auf  dem  früheren  Wege  vom  17.  bis  20.  Hier
war  unterdessen  die  Trockenzeit  bereits  derart  vorgeschritten,
  daß  auf  die  Mithülfe  des  Dampfers  zum
Rücktransport  der  Expedition  verzichtet  werden
mußte;  doch  ging  das  Gestellen  von  Kanus  durch
die  Flußmisanga  bis  zum  24.  mit  verhältnißmäßig
geringen  Schwierigkeiten  vor  sich.  Ich  brachte  diese
Zeit  in  Bomendali  zu,  da  von  hier  aus  die  Verpflegungsschwierigkeiten
  am  geringsten  erschienen.
Am  24.  konnte  ich  dann  mit  7  größeren  Kanus
und  der  Gesammtexpedition  nach  Molundu  an  der
Bombamündung  aufbrechen,  wo  mich  der  Direktor
Langheld  der  Süd-Kamerun-Gesellschaft  bereits
wieder  erwartete.  Der  25.  und  26.  wurden  in
Molundu  mit  weiterer  Ausarbeitung  von  Kartenstizzen,
  verschiedenen  kleinen  Gerichtssachen,  Vorbereitungen
  zu  einer  größeren  Expidition,  die  Ende
Januar  von  Molundu  aufbrechen  soll,  um  dem  letzten
Vorstoß  der  Süd-Kamerun-Gesellschaft  über  die  todte
Zone  hinaus  den  nöthigen  Nachdruck  zu  verleihen,
und  vor  Allem  mit  verschiedenen  Auseinandersetzungen
mit  Herrn  Langheld  zugebracht.  Am  27.  wurde
dann  die  Rückfahrt  mit  sechs  Kanus  angetreten  und
spät  am  Abend  nach  recht  angestrengtem  Rudern
die  Station  Ngoko  wieder  erreicht,  die  ich  in  durchaus
  gutem  Zustande  vorfand.  Ich  kann  dem  stellvertretenden
  Polizeimeister  Schrage  nur  das  größte
Lob  ertheilen.  Auch  der  Zollbeamte  Hummel,  dem
vor  Allem  die  Ausbildung  der  vor  meiner  Abreise
neu  eingestellten  Rekruten  oblag,  hatte  recht  Gutes
geleistet.  Der  Gesundheitszustand  auf  der  Station,
mit  Ausnahme  mehrerer  Fälle  von  Variola,  war
ebenfalls  befriedigend,  wobei  allerdings  der  fertige
Neubau  von  Beamtenwohnungen  und  das  ganz  neu
errichtete  Dorf  für  Arbeiter  und  Soldaten  wohl  die
Hauptrolle  spielten.

 

Betreffs  der  Resultate  der  im  Vorigen  kurz
stizzirten  Expedition  berichte  ich,  wie  folgt:  Meine
Aufnahmen  ergaben  im  Gegensatz  zu  einer  Skizze
des  verstorbenen  Dr.  Plehn  eine  allgemeine  Richtung
des  obersten  bisher  bekannten  Flußlaufes  aus  beinahe
völlig  Norden.  Oberhalb  der  Schnellen  wurde  noch
eine  ziemlich  bedeutende  Strecke  im  Kanu  zurückgelegt,
  ohne  auf  weitere  Fahrthindernisse  außer  der
sehr  starken  Strömung  zu  stoßen,  die  aber  doch
schließlich  ein  weiteres  Vordringen  unmöglich  machte.
Der  Fluß  selbst  ist  oberhalb  der  Schnellen  wieder
breit  und  tief  und  den  größten  Theil  des  Jahres
für  kleinere  Fahrzeuge  sicher  gut  benutzbar.  Allerdings
  sollen  nach  Aussage  von  Eingeborenen  noch
weiter  oberhalb  sich  ein  Wasserfall  und  dann  eine
fortgesetzte  Reihe  von  Schnellen  befinden.  Doch  sind
diese  Erzählungen  nur  sehr  vorsichtig  aufzunehmen,
und  würde  eine  noch  weiter  bergwärts  ausgedehnte
Flußexploration  sicher  sehr  am  Platze  sein.  Absolut
nicht  zu  übersehen  war  zunächst  die  außerordentlich
große  Ausdehnung  der  total  verlassenen  Urwaldzone
ohne  die  geringste  Spur  jeder  menschlichen  Ansiedelung,
  die  schon  etwa  50  km  unterhalb  der  Schnellen
anfängt  und  weiter  nach  Norden,  Osten  und  Westen
mindestens  dieselbe  Ausdehnung  hat.

Die  Schnellen  selbst  sind  als  absolutes  Hinderniß
nicht  anzusehen.  Es  sind  im  Ganzen  4  kleine
Schnellen  vorhanden,  von  denen  nur  die  zweite,  von
Süden  gerechnet,  auch  für  die  Thalfahrt  eine
immerhin  etwas  riskante  Passage  abgeben  dürfte.
Jedenfalls  haben  drei  recht  große  Kanus  während
meines  Aufenthaltes  mit  allem  Gepäck  und  vielen
Leuten  ohne  den  geringsten  Unfall  die  Schnellenregion
  thalwärts  passiren  können,  nachdem  sie  bergwärts
  nur  eine  Strecke  von  200  bis  300  m  zu
Land  hatten  transportirt  werden  müssen.  Mit  einer
nicht  zu  schweren  Barkasse  würde  dasselbe  Manöver
ebenfalls  auszuführen  sein,  und  ist  ohne  diese  ein
Vordringen  in  den  oberen  Fluß  des  zu  starken
Stromes  halber  kaum  möglich.

Der  Fluß  von  der  Station  bis  an  die  Schnellen
ist  überall  zwischen  100  und  200  m  breit,  durchschnittlich
  3  bis  4  m  tief  und  bietet  den  größeren
Theil  des  Jahres  über  flachgehenden  Fahrzeugen
keine  nennenswerthen  Schwierigkeiten.  Selbst  in  der
Trockenzeit  dürfte  er  zwischen  der  Station  und
Molundu  stets  passirbar  sein.  Zwischen  Molundu
und  Bomendali  ist  eine  einzige  Stelle,  die  etwa
3  bis  4  Monate  im  Jahre  Schwierigkeiten  bereiten
dürfte,  jedoch  mit  wenigen  Sprengpatronen  sicher
leicht  bedeutend  zu  verbessern  wäre  (todte  Stämme).
Weiter  nach  oben  wird  die  Fahrstraße  bis  an  die
Inseln  nicht  weit  unterhalb  der  Schnellen  wieder
sehr  viel  besser,  und  sind  auch  letztere,  soweit  ich  in
der  Uebergangszeit  zwischen  Regen=  und  Trockenzeit  habe
beurtheilen  können,  einen  größeren  Theil  des  Jahres
hindurch  keine  unüberwindlichen  Passagen.  Allerdings
dürfte,  wie  vorher  bereits  bemerkt,  für  diese  obere
Flußregion  weniger  ein  Heckraddampfer  als  eine  gute

—  flachgehende  Barkasse  mit  Holzfeuerung  und  starker
        <pb n="237" />
        Maschine  in  Frage  kommen,  die  auch  für  alle  übrigen
Zwecke  der  Verwaltung  ausreichen  würde.

Von  den  vorläufig  bekannten  Nebenflüssen  des
Diah  kommen  zunächst  nur  der  Bomba,  der  bei
Molundu  mündet,  und  der  Kuddu  bei  Ngoila
in  Betracht.  Beide  sind  sehr  wasserreich  und
würden  mehrere  Monate  im  Jahr  sicher  nützliche
Verkehrsstraßen  abgeben  können.  wenn  nicht  die
große  Menge  todter  Bäume,  die  einzelne  Stellen
sast  völlig  versperren,  die  Passage  zu  einer  recht
gesährlichen  machten.  Auf  Ruderboote  und  Kanus
kann  der  sehr  starken  Strömung  halber  auf  beiden
jedenfalls  nur  in  sehr  beschränktem  Maße  gerechnet
werden.  Der  Kuddu  ist  im  Uebrigen  etwa
12  Stunden  von  seiner  Mündung  und  der  Bomba
nicht  viel  weiter  befahren  worden.  Bei  Ersterem,
der  außerdem  dann  stark  nach  Süden  in  das  französische
  Gebiet  abbiegt,  ist  hier  wohl  der  Beginn
einer  ausgedehnten  Schnellenregion,  das  Ende  der
Schiffbarkeit,  zu  suchen;  bei  dem  Bomba  ist  es
wohl  ein  wenig  besser,  wenn  auch  seine  Benutzung
als  Verkehrsweg  für  einige  Monate  im  Jahre  durch
die  todte  Zone  nach  Bumbum  hindurch  mindestens
äußerst  fraglich  erscheint.  Bei  Gelegenheit  der  Ende
des  Monats  dahin  vorgesehenen  Expedition  werde
ich  mich  jedenfalls  bemühen,  Näheres  über  den  oberen
Bomba  in  Erfahrung  zu  bringen.  Zu  erwähnen
wäre  an  dieser  Stelle  noch  der  noch  ganz  unbekannte,
von  den  Eingeborenen  Sun  genannte  etwa  100  m
breite  Fluß,  der  von  dem  äußersten  im  Westen  bisher
  erblickten  Punkte,  dem  Bombassadorf  Allad  aus
noch  etwa  einen  starken  Tagemarsch  nach  Nordwesten
zu  suchen  ist.  Seine  Existenz  in  der  angegebenen
Bedeutung  ist  zweifellos,  ob  es  aber  der  Djah  selbst
oder  ein  Quellfluß  von  ihm  ist,  konnte  vorläufig
nicht  mehr  festgestellt  werden.

Ueber  das  Terrain  im  engeren  Sinne  in  den
durch  die  erwähnten  kleinen  Expeditionen  aufgeschlossenen
  Landstrichen  lassen  Einzelheiten  sich
vorläufig  bis  nach  Konstruktion  meiner  Aufnahmen
noch  nicht  absehen.

Der  Grundstock  aller  beobachteten  Höhen  war
Gneis  oder  Granit  mit  meist  sehr  mächtigen  aufgelagerten
  Lateritformationen.  Die  Diahschnellen
speziell  brechen  durch  einen  fast  ganz  aus  Quarzit
bestehenden  Bergstock.  Von  irgend  welchen  älteren
oder  neueren  Eruptivformationen  wurde  trotz  speziell
darauf  gerichteten  Augenmerks  nichts  beobachtet.

Die  Flora  des  bereisten  Gebiets  unterscheidet
sich  nur  wenig  von  den  übrigen  Walddistrikten
Süd-Kameruns.  Derselbe  mächtige  Urwald  ohne
irgend  welche  Unterbrechung  bedeckt  auch  hier,  soweit
das  Auge  irgend  wie  reichte,  das  gesammte  Gebiet.
Auffällig  wäre  vielleicht  der  fast  völlige  Mangel  an
Oelpalmen,  die  erst  in  Allad  wieder  in  etwas
größerer  Menge  gesehen  wurden.  Auch  die  Landolphia
  mit  ihren  Abarten  ist  wenig  verbreitet,  die
Kickria  dagegen  sehr  häufig.  Im  Uebrigen  sind
größere  Unterschiede  kaum  anzuführen,  wenn  auch
bezüglich  der  Nahrungspflanzen  an  der  Küste  ge-185



 

bräuchliche  Feldfrüchte  hier  weniger,  andere  dagegen,
die  weiter  zur  Küste  hin  weniger  verbreitet,  wenn
auch  bekannt  sind,  hier  mehr  kulivirt  werden.

Bezüglich  der  Faung  sind  gegen  die  bekannte
Thierwelt  um  Kribi,  Lolodorf  und  Yaunde  wenig
Unterschiede.  Nur  sind  sämmtliche  Arten  äußerst
zahlreich  vertreten.  So  ist  besonders  die  ausgedehnte
todte  Zone  um  die  Schnellen  ganz  außerordentlich  wildreich.
  Eine  Menge  von  Elefanten  und  Büffeln,  alle
Arten  Antilopen,  Flußpferde  in  großen  Mengen,
Wildschweine  r2c.  2c.  fielen  fast  täglich  den  Jägern
zur  Beute.  Auch  der  Gorilla  ist  häufig  vertreten.
Kurzum,  abgesehen  von  der  sehr  viel  größeren  Menge
des  Wildes,  konnte  irgend  ein  Unterschied  gegen  die
vorher  angesührten  Gegenden  nicht  beobachtet  werden.

Dieser  noch  fast  unangetastete  Reichthum  des
Gebiets  eröffnet  die  Aussicht  auf  eine  vorläufig  noch
recht  ergiebige  Elfenbeinausfuhr  und  eine  stetig
zunehmende  Gummiproduktion  in  nicht  allzu  großer
Entfernung  vom  Ngoko  selbst,  wie  sie  speziell  in  den
Dörfern  des  oberen  Flusses  und  nach  Bombassa
hinein  sich  sehr  vielversprechend  bereits  entwickelt.
Allerdings  ist  die  Frage  dadurch  etwas  erschwert,
daß  vorläufig  gerade  in  den  produktionsfähigsten
Landstrichen  eine  nur  sehr  dünne  Bevölkerung
existirt,  oder  dieselben  ganz  menschenleer  sind.  Es
wird  eine  Hauptaufgabe  der  Verwaltung  sein,  gerade
hierin  eine  Besserung  anzustreben.  Außer  genannten
beiden  Hauptartikeln  könnten  noch  andere  Landesprodukte
  später  einmal  in  der  Ausfuhr  figuriren,  die
vor  Allem  durch  die  äußerst  theueren  Transport=  2c.
Verhältnisse  oder  Mangels  eines  rationellen  Betriebs
vorläufig  noch  unausgebeutet  bleiben.  Verschiedene
Kopalsorten,  mancherlei  Droguen,  Kaffee  und  Tabak
habe  ich  dabei  in  erster  Linie  im  Auge.  Sesam,
Durrha,  Reis,  Baumwolle  und  verschiedene  Nutzhölzer
  für  den  Gebrauch  in  der  Kolonie  selbst  oder
im  Kongobecken  würden  später  ebenfalls  vielleicht  in
Betracht  zu  ziehen  sein.

Es  erübrigt,  die  verschiedenen  Stämme,  mit
denen  meine  bisherige  Exploration  des  Verwaltungsbezirks
  mich  in  Berührung  brachte,  einer  kurzen
Besprechung  zu  unterziehen.

Bezüglich  der  hier  häufig  anzutreffenden  Nomadenzwergstämme,
  die  man  Bekue  oder  Bagielli  in  Yaunde
und  Lolodorf,  hier  aber  Bajiri  nennt,  und  die  ohne
sfeste  Niederlassungen  hauptsächlich  Elefantenjagd  treiben,
  kann  ich  nur  auf  meine  im  Band  XI1  1899  der
Mittheilungen  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  gegebene
  Beschreibung  rückverweisen.  Dieselbe  trifft  auch
für  die  hiesigen  Bagielli  bis  ins  Kleinste  zu,  nur  daß
vielleicht  die  frappanten  anthropologischen  Merkmale,
die  diese  Bevölkerung  charakterisiren,  sich  hier  noch
sehr  viel  reiner  erhalten  haben  und  auch  ihre  Gesammtzahl
  noch  eine  größere  wie  in  den  oben
erwähnten  Bezirken  sein  dürfte.  Jedenfalls  ist  diese
Urbevölkerung  Hauptlieferant  von  Elfenbein  und  sehr
leicht  zu  behandelnder  Natur  und  dürfte  mit  der
Zeit,  wie  schon  im  Distrikte  Lolodorf,  beim  Verschwinden
  des  Elefanten  Vorzügliches  betreffs  der
        <pb n="238" />
        Gummiproduktion  leisten.  Es  würden  weiter  die
Kunabembe=  und  Baugauduleute,  die  meine  Expedition
nur  streifte,  da  das  linke  Djahufer  späteren  Erhebungen
  vorbehalten  wurde,  kurz  dahin  zu  charakterisiren
  sein,  daß  Erstere  anscheinend  einen  vorgeschobenen
  Posten  der  nördlich  der  todten  Zone  am
Bertuoweg  sitzenden  Stämme  darstellen  und  vorläufig
  nur  wenig  sich  bemerklich  machten,  wenn  der
verstorbene  Dr.  Plehn  bei  seiner  Flußexploration  in
Gagauga  auch  ein  unbedeutendes  Renkontre  mit
ihnen  hatte.  Ihre  anscheinend  verhältnißmäßig  wenig
bevölkerten  Sitze  scheinen  sich  im  Bogen  vom  Djah
bei  Gagauga  bis  an  den  Bomba  in  die  Gegend
von  Daugolo  zu  ziehen,  und  scheint  aus  dieser  noch
so  gut  wie  unbekannten  Region  ein  ziemlich  verkehrsreicher
  Weg  nach  Nord  oder  Nordwest  die  todte  Zone
zu  passiren.  Um  jeglichen  Verwickelungen  vorzubeugen,
werde  ich  bei  Gelegenheit  der  für  Ende  des  Monats
geplanten  Expedition  diese  Gegenden  von  rückwärts,
also  vom  Grasland  aus,  aufzuschließen  versuchen.

Die  Beschreibung  der  zweitgenannten  Baugaudu,
die  ein  in  sich  abgeschlossenes,  anscheinend  recht  strebsames
  Händlervolk  mit  besonderer  Sprache  sind  und
durch  Gestellung  von  Trägern,  Führern,  einen  recht
viel  versprechenden  Handel  r2c.  schon  mehrfach  Anerkennenswerthes
  leisteten,  möchte  ich  mir  bis  zu
einem  späteren  Besuche  des  Volksstammes  vorbehalten,
  da  meine  Kenntnisse  darüber  vorläufig  noch
zu  gering  sind.

Anders  verhält  es  sich  mit  den  Stämmen  im
Westen  und  Südwesten  des  Djah,  die  ich  bei  Gelegenheit
  der  Bombassaexpedition  habe  näher  kennen
lernen  können.  Die  Flußmisanga  sowohl  wie  die
von  diesen,  wie  unter  sich  durch  mehr  oder  weniger
breite  todte  Zonen  getrennten  Bakota  im  Südwesten,
Bombassa  im  Westen  und  Nordwesten  und  Njima
(Njem)  im  äpußersten  erreichten  Westen  sprechen
wenig  verschiedene  Dialekte,  die  für  jeden  Ngumbamann
  —  und  ich  habe  mehrere  davon  unter  dem
Stationspersonal  —  ohne  Weiteres  verständlich  sind
und  auch  jedem  meiner  alten  Lolodorf-Angestellten,
die  mich  hierher  begleiteten,  jedem  meiner  Yaunderekruten
  und  schließlich  mir  selbst  sehr  leicht  fielen.
Auch  der  Betrieb  der  Farmen,  die  Bauart  der
Dörfer,  der  Kultus,  die  Kriegführung,  der  Gesammteindruck
  der  Bevölkerung,  ihre  Stellungnahme
zu  dem  hier  neu  auftretenden  Weißen  mit  seinem
Handel  sind  von  den  Verhältnissen  im  Ngumba-=lande
  nur  sehr  wenig  verschieden.

Kurzum,  diese  Gesammtstämme  sind  weiter  nichts
als  die  durch  den  Paugwekeil  am  weitesten  nach
Osten  gedrängten  Unterstämme  der  Maka  oder
Makie,  wie  sie  die  Yaunde  nennen,  deren  westlicheren
  Theil  die  Ngumba  bei  Lolodorf  darstellen.

Im  Uebrigen  besteht  von  den  westlicheren  dieser
Stämme,  anscheinend  durch  Zwischenhandel  der
weiterhin  angrenzenden  Bule=  und  Yengone-Häuptlinge,
  von  denen  ich  den  MYekomba-Oberhäuptling
Lébandum  in  Allad  zweifellos  identifiziren  konnte,

 

186  —

küste.  Perlen,  Zeuge,  Gewehre,  Armringe  2c.,  die
mir  aus  meiner  Lolodorsthätigkeit  wohlbekannt  waren,
fanden  sich  je  weiter  nach  Westen  immer  mehr,  und
fast  in  jedem  Dorf  waren  Leute  anzutreffen,  die
einen  der  Pangwedialekte,  meist  Yengone  oder  Ostbule,
  verstanden.

Als  Schlußfolgerung  dieses,  meiner  Auffassung
nach  völlig  bewiesenen  verwandtschaftlichen  Zusammenhangs
  mit  den  Ngumba  im  Westen  und  aller
dieser  Stämme  im  Verwaltungsbezirk  Sanga-Ngoko
scheint  die  Hoffnung  berechtigt,  daß  Letztere  genau
so  wie  ihre  Vettern  bei  Lolodorf  in  kurzer  Zeit
europäischen  Einflusses  gewiegte  Händler,  gute
Träger  und  verläßliche  Arbeiter  abgeben  dürften.

Schon  jetzt  sind  gewisse  Bombassa-Häuptlinge
auf  Grund  der  Expedition  im  Begriff,  die  Urwaldzone,
die  sie  von  den  Flußmisanga  trennt,  zu  durchschreiten
und  einige  neue  Ansiedlungen  in  den  todten  Regionen
des  Djah  unterhalb  seiner  Schnellen  anzulegen.

Interessiren  wird  die  übereinstimmende  Erzählung
mehrerer  Bombassa=  und  Flußmisanga=  Häuptlinge,
daß  vor  etwa  einer  Generation  sehr  viele  ihrer  Ansiedelungen
  in  der  Nähe  der  Schnellen  bestanden,
durch  längere  Kriege  mit  den  Njima  (Njemleute)
aber  verdrängt  wurden,  da  Letztere  damals  zuerst
Feuerwaffen  verwenden  konnten.  Auch  diese  Erzählungen
  würden  auf  die  Zeit,  in  der  der  Pangwedruck
  aus  Westen  erfolgte,  einen  Rückschluß  erlauben.

Deutsch-Hüdwerlkafrika.

Die  wirthschaftlichen  Aussichten  Deutsch-Lüdwestafrikas
im  Vergleich  mit  dem  übrigen  Südafrika.

Interessante  Winke  für  die  wirthschaftliche  Entwickelung
  Deutsch-Südwestafrikas  enthält  ein  Bericht
des  Kaiserlich  deutschen  Generalkonsuls  in  Kapstadt,
v.  Lindequist,  dem  aus  seiner  früheren  amtlichen
Thätigkeit  das  deutsche  Schutzgebiet  genau  bekannt
ist.  Herr  v.  Lindequist  schreibt:

Die  vorjährige  Dienstreise  nach  dem  Osten  der
Kapkolonie,  nach  Natal,  nach  dem  Freistaat  und
Kimberley  hat  bei  mir  den  Eindruck,  den  ich  im
Jahre  1898  auf  der  Bereisung  des  nordwestlichen
Theiles  der  Kolonie,  insonderheit  der  Distrikte
Upington,  Kenhardt,  Prieska,  Britstown  und  de  Aar
von  dem  Werthe  des  deutsch-südwestafrikanischen
Schutzgebietes  im  Vergleich  mit  der  Kapkolonie  und
dem  Freistaat  gewonnen  habe,  nur  bestätigt,  nämlich
dahingehend,  daß  Deutsch=  Südwestafrika  hinter
dem  übrigen  Südafrika  mit  Ausnahme  der
Küstenregion  an  Güte  des  Bodens  und  der
Weideverhältnisse  nicht  zurücksteht.  Die
Küstendistrikte  von  Malmesbury  bis  nach  Natal  sind
dagegen  sehr  viel  mehr  durch  Niederschläge  begünstig
und  deshalb  auch  ohne  Bewässerung  für  den  Kornund
  Weinbau  geeigneter.  Der  Charakter  der  nordwestlichen

  Distrikte  erinnert  sehr  an  das  deutsche
eine  recht  bedeutende  Ausfuhr  nach  der  Süd-Kamerun-Groß-Namaland,

  der  Freistaat  und  der  Osten  an
        <pb n="239" />
        —

Theile  des  Damaralandes  mit  dem  Unterschiede,
daß  das  Damaraland  sehr  viel  mehr  mit  Bäumen
und  Buschwerk  bewachsen  ist,  während  namentlich
der  Freistaat  sehr  holzarm  ist.  Wo  sich  aber,  wie
5.  B.  in  der  Nähe  von  Queenstown,  mehr  Holz
findet,  erinnert  das  Gelände  so  an  das  Damara-=land,
  daß  man  sich  einbilden  könnte,  dieses  zu  durchfahren.
  Soweit  nicht  künstliche  Anpflanzung  eine
Aenderung  hervorgerufen  hat,  sind  diese  Landstriche
mit  denselben  Mimosenarten  bestanden  wie  das
deutsche  Schutzgebiet.

In  der  Kapkolonie,  und  zwar  besonders  im
Osten  und  in  Natal,  hat  die  Regierung  in  den
letzten  Jahren  Manches  für  die  Aufforstung  gethan
und  entschieden  Erfolge  erzielt.  Größere  Versuchsplantagen
  befinden  sich  unter  Anderem  in  Tuckay  in
der  Nähe  von  Wynberg  und  in  Ceres  Noad,  ferner
im  Bezirk  Stutterheim  in  der  Nähe  von  East  London.
  Außer  Eukalyptus=  und  Pinusarten  wird
neuerdings  mit  großem  Erfolge  eine  „luck  wostelsgenannte
  Mimosenart  angeforstet,  deren  Rinde  sehr
gerbstoffreich  ist  und  in  Hamburg  einen  Preis  von
8  bis  9  2  für  die  Tonne  erzielt.  In  Natal  wird
dieser  Baum  auch  von  Privaten  in  den  letzten
10  Jahren  viel  angepflanzt,  ganz  besonders  in  den
deutschen  Distrikten  nördlich  Pietermaritzburg  bei
Neu-Hannover,  wo  ein  recht  einträglicher  Handel
mit  der  Rinde  getrieben  wird.  Auch  das  Holz  ist
gut  für  Bergwerkszwecke,  für  Häuserbau  und  Möbelanfertigung.
  Da  die  Aupflanzung  dieses  wenig
Feuchtigkeit  verlangenden  Baumes  für  unser  westafrikanisches
  Schutzgebiet  in  Frage  kommen  dürfte,
so  sei  noch  bemerkt,  daß  der  Baum  sehr  schnell
wächst  und  je  nach  dem  Boden  in  5  bis  8  Jahren
geschlagen  werden  kann.  Er  verlangt  keinen  guten
Boden,  doch  darf  derselbe  nicht  kalkhaltig  sein.  Der
Samen  wird  zunächst  5  Minuten  gekocht  und  dann

187

 

in  Abständen  von  6  englischen  Quadratfuß  zwischen

Maispflanzen  so  in  den  Boden  gesenkt,  daß  die  aufsorießende
  junge  Pflanze  gleich  am  richtigen  Fleck
steht  und  ein  Verpflanzen  unnöthig  macht.  Die  geeignetste
  Zeit  zur  Aussaat  ist  der  Beginn  der
Regenzeit,  die  in  Natal  fast  zur  selben  Zeit  wie  in
Deutsch-Südwestafrika  einsetzt.

Das  größte  Interesse  für  das  deutsche  Schutzgebiet
  dürfte  aber  die  Wollschaf=  und  Angoraziegen=
  sowie  die  Straußenzucht  bieten.  Durch
Vermittelung  unseres  Konsuls  in  Port  Elisabeth

und  eines  englichen  Geschäftsfreundes  von  ihm  wurde

ees  mir  ermöglicht,  auf  der  Farm  Halesowen  bei
Cradock  den  vorzüglichen  Angora=  und  Straußenbestand
  eines  gewissen  Herrn  Barber,  eines  intelligenten
  und  vorgeschrittenen  englischen  Farmers,  zu
besichtigen.  Herr  Barber  steht  in  dem  eigentlichen
Marktplatze  Südafrikas  für  Angorahaare  und

Straußensedern,  Port  Elisabeth,  und  auch  sonst  im

Lande  in  dem  Ruf#,  daß  er  eine  der  ausgezeichnetsten,
wenn  nicht  sogar  die  beste  Zucht  in  diesen  beiden
Thiergattungen  besitzt.  Mr.  Barber  sowohl  wie  die
großen  Angoraexporteure  in  Port  Elisabeth  halten

die  Angorazucht  für  sehr  rentabel  und  sicher.  Der
Preis  ist  im  Allgemeinen  in  den  letzten  Jahren  stetig
geblieben,  zeigt  aber  eher  eine  steigende  Tendenz.
Der  derzeitige  Durchschnittspreis  für  1  Pfund
Mohair  ist  15  d,  für  Wolle  von  Kitzchen  23  (I.
Der  höchste  Preis,  der  bisher  überhaupt  gezahlt  ist,
betrug  18  und  24½  d,  während  er  in  früherer  Zeit
einmal  vorübergehend  auf  9  und  14  d  herabgegangen
ist.  Die  Stammeltern  der  Angora  in  Halesowen
sind  von  einem  gewissen  Thompson  seiner  Zeit  direkt
aus  Kleinosien  importirt  und  garantirt  rein  gezüchtet.
Sie  gelten  als  die  beste  Zucht  (sogenannte  celehrate
hree),  die  in  Südafrika  existirt.  Die  mir  vorgeführten
  erstklassigen  Exemplare  von  Angoraböcken
sahen  vorzüglich  aus,  hatten  7  bis  10  englische  Zoll
langes  Haar  und  zeichneten  sich  durch  dichtes  Haar
am  Bauch  aus,  was  stets  als  ein  Zeichen  von  Echtheit
  gilt  und  worauf  bei  etwaigem  Ankauf  ganz
besonders  zu  achten  ist.  Der  Preis  dieser  Angoraböcke
  bester  Zucht  in  einem  Alter  von  1  bis  2  Jahren
—  eine  große  Kollektion  mir  vorgeführter  war
1¼  Jahr  alt  —  beträgt  5  L,  bei  Abnahme  von
30  oder  mehr  4  TK,  wohingegen  ganz  rein  gezüchtete
Ziegen  zu  3  4  abgegeben  würden.  Von  diesen
waren  damals  100  verkäuflich.  Ferner  hat  derselbe
Besitzer  500  bis  600  gleichfalls  sehr  gute  Angoraziegen,
  die  nur  keiner  so  berühmten  Zucht  entstammen,
  zu  verkaufen.  Diese  würde  er  bei  Abnahme
einer  größeren  Anzahl  für  30  sh  das  Stück  verkaufen.
  Herr  Barber  läßt  sich  bei  der  Züchtung
von  dem  Gesichtspunkte  leiten,  Mohair  von  größtmöglichem
  Gewicht  und  zugleich  von  möglichster
Feinheit  des  Haares  zu  erzielen,  was  sich  naturgemäß
  nur  bis  zu  einem  gewissen  Grade  vereinigen
läßt.  Ein  mittelfeines  Haar  verkauft  sich  sehr  leicht
und  zahlt,  da  es  ein  größeres  Gewicht  als  das
zarte  hat,  sehr  gut.  Die  Frage,  ob  die  Dornsträuche
dem  Haar  nicht  schaden,  da  die  Angoras  ebenso  wie  die
gewöhnliche  Ziege  mit  Vorliebe  an  den  Dornsträuchern
die  Blätter  abfressen,  verneinte  Herr  Barber,  indem  er
auf  seinen  stellenweise  dicht  mit  Mimosen  bewachsenen
Platz  verwies.  Schädlich  sei  nur  eine,  unter  dem  Namen
„wachite  bitje  bekannte  Dornart,  die  allerdings
in  Deutsch-Südwestafrika  an  manchen  Stellen  sehr
viel  vorkommt  und  von  der  für  Angorazucht  in  Aussicht
genommene  Plätze  thunlichst  gesäubert  werden  müßten.
  Auf  meinen  Fahrten  durch  Südafrika  habe

ich  denselben  fast  gar  nicht  mehr  angetroffen,  während

I

er  zweifellos  früher  hier  nicht  minder  zahlreich  als
in  Damaraland  gewesen  ist.  Die  beste  Zeit  zur
Ueberführung  würden  die  Monate  April  oder  Mai
sein,  da  die  Ziegen  dann  in  vollem  Haar  sind,  was
sich  für  die  Ueberführung  sehr  empfiehlt.  Da  sie  in
dieser  Zeit  außerdem  tragend  sind,  so  würde  dieselbe
doppelt  vortheilhaft  für  den  Ankauf  und  Transport
sein.  Letzterer  könnte  nur  auf  dem  Wege  der  Bahnbeförderung
  nach  Kapstadt  und  von  dort  mit  dem
Woermann-Dampfer  nach  Lüderitzbucht  oder  Swakopmund
  erfolgen.  Frühere  Transporte  der  Regierung,
der  Firma  Wecke  &amp;amp;  Voigts  und  vor  Allem  in  größerem
        <pb n="240" />
        Maßstabe  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  für  Süd—
westafrika  sind  auf  diesem  Wege  gut  angekommen.

Auch  auf  dem  Gebiete  der  Straußenzucht  gilt
Mr.  Barber  als  Autorität.  Seine  Federn  gelten
auf  dem  Markte  in  Port  Elisabeth  als  die  besten
und  erzielen  die  höchsten  Preise.  Beim  Straußenfarmer
spielt  die  Zucht  eine  ebenso  große,  wenn  nicht  noch
größere  Rolle  als  bei  anderen  Heerdenthieren.  Der
Preis  für  1  Paar  Strauße  bewegt  sich  zwischen
7  und  60  —  je  nach  der  Güte  der  Zucht,  in  einzelnen
Fällen  sind  sogar  schon  100  4  bezahlt  worden.
Eine  gute,  d.  h.  in  geeigneter  Gegend  angelegte
Straußenfarm,  die  sachverständig  geleitet  wird,  bezahlt
sich  immer.  Mr.  Barber  behauptet,  männliche  Vögel
zu  haben,  die  ihm  bereits  je  3000  Mark  und  darüber
an  Federn  eingebracht  haben.  In  der  guten  Jahreszeit
  füttert  er  nichts  zu,  in  der  trockenen  dagegen
1  Pfund  Mais  pro  Tag  und  Vogel.  In  Deutsch-Südwestafrika
  würde  man  voraussichtlich  darauf
rechnen  müssen,  daß  in  dem  größten  Theile  des
Jahres  etwas  Mais  zugefüttert  wird,  da  dort  der
hier  in  den  Haupt-Straußenfarm-Distrikten  vorhandene
  sehr  nahrhafte  Karoobusch  sowie  der  Brakund
  Kannalbusch  fehlen  oder  sich  doch  nur  sehr  vereinzelt
  finden.  Daß  dagegen  im  Allgemeinen  sich
große  Strecken  unserer  Kolonie  für  Strauße  sehr
eignen,  beweist  die  starke  Vermehrung  derselben  in
den  letzten  Jahren.  Für  das  Schneiden  der  Federn
sind  besondere  Steinkraale  mit  mehreren  Abtheilungen
auf  den  Farmen  errichtet,  in  die  die  Strauße  von
Reitern  hineingejagt  werden.  Den  in  der  letzten
kleinen  Abtheilung  befindlichen  werden  Kappen  über
den  Kopf  geworfen,  wodurch  sie,  des  Lichtes  beraubt,
so  ängstlich  und  verwirrt  werden,  daß  die  Federn
mit  Leichtigkeit  und  ohne  Lebensgefahr  geschnitten
werden  können.  Der  Export  von  Vögeln  und  Eiern
aus  der  Kapkolonie  ist  bekanntlich  verboten,  ist  aber
auch  für  Deutsch-Südwestafrika  nicht  erforderlich,  da
wir  dort  ein  vorzügliches  Material  haben  und  bei
rationeller  Züchtung  zu  gleich  günstigen  Resultaten
gelangen  müssen  wie  die  besten  hiesigen  Straußenzüchter,
  denn  die  Feder  des  wilden  Straußes,  insoweit
  sie  unbeschädigt  ist,  wird  der  eines  zahmen
Vogels  mittlerer  Qualität  vorgezogen.

Während  sowohl  die  Straußen=  wie  die  Angoraziegenzucht
  große  Aufmerksamkeit  und  der  junge
Nachwuchs  gute  Pflege  erfordert,  ist  dies  bei  den
Wollschafen  nicht  in  dem  gleichen  Maße  erforderlich
und  die  Rentabilität  der  Wollschafzucht  daher  nicht

188

 

gelten.  July  Jackson  hat  2  Farmen  von  je  14  500
Kapmorgen,  also  zusammen  rund  30  000  Kapmorgen
in  Pacht  und  hält  hierauf  bei  kürzlich  durch  Verkauf
sehr  reduzirtem  Stock  7000  Stück  Kleinvieh,  hauptsächlich
  Wollschafe,  und  400  Strauße,  während  seine
Heerden  sonst  in  der  Regel  10  bis  12  000,  höchstens
13  000  Stück  Kleinvieh  umfassen.  Unter  den  besichtigten
  Heerden  waren  solche  mit  vorzüglichen
Mutterschafen.  Als  Böcke  benutzen  die  Gebrüder
Jackson  theils  im  Lande  gezogene,  die  von  Gestalt
kleiner  sind,  als  unsere  Rambouillets,  und  von
tasmanischer  Zucht  stammen,  theils  Kalifornier,  die
groß,  hochbeinig  und  lang  gebaut  sind  und  deren
Wolle  von  sehr  guter  Qualität  ist.  Unsere  heimischen
Nambouillets  hält  Jackson  für  ungeeignet  in  dem
warmen  Klima,  doch  sind  sie  von  anderen  Farmern
eingeführt.  Die  amerikanischen  Böcke  hatte  Jackson
das  Stück  mit  30  K,  anscheinend  ziemlich  theuer,
bezahlt;  die  selbstgezogenen  giebt  er  je  nach  der
Güte  von  3  bis  12  KL  ab,  verkauft  sie  jedoch  im
Allgemeinen  nicht  freihändig,  sondern  nur  auf  den
Bockauktionen  in  Beaufort-West.  Bei  der  Auswahl
der  Böcke  ist  ein  ganz  besonderes  Augenmerk  darauf
zu  richten,  daß  die  Wolle  fettig  ist,  damit  sich  der
Staub  oben  in  der  Wolle  festsetzt  und  nicht  tief  in
dieselbe  hineindringt.  Da  die  Thiere  Tag  und
Nacht  in  freier  Luft  sind  und  da  durch  die  lange
Trockenzeit  und  die  nicht  seltenen  Wirbelwinde  starker
Staub  erzeugt  wird,  so  ist  es  sehr  wesentlich,  einen
Schutz  gegen  die  Verschmutzung  der  Wolle  zu  haben.
Der  Preis  für  erstklassige  Mutterschofe  ist  17  sh
bis  1  #.  Solche  sind  zur  Zeit  bei  einem  der  Gebrüder
  Jackson  auf  der  nahe  der  Bahn  liegenden
Farm  Nelsport  zu  haben.  Als  beste  Zeit  zum
Scheeren  gilt  der  Beginn  der  Regenzeit.  Außer
der  Gegend  der  großen  und  kleinen  Karoo  könnten
für  den  Bezug  von  Mutterschafen  noch  die  zwischen
Queenstown  und  East-London  liegenden  Gebiete.
vor  allem  Cathcart  und  die  Gegend  von  Lady
Grey  an  der  Freistaatgrenze,  in  Betracht  kommen.

Die  dort  produzirte  Wolle  unterscheidet  sich  in

in  demselben  Maße  von  der  Zuverlässigkeit  und  der

Geübtheit  des  Personals  abhängig.  Ein  Einführungsschreiben

  des  hiesigen  Landwirthschaftsministers

an  den  Resident  Magistrate  in  Beanfort-West  erleichterte
  es  mir  sehr,  einige  gute  Schaffarmen  nördlich
  davon  in  der  Nähe  der  Bahnstation  Nels  Port
zu  besichtigen.  Die  Farmen  gehören  einem  Herrn
Rose  Innes  (Saltriver)  und  den  Gebrüdern  Molteno,
den  bekannten  Mitgliedern  der  Afrikanerpartei.
Farmen  der  Letzteren  sind  an  die  Brüder  Jackson
verpachtet,  die  als  besonders  tüchtige  Wollschafzüchter

Die

Farbe  und  Gewicht  von  der  Karoowolle.  Während
die  letztere  eine  röthliche  Färbung  hat  und  schwerer
ist,  ist  die  Cathcart-Wolle  bläulich,  zum  Theil  sogar
dunkelblau  und  leichter.  Bemerkt  werden  mag  noch.
daß  die  meiste  Wolle  im  Schweiß  exportirt  wird  und
daß  diese  zu  Hause  lieber  gekauft  wird  als  gewaschene.

Der  Transport  von  Kleinvieh,  Schafen  oder
Angoraziegen  von  Cradock  bezw.  Beaufort-West  bis
Kapstadt  kostet  etwa  4  per  Wagenladung.  Da
man  rechnet,  daß  ein  Wagen  42  Stück  Kleinvich
faßt,  so  würde  der  Transport  bis  Kapstadt  durchschnittlich
  auf  2  Mk.  per  Stück  zu  stehen  kommen.
Nach  Rücksprache  mit  der  hiesigen  Agentur  der
Woermann-Linie  würde  diese,  während  sie  sonst
5  Mk.  für  den  Transport  eines  Hauptes  Kleinvieb
von  Kapstadt  nach  Lüderitzbucht  bezw.  Swakopmund
nimmt,  mit  Rücksicht  auf  den  vorliegenden  guten
Zweck  bereit  sein,  dasselbe  für  3  Mk.  zu  befördern.
Das  Futter  muß  von  dem  Verlader  gellefert  werden,
        <pb n="241" />
        —  189  —

indeß  befördert  die  Rhederei  es  unentgeltlich;  Wasser
wird  kostenfrei  verabfolgt,  doch  müssen  die  Trinkgefäße
  selbst  beschafft  werden;  es  genügen  in  dieser
Beziehung  aus  Sackleinwand  hergestellte  Tröge,  die
von  dem  Verschiffer  später  weiter  verwandt  werden
können.  Etwaige  kleine  Verschläge  foll  der  Verschiffer
  gleichfalls  selbst  anfertigen  lassen.  Bei  dem
Ankauf  von  Wollschafen  und  Angora,  namentlich  bei
den  ersten  größeren  Importen,  sollte  man  thunlichst
nur  das  beste  Material  beschaffen,  und  zwar  nicht
nur  an  männlichen  Zuchtthieren,  sondern  auch  an
Muttervieh.  Zudem  ist  die  Möglichkeit  vorhanden,
daß  infolge  des  jetzigen  Kriegszustandes  mancher
sein  Vieh  stark  zu  vermindern  wünschen  wird  und
daher  die  Preise  eher  niedriger  denn  höher  sein
werden,  als  die  von  mir  angegebenen.

Außer  der  Besetzung  einer  Farm  mit  dem
nöthigen  Viehstock  kommen  für  einen  rationellen  Farmbetrieb
  noch  die  Einzäunung,  die  Wasserversorgung
und  vor  Allem  die  Betriebsleitung  in  Frage.

Die  Einzäunung  einer  Farm  und  die  Durchtheilung
  derselben  durch  Drahtzäune  erhöht  die  ersten
Einrichtungskosten  allerdings  nicht  unbedeutend,  bringt
aber  so  viele  Vortheile  mit  sich,  daß  man  bei  einem
größeren  Unternehmen  unter  allen  Umständen  von
vornherein  darauf  Bedacht  nehmen  sollte.  Es  bedarf
keiner  weiteren  Erörterung,  daß  Straußenzucht  ohne
Einfriedigung  überhaupt  undenkbar  ist,  aber  auch
für  die  Schafzucht  empfiehlt  sie  sich  in  hohem  Maße.
Für  letztere  sind  am  empfehlenswerthesten  Drahtzäune,
  die  von  unten  bis  zu  einer  solchen  Höhe  aufwärts
  geflochten  sind,  daß  Raubthiere  nicht  hineindringen
  können,  während  oben  starker  Stacheldraht
ein  etwaiges  Hinüberspringen  verhindert.  Ein  so
eingezäuntes  Weidefeld  macht  das  Hüten  der  Schafe
gänzlich  überflüssig,  wodurch  erheblich  an  Lohn  und
Unterhalt  für  Hirten  gespart  wird.  Außerdem  gedeihen
  die  Schafe  aber,  wenn  sie  nicht  über  große
Flächen  hin=  und  hergetrieben  werden,  viel  besser
und  können  auch  des  Nachts  draußen  liegen,
was  ungleich  gesunder  ist,  als  wenn  sie  in  Kraalen
eng  zusammengepfercht  werden.  Sie  werden  auf
diese  Weise  vor  Uebertragung  von  Krankheiten  aller
Art  bewahrt.  In  der  Kapbkolonie,  im  Freistaat  und
vor  Allem  in  Australien  bewährt  und  rentirt  sich
die  Einfriedigung  des  Weidefeldes  vorzüglich.  Daß
auch  das  Uebertreten  nachbarlichen  oder  durchgetriebenen
  Viehes  sowie  die  Verseuchung  des  Feldes
durch  dasselbe  auf  diese  Weise  erfolgreich  verhindert
wird,  braucht  nur  angedeutet  zu  werden.  Die  Ausgaben
  werden  reichliche  Früchte  tragen.

Dasselbe  gilt  von  den  auf  die  Wassererschließung
und  Wasserversorgung  verwandten  Geldern.  Wer

auch  nur  flüchtig  die  von  mir  oben  bezeichneten
Länderstrecken  durcheilt  hat,  bekommt  bereits  durch
die  große  Zahl  von  Windmotoren,  Baggiespumpen,

kleineren  Dämmen  und  sonstigen  Stauanlagen  ein
deutliches  Bild  davon,  wie  viel  in  dieser  Beziehung
in  Südafrika  geschehen  ist.  Fast  auf  jeder  größeren

 

Farm  findet  man  ein  bis  zwei  Windmotoren,  hier
und  da  auch  die  vielfach  sehr  gerühmten  Petroleummotoren
  und  mehrere  kleinere  Dimme.  Ein  Beweis
dafür,  wie  sehr  eine  intensive  Bewirthschaftung  in
dieser  Beziehung  die  Farm  zu  verbessern  und  eine
ergiebige  Ausnutzung  des  Weidefeldes  herbeizuführen
vermag,  bilden  wiederum  die  vorerwähnten  Farmen
des  July  Jackson,  auf  denen  sich  zur  Zeit  ein
großer  und  14  kleinere  Dämme,  ferner  sechs  Windpumpen
  befinden,  die  fast  sämmtlich  erst  von  ihm
errichtet  worden  sind,  während  früher  nur  aus  den
natürlichen,  offenen,  oft  schmutziges  Wasser  enthaltenden
  Wasserstellen  getränkt  wurde.  Nur  ein
größerer  Damm  und  eine  Windpumpe  mit  dreizölligen
  Leitungsröhren  wurde  zur  Frrigation,  alle
übrigen  zum  Tränken  des  Viehes  benützt.  Dies
ermöglichte  eine  Erhöhung  des  Viehstockes  auf  etwa
das  Doppelte  und  bewahrt  außerdem  den  Besitzer
in  sehr  trocknen  Jahren  vor  den  sonst  unvermeidlichen
  Verlusten.  Nebenbei  sei  hier  bemerkt,  daß  ein
Irrigationswindmotor  an  Ort  und  Stelle  auf  70  T,
die  kleineren  mit  ein=  bis  zweizölligen  Röhren  auf
40  &amp;amp;  und  weniger  zu  stehen  kommen.  Da  die
Grundwasserverhältnisse  in  Deutsch-Südwestafrika  im
Allgemeinen  nicht  schlechter,  vielfach  sogar  bei  Weitem
besser  sind  als  in  der  Kapkolonie,  so  wird  sich  dort
bei  systematischem  Vorgehen  dasselbe  erreichen  lassen.
Gute  Tränkevorrichtungen  aus  Holz  oder  Cement,
die  sich  leicht  reinhalten  lassen,  sind  ebenfalls  von
Wichtigkeit.  Schließlich  sollte  bei  jedem  größeren
Betriebe  von  Kleinviehfarmen  die  Anlage  einer
Vorrichtung  zum  Waschen  des  Viehes  gegen  die
in  Deutsch-Südwestafrika  unter  den  gewöhnlichen

Ziegen  sehr  grassirende  Räude  (scab)  von  vornherein

  ins  Auge  gefaßt  werden,  da  durch  das  sofortige
energische  Eingreifen  beim  Auftreten  dieser  Krankheit
großen  Verlusten  vorgebeugt  werden  kann.  Nach
mir  gewordenen  Mittheilungen  sollen  übrigens  die
australischen  Heerden  von  der  Räude  frei  sein.

Bei  größeren  Farmunternehmungen,  die  nicht
von  einem  einzelnen  Eigenthümer  betrieben  werden,
kommt  schließlich  Alles  auf  den  Leiter  derselben  an;
nur  wenn  es  gelingt,  einen  durchaus  zuverlässigen,
praktisch  erfahrenen  und  mit  den  südafrikanischen
Land=  und  Viehzuchtverhältnissen  wohl  vertrauten
Mann  zu  gewinnen,  wird  ein  Erfolg  gesichert  sein.
Allerdings  wird  man  tüchtige  Kräfte  auch  entsprechend
  bezahlen  müssen.  Nach  den  an  verschiedensten
  Stellen  eingezogenen  Erkundigungen  sind
solche  unter  10  000  Mk.  per  Jahr  nicht  zu  gewinnen.


Deutsch-Ueu-Guinea.
Die  Marianen.

Einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Bezirksamtmanns
Fritz  in  Saipan  entnehmen  wir:
        <pb n="242" />
        Sämmtliche  Marianen-Inseln  sind  vulkanischen
Ursprungs,  aber  fast  ausnahmslos  bis  zu  ihren
höchsten  Gipseln  mit  Korallenkalk  bedeckt.  Die  Verwitterungsschicht
  ist  tief  genug,  um  die  Anpflanzung
der  Kokosnuß  auf  allen  Theilen  der  Inseln,  auch  im
Gebirge,  zu  gestatten.  Einen  großen  Theil  der  Haupt-190



——  —  —  —  —

inseln  (Rota,  Tinian,  Saipan,  Pagan)  bedeckt  Sahabe

  zunächst  auf  Saipan  den  Versuch  gemacht,  sie
mit  Kokos  zu  bestellen,  und  6000  Früchte  auf  die
mit  mannshohem  Gras  bewachsenen  Höhen  bringen

—  —

lussen,  von  denen  250  verpflanzt  sind;  3000  werden

im  Laufe  dieses  Monats  gesetzt,  die  übrigen  lasse  ich
an  geschützten  Stellen  zunächst  mannshoch  treiben
und  dann  auspflanzen,  um  für  spätere  Anlagen  den
Unterschied  der  beiden  Methoden  und  den  etwaigen
Einfluß  der  Grasverdämmung  festzustellen.  Aus
sorstlichen,  die  Erhaltung  der  Fruchtbarteit  des  ganzen
Landes  bezweckenden  Gründen  muß  der  Wald  auf
den  Gebirgskämmen  und  steilen  Hängen  und  im
Quellgebiet  der  wenigen  Flüsse  erhalten  bleiben.  Die
Einrichtung  einer  rationellen  Forstwirthschaft  unter
Einführung  neuer  tropischer  und  subtropischer  Holzarten
  halte  ich  für  möglich.  Zunächst  habe  ich  mich
auf  eine  den  Waldschutz  betreffende  Verordnung  beschränkt,
  durch  welche  das  Anzünden  der  Savanne
mit  Strafe  bedroht  und  die  Abholzung  des  sogenannten
  Ifilbaumes  verboten  wird,  der  ein  vorzügliches
  Nutzholz  liefert.

Die  kleineren  Inseln:  Aguiguan,  Farallon  de
Medinilla,  Sariguan,  Farollon  de  Torres,  Guguan,
As-Songsong,  Urracas,  Farallon  de  Pajaros  würden
sich  vielleicht  zur  Bestellung  und  Ausbeutung  durch
Eingeborene  eignen;  sie  sind  meist  schwer  zugänglich.
Die  Inseln  Lindsay,  Anson,  Los  Jardines  sind
gänzlich  unbekannt,  ihre  Existenz  zweifelhaft.
kommen  hauptsächlich  für  Pflanzungsunternehmungen
Saipan  und  Rota  in  Betracht.  Für  diese  Inseln
wird  zwar  zunächst  und  in  erster  Linie  die  Kokoskultur
  ins  Auge  zu  fassen  sein;  große  Strecken  Landes
sind  indessen  auch  zu  anderen  Kulturen  geeignet.
Kassee,  Kakao,  Zuckerrohr,  Tabak,  Reis  gedeihen  hier
und  werden  in  leider  noch  zu  geringem  Umfage
von  den  Eingeborenen  gepflangt.

Die  Chamorros  besitzen  eine  gewisse  Kultur,  auch
entbehren  sie  nicht  des  Unternehmungsgeistes.  Ein
Beweis  hierfür  ist  die  von  zwei  Chamorros  und
einem  Japaner  gegründete,  auf  den  Inseln  Alamagan,
Pagan  und  Arigan  thätige  Pflanzungs=  und  Handelsgesellschaft;
  dieselbe  hat  in  Japan  ein  Schiff  gekauft,
das  der  Verwaltung  zum  Besuche  sämmtlicher  Inseln
zur  Verfügung  steht.

amva.

Die  deutsche  Schule  in  Apia.

In  dem  Bericht  über  das  Schuljahr  1899,/1900
heißt  es:

ziehens  von  Avpia.

 

Es

 

 

vanne,  deren  Wiederaufforstung  nothwendig  ist.  Ich  ist.

—=Hat

  auch  die  Einführung  der  deutschen  Verwaltung
  auf  Samoa  innerhalb  des  Berichtsjahres  noch
keinerlei  Veränderungen  für  die  Schule  mit  sich  gebracht,
  so  kann  doch  von  dem  verflossenen  Schuljahre
mit  Befriedigung  festgestellt  werden,  daß  es,  in  erfreulichem
  Gegensatze  zu  den  beiden  vorhergegangenen,
ein  solches  steten  und  ungestörten  Arbeitens  gewesen
Lehrerwechsel  hat  nicht  stattgefunden,  äußere
Störungen  wie  im  Vorjahre  durch  Krieg,  Krankheiten
und  Unwetter  sind  nicht  vorgekommen,  und  der  Schulbesuch
  war  ein  regelmäßiger.

Das  Schuljahr  wurde  begonnen  mit  62  und  abgeschlossen
  mit  69  Schülern.  Innerhalb  des  Schuljahres
  sind  hinzugekommen  10  und  abgegangen
3  Schüler,  die  letzteren  3  sämmtlich  wegen  Fort-Von
  den  Schülern  (37  Knaben
und,  einschließlich  der  3  abgegangenen,  35  Mädchen!
gehörten  51  der  deutschen,  6  der  amerikanschen,  5  der
englischen,  4  der  schwedischen,  je  2  der  dänischen  und
samoanischen,  je  1  der  französischen  und  portugiesischen
Nationalität  an.

Im  Großen  und  Ganzen  war  das  Unterrichtsgetriebe
  eingerichtet  nach  den  in  Preußen  für  einklassige
  Schulen  geltenden  Bestimmungen.  Dadurch,
daß  nur  ein  Lehrer  an  der  Schule  wirkte,  war  die
ganze  Schularbeit  eine  durchaus  einheitliche,  indem  der
Lehrer  in  einem  Sinne  auf  die  Gesammtzahl  der
Schüler  einwirken  konnte.  So  konnte  das  Lehrpensum
den  Entwürfen  gemäß  erledigt  werden.  Ungünstig
bleibt  es  indessen  bei  einer  so  großen  Schülerzahl,
daß  nur  ein  Lehrer  nicht  jedem  einzelnen  Kinde  die
wünschenswerthe  Berücksichtigung  zu  Theil  werden
lassen  kann.  Beim  Unterricht  der  unteren  Klassen
haben  sich  verschiedene  Knaben  und  Mädchen  der  1.
und  2.  Klasse  als  „Helser“  gut  bewährt.  Als  Kindergärtnerin
  wirkte  die  Samoanerin  Selessa.  Dieselbe
veisteht  es  sehr  gut,  sich  der  Kleinen  liebevoll  anzunehmen,
  mit  ihnen  zu  spielen  und  Fröbelsche  Beschästigungen
  zu  betreiben,  auch  zeigt  sie  großes
Geschick,  den  Kleinen  die  Anfänge  im  Lesen  und
Schreiben  beizubringen.

Die  vier  Klassen  und  der  Kindergarten  hatten
je  25  Unterrichtsstunden  wöchentlich.

Was  die  Schüler  betrifft,  so  kann  deren  sittsames
Betragen,  ihre  Aufmerksamkeit  im  Unterricht  und
besonders  auch  ihr  häuslicher  Fleiß  nur  anerkannt
werden.  Trotz  oder  Widersetzlichkeit  sind  überhaupt
nicht  vorgekommen.

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Kntisklaverei-Bewegung.

Die  Rheinische  Mission  hat  schon  wieder  eine
Tranerkunde  erhalten.  Nach  dem  Blatt  „Die  evangelischen
  Missionen“  ist  der  Präses  der  Hereromission,
Missionar  Viehe  in  Okahandja,  welcher  schon  seit
längerer  Zeit  infolge  rheumatischen  Fiebers  sehr  geschwächt
  war,  gestorben.  Viehe  ist  1839  in  Mennig-
        <pb n="243" />
        —  191

hüffen  bei  Löhne  geboren,  wurde  1866  in  Barmen
ordinirt  und  kam  1890  nach  Okahandja,  zugleich  als
Leiter  des  dortigen  Augustineums,  einer  Anstalt  zur
Ausbildung  eingeborener  Lehrer  und  Evangelisten,
an  der  er  in  großem  Segen  gewirkt  hat.

 

In  den  „Berliner  Missionsberichten“  wird  folgender
  Bericht  über  eine  Reise  nach  Buandjeland
(Deutsch-Ostafrika)  erstattet,  die  zur  Aufsuchung  eines
Missionsplatzes  in  der  Zeit  vom  5.  bis  9.  Juni  1900
unternommen  wurde:

Es  nahmen  theil  an  der  Reise  die  Brüder  Hübner,
Schüler,  Källner,  Losse  und  Klamroth.  Der  Ausgangspunkt
  war  Muakoaleli.

Das  Buandjieland  (ostnordöstlich  von  Muakaleli),
von  Westen  nach  Osten  sich  erstreckend,  zerfällt  in
einen  größeren  westlichen  und  einen  kleineren  östlichen
Theil,  welche  durch  ein  schroffes  Gebirgsthal  voneinander
  geschieden  werden.  Der  westliche  Theil  ist
der  bevölkertste;  es  wohnen  in  demselben  die  Häuptlinge
  Malibale,  Mwabulesi,  Gwaselekela.  Fast  ringsum
von  Bergen  eingeschlossen,  bildet  dieses  Land  ein
Hochplateau,  dessen  Fruchtbarkeit  und  ziemlich  ebenes
Gelände  sehr  an  Ubena  erinnern.  Da  die  Wärme
des  Tages  eine  fast  tropische  ist  (etwa  wie  in  Neu-Wangemannshäöhe),
  so  ist  die  Vegetation  üppig.  Es
gedeihen  Mais,  Bataten,  Erbsen,  Bohnen,  Amalesi,
Amapemba,  Mbanzi,  Kürbisse  2c.,  mit  einem  Wort,
beinahe  alle  Früchte  der  wärmeren  wie  auch  der
kühleren  Gegenden.  Bananen  fehlen.  Wie  schon
erwähnt,  ist  die  Wärme  des  Tages  fast  tropisch  zu
nennen,  die  Kühle  der  Nächte  dagegen  ist  wie  die
des  Kingalandes,  wenn  nicht  noch  empfindlicher.

Der  westliche  und  nordwestliche  Rand  dieses  Landes
ist  gut  bevölkert,  die  Mitte  dagegen  ist  fast  menschenleer.
  Wir  sind  dort  beinahe  zwei  Stunden  geritten,
ohne  auf  Hütten  zu  stoßen.  Der  Führer  versicherte
uns  zwar,  daß  die  Buandje  früher  vor  den  Einfällen
der  Bakinga  (Wahehe)  auch  die  Mitte  des  Landes
bewohnt  hätten,  und  daß  sie  jetzt,  wo  Friede  im
Lande  herrscht,  wieder  mehr  dorthin  ziehen  wollten.
Dies  kann  jedoch  nur  den  westlichen  Theil  betreffen,
wo  genügend  Wasser  vorhanden  ist.

Auch  wir  waren  genöthigt,  den  Stationsplatz  mehr
auf  der  westlichen  Seite  (des  Wassers  wegen)  zu
suchen.  Eine  Unmenge  kleiner  frischer  Bäche  durchfurcht
  diesen  Theil,  und  es  ist  wohl  auch  anzunehmen,
  daß  gerade  dieser  Umstand  die  Eingeborenen
bewogen  hat,  sich  in  demselben  anzubauen.

Was  die  Zahl  der  Bevölkerung  angeht,  so  erschien
uns  selbige  zuerst  etwas  gering,  jedoch  ein  eingehenderes
  Zählen  der  Hütten  zeigte  uns,  daß  dieselbe  auf
mindestens  4000  bis  5000  zu  schätzen  sei.  Auch  das
Vorhandensein  riesiger  bebauter  Felder  berechtigt  die
Annahme  obiger  Einwohnerzahl.

Die  Hütten  der  Eingeborenen  sind  meistens  Rundhütten
  wie  die  der  Ba-Nyakyusa;  Temben  giebt  es
nicht,  wohl  aber  längere  viereckige  Viehställe  und  nur
mit  Erde  gedeckte,  runde  Hütten,  deren  Dächer  bis

 

auf  die  Erde  reichen,  ähnlich  den  früheren  Hütten
der  Bakinga,  nur  bedeutend  größer.

Die  Eingeborenen  sind  keineswegs  arm.  Jedes
kleinere  Gehöft  von  sechs  bis  zehn  Hütten  hatte  eine
Herde  von  Schafen,  Rindern  und  Ziegen  aufzuweisen.
Die  Männer  tragen  als  Kleidung  Zeug,  welches  sie
wahrscheinlich  sowohl  von  den  Weißen  im  Osten,  als
auch  von  denen  im  Süden  erwerben.  Die  Frauen
gehen  nur  mit  Fellen  bekleidet,  wie  die  Häuptlingsfrauen
  der  Bakinga.

Die  Sprache  des  Landes  scheint  ein  Gemisch  von
Kikinga  und  Kisangu  zu  sein.  Da  die  Ba-Buandje
sich  aber  längere  Zeit  im  Mwambalande  aufgehalten
haben,  verstehen  und  sprechen  sie  auch  Ki-Nyakyusa,
so  daß  wir  keines  Dolmetschers  bedurften.

Auch  der  östliche  kleinere  Theil  des  Landes  wurde
von  den  Brüdern  Hübner,  Losse  und  Klamroth  besucht,
  welcher  von  dem  westlichen  durch  das  gewaltige
Thal  des  Numbiflusses  getrennt  wird,  dessen  Durchschreiten
  etwa  zwei  Stunden  in  Anspruch  nimmt.
Hier  ist  das  Gebiet  des  Häuptlings  Kwabilinika,  das
ebenfalls  eine  Einwohnerzahl  von  1000  bis  1500
Seelen  aufweisen  dürfte.  Da  selbiges  bedeutend
kleiner  ist,  konnte  natürlich  von  Anlegung  einer  Station
keine  Rede  sein;  jedoch  als  Außenplatz  der  neuen
Buandjestation  dürfte  auch  dieses  Ländchen  ins  Auge
gefaßt  werden.

Auch  betont  Bruder  Hübner,  daß  die  Vorberge
Buandjes  noch  einigermaßen  bevölkert  seien,  welche
er  auf  seiner  Reise  von  Iringa  berührte.

 

In  der  Zeitschrift  des  Afrikavereins  deutscher
Katholiken  „Gott  will  es“  wirft  P.  Walter  einen
Rückblick  auf  die  zehnjährige  Thätigkeit  der  katholischen
Mission  in  Kamerun,  worin  es  heißt:

Schon  im  Jahre  1895  war  an  einzelnen  Plätzen
der  Versuch  mit  auswärtigen  Schulen  gemacht  worden,
und  da  der  Erfolg  den  Erwartungen  entsprach,  wurde
im  Jahre  1896  die  Anzahl  solcher  Dorfschulen  bedeutend
  vermehrt  und  fast  das  ganze  Gebiet  seitwärts
  von  Kamerunstadt  mit  Dorsfschulen  besetzt.
Marienberg  hatte  allein  an  24  Schulen,  die  gegen
900  Schüler  aufwiesen;  Kribi  errichtete  ungefähr
zehn  Dorsschulen  mit  etwa  300  Schülern.  Auch
Edea,  welches  infolge  Priestermangels  im  Jahre  1895
zeitweise  von  den  Missionaren  verlassen  werden  mußte
und  nur  von  einem  tüchtigen  schwarzen  Lehrer  verwaltet
  worden  war,  wurde  wieder  mit  einem  Priester
und  zwei  Brüdern  besetzt.  Von  da  aus  wurde  neben
dem  Umbau  der  Missionsgebäude,  die  von  den  weißen
Ameisen  sehr  stark  gelitten  hatten,  eine  sehr  lebhafte
und  weitgehende  Missionsthätigkeit  im  Hinterlande
und  unter  den  umliegenden  Stämmen  unternommen.
In  kurzer  Zeit  entstanden  mehr  als  zwölf  blühende
Dorsschulen.

Wenn  auch  durch  diese  Dorsschulen  nicht  gerade
eine  vollkommene  und  eingehende  Missionsarbeit  geleistet
  werden  kann,  dienen  sie  doch  sehr  dazu,  die
Bevölkerung  mit  den  Bestrebungen  der  Mission  be-4
        <pb n="244" />
        kannt  zu  machen  und  die  Mission  in  Berührung  mit
den  Völkerstämmen  zu  bringen,  die  weit  der  Missionssiation
  abliegen  und  vielleicht  nie  unter  den  Einfluß  der
Mission  kommen  würden.  Solche  Dorsschulen  entstanden
  in  Gebieten,  die  zwei  bis  sechs  Tagereisen
weit  von  Edea  entfernt  im  Hinterlande  liegen.

Im  Jahre  1896  suchte  der  Präfekt  auch  seinen
längst  gehegten  Wunsch,  in  Kamerunstadt  eine  katholische
  Mission  zu  errichten,  der  Verwirklichung  näher
zu  bringen.  Diese  Station  war  mit  der  Zeit  zur
Nothwendigkeit  geworden;  denn  Kamerunn  ist  die
Centrale  des  Verkehrs,  der  Hauptsitz  der  Regierung,
die  Station  von  Kriegsschiffen,  unter  deren  Besatzung
sich  stets  eine  Anzahl  von  Katholiken  befindet.  Auch
ist  es  vermöge  seiner  Lage  und  seiner  Verbindungen
durch  Dampfer  mit  den  anderen  Punkten  des  Landes
die  natürliche  Centrale  eines  jeden  Unternehmens  in
der  Kolonie.  In  Kamerunstadt  wurde  im  Jahre
1897  die  ganze  große  Station  fertiggestellt.  Das
große  Wohnhaus  für  die  Missionare  wurde  schon
im  August  bezogen;  die  herrliche  Kirche  von  35  m
Länge  konnte  ebenfalls  noch  gegen  Ende  des  Jahres
eingeweiht  werden.  Außer  diesen  Gebäuden  wurden
ein  Schulhaus,  ein  mächtiges  Schlafhaus  für  die
Kinder  und  die  Oekonomiegebände  errichtet.

Aus  Kamerun  berichtet  ferner  P.  Vieter  in
„Kreuz  und  Schwert“:

Ende  Januar  mache  ich  eine  kleine  Reise  nach
Yaünde,  um  dort  eine  Missionsstation  anzulegen.
P.  Hoegor  und  zwei  Laienbrüder  gehen  mit  mir..
Nach  Yaunde  zu  gehen,  ist  für  uns  zur  zwingenden
Nothwendigkeit  geworden.  In  Kribi  wurden  seit
Jahren  Kinder  aus  Yaunde  aufgenommen,  getauft
und  erzogen.  Wohl  an  80  dieser  Yaünde  sind  jetzt
erwachsen,  aus  der  Mission  entlassen  und  wollen  in
ihrer  Heimath  christliche  Familien  gründen.  Wenn
sie  gute  Christen  bleiben  sollen,  bedürfen  sie  einer
geordneten  Seelsorge,  somit  ist  eine  Missionsstation
in  Yaüunde  eine  Nothwendigkeit.  Das  MBaündeland
liegt  600  bis  700  m  über  dem  Meer,  ist  nach  Aussage
  aller  Reisenden,  die  es  kennen,  fruchtbar,  hat
eine  friedliche,  gutgesinnte  Bevölkerung,  die  voraussichtlich
  leichter  zum  Christenthum  zu  bringen  ist  als
die  Küstenbevölkerung.

 

In  demselben  Blatt  wird  ans  Bagamoyo
(Deutsch-Ostafrika)  geschrieben:

Gesegnet  und  trostvoll  ist  das  Wirken  unserer
Missionare  in  der  Hauptstation  der  deutsch-ostafrikanischen
  Mission.  Ihre  40  jährige  mühevolle  Thätigkeit
  lohnt  ihnen  Gott  mit  schöner  Seelenernte.  In
sechs  Monaten,  von  Januar  bis  Juni  1900,  hatten
sie  das  Glück,  592  Erwachsenen  die  heilige  Taufe
zu  spenden.  Seit  dem  Bestehen  der  Missionen  sind
die  Bekehrungen  nie  so  zahlreich  gewesen.

Das  „Monatsblatt  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft
  zu  Bremen“  giebt  einen  eingehenden  Be- 



richt  über  die  Arbeit  der  Missionsdiakonissen  in
Keta  (in  der  englischen  Goldküstenkolonie  nahe  an
der  Grenze  von  Togo).  Nachstehende  Mittheilungen
dürften  mit  Rücksicht  auf  die  ausgedehnte  Thätigkeit
dieser  Mission  in  dem  benachbarten  deutschen  Schutzgebiet
  von  Interesse  sein:

Die  erstmalige  Aussendung  zweier  Schwestern
vom  Diakonissenhause  „Bethlehem“  in  Hamburg  erfolgte
  am  1.  November  1889.  Es  war  das  erste
Mal,  daß  evangelische  Diakonissen  in  den  Dienst
einer  Missionsgesellschaft  traten,  ohne  das  Verhältniß
zu  ihrem  Mutterhause  zu  lösen.  Im  Ganzen  sind
bis  jetzt  14  Schwestern  ausgesandt,  deren  Arbeitszeit
eine  verschiedene  war;  zwei  haben  ihr  Leben  in  dem
Dienste  gelassen.  Die  Hauptaufgabe  des  Diakonissenhauses
  besteht  in  dem  Schul=  und  Handarbeitsunterricht
  (drei  Schulklassen)  und  der  Krankenpflege.  Auch
die  Eltern  der  Schulkinder  werden  besucht.  Einen
tiefen  Einblick  gewährt  der  Bericht  namentlich  in
die  umfassende  und  erfolgreiche  Mitthätigkeit  dreier
getauften  treuen  eingeborenen  Gehülfinnen  Henriette,
Hanna  und  Mercy,  welche  dem  an  der  Küste.  wohnenden
  Anglostamme  angehören.  Die  eine  ist  die
treueste  Stütze  bei  der  Erziehung  der  25  Mädchen,
die  im  Hause  wohnen;  sie  hilft  den  Diakonissen  bei
der  Behandlung  der  Kranken  und  bei  dem  Unterricht
der  Frauen.  Die  beiden  anderen  helfen  vornehmlich
in  der  Schularbeit.  Es  wird  ihnen  von  den  Kindern
  ohne  Ausnahme  eine  besondere  Liebe  entgegengebracht.
  Mercy  hat  neben  großer  Begabung  für
den  Unterricht  auch  ein  hervorragendes  musikalisches
Talent,  den  Gesang  der  Kinder  begleitet  sie  auf  dem
Harmonium.  Dies  Talent  ist  um  so  wirkungsvoller,
als  die  Pflege  des  Gesanges  und  der  Musik  im
Evhevolk  überhaupt  einen  wichtigen  Platz  einnimmt.
So  hat  sich  auch  ein  vertrauensvolles,  freundschaftliches
  Verhältniß  zwischen  den  Diakonissen  und  ihren
eingeborenen  Gehülsen  zum  Segen  des  Hauses  und
seiner  Pfleglinge  gestaltet.

Rus  fremden  RKolonien  und
Produhktionsgebieken.

Die  Amdacababn  in  Angola.

Die  Ambacabahn,  welche,  von  S.  Paolo  de  Loanda
ausgehend,  bis  Malange  fertiggestellt  ist,  hat  pro
Kilometer  34  709  Milreis  =  109  333  Mk.  Baukosten
  verursacht.  Diese  Zahlen  sind  höher  als  bei
der  Kongobahn,  wobei  jedoch  in  Betracht  zu  ziehen
ist,  daß  die  letztere  nuur  75  cm  Spurweite  und  auf
einer  Strecke  von  400  km  nur  acht  Stationen  hot,
während  die  Ambacabahn  1  m  Spurweite  und  auf
einer  Strecke  von  364  km  13  Stationen  aufweist.
Außerdem  sind  auf  der  Kongobahn  noch  manche
provisorische  Kunstbaunten  durch  definitive  zu  ersetzen.

Die  Bruttoeinnahmen  der  Ambacabahn  betrugen
pro  Kilometer  im  Jahre:
        <pb n="245" />
        —  193

1890—1891  254-  270  Reis,
1891—1892.  332-l  836
1892—1893  432  c-009  --1893—1894
  476  =  678  =
1894—1895.  577  972  —-1895—1896
  670  =  021  =
1896—1897  691  =  033  =
1897—1898  591  320  =
1898—1899  672-  236  =
1899—1900  846  =  003  =

Die  Gesammteinnahme  der  Linie  betrug  im
Wirthschaftsjahre  1899—  1900  306  115  Milreis  —
964  261  Mk.,  wovon  entfielen:

Milreis  Mk.
auf  Personenbeförderung  41  623  =  131  112,
Eilgutbeförderung  6  339  =  18  967,

Frachtgulbeförderung  258  153  =  813  181.
Es  wurden  in  diesem  Jahre  befördert:

26  876  Personen,

5  877  Stück  Vieh,

17.590  Tonnen  Waaren.

Kultur  von  Guttaperchabäumen  in  Uiederländisch-Indien.

Einem  Bericht  des  Kaiserlich  deutschen  Generalkonsuls
  in  Batavia  entnehmen  wir:

Das  Mitte  der  40er  Jahre  des  vorigen  Jahrhunderts
  zuerst  in  den  Handel  gebrachte  Guttapercha,
welches  der  Milchsaft  verschiedener  tropischer  Baumsorten
  liefert,  kommt  fast  ausschließlich  aus  dem
malayischen  Archipel  und  zwar  zum  größten  Theil
aus  Niederländisch-Indien,  namentlich  Borneo  und
Sumatra,  aus  deren  Urwäldern  die  Eingeborenen
das  werthvolle  Produkt  holen,  das  dann  durch  Vermittelung
  chinesischer  Aufkäufer  meist  in  Singapore
in  den  Handel  gebracht  wird.  So  lange  sich  der
Bedarf  in  gewissen  Grenzen  hielt,  begnügten  sich  die
Eingeborenen  damit,  das  Guttapercha  durch  Einschnitte
in  die  Bäume  zu  gewinnen.  Als  aber  die  Ausfuhr,
die  aus  Singapore  im  Jahre  1845  erst  10  140,
1848  aber  schon  720  000  kg  betrug,  in  die  Millionen
wuchs,  gingen  sie  behufs  Erzielung  reichlicherer  Ernten
dazu  über,  die  Bäume  zu  fällen,  ohne  aber  für
Nachwuchs  zu  sorgen.  Die  Folgen  dieser  Raubwirthschaft,
  die,  nach  der  Ausfuhr  zu  schließen,  in
den  letzten  Jahren  außerordentlich  zugenommen  haben
muß,  machen  sich  zwar  in  den  Jahresziffern  der
Gesammtausfuhr  von  Guttapercha  aus  Niederländisch-Indien


1889.  1  598  330  kg.)  1895.  1  347  834  kg,
1890.  2277  326  1896  1  337745  =
1891.  1  402  923  1897.  1448  973.=1892
  1  201  630  =  1898.  4361  514
1893.  1270  533  18%  7  263  048.
1894  1281  664  =

noch  nicht  bemerkbar,  wohl  aber  schon  in  dem  Versiegen
  der  Produktion  einzelner  Landschaften,  die
früher  Guttapercha  lieferten,  und  wenn  nach  der

 

—

Ausbente  die  Zahl  der  jährlich  gerodeten  Bäume
auf  einige  Millionen  geschätzt  werden  muß  und  die
Ausfuhr  weiter  in  dem  Tempo,  wie  in  den  letzten
Jahren,  zunimmt,  so  läßt  sich  ermessen,  wie  sehr  die
Gefahr  des  Aufhörens  der  Produktion  von  Guttapercha
  näher  rückt,  während  gleichzeitig  der  Bedarf
an  diesem  unentbehrlichen  Isolirmaterial  für  Telegraphenkabel
  größer  ist  denn  je.

Auf  diese  Gefahr  hatte  bereits  im  Jahre  1883
Dr.  W.  Burck,  damals  Adjunktdirektor  des  botanischen
Gartens  zu  Buitenzorg,  hingewiesen  welcher  im
amtlichen  Auftrage  zum  Studium  der  Guttapercha
liefernden  Bäume  eine  Reise  nach  den  Padangschen
Bovenlanden  an  der  Westküste  von  Sumatra  unternommen
  und  dabei  die  Ausrottung  dieser  Bäume
konstatirt  hatte.  Da  ein  gesetzlicher  Waldschutz  zur
Verhinderung  der  Raubwirthschaft  in  den  Produktionsgebieten
  undurchführbar  ist,  so  schlug  Dr.  Burck
vor,  auf  dem  Wege  systematischer  Kultur  der  Bäume
Abhülfe  zu  suchen.  Der  Vorschlag  fand  Beifall  bei
der  niederländisch-indischen  Regierung,  und  schon  im
Jahre  1884  wurden  Dr.  Burck  und  Dr.  Treub,  der
jetzige  Direktor  des  botanischen  Gartens  zu  Buitenzorg,
  beauftragt,  für  eine  Palaquiumpflanzung  ein
geeignetes,  nicht  zu  weit  von  Buitenzorg  entferntes
Stück  Land  auszusuchen.  Sie  wählten  dazu  ein
hügeliges  Gelände  von  240  bouws  =  170  ha  in
Tiwetir  in  etwa  500  m  Mcereshöhe  und  in  einem
Abstande  von  7½  paal  =  etwa  14  km  von  der
Eisenbahnhaltestelle  Tjibadak  in  den  Preanger  Regentschaften.
  Noch  im  Westmonsun,  April  1885,
wurde  mit  der  Bepflanzung  von  7  bouws  =  etwa
5  ha  begonnen.  In  den  folgenden  Jahren  dehnte
sich  die  Pflanzung  so  aus,  daß  sie  unter  ständige
europäische  Aussicht  gebracht  werden  mußte  und  deshalb
  1891  dem  Ressort  des  Forstwesens  mit  dem
Auftrage  überwiesen  wurde,  die  besten  Palaquiumarten
  zu  pflanzen.  Das  zu  starke  Vorwiegen  forstlicher
  Gesichtspunkte  unter  dieser  Verwaltung  trug
indessen  den  Zwecken  der  Pflanzung  wenig  Rechnung
und  wurde  die  Ursache,  daß  sie  im  Jahre  1900  von
jenem  Ressort  wieder  abgetrennt  wurde,  um  aufs
Neue  der  Direktion  des  botanischen  Gartens  unterstellt
  zu  werden.  Letztere  hat  die  Förderung  der
Zwecke,  welchen  die  Pflanzung  dienen  soll,  nämlich

1.  Ermittelung  der  Palaquiumart,  welche  sich  am
besten  zur  Waldkultur  eignet,

2.  Studium  der  botanischen  Abstammung,

3.  Feststellung  der  für  das  Wachsthum  der  besten
Palaquiumbäume  erforderlichen  klimatologischen
und  anderen  Bedingungen,

4.  Studium  der  Art  der  Vermehrung,  ob  Samen
oder  Markottirung

sofort  energisch  in  die  Hand  genommen  und,  um  die
Versuche  in  großem  Maßstabe  betreiben  zu  können,
die  Regierung  zur  Einstellung  eines  entsprechenden
Postens  in  das  indische  Budget  für  1901  veranlaßt.
In  diesem  Westmonsun,  wo  schon  viele  Tausende  von
Samen  aus  dem  Kulturgarten  Tjikemeuh  bei  Buiten-
        <pb n="246" />
        —  194

zorg  in  Tjipetir  keimen,  soll  die  Anpflanzung  um
140  bouws  =  etwa  99,5  ha  und  1901—1902  um
315  bouwms  =  etwa  223,5  ha  vergrößert  werden.
Nachdem  sie  so  eine  Ausdehnung  von  550  bouws
—  etwa  390,5  ha  erlangt  haben  wird,  hofft  man,
in  weiteren  fünf  Jahren  noch  2000  bouws  —
1419  ha  zu  bepflanzen.  Dabei  sollen  nur  gute
Palaquiumarten,  nämlich  Palaquinm  gutta  (früher
Isonandra  gutta  genannt),  Palaquium  borneense
und  Palaquium  oblongifolium  verwandt  werden.
Wenn  aller  Samen,  den  der  Kulturgarten  Tjikemeuh,
Tjipetir  selbst  und  eine  Palaquium  oblongifolium-Anpflanzung
  in  Poerwokerto  liefert,  verbraucht  wird,
so  wird  dies  Material  gerade  zu  der  geplanten  Ausdehnung
  der  Pflanzung  ausreichen,  so  daß,  wie  beiläufig
  bemerkt  sein  mag,  vom  botanischen  Garten  zu
Buitenzorg  Samen  anderweitig  nicht  abgegeben
werden  kann.

Dies  in  großem  Stile  entworfene  Unternehmen
verspricht  der  brennend  gewordenen  Frage  der  Guttaperchaproduktion
  neue  Wege  zu  eröffnen  und  nach
dem  vorbildlichen  Beispiele  der  Kinakultur  dem  privaten
  Unternehmungsgeiste  auf  diesem  Felde  ein
Führer  zu  werden,  von  dessen  durch  Mühen  und
Geldopfer  erkauften  Erfahrungen  er  später  Nutzen
ziehen  kann.  Hinsichtlich  der  Rentabilität  der  Kultur
werden  die  in  Tjipetir  gesammelten  und  noch  zu
sammelnden  Erfahrungen,  zumal  Arbeitskräfte  in
dortiger  Gegend  wegen  der  vielen  benachbarten  Privatplantagen
  verhältnißmäßig  theuer  sind,  nicht  in
demselben  Grade  maßgebend  sein  können  wie  für  die
sonstigen  Fragen,  da  eine  Regierungsunternehmung
dieser  Art,  die  in  erster  Linie  allgemeinen  Zwecken,
nicht  der  Erzielung  eines  möglichst  hohen  Gewinnes
dient,  unter  wesentlich  anderen  Bedingungen  und  im
Allgemeinen  theurer  arbeitet  als  ein  lediglich  von
wirthschaftlichen  Gesichtspunkten  beherrschtes  Privatunternehmen.


Außer  dem  Unternehmen  in  Tjipetir  und  der
kleinen  Kultur  in  Tjikemeuh  bestehen  auf  Java  nur
noch  zwei  Anpflanzungen  in  der  Abtheilung  Poerwokerto
  der  Residentschaft  Banjoemas,  von  denen  die
ältere,  schon  aus  dem  Jahre  1856  datirende,  nur
noch  aus  58  Bäumen  besteht.  Die  jüngere,  größere,
ist  in  den  80er  Jahren  entstanden,  beide  Anlagen
sind  aber  bis  jetzt  etwas  vernachlässigt  worden.  In
den  übrigen  Theilen  von  Niederländisch-Indien  ist
die  Guttaperchakultur,  für  die  jetzt  auch  die  Eingeborenen
  Interesse  zu  zeigen  beginnen,  erst  an  wenigen
Stellen  und  erst  in  neuester  Zeit  durch  die  Privatindustrie
  in  Angriff  genommen  worden.  So  wurde
1898  in  Medan  an  der  Ostküste  von  Sumatra  eine
Nederlandsch=  Indische  Getah  Pertja  Maatschappy
gegründet;  ferner  besteht  eine  junge  Anpflanzung
auf  der  Insel  Bintang  im  Riouw-Archipel,  und
sollen  zwei  weitere  derartige  Unternehmungen  an  der
Westküste  von  Borneo  bei  Pontianak  im  Gange  sein,
Unternehmungen  einer  deutschen  bezw.  einer  englischen
Firma  in  Singapore.  Auch  dort  ist,  und  zwar  von

 

dem  französischen  Konsul  de  Jouffroy  d'Abbans,
unter  dem  Namen  Guttah  Rubber  Syndicate,  ein
der  Kultur  von  Guttapercha  und  Kautschuk  gewidmetes
  Unternehmen  gegründet  worden,  dessen  Pflanzung
  sich  im  Territorium  des  Sultans  von  Johore
befindet.  Endlich  ist  hier  noch  die  im  Haag  errichtete
Nederlandsche  Getah  Pertja  Maatschappy  zu  erwähnen.
Alle  diese  Unternehmungen  setzen  sich  zum  Ziel,  das
Guttapercha  aus  den  Blättern,  und  zwar  auf
mechanischem  Wege,  zu  extrahiren.  Ueber  den
dazu  nöthigen  Prozeß,  welchen  ein  Holländer,  P.  H.
Ledeboer,  jetzt  französischer  Staatsangehöriger,  erfunden
  hat,  ist  bis  jetzt  wenig  in  die  Oeffentlichkeit
gedrungen.  Es  wird  aber  gesagt,  daß  das  Verfahren
seinen  Zweck  vollständig  erfülle.  Liefert  es  ein  dem
bisher  aus  dem  Baume  selbst  gewonnenen  Guttapercha
  gleichwerthiges  Produkt,  und  kann  den  Bäumen,
wie  es  scheint,  das  Laub  ohne  Nachtheil  für  ihr
Wachsthum  entnommen  werden,  so  ist  in  der  That
mit  der  Anwendung  dieses  Verfahrens,  welches  sehr
viel  schnellere  und  reichere  Erträge  liefert  als  das
bisherige  primitive  Verfahren,  ein  weiterer  wichtiger
Schritt  für  die  Guttaperchaproduktion  geschehen.

Berschiedene  Witkheilungen.

Die  Bekämpfung  der  Malaria.

Für  die  Bekämpfung  der  Malaria  in  unseren
Schutzgebieten  werden  in  der  deutschen  medizinischen
Fachpresse  nach  zwei  verschiedenen  Richtungen  hin
Vorschläge  gemacht.  Geheimrath  Koch')  hat  eine
Methode  der  systematischen  Ausrottung  der  Malaria
als  Seuche  —  durch  Aussuchen  der  endemischen
Malarianester  unter  den  Eingeborenen  mittelst  der
Kinderblutuntersuchungen  und  durch  konsequente  Ausheilung
  aller  zugänglichen  Kranken  in  solchen  Restern
mittelst  Chinin  —  angegeben  und  bereits  erfolgreiche
Versuche  in  Stephansort  (Neu-Guinea)  angestellt.
Regierungsarzt  Dr.  F.  Plehn?##)  vertritt  die  von
Engländern  und  Italienern  ausgehende  Methode  des
Schutzes  des  Menschen,  namentlich  des  Weißen,  vor
den  blutsaugenden  Insekten,  welche  nach  unserem
jetzigen  Wissen  allein  die  Malaria  übertragen  —
den  Anophelesarten  —  durch  Drahtgazeverhüllung
von  Thür  und  Fenster,  durch  schleierartige  Bekleidung
des  ganzen  Körpers  bei  nächtlichen  Ausflügen,  durch
Anlage  bezw.  Verlagerung  der  Europäerniederlassungen
fern  von  den  Eingeborenendörfern,  und  durch  mäßiges,
  prophylaktisches  Chininnehmen.  Es  plant  also
Koch  großartige,  allgemein  hygienische  Maßnahmen,
während  Plehn  für  eine  intensive  individual
hygienische  Lebensweise  eintritt.

*  In  Nr.  49  u.  50  1900  der  Deutschen  Medizinischen
Wochenschrift  und  in  dem  am  15.  November  1900  in  der
Kolonialgesellschaft,  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg,  gehaltenen
  Vortrag.

*")  In  Nr.  6  des  4.  Bandes  des  Archivs  für  Schiffsund
  Tropenhygiene.
        <pb n="247" />
        195

Auf  ein  vom  Stabsarzt  Dr.  Kuhn  in  Südwestafrika
  gefundenes  Mittel,  das  Menschen  gegen  Malaria
  immunisiren  soll,  kann  hier  nicht  näher  eingegangen
  werden,  da  wissenschaftliche  Berichte  darüber
noch  nicht  vorliegen.?)

Auf  derart  frisch  beackertem  Gebiet,  wie  es  die

Tropenhygiene  darstellt,  läßt  sich  schwer  voraussagen,  «

welchem  Säemann  einst  die  reichste  Ernte  zufallen
wird.  Für  den  von  Plehn  empfohlenen  Moskitoschutz
sprechen  besonders  die  Erfolge,  die  in  Italien  bei
den  Bahnangestellten  in  einer  Malariagegend  gemacht
sind.  Aber  auch  bei  diesem  Unternehmen  waren  die
zu  Schützenden  erst  durch  konsequente  Chininbehandlung
  —  im  Sinne  der  Vorschläge  Kochs  —  vor
den  Rückfällen  alter  Malaria  gesichert.  Andererseits
hat  Koch  neben  seinen  eigenen  gelungenen  Experimenten
  in  Stephansort  das  Beispiel  der  Insel  Java
für  sich,  auf  der  die  einst  furchtbare  Herrschaft  der
Malaria  dadurch  gebrochen  ist,  daß  in  den  letzten
beiden  Jahrzehnten  durch  kostenfreie  Chininabgabe
an  die  Bevölkerung  jeder  Malariakranke  sich  ausheilen
lassen  konnte.  Wenn  schon  solche  allgemeine  Maßregel,
  solches  „wilde  Chininnehmen“,  nachweisbar
günstig  wirkt,  darf  man  wohl  auf  schnellere  Erfolge
von  einer  sostematischen  Chininanwendung,  wie  sie
Koch  vorschlägt,  hoffen.

Bei  solchen  Meinungsverschiedenheiten  unter  den
Forschern  auf  tropenhygienischem  Gebiet  lann  man
es  den  Tropenpraktikern  —  Aerzten  und  Laien  —
nicht  so  sehr  verdenken,  wenn  sie  zögern,  die  neuen
Lehren  anzunehmen  und  sofort  in  die  That  umzusetzen.
  Ehe  die  allgemeine  Anerkennung  verlangt
werden  kann,  müssen  einwandfreie  Resultate  aus  den
verschiedensten  Schutzgebieten  vorliegen.  Die  hierhin
zielenden  Versuche  sind  bereits  planmäßig  eingeleitet,
und  wenn  auch  die  Fortsetzung  der  von  Koch  angein

  erster  Linie  die  amtliche  Unterstützung  findet,  weil
sie  ungleich  höhere  Ziele  für  das  Allgemeinwohl  im
Auge  hat,  so  werden  die  Experimente  mit  Moskitoschutz
  doch  durchaus  nicht  vernachlässigt.
Ausrottung  der  Malaria  wird  im  günstigsten  Fall
noch  viele  Jahre  dauern,  und  in  der  Uebergangszeit
muß  jedes  Mittel  willkommen  sein,  das  die  Gesundheit
  und  Arbeitskrast  des  Einzelnen  zu  erhalten
verheißt.

Während  Stabsarzt  Dr.  Vogedes  als  Assistent
Kochs  sich  am  6.  Februar  d.  Is.  nach  Südwestafrika
begeben  hat,  um  in  dieser  für  die  weiße  Besiedelung

 

–——□.  —  —  —  -  —

und  Stationen  gegeben  wird.

wichtigsten  Kolonie  die  Ausrottung  der  Malaria

unter  den  Eingeborenen  anzubahnen,  ist  am  11.  Februar

  d.  Is.  Stabsarzt  Dr.  Zupitzoa  —  von  der

ostafrikanischen  zur  Kameruner  Schutztruppe  versetzt
—  mit  einer  kompleten  moskitosicheren  Ausrüstung
abgereist,  um  am  eigenen  Körper  den  Beweis  zu
liefern,  wie  man  sich  im  schlimmsten  Malarialand,
in  Kamerun,  vor  jeder  Ansteckung  schützen  kann.

5  Eine  vorläufige  Notiz  steht  in  der  Deutschen  Medizinischen
  Wochenschrift  1900  Nr.  44.

Kolonien,

zen  2c.  der  einzelnen  Schutzgebiete.

"„  1  %  Mhl  it  ten,  d
bahnten  Bekämpfung  der  Malaria  als  Volksseuche  Bereicherung  haben  die  Abschnitte  erfahren,  in  denen

Auch  für  Ostafrika  sind  parallel  laufende  Versuche
nach  beiden  Richtungen  —  Moskitoschutz  und  Malariaausrottung
  —  in  Aussicht  genommen.  Dieselben
sollen  noch  im  Laufe  dieses  Jahres  zur  Ausführung
kommen,  und  zwar  im  Anschluß  an  den  projektirten
Bahnbau,  um  bei  diesem  Unternehmen  von  vornherein
  den  weißen  Angestellten  wie  den  farbigen
Arbeitern  die  möglichst  besten  Gesundheitsverhältnisse
zu  gewährleisten.

    

VVVYTTVTVyTYVY+TVTVY  TYTYTWYTFT7?  TTyT!TVYYTYT  TYTTYT  I’

Titterakur.

Dr.  Rudolf  Fitzner:  Deutsches  Kolonial-Handbuch,
nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet.  Band  I,  zweite
erweiterte  Auflage.  Hermann  Paetel,  Berlin.
Band  I  und  1I  Mk.  8,—.

Der  kulturelle  Fortschritt  in  den  alten  Kolonien
und  der  Erwerb  neuen  Besitzes  hat  den  Stoff  für
das  „Deutsche  Kolonial-Handbuch“  derartig  anschwellen
  lassen,  daß  bei  der  neuen  Auflage  eine
Ausgabe  in  zwei  Bänden  geboten  erschien.  Der
vorljegende  erste  Band  behandelt  die  afrikanischen
während  der  demnächst  zu  erwartende
zweite  Bond  den  deutschen  Kolonialbesitz  in  Ostasien
und  in  der  Südsee  zur  Darstellung  bringen  foll.
Die  Anlage  des  Werkes  ist  in  den  Grundzügen  die
gleiche  geblieben,  das  umfangreiche  Material  ist
übersichtlich  gegliedert  und  gestattet  ein  schnelles  Zurechtfinden;
  zahlreiche  Tabellen  und  Zusammenstellungen
  ermöglichen  einen  raschen  Ueberblick  über
den  Entwickelungsgang  der  Bevölkerung,  des  Einund
  Ausfuhrhandels,  des  Plantagenbaues,  der  Finan-Eine
  besondere

eine  eingehende  Beschreibung  der  einzelnen  Ortschaften
Ueberhaupt  wird  die
neue  Auflage  des  Buches  dem  guten  Ruf,  den  es

sich  bei  seinem  ersten  Erscheinen  erworben  hat,  in
Denn  die  sich  sein  sch  he

jeder  Beziehung  gerecht.

Koloniales  Handels-  und  Verkehrsbuch.  Deut—
scher  Kolonialverlag  (G.  Meinecke),  Berlin.  Mk.  1,—.
Die  Verlagshandlung,  die  seit  Jahren  den
deutschen  Kolonial-Kalender  und  statistisches  Handbuch
herausgiebt,  hat  sich  wegen  der  Ueberfülle  des  Stoffes
genöthigt  gesehen,  den  sich  auf  den  Handel  und
Verkehr  beziehenden  Theil  in  einem  besonderen  Buche
herauszugeben.  Dieses  Handbuch  enthält  die  Listen
der  Postanstalten,  der  in  den  Schutzgebieten  thätigen.
Firmen  und  Erwerbsgesellschaften,  der  deutschen
Importeure,  der  Fabrikanten  für  Verarbeitung  der
Rohstoffe  sowie  der  Exporteure  nach  den  deutschen
Kolonien.  Außerdem  sind  sämmtliche  kolonialen
Postbestimmungen,  Zollverordnungen,  Eisenbahntarife,
Dampsschiffsverbindungen  2c.  aufgeführt.

—  —  —  —
        <pb n="248" />
        —

Prof.  Th.  Lindner:  Die  deutsche  Hanse.  Ihre
Geschichte  und  Bedeutung.  Mit  Titelbild,  72  Textabbildungen
  und  Karte  in  Farbendruck.  Zweite
Auflage.  Ferd.  Hirt  &amp;amp;  Sohn,  Leipzig.  Mk.  3,—,
geh.  Mk.  2,25.

Die  erste,  wesentlich  theurere  Auflage  ist  vergriffen.
  Um  nun  die  Anschaffung  auch  in  den  weitesten
Kreisen  zu  ermöglichen,  hat  die  Verlagsbuchhandlung
die  neue  Auflage  jetzt  als  billige  Volksausgabe  erscheinen
  lassen.  Bei  dem  fort  und  fort  steigenden
Interesse  für  unser  See=  und  Handelswesen  und
für  die  Marine  ist  dieses  belehrende  und  fesselnd
geschriebene  Buch  eine  willkommene  Gabe.  Es  zeigt,
was  deutscher  Muth  und  deutsche  Intelligenz  in  den
Tagen  der  Hanse  Großes  geleistet  haben,  und  legt
die  Gründe  dar,  die  zu  den  Erfolgen  der  Hanse,
später  aber  auch  zu  ihrem  Niedergange  geführt  haben.

H.  Raddatz:  Die  Suahili-Sprache.  Zweite  Auflage.
Bearbeitet  von  A.  Seidel.  (Kochs  Sprachführer
Bd.  22.)  Dresden  u.  Leipzig,  C.  A.  Kochs  Verlagsbuchhandlung
  (H.  Ehlers).  Mk.  3,60.

Die  zweite  Auflage  dieses  Lehrbuches  ist,  den
veränderten  Verhältnissen  entsprechend,  in  einzelnen
Theilen  vollständig  umgearbeitet  worden.  So  fand
ein  kurzes  Vokabular  derjenigen  Sprachen  Aufnahme,
in  deren  Herrschaftsgebiet  sich  in  den  letzten  Jahren
die  eigentliche  wirthschaftliche  Thätigkeit  zu  entfalten
beginnt,  d.  h.  der  Sprachen  von  Usambara,  Bondöi,
der  Sprache  der  Karawanenträger,  des  Kinyamwezi
und  des  Y#o,  während  der  frühere  Anhang  „Sudan-=Arabisch"
  durch  das  für  den  Verkehr  wichtigere
Sansibar-Arabisch  ersetzt  wurde.  Das  Buch  enthält
nunmehr:  eine  kurze  Grammatik  des  Suahili,  Wörtersammlungen,
  Gespräche,  ein  Suahili-deutsches  und
deutsch-Suahili-Wörterbuch,  ein  Vokabular  der  obengenannten
  Sprachen,  eine  grammatische  Skizze  des
Sansibar-Arabischen  und  ein  deutsch  =  arabisches
Wörterverzeichniß.

—  ——  ——  —   —

Schiffsbewegungen.

196

 

Curt  Craemer:  „Aus  meiner  Wanderzeit.“  Hunderttausend
  Kilometer  zu  Wasser  und  zu  Lande.
Ein  Prachtwerk  mit  20  Tafeln  in  Lichtdruck,
258  Abbildungen  im  Text,  meistens  Originalaufnahmen
  des  Verfassers,  und  einer  Karte  mit
der  Reiseroute.  Verlag  von  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen),  Berlin.  Mk.  10,—.

Mit  der  Frische  und  Begeisterungsfähigkeit  der
Jugend  schildert  der  Verfasser,  ein  junger  Kaufmann,
seine  Eindrücke  auf  einer  Weltreise,  die  ihn  sein  Vater
theils  zu  geschäftlichen,  theils  zu  Bildungszwecken
machen  ließ.  Von  Kapstadt  ausgehend,  reiste  er
durch  die  Kapkolonie,  über  Transvaal  und  Ostafrika
nach  Indien,  besuchte  das  Innere  sowie  die  hauptsächlichsten
  Hafenstädte,  Singapore,  Java,  Hongkong,
Shanghai,  Kiautschou,  ganz  Japan,  Australien,  Tasmanien,
  Neuseeland,  Samoa,  Honolulu  und  kehrte
schließlich  über  die  Vereinigten  Staaten  von  Nord-Amerika
  in  die  Heimath  zurück.  Der  Verfasser  versolgt
  den  Zweck,  den  erziehlichen,  belehrenden  Werth
des  Reisens  für  junge  Kaufleute  darzulegen,  und  wenn
seine  Urtheile  natürlich  auch  keinen  Anspruch  darauf
erheben  können,  in  jeder  Beziehung  maßgebend  zu
sein,  so  werden  doch  seine  Schilderungen  der  Entwickelung
  jener  freieren  Weltanschauung,  die  mit  dem
Wachsen  unserer  überseeischen  Beziehungen  immer
weitere  Kreise  zu  ergreifen  beginnt,  nur  förderlich
sein  können.

WPVTTVTT  TTVNYVVyFTYVNTVNTVY  yTVYVNVTVTYWTWyYTY
Titterakur-Verzeichnik.
Erlebnisse  in  Kamerun.  Von  Ober-Lazarethgehulie

H.  Schoetz.  Mk.  0O,80.
R.  Bechtold  &amp;amp;  Co.,  Wiesbaden.

 

Missionsstunden  von  Pfarrer  R.  W.  Dietel.  Fünftes
Heft:  Abessinien.  Zweite  Auflage,  neu  bearbeuet

von  P.  C.  Paul.  Mk.  2,—.
Fr.  Richter,  Leipzig.
Seidenzucht  in  den  Kolonien.  Untersuchungen  und
Anregungen  von  G.  Meinecke  und  W.  v.  Bülow.

Mk.  1,20.  Deutscher  Kolonial-Verlag,  Berlin.

—  —  —  —  —  —

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

wan.  (Poststation:  Hongkong.)

#  &amp;amp;  6#

Sng  &amp;amp;  &amp;amp;  60f
Ss88
G##naesn

23/2.  Honglong.

„Brandenburg“  7/1.  Hongkong  9/2.  —  15/2.  Tsingtau.
„Bussard“  22/12.  Tsingtau  2/2.  —  4/2.  Woosung  7/2.  —  8/2.  Chinkiang  9/2.  —  9/2.  Shial-(Poststation:

  Hongkong.)

„Condor“  13/1.  Aden  16/1.  —  2,2.  Suez  2/2.  —  3/2.  Port  Said  6/2.  —  10/2.  Malta  112.
—  21/2.  Lissabon  1/3.  —  Wilhelmshaven.
„Cormoran“  23/11.  Suva  25/11.  —  3/12.  Herbertshöhe  3/12.  —  3/12.  Matupi  5/12.—
9/12.  Ponape  19/12.—  23/12.  Herbertshöhe  27/12.—  27,12.  Matupi.  (Poststation:  Sydney.)
„Fürst  Bismarck“  14/12.  Tsingtau  2/2.  —  4/2.  Woosung.
„Gesion“  10/12.  Tsingtau  9,2.  —  11,2.  Nagasaki.
„Geier“  28/10.  Shanghai  4/2.  —  Woosung  —  6.2.  Chinkiang.
„Habicht“  8/9.  Kamerun  6/1.  —  14/1.  Loanda.
„Hansa“  30/12.  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)
„Hela“  1/1.  Chinkiang  7/2.  —  8/2.  Shanghai.
„Hertha“  13/1.  Chefoo  16/1.  —  Shanheikwan  —  1/2.  Chefoo  5/2.  —  6/2.  Tsingtau  19/2.—
(Poststation:  Hongkong.)

(Poststation:  Wilhelmshaven.)

(Poststation:  Hongkong.)
(Poststation:  Hongkong.)
(Poststation:  Honglong.)
(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Hongkong.)
        <pb n="249" />
        —  197  —

S.  M.  S.  „Jaguar“  6/1.  Shiakwan  14/1.  —  Wuhu  30/1.  —  1/2.  Chinkiang  4/2.  —  6/2.  Shanghai  10/2.
—  13/2.  Hongkong  16/2.  —  16/2.  Canton.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Iltis“  29/10.  Hankau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Irene“  21/12.  Nagasaki  18/2.  —  20/2.  Tsingtau  23/2.  —  25/2.  Chefoo  27/2.  —  Taku.
(Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Kaiserin  Augusta“  21/12.  Hongkong  7/1.  —  8.1.  Amoy  24/1.  —  25/1.  Hongkong  6/2.  —
7/2.  Amoy  26/2.  —  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Kurfürst  Friedrich  Wilhelm“  4/1.  Nagasaki  23/1.  —  25/1.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Luchs“  14/1.  Hongkong  19/1.  —  19/1.  Canton  21/2.  —  22/2.  Hongkong  24/2.  —  Woosung.
(Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  Vermeßschiff  „Möwe“  Hobart  16/1.  —  20/1.  Sydney  28/2.  —  Brisbane.  (Poststation:  Matupi.)

S.  M.  S.  „Schwalbe“  11/1.  Shiakwan  7/2.  —  7/2.  Chinkiang  9/2.  —  10/2.  Woosung  11/2.  —  14/2.
Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Seeadler"“  Swatau  23/1.  —  24/1.  Amoy  8/2.  —  9/2.  Swatau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Tiger“  20/12.  Chefoo  29/1.  —  31/1.  Tsingtau  3/2.  —  4/2.  Chefoo  10/2.  —  11/2.  Tsingtau
  13/2.  —  16/2.  Shanghai.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Weißenburg“  3/1.  Woosung  8/2.  —  10/2.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Wörth“  28/12.  Woosung  18/2.  —  19/2.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Wolf“  11/10.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

Lazarethschiff  „Gera“  23/11.  Nagasaki.  (Poststation:  Hongkong.)

Ablösungstransporte:

1.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Darmstadt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstransport
für  S.  M.  S.  „Möwe“:
Ausreise:  Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  Herr:
9/1.  Colombo  10/1.  —  20//1.  Fremantle  21/1.  —  28/1.  Melbourne  29/1.  —  31/1.  Sydney.
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänleutnant  Hering:
Sydney  9/2.  —  11/2.  Melbourne  12/2.—  14/2.  Adelaide  16/2.  —  20/2.  Fremantle  21/2.—  Colombo.
2.  Gemietheter  Dampfer  „Frankfurt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  letzten  Theil  der  abgelösten
Besatzungen  der  Schiffe  in  Ostasien:
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänlentnant  Gr.  v.  Saurma-Jeltsch:
Tsingtau  19/12.  —  23/12.  Hongkong  3/1.  —  13/1.  Colombo  13/1.  —  25/1.  Port  Said  25/1.  —
7/2.  Wilhelmshaven.
3.  Gemietheter  Dampfer  „H.  H.  Meier"“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  Besatzungstheilen  für  die  Schiffe
der  2.  Division  I.  Geschwaders:
Ausreise:  a)  Transportführer:  Kapitänleutnant  Berger:
Wilhelmshaven  19/1.—  30/1.  Port  Said  31/1.  —  12/2.  Colombo  12/2.  —  23/2.  Hongkong  26/2.
b)  Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  Bunnemann:
Tsingtau.

 

 

 

VDerkehrs  -Nachrichten.

Woermann-Linie.

Der  demnächst  erscheinende  Fahrplan  der  Woermann-Linie  für  das  zweite  Viertel  des  laufenden
Jahres  weist  mancherlei  Veränderungen  auf.  Da  es  indessen  wegen  verschiedener  Schwierigkeiten,  die  mit
diesen  Veränderungen  in  Zusammenhang  stehen,  nichkf  möglich  ist,  den  fertigen  Fahrplan  schon  jetzt  herauszubringen,
  wollen  wir  zur  Informirung  der  Verschiffer  und  Passagiere  die  hauptsächlichsten  Daten  bekannt
  geben:
Kamerun-Haupt-Linie  (Linie  1).

Die  Abfahrten  von  Hamburg  finden  wie  bisher  am  10.  jeden  Monats  statt;  die  Reisen  werden
jedoch  nicht  mehr  bis  Loango  ausgedehnt,  sondern  endigen  in  Kamerun,  welches  am  5.  jeden  Monats
erreicht  werden  soll  zwecks.  Landung  der  Passagiere.  Longji,  Plantation  und  Kribi  werden  indessen  auch
für  Passagiere  angelaufen,  desgleichen  auch  Axim,  Secondee  und  Cape  Coast  Castle.  Eine  weitere  Neuerung
  ist,  daß  die  Dampfer  auf  der  Ausreise  Southampton  anlaufen  werden,  während  es  für  die  Rückreife
bei  dem  Anlaufen  von  Plymouth  verbleibt  wie  bisher.  Da  die  ganze  Rundreise  von  Hamburg  bis  Hamburg
um  einen  Monat  verkürzt  worden  ist,  kann  der  Betrieb  der  Linie  I1  mit  3  Dampfern  aufrecht  erhalten
werden,  und  sind  hierzu  die  Dampfer  „Adolph  Woermann“,  „Alexandra  Woermann"  und  „Helene  Woermann“
  bestimmt,  Schiffe,  welche  bei  den  Reisenden  an  der  Westküste  im  besten  Rufe  stehen.
        <pb n="250" />
        —  198  —

Goldküsten-Linie  (Linie  III).

Die  Expeditionen  werden  fortan  am  1.  statt  wie  bisher  am  20.  jeden  Monats  stattfinden,  da  die
Anordnung  des  Gesammtfahrplanes  eine  derartige  Veränderung  erfordert.  Im  Uebrigen  bleibt  der  Fahrplan
für  diese  Linie  in  der  bisherigen  Weise  bestehen.  Nachdem  der  letzte  Dampfer  des  ersten  Vierteljahres
am  20.  März  expedirt  ist,  findet  die  folgende  Expedition  also  nicht  am  20.  April,  sondern  nach  dem  neuen
Fahrplan  am  1.  Mai  statt.  Wir  machen  hierbei  darauf  aufmerksam,  daß  die  Dampfer  der  Kamerun-Haupt-Linie
  —  am  10.  ab  Hamburg  —  eine  günstige  Gelegenheit  für  Nachsendung  der  Briefpost  für  Togo
bieten,  was  denjenigen  Verschiffern  angenehm  sein  wird,  die  ihre  Konnossemente  und  Fakturen  nicht  mit
den  Dampfern  der  Goldküsten-Linie  absenden  können.

Süd-Linie  (Linie  IV).

Die  Dampfer  gingen  bisher  am  letzten  jeden  Monats,  werden  jedoch  gemäß  dem  neuen  Fahrplan
am  15.  abgefertigt  werden.  Lagos  und  Kamerun  kommen  bei  dieser  Linie  für  die  Ausreise  in  Wegfall,
dagegen  soll  Benguela  regelmäßig  angelaufen  werden,  wenn  auch  zunächst  nur  alle  zwei  Monate,  und  zwar
zuerst  mit  dem  am  15.  April  abgehenden  Dampfer.  Im  Uebrigen  sei  noch  darauf  aufmerksam  gemacht,
daß  die  auf  der  Südlinie  beschäftigten  Dampfer  die  drei  Senegalhäfen  Gorée,  Dakar  und  Rufisque  anlaufen,
und  auch  durch  das  Anlaufen  von  Grand  Bassam  eine  günstige  Gelegenheit  zur  Verschiffung  nach  der
Elfenbeinküste  bieten.  Die  Südlinie  ist  auch  dazu  ausersehen,  nach  wie  vor  die  Liberiaküste  zu  bedienen,
und  zwar  auf  der  Heimreise  im  Verein  mit  der  neuen  Linie  VI,  welche  die  Bezeichnung  Kamerun-Neben-Linie
  führen  wird.

Swakopmund-Linie  (Linie  V).

Es  ist  speziell  mit  Rücksicht  auf  die  Heimreise  erforderlich  gewesen,  den  Abgang  von  Hamburg  auf
den  22.  zu  verlegen.  Am  5.  April  wird  jedoch  noch  eine  Expedition  in  Gemäßheit  des  für  das  erste
Vierteljahr  gültigen  Fahrplanes  stattfinden  (Dampfer  „Lulu  Bohlen“),  welcher  am  20.  April  ein  Extra-Dampfer
  („Thekla  Bohlen")  folgen  soll.  Mit  dem  22.  Mai  werden  alsdann  die  Expeditionen  auf  Bafis
des  neuen  Fahrplanes  beginnen.  Um  heimkehrend  eine  zweimal  monatliche  Verbindung  von  Kamerun
und  den  nördlicheren  Plätzen  einerseits  und  Plymouth  und  Hamburg  andererseits  für  Post  und  Passagiere
herzustellen,  werden  die  Dampfer  der  Swakopmund-Linie  wechselseitig  mit  denen  der  Kamerun-Linie  auf
der  Heimreise,  wie  folgt,  fahren:

Linie  I  Linie  V  Linie  J  Linie  V
Kamerun  ab  am  3.  am  16.  Cape  Palmas  ab.  am  p.  am  23.
Lags  =  5.  =  18.  Monroia  =  11.  é.  925.
Klein  Poodo  Gr.  Canaria  .  .  .  .  ..  17.  1.
Loeen  6.  =  19.  Madeieen  *  19.  3.
OQuittoaaa  Plymouth  ..  .  .  ...  -24.  =  9.
Acere  ..  7.  200.  Hamburg  n  27.  12.
Cape  Coast  Castle  .  ..  «
Secondee........  8.  21.
Aim

Auf  der  Swakopmund-Linie  sollen  außer  den  Dampfern  „Aline  Woermann"  und  „Eduard
Bohlen“  noch  die  neuen  Schiffe  „Ernst  Woermann“  und  „Hans  Woermann“  beschäftigt  werden,  so  daß
dann  in  Verbindung  mit  den  für  die  Kamerun-Haupt-Linie  ausersehenen  Dampfern  für  den  Passagierdienst
bestens  gesorgt  ist.

Neu  eingerichtet  ist  die
Kamerun-Neben-Linie  (Linie  V.),  .

ab  Hamburg  am  25.  jeden  Monats  via  Rotterdam,  zwecks  Herstellung  einer  zweimal  monatlichen  Verbindung
  zwischen  Hamburg  und  Kamerun.  Diese  Linie  ist  im  Wesentlichen  dem  bisher  für  die  Linie  l
gebräuchlich  gewesenen  Fahrplan  angepaßt.  Demgemäß  laufen  die  Dampfer  der  neuen  Kamerun-Neben-Linie
  die  Häfen  des  Kamerun-Gebiets  und  des  Französischen  Kongos  bis  einschließlich  Loango  an,  werden
sedoch  auch  Post  und  Passagiere  für  Monrovia,  Cape  Palmas,  Accra  und  Lome  und  außerdem  Ladung
für  Lagos,  Bonny  und  Old  Calabar  nehmen;  selbstverständlich  auch  Post  und  Passagiere  nach  diesen
Plätzen.  Rückkehrend  werden  die  Dampfer  dieser  Linie  auch  Old  Calabar  und  Bonny  wieder  anlaufen
sowie  Togo,  die  Goldküste  und  besonders  auch  Liberia,  so  daß  der  Verein  mit  der  Südlinie  (Linie  IV/
für  eine  halbmonatliche  Verbindung  von  Liberia  nach  Hamburg  zur  Befriedigung  der  Verschiffer,  welche
mehrfach  über  mangelnde  Räume  geklagt  haben,  gesorgt  ist.  Die  Daten  ab  Liberia  werden  sich  etwa,  wie
folgt,  stellen:
        <pb n="251" />
        199

Cape  Palmas

Sinoe

Grand  Bassa

Monrovia

Hamburg  an

Die  mit  den  Dampfern  der  Kamerun-Nebenlinie  von  1  Häfen

Linie  IV
am  3.
4.—
5.—
8.

30.

zwischen  L

#  V  #  #

Linie  VI
am  20.

n  M  #  *

13.
oango  und  Kamerun

kommenden  Passagiere  können  —  falls  nicht  unvorhergesehene  Hindernisse  eintreten  —  in  Kamerun  den

Anschluß  an  die  Dampfer  der  Kamerun-Hauptlinie  erreichen.
Zum  Schluß  möchten  wir  noch  die  Lagos-Verschiffer  darauf  hinweisen,

zwischen  Hamburg  und  Lagos  und  umgekehrt  sich  folgendermaßen  gestalten  wird:

daß  die  Verbindung

 

 

 

Linie  I  Linie  VI  Linie  1  Linie  IV  Linie  V.
ab  Hamburg  .  .  .  .  ...  am  10.  am  25.  ab  Lagos  (Ldg.)  am  30.  am  23.  am  18.
an  Lagss  ...  =  1.  .  20.  ab  Lagos  (Pass.))  535—  .  18.
an  Hamburg  27  =  30  12.
Bostdampfschiffverbindungen  neh  den  dentschen  Schutzgebieten.
Die  Absahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
#  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
*⅞r  schiffungshafen  1  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

 

 

 

am  10.jedes  Ms.  .  nachtl  L0  Lome  20  Tage

Tanga  17—20  Tage
Dar-es-Sal.  18—21  Tg.
Tanga  18  Tage
Dar-es-Salam  19  Tages
Sansibar  20  Tage

Sansibar  18  Tage

–—-  —.  —.

Lome  33  Tage
Klein-Popo  35  Tage
Klein-Popo  33  Tage

Cotonou  28  Tage

von  da  ab  Landverbindung

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landverbindung

 

Neapel  am  29.  März,  12.  April
(beutsche  Schiffe)  90  vms.
(Beindist,  —  am  17.,  31.  März
1.  Deutsch.  Ostafrika.  elshe  Schisfe  100  abds.
ensch-Okafr  Brindisi  am  24.  März
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.
—..NEN  4%  nmms.
Lamburg
2.  Togo.  (deutsche  Schiffe))  20.  jedes  Mts.
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  28.  Mär
Marseille  obe  Vordecu  (englische  Schiffe)y  „
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  b.  jedes  Monats
Absenders.)  (kranzösische  Schisse),  120  mittags
Bordeaus  am  15.  jedes  Monats
Oranzöfische  Schiffe)  110  vms.  J
3.  Deutsch-Südwestafrik  Southampton  am  6.  April
(#  3  (ell  Schße  ——  1  W'me
Berbanien  und  Warmbad  *—22

wöchentlich  bis  Kaopstadt,
von  dort  weiter  alle  146  Tage
auf  dem  Landwege.)

Hambur  am  5.  jedes  Monats
(deutsche  Schisse)

 

4.  Ramernn.

nachts
Lamburg  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts
desgl.  am  Legz,  jed.  Mts.  nachts
Liverpool  am  10.  April

cenaliche  Schise)

 

5.  Deutfsch-Ken-Sninea.

6.  Rarolinen.

7.  a

8.  Marthan.  ansein.

–.

9.  Riantschon.

10.  Samoa.

Brindisi
englische  Schiffe)

Neapel
(beutsche  Schiffe)

am  14.  April

am  17.  April  90  abds.

Herbertshöhe  42  Tage

,  Friedr.  Wilhelmshafen  46  Tg.

 

Lüderitzbucht  20  Tage
Swalopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage

Wüderitzbucht  40  Tage

Kamerun  24  Tage

Kamerun  32  Tage
Kamerun  23  Tage

Stephansort  46  Tage

Ponape  50  Tage

am  22.,  26.,  29.  März,
1.  April
10#  abds.

am  8.  jedes  Monats
10%  abds.

 

am  10.  und  20.  jedes
Monats  72  abds.

am  26.  Narz
18  ms.

am  8.  jedes  Monats
10%  abds.

am  13.  jedes  Monats
10#4#  abds.

am  5.  April
165  ums.

–..  —

am  5.  jedes  Monats
720  abds.

am  10.  jedes  s  Monats
720  abds.
am  Letzt.  jed.  Mts.  vWab
am  8.  April
5  ums.

am  12.  April  10  abds.

am  15.  April  1025abds.

 

Dap  39  Tage

 

 

 

San  Francisco)

nach  Saipan.
ren  am  17.  April  90  abds.  Jaluit  57  Tage
Neapel  anm  20.  März,  3.  April  Tsingtau  34  Tage
(deutsche  Schiffe)  90  abends
Brin  bezp.  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage
EI
Aenston  am  7.  April  Apia  25  Tage

 

Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8  bis  10  mal  jährlich

am  15.  April  10½  abds.

am  18.  März,  1.  April
10  abends

jeden  Freitag
102  abends.

am  5.  April
15  Uums.
        <pb n="252" />
        200

Eintreffen  der  Post  aus  den  denutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Poßt  is  fälig  Landungs=  Die  Post  ist  fallig
Von  hafen  #  in  Berlin  Von  hafen  l  in  ben
Neapel  ...  am  15.*  81.  “März  togo  ··  ###mouch  am  27.  sed.  Monats
Deutsch-Ostafrika  .HWWerseile##  am  13.  Abrill
Beiuindisi.  am  17.  März,  14.  Apr.  ?  tjq  ·  Nen  ·  Guinea.  Neapel  am  17.5  April
E  Marseille  .  am  18.März,  16.2  Apr.  en  n  Vrindisi.  ..  am  17.  März
Deutsch-Südwestafrika  I  -  Marsbal-Insein.  Brindisi  ..  am  17./  April
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzzeb.  Southampton  am  6.  April  HT  Neapel.  .  am  20.  März.  Z.  Apri
b)  sadl.  Theil  d.  Schugeb.  Southampton  am  16.,  30.  März,  Riantscon  ....  .  Brindisi  ..  am  17.,  31.  März
l  '  «»P·I-arfei—llk».-3«am26Mät91091p11
Is.epuu«·.».»«  lymouth  CMA  .Icv  Monats  Narolinen  .—n——m-  2  Neapel  –  am  17.8  Apriiverpool.
  am  24.  März,  21.  Apr.]  Lamoaoaaa  Queenstown  am  2.  April
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schisssbewesungen.  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  Wes.  und  Südwestafrika.
Neis  e  Legte  Nachrichten
o  er
Vosidampf  von  —  nach  bis  12.  März  1901
„Adolph  Woermann“"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  10.  März  in  Lagos.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Loango  am  6.  März  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  März  von  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Hamburg  %  Swakopmund  am  28.  Februar  in  Swakopmund.
„Carl  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  12.  Februar  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Massabe  Hamburg  am  2.  März  von  Gabun.
„Ella  Woermann“  Hamburg  1  Sulymah  am  8.  März  in  Tanger.
„Ernst  Woermann“.  Hamburg  T  Loango  am  11.  März  von  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  in  Hamburg  zwecks  Reparatur.  ·
,,HansWoermann«.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  12.  März  in  Swalopmund.
„gedwaig  Woermann“  Sherbro  6  Hamburg  am  10.  März  in  Hamburg.
„Helene  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  8.  März  in  Accra.
Jeannett=  Woermann“.  Hamburg  Benguella  am  3.  März  Dover  passirt.
„Kurt  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  6.  März  von  Lagos.
„Lothar  Bohlen“.  Loanda  Hamburg  am  9.  März  in  Las  Palmas.
„Lulu  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  9.  März  in  Hamburg.
„Marie  Woermann“  Lüderitzbucht  Pamburg  am  8.  März  in  Madeira.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  ,  dotonou  am  9.  März  in  Conakry.
„Paul  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  8.  März  in  Accra.
„Professor  Woermann“  Hamburg  "  Kotonou  am  22.  Februar  in  Tenerisse.
„Thekla  Bohlen“  Lüderitzbucht  #  Hamburg  am  9.  März  in  Bissao.
„Philippeville“.  dem  Kongo  "  Antwerpen  am  6.  März  in  Accra.

 

 

 

 

 

Das  Deutsche  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann,  Berlin,  Jerusalemerstr.  28,  hat  von  seinem
Bestehen  an  zu  jedem  Osterfeste  eine  Fülle  der  reizvollsten  und  originellsten  Geschenkartikel  aus  deutschem

Kamerun-Kakao  hergestellt.

Ostergrüße  in  bunter

Manigfaltigkeit.

Auch  in  der  diesjährigen  Ausstellung  finden  sich  diese  eigenartigen  kolonialen

Während  bisher  fast  nur  Schlafsäcke  im  Gebrauch  waren,  deren  Mitnahme  wegen  ihres  großen

Umfanges  und  Gewichts  mit  Umständen  verknüpft  war,

erfreuen  sich  die  von  dem  Sanitätsdepot  für

rationelle  Bekleidung  „Bazar  Nürnberg"“,  Berlin  W.  8,  Französischestr.  20,  in  den  Handel  gebrachten
neuen  Schlassäcke  und  Nachtkutten,  weil  sehr  leicht  und  klein  zusammenlegbar,  immer  größerer  Beliebtheit.

Infolge  des  sanitären  Facons  und  des  ausprobirten,
Körper  gegen  Ansteckung.  Malaria,

gelbes  Fieber  2c.

weichen,
ab,

die  in  heißen  Ländern  oft  feuchten  und  unreinen  Hotelbetten.

ungefärbten  Wollstoffes  schließen  sie  den
hitzen  nicht  und  bilden  den  besten  Schutz  gegen
        <pb n="253" />
        —  201  —

Anzeigen.

 

In###e(für  die  dreigespaltene  Vetitzelle  oder  deren  Naum  25  biehug)  sind  an  die  Vertriedsleitung,  Verlin  8W  12,  nochstraße  6

 

Bekanntmachung.

Die  in  §  13  des  Handelsgesetzbuches
Xacichriedenen  Belkanntmachungen,
detrefend  die  Eintragungen  in  das
###delsregister  des  Kaiserlichen  Ger#es
  für  den  Sudbezirk,  werden
ia2  Jahre  1901

1  im  Deutschen  Reichsanzeiger,

:*  im  Deutschen  Kolonialblatt,
X  im  Windhoeker  Anzeiger
ctolaen.  (a6)

Keetmanshoop,  den  2.  Januar  1901.

Der  Kaiserliche  Richter.

Bekanntmachung.

Inbiefigen  Firmenregister  wurde

deute  unter  Nr.  13  die  Firma
Heiurich  Gareis

un  ihrem  Sitze  in  Mkondoa  (Jrangi)
und  einer  Zweigniederlafsung  in  Umkugwe
  (Bezirk  Moschi)  und  als  deren
zmbaber  der  Kaufmann  Johann  Heinrich
  Gareis  eingetragen.  (io)

Dar-es-Saläm,  den  22.  Januar  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Gicht.

Lon  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Belt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-Störungen
  (Nierenstein,  Gallenstein,
dlaosenstein).  In  Folge  seiner  unbe-###enzten
  Haltbarkeit  —-  auch  im  trodischen
  Klima  —  kann  die  Trinkkur
uberall  in  der  Welt  mit  gutem  Erfolg
vorgenommen  werden.  Gebrauchsanweisung
  versendet  die  Brunnen-VLerwaltung
  Bad  Salzäschlirf.  (29)

Export:  Harder  &amp;amp;de  Voss,  Hamburg.

 

 

 

E.  Leinhaas

Freiberg,  Sachsen,
liefert  komplete  (es8)
Breanerel-Anlages,

Hofefabriken,  Blerbrauereies,

Sptritverorsherses,
TZeeelel.  und  Gerberel-Anlagen,
—WE
Essigsäurefabriken,
Destilllrapparate  aller  Art,
Oenpfkessel  (Wasserröhresheo#tel),
  Dampfmaschigen.

einzusenden.

Dautste  Mulmialschue  Mäilheinsßf

Witzenhausen  a.  d.  Werra.

Prospekte  und  Lehrplan  kostenlos  durch  den  Direklor  Fabarius.  (u)

 

 

Aufseben  erregt  das  neue  Pflanzen-Fleischezxtract

„Sitogen“.

Die  bisherigen  Fleischextrakte  Voll  ersetzend,  in  Geschmack  und
Ergleblgkeit  übertreffend,  kostet  es  doch

„mur  annähernd  die  Hälfte“.

Unter  jedem  Klima  unbegrenzt  haltbar.  —  Zu  haben  in  allen  Drogenund
  Delikatessgeschäften;  Probesendungen  von  1  Pfund  zu  1  Mk.  frunko
deutschen  Poststationen  auch  direkt  von  der  Fabrik.  Drucksachen  und
Proben  gern  zu  Diensten.  (#h)

Sitogen-Extract-Compagnie,  G.  m.  b.  H.,
Löbau  in  Sachsen.

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Für  saubersle  Arbeit  und  beste  Schussleistung  Übernehmen  wir  jede  übliche  Garantio.

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Man  verlange  unsere  Preisliste  No.  42  gratis  und  franko.-—--= 



 

 

 

 

 

 

Das  Waarenhaus

für  deutsche  Beamte  A-G.
Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,

Telegramm  -  Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Berlin,

iet  für  den  Export  aller  Arten  von  Verbruuchs-  wie  Gebrauchs-Gegenstinden  (Lebensmitteln,
Tonserven,  Wein,  Bekleidung.  Wusche,  Einrichtungen  u.  s.  w.)  auf  das  Beste  eiogerichtet.

Den  Deutschen  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.
geboten,  welche  die  inländischen  Mitglieder  des  Wasrenhauses  (über  38  000)  geniessen.

Die  bewährten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waarenhauses
  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlässigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbranchesegenst#nden.  so  u.  A.  für  Fettwaaren  (z.  B.
Butter,  Käse  p.  p.)  und  Fleischwaaron  (z.  B.  Wurst,  Schinken  p.  p.),  bringt  das  Waarenhau-Conservirungesmethoden
  zur  Anwendung.  die  sich  selbst  in  den  heissesten  gubtropischen
Ländern  vollkommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungsfuhigsten
  Conserren  -  Fabriken.

Das  Wasrenhaus  sorgt  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nach
überseeischen  Lndern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
und  Verpackungskosten  Gegenstinde  beizuschliessen,  welche  dem  Waarenhause  eventuell  von
Verwandten  und  Bekannten  der  ausinndischen  Besteller  zur  Mitsendung  Übergeben  werden.

Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellers).  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  weiteren  Controle
überboben  werden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unier  die  Dachstehenden
  Zahlungsbedingungen.

Aufnahmebedingungen:  10  Mark  für  eine  Kauferlaubnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitgliedern  erwachsen  aus  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jährlich  erscheinenden  Preislisten,  Nachtrage,  Verkehrserleichterungen  werden  nach
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  pünktlich  und  frei  zugesandt.  (597)

Zahlungsbediagungen:  Errichtung  eines  Contos  durch  Basareinzahlung  oder  Accreditiv
  auf  ein  Kates  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Waaren  oder.,  wo  angängig.  Versendung

  der  Waaren  unter  Nachnahme.  Das  Drektorluom.
        <pb n="254" />
        Zweiggeschäfte  in  Berlin:  W.,  Kantstrasse  22,

 

Ms  Köl  t

88undG  *

IHanpt-  und  Versandgeschäft:

Berlin  C.  19,
’Jerusalemerstr.  28

I.  939  u.  56801.
Aus  feinstem  Kamerun-Kakao:

Neger,  Kalfern,  Soldaten  der  Schutztruppe,  Elefanten,  Hasen,  Strausseneier,
Kaffernkranle,  Ostergloeken,  Kokosnilsse  u.  dergl.

 

SW.,  Gneisenaustrasse  2,  W.,  Schillstrasse  16,

(ungenha-#osolon)  I  Mso-V  pun  1zZl  Nasol-ut’A#n

3•  Man  verlange  den  ausfubrlichen  Oster-  Prospekt  umsonst.
*5  *½%%½#%  4%%%  %  onnsssstes

sowie  in  Oresden,  Frankfurt  a.  M.,  Kassel,  Leipzig,  Wiesbaden.

 

 

 

 

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

MNoflteferantk  Sr.  Majeset  des  Katsers.—
offerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemsen,  soweit  sich  dieselben
nach  don  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-Samen
  liekert,  so  offerire  ich  für  gFrösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
TIllustrirte  Kataloge  gratie.

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        <pb n="255" />
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drei  Kl#tchen  —=  Mn.  125.—  netto.)

 

 

 

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Berlin  0.  34.

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Eisen-  und  Wellblech-Constructionen  etc.

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Echter  ,
——  achholder)

1onr  r#r  Breuanerei  von

Steinbäger  H.  C.  Köni
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brämürt  mit  100  goldenen,  silbernen  *
Staatas-Medaillen,  auch  Paris  1900.  Prob-kisten
mit  12  Originallrügen  werden  jederseit  vom

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W524  —

 

 

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in  Hamburg  abgegeben.
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Erxgport-Vertreter:  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

 

Ga  r  187
e  22  8
Richard  Lüders,  Cärlir
—  22  ee
□  EEIIIF
2  —#pn  "
1—  1#3  5½
#S  11
—  ⁊
2*E—  “"  .
F  —
41½„
—  —.  —
m  17n  oo  9
S
55  5
—  —  522
—s———
43287#„  ?
Ds  —
*F24
1.  .
11(
58
=  2

 

N.  Bertholo

Berlin  S  29.
Messinglinienfabrik  und
Schriftgiesserei,  A.-h.

Export  aller  Ertlkel  für  Iypographlen.
        <pb n="256" />
        204

—.—  —.

 

 

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(Anzeigen  werden  jederzeit,  jedoch  nur  für  ein  ganzes  Jehr,  angenommen.  Ein  Klstchen  [24  mal]  —  MX.  45.—,  swei  Klstchen  =  Mk.  85.—,

drei  Klstchen  =  M.  125,—  netto.)

 

 

8S  P

12  "  *

 

 

 

Wittis  *—  und  Flüsel

18  Wittig,  Pianoforte-Fabrik,
Hoflieferant  Sr.  Kgl.  Hoheit  des  Trinzen  Friedrich  Leopold  von  Preussen,

Berlin  SO.  26,  Waldemarstrasse  27.

 

1Y

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Wãrmste  empfohlen.  A
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Magarinen  des  In-  und  Auslandes  vorrätig,
"sonst  direkter  Verzmndt  ab  Fabrik.

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Scbteräco
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Fardenfabriken.  (##h)

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Loehren  wir  aus  dem  herrschenden
Kriege  für  unseren  afrikanischen
Besitz  zu  zichen  haben.

 

 

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Für  die  Unterrichtskuree.
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Woiffenbach,

Senastsprsident
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Reichs-Militurgericht.


 

 

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Milftärstratgerichtsordvung

vom  1.  Dezember  1898.

Systematische  Darstellung  der
matärgerichtsverfassung  und  des  Milltärstrafverfahrens
  unter  Berücksichtigung

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im  Dezember  1899

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Dr.  J.  Wohltmann,

Kaiserlicher  Gel.  Kgirraungerat,  und  Professor
der  Landwirthschaft.

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Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
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Fürsten  von  Hohenlohe.,  Deutschen
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Kurd  Schwabe,

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In  dem  obigen  Werke  wird  zum  ersten  Male  von  einem  Mitkämpfer  die  Sturm=  und  Drangperiode
  unserer  ersten  deutschen  Kolonie  geschildert,  nämlich  der  Kampf  um  die  Herrschaft  in
Deutsch-Südwestafrika  in  den  Jahren  1893  und  1894,  der  weit  über  die  Grenzen  des  Schutzgebietes
hinaus  in  ganz  Südafrika  die  Gemüther  erregte.  Es  war  ein  Ringen,  wie  wir  es  nur  selten  in  der  Geschichte
einer  Kolonie  finden;  wüthende  Anspannung  und  Hergabe  des  Letzten  von  Seiten  beider  Parteien.

Nach  der  Niederwerfung  der  Witboois  werden  dem  Leser  die  Entwickelung  der  Siedelung,
das  Leben  auf  den  Polizei=  und  Militärstationen,  dann  die  ferneren  Unruhen  im  fernen  Osten
an  den  Grenzen  der  Kalahari-Wüste  geschildert.  Jagdzüge  wechseln  ab  mit  Scenen  aus  dem
Leben  der  Farmer  und  Kaufleute;  besondere  Aufmerksamkeit  schenkt  der  Verfasser  den  einzelnen  Eingeborenenstämmen
  des  Schutzgebietes  und  dem  Wirken  der  Mission  unter  ihnen,  der  Erschließung  des
Damara=  und  Ambolandes  und  der  Boerenfrage.

Der  erste  Theil  des  Werkes,  die  persönlichen  Erlebnisse  behandelnd,  schließt  nach  der  Schilderung
des  großen  und  blutigen  Here#3  Aufstandes  im  Jahre  1896  mit  der  Reise  des  Verfassers  durch
die  Kapkolonie,  den  Oranje-Freistaat  und  Transvaal  nach  der  Delagoabai  und  von  dort  aus
längs  der  Ostküste  nach  Europa.

Der  zweite  Theil  bietet  außer  einigen  Arbeiten  des  Verfassers  über  die  wirthschaftlichen  Verhältnisse,
  den  Handel  und  die  Siedelung  ein  bis  in  die  neueste  Zeit  —  Eisenbahn=  und  Hafenbau  —
fortgeführtes,  übersichtlich  geordnetes  Nachschlagewerk;  werthvolle  Beiträge  von  Stabsarzt  Dr.  Richter  und
Privatdozent  Dr.  Dove  bereichern  dasselbe,  so  daß  das  Werk  nicht  allein  reiche  Unterhaltung  gewähren,
sondern  besonders  auch  diejenigen,  die,  sei  es  als  Offiziere,  Beamte,  Farmer  oder  Kaufleute,  hinausgehen
wollen,  über  alles  Wissenswerthe  leicht  orientiren  wird.  Zahlreiche  nach  photographischen  Aufnahmen  hergestellte
  Abbildungen  schmücken  das  treffliche,  frisch  und  anschaulich  geschriebene  Werk.
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5  f  GN

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Sulfurum  Berlin.
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  und  Ungeschicklichkeiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
Der  Apparat  ist  jahrelang  probirt  und  vervollkommnet.  (160)

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Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

 

2  Am  20.  März:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Krohn,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  20/25.  März:  P.  D.  „Greichen  Bohlen“,  Capt.  Schuldt.
nach  Swakopmund.
Am  31.  März:  PF.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Deppen,
nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Liberia,  Lagos,  Kamerun,
dem  Kongo  und  Angola.
Am  5.  April:  P.  D.  „Luluu  Bohlen“,  Capt.  Milz,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  10.  April:  F.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Madeira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Français.

Am  15.  April:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Schade,

nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Liberia,  Grand  Bassam,  Lagos,  Kamerun,
dem  Kongo  und  Angola.

Am  18.  April:  P.  D.  „Hernösand“,  Capt.  Frank,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  Bissac,  Bolama,  Rio  Nunez,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

4  Güter  müissen  zibet  Tage  vor  dem  4b5gangsdattum  bis  12  Uhr  mittags  Tänsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  MWoboermann-  Linie
(u)  Humburg,  Afrlka-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/38.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reilche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  uh  Bamburg:  ab  Neapel:
.  P.  D.  „Kronprinz“,  Capt.  v.  Issendorff  (Ilahrplanm.  Reise  No.  5)  13.  März  29.  März

mit  Passagleren  nuch  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozamblque  sowie  mit  Passagieren
und  Ladung  nuch  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  10  amburg:  24  Neapel:

R.  P.  .Capt  (lahrplanmässige  Reise  No.  ra)  27.  März  12.  Apr#.

mit  Passagieren  und  Ladung  nuch  Port  Said,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  kliwa,  Uadi,
Wikindanl,  ibo,  Mozamblque,  Chinde,  Beira  und  Quellmane.  Hambura:  ab  Neape

i;
R.  P.  D.  „Kanzier“,  Capt.  West  (Oestliche  Ruudsabrt  No.  7)  .  .  10.  April  26.  April

mit  Passagieren  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  Sowie  mit  Passagleren
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  ###  Damburg:  ab  Las  Paimas:

R.  P.  D.  „Herzog“,  Capt.  Gauhe  (Westliche  Rundfahrt  No.  3)  44.  April  6.  Wal
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.
Die  Dampfer  Raben  vorzrüpliche  Einrichttungen  FUr  FPussagtere  478  (c4h#n  Ktus:#
Direkter  Durehverkehr  von  binnendeutschen  Plützen  nnch  sümmtlichen  Anlaufbllen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (30)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamberg-Amerika-  Linie,  Abtheilung  Personen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deuesche  Ost-4’frika-TLinte,

Afrvlkahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25/33.

Berantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Berlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  66—M#.
Ausgegeben  am  15.  März  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="269" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Seranagegeben  in  der  Reolenial-  Abtheilung  des  Auswirtigen  Iunts.

—  —  —  Ê

I.  Jhrzang.  *  *  Berlin,  J.  April  190I.  *  ·  Unmmer  7.

–.  .  –—––———  —  —  —.

Diese  Zeitschrift  S##mint  in  der  Regesn  am  1.  und  15.  *  Monats.  Derselben  werden  als  Gelbeft  bei  nn-  die  mindestens  einmal  viertel  r*

erscbeinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungureisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten,  hersusgegeben  von  Dr.

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Erust  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  S8W  12,  Kochstr.  68—71,  zu  aichten.  (Eingel#!  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

gehett=  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  Schaffung  kommunaler  Verbände  in  Deutsch-Ostafrika
  S.  217.  —  Das  deutsch-englische  Abkommen  über  die  Feststellung  der  Grenze  zwischen  Nyassa=  und
Tanganyika-See  S.  219.  —  Beschluß  des  Bundesraths,  betr.  die  Deutsche  Agaven-Gesellschaft  zu  Berlin  S.  221.—
Beschluß  des  Bundesraths,  betreffend  den  Gesellschaftsvertrag  ver  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft  S.  223.
Konzession  zum  Bergbau  und  Eisenbahnbau  im  nördlichen  Theile  des  deutsch-südwestafrikanischen  Schutzgebietes  a  an
die  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft  Kolonialgesellschaft)  zu  Berlin  S.  227.  —  Runderlaß  des  stellvertretenden
Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksämter  2c.  des  Schutzgebietes  S.  229.  —  Gouvernementskurs
  in  Deutsch-Ostafrika  S.  229.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouwerneurs.  betreffend  die  Einführung  der
deutschen  Reichsmarkrechnung  im  deutsch-südwestafrikanischen  Schutzgebiete  S.  229.  Personalien  S.  230.
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  231.  —  Deutsch-Ostafrika:  Die  Kivu-  Grenzregulirungskommission
  S.  232.  —  Entwickelung  der  Kulturstation  Kwai  S.  232.  —  Von  der  Usambara-Eisenbahn  S.  234.  —
Kamerun:  Expedition  des  Generalbevollmächtigten  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun  S.  234.  —  Togo:  Bericht
über  die  Verhältnisse  im  Bezirk  Misahöhe  l.)  S.  238.  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Togo  thätigen  Firmen
und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1901  S.  240.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  241.—
Deutsch-Südwestafrika:  Anmeldungen  auf  Wasserbohrungen  S.  241.  Deutsch-Neu-Guinea:  Bericht  über
Entwickelung  der  Ostkarolinen  (Verwaltungssitz  Ponape)  in  der  Zeit  vom  1.  April  1899  bis  31.  März  1900  S.  241.
—  Wiedereröffnung  der  Tabakpflanzung  Jomba  S.  242...  Amerikanische  Mission  in  Ponape  Karolinen)  S.  243.
—  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  243.  —  Aus  fremden
Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Handel  und  Schiffsverkehr  von  Britisch-Neu-Guinea  im  Jahre  1898/99
S.  245.  —  Verbot  der  Einfuhr  von  Schweinen  nach  Lagos  S.  246.  —  Die  Sisalagave  auf  den  Bahamas  S.  246.
—  Kautschukkultur  in  Annam  S.  247.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Erforschung  der  Hautkrankheiten  in  den
deutschen  Schutzgebieten  der  Südsee  S.  248.  —  Professor  Schnauder  S.  248.  —  Anbau  von  Erdnüssen  und  Sesam
S.  248.  —  Kubary-Denkmal  S.  248.  —  Litteratur  S.  249.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  249.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Geletze;  Perordnungen  der  er  Reichsbehörden;  Perträge.

Verordnung,  betreffend  die  Schaffung  kommunaler  Verbände  in  Deutsch-Ostafrika.

Auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Vereinigung  von  Wohnplätzen  in  den
Schutzgebieten  zu  kommunalen  Verbänden,  vom  3.  Juli  1899  (Reichs-Gesetzbl.  S.  366),  wonach  die  vom
Reichskanzler  gebildeten  kommunalen  Verbände  die  Fähigkeit  haben,  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere
Eigenthum  und  andere  dingliche  Rechte  an  Grundstücken,  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,  vor
Gericht  zu  klagen  und  verklagt  zu  werden,  wird  hierdurch  Folgendes  bestimmt:

§  1.

Die  Wohnplätze  der  in  Deutsch-Ostafrika  bestehenden  Bezirksämter  werden  zu  je  einem  das  Gebiet
des  betreffenden  Bezirksamts  umfassenden  kommunalen  Verband  vereinigt.

Die  Namen  der  hiernach  gebildeten  Verbände  sind:

1.  Bezirk  Tanga,  6.  Bezirk  Lindi,
22.-Pangani,  7.  =  Milhelmsthal,
3..=  Bagamoyo,  8.Kilossa,
4.  .  Dar  es  Saläm,  9.  .  Leangenuburg.
5.  =  Kilwa,

2.

Aenderungen  der  bestehenden  Grenzen  können  vom  Gouverneur  nach  Anhörung  der  betheiligten
Bezirke  verfügt  werden.  Eine  solche  Verfügung  bedarf  der  Genehmigung  des  Reichskanzlers.
        <pb n="270" />
        —  218  —

83.
Die  Zugehörigkeit  zu  einem  Bezirk  wird  durch  Begründung  eines  Wohnsitzes  im  Bezirk  erworben
und  durch  Aufgabe  des  Wohnsitzes  im  Bezirk  verloren.

*  4.

Aus  den  Angehörigen  eines  jeden  Bezirks  wird  ein  aus  drei  oder  fünf  Mitgliedern  und  thunlichtt
eben  so  viel  Stellvertretern  bestehender  Bezirksrath  gebildet,  dessen  Vorsitzender  der  den  Bezirksverband
auch  nach  außen  vertretende  Bezirksamtmann  oder  dessen  Stellvertreter  ist.

Die  Mitglieder  und  Stellvertreter  werden  vom  Gouverneur  nach  Anhörung  des  Bezirksamtmanns
auf  die  Dauer  von  zwei  Jahren  ernannt.  Sie  müssen  das  fünfundzwanzigste  Lebensjahr  vollendet  haber
und  deutsche  Reichsangehörige  oder  Angehörige  des  ostafrikanischen  Schutzgebiets  sein.  Die  farbige
Bevölkerung  des  Bezirks  muß  im  Bezirksrath  durch  mindestens  ein  Mitglied  vertreten  sein.

Der  Bezirksamtmann  kann  den  Bezirksrath  berufen,  sobald  seiner  Ansicht  nach  ein  Bedürfniß  dazu
vorliegt.  Zur  Begutachtung  des  Wirthschaftsplans  (§  5)  und  Prüfung  der  Jahresrechnung  (§  7)  muß
die  Einberufung  erfolgen.

5.

Alle  Einnahmen  und  Ausgaben  des  Bezirks  müssen  von  dem  Bezirksamtmann  für  jedes  Rechnungsjahr
  in  einem  Wirthschaftsplan  veranschlagt  werden.  Der  Wirthschaftsplan  ist  für  die  Dauer  von  vier
Wochen  öffentlich  auszulegen  und  sein  Inhalt  in  öffentlicher  Versammlung  zur  Kenntniß  der  eingeborenen
Bevölkerung  zu  bringen.  Er  ist  hierauf  gleichzeitig  mit  den  geltend  gemachten  Einwendungen  und  Anträger
dem  Bezirksrath  zur  Begutachtung  vorzulegen.

Seine  endgültige  Festsetzung  erfolgt  durch  den  Gouverneur,  welchem  er  mit  dem  Ergebniß  der
Verhandlung  des  Bezirksraths  so  rechtzeitig  einzureichen  ist,  daß  er  spätestens  drei  Monate  vor  Beginn
des  betreffenden  Rechnungsjahrs  vorliegt.

§6.
Das  Rechnungsjahr  läuft  vom  1.  April  bis  31.  März.
87.

Nach  Schluß  des  Rechnungsjahrs,  spätestens  aber  innerhalb  der  darauf  folgenden  sechs  Monate
ist  dem  Bezirksrath  eine  Uebersicht  der  sämmtlichen  Einnahmen  und  Ausgaben  des  betreffenden  Jahres  mie
den  erforderlichen  Belägen  zur  Prüfung  vorzulegen.  Das  Ergebniß  dieser  Prüfung  ist  dem  Gouverneur
vorzulegen.  Die  Abnahme  der  Rechnung  und  die  Entlastung  des  Bezirksamtmanns  und  des  Rechnungs
führers  erfolgt  durch  den  Gouverneur,  welcher  auch  über  die  Art  der  Kassenführung  und  Rechnungslegung
Bestimmung  trifft.

88.

Der  Bezirksamtmann  ernennt  innerhalb  der  durch  den  Wirthschaftsplan  gegebenen  Grenzen  di.
Beamten  des  Bezirks.  Diese  Beamten  sind  ihm  unterstellt.  Die  für  Gouvernementsbeamte  geltender
Disziplinarbestimmungen  finden  auf  sie  Anwendung.  Ihre  sonstigen  Rechtsverhältnisse  werden  durch  der
Anstellungsvertrag  geregelt.

89.

Der  Genehmigung  des  Gouverneurs  bedarf  es:

1.  für  die  Erhebung  von  Gebühren,  Beiträgen  und  anderen  Abgaben,

2.  für  die  Aufnahme  von  Anleihen  oder  die  Uebernahme  einer  Garantie  durch  den  Verband,

3.  für  jede,  im  Wirthschaftsplane  nicht  vorgesehene  Verwendung  von  Geldern,

4.  für  die  Anstellung  von  Rechnungsbeamten  und  Kassenführern,  sowie  für  alle  lebenslänglicher

Anstellungen  von  Beamten,

5.  für  die  Veräußerung  der  dem  Verbande  gehörigen  Grundstücke.

In  den  Fällen  zu  1,  2,  5  ist  zunächst  der  Bezirksrath  zu  hören,  desgleichen  im  Falle  zu  3
wenn  es  sich  um  Beträge  von  mehr  als  eintausend  Rupien  handelt.

8  10.
Für  die  aus  der  Verwaltung  eines  Verbands  entstehenden  Verbindlichkeiten,  einschließlich  derjenigen
aus  Anleihen  und  Garantieübernahmen,  haftet  ausschließlich  das  Verbandsvermögen.
8  11.
Die  Aussicht  über  die  Kommunalverwaltung  der  Bezirke  wird  vom  Gouverneur  ausgeübt.
8  12.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  April  1901  in  Kraft.
Berlin,  den  209.  März  1901.
Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.
        <pb n="271" />
        219

Das  deutsch-englische  Abkommen  über  die  Feststellung  der  Grenze  zwischen
Nyassa=  und  Tanganyika=  See.)

Die  Unterzeichneten
der  Staatssekretär  des  Auswärtigen  Amts  des
Deutschen  Reichs,
Freiherr  v.  Richthofen,
und
der  Königlich  großbritannische  außerordentliche
und  bevollmächtigte  Botschafter,
Sir  Frank  Cavendish  Lasscelles,

haben  namens  ihrer  Regierungen  nach  Prüfung  der
Vorschläge  der  gemischten  Kommission,  welche  in
Gemäßheit  des  Artikels  6  des  Abkommens  zwischen
Deutschland  und  England  vom  1.  Juli  1890  mit
der  örtlichen  Feststellung  der  Grenzen  der  deutschen
und  englischen  Interessensphären  zwischen  Nyassa=  und
Tanganyika-See  von  den  beiderseitigen  Regierungen
betraut  war,  solgendes  Abkommen  getroffen:

81.

Die  Grenze  soll  folgenden,  auf  der  anliegenden
Karte,“*)  soweit  nicht  natürliche  Wasserläufe  als  Grenzstrecken
  in  Frage  kommen,  durch  eine  schwarze  gebrochene
  Linie  dargestellten  Verlauf  nehmen:  sie  beginnt
  bei  der  Mündung  des  Ssongwe-Flusses  in
den  Nyassa-See  und  folgt  diesem  Flusse  aufwärts
bis  zur  Einmündung  des  Katendo-Baches-  in  der
Landschaft  Tschitete;  solgt  dann  dem  Katendo  aufwärts
  bis  zu  seinem  Schnittpunkt  mit  dem  von  der
Kommission  ermittelten  33.  Längengrad  östlich  von
Greenwich,  welcher  auf  beiden  Seiten  des  Katendo
durch  je  einen  Grenzpfosten  (1)  markirt  ist;  läuft
dann  in  gerader  Linie  in  einem  Azimuth  von  230
(vom  wahren  Nord)  zu  der  Spitze  des  Nakungulu-(Nkungulu-)
  Berges  (2),  welcher  auf  der  Wasserscheide
  des  geographischen  Kongobassins  liegt.  Von
hier  geht  die  Grenze  längs  der  Wasserscheide  über
einen  Grenzpfosten  (3)  etwa  6,5  km  von  Nakungulu
bis  zu  einem  Grenzpfosten  (4)  gegenüber  der  Quelle
des  Mpemba-Baches;  verläßt  hier  die  Wasserscheide
und  folgt  dem  Mpemba  abwärts  bis  zu  einem  Grenzpfosten
  (5)  auf  dem  linken  User  etwa  119  m  nördlich
des  Tontera-Dorfes;  geht  von  hier  in  gerader  Linie
nach  dem  wahren  Westen  zu  einem  etwa  2560  m
entfernten  Grenzpfosten  (6)  auf  die  Wasserscheide
zurück;  folgt  dann  der  Wasserscheide  zwischen  dem
Nlana  und  seinen  Zuflüssen  im  Norden  und  dem
Karunga  und  seinen  Zuflüssen  im  Süden  über
solgende  Grenzpfosten:

1.  Kumbi-Berg,  (7)

2.  etwa  3  km  nördlich  der  englischen  Station
Fife,  (8)

3.  etwa  400  m  südlich  der  Quelle  des  Ntakimba=Baches,
  (9)

*  Vergleiche  Reichsanzeiger  Nr.  68,  1901.

 

The  Undersigned

Baron  v.  Richthofen,
Imperial  German  Secretary  of  State  for
Foreign  Affairs,

and

Sir  Frank  Cavendish  Lascelles,

His  Britannic  Majesty/'s  Ambassador
Extraordinary  and  Plenipotentiary,

in  the  name  of  their  Governments,  after  examination
  of  the  proposals  of  the  Mixed  Commission
which,  in  pursuance  of  Article  VI  of  the  Agreement
  between  Germany  and  England  of  July  18t,
1,  was  entrusted  by  the  respective  Govern---ments
  with  the  delimitation  on  the  spot  of  the
Boundary  of  the  German  and  English  spheres
of  interest  between  Nyassa-  and  Tanganyika
Lake,  have  agreed  as  follows:

§  1.

The  Boundary  shall  take  the  following  course,
indicated  on  the  annexed  map  by  a  black  chain
line  excepting  where  natural  water  courses  form
the  Boundary:  it  begins  at  the  mouth  of  the
Ssongwe  River  at  Lake  Nyassa  and  follows  this
river  upwards  to  its  junction  with  the  Katendo
Stream  in  the  Tshitete  district;  it  then  follows
the  Katendo  upwards  to  its  intersection  with
longitude  33,  East  of  Greenwich,  ascertained
by  the  Commission,  which  is  marked  on  both
sides  of  the  Katendo  by  a  boundary  pillar  (1);
it  then  runs  in  a  straight  line  at  an  azimuth
of  230°  (from  the  true  north)  to  the  top  of
Nakunguln  (Nkunguln)  RBill  (2),  which  is  on
the  waterparting  of  the  geographical  Congo
Basim.  From  here  the  Boundary  goes  along
tbe  waterparting  past  a  boundary  pillar  (3)
about  6,5  kilom.  from  Nakungulu  to  a  boundary
Pillar  (4)  opposite  to  the  source  of  the  Mpemba
Stream;  here  it  leaves  the  waterparting  and
follows  the  Mpemba  downstream  to  a  boundary
Pillar  (5)  on  the  left  bank  about  119  metres
north  of  the  Village  Tontera;  from  this  point
it  goes  in  a  straight  line  to  the  true  west  to
a  boundary  pillar  (6)  about  2560  metres  off
again  on  the  waterparting;  it  then  follows  the
waterparting  between  the  Nkana  and  its  affluents
on  the  north  and  the  Karunga  and  its  affluents
on  the  south  past  the  following  boundary  pillars:

1.  Kumbi  Hill,  (7)

2.  About  3  kilom.  north  of  the  English
Station  Fife,  (8)

3.  Abonut  400  metres  south  of  the  source
of  the  Ntakimba  Stream,  (9)

Vergleiche  die  Karte  in  den  dem  Deutschen  Kolonialblatt  beigegebenen  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  Band  XIII,  Heft  4  vom  Jahre  1900.

2
        <pb n="272" />
        4.  zwischen  der  alten  und  neuen  Stevenson
Road,  (10)
5.  etwa  1700  m  vom  Nombwe-Dorf,  (11)

6.  etwa  1700  m  vom  Kissitu-Dorf.  (12)

Bei  diesen  Grenzpfosten  verläßt  die  Grenze  die
Wasserscheide  und  geht  in  gerader  Linie  zu  einem
Grenzpfosten  (13)  etwa  1200  m  nordwestlich  von
der  englischen  Station  Jkomba  und  von  dort  in
gerader  Linie  zu  einem  Grenzpfosten  (14)  im  Suwa-(Zuwa-)
  Walde  etwa  3¼  km  südlich  von  Karimansira-Dorf,
  der  wiederum  auf  der  Wasserscheide
ist;  folgt  dann  der  Wasserscheide  über  folgende
Grenzpyfosten:

1.  etwa  700  m  westlich  des  Tshovere-(Chowere-)
Dorfes,  (15)

2.  Dundundu-Berg,  (10)

3.  etwa  halbwegs  zwischen  Mambwe
Mssungo,  (17)

4.,  5.,  6.  drei  Grenzpfosten  in  der  Nähe  der
englischen  Station  Mambwe,  die  auf  der  Karte  mit
den  Nummern  18,  19  und  20  roth  eingetragen  sind.
Der  letzte  dieser  Grenzpfosten  ist  zugleich  der  Schnittpunkt
  der  Wasserscheide  mit  dem  von  der  Kommission
ermittelten  32.  Längengrad  östlich  von  Greenwich.
Die  Grenze  geht  dann  in  gerader  Linie  zur  Quelle
des  Massiste-Baches  und  folgt  diesem  abwärts  bis
zum  Einfluß  des  Masia-Baches  (21);  läuft  von  dort
in  gerader  Linie  zu  einem  Grenzpfosten  am  linken
Ipundu-Ufer  (22)  südlich  der  Ruinen  des  Ipundu-Dorses
  und  dann  in  gerader  Linie  zur  Vereinigung
  (23)  des  Ssaeissi=  (Saisi-)  Flusses  mit  dem
Kassokorwa-(Kasokolwa-)  Bache;  solgt  dem  Ssaissi
aufwärts  bis  zum  Einflusse  des  Rumi-Baches  (Lumi),
folgt  dem  Rumi  aufwärts  bis  zum  Einfluß  des
Mkumba-Baches  und  folgt  diesem  aufwärts  bis  zu
seiner  Quelle.  Von  hier  geht  die  Grenze  in  gerader
Linie  zu  der  Mitte  des  schmalen  Sattels  zwischen
den  Quellen  des  Mosi  (Mozi)  und  Kipoko=  (Chipoko-)
Baches  und  von  dort  in  gerader  Linie  zu  der  südöstlichen
  Quelle  des  Ssafu=  (Samfu-)  Baches;  folgt
diesem  abwärts,  bis  er  in  den  Kalambo  mündet,
und  dann  diesem  abwärts  bis  zu  seiner  Einmündung
in  den  Tanganyika=  See.

und

§  2.

In  allen  Fällen,  in  denen  ein  Fluß  oder  Bach
die  Grenze  bildet,  soll  der  Thalweg  desselben  die
Grenze  bilden;  wenn  jedoch  ein  eigentlicher  Thalweg
nicht  zu  erkennen  ist,  so  soll  die  Mitte  des  Bettes
die  Grenze  bilden.

83.

Eine  etwaige  Neubestimmung  der  geographischen
Positionen  der  Grenzpfosten  oder  sonstigen  hier  er—
wähnten  Punkte  soll  nichts  an  der  Grenze  selbst
ndern.

220

4.  Between  the  old  and  the  new  Stevenson

Road,  (10)

5.  Abont  1700  metres  from  Nombwe
Village,  (11)

6.  Abount  1700  metres  from  Kissitu

Village.  (12)

At  this  boundary  pillar  the  Boundary  leaves
the  waterparting  and  goes  in  a  straight  line  to
a  boundary  pillar  (13)  about  1200  metres  northwest
  of  the  English  Station  Ikomba,  and  thence
in  a  straight  line  to  a  boundary  pillar  (14)  in
the  Suwa  (Zuwa)  Forest,  about  3½  kilom.  south
of  Karimansira  Village  which  is  again  on  the
waterparting;  it  then  follows  the  waterparting
past  the  following  boundary  pillars:

1.  About  700  metres  west  of  Tshorvere
(Chowere)  Village,  (15)

2.  Dundundu  Hill,  (16)

3.  About  half  way  between  Mambwe  and

Mssungo,  (17)

4.,  5.,  6.  Three  boundary  pillars  in  the
neighbourhood  of  the  English  Station  Mambwe.
which  are  marked  in  the  map  with  the  numbers
  18,  19  and  20  in  red.  The  last  of  these
boundary  pillars  is  at  the  same  time  the  poinr
#of  intersection  of  the  waterparting  with  longitude
  32  East  of  Greenwich,  ascertained  by  the
Commission.  The  Boundary  then  goes  in  a
straight  line  to  the  source  of  the  Massiöte  Stream
and  follows  this  downstream  to  its  junction
with  the  Masia  Stream  (21);  it  runs  then  in  2
straight  line  to  a  boundary  pillar  on  the  lefr
bank  of  the  Ipundu  (22)  south  of  the  ruins  of
Ipundu  Village  and  then  in  a  straight  line  to
the  junction  of  the  Ssaissi  (Saisi)  River  with
the  Kassokorwa  (Kasokolwa)  Stream  (23);  in
follows  the  Ssaissi  upstream  to  its  junction  with
the  Rumi  (Lumi)  Stream,  it  follows  the  Rumi
upwards  to  its  junction  with  the  Mkumba  Stream
and  follows  this  up  to  its  source.  Hence  the
Boundary  goes  in  a  straight  line  to  the  middle
of  the  narrow  saddle  between  the  sources  of
the  Mosi  (Mozi)  and  Kipoko  (Chipoko)  Stream
and  from  there  in  a  straight  line  to  the  southeast
  source  of  the  Ssäfu  (Samfu)  Stream;  this
it  follows  downstream  until  it  runs  into  the
Kalambo  and  then  the  latter  downstream  to
its  mouth  in  the  Tanganyika  Lake.

§  2.

In  all  cases  where  a  river  or  stream  forms
the  boundary,  the  „Thalweg“  of  the  same  shall
form  the  boundary;  if  however  no  actual  „Thal-Weg“
  is  to  be  distinguished,  it  shall  be  the
middle  of  the  bed.

§  3.

Any  fresh  determination  of  the  geographical
Dositions  of  the  boundary  pillars  or  of  other
boints  here  mentioned  shall  make  no  alteration
in  the  Boundary  itselkf.
        <pb n="273" />
        84.

Sämmtliche  Grenzpfosten  stehen  unter  gemeinsamem
  Schutz  der  deutschen  und  großbritannischen
Regierung.  Die  großbritannische  Regierung  will
außerdem  in  ihren  Schutz  nehmen:  die  cementirten
Beobachtungspfeiler  im  Telegraphenlager  hinter
Nkata-Bay  und  Kambwe  Lagun  und  die  beiden
Bafispfeiler  südlich  der  Ssongwe-Mündung.

8  5.

Sollte  es  später  nöthig  werden,  einen  Grenzpfosten
  zu  erneuern,  so  soll  jede  Regierung  zu  diesem
Zwecke  einen  Vertreter  entsenden.  Sollte  es  später
nöthig  werden,  die  Grenze  durch  mehr  Pfosten  genauer
  zu  markiren,  so  soll  jede  Regierung  einen
Vertreter  zu  dem  Bau  der  Zwischenpfeiler  entsenden;
die  Lage  dieser  neuen  Pfosten  soll  durch  den  auf
anliegender  Karte  niedergelegten  Verlauf  der  Grenze
bestimmt  werden.

Berlin,  den  23.  Februar  1901.

(L.  S.)  Freiherr  v.  Richthofen.
(L.  S.)  Frank  C.  Lascelles.

221

84.

All  the  boundary  pillars  are  under  the  joint
protection  of  the  German  and  British  Governments.
  The  British  Government  will  besides  take
under  its  protection:  the  cemented  observation
pillar  in  the  Telegraph  Station  behind  Nkata  Bay
and  Kambwe  Lagoon  and  both  the  base  pillars
south  of  the  mouth  of  the  Ssongwe.

5.
Should  it  be  necessary  later  to  renew  a
boundary  pillar,  each  Government  shall  send  a
representative  for  this  purpose.  Should  it  be
necessary  later  to  mark  the  Boundary  more
eNactly  by  more  pillars,  each  Government  shall
send  a  representative  for  the  erecction  of  the
intermediate  pillars,  the  position  of  these  new
Ppillars  shall  be  determined  by  the  course  of  the
Boundary  laid  down  on  the  annexed  map.

Berlin,  the  23  February  1901.

(L.  S.)  Frhr.  v.  Richthofen.
(L.  S.)  Frank  C.  Lascelles.

—  —  —  —  —  —

Beschluf;  des  Bundesraths,  betreffend  die  Deutsche  Agaven-Gesellschaft  zu  Berlin.*)
In  Gemäßheit  des  §  11  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  wird  Nachstehendes

  zur  öffentlichen  Kenntniß  gebracht:

„Der  Bundesrath  hat  in  seiner  Sitzung  vom  14.  Februar  d.  Is.  beschlossen,  der  Deutschen

Agaven-Gesellschaft  mit  dem  Sitze  in  Berlin  auf  Grund  ihres  vom  Reichskanzler  genehmigten  Gesellschaftsvertrages
  die  Fähigkeit  beizulegen,  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere  Eigenthum  und  andere
dingliche  Rechte,  an  Grundstücken  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,  vor  Gericht  zu  klagen  und
verklagt  zu  werden.“

Auszug  aus  dem  Gesellschaftsvertrag.

Unter  dem  Namen  Deutsche  Agaven-Gesellschaft  wird  auf  Grund  des  Schutzgebietsgesetzes  eine
Kolonialgesellschaft  errichtet,  die  ihren  Sitz  in  Berlin  hat.

Die  Gesellschaft  hat  zum  Gegenstand  ihres  Unternehmens  den  Betrieb  von  Land=  und  Plantagenwirthschaft,
  insbesondere  durch  Anbau  und  Verwerthung  von  Agaven,  in  Deutsch-Ostafrika,  den  Erwerb  und
die  Verwerthung  von  Grundbesitz,  den  Betrieb  von  Handel  und  Gewerbe  und  allen,  dem  Handel  und
Verkehr  dienenden  Unternehmungen  daselbst.  Die  Dauer  der  Gesellschaft  ist  unbeschränkt.

Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  beträgt  418  800  Mark,  eingetheilt  in  Antheile  zu  je  200  und
zu  je  1000  Mark.  Auf  die  Antheile  ist  eine  Anzahlung  von  25  vom  Hundert  zu  leisten.  Die  Einzahlung
des  Restes  erfolgt  auf  Beschluß  und  Aufforderung  des  Aufsichtsraths.  Durch  Beschluß  des  Aussichtsraths
kann  das  Grundkapital  bis  zum  Betrage  von  einer  Million  Mark  erhöht  werden.  Weitere  Erhöhungen
lann  die  Hauptversammlung  beschließen.

Für  die  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  haftet  ihren  Gläubigern  nur  das  Gesellschaftsvermögen.

Die  Urkunden  über  die  Antheile  lauten  auf  den  Inhaber.  Die  Inhaber  der  Antheile,  das  heißt
die  Zeichner  der  Antheile  und  demnächst  deren  Rechtsnachfolger,  bilden  die  Gesellschaft.  Die  Antheile
sind  untheilbar.

Die  Organe  der  Gesellschaft  sind:

1.  der  Vorstand,
2.  der  Aufsichtsrath,
3.  die  Hauptversammlung.

Der  Vorstand  besteht  aus  zwei  oder  mehreren  von  dem  Aufsichtsrath  zur  notariellen  Verhandlung
zu  bestellenden  Mitgliedern.  Auch  können  stellvertretende  Mitglieder  in  gleicher  Weise  ernannt  werden.
Mitglieder  des  Vorstandes  dürfen  nicht  Mitglieder  des  Aufsichtsraths  sein.  Die  Mitglieder  des  Vorstandes
können  durch  den  Aufsichtsrath  jederzeit  abberufen  werden,  jedoch  unbeschadet  des  Anspruchs  auf  die  vertragsmäßige
  Vergütung.  Der  Vorstand  vertritt  die  Gesellschaft  Dritten  gegenüber  in  allen  Rechtsgeschäften  und
sonstigen  Angelegenheiten  derselben.  Er  führt  die  Verwaltung  selbständig,  soweit  nicht  nach  dem  Statut

*)  Vergleiche  Reichs-Anzeiger  vom  1.  April  1901.
        <pb n="274" />
        —  222  —

der  Aufsichtsrath  oder  die  Hauptversammlung  mitzuwirken  hat.  Gegen  Dritte  hat  eine  Beschränkung  des
Vorstandes  keine  rechtliche  Wirkung.  Willenserklärungen  find  für  die  Gesellschaft  verbindlich,  wenn  sie  von
zwei  Vorstandsmitgliedern  (stellvertretenden  Mitgliedern)  abgegeben  werden.

Der  Aussichtsrath  besteht  aus  mindestens  drei  und  höchstens  neun  Mitgliedern.  Die  Zahl  der
Mitglieder  wird  von  der  Hauptversammlung  festgesetzt,  welcher  auch  die  Wahl  derselben  zusteht.  Die
Wahl  erfolgt  für  die  Zeit  vom  Schlusse  derjenigen  Hauptversammlung,  in  der  sie  vorgenommen  wird,  bis
zur  vierten  auf  die  Wahl  folgenden  ordentlichen  Hauptversammlung.  In  jeder  ordentlichen  Hauptversammlung
  scheiden  zwei  Mitglieder  aus.  Das  Ausscheiden  wird  zunächst  durch  das  Loos  und,  wenn
die  Reihe  gebildet  ist,  durch  das  Dienstalter  bestimmt.  Die  Ausscheidenden  sind  wieder  wählbar.  Scheidet
in  der  Zwischenzeit  ein  Mitglied  aus,  so  können  die  übrigen  Mitglieder  eine  bis  zur  nächsten  Hauptversammlung
  gültige  Zuwahl  treffen.  Die  endgültige  Wahl  erfolgt  durch  die  Hauptversammlung.  Die
Wahl  zum  Mitgliede  des  Aufsichtsraths  kann  auch  vor  Ablauf  des  Zeitraums,  für  welchen  die  Wahl
erfolgt  ist,  durch  die  Hauptversammlung  widerrufen  werden.  Die  Mitglieder  des  Auffichtsraths  beziehen
keine  Befoldung,  erhalten  jedoch  Ersatz  der  aus  der  Theilnahme  an  den  Sitzungen  und  Versammlungen
ihnen  entstandenen  Kosten.  Für  diese  Kosten  können  Pauschbeträge  durch  den  Aussichtsrath  festgesetzt  werden.
Außerdem  erhält  der  Aufsichtsrath  einen  Gewinnantheil,  über  dessen  Vertheilung  unter  die  einzelnen  Mitglieder
  er  selbst  beschließt  (s.  unten).  Der  Aufsichtsrath  wählt  alljährlich  in  seiner  ersten  Sitzung  nach  der
ordentlichen  Hauptversammlung  aus  seiner  Mitte  einen  Vorsitzenden  und  dessen  Stellvertreter.  Der  Aufsichtsrath
  faßt  seine  Beschlüsse  durch  einfache  Stimmenmehrheit.  Bei  Stimmengleichheit  entscheidet  der
Vorsitzende.  Die  Beschlüsse  des  Aufsichtsraths  werden  in  der  Regel  in  Sitzungen  gefaßt.  Nach  dem
Ermessen  des  Vorsitzenden  kann  ausnahmsweise  ein  Beschluß  auch  durch  briefliche  oder  telegraphische
Abstimmung  herbeigeführt  werden.  Der  Aussichtsrath  bestimmt  über  seine  Geschäftsordnung  selbst.  Sitzungen
des  Aussichtsraths  werden  durch  den  Vorsitzenden  unter  Angabe  der  Tagesordnung  anberaumt.  Auf  Antrag
von  zwei  Mitgliedern  oder  des  Vorstandes  muß  eine  Sitzung  anberaumt  werden.  Der  Ausfsichtsrath  ist
beschlußfähig,  wenn  mindestens  drei  seiner  Mitglieder,  unter  welchen  sich  der  Vorsitzende  oder  sein  Stellvertreter
  befinden  muß,  anwesend  sind.

Der  Aussichtsrath  überwacht  die  gesammte  Geschäftsführung.  Er  kann  insbesondere  jederzeit  von
dem  Vorstande  Bericht  über  die  Angelegenheiten  der  Gesellschaft  verlangen  und  durch  den  Vorsitzenden
oder  einzelne  von  ihm  zu  bestimmende  Mitglieder,  auch  durch  dritte  Sachverständige,  die  Bücher  und
Schriften  der  Gesellschaft  einsehen  und  prüfen  sowie  den  Bestand  der  Gesellschaftskasse  und  die  sonstigen
Bestände  an  Aktiven  untersuchen.

Die  Hauptversammlung  vertritt  die  Gesammtheit  der  Gesellschaftsmitglieder.  Ihre  Beschlüsse  und
Wahlen  sind  für  alle  Mitglieder  verbindlich.

Die  Hauptversammlungen  finden  in  Berlin  statt,  sofern  nicht  durch  Beschluß  einer  Hauptversammlung
  als  Ort  der  nächsten  Hauptversammlung  eine  andere  Stadt  bestimmt  wird.  Die  Einberufung
geschieht  vom  Aufsichtsrath  durch  öffentliche  Bekanntmachung,  welche  mindestens  drei  Wochen  vor  dem
anberaumten  Zeitpunkt  zu  erlassen  ist.  Die  Bekanntmachung  hat  die  zu  verhandelnden  Gegenstände  sowie
die  Form  und  die  Stellen  für  Hinterlegung  der  Antheilscheine  anzugeben.

Anträge  von  Gesellschaftsmitgliedern,  welche  auf  die  Tagesordnung  der  Hauptversammlung  kommen
sollen,  müssen  mindestens  sechs  Wochen  vorher  dem  Aussichtsrath  mitgetheilt  werden  und  von  10  000  Mark
Antheilen  unterstützt  sein.

In  der  Hauptversammlung  berechtigt  jeder  Antheil  von  200  Mark  zu  einer  Stimme,  jeder  Antheil
von  1000  Mark  zu  fünf  Stimmen.

Innerhalb  der  ersten  sechs  Monate  nach  Schluß  des  Geschäftsjahres,  zuerst  im  Jahre  1902,  findet
die  ordentliche  Hauptversammlung  statt,  in  welcher  insbesondere  folgende  Gegenstände  verhandelt  werden:

1.  Bericht  des  Vorstandes  und  Aussichtsraths,  Genehmigung  der  Bilanz  nebst  Gewinn=  und

Verlustrechnung  für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr.

2.  Beschlußfassung  über  die  Entlastung  des  Vorstandes  und  Aussichtsraths.

3.  Wahlen  zum  Aussichtsrath.

Außerordentliche  Hauptversammlungen  können  vom  Ausfsichtsrath  jederzeit  und  müssen  einberufen
werden  auf  Verlangen

1.  der  Aussichtsbehörde,

2.  von  Gesellschaftsmitgliedern,  welche  mindestens  ein  Zwanzigstel  des  Gesammtkapitals  der

Gesellschaft  besitzen  oder  vertreten.

Diese  Mitglieder  haben  unter  gleichzeitiger  Hinterlegung  ihrer  Antheile  dem  Aufsichtsrath  zur
Vorlage  an  die  Hauptversammlung  einen  schriftlichen  Antrag  einzureichen.

Auf  ein  derartiges  Verlangen  ist  die  Versammlung  binnen  zehn  Tagen  mit  der  satzungsmäßig
kürzesten  Frist  einzuberufen.

Die  Beschlüsse  der  Hauptversammlung  werden,  abgesehen  von  den  unter  a  bis  c  folgenden  Be-
        <pb n="275" />
        —  223  —

itimmungen  durch  einfache  Mehrheit  der  abgegebenen  Stimmen  gefaßt.  Im  Falle  der  Stimmengleichheit
entscheidet  der  Vorsitzende.

Die  Wahlen  finden,  falls  gegen  eine  andere  vorgeschlagene  Abstimmungsart  Etmsprach  erhoben
wird,  durch  Abgabe  von  Stimmzetteln  statt  und  werden  nach  relativer  Stimmenmehrheit  entschieden,  so  daß
diejenigen  Personen  als  gewählt  gelten,  welche  die  meisten  Stimmen  erhalten  haben.

Ueber  folgende  Gegenstände:

a)  die  Auflösung  der  Gesellschaft  oder  deren  Verschmelzung  mit  einer  anderen  Gesellschaft  oder

die  Umwandelung  der  rechtlichen  Form  der  Gesellschaft,

b)  die  Abänderung  des  Zwecks  der  Gesellschaft,

)  die  theilweise  Zurückzahlung  oder  die  Herabsetzung  des  Grundtapitals,
kenn  nur  mit  einer  Mehrheit  von  mindestens  zwei  Dritteln  der  in  der  Hauptversammlung  vertretenen
Stimmen,  welche  mindestens  die  Hälfte  des  Grundkapitals  vertreten  müssen,  Beschluß  gefaßt  werden.

Falls  in  dieser  Versammlung  die  Hälfte  des  Grundkapitals  nicht  vertreten  ist,  wird  eine  zweite
Hauptversammlung  einberufen,  welche  ohne  Rücksicht  auf  die  Höhe  des  vertretenen  Grundkapitals  mit
einfacher  Stimmenmehrheit  über  die  nach  Absatz  1  (a,  b  und  c)  vorliegenden  Gegenstände  Beschluß  faßt.
Bei  der  Einberufung  der  zweiten  Versammlung  ist  hierauf  hinzuweisen.

Das  Geschäftsjahr  ist  das  Kalenderjahr.  Das  erste  Geschäftsjahr  umfaßt  den  Zeitraum  bis  zum
31.  Dezember  1901.

Von  dem  nach  Abzug  der  Beträge  für  Abschreibungen  und  Rücklagen  verbleibenden  Reingewinne
werden  an  die  Mitglieder  der  Gesellschaft  vier  vom  Hundert  auf  das  eingezahlte  Grundkapital  vertheilt.
Von  dem  hiernach  verbleibenden  Rest  erhält  der  Aufsichtsrath  zehn  vom  Hundert  als  Gewinnantheil,  der
Vorstand  und  die  Angestellten  die  vertragsmäßigen  Tantiemen.  Der  Rest  wird  als  weitere  Dividende  an
die  Mitglieder  der  Gesellschaft  vertheilt,  soweit  die  Hauptversammlung  nicht  anders  bestimmt.

Die  nach  diesen  Satzungen  erforderlichen  Bekanntmachungen  erfolgen  im  Deutschen  Reichs-Anzeiger
und  Königlich  Preußischen  Staatsanzeiger.  Der  Aussichtsrath  kann  noch  andere  Publikationsblätter  bestimmen.

Im  Falle  einer  Auflösung  der  Gesellschaft  ernennt  die  Hauptversammlung  die  Ligquidatoren.

Das  Vermögen  wird  nach  Tilgung  der  Schulden  unter  die  Mitglieder  nach  Maßgabe  ihrer
Betheiligung  vertheilt.  Die  Vertheilung  darf  nicht  eher  vollzogen  werden  als  nach  Ablauf  eines  Jahres
von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem  eine  Aufforderung  der  Gesellschaft  an  ihre  Gläubiger,  sich  bei  ihr
zu  melden,  in  den  Gesellschaftsblättern  bekannt  gemacht  worden  ist.  Die  gleiche  Bestimmung  findet  Anwendung
  auf  eine  theilweise  Zurückzahlung  des  Gesellschaftskapitals  an  die  Mutglieder.

Bis  zur  Beendigung  der  Liquidation  verbleibt  es  bei  der  bisherigen  Organisation  der  Gesellschaft
und  ihrem  Gerichtsstande.

Die  Aussicht  über  die  Gesellschaft  wird  von  dem  Reichskanzler  geführt.  Derselbe  kann  zu  dem
Behufe  einen  Kommissar  bestellen.  Die  Ausfsicht  erstreckt  sich  auf  die  satzungsmäßige  Führung  der  Geschäfte
für  die  Erreichung  des  Gesellschaftszweckes.

Der  von  dem  Reichskanzler  bestellte  Kommissar  ist  berechtigt,  an  jeder  Verhandlung  des  Aussichtsraths
  und  jeder  Hauptversammlung  theilzunehmen,  von  dem  Aussichtsrathe  jederzeit  Bericht  über  die
Angelegenheiten  der  Gesellschaft  zu  verlangen  und  die  Bücher  und  Schriften  derselben  einzusehen  sowie
auf  Kosten  der  Gesellschaft,  wenn  dem  Verlangen  der  dazu  berechtigten  Mitglieder  der  Gesellschaft  nicht
entsprochen  wird,  oder  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  eine  außerordentliche  Hauptversammlung  zu  berufen.

Der  Genehmigung  der  Aussichtsbehörde  sind  die  Beschlüsse  der  Gesellschaft  unterworfen,  nach
welchen  eine  Aenderung  oder  Ergänzung  der  Satzungen  erfolgen,  das  Grundkapital  theilweise  zurückgezahlt,
die  Gesellschaft  ausfgelöst,  mit  einer  anderen  vereinigt  oder  in  ihrer  rechtlichen  Form  umgewandelt  werden  soll.

Beschluß  des  Bundesraths,  betreffend  den  Gesellschaftsvertrag  der  Otavi-Minenund
  Eisenbahngesellschaft.W

In  Gemäßheit  des  §  11  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  wird  Nachsichendes
  zur  öffentlichen  Kenntniß  gebracht:

Der  Bundesrath  hat  in  der  Sitzung  vom  14.  Februar  d.  Is.  beschlossen,  der  Otavi-Minen=  und

Eilenbahngesellschaft  zu  Berlin  auf  Grund  ihres  vom  Reichskanzler  genehmigten  Gesellschaftsvertrages

Statuts)  die  Fähigkeit  beizulegen,  als  deutsche  Kolonialgesellschaft  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere

GEgennen  und  andere  dingliche  Rechte  an  Grundstücken,  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,  vor
Gericht  zu  klagen  und  verklagt  zu  werden.

Auszug  aus  dem  Gesellschaftsvertrage  (Statut).

Die  Gesellschaft  hat  ihren  Sitz  und  ordentlichen  Gerichtsstand  in  Berlin.
Die  Dauer  der  Gesellschaft  ist  zeitlich  nicht  beschränkt.

2*8  Vergleiche  Neichs-Anzeiger  vom  1.  April  1901.
        <pb n="276" />
        —  224  —

Der  Zweck  der  Gesellschaft  besteht  in  der  Erwerbung  von  Grundbesitz,  Eigenthum,  Bergwerksrechten,
  sowie  anderen  Rechten  jeder  Art  in  Südwest-Afrika  und  in  der  wirthschaftlichen  Erschließung  und
Verwerthung  der  gemachten  Erwerbungen.

Die  Gesellschaft  ist  berechtigt:  den  Bau  einer  Eisenbahn  von  einem  Hafen  der  Westküste  nach  dem
Otavigebiete,  den  Betrieb  der  Kupferminen  in  diesem  Gebiete,  sowie  die  Ausbeutung  der  erworbenen  Landund
  sonstigen  Bergwerksberechtigungen  zu  unternehmen.  Bevor  die  Gesellschaft  sich  hierüber  erklärt,  wind
sie  eine  ausreichende  Untersuchung  der  Kupferminen  im  Otavigebiete  vornehmen  und  die  Vorarbeiten  für
die  Eisenbahn  ausführen  lassen.

Die  Organe  der  Gesellschaft  sind:

Die  Direktion,
Der  Verwaltungsrath,
Die  Generalversammlung.

Die  Bekanntmachungen  der  Gesellschaft  erfolgen  rechtswirksam,  soweit  nicht  anderweite  Formen
oder  östere  Veröffentlichungen  in  diesen  Satzungen  vorgeschrieben  sind,  durch  einmalige  Veröfsentlichung  im
„Deutschen  Reichs-Anzeiger“.  .

Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  beträgt  zunächst  Mark  1000  000  —  Francs  1250  000  —
#  Sterling  50  000,  eingetheilt  in  10  000  Antheile  der  ersten  Serie  zum  Neunwerthe  von  je  Mark  100
—  Francs  125  =  4  Sterling  5,  und  kann  auf  Beschluß  des  Verwaltungsraths  auf  Mark  40  000  000
Francs  50  000  000  =  4  Sterling  2  000  000,  eingetheilt  in  400  000  Antheile  zum  Nennwerthe  von
je  Mark  100  =  Franks  125  =  2  Sterling  5,  erhöht  werden.  Die  zunächst  auszugebenden  Antheile  der
ersten  Serie  sind  in  Mark  vollgezahlt;  auf  die  hiernach  bis  zur  vorstehend  bestimmten  Höhe  in  mebreren
Serien  auszugebenden  Antheile  ist  bei  der  Zeichnung  eine  Einzahlung  von  25  pCt.  in  Mark  zu  leisten.
Die  jeweiligen  Besitzer  der  Antheile  erster  Serie  sind  berechtigt,  sich  bei  dieser  Erhöhung  des  Grundkapitals
nach  Verhältniß  ihres  Besitzes  zu  betheiligen.

Die  ersten  Zeichner  der  auszugebenden  Antheile  sowie  demnächst  deren  Rechtsnachfolger  bilden  die
Gesellschaft.

Für  die  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  haftet  den  Gläubigern  derselben  nur  das  Gesellschaftsvermögen.


Die  Urkunden  über  die  Antheile  lauten  auf  den  Inhaber,  können  aber  auch  auf  den  Namen
umgeschrieben  werden.

Der  South  West  Africa  (ompany,  Limited,  wird  auf  jeden  ausgegebenen  Antheil  ein  Genußschein
  gewährt.  Die  Genußscheme  lauten  auf  den  Inhaber,  können  aber  auch  auf  den  Namen  umgeschrieben
  werden.

Die  Gesellschaft  ist  befugt,  auf  Beschluß  des  Verwaltungsraths  Schuldverschreibungen  auf  den
Inhaber  bis  zum  Betrage  der  Hälfte  des  eingezahlten  Grundkapitals  auszugeben.

Durch  Zeichnung  oder  Erwerb  von  Antheilen,  Interimsscheinen  und  Genußscheinen  unterwersfen
sich  die  Mitglieder  für  alle  Streitigkeiten  mit  der  Gesellschaft  aus  dem  Gesellschaftsverhältnisse  dem  in
Berlin  für  Handelssachen  zuständigen  Gericht  erster  Instanz.

Auf  den  31.  März  ist  von  der  Direktion  die  Bilanz  für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr  zu  ziehen
Dieselbe  muß  mit  der  Gewinn=  und  Verlustrechnung  und  mit  einem,  den  Vermögensstand  und  die  Verhältnisse
  der  Gesellschaft  entwickelnden  Bericht  der  Direktion,  sowie  mit  dem  darüber  von  dem  Verwaltungs.
rathe  zu  erstattenden  Revisionsbericht  der  Generalversammlung  jährlich  vor  dem  31.  Dezember  vorgelegt  werden

Der  Reingewinn  versteht  sich  nach  den  von  dem  Verwaltungsrathe  festzusetzenden  Abschreibungen
und  nach  Absetzung  des  von  demselben  zu  bestimmenden  jährlichen  Zuschusses  aus  den  Betriebseinnahmen
zu  dem  Erneuerungsfonds,  aus  welchem  vornehmlich  die  Kosten  der  Erneuerung  des  rollenden  Materiale
sowie  der  Materialien  des  Oberbaues  der  Eisenbahn  gedeckt  werden  sollen.

Auf  Vorschlag  des  Verwaltungsraths  beschließt  die  Generalversammlung  über  die  Verwendung  des
sich  aus  der  Bilanz  ergebenden  Reingewinns.

Von  dem  zur  Verwendung  bestimmten  Betrage  sind  vorweg  mindestens  5  und  höchstens  15  pCt
in  einen  Reservefonds  zu  legen.

Von  dem  verbleibenden  Betrage  werden  an  die  Mitglieder  der  Gesellschaft  5  pCt.  des  eingezahlten
Grundkapitals  als  Diuddende  gewährt.

Der  Rest  ist  mit

50  pCt.  auf  das  eingezahlte  Grundkapital  als  Superdividende,
50  pCt.  auf  die  Genußscheine
zu  vertheilen,  nachdem  10  pCt.  für  den  Verwaltungsrath  als  Tantième  vorweg  genommen  find.

Die  Generalversammlung  kann  keinen  geringeren  Beitrag  zum  Reservefonds  und  keine  höher-Vertheilung
  vom  Remgewinn  an  die  Mitglieder  der  Gesellschaft  beschließen,  als  der  Verwaltungsratt
vorschlägt.
        <pb n="277" />
        —  225  —

Der  Reservefonds  dient  zur  Deckung  von  außerordentlichen  Ausgaben  oder  Verlusten.  Ueber  die
Verwendung  beschließt  der  Verwaltungsrath.

Nachdem  der  Reservefonds  15  pCt.  des  Grundkapitals  erreicht  haben  wird,  hören  die  Beiträge
zu  demselben  auf,  sofern  nicht  die  Generalversammlung  auf  Vorschlag  des  Verwaltungsraths  etwas  Anderes
beschließt.  Im  Falle  von  Entnahmen  aus  ihm  ist  er  auf  den  festgestellten  Betrag  wieder  zu  ergänzen.

Die  Direktion  hat  ihren  Sitz  in  Berlin  und  vertritt  die  Gesellschaft  nach  außen  in  allen  Rechtsgeschäften
  und  sonstigen  Angelegenheiten  derselben,  einschließlich  derjenigen,  welche  nach  den  Gesetzen  eine
Spezialvollmacht  erfordern.

Die  Direktion  besteht  aus  zwei  oder  mehreren  Mitgliedern,  welche  der  Verwaltungsrath  unter
Festsetzung  der  Anstellungsbedingungen  ernennt.  Die  Mehrheit  der  Mitglieder  muß  die  deutsche  Reichsangehörigkeit
  besitzen.

Urkunden  und  Erklärungen  der  Direktion  sind  für  die  Gesellschaft  verbindlich,  wenn  sie  unter
dem  Namen  der  „Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft“  von  zwei  Mitgliedern  der  Direktion  oder  von
einem  Mitgliede  und  einem  Stellvertreter  oder  von  zwei  Stellvertretern  oder  von  einem  Mitgliede  der
Direktion  bezw.  einem  Stellvertreter  und  einem  von  dem  Verwaltungsrathe  zur  Mitzeichnung  bevollmächtigten
Beamten  der  Gesellschaft  unterschrieben  sind.

Der  Verwaltungsrath  besteht  aus  wenigstens  6  und  höchstens  12  von  der  Generalversammlung
aus  der  Zahl  der  Gesellschafter  zu  wählenden  Mitgliedern,  von  welchen  die  Mehrheit  die  deutsche  Reichsangehöͤrigteit
  besitzen  muß  und  mindestens  4  Mitglieder  in  Berlin  wohnhaft  sein  müssen.

Nach  Erhöhung  des  Grundkapitals  auf  40  000  000  Mark  (Art.  6)  muß  jedes  Mitglied  20  000
Mark  in  Antheilen  der  Gesellschaft  besitzen  oder  erwerben,  die  während  der  Dienstzeit  bei  der  Gesellschaft
zu  hinterlegen  sind.

Die  Wahl  erfolgt  in  der  Regel  in  der  ordentlichen  Generalversammlung  für  die  Zeitdauer  bis  zur
jolgenden  vierten  ordentlichen  Generalversammlung.

Jährlich  scheiden  in  möglichst  regelmäßiger  Reihenfolge  mindestens  zwei  Mitglieder  aus  und  werden
durch  Neuwahl  ersetzt.  Bis  die  Reihe  im  Austritt  gebildet  ist,  entscheidet  darüber  das  Loos.  Die  Ausscheidenden
  sind  wieder  wählbar.  Scheidet  in  der  Zwischenzeit  ein  Mitglied  aus,  so  sind  die  übrigen
Mitglieder  berechtigt,  eine  bis  zur  nächsten  ordentlichen  Generalversammlung  gültige  Ersatzwahl  zu  treffen.
Die  definitive  Ersatzwahl  erfolgt  durch  diese  Generalversammlung,  und  zwar  für  den  Rest  der  Wahldauer
des  Ausgeschiedenen.

Der  Verwaltungsrath  wählt  sofort  nach  der  jedesmaligen  ordentlichen  Generalversammlung  in
ciner  Sitzung,  zu  welcher  die  anwesenden  Mitglieder  ohne  besondere  Einberufung  zusammentreten,  einen
Vorsitzenden  und  einen  Stellvertreter  desselben.  Der  Vorsitzende  muß  deutscher  Reichsangehöriger  sein  und
in  Berlin  seinen  Wohnsitz  haben.

Der  Verwaltungsrath  hält  seine  Sitzungen  in  Berlin  ab  und  wird  von  dem  Vorsitzenden  unter
Angabe  der  Berathungsgegenstände  so  oft  berufen,  als  die  Geschäfte  dazu  veranlassen.  Er  muß  binnen
14  Tagen  berufen  werden,  wenn  es  von  wenigstens  drei  Mitgliedern  oder  von  der  Direktion  schriftlich
beantragt  wird.

Der  Verwaltungsrath  ist  beschlußfähig,  wenn  mindestens  die  Hälfte  seiner  Mitglieder  anwesend  ist.
Alle  Mitglieder  des  Verwaltungsraths  haben  gleiches  Stimmrecht.  Die  Beschlüsse  werden  nach  Stimmenmehrheit
  gefaßt.  Bei  Stimmengleichheit  giebt  die  Meinung  des  Vorsitzenden  den  Ausschlag.

Die  Mitglieder  des  Verwaltungsraths  beziehen  keine  Besoldung,  erhalten  jedoch  Ersatz  der  aus
der  Erfüllung  ihres  Berufes  entspringenden  Auslagen  und  eine  Tantieme.

Alle  Erklärungen  des  Verwaltungsraths  sind  rechtsgültig  vollzogen,  wenn  sie  die  Unterschrift  „Der
Verwaltungsrath  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft“  und  die  Namensunterschrift  des  Vorsitzenden
—  bezw.  seines  Stellvertreters  —  und  eines  Mitgliedes  des  Verwaltungsraths  tragen.  Der  Verwaltungsrath
  legitimirt  sich  durch  ein  auf  Grund  der  Wahlverhandlung  ausgefertigtes  notarielles  Attest  über  die
Personen  seiner  jedesmaligen  Mitglieder  sowie  seines  Vorsitzenden  und  dessen  Stellvertreters.

Neben  der  allgemeinen  Aufsicht  über  die  Geschäftsführung  der  Direktion  und  den  anderweit  durch
diese  Saungen  ihm  zugewiesenen  Befugnissen  steht  dem  Verwaltungsrathe  insbesondere  der  Beschluß  zu:

über  die  Grundsätze,  nach  welchen  Ländereien  zu  erwerben,  nutzbar  zu  machen  und  zu  verwerthen
  sind;

2.  über  die  Grundsätze,  nach  welchen  der  Bergbau,  der  Eisenbahnban  und  -Betrieb  zu  führen
und  andere  gewerbliche  Unternehmungen  zu  betreiben  sind;

3.  über  die  Errichtung  von  Zweigniederlassungen;

4.  über  die  Ernennung  der  oberen  Beamten  der  Gesellschaft  in  Südwest-Afrika  sowie  solcher
Beamten,  welche  ein  jährliches  Gehalt  von  mehr  als  5000  Mark  erhalten  oder  auf  länger  als
drei  Jahre  angenommen  werden,  die  mit  ihnen  einzugehenden  Verträge  sowie  über  deren
Entlassung;
        <pb n="278" />
        —  226  —

5.  über  die  für  die  Verwaltung  in  Südwest-Afrika,  insbesondere  für  das  Kassen=  und  Rechnungs
wesen  zu  erlassenden  Reglements;

über  den  alljährlich  aufzustellenden  Voranschlag  der  Einnahmen  und  Ausgaben  der  Gesellschaft:
über  Verträge,  wenn  das  Objekt  mehr  als  30  000  Mark  beträgt  oder  der  Gesellschoft  Verpflichtungen
  auf  längere  Dauer  als  drei  Jahre  auferlegt  werden  sollen;

8.  über  die  Grundsätze  für  Aufstellung  der  Jahresbilanz  sowie  deren  Vorlegung  an  die  Generalversammlung
  und  Vorschläge  bezüglich  der  Verwendung  und  Vertheilung  von  Ueberschüssen;:

9.  über  andere  Vorlagen  an  die  Generalversammlung;

10.  über  die  alljährlich  der  Verwaltung  in  Südwest-Afrika  zu  ertheilende  Entlastung;

11.  über  die  Abordnung  eines  oder  mehrerer  Mitglieder  des  Verwaltungsraths  zu  bestimmten
Geschäften,  insbesondere  zur  Revision  der  von  der  Direktion  geführten  Bücher  und  Kassen  sowie
zur  Revision  der  Jahresbilanz;

12.  über  die  Bestellung  eines  oder  mehrerer  engeren  Ausschüsse  aus  der  Mitte  des  Verwaltungsraths
  und  die  Uebertragung  einzelner  Geschäfte  oder  Gattungen  derselben  an  diese  Ausschüsse
durch  Spezialvollmacht.

Die  Generalversammlung,  regelmäßig  konstituirt,  vertritt  die  Gesammtheit  der  Gesellschaftsmitglieder.


Ihre  Beschlüsse  und  Wahlen  sind  für  alle  Mitglieder  verbindlich.

Die  Generalversammlungen  werden  in  Berlin  abgehalten.  Zu  denselben  beruft  die  Direktion
oder  der  Verwaltungsrath  die  Mitglieder  wenigstens  14  Tage  vor  dem  anberaumten  Termin,  diesen  nicht
mit  gerechnet,  mittelst  Bekanntmachung,  in  welcher  die  zu  verhandelnden  Gegenstände  anzugeben  sind.

Es  können  vertreten  werden:  Handlungshäuser  durch  ihre  gesetzmäßig  bekannt  gemachten  Prokuristen:
Ehefrauen  durch  ihre  Ehemänner;  Wittwen  durch  ihre  großjährigen  Söhne;  Minderjährige  oder  sonst
Bevormundete  durch  ihre  Vormünder  oder  Psleger;  Korporationen,  Institute,  Aktiengesellschaften  und
Kommanditgesellschaften  auf  Aktien  durch  ein  Mitglied  ihres  Vorstandes  oder  einen  Prokuristen.  In  allen
übrigen  Fällen  kann  ein  Mitglied  nur  durch  ein  anderes  an  der  Generalversammlung  theilnehmendes
Mitglied  auf  Grund  schriftlicher  Vollmacht  vertreten  werden.

Die  Bevollmächtigung  zur  Stellvertretung  ist  spätestens  am  Tage  vor  der  Generalversammlung
zur  Prüfung  der  Direktion  vorzulegen,  welche  eine  amtliche  oder  sonst  ihr  genügende  Beglaubigung  der
Unterschrift  zu  verlangen  berechtigt  ist.  -

In  der  Generalversammlung  berechtigt  jeder  Antheil  zu  einer  Stimme.  Das  Stimmrecht  kann
nur  von  denjenigen  Mitgliedern  ausgeübt  werden,  deren  Antheile  auf  den  Namen  umgeschrieben  sind,  oder
welche  ihre  auf  den  Inhaber  lautende  Antheile  wenigstens  fünf  Tage  vor  dem  Tage  der  Generalversammlung
bei  der  Direltion  oder  bei  denjenigen  Stellen,  welche  die  Direltion  in  der  Bekanntmachung  bezeichnet  hat,
gegen  Bescheinigung  hinterlegt  haben  und  sie  bis  zur  Beendigung  der  Generalversammlung  daselbst  belassen.

Mitglieder,  welche  in  der  Generalversammlung  zusammen  mindestens  den  zehnten  Theil  des  Gesammtbetrages
  der  Stimmen  zu  führen  berechtigt  sind,  können  in  einer  von  ihnen  unterzeichneten  Eingabe  verlangen,
daß  Gegenstände,  welche  in  der  Zuständigkeit  der  Generalversammlung  liegen,  zur  Beschlußfassung  in  derselben
angekündigt  werden.  Der  Einberufende  ist  verpflichtet,  diese  Gegenstände  auf  die  Tagesordnung  der
nächsten  Generalversammlung  zu  setzen.

Wird  das  Verlangen  nach  erfolgter  Einberufung  der  Generalversammlung  gestellt,  so  müssen  solche
Anträge  auf  Erweiterung  der  Tagesordnung  mindestens  zehn  Tage  vor  dem  Versammlungstage  bei  der
Direktion  eingereicht  werden.  Sie  sind  alsdann  nachträglich  auf  die  Tagesordnung  der  auberaumten
Generalversammlung  zu  setzen,  und  es  ist  dies  mindestens  sechs  Tage  vor  dem  Versammlungstage  bekannt
zu  machen.

In  jedem  Jahre  findet  eine  ordentliche  Generalversammlung  vor  Ablauf  des  Monats  Dezember  statt.

Eine  außerordentliche  Generalversammlung  wird  berufen:

1.  wenn  von  einer  Generalversammlung  ein  dahingehender  Beschluß  gefaßt  ist;

2.  wenn  Mitglieder,  welche  zusammen  den  vierten  Theil  des  Gesammtbetrages  der  Stimmen  zu
führen  berechtigt  sind,  die  Einberufung  fordern  und  der  Direktion  einen  schriftlichen  Antrag
einreichen,  dessen  Gegenstand  innerhalb  der  Zuständigkeit  der  Generalversammlung  liegt;

3.  wenn  über  die  Auflösung  der  Gesellschaft!  oder  deren  Verschmelzung  mit  einer  anderen  Gesellschaft
oder  die  Umwandlung  ihrer  rechtlichen  Form  zu  beschließen  ist;

4.  wenn  der  Verwaltungsrath  aus  sonstigem  besonderen  Anlaß  die  Einberufung  beschließt.

In  der  ordentlichen  Generalversammlung  werden  die  Bilanz  mit  der  Gewinn=  und  Verlustrechumg
für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr,  sowie  die  von  der  Direktion  und  dem  Verwaltungsrathe  erstatteten
Berichte  zur  Kenntniß  und  etwaigen  Erörterung  gebracht,  und  wird  über  die  Genehmigung  der  Bilanz,
sowie  die  damit  der  Verwaltung  zu  ertheilende  Entlastung  Beschluß  gefaßt.  Sodann  werden  die  fälligen
Wahlen  vollzogen.

ri
        <pb n="279" />
        Die  Bilanz  mit  der  Gewinn=  und  Verlustrechnung  sowie  die  Berichte  der  Direktion  und  des
Verwaltungsraths  müssen  während  zwei  Wochen  vor  der  Versammlung  in  dem  Geschäftslokale  der  Gesellschaft
zur  Einficht  eines  jeden  Mitgliedes  ausgelegt  sein.

Außerdem  steht  der  ordentlichen  Generalversammlung  der  Beschluß  über  jede  Vorlage  zu,  welche
nicht  unter  Nr.  3  der  außerordentlichen  Generalversammlung  überwiesen  ist,  insbesondere:

8  über  die  Ausgabe  weiterer  Antheile;

)  über  Aenderungen  und  Ergänzungen  der  Satzungen,  insbesondere  Aenderungen  und  Erweiterungen
des  Zweckes  der  Gesellschaft.

Abänderungen  und  Ergänzungen  dieser  Satzungen  können  nur  mit  einer  Mehrheit  von  wenigstens
zwei  Dritteln  der  in  der  Versammlung  vertretenen  Stimmen  beschlossen  werden.

Vorbehaltlich  dieser  Bestimmungen  werden  die  Beschlüsse  der  Generalversammlung  mit  absoluter
Stimmenmehrheit  gefaßt.  Bei  Gleichheit  der  Stimmen  gilt  der  Antrag  als  abgelehnt.

Die  Einlösung  der  Genußscheine  bedingt  eine  Abänderung  der  Satzungen.  Einem  Uebereinkommen
über  die  Einlösung  sind  alle  Inhaber  von  Genußscheinen  unterworfen,  wenn  in  einer  mittelst  Bekanntmachung
unter  Angabe  des  Gegenstandes  der  Tagesordnung  zu  berufenden  Versammlung  der  Inhaber  das  Uebereikommen
  von  denselben  mit  wenigstens  zwei  Dritteln  der  bei  der  Abstimmung  vertretenen  Stimmen
genehmigt  wird.  In  dieser  Versammlung  gewährt  jeder  Genußschein  eine  Stimme,  im  Uebrigen  hat  der
Verwaltungsrath  über  das  Verfahren  in  der  Versammlung  Bestimmung  zu  treffen.

Im  Falle  der  Auflösung  der  Gesellschaft  wird  nach  Tilgung  ihrer  Schulden  das  Vermögen  nach
Verhältniß  der  auf  die  Antheile  geleisteten  Einzahlungen  zunächst  auf  Höhe  dieser  Einzahlungen  unter  die
Mitglieder  und  ein  Ueberschuß  auf  Höhe  von  50  pCt.  in  demselben  Verhältniß  unter  die  Mitglieder  und
auf  Höhe  von  50  pCt.  unter  die  Inhaber  der  Genußscheine  in  Mark  vertheilt.

Die  Vertheilung  darf  nicht  eher  vollzogen  werden,  als  nach  Ablauf  eines  Jahres,  von  dem  Tage
an  gerechnet,  an  welchem  die  Auflösung  der  Gesellschaft  unter  Aufforderung  der  Gläubiger,  sich  bei  ihr  zu
melden,  im  „Deutschen  Reichs-Anzeiger“  bekannt  gemacht  worden  ist.

Bis  zur  Beendigung  des  Vertheilungsverfahrens  verbleibt  es  bei  der  bisherigen  Verfassung  der
Gesellschaft  und  ihrem  Gerichtsstande.

Eine  theilweise  Zurückzahlung  des  Gesellschaftskapitals  an  die  Mitglieder  unterliegt  denselben
Bestimmungen  wie  die  Auflösung  der  Gesellschaft.

Die  Aussicht  über  die  Gesellschaft  wird  von  dem  Reichskanzler  geführt,  der  zu  diesem  Behufe  einen
Kommissar  bestellen  kann.  Der  Kommissar  ist  berechtigt,  an  den  Sitzungen  des  Verwaltungsraths  und  an
den  Generalversammlungen  theilzunehmen,  von  dem  Verwaltungsrathe  jederzeit  Bericht  über  die  Angelegenheiten
  der  Gesellschaft  zu  verlangen,  auch  die  Bücher  und  Schriften  derselben  einzusehen  sowie  auf  Kosten
der  Gesellschaft,  wenn  dem  Verlangen  dazu  berechtigter  Mitglieder  der  Gesellschaft  nicht  entsprochen  wird,
oder  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  eine  außerordentliche  Generalversammlung  zu  berufen.

Der  Genehmigung  der  Aufsichtsbehörde  sind  insbesondere  unterworfen:

1.  die  Ausgabe  von  weiteren  Antheilen;

2.  die  Beschlüsse  der  Gesellschaft,  nach  welchen  eine  Aenderung  oder  Ergänzung  der  Satzungen
erfolgen,  die  Gesellschaft  aufgelöst,  mit  emer  anderen  vereinigt  oder  in  ihrer  rechtlichen  Form
umgewandelt  werden  soll.

Die  sämmtlichen  10  000  zunächst  auszugebenden  Antheile  erster  Serie  sind  von  den  nachbenannten

Gründern  der  Gesellschaft  übernommen  worden,  und  zwar:

1.  von  der  South  West  Africe  Companv,  Limited,  Londöbln  500  Antheile,
2.  von  der  Direltion  der  Diskonto-Gesellschaft,  Berlinn.  14143750  -
3.  von  der  Exploration  Company,  Limited,  London  1750  OD

Auf  die  vorbezeichneten,  von  den  Gründern  übernommenen  Antheule  m  von  denselben  die  Vollzahlung
  geleistet,  und  zwar  auf  jeden  Antheil  100  Mark.

Konzession  zum  Bergbau  und  Eisenbahnbau  im  nördlichen  Theile  des  deutschsüdwestafrikanischen
  Schutzgebietes  an  die  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft
(Kolonialgesellschaft)  zu  Berlin.

J.

Vorbehaltlich  der  nachfolgenden  Abänderungen  und  Zusätze  gelten  hinsichtlich  der  zu  übertragenden
Berechtigungen  für  die  Otavi-Minen-  und  Eisenbahngesellschaft  dieselben  Bedingungen,  unter  welchen  die
Berechtigungen  der  South  West  Africa  Company,  Limited,  zustehen.  Die  Berechtigungen  gründen  sich  auf
die  der  Company  gewährte  Damaraland-Konzession  vom  12.  September  1892,  das  zugehörige  Protokoll

vom  14.  November  1892  und  das  Uebereinkommen  vom  11.  Oktober  1898.
4
        <pb n="280" />
        —  228  —

II.

Mit  der  Erklärung  zum  vollen  Eintritt  in  den  mit  der  South  West  Africa  Company  am
29.  September  1899  abgeschlossenen  Vertrag  ist  die  Otavi-Minen-  und  Eisenbahngesellschaft  in  Gemäßheit
des  Art.  3  ihrer  Satzungen  gegenüber  der  Kaiserlichen  Regierung  zur  Ausführung  einer  Eisenbahn  von
dem  Otavi-Gebiete  bis  zum  Kunene,  an  die  Grenze  der  portugiesischen  Provinz  Angola,  im  Anschluß  an
eine  von  dem  Grenzpunkte  direkt  nach  dem  Hafen  der  Tiger-Bai  zu  erbauende  Eisenbahn  verpflichtet.  Das
Uebereinkommen  über  diese  Verkehrsverbindung  mit  dem  Hafen  der  Tiger-Bai  bedarf  der  Genehmigung
der  Kaiserlichen  Regierung.

III.
Die  Spurweite  der  Otavi-Eisenbahn  soll  die  in  Afrika  übliche  sein  und  1,0668  m  betragen.
IV.

Die  Bauzeit  der  Eisenbahn  von  dem  Otavi-Gebiete  bis  zum  Anschluß  an  die  Bahn  vom  Kunene
nach  der  Tiger-Bai  wird  auf  fünf  Jahre  festgesetzt,  von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem  sich  die  Otavi-Mmen=
  und  Eisenbahngesellschaft  zum  Eintritt  in  den  Vertrag  mit  der  South  West  Africa  Company,
Limited,  mit  allen  Rechten  und  Pflichten  erklärt  haben  wird.  Die  Kaiserliche  Regierung  wird  die  für  den
Bau  gegebene  Frist  entsprechend  verlängern,  wenn  der  Bau  durch  unvorhergesehene  Hindernisse  ohne  Verschulden
  der  Otavi-Gesellschaft  eine  Verzögerung  erleiden  sollte.

V.

Die  Frist,  innerhalb  welcher  die  Otavi-Mnen=  und  Elsenbahngesellschaft  nach  vollem  Eintritt  in
den  Vertrag  mit  der  South  West  Africa  Company  gemäß  Art.  10  des  Uebereinkommens  vom  11.  Oltober
1898  den  regelmäßigen  Bergwerksbetrieb  in  bestimmtem  Umfange  nachzuweisen  hat,  wird  bis  zum  Ablauf
von  sieben  Jahren,  von  dem  Tage  des  Eintritts  in  den  Vertrag  an  gerechnet,  verlängert.

VI.

Die  Kaiserliche  Regierung  verleiht  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft  nach  vollem  Eintritt
in  den  mehrerwähnten  Vertrag  unentgeltlich  das  Eigenthum  an  dem  Grund  und  Boden  zu  beiden  Seiten
der  Linie  von  dem  Otavi-Gebiete  nach  dem  Kunene  in  Blöcken  von  je  20  km  Breite  und  10  km  Tiefe
mit  einem  Abstand  von  jedesmal  10  km  Breite  von  einander  nebst  den  Wasserrechten  auf  diesen  Blöcken,
soweit  der  Gesellschaft  das  Eigenthum  an  dem  Grund  und  Boden  nebst  den  Wasserrechten  nicht  von  der
South  West  Africa  Company  übertragen  wird,  und  soweit  der  aufzutheilende  Grund  und  Boden  der
Regierung  gehört  oder  sonst  ihrer  Verfügung  untersteht.

VII.

Die  Kaiserliche  Regierung  gewährt  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft  während  zehn
Jahren,  von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem  die  Gesellschaft  den  vollen  Eintritt  in  den  Vertrag  mit
der  South  West  Africa  Company  erklärt  haben  wird,  das  Vorrecht  auf  Uebernahme  der  Konzession  der
nach  der  östlichen  Grenze  des  Schutzgebietes  als  Glieder  des  transafrikanischen  Eisenbahnsystems  projektirten
Linien  vom  19.  Längengrad  östlich  von  Greenwich  unter  den  von  der  Kaiserlichen  Regierung,  abgesehen
von  den  Bestimmungen  unter  VIII  bis  X,  festzusetzenden  Bedingungen.

VIII.

Im  Fall  der  Uebernahme  einer  solchen  Konzession  wird  der  Regierung  der  Otavi-Minen-  und
Eisenbahngesellschaft  unentgeltlich  das  Eigenthum  des  für  die  Eisenbahnlinie  erforderlichen  Grund  und
Bodens,  sowie  des  Grund  und  Bodens  zu  beiden  Seiten  der  zu  erbauenden  Eisenbahn  in  Blöcken  von
je  20  km  Breite  und  10  km  Tiese  mit  einem  Abstand  von  jedesmal  10  km  Breite  von  einander  nebst
den  Wasserrechten  auf  diesen  Blöcken,  ferner  die  Minenrechte  in  einer  Zone  ron  je  30  km  Breite  zu  beiden
Seiten  der  zu  erbauenden  Eisenbahn  verleihen,  soweit  der  Gesellschaft  das  Eigenthum  des  Grund  und
Bodens  nebst  den  Wasserrechten  und  den  Minenrechten  nicht  von  der  Sonth  West  Africa  Company  übertragen
  wird,  und  soweit  der  in  Frage  stehende  Grund  und  Boden  der  Regierung  gehört  oder  sonst  nebst
den  Wasserrechten  und  Minenrechten  ihrer  Verfügung  untersteht.

IX.

Die  in  den  Artikeln  3,  4  und  11  der  Damaraland-Konzession  gewährte  Steuerfreiheit  soll  sich
auch  auf  das  in  Gemäßheit  der  Bestimmungen  unter  VI  und  VIII  von  der  Kaiserlichen  Regierung  zu
verleihende  Land  erstrecken.

Die  unter  VIII  zugesagte  Verleihung  der  Minenrechte  ist  nicht  an  den  Nachweis  des  Bergwerksbetriebs
  in  bestimmtem  Umfange  und  in  bestimmter  Frist  gebunden.

X.

Vorbehaltlich  der  abweichenden  Bestimmungen  in  dieser  Konzession  werden  das  Grundeigenthum
nebst  Wasserrechten  und  die  Minenrechte  (unter  VI  und  VIII)  von  der  Kaiserlichen  Regierung  unter
denselben  Bedingungen  verliehen,  unter  welchen  der  South  West  Africa  Company  solche  Rechte  und  das
        <pb n="281" />
        —  229  —

Eigenthum  an  Grund  und  Boden  bewilligt  worden  sind.  Insbesondere  finden  die  Bestimmungen  der
88  7  bis  9  des  Uebereinkommens  vom  11.  Oktober  1899  auf  die  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft
nicht  allein  Anwendung  bezüglich  des  Gebietes,  in  welchem  die  Gesellschaft  an  Stelle  der  South  West
Africa  Company  in  Minenrechte  eintritt,  sondern  auch  bezüglich  des  Gebietes,  in  welchem  die  Kaiserliche
Regierung  der  Otavi-Gesellschaft  Minenrechte  verleiht.

Berlin,  den  15.  März  1901.
Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.

Nunderlaß  des  stellvertretenden  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika
an  die  Bezirksämter,  Bezirksnebenämter,  Bezirksnebenstellen  und  Stationen  im
Innern  des  Schutzgebietes.

Bei  der  Beurkundung  von  Rechtsgeschäften  Farbiger  hat  in  Zukunft  der  Gebrauch  der  arabischen
Sprache  und  der  arabischen  Schriftzeichen  zu  unterbleiben.

Die  Beurkundungen  haben  fortan  nur  noch  wahlweise  in  deutscher  Sprache  oder  Kisuaheli  mit
lateinischen  Schriftzeichen  zu  erfolgen.

Unberührt  davon  bleibt,  daß  auch  weiterhin  auf  Antrag  die  Unterschriften  unter  Schriftstücken  in
fremder  Sprache  oder  mit  fremden  Schriftzeichen  (arabisch,  Guzerati  r2c.)  zu  beglaubigen  sind.

Die  Beglaubigung  selbst  hat  aber  selbstverständlich  wieder  in  deutscher  Sprache  oder  Kisnaheli
zu  erfolgen.

Dar-es-Sal#m,  den  29.  Januar  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
v.  Estorff.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  März  1901  auf  1,39967  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs,  betreffend  die  Einführung  der  deutschen
Reichsmarkrechnung  im  deutsch-südwestafrikanischen  Schutzgebiete.

.  §1.
Vom  1.  Februar  1901  ab  gilt  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  die  deutsche  Reichsmark—
rechnung.

2.  .

Von  diesem  Zeitpunkt  ab  gelten  als  gesetzliche  Zahlungsmittel  die
Zwanzigmarkstücke,  Einmarkstücke,  Fünfpsennigstücke,
Zehnmarkstücke,  Fünszigpfennigstücke,  Zweipfennigstücke,
Zweimarkstücke,  Zehnpfennigstücke,  Einpfennigstücke.

§  3.

Andere  als  die  in  dem  §  2  bezeichneten  Münzen  gelten  von  dem  Inkrafttreten  dieser  Verordnung
ab  nicht  mehr  als  gesetzliche  Zahlungsmittel.  Die  Verordnung  vom  1.  August  1893,  betreffend  den  Geldverkehr
  bei  den  öffentlichen  Kassen  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes,  wird  hiermit  aufgehoben  mit  der
Bestimmung,  daß  nach  Maßgabe  dieser  Verordnung  umlaufsfähige  Münzen  englischer  Währung  auf  die
Dauer  von  sechs  Monaten  noch  von  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebictes  werden  in  Zahlung  genommen
werden.  Dabei  sind  die  letzteren  nicht  verpflichtet,  von  demselben  Einzahler  bei  einer  Zahlung  mehr  als
20  Schilling  anzunehmen.

84.

Die  Verpflichtung  zur  Annahme  der  durch  diese  Verordnung  als  gesetzliche  Zahlungsmittel  bezeichneten
  Münzen  findet  auf  durchlöcherte,  auf  anders  als  durch  den  gewöhnlichen  Umlauf  im  Gewicht
verringerte,  imgleichen  auf  nachgemachte  oder  versälschte  Münzstücke  keine  Anwendung.
        <pb n="282" />
        86.

Echte  Reichsmünzen,  welche  infolge  längerer  Cirkulation  und  Abnutzung  an  Gewicht  oder  Erkennbarkeit
  erheblich  eingebüßt  haben,  Reichsgoldmünzen  jedoch  nur,  sofern  deren  Gewicht  um  nicht  mehr  als
fünf  Tausendtheile  hinter  dem  Normalgewicht  zurückbleibt,  werden  zwar  noch  von  den  öffentlichen  Kassen
des  Schutzgebietes  zum  vollen  Werth  angenommen,  sind  aber  nicht  wieder  zu  verausgaben,  sondern  auf
Rechnung  des  Reichs  einzuziehen.

86.

Gewaltsam  beschädigte,  aber  vollwichtig  gebliebene  echte  Reichsmünzen  sind  von  den  öffentlichen
Kassen  des  Schutzgebietes  anzuhalten,  durch  Zerschlagen  oder  Einschneiden  für  den  Umlauf  unbrauchbar  zu
machen  und  alsdann  dem  Einzahler  zurückzugeben.  Diese  Bestimmung  findet  keine  Anwendung:

1.  auf  Münzen,  deren  schadhafte  Beschaffenheit  von  Mängeln  bei  der  Ausprägung  herrührt,
2.  auf  Münzen,  deren  Beschädigung  so  geringfügig  ist,  daß  dadurch  ihre  Umlaufsfähigkeit  nicht
beeinträchtigt  wird.
§  7.

Durch  gewaltsame  oder  gesetzwidrige  Beschädigung  am  Gewicht  verringerte  echte  Reichsmünzen
(§  150  des  Deutschen  Strafgesetzbuches)  sind  von  den  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebietes  anzuhalten.
Liegt  der  Verdacht  eines  Münzverbrechens  gegen  eine  bestimmte  Person  vor,  so  ist  unter  Vorlegung  des
Münzstücks  und  einer  kurzen  Verhandlung  dem  Gouvernement  Anzeige  zu  machen,  welches  nach  Maßgabe
der  Bekanntmachung  des  Reichskanzlers  vom  9.  Mai  1876  (Centralblatt  für  das  Deutsche  Reich,  S.  260)
zu  verfahren  hat.  Liegt  ein  solcher  Verdacht  nicht  vor,  so  ist  das  Münzstück  durch  Zerschlagen  oder  Einschneiden
  für  den  Umlauf  unbrauchbar  zu  machen  und  dem  Einzahler  zurückzugeben.  Diese  Bestimmungen
finden  keine  Anwendung  auf  Münzen,  welche  von  Emgeborenen  zwecks  Verwendung  als  Schmuckstücke
durchlöchert  und  nur  in  Unkenntniß  der  bestehenden  Vorschriften  als  Zahlungsmittel  bei  einer  öffentlichen
Kasse  angeboten  sind.  "

88.

Die  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebietes  haben  die  bei  ihnen  eingehenden  nachgemachten  oder
verfälschten  Reichsmünzen  (88  146  bis  148  des  Strafgesetzbuches)  anzuhalten.  Für  das  weitere  Verfahren
sind  die  Bestimmungen  des  §  7  Satz  2  dieser  Verordnung  maßgebend.

Windhoek,  den  15.  Dezember  1900.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  Leutwein.

*
Bekanntmachung.

Im  Anschluß  an  die  Verordnung,  betreffend  die  Einführung  der  deutschen  Reichsmarkrechnung,
vom  heutigen  Taoge  wird  hiermit  zur  allgemeinen  Kenntniß  gebracht,  daß  die  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebietes
  angewiesen  sind,  bis  zum  31.  Dezember  1901  bei  ihnen  eingehende  echte  silberne  Fünfmarkstücke
unter  Beachtung  der  Bestimmungen  der  §§  4  bis  7  jener  Verordnung  als  vollgültige  Zahlungsmittel
anzunehmen,  jedoch  nicht  wieder  zu  verausgaben.  Dieselben  sollen  vielmehr  dem  Verkehr  dauernd  entzogen
werden.  Ferner  werden  noch  bis  zum  1.  Juli  1901  umlaufsfähige  Münzen  englischer  Währung,  soweit
sie  nach  S  3  der  Verordnung  vom  15.  Dezember  1900  und  der  Verordnung  vom  1.  August  1893  zugelassen
  sind,  in  Zahlung  genommen.

Hinsichtlich  der  Reichsbanknoten,  der  Reichskassenscheine  und  der  Thaler  bleibt  es  bei  den  bisherigen
  Bestimmungen.

Windhoek,  den  15.  Dezember  1900.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  Leutwein.

 

 

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

 

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Major  Grafen
v.  Götzen  zum  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika  zu  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Kaufmann
R.  Lorenbzen  zum  Vizekonsul  des  Reichs  in  Sandakan  für  den  unter  britischer  Schutzherrschaft  stehenden
Theil  der  Insel  Borneo  zu  ernennen.
        <pb n="283" />
        —  231  —

Gerding,  Oberstleutnant  à  la  suite  des  Eisenbahn  -Regiments  Nr.  1,  zum  Kommandeur  dieses
Regiments  ernannt.

Leutnant  v.  Verdy  du  Vernois  im  Kaiser  Alexander  Garde-Grenadier-Regiment  Nr.  1,
unter  Verlängerung  seines  Kommandos  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt  bis  Ende  März  1902
und  Stellung  à  la  suite  des  Regiments,  zum  Oberleutnant  befördert.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Al.  K.  O.  vom  14.  März  1901.
Dr.  Philipps,  Stabs=  und  Bataillonsarzt  des  III.  Bataillons  Infanterie-Regiments  Nr.  141,  mit  dem
21.  März  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  22.  März  d.  Is.  als  Stabsarzt  in
der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.  ·
A.  K.  O.  vom  23.  März  1901.

Ganßer,  Richter  und  v.  Beringe,  Hauptleute  und  Kompagniechefs,  Patente  ihres  Dienstgrades  erhalten.

Fischer,  Hauptmann  à  la  suite  der  Schutztruppe  und  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim  Oberkommando
der  Schutztruppen,

Johannes,  Hauptmann  und  Kompagniechef,

Frhr.  v.  Reitzenstein,  Oberleutnant,

Bischoff,  Leutnant,

Dr.  Panse  und  Dr.  Stierling,  Stabsärzte,  und

Dr.  Brückner,  Oberarzt,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.

Kalb,  Oberleutnant,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.

Abel,  Oberleutnant,

Dr.  Diesing  und  Dr.  Pritzel,  Stabsärzte,

Dr.  Feldmann  und  Dr.  Ahlbory,  Oberärzte,  —  in  etatsmäßige  Stellen  eingerückt.

Schutztruppe  für  Südwestafrikoa.

Fromm,  Hauptmann  à  la  suite  der  Schutztruppe,  Antrag  um  weitere  Belassung  bei  derselben,  vorläufig
für  die  Dauer  des  ihm  durch  A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1900  bewilligten  einjährigen  Urlaubs
genehmigt.  ·

Werner,  Leutnant,  Antrag  um  Belassung  auf  weitere  drei  Jahre  genehmigt.

Schutztruppe  für  Kamerun.

Graf  v.  Stillfried  u.  Rattonitz,  Leutnant  im  Königin  Elisabeth  Garde-Grenadier-Regiment  Nr.  3,
scheidet  mit  dem  5.  April  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird  mit  dem  6.  April  d.  Is.  in  der
Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.

Leßner,  Oberleutnant,  in  eine  etatsmäßige  Stelle  eingerückt.

Glauning,  Oberleutnant,  unter  Beförderung  zum  Hauptmann,  vorläufig  ohne  Patent,  zum  Kompagniechef
ernannt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  auf  Antrag  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen
  Allergnädigst  zu  genehmigen  geruht,  daß  das  für  die  Hinterbliebenen  der  in  China  vor  dem  Feinde
gefallenen  bezw.  verstorbenen  Offiziere,  Unteroffiziere  und  Mannschaften  bestimmte  Trostbild  in  gleicher  Weise
für  die  Hinterbliebenen  der  im  afrikanischen  Dienst  gefallenen  und  verstorbenen  Angehörigen  der  Kaiserlichen
Schutztruppen  zur  Verwendung  gelange.

WTT  TTTTTFFNTTT]  ]  FWTWTTWTTTTTTTTWTWYT7W?TNTT  WPWWTWTWl7VVYV*7VVU

Nichtamtlicher  Theil.

Persvnal-achrichten.  Oberleutnant  v.  der  Marwitz,  Leutnant  Frhr.
Deutsch.  Ostafrika  v.  Münchhausen,  Sergeant  Scharffenberg  und
..  ·  -.SanitätssergeantScharfenbergersindmitHeio


Der  Lehrer  Laul.  Wüller,  der  Landmesser  mathsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.
Kayser,  der  Postsekretär  Schlepps,  der  Hauptzoll-  Der  Gouverneur  und  Kommandeur  der  Schutzamtsassistent
  Hohl,  der  Zollbeamte  Ebert,  der  truppe,  Major  Graf  v.  Götzen,  Stabsarzt  Dr.  Phi-Steuersupernumerar
  Altmann,  der  Bureauassistent  lipp  und  Unteroffizier  S  chuma  cher  hoben  die
Strademann,  der  Eisenbahnstationsdiätar  Siegel  Ausreise  in  das  *  biet  29.  März  d.  Js
und  der  Steuermann  Schulz  haben  die  Ausreise  !  bgebiet  am  29.  März  d.  Is.

nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.  von  Neapel  aus  angetreten.  5
        <pb n="284" />
        —  232  —

Ramernn.  Jaenicke,  Henkelmann  und  Noack  haben  die
Unteroffizier  Christian  Fischer  ist  am  15.  März  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.
d.  Is.  an  Schwarzwasserfieber  in  Kribi  verstorben.
*.  #  Der  Telegraphenmechaniker  Störmer  und  der
Togo.  Lazarethgehülfe  Teschmer  sind  in  Swakopmund
Der  Bezirksomtmann  Graf  Zech  hat  die  Wieder=  eingetroffen.
ausreise  und  der  Aktuar  Kurtzahn  die  Ausreise

—  —  —  —

nach  Togo  angetreten.  Es  sind  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung
4(—  am  18.  März  d.  Is.  in  Hamburg  eingetroffen:  die
Züdwestafrika.  Unteroffiziere  Deutsch,  Olbinski  und  Wieder  hold

Die  Kesselschmiede  Vogel,  La  Barré,  Hiller,  sowie  der  Reiter  Ditz.

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deufsch-Hlkafrika.  sechs  Stunden  zurückzulegen  sein  wird.  Die  Boden-·
  beschaffenheit  der  Usambaraberge  ist  im  Großen  und
Die  RKivu  ·  Grenzregulirungstommission.  Ganzen  eine  gleichmäßige  hochrothe  Eisenerde  in  der

Nach  einer  Meldung  des  Hauptmanns  Herr=  Oberkrume,  die  sich  entweder  bis  tief  in  den  Boden
mann  ist  der  deutsche  Theil  der  Kivu-Grenzregulirungs=  hinein  fortsetzt  oder  in  Verwitterungsprodulte  von
kommission  am  17.  Dezember  v.  Is.  in  Usumbura  am  Gneis  und  Eisengestein  übergeht,  in  den  Thälern
Nordende  des  Tanganyika  angekommen  und  hat  dort  häufig  dunkelbraune  Humuserde  mit  blauem  oder
Standlager  bezogen.  Die  Kommission  setzt  sich  aus  gelbem,  wenig  durchlässigem  Ton  im  Untergrunde.

 

folgenden  Personen  zusammen:  In  einer  Tiefe  von  ½  m  verliert  der  Boden  fast
Deutscherseits:  nie,  auch  in  ganz  trockener  Zeit  nicht,  seine  Feuchtig-Hauptmann
  Herrmann,  Kommi  keit,  ein  Umstand,  der  für  eine  Anzahl  Kulturen  von
Professor  Lamp,  ommissare,  —  großer  Wichtigkeit  ist.  Die  Oberflächenformation  der
Leutnant  Fonck  II,  Führer  der  Truppe,  Berge  ist  ein  steter  Wechsel  zwischen  Berg  und  Thal,
Vermessungsgehülfe  Dannert,  lfskräft  der  sich  mit  zunehmender  Höhe  verringert,  aber
Feldwebel  Richter,  Hülf  räfte.  immerhin  soweit  bestehen  bleibt,  daß  von  einem
Belgischerseits:  Hochplateau  nicht  die  Rede  sein  kann.  Der  Pflanzen-Bastian,

  Kapitän  im  Regiment  der  bestand  in  dem  für  Ansiedler  geeigneten  Terrain  ist
belgischen  Grenadiere,  Kommissare,  ein  steter  Uebergang  vom  hohen  Wald  zum  niederen
Mercier,  Leut.  bei  den  2.  Lanciers,  Buschland,  durchsetzt  von  Weideflächen,  die  im  Laufe
Tilman,  Doktor  d.  Naturwissensch.,  Hülfskräft  der  Jahrhunderte  oder  Jahrtausende  durch  Abbrennen
Farineau,  Sergeant-Major,  Builf  räfte,  der  Waldbestände  zur  Erzielung  von  Weide=  und
Revers,  Sergeant,  Führer  der  Eskorte.  Ackerflächen  entstanden  sind.  Auffallend  ist  die  Menge

Die  Belgier  wurden  erst  Ende  Januar  d.  Js.Steine,  und  zwar  ist  es  eine  fast  allgemeine,  durch

in  Usumbura  erwartet.  die  Witterungseinflüsse  bedingte  Erscheinung,  daß  die
Westabhänge  viel  mehr  Steine,  Felsgeröll  und  glatte
Felswände  aufweisen  als  die  Ostabhänge,  ein  Um-—

  —  —„  —  ——  ———

Entwickelung  der  Kulturstation  Kwai.  stand,  der  für  die  Wahl  des  Platzes  nicht  ohne
Einem  Bericht  des  Oekonomiedirektors  Eick  über  Bedeutung  ist  *
die  Entwickelung  und  die  wirthschaftlichen  Erfah-.  Die  in  einem  Zeitraume  von  fünf  Jahren  er-·

  —-·«  ·  mittelten  Temperaturverhältnisse  sind  in  der  warmen

rungen  der  Station  Kwai  entnehmen  wir  Folgendes:  Jahreshälste,  vom  Oktober  bis  April,  im  Muttel
Lage  der  Station,  Boden  und  klimatische  18  Grad  Celsius,  in  der  kalten  Jahreshälfte,  vom
Verhältnisse  Westusambaras.  April  bis  Oktober,  14  Grad  Celsius,  der  Wechsel

Die  Station  Kwai  liegt  1608  m  hoch,  etwa  im  hwischen  Tag=  und  Nachttemperatur  auf  das  ganze
Centrum  Westusambaras,  mitten  in  dem  für  kleine  Jahr  berechnet  von  27  Grad  Celsius  bis  6  Grad
Ansiedler  geeigneten  Gebiet,  von  der  demnächstigen  Celsius  plus.  Die  jährliche  Regenmenge  ist  etwa
Bahnstation  Mombo  zwei  Tagereisen  entfernt  und  dieselbe  wie  in  Deutschland,  dagegen  kaum  halb  so
von  dort  aus  auf  dem  schon  vor  vier  Jahren  tracirten,  groß  wie  in  der  Steppc,  reicht  jedoch  infolge  der
aber  bisher  noch  nicht  ausgebauten,  etwa  30  km  kühlen  Temperatur  in  den  hochgelegenen  Theilen  der
langen  Bergweg  von  Kwai  bis  Mombo  mit  Wagen=  Berge  und  der  starken  nächtlichen  Thaufälle  für  die
verkehr  in  einem  Tage  zu  erreichen,  während  die  Pflanzenernährung  aus,  so  daß  im  Jahre  zwei
Bahnstrecke  vom  Hafen  Tanga  bis  Mombo  in  etwa  Ernten  gemacht  werden  können,  und  zwar  die  eine
        <pb n="285" />
        233

im  März  bis  April,  die  andere  im  September  bis
Oktober.
Stationsbau.

Die  Station  Kwai  wurde  im  Sommer  1896
gegründet,  als  erste  europäische  Ansiedelung  in  dem
hochgelegenen  Centrum  Westusambaras.

Der  Mschambaa,  mit  welchem  der  Ansiedler  als
Arbeiter  zu  rechnen  hat,  ist  ein  meist  schwächlicher,
geistig  sehr  zurückgebliebener  Mensch  und  kein  Freund
der  Arbeit,  zu  deren  Ausübung  mit  wenigen  Ausnahmen
  ein  leichter  Druck  von  Seiten  der  Bezirksältesten
  oder  der  Behörde  nöthig  ist,  etwas  fleißiger
sind  die  Frauen;  der  Lohn  der  Männer  beträgt  etwa
24  Pfennige,  der  Frauen  19  Pfennige  pro  Tag
ohne  Verpflegung.  Als  gute  Eigenschaft  des
Mschambaa  ist  seine  Willigkeit  und  große  Bescheidenheit
  zu  nennen,  zwei  Eigenschaften,  die  ihn  im  Laufe
nr  Jahre  zu  einem  brauchbaren  Arbeiter  gemacht
aben.

Die  Bauten  der  Station  sind  aus  selbstgebrannten
Ziegeln,  deren  Herstellungskosten  pro  1000  Stück
8  Mark  40  Pf.  betragen,  und  die  Dachstühle  aus
dem  Holz  der  nächsten  Waldungen  hergestellt.  Die
Baukosten  sind  etwa  ein  Drittel  so  hoch  wie  unter
normalen  Verhältnissen  in  Deutschland.  Kalk  giebt
es  nicht  in  den  Bergen,  dafür  aber  sehr  gut  bindenden
  Lehm  und  als  Anstrich  ein  Verwitterungsprodult
des  Gneis,  das  an  Farbe  und  Brauchbarkeit  dem
Kalke  nahe  kommt.  Als  billiges  Dachmaterial
ist  Bananenbast  und  Schilf  vorhanden,  auch  eine
Baumart,  die  sich  zur  Schindelfabrikation  vorzüglich
eignet  (Juniperus  procera).  Dem  massiven  Aufbau
der  Station  ging  der  Bau  von  Lehmhütten  voraus,
die  bei  dem  Fehlen  der  sonst  in  den  Tropen  so  verderblichen
  weißen  Ameise  und  zahlreicher  Arten  von
Bohrkäfern  eine  Reihe  von  Jahren  benutzbar  sind.
Der  Bau  solcher  Hürten  wird  für  den  Ansiedler  stets
die  erste  Bauarbeit  sein,  und  sie  werden,  wenn  den
Erfahrungen  entsprechend  gebaut,  ausreichen,  bis  der
Ansiedler  so  viel  verdient  hat,  um  sie  durch  massive
Bauten  ersetzen  zu  können.  Die  Kosten  einer  derartigen,
  20  m  langen,  8  m  breiten  und  8  m  hohen
Viehhütte  berechnen  sich  auf  205  Rup.,  einer  größeren
Viehhütte  auf  340  Rup.,  eines  Ziegeltrockenschuppens
auf  131  Rup.,  eines  Arbeiterhauses  (55  m  lang,
7  m  breit)  auf  300  Rup.  und  einer  runden,  nach
Eingeborenenart  gebauten  Arbeiterhütte  von  4  m
Durchmesser  auf  2½  Rup.

Ackerbau.

Es  sind  mit  allen  Getreide=  und  Futterarten
Versuche  gemacht,  die  das  Ergebniß  gehabt  haben,
daß  Alles,  was  in  der  Heimath  vom  Landwirth
gepflanzt  wird,  auch  hier  gedeiht,  und  nur  die  Besiellungs=
  und  Ernteweise,  den  veränderten  Verhältnissen
  entsprechend,  etwas  andere  sind.  Bevor  mit
der  Landwuirthschaft  in  europäischem  Sinne  begonnen
werden  kann,  muß  der  Busch  geklärt  und  das  Land
mit  der  Hacke  umgearbeitet  werden,  um  es  von

 

Steinen  und  Wurzeln  zu  befreien,  so  daß  erst  nach
der  ersten  Ernte  die  Pflugarbeit  beginnen  kann.
Viehzucht.

A.  Großvieh.  Das  hiesige  Rindvieh  ist  klein,
schwächlich  und  durch  fortgesetzte  Inzucht  so  degenerirt,
  daß  es  als  sehr  minderwerthig  bezeichnet  werden
muß.  Wenn  eine  Kuh  drei  Liter  Milch  pro  Tag
giebt  und  dieses  Quantum  drei  Monate  anhält,  so
ist  sie  als  ein  besonders  gutes  Thier  zu  bezeichnen.
Außerdem  ist  das  Rindvieh  störrisch  und  oft  sogar
böse,  so  daß  das  Anlernen  von  Zugthieren  eine  mühevolle
  Arbeit  ist.  Um  diesem  Uebelstande  abzuhelfen,
wurden  holländische  Stiere  für  die  Station  importirt,
deren  Nachkommen  aus  der  Kreuzung  mit  den  eingeborenen
  Kühen  überraschend  gute  Resultate  in  Bezug
auf  die  Staturen  aufweisen;  der  Milchertrag  dieser
Kreuzungen  muß  abgewartet  werden.

B.  Kleinvieh.  Das  Kleinvieh  ist  ebenfalls  klein
und  schwächlich  infolge  vieljähriger  Inzucht.  Auch
hier  sind  europäische  Schafe  und  Ziegen  importirt,
unter  denen  leider  durch  Leoparden,  die  sich  aus  der
Heerde  immer  diese  europäischen  Thiere  aussuchten,
große  Verluste  entstanden  sind.  Die  erzielte  Nachkommenschaft
  ist  durchaus  befriedigend.

Zugvieh.  Als  Zugvieh  werden  Ochsen  verwandt,
  die,  wenn  einmal  angelernt,  Befriedigendes
leisten,  während  die  versuchte  Verwendung  von  Eseln
bisher  keine  günstigen  Resultate  aufgewiesen  hat,
doch  sind  mit  diesen  die  Versuche  noch  nicht  abgeschlossen.


Schweine.  Auch  mit  Schweinen  sind  Kreuzungsversuche
  gemacht,  die  den  besten  Erfolg  gehabt
haben.  Die  Schweine  vermehren  sich  schnell,  gehen
das  ganze  Jahr  hindurch  auf  die  Weide  und  erhalten
  nur  zur  Nacht  einige  Rüben,  welche  hier  in
außerordentlicher  Ueppigkeit  gedeihen.  Die  Schweinezucht
  wird  einen  der  wichtigsten  Erwerbsfaktoren  für
den  Ansiedler  bilden.

Federvieh  gedeiht  gut,  doch  ist  es  rathsam,
eine  europäische  Zucht  zu  halten,  da  die  heesigen
schlechte  Eierleger  sind  und  kleine  Staturen  haben.

Absatzverhältnisse  und  Rentabilitäts-Aussichten.


Die  Absatzverhältnisse  sind  bisher  infolge  des
Fehlens  von  fahrbaren  Straßen  so  ungünstig,  daß
vor  der  Hand  nur  Kartoffeln  mit  einigem  Nutzen
zur  Küste  transportirt  wurden;  diese  Verhältnisse
werden  sich  sofort  ändern,  wenn  die  Bahn  bis  Mombo
geht  und  der  tracirte  Bergweg  ausgebaut  ist.  Es
fehlt  sehr  an  einer  Windmühle  zum  Vermahlen  des
geernteten  Getreides;  dieselbe  würde,  sobald  sie  genügende
  Arbeit  hat,  gute  Geschäfte  machen,  da  das
Mehl  an  der  Küste  sehr  theuer  ist.  Bei  besseren
Verkehrsverhältnissen  würde  auch  Gerste  ein  guter
Verkaufsartikel  werden,  da  gerade  diese  hier  besonders
üppig  gedeiht  und  von  den  Brauereien  an  der  Küste
sicher  der  europäischen  Gerste  vorgezogen  würde.  Die
Station  hat  bisher  noch  nicht  nennenswerthe  Ein-
        <pb n="286" />
        —  234  —

nahmen  durch  Verkauf  von  Produkten  an  der  Küste  werthen  Erlös  aus  seinen  Anpflanzungen  erzielen,
gehabt.  Es  liegt  dies  einmal  an  der  Vielseitigkeit  da  dieselben  weniger  vielseitig  sind  und  sich  naturihrer
  Versuchsaufgaben,  die  sich  nicht  nur  auf  euro=  gemäß  auf  die  Sachen  beschränken,  die  nach  den
päische  Landwirthschaft  und  Obstbau  beschränken,  Erfahrungen  der  Station  eine  Rente  abwerfen,  also
sondern  sich  auch  auf  Versuche  mit  Tropengewächsen  Gemüse,  Kartoffeln  und  Getreide.  Erst  später  wird
ausdehnen  und  außerdem  einen  großen  Versuchsgarten  der  Ansiedler  zu  Kaffeekulturen  und  event.  Anlage
und  Forstkulturen  in  bedeutendem  Umfange  in  sich  von  Weingärten  übergehen.  Der  Ansiedler  kann  sich
schließen.  Außerdem  ist  im  Jahre  1899  eine  Neben=  als  Fachmann  leicht  an  der  Hand  der  Berechnungen
station  für  Reiskulturen  und  botanisch-tropische  Ver=  und  der  Ernteergebnisse  der  Station  Kwai  eine  Besuche
  in  der  Steppe  gegründet,  die  bis  zum  Beginn  rechnung  darüber  machen,  was  er  für  seine  eigene
ihrer  Rentabilität  noch  ein  Jahr  lang  die  Hälfte  der  Wirthschoft  braucht  und  was  er  verkaufen  kann.  Er
den  ganzen  Unternehmungen  zur  Verfügung  stehenden  wird  dann  zu  dem  Ergebniß  kommen,  daß  er  vom
Summe  für  sich  in  Anspruch  nimmt.  Ferner  unter=  dritten  Jahre  ab,  eine  solide  Grundlage  seines
hält  die  Station  einen  unverhältnißmäßig  großen  Unternehmens  vorausgesetzt,  schon  nennenswerthe
Viehstapel  zur  möglichsten  Ausnutzung  des  europäischen  Einnahmen  haben  kann.

Zuchtviehes  und  verbraucht  zur  rationellen  Ernährung  (Mittheilungen  über  die  bisherigen  Ergebnisse
desselben  den  größten  Theil  seiner  wirthschaftlichen  der  landwirthschaftlichen  Kulturen  und  über  die
Erxzeugnisse.  Viehwirthschaft  von  Kwai  sind  im  Deutschen  Kolonial= 



 

 

 

 

Ein  Ansiedler  kann  viel  eher  einen  nennens=  blatt  vom  1.  Dez.  1900,  S.  898  ff.,  abgedruckt.)

Usambara--Eisenbah#n.
Bericht  über  die  Monate  Oktober  bis  Dezember  1900.
A.  Betrieb  der  Strecke  Tanga—  Muhesa.
Die  nachstehende  Zusammenstellung  der  Betriebseinnahmen  zeigt  wiederum  eine  Zunahme  des  Verkehrs.

 

 

 

B&amp;amp;BM(W

Achs-  i

 

 

In  der  Zeit  Personen-  komnen-  tiso,Lupie  Pesa  w  Zusammen
vom  bis  kilometer  ilometer  meter  ark  Pf.]Marr  pf.
A.  Gegen  Bezahlung:

Einfurr  1.  Oktober  1.  Dezember  138770  27  125,8  46017943  13  25120.  48  B1  32  071  2.
Ausfuhr.  .  11.  -  1.  -  112395  5085,2  80  4964  55  6  950  80  –
B.  Ohne  Bezahlung:

Einfuhrr.  Oktober  1.  Dezember  81  887,8  160  8  224  53  38  114  76  46  904  40

Ausfuirr  ..  -  1.  -  15040  16  961,2  278  20  8789.  64
B.  Neubaustrecke  Muhesa  —  Korogwe.  l  mit  vieler  Mühe  gelang,  die  für  den  Gleisbau  nöthigen

Die  nach  dem  letzten  Berichte  noch  im  Gange  Arbeiter  anzuwerben.
befindlichen  Bachverlegungen  sind  nunmehr  vollendet.  Dieser  Arbeitermangel  hat  lediglich  seinen  Grund
und  die  Arbeiten  zur  Befestigung  der  Böschungen  an  in  der  letzten,  besonders  guten  Ernte,  Ddie  es  den
den  besonders  gefährdeten  Stellen  so  weit  vorge-Eingeborenen  möglich  macht,  sich  ihren  Lebensunterschritten,
  daß  sie  mit  Beginn  der  großen  Regenzemnt  halt  ohne  ihrer  Hände  Arbeit  zu  schaffen.  TDie
beendet  sein  werden.  Nur  im  Luengerathal  stehen  Grbrueelahne  haben  deshalb  schon  theilweise  erhöhr
diese  Arbeiten  noch  aus,  da  das  hierfür  nöthige  erden  mußen.  .
Steinmaterial  erst  herangeschafft  werden  kann,  wenn  Der  Gesundheitszustand  »  des  europäischen  Beder
  Bau  des  Gleises  bis  dahin  vorgeschritten  ist.  amtenpersonals  war  mittelmäßig;  Todesfälle  kamen
Bei  dem  seit  etwa  Mitte  Februar  eingetretenen  nicht  vor.  «  ,
trockenen  Wetter  macht  der  Gleisbau  gute  Fortschritte,  Bei  den  Unternehmern  und  ihren  Arbeitern  war
wobei  ihm  ein  reicher  Vorrath  an  gutem  Schotter=  der  Gesundheitszustand  besser  als  früher.
material  sehr  zu  Statten  kommt.
Der  Zuzug  an  europäischen  Unternehmern  und
Handwerkern  (fast  ausschließlich  Italiener  und  Grie-  Kamerun.
chen)  hielt  immer  noch  an.  Es  war  aber  meistens  *  ·
wenig  brauchbares  Personal.  Dagegen  trat  ganz  Erpedition  des  Generalbevollmächtigten  der  Gesellschaft
wider  Erwarten,  obwohl  mehr  als  tausend  farbige  Nordwest=  Ramerun.
Arbeiter  nach  Vollendung  der  Erdarbeiten  frei  wur-  Der  Generalbevollmächtigte  der  Gesellschaft  Nordden,
  gegen  Mitte  des  Quartals  ein  empfindlicher  west-Kamerun,  Hauptmann  Ramsay,  hat  über  seine
Mangel  an  farbigen  Arbeitern  ein,  so  daß  es  erst  erste  Forschungsreise  im  Konzessionsgebiet  ausführlich
        <pb n="287" />
        —  2835  —

an  das  Kaiserliche  Gouvernement  in  Kamerun  be—
richtet.  Wir  entnehmen  dem  Berichte  das  Folgende:

Am  18.  September  fuhr  ich  mit  der  Gesellschaftsbarkasse
  G.  N.  K.  III  mit  dem  Gärtner  Rudatis  und
81  Trägern,  die  mit  Karabinern  M/71  bewaffnet
und  mit  je  25  Patronen  ausgerüstet  waren,  von
Kamerun  nach  Mundame,  wo  ich  wegen  des  starken
Stromes  im  Mungo  erst  am  20.  mittags  ankam:
am  folgenden  Tage  marschirte  ich  von  Mundame  auf
der  Balistraße  ab  und  erreichte,  nachdem  ich  der
Kaiserlichen  Station  Johann  Albrechtshöhe  einen
Besuch  abgestattet  hatte,  am  26.  September  Manjeme
(Manjimen).  Bis  hierher  hatte  mich  Herr  Gebhardt,
ein  Angestellter  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun,
mit  etwa  20  Trägern  begleitet,  um  die  Faktorei,  die
ich  hier  begründete,  weiter  einzurichten.  Am  29.  September
  brach  ich  auf,  um  direkt  nach  Nssakve  an  den
Croßschnellen  zu  marschiren;  ich  verließ  die  Balistraße
  und  westlich,  durch  hohen  Urwald  marschirend,
erreichte  ich  am  Abend  die  große  Ortschaft  Ssekang,
wo  ich  die  Elefantenjäger  Wadiman  und  Bismarck
von  Manga  Bell  traf;  die  vielen  Weyleute,  die  hier
in  der  ganzen  Gegend  als  Jäger  und  Händler  fast
in  jedem  Dorfe  zu  finden  sind,  üben  einen  gewissen
Emfluß  auf  die  Bevölkerung  aus  und  nutzen  dieselbe
nach  jeder  Richtung  hin  aus.  Interessant  war  mir,
hier  mitten  im  Urwald  eine  von  den  beiden  Jägern
angelegte  Reisplantage  zu  finden.

Bei  diesem  Marsch  passirte  ich  zum  ersten  Mal
den  Oberlauf  des  Mana  Ajo,  der  hier  Baké  genannt
wird;  ich  habe  den  bisher  unbekannten  Lauf  dieses
bedeutenden  Zuflusses  des  Mangu  (Croß)  im  Allgemeinen
  festgestellt,  da  ich  ihn  im  Laufe  der  Expedition
  noch  wiederholt  gesehen  und  noch  dreimal
überschritten  habe.

Von  Ssekang  marschirte  ich  direkt  nördlich,  immer
durch  ungeheuer  wasserreichen  Urwald,  auf  fast  ebenem
Gelände  und  ohne  merkliche  Terrainschwierigkeiten;
ich  lagerte  in  folgenden  großen  Ortschaften:

am  1./2.  Oltober  in  Balo,

=  2./3.  -Abbaß,

=  3./4.  :=  Bakut  am  Aja  (vorzügliche
Hängebrücke  über  den  Fluß),

=  4.5.  6  RNkogo  am  Aja.

Die  Ortschaften  liegen  etwa  fünf  bis  sechs  Stunden
voneinander  entfernt,  und  in  allen  fand  ich  Weyjungens,
  Lagos-,  Accra=  oder  Sierra  Leone-Händler.

Am  5.  Oktober  überschritt  ich  auf  einer  vorzüglichen
  Hängebrücke  den  60  bis  70  m  breiten,  reißenden
  und  anscheinend  schiffbaren  Aja  (Baklé)  und  erreichte
  nach  kurzem  Marsch  bei  Babong  die  große
Straße  von  Rio  del  Rey  nach  Nssakve  und  von
Babong  aus  in  zwei  Tagemärschen,  während  deren
ich  die  Ortschaften  Inukun,  Ajaukwe,  Neu-Rssalpe
passirte,  das  Feldlager  der  Croßschnellen-Expedition
Nssakpe  und  unsere  Faktorei  Rssakpe,  die,  20  Minuten
von  dem  Feldlager  entfernt,  da  liegt,  wo  früher  das
Dorf  Nssakpe  gestanden  hat.

 

Von  Rssakpe  aus  bereiste  ich  die  in  der  Nähe
der  deutsch-englischen  Grenze  gelegenen  Ortschaften
und  Salzquellen  und  kartographirte  die  ganze  Gegend
sorgfältig.  Die  sogenannten  Croßschnellen  existiren
nicht  bezw.  sie  sind  während  der  Regenzeit  nicht  zu
sehen,  und  die  englischen  Dampfer  sind  vor  kurzer
Zeit  über  die  Croßschnellen  hinweg  viele  Meilen
weit  hinaufgefahren;  ein  englisches  Kanonenboot  hat
in  der  Nähe  von  Nssanakang  (Nssangandep),  das  heißt
oberhalb  der  Croßschnellen,  Schießübungen  abgehalten.
Nssanakang  ist  ein  sehr  wichtiger  Handelsplaß  und
wegen  der  dort  befindlichen  starken  Salzquelle  für
uns  von  größter  Bedeutung.  Von  den  in  jener
Gegend  befindlichen  Salzquellen  habe  ich  die  von
Assakpe,  Nssanakang,  Benjan  besucht.  Der  Salzgehalt
ist  nach  meiner  Ansicht  sehr  stark  und  in  allen  gleich
hoch.  Die  Ausbeutung  wird  keine  Mühe  und  nicht
allzu  große  Kosten  verursachen,  wenn  nicht  die  Eingeborenen
  selbst  Schwierigkeiten  machen.  Während
der  Regenzeit  stehen  alle  drei  Salzquellen,  da  sie  in
Flußbetten  zu  Tage  treten,  unter  Wasser;  um  trotzdem
  die  Salzgewinnung  weiter  betreiben  zu  können,
lassen  die  Eingeborenen  große  Thongefäße  an  langen
Stricken  in  die  Quelle  hinein,  warten  einige  Minuten
und  ziehen  dann  die  mit  reiner  Salzlösung  gesüllten
Gefäße  wieder  herauf.  Das  Salz  wird  durch  Verdampfen
  des  Wassers  gewonnen  und  dann  in  kleinen
Päckchen  in  den  Handel  gebracht.  Die  Emgeborenen
beschäftigen  sich  hier  so  sehr  mit  der  Salzindustrie,
daß  sie  nur  kleine  Farmen  anlegen  und  selbst  Lebensmittel
  gegen  Salz  eintauschen.

Nachdem  ich  die  Salzquellen  bei  Benjan  besucht
hatte,  überschritt  ich  am  20.  Oktober  wieder  den  Aja
(70  bis  80  m  breit)  mit  einem  großen  Kanu,  etwa
ein  bis  zwei  Tage  oberholb  von  seiner  Einmündung
in  den  Croß-Mangu;  gleichzeitig  mit  meiner  Karawane
  kam  ein  großes  Kanu  mit  Calabar-Händlern
an  der  Fähre  an  —  ein  Beweis,  daß  der  Fluß
schiffbar  ist  und  daß  hier  schon  ein  lebhafter  Handel
stattfindet.

Die  User  des  Aja  sind  sehr  hoch  und  steil,  von
prachtvollem  Urwald  bestanden.  Von  Nkum,  am
rechten  User  des  Mana-Aja,  besuchte  ich  das  große
Dorf  Mbakem,  in  dessen  Nähe  auch  Salzquellen  sein
sollen;  von  Mbakem  ging  der  Marsch  nordwärts
durch  die  Ortschaften  Ere  und  Tawo,  wo  wir  sehr
gut  ausgenommen  wurden,  und  nach  ziemlich  anstrengendem
  Marsch  in  bergigem  Urwaldgelände  kam
ich  am  22.  in  Ossidjinge  am  Croß  an.  Drei  oder
vier  große  Ortschaften  liegen  hier  am  Fluß  zusammen;
  beide  Ufer  sind  stark  bevölkert  und  gut
angebaut.  Auch  hier  fand  ich  viele  Calabarleute.

Am  folgenden  Tage  überschritt  ich  nach  endlosem
Kanu-Palaver  den  70  bis  80  m  breiten  Croß-Mangu;
zuerst  versuchten  die  Eingeborenen,  mich  von  meinem
Vorhaben,  direkt  nördlich  nach  Bali  zu  marschiren,
abzubringen  und  auf  die  Balistraße  nach  Banyang
(Desang-Tale),  das  ich  in  drei  bis  vier  Tagen  hätte
erreichen  können,  zu  leiten;  sie  gaben  an,  daß  die

6
        <pb n="288" />
        —  236

Eingeborenen  nördlich  des  Mangu  ihnen  feindlich
gesinnte  Leute  seien,  deren  Sprache  sie  nicht  einmal
verständen  und  die  auch  mich  jedenfalls  angreifen
würden.  Trotzdem  marschirte  ich  nördlich,  aber  die
Leute  von  Ossidjinge  und  Boki  hatten  doch  bis  zu
einem  gewissen  Grade  Recht.

Ich  hatte  vom  23.  Oktober  an  eigentlich  täglich
Schwierigkeiten  irgend  welcher  Art;  ich  konnte  mich
selbst  mit  Hülfe  der  Dolmetscher  und  Führer  nur
sehr  schwer  mit  den  Eingeborenen,  deren  Gebiet  noch
nie  ein  Weißer  passirt  hatte,  verständigen,  und  es
machte  Schwierigkeiten,  die  Namen  der  Ortschaften
und  Häuptlinge  festzustellen.  Immer  durch  Urwald,
nordöstlich  marschirend,  lagerte  ich  in  ziemlich  großen
und  stark  bevölkerten  Ortschaften,  und  zwar:

am  24./25.  Oltober  in  Kadjifu  (Landschaft  Boki),

.  25./26.  .  Ndekwa  (Häuptling  Assa,
Landschaft  Okwambe),
26./27.  .-Mifakwe  (Hptlg.  Nombo),
27./28.  =  Osso  (am  Makuy,
28./29.=  Bassoma  (Hptlg.  Pomeku).

Von  den  Lagern  in  Osso  und  Bassoma  sahen
wir  mit  Gras  bewachsene  hohe  Berge  vor  uns,  und
ich  durfte  hoffen,  bald  aus  dem  Walde  mit  seiner
niederträchtigen  Bevölkerung  herauszukommen.  An
jedem  Morgen  erst  endlose  Palaver,  um  von  den
Sultanen  Führer  nach  der  nächsten  Ortschaft  zu  bekommen;
  in  jeder  Ortschaft  dasselbe  Palaver,  und  in
jeder  Ortschaft  sollte  ich  lagern,  damit  ich  möglichst
ausgeplündert  werden  könnte.  Gewöhnlich  zog  die
ganze  bewaffnete  männliche  Bevölkerung  mit  und
versuchte,  den  letzten  Trägern  Lasten  zu  entreißen.
Einen  Zusammenstoß  habe  ich  hier  vermeiden  können,
da  die  Leute  gewöhnlich  ausrissen,  wenn  ich  meinen
bedrohten  Trägern  zu  Hülfe  kam;  einige  Male  konnte
ich  Eingeborene,  die  gestohlen  hatten,  in  flagranti
erwischen  und  erledigte  die  Angelegenheit  dann  rasch
durch  einige  kräftige  Ohrfeigen  zum  Gaudium  der
entsetzt,  aber  lachend  in  den  Busch  flüchtenden  übrigen
Eingeborenen.  Wie  lästige  Fliegen  kamen  die  Leute
immer  wieder  und  stellten  meine  Geduld  auf  eine
harte  Probe;  es  ist  das  verlogenste  und  gemeinste
Diebsvolk,  das  ich  jemals  in  Afrika  getroffen  habe;
sie  stehlen  Alles,  und  zwar  in  der  unverschämtesten
Weise,  Stoffe  2c.  20.  Meine  Träger  mußten  gewaltig
auf  ihre  Karabiner  und  Patronen  aufpassen  —  in
einer  Nacht  wurden  z.  B.  trotz  der  Wachen  von
meinem  Zelt  alle  Karabinerhaken  abgeschnitten,  und
meine  schöne  Beobachtungslampe  wurde  gestohlen.

Von  Bassoma  aus  stiegen  wir  sehr  steil  zu  dem
Graslandplateau  an;  gegen  Mittag  traten  wir  bei
1200  m  ganz  unvermittelt  aus  dem  Walde  heraus
und  waren  endlich  in  dem  Graslande.

Wir  überschritten  einen  hohen  Gebirgszug,  der
die  Wasserscheide  zwischen  den  zum  Biya-Benue  und
den  zum  Mangu-Croß  fließenden  Flüssen  bildet;  alle
Flüsse  und  Bäche,  die  ich  bei  den  unglaublich  anstrengenden
  Gebirgsmärschen  in  den  nächsten  Tagen
passirte,  fließen  nach  Norden,  und  die  Eingeborenen

 

bestätigten  meine  Annahme,  indem  sie  mir  sagten,
daß  die  Flüsse  nach  dem  Haussalande  gingen.  Wir
marschirten  durch  eine  sehr  stark  bevölkerte,  gut  angebaute
  Gebirgsgegend;  die  Märsche  waren  außerordentlich
  anstrengend  und  noch  dadurch  besonders
ermüdend,  daß  die  Eingeborenen  sich,  wenn  auch  nicht
direkt  feindselig,  so  doch  verdächtig  benahmen,  so  daß
wir  alle  zusammen,  Weiße  und  Träger,  Tag  und
Nacht  auf  der  Hut  sein  mußten.

Nach  mehrtägiger  Kletterei  durch  die  Gebirgslandschaften
  Belole  (7),  Bulaku  und  Bussambe  (die
Namen  sind  nicht  ganz  zuverlässig,  da  wir  uns  mit
den  Eingeborenen  nicht  verständigen  konnten)  kamen
wir  am  2.  November  in  die  prachtvolle  Landschaft
Babale.

Da  wir  ganz  unerwartet  erschienen,  wurden  die
Kriegstrommeln  geschlagen,  die  Kriegshörner  geblasen,
und  in  der  ganzen  riesig  bevölkerten  Landschaft  entstand
  ein  Heidenlärm.  Im  Nu  hatten  sich  die  Krieger
versammelt  und  erwarteten  mich,  alle  bis  an  die
Zähne  mit  Gewehren  und  zahllosen  Speeren  bewaffnet,
an  einer  steil  zum  Hauptdorf  des  Königs  ansteigenden
  Stelle  des  Weges.  Da  ich  ganz  unbewaffnet
auf  die  Leute  losging,  unter  denen  ich  einige  mit
Karabinern  M/71  bewaffnete  Burschen  bemerkte,  legte
sich  ihr  Kriegsmuth  rasch,  und  mit  großem  Geschrei
und  Halloh  wurde  ich  als  erster  Weißer  auf  den
wunderbar  schön  gelegenen  Königsplatz  des  Königs
von  Babale  geführt.

Nach  einer  Weile  erschien  der  junge,  gut  aussehende
  König  Aganefong  in  sehr  schönen,  prächtigen
Haussagewändern,  was  meine  Vermuthung,  daß  ich
schon  viel  nördlicher  als  Bali  sei,  bestätigte.  Aganefong
  erklärte  mir,  daß  Bali  gar  nicht  weit  sei,  daß
er  sich  sehr  über  die  Ankunft  der  ersten  Europäer
freue,  daß  wir  mindestens  fünf  Tage  bei  ihm  bleiben
müßten,  und  daß  er  mir  dann  so  viele  Leute  zur
Küste  mitgeben  würde,  wie  ich  wollte.  Der  ungemein
  lebhafte  und  wißbegierige  Sultan,  der  Alles
haben  wollte,  was  er  bei  uns  sah,  entpuppte  sich
aber  am  nächsten  Morgen  als  ein  Gauner  erster
Klasse.  Zunächst  war  er  mit  den  überaus  reichlichen
Geschenken  nicht  zufrieden  und  wollte  mir  keine  Führer
geben;  er  hatte  augenscheinlich  die  Absicht,  mich  einige
Tage  festzuhalten,  um  zur  Versammlung  seiner  Krieger
und  zur  Vorbereitung  eines  Ueberfalles  Zeit  zu  gewinnen.
  Als  ich  zunächst  ohne  Führer  in  der

Richtung  nach  Bali  abmarschirte,  wurde  er  etwas

kleinlaut  und  schickte  einen  Führer,  der  uns  zuerst
falsch  führte.

Wir  mußten  sehr  steil  auf  ein  Gebirge  ansteigen
und  wurden  sehr  bald  von  den  bewaffneten  Babaleleuten
  verfolgt,  so  daß  ich  schließlich  gezwungen  war,
zur  Abwehr  zu  schießen  und  mich  zu  vertheidigen.
Die  Babaleleute  blieben  aber  erst  zurück,  als  wir  in
die  Landschaft  Ba-Mundum  kamen  und  die  Leute
des  Sultans  Angu  uns  entgegenkamen.  Sultan
Angu  machte  auch  zunächst  einen  recht  guten  Eindruck,
beim  Abmarsch  am  folgenden  Tage  (4.  Nov.)  wieder-
        <pb n="289" />
        —  237

holte  sich  genau  die  gleiche  Geschichte;  wir  mußten
ms  die  Eingeborenen  mit  Gewalt  vom  Leibe  halten.

Zu  einem  regelrechten  Gefecht  zwischen  uns  und
den  Leuten  des  äußerst  habgierigen  Sultans  Santjire
kam  es  aber  am  5.  November.  Nach  meiner  Ueberzeugung
  hatten  sich  alle  Sultane  der  großen,  wundervollen,
  sehr  stark  bevölkerten  Landschaft  Ba-Mundum
vereinigt,  um  uns  zu  überfallen,  uns  alle  Lasten
wegzunehmen  und  die  Karawane  zu  vernichten.  Von
allen  Seiten  kamen  Hunderte  von  bewaffneten  Eingeborenen
  in  dem  hohen  Grase  angeschlichen;  glücklicherweise
  war  aber  das  Gelände  so  übersichtlich,
daß  ich  alle  Bewegungen  der  Ba-Mundumleute  bemerken
  und  rechtzeitig  Gefechtsstellung  einnehmen
konnte.  Die  Träger  legten  die  Lasten  nieder,  um
gefechtsbereit  zu  sein,  und  wir  mit  den  gewandtesten
Leuten  der  Karawane  schlugen  die  wiederholten  Angriffe
  der  Eingeborenen  immer  erfolgreich  zurück,  so
daß  wir  keine  Verluste  hatten.  Die  Eingeborenen
beschossen  uns  auf  nahe  Entfernung  mit  vielen  Mauser-Karabinern,
  die  ich  in  den  Lagern  gesehen  hatte  und
deren  Knall  immer  deutlich  von  dem  der  Donnerbüchsen
  zu  unterscheiden  war.  Erst  nachmittags  um
2  Uhr  wurden  wir  die  Kerle  los,  als  uns  die  Eingeborenen
  der  Landschaft  Bametan  entgegenkamen
und  uns  zu  ihrem  freundlichen  Sultan  führten.  Nach
den  Erfahrungen  der  letzten  Tage  traute  ich  auch
diesem  zunächst  nicht,  —  aber  mit  Unrecht,  denn  am
5.  November  kamen  wir  endlich  nach  einem  mehrstündigen
  Marsch  durch  eine  ununterbrochen  bebaute
und  bewohnte,  prachtvolle  Landschaft  von  Norden  her
in  Bali  an  —  zum  größten  Erstaunen  Garegas  und
aller  Bali,  die  es  nicht  für  möglich  gehalten  haben,
daß  von  Norden  her  durch  die  von  ihnen  gefürchteten
Gebiete  Weiße  mit  einer  verhältnißmäßig  sehr  kleinen
Karawane  kommen  könnten.  Wir  waren  in  den
letzten  Tagen  fast  genau  südlich  marschirt,  so  daß
wir  etwa  80  bis  100  km  nördlich  von  Bali  gewesen
sein  müssen,  und  meine  Annahme,  daß  ich  dicht,  d.  h.
auf  drei  bis  vier  Stunden,  an  Bafut  und  Bandeng
vorbeimarschirt  bin,  bestätigte  sich.

Vor  Bali  wurde  ich  von  Fonté,  dem  ersten
Leibsklaven  und  Vertrauten  Garegas,  empfangen
und  auf  den  Königsplatz  geführt.  Nach  den  Aufregungen
  und  den  großen  Anstrengungen  der  letzten
14  Tage  konnten  wir  uns  nun  in  Bali  gehörig  und
in  aller  Sicherheit  und  Ruhe  erholen  und  ausruhen,
da  wir  vorzüglich  ausgenommen  wurden.

Garega,'*)  der  jetzt  wohl  75  Jahre  alt  sein  mag
und  dessen  Tage  gezählt  sind,  ist  geistig  noch  ganz
frisch,  aber  körperlich  so  hin,  daß  er  nicht  mehr  allein
gehen  kann.  Nominell  ist  er  noch  der  Sultan,  und
nichts  geschieht  ohne  seinen  Willen;  aber  sein  Sohn
und  Nachfolger  Mbo  vertritt  ihn  schon  vielfach.  Der
älteste  Sohn  von  Garega,  Tita  Nji,  ist  vor  zwei
oder  drei  Jahren  gestorben,  so  daß  nun  der  zweite
Sohn  Mobo,  der  einen  sehr  verständigen  und  netten

–——  —  —  —  —

*)  Inzwischen  gestorben.  Die  Red.

 

—  —

Eindruck  macht,  der  rechtmäßige  Nachfolger  von
Garega  ist.

Ursprünglich  wollte  ich  von  Bali  direkt  südlich
und  südöstlich  in  der  Richtung  auf  Jabassi  zur  Küste
marschiren;  ich  mußte  diesen  Plan  aber  aufgeben,
weil  meine  Träger,  deren  Kontraktszeit  um  war,
durch  die  Bali  ängstlich  gemacht,  sich  vor  dem  unbekannten
  Wege  fürchteten  und  streikten;  außerdem  gab
mir  Garega  viele  Baliarbeiter  mit,  die  ich  selbst
nach  Mundame  bringen  wollte.

Bali  wird  nach  meiner  Meinung  im  Allgemeinen
in  Bezug  auf  seine  Bedeutung  als  Handelsplatz  und
besonders  auch  in  Bezug  auf  seine  Leistungsfähigkeit
der  Arbeitergestellung  auf  Grund  der  Zintgrafsfschen
Schilderungen  weit  überschätzt.  Die  Bali  sind  ein  verhältnißmäßig
  kleiner  Stamm,  der  nur  durch  die  ungewöhnliche
  Klugheit  und  Schlauheit  von  Garega  zu  seiner
jetzigen  Bedeutung  gekommen  ist.  Für  uns  liegt  die
Bedeutung  von  Bali  darin,  daß  wir  in  Bali  und  bei
Garega  einen  absolut  sicheren  Stützpunkt  haben;  der
alte  Garega  ist  ein  sicherer  Freund  der  Deutschen,
aber  er  ist  andererseits  auch  ein  Hinderniß  für  ein
eventuelles  Vordringen  von  Bali  aus,  da  er  sich,  wie
er  sich  damals  dem  Vordringen  Zintgraffs  widersetzt
hat,  auch  jetzt  eifersüchtig  allen  Bestrebungen,  den
Handel  und  Wandel  der  Hinterländer  von  Bali  zu
erschließen,  mit  all  seinen  Mitteln  und  Künsten  widersetzt;
  er  wäre  auch  jetzt  nur  schwer  zu  bewegen  gewesen,
  mir  Führer  zu  einem  Vormarsch  nach  Osten
oder  Süden  zu  geben.  Er  wird  auch  so  lange  als
möglich  alle  Annäherungsversuche  der  östlicher  wohnenden
  Stämme,  insbesondere  der  Bafut  und  Bandeng,
an  denen  er  noch  mit  Hülfe  der  Weißen  Rache  nehmen
zu  können  hofft,  zu  vereiteln  suchen.  Es  können
deshalb  nur  starke  und  gut  bewaffnete  Expeditionen
dort  weiter  vordringen  und  etwas  erreichen,  die
eventuell  auch  gegen  den  Willen  von  Garega  etwas
zu  unternehmen  im  Stande  sind.  Ich  glaube,  daß
Garegas  Nachfolger,  Mbo,  leichter  zu  behandeln
sein  wird.

Wenn  ich  mich  trotzdem  entschlossen  habe,  in  Bali
eine  Faktorei  zu  begründen,  so  geschieht  es  hauptsächlich
  aus  politischen  Gründen;  ich  hoffe,  von  hier
aus  allmählich  weiter  vordringen  zu  können  und  in
den  sehr  stark  bevölkerten  Gegenden  um  Bali  herum
eine  Arbeiteranwerbung  im  Großen  für  die  Gesellschaft
  Nordwest=  Kamerun  und  andere  Plantagengesellschaften
  in  die  Hand  nehmen  zu  können.

Nach  neuntägigem  Aufenthalt  bin  ich  von  Bali
aufgebrochen  und  in  neun  Tagen  auf  zum  Theil
neuen  Wegen  (Bali—  Bamingi,  Bamingi  —  Sabe,
Sabe  —  Defang  Tale)  nach  Mundame  marschirt;  in
zwei  weiteren  Tagen  marschirte  ich  von  Mundame
nach  Dibombari,  von  wo  ich  mich  mit  der  Gesellschaftsbarkasse
  abholen  ließ.  Nach  zehnwöchentlicher  Abwesenheit
  traf  ich  am  1.  Dezember  wieder  in  Kamerun  ein.

Während  der  sehr  interessanten,  aber  äußerst
anstrengenden  Expedition  habe  ich  sorgfältige  Routen-
        <pb n="290" />
        —  238  —

aufnahmen,  astronomische  Beobachtungen*)  (soweit
dies  in  der  Regenzeit  möglich  war),  Siedepunktbestimmungen
  2c.  gemacht,  und  da  Herr  Rudatis  eine
hübsche  Sammlung  von  Pflanzen  mitgebracht  hat,  so
ist  die  Expedition,  durch  die  ein  großes,  bisher  ganz

unbekanntes,  von  keinem  Europäer  betretenes  Gebiet

erschlossen  und  kartographirt  ist,  auch  in  wissenschaftlicher
  Beziehung  erfolgreich  gewesen.  Nach  meinen
Beobachtungen  nehme  ich  an,  daß  die  geographische
Breite  von  Bali  falsch  ist,  ich  glaube,  daß  Bali  auf

der  jetzigen  Karte  etwa  30  km  zu  weit  nördlich  liegt,,

daß  die  Balistraße  zusammengerückt  werden  muß  und
daß  z.  B.  Tinto  da  liegen  muß,  wo  jetzt  Bakuni
auf  der  Karte  verzeichnet  ist.

Togo.
Ueber  die  Vverbältnisse  im  Bezirk  Misahöhe

entnehmen  wir  einem  Berichte  des  Stationsleiters

in  Misahöhe  folgende  Angaben:
J.
1.  Bevölkerung.

Die  den  Bezirk  bewohnenden  Europäer  sind
sämmtlich  Deutsche.  Dem  Berufe  nach  setzen  sie  sich
folgendermaßen  zusammen:

 

Regierungsbeamtet  3
Missionare  (mit  Frauen)  17
Kaufleuiet  2
Pflanzer  29

zusammen  24

Dem  Wohnorte  nach  vertheilen  sie  sich  auf:
HHo  6  (davon  4  Frauen)
Amediomwe  =  3  -
Nyambo  -1
Akpaso
Misahöhe
Agome  Palime
Agu  Tafie
Kpandu

—  ce

zusammen  24
Unter  der  Eingeborenenbevölkerung  des  Bezirks
fand  eine  nicht  unbedeutende  Bewegung  statt.  Die
einwandernde  Bevölkerung  setzt  sich  zusammen:

1.  aus  Leuten  der  Togo-  und  Goldküste,  die
auf  einige  Jahre  in  den  Dienst  der  hiesigen  Euro—
päerstationen  treten.  Diese  werden  zum  kleinen  Theil
dauernd  ansässig,  zum  größeren  Theil  ziehen  sie  nach
Ablauf  des  Kontraktes  wieder  ab;

2.  aus  fremden  Häudlern.  Diese  siedeln  sich
zum  Theil  dauernd  an,  im  Uebrigen  halten  sie  sich
nur  während  eines  Theils  des  Jahres  im  Bezirk
auf.  Sie  ziehen  abwechselnd  jährlich  in  die  Gummibezirke
  und  zur  Küste,  soweit  sie  aus  Küstenbezirken

Dieselben  werden  zur  Zeit  bei  der  Kolonial-Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amte  konstruirt.  Die  Red.

 

 

 

stammen.  Ein  anderer  Theil,  der  aus  dem  Hinterlande
  stammt  und  unter  dem  Namen  Haussas  zusammengefaßt
  wird,  konzentrirt  sich  großentheils  in
den  Hauptmärkten  Kpandu,  Agome  Palime  und  Ho.

Die  Auswanderung  der  Bezirkseingesessenen  ist
ziemlich  beträchtlich,  doch  zum  großen  Theil  nicht
dauernd,  da  der  Eweer  große  Anhänglichkeit  an
seinen  Geburtsort  hat.

Nach  der  Togoküste  gehen  sie  nur  auf  kurze  Zeit
in  Handelsgeschäften  oder  als  Träger.

Es  wurden  theils  von  der  Regierung  theils  von
den  Missionen  im  Berichtsjahre  regelrechte  Volkszählungen
  veranstaltet,  deren  bisherige  Ergebnisse
folgende  sind:

Landschaft  Agome:
Männer  Frauen  zusammen

 

Jo  .  .  .  ..  105  87  202
Kuxuntu  115  123  248
Palime  .  379  851  730*)
Podii  93  136  229
Tongbe  172  221  393
1787
Landschaft  Haingba:
Hainggga  234  257  491
Haingba-toi:  78  70  148
639
Landschaft  Boeta:

Boeta  216  226  442
442
Landschaft  Kuma:

Topli  101  119  220

Aballa  139  158  297

Apoti  150  150  300

Adame  176  170  346

Azame  160  170  330

1493
Landschaft  Kpandu:

Kpandi.  872  767  1639

Gadya  .

Sobuesante  363  369  732

Abain  87  80  167

Agudyi  165  202  367

Bame  ..  77  68  145

Assawiée  92  96  188

Noch  zu  zählen  sind  Fessi,  Agbonohusé,  Daso  und
ein  unbesuchtes  Dorf,  die  auf  5000  Einwohner  geschätzt
  werden.

Landschaft  Sovievhe:

Männer  Frauen  zusammen
Jawu  130  131  261
Diibe  149  141  290
Kond  67  55  122
Kudyora  (schätzungsweise)  150
823

*)  Davon  430  Fremde.
        <pb n="291" />
        9
·#

–—.

Diese  Zahlen  find  Mmimalzahlen,  da  nur  die
Anwesenden  gezählt  wurden.
Landschaft  Boem:
Männer  Frauen  zusammen

2  Woraworadörfer  —  –  1227
Nsuta  —  —  123
Kagyabi  —  —  83
Guamang.  —-  —  321
Kugye  –  —  133
Atonko  134
Aka  –  –  240
Gyasekang-kese  –  –  819
Gyasekang-akura  —  —  679
Borada  —  —  1000
3  Bowiridörfer  —  817
Akpafo  515  456  971

5730

Es  fehlen  Ahamansu,  Asato  Süd=  und  Ost-buem.
Da  diese  auf  3900  Seelen  geschätzt  werden,  ergiebt
sich  für  Boem  eine  Gesammtbevölkerung  von  9630
Seelen.
Landschaft  Avatime:

Amedjowe  418  Tongui  320
Gbatseme  800  Djokpe  730
Vhane  450  Fume  300
Biakoa  600  3718

Insgesammt  zählt  der  Bezirk  etwa  350  selbständige
  Dörfer,  wobei  die  oft  nicht  unbeträchtlichen
Farmdörfer  nicht  gerechnet  sind.  Ebenso  sind  dabei
die  zahlreichen  Weiler  nicht  gerechnet,  in  die  der
Haupttheil  der  Bevölkerung  von  Dayi,  Agotime  und
Tove  zerstreut  ist.  Auf  Grund  der  als  Stichproben
benutzten  Zählungen  ist  die  Gesammtbevölkerung  des
Bezuks  auf  nicht  unter  150  000  Seelen  zu  schältzen.

2.  Besiedelung  und  Organisation.

Veränderungen  in  der  Besiedelung  fanden  statt
durch  Neubesiedelung  verlassener  Orte  zufolge  Einwirkung
  der  Regierung.  So  wurde  das  verlassene
Kuamtkrum  von  Bawiri  aus  wieder  neubesiedelt,  um
den  Handelsverkehr  auf  der  Strecke  Kunya-Akroso
zu  erleichtern.  Aus  demselben  Grunde  ist  die  Zusammenfassung
  der  östlich  der  Lomestraße  in  einzelne
Gehöfte  zerstreuten  Tovebevölkerung  vorbereitet
worden.  Ferner  wurde  der  Hauptort  der  Landschaft
Dayi  Atigba,  dessen  Bevölkerung  sich  aus  Mangel
an  Ordnungssinn  gänzlich  in  das  unbewohnte  Gebiet
nördlich  zerstreut  hatte,  wieder  bevölkert.

Der  Bezirk  wurde  im  Berichtsjahre  durch  Eintheilung
  in  Distrikte  und  durch  den  Bau  von  Stationen
organisirt.

Es  wurden  nachstehende  Distrikte  gebildet:

1.  Agome  mit  der  Station  Misahöhe,  2.  Avatime,
3.  Ho,  4.  Agotime,  5.  Tove,  6.  Agu,  7.  Kpelle,
8.  Dayi,  9.  Lipke,  10.  Buem,  11.  Kpandu,
12.  Botoku,  13.  Woadse.

Hierbei  wurde  die  Bevölkerung  aller  zum  Distrikt
gehörenden  Dörfer  nach  dem  politischen  oder  wirth-39



—

schaftlichen  Centrum  des  Bezirks  zusammengerufen,
um  dort  unter  Leitung  eines  Beamten  eine  Station
in  Landesbauweise  aufzuführen.  Je  nach  Zweck
und  Bedeutung  der  Station  zählt  dieselbe  6  bis
16  Gebäude.  Ueberall  befindet  sich  ein  Haus,  das
den  Bedürfnissen  des  Europäers  entspricht,  soweit
sich  das  mit  einheimischem  Material  erreichen  läßt.
Nach  dem  Bau  wurden  die  versammelten  Leute  mit
den  für  sie  wesentlichen  Verordnungen  und  Vorschriften
  bekannt  gemacht,  auch  wurden  etwaige  Klagen
und  Anfragen  erledigt.  Solche  Termine  wurden
von  da  an  bei  jeder  Bereisung  des  Bezuks  auf  den
Stationen  abgehalten.  Ferner  stellte  jede  Landschaft
eine  Anzahl  Rekruten,  die  theils  als  Soldaten  theils
als  Polizisten  ausgebildet  und  zur  Besetzung  dieser
Außenstationen  verwandt  wurden.  Bei  jeder  Station
ist  ein  Versuchsgarten  angelegt.  Von  diesen  Versuchs
  gärten  aus  soll  später  der  zugehörige  Distrikt
mit  Saatgut  und  Unterweisung  zur  Einführung  geeigneter
  Kulturen  versehen  werden.

Schließlich  wurden  noch  für  reisende  Europäer
auf  den  Hauptverkehrsrouten  da,  wo  nicht  bereits
eine  Verwaltungsstation  bestand,  besondere  Raststationen
  errichtet.  Auf  dem  Wege  Lome—Misahöhe
wurden  die  bereits  bestehenden  in  Tove  und  Gbin  in
Lehm  ausgeführt,  und  in  Assaun  eine  solche  neu  errichtet.
  Auf  dem  Wege  Misahöhe  —  Kete  Kratschi
befinden  sich  zur  Zeit  in  Kollem  und  Lavanjo  Neuanlagen
  dieser  Art.  Geplant  ist  noch  eine  ebensolche
in  Wurupong.  Auf  dem  Wege  von  Misahöhe  nach
Kpandu  wurde  in  We  Deme  eine  Unterkunft  errichtet.

Im  Allgemeinen  giebt  es  im  Bezirke  kein  Gemeindeland,
  sondern  alles  Land  ist  in  zusammenhängenden
  Stücken  unter  einer  Anzahl  alteingesessener
Familien  vertheilt.  Das  Familienoberhaupt  giebt
von  dem  Familienland  nach  Bedarf  an  die  einzelnen
Haushaltungen  der  Familie  ab.  Bei  großen  Feldarbeiten
  hilft  man  sich  gegenseitig.  Der  Haushaltungsvorstand
  kann  aber  über  das  Land  nicht  ohne  Zustimmung
  des  Familienoberhaupts  verfügen.  Anders
ist  es  mit  dem  Lande,  das  ein  Familienglied  durch
Kauf  erwirbt.  Darüber  hat  er  bezw.  haben  seine  Erben
allein  frei  zu  versügen.  Verkauf  findet  sehr  selten
statt,  da  dies  als  Unrecht  gegen  die  Familie  angesehen
  wird.  Aber  auch  das  Familienoberhaupt  kann
—  wenigstens  im  nördlichen  und  östlichen  Theile  des
Bezirks  —  nicht  auf  eigene  Faust  Land  an  Fremde
verkaufen.  Es  bedarf  dazu  der  Zustimmung  des
Oberhäuptlings,  der  jederzeit  den  Verkauf  verbieten
kann.  In  manchen  Landschaften  u#t  dagegen  das
Familienhaupt  in  dieser  Beziehung  unbeschränkt.
Anders  liegen  die  Verhältnisse  in  den  früher  wenig
bewohnten  Gegenden,  die  erst  durch  spätere  Einwanderung
  besiedelt  worden  sind.  Dort  ist  das  in
der  Nähe  der  Ansiedlungen  gelegene  Land,  wie  es
nach  und  nach  in  Besitz  genommen  wurde,  zwischen
den  Familien  vertheilt.  Dagegen  sind  die  Besitzverhältnisse
  bezüglich  des  weiterabliegenden  Landes

(Fortsetzung  Seite  241.)

 

7
        <pb n="292" />
        240

Verzeichniß  der  im  Schutzgebiet  Togo  thätigen  Firmen  und  rwerbsgesellschaften

nach  dem  Stande  vom  1.  Jannar  190).“

 

 

 

—  —  —

—  —- 



 

 

2  2  Farbiges  Niederlassungen  -  Farbiges
dD“  .  ense  7½  23  Personal  oder  Faktoreien  Personal  Verkaufsläden
ndelsgese  .  »  .
8  5s  Clerts  Arbeiter  in  S  E  Clerts  Arbeiter
1  Boedecker  K  Meyer.  vome  2  9  37  JAgome--Palime!  2  4  7Lome  4
Agome-Palime  1
Kpandu  2  1Kpandu  1
2C.  Goedelt.  Lome  3  8  34Agome-Palime  1  4  Lome  5
Klein-Popo  —  5  12  gome-Palime  1
Klein-Popo  1
Aguega  1
Badubua
Angrokopbc  1
3F.  &amp;amp;  A.  Swanzy  Lome  2  9  23  —  —  —  —  Lome  4
4.  Oloff  &amp;amp;  Co  Lome  —  10  13  Bagida  —  1  2  Lome  5
5  Liebau  &amp;amp;  Witt  Lome  2  13  32  Klein-Popo  2  3  33  Lome  5
Klein-Popo  1
Vokutime  1
Topli  1
Aklaku  1
6  O.  Wallbrecht  Lome  2  3  6  —  —  —  —  lLone1
7  Bremer  Faktorei  Fr.  M.
Victor  Söhne  ..  Lome  3  4  14%Agome-Palimee  2  1Lome  3
Kpandu  —  1  1  —
8Wölber  &amp;amp;  Zimmermann  .  Klein--Popo  1  3  2  Lome  1  3  12  Lome  2
Klein-Popo  1
Porto-Seguro  1
Degbo  1
Aveve  1
Aklaku  1
Agome-Glossu  !
9.  K.  Vietor  Klein-Popo  4  4  24  HPorto-Seguro  1  1  6  Klein-Popo  2
Plantage  Sebbe  Aveve  1
Batonu  1
10  0.  F.  Sthamer  4AKlein-Popo  1  2  5  —  —  Klein-Popo  1
Abanakwe  1
Aklaku  1
Aguega  1
11.  Kentzler  Klein-oppo  2  2  11  —  ———Klein-Popq:z
·  Allaku  1
Aguega  1
Sohola  1
Aveve  1
12  d'Almeida  Brothers  Klein-Popo  —  7  20  HPlantage  Sebbe  —  —  8  Klein-Popo  3
Aklaku  1
13  HPlantage  Kpeme  Kpeme  2  2  80  —  —  —  —  —
14.  Preuß  Atakpame  1  1  2  —  —  —  —  —
15  Bern.  d'Almeida.  Atalpame  Besitzer  2  —  —  —  —
16  Kete--Faltorei  Stuttgart  1  1  4  —  —  —  Kete  1
17%Douglas-Plantage  Agu-Tafie  21  10  130Pflanzungen  in
Tafie  u.  Niambo  —  —  —  —
18  Patzer  &amp;amp;  Schuldt  Agu-Tafie  2  —  —  JPflanzung  bei
Wuamme  in
Vorbereitung  —  —  —  —
19  Brünger  &amp;amp;  Co  Kpandu  1  —  —  Handelsgesellsch.
in  Vorbereiung  —.  —  —

 

–

 

 

 

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  416.
        <pb n="293" />
        mklar.  So  ist  es  z.  B.  zwischen  Busm  und  Tribu,
zwischen  Lavanjo  und  Buem,  zwischen  Agu  und
Notschä,  zwischen  Gadya  und  Gaphe.

In  diesen  Landstrichen  steht  das  Recht  der  Holznutzung,
  Jagd  und  Fischerei  allen  Gemeindegliedern
zu.  Feldbau  dagegen  erzeugt  persönliches  Besitzrecht.
Hier  und  da,  z.  B.  in  der  Gegend  von  Kwamikrum,
sind  aber  nicht  einmal  die  Gemeindegrenzen  sicher,
so  daß  sich  Wurupong,  Bowni,  Aka  und  Tappa  im
Streit  über  dieselben  befinden.  Der  Streit  unterliegt
  jetzt  der  Regelung  durch  die  Regierung.

Die  Erzeugnisse  des  Bodens  gehören  dem  Bebauenden,
  auch  wenn  er  nicht  Eigenthümer  des  Grund
und  Bodens  ist.

3.  Gesundheitsverhältnisse.

Ein  auf  Station  Misahöhe  konstatirter  Leprafall
veranlaßte  den  zur  Bekämpfung  einer  Pockenepidemie
den  Bezirk  bereisenden  Regierungsarzt  Dr.  Wendland
zur  Durchsuchung  des  Bezirks  auf  Lepra  und  zur
Anregung  geeigneter  Gegenmaßregeln.

Die  Zahl  der  im  Berichtsjahre  größtentheils  mit
Erfolg  vorgenommenen  Impfungen  betrug  außer  den
auf  etwa  300  geschätzten  des  Regierungsarztes  Dr.
Wendland  1569.  Die  Eingeborenen  beginnen  Verständniß
  für  den  Werth  der  Impfung  zu  zeigen.

Auf  der  Wegestraße  Gbin—Lome  läßt  das
Gouvernement  Brunnen  bohren.  In  Kpandu  legt
die  Station  zwei  Brunnen  aus  ineinandergepaßten
zässern  an,  einen  für  die  Stadt  und  einen  für  die
Station.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  zoologischen  Sammlung  des  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  ist  von  dem
Stationsassistenten  Friedrich  Schroeder  in  Sokodé-Basari
  im  Togolande  eine  Naturoliensammlung  zugegangen,
  die  folgende  Objekte  enthielt:

5  Säugethierfelle,  3  Säugethierschädel,  7  Säugethiere
  in  Alkohol,  36  Reptilren  und  Amphtbien,
30  Fische  in  zwei  Arten,  36  Schmetterlinge  und
63  Schmetterlingsraupen,  139  Käfer,  3  Hymenopteren,
20  Dipteren,  107  Orthopteren,  119  Rhynchoten,
27  Tausendfüßer,  29  Spinnenthiere,  mehrere  Krebse,
9  Würmer  und  2  Mollusken.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  durchweg  gut.

Die  Säuger  enthielten  zwei  Arten,  welche  dem
Museum  bisher  sehlten,  außerdem  werthvolle  Ergänzungsstücke
  von  zwei  anderen  Arten,  die  nur  das
Museum  für  Naturkunde  besitzt.  Mehrere  Frösche
und  sämmtliche  Schmetterlingsraupen  waren  sehr
willkommen.  Unter  den  Insekten,  die  noch  nicht  alle
präporirt  werden  konnten,  dürfte  noch  manches  seltene
  Stück  gefunden  werden;  die  eingesondten  kleinen
Soinnenformen  und  die  beiden  Mollusken  besaß  das
Museum  noch  nicht.  Letztere  waren  so  gut  erhalten,
daß  sie  zu  anatomischen  Untersuchungen  dienen  werden.

—

 

241

#

 

 

 

Deutsch-Hüdwelkafrika.

Anmeldungen  auf  Wasserbohrungen.

Das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  hat  im
September  v.  Is.  den  Beschluß  gefaßt,  zur  Schaffung
von  Tränkanlagen  zwecks  Hebung  der  Viehzucht  in
Deutsch-Südwestafrika  auf  seine  Kosten  eine  Bohrkolonne
  nach  dem  Schutzgebiete  zu  entsenden.  Durch
Vermittelung  der  Behörden  des  Schutzgebietes  sind
die  Farmer  hiervon  in  Kenntniß  gesetzt  und  zur
Einreichung  eventueller  Anträge  aufgefordert  worden.

Daraufhin  sind  bis  zum  Anfang  Februar  d.  Js.

64  Anmeldungen  auf  Wasserbohrungen  eingegangen
und  vom  Kaiserlichen  Gouvernement  dem  Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitee  zugesandt.  Weitere  Anmeldungen
  dürften  aus  den  entlegeneren  Theilen  des
Schutzgebietes  noch  zu  erwarten  sein.

—  —

Deutsch-RBeu-Guinra.

NUeber  die  Entwickelung  der  Ostkarolinen  (verwaltungssttz
Donape)  in  der  Seit  vom  J.  April  1899  bis  3).  März  7900
berichtet  der  Kaiserliche  Vizegouverneur  Dr.  Hahl:

Der  Einfuhrhandel  in  den  östlichen  Karolien
belief  sich  in  der  Zeit  vom  1.  April  1899  bis
31.  März  1900  auf  1831912  Mk.  89  Pf.  Davon
entfielen  auf:

1.  Gewebe  .  70477,81Mk.,
2.  Galanterie=  u.  Luxuswaaren  11  360,36
3.  Tabak  und  Cigarren  18  498,683
4.  Lebensmittel  31  855.83  =
5.  alkoholhaltige  Getränke.  16  615,76  =
6.  Holz  1  690,18  =
7.  Eisenwaaren  .  87l4.21-8.
  Baumaterial  5  356,74  4
9.  Kohlen  1  650,00
10.  Boote  und  Stistsmatero  5  118,16
11.  Lebendes  Vieh  .  —

12.  Verschiedene  Waaren  12  575,01  =

Von  diesen  Werthen  wurden  bezogen  Waaren  aus

Japan  für  60  702,00  Mk.,
Manila  6  075,00  =
China  1  882,30  =
Amerika-  3  572,76  =

Japan  lieferte:
an  Geweben  144  000  Ellen,  engl.

Maß,  im  Werthe  von  43  000,—  Mk.,
Galanterie=  und  Luxuswaaren  für  1  250.—
Tabak  u.  Cigarren,  4760  Pfd.  zu  6  664.—.
Lebensmittel  f.  3250.  —  -—
alkoholhaltige  Getränke,  162  Kolli  zu  3  888.—
Boote  und  Schiffsmaterial  für  850,  —  --Verschiedene
  Waaren  für  1  600.—  =

Für  die  übrigen  Werthe  konnten  die  entsprechenden
  Waarenmengen  oder  das  Ursprungsland  nicht
ermittelt  werden.  Es  ist  ersichtlich,  daß  deutsche
        <pb n="294" />
        Waare  wenig  gehandelt  wird.  Die  Einfuhr,  neben
der  South  Sea  Hili  Trading  Company  fast  ganz  in
den  Händen  der  Jaluit-Gesellschaft  liegend,  beschränkt
sich  darauf,  den  Markt  mit  deutschen  Zündhölzern
und  einigen  Kisten  Konserven  und  Getränken  zu
versorgen.  Ich  habe  weder  deutsche  Gewebe  noch
Eisenwaaren  bemerken  können.

Die  Ausfuhr  erreichte  eine  Höhe  von  101  466
Mark  84  Pf.  Davon  entfiel  auf:

Kopra,  656  Tonnen  zu  91  315,00  Mk..

Trepang,  3324  Pfund  zu  531,84  4
Schildpatt,  20  2387,00
Perlmuttermuscheln  und  andere  ·
Muscheln,2419Pfundzu.  366,90  —
Steinnüsse,  11  Tonnen  2125,00  =
Verschiedene  Waaren  (altes  Eisen)  4741,10

zusammen  101  466,84  Mk.
Von  der  Kopra  wurden  verschifft:
427  Tonnen  im  Werthe  von  51240  Mk.  nach  Japan,
112  19600  -=  -Hamburg,
117  —  -Ê  220476  -  Liebau
656  Tonnen  im  Werthe  von  91  315  Mk.  überhaupt.
Als  Ausfuhrhäfen  kamen  überhaupt  in  Betracht:
Tokio  für  Waaren  im  Werthe  von  53  146,20  Mk.,

 

Hongkong  für-  OD  -  -  5  161,74  „
Jalttt  958.90.
Hamburg  --  -21725,00-Lieben-:
  --  -20475,00- 



zusammen  101  466,84  Mk.

Bei  der  ganzen  Aufstellung  konnte  mangels  einer
Postverbindung  nach  dem  Bismarck-Archipel  nicht
berücksichtigt  werden  der  Handel  der  Firma  O.  Mouton
  &amp;amp;  Co.  in  Kinigunan  (Neupommern)  nach  den

Greenwich-Inseln  und  der  in  der  Rukgruppe  ansässigen,

  nicht  mit  der  South  Sea  Hili  Trading

Company  in  Verbindung  stehenden  japanischen

Händler.  Auch  die  Jalut-Gesellschaft  leitet  ihren

Handel  nicht  vollständig  durch  ihre  Zweigniederlassung

  in  Langer,  sondern  läßt  die  Inseln  theilweise
  unmittelbar  bearbeiten.  Sonach  standen  mir
nicht  alle  Zahlen  zur  Verfügung,  und  die  Statistik
muß  als  eine  unvollkommene  bezeichnet  werden.

Schätzungsweise  dürfte  die  Ausfuhr  um  400  Tonnen

Kopra  und  insgesammt  80  000  Mk.  an  Werth,  und

um  die  letztere  Zisfer  auch  die  Einfuhr  höher  zu

bemessen  sein.
An  dem  Handel  in  den  östlichen  Karolinen  betheiligen
  sich:

1.  die  Firma  O.  Mouton  &amp;amp;  Co.  in  Kinigunan  für
die  Greenwich-Inseln,

2.  die  Jaluit-Gesellschaft  mit  einer  Zweigniederlassung
  in  Langer;  mit  ihr  stehen  noch  in  Geschäftsverbindung
  zwei  weiße  Händler  in  der
Rukgruppe,

3.  die  South  Sea  Hiki  Trading  Company  aus
Tokio  mit  einer  Zweigniederlassung  auf  Ponape
und  einer  solchen  in  den  Rukinseln,

4.  der  Amerikaner  J.  V.  Melander,  auf  Kussaie
ansässig.

242

 

An  weißer  Bevölkerung,  welche  dem  Erwerbsleben
  obliegt,  ist  vorhanden:

Auf  Kussaie  der  Kaufmann  Melander,

auf  Ponape  drei  Kaufleute  mit  einem  Gehülfen,
zwei  Pflanzer,

auf  Lukunor  ein  Händler,

auf  Ruk  vier  weiße  und  fünf  japanische  Händler,

auf  Ulul  ein  Händler,
im  Ganzen  18  Personen.

Außer  diesen  giebt  es  noch  acht  Halbblutleute,
welche  berufsmäßig  den  Handel  betreiben,  außerdem
auf  Ponape  noch  etwa  20  Eingeborene,  welche  als
Unterhändler  mit  kleinstem  Umsatze  thätig  sind.

Es  erscheint  fraglich,  ob  auch  der  angestrengteste
Wettbewerb,  von  den  Rukinseln  abgesehen,  eine  Förderung
  des  Handels  noch  erzielen  kann.  Was  den
Hauptausfuhrartikel,  die  Kopra,  betrifft,  so  werden
die  vorhandenen  Palmenbestände  durchweg  gut  ausgebeutet,
  der  Eingeborene  der  Karolmen  ist  seit
80  Jahren  an  den  Handel  gewöhnt,  30  Jahre  sicher
erfreut  sich  die  Kopra  einer  regen  Nachfrage.  Der
Eingeborene  hat  gelernt,  seine  Erzeugnisse  theuer  zu
verwerthen;  dagegen  ist  ihm  die  Arbeit  für  die  Zukunft,
  die  Thängkeit  als  Pflanzer  ferngeblieben.  Er
wird  auch  niemals  lernen,  eine  solche  zu  entfalten,
soweit  ihn  nicht  der  Hunger  oder  äußere  Macht
dazu  zwingt.

Die  Entwickelung  der  Karolinen,  die  Hebung
der  Aus=  und  Einfuhr  wird  daher  wesentlich  von
der  Entfaltung  einer  umfassenden  Pflanzungsarbeit
abhängen;  auf  den  Riffinseln  können  die  Eingeborenen
zu  solcher  gezwungen  werden,  auf  den  großen  Inseln
ist  die  Zuwanderung,  sei  es  des  großen  Kapitals
oder  kleiner  farbiger  Ansiedler,  unbedingt  erforderlich.
Aller  Anfang  und  aller  Fortschritt  endlich  ist  nur
möglich  im  Anschluß  an  eine,  wenn  auch  nicht  häußfi,
so  doch  regelmäßig  wiederkehrende  Dampferverbindung
mit  einem  großen  Handelsplatze“)

wiedererõoffnung  der  Cabakpflanzung  Jomba.

Die  Tabakpflanzung  Jomba  der  Neu-Guinea-Kompagnie,
  die  hinter  Friedrich  Wilhelmshafen  liegt,
ist,  nach  einem  Bericht  des  Deutschen  Kolonialhauses
Bruno  Antelmann,  Berlin  C.  19,  vor  einiger  Zeit
wieder  eröffnet  worden,  nachdem  der  Betrieb  daselbst
vor  mehreren  Jahren  eingestellt  worden  war.  A##
der  alten  Station  wurden  die  Hauptwege  und  Gräben
wieder  hergestellt  und  sechs  Gebäude  errichtet,  so  daß
für  den  Betrieb  jetzt  eine  Europäerwohnung  mu
Nebengebäuden,  zwei  Arbeiterhäuser  und  eine  großr
Scheune  fertig  sind.  Außerdem  sind  noch  ein  kleince
Verkaufshaus  und  ein  Gemüsegärtnerhaus  aufgebaut.
Außer  dem  Landwege,  der  die  Station  mit  Friedrich

 

*)  Eine  solche  ist  jenzt  durch  die  Fahrten  des  Reichs
postdampfers  „Oceana“  von  Sydney  über  Jaluit—HPonavec
—ap  und  zurück  mit  Anschluß  an  die  Norddeursche  Llond
linie  von  China  bezw.  Japan  nach  Australien,  die  2/u#
anläuft,  geschaffen.
        <pb n="295" />
        Wilhelmshafen  verbindet  und  bereits  zum  dritten
Theil  Feldbahngeleise  hat,  wurde  auch  der  Wasserweg
  zwischen  Friedrich  Wilhelmshafen,  mit  welchem
die  Station  durch  den  Jombafluß  in  Verbindung
steht,  soweit  schiffbar  gemacht,  daß  ein  Transport
minelst  Dampfbarkasse  möglich  ist.  Jomba  ist  wieder
als  Tabakpflanzung  in  Aussicht  genommen  und  dementsprechend
  unter  Zuhülfenahme  von  Eingeborenen
der  Insel  Tabobb  der  Busch  auf  einem  Terrain
von  etwa  120  ha  gekappt.  Zunächst  wurde  jedoch
die  dortige  Kokospflanze  weiter  gepflegt  und  ergänzt
und  auch  mit  dem  Anpflanzen  von  Kakao  begonnen.
Es  sind  jetzt  bereits  1300  Kakaobäume  ausgepflanzt.
Der  ganze  Bestand  beträgt  etwa  4000  Pflänzlinge.

Amerikanische  Misston  in  ponape  (NRarolinen).

Nach  einem  Bericht  des  Vizegouverneurs,  Dr.
Hahl,  sind  die  nachstebend  verzeichneten  Angebörigen
des  American  Board  of  Commissioners  for  foreign.
Mission  in  Boston  am  27.  September  v.  Is.  mit
dem  Schuner  „Queen  of  the  Isles“  in  Ponape  eingetroffen:
  Musionar  Thomas  Gray,  dessen  Frau
Leta  Danley  Gray,  Fräulein  Ida  Cressy  Josa  und
Fradulein  Anette  Augusta  Palmer.  Die  beiden  Damen
Josa  und  Palmer  waren  bereits  früher  in  Ponape
thätig.  Die  Missionare  halten  sich  zunächst  in  Ronkiti
bei  dem  Häuptling  Henry  Naupei  auf  und  werden
später  ihre  alte  Hauptniederlassung  Oa  in  der  Landschaft
  Metalanim,  1890  zerstört,  wieder  aufbauen.

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Drei  für  Togo  bestimmte  katholische  Missionsschwestern
  sind  nach  einer  Meldung  des  „Steyler
Herz-Jesu-Boten“  wohlbehalten  in  Lome  eingetroffen.

Die  „Missionsblätter  der  St.  Benediktus-Genossenschaft
  für  ausländische  Missionen“  bringen  eine
Reibe  von  Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen
Mission.  .  «

In  Lukuledi  wurden  im  Jahre  1900  bis
20.  November  123  Taufen  gespendet,  darunter  66
Kinder  und  57  Erwachsene.  —  Aus  Nyangao
wird  geschrieben:  „Bald  haben  wir  die  Freude,  in
unserer  neuen  Kirche  Gottesdienst  halten  zu  können.
Am  Feste  Allerheiligen  wurden  18  erwachsene
Knaben  aus  dem  Dorfe  Hatia  getauft.  Am  18.  November
  wurden  zwei  christliche  Ehepaare  getraut.“  —
In  einem  Briefe  des  Bruder  Michael  vom  11.  November
  1900  aus  Tosamaganga  (lhehe)  heißt
es:  „Unsere  Hauptaufgabe  bildete  in  diesem  Jahre
der  Kirchenbau,  zu  dem  jetzt  eben  das  Dach  fertiggestellt
  wird.  Viel  Material  mußte  herbeigeschafft
und  planmäßig  zu  einem  würdigen  Bau  vereinigt
werden.  Viele-  Balken  mußten  behauen,  Sparren,

243

—

 

Bretter  und  Latten  gesägt  werden.  Da  die  Ziegelei
Erfolge  aufweist,  wurde  sie  auch  sehr  stark  in  Anspruch
  genommen;  es  kommen  Ziegel  in  den  ver—
schiedensten  Formen  zu  Stande:  Pflastersteine,  Dachplatten,
  Dachreiter.  Gegenwärtig  versuchen  wir,  für
eine  Wasserleitung  vom  Ruaha  bis  zu  unseren
Wohnungen  Thonröhren  zu  fabriziren.  Hoffentlich
gelmgt  es.“  Im  Oktober  kamen  P.  Anselm  sowie
drei  Schwestern  in  Uhehe  an.  Die  Schwestern
Taveria,  Margaretha  und  Viktoria  sind  nun  in
Tosamaganga,  Juliana,  Pia  und  Franziska  in  Madibira.
  Fr.  Chilian  hat  eine  Nebenschule  in  Irolo,
die,  wie  er  schreibt,  von  25  bis  30  Schülern  besucht
  wird.  —  P.  Ambrosius  schreibt  am  3.  November
  aus  Madibira:  „Die  neue  Mission  St.
Bonifaz  wird  eben  verputzt  und  mit  gut  gebrannten
Dachplatten  von  Bruder  Albrecht  eingedeckt.  Die
Kapelle  wird  300  und  im  nächsten  Jahre  nach
Vollendung  550  bis  600  Personen  fassen,  so  daß
für  die  nächsten  drei  Jahre  die  Kirchenfrage  erledigt
ist.  Die  Leute  betheillgen  sich  jetzt  recht  fleißig  am
Gottesdienst.“  —  P.  Spiß  in  Peramiho  berichtet:
„Daß  wir  Anfang  Juni  mit  dem  Bau  eines
steinernen  Wohnhauses  begonnen  haben,  glaube  ich
geschrieben  zu  haben.  Als  dasselbe  die  Fensterhöhe
erreicht  hatte,  mußte  mit  der  Arbeit  ausgesetzt
werden,  da  die  aus  Europa  bestellten  Eisenstäbe  noch
nicht  eingetroffen  waren.  Nun  standen  wir  vor  der
schwierigen  Frage,  was  weiter  bauen?  Ein  Haus
für  die  erhofften  Schwestern  wäre  schon  zeitgemäß
gewesen,  aber  der  einzig  günstige  Bauplatz  für  dasselbe,
  ein  isolirt  stehender  Hügel,  ist  eine  ergiebige
Fundstelle  guter  Bruchsteine,  die  wir  zu  den  verschiedenen
  künftigen  Bauten  so  sehr  benöthigen.  So
entschlossen  wir  uns,  mit  dem  schwierigsten  und
größten  unserer  Bauten,  zu  beginnen,  mit  der  Kirche.
Eine  stattliche  Anzahl  schwarzer  Maurer  stand  ja
zur  Verfügung,  unser  lieber  Nachbar  in  Kigonsera,
P.  Innocenz,  erbot  sich,  die  Zeichnungen  zu  besorgen,
  ein  Sümmchen  Geld  war  für  den  Bau  bereits
  gesammelt,  und  der  Apostolische  Präfekt  hatte
sich  mit  dem  Kirchenbau  einverstanden  erklärt.
Jetzt  nach  viermonatlicher  unausgesetzter  Arbeit  müssen
wir  dem  lieben  Gott  danken,  daß  trotz  vieler
Schwierigkeiten  alles  glatt  von  statten  ging.  Nicht
der  geringste  Unfall  ist  bis  jetzt  geschehen,  und  keine
Krankheit  läßt  sich  blicken.  Br.  Laurenz  eilte  täglich
in  den  eine  ½/  Stunde  entfernten  Wald,  wo  er  mit
einem  Dutzend  schwarzer  Arbeiter  Holz  fällte,  die
Stämme  schnürte  und  behauen  ließ.  Als  zweite
Arbeit  hatte  er  das  Ziegelbrennen  zu  beaussichtigen.
Für  diese  Arbeit  hatten  wir  20  Nyassa-Leute  eingestellt,
  die  das  Geschäft  schon  vorher  betrieben
hatten.  Täglich  wurden  etwa  1000  Ziegel  gesormt
und,  nachdem  sie  drei  Wochen  im  Freien  zum  Trocknen
gelegen,  zu  einem  Feldbrand  ausgemauert  und  endlich
durch  ergiebiges  Feuern  zehn  Tage  und  Nächte  lang
gebrannt.  So  erhielten  wir  etwa  30  000  gute
Steine,  die  von  unseren  drei  Ochsenpaaren  zur  Bau-
        <pb n="296" />
        stelle  geschafft  wurden  und  bei  Aufführung  von
Thüren,  Fenstern,  und  insbesondere  bei  Sprengung
der  12  Bogen  des  Mittelschiffes  vorzügliche  Dienste
leisteten.“

Ueber  die  Arbeit  der  Missionsdiakonissen  in  Keta
sind  S.  192  des  Kolonialblatts  einige  Mittheilungen
gemacht.  Das  neueste  Monatsblatt  der  Norddeutschen
Missions-Gesellschaft  zu  Bremen  berichtet  auch  über
die  Wuksamkeit  der  Missionsschwestern  in  Ho  (Togo):

Schon  1890  hatte  Frau  Missionar  Oßwald  eine
Nähschule  im  Gange.  Deeselbe  hatte  bezeichnenderweise
  mehr  Knaben  als  Mädchen.  War  doch  in
Togo  das  Nähen  und  Steiicken,  nomentlich  der  Netze,
fast  ausschließlich  eine  Arbeit  für  die  Männer,
während  die  meisten  Frauen  das  Flicken  gar  nicht
verstanden.  Später  sind  eine  Anzahl  Mädchen  in
die  Missionsanstalt  ausgenommen  (der  Bestand  betrug
  im  2.  Halbjahr  1900  23),  und  es  ist  für  die
Anstaltskinder  und  Ho--Mädchen  eine  Tagesschule,  die
bereits  4  Klassen  mit  zuletzt  52  Mädchen  außer  den
Anstaltskindern  zählt,  und  eine  Kleinkinderschule  (35
Kinder)  eingerichtet.  Auch  9  eingeborene  Gehülfinnen
haben  sich  die  Missionsschwestern  schon  heranziehen
können,  von  denen  zur  Zeit  noch  4  in  der  Anstalt
thätig  sind.  Von  den  jüngeren  Schülerinnen  werden
auch  diese  respektirt  und  zum  Theil  „Tante“  genannt.
  Die  Sonntagsschule  sammelt  80  bis  100
Kinder.  Fast  an  allen  Pflegebefohlenen  haben  die
Lehrerinnen  Freude  gehabt,  besonders  wegen  ihres
kindlich  fröhlichen  Wesens,  das  weniger  verschlossen
schien,  als  es  früher  oft  der  Fall  war.  Auch  eine
Reise  der  Lehrerin  Fräulein  Binder  zu  früheren
Zöglingen  im  Peki-Gebiete  hat  einen  erfreulichen
Beweis  von  dem  Erfolg  der  Arbeit  geliefert.  Es
wird  darüber  berichtet:  „Die  Freude  des  Wiedersehens
  mit  den  früheren  Schülerinnen  war  auf
beiden  Seiten  groß.  Manche  der  Eltern  und  Angehörigen
  waren  auch  sichtlich  erfreut  und  sprachen
ihren  Dank  aus,  während  es  bei  einigen  Fernerstehenden
  bei  den  üblichen  Begrüßungsworten  blieb.
Die  Wohnungen,  aus  denen  unsere  Kinder  kommen,
waren  fast  überall  sauber  und  besser  als  in  andern
Gehösten,  wenn  es  auch  an  unrühmlichen  Ausnahmen
nicht  fehlte."“

Nach  demselben  Monatsblatt  hat  das  Berliner
Unternehmen  des  Herrn  Sholto  Donglas  am  Aguberge
  (Togo)  für  die  geplante  Kultur  der  Baumwolle
  Ende  vorigen  Jahres  vier  christliche  Neger
aus  Nordamerika  kommen  lassen.  Dieselben  haben
in  Tove  (am  Agu)  nicht  nur  mit  den  vorbereitenden
Arbeiten,  insbesondere  mit  der  Errichtung  von  Baulichkeiten
  und  Urbarmachung  des  Landes  für  die
neue  Baumwollsarm  begonnen,  sondern  auch  bereits
eine  Bitte  an  die  Bremer  Missionare  um  geistliche
Versorgung  und  Bestellung  eines  eingeborenen  Gehülfen
  gelangen  lassen,  die  dann  auch  erfüllt  ist.

 

 

244  —

Der  „Envangelische  Heidenbote“  schreibt  über  die
Thätigkeit  der  Basler  Mission  in  Kamerun:

Der  große  Wechsel  im  Personal,  der  uns  entgegentritt,
  ist  ein  besonderes  Kennzeichen  unserer
Mission  in  Kamerun.  Gott  Lob,  daß  es  nie  an
Ersatz  gesehlt  hat.  Und  mehr  als  das!  Trog#  vieler
Hindernisse  —  welch  ein  Wachethum  in  der  kurzen
Frist  von  zehn  Jahren!  Wie  rasch  sich  das
Werk  ausgedehnt  hat,  zeigen  folgende  Zahlen.  Wir
zählten:

1890
4  Haupt=  und  20  Außenstationen
9  Missionore  und  3  Missionarsfrauen
23  eingeborene  Gehilfen  »
266  Christen  und  344  Schüler.
1900
9  Haupt=  und  133  Außenstationen
28  Missionare,  10  Frauen  und  1  ledige
Schwester
130  eingeborene  Gehilfen
2282  Christen  und  3372  Schüler.

Das  ist  gewiß  erfreulich.  Klar  und  deutlich
sehen  wir,  daß  sich  unsere  Mission  in  Kamerun  in
kurzer  Zeit  stark  ausgedehnt  hat.  Viele  Stämme
sind  in  wenig  Jahren  in  ihren  Bereich  gezogen
worden.  Ein  großes  Gebiet  wird  von  uns  beeinflußt.
  Klein  und  unscheinbar,  einem  Bäumchen  gleich,
hat  das  Werk  vor  vierzehn  Jahren  angefangen;  jetzt
ist  es  ein  großer,  stattlicher  Baum  geworden,  der
seine  Aeste  und  Zweige  nach  allen  Richtungen  ausstreckt.
  Das  erkennen  wir  mit  Lob  und  Dank  gegen
Gott  an.  Wir  haben  jetzt  in  Mangamba,
Edie  und  Buea  Knabenanstalten  mit  zusammen
66  Zöglingen,  in  Bonaberi  und  Lobethal  Mutelschulanstalten
  mit  124  Schülern,  in  Buea  das  Gehilfenseminar
  mit  14  Zöglingen;  dazu  kommen  die
zwei  Schulen  in  Bonanjo  und  Bonebela  am  Kamerunfluß,
  die  auch  eine  bessere  als  Primarschulbildung
vermitteln  und  namentlich  auch  in  deutscher  Sprache
Unterricht  ertheilen,  aber  ohne  Anstaltsbetrieb,  d.  h.
ohne  Internat.  Endlich  die  Mädchenanstalt  in  Bonaku
  mit  30  Schülerinnen.  Von  19  ordinirten
Missionaren  verwenden  acht  ihre  ganze,  drei  wenigstens
ihre  halbe  Zeit  und  Krast  auf  die  Arbeit  an  Schulen
und  Anstalten.

Aus  Deutsch-Südwestafrika  schreibt  P.  Jäger
in  der  Missionszeitschrift  „Maria  Immaculata“:

Der  P.  Propräsekt  ist  mit  P.  Nachtwey  nach
dem  Norden  zu  Ovambos.  Sie  begleiten  die
deutschen  Truppen  auf  ihrem  Marsche,  den  deeselben
in  diesen  Theil  der  deutschen  Schutzherrschaft  unternahmen,
  um  die  Eingeborenen  durch  die  Emtfaltung
militärischer  Macht  friedlich  und  unterthänig  zu  erhalten.
  Hossentlich  läuft  diese  für  unsere  Patres  beschwerliche
  Reisfe  nicht  ohne  Vortheil  für  die  zukünftige
  Mission  ab.  P.  Filliung  reiste  nach  der
Farm,  wo  Br.  Havenith  und  Br.  Leuper  emen
Brunnen  graben.  Bei  6  Meter  Tiese  stießen  sie
        <pb n="297" />
        —

auf  feuchten  Boden.  Uebrigens  gehört  der  Boden
unserer  Farm  zum  besten  in  ganz  Südwestafrika.  Neu-Guineas  folgendermaßen  betheiligt:

Bei  der  großen  Ausdehnung  des  Grundstückes  dürfen

wir  sicherlich  einmal  auf  guten  Gewinn  für  unsere

arme  Mission  hoffen.  Letzten  Sonntag  haben  wir
P.  Fillung  in  Klein-Windhoek  besucht.  Der  Garten
ist  wuklich  schön.  Die  Weinreben  bilden  eine  dichte
Laube  über  der  Veranda.  Die  Feigenbäume  sind  zu
einem  förmlichen  Dickicht  herangewachsen.  Der  Kaktus
  steht  über  2  Meter  hoch  wie  eine  Mauer.  Die
prächtigen  8  Meter  hohen  Oleander  duften  zur
Veranda  herein  und  sind  fast  der  beständige  Aufenthaltsort
  von  Hunderten  von  gelblichen  Vögeln,  die
sich  so  vorlaut  und  ungezogen  betragen  wie  die
Sperlinge  in  der  lieben  deutschen  Heimat.

—  —  —

Aus  Neu-Guinea  theilen  die  „Rheinischen
Missions-Berichte“  mit:

Aus  der  eigentlichen  Missionsarbeit  berichten  die
letzten  Briefe  wenig.  Hier  nur  eine  kurze  Stelle

245

aus  dem  Brief  des  Br.  Hanke  in  Bongu  über  sein

Verhältniß  zu  den  Eingeborenen:  „Ich  wage  nicht
zu  sagen,  daß  ich  das  Vertrauen  der  Leute  gewonnen
  habe;  das  Vertrauen  hat  wenigstens  seine
ganz  bestimmten  Grenzen.  Aber  es  haben  sich
zwischen  mir  und  ihnen  Beziehungen  angebahnt,  aus

—  —  ——

denen  sie  erlennen,  daß  ich  ihr  Bestes  will.  Ja,  sie

fangen  an,  mich  als  einen  der  Ihrigen  zu  betrachten,
als  einen  Bongu-Tamo  (Bongu-Mann),  und  bringen
das  bisweilen  in  eigenthümlicher  Weise  zum  Ausdruck.
  Als  unlängst  Leute  aus  dem  Gebirge  hier  in
Bongu  einen  großen  Spuk  aufführen  wollten,  hinderte

ich  das  dadurch,  daß  ich  den  Gebirgsleuten,  die  das
Stationsgebiet  passiren  mußten,  den  Durchgang  verweigerte,

  natürlich  erst,  nachdem  ich  ihnen  klar  gemacht
  hatte,  warum.  Darauf  sagten  einige  der
Bongu-Leute  zu  mir:  Ni  alam  garelili  manau
ati  atemeren,  d.  h.  heute  hast  du  wie  ein  Europäer
  gehandelt.  Mit  anderen  Worten:  Das  war
nicht  nett  von  dir;  denn  du  bist  doch  ein  Bongu-Tamo.“
  "

———-—-Kugkremdpnkvlonienund


Produktionsgebieten.

Dandel  und  Schiffsverkehr  von  Britisch-Neu-Guinea
im  Jahre  1898  99.
Einfuhr  und  Ausfuhr  gestalteten  sich  in  den
letzten  Jahren,  wie  folgt:

Jahr  Einfuhr  Ausfuhr

Werth:  e
1884/906  28  367  16  215
189599  34521  19  401
18960/91  51  391  44  345
189793  46  971  49  859
189899  52  170  68  496

—  —

 

 

.

An  der  Einfuhr  waren  die  drei  Häfen  Britisch

Jahr  Samarai  Port  Moresby  Daru
Werth:  8#.

1894,95.  12  079  14  036  2  253

1895/906  20  912  12  235  1  347

1896,97  32  813  17  521  1  056

1897.9  30  166  14  995  1  810

1898/99  35  .594  15  594  982

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Einfuhr  waren:
1898/99  1897/98

Werth:  ##
Bier  in  Flasche  1  400  1  029
—..--.QJ  ...  3  213  2650
Tuch  (Draperyy  4810  3923
Mehl  ..  1  034  1293
Eisenkurzwaaren  1  486  2  192
Fleisch,  konservrt  4079  4212
Reis  2  816  2529
Bauholz  .  ..  ..  .  .  .  ...  1631  971
Tabakk  4184  4564

Den  Antheil  der  drei  Häfen  Neu-Guineas  an
der  Ausfuhr  in  den  letzten  Jahren  stellt  folgende
Uebersicht  dar:

Jahr  Samarai  Port  Moresby  Daru
Werth:  #

189495  8399  5  059  2  757

1895/906  10600  8  326  475

1896/97.  39  349  4  658  338

1897/998.  424  4474  7  266  118

1898.99  63228  5  141  127

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Ausfuhr  waren:
1898/99  1897/98

Werth:  ##
Beche  de  NNrr  ...  1  644  3395
Koren  2907  225
Godddllll.  44  185  25  612
Kautsckk.  1  935  3683
Perlmuschel  10  284  8  468
Sandelhocz=  2920  2940

Die  wirkliche  Ausfuhr  von  Gold  ist  größer,  als
sie  in  der  vorstehenden  Uebersicht  angegeben  ist.

Die  Abnahme  in  der  Auefuhr  von  Kautschuk  ist
wahrscheinlich  darauf  zurückzuführen,  daß  die  zugänglichsten
  Gebiete  in  der  Nähe  der  Küste  mehr
oder  minder  erschöpft  sind.  Zur  Zeit  ist  es  fast

unmöglich,  die  Zerstörung  der  Bäume  zu  verhindern.

Die  Ausfuhr  von  Sandelholz  wird  voraussichtlich
  im  nächsten  Jahre  steigen,  da  der  Preis  höher
geworden  ist.

Die  Ausfuhr  von  Perlmuscheln  hat  in  den  letzten
Jahren  erheblich  zugenommen,  auch  hat  man  eifriger
nach  neuen  Bänken  gesucht.

Am  Schiffsverkehr  waren  nur  Britische
Schiffe  betheiligt.  Im  Jahre  1898/99  liefen  vom
Auslande  ein  92  Schiffe  von  19  583  Reg-Tons
und  gingen  dahin  aus  81  Schiffe  von  19  191  Reg.=Tons.
  Die  Anzahl  der  Register-Tons  betrug  im
        <pb n="298" />
        —  246  —

bsd  1J##nkm  J1891/95:  22  824,
—“„  1886  97:  28  824,  1897/98:
X  S.  88  7F77.

O#  .  2:  gestaltete  sich  in  den  letzten

vg  XK  k#

Sn

.
(i  1

N1895  6  1896°97  1897  98  1898  99
½  .EP.  W  5595  631  568
5  5  20  676  14511  15  886

Na  einer  Brinschen  Parlamentsvorlage.)

v.  t  T  Lininbr  von  Schweinen  nach  Lagos.

Laut  einer  Verordnung  des  stellvertretenden
#erneurs  von  Lagos  vom  8.  November  1900  ist
verdoten,  an  einem  Platze  auf  der  Insel  Lagos,
mu  Ausnahme  von  Alakaro,  Schweine  zu  landen
der  zum  Verkauf  auszustellen.  Die  Verordnung  ist
ant  Dezember  in  Kraft  getreten.

The  Board  os  Trade  Journal.

Die  Lisalagave  auf  den  Bahamas.

Der  Nr.  14  der  Colonial  Reports  vom  November
  1900  entnehmen  wir  über  die  Kultivirung
der  Sisalagave  Folgendes:

Fortpflanzung.  Die  Fortpflanzung  der  Sisalagaven
  geschieht  entweder  durch  Wurzelschößlinge,
die  schon  bei  zweijährigen  Pflanzen  zum  Vorschein
kommen,  oder  durch  die  Blüthen;  diese  werden,  sobald
  die  Pflanze  den  Höhepunkt  ihres  Wachsthums
erreicht  hat,  d.  i.  in  einem  Alter  von  6  bis  ?7  Jahren,
von  dem  in  der  Mitte  der  Pflanze  zu  einer  Höhe
von  15  bis  24  Fuß  emporwachsenden  Schaft  erzeugt.
  Die  Blüthen  kommen  aus  kleinen,  seitlich  am
Schaft  herauswachsenden  Zweigen  hervor  und  entwickeln
  sich  zu  jungen  Pflanzen,  1000  bis  3000  an
der  Zahl,  von  je  2  bis  4  BZoll  Länge.  1

Wenn  es  sich  nur  darum  handelt,  auf  einer  bereits
  bestehenden  Plantage  die  absterbenden  Pflanzen
zu  ersetzen,  so  sind  die  von  jüngeren  Agaven  genommenen
  Wurzelschößlmge  mehr  als  hinreichend;
da  sie  schon  Wurzeln  haben,  so  können  sie  auf  dem
Feld  ohne  Weiteres  ausgepflanzt  werden.  Eine
größere  Anzahl  von  Pflanzen  aber,  zur  Neuanlage
von  Plantagen  im  großen  Stil,  kann  man  in  kurzer
Zeit  nur  erhalten,  wenn  man  eine  entsprechende
Anzahl  von  Agaven  zur  Schaftbildung  und  zum
Reifen  kommen  läßt,  und  zwar  ohne  die  Blatter  abzuschneiden.
  6  6

Die  Bildung  des  Schaftes  mit  seinen  Tausenden
von  jungen  Sprößlingen  ist  das  letzte  Lebenestadium
der  Pflanze,  welche  dann  verwelkt  und  absinbt.
Die  Pflanzer  haben  allgemein  die  Erfahrung  gemacht,
  daß  das  regelmäßige  Abschneiden  der  Blälter,
dem  die  Agave  zum  Zweck  der  Ausbeutung  unterworfen
  ist,  die  Schaftbildung  verzögert  und  so  das
Leben  der  Pflanze  um  einige  Jahre  verlängert.
Die  abgepflückten  Schaftsprößlinge  müssen  in  Pflanzbeete
  gesetzt  werden,  wo  sie  nach  6  Monoten  starke

 

Wurzeln  schlagen  und  eine  Höhe  von  8  bis  12  Zoll
über  der  Erde  erreichen.  Dann  können  sie  aufs
Feld  verpflanzt  werden.

Die  Sisalagave  bringt  in  einem  Alter  von  zwei
Jahren  —  manchmal  sogar  früher  —  an  der
Wurzel  die  ersten  Schößluge  hervor.  Von  da  ab
bis  zum  3.  oder  4.  Jahr  kommen  solche  Wurzelschößlinge

  in  großer  Zahl  hervor;  manche  Pflonzen

treiben  20  bis  30  Schößlinge  in  diesem  Alter;  sodann
  nimmt  die  Zahl  der  Schößlinge  wieder  ab,
und  schließlich  bleiben  sie  aus.

Zur  raschen  Erzeelung  eines  großen  Nachwuchses
lenkt  ein  Sachverständiger  die  Aufmerksamkeit  auf
eine  Methode  des  Abneymens  und  Verpflanzens  der
Wurzelschößlinge,  die  mit  sehr  befriedigenden  Ergebmissen
  angewendet  worden  ist;  beim  Abnehmen  des
Wurzelschoßlings  soll  man  nämlich,  anstatt  denselben
emfach  abzubrechen  oder  abzuschneiden,  den  weißen
Schößling  bis  zu  der  Stelle,  an  welcher  er  festgewachsen
  ist,  vollständig  freilegen  und  ihn  dann
moglichst  nahe  beim  Stamm  der  Mutterpflanze  abschneiden.
  Man  wird  sodann  gewahr,  daß  der
Schößling  gegliedert  ist  wie  ein  Zuckerrohr,  und  daß
er  nach  der  Abnahme  in  mehrere  Stücke  von  je
zwei  oder  drei  Gliedern  zersch##tten  werden  kann.
Diese  Stücke  werden  in  Beete  verpflanzt,  und  in
lurzer  Zeit  wird  jedes  Stück  ebenso  viele  Schößlinge
erzeugen,  wie  es  Glieder  besitzt.  Dieses  Verfahren
hat  den  doppelten  Vortheil,  den  Vorrath  an  neuen
Pflanzen  rasch  zu  vermehren  und  die  Mutterpflanze
von  den  Trieben  zu  befreien.

Von  einer  Seite  wird  das  Beschneiden  der
Wurzeln  der  jungen  Pflanzen  vor  dem  Verpflanzen
auf  das  Feld  als  vortheilhaft  bezeichnet;  Sachverständige
  sind  jedoch  der  Ansicht,  daß  dieses  Verfahren
im  Verlauf  des  Wachsthums  der  Pflanze  eine  Verringerung
  der  Ausbeute  an  Wurzelschößlingen  zur
Folge  hat;  wo  also  auf  Erlangung  von  Pflanzennachwuchs
  Werth  gelegt  wird,  ist  das  Beschneiden
der  Wurzeln  nicht  empjehlenswerth.

Kultur  und  Schneiden  der  Blätter.  Bei
Auswahl  des  Plantagenlandes  ist  guter  Boden  oder
Boden,  der  gedüngt  worden  ist,  wie  verlassene  Zuckerrohrfelder,
  zu  vermeiden;  denn  auf  solchem  Boden
wächst  die  Sisalagave  zu  üppig  und  erzeugt  im  Blatt
im  Verhöltniß  zu  den  Fasern  zu  viel  Fleisch.  Der
günstigste  Boden  auf  den  Bahamas  ist  das  sogenannte
„coppice  land“  (Buschland),  welches  hauptsächlich
auf  weichem  Kalkstein  gelagerte  Pflanzenerde  enthält,
woraus  die  Sisalagave  genügend  Nährstoff  zieht.
Hügelige  Lagen  sollen  dem  Wachsthum  zutröglich
sem,  auch  sollen  Sisalagaven,  die  am  Abhang  emes
Hügels,  der  Hauptwindrichtung  zugekehrt,  wachsen,
viel  schneller  gedeihen  als  solche  auf  ebenem  Boden.
Ob  die  Erdoberfläche  felsig  ist,  soll  bedeutungslos
sein,  wenn  nur  die  Felsen  lose  und  zerbrochen  sind
und  wenn  viele  kleine  Zwischenräume  mit  Erde  vorhanden
  sind,  in  denen  sich  die  Wurzeln  verzweigen
können.
        <pb n="299" />
        —  247  —

Die  Sisalagaven  werden  in  Reihen,  meist  an
solchen  Plätzen  ausgepflanzt,  an  welchen  die  Erdoberflüche
  eine  gewisse  Gleichförmigkeit  besitzt.
Zwischen  den  einzelnen  Reihen  muß  ein  Zwischenraum
  gelassen  werden,  ebenso  innerhalb  der  Reihen
zwischen  den  einzelnen  Pflanzen.  Wie  groß  diese
Zwischenräume  sein  sollen,  dafür  giebt  es  auf  den
Pflanzungen  der  Bahamas  keine  allgemeine  Regel.
Einige  Pflanzer  lassen  zwischen  den  Reihen  einen
Zwischenraum  von  8  bis  9  Fuß  stehen  und  pflanzen
inerhalb  der  Reihen  die  Agaven  in  einem  Abstand
von  7  bis  8  Fuß,  während  Andere  wieder  einen
Zwischenraum  von  nur  3  bis  5  Fuß  zwischen  den
Reihen  und  einen  Abstand  von  nur  4  Fuß  von
Pflanze  zu  Pflanze  wählen.  Jedenfalls  sind  die
größeren  Zwischenräume  und  Abstände  vorzuziehen,
wenn  das  Gebiet  nicht  beschränkt  ist,  denn  sie  gewähren
  mehr  Raum  zum  Nachpflanzen  von  jungen
Pflanzen.  In  passenden  Entfernungen  müssen  auch
Uwischenräume  gelassen  werden,  welche  das  Durchfahren
  mit  Wagen  oder  die  Anlage  einer  Feldbahn
gestatten.

Nach  vierjährigem  Wachsthum  oder,  unter  sehr
günstigen  Bedingungen,  nach  3½  Jahren  beginnen
die  Blätter  sich  aus  ihrer  aufrechten,  geschlossenen
Stellung  rund  um  den  Stamm  in  eine  wagerechte
Lage  zu  neigen  und  sind  dann  reif  zum  Schneiden.
Die  dem  Boden  zunächst  befindlichen  Blätter  sollen
zuerst  geschnitten  werden  und  zwar  so  nahe  wie
möglich  beim  Stamm;  wenn  Letzteres  nicht  geschieht,
so  geht  ein  beträchtlicher  Theil  der  besten  Fasern
verloren,  und  die  weitere  Ausbeute  ist  ebenfalls  behindert.
  Das  Werkzeug,  das  man  zum  Schneiden
der  Blätter  benutzt,  kann  ein  einfaches  Messer  sein;
man  bedient  sich  dazu  auch  eines  besonderen  Messers
mit  einer  Klinge,  die  fast  im  rechten  Winkel  zum
Griff  gebogen  ist.

Das  Gewicht  der  Blätter  schwankt  zwischen  1
und  2½  Pfund.  Sie  werden  in  Bündeln  zu  50  Stück
gesammelt  und  in  das  Arbeitshaus  gebracht.  Wenn
mehr  Blätter  geschnitten  worden  sind,  als  die  Maschine
  gleich  bearbeiten  kann,  so  sollen  sie  in  offenen
Schuppen  gelagert  werden  und  können  4  bis  5  Tage
lang  aufbewahrt  werden;  in  trockenem  Klima  sind
Schutzdächer  nicht  unbedingt  nöthig.  Da  aber  die
Arbeit  immer  fortläuft,  so  erzielt  man  keinen  greifbaren
  Vortheil,  wenn  man  mehr  Blätter  schneidet,
als  an  einem  Tage  durch  die  Maschine  gehen
können.

Fasergewinnung.  Im  Arbeitshaus  befindet
sich  die  Entfaserungsmaschine,  die  durch  einen  Oeloder
  Gasmotor  getrieben  wird,  und  die  Packpresse.

Die  Maschine  ist  an  einem  Ende  des  Arbeitshauses
  mit  freier  Verbindung  nach  außen  aufsgestellt,
wo  sich  ein  erhöhter  Standpunkt  befindet,  von  dem
aus  die  Maschine  durch  einen  Arbeiter  bedient  wird.
Ein  dünner  Wasserstrom  wird  ununterbrochen  durch
die  Maschine  geführt,  um  die  Fasern  beim  Entfaserungsprozeß
  rein  zu  waschen.

 

Am  anderen  Ende  der  Maschine,  innerhalb  des
Arbeitshauses,  sitzt  ein  Arbeiter,  der  die  Fasern,
welche  rein  und  weiß  herauskommen,  in  Empfang
nimmt.  Durch  andere  Arbeiter  werden  die  Fasern
ins  Freie  getragen  und  zum  Trocknen  an  der  Sonne
auf  Gestellen  ausgehängt.  Die  Fasern  werden,  wenn
sie  vollständig  getrocknet  sind,  ins  Arbeitshaus  zurückgebracht
  und  mit  Hilfe  einer  Presse,  die  ganz  ähnlich
beschaffen  ist  wie  eine  Wollpresse,  zu  Ballen  gepackt.
Hierbei  ist  darauf  zu  achten,  daß  die  Enden  der
Fasern  nach  einwärts  geschlagen  werden,  so  daß  der
Ballen,  wenn  er  aus  der  Presse  herausgenommen
wird,  eine  glatte  Außenfläche  besitzt.  Die  Ballen
sind  nicht  von  gleichem  Gewicht;  es  schwankt  zwischen
350  und  500  Pfund.  Die  Maximalleistung  der
besten  Maschinen  ist  etwa  1  Tonne  Fasern  pro  Tag.

An  empfehlenswerthen  Maschinen  werden  angeführt:
  .

Prieto.  Eine  in  Barcelona  hergestellte  Maschine,
welche  in  Yucatan  im  Gebrauch  ist.

Todd.  Ein  amerikanisches  Patent.  Mehrere
solcher  Maschinen  sind  auf  den  Bahamas  in  Gebrauch.
Sie  können  als  vollständig  genügend  angesehen
werden,  sind  aber  nicht  so  gut  wie  die  patentirte
Maschine  Villamor,  deren  eine  auf  New  Providence
in  Gebrauch  steht.

Villamor,  eine  leistungsfähigere  und  haltbarere
Maschine  als  Todd;  sie  ist  ein  amerikanisches  Fabrikat,
  wird  aber  augenblicklich  nicht  mehr  hergestellt;
sie  war  bisher  in  Yucatan  viel  verwendet.

Torvella,  eine  Maschine,  die  von  derselben
amerikansschen  Firma  hergestellt  wird,  wie  die
Villamor-Maschine.  Torvella  ersetzt  jetzt  die  Villamor-Maschine
  in  Bucatan  und  ist  dort  sehr  geschäht.
  .

Stephensor  Theband,  eine  große,  theure  amerikanische
  Maschine.

Rautschukkultur  in  Annam.

Während  der  Kautschuk  in  Cochinchina  unbekannt
ist,  hat  man  in  Annam  vor  drei  bis  vier  Jahren  in
den  entlegenen  Gegenden  dieser  französischen  Kolonie
Kautschuklianen  entdeckt,  welche  von  den  Eingeborenen
in  großen  Mengen  gesammelt  wurden,  ohne  daß  man
eine  Ahnung  von  ihrem  Handelswerth  hatte.  Auf
die  Anregung  des  Residenten  der  Provinz  Vinh
haben  einige  französische  Kaufleute  sich  mit  den  Eingeborenen
  in  Handelsbeziehungen  gesetzt,  den  Kautschuk
  zum  Preise  von  100  Frcs.  für  den  Pikul  aufgekauft
  und  ihn  um  das  Dreifache  in  Marseille
wieder  losgeschlagen.  Wie  das  Deutsche  Kolonial-=haus
  Bruno  Antelmann,  Berlin  C.  19,  mittheilt,  ist
hierin  aber  durch  den  Tod  des  Herrn  Hennequin,
der  Seele  dieses  Unternehmens,  und  die  Abreise
seiner  Gesellschafter  zur  Zeit  eine  Unterbrechung  eingetreten.
  Schon  die  Mission  Raoul,  welche  im

Jahre  1897  vom  französischen  Kolonialministerium
nnach  Java  entsandt  wurde,  hatte  die  Aufgabe,  dort
        <pb n="300" />
        Kautschuklianen  aufzusuchen  und  in  Tonking  einzuführen,
  was  angesichts  der  günstigen  klimatischen
Verhältnisse  für  die  Kolonie  vermuthlich  sehr  vortheilhaft
  gewesen  wäre.  Herr  Raoul  wurde  indeß
vom  Tode  ereilt,  ehe  er  mehr  als  die  erste  Hälfte
seiner  Aufgabe  gelöst  hatte.

Perschiedene  Mittheilungen.

Zur  Erforschung  der  Dautkrankbeitken  in  den  deutschen
Schutzgebieten  der  Südsee

ist  der  Stabsarzt  der  Kaiser  Wilhelm-Akademie,
Dr.  Krulle,  mit  der  Leitung  einer  Expedition  beauftragt
  worden,  welche  die  Dauer  von  zwei  Jahren
nicht  übersteigen  soll.  Stabsarzt  Dr.  Krulle,  der  zu
diesem  Zweck  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirt  ist,
hat  die  Ausreise  über  Nordamerika  Anfang  März
d.  Is.  angetreten.

Die  Mittel  zur  Bestreitung  der  Kosten  dieser
Expedition  sind  einer  Stiftung  von  50  000  Mark
entnommen,  welche  der  Vorstand  der  Continentalen
Hochofengasgesellschaft  in  Dortmund,  Friedrich  Ernst
Otto,  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
Amts  in  hochherziger  Weise  bereits  vor  Jahresfrist
zugewendet  hat.

Profefsor  Schnander.

Dem  Astronomen  Herrn  Schnauder  am  Geodätischen
  Institut  in  Potsdam  ist  der  Professortitel
verliehen  worden.  Professor  Schnauder  hat  bekanntlich
auch  der  Kolonialverwaltung  dadurch  besondere  Dienste
erwiesen,  daß  er  eine  größere  Anzahl  von  Beamten
und  Offizieren  des  Kolonialdienstes  in  der  Vornahme
astronomischer  Ortsbestimmungen  mit  Erfolg  unterrichtet
  hat.

Andau  von  Erdnüssen  und  Sesam.

Der  Verein  deutscher  Großhändler  von  Düngeund
  Kraftfuttermitteln  zu  Berlin  äußert  sich  über
den  Anbau  von  Erdnüssen  und  Sesam  in  folgender
Weise:

Seitdem  in  den  letzten  Jahrzehnten  die  Einfuhr
von  Erdnüssen  nach  Europa  große  Zahlen  erreichte,
sind  die  Preßrückstände,  die  Erdnußkuchen,  ein  bedeutender
  Handelsartikel  geworden,  nicht  nur  der
Menge  nach,  fondern  auch  deshalb,  weil  diese  Erdnußkuchen
  mit  besonders  gutem  Erfolg  von  der  Landwirthschaft
  zur  Viehfütterung  verwendet  wurden.

In  diesem  befriedigenden  Zustande  trat  eine  erhebliche
  Störung  ein,  seitdem  Ostindien,  das  allmählich
für  den  Erport  von  Erdnüssen  in  den  Vordergrund
getreten  war,  plötzlich  in  erheblichem  Umfange  versagte,

  so  daß  die  Importplätze  Marseille,  London

und  Hamburg  nicht  mehr  annähernd  so  viel  Waare
beschaffen  konnten,  um  der  Nachfrage  zu  genügen.
Hierdurch  veranlaßt,  kletterten  die  Preise  allmählich
auf  eine  Höhe  hinauf,  welche  die  Konsumenten  ver-248



 

anlaßte,  von  der  Verwendung  dieses  trefflichen  Futtermittels
  mehr  oder  weniger  Abstand  zu  nehmen.

Seitdem  nun  Ostindien  seine  dominirende  Stellung
im  Erdnußexport  verloren  hat,  ist  Afrika  an  dessen
Stelle  getreten,  welches  übrigens  schon  früher  nicht
nur  viel,  sondern  auch  namentlich  ein  ganz  vortreffliches
  —  ölreiches  und  feinschaliges  —  Material
von  Erdnüssen  exportirt  hat.  Während  aber  z.  B.
Senegambien  etwa  80  Millionen  Kilogramm,  Sierra
Leone  etwa  30  Millionen  Kilogramm,  Guinea  etwa
12  Millionen  Kilogramm  ausführen,  ist  die  Ausfuhr
aus  den  deutschen  Besitzungen  Westafrikas  bislang
ohne  größere  Bedeutung  geblieben  und  auch  Deutsch-Ostafrika
  exportirt  an  Erdnüssen  nur  das  bescheidene
und  überdies  noch  stark  schwankende  Quantum  von,
in  guten  Jahren  vielleicht,  2  bis  2½"½  Millionen
Kilogramm.

Da  nun  sowohl  in  den  deutschen  Besitzungen
  Westafrikas  wie  in  Deutsch-Ostafrika
  die  Kulturbedingungen  für  die  Erdnuß
ganz  vortreffliche  sind  und  es  dort  an  nutzbringenden
  Kulturzweigen  vielfach  noch  mangelt,  so
wäre  es  für  die  in  Frage  kommenden  Stellen  eine
unter  den  heutigen  Verhältnissen  gewiß  nicht  undankbare
  Aufgabe,  dieser  Kultur  ernstliche  Aufmerksamkeit
zuzuwenden,  um  so  mehr  als  dieselbe  eine  ebenso
einfache,  wenig  Kapital  erfordernde,  wie  ergiebige  ist
und  überdies,  als  einjährig,  bei  etwa  wieder  eintretenden
  unrentablen  Preisen  jederzeit  verlassen
werden  kann.

Auch  die  Sesamkultur  ist  für  unsere  afrikanischen
  Kolonien  augenscheinlich  rentabel,
zumal  bereits  jetzt  sehr  erhebliche  Mengen  Sesam
aus  Deutsch-Ostafrika  ausgeführt  werden  (1897:
3  429  570  engl.  Pfund).  Der  größte  Theil  dieser
Produktion  kommt  bisher  aus  dem  Bezirk  Kilwa.
wie  überhaupt  der  südliche  Theil  dieser  unserer
Kolonie  viel  mehr  Sesam  produzirt  als  der  nördliche.

Auch  noch  südlich  weiter  bis  Mozambique,  auf
Sansibar  2c.  wird  viel  Sesam  gebaut.  In  Westafrika
  sind  es  bisher  namentlich  die  Gebiete  von
Senegambien  und  Lagos,  welche  eine  —  in  manchen
Jahren  sehr  bedeutende  —  Ausfuhr  in  Sesam  haben.
Gebiete,  welche  unserem  westafrikanischen  Kolonialbesitze
  in  Bezug  auf  ihre  Vegetation  durchaus  ähnlich
  sind.

Bedenkt  man  nun,  daß  Deutschland  1897  für
etwa  5/  Millionen  Mark  Sesam  zum  Verbrauch
im  Inlande  eingeführt  hat  gegen  4  Millionen  in
1890,  und  daß  hiervon  noch  nicht  für  50  000  Mark
aus  deutsch-afrikanischen  Besitzungen  kamen,  so  geht
daraus  klar  hervor,  welche  Bedeutung  auch  diese

Kultur  in  unseren  Kolonien  erlangen  könnte.

Rubary-Denkmal.

Der  Anzeigentheil  dieser  Nummer  enthält  einen
Aufruf  zu  Beiträgen  für  ein  in  Ponape  zu  errichtendes
  Grabdenkmal  des  vor  einigen  Jahren  dort  verstorbenen
  verdienstvollen  Südseeforschers  J.  S.  Kubar#“
        <pb n="301" />
        Tikteratur.

Verzeichnisse  der  Kaiserlich  Deutschen  Konsulate
im  Auslande  und  der  fremden  Konsuln  im
Deutschen  Reich.

Im  Auswärtigen  Amt  ist  ein  neues  Verzeichniß

der  Kaiserlich  Deutschen  Konsulate  (Februar  1901)

bearbeitet  worden,  aus  welchem  sich  die  zahlreichen

Neubesetzungen  der  Konsulatstellen,  wie  sie  die  immer

ausgedehntere  Vertretung  unserer  Interessen  im  Auslande

  bewirkte,  ergeben.  Dasselbe  ist  von  der  Königlichen
  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
in  Berlin  für  Mk.  1.25  zu  beziehen.  Gleichzeitig
erschien  ebenda  und  in  derselben  Weise  redigirt  ein
Verzeichniß  der  Konsuln  des  Auslandes  im  Deutschen
Reich  (Preis  80  Pf.).

A.  Seidel:  Zeitschrift  für  afrikanische  und  oceanische
Sprachen.  Dietrich  Reimer,  Berlin.

Das  soeben  erschienene  3.  Heft  des  V.  Jahrganges
  enthält  den  Schluß  des  malalisch-deutschholländischen
  Wörterverzeichnisses  für  Aerzte  von
F.  Grabowsky,  Bemerkungen  zur  Grammatik  der
Tamisprache  und  ein  Vokabular  der  Tamisprache  von
Missionar  Bamler  sowie  Aufsätze  von  Dr.  H.  Bohatta
über  die  Tonmalerei  in  der  javanischen  Sprache,  von
Dr.  A.  Wirth  über  die  Entwickelung  der  Bantu  und
von  Dr.  F.  Reinecke:  „Betrachtungen  über  die  samoanische
  Schöpfungsgeschichte  und  den  Namen  Samoa.“

Professor  Dr.  Karl  Kaerger:  Landwirthschaft  und
Kolonisation  im  Spanischen  Amerika.  I.  Band:
Die  La  Plata-Staaten.  II.  Band:  Die  südamerikanischen
  Weststaaten  und  Mexiko.  Duncker  &amp;amp;
Humblot,  Leipzig.  Mk.  42,80.

249

 

–

Die  vorliegenden  beiden  Bände  enthalten  eine

Zusammenstellung  der  von  Prof.  Dr.  Kaerger  als
landwuthschaftlichem  Sachverständigen  bei  den  deutschen
Gesandtschaften  in  Buenos  Aires  und  Mexiko  in  den
Jahren  1895  bis  1900  an  das  Auswärtige  Amt
erstatteten  Berichte.  Die  Reichhaltigkeit  des  Inhalts
ergiebt  sich  aus  nachstehender  Uebersicht:  Der  Ackerbau

(natürliche  Bedingungen,  Kolonisation,  Einfluß  der

Valutaschwankungen  auf  Löhne  und  Preise,  Technik

und  Kosten,  Getreidehandel  und  Rentabilität  des
Getreidebaues)  in  den  argentinischen  Provinzen  Santa
3&amp;amp;  und  Cordoba,  die  Landwirthschaft  der  Republik
Uruguay,  Landwirthschaft  und  Kolonisation  in  Paraguay,
  die  argentinische  Zuckerproduktion,  der  vermuth-—

  —
—

—  —  —  ——

Angestellten  mit  dem  Werke  auszurüsten,  —
der  beste  Beweis  für  dessen  praktische  Brauchbarleit.

DPerkehrs-NMachrichten.

liche  Umfang  der  argentinischen  Weizenzone,  der

Ackerbau  in  den  Provinzen  Entre  Rios  und  Buenos

Aires,  die  argentinische  Viehzucht  (Umfang,  natürliche

Bedingungen,  Darstellung  der  verschiedenen  Viehzuchtarten,

  Kosten  und  Erträge,  Verwerthung  der  Produkte),

  die  Viehzucht  des  Territoriums  Pampa  Central,
des  südlichsten  Patagoniens  und  des  nördlichen  Feuerlandes,
  die  Weinkultur  in  Argentinien,  die  Verwerthung
des  Quebrachoholzes,  die  Einführung  des  Maté  nach

Deutschland,  Ergebnisse  des  Census,  Salpeterindustrie,

Ackerbau,  Viehzucht,  Weinbau,  natürliche  und  wirthschaftliche

  Bedingungen  der  Landwirthschaft  sowie

Verwerthung  der  landwirthschaftlichen  Erzeugnisse  in

Chile,  natürliche  Verhältnisse,  Verkehr,  Handel  und

Landwirthschaft  in  Bolivien,  die  Landwirthschaft  in

Peru,  der  Plantagenbau  in  Ecuador,  tropische  Kulturen,

  Zuckererzeugung,  Getreidebau  und  Viehzucht

in  Mexiko.

Liliput-Ausgaben  des  Bürgerlichen  Gesetzbuches
(Band  1),  des  Handelsgesetzbuches,  der
Civilprozeßordnung  und  Konkursordnung
(Band  2).  O.  Liebmann,  Berlin.  Jedes  Bändchen
  Mk.  1.—.

Der  ganze  Text  des  Bürgerlichen  Gesetzbuches
und  der  drei  wichtigsten  Reichsjustizgesetze  findet  sich
hier  in  Bändchen  von  Westentaschenformat  zusammengefaßt,
  so  daß  ein  Mitführen  dieser  Gesetzeswerke  auf
die  bequemste  Weise  ermöglicht  wird.

Manuel  du  voyageur  et  du  résident  au
Congo.  3  Bände:  I.  Renseignements  pratiques.
  II.  Hygièene,  médecine  et  chirurgie.
III.  Droit,  constructions,  itinéraires,  photographie,
  collections.  2  Supplemente:  I.  Lort
militaire.  II.  Carte  de  T’état  indépendant
du  Congo  (in  vier  Blättern).  Sociéêté  d’études
coloniales,  Brüssel.  Preis  12  Frcs.  mit  Supplement
  II,  14  Frcs.  mit  Suppl.  1.

Dieses  unter  Leitung  des  Generals  Donny  und
der  Mitarbeiterschaft  einer  Reihe  von  namhaften
Kennern  des  Kongostaates  herausgegebene  Werk  versolgt
  den  Zweck,  denjenigen,  die  sich  nach  Centralafrika
  begeben.  die  Erfahrungen  ihrer  Vorläufer  zu
Nutze  zu  machen.  Es  legt  die  Lebensbedingungen,
Arbeiten  und  Schwierigkeiten  dar,  die  sie  erwarten,
und  giebt  ihnen  in  verschiedenster  Beziehung  nützliche
Winke.  Der  Kongostaat  pflegt  seine  sämmtlichen
wohl

 

—

Vom  1.  April  ab  sind  im  Verkehr  mit  den  an  der  Küste  gelegenen  Postanstalten  Deutsch-"stafrikas
  unter  den  Bedingungen  des  Werthbrief-Uebereinkommens  des  Weltpostvereins  Briefe  und
Kästchen  mit  Werthangabe  bis  zum  Betrage  von  8000  Mark  zugelassen.  Mit  Nachnahme  können  solche
Sendungen  unter  denselben  Bedingungen  wie  eingeschriebene  Briefe  belastet  werden.
        <pb n="302" />
        N

.
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I
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5  *
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**  .
I

S#

—

r  25  5.  Februar  d.  Is.  auf  der  Fahrt  von
von  Yap  strandete,
JFeine  Sydney  eingestellt  worden.
X##Hongkong  nach  Sydney  erst  am  12.  März
:  am  1.  April  von  Sydney  nach  Hongkong  zurückist

  der  Dampfer
Dieser

A..  wen,  damit  er  die  nächste  fahrplanmäßige  Fahrt,  aus
:  §i*  der  Jaluit-Gesellschaft  haben  keine  Aenderung  erfahren.

222  Deutsch-Südwestafrika)  nimmt  seit  dem  1.  Januar  d.  Is.  am

E**

..s  F  t  sach  den  bentschen  Schuszgebieten.
DTDeie  Abfahrt  erfolgt

vomn  Ein- 



russchiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

Tanga  17—20  Tage
Darses-Sal.  18—21  Tg.
Tanga  18  Tage
Dar-es-Salm  19  Tage
Sansibar  20  Tage

Sansibar  18  Tage

am  9.,  12.,  19..  23.,
26.  April
102  abds.

am  8.  jedes  Monats
10½  abds.

 

 

2Lome  20  Tage

Lome  38  Tage
Klein-Popo  35  Tage
Klein-Popo  33  Tage

Cotonou  23

von  da  ab  Landverbindung

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landverdindung

am  1.  und  9.  jedes
Monats  7½  abds.

am  16.  April
15  ms.

am  3.  jedes  Monatts
10½  abds.

am  13.  jedes  Monats
10½  abds.  «

 

 

 

 

 

 

Luderitzbucht  20  Tage
Swakopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage

Aderitzbucht  40  Tage!

Kamerun  24  Tage

Kamerun  32  Tage
Kamerun  23  Tage

am  5.  April,  3.  Mai
15  nms.

am  5.,  20.  April,  22.  Mai
7#  abds.

am  9.  jedes  Monats
720  abds.

am  24.  jed.  Mts.  720  abd.

am  8.  April,  6.  Mai
165  ums.

 

erbertshöhe  42  Tage
tephansort  46  Tage

Friedr.  Wilhelmshasen  46  Tg.

·  an  folgenden  Tagen
–..  ß
Neapel  am  12.,  26.  April
heutsche  Schisse))  90  vms.
Brindisi  am  14.,  28.  April
(englische  Schiffe)  100  abds.
.  DLet.-  Wfiss.  Brindist  am  21.  April
(englische  Schiffe),  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.
(franzo  sche  Schiffe)  40  nms.
Hamburg  anm  10.  jedes  Mus.
(deutsche  Schiffe))  1.  jedes  Mtis.  nachts
2.  Cogo.  Li  !  .
Liverpool  oder  iverpoo  am  18.  April
ge  aei#er#  ordeaux  (englische  Schiffe)  6
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  5.  jedes  Monats
enders.)  44nen  Hsche  Schisse)  120  mittags
Absender  rde  am  15.  jedes  Monats
ê  chiffe)  110  oms.
Deutsch-Sübwestafrika.|]  Southampton  am  6.  April,  4.  Maie
———33  2i  433.
Gaene  und  —  mann-Dampfer)
mochkert  we  eal¼le  1Tag  Hambur  am  5.,  20.  April,  22.  Mai
auf  dem  Landwege)  (deutsche  iffe)  nachts
·  Lamburg  I  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts
4.  Ramerun.  desgl.  am  25.  jedes  Monats
Liverpool  am  10.  April,  8.  Mai
Sur  Schiffe)
Brindisi  am  14.  April
(englische  Schiffe)
5.  Deutsch-Neu--Guinea.  Neapel  am  19.  April  90  abds.

(deutsche  Schiffe)

 

 

—  —  —

6.  Rarolinen.

7.  Nlriauen.

4  —.

8.  Marstan=  ien,

 

9.  Riautschon.

10.  Lamoa.

 

Neapel
(deutsche  Schiße)

am  17.  April  90  abds.

 

Friedr.  Wilhelmshafen  44  Tg.

Stephaneort  44  Tage
Berlinhafen  47  Tage

Oerbertshöhe  48  Tage

Ponape  50  Tage

 

Vap  39  Tage

am  12.  April  102  abds.

am  15.  April  102  abds.

am  /115.  April  r!iens

Briessendungen  werden  auf  Vokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich

 

Neapel

(deutsche  Schiffe)

Neapel
(deutsche  Schiffe)

Brindisi

(englische  bezw.
französische,  Schiffe)

Queenstown-(über
  New.  Dork—
San  Franrieco)

am  17.  April  90  abds.

am  3.,  11  17.  .  April
90  abends

jeden  Sonntag
100  abends

am  7.,  28.  April

nach

 

Saipan.

Jaluit  57  Tage

Tsingtau  34  Tage
Tsingtau  37  Tage

Apia  26  Tage

 

 

am  15.  April  10  38  abds.

am  1.,  15.  April

102  abends
jeden  Freitag
10#  abends.

am  5.,  26.  April
185  ums.
        <pb n="303" />
        251

 

Eintreffen  der  Post  ans  den  dentschen  Scantaebieten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von  Landungs-  l  Die  Poß  ist  fänig  Von  Landungs--  Die  Post  ist  fällig
hafen  in  Berlin  "/  hafen  in  Berlin
1  —  Plomouth.  .  am  27.  sed.  Monats
Neapel  ..  .  am  4,*  17.  April  Togo  ....  .  .  .  ..  ·
Deutsch  -Ofafrika  Berindisi.  am  14.  April,  12.  MaiZ  —  Narseile  6  —
————  —  Neapel  ...  am  17./  April
Deutsch-Lüdwestafrika  |  Marsdall-Inseln...  Brindisi.  r#  17.=  April  I
a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  G.  April,  4.  Mai  Neapell..  3.,  17.-April,  1.  Mai
d)  füdl.  Theil  d.  Schuzgeb.  Southampton  am  13.,  27.  April  U  Riautschon  ......  Brindisi.  am  14.,  28.  April
.  *⅝  4Pm„  Marseille  *2½  am  10.,  24.  April
namern  P#lpmouth.  am  21  ried.  Monats,  narolinn  ...Neapel  ...  am  17.,  Mril
Liverpool  .  am  20.  April,  18.  Mai  Lamoaaa  Queenstown  am  2.,  23.  April
*  Fauigkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann  ·  Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrika.
Reise  Letzte  Nachrichten
o  er
Posdanpf  von  I  nach  bis  28.  März  1901
„Adolph  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  21.  März  ab  Lagos.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  I  Loango  am  6.  März  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  18.  März  in  Las  Palmas.
„Anna  Woermann“  Hamburg  |  Swakopmund  am  28.  Februar  in  Swakopmund.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  23.  März  Dover  passirt.
„Eduard  Bohlen“  Massabe  #  Hamburg  am  21.  März  in  Lagos.
„Ella  Woermann“  Hamburg  «  Sulymah  am  19.  März  in  Las  Palmas.
„Ernst  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  20.  März  in  Madeira.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  s  Swakopmund  am  25.  März  Ouessant  passirt.
„Hans  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  12.  März  in  Swakopmund.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Manoh  am  24.  März  Dover  passirt.
„Helene  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  28.  März  Cuxhaven  passirt.
„Jeannette#  Woermann“.  Hamburg  D  Benguella  am  12.  März  in  Teneriffe.
„Kurt  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  17.  März  in  Wccra.
„Lothar  Bohlen“.  Loanda  Hamburg  am  23.  März  in  Hamburg.
„Tulu  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  9.  März  in  Hamburg.
„Marie  Woermann“.  Lüderitzbucht  !  Hamburg  am  18.  März  in  Hamburg.
„Melita  Bohlen“  ..  Hamburg  l  Kotonou  am  19.  März  in  Accra.
„Paul  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  8.  März  in  Accra.
„Nrofessor  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  25.  März  in  Kotonou.
„Thekla  Bohlen“  Lüderitzbucht  #  Hamburg  am  23.  März  in  Las  Palmas.
„Philippeville“.  dem  Kongo  1  Antwerpen  am  22.  März  in  Antwerpen.

 

 

 

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#  Dieser  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Firma  F.  W.  Haase,  Cigorrenfabrik  in  Bremen,  bei,
welchen  wir  der  besonderen  Beachtung  unserer

 

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bôbnttksteantnntetestte  #586#n  DVosbtde  dn/IOnTTICTTTTNNTNS°NCNCTNNN  30  900G090|00011606TTTTT/6/1600  0999  /7/961  7/7/660  960  1  1/:  1/,1:/  #::86  v#  .:1I1IGCIÖIÖINTSÖTSTCGVTVTTN-TNNNTN1N·1NNNNN½„II[N  LIIIIIIIEILEILLIILIILEIIIIEIIIII
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hach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
gkeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse---Samen
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und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
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Welt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-Störungen
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  Haltbarkeit  —  auch  im  tropischen
  Klima  —  kann  die  Trinkkur
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#  6  64#
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Die  bisherigen  Fleischextrakte  voll  ersetzend,  in  Geschmack  und
Ergiebigikeit  übertreffend,  kostet  es  doch.

„nur  annähernd  die  Hälfte“.

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Der  mit  über  4000  Abbild.  ausgestattete  Hauptkatalog  wird  unberechnet  u.  portofrei  versandt.
Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

Heys  Stoffwäsche
Damen-  und  Kinderwische
Korsetten
Kerren-Wäsche
Tisch-  und  Beitwiäsche
Taschenthcher
Leinene  und  baumwoll.  Stoffe
Veider-  und  Besatz-Stofte
Grdinen  und  Möbel-Stoffe
Teppiche
Damen-Kondfektion

Nichtgefallende  Waaren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.

 

Terikotagen
Strumptwaaren
Herren-Garderobe
AÜte  und  Mhtzen  für  Herren
und  Knaben
Kravatten
Kklinder-Garderobe
Schuhwaaren
Regenschirme
Uhren,  Musikwerke
Optische  Waaren

 

Schmuck-  Gegenstände
Echte  Silberwaaren
Altenidewaaren
Vernickelte
und  Messingwaaren
Kinderwagen
Kindermöbel
Holzwaaren
Wirthschafts-  Artike
Lederwaaren
Reise  -  Utensilien

 

Kurz-  und  Stahlwaaren
Jagdsport-Artikel
Teschings  und  Revower
Kunstgusswaaren
Spielwaaren
Clgarren  und  Cigaretten
Tabake  und  Rauchrequlsiten
Tollettesellen  und  Parfüms
Schokolade,  Kakao
Thee,  Biskuits,  LiIköre
Brletpapiere.

(en)
        <pb n="312" />
        Verlag  der  Kgl.  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW12,  Kochstr.  68—71.

Betlezs-Belinnuuge

für  die
Seeoffiziere,  Maschinen=  u.  Torpedo-Ingenienre,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffiziere,  Sanuitätsoffizlere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine.

Genehmigt  durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre
  vom  29.  Oktober  1900.

Preis  50  Pfennig.

 

 

Betleitungs-Besimnunzen

 

für  die
Offiziere  der  Marine=  Infanterie.
Vom  29.  Oktober  1900.

Preis  75  Pfg.

 

 

 

Aktuell!

Der  Kried  in  Sür  An

und

Kins  Lohkron  iür  Isattek-Südwsishriks.

Nach  einem  Vortrag
gehalten  in  der

Abtheilung  Bremen  der
Deutschen  Kolonial-Gesellschuft

von

Dr.  Georg  Hartmann.
Preis  75  Pf.

 

 

 

Verlag  d.  Kgl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochst.  68—71.

Die  Schrift  ist  für  jeden  Deutschen

von  aktuellem  Interesse;

sie  unterzieht  anlässlich  des
südafrikanischen  Krieges
zwischen  den  Engländern  und
den  Buren  unser  Schutzgeblet
in  Deutsch-Südwestafrika  einer
Betrachtung  daranfhin,  welche
Lehren  wir  aus  dem  herrschenden
Kriege  für  unseren  afrikanischen
Besitz  zu  ziehen  haben.

 

Zu  bezleben
durch  alle  Buchbandlungen.

—..  ?

 

 

 

 

 

 

260

Hatthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamburg,
Hatthiaskohde  &amp;amp;  Jörgens,  Bremen.

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Specition  —  Kommission  —  Export-Import.
Scnpectalverkehr  nach  Keu#ctsohou  tund  den  Gbrigen
deutschen  Kolonten.  (e#)

 

Porie  1000  v.  Antwerpes  Seldene  Madsille  und  19  Seld.  Med.  auf  Jagd-  u  Spert-Ansstal.

200%.  R.  Weber,

Isie  und  Srassie  Jeutrehe  Hanhdhiartallen-Fahir
Haynau  i.  Schlesien.  (##sn

Weltberühmte  Fangapparate

R.  Weber

und  Eisen  für  Löwen,  Tiger,  Leoparden  ete.
und  andere  Raubthiere  sowie  für  Vögel  und  Fische.  Wildlocker,
Witterungen,  Glaskugel-  und  Thontauben  -Wurfmaschinen.
s—82  y,o  Lllustrirte  Preislisten  kostenfrei.  ———:#

 

 

Georg  Voss  6  Co.,

oset3168-Schmirgelwerl,  oukanser

1862.  Guido  Zische

6  Deuben,  Bez.  Dresden.
«  Naxos-Schmirgel  ächt  und  rein.

2  Körnungen.
Spectaltede:  Handgeschldmmete  Minuten-Schmirgeloee
Schmirgelletnen,  Schmirgelköper,  Schmeirgelpapter,
Schmirgelband  (Kraczen-Schletpsband),  Schmerge!l-#
Zeicgpe,  Messerschärfer,  Poltrpuluer,  Claspapter,  Fee
steinpapter,  Schmiryelyeiten.
□  9  —  9  3
Schmirgel-Schleifscheiben  für  ll  Znere  in  den

währten  Marken:

Gleichmässig  gesichter

   
 

 

Noronit,  Rubinit,  Apiranthos,  Psychrophor.

Psychrophor-Schleifscheiberch
brannt,  porös  und  sehr  schleif  krästig.

Rubinit-Abiehsteine.  #

Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.

Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  gebe

-  eine  feine  langhaltende  Sehneide.

Jeden  Stein,  der  nicht  entsprechen  sollte,  nehmen  wir  auf  unse
Kosten  zurück.

Polirmittel  aller  Art.

Polirwachs,  Pollrpulver,  Fllschelben,  Korkscheiben,  Walresslede
Pollrscheiben  aus  Hartpapler  mit  Walrossleder-  Uebermg.  (

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1  Carborundum-Waaren  aller  Art.
Preislisten  und  Mustor  kostenfrei.

 

 

 

 

 

 

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H.  Hauptner,  Berlin  NW.  Ulm  a.  Donau.

Gegründet  1364.

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Scheerapparate  für  Thiere.
Kennzeichen-Apparate  für  Thiere.  Einzige
Illustrirte  Kataloge  (Gr)  Opezfallität:
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Labrir  Markre  Ein-,  zwei-  und  mehrscharige
schmiedestählerne  Universal-Pflüge

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Doppelbüchsen  "„  Repetirbüchsen
Iystem  Selbe  Mod.  88.  97  u.  99  in  Kaliber  6.  8,.7  u  Smm.

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Simmtliche  Waften  Auch  das  Aufpassen  von  Fernrohren  auf  Altere  Waffen
lefern  wir  auch  mit  Nellerrahrs.  besorgen  wir  schnell  und  gut.  (4)
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——=—
  2

262

Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin  -  Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,
interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

„%  „  Creolin  vernichtet  selbst  die  furchtbarsten
  Gerüche,  während  I##  Curbol  fast  ohne
Wirkung  blieb.“

(Dr.  med.  E.  v.  Esmarch,  Hyxg.  Inst.,  Berlin.)

„Cholera  aslatlea  Bachilen  wurden  schon,
in  einer  Lösung  von  20%,  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  med.  ct  phall.  J.  Elscuberg.

Hy.  Unlv.-Inst..  Wien.)

Das  Creolln-Pearson  tmatet  die  Cholera-Bacillen
  Iin  1aprocent.Verdünnunz  in  15  Nin.;
man  kann  algo  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt,  Dr.  Groneman.  Dilo##nkarta

(Nlederl.-ludlen).

„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  suh  ich  bisher
die  diphtheritischen  Beluge  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchheim.)

20.  Dec.  Patient  in  vollständigem  Deliriom.
Puals  150.  Temp.  41.5.
22  Dec.  Nach  'starken  Creolin-Inhalationen  etc.
sank  die  Temperatur  auf  37.5,  Puls  auf
88  herab.  Dr.  Leo  Rubener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).
„Das  Creolln-Penrson  wirkt  entschieden  viel
stärker  als  die  UCarbolshure  auf  Eiterkokken,
Typhusbacillen  und  Cholerabscillen.=(Dr.
  med.  Elsenberg,  Wien.)
„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-Iin-Pearson
  in  dem  Arzneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanals.=
  (Dr.  med.  A.  Mlller,  Breslnu.)

„Vermöge  seiner  vollkommenen  Uniftigkeit
kunn  dus  Creollu-  Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  lland  gegeben
werdeu.-  (Dr.  med.  Minopoulus,  München.)

„Es  stoht  für  mich  fest.  dass  das  Creolln-Pearson
  eine  eminent  untiseptische  Kraft  be-Sitzt."“
  (Dr.  med.  O.  Purischer,  Klageufurt.)

„Wer  das  Creolin-  Pearson  einmal  kennen
und  schntzen  gelernt,  giebt  es  nicht  wioder
auf.“  (Dr.  wed.  Kortüm,  Sehwerin.)

 

in  Forwm  einer  2—5%  en  Wasserigen  Lsung
sehr  wirksam.  AuchCreolin-Desinfekiionspulver
zuln  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen.
Jauchebchalter  etc.  kann  verwendet  werden.“
(Praf.Dr.  med.  Frühner.  HPir.  d.  PFharmak.  Inst.

„Das  Creolin  ist  ein  vorugliches  Randemittel:
  ich  habe  diesbezüuliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bel  Dermatodektes  —  lilnde  der
Schufe,  Sarcoptes  —  Ruude  der  Iunde.  Schafeo
und  Kaninchen,  Dermatophagus  —  Rnude  der,
Kaninch-###  und  Dermator)ktes  —  Runde  des
Genuels,  gemacht.  Auch  gegon  Akamsmilben
ist  Creolin  virksum.  —  Creolin  ist  ferner  ein
kriüftizes  Antiparasiticum  geken  pflanzliche
Parnsiten  (Trychophyten.  Favyns)  u.  Grekarinen
(Huhnerdiphtherie).  Endlich  ist  Creolin  ein
sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungezieler  der
Hnut,  wie  Zecken.  LAuse,  Lansfliegen,  llaurlinge,
  Federlinge,  Fhiegen.  Kruftigo.,  ausu

Vvachsene  Zecken  wurden  durch  einige  1ropfen

3%  iger  Creolinlüsung  ntch  15  bis  20  Minuten
etödtet.  Rud-kranke.  mit  zahlrrichen  Zecken
chaftete  Schafe  wurden  dur#h  ein  einmaliges

Crrolinbad  (21  100)  vollständig  von  den  Zecken

bofreit.

Fur  eine  Deeinfektion  von  verseuchten

Stallungen  und  Cegenstiunden  ist  das  C(reolin

der  Kgl.  chierkrztl.  Mochschule,  Berlin.)

Hamburg-Södamerik,  Dampfschifffahrts-Gesell.
schait,  Kamburg.  J.  Mai  1892.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-I’garson“  scit  eini
ke#  Zeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  einkoführt
  und  es  namentlich  den  Schiften  in  der
Brusilronte  in  reichlichem  Mansse  milgeehen
haben.  Nuch  den  übereinstimmendon  liecrichten:
unserer  Kupitane  hat  sich  dassellte  als  ein  sehr
wirksame.  Isinfektiousmittel  erwiesen.  das
in  der  Fleberprriode  die  besten  Dienste  goleistet;
  es  wurde  nicht  allein  zum  liesinfi.  iren
der  verschiedenen  Räumlichkeiten,  somdlern
auch  in  vielon  Flllen  als  Medikament  verwandt

#und  können  wir  dus  bei  einigen  Duampfern!

in  das  llerz.

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusatz
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit
  der  Consumenten  binzugefügt  worden.

möge  aus  den  nachfolgenden  Guteine
  grössere  Anzuhl  dieser  hocheingetretene

  gänzliche  Fernbleiben  von  Krankheitefnlleen
  wäihrend  der  jungslten  Ficherpermiead--in
  Br#silien  zum  grossen  Theile  dem  seit-n#s
der  kupitäno  angeordneten  ausgiebigen  Gebrauche
  dieses  Mitt-ls  zuschreiben.

Hamburg-Südamerik.  Lampfschinfuhrts-  Ges.

KOZ.  Ad.  F.  Bernldi#i.  Bureanuchef.

Kelne  Blutverslitunz  mehr:  Dr.  Vopeliain
  Degerloch  hbei  Stutttarft  schroibt:  Fast
laglich  liest  man  in  den  oöflentlichen  Blatteim
von  Todesfullen,  welche  durch  HUlntergittung
nach  kleinen  unscheinb#eren  Verletzungen  herbeigeführt
  wurdien.  —  Jeder  neue  wmir  zu  esicht
  kommend“  Fall  versetzt  mir  einen  Stich
Dioe  Thatsache.  dass  überbaupt
n#ch  eino  Hlutverziftung  trotz  #ltzeitiger
rztlicher  Bebandlung  tedlich  verläufl,  schmerzt
mich  un:  80  mehr.  als  ich  mit  dem,  meinen
kolleyxen  schen  vor  drei  Jahren  im  Aerztlichen
Praktiker  —  Abhandlung  ober  Cinneie  Anti-Sehsis“

  ubergebenen,  an  wir  selbst  zweima!t

alpr.  bten.  abrolut  sicher  holfenden  Mittel.

dem  (’renlir-Pearson,  immer  und  immer  wiele:

neue  Erfolge  nufzuwoisen  im  Stande  bin.  Es
drängzt  mich  deshalb.  zur  Verhutunkt  weit###rer
Sterbefälle  heute  durch  die  allkemeine  Pres
auf  das  Creolin  als  zweifelles  sicheres  Hoillmiitel
  negen  jede  llutvergiftong  aufmerkram
zu  muchen.  An  113  Fnlien  durlte  irh  innerhall,

  sichen  Jahren  die  Wirksamkeit  die.’ses

herrlichen  M.-  dikameants  bestäutgt  sinden.  hie

Anwendung  desselben  ist  eine  ohr  einfache.

von  jedem  Laien  leicht  austührbarr,  dis  beziehentlirh
  etwaitger  Giftigkeit  durrhaus  onschadlich
  ist.  Zur  Verhütung  der  Ulutverziftung
  wuscht  man  jede  nuch  So  kleino  Wunde
mit  Creolin  aus.  las  Lotztere  bereitet  man
Sich  sehr  leicht.  im  #em  t###n  in  eine  Kafleetas##
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropfen  Creolin--Pearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Aus-Waschung
  der  Wunde  verbindet  man  dicselle.
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getrankten  lei.
neuen  der  Gaz-hinde.  Nach  drei  bis  vier
Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folgen.-=CREOLIN-PEARSON



1erstört  die  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille),

ist  unübertr.  bei  Erfrierungen.  Verbr###nungen,

lndet  susgedehnteste  Anwendung  in  Fnbriken.

lindet  Anwendung  in  Spitslern  der  Armoe.

in  Schulen  angewendet,  vernichtet  Krankheitskeiwe.


in  Kliankenhlusern  ausgedehnt  gebraucht.

zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseile  sollte
immer  L##e  Theelöffel  voll  gegossen  werden,

gegen  Zecken,  Lluse,  Lausfliegen  etc.,

bei  Insektenstichen  sofort  pur  anfgerieben.
verhutet  Blutvergiftung.  das  Jucken  hört

ist  vollkommen  untgiftig,  (solort  auf,

vermindert  den  Eiter.

verhütet  Fuulniss,  für  Brauereien,  Gerbereien
etc.  wichtig,

von  grosser  Bedeutung  für  die  Geburtshülfe.

gezen  Hl#morrhoiden,  1

sollte  von  Lalen  bei  Wunden  aussehliesslich
Pebrapcht  werden,

Hunde  und  Pforde  mit  Creolin  gewaschen,
bleihen  gesund,

3%  Theclöffol  voll  im  Scheuerwasser  reinigt  die

Kezen  LTflanzliche  Parasiten,  [Luft,

skegen  Kornwürmer,

5%ike  Lorung  vernichtet  Milal  randzporen.

alle  Eigenschaften  des  Creolin-Tearson  sind
medizinisch  fest#stellt.

sollte  in  keinem  lHlause  oder  Stall  etc.  fohlen,

greift  kein  Gewehe,  llolz  oder  Metall  an,

wirkt  Dlutstillend.  schmerzlindernd,

en  Ungesefer,  Kratze,  Filzläuse.

Thiere,  damit  gewaschoen,  bleilt.  fr.  v.  Ungeziefer,
werden  auch  von  Fliegen  nicht  angegriflon.

gegen  IIuhnerdiphtheritis

man  entwickele  in  Krankenzimmern  beisre
Cieolindlimpte,  (greiten.

desinhziert  die  Wische.  ahne  dieselbe  anzu-Aausgeteichnet.

  gegen  Schweissfu’#e.

1  0%  LI.oung  verhutet  das  Suueirwerden  der
Brühe  in  Gerbe  reien.

Abllus-kanule  sind  mit  Creolin  zu  desinfciren.

verhlltet  ansterkende  Krunkheiten,

heilt  in  Cinem  B.d.,  Räude.  Me#ke.  Sehorf  etc.
einige  Tropfen  in  vurmes  Wasser  h.ilt  Zahngegen
  Blasean-  un.]  Darmkatalrb.  Ischmier#e##.
ist  allen  Desinlektiunsmitteln  vorzuziohen,
Creolinpulver  sollte  in  keinem  Kkloset  lehlen.
lOu  ug.  Creolinseile  heilt  u.  verhnt#  t  Ausschlac.
Creolin-Lanolmseife  macht  die  Haut  sehr  geschmeidi.



Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet?!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolut  ungiltig.  ist  es  für  die  grosse  und
gefäührliche  Sippe  der  Mikroben  fust  zehnmal  80  giftig  als  die  Cuarbolsüure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschulten,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinlizirt  und  ist  auch
schr  billig.  Untugenden  und  Schuttenseiten  sind  bisher  von  (’reolin  nicht  bekannt.“

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaltliche  Arbeiten  über  Creolln-Pearson  (es  sind  deren  Uber  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugesandt.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,

 

alle  anderen  weise  man  zurück.

 

 

(67)

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.
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        263

 

 

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unc.  Radhacken

zrnsetzen  8  bis  10  Arbeiter,  eine  Person

„  huckt  2  bis  3  Morgen  per  Tag,  je  nach
Bodenbeschaffenheit.  2n

#  Düngerstrenkörbe,  Erdbohrer,  Garuntie-4

  Spaten,  Kurren,  Gartenspritzen,  Giesskunnen,

  Patent-Jauchepumpen,  Wuasserwagen,

  Wegewalzen  etec.  Mostr.  Preisliste  gr.

Albert  Treppens,  Mariendod-Pellin

  
 
  
  
 

 

 

 

System

Mrätnnheresen

ist  als  das

beste  Wasserfilter

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.  des
Königl  Preussischen

Kiegsministeriums
Hertefeld-Flier  Cesellschaft

ce  Lug.  10.

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Mnassanfertigung  10  pet.  höher.

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(32)

 

 

 

 

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Berlin  W.,,  Französischestrasse  20.
Höôchste  Auszeichnung  1895  Silll.  Aeduille  1898.
Sanitäts-Depot  für  rutionelle  Bekleidung.

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Leichte  Muschen-  Zellen-  Gewehe.
Poröse  Merino-,  Leinen-,  Wollen-,  Seidenunterzeuge.
Indinan-Gause-Jacken  von  1.50  Alk.  un.
Pajama-Nacht-  und  Schlufanzüge  von  5  AMk.  an

Tropenanzöge.  Jucket  u.  llse  S.  50  Mk.

complett
Ingdjoppen  aus  imprägnirtem  Uuslet-Batist.  #der-  



—.
*  leicht,  unverwüstlich,  von  10  Mk.  un.  dito  in  Kukherdrell

  6  Mk.  Ponctos-  Ccaban  mit  Capuze,  Wettermäntel  In
Loden  u.  Gummi  v.  6,50  Mk.  un.

 

Litheinkleider  ohne
phtannor  (r#mss)

0rooannan  Naht.  Leibbinden  in  Wolle  und  Seide.  Flanelt-NMK.
  6.500.  .  on  -%  .
m-»-  E»«M  m  55.  Anxige.  Eigene  Filinlen  in  Antwerpen.  Löüttich,
-  M.  1a.  —.  u  Gent,  Brüssel  (Lieferant  des  Congol.  (401)
14.—.  kus.  7  in-  —  Prima-Relerenzen  von  Krikuforschern,  Truppenführern.  Lerzten.
Walle  k.  W.—  Ilindtr.  Kntalos  u#iltl  ca.  100  #holláungen  rnis.

 

Busch  Bemunit  g  Co

Conserven-Fabrik
in  Wollenbüttel  [VMernostb.  Srausschweiol.

Spezialität:  (40)

gemüss-  und  leisch-Conserun,

—  —  —  —  —  —

W.  Homann  &amp;amp;  C0.

Hamburg,  Luisenhof.
Cessission  —  Assceurank  —  Spediten

von  und  Dnach  E
den  deutschen  Kolonien.

——  —  —  —  —————————  —  —G  —  —  ——

 

 

 

 

.

 

 

4424224444444444444444
M———

Deutsche,  kolonlale  u.  Iinternalionale
Transporte  jeder  Art.  (549)

A.  Warmath,

Mog  Vieur  Sr.  Königi.  Hohelt  des
n#en  Georg  von  Preussen,

anen  Berlin,  Kommission.

Friedrichstr.  94  u.  Hint.d.Garnisonkirchela.
—  —  —

buns  ILIII

 

 

 

ls  Ansichtspostthnun

»lis-  lIiI

III(

5
)“)°  rucke.  sm—[e

 

Eingleum

Marximiliansau

am  Rhein,
erstklussiges  bestes  Fabrikat,
eingeführt  bei  der  Kalserlichen
Marine  u.  anderen  hohen  Staatsund
  Kommunalbehörden.

Neue  Spezialitlit:

Kork-Unolenm

7  mun  stark,  spezilisch  leicht,
weich  u.  warm,  wie  W  olktebpick
absolut  schalldimpiend  u.  staubfrei

Zur  Erhöhung  der  Behaglichkeit
  und  Sauberkeit  im  Hause

 

 

 

 

unentbehrlich.  (554)

I——.“
''''''?'7777V77W77
        <pb n="316" />
        Verlagder  Königlichen  —
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

Ein  lesenswerthes  Buth!

 

Lehren

aus  dem

HSidafrikanischen  Rriege
für  das  deutsche  Heer.

Von
von  Francois,

Major  a.  D.,  früher  Landeshauptmann
von  Deutsch-Südwestafrika.
Mit  acht  Skizzen.

Preis  Mk.  1,40.

Die  „Militär-Literatur-Zeitung“
  Nr.  5/1900  sagt:

„Das  Buch  des  Majors  v.  Frangois
ist  unserer  Ansicht  nach  jedenfalls  eins
der  interessantesten  von  denen,  die  bis

jetzt  dem  gegenwärtigen  Krieg  ihre

Entstehung  verdanken.“

 

Für  die  Unterrichtakurse.

Pref.  Dr.  Lal.
Weisfenbach,

Senatsprusident
beim
Reichs-MilitkrgFericht.


   
  
        
    
   
      
   

  

 

  

Eniährung  in  die
Milftärstratgerthtsordnung

vom  1.  Dezember  1898.

      
           
    

Systematische  Darstellung  der
Miultärgerlchtsverfassung  und  des  Militärstrafverfahrens
  unter  Berücksichtigung
der  Ausführungsbestimmungen.

Geheftet  M.  4,-,  gebunden  M.  5,—.
(Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  SWu.)
Vorrüthlg  In  allen  Buchhandlungen.

Zweite  Auflage.

  

 

—  264  —

Tespe  &amp;amp;  Co.),

Ottensen-Hamburg
Fabrik  für

Lelzbesrheitungs-  Maseh

Vollkommenste  Naschinen

in  allseitig  anerkannter,  praktise
Konstruktion  u.  solidester  Ausfühmn

Ernrichtung  kompleter  Tischlere
Sänewerke,  Fassfabriken  ete.  e

nach  neuestem  System.

Auf  allen  beschickten  1
stellungen  mit  höchsten  Medaill
prämürt.  Es

 

 

 

 

Verlag  von  Ferdinand  Hirt  &amp;amp;  Sohn  in  Lelpzig.
Ein  zeltgemdsses  Volksbuch  Ist:

Die  deufsche  Hanse.

Ueut-Ihre  Seschichte  und  Bedeutung.=  Ueutk
Für  dus  deutsche  Volk  daorgestellt

Theodor  Uindver,

##rd.  Professor  der  Geschichte  an  der  Unfversitdt  Halle.
Mt  73  Hbblldungen  und  elner  Karte  in  farbendruck.
Zwelte  (billige)  Huflage.
In  Geschenkband  3  Ulk.,  geheftet  2,25  Ulk.

hel  dem  jefzt  vorhandenen  lebhaften  Inferesse  für  dle  Marine  und
das  See.  und  Handelswesen  Iist  dos  Weritt  von  geroderu  aktueller  Bedenfung.
(Die  schnell  vergriffene  1.  Huffoge  kostefe  3  Ul.  gebunden,  à&amp;amp;  Ul.  gekheftet.)

S#7  —  #  1

 

 

 

 

 

——Jm———.

 

 

 

 

u
86er  Auestellung  40  000  qm.  Paris  1900  ea.  16  000  in).  Leioht,  sturmsicher,
sper.  für  Tropen  Feelsnel  9  goldene  und  silberne  Medaillen.  Zahlreiche  Atteste.  —

½  Nillion  Metor  verwandt.  Export  nach  allen  Landern.  Zahlreiche  Tropenhluser  ba
Extra-  astique‘e  8  wie  Leder  und  biegsam,  auch  lm  Wiuter
tra  Dachpappen  Ei  W###  —.——————
Sauch  für  Tropen  geeignet.  Erfinder  und  alektln  Fabrikant).  Selbstentzündens  delm
Seeiransport  ausgeschlossen.  Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

Prima  Asphalfdachpappen  o  Isolicplatten  zum  Abdecken  von  Mauemn  und  Gewolben.

Holzcement  „Elastique“  ete.  Aussergewoöbulich  leistungsfihig.  Billigste  Freise
Proben  und  Prospekte  zur  Verfügung.  Solvente  Firmen  für  Alleinverkauf  grosser  Disteitte
gesucht.  geit  Jahren  grosse  Lieferungen  für  das  Auswirtige  Amt  nach  Ost-  uo

Südwestafrika,  Kiautschou  etc.  O

Weber-Falckenberg,  Berlin..d’3  l“
        <pb n="317" />
        Leueste  Ueröffentlichungen
des

Kolonial-Pirtschaftlichen  Somitees

in  Berlin.

sritt  über  sei  eine  —
Ausgeführt  im  Auftrage  der
Kelsninl-Abtheilung  des  Answirtigen=  Ante
im  Dezember  1899

von

Dr.  J.  Wohltmann,

ai#erlicher  Geh.  Regierungsrath  und  Professor
der  Landwirthschaft.)

Mit  einer  Karte  und  20  Abbildungen.
Freis  *  A.  2.—.

kulonial  ·  handels  ·  Adreßbuh
5.  Jahrgang  —  1901.

—  Mit  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.

PFreis  2a#.  1,50.

—

4
Lie  Kulturen  der  Kolsnien,

zugleich  eine  Erläuterung  der  Sammlung
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse
und  der  Bilder  der  Kulturen.

(Göhring=  Schmidts  ausländische
Kulturpflanzen.)
Prei-s  2#.  1,50.

Westafrikanische  Kautschut-Emedition
  (R.  Schlechter)

1899/1900.
Nit  13  Tafeln  und  14  Abbildungen
im  Text.
Preis  geb.  M.  12,—.

Im  Buchhandel  zu  beziehen  durch
die  Königliche  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW:2,  Kochstraße  68—71.

WTITNTNTNTT

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
h08  ge  —  Sr.  Könislichen  Kobet  des
Heinrich  von  Pren

r1rmt  der  vausschen  Flotte.  2eore#

1,  50.

n  Korvett.  Cptn.  Läder
ahre  Seekadett.  1882.  268  S.
mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
80.  .  5.—,  eleg.  geb.  .K.  6.—.
v.  r—.  Hloiten-gehen

K.  1,50,  geb.  M.  2,26.

 

 

 

Morit:  taten  Gers  euss)
„HMaschinenfabrik,  Eizengiesserei  u.  Keselschmisde.

5  Gegründet  1841.
-  »  spezialisie-«’"·«
  Maschinen  für  Bleicherei,
,  sz  Z  Färberei  und  Appretur,
——Dampfwischereien
für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

—

   

 

(38)

 

—  J.

 

 

Zur  Heilung  der  Malaria

Gechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Ebemischen  Fabrik  auf  Hcetien  (vorm.  E.Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Ehenocollumbydroehlortum

(salzsaures  Phencocol)

allen  Beteiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte.  u.  A.  die  Drs.  Prof.  Albertoni,
Prof.  Cervello.  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall’  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  Venturini
  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  o  berraschende  Heilerfolge  bei
Malaria  erzielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in
Boma.  Letzterer  hat  die  ofhrielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die
staatlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelons  zur  schnellen  und
"slcheren  Beilung  dee  Keuchhustene.

 

 

Man  wende  sich  wegen  des  Erbats  von  Deneoltum  rochlorieen.
wegen  Litteratur  und  Gebr  die  Vertreter  der  oben-Fgenannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrücder-  —lmmi
Barcelona:  J.  Espiell;

London:  A  &amp;amp;  M.  Zmmerman,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-L#üIl;
Meskau:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.;

New-Vork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Mam  Street;
Paris:  Max  Frères,  31  rue  des  petites  Ecurses;
Rio  de  Janelro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;
Buenos  Alres:  Diego  Glbson,  192  Defensa.

 

(6#)

 

 

 

 

Deutsches  Export--Muster-Lager.

Wir  —  allen  Denen,  welche  Bedürfnisse  nach

deutschen  Kobprodu#tem,#  Erzeugnissen  deutseher
Industrie  und  deutschen  Gewerbesseisses
haben,  die  Benutzung  unserer  Firma  zu  deren  Bezug-  resp.  zur  Erlangung
  vertrauenswürdiger,  bester  u.  preiswerthester  Bezugsquellen.
Unsere  reichhaltige  Sammlung  von  Adressen  ermöglicht  jede
gewünschte  Auskunft.  —  Alle  nach  Berlin  kommenden  Einkäufer
bitten  wir  um  Besicbtigung  anserer  zeitgemässen  Ausstellungsräume.
  Geschäftszeit  9—5  Uhr.  (556)
Berlin  S.,  bresdeener-  Strasse  34.35.

Deutsches  Export--Mmuster-Lager.
        <pb n="318" />
        #4#4d44C(GdCL

8—c55.  ———

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW,  Kochstrasse  68—71.

Die
wiehtigsten  Hifon  Cbinse.
Bn  Kandbuck  Iur  Kaprts#s  und  Rsderaies.

Herausgegeben
von  der

Direktion  der  Deutschen  Seewarte.
Mit  U.  Tafeln.
Geheitet  Mik.  2,50,
in  Ganzielnwandband  Mk.  3,—.

Das  obige  von  der  Direktion
der  Deutschen  Seewarte  in
Hamburg  herausgegebene  verdienstliche
  Werk  darf  der  weitesten  Beachtung
  sicher  sein,  denn  es  bringt
zum  ersten  Male  in  klarer  Uel#ersicht
und  uuf  zuverlüssigem  Materiul  bernhend,
  alle  für  Schifffahrt  und
Verkehr  in  den  chinesischen
Gewussern  wichtigen  Angaben.
die  für  den  Schiffsführer  daselbst
unerlässlich  und  um  so  erwünschter
sind,  alts  der  Seeverkehr  deutscher
Kriegs-  und  Handelsschiffe  dort,
alljährlich  im  Steigen  begriffen  ist.
Der  Inhalt  des  294  Lexikon-Oktav-Seiten
  umfassenden  Handbuches  ist
ein  überaus  reicher  und  lässt  die
Bedeutung  Chinas  im  Welthandelsverkehr
  erkennen.  —  Ein
Sorgfältiges  Register  sowie  11  Tafeln
erschliessen  und  erläutern  den  Inhalt
des  Handbuches,  das  dem  Schiflsführer
  beim  praktischen  Handgebranch
  von  hohem  Jutzen  sein
und  ihn,  vermoge  der  übersichtlichen
Anordnung,  leicht  orientiren  wird.

44.  A4.  4.  4.  4.  4  4  4.  4  1.  4.  K.  4.  .  2.  4.  4.  4.4.

2  4  —r
n.—..se  —.
.ssssssfss...-  ·..·.2“

Ein  illustrirtes  Verzeichaiss
empfehlenswerther

Schriften  und  Werke

über  unsere

Marine

und  aus  dem  Gebiete

unserer  Kolonien

(Sonder-Verzeichniss  No.  31)

aus  dem  Verluge  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,

steht  Interessenten  Kostenxrei  zu
Diensten.

7W  êi

 

—  —

—  — —  —

 

266
M—

Aufruf

zu  Beiträgen  für  ein  auf  der  Insel  Ponape  (Karolinen!]  zu  errichten

Grab-Denkmal  für
J.  S.  Kubarp.

Geb.  zu  Warschau  am  13.  November  1846,  gest.  auf  Ponape  am  9.  Okt.  18

Nur  50  Jahre  alt,  ist  der  Zwecks  Erforschung  der  Südsee  während  ei-Vierteljahrhunderts
  thätig  gewesene  Ethnograph  und  Naturforscher  J.  S.  Knb##
auf  der  Insel  Ponape  (Karolinen),  welche  vor  zwei  Jahren  in  deutschen  Bei
übergegangen  ist,  am  9.  Oktober  1896  gestorben.

Gegenüber  der  Einfahrt  des  Jamestown-Hafens  und  Angesichts  des
waltigen  Felsen-Kaps  von  Jakoits  lag  seine  Besitzung,  auf  welcher  er,  der  ein
modernen  Odysseus  gleich  die  gesammte  Südsee  durchzogen  hatte,  gegen  E:
eines  rastlosen  Lebens  seinen  Studien  und  Kulturversuchen  oblag.

Schon  zwei  Jahre  nach  dem  Tode  Kubarys  sind  sich  gute  Freunde  des
früh  Verstorbenen  in  dem  Wunsche  begegnet,  ihm  auf  der  Insel  Ponape,  wel
die  Hauptstätte  seines  Wirkens  war,  ein  schlichtes  Grabdenkmal  zu  sezen.

Die  Kubary  zugedachte  Ehrung  gilt  dem  Ethnographen,  der  mit  tie'
Verständniß  in  die  Anschauungen  und  Sitten  der  eingeborenen  Bevölkern
eingedrungen  war  und  dadurch  der  Wissenschaft  unschätzbare  Dienste  geler#
hat,  und  dem  Naturforscher,  der  die  verschiedensten  Arten  der  Thier--  u
Pflanzenwelt  der  Inselgruppen  der  Südsee  sammelte  und  beschrieb.  .

Zugleich  gilt  es,  dem  patriotisch  deutsch  gesinnten  Manne  eine  Anerkennu
zu  zollen,  der  seine  umfassenden  Kenntnisse  bei  der  ersten  Inbesitznahme  d
Karolinen  im  Jahre  1885  in  den  Dienst  des  Reiches  stellte  und  leider  2
Erfüllung  des  Traumes  seines  Lebens,  die  endgültige  Erwerbung  der  Karolin
durch  Deutschland  nicht  erleben  sollte.

Diesem  Manne,  der  sich  so  vielseitig  bewährt  und  um  die  Erforschung  d
Südsee  verdient  gemacht  hat,  soll  nun  zum  ewigen  Gedächtniß  ein  Denkm
gesetzt  werden,  schlicht  und  einfach,  wie  Kubary  selbst  war.

Das  unterzeichnete  Komitee  wendet  sich  deshalb  vertrauensvoll  an  al
Freunde  und  Förderer  ethnologischer  und  kolonialer  Bestrebungen  mit  d.
Bitte,  zu  dem  angegebenen  Zwecke  Beiträge  an  die  s

ManchestanYkpofltknsgaflk«,HerliuI.8,0sakrflanZL

einsenden  zu  wollen.
Berlin  (Kurfürstendamm  23),  im  März  1901.

Das  Komitee  zur  Errichtung  eines  finbary-Deukmals.

Strauch,  Rose,  Friedrich  Tyiel,
Kontre-Admiral  z.  D.,  Wirklicher  Legationsrath,  Verlagsbuchhändler.
erster  Vorsitzender.  zweiter  Vorsitzender.  Schriftleiter  u.  Schatzmeiste:

v.  Ammon,  Geb.  Oberbergrath  u.  vortr  Rath  B.  v.  Matuschinsky,  Rechtsonwalt,  Waris)#
im  Minift.  fur  Handel  u.  (zewerde,  Berlin.  Dr.  Hans  Mever,  Proicsor,  Leipzig.

Prinz  von  Arenberg,  Mitglied  d.  Neichslags  H.  Meyer  Delius:.  DTircktor  der  Den.
u.  des  prenß.  Abgrordnetenhausco,  Verlin.  Handels=  und  Plantagen-Gesellschan  e.

Dr.  Bacßler,  Professor,  Verlin.  Sudsee-  Inseln,  OLamburg.

Dr.  Max  Bartels,  Geh.  Sanitatsrath,  Berlin.  Dr.  meid.  Obst,  Direktor  des  Museume  .

Dr.  A.  Bastian,  Gch.  Rcgierungerath,  Prof.,  Volkerkunde,  Leiyzig.

Dir.  d.  Museums  fur  Voölkerkunde,  Berlin.
Graf  v.  Baudissin,  Kapitan  zur  See,  KRicl.
v.  Beck,  Direkt.  d.  Neu-  Guinea-Komp.,  Verlin.
N.  v.  Bennigsen,  Gouverneur  von  Neu-Guinea,

  Herbertahohe.

Berg,  Bezirkamtmann,  Ponape.
Dr.  Kasckun,  Vorsstzender  der  Gesellschaft  für

 

N.  Varkinson,  Tslanzer,  Ralum.

Max  Plüddemann,  Rontreadmiral  3.D.,  BeriB-Fr.

  Natzel,  Professor  a.  d.  Universitat,  Lelp-Theodor

  D.  Nautenstrauch,  Koln.

Niedel,  Leiter  der  Hauptagentur  der  Handeund
  Plantagen-Gesellichaft,  Apyia  (Same.

Frhr.  v.  Schleinitz,  Vizeadmiral  a.  D.,  Lau- 



Voller=  und  Erdkunde,  Stettin.  Hohenborn,  Post  Lügde.
Dr.  Dempwolff,  Staboarztl  b.  Oberkommando  Dr.  J.  D.  E.  Schmeltz,  Direktor  des  Ethn.
der  Schutztruppen,  Uerlin.  raphischen  Muscums,  Leyden.
Hugo  Emamann,  Fregattenkapitän,  Berlin.  A.  Seidel,  Schriftleiter  der  Deutschen  Ko.
Caesar  Godeffroy,  Großlaufmann,  Hamburg.  nialzcitung,  Berlin.
Dr.  A.  Hahl,  Vizegouverneur,  Ponape  (Karo-  Arno  Seufft,  Bezirlsamtmann  zu  Vap.
linen--Inseln?.  Dr.  W.  Solf,  Gonverncur  von  Samoa,  Aue:
Eduard  Hernsheim  (in  Firma  Hernsheim  4  Vaul  Standinger,  Naturforscher,  Mitglicd  de-Co.),
  Aerlin.  DT  Kolonialrathes,  Berlin.
Franz  Herneheim,  Direktor  der  Jaluit-Gesell=  Dr.  Stubel,  Wirkl.  Geh.  Legationsrath,  Direfte
schait,  Hamburg.  ·  derKolonialiAthd.s!1udw.21mto.Bckskxz
ok.thnck,’lsirkts.mcrGeheimesLegationötatb,QttlvaSwiatlowökmqeb.sk11barv,LIMIan
chcraltonfuhNeunu.  Dr.  G.  Thilenius,  o.  o.  Prof.  der  Anihronr  31n
Dr.  Karutz,  Direktor  des  Ethnographischen  u.  Ethnographie  a.  d.  Universitut,  Brool.
Museums,  Lube.  Mar  Thiecl  ji.  Fa.  Hernsheim  4  Co.),  M.3173
Dr.  N.  Koch,  Geb.  Medizinalratb,  Prof.,  Berlin.  Valois,  Uizeadmiral  1.  D.,  geschaftafubrender
Paunl  Kolbe,  Pflanzer,  Ralum.  l  Vizeprijiidcmdet4..lkol.·(53c7»Bektin.
onst-armenSmboarztaufz.M.S.-Stosch«.VIIGVolkens,«dtoscssot,Berlin.
Ame-fixDirektorimrskcicyspoftamhBerlin.  v.Wictchhcim,Kontreadsnikalz.D.,Eva-.
l)k.Lautekbach,DirektorderReusGuincas  lotienburg.
Kompagnie,  Berlin.  Winkler,  Kapitän  zur  See,  Berlin.
Dr.  v.  Luschan,  Prof.  a.  d.  Universität,  Berlin.
        <pb n="319" />
        267

F.  H.  SCEMIDT  "
INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER

AUSFUHRUNG  VON  EXPORTBAUTEN  UND
BAUAUSFüHRUNGEN  UEBERSEE.
WASSER-,  BRUCKEN-  UND  HOCHBAU.
BAUANSTALT  FVR  EISENKONSTRUKTIONEN.
HOLZBEARBEITUNGSFABRIK.
SPEBECTIAZxZTA#
Malariasichere  Tropenhäuser  1

Eesetzlich  geschütst).  .
ALTONA  HAMBURG  5

Ramwtc.  PAVLSTRASSE  21.  II
Fernsprecher  No.  2  u.  750.  Fernsprecher  Amt  I.  No.  4163.  1

TELEGRAMM-ADRESSE:  s
RAMmSCIMIDT,  ALTONA.

*35

2à„

*

(e#n)

 

  
 
 
 
 

 

Ilstr.  Belt-Katafoge  e..
Wasserdichte  Segeituche,
Zelte-  und  Planen-Fabrik.

##..  Zelte  mlumit  rpelünen,
Rob.  Reichelt,  Berlin  C.

 

 

 

 

        
 
  
  

186  Löwen,  Leoparden,

GCinsterkutzen.  Zibethkalenn,  Serwals  c#lte  #i#c.
fing  llerr  v.  Quast  in  Mikindani  (Deutech-Ortafriku)
  mit  ungeren  unübertrossenen  Fallen.

·  llustr.  Preiskourante  gratis.

Renommirteste  (190,
grücste  deutsche  Ranhthiertallen  -  Fubrik

E.  Grell  &amp;amp;  Co.,  Haynau  Echies.

ITrltämiirt  mit  silbernen  u.  golden#e#n  M.daillen.

  

labrikna#:

 

 

 

 

 

Zu  in  die  Weinhandlungen

 

 

 

 

Atest.  deuische  Schaumwein-Kellerei
Gegrũndet  1826.  (578)

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  erxtra  dry

G.  C.Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Tollhef’#ranten  Sr.  M.  des  Königs  von

Wiürttember.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.

TIoleit  der  Herzogin  Wera.  Grossfürstin

von  Russlaml,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  Dratschen
Roeichskamlers,  so  wie  vieler  Casinos.

 

4n#etfsungzurregelmässigen  ärztlichen

  Rapport-  u.  Berichterstattung

über  die  Kalserliche  Schutstruppe

in  Deutsch-Ostafrika.  Preis  80  Fl.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW:.
        <pb n="320" />
        —  268  —

WOERMANN-LINIBE.

Regelmässige  Postdampfschiffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

Am  5.  April:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Milz,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  10.  April:  P.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt  Triebe,
via  Southampton  nach  Madeira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Français.

Am  15.  April:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Schade,

nach  den  Canarischen  Inseln,  Senegal,  Liberia,  Grand  Bassam,  Lagos,  Kamerun,
dem  Kongo  und  Angola.

Am  18.  April:  P.  D.  „Hernösand“,  Capt.  Frank,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  Bissac,  Bolama,  Ric  Nunez,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  April:  Ertradampfer  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Martens,
nach  Swakopmund  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  April:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Carstens.
via  Rotterdam  nach  Kotonou,  Lagos,  Old  Calabar,  Bonny,  Kamerun  und  Franz.  Congo.

Am  1.  Mai:  FP.  D.  „Argos“,  Capnt...
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

lle  Güter  müssen  zicet  Tage  vor  dem  459angsduftem  btis  12  Uhr  mitfags  Iänosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
·  Humburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/33.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
Zzwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

»  mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  ab  Nezspel:
R.  P.  D.  „Couverneur“,  Capt.  Stahl  (lahrplanmässige  Reise  No.  7a)  7.  März  12.  April
mit  Passagieren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Klilwa,  L  ladl,
WMikindanl,  lbo,  Mozambique,  Chinde,  Beira  und  Qduellmane.  ##  Bambors:  #b  Neapel:
R.  P.  D.  „Merzog“,  Capt.  Gauhe  (Iahrplanmüssige  Reise  No.  70.  10.  April  26.  Ap#

mit  Passagieren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagleren
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  #  Bamburg:  55

Neapel:
R.  P.  D.  „Präsident“,  Capt.  Zemlin  (fahrplanmässige  Reise  No.  9).  324.  April  10.  Mai
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Kilwa,  Liadi,
Wikindanl,  Ibo,  Mozamblque,  Chlude,  Belra  und  duellmane.  Hamburq:  ab  Lao  Paimas:
.  P.  D.  „Kanzier“,  Capt.  West  (Westliche  Rundlahrt  No.  S)  24.  Apeil  6.  Mal

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Durban  nnd  Delagoabay.
ab  Hhamburg:  ab  Neapel:

R.  P.  D.  „Kalser“,  Capt.  Weiss  Kkam  (Oestliche  Rundfahrt  No.  9).  68.  Mal  24.  Wal

mit  Passagileren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagieren
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.

Die  Damsepfer  haber  vorrytiche  Eisertonhe#ryen  Jur  Kussa9tere  in  allen  Klausses
Dinekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nach  sümmtlichen  Anlaufhüfen..
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

(u)

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hambuturg-A4meriga-  Linde,  Abtheilung  Personen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Osc-4  yri##Lnte,

-.--  —--MERMITHE-.KOMOEDIE-.-verantwotuiwekJudamnrfntvenatmtavttlichentheilxM.Janqe,8etliu.


Berlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—N#.
Ausgegeben  am  1.  April  1901  um  8  Uhr  nachmittags.
        <pb n="321" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Her#a#usg#eeben  in  der  HKolonial-Ibtheilung  des  Auswirtizen  Ins.

 

 

 

—.———————.—.  —  *

In  Jahrgang.  bherlin,  1.  Avril  1901.  *  #unmer  8.

—  —  —  —

Diese  Zeitschrift  in  der  E#  em  1.  und  15.  sedes  Monats.  Derselben  werden  als  —  bel  —*  die  —  einmal  viertelsa  #rch
ericheinenden:  „Uttheil  n  von  Vorschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.

.  Danekelm#an,  Der  #  erteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonlatbra  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  8  d#e
Buchhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Veragebuchpondlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Cesterreich-  Ungarn,  Mtk.  à75  für  die  Länder  des  Meltvostvereins.  —  Einsendungen  und  Aufraten  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstr.  66—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

 

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betreffend  zwangsweise
Impfungen  im  Bezirk  Victorta  S.  269;  desgleichen  im  Bezirk  Kamerun  S.  270.  —  Nachweisung  der
Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Januar  1901  S.  270.  —  Uebersicht
der  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  deutsch  ostafrikanischen  Schutzgebietes  im  Geschäftsjahre  1900
S.  271;  desgleichen  im  Schutzgebiete  der  Marshall-Inseln  S.  272.  —  Personalien  S.  272.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  273.  —  Deutsch-Ostafrika:  Deutsch-ostafrikanische  Bezirksämter
  und  Stationen  im  Berichtsjahre  1899/1900  (U  S.  273.  —  Kamerun:  Namensänderung  S.  275.  —
Erpedition  des  Gouverneurs  nach  den  Croßschnellen  (mit  einer  Karte)  S.  275.  —  Erpedition  des  Hauptmanns
v.  Schimmelpfennig  S.  278.  —  Militärisches  aus  Kamerun  S.  278.  —  Togo:  Bericht  über  die  Verhältnisse  im
Bezirk  Misahöhe  (II.)  S.  278.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Reise  des  Gouverneurs  nach  dem  Süden  von  Deutsch-Neu-Guinea
  S.  282.  —  Marshall-Inseln:  Verzeichniß  der  im  Schutgebiete  der  Marshall-Inseln  thätigen
Handels=  und  Erwerbsgesellschaften  S.  283.  —  Samoa:  Entwaffnung  der  Samoaner  S.  284.  —  Aus  dem
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-=  Bewegung  S.  284.  —  Aus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten:  Der  brasilianische  Kasseehandel  im  Jahre  1900  S.  286.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
  Bekämpfung  der  Malaria  S.  287.  —  Kolonial-Wirtschaftliches  Komitee  S.  287.  —  Litteratur
S.  288.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  289.  —  Verlehrs·  Nachrichten  S.  289.  —  Fahrplan  der  Woermann-Linie  für
das  zweite  Vierteljahr  1901  S.  290.  —  Anzeigen.

 

 

Amtlicher  Theil.
Gelene;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Polizeiverordnung,  betreffend  zwangsweise  Impfungen  im  Bezirk  Vietoria.

Auf  Grund  des  §  11,  Absatz  2  und  3  des  Geseßes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen
Schutzgebiete,  vom  15.  März  1888,  in  Verbindung  mit  §  2,  Absatz  1  der  Verfügung  des  Reichskanzlers
vom  29.  März  1889,  wird  verordnet,  wie  folgt:

81.

Das  Bezirksamt  Victoria  wird  hiermit  ermächtigt,  zwangsweise  Impfungen  der  schwarzen  Arbeiter,
Handwerker  2c.  (sowohl  eingeführte  als  einheimische)  der  Faktoreien,  Plantagen  und  Missionen  für  seinen
Bezirk  anzuordnen.

82.

Die  Plantagen,  Faktoreien  und  Missionen  sind  verpflichtet,  auf  Aufforderung  des  Bezirksamts
namentliche  Listen  ihrer  noch  nicht  geimpften  Arbeiter,  Handwerker  2c.  einzureichen  und  die  Impflinge  zu
dem  dazu  festgesetzten  Impftermine  dem  Regierungsarzt  oder  dessen  Vertreter  unter  Leitung  eines  Weißen
vorzuführen.

§  3.

Für  Ausübung  des  Impfgeschäftes  ist  im  Einzelfalle  eine  Gebühr  von  einer  Mark  für  den  Kopf
zu  erstatten.  Doch  bleibt  die  Vereinbarung  einer  Pauschalsumme  mit  den  Arbeitgebern  als  Gebühr  für
das  Impsen  einer  größeren  Zahl  von  Arbeitern,  Handwerkern  2c.  entsprechend  dieser  Zahl  vorbehalten.

§  4.
Nichtbefolgung  der  im  §  2  enthaltenen  Vorschriften  kann  in  jedem  einzelnen  Falle  mit  Geldstrafe
bis  zu  1000  Mark  geahndet  werden.  Im  Nichtvermögensfalle  wird  die  Geldstrafe  in  entsprechende  Haft
umgewandelt.
        <pb n="322" />
        270

8  8.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Verkündigung  in  Krast.
Busða  (Kamerun),  den  28.  Dezember  1900.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  v.  Puttkamer.

Polizeiverordnung,  betreffend  zwangsweise  Impfungen  im  Bezirk  Kamerun.

Auf  Grund  des  §  11,  Absatz  2  und  3  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen
Schutzgebiete,  vom  15.  März  1888,  in  Verbindung  mit  §  2,  Absatz  1  der  Verfügung  des  Reichskanzlers
vom  29.  März  1889,  wird  verordnet,  wie  folgt:

§  1.
Das  Bezirksamt  Kamerun  wird  hiermit  ermächtigt,  zwangsweise  Impfungen  der  schwarzen  Arbeiter,
Handwerker  r2c.  (sowohl  importirte  als  einheimische)  der  Faktoreien,  Plantagen  und  Missionen  für  seinen
Bezirk  anzuordnen.

§  2.
Die  Faktoreien,  Plantagen  und  Missionen  find  verpflichtet,  auf  Aufforderung  des  Bezirksomts
namentliche  Listen  ihrer  noch  nicht  geimpften  Arbeiter,  Handwerker  r2c.  einzureichen  und  die  Impflinge  zu

dem  hierauf  festgesetzten  Impftermin  dem  Regierungsarzte  oder  dessen  Vertreter  unter  Leitung  eines  Weißen
vorzuführen.

§  3.
Für  Ausübung  des  Impfgeschäftes  ist  eine  Gebühr  von  einer  Mark  pro  Kopf  zu  erstatten.

8  4.
Nichtbefolgung  der  im  §  2  enthaltenen  Vorschriften  kann  in  jedem  einzelnen  Falle  mit  Geldstrafe
bis  zu  1000  Mark  geahndet  werden.  Im  Nichtvermögensfalle  wird  die  Geldstrafe  in  entsprechende  Haft
umgewandelt.

*5.
Die  Bekanntmachung  des  Bezirksamts  Kamerun  vom  6.  Oktober  1898  wird  hiermit  aufgehoben.

86.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.

Kamerun,  den  10.  Juni  1900.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
J.  V.  Köhler.

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Jannar  1901.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,4025  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag-  Neben  ·
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgade  GebührenEinnahmen  Insgesammt
No.  P.]  2.  BP  p.  P.1  p.  V.]  #.  ..  .  P.  —  Mt.  ##
1  1  s  I  I

Tanga....  983  51  10975  26  9  —  57  57  84  5  12  110  62=  16  985  6
Pangniiit  1  127  25  220  30  9  —  5  4223  4  =  7834  756
Bagamonon  7020  10|01342427  6  —  14  1559157  —20621  52=  28922  09
Dar-es-Salaäm  1  821  1  6  933  20  15  —  104  0554  37/18928  08=  26  546  70
Kilhw  3  919  31  4  980  27  27  —  55  33  27  32  9009  59—  12636  42
Lini  1932  28  55723  57  12.—J  25  13400  5680946  =  11352  4
.  .
Zusammen6804  26257  59  78  —  262  40  948  3574  351  33—104  278  —

23  5668  Mk.]78  901  Mk.9  Mk.  368  MTk.3  Mt.  1

20  Pf.  74  Pf.  40  Pf.  33  Pf.  34  Pf.  6
        <pb n="323" />
        271

Uebersicht  der  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  deutsch-ostafrikanischen
Schutzgebietes  im  Geschäftsjahre  1900.“)

J.  Gerichtsbarkeit  des  Oberrichters  ur  und  des  Obergerichts.

 

 

 

—.  —  —  —  Ô  Ò“  —  —  n  —  F  —*  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  t  Davon
i  s  —  —
Es  waren  anhängig:  5#r  35  —  5  53
S.  4.  S.  2  28
Se  1  4  px  28  5
A.  Bürgerl  Achtsstreitigkeiten,  und  zwar:
ich  fungen  2  11  13  8  5
r  Beschwerden.  .  —13  3  2  1
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen.  —  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:
a)  Berufungen.  ......  .  —  7  7  6  1
b)  Beschwerden  .  1  4  5  4  1
D.  Beschwerden  in  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  .  —  —  —  —  —
II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksrichters  und  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts.
Dar-es-Salam  Tanga
Aus  Davon  Aus.  Davon
Es  waren  anhängig:  wsen#l  5  ’*:  m
gis:  rEgEoEGGOo2
·  sgssssggsgkssgsgåiåggk—
Ew«zgsvkng-O«ngsssg
l  «
A.  Bur  erliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  |  .  #
ktrozesse,  Anschließlich  Urkunden-,  Ehe  und  Entmün-  s  :
digungssachen  784  91  s69  22  14  48  62  46  1
2.  Sn  e  Rechtssa  en,  und  war:  1v  1  ·
?  und  ein  eilige  erfügungen  —  2  12  —19  1  1
Je  e  .......  —44«44431—353535—
wangsvollstreckungen  —  35  3535  —  —  10  10  10  —
ahnsachen  —  137137137/—1109  10909  —
Sühnesachen  —  64  64„“  é  55  53.  ?
Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  anbengigen  D
Rechtsstreites  .  i———j————-1I11-Anträge
  auf  Sicherung  des  Peweises  ..  .  ——l———  t—----l
Von  den  Sachen  zu  1  gehörten  zur  Bufondigkei  «
a)  des  Richters  ..  .  453574512328·312011
b)desGetichts......  3313424I1011220«31265
B.Konkutssnchen.  .....  14I52l3—"1».1—1
O.  Strassachen,  und  zwar:  "  i
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  1  6  71  7  —  1  8  99—
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  wmwar  8  24  27  25  23  14  1716  1
Davon  Privatklagesachen  3  3  6  6—  11  2  22  .—
8.  Einzelne  richterliche  AMboronangen,  Ermittelungssachen  —  47  44  8  50  58  58  —
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richtes..————
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt.  #  21  13  1515
aJ  ohne  Beisitzer  —  16  16  16  2  1  7  8.—
b)  mit  Beisitzen  7  7  7  —  1  6  77
I).  HBahe  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeis,  und  zwor
1.  Vormundschaften  bezw.  flegschaften  .  —  1  11—  1  1  2  3  3—
2Erbtheilungen  —  —  ——  —  —  —  ——  ——
3.  Eintragungen  und  eoschungen  im  örundbuch  —  29  291  29  —  —  —  ——
4.  Testamente  —  —  ———  —  —  —
5.  Nachlaßregulirungen  .  .  122032822416163223  9
6.  Eintragungen  in  das  wdelsregister  .  —  4  4*
7.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  76  7676W7  55  55  55  —
K.  Verfahren  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  v  vom
17.  Februar  1893  .  .  .——-—--»———-——,—

 

 

*)  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  Seite  365.
        <pb n="324" />
        —  272  —

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  der  Marshall-Inseln
während  des  Geschaftsjahres  1900.*)

J.  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
z223  ê(s#z
Es  waren  anhängig:  58  §5.  2  11„
—  z33  25
——  Tr  s  #
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  —  —  —  —
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvol-  T
streckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  u.  s.  .  ..  —«—  —  —  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit
a)  der  Richter  ...k..  —-  —;——  —  —
—  —  —  —  —  —
B.  Konkurssachen  ..............  ....  —  —  —
C.  trossachen,  und  zwar:
Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  ......  2  2  2  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  waro  —  2  2  1  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  vauptverhandlungen  statt  ·
A)  ohne  Beisitzer  .  ..  —  —  —
b)  mit  Beisitzern  .  —I2  2  1  1
3.  Beschwerden  gegen  Entscheibungen  des  Richters.  —  —  —  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:  l  "
1.  Vormundschaften  und  Pflegschasten  .  ........  6  1  7  —  7
2.  Erbtheilungen  .........  —  —  —  —  —
3  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch  —  2  2  1  1
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  u.  s.  mw)  —  30  30  30  —

II.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts  und  des  Herrichters.
Es  sind  keinerlei  Geschäfte  vorgefallen.

 

 

Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmann
v.  Dannenberg  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern
und  dem  Oberleutnant  v.  Bülow  in  derselben  Schutztruppe  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse
mit  Schwertern  zu  verleihen.

–  —  —  —  —  —  —

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Leutnant
Freiherrn  v.  Münchhausen  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  den  Königlichen  Kronen-Orden
vierter  Klasse  mit  Schwertern  zu  verleihen.

Der  mit  der  kommissarischen  Verwaltung  des  Kaiserlichen  Konsulats  in  San  Paolo  de  Loanda
beauftragte  charakterisirte  Konsul  Dr.  Gleim  hat  einen  Heimathsurlaub  erhalten;  seine  Vertretung  ist  dem
bei  der  gedachten  Konsularbehörde  beschäftigten  Sekretär  May  übertragen  worden.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  9.  April  1901.

Frhr.  v.  Ledebur  (Karl),  Oberleutnant  im  2.  Garde-Regiment  zu  Fuß,  und

Schieritz,  Leutnant  im  Infanterie-Regiment  Herzog  Karl  von  Mecklenburg-Strelitz  (6.  Ostpreuß.)  Nr.  43,
scheiden  mit  dem  18.  April  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  werden  mit  dem  19.  April  d.  Is.  in
der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  26.  März  1901.

v.  Raben,  Königlich  Württembergischer  Leutnant  im  Infanterie-Regiment  Kaiser  Wilhelm,  König  von
Preußen  (2.  Württemberg.)  Nr.  120,  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  Königlich  Württembergischen
Diensten  als  Leutnant  mit  einem  Patent  vom  13.  März  1897  M  mit  dem  6.  April  d.  Is.
in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.

à)  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  313.
        <pb n="325" />
        273

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.

In  der  Nacht  vom  3.  zum  4.  April  d.  Is.  ist
der  Kaiserliche  Vizekonsul  im  Auswärtigen  Amte,
Eduard  Reiter,  an  Herzschwäche  verstorben.  Herr
Reiter,  der  als  Referendar  im  Jahre  1883  in  das
Auswärtige  Amt  eintrat  und  der  Kolonial-Abtheilung
seit  1891  angehörte,  hat  sich  durch  Pflichttreue  und
Gewissenhaftigkeit  bei  seinen  Vorgesetzten  und  Mitarbeitern
  ein  bleibendes  Andenken  gesichert.

Deutsch-Ostafrika.

Der  Polizeikommissar  Bongard,  der  Zollbeamte
Püstow,  der  Schlosser  Krüger  und  der  Schweizer
Stauffer  haben  die  Ausreise,  der  Schiffszimmermann
  Gröning  hat  die  Wiederausreise  nach  Deutsch-OÖstafrika
  angetreten.

Hptm.  u.  Komp.  Chef  Bethe,  die  Unteroffiziere
König,  Schmidt  und  Müggenburg  gen.  Großmann
  sowie  Büchsenmacher  Böhme  sind  mit  Heimathsurlaub
  in  Deutschland  eingetroffen.

Feldwebel  Lachenmair  hat  die  Wiederausreise
in  das  Schutzgebiet  angetreten.

Ramernn.

Der  Bureaudiätar  Langkraer,  der  Civilsupernumerar
  Nagel,  der  Techniker  Peuckert  und  der
Bautechniker  Frach  haben  die  Ausreise  nach  Kamerun
  angetreten.

Der  Landwirth  Kummetz  und  der  Zollpraktikant
Baumgarth  haben  das  Schutzgebict  mit  Heimathsurlanb
  verlassen.

 

Die  Ltis.  v.  Raben  und  Graf  v.  Stillfried  u.
Rattonitz  sowie  die  Unteroffiziere  Tanck,  Bauer
und  Dennhardt  haben  die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet
  angetreten.

Togo.

Der  Regierungs-Civilsupernumerar  Hensel  und
die  Zollassistenten  Mucke  und  Strack  haben  das
Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Der  Regierungsarzt  Dr.  Wendland  hat  die
Heimreise  aus  Togo  angetreten.

Der  Gerichtsaktuar  Erbe  hat  die  Ausreise  nach
Togo  angetreten.

–—  —–

Lüdwestafrika.

Lt.  Graf  v.  Stillfried  u.  Rattonitz,  Feldw.
Gutmann,  der  überzähl.  Sergeant  Dewor  sowie  die
überzähl.  Unteroffiziere  Fuchs,  Schmelter,  Wieja,
Voigt,  Heinrich,  Münzberg  und  Bauer  sind
mit  Heimathsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

Oberarzt  Dr.  Bluemchen  sowie  die  Unteroffiziere
Sagner  und  Plaschke  haben  die  Wiederausreise
in  das  Schutzgebiet  angetreten.

Assistenzarzt  Dr.  Buerkel  ist  nach  einem  Telegramm
  der  Bezirkshauptmannschaft  Swakopmund  daselbst
  am  8.  April  d.  Is.  an  Herzschwäche  gestorben.

Reiter  Reer  ist  in  einem  Gefecht  südlich  Grootsontein
  gegen  den  dortselbst  wohnenden  Bastardstamm
im  Februar  d.  Is.  gefallen  (Dat.  im  Bericht  nicht  enth.).

Üeu-Guinea.
Der  Bezirksamtmann  Berg  hat  die  Ausreise
nach  den  Karolinen  angetreten.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-ltafrika.

deutsch  ostafrikanische  Bezirksämter  und  Stationen  im
Berichtsjahre  1890/1900.
J.
Tanga.

Die  Zahl  der  im  Bezirk  lebenden  Europäer  (200,
davon  122  Deutsche)  ist  gegen  das  Vorjahr  um  48
gestiegen.  Unter  den  Europäern  befinden  sich  17  Kaufleute
  (13  Deutsche),  30  Pflanzer  (26  Deutsche),
22  Bauunternehmer  und  31  Gewerbetreibende,  Handwerker
  und  Arbeiter.

Der  Betrieb  der  Bahn  ist  ununterbrochen  aufrecht
  erhalten,  und  es  fahren  wöchentlich  sechs  Züge,
außerdem  noch  besondere  Arbeitszüge.  Den  Lastentransport
  ins  Innere  vom  Endpunkt  der  Bahn  aus
besorgt  die  Firma  Zschaetsch.

Das  Handelsregister  zeigt  einen  augenblicklichen

Bestand  von  8  europäischen  Firmen,  104  indischen

Girmen,  14  arabischen  Firmen,  1  Suaheli-Firma

 

In  der  Organisation  der  Verwaltung  des  Bezirks
hat  sich  nichts  geändert,  und  die  bestehenden  Einrichtungen
  haben  sich  gut  bewährt.

Pangani.

Im  Bezirke  wohnen  32  Europäer,  von  denen
12  in  der  Stadt  Pangani  ansässig  sind.

Die  Bewohner  des  Bezirks,  deren  Zahl  etwa
53  .000  beträgt,  sind  zum  größten  Theil  Waseguha,
nördlich  des  Pangani  Warufu,  Wabondei,  an  der
Küste  Wasuaheli.  In  der  Nähe  der  Plantagen
Kikogwe  und  Makinjumbe  haben  sich  als  ständiger
Arbeiterstamm  auch  einige  Wanyamwesi  angesiedelt.
Die  Neger  des  Bezirks  bauen  in  erster  Linie  Mais
und  Maniok  sowie  bei  den  Dörfern  Bananen.
Daneben  werden  in  geringem  Maße  Bataten,  Bohnen,
Sesam,  Matama,  Reis  und  Gemüsearten  angebaut.
In  der  Nähe  der  Küste  befinden  sich  auch  einige
größere  Palmenwaldungen,  von  denen  die  größte  die
bei  Pangani  ist.  Auch  die  Betelnuß  wird  in  Pangani
vereinzelt  gepflanzt.  Im  Ueberschwemmungsgebiet
        <pb n="326" />
        —  274

des  Pangani  wird  mit  großem  Erfolg  seit  Jahren
Zuckerrohr  gebaut.

Die  letzte  Ernte  im  westlichen  Useguha  ist  überaus
  reich  ausgefallen.  Nach  den  eingelaufenen  Berichten
  soll  jeder  Useguha  ein  bis  drei  der  dort
üblichen  Kornspeicher  mit  Mais  angefüllt  haben.

Am  Rufu  und  Nguru  kommt  in  nicht  unbedeutender
  Menge  Kautschuk  vor,  welcher  bisher  noch
nicht  in  entsprechender  Weise  zur  Ausbeute  gelangt  ist.

Der  Bestand  an  Großvieh  ist  nicht  bedeutend,  jedoch
ist  Kleinvieh  in  Useguha  in  größeren  Mengen  vorhanden.

Die  gesundheitlichen  Verhältnisse  der  Europäer
in  Pangani  selbst  sind  gut  zu  nennen,  auch  im  Bezirk
  sind  wenig  Erkrankungen  ernsterer  Natur  vorgekommen.
  Es  ist  dies  wohl  auf  die  stetig  vorschreitende
  Verbesserung  der  Wohnungen  und
Kultivirung  des  Bodens  zurückzuführen.  In  Pangani
haben  hierzu  die  Entwässerungsanlagen  und  Aufschüttungsarbeiten
  viel  beigetragen.  Von  letzteren  ist
in  erster  Linie  die  Aufführung  der  Quaimauer  zu
nennen,  welche  jetzt  zur  Hälfte  mit  einem  Kostenaufwande
  von  etwa  300  Rupien  hergestellt  ist  und  auch
zur  Verschönerung  der  Stadt  ganz  wesentlich  beiträgt.

Der  Karawanenverkehr,  der  während  der  beiden
letzten  Jahre  wahrscheinlich  wegen  der  Hungersnoth
zurückgegangen  war,  hat  sich  im  Berichtsjahre  während
der  letzten  Monate  wieder  gehoben.

Die  Verwaltung  im  Bezirk  giebt  im  Allgemeinen
zu  besonderen  Bemerkungen  keinen  Anlaß.  Das
Verbot  Kinder  wegen  Kijigo')  zu  tödten,  scheint  jetzt
allgemein  beachtet  zu  werden,  solche  Kinder  werden
aber  nach  wie  vor  als  unglückbringend  betrachtet.
Dem  Wunsche  einzelner  Jumben  entsprechend,  sind
dieselben  jetzt  aufgefordert,  diese  Kinder  nach  Pangani
zu  schaffen,  worauf  von  der  Verwaltung  durch  Ueberweisung
  an  Waisenhäuser  und  Missionen  das  Erforderliche
  für  ihre  Erziehung  gethan  wird.

Die  Steuererhebung  war  von  gutem  Erfolge
begleitet.  Die  Erkenntniß  der  Pflicht  zur  Steuerzahlung
  beginnt  sich  allmählich  einzubürgern.  Mehrere
Hundert  Waseguhas  haben  ihre  Steuer  durch  Leistung
von  Plantagenarbeit  entrichtet.

Bagamoyo.

Die  Zahl  der  im  Bezirk  wohnenden  Europäer
beträgt  60.  Davon  leben  in  der  Stadt  Bagamoyo  51.

Für  die  Schätzung  der  farbigen  Bevölkerung  giebt
die  Häuser=  und  Hüttenzählung  einen  genügend  genauen
  Anhalt.  Für  die  Stadt  Bagamoyo  ergiebt  sich
eine  angesessene  Bevölkerung  von  etwa  10  000  Einwohnern;
  davon  sind  etwa  500  Araber  und  etwa
700  Inder.  Da  im  Jahre  durchschnittlich  35  000
Karawanenleute  nach  Bagamoyo  kommen  und
mindestens  20  Tage  daselbst  verweilen,  so  ergiebt
das  ferner  im  Mittel  eine  vorübergehend  ortsanwesende
  Bevölkerung  von  täglich  2000  Personen,
so  daß  die  durchschnittliche  ortsanwesende  Bevölkerung
von  Bagamoyo  12  000  Personen  beträgt.  Im  Landbezirke
  wohnen  zusammen  etwa  57  000  Menschen  in

*,  Unrichtiges  Kommen  der  Zähne.

 

18  800  Hütten.  Das  ergiebt  für  den  Gesammtbezirk
eine  Bevölkerung  von  67  000  bis  70  000  Menschen.

Die  diesjährige  Regenzeit  kann,  was  die  Vertheilung
  des  Regens  über  die  ganze  Zeitdauer  derselben
  betrifft,  eine  sehr  günstige  genannt  werden  und
ließ  eine  gute  Ernte  voraussehen.  Auch  die  Pockenepidemie
  ist  erloschen,  Erkrankungen  an  Pocken  werden
nur  vereinzelt  gemeldet.  Die  Sandflohplage  ist  fast
gänzlich  gewichen.

Die  Bevölkerung  ist  in  der  Hauptsache  eine  ackerbautreibende.
  Am  liebsten  werden  Mais  und  Bohnen
(Kunde)  gepflanzt,  weil  deren  Wachsthum  rasch  und
die  Aussaat  zu  jeder  Jahreszeit  möglich  ist.  An  der
Küste,  mit  Ausnahme  von  Saadani,  wird  viel  Maniok
gebaut,  auch  findet  man  viel  süße  Kartoffeln.  Es
ist  kürzlich  versucht  worden,  den  Maniokbau  auch  in
Saadani  einzubürgern  und  sind  zu  diesem  Zwecke  aus
Mitteln  des  Hungersnothfonds  größere  Mengen  Stecklinge
  von  Bagamoyo  nach  Saadani  transportirt  und
dort  unentgeltlich  vertheilt  worden.  Als  erfreuliches
Ereigniß  ist  zu  begrüßen,  daß  die  Eingeborenen  nach
dem  endlichen  Verschwinden  der  Heuschrecken  sich  der
Reiskultur  wieder  mehr  zugewandt  und  besonders  in
den  Niederungen  um  Bagamoyo  größere  Mengen
angebaut  haben.  Die  am  Ende  des  Berichtsjahres
eben  begonnene  Ernte  verspricht  recht  gut  zu  werden.

Der  Viehstand  hatte  naturgemäß  zur  Zeit  der
Dürre  gelitten,  jedoch  ist  der  Bestand  an  Schafen
und  Ziegen  wieder  ausreichend,  wogegen  Rindvieh
im  Innern  nur  in  wenigen  größeren  Herden  gehalten
wird,  trotzdem  über  Viehseuchen  nichts  bekannt  geworden
  ist.

Von  zahlreichen  Palmenpflanzungen  der  Eingeborenen,
  die  ihre  Produkte  lediglich  im  Inlande
absetzen,  abgesehen,  giebt  es  im  Bezirke  nur  Vanilleplantagen,
  und  zwar:  die  Pflanzung  der  Mission  in
Bagamoyo,  die  Plantagen  Kitopeni  und  Chambisi,
der  Firma  Hansing  gehörig,  sowie  die  Plantage
Hungira  des  Herrn  Mazarin.  Die  Vanillepflan  zung
der  Mission  hat  recht  befriedigende  Ergebnisse  geliefert,
  trotzdem  die  erste  Ernte  aus  Mangel  an
Wasser  frühreif  wurde.  Die  zweite  Ernte  war  dank
des  Regens  um  so  besser  geworden.  Die  Mission
verkauft  die  grünen  Vanilleschoten  an  die  Firma
Hansing,  welche  sie  auf  der  Plantage  Kitopeni  mit
präpariren  läßt.  Diese  Pflanzung,  welche  im  Jahre
1898  etwa  die  Hälfte  ihrer  Pflanzen  durch  die
Dürre  verloren  hatte,  hat  sich  jetzt  wieder  erholt.

Im  Berichtsjahre  wurden  in  Bagamoyo  (ohne
Saadani)  Waaren  im  Gesammtwerthe  von  2  491  952
Mark  eingeführt.  Der  Werth  der  Waarenausfuhr
betrug  im  Ganzen  879  656  Mark.  Der  Gesammtseehandel
  Bagamoyos  hat  also  einen  Werth  von
3  371  608  Mark.  Die  ein=  und  ausgeführten  Waaren
werden  mit  geringen  Ausnahmen  auf  den  beiden  von
Bagamoyo  ausgehenden  Karawanenwegen  transportirt.
  In  der  Zeit  vom  1.  Juli  1899  bis  dahin
1900  sind  vom  Innern  kommend  in  Bagamoyo  eingetroffen:
  35  429  Träger,  808  Lastesel,  2025  Rinder,
2093  Schafe  und  Ziegen.  In  derselben  Zeit  sind
        <pb n="327" />
        —  275

nach  dem  Innern  31  031  Lasten  Waaren  mit  42  201;

Karawanenleuten  abgegangen.  Wie  hieraus  ersichtlich,
findet  die  Fortschaffung  der  Handelswaaren  mit  geringen
  Ausnahmen  immer  noch  durch  Träger  statt.

Von  Bagamoyo  zur  Kingani-Ebene  ist  jetzt  ein
etwa  7  km  über  Sandboden  führender  Weg  fertiggestellt,
  und  im  Ueberschwemmungsgebiet  des  Flusses
ist  bts  zu  diesem  ein  2600  m  langer  Damm  geschüttet.
  Auf  der  ganzen  etwa  10  km  langen  Strecke
bis  zum  Fluß  sind  sieben  Brückenbauten  erforderlich,
von  denen  vier  vollendet  sind  und  die  Regenzeit  gut
überstanden  haben.  Am  jenseitigen  Ufer  ist  ein  etwa
1500  m  langer  Damm  mit  drei  bis  vier  Brücken
erorderlich.  Bis  zur  nächsten  großen  Regenzeit
werden  diese  Arbeiten  vollendet  sein.  Die  weiter
führenden  beiden  Karawanenwege  sind  neu  ausgehauen
und  gesäubert,  so  daß  sie  auch  Waarentransport  durch
Lastthiere  ermöglichen.  Auch  die  Karawanenwege
hinter  Saadani  sind  wieder  in  Stand  gesetzt.  Der  begonnene
  Straßenbau  nach  Dar-es-Salämistim  Berichtsjahre
  15  km  weit  fertiggestellt  und  wird  bis  April
1901  die  Grenze  des  Bezirks  Dar-es-Saläm  erreichen.

Um  eine  bessere  Gerichtsbarkeit  und  Verwaltung
des  Bezirks  sowie  eine  geordnete  Steuereinziehung
durchtühren  zu  können,  wurde  der  Bezirk  auch  im
Innern  in  Alidate  eingetheilt  und  diese  je  einem
Akida  unterstellt.  Die  bisherigen  Jumben,  deren
Macht  und  Ansehen  dadurch  wesentlich  geschmälert
wurde,  haben  sich  zum  größten  Theil  an  diese  Einrichtung
  bereits  gewöhnt  und  schätzen  sie  besonders  deswegen,
  weil  es  den  Akiden  gelungen  ist,  den  Räubereien
der  Karawanen  mit  Erfolg  entgegenzutreten.

Aus  der  Stadtkasse  von  Bagamoyo  werden  außer
den  allgemeinen  Kommunalausgaben  auch  die  Unterhaltung
  eines  Waisenhauses,  in  dem  36  Waisenkinder
Beköstigung,  Kleidung  und  Unterricht  erhalten,  sowie
der  Unterhalt  von  durchschnittlich  30  erwerbsunfähigen
armen  Leuten,  für  welche  seitens  der  Stadt  acht
Armenhäuser  erbaut  sind,  bestritten.

Die  Sicherheit  und  Ruhe  ist  im  Berichtsjahre,
abgesehen  von  einem  Falle  von  Widersetzlichkeit  eines
Jumben  an  der  Westseite  der  Nguruberge,  nicht  gestört
  worden;  selbst  in  dem  von  dem  aufgelösten
Bezirk  Saadani  übernommenen  Theile  Useguha,  dessen
Jumben  bis  vor  etwa  zwel  Jahren  noch  als  unsicher
bezeichnet  werden  mußten,  sind  keinerlei  Störungen
vorgekommen.

Ramerun.

Üamensänderung.
Zeaoeckmäßigkeitsgründe  haben  es  angezeigt  erscheinen
  lassen,  für  den  Sitz  des  Gouvernements  eine
von  dem  Namen  des  Schutzgebietes  unterschiedliche
Bezeichuung  zu  wählen.  Demgemäß  hat  von  jetzt
an  die  Ortschaft  „Kamerun"  den  Namen  „Duala“
zu  führen,  wobei  dieser  Name  gemäß  den  Bestimmungen
  über  die  Rechtschreibung  der  Ortsnamen  in
den  Schutzgebieten  mit  einem  l  zu  schreiben  ist.

 

Expedition  des  Gouverneurs  nach  den  Eroßschnellen.
(Hierzu  eine  Karte.)

Wie  bekannt,  hat  Gouverneur  v.  Puttkamer
zu  Anfang  dieses  Jahres  eine  Expedition  nach  den
Croßschnellen  unternommen.  Ueber  diese  Reise  berichtet
  Herr  v.  Puttkamer  nunmehr,  wie  folgt:

Nssakpe,  den  31.  Januar  1901.

Am  Sonnabend,  den  12.  d.  Mts.,  verließ  ich
Busa,  um  eine  Inspektionsreise  in  das  Rio  del  Reygebiet
  anzutreten.  Der  Merkwürdigkeit  halber  lasse
ich  nicht  unerwähnt,  daß  ich  den  Weg  von  Buöa  nach
Victoria  zum  ersten  Mal  in  einem  mit  einem  Teneriffapony
  bespannten  Dogcart  zurückgelegt  habe;  nach
Fertigstellung  der  im  Bau  befindlichen  massiven
Brücken  über  den  Limbefluß,  jedenfalls  noch  vor
Eintritt  der  diesjährigen  Regenzeit,  wird  der  Weg
auch  für  größere  und  schwerere  Fuhrwerke  benutzbar
  sein  und  dem  öffentlichen  Verkehr  übergeben
werden,  wobei  es  selbstverständlich  ist,  daß  einzelne
Stellen  immer  noch  des  Ausbaues  und  der  Nachbesserung
  bedürfen.  In  Victoria  war  ich  am  13.
von  Reisevorbereitungen  und  Erledigung  von  Regierungsgeschäften
  in  Anspruch  genommen  und  schiffte
mich  am  14.  morgens  7  Uhr  auf  dem  Dampfer
„Helene  Woermann“  ein,  mit  dem  ich  am  Mittag
desselben  Tages  um  1  Uhr  in  Rio  del  Rey  eintraf.
Bis  hierher  begleitete  mich  der  stellvertretende  Bezirksamtmann
  Dr.  Meyer,  welcher  im  dortigen  Bezirk
Lokaltermine  abzuhalten  hatte.  In  Rio  del  Rey  traf
ich  meine  mit  „Nachtigal“  vorausgesandte  Expedition
an,  bestehend  aus  Oberleutnant  (jetzt  Hauptmann)
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  Glauning,  Polizeiinspektor
  Biernatzki  mit  11  Mann  Polizei,  Polizeimeister
  Brückner,  dem  als  ehemaligen  Oberlazareth--gehülfen
  die  Apotheke  anvertraut  war,  144  Trägern
nebst  Lasten  und  zwei  Maulthieren  mit  Köchen,
Waschleuten,  Dienern  und  Ordonnanzen,  —  im  Ganzen
etwa  170  Farbige.  Die  Zeit  vom  14.  bis  17.  d.  Mts.
war  der  Inspizirung  der  Station  und  der  Erledigung
größerer  Palaver  gewidmet,  und  wurde  das  Gros
der  Expedition  in  Marsch  gesetzt;  am  18.  fuhr  ich
mit  der  Dampfbarkasse  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun
  durch  eine  Reihe  unnnterbrochener  Mangrove-Wasserläufe
  nach  dem  kleinen  Ododopdorf  Mossun-Gussili,
  wo  das  feste  Land  beginnt  und  Lager  bezogen
  wurde.  Am  19.  erster  Marschtag  durch  hohen
Bergwald,  reich  an  Schluchten,  Wasserläufen  und
Hindernissen  aller  Art,  welche  hier  wie  später  von
den  kräftigen  Maulthieren  recht  gut  genommen  wurden.
Diesen  Charakter  behält  der  Weg  bis  Nssakpe  und
zu  den  Croßschnellen,  ist  übrigens  fast  überall  von
den  umliegenden  Dörfern  in  einer  Breite  von  mehreren
  Metern  gut  gereinigt,  ja  theilweise  sogar  mit
brauchbaren  Brücken  versehen,  ein  greifbarer  Erfolg
der  außerordentlich  zweckmäßigen  Thätigkeit  der  vorjährigen
  Strafexpedition  des  Hauptmanns  v.  Besser.
Das  Quartier  Ekonattu,  ein  größeres  Ododopdorf,
zeichnet  sich  durch  originelle  Bauart  der  Häuser  aus;
        <pb n="328" />
        —  276

dicke  Lehmmauern,  ineinander  geschachtelte  Höse  mit
vielen  daranstoßenden  Lagerräumen,  noch  mit  verrosteten
  Ketten  umwundene  Holzpfeiler  verrathen
deutlich  den  Charakter  des  ehemaligen  Sklavendepots,
aus  welchem  der  alte  einflußreiche  Häuptling  Obiri
einen  schwunghaften  Sklavenhandel  nach  Calabar
trieb,  bis  sein  Treiben  vor  etwa  drei  Jahren  aufgedeckt
  und  er  selbst  für  seine  Unthaten  mit  lebenslänglicher
  Kettenhaft  bestraft  wurde,  die  er  in  Victoria
verbüßte,  wo  er  im  vorigen  Jahre  starb.  Obiri  und
seine  Calabarfreunde  tragen  ohne  Zweifel  die  größte
Schuld  an  der  ganz  auffallenden  Entvölkerung  der
im  deutschen  Gebiet  wohnhaften  Ododop=  und  Ekoistämme.
  Sein  Nachfolger  Avb  Euän  ist  ein  junger
intelligenter  und  der  deutschen  Regierung  durchaus
ergebener  Mann,  unter  dem  eine  Wiederholung  der
ehemaligen  Gräuel  nicht  zu  befürchten  steht.

Am  20.  übernachteten  wir  in  dem  kleinen  Bergdorf
  Akoto,  am  21.  in  Ekonda-Kondu,  auf  einem
Kegel  angesichts  einer  höheren  Bergkette  gelegen,  aus
der  sich  der  schön  bewaldete  Mount  Hewett  besonders
  hervorhebt.  Eine  Buschfaktorel  der  Deutsch-Westafrikanischen
  Handelsgesellschaft  treibt  hier  regen
Handel;  während  des  Tages  traf  eine  größere  Anzahl
  Träger  mit  Gummi  und  Elfenbein  ein.  Hier
sollte  mich  Leutnant  Merensky  mit  30  Mann  der
Schutztruppe  treffen  und  als  Eskorte  weiter  begleiten.
Statt  seiner  erschien  Unteroffizier  Budde  von  der
Truppe  mit  der  Meldung,  daß  Leutnant  Merensky
in  Ikassa  fieberkrank  läge  und  Budde  zur  Vertretung
schicke.  Da  in  Ikassa  am  Ndiangfluß  drei  europälsche
Faktoreien  und  Merensky  dort  jedensalls  gut  aufgehoben,
  auch  in  steter  Verbindung  mit  Rio  del  Rey  war,
sandte  ich  17  Mann  an  ihn  zurück  mit  der  Weisung,
er  möge  dort  bleiben  und  die  Vorbereitungen  für
die  bevorstehende  Strafexpedition  der  Truppe  in  das
Ngologebiet  einleiten;  ich  selbst  nahm  Unteroffizier
Budde  und  10  Mann  mit,  so  daß  sich  meine  Eskorte
nunmehr  außer  Europäern  auf  20  Soldaten  und
zwei  Ordonnanzen  belief.  Am  nächsten  Tage  überschritten
  wir  auf  gut  gereinigten,  aber  sehr  beschwerlichen
  steilen  Saumpfaden  den  Mount  Hewett,  steis
im  Schatten  des  Hochwaldes  und  kühle  Bäche  überschreitend,
  und  lagerten  im  Walde  bei  dem  letzten
Ododopdorf  Nkurru,  wo  Häuptling  Otu  uns  mit
reichlichen  Geschenken  an  Lebensmitteln  empfing.
Hinter  Nkurru  tritt  der  Weg  in  das  Gebiet  der
Ekoistämme  ein,  in  deren  erstem  Dorf,  Ekovamau,  wir
am  23.  übernachteten.  Eine  Faktorei  der  Ambas
Bay  Trading  Co.,  von  dem  Deutschen  Eck  geleitet,
bietet  hier  mancherlei  Annehmlichkeiten.  Bei  einer
Marschzeit  von  fünf  bis  sechs  Stunden  täglich  passirten
wir  noch  die  Quartiere  Gr.  Mboboe,  Mbobon  (Faktorei
  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun  unter  Georg
Waldau),  Innkün  und  Ayauke.  In  dem  schattigen
Waldlager  am  Ofofluß  bei  Ayauke  wurde  am  27.
Jannar  recht  bescheiden,  aber  mit  um  so  größerer
Begeisterung  Kaisers  Geburtstag  gefeiert.

Am  nächsten  Vormutag  10  Uhr  ritt  ich  in  die

Station  Rssakpe  ein,  an  deren  Eingang  mich  Haupt- 



mann  Guse  an  der  Spitze  seiner  Offiziere  Truppe
in  Paradeaufstellung  —  empfing.  Die  vom  Hauptmann
  v.  Besser  angelegte  provisorische  Militärstation
Nssakve  liegt  etwa  90  m  hoch  auf  luftigen  Hügeln
am  Artekaufluß,  der  sich  1½  Stunden  von  hier  in
den  Croßfluß  ergießt.

Ueber  Anlage  der  Station,  Anordnung  der  Gebäude
  rc.  hat  Herr  v.  Besser  schon  ausführlich  berichtet.)


Schon  unterwegs,  kurz  vor  meiner  Ankunft  in
Nssakpe,  hatte  sich  meiner  Kolonne  der  Generalbevollmächtigte
  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun,
Hauptmann  a.  D.  Ramsay,  angeschlossen,  der  bei  den
geographischen  Arbeiten  hier  in  der  Gegend  werth
volle  Unterstützung  geleistet  hat  und  fernerhin  leisten
wird.

Station  Johann  Albrechtshöh,
den  20.  Februar  1901.

Nach  Erledigung  von  schriftlichen  Arbeiten,  Palavern
  und  Besichtigung  der  Station  und  Umgebung
brach  ich  am  5.  d.  Mts.  mit  meiner  Kolonne  von
Nssakve  auf  und  traf  nach  fünfstündigem  Marsche
mittags  in  Nssanakan  (engl.  Nsangandep)  ein,  wo  ich
in  dem  provisorischen  Hause  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun
  Wohnung  nahm.

Etwa  eine  halbe  Stunde  östlich  von  sanakon
mündet  von  Süden  her  der  Ayafluß  in  den  Croß:
er  bildet  die  östliche  Grenze  der  jetzt  absolut  fried
lichen  Ekoistämme.  Oestlich  des  Aya  beginnen  die
sehr  volkreichen,  in  außerordentlich  fruchtbarem  Gelände
  wohnenden  Keakastämme.  Die  nördlichen
Keakas,  welche  mit  den  rebellischen  Ekois  gemeinsame
Sache  gemacht  hatten,  sind  durch  Hauptmann  v.  Besier
ebenfalls  völlig  unterworfen  und  der  Weg  Ossing  —
Nda  ali—.Tinto  ungehindert  zu  passiren.  Da  dieser
Weg  mich  indessen  zu  weit  von  der  Küste  entfernt
und  zu  lange  aufgehalten  hätte  —  ich  hätte  die
Balistraße  bei  Defang-Tale  erreicht  —,  beschloß  ich,
mich  auf  dem  erst  vor  einigen  Monaten  von  Herrn
Ramsay  erschlossenen  Wege  durch  die  südlichen  Keakagebiete
  zur  Küste  zurückzubegeben.  Ramsay.  den
ebenfalls  dringende  Geschäfte  zur  Küste  zurückriefen,
schloß  sich  mir  an.

Die  Kolonne  verließ  Nssanakan  am  8.  d.  Mts.
und  gelangte  nach  zwei  theilweise  recht  anstrengenden
Märschen  durch  Bergwald  über  Mbehnjang  (Salzquellen),
  Innkun  am  9.  d.  Mts.  nach  Mbabong.
Von  hier  aus  wurde  am  nächsten  Tage  der  tiefe  Ana
mit  Hülfe  des  zu  diesem  Zweck  von  ssakpe  mitgenommenen
  Faltbootes  überschritten  und  um  11  Uhr
vormittags  in  dem  ersten  Keakadorf  Nkogo  gelagert.
Hier  wie  auch  später  zeigten  sich  die  Keaka  friedlich,
gutmüthig  und  zutraulich.  Obgleich  Ramsay  der
erste  Europäer  war,  den  die  Leute  gesehen,  hatten
sie  auf  seine  Anregung  hin  die  Wege  zwischen  den
einzelnen  Ortschaften  theilweise  recht  gut  gereinigt,
so  daß  trotz  des  recht  coupirten  Geländes  das
Marschiren  nicht  allzu  beschwerlich  war  und  strecken-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonial  blatt  1900,  S.  872.
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        weise  die  Maulthiere  benutzt  werden  konnten.  Ueberall
wurden  reichlich  Lebensmittel  für  die  jetzt  etwa
200  Köpfe  starke  Kolonne  herbeigeschafft,  Hütten  zur
Verfügung  gestellt  und  bei  allen  Arbeiten  hülfreiche
Hand  geleistet.  Das  Land  produzirt  die  üblichen
einheimischen  Gewächse  in  Mengen;  die  Farmen
haben  zu  Zeiten  durch  die  noch  außerordentlich  häufigen
  Elefanten  schwer  zu  leiden;  Elfenbein  und
Gummi  ist  reichlich.

In  jedesmal  fünf=  bis  sechsstündigen  Tagemärschen
erreichte  ich  über  Bakät,  Abbas  und  Bal  am  14.
d.  Mts.  das  letzte  Keakadorf  Sekang  und  lagerte
unweit  desselben  am  Bamirifluß,  der  am  nächsten
Morgen  6  Uhr  durchwatet  wurde.  Am  15.  betrat
die  Kolonne  nach  sehr  beschwerlichem  Buschmarsche
etwa  10  Uhr  vormittags  die  Balistraße  und  rastete
um  12  Uhr  mittags  im  Dorfe  Tarangi,  wo  mir  ein
farbiger  Agent  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun
die  Nachricht  vom  Tode  des  alten  Garega  in  Bali
brachte.  Das  Lager  im  Dorf  Kokoboma  wurde  um
3  Uhr  nachmittags  bezogen.  Am  16.  ging  es  über
den  Mungofluß,  über  den  steilen  Kokobomaberg,  dann
fast  immer  am  Mungolauf  entlang  über  Bakunda,
Baduma,  Ikiliwindi,  Kumba  am  19.  d.  Mts.  nach
Johann  Albrechtshöh.

Diese  wunderbar  schön  gelegene  und  politisch
außerordentlich  wichtige  Station  beginnt  jetzt  unter
Oberleutnant  Schmidt,  der  von  seiner  Ehefrau  begleitet
  ist,  aufzublühen  und  die  ihr  gebührende  Rolle
zu  spielen.  Ich  inspizirte  während  der  nächsten  Tage
die  Station  und  wies  dem  Chef  einen  bestimmten
Wirkungskreis  zu,  dem  zufolge  die  Balistraße  von
Kumba  bis  Mangemen  der  Station  untersteht.  Nach
Süden  erstreckt  sich  der  Bereich  der  Station  bis  an
den  Richardsee  am  Kamerungebirge,  nach  Osten  bis
einschließlich  der  Bakossiberge.  Am  21.  überraschte
uns  am  Rande  des  fischreichen  Elesantensees  der
erste  diesjährige  Tornado,  mit  heftigem  Wind  und
zweistündigem  Regen,  eine  Mahnung,  daß  die  Trockenzeit
  sich  ihrem  Ende  näherte.

Den  Polizeiinspektor  Biernatzki  hatte  ich  schon
von  Ikiliwindi  über  Mundame  —  Dibombari  nach
Kamerun  zurückgesandt.  Am  22.  d.  Mts.  marschirte
Polizeimeister  Brückner  mit  dem  Gros  über  Eliki
und  Bakundu  ba  Bombe  nach  Majuko  am  Mungo,
wo  ich  selbst  über  Mundame,  den  Mungo  im  Kanu
stromabfahrend,  die  Kolonne  am  24.  wieder  traf.

Der  25.  brachte  uns  noch  einen  heißen,  sehr
steinigen,  sechsstündigen  Marsch  nach  dem  Bakwiridorf
  Lisoka,  bis  wohin  mir  Leutnant  Kramsta  mit
Pferden  der  Station  entgegengekommen  war.
26.  langte  Alles  wohlbehalten  in  Busa  an,  wo  die
Expedition  aufgelöst  wurde.

Erpedition  des  PDauptmanns  v.  Schimmelpfennig.

Die  bereits  angekündigte*')  Expedition  des  stellvertretenden

  Kommandeurs  der  Keiserlichen  Schutz-*)
  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  149.

278

Am  zucht  noch  unbedeutend  ist,  aus  dem  Hinterlande  be- 



 

truppe  von  Kamerun,  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig,
  ist  Mitte  Januar  aufgebrochen.  Das
Expeditionskorps  setzt  sich  zusammen  aus  den  drei
Zugführern  Oberleutnant  Schlosser,  Leutnant  v.  Unruh
  und  Feldwebel  Hensel,  dem  Stabsarzt  Hösemann,
  dem  Oberbüchsenmacher  Zimmermann  (für  das
Maschinengewehr),  dem  Expeditionsmeister  Feldwebel
Jonczyk,  dem  Sergeanten  Schwermann,  den  Unteroffizieren
  Mörstadt  und  Schöppner,  140  farbigen
Soldaten,  eingeschlossen  Chargen,  sowie  der  entsprechenden
  Anzahl  Träger.  Hauptmann  v.  Schimmelpfennig
  hat  den  Auftrag  erhalten,  zunächst  denjenigen
rebellischen  Stamm  bei  Yaünde,  bei  dessen  Bekämpfung
Oberleutnant  Lequis  gefallen  ist,  zu  bestrafen.  Der
Zug  der  Expedition  beansprucht  auch  vom  wissenschaftlichen
  Standpunkte  aus  insofern  besonderes  Interesse,
  als  v.  Schimmelpfennig  auf  seinem  Rückmarsch
das  bisher  vollkommen  unerforschte  Gebiet  jenseits
des  Mtane  und  südlich  der  Moanengubaberge  aufschließen
  soll.  Bisher  ist  es  den  Händlern  und
Reisenden,  welche  dieses  Gebiet  zu  durchqueren  versuchten,
  nie  möglich  gewesen,  von  Jabassi  aus  weiter
als  drei  Tage  ins  Innere  vorzudringen.

Wilitärisches  aus  Ramerun.

Hauptmann  Guse  ist  von  seiner  bisherigen
Stellung  als  Stationschef  in  Nssakpe  von  dem  Kaiserlichen
  Gouverneur  in  Kamerun  entbunden  und  mit
der  Unterwerfung  der  immer  noch  revoltirenden
Ngolostämme  beauftragt  worden.  Nach  Erledigung
dieser  Aufgabe  wird  sich  Hauptmann  Guse  über
Victoria  —  Kamerun  nach  Kribi  begeben,  um  die
Oberleitung  der  militärischen  Streitkräfte  in  dem
Buligebiete  zu  übernehmen.  Die  Leitung  der
Station  Nssakpe  ist  dem  Hauptmann  Glauning
übertragen.  Nssakpe  ist  nunmehr  besetzt  mit  Hauptmann
  Glauning  (Chef),  Oberleutnant  Leßner,  Assistenz.
arzt  Dr.  Kaschke,  Sanitätssergeant  Briesemeister,  einem
Unteroffizier,  70  Mann  der  Truppe  und  etwa  130
Arbeitern.

Togo.

Ueber  die  Verbältnisse  im  Bezirk  Misahöhe.
1I.
4.  Viehzucht,  Feldbau  und  Versuchskulturen.
Das  Milchvieh  wurde,  da  im  Bezirke  die  Viehzogen

  und  gedeiht  bei  der  vortrefflichen  Pflege  so
gut,  daß  die  Europäer  von  Amedjowe  täglich  frische
Milch  und  Butter  in  hinreichender  Menge  erhalten.
Neben  der  Rindviehzucht  wird  daselbst  auch  Zucht
von  Pferden,  neuerdings  auch  von  Eseln,  mit  Erfolg
betrieben.  Thierarten  wurden  aus  dem  Hinterland
bezogen.  Für  gewöhnlich  hält  sich  die  große  Pferde-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  238.
        <pb n="331" />
        rasse  nicht,  wohl  aber  die  kleine.  Während  bei
Pferden  wie  Eseln  die  eingeführten  Mutterthiere  nach
längerer  oder  kürzerer  Zeit  eingehen,  halten  sich  die
am  Ort  geborenen  und  aufgewachsenen  Thiere  vortrefflich.


Schafe,  Ziegen,  Schweine  sowie  Hühner  werden
von  den  Eingeborenen  überall  gehalten;  Enten,  Tauben
und  Puten  dagegen  weniger.

Angebaut  wird  im  Bezirk:

1.  an  Feldfrüchten  und  Obst:  Jams,  Mais,
Reis,  Kassada,  Tavo,  Okro  (Hibiscus  esc.),  drei
Arten  Bohnen,  Erdnuß,  Sesam  (nur  in  Krpelle),
Zwiebeln,  Tomaten,  Bananen,  Pisang,  Aschantipfeffer,
  vereinzelt  Sorghum,  Zuckerrohr;  häufig  Ananas,
Papaya,  Mango  Orange,  Limone,  Eierfrucht,  Luffa
(wild  wachsend):

2.  an  Rohstossen:  Palmöl  und  Palmkerne,
Schibutter,  Kautschuk,  Baumwolle,  Pandanusfaser,
Kaffee  (arabischer  und  Liberia),  Kakao,  Kola  und
Tabak.

Kola  produzirt  vorerst  allein  die  Landschaft
Owusuta,  wo  sich  bei  Ová  km  ein  Bestand  von  200
Stück,  darunter  21  tragende,  befindet.  Außerdem
befinden  sich  tragende  Kolabäume  noch  vereinzelt  in
den  Landschaften  Govilvhe,  Kunya  und  Buem.

Kautschuk  wird  in  den  Landschaften  Buem  und
Dayi  in  nennenswerther  Menge  aus  einer  Lianenart
  gewonnen.  Junge  Kautschuklianen  sind  im
ganzen  Gebirge,  auch  an  dem  isolirten  Aguberge
häufig.  Baumwolle  wird  überall  angebaut.  Sie
wird  verwendet  zur  Anfertigung  von  Schnüren  zu
Fischnetzen  und  von  gestrickten  Mützen,  sowie  zum
Weben  der  groben  Schlaftücher.

Der  Schibutterbaum  kommt  in  dem  Distrikte
häufig  vor.

Das  wichtigste  Ereigniß  war  die  Anlage  des
ersten,  größeren  Plantagenunternehmens  im  Bezirk
Tafie  und  Nyambo  am  Ago  durch  den  Bergwerksbesitzer
  Sholto  Douglas.  Es  sind  etwa  15  ha  mit
Baumwolle  bepflanzt,  2  ha  mit  Kakao,  und  etwa
2  ha  nehmen  Tabak,  Futtermittel  und  die  Baumschule
  in  Anspruch,  in  welcher  eine  Anzahl  der  werthvollsten
  Pflanzen,  wie:  Hevea  brasiliensis,  Castilloa
elastica,  Mahagoni,  Teakholz  und  andere  mehr,  gezogen
  wird.  1000  Kolanüsse  liegen  noch  in  den
Saatbeeten.  An  den  Wegen  entlang  steht  Manihot
Glaziovii,  an  den  Bachufern  indischer  Bambus.  Alles
gedeiht  bei  dem  feuchten  Klima  und  dem  tiefgründigen
Boden  vortrefflich.  Nur  darf  Baumwolle,  wie  der
Versuch  lehrt,  nicht  im  Anfang  der  Regenzeit  gepflanzt
  werden.  Sie  ist  dann  zu  großer  Feuchtigkeit
ausgesetzt.  An  Arbeitern  beschäftigt  die  Plantage
zur  Zeit  etwa  100  Eingeborene,  deren  Zahl  aber
jederzeit  nach  Bedarf  erhöht  werden  kann.  Die
Arbeiterverhältnisse  sind  sehr  günstig.

Etwas  früher  schon  legte  ein  Kaufmann  in  Palime
am  Ahäbache  eine  kleine  Pflanzung  von  Liberiakaffee,
  Kakao  und  Manihot  Glaz.  an.  Geplant  sind
noch  weitere  wirthschaftliche  Unternehmungen  im  Bezirk.

279

 

Die  bisherige,  Liberiakassee,  Kola  und  einige
Kakaopflanzen  enthaltende,  im  Jo-Thale  gelegene  Versuchspflanzung
  der  Station  Misahöhe  wurde  bis  auf
20  ha  vergrößert.  Der  besseren  Ueberwachung  wegen
wurde  in  Höhe  der  Station  ein  0,7  ha  großer  Versuchsgarten
  angelegt.  Schließlich  wurden  auf  dem
Franciospaß  0,6  ha  Waldboden  für  solche  Pflanzen
gerodet,  welche  Höhenlagen  bevorzugen.  Die  Bergplantage
  enthält  vorläufig  30  Ficus  elastica,  in  Abständen
  von  15  m  gepflanzt,  um  zu  versuchen,  ob
die  trocknere  Höhenlage  günstiger  ist  als  die  feuchte
Thalniederung.  Bei  Beginn  der  Regen  im  kommenden
  Jahre  sollen  noch  einige  Guttaperchapflanzen
sowie  als  Zwischenkultur  Kola  und  arabischer  Kaffee
gepflanzt  werden.

Der  Garten  enthält  außer  den  europäischen  und
einheimischen  Gemüsekulturen  und  Zierpflanzen
(Olbeander,  Rosen,  Nelken,  Acalypha,  Graptophilum,
und  andere)  tropische  Obstsorten,  wie:  Mangos,  Papaya,
Musa  sapientum,  Ananas,  Ancna  squamosa,  Anona
muricata,  Psidium  Gujara,  Punica  granatum,
Arogado,  Orangen,  Limonen,  dazu  Zuckerrohr,
Terminalia  Catappa,  Luffa  Cylindrica,  als  Schattenbäume
  oußerdem  noch  Poincina  regia,  Crescentia
Cujete,  Cola  sterculia  und  einige  wilde  Fruchtbäume.
  Ferner  sind  daselbst  zu  Versuchen  in  kleinem
Maßstabe  angepflanzt  an  Faserpflanzen:  Agave
sisalana,  Fourcroya  gigantea  und  Agave  americana,
  die  gut  gedeihen;  an  Gewürzpflanzen:  Piper
nigrum,  Piper  angustifolium  und  Vanilla  planiflora.
  Ferner  sind  die  einheimische  Kautschukliane
und  der  einheimische  Tabak  aus  Kumfa  angesät.  Den
Haupttheil  des  Gartens  nehmen  die  Saat=  und  Anzuchtbeete
  der  größeren  Versuche  ein.  Darin  befinden
  sich  außer  Erythricylon  Coca  und  Coffea
arabica,  der  Odumbaum  (Chorophora  ecelsa),
Perubalsambaum,  Cedrela  odorata,  etwa  600  Kolapflanzen
  und  andere  mehr.  Die  Hauptanlage  ist  die
Thalplantage.  Dort  wurde  der  infolge  des  sumpfigen
Bodens  abgestorbene  Theil  der  alten  Kolaplantage
mit  100  indischen  und  70  einheimischen  Bambus
bepflanzt.  Die  dem  Absterben  nahe  Kolaplantage
erholte  sich  wieder  infolge  sorgfältigster  Pflege
und  Ausrottung  des  Bohrkäsers.  Von  den  noch
vorhandenen  1277  Bäunchen  haben  etwa  900  Aussicht,
  sich  gut  zu  entwickeln.  Für  ihre  vorläufige
Beschattung  wurden  Pisangs  gepflanzt.  Da  der
dortige  Boden  nicht  von  besonderer  Güte  ist,  soll  die
noch  in  den  Saatbeeten  befindliche  Kola  an  besserer
Stelle  ausgepflanzt  werden.  Am  Bachufer  entlang
wurde  Ficus  elast.  gepflanzt,  der  sich  bis  jetzt  durch
rasches  Wachsthum  auszeichnet.  Der  guttragenden,
1892/93  angelegten  Liberiakaffeeplantage  mit  500
Bäumen  drohte  Vernichtung  durch  einen  Bohrkäfer,
der  sich  schon  in  den  meisten  Bäumen  eingenistet
hatte,  ehe  der  Kampf  gegen  ihn  eröffnet  wurde.
Zunächst  wurden  der  Boden  der  Plantage  und  die
Bäume  selbst  peinlich  sauber  gehalten,  absterbende
Zweige  2c.  sofort  entfernt  und  die  Stämme  mit
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        Kalkmilch  bestrichen.  Sodann  wurde  durch  das
Eintrittsloch,  später  auch  durch  ein  künstliches  Loch
am  oberen  Ende  des  nach  oben  blind  verlaufenden
Bohrkanals  der  ganze  Bohrkanal  mit  Petroleum
gefüllt.  Ferner  wurden  alle  alten  Baumstrünke  sowie
zwei  Arten  Bäume,  die  den  Bohrkäfern  als  Mutterhaus
  dienten,  von  wo  aus  sie  immer  wieder  auf  den
Kaffee  und  die  Kolabäume  einwanderten,  in  der
Nähe  der  Plantage  ausgerottet.  Nunmehr  scheint
es,  als  ob  der  Feind  vernichtet  sei.  An  Stelle  der
ausgegangenen  Bäume  wurden  sofort  andere  nachgepflanzt.
  Außerdem  aber  wurden,  theils  um  später
Ersatz  zu  haben,  theils  um  den  großen  zwischen

den  angepflanzten  Nutzholzbäumen  leer  bleibenden

Raum  auszunutzen,  617  neue  Bäumchen  ausgesetzt.
Die  eine  Hälfte  dieser  neuen  Plantage  ist  mit  Cearakautschuk
  mit  einem  Abstand  von  8  m,  die  andere
mit  20  Odumbäumen  mit  einem  Abstand  von  12  m
bepflanzt.  Außerdem  ist  der  halbe  Berghang  zwischen
Station  und  Arbeiterdorf  sowie  der  Weg  vom
Arbeiterdorf  bis  zur  Station  und  die  Stelle  südwestlich
  des  Hauptgebäudes  mit  insgesammt  über
300  Stück  Cearakautschukbäumchen  bepflanzt.  Die
acht  Mutterbäume,  aus  deren  Samen  und  Stecklingen
das  Pflanzenmaterial  herrührt,  find  seiner  Zeit  von
Herrn  Wöckel  angepflanzt  worden.  Die  Anlage  wird
den  steinigen,  sonst  unbenutzbaren  waldlosen  Berghang
  in  einen  Manihotwald  verwandeln.

Die  20  von  Hauptmann  Wegner  angepflanzten,
nun  dreijährigen  Kakaobäumchen  haben  schwer
unter  den  Termiten  gelitten.  Deshalb  ist  die
neue  Plantage  von  50  Bäunchen  an  einer  termitenfreien
  und,  sowohl  was  Boden  als  auch
Bewässerung  betrifft,  günstigeren  Stelle  angelegt.
Dort  befindet  sich  auch  die  gut  gedeihende  Anpflanzung
  von  Kautschukpflanzen  (8  Hevea  brasiliensis,
  14  Castilloa  elast.,  5  Mascarenhasia  elast.,
1  Vahea  mad.).  Zwischen  den  Kakao  sind  als  zukünftige
  Schattenbäume  abwechselnd  gepflanzt
Crescentia  Cuzjete,  Cedrela  odorata  und  verschiedene
  Encalyptus.  Vorerst  dient,  wie  bei  Kaffee
und  Kola,  Pisang  als  Schattenpflanze.  Zwischen
Kaffee=  und  Kakaopflanzung  erstreckt  sich  die  zum
Bepflanzen  bereits  völlig  hergerichtete  Baumpflanzung,
die  vorerst  nur  einige  Guttaperchas  und  Parena
Leeri,  dazu  Swietenia  Mahagoni,  Toluifera
Pareirae,  Cinnamomum  Ceylonicum,  Caesalpinia
Voriaria  und  andere  mehr  in  je  2  bis  5  Exemplaren
enthält.

Eine  weitere  Versuchspflanzung  wurde  von  der
Station  Kpandu  angelegt.  Dort  sind  ausgepflanzt:

85  Sterculia  Cola,  30  Coffea  liberia  und
arabica,  3  Fourerova  gigantea,  10  Ficus  elastica,
3  Mascarenhasia  elast.,  3  Casuarina  equisetifolia,
einige  Manihot  Glaz.,  dazu  Anona  sduamosa  und
muricata,  Punica  granatum,  Psidium  Guajava.
Poinciana  regia,  Taro,  einheimischer  Tabak,  Mango,
Bananen,  Zierpflanzen.  In  Saatbeeten  stehen  noch
600  Kola,  400  Kakao,  Coffea  arabiea  und  dioverse
Eucalpptus.

280

 

Die  in  der  ersten  Anlage  begriffenen  Bersuch:-pflanzungen
  der  Außenstationen  enthalten  vorläufi
fast  nur  Kola  in  Saatbeeten,  und  zwar:

Agudewe:  800  Kolanüsse,  einheimischer  Bambu-=Coffea
  liberia,  Anona  mur.

Dayi  (700  m  hoch):  800  Kolanüsse.

Evli:  700  Kolanüsse.

Ho:  320  Kolanüsse,  einige  Coffea  arab.,  Anon

mur.,  u.  a.  Obst.

Gyasekang:  274  Kolanüsse.

Botoku:  330  Kolanüsse.

Woadse:  350  Kolanüsse,  10  Ficus  elastica

20  Manihot  Glaz.,  in  Saatbeeten  60  Kakar
20  Coffea  arabica.

Kwamikum:  309  Kolanüsse.

Es  ist  danach  besonderer  Werth  auf  die  Kol,
gelegt  worden.  Daneben  kommen  für  das  Gebirg
Kautschuk  und  Nutzholz,  für  die  Savanne  Faserpflanzen
  und  zum  Aufforsten  Manihot  Glaz.,  Euca#
Iyptus,  und  ein  termitenfester  Savannenbaum  Exex.
in  Betracht.  Seitens  des  Gouvernements  sind  schon
im  Jahre  1895/96  durch  den  damaligen  Wanderlehrer
  Wöckel  Anpflanzungen  durch  Eingeborene  veranlaßt
  worden,  die  aber  mangels  Kontrolle  infolge
Beamtenmangels  erfolglos  ausfielen.  Die  Kaffeesaar
in  Buem  ging  nicht  auf.  Von  den  Kolapflanzen  in
Amedjowe  und  Worawora  gingen  viele  infolge
Trockenheit  zu  Grunde,  ein  weiterer  Theil  bei  dem
im  Berichtsjahre  erfolgten  Verpflanzen.  Jedoch  sind
noch  etwa  300  am  Leben.  Dagegen  haben  sich
einige  der  in  der  Umgebung  von  Misahöhe  gepflanzten
Manihot  Glaz.  gut  entwickelt.  Die  Versuchspflanzungen
  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft  waren
die  ersten  im  Bezirk  und  bis  auf  die  jüngste  Zeit
die  bedeutendsten.

In  Ho  (240  m  hoch)  ist  sehr  viel  gepflanzt
worden,  z.  B.  allein  3000  Kaffeebäume,  doch  meist
mit  schlechtem  Erfolge,  weil  der  Boden  schlecht  und
das  Klima  infolge  der  Küstennähe  bereits  zu  trocken
ist.  So  sterben  arabischer  und  Liberiakaffee  sowie
Kakao  nach  geringem  Ertrage  ab.  Dagegen  gedeihen
etwa  300  Odumbäume  gut,  die  vier  bis  acht  Jahre

alt  sind.  Im  letzten  Jahre  wurden  wiederum  150

Stück  ausgepflanzt.  Ferner  100  Orangenbäume,
etwa  200  Eucalypten,  die  1886  gepflanzt,  im  Jahre
1899  bereits  25  bis  50  m  hoch  waren.  50  Kokospalmen,
  die  gut  gediehen  waren,  starben  1900  sämmtlich
  an  einer  von  der  Küste  kommenden  Krankheit  ab.

In  Amedjowe,  mitten  im  Togogebirge  gelegen,
sind  angepflanzt:

1.  400  tragende  Kaffeebäume  zweier  Arten.
Davon  kommt  Coftea  liberia  nicht  zur  Reife,  sehr
gut  dagegen  eine  vom  Kongo  stammende  Art.

2.  120  Kakaobäume,  drei  Jahre  alt,  sich  gut
entwickelnd.  Ein  siebenjähriger  Baum  trägt  reichlich
Frucht.

3.  50  Sterkulia-Kola,  vier  bis  fünf  Jahrr  alt,
mäßig  entwickelt.  Die  Ursachen  davon  sind  jedoch

äußerer  Natur  und  nicht  dem  Boden  oder  Klima

zuzuschreiben.
        <pb n="333" />
        —  281  —

4.  Exemplare  von  Foureroya  gigantea  und  Der  Personentransport  erfolgt  durch  Hängematte
gave  americana  sowie  Casuarina  equisetifolia  oder  zu  Pferde.  Die  Pferde  kommen  aus  dem
md  Ficus  elastica,  die  sich  in  den  zwei  bis  vier  Hinterland.  Ihr  Preis  schwankt  zwischen  60  und
jahren  seit  der  Anpflanzung  prächtig  entwickelt  haben.  300  Mark.

ibenso  ist  der  Odumbaum  und  das  sogenannte  ein-  Die  Entfernung  nach  Kratyi  beträgt  in  der  Wegeimische
  Mahagoni  angepflanzt.  Dazu  kommen  richtung  etwa  130  km  =  sechs  Tagemärsche,  nach
#hlreiche  Obstbäume,  wie  Orangen,  Gedejeren,  Kpandu  etwa  32  km,  nach  Atakpame  etwa  95  km

gananen,  Ananas.  Unter  der  Blumenzucht  ist  das  fünf  Faemüe  nach

dedeihen  der  Rosen  hervorzuheben.  Die  Schnelligkeit  in  der  Beförderung  der  Brief—

Auf  allen  den  genannten  europäischen  Versuchs-  ʒ  »  ·»
flquzuxkgm  gedeihkgn  (in  der  2  2  post  wurde  erheblich  vergrößert  durch  Einrichtung

-—«  —  -  von  Relais.  In  Gbin  wurden  zwei  Eingeborene  als
u  bei  reihlicher  Bewässerung)  die  europälschen  Boten  angestellt,  die  in  Verbirdung  mit  der  Gouhemüse,
  wie  Kopfkohl,  Krauskohl,  Spinat,  Kohlrabi,  .  ...
dothlohl,  Karotten,  Salat,  Endivien.  Bohnen,  Erbsen.  vernementsstation  in  Kewe  es  ermöglichen,  daß  die
kettig,  Radieschen  und  Gurken.  Blumenkohl  gedeiht  Post  von  Lome  in  36  Stunden  Mlahöhe  1nd  von
sten  Die  Versuche  mit  Kartoffeln,  die  in  Misohöhe  da,  durch  e  ensolche  Relais  in  Lavanyo  und  Kwamius
  Steckkartoffeln  (1893)  wie  Samen  (1900)  zu  krum,  in  weiteren  48  Stunden  Kratyi  erreicht.
ehen  versucht  wurden,  mißlangen  bis  jetzt.  Doch  Ebenso  wurde  zur  besseren  Verbindung  von  Misahöhe
t  dobei  zu  berücksichtigen,  daß  Fehler  in  der  Aus-  mit  Kpandu  und  Amedjowe  ein  Relais  in  We  Deme
t.  Die  Post  erreicht  Kpandu  in  zehn  und
ahl  des  Platzes  und  der  Pflege  wahrscheinlich  sind.  eingerichtet.
ze  Versuche  in  Amedjowe  mißlangen  bisher  gleic  Amedjowe  in  neun  Stunden.
Ulss.  Ein  erneuter  Versuch  ist  noch  nicht  abgeschlossen.  Eine  fernere  Erleichterung  des  Verkehrs  fand  statt
sos  Wachsthum  der  Stauden  ist  bisher  erfreulich.  durch  umfangreiche  Wegebauten.  Als  Arbeiter  dienten
ußer  den  europäischen  Versuchspflanzungen  sind  dabei  die  Eingeborenen.  Es  wurde  bestimmt,  daß
#che  auch  von  Eingeborenen  in  kleinerem  Umfange,  jedes  Dorf  den  angeordneten  Weg  so  weit  zu  bauen
zer  sehr  zahlreich  angelegt  worden.  Die  ersten  An=  habe,  als  er  in  seine  Gemarkung  fällt.  Die
age  datiren  zurück  in  das  Jahr  1891.  Besonderen  wichtigste  der  Neuanlagen  war  die  Gangbarmachung
mfang  hat  im  Berichtsjahre  besonders  das  An=  der  Kameschlucht,  des  letzten  Stücks  des  Hauptweges
lonzen  von  Kakao  angenommen,  den  die  Leute  von  über  das  Gebirge.  Ein  Stück  davon  ist  noch  durch
Goldküste  mitbringen.  An  Kaffeebäumen  sind  umfangreiche  Sprengungen  1901  zu  verbessern.  Ebenso
1  Bezinke  etwa  2300  vorhanden,  Kakaobäume  etwa  wesentlich  war  der  Bau  der  74  m  langen  Brücke
700,  Kolabäume  etwa  500.  k  über  den  Gbinfluß,  den  das  Gouvernement  ausführen
Von  Nutzhölzern  ist  der  Seidenwollbaum  zu  er-=  ließ.  Dadurch  ist  der  Weg  nach  Lome  von  den
ähnen,  dessen  Wolle  im  Hinterland  zu  Kissen  ver=  Haupthindernissen  befreit.  Von  Gbin  bis  Tove  ließ
erthet  wird.  das  Gouvernement  den  durch  Regengüsse  völlig  zer-Zu
  Brückenbauten  wurden,  um  das  seltene  und  störten  Weg  wieder  herstellen.  Das  noch  fehlende
erthvolle  Odumholz  zu  sparen,  für  den  Unterbau  Stück  zwischen  Gbin  und  Palimc  baute  die  Station
W  Holz  eines  termitenfesten  Savannenbaumes  (in  und  beendete  so  die  Fertigstellung  des  Weges  nach
vhe  Exexé  genannt)  verwandt.  In  dünnen  Stämmen  Lome.  Außerdem  wurde,  um  eine  ebene,  eventuell
mutzen  ihn  die  Eingeborenen  zum  Hüttenbau.  AlsF  zum  Fahren  geeignete  Trace  zu  bekommen,  ein  Weg
elag  wurden  Speltstücke  der  Delebpalme  verwandt.  von  Tove  über  Adjave—Tome—Adame  nach  Gbin
ie  Delebpalme  ist  in  der  Savanne  östlich  des  gebaut,  welcher  jedoch  in  der  Regenzeit  nur  mit
ogogebirges  vereinzelt  überall,  stellenweis  sehr  häufig  Hülfe  langer  Dämme  gut  passirbar  ist.  Zur  Grenzttreten.
  Im  Bezirk  Kpandu  und  Boem  ist  sie  überwachung  wurde  ein  Weg  von  Fodomme  nach
der  auf  wenige  Stellen  beschränkt.  Exeré  ist  da=  Shiasi  in  bisher  weglosem  Gelände  angelegt,  ebenso
gen  vereinzelt  überall  vorhanden.  Größere  Bestände  von  Botoku  nach  Woadse  sowie  ein  den  Volta  entnd
  selten.  Seit  die  Organisation  des  Bezirks  es  lang  führender  Weg  von  Fanyankobo  bis  zur  Dayilaubte,
  ist  das  Holzfällen  unter  strengere  Kontrolle  mündung.  Für  die  Erschließung  von  Buem  für  den
enommen.  Die  Erlaubniß  wird  stets  nur  auf  ein  Lomehandel  war  die  Anlage  eines  Weges  durch  das
ahr,  für  eine  bestimmte  Anzahl  von  Bäumen  und  bisher  wegelose  Odomithal  von  Gbedschigbe  nach
or  Allem  nur  gegen  Uebernahme  der  Verpflichtung  Akpafu—Odomi  von  hoher  Bedeutung.  Man  kann
ir  Wiederanpflanzung  ertheilt.  nun,  ohne  eine  Steigung  überwinden  zu  müssen,
durch  Buem  reisen.  Daher  zog  der  Weg  sofort  nach
5.  Verkehrswesen.  Wegebau.  1  seiner  Herstellung  den  ganzen  Verkehr  zwischen  der
Der  Güterverkehr  bedient  sich  zur  Zeit  als  Trans=  Küste  und  dem  Gummigebiet  nördlich  in  Buem  an
ormittels  noch  des  Menschen.  Der  Durchschnitts=  sich.  Ferner  ist  von  großer  Bedentung  für  den
rei  für  Beförderung  einer  Last  von  50  bis  60  Pfund  Lomehandel  der  im  Bau  befindliche  direkte  Weg  von
urch  Tröger  beträgt  4  bis  5  Pf.  pro  Kilometer.  Ho  durch  die  unbewohnte  Ebene  nach  Agotime,  dessen
        <pb n="334" />
        Verlängerung  über  Batome  den  Weg  Misahöhe  —
Lome  kurz  oberhalb  Assahun  trifft.

An  den  größeren  Flüssen  des  Bezirks  wurden
Fähren  eingerichtet.  Die  Anwohner  bauen  und  er—
halten  die  dazu  nöthigen  Kanus.  Dagegen  wird
der  Fährmann,  ein  Ortsanwohner  von  der  Station,
während  der  Regenmonate  mit  10  Mark  besoldet.
Zwischen  Woadse  und  Botoku,  wo  ein  Ort  am  Flusse
sehlt,  wurde  ein  Gehoft  erbaut.  Die  Uebersahrt  ist
frei.  So  wurden  neben  der  bei  Befi  bestehenden
Fähre  solche  am  Konsu  bei  Kwamikrum,  am  Dayi
bei  Kudyora  und  Woadse  errichtet.  Es  erübrigt
noch  eine  Verbesserung  des  Dayiüberganges  hinter
Kollem.

Im  Ganzen  wurden  668  km  Wege  gebaut,  wovon
  368  km  4  bis  5  m  breite  Hauptwege,  der  Rest
2  bis  3  m  breit  sind,  und  27  km  Gebirgswege,
132  km  sind  noch  im  Bau  begriffen.

Deutsch-Reu-Guinea.

Reise  des  Gouverneurs  nach  dem  Süden  von  Deutsch=Heu-Guinea.
  "

Ueber  eine  mit  der  Yacht  „Eberhard“  (Besitzer
Herr  Mencke)  unternommene  Reise  nach  dem  Süden
von  Deutsch=  Neu-Guinea  berichtet  Gouverneur
v.  Bennigsen:

In  der  Nacht  vom  7.  zum  8.  Januar  verließen
wir  Herbertshöhe  und  gelangten,  mit  widrigem
Wetter  kämpfend,  an  der  Nordküste  von  Neupommern
entlang  am  11.  morgens  8  Uhr  nach  Friedrich-Wilhelmshafen.
  Dort  nahm  ich  in  dienstlichen  Angelegenheiten,
  insbesondere  über  Hafen=  und  Wegebauten,
  mit  dem  Kaiserlichen  Richter  und  dem  Administrator
  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Rücksprache
und  erhielt  die  sichere  Nachricht,  daß  in  das  Goldgebiet
  des  Ramu  ein  den  Wasserweg  um  Wochen
verkürzender  Weg  in  das  Innere  gefunden  ist.  Ich
besuchte  im  Laufe  des  Tages  die  evangelische  Mission
auf  der  Insel  Siar,  wo  die  Missionare  Bergmann
und  Helmich  mit  gutem  Erfolge  thätig  sind  und  in
ihrer  Schule  22  Kinder  unterrichten.

Am  Abend  verließen  wir  Friedrich  Wilhelmshafen
  und  erreichten  am  anderen  Morgen  in  der
Frühe  die  Nordostecke  der  Longinsel.  Dann  nahmen
wir  zwischen  der  Longinsel  und  der  Lottininsel  hindurch
  Kurs  auf  Simbang  (Finschhafen),  bei  langsamer
  Fahrt  Tiefseelothungen  und  Tiestseefischereien
vornehmend.  Den  nächsten  Tag  verbrachten  wir  in
Simbang.  Dort  ward  zunächst  die  unter  dem
Missionar  Flierl  stehende  evangelische  Mission  besucht.
Die  Fortschritte  der  Mission  sind  zwar  langsame,
aber  jedenfalls  hat  sie  hier  unten  und  in  der  Höhe
auf  dem  Sattelberge  bei  den  umwohnenden  Papuas,
die  den  Missionaren  sehr  freundlich  gegenüberstehen,
festen  Fuß  gefaßt.  Die  Mission  treibt  auch  etwas
Landwirthschaft  und  hat  einen  sehr  schönen  Rindviehstamm.


 

282

 

Um  möglichst  viel  vom  Lande  bei  dem  nur  am
einen  Tag  bemessenen  Aufenthalte  kennen  zu  lemen,
fuhr  ich  soweit  wie  möglich  im  Boote  den  Babm
hinauf.  Nach  einer  Strecke  von  etwa  5  km  hinderten
Stromschnellen  die  Weiterfahrt.  Wir  machten  donn
am  südlichen  Flußufer  einen  Ausflug  in  den  lich##n
Urwald,  in  welchem  Vögel  aller  Art,  auch  Paradiesvögel
  und  Kasuare,  laut  wurden.  Nachmittags  giy#
ich  auf  der  anderen  Seite  zu  Fuß  nach  der  Flor
mündung  zurück.  Das  Flußgebiet  ist  sehr  fruchtbr
durchweg  eben,  und  da  der  Bubui  bis  zu  de
Stromschnellen  auch  mit  einem  größeren,  nicht  ztief
  gehenden  Fahrzeuge  befahren  werden  kann,  z1
Plantagenanlage  sehr  geeignet.

Bei  der  Weiterfahrt  liefen  wir  zunächst  de
nördlichen  Theil  des  Hüongolfes,  bei  Kap  Arconan.
  Dann  segelten  und  dampften  wir  bei  stark
Nordwestbrise  weiter  nach  der  Herkulesbai.  Frut
morgens  befanden  wir  uns  nach  der  Karte  etwa  u
der  Höhe  derselben.  Es  gelang  uns  aber  weda
den  Herkulesfluß,  noch  die  Bai  auszumachen.  .
fuhren  darauf  mit  der  Dampfbarkasse  und  zu
Booten  im  Schlepp  der  Küste  zu,  die  wir  in  d
Nähe  der  Luardinseln  erreichten.  Am  Strart
empfingen  uns  zwei  waffenlose,  mit  grünen  Büäe
winkende  und  einen  Begrüßungstanz  aufführen:
Eingeborene,  die  sofort  zu  uns  ins  Boot  sprang.:
uns  pantomimisch  klar  machend,  daß  sie  uns  in  #
Dorf  führen  wollten.  Wir  fuhren  mit  ihnen  er
kurze  Strecke  nordwärts  die  Küste  hinauf,  wo  ur
in  einem  Fischerdorfe  eine  Anzahl  freundlich  gr#
sender  und  tanzender  Kanaker  entgegenkam,  die  r
Geberden  uns  aufforderten,  wir  möchten  den  31.
hinauf  zu  ihrem  Wohnsitze  fahren.  In  der  Meinun
den  Herkulesfluß  vor  uns  zu  haben,  fuhren  w.
mit  den  Booten  in  gerader  Linie  etwa  6  ker
flußaufwärts.  Der  Fluß  ist  in  prachtvolles  Al#..
vialland  tief  eingeschnitten.  Das  Wasser  desselbe
war  auch  bei  dem  Punkte,  über  den  wir  der  3#%
wegen  nicht  hinausgehen  konnten,  noch  sehr  tief  ur
für  kürzere  Dampffahrzeuge  mit  erheblichem  Tu
gange  befahrbar.  Rechts  und  links  zeigten  un
sorgfältig  angelegte  Taro=  und  Zuckerrohrfelder,  da
die  Bewohner  des  Landes  ziemlich  zahlreich  ufleißige,
  intelligente  Ackerbauer  sind.  Die  Heim
unserer  freundlichen  Führer,  am  Fuße  der  hier  drei  b
vierfach  hintereinander  geschichteten  Bergketten  gelege
konnten  wir  nicht  mehr  erreichen,  aber  von  ihnen  ur
ihren  zu  zwei  Dutzend  herbeigeeilten  Stammesgene.
tauschten  wir  für  Tabak  und  Messer  allerlei  hul':
Eihnologika  ein.  Wir  trennten  uns  von  den  Egeborenen,
  die  uns  baten,  bald  wiederzulommen.:
bester  Freundschaft  und  gelangten,  nachdem  wir!
tiesster  Dunkelheit  die  starke  Brandung  der  Ilarbarre
  glücklich  passirt  hatten,  gegen  9  Uhr  an  Bedes
  „Eberhard“.  Der  von  uns  befahrene  Flußlé.
läuft  in  unzähligen  Windungen  in  westsüdwestlich
Richtung.

Am  16.  bei  Tagesanbruch  lichteten  wir  #
        <pb n="335" />
        Ier,  um  der  deutsch-englischen  Grenze  zuzudampfen.
begen  9  Uhr  sichteten  wir  den  Ikorefluß  und  gingen

#nn,  vorher  bis  zur  Höhe  der  deutschen  Grenze

uahrend,  den  alten  Kurs  zurück,  weil  uns  Wahrehmungen
  der  Besatzung  der  Dampfbarkasse  davon
lberzeugt  hatten,  daß  der  gestern  befahrene  Wasserhuf
  nicht  der  Herkulesfluß  sei.

1  Gegen  Mittag  ankerten  wir  in  der  geräumigen,
vollkommen  geschützten  südlichen  Bucht  des  Adolfhasens.
  Am  anderen  Morgen  fuhren  wir  südwärts,
eiwa  4  Sm,  und  legten  uns  vor  eine  große
Flußmündung,  auf  deren  Barre  eine  hochschäumende
Brandung  stand.  Diesen  Wasserlauf  konnten  wir
nun,  nachdem  wir  die  Umgegend  kennen  gelernt
hatten,  sicher  als  den  Herkulesfluß  annehmen.  Es
gelang  uns,  die  Flußbarre  in  3  Booten  ohne  Unfall
zu  überschreiten.  Dann  befanden  wir  uns  auf  einem
im  Unterlauf  150  bis  200  m  breiten,  schnell
ließenden  Strome.  Eingeborenenkanoes  kamen  uns
enigegen,  deren  Insassen  uns  in  der  sreundlichsten
Weise  begrüßten  und  uns  Waffen,  Steinkeulen,
Speere,  Schilde  sowie  Hals=  und  Armschmuck  zum
Tausch  anboten.  Feuerwaffen  schienen  dieselben
nicht  zu  kennen.  Wir  fuhren  den  südwestlich  in
vielen  Windungen  verlaufenden  Strom  in  der  Luftlinie
  etwa  3  bis  4  km  hinauf.  Dann  landeten  wir
auf  einer  breiten  Sandbank,  in  deren  Hintergrunde
man  auf  der  Spitze  eines  steil  aufspringenden  Bergkegels
  eine  Eingeborenensiedelung  liegen  sah.  Eingeborene
  kamen  bald  herbei,  und  wir  machten  uns
in  ihrer  Begleitung  auf  zur  Erklimmung  des  Berges.
Auf  halber  Höhe  hatte  man  auf  einer  Felsplatte
zse  herrliche  Aussicht  auf  die  mäandrischen  Windungen
des  Herkulesflusses.  Noch  weiter  aufwärts  zu  steigen
unterließen  wir,  da  der  schmale  Pfad  immer  steiler
ward  und  die  Eingeborenen  uns  mit  Geberden  zu
dewegen  suchten,  nicht  in  ihr  Dorf  vorzudringen.
Bei  der  Rückkehr  zum  Flußstrande  schleppten  sie  in
Mossen  Zuckerrohr,  Taro,  Bananen  für  uns  mit.
Als  Tauschgegenstände  waren  bei  ihnen  am  beliebzesten
  Lendentücher,  Hobeleisen,  Spiegel,  leere  Flaschen.
Wir  sahen  bei  den  Eingeborenen  kleine  europäische
Berlen.
Benehmens  annehmen,  daß  sie  mit  Europäern
roch  nicht  in  Berührung  gekommen  waren,  und  daß
die  Gegenstände  europäischen  Ursprungs  als  Handelsartikel
  von  Hüongolf  hierher  gelangt  sind.  Demnach
  scheinen,  obwohl  in  Australien  die  Ansicht  verbreitet
  ist,  daß  der  Herkulesfluß  der  richtige  Zugang
zu  den  auf  deutschem  Gebiete  zu  vermuthenden  Goldlagern
  ist,  australische  Goldsucher  hier  ohne  Erlaubniß
  der  deutschen  Verwaltung  noch  nicht  eingedrungen
  zu  sein.

Der  Herkulesfluß  ist  nicht  tief  eingeschnitten  und
daher  nur  mit  sehr  flach  gehenden  Fahrzeugen  zu
befahren.  Die  Rückfahrt  durch  die  inzwischen
stärker  gewordene  Brandung  war  nicht  ungefährlich.

  Es  ist  aber  anzunehmen,  daß  außer  in

der  Zeit  des  Nordwest  die  Barre,  welche  aus  Sand

 

–w.  —

Ich  möchte  aber  trotzdem  wegen  ihres

283

 

6

besteht,  für  gut  gebaute  Fahrzeuge  leicht  und  ungefährlich
  zu  passiren  ist.
und  deren  Umgebung  vorhandene  Kartenmaterial  ist
ungenügend.
ist  auf  der  Karte  ohne  Namensbezeichnung  eingetragen.
  Ich  halte  denselben  als  Zugang  zum  Innern
und  als  Wasserstraße  eines  außerordentlich  fruchtbaren
  Gebietes  für  sehr  wichtig.
geborenen  konnten  wir  die  Flußnamen  nicht  erfahren.

Das  für  die  Herkulesbai

Der  von  uns  zuerst  befahrene  Fluß

Von  den  Ein-Am

  18.  abends  fuhren  wir  in  der  Richtung

auf  die  „Lieblichen  Inseln“,  an  der  Südküste  von
Neupommern  belegen,  weiter  und  trafen  am  22.
morgens  in  Herbertshöhe  wieder  ein.

Warshall-Inseln.

verzeichniß  der  im  Schutzgebiet  der  Marshall.  Inseln

tbäligen  Dandels-  und  Erwerbsgesellschaften.
(Nach  dem  Stande  vom  1.  Jannar  1901.)“)
I.  Jaluitgesellschaft  in  Hamburg.
Jaluit,  Hauptagentur  der  Jaluitgesellschaft:
10  weiße  Kaufleute,  1  weißer  Platzaufseher,
1  weißer  Zimmermann,  3  chinesische  Zimmerleute,

29  Karolinenarbeiter.

Schiffspersonal:
3  weiße  Kapitäne,  3  weiße  Steuerleute,  2  weiße

Maschinisten,  2  chinesische  Schiffsköche,  24  farbige

Seeleute.

Gastwirthschaft,  Inhaber  Philipp  Poznanski.

Handelsstationen:

Jaluit:  2  weiße  Händler,  3  Halbblutgehülfen,
Ebon:  1  weißer  Händler,  2  Halbbluthändler
Namrik:  1  weißer  Händler,  1  Halbbluthändler,
Nauru:  2  weiße  Händler,
Ailinglablab:  1  weißer  Händler,
Mille:  2  weiße  Händler,
Arno:  3  weiße  Händler,
Majeru:  3  weiße  Händler,  1  farbiger  Händler,
.  Maloelab:  1  weißer  Händler,
Medjit:  1  weißer  Händler.

Pflanzungen:
1.  Udjelang:  1  weißer  Pflanzer,  17  Marshall-Arbeiter,

2.  Killi:  4.  Marshall-Arbeiter.

II.  Pacific-Islands  Co.,  Limited,  in  London:
1.  Majeru:  1  Hauptstation:  1  weißer  Agent  und
2  weiße  Gehülfen,  1  Nebenstation:  1  weißer
Händler,

Arno:  2  weiße  Händler,  1  farbiger  Händler,

.  Mille:  1  weißer  Händler,

Ebon:  1  weißer  Händler,

.  Namrik:  1  farbiger  Händler,

.  Nauru:  2  weiße  Händler.

*)  Vergl.  Deutsches  Rolonialblatt  1900,  S.  288.

Se  5  ν

*—

aS##  o
        <pb n="336" />
        —  284

III.  Capelle,  de  Brum  und  Jaluitgesellschaft
zu  Hamburg.
Pflanzung  Likieb:  1  weißer  Pflanzer,  1  Halbblutpflanzer
  und  etwa  150  Marshall-Arbeiter.
IV.  Bootbauer  in  Likieb.
J.  de  Brum  (Halbblut),  A.  Capelle  2  Halbblut.

–½

Samva.

Entwaffnung  der  Lamoaner.

Ueber  die  erfolgreich  durchgeführte  Entwaffnung
der  Samoaner  liegt  jetzt  ein  längerer  Bericht  des

Gouverneurs  Dr.  Solf  vor,  dem  wir  Folgendes

entnehmen:
Alsbald  nach  der  Auszahlung  der  Entschädigungsgelder,
  welche  von  den  drei  Vertragsmächten  (Deutschland,

  England  und  Amerka)  den  Samoanern  für
die  Ablieferung  von  3410  Gewehren  an  die  1899

nach  Samoa  entsandte  Friedenskommission  ausgesetzt
waren,  habe  ich  am  28.  Dezember  v.  Is.  eine  Proklamation
  erlassen,  worin  die  Eingeborenen  aufgesordert
  wurden,  sämmtliche  noch  in  ihrem  Besitz
befindlichen  Feuerwaffen  bis  zum  31.  Januar  d.  Is.
auszuliefern.  Für  den  Fall  der  Nichtabgabe  der
Gewehre  bis  zu  diesem  Termin  war  schwere  Bestrafung
  und  Konfiskation  angedroht  und  zugleich
eine  Belohnung  von  2  Dollar  demjenigen  zugesichert,
der  von  der  Verheimlichung  von  Waffen  der  Behörde
Anzeige  erstatten  würde.  Auf  verschiedenen  Fonos
(öffentliche  Berathungen)  in  Mulinu  und  auf  Savaii
habe  ich  den  Inhalt  der  Proklamation  erlautert  und
den  Eingeborenen  ans  Herz  gelegt,  als  Beweis  ihrer
oft  und  in  wohlgesetzten  Reden  versicherten  Loyalität
sämmtliche  Feuerwassen  zu  Kaisers  Geburtstag,
gleichsam  als  ein  Geschenk  für  Seine  Mojestät,  abzuliefern.
  Mataafa  und  die  Faipule  gingen  schnell
und  mit  Freuden  auf  meinen  Vorschlag  ein  und
versprachen,  die  Gewehre  sämmtlich,  ohne  Ausnahme,
bis  zum  27.  Januar  abzuliefern.  Mit  der  Kontrolle
der  richtigen  Ablieserung  in  Savaii  habe  ich  den
Ende  Juli  v.  Is.  von  mir  nach  Savali  verbannten
Failantufi  (Sekretär)  Mataafas,  den  Häuptling  Tolo,
beauftragt,  der  seit  Monaten  nicht  aufgehört  hatte,
mich  durch  Mataafa  zu  bitten,  es  mit  ihm,  als  gebessertem
  Menschen,  doch  noch  einmal  zu  versuchen
und  ihm  ein  Tofiga  (Anstellung)  zu  geben.  Tolo,
ein  höchst  mtelligenter  Samoaner,  hat  sich  seines
Auftrages  gewissenhaft  entledigt.  Ich  habe  ihn  nun
zur  letzten  Auflese  um  alle  Inseln  geschickt  und
glaube,  falls  noch  einige  Waffen  versteckt  sein  sollten,
mit  seiner  Hülfe  alle  zu  erhalten.
meiner  Urlaubsreise  nach  Neuseeland  (Anfang  Februar)
  waren  gegen  1500  Feuerwafsfen  und  eine
Menge  verschiedenartiger  Munition  abgeliefert  worden.
Die  Zahl  1500  dürfte  der  allgemeinen  Schätzung
nach  der  Zahl  der  nach  Abgang  der  internationalen
Kommission  im  Lande  verbliebenen  Feuerwaffen

Bis  zum  Antritt

entsprechen.  Den  Eingeborenen  habe  ich  eine

schädigung  für  die  Waffen  in  Aussicht  gestellt.

jedoch  betont,  doß  sie  keinen  Heller  bekommen  wi
solange  noch  eine  Feuerwasse  im  Lande  sei.-zu
  ihrem  Gelde  zu  kommen,  werden  diejenigen
geborenen,  die  Waffen  abgeliefert  haben,  bei
Ungehorsamen  auf  Herausgabe  der  etwa  noch
borgenen  Gewehre  drängen.

 

 

RAus  dem  Bereiche  der  Wissionen  #
der  Antishlaverei-Bewegung.

Die  sechste  württembergische  Landes  syr
hat  sich  mit  der  Heidenmission,  namentlich

Kamerun,  beschäftigt.  Die  Oberkirchenbehörde  f
der  Weckung  und  Pflege  des  Missionslebens  dt
aus  wohlwollend  gegenüber,  empfahl  wieder  hol
warmer  BWeise  die  Missionskollekte  für  Kamerun
Erscheinungsfest,  gestattete  den  Eintritt  von  T
clogen  in  den  aktiven  Missionsdienst  in  deuts
Schutzgebieten  und  erlaubte  die  Abhaltung  mehr

Missionsstunden  jährlich  an  Stelle  der  sonntäglie
Nachmittagschristenlehren.  Landesgerichtspräsikt

von  Nestle  in  Hall,  der  langjährige  und  eift
Vorstand  des  Kamerunvereins,  stellte  dann  auf
Sgynode  eine  Reihe  von  Missionsanträgen,  die  n
der  „Allg.  Missions-Zeitschrift“  lauten:

„Die  Landessynode  wolle  an  die  Evangeli
Oberkirchenbehörde  die  Bitte  richten:  1.  anzuordn
daß  in  den  evangelischen  Kirchengemeinden  des  Lani
l

jährlich  mindestens  einmal  in  einem  sonntäglick
oder  festtäglichen  Vormittagsgottesdienst  im  Anschl
an  die  Predigt  oder  an  deren  Stelle  über  die  2##
gaben  und  Arbeiten  der  Heidenmission  berich
werde;  2.  darauf  hinzuwirken,  daß  die  Geistlich
in  ihren  Gemeinden  das  Verständniß  und  die  The
nahme  für  die  Heidenmissson  möglichst  wecken  ui
pflegen,  und  zu  diesem  Zweck  jüngeren  Geistlich

Beihülfen  zum  Besuch  von  Unterrichtskursen  z

Einführung  in  die  Arbeiten  und  Aufgaben  d
Heidenmission  zu  gewähren;  3.  ordinirte  Predig
amtskandidaten  zu  ermuntern,  den  evangelische
Missionsgesellschaften  zum  Missionsdienst  in  de
deutschen  Schutzgebieten,  namentlich  in  Kamerun,  sie
zur  Verfügung  zu  stellen;  4.  anzuregen,  daß,  wi
auf  anderen  deutschen  Hochschulen,  so  auch  ##
der  evangelisch  -theologischen  Fakultät  in  Tübinge
regelmäßige  Vorlesungen  über  das  Heidenmissions
wesen  gehalten  werden;  5.  das  in  immer  zahl.
reicheren  Gemeinden  übliche  Erscheinungsfestopfer  für
die  evangelische  Mission  in  Kamerun  den  Kirchen.
gemeinden  des  Landes  auch  fernerhin  zu  empfehlen.“

Zur  Begründung  seines  Antrags  führte  Nesile
aus,  die  evangelische  Heidenmission  sei  bisher  ein
Zweig  der  freien  Liebesthätigkeit  gewesen,  daher
haben  die  kirchlichen  Behörden  sich  weniger  ihr  zu- 



 

gewandt.  Das  könne  nicht  so  bleiben.  Jetzt  habe
        <pb n="337" />
        Teutschland  heidnische  Gebiete  in  seinen  Schutz  ge—
nommen.  Daraus  erwachse  der  evangelischen  Kirche
die  Pflicht,  die  heidnischen  Bewohner  jener  Länder
in  religiöse  Pflege  zu  nehmen.  Freilich  sei  die  Frage
schwierig,  wie  es  mit  der  Zuständigleit  unserer
Kirchen  gehalten  werde,  welche  Landeskirche  dieses
oder  jenes  Schutzgebiet  übernehmen  soll.  Der  württembergischen
  Kirche  jedenfalls  liege  die  Basler  Mission
und  durch  sie  Kamerun  besonders  nahe.  Gerade
diese  Mission  habe  sich  die  württembergische  Kirche
ganz  besonders  angelegen  sein  zu  lassen,  und  zwar
nicht  bloß  freiwillig,  sondern  so,  daß  die  Kirche  in
ihren  leitenden  Organen  sich  dessen  bewußt  sei.
Darauf  hinzuwirken,  sei  der  Zweck  seiner  Anträge.
—  Die  Anträge  wurden  einstimmig  angenommen.

Ueber  die  Missionsthätigkeit  im  apostolischen
Vikariat  Tangan  yika  schreibt  der  „Afrika=  Bote“:

Nach  langen  Jahren  mühsamer  Arbeit  zählte  im
Jahre  1897  die  Schule  kaum  200  Kinder.  Da
begannen  die  Katecheten,  welche  der  Kindheit-Jesuverein
  herangebildet  hatte,  ihre  Erstlingsarbeit.  Bald
darauf  stieg  die  Zahl  der  Kinder  auf  927.  Im
Jahr  1899  waren  es  bereits  1700  und  dieses  Jahr
sind  unsere  46  Schulen  von  ca.  3000  Kindern  besucht,
  welche  von  41  Katecheten  geleitet  werden.
Nunmehr  herrscht  aber  geradezu  eine  Begeisterung
für  diese  Lehranstalten!  Damit  ihre  Kinder  die
Wohlthat  des  chriftlichen  Unterrichtes  mitgenießen
konnen,  verstehen  sich  die  Einwohner  ganzer  Dörfer
dazu,  dieselben  zu  verlassen  und  sich  dort  anzusiedeln,
wo  diese  jungen  Apostel  ihr  Arbeitsfeld  haben.  Um
die  Schule  besuchen  zu  können,  sind  die  Schüler
bereit,  die  heroischsten  Opfer  zu  bringen
Leider  herrscht  großer  Mangel  an  den  nöthigen
Kräften.  Ueberall  hin  verlangt  man  Missionäre,
Rothe  und  Weiße  Schwestern.  Aber  woher  diese
Hülfstruppen  beschaffen,  das  nothwendige  Personal
nehmen?  Heute  zählt  das  Vikariat  15  Priester,
6  Laienbrüder,  9  Schwestern  und  41  Katecheten.
Dieses  Jahr  wurde  eine  sechste  Missionsstation  gegründet
  und  zwar  in  St.  Bonifaz  von  Mkulwe  im
Süden  des  Ikwa-Sees.  Den  Weißen  Schwestern
wird  ein  3.  Haus  in  St.  Franziskus  von  Kirando
errichtet.  Die  Missionsschwestern  üben  einen  äußerst
wohlthätigen  Einfluß  auf  die  weibliche  Bevölkerung
aus.  In  Karema  existirt  seit  6  Jahren  ein  Kinderasyh
  oder  Bewahranstalt.  Dasselbe  wird  von
Schwestern  geleitet,  und  etwa  100  Kinder  besuchen
den  Unterricht  täglich  zweimal.  Außer  diesem  Kinderasyl
  haben  die  Weißen  Schwestern  noch  eine  Klasse
für  größere  Mädchen.  Diese  können  fast  durchschnittlich
  richtig  schreiben,  lesen  und  rechnen.  Vor
Allem  wird  aber  die  größte  Sorge  getragen  für
eine  echt  christliche  Erziehung  und  Ausbildung.  Die

Knaben  sind  hier  viel  besser  zum  Studiren  veranlagt

und  bringen  es  darin  viel  weiter  als  die  Mädchen.
Die  Schule  von  Karema  hat  nicht  weniger  als

285

 

vermag.  Die  Katechetenschule  zählt  etwa  50  Schüler.
Diese  erhalten  eine  besonders  sorgsältige  Erziehung
und  Ausbildung.  Außer  den  Elementarfächern  lernen
sie  Grammatik,  Geographie,  manche  sogar  Latein.
Der  Personalbestand  des  Vikariats  beläuft  sich  auf:
1963  Neubekehrte  (Neophyten),  9017  Katechumenen.
In  den  46  Schulen  sind:  1478  Knaben,  1309
Mädchen.  Außerdem  wurden  107  Kinder  theils
erkauft,  theils  gesunden  und  aufgesammelt.

In  demselben  Blatte  schreibt  P.  Fr.  Müller  in
einem  Bericht  über  eine  Reise  nach  Tabora:

Der  Araber  Sefu  ist  ein  ziemlich  rechtschaffener
Mann,  welcher  unseren  Missionaren  in  Kipalapala
und  in  Uganda  mehrfach  das  Leben  gerettet  hat.
Infolgedessen  sind  wir  ihm  zu  Dank  verpflichtet.
Sefu  ist  sehr  einflußreich,  nicht  allein  in  Tabora
und  Unyanyembe,  sondern  auch  im  ganzen  Innern
Afrikas.  Jedenfalls  schwören  die  Araber  und  Wangwana
  dieses  Landes  nur  auf  seinen  Namen.  Man
sagte  mir,  daß  er  neben  seinen  Handelsinteressen,
die  er  wohl  zu  pflegen  versteht,  auch  muselmännische
Propaganda  treibe.  Außerhalb  der  Hauptstadt
Unyanyembes  ist  sein  religiöser  Einfluß  indessen
nicht  allzu  sehr  zu  befürchten.  Als  ich  vor  4  Jahren
ankam,  wurde  ich  von  mehreren  Mitbrüdern  auf  die
muselmännische  Gefahr  aufmerksam  gemacht,  welche
von  dieser  Seite  drohte.  Aber  es  ist  jetzt  weder
Ndala  noch  Ujui  noch  Unyanyembe  für  diese
Bestrebungen  ein  günstiges  Terrain  zu  nennen.  Es
ist  wirklich  auffallend,  wie  kühl  die  Wanyamwezi
bei  der  Berührung  mit  dem  Islam  geblieben  sind.
Sie  überlassen  ihn  den  Wangwanas,  welche  von  der
Küste  kommen,  sowie  den  ansässigen  Arabern.  Ich
kenne  thatsächlich  keinen  Fall,  in  welchem  ein  Eingeborener
  Muselmann  geworden  wäre.  Sie  haben
im  Gegentheil  einen  großen  Schrecken  davor,  was
ja  nicht  erstaunlich  ist,  da  sie  sich  noch  der  ehemaligen
Zeit  erinnern,  wo  das  vernichtende  Schwert  der
Araber  ihr  Land  verwüstete.

 

Aus  Deutsch-Südwestafrika  bringen  die  „Berichte
  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft“  u.  A.  folgende
  Nachrichten:

In  Keetmanshoop  hat  Missionar  Fenchel  wieder
viel  Tausschüler  im  Unterricht,  im  Ganzen  112,
wiederum  eine  ganze  Musterkarte  der  verschiedensten
Nationen.  Er  erzählt  von  einem  sehr  schönen
Weihnachtsfest,  bei  dem  150  Kinder  in  der  Liturgie
mitgewirkt  hätten.  —  In  Gibeon  ist  erfreulich  die
große  Schar  der  Taufschüler  (72),  der  bedeutende
Aufschwung,  den  die  Schule  genommen  hat,  wofür
die  deufsche  Regierung  eine  Unterstützung  von  200  Mk.
zahlt,  und  der  schöne  Anfang,  der  mit  einer  Gesellschaftsheerde
  gemacht  ist,  wofür  die  zuletzt  Getausten
  an  1000  Mk.  aufgebracht  haben.  —  Im
Ovambolande  will  Missionar  Tönjes  die  Fortsetzung
  des  Baues  der  dritten  Station  Namakunde,

139  Schüler;  d.  h.  so  viele  als  das  Lokal  zu  fassen  die  durch  den  Tod  des  Missionars  Ickler  unterbrochen

5
        <pb n="338" />
        wurde,  in  die  Hand  nehmen.  Ueber  die  Weihnachtsfeier,
  die  er  mit  seinen  Leuten  in  Omupanda  gehalten
  hat,  schreibt  er:  „Unsere  Weihnachtsfeier  unter
dem  strahlenden  Lichterbaume  hielten  wir  hier  in
Omupanda  am  heiligen  Abend.  Eine  große  Schar
hatte  sich  zu  ihr  eingefunden,  und  fröhlich  erklangen
unsere  schönen  Weihnachtslieder  hinaus  in  die  stille
Nacht.  Es  war  eine  erhebende  Feier.“

Der  „Missionsfreund“  theilt  eine  Aeußerung  des
Gouverneurs  von  Uganda,  Sir  Harry  Johnston,
mit,  in  welcher  die  erfolgreiche  Thätigkeit  der  Mission

in  der  englischen  Nachbarkolonie  unseres  deutschostafrikanischen

  Schutzgebiets  gerühmt  wird.  Es  heißt
dort:  „Der  Unterschied  zwischen  dem  heutigen  Uganda
und  den  blutigen,  ruhelosen  und  barbarischen  früheren
Tagen  unter  den  Königen  Mtesa  und  Muanga  ist
wirklich  außerordentlich,  und  den  größten  Antheil
an  dieser  Wandelung  hat  die  Arbeit  der  protestantischen
  und  römischen  Missionare.  Es  ist  erstaunlich,
welche  Menge  von  Männern,  Knaben  und  selbst
Weibern  in  den  Missionsschulen  lesen  und  schreiben
gelernt  haben.  Manche  von  den  Häuptlingen  brauchen
Schreibmaschinen.  Fast  alle  Briefe,  die  in  der  Sprache
der  Eingeborenen  an  die  Regierung  gelangen,  sind
mittels  der  Schreibmaschine  von  irgend  einem  Häuptling
  oder  seinem  Sekretär  sauber  hergestellt.  Der
König  von  Toro,  der  an  der  Grenze  des  Kongostaates
  sitzt,  hat  auch  eine  Schreibmaschine."“

Aus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten.

Der  brasilianische  Raffeehandel  im  Jabre  1000.

Eine  wie  große  Rolle  der  Kasseebau  im  wirthschaftlichen
  Leben  Brasiliens  spielt,  geht  recht  deutlich
aus  einer  Gegenüberstellung  der  Kaffcc-Ausfuhrziffer
und  der  gesammten  Ausfuhrziffer  der  beiden  hauptsächlichsten
  Häsen  dieses  Landes,  Rio  de  Janeiro
und  Santos,  hervor.  Es  entfallen  nämlich  von  dem
gesammten  Ausfuhrhandel  dieser  beiden  Häsen,
welcher  für  1900  auf  473  786  219  Milreis  oder
auf  18  601  129  Z&amp;amp;  bewerthet  wird,  nicht  weniger
als  443  616  815  Milreis  oder  17  499  534  Z=  alleim
auf  die  Ausfuhr  von  Kaffee,  so  daß  für  die  übrigen

286

 

Aussuhrgegenstände  nur  ein  Betrag  von  30  130  1014

Milreis  oder  1  101595  4  verbleibt.  Unter  Hinzurechnung
  der  Kaffeeausfuhr  über  Bahia  und
Viktoria  erreichte  der  gesammte  Kassee-Erport  im
vergangenen  Jahre  9071791  Sack  à  60  kg,  die
sich  auf  die  vier  Qnartale  solgendermaßen  vertheilen:
Jannuar  bis  März.  1  871010  Sack
April  bis  Juni  1  058  219
Juli  bis  September  2  674  988
Oltober  bis  Dezember  3  467  544
Davon  gingen  über  den  Hafen  von  Rio  de  Janeiro

2  891  283  Sack,  über  Santos  5  861  076  Sack  und
über  Bahia  und  Viktoria,  abgesehen  von  dem  unbedeutenden
  im  letzten  Quartal  über  Bahia  ausgeführten
  Quantum,  316  432  Sack.

Wie  bisher,  stehen  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  als  Absatzgebiet  mit  einem  Bezuge  von
4203  782  Sack,  wovon  New  Nork  allein  3  579  171
Sack  erhielt,  weit  voran-  An  zweiter  Stelle  folgt
dann  Deutschland,  welches  über  Hamburg  2  316  136
Sack  und  über  Bremen  65  182  Sack  aufnahm.
Größere  Mengen  Kaffee  gingen  ferner  noch  nach
folgenden  Häsen:  nach  Rotterdam  768  532  Sack,
Triest  527  167  Sack,  Havre  415  660  Sack,  Antwerpen
  310  973  Sack,  Marseille  159  344  Sack,
nach  italienischen  Häsen  132  507  Sack  und  nach
Kopenhagen  110  179  Sack.  «

Das  gesammte  Kaffeeausfuhrgeschäft  liegt  in  den
Händen  von  ungefähr  45  fast  ausschließlich  fremden
Handelsfirmen,  von  denen  die  meisten  in  Rio  de
Janeiro,  etwa  5  bis  6  auch  in  Viktoria  und  Bahia
sich  niedergelassen  haben.  Unter  diesen  befinden  sich
etwa  29  deutsche  Firmen,  welche  theils  ausschließlich.
theils  partiell  mit  deutschem  Kapital  arbeiten  und
in  Bezug  auf  den  Umfang  ihrer  geschäftlichen  Operationen
  in  allererster  Liie  in  der  Liste  der  Erporteure
  erscheinen,  weil  sie  in  ihrer  Gesammtheit
den  größeren  Theil  der  Kasfseeausfuhr  vermitteln.
Es  belief  sich  nämlich  die  Menge  des  von  den
deutschen  Firmen  ausgeführten  Kaffees  auf  41  730  531
Sack,  also  auf  mehr  als  die  Hälfte  der  gesammten
Kaffecausfuhrmenge.  An  dieser  Ziffer  war  die  bedeutendste
  deutsche  Exportfirma  allein  mit  1  199  988
Sack  und  die  nächstbedentende  deutsche  Firma  mu
1014  231  Sack  betheiligt.  Von  den  Firmen  anderer
Nationen  hatte  die  größte  nur  eine  Ausfuhrmenge
von  991  236  Sack  Kaffee  aufzuweisen.  Drei  Viertel
des  deutschen  Kaffec-Exports  vollzog  sich  über  den
Hafen  von  Santos,  nämlich  3  562  283  Sack,  was
andererseits  etwa  zwei  Drittel  des  gesammten  über
Santos  ausgeführten  Kaffees  ausmacht.

Auch  die  deutschen  Schiffsgesellschaften  haben  in
dem  Transport  des  Kaffees  eine  bedeutende  Nolle
eingenommen.  Die  Hamburg  =  Südamerikanische
Dampsschiffsgesellschaft  ist  mit  einem  Transport  in
Höhe  von  2071  959  Sack  Kaffee  nur  um  ein  Geringes
  hinter  der  Lamport  and  Holt  Line  mit
2  081  168  Sack  zurückgeblieben.  Von  den  übrigen
Schiffsgesellschaften  haben  noch  der  Norddeutsche
Lloyd  mit  391  322  Sack,  der  Oesterreichische  Llond
mit  266  706  Sack,  Adria  mit  239  095  Sack  und
Beloce  mit  115  929  Sack  an  der  Kaffecausfuhr
Brasiliens  theilgenommen.

Die  Gesammteinkünfte  aus  der  mit  dem  30.  Juni
1900  abgeschlossenen  Kaffee-Ernte  in  Rio  de  Janeiro
und  Santos  beliefen  sich  auf  9  104  797  Sack  Kaffec.
es  war  veranschlagt  worden,  daß  die  laufende  Ernte
190001  voraussichtlich  dic  vergangene  um  750  000
Sack  übertressen  würde.  Nachdem  nunmchr  die  mit
        <pb n="339" />
        der  Ernteschätzung  beauftragten  Kommissionen  ihre
Berichte  erstattet  haben,  wird  der  Ertrag  der  obigen
Schätzung  entsprechend  für  Rio  de  Janeiro  und
Santos  auf  über  9  800  000  Sack  geschätzt.

Da  die  Aussichten  für  die  Ernte  1901,02  nach
wie  vor  noch  günstigere  sind,  so  wird  in  sachverständigen
  Kreisen  die  Ansicht  laut,  daß  zwei  auf
einander  solgende  Ernten  solchen  Umfangs  infolge
Schwächung  der  Bäume  den  Ertrag  für  1902·.03
ungünstig  beeinflussen  müßten.

(Nach  einem  Bericht  des  Kais.  Konsulates  in

Rio  de  Janeiro.)

Derschiedene  Mittheilungen.

Bekämpfung  der  Malaria.

Regierungsarzt  I)r.  A.  Plehn  in  Kamerun  ist
in  einer  bei  G.  Fischer  in  Jena  neu  erschienenen
Arbeit:
Latenzperiode“  zu  folgenden  Resultaten  gekommen:

1.  Es  giebt  eine  „relative  Immunität“  gegen  die
Malaria  bei  den  meisten  Eingeborenen  der  äquatorialen,
  westafrikanischen  Flachküsten.

2.  Es  giebt  auch  eine  „absolute  Immnnität"
gegenüber  den  Schädigungen  durch  den  Malariaparasiten
  bei  vielen  derselben.  Bei  den  Eingeborenen,
welche  sie  besitzen,  können  die  Parasiten  noch  Jahre
nach  der  letzten  Infektionsgelegenheit  angetroffen

„Weiteres  über  Malaria-Immunität  und

287

 

—  —  —

werden,  ohne  daß  sie  eine  Erkrankung  veranlassen.

3.  Durch  systematischen  Chiningebrauch)  läßt
sich  mit  der  Zeit  auch  beim  eingewanderten  Europäer
eine  relative  Immunität  hervorbringen.

4.  Die  gesammte  Erkrankungsziffer  der  relativ
Immunisirten  sinkt  unter  die  Hälfte;  die  Zahl  der
ernsteren  Erkrankungen  auf  weniger  als  ein  Viertel
der  sonst  beobachteten.

Wird  Chinin  von  der  Ankunft  am  Fieberherd
ab  regelmäßig  genommen,  so  gestaltet  sich  dieses  Verhaltniß
  noch  günstiger.

Schwere,  lebensgefahrliche  Erkrankungen  und
Komplikationen  —  speziell  mit  Hämoglobinurie  —
kommen  nach  längerer  Durchführung  der  Prophylaxe
nur  außerordentlich  selten  vor.

Todesfälle  habe  ich  nicht  eintreten  sehen.

Rolonial-Wirthschaftliches  Romitee.

In  der  Sitzung  des  Geschäftsführenden  Ausschusses
  vom  23.  März  d.  Is.  wurde  beschlossen,
eine  Umfrage  zunächst  über  die  bei  der  Baumwoll=
  und  Theekultur  in  den  wichtigsten
Produktionsländern  bestehenden  Arbeiterverhältnisse
  ins  Werk  zu  setzen.  Die  Umfrage  soll

NRamerun  —  ohne  jedoch  diese  Methode  für  andere  Malariagegenden
  für  maßgebend  zu  halten  jeden  5.  Tag  12
Chinin  nehmen.

in  deutscher,  englischer,  französischer  und  holländischer
Sprache  erfolgen.  Das  Ergebniß  soll  den  deutschen
Kolonialbehörden  und  den  Interessenten  in  den
Kolonien  zur  freien  Verfügung  gestellt  werden.  —
In  der  Angelegenheit  der  Bohrkolonne  nach
Deutsch-Südwestafrika  (vergl.  Kol.  Bl.  Seite  241)
sind  dem  Komitee  im  Falle  der  Ausführung  bereits
67  Farmer  (100  Bohrstellen)  durch  Verträge  verpflichtet:
  das  für  den  Transport  der  Kolonne  von
Farm  zu  Farm  erforderliche  Zugvieh  sowie  Material
und  Arbeitskräfte  für  vie  Vorarbeiten  und  den  Betrieb
  der  Bohrung,  insonderheit  für  Erdarbeiten  zur
Freilegung  der  Bohrstelle  bis  zum  Felsen  zu  stellen
und  ferner  das  für  den  Bohrbetrieb  nöthige  Wasser
zu  beschaffen;  sowie  die  gebohrten  Brunnen  längstens
binnen  Jahresfrist  nach  Vollendung  der  Bohrung
durch  die  Aufstellung  einer  Pumpe  oder  die  Ausführung
  eines  Schachtbrunnens  nutzbar  zu  machen.
Bezüglich  der  technischen  Leitung  sind  Verhandlungen
des  deutschen  Generalkonsuls  in  Kapstadt  Herrn
v.  Lindequist  und  der  Ingenieure  Herren  Kuntzen
und  Banse  von  der  Firma  Goertz  &amp;amp;  Co.,  Johannisburg
  und  Kapstadt,  mit  Bohrmeistern  aus  der  Kapkolonie
  im  Gange.  —  Die  für  Baumwollkulturversuche
  im  Outjo-Bezirk  bestimmte  amerikanische
und  ägyptische  Baumwollsaat  wird  mit  dem  Dampfer
„Greichen  Bohlen“  am  20.  Märzbezw.  mit  dem  Dampfer
„Lulu  Bohlecn“  am  5.  April  an  die  Bezirkshauptmannschaft
  in  Outjo  verschifft.  Die  Baumwollkultur
im  Outjo-Bezirk  ist  nach  Ansicht  des  Missionars
Prettienen  aussichtsvoll,  für  den  Fall  es  gelingt,  die
Eingeborenen  an  den  Baumwollbau  zu  gewöhnen.  —
Zwecks  Einführung  der  Seidenraupenzucht  in
Deutsch-Südwestafrika  werden  durch  Vermittelung
der  Firma  R.  D.  Warburg  &amp;amp;  Cie.,  Lyon,  etwa
100  000  Seidenraupeneier  von  drei  verschiedenen
Sorten  in  Lyon  künstlich  überwintert,  um  mit  dem
Dampfer  am  22.  Juli  nach  Deutsch-Südwestafrika
versandt  zu  werden.  —  Nach  dem  Bericht  des  Herrn
James  Calloway  hat  die  im  Januar  in  Misahöhe
angelangte  Baumwoll-Expedition  nach  Togo
für  eine  größere  Pflanzung  das  Gebiet  von  Tove
gewählt.  Als  Vorzüge  von  Tove  bezeichnet  Calloway
1.  Die  Nähe  der  Agu-Pstanzung  in  Tafie;  2.  Die
Nähe  der  Station  Misahhöhe;  3.  Die  Lage  an  der
Straße  Misahöhe-—Lomec.

Die  Maßnahmen  der  Erpedition  werden  durch

den  stellvertretenden  Gouverneur,  Richter  Horn  und

durch  den  Leiter  der  Station  Misahöhe  10r.  Gruner
aufs  Mirksamste  unterstützt.  Die  Verhandlungen  mit
den  Eingeborenen  in  der  Landfrage  haben  Schwierigkeiten
  nicht  ergeben.  Mit  dem  Urbarmachen  des
Landes  und  Bauen  der  Häuser  sind  etwa  200  Arbeiter
  beschäftigt.  Etwa  30  Acres  waren  bis  zum
3.  Februar  urbar  gemacht.  20  kleine  Pferde  und

20  Ochsen  sind  durch  Vermitielung  des  Dr.  Kersting
1##  9  lo  s:  ine  #  "  !  ⁊  -  ·
UDr.  A.  Plehn  läßt  nach  seinen  Crfahrungen  in  aus  Nord  Togo  zwecks  Verwendung  als  Zugvich  eingetrossen.

  —  Die  Ankunft  des  Regierungsraths  Dr.

Stuhlmann  in  Britisch-Indien  erfolgte  am
        <pb n="340" />
        12.  Januar  d.  Is.  Dr.  Stuhlmann  berichtet  über
die  Anlage  der  botanischen  Gärten  in  Bombay,  Puna
und  Calcutta,  über  die  Landwirthschaft  auf  dem
Dekan-Hochplateau,  welches  vielfach  dem  deutschostafrikanischen
  Hochplaoteau  ähnliche  Verhältnisse
aufweist,  sowie  über  die  Möglichkeit  und  Nützlichkeit
der  Ueberführung  von  indischen  Ackerbauern  nach
Deutsch-Ostafrika.
Indiens,  insbesondere  aus  den  botanischen  Gärten
von  Bombay,  Puna  und  Calcutta  gelangte  theils  an
die  Versuchsstationen  in  Deütsch-Ostafrika,  theils  an
das  Komitee  zum  Versand.  Letztere  wurden  dem
botanischen  Garten  zu  Berlin  behufs  Anzucht  und
Vertheilung  an  die  Kolonien  überwiesen.  Eine  größere
Quantität  Samen  der  Sunhanfpflanze  (Crotalariajuncea)
  wurde  unmittelbar  an  die  Regierungsversuchsstationen
  und  Pflanzungen  in  Neu-Guinea,
Samoa,  Karolinen,  Palauinseln,  Togo,  Kamerun  und
Deutsch-Südwestafrika  versandt.  —  Die  Guttapercha=
  und  Kautschukexpedition  nach  den
Südsee-Kolonien  ist  am  5.  Januar  in  Singapore
eingetroffen.  Herr  Schlechter  berichtet  über  die
Kautschuk=  und  Guttaperchaanpflanzungen  im  botanischen
  Garten  zu  Singapore  sowie  über  die  Kultur
der  Sagopalmen,  insbesondere  über  die  Gewinnung
des  Sagos.  Samen  und  Stecklinge  der  wichtigsten
Nutzpflanzen,  insbesondere  von  Guttapercha=  und
Kautschukbäumen  werden  nach  den  Südsee-Kolonien
verschifft;  bei  Eintritt  der  wärmeren  Jahreszeit
kommen  solche  auch  nach  den  westafrikanischen  Kolonien
zum  Versand.  —  Aus  Mezxiko  sind  mehrere  Arten
Aloe-Stecklinge  auf  frühere  Anregung  des  Leiters
der  Expedition  nach  Central=  und  Südamerika,
Dr.  Preuß,  eingetroffen  und  der  botanischen  Centralstelle
  für  die  Kolonien  überwiesen.  Einige  tausend
Weinrebenstecklinge  aus  Denison,  Texas,  sind  an
die  Versuchsstation  Kwai  in  Deutsch-Ostafrika  zwecks
Einführung  der  Weinrebenkultur  abgegangen.  Durch
den  Verwaltungsrath  der  Wohlfahrtslotterie  zu
Zwecken  der  deutschen  Schutzgebiete  ist  dem  kolonialwirthschaftlichen
  Komitee  eine  Beihülfe  von  je  9000
Mark  für  die  Jahre  1901,  1902  und  1903  bewilligt
  für  Beschaffung  und  Vertheilung  von  Saatgut
  nach  den  Kolonien  und  chemische  und  technische
  Prüfung  von  Rohprodukten  aus  den
Kolonien.

    

VVVTVYVy  VNVTVyVTVVTTVT  TT]TVYTVYN  YTVY  YTV  NJVN

Titteratur.

„Ueberall“,  die  illustrirte  Wochenschrift  des
deutschen  Flottenvereins  (Deutsches  Verlagshaus  Bong
&amp;amp;  Co.,  Berlin,  Leipzig,  Wien,  Stuttgart),  zeigt  fast
durchweg  eine  ansprechende  und  sorgsame  Behandlung
  ihres  textlichen  wie  bildlichen  Theiles.  Aus
den  letzten  Nummern  erwähnen  wir  u.  A.  Aufsätze
über  die  Bedeutung  der  russischen  Steinkohlenreviere,
über  Indienststellung,  Ausrüstung  und  Schiffskammern,
über  das  Seegefecht  von  Jasmund,  über  die  Schicksale

Eine  größere  Anzahl  Nutzpflanzen

 

288  —

des  „Frauenlob“,  über  die  Bagdadbahn,  über  Unfälle
von  Kriegsschiffen,  eine  Erinnerung  an  die  alte
„Vineta“,  Schilderungen  aus  Kaiser  Wilhelmsland  u.
Die  meisten  Artikel  sind  durch  treffliche  Abbildungen
illustrirt.

Dr.  J.  Krauß:  Deutsch-türkische  Handelsbeziehungen.
Gustav  Fischer,  Jena.

Bei  der  Bedeutung,  welche  die  Handelsbeziehungen
  Deutschlands  zu  der  Türkei  seit  dem  Regierungsantritt
  Kaiser  Wilhelms  II.  gewonnen  haben,
wird  eine  historisch-kritische  Beleuchtung  der  einschlägigen
  Verhältnisse,  wie  sie  in  dem  vorliegenden  Buch
unternommen  wird,  den  betheiligten  Kreisen  willkommen
  sein.  Der  Verfasser  beschäftigt  sich  namentlich
mit  dem  Wirthschaftsleben  der  Türkei,  mit  den
deutsch-türkischen  wirthschaftlichen  Beziehungen,  unter
besonderer  Berücksichtigung  der  Handelswege,  und
mit  dem  Stande  dieser  Beziehungen  im  Jahre  1900,
wobei  er  sich  auf  ein  aufmerksames  Studium  der
betreffenden  Verhältnisse  und  einc  mehrjährige  persönliche
  Anschauung  stützen  kann.

Marine-Rundschau.  Königliche  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Das  Aprilheft  der  rühmlich  bekannten  Fachzeitschrift
  enthält  außer  einer  Diskussion  zu  mehreren
Aufsätzen  des  Märzheftes,  der  Rundschau  in  fremden
Marinen,  den  verschiedenen  Nachrichten  und  den
litterarischen  Besprechungen  nachstehende  größere  Artikel:
  „Ein  Niederländer  unser  erster  Admiral“,  „Dic
Alkoholfrage  in  der  deutschen  Marine",  „Diskussion
zu  dem  Vortrage  von  Admiral  Sir  John  Hopkins:
A  few  naval  ideas  for  the  coming  Century“.
„Die  strategische  Bedeutung  Maddalenas-,  „Ein
neues  Lehrbuch  der  Navigation“,  „Sanitätsbericht
über  die  deutsche  Marine  von  1897  bis  1899“,
„Maschinen  und  Kessel  auf  neueren  Kriegsschiffen“.
Oberleutnant  A.  v.  Müller:  Die  Wirren  in  China

und  die  Kämpfe  der  verbündeten  Truppen.  11.  Theil.
Mit  6  Skizzen.  Liebelsche  Buchhandlung,  Berlin.
Mk.  2.—

Der  vorliegende  zweite  Theil  dieses  Werkes
behandelt  hauptsächlich  die  Ereignisse  in  und  um
Tientsin,  die  Vertheidigung  und  den  Entsatz  von
Peking  nebst  den  diplomatischen  und  politischen
Zwischenspielen.  Der  Verfasser  war  bemüht  —  besonders
  bei  der  Betheiligung  deutscher  Truppen  —,
eine  eingehende,  nicht  nur  fachmännische,  sondern  vor
Allem  auch  gemeinfaßliche  Schilderung  der  Vorgänge
in  China  zu  geben.  In  einem  Anhang  sind  die
amtlichen  Berichte  der  Kaiserlichen  Gesandtschaft  in
Peking  über  die  Belagerungszeit  und  ein  solcher  des
bei  der  Gesandtschaft  kommandirten  Stabsarztes
Dr.  Velde  beigegeben,  ferner  ein  durch  mehrere  Skizzen
erläuterter  Nachtrag  zum  ersten  Theil  des  Werkes,
enthaltend  eine  eingehende  Schilderung  der  Kämpfe  der
Seymour  Expedition.
        <pb n="341" />
        Titterakur-Perzeichnik.
Zeitungs-Verlag.  Fachblatt  für  das  gesammte
herausgegeben  vom  Verein  Deutscher

Hannover.

.

Der
Zeitungswesen,
Zeilungsverleger,

Die  illustrirte  Welt  der  Erfindungen,

Produktionszweige,

unter  besonderer  Berucksichtigung

eine  geschichtliche
  und  technische  Darstellung  aller  Erwerbsund



 

Forschungsreisc,
Eugen  Zichy.
der  Erpedition.

dritte

Prof.  D.  G.  Warneck:  Die  christliche  Mission  und
die  übersceische  Politik.
Missionskonferenz  am  12.  Febr.  1901.  50  Pf.,  50  Expl.
Mk.  22,50,  100  Expl.  Mk.  10,
M.

asiatische,

Herausgegeben  von  den  Theilnehmern

Mit  ungarischem  und  deutschem  Par-Vortrag

  auf  der  Hallenser

Warneck,  Berlin.
des  Grafen

 

 

 

der  heutigen  Technik  und  Großindustrie  sowie  des  heu-  allel  Terte.  Band  II:  Zoologische  Ergebnisse.  Netigen
  Weltverkehrs.  Unter  Mitwirkung  namhafter  Fach-  digirt  von  G.  Horväth.  Mit  22  Tafeln  und  22  Abmänner
  herausgegeben  von  J.  G.  Vogt.  2.  Aufl.  bildungen  im  Tert.  Mk.  25.
In  wöchentlichen  Lieferungen  à  10  Pf.  oder  in  Heften  "  RKarl  W.  Hiersemann,  Lcipzig.
à  50  Pf.  Ernst  Wiest  Nachf.,  Gesellschaft  mit  beschr.
Haftung,  Leipzig.
DPerkehrs  -Machrichten.
Bosidampsschissverbindungen  nach  den  deutschen  Schusgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  26.  April,  10.  Mai  Tanga  17—20  Tage
(beutsche  Schiffe)  90  vms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.am  10..,  23.,  26.  April,
Brindisi  &amp;amp;au  am  28.  April,  12.  Mai  Tanga  18  Tage  7.,  10.,  17.  Maie
·  ,  ta.  (englische  Schiffe)  10  abds.  Dar-#es-Saln  19  Tags510  abds.
I.  Deutsch-Ostafrika  Brindisi  am  21.  April,  19.  Mai  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(kranzösische  Schiffe)  40  nms.  10½  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  M#s.  Lome  20  Tage  am  1.  und  9)  jedes
2.  #  (deutsche  Schiffe))  am  1.  jedes  Mts.  nachts  Lome  33  Tage  Monats  7  abds.
Vogo.  .  Klein-Popo  35  Tage  mr  r  ren:⅜
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  138.  April,  9.  Mai  Klein-Popo  33  Tage  am  16.  April,  7.  Mat
Marseille  oder  Bordeaux  (englische  Schiff.)  15  nms.
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  5.  jedes  Monats  JCotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monats
Absenders.)  (französische  Schifsfe))  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10%½  abds.
Bordeaux  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monats

(jranzôsische  Schifsc)

110  oms.

 

3.  Deutsch-Lüdwestafrika.

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Betbanten  und  Warmbdad
wöchentklich  bis  Kapstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Lage
auf  dem  Londwege.)

—  —  ——  ——  –  –  —

4.  Ramernn.

5.  Deutsch-Neu-Gninea.

Rarolinen.

7.  Nariauen.

—  —  —  —

8.  Narsdau-  Anhen.

—J  ...–+⅝  —  —  —

9.  Riantschon.

1°%  Samoa.

Southampton
(engl.  Schiffe  bis  Kapstadt,
  dann  Woermann-Dampfer)

amburg
(deutsche  Schisse)

Hamburg
(deutsche  Schiffe)
desgl.
Liverpool
(englische  Schiffe)

Neapel

(englische  Schiffe)

Neapel

lenglische  Schiffe)

Brindisi
(englische  Schiffe)

Neapel
Oe##sus-  Schiffe)
Brindisi
(enalische  bezw.
fraugöüsche  Schiffe)
Queenstown.
(lber  New#  Nork  —

 

San  Fraucioco)

am  4.  Mai
40  nms.

am  20.  April,  22.  Ma
nachts

am  10.  jedes  Monats

nachts
am  25.  jedes  Monats
am  8.  Mai

am  19.  Mai  abends

am  19.  Mai  abends

 

von  da  ab  Londverbindung

Lüderitzbucht  20  Tage
Swakopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage
Kamerun  24  Tage

Kamerun  32  Tage
Kamerun  23  Tage

Herbertshöhe  45  Tage
Stephansort  48  Tage

Friedr.  Wilhelmohasen  49  Tg.

Yap  52  Tage

nach  Saipan.

am  9.  Juni  100  abds.

am  I.p  15.—  Mai
90  abends

jeeden  Sonntag
100  abends

am  28.  April,  10.  Mai

"r
v

 

Jaluit  47  Tage
Tsingtau  34  Tage
Tsingtau  37  Tage

Apia  25  Tage

 

 

0  abds.

am  3.  Mai
15  ums.

am  20.  April,  22.  Mai
720  abbs.

am  9.  jedes  Monats
720  abds.
am  24.  jed.  Mts.  7wabd.
am  6.  Mai
15  ums.

am  17.  Mai  105  abds.

am  17.  Mai  103  abds.

Briessendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8=  bis  10  mal  jährlich

am  7.  Juni  10-3  abds.
am  29.  April,  13.  Mai
1025  abends
jeden  Freitag
10½  abends.
am  26.  April,  17.  Mai
15  ums.
        <pb n="342" />
        Agenten  der  Linie:

290

—  —

Beschleunigter  Dienst  für  Post  und  Passagiere.

WoOoEBERNANN-LINIE.
Regelmähbige  Volt.  Dampfschifffabrt  zwischen  Hamburg  und  Weltafrika.

Fahrplan  für  das  zweite  Vierteljahr  1901.

Goldküsten-Linie  (Linie  II1).

Nach  den  Canar.  Juseln,  Conakry,
der  Goldküste  und  Togo.

Notterdam:
I  Antwerpen:  Walford  &amp;amp;  Co.

Ruys  &amp;amp;  Co.
Plymouthe

Marokko-Linie  (Linie  II).
Nach  Gibraltar,  Marokko  und  der  Westküste

  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufend.

Southampton:  1  Smith,  Sundius  &amp;amp;  Co.

Kamernun-Hauptlinie  (Linie!
Nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kam
Southampton  anlaufend.

 

Ausre  ise.

Ausre  ise.

Ausreisee.

 

 

 

Hamburg  1  .  Mai  1.  Juni  1.  Juli  1.  Hamburg  .  .  April  18.  Juni  5.  Juli  5.  Hamburg.  .  April  10.  Mai  10.  Ju
Tenerissse  .  11  11.  11.  Antwerden  23.  10.  10.  Southampton“  "  13.  13.
Las  Palmas.  13.  13.  13.ibraltar  30.  17.  17.Madeira  é  19.  19.
Conakry  20.  20.  -20.  Larache  Mai  1.  18.  18.Monrovia=  26.  26.
Monrovia  23.  23.  23.abat  2  19.  19.  Kap  Palmas  "  27.  27.
Arim  26.  26.  26.|Tanger  3.  20.  20.|Arim“.
Sggecaamicete)  28  28  28.  Casablance5.  22.  22.Secondee“.  29.  29.
Saltpond  ·'  '-8·  Safsi....-6.  23.  23.Cape  Coast“
Appam.  .  29.  20..  20.  Mogador  7.  24.  24.  Accra*  .  30.  30.
Winnebah.  Mazagan  9.  26.  26.Lome  .  2  30.  -M  30.  -
Accran.  30.  30.  30.Las  Palmas  11.  28.  28.  Lagos  .  Mai  1.  Juni  1.  Ju
Addah.  Juni.  Juli  1.  n  1.4eneriffe  12.  29.  29.  Kamerun.  5.  5.
Quitta  =  2.  2.  2.  Gorée.  17.  Juli  Aus  4.Longjii.
Lome  4.  4.  4.  Bathurst  .  18.  5.  Plantation  *  "  6.  7  -6.  7.
Bagide  5  5  5  ,  issao  20.  1.  7.  Kribis
Klein-Popo  6.  6.  6.Bolama  23.  10.  10.|  Victorto  8.  8.
Grand-Popo-  8.  8.  8.  Conakry.  E  12.  Bibunidd  12.  12.
Whydah  D.  9..  p.]  Rio  Nunez  —  13.  —lRio  del  Rey.  -13.  -13.
Kotonon  I1.  11.  I11.  Sierra  Leonen.  26.  17.  13.  Fernando  Po  14.  1

Sherbro  28.  19.  15.  Kamerun  15.  15.

Die  Erpedition  vom  ö.  Mai  nath  Giibraltar  und

Marokko  wird  durch  die  Oldenburg-  Porugiensche

Damusschisso-Rhederei  ausgesuhrt.

Heimre  ise.  Heimre  ise.  Heimreise.
Kotonon.  Juni  11.  Juli  11.  Aug.  u.  Sherbro  .  Juni  4.  Juli2  Aug.  21/  Kamernn  Mai  21.  Juni  21.  Ju
Whydal  12.  12.  12.  Sierra  Leoone  6.  D26.  23.  Lagos  ..  23-23.««
Grund  Popp.  -1.z.  13.  13.  Conakryl27.  .  24  Kribi“.  1.
Klein-Popo  15.  15.—  15.Rufisque  12.  Aug.  1.  29.  Plantation  Juni  1.  Juli  1.  Au
Bagida  16.  16.  16.  Dakar  .13...  2..  30.]  Longii.  ·
Lome  17.  17.  17.Las  Palmas  é  19.  8.  Sept.  5.  Kamerun“  1.  z.
Quitta  19.  19.  19  Mogador  .  21.=  10.  7.  Victoria  «
Addah.  21.  21.  21.|affi  l.  22-  11..  S.  Lagos.  5.  5.
Accra  23.  23.  23.azagan  l  24.  .  13.  10-Klein-Vopo-  !I
Kap  Palmas  26.  26.  26.  Casablanca  é.  25..  14  111.Lome  —.
Monrovia.  .  28.  28.  28.  Tanger  26.-  15.  1nitta“.
Las  Palmas.  Juli  9  Aug  8.  w  8.]Hamburg  Juli  4.#  24  21.4Accraô  7  =  7.
Tenerisse  n  9.  9.  Cape  Coasts  T  #
Madeira  10  10.  10.  Secondee  ?.  8.  S
Hamburg.  19.  19.  19.  Arximt  ..

Kap  Palmas'“  9.  9.
Monrovia?  11.  11.
Las  Valmas  17.  17,.
Madeira".  19.  19.
Plymouths#..  24.  21
Hamburg  :  27.  27

 

 

 

 

Mit  den  am  18.  April  und  5.  Juli  abgehenden  Dampfern  der  Marokko-Linie  kommt  kein  Schießpulver  zur  n
)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  10.  jedes  Monats,

Linte  III  am  2.  jedes  Monato.

*)  Nur  fur  Post  und  Passagiere.

Linie  II  am  18.  April,  5.  Juni  und  5.

Jul-
        <pb n="343" />
        291

 

Süd-Linie  (Linie  IV).

den  Canar.  Inseln,  Senegal,  Liberia,

Iienbeinküste,  Kougo  und  Angola.

Swakopmund-Linie  (Linie  V).
Nach  Deutsch-Südwestafrika.

Kamerun=  Nebenlinie  (Linie  VI).

Nach  Las  Palmas,  Lagos,  Oelflüsse,
Kamerun  und  Französ.  Kongo.
Rotterdam  anlaufend.

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

Ausre  ise.  ——“s  Ausreise.
April  15.  Mai15.  Juni  15]  Hamburg  April  5.  Mai  22.  Juni  22.|]  Hamburg.  April25.  Mai  25.  Juni?5.
.  -  3  3  -  3  Palmas.  -  12.  Jumi  o.  Juli  2.  *33  4½1  *“  30.  40.  l  -l  32
:’.  -  onrovia4..  23.  1  10.Las  Palma  ai  8.  Juni  Juli
.  Mai  1.  Juni  1.  Juli  1.  Swakopmund  Mai  5.=  22.  22.  Monroviao  1616..  16.
.  -1.-1  .Walfischbai..  KapPalmasH-l7-17.—17.
.  -2  2.  2.  Lüderitzbucht  Accra"##  19.1  19.  19.
..  5  5.  5.  Lome  20  =  220.  20.
:  6.  6..  6.  Lagos  -  21.  21.  .  21.
-  3  8.=  3  Lomy  .  25.  25.  "  25.
.  :.-9.-.  OvCalabar-27I-27.-27.
»F  -  lg.  -  Am  20.  April  Kumerun  .  L  17  J  Juli  1  Aug.  1.
and  Bassam  =  12.  12.  12.  alimda.  2.  2.
...  -I4  -I4  314  wird  ein  Wegen  der  Brandungs-  Klein-  Watanga  5  -  5.  :  5.
3"9N  v  .  3  #  3  3  Extradampfer  verhältnisse  in  Swalop=  g  1  7  7.  7
na  .  22.  22.  20ö0  mund  läßt  sich  der  Ab-Kriei...  .  .
.  -24.-24.-24.  expedirt.  gang  von  dort  nicht  Groß-Batanga  6  *9  «
.  -26.-26.«26.  genau  bestimmen.  Campo  .  9..  —6
.  27.=  27.  27  Batoa.  10.  -10.  -N  110.
Juni  1.  Juli  1.  Aug.  1.  Munn  12.  12  12.
"  2  "  2  2  Gabun  -  13.  -Ê113.  213.
«  '  KapLopez.-15.U-15»«15.
.  -  ä-.  -  7  Sette  Cama  (6.  16.  -186.
..-.-  -.  Nyanga..I  ,-Mayumba)
  17.  17.  17.
Loango.  ..  218.  2138.  18.
Heimreise.  Heimreise.  Heimreise.
Juni  4.  Juli  4.  Aug.  4.  Lüderitzbucht  Loango  Juni  19.  Juli  19.  Aug.  19.
..-  -  l.  -  —  .  Lopez  21  -  2.  "O  21=na...-.-.-.
  .  aun...-«.  .--:..
Calabar·-10.-10.-10.CapeCtoß.  Eloby...-23.-23.-23.
-12.-12.-12.Lagos-  Aug.  14.  Sept.  14.|  Muni  24.  24.  24.
ados.  .  14..  14  14Kamerun.  .  10.  16Batal  25  25.  25
«  .  -19-19..19.0ago"..  -18.»-18ucmpo.1--5-««·«0«
.  -25.-25.-25.K10MPOP0«  «  Groß  Batanqa  .
O  I  ,(  ,(  -  26.  -  26.  *  26.
ebah  ·  26.  26.  26Smsen  19.  19.  gribi
.  «  '  MU-  lantation.
28..  .  28.  .  2.,Accraa  20.  20.  inan  l  27.  27  27
,  29  29.  20.  Cape  Coast  .  Klein-Batanga  -  28.  -2.  2s
8  ..  Zo«  go«  *  ——  .  -21.T-21.Maltmba..-  2  *  -20).  29.
a....-.  .-.1'IM«  Kamerun.  uli  1.  Aug.  1  Sept.  1.
opne  Juli  1.  Ang.  1.  Sept.  1.  Kap  Palmas“"  "  23.  .  23.]  Rio  del  Rey.  *1  2.  l  2.  *.  .
E  ....-2.-2.-2.MOM·VVM««.JUU7.-25.»-25.OldCalabar.-5.-  5.  5.
kand  Basso  4  4.  4.  Las  Palmas“  ..  —  Sept.  1.  Okt.  1Bonnyg  7.  7.  7.
m  Palmas  6..  6.  6.Madeira“.  é.  16.  3.  .  3.Klein-Popo  9).  9.  9=inoaoe
  7..  7.  LPlymouthts.  9..  0.  Lome.  10..  10.  10.
rand  Bassca-8.  -  8.  -GS.Hamburg  25.  m12.  -12.Quitta.  #:  11  11.  11.
onrovia  -  11..  11.  11.  Accra  12.  =  1212.
oDnakry.  .  13.  -13.  13  Axim  .  .  .  e14.  1  14.
is  Palmas.  .  m20.  220.  220.  Assinie  117  17.  7.
Sdoo  2.  -  3  -  22  Der  Abfahrtstag  vonKap  Palmas  20.  -  3  20.
.  ·-·---«·-·«  Swakopmund  wird  durch  Sinoo  22  222
T  ""  23...  2  2
aennn  2  s——————————“2
urg  .  Aug.  3.  Sept.  3.  Okt.  3.  mann-Linie  vorher  beLas  Palmas  Aug.  3.  Sept.  3.  Ol.  3.
kannt  gemacht.  Oamburg  =  13=  13.  13.
ie  VlI  )  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  IV  am  16.  jedes  Monats,  Linie  V  am  6.  April,  23.  Mai  und  23.  Juni,
1  am  25.  jedes  Monats.

*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.
        <pb n="344" />
        Eintressen  der  Post  aus  den  1  deutschen  Schusgebieten.

 

—

 

 

 

 

 

 

 

Landungs.  Die  Post  is  fallig  Landungs  Die  Poß  **-  fäutg
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Noril  o  W:„  Plymouth..  am  27.7  jed.  —
Nerpel  ..  17.-  #  2-Mai  co  Men  an  13.  Nai
Deutsch.  Ostafrika  ..  -----Bundtsi...am14Apt!112Ma1

Marseille  am  17.  Mai  deusfch-Ueu-Gninen.  Neapel  ...  17.  April,  zu.  Mai
—  4.  5  *  *  Nrapel  de  w.  ####—
Deutsch-Hüdwestafrika  .  massal-Iuselu  Frindift“  17.  April,  12.  Wai
a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  4.  Mai  Neapel.  ...  am  17.  April,  1.  Mai
d)  sadl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southampton)  am  27.  April,  11.  Mai  Riautscho  Brindisi  ..  am  W..  April,  12.  Rai
v  Marseille  .  am  24.  April,  8.  Mai
Plymouth.  am  27.“  jed.  Monats  Rarolinen  .....  Neapel  17  *April.  Zi.  Mai
kamern  Liverpool  .  am  20.  April,  18.  Mai  ZLamoaa  Queenstown  am  23.  April,  14.  Mai
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schifssbewegungen  der  Wer=  Linie  zoischen  Hamburg  und  —  und  Süwestafriko.
Neise  Lezte  Nachrichten
ampfer
Vostd  mf  von  nach  bis  12.  April  1901
l
„Adolph  Woermann“  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  10.  April  in  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“  Loango  «  Hamburg  am  5.  April  ab  Gabun.
„Aline  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  April  in  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Swakopmund  1  Hamburg  am  1.  April  ab  Swakopmund.
„Carl  Woermann“  Hamburg  ·  otonou  am  8.  Aeril  in  Conakry.
„Eduard  Bohlen“  Massabe  Hambur  am  8.  April  in  Accra.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Dulymah  am  6.  April  in  Rio  Nunez.
„Ernst  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  6.  April  in  Kamerun.
„Greichen  Bohlen“  Hamburg  Swakopmund  am  1.  April  in  Las  Palmas.
„Hans  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  9.  April  in  Swakopmund.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Manoh  am  10.  April  in  Las  Palmas.
„Helene  Woermann“.  Hamburg  Kriegsschiffhafen  am  12.  April  Dover  passirt.
Jeannete  Woermann“.  Hamburg  Benguella  am  9.  April  in  Kamerun.
„Kurt  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  5.  April  in  Las  Palmas.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Loanda  am  11.  April  in  Teneriffe.
„Lulu  Bohlen“  zur  Zeit  in  Hamburg
„Marie  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  April  Ouessant  passirt.
„Melita  Bohlen“  Kotonou  Hamburg  am  10.  April  ab  Lagos.
„Paul  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  10.  April  in  Lagos.
„Professor  Woermann“  Kotonou  s  Hamburg  am  8.  April  in  Accra.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  l  Luͤderitzbucht  am  20.  April  ab  Hamburg.

 

 

—i  ——————SSSSSSNSSSS3NSNNSSSASSSsDBRNSSSS“
EEIBRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIILIIIIILIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIITIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIILIIIIIIIM
—  —  —  —  —  —..  —...........————

 

 

Bei  der  herannahenden  Zeit  der  frischen  Salate  sei  auf  ein  Produkt  unserer  deutschen  Kolonien

hingewiesen,  das  zum  Ersatze  des  französischen  Speiseöls  dient,
Dasselbe  zeichnet  sich  durch  Fettreichthum,  Reinheit  und  Haltbarkeit  aus,

Tafelöl.

nämlich  auf  das  deutsche  Erdnußhat

  auf  Ausstellungen

zahlreiche  Preise  erhalten  und  ist  bereits  in  vielen  Haushaltungen,  Hotels  2c.  im  Gebrauch.  Käuflich  ist

dieses  Tafelöl  bei  dem  Deutschen  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann,  Berlin  C.  19,  und  dessen  Filialen.

 

Anzeigen.

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  8W  12.  Kochstraße  —-HBekauntmachung.



Zu  Nr.  7  des  Gesellschaftoregistereo
deo  Kaiserlichen  Gerichts  in  Windhoek
ist  heute  eingetragen  worden,  daß  das

Stammkapital  der  Damaraland-Farmgesellschaft
  m.  b.  H.  von  90  000  Mark
auf  110  000  Mark  erhöht  worden  ist.

Windhoek,  den  12.  Februar  1901.

Der  Kaiserliche  Richter.

einzusenden.

 

 

Buchhalter.

Junger  Buchhalter  u.  Correspondent
wünscht  sich  passend  zu  verändern  und
sucht  entsprechende  Stellung  in  den
Kolonien.  Betresf.  hat  seine  Militärzeit
  absolvirt.  Off.  unter  K.  H.  U.  1444
an  RNudolf  Mosse,  Röln.  (4111

 

 

 

 

Kewitsch  Orgel-(58811

armonium,

Weziell  für  tropisches
lima  konstruirt,  empf.
Johannes  Kewitsch,

Berlin  W.,  Potsdamerstr.  279.
        <pb n="345" />
        Bekanntmachung.
In  das  Handelsregister  des  Kaiserlichen
  Gerichts  Windhoek,  Abtheilung  A
Nr.  1,  ist  am  10.  Januar  1901  die
Firma

Hugo  Abraham  in  Gobabis

und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann  "

Hugo  Abraham  daselbst  eingetragen.

Ferner  ist  heute  daselbst  Folgendes
eingetragen  worden:

Kaufmann  Paul  Müller  in  Gobabis
  ist  als  persönlich  haftender  Gesellschafter
  eingetreten

Die  Gesellschaft  hat  am  1.  Januar
1901  begonnen.  Die  Firma  bleibt
unverändert.  (6s)

Windhoek,  den  13.  Februar  1901.

Der  Kaiserliche  Nichter.

 

Bekanntmachung.

Die  offene  Handelsgesellschaft
Wecke  &amp;amp;  Voigts  in  Windhoek
ist  aus  dem  Gesellschaftsregister  Nr.  5
in  das  Handelsregister  des  Kaiserlichen
Gerichtes  Windhoek,  Abtheilung  A
Nr.  2,  übertragen  worden.

Ferner  ist  daselbst  Folgendes  eingetragen
  worden:

Der  Kaufmann  Richard  Voigts
in  Windhoek  ist  als  persönlich  haftender
  Gesellschafter  am  1.  Januar  1899
eingetreten.  las)
Windhoek,  den  19.  Februar  1901.
Der  Kaiserliche  Nichter.

Nachruf.
Am  19.  Februar  starb  auf  unserer

Pflanzung  in  Tafie  am  Agu  (Togo)
unser  Pflanzungsleiter

len  Hod  Ferd  Thienemam

aus  Neukirchen  in  Sachsen  im
49.  Lebensjahre.

Er  hat  unter  schwierigen  Verhältnissen
  sich  treu  und  selbstlos
seiner  Aufgabe  gewidmet,  so  daß
ein  Tod  einen  schweren  Verlust
für  uns  bedeutet.  .

Berlin,  im  März  1901.

Douglas'sche  Agupflanzung.
J.  A.:  Fr.  Hupfeld.

 

 

   

 

 

 

-
-—"·.-  —  —
1  —  –  ·  •  .
«·.;.»3.»....-«,
S  W*9“„  m——5  .
—
J  n  431-=1
  52
*  u#.
9
5  *n(  242
!**  *1P
-

rragendes  bau  und  bedachunss

GGersen-Häitse-und-  Kalte##isolirend.  6
WassES-  uCURANeTRKGE  ITTReéD  CALHO“
46  «  —  ——ANKT  -  N.Ge  ½  5  2
HLanu##u#o  «  *72
Ö1r  7  —  —  —.  S

Bat  M#miut

Witzenhausen  a.  d.  Werra.

Vrospekte  und  Lehrplan  kostenlos  durch  den  Direktor  PLabarins.  (u)

Gicht.  E.  Leinhaas

 

 

 

 

 

 

Von  der  WMissenschaft  ist  anerkannt  Freiberg,  Sachsen,
und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,  liefert  komplete  (6#)
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salz-  Brennerel-Anlagen,
schlirf  die  wirksamste  Heilquelle  der  Hefefabriken,  Blerbrauereies,
Welt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-  Spiritusrafnnerles,
Störungen  (Nierenstein,  Gallenstein,  Zlegelel-  und  Gerberel-Anlages,
Blasenstein).  In  Folge  seiner  unbe-  Holxzverkohlunges,
grenzten  Haltbarkeit  —  auch  im  tro-  Essigsäurefabriken,
pischen  Klima  kann  die  Trinkkur  Destillirapparate  aller  Art,
überall  in  der  Welt  mit  gutem  Erfolg  Oampfkessel  (Wasserröhresvorgenommen

  werden.  Gebrauchs-  kessel),  Dampfmaschlses.
anweisung  versendet  die  Brunnen-Verwaltung
  Bad  Salzschlirf.  ·

Export:  Harder  &amp;amp;de  Voss,  Hamburg.

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in  Kalider  8—1|1  mm.  Neuhell!  Mauserbfichsen  Neahelt!
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mit  einem  oder  mit  zwei  Kugellkufen.  Handlich  u.  zuverllissig.  sehr  sicherer  Schuss.
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ewünschte  Auskunft.  —  Alle  nach  Berlin  kommenden  Einkäufer
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drei  Klchen  =  HM#.  125.—  vetto.)

 

 

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zum  Uü#zen  verleiht  allen  Supen.
  Boulllons.  Saucen,  Gemüsen,
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augenbliecklich  berraschenden

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        300

empfiehlt

Sch  n  el  P  ressen  Maschinenfabrik  sohannisberg

für

Buch-,  Stein-,

Licht-  und  Blechdruck

Klein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Nachfolger

in  Geisenheim  a.  Rhein-.
Man  verlange  Preislisten.  27)

 

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

NHolflterserantk  Sr.  Mafesekt  des  Katsers,

oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemtsen,  soweit  sich  diesel
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tro-Feeignet
  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallige  Versuche  im  Kleinen  Gemö
eamen  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutfsel
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.

Iilustrirte  Kataloge  gratis.  s

 

  

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PEUTSCHN  ENGL.  FORN
fabriceiren

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B.  Masgenee

 

 

Von  hohem  Interesse
für  weiteste  Kreile.

 

Sveben  erschien:
cemannssprüche.

Sprichwörter  und  sprichwörtliche
  Redengarten
über

Setwesen,  vthiffer-n.  Fischerleben

in  den
germanischen  u.  romanischen  Sprachen.

 

 

Gesammelt,  geordnet  und  erklärt
von
W.  Lüpkes,
Pastor  zu  Marienhafe  in  Ostfriesland.

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW12,  Kochstraße  68—71.

Geheftet  Mk.  2,50,  geb.  Mk.  3,75.

Der  „Reichs=  und  Staatsanzeiger“
Nr.  498  vom  24./10.  1900  schreibt  über
das  Buch:  „Ein  wahrer  Genuß,  nicht
nur  für  jeden  Seemann,  sondern  auch
für  jeden  Freund  des  Humors  und
treffender  Bemerkungen  ist  die  Lektüre
von  Lüpkes  Seemannssprüchen.“
—E——G““““““

 

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Dampf-  Wa  or  »s»
—  1

Venle
JFähne.
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trassen-“
  ——n-“

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7in

40  II  IM

 

  
   

1  6n  cioren“

2-  von  Armaluren  Hur  D  amike  e

 

6  Maschimmen  und  ———  Anlage

In  EENNN

:  —%  —  ·  —  —  ..

*5r  U  —

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FRIEDO  WVIESENHAVERN.  HAMBURG  a.

   
 

 

 

14##r2

böoersetzen  8  Dis  10  Arbeiter,  eine  Perses
„hunckt  2  bis  3  Morgen  per  Tag,  je  n
Bodenbeschaftenheit.  (
Düngerstreunkörbe,  Erdbohrer,  —
DRaten,  Karren,  Gurtenspritzen,  Glesskunnen,
  Patent-Jauchepumpen,  Wasser
Wugen,  Wegewalzen  etc.  llostr.  Preisliste  c##

Albert  Treppens,  Nuiest-##
        <pb n="353" />
        301

Das  Waarenhaus
für  deutsche  Beamte  A-G.,

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,

Telegramm-Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Beriin,

iet  für  den  Expert  aller  Arten  von  Verbrauchs-  wie  Gebrauchs-Gegenständen  (Lebensmitteln,
V(onserven,  Wein,  Bekleidung,  Wische,  Einrichtangen  u.  8.  w.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Den  Deutschen  im  Ausleande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.
Feboten,  welche  die  inlindischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (über  38  000)  geniessen.

Die  bewährten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waaren--hauses
  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  kuverlässigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenstinden,  so  u.  A.  für  Fettwssaren  (z.  B.
Butter,  Kls8e  p.  p.)  und  Fleischwaasren  (z.  B.  Wurst,  Schinken  p.  p.).  bringt  das  Waarenhaus
Conservirungsmethoden  zur  Anwendung,  die  sich  selbst  in  den  heissesten  subtropischen
Läindern  vollkonmen  bewährt  haben.
fahigsten  Conserven  -  Fabriken.

Das  Waarenbaus  80  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nach
Übefseeischen  Ländern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
und  Verpackungskosten  Gegenstunde  beizuschliessen,  welche  dem  Wanrenhause  eventuell  von
Verwandten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendung  übergeben  werden.

Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellers),  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  weiteren  Controle
überhoben  werden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  nachstebenden

  Zahlungsbedingungen.

Anfnahmebedingungen:  10  HMark  für  eine  Kanferlaubnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Nitgliedern  erwachsen  aus  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jährlich  erschelnenden  Preislisten,  Nachträge,  Verkehrserleichterungen  werden  nach
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  pünktlich  und  frei  zugesandt.  (597

Zahlungsbedingungen:  Uriiehtung  eines  Contos  durch  Baareinzahlung  oder  Accreditiv
  auf  ein  gutes  Banthaus  vor  Absendung  der  bestellten  Waaren  oder,  wo  angängig,  Versendung
  der  Wsaren  unter  Nachnahme.  Das  Dsrektorium.

ie  Conserven  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungs- 



Syste
—en

Ist  als  das

beste  Wassersilter

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.des
KEonigl.  Preussischen

Wiegsministeriums.
hherlofesd  -Füser  Gesgischat

CE  LLE.  15.

  
  

(62)

Ziegeleien  —  Chamottefabriken,
Fabriken  für  Dachriegel  aller  Art,  aus  Thon  und  aus  Cement.
Fabriken  für  Steinzeugröhren  —.  Cementfabriken,
Cementbrennöfen  (Schachtöfen,  rotirende  Oefen

bei  nnubertroffener  Leistung  mit  r  achweislich  geringstem  Brennmaterialanfwande
arbeitend.  In  Deutschland  und  im  Auslande  patentirt.  49.

Kalksandsteinfabriken.

Trottoir-  —  Mosaik-  —  Wandplattenfabriken.
Zerktleinerungemaschinen.
Moderne  Dampfmaschinen  jeder  Grösse  und  Konstiuktion.
TR.  Groke,  Merseburg  (Detschland).

Maschinenfabrik  und  Laboratorium  für  Ziegel-  u.  Cementindustrie.

 

 

Rusch  Bunuit  &amp;amp;  CUe

Conserven-Fabrik
in  Wollenbüttel  (#erzesth.  Frauseehweisl.
Spezialltät:  (40)

Gemüse-  und  Fleisch-Censerven.

—HJ——————————————w——.—————————————

W.  Homann  &amp;amp;  C0.

Hamburg,  Luisenhof.
———————

von  und  nach  (cs#h)
den  deutschen  Kolonien.

————————————.————————.——  ————.—————.—  ———

Transporte  jeder  Art.  (5/9)
A.  Warmauth,

Hofhtpedlteur  Sr.  Königl,  Hohelt  des
onzen  Georg  von  Preussen,
Spedition.  Berlin,  Kommlssion.
Friedrichstr.  94  u.  Hint.d.Garnisonkirchela.

 

 

.
.
"
.

 

 

 

 

 

ELELEII

rul:  Anelchtepoetkartenin
2

5  EEEIIIEIIIIIII

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W’*  -—«
NØFJZMMJZEIPZU

 

 

Ismnalsssnos.Is-Iiss.u

Grosste  Berliner  Special-Fabrik  in
Fuhrgeräthen  aller  Art.

Gegründet  1874.

Jongenkippfarren

—  für  Hand-,  Pferde-  und
Eselbetriob  zum  Transpart
  vonWasser,  Milch,
Juuche  etc.  mit  hbol-3zeinen
  oder  eisernen
—  Tonnen.  mit
X  verschliess-(#
  barem  Blech-;
  kasten  zum
Transport  v.
Waaren  ete.

     
  
 
         

   

in  jeder  !ê•5½½
.—  Zusammenleg--—
  EFs  bar,  für  Export
—.  ——  geeignet.
Ilustr.  Preisliste  gratis  und  franco.

Fr.  Lordes  junr.,  Hamburg
gegründet  1845.  9  '

     

 

  
      

«  (22)
Grosshandlung

Ketten,  Ankern,
Schiffsartikeln.

Cataloge  #a.  getl.  Anfr.
        <pb n="354" />
        —  302  —

Aufselben  erregt  das  neue  Pflanzen-Fleischetract

„Sitogen“.

Die  bisherigen  Fleischextrakte  voll  ersetrend,  Iin  Geschmack  #cd
Erglebigkelt  übertreffend,  kostet  es  doch

„nur  annähernd  die  Hälfte“.
Unter  jedem  Klima  unbegrenzt  haltbar.  —  Zu  haben  in  allen  Drogenund
  Delikatessgeschäften;  Probesendungen  von  1  Pfund  zu  4  Nk.  franko
deutschen  Poststationen  auch  direkt  von  der  Fabrik.  Drucksachen  und
Proben  gern  zu  Diensten.  (#

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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWou,  Kochstraße  68—71.

Ein  lesenswerthes  Luch!
Cehren

 

aus  dem

Südafrikanischen  Kriegr
für  das  deutsche  Heer.

Von
von  Francois,

Mojor  a.  D.,  früher  Landeshauptmann
von  Deutsch-Südwestafrika.

Mit  acht  Skizzen.
Preis  Mk.  1,40.

 

Die  „Militär-Literatur-Zeitung“
  Nr.  5/1900  sagt:

„Das  Buch  des  Majors  v.  Frangois
ist  unserer  Ansicht  nach  jedenfalls  eins
der  interessantesten  von  denen,  die  bis
jetzt  dem  gegenwärtigen  Krieg  ihre
Entstehung  verdanken."

   
      
      
   
  
      
       
        
     
    

  

Pref.  Dr.  hal.
Weiffenbach,

Senstsprisident
beim
Beichs-Milltir-Horicht.


Ensührusg  in  die
Militärstrafgerichtsorünung

vom  I.  Dezember  1898.

 

  

  

Systematische  Darstellung  der
Mllitärgerichtsverfassung  und  des  Milltärstrafverfahrens
  unter  Berücksichtigung
der  Ausführungsbestimmungen.

Geheftet  M.  4.—,  gebunden  M.  5,—.
(Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  SWa)
Vorriäthig  In  allen  Buchhandlungen.

Zweite  Auflage.

  

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Geblod  Art.  Pror.
Wasserdschter  Leinenstoff  für  Sedachung  ##n  e  —  .

1896er  Ausstellung  40  000  m.  Paris  1900  ca.  15  000  m).  Leicht,  sturmeiicher,  beli#a#rb#ig.
spee.  für  Tropen  geelgnel,  9  goldene  und  silberne  Medaillen.  Zahlreiche  Atteste.  Ueber
½  Million  Meter  verwandt.  Export  nach  allen  Landern.  Zahlreiche  Tropenhl#ser  gedeckht.
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tr  Pappen  :Elastigue  elastlach  und  Iim  Sommer  micht  analanfend,
sauch  für  Tropen  geeignet.  Erfinder  und  alleiniger  Fabrikant).  Selbstentzllndumg  beln
Seeiransport  lonsen.  Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

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Südwestafriks,  Klautschou  etc.  (9)

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Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plagwitz.

Verlag  der  Königlichen  feeföuchhandlaun  von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Handbuch  zar  Aufnahme  fremder  Sprachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Mar.—
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Heueste  Versftentlichungen
des

Kolonial-Pirtschaftlichen  Komitees
in  Berlin.

Fericht  über  sei  eine  ##g-Reise.

Ausgeführt  im  Auftrage  der
Keleniel-Abtheilung  des  Auswirtigen  Anis
im  Dezember  1899

von

Dr.  J.  Wohltmann,

Kasserlicher  Geb.  Regierungsrath  und  Professor
der  Landwirthschaft.

Nit  einer  Karte  und  20  Abbildungen.
Preis  gebestet  Nt.  2.—.

Kolsnisl-Handels-Adreßbuch

5.  Jahrgang  —  1901.
Mit  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
Preis  2aß.  1.50.

Die  Kulturen  der  Kolsnien,

zugleich  eine  Erläuterung  der  Sammlung
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse
und  der  Bilder  der  Kulturen.

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Kulturpflanzen.)
Preis  a#5  1,50.

Westafrikanische  Astiu=Gweditien
  GE.  Schlechter)
1899/1900.

Mit  13  Tafeln  und  14  Abbildungen
im  Text.

Preis  geb.  Mää.  12.—.

In  Buchhandel  zu  beziehen  durch
die  Königliche  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW,  Kochstraße  68—71.

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Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
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Albn  der  deutschen  Flotte.  v

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1.  Korvett.  Cptn.  Sieben
ahre  Seekadett.  1882.  268  S.
mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
8.  .  5,.—,  eleg.  geb.  .K.  6,—.
v.  eueten,  Dertsch=  Flotten-Leben.

K.  1,50,  geb.  C.  2,25.

 

 

 

303

Moritz  Jahrin  Gera  Geuss)

Maschinenfabrik,  Eisenpiesserei  u  Kesselsehmiedde.

Gegründet  1841.

   

—  —  (18)

Spezialftät:-Maschinen
  für  Bleicherei,
Färberei  und  Appretur,

Dampfwäschereien

–.  6  –  für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

 

 

 

–  —

Spezialitäten:
Bierdruck-Apparate.
Preise.]  Beste  Arbeit.

Mineralwasser-Apparate.

 

Reduzier  -Ventile.

 

Braunschweis.

gegr.  1873  in  Hannover.  (602)

 

 

 

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Berlin  SW12,  Kochstr.  68—71.

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Zahlmeister,  Deckofflziere  2c.,  See-  ——  "4
kadetten  und  Kadetten  der  Kaiser-  •i  olon##en.  (#0

lichen  Marine.

 

 

 

 

 

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Nach  einem  Vortrag  3  ächt  und  rein.  Gleichmässi  ichte
gehalten  in  der  N.  a1os-Schmirgel,  Körnungen.  *  zene
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steinpapier,  Schmirgelfeilen.

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;  .  .  .  »  fü  11  2  -  ·  de
Schmirgel-Schleifscheiben  äiin#e

 

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von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Koronit,  Rubinit,  Apiranthos,  Psychrophor.

 

 

Berlin  SWn,  Kochst.  6.—71.  Psychrophor-Schleifscheibesh  fün  1
n.  ——N1dfl  brannt,  porös  und  sehr  schleif  kräftig.
Die  Schrift  ist  für  jeden  Deutschen  —eóe  9  B  A

nerkannt  besser  als  je

Vvon  aktuellem  Interesse;  Rubinit-Abziehsteine.  42  α,  1
sie  unterzieht  anlässlich  des  «  Mit-jedenzweckdjerichtigoKöknmxg.
südufrikanischen  Krieges  I  Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.
zwischen  den  Engländern  und  .  siegreifenbisaukdonlotztenRestgleichmässiggutundxs
den  Buren  unser  Schutzgeblet  1  eine  feine  langhaltende  Schneide.
in  Deutsch-Südwestafrika  einer  «  Jedenstein,deroichtontspreehensollte,nehmenwikaafs«
Betrachtung  daranfhin,  welche  Kosten  zurück.

Lehren  wir  ausdem  herrschenden  -  -
Kriege  für  unseren  afrikanischen  P  olirmittel  aller  Art.
Besitz  zu  ziehen  haben  Polirwachs,  Polirpulver,  Fllzscheiben,  Korkschelben,  Walrussles
Polirscheiben  aus  Hartpapier  mit  Walrossleder-  Uebermg.  6

Zu  bezi
4½rch  als  Borlehnhonen.  Carborundum-Waaren  aller  Art.

Preislisten  und  Muster  kostenfre.—

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—...———““
ffsrsfynnnhhnn
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Fürsten  von  Hohenlohe,  Deutschen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Casinos.

 

 

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Regelmãssige  Posstdampfschifffanrt  zwischen  Hamburg  und  Westafriks.

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Am  18.  April:  P.  D.  „Hernösand“,  Capt.  Frank,
via  Antwerpen  nach  Marocoo,  Senegal,  Bissac,  Bolama,  Rio  Nunez,  Sierra  Lecne
und  Sherbro.
Am  20.  April:  Extradampfer  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Martens,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Swakopmund  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  April:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Carstens,

via  Rotterdam  nach  Liberia,  Kotonou,  Lagos,  Old  Calabar,  Bonny,  Kamerun,  dem
Kongo  und  Angola.

Am  1.  Mai:  P.  D.  „Argos“,  Capt.  Krohn,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  10.  Mai:  F.  D.  „Eduard  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
via  Southampton  nach  Madeira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Congo  Frangoais.

4½  Güuter  Wmedsn  ###oeit  Tage  vor  dem  459angsdadftiem  bis  12  Uhr  mitsags  Iduossette  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Pasenge  ertheilt  die  Woermann-Linie
(12)  Hamburg,  Afrfla-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/33.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Regelmässige  Post  dampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#awischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburgs:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Herzog“,  Capt.  Gauhe  (fahrplanmässige  Reise  No.  7).  10.  April  26.  April

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Sal#m,  Zanzlbar,  Mozamblaue  sowie  mit  Passagleren
und  Ladung  nach  Chlade,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  Bamburg:  ab  k#  Palunse:

R.  P.  D.  „Kanzier“,  Capt.  West  (laut  abgeändertem  Fahrplan)  16.  April  28.  April
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.

ab  Bamburg:  ab  N  1:
R.  P.  D.  „Präsldent“",  Capt.  Zemlin  (fahrplanmässige  Reise  No.  9a)  34.  Tprik“  u
p

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Salfim,  Zanzibar,  Klima,  Ulnd#,
Nikladanl,  lbo,  Mozamblauue,  Chlode,  Beira  und  Quellmane.  ambure:  #  Neapet:

R.  P.  D.  „Ceneral“,  Capt.  Fiedler  (fahrplanmässige  Reise  No.  9).  68.  Mal  24.  Ma

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzlbar,  Mozambluue  sowie  mit  Passagleren
und  Ladung  nach  Chlnde,  Beira,  Delagosbay  und  Durban.  #b  Bamburs:  ab  Las  Palmas:
Mal

R.  P.  D.  „Kalser“,  Capt.  Weisskam  (laut  abgeändertem  Fahrplan)  14.  Mal  206.
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Elzabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.

Die  Dampfer  Raben  vorrüpliche  Einzrtchfungen  Fur  Pussagtere  #n  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nach  sümmtlichen  Anlaufbafen.
Alle  Gäüter  müssen  spätestens  swei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (20)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamburg-4mertka-Linie,  Abthellung  Personen-Verkekr,
sovie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deucsche  Osc-4/#r#####  -  Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reicheustrasse  25/33.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Berlag  umnd  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  EC.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  April  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

H#  geben  in  der  Kolonial-  Abtheilung  des  Auswirtigzen  Amts.

 

Gerlin,  1.  Mai  1901.  Uummer  9.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  sedes  Monats.  Derselben  werden  als  Veideste  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungereisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Se  ate  ie  herausgegeben  von  Dr.  le###
v.  Danekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  ##rl—  direkt  unter  Streifband  durch  die  Berlagsduchbandlung  Mk.  8,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und

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Ern#st  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  14,  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

———————[——  ——  —  9

X  Jahrgang.

——.

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Bereitens  und  des  Feilbietens  rc.  von  Palmwein
(saurem  Toddy)  im  Gebiete  der  östlichen  Karolinen  S.  309.  —  Gouvernements-Verordnung,  betreffend  die  Aufhebung
  von  Zöllen  und  Steuern  in  Samoa  S.  310.  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouvernements  von
Samoa  S.  910.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat
Februar  1901  S.  310.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  311.  —  Personalien  S.  311.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  311.  —  Deutsch-Ostafrika:  Deutsch-ostafrikanische  Bezirksämter
  und  Stationen  im  Berichtsjahre  1899/1900  (II)  S.  312.  —  Kamerun:  Der  Tod  des  Forschers  Conrau
S.  314.  —  Togo:  Bericht  über  die  Verhältnisse  im  Berirk  Misahöhe  (1II)  S.  314.  —  Deutsch-Südwestafrika:
Die  Unruhen  im  südlichen  Distrikt  Grootsontein  S.  316.  —  Abwehrmaßregeln  gegen  die  Beulenpest  S.  316.  —
Vegetationsverhältnisse  in  Swakopmund  S.  317.  —  Verzeichniß  der  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  thätigen
Firmen  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1901  S.  319.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
Ermordung  der  Herren  Mencke  und  Caro  S.  318.  —  Verbot  der  Palmweinbereitung  in  den  Ostkarolinen  S.  318.
—  Bericht  des  Vizegouverneurs  Dr.  Hahl  über  eince  Expedition  nach  den  Rukinseln  (Ostkarolinen)  S.  318.  —
Marshall-Inseln:  Schiffsverkehr  S.  322.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antifklaverei=Bewegung
  S.  322.—  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Verbot  des  Einsammelns  und
Fortschaffens  von  Guano  im  Schutzgebiete  der  Gilbert=  und  Ellice-Inseln  S.  325.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
  Professor  Dr.  Kohlstock  S.  325.  —  Ausbildung  in  der  Aufnahme  astronomischer  Längen=  und  Breitenbestimmungen
  S.  326.  —  Deutscher  Import  von  Kakao  S.  326.  —  Auszeichnung  S.  326.  —  Litteratur
S.  327.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  327.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  327.  —  Fahrplan  des  Norddeutschen  Lloyd
in  Bremen  für  die  Zweiglinien  nach  Neu-Guinea  S.  328.  —  Anzeigen.

 

 

Amtlicher  Theil.
Gelsehe;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Bereitens  und  des  Feilbietens  r2c.  von
Palmwein  (saurem  Toddy)  im  Gebiete  der  östlichen  Karolinen.
Auf  Grund  des  §  3  der  Versügung  des  Herrn  Reichskanzlers  vom  24.  Juli  1899,  betreffend  die

Regelung  der  Verwaltung  und  der  Rechtsverhältnisse  im  Inselgebiete  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen,
wird  hiermit  für  das  Gebiet  der  östlichen  Karolinen  bestimmt,  was  folgt:

§s  1.
Es  ist  verboten,  Palmwein  (sauren  Toddy)  zu  bereiten,  feilzubieten  oder  sonst  in  den  Verkehr
zu  bringen.

82.
Zuwiderhandlungen  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  300  Mark  oder  mit  Gefängniß  bis  zu  drei
Monaten  bestraft.
83.
Diese  Verordnung  tritt  sofort  in  Kraft.
Ponape,  den  30.  Dezember  1900.

Der  Kaiserliche  Vizegouverneur.
Hahl.
        <pb n="362" />
        310

Gouvernements-Verordnung,  betreffend  die  Aufhebung  von  Zöllen  und  Steuern
in  Samoa.
Mit  Genehmigung  des  Reichskanzlers  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

§  1.
Von  den  Zöllen  und  Steuern,  welche  auf  Grund  des  §  1  Absatz  2  der  Gouvernements-Verordnung
vom  1.  März  1900  (Samoanisches  Gouvernements-Blatt  S.  4)  bisher  in  der  durch  die  Generalakte  der

Samoa-Konferenz  in  Berlin  vom  14.  Juni  1889  festgesetzten  Höhe  weiter  erhoben  sind,  kommen  folgende
in  Wegfall:  —

1.  Die  Ausfuhrzölle  —  Artikel  6  Abschnitt  2  B  der  Generalakte.  6
2.  Die  Kopfsteuer  auf  farbige  Pflanzungsarbeiter  mit  Ausnahme  der  Samoaner  —  Artikel  6
Abschnitt  2  C  Nr.  2  der  Generalakte.
§  2.
An  Stelle  des  im  Artikel  6  Abschnitt  2  A  Nr.  9  der  Generalakte  aufgeführten  statistischen  Zolls
von  zwei  Prozent  vom  Werthe,  welcher  gleichfalls  in  Wegfall  kommt,  wird  ein  Werthzoll  von  zehn  Prozent

von  allen  importirten  Waaren  und  Gütern  mit  Ausnahme  der  in  Artikel  6  Abschnitt  2  A  unter  Nr.  1
bis  8  aufgeführten  erhoben.

§  3.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  April  1901  in  Kraft.

Apia,  den  16.  März  190  1.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
Schnee.

—.

Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gonvernements  von  Samoa.

Nach  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  25.  Dezember  1900,  betreffend  die  Ausübung  der
Gerichtsbarkeit  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  führen  die  unter  Zuziehung  von  Beisitzem
erkennenden  Gerichtsbehörden  erster  Instanz  die  Bezeichnung  „Kaiserliches  Bezirksgericht“",  die  unter  Zuziehung
  von  Beisitzern  erkennenden  Gerichtsbehörden  zweiter  Instanz  die  Bezeichnung  „Kaiserliches  Obergericht",
  die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz  ermächtigten  Beamten  die  Bezeichnung

„Kaiserlicher  Bezirksrichter",  die  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz  ermächtigten  Beamten
die  Bezeichnung  „Kaiserlicher  Oberrichter“.

Apia,  den  18.  März  1901.
Der  Koaiserliche  Gouverneur.

In  Vertretung:
Schnee.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika

  im  Monat  Februar  1901.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,38375  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  Zölle  für  Schistfahns.Holzschlag.  Reben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhrbgadbe  GebührenEinnahmen  Insgesammt
Rp.  P.  Rp.  P.]  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  P.  —  Mk.  Pl.
«-  -  I  .
Tauga.......  1557F10  1421138  8  —  43  32  39  08  15  854  19  —  21  838  38
Pangin  1228  233697  07  —  —  13  52  8  —4947.18  =  6845  8##
Bagamooon  5675  21  9503  48  6  —  17  45  9  —  15211152  -21  049  3
Dar-es=  Salln  1559  63114004  36  21—  28))  59  2L1  00
Kilhhnyoa  1204  035350  46  27  —  5  25  94  24  94  5
Lindddi  1  637  63  4248  26  15  —  51  202  18364  6  7423  80
Zusammen12262  57|51  016  04  72  291  400  45)3  279  60  =  87  563  62
—  —  —  —  —  —  —  —  .
16  968  Mk.  593  M.99MWT.  3  Mk.  Mk.  .
78  Pf.  48  Pf.  63  Pf.  67  Pf.)  40  Pf.  l
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        —  311  —

Gonuvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deuisch##stafrikg  für
den  Monat  April  1901  auf  1,39083  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

 

 

 

 

—  ——

Personalien.
Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

Al.  K.  O.  vom  16.  April  1901.

Ollwig,  Stabsarzt  a.  D.,  zuletzt  bei  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  als  Stabsarzt  mit  einem
Patent  vom  11.  November  1898  —  unter  gleichzeitiger  Kommandirung  zur  Dienstleistung  beim
Auswärtigen  Amt  —  à  la  suite  dieser  Schutztruppe  wiederangestellt.

A.  K.  O.  vom  17.  April  1901.

Kramer,  Königlich  Bayerischer  Leutnant  im  13.  Infanterie-Regiment  Kaiser  Franz  Joseph  von  Oesterreich,
nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem  Königlich  Bayerischen  Heere,  mit  dem  19.  April  d.  Is.  als
Leutnant  mit  einem  Patent  vom  3.  März  1897  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

A.  K.  O.  vom  18.  April  1901.
Johannes,  Hauptmann,  unter  Enthebung  von  der  Stellung  als  Kompagniechef,  zum  Stabe  dieser  Schutztruppe

  übergetreten.
Merker  und  Albinus,  Oberleutnants,  und

Dr.  Drewes,  Stabsarzt,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.

Küster,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert.

Lott  und  Dr.  Brückner,  Oberärzte,  zu  Stabsärzten  befördert.
Dr.  Engeland,  Oberarzt,  erhält  vom  1.  April  d.  Is.  ab  die  Gebührnisse  seines  Dienstgrades.
Schutztruppe  für  Kamerun.

v.  Kamptz,  Major  und  Kommandeur  der  Schutztruppe,  aus  derselben  ausgeschieden  und  in  der  Armee
als  Major  und  Bataillons-Kommandeur  im  1.  Hanseatischen  Infanterie-Regiment  Nr.  75

wiederangestellt.
v.  Madai,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert.

Dr.  Ipscher,  Stabsarzt,  zum  Oberstabsarzt  befördert.
Dr.  Jungmayr,  Oberarzt,  zum  Stabsarzt  befördert.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Kuhn,  Eggers,  Schultze,  v.  Zülow,  Fromm,  Oberleutnants,  und
Dr.  Kuhn,  Stabsarzt,  —  erhalten  vom  1.  April  d.  Is.  ab  die  Gebührnisse  ihres  Dienstgrades.

Wettstein,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert.

 

 

 

Nichtamtlicher  Theil.

Perspvnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  Graf  v.  Götzen  ist
in  Dar-es-Salam  eingetroffen  und  hat  die  Geschäfte
des  Gouvernements  übernommen.

Der  Schiffszimmermann  Borkenhagen  und
der  Kesselschmied  Franzki  haben  die  Ausreise  nach
Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Der  Sekretär  Bickel,  der  Schiffszimmermann
Einfeld  und  der  Schmied  Brunnlehner  haben
das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

 

Oberleutnant  Freiherr  v.  Ledebur,  die  Leutnants
  Schieritz  und  Kramer,  Zahlmeisteraspirant
Zacherle,  Sergeant  Gestrich  sowie  die  Sanitätsunteroffiziere
  v.  Pstrokonski,  Knispel  und  Jehle
haben  die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise  am  26.  April
d.  Is.  von  Neapel  aus  angetreten.

Leutnant  Frank,  Stabsarzt  Dr.  Drewes  und
der  Feldwebel  Jahn  sind  mit  Heimathsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

Zahlmeisteraspirant  Bähr  ist  am  16.  April  d.  Is.
an  Malaria  verstorben.

Ramernn.3

Der  Schiffszimmermann  Riebe  hat  die  Ausreise
  nach  Kamernn  angetreten.
        <pb n="364" />
        Cogo.
Der  Zollbeamte  Feuchtmüller  hat  die  Ausreise
  nach  Togo  angetreten.

#Lüdwestafrika.
Die  bisherigen  Assistenten  Bauer  und  Seydel
sind  zu  Bezirksamtssekretären  beim  Kgeiserlichen
Gouvernement  von  Deutsch-Südwestafrika  ernannt.

312

 

Die  Dreher  Becker  und  Hanusch  und
Maschinenführer  Kleindienst  haben  die  Ausr
nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.

Oberleutnant  Wetrtstein  ist  mit  Heimathsurle#
in  Deutschland  eingetroffen.

Die  Unteroffiziere  Helbig,  Prochnow,  Hom
und  Ritter  haben  die  Wiederausreise  am  20.  M#
d.  Is.  von  Hamburg  aus  angetreten.

Bachrichten  aus  den  deutschen  Schutgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Slkafrika.

Deutsch-ostafrikanische  Bezirksämter  und  stationen  im
Berichtsjahre  1899/7900.

II.
Dar-es-Saläm.

Auf  die  Stadt  Dar-es-Saläm  kommen  von  den
375  im  Bezirk  wohnenden  Europäern  allein  362.
Außerdem  find  in  der  Stadt  480  Araber,  1000  Inder
und  in  etwa  2000  großen  Hütten  nach  Stichproben
etwa  18  000  Eingeborene  ansässig.  Rechnet  man
hierzu  noch  durchschnittlich  1000  Träger  und  Arbeiter,
  so  ergiebt  dies  im  Ganzen  eine  ortsanwesende
Bevölkerung  von  21  000  Personen.  Die  Zahl  der
Steinhäuser  beträgt  308.  Auf  dem  platten  Lande
wird  die  Zahl  der  Hütten  nach  den  Zählungen  im
Laufe  des  Jahres  etwa  13  000  betragen  haben.
Rechnet  man  auf  jede  Hütte  durchschnittlich  fünf
Einwohner,  so  ergiebt  dies  eine  ländliche  Bevölkerung
von  65.000  Köpfen,  also  insgesammt  eine  Einwohnerzahl
  des  Bezirks  von  86  000.  Da  aber  nach  Angabe
  der  Jumben  viele  der  in  der  Zeit  der  Hungersnoth
  ausgewanderten  Leute  wieder  zurücklehren,
so  wird  sich  diese  Ziffer  für  das  nächste  Berichtsjahr
vermuthlich  erhöhen.

Die  eingeborene  Bevölkerung  besteht  außer  in
Dar-es-Saläm,  wo  sast  sämmtliche  Volksstämme  der
Kolonie  zu  finden  sind,  aus  Wasaramo  und  längs
der  Küste  einigen  Suaheli.

Die  jetzt  verkaufte  Gouvernements  =  Plantage
Kurasini  konnte  ihre  ersten  Produkte  an  Maunritiushanf,
  236  Ballen  à  250  Pfund,  an  den  Markt
bringen  und  einen  recht  guten  Preis  dafür  erzielen.

Als  erfreulich  ist  der  vermehrte  Anbau  von  Reis
an  den  Küstenplätzen  zu  melden.  An  Orten,  wo
nach  Aussage  der  Eingeborenen  seit  acht  Jahren  aus
Furcht  vor  den  Heuschrecken  kein  Reis  mehr  angebaut
war,  stehen  jetzt  verhältnißmäßig  große,  den  heimischen
Gerstenfeldern  vergleichbare  Reisfelder.  Die  Qualität
der  Körner  soll  vorzüglich  und  dem  indischen  Reis
weit  überlegen  sein.

*"  Vergl.  Deulsches  Kolonialblatt  1901,  S.  273.

 

Die  Kokospalmen,  die  im  Frühjahr  1899  stl.
durch  die  Heuschreckenplage  gelitten  hatten,  hab
sich  verhältnißmäßig  schnell  erholt,  so  daß  die  En
an  Kokosnüssen  immerhin  noch  eine  mittlere  genan
werden  kann.  Das  eigene  Produkt  deckte  indess#
den  Bedarf  der  eingeborenen  Bevölkerung,  welche  d
Nüsse  als  Nahrungsmittel  und  zur  Gewinnung  ve
Speiseöl  verwendet,  nicht  ganz.  Der  Preis  bie
sich  im  Durchschnitt  auf  36  Rupien  pro  1000  Stü
Es  haben  in  letzter  Zeit  ziemlich  erhebliche  Au.
setzungen  von  Palmen  stattgefunden.

Die  Kleinviehzucht  wird  von  den  einzelnen  Leutim
  Kleinen  betrieben.  Die  Hungersnoth  veranlaß
schließlich  viele  Leute,  ihr  Zuchtvieh  zu  verzehret
Immerhin  ist  aber  ein  starker  Stamm  zurückgebliebe
der  bei  der  guten  Nahrung  jetzt  doppelte  Fruchtbarke
zu  entfalten  scheint.

Die  Ausfuhr  der  von  den  Eingeborenen  im  Walk
wild  gewonnenen  Produkte  hat  bezüglich  Kautsch,
eine  Vermehrung  auf  190  424  Mark  gegen  15121.
Mark  im  Vorjahre  erfahren.  Die  Kautschukproduktie
im  Bezirk  dürfte  noch  der  Ausdehnung  fähig  seir
Der  wohl  nur  im  hiesigen  Bezirk  vorhandene  Mgor
baum  (Mascarenhasia)  ist  dadurch,  daß  die  Ein
geborenen  ihn  früher  als  Hausbaumaterial  schätzter
in  der  Nähe  der  Ortschaften  etwas  dezimirt.  All
mählich  haben  aber  auch  die  Eingeborenen  durch
Erfahrung  und  Belehrungen  seinen  Werth  als  Gummi
erzeuger  kennen  gelernt,  so  daß  an  einem  Nachwachse
der  im  Ganzen  schonend  angezapften  Bäume  nicht
zu  zweifeln  ist.

Für  die  Förderung  der  Produktion  der  Zukunst
berechnet  ist  die  Einrichtung  einer  Landwirthschaftsschule
  in  Dar-es-Saläm,  in  welcher  vorläufig  25
Wasaramojungen,  meist  aus  den  Jumbengeschlechtern,
Aufnahme  gefunden  haben.  Dieselben  besuchen  mort
gens  die  Schule  und  werden  nachmittags  von  dem
bewährten  Missionar  emer.  Greiner  im  rationeller
Anbau  und  Behandlung  der  einheimischen  sowie
solcher  ausländischen  Früchte  und  Bäume  unterrichtet,
deren  Anbau  sich  in  Versuchen  bewährt  hat.  In
diesen  Jungen  soll  ein  zukünftiges  Jumbenpersonal
herangezogen  werden,  das  schreiben  und  lesen  kann
und  dem  eine  rationellere  Bewirthschaftung  des  Bo-
        <pb n="365" />
        dens  und  fleißigere  Ausnutzung  der  Zeit  in  Fleisch
und  Blut  übergegangen  ist.  Auch  werden  in  der
Landwirthschaftsschule  praktische  Versuche  angestellt,
z.  B.  augenblicklich  darüber,  welcher  Pflug  und  welches
Zuchtvieh  sich  wohl  zur  Einführung  bei  den  Eingeborenen
  am  besten  eignet.

Die  Sklaverei  hat  im  Bezirk  mangels  größerer
arabischer  Schambenbesitzer  nur  noch  geringen  Umfang.
  Die  wenigen  Tausende  von  Haussklaven  werden
durchgehends  gut  behandelt,  schon  aus  Furcht,  daß
dieselben  bei  Mißhandlungen  zum  Bezirksamt  gehen
und  dann  befreit  werden.

An  im  Berichtsjahre  ausgeführten  öffentlichen
Arbeiten  sind  außer  dem  Ausbau  der  Karawanenstraße
  im  Wesentlichen  folgende  zu  erwähnen:  Die
Steinbeschotterung  einer  Reihe  von  Straßen  in  der
Stadt,  die  Abböschung  eines  großen  Theiles  der
zerrissenen  Hafenufer,  die  Anlage  eines  neuen  Europäerkirchhofes
  nebst  dem  Zufuhrwege  sowie  die  Herstellung
  eines  Eingeborenen-Friedhofes.  Auch  ist  ein
öffentliches  Müllabfuhrwesen  mit  Ochsenkarren  beschafft
  worden,  dem  jeder  Hausbesitzer  gegen  Entrichtung
  einer  kleinen  Gebühr  sich  anschließen  kann.

Kilwa.

Im  Bezirk  wohnen  23  Europäer.  Die  Anzahl
der  farbigen  Bevölkerung  des  Bezirks  beträgt  nach  den
Listen  für  die  Häuser=  und  Hüttensteuer  insgesammt
95  211.  Die  Zahl  der  ansässigen  Araberbevölkerung
mit  635  hat  sich  gegen  das  Vorjahr  nicht  geändert,
während  die  Zahl  der  Inder  von  296  auf  320  gestiegen
  ist.  Kilwa,  der  einzige  größere  Wohnplatz
des  Bezirks,  zählt  3032  Einwohner.

Die  wirthschaftliche  Lage  des  Bezirks  ist  gut.
Die  diesjährige  Ernte  war  eine  gute  Durchschnittsernte,
  obgleich  die  Regenzeit  in  den  Küstenbezirken
nicht  sehr  reichlich  war.  Heuschrecken  sind  nicht  aufgetreten.
  Die  Mtamafelder  wurden  stark  von  der
Assali=  (Honig-)  Krankheit  —  einer  Pilzinfeltion  —
heimgesucht,  und  die  Eingeborenen  wandten  sich  deshalb
  vielfach  anderen  Kulturen  zu.  Insbesondere
wurde  mehr  Sesam  gepflanzt,  ungefähr  um  die
Hälfte  mehr  als  in  früheren  Jahren.  Auch  die
Maiskultur  hob  sich,  es  wurde  hiervon  etwa  drei
Mal  so  viel  wie  im  Vorjahre  gebaut.  Reis,  der
ein  sehr  beliebtes  Nahrungsmittel  der  farbigen  Bevölkerung
  bildet,  ist  ebenfalls  mehr  als  in  früheren
Jahren  gebaut  worden,  so  daß  die  Einfuhr  gegen
das  Vorjahr  um  etwa  die  Hälfte  (von  1  084  528
Pfund  auf  541  363  Pfund)  zurückgegangen  ist.  Erheblich
  hat  sich  die  Erdnußkultur  gehoben.  Während
im  Vorjahre  nur  554  Pfund  Erdnüsse  ausgeführt
wurden,  betrug  die  Ausfuhr  im  Berichtsjahre
18  958  Pfund.  Im  benachbarten  nördlichen  Portugiesisch-Ostafrika
  werden  Erdnüsse  schon  seit  langen
Jahren  in  ganz  bedeutenden  Mengen  gebaut,  dort
bildet  dies  werthvolle  Produkt  fast  den  einzigen
Ausfuhrartikel.  Da  sich  der  Boden  in  den  hiesigen
Küstenbezirken  wegen  seines  hohen  Kalkgehaltes  für

313

 

 

diese  Kulturen  besonders  gut  eignet,  der  Anbau  selbst
nicht  viel  Arbeit  verursacht  und  unter  Heuschreckenfraß
  nicht  leidet,  so  hat  das  Bezirksamt  in  neuerer
Zeit  die  Eingeborenen  auf  das  Gewinnbringende
dieser  Kulturen  hingewiesen.  Wenn  das  Erfolg  hat,
wird  die  Kommune  eine  Maschine  zum  Enthülsen
der  Früchte  beschaffen,  um  den  Eingeborenen  Gelegenheit
  zu  geben,  gegen  eine  geringe  Vergütung
das  Enthülsen,  das  als  Handarbeit  sehr  viel  Zeit
beansprucht,  hier  vornehmen  zu  lassen.  Der  europäische
  Markt  nimmt  das  Produkt  nur  ohne
Hülsen  an.  -

Die  Kokospalmenkultur,  für  welche  hauptsächlich
die  Inselgruppe  Chole-Mafia  in  Frage  kommt,  hat

sich  von  den  nachtheiligen  Folgen  des  Ausbleibens

der  Regenzeit  in  den  Jahren  1897  und  1898  noch
nicht  ganz  erholt.  Wenn  nicht  besonders  unglückliche
Umstände  eintreten,  wird  sich  diese  Kultur  auf  Chole:
Mafia,  deren  Bodenverhältnisse  sich  dafür  hervorragend
  eignen,  in  den  nächsten  Jahren  aber  wieder
bedeutend  heben.  Es  sind  im  Berichtsjahre  wieder
etwa  20  000  Palmen  neu  angepflanzt,  so  daß  jetzt
207  000  Bäume  vorhanden  sind.  Auch  die  Arbeiterverhältnisse
  sind  auf  den  Inseln  die  denkbar  günstigsten.

Kautschuk,  das  Haupthandelsprodukt  des  Bezirks,
wird  fast  nur  in  der  Gegend  von  Donde-Barikiwa
gewonnen.  Hier  sind  u.  UM.  drei  deutsche  Firmen
durch  Angestellte  vertreten,  die  nur  mit  dem  Einkauf
dieses  Produktes  beschäftigt  sind.  Es  sind  an  Kautschuk
  etwa  1400  Sack,  300  mehr  als  im  Vorjahre,
zur  Ausfuhr  gelangt.  Im  März  d.  Is.  hat  das
Gouvernement  nach  Barikiwa  einen  Gärtner  gesandt,
der  dort  eine  Gummiplantage  von  Manihot  Glaziovii
angelegt  hat.  Die  von  ihm  angestellten  Versuche
sind  gut  ausgefallen.

Der  Rindviehbestand  wird  auf  den  Inseln  Mafia
und  Chole  etwa  4000  Stück  betragen.  Im  Ucbhrigen
wird  Rindviehzucht  im  Bezirk  nur  wenig  betrieben.
Das  Kleinvieh,  welches  die  Eingeborenen  besser  zu
behandeln  verstehen  und  für  welches  auch  die  Bodenverhältnisse
  günstiger  sind,  hat  sich  dagegen  vermehrt.

Der  Wildreichthum  des  Bezirks,  besonders  in  der
Gegend  von  Barikiwa,  woselbst  sich  im  Anfang  dieses
Jahres  zwei  Berufsjäger  niedergelassen  haben,  ist
ziemlich  bedeutend.  Es  kommen  vor:  Elefant,  Nashorn,
  Flußpferd,  Zebra,  Büffel  und  verschiedene
Arten  von  Antilopen.

Die  Entwässerung  der  Sümpfe  im  Süden  der
Stadt  Kilwa  ist  vollendet,  und  in  der  Stadt  sind
größere  Kanalisationsarbeiten  ausgeführt  worden.
Die  Quaimauer  ist  in  einer  Länge  von  560  m
vollendet.  An  dem  Ausbau  der  Hauptverkehrsstraße
des  Bezirks  von  Kilwa  nach  Barikiwa,  welche  in  der
Fortsetzung  über  Songea  den  Verkehr  mit  Wiedhafen
und  dem  Nyassagebiet  vermittelt,  wurde  eifrig  weiter
gearbeitet.  Die  Straße  ist  nunmehr  für  Lastenfuhrwerk
  passirbar.  In  Abständen  von  etwa  25  km
sind  Rasthäuser  gebaut  und  Lagerplätze  für  Karawanen
  eingerichtet  worden.

2
        <pb n="366" />
        Die  Eintheilung  des  Bezirks  in  Akidate  und  das
System  der  Verwaltung  der  letzteren  durch  eingeborene
  Akiden,  denen  je  ein  im  Lesen  und  Schreiben
des  Suaheli  mit  lateinischen  Buchstaben  ausgebildeter
Schreiber  beigegeben  ist,  hat  sich  vorzüglich  bewährt.
Irgend  welche  Klagen  über  die  Akiden  wegen  Härten
bei  Eintreibung  der  Steuern  oder  wegen  Ueberschreitung
  der  Amtsgewalt  sind  nicht  laut  geworden.
Die  Steuern  sind  überall  ohne  alle  Schwierigkeiten
zur  Einziehung  gelangt.  Unruhen  unter  der  Bevölkerung
  des  Bezirks  sind  nicht  vorgekommen.  Die
Emgeborenen  leben  zufrieden  unter  dem  Schutze  der
Regierung.  Ueberall  herrscht  größte  Sicherheit.

Schulen  bestehen  in  Kilwa  mit  42  Schülern,
Kisiwani  mit  20  und  Samanga  mit  14  Schülern.
Die  beiden  letzteren  werden  von  eingeborenen  Lehrern,
die  in  der  Schule  von  Kilwa  ausgebildet  sind,  geleitet.
  Zur  Entlassung  kamen  im  Laufe  des  Jahres
45  gut  ausgebildete  Schüler.  Diese  sind  zum  größten
Theil  als  Schreiber  und  Steuererheber  bei  den
Akiden  des  Bezirks  angestellt  worden.  Andere  wurden
zur  gleichen  Verwendung  an  die  Bezirksämter  Lindi
und  Langenburg  und  die  Station  Songea  abgegeben,
und  einige  haben  Anstellung  als  Schreiber  und
Bureaudiener  bei  hiesigen  und  auswärtigen  Privaten
gesunden.

-Ramerun.

Der  Tod  des  Forschers  Conrau.“)

Nach  einem  neuerdings  hier  eingegangenen  Bericht
  des  Leutnants  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
von  Kamerun  Strümpell,  welcher  mit  der  Eintreibung
  der  den  aufständischen  Bangwa  auferlegten
Kriegsentschädigung  beauftragt  worden  war,  gewinnt
es  den  Anschein,  als  ob  die  früher  an  die  Küste
gelangten  Erzählungen  von  Grausamkeiten,  die  an
dem  Kaufmann  und  Forscher  Conrau  verübt  sein
sollten,  auf  Unwahrheit  beruhen.  Leutnant  Strümpell
berichtet  in  dieser  Beziehung  unter  dem  18.  Dezember
v.  Is.,  wie  folgt:

„Nachdem  der  Bangwahäuptling  Fontem  am
17.  Oktober  durch  Boten  um  Frieden  gebelen  und
als  Zeichen  dessen  mehrere,  offenbar  aus  dem  Besitze
  Conraus  herrührende  Gegenstände,  wie  eine
Jagdtasche  mit  Kompaß  und  Bussole,  ein  Gewehr  88
zur  Jagd,  eine  Büchsflinte,  eine  Flinte,  eine  Mauserpistole,
  132  Patronen  88  Halbmantel-,  70  Mauserpatronen
  (theils  unbrauchbar,  theils  verbraucht),
einige  Revolverpatronen  und  eine  alte  zerbrochene
Laterne,  übersandt  hatte,  hieß  er  mich,  als  ich  am
11.  November  seine  Grenze  erreichte,  durch  Boten
willkommen,  die  mich  am  12.  nach  seinem  Dorf
brachten.  Fontem  bat  hier  abermals  um  Frieden  und
erklärte  sich  mit  der  Herausgabe  der  Conrau  gehörigen
  Sachen  und  Zahlung  der  Kriegsentschädigung
einverstanden.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  19/0),  S.  J.

314

 

l

Bezüglich  des  Todes  des  Forschers  Conrau  weist
er  jede  Schuld  von  sich  und  will  die  Ursache  lediglich
  auf  Mißverständnisse  zurückgeführt  wissen.
Conrau  sei  sein  Blutsfreund  gewesen  und  als  solchem
habe  er  ihm  seine  Leute  anvertraut,  damit  sie  als
Arbeiter  zu  der  Küste  geführt  würden.  Er  selbst
habe  sich  auch  viele  Vortheile  für  sein  Land  von  dem
Verkehr  mit  der  Küste  versprochen.  Als  Conrau
nun  zurückgekehrt,  und  zwar  ohne  seine  Leute,  sei  er
für  dieselben  besorgt  gewesen  und  habe  gefragt,  wo
die  Leute  blieben.  Auf  die  Antwort,  daß  ihre
Arbeitszeit  noch  nicht  abgelaufen  sei,  habe  er  Conrau
gebeten,  an  die  Küste  zu  schreiben,  um  die  Leute
zurückzurufen.  Der  Brief  sei  durch  den  Wey  William
besorgt,  während  Conrau  zurückgeblieben  sei,  doch  nicht
als  Gefangener.  Eines  Tages  sei  nun  der  Balijunge,
  den  Conrau  als  Diener  mit  sich  führte,  zu
seinem  Herrn  gekommen,  habe  ihm  erzählt,  Fontem
wolle  ihn  und  seine  Leute  tödten,  und  ihn  sodann
zur  Flucht  aufgefordert.  Auf  der  in  der  folgenden
Nacht  ausgeführten  Flucht  seien  sie  unterwegs  auf
Bangwas  gestoßen,  die  von  Kokobuma  kommend  zu
Fontem  wollten.  Wohl  in  der  Meinung,  daß  diese
Verfolger  seien,  habe  der  Bali  auf  sie  geschossen  und
hierbei  seinen  Herrn  am  Fuße  verwundet.  Diese
Nachricht  sei  Fontem  schnell  hinterbracht,  der  nun
Leute  mit  dem  Auftrage  zurückgesandt,  Conrau  zurückzubringen.
  Letzterem  irgend  welchen  Schaden  zuzusügen,
  habe  er  ausdrücklich  untersagt.  Conrau,  der
seiner  Verwundung  wegen  nur  langsam  vorwärts
konnte,  sei  eingeholt.  Auf  die  Verfolger  habe  er
neun  Schüsse  seiner  Mauserpistole  abgefeuert,  mit
dem  letzten  Schuß  sich  sodann  selbst  getödtet.  Der
Bali  sei  getödtet.  Die  vielfach  an  der  Küste  verbreiteten
  Schilderungen  über  an  Conrau  ausgeführte
Grausamkeiten  weist  Fontem,  dem  ich  sie  vorhielt,
ausdrücklich  von  sich.“

Ob  die  Aussagen  Fontems  in  allen  Punkten  der
Wahrheit  entsprechen,  ist  leider  nicht  nachzuprüfen.

Togvo.

Ueber  die  Verhältnisse  im  Bezirk  Misaböbe.
III.*)
6.  Handel  und  Gewerbe.

Zu  den  beiden  Hauptmärkten  des  Bezirks,  Palime
und  Kpandu,  trat  als  dritter  Ho.  Von  jeher  hatte
Ho  für  das  Land  östlich  des  Togogebirges  als  Eingangsthor
  des  von  der  Goldküste  jenseits  des  Volta
kommenden  Handels  besondere  Bedeutung.  Die  Bedeutung
  wuchs  noch  insolge  der  Gründung  der  Station
Atakpame.  Der  aus  Tshautsho  und  Sugu  kommende
Verkehr,  der  bisher  über  das  Gebirge  nach  Kratyi
gegangen  war,  folgte  nur  allmählich  dem  neu  eröffneten
  Wege  über  Atakpame  in  der  Ebene  am  Juße

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  238  u.  28.
        <pb n="367" />
        315  —

des  Gebirges  entlang  nach  Ho  und  von  da  zur
Goldküste.  Daher  wurde  im  Berichtsjahre  für  diese
Fremden  der  Bau  eines  Dorfes  (Songo)  nöthig,  wie
solche  in  Palime  und  Kpandu  bereits  bestehen.  Das
Songo  füllte  sich  sofort  und  dehnt  sich  immer  weiter
aus.  Die  Insassen,  die  theils  dauernd,  theils  nur
vorübergehend  da  wohnen,  zahlen  eine  kleine  Abgabe
(5  Pf.  für  24  Stunden)  an  die  Station,  die  der
Songochef  einsammelt  und  aus  der  er  besoldet  wird.
Neben  diesen  Märkten  sind  zu  erwähnen  am  Volta:
Bisku,  Kpeve,  Atikweta,
Neu  gegründet  wurden  die  Märkte  von  Waadse,
We  Deme,  Leglebi  und  Borada.

Die  Marktpreise  der  Lebensmittel  sind  im  Durchschnitt:



1  Huhn  0,50  Mk
1  Schaf  4—6.—
1  Ziege  3—5,—  =
1  Dtzd.  Eier  0,30  —0,50  =
Rindfleisch,  1  Pfund  .  0,50  =
Reis,  100  Pfund  4—
Yams,  12  Stück  1.—
(in  der  Trockenzeit  41  Stück  S  T
sErntezeit  2,50  =
Mais,  100  Pfd.  1  Regenzeit  6,—

Der  Durchgangshandel  zwischen  der  Niste  und
dem  Sudan,  der  in  den  Händen  der  Haussas  und
Kotokolis  liegt,  folgt  den  Wegen

1.  Krathi  —  Kpand  sa)  Goldküste,

Kratyi  —JKpandu:  Qutitta,

(b)  Palime,  Lome,
.  à)  Lome  —  Quitta,
Abtakpame  —Palime:  19  Ho—Goldkiste.

Eehr  bedeutend  ist  der  Produktenhandel  nach
der  Küste.  Während  ursprünglich  noch  anfangs  der
90er  Jahre  von  der  einheimischen  Bevölkerung  nur
Landbau  getrieben  wurde,  haben  sich  jetzt  außerordentlich
  Viele  dem  Handel  zugewandt.  Abgesehen
von  dem  lebhaften  Handel  mit  den  eigenen  Produkten,
die  sie  selbst  nach  der  deutschen  und  englischen  Küste
bringen,  haben  sich  Viele  dem  Gummihandel  zugewandt.
  So  zählt  der  Bezirk  gegen  600  hier  angemeldeter
  Gummihändler,  deren  jeder  eine  Anzahl
Träger  aus  seiner  Heimath  mitnimmt.

Die  einheimische  Weberei  wird  überall  betrieben,
hauptsächlich  in  Agotime,  wo  sehr  viel  Zeuge  gewebt
und  exportirt  werden.  Eine  große  Rolle  spielt  die
Mattenflechterei.  Die  etwa  1  m  breiten  und  2  bis
3  m  langen  Matten  werden  aus  den  Blattfasern
des  Pandanus  geflochten  und  vorwiegend  nach  Quitta
zum  Verpacken  des  Salzes  ausgeführt.  Alle  Dörfer
am  Fuße  des  Gebirges  sowie  im  Gebirge  selbst  haben
an  den  Bachufern  Pandanus  regelrecht  angepflanzt.
Etwas  Töpferei  treiben  alle  Dörfer  in  der  Ebene,
doch  nur  für  eigenen  Bedarf.  Große  Mengen  Töpfe
werden  fabrizirt  in  Tove-  Abesia  sowie  in  Aloi  bei
Kpandu.

Kanubau  wird  in  allen  Uferlandschaften  des  Volta,
vor  Allem  aber  in  Kunya  betrieben.  Kunya  allein

Abesia  und  Ntlshumuru.

 

lieferte  in  dem  Berichtsjahre  120  Stück  im  Werthe
von  7200  Mk.  Zu  erwähnen  ist  noch  die  Anfertigung
geschnitzter  Holzstühle  in  Kpandu  sowie  die  Anfertigung
  von  rohen  Elfenbeinschnitzereien  in  Kpandn
(Hörner,  Armringe)  und  Kpelle  (Häuptlingsstöcke).

Durch  die  Norddeutsche  Mission  ist  in  Avatime
eine  beträchtliche  Anzahl  Brettsäger  und  Tischler
herangebildet  worden.  Jedoch  reicht  ihre  Zahl  infolge
  der  Entwickelung  des  Bezirks  bei  Weitem  nicht
aus,  so  daß  Handwerker  aus  den  englischen  Landschaften
  Peki  und  Anum  herangezogen  werden  müssen.
Indessen  reichen,  da  ein  ständiger  Abzug  von  Küstenhandwerkern
  nach  Kamerun  stattfindet,  auch  diese  nicht
aus,  um  den  Bedarf  der  Stationen  im  Innern  zu
decken.  Es  sind  daher  auf  den  Stationen  Misahöhe
und  Kpandu  14jährige  Jungen  aus  dem  Bezirk
herangezogen  worden,  die  in  verschiedenen  Handwerken
ausgebildet  werden.  Zur  Zeit  werden  10  als  Tischler,
drei  als  Gärtner,  einer  als  Schneider  sowie  zwei  Erwachsene
  als  Maurer  herangebildet.  Sechs  Jungen
sind  in  die  Gärtnerschule  nach  Atakpame  gesandt
worden.

Die  Arbeiterverhältnisse  sind  günstig,  jedoch  ist
dabei  Bedingung,  daß  der  Arbeitgeber  seine  Leute
namentlich  anfangs  mit  großer  Geduld  und  Nachsicht
behandelt.  Die  Arbeitslöhne  betragen  pro  Tag  je
nach  der  Schwere  der  Arbeit  und  den  Leistungen
30  bis  75  Pf.,  bei  Frauen  und  Kindern  15  bis
25  Pf.;  Trägerlöhne  pro  Marschtag  (bei  nur  ein
bis  zwei  Tagen  Dauer)  1  Mk.,  Hängemattenträger
1  Mk.,  gewöhnliche  Handwerker  1  bis  2  Mk.,  bessere
3  Mk.  pro  Tag.  Die  Plantage  Douglas  zahlt  ihrem
geübten,  festen  Stamm  von  Küstenarbeitern  20  Mk.
Monatslohn,  den  Eingeborenen  (wobei  Frauen  und
Kinder)  15  bis  30  Pf.  Tagelohn.  Zahlungsmittel
ist  überall  Bargeld.  Tauschhandel  giebt  es  nicht  mehr.
Sogar  der  Gummi  wird  jetzt  gegen  Bargeld,  5  Pf.=Stücke,
  gekauft,  doch  erhalten  die  Händler  das  Bargeld
  meist  durch  Verkauf  ihrer  Waaren  wieder.  Das
Fünfpfennigstück,  das  besonders  beliebt  ist,  hat  die
Kaurimuschel  als  Scheidemünze  ziemlich  verdrängt.

7.  Rechtspflege,  Eingeborenenrecht.

Die  Station  sah  sich  genöthigt,  die  Häuptlinge
als  erste  Instanz  in  allen  Fällen,  ausgenommen  in
Strasfsachen  und  Rechtsstreitigkeiten  über  200  Mark
Streitwerth,  einzusetzen  bezw.  zu  bestätigen.  Die
Station  fungirt  als  Gerichtsstelle  zweiter  Instanz.
Die  bisher  willkürlichen  und  hohen  Gerichtstaxen  der
Häuptlinge  wurden  durch  den  Erlaß  einer  Gebührenordnung
  geregelt.  In  schwierigen  Fällen  bitten  die
Häuptlinge  regelmäßig  persönlich  oder  durch  einen
Brief,  den  ihnen  der  Missionslehrer  oder  ein  anderer
Schreibkundiger  aufsetzt,  um  Rechtsbelehrung  bei  der
Station.  Beinahe  täglich  gehen  derartige  Briese  oder
Anfragen  bei  der  Station  ein.

Auch  die  Verwallung  zieht  von  dieser  Anordnung
insofern  Nutzen,  als  die  Häuptlinge  in  ihren  Interessen
  mehr  mit  der  Regierung  verbunden  werden.
        <pb n="368" />
        —  316  —

Die  meist  geringe  Autorität  derselben  wird  gehoben
und  ihre  Einnahmen  wachsen.  Die  Einnahmen  aus
der  Rechtsprechung  sind  die  einzigen,  welche  die
Häuptlinge  des  Bezirls  haben.  Sie  fangen  an,  sich
mehr  und  mehr  als  Hülfsorgane  der  Regierung
zu  fühlen.

Im  Großen  und  Ganzen  haben  sich  die  neuerdings
  mehr  ans  Ruder  kommenden  jungen  Häuptlinge
besser  bewährt  als  die  alten.  Es  unterliegt  keinem
Zweisel,  daß,  wenn  erst  die  unter  deutscher  Verwaltung
  ausgewachsene  Generation  zur  Herrschaft  kommt,
sie  die  ihr  zugewiesenen  Aufgaben  in  zufriedenstellender
  Weise  erfüllen  wird.

Sklavenhandel  kommt  zwischen  den  Eingeborenen
des  Bezirks  nicht  mehr  vor.  Die  noch  von  früher
her  vorhandenen  Hörigen  werden  durchweg  gut  behandelt
  und  gehen  gewissermaßen  in  der  Familie
ihrer  Herren  auf.  Es  kamen  nur  zwei  Fälle  vor,
wo  solche  Hörige  ihre  Freiheit  beantragten  und
natürlich  auch  erhielten.  Bezeichnend  ist  für  den
Stand  der  Sklavenfrage,  daß  ein  ehemaliger  Sklave,
Gidde  Gidde,  Oberhäuptling  der  Landschaft  Agome
werden  konnte.?)  Es  kommt  freilich  noch  vereinzelt
vor,  daß  Händler,  und  zwar  Haussas,  und  Unterthanen
  der  Goldküstenkolonie  aus  dem  nichtdeutschen
Hinterlande  Sklavenkinder  mit  sich  führen.  Sofern
  dieselben  deutsches  Gebiet  berühren  und  dies  zur
Kenntniß  der  Station  gelangt,  wird  jedoch  nachdrücklich
  dagegen  eingeschritten.  So  wurden  zwei
Haussas  und  ein  Mann  aus  dem  englischen  Quitta
mit  je  einem  Kind  (ein  Junge  und  zwei  Mädchen)
abgefaßt  und  mit  mehrjähriger  Freiheitsstrafe  belegt.
Der  Junge  wurde  der  Norddeutschen  Mission  zur
Erziehung  übergeben,  die  zwei  etwas  größeren
Mädchen  unter  sicherem  Geleit  nach  ihrer  Heimath
zurückgesandt.

8.  Entwickelung  des  Bezirks.

Die  bisher  nur  in  allgemeinen  Zügen  bestimmten
Grenzen  des  Bezirks  erfuhren  eine  Festlegung  im
Einzelnen.  So  wurde  die  Grenze  gegen  den  Bezirk
Kratyi  genau  bestimmt,  wobei  das  früher  zu  Kratyi
gehörige  Dorf  Ahamansu  zu  Misahöhe  kam,  weil  es
politisch  zu  Buem  gehört.  Ebenso  wurde  das  bisher
zum  Bezirk  Lome  gehörende  Batome  dem  Bezirk
Misahöhe  einverleibt,  weil  es  ein  Agotimefarmdorf
ist.  In  Vorbereitung  ist  die  Abgrenzung  gegen
Atakpame.

Die  wichtigsten  Ereignisse  im  Bezirk  waren  die
wirthschaftlichen  Expeditionen  des  Geheimraths  Prof.
Ior.  Wohltmann,  des  Botanikers  Schlechter  und  des

Bergassessors  Hupseld.  Von  hoher  Bedentung  ist

f  ruer  die  zur  Zeit  in  Ausführung  befindliche  Baumwollexpedition
  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees.
Um  all  diesen  viel  versprechenden  Keimen  eincs  kulturellen
  Ausschwungs  zu  raschem  Wachsthum  und

#Eg  sei  hierbei  bemerkt,  daß  einer  der  einflußreichsten
Häuptlinge  an  der  Kuste  (Ayte  Ajavon  in  Klein-Popo
gleichfallo  fruher  Sklave  war.

 

gutem  Gedeihen  zu  verhelfen,  erscheint  aber  der  Bau
einer  Essenbahn  durch  den  Bezirk  als  unerläßliche
Bedingung.

Deutsch-ZSüdwestafrika.

Die  Unruhen  im  südlichen  Distrikt  Grootfontein,

von  denen  in  der  Tagespresse  schon  die  Rede  gewesen
  ist,  haben  nach  den  vorliegenden  amtlichen
Berichten  ihren  Ursprung  in  dem  Widerstand  gehabt,
den  die  Grootfonteiner  Bastards  der  Besichtigung
ihres  Pferdebestandes  durch  den  Distriktschef  von
Grootfontein  entgegengesetzt  haben.  Die  Bastards
haben  dem  Distriktschef  gegenüber  alsbald  eine
drohende  Haltung  eingenommen  und  die  Aufforderung,
  ihre  Waffen  abzugeben,  mit  der  Eröffnung
von  Feindseligkeiten  beantwortet.  Ueber  den  weiteren
Verlauf  der  Angelegenheit  ist  bis  jetzt  nur  bekannt,
daß  in  den  folgenden  Gefechten  auf  deutscher  Seitc
der  Reiter  Reer  und  ein  eingeborener  Soldat  Namens
Jan  Lintes,  beim  Gegner  der  Führer  der  Aufständischen,
  Kapitain  Swarts,  und  ein  Rehobother
Bastard  gefallen  sind  und  daß  der  Distriktschef  von
Grootsontein  mit  etwa  20  weißen  und  ebenso  viel
eingeborenen  Soldaten  die  Aufständischen  verfolgte.
Vom  Gouvernement  ist  der  Oberstleutnant  Müller
mit  70  Mann  und  einem  Geschütz  nach  dem  Schauplatze
  der  Unruhen  abgesandt,  außerdem  ist  die  in
Keetmanshoop  stehende  3.  Feldkompagnie  zur  Mitwirkung
  von  Süden  her  über  Bethanien  befehligt
worden.  Die  von  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amtes  auf  tclegraphischem  Wege  angeordnete
  strenge  Untersuchung  der  ganzen  Angelegenheit
  wird  ergeben,  ob  der  beklagenswerthe  Zusammenstoß
  hätte  vermieden  werden  können  und  wen  etwa
eine  Verantwortung  dafür  trifft.

Abwehrmaßregeln  gegen  die  Beulenpest.

In  der  Sitzung  des  Reichsgesundheitsraths  am
20.  März  hatte  Geheimrath  Prof.  Dr.  Koch  darauf
hingewiesen,  daß  die  Gefahr  der  Einschleppung  der
Beulenpest  aus  der  Kapkolonie  durch  den  Schiffsverkehr
  nicht  so  sehr  Deutschland  selbst,  als  seine
afrikanischen  Schutzgebiete,  vornehmlich  Südwestafrika
bedrohe,  und  die  Stationirung  eines  in  der  Erkennung
  und  Abwehr  der  Pest  ausgebildeten  Arztes
in  Swakopmund  angeregt.

Bercits  vorher  —  Anfang  März  —  war  von
der  Kolonialverwaltung  die  Errichtung  einer
Quarantänestation  in  Swakopmund  und  die
Sperrung  des  zweiten  Hafens  des  Schutzgebietes  —
Lüderitzbucht  —  für  den  direkten  Verkehr  von  der
Kapkolonie,  sowie  die  Stationirung  eines  erprobten
Sanitätsunteroffiziers  der  Schutztruppe  daselbst  telegraphisch
  angeordnet,  auch  sofort  die  nöthige  Menge

von  Desinfektionsmaterial  rc.  hinausgesandt.
        <pb n="369" />
        —  317

Nunmehr  hat  auch  ein  Arzt,  welcher  in  Hamburg
und  in  Berlin  —  hier  unter  persönlicher  Leitung
des  Geheimraths  Koch  —  sich  mit  den  neuesten  Ergebnissen
  der  ärztlichen  Wissenschaft  über  die  Pest
vertraut  gemacht  hat,  der  Oberarzt  Dr.  Bluemchen
von  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  mit  einem
kompleten  bakteriologischen  Laboratorium,  mit  den
nöthigen  Versuchsthieren  2c.  die  Ausreise  nach  dem
Schutzgebiete  angetreten.  Er  ist  beauftragt  worden,
die  hygienischen  Verhältnisse  an  den  Küstenplätzen
bezüglich  der  Pestgefahr  zu  untersuchen,  den  Verwaltungsbehörden
  Bericht  zu  erstatten  und  an  der
Abwehr  der  Seuche  mitzuarbeiten.

 

begetationsverhältnisse  in  Swakopmund.

Vor  ungefähr  einem  Jahre  wurde  von  dem
Regierungsbaumeister  Ortloff  damit  begonnen,  Versuche
  anzustellen,  ob  in  dem  Küstenstriche  bei  Swakopmund,
  der  im  Gegensatz  zu  dem  Innern  des
Schutzgebietes  bekanntlich  einen  unfruchtbaren  Charakter
hat,  nicht  doch  etwas  Vegetation  zu  schaffen  wäre.
Ueber  das,  was  in  dieser  Zeit  erreicht  ist,  berichtet
der  Genannte,  wie  foldgt:

Durch  die  Sonnenstrahlen  werden  hier  am  Tage
die  Sandkörner  stark  erhitzt,  sie  können  aber  die
Wärme  nicht  in  sich  aufspeichern,  sondern  geben  sie
nach  Sonnenuntergang  schnell  wieder  an  die  Luft
ab.  Deshalb  findet  auch  beim  Eintritt  der  Nacht
cine  starke  Thaubildung  statt.  Die  Feuchtigkeit  hat
jedoch  nur  wenig  Zeit,  in  die  Erde  selbst  einzudringen,
  da  schon  beim  ersten  Sonnenstrahl  eine  Verdunstung
  des  gesammelten  Wassers  stattfindet.  Es
können  daher  bei  so  wenig  günstigen  Lebensbedingungen
  hier  auch  nur  solche  Pflanzen  gedeihen,
die  mit  kärglicher  Nahrung  zufrieden  sind,  plötzliche
Temperaturschwankungen  zu  ertragen  vermögen  und
gegen  große  Wasserverluste  infolge  von  Ausschwitzung
genügend  geschützt  sind.

Die  beiden  einzigen  hier  vorgefundenen  und  wild
wachsenden  Pflanzen  lassen  diese  Lebensfähigkeiten  in
interessanter  Weise  erkennen.  Der  Bau  der  Pflanzenorgane
  dieser  Salzpflanzen  oder  Halophyten  zeigt
deutlich,  wie  dieselben  sich  ihrem  Standorte  angepaßt
haben.  Bei  Arthraerna  Leibnitziae  ist  dies  geschehen
durch  eine  Art  Schutzmittel  gegen  zu  schnelle  Verdunstung,
  indem  eine  derartig  starke  Reduktion  der
Blattflächen  stattgefunden  hat,  daß  scheinbar  nur  die
Blattstiele  übrig  geblieben  sind.  Die  zweite  der
Pflanzen  hat  sich  dadurch  lebensfähiger  gemacht,  daß
die  dem  Winde  ausgesetzte  Blattseite  eine  bastartige
Schutzdecke  erhalten  hat.

Eine  Untersuchung  des  mittelfeinen  Sandes  hinter
dem  Strande  ließ  denselben  als  zum  größtem  Theile
aus  unlöslichem  Quarz  und  Glimmer  bestehend  erlennen,
  dem  aber  in  sehr  reichlicher  Menge  das
weitere  Verwitterungsprodukt  des  Granits,  Feldspath,
beigemengt  war.  Nährsalze  waren  demnach  in

 

Menge  vorhanden,  es  müßten  nur  Stickstoffe  und
Wasser  zugeführt  werden,  um  Leben  erstehen  zu
lassen.  Stickstoffe  waren  reichlich  vorhanden  in  den
hiesigen  Esels=  und  Pferdekraalen,  Wasser  wurde
durch  die  Wasserleitung  erschlossen.  Ein  kleiner
Versuchsgarten  wurde  bei  meinem  Wohnhause  angelegt,
  indem  zuerst  durch  Anpflanzen  der  im  Swakop
vorkommenden  wilden  Tabaksträucher  etwas  Schutz
gegen  die  starken  Seewinde  geschaffen  wurde.  Ein
Drittel  des  im  Swakop  befindlichen  Schlickes,  ein
Drittel  Eselsdung  und  ein  Drittel  des  vorhandenen
Sandes  bildeten  das  Bett  dieser  Sträucher.  Dieselben
  gediehen  sehr  gut,  nur  wurde  eine  Veränderung
  in  der  Blattform  bei  ihnen  festgestellt,  indem
  die  großen  breiten,  aber  ziemlich  dünnen  Blätter,
wie  der  wilde  Tabak  sie  an  seinem  ursprünglichen
Standort  entfernt  von  der  See  zeigte,  sich  umwandelten
  in  solche  von  geringerer  Größe,  aber
größerer  Dicke.  Vielleicht  auch  eine  Anpassung  an
den  neuen  Standort,  der  dem  salzhaltigen  Seewinde
näher  lag.

Im  Schutze  dieser  Sträucher,  die  nicht  allein
den  Seewind,  sondern  auch  zum  großen  Theil  die
sengenden  Sonnenstrahlen  abhielten,  wurde  nun  versucht,
  Eichen,  Kiefern,  Wachholder  und  Eukalyptusarten
  anzupflanzen,  die  ich  als  kleine  Bäumchen  von
rund  0,5  m  Höhe  aus  Kapstadt  eingeführt  hatte.
Der  Versuch  mißlang,  wie  vermuthet  wird,  weil  die
Athmungsorgane  der  Pflanzen  durch  das  niederfallende
  Salz  des  Seewindes  zugestopft  wurden.
Nicht  besser  erging  es  jungen  Dattelpalmen,  aus
Las  Palmas  bezogen,  sowie  Weinstecklingen  und
Feigen  aus  Klein  Windhoek.  Nun  wurde  die  Anzucht
  aus  Samen  versucht.  Im  Frühbeet  wurden
Dattelpalmen  und  Port  Jackson  (Acacia  Cyanophylla)
gesät,  und  nachdem  die  jungen  Pflänzchen  kräftig
genug  erschienen,  ausgepflanzt.  Diesmal  war  der
Versuch  von  Erfolg  gekrönt.  Die  Palmen  im  Freien
zeigen  schon  das  dritte  Blatt,  von  Port  Jackson  sind
einige  Exemplare  als  Sträucher  gezogen,  1,80  m
hoch  und  0,6  m  breit,  andere,  zu  Bäumen  bestimmt,
2,.20  m  hoch  bei  3  cm  Stammstärke.  Bei  diesen
letzteren  wurde  ein  tägliches  Wachsen  von  1,5  cm
beobachtet.

Zur  Erzeugung  von  Rasenflächen  hat  sich  aus
Europa  bezogener  Grassamen  als  unbrauchbar  erwiesen,
  dagegen  wurden  mit  Lolium  perenne  (engl.
Raygras)  aus  Kapstadt  gute  Erfolge  erzielt.  An
Blumen  gedeihen  besonders  Levkojen,  Löwenmaul,
Reseda,  Skabiosen,  Lobelien,  Petunien,  Primeln  und
dergleichen  mehr.  Recht  lohnend  sind  die  Versuche
zum  Anbau  von  Gemüse  gewesen.  Die  ersten
Pflänzchen  wurden  im  Frühbeet  aus  Samen  gezogen
und  ausgepflanzt.  Zuletzt  gediehen  schon  ebenso  gut
solche  im  Freien,  aus  Samen  gezogen.  Im  Versuchsgarten
  wachsen  Blumenkohl,  Roth-,  Weiß=  und  Wirsingkohl,
  Kohlrabi,  Salat,  Gurken,  Kartoffeln  und  Champignons.
  Geerntet  kann  zweimal  im  Jahre  werden,
die  Kartoffeln  brachten  durchschnittlich  den  achtfachen

3
        <pb n="370" />
        —  318  —

Ertrag.  Die  Beamten=  und  die  Mannschaftsküche
konnte  schon  häufig  mit  selbstgezogenem  Gemüse  versorgt
  werden.  Würden  die  erforderlichen  Arbeitskräfte
  zur  Verfügung  stehen,  so  könnte  mit  Leichtigkeit
  die  Einwohnerschaft  von  Swakopmund  stets
frisches  Gemüse  erhalten,  wenn  im  Gelände  des
Swakop  nahe  der  Entnahmestelle  für  die  Wasserleitung
  eine  mit  Berieselung  verbundene  Gartenanlage
hergestellt  würde.

Besondere  Sorgfalt  wurde  den  Versuchen  mit
Strandgras  gewidmet  und  zwar  mit  Ammophila
arenaria  und  Elymus  arcnarius,  von  denen  frisch
gewonnener  Samen  von  den  deutschen  Ostseedünen
nach  hier  gelangte.  Es  waren  Versuchsbeete  gebildet
von  10  m  Länge  und  2  m  Bereite,  für  jede  Art
drei  verschiedene.  In  je  einem  wurde  Samen  eingebracht
  in  die  hier  vorhandene  Bodenart,  ohne  daß
die  Beete  bewässert  wurden;  dann  wurden  Beete
hergerichtet,  in  denen  Sand  mit  Humus  vermischt
war,  diese  Beete  wurden  ebenfalls  nicht  bewässert;
bei  der  dritten  Art  kam  sowohl  Düngung  wie  Bewässerung
  zur  Anwendung.  Auf  den  erstgenannten
Beeten  sprießte  kein  Halm,  der  Erfolg  aus  den
anderen  Beeten  ist  aus  beifolgender  Zusammenstellung

ersichtlich:

 

 

 

 

Tag  Tag  Ge-  Höhe  am

der  des  düngt

Name  Aus-  Auf=  oder  :

saat  gehens  nicht  11.  10.  26.  11.

i  l
AMIJIOPWU  113.9.26.9.unged.«gcms15cm
«"«W«««114.9.I26.9.,Ged.;ucm.4ocm
Strandhafek....Keimfähigwaren71vomHundert
.  »-  13.9.26.9.Unged.·100m130m
Elymus  arenarins  14.—  9.  26.  9.  Ged.11  cm  22  cm
Strandgerte  Keimfähig  waren  76  vom  Hundert.

Diese  Pflanzen  wurden  im  Anfang  Dezember,
dem  hiesigen  Frühjahre,  den  Saatbeeten  entnommen
und  zuerst  auf  einer  kleinen  Fläche  nahe  dem  Hasenbauamt
  ausgepflanzt.  Es  zeigte  sich  bei  diesem  Versuche
  im  Kleinen,  daß  Strandgerste  gut  anging,
Strandhafer  dagegen  zagte  und  allmählich  verwelkte.
Daher  wurde  bei  einem  Versuche  im  Großen  auf
dem  5000  am  großen  Gelände  nahe  dem  Wasserreservoir,
  das  mit  Stacheldraht  umzäunt  wurde,  zum
größten  Theil  Strandgerste  verwendet.  Die  Pflanzen
wurden  in  Reihen  von  zum  Theil  einem,  zum  Theil
2  m  im  Ouadrat  gesetzt,  die  Längsreihen  senkrecht
zur  herrschenden  Südwestwindrichtung.  Die  Zwischenreihen
  wurden  hiernach  eingeschaltet.  Inmitten  jeden
Quadrates  wurde  eine  im  hiesigen  Garten  aus
Samen  gezogene  Tabakpflanze  eingesetzt.  Sämmtliche
  Pflanzen  wurden  beim  Setzen  angegossen,  die
Hälfte  derselben  außerdem  noch  in  je  acht  Tagen
einmal.  Beide  Arten  gedeihen  vortrefflich  und  lassen
einen  günstigen  Erfolg  erwarten.  Weitere  Versuche
mit  l’icca  und  Pinus  maritima  zum  Ausfüllen  der

 

aus  Strandgerste  gebildeten  Quadrate  sind  no
Gange.  Ueber  diese  Versuche  werde  ich  spätt
richten.

—

Deutsch-Neu-Guinra.

Crmordung  der  Dderren  Mencke  und  Caro.

Ueber  das  Verbrechen,  das  gegen  die  Menc
Südsee=  Expedition  von  Eingeborenen  der  #
St.  Matthias  (Bismarck-Archipel)  verübt  wurd
am  29.  April  ein  Telegramm  des  Gouvern
v.  Bennigsen  eingelaufen,  das  die  Ermordung
Herren  Mencke  und  Caro  leider  bestättige.
einer  Tödtung  oder  Verwundung  anderer  Expediti
mitglieder  enthält  das  Telegramm  nichts.

Verbot  der  Dalmweinbereitung  in  den  Gstkarolinc

Im  amtlichen  Theile  dieser  Nummer  wird  #
Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Bereitens
von  saurem  Palmwein  im  Gebiete  der  östlic
Karolinen,  veröffentlicht.  Seit  der  Unterbindung!
Handels  mit  Spirituosen  haben  die  Eingeborer
dort  in  stets  zunehmendem  Maße  begonnen,  an  de
selbstbereiteten  sauren  Palmwein  sich  schadlos
halten.  Der  Erlaß  der  Verordnung  ist  nothwend
erschienen,  um  einem  Ueberhandnehmen  des  gewerb
mäßigen  Aufbereitens  des  Weines  zum  Schaden  d
Palmenbestände  entgegenzutreten.  Die  letzte  Anregu
zu  dem  Erlaß  des  Verbots  ist  von  dem  Nammarg
in  Kiti,  also  von  den  Eingeborenen  selbst,  ausge
gangen.  Ihre  Bedürfnisse  nach  narkotischen  Genuf
mitteln  werden  die  Eingeborenen  durch  das  ziemlit
unbedenkliche  Trinken  von  Kawa,  bereitet  aus  der
wildwachsenden  Piper  methisticum,  und  durch  Em
handeln  oder  Bau  von  Tabak  befriedigen  können.

Bericht  des  Dizegouverneurs  Dr.  Babl  über  ein
xpedition  nach  den  Rukinseln  (Oftkarolinen).

Die  Reise,  welche  ich  an  Bord  S.  M.  Kreuze
„Cormoran“,  Korvettenkapitän  Grapow,  nach  7
Gruppe  der  Rukinseln  unternahm,  hatte  folgen
Zwecke:

1.  Eine  Klarstellung  der  örtlichen  Verh
sowie  der  besonderen  freundschaftlichen  und  fein
lichen  Beziehungen  der  Eingeborenen  unter  sich,

2.  ein  Einschreiten  gegen  die  japanischen  Hänud“
auf  Grund  des  vorliegenden  Beweismaterials  weg
Waffenhandels,

3.  eine  Bestrafung  der  an  den  jüngst  verübte#
Morden  schuldigen  Eingeborenen.  6

Am  3.  Januar  ging  ich  mit  dem  Hafenmeister
Martens,  dem  Häuptling  Henry  Nanpei  von  Ronkii
(Bezirk  der  Insel  Ponape)  und  28  Mann  dec
Truppe  an  Bord.  Am  5.  Januar  vormittags  wurds

(Fortsetzung  Seite  321.)
        <pb n="371" />
        319

verzeichniß  der  im  südwestafrikanischen  Schutzgeblete  thätigen  Firmen  und  Erwerbsgesellschaften
nach  dem  Stande  am  zJ.  Jannuar  390).  BP.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1i:l
Name  der  Firma  oder  Hauptsitz  We.!  Far-  mieee-  Wei=  Far-Handelsgesellschaft.
  in  bes  bigelassungen  bes  biges!  Bemerkungen
s  "  gel  Personal  oder  Filialen  Personal
1
180#  African  Territories,  Lt.  Warmbad  4  1  3  —  —-——Land-,Minen-2c.Gksellschaft
  sowie  Kaufgeschäft
2  Le  Riche  &amp;amp;  Co.  —  1  —  —  —  Keaufgeschäft
3  J.  Hite  o  -  —  —  —  —  -
415.  W.  Burmester  Keetmanshooo  2?2  2|  Bethanien  1  1
5  6.  A.  M.  Angelbeck  —  2  2  Lüderitzbuch  1
6  #  Bethanien  1  1
4  Gibeon  1  1
6  Seidel  &amp;amp;  Busch=  1  2Lüderitzbucht  1  1
7  J  D.  Jearey  .  .  -  3  1  —  —
8F.  W.  Krabbenhöst  Gibeon  1  1  —  —
91.  Krieß.  -  2  1  "Q
10  Frande  &amp;amp;  Mähler  Marienthal!  2  —  —  u.  Farmwirthschaft
11|/|dLoch  &amp;amp;  Kaese  Gelwater-Naus,  1  3  —  O"b  O"
12  Glose  .  Grootfonteinl  1------  —  —
o  Abraham  Gobabis  4  3  —  —  —
14  Carl  Ohlsen  -  2z2Amiums  1  1  -
IHStetnåVenker.  Windhoek  1  —  —  —-Wagenbauer
UASchmerenbeck.  -  2  1  —  Kaufgeschäft
Rothauge  &amp;amp;  Schäfer  2  4  —  Gastwirthschaft  u.  Bäckerei
186H.  Becker  —  2  —  —  Schlächterei
19  ede  &amp;amp;  Voigts  6  6  —  —  —  Keaufgeschäft,  Farmbetrieb
und  Straußenzucht
8  do.  ·  Okahandya  4  15Weaterberg  1  2  Kaupgeschäft
2  Mertens  &amp;amp;  Sichel  Windhoek  6  30  Windhoek  1  5  Kauggeschäft,  Hotel,  Farmbetr.
Karris  2  4  Kaufgeschäft.  Farmbetrieb
Carl  Wulff  &amp;amp;  Co  Swakopmundd  2  |Windhoek  3  5
3  «  Otjiseva  2  4
n  Windhoe  4  2  —
2.  Schurz  -  4  —  Eneisewirthschaft
25  Siedelungsgesellsch.  für  Sudwestafrika  4  15  FarmHoffnung  B  31iedelungsunternehmen
und  Farmbetrieb
268South  West  Asrica  Comp.,  Ltd.  1  3  —  —Land-u.  Minengesellschaft
2  Windhoeker  Amzeiger  ..  3  5  —  —Druckerei
29  J.  Sander  —  1  RKaufgeschäft
#  .  Wendelmuth  .  —2  —  Gastwirthschaft
iebenstein  &amp;amp;  Pollzien  O  1  8  —  —  —  Kaufges  chäft,  Schlächterei
31%.  Brockdorff  &amp;amp;  Schuster  .  Hohewarte  3  10  Farmbetrieb
:32  W.  Abraham  .  Hatsamas  1  8  —  "
Kapps  &amp;amp;  Ullrich.  Farm  Zukunft111  —  —  —  OD  —
34M.  Pilet  Frauenstein  10  —  —  —
John  Ludwig  Kl.-Windhoek  1  6  —  —  Gastwirthschaft  und  Gartnerel
66  .  Stoetzer  -  1  2  —  —
37  KR.  Stoß  –  3  —  Gaärtnerei
58  Bönsch  ..  -  3  —  —  .
39  H.  Denker  &amp;amp;  Co.  Okahandya  —  4  —  —  Kausgeschäft  u.  Gastwirthschaft
40|.  Diekmann  "„  —  3  —  --  -
41  Röhlig  Groß-Barmenr  2  —  —  -
52  etcbächer  &amp;amp;  Kalunn  Okahandya  1  3  —  Wagenbauer
43  C.  Becker  Rehoboth  3  —  Kaufgeschäft
4Wecke  &amp;amp;  Voigts  ..  Swakopmund  5  —
RKRascher  &amp;amp;  Tbielece  .  -  6  4  —
46  Max  Zimmermann  &amp;amp;  Co.  15  6  —  Baugeschäft
Damara=  und  Namaqua-Handels-  «
-·  gesellschaft  m.  b.  H.  14  51  Rehoboth  4  Kaufgeschäft
Outjo  2  2  -
Grootfontein  1  3
48  Deutsche  Kolontalgeselschaft  für  Tsumeb  1  3
Südwestafrika  43  31  Salem  1  1  u.  Gärtnerei
Lüderitzbucht  5  2
Spitzkopjes  2  5  u.  Farmbetrieb
Heusio  1  5%  Farmbetrieb
49  Swakopmunder  Buchhandlung  m.  b.  H.  1  —-*)
  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  322
        <pb n="372" />
        320

 

 

 

ei- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

7  Wei=  Far=  Nieder-  Far-Name
  der  irm  d
7“  Handels  J  **  detsis  bes  biges  lassungen  Hbes  bigeses  Bemerkungen
6  s  Personal  oder  Filialen  Personal
l  l
50MettenstStchel  Swakopmund  6  Rehoboth  3  7  Kaufgeschäft,  Farmbetried
51rhardt  &amp;amp;  Schulg  -  3  5  Omaruru  1411
52  v.  Tippelslirch  7  Co.  -  3  4  —  —  —
53  r  Funk  .  -  2Ä  2  —  —  —  Gastwirthschaft
54  C.  Hagemeister  -  3  2  —  —  Hotel
55  Damnakalen  Guano  Company.  Kap  Croß  21  45  —  —  Suanoabbou  u.  Robbensch!r.
56  älbich  Wwe.  .  Otjimbingwess  Karibib  87  Kaufgeschäft  u  Wagenbe
57  —  -  1  1  -  4  3
58  #  4  Kronewitter.  -  1  1  3  1  ,  u.  Gastwirchscher
.  -  6  10  Baugeschäft
Omaruru  31  Kaufgesch.  u.  Gastwirthse
59  0.  Glöditzsch  -  44  —  —  —  Wagenbauerei
660)J.  Siepen  -  11  —  Schlächterei
61.|  Dannert  -  11  —  —  —  Kaufgesch.  u.  Gastwirthsch
62|  Rubien  &amp;amp;à  Cl.  Karibib  3  1  —  —  -
636.  Ahrens  &amp;amp;  Co.  -  3  1  —  —  —
64O.  Münch  -  11  —  —  —
65  1  Kahl.  -  11  —  —  —  Gastvirihscast
66  Seitz.  Etiro  11  —  —  —  Kaufsesche-67¼Joost.
  -  11  —  —  —  -
68  7.  äissi=  Fahlwater  1I  1  —  —  —
69  A.  Schröder  Uitdraai  1  1  —  —  —
70  )  Lange  .  Kl.-Barmen  111  —  –  "  -
711  Nießen.  Tsaobis  1  1  —  —  —
7!2N  Denker  Dorstriier  5-  "  -
731  W.  Wronsky  4  Co.  Omaruru  1.  1  —  —  -
746.  Tatlomo##  "„  3  0O  marur  1  |  1  Aaufgesch.  u.  Gastwirthia
75|  Laßig  &amp;amp;  Ihde  -  21  —  —  —  -
76Denecke  .  1  —  —  -  -
77Remuues.  1  1  —  —  Bäckerei
78MNappsch  &amp;amp;  Höhn.  2  3  —  —  —  Wagenbauerei
79Siebers  &amp;amp;  Lorenz  -  3  3  —  —  —  -
80|A.  Pürainen  -  11  —  —  —  Kaufgeschaͤft
81%Sander  &amp;amp;  Kommanz  Okombahe  2  —  —  —  —
821  Merker  .  ..  -  1  1  —  —  —  -
83Th.  Lambert  Outjo  18  HPalasontein  1  1  -
84Salpeter  &amp;amp;  Lenßen.  -  1  3  Omarasa  111  -
85  Feör  &amp;amp;  Tuluweit  -  —  2  —  —  —  -
86  h.  Glatz  &amp;amp;  Co.  -  1  2  —  —  —  -
87  Fäieprich  Otjikango  —  2  —  —  —  -  u.  Farmbettri-88
  Janson  Franzfontein  2  —  —  —  -
89  Sabotta.  ...  .  -  —2  —  —e  "
90.  Donth  Outio  —  2  —  —  —  Bäckerei  und  Café
91|  HOtavi-Minen=  u.  Eisenbahngesellschaft  Otavi  35  —  —  usa  ing
.  einer  Eisenbahntrace
92|  Matzkuhn  Jakalswater!  1  —  —  —  Kaufgeschäft
93Köstens  Swakopmund  ?  Nonidas  1  12  Schtähteret  u.  Gakwirthse
Jakalswater  11|2
94.  Geiler  -  22  —  —  Schlosserei  u.  Spediti  ot
95Otto  &amp;amp;  Schuster  OD  42  —  —  —  Baäckerei  u.  Gastwirth
96  3.  Maertins  -  11  —  —]  —  Uhrmachergeschäft  -v
97  G.  Haug  -  10  2  —  —  —  sDekorationsmalerei
98  gorr-  Bause  -  6  16  —  —  —  Baugeschäft
99  M.  Küstner  -  2  1  —  —  Kaufgeschäft
100  .  Bachmann  .  4  1  -—  —  Gastwirthschaft
101A.  Bachmann.  2  1  —  —  —
102  H.  Heinemann.  3  2  —  —  —
103Woermann-Agentur.  4  74  —  —  —  Landungsgeschäft
1044X.  Adler  21  —  —  TKischlergeschäft
105  R.  Jauch  21  —  —  —  BLeißbierbrauerei
106.  Leuffgen  5.2  —  —  —  Hotel
107/  Becker  2  1  —  —  Waschanstalt
108J.  Faber  3  2  —  —  Gastwirthschaft.
        <pb n="373" />
        vor  Molei  auf  der  Insel  Uela  (einer  der  Rukinseln),
der  Station  des  Händlers  Karl  Giron,  zu  Anker
gegangen.  Bei  der  Durchführung  der  gestellten  Aufgabe
  waren  die  Ortskenntniß  des  Hafenmeisters
Martens  und  der  Einfluß  des  Nanpei  bei  den  Eingeborenen
  von  dem  größten  Werthe.  Es  erschien
wünschenswerth,  den  letzteren  gegenüber  von  den
Wafsfen  nur  im  äußersten  Nothfalle  Gebrauch  zu
machen.  Den  Schuldigen  wurde  daher  versprochen,
sie  sollten  im  Falle  einer  freiwilligen  Gestellung  mit
ihren  Familien  nur  der  Wegführung  verfallen.

Noch  am  5.  Januar  konnte  mit  einem  Theile
der  weißen  Ansiedler  und  den  Missionaren,  sowie
den  beiden  feindlichen  Parteien  der  Eingeborenen
auf  Uela  in  Unterhandlung  getreten  werden.  Ferner
wurden  nach  Durchsuchung  der  japanischen  Central-=station
  in  Iras  auf  Uela  sechs  japanische  Händler
an  Bord  gebracht  und  einige  ihrer  Waaren  (Waffen,
Schießbedarf,  Dynamit,  alkoholhaltige  Getränke),  beschlagnahmt.
  Ebenso  wurde  Melemel,  einer  der
schuldigen  Eingeborenen,  aus  seinem  Dorfe  abgeholt.

Am  6.  Januar  wurde  zwischen  Fefen  und  Toluas
geankert,  wo  das  Schiff  auch  am  7.  noch  liegen
blieb.  Die  japanischen  Händlerstationen  auf  beiden
Inseln  und  auf  Udot  wurden  einer  genauen  Untersuchung
  unterzogen,  ihre  Eigenthümer  festgenommen.
Die  beiden  schuldigen  Eingeborenen  John  und
Nenimun  wurden  aus  ihren  Orten  abgeholt.

Am  8.  ankerte  das  Schiff  zunächst  vor  Udot,
dann  an  der  Südküste  von  Tol.  Die  Inseln  Udot,
Eot,  Fanabäges  wurden  besucht,  die  dort  befindlichen
Handelsstationen  einer  Durchsuchung  unterworfen.
Zur  Erledigung  der  schwebenden  Geschäfte  auf  Tol
wurde  der  8.  und  theilweise  der  9.  Januar  verwendet.

Am  9.  Januar  nachmittags  wurde  der  Hauptniederlassung
  der  Bostoner  Mission  auf  Toluas  ein
Besuch  abgestattet.

Am  10.  Januar  führte  in  Uela  die  Durchsuchung
der  Handelsstation  Matitu  zur  Verhaftung  des
Chinesen  Li  Ah  Hing.  Vor  Molei,  dem  ersten
Ankerplatze,  fand  sodann  die  Untersuchung  gegen  die
japanischen  Händler  ihren  Abschluß.  Schließlich
wurde  noch  die  Insel  Param  zur  Mitnahme  eines
widersetzlichen  weißen  Händlers  angelaufen  und  sodann
  die  Heimreise  angetreten.  Am  12.  Jannar
vormittags  ging  das  Kriegsschiff  im  Hafen  von
Langer  wieder  zu  Anker.  Das  Ergebniß  der  angestrengten
  Kreuzfahrt  in  der  Lagune  von  Ruk  ist:
1.  Die  Erledigung  einer  Reihe  von  Landstreitigkeiten
  und  Schadensersatzansprüchen.  Im  Besonderen
  wurde  auch  der  Streit  zwischen  Alfred
Snelling,  einem  früheren  Mitglied  der  Bostoner
Mission,  und  dieser  selbst,  vertreten  durch  den
Missionar  Martin  Luther  Stimson,  zu  Ende  gebracht,
soweit  er  einer  gerichtlichen  Austragung  bedurfte.

2.  Die  japanischen  Händler  wurden  des  Vergehens
  des  Waffenhandels  mit  den  Eingeborenen
überführt.  Sieben  der  Leute  habe  ich  sosort  nach
Ponape  mit  überführt,  fünf  Mann  wurden  zurückgelassen

  und  mit  der  Abwickelung  der  Geschäfte

321

 

betraut.  Mit  der  ersten  Gelegenheit  werden  auch
diese  nach  Ponape  abgeholt  und  nach  ihrer  Aburtheilung
  ausgewiesen  werden.

3.  Die  Ueberführung  der  drei  Hauptschuldigen
an  den  aus  Anlaß  der  jüngsten  Fehden  unter  den  Eingeborenen
  verübten  Morden  nach  Ponape.  Die  Leute
wagten  ihrer  Abholung  keinen  Widerstand  entgegenzusetzen,
  so  daß  die  Waffen  nur  gezeigt,  aber  nirgends
gebraucht  werden  mußten.  Dieser  günstige  Erfolg
bei  den  Eingeborenen  ist  vielfach  das  Verdienst  des
Henry  Nanpei,  der  seinen  Einfluß  zur  Durchführung
der  Aufgabe  willig  zur  Verfügung  stellte.  Die
wichtigsten  Eingeborenen-Niederlassungen  wurden  überdies
  überall  von  Herrn  Korvettenkapitän  Grapow
und  mir  gemeinschaftlich  besucht,  die  Leute  stets  in
eingehender  Weise  über  ihre  Pflichten  der  Behörde
gegenüber  belehrt.  Andererseits  bahnte  sich  auch
stets  ein  Verkehr  vom  Lande  nach  dem  Schiffe  an,
dessen  Waffen  nach  Möglichkeit  gezeigt  wurden.
Zwei  auf  die  Berge  von  Toluas  zur  Probe  abgefeuerte
  Granaten  bewirkten  den  Friedensschluß  der
streitenden  Parteien  auf  Udot  und  Eot.

4.  Eine  genauere  Kenntniß  der  Inseln.  Das
vorhandene  Kartenmaterial  giebt  ein  deutliches  Bild
der  Gruppe,  von  einzelnen  Unrichtigkeiten  abgesehen
(vergl.  Langhans'  Karte  der  Karolinen,  Palau  und
Marianen-Insel,  J.  Perthes,  1899).

In  wirthschaftlicher  Hinsicht  läßt  sich  Folgendes
kurz  hervorheben:  Den  werthvollsten  Theil  des
Atolls  bilden  die  flachen  Inseln  mit  korallinischer
Bildung.  Sie  sind  meist  gut  mit  Kokospalmen
bestockt,  deren  Früchte  wegen  ihrer  Größe  und  Oelhaltigkeit
  berühmt  sind.  Die  Berginseln  bestehen
sämmtlich  aus  einem  korallinischen  Strandgürtel,
auf  dem  sich  jung  vulkanisches  Gestein,  Basalt,  in
steilem  Anstiege,  oft  in  grotesken  Formen  aufbaut.
Eine  spätere  genaue  Untersuchung  wird  ergeben,
inwieweit  sich  dies  Gelände  für  Pflanzungszwecke
oder  Viehzucht  eignet.  Auf  Uela  befinden  sich  Schafe
und  Rinder,  auf  Toluas  Ziegen  und  Rinder;  sämmtliche
  Thiere  gedeihen  sehr  gut.  Zunächst  verdient
jedenfalls  die  Anpflanzung  der  Kokospalme  in  dem
korallinischen  Gebiete  die  größte  Aufmerksamkeit,  sie
kann  noch  weit  gefördert  werden,  so  daß  nach  meiner
Schätzung  das  Atoll  in  Zukunft  wohl  im  Stande
ist,  jährlich  2000  Tonnen  Kopra  zu  liefern.  Die
Steinnuß  (Elfenbeinnuß)  gedeiht  stellenweise  gut.
Die  Trepangfelder  innerhalb  des  Barriere-Riffes
sind  abgesischt,  dagegen  soll  der  Fang  auf  dem
Außenriffe  noch  gute  Erträgnisse  liefern.  An  werthvollen
  Muscheln  sah  ich  die  orangefarbige  Kauri
und  schwarze  Perlmuttermuscheln.

5.  Die  Eingeborenen  sind  wohl  prämalaiischen
Ursprungs.  Den  Geräthen  und  Sitten  nach  zu
schließen,  müssen  starke  melanesische  Mischungen  stattgefunden
  haben,  während  die  Kunst  der  Weberei  und
die  Sprache  auf  polhnesische  Beeinflussung  hinweisen.
Die  in  der  Nähe  der  Missionen  auf  Uela  und  Toluas
wohnenden  Sippen  fangen  an,  neuer  Lebensweise  sich
zuzuwenden.  Im  Uebrigen  aber  erfreuen  sich  die

4
        <pb n="374" />
        Eingeborenen  noch  ihrer  ursprünglichen  Kultur,  die
leider  eine  starke  Einbuße  durch  den  Emfluß  der
Schußwaffe  erlitt.  Die  gesammte  Bevölkerung  wird
5000  Seelen  nicht  übersteigen.  Am  dichtesten  ist
der  Süden  von  Tol  bewohnt.

6.  Ich  darf  schließlich  des  Werkes  der  Bostoner
Mission  Erwähnung  thun.  Die  Hauviniederlossung
Kutua  auf  der  Insel  Toluas  macht  emen  sehr
günstigen  Eindruck.  Die  geleistete  Bearbeitung  des
Bodens  erscheint  geradezu  mustergültig.  Mit  großer

322

t

I

Mühe,  nach  Aufsammlung  und  Ausschichtung  unendlicher

  Steinmassen,  ist  guter  Graswuchs  erzielt
worden,  während  die  Misenhänge  gleichzeitig“  mit
Fruchtbäumen  bestockt  wurden.  Das  Werk  der  Erziehung

  der  Eingeborenen  hat  einen  vielversprechenden.

Anfang  genommen.  Die  gebotenen  Leistungen  der
Schule  waren  sehr  gut.  Die  Hemmungen,  welche
aus  dem  Streite  zwischen  dem  früheren  Musionsmitgliede
  Alfred  Snelling  und  der  Anstalt  selbst  erwuchsen,
  sind  nunmehr  beseitigt.  Snelling,  gegen
dessen  Person  und  Thätigkeit  sich  bisher  Einbestimmte

  Plätze  beschränken.

Um  einen  nachhaltigen  Erfolg  in  der  Gruppe
zu  erzielen,  ist  ein  erneuter  baldiger  Besuch  nothwendig.
  Empfehlenswerth  erscheint  die  Errichtung
einer  vorübergehenden  Station.

Folgende  Aufgaben  sind  zunächst  zu  lösen:

1.  Die  Befestigung  des  gewonnenen  Zusammenhanges
  mit  den  Eingeborenen;

2.  die  Vervollständigung  des  aufsgestellten  Ortschaftsverzeichnisses;


3.  die  Ermittelung  des  Standes  der  Bewaffnung
mit  Feuerwaffen;

4.  die  Beseitigung  der  noch  nicht  völlig  erledigten
Land=  und  Schadensersatzansprüche;

5.  die  Ueberwachung  des  Wegzuges  der  Japaner;

6.  die  Aufbringung  der  unsauberen  Elemente
weißer  Bevölkerung.

Ich  darf  hervorheben,  daß  die  Erreichung  des
vorgesteckten  Zieles  in  der  kurzen  zeit  von  fünf
Tagen  nur  durch  die  ansdauerndste  und  angestrengteste
Dienstleistung  der  Offiziere  und  Mannschaften  S.  M.  S.
„Cormoran“"  sich  ermöglichen  ließ.  Herrn  Korvettenkapitän
  Grapow  ist  die  Verwaltung  für  sein  bereitwilliges
  Eingehen  auf  meine  Wünsche  und  Anträge
zu  großem  Danke  verpflichtet.

(Nach  einem  weiteren  Bericht  des  Vizegonverneurs
sind  drei  der  japanischen  Händler  wegen  unerlaubten
Wassenhandels  zu  Geldstrafen  verurtheilt,  während
der  Chinese  Li  Ah  Hing  wegen  desselben  Vergehens

mit  einer  Gefängnißstrafe  von  drei  Monaten  belegt  ist.)  Leseunterricht  für  unsere  Arbeiter  an,  der  von  größeren

Warshkall-Inseln.
Schiffsverkehr.)

Im  Jahre  1900  sind  im  Hafen  von  Jalnit
79  Kauffahrteischisse  mit  zusammen  7193  Register-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  288.

 

 

"
i

tonnen  eingelaufen:  77  Segelschiffe  mit  zusammen
6313  Registertonnen  und  2  Dampfer  mit  zusammen
880  Registertonnen,  außerdem  ein  deutsches  Kriegsschif
  ein  amerikanischer  Regierungsdampfer  und  zwei
amertkanit#sche  Missionsschiffe.

Sämmtliche  Segelschiffe,  71  deutsche,  3  dänische.
2  englische  und  1  norwegisches,  haben  dem  deutschen
Hondel  gedient,  die  zwei  englischen  Dampfer  dem
englischen  Handel.

Rus  dem  Berciche  der  Wissionen  und
der  KAntisklaverei-Bewegung.

Aus  Momba  (Deutsch-Ostafrika)  berichtet  Miss.
Althaus  im  „Evang.-lutherischen  Missionsblatt“:

„Am  2.  September  v.  Is.  konnte  ich  unsere  acht
Katechumenen  taufen,  und  zwar  vier  junge  unverheirathete
  Männer,  zwei  große  Burschen  und  zwei
erwachsene  Mädchen.  Das  Tauffest  wurde,  wenn

.  .  o"«esGer"e,doret’eieklsbewendungen
  nicht  erheben  lassen,  wird  sein  Werk  auf  auch  ohne  äußer  pränge,  doch  recht  feierlch

gangen.  Dozu  trug  das  Erscheinen  einiger  Gäste
nicht  wenig  bei.  Dem  Taufakte,  der  am  Sonntag
  Nachmittag  stattfand,  ging  eine  Prüfung  voraus,
in  der  die  Tausschüler  nach  dem  Maß  ihrer  Gaben
die  an  sie  gestellten  Fragen  im  Ganzen  zufriedenstellend
  beantworteten.  Bald  nach  der  Taufe  nahmen
alle  Christen,  mit  denen  aus  Moschi  25  an  der
Zahl,  ein  gemeinsames  Mahl  ein.  Wie  bisher  immer
nach  einer  Taufe,  kamen  auch  diesmal  im  Laufe  des
Monats  mehrere  mit  der  Bitte  um  Taufunterricht
zu  mii.  .  Die  Missionsarbeit  auf  unserer
Station  geht  rüstig  vorwärts.  Fast  täglich  versammeln
  sich  zusammen  mit  unseren  Kostschülem
reichlich  5öo0  Knaben  und  Mädchen  in  der  Schule.
Der  Unterricht  an  dieser  schwarzen  Schuljugend  ist
meist  eine  Freude,  denn  nur  wenigen  fällt  es  schwer,
das  Dargebotene  zu  erfassen.  Kinder,  die  ich  vor
einem  guten  halben  Jahr  noch  schüchterne  Ansänge
im  Buchstabiren  machen  sah,  lesen  jetzt  Silben  und
Wörter;  die,  welche  vor  dieser  Zeit  Silben  und
Wörter  lasen,  lesen  jetzt  zusammenhängende  Stücke
und  schreiben  Diktat.  Ein  Schüler  aus  Marangu
fing  vor  einem  halben  Jahre  an,  die  ersten  Striche
zu  malen,  und  hat  jetzt  bereits  langsame  Dittale
sehlerlos  niedergeschrieben.  Fast  alle  Schüler  nehmen
an  den  Morgen=  und  Abendandachten  theil,  die  Br.
Althaus  eingeführt  hat,  um  auch  den  Erwachsenen,
den  Arbeitern  der  Station  und  den  Leuten  der  Land.
schaft  das  Wort  Gottes  täglich  nahe  zu  bringen.
Schon  längst  schloß  sich  an  die  Abendandachten  em

Kostschülern  gegeben  wurde;  neuerdings  ist  auf
Wunsch  dieser  Arbeiter  auch  ein  besonderer  Schreibunterricht
  früh  6⅛  bis  7  Uhr  eingerichtet  worden.
Der  Gottesdienst  ist  gut  besucht.  Unser  etwa  180
bis  200  Sitzplätze  bietendes  Gotteshaus  ist  gewöhnlich
gesüllt  von  Kleinen  und  Großen  beiderlei  Geschlechts.“
        <pb n="375" />
        Demselben  Blatte  zufolge  ist  jetzt  eine  Fibel
im  Moschidialekt  hergestellt.  —  Im  Oktober  und
Noveniber  des  vorigen  Jahres  sind  wieder  mehrere
deutsche  Missionsärzte  ausgesandt  worden,
nämlich  je  einer  von  Berlin  1  nach  Ostafrika,  Berlin
  II  nach  Indien  und  dem  Allgemeinen  protestantischen
  Missionsverein  nach  Kiautschon.

In  Kamerun  sind  von  den  Missionaren  der
Baseler  Missionsgesellschaft  im  Jahre  1900  auf
allen  neun  Stationen  zusammen  549  Heiden  getauft
worden,  157  mehr  als  im  Jahre  zuvor.  Die  Gemeinden
  zählten  am  1.  Januar  1901  in  150  Ortschaften
  im  Ganzen  2615  Seelen;  in  141  Schulen
wurden  3290  Schüler  unterrichtet.  Im  Taufunterricht
  standen  683  Heiden.

—.-Nach

  einer  in  der  amerikanischen  Missionszeitschrift
  „The  Missionary  Herald"“  veröffentlichten
Mittheilung  aus  Guam  (Marianen)  vom  30.  Januar
befanden  sich  dort  der  Missionar  Dr.  Hyde  und  Frau,
welche  auf  eine  Schiffsgelegenheit  warteten,  um  sich
nach  ihrem  Wirkungskreise  auf  den  Rukinseln  (Ostkarolinen)
  zu  begeben.  Ein  Schuner  war  aus  Ponape
in  Guam  eingetroffen,  der  gute  Nachrichten  über  das
Fortschreiten  des  Werks  der  Bostoner  Mission  brachte.

Der  Missionar  Pfalzer  in  Simbang  (Kaiser
Wilhelmsland)  befindet  sich  gegenwärtig  auf  einem
Heimathsurlaub,  gelegentlich  dessen  er  sich  einem
Kurfus  im  Studium  der  Malaria  im  Königlichen
Institut  für  Infektionskrankheiten  zu  Berlin  unterzogen
  hat.  Ihm  sind  eine  ganze  Zahl  Briefe  von
Schülern  und  Täuflingen  nachgefolgt,  welche  die
„Kirchlichen  Mittheilungen  der  Neuendettelsauer
Mission“  zum  Abdruck  bringen  und  mit  folgenden
Bemerkungen  begleiten:

Die  Briefe  sind  gerichtet  an  den  Miss.  Pfalzer,
dessen  Namen  die  Eingeborenen  in  Paisa  oder  Balsa
verstümmelt  haben.  In  den  Abhandlungen  geben
Täuflinge  Rechenschaft  auf  die  Frage,  warum  sie
eigentlich  die  Taufe  begehrten.  Briefe  wie  Abhandlungen,
  beides  anspruckslose  Erzeugnisse  einer  in  den
ersten  Ansängen  stehenden  Bildung  und  religiösen
Erneuerung,  geben  in  ihrer  Gesammtheit  einen  guten
Einblick;  was  das  irdische  Leben  jener  Bevölkerung
aus  füllt  und  ihre  Aufmerksamkeit  auf  sich  zieht,  das
ist  wie  bei  uns:  Geburt  und  Tod,  Krankheit  und
Unglücksfall,  Ackerbau  und  Handwerk,  Märkte  und
Festlichkeiten.  Die  Jugend  des  Volkes  hat  ein  weiches
Gemüth,  das  sieht  man  an  den  Aeußerungen  der
Anhänglichkeit  gegen  den  in  der  Ferne  weilenden
Lehrer;  sie  will  das  durch  persönlichen  Verkehr  geknüpfte
  Band  durch  das  Andenken  festgehalten  wissen.
Einer  der  Schreiber  vermag  sich  mit  recht  lebhafter
Phantasie  in  die  andersartigen  Verhältnisse  eines
Kulturlandes  zu  versetzen.  Andere  Briefe  wieder
zeigen,  wie  das  Herz  von  religiösen  Gedanken  bewegt

323

 

wird,  wie  ein  sittliches  Urtheil  sich  bildet,  der  geistliche
  Gesichtskreis  sich  ausdehnt.

Der  erste  der  Briefe  lautet:

„O  Paisa  —  sieh,  ich  der  kleine  Obogo  schreibe
dieses  Papier,  damit  Du  es  sehest  und  lesest.  Du
bist  an  Deinen  Platz  gegangen  und  wir  sind  (seitdem)
alle  krank  gewesen.  O  Paisa,  wirst  Du  die  Yabimsprache
  vergessen  oder  nicht?  Wenn  Du  sie  nicht
vergessen  hast  so  schreibe  mir  eine  Antwort  (wörtlich:
etwas  zur  Vergeltung).  O  Paisa,  sitzest  Du  gut
oder  nicht?  Zu  dieser  Zeit  veranstalten  die  Ginggalaleute
  einen  Schweinemarkt  und  alle  Leute  werden
kommen,  die  Schweine  schlachten  und  essen.

Paisa,  viele  von  unsern  Jungen  sind  in  Siar.
Jetzt  bereiten  wir  die  Felder  für  die  Jams  und
Taro.  Ich  bin  eben  jetzt  auf  der  Grasfläche  (so
nennen  die  Eingeborenen  die  Station  Simbang)  und
schreibe  dieses  Papier.

O  Paisa,  5  Leute  bekehren  sich  und  werden  getaust
  und  werden  Gottes  Kinder.  O  Paisa,  dem
Hansche  seine  Frau  hat  ein  schönes  Kind  geboren.
O  Paisa,  wir  Yabimleute,  die  Jungen  und  Mädchen,
die  alten  Männer  und  die  Weiber,  alle  miteinander
—  nicht  nur  vereinzelt  —  hören  Gottes  Rede.  —
O  Paeisa,  ich  habe  Dich  nicht  vergessen,  ich  gedenke
Deiner  fortwährend,  wie  ich  auch  Gottes  gedenke.
O  Paisa,  ich  habe  dieses  Papier  geschrieben,  damit
Du  sehest,  ob  ich  schlecht  oder  gut  schreibe.

O  Paisa,  die  Leute  fürchten  die  Leute,  sie  fürchten
sich  umsonst  vor  einander.  Sie  tödten  den  Leib  und
die  Seele  zu  tödten  verstehen  sie  nicht.  Sie  sollten
den  Mann  fürchten,  der  den  Leib  tödtet  und  die
Seele  verwirft  hinunter  an  den  schlechten  Platz.  Paisa
—  Obogo  der  kleine  hat  dieses  geschrieben.“"  —
(Anmerkung  der  „Kirchl.  Mittheilungen“:  Schreiber
dieses  ist  ein  etwa  zehnjähriger  Yabimjunge  von
Ngasigalatu  —  kam  1898  zum  ersten  Mal  in  die
Schule  —  aufgeweckt,  etwas  vorlaut,  dabei  aber  nicht
empfindlich,  lernte  sehr  gut  und  war  einer  der  besten
Schüler  dieses  Kurses.)

Der  P.  Aloys  Ziegenfuß  schreibt  in  einem  an
seine  Mutter  gerichteten  Briefe  über  einen  Besuch,
den  er  der  katholischen  Missionsstation  in  Klein-Windhoek
  abgestattet  hat:

In  dieser  herrlichen  Thalmulde  ist  wie  in  einem
Brennpunkte  Alles  vereinigt,  was  das  Schutzgebiet
Fruchtbares  an  Gemüsearten,  an  Fruchtbäumen  oder
auch  an  lieblichen  Lagen  besitzen  mag.  In  ganz
Deutsch-Südwestafrika,  glaube  ich,  weist  kein  Fleckchen
Erde  so  altehrwürdige  Baumriesen  und  so  guellendurchrauschte
  Gärten  auf.  In  diesem  gesegneten
Thale,  das  im  Westen  begrenzt  wird  von  den  hohen,
wilden  Bergzügen  des  Erosgebirges,  Berg  an  Berg,
im  Südosten  von  den  Granitmauern  des  Auriskolosses,
im  Nordosten  von  den  Höhen  von  Groß-Windhoek,
und  welches  selber  wieder  von  dem  über  200  m
        <pb n="376" />
        —  324

hohen  Klein-Windhoeker  Berg  überragt  wird,  in
diesem  reizenden  Thälchen  ist  Alles  anheimelnd  und
erfreulich,  Alles  anmuthig  und  schön.  Wir  stiegen
die  drei  oder  vier  Stufen  hohe  Treppe  zur  Veranda
hinauf.  Diese  ist  mit  Weinreben  umgeben,  die  überraschend
  viele  und  große  Trauben  tragen.  Durch
die  runde  Eingangspforte  treten  wir  in  das  Innere
des  Hauses,  und  unser  erster  Besuch  gilt  der  Kapelle,
die  nur  zehn  Fuß  lang  und  ebenso  breit  und  nur
aufs  Dürftigste  ausgestattet  ist.  Aus  der  Kapelle
tretend,  stehen  wir  in  dem  Erholungs-,  Speise=  und
Empfangszimmer.  Wir  ließen  uns  eine  gute  Tasse
Kaffee  und  selbstgebackene  Brödchen  wohlschmecken.
Auch  wurden  die  ersten  reisen  Trauben  und  die
ersten  Feigen  aufgetischt.  Wein  und  Feigen  gedeihen
hier  vortrefflich.  Die  erste  Feigenernte  ist  bereits
vorüber,  auf  die  zweite  warten  wir  und  die  dritte
ist  in  Aussicht.  Nach  der  Erfrischung  wurde  ein
Gang  durch  den  großen  Garten  gemacht.  Halb  versteckt
  schaut  das  Missionshäuschen  aus  den  Oleanderbüschen,
  den  Weinreben  und  dem  es  umgebenden
Feigenhain  hervor.  Ein  wenig  oberhalb  des  Hauses
entspringt  heißes  Quellwasser,  das  durch  Röhren
geleitet  in  ein  großes  Abkühlungsbassin  zusammenfließt
  und  von  da  den  Gemüsegarten  bewässert.  Fast
alle  Gemüsearten  gedeihen  hier  vortrefflich,  wuchern
förmlich.  Mais  und  Kaffernfeigen  haben  wir  die
Menge.  Auch  Kaktusfeigen  giebt  es  in  Hülle  und
Fülle.  Für  die  Pferde  befindet  sich  in  der  Nähe
des  Bassins  ein  Stück  Luzernenklee,  auf  welchem  wir
fast  beständig  mähen  können.  Die  Westseite  des
Gartens  ist  noch  nicht  urbar  gemacht  und  dient  vorläufig
  als  Kraal;  eine  Abtheilung  für  Ochsen  und
Pferde,  eine  andere  für  Kühe  und  Kälber  und  eine
dritte  für  die  Schafe  und  Ziegen;  die  vierte  ist  die
Tränkstelle,  in  welche  das  Wasser  aus  dem  Behälter
je  nach  Bedarf  zufließt.  Den  Tag  über  weilt  das
Vieh  in  den  Bergen.

Aus  der  Südsee-Mission  der  Maristen  (Meppen)
wird  mitgetheilt,  daß  der  Bischof  Broyer  am  1.  Februar
  Samoa  verließ,  um  zwei  Patres  und  zwei
Schwestern  auf  die  Salomons-Inseln  zu  bringen.
Der  gute  Erfolg,  welchen  jene  Mission  bis  jetzt  aufweist,
  machte  es  dringend  nothwendig,  neue  Kräfte
dahin  zu  stellen,  besonders  Schwestern,  die  dort  sehr
nothwendig  sind.  Der  Bischof  wird  eine  neue  Station
auf  der  Insel  Bougainville  gründen  und  zugleich  die
Schwesterschule.  Es  sind  die  ersten  Schwestern,  die
auf  die  Salomons-Inseln  kommen.  Zur  Bekehrung
der  Frauen  können  die  Missionare  selbst  dort  nichts
thun,  weil  die  Frauen  dort  sorgfältigst  vor  den
Blicken  jedes  Mannes  verborgen  bleiben  missen.
Man  hofft,  daß  die  Schwestern  dort  den  besten  Erfolg
  haben  werden,  haben  doch  die  Häuptlinge  schon
längst  ihre  Zustimmung  zur  Schwesterschule  gegeben.

 

Ueber  die  Maristen  -Schulbrüder  wird  in  der
Missionszeitschrift  „Kreuz  und  Schwert“  aus  Samoa
geschrieben:

„Wir  sind  hier  in  Samoa  sieben  Brüder  und
haben  zwei  Schulen,  jede  mit  100  Zöglingen.  Die
Hälfte  der  Kinder,  welche  die  Schule  von  Apia  besuchen,
  sind  Protestanten.  Eine  zweite  Schule,  welche
erst  neulich  gegründet  wurde,  ist  ein  Pensionat,  ausschließlich
  für  Samoanerknaben.  Die  Brüder  befleißigen
  sich,  diesen  Kindern  die  Gewohnheit  der
Arbeit  beizubringen,  indem  sie  dieselben  nebst  den
täglichen  Unterrichtsstunden  in  die  Pflanzungen  ihres
großen  Landgutes  führen,  damit  sie  daselbst  Ackerbau
erlernen.  Man  hofft,  daß  die  so  erzogenen  Jungen
später  ihre  Dienste  den  Europäern  andieten  können
oder  sich  selbst  Pflanzungen  anzulegen  im  Stande
sind.  In  beiden  Schulen  wird  deutscher  Unterricht
ertheilt.  Bei  der  letzten  Prüfung  und  Preisvertheilung
  haben  unsere  Kinder  deutsche  Gedichte  vorgetragen
  und  verschiedene  deutsche  Lieder  gesungen,
zur  großen  Befriedigung  aller  Anwesenden.  Alle
freuen  sich,  unter  dem  Schutze  der  deutschen  Flagge
zu  stehen,  und  wir  alle  hoffen,  daß  die  unheilvollen
Kriege  und  Zwistigkeiten,  welche  bis  jetzt  so  oft
Unglück  über  diese  Insel  hereingebracht  haben,  schließlich
  ein  Ende  genommen  haben.“

Derselben  Zeitschrift  berichtet  P.  van  der  Burgt
aus  Mariahilf  in  Deutsch-Osta  frika:

„Die  Mission  St.  Antonius  von  Urundi  kommt
langsam  vorwärts,  auch  die  vom  hl.  Herzen  in
Muyoga  ist  gut  im  Zuge,  die  von  Mariahilf  aber
ist  einfach  großartig,  materiell  wie  geistig.  Welche
Wandlung  in  den  zwei  Jahren,  seitdem  ich  leztere
verließ!  Seit  dem  1.  Januar  1900  bis  heute  zählte
man  hier  345  Taufen.  Das  Christendorf  hat  sich
in  den  letzten  drei  Jahren  vervierfacht.  Was  mich
besonders  erfreute,  war  die  große  Zahl  kleiner  Kinder,
die  im  Dorf  umherlaufen  und  spielen.  Unsere  guten
Schwestern  formen  die  schwarze  heidnische  Gesellschaft
gründlich  um,  indem  sie  die  Mütter  der  künftigen
Generationen  erziehen.  Ihr  Einfluß  ist  schon  jetßzt
deutlich  sichtbar.  Die  von  ihnen  ausgebildeten  Frauen
und  Mädchen  unterscheiden  sich  auf  den  ersten  Blick
von  den  Heidinnen  durch  ihr  Wesen,  ihre  Bescheidenheit,
  ihren  Fleiß,  ihre  Sittsamkeit.  An  200  Frauen
und  Mädchen  haben  schon  diese  Erziehung  erhalten.“

Das  Herz  Jesu-Missionshaus  in  Hiltrup
bei  Münster  i.  W.  erhielt  die  Nachricht,  daß  die
Gründung  einer  Zweigniederlassung  zu  Oeventrop  bei
Arnsberg  (Westf.)  genehmigt  sei.  Durch  diese  Filiole
soll  das  bisherige  Missionshaus  entlastet  werden:
bis  heute  befinden  sich  in  demselben  zwei  Abtheilungen:
die  der  Gymnasiasten  und  die  der  Theologen;  letztere
sollen  in  der  neuen  Niederlassung  ihr  Heim  finden.
Es  fehlen  nur  noch  die  Mittel,  ein  Grundstück  zu
erwerben  und  ein  passendes  Gebäude  zu  errichten.
        <pb n="377" />
        —  325  —

Hus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten.

Verbot  des  Einsammelns  und  Fortschaffens  von  Guano
im  Schutzgebiete  der  Gilbert=  und  Ellice-Inseln.

Eine  Verordnung  des  britischen  Oberkommissars
für  den  westlichen  Stillen  Ocean  vom  30.  November
  1900  lautet:

1.  In  dieser  Verordnung  soll  der  Ausdruck
„Schutzgebiet  der  Gilbert=  und  Ellice-Inseln“  die  in
der  Südsee  unter  0°  52“  südlicher  Breite  und
169°  357  östlicher  Länge  gelegene  und  als  Ocean-Insel
  oder  Paanopa  bekannte  Insel  mitumfassen.
2.  Vom  1.  Januar  1901  ab  ist  das  Einsammeln
und  Fortschaffen  von  Guano  und  anderen  Düngestoffen
  auf  Oed-=  oder  unbenutzten  Ländereien  im
Schutzgebiete  der  Gilbert=  und  Ellice-Inseln  ohne
vorherige  Erlaubniß  des  Oberkommissars  für  den
westlichen  Stillen  Ocean  oder  des  für  das  genannte
Schutzgebiet  bestellten  Kommissars  verboten.  3.  Wer
einer  Uebertretung  dieser  Verordnung  für  schuldig
befunden  wird,  soll  mit  einer  Geldbuße  von  10  8
oder  mangels  Zahlung  mit  Gefängniß  mit  oder  ohne
Zwangsarbeit  bis  zu  einem.  Monat  bestraft  werden.

—

Perschiedene  MWittheilungen.

Professor  Dr.  Roblstock  F.

Am  14.  April  d.  Is.  verstarb  im  Garnisonlazareth
zu  Tientsin  an  Blutvergistung  nach  voraufgegangenem
Typhus  der  dem  ostasiatischen  Kriegslazareth-Personal
zugetheilte  Medizinalreferent  der  Kolonial-Abtheilung,
Oberstabsarzt  1.  Klasse,  Professor  Dr.  Paul  Kohlstock.

Professor  Dr.  Kohlstock,  als  Sohn  des  verstorbenen
  Justizraths  Kohlstock  am  5.  Januar  1861  in
Berlin  geboren,  studirte  nach  Absolvirung  des  dortigen
Wilhelms-Gymnasiums  auf  dem  damaligen  Medizinisch-Chirurgischen
  Friedrich  Wilhelms-Institut,  der  jetzigen
Kaiser  Wilhelm-Akademie,  in  Berlin.  Zum  Assistenzarzt
  2.  Klasse  am  21.  September  1884  ernannt  und
am  21.  April  1887  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  befördert,
  schloß  er  sich  Anfang  1889  der  aus  Reichsmitteln
  zur  Niederwerfung  des  Araber-Aufstandes
in  Deutsch-Ostafrika  ausgerüsteten  militärischen  Expedition
  des  jetzigen  Majors  v.  Wissmann  an.  Da
kurze  Zeit  nach  seinem  Eintreffen  in  Ostafrika  der
Chefarzt,  Stabsarzt  Dr.  Schmelzkopf,  einen  jähen
Tod  fand,  mußte  Kohlstock  in  die  Bresche  springen
und,  selbst  noch  Neuling  auf  afrikanischem  Boden,
nicht  nur  die  oberste  Leitung  aller  sanitären  Maßregeln,
  sondern  als  einziger  Sanitätsoffizier  auch  die
Behandlung  sämmtlicher  Erkrankten  und  Verwundeten
bis  zum  Eintreffen  eines  Ersatzes  übernehmen.  Daneben
  fand  er  auch  noch  Gelegenheit,  sich  aktiv
kämpfend  an  der  Niederwerfung  des  Aufstandes  zu
betheiligen,  wofür  er  als  Anerkennung  den  Kronen-Orden
  4.  Klasse  mit  Schwertern  erhielt.  Das  Ueber- 



maß  von  Arbeit  und  die  damit  verbundenen  Strapazen
griffen  die  sonst  stählerne  Gesundheit  des  jungen  Arztes
stark  an  und  zwangen  ihn,  nach  halbjähriger  Dienstzeit
  in  die  Heimath  zurückzukehren,  wo  er  wieder  in
die  Armee  zurücktrat.  1890  zum  Stabsarzt  befördert,
erhielt  er  verschiedene  bevorzugte  Kommandirungen  —
als  Stabsarzt  zum  Friedrich  Wilhelms-Institut  und
während  der  Choleraepidemie  in  das  Elbstromgebiet.
Daneben  blieb  er  indessen  stets  in  engster  Fühlung
mit  den  Schutzgebieten,  da  das  Auswärtige  Amt  gern
von  seinen  in  Ostafrika  gemachten  und  bereitwilligst
zur  Verfügung  gestellten  Erfahrungen  Nutzen  zog,
und  so  war  es  fast  selbstverständlich,  daß  er,  als
durch  die  Neuorganisation  der  obersten  Leitung  der
Schutzgebiete  eine  selbständige  Kolonial-Abtheilung
geschaffen  wurde,  im  Jahre  1896  unter  Stellung
à  la  suite  des  Sanitätsoffizierkorps  als  Referent  für
Medizinalsachen  in  die  Kolonial-Abtheilung  einberufen
  wurde.

Als  Ende  1896  der  Geheime  Medizinalrath
Professor  Dr.  Koch  zur  Erforschung  und  Bekämpfung
der  Rinderpestepidemie  sich  nach  Südafrika  begab,
begleitete  ihn  der  Stabsarzt  Kohlstock  als  Assistent
und  nahm  regen  Antheil  an  der  Bekämpfung  dieser
Seuche.  Wenngleich  er  1897  im  südafrikanischen
Schutzgebiete,  wo  die  Rinderpest  bereits  vor  seinem
Eintreffen  ausgebrochen  war,  zu  spät  eintraf,  so  waren
doch  die  von  Professor  Koch  und  ihm  in  der  Kapkolonie
  gesammelten  und  veröffentlichten  Erfahrungen
für  die  Schutzimpfungen  in  Südwestafrika  grundlegend
gewesen.  Nach  Deutschland  zurückgekehrt,  übernahm
Kohlstock  wieder  seinen  Dienst  bei  der  Kolonial=Abtheilung,
  wurde  im  März  1898  zum  Oberstabsarzt
  befördert  und  im  Juli  desselben  Jahres  mit
Rücksicht  auf  seine  schriftstellerische  Thätigkeit  und
seine  Eigenschaft  als  Lehrer  am  Seminar  für  orientalische
  Sprachen  zum  Professor  ernannt.

Nachdem  er  Anfang  Juni  1900  seine  Gattin,
geb.  v.  Livonius,  Tochter  des  Generalleutnants  und
Kommandanten  von  Posen,  mit  der  er  zehn  Jahre
in  glücklicher  Ehe  gelebt,  wenige  Wochen  nach  der
Geburt  eines  Sohnes  verloren  hatte,  stellte  er  sich
im  Monat  Juli  desselben  Jahres  für  das  nach  China
bestimmte  Expeditionskorps  des  Reichsheeres  zur
Verfügung;  gern  übertrug  man  dem  vielerfahrenen
Sanitätsoffizier  und  Organisator  die  leitende  Stelle
bei  dem  Oberkommando  dieser  Expedition,  dessen
Thätigkeit  in  erster  Linie  eine  organisatorische  war.
Hier  war  Dr.  Kohlstock  ganz  besonders  am  Platze.
Leider  hat  er  in  Ostasien  einen  frühen  Tod  finden
müssen,  bevor  ihm  der  Lohn  für  seine  aufopfernde
Thätigkeit  zu  Theil  werden  konnte.

Die  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verliert  an  ihm  einen  hochgeschätzten  Mitarbeiter,  das
Oberkommando  der  Schutztruppen  einen  pflichttreuen,
liebenswürdigen  Kameraden,  die  Wissenschaft  einen
ernsten  Forscher  von  hervorragender  Begabung.  Sein
Name  wird  in  der  Kolonialgeschichte  des  Deutschen
Reiches  unvergeßlich  bleiben.

9
        <pb n="378" />
        —  326  —

Ausbildung  in  der  Aufnahme  astronomischer  Längenund
  Breitenbestimmungen.

Mit  der  fortschreitenden  Erschließung  unserer
Schutzgebiete  macht  sich  das  Bedürfniß  nach  einer
genauen  Festlegung  der  Grenzen  immer  mehr  fühlbar.
Um  für  solche  außerhalb  des  Rahmens  der  eigentlichen
  Verwaltung  liegende  Aufgaben  zu  jeder  Zeit
ein  in  der  Aufnahme  astronomischer  Längen=  und
Breitenbestimmungen  genügend  vorgebildetes  Personal
an  der  Hand  zu  haben,  hat  die  Kolonialverwaltung
nach  Einvernehmen  mit  dem  Herrn  Minister  der
geistlichen  2c.  Angelegenheiten  zwei  auf  je  etwa
10  Monate  bemessene  Unterrichtskurse  für  solche
Offiziere  und  Beamte  des  Kolonialdienstes  eingerichtet,
  die  nach  ihrem  ganzen  Bildungsgange  eine
Gewähr  für  die  Erreichung  des  angestrebten  Zieles
bieten.  Der  erste  dieser  Kurse  hat  am  10.  Dezember
v.  Is.  in  Göttingen  unter  Leitung  des  Observators
an  der  dortigen  Königlichen  Sternwarte,  Professors
Dr.  Ambronn,  begonnen.  An  demselben  nahmen
der  Oberleutnant  in  der  Koaiserlichen  Schutztruppe
für  Kamerun,  Nolte,  und  die  Leutnants  Freiherr
v.  Seefried  auf  Buttenheim,  à  la  suite  des
8.  Bayerischen  Infanterie-Regiments,  und  Schwarz,
à  la  suite  des  Eisenbahn-Regiments  Nr.  1,  theil.

Mit  der  Ertheilung  des  Unterrichts  bei  dem
zweiten  Kurfus,  dessen  Beginn  am  15.  d.  Mts.  an
der  Königlichen  Sternwarte  zu  Potsdam  stattgefunden
  hat,  ist  der  Ständige  Mitarbeiter  am
Königlichen  Geodätischen  Institut  bei  Potsdam,
Professor  Schnauder,  betraut  worden.  An  diesem
Kursus  betheiligen  sich  der  Hauptmann  in  der  Koaiserlichen
  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  Schlobach,
der  Oberleutnant  à  la  suite  des  1.  Königlich
Sächsischen  Pionier-Bataillons  Nr.  12,  Preil,  der
Leutnant  à  la  suite  des  84.  Infanterie-Regiments,
Graf  zu  Reventlow  und  der  früher  im  afrikanischen
Schutzgebiet  thätig  gewesene  Landmesser  Lammert.

Mit  der  Beendigung  dieser  Kurse  verfügt  die
Kolonialverwaltung  über  eine  Reihe  in  der  Vornahme
  geographischer  Ortsbestimmungen  geübter
Persönlichkeiten,  die  dem  vorliegenden  Bedürfnisse
zunächst  genügen  werden.  Ob  der  jetzt  beschrittene
Weg  der  Ausbildung  auch  für  die  Zukunft  beibehalten
  wird,  hängt  wesentlich  davon  ab,  ob  sich
jüngere,  auch  sonst  geeignete  Studirende  der
Mathematik  und  der  anderen  hier  in  Betracht
kommenden  Fächer  in  ausreichender  Anzahl  für  eine
vorübergehende  Verwendung  im  Kolonialdienste  zur
Verfügung  stellen.

Deutscher  Import  von  KRakgo.

Deutschlands  Kakao-Einfuhr  hat  in  den  jüngsten
Jahren,  besonders  aber  i.  J.  1899,  einen  großartigen
Aufschwung  genommen.  Die  Zufuhren  erfolgen  fast
ausschließlich  über  Hamburg;  was  auf  anderen  Wegen
nach  Deutschland  kommt,  ist  wenig  von  Belang.  Die

 

Gesammteinfuhr  im  Jahre  1900  ist  wenig  hinter
derjenigen  des  Vorjahres  zurückgeblieben;  wenn  auch
der  Konsum  recht  vorsichtig  operirte  und  selten  auf
lange  Zeit  hinaus  sich  versorgte,  so  genügte  dieses
Kaufen  vollkommen,  um  die  Zufuhren  zu  bewältigen.
Es  sind  demnach  große  Ernten  nöthig,  um  dem
wachsenden  Konsum  zu  genügen.  Erfreulich  ist  es,
daß  Hamburg,  als  Deutschlands  erster  Importplatz,
trotz  der  vielfach  kleineren  Ernten,  doch  fast  denselben
Antheil  am  Geschäft  sich  sichern  konnte,  wie  im  voraufgegangenen
  Jahre.  Hamburgs  Kakao-Einfuhr
belief  sich  für  1900  auf  insgesammt  362  029  Säcke,
gegen  378  464  Säcke  im  Vorjahre.  Hierbei  bleibt
aber  zu  berücksichtigen,  daß  i.  J.  1899  eine  außergewöhnliche
  Steigerung  der  Einfuhr  um  mehr  als
50  pCt.  erfolgt  war;  wenn  fast  gleich  große  Zufuhren
auch  für  1900  bei  kleineren  Ernten  herankamen,  so
spricht  dies  jedenfalls  für  die  gesunde  Grundlage  des
Konsums.  Den  günstigen  Geschäftsgang  des  Artikels
illustrirt  auch  die  Thatsache,  daß  ebenfalls  Hamburgs
Ablieferungen  die  ungefähre  Höhe  des  Vorjahres
wieder  erreichten,  so  daß  die  Lager  Ende  v.  Is.  ziemlich
erschöpft  waren.  Von  großer  Wichtigkeit  ist  es  daher,
  daß  der  Anbau  des  Artikels  zunimmt,  um  erstens
dem  wachsenden  Konsum  zu  genügen,  zweitens  aber
die  Preise  auf  einem  Niveau  zu  halten,  das  es  allen
Betheiligten  ermöglicht,  einen  angemessenen  Nutzen
für  ihre  Mühe  und  Arbeit  zu  erzielen.  Die  Zufuhren
aus  den  deutschen  Kolonien,  Kamerun  2c.  sind  in
erfreulicher  Aufnahme  begriffen  und  sehr  begehrt;
diese  Sorten  bürgern  sich  immer  mehr  ein.  Die
weitaus  größere  Hälfte  von  Hamburgs  Kakao-Import
wird  nach  dem  Inland  versandt,  die  kleinere  Hälfte
dagegen  wieder  seewärts  ausgeführt,  vor  Allem  nach
den  Niederlanden,  der  Rheinprovinz,  Dänemark,
Schweden,  den  russischen  Ostseehäfen,  Großbritannien;
der  Versand  nach  dem  letzteren  Lande  hat  in  den
jüngsten  Jahren  merklich  nachgelassen.  Das  Uebrige
entfällt  auf  den  Platzkonsum.  Der  Bedarf  hat  in
der  gesammten  Kakao-,  Schokoladen=  und  Zuckerwaaren-Industrie
  ganz  erheblich  zugenommen.

(Münch.  Allg.  Ztg.)

—  —  —  —  ·

Auszeichnung.

Dem  Begründer  und  Chef  des  bekannten  Deutschen
Kolonialhauses  Bruno  Antelmann,  Berlin,  Jerusalemerstraße
  28,  Hoflieferant  des  Großherzogs  von
Mecklenburg  =  Schwerin,  ist  in  Anerkennung  seiner
Verdienste  für  die  Einführung  und  Bekanntmachung
der  Erzeugnisse  aus  den  deutschen  Kolonien  das
Prädikat  eines  Königlichen  Hoflieferanten  verliehen
worden.
        <pb n="379" />
        Titterakur.

Oberleutnant  Dominik:  Kamerun,  Sechs  Kriegsund
  Friedensjahre  in  deutschen  Tropen.  Mit
26  Tafeln  und  51  Abbildungen  im  Text  sowie
einer  Uebersichtskarte.  Geh.  Mk.  11,—,  gebunden
Mk.  12,50.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Oberleutnant  Dominik  zählt  zu  den  verdienstvollsten
  Vorkämpfern  der  Befestigung  der  deutschen
Stellung  in  Kamerun,  und  was  er  über  seine  Erlebnisse
  in  der  wichtigsten  Entwickelungsperiode  der
Kolonie,  in  den  Jahren  1894  bis  1900,  schreibt,
hat  Anspruch  auf  die  Beachtung  aller  Kolonialfreunde.
Er  bietet  kein  wissenschaftlich  gelehrtes  Werk,  sondern
eine  frische  und  anschauliche,  unter  den  unmittelbaren
Eindrücken  des  Selbsterlebten  geschriebene  Schilderung
alles  dessen,  was  ihm  seine  Thätigkeit  gebracht.
Stunden  und  Wochen  erbittertsten  Kampfes  wechseln
ab  mit  Monaten  ernster  Friedensarbeit,  Zeiten  des
Ausruhens  im  Kameradenkreise  mit  Jagdabenteuern
mannigfacher  Art.  Aus  dem  reichen  Inhalte  seien
besonders  die  Schilderungen  hervorgehoben,  welche
die  Abo-Expedition  unter  Hauptmann  Morgen,  die
Forschungsreise  nach  Maünde  und  ins  Wutegebiet,
auf  deren  Rückmarsch  Dominik  im  Bakokolande  überfallen
  und  verwundet  wurde,  den  Sturm  von  Buc#a—
auf  dem  Kamerungebirge,  die  Bakoko-Strafexpedition
unter  Rittmeister  v.  Stetten,  vor  Allem  die  Kämpfe
gegen  die  Wutes  und  in  der  Ngillastadt  sowie  endlich
die  Wute-Adamaua-Expedition  unter  Major  v.  Kamptz
1898/99  betreffen.  Dem  Verfasser  ist  es  vortrefflich
gelungen,  das  Leben  und  Treiben  der  Europäer  und
Eingeborenen  in  Kamerun  verständlich  und  anschaulich
vor  Augen  zu  führen.  Das  Werk  bildet  somit  eine
höchst  interessante  Bereicherung  unserer  Kamerun-Litteratur.


Deutschland  auf  den  Hochstraßen

Arthur  Dix:
Mk.  4,50.  Gustav

des  Weltwirthschaftsverkehrs.
Fischer  in  Jena.

Der  Verfasser  will  einen  allgemeinen  Ueberblick
unter  Hervorkehrung  einiger  Punkte  von  besonderem
Interesse  bieten,  nicht  ein  bis  in  alle  Einzelheiten
scharf  ausgeführtes  Bild.  Sein  Werk  gliedert  sich  in
die  Hauptabschnitte  „Deutschland  und  das  Weltmeer"“,

327

 

 

„Deutschland  und  die  Hauptwege  des  Weltverkehrs“,
„Der  Antheil  am  Weltwirthschaftsverkehr  und  die
innere  Lage“  und  ist  ganz  dazu  angethan,  zur
Förderung  des  Interesses  und  Verständnisses  für  die
deutsche  Weltstellung,  für  einen  wichtigen  Theil  der
äußeren  Bedingungen,  unter  denen  die  deutsche  Volkswirthschaft
  arbeitet,  und  die  für  unsere  Zukunft  sich
daraus  ergebenden  Aufgaben  beizutragen.

 

La  Ramie,  culture,  préparation,  utilisation  industrielle.
  4  Francs.  Revue  des  Cultures
coloniales,  Paris.

Unter  vorstehendem  Titel  hat  die  Pariser  Revue
des  Cultures  coloniales  im  Auszuge  die  Verhandlungen
  des  internationalen  Ramie-Kongresses  veröffentlicht,
  der  im  vorigen  Jahre  in  Paris  getagt
hat.  Da  dieser  Kongreß  von  hervorragenden  Sachverständigen
  besucht  war  und  wesentlich  zur  Aufklärung
über  die  Ramiefrage  beigetragen  hat,  so  wird  die
Veröffentlichung  allen  Interessenten  willkommen  sein.

 

e'ie'''''

Titteratur-Perxeichnißk.

Generalmajor  H.  Beseler:  Der  Freiheitskampf
Nordamerikas  und  der  Burenkrieg.  Vortrag,
gehalten  in  der  Militärischen  Gesellschaft  zu  Berlin.
Mit  drei  Skizzen  in  Steindruck.  80  Pf.

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

H.  Nabert:  Das  Deutschthum  in  Tirol.  7.  Heft
des  „Kampfes  um  das  Deutschthum“.  Mk.  2,—.

J.  F.  Lehmann,  München.
Bücherrevisor  J.  R.  Gutheil:  Die  einfache  Buch-=führung
  mit  der  Eröffnungs=  Inventur,  Gewinnberechnung,
  Abschluß,  Steuerdeklaration  und  Auszug
aus  dem  neuen  Handelsgesetzbuch.  Erster  Kurfus  des
Buchführungs-Unterrichtes  Methode  Gutheil.  Mk.  2,—.

J.  R.  Gutheil,  Berlin.

Eintheilung  und  Standorte  des  deutschen  Heeres.
Nach  dem  Stande  vom  1.  April  1901.  Hundertste
Auflage.  30  Pf.  Liebelsche  Buchhandlung,  Berlin.

Vorträge  in  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg  der
Deutschen  Kolonialgesellschaft:  Staboarzt  Dr.  F.  Fülleborn
  „Ueber  die  Nyassaländer“,  mit  10  Lichtdruckbildern,
  Professor  Dr.  E.  Tavel  „Seches  Wochen
in  Marokko“,  mit  13  Lichtbildern  und  einer  Karte,
Bergassessor  B.  Knochenhauer  „Korea“,  mit  einer
Karte.  Jedes  Heft  Mk.  1,.20.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

 

 

 

 

Perkehrs  -Machrichten.

Im  Verkehr  mit  dem  Schutzgebiete  Kamerun  können  von  jetzt  ab  Briefe  und  Kästchen  mit
Werthangabe,  soweit  sie  zulässig  sind,  unter  denselben  Bedingungen  wie  eingeschriebene  Briessendungen  mit

Nachnahme  belastet  werden.

 

Die  Worttaxe  im  Telegrammverkehr  zwischen  Deutschland  und  Kamerun  ist  vom  1.  Mai  d.  Js.
ab  von  8  Mk.  75  Pf.  auf  7  Mk.  25  Pf.  herabgesetzt  worden.
        <pb n="380" />
        Fahrplan  der  Reichspostdampfer-Tinien  des  Norddeutschen  Tlopd,  Bremen.

#

Zweig-Linie  China—Nap—Neu-Guinea  —Qneensland—Sydney.

 

#M-ahenne

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1901

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25.  Febr.
20.  Mai

12.  Aug.

26.  Mai
18.  Aug.

Sonntag
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1901
21.  März

13.  Juni

Dienstag
1901  1901

12.  März  17.
4.  Juni  9.

27.  Aug.  1.

Sonnabend  Sonntag

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9.  März
1.  Juni

24.  Aug.

März
Juni

 

 

Sept.  5.  Sept.

 

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Sonnab.
1901

23.  März
15.  Juni

7.  Sept.

 

Sonnabend

1901

6.  April
29.  Juni

21.  Sept.

 

Freitag
1901

31.  Mai

23.  Aug.
Mittwoch
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Montag
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18.  Sept.

 

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6.  April
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(heimwärts)
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27.  April
20.  Juli

12.  Okt.

Sonnabend
1901

27.  April
20.  Juli
12.  Okt.

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1901

25.  April
18.  Juli
10.  Okt.

1901

18.  April
11.  Juli
3.  Okt.

 

 

 

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Dienstag
1901

30.  April
23.  Juli
15.  Okt.

Sonnabend
1901

11.  Mai
3.  Aug.
26.  Okt.

Sonnabend

1901

18.  Mai
10.  Aug.

2.  Nov.

 

Die  angegebenen  Abfahrtszeiten  werden  nach  Möglichkeit  eingehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenhäfen  Ver
zulässig,  je  nach  Verlauf  der  Reise.

Nach  Bedarf  kann  Melbourne,  Newcastle  N.  S.  W.  und  Keppel-Bay  (Nockhampton)  angelaufen  werden.

schiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten

328
        <pb n="381" />
        ÆäæEIILIIE
s  «  Lange-  Oerbertshöhe  #
"  Berlin=  Friedr.  Wilh.-Hasen  mack-  6  und  Z  Towns.  Bremer=Batavia
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(Seleo)  (Erima)  1  (Fiuschbal)  (Mioko)

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Donners--  Sonn-  s  «  Donners=  Sonn-Dienstag

  tag  Freitag  Sonntag  Freitag  abend  Sonntag  Dienstag  Mittwoch  Freitag  Sonntag  Freitag  Montag  tag  abend  Freilag
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51119.  Febr.  28.  März  29.  März  31.  März  5.  April  13.  April  14.  April  16.  April  17.  Aprit  18.  April  21.  April  26.  April  29.  Apri!!2.  Mai  4.  Mai  6  W.  Juni

55  14.  Mai  20.  Juni  .  21.  Juni  23.  Juni  28.  Juni  6.  Juli  7.  Juli  5  Juli  10  Juli  12  Juli  11.  Juli  19.  Juli  22.  Juli  25  Juli  27.  Juli  2  5
Mittwo

53/6  6.  Aug.  12.  Sept.  13.  Sept.  15.  Sept.  20.  Sept.  28.  Sept.  29.  Sept.  1.  Okt.  2  Okt.  4.  Okt.  6.  Okt.  11.  Okt.  11.  Okt.  17.  Okt.  19.  Okt.  11  Dez.
l  1902  1902  1902  1902  1902

54,7  29.  Ot.  5.  Dez.  6.  Dez.  8.  Dez.  13  Dez.  21.  Dez.  22  Dez.  24.  Dez.  25  Dez.  27.  Dez.  29.  Dez.  3.  Jan.  6.  Jan.  9.  Jan.  19.  Jan.  13.  Marz

eremer.  Singa-  irs8  Singahaven
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Heimreise.

 

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15.  Mai  17.  Mai  21.  Mai  26.  Mai  28.  Mai  30.  Mai  2.  Juni  #  3.  Juni  10.  Juni  13  Juni  16.  Juni  18.  Juni  23.  Juli
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13.  Aug.  18.  Aug.  20.  Aug.  22.  Aug.  25.  Aug.  26.  .  I  Sept!  5  Sept.  8.  Sept.  10.  Sept.  15.  Okt.
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1901  1901.  191  1901  1901  1901

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52.5  22.  Mai  7.  Aug.  9.  Aug.

15.  Juli  19.  Juni  6.  Aug.

 

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I

7.  Okt.  11.  Sept.  25.  Okt.  30.  Okt.  1.  Nov.  5.  Nov.  10.  Nov.  12.  Nov.  14.  Nov.  17.  Nov.  18.  Nov.  25.  Nov.  28.  Nov.  1.  Dez.  2  Dez.  6.  Jan.
1902  nr#is-  1902  1902  1902  1902  1002  1902  1902  1902  1902  1902  1902  1902

7.  Juu.  —  b  22.  Jan.  21.  Jan.  28.  Jan.  2.  Febr.  4.  Febr.  6.  Febr.  9.  debr  10.  Febr.  17.  Febr.  A.  Febr.  23.  Febr.  24.  Febr.  31.  März

«  Izthen  s  D  .  „  I
Adelaide
Le  Nach  Bedarf  kann  Amboina,  Banda,  Potsdamhafen,  Keppel-Bay  (Rockhampton),  Newcastle  N.  S.  W.  und  Melbourne
angelaufen  werden.

53  6  14.  Aug.
54.7  14.  Nov.

 

 

Die  angegebenen  Abfahrtszeiten  werden  nach  Möglichreit  eingehalten  werden,  jedoch  sind  i  in  den  Zwischenhäfen  Verschiebungen  in  den  Ankunfts-  und  Abgangsgzeiten
zulässig  je  nach  Verlauf  der  Reise.

329
        <pb n="382" />
        330

Eintreffen  der  Po#t  aus  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in
——  —  Momouch.  am  2].  Mar
peutsch-  Onfrika  Neapel  ..  2.,7  15.,“  30.  Mai  "  SSoooa  Marseille..  am  13.Mai,  14.  Juni
Brindisi..  am  12.  Mai,  10.  Juni  n  —  —
Marseille  am  17.  Mai,  16.  Juni  Deutsch-Qen-Gninea.  Neapel  ...  am  26.  Mai
Neapel  d  -
thichissdioenaipita  HWHPKJH  ---Ti«iisdifs«"  am  5.  26.  Wai
#a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southampton  am  4.  Mai,  1.  Juni-  Neapel...  am  1.,  15.,  31.  Mai
b)  südl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southampton  a  am  11.,  25.  Mi  Riantschon  Brindisi.  ..  am  12.  26.  Mai
—  Nerseile  am  8.  22.  Wai
lemouth,  am  18.  27.-Mai  Narolinen  e;  am  5.,  26.  Mai
hanerrn  —  #%  .m  10.,  25  jed.  Mts.amognn  Queenstown  ar  13.  Mai,  3.  Juni
*  Fülligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Postban#fschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten.
Die  Absahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  mussen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  10.,  24.  Mai  Tanga  17—20  Tage
(deutsche  Schiffe)  9  vms.  Dar-es-Sal.  18  2i  Tg.  am  7.,  10.,  17.,  21.,
Brindisi  am  12.,  26.  Mai  Tanga  18  Tage  24.  Mai
1.  Deutsch-Ostafrika.  (euglische  Schiffe)  00  abds.  Dar-es-Sal#m  19  v  10  abds.
Brindift  am  19.  Mai  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abbs.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Mona#s
(franzöfische  Schiffe)  40  ums.  10%  abds.
amburg  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  720  abds.
(deutsche  Schiffe)
ahbampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.ed.  Mts.  9#  abds.
eutsche  Schiffe)  .
2.  Hamburg  am  25.  jedes  Mts.  Lome  25  Tage  am  24.  jed.  Mts.  7#  abds.
Togo.  Gbeutsche  Schifie)  ·
(Ueber  Liverpool  oder  #otterdam!  am  30.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  28.jed.  Mts.  12  abds.
eultsche  Schiffe  ·
Marseilleoder  Vordeaur  Liverpool  i  9.,  30.  Mai  Klein-Popo  33  Tageam  7.,  21.  Mai
nur  auf  Verlangen  des
Absenders.)  (englische  Schisse)  10  nins.
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monats
('ranzöftsche  Schifsfe)  120  mittags  von  da  ab  Landverbindung  10½  abds.
Bord  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monatz
(Kranzösische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
:3.  Deutsch-Südw'  Southampton  am  4.  Mai,  1.  Juni  Lüderitzbucht  20  Tage  am  3.,  81.  Mai
64q  chafrika-  (engl.  Schiffe  dis  Kap  40  ums.  Swakopmund  23  Tage  18  ums.
(Nach  Lertmanthoo  ibeon,  stadt,  daun  Woersemen
  und  Varperk  wann-Damofh
von  dort  weiter  alle  14Tage,  Hambur  am  22.  jedes  Monats'  Swakopmund  90  Tage  am  22.  jedes  Monats
auf  dem  Landwege.)  (deutsche  Schiffe)  nachts  Luderitzbucht  40  Tage  720  abds.

 

4.  Ramerun.

Liv
(englische

Hamburg
(deutsche  Schiffe)
Southampton
(deutsche  Schiffe)
Hamburg
(deutsche  Schiffe)
Rotterd
(deutsche  Schiffe)
ool

am

Schiffe)

 

Neapel

über

5.  Deutsch-Neu-Gninea.
Neapel

(englische-  Schifte

Sydney

(deutsche,  Schifie)
via  Singapore

 

 

 

s  am  10.  jedes  Monats
nachts
am  13.  jedes  Monats

am  25.  jedes  Monats
am  30.  jedes  Monats
am  8.  Mai,  5.  Juni

am  19.  Mai  abends

am  29.  Mai

 

Duala  25  Tage

Duala  22  Tage
Duala  36  Tage
Duala  31  Tage
Duala  23  Tage

am  9.  jedes  Monats
70  abds.
am  1Il.  jed.  Mts.  9nabds.

am  24.  jed.  Mts.  7  abds.
am  28.jed.  Mis.  127  Unms.

am  6.  Mai,  3.  Juni
10  ums.

 

Herbertshöhe  45  Tage
Stephansort  48  Tage
Friedr.  Wilhelmshafen  48  Tg.

am  17.  Mai  10#8  abds.

am  26.  bezw.  27.  Mai

 

—  —  ——„  …

6.  Rarolinen.

 

Neapel
enu  Schiffe)

 

am  19.  Mai  abends

 

—

Dap  52  Tage

 

 

am  17.  Mai  102  abds.
        <pb n="383" />
        331

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen

  an  folgenden  Tagen

 

N  Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

Dauer  Berlin  spätestens
der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

7.  Marianen.

Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8-  bis  10  mal  jährlich

nach

Saipan

 

8.  Marshall-  Inseln.

Brindisi
(englische  Schiffe)

 

 

am  9.  Juni  100  abds.

Jaluit  47  Tage

am  7.  Juni  10  #/  abds.

 

 

 

Geaelen  T  am  15,  29.  Mai  Tsingtau  34  Tage  am  33L  27.  Mai
eutsche  Schiffe  abends  1025  abends
.  Riautschou.  Frisit  b  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
goeahlss  S  ö*7  10  abends  102  abends.
10.  Samoa.  eenstoon“  am  19.  Mai  Apia  25  Tage  am  17.  Mai
San  Francisco)  10  ums.

 

 

—  —  —  —  —  —  —

Schisfsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West- 



und  Südwestafrika.

 

 

Lee  Nachrichten

 

 

 

 

 

Reis
o  er
Voswany  von  .  nach  bis  29.  April  1901
„Adolph  Woermann“  zur  Zeit  in  Hamburg
„Alexandra  Woermann“  Loango  Hamburg  am  20.  April  in  Lagos.
„Aline  Woermann“.  Lüderitzbucht  HOamburg  am  24.  April  ab  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Swakopmund  Hamburg  am  20.  April  ab  Lagos.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  22.  April  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Massabe  Hamburg  am  28.  April  in  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Sulymah  Hamburg  am  19.  April  ab  Conakry.
„Ernst  Woermann“  Hamburg  ,  Loango  am  24.  April  in  Gabun.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Swakopmund  am  22.  April  in  Swakopmund.
„Hans  Woermann“  Swakopmund  Hamburg  am  20.  April  in  Lagos.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Manoh  am  24.  April  in  Sierra  Leone.
„Helene  Woermann“.  Hamburg  Kriegsschiffhafen.  am  18.  April  in  Madeira.
»  nette  Woermann“.  Hamburg  3  enguella  am  26.  April  in  Loanda.
Woermann“  Hamburg  Benguella  am  27.  April  in  Rotterdam.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Loanda  am  11.  April  in  Teneriffe.
„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Kotonou  am  1.  Mai  ab  Hamburg.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  16.  April  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“.  Kotonon  U  Hamburg  am  28.  April  in  Las  Palmas.
„Paul  Woermann“  Loanda  I  Hamburg  am  29.  April  in  Conakry.
„Professor  Woermann“  Kotononu  Hamburg  am  19.  April  ab  Conakey.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  April  Dover  passirt.
„Hernösand“  Hamburg  1  Sherbro  am  23.  April  VDlissingen  passirt.

 

    

54  ri  däuf  den  dieser  Nummer  beigefügten  ausführlichen  Prospekt  über  „Kamerun,  sechs  Kriegs=  und
e

ensjahre  in  deutschen  Tropen“  von  Oberleutnant  Hans  Dominik  machen  wir  hierdurch  be- 



——  —   —

onders  aufmerksam.

Anzeigen.

Die  Expedition.

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  SWI2.  Kochstraße  68—71,

 

einzusenden.

 

Bekanntmachung.

Dem  Kaufmann  Demosthenes
Meimaridis  in  Moschi  ist  für  die
Firma  C.  Meimaridis  in  Moschi
mit  einer  Zweigniederlassung  in  Jrangi
und  dem  Kaufmann  Karl  Heinrich  Ludwig
  Wilke  in  Tanga  für  die  Firma
o.  in  Tanga,
Kommanditgesellschaft,  Prokura  ertheilt.

Eingetragen  unter  Firmennummer  10
bezw.  11  des  Handelsregisters  Abthei-Müller

  4

lung  A.
Der

Tinga  der  22.  Februar  1901.
serliche  Bezirksrichter.

 

(5)

 

MHandsämzaschinen
unund  Radhacken

  

huckt  2

ersetzen  8

bis  10  Arbeiter,  eine  Person

bis  3  Morgen  per  Tag,  je  nach

Bodenbeschuffenheit.
Dlngerstreukörbe,  Erdbohrer,  Gdaruntie-Spaten,
  Karren,  Gartenspritzen,  (iesskannen.
  Patent-IJauchepumpen,  Wasser-205

  1

öbungen,  Wegewalzen  etc.  Mostr.  Preisliste  gr.

 

 

 

Albert  Treppens,  Maindof-Bafin.
        <pb n="384" />
        Konkurs.

Ueber  den  Nachlaß  des  dahier  ver—
storbenen  Unternehmers  Anselmo
Dellamea  ist  am  18.  März  1901,
vormittags  10  Uhr,  das  Konkursverfahren
  eröffnet  worden.  Verwalter  ist
Kaufmann  Stadelmann  in  Tanga.
Anmeldefrist  bis  zum  15.  Juni  1901.

Erste  Gläubigerversammlung  am
24.  April  1901,  nachmittags  3  Uhr.
Prüfungstermin  am  17.  Juli  1901,
nachmittags  3  Uhr.  Offener  Arrest
mit  Anzeigepflicht  bis  15.  Juni  1901.

Tanga,  den  18.  März  1901.  153)

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Gicht.

Von  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Welt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-Störungen
  (Nierenstein,  Gallenstein,
Blasenstein).  In  Folge  seiner  unbegrenzten
  Haltbarkeit  —  auch  im  tropischen
  Klima  —  kann  die  Trinkkur
überall  in  der  Welt  mit  gutem  Erfolg
vorgenommen  werden.  Gebrauchsanweisung
  versendet  die  Brunnen-Verwaltung
  Bad  Saleschlirf.  (#1

Export:  Harder  &amp;amp;de  Voss,  Hamburg.

—lrbsaat“z-"''OeSO"d201#

7  Junge  er  Buchhalter
und  orrespondem

sucht  zum  Oktober  d.  Is.  Stellung  in

den  Kolonien.  Offerten  unter  O.  G.
1879  an  die  Exped.  d.  Zeitschr.  (056)

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

—  —  —
·  Ne#uG.  rEIII  r!*.————.——  ———  ———

  
 

 

liervorr  —  unch  (heischungemeterial.

Feuersicher  Wasserandurchlassig.  Wetterfest-.

Cesen-Mitze-  und-  KaIte#  isolirend.

  

   

Ansersr  Fund  GUMMINERKE  ALELED

r————  ———

———  —  ——  —  —  —  —

  
   
    
  

     
   
    

   
 

E.  ———..—  —  —  —  —  —  S
–.  .  —  —  —  —  ——  S—
/  —  —  —–  —  —  —  «  ·

Haot“

   

 
  

W

     
  

 

 

 

 

hes  e  4  Co.,

Ottensen-Hamburg.
Fabrik  für

Holzbearbeitungs-  Maschiner

Vollkommenste  Maschinen

 

in  allseitig

prämiürt.

anerkannter,  praktischer

Konstruktion  u.  solidester  Aus  führung

Eimrichtung  kompleter  Tischlereien.
Sägewerke,  Fasstabriken  etc.  ete

nach  neuestem  System.

Anf  allen  beschiekten  Ausstellungen
  mit  höchsten  Medaillen

 

(512)

 

          
        
    
              
            
        
      

 
   
 

.  ,
As  comm«
.«SF-,

  #  #%  Aan  #X

  

   

Eingetragene  Schutzmarke.

Direkter  Fabrikversand:

Berlin:

Dresden:

In  Flaschen
von  125  250  500  gr  1  kg
Mk.  0.30  0.50  0.95

1.80

Deutsches  Crdnuss-Tafelöl,

Vas  Beste  fHr  Salate,  Mafonnassen.
Deutsches  Kolonialhaus

Bruno  Antelmann.

Zentrale  und  Versand:

BERLINC.  Jerosalemerstrasse  28.

2
Schilletrasse  16.
Alt-Moabit  1  un  121.

Zahnsuas-  8.

netto  ein-LZewoken.


weiggeschäfte:

Frankfurt  a.  M.:

Koflisferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  u.  Königs  u.  Sr.  Kol.  Moh.  d.  Srossherrogs  v.  Mecklenb.-Schweris.

Kastel:  llohenzollernstrasse  40.
Charlotte  nhurz:  Kunt-trasse  22.  Leipnzlu:  Schulstrasse  12.
Wiesbaden:  G##rosse  Burgstrasse  13.

In  verzinnten  Kannen

von  1  2  4
1,2  kr  0.90  0.90  0.85

12  25  kg
0.  S0  O.  75M.

Kronprinzenstrasse  3.
        <pb n="385" />
        —  333  —

Pangani-Gesellschaft,  Berlin.

Wir  laden  hiermit  unsere  pp.  Antheilseigner  zur

Dritten  ordeutlichen  Hauptversammlung

am  Freitag,  den  51.  Mai  1001,  vormittags  11  Uhr  präcifsfe,

in  Neale  B  des  Architektenhauses,  Berliu  W.,  Wilhelmstraße  92/93,
ganz  ergebenst  ein.  ·

Tages-Ordnung:

1.  Geschäftsbericht  und  bis  zum  Tage  der  Hauptversammlung  ergänzender
Bericht  des  Verwaltungsrathes,  Vorlegung  des  Abschlusses  nebst  Gewinnund
  Verlustrechnung.

Bericht  der  Rechnungsprüfer.

Beschlußfsassung  über  den  Geschäftsabschluß  und  über  die  Entlastung  des
Verwaltungsralhes.

Antrag  des  Verwaltungsrathes  wegen  Ausgabe  von  M.  400  000  Vorzugs-=Antheilen.


Abänderung  der  Satzungen.

Neuwahl  des  Verwaltungsrathes.

Wahl  der  Rechnungsprufer.
Diejenigen  Antheilseigner,  welche  beabsichtigen,  persönlich  an  der  Versammlung
  theilzunehmen  oder  sich  durch  Bevollmächtigte  vertreten  zu  lassen,
werden  höflichst  ersucht,  ihre  Antheile  bis  zum  Dienstag,  den  28.  Mai
1901,  an  unser  Burcau,  Berlin  W.,  Königin  Augnustastraße  13,  einzusenden
oder  dieselben  dort,  werktäglich  morgens  zwischen  9  und  11  Uhr,  zu
hinterlegen.  (Siehe  §  30  der  Satungen.)  (G)

Der  Verwaltungsrath  wird  gemäß  §  30  Absatz  3  der  Satzungen  die
Hinterlegung  von  Antheilscheinen  oder  ihnen  gleichstehenden  Bescheinigungen
noch  bis  eine  Stunde  vor  Beginn  der  Versammluug  zulassen.

Infolgedessen  wird  ein  Beamter  unserer  Gesellschaft  am  Freitag,  den
31.  Mai  a.  c.,  morgens  von  9—10  Uhr,  im  Saale  B  des  Architektenhauses,
Berlin  W.,  Wilhelmstraße  92/93,  zur  Entgegennahme  von  solchen  Antheilscheinen
oder  ihnen  gleichstehenden  Bescheinigungen  anwesend  sein,  welche  nicht  bis  zum
Dienstag,  den  28.  Mai  a.  c.,  an  unser  Bureau  abgesandt  oder  dort  hinterlegt
sein  sollten.

Berlin,  den  1.  Mai  1901.

Der  Verwaltungsrath  der  Pangani-Gesellschaft.

oeH

 

Reimann.  A.  Müller.  Dr.  Cunze.
Adolph  Baumann.  Franz  Hallström.  Gustav  Meinecke.
Dr.  Julius  Scharlach.  Max  Schröder.  Justus  Strandes.

VNNNNNINNA

 

—EILLO
**.  —..

FRIEDO  WVIESENHAVERN.  KaNGUKRG  4.

 

 

 

fmoleum

Maximiliansau

am  Rhein,
erstklassiges  bestes  Fabrikat,
eingeführt  bei  der  Kalserlichen
Narine  u.  anderen  hohen  Staatsund
  Kommunalbehörden.

Neue  Spezilalitit:

Kork-noleum

7  mm  stark,  spezifisch  leicht,
welch  u.  warm,  wie  Wollteppich,
absolut  schalldäimpfend  u.  staubfrei.

Zur  Erhöhung  der  Behagiicb
keit  und  Sauberkeit  im  Hause

unentbehrlich.  (554)

Kewitsch  Orgel-  (5611

armomlum.,

speziell  für  tropisches
lima  konstruirt,  empf.

Johannes  Kewitsch,

Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

1.

 

 

 

 

 

  
 
 

 

E.  Leinhaas

Freiberg,  Sachsen,
liefert  komplete  (689)

Brennerel-Anlagen,
Hefefabriken,  Blerbrauereien

Spiritusraffnerlen
Zlegelel-  und  Gerberel-Anlagen,
Holzverkohlungen,
Eesigsäurefabriken,
Destillirapparate  aller  Art,
Dampfkessel  (Wasserröhrenkessel),
  Dampfmaschlnen.

 

 

 

EINRRTHSLLANZ:  =  NANNHEIN.

   
 

Weltausstellung  Paris  1000

 

daher  nusser  Wellbeuerb.

Lokomobilen  zoo  Fr

für  Industrie  und  Landwirthschaft
Sparsamste  und  zuverlässigste  Betriebskraft.

(  )  .  Geringe  Renoaraturbedlirftigkcit  und  daher
(isberseeische  #/wecke  Larnz  %0  %%%%%  Lr’elmer.

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von  allen  In  der

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F"5*r
"
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mtliche,  zahlenmässige  Belese

liegen  vor  über  die  ausserordentlich
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Elgene  Fabrikation.  (Fabrik  gegründet  1822.)  (es)

es  Siügen  und  forstliche  Werkzeuge  sind  von  vielen  Behörden,  durch  Ministerial-Erlasse  und  -Verfügungen  amtlich
auch  vom  Könslich  Preuss#schen  A#nisterfum  für  Lancdsoir##s
777  No.  14097)  Jür  des  Bereich  der  Freitssischen  8

elt  bei  migen  Preisen  erwiesen  haben,  wodurch  den  Gebrauchern  elne  bedeutende  Mehrleistung

hasft,  Domunen  und  Foraten  in  Berlin  dureh
orsten  —  nachdem  sie  sich  als  weltaus  bente
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Km  ul.  Brunnen-  u.  Maschinenbau.  14841165  u  Ilens

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aller  Art,  von  den  einfachsten  Hand-  bis  zu  den  grössten  mit  Maschinen,  Dampf  und  Elektricität
betriebenen  Pumpen.

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anerkanntem  Spstem.  (cr5)

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Cöln-Nippes.

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Fabrik  -  Marke.

Specialitüten:

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b)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  *2#
-  VollketkonLuftsohlauohe,Peda-leusw

c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;

d)  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbande,  Matten  und  Läufer,  Copirblätter,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

f)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken,  sowie  Stoffe  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstofft  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-  Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art  ;

H)  Vollständige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.  (40)

NG.  Preislisten  der  einzelnen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.
        <pb n="391" />
        —  339  —

—  eeinr.  Heisterberggk-Z

siesteru.  W  in  Hamburg:

A.B.C.  Code.—  Zebra  Code.  +  A  BU  R  □  .  Flllale  renbJ  Bank.
Scpedition  u.  Commission.  %

Etablirt  1882.

Durch  langjährige  Beziehungen  zu  Industrie,  Handel  und  Schifffahrt  bester  und
geeignetster  Vermittler

K  für  Spedition,  Ein-  und  Verkauf  von  Waaren  aller  Art.  9.-#

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Wuamit  und  gührheitsgreugitn

Phönix-- 



 

(676)

liefern  in  bester  dualität,  unter  Garantie  der  englischen  Test-Bestimmungen,

Sprengsteffwerke  DOr.  H.  Kahngen  &amp;amp;  Ce.  Commendit-Besellschaft  in  Hemburg.

Fabriken  in  Doemitz  a.  E.,  Anzhausen  b.  Siegen,  Neuwied  a.  Rh.

Joseph  Klar,  Samenhandlungs,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  —  Nofttef#ank  Sr.  Mafesede  des  Katsers.—
ollerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  fär  den  Anbau  in  den  Tropen
reelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Klio  incl.  Emballage.
Illostrirte  Kataloge  kratie.  *e

 

 

     
      
      
      
    
      
   
 
 
      

Durch  den  Krieg  in  Südafrika

Hörder  Bergwerks-  und  Hü#tten-Vereln

  

Abteilung:  gewinnt  erneutes  Interesse
1te  und  transportable  Schmalspurbahnen  das  Werk:
vertreten  durch:  Da
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Glässing  &amp;amp;  Schollwer,  Berlin  W.  oc

(Crelegr.-Adresse:  Portativa,  Berlin)
liefert:  Gleise,  Weichen,  Drehschelben,  Wagen  aller  Artltm)

internationale  öffentliche
Seerechtder  Gegenwart.

 

lür  Von
.  "«k13I1MS’SII-s  F.  Perels.
Kleln-  und  Geheimer  Admiralitätorath.
Industrie-  1832.  M.  8,—,  geb.  M.  9,50.
Bahnen.  Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen;

  wenn  eine  solche  nicht
am  Platze,  auch  durch  die  Verlagsbuchhandlung
  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWa,  Kochstr.  68—71.

     

*
Vertreter  resnehe.

»  lllustrjrtehutulogegraue
Alle  Anfrugen  nach  Berlin  erheten.
        <pb n="392" />
        interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

„1%  Creolin  vernichtet  selbst  die  furchtbarsten
  Gerüche,  während  1%  Carbol  fast  ohne
Wirkung  blieb.=(Dr.
  med.  E.  v.  PEsmarch,  Hyg.  Inst.,  Berlin.)

„Cholera  aslatlea  Bachlien  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  2%  in  einer  Minote
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Eisenberg,

Hyg.  Uulv.-Inst.,  Wien.

Das  Creolln-Pearson  thdtet  die  Cholera-Baclllen
  in  1  procent.  Verdünnung  in  15  Min.
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Djioklakarta

(Alederl.-  Indlen).

„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtheritischen  Belige  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patient  in  vollstäündigem  Delirium,
Puls  150.  Temp.  41.5.
22.  Dec.  Nach  starken  Creolin-Inhalationen  etc.
sank  die  Tempoeratur  auf  37.5,  Puls  anf
8  herab.  Dr.  Leo  Rabener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1390  No.  4).
„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschieden  viel
stärker  als  die  Carbolskure  anf  Eiterkokken,
Typhusbacillen  und  Cholerabacillen.“
«  (Dr.  med.  Elsenberz,  Wien.)
„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-LI

  Pearson  in  dem  Arzneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darm--kanals.“

  (Dr.  med.  A.  Ulller,  Breslau.)

„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  (reollu-FPearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  Hand  gegeben
werden.“  (Dr.  med.  Minopoulus.  München.)

„Es  stebt  für  mich  fest.  dass  das  Creolln-Pearnon
  eine  eminent  antiseptische  Kraft  be-Sitzt.“
  (Dr.  med.  O.  Purischer,  Klagenfurt.)

„Wer  das  Creolin-  Pearson  einmal  kennen
und  schatzen  gelernt.  giebt  es  nicht  viedor
auf.“  (Dr.  med.  Korlüm,  Schwerln.)

CREOLIN-PEARSON

zerstört  die  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille),
ist  untbertr.  bei  Erfrierungen.  Verbrennungen.

Mindet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken.

lindet  Anwendung  in  Spitklern  der  Armece.

in  Schulen  angewendet,  vernichtet  Krankheitskeime.


in  Krankenhäusern  ausgedehnt  gebraucht,

zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseile  sollte
immer  1%  Theelöffel  voll  gegossen  werden,

gegen  Zecken,  Lluse,  Lausfliegen  etc.,

bei  Insektenstichen  sofort  pur  aufgerieben.
verbutst  Blutvergistung.  das  Jucken  hort.

ist  vollkommen  ungittig,  (sefort  anf.

vermindert  den  Eiter.

verhtet  Flulniss,  für  Braneretien,  Gerberei  n
eic.  wiehtig.

von  grosser  Bedentung  für  die  Geburtshulfe.

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolnt  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
geführliche  Sippe  der  Mikroben  Iast  zehnmal  so  giftig  uls  die  Carbolsäure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschuften,  beschränkt  die  Eiterung.  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
Untugenden  und  Schattenseciten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekunnt.“

Dr.  med.  lin.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaftliche  Arbeiten  über  Creolln-Pearson  (es  sind  aeren  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zogesandt.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,
alle  anderen  veise  man  Zuruück.

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.

Sschr  billig.

1  „Das  Crcolin  ist  ein  vorxzügliches  Ründewittel:

  ich  habo  diesbezügliche  zahlreiche  Er-Schafe,
  Sarcoptes  —  Rl#ode  der  Hunde.  Schafe
und  Kaninchen,  Dermatophagus  —  Rlode  der
TKaninchen  und  Dermatoryktes  —  Runde  des
Geslügels.  gewacht.  Auch  gegen  Akarusmilben
x  ist  Creolin  wirksam.  —  Creolin  ist  ferner  ein
kraftiges  Antiparasiticum  gegon  pflanzliche
Parasiten  (Trchophyten.  Favus)  u.  Gregarinen
(Hühnerdibhtkherieh.  Endlich  ist  Creolin  ein
sehr  wirksumes  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken,  Iuse,  Lausffiegen,  Haarlinge,
  Federlinge,  Fliegen.  Kräftige,  ausge-"wachsene
  Zecken  wurden  dourch  einige  Tropfen
30%  iger  Creolinlösung  nach  15  bis  20  Minuten
.  getödtet.  R#ündakranke,  mit  zuahlreichen  Zecken
behaftete  Schafe  wurden  durch  ein  einmaliges
re#olinbad  (2½00)  vollständig  von  den  Zecken
befreit.
Für  eine  Desinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Genenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—500  igen  wasserigen  Lösung
sehr  wirkgam.  Anch  Creolin-Desinf-ktionspulver
zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen,
Jauchebehälter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.Dr.  med.  Frohner,  Dlr.  d.  Pbarmak.  Inst.
der  Kgl.  thierirztl.  Nochschule,  herlin.)

Habure-Sädsmerik,  Damptfsebiffibris-Sosellschaft,
  Namburg.  7.  Mai  1892.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
bIhnen  empfohlene  „Creolin-Pearson“  seit  oini-LKr

  Jeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  einzeführt
  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der

rusilronte  in  reichlichem  Maasse  mitgegeben
haben.  Nach  den  Üübereinstimmenden  Berichten
unserer  Kapitänc  hat  sich  dasselbe  als  ein  sehr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen.  das
in  der  Fleherperlode  die  besten  Dienste  geleistet;
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinfiiren
der  verschiedenen  Rlumlirchkeiten,  sondern
auch  in  vielen  Fällen  als  Medikament  verwandt
#und  können  wir  das  bei  einigen  Dumpfern

gegen  Umorrhoiden,

Sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
gebraucht  werden,

IHunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen.
bleiben  gesond.

1  Theclöffel  voll  im  Scheuerwassar  reinipt  die

Begen  pllanzliche  Parssiten.  ILuft.

gegen  Kornwürmer,

5%,  igo  LOsung  vernichtet  Milkhrandsporen.

alle  Eigenschaften  des  Creolin-  Tearson  sind
medizinisch  festgestellt.

solite  in  keicem  llause  oder  Stall  etc.  fehlen,

Freist  kein  Gewohe,  Holz  oder  Metall  an,

Wikt  blutstillend.  schmerzlindernd,

Kuen  Ungezisfer,  Krätze.  Filzläuge.

Thiere.,  damit  gewaschen.  bleib.  fr.  v.  Ungeziefer.
werden  auch  von  Fliegen  nicht  angeuriffon.

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthun
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusat#
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit
  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin  -  Pearson  ist,  möge  aus  den  nachfolgenden  Gutachten
  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,  eine  grössere  Anzahl

Sb#abrungen  bei  Dermatodektes  —  Rlude  der

ieser  hocheingetretene

  ginzliche  Fernbleiben  von  Kranlheitsfillen
  während  der  jungsten  Fieberperiade
in  Brasilien  zum  grossen  Theile  dem  seitens
der  Kapitäne  angeordreten  ausgiebigen  GCsbrauche
  dieses  Mittels  zuschreiben.

Hamburg-Südamerik.  Dampfschifffahrts-Ges.
ges.  Ad.  F.  Berulti.  Boreauchef.

Keine  Blutverglitung  mehr!  Dr.  Vopeliuin
  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  ,  Fast
täglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blärtern
von  Todesfallen,  velche  durch  Blutvergistung
nach  kleinen  unscheinbaren  Verletzungen  herbeigefübrt
  worden.  —  Jeder  neue  miir  30  Gesicht
  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Stich
in  das  Herz.  Die  Thatsache.,  dass  überhenft
noch  eine  Blutvergiftung  trotz  rechtreitiger
Arzthecher  Behandlung  tödlich  verläuft,  schmer:t
mich  um  so  mehr.  als  ich  mit  dem,  meinen
TLKollegen  schon  vor  drei  Jahren  im  Aerztlichen
1  Praktiker  —  Abhandlung  uber  Cinnere  Anugepsis“
  übergebenen,  an  mir  selbst  zweimsenbrobten,
  absolut  sicher  helfenden  Mittel.
gdem  Vreolin-Pearson,  immer  und  immer  wiefer
nDeue  Erfolge  aufzuweisen  im  Stande  bin.
drungt  mich  deshalb,  zur  Verbuütung  weiterer
Sterbefulle  heute  durch  die  allgemeine  Prese
auf  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  liellmittel
  gegen  jede  Blutvergiftung  aufmerk#sam
zu  machen.  An  113  Flllen  durfte  ich  innerhalb
  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  diesherrlichen
  Medikaments  bestitigt  finden.,  bDie
Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  einfsche.
ven  jodem  Laien  leicht  ausflhrbare,  da  es  bezichentlich
  etwaiger  Giftigkeit  durchaos  onschidlich
  ist.  Zur  Verhltung  der  Blatvemttung
  wäscht  man  jede  noch  so  kleine  Wunde
mit  Creolin  aus.  Das  Letzteio  bereitet  man.
sich  sehr  leicht,  indem  man  in  eine  Kaffeet##
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropfen  Vreolin-Pearson
  thut  und  gut  umruhrt.  Nach  Auswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  dieselke
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getränkten  liinonen
  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bi  ve#r
Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folger.“

 

 

 

egen  Hühnerdiphtheritis  Z
man  entwickele  in  Krankonzimmern  heige
Cieolindumpfe  Igreilen.
desinflziert  die  Wusche.  ohne  dieselbe  abzuauskezeichnet
  gegen  Schweissfüse.

1#%%  Lösung  verhütet  das  Sauerwerden  der
Brühe  in  Gerberecien.  !#12.
Abnsskankle  sind  mit.  reolin  zu  desinfir#s.

verhutet  ansteckende  Krankheiten.
„heilt  in  einem  Bade  Räcde,  Mauke.  Schort  etc.
einige  Tropfon  in  warmes  Wasser  b.  ilt  Zabo-Lgegen
  Blasen-  un]  Darmkatarrh.  Ischmerrzen.
ist  allen  Desinfektionsmitteln  vorzuziehen.
reolinpulver  sollte  in  keinem  Kloset  fehlen.
10%  cige  Crealinseile  heilt  u.  verht#t  Aosschlaz,
Creolin-Lanolinscill  macht  die  Haut  sehr  ge-Sschmeidig


 

sn)

 

7—“KtfR  “
        <pb n="393" />
        —  341  —

Fögel.  Pianinos,  Harmoniums

für  Tropenlünder

in  wmassivem  Gehäuse  auf  Grund  fünfzigjähriger  Erlahrung  ge-Laut
  und  in  allen  Theilen  verschraubt  und  vernietet,  sowic
leicht  trunsportable,

kseneportabbe  Harmoninas“

liefert  die  Firma

hiedmayer  Pianofortefabrik“
vormals  J.  &amp;amp;  P.  Schiedmayer,  (7)
.  e.  KgI.  Moflleferanten,  STUrrüAhn!,  Neckarstrasse  No.  12.

Puis  1900,  „Grand  Prix“,  Hhe#  Ausnnichsung.
Ka  srisste  Viderstandefihigkeit  gesen  Hitzre,  Feschtigkeit  und  lusekten.

 

 

 

 
  

S——.

JNE  K  9#  56
kreichanntab  »
OEL«"-L«EMF«

 
       

(511)

 

 

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffleber)

wird  hierdurch  das  von  der

Ehemischen  Fabrik  auf  Hetien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

ionorolumhyurochlortn

(salzsaures  Phenccol.)

allen  Beteiligten  bestens  empfohblen.

Eine  grosse  Reibe  italienischer  Aerzte.  u.  A.  die  Drs.  Prof,.  Albertont,
Prof.  Cervello.  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall’  Olio.  Prof.  Mosso,  Dr.  Ventuini
  uod  Niele  andere  haben  mit  dem  Mittel  überraschende  Heilerfolge  bei
Malarisa  erzielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in
Bma.  Leizteror  hat  die  oflicielle  Einreihung  do-  Medikaments  in  die
##tastlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlas#t.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
vos  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
icheren  Beilung  des  Keuchbuoetens.

Man  vende  sich  wegen  des  Erbalts  von  Phenccollum  Dydrochloricum.
vegen  Litterator  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Senznten
  Frma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Bareelona:  J.  Espiell;
London:  A  &amp;amp;  M.  Limmermann,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-Hll;

MNoskau:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.

New-VYork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Wunam  Street;
Paris:  Max  Freres,  31  rue  des  petites  Ecuries;
Rio  de  Janeiro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;
Buenos  Alres:  Dego  Gibson,  192  Defensa.

 

 

 

m  SASAnn
Pflusfabrik
Ulm  a.Donau.

Geyrandee  1864.

 

Einzige
Pezfalfität:

Ein-,  zwei-  und  mehrscharige
schmiedestühlerne  Universal-Pflüge
  aller  Arten.

 

Ere##  1.
Pllüge  auf  Probe.
Katuloge  kostenfrel.  (18)

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        Das  Versand-Geschäft

MEV  EDLICH.  Leiprig-Plagwite

Königl.  Sächsische  und  Königl.  Rumänische  Hoflieferanten

häft  veng  an  dem  Gmassame  sest,  aur  gute,  brauchhare  WMaaran  möglichst  billig  z  lisfen.

Der  mit  über  4000  Abbild.  ausgestattete  Hauptkatalog  wird  unberechnet  u.  portofrei  versandt.
Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

 

 

 

    

Mey's  Stoffwäsche  Teikotagen  Schmuck-Gegenstände  Kurz-  und  Stahlwanren
Damen-  und  Kladerwäsche  Strumpfwaaren  Echte  Silberwaaren  Japdsport-Artikel.
Korsetten  Herren-Garderobe  Mlfenidewaanren  Teschings  und  Revoler
Herren-Mäsche  Hlte  und  Mützen  1r  Herren  Vernickelte  Kunstgusswanren
Tisch-  und  Bettwäsche  und  Knaben  und  Messingwaaren  Spielwaaren
Taschentücher  Kravaiten  Kinderwagen  Cigaren  und  Clgaretten
Leinene  und  baumwoll.  Stofe  Kinder-Garderobe  Kindermöbel  Jabake  und  Rauchrewuislies
Kleider-  und  Besatz-Stofe  Schuhwaanren  Holzwaaren  Tolletteselfen  und  Parchns
Gardinen  und  Möbel-Stoffe  Regenschirme  Wirthschafts-Artike!  Schokolade,  Kal##o
Teppiche  Uhren,  Musikwerke  Lederwaaren  Thee,  Blakuits,  LIkör#
Damen-Komfektion  Optische  Waaren  KReise-  Utensilien  Brietfpapiere.  "
Nichtgefallende  Wunren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.  en
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Ein  prächtiges  Werk  D  2  D
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Stammbuch

des

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von  1200  bis  1900.
Bearbeitet  nach  eigenen  Forschungen

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Hern#a###  Haus  Valentin  v.  Hismarck.
Mit  Siegel-,  Wappen-,  Stammtafeln
und  einzelnen  Gutsabbildungen.
In  fünffarb.  Druck  u.  Originaleinband

 

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Ausgeführt  im  Auftrage  der
Kelenial-Abtheilung  des  Answärtigen  Auts
im  Dezember  1899

Dr.  J.  Wohltmann,

Kaiserlicher  Geb.  Regierungsrath  und  Professor
der  Landwirthschaft.

Mit  einer  Karte  und  20  Abbildungen.
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Kolonial-Haudels-Adreßbuch
5.  Jahrgang  —  1001.
Mit  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
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Die  HKulturen  der  Kolonien,

zugleich  eine  Erläuterung  der  Sammlung
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse
und  der  Bilder  der  Kulturen.

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Kulturpflanzen.)
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1899/1900.

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Genehmigt  durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre
  vom  29.  Oktober  1900.

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Kurre  Hnleitung
zum  Verständniß

der
Semesnischen  Sprace.
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Grammatikn.posshnlskimn"
nebst  einem  Anhange:
Meteorologische  Notizen.
Mit  einen  Vlau  von  Apia.
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Vier  Kriegs=  und  Wapnberjahre.
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In  dem  obigen  Werke  wird  zum  ersten  Male  von  einem  Mitkämpfer  die  Sturm=  und  Drangperiode
  unserer  ersten  deutschen  Kolonie  geschildert,  nämlich  der  Kampf  um  die  Herrschaft  in
Deutsch-Südwestafrika  in  den  Jahren  1893  und  1894,  der  weit  über  die  Grenzen  des  Schutzgebietes
hinaus  in  ganz  Südafrika  die  Gemüther  erregte.  Es  war  ein  Ringen,  wie  wir  es  nur  selten  in  der  Geschichte
einer  Kolonie  finden;  wüthende  Anspannung  und  Hergabe  des  Letzten  von  Seiten  beider  Parteien.

Nach  der  Niederwerfung  der  Witboois  werden  dem  Leser  die  Entwickelung  der  Siedelung,
das  Leben  auf  den  Polizei=  und  Militärstationen,  dann  die  ferneren  Unruhen  im  fernen  Osten
an  den  Grenzen  der  Kalahari-Wüste  geschildert.  Jagdzüge  wechseln  ab  mit  Scenen  aus  dem
Leben  der  Farmer  und  Kaufleute;  besondere  Aufmerksamkeit  schenkt  der  Verfasser  den  einzelnen  Eingeborenenstämmen
  des  Schutzgebietes  und  dem  Wirken  der  Mission  unter  ihnen,  der  Erschließung  des
Damara=  und  Ambolandes  und  der  Boerenfrage.

Der  erste  Theil  des  Werkes,  die  persönlichen  Erlebnisse  behandelnd,  schließt  nach  der  Schilderung
des  großen  und  blutigen  Herero-Aufstandes  im  Jahre  1896  mit  der  Reise  des  Verfassers  durch
die  Kapkolonie,  den  Oranje-Freistaat  und  Transvaal  nach  der  Delagoabai  und  von  dort  aus
längs  der  Ostküste  nach  Europa.

Der  zweite  Theil  bietet  außer  einigen  Arbeiten  des  Verfassers  über  die  wirthschaftlichen  Verhältnisse,
  den  Handel  und  die  Siedelung  ein  bis  in  die  neueste  Zeit  —  Eisenbahn=  und  Hafenbau  —
fortgeführtes,  übersichtlich  geordnetes  Nachschlagewerk;  werthvolle  Beiträge  von  Stabsarzt  Dr.  Richter  und
Privatdozent  Dr.  Dove  bereichern  dasselbe,  so  daß  das  Werk  nicht  allein  reiche  Unterhaltung  gewähren,
sondern  besonders  auch  diejenigen,  die,  sei  es  als  Offiziere,  Beamte,  Farmer  oder  Kaufleute,  hinausgehen
wollen,  über  alles  Wissenswerthe  leicht  orientiren  wird.  Zahlreiche  nach  photographischen  Aufnahmen  hergestellte
  Abbildungen  schmücken  das  treffliche,  frisch  und  anschaulich  geschriebene  Werk.
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        F.  H.  SCHMIDT
INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER.

 

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Kessier  Cabinet

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Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
lloheit  der  Herzogin  Wera,  Grossfürstin
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  Deutschen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Casinos.

 

 

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  Rapport-  u.  Berichterstattung

über  die  Walserlichen  Schutztruppen.

Vom  1.  Cktober  1900.  Preis.  v“.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  *
Berlin  SWu.
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Regelmäüssige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.
Am  10.  Mai:  F.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Brinkerrt,
via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,!  Axim,’  Secondee,w  Cape  Coast,  Accr:

Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,  *  Plantation,  Krib"  und  Fernando  Pe
Am  15.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Ihreke,
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Accr-Kongo
  und  Angola.
Am  22.  Mai:  P.  D.  „Eduard  Bohlen“,  Capt  Iversen,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Mai:  P.  D.  „Paul  Woermann“,  Capt.  J.  Meyer,

via  Rotterdam  nach  Liberia,  Accra,’Lome,’  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kameru
und  Congo  Français.

Am  1.  Juni:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Spiesen,
nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Béni

Am  5b.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Maurer,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Goreée,  Bissaco,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbr
Zzxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

dAlle  Cdter  müssen  zibelf  Tage  vor  dem  4Abganpsdaftum  bis  12  Uhr  mittags  Engsseite  sei.
Nähe#  wegen  Fracht  und  Passafe  ertheilt  die  Wvbermann-  Linie
*)  Nur  für  I’ost  und  I’nssugiecre.  (uh)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/3.

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unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
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Es  werden  expedirt:  ab  Bambure:  ab  Nespel:
R.  P.  D.  „General“,  Capt.  Fiedler  (fahrplanmässige  Reise  No.  9)  68.  Mal  24.  Mal

mit  Passagleren  nuch  Port  Salid,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzlbar,  Morambique  sowie  mit  Passaslerne
und  Ladung  nach  Chlude,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  109  Bamburg:  sab  KL#Paimss

R.  P.  D.  „Kalser",  Capt.  Weisskam  (laut  abgeändertem  Fahrplan)  14.  Mai  356.  Ma

R.  P.  D.  „Admiral“,  Capt.  (laut  abgeändertem  Fahrplan).  1I.  Junl  33.  J

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.
ab  Bamburg:  ab.  Nespel:

R.  P.  D.  „Keichstag“,  Capt.  Kley  (lahrplanmässige  Reise  No.  11a)  22.  Mal  7.  Juni

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Salä#m,  Zanzlbar,  Klima,  184,
Mikndanl,  lbo,  Mozambique,  Chleude,  Beira  und  Quellmane  ##  Samburg:

ab  Neapei:
R  P.  D.  „König“,  Capt.  Doherr  (fahrplanmässige  Reise  No.  11)  5.  Mal  .Jnr

mit  Passagieren  nuch  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passesleren
und  adung  nuch  Chlade,  Beira,  Delapoabay  und  Durban.

Die  Dumpfer  Raben  vorzdliche  Etinrichtungen  für  Eussaagtere  fn  allen  Klussen.
ODDirekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufbllken
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (20)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamburg-4merigxa-LTinie,  Abtheilung  Personen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-4frigxa-Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25/33.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  #6—71.
Ausgegeben  am  1.  Mai  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Hera#uszegeben  in  der  Koloenial-Ablheilung  des  JIuswirtigen  Imis.

 

XII.  Jahrgang.  Berlin,  15.  Mai  1901.  NUummer  10.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mittheilangen  von  Forsehongsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementopreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beihbesten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifdand  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schupnebiete  und
Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  8.75  für  die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Beschluß  des  Bundesraths,  betreffend  die  Südwestafrikanische  Schäferei-Gesellschaft  zu
Berlin  S.  349.  —  Bekanntmachung,  betressend  Abgrenzung  der  Bezirksämter  Ponape  und  Nap  S.  353.  —  Verordnung,
  betreffend  Zollermäßigung  für  die  Missionsgesellschaften  in  Kamerun  S.  353.  —  Uebersicht  der  gerichtlichen
Geschäfte  im  Gebiete  der  Ostkarolinen  während  der  Zeit  vom  12.  Oktober  1899  bis  zum  31.  Dezember  1900
S.  353.  —  Personalien  S.  351.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  354.  —  Deutsch-Ostafrika:  Deutsch-ostafrikanische  Bezirksämter
  und  Stationen  im  Berichtslahre  1890/1900  (III  S.  355.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  357.  —
Kamerun:  Verlegung  des  Sitzes  der  Centralverwaltung  S.  358.  —  Expedition  des  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig
  (mit  Karte)  S.  358.  —  Die  Ndsimu-Landschaften  S.  358.  —  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  „Victoria“
S.  360.  —  Westafrikanische  Pflanzungogesellschaft  „Bibundi“  S.  360.  —  WMissenschaftliche  Sammlungen  S.  360.  —
Togo:  Plantage  Kpeme  S.  360.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  361.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Schiffsverkehr
  in  Ponape  (Ostkarolinen  während  deo  Jahres  1000  S.  361.  Uebersicht  der  im  Inselgebicte  der  östlichen
Karolinen  ansässigen  fremden  Bevölkerung  S.  362.  —  Samoa:  Kopfsteuer  in  Samoa  S.  362.  —  Aus  dem
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  362.  —  Aus  fremden  Kolonien
und  Produktionsgebieten:  Außenhandel  Britisch-Indiens  in  den  Monaten  April  1900  bis  Januar  1901
S.  365.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Wirthschaftlicher  Werth  der  Therckultur  für  die  deutschen  Kolonien
S.  365.  —  Litteratur  S.  366.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  367.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.
Gelsetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Beschluß  des  Bundesrathe,  betreffend  die  Südwestafrikanische  Schäferei-Gesellschaft
  zu  Berlin.7)

In  Gemäßheit  des  §  11  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  wird  Nachstehendes
  zur  öffentlichen  Kenntniß  gebracht:

Der  Bundesrath  hat  in  der  Sitzung  vom  25.  April  d.  Is.  beschlossen,  der  Südwestafrikanischen
Schäserei-Gesellschaft  zu  Berlin  auf  Grund  ihres  vom  Reichskanzler  genehmigten  Gesellschaftsvertrages
(Statuts)  die  Fähigkeit  beizulegen,  als  deutsche  Kolonialgesellschaft  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere
Eigenthum  und  andere  dingliche  Rechte  an  Grundstücken  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,  vor
Gericht  zu  klagen  und  verklagt  zu  werden.

Auszug  aus  dem  Gesellschaftsvertrage.

Auf  Grund  der  Bestimmungen  in  §  11,  12  und  13  des  Schutgcbietsgesetzes  (Reichs-Gesetzblatt

von  1900  Nr.  40,  S.  813)  wird  unter  dem  Namen
„Südwestafekanische  Schäferei-Gesellschaft"
eine  deutsche  Kolonialgesellschaft  gebildet,  welche  ihren  Sitz  und  ihren  ordentlichen  Geruchtsstand  in  BVerlin  hat.

Der  Zweck  der  Gesellschaft  ist,  in  Südwestafrika  Viehzucht,  insbesondere  Wollschaf=  und  Angoraziegenzucht
  zu  betreiben,  Grundbesitz  zu  erwerben  und  zu  verwerthen,  auch  gewerbliche  und  Handelegeschaäfte,
welche  damit  in  Verbindung  stehen,  zu  unternehmen.  Die  Dauer  der  Gesellschaft  ist  nicht  beschränkt.  Zur
Erreichung  ihres  Zweckes  darf  die  Gesellschaft  Zweigniederlassungen  errichten.  Die  Gesellschaft  ist  befugt,
auf  Beschluß  der  Hauptversammlung  und  mit  Genehmigung  der  Aussichtsbehörde  Schuldverschreibungen  auf

*  Vergleiche  Reichsanzeiger  1901,  Nr.  110.
        <pb n="402" />
        —  350  —

Inhaber  auszugeben  und  überhaupt  Anleihen  aufzunehmen.  Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  ist  zunächst
auf  500  000  Mk.  festgesetzt  und  in  Antheile  zu  je  100  Mk.  getheilt.  Die  Antheilscheine  lauten  auf  Namen.
Jeder  Antheilbesitzer  erhält  einen  auf  den  Inhaber  lautenden  Genußschein.  Der  Ausfsichtsrath  ist  befugt,
zu  notariellem  Protokoll  die  Erhöhung  des  Grundkapitals  bis  auf  1  000  000  Mk.  zu  beschließen  sowie  die
Bedingungen  festzustellen,  unter  welchen  die  neuen  Antheile  ausgegeben  werden  sollen,  demgemäß  neue
Zeichnungen  entgegenzunehmen  und  Mitglieder  aufzunehmen,  insbesondere  auch  zu  bestimmen,  ob  zu  den
neu  auszugebenden  Antheilen  Genußscheine  ausgefertigt  werden  sollen.

Die  Zeichner  der  Antheile  und  demnächst  ihre  Rechtsnachfolger  bilden  die  Gesellschaft.  Die  Antheile
  wie  die  Genußscheine  sind  untheilbar,  sie  haben  die  Eigenschaft  von  beweglichen  Sachen.  Einzelne
Mitglieder  können  nicht  auf  Theilung  klagen.  Von  der  Uebertragung  der  Antheilscheine  ist  dem  Vorstande
Kenntniß  zu  geben.  Nur  deutsche  Reichsangehörige  oder  deutsche  Gesellschaften,  welche  in  Deutschland  ihren
Sitz  haben,  können  Antheilscheine  erwerben.  «

Für  die  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  haftet  ihren  Gläubigern  nur  das  Gesellschaftsvermögen.

Jeder  Zeichner  eines  Antheils  ist  der  Gesellschaft  für  die  Zahlung  des  vollen  Nennbetrags  des
Antheils  verhaftet.  Ueber  diesen  Betrag  hinaus  hat  derselbe  keine  Verpflichtung.

Die  erfte  Einzahlung  ist  mit  560  pCt.  des  Nennbetrags  bei  der  Zeichnung  des  Antheils  zu  entrichten.
Weitere  Einzahlungen  sind  nach  Bestimmung  des  Aufsichtsraths  in  Raten  zu  leisten.  Wird  die  Zahlung
einer  ausgeschriebenen  Theilzahlung  zu  der  festgesetzten  Frist  nicht  geleistet,  so  kann  der  Säumige  zur  Zahlung
der  fälligen  Beträge  nebst  Zinsen  vom  Fälligkeitstage  ab  im  Rechtswege  angehalten  werden.  Statt  dessen  kann
nach  zweimaliger  Zahlungsaufforderung,  welche  durch  eingeschriebene  Briese  unter  Androhung  des  Ausschlusses
stattzufinden  hat,  durch  Beschluß  des  Aufsichtsraths  der  Säumige  seines  Antheils  zu  Gunsten  der  Gesellschaft
für  verlustig  und  der  über  den  Antheil  ausgestellte  Interimsschein  für  kraftlos  erklärt  werden.  Diese  Erklärung
  wird  dem  Säumigen  schriftlich  mitgetheilt  und  der  für  verfallen  erklärte  Antheil  der  Gesellschaft
zugeschrieben.

Die  Uebertragung  der  Interimsscheine  vor  deren  Vollzahlung  unter  Entlastung  des  Zeichners  oder
seines  Rechtsnachfolgers  kann  nur  mit  Genehmigung  des  Aussichtsraths  geschehen.  Auf  den  Interimsscheinen
wird  über  die  einzelnen  Theilzahlungen  quittirt.  Nach  Emzahlung  des  vollen  Nennbetrages  werden  die
Interimsscheine  gegen  Antheilscheine  ausgetauscht.  Die  Erneuerung  eines  beschädigten  Antheilscheines  iimt
nur  gegen  Rückgabe  desselben  zulässig.  Abhanden  gekommene  oder  vernichtete  Antheilscheine  werden  nach
Kraftloserklärung  in  dem  gesetzlichen  Aufgebotsverfahren  durch  Ausstellung  neuer  Scheine  ersetzt.

Die  Mitglieder  unterwerfen  sich  für  alle  Streitigkeiten  mit  der  Gesellschaft  aus  dem  Gesellschaftsvertrage
  den  Berliner  Gerichten.

Die  Organe  der  Gesellschaft  sind:

Der  Vorstand.
Der  Ausfsichtsrath.
Die  Hauptversammlung.

Der  Vorstand  wird  durch  den  Aufsichtsrath  ernannt.  Er  vertritt  die  Gesellschaft  nach  außen  in
allen  Rechtsgeschäften  und  sonstigen  Angelegenheiten  derselben,  soweit  ihm  nicht  vom  Aussichtsrathe  Beschränkungen
  auferlegt  werden.  Dritten  Personen  gegenüber  haben  diese  Beschränkungen  keine  rechtliche
Wirkung.  Der  Vorstand  besteht  aus  einer  oder  mehreren,  zu  notariellem  Protokoll  zu  ernennenden
Personen.  Auch  können  stellvertretende  Mitglieder  ernannt  werden.  Sämmtliche  Mitglieder  des  Vorstandes
und  die  siellvertretenden  Mitglieder  müssen  die  deutsche  Reichsangehörigkeit  besitzen.  Mitglieder  des  Vorstandes
  dürfen  nicht  Mitglieder  des  Aussichtsraths  sein.  Die  Mitglieder  des  Vorstandes  können  jederzeit
durch  den  Aussichtsrath  abberufen  werden,  jedoch  unbeschadet  der  Entschädigungsansprüche  aus  den  mit
ihnen  geschlossenen  Verträgen.  Die  Namen  der  ernannten  Vorstandsmitglieder  und  der  Stellvertreter  sind
bekannt  zu  geben.

Urkunden  und  Erklärungen  des  Vorstandes  sind  für  die  Gesellschaft  verbindlich,  wenn  sie  unter
der  Firma  der  Gesellschaft  unterschrieben  sind,  und  zwar  wenn  nur  ein  Vorstandsmitglied  ernannt  ist,  von
diesem  oder  seinem  Stellvertreter,  und  wenn  mehrere  Vorstandsmitglieder  ernannt  sind,  von  mindestens
zwei  Vorstandsmitgliedern  oder  zwei  Stellvertretern  oder  einem  Vorstandsmitglied  und  einem  Stellvertreter.
Der  Vorstand  ernennt  und  entläßt  die  Beamten  der  Gesellschaft  und  übt  über  dieselben  die  Aufsicht  aus
nach  Maßgabe  der  vom  Aussichtsrathe  festzustellenden  Anweisung  für  die  Geschäftsleitung.

Der  Aussichtsrath  besteht  aus  mindestens  7  und  höchstens  15  Mitgliedern,  die  von  der  ordentlichen
  Hauptversammlung  zu  wählen  sind.  Die  Wahl  erfolgt  auf  einen  Zeitraum,  welcher  mit  der  vierten
auf  die  Wahl  folgenden  ordentlichen  Hauptversammlung  endet.  Scheiden  in  der  Zwischenzeit  einzelne  Mitglieder
  aus,  so  können  die  übrigen  Mitglieder  eine  bis  zur  nächsten  ordentlichen  Hauptversammlung  gültige
Zuwahl  treffen.  Nur  Mitglieder  der  Gesellschaft  können  Mitglieder  des  Aufsichtsraths  sein.  Ueber  die
Wahlen  sind  notarielle  Protokolle  aufzunehmen.  Die  Legitimation  der  Mitglieder  des  Aussichtsraths  erfolgt
        <pb n="403" />
        —  351  —

durch  beglaubigte  Auszüge  nus  diesen  Protokollen.  Mindestens  4  Mitglieder  des  Aussichtsraths  müssen  in
Berlin  oder  dessen  Vororten  wohnhaft  sein.

Der  Aussichtsrath  wählt  alljährlich  in  seiner  ersten  Sitzung  nach  der  ordentlichen  Hauptversammlung
  aus  seiner  Mitte  einen  Vorsitzenden  und  dessen  Stellvertreter.

Erklärungen  des  Aussichtsraths  sind  rechtsverbindlich,  wenn  sie  unter  der  Bezeichnung:  „Der  Aufsichtsrath
  der  Südwestafrikanischen  Schäferei-Gesellschaft“  die  eigenhändigen  Unterschriften  des  Vorsitzenden
bezw.  seines  Stellvertreters  und  eines  anderen  Mitglieds  des  Aufsichtsraths  tragen.

Die  Mitglieder  des  Aufsichtsraths  erhalten  keine  Besoldung,  wohl  aber  Ersatz  der  baaren  Auslagen,
  die  ihnen  aus  der  Theilnahme  an  den  Sitzungen  und  Hauptversammlungen  erwachsen.  Auch  kann
ihnen  durch  Beschluß  der  Hauptversammlung  ein  Antheil  am  Reingewinn  bewilligt  werden;  dies  darf
jedoch  nur  dann  stattfinden,  wenn  der  auf  die  Antheilsinhaber  entfallende  Theil  des  Reingewinnes  mindestens
6  pCt,  des  eingezahlten  Kapitals  beträgt.

Die  Versammlungen  des  Aussichtsraths  finden  in  Berlin  statt.  Die  Berufung  erfolgt  durch  den
Vorsitzenden  oder  dessen  Stellvertreter  mittelst  eingeschriebener  Briefe  und  unter  Angabe  der  Tagesordnung.

Auf  Antrag  von  zwei  Mitgliedern  des  Aufsichtsraths  oder  auf  Antrag  des  Vorstandes  der  Gesellschaft
  muß  eine  Versammlung  einberufen  werden.

Die  Versammlung  ist  beschlußfähig,  wenn  mindestens  drei  Mitglieder  anwesend  sind.  Ueber
Gegenstände,  welche  nicht  auf  der  Tagesordnung  stehen,  dürfen  Beschlüsse  nur  mit  Einstimmigkeit  der
anwesenden  Mitglieder  gefaßt  werden,  und  nur  dann,  wenn  die  Mehrzahl  der  Mitglieder  des  Aussichtsraths
  anwesend  ist.  Der  Aussichtsrath  faßt  seine  Beschlüsse,  soweit  hier  nicht  anders  bestimmt  ist,  durch
einfache  Stimmenmehrheit.  Jedes  Mitglied  hat  eine  Stimme,  bei  Stimmengleichheit  entscheidet  die  Stimme
des  Vorsitzenden.

Ueber  die  Sitzungen  ist  ein  Protokoll  zu  führen.  Die  Beschlüsse  werden  in  der  Regel  in  Versammlungen
  des  Aussichtsraths  gefaßt.  Ausnahmsweise  kann  durch  den  Vorsitzenden  briefliche  oder
telegraphische  Abstimmung  herbeigeführt  werden.  In  diesem  Falle  gehört  Einhelligkeit  der  abgegebenen
Stimmen  zur  Fassung  eines  gültigen  Beschlusses.

Der  Aussichtsrath  hat  die  Oberleitung  der  Geschäfte  der  Gesellschaft.

Dem  Aufsichtsrathe  steht  insbesondere  die  Befugniß  zu:

1.  Mitglieder  des  Vorstandes  zu  ernennen  und  zu  entlassen;

2.  die  Anweisung  für  die  Geschäftsleitung  des  Vorstandes  festzustellen;

3.  über  den  Erwerb,  die  Veräußerung,  die  Belastung  von  Grundstücken  zu  beschließen;
4.  die  Einforderungen  von  Einzahlungen  auf  die  Antheile  zu  bestimmen;

5.  die  Hauptversammlung  einzuberufen;

6.  das  Grundkapital  zu  erhöhen  und  neue  Mitglieder  aufzunehmen.

Die  Hauptversammlung  vertritt  die  Gesammtheit  der  Gesellschaftsmitglieder.  Ihre  Beschlüsse  und
Wahlen  sind  für  alle  Gesellschaftsmitglieder  verbindlich.

In  der  Hauptversammlung  berechtigt  jeder  Antheil  zu  einer  Stimme.  Stimmberechtigt  sind  nur
die  in  das  Antheilsbuch  eingetragenen  Personen.  Die  Prüfung  und  eventuelle  Beanstandung  von  Vollmachten
  stehen  dem  Ausfsichtsrathe  zu.

Die  Hauptversammlung  findet  in  Berlin  statt.  Die  Einberufung  erfolgt  durch  den  Ausfsichtsrath
durch  öffentliche  Bekanntmachung,  welche  mindestens  14  Tage  vor  den  anberaumten  Terminen  zu  erlassen
ist.  Die  Bekanntmachung  hat  die  zu  verhandelnden  Gegenstände  anzugeben.

Ueber  die  Beschlüsse  der  Versammlung  wird  ein  Protokoll  ausgenommen.

Innerhalb  des  zweiten  und  jedes  folgenden  Geschäftsjahres  findet  die  ordentliche  Hauptversammlung
statt,  in  welcher  folgende  Gegenstände  zu  verhandeln  sind:

1.  Geschäftsbericht  des  Vorstandes,  Vorlegung  der  Bilanz  nebst  Gewinn=  und  Verlustrechnung
für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr;

2.  Beschlußfassung  über  die  Bilanz  und  die  Ertheilung  der  Entlastung  an  den  Vorstand  und
den  Aufsichtsrath;

3.  Beschlußfassung  über  die  Gewinnvertheilung;

4.  Wahlen  zum  Aufsichtsrathe.

Außerordentliche  Hauptversammlungen  können  von  dem  Aufsichtsrathe  und  müssen  berufen  werden
auf  Verlangen:

1.  des  Kommissars  des  Reichskanzlers,

2.  von  Gesellschaftsmitgliedern,  welche  mindestens  ein  Zehntel  des  Gesammtkapitals  der  Gesellschaft
  besitzen  oder  vertreten  und  dem  Ausfsichtsrathe  zur  Vorlage  an  die  Hauptversammlung
einen  sormulirten  Antrag  einreichen.

Auf  ein  derartiges  Verlangen  ist  die  Versammlung  binnen  drei  Wochen  einzuberufen.

2
        <pb n="404" />
        —  362  —

Die  Beschlüsse  der  Hauptversammlung  werden  durch  absolute  Mehrheit  der  abgegebenen
Stimmen  gefaßt.

Ueber  folgende  Gegenstände:

a)  die  Auflösung  der  Gesellschaft  oder  deren  Verschmelzung  mit  einer  anderen  Gesellschaft  oder
die  Umwandlung  der  rechtlichen  Form  der  Gesellschaft;

b)  die  Abänderung  des  Zweckes  der  Gesellschaft;

J)  die  theilweise  Zurückzahlung  oder  Herabsetzung  des  Grundkapitals  sowie  die  Amortisation
der  Antheile

kann  nur  mit  einer  Mehrheit  von  wenigstens  zwei  Dritteln  der  in  der  Hauptversammlung  vertretenen
Stimmen  Beschluß  gefaßt  werden.

Durch  die  erste  ordentliche  Hauptversammlung  sind  zwei  oder  drei  Revisoren,  welche  nicht  Mitglieder
  des  Aufsichtsraths  sein  dürfen,  auf  die  Dauer  von  drei  Jahren  zu  wählen.

Die  Revisoren  sind  berechtigt,  an  den  Sitzungen  des  Aussichtsraths  mit  berathender  Stimme  theilzunehmen,
  jederzeit  Einsicht  in  den  Schriftwechsel,  die  Bücher,  Rechnungen  und  Urkunden  der  Gesellschaft
zu  nehmen  und  auf  Grund  eines  einstimmigen  Beschlusses  eine  außerordentliche  Hauptversammlung  durch
den  Aussichtsrath  berufen  zu  lassen.  Sie  haben  die  Bestände  und  das  sonstige  Vermögen  der  Gesellschafr,
die  Jahresrechnungen  und  -Abschlüsse  sowie  zeitweilig  die  Kassen,  Guthaben  und  Schulden  der  Gesellschaft
zu  prüfen  und  darüber  an  die  ordentliche  Hauptversammlung  Bericht  zu  erstatten.

Das  Geschäftsjahr  ist  das  Kalenderjahr.

Die  Jahresbilanz  und  die  Gewinn=  und  Verlustrechnung  sind  vom  Vorstand  aufzustellen  und
nebst  einem  Bericht  über  den  Vermögensstand  und  die  Verhältnisse  der  Gesellschaft  nach  Prüfung  und
Genehmigung  durch  den  Aussichtsrath  mindestens  14  Tage  vor  der  Hauptversammlung  in  dem  Geschäftslokal
  der  Gesellschaft  zur  Einsicht  der  Mitglieder  auszulegen.

Der  Aussichtsrath  bestimmt  den  Mindestbetrag  der  vorzunehmenden  Abschreibungen  und  Rücklagen,
jedoch  muß  die  ordentliche  Rücklage  mindestens  5  pCt.  des  Reingewinnes  betragen,  bis  deren  Betrag
die  Höhe  von  mindestens  25pCt.  des  Grundkapitals  der  Gesellschaft  erreicht  hat  bezw.  wieder  erreicht  hat,
nachdem  sie  angegriffen  worden  war.  Der  Ausfsichtsrath  ist  befugt,  durch  Abführung  eines  von  ihm  für
erforderlich  erachteten  Theils  des  Reingewinnes  eine  außerordentliche  Rücklage  zu  schaffen,  bis  ihre  Höbe
25pCt.  des  Grundkapitals  erreicht.  Die  ordentliche  Rücklage  dient  zur  Deckung  eines  aus  der  Bilanz  sich
ergebenden  Fehlbetrags.  Die  außerordentliche  Rücklage  ist  besonders  zur  Vermehrung  des  Bertriehsladitalund
  zur  Deckung  etwaiger  größerer  Verluste  bestimmt,  kann  aber  nach  Ermessen  des  Aufsichtsraths  jederzeit
zur  Vertheilung  unter  die  Gesellschaftsmitglieder  gebracht  werden.  Eine  besondere  Belegung  der  Rücklagen
ist  nicht  erforderlich.  Der  Aufsichtsrath  entscheidet  über  ihre  Verwendung  zu  Zwecken  der  Gesellschaft.

Der  nach  Abzug  der  Beträge  für  Abschreibungen  und  Rücklagen  verbleibende  Reingewinn  wird
als  Dividende  auf  die  Antheil-  und  Genußscheine,  wie  folgt,  vertheilt:

1.  zunächst  erhalten  die  Antheilsinhaber  einen  Betrag  bis  zu  6  pCt.  des  eingezahlten  Kapitals,

2.  sodann  die  Mitglieder  des  Aussichtsraths  den  ihnen  durch  Beschluß  der  Hauptversammlung
etwa  bewilligten  Antheil  am  Reingewinn,

3.  der  danach  verbleibende  Rest  wird  zur  Hälfte  auf  die  Antheilscheine  und  zur  Hälfte  auf  die
Genußscheine  vertheilt.

Die  Aufsicht  über  die  Gesellschaft  wird  von  dem  Reichskanzler  geführt,  welcher  zu  diesem  Behufe
einen  Kommissar  bestellen  kann.  Der  Kommissar  ist  berechtigt,  an  jeder  Versammlung  des  Aufsichtsraths
und  an  jeder  Hauptversammlung  theilzunehmen,  von  dem  Aussichtsrathe  jederzeit  Bericht  über  die  Angelegenheiten
  der  Gesellschaft  zu  verlangen,  auch  die  Bücher  und  Schriften  derselben  einzusehen,  sowie  auf
Kosten  der  Gesellschaft,  wenn  dem  Verlangen  der  dazu  berechtigten  Mitglieder  der  Gefellschaft  nicht  entsprochen
  wird,  oder  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  eine  außerordentliche  Hauptversammlung  zu  berufen.

Der  Genehmigung  der  Aufsichtsbehörde  sind  insbesondere  unterworfen:

1.  die  Aufnahme  von  Anleihen;

2.  die  Beschlüsse  der  Gesellschaft,  nach  welchen  eine  Aenderung  oder  Ergänzung  der  Satzungen
erfolgen,  die  Gesellschaft  aufgelöst,  mit  einer  anderen  vereinigt  oder  in  ihrer  rechtlichen  Form
umgewandelt  werden  soll.

Im  Falle  der  Auflösung  der  Gesellschaft  wird  nach  Tilgung  ihrer  Schulden  das  Vermögen  nach
Verhältniß  der  auf  die  Antheile  geleisteten  Einzahlungen  unter  die  Mitglieder  getheilt.  Die  Vertheilung
darf  nicht  eher  vollzogen  werden  als  nach  Ablauf  eines  Jahres,  von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem
die  Auflösung  der  Gesellschaft  unter  Aufforderung  der  Gläubiger,  sich  bei  ihr  zu  melden,  in  den  Gesellschaftsblättern
  bekannt  gemacht  worden  ist.

Bis  zur  Beendigung  der  Liquidation  verbleibt  es  bei  der  bisherigen  Organisation  der  Gesellschaft
und  ihrem  Gerichtsstande.
        <pb n="405" />
        —  363  —

Die  nach  diesen  Satzungen  erforderlichen  Bekanntmachungen  werden  rechtsverbindlich  in  dem
„Deutschen  Reichs=  und  Königlich  Preußischen  Staats-Anzeiger“  veröffentlicht.  Der  Aussichtsrath  hat  diejenigen
  öffentlichen  Blätter  zu  bestimmen,  in  welchen  außerdem  die  Bekanntmachungen  der  Gesellschaft  eingerückt
  werden  sollen.  Der  Vorstand  hat  den  Mitgliedern  der  Gesellschaft  die  Namen  dieser  Blätter
bekannt  zu  geben.

 

Bekanntmachung,  betreffend  Abgrenzung  der  Bezirksämter  Ponape  und  Yap.

Als  Grenze  der  Geschäftsbereiche  der  Bezirksämter  Ponape  (Ostkarolinen)  und  Yap  (Westkarolinen)
wird  der  148.  Grad  östlicher  Länge  von  Greenwich  bestimmt.

Berlin,  den  30.  April  1901.

Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung.
Stübel.

Verordnung,  betr.  Zollermäßigung  für  die  Missionsgesellschaften  in  Kamerun.

Auf  Grund  des  Reichsgesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,  und

der  Berordnung  des  Reichskanzlers  vom  29.  März  1889  verordne  ich,  was  folgt:
"  Einziger  Paragraph.

Die  nach  §  1  der  Verordnung  vom  15.  September  1895  den  im  Schutzgebiete  ansässigen
Missionsgesellschaften  gewährte  Zollermäßigung  wird  mit  Wirkung  vom  1.  April  laufenden  Jahres  auf
1500  Mark  jährlich  festgesetzt.

Kamerun,  den  23.  Februar  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  v.  Puttkamer.

——  —  —  —  —

uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  im  Gebiete  der  Ostkarolinen  während
der  Zeit  vom  12.  Oktober  1899  bis  zum  31.  Dezember  1900.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
·.  sgssässs
Es  waren  anhängig:  8  *  .  22
SS  s
——  Es  ##
A.  Bargerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
ivilproess  ..........  —  4  4  3  1
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvoll-=  s
streckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote.  .  .  ..  —  2  2  2
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit  des  Richters  —  2  2  2  1—
B.  Konkurssahenn::  .  —s——  —-  —  —
C.  Strassachen,  und  zwar:  «
.SachenmwelcheneinStrafbefehlzuerlassen.........  —  2  2  2
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war.  .  ..  —  2  2  2  —
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen,  Ermittelungssachen  –  1  1  1  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt:  I  i
s)ohneBetsitzer.................  —  2  2  2  —
b)  mit  Beisittennn.  —  —  —  —  —
D.  Privatklagesahen:  —  —  —
E.  Hachen  der  nicht  streitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:  |
1.  Nachlaßregulirunngen  1  1  2  2  —
2.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  1  ·
a)  Beglaubigunen  ..  —  1  1  1  —
b)  Ausstellung  von  Attesten  und  Aufnahme  von  Verhandlungen  ..  —  26  26  26  —
        <pb n="406" />
        —  354  —
Personalien.  «

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ständigen  Hülfsarbeiter

  im  Auswärtigen  Amt,  bisherigen  Regierungsrath  Dr.  Golinelli,  den  Charakter  als  Legationsrath
zu  verleihen.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Regierungsarzt
  z.  D.  Dr.  Fr.  Plehn  zu  Berlin  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

—  —  —

Der  Kaiserliche  Konsul  Hoerder  in  Levuka  (Fiji-Inseln)  ist  gestorben.

 

Seine  Maiestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Dolmetscher  beim
Kaiserlichen  Gouvernement  von  Samoa,  Meisake  zu  Apia,  das  Kreuz  des  Allgemeinen  Ehrenzeichens  und
dem  Vorsteher  der  Maschinenwerkstan  des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika,  Spenker,
bei  seiner  Versetzung  in  den  Ruhestand  das  Allgemeine  Ehrenzeichen  zu  verleihen.

Dem  Unteroffizier  Hahndorf  von  der  Polizeitruppe  für  Togo  ist  die  Dienstauszeichnung  dritter
Klasse  verliehen  worden.

Kaiserliche  Schugztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  11.  Mai  1901.  .

Krag,  Oberleutnant  im  Infanterie-Regiment  Graf  Schwerin  (3.  Pommerschen)  Nr.  14,  kommandirt  als
Assistent  bei  der  Gewehr-Prüfungskommission,  scheidet  mit  dem  16.  d.  Mts.  aus  und  wird  mit
dem  17.  d.  Mts.  in  der  Schußtruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Dr.  Küster,  Königlich  Bayerischer  Assistenzarzt  der  Landwehr  1.  Aufgebots  des  Landwehr-Bezirks  Boyreuth,
wird  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  der  Königlich  Bayerischen  Armee  mit  dem  17.  d.  Mts.  als
Assistenzarzt  mit  einem  Patent  vom  15.  Jannar  1898  bei  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  angestellt.

—.  —................—

Nichtamtlicher  Theil.

ersonal-achrichtken.  #  Cogo.
p  nal  Bachrich  T  Der  Regierungsarzt  Dr.  Schilling  ist  in  Togo

..  ..  ».»  .eingetroffen.
Zahlmeister  Baner  ist  am  30.  April  d.  Is.  mit  Der  Stationsleiter  Dr.  Gruner  und  der  Stations-Heimathsurlaub
  in  Neopel  eingetroffen.

Es  haben  die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  am  asüstent  Rosenhage  n  haben  das  Schutzgebiet  mit
2  4
10.  d.  Mits.  von  Neapel  aus  angetreten:  Zahlmeister—  Heimathsurlaub  verlassen.

 

 

aspirant  Granicky,  Unterossizier  Pietsch  und  Sani-  Der  Stationsassistent  Glahn  ist  der  Station
tätsunteroffizier  Vulpes.  Misahöhe  zur  dauernden  Beschäftigung  überwiesen.
Immer.  «  der  Lazarethgehülse  Franke  hat  die  Heimreise
Der  Schiffszimmermann  Metzel  hat  das  Schutz-  angektreten.  —  —
gebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen  und  der  Schiffs-  Lüdwestafrika.

zimmermann  Krake  hat  die  Heimreise  angetreten.

Der  Schmied  Brückner  ist  in  Kamernn  eingetroffen.


Dem  Leutnant  a.  D.  v.  Clady#é  ist  die  Stelle  des
Vorstandes  für  die  Gestütsverwaltung  des  Koaiserlichen
  Gouvernements  von  Deutsch-Südwestafrika
Z  endgültig  übertragen  worden.

Die  Maurer  Knabe  und  Bergemann  und  Der  Landmesser  Hartmann  hat  die  Ausreise
der  Tischler  Gamper  haben  die  Ausreise  nach  nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.
Kamerun  angetreten.  **-t  Der  Technker  Lohmann  ist  in  Swakopmund

Mit  Heimathsurlaub  sind  in  Deutschland  ein=  eingetroffen.  —  —

getroffen:  die  Oberleutnants  Graf  v.  Rittberg  und  Leutnant  Albrecht  Eggers,  seit  dem  21.  April
v.  Bülow  sowie  der  Feldwebel  Liebert.  1900  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  und  vorher
Feuerwerker  Kräutle  und  Sanitätssergeant  Bau-  dem  2.  Hannoverschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  26

l

 

mann  haben  am  10.  d.  Mts.  die  Ausreise  bezw.  angehörig,  ist  Ende  April  d.  Is.  an  Typhus  ver-Wiederausreise
  von  Hamburg  aus  angetreten.  storben.
        <pb n="407" />
        355
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

—- 



Deutsch-Dlkafrika.

Deutsch-ostafrikanische  Zezirksämter  und  Stationen  im
Berichtejahre  18399/7000.
III.
Rufiyi.

Der  Gesundheitszustand  der  Europäer  im
Bezirke  kann  als  ein  befriedigender  bezeichnet
werden.  Die  Ansiedelungen  der  Araber  beschränken
sich  auf  die  Ortschaften  Mohorro,  Kikale  und  Sindaji
  und  sind  nur  in  mäßiger  Zahl  vorhanden.
Mohorro  selbst  zählt  deren  39.  Die  Zahl  der  Inder
im  Bezirke  beträgt  75.  Die  Bevölkerungsziffer  der

Eingeborenen  beläuft  sich  auf  Grund  der  Hüttensteuerlisten
  auf  etwa  110  000  bis  150  000  Seelen.

Die  auf  etwa  40  000  he  geschätzten  Mangrovenwaldungen
  des  Bezirks  werden  von  einer  staatlichen
Forstverwaltung  (einem  Forstassessor  und  drei  Förstern)
bewirthschaftet.
auf  Grund  eines  Vertrages  die  Rufiyi-Industrie-Gesellschaft
  m.  b.  H.,  welche  ein  Dampfsägewerk  in
Saninga  am  Hauptarm  des  Rufiyi  aufgestellt  hat.

Landwirthschaftliche  Produkte  des  Bezirks  sind
Kokosnüsse,  Reis,  Mais,  Zuckerrohr,  Sesam  und
Chirokko.  Ein  neuer  Versuch  mit  dem  Anbau  von
Tabak  wurde  am  Rufiyi  bei  Usimbe  unternommen.

Der  Bestand  an  Rindern,  Zicgen  und  Schafen
ist  ein  geringer,  so  günstig  auch  die  Verhältnisse  für

eine  ausgedehnte  Zucht  bei  den  großen  Grasflächen,

liegen.  Die  Verwaltung  des  Bezirks  ist  bestrebt,
die  Hausthierzucht  zu  heben.  Eine  zu  diesem  Zweck
in  Mohorro  gehaltene  Stammheerde  von  Rindvieh,
deren  Nachzucht  an  die  Bevölkerung  abgegeben  wird,
zählt  zur  Zeit  83  Köpfe.

Das  wichtigste  Handelsobjekt  bildet  der  Kautschuk,
  der  in  bedeutender  Menge  in  den  Bergen  gewonnen
  wird.  Der  Handel  liegt  in  den  Händen
zweier  deutscher  Firmen,  der  Deutsch-Ostafrikanischen
Gesellschaft  und  Hansing  &amp;amp;  Co.  Fast  sämmtliche
hier  ansässigen  Inder  und  Banjanen,  die  den  Tauschhandel
  vermitteln  und  die  Waaren  in  die  Berge
bringen  lassen,  sind  nur  Zwischenhändler  obengenannter
Geschäftshäuser.  Der  Kautschuk  selbst,  der  hier  geliefert

  wird,  gehört  wohl  zum  besten  der  ganzen  #

Kolonie.
Bei  der  Verwaltung  wird  das  Amt  durch  Akiden
unterstützt.  Zwei  von  den  Akidaten  werden  von

Arabern  bekleidet,  die  übrigen  von  Eingeborenen,

die  hier  im  Allgemeinen  in  ihren  Leistungen  den  -
kommen  vor:  Wasserbock,  Kuhantilope,  Swalla  und

beiden  Arabern  nicht  nachstehen.  Neben  der  Rechtsprechung
  in  kleinen  Strafangelegenheiten  und  dem
Vollzuge  polizeilicher  Anordnungen  fällt  ihnen  die

 

Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  273  u.  312.

Hauptabnehmerin  des  Nutzholzes  ist

Erhebung  der  Hütten=  und  Gewerbesteuer  zu,  verbunden
  mit  den  Bemühungen,  die  Eingeborenen  zu
geordneterem  und  besserem  Feldbau  anzuhalten.  An
den  Akidensitzen  und  an  einigen  anderen  größeren
Orten  sind  Markthallen  errichtet,  in  denen  sich  bereits
  ein  reger  Geschäftsgang  entwickelt  hat.  Die
günstige  Wirkung  der  Hüttensteuer  ist  nicht  zu  verkennen.
  Vergrößerung  der  Schamben  und  zum  Theil
schon  eine  bessere  Bebauung  derselben  fällt  ins  Auge.

Lindi.

Im  Bezirk  Lindi  waren  am  30.  Juni  1900
32  Europäer  ansässig,  davon  25  Reichsangehörige.
Die  farbige  Bevölkerung  dürfte  etwa  200  000  Köpfe
zählen.

Lindi  heißt  dank  der  Fruchtbarkeit  seines  Bodens
und  der  landwirthschaftlichen  Tüchtigkeit  seiner  Bewohner
  mit  Recht  eine  Kornkammer  Ostafrikas.  Dies
zeigte  auch  wieder  die  Ernte  vom  Juli  und  August
1899,  die  nur  in  den  Kreisen  Mikindani  und  Kionga
von  Heuschrecken  heimgesucht  wurde;  1900  sind  die
Heuschrecken  nicht  aufgetreten.  Leider  haben  dagegen
die  Mtamafelder  unter  dem  ungewöhnlich  langen
Ausbleiben  des  Regens  im  Frühjahr  zu  leiden  gehabt.
  Sehr  gehoben  hat  sich  der  Anbau  von  Hülsennund
  Oelfrüchten  (Sesam,  Erdnüsse)  sowie  von  Reis.

—  —  —  —

Reichliche  Erträge  lieferte  auch  die  Maisernte.
Zuckerrohr  wird  vielfach  zum  eigenen  Verbrauch,  in
Mikindani  auch  zum  Export  gezogen.  Europbische
Gemüse  gedeihen  auf  der  katholischen  Mission  Nyangao.

Die  Viehzucht  steht  in  Lindi  noch  nicht  auf  der
Höhe.  Rindvieh  und  Schafe  sind  selten.  Nur
Ziegen  sind,  besonders  bei  den  Makonde,  in  großen
Mengen  vorhanden.

Wachs  kommt  in  stetig  zunehmenden  Mengen  und
immer  besserer  Qualität  auf  den  Markt.  Lindi-Kopal
und  Lindi-Gummi  haben  ihren  guten  Geschäftsruf
behauptet.  Die  Edelhölzer  sind  im  Küstenstreifen
ziemlich  ausgewerthet.  Große  Mengen  harren  aber
noch  in  den  Wäldern  des  mittleren  Rovuma  der
Ausbeutung.  Hochwälder  sind  nicht  selten.  Das
ganze  riesige  Gebiet  von  Massasi  bis  zum  Sasavara,
das  „große  Pori“  genannt,  ist  ein  jungfräulicher
Wald  mit  hohen  Stämmen,  leichter  Grasnarbe  und
zahlreichen  Wasseradern  zwischen  mäßigen  Gneißhügeln,
denen  vielfach  Eisenerze  eingebettet  sind.  Die  Manim
  Laufe  des  Berichtsjahres

grovenbestände  sind
forstmännisch  geprüft.

An  jagdbaren  Thieren  ist  Lindi  reich.  Es
Rappantilope,  Büffel  und  Flußpferde.  Die  Elefanten
wechseln  bei  niederem  Wasserstande  aus  dem  portugiesischen
  Gebiet  am  Mohessi  aufwärts  nach  dem
oberen  Mbemkuru.  Die  überwiegende  Menge  des

3
        <pb n="408" />
        zur  Ausfuhr  gelangenden  Elfenbeins  kommt  indeß
vom  anderen  Rovumaufer  und  vom  Nyassa.  Das
Raubzeug  hat  bedeutend  abgenommen.  Bei  Milkindani
  wurden  in  vier  Wochen  fünf  Löwen  zur  Strecke
gebracht.  Schußprämien  für  Löwen  wurden  20  gezahlt,
  für  Leoparden  68.

Der  Fischfang  wird  im  Bezirk  von  86  Gewerbetreibenden
  ausgeübt.  Die  Lindibucht  lefert  einige
Sorten,  die  mi  den  heimischen  Edelfischen  jeden
Vergleich  aushalten.

Aussichtsvoll  erscheint  der  Granatabbau  auf
Luisenfelde  (Landschaft  Nevala).  Ueber  die  Goldfunde
  am  oberen  Mbemkuru  ein  Urtheil  abzugeben,
ist  vorläufig  noch  nicht  möglich.

Die  zollpflichtige  Ausfuhr  Lindis  ist  infolge  des
vermehrten  Anbaues  landwirthschaftlicher  Produlte
von  626  143  kg  auf  1  885  125  kg  gestiegen.

Bei  den  jetigen  Transportverhältnissen  ist  der
Exportwerth  einer  Last  Mtama  (60  Pfund)  in  einer
Enisernung  von  15  Tagereisen  von  der  Küste  gleich
Null,  weil  der  Träger  sie  zu  seinem  Unterhalt  auf
dem  Hin=  und  Rückmarsch  braucht.  Bei  Sesam  und
enthülsten  Erdnüssen  ist  die  Rentabilität  bereits  dreimal,
  bei  Elfenbein  dreihundertmal  günstiger.  Die
reiche  Landschaft  am  oberen  Rovuma  zahlt  willig
Kornsteuer;  die  Steuer  ist  aber  wegen  der  großen
Entfernung  nur  an  Ort  und  Stelle  verwerthbar.
Ueberhaupt  wurden  die  Steuern  im  vergangenen
Jahre  willig  gezahlt.  Mit  der  Vertreibung  Machembas
  war  den  zur  Steuerverweigerung  geneigten
Elementen  der  Sammelpunkt  genommen.  Es  gingen
insgesammt  85  200  Rupien  ein.

Zur  Ertheilung  von  Schulunterricht  ist  aus
Kommunalmitteln  ein  europäischer  Lehrer  mit  zwei
farbigen  Gehülfen  angestellt.

Wilhelmsthal.

Im  Bezirke  Wilhelmsthal  leben  71  Europäer,
davon  60  Deutsche,  und  1  Amerikaner.  Die  eingeborene
  Bevölkerung  setzt  sich  aus  Waschambaa,
Wakilindi,  Wapare,  Warufu,  Waseguha,  Wakombaa,
Wataui,  welche  von  Ackerbau  und  Viehzucht  leben,
aus  Wambuga,  Wakwafi  und  Lagonoi--Massai,  welche
nur  Viehzucht  treiben,  und  aus  Wanderobbo  zusammen,
  welche  nur  der  Jagd  obliegen.  Die  Kaufleute
  und  Händler  im  Bezirke  sind  meistens  Inder
und  Küstenleute.  .

Der  bedeutendste  Handelsplatz  im  Bezirke  ist
Korogwe,  dessen  Bedeutung  nach  Fertigstellung  der
Eisenbahn  noch  steigen  wird.

Die  Ernteaussichten  sind  für  dieses  Jahr  gute.
Im  Gebirge  werden  hauptsächlich  Mais,  Bohnen
und  Tabak,  in  der  Ebene  Mais  und  Mtama  gebaut.
Europäische  Bohnen  und  Mais  sind  vom  Bezirksamt
mit  Erfolg  eingeführt  und  unter  die  Eingeborenen
vertheilt  worden.  Auch  Kartoffeln  und  alle  euro—
paischen  Getreidearten  gedeihen  vorzüglich.

Durch  Kreuzung  des  einheimischen  mit  europäischem
  Vieh  wurden  die  besten  Resultate  erzielt,

8356  —

so  daß  eine  Aufbesserung  des  gesammten  2
bestandes,  der  sich  auf  eiwa  5500  Stück  Graf
und  sehr  viel  Kleinvieh  beläuft,  zu  erwarten  ist.
Im  Berichtsjahre  sind  im  Bezirk  drei
Kaffeeplantagen  angelegt  worden.

An  der  Herstellung  fahrbarer  Wege  wird
Bezirksamt  und  den  Plantogen  eifrig  gearbe
Demnächst  wird  das  Bezirksamt  einen  regelmäß
Fabrverkehr  zur  Beförderung  von  Lasten  auf
Strecke  Korogwe—  Mombo  und  die  Plantage  Sak,
einen  solchen  auf  der  Strecke  Sakarre—  Koro.
einrichten,  so  daß  dem  Trögerverkehr  wenigstens
diesen  Strecken  ein  Ende  gemacht  wird.

Mit  dem  Aufbören  der  Hungersnoth  haben
auch  wieder  die  Märkte  belebt,  welche  an  15  t
schiedenen  Orten  des  Bezirks  wöchentlich  einzweimal
  stattfinden.

Moschi.

Die  Zahl  der  eingeborenen  Bevölkerung  #
Kilimandjaro  beträgt  ungeföähr  120  000  Seele
Die  Bevölkerung  des  Meruberges  ist  auf  40  0.0
Seelen  zu  schätzen.

Mit  Einzeehung  der  Hüttensteuer  in  baar
begonnen  worden;  sie  wird  voraussichtlich  ein  rec
befriedigendes  Ergebniß  haben.

Von  europaischen  Kulturpflanzen  haben  die  Er
geborenen  bisher  nur  europäischen  Mais  an  Sitel.
ihres  kleinkörnigen  angenommen.  Mit  den  Versuche
in  Kaffee  hat  die  katholische  Mission  bei  dem  lockerer
vorzüglichen  Boden  gute  Resultate  erzielt.  D
zweite  Stelle  nimmt  die  kleine  Pflanzung  der  Statio
Moschi  ein.  Leute,  welche  die  Usambara-Plantage
gesehen  haben,  sind  der  Ansicht,  daß  so  gut  ent
wickelte  Bäumchen,  wie  hier  am  Kilimandjaro,  b
dem  entsprechenden  Alter  im  Durchschnitt  in  U/au
bara  kaum  zu  finden  seien.  Durch  diese  Erfol
ermuthigt,  begannen  in  Kiboscho  ein  Grieche  ob
Marangu  einige  Italiener  mit  der  Anlage  größ
Kaffeepflanzungen.  Ferner  wurde  eine  Lianenart
den  Uferwäldern  des  Kilimandjaros  gefunden,  di
einen  recht  guten  Gummi  zu  liefern  scheint.

Das  bestehende  Wegenetz  ist  erhalten  und  ber
bessert.  Zwei  befahrbare  gute  Brücken  sind  auf  den
Wege  Moschi—Taveta  neu  gebaut  worden  Dit
Griechenfirma  in  Moschi  sowie  die  JItaliener  #
Marangu  unterhalten  auf  dieser  Strecke  einen  leh
haften  Wagenverkehr,  der  von  der  englischen  Bohmstation
  Voi  Tauschwaaren  2c.  herbringt  und  auf  den
Rückwege  Rinder-,  Ziegen-  und  Schafhäute  ausführt.
Zweiräderige  Karren  und  leichte  Wagen  mit  einen
Vorspann  von  ein  bis  fünf  Eseln  haben  sich  gu
bewährt.  Der  einspännige  Karren  fördert  2½  M
3  Centner,  während  der  vier=  und  fünfspämt
Wagen  mit  mindestens  10  Centnern  beladen  wurde
Verwendet  werden  ausschließlich  Massaiesel.

Der  Karawanenverkehr  von  und  nach  Tanga
sich  verringert,  dagegen  ist  der  von  und  nach  Mo- 



bassa  auf  das  Zehnfache  gestiegen.
        <pb n="409" />
        Der  Postverkehr  Moschi  —  Tanga  ist  ein  vierzehnägiger.
  Die  Marschzeit  der  Boten  beträgt  meist
nicht  mehr  als  12  Tage.

Kilossa.

Die  Bevöllerungsziffer  hat  sich  gegen  das  Vorjahr
  nicht  geändert.

Die  wirthschaftliche  Lage  des  Bezirks  im  verflossenen
  Jahre  zeigt  ein  ganz  erfreuliches  Bild.
Die  erste  Maisernte  hat  reichlichen  Ertrag  gehabt,
auch  die  zweite  verspricht  reichliche  Ernte.  Mtama,
der  im  vergangenen  Jahr  im  Nordbezirk  durch
Krankheit  zum  größten  Theil  vernichtet  wurde,  verspricht,
  nach  dem  Stande  zu  urtheilen,  eine  gute
Ernte.  Heuschrecken  sind  nirgends  aufgetreten.  Um
die  Reiskultur  zu  heben,  ist  vom  Bezirksamt  für
250  Rupien  Saatreis  angekauft  und  vertheilt  worden.
In  allen  Theilen  des  Bezirks  blüht  die  Reiskultur
wieder  auf.  Der  Reis  hat  gut  angesetzt  und  dürfte
eine  gute  Ernte  geben.  Von  eingeführten  Bäumen
haben  sich  die  Kasuarinen  und  einige  Eucalyptus
globulus  (zwei  Jahre  alt)  gehalten.  Die  Weinstocke
hatten  unter  den  weißen  Ameisen  zu  leiden.  Bei
Beginn  der  kleinen  Regenzeit  ist  eine  größere  Anzahl
Maulbeerbäume  angepflanzt  worden,  die  ausgezeichnet
gedeihen.  Ferner  wurden  etwa  1000  Oelpalmen  in
diesem  Jahre  gepflanzt.  Die  angepflanzten  Oleanderbaäume
  versprechen  ebenfalls  ein  gutes  Fortkommen.
Die  Versuche  mit  heimischen  Kartoffeln  hatten  kein
günstiges  Ergebniß,  die  Kartoffeln  wurden  zu  seucht
und  verdarben  infolgedessen.  Der  Garten  des  Bezirksamts
  weist  dagegen  fast  sämmtliche  europäischen
Gemüse  auf,  die  gut  gedeihen  und  schmackhaft  sind.

Besondere  Aufmerksamkeit  verdient  das  ausgezeichnete
  Gedeihen  und  die  gute  Qualität  des  Kaffees.
Im  Bezirk  befinden  sich  Kaffeeplantagen  in  Mrogoro,
Illonga  und  Kilossa.  An  sämmtlichen  drei,  ganz
verschieden  gelegenen  Punkten  gedeiht  der  Kaffee
ausgezeichnet.  Am  Wami  wächst  auch  wilder  Kaffee.

Rindvieh  gedeiht  im  hiesigen  Bezirk  vorzüglich
und  findet  in  den  Thälern  ein  kräftiges,  schmackhaftes
Weidefutter.  Schafe  und  Ziegen  sind  in  Mengen
im  ganzen  Bezirk  vorhanden.  Mineralien  sind  nicht
gefunden  worden.

Das  bestehende  Wegenetz  ist  erhalten  und  verbessert
  worden.  Die  Straßen  Dar-es-Saläm  —
Mopapua  und  Kilossa—FIringa  können  im  Allgemeinen
als  fahrbar  bezeichnet  werden.  Der  zwischen  Kiroka
und  Kingolwira  befindliche  steile,  den  Wagenverkehr
hindernde  Berg  wird  durch  Sprengung  abgetragen
und  der  Weg  von  der  Bezirksgrenze  an  neu  in
Stand  gesetzt  und  fahrbar  gemacht.

Der  Karawanenverkehr  war  lebhaft.  Von  der
Küste  nach  dem  Innern  kamen  10  065,  vom  Innern
nach  der  Küste  17  882  Träger.  Die  Zahl  der
durchgekommenen  Gonvernementsträger  betrug  4710.
An  der  Straße  von  Kikundi  bis  zur  Mpapuagrenze
sind  neun  Markthallen  errichtet,  davon  fünf  in  diesem
Jahre.  Dieselben  sorgen  für  die  Bedürfnisse  der

357

 

Träger,  für  Europäer  giebt  es  Eier,  Hühner,  Schafe
und  Milch  zu  kaufen.  Die  Rasthäuser,  nach  Beendigung
  der  Regenzeit  neu  in  Stand  gesetzt  und  mit
Stallungen,  Küche  und  Unterkunftsräumen  für  die
Träger  versehen,  erfreuen  sich  allgemeiner  Beliebtheit
und  gewähren  Schutz  gegen  Sonne  und  Regen.

Gerichtstage  werden  wöchentlich  zwei  abgehalten
und  sind  stets  von  einer  dicht  gedrängten  Menschenmenge
  besucht.  Die  Jumben  der  Umgegend  von
Kilossa  haben  regelmäßig  an  denselben  theilzunehmen.

Die  Sicherheit  im  Bezirke  ist  vollständig.  Unruhen
  oder  irgend  welche  Unbotmäßigkeiten  sind  nicht
vorgekommen.

Für  die  auszuführenden  Bauten  war  die  Auffindung
  eines  ausgezeichneten  Kalkes  bei  Marore  am
Ruaha  und  das  im  ganzen  Bezirk  vorhandene,  ameisensichere
  Kamballaholz  von  großem  Nutzen.

–—  .——

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Oberleutnant  v.  der  Marwitz  hat  der
zoologischen  Sammlung  des  Berliner  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  eine  von  ihm  in  Uhehe
zusammengebrachte  Sammlung  von  Säugethieren  und
Vögeln  überwiesen.

Die  gut  konservirten  Säugethiere  umfassen
20  Arten  und  bestehen  aus  18  Thieren  in  Alkohol,
7  Fellen  und  einem  Gebiß.  Unter  diesen  Stücken
befinden  sich  fünf,  welche  für  Deutsch-Ostafrika  zum
ersten  Male  nachgewiesen  werden.  Die  Fledermäuse
und  Mäuse  enthalten  sehr  seltene  und  werthvolle
Arten,  die  bisher  nur  aus  dem  oberen  Nyassalande
bekannt  waren.  Besonders  interessant  ist  der  Nachweis
  von  Dendrohyrax  neumanni  in  Uhehe.  Zum
ersten  Male  ist  auch  die  Schwarzbinden-Klettermaus,
Dendromys  mesomelas,  so  weit  nördlich  gefunden

worden.
*  *

*

Ferner  trasen  von  dem  Forstassessor  Graß  zu
Mohorro  in  Deutsch-Ostafrika  Naturaliensendungen
für  das  zoologische  Museum  ein,  welche  nachbenannte
Objekte  enthielten:

3  Säugetheerfelle,  2  Säugethierschädel,  21  Reptilten
  und  Amphibien,  14  Schmetterlinge,  36  Käfer
nebst  2  Fraßstücken,  1  Neuroptere,  1  Hymenoptere,
17  Orthopteren  und  Rhynchoten.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.  Die
Säugethiere  sind  der  Fundörter  wegen  recht  interessant,
  ebenso  die  Reptilien  und  Amphibien,  welche
seltenere  Arten  enthielten.

Unter  den  Insekten  sind  einige  für  das  Museum
recht  brauchbare  Schmetterlinge,  die  Käser  sind  in
biologischer  Beziehung  werthvoll.  Interessant  ist
eine  trocken  konservirte  Mantide,  welche  die  Blüthenfarbe
  des  Busches,  worauf  sie  gefunden  wurde,  nachahmt.
  Die  beiden  Sendungen  bilden  eine  schätzenswerthe
  Bereicherung  des  zoologischen  Museums.
        <pb n="410" />
        Ramerun.

Derlegung  des  Litzes  der  Tentralverwaltung.

Der  Sitz  der  Centralverwaltung  des  Schutzgebietes
  Kamerun  ist  am  1.  April  d.  Is.  von  der
Stadt  Kamerun  (jetzt  Duala)  nach  der  Station  Busaverlegt
  worden.  Buöa  liegt  etwa  1000  m  hoch  am
großen  Kamerunberg  und  hat  außerordentlich  günstige
gesundheitliche  Verhältnisse.

Die  Stadt  Kamerun  (Duala),  die  immer  noch

der  bedeutendste  Handelsplatz  des  Schutzgebietes  ist,
bleibt  der  Sitz  eines  Bezirksamtes.

Expedition  des  Pauptmanns  v.  Schimmelpfennig.
(Hierzu  eine  Karte.)

Hauptmann  v.  Schimmelopfennig  berichtet  an
den  Kaiserlichen  Gouverneur  von  Kamerun  über  den
Beginn  seiner  bereits  gemeldeten  Expedition,“)  wie
folgt:

Am  4.  Februar  hatte  ich  die  Station  Lolodorf
verlassen,  um  in  Ausführung  des  mir  gewordenen
Auftrages  mich  nach  der  Station  Yaünde  zu  begeben.

Emen  Tagemarsch  vor  dem  Niongfluß  leisteten
die  Maulthiere  Außerordentliches,  indem  sie  den  sehr
steilen,  felsigen  Abfall  anstandslos  und  schnell  passirten.
Die  Maulthiere  gehen  seitdem  nicht  mehr  an  der
Hand,  sondern  mit  in  den  Kehlriemen  geknoteten
Zügeln,  das  sicherste  Thier  voraus.  Dadurch  hat
die  Tretsicherheit  in  hohem  Grade  gewonnen.

Am  8.  Februar  passirte  die  Expedition  in  16
Kanus  und  dem  Truppenfaltboot  den  Njong,  der
ungewöhnlich  ruhiges  Wasser  führte.  Trotz  der  sehr
schmalen  und  wenig  stabilen  Fahrzeuge  wurde  der
Uebergang  glatt  in  1  Stunde  und  50  Minuten  bewerkstelligt.


Der  Weg  bis  zum  Nijong  war  durchweg  in
ausgezeichnetem  Zustande.  Ich  bin  auf  dieser  Strecke
wiederholt  von  Kukumas  angegangen  worden,  ein
Wort  für  sie  einzulegen,  daß  sie  sich  am  Regierungswege
  ansiedeln  dürsten  Infolgedessen  habe  ich  die
Stationschefs  ersucht,  die  Eingeborenen  in  ihrem
Vorhaben  nach  Möglichkeit  zu  unterstützen.

Am  13.  Februar  traf  die  Expedition  kurz  vor
11  Uhr  auf  der  Station  Yaunde  ein.  Für  den
erkrankten  Oberleutnant  Stieber  meldete  mir  der
Leutnant  v.  Klinkowström  die  Besatzung.  Ueber  die
politischen  Verhältusse  in  der  Umgebung  der  Station
melde  ich  das  Folgende:

Leutnant  v.  Klmkowström  hat  bereits  am  12.  Dezember
  v.  Is.  einen  Zug  gegen  die  rebellischen  Weyjambasse
  unternommen,  der  ziemlich  resultatlos  verlaufen
  ist,  denn  eine  wulsame  Repressalie  auf  den
Stamm  der  Weyjambasse  konnte  nicht  ausgeübt
werden.  Obwohl  zur  Zeit  ein  wirksames  Vorgehen
gegen  die  Weyjambasse  dadurch  erschwert  wird,  daß
sie  ihr  Gebiet  verlassen  haben,  hoffe  ich  dennoch,
daß  dieselben,  wie  dies  bereits  von  den  Bakasses

5  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  149  u.  278.

#

 

858  —

geschehen,  in  absehbarer  Zeit

wien.

um  Frieden  bitte
Ich  lasse  hierunter  eine  Skizze  des  G

bietes  nordwestlich  und  nordöstlich  der  Station  folge

wie  sie  zum  größten  Theil  nach  Angaben  des  Feli
webels  Karnat  gemacht  worden  ist.  (Siehe  die  neber
stehende  Karte.)

Die  Verhältnisse  im  Nordosten  der  Station  habe
sich  zugespitzt.  Die  beiden  sonst  der  Regierun
freundlich  gesinnten  Wutehäuptlinge  Na  Dinati  ur
Dandugu  Mango  am  Sanaga  hatten,  um  eine
alten  Zwist  auszufechten,  die  Batschengas  überfalle
Nachdem  auf  der  Station  eine  Anzahl  Batschengr
erschienen  waren,  wurde  festgestellt,  daß  die  Wut
häuptlinge  sich  des  Weiberraubes,  der  Tödtung  vo
Männern  und  des  Viebdiebstahls  schuldig  gemack
hatten.  Von  Polizeisoldaten  zur  Station  gebrad
und  ihres  Verbrechens  überführt,  wurden  vor  einige
Tagen  Na  und  Dandugu  zur  Gestellung  von
50  Strafarbeitern  und  Zahlung  von  zehn  Elfenbeir
zähnen  sowie  von  30  Schafen  verurtheilt;  außerder
erhielten  Beide  vier  Monate  Kettenhaft.

Bei  Weitem  ernster  liegen  die  Verhältnisse  i
Semikore,  woselbst  sich  der  Häuptling  gegen  di
Autorität  der  Regierung  offen  aufgelehnt  bat.  De
Feldwebel  Karnatz  kam  von  Fangasse  und  wollt.
von  Tabenne  aus  durch  Semikores  Gebiet  marschtrer
dies  wurde  ihm  vom  Häuptling  aber  rundweg  der
weigert.  Semikore  wurde  vom  Oberleutnant  Stiebe
aufgegeben,  sich  auf  der  Station  in  angemessene
Weise  zu  entschuldigen,  ist  aber  dieser  Aufforderunnicht
  nachgekommen.

Da  Oberleutnant  Stieber  um  Unterstützung  dor
Kribi  gebeten  hat,  ich  aber  mittlerweile  hier  einge
troffen  bin,  glaube  ich  im  Sinne  des  Kaiserlcche
Gouvernements  zu  handeln,  wenn  ich  der  Statio
behülflich  sein  werde,  zu  ihrem  nothwendigen  Anseher
zu  gelangen.  Ich  werde  versuchen,  den  Semikon
auf  friedlichem  Wege  zu  veranlassen,  auf  der  Statio
zu  erscheinen,  um  die  Bedingungen  zu  erfüllen,  du
die  Station  ihm  stellen  wird.  Sollte  er,  auf  du
in  angeblich  nicht  unerheblicher  Zahl  in  seinem  Besizl
befindlichen  Gewehre  trotzend,  nicht  einsichtsvoll  genug
sein,  zu  gehorchen,  so  werde  ich  nicht  umhin  können
ihm  mit  Gewalt  zu  begegnen.

Die  üdbsimu--Landschaften.

Freiherr  v.  Stein,  der  Chef  der  Verwaltung  b
Südkamerun,  hat  nun  auch  die  Rdsimu-Landschosten
bereist.  Seinem  Reisebericht  entnehmen  wir  des
Folgende:  «

Die  Zusammensetzung  der  Expedition  war  im
großen  Ganzen  dieselbe  wie  bei  der  Bombasso—
Expedition.“)  Den  Lazarethgehülfen  und  stellortretenden
  Polizeimeister  Schrage  hatte  ich  der  Exbe
dition  angeschlossen,  um  ihm  Gelegenheit  iu  geben
mit  den  der  Station  am  nächsten  sitzenden  Rosimu- 



leuten  etwas  bekannter  zu  werden;  außerdem  ham
*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  1.
        <pb n="411" />
        auch  der  Direktor  der  Gesellschaft  Süd-Kamerun,
Herr  Langheld,  gebeten,  mich  begleiten  zu  dürfen,
um  in  die  anscheinend  recht  verworrenen  Verhältnisse
im  Rdfimuland  einen  Einblick  zu  gewinnen.

Am  11.  Januar  wurde  bis  Ndagga,  dem  letzten
Dorf  der  der  Station  benachbarten  Ndsimu,  marschirt.
Am  12.  und  13.  wurde  der  trennende  Urwald  nach
den  größeren  Ndsimuniederlassungen  hin  durchmessen
und  in  Ponge,  das  etwa  in  der  Mitte  dieser  Ansiedlungen
  zu  suchen  ist,  am  14.  gerastet.  Es  fanden

dort  die  hauptsächlichsten  Verhandlungen  mit  den

vollzählig  erschienenen  Ndsimuhäuptlingen  über  die
Angelegenheiten  statt,  die  in  erster  Linie  die  Expedition
  nothwendig  gemacht  hatten.  Im  Gegensatz  zu

6W

allen  Erwartungen  fand  ich  dabei  ein  weitgehendes
Entgegenkommen;  man  ging  auf  alle  Forderungen
ohne  Weiteres  ein.  Allerdings  ist  der  augenblicklich
durch  das  vorläufige  Dableiben  der  alten  Leute  recht
starken  Truppe  wohl  der  Hauptantheil  an  dieser
Gefügigkeit  zuzuschreiben.  Im  Uebrigen  scheinen  mir

die  Leute  ihren  sehr  kriegerischen  Ruf  auch  nicht  in

vollem  Maße  zu  verdienen;  vielmehr  halte  ich  ihr
gutes  Standhalten  sowohl  gegen  die  Expedition
Fourneau  seinerzeit,  als  auch  gegen  die  Expedition
v.  Lüdinghausen  für  eine  Folge  ihrer  ungenügenden
Bekonntschaft  mit  europäischen  Feuerwaffen,  deren
Wirkung  speziell  bei  letzterer  Expedition  sicher  einen
dauernden  Eindruck  hinterlassen  hat.

335

weniger  günstig  als  der  des  Bombassalandes.

Am  15.  wurde  das  größere  Dorf  Gillili,  das
letzte  dieses  Komplexes,  passirt  und  bis  zum  17.  die
unbewohnte  Urwaldzone  zu  den  Dörfern  in  der  Nähe
des  Postens  Diembe  am  Ssanga  durchschritten.  Auch
hier  war  die  Aufnahme  durchaus  gut  und  ist  ein
Zwischenfall  nicht  vorgekommen.  Die  Leute  um
Djembe  sind  übrigens  als  reine  Rdsimu  schon  nicht
mehr  zu  betrachten.  Sie  nennen  sich  Bomome  und
sind  anscheinend  auch  mit  den  Bangandu  weiter  im
Nordwesten  verwandt.  Der  19.  und  20.  führte  die
Expedition  zu  dem  letzten  auf  deutschem  Gebiete

 

#  liegenden  Ndfimukomplex  um  den  Posten  Ndfimu
herum.  Abgesehen  von  einigen  kleinen  Streitigkeiten,
die  sehr  schnell  durch  geringe  Strafe  erledigt  waren,

“

 

war  auch  hier  irgend  eine  Unruhe  nicht  zu  spüren
und  die  Aufnahme  durchaus  gut.

Die  Expedition  marschirte  dann  auf  einem  etwas
anderen  Wege  bis  zum  30.  zur  Station  zurück.  Sie
hat  damit  das  gesammte  Ndsimugebiet  berührt,  das
auf  deutschem  Territorium  liegt,  und  wäre  nur  noch
der  etwa  gegenüber  Ngale  in  französischem  Gebiet
ansässige  Häuptling  Sambambo  mit  einigen  Dörfern
zu  erwähnen,  um  überhaupt  alle  Ndsimuniederlassungen
zu  erschöpfen.

Der  Gesammteindruck  des  räumlich  so  weit  ausgedehnten
  Ndsimugebietes,  wie  er  sich  aus  dem  kurzen
Auszug  des  Expeditionstagebuches  ergiebt,  war  weit
Die

3
        <pb n="412" />
        —  360  —

Bevölkerung  ist  ganz  außerordentlich  spärlich,  und,
wie  ich  glaube  und  mir  die  Handelsagenten  auch
bestätigten,  recht  wenig  produktiv.  Zwar  giebt  es
in  den  ausgedehnten  Urwäldern,  die  die  wenigen
kleinen  Dorfkomplexe  tagemärscheweit  trennen,  recht
vielen  Baumgummi,  doch  verbietet  die  Spärlichkeit
der  Bevölkerung  dessen  rationelle  Ausnutzung.  Nach
meinem  Dafsürhalten  läßt  sich  das  Ndsimugebiet  mit
Bombassa  oder  Bangandu  jedenfalls  auch  nicht  entfernt
  vergleichen,  zumal  der  Verkehr  zwischen  den
einzelnen  Dorfkomplegen  in  der  Regenzeit  theilweise
außerordentliche  Schwierigkeiten  bereiten  dürfte.

So  wenig  ergiebig  demnach  diese  kleine  Expedition
bezüglich  des  Oeffnens  neuer  Gebiete  für  den  Handel
auch  war,  so  hat  sie  betreffs  der  Landesaufnahme  doch
einige  Resultate  ergeben.  Durch  ein  ziemlich  ausgedehntes
  Netz  kleiner  Routenaufnahmen  ist  das  Gebiet
wohl  fast  erschöpfend  behandelt,  und  sind  damit  für
die  Grenzregulirung  weitere  Anhaltspunkte  gewonnen.

Im  Allgemeinen  ist  das  passirte  Gelände  sehr
flach  mit  größeren,  der  Ueberschwemmung  ausgesetzten
Strecken.  Es  sind  vom  Ssanga  bis  auf  etwa  einen
Tagemarsch  an  den  Djah  heran  wohl  kaum  Niveaudifferenzen
  von  über  50  bis  80  m  vorhanden.  In  diesem
letzten  Tagemarsch  steigen  die  relativen  Höhen  bis
etwa  150  m  an.  Der  ausgedehnte  Urwald,  der  das
Gebiet  bedeckt,  ist  von  dem  übrigen  Urwald  Südkameruns
  nur  durch  durchschnittlich  geringere  Ueppigkeit,
  wohl  eine  Folge  des  schlechten  angeschwemmten
Bodens,  verschieden.  Die  Fauna  ist  wohl  die  gleiche.

Es  wäre  noch  zu  bemerken,  daß  ich  einen  breiten
Raphiasumpf,  der  in  auffällig  eingeschnittenem  Bett
sich  vom  Ssanga  zwischen  Diembe  und  Rdsimu  weit
ins  Inland  fortsetzt,  für  eine  mögliche  Verlängerung
der  in  meinem  früheren  Bericht  erwähnten  Lagune,
die  vom  Djah  abzweigt,  halte.  Genaueres  darüber
wird  die  am  16.  Februar  von  hier  wegen  der  niedrigen
  Wasserverhältnisse  zu  Lande  nach  Bangandu
abgehende  Expedition  ergeben,  die  ja  diese  Lagunen-=bildung
  irgendwo  kreuzen  müßte.

Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  „Victoria“.

Nach  dem  Geschäftsbericht  für  1900  waren  am
Schluß  des  Geschäftsjahres  in  Kultur  genommen
bezw.  gerodet  etwa  1080  ha,  wovon  auf  Bauplätze,
Weiden,  Gemüsegärten,  Maisfelder,  Wege  2c.  etwa
80  ha  entfallen,  während  etwa  1000  ha  mit
450  000  Kakaobäumen  bepflanzt  waren.  Auf  diese
450  000  Bäume  wurden  bis  Ende  1900  nach  Ausweis
  der  Bilanz  Mk.  1  150  225,55  verwendet.
Somit  steht  der  Baum  mit  durchschnittlich  etwa
Mk.  2,55  zu  Buche.  In  der  Arbeiterfrage  trat
gegen  Ende  des  Jahres  1900  eine  wesentliche  Besserung
  ein,  und  namentlich  kamen  die  Bali  zahlreicher
wieder  zur  Küste.  Durch  Einrichtung  eines  größeren
Krankenhauses,  successive  Anpflanzung  von  etwa
400  000  Bananen,  Vergrößerung  der  Arbeiterhäuser
  2c.  2c.  glaubt  die  Gesellschaft,  in  der  Besserung

 

der  Lage  ihrer  Arbeiter  wieder  einen  Schritt  vorwärts
  gethan  zu  haben.  Abgesehen  davon,  daß  das
Saatgut  für  die  Neupflanzungen  zum  Theil  von
eigenen  Bäumen  geerntet  wurde,  wurden  230  Sack
Kakao  auf  den  Markt  gebracht,  für  welche  nach
Abzug  von  Fracht,  Assekuranz  rc.  2c.  Mk.  13  825,60
vereinnahmt  wurden.  Gegen  das  Vorjahr  ergiebt
dies  eine  erhebliche  Steigerung.  Neben  dem  Plantagenbau
  wurde  auch  dem  Handelsgeschäfte  größere
Aufmerksamkeit  geschenkt  und  neben  dem  Handelshause
in  Busa  auch  Faktoreien  in  Molyko  und  Bali  errichtet.
  Durch  diese  Faktoreien  ist  es  gelungen,  in
nähere  Berührung  mit  den  Eingeborenen  zu  treten.
Sowie  die  Eingeborenen  die  Möglichkeit  erkannten.
ihren  Monatslohn  in  für  sie  brauchbare  Waaren
umzusetzen,  stellte  sich  auch  Arbeitslust  ein,  und  allmählich
  lernen  sie,  mit  steigenden  Bedürfnissen,  den
Werth  der  Arbeit  bezw.  des  Geldes  kennen.  Der
Gewinn  der  Handelsabtheilung  nach  Abschreibung
der  Unkosten  beträgt  nur  Mk.  14  862,58,  da  die
Gesellschaft  im  Interesse  der  Beamten  und  Arbeiter
einen  sehr  geringen  Aufschlag  auf  alle  Artikel  nimmt
Die  Gesellschaft  verfügte  am  31.  Dezember  1900
über  Mk.  373  112,75  liquide  Mittel.

Westafrikanische  Panzungsgesellschaft  „Bibundt“.

Die  in  der  letzten  Hauptversammlung  beschlossene
Erhöhung  des  Stammkapitals  hat  durch  die  Ausgabe
von  600  Vorzugsaktien  à  1000  Mk.  ihre  Erledigung
gefunden.  Vorgesehen  war  die  Erhöhung  des  Grundkapitals
  von  1  500  000  Mk.  auf  2  250  000  Ml.,
also  um  750  000  Mk.  Von  den  zur  Ausgabe  gelangten
  600  Vorzugsaktien  sind  25  péCt.  baar  eingefordert.


—

Wißenschaftliche  Kammlungen.

Der  Oberleutnant  v.  Bülow,  Stationschef  von
Ebolova  in  Südkamerun,  sandte  der  zoologischen
Sammlung  des  Königlichen  Museums  für  Naturkunde
in  Berlin  folgende  Objekte  ein:

5  Säugethierschädel,  10  Reptilien  und  Amphibien,
  1  Käfer,  1  Fliege,  3  Spinnenthiere,  2  Krebse.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.  Unter
den  Säugethierschädeln  waren  besonders  willkommen
der  eines  ziemlich  erwachsenen  Drill  (Papio  leucophaeus)
  und  vier  Schimpansenschädel.  Besonderen
wissenschaftlichen  Werth  haben  die  Reptilien  und
Amphibien.  Die  Fliege  war  für  das  Museum  neu.
Die  Krebse  gehören  einer  anscheinend  neuen  Spezies  an.

Togo.
PDantage  Rpeme.

Die  Gesellschaft  hielt  im  April  zu  Berlin  ihre
ordentliche  Generalversammlung  ab,  in  welcher  seitens

der  Geschäftsleitung  für  das  Jahr  1900  Bericht
        <pb n="413" />
        erstattet  wurde.  In  der  außerordentlichen  Gesellschaftsversammlung
  vom  17.  Juli  wurde  beschlossen,
das  Kapital  um  180  000  Mk.,  also  von  300  000  Mk.
auf  480  000  Mk.,  zu  erhöhen.
antheile  wurden  sämmtlich  übernommen,  die  darauf
ausgeschriebene  Einzahlung  von  25  PCt.  baar  eingezahlt.
  Durch  die  Erhöhung  des  Kapitals  wird  die
Durchführung  der  Pflanzung  bis  zur  vollen  Ertragsfähigkeit
  ermöglicht,  gleichzeitig  sind  diese  Mittel  aber
auch  zur  Vergrößerung  der  Pflanzung  bestimmt.  In
der  Versammlung  vom  17.  Juli  wurden  in  den  Aufsichtsrath
  gewählt  die  Herren  Bergwerksbesitzer  Sholto
Douglas,  Vorsitzender,  Direktor  C.  Ladewig,  Konsul
Paul  Scheller,  Geheimer  Regierungsrath  Professor
Dr.  Wohltmann  und  Justizrath  Dr.  Eckard.  Geschäftsführer
  waren  die  Herren  Bergassessor  a.  D.  Fr.  Hupfeld
  und  C.  Scheidemantel,  Pflanzungsleiter  ist  Herr
Wöckel,  welchem  als  Pflanzungsassistent  Herr  Schleinitz
zur  Seite  steht.  Auf  der  Pflanzung  waren  während
der  Pflanzzeit  etwa  100  Arbeiter  beschäftigt,  während
der  übrigen  Zeit  wurde  die  Zahl  auf  50  vermindert.
Daneben  wurde  eine  Anzahl  Knaben  eingestellt,  welche
hauptsächlich  mit  dem  Absuchen  der  Schädlinge  beschäftigt
  werden.  Die  Neuanpflanzungen  von  Kokospalmen
  beliefen  sich  in  den  ersten  fünf  Monaten  des

Jahres  (Hauptpflanzzeit)  auf  53  100  Stück,  so  daß

nunmehr  buchmäßig  138  000  Palmen  stehen,  ferner
11  000  Sämlinge  und  4000  Nüsse  in  Saatbeeten.
Das  zur  Plantage  Kpeme  gehörige  Land,  insoweit
es  zur  Kokospalmenkultur  geeignet  ist,  ist  damit
nahezu  voll  bepflanzt,  doch  sind  inzwischen  Schritte
gethan  zu  weiteren  Landkäufen.  Anfang  Mai  gelangten
  in  Hamburg  1192  kg  fertig  zubereitete  Kopra
zum  Verkauf,  welche  einen  Preis  von  29  Mk.  pro
100  kg  erzielte,  was  als  außerordentlich  günstig  zu
bezeichnen  ist.  Am  Jahresschlusse  lagerten  auf  der
Plantage  500  kg  Kopra  und  7300  Stück  Kokosnüsse.
Als  Zwischenkultur  wurden  Versuche  mit  Sesam  gemacht,
  doch  deckten  die  Erträgnisse  kaum  die  Selbstkosten,
  so  daß  weitere  Versuche  mit  der  Sesamkultur
aufgegeben  sind.  Dagegen  wird  zur  Zeit  erwogen,
ob  Mais  und  Erdnuß  als  Zwischenkultur  zu  versuchen
  find;  der  Anbau  von  Mais  und  Guineakorn
zu  Futterzwecken  für  die  Zugochsen  wird  fortgesetzt.
Auf  dem  Terrain  jenseits  der  Lagune  wird  ein  Versuch
  mit  der  Kultur  von  Mauritiushanf  gemacht.
Nach  dem  Bericht  des  Geheimraths  Prof.  Dr.  Wohltmann,
  welcher  die  Pflanzung  im  Dezember  1899
besuchte,  verspricht  diese  die  besten  Erfolge;  die  sachkundige,
  sparsame  Leitung  der  Pflanzung  selbst  bürgt
für  eine  sichere,  gewinnbriugende  Entwickelung  des
Unternehmens.  (Tropenpflanzer.)

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Kaiserliche  Bezirkschef  im  Schutzgebiete  Togo,
Dr.  Rigler,  hat  der  zoologischen  Sammlung  des
Königlichen  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  die
folgenden  von  ihm  erbeuteten  Objekte  überwiesen:

361

Die  neuen  Stamm- 



1  Säugethier  in  Alkohol,  9  Säugethiergehörne,
1  Säugethierhorn,  23  Vogelbälge,  4  Schlangen  und
1  Tausendfüßer.

Die  Konservirung  sämmtlicher  Thiere  war  gut.

Unter  den  Gehörnen  befanden  sich  vier  Antilopenarten
  aus  einer  bisher  nicht  durchforschten  Gegend.
Zwei  Gehörne  gehören  zu  einer  noch  unbeschriebenen
Abart  der  Kuhantilope.  Sehr  interessant  ist  das
Gehörn  eines  Hausrindes  sowie  die  Beine  des
Sudan-Nilpferdes.

Die  Vögel  enthielten  außer  mehreren  selteneren
Arten  drei  Spezies,  die  bisher  nur  vom  Senegal
bekannt,  im  Togogebiet  noch  nicht  erbeutet  waren.

Die  Schlangen  sind  wegen  des  Fundortes  recht
interessant.  Die  ganze  Sammlung  bildet  eine  sehr
dankenswerthe  Bereicherung  des  zoologischen  Museums.

*

*

Ferner  hat  der  Stationsleiter  Mischlich  zu
Kete-Kratschi  dem  zoologischen  Museum  eine  Naturaliensfammlung
  überwiesen,  die  nach  vorläufiger
Durchsicht  folgende  Objekte  enthielt:

5  Säugethierfelle  mit  Schädeln,  24  Säugethiere
in  Alkohol,  1  Raubvogel,  35  Reptilien  und  Amphibien,
  9  Arten  von  Fischen  nebst  zahlreicher  Brut  von
einer  Alestesart,  250  Schmetterlinge,  7  Schmetterlinge
  und  7  Raupen  in  Alkohol,  51  Käfer,  11  Neuropteren,
  20  Hymenopteren,  5  Bauten  von  Hymenopteren,
  3  Gläser  mit  Hymenopteren  und  Ameisen
in  Alkohol,  48  Fliegen,  eine  große  Anzahl  Orthopteren,
  30  Rhynchoten,  4  Tausendfüßer,  34  Spinnenthiere,
  4  Krebse,  9  Regenwürmer.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.

Unter  den  Säugethieren  befinden  sich  ein  zum
Ausstopfen  geeignetes  Büffelfell,  eine  Hyäne,  interessante
  Hausthiere  und  kleine  Nagethiere,  von  denen
mehrere  für  Togo  zum  ersten  Male  nachgewiesen
werden,  andere,  wie  die  kurzschwänzige  Maus,  erst
in  wenigen  Exemplaren  bekannt  sind.  Unter  den
Eidechsen  ist  ein  interessanter  Gecko,  unter  den  zwölf
Schlangen  sind  einige  giftverdächtige.  Die  Insekten

enthalten  einige  neue  oder  wenig  bekannte  Käferarten.

Sehr  werthvoll  sind  die  Termiten  besonders  auch
durch  die  ausführlichen  ethnologischen  Angaben,  wie
überhaupt  die  eingesondten  Mittheilungen  über  die
Herkunft  der  Objekte  sehr  dankenswerth  sind.

Deutsch-MNeu-Guinra.

Schiffsverkehr  in  Ponape  (Ostkarolinen)  während
des  Jahres  1900.

Der  Hafen  von  Ponape  wurde  im  Jahre  1900
von  37  Handelsschiffen  mit  zusammen  22040  Tonnen
Raumgehalt  angelaufen.  Darunter  befanden  sich
12  deutsche  Schiffe  mit  18  854  Tonnen  Raumgehalt.
Außerdem  besuchten  den  Hafen  zwei  deutsche  Kriegsschiffe
  und  ein  amerikanischer  Missionsschuner.
        <pb n="414" />
        Rebersicht  der  im  Inselgebiete  der  ostlichen  Rarolinen
anfässigen  fremden  Bevölkerung.
a)  Staatsangehörigkeit,  Stand  und  Gewerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  22  6.  2  1  2  2  1  2  3  3
Engländernr  100  2  1  1  1  1..  1.  12
Amerikaner  33  1.  1  3  1  3  23712
Spanier  1  2..  .  .  9.  1
Belgier  2.........  11
Portugiesen  2.  1.  1.
apaner  171.  411383  .  ..
ssen  11.  1
ranzosen  1.  I
änen  2  2
Schweden  17  .  1.
Halbblut4  10  1.  1.  2  23  1
ohne  Staatsangehbrigkeieiit.ll.
  11.
Zusaommen  1141612  322  6  512  4101519
Außerdem
Malaten  41.  .  .  ..  ..
Chinesen  888  .  8
Tagalslslen  288  ...  2s18
Marianen  1  .  .  .  1.....
Hawai........  1..-.......  1
Zusammen  ws  612  322  64212  4101619

 

41  Malaien  gehören  der  Polizeitruppe  an.
b)  Wohnsitz  und  Staatsangehörigkeit.

 

 

 

 

362

 

 

 

 

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usaie  1  114  ....  4.....1
Ruk  2  .  11  13  1.  1  1  .
Ngatiks  .!..1  ..
Losap  1  .1.....
Zus.  22  10  33  12  2  217  1  1  2  110  1  41  828  1  1

 

Hamva.

Ropfsteuer  in  Samoa.  "
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur  in

Apia,  Dr.  Schnee,  berichtet  unter  dem  23.  März:

Eine  Kopfsteuer  auf  Samoaner  ist  durch  Verordnung

  vom  27.  Janltar  1901  (Samoanisches
Gouvernementsblatt  S.  26)  eingeführt  worden.  Donach
  haben  alle  Samoaner  mit  Ausnahme  der  Weiber
und  kleinen  Knaben,  die  noch  nicht  im  Stande  sind,
Kopra  zu  bereiten,  bis  zum  20.  März  jeden  Jahre
an  den  Pulenun  (Ortsvorsteher)  je  einen  Dollar
Kopfsteuer  zu  zahlen.  Derzjenige,  welcher  nicht  rechtzeitig
  zahlt,  hat  zwei  Dollar  zu  entrichten,  wer  bis
zum  31.  März  nicht  bezahlt  hat,  verfällt  außerdem
einer  Strafe  von  einer  Woche  Haft.  In  der  Berordnung
  ist  ausgesprochen,  daß  der  Ertrag  der
Steuer  ausschließlich  zur  Bezahlung  der  Beamten
sowie  für  sonstige  Zwecke,  welche  den  Samoanern  zu
gute  kommen  (also  in  erster  Linie  für  Wegebau),  verwandt
  werden  soll.  Die  Verordnung  ist  am  16.  Februar
  1901  (Samoan.  Gouv.  Blatt  S.  26)  dahin
deklarirt  worden,  daß  sie  sich  auch  auf  andere  in
Samoa  lebende  Südseeeingeborene  mit  Ausnahme
der  importirten  Pflanzungsarbeiter  miterstreckt.

Beide  Verordnungen  sind  mit  Mataafa  und  dem
Malo  in  Mulinuu  gemeinsam  berathen  und  einstimmig
  gebilligt  worden.

Die  Steuern  sind  nach  den  bisher  vorliegenden
Nachrichten  ausnahmslos  in  ganz  Samoa  ohne
Schwierigkeit  gezahlt  worden.  Es  sind  bie
heute  auf  dem  Zollamt  5147  Dollar  abgeliefen
worden.  Es  fehlt  noch  der  größte  Theil  von
Savaii  sowie  kleinere  Theile  von  Upolu,  deren
Steuern  im  Laufe  der  nächsten  Tage  gleichfalls  zur
Einzahlung  gelangen  werden.  Der  Gesammtertrag
der  Steuern  ist  mit  Rücksicht  auf  die  auf  samoanischen
  Vorschlag  getroffene  Bestimmung,  wie  wen
Knaben  zu  zahlen  haben,  schwer  abzuschätzen.  Voraussichtlich
  werden  sie  mehr  als  8000  Dollar  betragen.


Aus  dem  Prreiche  der  Wissionen  und
der  Antiskhlaverei-Bewegung.

Am  25.  März  lief  auf  telegraphischem  Wege  im
Missionshause  zu  Steyl  die  Trauernachricht  ein,  daß
der  junge  Missionar  P.  Nikolaus  Spölgen  in
Deutsch-Neu-Guinea  gestorben  ist.

Die  „Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen
Mission“  bringen  einen  Bericht  über  das  Jahr
1900,  dem  wir  Folgendes  entnehmen:

„Die  Zahl  unserer  Christen  ist  auf  468  #  )  ge
stiegen.  Ein  wichtiger  Fortschritt  ist  die  Bezirksordnung,
  welche  wir  nach  dem  Vorbild  der  Baseler
Mission  eingeführt  haben.  Wir  haben  unser  Gekbier
eingetheilt  in  die  Verwaltungsbezirke  Usambara  umd

AUsaramo.  Zu  ersterem  gehören  die  Stationen  Hohenfriedeberg,
  Neu-Bethel,  Wuga  und  Bumbuli,  zu  legterem
  Dar-es-Salm,  Tanga,  Kisserawe  und  Mane

romango.  An  der  Spitze  jedes  Bezirks  stehen  dre:

*  Statistik  vom  1.  März  1901.
        <pb n="415" />
        Beamte,  der  Vorsitzende,  Schulwart  und  Güterwart,
von  denen  jeder  in  seinem  Geschäftskreise  den  Vorstand
  vertritt.  Diese  Ordnung  ist  ein  Zeichen  dafür,
daß  der  große  Mangel  an  Missionaren  endlich  einer
fast  ausreichenden  Besetzung  der  Stationen  gewichen
ist.  Auch  die  Zahl  der  Missionarsfrauen  hat  sich  in
diesem  Jahre  sehr  vermehrt,  so  daß  keine  Station
mehr  ohne  Frau  ist.  In  Usambara  ist  es  fröhlich
vorwärts  gegangen  mit  der  Arbeit.  Es  ist  viel
gearbeitet  worden.  Einige  Brüder  haben  über  ihre
Kraft  sich  angestrengt  und  hatten  doch  das  Gefühl:
Es  ist  noch  nicht  genug.  So  lange  noch  nicht  mehr
eingeborene  Gehülfen  da  sind,  muß  jede  Station
möglichst  mit  drei  Missionaren  besetzt  sein.  Usaramo
ist  durch  die  Barmherzigkeit  Gottes  aus  der  Tiefe
in  die  Höhe  gezogen  worden.  Am  Anfang  des
Jahres  hatte  Br.  Holst  fast  allein  für  drei  Stationen
zu  sorgen,  jetzt  stehen  auf  vier  Stationen  acht  Missionare
  mit  vier  Frauen  und  drei  Diakonen.“

In  der  Zeitschrift  „Afrika“  des  Epvangelischen
Afrikavereins  heißt  es:

„Die  letzten  Nachrichten  von  unserer  Sklavenfreistätte,
  der  Waisen=  und  Erziehungsanstalt  auf  dem
Lutindiberge  in  Usambara  (Deutsch-Ostafrika)  berichten
  uns  durchweg  Erfreuliches.  Es  ist  schönes,
fruchtbares  Wetter  in  diesem  Jahre,  da  es  ößter
Regen  gegeben  hate,  so  heißt  es  in  den  Berichten,
„  und  wir  freuen  uns  über  den  guten  Ausfall  der
Ernte,  insbesondere  an  Weizen  und  Bananen.“  Auch
die  Kaffeepflanzung  prangte  im  herrlichsten  Blüthenschmuck.
  Wenn  nicht  noch  Schädlinge  die  junge
Pflanzung  verderben,  steht  auch  hier  ein  verhältnißmößiger
  Ertrag  der  nunmehr  6000  Kaffeebäumchen
in  Aussicht.  Die  wirthschaftlichen  Arbeiten  beschränkten
sich  im  Dezember  neben  den  verschiedenen  Handwerksbetrieben
  auf  Bepflanzung  der  Schamben.  Verschiedene
  Gäste,  die,  in  dem  feuchten  Klima  der
sumpfigen  Ebene  in  ihrer  Gesundheit  geschädigt,  das
Erholungshaus  aufgesucht  hatten,  konnten,  durch  den
Aufenthalt  in  der  kühlen  und  freien  Luft  der  Usambaraberge
  gestärkt,  mit  neuer  Kraft  zu  ihrer  Berufsarbeit
  zurückkehren.  Im  April  tritt  nun  wieder  der
Zeitpunkt  ein,  an  dem  wir  einige  nunmehr  erwachsene
Zöglinge  aus  dem  engeren  Kreise  der  Anstalt  entlassen
  und  zunächst  mit  einer  gewissen  Freiheit  und
Selbständigkeit  auf  unserem  Gelände  ansiedeln  können.
Die  christliche  Erziehung  und  praktische  Schulung,
welche  ihnen  in  den  letzten  Jahren  unter  der  Zucht
und  Ordnung  der  Anstalt  zu  theil  wurde,  giebt  uns
die  Hoffnung,  daß  sie,  mit  den  fürs  Leben  nöthigen
praktischen  und  anderen  Kenntnissen  ausgerüstet  und
von  dem  Segen  geordneter  Arbeit  überzeugt,  nun
auch  in  der  größeren  Freiheit  ihren  Lebensunterhalt
redlich  erarbeiten  und  so  an  ihrem  Theile  zur  Kultivirung
  und  Nutzbarmachung  unserer  Kolonie  beitragen
  werden.“

363

 

Das  Leipziger  „Evangelisch-lutherische  Missionsblatt“
  berichtet  über  den  Fortgang  der  Bauarbeiten
auf  der  neuen  Missionsstation  Schigatini  in  Nordpare
  und  über  die  fortgesetzte  Thätigkeit  der  Laienbrüder
  auf  anderen  Stationen  am  Kilimandjaro.
In  Schigatini  hat  manche  Belästigung  durch  Hyänen
stattgesunden.  An  Arbeitern  hat  es  überall  nicht
gefehlt.  Die  Dschaggamänner  zeichnen  sich  durch
Fleiß  und  Geschick  aus.  In  Moschi  sind  unter  Anderem
  fünf  Kostschulhäuser  für  je  zehn  Jungen  n
Suaheliart  gebaut.  Auch  auf  Anpflanzung
Kaffeebäumchen  ist  Bedacht  genommen.

Nach  den  neuesten  Mittheilungen  aus  Mam
ist  an  Stelle  des  auf  englisches  Gebiet  geflohenen
Mbararia  ein  neuer  Häuptling  in  Mwika  eingesetzt
worden:  w  d  ein  Vetter  Mbararias.  Der  neue,
schon  seit  Jahren  dem  Br.  Althaus  bekannte  Häuptling
  hat  früher  schon  manchmal  den  evangelischen
Missionsversammlungen  in  Mwika  und  den  Gottesdiensten
  in  Mamba  beigewohnt.  Am  30.  Januar
gingen  die  Mambamissionare  zu  ihm,  um  mit  ihm
wegen  des  Wiederbeginns  des  durch  Mbararias
Flucht  unterbrochenen  Unterrichts  in  Mwika  zu
sprechen.  Ndesami  nahm  die  Missionare  freundlich
auf  und  erklärte  sich  mit  ihrem  Vorhaben  einverstanden.

Ueber  die  12.  (9H.  ordentliche)  Konferenz  der
Wadschagga-Missionare  berichtet  das  „Evangel.=lutherische
  Missionsblatt“  u.  A.  Folgendes:

Diese  Konferenz,  an  der  sich  sechs  Missionare
betheiligten,  fand  vom  16.  bis  20.  Januar  in  Madschame
  statt.  Miss.  Raum  hielt  einen  Vortrag  über
das  Schulwesen  der  Mission  mit  allerlei  Vorschlägen
über  die  Regelung  der  Missionsschulen,  ihre  Eintheilung,
  Stunden=  und  Lehrplan  2c.  Auf  Grund
dieses  Vortrags  wurden  einige  Grundbestimmungen
über  die  Missionselementarschulen  festgesetzt.  Hierbei
wurde  auch  die  wichtige  Frage  der  Errichtung  eines
Lehrerseminars  besprochen.  Man  hielt  dies  für  sehr
wünschenswerth  und  glaubte  auch,  daß  die  Zeit  dazu
gekommen  sei,  da  schon  eine  genügende  Zahl  von
Jünglingen  vorhanden  ist.  Da  jedoch  noch  kein
älterer  Missionar  für  diese  Arbeit  frei  ist,  so  scheine
es  rathsam,  daß  einstweilen  auf  jeder  Station  so  weit
wie  möglich  ein  Anfang  mit  der  Ausbildung  begabter
Jünglinge  zum  Lehrerberufe  gemacht  werde.

Weiter  wurde  u.  A.  die  Frage  besprochen,  ob
ein  zweiter  verbeiratheter  Missionar  in  Nkarungo
oder  in  Untermadschame  anzustellen  sei.  So  wünschenswerth
  das  Letztere  auch  sein  mag  im  Interesse
der  ziemlich  zahlreichen  Bevölkerung  dieser  Landschaft,
so  glaubt  Br.  Müller  doch  aus  Mangel  an  Kräften
und  anderen  Rücksichten  für  jetzt  davon  abrathen  zu
müssen,  da  in  Obermadschame  für  zwei  Missionare
Arbeit  genug  vorhanden  sei  und  da  gegenwärtig
Schira  den  Vorzug  haben  müsse,  falls  die  dortigen
Verhältnisse  den  Weiterbau  der  Station  gestatten
sollten.  (Hauptmann  Johannes,  von  Br.  Althaus

--
        <pb n="416" />
        hierüber  befragt,  äußerte,  daß  der  Wiederbesetzung
der  Station  rücksichtlich  der  äußeren  Sicherheit  nach
seinem  Dafürhalten  nichts  im  Wege  steht.)

Einem  in  der  Missions-Jugendschrift  „Das
Heidenkind“  veröffentlichten  Briefe  einer  Schwester
entnehmen  wir  über  die  Weihnachtsfeier  in  der
Missionsstation  Nyangao  (Benediktiner)  Folgendes:

Weihnachten  war  dieses  Jahr  für  uns,  weiß  und
schwarz,  ganz  besonders  ein  Fest  der  Freude;  denn
der  schon  so  lange  gehegte  Wunsch  ging  dieses  Jahr
in  Erfüllung:  nämlich  am  Vorabend  des  Weihnachtsfestes
  war  Einweihung  unserer  neuen  Kirche.  Dieselbe
  ist  groß  und  geräumig,  faßt  über  700  bis
800  Personen,  das  erste  Mal  schon,  in  der  Weihnacht,
war  sie  von  etwa  800  bis  1000  Kirchenbesuchern
angefüllt.  Am  Vorabend  vor  Weihnachten  versammelten
  sich  die  Leute  von  nah  und  fern  hier  auf
der  Station.  Alle  schwarzen  Lehrer  der  Außenstationen
  kamen  mit  ihren  Schülern,  zusammen  etwa
200,  angerückt.  Nach  dem  Abendläuten  wurde  das
hohe  Fest  durch  Flintenschüsse  verkündet,  worauf  sich
dann  Alle  zum  ngoma  (Spiel  und  Tanz)  begaben.
Um  10½  Uhr  nachts  wurde  der  Christbaum  angezündet,
  der  im  Freien  errichtet  ward.  Die  Kinder
sangen  dabei  zweistimmige  Weihnachtslieder  mit
Harmoniumbegleitung,  während  die  versammelten
Männer  abseits  sich  mit  Flintenschüssen  amüsirten.
Es  muß  nänmlich  ordentlich  knallen,  dann  erst  ist  es
ein  sikukuu  (Festtag).  Darauf  folgte  die  Vertheilung
  der  Geschenke  an  die  eigentlichen  Missionskinder.
Nach  einer  kleinen  Weile  rief  das  Glöcklein  zur  Kirche,
zur  Feier  der  Geburt  des  Herrn,  wobei  zum  ersten
Mal  in  der  hl.  Weihnacht  die  Friedensklänge,  das
Gloria  in  excelsis  Deo,  in  der  neuen  Kirche  ertönten.

Der  Jahresbericht  über  die  Missionsthätigkeit  der
Weißen  Väter  im  Berichtsjahre  1899/1900  theilt
über  die  Entwickelung  des  apostolischen  Vikariats
Unyanyembe  u.  A.  Folgendes  mit:

Vor  einigen  Jahren  starb  Ndega,  König  von
Uschirombo,  derselbe,  der  unsere  Missionare  in  sein
Land  gerufen  und  ihr  Werk  nach  Mitteln  und  Kräften
  zu  unterstützen  versprochen  hatte.  Sein  Nachfolger
  wurde  sein  Sohn  Robert,  einer  unserer
Neophyten.  Ein  Theil  der  heidnischen  Bevölkerung
jedoch  brachte  der  Thronbesteigung  dieses  christlichen
Negerfürsten  gar  wenig  Interesse  und  Begeisterung
entgegen,  zumal  Robert  sich  von  Anfang  an  als
entschiedenen  Gegner  der  Zauberer  und  ihrer
schwarzen  Künste  zeigte.  Robert  mußte  Amt  und
Würden  abtreten  an  seinen  Bruder  Konstantin,  der
zwar  auch  Christ  war,  aber  in  der  Verurtheilung
des  Zauberwesens  weniger  streng  zu  Werke  ging.
Nun  hat  Robert,  der  sich  geistig  und  körperlich  vollständig
  rüstig  glaubte,  vor  einiger  Zeit  bei  der  deutschen
  Behörde  in  Tabora  Beschwerde  geführt.  Ein
Regierungsvertreter  wird  nun  nach  Uschirombo  kommen,
  um  den  Streit  zu  schlichten.  Aber  trotz  dieser

 

364  —.

kritischen  politischen  Lage  schreitet  das  Werk  Gottes
rüstig  voran.  Bei  der  letzten  feierlichen  Taufe  wurden
65  Erwachsene  in  den  Schoß  der  Kirche  aufgenommer,
Unter  letzteren  befanden  sich  auch  Schimbulu,  Hämwtling
  des  kleinen  Distrikts  Bukwaya,  welcher  115
Stunden  von  der  Mission  entfernt  liegt.  Sehr  gestiegen
  ist  im  verflossenen  Berichtsjahr  die  Zahl  der
Sklaven,  die  entweder  selbst  bei  uns  Zuflucht  suchten
oder  aber  nach  ihrer  Befreiung  von  Seiten  der
Regierung  uns  von  letzterer  zugeführt  wurden.  —
Die  Station  Sankt  Michael  in  Msalala  wurde  im
verflossenen  Berichtsjahre  schwer  geschädigt  durch  den
Tod  ihres  Oberen,  des  hochw.  P.  Gosseau.  Von
ihm  darf  man  in  Wahrheit  sagen,  daß  er  im  heißesten
Kampf  dahingerafft  wurde,  schreibt  Bischof  Gerboin
—  Der  neue  Obere  von  Msalala,  P.  van  der  Wee,
schreibt:  „Die  Eingeborenen  und  die  Häuptlinge
halten  darauf,  freundschaftliche  Beziehungen  zu  den
Missionaren  zu  unterhalten.  Wimu  hat  uns  alle
seine  Mannen  zur  Verfügung  gestellt,  um  das  für
unsere  Bauten  nöthige  Gehölz  zu  hauen,  und  die
Häuptlinge  des  Kahama  besorgen  den  Transport  zur
Mission.“  —  Aus  Sankt  Joseph  in  Ndala  schreibt
Pater  Müller:  „Wollten  wir  Alle,  welche  die  hl.  Taufe
verlangen,  anhören,  so  wäre  unsere  Kirche  viel  zu
klein.  Aber  wir  lassen  zu  diesem  entscheidenden
Schritt  nur  jene  zu,  welche  gut  über  unsere  heiligen
Lehren  unterrichtet  sind,  und  welche  wir  mehrere
Jahre  hindurch  geprüft  haben,  die  somit  die  genügende
  Sicherheit  für  ein  recht  christliches  Leben
bieten.“"  —  In  der  Mission  Sankt  Antonius  von
Padua  in  Urundi  ist  eine  Wendung  zum  Bessern  im
Benehmen  der  Eingeborenen  zu  konstatiren.  Der
Eifer  im  Besuche  des  Unterrichts  liefert  den  besten
Beweis  dafür.  —  Die  junge  Mission  Heiliges  Herz  Jesu
in  Mugera  hatte  mit  besonderen  Schwierigkeiten  zu
kämpfen.  Zweimal  schon  giug  sie  in  Flammen  auf.
Die  Missionare  bauten  sie  jedesmal  mit  unverdrossenem
Muthe  wieder  auf  und  benutzten  alle  Gelegenheiten,
um  das  Vertrauen  der  Heiden  zu  gewinnen.  Sie
haben  bereits  eine  beträchtliche  Anzahl  recht  eifriger
Katechemunen  um  sich  gesammelt.  —  Das  Vikariat
zählt  augenblicklich:  49  Katechisten,  1342  Neophyten,
etwa  6000  Katechumenen,  6  Schulen  mit  150  Knaben
und  30  Mädchen.  Im  verflossenen  Jahre  zählte
man:  227  Taufen  von  Erwachsenen,  60  Kindertaufen,
84  Taufen  in  articulo  mortis,  42  Ehen.  45  372
Kranke  wurden  verpflegt  in  6  Hospitälern  oder
Apotheken.

 

Wie  der  „Stern  von  Afrika“  berichtet,  brach  der
apostolische  Präfekt  von  Kamerun,  P.  H.  Vieter,
mit  Br.  Jäger  am  27.  Januar  d.  Is.  ins  Innerc
auf,  um  die  längst  geplante  Missionsstation  in  Daunde
zu  errichten.  Laut  den  letzten  Nachrichten  sind  die
beiden  Missionare  wohlbehalten  an  ihrem  Bestimmungsorte
  angekommen,  und  marschirte  P.  Hoegen  mit
15  Trägern  von  der  Küste  ab,  um  den  Präfekten  bei
Gründung  der  Station  zu  unterstützen.  —  Am
        <pb n="417" />
        —  366  —

10.  April  ging  aus  dem  Missionshause  zu  Limburg
vieder  eine  Expedition  nach  Kamerun  ab,  bestehend
ms  zwei  Priestern  und  zwei  Laienbrüdern.

Aus  fremden  HAolonien  und
Produhtionsgebieten.

Aubenhandel  Britisch-Indiens  in  den  Monaten
April  zgoo  bis  Jannar  100).

 

 

Einfuhr.
April  bis  Januar
1899/1900  1900/1901
Werth  in  Rupien
1.  Lebende  Thiere  .  2750  354  4400  388
2.  Lebensmittel  und  Getranie:
a)  Zucker  28  463  182  45  750  874
b)  andbere  Waaren.  47  545  6“77  54  798  689
3.  Metalle  und  Metallwaaren:
a)  Eisenkurz=  und  Messerschmiedewaaren
  7  -
plumthaaren..1323868615184744
l)Metalle.  3679573150559707
chaichknen..  2121784818219601
d.  Eisenbahnmaterial  außer
Regierungsbedarf).  .  25427  811  10271740
4.  Chemikalien,  Drogen,  Arz—
neien,  Narkotika,  i  und
Gerbemittel  .  16  058  643  18  307727
5.  Oele:
a)  Mineralöle  23  475  560  26264  894
b)  andere  Oele.  2:096  420  2  464  471
3.  Rohmaterial  u.  unbearbeitete
Artikel  .  31  991  062  31  923  603
7.  Ganz-  und  Halbfabrikate:
a)  Baumwollengarn  20  477  954  20  419  309
bi  baumwollene  Zeugwaaren  221  213  622  208  666  202
c)  andere  Waaren  104  716  556  112  411  661
Jesammtwerth  d.  Waareneinfuhr  595  469  105  619  643  610
Gold  78  945787  88  725  501
Silber.  81  102  235  36241  500
Zusammen.  755  517  127  744  610  611
Ausfuhr.
April  bis  Januar
1899/1900  1900/1901
Werth  in  Rupien
1.  Lebende  Thiere  .  1  617  881  1  776  308
2.  Lebensmittel  und  Getränkea)
  Reis  92  060  575  93  006  024
b)  Weizen  und  Wethemweh  42  496  528  3433  955
c,e  Thee  88  432  879  90280  468
4/  andere  Artikel.  .  30  575  911  20  481  153
3.  Metalle  und  Metallwaaren.  1·724  312  4010  254
1.  Chemilalien,  Drogen,  Arz-  «
neien,  Narkotika,  Färb=  und
Gerbemittel:
a  Onpium  .  66  970  196  81  046  287
b  Indigo  20  117  180  12  580  083
Jßch  andere  Artikel.  11  248  556  10  783  014
5.  Oele  6770  232  5  468  900
6.  Rohmaterial  u.  unbearbeitete
Artikel:
a)  Baumwolle  78  658  422  70  505  807
Lben  dut  ..  71  462  5321  94  458  330
en  Oelsaat  ..  87  510  677  77772337
d,  andere  Artikel  99  805  338  105  221  369

 

April  bis  Januar

 

 

1899/1900  1900/1901
Werth  in  Rupien

7.  Ganz=  und  Halbfabrikate:
a)  Baumwollengarn  60  306  365  31  827256
b)  baumwoll.  Zeugwaaren  11  077  614  12601  544
c)  andere  Artikel.  103  926  751  127  995  133
Gesammtwerth  d.  Waarenausfuhr  874  761  938  843  248222
Gold.  20  017741  38  132364
Silber  .  52  873  434  31  098  636
Wiederausfuhr  fremder  Waaren  27  183  790  26  622  406
Zusammen  .  974  836  903  939  101  628

(The  Board  of  Trade  Journal.)

Perschiedene  Mittheilungen.

Wirthschaftlicher  Werth  der  Tbeekultur  für  die
deutschen  Rolonien.

In  den  „Beiheften  zum  Tropenpflanzer"  schreibt
Dr.  Schulte  im  Hofe  am  Schluß  einer  ausführlichen
  Arbeit  über  die  Kultur  und  Fabrikation  von
Thee  in  Britisch-Indien  und  Ceylon:

„Wie  ich  bei  Besprechung  der  geschichtlichen  Entwickelung
  der  Theekultur  in  Indien  ausgeführt  habe,
dauerte  es  viele  Jahre,  bevor  diese  Industrie  festen
Fuß  gefaßt  hatte,  um  dann  in  den  letzten  Jahrzehnten
  in  Indien  sowohl  als  wie  in  Ceylon  sich
ganz  rapide  auszudehnen.  Heute  betheiligt  sich
England  in  diesen  beiden  Ländern  mit  50  péCt.  an
der  Weltproduktion,  die  im  Jahre  1899  rund
263000  000  kg  im  Werthe  von  307  000  000  Mk.
betrug.  2  750  000  kg  im  Werthe  von  4⅛/  Millionen
Mark  wurden  hiervon  in  Deutschland  konsumirt.

Ganz  selbstverständlich  drängt  sich  uns  bei  diesen
Zahlen  die  Frage  auf,  ob  wir  nicht  auch  in  unseren
deutschen  Kolonien  Thee  bauen  können,  ob  es  nicht
auch  für  Deutschland  angebracht  ist,  diese  Kultur  in
unseren  Kolonien  einzuführen.

Daß  in  verschiedenen  Distrikten  der  deutschen
Kolonien  der  Thee  nicht  nur  gut  gedeihen  wird,
sondern  daß  Klima  und  Bodenverhältnisse  in  günstigen
Höhenlagen  derart  sind,  daß  man  auch  mit  Sicherheit
  auf  eine  gute  Qualität  rechnen  darf,  dies  unterliegt
  für  mich  keinem  Zweifel.

Schwieriger  aber  ist  es,  die  Frage  zu  beantworten,
  ob  man  in  der  Lage  sein  wird,  bei  Einführung
  der  Theekultur  in  deutschen  Kolonien  mit
den  englischen  Pflanzungen  in  Indien  und  Ceylon
zu  konkurriren.  Unter  den  augenblicklichen  Verhältnissen
  würde  ich  diese  Frage  verneinen.

In  den  Theedistrikten  Indiens  und  Ceylons
liegen  nämlich  die  Arbeiterverhältnisse  viel  günstiger
als  wie  zur  Zeit  in  unseren  Kolonien,  die  für  die
Theekultur  in  Frage  kommen  könnten.  Während
unsere  Pflanzungen  nur  auf  männliche  Importarbeiter

angewiesen  sind,  wandern  in  die  Theedistrikte  Indiens

und  Ceylons  ganze  Familien  aus.  Da  aber  auf  den
Theepflanzungen  ein  großer  Theil  der  Arbeit  durch
        <pb n="418" />
        —  366

die  weit  billigeren  Frauen-  und  Kinderhände  ausge—
führt  werden  kann  und  nur  die  schwereren  Arbeiten
den  theureren  Männern  zufallen,  so  würde,  so  lange
in  unseren  Kolonien  nur  Männer  zur  Arbeit  herangezogen
  werden  können,  schon  hierdurch  die  Arbeitsleistung
  wesentlich  mehr  kosten.  Dazu  ist  in  Indien
und  Ceylon  der  Arbeitslohn  bedeutend  niedriger  als
wie  in  den  betreffenden  deutschen  Kolonien.

Anders  werden  sich  die  Verhältnisse  gestalten,
sobald  in  Kamerun  die  Küste  mit  dem  Hinterland,
das  Kamerun=  und  Bakossygebirge  mit  dem  so  stark
bevölkerten  Baliland  durch  eine  Bahn,  und  sei  dieselbe
  noch  so  primitiv  und  der  Verkehr  noch  so
langsam,  verbunden  wird.  Schnell  wird  der  Farbige,
wie  dies  auch  in  anderen  Ländern  der  Fall  war,
sich  an  dies  bequeme  Besörderungsmittel  gewöhnen,
und  im  Bakossygebirge  wird  man,  deß  bin  ich  ganz
gewiß,  nicht  nur  durch  niedrigere  Arbeitslöhne  für
Männer,  sondern  auch,  gleich  Indien  und  Ceylon,
durch  Frauen=  und  Kinderhände  die  Produktionskosten
  verringern  können.  Haben  wir  dieses  erreicht,
so  können  wir  in  diesen  Distrikten  sicherlich  mit  Indien
  konkurriren.  Denn  gerade  die  Bakossygebirge
dürften  sich  vorzüglich  für  die  Theekultur  eignen.

Doch  noch  eine  andere  Frage  ist  hier  zu  berücksichtigen.
  Bei  der  gewaltigen  Ausdehnung  der  Theekultur
  in  Indien  und  Ceylon  macht  sich  bereits  eine
Ueberproduktion  fühlbar,  und  schon  glaubt  man,  die
Pflanzer  mahnen  zu  müssen,  die  Theeproduktion  einzuschränken
  bezw.  nicht  mehr  weiter  anzupflanzen,  da
anderenfalls  ein  weiteres  Fallen  der  Theepreise  nich
zu  verhindern  und  die  Rentabilität  der  Pflanzungen
in  Frage  kommen  könne.  Diese  Mahnung  bezieht
sich  aber  auf  den  Quantitätsthee,  das  ist  auf  den
billigen  Thee  der  niederen  Lagen.  Von  dem  Anbau
derartiger  Thees  in  unseren  Kolonien  würde  ich  aber
überhaupt  abrathen.  Die  Theegärten  der  höheren
Lagen,  die  bei  geringer  Ausbeute  pro  Hektar  ein
besseres  Produkt  in  den  Markt  senden,  arbeiten  auch
heute  noch  mit  gutem  Nutzen.  Und  nur  die  höheren
Lagen  kämen  in  unseren  Kolonien  für  die  Theekultur
in  Betracht,  zumal  in  den  betreffenden  Niederungen
der  Kakao  ganz  vorzüglich  gedeiht.

Für  Indien  und  ganz  besonders  für  Ceylon
dürfte  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen  sein,  daß,
gleichwie  einst  die  Hemileia  vastatrix  die  Kaffeekultur
  Ceylons  zu  Grunde  richtete,  auf  dem  armen
Boden  mancher  Theedistrikte  auch  der  Theestrauch
sein  üppiges  Wachsthum  einstellen  wird  und  daß
derselbe  alsdann,  durch  Mangel  an  Nahrung  entkräftigt,
  den  Schädlingen  keinen  genügenden  Widerstand
  mehr  leisten  kann.  Hierdurch  würden  der
weiteren  Ausdehnung  der  Theekultur  die  natürlichen
Grenzen  gezogen  werden.

Wenn  nun  auch  aus  obigen  Gründen  von  der
Anlage  größerer  Theepflanzungen  vorläufig  abzurathen
  ist,  so  würde  ich  aber  auch  unter  anderen
Verhältuissen  nicht  eher  dazu  rathen,  bis  die  Theekultur
  in  der  betreffenden  Kolonie  praktisch  als  lohn- 



bringend  erwiesen  ist.  Denn  bevor  man  eine  größ
Pflanzung  anlegt,  zumal  wenn  es  sich  um  eine  Dau
kultur  handelt,  deren  Rentabilität  erst  nach  mehrer
Jahren  erwiesen  werden  kann,  muß  zunächst  du
praktische  Versuche  der  Beweis  erbracht  werden,  d
1.  die  betreffende  Kultur  bezw.  Pflanze  gut  gedei
2.  die  Produktionskosten  nicht  zu  groß  find  u
3.  ein  lohnendes  Absatzgebiet  vorhanden  ist.  D
sind  die  Kardinalfragen,  die  bei  Einführung  eir
neuen  Kultur  zunächst  gelöst  werden  müssen.
halte  es  deshalb  für  äußerst  wichtig,  daß  in  unser
Kolonien  und  vor  Allem  in  Kamerun,  wo  die  V.
bedingungen,  so  weit  es  Klima  und  Boden  betrir
äußerst  günstig  sind,  möglichst  bald  eine  kleine  Th
versuchspflanzung  angelegt  wird.  Denn  es  daut
fünf  bis  acht  Jahre,  diese  Frage  praktisch  zu  er
scheiden.  Im  Laufe  dieser  Jahre  werden  sich  ?
Arbeiterverhältnisse  in  Kamerun  hoffentlich  dergeändert
  haben,  daß,  wenn  die  Versuche  günst
ausfallen,  was  ich  sicher  glaube  annehmen  zu  dürfe
man  nicht  länger  säumen  wird,  größere  Theepfla
zungen  anzulegen.

Da  sich  aber  die  Arbeiterverhältnisse  nur  dar
günstig  gestalten  können,  wenn  das  Hinterland  leic
zu  erreichen  ist,  so  ist  auch  hier  die  erste  Vorbed#
gung  eine  Bahn  ins  Hinterland  von  Kamerun.“

—————————zbxb

Titteratur.

Dr.  E.  Esch:  Der  Vulkan  Etinde  in  Kamerun  un
seine  Gesteine.  (Sitzungsberichte  der  Königli
Preußischen  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin.

Die  Arbeit  behandelt  die  Gesteine  eines  Vul
kans,  der,  obwohl  dicht  an  der  Kamerunküste  gelegen
bisher  von  den  Reisenden  wenig  beachtet  ist.  Ge
legentlich  der  Reisen,  die  er  im  Auftrage  der  Koloniol
Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  in  Kameru#
unternommen  hat,  ist  Dr.  Esch  der  erste  gewesen,  den
es  geglückt  ist,  den  Gipfel  des  Etinde  zu  erreichen.

Archiv  für  Schiffs=  und  Tropen-Hygiene
J.  A.  Barth,  Leipzig.

Das  Maeiheft  1901  der  bekannten  Fachzeitschrif
enthält  außer  einer  Reihe  von  Besprechungen  unt
Litteraturangaben  eine  Originalabhandlung  von
Professor  Dr.  B.  Fischer  „Zur  Frage  der  sogenannten
remittirenden  Fieber  der  wärmeren  Länder“  und  eine
solche  von  Dr.  J.  H.  F.  Kohlbrügge:  „Bemerkung  zur
Malaria-Mückentheorie  in  Bezug  auf  die  lebten
Mittheilungen  von  Eysell  und  Plehn.“

 

Oberleutnant  A.  v.  Müller:  Der  Befreiungslame'
der  Buren  1900  bis  1901.  I.  Theil:  Uebersich
über  die  Kriegslage  und  über  die  beiderseitiger
Streitkräfte,  September-Oktober  1900.  Die  vor
bereitenden  Kämpfe  und  der  Uebergang  zur  Offen
        <pb n="419" />
        —  367  —

sive  seitens  der  Buren.  Der  Einfall  in  die  Kap=  Marinepfarrer  R.  Schneider:  Leben  und  Treiben
kolonie,  Dezember  1900.  Mit  zwei  elkizzen.  an  Bord  S.  M.  Seekadetten=  und  Schiffsjungen-Mk.
  1,20.  Liebelsche  Buchhandlung,  Berlin.  FSchurschiffen.  29  Abschnitte  mit  147  Textabbildungen,
Der  Verfasser  läßt  seinem  abgeschlossenen  Werke  1  Porträt  des  Prinzen  Adalbert  von  Preußen  und
„Der  Krieg  in  Südafrika“  eine  Darstellung  der  noch  1  Tafel  mit  Segel-  und  Takelriß.  Mk.  4,—.
andauernden  Kämpfe  nach  der  Annexion  der  Buren-  J.  F.  Lehmanns  Verlag,  München.
staaten  durch  England  folgen.  Von  dieser  nach  den  An  der  Hand  photographischer  Momentaufnahmen,
besten  Quellen  bearbeiteten  Darstellung  liegt  nun  der  die  ernste  und  heitere  Szenen,  einfache  und  schwierige
erste,  bis  Ende  Dezember  1900  reichende  Theil  vor.]  Situationen  aus  dem  Bordleben  zur  Darstellung
Er  enthält  u.  A.  eine  Darlegung  der  Reorganisation  bringen,  schildert  das  Buch  die  Vorkommnisse,  die
der  Burenstreitkräfte,  die  den  Schlüssel  zu  dem  ein  Seekadett  oder  Schiffsjunge  an  Bord  erlebt.
Emporraffen  der  Buren  bietet,  und  eingehende,  bis=  Die  Schilderungen  sind  durchweg  dem  Leben  enther
  noch  wenig  bekannt  gewesene  Schilderungen  der  nommen  und  von  einem  Kenner  der  Verhältnisse  gegrößeren
  Gefechtshandlungen.  wandt  und  fesselnd  entworfen.  Dem  Buche  ist  ein
Anhang  beigegeben,  der  die  Offizier=  und  Unteroffizierlaufbahnen
  beschreibt,  wie  sie  sich  nach  dem  Eintritt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schuegebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Vriefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  24.  Mai,  7.  Juni  Tanga  17—20  Tage
(deutsche  Schiffe)  90  vms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.am  17.,  21.,  24.  Mai,
Brindisi  am  26.  Mai,  9.  Juni  Tanga  18  Tage  4.,  7.,  14.  Juni.
1.  Deutsch-Gftafrika.  (englische  Schiffe)  1009  abds.  Dar-es-Salm  19  Tage0#b
Brindist  am  19.  Mai,  16.  JuniSansibar  20  Tage
(englische  Schisse)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(kranzösische  Schisfe)  40  nms.  10#  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  70  abds.
(deuische  Schiffe)
Southampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  Mts.  932  abds.
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  *-*;  am  25.  jedes  Mts.  Lome  25  Tage  am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
2.  Dogo.  (deutsche  Schiffer
(Ueber  Liverpool  oder  Nolterdam.  am  30.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  28.jed.  Mts.  1#  abds.
;  (deutiche  Schiffe
Learit  eeden  Liverpool  am  30.  Mai,  20.  Juni  Klein-Popo  33  Tage  am  28.  Mai,  18.  Juni
Absenders.)  (englische  Schiffe)  10  Ums.
«  Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  8.  jedes  Monats
(kranzösische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10#  abds.
Bordeau  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monats
(französische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.

 

 

3.  Deutsch-übwestafrika  Southampton  .  am  1.,  29.  Juni  Lüderitzbucht  20  Tage  am  31.  Mai,  28.  Juni
(ach  Kectmanshoop,  Gibeon,  (el.  Schife  bis  sarvv  40  ms.  Swakopmund  23  Tage  10  ums.

—““—

ee  weiter  alle  ##  Hamburg  am  22.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  22.  jedes  Monats

 

 

 

EEEEIGLESGCCGc4  IIICkIIIX
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  7½  abds.
E—*n..  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.  jed.  Mts.  9##  abds.
eutsche  Schiffe,
4.  Zamerun.  Hamburg  ggam  25  jedes  Monats  Duala  36  Tage  am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
(deutsche  Schiffe)
Botterdam  am  30.  jedes  Monats,  Duala  31  Tage  am  28.  jed.  Mts.  12  ums.
(deutsche  Schiffe)
Liverpool  am  5.  Juni,  3.  Juli  Duala  19  Tage  am  3.  Juni,  1.  Juli
(englische  Schiste)  J  i  10hm.
5.  Marshall-  Juseln.5  Brindisi  am  9.  Juni  100  abds.  Jaluit  47  Tage  am  7.  Juni  10#  abds.

(englische  Schiffe)
        <pb n="420" />
        —  368  —

 

—  —  —  —  —  —  —  —  –––-  —  ——.—

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briese  mussen  aus
K  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

trn  leaßge  sam  19.  Mai  abends  Herbertshöhe  46  Tage  am  17.  Nat  105  abds.

FE  ber  r  "ner  Stephansort  49  Tage
(deutsche  Schiffe)  am  29.  Mai  90  abbs.Friedr.  Wilhelmshafen  39  2gh  am  27.  Mai  105  abds.
über  Singapore

—  —  —  —  —  —  —-  —  —.  ·  —  —  —  ––––..—

6.  Deutsch-Uen-Sninea.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  am  19.  Mai  abends  Bap  52  Tage  am  1..  Mai  102  abds.
7.  Rarolinen.  lenglische  Schiffe)
Brindisi  am  9.  Juni  100  abds.  ap  69  Tage  am  7.  Juni  103  abds.
(englische  «  Schiffe)  onape  57  Tage
SBriefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich
8.  Marianen.  —-  nach  Sapan.  "
Neap  am  29.  Mai,  12.  Juni|Tsingtau  34  Tage  am  27.  Mai,  10.  Juni
9.  Alautichon  Eece  Schise);  99eds  10  abends
'  '  Man  jeden  Sonntag  Tsingtau  87  Tage  jeden  Freitag
F  #  rn,109  abnds  10#  abends.
10.  Samo.  uernstor  am  19.  Mai,  9.  Juni  #Apia  25  Tage  am  17.  Mai,  7.  Juni
San  Francisco)  10  ums.

 

 

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schnegebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  #  i  Jälig  —  Landungs-  Die  Pe  P%  na  fanig
Von  hafen  Von  hafen  Berlin
Neapel...  am  15.-,  30.-Mail  Cogo  ···  Plymouth.  am  2.  Mai
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sidampf  von  nach  bis  13.  Mai  1901
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„Adolph  Woermann"  Hamburg  s  Kriegsschiffhafen  am  13.  Mai  ab  Southampton.
„Alexandra  Woermann“  Loango  Hamburg  am  8.  Mai  in  Accra.
„Aline  Woermann"  Lüderitzbucht  HOamburg  am  10.  Mai  in  Accra.
„Anna  Woermann  .  ..  Swakopmund  Hamburg  am  12.  Mai  in  Madeira.
„Carl  Woermann  Hamburg  Kotonou  am  9.  Mai  in  Kotonou.
„Eduard  Bohlen“  .  ..  Massabe  Hamburg  am  28.  April  in  Hamburg.
„Ella  Woermann"  Conakry  Hamburg  am  12.  Mai  Dover  passirt.
„Ernst  Woermann  .  ..  Loango  Hamburg  am  7.  Mai  in  Kamerun.
„Gretchen  Bohlen"“  Swakopmund  Hamburg  am  2.  Mai  ab  Swaklopmund.
„Hans  Woermann“"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  20.  April  in  Lagos.
„Hedwig  Woermann“  Manoh  Hamburg  am  6.  Mai  ab  Sierra  Leone.
„Helene  Woermann“  Hamburg  Kriegsschisshasen  am  5.  Mai  in  Kamerun.
„eanrette  Woermann“  Benguella  n!  Hamburg  am  8.  Mai  in  Bonny.
„Kurt  Woermann  Hamburg  1  Benguella  am  10.  Mai  in  Las  Palmas.
„Lothar  Bohlen  ..  Hamburg  #  Loanda  am  8.  Mai  in  Kamerun.
„Lulu  Bohlené  Hamburg  Kotonon  am  11.  Mai  in  Teneriffe.
„Marie  Woermann“#  Hamburg  l  Lüderitzbucht  am  6.  Mai  in  Swakopmund.
„Melita  Bohlen  44  Kotonou  -  Hamburg  am  13.  Mai  in  Hamburg.
„Paul  Woermann"  Loanda  1  Hamburg  am  10.  Mai  in  Casablanca.
„Professor  Woermann“  Kotonou  T  Hamburg  am  12.  Mai  Dover  passirt.
„Thekla  Bohlen“  .  .  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  30.  April  in  Teneriffe.
„Hernösand  .  ..  Hamburg  Sherbro  am  8.  Mai  in  Las  Palmas.
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Windhoek  ist  unter  Nr.  5  die  Firma
A.  Liebenstein
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann

Albert  Liebenstein  in  Windhoek
heute  eingetragen  worden.  (61)

Windhoek,  den  28.  März  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister  Abtheilung  A
des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts  zu
Windhoek  ist  heute  unter  Nr.  4  die
Firma  (69)

C.  Becker  in  Rehoboth
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Carl  Becker  eingetragen  worden.
Windhoek,  den  28.  März  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung.

Die  Firma  C.  Ohlsen  in  Gobabis
ist  unter  gleichzeitiger  Eintragung  des

weiggeschäftes  in  Aminuis  vom

irmenregister  Nr.  4  in  das  Handelsregister
  Abtheilung  A  unter  Nr.  6
übertragen  worden.  (63)

Windhoek,  den  28.  März  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

 

 

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Den  Deutchen  in  Au-lunde  werden  diesellen  billigen  Preike.  Vortheile.  Vomnüge  p.  p.
Kedboten.  weluh-  dee  inländischen  Mtalirder  ###io#  Wanurenhaus,  s  über  3§.1000)  geniesse.

bi-  b-  wahrten,  sich  allgemein  Anerkennung  erfreuende"  Pinrichtungen  des  Waarenbau#se“
  bürgen  für  dee  denkbar  zeillste  und  zuverlissiktste  Austührung  jed-s  Auftrazes.

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Botter,  Käüs  p  P.)  und  Fleischwaaren  z.  B.  Wuist,  Schinken  pp.ringt  das  Wenr#haus
Couserirung-methoden  zur  Auwendung.  die  sich  s.llst  in  den  heissesten  subirepischen
Lind-#n  vo  kommen  bewahrt  haben.  Die  Conserven  aller  At  entstaummen  nur  den  luistungsf#igstn
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Das  Wasr##nhaus  Sorgt  stefts  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nach
eber  eeischen  Ländern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  Kklein#  Spesen
und  Vercrkung-kosten  Gegenstinde  beizusck  liess.  u.  welcle  dem  Waarenhause  eventuell  von
Verwandten  und  liekannt-  der  ausindischen  Berteller  „m  ur  Misendunun  Ubenel  en  werd.  n.

Seesendungen  werd.n  am  besien  hLei  Absendung  fra#kirt  (zu  L#sten  des  liestellers),  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hier  revidiutt  und  sont  die  Lesteller  jaer  ?  eiteren  Controleüb-rhoben
  werden.  Ii--  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  nachstehenden
  Zahlungsbedingungen.

Aorfnahmbediogungen:  10  Mark  Ffür  eine  Kanferlanbaisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitglied-#n  erwachren  aus  ilrer  Mitgliedscha  t  keinerlt  Verbflichtungen.

Die  jährlich  erscheinend--#r#  Preislisten.  Nachtrage,  Verkch'eserlLichterungen  we##den  nacl.
Esebeinen  den  Mitplidern  im  Auslande  plnktli  h  und  frei  zugesandt.  (97)

Zahlunusbedingungen:  Crrielktung  eines  Centos  derch  Bareinzahlung  oiler  Accreditiv
  auf  ein  gut-s  Bon-haus  vor  Abeendunz  er  bestelllen  Wuaren  Sder.  vo  angangig,  Versendung
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5.  Huflage.
Wit  einem  Blidnis'e  des  Uerfasser".

Geb.  M.  9.  —,  geb.  M.  I1.—.

D“  Werk  lesell  von  der  ersten  bvie
zur  letzten  Seite.  Kein  anderes  Geschichtswerk
  kann  dem  Deutechen  mehr
zu  herten  sprechen,  an  diese  „MeirgVeechichte
  in  Umriesen“:  Die  herng.
nahme  aufl  die  Gegenwarr,  die  VerçGleidche
  mit  dereelben,  die  der  Uerasser
anstellt,  verleihen  dem  Buche  ein  eindringlicheo
  Intereeee  und  vegen  wieder  und
wleder  den  Lesenden  an,  aus  der  Lektüre
  dee  Buches  das  eigene  Urtbel!
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Berlin  S8W.,  Kochstraße  68—71.

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Königlichen  Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW##,  Kochstraße  68—11.

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382

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1862.
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den
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Ceber  grössere  Lichfanfagen  bitte  anzufragen.
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  und  Ungeschicklichkeiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
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Kegelmössige  Postdampfschiffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

Am  18.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Ihreke,
via  Antwerpen  Dnach  Tenerifte,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elftenbeinküste,  Acc:
Kongo  und  Angola.

Am  22.  Mai:  P.  D.  „Eduard  Bohlen“,  Capt  Iversen,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Mai:  P.  D.  „Paul  Woermann“,  Capt.  J.  Meyer,
via  Rotterdam  nach  Liberia,F  Accra,Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamer
und  Congo  Frangçais.
Am  1.  Juni:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Spiesen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Ben

Am  5.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Maurer,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Lecne,  Sherb

Am  9.  Juni:  P.  D.  „Otto  Woermann“,  Capt.  R.  Krohn,
nach  Bathurst,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Dieser  Dampfer  laudet  Pulver  für  die  Plitze  der  West-  und  Südwestktiste.
Am  10.  Juni:  F.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt.  Jensen,
ria  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,!  Axim,  Secondee,  Cape  Coast,  Accr:
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji.  Plantation,  *  Krib#-  und  Fernandeo  Pe
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

Alle  Güter  müssen  zicei  Tage  vor  dem  459angsdafum  bis  12  Uhr  mittags  Tängeseice  sei

Näberes  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*!  Nur  für  Post  und  L’assagiere.  (u)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/3.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

..  mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburgs:  ab  Neapel

 

 

 

R.  P.  D.  „Reichstag“,  Capt.  Kley  (Iahrplanmässige  Reise  No.  11a)  22.  M  7.  Juni
R.  P.  D.  „Gundesrath“,  Capt.  Carstens  (  „  „  13a)  (I9.  Jum  5.  Juli

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Kilwa,  Lind
Mikindani,  lbo,  Morambique,  Chinde,  Beira  und  Guelimane.  ab  Bamburg:  ab  Nespel:

R.  P.  D.  „König",  Capt.  Doherr  (Iahrplanmässige  Reise  No.  11).  5.  Juni  .  Juni

mit  Passagieren  nuch  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagiere
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  ab  Bamburg:  ab  Neapel.

R.  P.  D.  „Admiral“,  Caprt.  (laut  abgeändertem  Fahrplan)  Ul.  Juni  23.  Juni
mit  Passagieren  und  Ladung  nuch  Kapstadt,  Port  Elizabeth.  East  London,  Durban  und  Deiagoabay.
Die  Dampfer  Raben  vorzitptiche  Efinricietner  Jas  Iustchtere  in  (tlen  Kussen.
Dirnrckter  Durchrerkehr  von  binnendeutschen  Pilaitzen  uuch  smmtlichen  Anlaufhfen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (20)
In  Hambuerg  wegen  Passage  die  Jmô#r-Amerik-  Linie,  Abtheilung  Personen  Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  TLeutsche  Ost-4#rif#a-  Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reicheustrusse  250V3.

Verantwor:  üicher  Redakieur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Mai  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszeseben  in  der  Kolonial-Ablheilung  bes  Auswärligen  Amis.

sie——..—

Anmmer  II.

*——  werd  als  S  die  —  einmal  vierte  —8  rlich
aus  den  deutse  ieten“,  herausgegeben  von  Dr.
#c  rekeln  2##.Der  viertel  ährliche  e  un  d  La  Kolonialblatt  mit  den  Bei  u  beträgt  beim  Bezuge  durch  q  ost  und  die
nsen  Mk.  3.—  unter  Streifband  durch  die  Verlagzsbuchandsung  Mk.  83,50  für  sien  Geird  nschr  der  deuts  en  ebiete  uh
Irrercrih  ·  a#n.  Mk.  3.75  für  die  Länder  des  Weltpostvereins  nsendungen  un  nsrag  en  find  an  die  Köni  Kliche  uch  *  lun
#½#st  Slre#ers  Eos.  und  Sohn,  Berlin  S8W  14,  Kochstr.  66—71.  zu  richten.  (Eingel#  n  der  Beitung#ePreiel  ste  für  1.  1  unter  Nr.

xu  Jahrzang..

—  erscheint  in  der  —  am  1.  und  *8  edes  Wo
ellungen  von  Forschungareisenden  und

zgeriin,  1.  Juni  1901.

—  —  —

 

 

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  385.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen
bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  März  1901  S  385.  —  Personalien  S.  386.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  386.  —  Deutsch-Ostafrika:  Deutsch-ostafrikanische  Besirksämter
  und  Stationen  im  Berichtsjahre  1899/1900  (IV)  S.  387.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  390.
Togo:  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  390.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Ueber  die  Fortschritte  des  Eisenbahnund
  T  aphenbaues  S.  391.  —  Der  Molenbau  in  Swakopmund  S.  391.  —  Marshall-Inseln:  Jahresbericht
der  Jaluitgesellschaft  für  1900  S.  391.  —  Samoa:  Kopfsteuer  in  Samoa  S.  392.  —  Jahresbericht  der.  deutschen
Handels=  und  Plantagengesellschaft  der  Südsee-Inseln  zu  Hamburg  für  1900  S.  392.  —  Aus  dem  Bereiche  der
Nissionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  393.  —  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktions-=gebieten:
  Zuceererzeugung  in  Britisch-Centralafrika  S.  395.  —  Schiffsverkehr  Sansibars  im  Jahre  1900  S.  395.
—  Außenhandel  von  Französisch-Guinea  im  Jahre  1900  S.  396.  —  Erzeugnisse  e  der  Kolonie  Senegal  S.  396.  —
Polltri  fänderungen  in  Sierra  Leone  S.  396.  —  Zolltarifänderungen  für  die  Kolonie  Goldküste  S.  396.  —  Der

mfaserhandel  in  Algerien  S.  397.  —  Verbot  der  Einfuhr  und  des  Verkaufs  von  Spirituosen  in  den  Binnengegenden
  des  Schutzgebietes  von  Süd-Rigerta  S.  397.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Jahresbericht  des
Rolonial-Wirthschaftlichen  Komitees  für  1900/1901  S.  397.  —  Litteratur  S.  399.  —  Schiffsbewegungen  S.  400.
—  Verkehrs-=  Nachrichten  S.  401.  —  Ayzeigen.

 

 

Amtlicher  Theil.
Gesete;  Bervrdnungen  der  Keichsbehörden;  Verträge.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Ter  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von
den  Monat  Mai  1901  auf  1,3825  Mark  =  1  Rupie  festgesebt  worden.

Nachweisung  der  Vrutto=  Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  März  1901.
(Eine  Aupie  um  Kurse  von  1,39967  .

Deutsch-Ostafrika  für

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»  Zöcle  für  Schifffhrté=  volzschlag—  Neben.
danpt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhrgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
*ri1“  Rp.  P.  !  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  .  P.  —  Mt.  Pf.
luge  406  551  9—  %  3  KN  3219  739  25=  27  628  63
—*  701  58863  C3  3  —  1  3215  02|  284  31  —  7396  53
domeyoo  13072  245656  01  9—  4  2  42  13
keees-=  -alen  2  661  63|1  913  905  +0  4  4  7
“  7204  2  4995  05  39  —  46  191  26  12309  52=  17229  68
2  2  300  442  1  521112  56
Zusammen34  151  82378  2W  5O  9  00  34  50  -153
36  878  Mk.115  303  Mf.)1  MM.M  .284  Mü.  .
8  Vf.  20  Mf.  15  .  20  Pf.  02  i.  ;
        <pb n="438" />
        —  386  —

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Verwaltungsbeam
beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Südwestafrika,  v.  Bunsen,  und  dem  mit  den  Geschäft
eines  Finanzkommissars  in  Deutsch-Ostafrika  betrauten  Geheimen  Rechnungsrevisor  Weiß  den  Königlich
Kronen-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

HMKaiserliche  Schutztruppen.

Oberkommando  der  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  23.  Mai  1901.

v.  Wolff,  Major,  aggregirt  dem  2.  Großherzoglich  Hessischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  61,  aus  de
Heere  ausgeschieden  und  als  zweiter  Stabsoffizier  beim  Oberkommando  der  Schuztztruppen  angestel

A.  K.  O.  vom  28.  Mai  1901.

Dr.  Steudel,  Oberstabsarzt  und  Regimentsarzt  im  Leib-Garde-Husaren-Regiment,  aus  dem  Heere  augeschieden
  und  als  Oberstabsarzt  beim  Oberkommando  der  Schutztruppen  angestellt.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Mai  1901.
v.  Fiedler,  Oberleutnant  im  Anhaltischen  Infanterie-Regiment  Nr.  93,  mit  dem  31.  Mai  d.  Is.  aus
geschieden  und  mit  dem  1.  Juni  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.
Abel,  Oberleutnant,
Frank,  Leutnant,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.
Meixner,  Stabs=  und  Bataillonsarzt  des  3.  Bataillons  Anhaltischen  Infanterie-Regiments  Nr.  93,  un
Dr.  Bürger,  Oberarzt  der  Reserve  im  Landwehrbezirk  Stendal,  mit  dem  16.  Mai  d.  Is.  aus  der  Arme
ausgeschieden  und  mit  dem  17.  Mai  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestell:
ersterer  als  Stabsarzt,  letzterer  als  Oberarzt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
Pavel,  Oberstleutnant  beim  Stabe  des  Infanterie-Regiments  Kaiser  Wilhelm  (2.  Großherzoglich  Hessischen
Nr.  116,  ausgeschieden  und  gleichzeitig  zum  Kommandeur  der  Schutztruppe  für  Kamerun  ernann:
Strümpell,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Major  Ohnesorg
vom  Oberkommando  der  Schutztruppen  die  Erlaubniß  zum  Anlegen  des  ihm  verliehenen  Königlich  Sächsischen
Albrechtsordens,  Offizierkreuz,  zu  ertheilen.  =

 

 

 

 

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Zachrichten.  Wiederausreise  und  der  Steuermann  Jeske  die

Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

 

Deutsch-  Ostafrika.  .

Der  land=  und  forstwirthschaftliche  Sachverständige  Oberleutnant  Fonck  (August),  die  Stabsärzte
bei  der  Kaiserlichen  Botschaft  in  Washington,  Freiherr  Dr.  Eggel  und  Lott,  Zahlmeister  Körner,  Untetv.
  Herman,  hat  einen  ihm  zum  Zweck  einer  Studien=  offizier  Münch,  Sanitätssergeant  Werner  und
reise  nach  Deutsch-Ostafrika  bewilligten  fünfmonat=  Sanitätsunteroffizier  Herrmann  sind  mit  Hei- 



lichen  Urlaub  angetreten.  mathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung  in.  Deutschland
eingetroffen.
Der  Postsekretär  Kleine  in  Tanga  hat  die  Heim-  Die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise  haben  am

reise  angetreten.  Als  Ersatz  für  ihn  ist  der  Post=  24.  Mai  d.  Is.  von  Neapel  aus  angetreten:  Ober-Bassistent

  Zißwiller  nach  Deutsch-Ostafrika  abgereist.  leutnant  Krag,  Stabsarzt  Meixner,  Oberarzk
—  —  Dr.  Bürger,  Feuerwerker  Knoke  und  Sergeant

die  Rehbaum.

 

Der  Gouvernementssekretär  Gadski  hat
        <pb n="439" />
        Der  Direktor  des  botanischen  Gartens  in  Victoria,
Or.  Prenß,  ist  am  5.  April  dort  wieder  eingetroffen
md  hat  seine  Amtsgeschäfte  ül  übernommen.

Der  Zollassistent  Gottschalk  ist  in  Kamerun
dieder  eingetroffen.

Der  Maschinenbauer  Rähm  hat  die  Wiedercesreise
  nach  Kamerun  angetreten.

Der  Polizeimeister  Engelhardt  und  der  Zolldrmte
  Schwald  haben  das  Schutzgebiet  mit  Heiwertdsurlaub
  verlassen.

Der  Verwalter  Nierling,  der  Maschinenschlosser
Hoismann,  der  Maschinist  Münter  und  der  Eisendieber
  Schwarz  sind  in  Kamerun  eingetroffen.

 

Togo.
Der  Oberleutnant  Mellin  hat  das  Schubgebiet
Zu  Heimathsurlaub  verlassen.

 

Lüdwestafrika.

Der  Lehrer  Rave  hat  die  Ausreise  nach  Deutsch-S#dwestafrika
  angetreten.

Dem  Baubeamten  Redecker  in  Windhoek  ist  die
S#lle  eines  Vorstandes  für  das  Bauwesen  des
Kuserlichen  Gouvernements  von  Südwestafrika  endlig
  übertragen  worden.

387

 

Dem  Landmesser  Görgens  in  Windhoek  ist  die
Stelle  eines  Vorstandes  für  das  Vermessungswesen
des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Südwestafrika
endgültig  übertragen  worden.

Dem  Proviantbeamten  Gruschka  in  Windhoek
ist  die  Stelle  eines  Sekretärs  beim  Keiserlichen
Gouvernement  von  Südwestafrika  endgültig  übertragen
  worden.

Dem  Kassirer  Nürnberger  in  Windhoek  ist  die
Stelle  eines  Sekretärs  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  von  Südwestafrika  endgültig  übertragen  worden.

 

 

—

Dem  ehemoligen  Feldwebel  Bohr  in  Windhoek
ist  die  Stelle  eines  Obergärtners  beim  Kaiserlichen
Gouvernement  von  Südwestafrika  endgültig  übertragen
  worden.

Mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung  sind
in  Deutschland  eingetroffen:  Stabsarzt  Dr.  Kuhn,
die  überzähligen  Feldwebel  Eichelmann  und  Breitag,
  die  Sergeanten  Wesch  und  Bach,  die  überzähligen
  Unteroffiziere  Hassel  und  Rademacher
sowie  die  Reiter  Amende,  Reinheimer,  Schütze
und  Painczyk.

Leutnant  Woerner  und  Büchsenmacher  Dreierhaben
  die  Wiederausreise  bezw.  Ansreise  am  23.  Mai
d.  Is.  von  Hamburg  aus  angetreten.

 

 

Ueu-  Sninea.
Der  Aktuar  Worbs  hat  die  Ausreise  nach  Neu-Guinea
  angetreten.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.

De#tsch-ostafrikanische  Bezirksämter  und  Stationen  im
Berichtejahre  1499/J7900.
IV.“
Mpapua.

Das  Getreide  ist  in  allen  Theilen  des  Bezirks
ut  gediehen  und  hat  eine  reichliche  Ernte  gegeben.

Die  Station  wurde  passirt  von  1343  Karawanen
von  der  Küste  und  1105  (gegen  800  im  vorigen
berichtsjahre)  vom  Innern  aus.

Die  Steuer  wird  willig  zur  Station  gebracht,
und  aus  den  entferntesten  Gegenden  kommen  die
Eingeborenen  zum  Schauri.

Die  Sicherheit  im  Bezirk  ist  nach  der  Bestrafung
der  räuberischen  Wambulus  eine  gute  zu  nennen.

—  —  ’

Lergl.  Deutsches  Kolonialblatn  1901,  S.  273,  312
und  355.

—  ———  —  —  —

l

In  allen  Theilen  können  die  Karawanen  jetzt  unbewaffnet
  reisen.

Zur  leichteren  Versorgung  der  Karawanen  mit
Lebensmitteln  sind  in  den  größeren  Ortschaften  unter
Aufsicht  der  betreffenden  Jumben  ständige  Märkte
eingerichtet  worden.  Die  Eingeborenen  haben  sich
schnell  daran  gewöhnt,  dort  die  Nahrungsmittel  an
die  Träger  zu  verkaufen,  und  letztere  sind  nicht  mehr
gezwungen,  behufs  Einkauf  von  Lebensmitteln  in  die
Ortschaften  zu  gehen.  Somit  ist  die  Gelegenheit  zu
Uebergriffen  durch  die  Karawanen  vermindert  worden,
und  die  früher  häufigen  Klagen  der  Eingeborenen
über  Diebstähle  und  Gewaltthätigkeiten  der  Träger
haben  bedeutend  abgenommen.

Kilimatinde.

Die  Hauptprodukte  des  Landes  sind  Mtama,
Mawele,  Muhindi  (Mais),  Kalanga,  Viazi,  Mohogo,

deren  Ernten  in  diesem  Jahr  in  fast  allen  Land-
        <pb n="440" />
        —  388  —

strichen  infolge  des  reichlichen  Regens  vorzüglich  genannt
  werden  können.  Heuschrecken  sind  nur  in  geringer
  Menge  aufgetreten.  Die  Ermahnungen  und
Belehrungen  der  Jumben  und  Waniamparas  über
die  Vortheile  des  Anbaues  von  Feldfrüchten  in
größerer  Menge,  als  gerade  zum  Lebensunterhalt  des
Anbauers  erforderlich,  sind  zum  Theil  auf  guten
Boden  gefallen,  und  es  ist  zu  erwarten,  daß  die
reiche  Ernte,  welche  die  fleißigen  Ackerbauer  im  Berichtsjahre
  haben  werden,  die  Lässigen  zu  gleichem
Fleiße  im  Schambenbau  bringen  wird.  Vorherrschend
im  Bezirk  ist  der  Anbau  von  Körnerfrüchten,  Mohogo
und  Viazi  werden  südlich  von  der  Station  von
Wanyamwesis  und  Wakimbus  viel  angebaut.  Die
Waniaturu  bauen  fast  ausschließlich  Mawele,  während
die  Waramba  hauptsächlich  Kalanga,  daneben  Mtama
und  Mawele  bauen.  Es  werden  von  der  Station
aus  bei  jeder  Gelegenheit,  auf  Safari  und  beim
Schauri  den  Eingeborenen  die  Vortheile  des  Ackerbaues
  von  Erdfrüchten  gegenüber  dem  von  Halmfrüchten
  im  Falle  einer  Heuschreckenplage  klar  gemacht,
und  es  steht  zu  erwarten,  daß  von  dem  Angebot  der
Station,  Saatgut  der  verschiedenen  Feldfrüchte  mit
den  Eingeborenen  auszutauschen,  stark  Gebrauch  gemacht
  werden  wird.

Auf  den  Schamben  der  Station  selbst  werden
alle  von  der  Kultur-Abtheilung  und  der  Versuchsstation
  Kwai  gelieferten  Sämereien  gepflanzt  und
gedeihen  bei  genügender  Aufsicht  und  Pflege.  Die
Versuche  mit  Aussaat  von  Reis  sind  mißglückt,  die
mit  Taboraweizen  haben  wenig  Stroh,  aber  ausreichend
  Körner  geliefert.  Die  Mangobäume  der
Station  haben  in  diesem  Jahre  die  ersten  Früchte
getragen,  die  Kokospalmenpflanzungen  gedeihen  trotz
des  felsigen  Bodens  recht  gut.

Dem  Schutze  des  Waldes  mit  seiner  größeren
Anzahl  guter  Nutzhölzer  wird  seitens  der  Station
nach  wie  vor  besondere  Aufmerksamkeit  zugewendet,
das  Wildbrennen  hat  bedeutend  nachgelassen.

Im  Gegensatz  zu  den  verhältnißmäßig  vieharmen
Gebieten  im  Süden  und  Südwesten  der  Station
steht  die  Viehzucht  im  Norden  und  Osten  des  Bezirks
  sowie  in  Ugogo  in  hoher  Blüthe.  Namentlich
die  Wagogo  und  Massai  wetteifern  in  Viehzucht.
Die  Station  selbst  besitzt  etwa  1800  Stück  Großvieh,
etwa  120  Esel  und  1000  Ziegen.  Das  Großpvieh
ist  den  der  Station  als  zuverlässig  bekannten  Jumben
und  Sultanen  zum  größten  Theil  zum  Hüten  übergeben,
  die  Jumben  2c.  haben  damit  die  Verpflichtung
übernommen,  jährlich  20  bis  30  pCCt.  an  die  Station
abzuliefern  und,  soweit  sie  an  der  Karawanenstraße
sitzen,  durchziehende  Europäerkarawanen  mit  Milch
zu  versorgen.  Dem  Zustand  des  Viehes  bei  den
jährlichen  Revisionen  angemessen,  werden  an  die  betreffenden
  Jumben  Belohnungen  in  Gestalt  von  Kuhkälbern
  gegeben,  während  überzählige  Bullen  sowie
Ochsen  auf  der  Station  zum  Verkaufe  verbleiben.

 

Tabora.

Nach  den  vier  Haupthimmelsrichtungen  si
gute  Wege  angelegt  worden,  die  nur  noch  1
Säuberung  und  Verbesserung  der  durch  den  Reg
besonders  mitgenommenen  Stellen  bedürfen.  N
Muanza  werden  zwei  Wege  angelegt,  einer  für  r½
Trockenzeit,  einer  für  die  Regenzeit.  Ersterer  ist  #
vier  Tage  kürzer;  doch  müssen  hier  noch  V
besserungen  vorgenommen  werden.

Ein  Ochsenwagen-Verkehr  wurde  eingerichtet;  zu
Wegebau  wurde  das  Material  steis  mittels  Ochse
wagen  befördert.  Ueber  den  Wala  wurde  eine  9#
fahrbare  Brücke  mit  Bohlenbelag  gebaut.

An  der  Straße  Kilimatinde—Tabora  wurden  ze
Belebung  der  Karawanenstraße  drei  Dörfer  ang
siedelt,  am  Wala,  bei  Mkigwa  und  am  Mtuon
Auch  wurden  an  dieser  Straße  große  Unterkunfe:
hallen  für  Träger  errichtet,  und  jetzt  geht  die  Statio
mit  dem  Plane  um,  alte  Soldaten,  womöglich  Suda
nesen,  bei  diesen  Unterkunftshallen  anzusiedeln.  Die
selben  sollen  den  Mtamaverkauf  2c.  übernehmen
überhaupt  Marktgerechtigkeit  erhalten  und  gleichzeitig
als  Wegepolizei  dienen.  Die  Station  hofft  auf  diese
Weise,  Ausschreitungen  der  Karawanen  zu  unterbinden,
  die  Sicherheit  in  der  Nähe  der  Straße  zu
befestigen  und  dadurch  mehr  Ansiedler  heranzuziehen.

Der  guten  Wege  halber  befördern  jetzt  schon
viele  Kaufleute,  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft,
Araber,  Inder  und  Eingeborene  ihre  Waaren  mit
Eseln,  doch  wird  sich  vermuthlich  demnächst  der
Hauptverkehr  der  Straße  Muanza  —Tabora  zuwenden,
  nachdem  die  englische  Ugandabahn  den
Victoria-Nyanza  erreicht  haben  wird.  Dadutch  wird
es  den  hiesigen  Kaufleuten  ermöglicht  werden,  ihre
Waaren  rascher  und  wesentlich  billiger  von  der  Küste
zu  beziehen,  und  das  Geld  wird  uns  aus  dem  Lande
gezogen  werden.

Viele  neue  Inder  zogen  im  Laufe  des  Jahres
hierher,  auch  ein  Grieche.  Die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  übernahm  das  Schumannsche  Geschäft;
Schumann  selbst  ging  nach  Ujiji.

Der  Viehstand  im  Bezirke  ist  ein  guter;  don
Seuchen  verlautet  nichts.  Die  Station  selbst  besitzt
etwa  800  Stück  Großvieh  und  200  Stück  Kleinvieh.
das  zum  größten  Theil  bei  Sultanen  in  der  Umgegend
  untergebracht  ist.

Die  Hüttensteuer,  deren  Einziehung  von  schreibund
  rechenkundigen  Farbigen  besorgt  wird,  ging  im
Etatsjahre  1899/1900  reichlich  ein,  trotzdem  sie  zunächst
  nur  in  der  nächsten  Umgebung  von  Tabor,
den  Landschaften  Ujul  und  Unyanjembe,  erhoben
wurde.  Aus  diesen  Landschaften  wurden  große
Mengen  von  Mtama  angeliefert.  Im  Etatsjohr
1900/1901  wird  die  Station  die  Steuer  auf  den
ganzen  Bezirk  auszudehnen  suchen.

Um  den  Mtama  besser  verwerthen  zu  können,
zahlt  die  Station  zurückkehrenden  Trägern  das  halbe
Poscho  in  natura,  beabsichtigt  auch,  außer  den
        <pb n="441" />
        Märkten  an  den  Straßen  noch  eine  Verkaufshalle
auf  dem  hiesigen  Markt  einzurichten.

Kisaki.

Die  Hoffnungen,  die  am  Ende  des  vorhergegangenen
  Berichtsjahres  auf  das  günstige  Ergebniß
der  Ernte  gesetzt  wurden,  haben  sich  vollständig  erfüllt.
  In  allen  Landschaften  des  Bezirks  war  ein
guter  Bestand  der  Mais-,  Reis=  und  Kornschamben
zu  verzeichnen.  Eine  Ausnahme  bildete  nur,  wie
alljährlich,  Usaramo,  dessen  Bevölkerung  bei  ihrer
bekannten  Arbeitsscheu  jeder  intensiven  Feldarbeit
abgeneigt  ist,  sich  vorzugsweise  auf  den  müheloseren
Anbau  von  Mohogo  verlegt  und  selbst  diesen  nur
in  geringem  Umfang  betreibt.  Allein  hierdurch  ist
es  zu  erklären,  daß  trotz  des  fruchtbaren  Jahres
Usaramo  hinter  den  übrigen  Landschaften  zurückblieb.

Die  Mais=  und  Mohogoernte  war  nach  der
kleinen  Regenzeit  in  sämmtlichen  Distrikten  durchaus
günstig.  Die  in  diesem  Jahr  zu  erwartende  Ernte
dürfte  allen  Anforderungen  genügen  und  berechtigt
gleichfalls  zu  den  besten  Hoffnungen.  Fast  überall
ist  die  erste  Maisernte  vorzüglich  ausgefallen  und
infolgedessen  das  Angebot  dieses  Kornes  so  groß,
daß  z.  B.  an  der  Kilossastraße  die  Händler  für  eine
Last  nicht  mehr  als  10  Pesa  zahlen  wollen.  Fast
auf  allen  Schamben  stehen  noch  große  Maisbestände,
die  nur  eingeholt  zu  werden  brauchen.  Auch  das
in  umfangreicher  Weise  angebaute  Negerkorn  geht
einer  raschen  Reife  entgegen.

In  Ukuthu  und  Uluguru  ist  die  Reisernte  zur
allgemeinen  Zufriedenheit  ausgefallen  und  bereits
vollständig  eingebracht.  Heuschrecken  haben  den  Bezirk
  bisher  nicht  heimgesucht.

Die  Hauptprodukte  des  Bezirks  sind  in  erster
Linie  Mais  und  Negerkorn,  die  überall  reichlich  angebaut
  werden.  Der  Reis  wird  in  zwei  Arten
gezogen,  die  eine  Sorte  ist  zwar  minderwerthig,
weil  kleinkörnig,  hat  aber  den  Vorzug  der  schnelleren
Reife,  die  andere  Sorte  kann  man  beinahe  dem
indischen  Reis  gleichstellen.  Der  minderwerthige  Reis
wird  hauptsächlich  in  Uluguru  gezogen,  während  der
bessere  in  den  ebenen  Gegenden  der  Niederung  vorzüglich
  gedeiht.  Ferner  werden  angebaut  Mohogo,
hauptsächlich  in  den  Ulugurubergen,  Zuckerrohr,
Bohnen,  Süßkartoffeln,  Gurken  und  Tabak.

Der  Bestand  an  Großvieh  ist  im  Bezirk  gering,
Schafe  und  Ziegen  sind  dagegen  reichlich  im  ganzen
Bezirk  vorhanden.

Der  Boden  der  Uluguruberge  ist  für  die  Kultur
arabischen  Kaffees  besonders  geeignet.  Die  natürliche
Drainage  ist  sehr  gut,  trotz  der  Steilheit  des  Gebirges
  finden  nennenswerthe  Abspülungen  nicht  statt,
sondern  das  Wasser  dringt  gleichmäßig  rasch  in  den
Boden  ein,  und  der  Ueberschuß  zieht  unterirdisch  ab.
Zweifellos  sind  die  höheren  Theile  des  Ulugurugebirges
  für  den  Anbau  von  Thee,  Cinchonen  und
Cardamom  vorzüglich  geeignet,  während  in  den

389

 

niedriger  gelegenen  großen  Flußthälern  dem  An  bau
von  Pfeffer,  Cubeben  2c.  nichts  im  Wege  steht.  Zuckerrohr
  und  Reis  finden  sich  in  den  Eingeborenenkulturen
  häufig.

Europäische  Gemüse  gedeihen  vorzüglich,  müssen
aber  in  noch  jungem  Zustand  verbraucht  werden,  da
sie  durch  die  bedeutenden,  das  ganze  Jahr  hindurch
fallenden  Regenmengen  leicht  verderben.  Auch  Kartosseln
  kommen  gut  fort,  müssen  aber  ebenfalls  schnell
verbraucht  werden.

Der  Hauptweg  Dar-es-Salaäm  —  Kisaki  sowie
dessen  Verlängerung  bis  Mgunda  wurde  weiter  verbessert
  und  mit  mehreren  neuen  Holzbrücken  versehen.
Die  Zahl  der  vorhandenen  Brücken  beträgt  acht.

Im  Vergleich  mit  dem  Vorjahr  war  der  Karawanenverkehr
  lebhafter.  Mit  der  Errichtung  der
Station  Mahenga  war  ein  stärkerer  Zuzug  von
Händlern  zu  verzeichnen,  ebenso  berührten  Europäerkarawanen
  häufiger  die  Station.  ·

Da  die  im  Vorjahr  eingeführte  Heranziehung
größerer  angesehener  Jumben  zur  Unterstützung  auf
dem  Gebiete  der  Verwaltung  und  Rechtspflege  sich
gut  bewährte,  wurden  die  Distrikte  derselben  erweitert.

In  der  Erschließung  des  gebirgigen  Uluguru  ist
ein  entschiedener  Fortschritt  zu  verzeichnen.  Mit
Ausnahme  des  schwer  zugänglichen  Gebirgscentrums
konnten  sämmtliche  Orte  und  Landschaften  ohne  Anwendung
  von  Gewaltmitteln  zur  vollständigen  oder
theilweisen  Steuerleistung,  ausschließlich  in  baar,
herangezogen  werden.  Desgleichen  leisteten  die  mit
der  Theilnahme  am  Wegebau  beauftragten  Jumben
gleich  den  übrigen  des  Bezirks  den  getroffenen  Anordnungen
  der  Station  willig  Folge.  Die  Sicherheit
im  Bezirk  wurde  in  keiner  Weise  gestört.

Der  mit  der  Einziehung  des  bisherigen  Askarikommandos
  und  der  Schaffung  einer  Polizeimannschaft
  aus  Orts=  und  Bezirksansässigen  angestellte
Versuch  hat  sich  vollständig  bewährt.  Hinsichtlich
  des  Ersatzes  liefern  die  Wabunga  —  ein
früherer  Mafitistamm,  mit  seinem  Haupttheile  in
Ulanga,  mit  Resttheilen  in  und  bei  Kisaki  ansässig  —
das  beste  Material.  Auch  die  Angehörigen  anderer
Stämme,  wie  der  Wakami  und  Wakuthu,  genügen
den  an  farbige  Soldaten  zu  stellenden  Anforderungen.
Diese  Polizeitruppe  leistet  zum  Mindesten  das  Gleiche,
wie  die  Suaheli-Askaris,  und  wird  bei  fortschreitendem
  Ausbildungsgang  sich  fast  einer  Sudanesentruppe
  an  die  Seite  stellen  können.

Songea.

Der  Wiederbesiedelung  der  durch  die  Wangonikriege
  entvölkerten  Landstrecken  nach  Lindi  und  Kilwa
zu  wurde  fortgesetzte  Aufmerksamkeit  gewidmet.  Auf
dem  Lindiwege  sind  drei  Tage  weit  von  der  Station
neue  Ansiedelungen  entstanden,  die  den  von  der  Küste
kommenden  Karawanen  willkommene  Verpflegungsstationen
  bieten  werden,  und  weiter  werden  dort  dem
aus  portugiesischem  Gebiet  kommenden  Wayaosultan
        <pb n="442" />
        —  390  —

Mataku  seine  Wohnplätze  angewiesen  werden.  Einige
tausend  Mann  seines  Stammes  sind  bereits  bei
Mopondas  Dorf  am  Rovuma  übergetreten,  weitere
folgen.  Nach  Kilwa  zu  ist  eine  Ansiedelung  am
Mbaranyandu,  dem  Grenzflusse  des  Bezirks,  in  Aussicht
  genommen,  woselbst  ein  entlassener  Sudanesenaskari
  eine  Verpflegungsstation  einrichten  wird.  Der
Sitz  der  Station  entwickelt  sich  in  ruhiger  und  gesunder
  Weise  weiter.

Der  Anbau  sämmtlicher  Negerkulturen  ist  außerordentlich
  ausgedehnt,  die  Bestellung  der  Felder  wird
von  den  Wangoni  mit  besonderer  Sorgfalt  ausgeführt.
Angebaut  werden  Hirse  und  Mais  als  Hauptnahrungsmittel,
  Ulesi  (Pennisetum  spicatum)  zur
Herstellung  des  Negerbieres,  ferner  Reis  und  von
Gemüsen  verschiedene  Bohnen=  und  Erbsenarten.
Hungersnoth  oder  auch  nur  Mangel  ist  unbekannt;
selbst  bei  ausbleibender  Regenzeit  können  die  zahlreichen
  fruchtbaren  Thäler  das  ganze  Jahr  mit  Erfolg
  bebaut  werden.

Von  der  Station  wurde  der  Anbau  von  Kartoffeln
  mit  gutem  Erfolg  betrieben,  ebenso  liefert  der
Garten  mannigfache  Arten  europäischen  Gemüses.
Von  der  Küste  wurden  Mangos,  vom  Nyassa  verschiedene
  Apfelsinenarten,  aus  Manyua  mehrere  tausend
  Bananenstauden  eingeführt  und  angepflanzt.
Mit  Kaffee  sollen  im  nächsten  Jahre  Versuche  an
anderer  Stelle  gemacht  werden,  ein  Mißerfolg  in
diesem  Jahre  scheint  auf  falsche  Anlage  der  Samenbeete
  zurückzuführen  zu  sein.  Die  Versuche  mit
Baumsamen  wurden  fortgeführt.  Verschiedene  Eukalyptusarten
  und  hartes  Holz  vom  Himalaya  scheinen
gut  zu  gedeihen.

Der  Verkehr  von  der  Küste  hierher  und  weiter
zum  Nyassa  wurde  durch  Träger  vermittelt.  Nach
Kilwa  ist  ein  näherer  Weg,  die  sogenannte  Myynistraße,
  ohne  nennenswerthe  Geländeschwierigkeiten
tracirt  und  wird  in  vier  bis  sechs  Monaten  bis  zur
Bezirksgrenze  (Mbaranganduy  fahrbar  vollendet  sein.
Der  Verkehr  mit  dem  Mangua  wird  seitens  der
Station  mittelst  Wagen  bewerkstelligt,  ebenso  wie
alle  Arbeiten  auf  der  Station  selbst  mit  Hülfe  von
Wagen  ausgeführt  werden.  Der  Karawanenverkehr
war  im  Berichtsjahre  recht  rege.

Die  Hüttensteuer  wurde  in  der  zweiten  Hälfte
des  Berichtsjahres  eingeführt  und  ergab  in  bar
1651  Rupien,  in  Naturalien  706  Rupien,  in  Arbeitsleistung
  21  809  Rupien.  Für  dieses  Jahr  ist  das
Vier=  bis  Sechsfache  zu  erwarten.  Die  Eingeborenen
zahlen  die  Steuern  gern  und  willig;  in  Ungoni
wurde  zunächst  nur  Arbeit  gefordert,  während  Küstenleute
  und  die  mit  Gummi  gesegneten  Landstriche
grundsätzlich  bar  zahlen  mußten.

Die  Eintheilung  des  Bezirks  in  Akidate,  die  im
nächsten  Jahre  durchgeführt  werden  soll,  wurde  vorbereitet,
  vorläufig  wird  die  Verwaltung  von  der
Centrale  durch  den  Stationschef  gehandhabt,  dem
ein  ersahrener  Wali  zur  Seite  steht.  Recht  wurde

 

ebenfalls  nur  durch  den  Bezirkschef  gesprochen.  Den
einzelnen  Häuptlingen  ist  lediglich  die  Befugniß  jzur
Schlichtung  kleinerer  bürgerlicher  Rechtsstreitigkeiten
übertragen,  insbesondere  solcher,  bei  denen  die  Gebräuche
  des  Landes  Berücksichtigung  finden  müssen.

Die  Sicherheit  im  Bezirk  ist  eine  vollkommene.
Strafexpeditionen  waren  nicht  nothwendig;  einige  ab
und  zu  vorkommende  Fälle,  in  denen  Erscheinen  zum
Schauri  geweigert  wurde,  konnten  durch  entsandie
Polizisten  erledigt  werden.  Energisch  eingeschritten
wurde  gegen  Küstenleute,  die  besonders  bei  Shabruma
saßen,  dort  sich  als  Beamte  ausgaben  und  Erpressungen
  verübten.

Hissenschaftliche  Lammlungen.

Für  die  zoologische  Sammlung  des  Berliner
Königlichen  Museums  für  Naturkunde  ist  eine  von
Dr.  Stierling  in  Deutsch-Ostafrika  zusammengebrachte
  Naturaliensammlung  eingegangen.  Eine
vorläufige  Durchsicht  hat  ergeben,  daß  sie  folgende
Thiere  enthielt:

4  Säugethierfelle,  5  Säugethiere  in  Alkobol.
185  Vogelbälge,  23  Vogeleier,  8  Vogelnester,  4  Revtilien,
  1  Fisch,  110  Schmetterlinge,  197  Käfer,
6  Fliegen  und  Fliegenlarven,  106  Orthopteren  und
Rhynchoten,  28  Hymenopteren,  2  Myriapoden,
7  Spinnenthiere  und  8  Würmer.

Die  Thiere  sind  gut  konservirt.  Von  den  Säugethieren
  sind  vier  große  Antilopenfelle  zum  Ausstopfen
tauglich  und  deshalb  sehr  willkommen.  Felle  von
ausgewachsenen  Rappenantilopen  waren  bisher  aus
Deutsch-Ostafrika  noch  nicht  hergelangt.  Unter  den
Alkoholpräparaten  befand  sich  der  Embryo  einer
Duckerantilope,  ein  schönes  Exemplar  des  Siebenschläfers,
  eine  Wühlratte  und  zwei  Fledermäuse,  die
erst  vor  kurzer  Zeit  zum  ersten  Male  für  Deutsch-Ostafrika
  nachgewiesen  worden  sind.  Die  Bogelsammlung
  ist  sehr  werthvoll.  Sie  enthält  außer
zahlreichen  zoogeographisch  wichtigen  Arten  eine  neue
Tremalie:  Calamopastes  stierlingi.  Die  gesandten
Vogeleier  waren  bisher  noch  nicht  bekannt.  Der
Fisch  ist  ein  Brachyalestes  rüpelli  Gthr.,  den  das
Museum  bisher  nur  in  einem  Exemplar  aus  dem
Victoria-Nyanza  besaß.  Unter  den  Insekten  sind
viele  brauchbare  Exemplare.  Interessant  ist  der
Mageninhalt  eines  Ziegenmelkers,  in  dem  sich  am
erhaltene  Käferarten  befanden.  Die  Dipteren  sind
für  das  Museum  neu.

Togr.
Wissenschaftliche  gammlungen.

Von  dem  Oberleutnant  Gaston  Thierry  traf
im  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  zu  Berlin
        <pb n="443" />
        —  391

cine  von  ihm  bei  Jendi  im  Togogebiete  zusammengebrachte
  Naturaliensammlung  ein,  die  folgende
Objekte  enthielt:

5  Säugethierfelle,  3  Säugethierschädel,  55  Vogelbälge,
  24  Reptilien  und  Amphibien,  5  Schmetterlinge,
13  Schmetterlingsraupen,  63  Käfer,  2  Käferlarven,
3  Neuropteren,  3  Tausendfüßer,  2  Spinnen  und
4  Mollusken.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.  Unter
den  Säugcthieren  befand  sich  ein  Gepard  und  ein
Schwarzschwanz-Zierböckchen,  die  zum  ersten  Male
in  Togo  erlegt  sind.  Der  Gevard  stimmt  mit  dem
Senegal-Gepard,  dem  echten  Cynaelurus  guttatus
Herm.  anscheinend  überein.  Auch  das  Zierböckchen
ist  vom  Senegal  bekannt.  Ferner  sind  eingetroffen:
Bala  und  Schädel  des  Husarenaffen,  Cercopithecus
ruber.  desgleichen  von  der  Schwarzbug-Schopfantilope.
  Cephalophus  ogilbyi,  und  ein  Fell  der  Togo-Hyäne,
  Hyacna  thierrryi.  Ferner  müssen  noch
mehrere  sehr  seltene  Säugethiere  erwähnt  werden,  die
in  Alkohol  konservirt  worden  sind:  ein  Exemplar
des  nach  Graf  Zech  benannten  fliegenden  Hundes,
zwei  sehr  interessante  Fledermäuse,  Nycteris  acthiobiràH
  und  Chalinolobus  Fariegatus,  serner  drei
Mäusearten,  Arvicanthis  aby'ssinicus,  Mus  erythrolerucus
  und  Isomys  zebra,  eine  Rennmans,  Gorbillus
  leucogaster,  und  zwei  Spitzmäuse,  Crocidura
sorioides.  Für  die  Kenntniß  des  Hinterlandes  von
Togo  ist  diese  Sammlung  sehr  werthvoll.  Sie  enthält
  mehrere  Arten,  die  dem  zoologischen  Muscum
aus  Togo  noch  fehlten.

Die  Vögel  enthielten  zwei  Arten,  die  für  das
Togogebict  noch  nicht  nachgewiesen  waren,  außerdem
Altersstufen  mehrerer  Arten  und  Uebergangsfärbungen,
die  bisher  nicht  beschrieben  sind.

Unter  den  Reptilien  sind  acht  Giftschlangen,  unter
den  Amphibien  zwei  Ranaarten  besonders  interessant,
ebenso  eine  Weichschildkrötenart.

Von  den  Insekten  enthalten  besonders  die  Käfer
mehrere  Arten,  welche  bisher  noch  wenig  oder  gar
nicht  im  zoologischen  Museum  vorhanden  waren;
cinige  Arten  sind  noch  nicht  beschrieben.  Die  Sammlung
  ist  in  zoogeographischer  Beziehung  recht  werthvoll.

Deutsch-Südweftafrika.

Ueber  die  Fortschritte  des  Eisendahn-  und
Telegraphenbaues

schreibt  der  „Windhoeker  Anzeiger“  in  seiner  Nummer
vom  11.  April  d.  Js.:

Der  Gleiseinbau  der  Bahn  ist  bis  Kilometer  245
vorgeschritten  (Station  Kamumbonde).  Es  liegen
mithin  51  km  Gleis  über  Karibib  hinaus.  Der
Telegraphenbau  ist  gleich  weit.  Die  Station  Kamumbonde
  ist  von  Fahlwater  knapp  1  ⅛  Reitstunden  ent- 



fernt.  Telegramme  werden  angenommen.  Vorbehaltlich
der  Genehmigung  des  Kaiserlichen  Gouvernements  ist
die  Station  Otjimukoka  dem  Personenverkehr  eröffnet
worden.  Es  ist  dies  eine  im  Interesse  des  Publikums
getroffene  Anordnung,  da  in  Karibib  Zugthiere  und
Pferde  nur  mäßige  Weide  finden  und  das  Wasser
manchmal  knapp  ist.  Nunmehr  ist  es  möglich,  die
Zugochsen  in  Otjimukoka  im  Gras  und  am  fließenden
Wasser  stehen  zu  lassen  und  auf  der  Strecke  Otjimukoka
  -Karibib  die  Bahn  zu  benutzen.  Die  Strecke
Karibib  —  Otjimukoka  ist  annähernd  26  km  lang.
Die  Unterbauabtheilung,  die,  wiederum  um  einen
Trupp  verstärkt,  nun  fünf  Trupps  stark  ist,  arbeitet
zwischen  Okasise  und  dem  Okamukoto.  Der  vorderste
Trupp  liegt  südlich  Okombahe.

Der  Molenbau  in  Swakopmund

ist  jetzt  soweit  vorgeschritten,  daß  er  die  regelmäßige
Landung  von  Passagieren  und  Post  gestattet.  Nach
einem  Telegramm  des  Keiserlichen  Hafenbauamtes
in  Swakopmund  werden  daher  bereits  seit  dem
1.  Mai  d.  Is.  Passagiere  und  Post  an  der  Mole
gelandet.

WMarshall-Inseln.
Jahresbericht  der  Jaluit-Gesellschaft  für  1000.*)

In  dem  Jahresbericht  der  Jaluit-Gesellschaft  für
1900  führt  der  Vorstand  der  Gesellschaft  aus:

„In  dem  abgelaufenen  Betriebsjahr  hat  sich  der
Waarenumsatz  wiederum  etwas  gehoben.  Wenn  auch
einige  der  von  uns  bearbeiteten  Inselgruppen  unter
Dürre  zu  leiden  hatten  und  geringere  Kopraernten
lieferten,  so  konnte  der  Ausfall  doch  auf  anderen
Inseln  eingeholt  werden.  Die  europäische  Marktlage
war  einc  befriedigende,  unsere  Pflanzungen  haben  sich
in  normaler  Weise  weiterentwickelt,  und  die  friedlichen
  Beziehungen  zu  den  Eingeborenen  haben
keinerlei  Störung  erfahren.

Unser  Besitz  an  Schiffen  hat  sich  um  einen  zweiten
Motorschuner  sowie  den  Dampfer  „Oceana“  vermehrt;
  letzterer  hat  seine  erste  Rundreise  durch  die
Marshall=  und  Karolinen-Inseln  glücklich  vollendet
und  die  Strecke  von  rund  9600  Seemeilen  fahrplanmäßig
  zurückgelegt.

Bezüglich  der  Karolinen  haben  wir  die  mit  der
Kaiserlichen  Regierung  eingeleiteten  Verhandlungen
fortgesetzt;  sie  haben  zu  dem  Ergebniß  geführt,  daß
unsere  Vorschläge  gebilligt  wurden  und  die  wirthschaftliche
  Entwickelung  der  Korallen=  Atolle  der
Ost-Karolinen  uns  übertragen  werden  soll.  Wir

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  711.

3
        <pb n="444" />
        beabsichtigen,  hier  nach  den  von  uns  auf  den  Marthall-Inseln
  verfolgten  Prinzipien  vorzugehen,  und  erwarten
mit  den  Jahren  einen  ähnlichen  Erfolg.  Die  Verhandlungen
  sind  so  weit  vorgeschritten,  daß  wir  demnächst
  unsere  Thätigkeit  werden  beginnen  können.
Auf  einer  der  Marshall-Inseln  sind  ausgedehnte
und  werthvolle  Guanoablagerungen  entdeckt  worden,
deren  Ausnutzung  einen  Theil  der  uns  seiner  Zeit

von  der  Kaiserlichen  Regierung  verliehenen  Privilegien

bildet.  Auch  auf  einer  benachbarten,  unter  englischer
Herrschaft  stehenden  Insel  ist  Guano  gefunden;  für
diese  letztere  ist  das  Ausbeutungsrecht  von  einer
englischen  Gesellschaft  erworben.  Mit  dieser  Gesellschaft
  sind  wir,  um  die  gemeinsame  Ausnutzung  zu
ermöglichen,  in  Verhandlung  getreten,  und  es  ist  vor
Kurzem  ein  Vertrag  abgeschlossen  worden,  wonach
eine  deutsch-englische  Guanogesellschaft  mit  erheblicher
Betheiligung  unsererseits  gebildet  werden  soll.  Nach
dem  heutigen  Stande  der  Angelegenheit  ist  zu  erwarten,
  daß  die  Gesellschaft  binnen  wenigen  Monaten
ins  Leben  tritt  und  ihre  Thätigkeit  beginnt.“

Der  Vorstand  schlägt  vor,  von  dem  erzielten
Reingewinn  (etwa  180  000  Mk.)  eine  vierprozentige
Dividende  nebst  einer  achtprozentigen  Superdividende
zu  vertheilen.

Hamva.
RKopfsteuer  in  Samoa.

Nach  einem  neueren  Bericht  des  Gonvernements
von  Samoa  sind  die  Kopfsteuern  der  Samoaner  im
Betrage  von  insgesammt  10  473  Dollar  an  die
Zollkasse  in  Apia  eingezahlt  worden.  Es  fehlt  noch
ein  geringsügiger  Betrag  aus  einer  Ortschaft.

Der  Betrag  von  8000  Dollar,  dessen  Eingang
nach  der  Notiz  in  der  vorigen  Nummer  des  Kolonialblattes
  (S.  362)  erwartet  wurde,  ist  also  nicht
unerheblich  überschritten.  Das  Ergebniß  kann  als
ein  erfreuliches  Zeichen  der  Bernhigung  der  einheimischen
  Bevölkerung  während  der  erst  kurzen  Zeit
der  deutschen  Herrschaft  betrachtet  werden.

Jahresbericht  der  Deutschen  Dandels=  und  Plantagengesellschaft
  der  Lüdsec-Inseln  zu  Damburg  für  19oo.

In  dem  soeben  erschienenen  Jahresberichte  der
genannten  Gesellschaft  heißt  es:

Die  bereits  in  unserem  letzten  Berichte  #)  als
günstig  bezeichnete  Geschäftslage  des  verflossenen  Jahres
hat  sich  auch  über  den  ferneren  Verlauf  desselben
erstreckt.  Dem  Kaiserlichen  Gouverneur,  Herrn  Dr.
Solf,  ist  es  gelungen,  die  Parteistreitigkeiten  unter
den  Samoanern  zu  unterdrücken,  die  hervorragenden

*  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  641.

392

 

Häuptlinge  beider  Parteien  mit  zur  Verwalt
heranzuziehen,  damit  Ruhe  und  Ordnung  auf

Inseln  herzustellen  und  die  Samoaner  zur  Aus
ferung  des  Restes  ihrer  Feuerwaffen  zu  veranlas
ein  Erfolg,  der  unter  den  gegebenen  schwierigen  L
hältnissen  nicht  hoch  genug  anerkaunt  werden  kan

Die  reiche  Nußernte  des  Vorjahres  reichte  ain
  das  verflossene  Jahr  hinein.  Die  Kopraprodukt
war  wieder  recht  bedeutend  und  der  Waarenal!
dementsprechend.  Auch  unsere  Pflanzungen  lliefer
gute  Erträge,  wenn  sie  auch  denen  des  Vorjahr
nicht  ganz  gleichkamen.  Das  Geschäft  auf  den  Tong
Inseln  gestaltete  sich  befriedigend,  mit  Ausnahme  d
Vavaugruppe,  wo  der  schon  in  unserem  letzten
richte  erwähnte  Orkan  Anfang  April  vorigen  Jahr
großen  Schaden  anrichtete.  Der  gute  Koprapr###
auf  den  europäischen  und  außereuropäischen  Märkie
kam  unseren  Abladungen  zu  statten  und  unter  diese
fast  ausnahmslos  günstigen  Verhältnissen  erzielle
wir  einen  Betriebsgewinn  von  Mk.  579  294,
gegen  Mk.  486  398,88  in  1899.

Das  Geschäft  des  laufenden  Jahres  wird  lekde
durch  eine  längere  Zeit  der  Dürre  auf  den  Inseln
welche  von  Mai  bis  September  vorigen  Jahie-“
dauerte,  beeinträchtigt,  deren  Folgen  sich  seit  Endvorigen
  Jahres  durch  Abnahme  der  Erträge  der
Palmen  bemerkbar  machen.  Immerhin  aber  sicherr
die  ultimo  1900  schwimmenden  Kopraladungen
welche  inzwischen  zu  lohnenden  Preisen  verkauft  find,
auch  unserem  nächsten  Abschlusse  ein  gutes  Ergebniß.

Von  dem  erzielten  Gewinn  von  Mk.  579  294.04
haben  wir  die  erforderlichen  Abschreibungen  mit
Mk.  102  625,71  in  Abzug  gebracht,  von  dem  Soldo
dem  Reservefonds  5  pCt.  =  Mk.  23  833,42  überwiesen,
  4  pCt.  Dividende  auf  das  Aktienkapital  mu
Mk.  110  000,—  abgesetzt,  und  von  dem  alsdann  verbleibenden
  Saldo  sind  dem  Aufsichtsrathe  5  pPéClt.
Tantieme  =  Mk.  17  141,75  zu  zahlen.  Wir  schlagen
sodann  vor,  eine  fernere  Dividende  von  4  pCt.  auf  das
Aktienkapital  mit  Mk.  110  000,—  auszukehren,  allo
im  Ganzen  8  pCt.,  und  den  Rest  von  Mk.  215  693,16
dem  Extra-Abschreibungskonto  gutzubringen,  welches
sich  damit  auf  Mk.  869  720,61  stellt.  Die  Gesammtreserven
  betragen  alsdann  Mk.  1  541  822,37.

Wir  haben  uns  entschlossen,  nunmehr  auch  eine
größere  Kakaopflanzung  auf  Samoa  anzulegen,  deren
Kosten  wir  auf  etwa  Mk.  500  000,—  veranschlagen,
die  sich  über  fünf  bis  sieben  Jahre  vertheilen  werden
Ferner  mußten  wir  einen  neuen  Motorschuner  fur
die  Arbeiterfahrt  mit  einem  Herstellungswerth  von
etwa  Mk.  100  000,—  in  Auftrag  geben.  Für  bede
Zwecke  werden  wir  die  erforderlichen  Muttel  den
Betriebsgewinnen  entnehmen.
        <pb n="445" />
        —  393  —

aus  dem  Berriche  der  Missionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Im  Noviziate  der  Missionsschwestern  vom
reingen  Herzen  Jesu,  das  vor  beinahe  zwei
I#tlen  in  Hiltrup  eröffnet  wurde,  befinden  sich
rendlickiuich  40  Novizen.  Für  die  ersten  derselben
en  neulich  die  Feier  der  ersten  Gelübdeablegung
fn.  De  Abreise  nach  der  Südsee,  wo  die
Nesionsschwestern  mit  den  Missionaren  vom  heiligen
Herzen  Jesu  ihr  Arbeitsfeld  haben,  wird  vorausich
  nächstes  Jahr  erfolgen.

Im  „Missionsfreund“  schreibt  Missionar  Neuberg
i  dn  Station  Muhanga  im  Hehelande  (Deutsch-Cu###kas:


.Am  1.  August  traf  hier  die  Nachricht  ein,  daß
“  erwachsenen  männlichen  Personen  zur  Steuericit
  nach  dem  Bezirksamt  in  Iringa  kommen  sollen.
ber  hrachte  Leben  in  die  Muhangaberge.  Die  letzten
zese  Mais  wurden  gestampft  und  zu  Reisemehl  zer-Zuen,
  Bataten  herausgenommen  und  in  Bündel
iähunden,  jung  und  alt  war  voller  Reiserüstungen.
a  bot  die  Häuptlinge,  daß  sie  doch  nicht  ohne  Gottes
Lert  don  hier  aufbrechen  möchten.  Ohne  jegliche
Sderrede  gingen  sie  darauf  ein.  So  versammelte
#  den  am  Morgen  des  5.  August  schon  vor  Sonnenugung
  Alles,  was  laufen  kann,  in  Muhanga  vor
Weerem  Gottes  hause.  Ein  buntes  Bild.  Frauen  mit
kn  Zehrlasten  ihrer  Männer  auf  dem  Kopfe  und
I2  Kinder  Vaters  Krückstock  oder  die  unvermeidliche
balsrell  desselben,  die  stets  ein  Stück  der  Reisekerustung
  bildet,  in  Händen.  Die  Kirche  vermochte
de  Gekommenen  nicht  zu  fassen.  Weit  über  1000
#W#e#en  waren  versammelt.  Ich  hielt  einen  kurzen
ikrn  dienst,  bat  sie,  wenn  nicht  immer,  so  doch
eengstens  Sonntags  an  das  zu  denken,  was  ich
onen  immer  gesagt,  und  entließ  sie  dann  um  6/1  Uhr
„#l  Gebet  und  Fürbitte.  Am  31.  August  kehrten
ie  Leute  wieder  fröhlich  aus  Iringa  heim.  Wie
as  von  dort  berichtet  wurde,  haben  sie  sich  dort
Ked  benommen.=w

  Teselbe  Blatt  bringt  einen  Bericht  des  Miss.
ch  in  Kidugala  im  Hehelande,  worin  es  heißt:

DDies  Vierteljahr  steht  unter  dem  Zeichen  an-Lilengter
  äußerlicher  Arbeit.  Der  Ausbau  der  Station
alt  massiven  Gebäuden  ist  in  Angriff  genommen,  zu—-nicht
  Bohnhaus  und  Kirche,  später  auch  Stallungen,
„  her  der  wilden  Thiere  wegen  besonders  nöthig
and  Arbeiter  melden  sich  in  genügender  Zahl,  auch
Auen.  Ueber  200  habe  ich  zeitweise  eingestellt.
en  khel  der  Leute  ist  mit  den  Handwerkern  in
in  Lal  gezogen,  um  das  nöthige  Bauholz  zu  fällen.
iu  de  Handwerker  ist  es  auch  keine  leichte  Aufgabe,
n  ost  undurchdringliche  Schluchten  des  Waldes  einsehriugen,
  die  Stämme  auszusuchen,  die  sie  brauchen,

 

und  diese  dann  durch  die  Leute  zum  Sägeplatz
schleppen  zu  lassen.  Viel  schwieriger  noch  ist  es,  mit
ganz  ungeübten  Kräften  die  Stämme  zu  Balken  und
Brettern  zu  zerschneiden.  Viel  Geduld  ist  nöthig,
und  immer  wieder  müssen  die  Brüder  selber  die  Säge
in  die  Hand  nehmen,  um  den  Leuten  vorzuarbeiten.
Nach  manchen  Versuchen  werden  dann  auch  die  Geschicktesten
  herausgefunden,  und  sie  schneiden  nach
kurzer  Zeit  zur  vollen  Zufriedenheit.  Es  ist  hier
wie  überall:  mancher  Mensch  hat  eine  natürliche
Begabung  zu  einer  bestimmten  Arbeit,  und  es  kommt
nur  darauf  an,  ihm  diese  zuzuweisen."

Nach  dem  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“
berichtet  Schwester  Richard  aus  Ipiana  (Deutsch-Ostafrika):


„Weihnachten  ist  eben  vorüber  und  hat  uns  viel
Freude  und  Segen  gebracht,  und  wir  hoffen  und
glauben,  daß  es  auch  an  unseren  Leuten  nicht  spurlos
vorübergegangen  ist.  Die  größte  Freude  war  wohl
die  Einweihung  der  neuen  Kirche  am  4.  Advent.
Eine  große  Anzahl  Leute  war  gekommen,  und  auch
die  Weihnachtsgottesdienste  waren  gut  besucht.  Wir
sind  voll  Lob  und  Dank  gegen  Gott  den  Herrn,
der  diesen  Bau  so  schön  uud  gut,  ohne  Unfall  und
Störung  hat  gelingen  lassen."

Ueber  die  Schule  in  Kollasini  (Station  der
Benediktiner  bei  Dar#es-Saläm)  berichtet  Fr.  Simon
im  „Heidenkind“:

Unsere  schulpflichtigen  Kinder  werden  in  zwei
Schulen  unterrichtet,  wovon  80  auf  die  kleine  und
50  auf  die  große  fallen,  unsere  sogenannte  „Katechetenschule“.
  Die  Schulzeit  beträgt  täglich  drei  Stunden,
welche  auf  Vormittag  und  Nachmittag  vertheilt  sind.
Die  untere  Schule  zerfällt  in  drei  Klassen.  In
jeder  bilden  Religion,  Lesen,  Schreiben  und  Gesang
die  Hauptunterrichtssfächer.  In  der  dritten  Klasse
kommt  noch  Rechnen  hinzu.  Die  besten  Resultate
werden  in  der  Katechetenschule  erzielt.  Besucher  derselben
  sind  nämlich  nur  die  auserlesensten  Köpfe  und
werden  auch  zum  Theil  von  anderen  Stationen  uns
zugeschickt,  damit  sie  zu  brauchbaren  Gehülfen  in  der
Schule  und  als  Stütze  für  die  Missionare  herangebildet
  werden.  Auch  sollen  sie  auf  Wunsch  der
Regierung  theils  als  Gehülfen  eines  Häuptlings  zur
Erledigung  seiner  amtlichen  Arbeiten,  theils  als  eigene
Lehrer  verwendet  werden.  Der  Stunden=  und  Lehrplan
  ist  bei  ihnen  erweitert  und  fordert  vor  Allem
Religion,  gewandtes  Lesen  und  Schreiben,  Sprachlehre,
  Rechnen  mit  ganzen  Zahlen  und  Brüchen,
Deutsch,  Geographie  und  einen  gedrängten  Umriß
der  Geschichte.  Mi  Ausnahme  einer  Stunde  Handarbeit
  verwenden  sie  die  ganze  übrige  Zeit  auf
Schule  und  Vorbereitung  für  dieselbe.  Die  festgesetzte

Unterrichtszeit  beträgt  täglich  drei  bis  vier  Stunden.
Makann  mit  ihren  Leistungen  ganz  zufrieden  sein,
        <pb n="446" />
        denn  schon  im  zweiten  Jahre  schreiben  sie  ganz
richtig  kleine  Aussätze,  geben  den  Inhalt  von  Lesestücken
  mit  ihren  eigenen  Worten  wieder  und  eignen
sich  auch  eine  gute  Handschrift  an.  Die  Schüler  im
oberen  Kurs  machen  die  Gehülfen  in  der  kleinen
Schule  und  haben  somit  gleich  Gelegenheit,  ihre
Kenntniß  praktisch  zu  verwenden.

 

Das  „Evangelisch-lutherische  Missionsblatt“  berichtet
  über  eine  von  den  Missionaren  in  Moschi
angelegte  kleine  Druckerei:

Es  ist  für  unsere  Mission  sehr  wichtig,  daß  wir
hier  eine  Presse  haben.  Wenn  wir  auch  auf  derselben
  keine  großen  Werke  drucken  können,  so  können
doch  kleinere  Sachen,  wie  Fibeln,  Liederbüchlein  und
Biblische  Geschichtsbüchlein  ganz  gut  hier  gedruckt
werden.  Wie  schon  früher  erwähnt,  haben  wir  schon
eine  Dschaggafibel  unter  dem  Titel:  Kitabu  Kya
Isoma  (ein  großer  Fortschritt  gegen  früher,  wo  wir
uns  mit  Suahelifibeln  behelsen  mußten)  und  ein
Liederbuch  mit  29  Liedern  im  Kimoschidialekt  gedruckt.
Außer  diesen  ersten  Erzeugnissen  unserer  Presse  ist
gegenwärtig  eine  Fibel  in  Kimadschame,  von  Bruder
Müller  verfaßt,  im  Druck.  Ein  kleines  Biblisches
Geschichtsbuch  im  Kimamba,  35  Seiten  stark,  ist  beinahe
  ganz  fertig.

Im  „Stern  von  Afrika“  schildert  P.  Banken  eine
Besuchsreise,  die  er  nach  verschiedenen  Kameruner
Missionsstationen  gemacht  hat.  Von  Kamerun  (jetzt
Duala)  aus  ist  er  mit  dem  Regierungsdampfer
„Nachtigal“  am  15.  März  nach  dem  mehrere  Tagereisen
  entfernten  Kribi,  seinem  alten  Wirkungsfeld,
gesahren.  Dort  fand  er  an  der  Missionsstation  noch
deutlich  die  Spuren  des  Buliüberfalls.  Das  Wohnhaus
  soll  durch  ein  neues  ersetzt  werden,  dessen
Unterbau  massiv  aus  Steinen  des  Kribiflusses  aufgeführt
  werden  soll.  Die  Knaben  und  Mädchen,  die
P.  Banken  vor  sechs  Jahren  unterrichtet  und  getauft
hatte,  fand  er  als  erwachsene  Christen  und  zum  Theil
als  Ehepaare  wieder.  Alle  kannten  ihn  noch  und
wunderten  sich,  daß  ihm  ihre  Namen  theilweise  entfallen
  waren.  Kribi  habe,  so  sagt  P.  Banken,  von
allen  Stationen  den  größten  Bestand  an  erwachsenen
Katholiken  und  nehme  unter  der  thatkräftigen  Leitung
des  gegenwärtigen  Obern  immer  mehr  zu.  Nur  bedürfe
  die  Station  mehr  Arbeitskräfte.  Am  18.  März
unternahm  Banken  einen  Ausflug  nach  Batanga.  Die
Station  liegt  auf  einer  Anhöhe,  der  frischen  Seeluft
ausgesetzt,  so  daß  die  gesundheitlichen  Verhältnisse
günstig  erscheinen.  Den  Platz  für  die  Station  hat
der  Häuptling  Bubale  geschenkt.  Auch  hier  fehlt  es
an  Arbeitskräften.  In  Begleitung  des  Keiserlichen
Richters  und  Postmeisters  fuhr  Banken  nach  Victoria
zurück.

394

 

In  demselben  Blatt  schreibt  Bruder  Gregor
Kamerun  im  Januar  1901:  „Es  ist  dort
katholischer  Friedhof  angelegt  mit  einem  sche
Kruzifix,  vor  dem  die  Schwarzen  oft  bewunde
stehen.  Bruder  Wenskys  europäischer  Gemüsega
macht  bei  der  guten  Pflege  große  Fortschritte.
dem  großen  Platz  vor  der  Kirche,  wo  vor  ein  p
Jahren  noch  undurchdringlicher  Busch  war.  ist
ein  herrlicher  Park  angelegt,  dessen  Wege  mit  Palr
bepslanzt  sind.“

Der  Bau  des  Missionshauses  auf  der  nen
(fünften)  Station  der  Norddeutschen  Missionsgese
schaft  (Bremen)  in  Agu,  Kolonie  Togo,  ist  jie
vollendet.  Den  Brüdern  Diehl  und  Freyburr
haben  zahlreiche  Arbeiter  beim  Bau  beigestande
Die  Schreiner,  Zimmerleute  und  Maurer  waren  zut
größten  Theil  Christen  aus  Peki,  Amedjowe  und  H
die  sich  für  längere  Zeit  verpflichtet  haben  un
natürlich  die  willkommenste  Hülfe  waren.  Aber  am
von  den  Aguleuten  kamen  zahlreiche  Männer,  Fraue
und  Kinder.  —  Das  Missionswerk  selbst  ist  ir
schnellen  Zunehmen  begrifsen.  In  Agu  sind  übe
100  Taufbewerber  und  in  Tavie  über  40,  darunte
viele  Fetischpriester  und  -priesterinnen.  —  Das  Mo
natsblatt  der  genannten  Missionsgesellschaft  forder
auch  auf  zu  Beiträgen  für  den  Bau  einer  Kirche  in
Lome,  wo  sich  der  Mangel  einer  geeigneten  evan
gelischen  Predigtstätte  immer  mehr  fühlbar  macht
Beiträge  nehmen  die  Pastoren  Tiesmeyer  und  Zauleck
in  Bremen  sowie  die  Norddeutsche  Mission  entgegen

 

Einem  am  31.  Oktober  1900  in  Otavifontein
(Deutsch=  Südwestafrika)  vom  Miss.  P.  Nachtwey  geschriebenen,
  jetzt  in  der  Missionszeitschrift  „Mori
Immaculata“  veröffentlichten  Briefe  entnehmen  wir:

Vor  fünf  Tagen  sind  wir  zusammen  mit  der
deutsch-südwestafrikanischen  Schutztruppe  hier  eingetroffen.
  Die  nöthige  Rast  bis  zum  Weitermarsch  ##41#
von  Herrn  Oberstleutnant  Leutwein  auf  acht  Tage
bemessen  worden.  Als  im  Jahre  1896  die  Militärstation
  hier  gegründet  wurde,  bedeckte  ein  großer
Sumpf  den  ganzen  Platz.  Die  vier  Todten,  die
das  Fieber  in  den  ersten  1  1/2  Jahren  auf  den  Friedhof
bettete,  beweisen,  daß  Otavi  damals  nichts  weniger
als  gesund  war.  Seitdem  das  Quellengebiet  gesäubert
ist  von  allem  Unrath  und  sein  Wasser  in  ein  rein'
liches,  durch  den  Kalkfelsen  gezogenes  Bett  abfließen
läßt,  ist  dieser  schöne  Platz  fieberfrei  geworden.  Den
Rahmen  des  Gemäldes  bilden  die  hohen  Otaviberge.
Im  Innern  sollen  die  Metallschätze  ruhen,  die  m
jüngster  Zeit  alle  lupser=  und  golddurstigen  Augen
auf  Otavi  hinrichten.  —  Seit  der  Ankunft  unserrr
Patres  in  Deutsch-Südwestafrika  hat  stets  einer  der
Herren  als  Feldgeistlicher  die  Truppe  auf  ihrer
jährlichen  Expedition  durch  das  Land  begleitet.  Am
1.  Oktober  hat  P.  Herrmann  mit  der  Schutztruppe,
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        an  deren  Spitze  der  Gouverneur  Leutwein  selbst
stand,  Windhoek  verlassen.  Vier  Tage  später  trafen
wir  uns  in  Okahandya,  dem  „Berlin  des  Hererolandes“,
  wie  ein  schwarzer  Schulmeister,  der  1896
als  afrikanische  Sehenswürdigkeit  auf  der  Berliner
Ausstellung  gedient  hat,  sich  stolz  ausdrückte.
Okahandya  hat  als  Sitz  des  Oberhäuptlings  sämmtlicher
  Hereros  einige  Bedeutung.  Der  Platz  selbst
theilt  sich  in  ein  christliches  und  heidnisches  Dorf.
Im  Letzteren  wohnen  die  Ungetauften;  sie  kleiden
sich  in  ihre  nothdürftige  Lederschürze,  während  jene,
die  Getauften,  europäische  Kleidung  tragen.  Die
ganze  Beschäftigung  der  Männer  besteht  im  süßen
Nichtsthun.  Die  Arbeit  fällt  den  Weibern  anheim.
  Dieselbe  besteht  in  der  Sorge  um  das  Vieh
und  ein  wenig  Gartenbau.  Vor  der  Rinderpest  besaßen
  die  Hereros  so  zahlreiche  Herden,  daß  sie  außer
Fleisch  und  Milch  keiner  weiteren  Nahrung  mehr
bedurften.  Jetzt  ist  es  anders.  „Noth  lehrt  beten,
aber  auch  arbeiten“;  deshalb  betreiben  sie  nun
etwas  Gartenbau.  Die  Regierung  besitzt  in  Okahandya
  eine  Militärstation;  zu  dieser  gehört  ein
großer  Garten,  in  welchem  Alles  auf  das  Beste  gedeiht.
  Außer  den  Soldaten  sind  15  bis  20  Weiße

am  Platze.

In  den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsgeiellschast“
  schreibt  Miss.  Möller  aus  Warmbad
(Deutsch-Südwestafrika),  daß  von  den  700  Getauften
nur  ein  kleiner  Theil  auf  dem  Platze  wohne,
was  allerdings  bei  der  durch  die  Beschaffenheit  des
Landes  bedingten  Wirthschaftsweise  kaum  anders  zu
erwarten  sei.  Das  Gemeindeleben  leide  unter  der
zerstreuten  Wohnweise,  was  sich  namentlich  in  dem
Kirchenbesuch  bemerkbar  mache.  Viele  hindere  an
letzterem  auch  das  leidige  Zucker=  und  Honigbierrunken.
  Miss.  Möller  kann  doch  aber  auch  schreiben,
daß  es  eine  ganze  Anzahl  von  Christen  in  seiner
Gemeinde  gäbe,  die  aufrichtig  bestrebt  seien,  ihrem
Christenthume  Ehre  zu  machen.  „Ich  könnte  von
eingen  eingeborenen  Christen  und  Christinnen  erzählen,
  an  denen  sich  zeigt,  daß  der  Herr  Christus
eine  Macht  in  ihnen  geworden  ist.“  Besonders  auf
Kranken=  und  Sterbebetten  zeige  sich  oft,  daß  mehr
vorhanden  sei  an  innerem  Leben,  als  man  auf  den
ersten  Blick  meine.  —  Miss.  Lang  in  Otjosazu
blickt  auf  ein  ungemein  gesegnetes  Jahr  zurück.  Er
hat  im  Jahre  1900  nicht  weniger  als  225  Heiden
taufen  können.  236  Heiden  standen  noch  im  Unterricht;
  weitere  Scharen  warten  noch  auf  Aufnahme
in  den  Unterricht.  Für  seine  Gemeinde  giebt  Miss.
Lang  ein  kleines  Monatsblättchen  heraus  von  der
Größe  eines  Briefbogens.  Er  vervielfältigt  es  selbst
auf  einer  Schreibmaschine.  Es  ist  billig,  es  kostet
nur  50  Pfennig  jährlich.  Bis  jetzt  hat  es  42  Leser.
Miss.  Lang  hofft  aber  noch  viele  zu  gewinnen.  Das
Blältchen  betitelt  sich  Omahungi,  d.  h.  Erzähler:  es
bringt  aber  auch  kleinere  Betrachtungen.  Zu  Miss.

395

 

Lang  sind  auch  vorläufig  die  Seminaristen  des  durch
den  Tod  des  Miss.  Niehe  verwaisten  Augustineums
in  Okahandja  übergesiedelt.

Aus  fremden  lvlonien  und
Produktionsgebieken.

Suckerer  zeugung  in  Britisch-Centralafrika.

Britisch-Centralafrika  soll  Aussichten  haben  auf
die  Entwickelung  einer  bedeutenden  Rohrzuckerindustrie
Man  erwartet  die  Anlage  sehr  großer  Zuckerplantagen
in  dem  reichen  und  fruchtbaren  Gebiete  am  Sambesi,
wo  eine  Gesellschaft  1100  Acre  Land  mit  Zuckerrohr
bepflanzt  hat  und  in  der  nächsten  Zeit  ihre  Plantagen
über  weitere  2500  Acre  auszudehnen  gedenkt,  während
andere  Unternehmer  theils  schon  Pflanzungen  angelegt
haben,  theils  die  Vorbereitungen  zu  solchen  Anlagen
treffen.  Der  Boden  soll  dort  zum  Zuckerrohrbau
sehr  geeignet  sein,  und  das  Erzeugniß  soll  das  ägyptische
  an  Güte  übertreffen.  Arbeiter  sind  in  genügender
  Zahl  vorhanden.  Da  für  die  Rohrzucker-=erzeugung
  verhältnißmäßig  wenig  Anlagekapital  nöthig
ist  und  man  in  Natal  genügende  Erfahrungen  über
die  vortheilhafteste  Behandlung  des  Rohres  in  jenen
Gegenden  gesammelt  hat,  hofft  man,  in  Centralafrika
in  kurzer  Zeit  ein  bedeutendes  Zuckererzeugungsgebiet
schaffen  zu  können.  (Nach  The  Tradesman.)

Schif'sverkehr  Sanfibars  im  Jahre  1900.

Der  Hafen  von  Sansibar  wurde  im  vergangenen
Jahre  von  208  Schiffen  von  342  461  Reg.-Tons
in  großer  Fahrt  und  von  175  Schiffen  von  35523
Reg.-Tons  in  der  Küstenfahrt  angelaufen.  Der  Eingang
  von  Fahrzeugen  einheimischer  Bauart  (Dhaus)
belief  sich  auf  7282  Segler  von  92621  Reg.-Tons.

In  großer  Fahrt  war  die  deutsche  Flagge  mit
109  Schiffen  von  180  998  Reg.-Tons,  die  englische
Flagge  mit  62  Schiffen  von  101  709  Reg.-Tons
und  die  französische  Flagge  mit  27  Schiffen  von
50  036  Reg-Tons  an  dem  Schiffsverkehr  mit  Sansibar
  betheiligt.  An  der  Küstenfahrt  nahmen  103
deutsche  Schisfe  von  19  640  Reg.-Tons,  38  Sansibarer
  Schiffe  von  8892  Reg.-Tons,  10  französische
Schisse  von  4150  Reg.-Tons  und  24  englische
Schiffe  von  2841  Reg.-Tons  theil.  Von  den  eingelaufenen
  Dhaus  führten  2149  von  36732  Reg.=Tons
  die  englische  Flagge,  2465  von  21222  Reg.-Tons
  die  Sultansflagge  und  2180  von  13  645  Reg.-Tons
  die  deutsche  Flagge.

Deutschland  war  in  dem  Schiffsverkehr  Sansibars
mit  der  größten  Anzahl  von  Schiffen  und  mit  dem
stärksten  Tonnengehalt  vertreten  und  hat  Großbritannien
  um  47  Schiffe  in  großer  Fahrt  von  79  289
Reg.-Tons  und  um  79  Küstenfahrzeuge  von  16  799
        <pb n="448" />
        Reg.-Tons  übertroffen.  Der  Tonnengehalt  des  deutschen
  Schiffsverkehrs  sowohl  in  der  großen  Fahrt
als  auch  in  der  Küstenfahrt  betrug  über  die  Hälfte
des  gesammten  Schiffsverkehrs.  Die  Zunahme  im
deutschen  Dhauverkehr  hat  auch  im  vergangenen
Jahre  angehalten.  Während  alle  übrigen  Flaggen
entweder  an  Zahl  der  Dhaus  oder  an  Tonnengehalt,
die  meisten  in  Beidem,  einen  Rückgang  zu  verzeichnen
hatten,  sind  die  Dhaus  deutscher  Flagge  von  2030
auf  2180  in  der  Ankunft  und  von  11  515  auf
13  645  Reg.-Tons  im  Tonnengehalt  gestiegen.  Während
  somit  die  deutsche  Flagge  über  2000  Reg.-Tons
gewonnen  hat,  hat  der  gesammte  Dhauverkehr  über
7000  Reg.-Tons  verloren.

Die  Aussichten  der  Schifffahrt  für  das  laufende
Jahr  sind  nicht  gerade  günstig.  Der  südafrikonische
Krieg  hat  die  Verschiffung  von  Wolle  gehindert;  die
meisten  Schiffe  haben  in  der  letzten  Zeit  fast  ohne
Ladung  die  Heimreise  angetreten.  Von  dem  Oesterreichischen
  Lloyd  ist  eine  Lmie  mit  sechswöchentlichen
Fahrten  eingelegt  worden,  deren  Aufrechterhaltung
bel  dem  gegenwärtigen  Frachtenmarkt  sehr  erschwert
wird.  Es  verlautet  ferner,  daß  eine  indische  Konkurrenzlinie
  für  die  nach  Indien  fahrenden  Schiffe
beabsichtigt  wird.  Außerdem  soll  eine  Linie  Delagoabai—Sansibar
  von  der  British  India  Steam  and
Navigation  Co.  mit  Fahrten  in  vierwöchentlichen
Zwischenräumen  eingerichtet  werden.

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Sansibar.)

Außenhandel  von  Französisch-Guinea  im  Jahre  1900.

Die  Einfuhr  nach  Französisch-Guinea  bewerthete
sich  im  Jahre  1900  auf  14  286  433  Franken  gegen
15  441710  Franken  im  Vorjahre.  Die  Ausfuhr
aus  dieser  Kolonie  erreichte  1900  einen  Werth  von
9932  140  Franken  gegen  9  531  471  Franken  im
Jahre  1899.  Bemerkenswerth  ist,  daß  die  Ausfuhr
des  verflossenen  Jahres  gegen  diejenige  des  Vorjahres
trotz  der  Krisis  in  der  Kautschukindustrie  eine  Zunahme
  von  fast  einer  halben  Million  Franken  aufweist.

(Nach  Fenille  de  Renseignements  de  I°Offse  Colonial
und  La  Dépeche  Coloniale.)

Erzeugnisse  der  Rolonie  Senegal.

Die  Hauptkultur  von  Senegal  bildet  der  Hirsebau.
  Die  Hirse  ist  das  Hauptnahrungsmittel  der
Eingeborenen.

Nächst  der  Hirse  ist  das  wichtigste  Produkt
der  Kolonie  die  Erdnuß,  die  besonders  in  der
Gegend  von  Cayor,  zwischen  Saint-Louis,  Dakar
und  Rufisque  gedeiht.  Seit  einigen  Jahren  bereits
hat  diese  Kultur  eine  sehr  bedeutende  Ausdehnung
angenommen,  und  das  Produkt  spielt  im  Handel  von
Rufisque  eine  große  Rolle.  Ueberall,  wo  die  Erdnuß
  angepflanzt  worden  ist,  sind  Dörfer  von

396

 

Eingeborenen  entstanden,  und  die  Schwarzen  ba
sich  mit  großem  Eifer  dieser  Kultur  gewidmet.  9
den  letzten  statistischen  Zusammenstellungen  soll
die  jährliche  Gesammtproduktion  auf  84000  Ton
à  200  Sack  belaufen.  Die  dortige  Erdnuß  lieein
  ausgezeichnetes,  farbloses  Oel,  das  sich  lange  #-hält.
  100  kg  Körner  liefern  ungesähr  40
45  kg  Oel.

Außer  den  vorgenannten  beiden  Erzeugnis
wird  noch  Gummi,  Kautschuk,  Indigo  und  ar
Baumwolle  gewonnen.  Im  Jahre  1899  sind  d.
4000  Tonnen  Gummi  und  500  Tonnen  Kautic
produzirt  worden.  (Le  Bolletin  des  Halles  eic-Solfarifänderungen

  in  Sierra  Leone.

Durch  Verordnung  vom  6.  Oktober  1900  b.
der  Zolltarif  von  Sierra  Leone  folgende  Aenderung
erfahren:

1.  Auf  die  Freiliste  sind  gesetzt  (rüher  10  #0
vom  Werth):  Säcke  für  die  Ausfuhr  westafrikanische
Erzeugnisse;  Böttcherwaaren,  und  zwar  Fässe
Barrels,  Faßböden,  Dauben,  Reisen,  Reifeneise,
Nieten,  Binsen,  Hakennägel  und  alle  damit  zusammer
hängenden  Materialien;  lebendes  Vieh;  mathematisch
wissenschaftliche  und  chirurgische  Instrumente;  Grab
tafeln  und  Grabsteine,  mit  ihrem  Zubehör;  Zenun
gen;  äußere  Umschließungen,  in  die  Einfuhrwaaren
verpackt  sind,  wie  Packkisten,  Verschläge  oder  ander
Behälter,  sowie  unmittelbare  oder  innere  Um
schließungen,  die  nach  Ansicht  des  Zollkollektors  keme
Handelswerth  haben  (bisher  waren  Verpackunger
frei,  in  denen  Waaren  gewöhnlich  eingeführt  werden)
Bindfaden  zum  Nähen  von  Säcken  für  die  Aussuhr
von  westafrikanischen  Erzeugnissen.

2.  Pistolen,  andere  als  Revolver,  sowie  Kugelpatronen
  für  dieselben,  sollen  den  gleichen  Zollsätzen
unterliegen  wie  Revolver  und  Revolverpatronen,
nämlich:  Revolver  und  andere  Pistolen  Stück
10  Schilling;  Patronen  (Kugel.)  für  Revolver  und
andere  Pistolen  100  Stück  2  Schill.  6  Pence.

lhe  Board  of  Trade  Jourunal

—..  —

Solltarifänderungen  für  die  Rolonie  Goldküste.

Durch  Verordnung  9  von  1900,  die  am  28.  Jul.
1900  in  Kraft  getreten  ist,  ist  der  Zoll  auf  Brandy,
Rum  und  andere  Spirituosen  oder  Branntweine  (mitl)
Ausnahme  von  Gin  und  Liköre),  die  so  versüßt  oder
mit  anderen  Stoffen  versetzt  sind,  daß  ihr  Stärkegrasn
durch  Sykes  Hydrometer  nicht  bestimmt  werden  8
bei  der  Einfuhr  in  den  westlich  vom  Volta  9/#
legenen  Theil  der  Kolonie  von  10  Schillmg  ousz.
15  Schilling  für  das  Imperial  Gallon  oder  einer)
Bruchtheil  davon  erhöht  worden.  "un

#
1
        <pb n="449" />
        I
Eiee  vom  gesetzgebenden  Rath  am  16.  Aug.  1900
aaænonmene  Verordnung  12  von  1900  hat  die
Kwitta  Customs  Tariff  Ordinance,  18944,  soweit
6  Sich  ouf  die  Erhebung  spezifischer  Zölle  von
—haaren  bei  der  Einfuhr  in  den  östlich  vom  Volta
Tlegenen  Theil  der  Kolonie  bezieht,  in  folgender
###abgändert:
Schill.  Pce.
Serundy  Gin,  Rum  und  andere  Spirituosen
eder  Branntweine,  nicht  so  versüßt  oder
nit  anderen  Stoffen  versetzt,  daß  der
Stärkegrad  durch  Sykes  Hydrometer  nicht
els  von  12⅛½  Grad  unter  Normalstärke
crmitlelt  werden  kann,  für  das  Imperial
Gallon  oder  einen  Theil  davon  2  2
Für  jeden  Grad  oder  Bruchtheil
eines  Grades  über  12½  unter  Normalhärke,
  für  das  Imperial  Gallon  oder
anen  Theil  davon  —  Zuschlag  von  .—

Für  jeden  vollen  Grad  weniger  als
12½  Grad  unter  Normalstärke,  für  das
Imperial  Gallon  oder  einen  Theil  danu#n
  —  Ermäßigug  uu  —

viandi,  Rum,  Gin,  Liköre,  Weingeist  und
aindere  Spirituosen  oder  Branntweine,
so  ver  füßt  oder  mit  anderen  Stoffen
versetzt,  daß  der  Stärkegrad  nicht  wie
vorerwähnt  eimittelt  werden  kann,  für
das  Jurperial  Gallon  oder  einen  Theil
danoaoaoan  2  2
berdak,  für  das  Pfund  —  2¾
Schießpulver,  für  das  Pfund  —  6
Feuerwassen,  für  das  Stüück  2  —

Gleichzeitig  ist  die  Verordnung  8  von  1900
aunta  Tariff  (Amendment]  Ordinance,  1900),
de  am  28.  Juli  1900  in  Kraft  getreten  ist  und
dusch  welche  die  Spirituosenzölle  erhöht  worden  sind,
#igehoden  worden.  Gemäß  §  3  der  Verordnung
A.  12  von  1900  kann  der  Schatzmeister  den  Imkorleuren
  die  Differenz  zwischen  dem  von  ihnen  geriß
  der  Berordnung  Nr.  8  von  1900  gezahlten  und
#enjenigen  Zoll,  der  gezahlt  worden  wäre,  wenn  die
Serordnung  Nr.  12  erlassen  gewesen  wäre,  zurückitstanen.
  (The  Bourd  of  Trade  Journal.)

3/10

310

Der  Dalmfaserhandel  in  Algerien.

Algeriens  Zwergpalmenwälder  liefern  eine  erhebudte
  Menge  Palmfasern,  die  in  verschiedenen  Indunriezweigen
  des  Auslandes  als  Roßhaarsurrogate
am  Polstern  Verwendung  finden.  Der  Werth  der
balafaserproduktion  bezifferte  sich  im  Jahre  1898
k|2643  485  Franken  und  stieg  im  Jahre  1899
uAs  3496  172  Franken.

Bedeutende  Sendungen  erfolgen  nach  Deutschland,
Mland,  Großbritannicn,  serner  nach  Nordamerika,

397

 

Aegypten  und  nach  der  Türkei.  Im  Jahre  1898
führte  die  Kolonie  von  dieser  Waare  211  479  dz
aus.  Im  Jahre  1899  erreichte  der  Export  die
Höhe  von  279  694  dz.

Von  den  hellen  Palmfasern  wird  die  beste  Qualität
  mit  12  bis  13  Franken,  die  zweite  Qualität
mit  10  bis  11  Franken  und  die  schlechteste  Qualität  mit
8,50  bis  9  Franken  für  1  dz  bezahlt.  Die  dunklen
Fasern  kosten  dagegen  17  bis  19  Franken  und  die
allerfeinsten  Sorten  sogar  30  bis  35  Franken  für
1  dr.  (La  Politique  Coloninle.

Verbot  der  Einfuhr  und  des  Verkaufs  von  Fpirituosen
in  den  Binnengegenden  des  Schutzgebietes  von  ZLüd-Higeria.


Am  1.  April  1901  ist  im  Schutzgebiete  von
Süd-Nigera  die  „Spirituons  Liquor  Importation
Proclamation,  1901“  (Nr.  6  von  1901)  in  Kraft
getreten.  Die  bisherigen  Bestimmungen  über  die
Einfuhr  und  den  Verkauf  von  Spiritosen  haben
dadurch,  insbesondere  was  die  Begriffsbestimmung  für
„Binnengegenden“  und  „Spirituosen“  betrifft  (wenn
die  Einfuhr  nach  den  Binnengegenden  nicht  zur  Durchfuhr
  nach  Nord-Nigeria  zum  Zwecke  des  erlaubten
Verkaufs  erfolgt)  folgende  Abänderungen  erfahren:

1.  Unter  „Binnengegenden“  sind  zu  verstehen
alle  Orte  im  Schutzgebiete  nördlich  von  der  Vereinigung
  des  Nigerstromes  mit  dem  Amambarafluß,
die  früher  unter  der  Oberhoheit  der  „Royal  Niger
Company“  standen.

2.  Der  Ausdruck  „Spirituosen“  soll  umfassen
Rum,  Brandy,  Gin,  Whisky,  Absinth,  Liköre  und
alle  anderen  destillirten  Getränke.

(The  Board  of  Trade  Journal)

Verschiedene  Mittheilungen.

Jahresbericht  des  Rolonial-Wirthschaftlichen  Romitees
für  1900/190.7)
In  dem  soeben  erschienenen  Bericht  über  das
fünfte  Arbeitsjahr  des  Kolonial-Wirthschaftlichen
Komitees  heißt  es:

Im  Verfolg  seines  Zweckes,  die  Kolonialwirthschaft
  im  Interesse  der  heimischen  Volkswirthschaft
zu  fördern,  hat  das  Kolonial-Wirthschaftliche  Komitee
unter  Heranziehung  von  Interessentengruppen  im
Berichtsjahre  gewirkt  durch:  Werthbestimmung  wirthschaftlich
  noch  unerforschter  Gebiete;  Studium  der
Wirthschaftsverhältnisse  in  älteren  fremden  Kolonien;
Expeditionen  nach  deutschen  Kolonien  zwecks  Rentabilitätsnachweises
  bestimmter  wirthschaftlicher  Unternehmungen
  bezw.  möglichster  Verhütung  von  Fehl-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  560.
        <pb n="450" />
        schlägen;  Beschaffung  und  Vertheilung  von  Saatgut;
chemische  und  technische  Untersuchungen  kolonialer
Produkte;  Veröffentlichungen  über  Kolonialwirthschaft:
Zeitschrift  „Der  Tropenpflanzer"  —  „Kolonial=Handels-Adreßbuch"
  —  „Kulturen  der  Kolonien“  —
„Expeditionen  des  K.  W.  K.“;  Betheiligung  an
Kolonial-Ausstellungen  und  --Schulsammlungen;  Mitwirkung
  an  der  Errichtung  einer  Reichs-Handelsstelle,
  landwirthschaftlichen  Reichsstelle,  Kolonialbank;
Stellennachweis  für  Kolonien  r2c.  2c.  —  Dankbar  für
die  thatkräftige  Unterstützung  durch  die  Koeiserliche
Regierung  und  durch  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft
bezw.  Wohlfahrtslotterie  zu  Zwecken  der  deutschen
Schutzgebiete  unter  dem  Präsidium  Seiner  Hoheit
des  Herzogs  Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg,  beehrt
sich  das  Komitee,  über  solgende  Ergebnisse  seiner
Thätigkeit  im  Jahre  1900/1901  zu  berichten:

I.  Wirthschaftliche  Unternehmungen.

Kunene=  Zambesi-Expedition.  Botaniker
H.  Baum.  Ergebniß:  Feststellung  des  wirthschaftlichen
  Werthes  der  unserer  Kolonie  Deutsch-Südwestafrika
  benachbarten  Gebiete  zwischen  dem
Kunene  —  Kubango  —  Longa  und  Kuito,  u.  A.  Aufklärung
  über  Kultur  und  Gewinnung  von  Wurzelkautschuk.


Ostafrikanische  Steppen-Expedition.  Privatdozent
  Dr.  Walter  Busse.  Ergebniß:  Bestimmung
und  Feststellung  großer  Bestände  von  Nutzhölzern,
Gummiakazien,  Strophantus,  Gerbstoff=  und  Faserpflanzen
  in  den  Steppengebieten  von  Usaramo,  Ussagara,
  Ugogo  und  Usambara.  Bereicherung  der
Kenntniß  der  Hirse-,  Kaffee=  und  Vanillekrankheiten
sowie  Feststellung  der  Bedeutung  der  Ameisen  für
die  Bildung  des  Gummi  arabicums.  Anleitung  der
Eingeborenen  in  Useguha  zur  Verwerthung  des
Wachses  bei  der  Honiggewinnung.

Studienreise  nach  Indien.  Regierungsrath
Dr.  Stuhlmann,  Referent  für  Landeskultur  in
Deutsch-Ostafrika.  Ergebniß  bis  heute:  Ueberführung
zahlreicher  wichtiger  Nutzpflanzen,  u.  A.  von  Teakbaum
  —  Sunhanfpflanze  —  Cinchona,  aus  den
botanischen  Gärten  in  Bombay,  Pona,  Calcutta,
Heneratgoda  (Ceylon),  nach  Deutsch-Ostafrika  bezw.
zur  Anzucht  nach  Berlin.  Beschaffung  von  Zuchtmaterial
  (Araberhengste  und  Gudjerat-Büffel)  für  das
Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika.  Vorschläge
für  die  Anlage  von  landwinthschaftlichen  Versuchsstationen,
  für  Aufforstung  und  Brunnenanlagen  in
den  deutschen  Kolonien  sowie  für  die  Uebersiedelung
von  indischen  Ackerbauern  nach  Deutsch-Ostafrika.

Baumwoll-Expedition  nach  Togo.  Das
Personal  besteht  aus  amerikanischen  Negern  des

„Tuskegee  Normal  and  Industrial  Institute“  in

Tuskegee,  Alabama.  Der  Führer  der  Expedition,
James  Calloway,  war  bisher  Leiter  der  Baumwollfarm
  des  Instituts,  seine  Begleiter,  die  Baum-398



 

wollfarmer  Allen  Burke,  Shepard  Harries  u
der  Mechaniker  John  Robinson,  sind  in  dem  glei.t
Institut  ausgebildet.  Die  Ausrüstung  der  Expediti
umfaßt  für  Baumwollkultur  geeignete  amerikaniß
Pflüge,  Eggen,  Geräthschaften  und  Werkzceuge.  E#
kernungsmaschinen  und  Presse,  Lastwagen  2c  son
Baumwollsaatgut  aus  Amerika,  Upland  und  Sct#
Island,  Oberägypten,  Unterägypten,  Abassi  und  Per
Auch  mit  in  Togo  vorkommender  Baumwolle  werd
Kulturversuche  angestellt.  In  Fühlung  mit  den  #
hörden  des  Schutzgebiets  hat  die  Expedition,  d
durch  eine  Baumwollversuchsfarm  die  etwaige  Re
tabilität  der  Baumwollkultur  in  Togo  feststell  en  so
am  5.  Januar  ihre  Thätigkeit  in  Tove  begonne
Auf  der  Pflanzung  sind  etwa  200  Eingeboren:
vorwiegend  aus  dem  Gebiet  von  Tove,  darunte
Frauen  und  Kinder,  beschäftigt.  Die  Heranziehnun
von  Frauen  und  Kindern  zur  Arbeit  geschieht  nament
lich  im  Interesse  der  Verbilligung  des  Pflückens  de
Baumwolle.  Wohnhaus,  Schuppen,  Werkstätten  uni
Ställe  sind  errichtet.  75  englische  Morgen  warct
bis  1.  April  urbar  gemacht.

Guttapercha-Südsee-Expedition.  Botanike
R.  Schlechter.  Ergebniß  bis  heute:  Studium  und
Werthbestimmung  der  Kulturen  von  Guttopercha.
Kautschuk,  Sago,  Gambir  und  Tapioka  in  Singapone
und  Malakka.  Ueberführung  von  Saatgut  und  Stecklingen
  von  Guttaperchabäumen,  Ficus  elastica,  und
Willoughbya-Lianen  nach  den  deutschen,  insbesondere
nach  den  Südsee-Kolonien.

Bohrkolonne  nach  Deutsch-Südwestafrika.
In  der  Angelegenheit  der  Bohrkolonne  zwecks  Schaffung
von  Tränkstellen  zur  Hebung  der  Viehzucht  in  Deutsch
Südwestafrika  sind  dem  Komitee  im  Falle  der  Ausführung
  bereits  84  Farmer  (etwa  150  Bohrstellen
durch  Verträge  verpflichtet:  das  für  den  Transport
der  Kolonne  von  Farm  zu  Farm  erforderliche  Zugvieh
  sowie  Material  und  Arbeitskräfte  für  die  Vorarbeiten
  und  den  Betrieb  der  Bohrung,  insonderheit
für  Erdarbeiten  zur  Freilegung  der  Bohrstelle  bis
zum  Felsen  zu  stellen  und  ferner  das  für  den  Bohrbetrieb
  nöthige  Wasser  zu  beschaffen;  sowie  die  gebohrten
  Brunnen  längstens  binnen  Jahresfrist  nach
Vollendung  der  Bohrung  durch  die  Ausstellung  einer
Pumpe  oder  die  Ausführung  eines  Schachtbrunnens
nutbar  zu  machen.  Zur  Oberaufsicht  der  Bohrkolonne
hat  sich  der  Kulturingenieur  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  in  Deutsch-Südwestafrika,  Herr  Wotermeyer,
  bereit  erklärt.

II.  Beschaffung  und  Vertheilung  von  Saatgut,
  chemische  und  technische  Untersuchungen
kolonialer  Produkte.

In  größeren  Mengen  gelangten  zum  Versand  u.  V.
einige  tausend  Weinrebenstecklinge  aus  Denison,  Tegas,
an  die  Versuchsstation  Kwai  in  Deutsch-Ostafrika,
amerikanische  und  ägyptische  Baumwollsaat  sowie
        <pb n="451" />
        100  000  Seidenraupeneier  aus  Südfrankreich  nach
Deutsch-Südwestafrika,  Rufisque-Erdnüsse  aus  Westifrika
  nach  Deutsch-Ostafrika,  Togo  und  Kamerun,
Apfel--  und  Japanpflaumen  =  Edelreiser  aus  Boerne,
Texas,  nach  Deutsch-Südwestafrika,  Baumwollsaat
aus  Peru  nach  Togo,  Agavenstecklinge  aus  Mexiko
nach  Deutsch-Ostafrika  und  Südwestafrika,  Kickxia-Kautschuksamen
  aus  Westafrika,  Sapium-Kautschuksamen
  aus  Ecuador,  Castilloa  =  Kautschuksamen  aus
Nicaragua  nach  Kamerun,  Togo,  Deutsch-Ostafrika,
Neu-Guinea  und  Samoa,  Hanfsamen  aus  Indien
nach  Togo,  Kamerun,  Deutsch-Ostafrika,  Samoa,  Neu-Guinea,
  den  Jaluit-,  Karolinen-,  Palau=  und
Marianen-Inseln,  Cinchonafamen  aus  Indien  nach
Kamerun  und  Deutsch-Ostafrika,  Dividivisamen  aus
Deutsch-Ostafrika  nach  Lamu  und  Deutsch-Südwestafrika.
  Den  Anforderungen  wegen  chemischer  und
technischer  Untersuchungen  kolonialer  Produkte  konnte
im  Berichtsjahre  ebenfalls  in  ausgiebigerer  Weise
als  vorher  entsprochen  werden.

III.  Stellennachweis  für  deutsche  Kolonien.

Die  Nachfrage  blieb  wie  in  den  Vorjahren  weit
hinter  dem  Angebot  zurück.  4  Pflanzern,  6  Landwirthen
  und  Gärtnern  und  9  Kaufleuten  konnten
Stellungen  in  den  Kolonien  nachgewiesen  werden.

IV.  Kolonial-Ausstellungen,  Schulsammlungen,
  Vorträge.

Die  Sammlungen  und  das  lebende  Pflanzenmaterial
  der  Expedition  nach  Central-  und  Südamerika
waren  vom  20.  August  bis  20.  September  im  Königlichen
  Botanischen  Museum  und  Garten  in  Berlin
ausgestellt.  Die  Ausstellung  war  von  über  12  000
Personen,  vorwiegend  Fachleuten,  besucht.  Zur  Zeit
sind  die  Sammlungen  im  Deutschen  Kolonial-Museum
untergebracht.  Die  Sammlung  der  Kunene-Zambesi-Expedition
  war  vom  15.  Februar  bis  15.  April  1901
im  Deutschen  Kolonial-Museum  ausgestellt.  Gegenwärtig
  wird  die  Sammlung  durch  das  Königliche
Botanische  Museum  und  durch  die  Herren  Professor
Dr.  v.  Luschan  und  Matschie  wissenschaftlich  bearbeitet.
Die  Sammlungen  der  Kautschuk-Expedition  nach
Westafrika  und  der  Ramie-Expedition  nach  Komerun
haben  im  Deutschen  Koloniol-Museum  dauernde  Aufnahme
  gesunden.

Ueber  die  Ergebnisse  der  Expeditionen  wurden
mehrere  Vorträge  gehalten.

Der  Realschule  zu  Poeßneck  wurde  eine  finanzielle
Beihülfe  1898  für  Einrichtung  einer  kolonialen
Schulsammlung  bewilligt.

V.  Veröffentlichungen.

Die  Zeiischrift  für  tropische  Landwirthschaft  „Der
Tropenpflanzer“  steht  jetzt  in  ihrem  5.  Jahrgang.
Mit  der  Ausgabe  der  „Wissenschaftlichen  und  praltichen
  Beihefte“  soll  fortgesahren  werden.  Die  Auflage
  1901  des  Kolonial-Handels-Adreßbuches  ist  durch

399

 

die  Aufnahme  der  deutschen  Gesellschaften  in  fremden
Kolonien  mit  dem  Sitz  in  Deutschland,  der  kolonialen
Institute  und  Vereine  und  der  Farmer  in  Deutsch-Südwestafrika
  wesentlich  erweitert.  Eine  neue  Verkehrskarte
  der  Kolonien  mit  erläuterndem  Text  ist
der  Ausgabe  beigefügt.  Das  Werk  über  die  „Kautschuk-Expedition
  nach  Westafrika“  von  dem  Botaniker
R.  Schlechter  ist  erschienen;  die  Herausgabe  des
Werkes  über  die  „Expedition  nach  Central=  und
Südamerika“  von  Dr.  P.  Preuß,  Leiter  des  Botanischen
  Gartens  in  Victoria,  ist  für  den  Monat
Juni  beabsichtigt.

VI.  Rechnungslegung.
Das  Bankguthaben  des
Komitees  laut  Ausweis  der
Deutschen  Bank  und  der
Kassen-Saldo  beträgt  am
1.  Januar  11000
Die  Einnahmen  des  Komitees
  betragen  vom  1.  Jan.
bis  31.  Dez.  19000
Die  Ausgaben  des  Komitees
  betragen  vom  1.  Jan.
bis  31.  Dez.  1000
Das  Bankguthaben  des
Komitees  laut  Ausweis  der
Deutschen  Bank  und  der
Kassen--Saldo  beträgt  am
31.  Dezember  1900  ..

Mark
36  274,93

Mark

112440,22  148715,  15

 

103560,79

45  154,36

    

V7yyVVVVVYVyTVwVTYyV'?  F'VVT  TyTTyYy

Titterakur.

Von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Marine-Amts
  sind  neuerdings  Karten  von  Dar-es-Saläm,
  Tsingtau  (vier  Blätter),  Kaiser  Wilhelmsland
(zwei  Blätter),  Kiautschon,  Peterhafen  und  der  St.
Mathias-Insel  herausgegeben  worden.

 

Major  a.  D.  O.  Wachs:  Malta,  seine  kriegshistorische
Vergangenheit  und  seine  heutige  strategische  Bedeutung.
  50  Pf.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Die  Schrift  schließt  sich  an  die  beiden  früher
erschienenen,  mit  lebhaftem  Interesse  ausgenommenen

Schriften  desselben  Verfassers  „Schlaglichter  auf  das

Mittelmeer“  und  „Die  Etappenstraße  von  England

nach  Indien  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung“  an

und  läßt  die  Bedeutung  Maltas  als  Stützpunkt  für

England  klar  erkennen.

 

Die  Betheiligung  der  deutschen  Marine  an
den  Kämpfen  in  China.  Sommer  1900.
Nach  amtlichen  Quellen.  Mit  Skizzen  und  einem
Plan  von  Tientsin.  Mk.  1.—.  Königliche  Hofbuchhandlung
  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.
        <pb n="452" />
        —

Die  Schrift,  die  einen  Sonderabdruck  aus  der
„Marine-Rundschau“  bildet,  enthält  eine  auf  amtlichem
  Material  beruhende  ausführliche  Darstellung
über  die  Mitwirkung  der  Marine  an  der  Seymourschen
  Entsatzexpedition  und  an  den  Kämpfen  in  und
um  Tientsin  im  Juni  und  Juli  1900,  des  Weiteren
auch  über  die  Theilnahme  S.  M.  S.  „Iltis“  und
des  deutschen  Landungskorps  an  den  Kämpfen  um
die  Taku-Forts.  Sie  giebt  über  den  ersten  Theil
der  umfassenden  Thötigkeit,  die  unsere  Marine  anläßlich
  der  Wirren  in  China  entfaltet  hat,  beste
Aufklärung.

v.  Dossow:  Anlcitung  zur  Anfertigung  der  militärischschriftlichen
  Arbeiten,  als:  Meldungen,  Rapporte,

Licuidationen,  Quittungen,  Führungszeugnisse,  Berichte,
  Lebenslauf,  Verhandlungen,  Schriften  in
Briefform,  Titulaturen  2c.,  nebst  vielen  erläuternden
Beispielen  und  einem  Anhange,  enthaltend  die  gebräuchlichsten
  Fremdwörter,  die  Hauptpunkte  bei
Erkundung  des  Geländes,  Bestimmungen  für  den
Post=  und  Telegraphenverkehr  2c.  Nach  den  neuesten
Bestimmungen  umgearbeitet  von  B.,  Bataillonsadjutant,
  und  L.,  Zahlmeister.  15.  Aufl.  Mk.  1,—.
Liebelsche  Buchhandlung,  Berlin.

Die  vielfachen  neuen  Vorschriften  und  Verordnungen
  der  letzten  Jahre  haben  eine  gründliche
Umarbeitung  dieses  seit  Langem  in  der  Armee  eingeführten
  Hand=  und  Nachschlagebuches  nothwendig
gemacht,  und  entspricht  das  Buch  jetzt  allen  Ansorderungen
  an  Vollständigkeit  und  Zuverlässigkeit.

 

400

 

Brockhaus'  Konversations-Lexikon.  W*
revidirte  Jubiläums-Ausgabe  (vierzehnte  Aufla
Erster  Band:  A—Athelm.  Mit  71  Tafeln,  2##
unter  10  Chromotafeln,  25  Karten  und  Plaund
  104  Textabbildungen.  F.  A.  Brockhaus
Leipzig,  Berlin  und  Wien.

In  geschmackvoller  Ausstattung,  umsangen#c
als  früher  und  voller  neuer  Daten  und  Artikel.
der  erste  Band  der  neuen  revidirten  Ausgabe  dialtbekannten,
  zuverlässigen  und  erschöpfenden  N%½#
schlagewerkes  alles  Wissenswerthen  erschienen.  Se
fältig  ist  das  Ganze  durchdacht,  gefeilt  und  geglät
Unnöthiges  und  Veraltetes  entfernt,  Neues  Pbert
sichtigt.  So  finden  wir  bei  den  Städten  die  Vol
zählung  von  1900,  soweit  sie  feststeht,  in  der  politiscl,
Geschichte  Daten  bis  zum  März  1901.  Selbstve
ständlich  haben  auch  auf  kolonialem  Gebiete  die  neucst
Zeitereignisse  sorgsame  Berücksichtigung  gefunden,  ½#
in  dem  ersten  Bande  u.  A.  Text  und  Karten  3t
Artikel  „Afrika“  beweisen.  Brockhaus’  Konversatio?,
Lexikon  ist  heute  zu  einem  praktischen  Rathgeber  un
Auskunftsertheiler  für  Jedermann  geworden,  und  d
farbenprächtigen  Tafeln,  die  zahlreichen  Abbildunge
und  die  Karten  tragen  in  bester  Weise  dazu  bei,  de
Text  zu  veranschaulichen  und  das  ganze  Werk  zr
verschönern.

 

„Deutsche  Export-Revue".  Unter  diesen
Titel  wird  demnächst  eine  neue  Vierteljahrszeitschrefin
  der  Deutschen  Verlags-Anstalt  in  Stuttgart  zu
erscheinen  beginnen,  die  regelmäßig  über  die  Fortschritte
  auf  industriellem  und  technischem  Gebiete
Deutschlands  berichten  und  ausschließlich  dem  deutschen
  Export  dienen  soll.

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

S.  M.  S.  „Brandenburg“  15/2.  Tsingtau  18/4.  —  30/4.  Taku  9/5.  —  10/5.  Tschifu  11/5.  —
15/5.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Bussard“  9/2.  Shiakwan  1/4.  —  1//4.  Chinkiang  5/(5.  —  6/5.  Shanghai  13/5.  —  14/5.
Nanking.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Cormoran“  27/12.  Matupi.  —  13/8.  Brisbane  13/3.  —  15/3.  Sydney  1/5.  —  4/5.  Maclbourne
  18/5.  —  Adelaide.  (Poststation:  Adelaide.)

S.  M.  S.  „Fürst  Bismarck“  4/2.  Woosung  8/3.  —  10/3.  Tsingtau  20/3.  —  22/3.  Taku  28/3.  —  Chefoo
—  30/3.  Tsingtau  4/4.  —  6/4.  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Gesion“  11/2.  Nagasaki.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Geier“  6/2.  Chinkiang  2/4.  —  2/4.  Woosung  3/4.  —  5/4.  Tsingtau  29/4.  —  4)/5.  Futschau
7/5.  —  8/5.  Amoy  10/5.  —  11/5.  Hongkong  17,5.  —  Swatau.  (Poststation:  Honglong.)

S.  M.  S.  „Habicht“  14/1.  Loanda.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hansa“  30/12.  Hongkong  5/3.  —  9/3.  Tsingtau  12/3.  —  14/3.  Taku  23/3.  —  Shanhaiglwan
  —  Chinwantan  —  25,3.  Taku  28/3.  —  29/3.  Chesoo  29/3.  —  Tsingtau  31/3.
—  4,  4.  Hongkong  5/4.  —  10/4.  Batavia  16/4.  —  1/5.  Melbourne  18/5.  —  Sydney.  (Post
station:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Hela“  8/2.  Shanghai  29/3.  —  Woosung  30/3.  —  31/8.  Tsingtau  15/5.  —  Shanghar
(Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Hertha"  23/2.  Hongkong  10/4.  —  14/4.  Woosung  15/4.  —  17/4.  Tsingtau  14/5.  —  Talu.

(Poststation:  Hongkong.)
        <pb n="453" />
        —  401  —

5.  M.  S.  „Jaguar“  16/2.  Canton  18/8.  —  18/3.  Hongkong  9/4.  —  13/4.  Hongkong  17/4.  —  17/4.
Canton.  (Poststation:  Hongkong.)

5.  M.  S.  „Iltis“  29/10.  Hankau  15/4.  —  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

5.  M.  S.  „Irene“  25/2.  Chefoo  27/2.  —  28/2.  Taku  17/3.  —  20/3.  Tsingtau  21/3.  —  22/3.  Chefoo
30/3.  —  31/3.  Taku  14/4.  —  Chinwantan  —  Shanheikwan  —  18/4.  Chefoo  —  10/5.  Taknu.
(Poststation:  Hongkong.)

5.  M.  S.  „Kaiserin  Augusta“"  7/2.  Amoy  26/2.  —  1/3.  Shanghai  10/3.  —  13/3.  Taku  14/3.  —  16/3.

Tsingtau  17/3.  —  Taku  —  21/Z.  Tsingtau  8/4.  —  10//4.  Nagasaki  4/5.  —  6/5.  Tsingtau.
(Poststation:  Hongkong.)

S.  „Kurfürst  Friedrich  Wilhelm“  25/1.  Tsingtau  5/3.  —  7/3.  Woosung  9/5.  —  11/4.  Tfsingtau.
(Poststation:  Hongkong.)

S.  „Luchs“  22/2.  Hongkong  24/2.  —  28,  2.  Shanghai  2/3.  —  4/3.  Taku.  (Poststation:  Hongkong.)

Vermeßschiff  „Möwe“  Sydney  28/2.—  6/3.  Brisbane  27/3.—  30/3.  Sydney.  (Poststation:  Matupi.)

S.  „Schwalbe“  14/2.  Tsingtau  3/3.  —  Woosung  15/5.  —  Hankau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  „Seeadler"  Swatau  13/3.  —  14/3.  Amoy  28/3.  —  29/3.  Swatau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  „Tiger“  16/2.  Shanghai  9/3.  —  12/3.  Chinkiang  13/3.  —  13/3.  Chiakwan  15/3.  —  15/3.
Wuhu  16/3.  —  28/3.  Kinkiang  30/3.  —  31/3.  Hankau.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  „Weißenburg“  10/2.  Tsingtau  21/3.  —  23/3.  Woosung  27/3.  —  31/3.  Shiakwan  17/4.  —
Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  „Wörth“  19/2.  Tsingtau  16/4.  —  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)

M.  S.  „Wolf“  10/5.  Swakopmund  14/5.  —  Lüderitzbucht.  (Poststation:  Lüderitzbucht.)

enareibschif  „Gera“  23/11.  Nagasaki  5/3.  —  7/3.  Woosung  10/3.  —  13/3.  Taku  14/3.—  16/3.  Tsingtau

  21/3.  —  23/3.  Shanghai.  —  14/4.  Tsingtau  14/4.  —  16/4.  Taku.  (Poststation:  Hongkong.)

G#t

#  #’  Ge  G  G’
8  SESEE  ES

2

r  Gr

Ablösungstransporte:
1.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Darmstadt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstransport
für  S.  M.  S.  „Möwe“:
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänleutnant  Hering:
Sydney  9/2.  —  11/2.  Melbourne  12/2.—  14/2.  Adelaide  16/2.  —  20/2.  Fremantle  21/2.—  3/3  Colombo

  4/3.  —  10/3.  Aden  10/3.  —  15/3.  Port  Said  15/3.  —  19/3.  Neapel  19/3.  —  20/3.  Genua
22/3.  —  29/3.  Southampton  29,3.  —  30/3.  Antwerpen  2/4.  —  4/4.  Bremerhaven.

2.  Gemietheter  Dampfer  „H.  H.  Meier“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  Besatzungstheilen  für  die  Schiffe
der  2.  Division  I.  Geschwaders:
Heimreise:
Tsingtau  6/3.  —  7/3.  Shanghai.  —  16/4.  Wilhelmshaven.

3.  Gemietheter  Dampfer  „Andalusia“  der  Hamburg—  Amerika-Linie,  mit  Besatzungstruppen  für  Kiantschou:
Ausreise:  Transportführer  Hauptmann  Mauve  vom  I.  Ersatzbataillon:
Wilhelmshaven  7/3.  —  20/3.  Port  Said  20/3.  —  3/4.  Colombo  4/4.  —  15/4.  Hongkong  16/4.

.———......--.—....——..—.-J—.nnn[  —  —  —

Verkehrs-  Nachrichten.

Die  japanische  Postverwaltung  beansprucht  für  die  Weiterbeförderung  der  Postpackete  aus  Deutschland
  nach  den  Marianen  von  Mokohama  nach  Saipan  (1300  Seemeilen)  mit  den  Schiffen  der  Hioki-Gesellschaft
  die  im  Art.  3  der  Washingtoner  Postpacket-Uebereinkunft  vom  15.  Juni  1897  festgesetzte
Seebeförderungsgebühr  von  1  Fr.  für  jedes  Packet.  Infolgedessen  haben  die  Taxen  für  Postpackete  nach

den  Marianen  um  je  80  Pf.  erhöht  werden  müssen;  sie  betragen  jetzt  bei  der  Leitung  der  Packete  über
Hamburg  oder  Bremen:

 

für  Packete  bis  1  4k  2  Ml.  40  Pf.,
-  -  über  1  bis  5  kg.  3  20

und  bei  Leitung  über  Bayern,  Oesterreich  und  Italien  ab  Neapel  mit  Reichspostdampfern:
für  Packete  bis  1  1  c  3  Mk.  20  Pf.,

-  -  über  1  bis  6kg.  .  4  -ß
        <pb n="454" />
        —  402  —
——..  ——

 

 

 

Die  Absahrt  erfolg:  Ausschiffmashafen.  Vriese  mässen  uus

vom  Ein-  Demer  Berlin  spätesten

“  S——m———m—m..—  absesandt  verde
"  1  1

Neapel  anu  7.,  21.  Jum  Ta#g#  17—20
Ce#ntsche  Saiske;,  999#s.  duni  Dar  ·  a-Sal  am  4.,  7.,  14,  15.
Brindisi  am  9.,  23.  Juni  Tanga  18  Tage  21.  Juni  T
1.  Deutsch-Ogafrikt,elische  Saiffe)10abd#-  Dar-es-Saln  19  age,,10  ab.
am  16.  Juni  Sansibar  W  Tage

Brindist
(enelische  Schif#e)  8  abds.  —  1s  8  *
E  am  10.  jedes  .  Sausibar  Tage  am  8.  jedes  Nou#
ranzd  de  Schi#e)  1

 

 

 

 

 

 

 

 

p-siesi.  4#ms.  10g#  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  us.  Lome  20  Tage  am  9  ied.  Mts.  7#  abd-(deussche
  Schiße)
Souhampton  am  13.  jedes  Mis.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  Mts.  9ꝝ  abbi
(deutsche  Schiñe
2  Hamburg““  am  25  jedes  Mts.Lome  25  Tage  #am  24  jed.  Mis.  vwohde.
Togo.  (deursche  Schiffe,
(Ueber  Liverpool  oder  Nolterdam.  am  30.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  a#m  28.  jed.  Mts.  I  ab##t.
'  (deutiche  Schiffe
Aersihe  detf  or  m  20.  Jum  Klein-Popo  33  Tage  am  18.  Juni
Absenders.)  (englische  Schife)  10  ums.
Marfeill  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  28  Tage  am  3.  jedes  Monain
(französische  Schifse)  120  mittags  v#n  Da  ab  Lanbverbindna  10r  abbs.
Bo  am  15.  jedes  Monats,  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Nona#n
(tranzöfische  Schiffe)  110  vms.  von  da  ab  Landverdindung  1067  abds.
3.  Deutsch-Lüdwestafrikah|  Southampton  am  29.  Juni  Lüderipbucht  20  Tage  am  28.  Juni
(Kach  —-  Sienza  (#ngl.  Schiffe  die  Kap.  40  s.  Swakopmund  28  Tage  10  ums.
#-  Ssnn  kabt.  daun  Woerwöchentlich
  —  Sas  menn-Danwier)  .  ..  «
poudpuwumsaeutsqe  Muts  «am22.1edesMo-IatsSodopmuudwtagemnNJedegRonms
---«:ss.s:s.sss-s-ss»EVEN-Usng  LMWO-ngs--LLT«
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Mo###
(deutsche  Schiffe)  nachts  720  abds.
„Suthamstton  am  13.  jedes  Monats,  Duala  22  Tage  am  11.  jed.  Mts.  9nebs:
(deutsche  Schifse)
4.  Hamern#.  gLamöurg  ß  am  25.  jedes  Monats  Duala  36  Tage  am  24.  jed.  Mt##
eutsche  Schifse)  .
Gltterdamn  am  30.  jedes  Monats  Duala  31  Tage  am  28  jed.  Mis.  In#  u#
eutsche  iffe)
Lwerpool  am  5.  Juni,  3.  Juli  Duala  19  Tage  am  3.  Juni,  1.  Juli
*5.  (englische  Schiffe)  m—.—.x.PBFP  10  nms.  J
Brindisi  «  «
Neapel  am  10.  Juli  90  abds.  Jaluit  57  Tage  105  a
(deutsche  Schiffe  #  —
u.  am  7.  Juli  abends  Herbertshöhe  42  Tage  am  5.  Juli  10—#  abes
6.  Deutsch-#eu-Guinea.  Sydney  Stephansort  46  Tage

Neapel  #
(hruelnre  Schiffe)  am  10.  Juli  99  abos.  Friedr.  Wilhelmehafen  44  Tg  am  8.  Juli  108  abbs.
über  Hongkong

—.  —  —„,  —  —  —  —  —  —  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

10  ums.

 

Brindisie  1  am  9.  Juni  abends  ap  69  Tage  am  7.  Juni  10ebu
7.  Rarolinen.  (englische  Schisffe)  Pn  e  b7  Tage  —
Neapel  l  am  10.  Juli  90  abds.  9  Tage  am  8.  Juli  10#  abdbs
(deutsche  Schiffe)  orope  50  Tage  m
Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jäbrüch
8.  Marianen.  sNN———n—8Ns.-.isô  nach  Saipan.  —
Neapel  am  12.,  26.  Juni  Tsingtau  84  Tage  am  10.,  24.  Juni
9.  Hiantschon  Oeuhs  e  Schiffe)  1  9o  abends  10  abends
"  '  satt-:  UT  be»  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
EIIEEII  107  abendsl.
10.  Samoa.  #a#eenston!  #  am  9.,  30.  Juni  Apia  25  Tage  am  7.,  28.  Juni

San  Francisco)
        <pb n="455" />
        403

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

l
LandungWDiePostistfälliW  Landungs-  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlin  6  Von  hafens  Berlin  8
—  Plymouth.  .  am  26.7  Juni
Heindisi  ..  am  10.Juni,  8.  Juli,  deutsch  en.  Guinen.  Brindisi..  am  3.,  17.  Juni
Marseille  am  16.  Juni,  17.  Juli  eutsch-Ueu-Guinea.  Neapel.  .  .  .  am  28.*  Juni
deutsch-Züdwestafrika  #  Marshall.  Insein  .  .  .Brindisi  .am  3.  Juni,  22.  Juli
a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  29.  Juni  .  Neapel  ..  am  14.7,  28.  Juni
o)  södl.  Theil  d.  Schuhgeb.  Southampton  am  8.,  22.  Juniö  Riantschhon  Brindisi.  ..  am  10.,  24.  Juni
N  Marseille  .  am  5.,  19.  Juni
—  ..«i  ·-.-  3.  Juni,  22.  Juli
Plymouth..  am  15.,  26.  Juni  RKarolinen  ...  ...  Brindisi  .  ..  am?  d#n“r
Rkamern  H  .  am  10.,  25.jed.  Wts.  anm  28.Jumm
·  ·8amoa........  Queenstownasss14.,24.3i-ni.las-Hi
*  Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintrefsenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
.  Reise  Letzte  Nachrichten
o  er
dostdempf  von  I  nach  bis  28.  Mai  1901
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Kriegsschisshafen  am  18.  Mai  in  Madeira.
„Alexandra  Woermann“  Loango  Hamburg  am  26.  Mai  in  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  11.  Mai  in  Acera.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  1.  Juni  ab  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  17.  Mai  in  Acera.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  24.  Mai  Dover  passirt.
„Ella  Woermann“  Conakry  Hamburg  am  14.  Mai  in  Hamburg.
„Ernst  Woermann“  Loango  Hamburg  am  17.  Mai  in  Lagos.
„Gretchen  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  23.  Mai  in  Bonny.
„Hans  Woermann“  Lüderitzbucht  ,  Hamburg  am  18.  Mai  ab  Lagos.
„Hedwig  Woermann“  Manoh  Hamburg  am  25.  Mai  in  Tanger.
„Helene  Woermann“..  Hamburg  Kriegoschiffhafen  am  17.  Mai  in  Kamerun.
„Jeanmnette  Woermann“.  Benguella  D  Hamburg  am  20.  Mai  in  Acera.
„Kurl  Woermaonn“  Hamburg  T  Benguella  am  24.  Mai  in  Grand  Vassam.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  "  Loanda  am  17.  Mat  in  Loanda.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  20.  Mai  in  Conakry.
„Narie  Woermann“.  Lüderitzbucht  „  Hamburg  am  25.  Mai  ab  Swakopmund.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Swakopmund  am  24.  Mai  Dover  passirt.
„Paul  Woermann“  .  Hamburg  Loango  am  27.  Mai  in  Rotterdam.
„Professor  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  14.  Mai  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  24.  Mai  in  Swakopmund.
„Hernösand“  Hamburg  Sherbro  am  20.  Mai  in  Sierra  Leone.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (OSamburg—Ostafrika).
Rei  Reise  Letzte  Nachrichten
–  h  v  von  I  nach  bis  29.  Mai  1901.
„Kronprinz“  Durban  Hamburg  am  26.  Mai  ab  Sansibar.
„König“.  .  .  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Herzog“  .  Hamburg  Durban  am  27.  Mai  an  Delagoabai.
„Kanzler“  .  Hamburg  Delagoabai  am  25.  Mai  an  Durban.
„Kaiser#  .  Hamburg  Delagoabai  am  26.  Mai  an  Las  Palmas.
„Admiral“.  .  z.  Zt.  in  Hamburg.
„General“  Hamburg  Durban  am  30.  Mai  ab  Suez.
„Neichstag".  Hamburg  Beira  am  26.  Mai  ab  Notterdam.
„Jundesrath“.  Beira  Hamburg  am  29.  Mai  an  Marseille.
„Gouverneur".  Beira  Hamburg  am  28.  Mai  ab  Mozambigque.
„brasident“.  Hamburg  Beira  am  27.  Mai  an  Mombassa.
        <pb n="456" />
        —  404  —

Anzeigen.

 

Inserate  (für  die  oreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Viennig))  I  find  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  swu.  Kochstraße  #-  —½:

einzusen

 

 

Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister  A  wurde
unter  Nr.  4  bei  der  Firma  Hans
Liebel  in  Tanga  eingetragen:  Die
Firma  ist  erloschen.  (66)

Tanga,  den  9.  April  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Bekanntmachung.
Die  unter  Nr.  1  des  Firmenregisters

geführte  Firma  A.  Schmerenbeck
ist  unter  gleichzeitiger  Eintragung  der
Prokura  für  den  Kaufmann  Herrmann
Kranefuß  in  das  Handelsregister  A
unter  Nr.  3  übertragen  worden.  (75)
Windhoek,  den  11.  März  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Bekanntmachung.

In  das  Firmenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichtes  zu  Saipan  sind  heute
eingetragen  worden:

unter  Nr.  3  die  Firma

Maria  Gogüe  zu  Rotaund
  als  deren  Inhaberin  die  Kauffrau
Maria  Gogüe  daselbst;

unter  Nr.  4  die  Firma

Francisco  Mendiola  zu  Rota
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Franz  Mendiola  daselbst.  (76)

Saipan,  den  1.  Januar  1901.

Raiserliches  Gericht
für  das  Inselgebiet  der  Marianen.

 

 

      
          

Aberesse  r*2  und  *

/
feuersicher·  Was  Serundurchlassig  ·  Wetterfest·
CGesen-itze-und-  Kälte-#isolirend.

Anstesr  und  CGUOMANIGCRKC  AIFRCD  Eonnn

laurik.  C.  esti  #Kiecn#rn:.

——  ——.

*
———  —  ———  ncsen  ——  mer
.  T

 

—
I1I

 

       

a-.  ——  —  ——  —  —

 

 

 

Dächer!

6  4  4  prec.
Wasserdichter  Lelnenstoff  für  Bedachung  #o  Vebundoen  3cer  An.

18er  Ausstellung  40  000  qm.  Paris  1900  ca  15  000  m).  Leicht,  sturmsicher,  □——
*—  für  Tropen  geelgnel,  9  goldene  und  silberne  Medaillen.  Zahlreiche  Attest-.  Ueb#
I%  Million  Meter  verwandt,  Export  nach  allen  Ländern.  Zahlreiche  Tropenbluser  gedecht.
4#lest  wie  Leder  und  biegsam,  auch  lm  Wiute
Extra-Dachpappen  zElastique  elastlach  und  lim  Sommer  nicht  auslaufenl.
Erfiunder  und  Meiniger  Fabrikant).  Selbstentzündemr  bein
Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

 

 

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iberal  in  der  Welt  mit  gutem  Erfolg
tergenommen  werden.  Gebrauchsaweisung
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  Bad  Salzeschlirf.  (##n

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von  vielen  Aerzten  empfohlen:

bin;  Pepsin-Wein—

Verdauungsstörungen;

m  China-Walvasier
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Kranke  und
Rekonvalescenten,  bewährt  bei  Fiebern
  und  deren  Folgen;

Iul#t  Eisenchina-  Wein
bel  Blutarmuth;  (5)
u  Coca-Wein

mr  Stirkung  des  Nervensystems;

huz  Condurango-Wein
bei  chronischen  Magenleiden;
ats  Cascara-Sagrada-Wein
bei  Leber-  und  Darmieiden;
aludi#  15  v.  Lo0  Sr.,  „  mns.  Verpee.
Ver##d  sach  allen  Erdtheillen.

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utst.  uad  Aistet.  Priparste.

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Berlin  SW’.

 

 

 

 

 

    

 

405

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CGegründet  1841.  —
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n—.  Färberei  und  Appretur,
MDampfwüschereien
für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

  
   
   
 
     
 
  
  
     
   

 

(38)

 

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elektrisch  Licht-  und  Kraftüler--tragung.
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Eduard  Dressler,
Glaswaaren-Fabrik,

Berlin  SW.,  Riltterstr.  71.  (6s)
Ui#ntenflsser  und  Schreibzeuge  ##fler  Art
in  Glas,  Porzellan,  Holz  u.  Eisenguss.
SBrlelbeschwerer,  Anfeuchter,  Notlztafeln,
Saiffässer,  Messerleger,  Korke,  Prismen,
CLößlel,  Relsellaschen,  Trinkbecher,  Vasen.
Bonbonalren,  LKör-,  Bler-,  Weinservice.
—i  i.“E““

Engros  —  Export.  Z
HessRaktongs-  Hachenherchne

y
in  Emall.  .%
Hesskahungs-#(üchenmsschinen
Beste  Qualititen.  (#h)
Philipp  J.  Japhet.

Frankfurt  a.  M.,  Neue  Zeil  19.

 

Spe  zialitüt  fün
Kirehen.
I.  Fabrikat.

tropenfester
Muskührung.

Hermann  Burger,
Bayreuth.

Leim
thierischen  Ursprunss,  in  Taseln
und  Palverform  empf.

I.  Prrisseh,  Chen.  Werie  „Peres“

Ratibor
Deutschland  (Schlesien).  ()

Preisliste  frei.

dung
auch  in

Harken  jedes  Landes.  Dieser

   

 

k##sche  eingewird
  bei  splleren

Waarenbestellungen  vergütet.

  

 

 

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L

 

tanten  per  Druc
schrieben  gegen  Einsen
von  Reichemk.  1,50.

 

 

 

 

—  —

Basicin,
leichtlosliches  VChinin-Vollein--Präparal.
  Destes  Vorlngungsund
  lleilmittel  gegen  Alnlarin.

Litteratur  und  Auster  zu  Diensten.

Sehröder  &amp;amp;  Kämer,  Kamhurg

Weissenfelser  Zahnstocher-Fabrik

Weissenfels  a.  S.
empfiehlt  ihre

Snden  und  achen  Mell-  sowio  Foderkiol-Tahnsteber.
Spezialität:  Holz-  und  Federkielzahnstocher  mit  Firmendruck.

Leistungalählgste  und  solldeste  Bezugsquelle  der  Branche.
Preisliste  auf  Wunsch  gern  zu  Olensten.

Schälmaschinen

zum  Schalen  von  Reis,  Gerste,
Erbsen,  Hafer,  Ricinus,  Pfeffer  etc.
liefert  in  allen  C□#  röOssen  in  vollcndetster
  Ausführung  30)

.  Neumann,  Masch.-  fabril,  bitlersell.

 

 

 

E#

MWoistländer  &amp;amp;  Sohn.  u.ö.

Optische  Anstalt
Braunschweig.

Voigtländer-Prismenfernrohre

2.  —  für  Jagd,  Reise,  Militärgebrauch.
Starkste  Vergrösserung,  ausgedehntes  Gesichtsfeld,
-.«  handliehe  Form.

Voigtländer-Collineare.

«  Hervorragende  photogr.  Objektive  für  alle  Zwecke.

Voigtländer-Zielfernrohre

für  Jagdbüchsen.  (621)
Illustr.  Kalaloge  und  Probebilder  frei.

 

 

Amtliche,  zahlenmässige  Bele8e

liegen  vor  über  die  ausserordentlich
Werkzeuge,  welche  sich  dadurch  und

foe  Leistungsfähigkeit  unserer  Sigen  und
urch  billige  Preise  von  selbst  empfehlen  und
sich  in  allen  Ländern  der  Welt  immer  mehr  einführen.

—  —  Stets  Frosses  Lager.

Bestellen  Sie  Proben,  schreiben  Sie  uns  um  Prospekte  und  Preisel

J.  D.  Dominicus  3&amp;amp;  Söhne,  aiei-Manlteun  Iaheinlen.

Eigene  Fanbrikation.  (Fabrik  gegründet  1822.)  (669)

Domlinlens  4&amp;amp;4  Söhnes  Sagen  und  forstliche  Werkzeuge  sind  von  vielen  Behörden,  durch  Ministerial-Erlasse  und  -Verfüungen  amtlich
empfohlen  und  eiogefübrt.  —  u.  4.  ouck  vom  &amp;amp;ylich  Jere#asscken  J#in  atersum  siir  Landiirthæchast,  bomenen  und  Forsten  m  Berim  durch

V##sterickl-Krlass  vom  20.  S

and  leistumgalnhigste  von  allen  in  der
bei  leichterer  Arbeit  erwil  hst.

    

Aygiam

emher  18690  (111  Ro.  10097)  siir  den  B-reich  der  Preuatiachen  Staatasoraten  —  Dnachdem  sie  sich  als  weltans  beste
elt  bei  ml-sigen  Preisen  erwiesen  haben.  wodurch  den  Gebrauchern  eine  bedentende  Mebrieistong

Leichtverdauliches,,e
àaà  v  K#ss  angenchm  schmeckendes
Nühr-  u.  Stürkungsmittel.

In  Familien,  Krunkenhlusern,  Sanatorien  seit  Jabren  eingeführt.
Aerztisch  auffs  Märmste  empfocfen.

IA-krm  Ausland  noch  General-Depots  zu  vergeben;  Reflektanten  (Käufer  für

eigene  Rechnung,  wollen  sich  dieserhulb  wenden  an  (7.

Dr.Theinharde:'s  MNahrmittelgesellschaft,  Cannstatt'ellnrz.
        <pb n="462" />
        —  410  —

Deseniss  &amp;amp;  sacobi  A.

Hamburgg.
im  ul.  Brunnen-  u.  Maschinenbau.  u##

PUMPEN

aller  Art,  von  den  einfachsten  Hand-  bis  zu  den  grössten  mit  Maschinen,  Dampf  und  Elektricitit
betriebenen  Pumpen.

7iefbofprungem

Tiefbohrgerüthe  und  Werkzeuge  nach  eigenem,  von  Autoritäten  lobend
anerkanntem  System.

Specialität:
Wasserversor#sung  durch  Tiefenwasser.

Man  vertani/e  unsere  illustrirte  Preisliate.

(5

 

 

 

 

—

Franz  EClouth

Rheinische  Gummiwaarenfabrik
mit  beschränkter  Haftung

Cöln-Nippes.

Fabrik-Marke.  EErrichtet  1862•Z—

   
 

 

Specialitüäten:

a)  Fabrikate  zu  techn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummi;
Db)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,
·  Vollreifen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  8.  w.;

c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;

d)  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbande,  Matten  und  Läufer,  Copirblätter,

Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

f)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken,  sowie  Stoffe  dazu  kautschukirt.
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Sücke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;

I1)  Vollständige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.

NG.  Preishsten  der  einzelnen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.

(uun
        <pb n="463" />
        braer  Bergwerks-  und  Hütten-  Ve
n  Abteilung:  rein

feste  und  transportable  Schmalspurbahnen
vertreten  durch:

Clässing  §  Schollwer,  Berlin  W.  0

(Telegr.-Adresse:  Portativa,  Berlin)
lefert:  Glelse,  Welchen,  Drehschelben,  Wasen  aller  Art  (am)
S  für  «

Plantagen-,
Klein-  und
Industrie-  

     
      
      
 

 

 
    
   
  
  

 

 

  
    
 
 
 

Vertreier  gesueht.
Illustrirte  Kataloge  gratis.
Ale  Anfragen  nach  Herlin  erbeten.

 

 

(511)

T  IUNNT  N  .  —
Peicbehnfabrikt  —
2  —  ———-.  —*x  80#  J  %%%%

    

 
  

 

 

 

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpfkheber)

wird  hierdurch  das  von  der

Ehemischen  Fabrik  zuf  Hetien  (vorm.  C.Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Ehenocollumbydroehlorleun

(salzsaures  Phenocol)

allen  Beteiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  itlalienischer  Aerzte.  u.  A.  die  Dr.  Prof.  Albertonl,
Prot.  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall’  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  Ventu- 



rini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  uberraschunde  Heiler  rfolge  bei
Malaris  erzielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzev  (Algier)  und  L’r.  Dupont  in
Boms.  Letzterer  hat  die  olhzielle  Einreihung  de  UMedikaments  in  die
staatlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.
Das  salg#aure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Hartinez  A.  Vurgas  in  Barcelona  sur  schnellen  und
„  Bellung  des  Keuchhuetene.

 

Me#  wende  aich  wogen  n  dos  Erbalte  von  Phenocollum  hydrochloricum.
wegen  Litteratur  und  an  die  Vertreter  der  obenenannten
  Firma,  nimliech:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Barcelona:  J.  Esplell;

London:  A  K  W.  Zimmermans,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-Hil:
Moskau:  Ponfick  Abrens  &amp;amp;  Co.;

New-TYTork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Mutam  Street;
Paris:  Max  Fröres,  31  rue  des  petites  Ecuries;
Rie  de  Janeiro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;
Buenos  Alres:  Diego  Gibson,  192  Defensa.

 

(#)

 

 

 

 

——.l—.O-4
Pflusfabrik
Ulm  a.  Donau.

Geordndet  1864.

Eimzige
pezialftät:

Ein-,  zwei-  und  mehrscharige
schmiedestühlerne  Universal-Pflüge
  aller  Arten.

 

 

i  .  —

——.  E  ER
Plflüge  auf  Probe.
Katuloge  kostenffel.  (12)

Gebr.  Eberhardt.
        <pb n="464" />
        —  5  ##  x□W
—  ẽ  Handsãmaschinen
2Em?
9  w“  und  Radhacken
*  ersetzen  8  bis  10  Arbeiter,  eine  bess
7  -  huckt  2  bis  3  NMorgen  per  Tag.  je  huch
«  23  Bodenbeschaffenheit.  *“
“**  Düngerstrenkörbe,  Erdbohrer,  Caranti#
)  Luros.  ExTL/A  1  9
agdgeraihe.  iitte  kui  E  Spaten,  Kurren,  Gurtenspritzen,  Cies.
Waffen.  To  i  l  kannen,  Patent-Jnnchepumpen,  Wö#asser.
Iunstig  bel  Dlerinchausen  (Rheinlund).  Wagen,  Wegewalzen  etc.  Uostr.  Preilste  —  r

Berlin  C.,  Rosenstr.  1,  umel

Mustellager:  Nürnberk.  Ktenerstras=HEINRICH

  LANZ-MANNNEIN,

Weltausstellung  Paris  1000

Vizepräsident  des  Preisgerichts  Classe  10  (CbOampfmaschinen,  Lokomobilen.  Kessel)
daher  aueser  Weiltbewerb.

Lokomobilen  141/  r  8  !  s

für  ladustrie  und  Landwirthschaft

Sparsamste  und  zuverlässigste  Betriebskraft.  «

Qeringe  Renaraturbedũrftigheit  und  daner
fuir  überseeische  Zuecke  gana  besonders  geeignet.

Ueber  1##  oo0  Lokomobilen  verksuse.

Gleicher  Absatz  von  keiner  anderen  Lokomobilfahrik  Deutschlands  erreicht.

 

 

Albert  Treppens,  Nai#i

 

 

 

 

    
  
 
 
    
   

 

68)

 

 

Das  Versand-Geschäft

MV  &amp;amp;  EDLICH,  Lihaig-Plagmt

Königl.  Sächsische  und  Königl.  Rumänische  Hoflieferanten

Likt  stwung  au  dem  Grmadsstle  sest,  vur  gute,  brauchhare  Wasran  möglichst  hillig  z  listen.

Der  mit  ca.  5000  Abbild.  ausgestattete  Hauptkatalog  wird  unberechnet  u.  portofrei  versandt.
Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

 

Ney’s  Stoffwische  Trikotagen,  Strumpfiwaaren  Schmuck  -  Gegenstände  Kurz-  und  Stablwanres
Damen-  und  Kinderwäsche  Pelzwaaren  Echte  Silberwaaren  Jaedsport-Artikel
Korsetten  Herren-  Garderobe  Alfenldewanren  Teschings  und  Reveler
Herren-Wäsche  Hlte  und  Mützen  für  Herren  Vernickelte  Kunstqusswanren
Tisch-  und  Bettwäsche  und  Knaben  und  Meseilngwaaren  Splelwaaren
Taschentlicher  Krawatten  Kluderwagen  Clgarren  und  Clgarettes
Leinene  und  baumwoll.  Stofte  Klnder-Garderobe  Klindermöbel  TJabake  und  Rauchreisite
Klelder-  und  Besatz-Stole  Schuhwaaren  Holzwaasren  olletteselfen  und  Par###s
Gardinen  und  Möbel-Stofe  Regenschirme  Wirthschafts-  Artikel  Schokolade,  Kal###
Teppiche  Uhren.  Musikwerke  Lederwaaren  Thee,  Biskults,  Lhk##s
Damen-Konfektion  Optische  Waaren  Reise  Utensillen  Brietpapiere.

 

 

 

 

Nichtgelullende  Waunren  werden  bereitwilligst  zurilckgenommen  oder  umgetauseht.  r—
        <pb n="465" />
        —  413  —

 

 

 

«  Altbewährtes
8
Sarletmers  Hunwadi  Jänos  #ie
)  Das  mildeste,  verlählichzte,  —  —
kin  Naturschatz  angenehmste  Abführmittel.  Unentbehrlich
Von  Weltruf.  v  in  den  Tropen.
Ueber  1000  Atteste  hervorragender  Aerzte.

 

 

 

 

 

Gegen  Constipation,  bei  Fettleibigkeit  &amp;amp;  congestiven  Zuständen.
Bei  Leberleiden,  Malaria.  Dysenterie  und  andern  Tropen-Affektionen.

eeinr.  Meisterbergk#.

 

Heisterbergk,  Hamburg.  in  Iamburg:
HAMBURG  rrern
4..C.Code.—  Zebra  Code.  „  •  ·  filials  dor  Deutschen  Bank.
Stpedition  u.  Commission.  ꝓp

Etablirt  188S2.

Durch  langjährige  Beziehungen  zu  Industrie,  Handel  und  Schifffahrt  bester  und
geeignetster  Vermittler

für  Spedition,  Ein-  und  Verkauf  von  Waaren  aller  Art.  8-Prima

  Referenzen.
FEFiltale  Jn  Tobeck  unfer  gieicher  F#rra.  (0

nanit  L  ———

Marke

 

Phönix-- 



(676)

fern  in  bester  Qualität,  unter  Garantie  der  englischen  Test-Bestimmungen,

Sprengstoffwerke  Dr.  H.  Kahnsen  &amp;amp;  Ce.  Commandft-Besellschaft  in  Hamhurg.

Fabriken  in  Doemitz  a.  E.,  Anzhausen  b.  Siegen,  Neuwied  a.  Rh.

 

   
  

Oseph  Klar,  Samenhandlung.
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  —Hoflieserunt  Sr.  Mujestiât  des  Kaisers,  —

irt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemtsen,  soweit  sich  dieselben
den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
et  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüseliefert,
  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutschen
afrikanisehen  Kolonlen  gut  verpacekt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
        <pb n="466" />
        414

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigemhen
und  in  den  meisten  Staaten  als  Worl--markke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusau
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sieher.
heit  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolln-  Pearson  ist,  möge  aus  den  nachfolgenden  Gatachten
  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,  einc  grössere  Anzahl  dieser  bochinteressanten

  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

1%  Craclin  vernichtet  selbst  die  furchtbarsten
  Gerliche,  während  1%/  Carbol  fast  ohno
Wirkung  blich.“

(Dr.  med.  E.  v.  Esmarch,  IHyKx.  Inst.,  Berlin.)

-holera  aslatiea  Bucillen  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  209,  in  einer  Minute
vernichtet.  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Elsenberz,

Hyr.  U’  nlv.-Inst..  Wien.)

Das  Creolin-Pen##on  tädtet  die  Cholera-RBacilien
  In  1##proc#ent.Verdünnunsg  In  15  Min.:
man  kann  also  alle  im  Darmkanul  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  mun  3—5  Grumm
Creolin-Trarson  auf  jodes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Diokjakuarta

liederl.-  Indlen).

-Die  vortrofflieche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  norh  herworhebern
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtheritischen  Belüge  so  rasch  veichen
wie  diosem.“-  (Dr.  med.  Ammon.  Forchheim.)

20.  Dec.  Patient  in  vollständigem  Delirium.
Puls  150.  Temp.  41.5.
2.  Dec.  Nach  rtarken  Creolin-Inhalationen  etc.
sank  die  Temperatur  auf  37.5.  Puls  auf
88  herab.  Dr.  1%%  Hnbener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).
„Das  Cvreolin-Pearsen  wirkt  entschieden  viel
stkrker  als  die  (arbolsäure  anf  EiterLo  kken.
Typhusbaeillen  und  Cholerabacillen.=(Dr.
  med.  Eisenberg,  Wien.)
„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-Ihn-Pearsen
  in  dem  Arzneischatz  erwerbon  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmanals.“
  (Dr.  med.  A.  Miller,  Breslanu.)

Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  Creolin-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  lland  geteben
werden.-  (Dr.  med.  Minopoulus.  München.)

.Es  Stoht  für  mich  fest.  dass  das  Cveolln-Penraon
  eine  eminent  untiseptische  Kraft  bo-Sitst.
  (Dr.  med.  O.  Puriacher,  Klagenlurt.)

.„Wer  das  (reolln-Peuraon  einmal  kennen
und  schutzen  gelernt.  gieht  es  nicht  vinder
auf.“  (Dr.  med.  Korlüm,  Schwerln.)

CREOLIN-FPEARSON

2eerstört  dio  schlimmsten  Gorliche  (1  pro  millo).

int  untibertr.  bei  Drfrierungen.  Verbrennungaen,

lindet  ausgr’dehnteste  Anwendung  in  Fabriken.

lindet  Anwendung  in  Spitälern  der  Armee.

in  Schulen  angewemitct.  vernichtet  Krankheitskeimo.


in  Kiankenhkusern  ausgedehnt  gebraucht.

zu  einem  Plund  weiche  Schmierecife  sellte
immer  1.  Therloffel  voll  gagoseacn  werden,

gegen  Zorken.  I.use.  Lausflioegen  etc..

bei  Inm#ektenstichen  LTafort  pur  aufterisben.
vorhllt.  Blutvergittung.  das  Jucken  hort,

ist  vollkommin  unniltig.  lsetort  auf.

vermindert  den  Eler.

verbltet  Fänlniss,  Lar  Brauercien.  Gerbereien
ete.  wichtig.

von  grosser  lieientung  für  die  Geburtshulfe.

Worin  ist  diese  viclscitige  Wirksamkeit  begründet!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Aenschen  absolnt  ungistig.  ist  es  für  die  grosse  und
geführliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  80  giftig  als  die  Curbolsüure,  hat  bDlut-  und
schmerzstillende  Eigenschuften,  beschränkt  die  Eiterung.  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
Untugenden  und  Schattensciten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekunnt"

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wienschaftliche  Arbeiten  über  Creolln-Pearson  (es  sind  deren  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zuogerancdt.

Alle  Criginal-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,
ualle  anderen  weisc  man  Zurück.

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.

schr  Dillig.

 

 

 

„TIa  Creulin  ist  ein  vomlliches  Runde--mittol:
  ich  habe  diesbozüzliche  zahlrriche  Erfahrungen
  bei  Dermat--d.ktes  —  Rnude  der
Schafe.  Sarcoptes  —  Ründe  der  lunde.  Schafe
und  Kuninchen.  Dermatophagus  —  Rlude  der
Kaninchen  und  Dermatoryktes  —  Rüude  des
Gelilgels.  gemacht.  Auch  gezen  Akarusmilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Crolin  ist  ferner  ein
kraftiues  Antiparasiticum  ukeogen  pllanzliche
D’arasiten  (Trchophyten.  Fnvus)  u.  Gregarinen
(Muhnerdiphtherie).  Endlich  ist  Croolin  ein
Sohr  wirksames  Mittel  gerxen  Ung#ziefer  der
Hnnt,  wie  Zecken,  Läuse,  Lausflicen,  Uaurlinve,
  Fderlinge,  Fliegen.  Kräsltige,  austke-Wachsene
  Zerkon  wurden  dlurch  einige  Tropfen
3%  izer  (iroolinlösung  nuch  15  bis  20  Minuten
Kotödtet.  Rändekranke.  mit  zahlreichen  Zecken
behuliete  Schafe  wurden  durh  ein  einmaliges
Crsolinbad  (2½#2.00)  vollständig  von  den  Zecken
bofreit.

Fur  eine  lisinfektion  von  versenchten

 

Stallungen  und  Gegenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—500  il.  n  Wasserigen  Il##ung,
Sehr  wirksam.  Aucht'(reolin-Desinfektionapulrer
zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jancherinnen.  i
Junchebehalter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Praf.Dr.  med.  Fröhner,  Dlr.  d.  Pbarmak.  Inst.
der  Kgl.  thlerürztl.  Hochschme,  erlin.)

Kamburg-Südamerik,  Dampfschifffahrts-Sosellschaft,
  Hamborg.  J.  Mai  1892.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Pearsons  seit  eimi-Ker
  Zeit  auf  den  Dumpfern  unseroer  Linie  eingeführt
  und  es  namentlich  den  Schisfen  in  der
Brasilronte  in  reichlichem  Maausse  milgegeben
haben.  Nach  den  hhereinstimmenden  l##richten
unserer  Kapitäne  hat  sich  darschhe  als  ein  sehr
wirksames  DesinfkKtionsmittel  erwiesen.  das
in  der  Fleb-rrperiode  die  besten  Dienste  ge- 



leistet;  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinsiciren

ler#  verschiodenen  Rumlichkeiten,  somiern
mnuch  in  viclen  Fallen  als  M#dikament  veorwandt
und  können  wir  das  bei  oinigen  Dampfern

gegen  UAmorrhoiden.  !

Collte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
Babrancht  werden.

Hunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewuschen,
bleihen  gesund,

½  Theclöffel  voll  im  Scheuerwassaer  reinigt  die

geuen  pflanzliche  Parssiten,  ILuft,

kazen  Kornwürmer.

%iE  Iöung  vernichtet  Milzlrand#poren.

alle  Eigenschaften  des  Creolin-  Pearson  sind
medizinisch  fesltastollt.

Scllte  in  kinem  llause  ader  Stall  etc.  fehlen.

Kreilt  kein  Gewebe.  llolz  oder  Metall  an,

Wirkt  blutstillend,  schmerzlindernd,

Eke’gen  Ung##ict#r.  Krätza.,  Filcliäuze.

Thiere.  damt  gewaschen.  bleeih.  v.  v.  UVn  #iefer,
werien  auch  von  Fliegen  nicht  angegriflen.:

 

ist  allen  Desinflektionsmitteln  vorztn:ieben.

eingetretene  gnzliche  Fernbleiben  von  Krankleitsfällen
  während  der  jüngst  en  Fieheren  1
in  Brasilien  zum  grossen  Teile  dem  sennder
  Kapitäne  angecrdneten  ansgiediger  V—
brauche  dieses  Mittels  zuschreiben.

Iamburg-Südamerik.  LDampfschifffahrts-Gesgesz.

  Ad.  F.  Bevultl.  Burcauchef.

Kelne  Blatverziftung  mehr:  Dr.  Vop#B#:
in  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  .
taglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blitte#
von  Todestuillen.,  welche  durch  Blutvergitture
nach  kleinen  unscheinburen  Verletzungen  hbeigethrt
  wurden.  —  Jeder  neue  mir  0  .
Sicht  kommende  Fall  verseist  mir  einen  Stieh
in  das  Herz.  Die  Thatsache,  dass  überhau#,
nuch  eine  Blutvergiftung  trot  rechtreitige
Arztlicher  Behandlung  tödlich  verläuft.  schme#n
mich  um  §so  mebr.  als  ich  mit  dem,  meiser
Kollegen  schon  vor  drei  Jahren  im  Aerr  M#.  1#—  4
Draktiker  —  Abhandlung  über  Cinnere  A1
sepsis“  übergebenen,  an  mir  selbst  zueir-)
e#Pprobten.  absolut  sicher  helfenden  Ant5#
dem  (reolin-Pearson.  immer  und  immer  wiel.:
neue  Erfolge  aufroweisen  im  Stande  bis.  E
dranzet  mich  deshalb.  zur  Verhütung  weitz-:
Sterbefklle  heute  durch  die  alllgemeine  Pr
auf  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  Hewittel
  gegen  jede  Blutvergiftung  aufmert-###
zu  machen.  An  113  Fullen  durfte  ich  int#  #
halb  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  dies“:
herrlichen  Medikaments  bestätigt  finden.  lne
Anwendung  desselben  ist  eine  sebr  einlschvon
  jedem  L.aien  leicht  ausführbare,  da  es  bezichentlich
  etwaiger  Giftigkeit  durchaeos  arschädlich
  ist.  Zur  Verhltung  der  Blotrermistung
  wischt  man  jede  noch  so  kleine  W##
mit  Creolin  ans.  Das  Letztere  bereitet  Wasn
sich  sehr  leicht,  indem  man  in  eine  Kaflee  1.
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropfenreoli-PeOn
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Aeswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  die
mit  einer  mit  dieselm  Waser  getranktea  I3i#%
neuen  oder  C(zazebinde.  Nach  drei  bis  vier
Tagen  heilt  die  Wunde  ohbne  weitaure  Folken.“

gegen  Hühnoerdiphtheriti=  6
man  antwickele  in  Krankenzimmem  beie
Creolindumpfe,  (#reuen.
desinfiziert  die  Waischo.,  obne  dieselte  a##—
ausgezeichnet  gegen  Schweissilsse.
r#O  Lösung  verhutet  das  S#euerwew#ee  der
Brühe  in  Gerbereien.
Ablluskanäle  sind  mit  Crealin  zu  desinficiren.
verhltet  ansterkende  Kranklieiten.
heilt  in  einem  Bade  Räude,  Mauuke.  Sehorfl  éir
einige  Tropfen  in  warmes  Wasber  he#ilni  7###
egen  Blasen-  und  Iarmkatarrh.  Ischmer#e:.

Creolmpulver  rollte  in  kemem  Klosst  fent.
0%  eigr  Crer#linssile  heilt  u.  verhhtet  Aussebhls#r.
Crecolin-Lanohmseile  macht  die  Haut  sehr

schmeidig.

 

 

(Sy
        <pb n="467" />
        415

 

 

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Helition  z  Kommission  —  Export-Import.

#  Speckalwenge  nackh  Kiautschonu  und  den  dbrigen

Katttias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamhurg.

Ktthias  kohde  &amp;amp;  Sörgens.  Bremen.

 

  
  
   
  
     
      
      
           

dei2tschen  Koloninn.  (644)
DN#h  inghees.
1NNM  ist  als  das

àbeste  Wasserfflter
—  —  bezeichnet  uon  der

Medicinal-Abt.  des
Königl.  Preussischen

Wiegsministeriums.
herkefeld-lfer  Geselischaf

CEULE.  15.

 

 

 

Leselun  uIum  —  5  —
Instrumenten-Fabrik  «

H.  Hauptner,  Berlin  NW.

Spezialität:  Thierärztliche  Instrumente.
Scheerapparate  für  Thiere.
Kennzeichen-Apparate  für  Thiere.

in  drei  Sprachen  mit  1

abrik.  Mark

 
   

Illustrirte  Kataloge  (Gr)  .|

üher  3000  Abibildungen.

Zalag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

hudluch  zur  Aufnahme  fremder  Iprachen.

In  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von

Georg  von  der  Gabelentz.

 

 

Preis  geb.  4  Marki.

 

 

 

Keinsch’  s  Patentirte

 

 

sind
6∆Pé  die  bosten
MIY  der  Welt
OLar  sclbstthätigen
W  und  kostenlosen

Wasserförderung

für  alle  Zwecke  vo
Wasser  gebraucht  wird
oder  fortzuschaffen  ist,
als  auch  zum  Botriche
aller  Jandwirzhksch
u.  T.-T#Wer  bl.  Sf  a-Schinen.

Wasserleitungen
lür  Gemeinden  un-d
#  Urivate.
Vaober  4000  Anlagen
ausgeführt.
Staatomnodafllon.
17  Töchste
98  VU.  4dZCNnDHRn.
—  Trüaäucondo  —
—  RBoforonzon.
Ausführliche  Cataloge  direct  von

Carl  Reinsch,  Dresden-A.  4.

.  S.-A.  Hoflicferant.  —  —  1850.

F#solan  aller  KMrt,

haltbar  für  die  Tropen,
für  Messen,  Stationen,
Faktoreien.  Expe--ditionen,
  Krunkenhäuser
  etc.  —  Umlass.
=  Preislisten  z.Diensten.

Gebrüder  Brocmel,  Hamburg.
Viellach  mit  ersten  rreisen.  5

  
   
  

(71)

 

 

 

 

 

 

al#sneerbrerhlh;
ligster  brsat

 

 

  
  

  
     

(beschles  ¾ßa
--««««  FUng
U  CLFTOD  1½

bei  allen  Handlern  photo  77  T-Art-Aelocke«i«-ecfd«rc


Trockenplattenfabrtl("
DcschleussnerAB
PrankaPtJVJa-«,

Expopfoachalleozamiem

   
    
      
    

*

 

 

 

WeraA  5beosspergiell.
        <pb n="468" />
        —  416  —

 

 

——  ——2  —

 

 

 

Soeben  erschien:

Kamerun  Prachtwerk
Sechs  kriegs-  und  Friedensjahre

in  deutschen  Cropen.  über  unsere

Von

Pans  Deminik,  Oberleutnant.

 

 

 

 

Kamerun-Kolonie

 

 

Reich  l#uluetrirt:  Mit  20  (aleln  und  51  Hbbildungen

 

 

 

im  Cext,  s20wie  einer  Uebersichtskarte
Ein  starker  Prachtband:  1
Preis  gebeftet  M.  11.—,  in  Originalband  M.  12,  50.  bDr  Uerfasser  erzäblt  in
·  seinemllletlkeselbstets

 

 

 

 

 

 

lebtes  während  der  Entwickelungsperiode
  unserer  Kamerun-Kolonie
  von  1894—1000.  6s  ist  demselben  vor-Jedem

  trefflich  gelungen,  das  Ceben  und  Creiben  der  Europãer

und  Eingeborenen  dieser  Kolonie  verständlich  und  anschaulich

  vor  Kugen  zu  führen.

Kol  oni  alfreund  Das  Werk  wird  zweisellos  dazu  beitragen,  das
B  Interesse  für  unsere  Kolonien  wesentlich  zu  kördem.

Durch  seine  gediegene  Husstattung  bildet  dasselbe

eine  Zierde  für  jede  Bibliotbek.

 

angelegentlichst

 

 

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen  sowie

empfohlen  vom  Uerlage  S.  S.  Mittier  K&amp;amp;  Sohn,  Berhin  SWus.
Kochstrasse  68—71.

 

 

  
 

 

 

 

 

..————————  Ê  Ê  Êê—
        <pb n="469" />
        —  417  —

 

Verlag  von  Gustav  Fischer  in  Jena.

 

Sceben  erschien:

lehn,  Dr.  Albert,  Kaiserlicher  Regierungsarzt  in  Kamerun,

Weiteres  über  Malaria,  Immunität

 

und  Latenzperiode.

 

Mit  drei  Tafeln.  Preis:  5  Mark.

uge,  Dr.  Reinhold,  Marine-Oberstabsarzt  l.  Kl,  kommandirt
zum  Institut  für  Infektionskrankheiten  in  Berlin,

Einführung  in  das  Studium  der

 

Malariakrankheiten.

 

Mit  besonderer  Berücksichtigung  der  Technik.  Ein  Leitladen
  für  Schiffs-  und  Kolonialhrzte.  Mit  2  photogruphischen
owie  1  lithographischen  Talel,  19  Abbildungen  und  27  Fieberkurven
  im  Text.  Preis:  4  Mark.  (78)

 

 

 

 

 

.4  trel’rt’t  ##ebls  *Fm..n  J—  J

W.=5*


(  *  –  —  —

+  —  —  —  —

“  E  15

 

Neueste  Kühl-  und
Eismaschinen

für  Handbetrieb  direkt  verbunden
  mit  einem  Eisschrank  sowie
auch  für  Kraftbetrieb.

 

 

 

4
«  2
Delgas-Anlagen
bRBeleuchtungs-  u.  Beheizungs---——
5  #  3  6  .  —i
wecken  für  Ortschaften,  Fak-  #kG.  ;s  *#
oreien,  Landhäuser,  Hôtels  ctcohll  —

 

JU144½  #*s  rp'  *
Cmbau  unvollkommener  und  .  2  *

veralteter  Gasaulagen.

 

Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plagwitz.

—  —

—.—

sss

22W  2  W

rr

 

Lpe  Lelnso  Mocsillo  and  19  old.  Med.  auf  1Agd.  u  Sport-Kusstel.

#  Schutnmarte.

R.  Weber,

H#s  und  grässie  deutschs  RHaubtbieriallen-Fabril.

R.  Weben

Haynnu  1.  Schlesien.  (C5)

Weltberühmte  Fangapparate

und  Eisen  für  Löwen,  Tiger,  Leoparden  eitc.
umd  andere  Raubthlere  sowie  für  Vögel  und  Fische.  Wildlocker,
Witterungen,  Glaskugel-  und  Thontauben  -Wurilmaschinen.

F

lllustrirte  Preislisten  kostenfrei.  ——  *

 

 

 

PKerh  Buncwik  3  Cel

Conserven-Fabrik
in  Wollenbüttel  (Herrogth.  Sraunsehwoigl.
Spezialität:  (6o)

Gemüse-  und  Fleisch-Conserben.

Gö.  Leinnaa

Freiberg,  Sachsen,
efert  komplete  (6es9)

Brennerel-Anlages,
Hefefabriken,  Blerbrauereles,
Splritusraffinerlen,
Zlegelel-  und  Gerberei-Aulages,

„Holxzverkohlunges,
Essigsäurefabrikes,
Destillirapparate  aller  Art,

Dampfkessel  (Wasserröhres--S
  ——5
Kewitsch  Orgel-  (81)

Arminlum,

eziell  für  tropisches
.  Ina  konstruirt,  empf.

Johannes  Kewitsch,
Beriin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

N.  Homann  &amp;amp;  00.

llamburs,  Luisenhof.
EXILIIIIXIIII

von  und  nach  (509)
den  deutschen  Holonien.

Set

4  4  14  —□—□———  4
.  .  .8.  *y  .  .  8.  FW—J  N  .8  X  .
—  —  ——.  —  –  2222

Brport-Stahlkarren
DEUTSCH  Xæ  ENGL.  FORM

fabriciren
HKörlgen  Co
B.  Gladbach-  Küln
Sfffe
——

Deutsche,  kolonlale  u.  Internationale
Transporte  jeder  Art.  (5/9)

A.  Warmath,

Hoss  teur  Sr.  Könlgl.  Hohelt  des
Inzen  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berlin,  Kommission.
Friedrichstr.  94  u.  Hint.  d.  Garnisonkirchela.

—  --=VVy
  VVVYVTyV''  ?'

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—.————  —.—.—..—  ——
        <pb n="470" />
        GG  *  *  ..

Sceben  ist  erschienen:

Ganitätsbericht

über  die
Kaiserlich  Deutsche  Marine

für  den  Zeitraum

vom  1.  Aprll  1897  bis  31.  März  1888.

Bearbeitet  von  der
Hedirinsl-  Ahtheilgag  dos  Seichs-HMarine-Ants.

——  Preis  M.  3,—.  m—

 

 

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW,
Kochstinsse  68—7.

 

 

 

 

 

 

.

-  Jedem  Deutschen

bietet  bohes  Interesse  das  geistvoll
  geschriebene  Werk

1

des  verewigten  Obersten  Grafen

Vorck  von  (Vartenburg:

 

 

 

 

 

 

eltgeschichte
—in  Umrissen.

 

 

 

Federzeichnungen  eines  Deutschen,

ein  Küchblick

am  Schlusee  des  19.  Jabrhunderte.

5.  Auflage.

Mit  einem  Bildulsse  des  Uerfassers.
Geb.  M.  0.  —,  geb.  M.  11.—.

bD“  Werk  sfesselt  von  der  ersten  bio
zur  letzten  VSeite.  Kein  anderes  Geschichtzswerk
  kann  dem  Deutechen  mehr
zu  herzen  sprechen,  als  dlese  „UMleirgeschichte
  in  Umriseen“:  Die  Bezugnahme
  auf  die  Gegenwart,  die  Vergleiche
  mit  dereelben,  die  der  Uerlasser
anstellt,  verleihen  dem  Buche  ein  eindringlichee
  Lntereese  und  vegen  wieder  und
wieder  den  Lesenden  an,  aus  der  Lektüre
  des  Buches  das  eigene  Urthell!
zuschärften.

Uerlag  von  S.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

+1
..  Königliche  hofsbuchhandlung  ..  “
Berlin  8  2a.  Kochslratsze  03  —71.

S—————

 

 

 

—  418  —

Georg  Voss  3  Co.

*  Maros-Sehmirgeleerl,  Colh

Deuben,  Bez.  Dresden.
Naxos-  Schmirgel  ächt  und  rein.  Gleichmässig  gesichtete

2  Körnungen.

Spectalicät#:  Handgpeschldmmeie  Minufen-Schmirgpelsorten,
Schmirgelleinen,  SchmirgelTöper,  Schmirgelpapier,
Schmtrgelband  (Krarzen-Schleifband),  Schmeirgel-HFerk.
Zze##ge,  Messerschdrifer,  Poltpulvrer,  Glaspapter,  Feuersteinpapter,
  Schmirgelfeiten.

Schmirgel-  Schleifscheiben  ierke  in  den  be
Koronit,  Rubinit,  Apiranthos,  Psssychropor.
Psychrophor-Schleifscheibenirieh  Fetunser

in  Weissglühhitze  gebrannt,
  porös  und  sehr  schleif  kräftig.
x□U  x□  ·  %  .  #
Rubinit-Abziehsteine.bser  als  natarile

Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.

Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.

·  Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  geber

-  eine  feine  langhaltende  Schneide.

Jeden  Stein,  der  nicht  entsprechen  sollte,  nehmen  wir  auf  unsere
Kosten  zurück.

Polirmittel  aller  Art.

Pollrwachs,  Polirpulver,  Fllzschelben,  Korkschelben,  Walrossleder.
Polirscheiben  aus  Hartpapier  mit  Walrossleder  -  Ueberzag.  (e

Carborundum-Waaren  aller  Art.

 

 

 

 

 

 

 

 

.  Preislisten  und  Muster  kostenfrei.

 

*———  ——  S——

nneh-—

Verlag  der  Königlichen  Hof  buchhundlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sehn.
Berlin  SW#e,  Kochstrasse  68—71.

—--
  Die  Arbeiten

ELLLLE

Denkschrift  anlässlich  des  sojährigen  Besichens
der  Rheinsfrom-Bauverwalktung  und  Bericht  über
die  Verwendung  der  seit  188f0  zur  Regulirung  des
Rheinstroms  bewilligten  ausserordentlichen  Geld-5
  miuel  Nach  amilichen  Quellen  bearbeitet  von
#  R.  JAa  SMUND,  Regierungs-  und  Baurath.
-

Mit  237  Abbildungen.
Kartonirt  M.  11,.—,  gebunden  M.  13,50.

der  für  Neubauten  und  Unterhaltungsarbeiten  verwendeten  Celdmittel,
gewährt  anch  ein  Gesammtbild  van  den  Arbeiten  der  Verwaltung  und  über  die  Cezs

verhältnisse  des  Stromcs  unter  Darbietung  der  technischen  Unterlagen  *

gründung  der  cinzelan  Massnahmen,  aus  (lcnen  insbesondere  auch  die  die

Das  Werk  darf  besonderes  Interesse  beanspruchen.  Es  giebt  nicht  allein  einen  Abriss  —

 

 

leitenden  GCrundgesctze  zu  erkennen  sind.

.  „  —  —  —  —  —  —

—  —  —  ——  ————  —  —  ————  —  ———  —
        <pb n="471" />
        419

F.  H.  8CHMIDT
INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER.

AUSFUHRUNG  vON  EXPORTBAUTEN  UND
BAUAUSFUHRRUNGEN  UESBEERSEE.  n
WaáAssSER-,  BRUGCKES-  UND  HOGHBAu.
BAUATNSTALT  FUR  EIsSENKONSTRUKTTOJTET.
HorzBEARBEITUNGFABRKRTK.
—.....—
Malariasichere  Tropenhäuser
Eesetslich  geschützt).
ALTONA  HAMBURG

|  Ramwz.  PAVULSTRASSE  21.
Fernsprecher  No.  2  u.  750.  Fernsprecher  Amt  I,  No.  4163.  1

TELECRANN-ADBRBSSE:
RAINSCHMIDT,  ALTONA.

 

 

(38)

 

(601)

 

 

 

     
 
       
     
 

  

Lelte-  und  Planen-Fabrik.
###.  Zelte  aulumluny  #r  Pro-itenen.
Rob.  Reichelt,  Berlin  C.

 

 
  
    
  
 

 

186  Löwen,  Leoparden,

Ginsterkatzen,  Zibethkatzen.  Serwals  etc.  etc.
fing  Herr  v.  Quast  in  Mikindani  (Deutsch-Ostafrikal
  mit  unseren  unübertroffenen  Fallen.
Illlustr.  Preiskourante  gratis.

1  ###rinas  J
—  9  —.  2
s  4  Renommflrteste  (19,
W.i  —  z#rösste  deutsche  Ranbthlerfallen-  Fahrik
1  "  rPv

2  Se.rel  S  Co.,  Haynau  beiul

—  —4  —  -  Prämüirt  mit  silbernen  u.  gollenen  Medaillen.

 

 
  

st  —
Hamburz,

Ferdinande##a####  43.
—————
Speditien  nach  und  von

     
     

  
      
    

 

 

 

 

*—  41#  die  Weinkrandlungen.

 

Kltest.  deutsche  Schaumweln-Kellerei
Gegründet  1326.  (578

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  ertra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Hoflieferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kalserl.
Iheit  der  Herzogin  Wera.  Grossfürstin
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  Deutschen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Casinos.

 

 

huns  L

allenSprachenu.  lreilagen

AIIIIIIII

lmnn:r:m)-o0t4
        <pb n="472" />
        —  420  —

WOERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

.-  AmlJumPD,,AunaWoot-maan«captsplosoth
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  5.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Maurer,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro.

Am  H.  Juni:  P.  D.  „Otto  Woermann“,  Capt.  R.  Krohn,
nach  Bathurst,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Lecone  und  Sherbro.
Dieser  Dampfer  ladet  Pulver  für  die  Pläitze  der  West-  und  Südwesthkilste.
Am  10.  Juni:  P.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt  Jensen,
via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,'  Axim,.’  Secondee,'  Cape  Coast,Accrs.“
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji.  Plantation,“  Kribi“  und  Fernando  Po.
Am  15.  Juni:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Accra.“
Kongo  und  Angola.
Am  22.  Juni:  P.  D.  „Hans  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Juni:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Stuth,
via  nentenun  nach  Liberia,!Accra,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerun.
und  Congo  Frangoais.
EZESxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.
Alle  Güter  mussen  #ei  Tage  vor  dem  4bboaensdattum  bis  12  Uhr  mittags  tänsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (n)  Hamburg,  Afrika  -  Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/38.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Zundesrath“,  Capt.  Carstens  (fahrplanmässige  Reise  No.  13a)  19.  Juni  —

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Klilwa,  Ulms,
Mikindanl,  bo,  Mozambique,  Chinde,  Beira  und  duellmane.  —————3

R.  P.  D.  „König“,  Capt.  Doherr  (fahrplanmässige  Reise  No.  10)  5.  Juul  Zl.  Wa

R.  P.  D.  „Kronprinz“,  Capt.  v.  Issendorff(  „  „  13)  J.  Juli  19.  #

mit  Passagleren  nuch  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-esSaläm,  Zanzibar,  Mozamblque  sowie  mit  Passagieren
and  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  à  Bamburg:  ad  Neapei:

R.  P.  D.  „Adwmiral“,  Capt.  Ahrens  (laut  abgeändertem  Fahrplan)  Ul.  Juni  23.  Jual
mit  Passagieren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Elizabeth,  East  London,  Durban  und  Delagonbay.
Die  Dampfer  Rhaben  vorzugliche  Einzicheungen  Für  Eussagtere  in  allen  Klassen.
Dirckter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nach  simmtlichen  Anlaufhufen—
Alle  Güter  müssen  spiätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (20)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamburg  -Amerika-Linie,  Abtheilung  Porsonen-Veorkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deuesche  Ost-4  i  ##KLinie,

Arikahaus,  Grosse  Reicheustrasse  25/33.

 

 

 

 

 

Verantwortlicher  Kedakteur  für  der  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Nerlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12.  Kochbrate  68—  71.
Ausgeqeben  am  1.  Zuni  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

H#ransgesehen  in  der  Kolsuisl-Ibtheilnung  bes  Iuswirtigen  Ints.

III  Jahrgang.  Berlin,  15.  Juni  1901.  Nummer  12.

b##e  Zeüsschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  Und  185.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vi  rli

Mittchellungon  7%%%  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Sebatne  ie  ,  haee  von  h
1  ulekelnan.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beibeften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Ereh#ktiu#gen  Mil.  8,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlogsbuchandlung  Mk.  8,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
se##ck-Ungarm,  Mk.  3,75  für  die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  find  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von
ns  Siezftied  Rittler  und  Sohn,  Berlin  8W  14.  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2008.)

 

 

—  ——  —

 

—  —  —  —  —  —  —  ——  **—  —  —  —

Jbelt:  Amtlicher  Theil:  Gesetz,  betreffend  Versorgung  der  Kriegsinvaliden  und  der  Kriegshinterbliebenen  S.  421.  —
Trordnung  wegen  Abänderung  und  Ergänzung  der  Verordnung  vom  9.  August  1896,  betreffend  die  Rechtsverhältasse
  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten  S.  425.  —  Vorforiften,  betreffend  den  Urlaub,  die  Stellvertretung,
die  Tagegelder,  Fuhr=  und  Umzugskosten  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten  mit  Ausnahme  von  Kiautschou
z.  Lð.  —  Einberufung  des  Kolonialraths  S.  428.  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-O#rika,
  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes
enlaufenden  Seeschiffe  S.  429.  —  Inbesitznahme  einiger  Inseln  der  Palau-Gruppe  S.  439.  —  Personalien  S.  440.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  440.  —  Deutsch-Ostafrika:  Grenzreise  des  Stationschefs
von  Jringa  (mit  Karte!  S.  441.  —  Westdeutsche  Handels=  und  Plantagengesellschaft  S.  444.  —  Kamerun:  Erxped##on
  des  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig  (mit  Karte#  S.  444.  —  Neue  Pflanzungsgesellschaften  in  Kamerun  S.  446.
—  Teutsch-Südwestafrika:  Ein  Urtheil  über  Damaraland  S.  446.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Reise  des
(cuverneurs  v.  Bennigsen  nach  den  Karolinen  und  Palau-Inseln  S.  447.  —  Der  lUeberfall  der  Menckeschen
Cwedition  S.  450.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  451.—
Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Die  Uganda-Eisenbahn  S.  453.  —  Seehandel  Britisch-Indiens
  im  Jahre  1900  S.  453.  —  Ueber  die  Lage  der  indischen  Theeindustrie  S.  454.  —  Thätigkeit  des  Forstdepartements
  in  Süd-Nigeria  S.  454.  —  Die  Kaffee=  und  Kautschukausfuhr  aus  Neu-Kaledonien  im  Jahre  1900
r.  454.  —  Konservirungsverfahren  für  frische  Früchte  in  Victoria  S.  455.  —  Litteratur  S.  455.  —  Litteraturbrrgeichniß
  S.  456.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  456.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.
Gelsehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Gesetz,  betreffend  Versorgung  der  Kriegsinvaliden  und  der  Kriegshinterbliebenen.)
Vom  31.  Mai  1901.

Vir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen
Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesraths  und  des  Reichstages,  was  folgt:
§  1.

Die  Versorgung  derjenigen  Personen  des  Soldatenstandes  und  Beamten  der  Militär=  und  Marine-Eurpaltung,
  welche  durch  die  von  deutschen  Staaten  vor  1871  oder  von  dem  Deutschen  Reiche  geführten
Fehzüge  involide  geworden  sind  (Kriegsinvalide),  sowie  der  Hinterbliebenen  aus  solchen  Feldzügen  (Kriegsimerbliebene)
  bemißt  sich  nach  den  in  den  folgenden  Paragraphen  getroffenen  Bestimmungen.

Gleiches  gilt  von  den  Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  und  deren  Hinterbliebenen.

1¾7  Ob  eine  militärische  Unternehmung  im  Sinne  dieses  Gesetzes  als  ein  Feldzug  anzusehen  ist,  bestimmt
der  Kaiser.

I.  Offiziere,  Sanitätsoffiziere,  Ingenieure  der  Marine,  Feldwebelleutnants  und
Deckoffiziere.
82.
Die  Pension  wird  den  Offizieren  bis  zu  anderweiter  gesetzlicher  Regelung  nach  den  bisherigen
Beiimmungen  gewährt.

Vergleiche  Reichsanzeiger  vom  11.  Juni  d.  J.
        <pb n="474" />
        —  422  —

83.
Die  Kriegszulage  (§  12  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871,  Reichs-Gesetzbl.  S.  275)  ist  für  al
als  Kriegsinvalide  Anerkannten  zuständig  und  beträgt  monatlich:
a)  100  Mk.  für  Offiziere  vom  Hauptmann  abwärts,
b)  60  =  für  Offiziere  höheren  Dienstgrades.
8  4.
Die  Verstümmelungszulage  (§  13  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871)  beträgt  für  jede  Ve
stümmelung  90  Mk.  monatlich  ohne  die  Einschränkung  im  Abs.  2  des  angeführten  §  13.
86.
Kriegsinvaliden  Offizieren,  deren  jahrliches  Gesammteinkommen  3000  Mk.  nicht  erreicht,  wir
vom  Ersten  des  Monats  ab,  in  welchem  sie  das  55.  Lebensjahr  vollenden,  eine  Zulage  (Alterszulage)  b'
zur  Erreichung  dieses  Betrages  gewährt.  Die  Zulage  wird  bereits  früher  gewährt,  sobald  dauernde  völligt
Erwerbsunfähigkeit  vorhanden  ist.

II.  Unteroffiziere  und  Gemeine.

8  6.
Die  Pension  der  Unteroffiziere  und  Gemeinen  beträgt  je  nach  dem  Grade  der  Erwerbsunfähigle

monatlich  in  der
1.  Klasse  2.  Klasse  3.  Klasse  4.  Klasse

Mk.  Mk.  Mk.  Mk.
a)  für  Feldwebe.  100  75  45  30
b)  für  Sergeanten  J5  60  36  24
c)  für  Unteroffizierer  65  50  30  20
d)  für  Gemeine  60  45  27  18
Die  Beträge  der  Pension  .  Klasse  bleiben  wie  bisher.
§  7.
Die  Kriegszulage  (§  71  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  187  "1)  beträgt  monatlich:
für  die  Ganzinvaliden  15  M.
für  die  Halbinvalden:  1  -
88.

Die  Verstümmelungszulage  (§  72  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871)  beträgt  für  jede  Verstümmelung
  27  Mk.  monatlich  ohne  die  Einschränkung  im  Abs.  3  des  angeführten  §  72.
§  9.
Neben  den  nach  §  6  erhöhten  Pensionen  ist  die  Zulage  für  Nichtbenutzung  des  Civilversorgungsscheins
  sowie  die  Anstellungsentschädigung  nur  für  diejenigen  Unteroffiziere  zuständig,  welche  den  Anspruch
auf  den  Civilversorgungsschein  durch  zwölfjährigen  aktiven  Dienst  erworben  haben.

8  10.

Ganzinvaliden,  deren  jährliches  Gesammteinkommen  600  Mk.  nicht  erreicht,  wird  vom  Ersten  des
Monats  ab,  in  welchem  sie  das  55.  Lebensjahr  vollenden,  eine  Zulage  (Alterszulage)  bis  zur  Erreichung
dieses  Betrages  gewährt.  Die  Zulage  wird  bereits  früher  gewährt,  sobald  dauernde  völlige  Erwerbsunfähigkeit
  vorhanden  ist.

III.  Beamte.
8  11.

Die  Kriegszulage  beträgt  monatlich  für  die  oberen  Beamten:

a)  100  Mk.,  wenn  die  Pension  der  eines  Hauptmanns  oder  eines  Offiziers  niederen  Dienstgrades

  entspricht;

b)  60  Mk.,  wenn  die  Pension  der  eines  Offiziers  höheren  Dienstgrades  entspricht;
für  die  Unterbeamten  15  Mk.

12.

Die  Verstümmelungszulage  wird  den  oberen  Beamten  nach  den  Sätzen  für  Offiziere  (§  4),  den

Unterbeamten  nach  den  Sätzen  für  Unteroffiziere  und  Gemeine  (8  8)  gewährt.

§  13.
Die  Alterszulage  wird  den  oberen  Beamten  in  gleicher  Weise  wie  den  Offizieren  (§  5),  den
Unterbeamten  wie  den  Unterosfizieren  und  6  72  (§  10)  gewährt.
.  Hinterbliebene.
§  14.
Die  jährliche  Versorgung  der  Hinterbliebenen  wird  gemäß  den  nachfolgenden  Bestimmungen
festgesetzt.
        <pb n="475" />
        —  423  —

Die  Versorgung  ist  zuständig:

1.  wenn  der  Kriegstheilnehmer  an  erlittener  Verwundung  oder  äußerer  Kriegsdienstbeschädigung
verstorben  ist:  ohne  Rücksicht  auf  die  Zeit  des  Todes;

2.  wenn  der  Kriegstheilnehmer  im  Laufe  des  Krieges  erkrankt  ist  oder  eine  innere  Dienstbeschädigung
erlitten  hat:  sofern  er  infolge  der  Krankheit  oder  Dienstbeschädigung  vor  Ablauf  eines  Jahres
nach  dem  Friedensschlusse  verstorben  ist.

Für  die  Hinterbliebenen  von  Theilnehmern  an  den  vor  dem  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  beendeten

eiidzugen  ist  dabei  Bedingung,  daß  die  Ehe  vor  dem  Jahre  1901  geschlossen  gewesen  ist.

15.
A.  Wittwenbeihülfe
(§§  41,  94  und  95  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871).
Diese  beträgt  für:

1.  die  Wittwe  eines  Generals  oder  in  Generalsstellung  stehenden  Osftziers  .  .  .  2000  Mt,
2.  die  Wittwe  eines  Stabsoffiziers.  ..  1600
3.  die  Wittwe  eines  Offiziers  vom  Hauptmann  abwärts  oder  eines  Deckoffiziers  1200
4.  die  Wittwe  eines  Feldwebels,  Vizefeldwebels  oder  der  diesen  Dienstgraden  gleichstehenden

  Militärpersonen  oder  Unterbeamten  600
5.  die  Wittwe  eines  Sergeanten,  Unteroffiziers  oder  der  biesen  Dienstoraden  aleicy

stehenden  Militärpersonen  oder  Unterbeamten  500
6.  die  Wittwe  eines  Gemeinen  4400

B.  Erziehungsbethülfe
(§§  42  und  96  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871).
Diese  beträgt  für:
1.  jedes  vaterlose  Kind
a)  eines  Generals  oder  eines  Stabsoffiziers  in  Generals=  oder  Regimentskommandcur-Stellung,

falls  gesetzliches  Wittwengeld  zustänggdd  150  Mk.,

anderenfalls  d200  =
b)  eines  jeden  anderen  Offziers  oder  eines  Deckoffiziers  ..  ..-..200-c)einesSoldatenvomFeldwebelabwärtsoderemes
  Unterbeamten  ...sz.  168-;

2.  jedes  elternlose  Kind
a)  eines  Generals  oder  eines  Stabsoffiziers  in  Generals=  oder  Redimenis  Kommandeur-  Stellung.

falls  gesetzliches  Waisengeld  zustängdgn  225  Mk.,
anderenfalls  300
b)  eines  jeden  anderen  Offiziers  oder  eines  Deckoffiziers  ..  ....300-c)eutesSoldatenvomFeldwebelabwattsoderemes
  Unterbeamten  240

C.  Elternbeihülfe
(§§  42  und  96  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871).
Diese  beträgt  dafür:
1.  den  Vater  oder  den  Großvater,  die  Mutter  oder  die  Großmutter  eines  Offiziers

oder  Deckoffiziers  450  Mk.,
2.  den  Vater  oder  den  Großvater,  die  Mutter  oder  die  Großmutter  eines  Soldaten
vom  Feldwebel  abwärts  oder  eines  Unterbeamten  .  250

Die  Beihülfe  für  Eltern  und  Großeltern  wird  gewährt,  wenn  ihr  Lebensunterhalt  ganz  oder
eliuwiegend  durch  den  Verstorbenen  zur  Zeit  seines  Todes  bestritten  worden  war  und  so  lange  die
balfebedürftigkeit  dauert.

16.
Erreicht  das  jährliche  Gesammteinkommen  der  Wittwe
eines  Generals  (§  15  A  1)  nicht  ..  .  .  3000  Mk.,
eines  anderen  Offiziers  mit  Ausnahme  der  Feldwebelleutnants  nicht  ..  .  .  2000  -
eines  Feldwebelleutnants  oder  Deckoffiziers  nict.  1500  -„
*f  werden  die  zuständigen  Wittwenbeihülfen  bis  zur  Erreichung  dieser  Säte  erhöht.
§  17.  "

Den  Wittwen  von  Kriegsinvaliden  werden,  auch  wenn  der  Tod  des  Ehegatten  nicht  eine  Folge
der  Kriegsdienstbeschädigung  ist,  Wittwenbeihülfen  in  der  Art  gewährt,  daß  das  jährliche  Gesammtar
  lammen

a)  der  Wittwe  eines  Generals  (8  15  A  1)  ..  .  .  3000  Mk.
b)  der  Wittwe  eines  anderen  Offiziers  mit  Ausnahme  der  Feldwebelleutnants  .  2000  --c)
  der  Wittwe  eines  Feldwebelleutnants  oder  Deckoffiziers.  ..  1500
        <pb n="476" />
        —  424  —

d)  der  Wittwe  eines  Feldwebels,  Vizefeldwebels  oder  der  diesen  Dienstgraden

gleichstehenden  Militärpersonen  oder  Unterbeamten  600  Mk.
e)  der  Wittwe  eines  Sergeanten,  Unteroffiziers  oder  der  diesen  Dien  sigraden
gleichstehenden  Militärpersonen  oder  Unterbeamten  500
t)  der  Wittwe  eines  Gemeinen  .  .........400-beträgt.

8  18.

Für  die  Höhe  des  Versorgungsgeldes  der  Hinterbliebenen  von  oberen  Beamten  ist  das  zules
bezogene  pensionsfähige  Militärdiensteinkommen  dieser  Beamten  dergestalt  maßgebend,  daß,  je  nachdem
dem  pensionsfähigen  Diensteinkommen  einer  der  im  §  15  A  1  bis  3  erwähnten  Militärdienstgrade  am#
nächsten  gestanden  hat,  auch  die  für  Hinterbliebene  dieses  Dienstgrads  zuständigen  Sätze  gewährt  werde

§  17  findet  entsprechende  Anwendung.

V.  Allgemeine  Bestimmungen.

*  19.
Soweit  dieses  Gesetz  nicht  ein  Anderes  bestimmt,  bleiben  die  bisherigen  gesetzlichen  Bestimmunge
in  Kraft.  Die  nach  denselben  zuständigen  Gebührnisse  und  Bewilligungen  werden  auf  die  nach  dieser
Gesetze  bewilligten  Bezüge  angerechnet.  Die  Mehrbeträge  werden  als  Zuschüsse  gewährt.

8  20.

Die  Zuschüsse  (§  19  letzter  Satz)  stehen  den  Bezügen  gleich,  welche  das  Gesetz  vom  27.  Juni  187
nebst  Abänderungen  und  Ergänzungen  gewährt,  und  unterliegen  denselben  gesetzlichen  Bestimmungen.

Bei  Anstellung  und  Beschäftigung  im  Civildienst  sind  diese  Zuschüsse  jedoch  nicht  der  Kürzun
unterworfen  und  beim  Ausscheiden  aus  dem  Civildienst  mit  einer  Civilpension  auf  diese  nicht  in  Anrechnun
zu  bringen.

Die  Zuschüsse  bleiben  bei  der  Veranlagung  zu  den  Steuern  und  anderen  öffentlichen  Abgaber
jeder  Art  außer  Ansatz;  sie  sind  weder  der  Pfändung  unterworfen  noch  bei  der  Ermittelung,  ob  und  ze
welchem  Betrag  ein  Einkommen  der  Pfändung  unterliegt,  zu  berechnen.

Bei  Berechnung  des  Wittwen=  und  Waisengeldes  nach  den  Gesetzen  vom  20.  April  1881  (Reichs
Gesetzbl.  S.  85),  vom  17.  Juni  1887  (Reichs-Gesetzbl.  S.  237)  und  vom  17.  Mai  1897  (Reichs
Gesetzbl.  S.  455)  bleiben  die  Zuschüsse  unberücksichtigt.

§  21.
Auf  die  Theilnehmer  an  der  zur  Zeit  des  Erlasses  dieses  Gesetzes  gegen  China  gerichteter
Expedition  kommen  seine  Bestimmungen  zur  Anwendung.
In  welchem  Umfang  und  bis  zu  welchem  Zeitpunkte  dieses  stattzufinden  hat,  sowie  unter  welchen
Voraussetzungen  eine  Doppelrechnung  der  Dienstzeit  erfolgt,  bestimmt  der  Kaiser.

8  22.
Die  Bestimmungen  dieses  Gesetzes  finden  sinngemäße  Anwendung:

1.  auf  diejenigen  Personen  des  Soldatenstandes  und  Beamten  (§  1),  welche  im  Dienst  durch
Schiffbruch  invalide  geworden  sind,  sowie  die  Hinterbliebenen  der  aus  gleichem  Anlasse  Verstorbenen  vorgedachter
  Klassen

2.  auf  die  kriegsimvaliden  Offiziere,  Beamten  und  Mannschaften  der  früheren  schleswig-holsteinschen
Armee  und  Marine  sowie  auf  deren  Hinterbliebene;

3.  auf  das  fortan  auf  dem  Kriegsschauplatze  befindliche  Personal  der  freiwilligen  Krankenpflege
sowie  auf  diejenigen  Deutschen,  welche  sich  in  einem  Dienst=  oder  Vertragsverhältnisse  bei  dem  Reichsheere
der  Kaiserlichen  Marine  und  den  Kaiserlichen  Schutztruppen  auf  dem  Kriegsschauplatze  befinden.

Soweit  denselben  nicht  ein  höherer  militärischer  Rang  ausdrücklich  verliehen  ist,  erhalten  sie  beziehungsweise
  ihre  Hinterbliebenen  die  für  Gemeine  ausgeworfenen  Sätze.

8  23.

Den  elsaß-lothringischen  Landesangehörigen,  welche  als  Offiziere,  Beamte  und  Mannschaften  im
Feldzug  1870  bis  1871  im  französischen  Heere  kriegsinvalide  und  später  Deutsche  geworden  sind,  sowie
deren  Hinterbliebenen  können  vom  1.  April  1901  ab  Beihülfen  bis  zum  Betrage  der  durch  dieses  Geseß
gewährten  Gebührnisse  bewilligt  werden.  Beihülfen  dieser  Art  können  auch  die  später  Deutsche  gewordenen
Hinterbliebenen  von  elsaß  lothringischen  Landesangehörigen  erhalten,  welche  den  Feldzug  1870  bis  1871  im
französischen  Heere  mitgemacht  haben  und  in  diesem  Feldzuge  gefallen  oder  insolge  desselben  gestorben  sind.

Nähere  Bestimmungen  über  das  Verfahren  bei  der  Bewilligung  und  der  Festsetzung  der  Beihülsen
trifft  der  Reichskanzler.

Auf  diese  Beihülfen  findet  §  20  Abs.  3  Anwendung.
        <pb n="477" />
        —  425  —

8  24.

Soweit  die  Bezüge  der  Personen,  welche  unter  dieses  Gesetz  fallen,  nach  den  bestehenden  Beimmungen
  aus  den  Mitteln  des  Reichs-Invalidenfonds  zu  decken  sind,  werden  auch  die  in  diesem  Gesetze
orgesehenen  Zuschüsse  aus  dem  Reichs-Invalidenfonds  bestritten.  Die  für  das  Rechnungsjahr  1901  erorderlichen
  Deckungsmittel  dürfen  aus  dessen  Kapitalbeständen  bis  zum  Betrage  von  14  600  000  Mk.  über
en  im  Reichshaushalts-Etat  für  dieses  Rechnungsjahr  ausgebrachten  Kapitalzuschuß  (Kapitel  18  Titel  2  der
Cinnahmen)  flüssig  gemacht  werden.

Dem  Königreich  Bayern  wird  zur  Bestreitung  der  gleichartigen  Ausgaben,  mit  Ausnahme  der
nfolge  des  Krieges  1870/71  erwachsenen,  alljährlich  eine  Summe  überwiesen,  welche  sich  nach  der  Höhe
Ies  thatsächlichen  Aufwandes  für  Angehörige  des  Reichsheeres  und  deren  Hinterbliebene,  im  Verhältnisse
er  Kopfstärke  des  Königlich  bayerischen  Militärkontingents  zu  jener  der  übrigen  Theile  des  Reichsjeeres
  bemißt.

8  26.

Dies  Gesetz  tritt  vom  1.  April  1901  ab  in  Kraft.  Nachzahlungen  für  eine  rückliegende  Zeit
inden  nicht  statt.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrist  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Neues  Palais,  den  31.  Mai  1901.
(L.  S.)  Wilhelm.
·  Graf  v.  Bülow.

 

Verordnung
wegen  Abänderung  und  Ergänzung  der  Verordnung  vom  9.  August  1896,
betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten.“)
Vom  23.  Mai  1901.

Wil  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen  im
Kamen  des  Reichs  für  die  Schutzgebiete,  was  folgt:

Artikel  1.

Für  die  Regelung  der  Ansprüche  von  Beamten  der  Schutzgebiete  auf  Pension  und  Wartegeld
inden  die  jeweilig  für  die  Reichsbeamten  geltenden  Bestimmungen  mit  folgenden  Maßnahmen  sinngemäße
tuwendung:

1.  die  in  den  Schutzgebieten  zugebrachte  Dienstzeit  wird  bei  der  Pensionirung  doppelt  in  Anechnung
  gebracht,  sofern  sie  mindestens  ein  Jahr  gedauert  hat;

2.  bei  Berechnung  der  Dienstzeit  wird  dem  Dienst  in  einem  Bundesstaate  der  Dienst  in  einem
nderen  Schutzgebiete  oder  der  Reichsdienst  gleichgestellt;

3.  hinsichtlich  der  Kürzung,  Einziehung  und  Wiedergewährung  der  aus  Schutzgebletssonds  zu
ahlenden  Pensionen  und  Wartegelder  hat  der  Bezug  eines  Diensteinkommens  aus  Fonds  eines  anderen
Schutzgebietes  oder  aus  Reichs=  oder  Staatsfonds  dieselben  rechtlichen  Folgen,  wie  der  Bezug  eines  Dienstinkommens
  aus  den  Fonds  des  betreffenden  Schutzgebietes  selbst;

4.  der  §  59  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  (Reichs-Gesetzbl.  S.  61)  bleibt  außer  Anwendung.
ein  Pensionär  eines  Schutzgebietes,  welcher  im  Dienst  eines  anderen  Schutzgebietes  oder  im  Reichs=  oder
Staatsdienst  eine  Pension  erdient,  steht  dem  Pensionär  gleich,  der  eine  neue  Pension  in  dem  betreffenden
Schutzgebiete  selbst  erdient  (§  58  Abs.  2  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873);

5.  der  Reichskanzler  bestimmt,  inwieweit  einem  in  den  Ruhestand  oder  in  den  einstweiligen
tuhestand  versetzten  Beamten  die  Kosten  des  Umzugs  nach  dem  innerhalb  des  Reichs  von  demselben
ewählten  Wohnorte  zu  gewähren  sind.

Dieser  Artikel  hat  rückwirkende  Kraft  und  findet  auch  auf  solche  Beamte  der  Schutzgebiete  Anvendung,
  welche  bereits  pensionirt  sind.  "

Artikel  II.

Die  Bestimmungen  in  den  Artikeln  I,  IV  und  VI  des  Gesetzes  wegen  anderweiter  Bemessung
er  Wittwen=  und  Waisengelder  vom  17.  Mai  1897  (Reichs-Gesetzbl.  S.  455)  treten  für  die  Hinterliebenen
  von  Beamten  der  Schutzgebiete  entsprechend  in  Krast.  Im  Uebrigen  finden  fortan  für  die
Kegelung  der  Hinterbliebenenbezüge  von  Beamten  der  Schutzgebiete  die  jeweilig  für  die  Hinterbliebenen
ron  Reichsbeamten  geltenden  Vorschriften  sinngemäße  Anwendung.

 

*)  Vergleiche  Reichsanzeiger  vom  6.  Juni  1901  und  Reichs-Gesetzblatt  1901,  S.  189.
        <pb n="478" />
        —  426  —

Artikel  III.

Ein  Beamter,  welcher  dauernd  oder  vorübergehend  nicht  mehr  zum  Tropendienst,  wohl  aber
Dienst  in  der  Heimath  fähig  ist,  geht  der  im  Dienst  des  Schutzgebietes  erworbenen  Ansprüche  auf  G
Pension,  Wartegeld  und  Hinterbliebenenversorgung  verlustig,  sofern  er  die  Uebernahme  einer  Stell
Reichs=  oder  Staatsdienst  ablehnt,  deren  Diensteinkommen  das  im  Schutzgebiete  zuständige  oder
zuständig  gewesene  pensionsberechtigende  Gehalt  erreicht  oder  übersteigt.  Das  Gleiche  gilt,  sofern  er
Anerbieten  ablehnt,  ihn  unter  Wahrung  seines  früheren  Ranges  und  Dienstalters  in  den  Reichs-,  S:
oder  Kommunaldienst,  je  nachdem  er  aus  dem  Reichs-,  Staats=  oder  Kommunaldienst  in  den  Diens
Schutzgebietes  übernommen  ist,  wieder  aufzunehmen.

Artikel  IV.
Artikel  6  und  7  der  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in
Schutzgebieten,  vom  9.  August  1896  (Reichs-Gesetzbl.  S.  691)  werden  aufgehoben.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Ins
Gegeben  Prökelwitz,  den  23.  Mai  1901.
(L.  S.)  Wilhelm.
Graf  v.  Bülow.

–—  —  —  —  —  —

Vorschriften,  betreffend  den  Urlaub,  die  Stellvertretung,  die  Tagegelder,
Fuhr=  und  Umzugskosten  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten  mit
Ausnahme  von  Kiantschon.

Auf  Grund  des  Artikels  5  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  9.  August  1896,  belresfend
Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in  den  deutschen  Schutzgebieten  (Reichs-  Gesetzbl.  S.  691  ff.),
verordnet,  wie  folgt:

Urlaub.
§1

Die  etatsmäßigen  Beamten  in  den  Schutzgebieten  haben  einen  Anspruch  auf  Gewährung  e
Heimathsurlaubs  nach  Maßgabe  der  in  den  folgenden  Paragraphen  festgestellten  Grundsätze.

§  2
Der  Anspruch  auf  Heimachsurlaub  wird  begründet  durch  eine  im  Schutzgebiet  selbst  zu
bringende  Dienstperiode
von  3  Jahren  für  Deutsch-Südwestafrika  und  die  Schutzgebiete  der  Südsee,
von  2  Jahren  für  Deutsch-Ostafrika,
von  1½  Jahren  für  Kamerun  und  Togo.“)
Der  Urlaub  ist  zu  verschieben,  wenn  ein  besonderes  dienstliches  Bedenken  vorliegt,  beim  Mar
an  geeigneter  Vertretung  oder  wenn  die  Dampferverbindungen  es  bedingen.
Der  Heimathsurlaub  kann  etatsmäßigen  Beamten  auch  schon  vor  Ablauf  dieser  Fristen  ertt
werden,  sofern  die  Nothwendigkeit  der  Rückkehr  nach  Europa  durch  das  Gutachten  eines  Regierungsar.

Fstgefen  ist.
.  83.

Die  Dauer  des  Heimathsurlaubs,  in  welchen  die  zur  Hin=  und  Rückreise  von  bezw.  nach  à
nächsten  europäischen  Hafen  im  Durchschnitt  erforderliche,  vom  Reichslanzler  festzusetzende  Zeit  nicht  #
gerechnet  wird,  beträgt  vier  Monate.

Der  Urlaub  kann  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  oder  ausnahmsweise  aus  anderen  wichti,
Gründen  durch  den  Reichskanzler  verlängert  werden.

84.

Während  des  Heimathsurlaubs  erhält  der  Beamte  bis  auf  eine  Dauer  von  sechs  Monaten  se
vollen  Dienstbezüge,  soweit  sie  nicht  ihrer  Natur  nach  an  den  Aufenthalt  im  Schutzgebiet  geknüpft  se
und  mit  dem  Verlassen  desselben  in  Wegfall  zu  kommen  haben,  und,  soweit  es  sich  um  einen  Gouverne
handelt,  abzüglich  der  Stellvertretungskosten  gemäß  §  10  dieser  Vorschriften.

Wird  eine  Verlängerung  des  Heimathsurlaubs  über  sechs  Monate  hinaus  wegen  Krankh
erforderlich,  so  ermäßigen  sich  die  Gebührnisse  für  den  sechs  Monate  übersteigenden  Zeitraum  auf  d
Betrag  des  pensionsberechtigenden  Gehalts,  dem  noch  der  den  gleichartigen  heimischen  Beamten  zustehen
pensionsberechtigende  Wohnungsgeldzuschuß  hinzutritt,  soweit  dieser  dem  Gehaltssatze  nicht  schon  ei
gerechnet  ist.

*)  Aenderungen  auf  Grund  später  zu  machender  Erfahrungen  bleiben  vorbehalten.
        <pb n="479" />
        —  427  —

Wird  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  der  Urlaub  über  sechs  Monate  hinaus  verlängert  (§  3
Abs.  2),  so  ist  der  Reichskanzler  befugt,  den  Beamten  ausnahmsweise  im  Genuß  des  pensionsberechtigenden
Vehalts  zuzüglich  des  etwa  zuständigen  Wohnungsgeldzuschusses  zu  belassen.

86.

Den  nichtetatsmäßigen  Beamten  wird  ein  Heimathsurlaub  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  in
5*  2  Abs.  1  und  2  und  §  4  Abs.  1  bewilligt,  sofern  sie  sich  jeweils  sechs  Monate  vor  Ablauf  einer
Dienstperiode  auf  eine  weitere  Dienstperiode  für  den  Dienst  im  Schutzgebiet  verpflichten.

Wird  eine  Verlängerung  des  Heimathsurlaubs  über  sechs  Monate  hinaus  wegen  Krankheit
erforderlich,  so  erhalten  die  Angehörigen  derjenigen  Beamtenklassen,  für  welche  Etatsstellen  bestehen,  Gebührnisse
  in  Höhe  des  Mindestbetrages  des  pensionsberechtigenden  Gehalts  der  etatsmäßigen  Beamten  ihrer
Klasse.  Bestehen  Etatsstellen  für  die  betreffenden  Beamtenklassen  nicht,  so  erhalten  deren  Angehörige
Gebührnisse  bis  zu  demjenigen  Betrage  des  pensionsberechtigenden  Gehalts,  welches  sich  bei  gleichem  Dienstalter
  für  einen  etatsmäßigen  Beamten  der  entsprechenden  oder  in  Ermangelung  einer  solchen  vom  Reichskanzler
  zu  bestimmenden  thunlichst  gleichartigen  Klosse  ergeben  würde.  Im  Falle  des  Satz  1  tritt  den
Bebührnissen  der  einheimischen  Beamten  zustehende  pensionsberechtigende  Wohnungsgeldzuschuß  nicht  hinzu.
Im  Falle  des  Satz  2  kann  nach  angemessener  Dauer  des  Aufenthalts  im  Schutzgebiete  bei  Berechnung
der  Gebührnisse  der  dem  zur  Vergleichung  herangezogenen  etatsmäßigen  Beamten  zustehende  pensionsberechtigende
  Wohnungsgeldzuschuß  berücksichtigt  werden.

Wird  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  der  Urlaub  eines  nichtetatsmäßigen  Beamten  über  sechs
Monate  hinaus  verlängert  (§  3  Abs.  2),  so  ist  der  Reichskanzler  befugt,  den  betreffenden  Beamten  die
gleichen  Bezüge  wie  in  Abs.  2  dieses  Paragraphen  ausnahmsweise  zu  gewähren.

Hat  ein  nichtetatsmäßiger  Beamter  mehr  als  eine  Dienstperiode  in  einem  Schutzgebiete  zurückgelegt,
  so  kann  ihm  ein  Heimathsurlaub  auch  dann  bewilligt  werden,  wenn  er  sich  für  eine  weitere  Dienstperiode
  nicht  mehr  verpflichten  will.  Die  Entscheidung  hierüber  steht  dem  Reichskanzler  zu.

Bei  Personen,  welche  zur  Erfüllung  einer  vorübergehenden  Aufgabe  oder  von  vornherein  nur  auf
eine  Dienstperiode  angestellt  werden,  oder  welche  aus  Gesundheitsrücksichten  nur  kürzere  Zeit  im  Schutzgebiete
  verbleiben,  gelten  die  Festsetzungen  dieser  Vorschriften  nicht.

8  6.
Der  Heimathsurlaub  wird  ertheilt  den  Gouverneuren  sowie  auf  Antrag  der  Letzteren  den  höheren
Beamten  vom  Reichskanzler,  den  mittleren  und  unteren  Beamten  vom  Gouverneur.

§  7.
Die  Ertheilung  von  Urlaub  innerhalb  des  Schutzgebietes  oder  nach  Erholungsstationen  in  dessen
Nähe  steht  den  Gouverneuren  bis  zum  Höchstbetrage  von  45,  zu  Zwecken  der  Erholung  bis  70  Tagen  zu.
Sie  sind  berechtigt,  auch  anderen  Dienststellen  die  Befugniß  zur  Urlaubsertheilung  bis  zu  14  Tagen  zu
übertragen.
88.

Jede  Urlaubsbewilligung  kann  zurückgenommen  werden,  wenn  das  dienstliche  Interesse  es  erheischt.
Reisebeihülfe.
*  9.

Jedem  nach  der  Heimath  beurlaubten  Beamten  kann  sowohl  für  die  Heimreise  als  auch  für  die
Wiederausreise  eine  Reisebeihülse  im  ungefähren  Betrag  der  Kosten  einer  einmaligen  Reise  zwischen  Berlin
und  dem  betreffenden  Schutzgebiet  gewährt  werden.  Die  Höhe  der  Reisebeihülfe  wird  für  die  verschiedenen
Beamtenklassen  und  die  verschiedenen  Schutzgebiete  durch  den  Reichskanzler  unter  Berücksichtigung  der
jeweiligen  Fahrpreise  festgesetzt.

Hierbei  ist  für  den  Anspruch  auf  freie  Schiffsverpflegung,  welcher  in  dem  Preise  für  die  Schiffspassage
  miteinbegriffen  ist,  ein  Abzug  zu  machen,  welcher  für  höhere  und  mittlere  Beamte  3  Mark,  für
untere  Beamte  2  Mark  pro  Tag  der  durchschnittlichen  Dauer  der  Seereise  beträgt.  Beamte,  welche  im
Schutzgebiete  freie  Verpflegung  erhalten,  erleiden  diesen  Abzug  nicht.

Stellvertretung  und  Dienstaufwandsentschädigungen.
8  10.

Die  Gouverneure  erleiden  im  Urlaubsfalle  und  bei  sonstiger,  mit  repräsentativen  Verpflichtungen
nicht  verbundener  Abwesenheit  vom  dienstlichen  Wohnsitz  bis  zum  Eintritt  der  im  §  4  Abs.  2  festgesetzten
weiteren  Verkürzung  des  Diensteinkommens  einen  Abzug  von  20  Prozent  des  auf  die  Zeit  der  Abwesenheit
entfallenden  Betrages  der  Kolonialdienstzulage.

—  §  11.

Ist,  abgesehen  von  dem  Falle  eines  Urlaubs,  der  Gouverneur  vom  dienstlichen  Wohnsitz  abwesend,

so  werden  auch  alsdann  dem  Stellvertreter  die  thatsächlichen  Repräsentationskosten  aus  dem  für  diesen
3
        <pb n="480" />
        —  428  —

Zweck  im  Etat  des  Schutzgebiets  bestimmten  Fonds  bis  in  Höhe  von  20  Prozent  der  auf  den  betreffende
Zeitraum  entfallenden  Kolonialdienstzulage  des  Gouverneurs,  aber  nicht  über  die  Mittel  des  Etatsfond
hinaus,  gegen  Beibringung  der  pflichtmäßigen  Versicherung  der  Nothwendigkeit  ihrer  Aufwendung  und  ohr
Einzelnachweis  ersetzt.

Ist  für  einen  auch  mit  dem  Kommando  der  Schutztruppen  betrauten  Gouverneur  für  diesen  al
Kommandeur  ein  besonderer  Vertreter  bestellt,  so  erhält  dieser  während  der  Abwesenheit  des  Gouverneur
aus  dem  bezeichneten  Fonds,  aber  nicht  über  die  Mittel  desselben  hinaus,  und  mit  der  bezeichneten  Mas
gabe  eine  Repräsentationskosten-Entschädigung  bis  in  Höhe  von  10  Prozent  der  auf  den  betreffende
Zeitraum  entfallenden  Kolonialdienstzulage  des  Gouverneurs.

Tagegelder,  Fuhrkosten  2c.
§  12.

Für  die  Uebersiedelung  nach  dem  Schutzgebiet  beim  Eintritt  in  den  Kolonialdienst,  für  die  Heim
reise  im  Falle  des  Austritts  aus  dem  Kolonialdienste  sowie  für  Versetzungen  von  einem  Schutzgebiet  ie
ein  anderes  erhalten  die  etatsmäßigen  Beamten  Vergütung  nach  Maßgabe  der  Allerhöchsten  Verordnun
vom  23.  April  1879,  betreffend  die  Tagegelder,  die  Fuhrkosten  und  die  Umzugskosten  der  gesandtschaftliche
und  Konsularbeamten  (Reichs-Gesetzbl.  S.  127).

Auf  nichtetatsmäßige  höhere  und  mittlere  Beamte  finden  die  entsprechenden  Bestimmungen  de
Verordnung  vom  23.  April  1879  Anwendung.

Aenderungen  in  den  Bestimmungen  der  Verordnung  vom  23.  April  1879  erleiden  auf  die  in  der
vorstehenden  beiden  Absätzen  aufgeführten  Beamten  ohne  Weiteres  Anwendung.

Nichtetatsmäßige  untere  Beamte  erhalten  für  die  Ausreise  beim  Eintritt  in  den  Kolonialdienst  und
für  die  Heimreise  beim  Ausscheiden  aus  dem  Kolonialdienst  entweder  freie  Beförderung  zur  See  einschließlich
  Schiffsverpflegung  und  einen  vom  Reichskanzler  festzusetzenden  Reisezuschuß  oder  eine,  für  die
einzelnen  Schutzgebiete  durch  den  Reichskanzler  verschieden  festzusetzende  Pauschsumme.

Aus  dem  Reisezuschuß  oder  aus  dieser  Pauschsumme,  welche  unter  Berücksichtigung  der  jeweiligen
Fahrpreise  zu  berechnen  ist,  sind  auch  die  Kosten  für  den  Transport  der  Effekten  zu  bestreiten.

Daneben  erhalten  nichtetatsmäßige  untere  Beamte  bei  der  ersten  Ausreise  Ausrüstungsgelder,  deren
Höhe  der  Reichskanzler  festsetzt.

Bei  Versetzung  von  nichtetatsmäßigen  unteren  Beamten  aus  einem  Schutzgebiet  in  ein  anderes
erhalten  dieselben  neben  freier  Beförderung  zur  See  einschließlich  Schiffsverpflegung  einen  vom  Reichskanzler
festzusetzenden  Reisezuschuß.

8  18.

Die  Festsetzung  der  Reisegebührnisse  an  Personen  der  im  letzten  Absatz  des  §  5  bezeichneten  Art

erfolgt  durch  den  Reichskanzler  beim  Abschluß  des  Dienstvertrags.

8  14.

Für  Dienstreisen  und  Versetzungen  innerhalb  eines  Schutzgebiets  wird  eine  Vergütung  nach
Maßgabe  der  für  die  einzelnen  Schutzgebiete  erlassenen  Vorschriften  gewährt.

§  15.
Der  Tag  des  Inkrafttretens  der  Verordnung  wird  auf  den  1.  April  1900  festgesetzt.

§  16.

Wenn  in  einzelnen  Fällen  nach  Maßgabe  der  bisher  geltenden  Bestimmungen  durch  die  zuständige
Behörde  Anordnungen  getroffen  worden  sind,  welche  an  sich  unter  die  obigen  Vorschriften  fallen  und  sich
zeitlich  über  den  1.  April  1900  hinaus  erstrecken,  so  bleiben  dieselben  insofern  in  Kraft,  als  nicht  die  neuen
Vorschriften  für  den  betreffenden  Beamten  günstiger  sind.

Berlin,  den  31.  Mai  1901.

Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.

 

Einberufung  des  Kolonialraths.
Der  Kolonialrath  wird  berufen,  am  Donnerstag,  den  27.  d.  Mts.,  vormittags  10  Uhr,  im
Reichstagsgebäude  zur  Berathung  zusammenzutreten.
Berlin,  den  11.  Juni  1901.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
Stuebel.
        <pb n="481" />
        —  429  —

Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen
Schutzgebiets  anlaufenden  Seeschiffe.

Alle  bisher  erlassenen  allgemeinen  Quarantäne-Verfügungen  (Runderlasse  vom  15.  Juni  1896,
zom  3.  April  1897  und  vom  5.  Mai  1898)  werden  hierdurch  aufgehoben.  An  ihre  Stelle  treten  mit
dem  heutigen  Tage  die  hierunter  folgenden  Vorschriften  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der
einen  Hafen  des  Deutsch-Ostafrikanischen  Schutzgebiets  anlaufenden  Seeschiffe,  nebst  Nachtrag  und  Anlagen.

Der  Runderlaß  vom  2.  September  1899,  betreffend  die  Bestimmungen  gegenüber  dem  Zuzug  von
Indiern  und  sonstigen  Asiaten,  sowie  der  Runderlaß  vom  12.  März  1900,  betreffend  den  Dhauverkehr
mit  Zanzibar,  werden  hierdurch  nicht  berührt  und  bleiben  zu  Recht  bestehen.

Hierzu  bemerke  ich  Folgendes:

1.  Bezüglich  des  in  diesen  Vorschriften  vorkommenden  Ausdruckes  „beamteter  Arzt“  wird  hervorgehoben,
  daß  hierunter  nicht  bloß  Aerzte,  welche  im  Gouvernementsdienst  angestellt  sind,  sondern  auch  solche
Terzte  verstanden  sein  sollen,  welchen  einzelne  öffentliche  Funktionen  nur  vorübergehend  oder  ausnahmsweise
übertragen  sind.  Sollte  ein  Arzt  für  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  ausnahmsweise  nicht  zur  Versügung

  stehen,  so  hat  der  Bezirksamtmann  bezw.  der  Vorsteher  des  Bezirksnebenamtes  selbst  die  Kontrole
zu  besorgen.  In  Behinderungsfällen  darf  sich  derselbe  durch  eine  zuverlässige  Person  vertreten  lassen.  Die
von  dem  Schiffer,  Steuermann  und  Schiffsarzt  ausgefüllten  Fragebogen  sind  bei  den  Akten  des  Bezirksmmtes
  bezw.  Nebenamtes  aufzubewahren.

2.  Die  Bestimmung  derjenigen  Häfen,  deren  Herkünfte  einer  gesundheitspolizeilichen  Kontrole

mnterliegen  sollen,  erfolgt  auch  weiterhin  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement.

3.  Alle  Schiffe,  bel  denen  auf  Grund  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  Maßregeln  zu  ergreifen
ind,  für  deren  Ausführung  es  in  dem  Ankunftshafen  an  den  nöthigen  Einrichtungen  gebricht,  sind  nach
Dar-es-Saläm  zu  verweisen,  woselbst  sie  auf  der  Rhede  vor  Anker  zu  gehen  haben.

4.  Für  die  auszufüllenden  Fragebogen  und  Gesundheitspässe  gelten  die  anliegenden  Muster.
Insofern  von  einzelnen  Hafenbehörden  des  Auslandes  eingehendere  Gesundheitszeugnisse  verlangt  werden,

ift  es  den  ausstellenden  Behörden  unbenommen,  den  Pässen  nach  Bedürfniß  einen  von  dem  genannten
Nuster  abweichenden  Inhalt  zu  geben.

Zulässig  für  die  Ausstellung  der  Gesundheitspässe  sind  die  Polizeibehörden,  d.  h.  die  Bezirks=  und

Bezirksnebenämter.  Wünscht  ein  Schiffer  einen  Gesundheitspaß  zu  erhalten,  so  hat  er  sich  dieserhalb  rechtseitig
  während  der  Dienststunden  an  das  Bezirks=  oder  Bezirksnebenamt  zu  wenden.  Für  die  Ausstellung
ines  Gesundheitspasses  ist  seitens  des  Schiffers  eine  Gebühr  von  6  Rupien  zur  Bezirkskasse  zu  erlegen.

Dar-es-Saläm,  den  8.  Mai  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Graf  v.  Götzen.
Vorschriften,  betreffeud  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen  des  Deutsch-Ostafrikanischen
Schutzgebietes  anlaufenden  Seeschiffe.
Diese  Vorschriften  gelten:
Für  Schiffe,  welche  unter  einem  weißen  SchifferFür  Schiffe,  welche  unter  farbigen  Schiffern  fahren.

 

fahren.
8§  1.  Jedes  einen  Hafen  des  deutschen  Schutz-  §  1.  Jedes  einen  Hafen  des  Schutzgebietes  annbietes
  anlaufende  Seeschiff  unterliegt  der  gesund=  laufende  von  farbigen  Schiffern  geführte  Schiff
zeitspolizeilichen  Kontrole:  (Dhau)  unterliegt  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole.
Ausgenommen  sind:

1.  wenn  es  im  Abgangshafen  oder  während  der  1.  Dem  Nahverkehr  dienende  Schiffe,  die  nach-Keise
  Fälle  von  Cholera,  Gelbfieber  oder  Pest  an  weislich  nur  den  unverdächtigen  Verkehr  mit  be-Bord
  gehabt  hat,  nachbarten  Hafenplätzen  vermitteln.

2.  wenn  es  aus  einem  Hafen  kommt,  gegen  2.  Dem  Fernverkehr  dienende  Schiffe,  soweit
dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  an-  betreffs  derselben  jeder  Verdacht  einer  Berührung
geordnet  worden  ist.  eines  verseuchten  Hafens  oder  der  in  einem  an  sich

unverdächtigen  Hafen  erfolgten  Aufnahme  von  Personen
  oder  Herkünften  aus  einem  verseuchten  Hafen
ausgeschlossen  erscheint.

 

§  2.  Für  die  gesundheitspolizeiliche  Untersuchung  des  Schiffes  wird  vom  Schiffer  eine  Gebühr
von  15  Rupien  erhoben.  Den  von  farbigen  Schiffern  geführten  Schiffen  ist  diese  Gebühr  zu  erlassen.
        <pb n="482" />
        430

§  3.  Jedes  der  gesundheitlichen  Kontrole  unterliegende  Schiff  (§  1)  muß  beim  Einlaufen  in  d
zum  Hafen  führende  Fahrwasser,  jedenfalls  aber  sobald  es  sich  dem  Hafen  auf  Sehweite  nähert,  eine  gel

Flagge  am  Fockmast  hissen.

Es  darf  unbeschadet  der  Annahme  eines  Lootsen  oder  Schleppdampfers  weder  mit  dem  Lan
noch  mit  einem  anderen  Schiffe,  abgesehen  vom  Zollschiffe,  in  Verkehr  treten,  auch  die  vorbezeichnete  Flag
nicht  einziehen,  bevor  es  durch  Verfügung  der  Hafenbehörde  zu  freiem  Verkehr  zugelassen  ist.  Der  gleich
Verkehrsbeschränkung  unterliegen  neben  der  Mannschaft  sämmtliche  an  Bord  befindlichen  Reisenden.

Privatpersonen  ist  der  Verkehr  mit  einem  Schiffe,  welches  die  gelbe  Flagge  führt,  untersagt.  W
dieses  Verbot  übertritt,  wird  als  zu  dem  kontrolpflichtigen  Schiffe  gehörend  behandelt.

Für  Schiffe,  welche  unter  einem  weißen  Schiffer
fahren.
§  4.  Der  Lootse  und  die  Hafenbehörde  haben
beim  Einlaufen  eines  Schiffes  in  den  Hafen  durch
Befragung  des  Schiffers  oder  seines  Stellvertreters
festzustellen,  ob  §  1  auf  das  Schiff  Anwendung
findet,  und  auf  die  Befolgung  des  §  3  zu  achten.

§  5.  In  den  Fällen  des  §  1  wird  dem  Schiffer
oder  dessen  Vertreter  durch  den  Lootsen  oder  einen
Beauftragten  der  Hasenbehörde  ein  nach  Maßgabe
der  Anlage  aufgestellter  Fragebogen  behändigt.  Auf
demselben  haben  der  Schiffer,  der  Steuermann  und,
falls  ein  Arzt  die  Reise  als  Schiffsarzt  mitgemacht
hat,  bezüglich  der  unter  Nr.  10,  11  und  12  aufgestellten
  Fragen  auch  der  Schiffsarzt  die  verlangte
Auskunft  alsbald  wahrheitsgemäß  und  so,  daß  sie
von  ihnen  demnächst  eidlich  bestärkt  werden  kann,
zu  ertheilen.  Der  ausgefüllte  Fragebogen  ist  von
genannten  Personen  zu  unterschreiben  und  nebst  den
sonstigen  zur  Beurtheilung  der  Gesundheitsverhältnisse
des  Schiffes  geeigneten  Papieren  zur  Verfügung  der
Hafenbehörde  zu  halten.

§  6.  Jedes  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole
unterliegende  Schiff  (§  1)  nebst  Insassen  wird  nach
Erfüllung  der  in  den  §§  3  und  5  vorgesehenen
Vorschriften  sobald  wie  möglich  nach  der  Ankunft,
jedoch  nicht  während  der  Nachtzeit,  durch  einen  beamteten
  Arzt  untersucht.  Von  dem  Ergebniß  dieser
ärztlichen  Untersuchung  hängt  in  jedem  Falle  die
weitere  Behandlung  des  Schiffes  ab.

 

Für  Schiffe,  welche  unter  farbigen  Schiffern  fahre

§  4.  Die  Hafenbehörde  hat  beim  Eilnlauf
eines  Schiffes  festzustellen,  ob  das  Schiff  gemäß  vo
stehendem  §  1,  1  oder  2  zum  unbehinderten  Ve
kehr  mit  dem  Lande  sofort  zuzulassen  ist,  oder  #c
es  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  unterliet
Bei  allen  Schiffen,  welche  die  gelbe  Flagge  führe
hat  diese  Feststellung  durch  einen  europäischen  B
amten  an  Bord  des  Schiffes  zu  erfolgen.

Gleichzeitig  ist  der  Schiffer  seitens  der  Hafen
behörde  über  etwa  unterwegs  oder  bei  der  Ankun
vorgekommene  Erkrankungen  oder  Todesfälle  zu  be
fragen.  Nach  Lage  der  Umstände  sind  die  Passagie
auf  ihren  Gesundheitszustand  zu  besichtigen.

§  5.  Ein  nach  dem  Muster  der  Anlage  auf
zustellender  Fragebogen  ist  mit  der  Angabe  de
Schiffers  seitens  der  Hafenbehörde  in  dem  Fal
auszufüllen,  daß  auf  einem  ankommenden  Sch#
unterwegs  oder  bei  der  Ankunft  im  Hasen  ver
dächtige  Erkrankungen  oder  Todesfälle  vorgekomme
sind.

§  6.  Jedes  Schiff,  welches  nicht  unter  die  Aus
nahme  des  §  1,  1  oder  2  fällt,  ist  wie  ein  ver
seuchtes  zu  behandeln.  Im  Einzelfalle  entscheide
die  Hafenbehörde,  ob  für  das  betreffende  Schiff  di
für  cholera-,  gelbfieber=  oder  pestverseuchte  Schifgeltenden
  Bestimmungen  Anwendung  zu  finden  haber
Liegt  in  dieser  Beziehung  ein  bestimmter  Verdack
nicht  vor,  so  sind  zunächst  die  milderen  Vorschriften
in  Kraft  zu  setzen.

§  7.  Hat  ein  Schiff  Cholera  an  Bord  oder  sind  auf  einem  Schiffe  innerhalb  der  letzten  sieber
Tage  vor  seiner  Ankunft  Cholerafälle  vorgekommen,  so  gilt  dasselbe  als  verseucht  und  unterliegt  folgender

Bestimmungen:

1.  Die  an  Bord  befindlichen  Kranken  werden  ausgeschifft  und  in  einen  zur  Aufnahme  und  #e
handlung  geeigneten  abgesonderten  Raum  gebracht,  wobei  eine  Trennung  derjenigen  Personen,  bei  welcher

die  Cholera  festgestellt  worden  ist,  und  der  nur  verdächtigen  Kranken  stattzufinden  hat.

Sie  verbleidedort

  bis  zur  Genesung  oder  bis  zur  Beseitigung  des  Verdachts.
2.  An  Bord  befindliche  Leichen  sind  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald  #

bestatten.
        <pb n="483" />
        –  431  —

3.  Die  übrigen  Personen  (Reisende  und  Mannschaft)  werden  in  Bezug  auf  ihren  Gesundheitszustand
  weiterhin  einer  Beobachtung  unterworfen,  deren  Dauer  sich  nach  dem  Gesundheitszustand  des
Schiffes  und  nach  dem  Zeitpunkt  des  letzten  Erkrankungsfalles  richtet,  keinesfalls  aber  den  Zeitraum  von
5  Tagen  überschreiten  darf.  Zum  Zwecke  der  Beobachtung  sind  sie  entweder  am  Verlassen  des  Schiffes
zu  verhindern  oder,  soweit  nach  dem  Ermessen  der  Hafenbehörde  ihre  Ausschiffung  thunlich  und  erforderlich
ist,  an  Land  in  einem  abgesonderten  Raum  unterzubringen.  Letzteres  gilt  insbesondere  dann,  wenn  die
Mannschaft  zum  Zwecke  der  Abmusterung  das  Schiff  verläßt.

Reisende,  welche  nachweislich  mit  Cholerakranken  nicht  in  Berührung  gekommen  sind,  können  aus
der  Beobachtung  entlassen  werden,  sobald  durch  den  beamteten  Arzt  festgestellt  ist,  daß  Krankheitserscheinungen,
welche  den  Ausbruch  der  Cholera  befürchten  lassen,  bei  ihnen  nicht  vorliegen.  Jedoch  hat  in  solchen  Fällen
die  Hafenbehörde  unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über
die  bevorstehende  Ankunft  der  Reisenden  zu  machen,  damit  letztere  dort  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung
  unterworfen  werden  können.

Findet  die  Beobachtung  der  Schiffsmannschaft  an  Bord  statt,  so  ist  das  Anlandgehen  derselben
während  der  Beobachtungszeit  nur  insoweit  zu  gestatten,  als  Gründe  des  Schiffsdienstes  es  erforderlich  machen.

4.  Alle  nach  dem  Ermessen  des  beamteten  Arztes  als  mit  Choleraentleerungen  beschmutzt  zu
erachtenden  Wäschestücke,  Bekleidungsgegenstände  des  täglichen  Gebrauchs  und  sonstigen  Sachen  der  Schiffsmannschaft
  und  der  Reisenden  sind  zu  desinfizieren.  Das  Gleiche  gilt  bezüglich  derjenigen  Schiffsräumlichkeiten
  und  -Theile,  welche  als  mit  Choleraentleerungen  beschmutzt  anzusehen  sind.

5.  Bilgewasser,  von  welchem  nach  Lage  der  Verhältnisse  angenommen  werden  muß,  daß  es
Cholerakeime  enthält,  ist  zu  desinfizieren  und  demnächst,  wenn  thunlich,  auszupumpen.

6.  Der  in  einem  verseuchten  oder  verdächtigen  Hafen  eingenommene  Wasserballast  ist,  sofern  derselbe
  im  Bestimmungshafen  ausgepumpt  werden  soll,  zuvor  zu  desinfiziren;  läßt  sich  eine  Desinfektion  nicht
ausführen,  so  hat  das  Auspumpen  des  Wasserballastes  auf  hoher  See  zu  geschehen.

7.  Das  an  Bord  befindliche  Trinkwasser  ist,  sofern  es  nicht  völlig  unverdächtig  erscheint,  nach
ersolgter  Desinfektion  auszupumpen  und  durch  gutes  Trinkwasser  zu  ersetzen.

In  allen  Fällen  ist  darauf  zu  achten,  daß  Choleraentleerungen  und  verdächtiges  Wasser  aus  dem
Schiffe  nicht  undesinfizirt  in  das  Hafenwasser  gelangen.

§  8.  Sind  auf  einem  Schiffe  Cholerafälle  vorgekommen,  jedoch  nicht  innerhalb  der  letzten  7  Tage
vor  der  Ankunft,  so  gilt  dasselbe  als  verdächtig.  Nach  erfolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  ist  die
Mannschaft,  sofern  der  beamtete  Arzt  dies  für  nothwendig  erachtet,  hinsichtlich  ihres  Gesundheitszustandes
einer  Ueberwachung,  jedoch  nicht  länger  als  füuf  Tage,  von  der  Stunde  der  Ankunft  des  Schiffes  an  gerechnet,
  zu  unterwerfen.  Das  Anlandgehen  der  Mannschaft  kann  während  der  Ueberwachungszeit  verhindert
werden,  soweit  es  nicht  zum  Zwecke  der  Abmusterung  geschieht,  oder  Gründe  des  Schiffsdienstes  entgegenstehen.
  Den  Reisenden  ist  die  Fortsetzung  ihrer  Reise  zu  gestatten,  jedoch  hat,  wenn  der  beamtete  Arzt
ihre  fernere  Ueberwachung  für  nothwendig  erachtet,  die  Hafenbehörde  unverzüglich  der  für  das  nächste
Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über  die  bevorstehende  Ankunft  derselben  zu  machen,  damit
sie  dort  der  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  unterworfen  werden  können.

Begründet  das  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den
Krankheitsstoff  der  Cholera  in  sich  ausgenommen  haben,  so  können  dieselben  auf  Anordnung  des  beamteten
Arztes  wie  die  Personen  eines  verseuchten  Schiffes  (§  7  Nr.  1  und  3)  behandelt  werden.

Im  Uebrigen  gelten  die  Vorschriften  des  §  7  Nr.  4  bis  7.

§  9.  Hat  ein  Schiff  weder  vor  der  Abfahrt,  noch  während  der  Reise,  noch  auch  bei  der  Ankunft
einen  Cholera-,  Todes=  oder  Krankheitsfall  an  Bord  gehabt,  so  gilt  dasselbe,  auch  wenn  es  aus  einem
Hafen  kommt,  gegen  dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  angeordnet  ist,  als  rein,  und  ist,  sofern
die  ärztliche  Untersuchung  (§  6)  befriedigend  ausfällt,  sofort  zum  freien  Verkehr  zuzulaossen,  nachdem
rforderlichenfalls  die  im  §  7  unter  5  bis  7  gedachten  Maßnahmen  ausgeführt  worden  sind.  Begründet
dos  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den  Krankheitsstoff  der
Tholera  in  sich  aufgenommen  haben,  oder  hat  die  Reise  des  Schiffes  weniger  als  5  Tage  gedauert,  so
können  die  Reisenden  und  die  Mannschaft  auf  Anordnung  des  beamteten  Arztes  nach  Maßgabe  der  Betimmungen
  des  8  8  weiterhin  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  bis  zur  Dauer  von  fünf  Tagen
dvon  dem  Tage  der  Abfahrt  des  Schiffes  an  gerechnet,  unterworfen  werden.

§  10.  Gegenüber  sehr  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  gegenüber  solchen,  welche  Auswanderer
oder  Rückwanderer  befördern,  sowie  gegenüber  Schiffen,  welche  besonders  ungünstige  gesundheitliche  Verhältnisse
  aufweisen,  können  weitere,  über  die  Grenzen  der  §§  7  bis  9  hinausgehende  Maßregeln  von  der
Hafenpolizeibehörde  getroffen  werden.

§  11.  Die  Ein=  und  Durchfuhr  von  Waaren  und  Gebrauchsgegenständen  aus  den  in  den  88
bis  9  bezeichneten  Schiffen  unterliegt  nur  insoweit  einer  Beschränkung,  als  seitens  des  K#enicce
Gouvernements  in  Bezug  auf  Leibwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungssticke,  gebrauchtes  Bettzeug,  sowie
Hadern  und  Lumpen  besondere  Bestimmungen  getroffen  werden.
        <pb n="484" />
        —  432  —

Jedoch  sind  Gegenstände,  welche  nach  der  Ansicht  des  beamteten  Arztes  als  mit  Choleraentleerung
beschmutzt  zu  erachten  sind,  vor  der  Ein-  oder  Durchfuhr  zu  desinfiziren.

§  12.  Will  ein  Schiff  in  den  Fällen  der  §§  7  bis  9  sich  den  ihm  auferlegten  Maßregeln  nie
unterwerfen,  so  steht  ihm  frei,  wieder  in  See  zu  gehen,  es  kann  jedoch  die  Erlaubniß  erhalten,  unter  A
wendung  der  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  (Isolirung  des  Schiffes,  der  Mannschaft  und  der  Reisende
Verhinderung  des  Auspumpens  des  Kielwassers  vor  erfolgter  Desinfektion,  Ersotz  des  an  Bord  befindlich
Wasservorrathes  durch  gutes  Trinkwasser  und  dergleichen)  seine  Waaren  zu  löschen  und  die  an  Bord  b
findlichen  Reisenden,  sofern  sich  dieselben  den  von  der  Hafenbehörde  getroffenen  Anordnungen  fügen,  #
Land  zu  setzen.

8  16  Hat  ein  Schiff  zas  der  Fahrt  Fälle  von  Gelbfieber  an  Bord  gehabt,  so  sind  na
erfolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  die  etwa  noch  an  Bord  befindlichen  Gelbfieberkranken  auf  de
Schiffe  oder  in  einem  geeigneten  1  eern  an  Land  abzusondern.  Die  unmittelbar  mit  Gelbfiebe
kranken  in  Berührung  gekommenen  oder  krankheitsverdächtigen  Personen  können,  falls  nach  Ablauf  der  letzte
Gelbfiebererkrankung  noch  nicht  7  Tage  verflossen  sind,  einer  Beobachtung  mit  oder  ohne  Aufenthalte
beschränkung  bis  zur  Dauer  von  5  Tagen  unterworfen  werden.

Die  von  Gelbfieberkranken  benutzten  Gegenstände  und  diejenigen  Schiffsräumlichkeiten,  in  welche
sich  solche  Kranken  befunden  haben,  sind  zu  desinfiziren.

An  Bord  befindliche  Leichen  müssen  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald  bestaitn
werden.  Schiffe,  die  aus  einem  von  Gelbfieber  verseuchten  Hafen  kommen,  Fälle  von  Gelbfieber  abe
nicht  an  Bord  gehabt  haben,  sind  nach  der  ärztlichen  Untersuchung  (8  6)  ohne  Weiteres  zum  freien  Ver
kehr  zuzulassen.

§  14  a.  Hat  ein  Schiff  Pest  an  Bord,  oder  innerhalb  der  letzten  zwölf  Tage  an  Bord  gehabt
so  ist  nach  erfolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  dem  Gouvernement  telegraphisch  Anzeige  zu  erstatten.

§  14b.  Hat  ein  Schiff  Pest  an  Bord,  oder  sind  auf  einem  Schiffe  innerhalb  der  letzten  zwöl
Tage  vor  seiner  Ankunft  Pestfsälle  vorgekommen,  so  gilt  es  als  verseucht  und  unterliegt  folgenden  Be
stimmungen:

1.  Die  an  Bord  befindlichen  Kranken  werden  ausgeschifft  und  in  einem  zur  Aufnahme  und  Behandlung
  geeigneten  abgesonderten  Raum  gebracht,  wobei  eine  Trennung  derjenigen  Personen,  bei  welchen
die  Pest  festgestellt  worden  ist,  und  der  nur  verdächtigen  Kranken  stattzufinden  hat.  Sie  verbleiben  dont
bis  zur  Genesung  oder  bis  zur  Beseitigung  des  Verdachts.

2.  An  Bord  befindliche  Leichen  sind  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald  zu  bestatten

3.  Die  übrigen  Personen  (Reisende  und  Mannschaft)  werden  in  Bezug  auf  ihren  Gesundheitszustand
  weiterhin  einer  Beobachtung  unterworfen,  deren  Dauer  sich  nach  dem  Gesundheitszustand  de-Schiffes
  und  nach  dem  Zeitpunkt  des  letzten  Erkrankungsfalles  richtet,  keinesfalls  aber  den  Zeitraum  vont
zehn  Tagen  überschreiten  darf.  Zum  Zwecke  der  Beobachtung  sind  sie  entweder  am  Verlassen  des  Schifies
zu  verhindern  oder,  soweit  nach  dem  Ermessen  der  Hafenbehörde  ihre  Ausschiffung  thunlich  und  erforderlich
ist,  in  einem  abgesonderten  Raume  unterzubringen.  Letzteres  gilt  insbesondere  dann,  wenn  die  Mannschat
zum  Zwecke  der  Abmusterung  das  Schiff  verläßt.  Reisende,  welche  nachweislich  mit  Pestkranken  nicht  in
Berührung  gekommen  sind,  können  aus  der  Beobachtung  entlassen  werden,  sobald  durch  den  beamtelen
Arzt  festgestellt  ist,  daß  Krankheitserscheinungen,  welche  den  Ausbruch  der  Pest  befürchten  lassen,  bei  ihnen
nicht  vorliegen.  Jedoch  hat  in  solchen  Fällen  die  Hafenbehörde  unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel
zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über  die  bevorstehende  Ankunft  der  Reisenden  zu  machen,  damn
letztere  dort  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  unterworfen  werden  können.

Findet  die  Beobachtung  der  Schiffsmannschaft  an  Bord  statt,  so  ist  das  Anlandgehen  derselben
während  der  Beobachtungszeit  vorbehaltlich  der  Zustimmung  des  beamteten  Arztes  nur  insoweit  zu  gestatten.
als  Gründe  des  Schiffsdienstes  es  unerläßlich  machen.

4.  Alle  nach  Ermessen  des  beamteten  Arztes  als  mit  dem  Ansteckungsstoff  der  Pest  behaftet  zu
crachtenden  Wäschestücke,  Bekleidungsgegenstände  des  täglichen  Gebrauchs  und  sonstige  Sachen  der  Schiffe
mannschaft  und  der  Reisenden  sind  zu  desinfiziren.

Das  Gleiche  gilt  bezüglich  derjenigen  Schiffsräumlichleiten  und  -Theile,  welche  als  mit  dem  An
steckungsstoff  der  Pest  behaftet  anzusehen  sind.

Erforderlichenfalls  können  von  dem  beamteten  Arzle  noch  weitergehende  Desinfektionen  angeordue!
werden.  Kehricht  ist  zu  verbrennen.  Gegenstände,  deren  Einfuhr  verboten  ist,  dürsen  nicht  ausgeschift
werden.  Mit  allem  Nachdruck  ist  dahin  zu  wirken,  daß  eine  Verschleppung  der  Seuche  durch  an  Bord
befindliche  Ratten  und  Mäuse  verhindert  wird.

5.  Bilgewasser,  von  welchem  nach  Lage  der  Verhältnisse  angenommen  werden  muß,  daß  es  Peit
keime  enthält,  ist  zu  desinfiziren  und  demnächst  wenn  thunlich  auszupumpen.

6.  Der  in  einem  verseuchten  oder  verdächtigen  Hafen  eingenommene  Wass  erballast,  ist,  sofern  derselbe
  im  Bestimmungshafen  ausgepumpt  werden  soll,  zuvor  zu  desinfiziren;  läßt  sich  eine  Desinfektion  nicht
ausführen,  so  hat  das  Auspumpen  des  Wasserballastes  auf  hoher  See  zu  geschehen.
        <pb n="485" />
        —  433  —

7.  Das  an  Bord  befindliche  Trink=  und  Gebrauchswasser  ist,  sofern  es  nicht  völlig  unverdächtig
rscheint,  nach  erfolgter  Desinsektion  auszupumpen  und  durch  unverdächtiges  Wasser  zu  ersetzen.

In  allen  Fällen  ist  darauf  zu  achten,  daß  Absonderungen  und  Entleerungen  von  Pestkranken,
"erdächtiges  Wasser  und  Abfälle  irgend  welcher  Art  nicht  undesinfizirt  in  das  Hafen=  oder  Flußvasser
  gelangen.

§  14c.  Sind  auf  einem  Schiffe  bei  der  Abfahrt  oder  auf  der  Fahrt  Pestfälle  vorgekommen,
edoch  nicht  innerhalb  der  letzten  zwölf  Tage  vor  der  Ankunft,  so  gilt  dasselbe  als  verdächtig.  Nach
kiolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  6),  ist  die  Mannschaft,  sofern  der  beamtete  Arzt  dies  für  nothwendig
rachtet,  hinsichtlich  ihres  Gesundheitszustandes  einer  Ueberwachung,  jedoch  nicht  länger  als  zehn  Tage,  von
#er  Stunde  der  Ankunft  des  Schiffes  an  gerechnet,  zu  unterwerfen.  Das  Anlandgehen  der  Mannschaft
ann  während  der  Ueberwachungszeit  verhindert  werden,  soweit  es  nicht  zum  Zwecke  der  Abmusterung  gechieht
  oder  Gründe  des  Schiffsdienstes  entgegenstehen.  Den  Reisenden  ist  die  Fortsetzung  ihrer  Reise  zu
zestatten,  jedoch  hat,  wenn  der  beamtete  Arzt  ihre  fernere  Ueberwachung  für  nothwendig  erachte,  die  Hafen-Vehörde
  unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über  die  bevortehende
  Ankunft  derselben  zu  machen,  damit  sie  dort  der  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  unterworfen
verden  können.  Begründet  das  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des
Schiffes  den  Krankheitsstoff  der  Pest  in  sich  ausgenommen  haben,  so  können  dieselben  auf  Anordnung  des
deamteten  Arztes  wie  die  Personen  eines  verseuchten  Schiffes  (14b  1  und  3)  behandelt  werden.

Im  Uebrigen  gelten  die  Vorschriften  des  §  14b  Nr.  4  bis  7.

§  144.  Hat  das  Schiff  weder  vor  der  Abfahrt,  noch  während  der  Reise,  noch  auch  bei  der
Ankunft  einen  Pest-,  Todes=  oder  Krankheitsfall  an  Bord  gehabt,  so  gilt  dasselbe  auch  wenn  er  aus  einem
Hafen  kommt,  gegen  dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  angeordnet  worden  ist,  als  „rein“  und
ist,  sofern  die  ärztliche  Untersuchung  (§  6)  befriedigend  ausfällt,  sofort  zum  freien  Verkehr  zuzulassen,  nachdem
  die  in  §  14b  unter  Nr.  4,  Absatz  1  bis  3  und  Nr.  5  bis  7  bezeichneten  Maßnahmen  ausgeführt
vorden  sind,  soweit  der  beamtete  Arzt  dies  für  erforderlich  erachtet.  Begründet  das  Ergebniß  der  ärztlichen
Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den  Krankheitsstoff  der  Pest  in  sich  ausgenommen
jaben  oder  hat  die  Reise  des  Schiffes  seit  Verlassen  eines  Hafens  der  oben  bezeichneten  Art  weniger  als
zehn  Tage  gedauert,  so  können  die  Reisenden  und  die  Mannschaft  auf  Anordnung  des  beamteten  Arztes
nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  des  §  14c  weiterhin  einer  gesundheitspolizellichen  Ueberwachung,  bis  zur
Daner  von  10  Tagen  von  dem  Tage  der  Absfahrt  des  Schiffes  an  gerechnet,  unterworfen  werden.

§  14e.  Gegenüber  sehr  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  gegenüber  folchen,  die  Auswanderer
ind  Nückwanderer  befördern,  sowie  gegenüber  Schiffen,  die  besonders  ungünstige  gesundheitliche  Verhältnisse
mfweisen,  können  weitere,  über  die  Grenzen  der  SS140  bis  144  hinausgehende  Maßregeln  von  der
Hafenbehörde  getroffen  werden.

§  14f.  Die  Ein=  und  Durchfuhr  von  Waaren  und  Gebrauchsgegenständen  aus  den  in  den
&amp;amp;§  14b  bis  e  bezeichneten  Schiffen  unterliegt  nur  insoweit  einer  Beschränkung,  als  seitens  des  Kaiseriichen
  Gouvernements  besondere  Bestimmungen  getroffen  werden.  Jedoch  sind  Gegenstände,  die  nach
Ansicht  des  beamteten  Arztes  als  mit  dem  Ansteckungsstoff  der  Pest  behaftet  zu  erachten  sind,  vor  der  Einund
  Durchfuhr  zu  desinfiziren.

§  148g.  Will  ein  Schiff  in  den  Fällen  der  §§  14b  bis  14e  sich  den  ihm  auferlegten  Maßregeln
  nicht  unterwerfen,  so  steht  ihm  frei,  wieder  in  See  zu  gehen.  Es  kann  jedoch  die  Erlaubniß  erhalten,
  unter  Anwendung  der  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  (Isolirung  des  Schiffes,  der  Mannschaft
und  der  Reisenden,  Verhinderung  des  Anspumpens  des  Bilgewassers  vor  erfolgter  Desinfektion,  Ersatz  des
im  Bord  befindlichen  Wasservorrathes  durch  gutes  Trink=  und  Gebrauchswasser  und  dergl.)  seine  Waaren
zu  löschen  und  die  an  Bord  befindlichen  Reisenden,  sofern  sich  diese  den  von  der  Hafenbehörde  getroffenen
Anordnungen  fügen,  an  Land  zu  setzen.

§  15.  Läuft  ein  Schiff,  nachdem  es  in  einem  Hafen  des  Schutzgebietes  der  gesundheitspolizeilichen
  Kontrole  (§§  6,  9,  13,  14)  unterworsen  und  zum  freien  Verkehr  zugelassen  worden  ist,  demnächst
einen  weiteren  inländischen  Hafen  an,  so  unterliegt  es  in  diesem  einer  abermaligen  Kontrole  nicht,  es  sei
denn,  daß  seit  der  Ausfahrt  aus  dem  zuletzt  angelaufenen  Hafen  Fälle  von  Cholera,  Gelbfieber  oder  Pest
an  Bord  sich  ereignet  haben,  oder  daß  gegen  Herkünfte  aus  diesem  Hafen  eine  gesundheitspolizeiliche
Kontrole  gemäß  §  1,  Nr.  2  angeordnet  ist.

8  16.  Auf  das  Lootsen-,  Zoll=  und  Sanitätspersonal,  welches  mit  den  der  gesundheitspolizeilichen
Kontrole  unterliegenden  Schiffen  in  Verkehr  zu  treten  hat,  finden  die  in  vorstehenden  Bestimmungen  angeordneten
  Verkehrsbeschränkungen  und  Desinfektionsmaßnahmen  keine  Anwendung.  Voraussetzung  dieser
Ausnahmebestimmung  jedoch  ist,  daß  diese  Personen  sich  selbst  und  ihre  Effekten  ausreichend  desinfiziren.
Zu  diesem  Behufe  haben  dieselben  sofort  nach  dem  Verlassen  eines  verseuchten  oder  verdächtigen  Schiffes
und  bevor  sie  irgendwie  mit  der  Außenwelt  in  Verbindung  treten,  ihren  ganzen  Körper  mit  grüner  Seife
abzuwaschen  und  ein  vollständiges  Bad  zu  nehmen;  die  Kleider  und  Effekten  sind  nach  §§  10  und  11
der  Desinfektionsanweisung  zu  behandeln.
        <pb n="486" />
        —  434  —

§  17.  Die  Entscheidung  darüber,  wo  die  in  den  §§  7  bis  14  erwähnten  Maßregeln  ausgefül
werden,  uͤchtet  sich  nach  den  hierüber  ergehenden  besonderen  Bestimmungen.

§  18.  Sind  nach  dem  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  (§  6)  auf  Grund  der  Bestimmu
in  88§  7  bis  14  Maßregeln  zu  ergreifen,  für  deren  Ausführung  es  in  dem  Ankunftshafen  an  den  nöthig
Einrichtungen  gebricht,  so  ist  das  Schif  an  einen  anderen  mit  den  erforderlichen  Einrichtungen  versehen
Hafen  zu  verweisen.

§  19.  Strandet  ein  der  gesundheitspolizeilichen  Kontral  unterliegendes  Schiff  (§S  1)  an  d
Küste  des  Schutzgebietes,  so  haben  die  betreffenden  Verwaltungsbehörden  die  erforderlichen  Maßnahm
im  Sinne  dieser  Verordnung  zu  treffen.

Läuft  ein  solches  Schiff  einen  Hasen  des  Schutzgebietes  als  Nothhafen  an,  so  kann  es  daselb
um  die  erforderliche  Hülfe  zu  erhalten,  für  die  Dauer  des  Nothfalles  nach  Hissung  der  gelben  Flag
(§  3)  unter  Bewachung  und  unter  Beachtung  der  von  der  Hafenbehörde  angeordneten  Schutzmaßrege
liegen  bleiben.

§  20.  Auf  die  Schiffe  der  Kaiserlichen  Marine  finden  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  nic
Anwendung.

Nachtrag.

1.  Da  immer  mehr  sich  der  Verdacht  bestätigt,  daß  hauptsächlich  die  Ratten  es  sind,  durch  welch
die  Pest  verbreitet  und  insbesondere  in  die  Hafenplätze  eingeschleppt  wird,  ist  bei  der  gesundheitspolizeiliche
Schiffskontrole  und  der  ständigen  Ueberwachung  des  Gesundheitszustandes  in  den  Häfen  des  Deutsch-Os
afrikanischen  Schutzgebietes  besonderes  Augenmerk  auf  die  Ratten  zu  richten  und  etwaiges  auffallende
Sterben  unter  diesen  Thieren  sofort,  wenn  nöthig,  telegraphisch  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  zu
Anzeige  zu  bringen.

2.  Schiffe,  auf  denen  die  Pest  unter  den  Ratten  festgestellt  ist.  find  in  dem  gleichen  Maße  pest
gefährlich  wie  Schiffe,  auf  denen  Menschen  von  der  Seuche  befallen  sind;  sie  sind  deshalb  den  nämliche
Vorsichtsmaßnahmen  zu  unterwerfen,  denen  nach  den  Vorschriften  über  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrol
der  Seeschiffe,  Schiffe  der  letztbezeichneten  unterliegen.

3.  Besondere  Achtsamkeit  ist  dem  Schiffskehrichte  von  verseuchten  und  verdächtigen  Schiffen  zu
zuwenden.  Bevor  derselbe  behufs  Verbrennung  oder  sonstiger  Unschädlichmachung  von  Bord  weggebrach
wird,  soll  er  mit  Kalkmilch  oder  Sublimat  angefeuchtet  werden.

4.  Von  größter  Bedeutung  ist  nach  wie  vor  die  ständige  Ueberwachung  des  Gesundheitszustande:
auch  auf  den  Schiffen,  welche  in  den  Häfen  nach  ihrer  Ankunft  längere  oder  kürzere  Zeit  still  liegen
Mit  allen  irgendwie  zweifelhaften  oder  verdächtigen  Kranken  ist  nach  den  hierfür  gültigen  Bestimmungen
zu  verfahren.  Auf  diese  Weise  wird  der  Gefahr  vorgebeugt,  daß  Pestkranke  sich  tagelang  der  ärztlichen
Beobachtung  entziehen  und  während  dieser  Zeit  den  Krankheitserreger  in  weite  Kreise  verbreiten.

Anlage  1.  —
Fragebogen.

Die  nachstehenden  Fragen  sind  von  dem  Schiffer  und  dem  Stenermann  alsbald  nach  dem  Empfang
des  Fragebogen  schriftlich  der  Wahrheit  gemäß  vollständig  zu  beantworten.  Die  Richtigkeit  der  Antworten
ist  durch  eigenhändige  Namensunterschrift  zu  versichern  und  auf  Anfordern  eidlich  zu  bestärken.  Der  aus
gefüllte  Fragebogen  ist  nebst  der  Musterrolle,  dem  Verzeichniß  der  Reisenden  und  denjenigen  Papieren,
aus  denen  hervorgeht,  an  welchen  Tagen  das  Schiff  den  Abgangshafen  verlassen  bezw.  die  unterwege
berührten  Pl=  angelaufen  und  wieder  verlassen  hat,  zur  Verfügung  der  Behörden  zu  halten.

Wie  heißt  das  Schiff?
Wie  heißt  der  Schiffer  (Kapitän)?
Unter  welcher  Flagge  fährt  das  Schiff?
Wo  hat  das  Schiff  seine  Ladung  eingenommen?
Woraus  besteht  die  Ladung?
Enthält  sie  insbesondere  Leibwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungsstücke,  gebrauchtes  Bettzeug,
Hadern  und  Lumpen?
5.  Wann  hat  das  Schiff  den  Abgangshafen  erreicht?
Wann  hat  es  ihn  verlassen?
6.  Welche  Plätze  hat  das  Schiff  auf  seiner  Reise  berührt?  an  welchen  Tagen?  bbezüglich  eines
jeden  einzelnen  Platzes  zu  beantworten).
7.  Nach  welchem  Platz  ist  das  Schiff  bestimmt?
8.  Wie  groß  ist  die  Zahl
der  Mannschaft
der  Reisenden
an  Bord?

—
        <pb n="487" />
        —  435  —

9.  Hat  das  Schiff  unterwegs  Personen  aufgenommen?  Wo?  Wie  viele?
10.  Befindet  sich  an  Bord  Jemand  krank?
An  welcher  Krankheit?
Seit  wann?
11.  Ist  während  der  Reise  an  Bord  Jemand  krank  gewesen?
An  welcher  Krankheit?
Wann  und  wie  lange?
12.  Ist  Jemand  von  der  Mannschaft  oder  den  Reisenden  während  der  Reise  gestorben?
An  welcher  Krankheit?
Wann?
Befinden  sich  Leichen  an  Bord?
13.  Befinden  sich  die  Betten  und  die  Kleidungsstücke,  welche  die  verstorbenen  oder  erkrankt
gewesenen  Personen  an  Bord  benutzt  haben,  noch  auf  dem  Schiffe?
14.  Führt  das  Schiff  Wasserballast?
Wo  hat  es  denselben  eingenommen?
15.  Woher  stammt  das  an  Bord  befindliche  Trinkwasser?

Die  Richtigkeit  und  Vollständigkeit  vorstehender  Antworten  versichern  wir  hiermit  und  erklären
zuus  zur  eidlichen  Bestärkung  derselben  bereit.

Der  Schiffer.  Der  Steuermann.  «
Der  vorstehenden  Versicherung  und  Erklärung  trete  ich  bezüglich  der  auf  die  Fragen  Nr.  10,  11
nd  12  ertheilten  Antworten  hiermit  bei.

Schiffsarzt.
Anlage  2.

desinfektionsauweisung  für  Seeschiffe,  welche  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  beim  Anlaufen
eines  Hafens  des  Deutsch-Ostafrikanischen  Schutzgebietes  unterliegen.

I.  Allgemeines.

§  1.  Bei  Cholera,  Gelbfieber  und  Pest  unterliegen  der  Desinfektion  an  Bord  in  erster  Linie
digenigen  Gegenstände  und  Oertlichkeiten,  welche  von  Kranken  verunreinigt  oder  benutzt  worden  sind.
Jaebesondere  kommen  in  Betracht:  Wäsche  und  Kleidung,  Bettzeug,  Eßgeschirr,  Kloset,  Nachtgeschirr,
Spucknapf,  Lagerstätte  und  Wohnraum  des  Kranken,  die  durch  Entleerungen  oder  Absonderungen  desselben
Teck  oder  in  den  Schiffsräumlichkeiten  beschmutzten  Stellen,  serner  Wischtücher,  Schwabber,  Besen  2c.,
reiche  bei  der  Krankenwartung  und  Reinigung  verwendet  sind,  endlich  die  Kleider  der  um  den  Kranken
kechäftigten  Personen.

§  2.  Ob  die  Desinfektion  sich  noch  auf  andere  als  die  im  8  1  aufgeführten  Sachen  und
Kumlichkeiten  zu  erstrecken  hat,  muß  von  Fall  zu  Fall  beurtheilt  werden  und  hängt  von  der  Ausdehnung,
pelche  die  Krankheit  an  Bord  genommen  hat,  und  von  der  Art  der  Verbreitung  des  Ansteckungsstoffes  ab.

Bei  vereinzelten  Cholera-,  Gelbfieber=  und  Pestfällen  auf  Schiffen,  welche  nicht  dem  Massenansport
  von  Personen  dienen,  kann  man  sich  in  der  Regel  auf  die  im  §  1  aufgeführten  Sachen  und
Reuullchkeiten  beschränken.

Falls  auf  stark  besetzten  Schifsen,  namentlich  Auswandererschiffen,  eine  der  genannten  Krankheiten
zuter  den  in  gemeinschaftlichen  Räumen  untergebrachten  Personen  ausgebrochen  ist,  läßt  sich  die  Verneitung
  des  Ansteckungsstoffes,  namentlich  wenn  Seekrankheit  herrscht,  nicht  übersehen.  Unter  solchen
Uuständen  sind  nicht  bloß  die  Krankenräume  und  die  nur  von  Kranken  innegehabten  Wohnräume  zu
Räinfiziren,  ebenso  nöthigensalls  nicht  nur  die  Kleider  der  Kranken  und  der  mit  ihnen  in  Berührung
sekommenen  Personen,  sondern  auch  die  Wäsche  und  Kleider  2c.  sämmtlicher  Mitreisender  derselben  Abeslung
  oder  Klasse.  Das  verschlossene  Reisegepäck,  welches  während  der  Reise  nicht  beschmutzt  worden
.  wird  dagegen  nur  in  seltenen  Fällen  der  Desinfektion  unterzogen  werden  müssen.

Die  Sachen  und  Effekten  2c.,  Kabinen,  Salons  2c.  der  Reisenden  I.  und  II.  Kajüte  sind  in  der
Pegel  nur  so  weit  zu  desinfiziren,  als  sie  von  Kranken  oder  der  JInfektion  ausgesetzten  Angehörigen  derriben
  benutzt  worden  sind.  Auf  Schiffen,  welche  wegen  Pestgefahr  der  gesundheitlichen  Kontrole  unterlcgen,
  aber  bei  der  Ankunft  als  rein  befunden  werden,  kann  nach  Ermessen  des  beamteten  Arztes  eine
Lcmsektion  von  Wäschestücken,  Bekleidungsgegenständen  des  täglichen  Gebrauchs  und  sonstigen  Sachen  der
Stißsmannschaft  und  der  Reisenden  angcordnet  werden,  sofern  diese  Gegenstände  als  mit  dem  Ansteckungsses
  der  Pest  behaftet  zu  erachten  sind.

§s  3.  Die  Aborte  auf  Schiffen  sind  meist  so  eingerichtet,  daß  die  Ausleerungen  unmittelbar  ins
        <pb n="488" />
        —  436  —

Wasser  gelangen.  Auf  verseuchten  oder  verdächtigen  Schiffen  sind  die  Klosets  für  die  Dauer  de
Aufenthalts  im  Hafen  zu  schließen  und  besondere  Eimerklosets  an  Bord  zu  verwenden,  deren  Inhalt  täglie
desinfizirt.  werden  muß.

§  4.  Das  an  Bord  befindliche  Trink=  und  Gebrauchswasser  ist  auf  Schiffen  mit  langer  Reis
dauer  zu  besinfzziren  und  durch  ein  gutes  Trink=  und  Gebrauchswasser  zu  ersetzen,  wenn  die  während  de
Reise  vorgekommenen  Krankheitsfälle  mit  Wahrscheinlichkeit  auf  den  Genuß  desselben  zurückzuführen  sin!
Bei  Schiffen  mit  kurzer  Reisedauer  muß,  auch  wenn  keine  Erkrankungsfälle  an  Bord  vorgekommen  sin
das  aus  einem  cholera-,  gelbfieber=  oder  pestverseuchten  Hafen  stammende  Trink=  und  Gebrauchswassc
desinfizirt  werden,  sofern  nicht  etwa  zuverlässige  Nachrichten  über  die  einwandsfreie  Wasserentnahm
vorliegen.

§  5.  Das  Bilgewasser  derjenigen  Schiffe,  auf  welchen  unter  dem  Heizer=  und  Maschinenpersone
oder  unter  den  im  Zwischendeck  wohnenden  Mannschaften  und  Reisenden  Cholera-,  Gelbfieber=  oder  Pest
fälle  während  der  Reise,  im  Abgangs=  und  Ankunftshafen  vorgekommen  sind,  ist  zu  desinfiziren,  sofer
angenommen  werden  muß,  daß  etwa  in  das  Bilgewasser  hinein  gelangte  Krankheitskeime  noch  infiziren
wirken  können.

Das  Gleiche  gilt  von  dem  Bilgewasser  hölzerner  Schiffe,  welche  längere  geit  in  einem  cholera
gelbfieber=  oder  pestverseuchten  Hafen  gelegen  haben  und  nach  kürzerer  als  14tägiger  Reise  ankommen,  auch
wenn  keine  Krankheitsfälle  an  Bord  vorgekommen  sind.

Maschinenbilgewasser  von  eisernen  Schiffen,  welche  aus  cholera=  oder  gelbfieberverseuchten  Häfer
nach  kürzerer  als  5  tägiger,  aus  pestverseuchten  Häfen  nach  kürzerer  als  10  tägiger  Reisedauer  ankommen,
ist  regelmäßig  zu  desinfiziren,  auch  wenn  keine  Krankheitsfälle  während  der  Reise  vorgekommen  sind.

Die  Desinfektion  der  Bilge  unter  den  Laderäumen  von  eisernen  Schiffen  kann  auf  reinen  Schiffen
in  der  Regel  unterbleiben.  Soll  sie  aber  erfolgen,  so  empfiehlt  sich  auch  bei  Schiffen  mit  kürzerer  als
5  tägiger  (bei  Pestgefahr  10  tägiger)  Reisedauer,  damit  so  lange  zu  warten,  bis  das  Schiff  leer  ist  und
die  Bilgeräume  bequem  zugänglich  geworden  sind,  damit  die  Desinfektion  dann  recht  gründlich  vorgenommen
  werden  kann.

§  6.  Das  Bollastwasser,  welches  im  Ankunftshafen  entleert  werden  soll,  ist  vorher  zu  desinfiziren,
wenn  es  aus  einem  cholera-,  gelbfieber-,  oder  pestverseuchten  oder  verdächtigen  Hafen  stammt,  einerlei,  ob
Krankheitsfälle  an  Bord  vorgekommen  sind  oder  nicht.

II.  Desinfektionsmittel.
§  7.  Als  Desinfektionsmittel  sind  zu  verwenden:
a)  Lösung  von  Karbolsäure.

Zur  Verwendung  kommt  die  sogenanute  „"100  prozentige  Karbolsäure“  des  Handels,  welche  sich
im  Seifenwasser  vollständig  löst.  Man  bereitet  sich  die  unter  b)  beschriebene  Lösung  von  Kaliseise.  In
20  Theile  dieser  noch  heißen  Lösung  wird  ein  Theil  Karbolsäure  unter  fortwährendem  Umrühren  gegossen.

Die  Lösung  ist  lange  Zeit  haltbar  und  wirkt  schneller  desinfizirend  als  einfache  Lösung
von  Kaliseife.

Soll  reine  Karbolsäure  (einmal  oder  wiederholt  destillirte)  verwendet  werden,  welche  erheblich
theurer,  aber  nicht  wirksamer  ist  als  die  sogenannte  100  prozentige  Karbolsäure,  so  ist  zur  Lösung  das
Seifenwasser  nicht  nöthig,  es  genügt  dann  einfaches  Wasser.

b)  Lösung  von  Kaliseife.

Drei  Theile  Kaliseife  (sogen.  Schmierseife  oder  grüne  Seife  oder  schwarze  Seife)  werden  in

100  Theile  heißem  Wasser  gelöst  (z.  B.⅞  kg  Seife  in  171  Wasser).
c)  Kalk  und  zwar:

1.  Kalkmilch.  Zur  Herstellung  derselben  wird  ein  Theil  zerkleinerter,  reiner,  gebrannter  Kallk,
sogenannter  Fettkalk  mit  vier  Theilen  Wasser  gemischt,  und  zwar  in  folgender  Weise:

Es  wird  von  dem  Wasser  etwa  ¼  in  das  zum  Mischen  bestimmte  Gefäß  gegossen  und  dann  der
Kalk  hineingelegt.  Nachdem  der  Kalk  das  Wasser  aufgesogen  hat  und  dabei  zu  Pulver  zerfallen  ist,  wird
er  mit  dem  übrigen  Wasser  zu  Kalkmilch  verrührt,  oder  falls  er  nicht  sofort  in  Gebrauch  genommen  wird,
in  luftdicht  verschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt.

2.  Kalkbrühe,  welche  durch  Verdünnung  von  einem  Theil  Kalkmilch  mit  neun  Theilen  Wasser  frisch
bereitet  wird.

d)  Chlorkalk.

Der  Chlorkalk  hat  nur  dann  eine  ausreichende  desinfizirende  Wirkung,  wenn  er  frisch  bereitet
und  in  wohlverschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt  ist;  er  muß  stark  nach  Chlor  riechen.  Er  darf  in  Mischungen
von  1:100  bezw.  1000  Theilen  Wasser  an  Stelle  von  Kalkmilch  bezw.  Kalkbrühe  zur  Desinfektion  verwendet
  werden.  Zur  Desinsektion  von  verdächtigem  Wasser  genügt  ein  Zusatz  von  1:  10,000  bei
½  stündiger  Einwirkung.
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        —  437  —

e)  Dampfapparate.

Als  geeignet  können  nur  solche  Apparate  und  Einrichtungen  angesehen  werden,  welche  von  Sachrernändigen
  geprüst  sind.

Besonders  bei  den  improvisirten  Einrichtungen  auf  Dampfern,  wie  man  sie  häufig  sehr  Gecsßf
dicch  Benutzung  von  Badewannen  mit  Dampfzuleitung,  Badekammern,  Tanks,  Holzbottichen,  Baljen  un
rergleichen  herstellen  kann,  ist  es  nöthig,  daß  sie  von  Sachverständigen  erst  einmal  geprüft  werden  und
b  bei  jeder  neuen  Desinfektion  genau  dieselbe  Anordnung  in  der  Dampfzuleitung  und=  Ausströmung,
denelbe  Dampfdruck  und  dieselbe  Dauer  der  Dampfeinwirkung  innegehalten  werden.

f)  Siedehitze.

Auskochen  in  Wasser,  Salzwasser  oder  Lauge  wirkt  desinfizirend.  Die  Flüssigkeit  muß  die
isegenstände  vollständig  bedecken  und  mindestens  10  Minuten  lang  im  Sieden  gehalten  werden.

Unter  den  angeführten  Desinfektionsmitteln  ist  die  Auswahl  nach  Lage  der  Umstände  zu  treffen;
sich  ist  es  den  beamteten  Aerzten  überlassen,  unter  Umständen,  insbesondere  zur  Desinfektion  des  Wassers
uch  andere  in  Bezug  auf  ihre  Wirksamkeit  erprobte  Mittel  anzuwenden.

III.  Anwendung  der  Desinfektionsmittel  im  Einzelnen.

*  8.  1.  Alle  Absonderungen  und  Ausleerungen  der  Kranken  (Blut-,  Eiter=  und  andere  Wundconderungen,
  Erbrochenes,  Auswurf,  Nasenschleim,  Stuhlgang,  Urin)  sind  mit  Karbolsäure-Lösung  oder
Kallmilch  (§  7a  und  cI)  zu  desinfiziren.  Es  empfiehlt  sich,  solche  Absonderungen  und  Ausleerungen
ramittelbar  in  Gefäßen  aufzufangen,  welche  die  Desinfektionsflüssigkeit  in  mindestens  gleicher  Menge  ent-Lalten,
  und  sie  hierauf  mit  der  letzteren  gründlich  zu  verrühren.  Zur  Desinfektion  der  flüssigen  Abgänge
kann  auch  Chlorkalk  benutzt  werden.  Von  denselben  sind  je  einem  Liter  der  Abgänge  mindestens  vier
gehäufte  Eßlöffel  voll  in  Pulverform  hinzuzusetzen  und  gut  damit  zu  mischen.  Die  Abgänge  dürfen  in
iedem  Falle  erst  nach  einer  mindestens  zwei  Stunden  dauernden  Einwirkung  des  Desinfektionsmittels
beienigt  werden.

Verbandsgegenstände  sind  unmittelbar  nach  dem  Gebrauch  zu  verbrennen  oder  in  solche  Gefäße
iu  legen,  welche  mit  Karbolsäure=  oder  Kaliseife-Lösung  (§  7  a  und  b)  soweit  gefüllt  sind,  daß  die
Gegenstände  von  der  Lösung  vollständig  bedeckt  sind.  Die  Gemische  müssen  mindestens  eine  Stunde  stehen
bleiben,  ehe  sie  als  unschädlich  beseitigt  werden  dürfen.  Bei  Anwendung  von  Chlorkalk  genügen  20  Mimten.
  Die  desinfizirten  Ausleerungen  können  in  den  Abort  oder  in  die  für  die  sonstigen  Abgänge
beftimmten  Ausgußstellen  geschüttet  werden.

Schmutzwässer  sind  in  ähnlicher  Weise  zu  desinfiziren  und  zwar  ist  von  der  Kalkmilch  soviel
zuzusetzen,  daß  das  Gemisch  rothes  Lackmuspapier  stark  und  dauernd  blau  färbt.  Erst  eine  Stunde  nach
Eintritt  dieser  Reaktion  darf  das  Schmutzwasser  abgegossen  werden.

2.  Hände  und  sonstige  Körpertheile  müssen  jedesmal,  wenn  sie  mit  infizirten  Dingen  (Aussrerungen
  der  Kranken,  beschmutzter  Wäsche  rc.)  in  Berührung  gekommen  sind,  durch  gründliches  Waschen
mit  Karbolseifenlösung  desinfizirt  werden.

§  9.  Bett=  und  Leibwäsche  sowie  Kleidungsstücke,  Teppiche  und  dergleichen,  können  in  ein  Gefäß
mit  Karbolsäurelösung  oder  Kaliseifenlösung  (I§  7  a  und  b)  gesteckt  werden.  Die  Flüssigkeit  muß  in  den
Geiaßen  die  eingetauchten  Gegenstände  vollständig  bedecken.  In  diesen  Flüssigkeiten  bleiben  die  Gegenstände
12  Stunden.  Dann  werden  sie  mit  Wasser  gespült  und  weiter  gereinigt,  das  dabei  ablaufende  Wasser
klonn  als  unverdächtig  behandelt  werden.

§  10.  Wo  Dampfapparate  vorhanden  sind,  werden  Kleidungsstücke,  Wäsche,  Matratzen  und  Alles,
was  sich  zur  Desinfektion  in  solchen  Apparaten  eignet,  darin  desinfizirt.  (§  7  e.)

§  11.  Alle  diese  zu  desinfizirenden  Gegenstände  sind  beim  Zusammenpacken  und  bevor  sie  nach
den  Desinfektionsanstalten=  oder  Apparaten  geschafft  werden,  in  gut  schließenden  Gefäßen  und  Beuteln  zu
verwahren  oder  in  Tücher,  welche  mit  einer  Desinfektionsflüssigkeit  angefeuchtet  sind,  einzuschlagen.

Wer  solche  Wäsche  rc.  vor  der  Desinfektion  angefaßt  hat,  muß  seine  Hände  in  der  in  §  8  unter
Nr.  2  angegebenen  Weise  desinfiziren.

§  12.  Zur  Desinfektion  von  infizirten  Schiffsräumlichkeiten,  insbesondere  der  Logis  der  Mannschaft,
  der  Kajüte  des  Zwischendecks  für  Reisende  nebst  den  in  denselben  befindlichen  Lagerstellen,  Geräthichaften
  und  dergleichen  ist  Karbolsäurelösung  (§  7  a)  anzuwenden.  Die  Decke,  die  Wände  und  der
Faßboden  der  bezeichneten  Räumlichkeiten,  sowie  infizirte  Lagerstellen,  Geräthschaften  und  dergleichen  sind
zunächst  mit  Lappen,  welche  mit  Karbolsäurelösung  getränkt  sind,  gründlich  abzuwaschen.  Hierauf  sind  die
Röumlichkeiten  und  Geräthschaften  mit  einer  reichlichen  Menge  Wasser  zu  spülen  und  im  Anschluß  daran
die  Räumlichkeiten  einer  möglichst  gründlichen  Lüftung  zu  unterwerfen.  Der  Krankenraum,  insbesondere
die  durch  Ausleerungen  verunreinigten  Geräthschaften  und  dergleichen  sind  bei  der  Desinfektion  ganz
besonders  zu  berücksichtigen.

Räumlichkeiten,  in  welchen  durch  die  Desinfektion  mit  Karbolsäure  Beschädigungen  verursacht
        <pb n="490" />
        —  438  —

oder  durch  den  nach  solcher  Desinfektion  noch  längere  Zeit  haftenden  Karbolgeruch  erhebliche  Unanneh
lichkeiten  entstehen  würden,  dürfen,  sofern  Kranke  darin  nicht  untergebracht  waren,  in  folgender  We
desinfizirt  werden.

1.  Die  nicht  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flächen  der  Wände  und  Fußböden  werden  mit  der  na
§  72  bereiteten  Kalkmilch  angetüncht;  dieser  Anstrich  muß  nach  drei  Stunden  wiederholt  werden.

Nach  dem  Trocknen  des  letzten  Anstriches  kann  Alles  wieder  feucht  abgescheuert  werden.

2.  Die  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flächen  der  Wände  und  Fußböden  werden  2  bis  3  mal  n
heißer  Seifenlösung  (§  7  b)  abgewaschen  und  später  frisch  gestrichen.

3.  Wände  und  Fußböden,  welche  mit  polirten  Hölzern,  Tapeten,  Bildern  oder  Spiegeln  bekleid
find,  werden  mit  frischem  Brot  in  langen  Zügen  kräftig  abgerieben.  Die  Brotkrumen  und  Brotreste  sir
zu  verbrennen.

§  13  Gegenstände  von  Leder,  Holz=  und  Metalltheile  von  Möbeln  sowie  ähnliche  Gegenstän
werden  sorgfältig  und  wiederholt  mit  Lappen  abgerieben,  die  mit  Karbolsäure=  oder  Kaliseifenlösur
(7  a  und  b)  befeuchtet  sind.  Die  gebrauchten  Lappen  sind  zu  verbrennen.  Bei  Ledertapeten  kann  audas
  im  §  12  unter  Nr.  3  angegebene  Verfahren  angewendet  werden.  Pelzwerk  wird  auf  der  Haarsei
bis  auf  die  Haarwurzeln  mit  einer  der  unter  7  a  und  b  bezeichneten  Lösung  durchweicht.  Nach  zwöl
stündiger  Einwirkung  derselben  darf  es  ausgegossen  und  weiter  gereinigt  werden.  Pelzbesätze  an  Kleidunge
stücken  von  Tuch  werden  zuvor  abgetrennt.

Plüsch  und  ähnliche  Möbelbezüge  werden  entweder  abgetrennt  und  nach  §  9  oder  10  desiufizit
oder  mit  Karbolsäurelösung  (§  7  a)  eingesprengt,  feucht  gebürstet  und  mehrere  Tage  hintereinander  a
Deck  ausgetrocknet,  gelüstet  und  dem  Sonnenlicht  ausgesetzt.

Gegenstände  von  geringem  Werth  (Inhalt  von  Strohsäcken  und  dergleichen)  sind  zu  verbrennen

Ueber  Bord  dürfen  undesinfizirte  Gegenstände  nur  in  See  geworfen  werden.

§  14.  Die  Aborte  werden  in  folgender  Weise  desinfizirt:

Etwaiger  Inhalt  der  Klosets  ist  mit  Kalkmilch  gründlich  zu  vermischen  und  darf  erst  nach  einer
Stunde,  während  welcher  Zeit  der  Abort  nicht  benutzt  worden  ist,  abgelassen  werden.  Das  Aufnahme
becken  sowie  das  Abflußrohr  werden  demnächst  mit  Kalkmilch  angestrichen.  Die  Wände  des  Klosetraumes
Sitzbrett,  Fußboden  werden  mit  Karbolsäurelösung  gründlich  abgewaschen  und  nach  einer  Stunde  mit
Wasser  abgespült.  .  »

Zur  Desinfektion  des  Klosetinhalts  kann  auch  Chlorkalk  (7  d)  benutzt  werden,  indem  man  Chlorkalkbulver
  in  der  Menge  von  etwa  2  pCt.  der  ganzen  Mischung  nebst  soviel  Wasser  zufügt,  daß  der
Chlorkalk  sich  löst  und  das  Ganze  gleichmäßig  durch  Umrühren  vertheilt  werden  kann.  So  behandelter
Klosetinhalt  kann  bereits  nach  20  Minuten  entleert  werden.

§  15.  Soll  sich  die  Desinfektion  auch  auf  Personen  erstrecken,  so  ist  dafür  Sorge  zu  tragen,
daß  dieselben  ihren  ganzen  Körper  mit  grüner  Seife  abwaschen  und  ein  vollständiges  Bad  nehmen.
Kleider  und  Effekten  derselben  sind  nach  §  9  oder  10  zu  behandeln.

§  16.  Etwa  an  Bord  befindliche  Leichen  sind  bis  zu  der  möglichst  bald  vorzunehmenden  Bestattung
  ohne  vorherige  Reinigung  in  Tücher  einzuhüllen,  welche  mit  Karbolsäurelösung  (8  7  a)  getränt
sind  und  mit  derselben  feucht  gehalten  werden.

§  17.  Die  Desinfektion  des  Bilgeraumes  mit  seinem  Inhalt  geschieht  durch  Kalkbrühe  (S7e#2)
in  folgender  Weise:

1.  In  diejenigen  Theile  des  Bilgeraumes,  welche  leicht  durch  Abheben  der  Garnirungen  und
der  Flurplatten  zugänglich  gemacht  werden  können  (Maschinen=  und  Kesselraum,  leere  Laderäume)  i#t
Kalkbrühe  an  möglichst  vielen  Stellen  direkt  eimerweise  hineinzugießen.  Durch  Umrühren  mit  Besen  muß
die  Kalkbrühe  kräftig  mit  dem  Bilgewasser  vermischt  und  überall,  auch  an  den  Wänden  des  Bilgeraumes
angetüncht  werden.

2.  Ueberall  da,  wo  der  Bilgeraum  nicht  frei  zugänglich  ist,  wird  durch  die  auf  allen  Schiseen
vorhandenen,  von  Deck  herunterführenden  Pumpen  (Nothpumpen)  und  Peilrohre  so  viel  Kalkbrühe  einge
gossen,  bis  sie  den  Bilgeraum,  ohne  die  Ladung  zu  berühren,  anfüllt.  ·

NachlZStundenkanndieBilgewiedetgelenztwerdmJmEinzelnenwirdfolgendem-immverfahren:


a)  Der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  gemessen,

b)  100  1  bis  200  1  Kalkbrühe  —  je  nach  der  Größe  des  Schiffes  bezw.  der  einzelnen  Ab—
theilungen  —  werden  eingefüllt.

c)  Der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  wieder  gemessen.  *ê5

Beigt  sich  jetzt  schon  ein  erhebliches  Ansteigen  des  Wasserstandes,  so  ist  anzunehmen,  daß  sich
irgendwo  die  Verbindungslöcher  der  einzelnen  Abschnitte  des  Bilgeraumes  verstopft  haben,  so  daß  keine
freie  Zirkulation  des  Wassers  stattfindet.  In  solchen  Fällen  muß  wegen  der  Gefahr  des  Ueberlaufene
der  Kalkbrühe  und  der  dadurch  bedingten  Beschädigung  der  Ladung  das  Einfüllen  unterbrochen  werden.
die  Desmfektion  des  Bilgeraumes  kann  dann  erst  bei  leerem  Schiff  stattfinden.
        <pb n="491" />
        —  439  —

d)  Steigt  das  Wasser  nur  langsam,  so  ist,  während  von  Zeit  zu  Zeit  der  Wasserstand  gemessen
eud,  so  viel  Kalkbrühe  einzufüllen,  als  der  Bilgeraum  ohne  Schaden  für  die  Ladung  aufnehmen  kann.
Ferdei  müssen  die  Schiffszeichnungen  und  die  Angaben  des  Schiffers  berücksichtigt  werden.

Als  Anhaltspunkt  diene,  daß  bei  Holzschifsen  40  bis  60  1  Kalkbrühe  auf  1  m  Schiffslänge  erderlich
  sind,  bei  eisernen  Schiffen  60  bis  120  1  auf  1  m  Schiffslänge;  bei  Schiffen  mit  Doppelboden,
drunnen  und  Rinnsteinen  im  Ganzen  20  bis  80  bis  100  chm.

Auf  manchen  Schiffen  sind  Rohrleitungen  vorhanden,  welche  nicht  wie  die  Pumpen  und  Peil-Wdre
  in  die  hintersten  tiefsten  Theile  des  Schiffsbodens  bezw.  der  einzelnen  Abtheilungen,  sondern  in  die
vorderen,  höher  gelegenen  Theile  desselben  führen.  Diese  sind  dann  vorzugsweise  zu  benutzen,  weil
n  durch  die  Vermischung  des  Desinfektionsmittels  mit  dem  Bilgewasser  erleichtert  und  besser  gesichert  wird.

*  18.  Die  Desinfektion  des  Ballastwassers  wird  mit  Kalkmilch  (§  7  c  1)  ausgeführt,  welche  in
iden  Mengen  zuzusetzen  ist,  daß  das  Ballastwasser  zwei  Theile  Kalk  in  1000  Theilen  Wasser  enthält.
Die  zugesetzte  Kalkmilch  muß  innigst  mit  dem  Wasser  vermischt,  daher  während  einer  Stunde  umgerührt
vrerden.  Nach  einstündiger,  derartiger  Einwirkung  der  Kalkmilch  kann  das  Ballastwasser  ausgepumpt  werden.

Sind  die  Tanks  im  Doppelboden  des  Schiffes,  so  wird  es  sich  in  der  Regel  empfehlen,  das
Lalastwosser  aus  diesen  Tanks  nach  und  nach  in  den  Maschinenbilgeraum  überpumpen  zu  lassen  und  hier
au  Kalkmilch  zu  mischen.

Handelt  es  sich  um  stehende  Tanks  in  den  Laderäumen,  so  kann  man  unter  Umständen  die  Kalknicch
  direkt  in  die  Tanks  hineinschütten  und  kräftig  umrühren  lassen.  Zu  diesen  Maßnahmen  ist  in  jedem
Grü#c  der  technische  Beirath  des  Schiffsmaschinisten  einzuholen.

§  19.  Trink=  und  Gebrauchswasser  an  Bord  kann  ebenfalls  durch  Versetzen  der  Kalkmilch  in
drer  Menge,  daß  auf  1000  Theile  Wasser  zwei  Theile  Kalk  kommen,  bei  einstündiger  Einwirkung  desselben
weinfizirt  werden.  Bei  Verwendung  von  Chlorkalk  ist  dieses  Desinfektionsmittel  dem  Wasser  im  Vertr
  1:10  000  zuzusetzen.  Nach  einer  halben  Stunde  können  die  Behälter  entleert  und  mit  unverdichligem
  Wasser  wieder  gefüllt  werden.  Unter  Umständen  kann  Trink=  und  Gebrauchswasser  auch  durch
5i##e  desinfizirt  werden,  indem  man  Dampf  genügend  lange  in  die  Wassertanks  einleitet.  (Klingellermometer.)


Zur  Unbrauchbarmachung  des  Wassers  lassen  sich  Säuren,  z.  B.  Essigsäure,  verwenden,  was  sich
insbesondere  bei  hölzernen  Wasserfässern  empfiehlt.  Das  Wasser  muß  dann  deutlich  sauer  reagiren.

Laiserlich  Deutsches  Gouvernement  von  Ostafrika.  Anlage  3.
Deutsches  Reich.
Gesundheits-Paß.

Die  Polizeibehörddddgdgdgee  .  ...  bescheinigt  hiermit  auf  Ansuchen  von  .  ...
.................  ,Kapitändcs............Schiffes,genannt............
beseptmit..»Wenn(eiufchließlichdesKapitäns)undmit....Reisenden,beladenmit.......
...................  ,bestimmtvonhiernach............."..abzugehen,daßam

hiesigeaPlotzeundindemzugehörigenHafengegenwärtigkeineungewöhnlicheansteckendeKrankheit
erndemisch  herrscht.

Inbesitznahme  einiger'  Inseln  der  Palanu-Gruppe.)

Zufolge  Auftrags  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  vom  6.  Dezember  1900  sind
für  dos  Deutsche  Reich  in  Besitz  genommen  worden  die  Inseln:

1.  Sonsorol,  5°  20’  N.  132°  16/  0,  am  6.  März  1901,  10½  Uhr  vormittags;
2.  Merir,  4°  20°  N,  132°  28'  O,  am  7.  März  1901,  6⅛  Uhr  vormittags;
3.  Pul  (Pulo  Ana),  4°  38°  N,  1325%  20,  am  7.  März  1901,  1⅛  Uhr  nachmittags.

Die  Kenntlichmachung  der  Besitzergreisung  ist  durch  Einrammung  je  eines  schwarz=  weiß-roth
gestrichenen  Pfahles  bewirkt,  an  dem  sich  ein  Schild  mit  der  Aufschrift  „Kaiserlich  Deutsches  Schutzgebiet"
befindet.  Nach  Einrammung  der  Pfähle  ist  von  dem  mitanwesenden  Polizeitrupp  in  Anwesenheit  eines
großen  Theils  der  Einwohnerschaft  ein  dreifacher  Salut  gefenert  worden.  Auf  der  Insel  Sonsorol  ist
serner  eine  deutsche  Flagge  gehißt  worden.

*  Vergleiche  den  Reisebericht  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  in  der  vorliegenden  Nummer.
        <pb n="492" />
        —  440  —

Die  Häuptlinge  der  genannten  Inseln,  und  zwar:  Gurrut  und  Moses  von  Sonsorol,  Tobirau
und  Las  von  Merir  und  Maier  von  Pul,  hatten  sich  mit  der  Besitzergreifung  einverstanden  erklärt.  Sie
versprachen,  für  die  Instandhaltung  der  Pfähle  Sorge  tragen  zu  wollen.

An  Bord  des  Regierungsdampfers  „Stephan“,  Südsee,  den  8.  März  1901.

R.  v.  Bennigsen,  Senfft,
Kaiserlicher  Gouverneur  von  Deussh-  Neu-Guinea.  Kaiserlicher  Bezirksamtmann  a.  i.

—.  —  –.  —  —  —

perwnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Geheimen  Legations.
rath  und  vortragenden  Rath  im  Auswärtigen  Amt,  Dr.  Lehmann,  und  den  Landgerichtsdirektor  Altsmann
  vom  Landgericht  Berlin  II  für  die  Dauer  der  gegenwärtig  von  ihnen  bekleideten  Aemter  zu
ordentlichen  Mitgliedern  des  Disziplinarhofes  für  die  Schußgebiete  zu  ernennen.

Der  Kaiserliche  Konsul  Martin  in  Lagos  hat  einen  sechsmonatlichen  Urlaub  angetreten  und  mr
seiner  Vertretung  Herrn  O.  Kolbe  betraut.

 

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ständigen  Hülfsarbeiter
  im  Auswärtigen  Amt,  Legationsrath  Dr.  Golinelli  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des  Rittertreuzedes
  Großherzoglich  mecklenburgischen  Greifen-Ordens  zu  ertheilen.

MKaiserliche  Schutztruppen.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  28.  Mai  1901.

Dominik,  Oberleutnant  im  Infanterie-Regiment  General-Feldmarschall  Prinz  Friedrich  Karl  von  Preuße-(8.
  Brandenburgischen)  Nr.  64,  scheidet  mit  dem  18.  Juni  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird
mit  dem  19.  Juni  d.  Is.  unter  gleichzeitiger  Kommandirung  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen
Amte  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnan:
Radtke,  dem  Leutnant  Laasch,  dem  Assistenzarzt  Dr.  Fuchs  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  und  der-Oberleutnant
  Fonck  (August)  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  den  Königlichen  Kronen-Order
4.  Klasse  mit  Schwertern  —  p.  Dr.  Fuchs  am  weiß-schwarzen  Bande  —,  dem  Feldwebel  Liebert  in  der
Schutztruppe  für  Kamerun  das  Militär-Ehrenzeichen  1.  Klasse  sowie  dem  Sergeanten  Meir  in  derselber
Schutztruppe  das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klosse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  den  Anspruch  des  Hauptmanns  Langheld,
Kompagniechef  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun,  auf  das  Dienstauszeichnungskreuz  Allergnädigst
  anzuerkennen  geruht.

 

 
 

 

  

...  —

Nichtamtlicher  Theil.

Persbnal-Machrichten.  webel  Benkewitz  und  Knaust  sowie  die  Sanitäuunteroffiziere

  Diepolder  und  Ziegelmeier.

Deutsch-Chafrik.  »  Oberleutnant  v.  Fiedler  und  Sanitätsunterois.
Vom  deutschen  Frauenverein  für  Krankenpflege  zier  Ludszuweit  haben  die  Ausreise  in  das  Schu;

in  den  Kolonien  ist  die  Schwester  Hedwig  Müller  gebiet  am  7.  d.  Mts.  von  1  Nenbel  aus  angetreten.
nach  Tanga  entsandt  worden.

 

Der  Bergassessor  Haber  hat  die  Ausreise  nach  Ramernn.
Deutsch-Ostafrika  angetreten.  Der  Polizeimeister  Schmitt,  der  Bautechniker

P55  Kohnen  und  der  Zollbeamte  Dierer
Es  sind  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung  Kohe  nach  g  *  angetreten.  haben  die
am  27.  Mai  d.  Js.  in  Ncapel  eingetroffen:  die  Feld-
        <pb n="493" />
        Der  Kesselschmied  Klapproth  ist  in  Kamerun
eingetroffen.  I

Der  Schlosser  Sünder  hat  das  Schutzgebiet
mit  Heimathsurlaub  verlassen.  «

Nach  einer  uns  zugegangenen  Mittheilung  ist
Herr  A.  Diehl  bei  der  Nordwest-Kamerun-Gesellschaft
angestellt  und  befindet  sich  in  Kamerun.

Leutnant  Merensky  und  der  Assistenzarzt  Dr.
Kaschke  sind  am  26.  Mai  d.  Is.  in  Hamburg  eingetroffen.


Die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  haben  am
11.  d.  Mts.  von  Hamburg  aus  angetreten:  Oberstleutnant
  Pavel,  Kommandeur  der  Schutztruppe,
Zahlmeisteraspirant  v.  Averhoff  sowie  die  Sanitätsunteroffiziere
  Fischer  und  Haase.

441

l

 

 

Cogo.

Der  Bezirksamtmann  Graf  Zech  und  die  Aktuare
Kurtzahn  und  Erbe  sind  in  Togo  eingetroffen.

Lüdwestafrika.

Dem  früheren  Sekretär  Lauterbach  ist  die
Stelle  des  Bureauvorstandes  bei  dem  Kaiserlichen
Gouvernement  von  Deutsch-Südwestafrika  endgültig
übertragen  worden.

Mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung  sind
am  26.  Mai  d.  Is.  in  Hamburg  eingetroffen:  die
Feldwebel  Lange  und  Neinke,  die  Unteroffiziere
Radwan  v.  Babski  und  Gohde,  Gefreiter  Engelmann,
  überzähliger  Gefreiter  Rybicki  und  Reiter

Heinich.

 

Bachrichten  aus  den  deutfschen  Schutgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deufsch-Hltafrika.

Grenzreise  des  Stationschefs  von  Iringa.
(Hierzu  eine  Karte.)

Ueber  eine  in  der  Zeit  vom  1.  Februar  bis
16.  März  1901  ausgeführte  Dienstreise  berichtet  der
Stationschef  von  Iringa  (Uhehe),  Hauptmann  Freiherr
  v.  Schleinitz:

Am  21.  Februar  traf  ich  mit  Oberleutnant  Freiherrn
  v.  Reitzenstein  in  dem  am  Nordabhang  des
Kigomeberges  liegenden  Mnigu  kwa  Kanianka  zusammen
  und  legte  nun,  nachdem  ich  bis  Kipembane
mit  ihm  zusammen  marschirt  war,  die  Grenze  zwischen
Iringa  und  Kilimatinde  folgendermaßzen  fest:

Von  Osten  anfangend,  wird  die  Grenze  gebildet
durch  den  Kisigo,  einen  linken  Nebenfluß  des  großen
Ruaha,  dann  durch  den  Mslombe  von  dessen  Einmündung
  in  den  Kisigo  bis  zu  dem  durch  Höhenpunkt
  1230  näher  bezeichneten  alten  Wahehelager.
Von  hier  ab  folgt  die  Grenze  nördlich  des  Mombe
der  in  dortiger  Gegend  allgemein  bekannten  Marschroute
  des  Hauptmanns  Prince  vom  Jahre  1895  bis
zum  Nordabhange  des  Inpitoberges.

Am  Initoberg  treffen  dann  die  Grenzen  von
Iringa,  Kilimatinde  und  Bismarckburg  zusammen.

Die  Grenze  zwischen  Iringa  und  Bismarckburg
läuft  nach  Vereinbarung  mit  Hauptmann  Freiherrn
v.  Wangenheim  vom  Westabhange  des  Ipitoberges
über  den  Westabhang  des  Guhulioberges  bis  zur
Quelle  des  Rupa,  folgt  dann  dem  Laufe  desselben
in  südlicher  Richtung  bis  zu  seinem  Eintritt  in  den
Bezirk  Langenburg.  Der  Rupa  wurde  schon  jetzt
von  den  Eingeborenen  als  Grenze  zwischen  Iringa
und  Bismarckburg  angesehen.  Bei  Festlegung  der

Grenzlinie  wurde  nach  Möglichkeit  von  dem  Stand- 



punkt  ausgegangen,  Zugehörige  eines  Stammes
einem  Bezirk  zu  überweisen  und  natürliche  Grenzen
zu  nehmen.

Von  Iringa  bis  etwa  10  km  südöstlich  Pawakka,
da  wo  der  Malenga  makali,  ein  rechter  Nebenfluß
des  kleinen  Ruaha,  zum  dritten  Mal  die  Marschroute
schneidet,  trägt  das  Land  den  Charakter  eines  deutschen
  Mittelgebirges  mit  reichem,  aber  lichtem,  etwa
40  jährigem  Baumwuchs  ohne  Unterholz.  Verschiedentlich
  ragen  aus  dem  Grün  schroff  und  ohne  jeden
Uebergang  steile  Granitblöcke  bis  zu  etwa  200  m
empor.  Dann  beginnt  der  Abstieg  in  die  Ebene  des
großen  Ruaha.  Diese  dehnt  sich  bis  Wamballa  am
Msombefluß  aus,  trägt  aber  nördlich  des  großen
Ruaha  nicht  so  den  scharf  ausgeprägten  Charakter
der  Ebene.  Das  Gelände  ist  streckenweise  wellig,  mit
Laubwald  bedeckt,  und  vereinzelt  erheben  sich  dann
ziemlich  hohe  Bergkuppen  und  nackte  steile  Granitblöcke
  von  gewaltiger  Ausdehnung,  burgähnlich  das
grüne  Laubdach  überragend.  Von  Wamballa  aus
erstreckt  sich  die  Ebene  in  südwestlicher  Richtung.
Etwa  10  km  südwestlich  Wamballa  liegen  an  der
Marschroute  die  Malikoriberge,  drei  große  nackte
Felskegel,  die  ohne  jeden  Uebergang  etwa  150  bis
200  m  steil  aus  der  Ebene  aufsteigen.  Diese  Erscheinung
  wiederholt  sich  etwa  alle  20  bis  30  km.
Südwestlich  der  Malikoriberge  liegen  die  Kowokaberge
und  wieder  südwestlich  von  diesen  als  bedeutendste
Gruppe  die  Ikinguberge.  Südwestlich  der  Ilinguberge
  hört  die  Ebene  auf,  das  Gelände  nimmt  wieder
eine  wellige  Gestaltung  an.  In  dem  Mokolongoberg
hat  es  seine  höchste  Erhebung.  Verschiedentlich  führt
der  Weg  durch  große  wiesenartige  Flächen,  anscheinend
  alte  Ueberreste  größerer  Wasserflächen.  Trotz
ihrer  Lage  auf  Hochebenen  und  obwohl  sie  keinerlei
Wasserzufluß  haben,  sind  sie  mit  3  bis  4  m  hohem
        <pb n="494" />
        —  442  —

Schilf  bedeckt  und  haben  morastigen  Untergrund.
Das  wellige  Gelände  setzt  sich,  gewissermaßen  thalartig,
  mehrere  Kilomecter  breit  in  südwestlicher  Richtung
bis  Mnigu  kwa  Kanianka  fort.  Im  Norden  und
Süden  wird  es  von  ziemlich  bedeutenden  Höhenzügen
begrenzt.  Aus  der  südlichen  Gebirgskette  steigen  die
Kompariolaberge  (7)  höher  empor.  Wenige  Kilomcter
östlich  von  Mjinga  führt  der  Weg  über  den  Berg
Kenjendua  (1470  m).  Von  diesem  aus  hat  man
einen  großartigen  Fernblick  in  ein  etwa  20  km  langes
und  5  bis  6  km  breites  welliges  Thal,  das  im
Nordwesten  durch  den  Alles  überragenden  Kigomeberg
(1800  m)  abgeschlossen  wird.  Von  diesem  aus  hat
man  nach  Norden  hin  den  Blick  auf  eine  meilenlange,
terrassenförmig  sich  oufbauende  Gebirgskette  mit  vielen
Schluchten,  Zacken  und  Spitzen,  der  ein  etwa  7  bis
8  km  breites  Thal  vorgelagert  ist.  Aus  dem  Thal
erheben  sich  pyramidenförmig  etwa  200  m  hoch  drei
vereinzelte  Bergkegel.  Von  Osten  nach  Westen  führt
die  Bergkette  in  ihren  einzelnen  Theilen  die  Namen
Mbileberge,  Uliakunduberge  mit  dem  Tunda  Ukuru
und  am  weitesten  westlich  die  Mavalekette.  Südlich
vom  Kigomeberg  ist  das  Quellengebiet  des  Mombe.
Der  Weg  läuft  nun  in  einer  Durchschnittshöhe  von
1400  bis  1500  m  bis  Kipembane  und  erreicht  seine
höchste  Höhe  auf  dem  1650  m  hohen  Trutje  (Wutje,
Wuti),  etwa  8  km  südwestlich  Igunda.  Vom  Trutje
aus  sieht  man  in  etwa  einem  Tagemarsch  weiter
Entfernung  eine  etwa  1800  m  hohe,  von  Südwest
über  Westnord  nach  Osten  sich  hinziehende  Gebirgskette.
  Hinter  dieser  erhebt  sich  in  nördlicher  Nichtung,
etwa  drei  Tagemärsche  weit,  der  Ipitoberg,  weitaus
der  höchste  Punklt  der  ganzen  Gegend.  Kipembane
selbst  liegt  etwa  1200  m  hoch  in  einem  großen  Thalkessel.
  Südlich  von  Kipembane  läuft  der  Weg  wieder
in  einer  Durchschnittshöhe  von  1400  bis  1500  m
und  hält  sich  auf  dieser,  bis  er  nach  Durchschneidung
der  Njamnjamberge  in  die  zum  Flußgebiet  des  großen
Ruaha  gehörige  Ebene  hinabsteigt.  Im  Westen  und
Süden  wird  die  Ruahaebene  durch  hohe,  von  der
Marschronte  aus  etwa  ein  bis  zwei  Tagemärsche  entfernte
  Gebirgszüge  begrenzt.  Aus  der  südlichen  Gebirgskette,
  dem  Quellengebiet  des  großen  Ruaha,
heben  sich  —  von  Westen  ausgehend  —  deutlich  die
Uanii-,  die  Marangati=  und  Kihumbiberge  hervor.
Der  Marangati  ist  ein  Taselberg  von  gewaltiger  Ausdehnung.
  Je  weiter  man  vom  Quellengebiet  des  Ruahaaus
  in  nordwestlicher  Richtung  marschirt,  um  so  mehr
tritt  diese  Gebirgskette  zurück,  bis  nach  wenigen  Tagemärschen
  etwa  zwischen  Ujewa  und  Gawa  das  Gelände
wieder  langsam  zu  steigen  anfängt.  Westlich  Madibira
senkt  sich  das  Gelände  wieder  zur  Ebene  des  Nendamberaflusses,
  um  nordöstlich  von  Madibira  wieder
schnell  zu  steigen.

In  enger  Verbindung  mit  der  geologischen  Gestaltung
  des  Landes  stehen  die  Wasserverhältnisse.
Während  der  ganzen  Reise  fand  ich  reichlich  Wasser.
Das  Wasser  war  überall,  nach  Klärung  mit  Alann,
gut,  da  es  nur  erdige  Stosse  enthiclt.

 

Infolge  des  vielen  Regens,  der  in  der  Rege
zelt  fiel,  fand  ich  auch  überall  einen  sehr  üppig
Baum=  und  Graswuchs.  In  dem  bergig
Gelände  fand  sich  fast  durchweg  ein  zieml:
hoher  und  dichter  Laubbolzbestand  mit  mehr  od
weniger  dichtem  Unterholz.  Hauptsächlich  war  d
Miomboakazie  vertreten,  deren  Stämme,  je  höher  i
stieg,  um  so  verkrüppelter  wurden.  Je  tiefer  ich  korum
  so  mehr  wechselten  die  Baumarten.  Hier  erschiene
wieder  in  größerer  Menge  die  Mbuyu,  dann  veel
den  Pinien  ähnliche  Bäume  und  andere,  von  de
Eingeborenen  Mukungugu  genannt.  Der  Gegend  vr
Kipembane  eigenthümlich  sind  viele  große  urwal
ähnliche  Waldparzellen,  die  so  dicht  verwachsen  sin!
daß  man  nur  mit  äußerster  Mühe  in  ihnen  vorwärt
kommen  kann.  Eigenthümlich  dieser  Gegend  sin
ferner  zwei  Baumarten,  der  Mkussu  und  der  Wang
wangu.  Ersterer  erinnert  in  Aussehen,  Wuchs  un
Blättern  sehr  an  die  heimische  Kastanie,  letzterer  he
große,  dicke  und  saftige  Blätter,  ähnlich  wie  de
Gummibaum.  Beide  sollen  nach  der  Regenzeit  genief,
bare  und  gutschmeckende  Früchte  tragen.  Im  Februa.
hatten  die  Früchte  das  Aussehen  mittelgroßer  unrene:
Nüsse.  In  den  Ebenen  fanden  sich  neben  den  Dornbusch=
  vielfach  die  Borassus=  und  Fächerpalmen.  Ir
Allgemeinen  macht  das  Land  einen  durchaus  fruchtbaren
  Eindruck,  einzelne  Steppen  ausgenommen.  Die
Schamben  standen  gut  und  die  Ernte  war  reichlich,
sowohl  an  Mais  wie  an  Mtama  und  Ulesi.  Nur
im  südlichen  Theil  von  Ubena  waren  die  Schamben
infolge  der  großen  auf  ihnen  stehenden  Wassermengen
vernichtet.  In  Kipembane  und  Umgegend  waren.
allerdings  erst  in  geringer  Menge,  aber  mit  gutem
Erfolg  Kartosseln  und  Zwiebeln  gepflanzt,  in  Irmga.
südlich  vom  Mombe,  ebenso  Bananen.  Bei  Pawakka
am  kleinen  Ruaha  wird  versucht,  Reis  anzupflanzen

In  den  höher  gelegenen  Waldregionen  war  fat
jedes  thierische  Leben  erloschen;  tagelang  waren  weder
Raubthiere  noch  Wild  oder  Vögel  zu  sehen.  Nur
vereinzelt  kreuzten  Elefantensouren  den  Weg.  Um  so
lebhafter  dagegen  war  es  in  den  nicht  unter  Wasser
stehenden  Theilen  der  Ebene.  Nashorne,  Elefanten,
Giraffen,  Zebras,  viele  Arten  großer  und  kleiner
Antilopen,  Affen,  Strauße,  wilde  Gänse,  verschiedene
Arten  von  Reihern  und  Raubvögeln,  Perlhühner,
Feldhühner  und  eine  Unmenge  kleiner  buntgefiederter
Vögel  belebten  die  Gegend.  Große  Raubthiere  gebt
es  mit  Ausnahme  der  fast  überall  vorkommenden
Hyäne  nur  wenig.  In  den  meisten  Ortschaften  giebt
es  Rindvieh,  das  sich  durchweg  in  gutem  Futterzustandc
  befindet,  überall  giebt  es  Ziegen  und  Hühner
und  auch  vielfach  Tauben.

Infolge  der  im  Allgemeinen  guten  Ernte  sowie
des  guten  Wild=  und  Viehbestandes  machte  die  Verpflegung
  der  Karawane  nirgends  Schwierigkeiten.
Die  Bezahlung  für  die  gebrachten  Lebensmittel  ersolge
durchweg  durch  Tauschartikel,  hauptsächlich  Zeug:
bares  Geld  war  vielsach  ganz  unbekannt.

Trotz  der  guten  Vorbedingungen  —  Wasser  und
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        fruchtbarer  Boden  —  ist  die  von  mir  passirte  Gegend
im  Allgemeinen  wenigꝰ  bevölkert,  ausgenommen  das
Gebiet  des  Sultans  Merere  und  die  Gegend  um
Madibira.  Die  Leute  messen  die  Schuld  hieran  den
vielfachen  früheren  räuberischen  Einfallen  der  Wahehe
bei,  die  Menschen  und  Vieh  weggeschleppt  hätten.
Zum  Schutz  gegen  diese  wie  gegen  Raubthiere  sind
die  Temben  je  nach  der  Stammesangehörigkeit  verschieden
  angelegt.  Die  Temben  sind  meist  völlig  geschlossene,
  oft  mehrere  Kilometer  lange  Vierecke,  deren
Umfassungen  entweder  durch  2  bis  3  m  hohe  Pallisaden
oder  durch  die  Rückwände  der  Wohnhütten  gebildet
werden.  Die  Eingangsthüren  sind  so  klein,  daß  man
nur  mit  Mühe  hineinkriechen  kann.  Im  Innern  der
so  abgeschlossenen  viereckigen  Räume  befinden  sich
Wohn=  und  Viehhütten  und  bisweilen  Schamben.
Die  Wohnhütten  sind  im  Allgemeinen  viereckig  und
mit  einem  flachen  Dach  versehen,  nur  die  Hütten  der
Wassangu  haben  vielfach  die  Form  zugespitzter  Kegel.

Der  dünnen  Bevölkerung  entsprechend  und  bei
dem  geringen  Verkehr  zwischen  den  einzelnen  Ortschaften
  sind  Wege  und  Brücken  in  keiner  besonders
guten  Verfassung.  Immerhin  aber  genügen  die  Wege
für  den  Verkehr  der  Eingeborenen  unter  einander.
Diese  Letzteren  machen  durchweg  einen  friedlichen,
willigen  und  zufriedenen  Eindruck.  Nirgends  zeigte
sich  Scheu  vor  dem  Europäer.  Zu  dem  guten  Eindruck,
  den  ich  gewonnen,  trug  auch  der  Umstand  mit
bei,  daß  man  nirgends  von  ansteckenden  Krankheiten
und  Seuchen  unter  Menschen  oder  Vieh  hörte.

Wo  es  irgend  angängig  war,  ließ  ich  die  Leute
und  Hütten  zählen,  um  eine  Grundlage  für  die
Steuerlieferung  im  nächsten  Jahre  zu  haben.  Die
Einführung  der  Steuer  in  denjenigen  Gebieten,  welche
noch  keine  Steuer  entrichtet  hatten,  stieß  nirgends
auf  Schwierigkeiten.

—..  —

Westdeutsche  dandels-  und  Plantagengesellschaft.

Die  Gesellschaft  versendet  ihren  sechsten  Jahresbericht,
  umfassend  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  bis
31.  Dezember  1900.

Die  allgemeine  Entwickelung  der  sämmtlichen
Pflanzungen  war  bei  günstigen  Witterungsverhältnissen
  eine  normale,  die  Ernteaussichten  für  das
Jahr  1901  werden  von  der  Plantagenleitung  als
gute  bezeichnet.  Die  Handelsgeschäfte  haben  im  Berichtsjahre
  einen  bedeutenden  Gewinn  gebracht,  der
Umsatz  hat  gegen  das  Vorjahr  um  etwa  60  PéCt.
zugenommen,  was  zum  großen  Theil  auf  den  Bau
der  Usambarabahn  zurückzuführen  ist.

Die  Plantage  Magrotto  ist  nunmehr  mit  etwa
1  100  000  arabischen  Kaffeebäumchen,  welche  mit
1901  sämmtlich  ertragsfähig  werden,  fertig  ausgebaut.
Die  Magrotto-Ernte  für  1900  ist  kleiner  ausgefallen,
als  erwartet  war,  und  betrug  64  396  Pfund,  außerdem
  872  Pfund  Liberiakaffee,  welcher  verhältnißmäßig
  besonders  gute  Preise  erzielte.  Auf  Magrotto

444

 

sind  10  000  Liberiakaffeebäumchen  versuchsweise  ausgepflanzt.
  Von  der  Vanille-Versuchspflanzung  wird
in  diesem  Jahre  die  erste  kleine  Ernte  erwartet.  die
Kaffee-Aufbereitungsanstalt  ist  im  Anfang  dieses  Johr##
durch  einige  Pulper  und  eine  Lokomobile  vervolständigt.


Auf  der  Plantage  Schoeller  brachte  die  Liberukaffeepflanzung
  etwa  25  000  Pfund  Kasffee,  der##
Erlös  die  für  das  Jahr  1900  aufgewendeten  Kosten
der  Pflanzung  deckt  und  noch  einen  kleinen  Gewim
überläßt.  Die  Anbauversuche  mit  Kautschuk  sind
noch  nicht  abgeschlossen.

Die  Plantage  Kiomoni  war  Ende  1900  ni
170  000  Mauritius-Agaven  bepflanzt,  in  den  Soalbeeten
  befanden  sich  weitere  40  000  Mauritius=  und
17  000  Sisalagaven.  Die  Kokosanpflonzung  hai
unter  der  Dürre  1897/98  mehr  gelitten,  als  ange
nommen  war,  so  daß  der  Bestond  an  wirklich  lebensfähigen
  Palmen  sich  bedeutend  vermindert  hat.

Auf  der  Plantage  Putini  sind  im  Berichtsjobm
6000  Kokospalmen  ausgepflanzt,  weitere  10  000  be
fanden  sich  in  den  Saatbeeten.  Ueber  die  Eselzuch
läßt  sich  noch  kein  abschließendes  Urtheil  fällen.

Die  Arbeiten  auf  der  neu  angelegten  Plantoge
Masumbai  sind  soweit  fortgeschritten,  daß  im  Aorll-Mai
  d.  Is.  mit  der  Auspflanzung  von  40  000  oro
bischen  Kaffeebäumchen  begonnen  werden  sollte.

Die  Arbeiterverhältnisse  waren  trotz  der  In
anspruchnahme  einer  großen  Zahl  Arbeiter  durch  der
Weiterbau  der  Usambarabahn  befriedigend.

Dem  Aussichtsrath  gehören  an:  G.  Rüegger,  Züric
Vorsitzender;  Dr.  A.  Poensgen,  Düsseldorff,  stellver
tretender  Vorsitzender;  Casimir  Katz,  Gemsboch
Rudolf  Schoeller,  Zürich;  Carl  v.  Reichenau,  Wietbaden;
  Richard  Dilthey,  Aachen;  Bernhard  Jacobi.
Köln;  Albert  v.  Burgsdorff,  Düsseldorf;  den  Vorstand
in  Düsseldoaf  bilden:  Joh.  Franz  und  Paul  Hünniger:
den  Pflanzungen  in  Afrika  steht  der  Direktor  Lue
Weber  vor,  welchem  sieben  europäische  Beamte  unterstellt
  sind,  die  Handelsgeschäfte  leitet  der  Faktorei
vorsteher  Joh.  Kloetzer  mit  zwei  Beamten.

(Tropenpflanzer.)

RKamerun.

Expedition  des  Dauptmanns  v.  Schimmelpfeunig.
(Hierzu  eine  Karte.)

Aus  einem  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Schimmel
pfennig  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  von  Kameiun
über  den  weiteren  Verlauf  seiner  Expedition  (verg#
Kol.  Bl.  1901,  S.  358)entnehmen  wir,  daß  v.  Schimme.
pfennig  zur  Unterwerfung  des  unbotmäßigen  Häuptlinge
Semikore  om  19.  Februar  d.  Is.  mit  seiner  gesammur
Truppe  von  Ya#nde  aufgebrochen  ist.  Nachdem  e#r
bis  zum  27.  Februar,  an  welchem  Tage  er  Tabeme
erreichte,  überall  freundlich  ausgenommen  worder
war,  wurde  er  mit  Ueberschreitung  der  Grenze  de
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        Semiloregebietes  am  27.  gezwungen,  seinen  Weg
unter  fortwährenden  feindlichen  Angriffen  fortzusetzen.
Semikore  war  also  nicht  Willens,  friedlich  zu  unterhandeln.


Nach  angestrengtem  Marsche  unter  feindlichem
Feuer  wurde  der  stark  besetzte  Ort  Semikore  noch
am  27.  gestürmt  und  besetzt.

Der  bei  Semikore  ansässige  schwarze  Händler
Zampa,  früher  Feldwebel  bei  der  Kaiserlichen  Schutztruppe,
  hatte  nach  vergeblichen  Versuchen,  Semikore
zu  friedlichen  Verhandlungen  zu  bewegen,  schließlich
vor  diesem  die  Flucht  ergreisen  müssen  und  meldete
sich  nach  Einnahme  des  Ortes  bei  dem  Expeditionsführer.
  Durch  seine  Orts=  und  Sachkenntniß  wie
durch  seine  Vermittelung  von  Unterredungen  mit
Semikore  in  der  Trommelsprache  hat  Zampa  der
Expedition  wesentliche  Dienste  geleistet.  Da  aus  den
erwähnten  Trommelgesprächen  hervorging,  daß  Semikore
  gewillt  sei,  den  Kampf  fortzusetzen,  die  Expedition
  auch  in  den  folgenden  Tagen  fortwährend
beschossen  wurde,  ist,  nachdem  der  Feind  durch  starke
Patrouillen  zurückgedrängt  war  und  erhebliche  Verluste
erlitten  hatte,  der  Ort  Semikore  am  5.  März  bei
Abmarsch  der  Expedition  zur  Strafe  niedergebrannt
worden.  Beim  Marsch  durch  das  Gebiet  Semikores
bis  zum  8.  März  hatte  die  Expedition  noch  kleinere
Gefechte  zu  bestehen,  worauf  sie  am  12.  wieder  in
Mande  eintraf.  Der  Gesammtverlust  der  Expedition
beträgt  2  Todte  und  17  Verwundete.  Der  Gesundheitszustand
  war  durchweg  vorzüglich.

eue  Planzungsgesellschaften  in  Ramernn.

In  das  Handelsregister  sind  neu  eingetragen  die
Molyko-Pflanzung,  G.  m.  b.  H.,  mit  einem  Kapital
von  300  000  Mk.  und  die  Bolifamba-Pflanzung,
G.  m.  b.  H.,  ebenfalls  mit  einem  Kapital  von
300  000  Mk.  Der  Sitz  beider  Gesellschaften  ist
Berlin.  Das  Land,  neben  dem  Besitz  der  Pflanzungsgesellschaft
  „Soppo“  belegen,  ist  beiden  Gesellschaften
von  der  Westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft
„  Victoria“  abgetreten  worden.

Deutsch-Südwestafrika.
Ein  Urtheil  über  Damaraland.

Die  „Alldeutschen  Blätter“  veröffentlichen  den
Wortlaut  eines  Briefes,  den  sie  von  einem  aus  der
Kapkolonie  nach  Damaraland  (Deutsch-Südwestafrika)
übergesiedelten  deutschen  Ansiedler  erhalten  haben.
Der  Briesschreiber  fällt  über  die  wirthschaftlichen
Aussichten  des  Landes  ein  sehr  günstiges  Urtheil,
das,  wie  die  genannte  Zeitschrift  hervorhebt,  um  so
werthvoller  ist,  als  ihr  Gewährsmann  ein  genauer
Kenner  südafrikanischer  Verhältnisse  sei,  der  ohne  jede
Voreingenommenheit  und  gestützt  auf  reiche  Erfah-446



 

rungen  die  Dinge  habe  prüfen  können.  Der  Bri
lautet  in  seinen  Haupttheilen:

„Meine  Ankunft  fiel  in  die  schlechteste  Zeit  vort
Jahr,  die  sogenannte  Trockenzeit,  also  die,  wo  d
Natur  leblos  ist;  aber  als  Einer,  der  Südafrika  kenn
vermochte  ich  mir  dennoch  ei.  Urtheil  über  das  Lan
zu  bilden,  und  auf  Grund  dieses  Urtheils  schritt  ie
ohne  Zögern  zum  Ankauf  einer  Farm  in  der  Nät
des  Hererodorfes  Otjisewa,  ungefähr  drei  Reitstunde
von  Windhoek.  Einstweilen  konnte  ich  nicht  meh
als  7000  ha  erhalten  (ich  kaufte  von  den  Hereros
wäre  aber  selbst  auch  dann  mit  diesem  Komplex  zu
frieden,  wenn  ein  weiterer  Ankauf  ausgeschlossen  wäre
denn  ich  habe  eine  vorzügliche  Farm  mit  Weidelan!
und  Wasserverhältnissen,  wie  ich  sie  hier  nicht  besse
wünschen  kann.  Auch  habe  ich  mir  bereits  cine
schönen  Viehbestand  angeschafft  und  einen  Gartei
angelegt,  so  daß  wir  über  Milch,  Butter  und  Gemüse
aller  Art  und  zwar  eigenster  Produktion  nicht  klagen
können,  kurz,  wir  fühlen  uns  so  zu  Hause  und  behaglich
  hier,  daß  sich  keins  von  uns  zurückwünsch,
trotz  der  von  Vielen  so  gefürchteten  Malaria,  die
uns  im  Januar  heimsuchte,  eine  Krankheit,  die  ich
nach  dem,  was  ich  an  ihr  hier  erlebte,  viel  weniger
fürchte  als  die  liebe  Influenza  der  Kapkolonie  mir
ihren  Rezidiven  und  ihrer  Tücke.

Nach  dem,  was  ich  über  das  Land  in  Schriften
kennen  gelernt,  vermochte  ich  mir  annähernd  ein  Bild
zu  entwerfen,  aber  ich  freue  mich,  sagen  zu  können,
daß  das,  was  ich  hier  gefunden,  bei  Weitem  meine
Erwartungen  übertrifft,  daß  das  Land  besser  ist  als
sein  Ruf,  und  es  gereicht  Allen,  die  ihre  Arnsichten
über  dasselbe  in  Schriften  kundgegeben,  zur  gam
besonderen  Ehre,  maßvoll  geurtheilt  zu  haben.  Sicher
ist  jedoch,  daß  es  von  Allen  —  im  Rahmen  südafrikanischer
  Verhältnisse  betrachtet  —  als  minderwerthiger
  angenommen  worden  ist,  als  es  verdient,
denn  für  Viehzucht  steht  es  weit  über  der  Kapkolonie.
und  auch  für  Garten=  und  Ackerbau  eröffnen  sich  gute
Chancen,  namentlich  für  Wein=  und  Obstbau.

In  dem  hiesigen  Weidefeld  vereinigen  sich  alle
Vorzüge  des  kapländischen  Gras=  und  Karroofeldes,
wobei  zu  bemerken  ist,  daß  das  hiesige  Grasfeld
einen  vorzugsweise  Süßfeldcharakter  zur  Schau  trägt,
bekanntlich  das  beste  Feld  für  Viehzucht  in  Südafrika.
  Der  Umstand,  daß  man  hier  Grasfeld  und
Buschfeld  vereinigt  findet,  macht  Viehzucht  in  ausgedehnter

  Weife  möglich,  d.  h.  so  ziemlich  alle  Viebarten

  gedeihen.  Rindviehzucht  steht  natürlich  obenan
aber  wir  werden  hier  Angoraziegen  und  Merinoschafe
züchten,  wir  werden  sie  nicht  nur  zächten,  sondem
in  einer  Weise  züchten,  daß  die  deutsche  Kolonie  als
ein  Hauptproduzent,  namentlich  in  Angorarassen,  auf
dem  Weltmarkte  erscheinen  wird.  Auch  für  Strouße
ist  hier  ein  prächtiges  Feld.

Die  bis  jetzt  allgemein  verbreitete  Ansicht,  es
ginge  hier  nicht  ohne  eine  10  000  oder  20  000  ha
große  Farm,  ist  eine  entschieden  irrige;  es  mag  s##
Striche  geben,  wo  das  zutrifft,  allgemeine  Gültigkeit
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        —  447

hat  sie  aber  unter  keinen  Umständen.  In  Gegenden
wie  diese,  also  solchen,  in  denen  viele  Flußläufe  und
grasreiche  Gelände  anzutreffen  sind,  kann  der  Ansiedler
  auf  3000  ha  eine  Wirthschaft  ins  Leben  rufen,
die  ihm  nicht  allein  eine  Existenz,  sondern  auch
schnelles  Fortkommen  sichert.  In  der  Kapkolonie
sind  die  Farmen  ja  nie  größer  als  etwa  3000  ha,
und  ein  Vergleich  zwischen  den  dortigen  als  gut  bekannten
  Distrikten  mit  den  hiesigen  fällt  keineswegs
zum  Nachtheil  der  letzteren  aus.  Hauptsache  bleibt
es  stets,  daß  die  Farmen  richtig  gewählt  und  dementsprechend
  vermessen  werden.  Unbedingt  nothwendig
  aber  ist  es,  daß  der  Ansiedler,  sobald  er  die
Wahl  getroffen  und  die  Farm  sein  eigen  nennt,
cigenhändig  die  Sache  in  Angriff  nimmt,  d.  h.  unter
eigener  Aufsicht  arbeiten  läßt,  denn  nur  auf  diese
Weise  läßt  sich  das  Richtige  treffen.

Mit  der  lokalen  Regierung  haben  wir  alle  Ursache
  zufrieden  zu  sein,  denn  ihr  Bestreben  geht
dahin,  den  Hindernissen  Rechnung  zu  tragen  und
etwaigen  Wünschen  der  Oeffentlichkeit  nach  Kräften
entgegenzukommen.“

—□.  .—

Deutsch-Reu-Guinra.

Reise  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  nach  den
Rarolinen  und  palau-  Inseln.

Gouverneur  v.  Bennigsen  hat  in  der  Zeit  vom
4.  Februar  bis  23.  März  d.  Is.  eine  Dienstreise  nach
den  Karolinen  und  Palau-Inseln  unternommen,  über
die  er,  wie  folgt,  berichtet:  .

Am  4.  Februar  verließ  ich  Herbertshöhe,  um  mit
dem  „Stephan“  über  Nusa  nach  Ponape  zu  fahren.
In  Nusa  überzeugte  ich  mich  von  dem  erfreulichen
Fortgang  der  Stations=  und  Wegebauten  und  der
Kokospalmenpflanzung.  Bis  zum  1.  April  werden
10  000  Pflanzen  seitens  der  Station  gesetzt  sein.

Die  kleinen  Palmen  gedeihen  ausgezeichnet.  Die
Pflanzungskosten  sind  äußerst  gering.
Ponape  ward  am  10:  morgens  erreicht.  Bei

unserer  Ankunft  lagen  im  Hafen  S.  M.  S.  „Cormoran“,
  der  Postdampfer  der  Jaluitgesellschaft  „Oceana“,
die  Bark  des  Händlers  Hitschfield  und  zwei  nordamerikanische
  Walfischfänger.  Diese  beiden  Walfischsänger,
  die  einzigen,  welche  im  Laufe  des  Jahres
die  Insel  Ponape  angelaufen  hatten,  waren  allen
Anforderungen  der  deutschen  Verwaltung  ohne  besonderen
  Druck  in  loyaler  Weise  gerecht  geworden.
Dieser  Umstand  wird  dadurch  erklärt,  daß  durch
Briese  eines  Häuptlings  von  Ponape  die  warnende
Nachricht  nach  St.  Francisco  gelangt  war,  daß  ein
deutsches  Kriegsschiff  mit  dem  Auftrage,  Uebergriffe
der  Besatzungen  von  Walfischfängerbooten  zu  verhindern
  und  erforderlichenfalls  die  Befolgung  der  deutschen
  Vorschriften  mit  Gewalt  zu  erzwingen,  sich  in
den  östlichen  Karolinen  aufhalten  werde.

S.  M.  S.  „Cormoran“  war  vor  Kurzem  mit

 

Herrn  Vizegouverneur  Dr.  Hahl  im  Rukarchipel  gewesen,
  und  Erhebliches  war  dort  für  die  Herstellung
der  Ruhe  in  dieser  Inselgruppe  erreicht  worden.  Das
wichtigste  Ergebniß  dieser  Expedition  war  die  Ueberführung
  und  Bestrafung  der  japanischen  Händler
wegen  Waffenschmuggels  gewesen  (Kol.  Bl.  S.  318).

Auf  der  Insel  Ponape  herrschte  tiefster  Frieden.
An  eine  Entwaffnung  der  Eingeborenen,  welche  große
Vorräthe  an  Gewehren  und  Schießbedarf  noch  aus
spanischer  Zeit  besitzen,  ist  aber  vorerst  nicht  zu  denken.
Die  strenge  Durchführung  des  Verbots,  Waffen  und
Munition  an  die  Eingeborenen  zu  verkaufen,  in  Verbindung
  mit  den  zu  erhoffenden  dauernden  friedlichen
Verhältnissen  wird  aber  nach  und  nach  dazu  führen,
daß  die  Eingeborenen  den  Besitz  von  Feuerwaffen
und  Munition  weniger  hochschätzen,  als  bisher,  und
schließlich  der  Abgabe  der  für  sie  überflüssig  gewordenen
  Waffen  besonderes  Widerstreben  nicht  mehr
entgegensetzen.

Der  Gesundheitszustand  der  europäischen  Beamten
in  Ponape  und  deren  Frauen  war  ausgezeichnet,
hingegen  genossen  das  Regierungslazareth  und  die
Sprechstunden  des  bei  den  Eingeborenen  sehr  geschätzten
  Dr.  Girschner  nach  wie  vor  reichlichen  Zuspruch
  seitens  der  Eingeborenen.  Malaria  ist  auch
während  der  Regenmonate  nicht  zur  Behandlung  gekommen,
  so  daß  nach  den  bisherigen  Erfahrungen
Ponape  als  malariafrei  angenommen  werden  kann.

Am  22.  morgens  trafen  wir  vor  Yap  ein  und
sahen  dort  zu  unserem  Erstaunen  und  Schrecken  den
Lloyddampfer  „München"  auf  dem  linksseitigen  Riffe
der  Hafeneinfahrt  festsitzen.  Die  „München“  war,
auf  der  Fahrt  von  Herbertshöhe  nach  Hongkong  in
den  Hafen  unter  Führung  eines  als  zuverlässig  geltenden
  farbigen  Lootsen  hineingehend,  innerhalb  der
schmalen  Hafeneinfahrt  von  einer  schweren  Regenboe
überrascht  worden  und,  da  sie  für  diese  Einfahrt
überhaupt  reichlich  groß  ist,  auf  das  Riff  gedrückt
worden.  Menschenleben  waren  nicht  verloren  gegangen.


Die  Beamten  waren  wohlauf.  Die  Verwaltung
hatte  seit  der  Zeit  der  Uebernahme  bei  den  Eingeborenen
  stets  Vertrauen  und  das  weitgehendste  Entgegenkommen
  gefunden.  Die  Bevölkerung  ist  intelligent,
  friedliebend  und  stets  gern  bereit,  die  von  dem
bei  ihnen  sehr  beliebten  Bezirksamtmanne  zu  Hafenund
  Wegebauten  verlangte  Arbeit  zu  leisten.  Die
über  die  ganze  Insel  unter  Leitung  des  Bezirksamts
gelegten  Wege  sind  zum  Theil  wahre  Kunstbauten.
Leider  haben  innerhalb  der  letzten  Jahre  zwei  Taifune,
  lang  anhaltende  Dürre  und  eine  von  Manila
eingeschleppte  Blattkrankheit  der  Kokospalme  die
Kopraproduktion  beeinträchtigt.  Der  Regenfall  war
in  den  letzten  Monaten  reichlich,  und  die  früher  nur
in  Perioden  von  etwa  fünf  Jahren  wiederkehrenden
Taifune  werden  nun  hoffentlich  ein  paar  Jahre  ausbleiben,
  so  daß  die  früher  schon  einmal  1000  Tons
Kopra  pro  Jahr  betragende  Ausfuhr  Yaps  wieder
erreicht  wird.
        <pb n="500" />
        Herr  Bezirksamtmann  Senfft  schloß  sich  mir  mit
einigen  Polizeijungen  aus  Yap  und  den  Palaus  bei
meiner  am  27.  angetretenen  Weiterreise  nach  den
Palau=  und  Sonsorol-Inseln  an.

Am  28.  mittags  gingen  wir  unweit  der  Insel
Malagan  in  der  Palaugruppe  zu  Anker.  Vom  Ankerplatz
  ist  die  Hauptstation  des  japanischen  Händlers
und  des  Händlers  Gibbons  (Mischblut)  in  einigen
Minuten  zu  erreichen.  Ueber  die  Eingeborenen  hatten
die  Händler  keine  Klage  zu  führen.  Nur  wollen  die
Ersteren,  die  überhaupt  dem  Eindringen  europäischen
Einflusses  und  Handels  sehr  mißtrauisch  gegenüberstehen,
nicht  an  die  Mehrpflanzung  von  Palmen  herangehen.
Die  ausgedehnten  Trepanggründe  —  zur  Zeit  meist
abgefischt  —  sind  unter  die  einzelnen  Stämme  vertheilt,
und  die  Häuptlinge  sind  klug  genug,  der  vollständigen
Ausfischung  durch  Verbote  des  Einsammelns  rechtzeitig
entgegenzutreten.  Kakao  und  Kaffee  ist  sowohl  von
dem  Händler  Gibbons  wie  von  der  katholischen
Mission  mit  gutem  Erfolge  in  kleinem  Maßstabe  auf
der  Insel  Korror  angebaut  worden.  Gibbons,  der
bereits  41  Jahre  in  den  Palaus  wohnt,  ist  der
Ansicht,  daß  es  in  den  Palaus  viel  guten  Pflanzboden
  gäbe.  Er  wurde  von  uns  bei  dem  Verkehr
mit  den  Eingeborenen  als  ein  geschickter  und  den
Palauleuten  sehr  genehmer  Dolmetscher  benutzt  und
bei  der  Abreise  von  dem  Bezirksamtmann  Senfft
als  eine  Art  von  lokalem  Aussichtsbeamten  gegen
eine  geringe  Remuneration  angestellt.

Am  1.  März  gingen  wir  im  Boot  nach  Korror,
besuchten  dort  den  fußkranken  König  Abathul  und
die  katholische  Mission.  Nach  Durchwanderung  von
Korror  wurden  wir  am  Nordende  der  Insel  von
dem  Häuptling  Arikoko,  der  mit  seinem  lang  wallenden
  weißgrauen  Barte,  hoher  schöner  Gestalt  und
beinahe  europäischen  Gesichtszügen  fast  den  Eindruck
eines  alten  nordischen  Seehelden  macht,  in  einem
auffallend  schönen,  großen,  roth  bemalten  und  mit
Muscheln  verzierten  Kanu  abgeholt.  In  dem  Fahrzeuge
  fanden  wir  zu  34  Personen  Platz  und  verluden
außerdem  noch  unser  umfangreiches  Gepäck.  Indem
die  Palauleute  mit  ihren  kurzen  Paddeln,  deren  taktmäßige,
  unter  den  schrillen  Lauten  des  Vorruderers
geübte  Handhabung  ausgezeichnet  war,  das  Kannu
fortbewegten,  erreichten  wir  in  schneller  mehrstündiger
Fahrt  die  Landschaft  Airei  auf  der  großen  Insel
Babeltaob.  Wir  wählten  als  Nachtquartier  ein  abseits
  der  Ortschaft  Airei  auf  einem  alten  Steindamm
am  Strande  belegenes  geräumiges  Haus,  da  die
Eingeborenen  uns  das  Wohnen  in  ihrem  Dorfe  der
vielen  Mosquitos  wegen  widerriethen.  Auch  sie  selbst
pflegen  in  dieser  Jahreszeit  auf  Steindämmen  in  das
Meer  hinausgebaute  Hütten  gern  zum  Schlafen  zu
benutzen.  Klarer  Mondschein,  frische  Seebriese  und
das  einschläsernde  Geräusch  der  in  der  Ferne  gegen
die  Korallenfelsen  brandenden  Wogen  schafften  uns
bald,  nachdem  wir  die  thönernen,  mit  Kokosöl  gespeisten
  Palaulampen  gelöscht  hatten,  einen  erquickenden,
  von  Mosquitos  ungestörten  Schlaf.

 

448  —

Früh  am  anderen  Morgen  suchten  wir  in  der
Ortschaft  Airei  zunächst  den  Punkt  auf,  wo  zwischen
den  Häusern  verwitterte  Kohlengebilde  zu  Tage  treten.
Dann  fuhren  wir  im  Kanu  eine  Stunde  weit  zu  der
Ortschaft  Aigul,  in  deren  Nähe  uns  an  drei  verschiedenen
  Stellen  zu  Tage  tretende,  vom  Wasse
ausgelaugte  und  jedenfalls  als  Brennstoff  nicht  brauchbare
  Kohle  gezeigt  ward.  Eine  halbstündige  Wanderung
  führte  uns  darauf  vom  Strande  in  langsamer
Steigung  auf  ein  mit  Gras  und  Pandanus  bewachsenes
  hügeliges  Gelände.  Auch  hier  lag  in  einer
Wassermulde  die  verwitterte  Kohle  offen,  in  lehmigen
Thonboden  eingebettet.  Kohlen,  allerdings  in  schlechter
Qualität  anstehend,  werden  also  in  weiter  Ausdehnung
und  in  verschiedenen  Höhenlagen  auf  Babeltaob  gefunden,
  und  dieser  Fund  läßt  wohl  auch  auf  dos
Vorhandensein  besserer  Kohle  auf  der  Insel  schließen.
In  der  Nähe  von  Airei  kommen  ferner  nach  den
von  den  Eingeborenen  gebrachten  Gesteinsproben
Eisenerze  vor.

Anderen  Tages  traten  wir  in  unserem  großen
Kanu  die  Rückfahrt  an  und  besuchten  auf  derselben
einen  der  Punkte,  an  welchem  die  Yapleute  die  Steine
zu  ihrem  mühlsteinartigen  Gelde  brechen  und  behaucn.
Wir  mußten  an  einem  mit  Treppenstufen  versehenen
Baumstamme  und  dann  weiter  auf  sehr  steilem,  siei.
nigem  Pfade  eine  der  Babeltaob  vorgelagerten  kleinen
Koralleninseln  erklimmen.  Auf  dem  Gipfel  derselben
fanden  wir  in  einer  Senkung  neun  Yapmänner  bei
der  Arbeit.  Das  von  ihnen  gebrochene  Steinmaterial
bestand  aus  jungem,  jedenfalls  mit  den  Korallen  aus
dem  Meere  gehobenem  Kalk  (Riffkalk?),  in  den  auffallend
  viele  Kalkspathe  eingesprengt  waren.  Das
Brechen  und  Behauen  des  Steins,  bis  derselbe  in
der  Form  von  Mühlsteinen  für  die  Yapleute  die
Gestalt  des  Geldes  angenommen  hat,  mit  den  einfachen
  Werkzeugen,  die  den  Eingeborenen  zur  Ver
fügung  stehen,  ist  eine  riesige  Arbeitsleistung  oder
eigentlich  wahnsinnige  Arbeitsverschwendung.  Aber
es  werden  wohl  noch  Jahrzehnte  vergehen,  bis  die
Yapbewohner  sich  des  Gebrauchs  dieses  wie  Riesenspielzeug
  erscheinenden  Geldes  entwöhnen.  Das  von
uns  festgestellte  Vorkommen  von  Kohle,  Eisen,  Kakk.
das  aus  spanischer  Zeit  behauptete  Auffinden  von
Kupfer  und  Gold  lassen  die  Palaus  zweifellos  algeologisch
  interessant  und  einer  gründlichen  Durchforschung
  werth  erscheinen.

Wir  landeten  auf  dem  Rückwege  wieder  in  Korror.
um  Abrede  wegen  einer  Häuptlingsversammlung  fur
den  anderen  Morgen  zu  treffen  und  Zusage  für  die
an  uns  ergangene  Einladung  zu  einem  nach  der  Versammlung
  stattfindenden  großen  „Rucktanze“  zu  geden.
Allerlei  aus  Schildpatt  hergestellte  Teller  und  Löfer
wurden  bei  dieser  Gelegenheit  uns  von  den  als
Handelsleuten  sehr  verschmitzten  und  auf  ihren  Vortheil
  bedachten  Insulanern  zum  Kauf  angeboten  und
am  liebsten  für  blankes  deutsches  Silbergeld  gegeben.
Schwer  war  es,  die  sorgsam  gearbeiteten  schwarzen
Kämme  —  Haarschmuck  der  Männer  —  einzuhandeln.
        <pb n="501" />
        Näheres  Forschen  nach  dem  Material,  aus  dem  diese
gefertigt  sind,  zeigte  uns,  daß  sie  aus  den  in  sehr  alten
Baumfarnen  in  unregelmäßiger  Form  zwischen  Rinde
und  Mark  vorkommenden  schwarzen  Holztheilen  bestehen.


Zu  der  Häuptlingsversammlung,  die  anderen
Tages  in  einem  großen,  angeblich  schon  aus  dem
18.  Jahrhundert  stammenden  Gemeindehause  des
Königs  Abathul  stattfand,  waren  die  sämmtlichen
Oberhäuptlinge  der  Palaus  erschienen.  Sie  hörten
mit  viel  Aufmerksamkeit  und  Verständniß  den  Auseinandersetzungen
  des  Bezirksamtmanns  Senfft  zu,
versprachen,  den  Wünschen  desselben  Rechnung  zu
tragen,  und  brachten  dann  ihrerseits  einige  Punkte
zur  Sprache.  Ich  gewann  die  Ueberzeugung,  daß
nach  Errichtung  einer  Regierungsstation  in  den  Palaus
  die  Verwaltung  bald  auf  die  auffallend  intelligenten
  Palauleute  einen  großen  Einfluß,  der  wohl
auch  einen  besseren  Anbau  der  Inseln  erreichen  ließe,
erlangen  würde.  Zur  Zeit  ist  wegen  der  schlechten
Verbindung  —  es  war  jetzt  das  erste  Mal  seit  Einrichtung
  der  deutschen  Verwaltung,  daß  der  Bezirksamtmann
  von  Vap  Gelegenheit  hatte,  hier  seines
Amtes  zu  walten  —  eine  erhebliche  Einwirkung  auf
die  Palauleute  nicht  möglich.

Als  Zuschauer  zu  dem  „Rucktanze“  hatten  sich
Hunderte  von  Leuten  beiderlei  Geschlechts  und  jedes
Alters  eingefunden,  so  daß  sich  gute  Gelegenheit  bot,
den  auffallend  schönen  Wuchs  der  Eingeborenen  der
Palaus  zu  bewundern.  Hautkrankheiten  sind  bei  den
Palauleuten,  wohl  wegen  der  fortwährenden  Einreibung
  mit  Kokosöl,  selten.  Die  nur  mit  einem
kurzen  Faserschurz  bekleideten,  sich  zierlich  und  elegant
bewegenden  Weiber  scheinen  ihre  gute  Figur  und
Haltung  bis  in  ein  höheres  Alter  zu  bewahren.

Der  Tanz  ward  auf  einem  200  bis  300  m
longen  und  einige  Meter  breiten  Holzgestelle  nur  von
Männern  und  Jünglingen  ausgeführt.  Im  schwarzen
Haar  prangte  die  rothe  Hibiscusblüthe,  um  Schultern
und  Hände  schlangen  sich  Streisen  von  schilfartigen
Blättern,  die  an  den  Händen  beim  Tanze  kastagnettenartig
  bewegt  wurden,  und  die  rechte  Hand  hielt  ein
speerartiges  Bambusrohr,  das  bei  den  rhythmischen
Bewegungen  des  Körpers  in  anmuthiger  Weise  geschwungen
  oder  gehalten  ward.  Der  Tanz  begann,
in  geschichtliches  Ereigniß  darstellend,  mit  dem  Speerjweikampf
  zweier  Einzeltänzer,  bei  dem  der  eine  derelben,
  ohne  selbst  Speere  zu  schleudern,  die  auf  ihn
zeworfenen  Speere  geschickt  auffing,  bis  sein  Gegner,
vaffenlos  geworden,  unter  Aufgabe  des  Kampfes  in
der  Zuschauermenge  verschwand.  Dann  betraten  etwa
30  Männer,  in  langsamem  Tanzschritt  sich  bewegend
md  ihre  Bewegungen  mit  einem  tiefen  melodischen
Hhesange  begleitend,  das  Tanzgerüst  und  führten  in

unstvoller  Weise  Frontal=  und  Seitentänze  aus,

denen  man  ein  sorgfältiges  Einüben  auf  den  ersten
Blick  anmerkte.  Das  Erotische  trat  bei  dem  Tanze
mur  wenig  hervor.  Das  Ganze  machte  einen  feierichen,
  wirklich  eigenartigen  Eindruck,  wie  ich  ihn

149

 

bisher  noch  nie  bei  den  Tänzen  farbiger  Völkerschaften
  empfunden  hatte.

Am  5.  März  setzten  wir  unsere  Fahrt  mit  Kurs
auf  Sonsorol  (St.  Andrew)  fort,  welches  wir  am
6.  morgens  nach  längerem  Suchen  sichteten.  Sonsorol
besteht  aus  zwei  kleinen  flachen,  von  Korallenbänken
umgebenen  Sandinseln,  von  denen  nur  die  südliche
von  etwa  400  Menschen  bewohnt  ist.  Die  Bevölkerung
  zeigt  in  Gesichtszügen,  Farbe  und  Figur  solche
Verschiedenheiten,  daß  bei  ihr  ein  arges  Völkergemisch,
bei  welchem  wohl  Papuablut  vorherrscht,  als  zu
Grunde  liegend  anzusehen  ist.  Den  engen  Zusammenhang
  mit  den  Karolinern  erkennt  man  an  der  Sprache#
und  Tätowirung.  Beim  Hause  des  Häuptlings  ward
mit  einer  dreimaligen  Salve  die  deutsche  Flagge  gehißt
  und  außerdem  ein  Pfahl  mit  der  Ausfschrift:
„Kaiserlich  deutsches  Schutzgebiet“  eingegraben.  Von
Yap  aus  unterhält  der  Händler  O'Keefe  nach  Sonsorol
  regelmäßige  Verbindung,  um  sich  Arbeiter  für
die  Gewinnung  von  Kopra  auf  den  Mapia-Inseln
(St.  Davis)  und  auch  für  seine  Station  in  Yap  zu
beschaffen.  Die  Sonsorolleute  sind  gute  Arbeiter
und  gehen  gern  nach  auswärts.

Von  Sonsorol  wurde  Kurs  auf  die  Insel  Merir
und  später  auf  Pul  (Pulo  Ana)  genommen  und
auch  hier  die  Besitzergreisung  für  das  Deutsche  Reich
nach  Versammlung  der  Eingeborenen  durch  Einrammen
  eines  Hoheitszeichens  und  Abgabe  dreimaliger
Salve  im  Laufe  des  7.  März  vorgenommen.).

Merir  wird  von  etwa  200,  Ana  von  150  Eingeborenen
  bewohnt,  die  denen  Sonsorols  in  Aussehen
und  Haltung  sehr  ähnlich  sind.  Beide  Inseln  sind
nicht  unfruchtbar  und  zeichnen  sich  durch  einen  besonderen
  Reichthum  guter  Hölzer  aus,  unter  denen
auf  Merir  Baringtonien  und  hochstämmige  Mangroven
vorherrschen,  während  für  Ana  geradezu  riesenhafte
Calophyllumbäume  charakteristisch  sind.  Die  Bevölkerung
  ist  anscheinend  sehr  träge  und  hungert  lieber,
als  daß  sie  Kulturen  anlegt.  Aus  Mangel  an
Pflanzungen  ist  die  Ernährung  der  Insuloner  offensichtlich
  eine  ungenügende.  Man  sieht  auffallend
viele  lange,  schmale  Gestalten,  und  die  an  sich  schönen
Frauenfiguren  kommen  nicht  zur  vollen  Entwickelung.
Hingegen  ist  der  Kinderreichthum  ein  außerordentlicher,
und  die  Inseln  werden  noch  werthvolles  Menschenmaterial
  an  die  Karolinen  abgeben  können.  Die  Eingeborenen
  verstehen  es,  mit  primitiven  Webeeinrichtungen,
  denen  der  Lord  Howe=  und  Mortlock-Inseln
vergleichbar,  Bandstreifen  aus  gebleichtem  Gras  mit
eingewebten  schwarzen  Mustern,  die  die  Männer  zur
Verhüllung  der  Schamtheile  benutzen,  herzustellen.
Die  Frauen  bedecken  den  unteren  Körper  mit  geflochtenen
  Matten.

In  Yap,  das  am  10.  wieder  erreicht  wurde,  war
in  der  Zwischenzeit  der  Lloyddampfer  „Wong-Koi"
zur  Unterstützung  der  „München“  mit  einer  großen
Ausrüstung  von  Taucherwerkzeugen  und  Pumpvor-*)

  Vergleiche  den  amtlichen  Theil  dieser  Nummer.
        <pb n="502" />
        richtungen  aus  Hongkong  eingetroffen.  Die  genaue
Untersuchung  der  „München“  in  den  Tagen  vom  12.
bis  14.  März  ergab,  daß  der  Schiffskörper  erhebliche
Verletzungen  nicht  erlitten  hatte  und  Hoffnung  auf
Rettung  vorhanden  war.  Es  zeigte  sich  aber  bald,
daß  bei  der  Lage  der  „München“  nur  ein  kleines,
flachgehendes  Schiff  ihr  wirklich  Hülfe  bringen  konnte.
Ich  stellte  daher  zunächst  den  „Stephan“  zur  Verfügung,
  um  Pumpwerkzeuge  und  alles  andere  Geräth
zur  Hebung  des  Schiffes  auf  die  „München“  zu
schaffen.  Als  dies  wider  Erwarten  gut  und  schnell
gelungen  war,  entschloß  ich  mich,  entsprechend  dem
Wunsche  des  Herrn  Lloydinspektors  Meißel,  der  zur
kostenlosen  sofortigen  Rückkehr  nach  Herbertshöhe  für
mich  und  meine  Leute  die  „Wong-Koi“  anbot,  den
„Stephan“  vorläufig  zur  Hülfeleistung  bei  der  Abschleppung
  der  „München“  in  Yap  zu  lassen.  7)

Den  verlängerten  Aufenthalt  in  Yap  benutzte  ich
zu  weiteren  Spazlergängen  auf  der  Insel  in  Begleitung
  des  Bezirksamtmannes.  Ueberall  trat  mir  in
dem  ausgezeichneten  Wegebau  und  dem  freundlichen,
zutraulichen  Wesen  der  Eingeborenen  die  treffliche
Wirkung  der  deutschen  Verwaltung  entgegen.  Besonders
  bewundernswerth  erschien  mir  in  Anbetracht
der  einfachen  zur  Verfügung  stehenden  Werkzeuge  und
der  wenigen  Gelegenheit  zu  europäischer  Aufsicht  der
bereits  vollendete,  40  m  lange  Bergdurchstich  (Basaltschiefer)
  im  Westen  der  Insel  auf  der  Grenze  der
Gemeinden  Okan  und  Dugar  und  der  im  Norden
begonnene  Kanal,  welcher  nach  seiner  Vollendung  in
der  Länge  von  etwa  600  m  den  Hafen  von  Yap
mit  den  Inseln  Map  und  Rumong  und  mit  den
nördlichsten  Landschaften  der  Insel  Yap  verbinden
und  den  dortigen  Bewohnern  die  in  schlechter  Jahreszeit
  sehr  langwierige  und  gefährliche  Fahrt  um  die
Inseln  bis  zum  Hasen  ersparen  wird.

Es  darf  wohl  sicher  erhofft  werden,  daß  die
Palmenbestände  der  Insel  in  einiger  Zeit  wieder
reichen  Ertrag  bringen,  und  die  Anpflanzungen  alsdann
  unter  einem  gelinden  Drucke  des  Bezirksamts
rasch  vermehrt  werden.

Am  18.  März  trat  ich  mit  der  „Wong-Koi"“
die  Rückreise  an  und  erreichte  am  23.  in  direkter
Fahrt  Herbertshöhe.

Der  Ueberfall  der  Menckeschen  Expedition.

Auf  Veranlassung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
v.  Bennigsen  sind  die  überlebenden  Hauptaugenzeugen
des  Ueberfalles  der  Menckeschen  Privatexpedition  auf
der  Insel  St.  Mathias,  der  Dr.  med.  Heinroth,
der  Schiffsjunge  Krebs  und  der  eingeborene  Unteroffizier
  Topitau,  in  Herbertshöhe  protokollarisch
vernommen  worden.  Nach  ihren  Aussagen  hat  das
beklagenswerthe  Ereigniß  folgenden  Verlauf  genommen:

Mitte  März  hatte  die  Expedition  an  der  Südküste
der  großen  Insel  St.  Mathias,  etwa  10  Seemeilen

*))  Bekanntli
flott  geworden  un

 

ist  die  „München“  inzwischen  wieder
von  Dap  abgedampft.

450

 

von  der  Hernsheimschen  Handelsstation  entfernt,
Lager  aufgeschlagen  und  mit  den  Eingeborenen  er
friedlichen  Tauschverkehr  begonnen.  Gegen  Ende
Monats  unternahmen  die  sämmtlichen  Europäer  #
dem  Lager  an  Bord  des  „Eberhard“  eine  eintäg
Rekognoszirungsfahrt  um  die  Insel.  Die  40  Schw
zen  der  Expedition  blieben  unter  Führung  des  Unt
offiziers  Topitau  zurück  und  verlegten  auf  Anordur
der  Expeditionsleitung  das  Lager  von  dem  zur
gewählten  niederen  und  sumpfigen  Platze  auf  e
nahe  gelegene  Anhöhe.  An  diesem  Tage  kamen  n
Aussage  Topitaus  eine  Menge  Eingeborener  ##
Speeren  und  wollten  die  Expeditionsleute  angreir'
Topitau  rief  seine  Leute  zusammen  und  stellte  sie
einer  Linie  auf,  worauf  die  Kanaker  sich  zurückzog
Auf  einige  Expeditionsleute,  die  im  Busche  arbeitet,
warfen  die  Kanaker  zwei  Speere,  die  nicht  trafe
zwei  Schüsse,  die  von  den  Angegriffenen  abgegeb
wurden,  gingen  ebenfalls  fehl.

Am  folgenden  Tage  kamen  die  Herren  Menc
Heinroth  und  Caro  sowie  der  Schiffsjunge  Krei
zurück  und  bezogen  am  29.  März  das  neue  Lage
das  mit  steilem  Ausstieg  etwa  25  m  über  dem  Mee
und  50  m  von  der  Küste  entfernt  im  Busch  lag,  de
um  das  Lager  herum  zur  Klarung  niedergeschlage
war.  Das  Lager  bestand  aus  etwa  16  Baulichkenen
theils  Zelten,  theils  mit  Laub  gedeckten  Hütten,  d
ziemlich  weit  auseinander  lagen.  In  der  Mitt
lagen,  etwas  erhöht,  die  beiden  Europäerzelte,
deren  einem  Mencke,  Heinroth  und  Caro  schliefer
im  andern  Krebs.  Eine  Lagerumwallung  war  nich
aufgeführt,  dagegen  ein  regelmäßiger  Wachtdienst  ein
gerichtet.

Die  Eingeborenen  hatten  nach  Rückkehr  der  Euro
päer  zunächst  wieder  ein  freundliches  Wesen  zur  Schegetragen
  und  dadurch  die  Expedition  in  Sicherbei
gewiegt.  Am  31.  März  um  8  Uhr  morgens  aber
machten  sie,  während  Mencke  und  Caro  noch  in  ihren
Feldbetten  lagen,  in  großer  Anzahl  einen  plötzlichen
Angriff  auf  das  Lager,  und  zwar  mit  solcher  Schnelligkeit,
  daß  sie  fast  gleichzeitig  mit  den  ausgestellten
Posten  im  Lager  ankamen.  Von  allen  Seiten  drangen
die  mit  durchschnirtlich  fünf  Speeren  bewaffne##
Kanaker  ein.  Dr.  Heinroth  lief  in  das  Haupteclt
um  seinen  Revolver  zu  holen.  In  diesem  Augerbli
flogen  schon  massenhaft  Speere  in  das  Zelt,  H##n
Caro  fiel  sofort,  von  einem  Speer  zu  Tode  getroffen
und  Herr  Mencke  wurde  durch  einige  schwere  Ven
wundungen  kampfunfähig  gemacht.  Dr.  Heinro
wurde  nur  leicht  am  Unterschenkel  verwundet,  d
Schiffsjunge  Krebs,  der  sich  bei  dem  Angriff  oußr
halb  seines  Zeltes  befand,  erhielt  einen  Speerwu
über  dem  rechten  Ohr  in  den  Kopf  und  verlor  ou
kurze  Zeit  das  Bewußtsein.  Von  den  Expeditions

leuten  fielen  ein  Neupommer  und  ein  Bukasoldak

weitere  sieben  Leute  wurden  verwundet.  Die  Leum
konnten  theilweise  im  ersten  Augenblick  von  ihrel
Gewehren  keinen  Gebrauch  machen,  da  sie  gerad
beim  Reinigen  derselben  waren,  und  wehrten  sch
        <pb n="503" />
        —  451

anfangs  zum  Theil  mit  aufgesammelten  Kanakerspeeren.
Sowie  sie  aber  anfingen,  von  ihren  Feuerwaffen
energisch  Gebrauch  zu  machen,  zogen  sich  die  Kanaker,
deren  Verlust  von  den  Expeditionsleuten  auf  17  Mann
geschätzt  wurde,  schnell  zurück.  Der  ganze  Kampf
hat  sich  sehr  rasch  abgespielt  und  kaum  länger  als
zwei  Minuten  gedauert.

Auf  Anordnung  des  schwerverwundeten  Herrn
Mencke  ließ  Dr.  Heinroth  diesen  auf  seinem  Feldbette
in  das  Boot  transportiren  und  nahm  auch  sämmtliche
Leute  mit.  Um  3  Uhr  nachmittags  erreichte  man  die
Hernsheimsche  Handelsstation,  wo  Herr  Mencke  am
2.  April  früh  seinen  Wunden  erlag,  ohne  inzwischen
auf  längere  Zeit  das  Bewußtsein  wiedererlangt  zu
haben.  Er  wurde  in  feierlicher  Weise  in  unmitteldarer
  Nähe  der  Station  bestattet.  Das  Expeditionslager
  fand  der  Unteroffizier  Topitau  später  gänzlich
ausgeraubt,  und  es  ist  anzunehmen,  daß  die  mit
der  Wirkung  der  Feuerwaffen  unbekannten  Eingeborenen
  in  der  Hauptsache  durch  die  Gier  nach  den
Handelswaaren,  die  sie  im  Lager  gesehen  hatten,  zu
dem  Ueberfall  veranlaßt  worden  sind.

Aus  dem  Bereiche  der  WMissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

In  „Kreuz  und  Schwert“  schreibt  P.  Hartmann
  über  St.  Benedictus-Mission  in  Deutsch-Ostafrika:


Anfang  d.  Is.  machte  ich  eine  Reise  nach
unseren  Südstationen  Nyangao  und  Luknledie.
Die  dortige  Entwickelung  des  Missionswerkes  hat
mich  sehr  befriedrigt.  Superior  der  Station  Nyangao
  ist  P.  Alphons  Adams.  Während  seiner
anderthalbjährigen  Thätigkeit  daselbst  hat  er  unter
eines  Bruders  Beihülfe  ein  schönes,  geräumiges
Schulhaus  gebaut,  welches  auch  eine  Priesterwohnung
mit  zwei  Zimmern  enthält,  am  Nyangaofluß  ein
Waschhaus  nach  Art  der  Tembenbanten  in  Uhehe,
auf  dem  eine  Stunde  entfernten  Nakatiberg  ein
Sanatorium  für  die  fieberreiche  Regenzeit,  in  sieben
Dörsern  Schulen  und  Lehrerwohnungen,  und  endlich
im  Verlauf  des  Sommers  eine  schöne  geräumige
Kirche  auf  der  Station,  welche  als  Musterstück  eines
Baucs  gelten  kann,  wie  er  sich  solid  und  elegant
mit  den  äußerst  einfachen  Baumitteln  des  Innern
aufführen  läßt.

Nicht  weniger  als  in  der  äußeren  Entwicklung

weist  die  Station  Fortschritte  auf  im  Missionswesen.
Als  ich  ankam,  erwarteten  mich  eine  lange  Reihe
von  Schulknaben  und  eine  mehrhundertköpfige
Menschenmenge  —  Christen  und  Katechumenen.
Am  nächsten  Sonntag  war  die  neue  Kirche  überjüllt.
  Es  mögen  über  800  Personen  gewesen  sein.
Allerdings  kommen  nicht  alle  Sonntage  so  viele,
denn  manche  derselben  wohnen  2  bis  3  Stunden
entfernt,  aber  es  sind  doch  alles  Leute,  welche  auf

 

 

und  in  ein  paar  Jahren  Christen  sein  werden.
Die  Bevölkerung,  auf  welche  die  Seelsorgsthätigkeit
leicht  ausgedehnt  werden  kann,  schätzt  P.  Alphons
auf  5000  Seelen,  der  ganze  Missionsbezirk,  zu
dessen  Pastorirung  allerdings  mindestens  3  Patres
erforderlich  wären,  soll  gegen  15  000  Personen
zählen.  ·

Auch  in  Lukuledi  schreitet  das  Missionswerk  erfreulich
  voran.  Seit  meinem  letzten  Besuch  vor
1½  Jahren  hat  man  dort  zwei  Außenschulen  errichtet,
  im  letzten  Sommer  wurden  auf  der  Station
eine  Kirche,  ein  Wohnhaus  für  die  Missionare  sowie
geräumige  Magazine  aus  Luftziegeln,  auf  einer
Filialstation  eine  sehr  geräumige  Kirche  gebaut.

In  derselben  Zeitschrift  berichtet  P.  Broyer  über
die  Missionsverhältnisse  auf  den  Salomons-Inseln:


Wir  sind  auf  der  Reise  nach  der  Insel  Poporag.
Wir  nehmen  mit:  die  Patres  Meyer  und  Perpegat,
sowie  zwei  Schwestern  vom  regulären  dritten  Orden
Mariens.  Auf  Poporag  sind  50  Zöglinge,  wovon
30  starke  Burschen.  Nahrung  haben  sic  im  Ueberfluß;
  wir  werden  also  weniger  Schwierigkeiten  haben,
um  das  Holz  zum  Hause  auf  den  Hügel  zu  bringen.
Man  hat  einen  neuen  Weg  gemacht;  der  fängt  am
Meeresufer  an,  da,  wo  der  Bach  sich  in  die  See
ergießt.  Der  Gouverneur  von  Deutsch-Neu-Guinca
hat  Poporag  besucht  und  war  entzückt  über  die  Arbeiten,
  die  da  schon  gemacht  worden  sind.  Er
schreibt  mir  am  12.  Dezember  u.  A.  Folgendes:
„Ich  habe  vor  Kurzem  Ihre  Missionsstation  auf
der  Insel  Poporag  besucht  und  in  stundenlanger
Unterredung  mit  den  Herren  Patres  Forestier  und
Englert  mich  eingehend  über  die  Lage  und  Zukunftspläne
  der  Mission  erkundigt.  Die  Stellung,  die  die
Mission  unter  den  Eingeborenen  einnimmt,  die
außerordentlich  fleißige,  landwirthschaftliche  Arbeit,
welche  die  Patres  mit  ihren  Schülern  auf  der  Insel
Poporag  geleistet  haben,  die  Reisen  des  Herrn
Patre  Forestier  auf  die  große  Insel  Bougainville
haben  meine  größte  Freude  erregt.  Ich  kann  die

Thätigkeit  der  Mission  nur  anerkennen  und  bin

gern  bereit,  die  Mission  bei  Erweiterung  ihrer
Thätigkeit  nach  Bougainville  in  jeder  Beziehung  zu
unterstützen.  Ich  hoffe  in  wenigen  Monaten  Ihre
Mission  wieder  besuchen  und  dann  auch  einen  kleinen
Ausflug  in  das  Gebiet  von  Süd-Bongainville,
welches  zunächst  für  die  Mission  in  Betracht  kommt,
unternehmen  zu  können."  Jetzt  müssen  wir  aber
Geld  haben,  um  Mädchen  loskaufen  zu  können.
Arme  Kinder!  sie  wurden  von  ihren  Eltern  verkauft
und  Sklaven  ihrer  Erwerber.  Wir  wollen  sie
kaufen,  um  ihnen  die  Freiheit  zu  schenken.  Wir

werden  sie  christlich  erziehen,  und  später,  wenn  sie

18  bis  20  Jahre  erreicht  haben,  wird  man  sie  nach
ihrer  Wahl  christlich  verheirathen.  Ich  werde  zwei
Monate  auf  den  Salomonen  bleiben.  Während

ihren  Dörfern  regelmäßig  dem  Unterricht  beiwohnen  meines  Aufenthaltes  werden  wir  die  Station  von
        <pb n="504" />
        —  452

Kieta  endgültig  gründen.  Die  Patres  Meyer  und
Englert  werde  ich  dort  anstellen  und  ich  hoffe,  daß
das  Werk  ihnen  gut  gelingen  wird.  Wir  wollen
zuerst  einmal  dort  hinfahren,  das  Land  urbar  machen
und  die  großen  Bäume  fällen.  Wenn  sie  ungefähr
ausgetrocknet  sein  werden,  gehen  wir  sie  verbrennen
und  Bananen,  Sapaia  (Süßkartoffeln),  Kokog
(Taro)  2c.  pflanzen.

Das  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“  berichtet
  aus  dem  deutsch-ostafrikanischen  Nyassagebiet:


Bruder  Zeeb  löste  im  Juli  v.  Is.  Br.  Häfner
auf  unserer  jüngsten  Station  Isoko  ab  und  schreibt
über  seine  Anfangsarbeit  unter  dem  8.  Januar  u.  A.
solgendermaßen:  „Unsere  Stationsbewohner  sind  mit
wenig  Ausnahmen  Bundali.  Dimese  sind  ein  kräftiges,
heiteres  Volk,  das  sich  durch  seinen  Fleiß  wohl  vor
vielen  afrikanischen  Volksstämmen  auszeichnet.  Sie
treiben  Ackerbau  und  Viehzucht.  Das  Vieh  wird
gut  gepflegt  und  rein  gehalten.  Aber  die  Reinlichkeit
  bei  ihnen  selbst  und  ihren  Kindern  läßt  noch
viel  zu  wünschen  übrig.  Für  ihre  Nahrung  sorgen
sie  reichlich.  Schön  war  es,  daß  die  Leute  meinen
Worten  immer  gehorchten.  Die  Station  Isoko  ist
gut  bewohnt.  Es  leben  205  Personen  an  der  Lehne
des  Mojoberges  terrassenförmig  übereinander.  Bei
der  geistlichen  Arbeit  ist  uns  der  erste  Christ
Nsajigwa,  der  mit  seiner  Frau  und  einem  anderen
Christen  von  Rungwe  hierher  gezogen  ist,  von  großem
Werth  in  jeder  Beziehung.  Die  Predigt  für  den
Sonntag  gehe  ich  immer  gründlich  mit  ihm  durch,
ehe  ich  sie  vortrage.  Erfreulich  ist  es  auch,  daß  sich
einige  Leute,  die  sich  uns  und  unseren  Christen  näher
anschließen,  zum  Taufunterricht  gemeldet  haben.  Ich
habe  sie  zu  unterrichten  begonnen.  Im  November
fingen  wir  auch  mit  Schulunterricht  an,  und  die
Schule  hat  einen  schönen  Aufschwung  genommen.
Wir  haben  65  Schüler,  30  Mädchen  und  35  Knaben.
Meine  Frau  hält  den  Mädchen  und  Nsojigwa  den
Knaben  Schule.  Sie  werden  unterrichtet  in  den
biblischen  Geschichten,  im  Lesen  und  Singen,  der
Unterricht  findet  von  6—7  Uhr  morgens  statt.  Die
Christen  und  die  im  Taufunterricht  stehenden  Personen
haben  bei  mir  Lesen  und  Schrelben.  Jeden  Montag
früh  5½  Uhr  findet  ein  kurzer  Gottesdienst  statt,
an  dem  alle  Bewohner  der  Station  theilzunehmen
haben,  und  die  Woche  beschließen  wir  mit  einer
„Singstunde“  am  Sonnabend.  Später  will  ich  noch
mehr  Versammlungen  für  alle  Bewohner  halten.“

Im  „Missionsfreund“  lesen  wir:  Es  ist  ein
schöner  Zug  im  Charakter  der  Ostafrikaner,  daß
die  Frauen  und  Kinder  der  Missionare  unter  ihnen
sicher  sind.  Immer  wieder  zeigen  uns  neue  Beispiele,
  daß  dies  der  Fall  ist.  Tief  im  Innern  von
Deutsch-Ostafrika  liegt  unsere  Station  Muhanga,  wo
Missionar  Neuberg  arbeitet.  Der  nächste  Platz,  wo
weiße  Leute  wohnen,  liegt  50  km  entsernt,  trotzdem

 

konnte  Missionar  Neuberg  gegen  Ende  vorigen  Jahr
getrost  die  Reise  zur  Synode  nach  der  Statt
Bulongoa  antreten,  die  230  km  weit  ablag.  ur
konnte  seine  Frau  für  die  Zeit  seiner  Abwesenb
dem  Schutz  der  Eingeborenen  anvertrauen.  (
schreibt  darüber  Folgendes:  „Am  23.  Oktober  ren
ich  ab,  schwer  wurde  uns  der  Abschied  auf  so  lam
Zeit,  auf  sechs  Wochen.  Dennoch  waren  wir  sröhli
im  Vertrauen  auf  die  Hülfe  dessen,  der  gesogt  ha
„Ich  bin  bei  Euch  alle  Tage“  und  „Ich  will  Eu
nicht  verlassen  noch  versäumen“.  Ich  hatte  cine  rer
gute  Hin=  und  Rückreise  und  hatte  nur  auf  d
letzteren  dreimal  den  vorher  so  gefürchteten  Rege
Am  30.  November  traf  ich  wieder  auf  dem  licbe
Muhanga  ein.  Alles  sand  ich  wohl  und  ordentlie
vor.  Meine  Frau  hatte  über  keinerlei  Belästigunge
von  Seiten  der  Leute  zu  klagen.  So  zuvorkommen
und  freundlich  wie  zur  Zeit  meines  Hierseins  ware
sie  auch  während  meiner  Abwesenheit  zu  ihre
„Mutter“  und  „Freundin“  gewesen.“

In  Briefen  des  Pallotiner-Bruders  Weitsche
aus  Edea  am  Soanaga  heißt  es:

Fünf  Minuten  hinter  unserem  Grundstück  licadas
  Dorf  Banta.  Fest  daran  reiht  sich  das  Do#r
Bion,  etwas  seitwärts  Togobinam.  Die  Bewohner.
besonders  die  Frauen,  unterhalten  einen  regen  Verkehr
  mit  der  Mission.  Da  bringen  sie  einheimischr
Eßwaaren,  als  Makabo,  Planten,  und  wollen  dafür
Tabak,  Fisch,  Töpfe,  Teller,  Gläser,  Löffel,  Messer,
Lampen  2c.  hoben.  Da  hat  ein  Bruder  Arbeit  genug
mit  dem  Ein=  und  Verkaufen.  Am  Sonntag  kommen
recht  viele  zum  Gottesdienst.  Da  die  hicsige
Bevölkerung  meist  vom  Handel  lebt,  so  kommt  es
vor,  daß  so  ein  Händler  wochenlang  im  Busch  herumzieht
  und  Gummi,  Ziegen  und  Hühner  kauft,  um
sie  dann  wieder  in  den  Faktoreien  gegen  Waaren
umzusetzen.  —  Gestern  warf  ein  Tornado  unser
Arbeiterschlafhaus  um;  gut,  daß  wir  schon  im  voraus
für  ein  neues  gesorgt  haben,  denn  dem  alten  tranten
wir  nicht  mehr.  Jetzt  ist  Br.  Justus  auf  einige  Zeit
von  Marienberg  hier,  um  die  noch  fehlenden  Cememböden
  und  Maurerarbeiten  fertigzustellen.  —  Tir
hiesige  Bevölkerung  hat  doch  wieder  ganz  andere
Sitten  und  Gebräuche  als  der  Bakwiristamm  im
Gebirge.  Auffallend  ist  hier  die  Sauberkeit  der
Dörfer  und  Häuser.  Nur  sind  die  Eingänge  der
Letzteren  so  niedrig,  daß  man  sich  bücken  muß,  um
cinzutreten,  im  Innern  der  Hütte  jedoch  kann  man
bequem  aufrecht  stehen.  Ziegen,  Schafe  und  Hühner
haben  hier  auch  ihre  eigenen  Behausungen,  wogegen
bei  den  Bakwiri  Alles  friedlich  unter  einem  Dache
zusammen  wohnt.  Auch  bei  den  Beerdigungen  sind
die  Gebräuche  der  Bakwiri  und  Bakoko  verschieden.
Hier  wie  dort  wird  der  Todte  zwar  im  Hause  begraben,
  doch  erhält  er  hier  eine  viereckige  Kiste,
während  die  Gebirgsbewohner  einen  Sarg  verachten.
Die  Erde  wird  hier  4  m  tief  ausgehoben,  der  untere

Theil  weit  untergraben,  so  daß  er  einc  Art  Grufe
        <pb n="505" />
        bildet.  Ist  der  Leichnam  beigesetzt,  so  wird  über
dem  Sarge  ein  Dach  aus  starken  Bambusstäben  hergestellt,
  das  sest  genug  ist,  um  die  darauf  geschüttete
Erde  zu  tragen.

Im  Januar  d.  Is.  sand  in  Ho  (Togo)  eine
Generalkonferenz  statt,  woran  elf  Missionare  von
der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft  theilnahmen.
Das  Monatsblatt  der  Gesellschaft  berichtet  darüber:

Nicht  weniger  als  12  Gegenstände  waren  auf
die  Tagesordnung  gesetzt  und  nach  ausführlichen
Reseraten  eingehend  besprochen.  Den  breitesten
Raum  nahm  die  Verhandlung  über  die  Gehülfen  in
Anspruch:  ihre  Anstellung  und  Verwendung,  Bebandlung
  bei  eingetretenen  Sündenfällen,  Ordination,
Vereinfachung  des  Gehaltstarifes,  Gründung  einer
Pensions-,  Witwen=  und  Waisenkasse.  Die  Stellung
der  Schule  zu  den  Forderungen  der  englischen  Regierung
  und  zu  den  Wünschen  der  Eingeborenen
wurde  beleuchtet,  die  Möglichkeit  einer  stärkeren
Heranziehung  der  Gemeinden  zu  finanziellen
Leistungen  sowie  die  Herbeiführung  eines  häufigeren
Besuches  auf  den  Außenstationen  erwogen.  Sprachliche
  Angelegenheiten,  der  Druck  des  Eohe-Kalenders
und  der  Evhe-Bibel,  führten  auf  das  litterarische

Gebiet,  während  die  Besprechung  der  Speditions-,
Bau=  und  Kassenverhältnisse  äußere  Dinge  von
großer  Bedeutung  betrafen.  Sehr  wichtig  war  auch
die  Klarstellung  der  Beziehungen  zu  andern
Missionen.  Schon  diese  Aufzählung  der  behandelten
Gegenstände  zeigt,  wie  eifrig  in  den  Konferenztagen
gearbeitet  worden  ist.  „Es  waren  —  so  schreibt
Br.  Däuble  —  Tage  emnster  Arbeit,  ausgefüllt  von
früh  bis  spät,  zugleich  aber  auch  Tage  gesegneter
Gemeinschaft.  Nicht  weniger  als  acht  Tage  haben
wir  zusammen  berathen  und  dabei  die  Zeit  nicht
mit  unfruchtbaren  Fragen  vergendet.  Ich  habe  den
bestimmten  Eindruck  mitgenommen,  daß  unsere  Berathungen
  fruchtbringend  sein  werden  für  den
Einzelnen,  wie  für  unser  ganzes  Werk“.

Nach  demselben  Blatte  ist  am  1.  Mai  d.  Js.
in  Ho  die  Lehrerin  Frl.  Tolch  verstorben.  Am
9.  September  1894  reiste  sie  nach  Ho  ab,  um  die
durch  die  Heimkehr  von  Frl.  Roßmann  freigewordene
Stelle  an  der  Mädchenschule  einzunehmen.  Ende
April  1898  kehrte  sie  zur  Erholung  nach  Hause  zurück,
  um  schon  im  März  des  folgenden  Jahres  wieder
in  ihre  geliebte  Arbeit  zu  ziehen.  Sie  hat  dieselbe
bis  kurz  vor  ihrem  Tode  in  trefflicher  Weise  geleitet.

——  —  —  —

Mus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten.
Die  Uganda-isenbahbn.

Von  der  Uganda-Eisenbahn  sind  bis  jetzt  772  km
Schienen  gelegt.  Auf  einer  Strecke  von  816  km  sind

453

 

die  Erdarbeiten  fertiggestellt.  Mau  erwartet,  daß
die  Strecke  vor  dem  nächsten  November  bereits  den
Viktoria  Nyanza  erreichen  wird.  Die  Eisenbahn
soll  nach  Juni  1902  vollendet  sein.

(La  Dépeéche  Coloniale.)

Seehandel  Britisch=  Indiens  im  Jahre  z900.

Der  Gesammtwerth  des  Außenhandels  Britisch--Indiens
  zur  See,  d.  h.  der  Ein=  und  Ausfuhr,  mit
Ausnahme  des  Küstenhandels  und  der  Handelsbewegung
  über  die  Landgrenzen  sowie  mit  Ausnahme
der  Ein=  und  Ausfuhr  für  Rechnung  der  Regierung,
stellte  sich  im  Jahre  1900  auf  2  031  186  350  Rupien,
  und  zwar  bezifferte  sich  die  Einfuhr  aus
896  236  821  Rupien  und  die  Ausfuhr  auf
1  134949  529  Rupien.

Die  Einfuhr  von  lebendem  Vieh  erreichte  einen
Werth  von  4  468  478  Rupien,  die  Einfuhr  von  Eßund
  Trinkwaaren  bezifferte  sich  auf  115  087  898
Rupien  und  die  Einfuhr  von  Opium  und  Tabak  auf
3  700  184  Rupien.  Rohstosse  wurden  im  Werthe
von  78  013  237  Rupien  eingeführt,  darunter  für
43  375  194  Rupien  rohe  Spinnstosse  und  für
6  587  412  Rupien  Metalle.  Die  Einfuhr  von
Fabrikaten  beanspruchte  fast  58  pCt.  des  Gesammtwerthes
  der  Einfuhr,  nämlich  518  838  945  Rupien,
wobei  die  Einfuhr  von  Textilwaaren  allein  sich  auf
302  666  928  Rupien  (d.  i.  mehr  als  ein  Drittel  der
gesammten  Einfuhr)  belief  und  die  Einfuhr  von
Metallwaaren  auf  70  622  718  Rupien.  Die  Einfuhr
von  Edelmetall  und  Münzen  bezifferte  sich  auf
176  128  079  Rupien.

Die  Ausfuhr  von  lebendem  Vieh  war  verhältnißmäßig
  unbedeutend  und  erreichte  nur  einen
Werth  von  2221  209  Rupien;  die  Ausfuhr  von
Eß=  und  Trinkwaaren  belief  sich  auf  263  287  042
Rupien  und  die  Ausfuhr  von  Opium  und  Tabak
auf  98  122  845  Rupien.  Die  Ausfuhr  von  Rohstoffen
  bildete  dem  Werthe  nach  rund  38  PCt.  der
gesammten  Ausfuhr  und  bezifferte  sich  auf  428  905  114
Rupien,  wobei  für  202  646  842  Rupien  rohe  Spinnstoffe
  und  für  4  641  009  Rupien  Metalle  ausgeführt
wurden.  Die  Ausfuhr  von  Fabrikaten  erreichte  einen
Werth  von  264  478  464  Rupien,  au  welcher  Summe
die  Textilwaaren  mit  152  248  558  Rupien  und  die
Metallwaaren  mit  2  416  153  Rupien  betheiligt
waren.  Die  Ausfuhr  von  Edelmetall  und  Münzen
bezifferte  sich  auf  77  934  855  Rupien.

Schließlich  sei  noch  erwähnt,  daß  der  Werth  der
im  Jahre  1900  auf  Landwegen  nach  Indien  eingeführten
  Waaren  71  938  279  Rupien  betrug  und
der  Werth  der  Ausfuhr  über  die  Landgrenzen
61  876  641  Rupien.
(Nach  The  Bonurd  of  Trade  Journal.)
        <pb n="506" />
        —  454  —

Ueber  die  Lage  der  indischen  Theeindustrie.

Die  infolge  der  Ueberproduktion  von  Thee  in
Britisch-Indien  entstandene  Krisis  auf  dem  Gebiete
der  Theeindustrie  hat  namentlich  am  Ende  des  verflossenen
  Jahres  in  Indien  und  Ceylon  die  Frage
in  den  Vordergrund  des  Interesses  gerückt,  welche
Mittel  zu  ergreifen  seien,  um  einen  einst  blühenden
Kulturzweig  wieder  lebensfähig  zu  machen.  Der  für
die  Erzeugnisse  der  Theeplantagen  in  den  Distrikten
von  Assam,  Cachar,  Sylhet,  in  den  Darjeeling  Dooars,
in  Dehra  Dun  und  Kumaun  vorzugsweise  in  Betracht
kommende  Stapelplatz  ist  Calcutta  und  das  hauptsächlich
  die  Sache  der  Pflanzer  vertretende  Preßorgan
der  am  letzteren  Platze  erscheinende  „Englishman“.

Wie  aus  den  in  dieser  Zeitung  veröfsentlichten,
von  Experten  und  zum  größten  Theile  von  Pflanzern
selbst  herrührenden  Artikeln  sich  ergiebt,  gehen  die
Ansichten  über  die  Mittel  zur  Hebung  der  Theeindustrie
  weit  auseinander.

Es  hat  den  Anschein,  als  wolle  man  den  Weg
der  Selbsthülfe  beschreiten  und  unter  möglichster
Umgehung  des  Zwischenhandels  genossenschaftlich  die
eigenen  Interessen  auf  dem  Weltmarkte  wahrnehmen.
Die  Pflanzer  des  Kangrathales  im  Pundschab  sollen
beabsichtigen,  im  Juni  dieses  Jahres  eine  aus
100  Kameelen  bestehende  Karawane,  die  im  Stande
wäre,  etwa  32  000  Pfund  Thcee  zu  befördern,  auf
der  neuen  Nushki-Handelsstraße  von  Quetta  aus
nach  Persien  zu  senden.

Sollte  dieser  erste  Versuch  den  erwünschten  Ersolg
  haben,  so  werden  später  andere  Karawanen
nachfolgen.  Jedenfalls  dürfte  die  Frage  wegen  der
Gründung  eines  Theepflanzer-Verbandes,  die  in  den
Kreisen  der  Betheiligten  sympathisch  erörtert  wird,
der  Verwirklichung  näher  gerückt  sein.

(Bericht  des  Kaiserl.  General-Konsulats  in  Calcutta.)

Thätigkeit  des  Forstdepartements  in  Süb-Ligeria.

Dem  Jahresheft  für  1899/1900  der  amtlichen
englischen  Colonial  Reports  über  Süd-Nigeria  entnehmen
  wir  über  die  Thätigkeit  des  dort  eingerichteten
  Forstdepartements  das  Folgende:

Um  Süd-Nigeria  vor  einer  Verwüstung  der
nutzbringenden  Waldbestände,  wie  sie  in  Lagos  und
an  der  Goldküste  zu  beklagen  ist,  zu  bewahren,  handelte
  es  sich  zunächst  darum,  die  Binis  zu  einer
Schonung  ihrer  Kautschukpflanzen-Bestände  zu  veranlassen.
  Dies  ist  durch  Erlaß  einer  Verordnung
über  die  Art  der  Gummigewinnung  und  über  die
Monate,  in  welchen  diese  Gewinnung  erlaubt  ist,
erreicht  worden.  Nach  einem  Bericht  des  „Forstinspektors“
  für  Süd-Nigeria  haben  die  Binis,  die
mit  etwa  100  Ortschaften  als  Besitzer  der  Gummiwälder
  in  Betracht  kommen,  in  Befolgung  der  genannten
  Verordnung  in  jeder  dieser  Ortschaften  aus
ihrer  Mitte  Aufseher  ernannt,  welche  die  Durchsührung
  der  bezüglichen  Vorschriften  überwachen  und

 

durch  Anweisung  über  rationelles  Abzapfen
Gummis  den  Arbeitern  behülflich  sind,  wodurch  eir
Schädigung  der  Pflanzen  durch  Gummigewinnu
in  der  Trockenzeit  vorgebeugt  wird.  Die  B’u
sahen  infolge  sachgemäßer  Belehrung  den  ihnen  du-Einführung
  einer  ordnungsmäßigen  Gummigewinnn
erwachsenden  Vortheil  in  dem  Maße  ein,  daß  se
bald  infolge  sorgfältiger  Ueberwachung  jeder  Frei
an  den  Gummibäumen  zur  Unmöglichkeit  wur
ebenso  wie  der  Transport  etwa  unrechtmäßig  e
worbenen  Gummis.

Abgesehen  von  den  Binibesitzungen,  hat  in  a
deren  Gegenden  des  Protektorats  eine  derartige  F
gelung  mangels  einer  zur  Ueberwachung  erforderlich
Polizeiobrigkeit  unter  den  Eingeborenen  selbst  bie
nicht  eingeführt  werden  können,  doch  sind  staalli-Anordnungen
  für  das  gesammte  Protektorat  in  Ausicht
  genommen.  Seitens  der  Forstinspektion  fi
serner  an  verschiedenen  Stellen  des  Protektora
Baumschulen  eingerichtet  worden,  zum  Zweck  d
Samengewinnung  für  die  Eingeborenen,  auch  ist  ei
Weg  von  250  engl.  Meilen  mit  beiderseits  je  vr
Reihen  Gummibäumen  angesät  worden.

Endlich  sind  für  die  Zukunft  Gummi-Reservatione
für  den  Staat  in  Aussicht  genommen.

Von  den  verschiedentlich  ertheilten  Konzessione
zur  Nutzholzgewinnung  ist  neuerdings  eine  ausgenuß
worden,  und  ist  in  dieser  Richtung  eine  wachsend
Thätigkeit  zu  erwarten.  Außer  der  stets  zunehmen
den  Gummierzeugung  ist  die  Gewinnung  von  Palm.
als  eine  Hauptthätigkeit  der  Eingeborenen  zu  ver
zeichnen,  geringer  ist  der  Handel  mit  Pioassava.

Die  Raffee-  und  Rautschukausfuhr  aus  #eu-Raledonier
im  Jahre  1900.

Die  Kaffeeausfuhr  aus  Neu-Kaledonien  belum
sich  im  Jahre  1900  insgesammt  auf  275  929  kg.  Ti
geringste  Ausfuhr  erfolgte  im  Jannar  mit  330  krr.#
was  hauptsächlich  darauf  zurückzuführen  ist,  daß  in
diesem  Monat  Schiffe  der  Messageries  Maritimes  in
Nouméa  nicht  angelegt  haben.  Die  drei  letzten
Monate  wiesen  die  höchsten  Exportziffern  des  Jabres

auf,  und  zwar  Oktober  35  390  kg,  Novembert
40  173  kg  und  Dezember  67  662  kg.  Hierbel  ##½

erwähnt,  daß  im  Januar  1901  sogar  92  985  k-Kaffee
  aus  dieser  Kolonie  zur  Ausfuhr  gelangt  sind.

Die  Kautschukausfuhr  aus  Neu-Kaledonien
erreichte  im  Jahre  1900  eine  Gesammtmenge  ven
24  083  kg.  Im  Januar  wurde  Kautschuk  überhamt
nicht  ausgeführt.  Die  größten  Mengen  dieses  U
tikels  gingen  im  Monat  Juni  mit  6069  kg  aue.
Gegen  Ende  des  Jahres  ging  der  Export  in  den
einzelnen  Monaten  zurück.

(La  Déperhe  Coloniak
        <pb n="507" />
        konservirungsverfahren  für  frische  Früchte  in  victoria.

Die  Ackerbau-Abtheilung  im  Ministerium  des
Staates  Victoria  hat  kürzlich  Versuche  zur  Konservirung
  frischer,  sonst  dem  Verderben  ausgesetzter
Früchte  angestellt.  Birnen  und  Pfirsiche  wurden  in
ihren  Versandkisten  äußerlich  einer  Behandlung  mit
hodrocyansaurem  Gas  unterworfen,  dann  wurden
die  Früchte  herausgenommen  und  einzeln  in  Seidenpapier
  gewickelt.

Ein  Theil  davon  wurde  nun  zum  zweiten  Mal
mit  dem  Gas  behandelt  und  die  ganze  Menge  sodann
  in  einem  trockenen  Raume  sieben  Wochen  lang
bei  einer  Temperatur  von  40°%  Fahrenheit  J  etwa
4½/  Celsius)  aufbewahrt.

Als  die  Früchte  nach  dieser  Zeit  herausgenommen
wurden,  konnte  festgestellt  werden,  daß  sie  sich,  insbesondere
  die  zweimal  mit  Gas  behandelten,  in  vorzüglichem
  Zustande  befanden.  Nicht  nur  die  Birnen,
sondern  auch  die  Pfirsiche  fühlten  sich  fest  an,  hatten
ihr  frisches  Aussehen  behalten  und  wiesen  keine  faulen
Stellen  auf,  da  die  vorher  etwa  vorhanden  gewesenen
Schimmel=  und  Schwammsporen  durch  das  Gas  zum
Absterben  gebracht  worden  waren.

(Bericht  des  Kaiserl.  General-Konsulats  in  Sydney.)

rriv''  V  '  F  9

Titterakur.

Marine-Oberstabsarzt  Dr.  R.  Ruge:  Einführung  in
das  Studium  der  Malariakrankheiten  mit  besonderer
  Berücksichtigung  der  Technik.  Mit  zahlreichen
  Abbildungen  und  Fieberkurven.  Mk.  4,—.
Gustav  Fischer,  Jena.

Bei  der  großen  Zahl  von  Einzelschriften  über
„Malaria“  erfüllt  dieses  Buch  das  Bedürfniß  nach
einer  zusammenfassenden  Darstellung  vom  heutigen
Standpunkt  der  ärztlichen  Wissenschaft.  Besonders
anschaulich  ist  die  Theorie  der  Malariaübertragung
durch  Stechmücken  geschildert;  ebenso  klar  sind  persönliche
  Chininprophylaxe  und  allgemeine  Malariaausrottung
  durch  Chinin  auseinandergehalten.  Für
die  mikroskopische  Technik  findet  der  Arzt  eingehende
Anweisungen,  die  Beschreibung  der  einzelnen  Fieberarten
  und  des  Schwarzwasserfiebers  sind  auch  dem
Laien  ohne  Weiteres  verständlich.  Das  Buch  ist  für
jede  ärztliche  Dienststelle  in  den  Tropen  unentbehrlich.

 

Die  im  Marine-Kabinet  redigirte  und  auf  Befehl
Sr.  Majestät  des  Kaisers  und  Königs  herausgegebene
„Rang=  und  Quartierliste  der  Kaiserlich
Deutschen  Marine“,  welche  seit  dem  vorigen  Jahre
mit  erweitertem  Inhalt  alljährlich  im  Frühjahr  herausgegeben
  wird  und  insbesondere  auch  die  Herbstübungsflotte
  enthält,  ist  soeben  nach  dem  Stande  vom
8.  Mai  in  neuer  Ausgabe  für  das  Jahr  1901
erschienen  (E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin,  Mk.  2,50).
Auch  die  „Rangliste  von  Beamten  der  Kaiserlichen
Marine“,  redigirt  im  Reichs-Marine-Amt,  wird  in

455

 

Kürze  neu  herausgegeben,  so  daß  durch  diese  beiden
Veröffentlichungen  eine  vollständige  und  neue  Uebersicht
  über  die  Eintheilung,  Stellenbesetzung,  das

Dienstalter  rc.  innerhalb  der  deutschen  Marine  dargeboten

  ist.

Legationsrath  Dr.  A.  Zummermann:  Die  deutsche
Kolonial-Gesetzgebung.  Sammlung  der  auf  die
deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,  Verordnungen,
  Erlasse  und  internationalen  Vereinbarungen,
  mit  Anmerkungen  und  Sachregister.

Fünfter  Theil.  1899  bis  1900.  Auf  Grund
amtlicher  Quellen  und  zum  dienstlichen  Gebrauch
herausgegeben.  Mk.  7.—.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin.

Einen  beachtenswerthen  Beitrag  zur  Geschichte
der  deutschen  kolonialen  Bestrebungen  und  der  Entwickelung
  unserer  Schutzgebiete  bieten  die  in  dem
Sammelwerke  „Die  deutsche  Kolonial-Gesetzgebung“
zusammengestellten  Gesetze  und  Bestimmungen,  welche
jeweilig  für  die  Verwaltung  der  Schutzgebiete  erlassen
werden.  Soeben  gelangte  der  fünfte  Theil  dieses
verdienstlichen  Werkes,  die  Jahre  1899  bis  Ende  1900
umfassend,  zur  Ausgabe;  er  umfaßt  215  Nummern.
Sehr  praktisch  und  für  die  Benutzung  des  Gesammtwerkes
  erleichternd  ist  das  außer  dem  sachlichen  Inhaltsverzeichniß
  und  einem  Sachregister  dem  Bande
beigegebene  chronologische  Verzeichniß  aller  in  den
bis  jetzt  erschienenen  fünf  Bänden  enthaltenen  Gesetze
  4t.  Das  Werk  wird  allen  Interessenten  beim
Nachschlagen  und  als  Leitfaden  beste  Dienste  leisten.

Kapitänleutnant  a.  D.  Graf  Reventlow:  Die  deutsche

Flotte.  Ihre  Entwickelung  und  Organisation.
Mk.  3,.—.  Fr.  Lehmann,  Zweibrücken  i.  Pfalz.

Der  Verfasser  hat  in  dem  hübsch  ausgestatteten
und  mit  zahlreichen  Abbildungen  versehenen  Werke
einen  kurzen,  sachlichen  Ueberblick  geben  und  den
Nichtfachmann,  der  sich  über  die  Marine  unterrichten
will,  schnell  und  ohne  Mühe  orientiren  wollen.  Er
giebt  zu  diesem  Zwecke  eine  übersichtliche  Darstellung
der  Geschichte  der  deutschen  Flotte  —  unter  besonderer
  Berücksichtigung  des  letzten  Jahrzehnts  —,  der
Organisation  der  Kaiserlichen  Marine  und  alles
dessen,  was  zum  Verständniß  des  gegenwärtigen
Standes  unserer  Flotte,  ihrer  einzelnen  Schiffsklassen
und  deren  Bedeutung,  der  dienstlichen  Angelegenheiten
in  der  Marine  und  sonstiger  mit  derselben  in  Zusammenhang
  stehender  Fragen  beitragen  kann.  Der
Leser  wird  in  dem  Buche  überall  zuverlässige  und
auch  für  den  Laien  leicht  verständliche  Aufschlüsse  finden.
Brockhaus'  Konversations  =  Lexikon.  Neue

revidirte  Jubiläums  =  Ausgabe.  Zweiter  Band.
Athen—Bisenz.

Der  soeben  erschienene  zweite  Band  der  neuesten
Auflage  des  bekannten  Nachschlagewerkes  zeigt  ebenfalls
  die  größte  Zuverlässigkeit  und  Sorgfalt  in  der
Bearbeitung  bis  auf  die  jüngsten  Ereigusse.  Der
        <pb n="508" />
        456

Band  enthält  über  1000  Seiten  Text  und  ist  durch  K.  Dove:

58  Tafeln  und  Karten  und  214  Textbilder  illustrirt.

Aus  zwei  Welttheilen.  Dichtungen.
Herdelberger  Verlagsanstalt  und  Druckere
(Hörning  &amp;amp;  Berkenbusch!.

Missionar  F.  W.  Leuschner:  Chinesische  Liebe
Der  Kampf  um  eine  Frau.  Eine  Novelle.  Mit  si
Illustrationen.  80  Pf.

Buchhandlung  der  Berliner  evangel.  Missionsgesellsch

Missionar  C.  J.  Voskamp:  Aus  der  Verbote
Stadt  (Peking).  Mit  sechs  Illustrationen.  Mk.  1
Buchhandlung  der  Berliner  evangel.  Missionsgesellse

 

Titteratur  -erzeichniß.

Regierungsarzt  Dr.  A.  Plehn:  Weiteres  über  Malaria=Immunität

  und  Latenzperiode.

Mit  drei  Tafeln.
Mk.  5.—

Gustav  Fischer,  Jena.

 

 

 

Perkehrs  -achrichten.

Zu  dem  auf  Seite  329  des  Deutschen  Kolonialblattes  von  1901  (Nr.  9)  abgedruckten  Fahrr
der  Linie  Singapore  —  Batavia  —  Neu-Guinea  —Queensland  —Sydney  ist  berichtigend  zu
merken,  daß  der  Reichspostdampfer  „Stettin“  seine  nächste  Abreise  von  Singapore  nach  Neu-Guinea
Australien  am  5.  Juli  antreten  wird,  und  daß  die  weiteren  Fahrten  dieses  Dampfers  durchweg  14  T
später  stattfinden  werden,  als  in  dem  erwähnten  Fahrplane  (Reise-Nummer  51/4)  vorgesehen  ist.

 

Poftdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schuszgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  laender  Dauer  Verlin  spätestens
schifungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  21.  Juni,  5.  Juli,  Tanga  17—20  Tage
(beutsche  Schisfe)  90  vms.  Darses-Sal.  1—21  Tg  am  18.,  21.  Juni,
Brindisi  am  23.  Juni,  7.  JuliiTanga  18  Tage  2.,  5.,  12.  Juli
1.  Deutsch--Ostafrika.  (englische  Schiffe)  100  abds.  Dar-es-Salm  19  Tage10  bb.
Brindist  am  14.  Juli  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.  .
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monals
(französtsche  Schisse)  4°  ums.  10#  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  7#  abd
(deutsche  Schiffe)
Southampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  ied.  Mts.9.  ad
(deutsche  Schiffe)  .
Hamburg  am  25.  jedes  Mts.  Lome  25  Tage  am  24.  jed.  Mts.  7  wo
2.  Togo.  (beutsche  Schiffe)  #
Ueber  Liverpool  oder  altotterdam,  am  30.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  28.jed.  Mts.  Inab
·  eutsche  Schiffe  «
——  *  Liverpool  am  20.  Juni,  11.  Julis  Klein-Popo  33  Tageam  18.  Juni,  9.  Ju'l
Absenders.)  (englische  Schiffe)  10  ums.  6
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monats
(frangöfische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverbindung  1041  abds.
Bordeau  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  18.  jedes  Mona#
(Kanzösische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
B.  Deutsch-Lüdwestafrikah,  Southampton  am  29.  Juni,  27.  Juli  Luderitzbucht  20  Tage  am  28.  Juni,  206.  u
(Nach  10  Sütenen.  *  (engl.  Schiffe  bie  Ka-  40  ums.  Swakopmund  23  Tage  10  ums.
Beemen  und  Warmbad  ktadt  dann  #r-.1.
  rbndnsse
S  dort  weiler  all  M#:  Hamburg  am  22.  jedes  MonatsSwakopmund  30  Tage  am  22.  jedes  Wonc#
azaauf  dem  Landwege.)  (deutsche  Schiffe)  nachts  Tüderitzbucht  40  Tage  7  abbs.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Monats
(beZutsche  Schiffe)  nachts  v#  abds.  „
GSouthampton  Am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.  jed.  Mts.  9x  aldeutsche
  Schiffe)
4.  Ramerun.  „Lamburg  "  am  25.  jedes  Monats  Duala  36  Tage  am  24.jed.  Mts.  wabt
(deutsche  Schiffe)  :
Notterdam“  am  30.  jedes  Monats  Duala  31  Tage  am  28.  ed.  Mts.  12  ur
(beutsche  Schiffe)  .
Liverpool  am  3.,  31.  Juli  Duala  19  Tage  am  1.,  29.  Juli
8m..iN-—m-  „(englische  Schifte)  #14%  .
5.  Neapel  am  10.  Juli  90  abds.  aluit  57  Tage  am  8.  Juli
Marshan.  Jnieln.  Gogteabel.  g  1—5
        <pb n="509" />
        —  457  —

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

un  am  7.  Juli  abends  Herbertshöhe  42  Tage  am  5.  Juli  10#  abds.

Seeshe  ney  Stephansort  46  Tage
(Ghrutcc  Schiffe)  am  10.  Juli  99  abds.  Friedr.  Wilhelmshafen  44  Tg  am  8.  Juli  10  5  abds.
über  Hongkong

6.  Deutsch-Aeu-Guinea.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7.  Rarolinen.  Neapel  am  10.  Juli  90  abds.  ap  39  Tage  am  8.  Juli  1035  abds.
(deutsche  Schiffe)  .—  onape  50  Tage
Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8  bis  10  mal  jährlich
8.  Marianen.  H  nach  Saipan.
Neapel  am  26.  Ihri  10.  Juli  Tsingtau  34  Tage  am  24.  Juni,  8.  Juli
9.  Riautschon  (beutsche  Schife)  S  abends  102  abends
«  '  Brindisi  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
EEEIII  10#  abends.
10.  gamoa.  K  I  am30.Juni,21.JuliApia252age  am  28.  Jun,  19.  Juli
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Tost  ist  fäuig  1  Landungs.  Die  Loß  sallig
Von  hafen  in  Berlin  Ven  hafen  in  Berlin
l
·  Plymouth..!am26.«Jum
Neape1».27«JumIo  ssucil  Togo.........  Marseillh4am1343uü

 

 

thich·0aaka  sie  Brindisi  am  g.  Juli  M2#K:
Nerseile-  isam  16.Juni,  17.  Juli  Deuffch-Neu.Gninen.Pricff  –  1..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

deutsch-Lüdwestafrika  I  Mavidallsqgielu.»BkmdtsiamNJült
-)udkdt.theitv.Schutget-.SouthamptonamWJum  Neapel.  v2.-Jun,  12.  .Juli
d)  fädl.  Theil  d.  Schugeb.  Southampton  am  22.  Juni,  6.  Julil  Riautschon  ......  Brindisi.  .  am  24.  Juni,  8.  Juli
#  Marseille  .  am  19.  Juni,  3.  Juli
"..  22.  Juli
lymouth.  am  26.  Juni  1  RNarolinen  Brindisi.  .  .  am
Kamernn  issabon.  am  10.,  25.jed.  Mts.  E  28.  Juni

 

 

 

SLamon..  Queenskown  am  24.  Juni,  15.Juli
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

 

!  der  Wer#ann-Einie  zwischen  Hemburg  und  West-  uund  Südwestafrika.

 

 

 

 

Re  eis  e  Letzte  Nachrichten
o  er
Posdampf  von  l  nach  bis  12.  Juni  1901
„Adolph  Woermann"  Hamburg  Kamerun  am  9.  Juni  in  Kamerun.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  11.  Juni  Cuxhaven  passirt.
„Aline  Woermannz  Lüderitzbucht  Hamburg  am  7.  Juni  in  Madeira.
„Anna  Woermann  .  ..  Hamburg  Kotonou  am  11.  Juni  in  Teneriffe.
„Carl  Woermann“  ..  Kotonou  Hamburg  am  8.  Juni  in  Madeira.
Eduard  Bohlen“  ...  Hamburg  Lüderitzbucht  am  31.  Mai  in  Las  Palmas.
Ella  Woermann“  .  .  .in  Hamburg.
Ernst  Woermann  Loango  Hamburg  am  20.  Mai  in  Lagos.
Gretchen  Bohlen“  ...  Swakopmund  Hamburg  am  11.  Juni  in  Conakry.
„Hans  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  8.  Juni  in  Hamburg.
Hedwig  Woermann“  Manoh  Hamburg  am  1.  Juni  in  Hamburg.
„Helene  Woermann“.  ..  Kamerun  Hamburg  am  7.  Juni  in  Accra.
Jeannette  Woermann“..  Benguella  Hamburg  am  12.  Juni  Ouessant  passirt.
Kurt  Woermann“  .  ..  Hamburg  Benguella  am  28.  Mai  in  Accra.
Lothar  Bohlen"  Loanda  Hamburg  am  2.  Juni  in  Bonny.
Lulu  Bohlen  ...  Hamburg  Kotonou  am  30.  Mai  in  Accra.
Marie  Woermann  Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  Mai  ab  Swakopmund.
Melita  Bohlen  Hamburg  Swakopmund  am  2.  Juni  in  Las  Palmas.
Otto  Woermann  .  ..  Hamburg  Kamerun  am  12.  Jum  Ouessant  passirt.
Paul  Woermann“  ...  Hamburg  Loango  am  7.  Juni  in  Las  Palmas.
Professor  Woermann“  ..  Hamburg  Mossamedes  am  15.  Juni  ab  Hamburg.
Tbekla  Bohlen  .  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  24.  Mai  in  Swakopmund.
Hernösandd  Sherbro  Hamburg  am  10.  Juni  in  Las  Palmas.
        <pb n="510" />
        458

Schissbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Lauburg  —Ostafriteh,

 

 

 

 

 

Neichspostdampfer  Re  ise  Letzte  Nachrichten
veposidampf  von  I  nach  bis  13.  Juni  1901.
l
„Kronprinz“  Durban  Hamburg  am  10.  Juni  ab  Neapel.
„König“.  Hamburg  Durban  am  13.  Juni  in  Lissabon.
er  Durban  Hamburg  am  8.  Juni  ab  Durban.
„Kanzler“  Delagoabai  #  Hamburg  am  11.  Juni  ab  Port  Elizabeth.
„Kaiser“.  Hamburg  Delagoabai  am  26.  Mai  an  Las  Palmas.
„Admiral“  z.  Zt.  in  HamEburg.
„General“  Hamburg  #  Durban  am  13.  Juni  an  Tanga.
„Reichstag“.  Hamburg  Beira  am  13.  Juni  ab  Suoez.
„Bundesrath“".  Beira  Hamburg  am  11.  Juni  an  Alissingen.
„Gouverneur“.  Beira  "  Hamburg  am  12.  Juni  ab  Aden.
„Präsident“.  Hamburg  1  Beira  am  8.  Juni  an  Mozambique.

 

 

 

—  —  —  —
EMIIIIIIIIIIIIIII

 

Anzeigen.

 

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  zeil=  oder  deren  Raum  25  iennigdee  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  S8WI2,  gochstraße  —

einzusende

—  —  —  —

  

Nachruf.  Am  15.  April,  vormittags  3¾/410  Uhr,  starb  nach  zweimonatlichem  Kranken
Das  unterzeichnete  Offizierkorps  lager  an  Unterleibstyphus  im  Lazareth  I  zu  Tientsin  der  Kaiserliche  Ober
h  at  im  9  ause  !7“  eniger  zns  r“  chen  stabsarzt  vom  Kriegslazarethpersonal  des  Ostasiatischen  Expeditionskorps

abermals  einen  schmerzlichen  Verlust
  erlitten.  Am  21.  April  verschied
  nach  langem  schweren  Leiden
im  Garnisonlazareth  zu  Windhoek
am  Typhus  der  Kaiserliche  Leutnant

Albrecht  Bictor  Eggers

im  27.  Lebensjahre.

In  der  kurzen  Dienstzeit,  während
welcher  der  Verstorbene  der  Schutztruppe
  angehörte,  hat  derselbe  sich

durch  treuen  kameradschaftlichen
Sinn  und  gewissenhafte  Pflichterfüllung

  die  Achtung  und  zuneigung
  von  Vorgesetzten  und
Untergebenen  erworben.  Mit  ihm
hat  der  Kaiserliche  Dienst  einen
geistig  reich  begabten  Offizier  verloren,
  der  zu  den  besten  Hoffnungen
berechtigte.

Das  Offizierkorps  wird  ihm  ein
dauerndes  Andenken  bewahren.
Im  Namen  des  Offizier=  und  Sanitätsoffizierkorpo

  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Leutwein,
Oberstleutnant  und  Kommandeur,
Kaiserlicher  Gouverneur
für  Deutsch-Südwestafrika.

 

 

 

 

Im  Innern

hinas
von  Eugen  Woll.

Mit  67  Abbildungen  u.  1  Kaurte.  Elegunt
gebunden  5  Mk.  Durch  alle  Buchhandlen.

 

 

Deutsche  Verlags-Anstalt,  Stuttgart.

 

 

 

  
 
   
 
 
    
  
 
 
 

Herr  Professor  Dr.  Paul  Kohlstock,

Rilter  des  Kronen-Ordens  4.  Kl.  mit  Schwertern  am  schwarz-weißen  Bande,  des  Rothen
Adler-Ordens  4.  Kl  mit  der  Koniglichen  Krone,  der  Großber  soglich  Mecklenburgischen
Verdienst-Medaille  für  Kunst  und  Wissenschaft  u.  a.,

im  noch  nicht  vollendeten  41.  Lebensjahre.  ·

Mit  ihm  ist  eine  volle,  ganze  Persönlichkeit  dahingegangen,  ein  Mann,
der  zwei  Jahrzehnte  hindurch  seine  reiche  Begabung,  seine  volle  geistige  und
körperliche  Kraft  in  den  Dienst  des  Vaterlandes  und  seiner  Wissenschaft  gestellt
  hat.  Was  er  an  Kenntnissen  in  der  Heimath  und  auf  dem  heißen
Boden  Afrikas  gesammelt,  hat  er  bis  zuletzt  mit  nic  versagender  Arbeitslust
unserem  Expeditionskorps  gewidmet.  Sein  treues  Herz  und  sein  sonniger,
frischer  Oumor,  der  ihn  auch  in  den  schwierigsten  Lagen  nicht  verließ,  werden
sein  Andenken  bei  Allen,  die  ihn  gekannt  haben,  fortleben  lassen.

Im  Namen  der  Sanitätsoffiziere  des  Kriegslazarethpersonals:
Dr.  Roland,  Oberstaboarzt.

nNNNMWNNNNNN

 

(z#

   

     
  

 

  

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—————  —  4

Moritz  fgahr  Gera  euss

Narchinenind.  Esengiesseroi  u  Nesselsehmien

 

   

Gegründet  1841.  —  —  (
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#  Färberei  und  Appretur,

...«sz.,..  Dampfwüscherelen
,  7*“  für  Heilanstalten,  Hotels  ete.
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        Nachruf.
In  6.  April  d.  Is.  verschied  zu
wekovmund  an  Herzschwäche  der
rnenzarzt  der  Kaiser  lichen  Schutz-1

  Guil  Buerkel

1  M.  Lebensjahre.  Das  unterbanete
  Offizierkorps  betrauert  in
n  einen  liebenswürdigen  Kame-#en,
  der  während  seiner  ein-Krigen
  Zugehörigkeit  zur  Schutzmr#
  durch  Pflichttreue  und  ernstes
HMerschaßlliches  Streben  sich  die
Anzeine  Achtung  und  Zuneigung
Worben  hat.
Komen  des  O'nzier=  und  Sazierkorps
  der  Kaiserlichen
eahtruppe  für  Südwestafrika.
Leutwein,
Cberstleutmant  und  Kommandeur,
Keiserlicher  Gouverneur
für  Deutsch=  Südwestafrika.

1r  t
ich  4
don  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
#uch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
d  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salz-Anf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
kelt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechselmngen
  (Nierenstein,  Gallenstein,
in).  In  Folge  seiner  unbemuzin
  Haltbarkeit  —  auch  im  tro-Klima
  —  kann  die  Trinkkur
all  in  der  Welt  mit  gutem  Erfolg
woeenommen  werden.  Gebrauchsvung

  versendet  die  Brunnen=  


 

 

lung  Bad  Salzschlirf.  w)
wort:  arder  &amp;amp;de  Voss,  Hamburg.

 

 

 

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EN  MUNGCNEN  "  LIIII  A  "
–  6  —  —

 

 

 

 

 

 

Das  Waarenhaus
für  deutsche  Beamte  A--G.,

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,
Telegramm-Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Beriin,

ist  für  den  Export  aller  Arten  von  Verbrauchs-  wie  Cebrauchs-Gegenstinden  (Lebensmitteln,
Conserven,  Wein,  Bekleidung.  Wische,  Einrichtungen  u.  s.  w.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Den  Deutschen  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.
geboten.  velche  die  inlündischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (Über  38  000)  geniessen.

Die  bewährten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfrevenden  Einrichtungen  des  Waarenhauses
  bürgen  für  die  denkbar  zeellste  und  zuverlässigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenstinden,  so  u.  A.  für  Fettwaaren  (z.  B.
Butter,  Kise  p.  p.)  und  Fleischwaaren  (rz.  B.  Wurst,  Schinken  p.  p.).  bringt  das  Waarenhaus
Conservirungsmethoden  zur  Anwendung,  die  sich  selbst  in  den  beissesten  subtropischen
Ländern  vollkommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungs-Iahigsten
  Conserven  Fabriken.

Das  Waarenhaus  sorgt  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Seudungen  nach
überseeischen  Lündern  und  ist  erbötig.  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
und  Verpackungskosten  Gegenstunde  beizuschliessen,  welche  dem  Waarenhauso  eventuell  von
Verwandten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendung  übergeben  werden.

Seesendungen  werden  am  beslen  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellers).  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  veiteren  Controle
üdberhoben  werden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  nachstehenden
  Zahlungsbedingungen.

Anufanahmebedingungen:  10  Mark  für  eioe  Kauferlaubnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitgliedern  erwachsen  aus  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlei  Verpflichtungon.

Die  jährlich  erscheinenden  Preislisten,  Nachtrige,  Verkehrserleichterungen  werden  nac
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Anslande  pünktlich  und  frei  zugesandt.  (597)

Zahlungsbedingungen:  Errichtung  eines  Contos  dorch  Baareinzahlung  oder  Accreditiv
  auf  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Waaren  oder.  wo  angängig,  Versendung

  der  Waaren  unter  Nachnahme.  Das  Drektoriun.

 

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Franklfurt  a.  M.:  Kronprinzenstrasse  30.
Kassel:  Hohenzollernstrasse  40
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Charlottenhurz:  Kantstrasso  22
en:  Zahnsgasse  8.  Z„

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drei  Kltechen  =  NMr.  125.—  vetto.)

 

 

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Einrichtungen  von  Ziegelelen,  —
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für  Rohkaffee,  Koprakerne,  Far#ölrer
Rübensohnitzel;  automat.  Kesseife#eru##
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—  463  —
—  2  —  2

Gehiete  des  Handels  und  Verkehrs,  der  Indestiie  und  Technil..  e

 

 

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drei  Kletchen  =  Mk.  125.—  netto.)

 

 

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—m#lu8006———“““"

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(Sr#o)

   

 

 

 

 

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lernahrungsresultate  bei  Sünzlingen  Slets  guter  Erfolg  Lei

dollektamen
Völlen  Sieh  Glicdcrhull,  Vumeten  uan  71

 

 

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Fabrik  degrünclen  —

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vie  liesern.  is  licgen  ersrdere,t  '  /nd⅝/7%ibh
447  ubr  st  hentd:  Olerrrcirtnnt  6
Srurichheren  uniucer  nnoom  u¼uuö  P#fT’e  C  %%%„
ihrer  —  %  7%%%%  eters  beste  unddee#n’e  uaier  #aarO-
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7cor  erhetr  —  %%  tr  /%  t  %½

7%%  7/)  %  urerigr  %%%%%  /%  6##vAn

J.  D.  Dominicus  &amp;amp;  Sösine,
etnnendrk’kebn  EIIII  Fabrik  uagr.  1022.
%%  en  4c  rderen  erbitten  Refereneen.

     

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1822
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ZEISS-EIN
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indmotore

 
   
   
      
   
 

 

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zur  selbstthätigen
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Wasser  gebraucht  wirc
oder  fortzuschaffen  ist,
als  auch  zum  Bettiche
aller  landwirthbS#ch.
u  XTl.-Fewerb!.  Ma-Schinen.


Gmn)

Wasserleitungen
lür  Cemeinden  und
n  Private.

VUVaober  4000  Anlagen
rie  ausgeführt.

Stzatimnedalllen.

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in  Wolfenbüttel  (Verrestk.  Sracasebweisl.
Spezialität:  (40)
Gemüse-  und  Fleizch-Consorven
-«--  —  ««":..".--..--..-;.;-"-«.-.  -

 

 

 

 

 

 

     

out-cho,  kolonlale  u.  Internalonale
Transporte  Jeder  Art.  (e9)

A.  Warmauth.,

Hofspedlteur  Sr.  Könlgl.  Hohelt  des
en  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berlin,  Kommission.

 

 

Friedrichstr.  91  u.  Hint.d.  Garnisonkirchela.

 

Ziegeleien  —  Chamottefabriken,
Fabriken  für  Dachriegel  aller  Art,  aus  Thon  und  aus  Cemert.
Fabriken  für  Steinzeugröhren  —  Cementffabriken,

Cementbrennöfen  (Schachtöfen,  rotirende  Oefen)

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arbeitend.  In  Deutschland  und  im  Auslande  patentirt.  ((4#

Kalksandsteinfabriken.
Trottoir-  —  Mosaik-—  Wandplattenfabriken.
Zerkleinerungsmaschinen.
Moderne  Dampfmaschinen  jeder  Grösse  und  Konstruktion.

Th.  Groke,  Merseburg  (Deutschland).
Maschinenfabrik  und  Laboratorium  für  Ziegel-  u.  Cementindustrie.

 

 

 

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beste  Wasserfilter

bereichnet  von  der  «
MetlicinaHlItuesk

lGniglÆkcussisclIen
Wiegsministeriums
&amp;amp;  Hrerkefald-Fiter  Gesellschaf

CELLE.  15.

   
  
     
  
  

H——————————  —

Neueste  Kühl-  und

Eismaschinen

für  Handbetrieb  direict  verbun

den  mit  einem  Eisschrank  sowie
auch  für  Kraftbetrieb.

(*)

      
       
        
 

  

—[m

zu  Beleuchtungs-  u.  Beheizungs.
zwecken  für  Ortschaften,  Faktoreien,
  Landbäuser,  Hotels  etch
Umbau  unvollkommener  und
veralteter  Gasaulagen.
        <pb n="517" />
        —  465  —

-*("""".  4E  K  —  K  nneb8d44...44¼44

üv.  UIppelsktreh  §  Co.

BERLIN.

"  Hauptgeschäft:  NW.,  Neustüdtische  Kirchstr.  15.  Hlen:  In  l.  ###
3  Fabrik:  N.,  Usedomstrasse  21.  lal#en:  1n  II.  ##s.

3J  Telegramm-Adresse:  Tippotip,  Berlin.  Code:  Staudt  &amp;amp;  Hundius  1882/1891.
«  Bank-Conto:  Deutsche  Bank.

3
Filialen:  S
1  Swakopmund  (Dentsch-Südwestafrika),  unter  Firma:  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  G.  m  b.  H.
Tsingtau  (Kiautschau-Gebiet),  unter  Firma:  Kiautschau-Gesellschaft  m.  b.  I.
—  ientsin  (Chins),  unter  Firma:  V.  rse  4  Co.

B  —-Spezial-

  -sschäit
Ausrüstungen  aner  ar  *7  Lberseeischen  Landern.

77  —  —

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3  Gamsschen.  7renzxoffer,  NReise-  Utemnsilien.  Jofletten-  Gegenstãnde.
3  Tropenzelte.
3  Zzusammenlegbare  Möbel,  Tropenbettstelsen,  Moskitonetze,  Reisetische,
Reisestũhse,  KũGchen-  und  Spesfsegeräthe.
—Sacdewannen,  Douche-  u.  M’aschapparate,  Wasser-Flier  u.  -Beiäfter,

 

 

—..  .23

 

J  Feidflaschen,  ertzeuge,  IVirrschaftsgeräche,

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—  Photograppsche  Apparate.  Uhren.  Opffsche  Waaren.

3  Keit-dusrüstungen.  Waffen  und  Munition.

2  Conserren  und  Praeserren.

3  Veine,  Biere,  Spirituosen.  Cigarren,  Cigareften,  TJabatke.
3  Proĩsliston  und  Spezial-Aufstellungen  für  Reisen,  Expeditionen  sowie  für  längeren  Aufenthalt  in

-  Üüberseelschen  Ländern  stehen  auf  Wunsch  gratis  zur  Verfügung.  (50)
.—..——————  ——  4  K————-————..—————  2  2  22  —
Ifrffribiifiiiiiiimiiiitfsiimmiitiiiikiiiifsie  ieIiid  ??

 

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        <pb n="518" />
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in  den  Tropen.

 

 

 

 

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UuswW.  Usw.

Nl
—
—.

 

 

  

 

 

 

 

Das  Versand-Geschäft

MEV  F  EDLICH.  Leiprig-Plagwitz

Königl.  Sächsische  und  Königl.  Rumänische  Hoflieferanten

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Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

  

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Damen-  und  Klnderwische
Korsetten
Herren-Wäsche
Tisch-  und  Bettwilsche
Taschentücher
Leinene  und  baumwoll.  Stofte
Klelder-  und  Besatz-Stoffe
Gardinen  und  Möbel-Stoffe
Tepplche
Damen-Konfektlon

 

Telkotagen,  Strumpfwaaren
Pelzwaaren
Herren-Garderobe
Hüte  und  Mützen  #tUr  Herren
und  Knaben
Kravatten
klnder-  Garderobe
Schuhwaaren
Regenschlrme
Uhren,  Musiliewerke
Optlsche  Waaren

 

Schmuck-Gegenstände
Echte  Silberwaaren
AMiienldewanren
Vernickelte
und  Messlngwasren
kinderwagen
Klandermöbel
Holzwaaren
Wirthschafts-  Artike.
Lederwaaren
Reise-  Utensilien

 

Kurz-  und  Stabwmaren
Jasdsport-Artikel
TJeschings  und  Revolwer
Kunstgusswanren

Splolvaaron
Clgarren  und  Cigareiten

TJabake  und  Rauchrequieiten
Tollettesellen  und  Parins

Schokolase,  Kal
Thee,  Bskulis,  Ui###h#re
SBerietpapiere.

 

Nichtgefallende  Waaren  werden  bereitwilligst  zurlückgenommen  oder  umgetauscht.

(S)
        <pb n="519" />
        mpfiehlt

Sch  1  el  Dressen  Maschinenfabrik  Johannisberg
Klein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Wachfolger

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Man  verlunge  Preislisten.  (27)

   

        

 

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

FHoftieferane  Sr.  Majestct  des  Katsers.
ossorirt  nebet  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
alrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  8  Klio  incl.  Emballage.
Tllostrirte  Kataloge  gratie.  er

Hatthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
HatthiasRohde  &amp;amp;  Jörgens,  Bremen.

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Spedition  -  Kommission  —  Export-Import.
Snectalverkehr  nach  Kiautschou  und  den  übrtgen
deutschen  Kolonten.  (644)

 

 

 

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armonium,

speziell  für  tropisches
lima  konstruirt,  empf.

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Berlin  W.,  Potsdamerstr.  277.

Handsämaschinen
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-hackt  2  bis  3  J  orgen  per  Tag.e  nuch
Bodenbeschaflenheit.  2#

  
   

 

Düngerstreukörbe,  Erdbohrer,  Caruntie-#caten,

  Kurren,  Ceurtenspritzen,  Giesskunnen,

  Patent-Jauchepumpen,  Wasser-  Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
—  4  Waugen,  Wegewalgen  CtC.  Mastr.  Preisliste  ##-  Königliche  Hofbuchhandlung,

Albert  Treppens,  Maiiendert-  Berli.  Verlin  SWu,  Kochstr.  68—71.

Anweisung

zur

½(  D  ã  C  D  er  —  regelmäßigen  ärztlichen  Rapport-4

  und  Berichterstattung
von  Gebluden  jeder  Art.  I’ron.  ,
Wasserdschter  Leinenstoft  für  Bedachung  über  die
1896er  Ausstellung  40  000  Adm.  Pris  1100  cu.  15  000  u0.  Leicht.  #turmeicher,  helllurbi.  W  2
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1,  NMillion  Meter  verwandt.  Exlort  nach  n  n  Luindern.  Zahlreiche  Tropenhäuser  Zadeckt.  Preis  80  Pf.

 

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9  B  4
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IF«alu,,.n.Flnstuu(-zustunldrumlhpusinmlstmkhntssr
·na1)c  .pll(«-’  l  plusilstsli  nsnllm  Rom-sum-  nuslstnunliutltsmL

auch  für  Tropen  geeignet.  Erfinder  und  alleiniger  Fabrikant)  Selnstentzünduns  belm  Fr.  LCorcdes  junr.,  hanburs

 

Seeiransport  ausgeschlossen.  Uebernahme  dureh  Broshambfertimen.
Prima  Asphaltdachpappen  ri#  solirplatten  zum  Abcdeeken  von  Manern  nnd  Gawäölbon.

(22
Holzcement  „Elnstique“  ete.  #  hulich  I#5sturustlhiz.  Rilligst  F’r
«  ,,-.(]  nrcvrdmntsussiu11tr
ProbennndkkmeMozukHsrAlFunCI  h  nt  lnnnfnrxllmkrkuu  kripsirldi  tnktks  Grosshandlung

gesucht.  Seit  Jahron  grosss  Liolrn  rungen  für  das  Au  würtine  Amt  nach  Ost-  und  von

Südwestafrika,  Kiantsehou  etc.  (9  Ketten,  Ankern,
Weber  .  Falcken  berg,  Berli  in  U„  o  lnn]  Schiffsartikeln.  .W
Catalotze  a.  gefl.  Anfr.

gegründet  1845.
        <pb n="520" />
        —  468  —

Hermann  ossnon,  heasb  6  V  8  C

Wsildsçncorg  VOü88  O.
Gegründet  1874.  .  Z„  .

nwrl:  lss-Schmivelwak,  lee

  
   
  
 

fur  Hand-,  Plerde-  und

l  Deuben,  Bez.  Dresden.
Em“*——  wusde  ——  Naxos-Schmirgel  ächt  und  rein.  Gleichmässig  gesicbtete

verschlless-  2  Körnungen.

—  heren  lezk--  Spectalieckt:  Handgeschldmmte  Minsten-Schmirgelsorten.
Irasport  *.  Schmirgelleinen,  Schmirgel#röper,  Schmirgelpapier,
Waaren  ete.  Sechmirgelband  (Kratzen-Schleifband),  Schmirgel-Berl.

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  Laren  steinpapter,  Schmirgetyeilen.

u  jeder  Form,  Schmirgel-Schleifscheiben  für  alle  Zwecke  in  den  bezusammenleg-

  währten  Marken:
—*  Koront,  Kubjnit,  Apirantbos,  Psrchrophor.

—  Psychrophor-Schleifscheiber,  te

 

 

brannt,  porös  und  sehr  schleif  krästig.
Rubinit-Abziehsteine.  Jerkaunt  beser  als  matsruch,

Freiberg,  Sachsen,  Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.
liefert  komplete  (#a)  Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  geber

Brennerel-Anlagen,  eine  feine  langhaltende  Schneide.
Hefefabriken,  Blerbrauereles,  Jeden  Stein,  der  nicht  entsprechen  sollte,  nehmen  wir  auf  unserr
ied  8  grltwarakinerses,  „  I  Kosten  zurück.

SGlel-  un  Grberel-  □—G  «  O  O

Holzverkohlungen,  ·  Polirmittel  aller  Art.

Essigsäurefabrikes,  —  ·  eder
Destillirapparate  aller  Art,  Pollrwachs,  Polirpulver,  Fllzscheiben,  Korkschelben,  Walrossleer.
Dampfkessel  (Wasserröhres-  Polirscheiben  aus  Hartpapier  mit  Walrossleder-Ueberzug.  (#-kesseh,

  Dampfmaschluen.  Carborundum-Waaren  aller  Art.

 

 

 

 

 

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Verlag  der  Königlichen  Hof  buchbundlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohr.
Berlin  SWi,  Kochstrasse  68—71.

Weitester  Beachtung  zu  empfehlen  ist  das  Werk:

Die  Arbeiten

der  Rieinstron-Beunerwattung  1951-  Hll

Denkschrift  anlässlich  des  soJährigen  Bestchens
der  Rheinstrom-Bauverwaltung  und  Bericht  über
die  Verwendung  der  scit  1880  zur  Regulirung  des
Rheinstroms  bewilligten  ausserordentlichen  Geldmine.
  Nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet  von
R.  JAaSMUND,  Regierungs-  und  Baurath.

Mit  237  Abhildungen.
Kartonirt  M.  11,—,  gebunden  M.  12,50.

  

Hoeben  ist
erschienen:

  
   
     
 
 

 

Guartierliste

 

der  #

RKaiserlich  Deutschen  Marine

für  dae  Jabr  1901.

ach  dem  Stande  vom  8S.  Mai  190l.
HMuf  Belchl  Sr.  Maj.  des  Kaisers  und  Königs.

KRedigirt  im  Marine-Kabinet.  l

M.  2,50,  geb.  M.  3,  25.

 

Das  Werk  darf  besondieres  Interessc  beanspruchen.  E"  gicht  nicht  allein  cinen  Abris:  hiesh
(der  für  Neulblanten  une!  IUnterhaltungsarbeiten  verwendeten  Celdmitte:
EV..  ui  ant  Cin  (o#rammtleild  enn  len  Arbeiten  der  Verwaitung  und  ülle:  die  Ue
verbaältrisse  d  lines  unter  Darbictung  ller  technischen  Unteriageo  u#
grundung  der  ckinmzelnen  Alassnahmen,  anus  dlenen  insbesondere  auch  dic  diie  Arae
leitenden  Grundgesetzc  zu  erkennen  sind.

 

 

HOVerlag  der  Konigs  Holbuchbandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sobn,  Berlin  Ödli.

 

 

 

 

 

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        <pb n="521" />
        —  469  —

F.  H.  SCHMIDT
INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER.

AuUSFUHRUNG  vON  EXPORTBAUTEN  UND
BAuUAUSFUHRUNGEN  UEBERSEE.
WASSER·-,  BRDCKEN-  UND  Hoells  Au.  i
BALTANSTALTFUREISENKONSTRUKUONEA
HOLZBEARBEITUNGSEFABRIK.
SPEETLxTZTrAT  —
Malariasichere  Tropenhäuser  #r
Eesetslich  geschütst).
ALTONA  HAMBURG

RAINVWVEG.  PAVULSTRASSE  21.
F##precher  No.  2  u.  750.  Fernsprecher  Amt  I.  No.  4163.

TELEGBRALM-ADRESSE:
RAIRNSCHMDT,  ALTONA.  (38)

 

1691

 

 

st  Kraft,

 

übernimmt  jede  Commission  und
Speditien  nach  und  von

West-  und  Ost-Afrika

zu  den  billligsten  Bedingungen.
Telegramm-Adr.:  Afrikrunt.
Fernsprecher:

 

 

 

 

 

 

 

Zubenlehen  durchde  Weinhandlungen.)

 

 

 

 
   
  

 

 

Wasserdichre  Segeltuche,
*

Ltte-  und  Planen-Fabrik.
be  Zeite  sulunmistang  r  W—

    

 

 

186  Löwen,  Leoparden.

#  Ginsterkuatzen.  Zibethk#entenn,.  Swals  610  ate.
fing  Herr  v.  Quast  in  Mikindani  (l).  utch-Ostafrika)
  mit  unseren  unlbertreffenen  Fallen.
Illlustr.  Preiskourante  grutis.  —

Renommirteste  (10
grösste  deutsche  Ruubthlerlallen-  Fubrikh

&amp;amp;Fk.örel  Co.,  Haynau  Echles..

PTPerlmiürlrt  mit  eille  nen  u.  E#ldenen  M#daillen.

  
  
  
 
 
  
 

Altest.  deutsche  Schaumwein-Kellerei
Gegründet  1826.  (578)

Kessler  Cabinel

dry  &amp;amp;  eltra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Tofhelrranten  Sr.  M.  des  Königs  von
Württemheru,  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
lloheit  der  Il##zogin  Wera.  Grossfürstin
von  Russland,  seirer  Durchlaucht  des
Fürrten  von  IHI#henlohe,  Deautsehen

Keichekanzlers,  Ssowie  vielur  Ca#inos.

 

 

 

1  mal  *#  —28  auii.

E..Lücke,  Leipzig.
        <pb n="522" />
        r—  —
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S.

Frn

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agageräbhe.  lün  Iresos,  Fiahor.

gratis  und  franco.
Waffen.  (600)  Mibrecht  Kind,

Hunstig  bei  Dlierlnchuusen  (Uheinland).

Berlin  C.,  Rosenstr.  1.  und
Musterieer:  ·

NJürnde  raa.  Reuterstrasse  4.

Proviant  aller  Art,

haltbar  für  die  Tropen,
für  Messen,  Stationen,
Faktoreien.  Expeditionen,
  Krankenhäuser
  etc.  —  Umfass.
Preislisten  z.  Diensten.

Gebrüder  Broemel,  Hamburg.

ViIellach  mli  ersten  Preisen  ausgezelchnet.

 

 

 

 

W  Slahlkarren
DeUrsch##  ENGL.  FORMA
fahricir  on

HKörsgens  Co.

B.  GGIISR

1  *)  W  —.

 

 

-s.-—
Information  gewährt:

   

Alfred  Simmermann
Die  Dandelspolitik
des  Deutschen  Reiches

vom  Frankfurter  Frieden  bis  zur
Gegenwart.

 

2.  Auflage.  190J.  M.  o,  —,  geb.  M  7,o.
Für  den  Kaufmann  und  Industriellen,  den
Politiker,  Volkswirth  u.  Wirthschaftshistoriker

äußerst  lehrreich  und  von  höchstem  Interesse.

 

 

 

E.  S.  Mittler  Sohn
Berlin  ISW

  

 

 
     
 
  
  
    
   
 

J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn

Suhl  i.  Thür.
die  älteste  und  grösste

Jagdgewehr-Fabrik  Deutschlands

emptiehlt  ihre

Jagdgewehre

der  verschiedensten  Art  nach  Preisliste.
Die  Fahrik  verarheitet  nur  die  besten.  wenn  nuch  lheucrsten
Muterinlien  und  guruntirt  peinlich  sorglältige
und  Schussleistung.

Ausarbeeitung

Mun  verlunge  Kkostenfreie  Uebersendung  unscrer  illustrirten
Preisliste  (er9)

 

 

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(ecker-  Manonet,

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Wydranten.
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8  Brunnen.

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Peris  1900  u.  Antwerpen  Goldene  Medaille  und  19  Cold.  Med.  auf  Jmagd-  u  Sport-Ausstel.

R.  Weber,

Mieste  und  brössle  deulsche  Raubthierfallen-Fahnk,
Haynau  i.  Schlesien.  o

Weltberühmte  Fangapparate

tacharkho.

 

S,  Weer.

und  HRischn  lil  Lönen.  Tiger.  Lecoparden  ele.

und  aullert  Baubthiere  ie  für  Vögel  und  Fiche.  Wildlocker.
Witterungzen.  (haskurel-  und  Thontauben  -Wurslmaschinen.
———  IIlhn#i  I’ndilisten  kosteulrei.  ——'x
        <pb n="523" />
        —  471  —

 

 

 

J.  L.  C.  Eckelt,  Berlin  N.

Prinzen-Allee  S83.

Acetylengas-Beleuchtung

für  Häuser,  Schlösser,  Comptoirs,  Fabriken  und  Städte.

 

7.  I4½1

 

*  *r  5  «
.  .2  LTelegramm-Adr.:
ABO-CoHe.  J  Sulfurum  Berlin.
#  |  7
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311-m———-—-——

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

Beanspruchter  Raum  .  .  Seetüchtige
Leistung  —*  Gewicht  PreisFer  ekusg  e
In  Flammen  breit  klang  hoch  LDilogramm  Mark  *  schlusse

20  1.5  2,5  8.0  150  500,.—  50.—  Anam

50  1,  2,6  3.0  200  800,—  65.—  Baron
100  2.5  3.5  3,5  1020  1200,.—  98.—  Ceres
200  3.0  40  3,8  1450  1800,—  110,—  Drama
500  4,0  6,0  4,0  2500  3600,—  200,.—  Erna

 

 

 

 

 

 

 

Die  Flammen  sind  zu  16  Normalkerren  —  17  Liter  stündlicher  Gasverbrauch  angenommen.
eber  grössere  Lichtfamlagen  bitte  anzufr-agen.
ELZLc0etylengas  übertrifft  an  Bereitung,  Preis  u.  Helligkelt  alle  bestehenden  Beleuchtungsarten.

Die  Aaletelung  iet  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefahrlos.  Selbst  die  gröbsten  Versehen
  und  Ungeschicklichkeiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
Der  Apparat  ist  jahrelang  probirt  und  vervollkommnet.  (60)

Ferner  empfehle  noch  meine  Apparste  und  Maschinen  für  chemisebe  Isdsstrie  sur  Herstellung  folgender  Produkte:

H##ter,  kamcniak,  Chlor,  Glpeerin,  Goral,  Stearin,  Seife,  Sehwofelkohlenstoff,  loim,  Vannis,  Citronsssäurs,
        <pb n="524" />
        —  472  —

WOERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafriks.

Am  22.  Juni:  PF.  D.  „Hans  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Juni:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Stuth,
via  Rotterdam  nach  Liberia,  Accra,'Lome,  ’  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamer
-  und  Congo  Français.
Am  1.  Juli:  F.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Krohn,
via  Rotterdam  nach  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin

Am  5.  Juli:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Franek,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherb

Am  10.  Juli:  F.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Triebe,
via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,“  Axim.’“  Secondee,  Cape  Coast,  Acort
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,“  Plantation,’  Kribis  und  Fernando  Pe
Am  15.  Juli:  F.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt.  F.  Meyer,
via  Antwerpen  nach  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Acora,“  Kongo  und  Angol
ESESxppeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.
4e  Gutenr  mi###en  zielt  Tage  vor  dem  459anpsdoaftem  bis  12  Uhr  mittags  IGnosseite  ser

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (u)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/3.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reilche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Hamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Bundesrath“,  Capt.  Carstens  (fahrplanmässige  Reise  No.  13a)  19.  Juml  S.  JuN

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Salüm,  Zanzibar,  Klimn,  Lind
Mikindanl,  Ibo,  Mozamblque,  Chlade,  Beira  und  Quellmane.

 

 

 

ab  Bamburg:  ad  Neapel
R.  P.  D.  „König“,  Capt.  Doherr  (Iahrplanmässige  Reise  No.  11)  —  .  unl
R.  P.  D.  „Kronprinz“,  Capt.  v.  Issendorff(  „  „  13)  J.  Jull  19.  Jull

mit  Passagpleren  nuch  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambloue  sowie  mit  Passaglere
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  ab  Bamburg:  sb  L##  Halm-,

R.  P.  D.  „Kanzler“,  Capt.  Wet:t::###  JuH  29.  Jall
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.

Die  Dampfer  Raben  vorzupliche  Einrichtingen  Für  Eussagtere  (u  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plutzen  nach  sAmmtlichen  Anlanfhfen
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

JNäheres  ertheilen  die  Agenten.  (20)
In  Hamburgp  wegen  Passage  die  Hamburg-4merika-Linie,  Abthellung  Personen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-4frikxa-TLinte,

Afrvlkahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25//33.
Dieser  Nummer  liegt  das  2.  Beft  des  XIV.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  bei.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.  ·
kniest-ndDwckbersöniglichenHofbuchbandlmtquudDofbnchdrucketeivonE.S.Mlttlettsobn,Vettinsflzcochstkaiesss«
AusgegebenamläJuniWolumsllhrimchmitlags.
        <pb n="525" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolenial-Abtyeilung  des  Auswirtigen  Amts

 

—  —  —  .  -  --«..--«.---.-WV  .  .

#n  Jahrgang  ..  HUIM  .  1.  Juli  1901.  Unnmer  1.

2-  „  Lust  esscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Terselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
tder:  „Mntleilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelchrten  aus  den  deutschen  Schutzgobioten,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
r“  man.  Der  vierteljäbrliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Veiheiten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Pon  und  die

 

 

““t  en  M.  3.  —,  direkt  unter  Streif#and  durch  die  Verlagobuchhandlung  Mk.  3.70  jur  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutznebiete  und
zei  U#n,  M.  3.1  75  für  die  Länder  des  MWeltostvereino.  —  Einsendungen  und  Aufragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
:::  Stegeried  Mittler  und  Sohn,  Berun  8W12,  Kochstr.  66—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs.  Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2080)

 

Inbalt.  Amtlicher  Theil:  Gesetz,  betreffend  die  freiwillige  Gerichtsbarkeit  und  andere  Nechtsangelegenheiten  in  Heer
und  Marine  S.  473.  —  Konzession  zum  Bergbau  im  Hinterlande  des  Huongolfs  S.  475.  —  Nachweisung  der
Brutto=  Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  April  1901  S.  478.  —  Gouvernements-=urs

  in  Deutsch-Ostafrika  S.  479.  —  Personalien  S.  479.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  480.  —  Kolonialrath  S.  480.  —  Deutsch-Ostafrika:
Diensrreise  des  Gouverneurs  S.  482.  —  Usambara-=  Eisenbahn  S.  482.  —  Deutsch-  ostafrikanische  Bezirksämter  und
Stationen  im  Berichtsjahre  1899/1900  (V  S.  483.  —  Kamerun:  Stationseinrichtung  in  Tinto  S.  487.  —
Erredition  v.  Schimmelpfennig  S.  487.  —  Deutsch-Südwestafrika:  South  West  Africa  Company,  Ltd.  S.  487.
—  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  488.  —  Aus  fremden
olonien  und  Produktionsgebieten:  Betheiligung  Deutschlands  am  Außenhandel  des  portugiesischen  Kongogebiets
  S.  490.  —  Vermehrung  der  Thäütigkeit  im  Bergbau  Liberias  S.  490.  —  Theekultur  in  Ceylon  S.  490.  —
die  Zuckerproduktion  auf  Mauritius  S.  491.  —  Die  Zuckerproduktion  auf  Hawai#  S.  491.  —  Australiens  Wollenund
  Fleischgeschäft  S.  491.—  Litteratur  S.  492.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  492.  —  Schiffsbewegungen  S.  493.
—  Verkehre-Nachrichten  S.  494.  —  Anzeigen.

–  –  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —î  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

 

 

Amtlicher  Theil.

Geletze;  PDerordnungen  der  Reichsbehörden;  Derträge.

Gesetz,  betreffend  die  freiwillige  Gerichtsbarkeit  und  andere  RNechtsangelegenheiten
in  Heer  und  Marinc.)
Vom  28.  Mai  1901.

Vir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen  im
men  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesraths  und  des  Reichstages,  was  folgt:

§  1.

Im  Felde  (Einführungsgesetz  zur  Militär-Strafgerichtsordnung  §  5)  sind  beim  Heere  hinsichtlich
dker  im  §  1  Nr.  1,  6,  7,  8  der  Militär-Strafgerichtsordnung  vom  1.  Dezember  1898  bezeichneten  Personen
cuch  die  “*  und  die  Ober-Kriegsgerichtsräthe  zuständig:

für  die  nach  §  167  des  Gesetzes  über  die  Angelegenheiten  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  vom
I7.  Mai  u46  den  Amtsgerichten  zustehenden  Verrichtungen,

2.  für  die  Entgegennahme  von  Versicherungen  an  Eidesstatt  sowie  für  die  Aufnahme  von  Urkunden
eber  Thatsachen,  auch  soweit  diese  nicht  unter  die  Nr.  1  fallen,

3.  für  die  Erledigung  von  Ersuchen  um  Rechtshülfe,  jedoch  unbeschadet  der  Vorschriften  des  8  13
des  Einfũhrungsgesetzes  zur  Militär-Strafgerichtsordnung.

82.
In  den  Fällen  des  8  1  Nr.  1  finden  die  Vorschriften  der  §§  168  bis  183  des  Gesetzes  über
die  Angelegenheiten  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  und,  sofern  ein  Testament  oder  ein  Erbvertrag  den
Gegenstand  der  Beurkundung  bildet,  die  Vorschriften  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  über  die  Errichtung  von
Testomenten  und  Erbverträgen  Anwendung;  die  Geschäfte  eines  Gerichtsschreibers  versieht  der  Militär-*

  Vergleiche  Reichsanzeiger  1901,  Nr.  131.
        <pb n="526" />
        —  474  —

gerichtsschreiber.  Die  Vorschriften  des  §  173  Nr.  1  des  Gesetzes  über  die  Angelegenheiten  der  freiwilli
Gerichtsbarkeit  und  des  §  2237  Nr.  1  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  bleiben  außer  Anwendung  bei  Zeig
die  dem  aktiven  Heere  angehören.  Die  Vorschriften  des  §  44  des  Reichs-Militärgesetzes  bleiben  unberü

§  3.
In  den  Fällen  des  §  1  Nr.  2  finden  folgende  Vorschriften  Anwendung:

1.  Die  Urkunde  muß  den  Ort  und  den  Tag  der  Verhandlung  oder,  falls  sie  nicht  in  der  F.
eines  Protokolls  ausgenommen  wird,  den  Ort  und  den  Tag  der  Ausstellung  angeben  und  mit  der  Un
schrift  des  Kriegsgerichtsraths  oder  des  Ober-Kriegsgerichtsraths  versehen  sein.  Wird  die  Urkunde
Betheiligten  in  Urschrift  ausgehändigt,  so  muß  sie  auch  mit  Siegel  oder  Stempel  versehen  sein.

2.  Die  Beurkundung  soll,  sofern  nicht  ein  Anderes  bestimmt  ist,  in  der  Form'eines  Protok,
erfolgen.  Außer  dem  Kriegsgerichtsrath  oder  dem  Ober-Kriegsgerichtsrath  sollen  auch  die  übrigen  bei
Verhandlung  mitwirlkenden  Personen  das  Protokoll  unterzeichnen.  "

Das  Protokoll  ist  den  Betheiligten  behufs  der  Genehmigung  vorzulesen  oder  ihnen  zur  Durch'
vorzulegen  und  von  ihnen  zu  unterschreiben.  Kann  ein  Betheiligter  das  Protokoll  nicht  unterschreiben,
ist  dies  unter  dem  Protokoll  anzugeben.

3.  Bei  Zustellungen,  bei  der  Beglaubigung  von  Abschriften,  bei  der  Sicherstellung  der  Zeu,
welcher  eine  Privaturkunde  ausgestellt  ist,  bei  Lebensbescheinigungen  und  bei  sonstigen  einfachen  Zeugnis
bedarf  es  nicht  der  Aufnahme  eines  Protokolls.

4.  Die  Beglaubigung  einer  Abschrift  geschieht  durch  einen  unter  die  Abschrift  zu  setzenden  Verme
der  die  Uebereinstimmung  mit  der  Hauptschrift  bezeugt.  In  dem  Vermerk  soll  ersichtlich  gemacht  werd
ob  die  Hauptschrift  eine  Urschrift,  eine  einfache  oder  beglaubigte  Abschrift  oder  eine  Ausfertigung  ist:
sie  eine  beglaubigte  Abschrist  oder  eine  Ausfertigung,  so  ist  der  Beglaubigungsvermerk  oder  der  A
fertigungsvermerk  in  die  beglaubigte  Abschrift  mitaufzunehmen.

Durchstreichungen,  Aenderungen,  Einschaltungen,  Radirungen  oder  andere  Mängel  einer  von  d
Betheiligten  vorgelegten  Schrift  sollen  in  dem  Vermerk  angegeben  werden.

Soll  ein  Auszug  aus  einer  Urkunde  beglaubigt  werden,  so  sind  in  den  Auszug  außer  solt
Theilen  der  Urkunde,  welche  die  Beobachtung  der  Förmlichkeiten  nachweisen,  diejenigen  Theile  aufzunehme
welche  den  Gegenstand  betreffen,  auf  den  sich  der  Auszug  beziehen  soll.  In  dem  Beglaubigungsverme
ist  der  Gegenstand  anzugeben  und  zu  bezeugen,  daß  weitere  den  Gegenstand  betreffende  Bestimmungen
der  Urkunde  nicht  enthalten  sind.

5.  Die  Sicherstellung  der  Zeit,  zu  welcher  eine  Privaturkunde  ausgestellt  ist,  geschieht  durch  ein
unter  die  Urkunde  zu  setzenden  Vermerk,  in  welchem  der  Kriegsgerichtsrath  oder  der  Ober-Kriegsgerichtere
bezeugt,  wann  ihm  die  Urkunde  vorgelegt  worden  ist.  Die  Vorschriften  der  Nr.  4  Abs.  2  finden  #
wendung.

 

*  4.  ·
JudenFällendeö§1werdenBeichwerdenimAufsichtöwegeerledigt.Diesgiltauchbc
Ersuchen  um  Rechtshülfe  in  Strafsachen  (§  13  des  Einführungsgesetzes  zur  Militär-Strafgerichtsordnung

86.

In  Ansehung  solcher  Personen,  die  zur  Besatzung  eines  in  Dienst  gestellten  Schiffes  der  Karer
lichen  Marine  gehören  oder  die  in  anderer  Eigenschaft  an  Bord  eines  solchen  Schiffes  sind,  finden  de
Vorschriften  des  §  1  Nr.  2  und  der  §§  3,  4  Anwendung,  so  lange  das  Schiff  sich  außerhalb  eines  inlän
dischen  Hafens  befindet.  Den  Schiffen  stehen  die  sonstigen  Fahrzeuge  der  Kaiserlichen  Marine  gleich.

86.
Im  Felde  liegt  beim  Heere  nach  dem  Tode  einer  der  im  §  1  bezeichneten  Personen  die  vorläumn
Sicherung  des  Nachlasses  dem  zunächst  vorgesetzten  Offizier  oder  Beamten  ob.

§  7.

Nach  dem  Tode  eines  Angehörigen  des  aktiven  Heeres  (Reichs-Militärgesetz  vom  2.  Moi  18/“,
8§  38)  hat,  unbeschadet  der  Zuständigkeit  des  Nachlaßgerichts,  die  Militärbehörde,  welcher  der  Verstorbem
angehörte,  für  die  Sicherung  der  amtlichen  Akten  oder  der  sonstigen  Sachen,  deren  Herausgabe  auf  Gum
des  Dienstverhältnisses  verlangt  werden  kann,  zu  sorgen,  soweit  hierfür  ein  Bedürfniß  besteht.  4

Werden  bei  der  Ausführung  einer  Maßregel,  die  das  Gericht  zur  Sicherung  des  Nachlase
angeordnet  hat,  Sachen  der  im  Abs.  1  bezeichneten  Art  vorgefunden,  so  hat  das  Gericht  die  Militärbehörde
welcher  der  Verstorbene  angehörte,  hiervon  zu  benachrichtigen  und  ihr  zugleich  von  den  Sicherungsmoß
regeln,  die  in  Ansehung  dieser  Sachen  vorgenommen  worden  sind,  Mittheilung  zu  machen.  Der  Milläl
behörde  liegt  es  ob,  das  Weitere  zu  veranlassen.

War  der  Verstorbene  der  einzige  Beamte  der  Behörde,  so  tritt  an  die  Stelle  der  Militärbehörde
das  am  Standorte  befindliche  Garnison-Kommando.
        <pb n="527" />
        —  476  —

88.
Der  §  39  Abs.  3  des  Reichs-Militärgesetzes  wird  aufgehoben.
Für  Militärpersonen,  deren  Truppenthell  sich  im  Ausland  aufhält  und  im  Inland  einen  Garnisonort
  weder  hat  noch  gehabt  hat,  kann  für  Angelegenheiten  der  streitigen  Gerichtsbarkeit  ein  im  Inlande
belegener  Ort  als  Garnisonort  durch  Kaiserliche  Verordnung  bestimmt  werden.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrist  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Neues  Palais,  den  28.  Mai  1901.
(L.  S.)  Wilhelm.
Graf  v.  Bülow.

—.—  —  —  —  —„  —

Konzession  zum  Bergbau  im  Hinterlande  des  Hüongolfs.

Nachdem  sich  unter  Führung  der  Diskonto-Gesellschaft  zu  Berlin  ein  Syndikat  zur  bergbaulichen
Erforschung  des  Hinterlandes  des  Hüongolfs  im  Kaiser  Wilhelmsland  sowie  zur  Errichtung  einer  oder
mehrerer  Bergbau-Gesellschaften  gebildet  hat,  und  seitens  der  Diskonto-Gesellschaft  in  Vertretung  dieses
Syndikats  beantragt  worden  ist,  dem  letzteren  die  Konzession  zum  Bergbau,  einschließlich  der  zugehörigen
Nebenbetriebe,  im  bezeichneten  Gebiete  zu  ertheilen,  aouch  nachgewiesen  ist,  daß  dem  Syndikate  für  die
zunächst  geplante  Forschungsexpedition  500  000  Mark  zur  Verfügung  stehen,  wird  diese  Konzession  unter
den  nachstehenden  Bedingungen  ertheilt:

§5  1.

Der  Konzessionar,  als  welcher  im  Sinne  der  Konzession  außer  dem  Syndikat  auch  die  gemäß  §  5
gebildeten  Kolonialgesellschaften  gelten,  erhält  auf  die  Dauer  von  zwanzig  Jahren,  vom  Tage  der  Ertheilung
der  Konzession  an  gerechnet,  die  ausschließliche  Berechtigung,  im  Kaiser  Wilhelmsland  innerhalb  der  Flußgebiete
  derjenigen  Wasserläufe,  welche  —  vom  Kap  Arkona  in  westlicher  Richtung  beginnend  —  an  der
Hüongolfküste  oder  deren  südöstlicher  Fortsetzung,  sei  es  noch  auf  deutschem,  sei  es  auch  erst  auf  englischem
Gebiete,  münden,  nach  folgenden  Mineralien  zu  schürfen:

1.  Edelmineralien,  nämlich  Gold,  Silber,  Platin,  gediegen  und  als  Erzen,  Edelsteinen  und  Halbedelsteinen,



2.  gemeinen  Mineralien,  nämlich  allen  Metallen  außer  den  zu  1  genannten,  gediegen  und  als

Erzen,  Steinkohlen,  Braunkohlen,  Graphit,  Glimmer,  Steinsalz  und  anderen  Salzen,  Salzquellen
  und  Erdölen,
und  auf  Grund  der  gemachten  Funde  durch  Muthung  die  Verleihung  des  Bergwerkseigenthums  (8  2)  zu
beantragen.

Mit  Ablauf  der  im  Absatz  1  festgesetzten  Frist  erlischt  das  ausschließliche  Schürf=  und  Muthungsrecht

  des  Konzessionars,  und  kann  auch  Anderen  das  Schürfen  und  Muthen  wieder  gestattet  werden.
82.

Für  jeden  innerhalb  des  Konzessionsgebiets  (§  1)  gemachten  Fund,  der  auf  seiner  ursprünglichen
oder  angeschwemmten  Lagerstätte  nachgewiesen  sein  muß,  wird  dem  Konzessionar  innerhalb  der  im  §  1  festgesetzten
  Frist  auf  Antrag  ein  Bergwerksfeld  verliehen  werden,  das,  wie  folgt,  bemessen  wird:  «

Das  Feld  soll  die  Form  eines  Rechtecks  von  höchstens  fünfundzwanzig  Quadratkilometern  Inhalt
haben  und  höchstens  siebenundeinhalbmal  so  lang  als  breit  sein.  Nach  der  Tiefe  zu  wird  das  Feld  von
senkrechten  Ebenen  begrenzt,  die  den  Seiten  des  Rechtecks  folgen.  Abweichungen  von  der  Rechtecksform
unterliegen  der  Genehmigung  des  Gouverneurs.

Durch  die  Verleihung  (Abs.  1)  wird  das  Recht  begründet,  innerhalb  der  Grenzen  des  Feldes
sämmtliche  Mineralien  derjenigen  Gruppe  (§  1,  Ziffer  1  bezw.  2)  aufzusuchen  und  zu  gewinnen,  welcher
das  nachgewiesene  Mineral  angehört.  Kommen  dabei  Mineralien  der  anderen  Gruppe  derart  vergesellschaftet
vor,  daß  sie  nur  gemeinsam  mit  jenen  gewonnen  werden  können,  so  ist  die  Verleihung  auch  auf  diese
vergesellschafteten  Mineralien  zu  erstrecken.

83.

Der  Konzessionar  ist  verpflichtet:

a)  innerhalb  der  im  §  1  sestgesetzten  Frist  von  zwanzig  Jahren  mindestens  auf  einem  Felde,

b)  in  der  mit  dem  Ablaufe  dieser  Frist  beginnenden  Folgezeit  innerhalb  je  weiterer  fünf  Jahre
mindestens  auf  je  dem  zwanzigsten  Theile  der  insgesammt,  verliehenen  Felder

den  ordnungsmäßigen  Bergwerks=  oder  Wäschereibetrieb  zu  eröffnen  und  von  da  an

aufrecht  zu  erhalten.  Ergiebt  sich  im  Falle  zu  b  bei  der  Theilung  durch  zwanzig  weniger  als
ein  Ganzes,  so  ist  gleichwohl  jedesmal  mindestens  auf  einem  Felde  der  Betrieb  zu  eröffnen
und  aufrecht  zu  erhalten.  Die  gleiche  Verpflichtung  der  Betriebseröffnung  und  Aufrechterhaltung
tritt,  wenn  bei  der  Theilung  durch  zwanzig  Bruchtheile  überschießen,  ein,  sobald  die  zusammengezählten
  Bruchtheile  aus  einer  Reihe  von  fünsjährigen  Perioden  mindestens  ein  Ganzes  ergeben.
        <pb n="528" />
        —  476  —

In  den  Fällen  zu  a  und  b  ist  der  Reichskanzler  berechtigt:

1.  bei  nicht  rechtzeitiger  Eröffnung  des  ordnungsmäßigen  Bergwerks=  oder  Wäschereibetriebs  fur
jedes  an  der  Anzahl  fehlende  Feld  die  Verleihung  des  Bergwerkseigenthums  an  einem  r#
ihm  aus  der  Zahl  der  nicht  eröffneten  Felder  auszuwählenden  Felde,

2.  bei  nicht  ordnungsmäßiger  Aufrechterhaltung  des  Betriebs  eines  Feldes  die  Verleihung  di-Bergwerkseigenthums
  an  dem  betreffenden  Felde,  einschließlich  der  Rechte  an  Grundstücken,  dit
für  den  Betrieb  des  Feldes  überwiesen  sind  (§  10),  dem  Konzessionar  gegenüber  für  verialn
zu  erklären  und  seiner  eigenen  freien  Versügung  vorzubehalten,  ohne  daß  hierauf  ein  Entschedgungsanspruch
  irgend  welcher  Art  begründet  werden  kann.

Werden  vom  Konzessionar  besondere  Gründe  dargethan,  welche  die  Einhaltung  der  zu
Eröffnung  des  ordnungsmäßigen  Betriebs  gesetzten  Frist  unmöglich  gemacht  haben,  so  konn  d
Frist  einmal  angemessen  verlängert  werden.

Im  Falle  der  Nichtaufrechterhaltung  des  ordnungsmäßigen  Betriebs  darf  der  Verfal
erst  dann  ausgesprochen  werden,  wenn  zwei  mindestens  ein  halbes  Jahr  auseinanderliegen?
Aufforderungen  zur  Wiederaufnahme  des  ordnungsmäßigen  Betriebs  binnen  einer  vom  Reichkanzler
  festzusetzenden  Frist  nicht  geführt  haben.

Weist  der  Konzessionar  in  einer  für  den  Reichskanzler  überzeugenden  Weise  nach,  dei
ihm  die  Einhaltung  der  Frist  für  die  Eröffnung  oder  die  Aufrechterhaltung  des  ordnunge
mäßigen  Betriebs  durch  höhere  Gewalt  unmöglich  geworden  ist,  so  ist  im  ersteren  Falle  di-Frist
  angemessen  zu  verlängern,  im  letzteren  Falle  die  Zurücknahme  der  Verleihung  ausgeschlosie
sofern  der  Konzessionar  nach  Beseitigung  der  durch  die  höhere  Gewalt  veranlaßten  Störu##r#
binnen  einer  vom  Reichskanzler  festzusetzenden  Frist  den  ordnungsmäßigen  Betrieb  wiede
aufnimmt.

*  4.

Stellt  es  sich  nach  Ablauf  von  zwanzig  Jahren,  vom  Tage  der  Ertheilung  der  Konzession  er
gerechnet,  heraus,  daß  der  Umfang  der  verliehenen  Felder  nebst  den  gemäß  §  10  gegen  Entgelt  über
wiesenen  Grundstücken  entweder  die  Hälfte  des  Konzessionsgebiets  oder  die  Gesammtfläche  von  8000  Quadra:
kilometern  übersteigt,  so  ist  der  Reichskanzler  berechtigt,  die  Verleihung  oder  Ueberweisung,  soweit  eintder
  angegebenen  beiden  Maße  überschritten  ist,  dem  Konzessionar  gegenüber  für  verfallen  zu  crklären  ur:
die  betreffenden  Felder  oder  Grundstücke  seiner  eigenen  freien  Verfügung  vorzubehalten,  ohne  daß  hieroar.
ein  Entschädigungsanspruch  irgend  welcher  Art  begründet  werden  kann.  Dabei  bleibt  es  dem  Konzessionn
überlassen,  die  für  verfallen  zu  erklärenden  Felder  und  Grundstücke  zu  bezeichnen.  Sofern  dies  nicht  bimue
sechs  Monaten  nach  Zustellung  einer  bezüglichen  Aufforderung  des  Reichskanzlers  geschieht  oder  sofer:
Erklärungen  einlaufen,  die  mit  einander  nicht  vereinbar  sind,  geht  das  Wahlrecht  auf  den  Reichskanzler  über

85.
Das  Syndikat  hat  innerhalb  von  fünf  Jahren,  vom  Tage  der  Ertheilung  der  Konzession  r
gerechnet,  eine  oder  mehrere  deutsche  Kolonialgesellschaften  im  Sinne  des  Schutzgebietsgesetzes  (Neic-Gesetzbl.
  1900,  S.  813)  zu  bilden  und  auf  sie  die  ihm  durch  die  Konzession  zugewiesenen  Rechte  ur:
Pflichten  entsprechend  zu  übertragen.  Die  Satzungen  dieser  Gesellschaften  und  alle  Satzungsänderunge
unterliegen  der  Genehmigung  des  Reichskanzlers.

Wird  die  Frist  nicht  eingehalten,  so  ist  der  Reichskanzler,  sosern  er  nicht  die  Frist  ein  Mal  den
längern  will,  berechtigt,  die  aus  der  Konzession  sich  ergebenden  Rechte  und  Pflichten  für  verfallen  zerklären
  und  alle  verlichenen  Felder  (§  2)  und  überwiesenen  Grundstücke  (§  10)  seiner  eigenen  freig—
Verfügung  vorzubehalten,  ohne  daß  hicrauf  ein  Entschädigungsanspruch  irgend  welcher  Art  begrünfe:
werden  kann.

8  6.

Diejenigen  Einlagen  auf  das  Grundkapital  der  nach  §  5  zu  bildenden  Gesellschaft  oder  Geseschaften,
  welche  durch  Barzahlung  zu  leisten  sind,  haben,  unbeschadet  des  Rechts  des  Konzessionars.  vor
vornherein  ein  höheres  Grundkapital  zu  bestimmen,  insgesammt  zehn  Millionen  Mark  zu  betragen.  Der
Reichskanzler  muß  nachgewiesen  werden:

1.  daß  nicht  weniger  als  die  Hälfte  dieses  Betrags  (—  fünf  Millionen  Mark)  für  die  Ausschließur

und  den  Betrieb  der  Bergwerke,  einschließlich  der  Nebenbetriebe,  sichergestellt  ist,

2.  daß  die  zu  1  bezeichnete  Summe  zu  den  daselbst  ausgeführten  Gesellschaftszwecken  innerhalb  de
Konzessionsgebiets  auch  thatsächlich  verwendet  ist.

Der  Nachweis  zu  1  ist  bei  Gründung  nur  einer  Gesellschaft  bezüglich  der  ganzen  Summe  v.;

fünf  Millionen  Mark,  bei  Gründung  mehrerer  Gesellschaften  bezüglich  je  eines  antheiligen  Betrags  bis  zur
Gesammtbetrage  von  fünf  Millionen  Mark,  jeweils  spätestens  innerhalb  dreier  Monate  nach  der  Gesellschaft
        <pb n="529" />
        —  477  —

gründung  zu  erbringen.  Zur  Sicherftellung  genügt  eine  Bestimmung  der  Gesellschaftssatzungen,  durch  welche
die  Verwendung  des  entsprechenden  Betrags  zu  anderen  als  den  in  Frage  stehenden  Zwecken  unmöglich
gemacht  wird.

Der  Nachweis  zu  2  ist  binnen  dreißig  Jahren,  vom  Tage  der  Ertheilung  der  Konzession  an
gerechnet,  durch  jährliche  Vorlegung  beglaubigter  Auszüge  aus  den  Büchern  über  die  in  dem  abgelaufenen
Geschäftsjahr  aus  dem  in  Frage  stehenden  Kapitale  geleisteten  thatsächlichen  Aufwendungen  zu  führen.

Der  auf  jede  Gesellschaft  entfallende  Antheil  an  dem  Gesammtbetrage  von  fünf  Millionen  Mark
vermindert  sich  um  denjenigen  Betrag,  zu  dessen  Sicherstellung  und  Verwendung  sie  weitere  von  ihr
gegründete  Gesellschaften  verpflichtet.

Erfüllt  der  Konzessionar  die  Verpflichtung  zu  2  innerhalb  der  dreißigjährigen  Frist  nicht,  so  ist
der  Reichskanzler  berechtigt,  für  jede  an  der  Summe  von  fünf  Millionen  Mark  fehlenden  einhunderttausend
Mark  —  wobei  angefangene  hunderttausend  für  voll  gelten  —  die  Verleihung  des  Bergwerkseigenthums
an  je  einem  von  ihm  aus  der  Zahl  der  nicht  eröffneten  Felder  auszuwählenden  Felde  dem  Konzessionar
gegenüber  für  verfallen  zu  erklären  und  seiner  eigenen  freien  Verfügung  vorzubehalten,  ohne  daß  hierauf
ein  Entschädigungsanspruch  irgend  welcher  Art  begründet  werden  kann.  Der  Reichskanzler  wird  jedoch
insoweit  von  diesem  Rechte  keinen  Gebrauch  machen,  vielmehr  die  Frist  angemessen  verlängern,  als  der
Konzessionar  in  einer  für  den  Reichskanzler  überzeugenden  Weise  nachweist,  daß  ihm  die  Erfüllung  seiner
Verpflichtung  durch  höhere  Gewalt  unmöglich  geworden  ist,  oder  daß  im  Verhältniß  zur  Anzahl  der  bis
zum  Ablaufe  der  Frist  konzessionsgemöß  (§  3)  zu  eröffnenden  Felder,  oder,  falls  eine  größere  Zahl  von
Feldern  thatsächlich  eröffnet  ist,  im  Verhältniß  zur  Anzahl  der  letzteren,  einschließlich  der  Nebenbetriebe,  die
Verwendung  der  fünf  Millionen  unwirthschaftlich  gewesen  sein  würde.

87.

Sofern  das  jährliche  Reineinkommen,  welches  dem  Konzessionar  aus  der  Nutzung  der  auf  der
Konzession  beruhenden  Rechte  unmittelbar  oder  mittelbar  zufließt,  die  Auszahlung  einer  Jahresdividende
von  mehr  als  fünf  vom  Hundert  des  eingezahlten  und  verwendeten  Antheilskapitals  gestatten  würde,  hat
der  Konzessionar  dem  Landesfiskus  von  Deutsch-Neu-Guinea  zu  den  allgemeinen  Verwaltungsausgaben
des  Schutzgebiets  folgende  Abgaben  zu  zahlen:

1.  für  Betriebe  auf  Edelmineralien  (§  1  Ziffer  1)  von  dem  Mehrbetrag  über  fünf  vom  Hundert:

zwanzig  vom  Hundert,

2.  für  Betriebe  auf  gemeine  Mineralien  (§  1  Ziffer  2)  von  dem  Mehrbetrag  über  fünf  vom

Hundert  bis  zu  acht  vom  Hundert:  zehn  vom  Hundert,
von  dem  Mehrbetrag  über  acht  vom  Hundert  bis  zu  zehn  vom  Hundert:  zwanzig  vom  Hundert,
von  dem  Mehrbetrag  über  zehn  vom  Hundert:  drei  und  dreißig  und  ein  Drittel  vom  Hundert.

Beruht  bei  gemischtem  Betriebe  (§  2  letzter  Absatz  Satz  2)  der  wirthschaftliche  Werth  der  Gesammtablagerung
  vorwiegend  im  Vorhandensein  der  Edelmineralien,  kommt  die  Abgabe  zu  1,  im  entgegengesetzten
  Falle  die  Abgabe  zu  2  zur  Erhebung.  Die  Einnahmen  aus  Nebenbetrieben  werden  den  Einnahmen
aus  den  Hauptbetrieben  zugerechnet.  Ist  es  zweifelhaft,  ob  ein  gemischer  Bergbaubetrieb  dem  Edelmineraloder
  dem  gemeinen  Bergbau,  welchem  Hauptbetriebe  ein  Nebenbetrieb  oder  in  welchem  Umfange  ein  Nebenbetrieb
  mehreren  Hauptbetrieben  zuzurechnen  sei,  so  entscheidet  der  Gouverneur.

Bezieht  der  Konzessionar  Einnahmen  aus  der  Betheiligung  bei  einer  anderen  Unternehmung,
welche  die  Nutzung  von  auf  dieser  Konzession  beruhenden  Rechten  zum  Gegenstande  hat,  so  ist  er  berechtigt,
von  den  vorstehend  berechneten  Abgaben  denjenigen  Abgabebetrag  abzuziehen,  welcher  auf  ihn  bei  dem
anderen  Unternehmen  im  Verhältniß  seines  dividendenberechtigten  Kapitalantheils  zu  dem  bei  diesem  anderen
Unternehmen  insgesammt  dividendenberechtigten  Kapital  entsallen  ist.  Dieses  Abzugsrecht  steht  insbesondere
in  dem  Falle,  daß  sich  mehrere  nach  §  5  gebildete  Gesellschaften  in  die  Konzession  theilen,  einer  jeden
Gesellschaft  bezüglich  ihrer  Betheiligung  an  den  Unternehmungen  der  anderen  zu.

Im  Falle  der  Veräußerung  einzelner  Felder  oder  Grundstücke  ist  der  Konzessionar  verpflichtet,  im
Veräußerungsvertrag  auszubedingen,  daß  auch  der  Einzelrechtsnachfolger  dem  Fiskus  die  den  vorstehenden
Bestimmungen  entsprechenden  Abgaben  zu  entrichten  hat.

88.

Der  Konzessionar  hat  dem  Fiskus  diejenigen  regelmäßigen  Verwaltungsausgaben  zu  erstatten,
welche  durch  die  von  ersterem  innerhalb  des  Konzessionsgebiets  eingeleiteten  Unternehmungen  erwachsen.
Die  Verpflichtung  fällt  für  jedes  Jahr,  für  welches  Abgaben  gemäß  §  7  entrichtet  werden,  bis  zur  Höhe
dieser  Abgaben  fort.  Die  gedachten  Verwaltungsausgaben  des  Fiskus  sollen  im  Einverständniß  beider
Theile  bestimmt  werden.  Kommt  ein  solches  nicht  zu  Stande,  so  entscheidet  sowohl  über  die  Nothwendigkeit
der  Ausgaben  an  sich,  als  auch  über  die  Angemessenheit  der  Beträge  der  Reichskanzler,  mit  der  Maßgabe,
daß  diese  Beträge  in  keinem  Falle  zehntausend  Mark  jährlich  übersteigen  dürsen.

2
        <pb n="530" />
        478

Die  Verpflichtung  tritt  außer  Kraft,  sobald  die  in  Frage  stehenden  Verwaltungsausgaben  in  für
aufeinander  folgenden  Jahren  aus  den  Abgaben  (§  7)  haben  bestritten  werden  können.

5  9
Vorbehaltlich  Beobachtung  der  vorzuschreibenden  Förmlichkeiten  wird  dem  Konzessionar  bis  zur
Ablaufe  von  zwanzig  Jahren,  vom  Tage  der  Ertheilung  der  Konzession  an  gerechnet,  Zollfreiheit  für  d
zum  Bau,  zur  Ausrüstung,  zur  Unterhaltung  und  zum  sachlichen  Betriebe  seiner  Bergwerks=  und  Wäschere
Unternehmungen  einschließlich  etwaiger  Nebenbetriebe  erforderlichen  Materialien,  Maschinen,  Werkzeug
Geräthe  und  anderen  Gegenstände,  jedoch  ausschließlich  der  zur  persönlichen  Lebenshaltung  der  Angestellte
und  Arbeiter  eingeführten  Gegenstände,  gewährt.

*§  10.

Der  Konzessionar  ist  berechtigt,  im  Kaiser  Wilhelmsland  oder  auf  den  dem  Hüongolf  vorgelogerte
Inseln  diejenigen  Grundstücke,  welche  für  die  Zwecke  des  Bergwerks=  oder  Wäschereibetriebs,  für  die  diese
Zwecken  dienenden  Wasserstauanlagen  und  Transporteinrichtungen,  für  die  Einrichtung  von  Werft-,  Hafen
und  Niederlageplätzen  und  für  die  Unterbringung  und  Verpflegung  von  Angestellten  und  Arbeitern  erforderlio
sind,  einschließlich  des  Rechtes  der  Wassernutzung,  sich  von  dem  Gouverneur  überweisen  zu  lassen,  sowei
diese  Grundstücke  von  den  Eingeborenen  erworben  oder  als  herrenlos  in  Besitz  genommen  werden  können

Die  Ueberweisung  ersolgt  nach  Wahl  des  Konzessionars  zum  Eigenthum  oder  Nießbrauche.  Fi
längere  als  fünfjährige  Benutzung  ist  eine  Gebühr  von  einer  Mark  für  das  Hektar  zu  entrichten.

§  11.

Die  völlige  oder  theilweise  Uebertragung  der  Konzession  selbst  auf  andere,  als  die  im  §  5  vorgesehene
  Weise,  oder  auf  andere  Personen  oder  Gesellschaften  bedarf  der  besonderen  Genehmigung  des
Reichskanzlers,  desgleichen  die  Uebertragung  einzelner  auf  der  Konzession  beruhender  Rechte  an  Ausländer
oder  ausländische  Gesellschaften.

§  12.

Ueber  Privatrechtsstreitigkeiten,  die  sich  bei  Ausführung  dieser  Konzession  ergeben  sollten,  entscheiden
unter  Ausschluß  des  ordentlichen  Rechtsweges  endgültig  ein  Schiedsgericht,  welches,  wie  folgt,  gebildet  wird:

Jeder  Theil  bestellt  zwei  Schiedsrichter;  von  sämmtlichen  Schiedsrichtern  wird  ein  Obmann
gewählt.  Der  Reichskanzler  wird  die  von  ihm  gewählten  Schiedsrichter  der  Gesellschaft  benennen  und  die
Gesellschaft  gleichzeitig  auffordern,  die  von  ihr  zu  wählenden  Schiedsrichter  binnen  vier  Wochen,  vom  Tage
der  Zustellung  der  Aufforderung  an  gerechnet,  zu  bestellen  und  ihm  namhaft  zu  machen.  Kommt  die
Gesellschaft  dieser  Aufforderung  nicht  rechtzeitig  nach,  so  wählt  der  Reichskanzler  auch  die  fehlenden
Schiedsrichter.  Als  Obmann  ist  gewählt,  wer  die  Mehrheit  der  abgegebenen  Stimmen  auf  sich  vereinigt.
Bei  Stimmengleichheit  wird  derselbe  von  dem  Präsidenten  des  hanseatischen  Oberlandesgerichts  ernannt.
Für  das  schiedsrichterliche  Verfahren  gelten,  soweit  in  dieser  Urkunde  nicht  anders  festgesetzt  ist,  die  Vorschriften
  des  zehnten  Buches  der  Civilprozeßordnung.

§  13.
Etwaige  Kosten  dieser  Urkunde,  insbesondere  Stempelkosten,  trtet  der  Konzessionar.
Berlin,  den  17.  Juni  1901.
Der  Reichskanzler.

Graf  v.  Bülow.

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  April  1001.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,39083  Mk.)

p!——

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts.)Holzschlag=  Keben.
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhib  ubgade  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
Rp.  P.  Rp.  P.]  NKp.  P.]  Np.  P.]  Np.  P.]  #.  2  M.  Al.
i  l  -  ’  ·
Tanga.......  479421297150  624  —  64  51  149  066  14289  2—  19  874  07
Panginnnn  1320  21  3  179  06  3  —  8  2123  124634  01=  6445  15
Bagamoyo  7  105  26  9091  46  —  —  42  09  7  51116247  04=  22596  90
Dar-es=  Saläm.  3092  41321  03  36  —  68  07  57  0516274  57  —  22635  61
Killlno  3  061  38  3  273  48  27  —  78  38  42  6400  483  56  =  907  97
Lindi  2210  45  3  548  36  33  —  219  56  10  —  6022  09—  8375  «
Zusammm172702245085"61723.—48159890086395132-88949
—  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  —
24.020  M.6270s  Mk.os  M.4  „k.  Mee.  .
11  Pf.  90  Pf.  57  Uf.  27  Pf.  60  Pf.  l
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        —  479  —

Gonvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  Juni  1901  auf  1,39  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

 

Perlpnalien.

Seine  Mojestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Stabsarzt
à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt,
Ollwig.  den  Rothen  Adler-Orden  IV.  Klasse  zu  verleihen.

 

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  in  der  Kolonial=Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amts  beschäftigten  Geographen,  Professor  Dr.  phil.  Freiherrn  v.  Danckelman,
den  Charakter  als  Geheimer  Regierungsrath  zu  verleihen.

 

.  Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Geheimen  expedirenden
Sekretär  im  Auswärtigen  Amt  Waßmannsdorf  den  Charakter  als  Hofrath  zu  verleihen.

Von  dem  Kaiserlichen  Konsul  in  Mogambique  ist  der  Kaufmann  Oldenburg  zum  Konsularagenten
  in  Ibo  und  für  die  Pomba-Bai  bestellt  worden.

 

Kaiserliche  Schugtgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  11.  Juni  1901.

Dr.  Schelle,  Stabs=  und  Bataillonsarzt  des  Füsilier-Bataillons  Grenadier-Regiments  König  Friedrich
Wilhelm  II.  (1.  Schlesischen)  Nr.  10,  mit  dem  13.  Juni  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und
mit  dem  14.  Juni  d.  Is.  als  Stabsarzt  bei  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

A.  K.  O.  vom  16.  Juni  1901.

v.  der  Marwitz,  Oberleutnant,  vom  1.  August  d.  Is.  ab  bis  Ende  Juni  1902  zur  Dienstleistung  beim
Garde-Pionier-Bataillon  kommandirt.

v.  Stuemer,  Oberleutnant,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.

Bischoff,  Leutnant,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  im  aktiven  Heere  und  zwar  im  Infanteree-Regiment

  Nr.  132  wiederangestellt.
Dr.  Hildebrandt,  Oberarzt,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
v.  Lottner,  Leutnant,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Leutwein,  Oberstleutnant,  Gouverneur  für  Südwestafrika  und  Kommandeur  der  Schutztruppe,  zum  Oberst
efördert.  "  .
Demmler,  Oberleutnant,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre  genehmigt.
Woerner  und
Graf  v.  Stillfried  u.  Rattonitz,  Leutnants,  —  zu  Oberleutnants  befördert.
Sixt  v.  Armin,  Leutnant  im  4.  Badischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  66,  scheidet  am  11.  Juli  d.  Js.
aus  und  wird  am  12.  Juli  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  angestellt.

A.  K.  O.  vom  24.  Juni  1901.

Müller  v.  Berneck,  Königlich  Sächsischer  Leutnant  im  Karabinier-Regiment,  nach  erfolgtem  Ausscheiden
aus  der  Königlich  Sächsischen  Armee  unter  dem  12.  Juli  d.  Is.  mit  Patent  vom  29.  Juli  1896
als  Leutnant  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  angestellt.
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        480

—

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

Die  Bureauassistenten  Schultz,  Altmann,
Klenze,  Strademann  und  Siegel,  die  Zollamtsassistenten
  Ebert  und  Hohl,  der  Landmesser  Kayser,
der  Lehrer  Müller,  der  Schweizer  Stauffer,  der
Maschinist  Krüger  und  der  Schiffszimmermann
Gröning  sind  in  Dar-zes-Sal#ám  eingetroffen.

Der  Bücherwart  Hölldobler  und  der  Förster
Steuck  sind  aus  Deutsch-Ostafrika  mit  Heimathsurlaub
  in  Deutschland  eingetroffen.

Der  Hauptzollamtsvorsteher  Broschell,  der
Bezirksamtssekretär  Lergen  und  der  Streckenaufseher
Gerschat  haben  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub
  verlassen.

Die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  haben  am
21.  Juni  d.  Is.  von  Neapel  aus  angetreten:  Hauptmann
  und  Kompagniechef  v.  Beringe,  Stabsarzk
Dr.  Schelle  und  Zahlmeisteraspirant  Deininger.

Mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung  sind
in  Deutschland  eingetroffen:  Oberleutnant  Küster,
Leutnant  v.  Beesten,  Oberarzt  Dr.  Feldmann,
Oberseuerwerker  Emrich,  die  Feldwebel  Feldmann
und  Ullmann  und  Sanitätsfeldwebel  Becher.

Unterosfizier  Freisler  ist  am  10.  Juni  d.  Js.
in  Songea  verstorben.

Ramerun.

Der  Zollbeamte  Weber  und  der  Werkmeister
Vetterlein  haben  das  Schußgebiet  mit  Heimathsurlaub
  verlassen.

Lüdwestafrika.

Der  Postbote  Hißlinger  hat  die  Ausreise  nach
Deutsch-Südwestafrika  angetreten  und  wird  dort  an
die  Stelle  des  im  Telegraphenleitungsaufseherdienste

in  Swakopmund  verstorben  ist.

Der  ehemalige  Schutztruppen=  Unteroffizier  Nitschke
ist  in  Deutsch-  Südwestaftita  eingetroffen.

Kamoa.

Der  Gouverneur  Dr.  Solf  ist  am  22.  April  von
seiner  Urlaubsreise  in  Apia  wieder  eingetroffen  und
hat  die  Gouvernementsgeschäfte  übernommen.

 

–  3

 

Holonialrath.

Der  Kolonialrath  trat  am  27.  Juni,  vorminc#
10  Uhr,  im  Reichstagsgebäude  unter  Vorsitz  de
Direktors  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
Anmts  Dr.  Stuebel  zu  seiner  diesjährigen  Frühjahrstagung
  zusammen.  Der  Vorsitzende  hieß  die  Mu.
glieder  willkommen,  wies  auf  die  vorliegenden  Be-.
rathungsgegenstände  hin  und  widmete  dem  in  Chin:
verstorbenen  Oberstabsarzt  Prof.  Dr.  Kohlstock  einer
ehrenden  Nachruf.  Erster  Gegenstand  der  Tagesordnung
  war  die  Besprechung  der  Angelegenheiter
von  Deutsch-Ostafrika.  Der  Direktor  der  Kolonial=Abthelilung
  gab  zunächst  eine  Uebersicht  über  de
wichtigeren  Vorgänge  und  Maßnahmen  der  jüngste-Zeit.
  Vizeadmiral  z.  D.  Valois  trat  für  die  al.
mähliche  völlige  Beseitigung  der  Sklaverei  ein,  worarder
  Vorsitzende  erwiderte,  daß  ein  reiches  amtliche
Material  zu  dieser  Frage  gesammelt  sei,  das  in  der
nächsten  Tagung  des  Kolonialraths  vorgelegt  werder
solle;  er  bitte  mit  Rücksicht  hierauf,  den  Gegenstart
einstweilen  zurückzustellen.  Auf  eine  Anregung  des
Staatssekretärs  a.  D.  v.  Jacobi  wählte  der  Kolomoe.
rath  eine  Kommission,  bestehend  aus  den  Herrer
Herzog  Johann  Albrecht  von  Mecklenburg,  v.  Jocob##
Hespers,  Lucas,  v.  Tucher,  Staudinger  und  Strandes
der  nach  einer  Zusage  des  Direktors  der  Kolomeal
Abtheilung  das  vervollständigte  Materiol  zu  eine
Vorberathung  vor  der  nächsten  Tagung  des  Kolom:
raths  vorgelegt  werden  soll.  Im  weiteren  Verla“
der  Debatte  begründete  Konsul  Vohsen  den  Antros,
die  ostafrikanische  Gouvernementsflottille  aufzulöirr
und  den  Küstenschifffahrtsdienst  durch  ein  Abkommemit
  einer  Rhederei  oder  kaufmännischen  Firma  zr#
ersetzen,  die  es  übernimmt,  gegen  eine  mäßige  Jahres
subsidie  eine  regelmäßige  vierzehntägige  Verbindm
der  größeren  Küstenplätze  zu  unterhalten;  ferner  zur
Herbeiführung  von  Ersparnissen  in  der  Zollverweltung
  und  zur  Konzentration  des  Küstenhandels  nac
den  Haupthafenplätzen  Tanga,  Dar-es-Saläm  und

Kilwa  die  übrigen  Häfen  für  den  Auslandsverkert

.  .  ·  IzusperrenundinNebenhäfen,dienukdemimcr
beschäftigt  gewesenen  Postboten  Schmidt  treten,  der

kolonialen  Verkehr  geöffnet  bleiben,  umzuwandelr
Der  Vorsitzende  erklärte  die  Anregung  bezüglich  der
Gouvernementsflottille  für  dankenswerth.  Indesser

werde  die  Flottille  nicht  ohne  Weiteres  abgeschaß:

werden  können,  da  zwei  von  den  fünf  Küstendampfem
Zollkutter  seien,  die  nicht  entbehrt  werden  können.

und  ein  weiteres  Schiff  zur  Verfügung  des  Gouver

der  Vorsitzende  für  ein  durchaus  gesundes:

neurs  bleiben  müsse,  so  daß  für  die  Abschaffung  nur
zwei  Dampser  in  Betracht  kämen.  Es  müsse  nun
ausgerechnet  werden,  ob  durch  deren  Ersatz  durch  das
vorgeschlagene  Abkommen  Ersparnisse  gemacht  werder
können.  Das  System  der  Einklarirungshäfen  erklamte
die
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        STnließung  überflüssiger  Häfen  für  den  Auslands-Artehr
  entspreche  den  Interessen  des  Schutzgebiets,
uch  sei  aus  den  Bestimmungen  der  Kongo-Akte  an
kein  Grund  zu  entnehmen,  sich  einer  solchen
Maßnahme  zu  widersetzen.  Zu  erörtern  aber  sei  die
Froge,  in  welchem  Maße  darunter  die  Interessen  der
Dhaueigenthümer  zu  leiden  haben  würden,  und  hierüber
  werde  zunächst  noch  das  Gouvernement  um  seine
Auficht  zu  befragen  sein.  Konsul  Vohsen  gab  seinen
Annägen  nunmehr  die  Fassung:  Es  möge  in  Errigung
  gezogen  werden,  ob  die  Gouvernementsutulle
  unter  Einrichtung  eines  entsprechenden  Küstenrerkehrs
  durch  Privatfirmen  aufgelöst  oder  vermindert
rerden  könne,  und  es  möge  eine  Beschränkung  des
Auslandsverkehrs  auf  möglichst  wenige  Häfen  aneetrebt
  werden.  In  dieser  Fassung,  mit  der  der
Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  sich  einverstanden
erklärte,  gelangten  die  Anträge  zur  Annahme.  Ebenso
wurde  ein  weiterer  Antrag  des  Konsuls  Vohsen  angenommen,
  dahingehend,  daß  der  Versuch  gemacht
werden  soll,  zur  Besetzung  von  mittleren  kolonialen
Beomtenstellen  junge  Kaufleute  heranzuziehen,  die
mehrerer  Sprachen  mächtig  sind  und  sich  im  Auslande
mt  den  kolonialen  Einrichtungen  anderer  Völker
vertraut  gemacht  haben.  Der  Vorsitzende  hatte  hierzu
bemerkt,  es  seien  schon  Versuche  in  dieser  Richtung
zemacht,  und  er  sei  bereit,  sie  fortzusetzen.  Dr.  Hindorf
  siellte  den  Antrag,  der  Kolonialrath  möge  die
Emstellung  einer  angemessenen  Summe  in  den  nächstfchrigen
  ostafrikanischen  Etat  zum  Zwecke  der  Einrichtung
  und  des  Betriebes  einer  Versuchsstation  für
Tropenkulturen  und  eines  botanischen  Gartens  empfehlen.
  Nachdem  der  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung
die  sympathische  Stellung  der  Verwaltung  zu  dem
Annage  betont  hatte,  gelangte  derselbe  zur  Annahme.
Von  einigen  anderen  Mitgliedern  des  Kolonialraths
wurde  die  Anstellung  eines  zweiten  Thierarztes  in
Ostusambara  empfohlen,  zum  Zwecke  einer  wirksameren
Bekämpfung  der  Viehkrankheiten.  Der  Antrag,  dem
die  Kolonialverwaltung  zustimmte,  wurde  angenommen,
womit  die  Besprechung  der  ostafrikanischen  Angelegenbeiten
  erschöpft  war.

In  der  Nachmittagssitzung  leitete  der  Direktor
der  Kolonial  =  Abtheilung  die  Besprechung  über  die
deutsch  =  sädwestafrikanischen  Angelegenheiten
wiederum  durch  eine  Darlegung  der  jüngsten  Vorginge
  und  Maßnahmen  in  dem  Schutzgebiete  ein
und  beantwortete  eine  Reihe  von  Anfragen,  die  aus
der  Mitte  des  Kolonialraths  heraus  gestellt  wurden.
Ueber  den  Stand  des  Molenbaues  in  Swakopmund
gab  Geheimer  Regierungsrath  Wiskow  Auskunft.
Einen  breiten  Raum  in  der  Erörterung  nahm  die
Frage  des  geplanten  Eisenbahnbaues  der  Otavi-Gesellschaft
  in  Anspruch;  auch  über  veterinäre  und
Siedelungsfragen  wurde  eingehend  debattirt.  Besondere
  Beschlüsse  wurden  zu  den  südwestafrikanischen
Frogen  nicht  gefaßt.  Bei  der  darauf  folgenden
Besprechung  der  Angelegenheiten  von  Togo  wurde
don  Seiten  der  Kolonialverwaltung  ebenfalls  über

481

 

die  schwebenden  Fragen,  namentlich  über  den  Stand
der  deutsch  =  englischen  Grenzverhandlungen,  den
Brückenbau  in  Lome  2c.  nähere  Auskunft  ertheilt.
Auch  hier  nahm  der  Kolonialrath  zu  Anträgen  oder
Resolutionen  keine  Veranlassung.

In  der  Vormittagssitzung  vom  28.  Juni  gelangten
die  Angelegenheiten  von  Kamerun  zur  Besprechung,
die  vom  Vorsitzenden,  Kolonialdirektor  Dr.  Stuebel,
wieder  durch  einen  Ueberblick  über  die  Hauptereignisse
  der  letzten  Zeit  eingeleitet  wurde.  In  der
Debatte  trat  Herr  A.  Woermann  für  die  Herstellung
einer  telegraphischen  Verbindung  zwischen  Kamerun
und  Viktoria  ein,  worauf  Staatssekretär  Kraetke  die
demnächstige  Einrichtung  einer  solchen  Verbindung
auf  dem  Landwege  von  Duala  (Kamerun)  nach
Busa  und  von  dort  nach  Viktoria  in  Aussicht  stellte.
Zu  dem  Entwurfe  einer  Verordnung,  betr.  die  Regelung
  der  Arbeiterverhältnisse  im  Schutzgebiete
Kamerun,  der  dem  Kolonialrathe  vorgelegt  war,
wurden  von  einigen  Mitgliedern  Abänderungswünsche
geäußert  und  von  Herrn  Woermann  die  Einsetzung
einer  Kommission  angeregt,  der  die  wichtige  Angelegenheit
  zur  weiteren  Berathung  bis  zur  nächsten
Tagung  des  Kolonialrathes  übertragen  werden  soll.
Der  Kolonialdirektor  trat  einigen  geäußerten  Bedenken
  entgegen,  erklärte  sich  aber  im  Uebrigen  mit
der  Berathung  in  einer  Kommission  einverstanden.
In  die  Kommission  wurden  hierauf  die  Herren
Staatssekretär  a.  D.  Herzog,  Staatssekretär  a.  D.
v.  Jacobi,  Dr.  Scharlach,  Strandes  und  Thormählen
gewählt.  Ueber  die  Verhältnisse  im  Innern,  speziell

im  Norden  des  Schutzgebietes  wurde  eingehend  debattirt

  und  vom  Kolonialdirektor  näherer  Ausfschluß
darüber  gegeben.  Ein  Antrag  Scharlach  ging  dahin,
daß  für  Kamerun  ein  etwas  größerer  Betrag  für
die  Entwickelung  der  Wege  und  Verkehrsmittel  eingestellt,
  auch  dem  Gouverneur  ein  technischer  Beirath
  beigegeben  werde,  dessen  Aufgabe  sein  würde,
entsprechende  Anregungen  zu  geben.  Der  Direktor
der  Kolonial-Abtheilung  erklärte,  dem  Gedanken  der
Anstellung  eines  technischen  Beirathes  an  sich  sympathisch
  gegenüber  zu  stehen,  es  werde  indessen  die
Kostenfrage  noch  zu  erwägen  sein.  Der  Antrag
wurde  hierauf  abgelehnt.  Ein  Antrag  des  Vizeadmirals
  z.  D.  Valois  betraf  die  für  eine  wissenschaftliche
  Niger-Benub-Tschadsee-Expedition  zur
Verfügung  stehenden  Mittel  und  wurde,  nachdem  die
Angelegenheit  ausführlich  besprochen  worden  war,
zurückgezogen.

In  seiner  Schlußsitzung  vom  Nachmittage  des
28.  Juni  erledigte  der  Kolonialrath  die  Angelegenheiten
  der  Südsee-Schutzgebiete.  Das  Schutzgebiet
  von  Samoa  bot  zu  besonderen  Bemerkungen
keinen  Anlaß;  das  Wirken  des  Gouverneurs  wurde
allseitig  anerkannt.  Bei  Neu-Guinea  regte  Staatssekretär
  a.  D.  Herzog  die  Gründung  einer  Versuchsstation
  für  Tropenkulturen  mit  botanischem  Garten
sowie  die  Herstellung  einer  telegraphischen  Verbindung
  zwischen  Kaiser  Wilhelmsland  und  dem

3
        <pb n="534" />
        —  482

Gouvernementssitze  an.  Der  Vorsitzende  gab  diesen
Wünschen  gegenüber  entgegenkommende  Erklärungen
ab  und  stellte  die  Ausführung  in  Aussicht,  sobald
die  Rücksicht  auf  die  Kostenfrage  es  erlaube.  Vizeamtmann

  in  Friedrich  Wilhelmshafen  ein,  worauf
der  Kolonialdirektor  eine  Prüfung  der  Bedürfnißfrage
  zusagte.  Der  Antrag  wurde  vom  Kolonial-=rathe
  angenommen.  Zu  der  Konzession  zum  Bergbau
im  Hinterlande  des  Hüongolfs  wurden  wesentliche
Ausstellungen  nicht  gemacht.  Bei  der  Besprechung
der  Angelegenheiten  der  Karolinen,  Palauinseln  und

 

Marianen  fand  die  Verwaltung  des  Bizegouverncu#
Dr.  Hahl  besondere  Anerlennung.  Nachdem  sodarn
noch  die  Angelegenheiten  des  Schutzgebietes  der

Marthall-Infeln  zum  Gegenstand  einer  kurzen  ve
admiral  z.  D.  Valois  brachte  einen  Antrag  auf  Beschaffung
  eines  kleinen  Segelmotors  für  den  Bezirkssprechung

  gemacht  worden  waren,  schloß  der  Ver%
sitzende  Dr.  Stnebel  die  Frühjahrstagung  de—
Kolonialrathes  mit  den  Worten  des  Dankes  flt
dessen  Mitarbeit,  worauf  Vizeadmiral  z.  D.  Balois
den  Dank  des  Kolonialrathes  für  die  ruhige  und
sachgemäße  Leitung  der  Verhandlungen  durch  den
Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  zum  Ausduckh
brachte.  "

Rachrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

—  .

Deutsch-Hltafrika.

Dienstreise  des  Gouverneurs.

Gouverneur  Graf  v.  Goetzen  hat  eine  auf  vier
Wochen  berechnete  Informationsreise  nach  Usambara
angetreten.

DUsambara=  Eisenbabn.
Bericht  über  die  Monate  Januar  bis  März  1901.

Der  Hafenpier  in  der  Bucht  von  Tanga  geht
seiner  Vollendung  entgegen,  die  eisernen  Grundpsfähle
sind  gesetzt  und  die  Plattform  mit  Bohlenbelag  und
Schienengleis  wird  in  einigen  Wochen  aufgebracht  sein.

Auf  der  Neubaustrecke  Muhesa—Korogwe
ist  der  größte  Theil  der  Brücken  und  Durchlässe,
ebenso  die  Arbeiten  zur  Befestigung  der  Böschungen
vollendet.  Die  Fortschritte  des  Gleisbaues  waren
nur  mäßige  infolge  der  inzwischen  eingetretenen
Regenzeit.  Nach  Beendigung  derselben  wird  ein
slotterer  Arbeitsfortschritt  eintreten.

Der  im  letzten  Berichte  gemeldete,  wider  Erwarten

 

eingetretene  Mangel  an  farbigen  Arbeitern  hatte  auch
zur  Folge,  daß  ein  Theil  der  kleineren  Unternehmer
und  Handwerker  die  Strecke  verließ.  Die  besserr#
Elemente  verblieben  aber  zum  großen  Theil  dort  zur
Ausführung  kleinerer  Nebenarbeiten,  werden  sich  auc.
da  sie  bei  den  Erdarbeiten  einen  guten  Verdient
gehabt  haben,  voraussichtlich  dort  niederlassen,  um
auf  den  Weiterbau  nach  Mombo  zu  warten.  Der
Mangel  an  schwarzen  Arbeitern  hat  übrigens  letzth
etwas  nachgelassen,  vornehmlich  wohl  deshalb,  we.
die  Schamben  der  Eingeborenen  nicht  mehr  ganz  ie
reichlich  Nahrungsmittel  lieferten  wie  in  den  Vormonaten.


Der  Gesundheitszustand  des  Beamtenpersona
war  besser  als  früher.  Todesfälle  von  europätscher
Eisenbahn-Angestellten  kamen  nicht  vor.

Der  Bericht  enthielt  eine  das  ganze  Rechnungs
jahr  1900  betreffende  Zusammenstellung  der  Betriedeeinnahmen;
  nachstehend  ist  sie  den  Betriebseinnahmedes
  Rechnungsjahres  1899  gegenübergestellt  un?
zeigt  eine  beträchtliche  Zunahme  des  Verkehrs  geger
das  Vorjahr.  Die  Werthangabe  der  Leistungen  zu  B
beruht  nur  auf  einer  Schätzung.

 

In  der  Zeit
Personenvom
  bie

 

 

Tonnenkilometer
  kilometer  kilometer

 

 

Werth  der  Leistungen
Zusammen
Mark

Achs- 



 

Rupien  hesa  Mark  f.

A.  Gegen  Bezahlung.

 

Einfuhr  .1.  April  1899  31.  März  1900)  208  400  91  160.,0  720  41  169  41157637  50  T  68  278
Ausfur  1.  431.487200  7500,0  1200  7600  3260  78

Einfuhr  .  .  I1.  1900  31.  1901194203  110  1462  1160  68537  3395952  63  ms
Ausfuhrrr  1..  311..  417272  12  586,4  160153861  15  21  540  72  *  )

B.  Ohne  Bezahlung.

Einfuhr  .1.  April  1899  31.  März  19001  130  840  110  500,0  320  38  413  3853779  03  56  569  2
Ausfuhrer  1  -  31.  36  400  2  934,.0  160  19939  ++2  20  —
Einfuhr.1.  1900  31.  1901]|184  347  255  2150!  240  84746  22  1118  646  32  1142  571  &amp;amp;
Ausfur  111.  31  52262  45  887,5  807%090  2523926  55
        <pb n="535" />
        Deutsch  ·  ostafritanische  Bezirksmter  und  Stationen
im  Berichtsiahre  18399/7900.
V.)
Mahenge.

Der  Bezirk  Mahenge  umfaßt  in  seiner  Bevölkeung
  die  verschiedenartigsten  Stämme.  An  den  Abrungen
  des  Uhehe-Berglandes  wohnen  Wahehe,  in
der  Ulangaebene  Wahehe  oder  Wabena  neben  Wa-Lnga,
  im  Stromgebiet  des  Ulanga  selbst  Bandamba,
die  frühere  Fischerbevölkerung  des  Ulangastromsystems,
die  aber  jetzt  zum  großen  Theil  seßhafte  Ackerbauer
2eworden  sind.  Im  Süden  des  Bezirks  sitzen  Wanzeni
  und  Wangindo.  In  sich  abgeschlossen  und  seit
Juhren  fast  gar  nicht  berührt  von  anderen  Volkswämmen,
  wohnen  in  der  Landschaft  Upagoro  die
Zapagoro.  die  sich  nach  Süden  weit  in  die  Lohomberbebene
  herabgezogen  haben.  Sie  waren  anfänglich
dem  Eindringen  der  Europäer  feindlich  gesinnt,  sind
sebt  aber  treue  und  fleißige  Unterthanen.

Die  Ulangaebene  und  das  hohe  Bergland  von
Up  goro  find  wahre  Kornkammern.  Die  Ulangakbene
  erzeugt  auch  viel  Reis  von  sehr  guter  Beibaffenheit,
  daneben  Mtama  in  großer  Menge.  Auch
in  der  Lohomberoebene  wird  viel  Reis  und  Mtama
"owie  Mais  gebaut.  Das  Haupterzeugniß  der  Upallaberge
  und  der  Landschaft  Upagoro  ist  Mtama  und
Mais.  Daneben  werden  im  Bezirke  noch  gebaut:
Moniok,  Bataten,  Gurken,  Kürbis,  Sesam,  Erdnüsse,
Mavele,  Ulesi,  Bohnen  und  Zuckerrohr,  ganz  im
Südwesten  auch  Erbsen.  Durch  die  zahllosen  Bergbache
  und  Quellen,  die  über  ganz  Upagoro  zerstreut
eind,  ist  das  Land  außerordentlich  fruchtbar.  Jahraus,
  jahrein,  in  jedem  Monat  giebt  es  hier  frischen
Mais.

Die  Gestaltung  der  Oberfläche  im  Gebiet  der
Uoallaberge  ist  sehr  interessant.  Allenthalben  ragen
schroffe  Spitzen  und  Nadeln  aus  einem  schneeweißen
grobkörnigen  Gestein  empor,  die,  an  vielen  Stellen
kreisförmig  vereinigt,  die  denkbar  günstigste  Befestigung
  der  Dörfer  bilden.  In  diese  Klippen,  anscheinend
  Dolomitfelsen,  haben  sich  die  Wapagoro  vor
den  früheren  Raubzügen  der  Mafiti  und  Wangoni
zurückgezogen  und  die  Wahehe  oft  mit  blutigen  Köpfen
zurückgeschlagen.  Viele  dieser  Zufluchtsstätten  sind
nur  für  den  Eingeweihten  zugänglich,  ein  Mann  mit
Bogen  und  Pfeil  konnte  vielfach  ein  ganzes  Dorf
gegen  große  Räuberhorden  vertheidigen,  da  der  Eingang
  oft  nur  ein  schmaler  Felsspalt  ist.  In  dem
Felsenschlupfwinkel  befindet  sich  stets  Wasser,  auch
pflegten  die  Eingeborenen  früher  ihre  Vorräthe  dort
zu  verbergen.

Blühend  war  früher  die  Kleinviehzucht  der  Wapagoro.
  Ihre  Schafe  und  Ziegen  zeichneten  sich  durch
ihre  Größe  aus.  Zur  Zeit  der  Wahehe-Raubzüge
ging  es  mit  der  Viehzucht  bergab,  jetzt  erholt  sie  sich

483

 

Großvieh  gedeiht  vorzüglich,  ebenso  Schweine,  die
von  der  Station  Iringa  überlassen  wurden.  Alle
europäischen  Gemüse  gedeihen  gut,  einschließlich  Kartoffeln.
  Die  Versuche  mit  dem  Anbau  von  Nutzhölzern
  sind  erst  im  Anfangsstadium  begriffen.  Die
Bewaldung  des  Bezirks  ist  verhältnißmäßig  gut  zu
nennen  und  wird  sich  mit  Abnahme  der  Grasbrände
zweifellos  noch  heben.  Ein  sehr  häufig  vorkommender
Baum  liefert  anscheinend  gutes  Gumm  arabicum.
An  vielen  Stellen  in  Upagoro  liegt  Kalk,  vom  Wasser
abgefetzt,  in  sichtbaren  Einzelschichten  zu  Tage,  er
liefert  gebrannt  ein  sehr  gutes  Produkt.  An  mehreren
Stellen  der  Upallaberge  liegen  mächtige  Bleilager
zu  Tage;  ob  die  Berge  auch  Silber  in  abbauwürdigen
Mengen  enthalten,  ist  noch  nicht  festgestellt.  Das
Blei  wird  von  den  Eingeborenen  zur  Herstellung
einer  Glasur  bei  ihren  Töpfereien  benutzt.

Die  Durchschnittstemperatur  in  Upagoro  ist
ziemlich  niedrig  und  beträgt  12  bis  15°  Reaumur
im  Schatten.  In  den  niedrig  gelegenen  Theilen
des  Bezirks  ist  die  Temperatur  natürlich  bedeutend
höher.  In  den  Bergen  scheint  eine  völlige  Trockenheit
  nie  zu  herrschen,  etwas  Regen  soll  nach  Aussage
der  Eingeborenen  immer  fallen.  Sehr  zur  Vermehrung
  der  Feuchtigkeit  tragen  auch  noch  die  immerwährend
  starken  Morgennebel  bei,  die  an  vielen
Tagen  überhaupt  nicht  wegziehen.

Im  Bezirk  wird  ziemlich  viel  Tabak  gebaut,
theils  zum  eigenen  Gebrauch,  theils  zum  Verkauf
nach  Donde.

Den  Hauptausfuhrartikel  bildet  Gummi,  der  in
der  eigentlichen  Landschaft  Mahenge,  am  Fuße  der
Uheheberge  entlang  nach  Süden  bis  ins  Sakamaganyasgebiet
  zahlreich  vorkommt;  ebenso  viel  Gummi
wird  in  der  Landschaft  Mgende  und  in  den  Mahokobergen,
  der  nördlich  des  Lohombero  liegenden  Hügelkette,
  gewonnen.  Zum  Zwecke  des  Gummikaufes
kommen  aus  Kilwa  jährlich  bis  zu  500  kleinere  und
größere  Karawanen  mit  Stoffen,  und  die  Station
hat  es  sich  zur  Aufgabe  gemacht,  die  Eingeborenen
gegen  die  häufig  keineswegs  einwandsfreien  Kniffe
dieser  Händler  energisch  in  Schutz  zu  nehmen.

Das  Wegenetz  des  Bezirks  ist  schon  weitverzweigt,
doch  bleibt  immerhin  noch  viel  für  den  Wegebau  zu
thun  übrig.  Ein  Vortheil,  den  der  Bezirk  vor  anderen
  voraus  hat,  ist  die  Schiffbarkeit  seiner  Flüsse,
speziell  des  ganzen  Ulanga  =  Stromsystems.  Vom
Austritt  aus  den  Gebirgen  an  sind  die  Quellflüsse
des  Ulanga,  wie  Furua,  Njera,  Mpanga,  Ruhudje  2c.,
für  große  Einbäume  schiffbar.  Einige  Kilometer

weiter  in  der  Ebene  haben  sie  eine  Durchschnittswassertiese

  von  3  bis  4m,  abgesehen  von  Sandbänken,

  die  jedes  Jahr  wechseln.

:
*

aber  wieder.  Das  in  die  Upagoroberge  gebrachte

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  273,  312,
3#  und  387.

Auf  der  Station  sind  außer  Kleinhändlern,  die
sich  aber  noch  nicht  dauernd  niedergelassen  haben,  die
Firmen:  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft,  Hansing
  &amp;amp;  Co.,  Müller  &amp;amp;  Devers  und  die  Deutsch-Ostafrikanische
  Gummi-Handels=  und  Plantagengesellschaft
  vertreten.  Die  Stationsumgebung  ist  sehr
        <pb n="536" />
        fruchtbar  und  wasserreich,  Sümpfe  sind  nicht  vorhanden.
  Die  Eingeborenen  in  der  Stationsumgebung
sind  sehr  fleißig  und  bringen  ihre  Erzeugnisse  gern
zum  Verkauf.  Der  Versuchsgarten  der  Station,  der
außer  den  verschiedensten  Baumpflanzen  alle  europäischen
  Gemüse  sowie  Hafer  und  Kartoffeln,  Weizen  rc.
trägt,  verspricht  namentlich  durch  Weiterpflanzen  von
Nutzhölzern  einen  großen  Vortheil.  Durch  ihn  sollen
auch  Jumben  zur  Anpflanzung  von  Nutzhölzern  Anleitung
  finden.

Die  Einrichtung  der  Steuer  und  deren  Einziehung
macht  gute  Fortschritte.  Die  Eingeborenen  berstehen
die  Einrichtung  sehr  gut  und  bringen  willig  die
Steuer.  Veranschlagt  ist  die  Steuer  im  Bezirk  auf
etwa  25  000  Rupien.  Die  Sicherheit  ist  im  Bezirk
überall  gut,  kleine  und  große  Karawanen  und  einzelne
  Leute  können  überall  reisen.  Nach  der  bisherigen
  Entwickelung,  die  der  Bezirk  genommen  hat,
steht  zu  erwarten,  daß  die  Station  Mahenge  einmal
ein  großer,  wichtiger  Platz  wird,  da  sie  bei  ihrer
günstigen  Lage  in  reicher  Gegend  von  selbst  von  den
Karawanen  besucht  werden  wird,  zumal  von  denjenigen,
  die  von  Dar-es-Salam  und  Bagamoyo  nach
Songea  und  dem  Nyassa-See  gehen.

Muanza  mit  Schirati.

Die  farbige  Bevölkerung  beziffert  sich  nach  den
neuesten  Schätzungen  auf  mindestens  350  000  Köpyfe.
Diese  Zahl  ist  eher  zu  niedrig  als  zu  hoch  gerechnet.
Bei  der  Insel  Ukerewe  ist  es  gelungen,  durch  Zählung
fast  aller  Hütten  die  Bevölkerung  ziemlich  genau
festzustellen.  Ukerewe  allein  hat  über  40  000  Einwohner.


In  wirthschaftlicher  Beziehung  ist  das  Berichtsjahr
  in  seiner  ersten  Hälfte  für  fast  alle  Theile  des
Bezirks  infolge  Ausbleibens  der  großen  Regenzeit
für  den  Feldertrag  ungünstig  gewesen.  Eme  wesentliche
  Ausnahme  machten  nur  die  Inseln  Ukerewe  und
Kome,  die  in  ihrem  prachtvollen  Waldbestand  Schutz
vor  der  Sonne  besaßen.  Ukerewe  war  mit  seinem
Mtama  und  seinen  Bananen  das  Verpflegungsmagazin
für  die  Wassukuma  und  Waschaschi.  Die  letzte  Regenzeit
  hat  nun  überall  ausreichenden  Regen  gebracht,
und  alle  Landschaften  haben  auf  Anfrage  durch  ihre
Boten  geantwortet,  daß  das  Jahr  ein  gutes  sei.

Der  Hauptertrag  der  hiesigen  Schamben  ist  weißer
und  rother  Mtama.  Fast  jede  Landschaft  bebaut
hiermit  drei  Viertel  ihres  Ackers,  während  ein  Viertel
den  süßen  Kartoffeln,  dem  Maniok  und  Gemüsen,
wie  Bohnen,  verbleibt.  Mais  wird  wenig  gebaut,
und  Reis  kommt  nur  in  den  seuchten  Landschaften
am  See  vor.  In  Muanza  und  Schirati  selbst,  wie
auf  den  Missionsstationen  und  bei  der  Werft  Tschamlinde
  in  Ukerewe  sind  seitens  der  Europäer  die  Versuche
  mit  europäischem  Korn,  Gemüsen  und  Früchten
fortgesetzt.  Die  Station  Muanza  hat  nicht  nur  im
Stationsgarten  mit  großem  Erfolge  Weizen  gebaut,
sondern  auch  an  drei  Stellen  bei  den  Eingeborenen,
und  zwar  in  der  Nähe  des  in  Aussicht  genommenen

484

 

neuen  Stationsplatzes  im  Norden,  in  dem  nach  Often
in  die  Landschaft  Usmao  führenden  Thal  und  im
Süden  in  der  Landschaft  Nyengezi.  Von  dem  Ertrag
  wird  Saatkorn  an  weitere  Landschaften  gegeben
werden,  und  es  steht  zu  erwarten,  daß  im  nächsten
Jahre  jeder  Wassukuma-Sultan  eine  Weizenscham  be
unterhält.  Die  Reisernte  im  Stationsgarten  und
ebenfalls  an  dem  Platze  der  zukünftigen  Station  beim
Sultan  Makongollo  ist  über  Erwarten  günstig  ausgefallen.
  Das  schon  im  Vorjahre  erwähnte  gute
Gedeihen  fast  aller  europäischen  Gemüse,  ferner  der
Mangos,  Papayen,  Mapera  kann  durchaus  bestätig!t.
werden.  Die  Ercalyptuspflanzung  bei  der  Station
läßt  nichts  zu  wünschen  übrig.  Von  Palmen  entwickeln
  sich  am  ganzen  Strande  vor  der  Station
entlang  die  Oelpalmen  vorzüglich,  doch  ist  für  die
Kokospalme  ein  günstiger  Platz  noch  nicht  gefunden
worden.  Der  Waldbestand  des  ganzen  Bezirks  ist  ein
recht  geringer;  einzelne  Landschaften  weisen  Reste  ehemals
  prächtiger  Wälder  auf.  Die  Station  hat  ihre  Aufmerksamkeit
  dieser  wichtigen  Frage  zugewendet,  und  durch
Verbot  des  Wildbrennens  in  und  bei  Wäldern,  durch
An=  und  Nachforstung  wird  in  einigen  Jahren  das
Landschaftsbild  ein  anderes  sein.  Herrlichen  Waldbestand
  weisen  die  Inseln  Ukerewe,  Kome  und  Mai-=some
  auf.  Dem  Raubbau  wird  energisch  vorgebeugt:
Ukerewe  ist  fiskalisches  Waldreservat;  die  vor  zwei
Jahren  begonnenen  Anpflanzungen  sind  fortgesetzt
worden  und  entwickeln  sich  weiter.

Die  hiesigen  Kaufleute  erhalten  eine  in  Bagamoyo
abgesandte  Last  für  35  Rupien  Lohn  einschl.  Poscho
in  frühestens  90  Tagen,  die  Kaufleute  in  Uganda
die  gleiche  Last  für  25  Rupien  in  21  Tagen  von
Mombassa  bis  NRsebe  (Port  Alice).  Der  Landweg
vom  Endpunkt  der  englischen  Bahn  bis  Port  Ugowe
beträgt  noch  14  Tage;  die  Dhaufahrt  mit  einem
Frachtsotz  von  3  Rupien  pro  Last  bis  Nsebe  fünf
Tage.  Kein  Wunder  also,  wenn  schon  jetzt  Uganda
alle  Waaren  von  Mombassa  bekommt,  und  wenn  auch
die  hiesigen  Firmen  den  kurzen  und  billigen  Mombassaweg
  dem  weiten  und  theueren  deutschen  Wege
bald  vorziehen  werden.  Nur  eine  Eisenbahn  kann
hier  helfen.

Die  Fahrzeuge  der  Station  sind  ununterbrochen
im  Dienst  gewesen,  um  Verbindung  mit  Bukoba  und
Schirati  zu  unterhalten  und  deren  Gouvernements=  wie
Privatlasten  der  Europäer  zu  befördern.  Die  Schiffe
machen  sich  reichlich  bezahlt.  Die  am  8.  März  d.  Js.
vom  Stapel  gelassene  Aluminium-Dampspinasse
„Ukerewe“  brachte  der  Station  die  Erfüllung  eines
lang  gehegten  Wunsches.  Das  fürstliche  Geschenl
macht  einen  stattlichen  Eindruck,  und  seine  Leistungen
sind  gut.  Bei  einer  Geschwindigkeit  von  fünf  bis
sechs  Meilen  in  der  Stunde,  einem  Holzverbrauch
von  2  chm  in  12  Stunden  ist  die  „Ukerewe“  in
der  Lage,  bei  beschleunigter  Fahrt  sowohl  Bukoba
wie  auch  Schirati  in  zwei  Tagen  zu  erreichen.  Sie
stellt  für  den  Stationsdienst  eine  große  Erleichterung
dar  und  ist  im  Stande,  außer  vollständiger  Aus-
        <pb n="537" />
        rüstung  für  zwei  Europäer  etwa  20  Aslaris  zu  befördern
  bezw.  die  entsprechenden  Lasten.  Bei  den
Engländern  sind  außer  einer  großen  Zahl  Segeltransportschiffe
  zur  Zeit  drei  Dampfer  im  Bau.  Der
Nyanza  wird  bald  ein  viel  befahrenes  Wasser  sein.

Der  Wegebau  im  engeren  Bezirk  Muanza,  das
heißt  in  Ussukuma,  hat  seit  der  letzten  Regenzeit  große
Fortschritte  gemacht.  Die  vorhanden  gewesenen  beiden
Straßen  von  Tabora  nach  Muanza,  die  sich  am
Moame  zu  einer  Straße  bis  Muanza  vereinigen,
sind  ausgebessert  und  mit  Rasthauskolonien  und
Märkten  versehen  worden.  Die  Markteinrichtung
ist,  da  erst  eben  entstanden,  noch  nicht  erprobt,  doch
verspricht  sie  Erfolge.  Neu  angelegt  sind  befahrbare
Straßen,  die  die  Station  mit  allen  Landschaften,  mit
jedem  Sultansdorf  und  jedes  Sultansdorf  mit  denen
aller  Nachbarsultane  verbinden.  Jedes  Sultansdorf
unterhält  ein  stets  fertiges  Lager  mit  Markteinrichlung.
  Für  die  Sicherheit  des  Bezirks,  für  die  Erschließung
  bisher  weniger  besuchter  Landschaften  wie
für  deren  Verbindung  untereinander  wird  das
Straßennetz  seine  Bedeutung  beweisen.  Die  Einsassung
  mit  Baumreihen  ist  für  den  Beginn  der
neuen  Regenzeit  beabsichtigt.

Die  Hüttensteuer  ist  seit  dem  1.  April  d.  Is.  im
ganzen  Gebiet,  mit  Ausnahme  von  Schirati,  eingeführt
  worden.  Die  Einführung  ist  an  keiner  Stelle
auf  Widerstand  gestoßen.

Ueber  die  bauliche  Thätigkeit  im  Bezirk  Muanza
ist  Folgendes  zu  erwähnen:  Die  Mission  Bukumbi
hat  eine  sehr  große  Kirche  gebaut,  auf  Ukerewe  ist
eine  solche  im  Bau  begriffen.  Die  hiesige  Niederlassung
  der  Deutsch-Ostafrikonischen  Gesellschaft  sieht
ihrer  Vollendung  entgegen;  der  Hauptbau,  das
Europäerhaus,  macht  einen  recht  stattlichen  Eindruck
und  gereicht  der  Stadt  zur  Zierde.  Die  Firma
H.  L.  H.  Koether  haot  auf  einer  Höhe  unweit  der
Station  ein  villenartiges  Gebäude  mit  Wirthschaftsräumen
  erbaut,  das  seiner  günstigen  Lage  wegen  als
Erholungsstation  oder  als  Miethshaus  vielleicht  eine
Nolle  spielen  wird.  Die  Station  schließlich  hat  an
der  Erweiterung,  Verbesserung  und  Verschönerung
der  Stadt  Muanza  mit  Erfolg  weiter  gearbeitet.
Gradlinige,  5  m  breite  Straßen  durchziehen  den  Ort;
ihre  Ränder  sind  durchweg  mit  Bäumen  eingefaßt.
Die  gesammten  Wohnungen  der  Askaris  und  farbigen
Angestellten  sind  ausgebessert  oder  umgebaut,  ihre
Dächer  sind  erneuert.  Auf  Reinlichkeit  in  den
Straßen  und  hinter  den  Häusern  wird  von  der
Polizei  geachtet.  Etwas  außerhalb  der  Stadt
ist  eine  Karawanserei  neu  gebaut,  die  etwa
300  Menschen  gleichzeltig  aufnehmen  kann;  auch  hier
wird  der  Sauberkeit  besondere  Aufmerksamkeit  zugewandt.
  Der  Bau  einer  20  m  langen,  10  m  breiten
und  8  m  hohen  Markthalle  mit  gepflastertem  Boden
fällt  gleichsalls  in  die  zweite  Hälfte  des  Berichtssahres.
  Der  Markt  wird  auch  von  der  weiteren
Umgebung,  wie  von  den  Wakerewe,  stark  besucht;  der
Verkehr  ist  den  ganzen  Tag  ein  sehr  lebendiger.

485

 

Infolge  des  Verbotes  an  Askaris  und  farbige  Angestellte,
  ihren  Lebensunterhalt  selbst  auswärts  einzukaufen,
  und  infolge  des  Schutzes,  den  die  stets
anwesende  Polizei  auswärtigen  Marktbesuchern  angedeihen
  läßt,  werden  jetzt  die  Feld=  und  Gartenerzeugnisse
  in  die  Stadt  zum  Markt  gebracht.

Die  Sicherheit  im  Bezirk  ist  eine  völlige;  keine
Karawane,  mag  sie  groß  oder  klein  sein,  wird  beim
Durchmarsch  Schwierigkeiten  haben.

Als  wichtigstes  Ereigniß  für  den  Bezirk  Muanza
war  im  Vorjahre  die  Gründung  der  Station  Schirati
zu  bezeichnen.  Dieser  Posten  an  der  englischen
Grenze  hat  allen  Erwartungen  entsprochen.  In
politischer  Beziehung  ist  er  ein  wichtiger  Faktor,  um
die  deutsche  Herrschaft  zu  zeigen  und  zu  verbreiten,
in  taktischer  und  strategischer  Beziehung  ein  Stützpunkt
  unseres  Einflusses.  Infolge  seiner  Nähe  zum
Endpunkt  der  Mombassabahn,  Port  Ugowe,  wird
Schirati  noch  eine  große  Rolle  spielen.

Bukoba.

In  politischer  Hinsicht  ist  im  Berichtsjahre  nichts
von  Bedeutung  vorgefallen  Wenn  sich  auch  die
Unruhen  in  Uganda  bis  an  die  deutsche  Grenze
heranzogen,  so  wurde  deutsches  Gebiet  doch  nirgends
hiervon  in  Mitleidenschaft  gezogen.  Die  Wagandarebellen
  haben  zu  jeder  Zeit  deutsches  Gebiet  sorgfältig
  respektirt.  Der  Häuptling  Gabriel  Miosi,  ein
Anhänger  des  früheren  Königs  Mwanga,  konnte  ohne
Anwendung  von  Gewalt  an  der  Grenze  entwafsfnet
werden.  Die  mit  ihm  übergetretenen  Waganda,  550
an  Zahl,  sind  in  der  Nähe  der  Station,  in  einem
neuen  Dorfe,  angesiedelt  worden.  Der  in  Karagwe
ausgebrochene  Thronfolgestreit  wurde  beigelegt.
Kaketo,  der  Urheber  dieser  Streitigkeiten,  stellte  sich
freiwillig  der  Station  und  erhielt  drei  Stunden
südlich  von  Bukoba  eine  Schambe  zum  Aufenthalt
angewiesen.  Der  Sultan  Loisabuba,  welcher  seine
Nachbarn  durch  fortwährende  Räubereien  belästigte,
wurde  abgesetzt  und  erhielt  die  Schambe  Ishozi.
Das  Land  Mpororo,  welches  etwa  250  000  Einwohner
  zählt  und  bis  dahin  so  gut  wie  unbekannt
war,  konnte,  von  unbedeutenden  Zusammenstößen
abgesehen,  auf  friedlichem  Wege  zur  Anerkennung
der  deutschen  Herrschaft  gebracht  werden.  Fünf
Sultane  dieses  Landes  haben  Flagge  und  Schutzbrief
erhalten,  und  schon  jetzt  bringen  mehrere  Sultane
größere  Schauris  zur  Kenntniß  der  Station.  Der
jetzige  friedliche  Zustand  im  Bezirk  wird  von  allen
Sultanen  geschätzt.

Die  Ernte  im  Bezirk  muß  auch  in  diesem  Jahre
als  gut  bezeichnet  werden.  Während  sich  in  Uganda
ein  Mangel  an  Nahrungsmitteln  fühlbar  machte,
war  im  Bezirk  Nahrung  überall  reichlich  vorhanden.
Wenn  auch  im  Vergleich  zu  früheren  Jahren  diesmal
weniger  Regen  gefallen  ist,  so  hatte  dies  doch  kaum
einen  Einfluß  auf  die  Ernte.  Die  Bananenkultur
ist  nach  wie  vor  die  verbreitetste.  Mtama,  Mais
und  Eleusine  wurden  nur  spärlich  gebaut.  Ersterer

4
        <pb n="538" />
        wird  zur  Pombebereitung  verwerthet,  letzterer  soll
bei  etwaiger  Hungersnoth  eine  Reserve  bilden.  Mais
wird  hauptsächlich  in  Ussuwi  gepflanzt.  Die  Erdnuß
wird  zur  Herstellung  von  Del,  das  zum  Einfetten
des  Körpers  gebraucht  wird,  gepflanzt.  Bohnen  und
Erbsen  findet  man  im  ganzen  Bezirk  in  den  verschiedensten
  Sorten  vertreten;  sie  werden  von  der
Bevölkerung  gern  gegessen.  In  Mopororo  haben
Bohnen  und  Erbsen  die  Banane  fast  vollständig  verdrängt;
  daneben  werden  noch  Bataten,  Mtama  und
Mais  gebaut.  Tabak  findet  man  überall  im  Bezirk;
eine  gute  Sorte  gedeiht  in  Mpororo.  Auf  den
Kaffeebau  verwendeten  die  Sultane  besondere  Sorgfalt.
  Die  wild  wachsenden  Bäume  wurden  freigelegt
und  beschnitten,  auch  besondere  Saatbeete  angelegt,
aus  welchen  die  Pflänzchen  in  regelrechte  Kaffeeschamben
  ausgepflanzt  wurden.  Es  steht  zu  hoffen,
daß  mit  der  Zeit  die  Qualität  des  Kaffees  durch
sorgfältige  Behandlung  gut  wird.  Schon  jetzt  wird
er  von  den  Europäern  und  Arabern  des  Bezirks
gern  getrunken,  auch  nach  Muanza  und  Ushirombo
ausgeführt.  Die  Eingeborenen  essen  die  Bohnen  roh.
Mit  Weizen  und  Reis  wurden  befriedigende  Erfolge
erzielt.  Ersterer  gedeiht  in  Karagwe,  letzterer  in
Kifsumbiro  an  der  Kagera.  Der  Anbau  von  europäischen
  Kartoffeln  wurde  mehreren  Sultanen  zur
Pflicht  gemacht;  die  Kartoffel  gedeiht  fast  überall  im
Bezirk.  Die  Stationsbesatzung  konnte  in  eigenen
Schamben  ihren  Jahresbedarf  ernten.  Die  im  Vorjahre
  begonnenen  Anforstungen  mit  Nutzhölzern
wurden  fortgesetzt.  Die  Station  hat  in  Saatbeeten
eine  Viertelmillion  Schambiabäumchen  gezogen,  welche
zum  Theil  an  die  Sultane  abgegeben,  zum  Theil
bei  der  Station  ausgepflanzt  wurden.  In  Kyanga,
Kyamtura  und  Kisiba  wurden  regelrechte  Anforstungen
gemacht.  Diese  Anforstungen  werden  von  den  Sultanen
  unterstützt,  da  das  Schambiaholz  den  Bohrwürmern
  und  Termiten  widersteht  und  mit  Vorliebe
zum  Hüttenbau  verwendet  wird.  In  Kanyosa  an
der  Kagera  wurde  ein  kleiner  Bestand  von  Sandelholzsträuchern
  gefunden.  Zur  Erlangung  und  Erhaltung
  eines  guten  Holzbestandes  wurde  dem  Abbrennen
  des  Grases  und  Unterholzes  nachdrücklich
entgegengearbeitet.  In  der  Stationsschambe  wurden
an  europäischem  Gemüse  gepflanzt:  Kohlrabi,  Rothund
  Weißkohl,  rothe  Rüben,  Salat,  Gurken,  Erbsen,
Bohnen,  Tomaten,  Mohrrüben  und  Zwiebeln.  An
Früchten:  Ananas,  Papayen,  Kapstachelbeere,  Magera
und  Citronen.  Ein  Versuch  mit  dem  Anbau  von
arabischem  Kaffee  scheint  einzuschlagen.  An  die  Sultane
  wurde  Samen  von  europäischem  Gemüse  abgegeben.


Es  passirten  vom  1.  April  1899  bis  31.  März
1900  die  Station  590  Karawanen  mit  8419  Trägern.

  Nach  Uganda  wurden  hauptsächlich  Tauschartikel,
  vor  Allem  Zeugstoffe,  ausgeführt,  nach
Tabora  Elfenbein  eingeführt.  Die  Elfenbeineinfuhr

  hat  sich  fast  um  das  Doppelte  gesteigert.
Das  Elfenbein  stammt  zum  größten  Theil  aus  Toru

486

 

und  Ungoro.  Zum  Transport  desselben  wird  imwer
noch,  so  lange  die  Unruhen  in  Uganda  fortbestehn.
der  sichere  Weg  durch  das  deutsche  Gebier  vorgezogen
werden.  Wenn  aber  von  Ungoro  und  Tom  guu
und  sichere  Verbindung  nach  der  Bahnstation  Kamirondo
  am  Victoria-See  vorhanden  sein  wird,  dem
wird  auch  die  jetzt  noch  bestehende  Elfenbeineinfubr
ihren  Weg  auf  der  englischen  Bahn  nach  Mombefi
nehmen.  Von  Uganda  nach  dem  deutschen  Gebe.
wird  der  Handel  dann  auf  den  nothwendigen  Lelalhandel
  beschränkt  werden.  Zur  Förderung  und  Er
leichterung  des  Karawanenverkehrs  im  Bezirk  wurde
das  vorhandene  Straßennetz  in  gutem  Zustand  er
halten  und  erweitert.  An  den  meisten  Lagerplößzen
befinden  sich  offene  Unterkunftsräume,  in  welchen  die
Karawanen  Schutz  gegen  Wetter  und  Wind  finden.
An  fahrbaren  Straßen  sind  im  Bezirk  etwa  500  kn
vorhanden.  Diese  Straßen  sind  mit  Brücken  urd
Abflußgräben  versehen  und  stellenweise  mit  Bäumer
bepflanzt.  In  Angriff  genommen  sind  weiter-160
  km.

Die  Einziehung  der  Hüttensteuer  bereitet  kein:
Schwierigkeiten.  Jeder  Sultan  hat  monatlich  er:
der  Größe  seines  Landes  und  der  Anzahl  seiner
Unterthanen  entsprechende  Summe  auf  der  Statm
abzuliefern.  Dieses  ist  um  so  leichter  durchzuführe
als  die  Sultane  auch  von  ihren  Unterthanen  für  #er
Hütte  eine  monatliche  Steuer  von  einigen  Peso  ver
langen.  Der  Mangel  an  Bargeld  verhindert  indeh#er
die  Einziehung  der  ganzen  Steuer  in  Bar;  die  sed
lenden  Beiträge  werden  daher  durch  Lieferung  der
Naturalien,  Elfenbein  und  durch  Arbeitsleistungeeingebracht.
  Mit  der  Zeit  wird  sich  die  Bareinnad#.
an  Steuern  im  Bezirk  erhöhen,  wenn  die  Sulur#
den  Werth  des  Geldes  erst  kennen  gelernt  hoben.
Alle  Sultane  haben  im  letzen  Halbjahr  bereits  ent
Steigerung  der  Barablieferungen  zu  verzeichnen.

Die  Stellung  der  Sultane  in  ihren  Bezirer
wurde  von  der  Station  unterstützt  und  gesorden
Die  Eingeborenen  sind  mit  der  Regierungsweise  id'#e#-Sultane
  zufrieden.  Sämmtliche  kleine  Schauris  er
ledigen  die  Sultane  innerhalb  ihres  Bezirks  selber
Schauris  der  Sultane  gegen  einander,  Klagen  de-Eingeborenen
  gegen  ihre  Sultane  sowie  Schaar:
zwischen  Eingeborenen  verschiedener  Sultane  wurde:
stets  von  der  Station  erledigt.  Zur  ständigen  Ver
bindung  zwischen  der  Station  und  den  Sultanen  ###
jedes  Land  einen  Katikiro  ständig  in  Buloba  wohner
dem  etwaige  Befehle  zur  sofortigen  Weiterbeförderur
an  seinen  Sultan  übertragen  werden.  Diese  Ern
richtung,  die  sich  in  jeder  Hinsicht  bewährt  hat,
von  dem  Lande  Mpororo  abgesehen,  auf  alle  Sultea#mn
des  Bezirks  ausgedehnt  worden.  Von  den  Sultavesind
  alle,  mit  Ausnahme  von  Kassussura  von  L'-Ussuvi,
  der  am  weitesten  entfernt  wohnt,  ein  oder
mehrere  Male  auf  der  Station  erschienen.

Dem  Sklavenhandel,  dem  sich  durch  die  Unruder
in  Uganda  ein  günstiger  Boden  zu  bieten  schier
wurde  seitens  der  Station  mit  Nachdruck  entgeger
        <pb n="539" />
        getreten.  Es  wurden  fünf  Sklavenräuber  verurtheilt
und  71  Sklaven  befreit.

Das  Vertrauen  der  Eingeborenen  zur  Station
hat  sich  im  Berichtsjahre  bedeutend  gehoben.  Das
Ansehen,  welches  sich  die  deutsche  Regierung  nach
außen  hin,  nach  Uganda  und  dem  Kongostaat,  verschaffen
  konnte,  hat  wesentlich  hierzu  beigetragen.

Kamerun.

Stationseinrichtung  in  Tinto.

Nach  einer  Meldung  des  Gouverneurs  v.  Puttkamer
  ist  der  Leutnant  Strümpell  mit  seiner
Abtheilung  am  1.  April  d.  Is.  in  Tinto  an  der
Balistraße  eingetroffen  und  hat  die  Einrichtung  der
Station  begonnen.

Expedition  v.  schimmelpfennig.

Die  in  die  Gegend  von  Yaünde  unternommene
Expedition  des  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig
vergl.  Kol.  Bl.  1901,  S.  444)  ist  nach  einer  tele-(kraphischen
  Meldung  des  Gouverneurs  v.  Puttkamer
vohlbehalten  zurückgekehrt.

 

Deutsch-Züdwestafrika.

South  West  Africa  Company,  Ctd.

Die  ordentliche  Generalversammlung  der  Aktionäre
er  South  West  Africa  Company,  Ltd.,  wurde  am
9.  Juni  in  London  unter  dem  Vorsitz  von  Mr.  Edtund
  Davis  abgehalten.  Zur  Erläuterung  des
zeschäftsberichtes  der  Gesellschaft  führte  der  Vortende
  im  Wesentlichen  Folgendes  aus:

„Seit  unserer  letzten  Bilanz  ist  der  Rest  unseres
atorisirten  Kapitals  im  Betrage  von  30  000  Shares
nittirt  worden,  so  daß  unser  emittirtes  Kapital  jetzt
000  000  8  beträgt.  Unsere  Kassenbestände  betrugen
in  Juni  1900  etwas  über  200  000  L.  Augenblicklich
laufen  sie  sich  auf  etwas  über  230  000  K,  und  die
eiserenz  von  30  000  K  ist  auf  die  Einzahlung  für
e  30  000  K  jüngst  emittirten  Shares  zurückzuführen.
s  war  ein  geringer  Ueberschuß  der  Einnahmen  über
e  Ausgaben  während  des  Jahres  zu  verzeichnen.
ußerdem  erzielte  die  Gesellschaft  durch  den  Verkauf
nes  Theiles  ihres  Aktienbesitzes  der  Mossamedes-=sellschaft
  einen  Gewinn  von  etwa  7000  E.  In
im  Theil  des  Otavidistriktes,  für  den  wir  der  Otaviesellschaft
  eine  Option  gewährt  haben,  sind  die
usschließungsarbeiten  seit  dem  letzten  August  in
wloßem  Maßstabe  auf  Kosten  der  Otavi-Gesellschaft
(rtgeführt  worden.  Bei  Isumeb  ist  mit  der  Abufung
  von  zwei  neuen  Schächten,  243  Fuß  von
nander  entfernt  und  östlich  und  westlich  der  beiden
ten,  von  unserer  Gesellschaft  abgeteuften  Schächte

487

 

begonnen  worden;  bisher  haben  die  Schächte  die
Teufe  von  200  Fuß  erreicht,  und  sieben  Querschläge
werden  auf  dem  tiessten  Nivean  vorgetrieben.  Der
westliche  Schacht  ist  in  gutem  Erz  fast  über  die  ganze
Länge  abgeteuft  worden,  während  der  östliche  Schacht
bei  90  Fuß  Teufe  das  Erz  durchschlug.  Es  ist  unmöglich,
  aus  den  bisher  bewirkten  Arbeiten  zu  bestimmen,
  ob  das  Erz  in  einer  Ader  enthalten  ist,
oder  aber  ob  es  sich  nur  um  ein  Lager  handelt;
was  sich  indessen  auch  als  richtig  herausstellen  mag,
das  vorhandene  Erz  ist  sehr  befriedigender  Natur.

Im  vergangenen  Februar  wurde  mit  den  Arbeiten
bei  Guchab  oder  Anwap,  etwa  30  Meilen  südlich  von
Tsumeb  und  15  Meilen  östlich  von  Otavi  begonnen.
Dort  befindet  sich  ein  hervorragender  Ausbiß,  der
einen  hohen  Kupfergehalt  aufweist.  Es  werden  jetzt
zwei  Querschlagtunnel  eingetrieben,  um  die  Ader
anzuhauen,  und  es  wird  erwartet,  daß  der  erste
100  Fuß  und  der  zweite  200  Fuß  unterhalb  des
Ausbisses  auf  die  Ader  stoßen  wird.  Die  Länge  des
ersten  Tunnels  wird  auf  etwa  180  und  die  des
zweiten  auf  etwa  400  Fuß  veranschlagt.  Am  30.  März
hatte  der  erste  Tunnel  die  Länge  von  75  Fuß  erreicht
und  sollte  sich  jetzt  in  nächster  Nähe  der  Ader  befinden.
  Der  untere  Tunnel  war  am  30.  März
120  Fuß  weit  eingetrieben,  und  die  Arbeiten  schreiten
etwa  70  Fuß  im  Monat  vorwärts.  Vor  einiger  Zeit
wurde  auch  bei  Little  Otavi  mit  den  Ausfschließungen
begonnen  und  ein  Schacht  100  Fuß  weit  abgeteuft,
um  den  Werth  des  oberhalb  von  unserer  Gesellschaft
entdeckten  Erzes  zu  prüfen.  In  den  verschiedenen
Lagern  sind  die  Ausschließungen  bisher  noch  nicht
so  weit  vorgeschritten,  daß  ein  endgültiges  Urtheil
gebildet  werden  konnte.  Der  Probewerth  des  Erzes
ist  gut,  aber  die  verfügbaren  Erzmengen  können  erst
annähernd  genau  abgeschätzt  werden,  wenn  die  Explorationsarbeiten
  beendigt  sind.  Die  Option  der
Otavi-Gesellschaft  zur  Uebernahme  der  Besitzung
bleibt  bis  zum  April  des  nächsten  Jahres  in  Kraft.

Guano  ist  an  verschiedenen  Stellen  entdeckt  worden,
  entlang  der  Kaokofeldküste,  und  wir  sind  gegenwärtig
  mit  der  Kaiserlich  deutschen  Reichsregierung
in  Unterhandlung,  um  die  Ausfuhrzölle  zu  regeln,
ehe  wir  die  geeigneten  Schritte  zur  Abhebung  dieser
Lager  in  die  Hand  nehmen,  die  sich  möglicherweise
als  sehr  werthvoll  herausstellen  können.  Der  Handel
in  Südwestafrika  ist  andauernd  befriedigend,  und
die  Damara=  und  Namaqua-Handelsgesellschaft,  an
der  wir  lebhaft  interessirt  sind,  dehnt  ihr  Geschäft
in  zufriedenstellender  Weise  stetig  aus.“

Der  Jahresbericht  nebst  Rechnungsauszug  bis
30.  Juni  1900  wurde  von  der  Generalversammlung
genehmigt  und  die  zurücktretenden  Direktoren,  die
Herren  George  Cawston,  M.  v.  Brandt  und  Adolf
Woermann,  einstimmig  wiedergewählt.
        <pb n="540" />
        RAus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  KAntisklaverei-Bewegung.

Der  „Epvangelische  Heidenbote“  bringt  die  Trauernachricht,
  doß  der  Missionar  Bizer,  Präsident  der
Baseler  evangelischen  Kamerunmission,  durch  Ertrinken
  verunglückt  ist.

Die  Pallotiner-Mission  in  Kamerun  ist  von
einem  harten  Schlag  durch  den  Tod  des  Paters
Michael  Schöller  betroffen  worden,  der  seit  vier
Jahren  in  der  dortigen  Mission,  zuletzt  auf  der
Station  Marienberg,  thätig,  vom  Schwarzwasserfieber
am  19.  Mai  dahingerafft  worden  ist.

Die  „Missionsblätter“  (Organ  der  St.  Benediktus-Genossenschaft
  für  ausländ.  Missionen  zu  St.  Ottilien)
berichten  aus  Dar-es-Saläm,  daß  Br.  Elias  Glaser
von  dem  Bau  der  St.  Josephskirche  abglitt  und  so
unglücklich  auffiel,  daß  er  einen  Schädelbruch  und
einen  komplizirten  Armbruch  erlitt.  Am  darauffolgenden
  Tage  verschied  er,  ohne  das  Bewußtsein
wiedererlangt  zu  haben.

Wie  wir  dem  Bericht  über  die  letzte  Hauptversammlung
  des  Provinzialvereins  der  Brandenburgischen
  Missions-Hülfsvereine  für  Berlin  I  entnehmen,
  sprach  dort  Missionsinspektor  D.  Merensky
über  Ostafrika,  zunächst  über  die  Mission  bei  den
Konde,  friedlichen  und  relativ  glücklichen  Heiden  in
einem  schönen,  fruchtbaren  Land  am  Nyassasee.  Auf
vier  Stationen  wird  reichlich  Gottes  Wort  gepredigt.
Die  Sprache  ist  zur  Schriftsprache  gemacht;  die
Evangelien,  Gesangbuch,  Katechismus  sind  übersetzt.
Auf  hohem  Gebirge  an  der  Grenze  von  Kondeland
wohnt  der  Stamm  der  Kindo.  Hier  sind  zwei
Stationen.  Vor  einem  Jahr  nahmen  bei  einer
Konferenz  90  Heidenchristen  das  heilige  Abendmahl.
Das  dritte  Missionsgebiet,  ebenfalls  an  Kondeland
grenzend,  ist  das  Heheland  mit  den  Wahehe.  Die
Häuptlinge  baten  um  Missionare  und  schickten
143  Träger.  Missionar  Bunk  sah  darin  einen  Ruf
Gottes  und  folgte.  Es  war  der  rechte  Augenblick.
Auch  auf  diesem  schwierigen  Gebiet  konnten  vier
Stationen  gegründet  werden,  und  die  Brüder  haben
treulich  ausgehalten.  Sie  studirten  die  Sprache,
impften,  als  die  Pocken  ausbrachen,  vermittelten  den
Frieden  zwischen  dem  Häuptling  Lupembe  und  den
deutschen  Schutztruppen.  Jetzt  hat  ein  Missionar
schon  ein  Kirchlein  gebaut,  wo  sich  oft  500,  600,
800,  ja  1000  Zuhörer  einfinden.  Auch  Schwestern
und  Handwerker  sind  dort,  ja  ein  Arzt  hat  sich
niedergelassen.

Die  Berliner  (III)  ostafrikanische  Mission  ist
nach  der  Störung  durch  die  Hungersnoth  wieder  in
die  geordneten  Bahnen  ruhiger,  stetiger  Arbeit  gekommen.
  Die  Zahl  ihrer  Christen  hat  sich  im  letzten
Jahre  fast  verdoppelt  und  ist  von  243  auf  439  ge-488



 

stiegen.  Da  noch  353  im  Taufunterrichte  sind,  st
ein  weiteres  starkes  Wachsthum  in  Aussicht.

Die  Zeitschrift  „Gott  will  es“  des  Afrikavere
deutscher  Katholiken  schreibt  über  das  apostolu-Vikariat
  Tanganyika:

Seit  zwei  Jahren  scheint  das  Volk  erwacht
sein.  Nach  langen  Jahren  der  Anstrengung,
Gebets  und  der  Leiden  zählten  die  Schulen
Jahre  1897  kaum  200  Kinder.  Da  begannen
von  uns  erzogenen  und  ausgebildeten  Katecheten  ie
Thätigkeit.  Sofort  stieg  die  Zahl  der  Schüler  #c
972.  Im  Jahre  1899  betrug  sie  bereits  1700  u
im  Berichtsjahr  1900  besuchen  schon  3000  Kint
36  von  41  Katecheten  geleitete  Schulen.  Eine  fär
liche  Begeisterung  für  den  Unterricht  zeigt  #
Um  ihre  Kinder  an  den  Wohlthaten  der  christlich
Unterweisung  theilnehmen  zu  lassen,  verlegen  ger
Dörfer  ihre  Wohnplätze,  um  den  von  den  Kolechen
besuchten  Orten  näher  zu  sein.  Man  ist  erstaunt,  #
diesen  Negern  jetzt  zarte  Züge  zu  finden,  die  bieb
unbekannt  waren.  —  In  diesem  Jahre  ist  ein  sech#.
Missionscentrum,  St.  Bonifaz  in  Mkulwe  im  Süd,
des  Rilwasees,  gegründet  worden.  Für  die  weift
Schwestern  wird  ein  drittes  Haus  errichtet  und  zw##
in  der  Station  St.  Franziskus  in  Kirando.  2##
Missionsschwestern  üben  einen  sehr  guten  Einfe
auf  die  weibliche  Bevölkerung  aus.  Die  Ausbreitun,
der  Mission  übertrifft  alle  Erwartung.  Statt  de
53  Dörfer  im  vorigen  Jahre  werden  jetzt  schon  mer
als  200  von  unseren  Katecheten  und  den  Missionare
besucht;  die  Zahl  der  Schulen  ist  von  31  auf  “
gestiegen.  Doch  sind  immerhin  noch  zwei  Dritt
unseres  Vikariats  in  den  Bereich  unferer  Thängiezu
  ziehen.  —  Statistische  Jahresübersicht  des  V
riats:  1963  Christen,  9017  Katechumenen,  46  Schm-(1478
  Knaben,  1309  Mädchen),  12  357  Belckter
15525  Kommunionen,  181  Firmungen,  46  Elschließungen,
  19  109  Fälle,  in  denen  Kranke  verpste#n
oder  Arznei  gegeben  wurde.

Der  „Afrikabote“  giebt  in  der  Fortsetzung  der
Jahresberichts  über  die  Missionsthätigkeit  der  Weife.
Väter  in  Nord=  und  Mittelafrika  im  Berichtsjätr,
1899/1900  einen  Ueberblick  über  das  apostoliut
Vikariat  Süd-Nyanza.  Die  Mission  des  südlit
Nyanza,  die  anfänglich  mit  großen  Schwieriglett
zu  kämpfen  hatte,  geht  heute  ihren  regelmäßen
Gang.  Besonders  auf  den  Inseln  des  Sees,  selen
bis  an  die  äußersten  Grenzen  des  Vikariats,  hat  ?7
Christianisation  bedeutende  Fortschritte  gemas"
Ruanda,  ein  sehr  bevölkertes  Land,  hat  ein  #
Arbeitsfeld  geöffnet.  Wenn  bei  den  Basukuma  d#
Fortschritte  langsamer  erscheinen,  sind  sie  wenigstenbeständig
  und  sicher.  Es  find  zwei  neue  Stationer
gegründet  worden,  die  eine  zu  Isavi  in  Nuanda,  d
andere  auf  der  Insel  Kome.  Die  neue  Station  ##
Isavi  liegt  nicht  weit  vom  Kivusee,  20  km  von  del
Hauptstadt  entfernt.  Die  Mission,  umgeben  #r
        <pb n="541" />
        —  489

leinen  Hügeln  mit  sanften  Abhängen,  liegt  inmitten
ahlreicher  Dörfer.  Die  Bevölkerung,  welche  beonders
  dicht  zusammenwohnt,  scheint  sehr  gut  vernlagt,
  und  die  Patres  haben  die  beste  Aufnahme
efunden,  sowohl  bei  den  Häuptlingen,  welche  mit
ynen  gute  Verbindungen  unterhalten,  als  auch  beaonders
  seitens  der  Ureinwohner,  welche  die  Menge
es  Volkes  bilden,  aber  den  Batussi,  den  Beherrschern
es  Landes,  unterworfen  sind.  Die  Mission  in
lkerewe,  die  blühendste  des  ganzen  Vikariats,  schreitet
uf  dem  begonnenen  Wege  fort.  P.  Roussez  schreibt
arüber:  „Wir  sind  glücklich,  bei  der  heidnischen
Zevölkerung  eine  Rückkehr  zu  vertrauensvollen  Geinnungen
  konstatiren  zu  können.  Diesen  Umschwung
erdanken  wir  zum  großen  Theil  unseren  vorgerückteren
Schülern,  die  jeden  Abend  auf  den  15  Dörfern  der
imgegend  christlichen  Unterricht  ertheilen.  Sie  geben
en  Kindern,  deren  Eifer  mit  jedem  Tage  wächst,
interricht  in  den  Anfangsgründen  der  christlichen
kehre.  Dadurch  vermehrt  sich  zusehends  die  Zahl
nserer  Katechumenen,  welche  dem  Vorbereitungsnterricht
  zur  Taufe  folgen  können.  Seit  einiger
zeit  schicken  sämmtliche  Dörfer,  welche  noch  keinen
hristlichen  Vorsteher  haben,  Deputationen  zum
l.  Superior,  um  von  ihm  einen  zu  erbitten.  Da
sir  uns  nicht  in  die  civilen  Angelegenheiten  mischen
vollen,  schicken  wir  die  Abgesandten  zum  König,
elcher  die  Sache  gewöhnlich  aufs  Beste  ordnet.
Lenn  diese  Bewegung  andauert,  werden  alle  Dörfer
es  Inselmeeres  von  Ukerewe  und  die  zum  Festlande
ehörenden  einen  unserer  Neubekehrten  an  ihrer  Spitze
aben  und  das  auf  Bitten  der  Heiden  selbst.“

In  Kissaka  (Ruanda)  wurde  die  neue  Missionsation
  Allerheiligen  von  Br.  Alfred  gegründet.  Br.
llfred  trat  die  Reise  am  1.  Oktober  1900  von  Bumbi
  aus  an,  ging  um  den  Emin  Pascha-Golf  herum
nd  berührte  den  See  Mohasi  und  den  See  Rubinda.
#n  der  Provinz  Kissaka  ist  die  Bevölkerung  ziemlich
icht  und  wird  zweifellos  noch  bedeutend  zunehmen.

In  den  „Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen
RNission“  schreibt  Missionar  Ostwald  über  das
schwefelbad  bei  Amboni  im  Sigifluß,  etwa  zwei
5tunden  hinter  Tanga  gelegen:

„Es  sprudelt  dort  am  Flußufer  eine  38  Grad
arme  Schwefelquelle,  deren  Heilkraft,  wie  zu  Hause
sstgestellt  ist,  nicht  viel  hinter  der  der  Schwefelquellen
ei  Aachen  zurücksteht.  Dort  hat  nun  auf  Betreiben
nseres  früheren  Arztes,  Dr.  Plehn,  unser  Bezirksamt
in  Bad  mit  drei  Abtheilungen  für  Europäer,  Inder
nd  Schwarze  eingerichtet,  indem  die  Felsen,  aus
enen  die  Quelle  sprudelt,  gefaßt  und  übermanert
Lurden.  Gelegenheit  zur  Unterkunft  bietet  sich  den
zkuropäern  in  einem  netten  Hause  oben  auf  der  Höhe,
vährend  die  Schwarzen  im  Dorfe  Amboni  sich  eingiethen
  müssen.  Auf  Anrathen  unseres  Stabsarztes
z"eschlossen  wir,  im  Februar  unsere  sämmtlichen  mit
zußwunden  und  sonstigen  Hautkrankheiten  behafteten
tinder  und  Frauen  für  einen  Monat  dorthin  zu

 

bringen,  damit  sie  in  dem  heilkrästigen  Wasser  gesund
würden.  Am  Montag,  den  183.  Februar,  brachte  ich
denn  unsere  zehn  Kranken  nach  Amboni,  unter  ihnen
drei  Kinder,  bei  denen  trotz  sorgfältigster  Pflege  ihre
durch  die  Sandflohplage  entstandenen  Fußwunden
nicht  heilen  wolltern.  Bald  kamen  die  erfreulichsten
  Nachrichten.  Die  Wunden  aller  Kranken
fingen  sehr  bald  an  zu  heilen.  Die  Kinder,  die  auf
der  Station  nur  mit  dickem  Verband  hatten  mühsam
umherkriechen  können,  hüpften  und  sprangen  umher,
und  die  Stimmung  in  Amboni  war  eine  ganz  vortreffliche.
  Die  Kranken  waren  völlig  gesund.  Alte,
faule  Wunden  hatten  sich  gereinigt  und  geschlossen.
Man  muß  solche,  durch  Sandflöhe  entstandenen
faulen  Wunden  erst  einmal  gesehen  haben,  um  zu
verstehen,  was  das  heißt.  Auch  die  alte,  langjährige
Beinwunde  der  Maria,  bei  der  Dr.  Plehn  schon  vor
drei  Jahren  vergebliche  Versuche  mit  Transplantation
gemacht  hatte,  war  völlig  geschlossen.“

Nach  den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft“
  machte  Inspektor  Dr.  Schreiber  in  der
Generalversammlung  vom  1.  Mai  folgende  Mittheilungen
  über  die  Missionsarbeit  der  Gesellschaft  in
Südwestafrika  und  Neu-Guinea:

Für  unsere  Arbeit  in  Deutsch=  Südwestafrika
war  es  ein  sehr  ereignißreiches  Jahr.  Fast  auf  allen
Stationen  sind  sehr  ansehnliche  Scharen  von  Taufbewerbern,
  von  denen  allerdings  im  letzten  Jahre
auf  den  Namastationen  erst  wenige  getauft  werden
konnten.  Im  Hereroland  dagegen  haben  die  Gemeinden
  durch  Taufen  aus  den  Heiden  solch  bedeutenden
  Zuwachs  erfahren,  wie  noch  niemals  vorher,
und  dabel  stehen  noch  eben  so  viele  Leute  vor  der
Taufe.  Namentlich  im  Osten  des  Landes  hat  die
Bewegung  unter  den  Leuten  zum  Evangelium  hin,
von  der  schon  vor  einem  Jahre  hier  berichtet  werden
konnte,  nicht  nur  angehalten,  sondern  hat  sich  entschieden
  noch  ausgebreitet  und  vertieft,  so  daß  es
ganz  danach  aussieht,  als  ob  in  einzelnen  Gegenden
die  gesammte  Bevölkerung  das  Christenthum  annehmen
wolle,  was  man  auch  von  vielen  Gegenden  des  Namalandes
  getrost  behaupten  kann.  Im  Ovambolande
haben  wir  sehen  dürfen,  daß  das,  was  wir  schon
erreicht  haben,  wirklich  echt  und  lebensfähig  ist.

In  Neu-Guinea  sind  das  beste  und  bisher
erfolgreichste  Stück  der  Arbeit  die  vier  Schulen,  welche
88  Knaben  und  Mädchen  zählen.  Vielleicht  haben
wir  aus  der  Schar  dieser  Kinder  unsere  Erstlinge
zu  erwarten,  während  die  Erwachsenen  sich  nach  wie
vor  sehr  wenig  empfänglich  zeigen.  Unsere  Brüder
sehen  aber  hoffnungsvoll  der  Zukunft  entgegen,  und
auch  die  beiden  neu  angekommenen  jungen  Missionare
empfingen  gleich  recht  ermuthigende  Eindrücke.  Von
großer  Bedeutung  könnte  es  werden,  wenn  sich  die
Hoffnung  erfüllt,  jetzt  endlich  auch  ins  Innere  zu
gelangen,  wo  man  wohl  erwarten  darf,  daß  man
besser  bevölkerte  und  zugleich  gesundere  Gegenden
finden  wird.  ·

5
        <pb n="542" />
        Das  Organ  der  Boston  Mission,  „The  Missionary
Horald“,  berichtet,  daß  ein  Schuner  „Carrie  and
Annie“  für  den  Betrieb  des  Missionswerks  in  den
Karolinen  angekauft  sei  und  im  Juni  von  San
Francisco  versegeln  werde.  Mit  diesem  Schiff  wird
Dr.  Rise  mit  Familie  vom  Urlaub  in  das  Missionsfeld
  auf  den  Marshall-Inseln  zurückkehren.

Der  Missionar  Dr.  Hyde  mit  Frau  (siehe  S.  323
dieses  Jahrgangs)  ist  am  22.  Februar  auf  den  Ruk-Inseln
  eingetroffen.  Der  Missionar  Price  von
Guam,  der  ihn  nach  Ruk  gebracht  hatte,  nahm  den
dort  stationirten  Missionar  Stimson  an  Bord,  um
in  Gemeinschaft  mit  ihm  eine  längere  Inspektionsreise,
in  deren  Verlauf  auch  Ponape  berührt  werden  sollte,
durch  die  Ruk=  und  Mortlockgruppe  zu  unternehmen.

Kus  fremden  MHolonien  und
Produktionsgebieten.

Betheiligung  Deutschlands  am  Außenhandel  des
portugiesischen  Kongogebietes.

An  der  sich  auf  insgesammt  788  092  Milreis
beziffernden  Einfuhr  des  portugiesischen  Kongogebietes
  im  Jahre  1899  war  Deutschland  mit
229  718  Milreis  betheiligt  gegen  133  287  Milreis
bei  einer  Gesammteinfuhr  im  Werthe  von  535  816
Milreis  im  Jahre  1898.  Uebertroffen  wurde  die
deutsche  Einfuhr  nur  von  derjenigen  Großbritanniens,
die  sich  1899  auf  364  051  Milreis  und  1898  auf
254  242  Milreis  belief.  An  dritter  Stelle  steht  die
portugiesische  Einfuhr  mit  85  028  Milreis  im  Jahre
1899  und  63  318  Milreis  im  Jahre  1898,  während
  die  übrigen  Länder  mit  geringeren  Beträgen
betheiligt  waren.

Die  Ausfuhr  des  portugiesischen  Kongogebietes
erreichte  im  Jahre  1899  einen  Werth  von  923001
Milreis  gegen  733  788  Milreis  im  Jahre  1898.
Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  bezifferte  sich  auf
110  240  Milreis  im  Jahre  1899  und  113  824  Milreis
  im  Jahre  1898  und  wurde  übertroffen  von  der
Ausfuhr  nach  Großbritannien  mit  349  704  Milreis
1899  und  262  869  Milreis  1898  sowie  von  der
Ausfuhr  nach  Portugal  mit  298  787  Milreis  1899
und  192  469  Milreis  1898.  An  vierter  Stelle
kommt  die  Ausfuhr  nach  den  Niederlanden,  die  1899
einen  Werth  von  78  836  Milreis  erreichte  und  1898
sich  auf  142  828  Milreis  bezifferte.  —  Kautschuk,
Kaffee,  Kokosnüsse  und  Palmöl  sind  die  hauptsächlichsten
  Ausfuhrartikel  des  portugiesischen  Kongogebietes.
  In  diesen  Artikeln  erreichte  die  Ausfuhr
nach  Deutschland  im  Jahre  1899  (und  1898)  die
folgenden  Werthe  in  Milreis:  Kautschuk  73  849
(86  560)  —  Kokosnüsse  12  891  (9365)  —  Palmöl
11  800  (7007)  —  Kaffee  10  083  (10  823).

(Nach  Annnnrio  estadistico  da  provincia  de  Angola.)

490

 

 

vermehrung  der  Thätigkeit  im  Bergbau  LCiderias.

Die  Union  Mining  Company  of  Liberia  ho
bei  ihrer  Gründung  von  der  Regierung  Liberias  ##
Recht  erhalten,  im  ganzen  Lande  mineralhaln###
Gebiet  erwerben  und  Bergbau  betreiben  zu  dürf
Neuerdings  ist  der  Gesellschaft  dieses  Recht  bestät
und  für  die  Bezirke  Montserrado  und  Maryland
einem  alleinigen  und  ausschließlichen  gestaltet  word
Diese  Bezirke  bilden  die  wichtigsten  Theile  des  cl
lisirten  Liberia;  sie  umfassen  Gebiete  von  vie
Tausend  Quadratmeilen,  die  nach  Berichten  v
Gelehrten  und  Reisenden  vielfach  reiche  Schätze
Gold,  Quecksilber,  Smaragden,  Diamanten  und  ar
Kohle  enthalten  sollen.  Der  Gesellschaft  ist  die  El
richtung  von  Banken,  die  Ausgabe  von  Banknon
der  Bau  von  Eisenbahnen,  die  Kultivirung  d
ganzen  Landes  innerhalb  der  beiden  genannten  B
zirke,  die  zeitweilige  Vergebung  von  Ländereien,  d
Betreiben  jedes  ehrlichen  Handels  und  sonstigen  G
schäftes,  auch  die  Ausübung  der  Polizei  gestatt
worden.  Die  Rechte  wurden  für  einen  Zeitrau
von  vierzig  Jahren  verliehen  und  können  nach  Ablodesselben
  für  einen  gleichen  Zeitabschnitt  erneuewerden.
  Die  Company  hat  eine  Abgabe  von  5
vom  Reingewinn  und  einen  Zoll  von  5  PCt.  de
Werthes  der  ausgeführten  Waaren  zu  entrichten,  dor
aber  alles  nöthige  Material  zollfrei  einführen.  D
Gesellschaft  beabsichtigt,  sogleich  mit  der  Arbeit  be
ginnen  zu  lassen.

(Nach  The  Lagos  Weeklx  Record.

Tbheekultur  in  Ceylon.

In  Ceylon  besteht  die  Theekultur  eigentlich  eu
seit  zwanzig  Jahren,  denn  bis  dahin  wurden  m
dem  Anbau  von  Thee  nur  Versuche  gemacht.  Ne:
der  Besetzung  Ceylons  durch  die  Europäer  verlegter
diese  sich  auf  den  Kaffeebau,  der  zu  sehr  hoher  Blur.
gelangte.  In  den  Jahren  1874/75  wurden  400½
Acres  mit  Kaffee  bepflanzt,  die  Ausfuhr  betrug  norc
an  1  000  000  Centner.  Infolge  des  Auftretereines
  Pflanzenpilzes  (Hemileia  vastatrix)  ging  der
Kaffeebau  aber  fast  völlig  zu  Grunde.  Im  Jahre  18
wurde  nur  der  hundertste  Theil  von  dem  Export  dee
Jahres  1874  an  Kaffee  ausgeführt.  Die  Pflanze:
begannen  daher  mit  dem  Anbau  anderer  Produktund
  machten  zunächst  Versuche  mit  Chinarinde,
für  den  Boden  und  das  Klima  Ceylons  wohl  paße
In  der  Zeit  von  1884  bis  1888  wurden  ub#r
13  000  000  Pfund  Chinarinde  gewonnen,  d.  h.  melr
als  die  Hälfte  der  Gesammtproduktion  der  ganze
Erde.  Aber  da  die  Nachfrage  nicht  im  Verhälkar
zu  dem  großen  Anbau  der  Chinarinde  stieg,  so  gingedie
  Preise  plötzlich  herunter.  Wieder  mußten  sich  dr
Pflanzer  nach  gewinnreicheren  Produktionszweiger
umsehen.  Sie  bauten  Kakao,  Kardamom,  Gumm
u.  A.  mit  mehr  oder  weniger  Erfolg,  aber  erst  der
Thee  entschädigte  sie  für  den  Ausfall  der  Kaffeeernter.
        <pb n="543" />
        Im  Jahre  1883  betrug  die  Einfuhr  von  Ceylon-Thee
  nach  England  nur  1000  000  Pfund  oder
l  pCt.  des  Gesammtbedarfs,  während  China  66  pCt.
ind  Indien  33  pCt.  lieferten.  Im  vergangenen
Jahre  stellte  sich  dagegen  das  Verhältniß  für  Indien
tuf  55,2,  China  7,8  und  Ceylon  37  pCt.  von  den
llach  England  eingeführten  250  000  000  Pfund.
Keylons  Theeproduktion  ist  bisher  stets  im  Wachsen
sewesen.  Im  Jahre  1880  betrug  die  Ausfuhr
14  855  Pfund,  1890  schon  46  913  955,  1899
129  147  894  und  1900  148  569  477  Pfund.  Es
verden  jetzt  nahe  an  400  000  Acres  mit  Thee  auf
Keylon  bepflanzt.  Trotzdem  könnte  die  Theekultur
loch  befriedigender  sein,  wenn  die  Pflanzer  mehr
iuf  die  Qualität  als  auf  die  Quantität  des  Thees
ähen.  Olihe  Englishman.)

Die  Suckerproduktion  auf  Mauritins.

Die  Zuckerernte  der  Insel  Mauritlus  ermögichte
  im  Erntejahr  1899/1900  eine  Ausfuhr  von
57  025  408  kg  gegen  186  487  093  kg  im  Jahre
898/99.  Im  Jahre  1897/98  hatten  die  Verchiffungen
  von  Zucker  121  693  971  kg  betragen,
896/97  152  677  973  kg  und  im  Jahre  1895/96
42  645  722  kg.  Obwohl  die  Zuckerausfuhr  des
Fahres  1899/1900  um  rund  29  000  t  hinter  der
#orjährigen  zurückgeblieben  ist,  hat  sie  nichtsdestoveniger
  den  Durchschnitt,  der  sich  für  die  voraufsegangenen
  fünf  Jahre  auf  143  459  615  kg  berechset,
  um  14  000  t  überschritten.

In  der  Versorgung  der  ausländischen  Märkte
nit  mauritianischem  Zucker  sind  während  des  Jahres
899/1900  recht  bemerkenswerthe  Veränderungen
ingetreten.  Während  nämlich  die  Zuckerausfuhr
lach  Großbritannien  sich  von  6272914  kg  im
Fahre  1898/99  auf  10  219  312  kg,  nach  den
iustralischen  Kolonien  von  6  493  937  kg  auf
4480  404  kg  und  nach  Südaferika  von  27807  178  kg
u#  30  303  062  kg  gehoben  hat,  ist  dieselbe  nach
en  Üübrigen  Bestimmungsländern  erheblich  zurückjegangen.
  Den  größten  Rückgang  erfuhr  die  Zuckermsfuhr
  nach  Amerika,  welche  von  44  574  448  kg
m  Jahre  1898/99  auf  16  289  215  kg  im  Jahrte
899/1900  herabsank.  Die  Zuckerausfuhr  nach  Innien
  ist  von  96  493  124  kg  auf  83  733  386  kg
ind  nach  dem  europäischen  Kontinent  von  1  844  295  kg
tufs  214  kg  im  Jahre  1899/1900  heruntergegangen.

Die  gegenwärtige  Ernte  (1900/01)  verspricht
inen  außerordentlich  befriedigenden  Ertrag  zu  liefern
ind  wird  selbst  die  Ernte  des  Jahres  1898/99
iller  Wahrscheinlichkeit  nach  übertreffen.  Die  Zuuhren
  bis  zum  März  d.  JIs.  beliefen  sich  auf
(79  172  t,  wovon  einschließlich  des  Restes  aus  dem
Borjahre  112  052  t  zur  Verschiffung  kamen  und

:19  063  t  für  spätere  Verschiffungen  zur  Verfügung
Bis  zum  entsprechenden  Tage  des  Vortanden.


ahres  hatte  die  Anfuhr  151  928  t  betragen,  wovon

491

 

einschließlich  des  Restes  aus  dem  Vorjahr  86  495  t
ausgeführt  wurden  und  54  183  t  auf  Lager  gebracht

wurden.

Auch  für  die  Ernte  des  Jahres  1901/02  liegen
außerordentlich  günstige  Anzeichen  vor.  Das  Wetter
ist  bisher  günstig  verlaufen,  so  daß,  wenn  nicht
während  der  stürmischen  Jahreszeit  die  Pflanzungen
Schaden  erleiden,  die  Aussichten  für  die  kommende
Ernte  gut  sind.

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Port  Louis.)

Die  Suckerproduktion  auf  Dawai.

Auf  Hawaii  wird  gegenwärtig  die  Zuckerfabrikation
  von  68  Aktiengesellschaften  betrieben.  Während
des  letzten  Jahrzehnts  erfuhr  die  Zuckerproduktion
des  Inselgebietes  fast  eine  Verdoppelung,  wobei  die
Zunahme  in  den  letzten  fünf  Jahren  eine  besonders
beträchtliche  war.  Die  Produktion  stieg  von  146  200  t
im  Jahre  1891  auf  149  600  t  im  Jahre  1895.
Die  weit  raschere  Zunahme  der  späteren  Jahre  ist
aus  folgender  Tabelle  ersichtlich:

Ausfuhr  nach  den  Ver.  Staaten

Produktion  von  Amerika
in  1000  t  Gewicht  in  Werth  in
Mill.  Cwis.  Mill.  Dollar

1896  225,  8  3,52  11.34
1897  251,1  4,31  13,17
1898  229,4  5,00  16.73
1899  282,8  4,62  17,29
1900  289,5  5,05  20,39

Aus  diesen  Ziffern  ergiebt  sich,  daß  Hawaii  in
der  Zuckerversorgung  der  Vereinigten  Staaten  eine
von  Jahr  zu  Jahr  an  Wichtigkeit  zunehmende  Rolle
spielt.  Selbst  gelegentliche  Minderproduktionen  wie
im  Jahre  1898  vermögen  das  Wachsthum  der
hawaiischen  Zuckerausfuhr  nach  den  Vereinigten

Staaten  nicht  aufzuhalten.
(Das  Handels-Museum.)

Australiens  Wollen-  und  Sleischgeschäft.

Australien  ist  der  Hauptversorger  des  Weltmarkts
mit  Wolle  und  übertrifft  in  der  Erzeugung  derselben
bedeutend  die  südamerikanischen  Gebiete,  die  mit
500  Millionen  englischen  Pfund  an  zweiter  Stelle
stehen,  sowie  die  dann  folgenden  europäischen  Festlandsstaaten
  mit  einer  Wollenproduktion  von  450  Mill.
Pfund.  An  vierter  Stelle  kommt  der  Beitrag  der
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  einschließlich  Canadas
zu  der  auf  über  2000  Mill.  Pfund  veranschlagten
jährlichen  Gesammterzeugung  von  Wolle  in  der  Welt,
denn  diese  Staaten  liefern  eine  Menge  von  272  Mill.
Pfund.  Mit  dem  Wachsthum  seiner  Wollenerzeugung
steht  Australien  an  erster  Stelle,  und  man  kann
unter  günstigen  Umständen  damit  rechnen,  daß  dieser
Erdtheil  eine  Produktion  von  1000  Millionen  Pfund
Wolle,  also  von  der  Hälfte  des  Weltbedarfes,
erreichen  wird.
        <pb n="544" />
        —  482  —

Auch  im  Handel  mit  gefrorenem  Fleisch  hat
Australien  sich  eine  hervorragende  Stellung  gewonnen.
Nicht  weniger  als  30  Schiffe  mit  Gefriereinrichtung
und  Räumen  für  die  Ladung  von  nahezu  zwei
Millionen  Thierkörpern  fahren  regelmäßig  zwischen
Neuseeland  und  London,  außerdem  aber  ungefähr

70  Fahrzeuge  von  ähnlicher  Größe  zwischen  Australien

und  britischen  Häfen.  Von  1882  an,  wo  die  Verschiffung

  gefrorenen  Fleisches  begann,  bis  1896/97
war  die  aus  Neuseeland  ausgeführte  Menge  dieser
Waare  von  1,5  auf  150  Millionen  Pfund  im  Werthe
von  1,5  Millionen  &amp;amp;  gestiegen,  während  Queensland
für  660  000  K  und  Neusüdwales  für  über  250  000  .
(Nach  The  Monetary  Times,  Toronto.)

lieferten.

 

Tikterakur.

Geheimer  Justizrath  Prof.  Dr.  Phil.  Zorn:  Deutsche
Kolonialgesetzgebung.  Textausgabe  mit  Anmerkungen
  und  Sachregister.  J.  Guttentag,  Berlin.

Während  das  bekannte  Werk  von  Riebow-Zimmermann
  eine  vollständige  Materialiensammlung
der  Entwicklung  unseres  gesammten  Kolonialrechtes
darbietet,  macht  die  als  49.  Nummer  der  Guttentagschen
  Sammlung  deutscher  Reichsgesetze  erschienene,
von  dem  bekannten  Rechtslehrer  Professor  Ph.  Zorn
zusammengestellte  „Deutsche  Kolontalgesetzgebung“  den
dankenswerthen  Versuch,  die  Rechtsverhältnisse  unserer

Kolonien  in  einer  leicht  übersichtlichen  Handausgabe

dem  größeren  Publikum  nahe  zu  bringen.  Die

Sammlung  enthält  das  für  Bestand,  Verfassung,

Verwaltung  und  Rechtspflege  unserer  Kolonien

Grundlegende  und  gewährt  einen  instruktiven  Einblick

in  die  Entwicklung  der  kolonisoatorischen  Thätigkeit

des  Deutschen  Reiches.  Sie  wird  hoffentlich  dazu
beitragen,  das  Verständniß  für  diese  Dinge  in  immer
weitere  Kreise  zu  tragen.

Dr.  C.  Velten:  Praktische  Anleitung  zur  Erlernung
der  Schrift  der  Suaheli.  Mk.  5.—.  Vandenhoek
  &amp;amp;  Ruprecht,  Göttingen.

Die  praktische  Anleitung,  die  der  Lehrer  des
Suaheli  am  Orientalischen  Seminar  zu  Berlin  in
der  vorliegenden  Schrist  giebt,  kommt  einem  Bedürfniß
  entgegen,  da  man  sich  trotz  aller  Bemühungen,
die  Suaheli-Schrift  mit  arabischen  Buchstaben  durch
die  mit  lateinischen  zu  ersetzen,  in  Ostafrika  wohl
noch  eine  ganze  Reihe  von  Jahren  mit  der  arabischen
Schrift  zu  beschäftigen  haben  wird.  Im  zweiten
Theil,  der  vom  Briesstil  der  Suaheli  handelt,  hat
der  Verfasser  alle  Theile  eines  Briefes  in  den  verschiedensten
  Abfassungen  gesammelt  und  erklärt.

Major  a.  D.  O.  Wachs:  Schlaglichter  auf  Ostasien
und  den  Pacific.  Mk.  1,.—.  R.  Schröder,  Berlin.
In  knappen,  scharfen  Zügen  weist  der  Verfasser

auf  die  so  rasch  gestiegene  Bedeutung  des  Stillen

 

Oceas  und  Ostasiens  unter  besonderer  Berücksich
gung  der  strategischen  Momente  hin,  wobei  auch
koloniale  Südseebesitz  Deutschlands  die  gebührer
Würdigung  findet.

Prof.  Dr.  F.  Rinne:  Zwischen  Filipinos  und  Ame
kanern  auf  Luzon.  Mk.  1,50.  Gebrüder  Jäne
Hannover.

Professor  Dr.  Rinne  von  der  Technischen  Ho
schule  in  Hannover,  der  kürzlich  ein  unterhaltem
Buch  über  seine  Reisen  im  niederländischen  Ind
veröffentlicht  hat,  giebt  nunmehr  auch  Schilderung
einer  im  vorigen  Jahre  unternommenen  Fahrten
den  Philippinen  bekannt.  Trotz  des  nur  kurz
Aufenthaltes  des  Verfassers  auf  Luzon  gewährt  d
Werk  manchen  interessanten  Einblick  in  die  Zustän
von  Land  und  Leuten  auf  dem  Schauplatze  d
amerikanisch-tagalischen  Kampfes.

Ober-Postassistent  R.  Hüner:  Der  Post=  und  Tel
graphen-Anwärter.  Ein  Hand=  und  Hülfsbu
für  Militäranwärter.  Dritte  Auflage.  Mk.  3.—
Berlin,  Liebelsche  Buchhandlung.

Das  Buch  bietet  einen  Leitfaden,  der  die  Militä
anwärter  nicht  nur  auf  die  Vorprüfung,  sondem  au
auf  die  Assistentenprüfung  rc.  vorbereitet,  und  be
handelt  den  reichhaltigen  Stoff  in  übersichtlicher  un
zweckentsprechender  Weise.  Die  neue  Auflaoge  de
eine  vollständige  Umarbeitung  erfahren,  wie  sie  dur:
die  in  letzter  Zeit  ergangenen  zahlreichen  Neuver
ordnungen  der  obersten  Postbehörde  bedingt  war.

Deutsche  Export-Revue.  Herausgegeben  vor
Albert  Blom.  Jährlich  vier  Hefte  zum  Gesammt
preis  von  Mk.  5,—.  Stuttgart,  Deutsche  Verlogs
Anstalt.  4

Von  dieser  neuen  Zeitschrift  liegt  uns  des

Probeheft  vor.  Sie  wendet  sich  ausschließlich  ar

ausländische  Käufer  und  Importeure,  um  einen

direkten  Geschäftsverkehr  mit  deutschen  Fabrikanten
und  Exporteuren  anzubahnen.  Zur  Erreichung  diele

Zieles  wird  jedes  Heft  eine  Rundschau  über  d#

wichtigsten  Neuheiten,  über  neue  Erfindungen  und

Verbesserungen  auf  dem  Gebiet  der  deutschen  Export.

Industrie  und  allgemein  interessirende  Aufsätze  veröffentlichen.



VyV  VVV7V

Titteratur-erzeichniß.

Professor  Dr.  Julius  Wolf:  Das  Deutsche  KReich  urd
der  Weltmarkt.  1.  Volkswirthschaft  und  Weltwirk,
schaft.  2.  Die  Aussichten  der  Landwirthschaft  im  2)
Jahrhundert.  Mk.  2,—.  Gustav  Fischer,  Jena.

H.  Seidel:  Pfandwesen  und  Schuldhaft  in  Togo
Nach  den  Erhebungen  im  Missionsbezirke  Amedschor#
dargestellt.  Ft.  Vieweg  &amp;amp;  Sohn,  Braunschweig.

Gerichtsassessor  Victor  Leo:  Entwickelungstendenzet
im  Welthandel.  Ein  handelspolitischer  Essay.  gr.
Mk.  1.—.  J.  Guttentag,  G.  m.  b.  H.,  Berlin.
        <pb n="545" />
        #  AFir  06,

G  (7

*e

G&amp;amp;

4

1

2.

2ecker,  Carl  Christoph,  O.  M.  II:  Auf  den  Diaman-#r

  W  Gr

———————.

ss  ESsss  888

G’#  Gr

—  493  —

tresbericht  der  deutschen  Kolonialgesellschaft.  A.  Wirth:  Die  Entwickelung  Asiens  von  den

Inn.  Bearbeitet  in  der  Geschäftsstelle.  gr.  80.  (82  S.)  ältesten  Zeiten  bis  zur  Gegenwart.  Mu  einer
In  Kommission.  Mk.  1,—.  (farbigen)  Karte  von  Asien.  Lex.  80.  (76  S.)  Mk.  3,—.
Carl  Heymanns  Verlag,  Berlin.  Moritz  Diesterweg,  Frankfurt  a.  M.

Otto  Graf  Moltke:  Die  Entwicklung  der  deutschen

ten=  und  Goldfeldern  Südafrikas.  Schilderungen  Verkehrsmittel  unter  der  Konkurrenz  des

ron  Land  und  Leuten,  der  politischen,  kirchlichen  und  Auslandes.  60  Pf.
kulmrellen  Zustände  Südafrikas.  Mit  zahlreichen  Ab-  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin.
büdungen  und  einer  Karte.  gr.  890.  Mk.  10,—.

 

Herdersche  Verlagsbuchhandlung,  Freiburg  i.  Br.

—  —  —.  —  —  —  —  —  —  —  —í—„—  — í„  —  —  —

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Brandenburg“  12/5.  Tsingtau  20/5.  —  22/5.  Woosung.  —  Shanghai  1/6.  (Poststation:  Aden.)
„Bussard“  14/5.  Nanking.  (Poststation:  Hongkong.)
.  „Cormoran“  4/5.  Melbourne  18/5.  —  20/5.  Adelaide  28/5.  —  1/6.  Jerrisberg.  —  Sydney.

(Poststation:  Apia.)

„Fürst  Bismarck“  6/4.  Woosung  22/4.  —  24/4.  Tsingtau  29/4.  —  2/6.  Tsingtau.  (Poststation:
  Hongkong.)

„Gefion“  11/2.  Nagasaki  20/4.  —  23/4.Tsingtau  2/5.  —  4/5.  Shanghai.  (Poststation:  Hongkong.)
„Geier“  11/5.  Hongkong  17/5.  —  18/5.  Swatau  20/(5.  —  21/5.  Amoy  7/6.  —  Hongkong.
(Poststation:  Hongkong.)

„Habicht“  14/1.  Loanda  23/5.  —  29/5.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

.Hansa“  22,4.  Fremantle  25/4.  —  1/5.  Melbourne  18/5.  —  20/5.  Sydney  24/5.  —  Matupi.
—  China.  (Poststation:  Hongkong.)

„Hela“  31/3.  Tsingtau  15/5.  —  17/5.  Shanghai  1/6.  (Pofststation:  Hongkong.)

„Hertha“  17/4.  Tsingtau  14/5.  —  16/5.  Taku  4/6.  —  Kobe.  (Poststation:  Hongkong.)
„Jaguar“  17/4.  Canton  30/5.  —  2/6.  Pakoi  6/6.—  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)
„Iltis“  29/10.  Hankau  15/4.  —  19/4.  Woosung  26/4.  —  27/4.  Tsingtau  —  12/65.  Chefoo
14/5.  —  15/5.  Taku  17/5.  —  22/5.  Shanheikwan  22/(5.  —  25/5.  Chefoo  28/5.  —  1/6.
Chefoo.  (Poststation:  Hongkong.)

„Irene“  10/5.  Taku.  —  18/5.  Tsingtau  3/6.  —  5/6.  Taku.  (Poststation:  Hongkong.)
„Kaiserin  Augusta“  6/5.  Tsingtau  29/5.  —  31/5.  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)
„Kurfürst  Friedrich  Wilhelm“  11/4.  Tsingtau  23/4.  —  25/4.  Taku  2/5.  —  3/5.  Tsingtau  4/5.
—  7/5.  Woosung  —  Shanghai  1/6.  (Poststation:  Hongkong.)

„Luchs-  4/3.  Taku  5/3.  —  6/3.  Taku.  (Poststation:  Hongkong.)

ermeßschiff  „Möwe“  30/3.  Sydney  25/5.  —  Matupi.  (Poststation:  Matupi.)

„Schwalbe“  Woosung  15/5.  —  19/5.  Hankow  2/6.  —  5/6.  Woosung.  (Poststation:  Hongkong.)
„Seeadler“  29/3.  Swatau  22/4.  —  24/4.  Amoy  26/4.  —  Yap  —  23//5.  Tsingtau.  (Poststation:
  Hongkong.)

„Tiger“  31/3.  Hankow  23/5.  —  26/5.  Woosung.  —  3/6.  Tsingtau.  (Poststation:  Hongkong.)
„Weißenburg"“  31/3.  Shiakwan  17/4.  —  19/4.  Shanghai  1.6.  (Poststation:  Hongkong.)
„Wörth“  19/2.  Tsingtau  16/4.  —  19/4.  Shanghai  22/4.  —  23/4.  Shiakwan.  —  16/5.
Shanghai  1/6.  (Poststation:  Hongkong.)

.  „Wolf“  10/5.  Swakopmund  14/5.  —  Lüderitzbucht.  (Poststation:  Swakopmund.)

O#e-#



es  ss  2
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AUAI

###

&amp;amp;G#  KO

bzarethschaff  „Gera“  16/4.  Taku  23/4.  —  26/4.  Nagasaki  27/4.  —  29/4.  Kobe  30/4.  —  2/5.  Yokohama

  18/5.  —  26/5.  Taku.  (Poststation:  Hongkong.)
Ablösungstransporte:

Gemietheter  Dampfer  „Andalusia“  der  Hamburg—  Amerika-Linie,  mit  Besatzungstruppen  für  Kiautschou:

Ausreise:  Transportführer  Hauptmann  Mauve  vom  I.  Ersatzbataillon:
Wilhelmshaven  7/3.  —  20/3.  Port  Said  20/8.  —  3/4.  Colombo  4/4.  —  15/4.  Hongkong  16/4.—
20/4.  Shanghai  20/4.  —  22/4.  Tsingtau.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Darmstadt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstrausport
für  S.  M.  S.  „Cormoran":
Ausreise:  Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  v.  Mosch  bezw.  Kapitänleutnant  Freiherr
v.  Diepenbroick-Grüter:
Bremerhaven.  —  26/4.  Antwerpen  28/4.  —  5/5.  Genua  7/5.  —  8/5.  Neapel  8/5.  —  12/5.  Port
Said  12/5.  —  17/5.  Aden  17/5.—  24/5.  Colombo  25/5.  —  5/6.  Fremantle  5/6.  —  Adelaide.  —
Melbourne.  —  Sydney.
        <pb n="546" />
        494

3.  Gemietheter  Dampfer  „Rhein“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstransport  für  die  Schife
des  Kreuzergeschwaders  und  die  übrigen  Schiffe  in  China:

Ausreise:

Transportführer  Kapitänleutnant  Schur:

Bremerhaven  5.  —  16/5.  Port  Said  17/5.  —  18/5.  Suez  18/5.  —  29/5.  Colombo  29/5.—
2/6.  Singapore  6/6.

 

DPerkehrs  -Bachrichten.

Im  Verkehr  mit  der  Postagentur  in  Ponape  (Karolinen)  sind  jetzt  Postanweisungen  bis  zum

Meistbetrage  von  800  Mark  zugelassen.

Die  Taxen  sind  dieselben  wie  für  Postanweisungen  innerhalb

 

 

 

Deutschlands.  “½“
——.  nach  den  ——  Schusgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt.  ausschiffungshafen.  —  müfsen  aua
Nach  vom  Ein-  Dauer  Verlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  1  am  5.,  19.  Juli,  2.  Aug.  Tanga  17—20  Tage
(beutsche  Schise,  90  oms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.am  2.,  5.,  12.,  16.,  1°.
Brindisi  am  7.,  21.  Juli,  4.  Aug.  Tanga  18  Tage  30.  Juli,  2.,  9.  Aue
1.  Deutsch.  Osafrika.  (englische  Schiffe)  10  adds.  Dar-es-Sals#n  19  Tage10abds.
Brindist  am  14.  Juli,  11.  Aug.Sansibar  20  Tage
(englische  Schise)t,  100  adds.
Marseille  am  10.  jedes  Mtis.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Mona#s
———&amp;amp;  (  ranzösische  Scbsfe)  40  ums.  10t  abbs.
amdur  am  10.  jedes  Mis.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  720  abd-(deutsche
  Schiffe)
outhampton  am  18.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  Mts.  92  abe
(deutsche  Schiffe)
2.  u#  Hamburg  am  25.  jedes  Mts.  Lome  25  Tage  am  24.  jed.  Mts.  7wabd#t#
ogo.  (deutsche  Schiffe)
(Ueber  Liverpool  oder  altotterdam.  am  29.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  28.jed.  Mts.  1wob#
eutsche  e
er  he  Borde  Liverpool  am  11.  Juli,  1.  Aug.  Klein-Popo  33  Tage  am  9.,  30.  Juli

Absenders.)

(englische  Schiffe)  1

Marseille
(lrangöfische  Schiffe)

 

am  5.  jedes  Monats
120  mittags
am  15.  jedes  Monats

 

Cotonou  23  Tage

von  da  ab  Lanvdverdindung

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landvervdindung

0  ums.

am  3.  jedes  Monat-s
10  abds.

am  13.  jedes  Monatn
10  abds.

 

Vordeauz  »
(ranzöfische  Schiffe)  1  110  vms.
3.  Deutsch-Züdwestafrira.Southampton  am  27.  Juli
(Nach  Ketmangheo  8  25  —  40  nms.
—
a
von  dort  weiter  alle  :  Hambur  am  18.  Juli,  22.  Aug.

auf  dem  Landwege.)

 

4.  Ramerun.

5.  Morshan.  in

6.  Deutsch-Ueu-Guinea.

(deutsche  Schiffe)

 

Hamburg
(deutsche  Schiffe)
Southampton
oSonchato
Hamburg
(deutsche  Schifse)
Rotterdam
(deutsche  Schiffe)

nachts

Lüderitzbucht  20  Tage
Swakopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage
#W#der#bucht  40  Tage

 

am  10.  jedes  Monats
am  sacte  jedes  Monats
am  25.  jedes  Monats
am  29.  jedes  Monats

 

Xiverpool

Neapel
(Ddeutsche  Schiffe)
Neapel
deusch  Schiffe)
über  Hongkong
Brindisi

lische  S
rs,

erp
(englische  Schisse)  l

am  3.,  31.  Juli

am  10.  Juli  90  abds.

am  10.  Juli  90  abds.

am  21.  Juli  abends

Duala  25  Tage

Duala  22  Tage
Duala  36  Tage
Duala  31  Tage
Duala  19  Tage

Jalut  57  Tage

Herbertshöhe  42  Tage
Stephansort  46  Tage
Friedr.  Wilhelmshafen  44  Tg.

 

 

am  26.  Juli
10  ums.

am  17.  Juli,  22.  Aus
i  adds.
am  9.  jedes  Monats

7½  abds.
am  11.  jed.  Mts.  9nabdam

  24.jed.  Mt#.  7wob##
am  28.  jed.  Mis.  17  ##s.

am  1.,  29.  Juli
lo  Is.

am  8.  Juli
10  abds.

am  8.  Juli  108  adde.

am  19.  Juli  10#  abds.
        <pb n="547" />
        495

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  laend  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
7.  Aeroli  Neapel  am  10.  Juli  90  abds.  1  Yap  39  Tage  am  8.  Juli  108  abds.
"  *1  s*iie  m“•  Hh  Schiffe)n)  Ponape  50  Taseee
Briefsendungen  werden  auf  Yokohamoa  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich
S.  Merianen.  6  —  naach  Saipan.  QW
Neapel  am  10.,  24.  Juli  Tsingtau  34  Tage  am  8.,  22.  Juli
%  Uautschon.  (deutsche  Schiffe)  90  abends  10  abends
«  Brindisi  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
«  «nggx.«g3:tz7kk.,iossvmds  »,»««10-kkvsiids»--CAN
  spZFIFFYZLquJuIi  Ipia  25  Tage  am  19.  Juli
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Post  ans  den  dentschen  Snsgebieten.
Landungs-  Die  Post  ist  fällig  #  Landungs.  Die  vost  ist  fanig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  ·  in  Berlin
I  *  .·-«  Pcymoutham  26.  jed.  Mts.
denhq  ·  Otafrita  Neapel  am  10.“,  25.  Juli,  Jooo  ...  Morseille..  am  13.Juli.  14.ug.
Berindisi.  am  8.  Juli,  5.  Aug.  l  l  ?  ·
Museiq9,.iam17»Jk-1j,16,  Aug.  Deutsch  seu·  Suinea.  Brindisi-  .  am  22.  Juli
Drulsch-Südwestafrika  BBD  6  Marsbal-Inseln  4  Brindisik  .  am  2.  Jul  „
a##l  Weil  d.  Schutzgeb.  Southampton,  am  27.  Juli,  24.  Aug.  Neapel...  am  12.7,  26.  Juli
b  fabl  eil  d.  Schugeb.  Southampton  am  5.r  20.  Juli,  Riautschoen  Brindisi.  ..  am  8.,  22.  Juli
3.  August  Aorseille  .  am  3.,  17.  Jullr
lvmouth.  am  26.*  jed.  Mts.  Rarolinen  ......  Brindisi.am223ult
Wu.......  -  I-—-———  ———————-—--————————
Mahon«qm1025"ths  samoa  ........  Queenötownamlb  Juli,  5.  Aug.
*  Fänmgceusttge  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schstewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  ——  und  Südwestafrika.
Reis  e  Lehte  Nachrichten
o
sidanwfer  von  nach  bis  28.  Juni  1901
Molph  Woermann"“  Kamerun  Hamburg  am  24.  Juni  in  Lagos.
„Uexandra  Woermann“  Hamburg  #  Kamerun  am  19.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Ume  Woermann“  Hamburg  -  Kamerun  am  10.  Juli  ab  Hamburg.
„Unna  Woermann“  Hamburg  «  Kotonou  am  18.  Juni  in  Conakry.
„Carl  Woermann“  Oamburg  Whydah  am  1.  Juli  ab  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  amburg  "  Lüderitzbucht  am  23.  Juni  in  Swakopmund.
„Ella  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.
.  Woermann“  Loango  Hamburg  am  26  Juni  in  Las  Palmas.
„Greichen  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  26.  Juni  in  Tanger.
„Hans  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  Juni  Ouessant  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Manoh  am  1.  Juli  ab  Hamburg.
Helene  Woermann“.  Kamerun  Hamburg  am  26.  Juni  in  Hamburg.
Woermann“  Hamburg  Benguella  am  15.  Juli  ab  Hamburg.
eannette  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  27.  Juni  in  Rotierdam.
Woermann“  Hamburg  Benguella  am  22  Juni  in  Loango.
Lothar  Bohlen“  Loanda  Hamdurg  am  16.  Juni  in  Accra.
ulu  Bohlen“  Kotonou  Hamburg  am  26.  Juni  in  Accra.
„Narie  Woermann“-  Lüderitzbucht  .  Hamburg  am  21.  Juni  ab  Lagos.
„Nelita  Bohlen"“  Hamburg  1  Swakopmund  am  23.  Juni  in  S.  Thomé.
„Otto  Woermann“  Hamburg  «  Sherbro  am  24.  Juni  in  Las  Palmas.
„Paul  Woermann“  .  Hamburg  Loango  am  25.  Juni  in  Accra.
Professor  Woermann“  Hamburg  «  Mossamedes  am  21.  Jun  Dover  passirt.
„Thella  Bohlen“-  Lüderitzbucht  l  Hamburg  am  22.  Juni  ab  Swakopmund.
        <pb n="548" />
        —  496  —

Scilsbewegungen  der  Deutschen  Okafrila·  Linie  (Oamburg  —Ostafrila).

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
eichs  a

R  ich  bostd  mpfer  von  nach  bis  1.  Juli  1901.
„Kronprinz“  .  .  ..  Durban  I  Hamburg  am  20.  Juni  von  Rotterdam  abgezan
„König“.  ...  Hamburg  Durban  am  1.  Juli  in  Aden  eingetroffen.
„Herzog“  ...  Durban  Hamburg  am  1.  Juli  in  Suez  eingetroffen.
„Kanzler  “  .  .  ...  Delagoabai  Hamburg  am  15.  Juni  von  Kapstadt  abgegange
„Kaisrrr  Hamburg  Delagoabaie  am  29.  Juni  in  Delagoabai  eingetrofe
„Admiraoo  Hamburg  Delagoabai  am  23.  Juni  in  Las  Palmas  eingenft
„Generall  Hamburg  Durban  am  28  Juni  in  Durban  eingetroffen.
„Reichsta  .  .  .  Hamburg  Beira  am  27.  Juni  in  Mombassa  eingetroffen
„Bundesratbe.  Hamburg  Beira  am  28.  Juni  von  Lissabon  abgegeugen.
„Gouverneuq  Beira  Hamburg  am  28.  Juni  von  Marseille  abgege##
„Präsident“.  .  .  .  Beira  Hamburg  am  24.  Juni  von  Mozambique  abgegar
„Sultan“..  ...  —  —  am  30.  Juni  in  Bombay  eingettoffen
„Peters“...  .....  —  «  —  umsoJummMozambtqueemgeth
»Safati«.......  —  —  am  24.  Juni  von  Bombay  abgeganzer

 

 

Die  Konsum-Erzeugnisse  der  deutschen  Kolonien  sind  nach  dem  Urtheil  sachverständiye
Hausfrauen  den  besten  fremdländischen  Kolonial-Erzeugnissen  gleichwerthig.  Das  Deutsche  ““
Bruno  Antelmann,  Hoflieferant,  Berlin  C.,  Jerusalemerstr.  28,  hat  es  sich  zur  Aufgabe  gestellt,  Au#  4

   

was  unsere  jungen  Kolonien  Vortreffliches  hervorbringen,  dem  deutschen  Haushalt  zugänglich  zu  m#
Wir  verweisen  auf  das  in  der  heutigen  Nummer  enthaltene  Inserat  des  Deutschen  Kolonialhaufe  m
dem  die  Artikel  rrichtüch  sind,  die  vor  Allem  die  deutsche  Hausfran  interesfiren  dürften

—

 

Auf  den  dieser  Nummer  beigefügten  Prospekt  der  Könial.  Hoftuchhandlung  von  E.  S.  Mittier  h  6t
Berlin  SWu,  Kochstraße  68  71,  betreffend  „Die  europäischen  Kolonien“,  “  den  seche
erschienenen  vierten  Band:  Die  Kolonialpolitik  Frankreichs,  machen  wir  hierdurch  besonde
aufmerksam.  Die  Expedition

 

 

 

 

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Leritzeile  o-  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  sw  12,  ochstrae  i
einzusenden.  »  .-—



 

 

          
      
  
   
     

––Q—  —  —"  —  —  —

 

Hekanmtwachung.

In  das  Handelsregister  des  Kaiserlichen
  Bezirksgerichts  zu  Keetmanshoop
sind  heute  eingetragen:

1.  Unter  Nr.  6  des  Registers  des
offene  Handelsgesellschaft  An

Seidel  &amp;amp;  Busch

kasfchüde  ris  machtm  zunnemiede.  O"Q  „Feuersicher-Wasserundurchlassig-.  Menerke
thansen  und  idean  und  als  deren  Sesen--  Hitze-und-  Kalte.  isolirend.  -
Gesellschafter  der  Kaufmann  Otto  «
Seidel  in  Lüderitzbucht  und  der  Kauf-  SBEST-  und  Sue#antg  e##t##

.  -  Tenscscr.ksckmrt
mann  Adolf  Busch  in  Keetmanshoop.  MAAAAÒÒAAIA—

2.  Unter  Nr.  7  des  Registers  die  ##unct  u□u—ILx  ————  r—  on  on  t
offene  Handelsgesellschaft  —..y————
Le  Niche  &amp;amp;  Co.  «  "·  "  —
in  Warmbad  und  als  deren  Gesellschafter
  die  Kaufleute  Stephanus  Le
Riche,  Pitter  Jakobus  Le  Riche
und  Markus  Tulloch  Sutherland
aus  Warmbad  sowie  der  Kaufmann
Christoffel  Le  Riche  aus  Riet-  -·,
fontein.  (81)  1#  ·P  -⅛
Keetmanshoop,  den  3.  Mai  1901.  «  —  FRIEDO  WIEEHRHVERN,  Ka#ue“
Der  Kgaiserliche  Bezirksrichter.  —  —  —  —

 

D  ô

 

 

NMNNWVNNN

Sporm  billige  Preisel  Hadpfcelen  “V
5..——————
        <pb n="549" />
        Eingetragene  Schutzmarke.  "

       
     
 

 

Eicht.

don  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
in  burch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
dei  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzlrf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Velt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-S#rugen
  (Nierenstein,  Gallenstein,
ölienstein.  In  Folge  seiner  unbe-Lenzten
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Dominleus  &amp;amp;  Shhnes  Sägen  und  forstlirh#  werkzeuge  sind  von  vielen  Behörden,  durch  Ministerial-Erlasse  und  -Verfügungen  amtlich
2#  und  eingeführt,  —  u.  I.  uch  rom  /etisn  Freusnschen  Ministerium  fiir  Trasefoiruschn,  Domtrnen  urdd  Torsten  Berl#e  drc“
Misserial-Erlass  vom  30.  Septemée  7899  (7/7  Xo.  14037)  fiir  den  Bereickh  der  Frensssschen  Stadtssorsten  nachdem  sie  sich  als  weltaus  beste

     

 

 

#s#r##hente  von  allen  In  der  Welt  bei  mä-sigen  Prasen  erwiesen  haben,  vodurch  den  Gebrauchern  elne  bedeutende  Mehrleistung
Leichtverdaulichese.
ar-  x  angenchm  schmeckendes

Arbeit  erwichst.
H  Veia.  ma  Nüähr-  u.  Stürkungsmittel.

r  Fnmilien,  Krankenhämern,  Sanatorien  seit  Jahren  eingeführt.

--=  dJerztiich  aofs  Wärmste  empfopife.
lAm  Ausland  noch  deneral-Depots  zu  vergeben;  Reflektanten
Känfker  für  eigene  Rechnung  wollen  sich  dieserhull  wenden  un  (70

1einn  önde’s  4%  7  eittelgesellsch  —  CaumnsStutt  Murtt..

 

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für  Industrie  und  Candwrihschaft

   

 

     
        

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fiir  ühberseeische  Jwecke  gana  besonders  geeigitet.

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  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben

lnmh  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen

#snet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsemen

  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen

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interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

1%  Creolin  vernichtet  selbst  die  furchtbarsten
  Gerüche,  während  10%  arbol  fast  ohne
Wirkung  blieb.“

(Dr.  med.  E.  v.  Eesmarch,  Hy.  Inst.,  Berlln.)

„  (holera  aslatien  Bachllen  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  2%.  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Elsenberg,

Hyg.  Uulv.-Innt..  Wien.)

Das  Creollu-  Pearson  tädtet  die  UCholers-Bacillen
  ln  1  „procent.  Verdünnung  In  15  Min.z
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Ljioljakarta

Klederl.-  Indien).

„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  helor--heben
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtheritischen  Belage  so  r#asch  vneichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)
20.  Dec.  Patient  in  vollstindigem  Delirium.

Puls  150.  Temp.  41.5.
22  Dec.  Nach  starken  Creolin-Inbalationen  etc.
sank  die  Temperatur  auf  37.5.  PTuls  auf
88  herab.  Dr.  Leo  Rabener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  JNo.  4).
„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschieden  viel
stürker  als  die  (arbolsaore  auf  Eiterkoken.
Typhusbecillen  und  Cholerabscillen.=(Dr.
  med.  Elsenberg,  Wien.)
„BEinen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-LUn-Pearson
  in  dem  Arzneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  Ulller,  Breslau.)

„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  C(reolin-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Lalen  in  die  Hand  gegeben
wWerden.v  (Dr.  med.  Minoponlus.  München.)

.Es  steht  für  mich  fest.  dass  das  (rroolln-Pearson

  eine  eminent  antisehtische  Kraft  be-Sitzt.“
  (Dr.  med.  O.  Purtscher,  Klagenflurt.)
.Wer  das  Creolin-  Praron  einmal  kennen
und  schltzen  geloernt,  giebt  es  nicht  vieder
auf.“  (Dr.  med.  Kortüm,  Schwerin.)

.-Das  Crernlin  ist  ein  vonugliches  Ründemittel:
  ich  habe  diesbezxliche  zahlreriche  Erfahrungen
  bei  Dermat  d-kLtes  kaude  der
Schale.  Sarcchtes  —  Rlode  der  IHonde.  Schafe
und  Kaninchen.  Dermatopbarus  —  Raode  der
Kaninchben  und  Dermator)  ktes  —  Räaude  des
Geffugels.  gemacht.  Auch  gergen  Aksmswilden
ist  Creolin  wirksam.  —  Crrclin  ist  ferner  ein
kraäftiges  Antiparasiticum  k#en  pflanzhiche
Parasiten  (Trrchophyten.  Favus)  u.  Gr-garinen
(Hühnerdiphtherie).  Endlich  ist  Cre.  Iln  ein
sehr  wirksames  Mittel  gezen  Ung.ziefer  der
Haut,  vie  Zecken.  Läuse.  Lausfliegen.  Hauar-Unge,
  Federlinge.  Fliegen.  Krafte.  aust.=vachsene
  Zecken  worden  durch  einikce  Tropfen
30oiger  Creclinlösung  nach  15  bis  20  Minuten

etöodteat.  Rzud-kranke.  mit  zahlrrichen  Zcrclen

ehaftete  Schafe  vurden  dur.h  ein  einmallres
Crrolinbad  (2  200)  vollstandig  von  den  Zecken
befreit.

Für  eine  Dieinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—50%  i#Mn  wasSeligen  Lsunkg
sehr  wirksam.  Auch('re#lin-Desinfe-Liion-pulver
zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen.
Jauchebchilter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.Dr.  med.  Fröhner.  Dlr.  d.  Phb#armsk.  Inst.
der  Kgl.  thlerärztl.  Hochschule,  Berlin.)

Lanbers-Södsmerik,  Dampfschifffahrte.Sosell.
schsit,  DVanber#..  Nai  1892.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohll##ne  „Creolin-a#onz  seit  eini-Ger
  Zeit  auf  den  Dampfein  unserer  Lini“  #inzeffüuurt
  und  es  namentlich  den  Schiffe#n  in  der

rasilreute  in  reichlichem  Maasse  mitgesrchen
haben.  Nach  d.  n  Üübereinstimm.  #den  H##chten
ungerer  Kapitane  hat  sich  da-selbe  als  ⅜  in  Shr
wirksame#s  Desinf-Ktionsmitel  erwiesen.  das
in  der  Fleberperlode  die  besten  D.enste  zeleistet:
  es  wurde  nicht  allein  zum  liesinfk  iren
der  verschiedenn  Räumlichkeiten,  sonlern
auch  in  vielen  Fallen  al  Medikament  verwandt
und  können  wir  das  bei  einigen  Dami#fern

Das  Wort  Creolin  ist  nein  Eigenhn
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wertmarkke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Iusa
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sieber.
heit  der  Consumenten  binzugefügt  worde#.

Wie  vielseitig  die  Verwendburkeit  des  Creolin  -  Pearson  ist,
achten  hervorgeben;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,

möge  aus  den  nachfolgenden  Grl.
eine  grössere  Anzahl  dieser  beteingetretene

  kanzlich-  Fernbleiten  ve  k##ni
heitsfüllen  während  der  jöüneten  Fier–e“
in  Brasilien  zum  krossen  Theile  dx.
der  Kapikane  ancs##dneten  auseie’ires
branche  dieses  Mittzis  zuschreibes.
Hamburg-Südemerik.  Dlampfschifffan.  —
gez.  Al.  F.  Bernlu#.  Baresnchet.

Keinse  Blattrerllianz  mehr:  Dr.  V.
in  Degerl##ch  bei  Stuttzart  s#chr  :  „
ticlich  liest  man  in  den  Öff.-P#tic
von  Truie-Kllen.  wvelche  dorch  Blatte
nach  Klemen  unscheinbaren  Verleu#z#-::
brigeführt  wurien.  —  Jeder  nee  ri  —
sicht  kommend.  Fall  ve###tzt  wir  e  2
in  das  llerz.  Iie  Ihatsache.  das  4.
nh  eine  Blutverriktung  #vrot  #r#.
rztluher  Behandlung  k#dlich  berliaf.—
mich  um  so  mehr.  als  ich  mit  den  27#
Kollegen  sche#n  vor  drei  Jahren  im  Ae#rnm.
Prakuker  —  Alhandlung  uber  ##“-sesis“
  ubergehenen,  an  mir  selbst  1
erprobten.  absolut  sicher  beif-#2der  ##
dem  (ireeh-Pearson.,  immer  und  im#":..
neue  Erfelge  aufroweisen  im  Sturden
dränzt  murh  deshalb.  zur  Verhstan  v.
dlerefalle  heute  durrh  die  alikemeis:'  1—
auf  das  Creolin  als  zweifell.-s  siee—.
mittel  gezen  jede  Elutverzifttung  sufr:.
zu  machen.  An  113  Fallen  diurfte  ##
halb  sieben  Jahren  die  Mirtsveaken
herrlichen  M.  dikaments  beststigzt  nol-  #.
Anwendunk  desselben  ist  eine  sehr  1
v  jedem  Lai####  leicht  anu#führbar#  .
2iehentlilh  etwaisger  Gifstiz  kelt  dur-luss  #
schadiich  ist.  Zur  Verhtung  der  bieR
tung  wascht  man  Jede  noch  8.)  kleice  N#
mit  Creolin  aus.  as  Letz-te  e  #i
sich  sehr  leicht.  indem  „an  #n  eine  Ka
voll  laun  armen  Wassers  23)  Trpfrrbt#
Pear#son  thut  und  gut  umühm  Nrh.
Naschonsg  der  Wunde  verbindet  was
mit  einer  mit  dirsem  Wasser  geir##tr  4
nenen  Oder  1####z#cbinde.  Nach  dre.  —  7
Tagen  b.iilt  die  Wunde  ohne  weitei:  F#

4

CREOLIN-PEARSON

2erstört  die  schlimmsten  Gertüche  (1  pro  mille).

ist  unübertr.  bei  Erfrierungen.  Verbrennunuen.

findet  ausgedelhnteste  Anwendung  in  Fabriken,

lindet  Anwendung  in  Spitälern  der  Armee.

in  Schulen  angewen  let.  vernichtet  Krankheits--keime.


in  Krankenblusern  ausgedehnt  gebraucht.

zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseife  sallte
immer  1,  Therloffel  voll  gegossen  verden,

gegen  Zerken,  Läuse.  Lansfliegen  etc.,

bei  Imektenstichen  sofort  pur  anfgerieben.
verhlt-t  Elutvertittung.  das  Jucken  hort

ist  vollrommen  ungiftig.  s##  fort  auf.

vermindert  den  Eiter.

verhlitet  Fäulniss,  für  Brauerien,  Gerbereien
etc.  wichtig.

von  grosser  Beientung  für  die  Geburtsbülfe.

gegen  Hmorrhoiden,

Sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausscbliesslich
gebrancht  werden.

Hunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen.
bleiben  gesund.

%  Theelöftel  voll  im  Scheuerwasser  reinigt  die

zgezen  Pflianzliche  Parssiten.  (Loft.

keogen  Kornwürmoer.

5%#½e  Lorung  vernichtet  Milzh  randzporen.

alle  Eigenschaften  des  Creolin  -  Prarson  sind
me  dizimsch  testgestellt.

sollte  in  keinem  lause  Oder  Stall  etc.  fehlen.

greift  kein  G.  webe.  liolz  cdder  Metall  an,

Wirkt  blotstillend.  Schmerrlinde#nd,

kegen  Ungerieler,  Krätzs.  Filzläuse.

Thiere.  damit  vewaschen.  blleib.  fr.  v.  Vngeziefer.
werden  auch  von  Fliegen  nicht  ang-riflen.

gegen  Hhnerdiphtheritis  #
wan  entwickealo  in  Krankenzimmer  F#
Cieolindumple.  ct
desinfklert  die  Wasche.  ohne  di##ds#el
austkeichnet  geren  Schweissfüse.
1  on.  Lösung  verhuütet  das  Ssunerwerde#:  3
Hruhe  in  Gerberrien.
Abus-kanile  sind  mit  Creolin  zu  de#i
verhlitet  ansteckende  Krankhenee.
heilt  in  einem  Bade  Kaude.  M.üue.  8  0
einige  Tropfen  in  warmes  Waszer  h.  iu  ##
gegen  Blasen-  ond  Darmkaturrh.  schist
  allen  Desinfektionsmitt=  ln  v  ro  r*id1
Creolinpulver  sollte  in  ke  nem  Kllef
0%  cie  Creilinseife  beilt  u.  verhdt#  ##cs  #
Creolin-Lanolinseife  macht  die  llant  4#½  #
hmeidig.

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet?!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolut  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  Liftig  als  die  Curbolsaure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschaften,  beschränkt  die  Eiterung.  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
sehr  billig.  Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekumm“

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschalfthiche  Arbeiten  über  ((reolln-ITea#son  (es  sind  deren  über  500  erschienen)  werden  Inter#ssenten  klsenftei  zug-#ndih.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug

 

 

alle  anderen  weisc  man  Zurück.

(67

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.
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        niraer  Berswerlks-  und  Hütten  Veren
Abteilung:

EClässing  §  Schollwer,  Berlin  W.  0

Telegr.-Adresse:  Fortativa,  Berlin)
Hefert:  Gleise,  Welchen,  Drehschelben,  Wagen  aller  Art  (##)

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Illustrirte  Kataloge  gratis.
nach  MNerlin  erbeter.

 

 

(S#11)

 

 

 

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(Wechsel-  oder  Sumpflleber)
wird  hlerdurch  das  von  der

Cbemischen  Fabrik  auf  Hetien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Ehenocollumbydroehlorcum

(salzsaures  Phenocol.)
#len  Betsiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reibe  ltalionischer  Aerste,  u.  A.  die  Dm.  Prof.  Albertonl,
Prof  Corvello.  Dr.  Czueco,  Dr.  Dall“  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  Venlurini
  uod  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  Uberraschende  Heilerfolte  bel
Malaris  erzlelt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Artew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in
Boma.  Letsterer  hat  die  offlzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die
staatlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  al##a##re  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Uartinez  A.  Vargas  in  Barcelona  Jzur  schnellen  und
sicheren  Beilung  dee  Keuchbuetens.

Ma#  wende  sich  wogen  des  Erbalte  von  Phenocollum  bydrochloricum.
vegen  Litterstur  und  6  b###  gen  an  die  Vertreier  der  oben-Fe#annten
  Firmas,  nämlich:
Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Borcelona:  1J.  V
London:  A  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-#l;
Moskau:  Ponfiok  Ahrens  &amp;amp;  Co.;
New-Vork:  Lehn  &amp;amp;  Flink,  126  William  Street;
Paris:  Nau  Fröres,  31  rue  des  petites  Ecuries;
Blo  de  Jnnelro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;
Buenos  Alres:  Diego  Glbson,  192  Defensa.

 

 

(660)

 

 

 

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Ulm  a.  Donau.

Gegründet  1834.

Einzige

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Ein-,  zwei-  und  mebrscharige
schmiedestählerne  Universal-FPflüge
  aller  Arten.

 

Pflüge  auf  Probe.
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Gebr.  Eberhardt.
tt—NdgBz9#BaeaBll
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        —  506  —

Deseniss  &amp;amp;  Jacobi  A.

Hamburg,
kuimun  Brunnen-  u.  Maschinenbau.  u####

PUMPEN

aller  Art,  von  den  einfachsten  Hand-  bis  zu  den  grössten  mit  Maschinen,  Dampf  und  Elekuun
betriebenen  Pumpen.

Niefbohrungen

Tief  bohrgeräthe  und  Werkzeuge  nach  eigenem,  von  Autoritäten  lobe
anerkanntem  System.  66

Specialität:
Wasserversorgung  durch  Tiefenwasser.

Man  verlange  iemsere  (l##cstrirte  Preisktste.  :

 

 

 

 

 

 

 

——

   

  

Franz  Clouth

Rheinische  Gummiwaarenfabrik
mit  beschränkter  Haftung

Cöln-Nippes.

6  .  ———Ekkichtot1862.E——

       

   

 

 

Fabrik  -  Marke.

 

Specialitäten:

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Vollreifen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  s.  W.;

c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;

d)  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbande,  Matten  und  Läufbr,  Copirblätter,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

fl)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken,  sowie  Stoffe  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-  Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art  ;
5  Vollständige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.  „h

NG.  Preislisten  der  elnzelnen  Speclalltäten  werden  auf  Wunsch  zugesancdt.
        <pb n="559" />
        —  507  —

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Beran  Nürnbers

 

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Berlin  W.,  Französischestrasse  20.
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Sanitäts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

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Tropenanzuge.“u  .)0  M.

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Schmirgel-  Schleifscheiben!  ur  alle  Zwecke  in  den  be-  



 

 

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et

 

UCleichmassig  gesiehtete

 

 

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und  von  vielen  Aerzten  empfohlen:

Burk's  Pepsin-Wein  »*

bei  Verdauungsstörungen;

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Rekonvalescenten,  bewihrt  bei  Fiebern
  und  deren  Folgen;  —

Burk“  Eisenchina:  Wein

bei  Blutarmuth

Burk's  Coca=  Wein  ueausne:

zur  Stärkung  des  Nervensystems;:

Burk's  Condurango-Wein

bei  chronischen  Magenleiden;
Burk's  Cascara-Sagrada-Wein
bei  Leber-  und  Darmleiden;

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für  Messen,  Stationen,
Faktoreien.  Expeditionen,
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Vilelfach  mli  ersten  Preisen  ausgezelchnet.

 

 

 

 

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—  S

Jur  Engros.  Exrpon
Gagagerätbe.  TIllustrierte  Kotaloge
gratis  und  franco.
Waffen.  (660)  Hlbrecht  Kind,
Innstig  bel  Dlirilie  u  (Rheinland).

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Musterlager:

Nürnberg.  Reuterstrass-  1.

 

 

 

 

 

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DEUTSCR  ENGL.  FOBRN
fabriciren

HKötlgen  Co

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Transporte  jeder  Art.  (9)

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Hofkpedlte##  Sr.  Könlgl.  Hohel!t  en
Prinzen  Georg  von  Preussen,

Berlin,

Spedition.  Kommission.

 

 

Friedrichstr.  91  u.  Hint.d.Garnisonkircheia.
        <pb n="560" />
        gediegene
Lehtüre  empfohlen

zur  Unterbaltung,  zur  Grbauung,
zZu  gesstlgem  Genuse:  1  ,

mvsq

Soethescebenskunst.».«

vk.ITsoa-.E2.50,gev.m.z.so.
SkäfinElisevonbemstoth

l
gebsnlinvlleknthStumm-up
der  Teit  von  1789  bie  1835.

M.  10,—,  geb.  f.  II.  0.  4

Gabriele  von  Bülow,

von  Bumbeldte.  Ein  Lebensblid  aus
den  Famillenpapseren  Wllbelm  von  Humboldts
  und  seiner  kinder.  I701—18837.

M.  10,—,  geb.  M.  u.so.

Beche  Kriego-  und
Kamerun.  Frledensjahre  in  deutschen
  Cropen.  Ueon  Domintb,.  Ober- 



—  —.———

 

—  ——

leulnant.  Reich  IUUustrin.
M.  II.—,  geb.  m.  12,50.

Das  Frommel-Gedenkwerk.  1

Band  I:  frommels  LebensbitTd  I.
Nut  dem  HReimstbboden.
M.  4.—,  geb.  M.  3,—.
Band  2:  frommele  Lebensbiick  H.
Uom  Wupperthal  zur  Kalrserstadt.
M.  0.—,  geb.  M.  7,—.
Band  3:  Briefe  aus  Hmt  und  Baus.
1440—8300.  M.  2,25,  geb.  Mm.  3,—.

Band  4:  Für  Chron  und  Mlar.
Reden  Iin  Kriegs-  und  Friedenszeiten.
M.  2,50,  geb.  M.  3.25.

Woltke  in  seinen  Briefen.

fsfilfteinem  Eharakterbllide  des  Uerewigten.
n  2  Blede.  M.  7.—,  geb.  M.  8.50.

Weltgeschschte  in  Umrissen.

Federzelchnungen  elnes  Deutschen,  ein
Röüchblich  am  Schlusee  des  Jahrbunderte.
  Uon  Graf  Vorck  von
Alartenburg.  WM.  9.—,  geb.  M.  11.—.

 

m##  —  —  —  —

 

—

 

 

—  —

G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWia.

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen.

——.—.——————.——.—s%

1
Uerlag  von

 

——  ——  —  —..——————

 

 

   
 
  
   
 

"

 

.  In  Kürze  erscheint
im  Verlage  der  Königl.  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  4  do.
·  Berlinsw12,Kochsttaße68—71:

Das  in  der  Fassung  vom  10.  Sett.
7’  nebst  den  Bestimmungen  de  der
nänzungsgesebe  und  und  der  K
attgebictsgeseh
Rechtsverhãltuiffe  in  den  dent  e  in  den  dent

Fll½1ßß8ßêäêkC  ueerrietet  3.205  1.

TLextausgabe  mit  GEinleitung  und  Sachregisler.
Bum  dienstlichen  Gebrauch  zusammengestellt
·  Yeichlearianmi.

ØPreiöMk.l,4-0.- 



 

 

 

 

 

 

 

 

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  t
Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

–

—  —  —  —  —

—
Bis  auf  die  Nenzeit  fortgefährt  —  —.
ist  das  Werk:

deutsche  Kolanial  Gesetzgeber

Sammlung
der  auf  die  deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen  Gesti
Perordunugen,  Erlasse  und  internationalen  Pereinb
mit  Anmerkungen  und  Sacregister.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  herausgegeben.

Erster  Theil:  Bis  zum  Jahre  1892.  Herausgegeben  von  Nicke
Gerichtsassessor.  Geh.  Mk.  14,—,  in  Halblederband  Mk.  16  —

Zweiter  Theil:  1893  bis  1897.  Herausgegeben  von  Dr.  L
Simmermann.  Geh.  Mk.  8,—,  in  Halblederband  Mk.  9.50.

Dritter  Theil:  1897  bis  1898.  Herausgegeben  von  Legatio#-Dr.
  Alfred  FSimmermann.  Geh.  Mk.  3,80,  in  Halblederbd.

Vierter  Theil:  1808  bis  1899.  Herausgegeben  von
Dr.  Alfred  5immermann.  Geh.  Mk.  5,50,  in  Halblederbd.

Fünfter  Theil:  1899  bis  1900.  Herausgegeben  von  Legatio
Dr.  Alfred  Simmermann.  Geh.  Mk.  7.—  ,  in  Halblederbd.  Mi.
Diefes  Werk,  das  die  gesammte  Gesetzgebung,  einschlil
lich  der  Erlasse  und  internationalen  Bereinbarn
die  für  die  deutschen  Kolonien  maßgebend  sind,
sichtlich  und  bis  auf  die  neueste  Zeit  sammelt,  2
Allen,  welche  zu  unseren  Kolonien  Bezichungen
halten,  ein  treuer  Rathgeber  und  ein  wi

 

 

 

    
 
 

 

 

 

MNachschlagebuch  semn.

 

 

 

—  .—————-—
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        —  509  —

Noritz  lahris  Gera  (Reuss)

Maschinentabrilk,  Eisengissserei  u.  Kesselschmiede.

Gegründet  1841.  —  2

Spezialftät:
r  *  Maschinen  für  Bleicherei,

Färberei  und  Appretur,
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für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

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viboser  Ausstellung  40660  qm.  F’ris  1900  cu  I5  000  11L).  Liht.  turKinher.  heillmurbis.
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½%  Million  Meter  vernandt  Export  nuch  allun  I.ndern.  Zahlreiche  Trobenhäus#r  E.  deckt.
—  F  cst  wie  I#der  uni  biegsam,  aueh  im  W  Inter
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für  Tropen  g#eignet.  Erfinder  und  #Ilennike  Falrrikant)  Selntentzündunz  beim
ransport  ausgeschlossen.  Uebernahme  durch  uross“  Damp#ferlimen.

PFrima  Asphaltdachpappen  ·  poliplatten  zum  Ableecken  von  Manern  und  Ga#öllen.
Holzcement  .,Elastique“  eté.  Ausserzevhnlich  I#istunksfahlz.  Lilligste  Preis-Proben
  und  Prospekte  zur  Verftgung.  Seltv#nte  Lürmen  für  Alleimerkant  grosser  Distrikte

Fesucht.  Seit  Jahren  grosse  Lielerungen  für  das  Auewürticr  Amt  nauch  U’st-  und
Sldwestuliika,  Kiautfsechou#e#t#e#  (9

Weber-  Falckenberg,  Berlin,  egerine,  n  D#m  alam

  

 

     
 
  
   
   
  
   
    

 

 

 

  
 

 

System
ordimeverherhefeld

St  als  das

beste  Wesserfilter

bezeichnet  von  der

Wedscinal-Abt  kes
Königl  Preussischen
Wiegsminisferiums

##  Berbefeld-iltr  besalie
"r.  V.  16  CE  LLE.  1

 

 

Parie  1900  u.  Antwerpen  Goldene  Medaille  und  19  Cold.  Med.  auf  lagd-  u  Sport-  Ausstell.

—*  R.  Weber,

ILLILIIITIIIIIIIIIIIIIIIXII
Hanynau  i.  Schlesien.  5

&amp;amp;.  Weben  Weltberühmte  Fangapparate

und  Eisen  lür  Lönen.  Tiger.  LCoparden  ec.

und  undere  Raubthiere  sowie  fur  vVögel  und  Fische.  Wildlorker.
«  Witterungpn.Alaska-nd-nnd’l"l10nl;sul)(snJFurt«sss.·-s(«liitnsn.
—llln.-strirt»l’r(-"i.-—l"s—t»«k»—1(.-«1’p-isj.—

 

 

 

 

Busen.BaknW1"128-co.

Conserven-Fabrik
in  Wollenblittel  (Nerzogtb.  Hraunschweig).
Spezialität:  (0

Gemüse-  und  Fleisch-Conserwen.

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Wirdnotore

sind
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zur  selbstthätigen
und  kostenlosen

Wasserförderung

für  alle  Zwecke  vo
Wasser  gebraucht  wird
oder  fortzuschaffen  ist,
als  auch  zum  Betrielle
aller  landwirthasch.
u  K-E  Werbl.  Ma-FSenrinen.


WaS  rleitungen
Inr  (emceinden  unnd
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ausge  fühirt.

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5!)

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·¾l  —7  ·

*  55  ¾
LJLLNCEODEEEEZN
—  1  --  .

*

    
    
 

 

 

 

 

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Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
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Soeben  erschienen:  Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

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Deutschen  Marine  deuzschen  Kolonten.

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#hanckt  2  bis  3  Morgen  —.
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Düngerstreukörbe,  Erdbohrer,  Garasa#
“  EEE——

 

 

 

 

 

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1  kannen,  Patent-Jauchepumpen,  Wasser
D  Wagen,  Wegewalzen  etc.  IMlstr.  Preilisnn

Albert  Treppens,  Hui#.

Mlalt  A,  1il  Ein  werthvoller  Beitrag  zur  Beurtheilung  englischer  Politik  und

seine  kriegshistorische  Vergangenheit  Beseler  ¶eneialmajon

seine  heutige  fratrgistze  Hedentung.  Deryreibeiskamprlborden  .

VUon

Uortrag,  gebalten  in

Otto  Mache,  Major  a.  D.  «
50  pPf.  und  der  Burenkrieg.  sellschalt  zu  Berlin

Mit  drei  Skizzen  in

4  Uerlag  der  Könsgiichen  Bofbuchbandlung  von  S.  S.  Mittier  #
#  Berlin  SW  u,  Kochstrasse  66—71.

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Uerlag  der  Königlichen  Hofbuchbandsung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  S##l2.

 

 

 

 

 

 

—  Eine  bemerbenwertbe  Uürdigung  der  verschledenen  ———

 

 

 

 

 

—  —  —  —

———————————  ochoo#u########  Zum  Stuckium  empfohlen!  G##d#-r

.——

 

 

 

Soeben  ist  erschienen:

Saaitatebericht,  Mapoleon  als  Feich

über  die

Kaiserlich  Deutsche  Marine  88  Von  Graf  Vorck  von  MWartenburgs,

welland  Oberst  im  Generalslabe  des  Hr’mee-  Obernommandeos  in  Otusits.

für  den  Zeitraum
früber  Oberst  und  Hbtbellungschef  Im  Grossen  Generalstabe.  ÆMA  1

vom  1.  April  1897  bls  31.  März  1698.
Bearbeitet  von  der  Zwei  Cheile:  Mark  17,50,  gebunden  Mark  20,—.

KichrissI-btteeilangt  des  Reiehe-Murine-Ante.  lezes  geletresche,  von  echt  soldattechem  Fühlen  durchwehte  Ulerk  verdien

Preis  M.  3—.  Beachtung.  In  ihm  ist  eine  Fülle  grosser  Gedanken  und  miltr  #rch#
Inden.  Die  groseen  Grundzüge  der  Feidberrnkunst,  denen  Napolecon  seine
Verlag  der  Köolglichen  Hofbuchhandlung  ....  nunnd  die  für  uns  dle  wichttlgeren  Lehren  entballen,  sind  klar
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW,
Kochstrassc  68—71.  Uerlag  von  S.  B.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  königliche  Hofbuchhandlus

 

 

 

Berlin  8W  r,  kochstrasse  66—71.

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Gesetzlich  geschützt).
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RAINWEG.  PAVULSTRASSE  21.
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TELEGRAHN-ADRESSE:
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Gegründet  1826.  (578)

  

Kessler  Cabinet

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G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

llofheferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaliserl.
Iloheit  der  H.zogin  Wera.  Grossfürstio
von  Ru-sland,  Seiner  Durchlaucht  des

Füreten  von  Hohenlohe,  Deutschen
Reichskanzlers.  -owie  vieler  Casinos.
——————...—.
Antobelstngzurregelmässigen  ärztlichen
  Rapport-  u.  Berichterstattung
über  die  Kaiserlichen  Schutztrup  38
Vom  1.  Oktober  1900.  Preis  .##
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  bafer
Berlin  SWu.
        <pb n="564" />
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Wo  ERMANN-LINTE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrik.

 

Am  1.  Juli:  F.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Krohn,
via  Rotterdam  nach  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénir.

Am  5.  Juli:  F.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Francek,
via  Antwerpen  Dnach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbr

Am  10.  Juli:  P.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Triebe,

via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,!  Axim,’  Secondee,  Cape  Coast,  Acerr
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,“  Plantation,  Kribis  und  Fernando  Pe.

Am  15.  Juli:=  P.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt.  F.  Meyer,

ria  Antwerpen  nach  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  AccraX  Kongo  und  Angon

Am  18.  Juli:  F.  D.  „Ernst  Woermann“,  Capt  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Juli:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Deppen,

via  Rotterdam  nach  Liberia,’  Accra,V  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamen#
und  Congo  Francis.  er

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.
431#  Guter  mi#ssen  zides  Tage  vor  dem  4b59anbsodarfum  bis  12  Uhr  mittcags  E##sseite  4

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
.  Jur  für  Post  und  Passagiere.  (1)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  5.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbinduns

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
Zzwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

-  mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  20  Nefe
R  P.pD.  „Couverneur“,  Capt.  C.  Stahl  (lahrplanmässige  Reise  No.  13a)  .  Juli  2.  A####

mit  Passagieren  und  Ladung  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Kilwa,  #
Mikindanl,  sbo,  Rozambique,  Chinde,  Beira  und  duellmane.  ab  Bambore:  2#  Narr

R.  P.  D.  „Kronpriaxz“,  Capt.  v.  Issendorff  (fahrplanmässige  Reise  No.  13)  3.  Jui  19.

R  P.  D.  „Nerzog“,  Capt.  Ganhe  ISISäl.  Juli  16.  Aug#

mit  Passagieren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  —  zanzir,  Nozambique  sowie  mit  Pas##s#a##t
und  ULadung  nach  Chlade,  Beira,  Delagoabay)  und  Durban,  al  Bamburg:  ab  LasD##——

R.  P.  D.  „Kanzler“,  Capt.  West  7.  Juu  329.  ##
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  dapstalt,  Port  Elmadeb,  kst  London,  Durban  und  Deiagonbay.
Die  Dampfer  Ruben  vorzüpliche  Einrichftungen  Ir  Eussagiere  in  allen  Klassen.

Dirnrekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nuch  sümmtlichen  Anlaufhnlen.,
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  Ir)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hambtrg-dierika-Linie,  Abtheilung  Personen-Vertehr.
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-A4#r####Lnie.

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25  3.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil  M.  Junge,  Verlin.  **
Berlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  4  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochmabe  4
Ausgegeben  am  2.  Juli  1901  um  6  Uhr  nach-it#age.
        <pb n="565" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Kerausgegeben  in  der  Kolonial-  Abtheilung  des  Auswärkigen  Anks.

 

—  —  —  -  ———  —  —  .  —  -.  --  .  .-  ..  -  W

xll  Jahrgang  gerlin.  15.  Juli  1801.  Unmmer  14.

—  —  —  —  —  —  [m  ..-  ...  .  FRA,»-».«AAA·N,-iese

  Zeitschrist  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beiheite  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
scheinenden:  Mittheilungen  von  Forechungsreisenden  und  Gelehrtun  aus  den  deutschen  Sechutzgebieten-,  herau-gegeben  von  Dr.  Freiherr
Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementopreis  für  dad  Kolonial#latt  mit  den  Mriheften  betragt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
uAhandlungen  Mk.  3,  —,  direkt  unter  Streifrand  durch  die  Verlagsbuchbandlun  9  Mk.  3.50  fur  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
efterreich-  Ungarn,  Mk.  3.75  für  die  Lander  77  Weltvostvereind.  —  Einsendungen  und  Aufragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
enst  Siegfried  Mittler  und  8  Sohn,  Berlin  SW  112,  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs.  Preisliste  jür  1901  unter  Nr.  2080.)

 

nhalt=  Antlicher  Theil:  Bekanntmachung,  betreffend  Abanderung  der  Satzungen  der  Pangani=  Gesellschaft  S.  513.
—  Verordnung,  betreffend  den  Kautschukhandel  in  Togo  S.  514.—  Personalien  S.  514.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  514.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bekanntmachung  des
Gouverneurs,  betreffend  seine  Ernennung  und  die  Uebernahme  der  Verwaltung  S.  515.  —  Expedition  zur  Bekämpfung
  der  Malaria  S.-515.  —  Gedenkblatt  zum  zehnjährigen  Bestehen  der  Schutztruppe  S.  515.  —  Deutschostafrikanische
  Bezirksämter  und  Stationen  im  Berichtsjahre  1899/1900  (VI.  Schluß,  S.  516.  —  Kamerun:
Bericht  über  die  Erxvedition  des  Freiherrn  v.  Stein  S.  518  —  Ueberfall  und  Verwundung  des  Bezirksamtmanns
  Dr.  Meyer  S.  520.  —  Die  Gesandtschaft  des  neuen  Balihäuptlinas  S.  521.  —  Die  Expedition  des
Leutnants  Strümpell  (mit  Skizze)  S.  521.  —  Togo:  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  521.  —  Aus  dem
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  521.  —  Aus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten:  Zollerhöhung  in  Britisch-Nigeria  S.  523.  —  Ueber  die  Kultur  der  Kickria  in  der
englischen  Kolonie  Lagos  S.  523.  —  Verkehrseinrichtungen  und  Vergebung  von  Berggerechtsamen  in  Liberia  S.  524.
—  Vanillekultur  auf  den  Seynchellen  S.  524.  —  Handel  und  Industrie  auf  den  Salomons-Inseln  S.  524.  —  Gewinnung
  und  Vertrieb  der  Agavefaser  in  Meriko  S.  524.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Die  Ninderpestgefahr
  in  Nordafrika  S.  525.  —  Litteratur  S.  526.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  526.  —  Fahrplan  der  Woermann-Linie
  für  das  dritte  Vierteljahr  1901  S.  529.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Geleßze;  Perordnungen  der  r  Reichabelörden,  Vertrãge.

 

 

 

zekanntmachung,  betreffend  Abänderung  der  Satzungen  der  Pangani-Gesellschaft.

Unter  Abänderung  der  in  Nummer  109  des  Reichsanzeigers  vom  9.  Mai  1898  veröffentlichten
atzungen  hat  die  ordentliche  Hauptversammlung  der  Pangani-Gesellschaft  am  31.  Mai  1901  beschlossen,
zm  §  4  der  Satzungen  die  nachstehende  Fassung  zu  geben:

„Das  Grundkapital  beträgt  1  400  000  Mark,  und  zwar  entfallen  hiervon  1  000  000  Mark
auf  Antheile  zu  je  1000  und  200  Mark,  und  400  000  Mark  auf  Vorzugs-Antheile  zu  je  1000,  200
und  100  Mark.  Die  Vorzugs-Antheile  sollen  von  dem  sich  etwa  ergebenden  Remgewinn  bis  zu
5  pCt.  Dividende  für  zehn  Geschäftsjahre,  von  1901  an  beginnend,  vorweg  erhalten.  Der  weiter  sich
ergebende  Reingewinn  wird,  abzüglich  des  im  §  40  festgesetzten  Gewinnantheils,  gleichmäßig  unter  die
Vorzugsantheil-Inhaber  und  die  Antheilseigner  vertheilt.  Mit  dem  Ablauf  des  Geschäftsjahres  1901
erlischt  das  Vorzugsrecht  der  Vorzugs-Antheile.  Im  Uebrigen  haben  die  Inhaber  von  Vorzugs-Antheilen
  alle  den  Inhabern  von  Antheilen  satzungsgemäß  zustehenden  Rechte,  und  die  Bestimmungen
der  Satzungen,  welche  sich  auf  Antheile  beziehen,  finden  auf  Vorzugs-Antheile  sinngemäße  Anwendung.

Durch  Beschluß  der  Hauptversammlung  kann  das  Kapital  jederzeit  erhöht  werden.

Dem  Zuckersyndikat,  welches  die  Bildung  der  Gesellschaft  vorbereitet  hat,  kann  für  seine
Bemühungen  durch  Beschluß  der  Hauptversammlung  eine  einmalige  Vergütung  bewilligt  werden.“

Zu  diesem  Beschluß  der  Gesellschaft  hat  die  Aufsichtsbehörde  auf  Grund  des  §  14  der  Satzungen
ee  Genehmigung  ertheilt.
        <pb n="566" />
        514

Verordnung,  betreffend  den  Kautschukhandel  in  Togo.

§  1.
Jede  absichtliche  Verfälschung  des  Ktutschuss  durch  Beimengung  fremder  Bestandtheile,  wie  z.  2
von  Sand,  Erde,  Steinen,  Holztheilen  oder  geringeren  Qualitäten,  ist  verboten.

8  2.
Der  Kautschuk  darf  nur  in  wenigstens  bis  zur  Mitte  aufgeschnittenen  Bällen  in  Handel  gebrac

und  ausgeführt  werden.

83.

Zuwiderhandlungen  werden  mit  Geldstrafe

bis  zu  eintausend  Mark,  im  Unvermögensfalle  m

Freiheitsstrafe  bis  zu  drei  Monaten  bestraft;  der  verfälschte  Kautschuk  unterliegt  der  Einziehung.

4.

8
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Juni  d.  Is.  in  Kraft.

 

 

Lome,  den  15.  April  1901.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gonverneur.
(L.  S.)  Ge)  Horn.
Perspnalien.

Seine  Moajestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  ständigen  Hülf

arbeiter  im  Auswärtigen  Amt,  Legationsrath  Dr.

Zimmermann,  unter  Gewährung  des  gesetzliche

Wartegeldes  in  den  einstweiligen  Ruhestand  zu  versetzen.

Der  Legationsrath  z

D.  Dr.  Zimmermann  sst  der  Kaiserlichen  Botschaft  in  London  als

Beirath  für  wolomalwirthschustkige  Angelegenheiten  zugetheilt  worden  und  am  28.  Juni  d.  Is.  in  Londe:

eingetroffen.

 

—

 

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  ——

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch=  Ostafrika.
Feldwebel  Pfendtner  hat  die  Wiederausreise
in  das  Schutzgebiet  am  5.  d.  Mts.  von  Neapel  aus

angetreten.

Zahlmeisteraspirant  Hüttig  und  Feldwebel
Hammermeister  sind  mit  Heimathsurlaub  am  6.
d.  Mts.  in  Neapel  eingetroffen.

Ramerun.
Mit  dem  zur  Ausbesserung  nach  Kiel  überführten

Regierungsdampfer  „Nachtigal“  sind  der  Kapitän
Witt,  die  Steuermänner  Osten  und  Borbe,  die

Maschinisten  Brandes,  Erhardt  und  Albrecht,
der  Bootsmann  Degner  und  die  Matrosen  Wessel,
Nissen  und  Kapinter  in  Kiel  eingetroffen.  Die
letzteren  vier  waren  zur  Ueberführung  des  Dampfers
kurz  vorher  nach  Kamerun  hinausgesandt.

Der  Assessor  Dr.  Frhr.  Schenck  zu  Schweinsberg,
  der  Ingenicur  Hohl,  der  Aktuar  Kolberg,
der  Techniker  Helmdach,  der  Bureau=  und  Kassenbeamte
  Loff,  der  Zollbeamte  Wendt,  der  Bureaudiätar
  Hennings,  der  Gärtner  Ledermann,  die

Maschinisten  Mehlbaum  und  Kupko,  der  Maschinenschlosser

  Thiele  sowie  der  Landwirth  Godtknecht
haben  die  Ausreise  nach  Kamerun  angetreten.

Der  Bureauassistent  Nagel,  der  stellvertretendt
Gerichtssekretär  Langkraer,  der  Bautechniler  Frac.
der  Techniker  Peuckert,  der  Schiffszimmermamr
Riebe  und  der  Eisendreher  Schwartz  sind  #
Kamerun  eingetroffen.

Der  Werkmeister  Liebold  und  der  Schlesee
Borgfeldt  haben  das  Schutzgebiet  mit  Heimatze
u  laub  verlassen.  6

Der  Förster  Simon,  der  Unteroffizier  Wenee
und  der  Gärtner  Eunicke  haben  die  Heimreise  mgetreten.


Die  Oberleutnants  Nolte  und  v.  Madai  heben
die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  am  11.  d.  M##
von  Hamburg  aus  angetreten.
Cogo.
Der  Regierungsarzt  Dr.  Krüger  und  der  Lehur
Ehne  haben  die  Ausreise  nach  Togo  angetreten.

Der  Bureauassistent  Wistuba  und  der  Zollam##-assistent
  Feuchtmüller  sind  im  Schutzgebiete  ci- 



getroffen.

Der  Stationsafssstent  Henkel  hat  das  Schuß
gebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen,  und  der  kommsse
rische  Zollassistent  Arp  hat  die  Heimreise  angetretn
        <pb n="567" />
        der  Stationsassistent  Paschen  ist  aus  Togo  in
Cerlithland  eingetroffen.

Lüdwestafrika.

Mit  Heimathsurlaub  bezw.  behufs  Entlassung  sind
ueömt  Kaesewurm,  die  Unteroffiziere  Zwirner,
uschan,  Otto,  Feldmann,  Schulz,  Stein,
enermann,  Junga  und  Praß,  der  Sanitätsgeent
  Much,  die  Sanitätsunteroffiziere  Brunke

 

bezw.  7.

und  Brakemeier  sowie  der  Reiter  Wulff  am  4.
7.  d.  Mts.  in  Deutschland  eingetroffen.

üÜen-  Guinea.

Der  Landmesser  Wernicke  hat  die  Ausreise  nach
Deutsch-Neu-Guinea  angetreten.

Der  Landmessergehülfe  N.  Schmidt  ist  in
Herbertshöhe  eingetroffen.  «

BachrirlxkcnaugdendeutsrlzruBiiznizgebictew

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hltafrika.

Sekanntmachung  des  Gouverneurs,  betressend  seine
r#seanung  und  die  Uebernabme  der  Verwaltung.

An  „die  Araber  und  die  Inder  und  die  Suaheli,
#z  alle  Leute  von  der  Küste  und  im  Innern“  hat
Rr  Gouverneur  Graf  v.  Götzen  eine  vom  19.  April
d  Is.  datirte  Bekanntmachung  gerichtet,  die  in  der
lederietzung  aus  dem  Suaheli  folgendermaßen  lautet:

Ich  benachrichtige  euch,  daß  Kaiser  Wilhelm,
der  Deussche  Kaiser,  er,  der  mein  hoher  Herr  und
sugleich  der  eure  ist,  mich  zu  euch  gesandt  hat,  um
zaer  Gouverneur  zu  sein,  und  ich  hoffe,  ihr  werdet
weinem  Gebote  folgen,  wie  ihr  dem  Gebote  der
unden  Gouverneure,  die  mir  vorangingen,  gefolgt
eid.  Ihr  wißt  ja,  daß  der  Europäer  im  Besitz
ter  dauernden  Macht  ist  und  die  Küste  sowohl  wie
aas  Hinterland  beherrscht.  Und  die  treu  zu  ihm
dalten,  werden  Ehre  und  Frieden  erlangen;  aber
seine  Feinde  werden  gestraft  werden,  wie  ihr  früher
elbt  gemerkt  habt  bei  unserm  Kampfe  mit  den  Auflührern
  an  der  Küste  und  im  Innern.  Sie  Alle
vurden  geschlagen,  bis  sie  zerstreut  waren.  Aber
ezt  in  der  Friedenszeit  soll  Sicherheit  für  Person
und  Eigenthum  herrschen,  und  wir  wollen  arbeiten,
damit  wir  Gewinn  davon  haben,  und  ebenso  ihr,
dos  walle  Gott,  der  Allerhöchste,  in  Frieden  allezeit.
und  wer  mit  uns  gemeinsam  arbeiten  will,  auf
daß  wir  Alle  etwas  erwerben  und  glücklich  werden
dier  in  Deutsch=  (Ost-)  Afrika,  der  soll  es  gut  haben
dei  uns,  und  ich  werde  ihm  Gehör  schenken  und  ihn
in  allen  seinen  Angelegenheiten  unterstützen.  Wer
wer  Krieg  anfangen  und  uns  in  unserer  Thätigkeit
se#ren  will,  der  soll  sich  das  reiflich  überlegen  und
h  in  Acht  nehmen.  —  Ferner  theile  ich  euch  be-MWlich
  der  Hüttensteuer  (ushurn  wa  nyrumba)  mit:
Jächst.  Sie  wird  erhoben  werden,  wie  sie  bisher
ammer  zu  eurem  Besten  erhoben  worden  ist.  Wer
i  ausbringen  kann,  der  ist  verpflichtet,  sie  zu  beuhlen,
  oder  er  soll  für  das  Gouvernement  arbeiten,
be  der  Werth  der  geleisteten  Arbeit  den  Betrag  der
eechuldeten  Hüttensteuer  erreicht  hat.  Aber  wo
in  Lande  Hungersnoth  herrscht  oder  Heuschrecken
euefallen  sind,  da  wird  diese  Steuer  mit  Nachsicht
und  Maß  erhoben  werden.  Und  der  Zweck  dieser

 

Steuer  ist  euer  Nutzen.  Wo  Hunger  im  Lande
herrscht,  wird  die  Regierung  euch  ihren  Schutz  an—
gedeihen  lassen  und  euch  Allen  Getreide  geben,  Mtama
und  Reis  und  Mais,  und  Saat  vertheilen  zur  Be—
stellung  eurer  Felder,  bis  die  Hungersnoth  zu  Ende
ist.  Dies  ist  der  Sinn  der  Steuer.  Im  ganzen
Lande  wird  die  Regierung  alle  euere  Angelegenheiten,
die  dessen  bedürfen,  ordnen  und  ferner  überall  die
Wege  in  Stand  setzen  lassen  und  alle  Orte  in  Frieden
erhalten  im  Innern  und  an  der  Küste  und  im  ganzen
Lande  sich  der  Verwaltung  widmen,  damit  ihr  immerdar
  in  Frieden  lebet,  ihr  und  eure  Kinder,  und  euer
Eigenthum  unversehrt  bleibt,  wie  es  bei  uns  der
Fall  ist;  so  soll  es  sein  unter  der  deutschen  Schutzherrschaft.
  —  Damit  entbiete  ich  euch  meinen  Gruß.
Und  geschrieben  hat  dies  der  Graf  v.  Goetzen,  Kaiserlicher
  Gouverneur  von  Deutsch-(Ost-)  Afrika.“

Expedition  zur  Bekämpfung  der  Malaria.

Einem  Antrage  des  Karserlichen  Gouvernements
von  Deutsch-Ostafrika  entsprechend,  begiebt  sich  behufs
  methodischer  Bekämpfung  der  Malaria  an  der
Hand  der  neuen  wissenschaftlichen  Erfahrungen  eine
Expedition  nach  dem  Schutzgebiete  und  hat  die  Ausreise
  dorthin  bereits  angetreten.  Die  Expedition  steht
unter  Leitung  des  Stabsarztes  à  la  suite  der  Kaiserlichen
  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  Ollwig,
dem  die  Schwester  Louise  Grüneberg  und  als
Gehülfe  der  frühere  Laboratoriumsdiener  am  Hamburger
  Tropenkrankenhaus  Ziegler  beigegeben  sind.

Gedenkbdlatt  zum  zebnjährigen  Besteben  der  Schutztruppe.

Ein  „Gedenkblalt  zum  zehnjährigen  Bestehen  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  von  Deutsch-Ostafrika“  (am
1.  April  1901)  hat  der  Oberleutnant  und  Adjutant
in  der  Schutztruppe,  W.  v.  Stuemer,  zusammengestellt.
  Dasselbe  enthält  außer  dem  Vorwort  ein
Verzeichniß  der  Gouverneure,  der  größeren  militärischen
  Unternehmungen  und  Gesechte,  der  gefallenen,
verwundeten  und  verstorbenen  Offiziere  und  Unteroffiziere,
  der  Offiziere  und  Aerzte  der  Truppe  des
Reichskommissars  Major  v.  Wissmann  und  der  vom
1.  April  1891  bis  1.  April  1901  der  Kaiserlichen
        <pb n="568" />
        Schutztruppe  angehörenden  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere.
  Dem  Vorwort  entnehmen  wir  Folgendes:

„Zehn  Jahre  sind  verflossen,  seitdem  die  Schutztruppe
  für  Deutsch-Ostafrika,  nach  der  Uebernahme
der  Kolonie  durch  die  Kaiserlich  deutsche  Regierung
neuorganisirt,  am  1.  April  1891  als  Kaiserliche-Truppe
  neben  Reichsheer  und  Marine  ihren  Platz
fand.  Hervorgegangen  aus  der  in  den  Jahren  1889
bis  1891  in  den  schweren  Tagen  der  endgültigen
Eroberung  der  Kolonie  so  heldenhaft  bewährten
Truppe  des  Reichskommissars  Major  Dr.  v.  Wissmann,
hat  sich  die  „Kaiserliche  Schutztruppc“  in  den  zehn
Jahren  ihres  nunmehrigen  Bestehens  würdig  dieser
Vorkämpfer  bei  allen  kriegerischen  Unternehmungen,
in  jedem  Gefecht  tapfer  und  brav  gehalten  und  mit
ihrem  Wirken  unauslöschlich  in  die  Geschichte  Deutsch-Ostafrikas
  eingezeichnet.  Im  steten  Bemühen,  den
ersten  Vorbildern  der  Heimath  unter  Anpassung  an
die  hiesigen  Verhältnisse  nachzueifern,  hat  sie  an  ihrer
Ausbildung  in  redlichem  Streben  gearbeitet  und  sich
im  Laufe  der  Zeit  immer  fester  organisirt,  sich  den
heimischen  Formationen  immer  mehr  genähert.  Mit
ihren  zwölf  Feldkompagnien  über  das  weite  Gebiet
der  Kolonie  vertheilt,  sieht  heute  die  Keaiserliche
Schutztruppe"  in  ehrenvollstem  Ansehen  weit  und
breit.  Aber  nicht  allein  mit  ihrem  Schassen  in  rein
militärischer  Hinsicht,  sondern  auch  als  Vorarbeiterin
und  Trägerin  der  Kultur  in  jeder  Beziehung,  bildet
sie  heute  mehr  denn  je  die  feste  Grundlage  für  den
Aufbau  einer  trefflich  funktionirenden  Verwaltung
unserer  Kolonie  durch  die  rastlose  Thätigkeit  des
letzten  Jahrzehnts.  Möge  es  ihr  vergönnt  sein,  auch
ferner  unter  des  Reiches  Kriegesflagge  der  feste  Schutz
und  Schirm  der  Kolonie  zu  bleiben,  auf  daß  Deutsch-Ostafrika
  emporgedeihe  zu  Nutz  und  Frommen  des
deutschen  Vaterlandes.“

Deutsch-ostafrikanische  Bezirksämter  und  Stationen
im  Berichtsjahre  1899/1900.
VI.  (Schluß)“)
Iringa.

Das  gute  Einvernehmen  zwischen  Station  und
Eingeborenen  wurde  im  vergangenen  Jahre  nicht
gestört.  Das  Vertrauen  zur  Station  ist  allgemein.
Die  Station  Malangali  konnte  aufgehoben  werden,
da  die  Emgeborenen  sich  dauernd  ruhig  verhalten.

Die  ungünstige  Ernte  des  vorigen  Jahres  machte
in  Uhehe  eine  ausgedehnte  Ausgabe  von  Saatkorn
zu  Anfang  dieser  Regenzeit  nothwendig.  Die  Ausgabe
  erfolgte  aus  dem  eingezogenen  Steuerkorn  leihweise
  gegen  Rückgabe  nach  erfolgter  Ernte.  Diese
verspricht  infolge  der  reichlichen  Regenzeit  dieses
Jahres  sehr  gut  zu  werden.  Maniok  hat  sich  gut
eingebürgert,  auch  Batatenfelder  sind  in  größerem
Umfange  von  den  Eingeborenen  angelegt  worden.
Weizen  scheint  recht  beliebt  zu  werden,  ein  Theil

]  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  273,  312,

55,  387  und  483.

516

 

der  hier  ansässigen  Händler  und  Jumben  hat  il
mit  gutem  Erfolg  angebaut.

Der  Viehbestand  im  Bezirk  ist  nach  den  ve
gangenen  Kriegsjahren  verhältnißmäßig  gering.  1#
aber  besonders  das  Grasland  von  Ubena  und  Uhe#
vorzügliche  Weide  bietet  und  wie  geschaffen  zur  Vie
zucht  ist,  dürfte  es  empfehlenswerth  sein,  die  Wie
einfuhr  aus  den  Nachbarbezirken  in  jeder  Weise
begünstigen.

Der  größte  Reichthum  Uhehes  sind  vorläuf
noch  die  Elesanten,  deren  Jagd  von  den  Wobe
bisher  sehr  intensiv  betrieben  wurde.  Im  verg
genen  Jahre  hatten  rund  50  Leute  Elefantenjag
scheine.  An  Elsenbein  wurden  der  Station  innerhe
8  /  Monaten  eingeliefert  6326  Pfund  von  rur
500  geschossenen  Elefanten.  Um  nun  der  schnelle
Ausrottung  der  Elesanten  nach  Möglichkeit  vorz.
beugen,  wurde  in  diesem  Jahre  die  Zahl  der  Jack
scheine  zunächst  auf  20  herabgesetzt  und  das  Schieße
von  jungen  und  weiblichen  Thieren  streng  verbote
Um  Uebertretungen  zu  verhindern,  wurden  von  de
Kommune  zwei  ständige  Patronillen  angestellt,  d
sich  in  verschiedenen  Fällen  bereits  bewährt  baber
Außerdem  sind  die  Jäger  angewiesen,  lieber  jung
Elefanten  lebend  zu  fangen,  und  auf  deren  Werit
ausfmerksam  gemacht.

Die  zweimal  wöchentlich  abgehaltenen  Schauri
sind  von  Eingeborenen  aus  allen  Gebieten  des  Be
zirks  besucht  und  beweisen  das  Vertrauen  in  du
Rechtsprechung  der  Station.  Vorladungen  in  Klage
sachen  wurde  fast  immer  Folge  gegeben.

Der  Bau  des  Ofizierhauses  nebst  Magazinen
fertiggestellt.  Das  Haus  des  Stationschefs  wurde
reparirt  und  mit  kalkgestampften  Fußböden  versehen
Der  Bau  der  sehr  nöthigen  Askarikaserne  ist  im
März  begonnen  worden.

Haupthandelsartikel  ist  Elsenbein,  nebenbei  Lebensmittel,
  Schlachtvieh  und  Kautschuk.  Reiche  Bestande
von  letzterem  sollen  in  Niam-Niam  und  bei  Lupemte
vorhanden  sein;  eine  regelrechte  Ausbeutung  finde
erst  in  Niam-Niam  statt,  hauptsächlich  durch  Händler
vom  Nyassa  her.

Die  von  der  Station  und  den  Missionen  fort
gesetzten  landwirthschaftlichen  Versuche  haben  bei
Weizen,  Kartoffeln  und  Gemüse  recht  gute  Resuliale
ergeben,  besonders  in  den  Urungwabergen.  Herschrecken
  sind  in  diesem  Jahre  nirgends  aufgetreien.
Die  im  Garten  der  Station  vor  #emigen  Jahren
angepflanzten  Kaffeebäume  stehen  reich  in  Frucht  ud
versprechen  eine  hervorragende  Ernte.  In  der  Amsiedlung
  Dabaga  wurden  Weizen  und  Kartoffeln  mil
gutem  Erfolg  gebaut.  1

Langenburg.

Die  Ausfuhr  aus  dem  Bezirk  bestand  außer
etwas  Elsenbein  vor  Allem  in  Kautschuk,  von  den
etwa  40  000  Pfund  theils  über  Wiedhafen  noch
Kilwa,  theils  auf  dem  Wasserwege  über  Chinde  noc-Hamburg
  verschifft  wurden.  "

Die  Kaufkraft  der  im  Bezirk  lebenden  Eingebo
        <pb n="569" />
        —  6bir

ten  hat  sich  erheblich  gehoben.  Der  Vorrath  an
irgeld  machte  sich  bei  der  Einrichtung  der  Hüttenuer,
  die  für  das  erste  Jahr  ihres  vollen  Bestehens
riedigende  Ergebnisse  hatte,  bemerkbar.  Der  Geldkehr
  vollzieht  sich  in  der  Hauptsache  durch  Verttelung
  der  Bezirkskasse.

Als  Zollstationen  für  die  Binnengrenzen  des
itschen  Nyassalandes  sind  vorläufig  Langenburg
d  Songwe  eingerichtet.

Der  Gouvernementsdampfer  „Herrmann  von
issmann“  machte  im  Berichtsjahre  17  Reisen
ischen  Langenburg  und  Fort  Johnston  und  zwei
#trafahrten  zwischen  deutschen  Häsen.  Es  wurden
jördert  104  Kajütspassagiere,  931  Farbige  und
8  Tons  Fracht,  wofür  62  212  Rupien  vereinnahmt
rden.  Für  den  Lokalverkehr  besitzt  die  Firma
Croussos  in  Langenburg  eine  kleine  Dhau  und
:  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  in  Songwe
ehrere  kleine  Fahrzeuge,  darunter  ein  Whaleboot.
ie  Eingeborenen  am  Nyassa  benutzen  nach  wie  vor
Be  Einbäume  ohne  Ausleger,  die  stets  gerudert  und
:  gesegelt  werden,  gleichwohl  aber  für  den  Verkehr
ht  bedeutungslos  sind.

Der  Wegebau  hat  sich  auf  Vervollständigung  und
isbau  des  Vorhandenen  erstreckt.

Das  Kondeland  ist  trotz  der  Trägheit  der  Einohner
  infolge  günstiger  klimatischer  Verhältnisse
ch  wie  vor  das  Hauptproduktionsgebiet  der  Erignisse
  des  Ackerbaues  und  der  Viehzucht.  Im  letzten
ihre  hat  der  Anbau  der  europäischen  Kartoffel
eder  erheblich  zugenommen,  so  daß  bereits  an  eine

13  fuhr  und  vortheilhafte  Verwerthung  dieses  stets
suchten  Artikels  gedacht  werden  konnte.  Die  Einhrung
  einer  Dauerwinterkartoffel  und  der  Transrt
  der  zum  Verkauf  gebrachten  Kartoffeln  mit
agen  zum  Nyassa  wird  die  Möglichkeit  eines  verößerten
  und  dauernden  Exportes  sichern.

In  Massewe  wurde  der  dort  stationirte  ehemalige
berjäger  mit  der  Leitung  von  Forstkulturen  und
ersuchskaffeepflanzungen  betraut.  Der  dort  angelanzte
  Kaffee,  etwa  1000  Bäumchen,  gedeiht  gut.
Langenburg  wurden  die  in  Wardschen  Pflanzensten
  von  der  Küste  hierhergesandten  Stecklinge  von
cus  elastica  ausgeschult  und  erzielten  ein  hervorgendes
  Resultat,  so  daß  die  Einführung  dieses
erthvollen  Kautschukbaumes  in  das  Nyassagebiet
"  gesichert  gelten  kann.  Auch  die  Versuche  mit
dischem  Bambus  sind  gelungen.  Auf  der  neugründeten
  Plantage  Kissiwa,  die  jetzt  ein  Areal  von
000  ha,  den  Herren  F.  und  A.  v.  Gordon  gehörig,
nfaßt,  ist  ein  Versuch  mit  Kaffee  und  Tabak  gemacht
orden.  Die  Saatbeete  stehen  gut,  und  die  Verssung
  des  Pflanzenmaterials,  die  Lage  der  Plantage
uf  etwa  800  bis  1000  m  Höhe  und  der  vorzügliche
l#oden  versprechen  ein  gutes  Gedeihen  derselben.

Der  Viehbestand  der  Eingeborenen  ist  auf  gleicher
böhe  geblieben,  Seuchen  sind  nirgends  aufgetreten.

Die  Prozeßsucht  der  Eingeborenen  hat  in  erceulicher
  Weise  nachgelassen.  Der  Einfluß  der

 

Häuptlinge,  der  bisher  gleich  Null  war,  ist  dadurch
gestärkt  worden,  daß  ihnen  wiederholt  bei  Streitfällen
  die  Entscheidung  überlassen  wurde.

Im  Allgemeinen  ist  ein  Fortschritt  des  Bezirks
Langenburg  sowohl  in  kultureller  wie  in  kommerzieller
Beziehung  bemerkbar.  Der  Karawanenverkehr  hat
zugenommen,  und  die  Erziehung  der  Eingeborenen
zur  Arbeit,  unterstützt  durch  eine  stetig  fortschreitende
Erhebung  der  Hüttensteuer,  zeitigt  die  ersten  Erfolge.
Die  Bakonde  finden  es  nicht  mehr  unter  ihrer  Würde,
zu  arbeiten,  denn  der  bar  ausgezahlte  Lohn  besitzt
eine  große  Anziehungskraft;  von  dem  Ersparten
werden  Vieh  und  Tauschartikel  gekauft,  mit  dem  Rest
bezahlt  der  Arbeitswillige  die  Hüttensteuer  von
3  Rupien  in  bar.

Ukonongo.

Der  Bezirk  hat  sich  friedlich  entwickelt.  Die
Station  gewinnt  allmählich  Einfluß  selbst  in  den
weiter  abgelegenen  Gegenden.  Die  Bevölkerung  faßt
Vertrauen  und  bringt  ihre  Klagen  und  Wünsche  von
weit  her,  auch  betheiligt  sie  sich  an  der  Ergreifung
von  gesuchten  Verbrechern.  Es  sind  bisher  66  Jumben
eingetragen  und  156  Schauri  vorgebracht,  von  denen
142  erledigt  werden  konnten.  Gegen  Rechtsentscheidung
  durch  den  Gifttrunk,  die  heimlich  noch  immer
angewandt  wird,  geht  die  Station  mit  aller  Strenge
vor.  In  erster  Linie  wirkt  die  Station  bei  Erledigung
  von  Schauris  belehrend,  in  zweiter  erst
strafend.  Zur  Festigung  des  Ansehens  der  Jumben
geht  die  Station  stets  energisch  gegen  aussässige
Elemente  vor.

Als  Stationsort  ist  endgültig  Kassanga  am
Tanganyika-See,  etwa  vier  Stunden  von  der
englischen  Grenze  entfernt,  gewählt.  Die  weite,
offene  Bucht  und  Ebene  wird  von  hohen,  steilen
Bergen  eingeschlossen.  Die  provisorische  Station  ist
auf  einer  Terrasse  des  Randgebirges  erbaut.  Das
regelmäßig  gebaute  Askaridorf  mit  Einzelhäusern,
breiten  Straßen,  Marktplatz  und  Markthalle  liegt  am
Fuße  der  Terrasse.  Die  permanente  Station  soll  auf“
der  Spitze  einer  im  Süden  der  Bucht  weit  vorspringenden,
  felsigen,  hohen  Halbinsel  erbaut  werden.

In  der  am  Kanafluß  mit  künstlicher  Bewässerung
angelegten  Stationsschambe  werden  Versuche  mit  Reis,
Weizen,  Kartoffeln,  Gemüse,  Kaffee,  Citronen,  Mango,
Oelpalmen,  Gummibäumen  und  Tabak  gemacht.  Alle
Arten  gedeihen  gut.  Kokossetznüsse  sind  bestellt.

Die  Ernte,  Mais,  Mtama,  Ulesi,  Bohnen  2c.,
war  in  diesem  Jahre  gut,  da  dasselbe  sehr  regenreich
war.  Außer  den  genannten  Arten  werden  vereinzelt
europäischer  Reis,  Weizen  und  Kartofseln  gebaut.
Alle  Arten  kommen  gut  fort.  Tabak  baut  fast  jedes
Dorf  in  guter  Qualität.

Der  Bestand  in  Kleinvieh  ist  im  ganzen  Bezirk
bedeutend.  Der  früher  bedeutende  Großviehbestand
hat  unter  der  Rinderpest  stark  gelitten.  Nach  Vergrößerung
  der  Stationsheerde  wird  es  möglich  sein,
dem  für  Viehzucht  vorzüglich  geeigneten  Lande,  wie

2
        <pb n="570" />
        seiner  Zeit  in  Mpapua,  Großvieh  zu  Zuchtzwecken
abzugeben.  Die  größeren  Jumben  sollen  dann
Stationsvieh  zur  Wartung  erhalten,  welches  Stationseigenthum
  bleibt  und  als  solches  gebrannt  wird.
Jährlich  erhalten  dann  die  Leute  bei  guter  Wartung
und  Pflege  nach  Ergänzung  der  etwa  gefallenen  Stücke
die  Hälfte  des  übrigen  bei  ihnen  geborenen  Viehs,  die
andere  Hälfte  wird  für  die  Station  gebrannt.

Die  Elefanten  sind  im  Bezirk  schon  sehr  selten
geworden.  Die  Jagd  auf  anderes  Wild  ist  ergiebig.
Der  Fang  von  Zebras  und  Straußen  ist  in  die
Wege  geleitet.  Auf  dem  Plateau  wird  viel  Honig
gewonnen.  Wachsbereitung  war  den  Leuten  unbekannt,
  jetzt  sind  sie  darüber  belehrt.  Der  See  ist
reich  an  schmackhaften  und  sehr  fetten  Fischen.  Zahlreiche
  Ottern  liefern  gute  Felle.  Nach  einer  Mittheilung
  von  Karema  soll  dort  Steinkohle  in  nächster
Nähe  der  Mission  vorkommen,  auch  soll  dort  Kupfer
vorhanden  sein.

Steuern  werden  bei  den  Eingeborenen  durch
Arbeitsleistung  bei  Wege=  und  Stationsbau  oder  als
Träger  für  die  Station  und  für  Händler  abgetragen.
Naturallieferung  als  Steuer  wird  nur  da  gefordert,
wo  die  Verbindungswege  günstig  sind.

Mit  der  wissenschaftlichen  Erforschung  des  Sees
ist  begonnen  worden.  Die  kartographische  Aufnahme
des  Bezirks  wird  fortgesetzt.

 

Kamerun.

Expedition  des  Freiherrn  v.  Ktein.

Nach  neuerdings  eingetroffenen  Berichten  hat  der
Chef  der  Verwaltung  des  Sanga-Ngokogebietes,
Freiherr  v.  Stein,  die  bereits  angekündigte  Expedition
  über  die  todte  Zone  hinaus  nach  Norden  und
Nordwesten  (vergl.  Kol.  Bl.  Nr.  10,  S.  358  ff.)  angetreten.
  Seinem  interessanten  Reisebericht  entnehmen
wir  das  Folgende:

Die  Expedition  brach  am  16.  Februar  in  Stärke
von  84  Soldaten  und  70  weiteren  Leuten  von  der
Station  Ngoko  auf.

Nachdem  die  Ndsimuleute  in  der  Nähe  der  Station
reichlich  Verpflegung  und  Führer  zum  Passiren  des
unbewohnten  Urwaldes  zwischen  der  Station  und  dem
Bangandulande  geliefert  hatten,  wurde  vom  16.  bis
20.  Februar  diese  Zone  ohne  besonderes  Vorkommniß
passirt.  Die  Gegend  war  durchweg  sehr  flach,  doch
ohne  größere  Sumpfstrecken.  Der  Weg  führte  durch
äußerst  wildreiche,  offenbar  sehr  wenig  aufgesuchte
Gebietsstrecken,  in  denen  sich  auch  viel  Kickxia  vorfindet,
  nach  dem  ziemlich  bedeutenden  Bangandudorfe
Bombesse,  wo  das  Land  etwas  hügeliger  zu  werden
beginnt.  Der  Weg  selbst  war  natürlich  für  meine
recht  schwer  beladene  Karawane  der  enormen  Vegetätion
  halber  schwer  gangbar  und  oft  kaum  als  solcher
zu  erkennen.  Er  ist  aber  meiner  Auffassung  nach
die  spätere  Hauptverbindung  von  der  Station  nach

518

 

Norden,  zumal  er  mit  geringen  Mitteln  z
einer  direkten  und  bequemen  Verkehrsstraße  un
gewandelt  werden  kann.  Es  kommt  dazu,  daß  d
einleitenden  Schritte,  Banganduleute  sowohl  w
Ndsimus  zur  Ansiedlung  an  dieser  Strecke  zu  be
wegen,  einen  verhältnißmäßig  leichten  Erfolg
Aussicht  stellen.  Der  Wasserweg  Ngoko—  Molund
ist  nebenbei  nicht  immer  benutzbar,  beinahe  gerade
zeitraubend,  und  vor  Allem  ist  das  in  Frage  kon
mende  Trägermaterial  schließlich  geneigter,  de
weniger  schwierigen  flachen  Weg  Bombesse  —Ngok
als  die  recht  bergige,  kaum  nähere  Strecke  vo
Bangandu  nach  Molundu  zu  passiren.

Nach  einem  Ruhetage  in  Bombesse  wurde  i
kleinen  Märschen  bis  zum  23.  Februar  die  Bangandt
faktorei  der  Gesellschaft  Südkamerun  zu  Djimbul
erreicht.  Dabei  sowohl,  wie  bei  dem  Aufenthalt  ie
Djimbuly  bis  zum  27.  Februar  bemühte  ich  mie
nach  Möglichkeit,  in  die  mir  noch  wenig  bekonnter
Verhältnisse  im  Bangandulande  einen  Einblick
gewinnen,  den  ich  durch  einen  zweitägigen  Ausenthe.
zu  Busse,  dem  letzten  Dorfe  vor  der  todten  Zom
noch  erweitern  konnte.

Ich  habe  den  Eindruck  erhalten,  daß  dieser  Stamn
ein  recht  brauchbares  Menschenmaterial  ist  und  kesonders
  für  die  Lösung  der  immer  dringender  wer
denden  Träger=  und  auch  Faktoreiarbeiterfrage  seht
in  Frage  kommen  wird.  Allerdings  sind  die  Bangandu
  wenig  zahlreich.  Die  drei  bis  jetzt  be
kannten  und  wohl  auch  einzigen  Dorfkomplexe  etwe
um  Ngutu  und  Ngalibidi,  um  Buenge  und  Dimbulo
und  schließlich  um  Nadia  herum  mögen  insgesomm:
kaum  mehr  als  2000  Männer  ausweisen.  Es  kom
hinzu,  daß  infolge  der  Lage  von  Bangandu  als  Ein
gangspforte  in  die  reichen  Gegenden  weiter  im  Norden.
infolge  ihres  ängstlich  bisher  gehüteten  Handelsmonopols
  dahin  und  infolge  der  Nothwendigkeit  für
die  Faktoreien,  wenigstens  den  Verkehr  nach  Molundu
  durch  eingeborene  Karawanen  aufrecht  zr
erhalten,  die  Leute  mehr,  als  gerade  nühzlich,  ver
ihrer  Unentbehrlichkeit  überzeugt  waren,  und  ihre
Forderungen  ein  kaum  mehr  zu  erfüllendes  Moß
erreichten.  Es  erschien  mir,  um  meine  Absichten  erreichen
  zu  können,  schließlich  unumgänglich,  bei  aler
Vorsicht,  um  keinen  Krieg  zu  entfachen,  doch  energit
aufzutreten.  Die  wohlthätigen  Folgen  zeigten  s#
sofort,  da  die  Bangandus  mit  großer  Fügsamle
alle  Forderungen  erfüllten.  Die  mir  gestellten  Träger
haben  dann  recht  Gutes  geleistet.  Der  Bagandustamm
ist  anscheinend  ein  wenig  kriegerischer  und  wird  des
jetzt  begonnene  Durchbrechen  seines  Zwischenhandel
voraussichtlich  ohne  Zwischenfall  hinnehmen.  Die  Den#e
sind  im  Bangandulande  viel  besser  als  bei  den  bishet
besuchten  Stämmen  des  Verwaltungsbezirks  gebaut
meist  gut  befestigt  und  von  sehr  ausgedehnten  Pflan—
zungen  umgeben.  Ihren  Ursprung  führen  die  Leub
an  den  mittleren  Kadel  zurück,  wohin  anscheinend
noch  jetzt  eine  begangene  Straße  weiter  im  Oste
existirt,  die  allerdings  wohl  ebenfalls  eine  grobete
        <pb n="571" />
        dte  Zone  passiren  wird.  Die  Sprache  ist  von  den
ir  bisher  bekannt  gewordenen  Dialekten  Südkameruns
elig  verschieden,  doch  konnte  mit  dem  hier  überall
läufigen  Maka  (Ngumba)  und  theilweise  auch  Bule
#engone)  überall  eine  Verständigung  leicht  erzielt
erden.

Am  2.  März  wurde  dann  mit  der  Gesammtpedition,
  verstärkt  durch  22  Banganduträger  und
ie  kleine  Karawane  des  Agenten  der  Gesellschaft
üdkamerun,  Friedrich,  der  Marsch  in  die  sogenannte
dte  Zone  angetreten.  Ich  hatte  zweitägige  Verlegung
  aus  Bangandu  und  eiserne  Portionen  zu
vier  Säckchen  Reis  à  300  g,  Sardinen,  Salz,
eise  und  Tabak  ausgegeben.  Am  7.  März  vorttags
  wurde  in  durchschnittlich  sechs=  bis  siebenmdigen
  Tagemärschen  das  erste  Kunabembedorf
mbo  erreicht.  Der  Marsch  führte  wieder  durch

Ganzen  ebenes  Gelände  mit  meist  sehr  schönem
echwald  und  bereitete  jetzt  in  der  Trockenzeit  wenige
hwierigkeiten.  Er  war  vielmehr  über  alles  Erwarten
t  und  anscheinend  viel  begangen.  Der  von  Dr.  Plehn
mtzte  Weg,  der  etwa  nach  dem  zweiten  Wegedrittel
iter  nach  Osten  lief,  ist  etwas  länger  und  seine
ledereinmündung  in  den  von  mir  begangenen  Weg,
o  auch  sein  Heraustreten  aus  der  todten  Zone  von
luku  aus  liegt  wohl  noch  einen  Tagemarsch  weiter
Norden.  Im  Uebrigen  ist  auch  die  sogenannte
te  Zone  nicht  absolut  unbewohnt.  Vielmehr  hat
bereits  einen  kleinen  Tagemarsch  von  Busse  aus
lerdings  ein  kleines  Bangandudorf  angesiedelt,  das
seinem  Vorhaben,  dort  größere  Pflanzungen  2c.
zulegen,  angelegentlichste  Unterstützung  verdient.
ch  von  der  Kunabembeseite  aus  scheint  eine  Vernerung
  der  todten  Zone  recht  wahrscheinlich  zu
i,  da  ein  stark  begangener  Weg  etwa  einen  Tagebtsch
  von  Kambo  rückwärts  noch  etwas  weiter  nach
sten  abzweigt,  der  bereits  in  wenigen  Stunden

dort  an  den  Bumbaufern  bedeutend  weiter  nach
iden  reichenden  Kunabembedörfer  treffen  soll.  Auch
i  dem  Nadiakomplex  führte  ein  direkter  Weg  nach
nabembe,  der  die  von  mir  benutzte  Route  etwa

Lokomo  trifft.

An  eventuellen  Schwierigkeiten,  die  der  Weg  bieten
erd,  würde  vor  Allem  der  Uebergang  über  den
en  und  reißenden  Lokomo  und  das  Passiren  des
can  anschließenden  größeren  Ueberschwemmungs-#ietes
  zu  nennen  sein.  Auch  der  recht  breite  und
e  Bange,  der  nahe  an  Kunabembe  etwa  3  km
trhalb  seiner  Mündung  in  den  Bumba  passirt
rde,  kann  in  der  Regenzeit  ein  recht  störendes
nderniß  sein.  Mit  einem  kleinen  Umweg  halte  ich
aber  für  möglich,  das  Ueberschwemmungsgebiet
#  Lokomo  und  seines  Nebenflüßchens  Mondimdim
stlich  zu  umgehen  und  am  Lokomo  sowohl  wie
1  Bange  eine  geeignete  Stelle  zu  finden,  an  der
stets  wasserfreier  Flußübergang  durch  einen  geneten
  Baum  hergestellt  werden  kann.

Es  erübrigt  über  den  Weg  durch  die  todte  Zone
:  Bemerrkung,  daß  sowohl  bei  dem  erwähnten  neuen

519

 

Bangandudorfe,  wie  während  des  gesammten  letzten
Tagemarsches  der  Bumba  zweifellos  nur  wenige  Kilometer
  westlich  floß.  Da  er  jedoch  nur  dicht  bei
Kambo  wirklich  gesehen  wurde,  läßt  sich  ein  abschließendes
  Urtheil  über  seine  eventuelle  Benutzbarkeit
noch  nicht  abgeben.  Nach  dem  Anblick,  den  er  bei
Kambo  bot,  allen  eingezogenen  Erkundigungen  und
schließlich  auch  den  zurückgelegten  Steigungen  zu
urtheilen,  dürfte  seine  Nutzbarmachung  nur  auf  gewissen
  Strecken  möglich  und  auch  da  noch  durch
Felsen,  umgefallene  Stämme  und  eine  sehr  starke
Strömung  recht  erschwert  sein.

Es  wurde  schließlich  an  demselben  Tage,  also  am
7.  März,  noch  weiter  bis  Duluku  marschirt,  dessen
Chef  wohl  der  angesehenste  Häuptling  des  anscheinend
recht  starken  Kunabembestammes  ist.  Die  Aufnahme
war  eine  äußerst  gute;  Verpflegung  in  sehr  großer
Menge  und  zu  billigsten  Preisen  ist  stets  zu  haben.
Auch  Führer  und  Träger  haben  sich  nach  Entlassung
der  Banganduleute  in  Menge  angeboten.  Der  Buleund
  theilweise  auch  der  Banedialekt  wird  fast  durchweg
  verstanden.  Sonst  ist  die  Landessprache  sehr
nahe  mit  der  Ngumbasprache  verwandt.  Auch  die
bisher  festgestellten  Erkundungen  aus  dem  Westen
lauten  recht  vielversprechend,  und  sind  die  mir  von
meiner  Expedition  1898  her  bekannt  gewordenen
östlicheren  Bule-,  Bane=  und  Vengonehäuptlinge,
wenigstens  dem  Namen  nach,  sämmtlich  nicht  unbekannt.
  Ein  Weg,  der  von  Kambo  nach  Westen  über
die  Kunabembeunterstämme  Vogendange  und  Kumba=Kumba,
  durch  die  Maka=  (Njima“  oder  Njem-)  Stämme
Limbom  und  Sso  zu  den  Ostjekomba  unter  dem  bekannten
  Bulehäuptling  Lebandum  führt,  ist  in  einer
Gesammtlänge  von  acht  bis  zehn  Tagemärschen  mit
ziemlicher  Gewißheit  anzunehmen.  Doch  wird  die
Hauptverkehrsader  in  das  Innere  der  Konzession
voraussichtlich  von  dem  noch  etwa  2½  Tagemärsche
nördlicher  sitzenden  Bumbumstamme  ihren  Ausgang
nehmen.

Betreffs  der  hier  angetroffenen  Handelsverhältnisse
  habe  ich  einen  sehr  günstigen  Eindruck
gewonnen.  Elfenbein  ist  offenbar  noch  recht  vieles
vorhanden.  Mit  der  hier  noch  völlig  unbekannten
Gummifabrikation  wurde  heute  ein  recht  viel  versprechender
  Versuch  gemacht.  Das  neu  ausgebildete
Instruktionspersonal  der  Expedition  hat  unter  allgemeinem
  regen  Interesse  der  Eingeborenen  in  etwa
zwei  Stunden  aus  allernächster  Nähe  des  Dorfes
5  bis  6  kg  erstklassigen  Kautschuk  gewinnen  können
und  den  anwesenden  Kunabembeleuten  sehr  verständig
aufgenommene  Instruktionen  gegeben.  Da  die  todte
Zone  sowohl  wie  die  hier  durchschrittenen  Wälder
stellenweise  ziemlich  reich  an  Kickxria  sind  (Landolphia
ist  äußerst  wenig  vorhanden)  und  die  Eingeborenen
entschieden  verhältnißmäßig  recht  arbeitsam  sind,  halte
ich  ein  rasches  Aufblühen  des  Gummihandels  für
höchst  wahrscheinlich.

Eine  Trägerschwierigkeit  für  hier  oben  ist  keinenfalls
  zu  befürchten,  da  für  wenige  Bezahlung  bis  in
        <pb n="572" />
        die  Bangandufaktorei  der  Gesellschaft  Südkamerun
schon  jetzt  jederzeit  Leute  zu  haben  sind,  die  für  geringe
Mehrbezahlung  zweifellos  auch  bis  Ngoko  selbst
marschiren  würden.  In  dem  anscheinend  noch  größeren
und  mit  den  Kunabembe  ganz  nahe  verwandten
Bumbumstamme  scheinen  die  Verhältnisse  ähnlich
zu  liegen.

Ueberfall  und  Verwundung  des  Bezirksamtmanns
Dr.  Meyer.

Bei  einer  Inspektionsreise  in  die  Bambuko-Landschaft
  (Schutzgebiet  Kamerun)  wurde  der  Kaiserliche
Bezirksamtmann  in  Victoria,  Dr.  Meyer,  von  unbotmäßigen
  eingeborenen  Stämmen  überfallen  und  dabei
nicht  unerheblich  verwundet.  Ueber  diesen  Vorfall
berichtet  Dr.  Meyer,')  wie  folgt:

Victoria,  den  29.  Mai  1901.

Nachdem  ich  vom  9.  bis  11.  Mai  in  Mongonge
vergebens  versucht  hatte,  die  Bambukohäuptlinge  der
Umgegend  zum  Erscheinen  zum  Palaver  zu  bewegen,
marschirte  ich  am  12.  Mai  mit  Herrn  Leutnant  Umber
zurück  nach  Bossama  und  von  da  in  ungefähr  östlicher
Richtung  nach  Esolovo.  Ich  beabsichtigte,  die  östlichen,
  höher  am  Gebirge  hinauf  gelegenen  Bambukodörfer
  Kotto,  Fongo,  Bovili,  Isallala,  Evje,  Kunde
zu  besuchen,  die  erste  Marschroute  bei  Munjange  zu
schneiden  und  über  die  westlichen,  nach  der  See  zu
gelegenen  Bambukodörfer  Likingi,  Lome,  Lova  la
vinge  nach  Bibundi  und  Victoria  zurückzukehren.
Der  Zweck  dieses  Marsches  war  der,  festzustellen,
ob  auch  diese  Dörfer  unbotmäßig  seien  oder  nicht,
und  zu  vermeiden,  daß  die  zu  ergreifenden  Maßregeln
  auf  sriedliche  Dörfer  ausgedehnt  würden.
Leutnant  Umber  sollte  von  Efolovo  direkt  über
Muele  und  Kuke  nach  Munjange  marschiren.

Die  Marschordnung  meiner  Abtheilung  war
folgende:  Zwei  Polizeisoldaten  Balinga  und  Momo,
der  Häuptling  von  Bibundi  mit  zwei  Begleitern,  der
Dolmetscher  Ekosse,  ich,  ein  Polizeisoldat  Ali,  der
meinen  Karabiner  trug,  zwei  Diener,  16  Träger,
Sergeant  Peter  mit  sieben  Polizeisoldaten,  acht  Schutztruppensoldaten.


Da  schon  mehrfach  an  den  vorhergehenden  Tagen
Leute  mit  Gewehren  getroffen  worden  waren,  wurde
mit  geladenem  und  gesichertem  Gewehr  marschirt.
Das  Gelände  stieg  allmählich,  aber  stetig  an.  In
Ermangelung  eines  Führers  mußte  ich  nach  dem
Kompaß  und  nach  der  Geländeformation  marschiren,
was  zur  Folge  hatte,  daß  wir  mehrfach  Kehrt  machen
mußten,  um  bessere  Wege  zu  suchen.  Hierbei  änderte
sich  die  Marschordnung  insofern,  als  der  Häuptling
von  Bibundi  mit  seinen  beiden  Begleitern  und
der  Dolmetscher  Ekosse  sich  hinter  die  Träger

*)  Derselbe  ist  vor  Kurzem  nach  Deutschland  zurückgekehrt
  und  befindet  sich  auf  dem  Wege  der  Besserung.
Anm.  d.  Red.

 

520  —

setzten,  so  daß  vor  mir  nur  die  beiden  Polize
soldaten  Momo  und  Balinga  marschirten.  #
wir  uns  einem  Gebüsch  näherten,  rief  vor  uns  e
Mann  kurz  zweimal.  Ich  hielt  dies  für  ein  Zeich
für  die  Dorfbewohner,  daß  sie  die  Flucht  ergreif
sollten,  und  wurde  hierdurch  in  meiner  Vermuthur
daß  wir  uns  einer  Hütte  näherten,  bestärkt.  De
plötzlich  fielen  gerade  und  schräg  vor  uns  aus  #u
mittelbarer  Nähe  falvenartig  eine  Anzahl  Schüf
Ich  wurde  unterhalb  des  rechten  Mundwinkels
troffen,  ein  Schuß  ging  durch  meinen  Hut  unde
Prellschuß  traf  meinen  linken  Oberarm.  Die  beid
Soldaten  drehten  sich  um  und  wollten  auf  mi
zurückkommen.  Ich  winkte  ihnen  jedoch,  binter  Felie
Deckung  zu  suchen  und  von  dort  aus  zu  schieße
was  sie  auch  thaten.  Beide  waren  blutig  im  Gesich
Mittlerweile  war  Ali  zu  mir  gekommen,  und  ie
drehte  mich  halb  um,  um  ihm  die  Bussole  zu  gebe
und  den  Karabiner  zu  nehmen.  Hierbei  erhielt  #
einen  Schuß  in  den  Rücken.  Ich  trat  num  etwa
zur  Seite,  wo  ich  durch  einen  Felsen  bessere  Deckun
gegen  vorn  hatte,  und  rief  von  hier  aus  die  hinte
marschirenden  Soldaten,  welche  gerade  über  eine  klem
Anhöhe  kamen,  während  die  Träger  in  der  Thalsobt
die  Lasten  hingelegt  und  seitwärts  gegen  das  imme
noch  anhaltende  Feuer  Deckung  gesucht  hatten.  Bein
zweiten  Rusen  kamen  die  Soldaten  heran,  und  e:
gelang  ihnen  bald,  die  Feinde  zu  vertreiben.  Hierbe
fiel  ein  Schutztruppensoldat  Na.  Betheiligen  am
Angriff  konnte  ich  mich  nicht,  da  die  Wunde  im
Rücken  mich  bald  zwang,  mich  hinzusetzen  und  dann
hinzulegen.  Jch  verbot  jedoch  den  Soldaten,  dee
Feinde  weiter  zu  verfolgen,  weil  ich  es  nicht  für
ausgeschlossen  hielt,  daß  die  Bambukos  eine  Kriegslir
anwandten,  indem  sie  durch  scheinbare  Flucht  die
Soldaten  weglockten  und  dann  über  die  wehrlo#n
Träger  und  mich  herfielen,  andererseits  aber  eine
Theilung  der  schwachen  Streitkräfte  unmöglich  war
Die  Verluste  der  Feinde  konnten  deshalb  nicht  fer.
gestellt  werden;  ebensowenig  die  Anzahl  der  feindliche
Gewehre;  nach  dem  zuerst  salvenartigen  und  dam
noch  ungefähr  drei  Minuten  ununterbrochen  andauerden
  Feuer  kann  dieselbe  aber  keine  geringe  gewese
sein.  Die  Waffen  der  Gegner  müssen,  nach  den
erhaltenen  Verletzungen  zu  urtheilen,  Vorderloder
gewesen  sein,  die  mit  eisernen  Kochtopfscherben  ge—
laden  waren.

Das  Verhalten  der  Soldaten  war,  nachdem  i
zu  mir  herangekommen  waren,  ein  tadelloses.  Der
Soldat  Ali  und  mein  Diener  Josef  gingen  nicht  den
meiner  Seite.

Da  ein  Weitermarschiren  unter  den  obwaltenden
Umständen  unmöglich  war,  wurde  der  Nückmarsc
angetreten.  Für  mich  wurde  das  Feldbett  zurecht
gemacht.  Der  schwerverwundete  Polizeisoldat  Momo
wurde  in  eine  Hängematte  gelegt,  desgleichen  det
gefallene  Schutztruppensoldat.  Die  Vorbereitungen
zum  Rückmarsch  wurden  in  aller  Ruhe  getroffen.

Beim  Rückmarsch  ging  ein  Drittel  der  Soldaten
        <pb n="573" />
        rxn,  ein  Drittel  in  meiner  Nähe,  ein  Drittel  hinten.
urch  die  Feinde  wurden  wir  nicht  mehr  belästigt;
e  Vertreibung  schien  eine  allseitige  und  nachhaltige
wesen  zu  sein.  Nach  ungefähr  zwei  Stunden  kamen
ir  in  Efolovo  an,  wo  der  gefallene  Soldat  mit
ilitärischen  Ehren  begraben  wurde.

Am  nächsten  Tage,  14.  Mai,  wurde  ich  in  15=indigem
  Marsch  in  der  Hängematte  nach  Bibundi
bracht.  In  Mongonge  wurde  eine  halbstündige
ause  gemacht,  um  den  in  der  Hängematte  gestornen
  Soldaten  Momo  zu  begraben.  In  Bibundi
nd  ich  am  nächsten  Tage,  15.  Mai,  ärztliche  Hülfe.

Der  zweite  verwundete  Polizeisoldat  Balinga  ist
1  27.  Mai  unter  starrkrampfartigen  Erscheinungen
storben.

 

Gesandtschaft  des  neuen  Balihäuptlings.

Gouverneur  v.  Puttkamer  berichtet  unter  dem
;.  Mai  von  Busa  aus:  Gestern  traf  hier  eine
esandtschaft  des  neuen  Balihäuptlings  ein,  bestehend
8  zwei  Dolmetschern  und  zehn  Mann.  Dieselben
#ldeten  mir  offiziell,  daß  Garega  gestorben  sei  und
ß  sein  Sohn  Mbo  unter  dem  Namen  Fongang
2  Nachfolge  angetreten  habe.  Er  verspreche,  stets
1  treuer  Anhänger  der  deutschen  Regierung  zu
n  und  auch  stets  Arbeiter  zu  liefern.

—  .  —  —  —

Expedition  des  Lentnants  Strümpell.
(Hierzu  eine  Skizze.)

Nach  einem  Bericht  des  Gouverneurs  v.  Puttmer
  ist  Leutnant  Strümpell  am  24.  Aprilk  d.  Js.
4  zwei  weißen  Unteroffizieren  und  50  farbigen
oldaten  nach  Banti  und  Bali  aufgebrochen,  um
f  der  Balistraße  endgültig  Ordnung  herzustellen.
1  Tinto,  der  neuen  Militärstation  an  der  Baliaße,
  ist  als  Wache  Unteroffizier  Kaltenbach  mit
zu  Soldaten  stationirt  worden.  Der  Bau  der
tation,  deren  Plan  die  untenstehende  Skizze  veran--waulicht,
  schreitet  rüstig  vorwärts.

521

 

Togo.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Bezirksleiter  von  Mangu-Jendi,  Oberleutnant
  Gaston  Thierry,  sandte  dem  zoologischen
Museum  zu  Berlin  8  Säugethierfelle,  2  Säugethierskelette,
  3  Säugethierschädel  und  1  Säugethiergehörn,
3  Vogelbälge  und  1  Krokodil.

Die  Sendung  enthält  einige  Stücke  von  hervorragendem
  wissenschaftlichen  Werth.  Besonders  zu
erwähnen  sind  die  vollständigen  Skelette  einer  Pferdeantilope,
  Hippotragus  koba,  und  einer  Grasantilope,
Adenota  kob,  sowie  ein  zum  Ausstopfen  geeignetes
Fell  dieser  Art  und  der  Balg  eines  noch  näher  zu
untersuchenden  Pavians.

 

Aus  dem  PBereiche  der  Wissiovnen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Aus  Neu-Guinea  ist  die  Trauerbotschaft  eingetroffen,
  daß  der  Missionar  Held  in  Simbang  am
Schwarzwasserfieber  verstorben  ist.

In  dem  Jahresbericht  der  Evangelisch-lutherischen
Mission  zu  Leipzig  heißt  es  über  die  Dschagga-Mission:
  Trotz  mancher  Hindernisse  in  der  Arbeit
dürfen  wir  doch  von  Fortschritten  berichten.  „Man
sieht  doch,  daß  es  vorwärts  geht,“  schreibt  einer
unserer  Brüder.  Es  wurden  20  Erwachsene  und
das  erste  Kind  aus  einer  christlichen  Ehe  getauft,  so
daß  die  Seelenzahl  im  Jahre  1900  sich  gerade  verdoppelt
  hat:  von  21  auf  42.  Und  am  Schluß  des
Jahres  standen  29  Heiden  im  Taufunterricht.  Auch
die  Zahl  der  Schüler  und  Schülerinnen  hat  zugenommen.
  Zu  Anfang  des  Jahres  waren  es  350.
Nach  den  letzten  Nachrichten  über  die  Häuptlingsschule
  in  Moschi  und  über  die  Schule  in  Pokomo
dürfen  wir  die  Zahl  auf  450  schätzen.  Etwa  100
davon  sind  als  Kostschüler  auf  den  Stationen,  lauter

 

Plan  der  Militärstation  in  Tinto.

Erläuterungen.

Offizierhaus.
Soldatenhaus.
Schafstall.
Unteroffizierhaus.
Wacht-,  Palaver=  und  Lastenhaus.
Boyhaus  für  Offiziere.

-  *  Unteroffiziere.
Haus  für  Handwerker.
9.  Flaggenmast.
10.  Balistraße.
11.  Appellplatz.
12.  Umzäunung  der  Station.

#o  S  r
        <pb n="574" />
        —  522

freiwillige.  Erfreulich  ist  namentlich,  daß  unsere
Missionsgehülfen  am  Kilimandjaro  die  Suahelihandwerker
  von  der  Küste  jetzt  ganz  entbehren  können,
weil  sie  dort  ihre  Bauten  mit  eingeborenen  Arbeitern
allein  herstellen.  Die  Kapelle  in  Moschi  mit  ihren
gothischen  Fenstern  ist  nun  wohl  fertig;  die  Kirchglocken,
  die  der  Männerverein  in  Plauen  gestiftet
hat,  haben  große  Freude  bereitet.  Der  Bau  war
recht  nöthig,  weil  die  Gottesdienstbesucher  oft  nicht
Platz  genug  fanden.  Auch  in  Mamba  ist  der  Kirchbau
  recht  wünschenswerth;  aber  es  ist  noch  keine
Aussicht,  daß  wir  im  Stande  sind,  ihn  bald  in  Angriff
  zu  nehmen;  denn  der  Ausbau  der  Stationen
Schigatini  und  Schira  wird  die  Kräfte  unserer
Missionsgehülfen  sehr  in  Anspruch  nehmen.

 

Ueber  die  Missionsarbeit  in  Rungwe  (Deutsch-Ostafrika,
  Nyassagebiet)  schreibt  das  „Missionsblatt
der  Brüdergemeinde“  u.  A.:

Die  Station  bewohnten  am  Schluß  des  Jahres
1900  171  Personen,  d.  h.  65  Männer  und  Jünglinge,
  von  denen  31  ledig  oder  verwittwet,  und
51  Frauen,  von  denen  17  Wittwen  waren,  sowie
4  erwachsene  Mädchen  und  17  unter  13  Jahren
sowie  34  Knaben  unter  13  Jahren.  Die  Zahl  der
Christen  betrug  65,  nämlich  30  Männer  und  Jünglinge,
  25  Frauen  und  Mädchen,  10  kleinere  Kmder.
Wir  haben  es  also  mit  einem  erfreulichen  Wachsthum
zu  thun.  Das  Stationsdorf  vergrößert  sich  zusehends.
Es  werden  etwa  90  Hütten  stehen.  Die  Nachfragen
und  Bitten,  im  Kisungu,  d.  h.  auf  der  Niederlassung
der  Weißen,  sich  anbauen  zu  dürfen,  mehren  sich.
Mütter  folgen  ihren  Kindern  nach  Rungwe,  Jünglinge
  suchen  dort  ihre  Genossen  auf,  Mädchen  wollen
einem  Manne  die  Hand  reichen  und  so  fort.  Weiter
ist  es  der  Verdienst,  der  die  Leute  herführt,  und
daneben  die  gegenwärtigen  Landesverhältnisse.  Das
Bezirksamt  nämlich  faßt  allmählich  festeren  Fuß.  Das
zeigt  sich  darin,  daß  es  Streitsachen  schlichtet,  daß  es
Strafen  verhängt,  Steuern  einzieht.  Auch  das  treibt
viele  auf  die  Missionsstation,  wo  sie  sicherer  zu  sein
glauben.  —  Was  die  Litteratur  in  der  Kondesprache
betrifft,  so  ist  bis  jetzt  die  Uebersetzung  der  drei  ersten
Evangelien  vollendet  und  eine  Fibel  zusammengestellt,
die  in  Herrnhut  gedruckt  werden  konnte.  Sie
schwimmt  jetzt  hinüber  nach  Deutsch-Ostasrika  und
wird  also  bald  ein  wenig  dem  Mangel  an  Lehrmitteln
  abhelfen.  Die  in  Rungwe  eingesetzten  Aufseher
  und  Helfer  haben  sich  bewährt.  Aeußere  Arbeit
gab  es  in  Rungwe  reichlich,  wie  dies  noch  manches
Jahr  hindurch  der  Fall  sein  wird.  Solche  wird
immer  ein  Glück  sein,  denn  ihr  Werth  ist  nicht  gering.
  An  Arbeitslust  fehlt  es  den  Leuten  nicht,  mehr
an  Ausdauer.  Was  mit  der  Arbeit  erreicht  wird,
tritt  schon  deutlich  hervor.  Die  Stationsbewohner
können  sich  allmählich  Vieh  anschaffen;  daran  war
das  Dörfchen  vor  Jahren  noch  arm.  Das  gegenseitige
  Verhältniß  zwischen  Mission  und  Bezirksamt
ist  ein  freundschaftliches.

 

Einem  von  P.  Kost  im  „Steyler  Herz-Jeit
Boten“  erstatteten  Bericht  aus  Togo  entnehmen  wir

„Unser  Missionshof  in  Lome  hat  sich  in  letzte
Zeit  gewaltig  verändert.  Große,  mächtige  Haufe
von  Ziegelsteinen  sind  aufgestapelt  ringsum.  D
zwischen  lagern  große  Massen  von  Bauholz.  Do
gereicht  uns  dieses  Durcheinander  durchaus  nicht  zr
Schande,  denn  aus  dem  jetzigen  Chaos  wird  hoffentli
recht  bald  eine  neue,  schöne,  geräumige  Kirche  en
stehen,  welche  hier  in  Lome  schon  längere  Zeit  sel
nothwendig  war.  Dem  Kirchbau  selbst  mußte  de
Neubau  von  drei  Schulzimmern  vorausgehen,  da  d
bisherigen  Schulräume  innerhalb  des  Platzes  für  d
neue  Kirche  lagen.  Das  Material  der  alten  Schul
wurde  nach  Möglichkeit  für  die  neue  wiederum  be
nutzt.  Ein  für  unsere  Mission  wichtiges  Ereigm
ist  am  1.  Mai  vor  sich  gegangen  —  die  Gründun
einer  Missionsschwestern-Niederlassung  in  Klein-Porc
Schon  lange  hatte  sich  das  Bedürfniß  geltend  gemacht
daß  wie  in  Lome  so  auch  in  Klein-Popo  Schpwesten
zur  Erziehung  der  weiblichen  Jugend  thätig  seien
Nachdem  vor  einigen  Monaten  drei  neue  Schwester
hier  angekommen  waren,  und  nachdem  es  gelunger
ist,  passende  Wohnräume  für  die  Schwestern  in  Stand
zu  setzen,  konnte  an  die  Gründung  herangetreten
werden.  So  verließen  denn  am  1.  Mai  die  drei
Schwestern  Didaka,  Dominika  und  Rosalia  ihren
bisherigen  Wirkungskreis  Lome  und  reisten  nach
Klein--Popo.  Am  6.  Mai  begannen  sie  ihre  Wirksamkeit
  in  der  Mädchenschule,  welche  von  etwa
60  Mädchen  besucht  wird.  Aus  Atakpame  laufen
in  der  letzten  Zeit  günstigere  Nachrichten  ein.  Bruder
Jakobus  schreibt  unter  Anderem:  „Seit  dem  2.  Februar
  befinden  wir  uns  auf  luftiger  Höhe  im  neuen
Heim.  Mit  der  Missionirung  geht  es  langsam  vorwärts.
  Bei  den  vielen  äußeren  Arbeiten  des  Stationsanfangs
  mußten  wir  zuerst  mehr  durch  That  und
Beispiel  als  durch  das  lebendige  Wort  wirken.  Die
hohe  Lage  des  Missionsgebäudes  hat  dem  Besuche
des  sonntäglichen  Gottesdienstes  keinen  Abbruch  gethan.
  Eher  wäre  das  Gegentheil  der  Fall.  Obwok
unser  Oratorium  80  Sitzplätze  hat,  ist  es  bis  jert
nicht  nur  immer  besetzt,  sondern  meistens  zu  klein
gewesen.  Die  Schulliste  weist  gegenwärtig  20  Schüler
auf.  Der  Unterricht  erstreckt  sich  neben  Religien
auf  Landessprache,  Deutsch,  Rechnen,  Lesen  und
Schreiben.  Neben  dem  Wohngebäude,  das  außer
dem  Oratorium  noch  fünf  Zimmer  enthält  und  don
einer  2,25  m  breiten  Veranda  umgeben  ist,  haben
wir  noch  zwei  Nebenbauten  von  je  12,50  m  Lärge
und  4  m  Breite  für  Küche,  Lagerräume,  Werkstäte
sowie  einen  17  m  langen  und  4  m  breiten  Viehstal
aufgeführt.  Letzterer  beherbergt  augenblicklich  40  Jnsassen:
  2  Pferde,  15  Schafe,  4  Stück  Rinddub,
15  Ziegen  und  4  Schweine.  Unser  Viehstand  sol
die  Probe  für  einen  Zuchtversuch  abgeben,  da  wir,
wenn  es  sich  als  rentabel  erweist,  die  Viehzuch!
rationell  zu  betreiben  gedenken.  Auch  Farmarbeiist
  fleißig  betrieben.“
        <pb n="575" />
        In  den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsesellschaft“"
  schreibt  Miss.  Hanke  über  die  Schulverältnisse
  auf  der  Station  Bongu  in  Neu-Guinea:

„Es  besuchten  im  verflossenen  Jahre  die  Schule
1  Knaben.  Der  Besuch  war  durchaus  regelmäßig.
luch  mit  den  erreichten  Resultaten  kann  ich  zufrieden
ein.  Es  wirken  hier  mehrere  Faktoren  zusammen,
ie  die  Sache  günstig  beeinflussen.  Einmal  nimmt
as  Auffassungsvermögen  der  Kinder  von  Jahr  zu
zahr  zu,  und  zum  Anderen  komme  ich  mehr  und
rlehr  dahin,  mich  klar  und  verständlich  ausdrücken
u  können.  Die  Unterrichtsgegenstände  waren:
ziblische  Geschichte,  Katechismus,  Lesen,  Schreiben,
technen,  Singen  und  das  Wichtigste  aus  der  Georaphie.
  Die  Zahl  der  täglichen  Schulstunden  beläuft
ch  auf  2½  bis  3  Stunden.  Ein  Tag  in  der  Woche
4W#  frei.  Die  Kinder  kommen  im  Allgemeinen  gern
nd  sind  dem  Evangelium  durchaus  zugänglich.  Für
ie  heranwachsende  Jugend  hege  ich  gute  Hoffnung.
lus  ihr  wird  auch  hier  noch  einmal  dem  Herrn  ein
zolk  geboren  werden,  das  ihn  lobt  und  ihm  dient,
.  h.  wenn  die  Arbeit  ohne  lange  Unterbrechung
Veitergeführt  werden  kann.“

 

In  der  Zeitschrift  „Gott  will  es“  schildert  der
post.  Präfekt  Limbrock  die  Sprachenzersplitterung
er  Eingeborenen  in  Kaiser  Wilhelmsland  und
Hnupfiehlt  als  bestes  Mittel  dagegen  die  Einführung
er  deutschen  Sprache:

„Wenn  andere  Nationen,  wie  die  Spanier  und
feilweise  auch  die  Engländer,  den  Schutzvölkern  ihre
Kuttersprache  beigebracht,  weshalb  sollte  für  uns  ein
leiches  unmöglich  sein?  Gewiß  wird  das  ja  seine
schwierigkeiten  haben,  und  Niemand  darf  erwarten,
aß  gleich  bei  unseren  Lebzeiten  alle  Stämme  Neumineas
  sich  ihrer  Sprache  begeben  und  statt  dessen
ie  im  Handumdrehen  unsere  Mundart  in  vollkomlenster
  Weise  sich  zu  eigen  machen  werden,  sondern
k#s  kann  naturgemäß  nur  die  Aufgabe  mehrerer
jenerationen  bleiben.  Aber  durch  kluges,  zielbewußtes
sorgehen  und  methodische,  ausdauernde  Bienenarbeit
ürften  doch  in  gar  nicht  langer  Zeit  ganz  befrieigende
  Resultate  zu  erzielen  sein.  Daß  selbst  die
ängeborenen  das  Bedürfniß  und  die  Nothwendigkeit
ner  Einheitssprache  fühlen  und  andererseits  auch
outeresse  und  Fähigkeit,  fremde  Sprachen  zu  erlernen,
1  genügendem  Maße  besitzen,  das  zeigt  schon  die
eite  Ausbreitung  des  Pidgeon-Englisch.  Ebenfalls
at  man  oft  Gelegenheit,  die  große  Gewandtheit  zu
ewundern,  womit  manche  Eingeborene  mehrere  ganz
erschiedene  Sprachen  beherrschen  und  sich  darin  ausudrücken
  verstehen,  gleich  als  wären  sie  Angehörige
er  betreffenden  Stämme.  Daß  das  Pidgeon-Englisch
ine  so  armselige  Form  angenommen,  darf  wohl  dem
imstande  zugeschrieben  werden,  daß  es  ganz  und  gar
hne  jede  Methode  so  recht  nach  Wildenart  erlernt
ourde  sowie  auch,  daß  viele  oder  die  größte  Zahl
zer  Europäer,  welche  am  meisten  mit  den  inländischen
krbeitern  umgingen,  das  Englisch  nur  zum  Noth-523



 

behelf  verstanden  und  sprachen.  Da  aber  mit  geringen
  Ausnahmen  alle  Ansiedler  und  Vorüberreisende
  Deutsche  sind  oder  doch  Deutsch  verstehen,
so  liegen  schon  allein  deshalb  die  Bedingungen  für
die  Einführung  des  Deutschen  wesentlich  vortheilhafter.
  Und  wenn  das  Pidgeon-Englisch,  ohne  daß
weder  die  Verwaltung  noch  sonstiger  methodischer
Unterricht  positiv  nachhalfen,  so  weite  Verbreitung
gefunden,  so  wird  unsere  Muttersprache,  mag  sie  im
Anfang  auch  ein  wenig  schwerer  sein  als  andere
Idiome,  doch  bei  einer  einigermaßen  wirksamen  Beförderung
  bald  sich  einbürgern  und  allmählich  mit
den  Eingeborenen  verwachsen.“

 

Aus  fremden  Rolonien  und
Produktionsgebieten.

Sollerhöhung  in  Britisch-Kigeria.

Die  Kamerun  benachbarte  englische  Kolonie
Nigeria  hat  ihre  Einfuhrzölle  seit  dem  1.  April
d.  Is.  von  5  auf  10  Prozent  ad  valorem  erhöht.

neber  die  Rultur  der  Rickria  in  der  englischen
Rolonie  Lagos

entnehmen  wir  der  „Government  Gazette“  für  Lagos
vom  4.  Mai  d.  Is.  aus  einem  Bericht  des  Forstinspektors
  zu  Aro  das  Folgende:

Der  im  Februar  bis  Mai  zur  Reife  gelangende
Same  wird  gereinigt,  getrocknet  und  bis  zur  Aussaat
sorgfältig  vor  Nässe  bewahrt.  Die  Aussaat  geschieht
auf  hierzu  durch  Wegräumung  des  Unterwuchses  im
Hochwald  vorbereiteten  Feldern  von  25  Acres  im
Verbande  von  15  Fuß,  in  Platten,  welche  mit  der
Hacke  gelockert  werden.  Eine  völlige  Aufräumung
des  Bodens  hat  sich  mit  Rücksicht  auf  eine  Anzahl
schädlicher  Insekten  weniger  bewährt,  als  eine  nur
flüchtige  Rodung  der  Bodenbestockung.  Der  haferähnliche
  Same  wird  im  Februar  ziemlich  dünn  auf
den  Platten  ausgesät  und  mit  etwas  Erde  bedeckt.
Die  Räumung  des  Bodens  kann  von  50  Mann  auf
25  Acres  in  zwei  Tagen  geschehen,  in  gleicher  Zeit
die  Aussaat.  Der  Samen,  der  sich  bei  trockenem
Wetter  in  der  Erde  lange  hält,  geht  mit  Eintritt
der  Regen  schnell  auf.  Nach  Anfang  Mai  empfiehlt
es  sich,  nicht  mehr  zu  säen,  da  der  Boden  zu  kalt
ist,  doch  können  bis  zum  Juli  noch  Stecklinge  verpflanzt
  werden.  Nach  Jahresfrist  haben  die  Pflanzen
bereits  die  Höhe  von  sechs  Fuß  erreicht;  es  wird
angenommen,  daß  sie  mit  sieben  Jahren  ausgewachsen
sind.  Da  die  Bäume  nicht  jährlich  gezapft  werden
können,  empfiehlt  es  sich,  durch  verschiedenzeitige
Aussaat  einen  Umlauf  herzustellen.  Es  wird  em
jedesmaliger  Ertrag  von  zwei  Pfund  Gummi  pro
Baum  erwartet.  Der  Hochwald  muß  von  Zeit  zu
Zeit  etwas  gelichtet  werden,  um  den  Pflanzen  Licht
zu  verschaffen.  Die  Kickxia  gedeiht  nicht  auf  Sumpf;
        <pb n="576" />
        ob  sie  auf  freiem  Felde  gedeiht,  ist  unsicher,  wenn
auch  wahrscheinlich,  doch  ist  es  jedenfalls  nöthig,  den
Baum  dann  durch  Fortnahme  der  Luftwurzeln  und
Seitenäste  gerade  zu  ziehen.  Baumschulen  empfehlen
sich  nicht,  da  die  Pflanze  das  Versetzen  nicht  verträgt.

–—.2  ——.  ——

Verkehrseinrichtungen  und  vergedung  von  Berggerechtsamen
  in  TCideria.

Die  Regierung  von  Liberia  hat  der  Afrikanisch=Amerikanischen
  Dampfschiff=  und  Bergbaugesellschaft
im  Boston  das  Recht  verliehen,  zwischen  Boston  und
Liberia  eine  Dampfschifflinie  einzurichten,  ferner
Landungsstellen,  Quais,  Eisenbahnen  und  Straßenbahnen
  zu  bauen  sowie  während  eines  Zeitraumes
von  50  Jahren  Bergbau  zu  betreiben.

(Ihe  Railroad  Gazette.)

Vanillekultur  auf  den  Seychellen.

Der  Boden  auf  den  Seychellen  ist  für  die  Vanillekultur

  sehr  geeignet.  Es  ist  nur  schwer,  für  neue
Pflanzungen  noch  Land  zu  erhalten;  der  Acre  kostet
ungefähr  300  Rupien.  Auf  den  Anhöhen  giebt  es
indessen  noch  einige  Hundert  Acre  Domänenland,
welches  auf  neun  Jahre  für  jährlich  5  Rupien  pro
Acre  verpachtet  wird.  Früher  wurde  die  Vanille
an  Stangen  oder  Eisendraht  gepflanzt,  und  man
brachte  12  000  bis  15  000  Stengel  auf  einen  Acre
unter,  während  man  jetzt  lebende  Bäume  dazu  verwendet
  und  sich  die  Zahl  der  Vanillepflanzen  nach
derjenigen  der  Bäume  richtet.  In  Ermangelung
eines  Baumbestandes  steckt  man  zuerst  Schößlinge
von  sehr  schnell  wachsenden  Bäumen  und  pflanzt  drei
Monate  später  die  Vanille  ein.  Die  Vanille  bringt
nach  drei  Jahren  den  ersten  Ertrag,  nach  drei  weiteren
  Jahren  erreicht  die  Pflanze  ihre  volle  Ertragsfähigkeit.
  Jede  Vanillepflanze  kann  25  bis  30  Schoten
hervorbringen.  Aus  130  Schoten  erhält  man  ein
Pfund  fertige,  getrocknete  Vanille.  Die  Schoten
werden  während  ihrer  Behandlung  bedeutend  kleiner
und  verlieren  ungefähr  den  vierten  Theil  ihres  ursprünglichen
  Gewichts.  Im  Jahre  1899  kostete  das
Pfund  zubereiteter  Vanillenschoten  16  bis  18  Rupien,
im  Jahre  1900  14  bis  16  Rupien.  Die  grünen
Vanilleschoten  werden  mit  10  Rupien  das  Hundert
bezahlt.  Die  Blüthezeit  währt  von  August  bis  Dezember.
  Reif  sind  die  Schoten  neun  Monate  nach
der  Befruchtung  der  Blüthen.  Die  weitere  Behandlung
  erfordert  noch  drei  bis  vier  Monate.  Allzu
starker  Regen  ist  der  Ernte  schädlich.

(Nach  La  Tolitique  coloniale.)

 

Dandel  und  Industrie  auf  den  Salomons-Inseln.

Der  Anbau  von  Nutzpflanzen  auf  den  Inseln  hat
zugenommen.  Hauptsächlich  werden  zur  Erzengung
von  Kopra  Kokosnußbäume  kultivirt.  Auch  mit

524

Kaffee  sind  erfolgreiche  Versuche  gemacht  wene:
weniger  gute  Erfolge  hat  dagegen  der  Anba  ##
Kakao  gezeitigt.  Die  Gesammtausfuhr  von  Ke#r.
Elfenbein,  Nüssen,  Perlmuscheln  2c.  betrug  im  le
Jahre  21  381  L.  Ueber  die  Einfuhr  liegen  k-Daten
  vor;  die  gelieferten  Güter  dürften  inde##
da  der  Handelsverkehr  sich  hauptsächlich  auf  Aunteit
erstreckt,  größentheils  britischen  Ursprungs  sein  2.#
Entwickelung  der  Kulturen  wird  durch  Moangel
Arbeitskräften  beeinträchtigt:  trotzdem  sind  im  de
flossenen  Jahre  eine  ziemlich  große  Anzahl  Arder
nach  Oueensland  und  den  Fidschi-Inseln  gegenze

(Nach  The  British  Trade  Jourbal.

—

 

Gewinnung  und  Vertrieb  der  Agavefaser  in  Me###e

Die  Ausfuhr  der  Agavefaser  (Irtle)  aus  Meist
  in  den  letzten  Jahren  bedeutend  gestiegen  2
jährlich,  meistens  vom  Hafen  Tampico  aus,  zur  ve
schiffung  in  das  Ausland  gelangende  Menge  beur
jetzt  ungefähr  9000  Tons  im  Werthe  von  70  0  0
mexikanischen  Pesos.  In  Mexiko  wird  die  W
faser  zur  Anfertigung  von  groben  Säcken  und  krwerk
  verwendet.  In  den  Vereinigten  Staaten  irsie
  am  meisten  zu  Maler=  und  Maurerpinseln  8.
wendung.  Während  des  Kalenderjaohres  1898  für
die  Vereinigten  Staaten  3239  Tons  Agavefasem
Werthe  von  196  067  Dollor  oder  60,50  Dollor
Tonne  ein.  Im  Jahre  1899  stieg  die  Einfudr
5466  Tons  im  Werthe  von  423  668  Dollar  c##t
77,51  Dollar  die  Tonne.  Im  Jahre  1900  tram?
großer  Rückgang  in  der  Zahl  der  eingeführten  Tegegen
  das  Vorjahr  ein,  denn  für  dieses  Kalender#-stellte
  sich  die  Einfuhr  auf  3382  Tons  im  #e##
von  266279  Dollar  oder  durchschnittlich  7  8.732.
für  die  Tonne.

Die  Agavepflanze  findet  sich  niemals  in  der  N##
der  Meeresküste  oder  in  dem  heißeren  Theile  Men#e
Dagegen  findet  man  sie  überall  in  den  Mittel.  r-Nordstaaten
  auf  den  Hochlandplateaus  wild  watse-Sie
  wird  nicht  besonders  angebaut.  Fast  der
sammten,  jährlich  aus  Mexiko  ausgeführten.“
Tonnen  Agavefaser  sind  das  Erzeugniß  der  gedule
Arbeit  von  Weibern  und  Kindern  auf  dem  Lerdi
Das  Herstellungsverfahren  wird  in  dem  „Mo#
Moxico“  folgendermaßen  beschrieben:  „Die  difleischigen
  Blätter  der  Pflanze  werden  nach  dem
schneiden  in  Wasser  gelegt  und  bis  zum  Sieden
kocht.  Dann  werden  sie  auf  ein  Brett  gelegt
einem  Bügel  an  einem  Ende,  der  zwei  oder  kr
Blätter  wie  ein  Briefhalter  festhält,  hierauf  win
das  Fleisch  von  der  langen  zähen  Faser  mit  em#-Messer
  oder  einer  Pferderippe  abgekratzt.“  2
hauptsächlich  Agave  erzeugenden  Staaten  der  Revu##
sind  Tamaulipas,  San  Luis  Potosi,  Campeche,  Nuc.
Leon,  Jalisco,  Mexiko  und  der  Bundesdistrikt.  Te#
Werth  der  Erzeugung  stellt  sich  auf  275  000  Dell
in  dem  erstgenannten  Staate  und  sinkt  in  den  cr
        <pb n="577" />
        eren  bis  auf  8000  Dollar  im  Staate  Mexiko.  Das
krzeugniß  des  Bundesdistrikts  wird  auf  20  000
Dollar  bewerthet.

(Nach  Monthly  Bolletin  of  the  Bureau  of
American  Republics.)

Perschiedene  Miktheilungen.

Die  Rinderpestgefahr  in  Kordafrika.

Der  Assistent  am  Berliner  Institut  für  Infektionsrankheiten,
  Professor  Dr.  Kolle,  hat  über  eine  nach
legypten  und  dem  Sudan  von  ihm  unternommene
oissenschaftliche  Reise  einen  Bericht  erstattet,  dessen
bauptinhalt  wir  nachstehend  wiedergeben:

Der  Zweck  der  Reise  war  in  erster  Linie  die
erstattung  eines  Gutachtens  darüber,  in  welcher
Lgeise  1.  Aegypten  gegen  die  Einschleppung  der
tinderpest  vom  Sudan  geschützt  werden  könnte,  und
*.  im  Sudan,  der  nach  Ansicht  der  ägyptischen  Reterung
  die  Hauptgefahr  für  Aegypten  bildet,  weil
ie  ,Rinderpest  sich  in  den  letzten  Jahren  dort  ereblich
  ausgebreitet  haben  soll,  die  Rinderpest  auserottet
  oder  nach  Möglichkeit  eingeschränkt  werden
ann.

Im  Vordergrunde  der  Interessen  für  die  ägypsche
  Regierung  stand  naturgemäß  die  Frage  der
dicherung  der  reichen  und  werthvollen  Bestände
legyptens.  Zur  Entscheidung  derselben  war  aber
ie  Kenntniß  der  Verhältnisse  in  dem  vor  einigen
jahren  der  Civilisation  zurückgegebenen  Sudan  von
Lichtigkeit.  Es  lag  in  der  Absicht  der  ägyptischen
kegierung,  die  Sudan-Verwaltung  zum  Betriebe
iner  Serumstation  zu  veranlassen,  um  so  genügend
vberum  zu  gewinnen,  sämmtliche  Rinder  im  Sudan
u  immunisiren,  eine  zwangsweise  Impfung  aller
zestände  herbeizuführen.  Es  wäre  das  thatsächlich
1  eine  Idealmethode  gewesen,  Aegypten  gegen  einen
einbruch  der  Seuche  vom  Süden  her  zu  schützen.
der  Plan  mußte  allerdings  an  Verhältnissen  scheitern,
eren  Existenz  der  ägyptischen  Regierung  nicht  beuunt
  war.  In  erster  Linie  sprach  das  Auftreten
er  Seuche,  wie  ich  nachweisen  konnte,  gegen
lusführung  einer  Maßregel  von  solcher  Tragweite,
ph##c  die  obligatorische  Impfung  darstellt.  Nicht  als

roße  Epizootie  ist  jetzt  die  Rinderpest  im  Sudan

nzutreffen,  sondern  in  äußerst  wenigen  sporadischen
lusbrüchen,  mit  geringer  Mortalität  und  Morbidität,
ommt  sie  enzootisch  in  den  weiten  Gebieten  zwischen
Leißem  und  Blauem  Nil,  Darfur  und  dem  Gartenand
  vor.  Der  Infektionsstoff,  der  bei  der  letzten  Epibotie
  im  Sudan  um  1890,  wohl  von  Oberägypten,
ungeschleppt  wurde,  wird  durch  die  nomadisirende
Bevölkerung  jener  Gebiete  jahraus,  jahrein  von  Ort
u  Ort,  oft  über  weite  Strecken,  mit  den  mitgetrie-#enen
  Heerden  geschleppt.  Wo  empfängliche  Thiere
vorhanden  sind,  erkranken  sie.  Hier  zeigen  sich  nun
ber  die  Wirkungen  der  langdauernden  Immunisirung,
die  durch  das  Ueberstehen  der  Rinderpest  erzielt

525

 

wird.  Ein  großer  Theil  der  Thiere,  welche  während
der  letzten  großen  Epizootie  um  1890  die  Krankheit
überstanden,  besaßen,  als  sie  wieder  der  Infektion
ausgesetzt  wurden,  noch  genügend  Immunität,  um
die  acquirirte  Krankheit  leicht  zu  überstehen.  So
ist  allmählich  eine  Immunisirung  der  Bestände  eingetreten,
  die  sich  zum  großen  Theil  auch  auf  die
nachfolgenden  Generationen  erstreckt  hat.  Infolge
dieser  Verhältnisse  sind  die  Verluste  an  Rindern
infolge  der  Rinderpest  zu  gering,  um  ein  Seruminstitut
  deshalb  ins  Leben  zu  rufen,  dessen  Kosten
immer  erheblich  sind.  Weitere  Gründe  dagegen  sind:
die  große  Zahl  der  Rinder  im  Sudan,  die  Unmöglichkeit,
  der  nomadisirenden  Bevölkerung  habhaft  zu
werden,  die  mit  Zwangsimpfungen  verbundenen  politischen
  Gefahren,  der  Mangel  an  geeignetem  Personal
zur  Ausführung,  2c.

Daß  die  im  Sudan  herrschende  Seuche  nicht  nur
den  klinischen  Erscheinungen  nach,  sondern  auch  nach
der  Stellung  im  pathologischen  System  mit  der
südafrikanischen  Rinderpest  identisch  ist,  beweist
  vor  Allem  die  Wirksamkeit  des  Rinderpestserums
  in  den  vereinzelten  Fällen,  wo  die  Mortalität
und  Morbidität  eine  größere  war,  und  da,  wo  die
Seuche  in  einzelnen  Fällen  Tendenz  zeigte,  sich  auszubreiten.
  Das  im  Sudau  bisher  benutzte  Serum
(ungefähr  10  000  Dosen)  war  hauptsächlich  das  in
Kimberley  vor  zwei  Jahren  von  Dr.  Turner  und
mir  produzirte.  Bemerkenswerth  war  auch,  daß  nach
so  langer  Zeit  das  Serum  noch  genug  spezifische
Wirksamkeit  besaß,  um  praktisch  brauchbar  zu  sein.

Außer  der  Eruirung  dieser  Thatsachen  sowie  der
Zusammenstellung  von  Statistiken,  die  8000  Seruminjektionen
  zu  Immunisirungszwecken  betreffen,  hatte
ich  Gelegenheit,  die  Frage  der  Rinderpestgefahr  in
Nordafrika  mit  den  Behörden  im  Sudan  zu  besprechen
  und  dabei  manche  Gesichtspunkte  für  ein
gemeinsames  Vorgehen  der  ägyptischen  Regierung
und  der  Sudanregierung  geltend  zu  machen,  soweit
es  sich  um  die  Bestände  des  Nilthales  zwischen  Wadi
Halfa  und  Khartum  handelt.  Diese  Gesichtspunkte
sowie  das  statistische  Material  und  Vorschläge  für
die  ferneren  Maßregeln  bezüglich  der  Rinderpestbekämpfung
  in  Nordafrika,  nebst  kurzer  Skizzirung
der  Rinderpestgeschichte  in  Nordafrika  habe  ich  in
einem  Berichte  niedergelegt,  den  ich  vor  meiner  Abreise
  von  Aegypten  an  den  britischen  Agenten,  Lord
Cromer,  gerichtet  habe.  Ich  füge  im  Auszuge  die
wichtigsten  Punkte  meines  Resumées  hier  an:

1.  Die  Rinderpest  herrscht  im  Sudan  in  enzvotischer
  Form.  Sie  fordert  so  verhältnißmäßig  wenig
Ovfer,  daß  die  Ausrottung  der  einzelnen  Seuchenausbrüche
  mittelst  Serumimmunisirung  (Simultanmethode)
  und  vorübergehender  Absperrung  der
Seuchenherde  als  Bekämpfungssystem  genügt.  2.  Das
dazu  nothwendige  Serum  soll,  sobald  der  augenblickliche
  Vorrath  erschöpt  ist,  von  Indien  bezogen
werden.  Sobald  die  dazu  nöthigen  Vorversuche  beendigt
  sind,  kann  das  Serum  auch  auf  der  dazu
        <pb n="578" />
        5

gebauten  und  sehr  geeigneten  Serumstation  in  Halfiya
bei  Khartum  gewonnen  werden.  3.  Der  Veterinärdienst
  zwischen  Khartum  und  Wadi  Halfa  soll  organisirt
  werden.  Speziell  dafür  ausgebildete  Thierärzte
sollen  an  den  geeigneten  Punkten  stationirt  werden,
damit  jeder  etwa  eingeschleppte  Rinderpestfall  sofort
als  solcher  erkannt  werden  konn.  4.  Die  Serumstation
  in  Halfiya  soll  als  Experimentalstation  dienen
zum  Studium  der  Rinderpest  und  anderer  Thierseuchen
  des  Sudan.  Dazu  soll  ein  wissenschaftlich
gebildeter  Thierarzt  dauernd  in  Halfiya  stationirt
werden.  5.  Das  Quarantänesystem  bezw.  das  strengste
Ausfuhrverbot  für  Rinder  und  Schafe  aus  dem
Sudan  nach  Oberägypten  muß  fernerhin  streng  durchgeführt
  werden.  6.  Bei  etwaiger  Ausbreitung  der
Seuche  in  dem  Nilthal  zwischen  Wadi  Halfa-Khartum
empfiehlt  sich  die  Zwangsimmunisirung  sämmtlicher
Thiere  dieser  Distrikte  mittelst  Gallenmethode  oder
Simultanverfahren.

Titterakur.

M.  v.  Brandt:  33  Jahre  in  Ostasien.  Erinnerungen
  eines  deutschen  Diplomaten.  Zweiter  Band.
Mk.  6,50.  Georg  Wigand,  Leipzig.

Der  zweite  Band  der  „Erinnerungen"  behandelt

zum  größten  Theil  den  Aufenthalt  des  Herrn  v.  Brandt

in  Japan  während  der  Jahre  1863—1875,  in  welche

Zeit  die  Versuche  der  Vertreibung  der  Fremden,  die

Kämpfe  zwischen  Süd  und  Nord,  Mikado  und  Taikun,

und  die  Lehrjahre  der  neuen  Kaiserlichen  Regierung

fielen.  Der  Versuch,  an  der  Hand  eigener  Erlebnisse
in  gedrängter  Kürze  die  Geschichte  der  Beziehungen

Japans  zur  Außenwelt  während  dieser  Jahre  des

Widerstandes  zu  schildern,  wird  eine  Lücke  in  der

Kenntniß  dieser  Beziehungen  ausfüllen.  Dem  gut

ausgestatteten  Werk  verleihen  die  Schilderungen  rein

persönlicher  Erlebnisse  des  Verfassers  noch  besonderen
  Reiz.

Dr.  F.  Kerschbaumer:  Malaria,  ihr  Wesen,  ihre
Entstehung  und  ihre  Verhütung.  Mit  12  Tafeln.
Mk.  7,—.  Wilh.  Braumüller,  Wien  und  Leipzig.

Das  Buch  bildet  eine  Ergänzung  zu  der  in

Nr.  12  des  Kolonialblattes  angezeigten  Schrift  von

Ruge  über  Malaria.  Während  das  letztgenannte

Werk  sich  besonders  mit  dem  Verhalten  des  Malaria- 



2

—

 

 

DPerkehrs  -Hachrichken.

6

parasiten  im  Menschen  beschäftigt,  geht  das  Ve
Kerschbaumers  auf  die  Lebensbedingungen  des  ander
Wirthes  dieser  Krankheitserreger,  auf  die  Stechmn
der  Gattung  Anopheles,  ein  und  kommt  zu  de
Ergebniß,  daß  diese  Insekten  sich  nur  in  .Tümet
—  Ansammlungen  stehenden  Süßwassers  von  we##
als  1  m  Tiefe  —  entwickeln,  daß  also  Moler
nur  ein  „Tümpelfieber“  sei.  Der  Verfosser  zutr
hieraus  den  Schluß,  daß  „Enttümpelung“  verseuc-Gegenden
  das  beste  Mittel  gegen  Malaria  sei,  dederen
  Ueberträger,  die  Anophelesmücken,  ausrer-Diese
  Theorie  wird  sich  in  unseren  tropischen  Kolont
leider  nur  an  den  wenigsten  Plätzen  und  nur
kurze  Dauer  in  die  Praxis  umsetzen  lassen,  der
jeder  Kenner  tropischer  Wasserverhältnisse  wicd
als  undurchführbar  bezeichnen,  auch  nur  auf  wer-Quadratkilometer
  alle  Tümpel,  Lachen,  Pfüßen  #-andere
  Süßwasseransammlungen  ständig  zu  beseinn
Immerhin  aber  bietet  das  Buch  auch  für  den  Tie
praktiker  viele  Anregungen,  zumal  die  Doarstelr#
klar  ist  und  die  Abbildungen  anschaulich  sind.

Oberpostsekretär  H.  Hettler:  Post-Handbuch  für:
Geschäftswelt.  Mk.  2,—.  Greiner  &amp;amp;  i-Stuttgart.


Mit  Redaktionsschluß  per  Juni,  also  alle  at.
Bestimmungen  bis  dahin  enthaltend,  erschien  kerin
  elfter  Auflage  Oberpostsekretär  Hettlers  Por###
für  den  Verkehr  im  Reichspostgebiete,  Bayem  #
Württemberg.  Das  sorgfältig  zusammengestellte  .
ist  von  größter  Zuverlässigkeit.

—

Mittelbachs  Politische  Karte  der  Erdttr.
zum  Hand=  und  Comptoirgebrauch.  Me###-1:
  36  500  O0o.  Mk.  1.25.  Mittelbachs  Wu-Leipzig.


Das  große,  in  neuer  Ausgabe  sorgfälti
arbeitete  und  in  vielen  Farben  gedruckte  Blau  ##-neben
  einer  guten  politischen  Karte  der  Erdthe

Wege,  die  der  deutsche  Handel  auf  den  deurs

Schiffslinien  einschlägt.  Alle  deutschen  Linien  n

durch  besondere  Darstellung  von  einander  ur#-#

schieden,  von  den  ausländischen  Linien  sind  die  ##
ligeren  ausgenommen.  Die  schöne  und  übersichn#.

Karte  macht  die  Kolonialmächte  durch  besoner

Farbendruck  kenntlich  und  giebt  auch  eine  Zusam#

stellung  der  Größe  und  Einwohnerzahl  ihres  &amp;amp;..

nialbesitzes.

 

Nachtrag  zum  Vertrag  über  die  Einrichtung  und  Unterhaltung  von  Postdampfer
verbindungen  mit  Afrika  vom  21./p.  Juli  1890.
Vom  Reichskanzler  Grasen  v.  Bülow  ist  im  Namen  des  Reichs  mit  der  Aktiengesellschoft  Deurt
Ostafrika-Linie  zu  Hamburg  in  Ergänzung  des  Vertrags  über  die  Einrichtung  und  Unterhaltung  #r#
Postdampfer-Verbindungen  mit  Afrika  vom  21./9.  Juli  1900  das  Folgende  vereinbart  worden:
        <pb n="579" />
        527

Auf  Grund  besonderer  Vereinbarung  können  vorübergehend  an  Stelle  der  im  Artikel  1  unter  A.
*#  Vertrags  vom  21./9.  Juli  1900  vorgesehenen  zweiwöchentlichen  Rundfahrten  um  Afrika  zwei  vier-#chentliche

  Fahrten,

eine  Ostlinie  und  eine  Westlinie,

eingerichtet  werden,

von  denen  jede  die  Aus=  und

e  Heimreise  auf  ein  und  derselben  Seite  Afrikas  ausführt;  die  beiden  Linien  müssen  sich  mit  ihren  Endkenkien
  erreichen  und  mit  sämmtlichen  unter  A.  genannten  Häfen  eine  regelmäßige  Postdampfer-Verbindung
dernellen.  Für  die  Dauer  einer  solchen  Vereinbarung  kann  für  aushülfsweise  zu  verwendende  Schiffe  die
2Artikel  2  Abs.  2  des  Vertrags  vorgesehene  geringere  Fahrgeschwindigkeit  auch  dann  zugelassen  werden,
Lenn  die  Schiffe  nicht  bereits  vor  dem  1.  April  1900  in  die  ostafrikanische  Reichs-Postdampferlinie

gingestellt  waren.

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen



an  folgenden  Tagen

 

————  nes  den  dentiche.  Schutzgebieten.

—  —  —  —

—  —  ——  —

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

—  —  —  ——  —  —  —

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

I.  Deutsch-Gftafrika.

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Brindisi
(englische  Schiffe)
Brindisi
(englische  Schiffe)
Marseille
cienteiscsanek

 

—
(Ueber  Liverpool  oder
Nerseille  oder  Bordeaux
mu  auf  Verlangen  des
Absenders.)

amburg
(deutsche  Schiffe)
Southampton
(deutsche  Schiffe)
amburg
(deulsche  Schiffe)
Rotterdam
(deutsche  Schiffe)
Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille
(franzöfische  Schiffe)
Bordea
(französische  Schiffe)

l
am  19.  Juli,  2.  Aug.
90  oms.
am  21.  Juli,  4.  Aug.
105  adds.
am  11.  August
100  abds.
am  10.  jedes  Mts.
40  ums.

Tanga  17—20  Tage
Dar-es-Sal.  18—21  Tg.
Tanga  18  Tage
Dar-es-Salám  19  Tage
Sansibar  20  Tage

Sansibar  18  Tage

am  16.,  19.,  30.  Juli,
2.,  9.  August
10%  abds.

am  8.  jedes  Monats
10%½  abds.

 

am  10.  jedes  Mis.
am  13.  jedes  Mts.
am  25.  jedes  Mts.
am  29.  jedes  Mts.
am  1.,  22.  August

am  5.  jedes  Monats
120  mittags

am  15.  jedes  Monats
110  vms.

 

Lome  20  Tage
Lome  17  Tage
Lome  25  Tage
Lome  20  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Cotonou  23  Tage

von  da  ab  Landverbindung

Cotonou  19  Tage

 

von  da  ab  Landverdindung

am  9  jed.  Mts.7#  abds.
am  11.  jed.  Mits.  932  abds.
am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
am  28  jed.  Mts.  1#  abd.

am  30.  Juli,  20.  Aug.
10  ums.

am  3.  jedes  Monats
10½#  abds.

am  13.  jedes  Monats
10%  abds.

 

Deutsch-Südwestafrika.

(Aach  WNN*
Bethamen  und  Warmbad
wôchentlich  bis  Kapstadt,

den  dort  weiter  alle  14  Tage

auf  dem  Landwege.)

 

Southampton
(engl.  Schiffe  bis  Kapstadt,
  dann  Woermann=
  Dampfer)

Hambur
(deutsche  Schiffe)

 

leueru#.

Hamburg

(deutsche  Schiffe)

Southampton
(deutsche  Schiffe)
Hamburg
(deutsche  Schiffe)
Rotterdam
(deutsche  Schiffe)
Liverpool
(englische  Schiffeh)

 

5  nd  in

–––

(englische  Schiffe)

Brindisi

 

 

ß.  Deutsch-Uen-Guinea.

 

 

Brindisi
(engüische  Schiffe)
über  Sydney
Neapel
(englische  Schiffe)

Über  Sydney

Neape  l
englische  Schiffe)

am  27.  Juli,  24.  Aug.
40  ms.

am  18.  Juli,  22.  Aug.
nachts

am  10.  diedes  s  Monats
nachts
am  13.  jedes  Monats

l
I
l
am  25.  jedes  Monats
I
l
l
l

 

:  am  29.  jedes  Monats
am  31.  Juli,  28.  Aug.

i  am  1.  Sept.  10-  abds.

am  21.  Juli  abends

am  11.  August  abds.

am  am  11.  August  abds.

 

 

â—  —  —  —  —  —  —

Lüderitzbucht  20  Tage
Swakopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage  am  17.  Juli,
DKüderitzbucht  40  Tage!

Duala  25  Tage

Duala  22  Tage
Duala  36  Tage
Duala  31  Tage
Duala  19  Tage

Jaluit  47  Tage

Friedr.  Wilhelmshasen  44  Tg.
Herbertshöhe  46  Tage
Stephansort  49  Tage

Yap  53  Tage

 

––  ——  —

am  26.  Juli,  23.  Aug.
10  ums.

22.  Aug.

J  abbs.

am  9.  jedes  Monats
720  abds.

am  11.  jed.  Mts.  9z  abds.

am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
am  28.  jed.  Mts.  Im  nins.

am  29.  Juli,  26.  Aug.
lonms.

am  30.  August
109½  abde.

am  19.  Juli  108  abds.

am  9.  Aug.  108  abds.

am  9.  Aug.  10  abds.

—  —ÛÜÊ  —

Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich
nach  Saipan.
        <pb n="580" />
        —

528

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  ersolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  laend  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werdes
Neapel  am  24.  Juli,  7.  Aug.Tsingtau  34  Tage  am  22.  Juli,  5.  Auss
9.  Miautschon  (deussche  Schife)  9#  abends  10#  abends
"  Brindist  ejeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freuag
#  Franzöfische  Schife)10  abends  —  10#  abends.
10.  Lamoa.  !m—Fm]'—  Q  am  21.  Juli,  11.  Aug.  Apia  25  Tage  am  19.  Juli.  9  Aug
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  —
7  3  —  —
Landungs-  Die  Post  ist  fällig  I  Landungs-  Die  xe  is  *
Von  hafen  in  Berlin  “  Von  hafen  in  Berlin
lymouth.  .  am  5.  ed.
Neapel  .  .  amr  25.  Juli,  7.  Aug.  Iö  ½  Moô#mno  —
Vmich·09«spn««ssvkindist..qmsAuqust«  MaWT«-VIL«AYW
Marseille  am  17.  Juli,  16.  Ausg.“  beutch.  Neu-Sninen  Brindisi.  ..  am  22.  Juli
deutsc-üdwestafritt  —..——————  Juin
a)  nördl.  Theil  d.  Schuhgeb.  Southampton,  am  27.  Juli,  24.  Aug.  Neapel.  am  26.  Juli.  41.
d)  sodl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  20.  Juli,  AMRiautsch:e  Brindisi.  ..  am  22.  Juli,
3.  August  „  —  —  17.  E
ua  Plomouth  am  26.5jed.  Mt.linnne  Brindisir  am  22.  Juli
merun  ..  .....  ·  «.———-—--—  —
MMM««M10--25«IEV·Mt9--8aiuoa.......  Quanstowuammzuuzx
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schifsbewegunger  der  Woermann-Linie  zwischen  —  und  1.—  und  Südwestafrika.
Neise  Lezte  Nachrichten
ostdampfer
von  nach  bis  12.  Juli  1901
„Adolph  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  7.  Juli  in  Accra.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  8.  Juli  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“.  Hamburg  Kamerun  am  11.  Juli  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  8.  Juli  in  Kotonou.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  5.  Juli  ab  Rotterdam.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  Juni  in  Swakopmund.
„Ella  Woermann“  z.  Zt.  in  Oamburg.
„Ernst  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  18.  Juli  ab  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  4.  Juli  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“.  Hamburg  Lüderitbucht  am  2.  Juli  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  12.  Juli  Dover  passirt.
„Helene  Woermann“.  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Irma  Woermann!  Hamburg  Benguela  am  15.  Juli  ab  Hamburg.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  8.  Juli  in  Tenerisffe.
„Kurt  Woermann“  .  Hamburg  Benguela  am  5.  Juli  in  Loanda.
„Lothar  Bohlen“  Loanda  Hamburg  am  6.  Juli  in  Las  Palmas.
„Lulu  Bohlen“  Kotonou  Hamburg  am  26.  Juni  in  Accra.
„Marie  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  4.  Juli  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“.  Hamburg  Swakopmund  am  5.  Juli  in  Loanda.
„Otto  Woermann“  .  Hamburg  Sherbro  am  12.  Juli  in  Sierra  Leone.
„Paul  Woermann“  ..  Hamburg  Loango  am  8.  Juli  in  Kamerun.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  29.  Juni  in  Tenerifse.
„Thekla  Bohlen“  —  Hamburg  am  8.  Juli  in  Lasos

—  machen

 

 

 

——  —

Dieser9  Nummier  liegt  ein  Prospekt  des  Woerbschen  Resebächer=  Verlags  in  Leipzig  bei.
auf  denselben  hierdurch  besonders  aufmerksam.

Die  Expedition.
        <pb n="581" />
        enten  der  Linie:

529

Beschleunigter  Dienst  für  Post  und  Passagiere.

 

WoOERMANN-LINIE.
Regelmäßige  Volt.  Dampfschifffabrt  zwischen  KHamburg  und  Westafrika.

FJahrplan  für  das  dritte  Vierteljahr  1901.

Rotterdam:  Ruys  &amp;amp;  Co.

 

Berlin:  Max  Adler,  Schiffbauerdamm  21.  London:  Schenker,  Walford  &amp;amp;  Co.
Southampton:  .  .
AMWOVPM  Walfotd  &amp;amp;  Co.  u.  Adolf  Deppe.  Plymouth:  1  Smith,  Sundius  &amp;amp;  Co.

 

olbrästen-  Linie  (Linie  III).
sch  den  Canar.  Juseln,  Conakry,

–.  ——  —  e  !

 

Maroxko=  Linie  (Linie  11).
Nach  Gibraltar,  Marokko  und  der  West-Kamernn-Hauptlinie

  (Linie  1).
Nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun.

 

 

 

 

der  Goldküste  und  Togo.  küste  bis  Sherbro.  Antwerpen  aulaufend.  Sonthampton  anlaufend.
Ausre  ise.  Ausre  isee.  .  “m#2
i  -  ·  c
irg  1  .  Juli  1.  Aug.  1.  Sept.  1|  Hamburg  Juli  S.  Aug.  5.  Sept.  5.  Hamburgs.  Juue  ,0.  Aug.  10.  Sept.  10.
dam  .  5.=  5.  5.Antwerpen.  -  10.=  10.  10.  Southampton.  -  13  13.
ffe4  #:  15  =  15.  15.Gibraltar  17.  -  17..  17./Madeirea  2  3  -19.  19.
almas.  17.  -17.  -N17.  Larache  18.  -18.  -18.  Wonrovia*  26  26.  26.
:).  #=  24.  24  -24.abat  *  19..  19.  19.  Kap  Palmas  27.  .  27“27.
via  é=  27.  =  27.  -  27.Tanger  20..  20.  .  20.  Axim.  .  -
.  »so·30;·30  Casablanca  22.  =  22.  22.Secondee“.  -  29.  é  29.1.  29.
7*  4  a  ·'«  "«  Zafsi  ....-23.-23.-  3.  Fans  Coast“  s  Zo.  30
oast  Castle  ogado  24.  24.  24.,  Accrav.  30.]  -30.-30.
ud  .  Aus.  1.  Sept.  1.  Ott.  1.  Mazagan  26.)  :  26.-  26|  Lomes.  «  30.  -30.  -30.
.  "  2.  2  2  Las  Palmas  28.  28.  .28.Kotonou  Ang.  1.  Sept.  1.Okt.  1.
bah!  1  «',««  Carabane  Lagos  2  2)  2.
"  3  =  3.,  3.Zighinchrr  #  ·  Kamerun«.i-5.l  5.  5.
.  5.  5.  5.  Aseo-  Aug.  3.  Sept.  3.Okt.  3.Longjii.  s
..  .  6.  6.  6.  Balen  G.  6.  6.  Plantation“  T  6./7  %  6.7.
r  8.  8.  8.Conalry.  —  —  Kribi“  "
a  I  9..  9.  9.Rio  Nunzgzg  —  —1Victorcg  8..  8.  =  8—
.oppo  10.  10.  10.)  Sierra  Leone  10  .  10.  10.Bibundi  12|  12.12.
Popo  12.-  12.  12.Sherbro  12.  12.  12.Rio  del  Rey  13.  13,  13
f  13..  13.  13.  1  Fernando  oHl.  14  4  144
1  s  Kamerun.  -15.  15  55.
:

 

 

r

Heimreise.

Heimreisee.

 

 

#11  14.  Sep  14.  Okt.  14.
.  15.

15.  15

#=  16.=  16.  16.

-  18.,J  -  18  -  18.

19...  19.  19.

l.  20  20  20.

22.  .  22  .2.

#=  24..  24  24.

26  .  26  2K.

.  29.  29  .29.

Sept.  1.  on.  1.  Nor.  1
8.

"  9.  5  9.

-18.  -18.  18l

 

 

 

Sherbro

Sierra  Leone

Conakry.
Bolama
Bissao
Rufisque
Dakar
Las  Ralmas
Mogadonr
Saffi
Mazagan
Casablanca
Tanger
Hamburg

Aug.  20.S  Sept.  20.  Okt.  20.

:  21  =  21.  „  21.
2.  é  23.  23.

25.  25  25
4  26..  26.)  2.
l  30  30.  30.
Sept.  6.  Okl.  6.  Nov.  6.
½  8.  8.  8.
-:  9.  9  9.
10.]  10.  10.
11.  .  11....  11.

12.  -  12.  12.
-  21.

 

s
Kamerun  Aug  21.  Sept.  21.0  Okt.  21.
Lagos  23.  231  .  23.
Kribi"  .
Plantation*  Sept.  1.  Okt.  1.)  Nov.  1.
Kongiile  6-  1  —
amerun  a  l
VtctoriaX.j«  8.  *'  3.,  3.
Lagoss.  5.  5  5.
Klein-  Popo  i
Lome  *t.  G6.  6  6.  -6.
Quitta“.
Accrav?.  .  ,
Cape  Gogli  *1  "  7.  2
Sccondee
Trcolde  8.  9.  .
Kap  Palmas"  :  9.  99.  9.
Monrovias  I11.  211.  11.
Las  Palmas*  -17.  17.  -11.
Madeira?.  19..  19.  19.
Southampton“,  25.  é.  25.  25.
Hamburg  27.  =  27..  27.

 

 

L
—

Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  am  11.  jedes  Monats,
Nur  für  Post  und  Passagiere.

*)

Linie
Lime  III  am  1.  jedes  Monats.

II  am  5  jedes  Monats,
        <pb n="582" />
        530

 

 

 

Swakopmund-Linie  (Linie  V

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

!*sie  Einie  m.  Kamernn-Nebeulinie  *
Nach  den  Canar.  Inseln,  Senegal,  Liberia,  Nach  Deutsch-Südwestafrika.  Nach  Las  Palmas,  Lages,  Oc
Elfenbeinküste,  Konge  und  Augola.  Aus  Wamersu  und  Er#azis.  d#
u  Sreise.  Notterdam  28
Ausre  i  e.
Hamhurgt.  .  ·Juli2188  gug22  Sept.22.  Ausreise.
ambur  l  i«  ept.2  Okt.  2.
Hanmur  1  Juli  d.  ½  Septa  MAonrovia4  Aug.  6.  1  k  10.  10.  Hamburgt#.  NJuliZ  e
Teneriffe  ..  :  28  28  -28S  ossamedes  «  l  L  *  er  lum  1  «
Las  Palmas.  F  30  30.  —  .  18...  .  22.  2.  Les  Palmes  7.  *sd
Goréek.  Ang.  *  Sept.  5.  Okt.  5.]  Lüderi  Wegen  der  Brandungs=  Kap  Palmas“
Dakar  l  ,  tz  ucht  J  g  p  ma  17.  „  II.
,(  "  5.  5  5.  verhältnisse  in  Swakop-ccra?.  s.9  19
Rufisqus  .  6.  6  6.  mund  läßt  sich  der  Ab,Lome  .  0.  .MW
W—i.  98.  8.  gang  von  dort  nict  Lagnoss  21.  1
Aap  Mount  41#  -  lzsp  lgl  -9«  genau  bestimmen.  Forcados  ·
·-.-10.  «  .
Grand  Bassa  12.  12  12.  Le###reise.  ———
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berzog“  ......  Durban  »  Hamburg  am  12.  Juli  in  Lissabon  abgegangen.
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Admiral“  ..  ...  Hamburg  Delagoabai  am  13.  Juli  in  Kapstadt  eingetroffen.
Henerall  Durban  Hamburg  am  12.  Juli  von  Mozambique  abgegangen.
Reichsta  Hamburg  1  Beira  am  3.  Juli  von  Sansibar  abgegangen.
bundesratht  Hamburg  «  Beira  am  11.  Juli  von  Suez  abgegangen.
Souverner  Beira  Hamburg  am  7.  Juli  von  Vlissingen  abgegangen.
Präsidentt"  Beira  Hamburg  am  10.  Juli  in  Aden  eingetroffen.
Sulta.  —  —  am  30.  Juni  in  Bombay  eingetroffen.
Beters“..  ...  —  —  am  30.  Juni  in  Mozambigque  eingetroffen.
*—  ——ô———22  —  —  am  9.  Juli  in  Sansibar  eingetroffen.

 

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e  J%%n  Es  liegen  unaneclktbare,  frenillige  Hhericlte
und  helege  aus  allen  Ielttheilen  von  rirlerrrenn  06—
bratucheru  dariiber  vor,  Jur  KR  S’·'  ¼„0T  %%
1#%  Ii  eder  bhbeste  unden  #erari
  chhe  ½%%  Jontrerre  urerent  rursutsuuiuntrererld  0%
7c%%%rbberb  Sorr  %%

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Bei  Leberleiden,  Malaria,  Dysenterie  und  andern  Tropen-Aftektione  6

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hält  Kteng  ss  dem  Brandsstue  fest,  nur  gute,  brauchhere  Maaren  möglichst  billig  z  lehn

Der  mit  ca.  5000  Abbild.  ausgestattete  Hauptkatalog  wird  unberechuet  u.  portofrei  versar
Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

Ney’  Stoffwilsche
Damen-  und  kladerwische
Korsetten
Herren-WIsche
Tliech-  und  Bettwäsche
Taschemlicher
Leinene  und  baumwoll.  Stofle
Kleider-  und  Besatz-Stoffe
Gardinen  und  MNöbel-Stoffe
Teppiche
Damen-Konsektion

 

Telkotagen,  Strumpfwaaren
Pelzwaaren
Herren-Garderobe
H#Üte  und  N#tzen  für  Herren
und  Knaben
Kravatten
klnder-Garderobe
Schuhwaaren
Regenschlime
Uhren,  Nusikwerke
Optische  Waaren

 

Schmuck-Gegenstäinde
Echte  Silberwaaren
Alfenldewaaren
Vernickelte
und  Messingwanren
klnderwagen
KkIndermöbel
Holxzwaaren
Wirthschafts-  Artikel
Lederwaaren
Relse-  Utensilien

 

   

Kurz-  und  Stahlwz##en
Jagdsport-Artitel
Teschings  und  Rereh#e
Kunstgusnnmmuren

Splelwasren
Cigarren  ind  Cigurebe
Jahake  und  Rauchresrih
Tolletteseifen  und  F##
Schokolace,  lali-Thee,
  Giskols,  LIlies

Brietpaplere.  1
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        +  537

Das  Wagrenhaus
für  deutsche  Beamte  A.-G.,

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,

Telegramm-  Adresse:  „Seamtenkaufhaus“,  Berlin,

i  fk  des  Kport  aller  Arten  von  Verbrauchs-  vie  Gebrauchs-Gegenstinden  (Lebensmitteln,
c##e#e,VWein,  Bekleidung.  Wissche,  Marichtangen  u.  s.  w.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Des  Destaeben  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.
Febeten,  welche  die  iolindischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (über  38  000)  geniessen.

Die  en,  sich  allgemelner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waarena###es
  bürger  für  die  denkbar  reellste  und  suverlissigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Fn  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenstinden,  so  u.  A.  für  Fettwaesren  (z.  B.
Paker,  Lise  p.  p.)  und  Fleischwanaren  (zs.  B.  Wurst.  Schinken  p.  p.),  bringt  das  Waarenhaus.
——  zur  Arwendung  die  sich  selbst  in  den  heissesten  subtropischen
##en  vollrommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Alt  entstammen  nur  den  leistungs-Ma##t#
  Conserren  -  Fabriken.

Des  Waarenhans  80  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nach
ferree#ischen  Ländern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
Vverpackungskosten  Gegensticde  beizuschliessen,  welche  dem  Waasrenhause  eventuell  von
be#n#dten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendung  übergeben  werden.

Se#sendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellers),  da
4u#  is  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  veiteren  Controle
Nbveden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  naobachenden
  Zahlungsbedingungen.

lss  hmebediongungen:  10  Mark  für  eine  Kauferlanbnisskarte  auf  Lebenszeit.
beu  Migliedern  erwachsen  aus  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jährlich  erscheinenden  Preislisten,  Nachtrage.  Verkebrserleichterungen  werden  nach
#cheinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  pünktlich  und  frei  zugesandt.  (597)

"Zgahlurgsbedingungen:  Eriichtung  eines  Contos  durch  Baareinzahlung  oder  Acoreöm
  i  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Waaren  oder,  wo  angängig,  Verscäng

  der  Waaren  voter  Nachnahme.  Das  Drektorlum.

 

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zur  Unterbaltung,  zur  Grbauung,
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CGoethes  Lebenskunst.  #
Dr.  M.  Bode.  M.  .  2.50  geb.  M.  3,50.

Gräfin  Elise  von  Bernstorfl.  #5

geb.  Grälln  v.  Dernatb.  Gin  Büd  aus
der  Teit  von  1789  bie  1835.
M.  10.—,  geb.  M.  so.

Gabriele  von  Bülow,  Ea

von  Bumboeldts.  Ein  Lebensbild  aus  6
den  Femilienpapieren  Wilbelm  von  Hum- 



 

 

boldts  und  seiner  kinder.  I701—1887.
M.  10,—,  geb.  M.  II.  50.

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Kamerun.  Frlechenelepr#  deurechen
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m.  11.—,  geb.  M.  12,30.

Das  Frommel-Gedenkwerk.

Bandl:  Frommels  Lebensbild  I.
Nul  dem  Heimathboden.
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Band  2:  frommels  Lebenebiid  UI.  6
Uom  Wupperthal  zur  Kalserstadt.  2
M.  0.—,  geb.  M.  7.—.

 

Band  3:  Briefe  aus  Mmt  und  Baue.
18340—800.  m.  2,25,  geb.  Mm.  3.—.

Band  4:  Pür  TChron  und  Altar.
Reden  in  Kriegs--  und  Friedenszeiten.
M.  2.30,  geb.  M.  3.25.  "1

Moltke  in  seinen  Briefen.

Mi’  elnem  Charakterbilde  des  Verewigten.
2  Bände.  M.  7.—,  geb.  M.  8,50.

Weltgeschichte  in  Umrissen.

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Federzelchnungen  eines  Deutschen,  ein

 

 

Rüchblich  am  Schlusse  dee  Jahrbunderte.
  Uon  Graf  Korch  von
Martenburg.  M.  0,—,  geb.  M.  I1,—.

 

Uerlag  von
G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWia.

Zu  bezlehen  durch  alle  Euchhandlungen.

 

 

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*—.——.——  —.——

 

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Hatthias  Rohde  KJörgens,  Breme

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deutschen  Kolonten.

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Fabriken  für  Dachziegel  aller  Art,  aus  Thon  und  aus  Cement.
Fabriken  für  Steinzeugröhren  —  Cemenffabriken.
Auskunft  über  Ziegelbrennöfen  und  Trocknereien.
Hydraulische  Pressen.
Kalksandsteinfabriken.

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Inzen  Georg  von  Preussen,
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Telegramm-Adresse:  Tippotip,  Berlin.  Code:  Staudt  &amp;amp;  Hundius  1882/1891.
Bank-Conto:  Deutsche  Bank.

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Swakopmund  (Deutsch-Südwestafrika),  unter  Firma:  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  G.  m  b.  H.
Tsingtau  (Kiautschan-Gebiet),  unter  Firma:  Kiautschau-Gesellschaft  m.  b.  II.
Tientsin  (China),  unter  Firma:  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.

 

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von  Rusland.  Seiner  Durchlautht#  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  D,  utschen
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Trope
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüs
samen  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutsehe
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Der  Krieg  in  Südf-Anie

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geine  Lehren  lürDeutsch-Sücwestalrila.

Nach  einem  Vortrag
Sehulten  in  d#
Altheilung  Bremen  der
Deutschen  Koloninl-Gesellschuist
von

Dr.  eorg  llartmann.
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von  E.  S.  Mittler  A  Sohn,
Berlin  SWi,  Kochst.  68—71.

Die  Schrift  ist  lür  jedenllentschen
von  aktuellem  Interesse;

si:  unterzieht  anlusslich  des
Südnkrikunischen  Krieges
wWischen  den  lläandern  und
len  Bnren  under  Schutzuchiet
in  Deutsch-Südwestalrika  einer
Betruchtung  dirunfhin,  welche
Lehren  wir  uus  dem  herrschenden
Kricge  für  unseren  afrikanischen
Besitz  zu  zichen  huhben.

 

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Senhe,t,  Slesserschdrier,  Polinpalver,  Gluspapfer.  Ft
steinpepier,  Senmm#geljeilen.
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100  2.5  3.5  3,5  1020  1200,—  98.—  Ceres

200  8.0  4,0  3,8  1450  1800,  —  110.—  Drama

500  4,0  6,0  4,0  2500  3600.—  —  Erna

 

 

 

 

 

 

Die  Flammen  sind  zu  16  Normalkerzen  —  12  Liter  stündlicher  Gasverbrauch  angenommen.

Ceber  grössere  Lichtanfagen  bitte  anzufragen.
Aiecetylengas  übertrifft  an  Bereitung,  Preis  u.  Helligkelt  alle  bestehenden  Beleuchtungsarten.

Die  Aatetellung  ist  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefuhrlos.  Selbst  die  gröbsten  Verschen
  und  Ungeschicklichkeiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
Der  Apparat  ist  jahrelang  probirt  und  vervollkommnet.  ((400)

Ferner  einpfehle  noch  meine  Apparste  und  Moaschisen  für  chemische  ladvetrie  zur  Herstellung  folgender  Produkte:

#ettun,  Anmoniak,  Chlor,  lycerin,  Gora,  Stearin,  Seise,  Schwefelkohlenstoff,  Lsim,  Tanuin,  Citronsasiun,
Esiosäure,  Flossszure,  Oralsäure,  Salkiure,  Salgetersäure,  Schwerelsiun,  Weinsteinsäure.
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        —  544  —

WOERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

Am  15.  Juli:  P.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt  F.  Meyer,
via  Antwerpen  nach  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Accra,'  Kongo  und  Angole

Am  18.  Juli:  P.  D.  „Ernst  Woermann“,  Capt.  Triebe,
—  nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Juli:=  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Deppen,
via  Rotterdam  nach  Liberia,  Acora,!  Lome,'  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerun
und  Congo  Frangais.
Am  1.  August:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Milz,
via  Rotterdam  nach  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  5.  August:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Schuldt,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro.

Am  10.  August:  P.  p  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Brinkert,

via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,'  Axim,!  Secondee  7  Cape  Coast,  Acors.“
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,“  Plantation,“  Kribi“  und  Fernando  Po.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.
alle  Guter  müssen  z#det  Tage  vor  dem  45gangsdaftum  bis  12  Uhr  mittags  Tdespssette  sein.

Näberes  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (u)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25.3.

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
Zzwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburgs:  ab  Neapel:
R  P.  D.  „Couverneur“,  Capt.  C.  Stahl  (fahrplanmässige  Reise  No.  13a)  7.  Jul  2.  Auhust

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Kllwa,  Lind,
Nikindanl,  Ibo,  Mozamblaue,  Chinde,  Beira  und  Quellmane.  Bamburg:  24  Neapel.

K.  P.  D.  „Kronprinz",  Capt.  v.  Issendorff  (fahrplanmässige  Reise  No.  13)  —  19.  J#l

R.  P.  D.  „Nerzog“,  Capt.  Gaume  31.  Jull  16.  Ansl

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambliave  sowie  mit  Passagiere
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban,  ab  Bamburg:  ab  Las  Paimat

R.  P.  D.  „Kanzler",  Capt.  Wst  .  Jusl  297.  Jul
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.
Die  Dampfer  Raben  vorrügpliche  Einrichtungen  fr  Pnssagtere  in  allen  Klaussen.

irnekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhfen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (#)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamburg-Ameriga-  Linie,  Abthellung  Personen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-4yrt#a-  Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25/33.
–.  ——  —–  —  —  —  —  —  —  —  ———.  [
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Oruck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochftrate  68—.
Ausgegeben  am  15.  Juli  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="597" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszezeben  in  der  oleuial-Ibtheilung  des  Juswirtigen  Ins.

Tu  #h#errlin  1.  Ausuh  1901.  nunner  is

iese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  Die  mindestens  einmal  vierteljährlich
scheinen  den:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  8  but#ge  ieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Poft  und  die
uchhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schuhgebiete  und
efterreich-  Ungarn,  Mk.  3.,75  für  die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Oosduchhan  lung  von
teunst  Slegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  S8W  12,  Kochstr.  68—  71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  )

:unhalt:  Amtlicher  Theil:  Inbesitznahme  der  Insel  Tobi  und  des  Helen-Riffs  (Westkarolinen)  S.  545.—  Nachweisung
der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Mai  1901  S.  545.  —  Gouvernementskurs
  in  Deutsch-Ostafrika  S.  546.  —  Personalien  S.  546.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  546.  —  Kamerun:  Zur  Verlegung  des  Gouvernementssitzes
  nach  Busa  S.  548.  —  Expedition  v.  Schimmelpfennig  (mit  zwei  Skizzen)  S.  548.  —  Reisebericht  des
Richters  Diehl  S.  550.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Uebersicht  der  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  ansässigen
Weißen  „Deutsche  und  Fremde  S.  554.  Deutsch-Neu-Guinea:  Flaggenhissung  auf  der  Insel  Tobi  und  dem
Helen-Riff  (Westkarolinen)  S.  559.  —  Bericht  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  über  eine  Reise  nach  dem  Weberhafen
S.  560.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  561.  —  Aus
fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Die  Erdnußernte  in  Britisch-Indien  S.  563.  —  Einfuhr  von
Zeugstoffen  nach  dem  französischen  Kongogebiete  S.  563.  —  Baumwollpflanzungen  in  Westafrika  S.  564.  —  Kopraproduktion
  und  Ausfuhr  der  Philippinen  S.  565.  —  Die  Entwickelung  Neu-Kaledoniens  S.  565.  —  Verschiedene
Mittheilungen:  Seminar  für  orientalische  Sprachen  in  Berlin  S.  566.  —  Vertheilung  von  lebenden  Pflanzen
und  Saatgut  an  die  Schutzgebiete  S.  566.  —  Betrieb  von  Bankgeschäften  in  den  portugiesischen  Kolonien  S.  567.  —
Litteratur  S.  567.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  568.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  568.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
Gesetze;  Derordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Inbesitznahme  der  JInsel  Tobi  und  des  Helen-Niffs  (Westkarolinen).“)

Von  dem  Keiserlichen  Bezirksamtmann  zu  Yap,  Senfft,  sind  zufolge  Auftrages  der  Kolonial-=theilung
  des  Auswärtigen  Amts  die  Insel  Tobi  (3°  2’  N.,  131°  5°0.)  und  das  Helen-Riff  (3°  0°  N.,
1  52°.),  beide  zu  den  Westkarolinen  gehörig,  am  12.  April  d.  Is.  unter  den  üblichen  Formalitäten
:  das  Deutsche  Reich  in  Besitz  genommen.

MNachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Mai  1901.

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3825  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlagpeben.
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgade  GebührenEinnahmen  Insgesammt

Rp.  P.!  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.l  Rp.  P.  —  Mt.  Pf.
nga  247  2  9  18  —  18  3  192  126  50  =  16  765  28
ngani  1153  57  1489  51  —  —  10  32  7  4885661  60=  7827  63
gamonpo  10  186  62  8379  04  12  —  77  16  37  29  18692  47—  25  842  70
r-es-Salam  1929  55%2396  09  12  —  21  18307  6114  667  15  =  20277  45
wa  4866  11474  28  39  —  33  3089092  569306  06  =  12  865  67
idi  2444  58  4098  08  12  —  132  39  5  8692  41=  9252  58
Zusammen0  829  141  486  01  93  323  551  22  SWB1  31

—  —  —  .  —  —

28  796  M.  615601  Mt.  128  MMT4  Mk.,1956  Mk.

10  Pf.  62  Pf.  57  Pf.  73  Pf.  0  f.

*  Vergleiche  den

 

 

Bericht  deo  Bezirksamtmanno  Sensft  in  der  vorliegenden  Nummer.
        <pb n="598" />
        —  516  —

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  ft
den  Monat  Juli  1901  auf  1,385  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

 

 

 

Personalien.
Kaiferliche  Schuttztruppen.

Oberkommando  der  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1901.

Dr.  Dempwolff,  Stabs#ärzt,  Antrag  um  Verlängerung  seiner  Dienstverpflichtung  bei  der  Schutztrum
für  Südwestafrika  auf  weitere  drei  Jahre  genehmigt  und  gleichzeitig  vom  1.  September  d.  Is.  a
der  nachgesuchte  einjährige  Urlaub  unter  Stellung  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Südwestafrik
bewilligt.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  10.  Juli  1901.

v.  Parish,  Königlich  Württembergischer  Leutnant  im  Dragoner-Regiment  Königin  Olga  (1.  Württemberg.
Nr.  25,  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem  XIII.  (Königlich  Württemberg.)  Armeekorps  #
Patent  vom  16.  Januar  1894  als  Leutnant  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  mit  dem
26.  Juli  d.  Is.  angestellt.

Dr.  Erner,  Königlich  Bayerischer  Oberarzt  der  Reserve  im  Landwehrbezirk  Hof,  und

Leupolt,  Königlich  Sächsischer  Assistenzarzt  beim  7.  Infanterie-Regiment  Prinz  Georg  Nr.  106,  nn
erfolgtem  Ausscheiden  aus  Königlich  Bayerischen  bezw.  Königlich  Sächsischen  Diensten,  Ersterer  ½s
Oberarzt  mit  Patent  vom  12.  April  1900,  Letzterer  als  Assistenzarzt  mit  Patent  vom  20.  Janner
1901,  mit  dem  26.  Juli  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1901.
Freiherr  v.  Münchhausen,  Leutnant,  unter  Stellung  à  In  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostofreinder
  nachgesuchte  einjährige  Urlaub  bewilligt.
A.  K.  O.  vom  23.  Juli  1901.
Dem  Unteroffizier  Giese  von  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ist  für  die  Entschlossendeil.
welche  er  bei  Entwaffnung  von  Kongorebellen  am  27.  Januar  d.  Is.  beim  Kivusee  an  den  Tag  gelet#:
hat,  durch  Seine  Majestät  den  Kaiser  eine  Belobigung  ertheilt  worden.

Schutztruppe  für  Kamerun.
v.  Möllendorff,  Leutnant  im  Füsilier-Regiment  Prinz  Heinrich  von  Preußen  (Brandenburg.)  Nr.  37
und  kommandirt  als  Erzleher  am  Kadettenhause  in  Cöslin,  scheidet  am  5.  August  d.  Is.  aus  urd
wird  mit  dem  6.  August  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmann  urd
Kompagniechef  Langheld  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun  die  Erlaubniß  zum  Anlegen  deihm
  verliehenen  Ritterkreuzes  1.  Klasse  (mit  der  Kriegsdekoration)  des  Königlich  Sächsischen  Albrecht-.
Ordens  und  dem  Oberleutnant  v.  Fiedler  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  be-Ritterkreuzes
  2.  Abtheilung  des  Großherzoglich  Sächsischen  Hansordens  der  Wachsamkeit  oder  vom  weißer
Falten  zu  ertheilen.

 

——...—.½—  —  —  —  —  —  ——

Nichtamtlicher  Theil.

·  O  expedition  theilnahm,  infolge  eines  Gehirnschlage
Fersonal  RNachrichten  verstorben.  Die  Trauerkunde  kam  um  so  unver.
Deutsch-Ostafrika.  mutheter,  als  nach  allen  bisher  vorliegenden  Zeug-Zufolge

  telegraphischen  Berichts  aus  Dar-es=  nissen  und  Berichten  anzunehmen  war,  daß  Professer
Saläm  ist  am  10.  Mai  d.  Is.  der  Observator  an  Lamp  sich  dem  Tropenklima  völlig  gewachsen  zeiger
der  Kieler  Sternwarte,  Professor  I#r.  Ernst  Lamp,  würde.  Die  Kolonialverwaltung  verllert  in  dem
der  als  Astronom  an  der  Kiovn-Grenzvermessungs=  Dahingeschiedenen,  dem  nur  ein  kurzes  Wurken  ir
        <pb n="599" />
        deutich-Ostafrika  vergönnt  war,  einen  wegen  seiner
enschaftlichen  Leistungen  und  Charaktereigenschaften
ogeschãtzten  Mitarbeiter.

 

Dem  Regierungsassessor  v.  Spalding  ist  die
Stelle  eines  Bezirksamtmanns  bei  dem  Keiserlichen
(seuvernement  von  Deutsch-Ostafrika  endgültig  über-Tcgen
  worden.

Der  Gouvernementssekretär  Liedtke  hat  die
Bederausreise  und  der  Postpraktikant  J.  Schmidt
rad  der  Schiffszimmermann  Biederstedt  haben  die
Musreise  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Der  Bureauassistent  1.  Klasse  Bongard,  der
Zellamtsassistent  2.  Klasse  Pustow,  der  Steuermann
Schulz,  der  Schiffszimmermann  Borkenhagen
nd  der  Kesselschmied  Franzki  sind  in  Dar-es-Zoläm
  eingetroffen.

 

 

Der  Bauleiter  Hönemann,  der  Hauptzollamtsversteher
  Schwarze,  der  Wegemeister  Drescher
und  der  Maschinist  Lüdtke  haben  das  Schutzgebiet
ait  Heimathsurlaub  verlassen.

Der  Bureauassistent  1.  Klasse  Göhring  hat  die
Feimreise  angetreten.

 

—..

Der  Maschinist  Lüdtke  ist  mit  Heimathsurlaub
m  Deutschland  eingetroffen.

 

Stabsarzt  Dr.  Pritzel,  Feldwebel  Wulff  und
Unteroffizier  Zahn  find  mit  Heimathsurlaub  am
20.  Juli  d.  Is.  in  Neapel  eingetroffen.

Sergeant  Scharfenberg  sowie  die  Unteroffiziere
Koch  und  Gebel  haben  die  Wiederausreise  bezw.
Ausreise  in  das  Schutzgebiet  angetreten.

 

Ranernu.

Der  Zollbeamte  Mathis  ist  in  Ngoko  eingetroffen,
  und  der  Zollbeamte  Krause  hat  die  Austeise
  nach  Kamerun  angetreten.

Der  Bootsmannsmaat  Hagenauer  ist  in
Kamerun  verstorben.

Der  Hauptmann  und  Kompaguiechef  v.  Schimmelofennig,
  gen.  v.  der  Oye,  seit  dem  6.  Juli  1900
der  Schutztruppe  für  Kamerun  und  vorher  dem  Inkanterie-Regiment
  Nr.  130  angehörig,  ist  am  14.  Juli
d.  Is.  an  Malaria  in  Kamerun  verstorben.

Die  Hauptleute  und  Kompagniechefs  Langheld
und  Guse  sind  am  26.  Juli  bezw.  26.  Juni  d.  Is.
mit  Heimathsurlaub,  der  Sergeant  Müller  und

547

 

Sanitätsunteroffizier  Schnitzler  am  26.  Juli  d.  Is.
zur  Entlassung  in  Hamburg  eingetroffen.

 

Cogo.

Der  Lehrer  Schloen,  früher  in  Togo,  ist  in
den  heimischen  Schuldienst  zurückgetreten.

#üwestafrika.

Der  Kammergerichtsreferendar  a.  D.  Dr.  Merensky
  hat  die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
angetreten.

Dem  Vermessungsbeamten  Thomas  ist  die  Stelle
eines  Katastersekretärs  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
von  Südwestafrika  endgültig  übertragen  worden.
Derselbe  hat  die  Wiederausreise  nach  dem  Schutzgebiete
  angetreten.

 

Der  zur  Besetzung  der  Postagentur  in  Okahandja
bestimmte  Postassistent  Mießner  hat  die  Ausreise
nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.  «

 

Der  Sanitätsunteroffizier  Loos  ist  am  17.  Mai
d.  Is.  im  Garnisonlazareth  in  Windhoek  am  Typhus
verstorben.  «

Die  Leutnants  Sixt  v.  Armin  und  Müller
v.  Berneck,  Assistenzarzt  Dr.  Küster,  Roßarzt
Rassau,  Oberfeuerwerker  Schubert  und  ein  aus
326  Köpfen  bestehender  Ablösungstransport  unter
Führung  des  Hauptmanns  Fischer,  à  la  suite  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  haben
die  Ausreise,  die  Unteroffiziere  Schmidt,  Joseph
Deutsch  und  Karl  Deutsch,  die  überzähligen  Unterosfiziere
  Olbinski  und  Wiederhold  sowie  der
Sanitätssergeant  Lichtenberg  haben  die  Wiederausreise
  in  das  Schutzgebiet  am  18.  Juli  d.  Is.  von
Hamburg  aus  angetreten.

Feldwebel  Jonas,  überzähliger  Unteroffizier
Eberhardt  und  Reiter  Kößling  sind  am  26.  Juli
d.  Is.  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassung  in
Hamburg  eingetroffen.

 

slen·  Guinea.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Bennigsen  hat
am  10.  Juli  einen  Heimathsurlaub  angetreten.  Vizegouverneur
  Dr.  Hahl  ist  von  Ponape  in  Herbertshöhe
  eingetroffen  und  hat  am  gleichen  Tage  die
Vertretung  des  Gouverneurs  übernommen.

 

Lamoa.

Der  Bezirksrichter  Dr.  Schnee  hat  das  Schutzgebiet
  mit  Heimathsurlaub  verlassen.
        <pb n="600" />
        548

Nachrichten  ans  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

—

-RKamerun.

Sur  verlegung  des  Gouvernementssitzes  nach  Busa

(vergl.  Kol.  Bl.  1901,  S.  358)  ist  noch  zu  bemerken,
daß  die  technischen  Anlagen,  Truppe  und  Zollwesen
in  Duala  (früher  Kamerun)  verblieben  sind.

——–)  ——

Expedition  v.  Schimmelpfennig.
(Hierzu  zwei  Kartenskizzen.)

Die  Berichte  des  vor  einigen  Tagen  in  Duala
verstorbenen  Hauptmanns  v.  Schimmelpfennig
über  seinen  erfolgreichen  Zug  durch  das  Wuteland
(vergl.  Kol.  Bl.  1901,  S.  487)  sind  nunmehr  eingegangen;
  ob  Herr  v.  Schimmelpfennig  vor  seinem
Tode  auch  über  die  Mbam-Expedition  noch  ausführlich
  berichtet  hat,  ist  noch  nicht  festgestellt.  Daß
es  diesem  verdienstvollen  Offizier  gelungen  ist,  mit
seinen  Streitkräften  das  wegen  seiner  unbotmäßigen
Bevölkerung  bisher  verschrieene  Mbamgebiet  ohne
kriegerische  Verwickelung  mit  den  Eingeborenen  zu
durchreisen,  verdient  hohe  Anerkennung,  und  es  ist
auf  das  Tiefste  zu  bedauern,  daß  der  Thätigkeit
eines  so  hervorragend  befähigten  Kolonialoffiziers
durch  die  Folgen  von  Malaria,  die  er  sich  auf  seiner
letzten  Expedition  zugezogen  haben  dürfte,  eln  Ziel
gesetzt  ist.

Herr  v.  Schimmelpfennig  berichtet:

Ngilla,  den  2.  April  1901.

Infolge  von  Schwierigkeiten  bei  der  Aufbringung
der  genügenden  Trägerzahl  konnte  ich  erst  am
19.  März  d.  Is.  von  MYaünde  aufbrechen.  Meine
Befürchtung,  daß  ich  unterwegs  viel  mit  entlaufenen
Trägern  zu  rechnen  haben  würde,  hat  sich  glücklicherweise
  nur  zum  kleinen  Theil  bestätigt.

Am  21.  März  erreichte  die  Expedition  bei  ungewöhnlich
  starker  Hitze  Kule,  etwa  1½  Stunden
vom  Sanaga  entfernt.

Am  solgenden  Morgen  6¼  Uhr  (die  durchschnittliche
  Aufbruchszeit)  brach  ich  nach  dem  Sanaga  auf.
Hier  angelangt,  konstatirte  ich,  daß  der  Fluß  an  der
Uebergangssielle  zur  Zeit  450  m  breit  ist.  Das
Gefälle  war  ein  ruhiges.  Nach  kurzer  Rast  wurde
unter  meiner  Aufsicht  mit  dem  Uebersetzen  begonnen.
Zur  Verfügung  standen  20  Kanus  verschiedenster
Größe  und  die  beiden  Truppenfaltboote,  mittelst
derer  132  Soldaten,  4  Maulthiere  und  391  Träger
in  der  ziemlich  kurzen  Zeit  von  1  Stunde  20  Min.
ohne  Unfall  übergesetzt  wurden.

Nach  einstündiger  Rast  wurde  um  10½  Uhr
vormittags  auf  Tungele  marschirt.  Der  Weg  führt
durch  leicht  gewelltes  Parkland  von  enormem  Wildreichthum,
  die  Ansiedelungen  angelehnt  an  kleine

s
1
l

 

 

nicht  durchzogen  waren.

Palmenhaine.  Hohes  Buschwerk  umgiebt  ringsu
die  Dörfer.  Obwohl  es  mit  einzelnen  Ausnahm
täglich  nachts  geregnet  hatte,  waren  die  Tagesstund
ungewöhnlich  heiß.  Alles  in  Allem  war  die  Ter
peratur  im  März  höher  als  in  dem  gemeinhin  a
heißester  Monat  geltenden  Februar.  Stabsar
Hösemann  hat  detaillirte  Beobachtungen  gemacht.

Am  nächsten  Tage,  dem  23.  März.  ordnete  i
Ruhetag  an,  der  ausgenutzt  wurde,  um  die  Expeditie
durch  Jagdausflüge  mit  frischem  Fleisch  zu  versehe

Am  24.  März  beschloß  ich,  unter  Führung  ve
Eingeborenen  auf  Wataré  zu  marschiren.  Ich  be
rührte  Gegenden,  die  von  der  Truppe  bisher  noc
Nachdem  sich  die  anfäne
liche  Scheu,  besonders  im  ersten  Lagerorte  Gramatsche
gelegt  hatte,  beeilten  sich  die  Eingeborenen,  do
Möglichste  zu  thun,  um  die  Expedition  gut  aufju
nehmen.  Durch  Trommel  wurde  auch  die  Umgegem
benachrichtigt,  so  daß  im  Laufe  des  Tages  elf  Häurt
linge  Essen  2c.  herbeibrachten.  Daß  unsere  Gegen
geschenke  Anklang  gefunden  hatten,  bewies  das  balr
beginnende  Tanzspiel.

Unter  Gambette-Benna  kam  die  Expedition  aus
einer  wildarmen,  sehr  waldigen,  in  die  freie,  sebr
wildreiche  Gegend  von  Wataré.  Das  am  Fuße  des
charakteristischen  WatarEberges  einst  gelegene  Watoré
existirt  nicht  mehr.  Das  neue  Wataré,  dem  wuiur
uns  am  27.  nachmittags  näherten,  liegt  etwa  5000  m

nordwestlich  des  alten  Platzes.

(Siehe  nebenstehende  Skizze.)

Wataré,  der  Bruder  von  Ngilla,  kam  uns  mu
seinen  Würdenträgern  entgegen.  Nach  kurzer  Begrüßung
  bezogen  wir  Lager  in  dem  großen,  sebr
sauber  gebauten  Dorfe.  Die  Häuser  sind  durch
gängig  rund  und  haben  spitze  Dächer.

Eme  kurze  Rekognoszirung  des  Moam,  hier  direk
westlich  Wataré,  ergab:  Breite  230  m,  largsames
  Gefälle,  anscheinend  ziemlich  tief.  Wenige
huntert  Meter  oberhalb  Inseln,  Felsen,  Stromschnellen
mit  weithin  hörbarem  Rauschen  (wahrscheinlich  die
Morgen-Fälle).

Wataré  bekam  für  gute  Verpflegung  der  Exoe
dition  ein  sehr  reichliches  Gegengeschenk,  darunter
auch  einen  Pallasch  und  ein  Bild  Sr.  Mojestel.
Letzteres  erkannte  er  übrigens,  noch  ehe  durch  den
Dolmetscher  die  Erklärung  kam.  Er  brauchte  wuderholt
  das  Wort:  Kasar.

Am  30.  März  marschirte  ich  über  Nitl  nach  Ngille.
woselbst  ich  am  31.  März  nachmittags  anlangte
Beide  Märsche  waren  sehr  anstrengend.  Der  Häuotling
  Ngilla  kam  der  Expedition  mit  Gefolge  unter
Vorantragen  der  Reichsflagge  entgegen.  Unterbringung
und  Verpflegung  waren  gut  vorbereitet.  Kurz  noch
dem  Einrücken  wurde  mir  ein  großer  Elefantenzabn
für  das  Gouvernement  überreicht.
        <pb n="601" />
        —  549  —  #  –

Nygutte,  den  10.  April  1901.  kennzeichnet.  Es  ist  dies  ein  doppelter  Felssegel  am

Am  3.  April  d.  Is.  marschirte  ich  von  Ngilla  Ende  einer  beträchtlich  sich  erhebenden  Hügellette.
#eiter  und  über  die  Dörfer  Noefsu,  Ngane,  Senge,  im  Westen  unserer  Route  gelegen.

gokum  und  Mundaré  und  erreichte  am  8.  April  Daß  die  Lage  Nguttes  so  verschieden  angegeben

kgutte.  Sämmtliche  Märsche  waren  sehr  beschwerlich.  wird,  mag  seinen  Grund  wohl  darin  haben,  daß  der

.O  Maikla,
v  *

 

A
—  "  2.
—#—  –—  ·  «
-  W  Gae#  16
*  z#%  wataecko  urchzogenen  egend.

Ungefähre  Skizze  der

 

—

luu  den  drei  letzten  Marschtagen  wurde  von  6  Uhr  Häuptling  Ngutte  sich  in  den  verschiedenen  Dörfern
0  Minuten  vormittags  bis  4  bezw.  4½  Uhr  nach=  gleichen  Namens  aufgehalten  hat.

ittags  mit  nur  kurzer  Pause  marschirt.  Schon  Das  Eintreten  in  das  Nguttegebiet  und  das
aterwegs  ergab  sich  die  überraschende  Thatsache,  Passiren  desselben  gestaltete  sich  nicht  so  ganz  einfach.
f  Ngutte  eine  andere  geographische  Lage,  als  bis=  Die  Bevölkerung  im  Nguttelande  ist  äußerst  scheu.
r  angegeben,  hat.  Wir  gewahrten  vom  zweiten  Ich  bin  auf  meinem  Marsch  zwar  nicht  auf  Feind-Marschtage
  an  zwei  getrennt  liegende  Gebirgszüge,  feligkeiten  gestoßen,  doch  waren  fast  alle  Dörfer,  die  ich
eren  einer  die  Lage  des  früheren  Sitzes  Nguttes  berührte,  verlassen.  Hin  und  wieder  gelang  es  mir,

Ungefähre  Skizze.
        <pb n="602" />
        durch  den  Führer  einiger  Einwohner  habhaft  zu
werden,  die  ich,  mit  Geschenlen  versehen,  wieder  absandte,
  um  die  Geflüchteten  zu  beruhigen.  Von
Ngilla  aus  hatte  ich  den  Feldwebel  Mussa  zu  Ngutte
gesandt,  um  diesen  meines  Erscheinens  wegen  zu  beruhigen.
  Feldwebel  Mussa  hat  seine  nicht  leichte
Aufgabe  zu  ganz  besonderer  Zufriedenheit  gelöst.

Am  8.  April  brach  ich  früh  6  Uhr  von  Mundare
auf.  Unterwegs  kamen  mir  verschiedene  Abgesandte
Nguttes  entgegen,  die  mich  willkommen  hießen.  In
Ngutte  gegen  10  Uhr  angelangt,  sandte  mir  der
Häuptling  einen  guten  Elfenbeinzahn.  Häuptling
Ngutte  ist  ein  Mann  von  60  und  einigen  Jahren,
der  noch  vollkommen  rüstig  ist.  Nachdem  sich  seine
anfängliche  Befangenheit  gelegt  hatte,  ließ  sich  mit
ihm  ganz  gut  reden.  Besonders  geehrt  fühlte  sich
Agutte,  als  ich  ihm  dolmetschen  ließ,  die  Deutschen
schätzten  ihn  als  besonders  freundlich  gesinnten  Häuptling.
  Am  Nachmittag  ließ  mir  Ngutte  ein  großes
Tanzspiel  anmelden.  Der  Häuptling  tanzte,  nicht
achtend  seines  Alters,  wohl  ½  Stunde  selber,
worüber  ich  ihm  durch  den  Dolmetscher  besondere
Anerkennung  ausdrücken  ließ.  Am  nächsten  Tage
revanchirte  ich  mich  mit  einem  Vorexerziren  der
Kompagnie  mit  anschließendem  kurzen  Gefechtsschießen.
Auf  Nguttes  Bitte  wurde  ihm  auch  das  Maschinengewehr
  vorgeführt.

Feldwebel  Mussa  hatte  von  mir  Befehl  erhalten,
Agutte  zu  veranlassen,  mit  den  Mbamstämmen  Fühlung
  zu  nehmen.  Nguttes  Macht  scheint  noch  über
den  Mbam  hinaus  zu  reichen.  Bei  dem  heutigen
Palaver  waren  sechs  Unterhäuptlinge  erschienen,  die
von  Ngutte  Befehl  erhielten,  allen  meinen  Wünschen
nachzukommen.  Ich  hoffe  so,  daß  der  Eintritt  in
das  zu  durchforschende  Gebiet  sich  in  absolut  friedlicher
  Weise  bewerkstelligen  lassen  wird,  wie  ich  auch
weiterhin  nichts  verabsäumen  werde,  auf  gütlichem
Wege  durchzumarschiren.  Bisher  habe  ich  in  Erfahrung
  gebracht,  daß  der  Mbam  direkt  westlich
Agutte  (fünf  Tagemärsche)  seenartige  Erweiterungen
bilden  soll  und  eine  günstige  Uebergangsstelle  nördlich
sich  befinde.  Vielleicht  wird  es  nothwendig  werden,
von  da  aus  nach  Ngambe  vorzufühlen.

Das  neue  Land  wird  zunächst  von  Bafias  bewohnt.
  Im  Norden  sitzen  viele  Haussas.  Reiche
Landschaft,  auch  Fischfang.  Gelände  vorwiegend
Gras  mit  aufgesetzten  Mittelgebirgszügen.

Stabsarzt  Hösemann  und  ich  haben  festgestellt,
daß  sich  die  Berge,  an  denen  Ngutte  II  liegt,  um
mindestens  50  km  auf  der  Langhausschen  Karte  nach
Norden  verschieben.  Ngutte  II  liegt  etwa  ½  cm
südwestlich  des  „2Z“  von  den  Worten  „Zahlreicher
Heidenstamm“  der  Karte  im  Kolonial-Atlas.  Die
hiesige  Landschaft  ist  von  außergewöhnlicher  Schönheit.
  Ngutte  II  liegt  direkt  am  Fuße  eines  Gebirgszuges
  von  1200  bis  1500  m  absoluter  Höhe.  Die
Zeichnung  der  Berge  in  Struktur  und  Farben,  viel
Fels,  dazwischen  Gras  und  Urwald,  ist  höchst  eindrucksvoll.


 

550  —

Befinden  der  Weißen  ein  ausgezeichnetes.

Soeben  trifft  Nguttes  Abschiedsgeschenk  ein,  be
stehend  in  17  größeren  und  kleineren  Elfenbeinzähne
sowie  drei  mittelgroßen  Hengsten,  von  denen  zwe
recht  brauchbar  erscheinen.  Mein  Gegengeschenk  wir
heute  Abend  überreicht.

Dieser  Bericht  wird  von  meinem  Mgillaführe
befördert,  dem  ich  aber  Soldaten  nicht  beigeben  kanr

Ich  marschire  morgen  früh  6  Uhr  nach  der
Mbam  ab.

 

Reisebericht  des  Richters  Diebl.

Der  stellvertretende  Richter  in  Kamerun,  Diehl,
berichtet  über  eine  Bereisung  der  Wuri=  und  Aboländer
  und  der  Bakossi=  und  Manengubaberge,  wie
folgt:

Durch  die  letzter  Zeit  am  Wuri  und  Dibombe
zahlreich  erfolgten  Neuanlagen  von  Faktoreien  seitens
der  hiesigen  Firmen  und  von  Stationen  und  Schulen
seitens  der  Missionen  war  eine  Bereisung  dieser
Flußgebiete  zur  Regelung  der  Grundbesitzverhältnisse
nothwendig  geworden.

Ich  trat  am  12.  Februar  d.  Is.  mit  einem  Dolmetscher,
  einem  Zustellungsjungen  und  einem  Soldaten
die  Reise  mittelst  Kanu  den  Wuri  aufwärts  an  und
gelangte  über  die  Dörfer  Bonamakonge,  Mutimbetembe,
  Bona  ba  Mbenge,  Bonanjoa,  Bonandolo,
Bonanjamsi,  Bonasomko  und  Bonanjeng  nach  Jabass,.
wo  ich  am  15.  Februar  eintraf.

Jabassi  befindet  sich  zur  Zeit  unzweifelhaft  in
einer  Periode  sehr  starken  Aufschwungs.  Sämmtliche
Kameruner  Firmen  haben  dort  Faktoreien  angelegt.
Sieben  weiße  Faktoristen  befinden  sich  ständig  dort,
und  zwar  von  der  Nordwest-Kamerun-Gesellschaft  3,
von  der  Deutsch-westafrikanischen  Handelsgesellschaft  1,
David  Jones  &amp;amp;  Co.  1,  Rider  Sohn  &amp;amp;  Andrew  2
die  übrigen  Firmen  sind  durch  schwarze  Faktoristen
vertreten.

Am  19.  Februar  fuhr  ich  den  Wuri  abwöärts,
erledigte  in  Bonambanga  eine  Streitigkeit  zwischen
dem  Häuptling  Kolo  und  einem  Manne  aus  Banenu,
welcher  von  Ersterem  wegen  Schulden  eines  anderen
Banenumannes  hier  gesangen  gehalten  wurde,  dodurch,
  daß  ich  den  Häuptling  veranlaßte,  den  Monn
freizugeben,  fuhr  dann  den  Dibosute  bis  zum  Bonmefluß
  und  dann  diesen  aufwärts  zum  Dorse  Wpobo,
wo  ich  um  6/  Uhr  nachmittags  eintraf.  Am  nächsten
Tage  begab  ich  mich  mit  Missionar  Wittwer  nach
Bayngseng,  welcher  Ort  nicht,  wie  auf  der  Kane
angegeben,  auf  dem  linken  Ufer  des  Dibombe  nördlich
von  der  Mündung  des  Mbome  liegt,  sondern  am
dessen  rechtem  Ufer  am  Wege  von  Mopobo  nach
Mangamba,  etwa  eine  Stunde  vom  Mbome  und
Dibombe  entfernt.  ·

Nach  Erledigung  meiner  Dienstgeschäfte  fuhr  ich
am  gleichen  Tage  den  Dibombe  aufwärts  nach  Njonga.
Der  Dibombe,  dessen  Wasserstand  zur  Zeit  bußerst
niedrig  war,  ist  angefüllt  mit  entwurzelten  Bäumen.
        <pb n="603" />
        551  —

Mächtige  Stämme  liegen  quer  über  das  Flußbett.
Inseln  haben  sich  gebildet,  auf  denen  ein  üppiger
Uflanzenwuchs  sich  entwickelt.  Der  Fluß  ist  hierdurch
sezwungen,  in  viele  Arme  sich  zu  theilen  und  das
ljer  zu  unterspülen,  wodurch  er  wieder  die  am  Ufer
gachsenden  Bäume  zu  Fall  bringt.  In  Nianga
aben  zur  Zeit  sämmliche  Kameruner  Firmen  Faktoeien
  angelegt  oder  sind  doch  im  Begriff,  solche  anulegen.
  Zwei  Firmen  sind  durch  weiße  Faktoristen
ertreten;  Rider  Sohn  &amp;amp;  Andrew  durch  Strohm
nd  die  Deutsch-westafrikanische  Handelsgesellschaft
urch  Pistor.

Am  24.  Februar  marschirte  ich  über  Disum,  ein
dorf  unmittelbar  hinter  Njanga,  dann  auf  gutem
Lege  zwei  Stunden  durch  Urwald,  hierauf  vier
ztunden  durch  wechselndes  Gelände  durch  die  kleinen
dörfer  Monoka,  Mfun  und  andere  nach  Lom,  wo
h  übernachtete.

Lom,  ein  sehr  großes  Dorf,  liegt  südlich  am
uße  des  Kupéberges  inmitten  der  üppigsten  Bananenslanzungen,
  die  ich  bis  jetzt  zu  sehen  Gelegenheit
atte.  Ich  kann,  was  Dr.  Esch  in  seinem  Vortrage
ber  die  Küstengebiete  von  Kamerun  in  den  Verandlungen
  der  Gesellschaft  für  Erdkunde  1900,
sgeft  5,  S.  278,  über  die  Fruchtbarkeit  dieser  Gegend
gt,  nur  bestätigen.  Unmittelbar  hinter  Lom  beginnt
n  2  1⅛  Stunden  breiter  Urwald,  den  ich  am  25.  Feruar
  durchschritt.  Kaum  tritt  man  aus  dem  Walde
ꝛraus,  so  beginnt  ein  gut  gehaltener,  3  bis  4  M
reiter  Weg,  auf  dem  man  in  einer  halben  Stunde
1s  Bakossidorf  Ngala  südwestlich  vom  Kupéberg  ericht.
  Die  runden  Hütten  werden  hier  theilweise  bereits
ohl  infolge  des  steigenden  Verkehrs  mit  den  südwärts
ohnenden  Eingeborenen  durch  die  eckigen  Hütten,
e  freilich  viel  einfacher  zu  bauen  sind,  verdrängt.
on  hier  aus  führt  der  Weg  in  zwei  Stunden  in
eilweiser  starker  Steigung  nach  Njassosso  zur  Station
e  Baseler  Mission.  Hier  wurde  ich  von  den  beiden
eissionaren  Basechow  und  Walker  aufs  Freundlichste
Deupfangen.  Die  Station  liegt  mitten  auf  einer
reiten  Terrasse  am  nördlichen  Abhange  des  KupPé,
wa  850  m  hoch  zwischen  dem  westlichen  und  östchen
  Dorftheil  von  Njassosso.  Die  Station  besteht
t1s  zwei  einfachen  Wellblechhäusern,  einer  Küche,
nem  massiven  Lagerschuppen  und  einer  Ziegelrennerei.
  Ein  großes  Backsteinhaus  ist  im  Bau
griffen  und  soll  noch  vor  der  Regenzeit  fertigstellt
  werden.  Der  Bau  der  Kirche  und  Schule
[  in  diesem  Jahre  noch  in  Angriff  genommen
erden.  Der  Boden  ist  äußerst  fruchtbar.  Missionar
lalker  fand  beim  Graben  eines  Baumes  noch  in
m  Tiefec  dasselbe  schwarze  Erdreich,  wie  zu  Beginn.

Der  etwa  18  bis  20  Jahre  alte  Häuptling  Adbe
  ist  der  Mission  wie  überhaupt  den  Weißen
cgenüber  sehr  willfährig,  genießt  jedoch  bei  den  Einecborenen
  wohl  infolge  semer  großen  Jugend  keine
esondere  Autorität.  Nachdem  ich  am  26.  Februar
ie  nächste  Umgebung  der  Missionsstation  besichtigt,
ieg  ich  mit  drei  Trägern  am  27.  desselben  Monats

 

auf  den  Kupé.  Der  Weg  führte  über  das  Missionsgrundstück
  zur  Ziegelhütte,  über  den  Njassossobach
in  mäßiger  Steigung  —  steilste  Stelle  36  bis  102  —.
zum  höchsten  Gipfel.  Nur  an  wenigen  Stellen,
wo  Bäume  umgestürzt  sind  und  wo  Farnbäume
und  dichtes  Buschwerk  wachsen,  bietet  der  Weg
einige  Schwierigkeit.  Zehn  Minuten  unter  dem
Gipfel  befindet  sich  eine  starke  Quelle  mit  sehr
kaltem  Wasser.  Nach  kaum  fünf  Stunden  betrat
ich  den  Gipfel,  wo  ich  noch  die  Ueberreste  des
Lagers  von  Dr.  Esch  vorfand.

Da  die  Aussicht  leider  durch  Wolken  und  Nebel
sehr  beschränkt  war,  blieb  ich,  um  besseres  Wetter
abzuwarten,  die  Nacht  über  auf  dem  Gipfel.  Allein
das  Wetter  verschlimmerte  sich  immer  mehr,  und  am
anderen  Morgen  umwogten  dichte  Nebelmassen  den
ganzen  Berg.  Ich  stieg  daher  den  nach  Westen
führenden  Grat  entlang  zu  deu  beiden  niedrigeren
Westgipfeln,  welche  nur  mit  Gras  und  niederem
Buschwerk  bewachsen  sind.  Nur  hier  und  da  hatte
ich  von  hier  einen  flüchtigen  Ausblick  auf  die  nächste
Umgebung,  und  als  es  nach  längerem  Warten  in
Strömen  zu  regnen  anfing,  trat  ich  den  Abstieg  an
und  gelangte  in  vier  Stunden  nach  Nijassosso  zurück.
Bekanntlich  sollen  die  Leute  von  Njassosso  aus  „religiösen“
  Gründen  die  Besteigung  des  Kupé  unterlassen
  bezw.  verhindern.  Missionar  Walker  erzählte
mir,  sie  behaupten,  eine  große  Schlange  hause  dort
oben,  die  Jeden  tödte,  der  es  wage,  hinaufzusteigen.
Nun  fand  ich  auf  dem  Wege  bis  zum  Gipfel  des
Kupé  aber  zahlreiche  Antilopenfallen,  Jägersteige  rc.
Ichglaube  daher,  daß  einige  Eingeborene  zu  Jagdzwecken
den  Kupé  besteigen,  ihn  zu  ihrem  speziellen  Jagdrevier
  auserkoren  haben  und,  um  die  anderen  abzuhalten,
  hier  ebenfalls  zu  jagen,  allerlei  Erzählungen
von  schrecklichen  Gefahren  in  Umlauf  setzen.

Die  folgenden  Tage  benutzte  ich  zu  einem  kleinen
Rundgang  durch  die  Dörfer  der  Bakossi=  und  Manengubaberge.
  Missionar  Walker  erbot  sich,  mich  zu
begleiten,  was  ich  gern  annahm.

Am  1.  März  marschirten  wir  mit  Häuptling  Adjebe
  als  Führer  und  fünf  Trägern  in  nordöstlicher
Richtung  über  Sundun,  Ngombobeng,  Ngombo,
Mombong,  Mbodamuin  nach  Ninong,  wo  wir  um
6  1½  Uhr  abends  eintrafen.

Der  Weg  führt  bis  Ngambo  ziemlich  tief  abwärts
  (250  m  wohl)  durch  wenig  Wald,  über  einige
kleine  Bäche,  meistens  durch  außcrordentlich  hohes
Elefantengras.  Ich  fand  solches,  das  6,40  m  lang
war.  Hinter  Niombe  wird  ein  etwa  20  m  breites
Flüßchen  überschritten,  welches  die  Eingeborenen
„Jonga“  nannten  und  das  ich  mit  dem  „Kiddefluß“
des  Or.  Esch  für  identisch  halte.  Von  hier  aus  ging
es  in  mehr  närdlicher  Richtung  etwa  eine  halbe
Stunde  durch  Ebene,  sodann  beginnt  ein  langgestreckter,
allmählich  ansteigender  Höhenrücken,  der  bis  Ninong
und  dem  Epochäkrater  führt.  Die  Pflanzungen  der
Eingeborenen  sind  sehr  sorgfältig  bestellt.  Gebaut
werden  Bananen,  Mais  und  Miondo.  Die  Bevöl-3
        <pb n="604" />
        kerung  ist  friedlich.  In  Ngombobeng,  Ngombo  und
Mombong  wollten  die  Eingeborenen  bei  unserem
Nahen  fliehen,  kehrten  aber  auf  Rusen  des  Häuptlings
  Adjebe  zurück.  Wir  hörten  dann,  daß  die
westwärts  wohnenden  Eingeborenen  die  Duallas  der
Mangas-beach  #c.  durch  die  Behauptung,  die  Weißen
würden  sie  tödten,  es  sei  ihnen  verboten,  nach  Njassosseo
zu  kommen  2c.,  dazu  brachten,  in  den  Weißen  ihre
Feinde  zu  sehen.  Im  Gegensatz  hierzu  kamen  die
Bewohner  von  Mbodamin  uns  entgegen,  brachten
Palmwein,  nahmen  den  Trägern  die  Lasten  ab  und
trugen  sie  bis  Ninong.

Ninong,  wo  wir  sehr  gut  ausgenommen  wurden,
liegt  1000  bis  1200  m  hoch  am  Westabhange  des
Epochäkraters  und  ist  der  höchstgelegene  Ort  dieser
Gegend.  Die  einzelnen  Farmen  sind  von  schönen
Bananenpflanzungen  und  von  sorgsam  gepflegten
Bäumen  umgeben.  Der  Baumwuchs  hört  oberhalb
Ninong  fast  ganz  auf,  nur  einige  Zwergpalmen,
Farnbäume  und  einige  Büsche  niedrigen  Gesträuches
wachsen  an  den  Abhängen  der  tiefeingeschnittenen
Rinnen  und  Thäler.  Das  nöthige  Holz  wird  von
den  Weibern  fast  drei  Stunden  weit  von  der  Südseite
  des  Kraters,  welcher  vollständig  bewaldet  ist,
geholt.  Fast  jedes  Stückchen  Land  bis  hoch  den
Epochä  hinauf  ist  sorgfältig  in  Anbau  genommen.
Hauptsächlich  wird  Miende  gepflanzt.  Einige  verwilderte
  Tabakpflanzen  sah  ich  hier  oben,  die  anscheinend
  sehr  gut  gediehen.  Die  Bevölkerung  ist
groß  und  kräftig  gebaut,  aber  sehr  schmutzig.  Bemerkenswerth
  sind  die  sorgsam  angelegten  Wege.
4  bis  6  m  breit,  bald  tief  eingegraben,  bald  aufgeschüttet,
  können  sie  mit  den  besten  Feldwegen
Deutschlands  in  Konkurrenz  treten.

Am  2.  März  bestiegen  wir  den  Epochä,  dessen
Umwallung  wir  nach  etwa  1½  Stunden  auf  gutem
Wege  erreichten.  Der  fast  kreisrunde,  ebene  Boden
des  Kraters  hat  einen  Durchmesser  von  mindestens
3  km.  Gegen  Osten  zu  erheben  sich  einige  größere
Kraterkegel  und  im  südöstlichen  Theile  eine  Menge
kleinere.  Der  südwestliche  Theil  ist  sumpfig.  Die
Umwallung  erhebt  sich  im  Südosten  bis  zu  einer
Höhe  von  250  bis  300  m  über  dem  Kraterboden
und  fällt  im  Süden  gegen  denselben  fast  senkrecht  ab.
Im  Norden  und  Nordwesten  sind  zwei  tiefe  Einsenkungen,
  so  daß  ich  die  Bildung  eines  größeren
Sees  hier  für  ausgeschlossen  halte.  (Dr.  Esch  konnte
von  seinem  Standpunkte  aus  die  Einschnitte  in  die
Umwallung  nicht  sehen.)  Wir  durchquerten  den
Kraterboden  und  bestiegen  die  Kraterkegel.  In  zweien
von  ihnen  fanden  wir  in  der  Tiefe  von  40  bis  50  m
prächtige  smaragdgrüne  kleine  Seen,  ähnlich  den  Bergseen
  in  den  bayerischen  Alpen.  Der  kleinere  See  hat
eine  ungefähre  Größe  von  120  m  zu  70  m,  der
größere  eine  solche  von  200  zu  100  m.

Während  nun  Missionar  Walker  mit  den  Trägern
nach  Ninong  zurückkehrte,  bestieg  ich  die  höchste  Erhebung
  des  Epochä  und  überschritt  von  dieser  aus
die  ganze  Umwallung,  was  etwa  fünf  Stunden  in

552

——

 

Anspruch  nahm.  Der  Epochä  bildet  den  nördl##n
Theil  des  Manengubagebirges  und  ist  von  den  selichen
  Theile,  einem  langgestreckten,  von  Westen  ½
Osten  laufenden,  fast  gleichhohen  bewaldeten  ###-rücken,
  der  im  Osten  in  gewaltigem  Wandebiim
endet,  nur  durch  ein  breites,  flaches  Hochthal  gemn##
Im  Norden  und  Osten  breitet  eine  weite,  anschener
gut  bevölkerte  Ebene  sich  aus.  Im  Huttergem
derselben  erhebt  sich  schroff  ein  Hochplatean,  dasmt.
viel  niedriger  zu  sein  scheint  als  das  Man##.
gebirge,  und  noch  weiter  am  Horizont  erbeben  funzweifelhaft
  höhere  Bergzüge.  Im  Südosten  #
durch  seine  Massigkeit  ein  etwa  2000  m  hohech
lirtes,  bis  zur  höchsten  Spitze  bewaldetes  Bergm'
auf.  (Nlonakoberge?)  Im  Süden  erblickt  men  2.
Höhenzüge  von  Ndokoiponda,  Mangamba  u.  #
Südwesten  lagern  über  dem  breiten  Thal,  do?
in  den  letzten  Tagen  durchschritten  hatten,  die  Babberge
  mit  dem  gewaltigen  Kupé.  Im  Westen  erbe
sich  fern  am  Horizont  die  Rumpiberge.  In  Uur
westen  liegt  ein  anscheinend  endloses  Bergia#
Zwischen  diesem  und  dem  Epochä  ist  der  Thalbseltsam
  zerrissen;  wie  wenn  mit  einer  Riesenpflugt
gewaltige  Furchen  gezogen  wären.

Am  folgenden  Tage  wollte  ich  auch  die  Csedes
  Epochä  übersteigen  und  dann  durch  die  ererwähnte
  Ebene  südwärts  um  das  Monenger
gebirge  herum  nach  Njassosso  zurückkehren.  Umaufbrechend,
  erreichten  wir  um  8½  Uhr  den  Bod#ar
Epochäkraters  und  durchquerten  diesen  in  der  Kim
Nordwest—  Südost,  wobei  wir  zahlreiche  lle-Heerden
  von  Ziegen  und  Schafen  antrofen  ##r-Ueberschreiten
  der  Umwallung  im  Südosten  kenctwir
  eine  Schar  Eingeborener,  die  uns  in  eim  er
sernung  von  100  bis  150  m  fortwährend  sele
Da  diese  Schar  immer  mehr  sich  vergrößerte.  r
ich  halten  und  die  Leute  heranrufen.  Es  wen
Balong,  die  noch  nie,  wie  sie  sagten,  Weiße  gerr
hatten.  Sie  wollten  uns  sehen.  Ihre  Web.
hier  oben  die  Felder  bestellten,  hätten  uns  lerblickt
  und  Botschaft  in  ihre  Dörfer  gesandt  S
erfuhren,  daß  sie  in  der  Ebene  nördlich  des  Ge#:
wohnen  und  ihr  Land  bis  nach  Bayong  sich  es
dehne.  Zu  dem  Reitervolk  (?)  der  Bayong  hueeman
  nur  drei  Tagereisen.  Von  der  Existenz  dar
oberen  Abo  wohnenden  Balong  wußten  sie  air

Nach  einer  halben  Stunde  trennten  wir  u
zogen  in  östlicher  Richtung  zunächst  auf  schler
Pfad  durch  Gestrüpp  über  ein  Hochplatean,  7
stiegen  wir  in  südöstlicher  Richtung  einem  #eentlang
  auf  gutem  Wege  zur  Etene  hinob.  8
sahen  aus  zahlreichen  Dörfern,  die  versten
Bananenpflanzungen  und  kleinen  Wäldem  let
Rauch  aufsteigen.  Auf  den  Feldern  arbeitern“
Weiber.  Schon  näherten  wir  uns  dem  noͤcn
Dorfe  auf  etwa  1  km,  da  hörten  wir  die  Warnun
signale  der  Eingeborenen.  Von  Dorf  zu  Dors  iür.
der  Ruf.  Der  dumpfe  Wirbel  der  Kriegsnor#t
drang  zu  unseren  Ohren  herauf,  und  bald  erbliär
        <pb n="605" />
        #zir  Gruppen  von  fünf  bis  sechs  Mann  hinter  den
raterkegel  eilen,  der  unmittelbar  vor  dem  Dorfe
ig.  Eine  Gruppe  von  vier  Mann  ging  uns  ent-Hegen
  und  schrie  uns  zu,  wir  sollten  nicht  weiter
bsteigen,  da  sie  sonst  kämpfen  würden.  Ich  schickte
en  Führer  aus  Ninong  herunter,  um  den  Leuten
#  sogen,  wir  kämen  in  friedlicher  Absicht;  jedoch
hne  Erfolg.  Sie  wollten  nicht,  daß  Weiße  in  ihr
zebiet  kämen.

Ich  schwenkte  nun  rechts  ab,  stieg  auf  den  Sattel
vischen  Epochä  und  dem  südwärts  vorlagernden
zergrücken,  durchquerte  das  oben  erwähnte  Hochthal,
berschritt  einen  starken  Bach,  der  in  gewaltigem

Jasserfall  in  eine  tiefe,  enge  Schlucht  stürzt,  erklomm
en  Bergrücken  und  folgte  dann  einem  Pfade  den
wrat  entlang  nach  Westen;  sodann  stiegen  wir  etwa
ach  einer  halben  Stunde  südwärts  ab  und  traten
im  6  Uhr  abends  aus  dem  Walde  heraus  in  eine
arkähnliche  Landschaft  auf  der  Südseite  des  Manenubagebirges.
  Soweit  wir  sehen  konnten,  erblickten
ir  kein  Dorf.  Wir  übernachteten  daher  hier  im
:  keien.  Gegen  8  Uhr  abends  erschienen  in  unmittelarer
  Nähe  des  Lagers  zahlreiche  Büffel,  die  jedoch
önurch  ein  plötzlich  hereinbrechendes  heftiges  Gewitter
ertrieben  wurden.

Am  folgenden  Tage  marschirten  wir  südwestlich
Ebene,  die  sich  zwischen  dem  Manengubagebirge
ad  den  Bakossibergen  ausbreitet,  hinab  und  erreichten

ach  1½  Stunden  das  Dorf  Badjong  (vielleicht
seyonge  auf  der  Karte  der  Nordwest-Kamerunzesellschaft)
  Nach  längerer  Rast  durchquerten  wir
#  südwestlicher  Richtung  die  Ebene.  Dieselbe  ist
Im  größten  Theil  mit  Elefantengras  bewachsen;
ur  kleine  Waldungen  waren  zu  durchschreiten.
zrößere  Bäche  fanden  sich  in  Menge  vor.  Den
kößten  von  diesen  nannten  die  Eingeborenen  Mainge.
  Die  Dörfer  Nkwat  und  Mgol,  durch  die  wir
men,  machten  keinen  besonders  guten  Eindrüuck.
die  Hütten  find  viereckig  und  schlecht  gebaut,  die
vege  verwahrlost.  Die  Bevölkerung  ist  wenig  zahleich,
  ihre  Sprache  ist  dieselbe  wie  die  der  Leute
idlich  der  Bakossiberge  (Lom,  Mfun  rc.).  Von  Ngol
us  stiegen  wir  den  Nordostabhang  des  Bakossiebirges
  durch  Elefantengras  und  Urwald  auf  schlechem
  Pfade  steil  aufwärts  bis  zur  Höhe  von  Njassosso,
ußten  dann  aber  wieder  tiefer  absteigen  und  geangten
  endlich  um  5¼  Uhr  in  Ndom,  dem
mitersten  Orte  von  Sundene,  an,  von  wo  wir  in
#½  Stunden  Niassosso  erreichten.

Den  Eindruck,  den  ich  bei  dieser  flüchtigen  Durcheilung
zes  Bakossi=  und  Manengubagebirges  von  Land  und
leuten  gewonnen  habe,  möchte  ich  dahin  zusammenassen:
  Die  Bevölkerung,  deren  Dichtigkeit  nur  mäßig
sein  scheint,  zeichnet  sich  vor  der  südwärts  dieser
Hebirge  in  den  Niederungen  wohnenden  vortheilhaft
ms  durch  die  zweckmäßige  Anlage  der  Dörfer  mit
der  meist  lebenden  Umzäunung  (Zaun  durch  Hydrareen
  gebildet),  durch  den  verhältnißmäßig  kunstvollen
Bau  der  Hütten,  durch  die  ungleich  besseren  Wege,
die  sorgfältige  Bestellung  der  Aecker  und  durch  die

553

 

Pflege,  welche  man  dem  Vieh  angedeihen  läßt  (Ställe
für  Ziegen,  Schafe  2c.).  Aber  der  Einfluß  der  Dualla
scheint  sich  bereits  bemerkbar  zu  machen.  Abgesehen
davon,  daß  die  eckige  Hütte  immer  mehr  Verbreitung
gewinnt,  macht  sich  dieser  Einfluß  hauptsächlich  im
Verkehr  mit  den  Europäern,  und  zwar  zunächst  mit
der  Mission,  bemerkbar.  Während  früher  Hühner,
Ziegen  2c.  massenhaft  und  sehr  billig  zu  kaufen  waren,
war  es  seit  etwa  einem  Vierteljahr  der  Mission  nicht
möglich,  ein  Huhn  zu  bekommen.  Ich  selbst  wollte
für  Kamerun  Hühner  kaufen,  konnte  aber  keine  erlangen.
  Noch  weniger  sind  Ziegen,  Schafe,  Ochsen
zu  erlangen.  Dagegen  wird  auf  den  Markt  an  dem
Manga-Bell  gehörigen  Strand  Vieh  in  Menge  gebracht.
  Auf  Fragen  erhält  man  immer  nur  die
Antwort:  „Sie  dürften  nicht  verkaufen.“  Es  liegt
deshalb  die  Annahme  nahe,  daß  die  Dualla  durch
irgendwelche  Vorspiegelungen  die  Bakossileute  gegen
die  Europäer  aufhetzen,  um  sich  den  Zwischenhandel
zu  erhalten.

Das  Land  selbst  ist,  wie  bereits  durch
Dr.  Esch  berichtet,  von  größter  Fruchtbarkeit.  Die
Bewässerung  des  Landes  durch  viele  Bäche  mit
klarem,  kühlem  Wasser  ist  reichlich.  Das  Klima  ist
auch  für  Weiße  zuträglich:  frische,  reine  Luft,  des
Tages  keine  drückende  Hitze,  des  Nachts  nicht  zu  kalt.
Nach  Beobachtung  der  Missionare  beträgt  im  Schatten
die  höchste  Temperatur  21°  K.,  die  tiefste  14°  R.
Schönstes  Bauholz  befindet  sich  in  den  Wäldern  an
den  Abhängen  der  Berge  in  Menge.  Nur  in  der
Ebene  und  in  der  Umgebung  des  Epochä  herrscht
großer  Mangel  an  Holz.  Meiner  Ansicht  nach  könnte
hier  in  späterer  Zeit  die  Ansiedelung  von  Weißen
in  größerer  Menge  durchgeführt  werden.  Ich  meine
natürlich  nicht,  daß  hier  der  „deutsche  Bauer“  mit
dem  Spaten  in  der  Hand  das  Land  bebaue.  Das
ist  auch  in  den  höchstgelegenen  Landstrichen  ausgeschlossen.
  Ich  habe  vielmehr  die  Anlage  von  Pflanzungen
  in  kleinem  Maßstabe  im  Auge.  Der  Leiter
der  Pflanzung  ist  zugleich  der  Eigenthümer,  der  für
immer  mit  seiner  Familie  auf  der  Pflanzung  wohnt.
Der  Betrieb  ist  zunächst  auf  die  Gewinnung  von
Weizen,  Reis,  Kartoffeln  und  Gemüse,  auf  Vieh=  und
Geflügelzucht  gerichtet.  Was  der  Ansiedler  für  sich
nicht  verwendet,  wird  an  die  weiße  Bevölkerung  der
Kolonie  verkauft.  Die  Gewinnung  an  Handelsprodukten,
  wie  Kakao,  Tabak  2c.,  kommt  erst  in  letzter
Linie  in  Betracht.

Nach  einem  Ruhetage  marschirte  ich  am  6.  März
über  Lom  und  von  da  auf  einem  mehr  westlich  gelegenen,
  näheren  (zwei  Stunden  etwa),  aber  auch
schlechtem  Wege  über  Mbanja,  wo  ich  übernachtete,
nach  Njanga  zurück.  Hier  war  inzwischen  Botschaft
von  Häuptling  Nguete  eingetroffen,  daß  er  nunmehr
freiwillig  zu  mir  nach  Njanga  kommen  wolle.  Da
ich  mich  jedoch  nicht  länger  aufhalten  konnte,  forderte
ich  ihn  auf,  vor  das  Bezirksamt  nach  Kamerun  zu
kommen.  Von  Njanga  fuhr  ich  flußabwärts  nach
Kamerun,  wo  ich  am  8.  März  wieder  eintraf.
        <pb n="606" />
        —

554

Uebersicht  der  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  ansässigen  Weißen  —  Deutsche  und  Fremde.
Aufgestellt  nach  dem  Stande  am  1.  Januar  1901.
a.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe  (erwachsene  männliche  Bevölkerung.

 

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Staats.  Gesammt-=  223  EIIIIIIIIIIII  Verwalz#:
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angehörigkeit  zahl  ##  —  zEZ2  2  *  27  2s23  —  —.  *  Z  bezur
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17122  199  3.  3  1  9—  —  —  ——  —  ——Keemense
75  25  6  2  34  —  7W  1  —  —  —  —  —  —  —  Gibeon
61  31  5  1  19  2  3—  —  ——  ——  —  Gobabis
506  319  38  18  66  28  123  1  2  1—  —  —  —  —Winddk
Deutsche  370  69  355  2  —  —  244406  2  8  —  4  —  Swakty###
2:33  100  25  5  16  —  80  1  —  —  —  —  —  —  Cmarum
117  89  111  1  9  1  6  —  —  —  —  —  —  —  Ouno
43  28  5  2  6  +  1  —  —  —  —  —  —  1Groo#ion:
1682  768  145  34  183  32  473  9  2  3  8  —  4  —  1
26  —  4  —  20  —  1  1  —  —  ——  —1—  —  Reetmans“
9  —  1  —  8.—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Gibeon
2  —  —  2  ——  —  —  —  —Gobadis
25  —  —  —  15  7——  —  —  —  ——  —Sindöret
Engländer  20  1  1  —  —  —  16  ——  —  —  —ESpwakor—
14  —  1  —  5  —  1%9  —  —  —  —  ——  —  Smarun=—
  —  —  2  —  —  —  —  —  —  —  Oun###
34  —  —  —  1  —  —  7  ——  —  25  —  1-rP  wr4
138  1  7  MH  2  1  —
3  —  —  3  —  3  —  ——  —  —  —  —Kestmagit.—
4  —  —  —  —  —  —  —  1  —  Swateoy
Holländer  .  5  —  —  1  —  4  —  —  ———  —  —  —  —  Smarur.
12  —  —  4  —  1—
1  2  —  —  –  2  —  —  —  —  —  —  —Gibeen
i  2  —  ——  —  —  —  2  —  —  —  —  —  —Swaker##
Portugiesen  .  —  1  *  —.—  Suutees
5  —  —  —  3  —  2  —  ——  —  —  —  —
1  —  —  —  1—  ——  ———  —  —Gibeon
Italiener  »  10  —  —  ——  10  —  —  —.  —  —  —  —  Swako##
11  E  1  10  ——  —  —  ——
m’...  “
Oesterreicher  .  34  —  "—  —333  -——  —  —  —  —ko
35  —  —  —  —  35  —  —  —  ——  —  —
1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —  —  Keetmansk
r  16  —  —  —  —  —  16  —  ——  8ovwakern-Russen.
  1  —  1  —  Omarur#
n  6  66——  Ouo
24  —  1  6  —  16  —+  —  —  1  ——
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Schweden  und  5  —  ——  ——  5  —  —  ——  —  ——  —  —  Swalopr.
Norweger  3  —  1  —  —  11  —  —  ——  —  —  —Omaruru
3  ——  1  —  1  2  SGrooveoz:
15  2  —  3  10  —–  —  —  —
Dänen  ..  2  —  ——  —2.—  —  —  —  —  —  —Swakopmt
Griechen.  2  —  —  —  —  2  ——  .U  "Q
Luxemburger.  1  —  —  —  1  —  —  ——  M  *
.  —  *
Schweizer  –  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Swakoon“-3
  —  —  —  1  —  2  —  ———  —  —  —  —
1  —  —  —  1Gibeon
Vereinigte  Staaten  4  —.....2  4  —  ——  ——  —  —  —Swaktooer
von  tI  1  —————————————  Cmarri
6  —  —  —  5  1  ——  —  ——
Argentinier.  1  —  —  —  —  —  1  —  —  #  —  —  —  —  —  —  Swakop#m
        <pb n="607" />
        284/142|  1561/—  —  —T  112—T—T—I  3—TTL.  So
4

Wohnsitz
bezw.

—  Polizeibezirk

 

 

sSon-SSS

Deutsche

 

 

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Engländer

 

Portugiesen

Holländer

 

Italiener

 

Oesterreicher

 

Russen

 

Schweden  u.
Norweger

 

Dänen

 

Griechen

 

Luxemburger

 

 

 

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ezirkshauptmannschaft  Keetmanshoop:

Schweizer

 

Amerikaner

 

Staatsangehörigkeit  und  Anzahl  am  Wohnsitze

Argentinier

 

 

SsSSOE

Transvaaler

 

 

Oranje-Freistaatler


 

 

1111111

 

Kapländer

 

ohne

 

 

 

 

 

Gesammtzahl

b.  Nach  Maßgabe  des  Wohnsitzes.

Weiße  Gesammtbevölkerung.

 

2  3/8

Zusammen

 

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angehbrigkeit

  

 

zahl

Gesammt- 



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Schutztruppen

 

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Gesellschaftsvertreter


 

 

Landmesser

Stand  oder  Gewerbe

 

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angehörigkeit

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ansvaal-Bürger

angehörigkeit

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Gesammtzahl


 

 

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Händler

Regierungsbeamte
  und

Schutztruppen

Geistliche  u.
Missionare,
Laienbrüder

Ansiedler  und
Farmer

 

Handwerker
und  Arbeiter

 

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Gesellschaftsvertreter


Landmesser

Gastwirthe

Stand  oder  Gewerbe

 

 

 

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Seeleute

 

Aerzte

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Offiziere

 

 

 

Omaruru
Gibeon

—  Swakopmund
—  —  —  —  ——  Grootfontein

—  Grootfontein

—  Onmaruru
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Gobabis

—  Keetmanshoop

 

“-ZSr.



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        556  —

 

Wohnsitz
bezw.
Polizeibezirk

Staatsangehörig

 

 

 

Engländer

Holländer

 

Portugiesen

 

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Oesterreicher

Russen

Schweden  u

Norweger
Dänen

 

Schweizer

 

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Amerikan

 

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Argentinier

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Oranje-Freistaatler


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Kapländer

 

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Bezirkshauptmannschaf

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11111111111111111111111111111111111

 

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Brackwater  ..

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Ongeama

Frauensteen

 

 

 

 

 

 

 

 

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Distriktskommando  Gobabis:
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        Wohnsitz
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Polizeibezirk

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Deutsche

Engländer

Holländer

Portugiesen

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Oesterreich

Norweger

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1111111111111111111111111111111111111111
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KAmerikaner

1111111111111111111111111111111111111111
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1111111111111111111111111111111111111111
1111111111111111111111111111111111111111
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Bezirkshauptmannschaft  Swakopmund:

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......  9————  ——————s—————-—9

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.......  3————»-—————-———»————-—3
........  9—«——511———1——l———-—.—12
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Bezirkshauptmannschaft  Omaruru:

14  86—  —1211  —  N157

10  5——  —  ——  ——  ——  —  —  —  —52115
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Wohnsitz
bezw.
Polizeibezirk

558  —

 

 

Staatsangehbrigkeit  und  —  am  Wohnsizze

 

Etioonr
Otjimbingwe  .  ...
Karibb.

Snyrevier

Kweipngz

 

 

 

 

 

 

 

 

Tutara  ———

Franzfontein  .  ...
Geinatseb.  ..  ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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540  1.  2—4244
778  F□
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Bezirkshauptmannschaft  Dutjo:
16;  1——-222121212
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3.—  ——  ————  ——  —  —  —  ——  —  M  —  —,  —1—
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137  15  J.J¼q

G

Gemsbocklagte
Grootsonten
Guicb.
Khusibberg
Morgensonne  ..
Okapukara
Okarapuka
Okanakasewa  .  ...
Olifantsfontein  ...

 

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istriktskommando

 

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Grootfontein:

 

 

 

 

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        —  559  —

Rekapitulation  zu  b.

 

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Wiass668  5——  —  ————————  25
##hoe.766  1722  —  —  —  1  —  2—  ——  —  ——  ——941
Svakopmund462  221  4  2  10  34  16  5  2|  2  1  2  4  1  —  1  —  —6559
Caaturu.  .  .  325  28  8  —  —  1q  —  —  1.—  487  —  10  424
rf.  33  15—  14—  H4|35
Grvotfonten5  37  —  1  —  —  ——  3  —  ——  —  —  —  —  15.——41144
222248  27  10  11  357  32  15  2  2  1  5  6  1  PHá  1
c.  Weiße  Gesammtbevölkerung.  1.  Am  9.  d.  Mts.  verließ  ich  Dap  mit  dem  Gou-J..—7JJ—JJ—JJ
  —  —  vernementsdampfer  „Stephan“  und  traf  am  12.  des-Emachsene
  Mit  Weißen  ver  3  gind  selben  Monats  früh  in  Tobi  ein.  Schon  auf  weite
Nämer  heirathete  Frauen  S  Kinder  ZEntfernung  waren  uns  eine  große  Anzahl  größerer
—  urnd  kleinerer,  dicht  besetzter  Kanus  entgegengerudert,
#—  #  26%  3  die  das  Schiff  mit  lautem  Geschrel  und  dem  immer
8  S3  8  &amp;amp;  wiederkehrenden  Ruf:  „Very  good,  Captain,  all-S
  «  right  Captain,“  umschwärmten  und  ihm  folgten.
bezirkshauptmannschaft  Keetmanshoop:  Mit  Mühe  konnte  aus  einer  großen  schreienden  Menge
1031  100.  5  6  12311185|]  859  don  Fehü  "o  —.  Fuiete  „  und  it
Bezirk  1  Gibeon:  em  Zweck  des  Besu  ekannt  gemacht  werden.
n  **  shauptmann  Ve  1  7o.  n  841  394  Er  zeigte  sich  sehr  erfreut  über  die  beabsichtigte
Distriktst  do  Gohahl  n.  Flaggenhissung  und  führte  mich  nach  dem  einen  seiner
nd  10.  *s1  1  1  n  "16  6  beiden  Häuser,  vor  dem  die  Besitergreifung  durch
"  ·  Einrammen  eines  schwarz=  weiß=  roth  gestrichenen
Vezirkshauptmannschaft  Windhoek:  Pfahles  und  durch  Hissung  der  deutschen  Flagge
M  1171  103  11  1  36  1  85  821  241¼  uer  Abfeuern  eines  dreifachen  Salutes  der  Polizei-Bezirkshauptmannschaft
  Swakopmund:  truppe  stattfand.  Tobi  ist  eine  kleine,  dicht  mit  ge-#
  4651  45  —  I  17  1  18  15]  569  sunden  Kokospalmen  bestandene  Insel,  sie  ist  stark

Bezirkshauptmannschaft  Omaruru:
Di  betreffenden  Angaben  waren  bei  Abgang  der  Post
noch  nicht  eingegangen.
Bezirkshauptmannschaft  Outjo:

11  131  13  1  4  9  1  13  10|  180
Distriktskommando  Grootfontein:

910  15  12  ——  6  121  301  174
Deutsch-Beu-Guinra.
uggendißung  auf  der  Jnsel  Tobi  und  dem  BDelen  ·  Riff
(Westkarolinen)."“)

Der  Bezirksamtmann  Senfft  in  Yap  berichtet
unter  dem  17.  April  d.  Is.
Die  Zeit  der  Abwesenheit  des  Dampfers  „Wong
wie  benutzte  ich,  um  den  Austrag,  die  deutsche
dlagge  auf  der  Insel  Tobi  und  dem  Helen-Riff  zu
biseh,  auszuführen.

*)  Vergl.  den  amtlichen  Theil  dieser  Nummer.

 

 

bevölkert  mit  gut  genährten,  großen  und  kräftigen
Männern  und  schön  gewachsenen,  anmuthigen  Frauen.
Zahlreiche  Kinder  sprechen  für  einen  gesunden  Menschenschlag;
  ich  schätze  die  Bevölkerung  auf  500  bis
600  Köpfe.  Sie  sprechen  im  Großen  und  Ganzen
dieselbe  Sprache  wie  die  Bewohner  der  östlichen  und
südlichen  Inseln  meines  Bezirks,  allerdings  mit  großer
Dialektverschiedenheit,  und  sollen  nach  Aussage  des
malatlischen  Polizeiunteroffiziers  den  Bewohnern  der
großen  benachbarten  Molukken  -Insel  Almaheilra
(Gilolo)  ganz  ähnlich  sein.  Ein  verhältnißmäßig
großer  Theil  der  Tobileute  war  mit  Kleidungsstücken
versehen,  bei  dem  anderen  Theil  bestand  die  Körperbedeckung
  nur  in  dem  auch  auf  den  anderen  südlichen
Inseln  gebräuchlichen  schmalen  Schamgürtel  bei  den
Männern  und  der  kurzen  steifen  Matte  bei  den
Welbern.  Die  Häuser  sind  in  derselben  flüchtigen
Weise  gebaut  wie  die  auf  den  Inseln  Merir,  Pul
und  Sonsorol  und  bestehen  hier  nur  aus  einem
großen,  mit  Kokoswedeln  gedeckten  Giebel;  die  Feuerstellen
  sind  in  den  Hütten.  Außer  den  Wohnhäusern
befinden  sich  viele  Schuppen  an  Land,  die  den  zahl-5
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        reichen,  kräftig  gebauten  Kanus  als  Schutz  gegen
Regen  und  Sonne  dienen.  Die  Tobileute  verfertigen
vortreffliches  Tauwerk,  Holzschalen  und  Kästen,  von
denen  ich  Einzelnes  eintauschte;  der  Wunsch  nach
Tabak  war  sehr  lebhaft.

Einige  Leute  habe  ich  mit  nach  Yap  genommen;
falls  sie  sich  bei  der  Arbeit  bewähren,  so  wäre  Tobi
für  kleinere  Pflanzungen  in  den  Karolinen  ein  geeignetes
  Anwerbefeld  und  somit  auch  nach  dieser
Richtung  hin  von  Bedeutung.

Das  Helen-Riff  ist  weit  ausgedehnt,  liegt  an
manchen  Stellen  unter  Wasser  und  ragt  an  anderen
heraus  bis  zu  kleinen  Sandinseln.

Auf  der  Rückfahrt  passirten  wir  die  Inseln  Pul,
Sonsorol  und  Ngulu  (Matelotas).  An  allen  Inseln
ging  ich  für  kurze  Zeit  an  Land.  Ich  fand  die
jüngst  gesetzten  Pfähle  #)  in  Ordnung  und  hinterließ
dem  Häuptling  von  Pul  eine  Flagge.  Ngulu  ist  ein
Atoll  mit  zwei  bewohnten  Inseln.  Die  Bewohner
sind  die  nämlichen  wie  auf  Yap;  auch  politisch  gehören
  sie  dazu,  sie  sind  dem  Häuptling  von  Gorror
auf  Yap  tributpflichtig.  Ihre  Häuser  zeichnen  sich
aus  durch  sehr  sorgfältigen,  festen  Bau  auf  steinigem
Fundament  mit  geglätteten  Bretterwänden  und  die
Umgebung  der  Häuser  durch  die  größte  Sauberkeit.
Die  Inseln  sind  dicht  mit  Kokospalmen  bepflanzt.
Von  Pul  und  Sonsorol  habe  ich  einige  Leute  als
Arbeiter  mitgenommen.  Am  16.  d.  Mts.  mittags
trafen  wir  wieder  in  BYap  ein.

Bericht  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  über  eine
Reise  nach  dem  Weberhafen.

Unter  dem  3.  Mai  d.  Js.  berichtet  Gouverneur
v.  Bennigsen  aus  Herbertshöhe:

Am  24.  April  morgens  fuhr  ich  mit  dem  kleinen
Dampfer  der  katholischen  Mission  „Gabriel“  nach  der
Missionsstation  Mandres  am  Weberhafen.  Im  Hinterlande
  von  Mandres  hatte  ein  Baininghäuptling,
Namens  Dangpet,  Unruhe  gestiftet  und  insbesondere
zwei  Leute  eines  der  Mission  befreundeten  Baining-=stammes
  erschlagen.  Dabei  hatte  er  Drohungen  gegen
die  Mission  ausgestoßen  und  gesagt,  er  fürchte  sich
nicht  vor  dem  Kaiserlichen  Richter  in  Herbertshöhe
und  den  Polizeisoldaten.  Die  katholische  Mission
hatte  daher  im  Interesse  ihrer  Niederlassung  in
Mandres  und  der  mit  ihr  verkehrenden  Bainingleute
um  ein  Eingreifen  des  Gouvernements  gebeten.

Nach  Ankunft  in  Mandres  am  selbigen  Abend
ließ  ich  neben  der  Missionsstation,  die  uns  in  gastlicher
  Weise  entgegenkam  und  in  jeder  Weise  behülflich
  war,  ein  Zeltlager  ausschlagen.  Die  Expedition
  bestand  außer  mir  und  dem  Bureaugehülfen
Schultze  aus  20  farbigen  Soldaten  unter  einem
Buka-Unteroffizier.  In  Mandres  erwartete  ich  nach
Verabredung  mit  Herrn  Bischof  Couppé  den  der
Bainingsprache  mächtigen  Pater  Rascher  (Station

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  439.

560

 

St.  Paul,  Hinterland  der  Massavabucht).  Als  dies
am  25.  gegen  Mittag  eingetroffen  war,  benutzte  i
den  Nachmittag  zu  einem  Ausfluge  mit  ihm  na
dem  kleinen,  in  den  Weberhafen  mündenden  Fl
Atavaluai.  In  der  Nachbarschaft  entdeckten  wir  eim
todten,  nach  dem  Strande  zu  mit  einem  Holzgatt
abgesperrten  Flußarm,  der  von  Fischen  wimmel:
In  dem  Gatter  befanden  sich  zwei  mit  starken  Kokonußfaserschlingen
  versehene  Löcher,  Krokodilfallen,
denen  kurz  vorher  die  Eingeborenen  ein  großes  K##
kodil  gefangen  hatten.

Am  26.  brachen  wir  in  aller  Frühe  auf,  zunäch
in  westlicher  Richtung  durch  die  Kokospalmenpflanzun
der  Mission  und  passirten  einen  Platz,  auf  welcher
sie  in  nächster  Zeit  eine  Holzsägerei  errichten  wirr
Nach  Eintritt  in  den  schweren  hochstämmigen  Urwamarschirten
  wir,  bald  stark  ansteigend,  in  nördliche
Richtung  weiter.  Wir  kamen  vorbei  an  einer  kleine
Niederlassung  der  Uferleute,  Kuwik,  und  gelanger
dann  nach  Ueberschreitung  des  Gebirgsbaches  Moandres
  zu  dem  von  etwa  60  Leuten  bewohnten  Boiningdorfe
  Nembang.  Der  Häuptling  des  Dorse.
Tomaul,  hatte  der  Mission  die  glaubwürdige  Nacricht
  übermittelt,  daß  Leute  Dangpets  zwei  semer
Stammesgenossen  erschlagen  hatten.  Dangpet  wolle
nicht,  daß  die  Leute  Tomauls  der  Mission  Tare
brächten.

Nembang  liegt  etwa  600  m  hoch  und  3½  Wegstunden
  von  Mandres  entfernt.  Von  der  Ortscheit
hat  man  einen  herrlichen  Blick  auf  den  weiten,  schr
geformten  Weberhafen  mit  der  vorgelagerten  Iniel
Urara.  Die  den  Punkt  umgebenden  Berge  trager
nur  zum  Theil  noch  Urwald.  Weite  Strecken  sind
altes,  jetzt  mit  dichtem  Busch  oder  schilfartigem  Gro
bedecktes  Kulturland  der  Baininger.  Diese  wandern
mit  ihren  ausgedehnten  Taropflanzungen  und  bepflanzen
  dasselbe  Stück  Land  erst  nach  zehn  Jahren
wieder.  Der  Boden  ist,  abgesehen  von  den  steilen
Hängen,  an  denen  der  Humus  abgespült  wird,  mein
sehr  fruchtbar.  Auch  Zuckerrohr  und  Tabak  gedeib.
von  den  Eingeborenen  in  geringem  Maße  kultiir!
ausgezeichnet.

Da  der  Stamm,  der  die  Ausschreitung  begangen
hatte,  von  Nembang  nicht  sehr  weit  entfernt  wohnen
sollte  und  vor  seinen  Siedlungen  andere  Ortschafte
nicht  mehr  anzutreffen  waren,  richteten  wir  uns  #
Nembang  häuslich  ein  und  verschoben  den  Weier
marsch  auf  den  folgenden  Tag.  Die  Dorfbewohner
brachten  uns  zum  Kaufe  ein  Schwein  und  Toter
in  Menge;  auch  Fasergewebe  mit  aufgemalten  Mustern
konnten  wir  für  rothe  Lendentücher  eintauschen.

Am  anderen  Morgen,  kurz  nach  Sonnenausgang,
verließen  wir  unser  Lager  und  erreichten  in  sat
vierstündigem  Marsche  durch  ein  äußerst  schrofes
Gebirgsgelände  die  Ortschaft  Siridrit,  welche  bon
etwa  100  Leuten  des  Häuptlings  Dangpet  bewohn
wird.  Der  Häuptling  selbst  wohnt  noch  ein  bizwei
  Stunden  weiter  auf  der  nächsten  Höhenkete,
auf  der  wir  seine  Ansiedlung  liegen  sahen.  Einige
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        der  Dorfbewohner  ließen  uns  auf  500  m,  ohne  Miene
zum  Weglausen  zu  machen,  herankommen.  Ich  ließ
unseren  ganzen  Trupp  Halt  machen  und  ging  allein
mit  Pater  Rascher  ins  Dorf,  wo  es  uns  nach  einigem
Zureden  gelang,  ein  halbes  Dutzend  Männer  zum
Dableiben  zu  bewegen.  Bewaffnet  traten  die  Leute
ins  nicht  entgegen.  Dann  besetzte  die  herbeigerufene
Polizeitruppe  das  Dorf.  Den  allmählich  zurückehrenden
  erwachsenen  männlichen  Dorfbewohnern
#efahl  ich,  nachdem  wir  zweifellos  festgestellt  hatten,
Vraß  sie  zum  Stamme  Dangpets  gehörten,  unentgeltlich
Berpflegung  für  meine  Leute  heranzubringen.  Beim
Abmarsch  nahm  ich  zwei  anscheinend  einflußreiche
heute  als  Gefangene  fest,  indem  ich  ihren  Stammeszenossen
  erklärte,  die  Geiseln  würden  freigegeben
verden,  wenn  der  Stamm  auf  der  Missionsstation
Is  Sühne  für  seine  Thaten  vier  große  Schweine
ibgeliefert  hätte.

Der  Rückmarsch  war  auf  den  von  strömendem
stegen  erweichten  Kanakerpfaden  sehr  anstrengend.
Das  etwa  mittwegs  liegende  Thälchen  des  immer
Vasser  führenden,  Fälle  bildenden  Tareviring,  der
u  den  Weberhafen  mündet,  bot  uns  einen  kühlen
Kastort.  Gegen  5  Uhr  erreichten  wir  mit  den  beiden
zefangenen  nach  einem  Gesammtmarsche  von  acht
Stunden  unser  Lager.

Nachdem  wir  anderen  Tages  in  der  Frühe  unser
astliches  Lagerdörschen  verlassen  hatten,  wurden  wir
ereits  auf  halbem  Wege  nach  der  Küste  von  den
keuten  des  Häuptlings  Dangpet,  welche  den  aufergten
  Schweinetribut  in  vorzüglichster  Qualität  anrachten,
  eingeholt.  An  der  Küste  vereinigten  wir
ie  beiden  seindlichen  Stämme  zu  friedlichem  Beiammensein.
  Herr  Pater  Rascher  setzte  ihnen  in
tleinem  Auftrage  auseinander,  daß  sie  in  Zukunft
ia  Frieden  miteinander  leben  und  Uebergriffe  und
zetzereien  der  Uferleute  mir  durch  Vermittelung  der
Rissionsstation  mittheilen  sollten.  Die  beiden  gemgenen
  Baininger  wurden  entlassen  und  für  die
usgestandene  Angst  reichlich  belohnt.

Die  sämmtlichen  Bewohner  des  Baininggebirges
Feichen  in  Sprache,  Sitten  und  Gebräuchen  wenig
oneinander  ab.  Sie  zeichnen  sich  durchweg  im
zergleiche  mit  den  Uferleuten  durch  Friedlichkeit,
hastlichkeit,  Bescheidenheit  und  Fleiß  aus.  Von  den
lierleuten  werden  sie  seit  Jahrhunderten  bedrückt.
zs  muß  daher  in  dieser  Gegend  als  die  erste  Aufabe
  der  Verwaltung  gelten,  die  Baininger  vor  den
lebergriffen  der  Uferleute  zu  schützen.  Bei  häufigeren
ZJeziehungen  wird  es  dem  Gouvernement  gelingen,
#sie  arbeitsamen  Baininger  für  öffentliche  Zwecke  und
#ie  europäischen  Privatleute  nützlich  zu  verwenden.
Auf  unserem  Marsch  bis  zur  Ortschaft  Siridrit
#ossirten  wir,  von  der  Küste  aus  gerechnet,  folgende
Zerge:  Guovaiguim,  400  m,  Kovick  und  Nembang,
twa  550  m,  Hru  und  Paechim,  etwa  800  m  hoch.

Am  anderen  Morgen  brachte  uns  der  „Gabriel“
um  Flusse  Karawat  am  Südufer  des  Weberhafens.
An  der  Flußmündung  schlug  ich  mit  Pater  Rascher

561

 

 

auf  hohem  Sandstrande  das  Lager  auf.  Darauf
fuhren  wir  den  Fluß  1½  km  weit  bis  zu  einem
Punkte  aufwärts,  wo  uns  eine  Sandbank  und  quer
über  das  Wasser  gefallene  Baumstämme  die  Weiterfahrt
  versperrten.  Unter  besonders  schönen,  riesigen
Bambussträuchern  stiegen  wir  an  Land  und  fanden
dort  Fischerhütten,  die  vermuthlich  von  dem  das
Hinterland  des  Weberhafens  bewohnenden  Stamme
der  Tombaul  herrührten,  aber  zur  Zeit  verlassen
waren,  da  diese  Kanaker  nur,  wenn  die  Meereschen
die  Flüsse  hinaufsteigen,  zu  den  Flüssen  des  Weberhafens
  herabkommen.  Wir  machten  vom  Flußufer
aus  einen  dreistündigen  Spaziergang  in  den  ebenen,
von  schmalen  Eingeborenenpfaden  durchzogenen  Busch
und  stießen  am  Flußufer  noch  auf  vier  andere  Fischerniederlassungen.
  Der  Boden  ist  fruchtbar,  am  Flusse
steht  viel  Bambus  und  Eucalyptus.  Das  Gewässer
scheint  für  flachgehende  Boote,  wenn  die  zuweilen  ein
Hinderniß  bildenden,  quer  herübergestürzten  Stämme
fortgeräumt  sind,  eine  erhebliche  Strecke  weit  befahrbar
  zu  sein.  Im  Busch  sah  man  außerordentlich
viel  Fährten  von  wilden  Schweinen  sowie  auch
Spuren  von  Kasuaren.  Buschhühner  flogen  auf,  und
von  den  die  riesigen  Bäume  belebenden  kreischenden
Vögeln  wurden  von  mir  ein  Nashornvogel,  ein
weißer  Kakadu  und  zwei  große  wilde  Tauben  erlegt.
Krokodilfährten  waren  auf  den  Sandbänken  des
Flußufers  häufiger  abgedrückt,  aber  die  scheuen  Thiere
kamen  uns  nicht  zu  Gesicht.  Als  Plantagengebiet
ist  diese  unbewohnte,  weite,  herrenlose  Ebene  wegen
ihres  Reichthums  an  gutem  Humusboden  und  fließendem
  Wasser  und  wegen  des  guten  Ankergrundes  vor
der  Mündung  des  Karawat  sehr  geeignet.  Es  ist
merkwürdig,  daß  diese  Gegend  bisher  so  wenig  beachtet
  und  von  Europäern  besucht  wurde.

Am  29.  führte  uns  der  „Gabriel“  nach  Herbertshöhe
  zurück.

RAus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  KAnkisklaverei-Bewegung.

In  Kissarawe  hat,  wie  wir  den  „Nachrichten
aus  der  ostafrikanischen  Mission“  entnehmen,  die
Regenzeit  den  Feldern  große  Fruchtbarkeit  gegeben,
die  Außenverkündigung  des  Evangeliums  aber  ist
etwas  gehemmt  worden  dadurch.  Nachdem  der
Lehrerkursus  beendet  und  die  Theilnehmer  wieder
auf  ihre  Posten  zurückgekehrt  sind,  ist  mit  den  18
besten  Schülern  ein  neuer  Kursfus  begonnen,  um  sie
allmählich  zu  Lehrern  heranzubilden.

Die  Missionszeitschrift  „Gott  will  es“  veröffentlicht
  einen  Brief  der  Schwester  Leonarda  aus
Kiboscho  am  Kilimandscharo,  worin  es  heißt:

Mit  Bewunderung  betrachteten  wir  Alles,  was  sich
unserm  staunenden  Auge  darbot.  Wir  fanden  acht
Zimmer  vor;  die  Küche  mit  Vorrathskammer,  die
Schule  mit  der  Schusterei,  daran  angrenzend  den
        <pb n="614" />
        Schlafraum  für  die  schwarzen  Mädchen,  die  in  der
nächsten  Woche  schon  bei  uns  Wohnung  nehmen
sollen,  das  Refektorium,  das  Arbeitszimmer,  welches
zugleich  als  Betzimmer  dient,  ein  geräumiges  Schlafzimmer
  und  ein  hübsch  eingerichtetes  Fremdenzimmerchen.

1500  m  über  dem  Meere,  mitten  im  Urwald,  der
Gärten  und  Gebäude  wie  eine  Ringmauer  umschließt.
Wir  haben  Kühe  und  Hühner  und  müssen  uns  einstweilen
  ein  leichteres  Leben  und  eine  bessere  Kost
gefallen  lassen,  als  wir  bisher  nach  unserer  Regel
gewohnt  waren.  Der  Kaffeebaum  ist  hier  zu  Hause;
einige  hundert  stehen  reich  beladen  im  Garten,  sowie
verschiedenes  Obst  und  mancherlei  Gemüse.  Die
großen  Bananenfelder,  von  denen  wir  rings  umgeben
sind,  dürfen  auch  nicht  unerwähnt  bleiben.  Der
Häuptling  hat  uns  mit  seinem  Minister  und  seiner
Dienerschaft  schon  zweimal  einen  Besuch  abgestattet,
und  bei  unserer  Ankunft  hatte  uns  die  schwarze
Majestät  einen  Ochsen  und  ein  Schaf  geschickt.  Der
FP.  Superior  hat  ihm  seiner  Zeit  das  Leben  gerettet,
und  daher  rührt  seine  große  Anhänglichkeit  an  ihn.

 

In  der  Monatssschrift  „Afrika“  des  Evangelischen
Afrikavereins  lesen  wir:

Ueber  die  Schule  des  Evangelischen  Afrikavereins
in  Bonanjo  (Kamerun)  geht  uns  der  vom  Vorsteher
  derselben,  dem  Missionar  Gutekunst,  erstattete
Jahresbericht  1900/01  zu,  dem  wir  im  Wesentlichen
Folgendes  entnehmen:  „Beim  Rückblick  auf  das  verflossene
  Jahr  haben  wir  viel  Ursache  zu  danken  für
die  gnädige  Durchhilfe  Gottes,  sowohl  hinsichtlich

meines  persönlichen  Ergehens,  als  auch  hinsichtlich

der  Schule  selber.  Die  Schülerzahl  betrug  im  letzten
Jahre  66,  für  einen  Europäer  und  einen  eingeborenen
Gehilfen  gerade  genug.“  Ihrem  Berufe  gemäß,
eine  Fortbildungsanstalt  für  begabtere  Eingeborene
zu  sein,  die  sich  für  kleinere  Beamtenstellen  eignen,
wurde  vor  Allem  der  Unterricht  in  der  deutschen  Sprache
gepflegt.  Täglich  wird  eine  Stunde  hierauf  verwendet.
  An  der  Hand  des  vortrefflichen  Buches
von  Christaller  wird  zunächst  theoretisch,  sodann,
vornehmlich  in  der  ersten  Klasse,  in  einem  praktischen
Anschauungsunterrichte  das  Deutsche  geübt.  Als
Lesebuch  dient  die  Württembergische  Fibel.  Von  der
ersten  Klasse  werden  alle  Stücke  gelesen  und  übersetzt,
  geeignete  auswendig  gelernt.  Die  zweite  und
dritte  Klasse  lesen  nach  Können  und  Vermögen  einfache
  Abschnitte  im  ersten  Theile  der  Fibel  oder  auch
zunächst  nur  einzelne  Wörter.  Der  Rechenunterricht
wird  in  allen  Klassen  in  deutscher  Sprache  ertheilt.
Die  erste  Klasse  kann  addiren,  subtrahiren  und
multipliziren  mit  beliebigen  Zahlen,  divldiren
konnten  sie  am  Schlusse  des  Schuljahres  mit  zweistelligem
  Divisor.  In  der  Gesellschaftsrechnung  hat
dieerste  Klasse  einen  kleinen  Anfang  gemacht.  Zum
Schreiben  haben  die  Dualaneger  durchschnittlich  eine
geschickte  und  leichte  Hand.  Im  letzten  Jahre  wurde
auch  ein  Anfang  mit  einem  allgemeinen  geographischen

562

Unsere  schöne  Station  liegt  1400  bis

 

Unterricht  gemacht.  Wie  auf  der  Wandtasel  obn
Norden  und  unten  Süden  sein  soll,  das  konntea  de
Schüler  nicht  recht  begreifen,  bis  ich  die  Wie
herunternehmen  und  auf  die  Schulbänke  legen  li
Nun  ließ  ich  mir  von  ihnen  Norden  angeben  u#
bezeichnete  diese  Himmelsrichtung  auf  der  Tofel  dut
einen  Strich,  an  dessen  Ende  ich  Norden  schrit
Ebenso  machte  ich  es  mit  den  anderen  Hinmet
richtungen.  Als  nun  die  Tasel  wieder  ouf  de
Ständer  gestellt  war,  staunten  sie;  richtig,  dort  9u.
oben  stand  Norden!  Daß  die  Welt  so  groß  i
und  Deutschland  viel  mehr  Einwohner  habe  2½
Kamerun,  können  sie  fast  nicht  glauben.  Ein  Fet
das  Lehrer  und  Schülern  Freude  macht,  ist  #
Biblische  Geschichte.  Da  wird  es  nicht  schwer,
Aufmerksamkeit  der  Schüler  zu  fesseln.  Katechin
Sprüche  und  Lieder  werden  auch  etwas  geübt  #
Laufe  des  Jahres  konnten  zwölf  Schüler  geer
werden,  zehn  weitere  besuchten  am  Schlusse  #
Jahres  den  Taufunterricht.  Christen  sind  in  unten
Schule  nunmehr  45,  also  die  Mehrzahl.

 

Der  kleine  Missib,  der  erste  Schwarze,  der-:
katholische  Mission  von  Windhoek  in  der  chrifune
Lehre  unterrichtete,  hat  am  17.  Februar  d.  J.
Taufe  empfangen.  Um  sich  darauf  recht  gut  vorrbereiten,
  hatte  er  einem  deutschen  Alumne#
römischen  Scholastikates,  der  im  Begriffe  stand,  7“
Priesterweihe  zu  empfangen,  das  folgende  hib:
Brieschen  geschrieben:  „Swakopmund,  den  10.#
bruar  1901.  Ehrwürden!  Der  hochwürdige  d#
Biegner  sagte  mir,  daß,  wenn  ein  Frater  zum  #rgeweiht
  würde,  er  sehr  große  Gnaden  von  lar
Gott  erhalte  und  Alles  an  diesem  schönen  Toge
göttlichen  Heilande  ihm  gegeben  werde,  um  wr
nur  bittet.  Das  ist  doch  auch  sicher  wahr,  ##
darum  bitte  ich  Sie,  auch  für  mich  armen  ler-Kafser
  an  diesem  Tage  zu  beten.  Ich  bin  um  #
nachten  zwölf  Jahre  alt  gewesen  und  soll#r
17.  Februar  getauft  werden,  ich  werde  de  ur
für  Sie  beten.  Ich  möchte  immer  recht  brad  ?
artig  sein,  den  hochwürdigen  Patres  recht  u-Freude
  durch  Fleiß  und  gutes  Betragen  mache  #.
ihnen  dadurch  recht  dankbar  sein  für  all  das  6.
was  sie  mir  thun.  Um  das  zu  können,  mab
liebe  Gott  mir  viel  helfen;  sonst  geht  das  ut
Beten  Sie  also  für  mich;  aber  für  die  anderen  e
auch,  damit  recht  viele  den  lieben  Gott  kennen  kr#s-Es
  grüßt  Sie  und  bittet  um  Ihren  priesterltte
Segen  Joseph  Leo  Missib“.

In  den  „Monatsheften  zu  Ehren  Unserer  26#
Frau  vom  hlst.  Herzen  Jesu“  berichtet  P.  A.  K#
titschen  aus  Vuna  Pope  (Neu-Guinea-Schutge

Die  Mission  hat  ihre  ganze  Hoffnung  auf  -
Ausbildung  der  Jugend  gesetzt.  Natürlich  wird  de
Bekehrungswerk  der  Erwachsenen  nicht  vernachläsme
Aber  die  Zukunft  der  Mission  wird  nur  dadrr:
gesichert,  daß  man  in  den  Schulen  eine  durch  u
        <pb n="615" />
        rarch  christliche  Generation  heranbildet.  Bei  den
Twachsenen  ist  der  Verstand  zu  wenig  entwickelt
and  find  die  heidnischen  Gebräuche  zu  tief  einew#zelt,
  als  daß  man  sie  zu  guten  Christen  im
reden  Sinne  des  Wortes  umarbeiten  könnte.  Und
kemoch  erzielt  man  auch  bei  den  Erwachsenen  trostceiche
  Erfolge.  Jeden  Sonntag  kann  man  eine
flenliche  Anzahl  Kanaken  sehen,  welche  andächtig  und
denüthig  zu  den  Sakramenten  gehen.  Nach  der
##eise  hält  P.  Dicks  seine  Predigt.  Durch  schöne
darstellungen  und  oratorische  Redewendungen  kann
tei  den  Kanaken  wenig  erzielt  werden;  eine  kräftige
Srimme  aber  erzielt  die  beste  Wirkung,  einmal  weil
deddurch  die  Aufmerksamkeit  rege  gehalten  und  der
Schlaf  verscheucht  wird,  sodann  aber  auch,  weil  die
Kanaken  der  Ansicht  huldigen,  daß  derjenige,  der
in  stärksten  spricht,  Recht  haben  muß.  Dementrrechend
  fängt  dann  auch  P.  Dicks  mit  gehobener
Stimme  an,  um  die  captatio  benevolentiae  zu
erzelen,  und  wenn  er  aber  erst  ins  richtige  Feuer  getähh,
  und  seine  Stimme  weit  außerhalb  der  Kirche
dernehmbar  ist,  kann  Niemand  seiner  Beredsamkeit
wderstehen.  Ist  die  Predigt  vorbei,  so  ist  das
Huuptwerk  des  Tages  vollbracht.  Diejenigen,  welche
um  Anliegen  haben,  pflanzen  sich  vor  dem  Zimmer
des  P.  Dicks  auf.  Sie  rücken  aber  nicht  mit  der
Sache  sogleich  heraus.  Wenn  man  sie  fragt,  was
ee  wollen,  antworten  sie:  „ich  amüsire  mich“;  nachdem
  sie  aber  einige  Zeit  zugeschaut  haben,  bringen
sie  endlich  ihr  Anliegen  vor.  Da  die  Kanaken  des
Sonntags  zur  Kirche  kommen,  so  benutzen  sie  die
Gelegenheit,  um  vom  Missionar  ihre  Wunden  verbinden
  zu  lassen.  Keinem  aber  wird  es  einfallen,
i  Laufe  der  Woche  dazu  hierher  zu  kommen,  denn
in  dieser  Hinficht  sind  sie  sehr  nachlässig.  Wenn  alle
Anliegen  angehört  und  alle  Wunden  verbunden  sind,
hat  der  Missionar  endlich  Ruhe.  —  Die  Katechistenschule
  des  I'.  Meier  wird  unter  uns  mit  dem  Namen
Philosophenschule“  bezeichnet.  Fragt  man  nämlich
einen  Katechisten,  was  er  sei,  so  antwortet  er  im
vollen  Bewußtsein  seiner  Würde:  a  pilotop.  —  Was
den  Wortschatz  der  Kanakensprache  betrifft,  so  scheint
derselbe  ein  überaus  reicher  zu  sein.  Man  darf
richt  vergessen,  daß  die  Kanaken  in  ihren  Begriffen
sehr  beschränkt  sind  und  daß  ihnen  die  Kenntniß
einer  Menge  Sachen  abgeht.  Trotzdem  hat  P.  Bley
(in  Wörterbuch  zusammengestellt,  welches  gegen
8900  Wörter  umfaßt,  und  dennoch  sind  noch  lange
nicht  alle  aufgezeichnet.  Um  die  Sprache  zu  erlernen,
  sind  die  letzt  angekommenen  Priester  auf  die
verschiedenen  Stationen  vertheilt  worden.  P.  Vögersdausen
  ist  nach  Vlavolo  zum  P.  Bley  gezogen,
P.  Hisgen  ist  in  Malagunan  beim  P.  Fromm  einduartiert.
  P.  Rütten  ist  auf  die  Baininger  Alpen
zum  P.  Rascher  gestiegen.  P.  Thomas  Riederer  hat
sich  mit  seiner  Harmonika,  Flöte  und  Bergklarinette
deim  D.  Eberlein  niedergelassen.  Der  gutmüthige
P.  Thomas  hat  durch  sein  bloßes  Erscheinen  selbst
die  wilden  Buschmänner  bezaubert.  Sie  haben  so-563



 

—  —  –

gleich  von  ihm  gesagt  i  pôtär:  „er  ist  die  Güte
selbst“;  und  wenn  ein  Kanake  diesen  Ausdruck  gebraucht,
  hat  er  sich  im  „absoluten  Superlativ“  ausgedrückt,
  so  daß  er  keinen  stärkeren  Ausdruck  gebrauchen
  kann.

Aus  fremden  Kolonien  und
Produklionsgebieken.

Die  Erdunßernte  in  Britisch=  Indien.

Nach  einem  Bericht  des  indischen  statistischen
Bureaus  über  die  Erdnußernte  in  Bombay  und
Madras  im  Fiskaljahre  1900/1901  sind  in  den
britischen  Bezirken  des  Departements  Bombay  ungefähr
  38  000  Acres  mit  Erdnuß  bestellt,  das  ist
38  pCt.  weniger  als  im  Vorjahr  und  73  pCt.  unter
dem  Durchschnitt.  In  Khandesh  steht  die  Ernte
ziemlich  gut,  während  anderwärts  der  Mangel  an
Regen  das  Wachsthum  der  Pflanzungen  beeinträchtigte,
  so  daß  sie  theilweise  vertrockneten.  In  den
unabhängigen  Bezirken  dieses  Departements  sind  etwa
12  000  Acres  bebaut,  24  pCt.  mehr  als  im  Vorjahre.
  Der  Gesammtertrag  wird  auf  ungefähr
21  800  Tonnen  geschätzt.  Wenn  dieser  auch  die
Mißernte  des  Vorjahres  übertrifft,  so  beträgt  er  doch
nicht  ganz  zwei  Drittel  der  Ernte  des  Jahres  1898/99.
In  Madras  sind  die  Aussichten  besser  als  in  Bombay,
  da  das  Wetter  günstiger  gewesen  ist.  Der  bis
Ende  Dezember  bebaute  Flächenraum  wird  auf
211  000  Acres  geschätzt,  das  ist  55  péCt.  über  den
Durchschnitt  der  letzten  fünf  Jahre.  Dieser  vermehrte
Anbau  betrifft  fast  ausschließlich  das  Gebiet  von
Süd-Arkot,  wo  die  Erdnußpflanzungen  sehr  ausgedehnt
  sind.  Der  Ertrag  wird  auf  88  péCt.  über
die  normale  Höhe  geschätzt.  Der  Ausfuhrhandel  an
Erdnüssen  in  den  letzten  Jahren  ist  infolge  ungünstiger
Witterungsverhältnisse  und  der  Verschlechterung  des
Samens  sehr  herabgegangen,  aber  mit  der  Verwendung
  frischen  Samens  von  guter  Beschaffenheit  und
der  Wiederkehr  günstigeren  Wetters  wird  er  wohl
wieder  aufleben.

 

Einfuhr  von  Seugstoffen  nach  dem  französischen
«  Kongogebiete.

Der  Bedarf  an  Zeugstoffen  im  französischen
Kongogebiete  stellt  sich  jährlich  auf  ungefähr  500  000
bis  600  000  Stück.  Der  Engrospreis  beträgt  je
nach  der  Güte  der  Zeugstoffe  1½  bis  7  d  für
1  Yard  (0,9144  m).  Die  Verkäufe  werden  gewöhnlich
  frei  Verschiffungshafen  in  Europa  abgeschlossen.
  Die  Eingeborenen  im  Innern  bevorzugen
gefärbte  oder  aus  gefärbtem  Baumwollengarn  hergestellte
  Stoffe,  die  Küstenbewohner  dagegen  bedruckte
Stoffe.  Alle  Baumwollenzeuge  werden  nach  englischen
Maßen  verkauft.  Die  Längen  und  Breiten  sowie
das  Zusammenfalten  der  Stoffe  sind  für  die  einzelnen
Gegenden  des  Kongogebietes  ganz  verschieden.  Rohe

6
        <pb n="616" />
        und  gebleichte  Baumwollenstoffe  werden  im  Kongogebiet
  besonders  viel  verkauft,  sodann  auch  glänzende
Stoffe;  den  hauptsächlichsten  Handelsartikel  bilden
indessen  die  gefärbten  Stoffe.  Form  und  Güte  derselben
  sind  sehr  verschieden.  Die  Preise  richten  sich
nach  der  Güte,  den  Breiten,  den  Farben,  der  Appretur
  und  der  Art  des  Zusammenfaltens  der  Stoffe.
Die  aus  gefärbtem  Garn  hergestellten  baumwollenen
Zeuge  sind  entweder  karrirte,  gestreifte  oder  mit
Punkten  versehene  graue  Stoffe,  die  die  verschiedenartigsten
  Bezeichnungen  führen.  Die  mit  Alizarin
und  Indigo  gefärbten  Stoffe  werden  sowohl  in  ganzen
Stücken  wie  in  einzelnen  Tüchern  gekauft.  Bedruckte
Perkalzeuge  von  guter  Qualität  werden  hauptsächlich
am  Mündungsbecken  des  Gabun  verlangt,  während
in  dem  anderen  Gebiete  geringere  Stoffe  gekauft
werden.  Ferner  werden  noch  Nachahmungen  von
sogenanntem  Madras  im  französischen  Kongogebiet
abgesetzt.  Die  Geschäfte  werden  entweder  gegen  bar
oder  mit  30  Tagen  Ziel  abgeschlossen;  einige  Häuser,
besonders  englische,  geben  auch  90  Tage  Kredit;  der
Rabatt  beträgt  1,  2½  und  3pCt.  Den  Transport
der  Zeugstoffe  zwischen  Frankreich  und  dem  Kongogebiet
  vermitteln  zwei  französische,  eine  von  Hamburg
ausgehende  deutsche  und  eine  englische  Schifffahrtsgesellschaft.
  [Notices  commerciales.)

 

Baumwollpflanzungen  in  Westafrika.

In  Nr.  1037  der  „Advance  sheets  of  Consular
reports“  vom  15.  Mai  1901  erstattet  der  amerikanische
  Konsul  James  Boyle  in  Liverpool  über
Baumwollpflanzungen  in  Westafrika  einen  Bericht,
dem  wir  Folgendes  entnehmen:

Die  Herren  Elder,  Dempster  &amp;amp;  Co.,  eine  unternehmende
  Liverpooler  Rhedereifirma,  sind  im  Begriff,
sechs  in  der  Baumwollkultur  erfahrene  Amerikaner
nach  der  Westküste  von  Afrika  zu  senden,  um  Versuche
mit  Baumwollpflanzungen  in  dieser  Gegend  anzustellen.
  Im  Anfang  der  60er  Jahre  wurde  das
Vorkommen  der  Baumwolle  auf  der  Westküste  von
Afrika  entdeckt.  1864  kamen  1710  Ballen  hierher.
Die  größte  Ballenzahl  seitdem  wurde  1869  mit
19  300  Ballen  erreicht,  die  nach  Liverpool  kamen.
Seit  dieser  Zeit  haben  die  Zahlen  geschwankt,  aber
in  der  Tendenz  eines  allmählichen  Rückganges;  seit
1897  sind  jährlich  nur  wenige  hundert  Ballen  eingeführt
  worden.  Die  westafrikanische  Baumwolle,
die  hierher  gekommen  ist,  war  kurzstockig  und  hatte
keine  besonders  gute  Farbe.  Sie  ist  gleichwohl
eine  recht  gute  Baumwolle  und  hat  einen  besseren
Stapel  als  die  ostindische.  Als  „Mittelamerika“  im
letzten  Jahre  mit  5⅛½  d  (11  Cents)  notirt  wurde,
wurde  Westafrika  mit  4¾  bis  5  4—  9¼  bis
10  Cents  notirt.

Die  Deutschen  versuchen,  in  ihren  Kolonien  an
der  afrikanischen  Westküste  Baumwollpflanzungen  einzurichten.
  Baumwollkulturen  sind  auch  in  den  west-564



 

afrikanischen  Kolonien  Frankreichs  eingeführt  wor##a:
und  neulich  ging  eine  Anfrage  bei  Elder,  Deu##-&amp;amp;
  Co.  ein  nach  der  Höhe  der  Fracht  für  eine  Scladung
  Baumwolle  von  Dahomey  nach  Li#ewe#k.
Der  Bezirk,  in  dem  man  den  neuen  Baumn.l
pflanzungsversuch  beabsichtigt,  ist  Lagos.  GEn#
kürzlich  kam  eine  Baumwollprobe  nach  Livewool  ver
Lagos  und  wurde  für  sehr  gut  befunden.  E:#-auch
  beabsichtigt,  unter  britischem  Protektorct
Sierra  Leone  und  Liberia  Versuche  zu  machen.

Die  Liverpooler  Baumwollinteressenten  find  de-Meinung,
  daß  unsere  Südstaaten  immer  ein  Morcorin
  der  Produktion  der  beliebtesten  Baummolle  hite
werden,  soweit  es  sich  um  allgemeine  Zwecke  hande-Versuche
  an  der  Westküste  von  Afrika  können  gle##
wohl  einen  wirklichen  Handel  entwickeln.  Es  wir:
ein  Versuch  gemacht  werden,  amerikanische  Baurwesaat
  an  der  Westküste  zu  akklimatisiren.  Erfthter,
Leute  hier  zweifeln  daran,  ob  Afrika  jemals  so  ##
Baumwolle  hervorbringen  kann  wie  die  nordare
kanischen  Südstaaten;  doch  ist  es  schwer,  ein  #-begründetes
  Urtheil  abzugeben,  da  bisher  eine  Bur
wollpflanzung  an  der  Westküste  nicht  auf  einer  wise
schaftlichen  Basis  begründet  worden  ist.

Die  große  Entfernung  von  der  Westküfr  ##
Afrika  bis  Liverpool  (Lagos  ist  4387  Meilen  7#
Liverpool  entfernt)  im  Vergleich  mit  derjenigen  #
der  amerikanischen  Küste,  kann  vielleicht  verhindern.
die  Baumwolle  der  Westküste  mit  der  omerikauf
konkurriren  kann.  Man  sollte  indessen  bedenken
die  amerikanische  Baumwolle  oder  besser  der  engl#
Käufer  durch  die  Thatsache  gehemmt  wird,  deden
  meisten  Fällen  Schiffe,  die  Baumwolle  von2
Vereinigten  Staaten  nach  England  bringen,  die
fahrt  in  Ballast  unternehmen  müssen,  so?r
eine  Reise  über  den  Atlantischen  Ocenn  #
sächlich  für  zwei  bezahlen  muß.  Der  Grund  ler
darin,  daß  die  Schiffe  nur  geringe  oder  keine  207#
nach  Westen  zu  bringen  haben.  Mit  der  arrknischen
  Westküste  jedoch  würde  es  anders  sein.  12
Handel  zwischen  Liverpool  und  der  Westküste
Afrika  ist  auf  beiden  Wegen  lohnend,:
die  Schiffe  alle  Arten  Rohmaterial  von  Af
nach  Liverpool  führen  und  rückwärts  volle  Lador#e
von  Manufakturwaaren  mitbringen.  Sein  westafrt
nischer  Handel  ist  einer  der  gewinnbringendfun.“
Liverpool  hat,  und  er  wächst  fortgesetzt.  Du  .
wickelung  der  Baumwollpflanzungen  an  der  Weiiwürde
  zweifellos  einen  großen  Aufschwung  des  2#
fuhrhandels  von  Liverpool  nach  dieser  Gegend"
Folge  haben.  Deshalb  ist  es  leicht  zu  seden,  7
die  Fracht  von  Afrika,  obwohl  es  sich  um  eine  '
längere  Enfernung  handelt,  nicht  höher  za'
braucht,  als  die  von  der  amerikanischen  Küste.
heißt,  die  Rheder  können  sich  entschließen,  germ
Frachtpreise  zu  nehmen,  weil  sie  auf  beiden  Fabe#
ihr  Geld  machen.  Wenn  daher  der  Versuch#
Baumwolle  an  der  afrikanischen  Westküste  von  Ellr
ist,  so  müssen  die  amerikanischen  Baumwollpfi##
        <pb n="617" />
        mit  einer,  wenn  auch  beschränkten,  Konkurrenz  rechnen,
die  bisher  gänzlich  außer  Betracht  geblieben  ist.

Ropraproduktion  und  Ausfuhr  der  Philippinen.

Kopra  ist  ein  Handelsartikel,  der  überall  auf  den
Philippinen  gewonnen  werden  kann  und  thatsächlich
jewonnen  wird.  Daß  das  Einsammeln  der  in  fast
inbegrenzten  Mengen  auf  den  Inseln  vorkommenden
dbopra  bis  jetzt  noch  wenig  entwickelt  ist,  zeigt  die
Ausfuhr=  Statistik.  Im  Jahre  1894  wurden
"102  920  Pikuls  Kopra  ausgeführt,  1895  stieg  die
lusfuhr  auf  589  952,  1896  auf  601  907  und
897  auf  810  504  Pikuls.  Im  Jahre  1898  geangten
  infolge  der  politischen  Unruhen  nur  263  402
bikuls  zur  Ausfuhr  und  1899  aus  demselben  Grunde
ur  391  322  Pikuls.  Im  Jahre  1897  wurde  bei
er  Ausfuhr  ein  Durchschnittspreis  von  4,75  bis
Dollar  für  ein  Pikul  gezahlt,  so  daß  die  Ausfuhr
ieses  Jahres  einen  Gesammtwerth  von  über  vier
Nillionen  Dollar  erreichte.  Zur  Zeit  wird  Kopra
auptsächlich  in  den  Provinzen  Laguna  und  Tayabas
owie  auf  Mindanao  gewonnen.  Mindanao  liefert
ie  beste  Kopra,  von  Leyte  und  Samar  kommen
angbare  Sorten,  von  Lagunag  und  Tayabas  die
eringeren.  Zum  größten  Theil  richtet  sich  die
topra-Ausfuhr  gegenwärtig  nach  Europa  (Marseille,
zarcelona,  Santander  und  Bilbao  sowie  nach  London
nd  Liverpool),  während  die  Vereinigten  Staaten
on  Amerika  ihren  Bedarf  von  Mexiko,  Mittelmerika,
  den  westindischen  Inseln  und  den  Inseln
u  Süden  des  Stillen  Oceans  beziehen.  Von  der
lusfuhr  des  Jahres  1897  gingen  751  156  Pikuls
ach  dem  europäischen  Festland,  57  558  Pikuls  nach
Froßbritannien  und  1790  Pikuls  nach  China.

(Nach  Monthiy  Summary  of  Commerce  of  tho
hilippine  Islands.)

 

Die  ECutwickelung  Neu-Raledoniens.

Ueber  die  wirthschaftlichen  Verhältnisse  Neuckoledoniens
  giebt  ein  kürzlich  veröffentlichter  großritannischer
  Konsulatsbericht  Aufschlüsse.  Infolge
ines  hohen  Schutzzolltarifs  ist  die  Einfuhr  auslänkischer
  Waaren  dorthin  sehr  erschwert;  nur  Maschinen
ür  den  Bergwerksbetrieb  sind  vom  Zoll  befreit,  und
tese  allein  bilden  daher  auch  für  fremde  Länder
inen  ansehnlichen  Handelsartikel.  Die  Bergbaundustrie,
  welche  besonders  der  Nickelgewinnung  gilt,
st  sehr  bedeutend;  ihre  Produkte  machen  dem  Werthe
lach  über  70  pCt.  der  Ausfuhr  aus.  Es  bestehen
lussichten  für  eine  weitere  Entwickelung  dieser  Inustrie,
  da  der  auf  der  Insel  vorhandene  Mineral-=565



 

reichthum  beträchtlich  erscheint.  Bis  vor  kurzer  Zeit
jatte  man  nur  die  in  der  Nähe  des  Meeres  gelegenen
Bergwerke  betrieben;  jetzt  sind  jedoch  infolge  der
immer  größer  werdenden  Nachfrage  nach  den  Produkten
  neue,  abseits  gelegene  Distrikte  eröffnet  worden.

Der  Ausdehnungsfähigkeit  der  Bergbauindustrie  in
Neu-Kaledonien  ist  der  Umstand  günstig,  daß  die
Arbeiterfrage  leicht  zu  lösen  ist,  und  zwar  hauptsächlich
  durch  Heranziehung  von  asiatsschen  Arbeitern.
Auch  die  Einwanderung  von  Europäern,  besonders
aus  Dalmatien,  nimmt  zu.  Die  französische  Regierung
  soll  für  die  Entwickelung  der  Insel  bedeutende
Summen  aufwenden,  und  von  dem  jetzigen  Gouverneur
  wird  der  fremden  Mitwirkung  Vorschub  geleistet.
In  letzterer  Beziehung  ist  zu  bemerken,  daß  verschiedene
  englische  Gesellschaften  im  Begriffe  sind,
Schmelzwerke  auf  der  Insel  zu  errichten.

(Nach  The  Mining  Journal,  Railway  and
Commercial  Gazette.)

Verschiedene  Mittheilungen.
Leminar  für  orientalische  Sprachen  in  Berlin.

Im  Sommerhalbjahr  1901  besuchen  die  Vorlesungen
  an  diesem  Seminar,  soweit  Gegenstände
von  kolonialem  Interesse  in  Betracht  kommen,
75  Mitglieder  des  Seminars,  und  zwar  12  die
Klasse  für  Suaheli,  3  die  für  Haussa,  6  die  Vorlesungen
  über  wissenschaftliche  Beobachtungen  auf
Reisen,  10  die  über  Tropenhygiene,  12  die  über
tropische  Nutzpflanzen  und  ihre-Verwendung,  15  die
über  Landeskunde  von  Deutsch-Ostafrika,  7  die  über
Landeskunde  unserer  westafrikanischen  Kolonien  und
10  die  über  Kolonien  und  Kolonialpolitik.  Die
Gesammtzahl  der  Seminarbesucher  beträgt  237.

Im  Winterhalbjahr  1901/1902  werden  an  dem
Seminar  folgende  Vorlesungen  von  kolonialem  Interesse
  stattfinden:

Hindustoni.  Nach  Bedarf  in  später  zu  bestimmenden
  Stunden,  Herr  Vacha.

Guzerati.  Nach  Bedarf  in  später  zu  bestimmenden
Stunden,  Herr  Vacha.

Suaheli.  1.  Anfänger-Kursus,  täglich  9—10  Uhr
vorm.,  Herr  Dr.  Velten.

2.  Zweiter  Kursus:  täglich  außer  Mittwochs  und

Sonnabends,  8—9  Uhr  vorm.,  Herr  Dr.  Velten.

3.  Geschichte  und  Verwaltung  Ostafrikas:  Mittwochs,
  8—9  Uhr  vorm.,  Herr  Dr.  Velten.
4.  Einführung  in  das  Studium  des  Kinyamuesi-:

Sonnabends,  8—9  Uhr  vorm.,  Herr  Dr.  Velten.

5.  Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends,

5—8  Uhr  abends  (5—  6⅛½  Uhr  für  den  Anfänger-Kursus,

  6½2—8  Uhr  für  den  zweiten

Kursus),  Herr  Mtoro  bin  Muenyi  Bakari.

Schreibübungen:  Montags,  Donnerstags,  4  bis

5  Uhr  nachm.,  Herr  Mtoro  bin  Muenyi

Bakari.

Herero.  Einführung  in  das  Studium  des  Herero:
Nach  Bedarf  in  später  zu  bestimmenden  Stunden.
Herr  Dr.  Velten.

Haussa.  1.  Anfänger-Kursus:  täglich  außer  Mittwochs
  und  Sonnabends,  9—10  Uhr  vorm.,
Herr  Dr.  Lippert.
        <pb n="618" />
        2.  Zweiter  Kursus:  täglich  außer  Mittwochs  und
Sonnabends,  8—9  Uhr  vorm.,  Herr  Dr.
Lippert.

3.  Ethnographie  und  Geschichte  des  westlichen
Sudan:  Mittwochs  und  Sonnabends,  —10  Uhr
vorm.,  Herr  Dr.  Lippert.

4.  Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends,
5—6  Uhr  abends,  Herr  Muhammed  Beschir.

5.  Schreibübungen:  Dienstags,  Freitags,  4—5  Uhr
nachm.,  Herr  Muhammed  Beschir.

Duala  oder  Ephe.  (Nach  Bedarf.)  Einführung:
Mittwochs  und  Sonnabends,  8—9  Uhr  vorm.,
Herr  Dr.  Lippert.

Theorie  und  Praxis  der  geographisch-astronomischen
  Ortsbestimmungen:  Dienstags,
Mittwochs,  Freitags,  12—1  Uhr  nachm.,  Herr
Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Herr  Assistent  Professor  M.  Schnauder  wird  auf
dem  Gebiete  des  Königl.  Geodätischen  Instituts
bei  Potsdam  die  praktischen  Uebungen  leiten,
soweit  die  Witterungsverhältnisse  des  Winters
dies  gestatten.

Ueber  Tropen-Hygiene,  verbunden  mit  Demonstrationen
  und  praktischen  Uebungen:  Mittwochs,
Freitags,  4—5  Uhr  nachm.

Ueber  die  wichtigsten  tropischen  Nutzpflanzen
und  deren  Verwendung,  mit  Demonstratio-=nen:
  Montags  und  Sonnabends,  12—1  Uhr
nachm.,  Herr  Prof.  Dr.  Warburg.

Außerdem  wird  auf  die  am  Königlichen
Botanischen  Garten  und  Museum  zu  Berlin
eingerichtete  Botanische  Centralstelle  für  die
Kolonien  aufmerksam  gemacht.

Landeskunde  von  Deutsch-Ostafrika:  Montags
  und  Donnerstags,  10—11  Uhr  vorm.,
Herr  Dr.  Velten.

Landeskunde  der  Deutschen  Westafrikanischen
Kolonien  (Deutsch-Südwestafrika,  Kamerun
und  Togo):  Dienstags,  Freitags,  10—11  Uhr
vorm.,  Herr  Dr.  Lippert.

Ueber  Kolonien  und  Kolonialpolitik:  Mittwochs,
  Sonnabends,  10  —11  Uhr  vorm.,  Herr
Dr.  Helfferich.

Derselbe  wird  privatim  und  unentgeltlich
eine  Vorlesung  „Ueber  Grundzüge  der  National-=ökonomie“
  für  junge  Kaufleute  und  Bankbeamte
in  den  Abendstunden  halten:  Dienstags  und
Freitags,  7—8  Uhr.

Außerdem  wird  Herr  Dr.  Köbner,  Admiralitätsrath
im  Reichs-Marine-Amt,  eine  unentgeltliche  Vorlesung
  halten  über  Deutsches  Kolonial=  und
Konsular-Recht:  Dienstags,  1/—5  Uhr  nachm.

vertbeilung  von  lebenden  Pflanzen  und  Saatgut
an  die  Schutggebiete.

Ueber  die  Thätigkeit  der  Botanischen  Centralstelle
zu  Berlin,  soweit  sie  sich  auf  eine  Vertheilung  von

566

 

lebenden  Pflanzen  und  Saatgut  in  der  ersten  Häl
dieses  Jahres  bezieht,  sind  folgende  Mittheilung
zu  machen:

An  lebenden  Pflanzen  sind  zur  Versendung  #
kommen  69  Arten  in  489  Exemplaren,  davon  4
an  den  Botanischen  Garten  in  Kamerun,  der  R
nach  Togo.  Bei  der  Auswahl  der  Arten  wur
einerseits  auf  die  ausgesprochenen  Wünsche  der  l
treffenden  Gartenvorstände  Rücksicht  genommen,  a
dererseits  galt  als  Direktive,  nur  solche  Nutzgewäch
zu  überführen,  deren  Gedeihen  mit  Sicherheit
erwarten  ist,  und  deren  Einbürgerung  einen  wirklich
Gewinn  für  die  Kolonie  darstellt.  Als  solche  sei
hervorgehoben  von  Kautschukbäumen  Mascarenhast
Forsteronia,  Castilloa,  Hevea,  von  Guttapercha=  un
Gummiguttbäumen  Garcinia  in  drei  Arten  un
Mimusops,  von  Palmen  Phytelephas,  Arenga,  Li
cuala,  Thrinax,  Maximiliana,  von  Obstarten  Mammer
apfel,  Blighia,  Persea,  Passiflora,  Tamarinde,  Mang.
in  verschiedenen  Varietäten,  Icacopalme,  Jujuben
Casimiroa,  Pompelmusen,  Psidium,  Aegle  Marmelos
Meliococca,  Achras  und  Anona,  von  Nuptzhölzern
Mahagoni,  Hymenaea,  Seifenbaum,  Murrade,
Gmelina,  Ebenholz,  Blauholz.  Michelia,  Pockhol
Chrysophyllum,  von  Medizinalpflanzen  Chinabäume
in  den  besten  indischen  Sorten,  Perubalsambaum,
Psychotria,  von  Gewürzen  und  Genußmitteln  Ingwer.
Kola  aus  Jamaica,  Canella  alba  und  Coffea  laurina.

Togo  erhielt  insbesondere  Sisalagaven.

Hierbei  ist  mit  Bezug  auf  die  Versendung  lebender
  Nutzpflanzen  auf  die  großen  Vortheile  hinzuweisen,
  die  die  Gewächshäuser  der  Botanischen  Centralstelle
  als  eine  Art  Zwischenstation  darbieten.  Es  hat
sich  beispielsweise  herausgestellt,  daß  von  den  großen
Sendungen,  die  der  Direktor  des  Botanischen  Gartens
in  Victoria,  Herr  Dr.  Preuß,  von  Südamerika  aus
direkt  nach  Kamerun  gelangen  ließ,  ein  Theil  durch
die  lange  Dauer  der  Reise  oder  durch  Unachtsamken
verloren  ging.  Diese  Verluste  war  es  möglich,  setzt
zu  decken,  weil  dieselben  Arten  auch  der  Centralstelle
zugewiesen  und  hier  am  Leben  erhalten  worden
waren.  Es  kommt  hinzu,  daß  von  Berlin  aus  die
Sendungen  immer  unter  Aufsicht  eines  vom  Urlond
zurückkehrenden  oder  neu  in  den  Kolonialdienst  tretenden
  Gärtners  hinausgehen,  wodurch  allein  em
unversehrtes  Ankommen  am  Ziele  gewährleistet  wud.

An  Sämereien  kamen  im  Verlauf  des  lezten
halben  Jahres  819  Prisen  zur  Vertheilung,  daden
nach  Kamerun  307,  nach  Togo  93,  nach  Südwenafrika
  17,  nach  Ostafrika  98  und  nach  den  Schuß
gebieten  der  Südsee  304.  Von  größeren  Poften.
die  allen  Kolonien  zugingen,  soweit  sie  sich  für  de
betreffende  Kultur  eignen,  seien  Teakholz  und  Chine
baum  genannt,  ferner  Ramie,  von  Kautschukpflanzen

Forsteronia  und  Ficus  elastica,  dann  Storaxdaum,

Gambir,  Telfairia  pedata  und  Mais  in  einigen
ausgewählt  guten  Sorten.  Baumwollsaat  in  größere
Menge  erhielt  Lome  in  Togo,  Dattelkerne  Kleu-Popo
  und  Windhoek,  Samen  des  Matetheestrauche
        <pb n="619" />
        le  Gãärten  Ost-  wie  Westafrikas,  Grasarten  für
Seideplaͤze  Togo  und  Kwai,  gegen  100  verschiedene
vet-  und  Nutzhölzer  vom  Himalaya  der  Stationsgeten
  in  Busa.  Ein  Versuch,  die  als  Viehfutter
rechgeschötzte  Tagasate  der  Canaren  (Cytisus  prolikeras)
  in  unseren  Kolonien  einzubürgern,  wurde  dadrch
  gemacht,  daß  fast  allen  Stationsleitern,  wie
uch  einer  großen  Zahl  von  Pflanzern  Saatgut  daren
  in  Muster  ohne  Werth-Packeten  zugingen.

 

Setrieb  von  Bankgeschäften  in  den  portugiestschen
Rolonien.

Nach  einem  am  4.  Mai  d.  Js.  in  Lissabon  vereentlichten
  Gesetz  sind  die  der  Banco  Nacional
AMwamarino  seit  dem  Jahre  1864  übertragen  geweenen
  Vorzugsrechte  in  Bezug  auf  den  Betrieb  von
Sukgeschäften  in  den  überseeischen  portugiesischen
Bentzungen  vom  1.  September  d.  Is.  aufgehoben;  die
Ausübung  derartiger  Bankgeschäfte  unterliegt  nach
desem  Zeitpunkt  dem  freien  Wettbewerb  nach  Maßnie
  des  neuen  Gesetzes.

Nach  diesem  ist  zwischen  freien  und  privilegirten
Imlen  zu  unterscheiden,  welche  letzteren  Noten  mit
Retzlichem  Kurs  und  Bodenkreditobligationen  auszugeben
  berechtigt  sind.  Die  privilegirten  Banken
a#ssen  ihren  Sitz  in  Lissabon  haben.

Die  Notenbanken  geben  dem  Staat  als  Gegenetung,
  für  die  Dauer  des  Bankvertrages,  eine
Hrentgeltliche  Anleihe  von  1200  Kontos  (etwa  vier
Nillionen  Mark)  sowie  die  Hälfte  des  Reingewinns
nach  Abzug  von  8  pCt.  Dividende  für  die  Aktionäre,
und  besorgen  für  den  Staat  die  Bankiergeschäfte  in
Wiem  Konzessionsgebiet  umsonst.  Die  nicht  privilegirten
  Banken  müssen  in  den  Provinzen  Angola,
Ghuin,  Kap  Verde  und  St.  Thomé  und  Principe
kemgiesisch  und  nach  der  im  Mutterlande  geltenden
Geschgebung  eingerichtet  sein.

Der  Betrieb  von  Geldgeschäften  und  Bankspekultionen
  ist  im  Uebrigen  für  portugiesische  wie  für
wemde  Kaufleute  frei.

efFfo'feie

Titteratur.

Von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Muine-Amts
  ist  neuerdings  eine  Karte  vom
KLaiser  Wilhelmsland  von  der  Westgrenze  bis
aee  Maßstab  1:  150  000,  herausgegeben
(Tden.

Lor  Kurzem  ist  eine  von  dem  Oberleutnant
1#.  Stuemer  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für
kautsch-Ostafrika  verfaßte  Broschüre:  „Gedenkblatt
sun  zehnjährigen  Bestehen  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  von  Deutsch-Ostafrika“  erchienen.
  Der  Verfasser  schildert  in  einem  kurzen,
uenden  Vorwort  das  Entstehen  der  Koaiserlichen

567

 

 

Truppe  und  giebt  dann  in  einzelnen  Gedenktafeln
einen  zeitlich  geordneten  Ueberblick  über  die  Gouverneure,
  militärischen  Unternehmungen  und  Gesechte,
die  Gefallenen  und  Verwundeten,  die  Verstorbenen
und  die  Angehörigen  der  Truppe  vom  1.  April  1891
an  bis  zu  dem  zehnjährigen  Gedenktage.

Die  Broschüre  kann  allen  Kolonialfreunden
empfohlen  werden  und  ist  wegen  der  angeführten
Daten  von  dauerndem  Werth.

 

Dr.  Maurer:  Meteorologische  Beobachtungen  in
Deutsch-Ostafrika,  I.  Theil.  L.  Friederichsen  &amp;amp;  Co.,
Hamburg.

Das  kürzlich  erschienene  10.  Heft  der  von  der
Hamburger  Seewarte  herausgegebenen  deutschen  überseeischen
  meteorologischen  Beobachtungen  enthält  den
ersten  Theil  der  Beobachtungen  von  Dr.  Hans
Maurer  in  Deutsch-Ostafrika.  Die  Veröffentlichung
besitzt  einen  großen  fachwissenschaftlichen  Werth  und
für  die  Berechnung  von  Höhenmessungen  und  Eisenbahnnivellements
  auch  praktische  Bedeutung.  Einen
Auszug  aus  dem  vorliegenden  Material  hatte
Dr.  Maurer  bereits  in  den  „Mittheilungen  von
Forschungsreisenden“,  Jahrg.  1900,  S.  189  ff.  veröffentlicht.


Nauticus  1901.  Jahrbuch  für  Deutschlands  Seeinteressen.
  Dritter  Jahrgang,  mit  zahlreichen
Illustrationen,  Skizzen,  Karten  und  Einschlagtafeln.
Mk.  3,80.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Der  neu  erschienene  Band  des  rühmlichst  bekannten
  Jahrbuches  für  unsere  Seeinteressen  bringt
wiederum  eine  Fülle  aufklärenden  und  belehrenden
Materials.  Der  erste  Abschnitt  enthält  Aufsätze
kriegsmaritimen,  politischen  und  historischen  Inhalts;
es  sind  folgende:  Die  deutsche  Kriegsmarine  seit
1898,  ihre  Entwickelung  und  Thätigkeit  im  Jahre
1900.  Die  Fortschritte  fremder  Krieg  smarinen.
Ueberseeische  Expeditionen.  Das  Erstarken  der  Völker
zur  See.  Die  chinesische  Frage.  Frankreichs  Blüthezeit
  als  See=  und  Kolonialmacht.  Die  Blüthe  und
der  Verfall  der  spanischen  Seemacht.  Der  zweite
Theil  umfaßt  Artikel  wirthschaftlichen  und  technischen
Inhalts:  Die  neuesten  Fortschritte  der  deutschen
Handelsmarine,  Betriebsverhältnisse  der  deutschen
Rhederei.  Die  deutsche  Ostseerhederei.  Der  Welthandel.
  Die  wirthschaftliche  Bedeutung  eines  mittelamerikanischen
  Kanals  für  Deutschland.  Die  Versicherungsgesetzgebung
  und  Arbeiterfürsorge  im  Bereich
der  Reichsmarine-Verwaltung.  Die  deutsche  Seewarte
  in  Hamburg.  Die  modernen  Riesenschiffe  der
Handelsmarine.  Die  Bedeutung  der  Funkentelegraphie
für  Kriegs=  und  Handelsmarine.  Die  dritte  Abtheilung
  ist  der  Statistik  gewidmet;  wir  finden  folgende
  Themata  bearbeitet:  Uebersicht  der  Marine=Budgets
  der  größeren  Seemächte.  Uebersicht  der
Welthandelsflotte.  Statistik  des  Welthandels.  Uebersicht
  des  deutschen  Schiffbaus  und  des  Weltschiffbaus.
Der  deutsche  Schiffsbestand  1900/1901  und  die
        <pb n="620" />
        Betriebsverhältnisse  der  größeren  deutschen  Rhedereien.
Statistik  des  Seeverkehrs  der  wichtigeren  deutschen
Küstenplätze  im  Jahre  1900.  Uebersicht  des  Kabelnetzes
  der  Erde.  Die  deutschen  Kabellinien.
Schon  diese  trockene  Auszählung  beweist  die  Reichhaltigkeit
  des  Buches,  dem  eine  Reihe  von  Abbildungen
  großer  Schiffe  zur  besonderen  Zierde  gereicht.

Oberleutnant  v.  Müller:  Dee  Wirren  in  China
und  die  Kämpfe  der  verbündeten  Truppen.
III.  Theil.  Mit  3  Anhängen,  2  Anlagen  und
4  Skizzen  im  Text.  Mk.  2,—.  Liebelsche  Buchhandlung,
  Berlin.

Der  neueste  Theil  des  schon  wiederholt  besprochenen
  Buches  des  Oberleutnants  v.  Müller  über
„Die  Wirren  in  China“  erzählt  uns  vom  Marine-Expeditionskorps,
  von  den  Kämpfen  der  Russen  in
der  Mandschurei,  der  ersten  Thätigkeit  des  Ostasitiatischen
  Expeditionskorps,  von  den  Friedensverhandlungen
  2c.  Genaue  Ekizzen  erleichtern  das
Verständniß.  Aus  diesen  Schilderungen  geht  das
Bemühen  des  Verfassers  hervor,  eine  getreue  historische
Darstellung  der  Ereignisse  zu  geben  und  den  Leser
auch  in  das  innere  Leben  und  Treiben  unserer  Soldaten
  einen  Blick  werfen  zu  lassen.  Zu  dem  Zwecke
sind  einige  interessante  Originalberichte  mit  aufgenommen.
  Eine  „Ehrentafel  der  Gefallenen  und
Verwundeten“  schließt  diesen  III.  Theil,  dem  noch
ein  IV.  (Schluß-)Theil  bald  folgen  soll,  enthaltend
die  größeren  Expeditionen  des  Ostasiatischen  Expeditionskorps
  rc.

K.  Dove:  Aus  zwei  Welttheilen.  Dichtungen.

Heidelberger  Verlagsanstalt  und  Druckerei  (Hör-  Direktor  des  Botanischen  Museums  und  Lahorator#.

ning  &amp;amp;  Berkenbusch).

Der  als  Kolonialschriftsteller  schon  bekannte

568

Außer  einer  Reihe  von  Gedichten  bietet  er  ure
dem  Titel  „Boomplaats“,  eine  dramatisirte  Epsch,
aus  dem  Burenkriege  des  Jahres  1848,  sowir  #-dramatisches
  Gedicht  in  drei  Aufzügen  „Die  ##
kehr  des  Odysseus“,  worin  er  mit  liebevollem  Va
senken  in  den  Geist  der  griechischen  Heldensage  ke
Versuch  unternimmt,  uns  das  unvergängloche  Ers
Homers  einem  Haupttheile  nach  in  Fom  er#
Bühnendichtung  näher  zu  bringen.

Gerichtsassessor  V.  Leo:
Welthandel.  Eine
J.  Guttentag,  Berlin.

In  seiner  lesenswerthen  Schrift  kommt  der  La
fasser  zu  dem  Ergebniß,  daß  unserem  industielt#

Export  die  Hauptgefahr  von  den  Vereinigter  Stem

von  Amerika  droht.  Je  mehr  uns  der  nordane

kanische  Markt  verloren  gehe,  umsomehr  seien  ard-Märkte

  zu  erwerben  und  zu  erweitern,  so  der

asiatische,  südamerikanische  und  afrikanische,  auf  dere

allen  freilich  der  mächtigen  Konkurrenz  der
einigten  Staaten  zu  begegnen  sein  werde:
so  mehr  müsse  eine  besonnene  Flotten=  und  S###-machtspolitik,

  eine  nationale  Weltmachtspolitik  r

die  Entwickelung  unserer  eigenen  Kolonien  ger#-werden.



—  —  —
Tikterakur-erxeichnißk.

Karl  Fr.  Pfau:  Handbuch  der  kaufmännischen  Ou#-sation.
  30  Lieferungen  4  50  Pf.

Karl  Fr.  Pfau,

Entwickelungstendenzen
handelspolitische  SP-Leipfiz.



für  Waarenkunde  RK.  Sadebeck:  Der  Raphiert:-Mit
  zwei  Tafeln  und  vier  Abbildungen  im  Tert.

Verfasser  tritt  hier  im  Gewande  des  Poeten  auf.  Lucas  Gräfe  &amp;amp;  Sillem.  Hamdurz.

——  —

 

 

 

 

Perkehrs  -Nachrichten.

Vom  1.  August  ab  sind  im  Verkehr  mit  den  in  Deutsch-Neu-Guinea  gelegenen  Postagentz
in  Friedrich  Wilhelmshafen,  Herbertshöhe  und  Stephansort,  welche  am  internationalen  Postanweisungsdir
theilnehmen,  Nachnahmen  bis  400  Mark  auf  eingeschriebenen  Briefsendungen  sowie  auf  Postpacketen  1
Postfrachtstücken  bis  10  kg  zulässig.

 

—  —

Vostdampfschisfrerbindungen  nach  den  1——  Schu#gebieten.

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  vBriefe  mussen  *
Nach  vom  Ein-  laend  Dauer  Berlin  spätestenz
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  16.,  30.  August  Tanga  17—20  Tage  ·
(deuticheSchlsie)  90vm  Dar-eö-Sat.18—ATg.am2.,9.,!3—-1«
Btiindisi  ch)  am  4.,  18.  August  Tanga  8  Tage  2.  Muanult
.  .  ita.  (englische  Schiffe,  100%  ar-es-Salm  19  Tage  0  abds.
1.  deutsch-Oflafrika  Brindisi  am  11.  Must  Sansibar  20  Tage
eenglische  Sche,  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Wons#s
(kranzöfische  Schiffe)  40  Uums.  10%4  abds.
        <pb n="621" />
        569

 

 

 

—  .-  TS

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  mussen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Hambur  6  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  720  abds.
odi  Schiffe)
GSouth  ampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  ed.  Mts.  932  abds.
deutsche  e
«  amburg  ié%o%:-  am  25.  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  am  24.  jed.  Mts.  7  abds.
ut  chiffe
1  g  *  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27.jed.  Mts.  92abds.
(Ueber  iverp  euische  Schiffe  s
Zufalls  Msolkdoxth  Rott  lerdam  am  5  jedes  Monats  Lome  34  Tage  am  3.  jed.  Mts.  9322abds.
nurt  auf  Verlangen  des  Crer  Schise)  22.  Auguf  Alein-  Popo  33  Ta  «  20
enbers  verpool  am  22.  August  lein-Popo  e  Jam  August
b  )  (englische  Schiffe)  6  10  ums.
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  8.  jedes  Monats
Oranzösische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Bord  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  138.  jedes  Monats
(#tranzösüsche  Schiffe))  110  vms.  von  da  ab  Landverbindung  10%  abds.
3.  Denif  Southampton  am  24.  August  L#uderitzbucht  20  Tage  am  23.  August
#üwehhafrika-  (ensl.  Eshiffe=  bis  Kap  40  Ums8.  Swakopmund  23  Tage  10  W“
(Nah  rceo  Cibeon,  kadt,  daun  Woer-Wichentlich
  bis  hch  ***  „
ves  dort  weiter  alle  14Tage  am  22.  jedes  Monats'  Swakopmund  30  Tage  am  22.  jedes  Monats

n  den  Landwege.)

 

!  a  e  zaburgn.

nachts

 

 

am  10.  jedes  Monats

 

 

 

Hamburg  Duala  25  Tage
(deutsche  Schiffe)  nachts
Southampton  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage
(deutsche  Schiffe)
Eu  am  25.  jedes  Monats  Duala  36  Tage
Ramern  eutsche  Schiffe
n.  Rotterdam  am  29.  jedes  Monats  Duala  32  Tage
(deutsche  Schiffe)  .
Liverpool  am  28.  August  Duala  19  Tage
(engansche  Schiffe)
Lamburg  am  8.  Aug.,  8.  Okt.  Duala  44  Tage
(deutsche  Schiffe)  m—.
Brindisi  am  1.  Sept.  100  abds.  aluit  4  Tac  e
5  Narshal-.  Jnsein.  nhrine  iß  if  p  3  ge
J  11  Arhus  3  Stephansort  49  Tages
am  11.  August  abds.  Friedr.  Wilhelmshafen  49  Tg.
i  Herbertshöhe  46  Tage

#.  Deutsch-Uen-Guinea.

Neapel

Crutsche  Schiffe)
über  Eingapore

 

.  ##vrolinen.

Neapel
(englische  Schiffe)

Brindisi
(englische  Schiffe)

 

 

8.  nariauen.

9.  Riautjchon.

19.  Samoa.

 

 

Luderitzbucht  40  Tage

 

 

am  4.  Sept.  abends

Berlinhafen  38  Tage
Friedr.  Wilhelmshafen  89  Tg.
Herbertshöhe  44  Tage

720  abds.

am  9.  jedes  Monats
720  abds.
am  11.jed.  Mts.  wabd.

am  24.jed.  Mts.  7wabds.
am  27.  jed.  Mts.  138  abs.

am  26.  August
10  ms.

am  7.  Aug.,  7.  Okt.
720  abends

am  30.  August
108  abbs.

 

am  9.  Aug.,  2.  Sept.
10s  abds.

—  —  —  —  —  —

 

 

am  11.  August  abds.
am  1.  Sept.  abends

 

Yap  53  Tage

Ponape  57  Tage
Bap  69  Tage

 

am  9.,  30.  August
10#  abds

1

 

 

Briefsendungen  werden  auf  Dokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8  bis  10  mal  jährlich

Neap  bel  s
Deutsche  Schiffe)l
Brindisi
—  bezu.
französische  Schiffe)
Queenstoon  «
(ubetNewYotk—
San  Francisco)

nach

am  7.  21  August

go  abends
jeden  Sonntag
100  abends

am  11.  Aug.,  1.  Sept.

Saipan.

Tsingtau  34  Tage
Tsingtau  37  Tage

Apia  25  Tage

 

am  5.,  19.  August
10x  abends

jeden  Freitag
10#  abends.

am  9  *  Ausust
10
        <pb n="622" />
        570

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  —  .————  sil-Ven
  ——  1  Bon  hafen  in  Barla
4  Plymouth.  .  am  26.  jed.  Me.
Neagpel  am  7.“,  22.  Aug.  1  Soooon  Se  am  14.  Aug.  182
Deutsch-Ostafrikoa  :
Brindist.  ..  am  5.  Aug.,  2.  Sept.
Marseille  .  am  16.Aug.,  16.  Sept.)  Deutsch-Uen-Snines,Vrindisi.  ..  Anfang  Sep#uk
Deutsch-üdwestafrica  .  Marshall·  Inseln...  Brindisi.  .  .  am  3.  Ausin
a)  nördl.  Theil  d.  Schuhgeb.  Southampton  am  3.,  31.  August  Neapel.  9.5,  23.-Aug.,6#
d)  sadl  Theil  d.  Scutgeb.  sSouthampton  am  3.  17.,  31.  Aug.  Miantschon  Brindif  5,,  19.  Aug.  2  0
Marseille  14.  .2-Aug.,  1.2  uæ
Plymouth..  am  26.  jed.  Mis.  Rarolinen  ..  .  ...  Brindisi  Anfang  —
Ramernn  —  ---Llssabon««ammPlethsssawoa........
  QueenstownöAyAuzJL
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
Reise  Lete  Nachrichten
o
Vosampfer  von  6  nach  bis  29.  Juli  1901
„Adolph  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  26.  Juli  in  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  26.  Juli  in  Lagos.
„Aline  Woermann“  Hamburg  l  amerun  am  18.  Juli  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  Kotonou  amburg  am  26.  Juli  ab  Accra.
„Carl  Woermann“  Hamburg  s  hydah  am  21.  Juli  in  Conakry.
„Eduard  Bohlen“  Lüderitzbucht  1  Hamburg  am  28.  Juli  in  Lagos.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Gefle  am  23.  Juli  Holtenau  passirt.
„Ernst  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  Ju  in  Madeira-.
„Greichen  Bohlen“  Hamburg  l  Bathurst  am  5.  August  ab  Hamburg.
„Hans  Woermann“  Hamburg  I  Lüderitzbucht  am  22.  Juli  in  Swakopmund.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  r  Sherbro  am  26.  Juli  in  Las  Palmas.
„Helene  Woermann“.  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Irma  Woermann““.  Hamburg  Benguela  am  20.  Juli  Dover  passirt.
Teanmeite  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  21.  Juli  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  Benguela  Hamburg  am  23.  Juli  in  Bonny.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  „  Whydah  am  1.  August  ab  Hamburg.
„Lulu  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.  .
„Marie  Woermann“  Hamburg  ·  Loango  am  27.  Juli  in  Rotterdam.
„Melita  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  13.  Juli  ab  Swakopmund.
„Otto  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  19.  Juli  in  Secondé.
„Paul  Woermann“  Loango  Hamburg  am  24.  Juli  ab  Gabun.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  22.  Juli  in  Accra.
„Thekla  Bohlen"“  Lüderitzbucht  !  Hamburg  am  18.  Juli  ab  Lagos.

 

 

 

—.

Schistsbewegungen  der  der  Deutschen  Ok#frika-inie  (Hanburg—Opnfrikt).

.[  —.—

 

 

 

 

 

 

 

'.  Reise  Letzte  Nachrichten
i  er
Neichspostdampf  von  nach  bis  30.  Juli  1901.

„Kronprizzz  ..  Hamburg  Durban  am  28.  Juli  in  Aden  eingetroffen.
„König".  Hamburg  Durban  am  27.  Juli  in  Durban  eingetrofrr
„Herzog“  Durban  Hamburg  am  16.  Juli  von  Rotterdam  abgegens
„Kanzler"  Hamburg  Delagoabai  am  28.  Juli  in  Las  Palmas  eingeme:
„Kaiser“.  Delagoabai  Hamburg  am  28.  Juli  von  Las  Palmas  abgegarc
„Admiral“  Hamburg  Delagoabai  am  28.  Juli  in  Delagoabai  —
„General“  Durban  r  Hamburg  am  30.  Juli  in  Suez  eingetroßen.
„Reichstag“".  Hamburg  Beira  am  3.  Juli  von  Sansibar  abgesarm
„Bundesrath“  Hamburg  Beira  am  17.  Juli  in  Aden  eingctrofen.
„Gouverneur“  Hamburg  Beira  am  18.  Juli  in  Rotterdam  eingetreiee-„Präsident“.
  Beira  Hamburg  am  29.  Juli  in  Lissabon  eingetroffen
„Sultan“.  —  «  umsosummBombavemaFtWM
,,Adjutant«.  —  —  am  27.  Juli  in  Mozambique  eingen.t
„Safari“.  —  –  am  30.  Juli  in  Bomday  eingetroffen
        <pb n="623" />
        —  571  —

Anzeigen.

 

 

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  find  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  —

Bekanntmachung.
Im  hiesigen  Handelsregister  ist:
m  16.  Februar  d.  Is.  vermerkt  woren,
  daß  die  von  der  Firma  S.  Micha-#ridis
  zu  Ujiji  in  Tabora  errichtete
weigniederlassung  aufgehoben  und  daß
ie  dem  Kaufmann  Dimitrius  Charkanopulos
  für  diese  Zweigniederijsung
  entheilte  Prokura  gelöscht  woren

  ist;
im  22.  Februar  d.  Is.  die  dem  Kaufkann
  Bernhard  Perrot  in  Lindi
ir  die  Firma  Karl  Perrot  &amp;amp;  Co.,
eutsche  Lindi=  Handels=  und  Plantagenesellschaft,
  Gesellschaft  m.  b.  H.,  erheilte
  Prokura  eingetragen  worden;
m  23.  Februar  d.  Is.  die  dem  Kaufann
  Gustav  Oltmanns  zu  Kilwa
ir  die  Zweigniederlassung  der  Firma
banfing  &amp;amp;  Co.  zu  Kilwa  ertheilte
kokura  gelöscht  und  die  dem  Kaufann
  Felix  Dieckmann  zu  Dar-3-Saläm
  für  die  Zweigniederlassung
erselben  Firma  zu  Dar#es-Salaäm  erheilte
  Prokura  eingetragen  worden;
ii  19.  März  d.  Is.  die  dem  Kaufmann
sonysius  Kroussos  zu  Bismarckurg
  für  die  dortige  Zweigniederlassung
er  Firma  P.  Kroufsos  zu  Langenurg
  ertheilte  Prokura  eingetragen
worden;
u  9.  Mai  d.  Is.  die  offene  Handelsgsellschaft
  Bretschneider  (Sitz  Dar--Saläm,
  Beginn:  1.  Oktober  1900,
esellschafter:  Apotheker  Karl  Bretbneider
  in  Dar-zes-Saläm  und  Kaufann
  Rudolf  Hasche  in  Hamburg)
eingetragen  worden;  (s80
n  19.  März  1801  an  Stelle  des  am
3.  Februar  1901  ausgeschiedenen  Kaufanns
  Max  Steffens  in  Darzesaläm
  der  Kaufmann  Georg  Hoffann
  in  Saninga  als  Geschäftsführer
e  Nufidji-Industrie-Gesellschaft
m.  b.  H.  eingetragen  worden;
i  9.  Mai  1901  die  Firma  Julins
Liegand  (Sitz:  Muanza,  Firmenhaber:
  Kaufmann  Julius  Wieand
  in  Muanza)  eingetragen  worden.

Dar-es-Salam,  den  9.  Mai  1901.
der  Kaiserliche  Bezirkerichter.

 

—...————

Deutasche  Verlags-  Anstalt,  Stuttgart.
Im  Innern

hinass

von  Eugen  Wolf.

Mit  67  Abbildungen  u.  1  Karte.  Elegant
gebunden  5  Mk.  Durch  alle  Buchhandign.

einzusenden.

 

Versteigerungsbekanntmachung.

Am  Samstag,  den  15.  Februar  1902,  vormittags  9  Uhr,  findet  im
Amtsgebäude  des  Kaiserlichen  Bezirksamts  in  Ponape,  Inselgebiet  der  Ostkarolinen,
  die  öffentliche  Versteigerung  des  Landbesitzes  des  am  28.  Oktober  1896
auf  Ponape  verstorbenen  Südseeforschers  Johann  Stanislaus  Kubary  statt.

Der  Landbesitz  besteht  aus:

a)  der  Insel  Taatik  (Mangroveninsel),  an  der  Südseite  des  Hafens  von
Langer  gelegen,  werthvoll  nur  für  den  Holzschlag,  zu  Ansiedelungen  nicht
geeignet,  Schätzungswerth  500  Mark,  etwa  80  ha  groß;

der  Insel  Japutik  (Tschaputik)  oder  Paitik,  im  Norden  des  Hafens  von

Langer  gelegen,  etwa  6  ha  groß,  zur  Anlage  einer  Handelsniederlassung

geeignet,  Schätzungswerth  1000  Mark;

c)  das  Land  Mpomp,  ein  etwa  1000  m  breiter  und  tief  in  das  Innere  der
Insel  Ponape  sich  erstreckender  Landstreifen,  etwa  800  bis  900  ha  groß,
im  Norden  von  dem  schiffbaren  Flusse  Jokola  begrenzt,  1  km  von  der
Regierungsniederlassung  entfernt,  zu  Pflanzungszwecken  geeignet.  Das
Land  ist  unbewohnt  und  noch  nicht  vermessen.  Der  Schätzungswerth
beträgt  15  000  Mark.  Die  ursprünglichen  Erwerbstitel  mit  genauen  Grenzbeschreibungen
  nebst  einer  Karte  sind  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  in  Ponape
hinterlegt.  Der  vorbezeichnete  Landbesitz  ist  unter  Nr.  10,  11,  12  des  bei
dem  Kaiserlichen  Gericht  in  Ponape  geführten  Landregisters  eingetragen.
Die  Versteigerungsbedingungen  sind  folgende:

1.  Sicherheit  für  Freiheit  von  dinglichen  Rechten  dritter,  im  Besonderen  für
etwa  noch  nicht  abgefundene  dingliche  Ansprüche  der  Eingeborenen  wird
nicht  geleistet.

2.  Die  Grundstücke  werden  der  vorstehenden  Aufzählung  unter  a,  b,  c  entsprechend
  einmal  einzeln  und  einmal  zusammen  aufgeworfen.

3.  Die  Ertheilung  des  endgültigen  Zuschlages  erfolgt  nach  Beendigung  der

Versteigerung  an  den  oder  die  Meistbietenden  je  nach  dem  für  den  Nachlaß

ünstigsten  Ergebnisse.

Dem  Versteigerungsbeamten  persönlich  nicht  genügend  bekannte  Bieter

müssen  sich  über  ihre  Kreditwürdigkeit  bei  Vermeidung  der  Zurückweisung

ihres  Gebotes  auf  Verlangen  ausweisen.

5.  Nach  Ertheilung  des  Zuschlages  muß  der  zehnte  Theil  des  Erwerbspreises
sofort  bei  der  Kasse  des  Kaiserlichen  Gerichts  in  Ponape  in  Baar  oder
mündelsicheren  Werthpapieren  hinterlegt  werden.

6.  Steigerungsliebhaber  können  sich  durch  dritte  Personen  vertreten  lassen,
welche  mit  gerichtlicher  oder  notarieller  Vollmacht  versehen  sind.

Ponape,  den  26.  April  1901.  l
Der  Kaiserliche  Vize-Gonverneur.
(L.  S.)  Hahl.

 

 

.§’.-...........—
VVVVVVV  VVVVVVVVV’

 

Fernando  Poo

(Spanische  Insel  gegenüber  Kamerun)

zu  verkaufen  Faktorei  „La  Catalana“  mit  zugehörigen  Grundstücken
Terrains  re.,  bestehend  aus:  a)  Wohnhaus  mit  anschließendem,  sehr
großem  Lagerraum  (beides  mit  Erdgeschoß  und  einem  Stockwerk),  in
einem  großen,  von  Eisengitter  umgebenen  Hofraum,  an  der  Plaga  de
Espauüa,  dem  günstigsten  Punkte  von  Sta.  Isabel,  gelegen.  bö)  Plantage
„Banapä“,  ca.  200  Hektar  groß,  davon  50  in  ertragsmäßigem  Betriebe
(Kakao,  Kaffee),  50  angepflanzt,  100  noch  im  Urzustande,  Alles  vorschriftsmäßig
  abgegrenzt.  Auf  der  Plantage  befindet  sich  ein  neuerbautes
Haus.  C)  ein  Terrain  an  „Paseo  de  los  Mangos“,  ein  desgleichen
am  Strand.  Näheres  auf  Offerten  unter  D.  B.  245  durch  Rudolf
Mosse,  Dresden.  (88)
        <pb n="624" />
        Nachruf.
Am  1.  d.  Mts.,  morgens  3  Uhr,
verschied  sanft  infolge  eines  Schwarzwasserfiebers
  im  Nachtigal-Krankenhause
  zu  Klein-Popo  am  Jahregstage
  seiner  Ankunft  im  Schutzgebiete
der  Königlich  Württembergische  Regierungsreferendär
  1.  Klasse

Richard  Bunz.

Das  Kaiserliche  Gouvernement
betrauert  aufs  Tiefste  den  frühen
Tod  dieses  pflichteifrigen,  tüchtigen
und  allgemein  beliebten  Beamten
und  wird  demselben  ein  treues
Andenken  bewahren.

Lome,  den  2.  Juli  1901.

Im  Namen  der  Beamten  u.  Offiziere
des  Kaiserlichen  Gouvernements:

Horn,
stellvertretender  Gouverneur.

Gicht.

Von  der  Missenschaft  ist  anertannt
und  durch  die  ürztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der

       
    
     
 
  
 
  
    
  
  
 
 

 

  

 

Velt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel
Störungen  (Nierenstein,  Gallenstein,
Blasenstein).  In  Folge  seiner  unbegrenzten

  Haltbarkeit  auch  im  tropischen
  Klima  kann  die  Trinkkur
überall  in  der  Welt  mit  gutem  Erfolg
vorgenommen  werden.  Gebrauchsanweisung
  versendet  die  Brunnen-Verwaltung
  Bad  Salzschlirf.  2%“
Export:  Harder  &amp;amp;  deVoss,  Uumhurg.

 

 

     
   

  

«

S
*  XX

       

 

IIsn:  —  i*m  STont.  Iman  o

2.0/
"0.5hh

W’  125
Alk  0.30

—
0.05

Deutsches  Erdnuss-Cafelöl,

das  Beste  fũün  Safate,  Maounassen.

Dircekter

Hoflieferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  u.  Königs  u.  Sv.  Kol.  Hoh.  d.  Srossherroge  v.  Mecklenb.-Sehwerin

In  Flaschen

 

———————

Feuersicher-Wasseren  ndorchlässig  MWetterfest-#
Gesgen-  Mitzs  -und.  Kalte:isoligend

ERKE  Al  1

uu#scita  .

Wt
—

*.  .

—  —  —  —  —

 

 

 

 

 

  

Neueste  Kühl-  und
Eismaschinen

für  Handbetrieb  direkt  verbm
den  mit  einem  Eisschrank  sowie
auch  für  Kraftbetrieb.

     
  
   
    
 

Oelgas--Anlagen

zu  Beleuchtungs-  u.  BeheizungszZwecken
  für  Ortschaften,  Faktoreien,
  Landhäuser,  IHotels  etc.
Umbhbau  unvollkommener  und  —  1  -

veralteter  Mehr  als  1000  Anlagen  gelieil#.

Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plagwitz

 

Gasaulagen.

 

  
      

Deutsches  Kolonialhaus
Bruno  Antelmann.

Fubhrikversand:

     

    

    
       
 

Zentrale  und  Versand:
5FKLIN  C.,  JFerousalemerstrasse  28.
weiggeschäfte:
Frunkfurt  a.  M.:
Kassel:  Hohenzollernstrasse

Leipzig:  Schulstrasseo  12.
Wiesbaden:  Grosse  Burgstrasse  13.

In  verzinnten  Kannen

       
     

Sehilltin-#“  16.
Alt-  Moabit  und  loel.
harlottenhuru:  Kuntetrassn,  22.
I)resden:  ga  S.

Berlin:  Kronprinzenstiasse  N.

  

    

         
      
        
 

16)

       
        
 

1kg  Ihlt!:0  cin-  von  1  12  25  kg
1.80  Lewogen.  1#  kg  0.90  0.90  0.85  0,80  0.75  M.
        <pb n="625" />
        I  —573

Ag-  p!***§*——

 

 

=  —.0
–  imen  aaul  dem  Eehiete  des  Randeis  und  Ferkeirs,  er  Lndustrie  und  seint.  -e

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drei  Kustchen  =  M.  125.—  netto.)

 

 

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(234)

 

 

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B...414.7NN71979¾09JNA9  I111u
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pans,  Herophons.  lris  etc.  Mias#
harmoniums,  Accordeons  u.  Vorpett
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Philipp

 

 

Simmel

Breslau  V.  *

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—  —

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eifensw
und  Ke  1
oie  Einric  htunges  2#
schmelzen.  Speiselett-  ES—
mehl-  un  Krystall  ..
Xk’aggssrg1Bsussö.-Jonx..«

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einschlägigen  Artikel.  (6e88)

    
 

 

 

 

.  ummer  ————

#  —————*
S—Wm—————  W’n  leno4

2  #  Sas
W##  S—N##  —  en  Wias

Einrichtungen  von  Bäegeleien.  len
Chem.  u.  Farben-Fabriken  #sic  D##
“ür  Rohkaffee,  Koprakerne,  Fable:
Rübenschnitzel:  automat.  Kesseffesel
        <pb n="627" />
        —  676  —

 

 

—  ——
A#  Fimen  uul  dem  Gehisto  des  Handeis  und  Verkahrs,  der  Industrie  und  Technik.  F

 

(Anseigen  werden  jederzelt.  jedoch  aur  für  ein  van#es  Jahr,  angenommen.  H#-  Klistchen  194  mall  =  Mr  45.—,  swol  Kstchen  =  Mk.  .

drei  ILstehen  =  M..  128,—  notto.)

 

 

 

 

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vormals  L.  Schwartzkopff,
BERLIN  N  JA-Z  E□.

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D#ampfmaschinen  und  Dampfkessel  verschiedener  Systeme,

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zumpmaschinen  für  Wasserversorgung  und  Kanalisation,
lektrische  Beleuchtungs-  und  Kraftübertragungsanlagen.

 

   

  
       
  
   
  
    

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für  die  Tropen,
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Wellblechgebäucke,
Wellblechdächer

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Felnblechwalzwerk.

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Aktiengesellschaft,  (em
Rummelsburg-Berlin,

liesern  isolirte  Drühte  und  Kubel
uller  Art  für’'lelephonie,  Telegraphie.
elektrisch  Licht-  und  Krastuber---tragung.
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Staats-  und  städtischer  Behörden.

 

 

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verzinktem  Eisenblech,  leicht,
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#nd  m  den  missgston

dahn  —2

 

 

 

Fried.  Krupp

**
Magdeburg-  Buckan.

EILI  ——  —
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Excelsiormöhlen,
Walzenmühlen,  Kugelmühlen,
Steinbrecher.  (60)
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für  Zucker-,  Kohlen-,
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Feuerspritren,  Pumpen,  Haus-  u.  Gartencpritzen,
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        —  676  —

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drei  ILlstehen  =  M.  125,—  netto.)

 

 

 

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Glaswaaren-Fabrikt,

Berlin  SW.,  Bitterstr.  71.  (#
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Frankfurt  a.  M.,  Neue  Zeil  19.

    

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Huerfübrung.

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Leim
thierischen  Ursprungs,  in  Tafeln
und  Pulverform  empf.

T.  Pproseh,  Ehen.  Werts  „Cers“

Ratibor
Deutschland  (Schlesien).  ()

 

 

 

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Erbsen,  Hafer,  Rloinus,  □s

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Kleunns,  Masch  Falr,

 

 

 

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#e

schrieben  gegen  Einsendun

liegen  vor

 

Reich  illustrirte  Export.

Preislisten  in  vler  Sprachen

über  alle  Arten  Eisenwanron
%sf##dden  wir  an  jeden  Reflek- 



 

 

 

Wanrenbestellungen  vergutet.

 

 

 

 

von  Reichsmk.  1,50,  auch  in

—

 

 

2
S
#
1
9
d
8
2

2
3
3

#  Betrag  Fird  bei  epäteren

Doml
empfohlen  und  ein
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—  Stet  1895
und  leis  te  von  allen  In  der

1
NMaken  jedes  Landes.  Dieser

□
15
-—

###HfIg
bei  leichterer  Arbeit  erwichst.

 

Werkzeuge,  welche  sich  dadurch  und

 

In  Famillen,  Krankenhliusern,  Sanatorien  selt  Jahren  eingefuhrt.

Dr.Teinharde'’'s  Tdhrmittelgesellschaft,  Cannstatft'H###

Amtliche,  zahlenmässige  Belege

osse  Leistungsfähigkeit  unserer  Sägen  urd
urch  billige  Preise  von  selbst  empfehlen  und
sich  in  allen  Ländern  der  Welt  immer  mehr  einführen.
Stets  grosses  Lager.

über  die  ausserordentlich

Bestellen  Sie  Proben,  schreiben  Sie  uns  um  Prospekte  und  Preise!

J.  D.  Dominicus  8  Söhne,  Lai  A#t  ahsiahand.

Elgene  Fabrikation.  Gabrik  gegründet  1822.)  (6#)

hues  Sägen  und  forstliche  Werkseuge  sind  von  vielen  Behörden,  durch  Ministertal-Erlane  und  -Verfügungen  amtlich
führt.  —  u.  4.  auch  vom  Köônilich  Preitestschen  A#in#isterium  für  Candsirti#schaft,  Dondnen  urd  Foraten  in  Lertin  Wrch
777  Ve.  72097)  für  den  Hereich  der  Preutaiochen  Staat,

elt  bel  mlsigen  Proeisen  erwiesen  haben,  wodurob  den  Gebranchern  eine  bedeutende  Mohriein#an

5orytm  —  nachdem  sie  aich  als  weltans  deste

Leichtverdauliches,  5  72  „*r½⅝%⅝4tr½%½
a  K  ku#unt  angenehm  schmeckendes

·
si  a  m  Nähr-  u.  Stürkungsmittel.
derztiiich  sofs  Märmste  empfochfen.

Im  Ausland  noch  General-Depots  zu  vergeben;  Reflektanten
(Käufer  für  eigene  Rechnung)  wollen  sich  dieserhalb  wenden  an

(7.)
        <pb n="629" />
        nbrãer  Bergwerks-  und  Hültten-Var  t
Abteilung:

feste  und  ftransportable  Schmalspurbahnen
vertroten  duroh:

Glässing  §  sSchollwer,  Berlin  W.  oc

(Telegr.-Adresse:  Portativa,  Berlin)
Hefert:  Gleise,  Welchen,  Drehschelben,  Wagen  aller  Artim)
gr  —
cpblantagen-,
MMlein-  unle
Industrie-Bahnen.


    
   

     
    
    
    
    
 
  
 
     

 

  
 

Vertreter  gesucht.
IIlustrirte  Kataloge  gratis.
Ane  Anfragen  nach  Rerlin  erberen.

(su)

 

 

 

Zur  Heilung  der  Malaria

C(Wechsel--  oder  Sumpflleber)

wird  hlerdurch  das  von  der

Ehemischen  Fabiik  auf  Metien  (vorm.  E.Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Ehenocollmhydroehlorteum

Calzsaures  Phenccol)
alen  Beteilligten  bestens  empfohlen.

Eine  g#osse  Reihe  ilalienischer  Aerszte,  u.  A.  die  Dra.  Prof.  Albertonl,
Prof.  Cervello,.  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall’  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  ventur#i
  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  uberraschende  Meilerfolge  —
Malaria  orrielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Ar#zew  (Algier)  und  Dr.  Dapont  in
Boma.  Letsterer  hat  die  offlzielle  Einreihung  des  Medikamente  in  die
staatlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  ealmaure  Phenocoll  elgnet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  MKartinez  A.  Vargas  in  Barcelona  sur  schnellen  und

Bellung  dee  Keuchbuetene.

Man  wende  sich  ween  des  Erbalte  von  Phenocollum  hydrochlorietmn.
vegen  Litteratur  und  G  gen  an  die  Vertreter  der  oben-K#e####nten
  Firma,  nlmlich:
Hamburg:  Gebrücder  Oidenbury;
Bareelona:  J.  Espiell;
London:  A  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  .  C.  9  u.  10  St.  Wary-at-Hll;
Moskau:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co
New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  8  nilian  Street;
Paris:  Max  Fröres,  31  rue  des  petites  Ecurles;
Ro  de  Janelro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;
Buenos  Aires:  Dego  Gibson,  192  befensa.

 

(es)

 

 

 

 

 

ISAnnneiweise

seit  Jahren  auch  in  den  Tropen  ——.——
und  von  vielen  Aerzien  empfohlen:

Burk'“  Pepein-  +Wein  #

bei  Verdauungsstörungen;
Burks  Chise  „WMalçasier
tärkungsmittte

Sn  —  rar.  "5  “
bern  und  deren  Folgen;

Burk:  Elsenchina  Wesn

Blutarmuth

bun  Coca  ·  Wein  a  e##.

tärkung  des  Nervensystems;
urrr  4  Condurango-Wein
bei  chronischen  Magenleiden;

Burk's  Cascara-Sagrada-Wein
bei  Leber-  und  Darmleiden;

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Versand  nach  allen  Erdthellen.

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Sbsruneest.  und  Jiltet.  Prüparnte.

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Hunstlg  bel  Dleringhausen  (BRheinland).
Berlin  C.,  Rosenstr.  1,  und
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Nürnberg,  Reuterstrasse  4.
proviant  aller  Art,
haltbar  1#ur  die  Tropen,
für  Messen,  Stationen,

Faktoreien.  Expeditionen,
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  etc.  —  Umfass.
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        Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin-Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,
interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

551%  Creolin  vernichtet  selbst  die  furchtdarsten
  Geriche,  wihrend  1%  Carbol  fast  ohne
Wirkung  blieb.“

(Dr.  med.  E.  v.  Esmarech,  Hyg.  Inst.,  Beriln.)

„Cholera  aslatica  Baelllen  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  2%  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  uhll.  J.  Klsenberg,

Hys.  Dntv.-Inst.,  Wien.)

Das  Creelln-Pearsen  ßadtet  die  Cholera-Baelllen
  ln  ½prFroeent.  Verdfnn  In  15  Win.z
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  83—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darmtnhalts
  eingiebt.  Dr.  —  he

„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  biasher
die  diphtheritischen  Bellge  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patient  in  vollstindigem  Delirium,
Puls  150.  Temp.  41.5  «

EBOOK-oh  sMospckooliklsbslstiouu  etc.
die  Temperatur  auf  37.5,  Pals  anf
8  herab.  Dr.  Leo  Rabener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).
"„Das  Creolfn-Pearseon  wirkt  entschieden  viel
stirker  als  die  Carbolslure  auf  Eiterkokken,
Typhusbascillen  und  Cholerabscillen.“
Dr.  med.  Elsenberg,  Wien.)
„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Cree-I#
  -Pearsen  in  dem  Araneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  —  und  Darmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  Hlller.  Breslan.)
„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  C  Person  undedenklich  den
Hebammen  und  Lalen  in  die  Hand  gegeben
werden.“  (Dr.  med.  Mineponulus,  Müuchen.)
i"Es  steht  für  mich  fest.  dass  das  Creollu-Pearson
  eine  eminent  antiseptische  Kraft  besitzt.“
  (Dr.  med.  O.  Purischer,  Klagenfurt.)
Wer  das  Creolin-Pearson  einmal  kennen

and  schltzen  gelernt,  giebt  es  nicht  wieder
auf.“

 

„Das  Creolin  ist  ein  vorzüglichen  Rucdemittel;
  ich  habe  diesbezügliche  zablreiche  Erfahrungen
  bei  Dermatodektes  —  Rnude  der
Schafe,  Sarcoptes  —  Rlade  der  Hunde.  Schafe
und  Kaninchen,  Dermatophagus  —  Ruade  der
Kaninehen  und  Dermatoryktes  —  Runde  des
Gelflügels,  gemacht.  Aunch  gegen  Akarnemilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Croeolin  ist  ferner  ein
kruftiges  Antiparastfticum  gegen  pflanzliche
Parasiten  (Trychophyten.  Favuns)  u.  Gregarinen
(Huhnerdiphtherie).  Endlich  ist  Creolin  ein
sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Liuse,  Lausfliegen,  Haarlinge.
  Federlinge,  Fliegen.  Kräftige,  ansgewachsene
  Zecken  wurden  durch  einige  Tropfen
3%  iger  Creolinlösung  nach  15  bis  20  Minuten
Petedtet-  Radekranke.  mit  zahlreichen  Zecken

ehaftete  Schafe  wurden  durch  ein  einmaliges.
Creolinbad  (2½00)  vollständig  von  den  Zecken
befreit.

Für  eine  Desinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenständen  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—500  igen  wisserigen  Lösung
sehr  wirksam.  Auch  Creolin-Desinfektionapulver
zum  Einstreuen  in  Stallungen,  Jaucherinner,
Jauchebehlter  ete.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.Dr.  med.  Fröhner,  Dlr.  d.  Pharmak.  Inst.
#i.  chierärztl.  1.

4er  NJ——9
lanbn  -S#damerik,  Sampftehifflabrte-Kesoll.
XIL  J.  Mal  1692.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Pearson"  seit  einiger
  Zeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  ein-Keführt
  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der
Brasilronte  in  reichlichem  Maassse  mitgegeben
baben.  Nach  den  übereinstimmenden  Berichten
nserer  Kapitäne  hat  sich  dasgelbe  als  ein  sehr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen.  das
in  der  Fleb  perlode  die  besten  Deenste  geleistet;:
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinfleiren
der  verschiedenen  Rlumlicshkeiten,  sondern
auch  in  vielen  Flllen  als  Medikament  verwandt

Dr.  med.  Kortlm,  Schwerfu.)  und  konnen  wir  das  bei  einigen  Dampfern:  Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folgen“

CREOLIN-PEARSON

zerstört  dle  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille),  gegen  Hlmorrhoiden,

iat  unubertr.  bei  Erfrierungen,.  Verbrennungen,

findet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken,

findet  Anwendung  in  Spitllern  der  Armee.

in  Schulen  angewendet,  vernichtet  Krankheitskeime.


In  Krankenhlusern  ausgedehnt  gebraucht,

au  einem  Pfund  weiche  Schmierseilfe  sollte
immer  ½  Theelöffel  voll  gegossen  werden,

*2  Zecken,  Lluse,  Lausfliegen  etc.

ei  Insektenstichen  sofort  pur  anfgerieben.

verhltet  Blutvergiftung,  das  Jucken  hört

ist  vollkommen  ungittig,  (sofort  auf,

vermindert  den  Eiter.

verhltet  Fluulniss,  für  Branereien,  Gerbereien,
eto.  wichtig.  s

vookkomklzodoatungmtdiocobuktshslkoJ

 

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begrũndet?

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolut  ungiftig,  ist  es  für  die
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giftig  als  die  Carbolsäure,  hat  blut-  und

sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
gebraucht  werden,
Hounde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen,
bleiben  gesund,.
½  Theeldffel  voll  im  Scheuerwasser  volnift  die
BSogen  pflanzliche  Parasiten,  Luft,
z  en  Kornwürmer,
8  ige  Lösung  vernichtet  Milzbrandsporen.
alle  Eigenschaften  des  Creolin-Pearson  sind
medizinisch  festgestellt.
sollte  in  keinem  Hause  oder  Stall  etc.  feblen,
greift  kein  Gewebe,  Holz  oder  Metall  an.
wirkt  blutstillend.  schmerzlindernd,
egen  Ungeziefer,  Krätze,  Filzläuse.
biere,  damit  gewaschen,  bleib.  fr.  v.  Ungezieler,
werden  auch  von  Fliegen  nicht  ange  griffen.

schmerzstillende  Eigenschaften,  beschränkt  die  Eiteru'ng,  reini

sehr  billig.  Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekannt.“"
Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaftliche  Arbeiten  über  Creollp-Pearson  (es  sind  deren  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugenandt.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,
alle  anderen  weise  man  zurück.

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.

 

 

Das  Wort  Creolln  ist  nein  Eigenthun
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarkke
  gesetzlich  geschützt.  Derzzusstz
„Pearson“  ist  sur  grösseren  Sieherheit
  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

möge  aus  den  nachtalganden  Gut—
eine  grössere  Anzuhl  dieser  hocheingetretene

  rliche  Fernbleiben  von  Krankheitsfullen
  and  der  —M——.
n  Biten  um  —  elle  dem  boitener

  Kapitine  GEordne  auagiebigon
brauohbo  dieson  Mittols  zusebreiben.

Hamburg-Sudamerik.  Dampfschifffahrte-Ges.
ges.  Ad.  F.  Dernitl.  Buroennchef.

Kelne  Blatvergiltung  mehr:  Dr.  Vopelius
in  Degerloch  bei  Stuttgart  sehreibt:  „Fast
täglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Bluattern
von  Todesfullen,  welche  durch  Blutvergiftung
nach  kleinen  unscheinbaren  Verletzungen  herbeigeführt
  wurden.  —  Jeder  neue  mir  zu  Gesicht
  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Stich
in  das  Herz.  Die  Thatsache,  dass  Aberhsupt
noch  eine  Blutvergiftung  trots  rochtzeitiger
Irstlicher  Behandlung  tödlich  verllaft.  schmern.
mich  um  so  mehr.  h  mit  dem.  meinen
Kollegen  schon  vor  drel  Jahren  im  Aersztliches
Praktiker  —  Abhandlung  uber  „innere  Antisepsis“
  übergebenen,  an  mir  selbst  sweimal
erprobten,  absolut  sicher  hetfenden  NMittel,
dem  Creolin-Pesraon,  Iimmer  und  immer  wieder
neue  Erfolge  aufubuweisen  in  Stande  bin.  Es
dranzt  mich  deshald,  sur  V#  tang  #  ssterr
Sterbefulle  heute  durch  die  allgem  Prase
auf  das  Creolin  als  xweifellos  sieheres  Heilmittel
  gegen  jede  Blutvergiftang  aofmerks#an
zu  machen.  An  118  Fullen  du  ich  imnerhalb
  sieben  Jahren  die  Wirkuamkeit  dienes
herrlichen  Medikaments  bestitigt  fnden.  Die
Anwendung  desselben  int  eine  sehr  einfiche.
von  jedem  Lalen  leicht  ausführbare,  da  es  beziebentlich
  etwaiger  Giftigkeit  durrhaus  urschldlich
  ist.  Zur  Verhotung  der  Blutvergiftung
  wischt  wan  jede  noch  #0  kleine  Wunde
mit  Creolin  ans.  Das  Letstere  be#re#itet  man
sich  sehr  leicht,  indem  man  in  eine  Kaffeetaene
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropfen  Croolis=PFearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Auswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  dieselbe
mit  einer  mit  diesem  Wasser  Ketrinkten  lainenen
  oder  Gasebinde.  Nach  dvrei  bis  vier

 

 

     
     
   
   
     
   
  
  
 
 
 
  

zogeon  Huhnerdiphtheritis.  ç
man  entwickele  in  Krankenzimmern  beise
C'#olindunpt  (greifes,
desinfflziert  die  Wusche.  ohne  dieselbe  anzaausgezeichnet
  gegen  Schweissfünse,
½/20%  Lösung  verhltet  das  Sauerwerden  der
Brühe  in  Gerbereien
Abffus-kanlle  sind  mit  Crecolin  un  desinfires.
verhhtet  ansteckende  Krankbeiten.
heilt  in  einem  Bade  Rlude,  Manke.  Schorf  ete.
einige  Tropfen  in  warmes  Wasser  heilt  Zahe-Eegen
  Blasen-  und  Darmkatarrh,  Ischmerzen,
ist  allen  D  kekti  Htteln  vorznzieben.
Creolinpulver  sollte  in  keinen  Kloset  fehles,
10%ige  Creolinseife  heilt  u.  verhhtet  Ausschlag,
Creolin-Lanolinseife  wacht  die  Haut  sehr  geschmeidig.


grosse  und

,  desinfizirt  und  ist  auch

 

 
  
 

(en)
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        Ein  Naturschatz
Von  Weltruf.

 

 

579

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Bei  Leberleiden,  Malaria,  Dysenterie  und  andern  Tropen-Affektionen.

 

Dynamit

ind  Kcherheitssprenguofe

(676)

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Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

MNey’s  Sioftwäsche
Damen-  und  Kinderwäische
Korsetten
Merren-Wäoche
Tisch-  und  Bettwillsche
Taschencher

Leinene  und  baumwoll.  Stoffle
Kleider-  und  Besatz-Stoffe

Gardlnen  und  Möbel-Siole
Teppiche
Damen-Konfektion

Trikotagen,  Strumpfwanren
Pelzwaaren
Herren-  Garderobe
D#te  und  Möützen  für  Herren
und  Knaben
Kravatten
Kkluder-Garderobe
Schuhwaaren
Regenschirme
Uhren,  Musikwerke
Optische  Waaren

 

 

Schmuck  -  Gegenstände
Echte  Silberwaanren
AMlenidewaaren
Vernickelte
und  Meselngwaaren
Klanderwagen
Kindermoöbel
Holzwansren
Wirtaschafts-  Artike!
Lederwanren
Reise-  Utensillen

 

Kurz-  und  Stahlwanren
Jagdsport-Artikel
Teschings  und  Revolwer
Kunstgusswasren
Splelwanren
Cigarren  und  Cigaretten
Jabake  und  Rauchrequlsiten
Tolletteselfen  und  Parfüms
Schokolade,  Kal#o
Thee,  Biskults,  L  IKöre
Brielfpaplere.

 

Nichtgefallende  Wanren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.

(en)
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        —  580  —

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betriebenen  Pumpen.

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Tier  bohrgeräthe  und  Werkzeuge  nach  eigenem,  von  Autoritäten  lobend
anerkanntem  System.

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Specialitäten:
9  Fabrikate  zu  techn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummi;
ID)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,
«  Vollreilen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  s.  w.;

c)  Gummi-Fabrikate  zu  chirurgischen  Zwecken  aller  Art;

d)  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbende,  Matten  und  Läufer,  Copirblätter,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

I)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken,  sowie  Stofft  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

)  Guttapercha-Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;

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Kleinigkeiten  nicht  unbeachtet  lässt,  die  Erlebnistse
und  Eindrücke  des  KAugenblicks  wiedergiebt,
bat  er  sein  Werk  zu  einem  anmutbig  unterbaltenden
Lesebuche  gemacht,  das  der  Leser  mit  wa#imer  Theilnahme
  für  den  Verfatser,  an  pvlelen  Stellen
auch  mit  boher  Spannung  geniessen  und  sicher
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Dr.  114  v.  18.  Mai  1001  schreibt:
Dadurch,  dass  der  Uerfasser  nicht
darauf  ausging,  ein  wissenschaft.

 

 

 

 

 

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Dr.  Alfred  Simmermanns  Werk:  „Di##
Europäischen  Holonien“  darf  als  ein  treffliches
  Pand-  und  Lehrbuch  der  enropäischen
Rolonialpolitik  bezeichnet  werden,  welches  weiten
Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen

Frankreich
ran  reic  8.  einer  nutzbringenden  Weltpolitik  giebt.

Von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart.  Die  vorangegangenen  drei  Bände  umfassen:
.  Von  NSZ—d.  1.  Die  Rolonialpolitik  portugals  und
«  ·:  Spaniens.  Mk.  10,—,  geb.  Mk.  11,50.
Dr.  Alfred  Zimmermann.  Bd.  II.  Die  Rolonialpolitit  Großbritanniens.
(Vierter  Band  des  Werkes:  „Die  Europäischen  Erster  Theil.  Mk.  10,—,  geb.  Mk.  11,50.
Rolonien“.)  RB3B,0d.  III.  Die  Rolonialpolitik  Großbritanniens.

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Aus  den  hier  dargelegten  Erfah
rungen  kann  der  Lefser  jeder  Partei  J  C.  9.  Mitller  &amp;amp;  Sehn,  Herlin  V12,  z
vielerlei  Beachtenswerthes  für  die  Be  Krafe  68—71.
urtheilung  heutiger  kolonialer  Ange--  1#  —
legenheiten  entnehmen.  *  Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen.

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  der  Erlasse  und  internationalen  Vereinbarungen,
2—tteie  für  die  deutschen  Kolonien  maßgebend  sind,  über-——i'
  sichtlich  und  bis  auf  die  neueste  Zeit  sammelt,  wird
——ss  lles#,  welche  zu  unseren  Kolonien  Beziehnugen  unterhalten,
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(19,
grösste  deutsche  Raubthieriallen-  Pahn

r2  “  E.  Grell  &amp;amp;  Co.,  Haynau  Ehles..

Prmlirt  mit  silbermen  u.  goldenen  M.  daillen.

 

 

 

N
st  Kraft,!
—

Ferdinandua#t#as#  483.
übernimmt  jede  Cemmilen  und
Speditien  nach  und  von

  

 

 

(617)

 

 

 

 

z###s"s#s-—

 

 

 

 

Xlest.  deutsche  Schaumweln-Kellere
Gegründet  1826.  (i!

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  extra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Hofieferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
Hoheit  der  Herzogin  Wera.  Grossfürstin
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  Deutschen
Roichskanzlers,  sowi-  #inler  Cazinos.

nteistengzurregelmässigen  ärztlichen

  Rapport-  u.  Berichterstattung

über  die  Kaiserlichen  Schutztruppen.

Vom  1.  Oktoher  1900.  Preis  /¼  1.25.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SW.2.
        <pb n="640" />
        —  588  —

WOo  ERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschifstahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

Am  5.  August:  P.  D.  „Gretchen  nohlen“  Capt.  Schuldt.
via  Autwerpen  bvach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro.

Am  10.  August:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Brinkert,.

via  Southampfton  nach  Madeira,  Liberia,  Axim,“  Secondee  7  Cape  Coast,  Accra,’
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longsi,  *  Plantation,  *  Kribis  und  Fernando  Fo.

Am  15.  August:  P.  D.  „Lullu  Bohlen“,  Capt.  Milz,
via  Antwerpen  nach  Senegal,  Liberia,  Elfenbeirküste,  Accra,'  Kongo  und  Angola-Am

  22.  August:  P.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach.  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  August:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Martens.

via  Rotterdam  nach  Liberia,'  Accra,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kameruz.
und  Congo  Francçais.

Am  1.  September:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Spiesen,
via  Rotterdam  nach  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Erxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.
4  Güter  müssen  zees  Tagpe  vor  dem  459anosdafum  bis  12  Uhr  mittags  länpsseigte  sein-Näaberes

  wegen  Fracht  und  Passafe  ertheilt  die  Woermann-Linie
*  Jur  für  Post  und  Passagiere.  (1)  TMnmburg,  Afrlka-Haus,  Cr.  Relchenstr.  25/3.

Deutsche  Ost-  Afrila-Linie.

Regelmäiässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrug  mit  dem  Denutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
LEs  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  -ab  Neapel:

R.  P.  D.  „Präsident",  Capt.  Zemin  14.  August  30.  Augur

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Wombasss.  Tanga,  Dar-es-Sa-äm.,  Zanzibar,  Kilwa.  Liad.
Nikindani,  lbo,  Mozambique.  Chinde,  Beira  und  Guelimane.  ab  Bamdurg:  ab  Neapei:

R.  P.  D.  „Herzog“,  Tapt.  Ganhe  .  .  —  Ich-gut

RPD,,sstI-kal«(’-ika’m-1h-I....  .....28«ugustlssept.

mit  Passagieren  nuch  Port  Said,  Suez.  Aden,  Tanga,  Oar.es-Saläm,  Zanzibar,  Mozambique  sowie  mit  Passagieres
und  Ladung  Dach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  ab  Hamburgq:  ab  Las  Daimas.

R.  P.  D.  „Kalser“,  Capt.  Weisskam  14.  August  26.  August
’mit  Passagieren  und  Ladung  nuch  Kapstadt,  Port  ellrabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.
Die  Dampfer  Raben  vorzuloliche  Einzichfungen  ##r  PEnssacoiere  tn  allen  Klassen.

Direkter  Durchrerkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nu#ch  #mmtlichen  Anlaufhülen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten  #r
In  Hamburg  cgen  Passage  die  Hrmbry-4dmerika-Linie,  Abtheilung  Personen-  Verkehr,
rowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Jiersche  Ost-A4/###AG-  Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25,  33.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  2  Sohn,  Berlin  SW  12.  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Auoun  1901  um  6  Uhr  nachmitsagqs.

 

 

——  —  —  —
        <pb n="641" />
        deullu  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Hersnegeeben  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswirligen  Amts.

 

—–  —

Tl.  Jahrgang.  *1  *  gerlin,  15.  August  1901U0.  Unumer  46.

—  —  —  —  .  –————  —  4  ––—.  W  -[V..

diese  gVeitschrist  erscheint  in  der  Frgel  am  1.  und  15.  *8*  Monat#.  —.  werden  als  Veibeste  bei  erng  de  —.  einmal  vierteljährlich
recheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungereisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Sebutzgebieten“,  horausgegeben  von  Dr.  Freiberr
Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementopreio  fur  das  Kolonialblatt  mit  den  Berihrsten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
1  uchhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifsband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Sterreich  Ungarn,  M..  .75  für  die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
ernst  Siea#ried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  s711  Kochstr.  668—71,  zu  richten.  —#  in  der  Zeitungs.  Preisliste  für  1901  unter  Nr.  280.)

 

inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betreffend  die  Bestellung  von
Vertretern  in  Grundbuchsachen  S.  580.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Samoa,  betreffend  die
Einfuhrung  der  deutschen  Reichomarkwährung  S.  590.  —  Instruktion  für  die  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebietes
Samoa  S.  590.  —  Personalien  S.  591.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  591.  —  Deutsch-Ostafrika:  Berichte  über  den  Bezirk
Kilossa  S.  592.  —  Bericht  über  eine  seuchenartige  Pferdekrankheit  in  Dar-es-Saläm  und  Umgegend  S.  595.  —
Kamerun:  Bereisung  des  Gebietes  sudlich  und  südöstlich  von  Joko  (mit  Kartenskizze)  S.  595.  —  Südkamerun-=Grenzexpedition
  S.  597.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Organisation  des  Sanitätswesens  in  Südwestafrika  (mit
Skizze)  S.  597.  —  Tclegrapbische  Verbindung  Windhoek  —  Swakopmund  S.  599.  —  Geschäftsumfang  der  Postagentur
  in  Swakopmund  S.  599.  —  Bericht  über  das  Auftreten  eines  Kometen  S.  599.  —  Samoa:  Rundschreiben
des  Kaiserlichen  Gouverneurs  an  die  Missionen  des  Schutzgebietes  S.  599.  —  Die  Selbstverwaltung  der  Samoaner
S.  599.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  6000  —  Aus
fremden  Kolonien  und  Produktionogebieten:  Europäische  Reisende  in  Britisch=  Uganda  S.  605.  —  Die
Theeindustrie  in  Indien  und  Ceylon  S.  605.  —  Einführung  des  Hopfenanbaus  in  S#o  Paulo  S.  606.  —  Indochinas
  Kautschukerport  im  Jahre  1900  S.  607.  —  Die  Goldproduktion  Rhodesias  im  Juni  und  im  ersten  Halbjahr
  1901  S.  607.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Ausstellung  wirthschaftlicher  Sammlungen  aus  Deutsch-Ostafrika,
  dem  Malayischen  Archipel  und  Britisch-Indien  S.  607.  —  Sopnderausstellung  aller  Vertheidigungomittel
gegen  die  Seekrankheit  S.  608.  —  Litteratur  S.  608.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  609.  —  Verkehrs-Nachrichten
S.  609.  —  Anzeigen.

...

 

 

Amtlicher  Theil.
Geseßze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

 

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Kamerun,  betreffend  die  Bestellung
von  Vertretern  in  Grundbuchsachen.

Auf  Grund  des  §  3  der  Koaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen
Schutzgebieten,  vom  9.  November  1900  (Reichs-Gesetzbl.  S.  1015),  wird  hierdurch  mit  Ermächtigung  des
Reichskanzlers  für  das  Schutzgebiet  Kamerun,  was  folgt,  verordnet:

Personen,  für  welche  Rechte  an  Grundstücken  des  Schutzgebiets  im  Grundbuch  eingetragen  vurde
sollen,  haben,  wenn  sie  weder  im  Schutzgebiete  wohnen,  noch  sich  dauernd  daselbst  aufhalten,  auf  Erfordern
des  Grundbuchrichters  einen  Vertreter  im  Schutzgebiete  für  alle  die  erste  Anlegung  des  Grundbuchblatts
betreffenden  Angelegenheiten  zu  bestellen  und  dem  Richter  zu  bezeichnen.  Das  Gleiche  gilt  für  Gesellschaften,
  die  im  Schutzgebiete  nicht  ihren  Sitz  haben.

Die  Erfüllung  dieser  Verpflichtung  kann  durch  Ordnungsstrafen  bis  einhundert  Mark  erzwungen
werden.  Auch  kann  der  Richter  in  Fällen,  in  denen  ungeachtet  der  Verhängung  von  Ordnungsstrafen  die
Bestellung  eines  Vertreters  binnen  einer  der  Partei  bekannt  zu  gebenden  Frist  nicht  erfolgt,  einen  Vertreter
von  Amts  wegen  bestellen.

Gegen  die  vorbezeichneten  Verfügungen  findet  Beschwerde  nach  den  für  Grundbuchsachen  geltenden
Vorschriften  statt.

Buöa-Kamerun,  den  24.  Juni  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  v.  Puttikamer.
        <pb n="642" />
        —  590  —

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Samoa.

Auf  Grund  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  17.  Februar  1900,  betreffend  die  Ausü
konsularischer  Befugnisse  und  den  Erlaß  polizeilicher  und  sonstiger  die  Verwaltung  betreffender  Vorscht
in  Samoa,  wird  hierdurch  verordnet,  was  folgt:

81.
Vom  1.  Juli  1901  ab  gilt  im  Schutzgebiete  von  Samoa  die  deutsche  Reichsmarkwährung.
82.
Von  diesem  Zeitpunkt  an  gelten  als  gesetzliche  Zahlungsmittel  die  Zwanzigmarkstücke,  Zehnn
stücke,  Zweimarkstücke,  Einmarkstücke,  Fünfzigpfennigstücke,  Zehnpfennigstücke,  Fünspfennigstücke,  Zweipfen
stücke  und  Einpfennigstücke.

83.
Außerdem  werden  die  nachstehenden  nichtdeutschen  Goldmünzen  als  gesetzliche  Zahlungsm
angenommen  und  es  wird  ihr  Werthverhältniß  zur  Reichsmark,  wie  folgt,  bestimmt:

1  Pfund  Sterling  englisch  20,42  Mark,

10  Schilling..  ..  .  .....  10,21
20  Dollar  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  =  8338,80
10  -  -  -  -  -  -  —  41,90  -
5  -  2  -  -  -  -  —  20,95  =
2½  -  -  -  -  10,45

Dem  Gouverneur  bleibt  vorbehalten,  für  die  einzelnen  vorstehend  ausgeführten  Goldmünzen

anderes  Werthverhältniß  festzusetzen,  zu  welchem  sie  als  gesetzliche  Zahlungsmittel  anzunehmen  sind.
84.

Andere  als  die  in  den  §§  2  und  3  bezeichneten  Münzen  gelten  von  dem  Inkrafttreten  die
Verordnung  ab  nicht  mehr  als  gesetzliche  Zahlungsmittel.  Jedoch  werden  englische  Silbermünzen  und  sokttder
  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  auf  die  Dauer  von  zwei  Jahren  von  den  öffentlichen  Kassen  d
Schutzgebietes  mit  der  Maßgabe  in  Zahlung  genommen,  daß  der  Schilling  gleich  einer  Reichsmark,  de
Silber-Dollar  gleich  vier  Reichsmark  gerechnet  werden.

Die  öffentlichen  Kassen  sind  nicht  verpflichtet,  von  demselben  Einzahler  bei  einer  Zahlung  meb
als  20  Schilling  oder  5  Silber-Dollar  anzunehmen.

Dem  Gouverneur  bleibt  vorbehalten,  die  Frist,  innerhalb  welcher  diese  Silbermünzen  von  de
öffentlichen  Kassen  in  Zahlung  genommen  werden,  bis  auf  höchstens  zwei  Jahre  zu  verlängern.  2##
Gouverneur  bleibt  weiter  vorbehalten,  ein  anderes  Werthverhältniß,  nach  welchem  diese  Silbermünzen  i
Zahlung  zu  nehmen  sind,  festzusetzen.

85.

Die  Verpflichtung  zur  Annahme  der  durch  diese  Verordnung  als  gesetzliche  Zahlungsmittel  ur:
für  die  Dauer  der  Einlösungsfrist  als  einlösbar  bezeichneten  Münzen  findet  auf  durchlöcherte,  auf  ander
als  durch  den  gewöhnlichen  Umlauf  im  Gewicht  verringerte,  imgleichen  auf  nachgemachte  oder  verfallich.
Münzstücke  keine  Anwendung.

86.

Echte  Reichsmünzen,  welche  infolge  längeren  Umlaufs  und  durch  Abnutzung  an  Gewicht  eda
Erkennbarkeit  erheblich  eingebüßt  haben,  Reichsgoldmünzen  jedoch  nur,  sofern  ihr  Gewicht  um  nicht  me
als  fünf  Tausendtheile  hinter  dem  Normalgewicht  zurückbleibt,  werden  von  den  öffentlichen  Kassen  de
Schutzgebiets  zum  vollen  Werth  angenommen,  aber  nicht  verausgabt,  sondern  auf  Rechnung  des  Ree
eingezogen.

Apia,  den  15.  Juni  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(gez.)  Solf.

Instruktion  für  die  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebietes  Samoga.

In  Ausführung  der  Verordnung  vom  heutigen  Tage,  betreffend  die  Einführung  der  deutscher
Reichsmarkrechnung,  ergeht  folgende  Instruktion  an  die  öffentlichen  Kassen  des  Schutzgebietes:
§  1.
Gewaltsam  beschädigte,  aber  vollwichtig  gebliebene  echte  Reichsmünzen  sind  anzuhalten,  durch  8
schlagen  oder  Einschneiden  für  den  Umlauf  unbrauchbar  zu  machen  und  alsdann  dem  Einzahler  zuruazugeben.
  Diese  Bestimmung  findet  keine  Anwendung:
        <pb n="643" />
        591

1.  auf  Münzen,  deren  schadhafte  Beschaffenheit  von  Mängeln  bei  der  Ausprägung  herrührt,
2.  auf  Münzen,  deren  Beschädigung  so  geringfügig  ist,  daß  dadurch  ihre  Umlaufsfähigkeit  nicht
beeinträchtigt  wird.

*  2.

Durch  gewaltsame  oder  gesetzwidrige  Beschädigung  am  Gewicht  verringerte  echte  Reichsmünzen
r  150  des  deutschen  Strafgesetzbuches)  sind  anzuhalten.

Liegt  der  Verdacht  eines  Münzverbrechens  gegen  eine  bestimmte  Person  vor,  so  ist  unter  Vorlegung
es  Münzstücks  und  einer  kurzen  Verhandlung  dem  Gouvernement  Anzeige  zu  machen.

Liegt  ein  solcher  Verdacht  nicht  vor,  so  ist  das  Münzstück  durch  Zerschlagen  oder  Einschneiden  für
en  Umlauf  unbrauchbar  zu  machen  und  dem  Einzahler  zurückzugeben.

Diese  Bestimmungen  finden  keine  Anwendung  auf  Münzen,  welche  von  Eingeborenen  zwecks  Ver-#endung
  als  Schmurckstücke  durchlöchert  und  in  Unkenntniß  der  bestehenden  Vorschriften  als  Zahlungsmittel
ei  einer  öffentlichen  Kasse  angeboten  sind.

83.
Nachgemachte  oder  verfälschte  Reichsmünzen  (§§  146  bis  148  des  Strafgesetzbuchs)  sind  anzuhalten.
Für  das  weitere  Verfahren  sind  die  Bestimmungen  des  §  2  Satz  2  dieser  Instruktion  maßgebend.

Apia,  den  15.  Juni  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(gez.)  Solf.

 

 

Perwpnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Geheimen  Legationsrath
  und  vortragenden  Rath  im  Auswärtigen  Amt  Schmidt-Dargitz  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des
hm  verliehenen  Komthurkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  spanischen  Ordens  Karls  III.  zu  ertheilen.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  23.  Juli  1901.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmann  und
Kompagniechef  Schlobach  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  den  Rothen  Adler-Orden
  4.  Klasse  zu  verleihen.

 

———  –.  —.....

·  .  —  —

 

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann  ist  nach  6⅛.,Q
monatiger  Abwesenheit  von  seiner  Studienreise  nach
Niederländisch=  und  Britisch=  Indien  zurückkehrend
mit  dem  Reichspostdampfer  „König"“  in  Dar-es-Salam
  eingetroffen  und  hat  die  leitenden  Geschäfte
bei  der  Kulturabtheilung  wieder  übernommen.

Die  Leutnants  v.  Parish  und  Schwartz,  Oberarzt
  Dr.  Exner,  Assistenzarzt  Leupolt  sowie  die
Unteroffiziere  Opalla,  Linke,  Ueberück  und
Scheffel  haben  die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet
am  2.  d.  Mts.  von  Neapel  aus  angetreten.

Der  Aktuar  Langenbeck  wird  die  Ausreise  nach
Ostafrika  am  30.  d.  Mts.  über  Neapel  antreten.

 

 

 

 

Hauptzollamtsvorsteher  Broschel  und  Bezirksamtsvorsteher
  Voigt  sind  mit  Heimathsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

Der  Schiffszimmermann  August  Biederstedt
hat  am  31.  Juli  d.  Is.  die  Ausreise  von  Hamburg
aus  angetreten.

 

 

Ramernn.

Die  Leiche  des  in  Kamerun  verstorbenen  Grafen
Maximilian  v.  Oberndorff  traf  mit  dem  fälligen
Postdampfer  „Lulu  Bohlen“  im  Hamburger  Hafen
ein  und  wird  demnächst  nach  Neckarhausen  (Bezirk
Mannheim),  der  Heimath  des  Verstorbenen,  zur  Beisetzung
  übergeführt  werden.

Leutnant  v.  Möllendorff  hat  die  Ausreise  in
das  Schutzgebiet  am  10.  d.  Mts.  von  Hamburg  aus
angetreten.
        <pb n="644" />
        Der  Stationsleiter  Polenz,  der  Materialienverwalter
  Rudolf  Siegert,  der  kommissarische  Sekretär
  Hahn  und  der  Senn  Ludwig  Sontheim  haben
am  10.  August  die  Ausreise  nach  dem  Schutzgebiete
angetreten.

 

Der  Baumeister  Drees,  der  Stationsleiter  Romberg
  und  der  kommissarische  Bureauassistent  Göhring
  sind  mit  Heimathsurlaub  in  Deutschland
eingetroffen.

Cogo.

Der  Assessor  Graef  und  der  für  den  Bau  der
Landungsbrücke  und  Eisenbahn  in  Lome  als  Bausekretär
  angenommene  Techniker  Theodor  Seiffert
und  der  für  den  Brücken=  und  Eisenbahnbau  angenommene
  Bauaufseher  Vetter  haben  am  10.  d.  Mts.
die  Ausreise  nach  Togo  angetreten.

 

Der  Regierungs-Civilsupernumerar  Karnetzki
aus  Lome  ist  am  26.  Mai  d.  Is.  aus  dem  Schutzgebiet
  in  Hamburg  eingetroffen.

 

592  —

Südwestafrika.
Der  Regierungsbaumeister  Laubschat  ist  am
22.  Juni  in  Swakopmund  eingetroffen  und  hat  am
1.  Juli  seine  Dienstgeschäfte  übernommen.

Der  Postsekretär  Thomas  wird  am  22.  August
die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  antreten.

Der  Gefreite  Matthias  Gerlspeck  ist  am  25.  Mai
d.  Is.  und  der  Gefreite  Wilhelm  Ludwig  am  29.
dess.  Mts.  an  Darmtyphus  und  Lungenentzündung
im  Garnisonlazareth  Swakopmund  verstorben.

Die  Maschinenführer  Skopalick,  Wolff,  Schlömilch
  und  Jeziorski  sind  am  22.  Juni  im  Schutz
gebiet  eingetroffen  und  haben  sich  an  diesem  Tage
zum  Dienstantritt  gemeldet.

—  —  —

 

 

Teschendorff  ist  am  20.  Juni  im  Garnisonlazaretb
in  Windhoek  infolge  Gehirnhautentzündung  verstorben.

Lamoa.
Der  Assessor  Dr.  Schultz  wird  am  15.  August
die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  antreten.

 

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hlktafrika.

Ueber  den  Bezirk  Rilossa  (Deutsch-Ostafrika)

entnehmen  wir  kürzlich  eingegangenen,  amtlichen  Reiseberichten
  Nachstehendes:

Kilossa,  den  15.  Oktober  1900.

Von  Kilossa  führt  der  Weg  über  Myombo  durch
den  an  Kamballastämmen  reichen  Wald  nach  Iringa.
Von  hier  gelangt  man  nach  Ulaya,  einem  fruchtbaren
  Thal,  welches  stark  bevölkert  ist.

Von  Ulaya  führt  der  Weg  über  Korokoni  und
Campi  Sakrani  stets  am  Myombofluß  entlang  nach
Ndisi  am  Fuße  des  Pala-Ulangaberges.  Ndisi  hat
seinen  Namen  von  den  unzähligen,  in  großen  Hainen
wild  wachsenden  Bananen.  Der  Myombo  zeigt  überall
klares,  kühles  Gebirgswasser.  Von  Mdisi  geht's  auf
beschwerlichem  Pfad  über  das  Pala-Ulangagebirge
nach  dem  etwa  fünf  Stunden  entfernten  Dorf
Kissanga.

Der  Weg  nach  Iringa  führt  über  Kissanga  an
Kusega  vorbei  nach  Maroro,  die  Dörfer  Lussolve,
Msawero,  DuDuma  (Doloma)  zur  Rechten  in  den
Bergen  lassend.  Außerdem  führt  von  Kissanga  ein
Weg  über  Vidunda  nach  Kisakki.  Von  Kissanga  erreicht
  man  nach  mühsamem  Marsch  über  den  Kiperepeta
  das  Dorf  Ninga  und  nach  einer  weiteren
Wanderung  von  zwei  Stunden  den  Ruahafluß.  Die
Landschaft  ist  bis  Ninga  interessant  und  romantisch.

 

Von  Ninga  bis  zum  Ruaha  ist  der  Weg  sandig,  die
Gegend  mit  Affenbrotbäumen  stark  bestanden,  die
mit  ihren  kahlen  knorrigen  Aesten  und  zusammen
mit  blühenden  Kakteen  der  Gegend  ein  eigenartiges
Aussehen  verleihen.  Antilopen  trifft  man  bei  Nynkwa
in  großer  Menge.

Daes  zwischen  Nynkwa  und  Vidunda  keinen  Weg
über  das  steile  Gebirge  giebt,  ist  man  gezwungen,
nach  Kissanga  zurückzukehren,  um  nach  Vidunda  zu
kommen.

Von  Kissanga  gelangt  man  über  die  Höhen  nach
Chikonga,  Talula  und  Mpingo.  In  Talula  wird
viel  Tabak  gebaut,  und  liegen  daher  auch  die  Männer
und  Weiber  den  ganzen  Tag  lang  dem  Tabakrauchen
ob.  Die  Dörfer  bilden  keine  geschlossene  Ortschaft.
sondern  liegen  zerstreut  auf  den  Höhen  und  in  den
Thälern.  Von  Talula  erreicht  man  nach  beschwerlichem
  Marsche  das  Gebiet  von  Vidunda,  welches
sich  durch  landschaftliche  Schönheit  auszeichnet.  Die
kahlen  Berge  sind  mit  Schamben  übersät  und  gewähren
  einen  hübschen  Anblick.  Nach  Ueberschreitung
des  Gebirges  gelangt  man  in  ein  großes,  etwa  drei
Stunden  von  Westen  nach  Osten  sich  erstreckendes
fruchtbares  Thal,  das  reich  an  Dörfern  ist.  Von
den  Höhen,  auf  denen  eine  erfrischende  Kühle
herrscht,  hat  man  einen  lohnenden  Blick  über  das
gesammte  Thal.  Schamba  an  Schamba  zieht  sich
bis  auf  die  höchste  Spitze  hinauf.  Die  Gegend
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        ist  überaus  fruchtbar  und  anscheinend  gesund.
Vidunda  kann  als  Kornkammer  des  Bezirkes  bezeichnet
  werden.  Gebaut  werden  Mais,  Matama
Kunde,  Tabak,  Mohogo,  Viasi  und  Mahimbi.
Letzteres  ist  eine  große,  breitblättrige  Staude,  ähnlich
dem  Tabak.  Die  Blätter  werden  als  Gemüse  gekocht,
  die  Wurzeln  wie  Mohogo  zubereitet.  Bananen
giebt  es  in  Hülle  und  Fülle.

Von  dem  am  Fuße  des  Kifigiliberges  liegenden
Dorfe  Mibamba  erreicht  man  nach  Ueberschreitung
des  Kifigili  die  schön  gelegene  Landschaft  Mlongwa,
mit  den  Dörfern  Tschembera,  Tulukisa,  Segese  und
Kololo.  Die  Gegend  ist  gut  bevölkert  und  fruchtbar.
Gepflanzt  wird  vor  Allem  Matama,  Mais  und
Mohogo.

Von  hier  führt  der  Weg  über  Magali  und  den
Pagaliberg  nach  Kirolera.  Die  Gegend  ist  fruchtbar
und  schön.

Kirolera  liegt  im  Thal  am  südöstlichen  Abhange
des  Mpongwegebirges.  Am  südwestlichen  Abhange
des  Mpongwegebirges  auf  dem  linken  Ufer  des
Mlali  entlang  gehts  nach  Kingense.  Der  Ort  Luhnrila
  Mkombe  liegt  Kingense  gegenüber  auf  dem
rechten  Ufer  des  Mloli.

Von  Kingense  erreicht  man  sonder  Mühe  Mgera
und  Konga  (Mhondo),  die  in  einem  fruchtbaren
Thale  des  Ngerengere  liegen.  Von  Konga  bis
Morogoro  dehnt  sich  eine  ungeheure  Zuckerrohrschamba
  aus.  Ungeheure  Vorräthe  an  Mais  und
Matama  waren  das  Ergebniß  der  vorjährigen  Ernte.

1#  *
*#
Kilossa,  den  3.  April  1901.

Ueber  Rudewa,  Mswero,  Kidete,  Magubugubu,
führt  die  Straße  nach  dem  nördlichen  Theile  des
Bezirks.  In  Rudewa  trifft  man  eine  stark  bevölkerte
  Landschaft,  wo  seit  langen  Jahren  viel  Reis
gebaut  wird.  Außer  der  Reiskultur  in  Rudewa
findet  man  auf  der  ganzen  Strecke  in  der  Regel
Mais=  und  Negerhirse=  (Matama)  Kultur.  Die
Magutakrankheit  hat  das  Matama  zwar  auch  hier
ergriffen,  sie  soll  aber  nach  den  Mittheilungen  der
Eingeborenen  in  diesem  Jahre  bis  jetzt  nicht  so  heftig
als  im  vorigen  Jahre  aufsgetreten  sein,  und  man
hofft,  daß  die  Krankheit  wenig  schaden  wird.

Von  Mkundi  gelangt  man  in  südöstlicher  Richtung
an  der  Nordseite  des  Mkundibaches  entlang  nach
Magubugubu.  Der  Mkundi,  der  zur  trockenen
Jahreszeit  vollständig  versiegt,  gleicht  in  der  Regenzeit
  einem  kräftigen  Flusse  und  überschwemmt  das
ganze  angrenzende  Gelände,  in  welchem  sich  dann
die  zahlreichen  Dörfer  der  Eingeborenen  wie  Inseln
ausnehmen.  Die  Gegend  ist  sehr  fruchtbar  und
hauptsächlich  von  Wakamba  bewohnt,  einem  vor
Jahren  aus  dem  Norden  aus  englischem  Gebiet  eingewanderten
  Volksstamm,  der  sich  mit  der  eingeborenen
Bevölkerung  nicht  vermischt,  sondern  in  von  dieser
getrennten  Dörfern  wohnt  und  sich  daher  in  seiner
Eigenart  erhalten  hat.  In  Magubugubu  und  Um-593



 

gegend  sind  im  Ganzen  32  Wakambadörfer  mit
188  Hütten.  Die  Wakamba  waren  früher  als
kriegerische  Leute,  die  mit  vergifteten  Pfeilen  kämpften,
gefürchtet.  Die  Zubereitung  des  Pfeilgiftes,  wobei
auch  die  Zauberei  eine  Rolle  spielt,  ist  ihr  Geheimniß,
  das  sie  Niemandem  verrathen.  Jetzt  sind  die
Leute  friedliebende  Ackerbauer,  die  durch  ihren  Fleiß
und  ihre  größere  Intelligenz  sich  von  den  eingeborenen
  Wasagara  vortheilhaft  unterscheiden.  In
ihrem  Aeußeren  sind  es  hauptsächlich  große  schlanke
Gestalten.  Ihre  Hautfarbe  ist  tiesschwarz.  Auch
die  Männer  schmücken  sich  gern  mit  bunten  Tüchern,
Ohrringen,  Arm=  und  Fußbändern  aus  Messing  sowie
  Halsketten  aus  ganz  kleinen  bunten  Perlen.

Mromero,  Magubugubu  und  Kidete  liegen  an
der  Karawanenstraße  Bagamoyo—Mpapua.  Der
Trägerverkehr  ist  auf  dieser  Straße  sehr  lebhaft.
Es  ist  daher  an  diesen  drei  Orten  den  Jumben  der
Bau  von  Markthallen  und  die  Einrichtung  von
Marktbetrieben  aufgetragen  worden.

In  westlicher  Marschrichtung  gelangte  man  von
Mswero  aus  zunächst  in  das  überaus  fruchtbare,
ziemlich  stark  bevölkerte  Thal  des  Kissagata,  welcher
das  ganze  Jahr  Wasser  führt.  Der  Fluß  sowohl
wie  die  Landschaft  führen  hier  den  Namen  Wumiz;
den  Namen  Kissagata  nimmt  der  Fluß  erst  in  der
Mkattaebene  an.  Neben  Mais  und  Matama  wird
auch  hier  Reis  gebaut;  das  Thal  ist  reich  an
Zuckerrohr.

Auf  fast  vollständig  verwachsenen  Pfaden  erfolgt
vom  Kissagata  aus  der  beschwerliche  Aufstieg  in  das
Gebirge.  Das  ganze  Kagurugebirge  stellt  ein  großes,
durch  verschiedene  hohe  Bergkuppen  überragtes  Hochland
  dar.  Die  Bergkuppen  sind  ohne  Baumwuchs
und  gewähren  mit  ihrer  Grasbedeckung  einen  eigenartigen
  Anblick.  Eine  große  Anzahl  von  Bächen  und
der  Wamifluß  bilden  zwar  fruchtbare  aber  nur  wenig
bewohnte  und  meistens  enge  Thäler,  in  denen  neben
allen  Kulturen  der  Eingeborenen  häufig  auch  Zuckerrohr
  gedeiht.  In  früheren  Jahren  soll  die  Gegend
sehr  stark  bevölkert  gewesen  sein.  Nach  Angabe  der
Eingeborenen  haben  die  Jahre  der  Hungersnoth  und
auch  die  Sandflohplage  viele  Opfer  an  Menschenleben
  gefordert.

Die  Eingeborenen,  welche  in  ihrer  Abgeschiedenheit
  mit  der  Außenwelt  wenig  in  Berührung  kommen,
sind  ein  friedliches,  sorglos  in  den  Tag  hinein
lebendes  Bergvölkchen.  Sie  überwinden  die  natürliche
  Schen  vor  dem  Europäer  meistens  sehr  bald
und  werden  dann  sogar  ganz  zutraulich.  Es  fällt
hier  die  verhältnißmäßig  große  Anzahl  der  vorhandenen
  Kinder  auf.  Silbergeld  wird  mit  mißtrauischen
  Blicken  betrachtet.

Der  erste  Marschtag  im  Gebirge  führt  in  die
Mahumba,  zum  Jumben  Horngaza,  der  ein  ziemlich
großes,  sich  über  mehrere  fruchtbare  Thäler  ausdehnendes
  Gebiet  beherrscht.  Dem  Genannten  unterstehen
  10  Dörfer  mit  zusammen  63  Häusern.  In
anfangs  nordwestlicher,  darauf  südwestlicher  Richtung
        <pb n="646" />
        geht's  dann  durch  das  langgestreckte  Gebiet  des  genannten
  Jumben,  zunächst  den  Mahumba  aufwärts,
einen  sich  in  den  Wami  ergießenden,  nur  zur  Regenzeit
  Wasser  führenden  Bach,  und  durch  das  Rdelethal,
  dessen  Flüßchen  ebenfalls  in  den  Wami  mündet
und  dessen  klares,  kühles  Wasser  das  ganze  Jahr
hindurch  nicht  versiegt.  Hier  führt  der  Weg  am
Fuße  des  Luguru  vorbei,  wohl  des  höchsten  der  zum
Kilossabezirk  gehörigen  Kaguruberge.  Dieser  Berg  mog
eine  Höhe  von  etwa  2500  m  über  dem  Meere  haben.
Nachdem  dann  noch  das  Thal  der  Wanone,  ebenfalls
eines  kleinen,  immer  Wasser  führenden  Nebenflusses
des  Wami  passirt  und  auf  sehr  beschwerlichem  Pfade
zwei  ziemlich  hohe  Berge  überwunden  worden  sind,
erfolgt  der  steile  Abstieg  in  das  schmale  Thal  des
Wami,  der  hier  im  felsigen  Flußbett  ein  starkes  Gesälle
  hat,  so  daß  man  sein  Rauschen  schon  stundenlang
vorher  hört.  Der  Wami  ist  hier  etwa  12  m  breit
und  1½/  m  tief.  Auf  der  anderen  Flußseite  folgt
wiederum  ein  steiler  Anstieg  von  etwa  einer  Stunde,
und  dann  gelangt  man  auf  den  Berg  Kilangerizi
zum  Jumben  Muheza.  Dieser  Jumbe  gehört  bereits
zum  Bereich  des  Häuptlings  Mundo.  Auch  das
Gebiet  dieses  Häuptlings  hat  einen  ziemlich  großen
Umfang.  Es  erstreckt  sich  im  Süden  bis  in  die
Nähe  der  Missionsstation  Illonga,  im  Norden  bis
an  die  Mpapuagrenze,  im  Westen  bis  an  das  Sinnathal
  und  im  Osten  bis  an  den  Wami,  es  zählt  jedoch
nur  10  kleine  Dörfer  mit  zusammen  41  Häusern.
Diese  liegen  in  einem  breiten,  von  mehreren  Bächen
durchflossenen  fruchtbaren  Thale.  Der  größte  dieser
Bäche,  die  sämmtlich  in  den  Wami  münden,  ist  der
Rumbiji,  welcher  das  ganze  Jahr  Wasser  führt  und
nach  welchem  das  Thal  seinen  Namen  hat.  An  den
Ufern  dieses  Baches  befinden  sich  große  Zuckerrohrbestände,
  auch  viele  Bananen.  Von  hier  aus  führt
der  Weg  in  beschwerlichem  Ausstieg  von  mehreren
Stunden  auf  den  Kingegeberg  zu  dem  Dorfe  Mundos.
Der  Kingegeberg  ist  die  letzte  nördliche  Bergkuppe
einer  von  Nordosten  nach  Südwesten  sich  erstreckenden
  langen  Gebirgskette,  welche  die  Wasserscheide
  zwischen  Wami  und  Sima  bildet.  Die  Kuppen
dieser  Berge  sind  zwar  auch  ohne  jeden  Baumwuchs,
doch  finden  sich  an  den  Hängen  die  durch  zahlreiche
Gebirgsbäche  bewässert  werden,  gut  gepflegte,  Mundo
und  seinen  Leuten  gehörige  Mais-,  Matama=  und
Gemüseanpflanzungen.  Auf  der  Höhe  bei  Mundos
Dorf  weht  stets  ein  rauher,  fast  kalter  Wind.

Vom  Dorfe  Mundos  führt  der  Weg  in  südwestlicher
  Richtung  am  Rücken  der  obenbezeichneten  Bergkette
  entlang,  und  man  überschreitet  dann  nach  Erklimmen
  des  Tschomare,  eines  der  höchsten  Gipfel  dieser
Kette,  den  Gebirgskamm.  Der  Gipfel  gewährt  nach
beiden  Seiten  einen  Rundblick  über  das  ganze  Kugurugebirge.
  Dem  Auge  bieten  sich  landschaftlich  reizvolle
  Ausblicke.  So  sieht  man  im  Osten  das  mächtige
Ulugurugebirge,  vor  dem  sich  die  Mkattasteppe  wie  ein
großer  langgestreckter  See  auszudehnen  scheint.  Nach
Westen  hin  fällt  eine  mächtige  Bergkuppe  (Makoweberg)

594

 

dadurch  auf,  daß  sie  im  Gegensatz  zu  sämmtlichen
deren  Bergen  bis  auf  die  höchste  Spitze  mit  H.#
wald  bestanden  ist.  Auf  der  Westseite  des  Tschom
führt  der  Weg  in  südwestlicher  Richtung  zund
kurze  Zeit  am  Bergeshang  entlang,  dann  fällt
schroff  zum  Thale  ab.  Von  Weitem  hört  man  sch
das  Brausen  eines  Flusses,  und  nach  einen  Stun
befindet  man  sich  in  dem  wild  romantischen  Th
der  rauschenden  Msita,  eines  Nebenflusses  des  Sir
Dichter  Urwald  und  üppige  tropische  Begetation
Farren  von  riesenhafter  Größe  umgeben  die  Flu
ufer.  Der  hier  etwa  3  m  breite  Flußlauf  ist
für  größere  Strecken  von  Grün  ganz  verdeckt.  (
hat  hier  ein  sehr  starkes  Gefälle  umd  bildet  mehre
kleine  Wasserfälle.  Durch  dieses  schmale  Flußth
windet  sich  dann  der  Weg,  den  Fluß  mehrere  M#
überschreitend,  etwa  eine  Stunde  lang  hin,  verlä
dann  den  Fluß,  welcher  sich  nach  Westen  wende
und  führt  in  südwestlicher  Richtung  über  mehrer
Berge  und  Höhen,  die  durch  enge,  fruchtbare  um
wassereiche,  aber  nur  spärlich  bewohnte  Thäler  unter
brochen  werden.

Schließlich  geht  der  Weg  längere  Zeit  auf  den
Rücken  des  langgestreckten  waldreichen  Ningoberge
entlang.  Hier  bietet  sich  dem  Reisenden  wieder  ner
beiden  Seiten  herrliche  Fernsicht.  Zur  Linken  siebman
  etwa  4  km  entsfernt  hoch  am  Sanssaberhe  einer
Wasserfall,  dessen  Getöse  deutlich  herüberdringt.  Der
Fall,  welcher  etwa  eine  Höhe  von  15  m  und  Breite
von  4  m  mißt,  wird  von  der  hier  im  Gebirge  enspringenden
  Sanja  gebildet,  einem  während  des
ganzen  Jahres  Wasser  führenden  Nebenflusse  des
Sima.  Auf  der  rechten  Seite  erblickt  man  an  d#n
Bergeshöhen  noch  mehrere  kleine  Wasserfälle,  die  sie
bildenden  Gebirgsbäche  führen  jedoch  während  der
trockenen  Jahreszeit  kein  Wasser.  Der  Ningebeh#
fällt  steil  zum  Sanjafluß  ab,  und  nach  Ueberschreiten
des  Letzteren  kommt  man  in  dem  auf  einer  Anhähe
liegenden  ziemlich  großen  Dorfe  Seja  an,  das  den
Jumben  von  Sima  unterstellt  ist.  Von  Seja  gelong
man  durch  mehrere  gut  bevölkerte,  fruchtbare  Seitenthäler
  des  Sima,  vorbei  an  dem  Funabohügel,  auf
welchem  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  in  den
80  er  Jahren  für  kurze  Zeit  eine  Niederlassung  be,
saß,  nach  dem  Dorfe  Sima.

Das  ganze  Kagurugebirge  ist  ziemlich  wildarn.
Bis  noch  vor  etwa  zehn  Jahren  sollen  diele  Büftt
und  Rhinozeros  im  Simathal  und  den  Seitenthälem
gehaust  haben.  Büffel  werden  auch  jetzt  noch  ver
einzelt  beobachtet.  Wildschweine  kommen  dagegn
hier  ziemlich  zahlreich  vor.  Auch  sind  die  Berge  eine
Zufluchtsstätte  für  Löwen  und  Leoparden.

Die  Bewohner  der  Kaguruberge  treiben  sämmtlich
  Ziegen-,  einige  auch  Schafzucht.  Mundo  besft
auch  eine  kleine  Rindviehheerde.  Die  Thiere  machen
einen  gesunden  kräftigen  Eindruck.

*#  *
*
        <pb n="647" />
        Kilossa,  den  12.  Januar  1901.

Die  Karawanenstraße  von  Kilossa  bis  Kidete
führt  an  den  Mukondokwafluß  hinauf  durch  ein
fruchtbares  Thal,  das  an  mehreren  Stellen  mit
dichteim  Urwald  bestanden  ist.  Das  Thal  war  früher
vor  den  Waheheeinfällen  dicht  bevölkert.  Jahre  lang
war  dann  die  Straße  verlassen,  bis  vor  etwa  einem
Jahre  die  Station  Kilossa  an  verschiedenen  Stellen
ehemalige  Askari  der  Schutztruppe  ansiedelte.  Jetzt
fangen  auch  die  Eingeborenen,  denen  es  seiner  Zeit
gelungen  war,  vor  den  Wahehe  in  die  Berge  zu
flüchten,  langsam  an,  sich  wieder  an  der  Straße  im
Thale  niederzulassen.  Solche  Niederlassungen  befinden
sich  zur  Zeit  in  Kidage  halbwegs  bis  Mwini-Sagara,
in  Muwini-Sagara  und  in  Kidete,  sie  gewähren  mit
ihren  von  den  ehemaligen  Askaris  erbauten  sauberen
Häusern  und  geraden  Straßen  einen  freundlichen
Anblick.  Kidete,  wo  sich  auch  ein  Grieche  niedergelassen
  hat,  der  hauptsächlich  Viehgeschäfte  treibt,  ist
die  größte  Ansiedelung;  dort  befinden  sich  bereits
18  Häuser.  Die  Askaris  haben  vom  Bezirksamt
Seämereien  sowie  leihweise  Vieh  erhalten.  Der  Fleiß,
mit  dem  sie  sich  der  Bebauung  der  Felder  und  anderen
  ländlichen  Arbeiten  widmen,  verdient  Anerkennung.
  Die  Leute  sind  für  das  Bezirksamt  eine
große  Stütze,  besonders  machen  sie  sich  bei  Instandhaltung
  der  Straße  sehr  verdient.  In  Muwini-Sagara
  haben  sie  mit  ganz  geringen  Kosten  ein
gutes  Rasthaus  für  Europäer  erbaut.  Ein  solches
Haus  wird  von  ihnen  auch  in  Kidete  errichtet,  so  daß
demnächst  der  ganze,  in  den  Bezirk  Kilossa  fallende
Theil  der  großen  Karawanenstraße  mit  guten  Rasthäusern
  versehen  sein  wird.

In  Mwini-Sagara  ist  ein  größerer  Waldkomplex,
theils  Bergland,  theils  im  Mukondokwathal  belegen,
zu  Kronland  erklärt  worden.

Auch  im  Simathale  sind  die  Eingeborenen  seiner
Zeit  durch  die  Wahehe  in  die  Berge  zurückgedrängt
worden,  sie  fangen  aber  in  letzter  Zeit  an,  ihre  alten
Wohnplätze  in  dem  fruchtbaren  Thale  wieder  einzunehmen.
  Oberhalb  des  Dorfes  Sima,  das  nicht,
wie  auf  der  Karte  verzeichnet  ist,  auf  dem  linken,
sondern  auf  dem  rechten  Flußufer  liegt,  ist  ebenfalls
ein  größerer  Waldkomplex  zu  Kronland  erklärt
worden.  An  dieser  Stelle  hatte  früher  die  Deutsch-Ostafrikanische
  Gesellschaft  eine  Niederlassung,  von
der  jedoch  zur  Zeit  kaum  mehr  Spuren  wahrzunehmen
  sind.

Ueber  eine  seuchenartige  Pferdekrankbeit  in  Dar-es  ·  Salam
und  Umgegend
entnehmen  wir  der  dort  erscheinenden  „Deutsch-Ostafrikanischen
  Zeitung“  vom  6.  Juli  das  Folgende:
Seit  etwa  zehn  Tagen  wird  unsere  Stadt  von
einer  seucheartigen  Pferdekrankheit  heimgesucht,  welcher
bereits  eine  erhebliche  Anzahl  Pferde  und  auch
Maulthiere  zum  Opfer  gefallen  sind.  Der  Charakter
der  Seuche  konnte  bisher  noch  nicht  endgültig  fest-595



 

gestellt  werden,  zumal  der  hiesige  Gouvernements-Thierarzt,
  Herr  Schmidt,  sich  aus  Skudien=  und
Informationsreisen  im  Innern  befindet.  Von  neun
erkrankten  Pferden  sind  bis  heute  Nachmittag  sieben
eingegangen  oder  haben  todtgeschossen  werden  müssen,
ebenso  sind  auch  bereits  vier  Maulthiere  unter  denselben
  Krankheitserscheinungen  eingegangen.  Von  den
gefallenen  Pferden  gehörten  zwei  der  Schutztruppe
an,  zwei  Herrn  Bezirksamtssekretär  Spieth,  eins  der
Firma  Müller  &amp;amp;  Devers,  eins  Herrn  Weydig,  eins
Herrn  v.  Horn.  Der  Verlauf  der  Krankheit  sowie
der  Sektionsbefund  haben  mit  unerheblichen  Abweichungen
  das  gleiche  Bild  ergeben  und  zwar
eitrige  katarrhalische  Entzündung  der  Athmungswege,
überaus  schneller  Kräfteverfall  und  Tod  in  wenigen
Tagen  nach  Ausbruch  der  Krankheit.  Das  Gouvernement
  hat  sofort  umfassende  und  nachdrückliche
Maßnahmen  getroffen,  um  einer  Weiterverbreitung
der  Seuche  vorzubeugen,  so  ist  u.  A.  die  Räumung
der  fiskalischen  Ställe,  die  Isolirung  der  verdächtigen
und  die  sofortige  Tödtung  der  von  der  Seuche  ergriffenen
  Thiere,  die  Desinfektion  der  von  den
letzteren  benutzten  Stallräume  und  Stallgeräthe  sowie
  die  Isolirung  des  Personals,  welches  zur
Wartung  der  Thiere  Verwendung  findet,  angeordnet
worden.  Auf  Grund  dieser  Vorsichtsmaßregeln  kann
man  hoffen,  daß  einem  weiteren  Umsichgreifen  jener
Krankheit  Einhalt  gethan  wird.

Wie  wir  hören  ist  auch  soeben  aus  Mombassa
die  telegraphische  Nachricht  eingetroffen,  daß  sämmtliche
  dort  vorhandenen  Pferde  an  einer  Seuche
krepirt  sind.

Ramerun.

Bereisung  des  Gedbietes  südlich  und  südöstlich  von  Joko.
(Mit  einer  Skizze.)

Der  in  Joko  stationirte  Oberleutnant  Radtke  hat
zu  Anfang  dieses  Jahres  das  Gebiet  südlich  und
südöstlich  von  Joko  bereist.  Sein  amtlicher  Bericht
giebt  interessante  Aufschlüsse  über  dieses  bisher  noch
wenig  bekannte  Ländergebiet.  Wir  entnehmen  demselben
  das  Folgende:

Abalekanga,  den  24.  März  1901.

Am  15.  Januar  brach  ich  von  Joko  nach  Doadorf
  auf,  um  mit  den  Byrrehäuptlingen  jenseits  des
Sanaga  Verbindung  anzuknüpfen.  Doadorf  liegt  auf
einer  etwa  2  km  langen,  zumeist  300  bis  600  m
breiten,  zur  Hälfte  bewaldeten  Insel  im  Sanaga;
dicht  oberhalb  noch  eine  unbewohnte  bewaldete  Insel.
Das  Wasser  ist  hier  sowie  auch  etwa  3  km  oberhalb
  stark  mit  Felsen  durchsetzt,  doch  ist  Durchsahrt
für  Kähne  überall  vorhanden.  Das  Dorf,  gut  gebaut,
  zählt  gegen  800  Seelen.  Das  Gebiet  Doas
erstreckt  sich  westlich  und  östlich  des  Sanaga  je  einen
reichlichen  Tagemarsch  ins  Land  hinein,  am  Sanaga
entlang  nach  Norden  etwa  einen  Tagemarsch;  nach

3
        <pb n="648" />
        —  5096  —

Süden  etwa  zwei  Tigen#tnnbe,  an  P.1z2.—  W.
angrerzerd.  Tie  De##ftler##rg##½:v:  zz  exez
Gemi'ch  ven  W  #e##i  m  LKer#-nd  Setx.
völlern:  in  dem  Ei##es  S2zz
kleine  Byrrebzr###irse,  die  r#n  Ta  L###
unterworfen  sind  und  s##  uer  ezen  i
wohl  fühlen.  Te:=  Sa###en  u:  c#iebzur:
Fruchte  und  Haus:b#e#e  mie  bei  de  n#  uch
Ziegen:  jenjes  des  Sancga  vöekrennsn  Leir  zimen,
auch  Gummir#anzen  #nd  vordenden.  Bei  seinen
Volk  ist  Doa  zweifellos  beliett,  bei  den  freien

—

A.  02

Byrrevölkern  in  er  jeiner  zaltreichen  Febden  recgen
sehr  gejürchtet.  Ven  Doa  marichuie  ich  cm  27.  Ju-Innu#in
  Maza  ein

nuar  ab  und  traf  am  28.

 

Der  Mex'#c#ter  E#izu#  in  groß;  in  allen  22#—
2  Pizinge  von  mebreren  EE
ren  Mirzers  be#lanzer.  Anfangs  war  di  2.—
———#  S###-  Latie  man  noch  nicht  gen
Stes  mzu  zi:  fen.  so  erwartete  man  mich  ver
sters  in  d:-:  gedr.  zten  Menschen  knäueln,  die  #
scken  zu  Beden  r#c;zen.  Sobald  sie  aber  irdes
  gu2en  Verb##zens  meiner  Leute  Zungun
wi###und  er'adren  banen,  ich  sei  gekommen.
Zden  ein  Erde  zu  mact#  n  schlug  ihre  S##
I#2e  Begemterung  um:  so  wurde  ich  auf  c#
Mscken  #iederdelt  von  mehreren  hunden  -
schen  nndenmeit  begleuet,  die  nicht  müde  ##4
ir  zuzurufen:  „He.  He,  Hem  Bon“,  was  eur:

 

Die  Zahlen  23—7  2c.  geben  die  Entfernung  von  Joko  in  Marschstunden  an.

(siehe

Skizze).
Busch  durchzogene  Byrreland  reich  angebaut;  Wasser
ist  genügend  vorhanden;  wohin  man  sieht,  Höfe,  um-Ueberall

  ist  das  hügelige,  von  wenig

geben  von  großen  Farmen.  Diese  Sitte  des  Wohnens,

sowie  auch  die  Bauart  der  Häuser  entspricht  der  der

Jaundes,  mit  denen  sie  zweifellos  verwandt  sind;

nach  der  Wutegrenze  zu  findet  man  runde  Hütten
Nur  der  Hof

zahlreicher,  sonst  sind  sie  vereinzelt.
der  Häuptlinge  verdichtet  sich  zu  einem  kleinen  Dorf.

deutet:
siind  in  wenige  Stunden  breite  Stämme  geglien

„Heil,  Heil,  dem  Häuptling“.  Die  Bü

die  untereinander  in  der  Regel  in  Fehde  leben:
her  auch  die  öden  Grenzstreifen  zwischen  den  Stämm
woselbst  der  Weg  zuweilen  aufhört.

Wer  in  N.
Fehde  gefangen  oder  getödtet  wurde,  wird  verzer

Die  Köpfe  dieser  Schlachtopfer  dienen  dann  —  t#
in  die  Erde  vergraben,
zur  Abgrenzung  des  Versammlungsplatzes.  Beschtätt

theils  auf  Pfähle  geit-
        <pb n="649" />
        2  diese  Sitte  im  Allgemeinen  nach  meinen  Erkun-Fmgen
  wohl  auf  seltenere  Gelegenheitsfälle,  so  scheint
hier  im  Nangalande,  wie  ich  eben  erfahren,  einen
ent  erheblichen  Umfang  gewonnen  zu  haben;  das
Frngavolk  ist  ja  wohl  nur  ein  eigenartig  entwickelter
reig  des  Byrrevolkes;  die  Spuren  ihrer  ver-Tetenden
  Sklavenraubzüge  im  Byrreland  habe  ich
riederholt  angetrofsen.  Häuptling  Abalekanga,  ein
Sruder  Nangas,  in  dessen  Dorf  ich  eben  hier  sitze,
#ti  kurz  vor  meiner  Ankunft  einen  Haussahändler
ri  sechs  Trägern  aufgegessen,  der  bei  Beginn  des
Sokkejeldzuges  hierher  geflohen  war;  Knochenreste
zud  ich  noch  im  Versammlungshaus.  Die  eigentscen
  Byrres  halte  ich  aber  trotzdem  für  ein  ver-Teunißmäßig
  leicht  zu  leitendes  Volk;  Gewehre  sind
arh  völlig  unbekannt,  ihre  Waffen  unvollkommen.
Sie  find  ein  schöner,  intelligenter,  leidlich  kräftiger
Uenschenschlag,  der  reiche  Arbeitskräfte  birgt.  Die
au  bearbeiteten  Farmen  haben  stellenweise  das
Frasland  bis  auf  kleine  Reste  zurückgedrängt.  Oeldalmen,
  Plantanen  und  Bananen  sind  zahlreich;
Gummipflanzen  sind  vorhanden,  werden  neuerdings
Th.  auch  schon  genutzt,  und  ein  anscheinend  gutes,
delles  Produkt  wird  durch  Zwischenhandel  auch  schon
ain  den  Njong  gebracht.  Augenblicklich  ist  die  Schen
noch  zu  groß,  um  irgendwelche  größeren  Leistungen
erreichen  zu  können.  Häuptling  Mbon  z.  B.  hatte
mir  erklärt,  er  habe  schon  oft  zur  Station  kommen
wollen,  sei  aber  von  Doa  daran  gehindert  worden.
Jetzt,  wo  ich  ihn  aufforderte,  es  doch  unter  meinem
Schutz  zu  thun,  hatte  er  Angst;  ich  hätte  ihn  nur
durch  Gewalt  dazu  vermocht.  An  Arbeitergestellung
war  erst  recht  nicht  zu  denken.

Doch  glaube  ich  mit  der  Zeit  die  Byrres  gesugiger
  machen  zu  können.  Jedenfalls  ist  Zeit
nethig,  um  die  Schen  zu  überwinden  und  sie  allmahlich
  an  geordnete  Verhältnisse  zu  gewöhnen.

–——

Südfamerun--Grenzexpedition.

Oberleutnant  Förster  ist  am  10.  Juni  d.  Js.
in  Campo  (Kamerun)  eingetroffen  und  hat  sofort
an  Stelle  des  erkrankten  Hauptmanns  Engelhardt
die  Leitung  der  astronomischen  Beobachtungsarbeiten
der  Südkamerun-Grenzexpedition  übernommen.

Deutsch-Südwelktafrika.

Organisation  des  Sanitätswesens  in  Südwestafrika.
(Hierzu  eine  Skizze.)

Nachdem  die  Organisation  des  Sanitätswesens
in  Südwestafrika,  wie  sie  in  dem  Jahresbericht  über
die  Entwickelung  der  Schutzgebiete  im  Jahre  1898/99
Beilage  zum  Kol.  Bl.  1900,  S.  122  u.  123)  beschrieben
  ist,  sich  nunmehr  über  zwei  Jahre  lang
draltisch  bewährt  hat,  sind  die  bisherigen  Erfahrungen

597

 

in  Gestalt  einer  Instruktion  von  dem  Chefarzt  der
Schutztruppe,  Oberstabsarzt  Dr.  Lübbert,  niedergelegt
  worden,  welche  einen  Einblick  in  den  eigenartigen,
  von  den  heimischen  Verhältnissen  nothgedrungen
vielfach  abweichenden  Betrieb  des  Sanitätsdienstes
im  Schutzgebiete  gewährt.

Aus  derselben  ist  zu  entnehmen,  daß  das  ganze
Schutzgebiet  in  Anlehnung  an  die  politisch-militärische
Gliederung  in  sechs  ärztliche  Bezirke  eingetheilt  ist:
im  Norden  Outjo  und  Grootfontein,  in  der  Mitte
des  Schutzgebietes  Swakopmund,  Omaruru  und
Windhoek*)  und  im  Süden  Keetmanshoop.  Jedem
dieser  sechs  Sanitätsbereiche  steht  ein  Arzt  bezw.
Sanitätsoffizier  als  verantwortlicher  Leiter  vor,  während
  der  Chefarzt  die  Verwaltung  von  Windhoek  aus
dirigirt  oder  auf  Dienstreisen  inspizirt.

Jedem  Arzte  sind  eine  Anzahl  Sanitätsunteroffiziere
  —  im  Ganzen  34  —  unterstellt,  die  zum
Theil  auf  selbständigen  Posten  verwendet  werden.

Der  Sanitätsdienst  zerfällt  in  Gesundheits=  und
Krankendienst  und  gliedert  sich  in  den  Dienst  bei
den  Feldkompagnien,  den  Lazarethen  und  den  Außenstationen;
  dazu  kommt  die  Versorgung  der  Civilbevölkerung
  mit  ärztlicher  Hülfe.

Der  Gesundheitsdienst  umfaßt  die  Erforschung
der  Sanitätsbereiche  von  den  Gesichtspunkten  der
Hygiene  aus.  Um  einen  möglichst  sicheren  Einblick
in  die  Einwirkung  des  Tropenklimas  auf  den  Europäer
  zu  bekommen,  ist  der  Zustand  der  neu  ankommenden
  Mannschaften  —  Gewicht,  Organbefund,
Blutbeschaffenheit  2c.  —  festzulegen.

Der  Arzt  in  Swakopmund  nimmt  zugleich  die
Funktionen  der  Hafensanitätspolizei  wahr,  um  durch
sorgfältige  Ueberwachung  des  Schiffsverkehrs  die
Einschleppung  von  Infektionskrankheiten  zu  verhindern.

Allen  Aerzten  liegt  das  regelmäßige  Impfgeschäft,
die  sanitätspolizeiliche  Ueberwachung  der  Prostitution,
die  Fleischbeschan  und  bei  Herannahen  oder  Ausbruch
von  Seuchen  die  Beantragung  bezw.  Ausführung
aller  durch  gesetzliche  Bestimmungen  oder  nach  dem
Stande  der  Wissenschaft  gebotenen  Maßregeln  ob.

Der  Revier=  und  Lazarethdienst  bei  der  Truppe,
die  Gesundheitsbesichtigungen  und  die  militärärztliche
Berichterstattung  sind  durch  eingehende  Vorschriften,
analog  denen  in  der  Heimath,  geregelt.  Neu  hinzu
kommt  die  Bestimmung,  daß  jeder  Sanitätsoffizier
sämmtliche  Außenstationen  seines  Dienstbereiches  —
—  der  durchschnittlich  die  Größe  eines  mittleren
deutschen  Bundesstaates  hat  —  mindestens  einmal
im  Jahre  besuchen  soll.

Abweichend  von  heimischen  Verhältnissen  gestalten
sich  die  Beköstigungsvorschriften,  welche  nur  drei
Formen  kennen,  in  denen  die  Stärkungsmittel  in
konservirter  Form  eine  große  Rolle  spielen.  Sehr
reichlich  ist  auch  der  Etat  der  Lazarethapotheken  ausgestattet,
  dessen  Ergänzung  direkt  aus  dem  großen

#)  Hierzu  kommt  neuerdings  noch  im  Anschluß  an  den
Bahnbau  ein  siebenter  Bezirk,  Naribib.
        <pb n="650" />
        dd  b  1

Lazarethdepot  in  Swakopmund  in  der  Weise  zu  erfolgen
  hat,  daß  ein  Drittel  der  Vorräthe  als  „eiserner
Bestand“  stets  vorhanden  sein  muß.

Neben  den  Angehörigen  der  Schutztruppe  können
auch  Civilpersonen,  soweit  es  irgend  das  verfügbare
Material  gestattet,  in  die  Lazarethe  ausgenommen
werden  und  aus  den  Lazarethapotheken  Arzneien
beziehen.

598

 

Klasse  für  die  Aufnahme  in  der  ersten  Klasse;  ar
Civilpersonen  haben  in  der  ersten  Klasse  17  M
in  der  zweiten  Klasse  9  Mark  pro  Kopf  und
zu  zahlen.  In  die  erste  Klasse  werden  ausgenom
alle  weiblichen  Personen  sowie  diejenigen  männli
welche  entweder  ein  besonderes  Zimmer  wünf
oder  nach  Ermessen  des  Arztes  in  einem  sol
untergebracht  werden  müssen.

 

   
 

 

 

7....
SEule
##  Oenor
4
AMaidaous
———
DOomha#e
*  ngezs
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Er  Barwen-.
Cobabte
Jan#—n  co#i  ——
Drat##k  2  #N9  anst  .  Wesn
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#e#s  41  nmn
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—
###a#b-Sanit#c#ss###tson

  7  WTasse

4  717  .
I.  4-Zara’##t##o


Beamte  und  Angestellte  des  Gouvernements  und
des  Reichs  sowie  Mitglieder  von  Expeditionen,  welche
ganz  oder  theilweise  aus  Reichsfonds  ausgerüstet  sind,
werden  frei  in  der  ersten  Klasse  verpflegt  und  behandelt,
  Missionare  zahlen  den  Satz  der  zweiten

Asza-#  Hohe  Warte  K##sater

a  —  —G
Ma#chas  Anunites
Acneædod.
onatanas
Male##
2Sochkæœs
e  Gibeon

Bothgnirn  K#ute#n#

H#es
—

 

Zur  Durchführung  dieses  Sanitätsdiensies  stehe
dem  Schutzgeblet  an  Saniätseinrichtunge  zu  verfügung


Sanitãtsstationen  erster  Klasse  mit  eiuen
stabilen  Lazareth  von  durchschnittlich  30  Betten  uchsi
        <pb n="651" />
        er  großen  Apotheke  und  Instrumentar,  wie  es  in
kinschland  Lazarethe  von  70  bis  100  Betten  haben,
Sindhoek,  Swakopmund,  Outjo  und  Keetmanshoop.

Els  Sanitätsstationen  zweiter  Klasse  mit  Feld-#reth,
  Baracke  oder  Lazarethstuben  von  durchrantlich
  zehn  Betten  nebst  einer  großen  Doppel-Septheke
  in  Rehoboth,  Gobabis,  Epukiro,
-handja,  Omaruru,  Otjimbingwe,  Karibib,  Gibeon,
Sarmbad,  Grootfontein  und  Franzfontein.

32  Sanitätsstationen  dritter  Klasse  mit  einer
beinen  Kofferapotheke  bezw.  einem  Nothverbandszzien
  sowie  mit  Krankenproviant  und  Stärkungsauteln,
  über  das  ganze  Schutzgebiet  vertheilt.

Em  Loazarethdepot  und  eine  Quarantäneanstalt
ir  Swakopmund.

—.  —  —

Telegraphische  Verbindung  Windhoek—Swakopmund.

Nach  einer  am  2.  August  hier  eingelaufenen
Tepesche  aus  Windhoek  ist  die  telegraphische  Vereindung
  Windhoek—Swakopmund  fertig  gestellt  und
en  dem  genannten  Tage  dem  Betrieb  übergeben
vorden.

bGeschäftsnmfang  der  Dostagentur  in  Swakopmund.

Der  Geschäftsumfang  der  jetzt  von  einem  Postcisistenten
  verwalteten  Postagentur  in  Swakopmund
dat  derart  zugenommen,  daß  es  nothwendig  geworden
m.  die  Vorstehergeschäfte  in  die  Hände  eines  Postsekretärs
  zu  legen;  der  Postsekretär  Thomas  wird
daher  zur  Uebernahme  dieser  Geschäfte  noch  in  diesem
Monat  sich  nach  Swakopmund  begeben  (vergl.  auch
Personal-Nachrichten).

Bericht  über  das  Auftreten  eines  Rometen.

Vom  4.  bis  22.  Mai  d.  Is.  wurde  in  Deutsch-Südwestafrika
  ein  Komet  beobachtet.  Der  Vorstand
des  Kaiserlichen  Hafenbauamts,  Regierungsbaumeister
Ortloff  in  Swakopmund,  berichtet  über  denselben,
wie  folgt:

Der  Komet  wurde  zuerst  hier  am  4.  Mai  abends
beobachtet.  Derselbe  war  anfangs  nur  klein,  hatte
einen  Lichtschein  von  geringer  Länge,  welcher  nach
linls  oben  (Süden)  gerichtet  war.  Am  6.  Mai
konnte  man  aber  schon  einen  schwachen  zweiten  Lichtschein
  unterhalb  des  ersten  bemerken,  auch  blieb
dieser  bis  zum  Verschwinden  des  Kometen  sichtbar
und  war  etwa  dreimal  so  lang  wie  der  obere.  Die
beiden  genau  getrennten  Schweife  verschärften  sich
in  den  ersten  Tagen  sehr  schnell,  nahmen  aber  dann
nach  dem  13.  Mai  wieder  ab  und  verschwanden  am
22.  Mai  gänzlich.

An  der  Spitze  des  Kometen  war  eine  feste,
glänzende  Kugel  deutlich  erkennbar.

Der  Komet  stand  anfangs  unterhalb  des  Rigel,
kam  dann  dem  Gürtelbande  des  Orion  näher,

599

 

passirte  diesen  und  war  zuletzt  oberhalb  der  Betageuze
  sichtbar.  Wie  es  schien,  war  der  Komet  zuerst
  sehr  weit  entfernt,  kam  dann  der  Erde  näher,
wodurch  sein  Licht  bedeutend  verstärkt  wurde,  und
verschwand  vom  13.  Mai  an  wieder  allmählich,  bis
er  am  22.  Mai  mit  bloßem  Auge  nicht  mehr  zu
sehen  war.

Hamva.

Rundschreiben  an  die  Misstonen  des  Schutzgebietes.

In  dem  „Samoanischen  Gouvernementsblatt“  vom
15.  Juni  1901  erläßt  der  Kaiserliche  Gouverneur
das  folgende  Rundschreiben  an  die  Missionen  des
Schutzgebietes:

Den  Missionen  des  Schutzgebietes  habe  ich  kurz
nach  der  Flaggenhissung  im  März  v.  Is.  zu  erkennen
gegeben,  daß  es  das  Bestreben  des  Gouvernements
sein  müsse,  dem  Uebelstande  entgegen  zu  arbeiten,  daß
in  einer  deutschen  Kolonie  in  den  Schulen  für  Eingeborene
  fremde  europäische  Sprachen  der  deutschen
vorgezogen  würden.

Mit  Rücksicht  auf  die  ehemalige  gemischt-nationale
Verwaltung  der  Inseln  habe  ich  aus  Gründen  der
Billigkeit  einen  sofortigen  Wechsel  in  dem  Lehrplan
der  samoanischen  Schulen  nicht  eintreten  lassen.  Nachdem
  den  Missionen  zur  Anpassung  an  die  veränderten
Verhältnisse  ein  Jahr  Frist  gewährt  worden  ist,  bestimme
  ich  nunmehr,  daß  vom  1.  Juli  d.  Is.  ab  die
Unterrichtssprache  in  den  Schulen  für  die  Eingeborenen
  die  samoanische  ist  urd  daß  im  Uebrigen  außer
der  deutschen  eine  andere  europäische  Sprache  in  den
Lehrplan  dieser  Schulen  nicht  aufgenommen  werden
darf.

Von  der  Veröffentlichung  dieser  Bestimmung  in
Form  einer  Verordnung  und  von  der  Festsetzung
von  Strafen  bei  Zuwiderhandlungen  nehme  ich  zunächst
  Abstand.  Ich  habe  das  Vertrauen,  daß  die
Missionen,  die  bisher  dem  Gouvernement  fördernd
zur  Seite  gestanden,  auch  in  der  Sprachenfrage  den
Absichten  des  Gouvernements  Genüge  thun  werden.

Bezüglich  der  Auslegung  des  Begriffs  „Schulen
für  die  Eingeborenen“  gebe  ich  die  Auffassung  des
Gouvernements  dahin  bekannt,  daß  mit  Ausnahme
der  deutschen  Schule,  der  Malifaschule,  der  Maristenschule
  in  Mulivai  und  der  Schwesternschule  für  weiße
Mädchen  in  Savalalo  sämmtliche  gegenwärtig  in
Samoa  unterhaltenen  Schulen  unter  diesen  Begriff
fallen.

Den  Empfang  dieses  Rundschreibens  bitte  ich
ergebenst  zu  bestätigen.

Die  FNelbstverwaltung  der  Samoaner.

Für  die  Samoaner  ist  unter  dem  31.  Mai  d.  Is.
eine  weitere  Proklamation,  betreffend  die  Mattenvertheilung,
  erlassen  worden,  in  der  zur  Vermeidung

4
        <pb n="652" />
        von  Mißdeutungen  des  Zwecks  der  Mattenvertheilung
erneut  darauf  hingewiesen  wird,  daß  Mataafa  die
Würde  des  Alii  Sili  seitens  der  Kaiserlichen  Re—
gierung  erhalten  hat.

RAus  dem  Berriche  der  Wissionen  und
der  Antis  klaverei-Bewegung.

In  Meppen  fand  am  31.  Mai  die  Grundsteinlegung
  zu  dem  Kloster  der  Maristen  durch  den  Herrn
Propst  Brink  statt.  In  seiner  Ansprache  gedachte
er  der  Männer,  welche  die  Jünglinge  in  diesem
Kloster  zu  Priestern  und  Missionaren  heranbilden
werden,  und  der  Jünglinge,  welche  sich  hier  rüsten,
um  später  im  sernen  Ozeanien  des  Kreuzes  milde
Lehren  zu  verkünden.  Sodann  verlas  er  die  Urkunde
über  die  Gründung  des  Klosters,  verschloß  diese  in
dem  Grundstein  und  segnete  den  Stein  ein.  Zu
der  Feier  waren  die  hochw.  Geistlichkeit,  die  Vertreter
  der  Stadt  Meppen  und  zahlreiche  Freunde
des  Klosters  erschienen.  Ein  Magnifikat,  gesungen
von  den  Zöglingen  des  Klosters,  schloß  die  Feier.
Das  zu  erbauende  Kloster  liegt  hart  an  der  Grenze
der  Stadt  Meppen.  Möge  der  Bau  schnellen  und
glücklichen  Fortgang  nehmen.

Am  24.  Juni  1901  fand  im  Erzbischöflichen
Hause  zu  Köln  die  Generalversammlung  des  Zentralvorstandes
  des  Afrika-Vereins  deutscher  Katholiken
statt.  Nach  dem  Rechenschaftsbericht  betrug  das
Vermögen  des  Vereins  in  Werthpapieren  55  900  Mk.;
die  Einnahmen  85  430  Mk.  48  Pfg.;  die  Ausgaben
78  090  Mk.  48  Pfg.,  einschließlich  der  für  1900/1901
noch  zu  erfüllenden  Verpflichtungen  die  Summe  von
88  005  Mk.  99  Pfg.  Nachdem  hierauf  der  Kassenrevisionsbericht
  verlesen  war,  sprach  der  Vorsitzende
sowohl  dem  Schatzmeister  wie  dem  Revisor  Herrn
Wirtz  den  Dank  der  Versammlung  für  die  fleißige
und  sorgfältige  Arbeit  aus.

Wort  zu  einem  eingehenden  Vortrage  über  die
Arbeiten  und  Fortschritte  der  Missionen  in  den
deutschen  Schutzgebieten.

Der  Vorsitzende  dankte  dem  Vorredner  im  Namen
des  Zentralvorstandes  für  den  interessanten  und  erschöpfenden
  Vortrag,  der  so  recht  zeige,  wie  große
Mittel  nöthig  seien,  um  das  Geschaffene  zu  erhalten
und  weiter  auszubauen.  Entsprechend  der  Anzahl
der  Stationen  und  der  Missionare,  beschloß  die  Versammlung,
  zunächst  eine  Summe  von  66  000  Ml.
an  die  verschiedenen  Missionsgesellschaften  zur  Verteilung
  zu  bringen.

Dem  „SEpvangelischen  Missions-Magazin“  entnehmen
  wir  über  Uganda:  Die  Entwicklung  dieses
Landes  im  Innern  Afrikas,  schreibt  der  unlängst
von  dort  zurückgekehrte  Bischof  Tucker,  hat  nach  der
Niederwerfung  der  Mahdisten  und  seit  dem  Bau  der

600

 

Eisenbahn  von  Mombas  nach  dem  Viktoria-Nya
sehr  bedeutende  Fortschritte  gemacht.  Ich  will
das  Eine  anführen:  als  ich  kürzlich  von  Uganda
die  Ostküste  nach  Mombas  zurückkehrte,  währte  me
ganze  Reise  nur  zehn  Tage,  während  ich  auf  meir
ersten  Reise  dahin  vor  zehn  Jahren  nicht  wenials
  volle  fünf  Monate  dazu  brauchte.  Und  ?:
komfortabel  legt  man  heutzutage  diese  weite  Stre
zurück!  Vom  Nakuro-See,  dem  gegenwärtigen  E
punkt  der  Bahnlinie  bis  zur  Küste,  ein  Weg  v
über  400  englischen  Meilen,  reist  man  in  ein
gut  und  bequem  ausgestatteten  Schlafwagen.  1
Reise  wird  sich  noch  schneller  bewerkstelligen  lasie
sobald  die  Bahnlinie  die  Ufer  des  Viktoria-Nyan
erreicht  haben  wird,  was  etwa  im  September  d.  J
geschehen  soll.  Dadurch  wird  dann  auch  das  Centru
des  Handels  mit  dem  Inland  von  der  Küste  au
um  800  englische  Meilen  ins  Innere  des  Lande
vorgeschoben,  von  wo  aus  der  Sudan  mit  seine
verschiedenen  Völkerschaften  nach  allen  Richtungen  hi
zugänglich  sein  wird.

Auch  in  Uganda  selbst  ist  ein  großer  Umschwun
der  Verhältnisse  wahrzunehmen.  Ueberall  ersteberstatt
  der  leichten  Häuser  von  Flechtwerk  solche  vor
solidem  Mauerwerk  mit  zwei  Stockwerken,  und  demnächst
  soll  sogar  die  Hauptstadt  Mengo  mit  dem
britischen  Hauptquartier  in  Entebbi  durch  einen  Trom
von  etwa  sechs  Wegstunden  Länge  verbunden  werden.
Auch  herrscht  jetzt  allenthalben  Ruhe  und  Frieden  im
Lande,  die  voraussichtlich  nicht  gestört  werden.
so  lange  die  Regierungsbeamten  mit  dem  nöthiger
Takt  auftreten.  Das  christliche  Leben  ist  ein  kräftiges
und  lebendiges,  das  sich  auch  in  einem  einsten
Missionssinn  äußert.  Die  Christen  bauen  ihre
Kirchen  und  Schulen  selber  und  tragen  den  Lebensunterhalt
  ihrer  Geistlichen.

Das  Missionsblatt  „Der  Stern  von  Affrilo“
schreibt:  Ueber  die  näheren  Umstände,  unter  welchen

am  13.  Mai  das  Ableben  des  hochw.  P.  Michel
Herr  Domkapitular  Hespers  nahm  nunmehr  das

Schöller  in  Kamerun  erfolgte,  sind  jetzt  ausführliche
Nachrichten  eingetroffen.
Marienberg,  den  18.  Mai  1901.

Sie  werden  inzwischen  schon  auf  schnellerem
Wege  von  dem  schmerzlichen  Verluste  unterrichter
sein,  den  wir  Alle,  und  besonders  die  Statior
Marienberg,  erlitten  hat.

Der  hochw.  P.  Schöller  war  am  Freitag  der
9.  Mai  im  Kanu  nach  Ndogotunda  gefahren  und
wollte  dort  einen  Regierungsbeamten  erwarten.  D9
Regierungsschiff,  welches  den  Herrn  bringen  mubre.
erschien  aber  nicht,  weil  dieser  erkrankt  war.
P.  Schöller  kehrte  aber  nicht  wieder  nach  Marienberg
  zurück.  Er  ließ  sich  noch  den  Meßkoffer  helen
und  wollte  wahrscheinlich  in  Ndogotunda  oder  auch
in  der  etwas  entfernteren  Kirche  von  Malimba  am
Sonntag  den  Gottesdienst  halten,  wie  das  offel
geschieht.  Am  anderen  Tage  gegen  Mittag,  ich  wat
gerade  mit  der  Herstellung  der  Feuerung  für  einen
        <pb n="653" />
        reuen  Ziegelbrand  beschäftigt,  erhalte  ich  die  schreckenrregende
  Nachricht,  von  dem  hochw.  P.  Schöller
elbst  mitgetheilt,  daß  er,  an  Schwarzwasserfieber
chwer  erkrankt,  in  unserer  Buschschule  zu  Ndogotunda
iege.  Er  wünschte,  daß  Br.  Bernhard  und  ich  so—
zleich  zu  ihm  kommen  sollten.  Die  Fahrt  den
Sanaga  hinunter  wurde  möglichst  beschleunigt,  und
etwas  nach  zwei  Uhr  kamen  wir  in  Ndogotunda  an.
Der  hochw.  P.  Schöller  lag  in  dem  von  der  Schule
durch  eine  Mattenwand  abgetrennten  Schlafraume
des  schwarzen  Lehrers.  Er  hatte  am  Morgen  die
9.  Messe  in  der  Schule  gelesen  und  nach  derselben
eine  Ansprache  an  die  versammelten  Schüler  und
Christen  gehalten.  Während  derselben  wurde  er
unwohl  und  er  mußte  sich  niederlegen.  Das  Schwarzwasserfieber
  stellte  sich  gleich  darauf  ein.

Als  wir  ankamen,  hatte  sich  sein  Zustand  etwas
gebessert,  und  lächelnd  bemerkte  er  bei  unserem  Erscheinen:
  „Es  ist  wieder  gut;  ich  habe  Euch  wohl
unnöthig  in  Schrecken  gesetzt.“

Der  von  uns  befürchtete  Rückfall  trat  denn  auch
leider  zu  bald  ein.

Ich  hatte  an  den  Vorsteher  der  in  der  Nähe
liegenden  Basler  Mission  Lobethal  geschrieben  und
ihn  um  Ueberlassung  des  Motors  der  Mission  gebeten,
  zur  Ueberführung  unseres  Kranken  nach
Marienberg  oder  Kamerun.  Von  den  Basler  Herren
erhielt  ich  freundliche  und  zusagende  Antwort,  zugleich
mit  dem  Anerbieten,  den  Kranken  bei  sich  aufzunehmen.

In  der  Nacht  stieg  das  Fieber,  der  Zustand  des
Kranken  verschlimmerte  sich,  er  bekam  mehrere  Male
heftigen  Schüttelfrost,  so  heftig,  daß  er  später  meinte,
er  hätte  gefürchtet,  wahnsinnig  zu  werden.  Endlich
kam  der  Morgen,  aber  eine  Besserung  trat  nicht
eim.  Ich  las  die  h.  Messe  für  den  Kranken  und
dann  erwartete  ich  sehnsüchtig  die  Ankunft  des
Motors,  der  um  2  Uhr  nachmittags  an  dem  Strande
Qua-Qua  anlangte.  Die  Basler  Missionare,  unter
ihnen  der  Vorsteher,  Herr  Maier,  waren  mitgekommen.
  Br.  Bernhard  und  ich  begrüßten  die
Herren,  und  dann  begaben  wir  uns  zu  dem  Kranken,
um  zu  berathschlagen,  was  zu  thun  sei.

Es  wurde  beschlossen,  was  unter  den  obwaltenden
Umständen  wohl  das  Beste  war,  und  was  der
Kranke  auch  selbst  wünschte,  nämlich  das  freundliche
Anerbieten  des  Herrn  Maier  anzunehmen  und  den
Kranken  nach  Lobethal  zu  trausportiren.  Der  Transport
  wurde  dann  sofort  ins  Werk  gesetzt  und  ging,
ohne  besondere  Anstrengungen  für  den  Kranken,  sehr
gut  von  statten.  Um  3  Uhr  nachmittags  lag  der
hochw.  Pater  Schöller  gut  gebettet  in  einem  freundlichen
  Zimmer  der  Basler  Mission.  Der  Kranke
fühlte  sich  recht  wohl  in  der  angenehmeren  Umgebung,
und  wir  hegten  die  Hoffnung,  daß  nun  bald  eine
Besserung  eintreten  würde.  Leider  trat  diese  nicht
ein,  vielmehr  blieb  der  Zustand,  wie  er  war.

Es  verflossen  12  Stunden,  und  unsere  Hoffnung
wurde  geringer;  es  verflossen  24  Stunden,  und  sie
hörte  ganz  auf.  An  eine  Besserung  war  jetzt  nicht

601

 

mehr  zu  denken,  und  Alles,  was  wir  thun  konnten,
war  darauf  beschränkt,  dem  Kranken  das  Leiden  zu
erleichtern.  Heftigere  Schmerzen  hat  Pater  Schöller
eigentlich  nur  an  den  beiden  ersten  Tagen  seiner
Krankheit  gehabt.  Später  verneinte  er  eine  solche
Frage  wiederholt,  aber  er  fühlte  sich  sehr  müde  und
matt.  Am  Dienstag  Morgen  empfing  der  hochw.
Pater  Schöller  die  heilige  Oelung  und  die  Benedictio
  apostolica.  Er  selbst  betete  jedesmal  das
Contiteor  und  auch  die  Responsorien.  Im  Zimmer
des  Kranken  feierte  ich  am  Mittwoch  das  heilige
Meßopfer,  und  während  desselben  wurde  dieser  mit
dem  Brote  des  Lebens  zu  seiner  weiten  Reise  gestärkt.


Am  Mittwoch  Abend,  etwa  10  Minuten  nach
7  Uhr,  fühlte  ich  plötzlich  keinen  Puls  mehr.  Schnell
reichte  ich  ihm  etwas  Sekt  zu  trinken,  um  ihn  ins
Bewußtsein  zurückzubringen,  was  auch  gelang.  Dann
begann  der  Todeskampf,  und  nach  nur  wenigen
Minuten  war  der  hochw.  Pater  Schöller  leicht  und
sanft  verschieden.

Die  Missionsschrift  „Kreuz  und  Schwert“  veröffentlicht
  in  ihrer  Julinummer  einen  Brief  des
Missionars  Ap.  Präfekten  Vieter  aus  Jaunde,
15.  April  1901.  Gegen  Ende  Januar  d.  Is.
sandte  ich  an  Sie  die  Mittheilung,  daß  ich  Ende
desselben  Monats  nach  Jaunde  gehen  werde,  um
dort  eine  Missionsstation  anzulegen.  Die  Abreise
von  Kribi  nach  Jaunde  fand  am  29.  Januar  statt.
Da  wegen  Erkrankung  eines  Paters  der  P.  Hoegn,
der  für  Jaunde  bestimmt  war,  zurückbleiben  mußte,
marschirte  ich  mit  Br.  Joh.  Jäger  allein  ab,  nachdem
  wir  uns  und  das  neue  Unternehmen  in  der
Kirche  zu  Kribi  dem  Schutze  Gottes  und  seiner  heil.
Engel  empfohlen  hatten.  Am  ersten  Tage  trafen
wir  noch  Dörfer  an,  die  von  Mabeas  bewohnt,  und
übernachteten  auch  in  einem  Mabea-Dorfe.  Unser
Lager  hätte  dem  strengsten  Anachoreten  als  Lagerstätte
  dienen  können.  Es  war  ein  sogenanntes  Negerbett,
  bestehend  aus  runden  Knüppeln,  quer  gelegt,
ein  dicker  Ast  vertrat  die  Stelle  des  Kopfkissens.
Wir  suchten  unsere  Lage  natürlich  bequem  zu  machen,
doch  da  wir  nicht  zu  viel  auspacken  wollten,  gelang
uns  dies  nur  sehr  schlecht.  Wir  hatten  eine  ziemlich
schlaflose  Nacht,  wozu  außer  unserm  harten  Lager
die  Festlichkeit  beitrug,  die  der  Dorfälteste  zu  Ehren
seiner  Gäste  nachts  veranstalte.  Er  ließ  nämlich,  da
es  mondhell  war,  nachts  Tanz  und  Spiel  aufführen
mit  Trommel  und  Tamtam.  Wie  hier,  so  erging
es  uns  in  den  meisten  Dörfern,  in  denen  wir  nach
Durchquerung  des  Urwaldes  übernachteten.  Trommel
und  Tamtam,  Tanz  und  Spiel  und  kein  Ende,  obschon
  wir  stets  baten,  uns  ruhig  schlafen  zu  lassen,
da  wir  müde  seien.

Am  Morgen  nach  der  ersten,  nicht  gerade  angenehmen
  Nacht  las  ich  auf  unserm  Tragaltar  die
h.  Messe.  (Dasselbe  that  ich  jeden  Morgen,  bis  wir
Jaunde  erreichten.)  Nach  einem  kleinen  Frühstück
        <pb n="654" />
        ging's  weiter.  Dörfer  trafen  wir  die  drei  folgenden
Tage  nicht.  Nur  Urwald  mit  Baumriesen,  Schlingpflanzen
  und  Gestrüpp.  Palmen  fehlten  gänzlich.
Wir  machten  pro  Tag  etwa  6,  7  bis  3  Stunden;
für  Tropengegenden  gerade  mehr  als  genug,  um  sich
recht  müde  zu  fühlen,  wenn  endlich  der  Rast=  und
Schlasplatz  erreicht  war.

Am  1.  Februar  erreichten  wir  den  Platz  Bipindi
am  Lokondje-Fluß.  Wir  übernachteten  dort  in  der
Hütte  des  von  der  Regierung  angestellten  Fährmannes.
  Ich  traf  in  demselben  einen  alten  Bekannten,
einen  Katholiken  aus  Kribi.

Am  nächsten  Morgen,  Mariä  Lichtmeß,  las  ich
die  h.  Messe  unter  einem  Baume  am  Flusse  und

kamen  nach  etwa  zwei  Stunden  in  dem  großen

Ngumbadorfe  des  Häuptlings  Ntonga  an.  Dort
beschlossen  wir,  da  der  nächste  Tag  ein  Sonntag
war,  bis  Montag  Morgen  zu  bleiben.

Es  gefiel  uns  im  Dorf  nicht  übel,  Planten  und
sonstige  Lebensmittel  für  unsere  Träger,  auch  Makabo,
Bananen  und  Ananas  für  uns  kouften  wir  von  den
Dorfbewohnern.  Der  Fluß  Lokondje,  der  am  Dorfe
vorbeifließt,  bot  Gelegenheit  zum  Baden,  und  hübsche
Hügel  und  Berge  entzückten  das  Auge.  Wir  leisteten
uns  etwas  Besseres  als  gewöhnlich  und  öffneten
sogar  eine  Büchse  mit  Butter,  die  natürlich  für  die
kommende  Woche  mit  vorhalten  sollte.  Am  Montag
Morgen  war  sie  aber  verschwunden.  Einem  Hund,
der  öfters  in  unserer  Hütte  herumschnoberte,  wurde
nachgesagt,  er  habe  es  geholt.  Ich  glaubte  das  auch,
bis  ich  Montag  Abend  mein  Brevier  zurückerhielt,
das  ein  Träger  für  mich  auf  seinen  Pack  schnallte.
Es  hatte  Fettflecken  bekommen.  Durch  diese  wurde
mein  Glaube  an  die  Diebsgelüste  des  Hundes  und
seine  Vorliebe  für  eingemachte  Butter  stark  erschüttert.

Bemerken  will  ich  noch,  daß  es  uns  nach
vollendetem  Marsch  fast  täglich  möglich  war,  ein
Bad  zu  nehmen  in  einem  Flüßchen  oder  einem  Bach.
Dies  erfrischte  uns  stets  und  hielt  uns  munter.
Auf  der  Weiterreise  trafen  wir  sehr  viele  Dörfer
des  Ngumbastammes.  Die  Leute  waren  freundlich,
verkauften  uns  auch  das  Nöthige  für  unsere  Träger,
überließen  uns  nachts  eine  Hütte  zum  Schlafen,  mit
Eiern  und  Hühnern  konnten  sie  uns  aber  nicht  viel
helfen.  Die  stets  durchziehenden  Karawanen  machten
zu  große  Ansprüche  auf  ihre  Leistungsfähigkeit.  Die
Ngumba  sind  ein  großer  schöner  Menschenschlag.
Bemerkenswerth  ist  ihre  große  Vorliebe  für  eine
schöne  Frifur.  Die  Männer  thun  es  den  Frauen
noch  zuvor,  nur  ist  in  diesem  Fach  bei  den  Männern
die  Form  eines  Hahnenkammes  mehr  vorherrschend,
an  den  sich  dann  noch  weitere  Verzierungen  anschließen.


Am  6.  Februar  erreichten  wir  die  Regierungsstation
  Lolodorf.  Die  Station  liegt  auf  einem  Higel.
Als  wir  zuerst  unten  am  Hügel  ankamen,  machte
das  ganze  Lolodorf  durchaus  keinen  besonders
günstigen  Eindruck.  Wie  staunten  wir  aber,  als
wir  den  Hügel  erstiegen  hatten,  oben  die  netten  und

602

 

i

festen  Backsteingebäude  und  eine  zum  Theil  vollend
Mauer  mit  Schießscharten  erblickten  mit  einer  Ar
sicht  ins  weite  Land,  die  ich  einfach  nicht  beschreib
kann.  Die  vielen  Hügel  in  der  Nähe  und  Fer
dieser  steil  abfallende  Berg,  der  sich  so  kühn  zu  d
Wolken  erhebt,  diese  Dörfer,  diesen  Fluß  am  F
des  Hügels  —  ich  hätte  nie  geglaubt,  daß  un
Kamernn  solche  reizende  landschaftliche  Schönheit
biete.  Auch  der  Empfang  von  Seiten  des  Station
leiters,  Herrn  Leutnants  Hennecke,  ließ  nichts
wünschen  übrig;  wir  hatten  das  Vergnügen,  wied
einmal  an  einem  Tisch  zu  essen,  da  der  Herr  Leu
nant  uns  in  zuvorkommender  Weise  zum  Essen  ei

lud.  Auch  stellte  er  uns  ein  ganzes  Haus  zu

Uebernachten  zur  Verfügung.  Wir  lehnten  jedo
dankend  ab,  da  wir  noch  einige  Stunden  marschire
wollten.  Von  Lolodorf  erreichten  wir  den  Nion-=Fluß
  in  3  ½  Tagen.  Die  Gegend  war  hügelig  ur
landschaftlich  recht  hübsch.  Wir  blieben  in  eine
leerstehenden  Faktorei  am  linken  Ufer  des  Nior:
Der  Häuptling  des  Dorfes,  zu  dem  die  von  unbezogene
  Faktorei  gehörte,  erwies  sich  recht  wob,
wollend  und  versorgte  uns  mit  den  nöthigen  Leben
mitteln.  Da  der  folgende  Tag  ein  Sonntag  wer
so  blieben  wir  auch  an  diesem  Tage  dort.  Morgenlas
  ich  die  h.  Messe,  der  auch  die  wenigen  Kotbeliken
  beiwohnten,  die  sich  unter  unseren  Trägerr
befanden.

Am  Montag,  11.  Februar,  ging's  weiter,  und
zwar  erst  zum  Frühstück  zu  einem  Kaufmam,  Namen=Haslop,
  der  am  Nijong  eben  eine  neue  Faktorei  gebaut
  hatte.  Keine  Tugend  wird  hier  wohl  ###
allgemein  geübt  als  die  Gastfreundschaft.  Das  erfuhren
  wir,  nachdem  wir  bei  Herrn  Haslop  gefrühstückt
  hatten,  nach  etwa  zwei  Stunden  von  Neuem
bei  einem  andern  Kaufmann,  Herrn  Luck  (den  ich
früher  als  Sergeant  in  Kamerun  kennen  gelerm
hatte).  Ich  glaube,  wenn  diese  und  andere  Herren
auch  selbst  für  die  nächsten  Tage  Mangel  am  Nokkwendigen
  voraussähen,  sie  würden  doch  die  Gafreundschaft
  üben.  Bei  Herrn  Luck  trafen  wir  bereits
  einen  unserer  früheren  Kribi-Schüler  aus
Jaunde.  Er  verabschiedete  sich  von  seinem  Brrherrn
  und  lief  gleich  mit  uns,  wir  mochten  des
wollen  oder  nicht.

Am  13.  Februar  erreichten  wir  dann  mn  der
Nähe  der  Regierungsstation  ein  Dorf,  in  dem  sic
mehrere  junge  Burschen  befanden,  die  bei  uns  in
Kribi  erzogen  wurden.  Der  Häuptling  des  Dorek)
Isumba  mit  Namen,  bat,  uns  auf  einem  Hügel  be
seinem  Dorfe  anzubauen.  Der  Hügel,  den  er  un
zeigte,  gefiel  uns  recht  gut,  doch  wollten  wir  ken
übereiltes  Versprechen  geben,  wollten  zuerst  die
Gegend  sehen  und  dann  erst  einen  endgültigen  Em
schluß  fassen.  Er  und  sein  ganzes  Dorf  begleitelen
uns,  singend,  lärmend  und  in  die  Hände  klatschend
besonders  die  weibliche  Bevölkerung  leistete  da
Menschenmögliche.  Zwei  Quellen  am  Fuße  bei
Hügels,  an  dem  auch  ein  kleines  Flüßchen  vorbeilluet
        <pb n="655" />
        Urden  uns  gezeigt.  Wir  versprachen  wiederzukommen,
enn  wir  den  Herrn  Vorsteher  der  Regierungsstation
„sprochen  hätten.  So  ließ  man  uns  endlich  ziehen.
twa  1¼  Stunde  weiter  trafen  wir  eine  Faktorei,
ie  von  einem  Duala-Mann  (Kamerun-Stadt)  geitet
  wurde.  Er  war  gern  bereit,  uns  sein  aus
chm  gefertigtes  Haus  einige  Wochen  zu  vermiethen.
*50  waren  wir  denn  unverhofft  schnell  „unter  Dach“,
bne  dadurch  irgend  welche  Verbindlichkeiten  zu  überehmen
  als  die  Zahlung  einer  kleinen  Miethe.

Am  14.  machten  wir  dem  Stationsvorsteher,
verrn  Oberleutnant  Stieber,  einen  Besuch.  Die
lufnahme,  die  wir  bei  ihm  und  Herrn  Leutnant
.Klinkowström  fanden,  war  herzlich  und  gut.  Der
derr  Stationsvorsteher  versprach  uns  seinen  Beistand
nd  seine  Hülse,  wann  immer  wir  derselben  bedürfen
lwürden.  Vom  ersten  Tage  an  kamen  dann  allmählich
usere  Jungens  herbei.  Einer  sagte  mir:  „Pater,
s  war  hohe  Zeit,  daß  Missionare  kamen;  wenn
eine  gekommen  wären,  so  wären  alle  Katholiken  hier
erfault.“  Er  wollte  sagen  „verdorben“.  An  den
lächsten  Sonntaogen  hielt  ich  in  dem  gemietheten
dause  morgens  8  Uhr  h.  Messe,  zu  der  sie  sich  einanden.


Die  nächste  Ausgabe  war  die  Auswahl  eines
Platzes  zum  Bau  einer  Missionsstation.  Die  hier
rerum  wohnenden  Katholiken  waren  alle  zufrieden,
venn  ich  den  vom  Häuptling  Isumba  angebotenen
Oügel  nehme  und  darauf  die  Mission  baue.  Schon
rüher  in  Kribi  hatten  sie  uns  von  einem  Hügel  im
Jaunde  erzählt,  auf  dem  die  katholische  Kirche  stehen
müsse;  außer  diesem  Hügel,  Mfolje  genaonnt,  besichtigte
  ich  noch  mehrere  Plätze.  Ich  kann  nicht
sagen,  daß  mir  ein  anderer  Plag  besser,  oder  auch
nur  so  gut  gefiel,  als  der  von  Isumba  angebotene.
So  entschloß  ich  mich  denn,  denselben  für  die  Mission
anzunehmen.  Bezahlung  wollte  Isumba  keine,  er
wollte  den  Hügel,  d.  h.  einen  Theil  desselben,  etwa
80  bis  100  Morgen,  der  Mission  schenken.  Freilich,
einige  Geschenke  wird  er  natürlich  erwarten.

Wir  bauten  nun  zuerst  ein  Haus  aus  Baumrinde
  nach  Landessitte,  gerade  hoch  genug,  daß  man
aufrecht  hineingehen  kann.  Es  enthält  Eßzimmer,
vier  Schlafräume,  Kapelle  mit  angebauter  Halle  und
eine  kleine  Veranda.  Der  Fußboden  besteht  aus  gestampftem
  Lehm,  der  allerdings  unzählige  Risse  zeigt,
das  Dach,  das  zugleich  die  Decke  bildet,  aus  Matten.
Außerdem  bauten  wir  eine  Küche  mit  Schlafraum
aus  Lehmbewurf  und  aus  demselben  Stoff  ein  Vorrathshaus,
  Werkstätte,  Schaf=  und  Hühnerstall  und
Schlafraum  für  Schreinerlehrlinge  und  andere
Arbeiter.  Am  14.  März  waren  die  Arbeiten  so
weit,  daß  wir  einziehen  konnten.  Am  Tage  vorher
kam  P.  Hoegn  ganz  unerwartet  zu  meiner  großen
Freude  hier  an.  So  hatte  ich  nach  sechs  Wochen
wieder  Beichtgelegenheit.  Unser  jetziges  Wohnhaus
wird  allerdings  nicht  von  langer  Dauer  sein.  Daher
wird  Bruder  Jäger  sofort  beginnen,  eine  Ziegelei  bei
der  von  ihm  gefundenen  Quelle  anzulegen.  Sobald

 

die  an  100  Weiber  haben.

603  —

die  nöthigen  Backsteine  gebrannt  sind,  wird  dann  ein
Wohnhaus  aus  Ziegelsteinen  gebaut  werden,  das
uns  erst  als  Wohnung  dienen,  später  aber  Schwesternhaus
  werden  soll.  Auch  Fußbodenplatten  und  Dachziegel
  hofft  Bruder  Jäger  fertigzustellen.  Unser
Wohnhaus  mit  Kirche  r2c.  soll  dann  nach  Fertigstellung
  oben  auf  dem  Hügel  stehen.  Die  Schwestern
haben  nahe  bei  ihrem  Hause  eine  gute  Quelle,
während  wir,  nicht  zu  weit  von  oben,  die  andere
Quelle  haben.

Es  hält  hier  schwer,  jetzt  Schafe  und  Ziegen  zu
bekommen,  während  früher  stets  gesagt  wurde,  es
gebe  hier  Schafe  und  Ziegen  in  Hülle  und  Fülle.
Einige  Stunden  seitwärts  von  hier  soll  es  jetzt  genug
  davon  geben,  weshalb  auch  P.  Hoegn  wohl
nächstens  eine  kleine  Reise  dorthin  machen  wird,  um
Zuchtthiere  herbeizuschaffen.  Wir  selbst  leiden  nicht
gerade  Hunger,  aber  Fleisch  giebt's  wohl  mal  eine
Woche  lang  und  darüber  nicht.  Makobokuchen,  gekochte
  und  geröstete  Planten,  Erdnußsuppe  und  dergleichen
  sind  zwar  keine  Delikatessen,  ersetzen  uns
aber  oft  Brot,  Kartoffeln  und  Anderes.  Bei  alledem
waren  wir  bisher  ziemlich  gesund,  kleineres  Unwohlsein,
  von  Erkältung  und  auch  wohl  Ueberanstrengung
herrührend,  abgerechnet.  Das  Thermometer  zeigt  bei
Sonnenschein  im  Schatten  mittags  22  ½/  und  morgens
16½⅛½  Grad  Reaumur.  Eine  so  gute  und  regelmäßige
  Brise  wie  an  der  Küste,  hat  man  hier  nicht
immer.

Seit  einigen  Wochen  schon  sägen  wir  auch  Bretter.
An  der  Küste  geht  es  in  dieser  Beziehung  viel
leichter,  da  man  fertige  Bretter  kaufen  oder  von
Europa  beziehen  kann.  Hier  muß  Alles  selbst  gemacht
  werden.  Unsere  Arbeiter  sind  ganz  stolz  auf
ihre  Leistungen,  obschon  in  Deutschland  wohl  nicht
leicht  Abnehmer  für  die  Produkte  ihres  Fleißes  zu
finden  wären.  Doch  muß  gesagt  werden,  daß  ihre
Bretter  stets  besser  werden.  Man  kann  sie  jetzt  schon
hobeln,  ohne  sie  erst  mit  dem  Beile  zu  behauen.  —
Angepflanzt  haben  wir  ein  großes  Stück  Land  mit
Mais,  der  sehr  gut  wächst,  ein  kleines  Stück  (eine
Traglast)  Kartoffeln,  die  zum  Theil  jetzt  blühen,
aber  wohl  zu  viel  Regen  erhalten.  Wir  haben  jetzt
Gewitterzeit.  Dann  ein  Stück  mit  Stangenbohnen,
von  denen  wir  nächstens  essen  können,  Salat,  der
theilweise  nicht  aufging,  theilweise  jetzt  verregnet,
Tomaten,  Gurken,  Rettig,  Radieschen,  Karotten,  die
alle  aufgingen,  Kohlrabi  und  Kohl.  An  Vieh  haben
wir  zur  Zeit  14  Hühner,  2  Ziegen  und  4  Schweine.
Letztere  überließ  uns  der  Herr  Stationsvorsteher  in
anerkennenswerther  Weise.

Jetzt  noch  ein  paar  Worte  über  die  Jaundebevölkerung.
  Jedenfalls  hoffen  wir,  mit  der  Zeit
und  Gottes  Hülfe  dieselbe  fürs  Christenthum  gewinnen
  zu  können.  Allzu  großen  Hoffnungen  darf
man  sich  aber  nicht  hingeben.  Auch  die  Jaunde
haben  die  Vielweiberei,  auch  sie  neigen  zur  Trägheit
und  anderen  Untugenden.  Es  giebt  hier  Häuptlinge,
Einige  Stunden  von
        <pb n="656" />
        —  604  —

hier  passirten  wir  ein  Dorf,  dessen  Häuptling,  etwa-30

  bis  34  Jahre  alt,  130  Frauen  und  keine  Kinder
hat.  Er  hat  ein  großes  Dorf,  sein  Haus  steht  stolz

in  der  Mitte,  Weiber  die  Menge  und  Häuser  die
Menge,  da  jedes  Weib  ein  eigenes  Haus  hat,  doch

kein  Kind  belebt  die  Straße.

Bekehrung  zum  Christenthum  bilden.  Wie  anderswo
wird  auch  hier  die  Heranziehung  und  Bildung  der
Jugend  die  Hauptaufgabe  der  Mission  bilden.

Bis  jetzt  haben  wir  die  Schule  noch  nicht  begonnen,
  P.  Hoegn  giebt  z.  Z.  jeden  Tag  Religions-=unterricht,
  aber  sobald  die  Verhältnisse  so  weit  gediehen
  sind,  wird  die  Schule  eröffnet  werden,  und
durch  dieselbe  hoffen  wir  auf  Erfolg.  —  Ihre  Verstorbenen
  begraben  sie  nicht  in  den  Hütten,  sondern
draußen,  oft  auf  dem  Dorfplatz,  und  stellen  ihnen
Lebensmittel  auf  oder  neben  das  Grab.  Sie  glauben
an  Götter  und  Geister,  die  sie  durch  Tanz  und
Spiel  verehren  und  huldigen.  Jedes  Jahr  scheint
jedes  Dorf  ein  mehrtägiges  Fest  zu  veranstalten,  um
diese  Geister  und  Götter  günstig  zu  stimmen,  besonders
  um  Sterblichkeit  im  Dorfe  fürs  nächste  Jahr
abzuwenden.  Ostern  hielt  unser  nächstgelegenes  Dorf
dieses  Fest  ab.  Da  brach  nach  dem  Hochamt  ein
sündfluthartiger  Regen  los  und  verhinderte  den
Hokuspokus.  Man  schien  zu  glauben,  die  Mission
habe  das  Wetter  herbeigezaubert.  Um  dem  abzuhelfen,
  wurden  dann  eine  Anzahl  junge  Männer
mit  weißer  Thonerde  angestrichen  und  liefen  in  den
Busch,  um  anderes  Wetter  zu  fabriziren.  Nachmittags
zur  Zeit  unseres  Gottesdienstes  war  kein  Regen,
abends  aber,  als  ihre  Tänze  losgehen  sollten,  kam
wieder  die  schwere  Menge,  was  mich  herzlich  amüsirte.

Zum  Schluß  möchte  ich  allen  verehrten  Lesern
und  Leserinnen  unsere  Mission  in  Jaunde  recht  sehr,
recht  angelegentlich  empfehlen.  Ein  großes  weites
Feld  öffnet  sich  in  Jaunde  unseren  Blicken.  Der
liebe  Herrgott  muß  mit  seiner  Gnade  das  Meiste
thun.  Doch  er  will  sich  der  Menschen  bedienen  als
Werkzeuge,  als  Gehülfen  am  großen  Werke  der
Rettung  der  Seelen.  Weigert  Cuch  nicht,  mitzuwirken
  am  Missionswerke  und  aus  Menschen,  die
Gott  und  ihren  Heiland  nicht  kennen,  brave  Menschen,
gute  Christen  heranzubilden.  Wir  Missionare  hier
wollen  thun,  was  wir  können,  uns  gern  einschränken,
aber  Wohnung,  Kirche  und  Schule  sind  unumgänglich
nothwendig.  Gott  wirds  lohnen!

 

Die  Zeitschrift  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  bringt
von  Togo  folgenden  Brief  der  Schwester  Therese
Wagner:

Nachtigal-Krankenhaus,  den  31.  Mai  1901.

Die  beiden  letzten  Monate  sind  uns  unter
fröhlicher  Arbeit  wie  im  Fluge  vergangen.  Viele
Patienten  hat  Schwester  Lisette  leider,  oder  Gott  sei
Dank,  auch  diesen  Monat  nicht  gehabt,  der  Gesundheitszustand
  scheint  in  der  Kolonie  ein  befriedigender
zu  sein.

Diese  Vielweiberei
wird  hier  wie  anderswo  die  Hauptschwierigkeit  der

 

Mein  Gemüsegarten  macht  mir  große  Fleu
obgleich  ein  großer  Nutzen  davon  bis  jetzt  nock  r#
abzusehen  ist.  Aber  Rosen  haben  wir  wunderhüt
und  auch  die  Nelken  werden  bald  zur  Blühe  .
langen;  ob  ich  mit  meinen  Spargelonpflanzur:
dasselbe  Glück  haben  werde,  ist  fraglich.  U
Interessenkreis  hat  sich  jetzt  vollständig  auf  wir.
schaftliche  Dinge  gerichtet,  er  bewegt  sich  um  Garr
bau,  Kochkunst,  Viehzucht  2c.  Unser  Herr  Dekbhat
  massenhaft  Thiere  zu  wissenschaftlichen  Umte
suchungen  angeschafft,  um  deren  Ernährung  ich  rkümmern
  muß,  da  kommt  die  Liebe  und  das  Inter:
für  die  Thiere  von  selbst.

Neulich  waren  wir  mit  Herrn  Dr.  Schilling  zsammen
  beim  Bezirksamtmann  Grafen  v.  Zech  er
geladen.  Es  war  ein  reizender  Nachmittag!  2=Graf
  machte  uns  das  Vergnügen,  einen  afr#konür.
Markt  mit  uns  zu  besuchen,  was  besonders  Schwe#
Lisette,  welche  so  etwas  noch  gar  nicht  karköstlich
  amüsirte.

Würden  Sie  die  Güte  haben,  gnädige  Frau,  uuns
  gelegentlich  eine  gute,  moderne  Litteratur  #.
kommen  lassen?  Wir  haben  gar  keine  Gelegerte
durch  Unterhaltung  mit  anderen  Leuten  Anregunz.
erhalten,  und  bringen  deshalb  unsere  freien  Stin
gerne  mit  Lektüre  zu.

Schwester  Lisette  läßt  sich  Ihnen  bestens  empfe#t-Das

  Wohnhaus  auf  der  Station  Wuga  (l#-bara)
  ist  am  7.  März  durch  Blitzschlag  zert#t
worden.

Dem  „SEnvangelischen  Heidenboten“  entnede
wir  folgende  statistische  Uebersicht  über  die  Arbefelder
  nach  dem  Stand  vom  1.  Januar  1901.

Wir  hatten  in:

Hauptstationen  Missionare  Frauen  Jung#.

 

Indien  23  79  56  4
China  13  20  14  —
Goldküste  10  46  21  3
Kamerun  9  29  14  1

Zusammen  56  174  105  8

Unsere  Missionskirche  hatte  in:
Zahl  der  Gemeindegl

 

Indien  261  Heidentaufen  14  700
China  265  -  6  137
Goldküste  859  -  18  136
Kamerun  549  OD  2  615
Zusammen  1934  Heidentaufen  41  588

Die  Zahl  der  Schüler  beträgt  in:
Indien  bei  einer  Vermehrung  von  53:  9639  in  15
China  -  196:1663.
Goldküste=  =  Abnahme  173:5395  15
Kamerun  -  -  é.  82:2329011.

 

Zus.  bei  einer  Abnahme  von  6:  19997  in  l
        <pb n="657" />
        AKus  fremden  Kolonien  und
Produhktionsgebieten.
Europäische  Reisende  in  Britisch-Uganda.

In  bemerkenswerther  Weise  hat  sich  der  englische
Kommissar  für  Uganda  über  Reisende  in  dem  Protektorat
  geäußert.

Der  Kommissar  unterscheidet  Reiseunternehmungen
für  Handelszwecke  und  Forschungsexpeditionen.

Den  ersteren  verspricht  er,  sofern  die  Unternehmer
  die  bestehenden  Gesetze  und  Verordnungen  beachten,
  jede  denkbare  Unterstützung  und  Förderung.
Was  dagegen  die  von  Privatleuten  ausgerüsteten
Forschungsreisen  anlangt,  so  beklagt  sich  der  Kommissar
  bitter  über  die  mannigfachen  Unzuträglichkeiten,
  die  diese  mit  sich  bringen.

Zunächst  bestreitet  er  die  Nothwendigkeit  solcher
Expeditionen.  Die  geogrophische  und  naturwissenschaftliche
  Erforschung  des  Landes  wird  nach  seiner
Ansicht  in  völlig  hinreichender  Weise  von  den  Beamten
  und  Offizieren  des  Schutzgebiets  durchgeführt.

Die  Verwaltung  bedürfe  keiner  fremden  Unterstützung
  in  dieser  Beziehung,  manche  Besucher  des
Protektorats  sind  der  geregelten  wissenschaftlichen
Ausschließung  desselben  vielmehr  geradezu  ein  Hinderniß,
  da  sie  theils  eigennützige  Zwecke  verfolgen,  theils
andere  Museen  als  die  des  britischen  Reiches  bereichern
  wollen.  Die  Beamten  der  Verwaltung
senden  dagegen  die  Ausbeute  ihrer  Sammlungen
unverzüglich  an  die  großen  wissenschaftlichen  Institute
in  England  ein.

Während  aber  die  Verwaltung  auch  Sachverständigen,
  sofern  diese  von  einem  der  vorgenannten

Institute  ausgesendet  sind,  jede  Unterstützung  gewähren
  will,  werden  die  Forscher,  Sportsleute  und
Liebhabersammler,  von  denen  Uganda  in  letzter  Zeit
heimgesucht  worden  ist,  geradezu  als  eine  Pestplage
bezeichnet.  Der  Bericht  sagt  wörtlich:

„Gleichviel,  wie  vermögend  einige  dieser  Herren
nach  ihrer  eigenen  Behauptung  sind,  oder  wie  reich
die  Zeitungen  oder  Kapitalisten  sind,  die  sie  vertreten,
  sie  leben  schließlich  ohne  Ausnahme  als
Schmarotzer  eines  oder  des  anderen  Beamten.

Es  ist  dies  thatsächlich  ein  Fall  von  Erpressung.
Wenn  der  unglückliche  Beamte,  bei  dem  sie  sich  einnisten
  (er  hat  an  Gehalt  meist  nicht  mehr  als  250  Pfd.
für  das  Jahr),  nicht  alle  seine  Vorräthe  ihnen  zur

605

 

 

Verfügung  stellt,  so  drohen  sie  damit,  unangenehme
Dinge  über  ihn  oder  die  Verwaltung  von  Uganda
zu  schreiben.  Wenn  der  fragliche  Beamte  aber  in
dem  Wunsche,  überhaupt  gefällig  zu  sein,  oder  weil
er  die  abfällige  Kritik  fürchtet,  große  Belästigungen
in  Kauf  nimmt  und  erhebliche  Ausgaben  macht,  um
die  Zwecke  des  Eindringlings  zu  fördern,  so  wird
er  mit  überschwenglichem  Lobe  „belohnt“,  das  ihm  in
den  Augen  des  Auswärtigen  Amts  und  des  großen
Publikums  mehr  schadet  als  nütt.

Die  Schilderungen  dieser  Forscher  sind  meist  sehr
ungenau,  da  sie  nur  kurze  Zeit  in  der  Gegend  verweilen.
  Fast  Alle  besitzen  eine  eigene  Fertigkeit
darin,  sich  mit  Empfehlungsschreiben  heimischer  Behörden
  oder  Beamten  auszurüsten,  die  sie  dann  benützen,
  um  alle  möglichen  Vergünstigungen  von  den
Beamten  zu  verlangen.“

Allen  Privatleuten,  heißt  es  in  dem  Bericht  an
das  Auswärtige  Amt  in  London,  die  wegen  einer  zu
unternehmenden  Forschungsreise  Erkundigungen  einziehen,
  sollte  gesagt  werden,  daß  es  ihnen,  soweit  sie
die  bestehenden  Gesetze  und  Verordnungen  beachten,
zwar  freistehe,  im  Schutzgebiet  zu  reisen,  daß  sie  indessen
  in  keiner  Weise  darauf  rechnen  dürfen,  von
der  britischen  Verwaltung  oder  den  eingeborenen
Häuptlingen  irgendwie  unterstützt  zu  werden;  es  gebe
keine  Gasthöfe  im  Lande,  der  Reisende  müsse  sich
daher  mit  Zelten  und  Proviant  ausrüsten;  es  sei
ebensowenig  möglich,  daß  die  Häuptlinge  der  Eingeborenen
  dem  Reisenden  Proviant  ohne  Bezahlung
lieferten,  wie,  daß  die  europäischen  Beamten  ihnen
Unterkunft  und  Verpflegung  gewährten.

Es  sei  zu  hoffen,  so  schließt  der  Bericht,  daß  das
Auswärtige  Amt  jedem  Frager  nahelegen  werde,  sich
für  eine  Reise  nach  Uganda  so  auszurüsten,  daß  er
es  nicht  nöthig  hat,  sich  als  ungebetener  Gast  bei
Beamten  oder  Eingeborenen  einzuquartieren,  denen  es
ihre  Mittel  nicht  erlauben,  eine  so  schrankenlose  Gastfreundschaft
  zu  gewähren.

Die  Theeindustrie  in  Indien  und  Cevlon.
Der  amtlichen  Statistik  zufolge  hat  der  Bau  von

Thee  in  Britisch-Indien  gegenwärtig  den  folgenden
Umfang  erreicht:

 

 

 

 

 

Mit  Thee  bebaute  Acres  Thecerzeugung  in  lbs
1897  1898  1899  1897  1898  199

Bengalen  119  190  130  241  132  923  38  951  000]  40  726  CO00  44910  000
Assam  310  826  325  823  331  151  107  266  0OC00  109  287000  127  576  000
Madrrrs  6335  6  512  10  164  352  000  352  000  646  000
Nordwestprovinzun  7965  7024  7  854  1897  000  1897  000  2197000
Tundah  9970  10259  10  135  2  179  000  2  179000  2152000
Eingeb.  Staatten  14  672  19  701  23  115  8  414  0000  8  414000  8776000
Burma  1  100  1220  1  390  224  000  224  000  268  000

Zusammen  470  119  501  680  516  732  163  01000  186  525  000  186  625  000
        <pb n="658" />
        Von  diesem  indischen  Thee  gingen  nach:

 

 

 

 

Ios

1897·98  1898/99  1899/1900
Großbritannien  137  655  857  139  245  995  154  161  492
Australin  6  792  654  6306  135  8362  797
Vereinigten  Staaten.  929  704  1  413  624  2744  854
Canada  .  .  .  .  .  ..  593  532  1044256  1932943
Persien  1  464  394  3  456  701  1  953  900
Rußland  699271  500  889  467  451
Verschiedenenrändern  3  326  405  5502  982  5  414  690

606

 

 

Zusammen  151  451  817/157  470  672/175  038  127

Alles  in  Allem  genommen,  besaß  die  Ausfuhr
von  Thee  aus  Indien  einen  Werth:
1890°91  von  5  219  236  Rx“)

189192  5  968  129
1892/93  6  2292  348.
189%94  =  6  585  835"
189441005  7  555745=1895/96
  =  7  664  889
1896/97  3  124548.
1897/98  8  058  623=1898,99
  8044  804

Die  Theeplantagen  Indiens  beschsftigten

davon  558  000  dauernd.

Mit  Indien  um  die  Wette  betreibt  Ceylon  den
Anbau  von  Thee.  Der  Statistik  zufolge  hat  es  an
Thee  ausgeführt:

Ibs  im  Werthe  von  #.
185  4  373  754  213  322
1890  45•799  518  1  717  482
1895  98  581  061  2721.248
1897  114  466  318  2  965’.790
1898  122  395  518  3  157  422
1899  129  661  908  3  457  651

Statt  wie  früher  aus  China  deckt  angesichts  dieser
Sachlage  Großbritannien  gegenwärtig  seinen  Theebedarf
  von  Jahr  zu  Jahr  in  steigendem  Maße  aus

den  beiden  genannten  Kolonialgebieten.  Es  bezog
an  Thee:
aus  China  aus  Indien  aus  Ceylon
1865  93  pCt.  2pCt.  0  pCt.
1875  86  13  ie-1885
  66  30  -  2
1895  16  -  46  4  32
1900  7.—  52  38  =
Im  Ganzen  belief  sich  die  Theeeinfuhr  Großbritanniens

1898  auf  10  335  600  L
1899  10  620  600  =
1900  =  10  929  000  =
Davon  lieferte
Indien  Ceylon
1897  für  5  450  300  für  3728  200  4
1898  =  5  438  600  .  3  694  100  =
1899  5  521  70u.  =  3730  900

RxXK  =  10  Rupien.  1  Rupie  -1  Zh.  4

Die  in  London  für  diesen  Thee  erzielten  Pre

beliefen  sich  im  Durchschnitt  für:

indischen  Thee  Ceylonthee

1899  auf  8¾  d  8  d

1900  auf  73/1  7½¼  =
während  für  chinesische  Thees  im  letzten  Jahre  wege
mangelnder  Nachfrage  nur  5½2.—6½  derzielt  wurda

Was  die  Thee-Compagnien  betrifft,  von  denen  fi
Indien  61,  für  Ceylon  25  bekannt  sind,  so  erschei
auf  dem  regelmäßigen  Kurszettel  in  London  28  vo
den  indischen,  14  von  den  Ceylonkompagnien.  Nu
bei  vier  der  letzteren  aber  und  bei  neun  de
indischen  Gesellschaften  stehen  die  in  ver
schiedener  Höhe  ausgegebenen  Shares  par
oder  darüber.  Alle  übrigen  sind  mehr  ode
weniger  stark  im  Preise  gefallen,  da  die  Ermäg
dieser  Unternehmungen  der  Erwartung  nicht  meht
entsprachen.

Die  Haupthoffnung  für  die  Zukunft  wird  auf
Erweiterung  des  Absatzes  dieser  Thees  in  Kanad#,
den  Vereinigten  Staaten  und  Australien  gesetzt.  Die
Bildung  von  Trusts  wird  mehrfach  angeregt,  sche
aber  keine  Aussicht  auf  Verwirklichung  zu  besißen.

 

im
Jahre  1899  nicht  weniger  als  654  600  Arbeiter,

Einführung  des  Dopfenanbaus  in  São  Paulo.

Den  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrvom
  31.  Juli  entnehmen  wir  das  Nachstehende  über
Einführung  des  Hopfenanbaus  in  Süöo  Paulo:

Die  Einführung  des  Hopfenanbaus  im  Stat#-Säo
  Paulo  in  Brasilien  ist  schon  häufig  m  Er—
wägung  gezogen  worden,  doch  ist  die  Kultur  dieer
werthvollen  Pflanze  daselbst  bisher  noch  nicht  üb#t
das  Versuchsstadium  hinausgekommen.  Die  Hobienmenge,
  welche  in  Brasilien  jährlich  bei  der  Vict—
fabrikation  verbraucht  wird,  ist  nicht  bekannt;  es
liegen  aber  Angaben  über  den  Hopfenverbrauch  einzelner
  Brauereien  vor.  So  wird  der  Hopfenlen#n
der  Brauerei  „Companhia  Antartica“,  welche  w.b#
als  die  größte  im  Staate  Seo  Paulo  anzusehen  ii.
schätzungsweise  zu  12  000  kg  angegeben.  Der  Pre
des  Hopfens  schwankt  zwischen  11  000  und  12½
Reis  pro  Kilogramm  Hopfen.  Im  Jahre  19%
wurden  27  000  kg  Hopfen  über  Santos  eingefübr-.
der  Hopfenkonsum  würde  sich  gewiß  noch  vergröferr
wenn  die  Hopfenpreise  nicht  so  hoch  wären.  Neueldings
  hat  sich  die  Nachricht  verbreitet,  daß  en
Kaffeepflanzer  im  westlichen  Theile  der  Staates  22
Paulo  einige  Hopfenreiser  aus  Europa  eingefürle
hat.  Die  Pflanzen  sollen  in  der  rothen  Erde,  di
für  den  Kaffeebau  so  produktiv  ist,  gute  Wurzel  ge
faßt  und  einen  reichlichen  Blüthenansatz  gemeack
haben.  Es  bleibt  aber  noch  abzuwarten,  ob  de
Blüthen  auch  die  hinreichende  Strenge  haben  werder:.
die  für  ihre  Verwendung  in  der  Bierbrauerei  el
forderlich  ist.  Eine  chemische  Untersuchung  eirer
Hopfenprobe,  die  in  diesem  Theile  des  Staates  2#
        <pb n="659" />
        vaulo  gewachsen  ist,  soll  den  Anforderungen  voll-#rmmen
  genügt  haben.

Die  Zollgefälle,  welche  vom  Hopfen  gegenwärtig
ZBrasilien  erhoben  werden,  betragen  300  Reis  pro
Kuogramm,  wovon  25  pCt.  in  Gold  entrichtet  werden
müssen.

Die  Aussichten  für  den  Hopfenbau  in  Säo  Paulo
därften  nicht  ungünstig  sein,  da  der  Bierkonsum  in
Brasilien  stetig  zunimmt.  Im  Staate  São  Paulo
befinden  sich  mehrere  Brauereien,  die  in  ihrer  Mehrzahl
  unter  deutscher  Leitung  stehen.  Die  Bierindustrie
des  Landes  ist  durch  einen  entsprechenden  Einfuhrzoll
gerügend  geschützt.

(Nach  einem  Bericht  des  amerikanischen  Konsulats
m  Santos.)

Indochinas  Kautschukexport  im  Jahre  1900.

Den  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“
entnehmen  wir  über  Indochinas  Kautschukexport  im
Jahre  1900  Folgendes:

Die  Ausfuhr  von  Kautschuk  aus  Indochina  war
im  Jahre  1900  beträchtlich  größer  als  im  vorhergehenden
  Jahre.  Während  die  Ausfuhr  über  den
Haf#en  von  Haiphong  1899  nur  51  Tonnen  betrug,

belief  sie  sich  1900  auf  300  Tonnen  über  diesen  und

aquf  39  Tonnen  über  den  Hafen  Saigon.  Dieser
Kautschuk  stammt  zum  größeren  Theile  aus  Laos
und  dem  Hinterlande  der  Provinzen  von  Nord-Annam.


Die  Goldproduktion  Rhodesias  im  Juni  und  im  ersten
Dalbjahr  190).

Die  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“
vom  5.  August  bringen  über  die  Goldproduktion
Rhodesias  im  Juni  und  im  ersten  Halbjahr  1901
jolgende  Mittheilung:

Die  Goldausbeute  in  Rhodesia  ist  wie  in  sämmtlichen
  vorhergehenden  Monaten  dieses  Jahres  auch
im  Juni  gegenüber  demselben  Monat  des  Vorjahres
um  mehr  als  das  Doppelte  gestiegen,  und  zwar  belief
  sie  sich  auf  14  863  Unzen  gegen  6  185  Unzen
m  Juni  1890.  Der  Ertrag  des  ersten  halben
Jahres  1901  stellte  sich  auf  81  643  Unzen,  wogegen
91  637,  65302  und  24581  Unzen  in  den  Jahren
1900,  1899  und  1398  als  ganze  Jahresmengen  zu
verzeichnen  waren.

Perschiedene  Mittheilungen.

Ausstellung  wirthschaftlicher  Hammlungen  aus  Deutsch-Ostafrika,
  dem  Malavischen  Archipel  und  Britisch-Indien.

Im  Königlich  Botanischen  Museum  und  in
den  Gewächshäusern,  Berlin,  Grunewaldstr.  6/7,
veranstaltet  das  Kolonial-Wirthschaftliche  Komitee
  wie  im  Vorjahre  vom  15.  August  bis  15.  Sep-607



 

tember  bei  freiem  Entree  eine  Ausstellung  derwirthschaftlichen
  Expeditionen  in  den  Jahren  1900
und  1901  nach  Deutsch-Ostafrika  (Dr.  Busse),
dem  Malayischen  Archipel  (Dr.  Preyer)  und
Britisch  =  Indien  (Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann).


Die  umfangreichen  Sammlungen  sind  in  drei
Abtheilungen  eingetheilt.  Die  erste  giebt  einen  Ueberblick
  über  die  Ergebnisse  der  ostafrikanischen
Expedition,  welche  Dr.  W.  Busse  im  Jahre  1900
im  Austrage  des  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitees
unternahm.  Der  Zweck  der  Reise  war  die  Untersuchung
  der  bis  dahin  nicht  ausreichend  bekannten
Produkte  der  ostafrikanischen  Steppengebiete,  mit  besonderer
  Rücksicht  auf  etwaige  Verwendbarkeit  und
Export  derselben.  Im  Anschluß  daran  interessirte
sich  Dr.  Busse  auch  für  die  allgemeinen  wirthschaftlichen
  Verhältnisse  Deutsch-Ostafrikas,  für  die  Eingeborenenkulturen,
  wie  für  die  europälisch  geleiteten
Pflanzungen,  und  unternahm  nach  seiner  Rückkehr
aus  dem  Innern  im  speziellen  Auftrage  des  Kaiserlichen
  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika  eine
zweite  Expedition  nach  dem  Nyassa-See.  Die  verschiedenartigen
  von  diesen  Reisen  mitgebrachten  Erzeugnisse
  in  der  Ausstellung  geben  einen  guten  Begriff
von  der  Natur  unserer  Kolonie:  Die  Harze  vieler
Akazienarten,  die  Gerbrinden,  vorzügliche  Fasern  von
Agaven  und  Sansevieraarten  sowie  zur  Herstellung
von  Arzneimitteln  geschätzte  Früchte  (z.  B.  Strychnos)
sind  nur  einige  der  wichtigsten  Produkte.  Wie  die
Emgeborenen  ihre  heimischen  Palmenarten,  die  Dumpalme
  (Hyphaene)  und  die  wilde  Dattelpalme  (Phoenix)
auszunutzen  wissen,  davon  zeugen  kunstvolle  Flechtereien,
  Matten  und  Körbe  in  bunten  Mustern.  Von
sonstigen  Erzeugnissen  der  Eingeborenen  seien  nur
noch  die  zahlreichen  Mtama=  (Sorghum-)  Varietäten
und  ein  eigenthümlicher  Stoff  aus  Baumrinde
erwähnt.

Der  zweite  Theil  der  Ausstellung  umfaßt  die
Sammlung  von  pflanzlichen  Produkten  und  landwirthschaftlichen
  Gegenständen,  welche  Herr  Dr.  A.  Preyer
von  seinen  Reisen  im  Malayischen  Archipel  mugebracht
  und  dem  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitce
als  Geschenk  zur  Verfügung  gestellt  hat.  Der  Reichthum
  und  die  üppige  Fruchtbarkeit  Niederländisch-Indiens
  und  der  britischen  Kolonien  auf  Malakka
findet  ihren  Abglanz  in  der  Fülle  verschiedenartiger
Nutzpflanzen,  deren  Kultur  auf  Photographien  dargestellt,
  deren  meist  zahlreiche  Varietäten  oder  Produktenqualitäten
  in  natura  ausgestellt  sind.  Hervorzuheben
  sind  die  Reiskultur  auf  Java,  die  Sago=  und
Tapiokakultur  in  Singapore  und  den  Straits-Settlements,
  Tabak  in  Sumatra,  Kaffee,  Thee,  Kalao
auf  Java,  eine  lange  Reihe  von  Obst=  und  Gemüsearten,
  worunter  besonders  Bananen-,  Ananas-,  Mangound
  Orangen-Varietäten,  ferner  javanische  Parfüms
und  Gewürze,  dann  Harze  und  Kautschuk=  und
Guttaperchasorten,  das  zu  Flechtwerken  unentbehrliche
Stuhlrohr  („Rotan“)  sowie  mächtige  Bambusstücke,
        <pb n="660" />
        endlich  eine  Sammlung  der  eigenthümlichen  javanischen
Arzneimittel.  Die  Wohnhäuser,  Ställe  und  Scheunen
sowie  Geräthe  der  Eingeborenen  sind  theils  in  Modellen,
  theils  im  Original  vorhanden  und  geben  einen
Einblick  in  die  primitive,  doch  nicht  kunstlose  gewerbliche
  Thätigkeit  der  Bewohner  Westjavas.

Die  dritte  Abtheilung  enthält  die  Sammlungen
des  Herrn  Regierungsraths  Dr.  Stuhlmann  aus
Britisch-Indien  und  giebt  eine  Anschauung  von
der  hohen  Blüthe  des  Kunstgewerbes  der  Hindus.
Zarte  Modelle  von  Gebäuden,  Menschen  und  Thieren,
seine  Gewänder,  eingelegte  Sandelholzkästchen,  zierliche
  Gebrauchsgegenstände  aller  Art  wie  auch  künstlich
  nachgebildete  Obstfrüchte  sind  zu  erwähnen.
Dabel  sind  jedoch  auch  die  Bodenprodukte,  Samen
und  Früchte  mannigfaltiger  Art  nicht  zu  vergessen.
Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann  hat  im  Auftrage
des  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitees  Niederländischund
  Britisch-Indien  zwecks  Studiums  der  Botanischen
und  Versuchsgärten  sowie  der  Plantagen=  und  Eingeborenen
  -Kulturen  bereist.  Herr  Stuhlmann  ist
neuesten  Mittheilungen  zufolge  vor  Kurzem  wieder
in  Ostafrika  eingetroffen,  um  dort  die  Ergebnisse
seiner  Studienreise  im  Interesse  unserer  Kolonie  zu
verwerthen.

Eine  Sonderausstellung  aller  vertheidigungsmittel
gegen  die  Seekrankheit

findet  Ende  August  und  im  September  d.  Is.  in
Ostende  statt.

Sie  umfaßt  folgende  Gruppen:

1.  Hängeapparate  oder  andere  Vorrichtungen
zur  Verminderung  der  Schiffsschwankungen
und  ihrer  Einflüsse;

2.  Pläne  für  besondere  Schiffe  gegen  die  Seekrankheit;


3.  Apparate,  um  die  Bewegung  und  Erregung

der  Unterleibsorgane  infolge  der  Schiffsschwankungen

  zu  verhüten;

Lüftung  und  Lufterneuerung  der  Kajüten;

Sauerstoffbehandlung  der  Kranken;

Befreiung  der  Schiffsräume  von  Gerüchen;

Ausstellung  aller  Erfindungen,  die  sich  auf

die  vorbeugende  Behandlung  der  Seekrankheit

  beziehen  (verschiedene  Arten  von  Sitzgelegenheiten,
  Apparate  zur  Abhärtung,

Angaben  über  geeignete  Speisen  und  Getränke);z



8.  Medikamente  und  andere  Verfahren  zur
Heilung  der  Seekrankheit;

9.  Schriften  über  die  Seekrankheit  bei  Mensch
und  Thier.

Während  der  Ausstellung  sollen  Experimente  auf

Schiffen  an  Menschen  gemacht  werden.
(Mittheilung  des  Patent-Bureau  Reichau  &amp;amp;

Schilling,  Berlin  8.)

erers

 

608  —

Tikterakur.

„Documents  relatifs  à  la  répression  des  esclars
publics  en  execution  des  articles  LXNXNI  ei
suivants  de  l’acte  général  de  Bruxelles.=1900.
  (Vergl.  Kol.  Bl.  1900,  S.  908)

Die  vorliegende  Sammlung  enthält  folgerde
Mittheilungen:

1.  Betreffend  den  Handel  mit  Waffen  und  Schi
bedarf:

Deutsches  Reich.  Nachweisungen  der  1899/190.
in  Togo  und  Südwestafrika  eingeführten  Gewekz#e
und  Pulvermengen.

Kongostaat.  Nachweisung  der  im  Jahre  19½
eingeführten  Gewehre  und  Munitionsmengen.

Frankreich.  Verordnung,  betreffend  die  Steuer.
freiheit  der  zum  Dienstgebrauch  bestimmten  Revole#r
in  dem  französischen  Kongogebiet.

Großbritannien.  Uebersichten  über  die  m
ersten  Halbjahr  1900  in  Sierra  Leone,  Nigeria  urder
  Goldküste  eingeführten  Feuerwaffen  und  Puloer
mengen.

Italien.  Eine  Reihe  von  Verordnungen,  ke
treffend  die  Organisation  und  den  Geschäftsbetn
der  Zollbehörden  in  der  erythräischen  Kolonie.

2.  Betreffend  den  Handel  mit  Spirituosen:

Deutsches  Reich.  Verordnungen  der  Gouwver
neure  von  Togo  vom  28.  März  1900  (nebst  eines
Entwurf  vom  2.  Juli  1900)  und  von  Kamerun  vor
1.  April  1900,  betreffend  die  Neuregelung  des  Kle.
handels  mit  Branntwein  und  die  Erhebung  von  Em
fuhrzöllen.  Uebersicht  über  die  im  Jahre  1899  2
Togo  eingeführten  Spirituosen.  Uebersicht  über  di
im  Jahre  1899  in  Deutsch-Ostafrika  ertheilte
Schankkonzessionen  und  die  Strafen  wegen  Zuwiderhandlungen
  gegen  die  Verordnung  vom  17.  Februrn:
1894,  betreffend  den  Ausschank  und  den  Verkr“
von  geistigen  Getränken.

Kongostaat.  Uebersicht  der  im  Jahre  191
eingeführten  Spirituosen.

Frankreich.  Eine  Anzahl  von  Erlassen  d
Gouverneure  von  Französisch-Guinea,  Dahomey  und
Französisch-Kongo,  betreffend  die  Besteuerung  ur
den  Verkehr  mit  Alkohol.

Großbritannien.  Drei  Verordnungen  de-Gouverneurs
  der  Goldküste  über  die  Besteuerung  de-Spirituosen.
  Nachweisung  der  im  Jahre  1899  ncs
der  Goldküste  und  nach  Lagos  eingeführten  Spirituo#e#-Italien.

  Verordnungen  über  die  Organt#ati.:
der  Zollbehörden  in  der  erythräischen  Kolonie.

Portugal.  Verordnung  vom  7.  Juli  190½.
betreffend  die  Inkraftsetzung  der  Bestimmungen  det
Brüsseler  Konvention  vom  8.  Juni  1899  in  den
portugiesischen  Kolonien.

3.  Betreffend  Sklavenhandel  und  Sklavenkefreiungen:


Deutsches  Reich.  Nachweisung  der  im  Jahre
1899  in  Deutsch-Ostafrika  wegen  Sklavenhandels
        <pb n="661" />
        Frurtheilten  (114)  Personen.  Verzeichniß  der  im

Jahre  1899  in  Deutsch-Ostafrika  ertheilten  (2180,

ren  denen  allein  1122  auf  Kilwa  kommen)  Freibriefe.

Großbritannien.  Schriftwechsel  zwischen  dem
britischen  Generalkonsul  in  Sansibar  und  dem  Prewierminister
  über  den  Sklavenhandel  in  Ostafrika.

Frankreich.  Rundschreiben  des  Gouverneurs
ren  Französisch-Kongo  über  die  Unterdrückung  der
Sklaverei  und  Verordnung  des  dortigen  Generalkommissars,
  betreffend  die  Auswanderung  eingeborener
Albeiter.

Italien.  Bericht  des  Gouverneurs  von  Erythräa
über  die  Lage  der  Sklaven  und  den  Sklavenhandel
in  der  Kolonie.

Türkei.  Liste  der  in  den  drei  letzten  Jahren
in  Konstantinopel  befreiten  Sklaven.

4.  Betreffend  das  internationale  maritime  Bureau
ir  Sanfibar:

Bericht  über  seine  Arbeiten  im  Jahre  1900.

Schließlich  enthält  die  Sammlung  (S.  32)  noch
enen  eingehenden  Bericht  der  Generalsekretäre  des
Kongostaates  an  den  König  der  Belgier  über  die
Entwickelung  des  Kongostaates  vom  15.  Juli  1900.

7V77  *VVVVVTYTVTYTT

Titteratur-Berpeichnik.

Narine-Rundschau,  August/September  1901.  12.  Jahrgang.
  Heft  8/9.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.
Pchard  Graf  du  Moulin  Eckhardt,  o.  Prof.  d.  Geschichte
an  der  techn.  Hochschule  in  München:  Englands

Politik  und  die  Mächte.
J.  F.  Lehmanns  Verlag,  München.

609

—  —  —  —  —

 

 

Bei  Friedländer  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  erschienen:

1.  Mittheilungen  aus  der  zoologischen  Sammlung  des
Museums  für  Naturkunde  in  Berlin:

I.  Band.  Heft  3:  1.  Die  Vögel  der  Bismarck-Inseln
von  Ant.  Reichenow:
2.  Das  Leben  der  Vögel  auf  den
Bismarck-Inseln  von  Fr.  Dahl.
Heft  4:  Die  Reptilien  und  Batrachierfauna
des  Bismarck-Archipels  von  Dr.
Fr.  Werner.
2.  Das  Leben  der  Ameisen  im  Bismarck-Archipel
von  Fr.  Dahl.

Statistiques  Coloninles  pour  l'année  1898.
Publiées  sous  l’administration  de  M.  A.  Lcrais,
Ministre  des  Colonies  (Commercei.

Imprimerie  Administrative,  AMelun.

Maurice  Sarraut:  Le  probleme  de  la  Marine
Marchande.
Berger-Levrault  et  Cie.,  Paris-Nancy.

Die  evangelischen  Missionen.  Illustrirtes  Familienblatt.
  Herausgegeben  von  Pfarrer  Julius  Richter  in
Schwanebeck  bei  Belzig.  Verlag  von  C.  Bertelsmann
in  Gütersloh.

Inhalt  des  8.  Heftes:  Eine  Missionsreise  nach  Oberassam.
  Von  Miss.  Ferd.  Hahn  (mit  7  Bildern).  —  Aus
dem  Tagewerk  einer  sumatranischen  Missionsarbeiterin.  Von
Charl.  Buchholtz  (mit  7  Bildern).  —  Vom  großen  Missionsfelde
  (mit  1  Bilde).  —  Neueste  Nachrichten.

Saat  und  Ernte  auf  dem  Missionsfelde.  Illustr.  Blätter
für  die  erwachsene  Jugend.  Herausgegeben  von  P.  Jul.
Richter  in  Schwanebeck  und  P.  Paul  Richter  in
Werleshausen.

Inhalt  des  8.  Heftes:  Die  Evangeliumsaxt  und  der
Baum  des  Heidenthums.  —  Natanael  Tuju  (mit  4  Bildern).
  —  Im  Dienste  Jesu  an  kranken  Chinesen.  Von
Miss.  Schaible.  —  Vermischtes.

 

 

—  —  —  —  e  —-  —  —  ————§  —  —  —  ——  ——  —  —

Verkehrs  -Nachrichten.

Durch

Erlaß  des  Herrn  Staatssekretärs  des  Reichs-Postamts  ist  die  Theilnahme  der  Postagentur

Varmbad  (Deutsch-Südwestafrika)  am  Postanweisungs=  und  Nachnahmeverkehr  vom  1.  Juli  d.  Is.  ab

angeordnet  worden.

 

Posteempfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

—.-..—...—..—..—..————

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
#  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
0  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  30.  Aug.,  13.  Sept.  Tanga  17—20  Tage
(beutsche  Schiffe)  9°9  oms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.am  16.,  27.,  30.  Aug.,

Brindisi
I.  Deutsch-Gstafrika.  (enslische  Schiffe)

 

 

am  18.  Aug.,  1.  Sept.
100  abds.

Tanga  18  Tage

6.,  10.  September
Dar-es-Sal#m  19  Tage

10  abds.

 

Brindisi  am  8.  September  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(tranzöstsche  Schiste))  40  mums.  14.  10n  abds.
7.  Deutsch-S#bwestafrika.  Southampton  am  24.  Aug.,  21.  Sept.]  Lüderitzbucht  20  Tage#am  23.  Aug.,  20.  Sept.
(engl.  Schisse  dis  Kapp-  Aonms.  Swakopmund  23  Tage  10  ums.
——————  —

wöchentlich  bis  Kapstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage
auf  dem  Landwege.)

Hambu
(deutsche  Schiffe)

 

nachts

am  22.  jedes  Monats

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  22.  jedes  Monats
7%  abds.
        <pb n="662" />
        610

—

 

—.  —  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  un
Nach  vom  Ein-  Damer  Berlin  spätesten
chstungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  -abgesandt  werhe
E—  —  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  7mon
(deufi  iñe)
„Soiuhamoton  am  18.  jedes  #Kis.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  Mts.  9wbeV#
Tdeutiche  Schife,
Hoamburg.  am  25.  jedes  Mtis.  Lome  26  Tage  am  24.  jed.  Mts.7ꝝabt-(deutsche
  Schi
3  Togo.  Foerdn“  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27.  jed.  Rts.Mabd
Ueber  Li  (denische  Schife,
“1  Nonerdam  "  am  5  jedes  Monats  Lome  34  Tage  am  3.  jed.  Mts.  #abtt
ar  au  Ferlangen  des  iesrpe.')  am  22.  Aug.,  12.  Sept.Klein-Popo  33  Tage  am  20.  Aug.  10.  Se#.
)  (englische  Schiffe)  10  nms.
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  —  .
(franzöfische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverbindma  106r  abds.
Vordeau  am  15.  jedes  Monats!  Cotonou  19  Tage  ———
*  (kransöfische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Ronats!  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Noue#
(deche  Schike)  nachts  729  abds.
"  Sqhuthamwion  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.jed.  Mts.  ###e##
(deutsche  iffe)  ·
Hamburg  am  25.  jedes  Monats  Duala  36  Tage  am  24.  jed.  Mts.  v
4.  Ramerun.  (derntiche  Schiffe)  .  .  -
Ostanng  am  29.  jedes  Monats  Duala  32  Tage  am  27.  jed.  Mts.  WWe#n
eutsche  iffe
Liverpool  am  28.  Aug.,  25.  Sept.]  Duala  19  Tage  am  26.  Aug,  B.  Sen
(englische  Schife)  10  ums.
Hamburg  am  8.  Oktober  Duala  44  Tage  am  7.  Oktober
—  4  tdeutiche  Schife)  1  79  abends
Wartsbal:=  Brindifi  am  1.  Sept.  100  abds.  Jaluit  47  Tage  am  30.
—————#lv..——J———J3  *  ½*  10  %
Neapel  86Berlinhafen  38  Tage  .2.
6.  Deufsch-Uen-Gninea.  arussch  alh  am  4.  Sept.  abends  ge  Ta.  ’
Hlber  Singapore  Herbertshöhe  44  Tage  *e
7.  Rarolinen.  Brindifi  am  1.  Sept.  abends  Ponape  57  Tage  am  30.  August
—  Eenglische  Schiffe)  Map  69  Tage  102  abds.
8.  Waianen-  vriefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  Z=  bis  10  mal  jahrlich
K1&amp;amp;  nech  Saipan.
Neapel  am  21.  Aug.,  4.  Sept.  Tsingtau  34  Tage  am  19.  Aug.,  2.  Se#
9.  Hantichon  (eeutsche  Schiffe)  9#0  abends  10#  abends
·  ·  lejdåst  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
E  trarat  si  4.  n  10°  abends  0  abends.  —
10.  Jamoa.  estomn  am  1.,  22.  September  Apia  25  Tage  am  30.  Aug.,  W.San
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  atiche  ——
Landungs-  Die  Post  ist  fämis  gandungs.  2  Die  r  à  us
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlm
·  .-  Imouth..am26«1ed  M-D
  Necpel.22.  Aug.,  4.Sept.  ogo  Naae  ..  am  13.  .  Septembet
entsch.Ostafrika  Brindisi  .  .  am  2.  September  «  -
Marseille  am  16.Aug.,  16.Sept.  Deutsch-en--Guinea.  Brindisi...  Anfang  Septen  be
Deutsch-#Lüdwestafrita  marspan-Inseln  ..  Brindisi.  am  1.  7  Dtober
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southamdton  am  31.  August  nautschen  r*§&amp;amp;sE  v  em  2.  .  53
b)  sodl.  Theil  d.  S  b.  Southampton  am  17.,  31.  August  Blanrchhn  rindisi  .  am
chuhgeb.  Southamp  gus  !  Marseill#  am  8  Aug.  Un
⁊  Plymouth.  an  26.  jed.  Mts.  Rarolinen  Brindisi...  Anfang  S  Seylenba
amerun  .......  —  ———--——-Ltssabon«CMWWICthSsamoa........
  QueenätownamWIlUngM

 

 

 

*  Falligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="663" />
        611

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  Westund

  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
o
Voswampfer  von  nach  bis  12.  August  1901
„Dolph  Woermann  Hambure  Kamerun  am  10.  August  ab  Hamburg.
„Uexandra  Woermann“  amerun  Lamburg  am  7.  August  in  Accra.
„ne  Woermann“.  Hamburg  amerun  am  7.  August  in  Kamerun.
.„Anna  Woermann“.  Kotonou  Hamburg  am  3.  August  in  Sierra  Leone.
Carl  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  21.  Juli  in  Conakry.
„Ednard  Bohlen“  #aberibüt  Hamburg  am  28.  Juli  in  Lagos.
„Ella  Woermonn“  Hamburg  amerun  am  12.  August  Oeesant  passirt.
„Ernst  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  Juli  in  Madeira.
.Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Sherbro  am  11.  August  Dover  passirt.
„Oans  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  Juli  in  Swakopmund.
-ddwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  8.  August  ab  Sierra  Leone.
Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  August  ab  Hamburg.
-Frna  Weoermann“  Hamburg  Benguela  am  27.  Juli  in  Teneriffe.
Jeamnmette  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  2.  August  in  Kamerun.
Zut  Woermann“  Benguela  Hamburg  am  5.  August  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Whydah  am  6.  August  Dover  passirt.
Lulu  Bohlen“  Hamburg  Benguela  am  15.  August  ab  Hamburg.
.RKarie  Woermann“  Hamburg  Loango  am  6.  August  in  Las  Palmas.
.Nelita  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  6.  August  in  Accra.
„Otto  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  2.  August  in  Accra.
„Panl  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  30.  Juli  in  Kamerun.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  22.  Juli  in  Accra.
„Thekla  Bohlen“.  Lüderitzbucht  —  Hamburg  am  11.  August  in  Hamburg.
Schiffstewegungen  ?  der  Dentsgen  Ohafrita  ·  Linie  Dam  burg  ——
Reise  Letzte  Nachrichten
e
Neichspostdampfer  von  i  nach  bis  13.  August  1901.
„Kronprinz“  Hamburg  Durban  am  10.  August  in  Mozambigque  eingetr.
Koͤnig  Durban  i  Hamburg  am  10.  August  von  Majunga  abgegangen
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  10.  August  von  Tise  sabon  abgegangen
„Kaiser“  Delagoabai  .  Hamburg  am  4.  August  von  Vlissingen  abgegangen
.„Admiral“  Daagoabat  Hamburg  am  11.  Aust  von  Kapstadt  abgegangen
„General“  Durban  Hamburg  am  10.  August  von  Marseille  abgegangen
„Reichstag“  Beira  #  Hamburg  am  13.  August  in  Suez  eingetroffen
„Bundesrath“  Hamburg  Beira  am  4.  August  in  Mozambigque  eingetr.
„Gouverneur“  Hamburg  Ü  Beira  am  7.  August  in  Port  Said  eingetr.
„Sultan“.  —  —  am  11.  August  in  Bombay  eingetroffen
Sasari“.  —  i  —  am  5.  August  von  Bombay  abgegangen.

 

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Konkurs.

Ueber  das  Vermögen  des  Gastwirths
Heinrich  Eichler  hier  wurde  am
6.  Juli  1901,  vormittags  10  Uhr,  das

Konkursverfahren  eröffnet.

Verwalter  Kaufmann  Stadelmann
Anmeldefrist  bis  zum
läubigerversammlung
  am  7.  August  1901,  nach-Prü
  ngstermin  am
W.  November  1901,  nachmittags  3  Uhr.
Offener  Arrest  mit  Anze  igepflicht  „s

in  Tanga.
5.  Oktober  1901.

mittags  3  Uhr.

5.  Oktober  1901.

Erste

Tanga,  den  6.  Juli  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

 

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Ratibor  für  Jugdilrüchsen.  ·
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Ver  dauungsstorungen.  Rhachitis.  Scrophulose  und  Brechdurchfan.
uiIin  aund  iuditebt  Cemernt  lielli  vorgzelten;:  Rellektanten
—................-  umns  Wollen  Sich  dieserhalb  wenden  an  *—

 

EIIIIIIEIIIIIIELEI  Cannsta#te/In.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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%  0%  deen  erbitten  Reserentem.

 

 

 

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Spezialität:  Holz-  und  Federkielzahnstocher  mit  Firmendruch
        <pb n="669" />
        —  617  —

Das  Waarenhaus
für  deutsche  Beamte  A-G.,

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,

Telegramm  -Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Berlin,

ist  für  den  Export  aller  Arten  von  Verbrunchs-  wie  Gebrauchs-Gegenstinden  (Lebensmitteln.
Tonserven,  Wein,  Bekleidung.  Wische.  Einrichtungen  u.  s.  v.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Den’  Deutschen  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise.  Vortheile.  nt  p.  P.
geboten.  welche  die  inländischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (über  38.000)  geniessen.

Die  bewäöhrten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waarenhauses
  bürgen  für  die  denkbar  reellete  und  Zzuverlassigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenetuünden,  so  u.  A.  für  Fettwanren  (.  B.
Rutter.,  Käse  p.  p.)  und  Fleischwasren  (2.  B.  Wurst,  Schinken  p.  p.),  bringt  das  Waarenhaus
Uonservirungsmethoden  zur  Anwendung,  die  sich  selbst  in  den  heissesten  subtropischen
Landern  vollkommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungsfahigsten
  Conservon-  Fabriken.

Das  Wuarenhaus  sorgt  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  dor  Sendungen  nach
Üübem½eeischen  Lündern  und  ist  erbötig.  diesen  Sendungen  begen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
und  Verpackungskosten  Gegenstinde  beizuschliessen,  welche  dem  Wanrenhause  eventuell  von
Verwandten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitschndung  übergeben  werden.

Seesendunken  werden  um  besten  bei  Absendung  frunkirt  (zu  Lasten  des  Bestellers),  da
dann  die  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  weiteren  Controle
überhoben  werden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sondungen  follen  unter  die  nachstehenden
  zZuhlungsbedingungen.

Aufnahmebedingungen:  10  Maork  für  eine  Kauferlaubnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitgliedem  erwachsen  uus  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jährlich  erschoinenden  Preislisten,  Nachtröüke,  Verkelnserleichterungen  werden  nach
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  punktlich  und  frei  zugesandt.  (597)

Zahlungsbedingungen:  Errichtung  eines  Contos  durch  Baareinzuahlung  oder  Accroditiv
  auf  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Wuaren  oder,  wo  angüngig,  Versendung

  der  Waaren  uoter  Nachnahme.  Das  Direktorflxunr.

 

 

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Wasserxkanckz-«
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v  —  von  Armafuren  für  Dampfkessel.

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Paris  1900  u.  Antwerpen  Goldene  Medaille  und  19  Gold.  Med.  auf  Japd-  u  Sport-Ausstell.

R.  Weber,

Aeeste  und  grösste  deutsche  Raubthieriallen-  Fabein,
IInynu  i.  Schlesien.

Weltberühmte  Fangapparate

Schutzmarte.

(625)

R.  Weber.

und  Eisen  für  Löen.  Tiger,  LTcoparden  eic.

und  andere  Ruubthiere  sowie  lür  Vögel  und  Fieche.  Wildlocker,
Witterungen,  Cluskugzel-  und  Thontauben  -Wurlmuschinen.
—De#iIlustrirte  lireislisten  kostenfrei.  ——"

 

 

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Nermann  lessnon,  herlia  N.a

Grosste  Berliner  Special-Fabrik  in
Fuhrgeräthen  aller  Art.
Gegründet  19874.

rTonuenkippkarren

für  Hand-,  Pferde-  und
Eraelbetrieb  zum  Trans-—
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Dauche  etc.  mit  holr1ernen
  oder  eisernen
Tonnen,  mit
verschliessbarem
  Blech-Lasten
  zum
Transport  v.
Waaren  ete.

  
    
  
 

Eserne  Lare!
eiIln  jeder  Form.
zusammenlegdar,.
  für  Export

geelgnet.

Uiustr.  relellate  gralls  und  franco.

 

 

Deutsche,  koloniale  u.  internationale
Transporte  jeder  Art.  (°9)

A.  Warmuth,

IHfpedlleur  Sr.  Königl.  HUohelt  des
PTrinzen  Georg  von  Preussen.

Spedition.  Berlin,  Kommission.

Friedrichestr.  91  u.  Iint.d.Garnisonkirchela.

 

 

 

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W.  Homann  &amp;amp;  Co.

Hamburg,  Luisenhof  ,
Commission  —  Assseurant  —  Spodton

von  und  nach  (82)
den  deutschen  Kolonien.

—  ———  ———  ————  ——  ——  ————  —  —  ———  —.

Fr.  Cordes  junr.,  hamburg

gegründet  1845.
(22)

Grosshandlung

von

Ketten,  Ankern,
Schiffsartikeln.  6

Catalotge  a.  gefl.  Anfr.

 

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daxlehner  Hunyadi  Jänos

Das  mildeste,  verlähßlichste,
angenehmste  Abführmittel.
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Unentbehrlich
in  den  Tropen.

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

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Das  Versand-Geschäft
MV  S  EDLICH,  ueinisr-Faguin

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Herren-Wloche
Gardinen  und  Möbel-Stofle
Teppiche

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Hüte  und  Möützen  lür  Herren

und  Knaben  ·
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Optische  Waaren

 

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Echte  Süberwaaren
AMllenldewaanren
Vernickelte
und  Messingwaaren
Kladerwagen
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Holkwasren
Wirthschafts-  Artikel
TLederwaasren
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Teschings  und  Hevelber
Kunstausswanren
Spielwanren
Clgarres  und  Cisgaretten
TJabake  und  Rauchremisiie
Tolletteselfen  und  Parin#s
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Briefpapiere.

 

 

Nichtgelallende  Wanren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.  (#)
        <pb n="671" />
        —  619  —
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öAAAAAAö&amp;amp;ö&amp;amp;Ts

v.  Cippelskirch  §  Co.

BERLIN.

Hauptgeschäft:  NW.,  Neustädtische  Kirchstr.  15.  länbes:  At  1  ##.
Fabrik:  N.,  Usedomstrasse  21.  l##e:  Hal  I  25.

Telegramm-Adresse:  Tippotip,  Berlin.  Code:  Staudt  &amp;amp;  Hundius  1882/1891.
Bank-Conto:  Deutsche  Bank.

Filialen:  2

Swakopmund  (Deutsch-Südwestafrika),  unter  Firma:  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  G.  m  b.  H.
Tsingtau  (Kiautschau-Gebiet),  unter  Firma:  Kiautschau-Gesellschaft  m.  b.  II.
Tientsin  (China),  unter  Firma:  V.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.

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Spezial-  Geschäft
nsrüstungen  aller  I#  aun  #berseoischen  Landern.

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Tropen-  und  Heimathsuniformen  fũr  Militũr  und  Beainte,
—  Tropen-  Civils-Kleidung,
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3  7ropenzenste.

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Refsestähle,  Köchern  und  Spefsegeräithe.

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2  Feidflaschen,  Wertzeuge,  Mirthschaftsgerätbe,

-  Beifenchtungsgegenstände.

-  Phorograpfche  Apparate.  Ohren.  Opeische  Waaren.

3  Reit-  Ausrũstungen.  Waffen  und  Munition.

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5  Preislisten  und  Spezial-Aufstellungen  für  Reisen,  Expedltionen  Sowie  für  längeren  Aufenthalt  in

—  überseeischen  Ländern  stehen  auf  Wunsch  gratis  zur  Verfügung.  (50)
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rrc“.’.’ykf  rffffrilii
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        Buch-,  Stein--,

Sch  n  el  l  DressSen  Maschinenfabrik  Johannisberg
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Licht-  und  Blechdruck

      
  
   

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empflehlt

Kleiln,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Nachfoiger

in  Geisenheim  a.  Rhein.
(27)

 
 

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D  SO###pIn  LdAlcN  Scmdemmdn.
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  —  Nof##gxferank  Sr.  Majestät  des  Katsers,
offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemtsen,  soweit  sich  diesel
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den
Beeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen
samen  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deu

afrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.

 
    
 

IlIlustrirte  Kataloge  gratis.

 

  

Pen

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Exporl-Stahlkar
DEUrScH#N  ENGL.  FORN

RHEyNjgenC.

B.Gladbäch,  Köln

 

 

 

Ein  prächtiges  Werk
ist  das

Stammbuch

des

altmärkisch-uradligen  Geschlechts
v.  Bismarck

von  1200  bis  1900.

Bearbeitet  nach  eigenen  Forschungen
don

Her####  Saus  Taelentis  v.  Siöwarck.
Mit  Siegel-,  Wappen-,  Stammtafeln

und  einzelnen  Gutsabbildungen.
In  fünffarb.  Druck  u.  Originaleinband
mit  Gold=  u.  Silberschmuck:  Mk.  25,—.

Eine  prächtige  Gabe  für  alle
Familienglieder  Derer  v.  Bismarck
  und  nicht  minder  werthvoll  für
alle  genealogischen  Interessenten
und  Bibliotheken.

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen,
  auch  von  dem  Verlage  der
Königlichen  Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sobn,
Berlin  SW#2,  Kochstraße  68—71.

 

 
  

MINANNTE  .

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CyonmxtzslltgejHHøtszeHHduptcatdlogksxpxs
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knscoowicscnnkvmmWams-L«

 

Nax08-sclunirgel

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Voss  6  Co.,

    

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Deuben,  Bez.  Dresden.

ächt  und  rein.
2  Körnungen.
Specialicdt:  Handgeschldmmre  linnten-Schmirgetsortel)
Schmirgetlleinen,  Schmirgelsöper,  Schmirgelpaper,
Schmirgelband  (Kratzen-Schleirband),  Schmirgel-Vor%-Zeriche,
  Messerschdrier,  Polinprelver,  Glaspapier.  Feilersteinpapier,
  Schmirgelfeilen.

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währten  Murken:
Koropnit,  Kubimnft,  4Ppfranthos,  P#chrophor-.
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Psychrophor-Schleiflscheiberhae
brannt,  porös  und  sehr  schleif  Kräftig.

—1  o  J.  aturl  he
Rubinit-Abzichsteine.  Auerbannt  besser  als  nallk“

Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.

Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.  "

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  get
eine  feine  langhaltende  Schneide.  Z

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Kosten  zurück.

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Polirwachs,  Polirpulver,  Fllzscheiben,  Korkschelben  Walrossleder.
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5  Preislisten  und  Muster  kostenfrei.  ..  —.

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latthias  Rohde  &amp;amp;  Jörgens,  Bremen,

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

pedition  —-  Kommission  —  Export—  Inmport.
Srpectalverkehr  nach  Kiautschos  und  den  ubrigen
dettschen  Kolonten.  (64.)

 

10  goldene  und  silberne  Medalllen.

FPulnin  u  s.  Dächer.  I  ant  Hodi.

WMasserdichter  Lolnenstoff  für  Bedachung  zon  Geduudkon  secor  #rt.  Fror.

auten,  Ausstellungsbauten  ohne
Schalung  (Berlin  1896  40  000  om,  Paris  1900  15  000  am).  Leicht,  Aurmsicher,  hellinrolg.
n  für  Tropen  geelznet,  Auch  für  Innenbekleldung  von  Fabriken,  Bleichereien,.

Irber’ien,  dauernder  Schutz  der  Holzkonstruktionen  gegen  aufsteigende  Dmpfe  Zahlreiche
  Atteste.  Ca.  2  Millionen  Meter  verwandt.  Nach  China  für  Eindeckung  feststehender
und  zerlegbarer  Kriegsbaracken  150  000  ꝗm  geliefert.  Export  nach  allen  Lundern.  Zahlreiche
  Tropenhluser  gedeckt.

I  asti  64  (fest  wie  Leder  und  biegsam,  auch  Im  Winter
Extz#a-Dachpappen  zElastigue  elastlsch  und  im  Sommer  alcht  auslaufend,
auch  für  Tropen  geeignet.  Erfinder  und  alleiniger  Fabrikant).  Selbstentzündung  beim
Seeiransport  ——  Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

1  4  zum  Abdecken  von  Mauern  u.  Gewölben.
Holzgement  lastigne  2  Kkolleplstten  Aussergewoöhnl.  leistungsfLhig.  Billigste
Preise.  Proben  und  Prospelte  zur  Verfügung.  Solvente  Firmen  für  Alleinverkauf  grosser
Distrikte  gesucht.  geit  Jahren  grosse  Lieferungen  für  das  Auswirtige  Amt  nach  Ostuond

  Sudwestafrika,  Kiautschou  etc.  (90)

Weber-Falckenberg,  Berlin),:#e1

 

 

 

Sstem

Sy
Norchmeyerherkefeld

ist  als  das

beste  Wasserfilter

bezeichnet  von  der
Medicinal-Abt0ddes  2
GniglPreussischen
1  Wiegsministersums.
C  Herefedl-Fiter  Ceselschot

#  CELLE.  Ib.

  
  
 

 

 

Moritz  Jahr  in  Gera  (Reuss)

Asschinenfahrik,  Bsengissserei  u.  Kesselischmiede.
Gegründet  1811.  —  —  (as)

Spezifa#ität:

,  Iascniaoamksssicnsksi,
..----  ,T"  Färberei  und  Appretur,

——DDampfwäschereien

ER  ffür  Heilanstalten,  Botels  etc.

   
  

  

 

 

 

 

 

 

Ein  Ildustrirtes  Verzeichniss

empfeblenswerther

Schriften  und  Werke

über  unsere

Marine

und  aus  dem  Gebiete

 

unserer  Kolonien

(Sonder-Verzeichniss  No.  31)

aus  dem  Neriage  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlin  SWu,

steht  Interessenten  Kostenfret  zu
Diensten.

 

 

 

   

 

 

Sseben  is  erschienen:

Kangliete

von

 

 

 

 

 

Beamten  der  Kaiserlich
„  Deutschen  Marine

 

———4

 

56  für  das  Jahr  1901.

Dach  dem  Stande  von  Cnde  Mal  1001.
Redigirt  im  Keiche-Marine-Amr.
M.  1,50,  geb.  M.  2.—.

Uerlag  der  Königlichen  Holbuchbandlung
von  E.  s.  Mi#er  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SU  12.

 

 

 

 

Zu  bezieben  durch  alle  Buchhandlungen.  1
        <pb n="674" />
        Hamoa.

 

Eruent  sei  empfohlen:

Kurze  Anleitung
zum  Verständniß
der

Vamoauischen  Spracke.

Erammalik  u.  Vokabularium
nebst  einem  Anbange:

Meteorologische  Notizen.
Mit  einen  Vlau  von  AUpis.
Mi.  4,50.  geb.  M.  5.—.

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen,
  auch  vom  Verlage  der
Königlichen  Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu#,  Kochstraße  68—71.

      
   
    

..
Verlag  der  Kgl.  Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  S8W12,  Kochstr.  68—71.

Betleidungs=  Besimmungen
für  die
Seeoffiziere,  Maschinen=  u.  Torpedo-Ingenieure,
  Feuerwerks-,  Zeng=  und
Torpederoffiziere,  Sanitätsofsfiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine.

Genehmigt  durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre
  vom  29.  Oktober  1900.

Preis  50  Pfennig.

 

 

Bekleidungs  ·  Beslimmnngen
für  die
Offiziere  der  Marine=  Infanterie.
Vom  29.  Oktober  1900.
Preis  75  Pfg.

#—!""''''’
—  —  —  —

—  —  —  —  —  —  —  —

 

 

 

 

S  Handsãmaschinen
und  Radhacken

ersetzen  8  bis  10  Arbeiter,  eine  Pergor
-huckt  2  bis  3  Morgen  per  Tag,  je  nac!
#  Bodenbeschaffenheit.

Düngerstreukörbe,  Erdbohrer,  Carantie-Spaten,
  Karren,  Gaurtensprltzen,  Ciess,
kunnen,  Patent-Jauchepumpen,  Wasser-Wugen,
  Wegewalzen  etc.  Illlostr.  Preisliste  gr.

Albert  Treppens,  Masiensded.  Hans.

   
  

 

 

 

 

Neueste  Kühl-  und
Eismaschinen

für  Ilandbetriel,  direkt  verbunden
  mit  einem  Eisschrank  sowie  "
auch  für  Kraftbetrieb.  1

6

 

2

   

Oelgas-  Anlagen

Zu  Beleuchtungs-  u.  Beheizungs.
zWecken  für  Ortschalten,  Fak.
toreien,  Landhäuser,  Hôtels  etc.
Umbau  unvollkommener  und

 

  
  

Mehr  als  1000  Anlagen

Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plas

veralteter  Gasaulagen.

 

 

—  —  —  —  —  ——  —

 

 

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SWie,  Kochstraße  68—71.

—..——  ——

 

——  11  —  —  —  —  —  —  —  ——

Ee  erschien:

Chinas  Rriege
seit  1840

und  seine  beutigen  Streitkräffte.
Mit  4  Karten  in  Steindruck  und  4  Skizzen  im  Text.
—Geheftet  Mark  2,—,  in  Leinwandband  Mark  2,50.—

Die  obige  Uebersicht  der  Kriege,  die  China  seit  1840  —  also  geyen
England,  Frankreich,  Japan  —  ge  führt  hat,  giebt  die  beste  Kenntniß  von
dem  Charakter  des  Volkes  und  seiner  eigenartigen  Kampfweise.
In  fünf  Abschnitten  werden  der  englisch-chinesische  Krieg  von  1840  bis  1840,
der  Taiping-Aufstand  1850  bis  1865,  die  Verwickelungen  Ehmat  mit  England
und  Frankreich  1856  bis  1860,  der  Tonkin-Feldzug  1882  bis  1885  und  der
japanisch-chinesische  Krieg  1894  bis  1895  behandelt  und  zum  Schlusse  die
Erfahrungen  aus  diesen  mannigfaltigen  Ereignissen  zusammenestellt;

  eine  authentische  Uebersichl  der  heutigen  Kampfmittel  des
himmlischen  Reiches  schließt  das  sehr  zeitgemäße  und  nüßliche  Werk,
das  eine  zutreffende  Beurtheilung  der  heutigen  Lage  und  der  Ziele
unserer  Expedition  anbahnt.  l
        <pb n="675" />
        —  623  —

 

F.  H.  SCHMIDT
INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER.

AysrohRUNG  VON  EXPORTBAUTEN  VND
BAlUAUSFUHRUNGEN  UEBERSEE.
WassER-,  BRUCKEN-  UND  HOGHBRAU.
BAUANSTALT  FDR  EISENKONSTRUKTONET.
HornzBEARBETTUNGsFABRIK.
—..———
Malariasichere  Tropenhäuser
GEesetslich  geschütst).

ALTONA  HAMBURG

Ramwrco.  PAULSTRASSE  21.
Fernsprecher  No.  2  u.  750.  Fernsprecher  Amt  I.  No.  4163.

TELEBGBRANHM-ADBRESSE:
KachDr,  ALTONA.

 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
  
 

 

 

 

 

Ustr.  Zelt-Katasoge  fre.N—
Wasserdichte  Segestu  ch  e,

Zelte-  und  Planen-Fabrik.
Telte  ulerrnttn  urkrpenitsnen,
KRob.  Reichelt,  Berlin  C.

 

 

 

 

 
  
  
  

186  Löwen.  Leoparden,

Ginsterkatzen.  Zibethkatzen.  Serwals  etc.  etc.
ling  llerr  v.  Quast  in  Mikindani  (Deutsch-Ostafrika)
  mit  unseren  unübertroffenen  Fallen.
Illustr.lPreiskourante  gratis.  n

Renommrteste  (10)
krösste  deutsche  Raubthlerfallen  -  Fabrik

    

 

     
   
   
  

 

 

——  drchde  Wähendiun##e.

 

 

 

Xllest.  deutsche  Schaumweln-Kellere!
legründet  1826.  (81)

Kessier  Cabinet

dry  &amp;amp;  extra  dry

G6.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Hoflieferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
Württemberg,  Lieferanten  Ihrer  Kalserl.
Hoheit  der  Herzogin  Wera,  Grossfürstin
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  Deutschen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Casinos.

 

A4#n##stengzur  regelmässigen  ärstlichen
  Rapport-  u.  eriehteretattn
über  die

Aiserlichen  Saistrupbeen,

Vom  1.  Oktober  1900.  Preis

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWu.
        <pb n="676" />
        %ESS&amp;amp;·

 

 

Soeben  erschien:

 

Kamerun

Ein

 

 

Uon

 

Keich  illuetrirt:

 

 

 

Sechs  Kkriegs-  und  Friedensjahre
in  deutschen  Cropen.

Hans  Dominik,  Oberleutnant.

HMit  20  (aleln  und  81  Hbbildungen
im  Cext,  sowie  einer  Uebersichtskarte.

Ein  starker  Prachtband:
Preis  geheftet  M.  I11.—,  in  Originalband  M.  12,  50.

Prachtwerk

über  unsere

 

 

Kamerun--Kolonie

 

 

 

D  „Dresdner  Journal“
D#r.  114  u.  18.  Mai  100|  schreibt:

 

 

 

 

Jedem
Kolonialfreund

 

angelegentlichst

 

empfohlen

 

Dadurch,  dass  der  Uerfasser  nicht
darauf  ausging,  ein  wissenschakt.
liches  Werk  nur  für  Gelebrte  zu  schreiben,  sondern  im
krischen  kone  des  Erzählers,  der  auch  reizvolle
Kleinigkeiten  nicht  unbeachtet  lässt,  die  Erlebnis#e
und  Eindrücke  des  Kugenblicks  wiedergiebt,
hat  er  sein  erk  zu  einem  anmuthig  unterbaltenden
Lesebuche  gemacht,  das  der  Leser  mit  warmer  Tbeilnahme
  für  den  Uerlasser,  an  vielen  Stellen
auch  mit  boher  Spannung  geniesten  und  sicher
nicht  obne  Befriedigung  aus  der  Dand  legen  wird.

5———  r  —  ô  ——  —¡—
Zu  bezieben  durch  alle  Buchhandlungen,  sowie

vom  Uerlage  S.  S.  Mittier  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWis,
Kochstrasse  68—71.
        <pb n="677" />
        625

 

 

 

für  Häuser,  Schl

-  st;-::.:»JI-z;l!lk«

Prinzen-Allee  S83.

Acetylengas-Beleuchtung

.  L.  C.  Eckelt,  Berlin  N.

össer,  Comptoirs,  Fabriken  und  Städte.

 

 

 

 

   

E  mNN  TNNy
.  iillsslls

        

1

   
  

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RHH  RN3  :-«
  !I-«k  sssss

 

Telegramm-  Adr.:
Sulfurum  Berlin.
*

———

.  4—.—————

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leistung  Beanspruchter  Raum  Gewicht  Preis  ——  Telegraphenl##
  Flammen  breit  langhoeh  .  Rilogramm!  Mark  Kkuan  1  schlüssel
20  1,.5  2,5  8.0  150  500.—  50.—  Anam
50  1,.5  2,6  3.0  200  800,—  65.—  Baron
100  2.5  3,.5  3,5  1020  1200,—  —  Oores
200  8,0  4,0  3,8  1450  1800,.—  110,—  Drama
500  40  6,0  4.0  2500  3600,.—  200.—  Erna
Pie  Flammen  sind  zu  16  Normalkerren  —  I  Lleer  ständlicher  Gasverbrauch  angenommen.

 

eber  grössere  Lichtanfagen  bitte  anzufragen.

t(elecetylengas  dbertrifft  an  Bereltung,  Preis  u.  Helligkeit  alle  bestehenden  Beleuchtungsarten.

Die  Aufstell
chicklic

sehen  und  Un

ist  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefabrlos.
eiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
Der  Apparat  ist  jahrelang  probirt  und  vervollkommnet.

Selbst  die  gröbsten  Ver-(460)



Ferner  empfehle  noch  meine  199#rate  und  Nasehison  für  chemische  adsstrie  sur  Herstellung  folgender  Produkte:

L##er,  Lasinhk,  Chlor,  Glyeerin,  Borax,  Stesris,  Seife,  Schmefelkohlenstoff,  lsim,  Nanais,  Citransuszur.
Erigsiom,  Hosssiurs,  Oralsäurs,  Salrsurn,  Salgotersäurt,  Sehwsiolsäum,  Weisshinsiure.
        <pb n="678" />
        —  626  —

WOo  ERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschiffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.
"  Am15.August:P.D.,,I«lllukohlou«,captms,

via  Antwerpen  nach  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Accra,  Kongo  und  Angol
Am  22.  August:  P.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Schütt,

nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  25.  August:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Martens,
via  Rotterdam  nach  Liberia,“  Accra,“  Lome,’  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kameru
und  Congo  Franoais.

Am  1.  September:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Spiesen,

via  Rotterdam  nach  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Beénin.

Am  5.  September:  P.  D.  „Otto  Woermann“,  Capt.  R.  Krohn,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Lecone,  Sherbre

Am  10.  September:  P.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt.  Jensen,
via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,  Axim.,"  Secondee,  Cape  Coast,  Accra,
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,  Pläntation,  *  Kribi-  und  Fernando  Po.
EZEZxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

41  Güter  müssen  zicet  Tage  vor  dem  4bgangsdaftm  blis  12  Uhr  mistags  IZänsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (n)  Hamburg,  Afrika  -Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/3.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.

    

 

 

Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  ab  Neapel
R.  P.  D.  „Präsldent",  Capt.  ZTemiin  144.  August  30.  AMygent
R.  P.  D.  „Reichstag“,  Capt.  Kley-  II.  Septbr.  7.  Septte.

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  aden,  —  vangs.  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Klwa,  U#d,
Mikindanl,  Wo,  Mozamblaus,  Chlnde,  Beira  und  duellmane.  b  Hambura:  ab  Neapei:

R.  P.  D.  „Cenera,  Capt.  Fiedier  z39.  August  13.  zeptte
R.  P.  D.  „König“,  Capt.  Weisskam  35.  Septbr.  I/.  Olto
mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Oar-sSaläm,  Zanzibar,  Mozamblaue  sowie  mit

und  Ladung  nach  Chlinde,  Belra,  Delagonbay  und  Durban.  ab  Hamburgs:  ab  Las  Pal

R.  P.  D.  „Admiral“,  Capt.  Ahrens  .  ..  11.  Septbr.  23.  gepür
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  port  elzabett,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.
Di  Dampfer  haben  vorzuopitche  E##ichrungen  fur  EPussagtere  #n  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nach  sümmtlichen  Anlaufhfen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  agsselt  sein.

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (v)
In  Hambutrg  wegen  Passage  die  Hambeirg-4merika-Linte,  Abthensng  Persosen-Verkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deucsche  Osc-4  7#  K#  Linte,

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasss  2563.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  M.  Junge,  Verlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Sofbuchdruckerel  von  C.  S.  Mittler  3  Sohn,  Verllu  Sw  1.  Kehttet  4—M.
Ausgegeben  am  15.  August  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="679" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Kerausge#eben  in  der  Holonial--Abtheilung  des  Auswirtigen  Ints.

 

 

.——  ——  ———  ——  —

XII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  September  1901.  Unmmer  17.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  16.  jedes  Monats.  Derselben  werbden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungareisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  BSehntagebioton*,  horansgoegeben  von  Dr.  iberr
v.  Danekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  8,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schußgeblete  und
Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3.75  für  die  Länder  des  Weltpoftvereins.  —  Einsendungen  und  Aufragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  14.  Kochstr.  66—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs--Preisliste  für  1901  unter  Nr.

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Samoa,  betreffend  den  Zolltarif  r2c.  in
Markrechnung  S.  627.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  629.  —  Personalien  S.  629.
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  630.  —  Kamerun:  Haltung  von  Buckelrindern  in
Kribi  S.  631.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Strafexpedition  S.  631.  —  Reise  des  Gouverneurs  v.  Bennigsen  nach
Neu-Guinea  S.  631.  —  Expedition  nach  der  Gruppe  der  Ruk-Inseln  S.  634.  —  Aus  dem  Bereiche  der
Missionen  und  der  Antisklaverei-Beweguna  S.  635.  —  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:
  Dr.  Spine,  Bischof  von  Sansibar  S.  640.  —  Die  englische  Goldküste  und  die  französische  Elfenbeinküste
S.  640.  —  Zum  Anbau  von  Gummibäumen  in  Lagos  S.  641.  —  Versuche  mit  verschiedenen  zur  Gummigewinnung
geeigneten  Pflanzen  S.  641.  —  Grenzregulirung  zwischen  dem  französischen  und  portugiesischen  Kongogebiet  S.  641.
—  Ergebnisse  der  Volks=  und  Viehzählung  der  Insel  Madagaskar  S.  641.  —  Perlenfischerei  in  Venezuela  S.  641.
Kommission  zum  Studium  der  sanitären  Verhältnisse  in  Westafrika  S.  642.  —  Eine  englische  Schule  für  weibliche
Kolonisten  S.  642.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Gutachten,  betreffend  die  Produktion  von  Tapioka  in
Tden  deutschen  Kolonien  S.  642.  —  Ueber  die  Pitafaser  S.  644.  —  Frachtermäßigung  S.  645.  —  Der  Elfenbeinmarkt
  in  Antwerpen  S.  645.  —  Berichtigung  S.  645.  —  Litteratur  S.  645.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  645.  —
Fahrpläne  des  Norddeutschen  Lloyd,  des  Reichspostdampfers  „Oceana“,  der  Oceanic  Steamship  Company  und  der
Union  Steamship  Company  of  New  Zealand  S.  648.  —  Anzeigen.

 

 

LHierzu  als  Beilage:  Dr.  Paul  Preuß,  Expedition  nach  Central=  und  Südamerika,  1899/1900.

Amtlicher  Theil.

 

 

Gelseßze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Samoa,
betreffend  den  Zolltarif  2c.  in  Markrechnung.
Auf  Grund  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  17.  Februar  1900,  betreffend  die  Ausübung
on  ularischer  Befugnisse  und  den  Erlaß  polizeilicher  und  sonstiger  die  Verwaltung  betreffender  Vorschriften

u:n  Samoa,  und  in  Ausführung  der  Gouvernements-Verordnung  vom  1.  Juni  1901,  betreffend  die  Geltung
er  deutschen  Reichsmarkrechnung  im  Schutzgebiete  von  Samoa,  wird  hierdurch  angeordnet,  was  folgt:

Einziger  Paragraph.
Sämmtliche  bisher  in  amerikanischer  Dollarwährung  für  Rechnung  des  Gouvernements  erhobenen

zölle,  Steuern,  Gebühren  und  sonstige  Nebeneinnahmen  sind  vom  heutigen  Tage  an  nach  Maßgabe  des
sierunter  stehenden  Tarifs*)  in  Markrechnung  zu  erheben.

A.  Einfuhrzölle.

1.  Auf  Ale,  Porter  und  Bier  für  ein  Liter.  —  Mk.  20  Pf.
2.  =  Spirituosen  für  ein  Litter  2  50
3.  --  Wein  mit  Ausnahme  von  Schaumwein  für  ein  Liter  —  -  50  —
4.  .Schaumwein  für  ein  Liter  1  .  40
5.  .=  Tabak  für  ein  Kilogramm  4  =  50
6.Cigarren  für  ein  Kilogramm  9  —-*)

  Die  unter  A  bis  E  aufgeführten  Positionen  sind  diejenigen  des  zweiten  Abschnitts  des  Artikels  VI  der
leneral-Akte  der  Samoa-Konferenz  zu  Berlin  vom  14.  Juni  1889.  Die  übrigen  Positionen  beruhen  auf  noch  geltenden
orschriften  der  ehemaligen  Munizipalität.
        <pb n="680" />
        —  628  —

7.  auf  Waffen  zu  Sportzwecken  für  das  Stüüick  156  Mk.  —  Pl.
8..-Pulver  für  ein  Kilograum  2  .  50
9.  Zoll  auf  alle  importirten  Waaren  und  Güter  mit  Ausnahme
der  vorgenannten,  vom  Weree  10  P6s.
B.  Ausfuhrzölle.
(Aufgehoben.)

C.  Jährlich  zu  erhebende  Steuern.
1.  Kopfsteuer  auf  Samoaner  und  andere  Sudsee-  Insulaner  mit  Ausnahme  der
farbigen  Kontraktarbeiter  ...........  4Mk.—P
2.  Aufgehoben.
3.  Auf  Boote,  welche  zu  Handels=  und  anderen  Zwecken  bestimmt  sind  (mit  Ausschluß
  der  Eingeborenen-Kanus  und  Boote,  welche  nur  zur  Veförderung  des

Eigenthums  ihrer  Besitzer  bestimmt  sind)  für  jedes  16.  —
4.  Auf  Feuerwaffen  für  das  Stück  8.  —
5.  Auf  Wohnhäuser  (mit  Ausschluß  der  samoanischen  Wohnhäuser  der  Eingeborenen)

und  auf  Land  und  Häuser,  welche  zu  Handelszwecken  dienen,  vom  Werthe  1  PCt.

6.  Besondere  Steuern  für  Händler,  wie  folgt:
Klasse  1:  Auf  Lagerräume,  aus  welchen  monatlich  verkauft  wird  rür

8000  Mk.  oder  mehr,  auf  jeden  Lagerraum.  400  Mk.  —  *i
2:  Unter  8000  Mk.  und  für  nicht  weniger  als  4000  MM.  200
-3·:  400  Mm  „  -  -  2000  .  150  -  —
=  4:  =  2000  „  -  -1000  -.  .  100  —
-5.:  =  1000  50  —

D.  Gelegentliche  Steuern.

1.  Auf  Handel  treibende  Schiffe  von  mehr  als  100  Tons  Ladung,  welche  Apia

anlaufen,  für  jedes  Anlausen  40  —
2.  Auf  Urkunden  über  Grundbesitz  mit  der  Maßgobe,  daß  vor  der  Eintragung  die

Bezahlung  zu  erfolgen  hat  und  daß  ohne  solche  der  Titel  nicht  für  gültig  erachtet

  werden  soll,  vom  Werthe  der  gezahlten  Gegenleistung  ½2  péCt.
3.  Auf  andere  schriftliche  Urkunden  über  Eigenthums-Uebertragung  vom  Verkaufspreis  1

Der  Beweis  der  Zahlung  der  beiden  letzterwähnten  Steuern  kann  durch

gültige  Stempel  auf  der  Urkunde  oder  anderweit  durch  die  schriftliche  Quittung

des  zuständigen  Steuereinnehmers  geführt  werden.
4.  Fleischer,  welche  keine  Lizenzabgabe  zahlen,  haben  von  ihren  Verkäufen  zu  entrichten  1

E.  Lizenzgebühren.

Niemand  soll  als  Eigenthümer  oder  Leiter  in  einer  der  folgenden  Berufsarten  oder  Beschäftigunger
thätig  sein,  ohne  hierfür  eine  Lizenz  erlangt  zu  haben.  Hierfür  ist  im  Voraus  die  folgende  Steuer  zu  zohlen.

Wirthshausbesitzer  ..  ..  .monatlich40Mc—  Pf.
Rechtsamvälte.....  .....  ..Iährlich250-  -
Aerzte  und  Zahnärzte  .  ..  .....  ..  OD  120  -  —.
Auktionatoren  und  Kommissionäre  .....  ..  -  160-—-Bäcker
  .  -  50  —  "
Bankiers  und  #antgsselchef  -  260  -  —
Barbiere  ....  .  .  -  25.  —
Grobschmiden  .  .  -  20-——-Bootszimmerleute
  -  25-—-Flenchcr..
  -  50  -  —  —
Lastboote  oder  Leichter  -  25.  —
Zimmerleute  -  25  —
Photographen  oder  *  -  50  —
Ingenieure.  -  60  -  —  "4
Ingenieurgehülfen  -  25.  —"
Ingenieurlehrlinge  Ol  12  —  —
Hausirer  -  4  —  :
Lootslen  -  100  —

Druckerpressen.  O-  50
        <pb n="681" />
        —  629  —

Segelmacher  aaüaüaährlich  25  Mk.  —  Pf.
Schiffsbaumeister  ........«.  -  25  —
Schuhmaher  -  25  —.
LandvermesesnIl  OD  25.  —
Schneden  -  25.  —
Bootsleute  "  250  —
Verkäufer,  Buchhalter,  Handlungsgehülfen  mit  *  als

300  Mk.  monatlichem  Gehalt  .  -  12  —
Desgleichen  mit  über  300  Mk.  monatlichem  Gehalt.  ..  --25-—-WetßeArbeiterundBedienstete1ederEinzelne....
  -  20  —  4
Faktoreiarbeiter  und  unabhängige  Arbeitsleuite  -  20  —

F.  Hundesteuer.

Für  jeden  Hund  innerhalb  der  Munizipalitit  -  6  -——

G.  Steuer  auf  Schaustellungen.
Carouseeu  muonatlich  40  —
Circus.  .......  -  100  —
Schießuhben  O  20  —

H.  Nebeneinnahmen.
Klarirungsgebühren.  .  .8Mk.-—Pf.
Hafen-  und  Lootsengebühren,  pro  Fuß  Tiesgang  eines  Schiffes  je  ein-  und  auswärts  .  4  -  —
Quarantänegebühren  für  je  100  Registertonnen  4.—
Zollniederlage,  Gebühren  pro  Kollo  unter  1  chm  Rauminhal,  monatlich  —  20  =
Arbeitslohn  für  Aufnahme  in  die  Niederlage  pro  Kollo  —  40
(Für  Kollis  je  über  1  chm  Rauminhalt  sind  die  doppelten  Gbheen  vi  zuen)

Verkauf  von  Schießpulbern  .  5-——-Beitrag
  zur  Vergütung  von  Hutuzallaffeher.  pro  Tes  .  12—
Bebühren  für  Waffenerlaubnißschein  ........  .20-Apia,

  den  1.  Juli  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(gez.)  Solf.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  August  1  1901  auf  1,38375  Mark  =  1  Rupie  —ö#  worden.

—  —  —  —  —  —

 

 

 

—  —  —  —  —  .  —

Personalien
Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

A.  K.  O.  vom  17.  August  1901.

Dr.  Schellmann,  Oberarzt,  wird  vom  1.  September  d.  Is.  ab  zur  Dienstleistung  beim  Oberkommando
der  Schutztruppen  kommandirt.

A.  K.  O.  vom  18.  August  1901.
v.  Grawert  (Werner),  Küster,  Oberleutnants,
Styx,  Braumüller,  Leutnants,
Dr.  Kelbling,  Dr.  Lott,  Stabsärzte,  und  Dr.  Feldmann,  Oberarzt.  —

Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2K  Jahre  genehmigt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
Langheld,  Hauptmann  und  Kompagniechef,
v.  Madai,  Oberleutnant,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  21  Jahre  genehmigt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Eggers,  Oberlentnant,  am  31.  August  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  September
  d.  Is.  im  Feldartillerie-Regiment  Nr.  46  angestellt.
        <pb n="682" />
        —  630

Graf  v.  Stillfried  u.  Rattonitz  (Felix),  Oberleutnant,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Oberkommai
der  Schutztruppen  bewilligten  viermonatigen  Urlaub  ein  weiterer  sechsmonatiger  Urlaub  #r#
11.  August  d.  Is.  ab  unter  Stellung  à  la  suite  der  Schutztruppe  bewilligt.

Graf  v.  Kageneck,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert.

Dr.  Hummel,  Stabsarzt,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre  genehm

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnant  Ku
in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  die  Erlaubniß  zum  Anlegen  des  ihm  verliehenen  Ritkreuzes

  des  Großherzoglich

kecklenburgischen  Greifen  -Ordens  zu  ertheilen.

 

 

—
—  —  —  —  —  —Ö  Ö  —  —  —  —  —  —TX

—·.—...

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Der  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung,  Wirkliche

Geheime  Legationsrath  Dr.  Stübel,  hat  am  16.  d.
Mts.  einen  mehrwöchigen  Urlaub  angetreten.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben
Allergnädigst  geruht,  dem  Gouverneur  von  Portugiesisch-Guinea,
  Joaquim  Pedro  Viaira  Judice
Biker,  den  Königlichen  Kronen-Orden  zweiter  Klasse
zu  verleihen.  Die  Auszeichnung  ist  erfolgt  in  Anerkennung
  der  energischen  und  wirksamen  Hülfe,  welche
der  Genannte  dem  am  17.  Januar  d.  Is.  bei  der
Ausfahrt  aus  Bolana  auf  der  Koloniabank  auf
Grund  gerathenen  deutschen  Dampfer  „Ella  Woermann“
  mit  allen  verfügbaren  Mannschaften  und
Fahrzeugen  und  unter  Hinzuziehung  des  portugiesischen
  Kanonenbootes  „Cecongo“  hat  angedeihen
lassen,  und  dank  deren  der  Dampfer  noch  an  demselben
  Abend  ohne  Schaden  abgekommen  ist.

Deutsch  -Ostafrika.

Der  kommissarische  Bureauassistent  Göhring
hat  am  30.  August  die  Ausreise  von  Neapel  aus
angetreten.

Der  bisherige  kommissarische  Bezirksamtmann,
Regierungsassessor  v.  Winterfeld,  ist  mit  dem
1.  April  d.  Is.  zum  Bezirksamtmann  beim  Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  ernannt  worden.

Der  Bezirksamtmann  v.  Winterfeld  und  der
Bezirksamtssekretär  Voigt  haben  das  Schutzgebiet
am  2.  Juni  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Der  Zollinspektor  Heller  ist  am  5.  August  mit
Heimathsurlaub  in  Neapel  eingetroffen.

Der  Bootsmann  der  Flottille  des  Gouvernements
Bernhard  Heß  ist  am  15.  Juli  am  Schwarzwasserfieber
  verstorben.

 

Der  bei  der  Usambara-Eisenbahnverwaltung  als
Krankenwärter  angestellte  Karl  Schäfer  ist  auf  seinen
Antrag  am  15.  Juli  d.  Is.  aus  seinem  Dienstverhältniß
  ausgeschieden.

 

Es  sind  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassu
in  Deutschland  eingetroffen:  Leutnant  Styx,  Stab
arzt  Dr.  Uhl,  Oberarzt  Dr.  Bürger,  die  Zoak
meisteraspiranten  Hölzel  und  Claus,  die  Feldweb
Bartscher  und  Lustig  sowie  der  Sanitätsunte
offizier  Schmidt.  ·

Die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  in  das  Schu
gebiet  haben  am  16.  August  d.  Is.  von  Neapel  au
angetreten:  Feldwebel  Jahn,  die  Unteroffzer
Schober  und  Kühn  sowie  die  Sanitätsunteroffize:
Kubbutat  und  Feyerabend.

Ramerun.

Der  als  stellvertretender  Arbeiterkommissar  ange
nommene  Landwirth  Reichel  hat  am  25.  August  um
der  Schiffszimmermann  Meyer  am  15.  August  di
Ausreise  von  Hamburg  aus  angetreten.

Der  Zollaufsichtsbeamte  Hummel  auf  der  Ngotr.
station  hat  die  Statibn  am  12.  Juni  d.  Js.  ur
Heimathsurlaub  verlassen.

Die  Krankenschwestern  Elisabeth  Paulsen  um
Klara  Freitag  haben  nach  Ablauf  der  zweisähriger
Dienstzeit  am  3.  Juni  d.  Is.  das  Schutzgebiet  verlonen

Die  Pflegeschwestern  Emilia  Stumkat  und  Tor-Königsdorf
  sind  am  3.  Juni  d.  Js.  in  Dua
eingetroffen.

(Berichtigung.)  Die  Leiche  des  Grafen  Mur#
milian  v.  Oberndorff  ist  von  Klein-Popo  annach
  Hamburg  überführt  worden.

Lüdwestafrika.  »

DekOberleutnantDemmler,ieitdem2l.J»«
1898  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  und  vorbe:
dem  Königlich  2.  Bayerischen  Feldartillerie-Regimen
Horn  angehörig,  ist  am  16.  August  d.  Js.  an  Bord
des  Dampfers  „Alexandra  Woermann“  an  Molarverstorben.


Es  sind  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Entlassunz
am  26.  August  d.  Is.  in  Hamburg  eingetresfen-Oberstleumant
  Mueller,  Feldwebel  Kreplin,  de
überzähligen  Unteroffiziere  Weber,  Naß  und  Ebernickel,
  Sanitätssergeant  Ragnitz,  Sanitätsunker  6r
        <pb n="683" />
        izier  Dostert  sowie  die  überzähligen  Gefreiten
Benndorf  und  Kaspar.

Sergeant  Dewor  und  die  Unteroffiziere  Bauer,

Aünzberg,  Boigt,  Wieja,  Schmelter  und
guchs  haben  die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet
im  23.  August  d.  Is.  von  Hamburg  aus  angetreten.

 

e#  Gnine.
Der  zur  Vertretung  des  beurlaubten  Gouverneurs

631

 

v.  Bennigsen  nach  Herbertshöhe  berufene  Vicegouverneur
  Dr.  Hahl  in  Ponape  ist  am  26.  Juni
in  Herbertshöhe  eingetroffen  und  hat  die  Führung
der  Geschäfte  am  10.  Juli  übernommen.

Der  Gouverneur  v.  Bennigsen  hat  die  Heimreise
  an  Bord  S.  M.  S.  „Cormoran“  über  Apia
angetreten.

Mit  der  Stellvertretung  des  Vicegouverneurs  in
Ponape  ist  der  Bezirksamtmann  Berg  betraut  worden.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Kamerun.

Daltung  von  Buckelrindern  in  Rribi.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  von  Kamerun  berichtet,
  daß  es  nach  verschiedenen  vergeblichen  Versuchen
  nunmehr  gelungen  sei,  eine  Anzahl  Buckelrinder
aus  Yoko  zur  Küste  zu  bringen.  Von  elf  Thieren
sind  neun  in  bestem  Zustande  in  Kribi  eingetroffen,
wo  sfie  verbleiben  und  mit  Sierra  Leone-Rasse  gekreuzt
  werden  sollen.  Es  handelt  sich  lediglich  um
weibliche  Thiere,  von  denen  sieben  ausgewachsen  und
zwei  Kälber  sind.  Da  sich  in  der  Nähe  Kribis
gutes  und  ausreichendes  Weidefeld  vorfindet,  steht
zu  erwarten,  daß  die  Thiere  gut  fortkommen  werden.

—

Deutsch-Neu-Guinea.

Strafexpedition.

Folgendes  Telegramm  ist  beim  Admiralstabe  der
Marine  über  die  Thätigkeit  S.  M.  S.  „Cormoran“
eingelaufen:  Unternehmung  gegen  die  St.  Matthias=Inseln
  mit  Unterstützung  der  Polizeitruppe  beendigt.
81  getödtet.  Auf  unserer  Seite  kein  Verlust.  Grapow.

S.  M.  S.  „Cormoran“  hat  am  16.  Juli  von
Herbertshöhe  die  Reise  über  Gavutu  nach  Apia
fortgesetzt.

nReije  des  Souverneurs  v.  Bennigsen  nach  leu-Guinea.

Gouverneur  v.  Bennigsen  hat  in  der  Zeit  vom
14.  Mai  bis  16.  Juni  d.  Is.  Neu-Guinea  bereist.
Ueber  diese  Dienstreise  berichtet  er,  wie  folgt:

Am  14.  Mai  fuhr  ich  mit  dem  Lloyddampfer
.,Nuen  Tung“"  nach  Friedrich  Wilhelmshafen.  In
Bogadjim  bei  Stephansort  und  auf  der  Insel  Siar
bei  Friedrich  Wilhelmshafen  besuchte  ich  die  Stationen
der  Rheinischen  Missionsgesellschaft.  In  Bogadjim
hatte  nach  Rückkehr  des  bei  den  Eingeborenen  sehr
beliebten  und  einflußreichen  Missionars  Hoffmann
die  Schule  einen  vorzüglichen  Aufschwung  genommen
und  ward  zur  Zeit  von  40  Bogadjim-Tamuls  be- 



 

mit  seinen  Erfolgen  recht  zufrieden,  und  die  Art  und
Weise,  wie  er  mit  den  Eingeborenen  verkehrte,  bewies
mir,  daß  diese  ihm  volles  Vertrauen  entgegenbringen.

Auf  einer  Rückfahrt  im  Boot  von  Stephansort
nach  Friedrich  Wilhelmshafen  lief  ich  die  kleine,  stark
bewohnte  Insel  Jabob  an.  Dort  erzählen  die  fleißigen,
  intelligenten  Tamuls  (Eingeborenen),  die  berühmt
sind  als  Verfertiger  von  Thongefäßen,  welche  weithin
an  der  Küste  verhandelt  werden,  noch  immer  von
dem  bekannten  Südseeforscher  Kubary.  Dieser  beherrschte
  ihre  Sprache  vollkommen  und  verkehrte  mit
ihnen  fast  wie  mit  Freunden,  denen  er  zuweilen  auch
einen  Trunk  zukommen  ließ,  so  daß  noch  jetzt  von
den  Jabobleuten  Kognak  und  Rum  als  Kubarywasser
bezeichnet  wird.

Jabob  gegenüber  stieg  ich  mit  Herrn  Administrator
Loag  am  Festlande  aus,  und  wir  gingen  zu  Fuß
nach  der  Tabakplantage  Jomba.  Unterwegs  passirten
wir  die  im  gelichteten  Urwald  neu  angelegte  Kakaopflanzung
  der  Kompagnie.  Die  jungen  Pflanzen
gedeihen  an  sich  gut,  haben  aber  viele  Schädlinge,
insbesondere  kleine  Rüsselkäfer,  welche  die  jungen
Blätter  abfressen.  Der  Tabak  in  Jomba,  mit  dessen
Ernte  eben  begonnen  wurde,  stand  ausgezeichnet  und
strömte  grün  auf  dem  Stengel  schon  ein  vorzügliches
Aroma  aus.  Leider  wurde  die  Ernte  durch  anhaltendes
  Regenwetter  erschwert,  auch  waren  kleinere
Theile  der  Pflanzung  durch  Ueberschwemmung  zerstört.
  Zwischen  den  Tabakpflanzen  waren  kräftig
aussehende  Castilloapflänzlinge  gesetzt,  mit  denen  das
mit  Tabak  abgebaute  Land  versuchsweise  bestockt
werden  soll.  Castilloa  hat  sich  in  Stephansort  sehr
gut  entwickelt.  Die  älteren  Bäume  dort  geben  schon
Samen  zu  Pflänzlingen.  Dieselben  waren  kürzlich
angezapft  und  der  gewonnene  Saft  als  Probe  nach
Hause  geschickt  worden.

Ein  Ausflug  nach  dem  Hansemann-Berge  bei
Friedrich  Wilhelmshafen  führte  mich  fast  zwei  Stunden
lang  durch  altes  Kulturland  und  neue,  auf  das
Sorgfältigste  gepflegte  Pflanzungen  der  Inseltamuls.
Für  ihre  Zwecke  sind  die  Letzteren  sehr  fleißig.  Sie
können  sich  aber  leider  nur  schwer  entschließen,  bei
Europäern  zu  arbeiten;  sie  geben  überhaupt  auf  das

sucht.  Auch  auf  Siar  war  Missionar  Bergmann  Thun  und  Treiben  der  Europäer  nicht  viel,  da  der

2
        <pb n="684" />
        —  632  —

richtige  Tamul  einen  fabelhaften  Dünkel  und  Stolz
besitzt  und  sich  selbst  immer  für  den  Klügeren  und
Geschelteren  hält.  Die  dem  Hansemann-Berge  vorgelagerte
  Ebene  ist  durchweg  fruchtbar.  Von  der
Vegetation  sind  riesige  Sagopalmen  besonders  bemerkbar.
  Am  24.  Mai  traf  der  Govuvernementsdampfer
  „Stephan"“  ein,  der  mich  am  25.  zum  Besuche
  der  Missionen  in  Simbang  und  auf  dem
Sattelberge  und  zu  Ausflügen  in  das  dortige  mir
noch  unbekannte  Gebirge  nach  Finschhafen  brachte.
Ich  wollte  hier,  da  sich  eine  andere  Rückreisegelegenheit
  als  der  „Stephan“  nicht  bot,  die  Zeit  abwarten,
in  welcher  der  „Stephan“  zur  Erledigung  von
Dienstgeschäften  im  nördlichen  Theile  von  Deutsch-Neu--Guinea
  dem  Koiserlichen  Richter  Boether  zur
Verfügung  gestellt  werden  mußte.

Finschhafen  ward  nach  stiller  schöner  Fahrt  am
26.  morgens  erreicht.

Auf  der  Missionsstation  Simbang,  zur  Zeit  verwaltet
  von  den  Missionaren  Vetter  und  Banler,
fand  ich  Alles  wohlauf  und  wurde  mit  meinen  Leuten
dort  bis  zum  Weitermarsche  nach  dem  Sattelberge,
den  ich  am  Pfingstmontage  antreten  wollte,  gastlich
ausgenommen.  Den  schönen  Pfingstnachmittag  benutzte
  ich  zu  einem  Ausfluge,  den  nahen  Bubut  aufwärts,
  und  machte  von  der  zweiten  Stromschnelle
aus  einen  Abstecher  in  den  nahen  Urwald,  der  von
einer  reichen  Vogelwelt  belebt  wird,  unter  deren
mannigfachen  Lauten  man  häufig  den  schrillen  Ruf
des  rothen  Paradiesvogels  (Paradisea  Augusta
Victoriae)  herausklingen  hörte.  Die  Heimfahrt  im
Kanu  in  abendlicher  Beleuchtung  den  ringsum  von
dunklem  Urwald  umsäumten  Bubui  abwärts  war  ein
hoher  Genuß,  wie  ihn  nur  wahrhaft  tropische  Landschaftsbilder
  zu  bieten  vermögen.

Der  achtstündige  Marsch  zum  Sattelberge  war,
da  die  Regenzeit  bereits  begonnen  hatte,  auf  dem
schlüpferigen,  häufig  steilen  Psade  recht  beschwerlich.
Er  bot  wenig  Abwechselung  und  führte  meist  durch
alte  mit  Gras  und  Busch  bestandene  Eingeborenenfelder
  und  durch  das  häßliche  Gestrüpp,  einer  dünnstöckigen,
  niedrigen  Bambusart.  An  manchen  Stellen
tritt  die  die  Grundformation  des  Huongolfs  bildende
Kreide  zu  Tage.  Die  Humusschicht  ist  durchweg
eine  geringe  und  der  Boden  im  Allgemeinen  wohl
nur  für  die  fortwährend  ihren  Standort  wechselnden
Pflanzungen  der  Eingeborenen  brauchbar.  Auch
Wasserläufe  sind  wenig  vorhanden.  Unterwegs  überschritt
  ich  die  Quelle  Mosengulu,  den  Oberlauf  des  in
den  Finschhafen  mündenden  Bumin  und  den  sich  nördlich
von  Finschhasen  in  das  Meer  ergießenden  Quaja.

Die  Missionsstation,  welche  1892  gegründet  ward,
und  auf  welcher  die  Missionare  Flierl  und  Koiser
thätig  sind,  liegt  auf  einer  Bergplatte,  900  m  über
dem  Meeresspiegel.  Rings  um  die  Station  ist  Wald
zu  Kulturen,  welche  der  Ernährung  der  Missionare,
ihrer  Angehörigen  und  der  farbigen  Schulkinder
dienen,  niedergeschlagen.  Eine  schöne  Heerde  von
30  Stück  Rindvieh  weidet  am  Bergabhange;  wohlgepflegte
  größere  Flächen  sind  mit  den  rankenden

 

Blättern  der  Süßkartoffel,  andere  mit  deutschen  Kertoffeln
  und  Gemüsen  und  Bananen,  Ananas  und
Maulbeeren  bepflanzt;  in  den  von  Schulunterricfreien
  Nachmittagsstunden  schwingen  die  fleißigen  Kujungen
  Axt,  Buschmesser  und  Hacke,  so  daß  wir,  went
nicht  im  Vordergrunde  die  Kreuze  der  im  Bau  degriffenen
  Schule  an  den  religiösen  Zweck  der  Niederlassung
  gemahnten,  zunächst  glauben  würden,  die  gut
gehaltene  Farm  eines  fleißigen  deutschen  Ansiedler:
vor  uns  zu  haben.  Missionar  Flierl,  nicht  allein
ein  eifriger  Verkünder  des  Wortes  Gottes,  sonderr
auch  ein  tüchtiger  Landwirth,  der  hier  oben  in  den
Bergen  Neu-Guineas  den  Boden  schon  mit  Piuz
und  Ochsen  beackert,  hat  es  in  selten  glücklicher  Weie
verstanden,  seine  Missionsstation  gleichzeitig  auch  ze
einer  wirthschaftlich  vorbildlichen  Anlage  zu  macher.
Er  wird  hierin  unterstützt  von  seiner  Frau,  die  du#
Produkte  des  Landes  und  der  Viehwirthschaft  und
Geflügelzucht  vorzüglich  zu  verwenden  und  den  großt-Haushalt
  in  sparsamster  und  doch  reicher  Weise  zu
führen  versteht.  Sie  und  ihre  vier  kröftigen,  blüdeden
  Kinder  sprechen  für  die  Gesundheit  der  Staler
Moskitos  und  Malaria  bleiben  wegen  des  freien,  der
Winde  von  allen  Seiten  ausgesetzten  Hausplatzets  der
Hausbewohnern  bei  ständigem  Aufenthalte  hier  obefern,
  und  die  gemäßigte  Temperatur,  die  nachts  rege.
mäßig  auf  15¼  Grad  Reaumur  herabsinkt,  hinder:
die  Erschlaffung  von  Geist  und  Körper.  Der  außir
ordentlich  häufige  und  reichliche  Regenfall,  zuwener
in  einer  Nacht  über  100  mm,  befördert  Wachsibur
und  Früchteertrag  und  läßt  auch  auf  geringwerthiger
Boden  den  angewandten  Fleiß  guten  Lohn  finder

Von  der  östlichen  Veranda  des  Hauses  hat  mer
einen  herrlichen  Blick,  die  dichtbewaldeten  Bergkupr##

hinab  auf  die  an  Buchten  reiche  Meeresküste,  die  der.

selben  vorgelagerten  drei  kleinen  Tami-Inseln  u#n#
hinaus  auf  das  unermeßliche  Meer,  in  dessen  Hinter
grunde  bei  ganz  klarem  Wetter  zuweilen  die  ferr:
Küste  Neu-Pommerns  auftaucht.

Die  Bewohner  der  Umgegend,  durchweg  frliche,
  freundliche  und  gastfreie  Leute,  sprechen  der
Kai-Dialekt,  der  auch  dem  Religions=  und  Schut
unterricht  zu  Grunde  gelegt  wird.  Waffen  sieht  me:
bei  ihnen  selten.  Nur  vereinzelt  führen  sie  auf  ihre
Wanderungen  schmucklose,  kümmerliche  Speere  mu  sit
Die  Hauptwaffe,  die  sie  gegeneinander  anwenden.  *
die  Zauberei,  von  deren  Wirkung  sie  fest  überzeusind,
  und  die,  da  derselben  die  meisten  Todesféh:
zugeschricben  werden,  leider  öfster  zu  manchmal  blunig
verlaufenden  Reibereien  führt.  Ihre  Steinwerkzcuc
haben  sie  vergessen  und  verloren  und  durch  eurepäische
  Messer,  Hobeleisen  und  Aexte  ersetzt.  Nur  selter
gelingt  es  noch,  eine  Steinbeilklinge  oder  eine  Sltein.
keule  bei  ihnen  ausfindig  zu  machen.  Als  Kleidurg
tragen  die  Weiber  einen  Schurz  aus  Pflanzenfaser.
die  Männer  jetzt  meistens  ein  einziges  Stücschen
Lendentuch.  Ihre  Häuser  bauen  sie  verhältnißmänig
gut,  lustig  und  reinlich  auf  Holzpfählen.  Zuweilen
sieht  man  auch  in  dicke  Bäume  eingekeilte  Hütten

6  Früher  waren  diese  ein  sicherer  Zufluchtsort,  da  die
        <pb n="685" />
        Steinbeile  die  starken  Baumstämme  nicht  zu  überwältigen
  vermochten,  während  es  jetzt  schon  vorgekommen
  sein  soll,  daß  der  böse  Feind  den  die
Hütten  tragenden  Stamm  mit  der  europäischen  Axt
gefällt  und  die  Baumbewohner  sammt  ihrer  Behausung
  zu  Falle  gebracht  hat.  Die  Kais  wohnen
in  kleinen,  weit  auseinander  liegenden  Dörschen  und
sind  im  Ganzen  auf  2000  bis  3000  Köpfe  zu  schätzen.
Eine  Zunahme  derselben  ist  nicht  zu  bemerken  gewesen.
Zaubereifehden  und  Kindesmord  sind  wohl  als  Hemmniß
  der  Volksvermehrung  anzusehen.  Krankheiten  herrschen
  unter  ihnen  wenig,  nur  sind  sie  zu  mindestens
drei  Vierteln  von  Hautkrankheiten,  insbesondere  Ringwurm,
  heimgesucht,  wohl  mit  deshalb,  weil  ihnen  das
Meer  zu  weit  und  größere  zum  Baden  geeignete
Wasserläufe  in  der  Nähe  ihrer  Siedlungen  nicht  vorhanden
  sind.

Die  Missionsschule  wird  durchschnittlich  von  30
halbwüchsigen  Jungen  besucht,  die  beim  Unterricht
meist  aufgeweckt  und  aufmerksam  sind  und  besondere
Begabung  und  Liebe  zum  Gesange  zeigen.  Taufen
haben  bisher  noch  nicht  stattgefunden,  da  der  Grundsatz
  der  Neuen-Dettelsauer  Mission  ist,  das  Sakrament
  der  heiligen  Taufe  nur  denen  zu  gewähren,
die  die  Hauptlehren  und  den  Geist  der  christlichen
Religion  in  sich  aufgenommen  und  begriffen  haben.

Weitere  Ausflüge  in  die  Umgegend  der  Mission
ließen  mich  erkennen,  daß  Gelände  für  größere
Pflanzungen  hier  kaum  zu  haben  sind.  Die  Berge
sind  steil,  und  in  den  nachgebenden  Kalk  haben  die
Regenmassen  allerorts  tiese  Schluchten  gewaschen,  so
daß  größere  ebene  Flächen  nicht  vorhanden  sind.
Auch  ist  die  Humusschicht  meist  wenig  tief.  Im
Waldbestande,  der  aber  trotzdem  sehr  viel  gute
Bauhölzer  enthält,  aus  denen  der  größte  Theil  der
Missionsgebäude  errichtet  ward,  sieht  man  selten
große  Stämme.  Anscheinend  fallen  die  stärksten
Bäume,  die  wohl  in  dem  Kalkboden  nicht  tief  genug
Wurzel  fassen  können,  wie  die  häufig  modernd  umherliegenden,
  noch  nicht  überalteten  Baumstämme  vermuthen
  lassen,  leicht  den  oft  hier  oben  tosenden
heftigen  Winden  zum  Opfer.

Weit  und  breit  der  schönste  und  stärkste  Baum
der  Gegend  ist  eine  über  den  Busch  einsam  hinausragende
  Arancaria,  von  4½  m  Stammumfange  nach
meiner  Messung.

Die  Wälder  sind  bevölkert  durch  eine  von  der
Küste  vollständig  verschiedene  Vogelfaung,  unter
denen  der  weiße  (Paradisea  Guilhelmi  Secundi)
und  ein  schwarzer  Paradiesvogel,  der  Leierschwanz,
die  Fasantaube,  das  Kammhuhn  und  ein  sehr  großer,
taubenartiger  Papagei  (Dasyptilus  Pesqueti)  ornithologisch
  besonders  merkwürdig  sind.

Am  7.  Juni  morgens  verließ  ich  die  gastliche
Missionsstation  Sattelberg,  auf  der  ich  zum  ersten
Male  wieder  nach  meiner  Ankunft  in  der  Südsee
echt  deutsches  Familienleben  gefunden  hatte,  um  bei
strömendem  Regen  den  schmutzigen,  schlüpfrigen  Pfad
nach  Simbang  während  7  langer  Stunden  zu  über-633



 

winden.  Noch  war  der  „Stephan“  von  seiner  Fahrt
nach  dem  Norden  Neu-Guincas  nicht  zurückgekehrt,
und  ich  nahm  daher  vorläufig  die  mir  schon  früher
bereitwilligst  angebotene  Gastfreundschaft  der  Missionsstation
  Simbang  dankend  an.

Ich  hatte  nun  reichlich  Zeit,  die  Umgebung  der
Station,  insbesondere  das  Ufergebiet  des  unteren
Laufes  des  Bubul,  auf  längeren  Ausflügen  näher
kennen  zu  lernen.  Die  gewaltigen,  tagelang  niederströmenden
  Regenmassen  hatten  kurz  vorher  den  Bubui
stark  anschwellen  lassen  und  an  der  zweiten  Stromschnelle
  einen  Theil  des  rechtsseitigen  fruchtbaren  Uferlandes
  innerhalb  des  Urwalds  überschwemmt.  Bei
späterer  Anlage  von  Pflanzungen  wird  man  hier  auf
die  Möglichkeit  derartiger  Ueberschwemmungen  Rücksicht
  zu  nehmen  haben.  Ausgedehnt  ist  in  der  Umgebung
  von  Simbang  überhaupt  das  zu  Pflanzungen
geeignete  Gebiet  nicht.  Man  findet  viel  zu  Tage
tretende  Kreide,  nur  ganz  dünne  Humusschichten  und

steile,  zum  Anbau  ungeeignete  Hänge.  Die  Missionsstation

  Simbang  baut  selbst  nur  wenig  an.  Die  von
derselben  gepflanzten  Kokosnüsse  gedeihen,  vielleicht
wegen  des  zu  hohen  Grundwasserstandes,  verhältnißmäßig
  sehr  schlecht.  Hingegen  sieht  die  zur  Zeit  aus
28  Köpfen  bestehende  Rindviehherde  gut  aus.  Von
Texasfieber  ist  dieselbe  srei,  wie  noch  kürzlich  dadurch
erwiesen  ward,  daß  einige  nach  Friedrich-Wilhelmshafen
  verkaufte  Stücke  dort  nach  Ablauf  der  Inkubationsfrist
  an  Texasfieber  erkrankten.

Die  Schule  wird  gewöhnlich  von  20  Schülern
besucht.  Zur  Zeit  war  der  Besuch  aber  infolge  des
vor  einiger  Zeit  erfolgten  Todes  des  Missionars
Held  und  einer  langwierigen  Erkrankung  des  Missionars
  Flierl  schlechter  und  unregelmäßiger  geworden.
Getauft  konnten  bisher  neun  Jabims  werden.  Der
Jabim-Stamm  ist  in  der  Abnahme  begriffen  und
zählt  nur  noch  etwa  800  Köpfe.  Dem  Jabim-Dialekt
  hingegen  wird  durch  die  Schulen  der  Niederlassungen
  der  Neuen-Dettelsauer  Mission  allmählich
weitere  Verbreitung  gegeben.

Die  frühere  Station  der  Neu-Guinea-Kompagnie
Finschhafen  suchte  ich  vor  meiner  Abreise  mit  dem
Missionar  Bamler  als  Führer  auf.  Als  Spuren
ehemaliger  Kultur  fand  ich  noch  die  kümmerlichen
Reste  einer  Kokospalmenpflanzung,  einen  Kaffeestrauch,
  einen  Mangobaum,  verwilderte  aus  anderen
tropischen  Gegenden  eingeführte  Ziersträucher  sowie
die  Europäergräber  vor.

Der  Platz  Finschhafen  macht  an  sich  durchaus
nicht  den  Eindruck  eines  besonders  ungesunden,  sondern
  eher  auch  jetzt  in  der  Regenzeit  eines  verhältnißmäßig
  gesunden  Ortes.  Der  Hafen  ist  sehr  schön  und
das  nächste  Hinterland,  wenn  auch  nicht  besonders
fruchtbar,  zur  Errichtung  einer  größeren  Kokospalmenpflanzung
  geeignet.  Es  würde  mit  Freuden  zu  begrüßen
  sein,  wenn  die  Kompagnie,  wie  verlautet,  in
nächster  Zeit  hier  mit  Pflanzungsanlagen  erneut  vorgehen
  würde.
        <pb n="686" />
        -

Expedition  nach  der  Gruppe  der  Rul  Inseln.

Ueber  eine  in  der  Zeit  vom  14.  Februar  bis
6.  März  1901  nach  der  Gruppe  der  Ruk-Inseln
unternommene  Expedition  berichtet  der  Kaiserliche
Sekretär  Vahlkampf  in  Ponape  das  Folgende:

Am  12.  Februar  begab  ich  mich  mit  dem  Hafenmeister
  Martens  und  30  Mann  der  Polizeitruppe
an  Bord  des  Dampfers  „Oceana“.  Am  14.  Februar
wurde  vor  Meil  auf  der  Insel  Uela  geankert.  Die
Station  des  Händlers  Carl  Gierow  wurde  als
Standquartier  erwählt,  die  Truppe  in  dem  Bootshause
  Gierows  untergebracht,  für  Martens  und  mich
ein  mitgebrachtes  Zelt  aufgeschlagen.

Zunächst  wurde  der  Station  der  Bostonmission
in  Kutua  auf  Toluas  ein  Besuch  abgestattet.  Es
sind  dort  der  Missionar  Luther  Stimson  mit  Familie
und  zwei  weiße  Missionslehrerinnen  thätig.  Im
Uebrigen  bearbeitet  die  Mission  die  Ruk-Gruppe
nur  mit  farbigen  Lehrern,  theils  aus  Ruk  selbst,
theils  aus  der  Mortlock-Gruppe.

Am  18.  Februar  wurde  eine  Reise  nach  den

Inseln  Ouman,  Fefan  und  Param  angetreten.  Zur
Erledigung  der  laufenden  Geschäfte  auf  diesen  Inseln
wurde  auch  der  19.  verwendet.

Am  20.  Februar  und  den  folgenden  Tagen
wurde  mit  den  Häuptlingen  auf  Uela  verhandelt
und  einige  Landstreitigkeiten  zum  Austrag  gebracht.

Am  24.  Februar  wurde  die  Kirche  des  auf
eigene  Faust  das  Missionswerk  ausübenden  Amerikaners
  Snelling  auf  Uela  besucht.  Er  steht  besonders
  auf  der  Insel  Uela  in  hohem  Ansehen  bei
den  Eingeborenen,  was  schon  daraus  hervorgeht,
daß  augenblicklich  noch  zwölf  eingeborene  Lehrer,
hauptsächlich  aus  den  Mortlocks,  für  ihn  thätig  sind.

Vom  25.  bis  28.  Februar  wurden  die  westlichen
  Inseln  der  Lagune  Udot,  Eot,  Romalu,  die
Tol-Gruppe  und  Falabequets  bereist.

Anfang  März  kehrte  die  „Oceana“  von  Jap  zurück.

Am  6.  März  wurde  die  Rückreise  nach  Ponape
angetreten,  wo  am  8.  März  wieder  eingetroffen  wurde.

Als  Zweck  der  Unternehmung  war  die  Lösung
folgender  Aufgaben  angeordnet:

1.  Die  Befestigung  des  gewonnenen  Zusammenhanges
  mit  den  Eingeborenen.

2.  Die  Vervollständigung  des  aufgestellten  Ortschaftsverzeichnisses.


3.  Die  Ermittelung  des  Standes  der  Bewaffnung
mit  Feuerwaffen.

4.  Die  Klarstellung  und  Beseitigung  der  noch  nicht
völlig  erledigten  Land=  und  Schadensersatzansprüche.


5.  Die  Aufbringung  der  unsauberen  Elemente
weißer  Bevölkerung.

Zu  1.  Es  ist  mir  gelungen,  die  Häuptlinge
sämmtlicher  Inseln  zu  versammeln.  Die  Verhandlungen
  fanden  der  Reihe  nach  auf  den  Inseln
Ouman,  Fefan,  Param,  Uela  —  dort  waren  die
Häuptlinge  dieser  Insel  mit  denen  von  Toluas  und

634

 

Fana  zusammengekommen  —,  auf  Udot.  Eot,  #
malu,  in  der  Tol-Gruppe  auf  Pata,  Polle  und  er
Tol  selbst,  schließlich  auf  Falabequets  statt.  #
Dolmetscher  hatte  ich  einen  in  Ruk  geborenen  Mit,
ling,  Namens  Wilhelm  Hartmann,  angenommen,  u
dem  ich  mich  gut  verständigen  konnte,  so  deß  it
bei  den  Verhandlungen  keinerlei  Schwierigke####
gaben.  Hartmann  und  einer  seiner  Brüder  sole
die  Einzigen  sein,  die  auf  allen  Inseln  in  der
Lagune  Bescheid  wissen  und  sämmtliche  Sprache
dialekte  beherrschen.  Auf  Ouman,  Fefan  und  K#.
fand  ich  aus  Ponape  stammende  Missionslehre  der
Ich  hatte  dort  Gelegenheit,  mich  der  Ponapesprack
als  Verständigungsmittel  zu  bedienen  und  fand  de
bei,  daß  die  Sprache  in  Ruk  doch  viel  Aehnlichter
mit  der  Ponapesprache  hat.  Nur  halte  ich  lcheen
für  weitaus  schwieriger  für  den  Europäer  zu  #
lernen  als  Ruk.

Bei  den  Verhandlungen  mit  den  Stamme
häuptern,  die,  trotz  der  oft  weiten  Entfernmger
überall  vollzählig  erschienen  waren,  wurden  un
denselben  ihre  Pflichten  der  Regierung  gegenür.
und  ihre  Pflichten  und  Rechte  als  Häuptlinge  u
das  Eingehendste  besprochen.  Sie  wurden  auch  u
erster  Linie  darüber  belehrt,  daß  es  für  die  Er
wickelung  der  Inseln  dringend  nothwendig  sei,  u
die  Anpflanzung  von  Kokosnüssen  und  Brotfrüche
Bedacht  zu  nehmen,  und  daß  es  ihre  Pflicht  sei  #
jedem  Stamme  alljährlich  pflanzen  zu  lassen.

Ein  Auszug  aus  den  nach  Uebernahmne  ###
Karolinen  in  Ponape  von  den  Stammeshäupter
unterzeichneten  Bestimmungen  der  Regierung,  Pflicher
und  Rechte  der  Häupter  und  des  Volkes,  wurd
überall  von  den  versammelten  Häuptlingen  unter  der
sichtbaren  Zeichen  des  Einverständnisses  unterschriett

Soweit  ich  in  der  kurzen  Zeit  Einblick  in  7
Verhältnisse  gewinnen  konnte,  scheint  die  greß-Schwierigkeit,
  mit  der  die  Verwaltung  zu  wechr
haben  wird,  in  der  Zersplitterung  des  Vollch  #½
eine  Unmenge  einzelner  Stämme  zu  liegen.  1.
verschiedenen  Inseln  haben  kein  gemeinsames  Cbei
haupt,  jeder  Stamm  ist  unabhängig  von  dem  Nat
barstamm.  In  den  einzelnen  Stämmen  wieder  nus#e
die  stärkeren  Sippen  rücksichtslos  ihre  Ueberlegende
aus  und  versuchen,  dem  überall  wenigstens  dem  Naue
nach  bestehenden  Häuptling  entgegenzuarbeiten.  Einr
Beweis  liefert  der  letzte  Krieg,  wo  es  Melemel,  ke
nicht  zu  den  Stammeshäuptern  gerechnet  wird,  m
seinem  Anhang  gelungen  ist,  die  Bewohner  der  ganze
Gruppe  in  zwei  Parteien  zu  trennen  und  eine
blutigen  Krieg  zu  entflammen.  Ich  habe  aus  dier
Gründen  nicht  versäumt,  den  eingesetzten  Häuptlinge
alle  nur  mögliche  Unterstützung  seitens  der  Regierun
zu  versprechen.

Zu  2.  Das  Ortschaftsverzeichniß  auf  den  eir
zelnen  Inseln  konnte  vervollständigt  werden.  2.
Namen  der  von  der  Regierung  anerkannten  Häurt
linge  sind  dem  Volk  bekannt  gegeben,  dieselben  habe
sich  durch  Namensunterschrift  verpflichten  müssen,  i#r
        <pb n="687" />
        Pflichten  als  Häupter  getreulich  zu  erfüllen.  Die  in
den  verschiedenen  Stämmen  thätigen  Missionare  und
Händler  sind  in  das  Verzeichniß  aufgenommen.

Zu  3.  Nach  den  auf  den  einzelnen  Inseln  eingezogenen
  Erkundigungen  beträgt  die  Einwohnerzahl
des  Atolls  11  200  Personen.  Soviel  ich  mit  Hülfe
der  seit  einer  Reihe  von  Jahren  in  Ruk  ansässigen
Händler  in  Erfahrung  bringen  konnte,  wird  die  Zahl
der  vorhandenen  Gewehre  rund  800  betragen,  die
Zahl  der  Patronen  vielleicht  4000.  Man  darf  aber
dabei  nicht  außer  Acht  lassen,  daß  von  den  800  Gewehren
  höchstens  zwei  Drittel  brauchbar  sind.  Dies
sind  allerdings  in  den  letzten  Jahren  eingeführte
Winchestergewehre.  Da  die  Leute  ängstlich  bemüht
sind,  ihre  Gewehre  zu  verbergen,  läßt  sich  der  Bestand
  an  Feuerwaffen  und  Munition  nicht  einmal
annähernd  genau  feststellen.

Zu  4.  Zur  Beilegung  von  Landstreitigkeiten
wurde  meine  Hülfe  wiederholt  nachgesucht.  Viele
Eingeborene  baten  um  Ausstellung  von  Besitzzeugnissen
  für  größere  und  kleinere  Landparzellen.  Da
der  Andrang  ein  sehr  großer,  es  ferner  für  mich
schwierig  zu  entscheiden  war,  wer  in  jedem  einzelnen
Falle  der  rechtmäßige  Besitzer  eines  Landstriches  war,
weil  ich  schließlich  das  Stammeseigenthum  nicht  auseinanderreißen
  wollte,  sah  ich  vorerst  von  der  Ausstellung
  von  Besitzzeugnissen  ab  und  wies  die  Häuptlinge
  an,  die  Landangelegenheiten  in  den  einzelnen
Stämmen  zu  regeln.

Die  bei  Anwesenheit  S.  M.  S.  „Cormoran"  zur
Schadensersatzleistung  verurtheilten  Häuptlinge  wurden
besucht  und  ihnen  ihre  Verpflichtungen  in  Erinnerung
gebracht.  Zwei  Häuptlinge  hatten  erfreulicherweise
schon  eine  Anzahlung  durch  Kopralieferung  an  die
von  ihnen  geschädigten  Händler  gemacht.

Noch  zu  ahnden  war  ein  Raub  an  dem  Chinesen
Dingo  und  ein  solcher  an  dem  Engländer  Irons.
In  beiden  Fällen  konnten  die  schuldigen  Stämme
ermittelt  und  ihren  Häuptlingen  eine  Schadensersatzleistung
  auferlegt  werden.  Die  Eingeborenen  der
Insel  Ouman  wurden  zur  Zahlung  von  3500  Pfund
Kopra,  die  Eingeborenen  einiger  Stämme  in  Tol
unter  dem  Häuptling  Lädi  aus  Ledoto  zur  Zahlung
von  7500  Pfund  Kopra  an  die  Geschädigten
verurtheilt.

Zu  5.  In  Ruk  sind  augenblicklich  noch  sieben
weiße  Händler  ansässig,  und  zwar:

zwei  Deutsche,  Gierow  und  Ahlers,

zwei  Engländer,  Arthur  M.  Hitchfield  und  Knight,
ein  Franzose,  Nedelic  Pierre,

ein  Russisch-Finne,  Johann  Andersen.

Wenn  ich  meine  Beobachtungen  zusammenfasse,
so  halte  ich  die  Rukgruppe  für  den  wichtigsten  Bestandtheil
  der  Karolinen.  Der  Kopraertrag  ist  einer
bedeutenden  Steigerung  fähig  —  2000  Tonnen  für
die  Zukunft  wird  nicht  zu  hoch  gegriffen  sein  —  da
die  Eingeborenen  Ruks  sich  viel  leichter  zur  Pflanzungsarbeit
  werden  anhalten  lassen  als  die  Eingeborenen
  aller  anderen  Inseln,  mit  denen  ich  bis  jetzt

635

 

in  Berührung  gekommen.  Das  Volk  ist  noch  nicht
verdorben,  die  alten  Sitten  und  Gebräuche  haben
sich  zum  größten  Theil  erhalten;  ich  halte  die
Schaffung  dauernd  geordneter  Verhältnisse  für  durchaus
  durchführbar.  Eine  Entwaffnung  würde  kaum
Schwierigkeiten  begegnen,  wenn  dieselbe  auf  allen
Inseln  und  bei  allen  Stämmen  zugleich  zur  Ausführung
  käme.  Das  noch  immer  bestehende  Mißtrauen
der  einzelnen  Stämme  untereinander  würde  mit  Abnahme
  der  Waffen  verschwinden;  der  Mehrzahl  der
Leute  würde  es  ohne  Zweifel  willkommen  sein,  in
Ruhe  und  Frieden  leben  zu  können.  Der  Krieg  hat
theilweise  große  Zerstörungen  angerichtet,  so  hauptsächlich
  in  Ole  an  der  Nordwestseite  Tols,  wo  man
allenthalben  niedergebrannte  Häuser,  bis  zum  Stumpf
abgehauene  Brotfruchtbäume  und  Kokospalmen  zu
sehen  bekommt.

Um  den  bis  jetzt  erzielten  Erfolg  zu  einem  nachhaltigen
  zu  gestalten,  halte  ich  den  jährlichen  Besuch
der  Gruppe  durch  eines  S.  M.  Schiffe  für  unumgänglich
  nothwendig.  Ein  Stationschef  mit  einer
20  bis  25  Mann  starken,  gut  ausgebildeten  farbigen
Polizeitruppe  würde  vollkommen  genügen.  Mit  der
Zeit  würde  es  sich  gewiß  erreichen  lassen,  die  Truppe
aus  Rukeingeborenen  zusammenzusetzen;  vorläufig
allerdings  wäre  es  rathsam,  Malaien  zu  verwenden,
die  sich  nach  meiner  Erfahrung  als  Polizeisoldaten
immer  noch  am  besten  eignen.

Ich  darf  schließlich  noch  erwähnen,  daß  die  Anwerbung
  von  Rukleuten  für  das  hiesige  Bezirksamt
keinerlei  Schwierigkeiten  begegnete;  ob  sich  eine  Anwerbung
  in  größerem  Maßstabe  für  Saipan  ebenso
leicht  bewerkstelligen  ließe,  scheint  mir  jedoch  sehr
zweifelhaft.  Rukeingeborene  zur  Auswanderung  zu
bewegen,  halte  ich  für  ausgeschlossen,  da  von  einer
Uebervölkerung  und  einem  damit  verbundenen  Nahrungsmittelmangel
  keine  Rede  sein  kann.

Sicher  ist,  daß  die  Rukeingeborenen  als  Arbeiter
und  vor  Allem  als  Bootsleute  gut  zu  gebrauchen
sind  und  vor  sämmtlichen  anderen  Eingeborenen  der
östlichen  Karolinen  den  Vorzug  verdienen.

 

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  KAntisklaverei-Bewegung.

Der  Jahresbericht  der  Gesellschaft  zur
Beförderung  der  evangelischen  Mission
unter  den  Heiden  (Berlin  1)  für  1900  enthält
folgende  Mittheilungen:

Unsere  Arbeit  in  Deutsch-Ostafrika  hat  sich  auch
in  dem  verflossenen  Jahre  weiter  ausgebreitet  und
befestigt.  Durch  Besetzung  der  neuen  Plätze  Magoje
und  Ilembula  ist  die  Zahl  unserer  in  diesem  Gebiet
liegenden  Stationen  auf  13  gestiegen,  für  welche  Ende
des  Jahres  leider  nur  14  Missionare  zur  Verfügung
standen.  Mit  ihnen  arbeiten  sechs  Handwerker,  von
denen  aber  der  Zimmermann  Thiele  dem  Schwarzwasserfieber
  erlag  (der  Tod  des  jungen  Missionars

3
        <pb n="688" />
        Losse  infolge  derselben  Krankheit  ist  schon  früher  gemeldet).


Der  Verlauf  der  Arbeit  bietet  im  Großen  und
Ganzen  ein  recht  erfreuliches  Bild.  Das  Wachsthum
der  Gemeinden  im  Konde=  und  Kingagebiete  schreitet
freilich  mur  langsam  vorwärts,  und  im  Bena=  und
Hehelande  ist  bisher  noch  auf  keiner  Station  eine
Gemeinde  gesammelt.  Aber  man  kann  erkennen,  daß
das  Vertrauen  der  Eingeborenen  zu  unseren  Missionaren
  sich  auf  den  älteren  Stationen  gefestigt  hat
und  in  den  neubesetzten  Gebieten  in  erfreulicher  Weise
bemerkbar  wird.  Einige  Mal  konnten  unsere  Missionare
  bei  drohenden  Konflikten  zwischen  Behörden  und
Eingeborenen  vermittelnd  und  beruhigend  eingreifen.
Den  Beamten  des  Bezirksamts  Iringa  sind  wir  zu
Dank  verpflichtet;  sie  haben  unsere  Brüder  vielfach
mit  Rath  und  That  unterstützt.  In  gleicher  Weise
ist  dies  durch  Herrn  Zache,  den  Bezirksamtmann  von
Langenburg,  geschehen.  Die  Arbeit  auf  diesem  weit
im  Innern  Afrikas  liegenden  Gebiet  wird  immer
noch  mit  verhältnißmäßig  geringen  Kosten  durchgeführt.
  Es  war  uns  möglich,  die  Arbeit  auf  den
18  Stationen,  wo  28  Missionsarbeiter  und  zarbeiterinnen
  stehen,  mit  einem  Jahresaufwand  von  ungefähr
8294  Mark  durchzuführen.

Ueber  die  einzelnen  Stationen,  namentlich  auch
die  Missionsarbeit  und  die  Schulen  auf  denselben,
wird  demnächst  des  Einzelnen  berichtet.  Auf  Wangemannshöhe
  konnte  am  2.  Januar  1900  ein  Gehülfenseminar
  eröffnet  werden.  Es  zählte  12  Zöglinge.
Später  eröffnete  Missionar  Klamroth  im  Anschluß
an  diese  Anstalt  eine  Seminarschule.

Dem  Jahresbericht  ist  auch  eine  Karte  des  Gebietes
  der  genannten  Berliner  Mission  in  Deutsch-Ostafrika
  beigegeben.

Aus  einem  Privatbrief  des  Br.  A.  Stolz  aus
Ipiana  (Deutsch-Ostafrika,  Nyassagebiet),  14.  Mai
1901,  bringt  das  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“
das  Folgende:

In  der  Nacht  auf  den  13.  Mai,  etwa  morgens
1½⅛  Uhr,  erwachte  Bruder  Stolz  über  einem  heftig
knatternden  Geräusch,  das  wie  Gewehrfeuer  klang.
Ehe  er  noch  recht  zum  Bewußtsein  gekommen,  klopfte
sein  Bursche  von  außen  ans  Fenster  und  rief:  „Sieh,
die  Kirche  brennt!“  In  der  That,  das  Dach  des
erst  zu  Weihnachten  eingeweihten  großen,  schönen
Gotteshauses  stand  in  lichten  Flammen,  von  unbekannter
  frepler  Hand  in  Brand  gesteckt.  Schnell
angekleidet,  eilte  Br.  Stolz  hinaus  und  fand  schon
den  eingeborenen  Christen  Msukwile  mit  einigen
anderen  Leuten  auf  den  nächstliegenden  Dächern,  bemüht,
  durch  Schläge  mit  Bambusstangen  die  zahllos
umherfliegenden  Funken  zu  ersticken.  Eine  große
Menge  müßig  umherstehender  Gaffer  wurde  nun  von
Br.  Stolz  zum  gleichen  Zweck  auf  die  übrigen  Dächer
der  Stationsgebäude  beordert,  die  alle  ernstlich  bedroht
  waren,  vor  Allem  das  Wohnhaus  der  mit
ihren  beiden  Kindern  abwesenden  Geschw.  Richard.

636

 

Die  Leute  hatten  tüchtig  zu  thun,  manche  muftm
hoch  klettern,  ja  sich  am  Dachstroh  in  die  Höhe  zieher
und  festhalten.  —  Wie  dankbar  war  Br.  Stolz,  a
die  Reste  des  mächtigen  Kirchendaches  in  sich  zsammenbrachen
  und  in  das  Innere  des  Hauses  stürzun.
denn  damit  war  die  Gefahr  für  die  onderen  Gebär#
beseitigt.  Der  größte  Theil  der  Zuschauer  und  Löstmannschaft
  entfernte  sich  daraufhin  lärmend.
Durch  eine  Erfrischung  und  die  Zusicherung  de-Lohnes
  für  einen  Tag  bewog  Br.  Stolz  nun  jedo
eine  Anzahl  Leute,  noch  dazubleiben,  theils  um  Bece
zu  halten,  theils  um  den  zweiten  Theil  der  Läst
arbeit  zu  verrichten.  Er  wollte  nämlich  die  Lehr.
mauern  der  Kirche,  die  inwendig  mit  Bambus  urd
Brettern  verkleidet  sind,  womöglich  erhalten.  ##e.
dem  Mangel  an  Wassergefäßen  mußten  Kochtöore
herhalten.  Zum  Glück  waren  auch  die  Gräben  un
die  Station  durch  starke  Regengüsse  gefüllt;  Dasa
vom  Fluß  herzuholen,  hätte  bei  dessen  Entfernung  #
viel  Zeit  gekostet.  Vor  Allem  wurden  die  Thur
und  Fensterverkleidungen  und  die  theilweise  scher
angekohlten  Deckenbalken  mit  reichlichen  Wasserspende
bedacht.  Daneben  riß  man  rings  um  die  Kirte
aufgehäuftes,  glimmendes  Stroh  auseinander  um
brachte  es  zu  schnellem  Verbrennen.  Früh  6  Un
war  die  Löscharbeit  der  Hauptsache  nach  beende.

 

Die  Missionsschrift  „Kreuz  und  Schwert“  brin
aus  dem  Vikariat  Süd-Nyanza  (Weiße  Vä##
folgenden  Brief  des  P.  C.  Smoor:

Insel  Ukerewe,  Dreikönigstag  1901.

Voriges  Mal  meldete  ich  Ihnen  etwas  von  der
Bewohnern  unserer  eigenen  Insel,  diesmal  möt
ich  etwas  Näheres  mittheilen  von  der  benachdarte
Insel  Bukarra,  die  nördlich  von  hier,  ebenfalls  in
Nyanzasee  liegt.  Neulich  mußte  ich  daselbst  em.
drei  Wochen  zubringen,  hauptsächlich,  um  dort  Hel
zu  finden  für  den  Altar  und  sonstige  Kirchenmöte,
nebenbei  aber  auch,  um  mich  nach  den  dortigen  Ver
hältnissen  zu  erkundigen,  ob  es  etwa  anginge,  aud
den  daselbst  ansässigen  Stämmen  die  Freudenbotscher
unserer  Religion  zu  bringen.

In  den  Geschichtsbüchern  ist  öfters  die  Rede  ver
den  heiligen  Eichen  der  ehemaligen  Götzendiener  u
Germanien,  in  deren  unheimlichem  Schatten  die  demaligen
  Götzenpriester  manchmal  blutige  Menschen
opfer  darbrachten.  Auch  hier  auf  Ukerewe  fandesich
  bei  unserer  Ankunft  solche  heiligen  Haine  dor
wo  es  früher  kein  Sterblicher  gewagt  hätte,  eine
Baum  mit  der  Axt  zu  berühren.  In  Brukarra  be
standen  solche  heilige  Waldungen  bis  in  die  Neuzer.
allein  nun  haben  wir  dieselben  schon  übel  zugerichte.
Eingeweihte  erklären  sogar,  daß  wir  dieselben  gänzli#
entehrt  hätten,  und  ich  möchte  glauben,  daß  sie  Reck
haben.  Die  Eingeborenen  wenigstens  machen  sich  nurn
gar  nichts  mehr  daraus,  die  abgehauenen  Ae##e,
Zweige  und  für  uns  unbrauchbare  Stücke  kurzwes
nach  Hause  zu  schleppen  und  selbige  —  o  des  örevels!
  —  dort  einfach  als  gewöhnliches  Brennbelz  zr
        <pb n="689" />
        verwenden,  hatten  sie  doch  uns  ungestraft  an  der
Arbeit  gesehen,  die  heiligen  Bäume  selbst  zu  fällen.
Ja  noch  mehr:  sie  hätten,  wenn  ich  einen  solchen
Vandalismus  nicht  verhindert  hätte  —  in  ihrer  Gott—
losigkeit  Alles,  was  noch  dastand,  klein  und  groß,
gerade  und  krumm,  niedergehauen.  Ich  mußte  denn
einen  Befehl  erlassen,  daß  Alle  aus  dem  Gebüsch
kommen  müßten,  sobald  meine  Leute  abends  die
Arbeit  einstellten;  dann  dürfte  kein  Beilschlag  mehr
gehört  werden,  sonst  würde  der  Uebertreter  der
Strafe  nicht  entgehen.  Dies  war  das  einzige  Mittel,
ihrer  Vernichtungswuth  zu  steuern.  Jeden  Augenblick
belästigten  sie  mich  mit  ihren  Bitten:  einer  erbat  sich
einen  Baum,  damit  er  sich  ein  Kanu  daraus  machen
könnte;  ein  zweiter  möchte  gern  ein  Stück  Holz  haben,
um  sich  davon  ein  Ruder  zu  fabriziren;  ein  dritter
bat  mich  recht  eindringlich  um  einen  Stamm,  aus
dem  er  sich  ein  Bett  herstellen  könnte.  Ja  wirklich
ein  Bett,  denn  die  Bakarra,  im  Gegensatz  zu  allen
anderen  Negern,  schlafen  nicht  wie  diese  auf  einer
Streu  oder  auf  dem  flachen  Boden,  sondern  auf
einem  harten  Brett.  Der  strengste  Ascet  in  Europa
würde  sich  nicht  unterstehen,  zu  thun,  was  bei  den
Bakarra  aus  lauter  Genußsucht  geschieht.  Sie  spalten
oder  hauen  sich  einen  beliebigen  Baumstamm  —
einerlei  ob  derselbe  gerade  oder  krumm  sei  —  der
Länge  nach  in  zwei  Hälften  und  fertig  ist  ihr  Bettgestell,
  das  weiter  kein  Polster  oder  sonstigen  Ueberzug
braucht.  Auf  ein  solches  Bett  nun  legen  sie  sich
hin  und  schlafen  darauf  königlich.  Auch  Bettdecken
brauchen  sie  nicht  einmal:  jene,  welche  sich  auf  die
rechte  Seite  legen,  decken  sich  mit  der  linken,  und
die,  welche  gewohnt  sind,  auf  der  linken  Seite  der
Ruhe  zu  pflegen,  decken  sich  mit  der  rechten,  —  das
stimmt  also  immer  genau.  Die  Bakarra  sind,  wie
die  Neger  überhaupt,  richtige  Vegetarianer.  Nun
soll  Einer  aber  nicht  glauben,  daß  sie  ein  Stückchen
Fleisch  nicht  liebten.  Im  Gegentheil,  man  kann  es
ihnen  vorsetzen,  wie  man  will:  roh,  gebraten  oder
gesotten,  frisch  oder  verfault  —  so  gräßlich  oder  fein
kann  es  nicht  sein,  daß  die  Herren  Bakarra  die  Nase
darüber  aufwerfen:  die  dicksten  und  zähesten  Sehnen
schmelzen  gleichsam  zwischeh  ihren  scharfen  Zähnen.
Es  ist  wirklich  kurios,  in  der  Gegenwart  dieser  Urmenschen
  ein  Zicklein  für  die  Küche  zu  schlachten:
nichts,  gar  nichts  geht  dann  verloren,  sogar  die  winzigen
  Fleischtheilchen,  die  nach  dem  Abhäuten  an  der
Haut  sitzen  geblieben  sind,  werden  mit  den  Zähnen
von  derselben  abgenagt.  So  ärmlich  sie  auch  leben,
so  ergiebt  doch  der  Boden  ihrer  Insel  kaum  genug,
ihr  Leben  damit  fristen  zu  können.  Ihr  Vichbestand
ist  kaum  nennenswerth:  die  wenigen  Rinder  und
Ziegen,  welche  die  Bakarra  besitzen,  müssen  die  traurige
  Erfahrung  gemacht  haben,  daß  da  für  die  Menschen
und  auch  für  die  Thiere  Schmalhans  Küchenmeister
ist,  wo  der  Erdboden  sich  so  wenig  ergiebig  zeigt.
In  der  trockenen  Jahreszeit  wächst  auf  ihren  Wiesen
so  viel  Gras,  wie  auf  meinem  Tische.  Dann  besteht
das  Viehfutter  nur  aus  Baumblättern,  die  dem  Vieh

 

637  —

recht  kärglich  zugemessen  werden.  Sind  auch  solche
nicht  mehr  zu  haben,  so  ziehen  die  Weiber,  den  Korb
auf  der  Schulter  und  den  Holzspaten  in  der  Hand,
aus  und  graben  sich  Graswurzeln  aus,  wo  sie  dieselben
  nur  finden  können.

Trotz  all  ihrer  Armuth  halten  die  Bakarra  große
Stücke  auf  ihr  Land.  Obgleich  sie  ganz  nahe  bei
der  Insel  Ukerewe  wohnen  und  mit  ihren  Booten
regelmäßig  herüberkommen,  will  doch  keiner  sich  hier
ansiedeln,  und  ebenso  wenig  findet  man  in  ihrem
Lande  Fremde.  Sie  gehören  einer  ganz  anderen
Rasse  an  und  unterscheiden  sich  von  unseren  Insulanern
  durch  einen  schweren  Körperbau.  Wie  sämmtliche
  anderen  Neger  lieben  sie  besonders  den  Schmuck
einer  schönen  Kopffrifur,  namentlich  die  jüngeren
unter  ihnen.  Sie  flechten  sich  allerlei  Glasperlen  in
das  Haar.  Die  Weiber  tragen  das  Haar  lang,  so
lang  es  wenigstens  bei  einem  Neger  wachsen  will.
Hier  auf  Ukerewe  dagegen  rasiren  sich  die  weiblichen
Personen  den  Kopf  ganz,  so  daß  auch  nicht  eine
Stoppel  darauf  übrig  bleibt.  Wenn  nun  das  Haar
der  Bukarranegerin  seine  volle  Länge  erreicht  hat,
so  läßt  sie  es  von  einer  Freundin  in  sehr  seine
Flechten  ordnen,  die  zu  beiden  Seiten  an  den  Schläfen
herabhängen.  Diejenigen,  welche  über  Mittel  verfügen
  können,  streichen  über  diese  Einzelflechten  rothe
Erde,  die  mit  Harz  klebrig  gemacht  wird.

Auch  ihre  Bauart  ist  gänzlich  verschieden  von  der
unserer  Inselbewohner.  Ein  hiesiges  Dorf  nämlich
besteht  aus  einer  größeren  oder  kleineren  Zahl  Nka,
die  zwischen  den  Bananenpflanzungen  und  dem  Muhago
  versteckt  daliegen,  und  eine  Nka  besteht  aus
drei  bis  vier  Strohhütten,  die  von  einem  Kaktuszaun
eingeschlossen  sind.  Vergebens  würde  man  nach  einem
Wege  suchen,  da  es  höchstens  nur  schmale  Schlängelpfade
  giebt,  denn  Ordnung  und  Regelmaß  sind  dem
Neger  nun  einmal  fremd.

Außer  in  dem  sogenannten  heiligen  Walde  findet
man  auf  Bukarra  fast  kein  Holz  vor.  Weil  nun
dieser  heilige  Wald  bisher  nur  von  unzähligen  Raubvögeln
  und  Myriaden  von  Mäücken  oder  Muskitos
bewohnt  werden  durfte,  und  es  Keinem  erlaubt  war,
sich  dort  Holz  oder  Brennstoff  zu  holen,  so  mußten
sich  die  Eingeborenen  mit  Mutamastengeln  begnügen,
wollten  sie  ihre  Speisen  kochen.  Diese  Stengel
wurden  deshalb  in  Büschel  gebunden  und  zeitweilig
auf  steilen  Felsenspitzen  aufbewahrt,  damit  der  Nachbar
nicht  das  „Dein  und  Mein“  verwechsele  und  die
gefräßigen  weißen  Ameisen  nicht  hülfen,  den  Vorrath
zu  schmälern.

Weil  wir  auf  Ukerewe  schon  mit  Arbeiten  überhäuft
  sind,  hatten  wir  bisher  noch  keinen  Versuch
mit  der  Evangelisirung  der  Bakarra  gemacht,  um  so
weniger,  weil  ihre  Sprache  ganz  anders  ist  als  die
hiesige.  Kürzlich  aber  haben  wir  ein  paar  Katechisten
hingeschickt,  um  unsere  Vorläufer  zu  sem.  Es  wird
aber  eine  Riesenaufgabe  sein,  diese  armen  Leute  zu
Christen  umzugestalten,  denn  nicht  nur  der  Unglaube,
sondern  auch  der  Aberglaube  und  die  daraus  hervor-
        <pb n="690" />
        gehende  Zauberei  in  ihrer  schlimmsten  Gestalt  werden
uns  die  größten  Schwierigkeiten  bei  der  Bekehrungsarbeit
  bereiten.  Natürliche  Ursachen  und  Folgen
bestehen  für  die  Balarra  nicht,  Alles  wird  ihrer
Meinung  nach  von  den  Zauberern  und  Geistern  bewirkt.
  Solange  nun  Alles  ihrem  Wunsche  gemäß
geschieht,  kümmern  sie  sich  um  Nichts,  sobald  aber
irgend  ein  Unglück  ihnen  zustößt,  tritt  der  Bösegeister-Dienst
  in  den  Vordergrund.

 

Der  Missionsschrift  „Gott  will  es“  entnehmen
wir  aus  den  Berichten  der  Missionsgesellschaften  für
die  Generalversammlung  des  Afrikavereins  denjenigen
des  apostolischen  Vikariats  Süd-Sansibar:

Dar-es-Saläm,  25.  April  1901.

Die  Präfektur  zählt  acht  Stationen,  welche  sich
auf  vier  Bezirke  vertheilen.  Die  Küstenstationen
Dar-es-Saläm  und  Kurasini  (Kollasini)  nahmen  ihre
regelrechte  erfolgreiche  Entwickelung.  Dar-es-Saläm
zählt  416  Katholiken,  Kurasini  400;  im  Mädchenwaisenhaus
  in  Dar-es-Saläm  sind  112  Zöglinge,
im  Knabenwaisenhaus  zu  Kurasini  158;  die  dortige
Lehrerschule  zählt  40  Kandidaten.  Von  den  Schulen,
welche  ich  in  verschiedenen  Dörfern  Usaramos  bei
der  Hungersnoth  gründete,  mußte  ich  manche  wegen
mangelhafter  Betheiligung  der  Bevölkerung  wieder
aufgeben,  wenngleich  ich  die  Hoffnung  hege,  daß
späterhin  der  ausgestreute  Samen  Früchte  bringen
wird.  Im  Bezirke  unserer  ehemaligen  Missionsstation
zu  Pugu  ist  die  Seelsorgethätigkeit  von  Erfolg  begleitet.


Im  Uhehebezirk  können  unsere  zwei  dortigen
Stationen  Iringa  (Tosamaganga)  und  Madibira  nur
langsam  Einfluß  gewinnen.  Wie  sich  dieses  hartnäckige
  Bergvolk  bis  beinahe  zur  Vernichtung  gegen
die  deutsche  Herrschaft  gesträubt  hat,  so  kann  es  sich
auch  äußerst  schwer  entschließen,  seine  traditionellen
heidnischen  Anschauungen  gegen  die  Lehren  des
Christenthums  zu  vertauschen.

Sehr  erfolgreich  wirkt  die  Mission  im  Süden
der  Präfektur  auf  unseren  Stationen  Nyangao  und
Lukuledi.  In  den  letzten  1½  Jahren  hat  Nyangao
trotz  seiner  schwierigen,  ungesunden  Verhältnisse  einen
sehr  erfreulichen  Ausschwung  genommen.  Schöne,
geräumige  Schulgebäude  wurden  hergestellt,  verschiedene
  ökonomische  Bauten  ausfgeführt,  auf  einem  eine
Stunde  entfernten  Berge  ein  kleines  Sanatorium  für
die  fieberreiche  Regenzeit  errichtet,  in  sieben  Dörfern
wurden  Schulen  und  Lehrerwohnungen  gebaut  und
endlich  im  Verlaufe  des  letzten  Sommers  auf  der
Station  selbst  eine  schöne  geräumige  Kirche.  Für  die
Missionsthätigkeit  sind  die  dortigen  Leute  sehr  zugänglich,
  und  es  steht  zu  erwarten,  daß  in  wenigen
Jahren  Nyangao  ein  ausgedehnter  christlicher  Bezirk
sein  wird.  Auch  auf  unserer  ältesien  Innenstation
Lukuledi  schreitet  die  Missionsthätigkeit  erfolgreich
voran.  Die  Station  zählt  jetzt  über  600  Christen
und  300  Katechumenen.

638

 

In  Ungoni,  wo  wir  die  Stationen  Peramih
und  Kigonsera  haben,  entwickelt  sich  die  Mission  seh
aussichtsvoll.  Unsere  dortigen  Stationen  sind  nock
zu  jung,  um  Zahlenerfolge  aufweisen  zu  können.  Abe
im  Allgemeinen  sind  die  so  kriegerischen  und  räube
rischen  Wangoni  sehr  zugänglich  für  die  Missions
thätigkeit,  und  kann  die  Mission  schon  in  naher  Zu.
kunft  auf  Erfolg  rechnen.

Im  letzten  Jahre  stand  unsere  Präfektur  unter
dem  Zeichen  der  Kirchenbauten.  Die  große  Kirche
in  Dar-es-Sal#  ist  im  Rohbau  fertiggestellt  und
trägt  nun  den  Dachstuhl,  in  Nyangao  und  Lukuledi
wurden  geräumige  Kirchen  aus  getrockneten  Lehmziegeln
  gebaut,  in  Iringa,  Madibira  und  Peramiho#
wurden  Kirchen  aus  Bruchsteinen  oder  gebrannten
Lehmziegeln  theilweise  fertiggestellt.

In  der  Präfektur  wirkten  im  Jahre  1900  zehn
Patres,  15  Brüder  und  17  Schwestern;  auf  acht
Stationen  waren  1700  Christen  und  1300  Katechumenen;
  in  26  Schulen  wurden  761  Schüler  unterrichtet,
  in  den  Waisenhäusern  429  Zöglinge  erzogen.
Die  Missionare  wurden  in  ihrer  Thätigkeit  durch
18  eingeborene  Katecheten  unterstützt.  534  Taufen
sind  gespendet  worden.

 

Dem  „Afrika-Boten“  entnehmen  wir  folgenden
Brief  einer  Missionsschwester:

St.  Maria  von  Rubaga,  15.  März  1901.
Meeine  vielgeliebten  Eltern!

Zwei  Patres  aus  Uganda  kehren  nach  Curopa
zurück,  und  da  die  Gelegenheit  gerade  günstig  ist,
schicke  ich  Euch  einige  von  den  Eingeborenen  gefertigten
  Gegenstände  mit.

Uns  Schwestern  geht  es  immer  noch  gut;  von
den  Patres  kann  ich  nicht  dasselbe  sagen,  da  sie  mit
Arbeiten  überhäuft  sind.  Unsere  Hauptbeschäfügung
besteht  im  Unterrichten.  Ist  der  Unterricht  beendet,
so  sind  wir  frei,  mit  Ausnahme  einiger  Besuche,
welche  doch  nicht  so  sehr  ermüden.

Beifolgend  sende  ich  Euch  einen  Brief  eines  unserr
Mädchen,  so  wie  sie  ihn  mir  geschickt  hat,  welcher
wörtlich  übersetzt  so  lautet:

„Guten  Tag,  meine  Große  (meine  Alte),  welche
ich  so  lieb  habe;  guten  Tag,  meine  Große  (meine
Oberin),  meine  vielgeliebte  Mutter.  Du  weißt  nicht
wie  sehr  ich  Dich  liebe.  Wenn  ich  Dich  nur  sehe,  bin
ich  so  zufrieden,  wie  ein  Kind  zufrieden  ist,  wenn  e
seine  Mutter  sieht.  Besten  Dank  für  alle  Arbet,
welche  Du  vom  Morgen  bis  zum  Abend  verrichtei.
Nun  wohl,  meine  Mutter,  ich  komme,  um  Dir  von
anderen  Dingen  zu  sprechen.  Meine  Mutter,  scheule
mir  ein  Gesangbuch  mit  Noten,  damit  ich  Gesänge
lerne,  große  Gesänge,  meine  Mutter,  ich  bitte  Dich
darum,  verweigere  mir  es  nicht,  habe  Erbarmen
mit  mir.  »

Auf  Wiedersehen!  Besten  Dank,  der  liebe  Gott
möge  Dich  beschützen,  und  die  allerseligste  Jungfrau
Maria,  unsere  Mutter  und  der  heilige  Joseph  Dr
helfen.  Ich  Rosa,  Dein  Kind.“
        <pb n="691" />
        —  639

Ihr  seht,  daß  die  Bittende  keinen  Fehler  macht.
Tas  ist  der  gewöhnliche  Inhalt  der  Briefe,  welche
am  erhält.  Im  Komplimentemachen  sind  die  Bazendas
  auch  nicht  zurück.

Sobald  eine  der  Frauen  lesen  kann,  möchte  sie
ein  Buch  haben,  und  wo  könnte  sie  eher  eins  finden,
als  bei  den  Missionaren!  Sie  müssen  sich  diese  Gegen-Ende,
  wenn  es  möglich  ist,  durch  Verrichtung  von
Fartenarbeit  verdienen,  damit  dadurch  das  Betteln
nicht  gefördert  wird.

Bei  den  Bagandas  sind  die  kleinen  Kinder  und
die  alten  Leute  am  interessantesten.  Die  kleinen
#nder  sind  so  graziös,  wie  nur  möglich,  besonders
wine  sie  die  Taufe  empfangen  haben,  und  der  Unterschied,
  welcher  zwischen  ihnen  und  den  Heiden  besteht,
ist  auffallend.

Gewöhnlich  tragen  die  Negerkinder  als  Kleidung
cinen  Perlengürtel  (eine  Art  Kette),  aber  das  paßt
ionen  so  gut,  daß  ein  Stoff  fast  überflüssig  ist.  Die
Taufpaten  machen  sich  ein  Vergnügen  daraus,  uns
zu  fragen,  welchen  Namen  sie  ihrem  Kinde  geben
follen.  Kürzlich  kam  Eine,  welche  sagte:  „Willst  Du
meine  Kleine?  Sie  gehört  Euch,  ich  lasse  sie  Euch!“
Wir  hätten  bald,  wer  weiß  wie  viele,  wenn  wir
nachgeben  wollten.  Wir  suchen  uns  junge,  ernste
Mädchen  aus,  behalten  sie  bei  uns  und  bilden  sie
zum  Unterricht  im  Lesen  und  Katechismus  aus.  Sie
find  uns  viel  werth,  denn  die  Schüler  mehren  sich
von  Tag  zu  Tag.  Die  alten  Leute  sind  die  lustigsten
und  fleißigsten.  Sie  haben  immer  einige  Scherzworte
cuf  Lager.  Früher  herrschte  bei  den  Bagandas  die
Gewohnheit,  jedem  anderen  Alter  einen  anderen  Namen
zu  geben.  Bis  zu  zwölf  Jahren  trug  das  Kind
#.  B.  diesen  Namen:  „Die  Kurze“.  Dann  versammelte
sich  die  ganze  Familie,  und  man  wählte  einen  anderen
Namen,  für  ein  junges  Mädchen  passend,  etwa:  „Wir
haben  eine  Hülfe.“  Wenn  das  junge  Mädchen  sich
verheirathete,  gab  ihr  Mann  ihr  noch  einen  anderen
Namen,  der  ihm  besonders  gefiel.  Schließlich  kam
der  Name  des  Alters,  wie:  „Der  Tod  wird  dich
nicht  vergessen"“.  Die  guten  Alten  glauben  gegenwärtig,
  daß  im  Christenthum  diese  Namensänderung
auch  stattfindet.  Eine  von  denen,  welche  uns  besuchen
kommen,  kennen  wir  unter  dem  Namen  Lucia.  Eines
Tages  kommt  sie,  uns  zu  fragen:  „Kennt  Ihr  mich?“
Ja  gewiß,  Du  bist  Lucia.  „Ach  nein,  Ihr  täuscht
Euch,“  antwortete  sie  lachend,  „ich  bin  Anna.“  Es
gab  kein  Mittel,  sie  über  ihren  Irrthum  aufzuklären,
und  fortan  nennen  auch  wir  sie  Anna.

Auf  Wiedersehen,  meine  lieben  Eltern,  betet  ein
wenig  für  Euer  Schwesterchen,  ich  habe  es  sehr  nöthig.

Dem  Jahresbericht  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft,
  erstattet  im  Monatsblatt  der  genannten
Gesellschaft,  entnehmen  wir,  daß  die  Gesammtzahl
ihrer  Missionsarbeiter  im  Juni  1901  16  Missionare,
darunter  10  verheirathete,  betrug;  serner  7  Missionsschwestern,
  darunter  3  Diakonissen  aus  Hamburg-Bethlehem,
  insgesammt  also  33  Personen.  Auf  dem

 

 

—  —

Missionsfelde  sind  thätig  13  Missionare  und  8  Frauen,
6  Schwestern,  während  3  Brüder,  2  Frauen  und
1  Missionsschwester  in  Europa  auf  Urlaub  weilen.

Der  „Evangelische  Heidenbote“  (Nr.  8)  bringt
folgenden  Bericht  vom  Missionar  Stolz  in  Bombe
vom  10.  Mai  1901  über  das  Ende  des  Missionars
Georg  Bizer:

Es  liegt  mir  die  schwere  Aufgabe  ob,  über  den
unerwartet  schnellen  Tod  unseres  lieben  Br.  Bizer
Mittheilung  zu  machen.  Am  30.  April  kam  Br.  Bizer
hierher  nach  Bombe,  zunächst  um  einige  Tage  hier
und  auf  einigen  unserer  Außenstationen  zuzubringen
und  dann  mit  Br.  Hecklinger,  der  von  Bu5a  nachkommen
  wollte,  nach  Mangamba  und  Duala  zu  reisen.
Erst  nach  mehr  als  einem  Monat  gedachte  Br.  Bizer
wieder  in  Buöa  einzutreffen.  Nachdem  wir  am
Sonntag  Morgen  (den  5.  Mai)  in  Komba  gepredigt
hatten,  gingen  wir  nach  den  Filialen  Mambanda  und
Mukonje,  wo  wir  ebenfalls  Gottes  Wort  verkündigten,
und  von  da  weiter  an  den  Mongo  nach  Mundame,
wohin  schon  am  Sonnabend  unser  Kanu  gekommen
war,  um  uns  abzuholen.

Da  der  Mond  um  7  Uhr  aufgehen  sollte,  lag,
menschlich  gesprochen,  nichts  gegen  eine  Fahrt  bei  Nacht
vor,  zumal  der  Wasserstand  eben  sehr  niedrig  war.
Gegen  51½  Uhr  fuhren  wir  in  Mundame  ab  und
hofften  um  9  Uhr  in  Bombe  zu  sein.  Die  Fahrt
verlief  anfangs  sehr  gut.  Br.  Bizer  sprach  es  mehrere
Male  aus,  wie  schön  und  angenehm  diese  Fahrt  nun
sei  nach  dem  Marsch  in  der  argen  Hitze.  Kurz  nach
6½  Uhr  fuhr  unser  Kanu  bei  voller  Fahrt  auf  einen
Ast  auf,  drehte  sich  etwas  und  schlug  dann  plötzlich
vollständig  um.  Das  Kanu  sank  unter,  doch  es  gelang
  uns  beiden  mit  Hülfe  unserer  Ruderer,  uns
daran  festzuhalten;  es  sank  aber  mit  uns  immer  tiefer,
so  daß  wir  es  nicht  mehr  halten  konnten.  Ich  kam
etwa  zweimal  für  einen  Augenblick  über  Wasser  und
rief  den  Leuten  zu:  Haltet  uns!  haltet  Herrn  Biezer!
sank  dann  aber  wieder  unter.  Anfangs  war  ich  nicht
ängstlich,  ich  dachte,  das  Wasser  könne  nicht  sehr  tief
sein,  und  wir  würden  bald  festen  Boden  oder  einen
Baumstamm  erreichen.  Bald  aber  mußte  ich  einsehen,
daß  alle  Hoffnung  auf  Rettung  schwand,  ich  konnte
nur  noch  seufzen:  Gott  sei  mir  Sünder  gnädig!  und
wußte  dann  nichts  mehr  von  mir.  Plötzlich  spürte
ich  Boden;  das  Bewußtsein  kehrte  wieder  zurück.  Ich
strengte  mich  an,  vorwärts  zu  kommen.  Zugleich
packte  mich  ein  Ruderer,  und  ich  war  am  Lande.  Die
Uhr  zeigte  5  Min.  vor  6¾.  Den  Leuten,  die  mit
dem  Kanu  kamen,  rief  ich  zu,  doch  Herrn  Bizer  zu
suchen:  sie  thaten  ihr  Möglichstes,  aber  leider  vergebens.
Ich  konnte  mich  nicht  über  meine  Rettung  freuen.
Wie  leicht  hätte  ich  für  Br.  Bizer  sterben  können,  um
den  eine  tiesbetrübte  Gattin  und  Kinder  trauern,  und
dessen  Arbeit  und  Erfahrungen  unserer  Mission  von
großem  Nutzen  waren  und  noch  mehr  hätten  werden
können.

Nachdem  wir  lange  vergebens  gesucht  hatten  und

4
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        ich  etwas  erholt  war,  fuhren  wir  weiter  und  kamen
nach  einer  Viertelstunde  zu  einem  Faktoristen,  Herrn
Mittelbacher;  der  nahm  uns  freundlich  auf.  Sofort
schickten  wir  ein  großes  Kanu  mit  Dualaleuten  nach
der  Unglücksstätte,  um  noch  einmal  Alles  abzusuchen.
Man  fand  jedoch  nur  unsere  Hüte.  Am  Mittwoch
fuhr  ich  mit  Herrn  Mittelbacher  mit  zwei  Kanus
wiederum  zurück;  wir  suchten  einige  Stunden  nach
dem  Leichnam.  Die  Duala  tauchten  auch  an  mehreren
Stellen,  aber  zu  unserem  Schmerz  konnten  wir  nichts
finden.  Jetzt  konnte  ich  auch  den  Platz  selber  genauer
  betrachten.  Auf  der  einen  Seite  des  Flusses
ist  eine  Steinbank  weit  in  den  Fluß  hineingelagert,
die  das  Wasser  einengt  und  staut,  weshalb  es  dann
ziemlich  reißend  abfließt  und  eine  ordentliche  Strömung
in  die  Mitte  des  Flusses  hinein  bildet.  Der  Steinbank
gegenüber  liegt  ein  Stamm  mit  seinen  weitverzweigten
Aesten  im  Wasser.  Der  Ast,  auf  den  wir  auffuhren,
befand  sich  ziemlich  in  der  Mitte  des  Flusses  und
etwa  10  cm  unter  Wasser,  so  daß  wir  ihn,  da  es
schon  etwas  dunkel  war,  nicht  sehen  konnten.  Der
Fluß  selber  war  an  dieser  Stelle  4  bis  5  m  tief,
während  er  ja  sonst  fast  überall  sehr  seicht  ist,  so
daß  man  oft  Mühe  hat,  mit  dem  Kanu  über  die
Sandbänke  hinwegzukommen.  Ich  war  eltwa  70  m
unterhalb  der  Stelle,  wo  das  Kanu  umschlug,  ans
Land  gekommen.  Hätten  unsere  Ruderer  gut  schwimmen
können  wie  etwa  die  Duala,  dann  hätten  sie  uns
wohl  retten  können;  aber  die  Bakandu  können  nur
dürftig  schwimmen,  und  es  hatte  ein  jeder  für  sich
zu  thun.

Am  Dienstag  Mittag  um  12  Uhr  brachte  Herr
Mittelbacher  die  sterblichen  Ueberreste,  welche  Dualaaufgefunden
  hatten.  Um  5  Uhr  abends  bestatteten
wir  sie  auf  unserem  Gottesacker  neben  dem  Grabe
meiner  lieben  Frau.  Ich  redete  zuerst  in  der  Kapelle
über  Psalm  39.  8:  „Nun  Herr,  wes  soll  ich  mich
trösten?  Ich  hoffe  auf  Dich.“  Gewiß  ist  in  diesem
Wort  der  Grundton  der  letzten  Seufzer  des  so  plöglich
abgerufenen  Bruders  ausgedrückt,  und  wenn  er  auch
die  Hoffnung  auf  Rettung  schwinden  sehen  mußte,
so  hat  ihn  doch  gewiß  der  himmlische  Vater  als  eine
reise  Garbe  in  sein  Reich  ausgenommen.  Möge  die
tiefbetrübte  Gattin  in  ihren  trüben  Stunden,  in  denen
sie  Trost  und  Kraft  sucht,  auch  zum  gleichen  Schluß
wie  der  Pfsalmist  kommen:  „Ich  hoffe  auf  Dich.“
Die  Theilnahme  der  Leute  hier  war  groß  und  herzlich
und  tbat  uns  recht  wohl.

So  bat  der  Herr  unsere  Kamerun-Mission  wiederum
  schwer  beimgesucht.  Es  ist  uns  dunkel  und
unbegreiflich,  warum  er  dies  zugelassen  hat,  aber
„sein  Weg  ist  beilig.“  Wir  Alle  schäßten  und  liebten
unseren  Br.  Bizer,  war  er  doch  allezeit  um  einen
jeden  Einzelnen  von  uns  liebevoll  besorgt,  und  die
Treue  und  Gewissenhaftigkeit,  die  er  in  seinem  verant#wortungsvollen
  Beruf  als  Missionar  und  Präses
zeigte,  soll  uns  Alle  zur  Nacheiferung  reizen.  Es  ist
gewiß  Allen  unvergeßlich,  welch  ernste  und  ermunternde
  Worte  er  zum  Beginn  der  leß#ten  Brüder-640



 

konferenz  an  uns  richtete,  und  seine  Arbeit#en  a#-dieser
  Konferenz  und  die  Leitung  derselben  habers
uns  gezeigt,  daß  er  in  seinem  Beruf  lebte  und
Einsetzung  all  seiner  Kräfte  dafür  arbeitete.  Rot
am  Tage  vor  seinem  Tode  sagte  er  zu  mir:  .  E  #
gewiß  eines  jeglichen  Bruders  tägliche  Birte  zr
Herrn,  daß  er  in  seiner  Arbeit  treu  erfunden  werde.
Möge  sein  Tod  viele  Christen  und  Heiden  retzer
sich  in  des  Herrn  Nachfolge  zu  begeben  und  dert
immer  treuer  zu  werden.

——  —

Kus  fremden  Kolonien  und
Produktionsgebieten.

Dr.  Spine,  Bischof  von  Sansibar.

Der  „African  Times“  zufolge  ist  der  bisheri
Bischof  von  Likoma,  Dr.  Spine,  zum  Bischof  vet
Sansibar  ernannt  worden.

Die  englische  Goldküste  und  die  fran  zösische  Elfendeinkik.

Die  „Wiener  Politische  Correspondenz“  k#t
10.  August  d.  Is.  schreibt  über  die  englische  Geküste
  und  die  französische  Elfenbeinküste:

Man  schreibt  uns  aus  Paris:  Infolge  der  sen
günstigen  Prognose,  die  der  Kolonienminister  Cdir
berlain  im  Parlament  vor  längerer  Zeit  der  zkünftigen
  Entwickelung  der  Goldküste  stellte,  hat  #2#
die  geschäftliche  Bewegung  in  diesem  Gebiete  in  de
deutendem  Maße  gehoben.  Es  bilden  sich  viele  Ge
schäftsgruppen,  die  mit  Unterstützung  von  südafr#.
nischen  Finanzmännern,  welche  in  Transvaal  beren:
Erfahrungen  gesammelt  hatten,  Ingenieure  dadschickkeen.
  Es  war  seit  langer  Zeit  bekannt,  det
sowohl  an  der  Goldküste  wie  an  der  Elfenbeint:e
Goldlager  sich  befinden,  man  hat  dort  das  Vorhander
sein  von  Goldquarz  wie  in  Australien,  Schwemmg-:
wie  in  Kalifornien  und  Goldkonglomeraten  wie  #u
Witwatersrand  (Transvaal)  konstatirt.  Seit  ede:
15  Jahren  betrug  die  Goldausbeute  der  Goldkäfte
jährlich  ungefahr  3  000  000  Francs,  an  der  Elierbeinküste
  hob  sich  die  Ausfuhr  von  656  000  Frear.
im  Jahre  1895  auf  918  000  Francs  im  Jahre  18½
und  betrug  495  000  Francs  im  Jahre  1897  urr
313  000  Francs  im  Jahre  1898.  Bis  vor  zr
Jahren  betrieben  nur  zwei  Gesellschaften  die  G.  v
gewmnung  im  Distrikte  Takwa-Wassan  an  der  Golküste,
  es  sind  dies  die  Wassan  Comp.  und  die  „G..
coast  Amalgamated  Mines".  Seither  sind  jeder
zwölf  neue  Gesellschaften  ins  Leben  getreten,  vor
denen  sechs  im  vorigen,  sechs  in  diesem  Jahre  cin
getragen  wurden,  für  welche  ein  Kapital  von  1
Millionen  Francs  gezeichnet  wurde.  Man  karr
daraus  ermessen,  welche  Bedeutung  die  Londoner
Kavitalisten  den  Goldlagern  an  der  Goldkuste  z#
schreiben.  In  französischen  Kolonialkreisen  wird  die
sich  an  der  englischen  Goldküste  kundgebende  Rührzg-
        <pb n="693" />
        eit  aufmerksam  verfolgt,  und  die  Organe  dieser  Kreise
eimahnen  die  Franzosen,  das  Beispiel  der  Engländer
tazuahmen.  Das  ganze  Gebiet  von  Attié  an  der
Ekenbeinküste  sei  reich  an  Goldlagern,  und  da  die
kiden  Kolonien  nicht  durch  eine  geographische  Vertiedenheit
  zeigende  Grenze  voneinander  getrennt
ind,  sondern  bloß  durch  eine  von  Diplomaten  auf
der  Landkarte  gezogene  Linie,  so  lasse  sich  wohl  anrehmen,
  daß  die  Goldlager  von  Wassan,  welche  die
Engländer  jetzt  auf  ihrem  Gebiete  auszubeuten  sich
mchicken,  nur  die  Fortsetzung  der  bedeutenden  Lager
ien  der  Elfenbeinküste  bilden.

Snum  Anbau  von  Gummibäumen  in  Lagos.

In  der  „Government  Gazette  für  Lagos“  (Nr.  29)
veröffentlicht  der  Forstinspektor  (Superintendent  of
Soods  ond  Forests)  dieser  Kolonie  die  bei  dem
Anbau  und  bei  Gummi-Gewinnungsversuchen  aus
dem  Ceara-Gummibaum  (Manihot  Glaziovül)  und
die  betreffs  dieses  Baumes  überhaupt  gewonnenen
Erfahrungen.  Wir  entnehmen  dem  Aussatze  das
Nachstehende:

.„Eine  große  Anzahl  Cearabäume  ist  in  Egba
und  anderen  Orten  zum  Zweck  der  Gummigewinnung
aungepflanzt  worden.  Die  Kultur  dieses  Baumes
kann  nicht  empfohlen  werden,  wenngleich  er  in  sonst

wüsten  Landstrichen,  in  welchen  er  bereits  vorhanden

,  vortheilhaft  genutzt  werden  kann:
1.

der  Baum  steht  auf  ganz  oberflächlichen  Wurzeln

und  widersteht  den  Tornados  nur  schlecht.
2.  Er  ist  vom  Januar  bis  April  kahl  und  verliert

oft  schon  wieder  im  August  seine  Blätter,  so

daß  er  als  Schattenbaum  für  Kakao  und  andere

schattenbedürftige  Pflanzen  unbrauchbar  ist.

3.  Der  geringe  Ertrag  an  Saft  macht  seine  Kultur
unrentabel.

Zur  Selbstbesamung  auf  sonst  unfruchtbarem
Gelände  ist  der  Baum  kraft  seines  schnellen  Wachsthums
  geeignet,  da  er  schnell  Dickichte  bildet.

Das  Zapfen  des  Baumes  geschieht  am  vortheilhastesten
  nachts,  jedenfalls  vor  9  Uhr  vormittags.

Gegenwärtig  werden  Trocknungsversuche  mit
Zweigen  und  Blättern  des  Baumes  gemacht.“

Versuche  mit  verschiedenen  zur  Gummigewinnung
geeigneten  Pflanzen.

Der  Forstinspektor  (Superintendent  of  Woods
und  Forests)  in  Lagos  empfiehlt  in  einem  Aussatz
über  die  Gewinnung  und  Zubereitung  des  aus  den
derschedenen  bekannten  Gummt  erzeugenden  Pflanzen
gewonnenen  Gummis  (Government  Gazette  für
Fagos  Nr.  34),  Versuche  mit  der  Gummigewinnung
aus  Ibo  akitipa,  Awun,  Dodo,  Oro,  Ibo  elekiti,
Do  gidi,  Ibo  taghon,  Odan  oko,  Odan  ekki,
dan  arere,  Osan  u.  A.  zu  machen  und  die  Produlte
  auf  ihre  Brauchbarkeit  zu  prüfen.

 

641

 

Grenzregulirung  zwischen  dem  französtschen  und

portugiestschen  Rongogebiet.

Die  französische  und  die  portugiesische  Regierung
haben  mittelst  Zusatzabkommens  zu  dem  Vertrage
vom  12.  Mai  1886  die  Grenze  zwischen  der  portugiesischen
  Enklave  am  rechten  Kongoufer  und  dem
französischen  Kongogebiet  in  der  Weise  näher  bestimmt,
  daß  diese  zwischen  dem  Louisa-Loango=  und
dem  Chiloangobecken  und  weiter  auf  der  Wasserscheide
zwischen  dem  Lufica=  und  dem  Lubindabecken  und
sodann  durch  die  Louisa-Loangoquelle,  etwa  10%
22  50  östl.  Lg.  und  4%  21'  11,57  füdl.  Br.  hindurchgeht,
  um  sodann  auf  der  Wasserscheide  des  Niari-Quillonbeckens
  im  Norden  und  des  Chiloango  im
Süden  bis  zum  Meridian  10°  307  östl.  Lg.  von  Paris
zu  laufen,  dann  auf  diesem  Meridian  bis  zum  Gipfel
der  Mayumbaberge  weiterzugehen  und  endlich  auf
dem  Kamm  dieser  Berge  bis  zum  Chiloango  zu
laufen,  der  hier  die  Grenze  bildet.

Ergebnisse  der  volks=  und  viebzählung  der  Insel
«  Madagaskar.

Nach  der  im  Dezember  1900  abgehaltenen
Volkszählung  giebt  es  auf  der  Insel  Madagaskar
2  242  443  Eingeborene,  404  Asiaten  und  84  Afrikaner.
  Die  europäische  Bevölkerung  beläuft  sich  auf
1941  Personen,  worunter  sich  1193  Franzosen,
374  Engländer,  33  Deutsche  und  3  Anmerikaner
befinden.

Die  Viehzählung  ergab  Folgendes:  974  928  Ochsen,
172  830  Kühe,  94  058  Schafe,  230  055  Schweine,
148  022  Stück  Federvieh,  440  Pferde  und  52  Maulthiere.
  (Entn,  den  „Nachr.  f.  Hand.  u.  Gew.“)

DPerlensischerei  in  venezuela.

Nach  einem  Berichte  des  Konsuls  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  in  Maracaibo  wird  seit  dem
Steigen  der  Preise  für  Perlen  die  Perlenfischerei
auf  der  Insel  Margarita  außergewöhnlich  stark  betrieben.
  Gegen  400  Segelboote  werden  von  den
Eingeborenen  für  die  Fischerei  bei  dieser  und  bei
den  benachbarten  kleinen  Inseln  Coche  und  Cubagua
benutzt.  Die  besten  Perlenlagerungen  befinden  sich
bei  El  Tirana,  nordöstlich  und  bei  Macanao,  nordwestlich
  von  Margarita.  Ungefähr  2000  Personen
finden  in  dieser  Industrie  ständige  Beschäftigung.
Die  Fischer  verwenden  Schaufeln,  welche  sie  über
die  Muschelbänke  schleisen;  sobald  dieselben  gefüllt
herausgezogen  sind,  werden  die  Muscheln  geöffnet
und  sorgfältig  geprüft.  Die  Perlen  sind  von  sehr
guter  Qualität,  haben  einen  schönen  Glanz  und
weiße  oder.  gelbliche  Färbung;  gelegentlich  findet
man  auch  eine  schwarze  Perle,  welche  werthlos  ist.
Eine  einzige  weiße  Perle  von  ansehnlicher  Größe
und  guter  Beschaffenheit  ist  kürzlich  in  Margarita
für  354  Pfd.  Sterl.  verkauft  worden.  Die  Muscheln
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        der  dortigen  Auster  haben  keinen  großen  Handelswerth,
  da  sie  zur  Verarbeitung  zu  Knöpsen  und
anderen  Artikeln,  wie  sie  aus  den  Orientalischen
Perlmuscheln  gefertigt  werden,  zu  dünn  sind.  Diese
Beschaffenheit  der  Muschel  soll  darauf  zurückzuführen

etwa  acht  Jahre  durchschninlich,  lebt.
todten  Austern  haben  sehr  wenig  Werth,  weil  sie
ihren  Glanz  verloren  haben.  Eine  Französische
Gesellschaft  hat  neuerdings  angefangen,  die  Fischerei
mit  Tauchern  und  Tauchervorrichtungen  zu  betreiben;
es  werden  von  diesem  Unternehmen  gute  Resultate
erwartet.  Die  Taucher  sollen  die  großen  Muscheln
aussuchen  und  die  kleineren  ungestört  liegen  lassen;
letztere  können  dann  noch  weiter  wachsen  und  so
einen  höheren  Werth  erreichen.
deren  Spitze  ein  hervorragender  Pariser  Juwelenhändler

  steht,  hat  die  Konzession  von  einem  Venezuelaner

  käuflich  erworben  und  zahlt  an  die  Regierung
  von  Venezuela  eine  Abgabe,  welche  10  péEt.
vom  Gewinn  des  Unternehmens  beträgt.  Der  Werth
der  um  Margarita  herum  gefundenen  Perlen  wird
auf  den  jährlichen  Betrag  von  180  000  Pfd.  Sterl.
geschätzt.  Die  meisten  dort  gefundenen  Perlen  gehen
auf  den  Pariser  Markt.  Wenn  die  von  der  Französischen
  Gesellschaft  eingeführte  neue  Methode  sich  bewährt,
  wird  die  Ausbeute  wahrscheinlich  zukünftig
an  Menge  und  Werth  zunehmen.
(Entnommen  d.  Nachr.  f.  Hand.  u.  Industr.)

Rommisson  zum  Studium  der  sanitären  verhältnisse
in  Westafrika.

Die  Afrikasektion  der  Liverpooler  Handelskammer
hat  auf  Anregung  des  Kolonialministers  kürzlich  beschlossen,
  eine  Kommission  zum  Studium  der  sanitären
Verhältnisse  und  deren  Besserung  nach  Westafrika
zu  entsenden.

Die  Expedition,  deren  Abreise  von  England  für
den  Oktober  d.  Is.  in  Aussicht  genommen  worden
ist,  soll  aus  drei  Kaufleuten,  einem  Ingenieur  und
einem  Arzt  bestehen.

Dieser  Beschluß  soll  der  Hamburger  und  anderen
auswärtigen  Handelskammern  mitgetheilt  werden,
um  so  dessen  Nachahmung  anzuregen.

Eine  englische  Schule  für  weibliche  Rolonisten.

Einer  Notiz  der  in  London  erscheinenden  Daily
Mail  vom  20.  August  d.  Is.  zufolge  hat  Lady
Warwick  in  Reading  es  unternommen,  eine  Schule
für  Engländerinnen  zu  gründen,  welche  als  Haushälterinnen
  und  dergleichen  in  die  Kolonien  zu  gehen
oder  sich  in  denselben  zu  verheirathen  beabsichtigen.

Gelehrt  soll  hauptsächlich  werden:  Haus=  und
Hofwirthschaft,  Kochen,  Waschen,  Schneidern,  Geflügelzucht.


In  erster  Linie  ist  die  Vorbereitung  für  Canada,

642

Die  Gesellschaft,  an

sein,  daß  die  Margarita-Perlauster  nur  kurze  Zeit,  1

Perlen  von

 

Australien  und  Neuseeland  in  Aussicht  genommen,
da  die  Kolonien,  in  welchen  die  Eingeborenen  die
Hausarbeit  verrichten,  weniger  geeignet  erscheinen.

Berschiedene  Wiltkheilungen.

Sntachten,  betreieend  die  Droduktion  von  Tapioka  in
den  deutschen  Rolonien.
Erstattet  von  R.  Sadebeck,  Direktor  des  bamburgischen
botanischen  Museums  und  Laboratoriums  für  Waarenkunde.

Die  Tapiokao  oder  Tapiokastärke  wird  aus  den
großen,  stärkereichen  Wurzeln  des  sogen.  „Bitteren
Maniok“,  Manihot  utilissima,  gewonnen  sowie  aus
den  Knollen  von  Aanihot  Aipi,  des  sogen.  „Süßen
Maniok“.,  Die  Wurzeln  des  letzteren  bleiben  aber
nur  verhältnißmäßig  llein,  und  die  aus  ihnen  gewonnene
  Tapioka  ist  nicht  rein  weiß,  sondern  mehr
oder  weniger  gelblich;  sie  besteht  auch  nicht  allem
aus  Stärkekörnern,  sondern  führt  noch  unversehrte
Zellen  des  Wurzelgewebes  mit  sich  und  gelangt  nur
selten  in  den  europäischen  Handel.  Es  giebt  auch
einige  süße  Varietäten  von  Manihot  utilissima,  jedoch
  nicht  außerhalb  des  Tropengürtels;  Manihot
Aipi  wird  dagegen  noch  in  Patagonien  und  in  Florida
  mit  Erfolg  kultivirt.  Aber  nirgends  erreich:
diese  Art  die  mächtige  Wurzelentwickelung  von  Manihet
utilissima;  die  nachfolgende  Erörterung  wird  sich
daher  nur  auf  die  letztere  Art  beziehen.

Die  Heimath  der  Manihot  utilissima  ist  das
tropische  Amerika;  die  Pflanze  wird  aber  jetzt  im
ganzen  Tropengebiet,  namentlich  in  den  tieferen  Lagen,
gebaut,  und  zwar  dort,  wo  man  große  Sorgfalt  auf
die  Kultur  und  Erntebereitung  gelegt  hat,  wie  z.  B.
in  Südasien,  mit  ganz  besonderem  Erfolge.

Ich  bin  auch  der  Ansicht,  daß  überall,  wo  Manihot
utilissima  gedeiht,  auch  eine  gute  Tapioka  gewonnen
  werden  könne,  ebenso  wie  ja  z.  B.  jede  normol
entwickelte  Kartoffelpflanze  eine  gute  Kartoffelstärke
zu  liefern  vermag.  Die  Eingeborenen  bauen  in  den
Tropen  die  Maniokstauden  jetzt  vielfach  um  ihre
Hütten,  und  die  Maniokwurzeln  spielen  bei  ihnen
etwa  eine  ebenso  wichtige  Rolle  als  Nahrungsmittcl.
wie  bei  uns  die  Kartoffel.

Für  einen  größeren  Plantagenbau  des  bitteren
Manioks  ist  aber  darauf  zu  achten,  daß  die  Maniokpflanze
  behufs  ihres  Gedeihens  einen  gewissen  Grad
von  Luftfeuchtigkeit  beansprucht.  In  trockeneren  Gegenden
  nimmt  der  Stärkereichthum  der  Wurzeln  ab.
in  ganz  trockenen  Ländern,  wie  z.  B.  an  der  Ostküste
Ostindiens,  werden  die  Wurzeln  mehr  oder  weniger
holzig,  also  fast  unbrauchbar.  Es  giebt  aber  in  der
Provinz  Cearä  eine  Varietät  des  bitteren  Maniok.
die  sogen.  Manipéba,  welche  einer  anhaltenden
Dürre  Widerstand  zu  leisten  vermag.  Die  Manipéba-Stärke
  soll  sich  in  keiner  Weise  von  der  des  bitteren
Maniok  unterscheiden;  auch  die  mächtige  Wurzelentwickelung
  des  letzteren  findet  sich  bei  der  Manipeba=
        <pb n="695" />
        staude  wieder.  Dr.  de  Macedo,  einer  der  gründlichsten
  Kenner  der  Agrikultur  Brasiliens,  hat  auf
diese  Varietät,  welche  in  Brasilien  vielfach  gebaut
wird,  wiederholt  aufmerksam  gemacht.

Die  Anzucht  und  Kultur  des  Maniok  erfolgt
auf  vegetativem  Wege,  durch  Stecklinge,  wie  ich  dies

in  meinem  Buche  „Kulturgewächse  der  deutschen-Kolonlen“,

  S.  76,  näher  erörtert  habe.  Es  ist  wohl
in  Anbetracht  des  sehr  krästigen  Wachsthums  der
Pflanze  als  selbstverständlich  anzusehen,  daß  man  bei
ausgedehnten  Kulturen  für  eine  ausreichende  Düngung
Sorge  tragen  muß.

Da  wir  aber  wissen,  daß  die  Stärke  nur  in  den

643

 

grünen  Blättern  unter  dem  Einfluß  des  Tageslichtes
gebildet  wird  und  von  dort  aus  erst  während  der

Nacht,  wo  die  Stärkeentwickelung  in  den  Blättern
Gruht,  in  die  Wurzeln  wandert  (wo  sie  definitiv  aufgespeichert

  wird),  so  ist  es  von  der  größten  Wichtig-Mehles
  verwendet.

keit,  die  Blattentwickelung  in  jeder  Beziehung  zu
begünstigen,  wie  dies  übrigens  bei  rationellen  Kulturen
stets  der  Fall  sein  wird.

Daher  ist  es  nicht  richtig,  von  den  lebenden
Maniokpflanzen  einer  Plantage  die  grünen,  für  die

weicht  werden  und  sich  alsdann  leichter  loslösen
lassen;  aber  dies  erreicht  man  besser  und  schneller,
wenn  man  die  reifen  Wurzeln  etwa  zwei  Tage  in
Wasser  legt.

Wenn  die  Wurzeln  den  höchsten  Gcehalt  an
Stärke  erreicht  haben,  d.  h.  reif  geworden  sind,  füllen
die  Stärkekörner  die  dünnwandigen  Zellen  der  Wurzeln
fast  vollständig  an  und  fehlen  nur  an  den  beiden
mehr  oder  weniger  holzigen  Enden,  welche  daher
von  dem  stärkehaltigen  Theile  der  Wurzel  abgetrennt
werden.

Das  Abnehmen  dieser  Enden  gehört  nebst  dem
Schälen  der  Wurzeln  zu  den  ersten  Manipulationen,
um  das  stärkehaltige  Nahrungsmittel  zu  erhalten.
Mitunter  dienen  den  Eingeborenen  alsdann  die  in
dünne  Scheiben  geschnittenen  und  gerösteten  oder  gebackenen
  Wurzeln  ganz  direkt  als  Nahrung.  Meistens
aber  werden  die  Wurzeln  für  die  Bereitung  eines
Sie  werden  zu  diesem  Zwecke,
nachdem  sie  gehörig  gewaschen  sind,  zerrieben  und

darauf  meist  noch  ausgesiebt,  um  die  Fasern  möglichst

Stärkebildung  thätigen  Blätter  in  solchem  Maße  zu

entfernen,  wie  es  leider  nicht  selten  geschieht.  Man
sollte  vielmehr  die  Blätter,  welche  grün  und  frisch
sind,  an  den  Pflanzen  belassen,  da  —  wie  oben  dargethan
  wurde  —  ein  jedes  solches  Blatt  eine  Fabrik
für  Stärlebildung  darstellt.

Dagegen  darf  man  die  Entwickelung  der  Blüthe
bis  zur  Bildung  der  Frucht  nicht  vollenden  lassen,

da  sonst  die  in  den  Blättern  gebildete  Stärke  zunächst
für  die  Entwickelung  der  Frucht  verwendet  werden

würde  und  also  nicht  in  ausgiebigem  Maße  den
Wurzeln  zugeführt  werden  kann.  Man  nimmt  daher
am  besten  die  Blüthenstände  ab,  wenn  die  Blüthen
im  Aufblühen  begriffen  sind.

Was  nun  die  günstigste  Zeit  für  die  Ernte  der

Wurzeln  anbetrifft,  so  leuchtet  es  nach  dem  oben
Gesagten  ein,  daß  dieselbe  nicht  erfolgen  darf,  so

lange  die  Blätter  noch  durchweg  frisch  und  grün  sind,

andererseits  aber  nicht  aufgeschoben  werden  kann,  bis

alle  Blätter  vertrocknet  sind.  Die  Wurzeln  müssen

geerntet  werden,  wenn  die  Stärkezufuhr  nachgelassen
hat,  also  kurz  vor  dem  Beginn  des  Welkwerdens  der

Blätter,  einem  Zeitpunkt,  der  jedem  aufmerksamen
Pflanzer  sehr  bald  bekannt  sein  wird.

Aus  dem  Obigen  geht  ebenfalls  hervor,  daß  der
Stärkegehalt  einer  Wurzel  nach  dem  Welken  bezw.

Abschneiden  der  Blätter  nicht  mehr  zunehmen  kann;

es  ist  daher  durch  Nichts  zu  rechtfertigen,  daß  die
Wurzeln  nach  der  Entfernung  des  Laubes  noch  längere
  Zeit  in  der  Erde  gelassen  werden,  in  China
z.  B.  sogar  noch  sechs  bis  acht  Monate,  und  man

muß  vor  der  Nachahmung  eines  solchen  Verfahreus

auf  das  Entschiedenste  warnen.

Allerdings  sollen  dadurch,  daß  die  Wurzeln  nach
der  Reife  noch  längere  Zeit  in  der  Erde  belassen
werden,  die  harten  und  zähen  Schalen  derselben  erzurückzuhalten.

  Die  hierdurch  erhaltene,  mehr  oder
weniger  feinkörnige  Masse  wird  dann  über  einem
gleichmäßigen,  nicht  zu  starken  Feuer  langsam  getrocknet,
  bis  sie  eine  rein  weiße  Farbe  erhalten  hat,
schließlich  wird  dieselbe  in  der  Regel  noch  fein  gepulvert.


Auf  diese  oder  ähnliche  Weise  erhalten  die  Eingeborenen
  ein  Mehl,  aus  welchem  sie  Backwaaren  2c.
bereiten.  Auch  zur  Herstellung  alkoholischer  Getränke
benutzen  die  Eingeborenen  die  Maniokstärke.

Aber  die  von  den  Eingeborenen  mit  mehr  oder
weniger  Sorgsalt  bereiteten  Maniokprodukte  gelangen
nicht  in  den  Handel;  einen  Handelsartikel  bildet
  nur  die  —  fast  fabrikmäßig  —  hergestellte
Tapioka,  welche  aus  reiner  Maniokstärke  besteht,
  deren  einzelne  Körner  zum  Theil  etwas
verkleistert  und  zusammengebacken  sind.  Die
Tapioka  gelangt  in  mehreren  Formen  in  den  Handel,
  nämlich  als  Flockentapioka  oder  Brockeltapioka,
  Perltapioka,  Graupentapioka  und
Tapiokamehl.

Ueber  die  Bereitung  der  Tapioka  findet  man
in  den  meisten  Lehrbüchern  über  botanische  Waarenkunde
  ausreichende  Darstellungen;  man  vergleiche  auch
in  „Semlers  tropischer  Agrikultur“  den  Abschnitt
über  Maniok.

In  der  neuesten  Zeit  ist  übrigens  die  Tapioka--ein
  fuhr  zurückgegangen,  während  die  Einfuhr  von
Sago  zunimmt.  Es  ist  schwer  zu  sagen,  worauf
dieser  Rückgang  beruht.  Derselbe  scheint  mir  aber
darauf  hinzuweisen,  daß  jetzt  kein  besonders  günstiger
Zeitpunkt  ist  für  die  Einrichtung  umfangreicher
Maniokplantagen  in  Kamerun,  Togo,  Guinca  2c.,
das  heißt  in  den  Kolonien,  welche  sonst  die  für  das
Gedeihen  des  bitteren  Maniok  erforderliche  Luftfeuchtigkeit
  besitzen.  Dagegen  könnte  man  Versuchskulturen
  mit  der  oben  besprochenen  Manipébastande,
einer  Varietät  des  bitteren  Manioks,  in  Ostafrika

5
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        wohl  empfehlen,  wo  ja  nicht  selten  eine  der  Regenzeiten

  ausbleibt  und  viele  Kulturpflanzen  infolge  der

dadurch  entstehenden  längeren  Trockenzeiten  geschädigt
werden.  Nach  dem,  was  wir  über  die  Biologie
  der  Manipébastaude  wissen,  sind  wir
zu  der  Hoffnung  berechtigt,  daß  dieselbe  in
Ostafrika  gut  gedeihen  werde,  und  daß  durch
dieselbe  das  an  Kulturgewächsen  relativ
arme  Ostafrika  um  eine  ertragreiche,  auch

644

bei  anhaltender  Trockenheit  nicht  versagende

Kulturpflanze  vermehrt  werden

könnte.

Samen  oder  Stecklinge  würden  sich  wohl  ohne

Schwierigkeit  aus  Brasilien  beschaffen  lassen.

Ueber  die  DPitafaser.

Einem  Berichte  des  Kaiserlichen  Konsuls  in
Popayän  entnehmen  wir  Folgendes:

Unter  dem  Namen  „Pita“  sind  im  tropischen
Westamerika  mehrere  Gespinnstfasern  bekannt  und
im  Gebrauche,  über  deren  Herkunft,  Zugehörigkeit
und  Werth  viel  Unsicheres  verbreitet  ist.

Der  Pitafaser  ist  bisher  wenig  Beachtung  geschenkt
  worden.  Oft  sind  Faserstoffe  mit  diesem
Namen  bezeichnet  worden,  die  nichts  mit  der  Pita
gemein  haben  und  den  Werth  der  echten  Pita  fraglich
  machten,  z.  B.  die  groben  Fasern  der  Fourcroya
  gigantea.  Die  echte  Pitasaser  entstammt,
soweit  die  Westküste  von  Südamerika  zwischen  Nordsind

  dünn,  sehr  fest,  weich  wie  Flachs,  von  grünlichweißer
  Farbe  und  seidenartig  glänzend.  Die  Blüthen,
von  hellrothen,  stachelig  berandeten,  hornartigen
Brakteen  umgeben,  sind  hellviolelt-roth  und  flehen
an  einer  kurzen  fleischigen  Spindel,  dicht  zusammengedrängt
  in  einem  plump-keiförmigen  Blüthenstand,
der  sich  im  Centrum  der  Pflanze  nur  wenige  Centi-=meter
  über  den  Boden  erhebt.

An  der  Westküste  von  Südamerika  wird  die
Pitafaserpflanze  von  Guatemala  durch  ganz  Centralamerika,
  Columbien  und  Ecuador  bis  Nordperu.
und  vom  Meeresstrande  bis  1000  m  Bodenerhebung

ziemlich  allgemein,  aber  meist  nur  sporadisch  wachsend

angetroffen.  Am  häufigsten  kann  dieselbe  auf  dem

JIsthmus  von  Panama  und  am  Fuße  der  Westandes

von  Ecuador  (im  Littoral-Gebiete  des  Guayss
beobachtet  werden.  Im  Binnenlande  kommt  sie

sporadisch  in  den  Thälern  des  Cauca  und  Mogdehat.



peru  und  Centralamerika  in  Betracht  kommt,  einer

Bromeliaceenart,  welche  unter  dem  Namen  Karatas
pluwieri,  E.  Morr.  (Bromelia  Karatas  I.  Bromelia
pita  und  Karutas  pita)  bekannt  ist.  Ob  auch  die
von  den  Jibaros-Indianern  im  Gebiete  von  Gualaquiza,
  Nangariza  und  Zamora  an  den  Ostausläufen
des  Ostrandes  von  Ecuador  als  Pita  bezeichnete
und  für  die  gleichen  Zwecke  Verwendung  findende
Faser  dieser  Art  entstammt,  ist  froglich.  Sicher

lena,  häufiger  dagegen  am  Fuße  der  Ostandes  von
Bogotä  bei  Villavicencio  und  bei  Gualaquiza  und
Zamora,  an  den  Ostandes  von  Cuenca  und  Soja
vor,  vorausgesetzt,  daß  man  es  in  der  letztgen  annten
Gegend  botanisch  mit  der  nämlichen  Art  zu  thun
Bei  dieser  großen  Verbreitung  begegnet  man
der  Art  doch  nirgends  in  ausgedehnten  Beständen:
überall,  selbst  wenn  man  sie  in  den  üppigsten  und
entlegensten  Tropenwäldern  antrifft,  wo  von  einer
Zuthat  oder  Kultur  durch  Menschenhand  ganz  und
gar  nicht  die  Rede  sein  kann,  ist  das  Auftreten  vereinzelt,
  und  die  kleinen  Bestände  machen  den  Eindruck,
  als  seien  sie  die  Ueberbleibsel  oder  Denkmäler
längst  verschwundener  Ansiedelungen  der  Ureinwohner.
  Zu  ihrem  vollkommenen  Gedeihen  gebrauch:
die  Pita-Bromelia  ein  warmes  Klima,  viel  und

konstante  Feuchtigkeit  und  Schatten.

dürfte  jedoch  sein,  daß  dieselbe  einer  Karatasart  entstammt
  und  in  Bezug  auf  OQualität  eher  über  als

unter  der  Faser  der  Westküste  steht.
Karatas  Plumieri  ist  eine  zu  den  Ananasgewächsen

  gehörende,  ausdauernde  Pflanze,  welche

auf  einem  kurzen,  dicken,  meist  nur  wenige  Centimeter

  über  dem  Boden  emporragenden  Wurzelstock

große,  dichte  Blattrosetten  bildet.  Nach  dem  Blühen
treibt  der  Wurzelstock  stets  eine  Anzahl  kräftiger
Seitenknospen,  die  sich  schnell  zu  vollkommenen
Pflanzen  entwickeln,  so  daß  die  Art  immer  in
großen  Massen  auftritt.  Die  Blätter,  von  linealriemenförmiger
  Gestalt,  sind  dünn,  ledern,  dunkelstahlgrün,

  6  bis  10  em  breit  und  1,8  bis  2,3  m

lang,  an  den  Rändern  ungleich  weit  mit  scharfen,
krallenartigen,  am  Untertheile  vereinzelt  und  nach  abwärts
  gerichteten,  nach  der  Spitze  zu  dichter  stehenden
und  nach  oben  gerichteten,  schwarzbraunen  Dornen
bekleidet  und  der  Länge  nach  von  dicht  nebeneinander
  liegenden  Fasern  durchzogen.  Die  Letzteren

Die  Gewinnung  der  Faser  geschieht  bis  in  die
Gegenwart  in  äußerst  primitiver  Weise.  Man
schneidet  die  ausgereisften  Blätter  dicht  über  dem
Boden  ab,  entsernt  die  Randstacheln  und  schabt
dann  das  Blatt  auf  einem  schräg  gestellten  Brei
mit  einem  papiermesserartigen  Holzspahne  auf
beiden  Seiten  so  lange,  bis  die  Fasern  von
allen  Fleischtheilen  frei  sind.  Je  nachdem  dieselbe
verwendet  werden  soll,  wird  die  so  gewonnene  Faser
entweder  erst  gewaschen  und  in  der  Sonne  getrocknet
oder  gleich  nach  dem  Schaben  aufgehängt.

Hauptverwendung  findet  die  Pitafaser  heute,
soweit  die  eivilisirte  Bevölkerung  Ecuadors  und
Columbiens  in  Betracht  kommt,  als  Schuhmacherund
  Sattler-Nähgarn  und  zur  Anfertigung  von
Fischernetzen,  wozu  sie  sich  vorzüglich  eignct.  Zu
Geweben  wird  dieselbe  in  neuerer  Zeit  wohl  nur
noch  von  den  wilden  Jibaros-Indianern  im  Osten
Ernadors  verarbeitet,  und  zwar  sertigen  diese
ihre  Hüften=  und  Lendentücher  daraus.  Die  Tücher
sind  äußerst  haltbar  und  weich  und  können  sich
hinsichtlich  gleichmäßigen  Gewebes  vielen  maschinellen
Geweben  getrost  zur  Seite  stellen,  obgleich  das
Garn  mit  der  gewöhnlichen  Puchicanga-Spinnspülle
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        hergestellt  und  auf  primitivsten  Webestühlen  eingewebt
  wird.

Vor  einiger  Zeit  sind  kleine  Quantitäten  dieser

Faser  nach  England  und  Frankreich  gesandt,  und
Versuche  damit  in  verschiedenster  Weise  gemacht
worden.  Man  sagt,  daß  das  daraus  hergestellte
Garn,  hinsichtlich  Feinheit,  Festigkeit  und  Glanz,
Leinengarn  in  den  Schatten  stellt  und  daß  dasselbe
bei  Verarbeitung  mit  Wolle  und  Baumwolle  als
Substitut  für  Seide  dienen  kann.  Die  starke  Nachfrage
  für  die  Faser  soll  eine  Gruppe  von  Kapitalisten
  in  Paris  bewogen  haben,  eine  Gesellschaft
zu  gründen,  welche  sich  die  Gewinnung  dieser  Faser

auf  dem  Isthmus  von  Panama  zur  Aufs#gabe  stellen

will.  Den  ersten  Schritt  in  der  Richtung  haben  die
Leute  mit  der  Absendung  eines  Vertrauensmannes,
der  die  Verhältnisse  auf  dem  Isthmus  stiudiren  soll,
bereits  gethan.

—

Frachtermäßigung.

Die  Firma  Elder,  Dempster  &amp;amp;  Comp.  in  Liverpool
  und  Hamburg  macht  bekannt,  daß  sie  die  Fracht

auf  Kopra  vom  1.  April  d.  Is.  von  45  Schilling
und  10  pCt.  auf  25  Schilling  und  10  pCt.  für  die
Tonne  nach  Hamburg  und  Liverpool  herabgesetzt  hat.

Der  Elfenbeinmarkt  in  Antwerpen.

Die  dritte  vierteljährliche  Elfenbein  =  Auktion  fand
in  Antwerpen  am  30.  und  31.  Juli  statt.
Das  Angebot  war  hierbei,  wie  folgt:

Kongo,  hart  57  576  kg,

-  weich  1  273
Angola  492
Gabun  2  615
Kaomerun  3  337
Ambriz  4  121
Aegypten,  weich  1  1533
Senegal  965
Benguela  .  593
Sansibar,  weich  75—
Mozambique  r

 

Im  Ganzen  72  2070  kg.
In  demselben  Zeitraum  der  vorhergehenden  Jahre
waren  folgende  Mengen  auf  dem  Markte:

1900  77  699  ½
1899.  72  908

1898.  63  065.
1897  43  083.

645

1  1896  62  000  kg.

1895  55  409.
1894.  71733.

#  1893  35  559

Das  weiße  Elfenbein  erzielte  für  gute  Waare
Preise  zwischen  24  und  27,75  Francs.  Die  Preise
für  mehr  oder  minder  fehlerhafte  Waare  waren
durchschnittlich  um  etwa  2  Francs  geringer.  Farbiges
Elfenbein  (Angola,  Gabun  und  Kamerun)  behauptete
die  im  Mai  gezahlten  Preise.

Für  sogenannte  oversizes  waren  die  Preise  fest
und  in  gewissen  Fällen  um  1  Franc  höher  als  die
vorigen.

Escrivellen  standen  um  0,50  Franc  höher;
Elfenbein  für  Bälle  wurde  äußerst  stark  verlangt.
Dafür  wurden  1  bis  3  Francs  mehr  als  bei  der
letzten  Auktion  gezahlt.

Der  Bestand  belief  sich  auf  etwa  127  000  kg
gegen  95  000,  102  000,  79  211,  70  000,  57  000
und  144  000  kg  in  den  vorhergehenden  Jahren.

Die  nächste  Auktion  findet  am  29.  Oktober  d.  Js.
statt.  (Entn.  den  „Nachr.  f.  Hand.  u.  Gew.“)

 

Berichtigung.

Im  Kolonialblatt  Nr.  14,  Seite  513,  Zeile  9
von  unten,  muß  es  anstatt  „1901“  heißen  „1910“,
so  daß  der  Satz  nunmehr  heißt:  „Mit  dem  Ablauf
des  Geschäftsjahres  1910  erlischt  das  Vorzugsrecht
der  Vorzugs-Antheile.“

——  —

Titterakur.

In  dem  soeben  erschienenen  Augustheft  des
„Deutschen  Handels-Archivs“  (Zeitschrift  für
Handel  und  Gewerbe,  herausgegeben  im  Reichsamt
des  Innern,  Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in
Berlin)  erheischen  die  nachfolgenden  Aufsätze  und
Berichte  vom  kolonialen  bezw.  vom  Standpunkt  des
auswärtigen  Handels  besonderes  Interesse:
Porto  Rico:  Vorschriften  für  ausländische
Handelsgesellschaften.
Dominikanische  Republik:
i  Ausfuhrzölle.
Gahbun  (franz.  Kongo):  Handelsbericht  für  1900.
Mogador:  -
Mosselbay:  -  -
WMocanmbique:  Verkehr  deutscher  Sciffe  im
s  Jahre  1900.
Neu-Seeland:  Handelsberich  für  1900.

 

Aufhebung  der

 

Derkehrs  -achrichten.

In  Karibib  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  eine  Reichstelegraphenanstalt  eröffnet  worden.

Die  unter  englischem  Proteltorat  stehenden  Gebiete  von  Ostafrika  und  Uganda  sind  der  internationalen

  Telegraphen-Konvention  beigetreten.
        <pb n="698" />
        646

——  nach  den  d  Schutzgebieten.

7——GmGtB
—  —

 

 

 

Die  Absahrt  erfolgt  —  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  13.,  27.  September  Tanga  17—20  Tage
(beutsche  Schiffe)  99  oms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.m  6.,  10.,  13.,  24.,
(Beindst,  4%%  am  15.,  29.  September  Tanga  18  Tage  27.  September
1.  englische  Schiffe)  10  abds.  ar-es-Sal#m  19  Tage,  10#  abds.
deutsch-Osafrita  Brindisie  am  8.  September  Sansibar  20  Tage
(englische  fe  100  abds.
Morseil  am  10.  jedes  Wts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
—  —  —  Cranzösische  Schfe,  40  nmns.  10  abds.
Lambur  650  am  10.  jedes  Mis.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  7##°  abds.
(deutsche  Schiffe
Seuchamon.  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  a#m  11.  ied.  Mts.  9#  abds.
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  f  am  25.  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
(deutsche  Schiffe)
2.  Cogo.  Laoserdam  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27.jed.  Mts.  9a#abds.
(deutsche  Schiffe
gKebe  rrbal  ne  Notterdam  am  5.  jedes  Monats  Lome  34  Tage  am  3.  jed.  Mts.  9  abds.
nur  auf  Verlangen  des  lbrpoe  am  12.  September  Klein-Popo  33  Tageam  10.  September
Absenders.)  (englische  Schiffe)  10  ums.
Marseille  am  5.  jedes  MonatsF  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monats
(franzöfische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverbindung  10½  abds.
Bordeau  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  18.  jedes  Monat#s
Cranzöfische#  chiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverbindung  107  abds.
Hemburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  7½  abds.
oSuthampton  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.  jed.  Mts.  Oꝝ  abds.
deulsche  Schiffe)
Lamburg  am  25.  jedes  Monatss  Duala  36  Tage  am  24.  ied.  Mts.  7#  abds.
3.  Ramerun.  (deutsche  Schiffe  „  .
Rotterdam  am  29.  jedes  Monats  Duala  32  Tage  am  27.  jed.  Mts.  9  abs.
(deutsche  Schiffe)
Liverpool  am  25.  September  Duala  19  Tage  am  23.  September
(englische  Schiffe)  10  ums.
Hamburg  am  8.  Oktober  Duala  44  Tage  am  7.  Oktober
(deutsche  Schiffe)  I  720  abends

4.  Deutsch  ·  Sdweßtafrita.

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Bethanien  und  Warmbad
wöchentlich  bis  Kapstadt.

von  dort  weiter  alle  14  Tage

auf  dem  Landwege.)

Marshall-  Auseln.

—  ——  —  ——  —  —

5.

K.  Deutsch-Ueu-Gninea.

—

Rarolinen.

Marianen.

.

9.  Riautschon.

10.  Lamoa.

(engl.  Schifse  bis  Kapstadt,
  dann  Woermann-Dampfer)


Hambur
(deutsche  Schifsfe)

Neapel
(heuffe.  Schiffe)

Neapel
(deutsche  Schisse)
über  Singapore

 

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)

Neapel

Neapel
(deutsche  Schisse)
Brindisi
(englische  bezw.
französische  Schiffe)  6
Queenstowmn
(über  New.  Pork—

 

San  Frarcisco)

40  ums.

Southampton  sam  21.  September

am  22.  jedes  Monats

nachts

am  2.  Okt.  9o

über  Honglong  !*m  I
am  2.  Okt.  90  abds.
chealihh  Schifse)  1

Briessendungen  werden  auf  Vokohama  geuie.  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich
na

anm  4.,  18.  September)  Tingtau  34  Tage

90  abends

am  2.  Okt.  90  abds.

anm  4.  Sept.  abends

abds.

jeden  Sonntag

100  abends

am  22.  September

 

 

Luderitbucht  20  Tage
Swakopmund  23  Tage

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  20.  September
10  ums.

am  22.  jedes  Monats
7  abds.

 

Jaluit  57  Tage

Berlinhafen  38  Tage
Friedr.  Wilhelmshafen  39  Tg.
Herbertshöhe  44  Tage

Friedr.  Wilhelmshafen  45  Tg.
Stephansort  45  Tage

Herbertshöhe  41  Tage.
Ponape  50  Tage

4

am  30.  September
lors  abds.

am  2.  September
102  abds.

am  30.  September
10  %  abds.

—  —  —  —  —  —  —  —  —

am  30.  September
102  abds.

 

 

Dap  39  Tage

Saipan.

Tsingtau  37  Tage

Apia  25  Tage

 

am  2.,  16.  September

10s  abends
jeden  Freitag
102  abends.

—  —  —  —  —  —

am  20.  September
10  ums.
        <pb n="699" />
        —

647

Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  W——

 

 

 

 

 

 

 

 

I
M  Lcthtäktetltths  Die  Koa  faris  Von  a  Die  #  *  fun
—
———  —urup  ,
Morseille  .  am  16  Sept.  —i  Deutich  neu.Guinen.  #rom-.  .Mitte  September
sdwestafrita  Marsall.  Inseln  Brindisi  5  13.  Oktober

Miechl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  21.  Septembern  Neapel.  am  6.7,  20.v  Sept.
adl  Sbeil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  14  28.  Sept.  KRiantschn  eln  ..  am  2.,  16.,  30.  Sept.

"1  i  Marfetlle..am11.,25.Scpt.
—  eren  eenerimete  Schetkt
Plymouth..  am  4.  Sept.,  2.Okt.  Lamaa  Queenstovn  am  16.  September.

*  Flligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

S#isbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburs  und  West.  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

1
-  Reis  e  Letzte  Nachrichten
o

*  swampfer  von  nach  bis  28.  August  1901
Molph  Woermann“  .  Hamburg  "%  Kamerun  am  18.  August  in  Madeira.
olllexandra  Woermann“  amerun  Hamburg  am  26.  August  in  Hamburg.
Alme  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  23.  August  in  Lagos.
JAnna  Woermann“  Kotonou  »  Hamburg  am  23.  August  in  Las  Palmas.
Carl  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  27.  August  in  Kotonou.
ẽ  duard  Bohlen“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  20.  August  in  Accra.
eElla  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  27.  August  in  Conakry.
ent  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  17.  August  in  Swakopmund.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Sherbro  am  26.  August  in  Las  Palmas.
eHans  Woermann“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  27.  August  in  Lagos.
„Hedwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  17.  August  in  Conakry.

ene  Woermann“.  Hamburg  1  Lüderitzbucht  am  26.  August  Ouessant  passirt.
a  Woermann“  Hamburg  "„  Benguela.  am  17.  August  in  Accera.

ette  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  21.  August  ab  Gabun.

fict  Woermann“  Benguela  Hamburg  am  28.  August  in  Hamburg.
ohhor  Bohlen“.  Hamburg  T  Whydah  am  21.  August  in  Conakry.
ukulu  Bohlen“  Hamburg  Benguela.  am  21.  August  Dover  passirt.
.Marie  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  20.  August  in  Accra.
„Relita  Bohlen“.  Swakopmund  «-  Hamburg  am  25.  August  in  Las  Palmas.
Ctto  Woermann“  Kamerun  «  Hamburg  am  24.  August  in  Bolama.
„Paul  Woermann“  Loango  Hamburg  am  24.  August  in  Accra.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Mossamedes  am  22.  August  in  Mossamedes.
„Wekla  Bohlen“.  Hamburg  Loango  am  26.  August  in  Rotterdam.

—t!

Sciffsdewegungen  1  der  Dentschen  Ostafrita  Linie  (Oamburg  Oftafrita

 

 

;  Reise  Lepte  Nachrichten
Reichspostdampfer  von  nach  bis  29.  August  1801.

„Kronprinz“  Durban  "  Hamburg  am  26.  August  von  Durban  abgegangen
König“.  Durban  Hamburg  am  24.  August  von  Aden  abgegangen
„berzog“  Hamburg  I  Durban  am  26.  August  in  Aden  eingetroffen
„Kaiser“  ..  Hamburg  «  Delagoabai  am  28.  August  in  Las  Palmas  eingetr.
„Admiral“  Delagoabai  1  Hamburg  am  11.  August  von  Kapstadt  abgegangen
„General“  Durban  #  Hamburg  am  19.  August  von  Rotterdam  abgegangen
„Reichstag“  ..  Beira  Hamburg  am  29.  August  von  Lissabon  abgegangen
„bundesratht=  .  Beira  Hamburg  am  27.  August  von  Sansibar  abgegangen
„Gouverneur".  Hamburg  Beira  am  29.  August  von  Sansibar  abgegangen
räsident“.  —  l  —  am  28.  August  in  Neapel  eingetroffen
„Sultan“.  –  —  am  19.  August  von  Bombay  abgegangen
Zasari“.  —  I  —  am  27.  Auuft  von  Sansibar  abgegangen
„Peters“  —  —  am  24.  August  in  Mozambique  eingetr.
        <pb n="700" />
        648

Fahrplan  der  Reichspostdampfer-Linien  1#

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anstralische  Linie.  Ausreise.
Reise  #r  Vremerhaven  Antwerpen  Southampton  Genua  Neapel  von  Vest  Neopel
ab  ab  r  ab  ab  an  Berlin  Neapel  ab
Mittwoch  Sonntag  Montag  6  Dienstag  Mittwoch  Montag  Mittwoch  Mittwoc
«  -  12’Mitiogs  10°  Borm.  Abend  Abend  #  #  end.
200  17.  Juli  21.  Juli  22.  Juli  30.  Juli  31.  Juli  29.  Juli  31.  Juli  31.  Juli
201  14.  August  18.  August  19.  August  27.  August  28.  August  26.  August  28.  August  28.  Augu
202  11.  Septbr.  15.  Sept.  16.  Septbr.  24.  Septbr.  25.  Septbr.  23.  Septbr.  25.  Septbr.  25.  Septt
Donnerstag'  Monta  Dienstag  Mittwoch  Donnerstag  Diens  Donnerstag  Donnerst,
203  3.  Oktober  7,.  Oktober  8.  Oktober  16.  Oktober  17.  Oktober  15.  Oktober  17.  Oktober.  Oktob
204  24.  Oktober  2.  Oktober  6  29.  Oktober  1  6.  Novbr.  7.  Nopbr.  5.  Noobr.  7.  Nopbr.  7.  Noprb
205  14.  Norbr.  18.  Novbr.  19.  Novbr.  27.  Novbr.  28.  Novbr.26.  Novbr.  28.  Novbr.2.  Nopbr
S  i
2066.Dezbr.  9.  Dezbr.  10.  Dezbr.  18.  Dezbr.  19.  Dezbr.  17.  Dezbr.  19.  Dezbr.  J19.  Dezbt.
1902  1902  1902  1902  1902
207  26.  Dezbr.  30.  Dezbr.  31.  Dezbr.  1  8.  Januar  #  9.  Januurn!.  Januar  9.  Januar9.  Janua
Australische  Linie.  Heimreise.

ReiseAr  l  Sydney  Melbourne  Adelaide  Fremantle  Colombo  Aden  Suez  Port  Said
.  ab  1  an  ab  ab  ab  ab  an  l  an
Sonnabend  2.  us  Sonnabend  #  Donnerstag  6  Dienstag  6  Mittwoch  Montag  Dienstag

198  27.  Juli  29.  Juli  3.  August  8.  August  20.  August  28.  August  2.  Septbr.  3.  Septbr
199  24.  August  26.  August  31.  August  5.  Sextbr.  17.  Sesittr.  25.  Sestbr.  30.  Septbr.  1.  Sltober
Montag  Montag  Sonnabend  Sonnabend
200  21.  Septbr.  23.  Septbr.  28.  Septbr.  3.  Oktober  14.  Oktober  21.  Oktober  26.  Oktober  26.  Oktober
201  19.  Oktober  21.  Oktober  26.  Oktober  31.  Oktober  11.  Norbr.  18.  Novbr.  23.  Novbr.  23.  Noobr.
1  1  "#  1  l
Æ3I16.Novbr.’18.Novbr.23.Novbr.  28.  Novbr.  9.  Dezbr.  8  Dezbr.  21.  Dezbr.  2
;  ienstag  Sonnta  Sonntag
#  Sonntag  Dienstag  Sonntag  Freitag  Diienstag  1902  g  1902  9  1902
203  8.  Dezbr.  10.  Dezbr.  15.  Dezbr.  3  20.  Dezbr.  31.  Dehbr.  7.  Januar  12.  Januar  12.  Januar
1  1  1902  1902  1902
204  29.  D.  31.  3.  5.  Januar  10.  Januar  21.  Januar  28.  Januar  2.  Febmar!  2.  Februar
205  19.  Januar  21.  Januar  26.  Januar  31.  Januar  11.  Februar  18.  Februar  23.  Februar  23.  Februnr
206  9.  Februar]  11.  Februar  16.  Februar  21.  Februaor  4.  Närz  11.  März  156.  März  16.  Narz
207  2.  März  4.  März  9.  März  14.  März  (25.  März  1.  April  6.  April  6.  April
Ottasiatische  Hauptlinie.  Ansreife.
*  dnnn  Hamburg  Notterdam  *  suth=  Genua  Neapel  pat  l  Psfk  Neapel  Port  San
—  ab  ob  an  ab  ab.  ab  an  —  Nechel  ab  an
Dienstag  Mittwoch  *x  Sonntag)  Montag  Dienstag  Mittwoch  Montag  Mittwoch]  Mittwoch  Sonn
l  120  Mittogs)  100  Vorm.  Abend  Ubend  #  Abende  #

221  —  24.  Juli  —  .28.  Juli  29.  Juli.  6.  Aug.  7.  Aug.5.  Aug.  7.  Aug.7.  Aug.  11.  Aug.

222  6.  Aug.—  7.  Aug.  11.  Aug.  12.  Aug.  20.  Aug.  21.  Aug.  19.  Aug.  1  21.  Aug.21.  Aug.  25.  Aug.

223  —  21.  Aug  —  2ß5.  Aug.  26.  Aug.  3.  Sept.  4.  Sept..  Sept.  4.  Sept,t.  Sept.  8.  Sent

224  3.  Sept.,  —  4.  Sept.  8.  Sept.  9.  Sept.  17.  Sept  18.  Sept.6.  Sept.  18.  Sept.Sept.  22.  Stl

225  —  18.  Sept.  —  22.  Sept.  23.  Sept.  1.  Oti.  2.  Oti.  30.  Sept.  2.  Oti.  2.  Oti.  6.  Ol-.

226  1.Okt.  —  2.  Okt.  6.  Okt.  7.  Okt.  15.  Okt.  16.  Okt.  Okt.  16.  Okt..  Okt.  20.h,

227  —  106.  Okt.  —  20.  Okt.  21.  Okt.  29.  Okt.  30.  Okt.2.  Okt.  30.  Okt..  Ott.  3.  Nor

228  29.  Ot.  —  30.  Ott.  3.Nonv.  4.  Nov.  12.  Nov.  13.Nov.1.  Nov.  13.  Nor.13.  Nov.  17.  Kor.

229  —  13.  Rov.  —  J7.  Nov.  18.  Nov.  26.  Nov.  27.  Nov.  26.  Nov.  27.  Nov.  27.  Nov.  I1.  Dei

.-  ·  l

230  26.  Nov.  27.  Nov.]  1.  Dez.  2.Dez.  10.  Dez.  11.  Dez.H.  Dez.  11.  Dez.11.  Dez.  15  Do-6

  1
231  —-  11.  Dez.  —  15.  Dez.  16.  Dez.  24.  Dez.  25.  Dez.  23.  Dez.  26.  Dez.  25.  Dez.  29.  Dei
I  «  s  1902  1902  1902  1902  1802  1600
232  24.  Dez.  —  26.  Dez.  1  29.  Dez.  30.  Dez.  7.  Jan.  8.  Zan.]  6.  Jan.  8.  Jan.]  8.  Jan.  12.  Jan.
        <pb n="701" />
        649

Norddeutschen  Lloyd,  Bremen,  für  das  Jahr  1901/2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Australische  Linie.  Ausreise
Port  Said  Suez  Aden  Colombo  Fremantle  Mdelaide  1  Melbourne  Snpdney  Reise  Ar
an  an  an  an  an  an  l  an  an
Sonntag  Montag  Sonnab.  Sonnab.  Donnerst.  Dienstag  Freitag  Montag
4.  August  5.  August  10.  August  17.  August  29.  August  3.  Septbr.  6.  Septbr.  9.  Septbr.  200
1.  Sept.  2.  Sept.  7.  Sept.  14.  Sept.  1  26.  Sept.  1.  Oktober  4.  Oktober  7.  Oktober  201
29.  Sept.  30.  Sept.  5.  Oktbr.  12.  Oktbr.  24.  Oktbr.  29.  Oktober  1.  Novbr.  4.  Novbr.  I  202
Montag  Dienstag  Sonntag  Sonntag  Freitag  Mittwoch  Sonnabend  Dienstag
21.  Oktbr.  22.  Oktbr.  27.  Oktbr.  3.  Novbr.  15.  Novbr.  20.  Nopbr.  23.  Novbr.  26.  Nopbr.  203
11.  Novbr.  12.  Norbr.  17.  Novbr.  24.  Nopbr.  6.  Dezbr.  11.  Dezbr.  14.  Debbr.  17.  Iget.  204
I  »  1902  1  I
2.  Dezbr.  3.  Dezbr.  8.  Dezbr.  15.  Dezbr.  27.  Dezbr.  1.  Januar  1  4.  Januar  1  7.  Jannar  205
1902  1902  '  »  .-23.
  Dezbr.  24.  Igbr.  29.  Dezbr  5.  Jan.  17.  Jan.  22.  Januar  25.  Januar  .  28.  Januar  206
19002  1  1902  #  l
13.Jan.914·Jan.  19.  Jan.  26.  Jan.  "  7.  Febr.  12.  Februar  15.  Februar  18.  Februar  207
Austratisch=  Linie.  Heimreise.
Neapel  #  l  Post  Neapel  Genua  Southampton  Antwerpen  remer-  Nelle  ur
an  Neapel  Berlin  ab  6  an  ·  an  an  an  l
Sonnabend  s  Sonnabend  Montag  Sonnabend  Sonntag  Dienstag  Mittwoch  ·  Freitag
7.  Septbr..  Septbr.  9.  Septbr.]  7.  Septbr.  8.  Septbr.  17.  Septbr.  #  18.  Septbr.  20.  Septbr.  198
5.  OktobereuH.  Oktober  7.  Oktoberb.  Oktober  6.  Oktober  15.  Oktober  16.  Oktober  18#  Oktober  190
Mittwoch  Donnerstag  Sonnabend  s  Donnerstag  Freitag  Sonnabend!  Sonntag  Mittwoch
:3:0.  Oktober,1.  Oktober  2.  Novbr.31.  Oktober  1.  Nopbr.  9.  Nopbr.  10.  Norbr.13.  Novbr.  200
27.  Novbr.W.  Nopbr.  30.  Norbr.  .  Novbr.  29.  Nopbr.  7.  Dezbr.  8.  Dezbr.11  für-.  201
1902  1902  1
25.  Dezbr.  26.  Dezbr.  28.  Dezbr.  26.  Deöbr.  27.  Dezbr.  4.  Januar  5.  Januar  B.  Januar  "  202
Donnerstag  Freitag  Sonntag  Freitag  Sonnabend
1902  1902  1902  1902  .  1902  Sonntag  Montag  Donnerstag
16.  Januar  17.  Jannar  19.  Jannaunr7.  Jannar  18.  Januar  26.  Jannar  27.  Januar  30.  Januar  203
6.  Februar!  ?7.  Febrnar  9.  Februar  Februar  8.  Februar  16.  Februar  17.  Februar  20.  Februar  204
27.  Febrnar  28.  Februar  2.  März  28.  Febrnar  1.  März  9.  März  10.  März  13.  Mäürz  205
20.  März  21.  März  23.  März  21.  März  22.  März  30.  März  31.  März  3.  April  206
10.  April  11.  April  13.  April  11.  April  12.  April  20.  April  21.  April  24.  April!  207
Ostasietische  Hauptlinie.  Ausreise.
Sue  .  Aden  Colombo  Penang  Singapore  vonglong  Shanghai  Nagasaki  Hiogo  Yokohama  s
an  an  an  an  an  an  ab  an  an  an
Montag  Freitag  1  Freitag  Dienotag  Donnerst.  Dienstag!  Sonnab.  #  Montag  Dienstag  Donnerst.]  Sonnab.
3  Aug.  16.  Aug.  23.  Aug.  27.  Aug.  20.  Aug.  3.  Sept.  v.  Sept.  9.  Sept.  10.  Sept.  12.  Sept.  14.  Sept.  221
6.  Aug.  30.  Aug.  6.  Sept.  10.  Sept.  12.  Sept..  Sept.  21.  Sept.  23.  Sept.  24.  Sept.  26.  Sept.  28.  Sept.  222
5  Sept.  13.  Sept.  20.  Sept.  21.  Sept.  26.  Sept.  1.  Okt.  5.  Okt.  7.  Okt.  8.  Okt.  10.  Okt.  12.  Okt.  222
23.  Sept.  27.  Sept.  4.  Okt.  8.  Okt.  10.  Okt.15.  Okt.  19.  Okt.  21.  Okt.  122.  Okt.  24.  Okt.  26.  Okt.  224
7.  Okt.  11.  Okt.  18.  Okt.  22.  Ott.24.  Okt.20.  Okt.  2.  Nov.  4.  Nov.  5.Nov.  7.  Nov.  .  Nov.  225
21.  Okt.  25.Okt.  1.  Nov.  5.Nov.  7.  Nov.12.  Nov.  16.  Nov.  18.  Nov.  19.  Nov.  21.  Nov.23.  Nov.  226
4.  Nov.  8.  Nov.  15.  Nov.  19.  Nov.  21.  Nov.  26.  Nov.  30.  Nov.  2.  Dez.  3.  Dez.  5.  Dez.  7.  Dez.  227
8.  Nov.  22.  Nov.  29.  Nov.  3.  Dez.  5.  Dez.  10.  Dez.  14.  Dez.  16.  Dez.  17.  Dez.  19.  Dez.  21.  Dez.  228
2.  Dez.  6.  Dez.  13.  Dez.  17.  Dez.  19.  Dez.  24.  Dez.  2.  Oer  #  30.  Dez.  31.  Dez.  40½  48  2
T  1902  1902  1902  1902  902  2.  Jan.  uJaun.  22
6.  Dez.  20.  Dez.  27.  Dez.  31.  Dez.  2.  Jun.7.  Jan.  11.  Jan.  13.  Jan.  14.  Jan.  6  16.  Jan.  18.  Jan.  230
1902  1902  10902
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3.Jan.,17.Jan.,24·Jan.E28.Jan.30.Jan.4.Febr.,8.  Fehds  10.  Febr.  11.  Febr.  13.  Febr.  15.  Febr.  232
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        —  650  —
Ostasiatische  Hauptlinie.  Heimreise.
*  olohama  Hiogo  2  Shanghai  Hongkong  Singapore  Penang  Colombo  Aben  Suei
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215  29.  Juni!  1.  Juli  3.  Juli  4.  Juli  6.  Juli  11.  Juli  16.  Juli  18.  Juli  23.  Juli  29.  Juli  2.  U
216  13.  Juli  15.  Juli  17.  Juli  18.  Juli  20.  Juli  25.  Juli  30.  Juli  #  1.  Aug.  6.  Aug.  12.  Aug.  16.  An
217  27.  Juli  29.  Juli  31.  Juli  1.  Aug.  3.  Aug.  8.  Aug.  13.  Aug.  15.  Aug.  20.  Aug.  26.  Aug.  30.  Ar
218  10.  Aug.  12.  Aug.  14.  Aug.  15.  Aug.  17.  Aug,  22.  Aug.  27.  Aug.  290.  Aug.  3.  Sept.  9.  Sept.  13.  Se
219  24.  Aug.  26.  Aug.  28.  Aug.  29.  Aug.  31.  Aug.  5.  Sept.  10.  Sept.  12.  Sept.  17.  Sept.  23.  Sept.  27.  Se
220  7.  Sept.  9.  Sept.  11.  Sept.  12.  Sept.  14.  Sept.  19.  Sept.  24.  Sept.26.  Sept.  1.  Okt.  7.  Okt.  11.  Ct
221  21.  Sept  W#.  Sept.  25.  Sept.  26.  Sept.  28.  Sept.  2.  Okt.  7.Okt.  8.  Okt.  13.  Okt.  19.  Okt.  23.  k
222  5.  Okt.  7.  Okt.  9.  Okt.  10.  Okt.  12.  Okt.  16.  Okt.  21.  Okt.  122.  Okt.  27.  Okt.  2.  Nov.  6.  No
223  19.Okt.  21.  Okt.  23.  Okt.  24.  Okt.  26.  Okt.  30.  Okt.  4.  Nov.  5.  Nov.  10.  Nov.  16.  Nov.  20.  No
2241  2.  Nov.  4.Nov.  6.  Nov.!  7.  Nov.  9.  Nov.  13.  Nov.  18.  Nov.  19.  Nov.  24.  Nov.  30.  Nov.  4.  De
225  16.  Nov.  18.  Nop.  20.  Nov.  21.  Nov.  23.  Nov.  27.  Nov.  2.  Dez.  8.  Dez.  8.  Deʒ.  14.  Dez.  18  2c
192
226  30.  Nov.  2.Dez.  4.  Dez.  5.  Dez.  7.  Dez.  11.Dez.  16.  Dez.  17.  Dez.22,.  Dez.  28.  Dez.  I.  Jor
1902  1902
227  14.  Dez.  16.  Dez.  18.  Dez.  19.  Dez.  21.  Dez.  25.  Dez.  30.  Dez.  31.  Dez.  5.  Jon.  11.  Jan.  15.  Jar
1902  1902  1902  1902  1902  1902  "
228  28.  Dez.  30.  Dez.  1.  Jan.  2.  Jan.  4.  Jan.  8.  Jan.  13.  Jan.  14.  Jan.  19.  Jan.  25.  Jan.  29.  Jon
229  11.  Jan.  13.  Jan.  15.  Jan.  16  Jan.  18.  Jan.  22.  Jan.  27.  Jan.  28.  Jann.  2.  Febr.  8.  Febr.  12.  Feb
230  25.  Jan.  27.  Jan.  29.  Jan.  30.  Jan.  1.  Febr.  5.  Febr.  10.  Febr.  11.  Febr.]16.  Febr.  22.  Febr.  26.  Febr
231  8.  Febr.  10.  Febr.  12.  Febr.]  13.  Febr.  15.  Febr.  19.  Febr.  24.  Febr.  25.  Febr.]  2-März  8.  März  12.  Mir
232  22.  Febr.  24.  Febr.  26.  Febr.  27.  Febr.  1.  März  4.  März  10.  März  11.  März!6.  März  22.  März  26.  Mär
#tasietische  brezeln?  Heimreise.
Port  Said  Neapel  Ve#„  1  r**-  Neapel  Genua  South  Antwerpen  Hamburg  *
an  an  Kaborl  -  Berlin  ab  1  an  an  an  an  an
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3.  Aug.  7.  Aug.  7.  Aug.  9.  Aug.  7.  Aug.  B.  Aug.  7.  Aug.  18.  Aug.  —  M.  Aug.
17.  Aug.  21.  Aug.  21.  Aug.  23.  Aug.  21.  Aug.  22.  Aug.  31.  Aug.  1.  Sept.  3.  Sept  *s*•
31.  Aug.  #  4.  Sept.  4.  Sept.  6.  Sept.  4.  Sept.  5.  Sept.  14.  Sept.  15.  Sept.  17.  Se#t
14.  Sept.  18.  Sept.  18.  Sept.  20.  Sept.  18.  Sept.  19.  Sept.  28.  Sept.  29.  Sept.  1.  Okt.  —.
28.  Sept.  2.  Okt.  2.  Ott.  4.  Okt.  2.  Okt.  3.  Okt.  12.  Okt.  13.  Okt.  —  5.  Th.
12.  Okt.  16.  Okt.  16.  Okt.  18.  Okt.  16.  Okt.  17.  Okt.  26.  Okt.  27.  Okt.  29.  Okt  —
24.  Okt.  28.  Okt.  2.  Okt.  30.  Okt.  29.  Okt.  30.  Okt.  7.  Nov.  8.  Nov.  —  11.  Kor.
7.  Nov.  11.  Nov.  11.  Nov.  13.  Nov.  12.  Nov.  13.  Nov.  21.  Nov.  22.  Nov.  25.  Nov.
21.  Nov.  25.  Nov.  25.  Nov.  27.  Nov.  26.  Nov.  27.  Nov.  5.  Dez.  6.  Dez.  —  9.  Dex
5.  Dez.  9.  Dez.  9.  Dez.  11.  Dez.  10.  Dez.  11.  Dez.  19.  Dez.  20.  Dez.  23.  Dez.  —
1  1002  1902  1902  1902
19.  Dez.  23.  Dez.  23.  Dez.  25.Dez.  24.  Dez.  25.  Dez.  2.  Jan.  3.  Jan.  —  6.  Jan.
1902  1902  1902  1902  1902  1902
2.  Jan.  6.  Jan.  6.  Jan.  Z.  Jan.  7.  Jan.  8.  Jan.  16.  Jan.  17.  Jan.  20.  Jan.  —
16.  Jan.  20.  Jan.20.  Jan.  22.  Jan.21.  Jan.  22.  Jan.  30.  Jan.  31,  Jan.  —  3.  Febi.
30.  Jan.  3.  Febr..  Febr.  6.  Febr.  4  Febr.  5.  Febr.  13.  Febr.  11.  Febr.  17.  Febr.  —
13.  Febr.  17.  Febr.7  Febr.  19.  Febr.1Febr.  19.  Febr.  27.  Febr.  28.  Febr.  —  3.  Rarj
27.  Febr.  3.  März  3.  März  5.  März  1.  März  5.  März  13.  März  14.  März  17.  März  *
13.  März  17.  März  17.  März  19.  März  18.  März  #  19.  März  27.  März  28.  März  —.  31.  Maͤt
27.  März  31.  März  31.  März  2.  April  1.  April  2.  April  10.  April  11.  April  14.  April  —

 

Fahrplan  der  Oceanie  Steamship  Company  zwischen  San  Francisco,  Honolul#,

 

 

Ausfahrt.  Samoa,  Auckland  und  Spyduney.  Nückfahrt.
Dampser  grann  Honolulur  Fage  kano,  Auckland  e  Sydney.  Auckland  vun  Honolulu  hrereucg  Dangfei

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1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901  1901|
Ventura.  Aug.  28.  Aug.  l.  Sept.  9.Sept.  13.  Sept..  Aug.  17.  Aug.  21.  Aug.  27.  Aug.  2.Sept.]  Slerke
SierrSept18.  Sept.  25.  30.  4.  Okt.Sept.  7.Sept.  11.  Sept.  17.  Sept.  23.=  Sononn
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Ventura.  24.  -  30.  --  6.  Nov.  11.  Nov.  15.Nov.|15.  Okt.  19.  Okt.  23.=  29.  4.  Nov.  Sierra
Sierra.  .  14.  Nov.  20.  Nov.  27.  2.  Dez.  6.  Dez.  5.  Nov.  9.Nov.  13.  Nov.  19.  Noo.  25.  Sonoma

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19001
19.  Febr.
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19001
23.  Jan.
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1901
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11.  Jan.
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1001  1901
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10.  Sept.

 

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Ausreise.

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1901
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19001
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Nov.

Townoville

14.  Jan.
6.  April
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21.  Sept.

Nach  Bedarf  kann  Melbourne,  Newcastle  N

Zweiglinie  Singapore  —

Hongkong  Dap

ab
1901

ab

1901
25.  Febr.
20.  Mai
12.  Aug.

26.  Ma

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und  Matupi
(Mioko!)
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1001
19.  Jan.
11.  April
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Singa—

pore  Batavia

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5.  Juli

27.  Sept.

1901
Juli

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20.  Dez.  22.  Dej.

3.  März

18.  Aug.

29.  Sept.

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Hasen

Stephansort
(Eriman

ab

«  1901
8.  März
31.  Mai
23.  Aug.

Stephansort
Erima)

Friedr.  Wilh.=Hafen


ab

1901
22.  Jan.
14.  April
Juli

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29.  Sept.

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Berlinhafen

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Macassar
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1901

12.  Juli
4.  Okt.

20.
12

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1902
4.  Jan.

27.  Dez.

1901
26.  Jan.
18.
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1901

Langemack-Herbertshöhe

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und  Matupi
(Miokoh
ab
1901
12.  März
1.  Juni  4.  Juni
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Heimreise.

(Finschhafen)
ab

1901
17.  März
9.  Juni
1.  Sept.

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1901
9.  März

Dampfer  der
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Shanghai

ab

(heimwärts)
1901  T  1901

2.  Febr.  2.  Febr.

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18.  Juli  20.  Juli

10.  Okt.  12.  Okt.

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Bucht

(Finschhaf.)

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Friedr.  Wilh.-Hafen
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1901
24.  Juli
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1902
8.  Jan.

19001
21.  Juli
13.  Okt.

1902
5.  Jan.

1901
23.  Juli
15.  Okt.

1902

7.  Jan.

Juli
Okt.

—

Heimreise.

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Townspille

1901
26.  Juli
18.  Okt.

1902
10.  Jan.

Brisbane

ab

1901
21.  März
13.  Juni

5.  Sept.

Shanghai

ab

1901
2.  Febr.
27.  April
20.  Juli
12.  Okt.
S.  W.  uno  Keppel-Bay  (Rockhampton)  angelaufen  werden.

Batavia—Neu--Guinea  —Queensland  —Sydney.

Herbertshöhe
und
Matupi
(Mioko!)

an  ab

1901
28.  Juli
20.  Okt.

1902
12.  Jan.

Sydney

an

1901
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15.  Juni

7.  Sept.

1
1

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an

1901
2.  Aug.
25.  Okt.

1902
17.  Jan.

26.  Okt.

 

Sydney

ab

1901
6.  April

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21.  Sept.

Nokohama

ab

1901
6.  Febr.
1.  Mai
3.  Aug.

Ausreise.

Brisbane

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1901

5.  Aug.
28.  Okt.
1902
20.  Jan.

 

Bremen

an

1901
31.  Mai
23.  Aug.
13.  Nov.

Hongkong

an

1901
23.  Febr.
18.  Mai
10.  Aug.
2.  Nov.

651

Sydney

an

1901
8.  Aug.
31.  Okt.
1902
23.  Jan.

 

Aremer-=Sydney

  Sydney

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Herbertshöhe
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Matupi
(Mioko

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Stephansort
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Bremerhaven


an

 

1901
19.  Juni
11.  Sept.

1001
12.  Aug.
4.  Nov.

1902
28.  Jan.
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1001
21.  Aug.
13.  Nov.

1902
Febr.

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1901  1901

23.  Aug.  27.  Aug.
15.  Nov.

19.  Nov.

1902  1902

24.  Nov.

1901
1.  Sept.

1901

1902  1902

3.  Sept.
26.  Nov.

1901

8.  Sept.

1.  Dez.
1902

1901
5.  Sept.
28.  Nov.
1902

1901)  1901

2.  Dez.
1902

9.  Dez.
1902

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7.  Febr.  11.  Febr.  16.  Febr.  18.  Febr.  20.  Febr.  23.  Febr.  24.  Febr.  3.  März

12!

12.  Dez.

1901

9.  Sept.  16.  Sept.  19.  Sept.  22.  Sept.
15.  Dez.  16.  Dez.

1902
·  9.  März  10.  März  14.  April
kann  Amboina,  Banda,  Potsdamhafen,  Keppel-Bay  (Rockhampton!,  Newcastle  N.  S.  W.  und  Melbourne  angelaufen  werden.

1902
6.  März

1901

1902

1%  10901
24.  Sept.  29.  Okt.

1902
20.  Jan.
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1

 

 

Die  Union  Steam  Ship  Company)  of  New  Zealand  unterhält  je  eine  vierwöchige  Dar#
verbindung  zwischen  Sydney  (via  Fiji)  und  Apia  und  zwischen  Auckland  (via  Tonga)  und  A#u
Von  Sydney  wie  von  Auckland  fahren  die  nächsten  Dampfer  am  28.  August,  25.  Sepiente
23.  Oktober  2c.  ab.

———  ,—
IIIIIIIILLIIIIIIEIIIII*XILILIILIIIIIIIILEIIIEIIIBILIEIIIIIIIIDIIIIM  IIL  □#I  UUUUUNNIINVNNNNNNNNIINININF
—————  ——  —

 

 

 

 

 

—  ——  —..  —  —  ——  —.

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Peiitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Berlin  n  sW  12.  gochstraße  ##
einzusenden.  1.

—

Konkurs.

Ueber  das  Vermögen  des  Kaufmanno
Au  ust  Schiele  hier  wurde  am
24.  Juli  1901,  vormittags  9  Uhr,  das
Koniursverfahren  eröffnet.  Verwalter
Kaufmann  Förster  hier.  Anmeldefrist
  bio  zum  23.  Oktober  1901.  Erste
Gläubigerversammlung  am  17.  Sep:
tember  1901,  vormittags  10  Uhr.

 

Prüfungstermin  am  18.Dezember  1901,0  ke.  ersicher.  MWasseru  reiss
vormittags  10  Uhr.  Offener  Arrest  mit  uns.  □—
Anzeigepflicht  bis  23.  Oktober  1001.  *  Hitze:  und-  Kalts#
Tanga,  den  24.  Juli  1901.  (11#%)  asg  S.  und  CURRIG  ERE  ..
DerKaiserlicheBezirksrichtcr.J  «--.-».'«""·S«SE  ELSC  .

 

6  ——  —MT  ——  —  tons###  Men
D  —.  ——

 

 

 

  
   
 
 
  
  
     
 

Gicht.

Von  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
und  durch  die  ärztliche  Prarie  erwiesen,
daß  der  Bonifaciuobrunnen  von  Salzschlirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Welt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel.
Störungen  Nierenstein,  Gallenstein,
Blasenstein.  In  Folge  seiner  unbe- 

   

Parit  1900  u.  Antwerpen  Sosdens  Medaille  und  20  Sold.  Med.  auf  Iyd-  u  Sportt.  er

6n  R.  Weber,
Hlesie  und  grössie  deutsche  Manbthiertullts-Fun.

Haynau  i.  Schlesien.

1.  Webor.  Weltberühmte  Fangapparate

 

grenzten  Laltbarkeit)  auch  im  trobuschen

  #lima#  kann  die  Trinkkur  und  Eisen  für  I.öwen.,  Tiger,  Leoparden  eteuberall
  in  der  #  elt  mit  gutem  Ersoll  und  undere  Ranbthiere  sowie  für  Vögel  und  Fische.  Wildleeter.
vorgenommen  HWerden.  #  (Hebraucheo  W  itterungen.  6  laskugel-  und  Thontaubeu  -W  ursmasehinen.
anweisung  versendet  die  Brunnen—  ——Illustrirte  FPreislisten  kostenfrei.  —
Verwaltung  Bad  Saluschlirf.  2#

 

Export:  IIlurder  &amp;amp;  deVos,  umhurk.
        <pb n="705" />
        Nachruf.
IAm  16.  August  d.  Is.  starb  an
Lordes  Dampfers  „Alexandra
Veermann"  insolge  von  Malaria
der  auf  der  Heimreise  aus  dem
Echutgebiet  begriffene  Oberleutnant

653

Deutsche  Kolonialschule  Wilhelmshof

Witzenbhausen  au  der  Werra.  Vlonh

Beste  Vorbereitung,  praktisch  u.  theoretisch,  für  junge  Männer  von  77  bis
26  Jahren,  welche  über  See  einen  Beruf  als  Pflan  zungsbeamte,  Land-  und

 

 

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Prospekte  und  Lehrplan  kostenlos.  Direktor  Fabarius.

—

.  .  (mormgen
Specialfabrik  uringen
for  einigunas  Sortirmeschinen.

5  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
z  Südwestafrika

Kiedrich  Demmler.

Nach  über  siebenjähriger  Dienstgeit
  im  Königlich  2.  Bayerischen
Faldartillerie-Regiment  Horn  trat
er  im  Juli  1898  zur  Schutztruppe
jür  Südwestafrika  über.  Mit  großem
Eiser  widmete  er  sich  den  an  ihn
herantretenden  vielseitigen  Aufgaben
eines  Schutztruppen-Offiziers.
LLeast  und  Liebe  zu  seinem  Beruf,
Mmermüdliche  Thätigkeit  und  edler,

Meradschaftlicher  Sinn  kennzeich-##
  den  leider  so  früh  und  unverhofft
  Versiorbenen.

Ein  ehrendes  Andenken  wird  ihm
Weit  bewahrt  bleiben.

Verlin,  den  28.  August  1901.
Lon  Seiten  des  Oberkommandos
der  Schutztruppen:
Ohnesorg,  Major.

 

    

   

2  -  MIAI  «««js  9  4#  8  —  4D  6  ANNNNNN
#  “tn  9  VoilIe  ZT#
rnt  9  X  rioms  9
1  *  *  -  *  Msckinen.

 

 

 

W##s  Pr  Gera  (Reuss)

Maschinentabrik,  Pisengiesserel  u.  Kesselschmiede.
Gegründet  1841.

 

    

Deutsche  Verlags-  Anstalt,  Stuttgart.
Im  Innern

hinas

von  Eugen  Wolf.

—  ss  1  Kaste  af  *
urch  alle  Buchban  2  E—

—  (1#

Spezialität:  5
Maschinen  für  Bleicherei,
Färberei  und  Appretur,

Dampfwiüschereien

für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

 

 

 

 

 

 

Deutsches  Crdnuss-Cafelöl.

das  Beste  für  Salate,  Mafonnasen.

Direkter  Fabrikversand:  Deutsches  Kolonialhaus

Bruno  Antelmann.
Hoflieferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  u.  Königs  u.  Sr.  Kgl.  Noh.  d.  Grossberrobs  v.  Wecllenb.-Schwerin.
Zentrale  und  Versand:
BERLN  C.,  JFerousalemerstrasse  28.

Zweiggeschäfte:

Frankfurt  a.  A.:
Kassel:  Hohenzollernstrasse  10.
L.elpzigx:  Schulstrade  12
Wieshaden:  Cirosse  Burgstrasse  13.

In  verzinnten  Kannen

        
    
    
          

Berlin:  Schillstrasse  16.
.-  Alt-  Moabit  1  und  121.
Uharlottenburg:  Kuntstrasse  22.

Dresden:  Zahnsgusse  8.

Kronprinzenstrasse  30.

        
      

 

*  7
Fngeiragsne  Schutzmarke.
In  Flaschen

(16)

von  125  250  500g  1kg  noetto  ein-  von  1  2  4  12  25  kg
Mk.  0,30  0,500  0,95  1.80  gewogen.  1#2  kg  0.90  0,00  0.85  0,80  0.75  M.
        <pb n="706" />
        654

 

 

—.  24  #  238  —.
lestnpgsüähige  Fimen  aal  den  Gehinfe  ies  Aendeis  and  Voertohrs,  4er  Iodasbie  und  Facikee

(Anseigen  werden  jederzeit,  jedoch  #sur  für  ein  ganneer  Jahr,  angenommen.  Ein  Kl#stehen  (24  mal)  =  Mr.  .—.

droi  Kltchen  =  NM.  185,—  netto.)

 

—  —  —

Berliner  Maschinenbau-Actien  -  Gesellschaft
vormals  L.  Schwartzkopff,
BERLIN  NJ.  4•.-=  (65)
Lokomotiven  für  Normal-  und  Schmalspurbahnen,
Dampfmaschinen  und  Dampfkessel  verschiedener  Systeme,
Hydraulisch  betriebene  Wasserhaltungsmaschinen  für  Bergwerks-Luftecompressionspumpen,
  (swecke,
Pumpmaschinen  für  Wasserversorgung  und  Kanalisation,
Elektrische  Beleuchtungs-  und  Kraftübertragungsanlagen.
(#einetgr.  vorzüglich  auf  die

Echter  Verdauung  wirkender

—
Steinhäger  H.  nuv  Kõni  —·  MRN
—stclulsaqss,Wos

grimlikt  mit  100  goldenen,  silbernen  voa
staats-Medaillen,  auch  Paris  E——
mit  12  originelkturn“  werden  jederreit  vom
eteuerfreien  Lager  bel  Barder  &amp;amp;  de  Voss
in  Hamburg  bgegeben.  (640)

 

      

·r
—  ab)
Man  verlange  Preialiste.

 

 

 

 

 

Ferd.  Theinhardt,  Schriftgiesserei

Errichtet  1849.  Berlin  S  W.,  Schönebergerstr.  4,
empfichlt  sich  zur  kompletten  Einrichtang  von  ((20)

Buchdruckereien.

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Gemüse-  und  Fleisch-Conserren.

 

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        <pb n="707" />
        655

——  IIF——.—,  1

—————————z—

 

(Anseigen  worden  jederzelt,  jedoch  num  für  eln  Kunes  Jahr,  angenommen.  Ein  Kustchen  124  mal)  =  Mr.  k.—.  swei  Lstchen  —  Mr.  85—.

drei  Kletchen  =  NI.  125,—  netto.)

 

Joseph  Gautsch
Lönigl.  bayer.  lel
Ma#########fabrit  u.  WchthleieLe
Mnchen,  HKymphenburgersk.  3.

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einschlüägigen  Artikel.  (e38)

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AErdsen,  Hafer,  Rlcinus,  Pteffer  etc.

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  Ausführung  (30)

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Deutsche  AKMouousikwerkte

System  Plietschmana,  Aot.-Ges.,
Berin  N.  28,
Krréelliser##e  4J.  (645)

Fabrikation  v.  Salonleierkästen,  Manopans,
  Herophons,  lris  etc.  Miniaturharmonlums,
  Accordeons  u.  Torpedopfeisen.
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Breslau  V.  (667)

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Jagd-  und  Meiseteschen,  Nece#s#ains.

 

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Leipziger  Buchbinderel-Aktiengesellschaft  vorm.  Gustav  Fritzsche.
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lanhatun-  Türhenmschnen

Beste  Qualitlten.  (62)

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ra###st.  X.,  Neue  E  I  v

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sowie  Einrichtungen  für  Tolsschmelzen,
  8  lesetk.  Fettla

mehl-  und  stallsodafabrika  —
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Leim

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Strassen-Locometives

 

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Grusonwerk
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drei  K###chen  =  k  125.—  netto.)

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GQlaswWwaar'en-Fabriik,  i2  .  *  hbaltbar  für  dle  Troge
Berlin  SW.,  Ritterstr.  71.696  —“  5  für  Messen,  Stetione
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  Glas.  Porzellnn,  Hoz  u.  Eisenguss.  A.  K.  5  ditionen,  Krunken

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Berlin  SO.  20,  Waldemarstrasse  27.  (612)

          

 

   
 

 

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F  mer.  %-—SEOEE

——EM11
EEZEEEIZ
EO  .  ..  .  .  ..  .
*3  liegen  vor  über  die  ausserordentlich  grosse  Leistungsfühigkeit  unserer  Sügen  und
EIEZ1IE  Werkzeuge,  welche  sich  dadurch  und  durch  Dillige  Preise  von  selbst  empfehlen  und
%  *  .4  sich  in  allen  Ländern  der  Welt  immer  mehr  einführen.
lI  --Stets  grosses  Lage.=½
  N  Bestellen  Sie  Proben.  schreiben  Sie  uns  um  Prospekte  und  Preisel
SJ.  —
D  **il  —  .  ·  ·  ·  :  "·  "  1  Iul.
ö5%%D.  Dominicus  8  Söhne,  hnittNeriguren  I#is
HERHEEEEE
EIIEIgIEIIEI  Eigene  Fabrikation.  (Fabrik  gegründet  1822.  (##h
Dominiens  A  Sühnes  Sagen  und  forstlirh##  Werkzeuge  sind  von  vielen  Behörden,  durch  Ministerial-Erlasse  und  -Verfögungen  autbeh
vu#mpfohlen  und  eingeführt,  —  u.  1.  acc4  rom  Khayttc  re  sterm  %oirtsaschafe,t  Domanen  und  Forsten  4urt

Minine  sa  om  .1%  Joptem  789  1777  vo.  70  viir  den  Jsich  der  Jrreikssischen  Setztsforiten  —  nachdem  sie  sich  als  weitaun  beit
und  lelstungatfihlgste  von  allen  in  der  Welt  bei  mä-sigen  Preisen  erwiesen  haben,  vodurch  den  Gebrauchern  elne  bedentende  Mehrieilun
bei  leichterer  Arbeit  erwichst.

 

 

 

 

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149  m  a  xæ  x  x  angenchm  schmeckendes
Nühr-  u.  Stürkungsmittel.

In  Familien,  Krankenhämern,  Sanntorien  seit  Jahren  eingeführt.
--iL#erztilch  auff  Wärmste  empfospifer.
rilIim  Auslund  noch  eneral-Depots  zu  vergeben;  Reflektanten
Käuter  für  eigene  Rechnung  wollen  sich  dieserhalb  wenden  an  (4%

70/.  1%  nnrrrrde’s  Adru’itreigesellschait,  Cannstafte  (I/2/4%

 

 

 

 

 

 

 

JSoseph  Klar,  Samenhandluns.
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

Hoftieferant  Sr.  Majestät  des  Kaisers.  —

llurirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemisen,  soweit  sich  diese
unch  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  huaben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemusesumen
  liefert,  80  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einscendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutseben

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mit  beschränkter  Haftung

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Errichtet  1662——

 

 

    

 

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a)  Fabrikate  zu  techn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummi;
b)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,
"  Vollreifen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  s.  W.;

c)  Gummi-  Fabrikate  zu  chfrurgischen  Zwecken  aller  Art;  "

d)  Rothe  aromat.  Bünder,  Billardbande,  Matten  und  Läufoer,  Copirblätter,
Radirgummi  u.  s.  w.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

fl)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecxken,  sowie  Stosffe  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Sacke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-  Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;

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NG.  Preislisten  der  einzelnen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.
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1  Danen-  und  Kinderwiäsche  Pelzwaaren  Echte  Silberwaaren  Jagdsport-Artikel
Korsetien  Herren-Garderobe  Alfenldewaaren  Teschings  und  Revolver
Herren-Wäsche  Hllte  und  Hlltzen  ##Ur  Herren  Vernickelte  Kunstgusswaaren
Tisch-  und  Bettwälsche  und  Knaben  und  Messingwaaren  Splelwaaren
Taschentcher  Kravaiten  Kinderwagen  Clgarren  und  Clgaretten
Leinene  und  haumwoll.  Stoffe  Klinder-Garderobe  Kindermöbel  Tabake  und  Rauchrequlsiten
Weder-  und  Besatz-Stoffe  Schuhwaaren  Holzwaaren  volletiesellen  und  Parfüms
Gardinen  und  Möbel-Stoffe  Regenschirme  Wirthschafts-  Artikel  Schokolade,  Kal#o
Teppiche  Uhren,  Musikwerke  Lederwaaren  Thee,  Blskults,  Likböre
Damen-Kontektion  Optische  Waaren  Reise-  Utensillen  Brleipapiere.
.  Nichtgelallende  Wunren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.  (6C##)

 

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        Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthun
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusat:
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicher
heit  der  Consumenten  hinzugefügt  worden

Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin  -  Pearson  ist,  möge  aus  den  nachfolgenden  Gut

achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,  eine  grössere  Anzahl

interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

„%  Crecolin  vernichtet  selbst  die  furchtbarsten
  Gerüche,  während  1%  Carbol  fastohne
Wirkung  blieb.“

(Dr.  med.  E.  v.  Emarch,  Hyg.  Innt.,  Berlin.)

„Cholera  aslatlen  Baclllen  wurden  schon
in  einer  LUsung  von  2%  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Klu#enberg,

-  lispcalnslastqwleaq

Das  Creolln-Pearson  tödtet  die  Cholera-Baelllen
  in  ½aprocent.Verdünnung  in  15  Mln.;
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Djoklakarta

Nlederl.-Indlen).

„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheben
  —  koinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtheritischen  Beluge  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patient  in  vollständigom  Delirium,
Pals  150.  Temp.  41.5.
2  Dec.  Nach  starken  Creolin-Inhalationen  etc.
sank  die  Temperatur  auf  37.5,  Puls  auf
88  herab.  Dr.  Leo  Rabener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).
„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschieden  viel
stärker  als  die  Carbolskure  auf  Eiterkokken,
Typhusbacillen  und  Cholerabacillen.“
(Dr.  med.  Elsenberg,  Wien.)
„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creo-Iin-Pearson
  in  dem  Arzneischatz  erwerben  bei
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  Hlller,  Breslau.)

„Vermöge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  Creolln-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Lalen  in  die  land  gegeben
werden.“  (Dr.  med.  Mlnopoulus,  München.)

„Es  steht  für  mich  fest.  dass  das  Creolln-Pearson
  eine  ominent  antiseptische  Kraft  besitzt.“
  (Dr.  med.  O.  Purtscher,  Klagenfurt.)

„Wer  das  Creolln-Pearson  einmal  kennen
und  schitzen  gelernt.  giebt  es  nicht  vieder
auf.“  (Dr.  med.  Korrüm,  Schwerla.)

„Das  Creolin  ist  ein  vorzügliches  Ründemittel;
  ich  habe  diesbezügliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bei  Dermatodektes  —  Rsude  der
Schafe,  Sarcoptes  —  Rhode  der  Hunde.  Schafe
and  Kaninchen,  Dermatophagus  —  Ründe  der
Kaninchen  und  Dermatoryktes  —  Raude  des
Gellügels.  gemacht.  Auch  gegen  Akarusmilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Crkolin  ist  ferner  ein
kriftiges  Antiparasiticum  gegen  pllanzliche
Parasiten  (Trchophyten.  Favus)  u.  Gregarinen
(Huhnerdipht  **n  Endlich  ist  Creolin  ein
sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Läuse,  Lausfliegen,  Haarlinge,
  Federlinge,.  Fliegen.  Kräftige,  ausgewachsene
  Zecken  wurden  durch  einige  Tropfen
30%  iger  Creolinlösung  nach  15  bis  20  Minuten

etödtet.  RKudekranke,  mit  zahlreichen  Zecken

ehaftete  Schafe  wurden  durch  ein  einmaliges
Crrolinbad  (21000)  vollständig  von  den  Zecken
beFfreit.

Für  eine  Desinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenständen  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—500  igen  wässerigen  Lösung
sehr  wirksam.  AuchCreolin-Desinfektionspulver
zum  Einstreuen  in  Stallungen,  Jaucherinnen,
Jauchebehälter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.  Dr.  med.  Fröhner,  Dlr.  d.  Pbarmak.  Inst.
der  Kgl.  thierürztl.  ochschule,  Berlln.)

lanbern-Södemerik.  Bampfrebifffabrte-Sesellschaft,
  Ramburs.  7.  Mai  1892.

Wir  bescheinigen  biermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Penrson"  seit  einiger
  Zeit  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  ein-Foführt
  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der
Brusilronte  in  reichlichem  Maasse  mitgegeben
haben.  Nach  den  Übereinstimmenden  Berichten
unserer  Kapitane  hat  sich  dazselbe  als  ein  sehr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen.  das

leistet:  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinficireon.
der  verschiedenen  Rüumlichkeiten,  sondein

 

 

in  der  Fleberperlode  die  besten  Dionste  geieser

  hocht

eingetretene  ginzliche  Fernbleiben  von  Krankt
heitsfüllen  während  der  jüngsten  Fieberper:.
in  Brasilien  zum  grossen  Theile  dem  Settr.
der  Kapitine  angeordneten  ausgiebigen  GCbrauche
  dieses  Mittels  zusehreiben.

IHamburg-Südamerik.  Daupfschifffahrts  -  Ge:z
gez.  Ad.  F.  Berult#  Bureauchef.

Kelne  Blutvergiltunz  mehr!  Dr.  Vopetlis
in  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  z
tiglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blatt.  —
von  Todesfüllen,  wolche  durch  Blutvergilttu##u
nach  kleinen  unscheinbaren  Verletzungen  I.
beigefübrt  wurden.  —  Jeder  neue  mir  zu.  ½#
sicht  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Siih
in  das  llerz.  Die  Thatsache,  dass  dlerla::
noch  eine  Blutvorgiftong  trotz  rechtzeit.
rztlicher  Behandlung  tödlich  verlänft  schm.  —#
mich  um  80  mehr,  als  ich  mit  dem,.  mein-a
Kollegen  schon  vor  drei  Jahren  im  Aerztlie  be#
Praktiker  —  Abhandlung  über  #innere  An
sepsis“  öbergebenen,  au  mir  selbst  zwein:
elprobten,  absolut  sicher  helf-nden  M112
dem  Creolin-Pearson,  immer  und  immer  wie  dr##
neue  Erfolge  aufzuweisen  im  Stande  bin  k;
dringt  mich  deshalb,  zur  Verhltung  weit-'e#
Sterbeflle  heute  durch  die  allgemeine  Pr.
auf  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  He
mittel  gegen  jede  Blutvergiftung  aufmerksan
zu  machen.  An  113  Flllen  durfte  ich  ior#
halb  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  did
herrlichen  Medikaments  bestitigt  fnden.  I
Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  einfsa#.1#
van  jedem  Laien  leicht  ausführbare,  daest—
ziehentlich  etwaiger  Giftigkeit  durchans  2—
schidlich  ist.  Zur  Verhütung  der  Blutv.  (
tung  wlscht  man  jede  nuich  so  kleine  Wurn
mit  Creolin  aus.  as  Letztere  bersilet  msn
sich  sehr  leicht,  indem  SHan##n  eine  Kaoffee.
voll  lauwarmen  Wussers  20  Troplen  (Srechu-Pearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Alswaschung
  der  Wunde  verbindet  meau  dis###
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getrinkten  1

auch  in  vielen  Fällen  als  Medikamont  verwandt;  nenen  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bis  viern
und  können  wir  das  bei  einigen  Dampforn!]  Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folgen-CREOLIN-PEARSON



zersthrt  die  schlimmsten  Gerliche  (1  pro  mille),

gegen  Ilämorrhoiden,

gegen  Hühnerdiphtheritis

ist  undbertr.  bei  Erfrierungen,  Verbrennungen,  sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslichman  entwickle  in  Krankenzimmern  b.  ine

f#ndet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken,
lindet  Anwendung  in  Spitulern  der  Armee,

in  Schulen  angowendet,  vernichtet  Krankheits--keime.


in  Krankenhlusern  ansgedehnt  gebraucht,
zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseife  sollte
immer  1%½  Therloffel  voll  ggossen  worden,
Koen  Zecken,  Lhuse,  Lausfliegen  etc.,
bei  Insektenstichen  sofort  pur  aufgerieben.
verhlitzt  Blutvergiftung.  das  Jucken  hört,
ist  vollkommen  ungiftig,  (sofort  auf,
vormindert  den  Eiter,

verhütet  Fhlulniss,  für  Brauereien,  Gerbereien

etc.  wichtig.
von  grosser  Bedentung  für  dio  Geburtshülfe.

gebraucht  werden,

Hunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen,
bleihen  gesund,.

l  V,'1’lieolckisseslvollimschoaorvassokroinigtdio

kegen  pflanzliche  Parassiten.  Luft,

gegen  Kornwürmer,

5i  ige  Lösung  vernichtet  Milzl  randsporen.

alle  Eigenschalt-#n  des  Creolin-Pearson  sind
medizinisch  festgestellt.

sollte  in  keinem  Hause  ader  Stall  etc.  fehlen,

greift  kein  Gewebe,  lolz  oder  Metall  an,

wirkt  blutstillend.  schmerezlindernd,

gegen  Ungeriefer,  Krktzo,  Filaliuso,

Ergolinähmps  e  tot.

dosinflziert  die  Wiesche.  ohne  dieselbe  an-Hauskezeichnet

  gegen  Schweissfuse.

u#nOOnn  Lösung  verhütet  das  Sauerwerden  der
Brühe  in  Gerbereien.

Abus-kandle  sind  mit  Creolin  zu  esiaft  r#

verhltet  ansteckende  Krankheiten,

 

heilt  in  einem  Bade  Rkude,  Mauke.  Schorf  ec,
einige  Tropfen  in  warmes  Wasser  heilt  Zal.n
keken  Blasen-  und  Darmkatarrh.  Ischmertta.
ist  allen  Desinfektionsmitteln  vorzoziehen.

Creolinpulver  sollte  in  keinem  Kloset  fehlen,
100%  ige  Creolinseife  beilt  u.  verhltet  Ausschliz,

Tliere,  damit  gawaschen,  bleib.  fr.  v.  Ungeziafor,  Croolin-Lanolinseile  macht  die  Haut  sehr  zewerden

  auch  von  Fliogen  nicht  angegriffen.

1
"

schmeidig.

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolnt  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giftig  als  die  Carbolsüure,  hat  blut-  und

Schmerzstillende  Eigensch

 

uften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfzirt  und  ist  auch

sehr  billig.  Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekannt.“

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaftliche  Arbeiten  über  Creolln-Pearson  (es  sind  deron  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugesaadt.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,

 

alle  anderen  weise  man  Zurück.

(en)

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.
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M  P  M  13,—.  Prima-Referenzen  von  Afrlkaforschern.  Truppenführern,  Aerzten.

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Koronft,  Kobfpnft,  A4Dfranthos,  POropcor.

Psychrophor-Schleiflscheibenoh  sehmuden,

in  Weissglühthitze  gebrannt,
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Stets  gleichmässige  Körnung  und  Hüärte.

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  geben
eine  leine  langhaltende  Schneide.

Jeden  Stein,  der  nicht  entsprechen  sollte,  nehmen  wir  auf  unsere
Kosten  zurück.

Polirmittel  aller  Art.

Polirwachs,  Polirpulver,  Fllzscheiben,  Korkscheiben,  Walrossleder,
Pollrschelben  aus  Hartpapler  mit  Walrossleder-Ueberzug.  (#

Carborundum-Waaren  aller  Art.

 

 

 

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r
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von  1200  bis  1900.
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Prof.  Cervello.  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall’  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  ventsrini
  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  überraschende  euersolge  —
Malaria  erzielt,  ebeneo  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dsupoast  n
Boma.  Letziterer  hat  die  ofkrielle  Einreihung  des  Medikamente  in  die
staatlichen  Verschreibungen  des  Kongoslaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  der  tsln
von  Professor  HUartine:  A.  Vargas  in  Barcelonas  sur  schnellen  #d
sleheren  Bellung  dees  Keuchbuetens.

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Moskau:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Willlam  Street;

Paris:  Max  Frères,  31  rue  des  petites  Ecurles;

Rlio  de  Janelro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;

Buenos  Aires:  Diego  Gibson,  192  Defenss.  (#es)

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von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW#,  Kochstraße  68—71.

Ein  lesenswerthes  Kuchl

 

    

 

 

 

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für  Tropen  geelgnel,  Auch  für  Innenbekleidung  von  Fabriken,  Bleichereien.
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Wiche  Atteste.  Ca.  2  Millionen  Meter  verwandt.  Nach  China  für  #indeckun
nd  zerlegbarer  Kriegsbaracken  150  000  dm  geliefert.  Export  nach  allen  Lundern.  Zahlmiche

  Tropenhluser  gedeckt.

Ertra-  Dae  44  (fest  wie  Leder  und  biegsam,  auch  im  Wlnter
hpappen  Elastique  elastleach  und  im  Sommer  alcht  auslaufend,
et.  Erfinder  und  alleiniger  Fabrikant).  Selbstentzündung  belm
#  lossen.  Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

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i-tele

Loeben  ist  erschienen:

leferungen  für  das  Auswirtige  Amt  nach  Ost.

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ausnd  Shanzhal.

von  Deutsch-Südwestafrika.
Mit  acht  Skizzen.
Preis  Mk.  1,40.
Die  „Militär-Literatur-Zei-=tung“
  Nr.  5/1900  sagt:
„Das  Buch  des  Majors  v.  François

ohne

feststehender

der  interessantesten  von  denen,  die  bis
(00)  jetzt  dem  gegenwärtigen  Krieg  ihre

 

 

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2

Soeben  ist  erschienen:

IX  von  hohem  Interesse!

 

Die  Kolonialpoliti

Frankreichs.

Hon  den  Anfäugen  bis  zur  Gegenwart.
Von  ·

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(Vierter  Band  des  Werkes:  „Die  Europäischen
Rolonien“.)  ·
Geh.  Mk.  9,50,  in  Originalband  Mk.  11,—.

 

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VEMI.
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*7ro  —  4%O

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rungen  kann  der  Leser  jeder  Partei
vielerlei  Beachtenswerthes  für  die  Be-—–


.
Es—*

2

m  2

legenheiten  entnehmen.

Für  jeden  Deutsch  »

"Europäifchenlsolonien«datfalseintreff-Aus

  den  hier  dargelegten  Erfah- 



urtheilung  heutiger  kolonialer  Ange

Dr.  Alfred  Simmermanns  Werk:  „Die
liches  Pand-  und  Lehrbuch  der  enropkischen
Rolonialpolitik  bezeichnet  werden,  welches  weiten
Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen

einer  nutzbringenden  Weltpolitik  giebt.
Die  vorangegangenen  drei  Bände  umfassen:

Bd.  1.  Die  KRolonialpolitik  portugals  und
Spaniens.  Mk.  10,—,  geb.  Mk.  11,50.
Bd.  II.  Die  Rolonialpolitik  Großbritanniens.

Erster  Theil.  Mk.  10,  —,  geb.  Mk.  11,50.
Bd.  III.  Die  Rolonialpolitik  Großbritanniens.
Sweiter  Theil.  Mk.  9,—,  geb.  Mk.  10,50.

2.
22

X

*
A+
"

Perlatz  der  Käniglichen  Hofbnohhandluns  von
E.  S.  Mittler  Sohn,  Perlin  3V12,  Kogztrase
  68—71.

—

 

 

E
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E  9

 

Su  deziehen  durch  alle  Buchbandlungen.

–OoWNB
"Kl  *Sr

ss
4  ——
        <pb n="718" />
        Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Lohn,
Berlin  SW12,  Kochstraße  68—71.

Wichtig  kür  alle  Deutschen

im  AMuslande
ist  die  kleine  Schrift:

Die
wichtigsten  Bestimmungen

für  die
in  Auslande  sich  aufhaltenden

deutschen  Militärpflichtigen.

Herausgegeben  von

Otto  Handtmann,
General-Konsulats-Sekretär.
Preis  25  Pfg.

Die  kleine  Schrift  bietet  die  wichtigsten
  Bestimmungen  über  die
Wehrpflicht,  insbesondere  über  die
Anmebdungen  die  Zurückstelbung;
den  freiwilligen  Dienst  und  das
Beurlaubtenverhältniß  der  im
Auslande  sich  aufhaltenden  Militärpflichtigen
  in  übersichtlicher  Form
dar.  ie  vermittelt  somit  leicht  und
bequem  diejenigen  Kenntnisse,  deren
kein  deutscher  Reichsangehöriger
im  Auslande  entrathen  kann.
Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen,
  auch  von  der  Verlagsbuchhandlung.


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Sprichwörter  und  sprichwörtliche
  Redensarten
über

Beewesen,  Schiffer.  u.  Fischerleben

in  den
germanischen  u.  romanischen  Sprachen.

 

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von
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Pastor  zu  Marienhafe  in  Ostfriesland.

Geheftet  Mk.  2,50,  geb.  Mk.  3,75.

Der  „Neichs=  und  Staatsanzeiger“
Nr.  498  vom  24.,10.  1900  schreibt  über
das  Buch:  „Ein  wahrer  Genuß,  nicht
nur  für  jeden  Seemann,  sondern  auch
für  jeden  Freund  des  Humors  und
treffender  Bemerkungen  ist  die  Leklüre
von  Lüpkes  Seemannssprüchen.“

 

 

Handsämaschinen
und  Radbacken

ersetzen  8  bis  10  Arbeiter.  eine  Pers:
„  huckt  2  bis  3  Morgen  per  Tiag.  je  nac
Bodenbeschaffenheit.  2
Düngerstreukörbe,  Erdbohrer,  Caranti,
Spaten,  Karren,  Curtenspritzen,  Cies:
kannen,  Patent-Jauchepumpen,  Wusser
wWugen,  Wegewalzen  etc.  Illustr.  Preisliste

Albert  Treppens,  Mariendol-Verin.

 

 

 

 

 

 

 

    
 
 
  
  
  
 
 

   
 
   
  
 

In  Kürze  erscheint  -
im  Verlage  der  Königl.  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sobn.

Berlin  8W.  Lochstraße  68  71:
Das

lichen  Verordnung,  betressend  die
Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen

pIIui

xTTZTTZTTTTTTT"  Schutzgebicten,  vom  9.  Nov.  1900.

 

in  der  Fassung  vom  10.  Sept.  190
nebst  den  Bestimmungen  der  Ergänzungsgesetze
  und  der  Kaiser= 



 

 

Cxtausgabe  mit  Einleitung  umnd  Sachregister.
Zunn  dienstlichen  Gebrauich  zusamnnmnengestellt  vom
BeichS-Marine-Amt.

Preis  Mk.  1,50.  =

 

 

 

 

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Mit  4  Karten  in  Steindruck  und  4  Skizzen  im  Text.
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.—  —

 

Die  obige  Uebersicht  der  Kriege,  die  China  seit  1840  —  also  gegen
England,  Frankreich,  Japan  —  geführt  hat,  giebt  die  beste  Kenntniß  9
dem  Charakter  des  Volkes  und  seiner  eigenartigen  Lampfwen
In  fünf  Abschnitten  werden  der  englisch-chinesische  Krieg  von  1840.  bis  8
der  Taiping-Aufstand  1850  bis  1865,  die  Verwickelungen  Chmas  mit  Eng  *
und  Frankreich  1856  bis  1860,  der  Tonkin-Feldzug  1882  bis  1885  un  die
japanisch-chinesische  Krieg  1894  bis  1895  behandelt  und  zum  Schlusse  dee
Erfahrungen  aus  diesen  mannigfaltigen  Ereignissen  zusammee

estellt;  eine  authentische  Uebersicht  der  heutigen  Kamofmittenert
himmlischen  Reiches  schließt  das  sehr  zeitgemäße  und  nützliche  iel
das  eine  zutreffende  Beurtheilung  der  heutigen  Lage  und  der  3
unserer  Expedition  anbahnt.

2½m.  t#  ###  F  S  ###  -
        <pb n="719" />
        —  —  —  —  —  ——  —  —.

F.  H.  SCHMIDT

INGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER,.

Ernst  Kraft,
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BAUAUSFHKRUNGEN  UEBRERSEE.  Hamburz,

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Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

Am  5.  September:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Carsten
nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bén

Am  5.  September:  P.  D.  „Cressida“,  Capt.  Linicke,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Lecne,  Sherb,

Am  10.  September:  F.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt.  Jensen,

via  Southampton  nach  Madefra,  Liberia,!  Axim,’  Secondee,’  Cape  Coast,’  Acors
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longjii,!Plantation,  Kribik  und  Fernando  Pec

Am  15.  September:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Ihreke,
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbein  küste,  Acora
Kongo  und  Angola.
Am  22.  September:  P.  D.  „Somali“,  Capt.  Birch,
nach  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  September:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Spiesen,

via  Rotterdam  nach  Liberia,'Accra,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerur
und  Congo  Francais.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.
4#  Guter  müssen  zicet  Tage  vor  dem  459angsdatum  bis  12  Uhr  mitfags  ILangsseticte  sen.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (1)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/8.

Deutsche  Ost  -  Afrika  -  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  2d  Neapel
R.  P.  D.  „Relchstag“,  Capt.  Ad.  Kley  (fahrplanmäss.  Reise  No.  19a)  Hl.  Septbr.  27.  Sept#r

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suezr,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mhw#,  L1e
Nikindanl,  Ibo,  Mozamblaue,  Chinde,  Belra  und  Quellmane.  Damburg:  ab  Neapel.

.  P.  D.  „König“,  Capt.  Weisskam  (fahrplanmäss.  Reise  No.  19)  25.  Septbr.  II.  Oito

K.  P.  D.  „Kurfürst“",  Capt.  Doherr  (  n  #  „  21)  23.  Oktober  8.  Hovl.

mit  Passagieren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozramblque  sowie  mit  Pa###
und  Ladung  nach  Chlnde,  Beira,  Delagoabay  und  Durben.  ab  Bamburg:  ab  Neapel

R.  P.  D.  „Admiral“,  Capt.  Ahrens  (fahrplanmäss.  Reise  No.  18)  I1.  Septbr.  23.  Jepflr
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  London,  Ourban  und  Delagonbay.
Dile  Dampfer  haben  vorzuloliche  Einrichtungen  Fr  FPussagtere  in  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nuch  simmtlichen  Anlaufhlilen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (m
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamberg-4merika-Linie,  Abthelluag  Personen-Verkelr,
bowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deucsche  Ose-4#K  Linie,

Afrikahaus,  Grosse  Reichenstrasse  25/33.
trase

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  17,  —
Ausgegeben  am  31.  August  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="721" />
        Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reiche

Derausgegeben  in  der  Kolonial·  Abiheilung  des  Auswärkigen  Ants.

 

—  —  .

*———  —  —  –  ——  —  –

XII.  Jahrzang.  gerlin,  15.  veptember  *.  Unmmer  18.

—  .  —  —  —  ——  .  —  –G  —  —  —

9  —  *K  in  der  Regel  am  ur  und“  u  *  Monats.  Derselben  werden  als  et  roan  Fingt  di-  —  einmal  vierteljs  Prtellährlich  rlich
F#en:  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von

#—  Wäa#  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Breihesten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  goe  und  die
".  Shardlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schußgebiete  und
ereich=  Uagarn,  Vit  *8  für  die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
kraft  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  Kochstr.  668—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitunge-  Preioliste  für  1901  1  unter  ##  )

Iabalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Kabinets.  Ordre,  betreffend  Anrechnung  v  von  ien  Kriegsjahren  S.  669.  —  Verordnung
des  Kaiserlichen  Gouverneurs,  betreffend  die  Einfuhr  von  Weinreben-Stecklingen,  -Pflanzen  oder  -Blättern  in
Deutsch-Ostafrika  S.  669.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
im  Monat  Juni  1901  S.  670.  —  Personalien  S.  670.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  671.  —  Deutsch-Ostafrika:  Wirthschaftsbericht  eines
deurschen  Usambara-Ansiedlers  S.  672.  —  Kamerun:  Kautschukkultur  in  Kamerun  S.  674.  —  Togo:  Verbesserung
der  Rindviehrasse  in  Togo  S.  674.—  Kautschukkultur  in  Atakpame  S.  676.  —  Deutsch-S  dwestafrika:  Siedelungsgesellschaft
  für  Deutsch-  Südwestafrika  S.  676.  —  Samoa:  Stimmung  der  Samoaner  S.  677.  —  Pflanzung
von  Herrn  H.  Schmidt  in  Samoa  S.  678.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverer=Bewegung
  S.  678.  —  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Budget  des  Kongostaats  für
das  Jahr  1901  S.  681.  —  Die  Entwickelung  von  Rhodesia  in  den  Jahren  1898  bis  1900  S.  682.  —  Wirthschaftliche
  Verhältnisse  und  Außenhandel  von  Sierra  Leone  im  Jahre  1900  S.  683.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
Ueber  die  ersten  Grundsätze  der  Kolonisation  S.  683.  —  Litteratur  S.  685.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  685.—
Verkehrs-Nachrichten  S.  685.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  Anrechnung  von  Kriegsjahren.

Jch  bestimme,  daß  die  folgenden,  von  Theilen  der  Schutztruppen  für  Deutsch-Ostafrika  und
Kamerun  in  den  Jahren  1899  und  1900  gelieferten  Gefechte  und  ausgeführten  Kriegszüge  im  Sinne  des
23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Pensionirung  und  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres  und
der  Kaiserlichen  Marine  vom  27.  Juni  1871,  als  ein  Feldzug  gelten  sollen,  für  welchen  den  daran  betheiligt
gewesenen  Deutschen  ein  Kriegsjahr  bezw.  —  soweit  die  Buli-Expedition  in  Frage  kommt  —  eventuell
zwei  Kriegsjahre  in  Anrechnung  zu  bringen  sind.

I.  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

Strafexpedition  in  Groß-Aruscha  vom  4.  bis  28.  Februar  1900,
Ueberfall  durch  die  Wagaya  am  17.  Februar  1900,
Strafexpedition  Mbulu-Iraku  vom  12.  April  bis  17.  Juni  1900,
Strafexpedition  gegen  die  Wabende  im  September  1900.

11.  Schutztruppe  für  Kamerun.

Buli-Expedition  vom  22.  Oktober  1899  bis  17.  März  1900,

Strafzug  gegen  die  Mangissa  vom  4.  Januar  bis  2.  Februar  1900,

Expeditlon  gegen  die  Bangwas  und  Keakas  vom  25.  Februar  bis  14.  April  1900,
Gefechte  im  Jemissengebiet  vom  28.  Mai  bis  8.  Juli  1900.

Neues  Palais,  den  29.  August  1901.

 

 

 

nmis

s

(gez.)  Wilhelm  J.  R.
in  den  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen)

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs,  betreffend  die  Einfuhr  von  Weinreben-Stecklingen,
  -Pflanzen  oder  -Blättern  in  Deutsch-Ostafrika.

Auf  Grund  des  §  2  der  Zollordnung  vom  1.  Januar  1899#Xx)  verordne  ich,  was  folgt:

1.
Die  Einfuhr  von  Weinreben-Stecklingen,  Pflanzen  oder  -Blättern  aus  Ländern,  in  welchen  die
F#blaus  (Phylloxera  vastatrix)  vorkommt,  ist  verboten.

*)  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1899,  S.  45.
        <pb n="722" />
        670

Bei  der  Einfuhr  von  Weinreben-Stecklingen,  -Pflanzen  oder  --Blättern  ist  ein  Ursprungszeuqn
beizulegen  und  eine  von  dem  Kaiserlich  deutschen  Konsul,  aus  dessen  Amtsbezirk  die  Pflanzen  oder  Stecklin
stammen,  beglaubigte  Nachweisung,  daß  in  dem  betreffenden  Amtsbezirk  zur  Zeit  keine  Reblauskrankheit
vorkommen.

§2.

Auf  Zuwiderhandlungen  finden  die  Bestimmungen  der  §8§  31  und  33  der  Zollordnung  vo
1.  Januar  1899  mit  der  Maßgabe  Anwendung,  daß  im  Falle  der  Kontrebande  die  verwirkte  Geldstra
nicht  unter  100  Rupien  beträgt.

83.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Verkündigung  in  Kraft.

84.
Alle  Weinreben-Stecklinge,  -Pflanzen  oder  -Blätter,  welche  bei  Inkrafttreten  dieser  Verordnun,
nach  Deutsch-Ostafrika  nachweislich  schon  unterwegs  waren,  unterliegen  dieser  Verordnung  nicht.
Dar-es-Saläm,  den  23.  Juli  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Graf  v.  Götzen.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Inni  1901.

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,39  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag-een#
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt

Rp.  P.  !  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  IP.  M.  .

-  i
Junge-.  3980615942101189—218s26  13081676041-2329728«
Pangani  814  301  4662  11  —  —  4  51  4  —5485  28—  76217,
Bagamoyo  ..  9  892  060114  413  33  12  —  33  44  8  —24359  19—  339  2
Dar-es-Saläm  12  194  3515163  46  24  —  17  44  40  474  42  =  38  155  1
Kilwa  4771  58  5648  58  42  —  30  57439  22|  10  933  03=  15  1568  ##
Lindi  2750  553  118  13  24  —  24  —  188  2605  24=  8  4
Zusammen  821  62  58948  311291  —329  3002  3191093  29  —-126  619  "

.  —  —.  .  —  —

42  842  Mt.  81938  Mt.  404  Mt.  457  Mtk.  976  Mt.  «

54  Pf.  46  Pf.  49  Pf.  96  Pf.  45  Pf.  «

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Referenten  bei
Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika,  Regierungsassessor  a.  D.  Henning  v.  Flügge,  für  de
Dauer  seiner  Verwendung  im  Kolonialdienste  des  Reichs  den  Charakter  als  Kaiserlicher  Regierungsratn
zu  verleihen.

Dem  Kaiserlichen  Regierungsarzt  z.  D.  Dr.  Fr.  Plehn  ist  das  Prädikat  „Professor“  beigelegt  worden.

Haiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  5.  September  1901.
Lademann  (Gebhard),  Leutnant  im  Infanterie-Regiment  Fürst  Leopold  von  Anhalt-Dessau  (1.  Magde
burgischen)  Nr.  26,  scheidet  aus  dem  Heere  am  19.  September  d.  Is.  aus  und  wird  mit  dem
20.  September  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.
A.  K.  O.  vom  8.  September  1901.  »
Klinghardt,Lcutnantim2.0stasiatischrnJnfantcrie-RegimentdesbisherigenOftafiatifchenExpcdittottskorpsscheidetausdcmlctztcrcnam19.d.Mts.ausundwikdmitdc11120.d.Mts.indcl

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.
Schutztruppe  für  Kamerun.

A.  K.  O.  vom  29.  August  1901.  „%
Dietze,  Königlich  Sächsischer  Assistenzarzt  im  2.  Jäger-Bataillon  Nr.  13,  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus
der  Königlich  Sächsischen  Armee  mit  dem  7.  September  d.  Is.  mit  Patent  vom  19.  September  1900

als  Assistenzarzt  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.
        <pb n="723" />
        —  671  —

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  3.  September  1901.
Stülpnagel,  Leutnant  im  Garde-Schützen-Bataillon,  scheidet  aus  dem  Heere  am  17.  September  d.  Is.
aus  und  wird  mit  dem  18.  September  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  angestellt.

 

 

G  *  J  J  —......*.*——3

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch--Ostafrika.  »

Nach  einem  Telegramm  des  Gouvernements  in
ar--es-Saläm  vom  22.  v.  Mts.  ist  der  Kaiserliche
egierungsrath  Henning  v.  Flügge  in  Darsesaläm
  einem  typhösen  Fieber  erlegen.

Eberhard  Wilhelm  Henning  v.  Flügge,  geboren
n  6.  Mai  1861  zu  Speck  in  Pommern,  studirte
if  den  Universitäten  Heidelberg  und  Berlin  Jurisudenz,
  wurde  im  Juli  1881  zum  Reserendar  und
1  Herbst  1888  zum  Regierungsassessor  ernannt.
r  arbeitete  bis  zum  September  1896  bei  der  Könighen
  Regierung  in  Liegnitz,  dem  Oberverwaltungsricht,
  der  Regierung  zu  Frankfurt  a.  O.  und  zuletzt
im  Polizeipräsidium  in  Berlin.  Im  März  1900
at  er  zu  seiner  Vorbereitung  für  den  Kolonialdienst

die  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
i  und  wurde  bereits  im  Mai  v.  Js.  dem  Gouverne-=ent
  in  Dar-es-Saläm  zur  zunächst  kommissarischen
erwendung  im  höheren  Verwaltungs=  und  Justizenst
  überwiesen.  Der  Verstorbene  hat  sich  im
chutzgebiete  hervorragend  bewährt  und  sich  inssondere
  mit  großem  Eifer  dem  Studium  der  wirthaftlichen
  Fragen  von  Deutsch-Ostafrika  gewidmet,
daß  ihm  von  Seiner  Moajestät  unter  dem  8.  August
Is.  der  Charakter  eines  Kaiserlichen  Regierungsths
  verliehen  wurde.  Leider  hat  ihn  die  Nachricht
e  dieser  Auszeichnung  nicht  mehr  erreicht.  Allzu
ih  hat  die  Kolonialverwaltung  in  Regierungsrath

Flügge  einen  ebenso  durch  Wissen  und  Können
ie  durch  persönliche  Eigenschaften  ausgezeichneten
camten  verloren,  dessen  bisherige  Laufbahn  zu  den
sten  Erwartungen  berechtigte.

Der  Gouvernements-Thierarzt  Schmidt  ist  mit
eimathsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

Der  Geheime  Rechnungsrevisor  Weiß  hat  die
usreise  nach  Deutsch=  Ostafrika  angetreten.

Der  Bergassessor  Haber  und  der  Steuermann
eske  sind  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

Der  Thierarzt  Schmidt,  der  Hauptzollamtsêßesteher
  Reimer  und  die  Förster  Schaumburg
nd  Dankert  haben  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsclaub
  verlassen.

Die  Schwester  Clara  Arnhold  ist  wegen  ihrer
uzn  29.  Juni  erfolgten  Verheirathung  aus  dem  Dienst
*s  Kaiserlichen  Gouvernements  ausgeschieden  und  an
rer  Stelle  die  Schwester  Hedwig  Müller  in  den
zienst  des  Gouvernements  getreten.

wasserfieber  verstorben.

 

Zahlmeisteraspirant  Schluckebier  ist  am  29.
August  an  Bord  des  Dampfers  „König“  an  Herzschwäche
  infolge  Malaria  und  Unteroffizier  Heimke
ist  am  6.  Juli  d.  Is.  in  Muanza  an  Schwarz-Ersterer
  gehörte  vor  seinem
Uebertritt  in  die  Schutztruppe  dem  Infanterie-Regiment
  von  Wittich  (2.  Hessischen)  Nr.  83,  Letzterer
dem  Grenadier-Regiment  zu  Pferde  Freiherr  von
Derfflinger  (Neumärkischen)  Nr.  3  an.

Es  sind  mit  Heimathsurlaub  am  4.  d.  Mts.  in
Neapel  eingetroffen:  Stabsarzt  Dr.  Stierling  sowie
  die  Feldwebel  Buchner  und  Peschke.

Die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  in  das  Schutzgebiet
  haben  am  13.  d.  Mts.  von  Neapel  aus  angetreten:
  Sergeant  Münch,  Sanitätssergeant
Herrmann  und  Sanitätsunteroffizier  Müller.

Ramerun.

Der  Regierungsbanmeister  Schütz  und  der  als
Exerzirmeister  angenommene  ehemalige  Unteroffizier
Mateo  haben  am  25.  August  die  Ausreise  von
Hamburg  aus  angetreten.

Der  Materialienverwalter  Ruppert
Heimathsurlaub  hier  eingetroffen.

Der  Exerzirmeister  Schreiber  hat  die  Heimreise
  angetreten.

Zahlmeisteraspirant  Blume  ist  am  9.  d.  Mts.
zur  Entlassung  in  Hamburg  eingetroffen.

Es  haben  die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  in
das  Schutzgebiet  am  11.  d.  Mts.  von  Hamburg  aus
angetreten:  Oberleutnant  v.  Bülow,  Assistenzarzt
Dietze  und  Sanitätsunteroffizier  Küster.

Togo.

Der  Lehrer  Ehni  ist  am  1.  August  in  Lome
eingetroffen  und  am  folgenden  Tage  nach  Sebbevi
abgereist,  um  die  Leitung  der  dortigen  Schule  zu
übernehmen.

ist  mit

Regierungsarzt  Dr.  Krueger  ist  am  1.  August
in  Lome  eingetroffen  und  am  folgenden  Tage  zur
Uebernahme  der  Leitung  des  Nachtigal-Krankenhauses
nach  Klein-Popo  abgereist.

 

Der  Maschinenschlosser  Küntgen  hat  die  Heim—
reise  angetreten.

Ueu.  Guinea.

Der  Gerichtsassessor  Wolff  hat  die  Ausreise
nach  Deutsch-Neu-Guinea  angetreten.
        <pb n="724" />
        672

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-DHlkafrika.
Wirthschaftsbericht  eines  deutschen  Usambara-Ansledlers.

Ueber  seine  bisherigen  Erfahrungen  macht  der
erste  deutsche  Ansiedler  in  Westusambara,  Franz
Roeper,  aus  Ukonge  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  die  nachstehenden,  sich  auf  die
Zeit  vom  September  v.  Is.  bis  zum  Juni  d.  Js.
erstreckenden  Mittheilungen:

I.  Die  Erträge  der  landwirthschaftlichen  Arbeiten
werden  am  übersichtlichsten  sein,  wenn  ich  Unkosten
und  Ertrag  für  einen  Magdeburger  Morgen  —
180  Ruthen  der  Kornart  nach  einzeln  aufführe.

1.  Erbsen  auf  kultivirtem  Buschland:  Gesammtunkosten
  25  Rup.  56  Pesas.  Geerntet  wurden  per
Morgen  4  Ctr.  15  Pfd.  Es  ergiebt  sich  hieraus
ein  Gewinn  von  3  Rup.  16  Pesas  per  Morgen.

2.  Kartoffeln  (Buschland):  Gesammtunkosten
100  Rup.  4  Pesas.  Geerntet  wurden  per  Morgen
74  Ctr.  616  Rup.  Reinertrag  per  Morgen  also
515  Rup.  60  Pesas.

3.  Gerste:  Gesammtunkosten  55  Rup.  52  Pesas.
Geerntet  wurden  per  Morgen  7  Ctr.  20  Pfd.
48  Rup.  Also  Verlust  per  Morgen  7  Rup.  52  Pesas.

4.  Bohnen:  Gesammtunkosten  100  Rup.  33  Pesas.
Hierbei  hatte  ich  einen  Verlust  von  60  Rupien
33  Pesas  per  Morgen.  Der  Schaden  war  ein  so
großer,  weil  die  Blüthe  durch  Buschwild  zerstört  war.

5.  Weizen:  Gesammtunkosten  21  Rup.  18  Pesas.
Geerntet  wurde,  da  Alles  durch  Rost  vernichtet  war,
nur  Stroh,  welches  ich  für  den  Dünger  nehme,  das
also  nicht  hierher  gehört.  Somit  ein  Verlust  von
21  Rup.  18  Pesas.

6.  Mais:  Gesammtunkosten  34  Rup.  20  Pesas.
Geerntet  wurden  per  Morgen  581  Pfund  —
19  Rup.  11  Pesas.  Verlust  15  Rup.  9  Pesas.

7.  Buchweizen  (Dreschland):  Gesammtunkosten
11  Nup.  Geerntet  wurden  345  Pfund  Gewinn
6  Rup.  16  Pesas.

8.  Hafer  (Dreschland):  Gesammtunkosten  6  Rup.
53  Pesas.  Geerntet  wurden  pro  Morgen  3  Ctr.  —
24  Rup.  Gewinn  also  17  Rup.  11  Pesas.

Das  Schneiden  einer  Wiese  zwecks  Trockenlegung
kostete  pro  Morgen  3  Rup.  16  Pesas.

Der  Abzugsgraben  von  15  m  Länge,  0.50  m
Breite,  0,75  m  Tiefe  kostete  1  Rup.  16  Pesas.

Die  Kosten  einer  Mvordammanlage  beliefen  sich
pro  Morgen  auf  4  Rup.  37  Pesas.

Bei  den  obenstehenden  Preisangaben  sind  die
Ausgaben  für  eventuell  zu  kaufendes  Saatgetreide
nicht  mit  in  Anrechnung  gebracht.  Der  Ertrag  stellt
sich  dadurch  anders,  namentlich  ist  bei  dem  Reinertrag
der  Kartoffeln  (515  Rup.)  eine  Ausgabe  von  135  Rup.
für  Saatkartoffeln  in  Anrechnung  zu  bringen.

II.  Kosten  des  Hütten=  und  Hänserbaues:

 

 

Esel=  und  Schweinestall,  9  m  lang,  3½  m  ber
1½  m  hoch,  43  Rup.  32  Pesas.

Küche  und  Vorrathshaus,  4  m  breit,  4  m  l

1½  m  hoch,  32  Rup.

Wohnhaus,  12  m  lang,  7  m  breit,  5  m  .
kostet  479  Rup.  30  Pesas.

Sämmtliche  Gebäude  sind  aus  einem  Holzerrdem
  sogen.  Gusus,  errichtet,  darauf  mit  Lehn
worfen  und  mit  dem  hier  in  den  Wiesen  wachs-Schilf
  gedeckt.  Außer  dem  Wohnhaus  sind  alle  4
einstöckig,  wenn  man  so  sagen  darf,  ersteres  de
mit  einem  starken  Wandelboden  versehen,  de  e
den  ersten  Jahren  als  Scheune  dienen  muß.

III.  Welcher  Satz  für  das  tägliche  Lebent#
Ansiedlers  in  Anrechnung  zu  bringen  ist,  richt:
wohl  sehr  nach  der  Persönlichkeit  desselben.
möchte  behaupten,  daß  der  Ansiedler  in  der  #t-Zeit,
  also  während  des  Entstehens  seiner  Ansicke
bevor  er  weder  von  seinem  Grund  und  Boden
müse,  noch  von  seinem  Vieh  Milch,  Fleisch  odee
hat,  pro  Tag  3  bis  4  Rupien  goebraucht,  selbsttesind
  Trägerlöhne  mit  einbegrisffen.  Diese  Zeitetwa
  sechs  Monate  währen,  nachher  wird  der  An“-mit
  48  Pesas  bis  1  Rup.  baren,  persönlichen  ###
auskommen,  rechnek  man  aber  den  Verbraut
Witthschastserzeugnisse  zu  Geld,  so  wird  der  tcc
Satz  noch  auf  Jahre  hinaus  in  Afrika  2  Rup.  bie-IV.

  Wie  sich  die  einzelnen  Arbeiten  folgie.

Die  einzelnen  Arbeiten  folgten  sich  vom  10.
tember  v.  Is.,  wo  ich  die  Ansiedelung  übernabn.
solgt:  September  wurde  zu  Anfang  ein  Arbeite#t
gebaut,  welches  jetzt  als  Kuhstall  benutzt  wir
die  wenigen  Arbeiter  der  Ansiedelung  in  spät
kauften  Wabuguhütten  logiren.  Zu  gleicht
begann  der  Bau  des  Wohnhauses,  welchem
Vollendung  des  Arbeiterhauses,  am  18.  Seet
der  Viehstall  und  die  Küche  folgten,  die  Alwurden
  gleichmäßig  bis  zu  ihrer  Beendigme
15.  Oktober,  fortgesetzt.  In  der  Zwischenzen.
Anfang  Oktober,  mit  einigen  Weibern  und
schon  etwas  Land  zum  Garten  umgebrochen  ur
Gemisesaat  besäct.  Hierauf  begann  hauptsächlt
Klären  des  Geländes  in  der  unmittelbaren  Na#
Gebäude,  es  wurden  einige  fahrbare  Wege  zu##-den
  Gebäuden,  ferner  ein  solcher  zum  Bach  herg#-Die
  Klärungsarbeiten  wurden  so  betrieben,  des
19.  Oktober  die  ersten  Feldbohnen  ausgesät  v##
konnten,  welchen  am  25.  Erbsen  folgten,  k
Kartoffeln  u.  s.  f.  In  der  Zwischenzeit  wurden  é#
zwei  Ochsen  eingefahren.  Das  Einpflügen  der  ##
und  Bohnen  wurde  durch  Esel  gemacht,  die  ft
fort  sehr  willig  zum  Zuge  zeigten,  was  man  ver
Ochsen  nicht  behaupten  konnte.  Ferner  2W
Oktober  noch  Gerste  gesät.  Der  November  bee
mit  dem  Dreschpflügen  durch  Ochsen,  cestens  umn  v

Kuhstall,  4  m  breit,  7  m  lang,  2  m  hoch,  kostet  selben  in  Uebung  zu  erhalten,  zweitens  um  die  11.  "T

54  Rup.  32  Pesas.

kraft  des  Dreschbodens  festzustellen.  Derselbe  vrr-
        <pb n="725" />
        t  Buchweizen  besät,  mit  dem  Ertrag,  wie  oben
gegeben.

Einige  Leute  wurden  zur  Fabrikation  von  Back—
inen  angestellt,  die  zum  Bau  eines  Ofens  und
uerherdes  verwendet  werden  sollten.  Vier  Steine
llten  sich  auf  etwa  1  Pesa.  Zur  gleichen  Zeit
strrde  in  der  Nähe  des  Hauses  ein  Brunnen  geben.
  Die  Herstellung  eines  allerdings  sehr  primieen
  Wagens  erforderte  das  Fällen  eines  starken
ltumes,  aus  dessen  Querschnitten  die  Räder  entnden.
  Das  gepflügte  Dreschland  wurde  geeggt
d  mit  Buchweizen  besät;  die  Gespanne  arbeiteten
rauf  sofort  weiter,  zum  Umbruch  für  Hafer  und
gleichen.  Auch  die  Rodung  des  Buschlandes
(rde  fortgesetzt.

Im  Dezember  wurde  gleich  zu  Anfang  Hafer
ät  und  mit  Eseln  untergepflügt,  da  beide  Ochsen,
hl  infolge  von  Erkältung,  eingegangen  waren.

Hierauf  folgt  das  Schneiden  der  Wiese,  einesils,
  um  Streu  für  das  Vieh  zu  gewinnen  und
eitens  um  die  Wiesen  durch  Abzugsgräben  trockener
legen,  da  dieselben  an  stehender  Nässe  leiden.  Das
ügen  des  Dreschlandes  sowie  das  Reinigen  des
schlandes  wird  fortgesetzt,  zwei  Tage  des  Monats
rden  zum  Hacken  der  gepflanzten  Kartoffeln  und

Mais  verwandt.

Der  Januar  bringt  als  erste  Arbeit  das  Ausjen
  der  in  Menge  in  den  Kulturen  aufgeschossenen
enkräuter.  Am  19.  werden  die  ersten  Erbsen
gefahren,  das  Land  für  nachfolgende  Kartoffeln
üngt  und  umgepflügt.  Diesen  folgen  am  25.  die
en  Kartoffeln,  welche  mit  dem  Spaten  ausgehoben
(den.  In  diesem  Monat  wurden  noch  45  Quadrathen
  Moordämme  angelegt  und  mit  Zuckerrohr
Mais  bepflanzt.  Durch  den  späteren  andauern-Regen

  sind  jedoch  die  Pflanzen  vernichtet  worden.

Monat  Februar  wird  meistens  durch  zwei  Haupteiten
  ausgefüllt:  1.  ein  fahrbarer  Weg  von  der
siedelung  bis  zur  Straße  Kwai—-Wilhelmsthal,
30  m  lang,  3  m  breit,  2.  Ausheben,  Einfüllen
i  Bepflanzen  von  700  Kaffeepflanzlöchern.  Am

werden  Bohnen  gemäht  und  nach  zwei  Tagen
gefahren,  am  16.  Buchweizen  gepuppt,  nach  zwei
gen  ebenfalls  eingefahren.  Die  Stoppel  wird
üngt  und  sofort  umgepflügt.  Auch  das  Reinigen

1  Mais,  Gerste  und  Weizen  wird  nicht  vergessen.

Der  März  beginnt  mit  dem  Ausheben  der  letzten
rtoffeln,  dieselben  wurden  mit  zwei  Eseln  nach
er  in  der  Nähe  des  Hauses  befindlichen,  vordem
ggehobenen  Miete  gefahren,  um  dort  eingemictet
werden.  Hierauf  folgt  das  sofortige  Umpflügen
Ackers,  Abeggen  und  Nachsammeln  der  Kartoffeln;
h  Beendigung  dieser  Arbeit  wird  sofort  Dung
auf  gefahren,  derselbe  untergepflügt  und  glatt
ggt,  und  der  Acker  ist  fertig,  um  die  folgende
ggensaat  aufzunehmen.  Ferner  wird  Gerste  geht,
  gebunden  und  in  die  Nähe  des  Hauses  getragen,

sie  nach  einigen  folgenden  Regentagen  gedroschen
rde.  Gerste  und  Kartoffeln,  welche  mir  von  der

iserlichen  Kulturstation  abgekauft  wurden,  wurden

673

 

mit  Eseln  nach  dort  transportirt  (ein  Esel  120  Pfd.).
Das  Gersteland  wird  sofort  gepflügt,  um  Mäheklee
  Platz  zu  machen.  April  beginnt  mit  der  Aussaat
  von  Weizen  und  Roggen  und  Eineggen  derselben.

Als  Zweites  werden  Kartoffeln  und  Mais  nach
südamerikanischer  Methode,  Reihe  um  Reihe,  gepflanzt.
Die  in  der  Mitte  des  Monats  anhaltenden  Regentage
werden  zum  Dreschen  von  Buchweizen,  Gerste  und
Erbsen  benutzt,  ferner  zum  Ausdüngen  der  Viehställe.
Die  besseren  Tage  wurden  zum  Säen  und  Unterpflügen
  der  Erbsen  sowie  zum  Pflanzen  des  Mais
benutzt.  Auch  wurde  eine  Fläche  von  3½  Morgen
von  Busch  befreit  und  mit  der  Hacke  in  Angriff
genommen.

Im  Mai  werden  die  im  April  begonnenen  Rodungsarbeiten
  fortgesetzt,  Mais  geerntet,  der  Boden
sofort  umgebrochen,  um  mit  Kartoffeln  bepflanzt  zu
werden.  Im  Dreschland  wird  ein  neues  Stück  ausgebrochen,
  um  mit  Mäheklee  besät  zu  werden.  Die
noch  vorkommenden  Regentage  werden  mit  Dreschen
oder  auch  mit  dem  Enthülsen  der  Maiskolben  ausgefüllt.

Am  Schlusse  des  Monats  wurde  das  Maisstroh
in  Mieten  zusammengefahren,  zwecks  Braunheubereitung,
  welches  bei  großer  Dürre  oder  Nässe  an  das
Weidevieh  verfüttert  werden  soll.

V.  Gebäude  sind  momentan  acht  auf  der  Ansiedelung,
  davon  wurden  vier  gebaut  wie  oben  angeführt,
  vier  sind  Wabuguhütten  und  werden  als
Arbeiterwohnungen  benutzt.  Kultivirt  sind  an  Buschland
  12  Morgen  148  Ruthen,  an  Dreschland  6  Morgen
  84  Ruthen,  an  Wiese  2  Morgen  80  Ruthen
mit  Abzugsgräben,  wie  oben  gesagt.  Ferner  wurde
ein  Fahrweg  schon  erwähnt.  Die  Gesammtkosten
stellen  sich  hierfür  bis  zum  1.  Juni  1901  auf
1224  Rupien  32  Pesas.

VI.  Welches  Zugvieh  ich  für  das  geeignetste
halte,  kann  ich  nicht  mit  einem  Wort  sagen.  Nach
meiner  Ansicht  müßten  in  kleinen  Wirthschaften,  das
heißt  von  200  ha  und  darunter,  nur  Esel  gehalten
werden  und  keine  Ochsen.  Da  ist  es  schlecht  einzurichten,
  daß  ein  Theil  des  Zugviehs  diese  Arbeit,  ein
anderer  Theil  jene  macht.  Auf  großen  Besitzungen
ist  es  etwas  Anderes,  da  können  die  Arbeiten  dementsprechend
  vertheilt  werden.

Hat  die  betreffende  Ansiedelung  eine  Brennerei
im  Gange,  dann  ist  es  sicher  vortheilhafter,  Ochsen
zu  halten.  Auch  auf  schwerem  Boden,  wo  die  Arbeit
langsamer  vor  sich  geht,  werden  Ochsen  am  Platze
sein,  auf  leichterem  Boden  müssen  Esel  sein,  da  gehen
Ochsen  zu  langsam.  Ein  Vortheil  der  Ochsenhaltung
ist  ja  der,  daß  man  die  zur  Arbeit  untauglichen
Thiere  noch  schlachten  oder  an  den  Schlächter  verkaufen
  kann,  wogegen  für  einen  abgetriebenen  Esel
sehr  wenig  gezahlt  werden  wird.  Für  die  Esel  aber
spricht  wieder  die  Mannigfaltigkeit  ihrer  Dienstleistungen,
  als  Last-,  Zug=  und  Reitthier.  Außerdem
muß  ich  nochmals  betonen,  daß  mit  den  Eseln  ganz
entschieden  mehr  geleistet  wird,  wenn  man  die  Zeit
in  Anrechnung  bringt,  so  habe  ich  z.  B.  im  Durchschnitt
  mit  zwei  Eseln  1  Morgen  41  Ruthen  pro

2
        <pb n="726" />
        Tag  gepflügt,  welches  doch  beinahe  der  Leistung  von
leichten  Pferden  gleichkommt.  Auch  wird  die  Er—
nährung  der  Esel  nach  meiner  Rechnung  pro  Tag
und  Kopf  um  24  Pesas  billiger,  als  bei  Ochsen.
Ueber  das  Kameel  als  Zugthier  wage  ich  nicht  zu
sprechen,  da  ich  über  dessen  Leistung  nicht  genügend
orientirt  bin.

VII.  Ueber  die  Zukunft  einer  Ansiedelung  kann
bei  dem  bisherigen  Mangel  an  fahrbaren  Straßen
noch  kein  sicheres  Urtheil  gesällt  werden.  Solange
keine  besseren  Kommunikationsmittel  bestehen,  werden
die  Ansiedler  darauf  angewiesen  sein,  so  wie  jeder
Schenzi  hier  in  den  Bergen,  ihren  Grund  und  Boden
als  Weide  liegen  zu  lassen,  sich  von  den  Erträgen
ihrer  Viehzucht  zu  ernähren  und  im  Uebrigen  hoffnungsvoll
  der  Zeit  zu  warten,  wo  es  besser  werden
soll,  d.  h.  Bahnen  und  Fahrstraßen  gebaut  werden.

Kamerun.
Rautschuktultur  in  Ramerun.

Einem  Privatbriefe  des  Direktors  des  botanischen
Gartens  in  Victoria  (Kamerun)  entnimmt  der  „Tropenpflanzer“
  die  erfreuliche  Thatsache,  daß  die  daselbst
im  November  1898  aus  Samen  gezogene  Kickxiaelastica
  schon  jetzt  etwa  3  m  hoch  ist  und  zu  blühen
anfängt,  auch  im  Gegensatz  zur  Hevea  ihre  Milch
ganz  ausgezeichnet  leicht  hergiebt.  Die  dort  angepflanzten
  Hevea  tragen  schon  Früchte.  Der  echte
Ficus  Vogelii  daselbst  giebt  guten  Kautschuk  und
zwar  viel.  Auch  Sapium  utile  ist  in  einigen  guten
Exemplaren  im  Garten  vertreten.  Von  der  Moliwepflanzung
  berichtet  Dr.  Preuß,  daß  die  dort  in
größerer  Zahl  angepflanzten  Castilloas  gut  stehen,
die  Kickria  hingegen  mangelhaft;  sehr  gut  steht
Mascarenhasia  elastica,  ebenso  Tabernaemontana
Donncell  Smithü  als  eine  eventuell  brauchbare  Guttaperchapflanze.
  Von  Payena  Leeril  waren  nur
wenige  Exemplare  vorhanden,  desgleichen  gab  es
nur  wenige  Heveabäunchen.

Da  auch  nach  den  Berichten  des  jetzt  verstorbenen
Herrn  Stammler,  Hauptpflanzers  der  Plantage  Moliwe,
die  Castilloa  vorzüglich  gedeiht,  so  hat  sich  die
Pflanzungsgesellschaft  auf  den  RNath  von  Professor
Warburg  in  diesem  Jahre  400  000  Castilloasamen
aus  Costarica  kommen  lassen.  Wenn  auch  der  größte
Theil  der  Samen  durch  die  überlange  Dampferfahrt
in  Hamburg  verdorben  angekommen  ist,  so  hofft  man
doch,  im  Ganzen  immerhin  noch  100  000  Castilloapflänzchen
  lebend  nach  Kamerun  bringen  zu  können.

Togpo.
verbesserung  der  Kindviebrasse  in  Togo.

Ueber  die  Möglichkeit  und  die  Wege  zur  Verbesserung
  der  Rindviehrasse  im  Küstengebiete  von

674

—

 

Togo  berichtet  Regierungsarzt  Dr.  Schilling
Klein-Popo  Nachstehendes:

An  der  Küste,  speziell  in  Klein-Popo,  finder
zwei  Sorten  von  Rindvieh:

1.  Ein  kleiner,  meist  schwarzer,  kurzhör
Schlag,  abstammend  von  einer  einheimischen  9
Der  Werth  dieser  Thiere  ist  ein  sehr  geringer.
Gewicht  beträgt  etwa  150  bis  200  kg.  Die
haben  nur  ganz  gering  entwickelte  Euter,  so  da
beinahe  unerklärlich  erscheint,  wie  die  Kälber  wäh
der  ersten  Lebenstage  die  nöthige  Milch  finden.

2.  Eine  Kreuzung  zwischen  dem  einheimij
Vieh  (Nr.  1)  und  einem  größeren,  meist  gelben.l
hörnigen  Rind,  welches  aus  Teneriffa  bezw.  Mar
früher  eingeführt  worden  sein  soll.  Diese  R
unterscheidet  sich  vortheilhaft  von  der  erwähnten,
aber  noch  wenig  zahlreich.

Das  Vieh  wird  an  Ort  und  Stelle  als  Schla
vieh  verwendet,  in  seltenen  Fällen  an  die  Dam
oder  nach  auswärts  verkauft.  Von  Milchgewinm
und  Verwerthung  ist  bei  den  Eingeborenen  ke
Rede,  im  Gegentheil:  dieselben  scheuen  die  M
als  etwas  Unreines.  Deshalb  fehlt  auch  jede  #-des
  Viehs.  Die  ungedeckten  Pferche,  in  der  N
oder  mitten  in  Klein-Popo  gelegen,  werden  morge
geöffnet,  das  Vieh  muß  sich  in  der  Umgegend  sell
sein  Futter  suchen,  abends  kehrt  es  von  selbst  ne
dem  Pferch  zurück,  bleibt  oft  auch  nachts  im  Freie
immer  aber  den  heftigen  Tropenregen  ausgee
Während  der  Regenzeit  ist  das  Gras  reichlich  ur
gut;  namentlich  sind  zwischen  Kpeme  und  Banoch
  gar  nicht  ausgenützte  gute  Weideplätze  vel
handen.  Während  der  trockenen  Zeit  büßt  das  Ir
naturgemäß  an  Gewicht  ein.

Stallfütterung  und  -Pflege  ist  vollkommen  ur
bekannt,  ebenso  eine  Verwendung  der  Stiere  zur
Ziehen.  6

Die  Kastration  ist  bekannt,  wird  aber  nur  ielm
ausgeführt,  da  man  eben  kein  Bedürfniß  nach  Zu
und  Mastochsen  hat.  Somit  steht  die  Viehzucht
der  Küste  noch  auf  einer  sehr  niedrigen  Stufe.  2
aber  eine  Aufzucht  von  Erfolg  begleitet  sein  würde,  fit
außer  allem  Zweifel  und  zwar  aus  folgenden  Grümt

1.  Gutes  fettes  Fleisch  vom  Rind,  das,  wi
auch  nicht  im  heimischen  Sinne  gemästet,  aber  d
im  Stalle  mit  gutem  Futter  gefüttert  wurde,  uã
in  sanitärer  Beziehung  eine  höchst  wichtige  undbwillkommene
  Verbesserung  in  der  Ernährung?
zahlreichen  Europäer.  Nicht  bloß  Klein-Popo  v
Sebbe,  sondern  —  bei  der  leicht  in  einer  Noche
rückzulegenden  Entfernung  —  auch  Lome  nir
von  einer  Einrichtung  regelmäßiger  Schlachttagert
fitiren.  Auch  eine  stärkere  Produktion  von  *“
von  Butter  und  Käse  könnte  nur  im  Interesse
Europäer  liegen.  »

2.  Ein  guter  Absatz  für  Schlachtvieh  würde  dut
die  Dampfer  der  verschiedenen  Linien  gewährten
Wenn  die  Kapitäne  auf  zuverlässige  Leserung  wt
könnten,  würden  sie  diese  bequeme  Art  der  2
viantirung  ihrer  Schiffe  zweifellos  ausnüten.  "
        <pb n="727" />
        ikte  könnten  beide  Theile  binden.  Der  einfache,
cht  zu  erzielende  Gewinn  würde  den  intelligenten
ngeborenen  bald  in  die  Augen  fallen  und  sie  die

»xtheile  eines  verbesserten  Viehstandes  erkennen
sen.
3.  Die  Verwendung  von  Zugthieren  würde

genblicklich  bei  dem  geringen  Verständniß  der  Einborenen
  und  der  theilweise  verbesserungsbedürftigen
eschaffenhelt  der  Wege  sich  in  geringen  Grenzen
lten.

Zwei  Momente  jedoch  dürften  hier  wesentlich  in
2  Wagschale  fallen,  nämlich  das  Projekt  einer
malspurigen  Geleiseverbindung  Lome—Klein-Popo
id  der  Ausbau  von  Handelswegen  nach  dem
anern.

Lokomotiven  dürften  wegen  der  hohen  Kosten  für
nschaffung  für  Heizmaterial  2c.  wohl  kaum  in  Anendung
  kommen,  könnten  jedoch  die  Firmen  Zugiere
  auf  dem  Geleise  verwenden,  welche  bei  geringen
nterhaltungskosten  große  Arbeitsleistungen  zu  beältigen
  im  Stande  sind,  so  stände  einer  ausgiebigen
enutzung  des  Geleises  kein  Bedenken  mehr  im
lege.  Die  Verwendung  von  Pferden  zur  Personenförderung
  dürfte  jeden  Maschinenbetrieb  überftüssig
achen.

Der  Verwendung  von  Zug=  und  Lastthieren  auf
en  bereits  vorhandenen  Verkehrswegen  nach  dem
munern  stand  bisher  der  Umstand  im  Wege,  daß
kinder  und  Pferde,  vom  Innern  nach  der  Küste
ebracht,  fast  ausnahmslos  erkrankten  und  namentch
  von  den  Pferden  die  überwiegende  Mehrzahl
1  Grunde  ging.  Nachdem  als  Ursache  dieser  Krankeit
  ein  Blutparasit  festgestellt  ist,  kann  man  sich  der
rwartung  hingeben,  daß  ähnlich  wie  bei  anderen
rkrankungen  auch  hier  ein  Mittel  gefunden  werde,
as  entweder  die  erkrankten  Thiere  heilt  oder  diealben
  gegen  die  Ansteckung,  welche  durch  den  Stich
er  Tsetsefliege  vermittelt  wird,  unempfindlich  macht.
falls  sich  diese  Hoffnung  verwirklichen  sollte,  wird
sch  zweifelsohne  der  Waarenverkehr  mit  Hülfe  von
zug=  und  Lastthieren  schnell  und  bedeutend  heben
mund  verbilligen.  Als  Absatzgebiet  für  Zugthiere
verden  alsdann  auch  die  verschiedenen  Plantageninternehmungen
  im  Innern  in  Frage  kommen,  die
isher  der  Hülfe  von  Arbeitsvieh  schmerzlich  entehren
  mußten.

4.  Ich  glaube  nicht  fehlzugehen  mit  der  Anlahme,
  daß  in  den  an  unser  Schutzgebiet  anstoßenden
anglischen  und  französischen  Kolonien  nicht  anders
vie  in  dem  deutschen  Küstenstreisen  ein  Bedarf  an
verthvollem  Arbeits=  und  Schlachtvieh  vorhanden
st.  Das  Heranwachsen  cines  Bestandes  an  solchem
Vieh  wird  ganz  natürlicherweise  auch  einen  erhöhten
  Erport  nach  den  Nachbarkolonien  zur  Folge
haben.  Auch  hier  werden  die  intelligenteren  Eingeborenen
  gar  bald  die  Vortheile,  welche  ihnen  aus
der  Verbesserung  ihrer  Herden  erwachsen,  erkennen
und  ausnutzen  lernen.

Diesen  Bedürfnissen  nun,  die  sich  natürlich  zum
Theil  erst  in  einiger  Zeit  fühlbar  machen  werden,

 

675  —

muß  schon  jetzt  Rechnung  getragen  werden,  da  die
Beschaffung  und  Aufzüchtung  des  nöthigen  Zugviehes
gleichfalls  einige  Zeit  in  Anspruch  nimmt.

Da  somit  auch  die  Rentabilität  des  angelegten
Kapitals  erst  nach  längerer  Zeit  eintritt,  wird  ein
Rrivatunternehmer  sich  wohl  kaum  zu  solcher  Anlage
bereit  finden.  Vielmehr  muß  hier  die  Regierung
cintreten  und  die  nöthigen  Mittel  zu  einem  solchen
Unternehmen  aufwenden.

Glücklicherweise  hat  nun  das  Gouvernement  an
der  Küste  die  beste  Gelegenheit,  im  Anschluß  an  schon
Bestehendes  diesen  Versuch  zu  unternehmen.  Herr
Plantagenleiter  Wöckel  in  Kpeme  nimmt  hervorragendes
  Interesse  an  der  Aufzucht  eines  guten  Viehschlages
  im  Küstenstreisen  und  ist  ohne  Zweifel  eine
geeignete  Persönlichkeit  für  ein  derartiges  Unternehmen.
  Seine  bisherigen  Erfolge  in  der  Ausbildung
von  Stieren  zum  Zug  sind  hervorragend.  Im
eigenen  Interesse  der  ihm  anvertrauten  Plantagen
liegt  es,  sich  für  die  Zukunft  ein  gutes  Material  an
Zugthieren  für  den  sich  immer  mehr  ausdehnenden
Betrieb  zu  sichern.

Vorbehaltlich  der  Genehmigung  des  Aussichtsrathes
  seiner  Gesellschaft  hat  er  sich  bereit  erklärt,
die  Leitung  des  Versuches  in  die  Hand  zu  nehmen.

Ich  stimme  mit  dem  genannten  Herrn  in  dem
Vorschlag  überein,  von  der  Aufzucht  des  eingeborenen
minderwerthigen,  sogenannten  Atakpameviehes  abzusehen,
  da  eine  wesentliche  Veredelung  dieser  Rasse
auch  unter  günstigen  Umständen  erst  nach  einer  längeren
  Reihe  von  Kreuzungen  möglich  sein  wird.  Der
Heranziehung  des  Buckelrindes  aus  dem  hochgelegenen
Innern  steht  vorläufig  die  Schwierigkeit  im  Wege,
dasselbe  durch  die  durch  die  Tsetsefliege  gefährdeten
Gebiete  des  Inlandes  hindurch  an  die  Küste  zu
bringen  und  in  dem  durch  die  feuchte  Seebriese
charakterisirten  Küstenklima  zu  akklimatisiren.  Somit
bleibt  allein  die  Einfuhr  von  gutem  Zugvieh  auf
dem  Seewege  übrig.

Als  Bezugsquellen  kommen  zwei  Gegenden  in
Betracht:  Madeira  und  Teneriffa  besitzen  eine  kräftige,
  als  Zug=  und  Schlachtvieh  gleich  geeignete
Rinderrasse.  Die  mit  Teneriffavieh  gemachten  primitiven
  Einfuhrversuche  seitens  einiger  Schwarzer
sind  schon  erwähnt.  Immerhin  beweisen  dieselben,
daß  Madeiravieh  sich  an  der  Küste  von  Togo  eingewöhnt.


Ferner  käme  Deutsch-Südwestafrika  in  Betracht.
Dieses  Schutzgebiet,  theilweise  noch  in  den  Tropen
gelegen,  besitzt  einen  Stamm  von  schönem,  anspruchslosem
  und  bereits  an  schwere  Arbeit,  unter  stark
wechselnden  Temperaturen,  gewöhntem  Vieh.  Die
Dauer  der  Seereise  sowie  die  ärztliche  Untersuchung
vor  der  Abfahrt  und  nach  der  Ankunft  schließen  jede
Gefahr  einer  Einschleppung  der  in  Südafrika  endemischen
  Krankheiten  aus.  Von  allergrößtem  Vortheil
  ist  es  ferner,  daß  uns  eine  direkte  deutsche
Dampferlinie  mit  jenem  Schutzgebiet  verbindet.  Der
Transport  müßte  von  einem  zuverlässigen  und  fachkundigen

  Eingeborenen  begleitet  werden.
        <pb n="728" />
        In  Bezug  auf  die  Akklimatisation  an  der  Togoküste
  sind  die  Chancen  für  Vieh  aus  Madeira  und
Deutsch-Südwestafrika  ziemlich  gleich.  Daraus  folgt,
daß  ein  solcher  Versuch  auch  mit  Vieh  von  beiderlei
Herkunft  gemacht  werden  muß,  denn  es  steht  zu  erwarten,
  daß  sich  je  nach  der  Verwendung  der  eingeführten
  Rinder  zur  Zucht,  zum  Ziehen,  zum  Tragen
oder  als  Schlachtvieh  gewisse  Unterschiede  bemerkbar
machen  werden.  Um  ferner  die  Vollständigkeit  des
Versuches  durch  etwaige  Verluste  nicht  in  Frage  zu
stellen,  müssen  aus  jeder  der  beiden  Bezugsquellen
mindestens  zwei  Bullen  und  drei  Kühe  eingeführt
werden.  Die  Auswahl  der  zur  Deckung  vorzuführenden
  Kühe  muß  ohne  Frage  dem  Züchter  überlassen
  bleiben.  Auf  diese  Weise  ist  zu  hoffen,  daß
innerhalb  weniger  Jahre  sich  an  der  Küste,  speziell
in  Bagida  und  Kpeme,  ein  Stock  vorzüglichen  Viehes,
das  allen  Anforderungen  entspricht,  herausgebildet
haben  und  damit  eine  bedeutende  Vermehrung  eines
gerade  für  eine  tropische  Kolonie  außerordentlich
wichtigen  Transportmittels  und  gleichzeitig  eines
werthvollen  Ausfuhrartikels  erreicht  sein  werde.

Kautschukkultur  in  Atakpame.

Der  Stationsleiter  von  Atakpame  (Togo),  Herr
Geo  A.  Schmid,  berichtet  über  die  Kautschukkultur
innerhalb  seines  Amtsbereiches,  wie  folgt:

Für  den  Bezirk  Atakpame  ist  die  Kautschukgewinnung
  von  großer  Bedeutung,  doch  kommt  einstweilen
  nur  die  Landschaft  Akposso  in  Betracht.  In
den  anderen  Landschaften:  Atakpame,  Sagada,  Pessi,
Anyanya  kommen  wohl  auch  Kautschukpflanzen  vor,
aber  nicht  in  genügender  Menge,  um  die  Gewinnung
des  Kautschuks  lohnend  zu  gestalten.

In  Akposso  sind  es  zwei  Landolphiaarten,  die
Gummi  liefern.  Beide  werden  in  der  Enyhesprache
Agnälka  und  in  der  Akpossosprache  Taku  genannt.
Zur  Verfälschung  des  Gummis  wird  der  Milchsaft
einiger  Ficusarten,  besonders  der  Ficus  Vogelii,
sehr  häufig  benutzt  (Alposso:  Alemla,  Evhe:  Anyi).
Weder  Kickxia  africana  noch  Kickxia  elastica
habe  ich  bisher  in  Alposso  gefunden.  Die  zwei
Landolphiaarten  sind  sehr  deutlich  voneinander  zu
unterscheiden.  Der  Milchsaft  der  häufiger  vorkommenden
  Art  (Landolphia  florida?)  koagulirt  an  der
Luft  sehr  leicht  bei  Zusatz  von  Salz  oder  Citronensäure,
  der  Milchsaft  der  zweiten  Art  (Landolphia
comorensis?)  koagulirt  nur  nach  Erwärmung.

Die  Wurzeln  der  ersten  Art  werden  sehr  häufig
zur  Herstellung  des  Wurzelgummis  benutzt,  wodurch
naturgemäß  die  Pflanzen  der  Ausrottung  nahe  gebracht
  werden.  Allerdings  werden  aus  den  Wurzeln
schneller  größere  Quantitäten  gewonnen,  während  die
Gewinnung  durch  Rindenkerbung  recht  zeitraubend
ist.  Es  wäre  sehr  wünschenswerth,  daß  die  Gewinnung
  von  Wurzelgummi,  von  den  Händlern  beaten
rubber  genannt,  aus  Lianen  in  der  Kolonie  gesetzlich
verboten  würde.  Wurzelkantschutpflanzen,  Carpodinus
  .,  kommen  in  Akposso  nicht  vor,  meines

676

 

Wissens  auch  nur  vereinzelt  in  anderen  Geger
Togos.  Es  wird  also  aller  Wurzelgummi,  de
Togo  gehandelt  wird,  aus  den  Wurzeln  der  Lie
hergestellt.  Dabei  steht  der  Wurzelgummi  im  P
niedriger  als  der  andere  Gummi.

In  Akposso  habe  ich  die  Gewinnung  von  Gur
aus  Lianenwurzeln  untersucht  und  viele  Orte  ber
zur  Neupflanzung  von  Lianen  veranlaßt.  Eine  gr
Anzahl  von  Samen  und  Pflänzchen  wurden  a
gepflanzt.  Orte,  die  den  Raubbau  zu  weit  getrie
hatten,  wurden  gezwungen,  größere  Anpflanzun
zu  machen.

Bei  Betrachtung  der  Kautschukoerhältnisse
Akposso  liegt  die  Frage  nahe,  ob  sich  wohl  die  Kul
von  Kautschukpflanzen  als  Volkskultur  eignen  wür
Ich  möchte  diese  Frage  entschieden  bejahend  bei
worten.  Jedenfalls  lohnt  die  Volkskultur  besser  #
die  Großkultur.  Abgesehen  von  Kautschuk  liefemd
Bäumen,  wie  Kickxia,  Ficus,  Hanika  2c.,  die  c#
große  Kosten  allmählich  in  größeren  Mengen  ei
geführt  und  vertheilt  werden  könnten,  lohnt  sich  ou
die  Anpflanzung  von  Landolphien  für  die  Eingek:
renen.  Die  Samen  lassen  sich  leicht  sammeln,  un
die  Anpflanzung  verursacht  auch  nicht  große  Müber
An  Flußläufen  und  in  nicht  zu  Farmzwecken  benur
tem  Busch  würde  sich  die  geringe  Mühe  des  An
pflanzens  und  Reinigens  nach  einigen  Jahren  lohne
Ja  selbst  auf  Farmland,  das,  wie  fast  allgemein
üblich,  in  acht=  bis  neunjährigem  Turnus  zu  Farmzwecken

  benutzt  wird,  wäre  die  Bepflanzung  mu

Lianen  während  der  Brachezeit  durchaus  möglich  un
sicher  für  den  Eingeborenen  rentabel.  In  steber
bis  acht  Jahren  lassen  sich  die  Lianen  sehr  gur
ausnutzen.

Natürlich  ließe  sich  diese  Volkskultur,  wenn  men
sie  nicht  auf  unabsehbare  Zeit  verschleppen  will,  nur
mit  einem  gewissen  Druck  durchführen,  der  mit  der
wachsenden  Intelligenz  der  Eingeborenen  von  selbft
wegfallen  würde.  Nach  Einführung  dieser  Vollskultur
  wäre  auch  gegen  die  Herstellung  von  Wurzelkantschuk
  nichts  einzuwenden,  da  die  Kautschukpflonzen
in  dem  Jahre,  wo  das  Land  zu  Farmzwecken  benuft
werden  soll,  ausgerodet  und  nach  Möglichkeit  ousgenutzt
  werden  können.

Deutsch-Hüdweftafrika.
Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-  Südwestafrika.

Es  liegt  der  Bericht  vor  für  das  Geschäftsiolr
1900.  Zur  Vermessung  der  der  Gesellschaft  zur
stehenden  10  000  qkm  ist  der  Landmesser  Her
W.  Breil  in  das  Schutzgebiet  entsandt.  Die  Kost
der  auf  drei  Jahre  geschätzten  Vermessungsarbeutr
dürften  45  000  bis  60  000  Mk.  betragen.

Im  Berichtsjahre  wurden  vier  Farmen  mit  zu
sammen  32  000  ha  und  zu  einem  Preise  von  2  be
2,30  Mk.  pro  Hektar  verkauft,  außerdem  wurden  in
Klein-Windhoek  elf  Heimstätten  mit  rund  15  ha  ab-
        <pb n="729" />
        gegeben.  Im  Ganzen  sind  57  dieser  Heimstätten
vergeben  und  25  vermessen.  Dieselben  haben  sich
zum  Theil  sehr  gut  entwickelt.  Der  Heimstättenbesitzer
  John  Ludwig  erzielte  von  Mitte  Januar  bis
Mitte  Februar  d.  Is.  von  300  tragenden  Stöcken
3600  Pfund  Weintrauben,  welche  an  Ort  und  Stelle
mit  75  Pf.  pro  Pfund  bezahlt  wurden.  Die  koatholische
  Mission  in  Klein-Windhoek  erzielte  von  fünf
Stöcken  im  Alter  von  20  bis  25  Jahren,  welche
eine  14  m  lange  Veranda  bilden,  700  Pfund,  von
200  bis  250  Stöcken,  vier=  bis  sechsjährig,  1000  Pfund
Weintrauben.  Nach  der  Fläche,  auf  der  diese  Erträge
erzielt  sind,  dürfte  ein  preußischer  Morgen,  mit  vierbis
  sechsjährigen  Stöcken  bepflanzt,  ungefähr  5000
Pfund  Trauben  geben,  vorausgesetzt,  daß  das  Land
unter  Berieselung  steht.

Bezüglich  des  Hatsamas-Unternehmens  wird  mitgetheilt,
  daß  eine  Expedition  der  Firma  Philipp
Holzmann  &amp;amp;  Co.,  Frankfurt  a.  M.,  zur  Prüfung  des
Unternehmens  und  Aufstellung  von  Entwürfen  und
Kostenanschlägen  mit  finanzieller  Unterstützung  der
Gesellschaft  und  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amts  entsandt  wurde.  Die  Expedition
unter  Leitung  der  Ingenieure  Alexander  Kuhn  und
Skutari  befindet  sich  zur  Zeit  in  voller  Thätigkeit.

Die  Musterfarmen  „Hoffnung“  und  „Unverzagt“
haben  keinen  günstigen  Abschluß  erzielt,  was  zum
Theil  auf  die  Leitung  derselben  zurückzuführen  ist.
Fine  in  diesem  Jahre  ausgebrochene  Pest  brachte
einen  Verlust  von  50  Stück  Jungvieh.  Mitte  Februar
betrug  der  Viehbestand  18  Pferde,  4  Maulesel,
523  Stück  Rindvieh,  506  Schafe,  63  Ziegen,
65  Schweine  und  68  Stück  Geflügel.  Die  eingeführten
  deutschen  Bullen  sind  von  guter  Wirkung
auf  die  qualitative  Steigerung  des  Rindviehs  gewesen.
Auch  von  der  Schweinezucht  wurden  in  diesem  Jahre
günstige  Resultate  erwartet.  Diese  Musterfarmen
dienen  auch  zugleich  neuen  Ansiedlern  als  Lehranstalt,
da  jungen  Landwirthen,  welche  sich  ansiedeln  wollen,
seitens  der  Gesellschaft  die  Vergünstigung  zugestanden
wird,  sechs  Monate  als  Volontär  sich  dort  aufzuhalten,
  um  so  vor  Ankauf  von  Land  mit  den  örtlichen
Verhältnissen  und  dem  landesüblichen  Wirthschaftsbetrieb
  sich  bekannt  zu  machen.  Diese  nützliche  Einrichtung
  zu  benutzen,  kann  nur  jedem  Ansiedler
empfohlen  werden.

Eine  Gewinnvertheilung  findet  nicht  statt,  da  die
Verwaltung  es  für  angemessen  erachtet,  alle  Mittel
flüssig  zu  halten,  um  das  gegenwärtig  noch  in  der
Entwickelung  begrissene  Unternehmen  gegen  alle  Zusälle
  sicher  zu  stellen.

Dem  Verwaltungsrath  gehören  an  die  Herren
Excellenz  Staatsminister  v.  Hofmann,  erster  Vorsitender,
  Geheimer  Regierungsrath  Simon,  stellvertretender
  Vorsitzender,  Kommerzienrath  Eduard  Arnold,
Chr.  v.  Bornhaupt,  Konsul  Adolf  Schwabe,  Konsul
Ernst  Vohsen,  Direktor,  Konsul  Wallich,  Durchlaucht
Fürst  zu  Wied,  sämmtlich  in  Berlin,  Senator  Joh.
Herm.  Eschenburg,  Lübeck,  Ministerresident  Dr.  Goermg,

 

677  —

Burg  Veldenstein,  Geheimer  Kommerzienrath  C.  Möllmann,
  Iserlohn,  E.  A.  Oldemeyer,  Bremen,  Professor
Th.  Rehbock,  Karlsruhe,  Regierungsrath  Frhr.  Chr.
v.  Tucher,  Nürnberg.  Hiervon  bilden  den  geschäftsführenden
  Ausschuß  die  Herren  Geheimer  Regierungsrath
  Simon,  Vorsitzender,  Konsul  E.  Vohsen,  Direktor,
Konsul  A.  Schwabe,  Konsul  H.  Wallich,  Chr.  v.  Bornhaupt.
  (Tropenpflanzer.)

Hamva.

Stimmung  der  Samoaner.

Gouverneur  Dr.  Solf  hat  neuerdings  eine  Rundreise
  auf  Savaii  unternommen,  über  die  schon  Mittheilungen
  in  die  Oeffentlichkeit  gelangt  sind.  Wie
aus  den  Berichten  des  Gouverneurs  hervorgeht,  hat
er  bei  den  Samoanern  überall  eine  ausgezeichnete
Aufnahme  gefunden.  An  zwei  Stellen  hat  er  sich
allerdings  genöthigt  gesehen,  strafend  einzugreifen,
doch  ist  dies  auf  die  Eingeborenen  von  guter  Wirkung
gewesen.  Für  ihre  Auffassung  sind  Aeußerungen
von  Interesse,  die  sich  in  einem  hier  eingegangenen
Schreiben  des  samoanischen  Dolmetschers  beim  Kaiserlichen
  Gouvernement  in  Apia  finden.  Sie  lauten
in  der  Uebersetzung  aus  dem  Samoanischen,  wie  folgt:

„Am  11.  Juli  begab  sich  Gouverneur  Dr.  Solf
nach  Matautu  auf  Savaii,  von  wo  der  von  der  Regierung
  als  Dorfhaupt  eingesetzte  Tulafale  (Sprecher)
vertrieben  worden  war.  Seine  Gegner  hatten  seine
Pflanzungen  zerstört  und  seine  Schweine  abgeschlachtet.
Die  über  die  Schuldigen  verhängte  Strafe  von  über
100  Dollar  war  nicht  entrichtet.  Auch  nach  der
Ankunft  des  Gouverneurs  blieb  die  Bezahlung  auf
Anstiften  des  Dorfältesten  aus.  Der  Gouverneur
entbot  nunmehr  alle  Schuldigen  —  im  Ganzen  sechs
—  vor  sich  und  setzte  sie  auf  der  Stelle  in  einem
Hause  des  Dorfs  Matautu  gefangen.  Jetzt  legte
man  sich  auf  das  Bitten.  Aber  der  Gouverneur
bestand  auf  feiner  Entscheidung  und  ließ  die  Leute
in  das  Gefängniß  in  Apia  abführen,  wo  sie  für
ihren  Ungehorsam  büßen.

Dann  ging  die  Reise  nach  dem  Faasaleleagabezirk,
  wo  gleichfalls  ein  Häuptling  festgenommen
wurde.  Es  war  der  Häuptling  Sua,  der  dem  Befehl,
  eine  Wegsperre  zu  beseitigen,  nicht  nachgekommen
  war.  Auch  er  sitzt  jetzt  im  Gefängniß
zu  Apia.

Aber  trotz  dieser  Strenge  sind  die  Samoaner
zufrieden,  denn  gerade  auf  diese  Art  lernen  sie  die
Bedeutung  der  Gesetze  kennen.  Man  hört  die  Leute
sagen:  „Erst  jetzt  erkennen  wir  die  Schranken  der
Gesetze,  und  es  ist  mit  dem  leichtsinnigen  Schwören
und  den  Meineiden  vorbei.#  Gerade  darum  freut
sich  Samoa  über  das  gegenwärtige  Regiment.  Man
lasse  nur  den  Gouverneur  und  den  Ritchter  ihres
Amtes  walten.“

3
        <pb n="730" />
        Dieselbe  Persönlichkeit  schreibt  über  einen  anderen
Vorfall,  der  die  Gemüther  der  Samoaner  in  Erregung
  versetzt  hat,  Folgendes:

„Im  Juni  wollte  der  Oberhäuptling  Mataafa
eine  Zahl  feiner  Matten  vertheilen,  die  zu  diesem
Zweck  von  seiner  Familie  aus  Anlaß  der  Verleihung
des  Oberhäuptlingstitels  (alil  sili)  zusammengebracht
waren.  Er  hatte  alle  Bezirke  zur  Theilnahme  an
der  Feier  eingeladen.  Der  Bezirk  Falealili  leistete
jedoch  keine  Folge.  Die  Antwort  von  dort  war,
man  sollte  dergleichen  altsamoanische  Unsitten  aufgeben,
  es  gäbe  nur  einen  Herrn  von  Samoa,  den
Kaiser,  und  einen  Gouverneur,  dem  Alle  zu  gehorchen
  hätten.  Der  Taog  der  Vertheilung  der
Matten  kam  heran,  ohne  daß  sich  die  Unzufriedenheit
jener  Partei  gelegt  hätte.  Aber  es  kam  darüber
nicht,  wie  ehedem  in  Samoa,  zum  Kampfe,  sondern
das  ganze  Land  blieb  ruhig,  und  alle  Theilnehmer
der  Feier  versicherten  den  Gouverneur  ihrer  besonderen
Verehrung  und  fügten  sich  dessen  Wunsche,  daß  man
sich  allgemein  mit  der  Art,  wie  Mataafa  die  Matten
austheilte,  zufrieden  geben  möchte.  So  ging  diese
Austheilung  in  aller  Ruhe  vor  sich  und  war  am
10.  Juli  glücklich  beendet.“

Pflanzung  von  Perrn  P.  Schmidt  in  Samog.

Die  „Samoanische  Zeitung“  vom  6.  Juli  enthält
die  Beschreibung  eines  Rundganges  durch  die  Kaffeeund
  Kakaopflanzung  des  Herrn  Hugo  Schmidt  aus
Breslau  in  Tuanal-mato  am  Ufer  des  Fuluasonflusses.
  Danach  scheint  sich  die  Liberiakaffee=  und
Kakaokultur  daselbst  gut  zu  entwickeln.  Die  408  Acres
große  Pflanzung  wurde  1896  von  dem  Besitzer
käuflich  erworben,  und  im  folgenden  Jahre  wurden
60  Acres  unter  Kultur  gebracht;  1900  bis  1901
wurden  weitere  42  Acres  bepflanzt,  so  daß  jetzt
6000  Kaffee=  und  15.000  Kakaobäume  daselbst  stehen.
Herr  Schmidt  läßt  jetzt  keine  Waldbäume  mehr  als
Schattenspender  stehen,  da  sie  einerseits  vereinzelt
schnell  kränkeln  und  absterben  und  andererseits  mit
ihrem  ausgebreiteten  Wurzelsystem  den  neugepflanzten
Kulturbäumen  die  Nährstoffe  wegnehmen;  die  Kakaobäume
  stehen  in  4½,  die  Kaffeebäume  in  4  m  Abstand.
  Die  Kakaosaat  stammt  aus  Ceylon,  und  zwar
wird  Criollo,  Forastero  namentlich  in  Kreuzung
sowie  Calabacillo  angepflanzt.  Die  älteren  Bäume
tragen  sehr  reichlich;  von  einem  Baume  wurden  an
einem  einzigen  Tage  60  Früchte  gepflückt  und  mindestens
  ebenso  viele  noch  unreif  hängen  gelassen.
Viele  Bäume  mußten  sogar  gestützt  werden;  selbst
der  im  Allgemeinen  wenig  ergiebige  Criollo  soll  recht
reichliche  Früchte  ansetzen.  Der  Eigenthümer  hat
schon  begonnen,  Kaffee-  und  Kakaosaat  zu  verkaufen,
auch  besitzt  er  schon  Trockenapparate  und  hat  besondere
  Bambusleitern  konstrnirt.  Die  Samen  werden
zu  zweien  in  Körben  ausgesät  und  später  in  denselben
  ausgepflanzt;

 

von  den  zwei  jungen  Pflanzen

678  —

–4

wird  die  schwächere  entsernt.  In  den  Balls
streisen  ist  Vanille  an  den  Bäumen  gepflonzt  Ar
mit  Muskat,  Zimmt,  Arrowroot,  Ramie,  Eucalg
und  verschiedenen  Schatten=  und  Zierbäumen  #
Herr  Schmidt  Versuche,  was  für  die  Kolonie  m
fern  von  besonderer  Bedeutung  ist,  als  ein  botontn-Garten
  daselbst  vorläufig  noch  fehlt.
(Tropenpflanzer

RAus  dem  Bereiche  der  Wissionen  m
der  Antisklaverei-Bewegung.

Eine  neue  Missions=  Anstalt  soll  in  r
Lichterfelde  von  der  nur  für  Deutsch-Ostei
thätigen  Evangelischen  Missionsgesellschaft  Be###
errichtet  werden,  die  bisher  unter  dem  Mangel  ##
eigenen  Haufes  sehr  zu  leiden  hatte.  Das  28°  —
dratruthen  große  Grundstück  liegt  am  südöfle
Ende  von  Groß-Lichterfelde  und  ist  noch  mir  Kiewald
  bestanden.  Ein  Bauplan  liegt  bercus:
und  in  einem  Jahre  hofft  man,  den  Bau##
zu  haben.

Vom  12.  bis  20.  Oktober  1900  hat  eine  c.
meine  Missionskonferenz  der  an  den  Uferler
des  Nyassasees  arbeitenden  evangelischen  M#sgesellschaften
  stattgefunden.  Die  Livingstonia-  N#.
die  am  westlichen  Ufer  des  Sees  im  südlichnn  1.
von  Britisch-Centralafrika  arbeitet,  feierte  i#n
jähriges  Bestehen  und  hatte  aus  diesem  Anib
der  Konferenz  auf  ihrer  Station  Livingstonia  #-laden,
  um  das  allen  Betheiligten  am  Herzen  litt-Werk
  der  Erschließung  von  Centralafrika  für:
Evangelium  zu  behandeln.  Sieben  Gesellstsandten
  Vertreter,  darunter  die  in  dem  deurt
Nyassagebiet  thätigen  Missionsgesellschaften  Berund
  die  Brüdergemeinde;  zusammen  33  Abger
(21  Missionare  und  12  Missionarinnen).  Der  ##
ler  die  Verhandlungen  füllt  eine  Broschür
über  70  Seiten,  die  an  Ort  und  Stelle  gedrut
Nach  dem  Ausspruch  eines  Redners  herrschte  E#-keit,
  aber  keine  Eintönigkeit.  In  29  sormulund
  mit  Ausnahme  zweier  einstimmig  angenoun
Beschlüssen  wurde  das  Ergebniß  der  gemeu#t
Arbeit  zusammengefaßt.  Verhandelt  wurde  namerüber
  die  Evangelisationsarbeit  unter  Betheiligune
Eingeborenen,  die  Organisation  der  Eingeborenent:
die  Taufe  der  Kinder  und  der  Erwachsenen,  die
handlungdcholksnttendIcEkztehungOund
angelegenheit  (ein  gemeinsamer  Lehrplan  soll
Behörden  der  einzelnen  Gesellschaften  zur  Annempfohlen
  werden),  die  ärztliche  Mission  und
Missionsarbeit  der  Frauen.  Die  Konferenz  wil
im  Jahre  1903  wieder  versammeln.  Naäheres
die  gefaßten  Beschlüsse  enthält  das  Missionsdlan
Brüdergemeinde  vom  September  dieses  Jad###
        <pb n="731" />
        Neue  Nachrichten  aus  der  Wadschaggamission
am  Kilimandscharo)  bringt  das  „Evangelisch-Lutheische
  Missionsblatt".  Von  der  Station  Moschi
b#ird  berichtet,  daß  die  Regenzeit  mit  einer  Macht
creinbrach,  wie  schon  lange  Zeit  nicht  mehr,  in  den
flußläufen  und  in  anderen  sonst  trockenen  Rinnsalen
ürzten  ungeheure  Mengen  Wassers  thalwärts  herab.
jast  alle  zum  Theil  mit  vieler  Mühe  und  großen
kosten  errichteten  Brücken  sind  dem  verheerenden
rlement  zum  Opfer  gefallen,  darunter  die  schöne
roße,  über  1000  Rupien  kostende  Brücke  über  den
dimo.  —  Als  Missionar  Althaus  Anfang  Februar
lach  Mwika  ging,  um  den  seit  Dezember  untetrochenen
  Unterricht  wieder  aufzunehmen,  erbot  sich
ort  der  neue  Häuptling  Ndemast  aus  freien  Stücken,
iun  Stelle  der  alten  baufälligen  Schule  ein  neues
szebäude  auf  dem  vom  Missionar  schon  früher  zum
lnkauf  ausgewählten  Platze  zu  errichten.  Br.  Altwaus
  ging  gern  auf  den  Vorschlag  des  Häuptlings
in  und  sprach  nur  den  Wunsch  aus,  daß  neben  dem
Schulhaus  noch  ein  kleines  Häuschen  für  den  zeitbeiligen
  Aufenthalt  eines  Missionars  gebaut  werde.
luf  diesen  letzteren  Plan  gingen  der  Häuptling  und
eine  Leute  ein.  Im  März  konnte  man  mit  dem
lusstellen  des  Schulgebäudes  (7  m  lang  und  4  m
reit)  beginnen.  —  Die  Schularbeit  in  Marangu
ling  verhältnißmäßig  gut  von  statten.  Die  Schüler
amen  freilich  nicht  sehr  zahlreich,  doch  waren  die,
velche  erschienen  waren,  im  Ganzen  so  eistig,  daß
Missionar  Krause,  der  diese  Schule  leitet,  mit  ihren
Jortschritten  zufrieden  war.  —  Nachdem  früher  nur
allerlei  in  Taweta  und  Moschi  gedruckte  Lesebogen
ind  einzelne  biblische  Geschichten  als  Lesestoff  im
dkimamba,  dem  Dialekt  der  südöstlichen  Landschaften
im  Kilimandscharo,  zur  Verfügung  gestanden  hatten,
vurde  der  Station  Mamba  die  große  Freude  zu  Theil,
zum  ersten  Male  ein  Büchlein  in  diesem  Dialekt  zu
erhalten.  Es  ist  dies  ein  auf  der  Missionsdruckerei
ien  Moschi  gedrucktes  Lesebuch  mit  sechs  alttestamentlichen
  und  22  neutestamentlichen  Geschichten,  welche
im  Druck  gegen  40  Seiten  ausmachen.  Mit  Begier
machten  sich  Schüler  und  Arbeiter  darüber,  dieselben
abends  zu  lesen.  Man  darf  bestimmt  annehmen,  daß
dieses  Büchlein  zusammen  mit  der  noch  im  Druck
befindlichen  Lesefsibel  die  Lust  zum  Lesen  und  Lernen
ganz  bedeutend  steigern  wird.  —  In  Pokomo  wird
es  immer  lebendiger.  Dort  werden  von  den  beiden
christlichen  Jünglingen,  Johannes  und  Petro,  täglich
durchschnittlich  30  bis  40  Kinder  unterrichtet.  Die
Missionare  von  Moschi  gehen  von  Zeit  zu  Zeit  hin,
um  sich  von  dem  Stand  des  Unterrichts  zu  überzeugen.
  In  Moschi  betrug  der  Schulbesuch  täglich
90  bis  100  Kinder,  die  selbst  in  der  Regenzeit  im
April  aushielten.  Ein  freudiges  Ereigniß  war  die
Ankunft  von  zwei  Kirchenglocken  aus  Deutschland  am
18.  März.  „Am  16.  März,  schreibt  Br.  Jessen,
wurde  das  ganze  Gebirge  von  einem  heftigen  Erdbeben
  heimgesucht.  Mittags  um  zwei  Uhr  erzitterte
plößlich  das  ganze  Haus;  das  Wellblech  des  Daches

 

679  —

klirrte,  Gläser  fielen  auf  den  Boden.  Wir  eilten  ins
Freie,  wo  bereits  die  Jugend  versammelt  war.
Unsere  Dschagga  meinten,  das  sei  schon  öfter  dagewesen.
  Aber  so  stark  wie  diesmal  soll  es  doch
nicht  oft  gewesen  sein.  Es  währte  minutenlang,  und
eine  Weile  nachher  zitterten  noch  die  Spitzen  der
Büsche  und  Blumen.  Von  der  Kapelle  fiel  ein  Theil
des  Wandputzes  herab;  sonst  hat  das  Erdbeben
Gottlob  keinen  Schaden  angerichtet.  Das  Schönste,
was  uns  der  April  brachte,  war  ein  Tauffest  am
ersten  Osterfeiertage.  Die  Feier  war  deswegen  in
besonderem  Maße  erfreulich,  weil  sie  zum  ersten
Male  an  einer.  ganzen  Familie  vollzogen  werden
konnte,  die  nicht  auf  unserer  Station,  sondern  ziemlich
  weit  weg  in  den  Pflanzungen  wohnt.“  —  In
Ikutha  konnte  infolge  des  ungewöhnlich  reichlichen
Regens  nach  der  Ernte  im  März  sogleich  im  April
von  Neuem  gepflanzt  werden,  so  daß  man  dies  Jahr
dreimal  ernten  wird.  „In  dieser  fruchtbaren  Zeit
—  schreibt  Br.  Mal  —  ist  uns  einmal  recht  gezeigt
worden,  wie  fruchtbar  doch  auch  hier  der  Boden  ist,
wenn  er  genügende  Feuchtigkeit  besitzt.  Um  den  reichlich
  geernteten  Mais,  der  noch  in  Kolben  ist,  zu
bergen,  haben  wir  das  neue  Wohnhaus  benutzt  und
eine  Stube  bis  zu  1  m  Höhe  damit  angefüllt.  Aus
unserem  Süßkartoffelfeld  haben  wir  sehr  schöne  Süßkartoffeln
  geerntet,  eine  wog  über  3½  Pfund.  Außerdem
  habe  ich  Samen  von  hiesigen  Fruchtbäumen  und
Datteln  gesät  und  Weinstecklinge  und  Feigen  gesenkt.
Roggen,  Weizen,  Gerste,  Kürbisse  und  verschiedener
anderer  Samen  aus  der  Heimath  ist  aufgegangen.
Bananen  haben  wir  auch  aus  unserem  Garten  essen
dürfen;  fast  jede  Staude  hat  jetzt  Frucht  angesetzt.“

Wie  wir  dem  86.  Jahresbericht  der  Evangelischen
Missionsgesellschaft  in  Basel  entnehmen,  zeigt  sich  im
Voltagebiet  ein  merkwürdiger  Unterschied  zwischen
dem  Theil,  der  zur  englischen  Kolonie  gehört,  und
dem  deutschen  Theile.  Die  Gemeinden  im  englischen
Gebiet  haben  mit  Ausnahme  einer  einzigen  keine
Zunahme  aufzuweisen,  während  die  im  deutschen  Gebiet,
  das  zu  Togo  gehört,  sämmtlich  gewachsen  sind.
Im  deutschen  Gebiet  hatte  besonders  viele  Heidentaufen
  Ntschumuru  in  Nkonya,  wo  auch  viele  Heiden
den  Gottesdienst  besuchen.  Eindruck  machte  es,  daß
bei  Beerdigung  einer  christlichen  Sklavin  kein  Unterschied
  zwischen  ihr  und  einer  Freien  gemacht  wurde.
Bei  den  Heiden  nämlich  wird  bei  Beerdigung  von
Sklaven  dem  Todten  der  Rand  eines  irdenen  Topfes
um  den  Hals  gelegt,  um  ihn  auch  in  der  Geisterwelt
als  Sklaven  zu  kennzeichnen.  Auch  andere  Stationen
in  Nkonya  stehen  hoffnungsvoll.  In  Boöm  gingen
zwar  die  Anmeldungen  zur  Taufe  etwas  zurück,  doch
giebt  es  auf  allen  Stationen  des  Ländchens  Taufbewerber.
  Auch  in  dem  noch  neuen  Gebiet  von  Kratschi,
wo  Pfarrer  Awere  auf  dem  am  weitesten  ins  Innere
vorgeschobenen  Posten  der  Baseler  Gesellschaft  arbeitet,
beginnt  die  Mission  Eingang  zu  finden.  Die  Heiden
sangen  an  zu  erkennen,  daß  die  Fetischpriesterschaft
        <pb n="732" />
        Betrug  treibt,  vermögen  aber  noch  nicht,  sich  ihr  zu
entziehen.  Bei  viel  Widerstand,  den  oft  noch  mehr
die  Fleischlichkeit  und  geistige  Stumpfheit  als  die
heidnische  Religion  selber  bereitet,  und  im  Kampf  mit
ungünstigen  Einflüssen,  die  von  der  Küste  her  ins
Land  dringen,  aber  auch  unterstützt  durch  das  von
der  europäischen  Kultur  geweckte  Bildungsbedürfniß
und  von  ihm  willkommen  geheißen  breitet  sich  die
Mission  immer  weiter  auf  der  Goldküste  aus,  nicht
nur  einzelne  Seelen  für  den  Herrn  gewinnend  und
christliche  Gemeinden  gründend,  sondern  auch  das
Volk  und  Volksleben  in  bemerkbarer  Weise  erneuernd
und  umbildend.  "

In  Kamerun  hat  sich  die  Mission  der  Baseler
Gesellschaft  ungestört  entwickelt,  nach  außen  wachsend,
nach  innen  sich  vertiefend.  Bei  549  Heidentaufen,
aber  176  Ausschließungen  ist  die  Seelenzahl  der
Christen  um  333  gestiegen.  „Gerne  wird  man  hören,“
so  heißt  es  u.  A.  in  dem  erwähnten  Jahresbericht,

„daß  unsere  deutschen  Landsleute  am  Kamerunfluß
sich  bereit  finden  ließen,  sich  zu  einer  deutsch  -evangelischen

  Gemeinde  zusammenzuschließen.  Die  deutschen
Gottesdienste,  die  zweimal  monatlich  gehalten  werden,
sind  seitdem  besser  besucht.  Für  die  Eingeborenen
verspricht  die  jetzt  vollendete  und  demnächst  erscheinende
  neue  Uebersetzung  des  Neuen  Testaments  ins
Duala  von  Br.  Schuler  ein  Segen  zu  werden.  Unser
kleines  Predigerseminar  in  Bu5a,  das  uns  besser
ausgerüstete  eingeborene  Mitarbeiter,  als  wir  sie  bis
jetzt  haben,  heranbilden  soll,  entwickelt  sich  hoffnungsvoll.
  In  drei  Klassen  hat  es  23  Schüler.  Gegen
Ende  des  Jahres  konnten  die  fünf  ersten  daraus
hervorgegangenen  Arbeiter  in  Dienst  gestellt  werden.
Mit  Freuden  bemerkt  man  die  Spuren  inneren  Lebens
bei  den  Zöglingen.  Die  Vorbereitung  der  jungen
Leute  für  das  Seminar  geschieht  hauptsächlich  in  den
Mittelschulen  in  Bonaberi  und  Lobethal,  die  selbst
wieder  ihre  Schüler  theils  aus  den  Knabenanstalten,
theils  aus  den  Dorsfschulen  erhalten.  Wenn  schon
im  letzten  Jahresbericht  gesagt  werden  durfte,  daß
sich  die  Lage  besser  gestaltet  habe,  so  darf  das  vom
vergangenen  Jahre  noch  entschiedener  gesogt  werden.“

Ueber  die  Thätigkeit  der  neu  gegründeten  katholischen
  Missionsstation  in  Groß-Batanga  (Kamerun)
  berichtet  Br.  Schilitz  in  „Kreuz  und  Schwert“:

Am  Dienstag  nach  Ostern  eröffnete  ich  nach  vorhergehender
  Bekanntmachung  den  Unterricht,  an  dem
sich  am  ersten  Tage  26  Schüler  betheiligten.  An
diesem  Tage  machte  uns  auch  der  Häuptling  einen
Besuch  und  versicherte  uns  seiner  Mithülfe  in  jeder
Angelegenheit.  Häuptling  Bobala  ist  ein  älterer,
verständiger  Mann.  Er  hat  nicht  das  zudringliche
Wesen,  das  man  bei  den  Negerfürsten  häufig  findet.
Er  ist  der  von  der  kaiserlichen  Regierung  anerkannte
Oberhäuptling  von  Groß.  Batanga  und  den  umliegenden
  Mabeadörfern.  Er  versteht  es  auch,  bei
seinen  Untergebenen  sich  Achtung  und  Gehorsam  zu
verschaffen.  Besonders  hat  die  Jugend  einen  enormen

680

 

 

Respekt  vor  einer  Vorladung  zu  ihm.  Durch
Machtwort  vermehrte  sich  denn  auch  die  Schülerz
schon  in  einigen  Tagen  auf  80  Kinder;  sie  sind  #c
noch  Anfänger.  Alle  mußten  Kontrakt  auf  mindeste
drei  Jahre  machen.

Während  es  nun  in  der  Schule  eifrig  c
Lesen,  Schreiben  2c.  ging,  machte  Bruder  Joha
sich  mit  Lichtung  des  Busches  und  Anpflanzen
thun.  So  thaten  wir  unser  Möglichstes  in  Kul
virung  des  Innern  und  Aeußeren.  Vor  Alle
wurde  unser  Grundstück  mit  einer  Hecke  umgeb
und  dann  mit  dem  Pflanzen  nöthiger  und  nütlich
Landesprodukte  begonnen.  Bruder  Nikolaus  bearben
den  Gemüsegarten,  der  heute  schon  seine  Erstlin,
liefert.  Ein  größeres  Stück  wurde  mit  Makabo  b
setzt,  der  uns  die  Kartoffel  ersetzen  soll.  Auch  babe
wir  mit  Mais  einen  Versuch  gemacht,  jedoch  schen,
es  nicht  sehr  wahrscheinlich,  daß  wir  eine  rentat!
Ernte  erzielen  werden.  Allerdings  gedeiht  diese
Korn  hier  vorzüglich,  aber  es  werden  wohl  d
fürchterlich  vielen  und  gefräßigen  Webervögel  ermer
ehe  er  ausgereift  ist.  Später  wollen  wir  dann  aunoch
  Yams  (eine  Art  Kartoffel),  Bataten,  Mans
und  Erdnüsse  anbauen.  An  Fruchtbäumen  werden
wir  Mango,  Brotfrucht,  Citronen,  Melonen  und
Ochsenherz  anpflanzen.  —  Das  wäre  über  unsere
Thätigkeit  nach  außen  zu  bemerken.  Was  mun  di
eigentliche  Arbeit  des  Missionars  an  den  Seelen  der
Neger  betrifft,  so  scheinen  wir  auch  hierin  gute  Aussicht
  zu  haben.  Die  Schule,  die  Sonntags  als  Kopelle
  dient,  ist  stets  voll,  und  Mancher  kommt  wed.
nicht,  weil  er  merkt,  daß  zu  wenig  Platz  da  ist
Getauft  sind  hier  bisher  nur  einige  Schulknaben  und
einige  ältere  Leute.  Auch  ein  katholisches  Ehep##r
ist  hier  ansässig.

In  demselben  Blatte  schreibt  der  apostolisce
Vikar  von  Süd-Nyansa,  J.  J.  Hirth,  über  die  Enwickelung
  der  Mission  in  Ruanda:

Unsere  Station  zum  hlst.  Herzen,  kaum  ein  Janr
alt,  macht  schon  ziemliche  Fortschritte.  Die  zweersten
  Häuser  aus  Backsteinen  haben  die  anfangs  errichteten
  Hütten  ersetzt,  eine  große  Mauer  um  das
Ganze  sichert  vor  einem  Ueberfall.  Aber  an  den
Ueberfoll,  der  anfangs  wohl  zu  fürchten  war,  derr
heute  Niemand  mehr.  Die  Jugend  des  Landes  hor
schnell  den  Weg  zu  uns  gefunden,  nicht  bloß  um
Arbeit  und  als  Bezahlung  dafür  Stoffe  zu  finder
sondern  auch,  um  Unterricht  in  der  Religion,  m
Lesen  und  Schreiben  zu  nehmen.  Die  guten  Leute
haben  so  lange  unter  der  harten  Herrschaft  der  er
oberer,  der  Batussi,  geseufzt,  daß  sie  in  den  Missenaren
  bald  ihre  Beschützer  erkannten.  Dank  der
Hülse  des  Königs  durften  wir  schon  eine  neue  Station
errichten,  und  zwar  in  Kissaka,  im  Osten  des  Landes
Unsere  Mission  Marienberg  geht  langsom  vorwärte,
Neben  viel  Gutem,  das  wir  erreichen,  haben  wir  auch
viel  Schwierigkeiten  zu  überwinden.  Die  Zahl  der
Christen  wächst,  die  Schule  wird  ziemlich  besucht  bon
        <pb n="733" />
        —

mdern,  die  lesen,  schreiben  und  rechnen,  die  am
weitesten  Fortgeschrittenen  üben  auch  Deutsch.  Im
Lande  selbst  herrscht  große  Luft,  schreiben  zu  lernen;
rom  Kagera  bis  nach  Usinja  im  Süden  giebt  es
num  einen  Häuptling  von  Ansehen,  der  nicht  seinen
Oofsschreiber  besitzt,  einen  früheren  Zögling  von  uns.
Unsere  Christen  sind  so  ziemlich  an  der  ganzen  Westkune
  des  Viktoria-Sees  zerstreut.  Seit  einiger  Zeit
kommen  im  Süden  des  Kagera  viele  Bewohner  von
liganda  an,  die  aus  ihrer  Heimath  vertrieben  wurden.
ille  diese  Flüchtlinge  waren  an  der  Revolution  betheiligt,
  die  im  letzten  Jahre  in  Uganda  tobte.

Einem  Briefe  des  P.  Bögershausen  an  die
Redaktion  der  „Monatshefte  zu  Ehren  Unserer  Lieben
Frau  vom  hlst.  Herzen  Jesu“  aus  Vuna  Pope
(Biemarck-Archipel)  entnehmen  wir  Folgendes:

Die  Erlernung  der  Sprache  ist  die  erste  Aufgabe
des  neuen  Missionars.  Es  ist  aber  für  einen  Euronier
  ziemlich  schwer,  sich  eine  Sprache  anzueignen,
wie  die  hiesige.  Nicht  nur  fehlt  jede  Verwandtschaft
mit  den  Sprachen  der  zivilisirten  Welt,  sondern  auch
die  Art  und  Weise,  sich  ausgudrücken,  ist,  obwohl

681

 

regelmäßig,  doch  ganz  verschieden  von  der  unsrigen.

In  der  Kanachensprache  fehlen  die  Hülfszeitwörter
„sein“  und  „haben".  Von  „Sollen“  und  „Müssen“,

von  „Pflicht“  und  überhaupt  von  Ausdrücken  für

die  Wiedergabe  abstrakter  Begriffe,  ist  keine  Rede.

Ausdrücken  für  die  Bezeichnung  der  Naturerscheinungen
  und  die  Gebräuche  unserer  Kanachen.  Mit  der
Zeit  und  viel  Geduld  fängt  man  an,  sich  zu  verständigen.
  —  An  der  Nordküste  Neupommerns  sowie
  im  Weberhafen  befinden  sich  mehrere  Stationen,
wo  sich  zwar  noch  keiner  unserer  Missionare  niedergelassen
  hat,  wo  die  Leute  aber  schon  Anhänger
unserer  Religion  sind.  Da  haben  sie  sich  denn
meistens  ein  nettes  Strohkirchlein  erbaut,  und  ein
Katechet  oder  auch  ein  Heide,  wenn  ein  Katechet  noch
sehlt,  meistens  der  Häuptling  selbst,  betet  Sonntags
den  oft  zahlreich  versammelten  Leuten  die  Gebete
vor.  Mit  einem  Lied  wird  dieser  Lotu  (Gottesdienst)
  dann  gewöhnlich  beendigt.  —  Am  Ostermontag
  galt  es,  die  verschiedenen  Stationen  am
Weberhafen  zu  besuchen,  um  die  augenblicklich  gut
gesinnten  Heiden  zu  ermuntern.  Nach  zweistündiger
Fahrt  legten  wir  in  Watom  an,  gegen  9  Uhr  erreichten
  wir  das  Kap  Livuan.  Das  nächste  Ziel

vor.  Da  wurden  nun  große  Quantitäten  von  Taros,
Bananen  und  geriebene  Kokoskerne  nebst  heißen  Kochsteinen
  in  Bananenblätter  eingewickelt.  Ich  bemerkte
ein  derartiges  Ehbündel,  das  beinahe  1  m  im  Durchmesser
  hatte  und  von  vier  Mann  auf  einer  Art
Bambusbahre  an  den  Ort  getragen  wurde,  wo  der
Schmaus  stattfinden  sollte.  Eine  stattliche  Reihe
Kanachen  folgte  den  Trägern;  sie  alle  hatten  nur  ein
Verlangen,  bald  ihrem  Magen  etwas  Leckeres  zuzuführen
  und  dazu  noch  in  großen  Portionen.  Bei
dem  Kanachen  scheint  die  Freude  um  so  größer  zu
sein,  je  mächtiger  der  Eßhaufen  ist,  und  mit  wahrer
Sehnsucht  erwartet  er  den  Augenblick,  wo  er  sich
darauf  stürzen  kann,  um  seinen  Theil  zu  erwischen,
den  er  dann  abseits  von  den  Andern  in  aller  Eile
verzehrt.  Erst  als  das  Festessen  zubereitet  war,
schien  man  sich  wieder  an  unsere  Gegenwart  zu  erinnern;
  wir  kauften  einige  Taros  und  Süßkartoffeln
für  uns  und  unsere  Ruderer  und  fingen  dann  an,
unsere  Feldküche  einzurichten.  Ich  finde  es  immer
interessant,  hier  unter  Palmen  Feuer  zu  machen  und
mir  das  Mittagessen  vorzubereiten.  —  Am  folgenden
Morgen  mietheten  wir  einen  Auslegerkahn,  um  den
Karawat  hinaufzufahren.  Da  entfaltete  sich  vor
meinen  Blicken  eines  der  schönsten  Panoramen,  die
ich  je  gesehen.  Der  ruhig  fließende  Strom  mit  seinen
Biegungen,  hier  und  da  gehemmt  durch  ungeheure

Bäume,  rechts  und  links  begrenzt  durch  den  Wald
Dagegen  findet  sich  ein  großer  Reichthum  vor  an

mit  seinem  mannigfaltigen  Blätterwerk,  seinen  Ranken
und  Lianen,  das  war  eine  Pracht  sondergleichen.
In  der  Ferne  sah  ich  die  Höhenzüge  mit  den  hohen
Kokosbäumen,  deren  Kronen  sich  im  Winde  wiegten,
dann  wiederum  in  meiner  Nähe  die  verschiedensten
Wasserpflanzen  und  Gräser.  Leilder  war  es  uns
nicht  vergönnt,  weiter  den  Fluß  hlnaufzufahren,  denn
dazu  fehlte  uns  die  Zeit.  Wir  drangen  dann  noch
etwas  weiter  in  den  Weberhafen  und  kamen  bis  nach
Mondres,  wo  wir  eine  herrliche  Kokospflanzung
haben.  Wir  wunderten  uns  über  die  Fortschritte
derselben  und  besuchten  die  Stelle,  an  welcher  demnächst
  einer  unserer  Konfratres  sich  niederlassen  wird.
Ueberall  sahen  wir  die  herrlichen  großen  Enkalyptusbäume

  zwischen  einer  ganzen  Fülle  von  allerlei  Blattunserer

  Reise  war  Wlawolo,  das  Gebethaus  des

Turramaqu  (Herr  Spitze  des  spanischen  Nohres).
Wir  trafen  diesen  zwar  nicht  an,  um  von  ihm  Auskunft
  zu  erhalten,  aber  viele  Kanachen  versicherten
uns,  daß  des  Sonntags  das  Gebethaus  nicht  alle
Kirchenbesucher  fassen  könne.  Etwas  weiter  in  den
Weberhafen  hinein  kamen  wir  zur  Station  des  Tapal
(Herr  Häring)  und  zu  dessen  Bruder  To  Bebea  ik
(Herr  Flügelchen).  Unzählige  Leute  waren  dort  neben
dem  Gebethause  versammelt.  Eben  bereiteten  die
guten  Leute,  ihrer  Sitte  gemäß,  ein  Heirathsessen

werk  emporstreben.  In  einigen  Monaten  wird
mancher  von  diesen  Bäumen  fallen  müssen,  da  der
Herr  Bischof  dort  eine  Sägerei  anzulegen  gedenkt.

Aus  fremden  Rolonien  und
Produhktionsgebieten.

Budget  des  Kongostaats  für  das  Jahr  1001.
Das  kürzlich  veröffentlichte  Budget  des  Kongostaates
  für  das  Jahr  1901  weist  eine  Gesammtausgabe
  von  31  256  054  Francs  auf,  der  eine
Gesammteinnahme  von  30  751  054  Francs  gegenübersteht.
  Es  ergiebt  sich  hiernach  ein  Defizit  von
505  000  Francs  gegen  1  500  000  im  Vorzjahre.
4
        <pb n="734" />
        Unter  den  Einnahmeposten  sind  die  wichtigsten:  Er—
träge  des  staatlichen  Landbesitzes  sowie  Tribute  und
Abgaben  der  Eingeborenen
Zölle  6  055  000  Francs,  Transportwesen  und  dergleichen
  4000  000  Francs  und  Ertrag  des  Porteseuille
  2  075  000  Francs.  Einnahmen  wie  Ausgaben
  sind  seit  dem  Jahre  1892  um  das  Sechs=  bis
Siebenfache  gestiegen.

Die  Entwickelung  von  NRhodesia  1898  bis  1900.

Den  Berichten  der  Verwaltung  von  Rhodesia  an
die  British  South  Africa  Company  für  die  Jahre
1898  bis  1900  entnehmen  wir  Folgendes:

I.  Süd-Rhodesia.

Die  eingeborene  Bevölkerung  betrug  im  Jahre
1900  449  901  Köpfe;  sie  zahlte  an  Hüttensteuer
und  sonstigen  Abgaben  an  die  Verwaltung  77  220  S.6
Die  Gesammteinnahmen  des  Landes  betrugen  1898/99
269  000  L,  denen  762  000  L  Ausgaben  gegenüberstanden.
  Für  das  Jahr  1900/1901  werden  die
Einnahmen  auf  426  800  L,  die  Ausgaben  auf
792  .000  1M  geschätzt.  Die  Verminderung  der  Polizeitruppe
  auf  eine  Stärke  von  400  Europäern  und
400  Eingeborenen  wird  in  Anregung  gebracht,  wodurch
  eine  Kürzung  der  Ausgaben  von  310  000  S
auf  100  000  —  pro  Jahr  in  Aussicht  gestellt  wird.
Die  Gesammtausgaben  für  Straßenbau  betrugen
1899/1900  18  000  L.  Mit  der  Vollendung  der
Eisenbahn  Salisbury  —  Buluwayo  werden  nach  der
Ansicht  der  Verwaltung  diese  Ausgaben  eine  erhebliche
  Verminderung  erfahren.  Der  Eisenbahnbau
schreitet  rüstig  vorwärts,  er  hat  auch  während  des
Krieges  nicht  geruht,  wenn  auch  wegen  Unterbrechung
der  Verbindungen  große  Mengen  Material  in  der
Kapkolonie  liegen  bleiben  mußten.  Außer  dieser
großen  Linie,  die  die  letzte  Lücke  in  der  Verbindung
Beira  —  Kapstadt  schließt,  ist  eine  Eisenbahn  von
Buluwayo  nach  den  Gwanda-Goldfeldern  begonnen
worden.

Für  Unterrichtszwecke  ist  eine  Summe  von  4000  2
Diese  Summe  bein

  den  laufenden  Etat  eingesetzt.
dentet  aber  nur  einen  Zuschuß  seitens  der  Verwaltung.
  Im  März  1899  gab  es  acht  öffentliche
Schulen  im  Lande,  die  mehr  als  je  25  Schüler  hatten;
die  Zahl  aller  europäischen  Schulkinder  in  diesen
Schulen  betrug  339.

Der  Werth  des  1899)1900  gewonnenen  Goldes
wird  auf  199  307  #  angegeben.  Der  Bedarf  an
Kohle  vergrößert  sich.  Zwei  Erpeditionen  nach  den
1894  entdeckten  Kohlenlagern  sind  freilich  vergeblich
gewesen;  doch  werden  weitere  Forschungen  in  Gegenden
  angestellt,  die  kohlenführende  Schichten  aufweisen
sollen.

Der  Vermessung  des  Landes  wird  die  größte
Aufmerksamkeit  geschenkt,  was  sich  bei  den  Farmverkäufen
  in  wohlthuendster  Weise  äußert.

17  424  630  Francs,

 

Zwei  Vertreter  der  Verwaltung  wurden  nach
Australien  geschickt,  um  Einkäufe  von  gutem  Zuchtvich
zu  machen.  Wegen  der  hohen  Preise  sind  indessen
zunächst  nur  1000  Stück  besorgt  worden.  Die  Verwaltung
  hat  mit  den  Farmern  von  Matabeleland  ein
Abkommen  getroffen,  wonach  diese  auf  Kredit
unter  Verpfändung  ihres  Grundbesitzes  —  Vieh  geliefert
  erhalten.  1100  Stück  sind  in  dieser  Weise
von  der  Verwaltung  vertheilt  worden.  Auf  dieser
Grundlage  soll  ein  regelmäßiges  System  zur  Vermehrung
  des  Bestandes  an  Rindvieh  aufgebaut  werden.
Es  soll,  wenn  möglich,  nur  Vieh  aus  den  südafrikanischen
  Kolonien  eingeführt  werden,  da  dieses  das
Klima  am  besten  verträgt.  Von  Rinderkrankheiten
ist  Rhodesia  jetzt  frei;  insbesondere  ist  während  des
letzten  Jahres  kein  einziger  Fall  von  Rinderpest  mehr
vorgekommen.

II.  Nordost-Rhodesia.

Die  Zahl  der  Eingeborenen  beträgt  nach  der
letzten  Zählung  256  000  Köpfe;  die  Zahl  der  ansässigen
  Europäer  129.

Die  Hauptausfuhrartikel  sind  Elfenbein  und
Kautschuk;  von  dem  ersteren  wurden  1899/19½#
17  105  engl.  Pfund,  von  dem  letzteren  75  307  engl
Pfund  ausgeführt.

Das  Land  wird  als  wildreich  bezeichnet.  Elefanten
  kommen  noch  in  großen  Heerden  vor;  doch
hat  die  Verwaltung  schon  jetzt  einen  Schutzdistuit
östlich  des  Merusees  für  sie  geschaffen.  Südlich  des
Tanganyika  sind  einige  Suahelihändler  stets  auf  der
Elefantenjagd,  und  es  steht  zu  erwarten,  daß  sich  die
Thiere  allmählich  in  das  für  sie  reservirte  Gebiet
zurückzlehen  werden.  Nashorn,  Flußpferd,  Krokod#l
und  viele  Antilopenarten  finden  sich  im  ganzen  Lande,
besonders  am  Merusee;  auch  eine  Giraffenheerde  hot
sich  in  Loangwa  gezeigt.  Von  Raubthieren  kommen
Löwe,  Leopard,  Hyäne,  Schakal  und  Serval  häufig
vor.  Moskitos  sind  überall,  wo  Wasser  ist,  einc
große  Plage,  doch  findet  man  sie  im  Hochlaud  nur
in  der  Regenzeit.  Der  Sandfloh  hat  auf  seiner
Wanderung  von  Westen  her  Nordost-Rhodesia  erreicht.

Von  Nutzhölzern  finden  sich  Mahagoni,  Malczi
und  Katope,  südlich  des  Tanganyikaplateaus  der  sehr
hoch  wachsende  Muwowa,  der  ein  ausgezeichnetes
Bauholz  liefern  soll.  Dagegen  ist  das  Holz  des
große  Wälder  bildenden  Asenga  Mapani,  wie  de
meisten  afrikanischen  Hölzer,  unbrauchbar.  Von  Palmen
sind  besonders  Borassus  und  Raphia  zu  nennen-Bambus
  wächst  überall  und  dient  zu  Bauzwecken,
seine  Blätter  als  Viehfutter.  Bei  Fort  Moung  hot
man  vor  Kurzem  einen  Versuch  gemacht,  Kaffee  anzupflanzen,
  auch  mit  Tabakbau  soll  ein  Versuch  gemacht
  werden.  Von  Mineralien  kommt  Eisen  in  der
Form  von  Hematit  und  Limonit  überall  vor;  um
äußersten  Süden  soll  auch  Gold  gefunden  und  m'
der  Ausbeutung  begonnen  worden  sein.
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        III.  Barotseland-Nordwest-Rhodesia.
Dieses  Gebiet,  welches  im  Westen  an  Angola,

im  Süden  theilweise  an  unser  südwestafrikanisches

683

Shutgebiet  grenzt,  ist  bisher  noch  am  wenigsten

migeschlossen.  Es  ist  erst  im  Jahre  1899  dem
icbiete  der  Chartered  Company  einverleibt.  Die
ee  vorhandenen  Stationen  sind  daher  in  den  beiden
ebien  Jahren  gegründet.  Eine  derselben  —  Sesheke
liegt  direkt  an  unserer  Grenze,  welche  hier  durch
een  Sambesi  gebildet  wird.  Der  Handel  ist  noch
#ring,  er  kommt  aus  dem  Innern  und  geht  von
den  Victoriafällen  den  Sambesi  abwärts.  Vieh,  Felle

Die  Gesammtausfuhr  war  im  Jahre  1900  um
8  pCt.  höher  als  im  vorigen  Jahre  und  hatte  einen
Werth  von  26  730  E.

Die  hauptsächlichsten  Gewerbe  in  der  Kolonie
sind  Ackerbau  und  Viehzucht,  und  die  wesentlichsten

Purodukte  bestehen  in  Kopalgummi,  Häuten,  Palmund

  Burzelkautschuk  gelangen  zum  Eintausch  gegen

ellopäische  Handelsartikel.  Eisen  soll  in  der  Nähe
der  Fälle  und  bei  Lealul,  Kupfer  nördlich  von
Nonzela,  Gold  im  Batokalande  und  bei  Walkersdrift
zesunden  worden  sein.

Die  Tsetsefliege  ist  an  vielen  Stellen  heimisch.
die  südafrikanische  Pferdekrankheit  („Sterbe“)  tritt
nomentlich  im  östlichen  Barotseland  sehr  stark  auf.

Wirthschaftliche  verhältnisse  und  Außenhandel  von
Sierra  Leone  im  Jahre  1000.

Sierra  Leone  umfaßt  ein  Gebiet  von  4000  engl.
Qdratmeilen,  seine  wichtigsten  Städte  sind  die
Huptstadt  Frcetown,  ferner  Sherboro,  auf  einer
Insel  gleichen  Namens  gelegen,  und  Hastings,  Mono
und  Bumba  im  Innern.
in  einer  günstigen  Lage,  wie  die  Einnahmen  beweisen,
welche  im  Jahre  1900  um  282  L  höher  waren  als
i  Vorjahre  und  sich  auf  168  168  K  beliefen.  Ueber
den  Außenhandel  liegen  folgende  Daten  vor:  Die
Eifuhr  bezifferte  sich  im  Jahre  1900  dem  Werthe
noch  auf  558  271  4,  d.  i.  131  535  K  weniger  als
im  Vorsahre.  Die  Abnahme  ist  zum  Theil  auf  die
geriggeren  Bezüge  der  Regierungsbehörden,  anderereis
  auf  ungewöhnlich  große  Eingänge  im  vorherzebenden
  Jahre  zurückzuführen.  Der  größte  Theil
der  Einfuhr  kam  aus  Großbritannien;  überdies  sind
nech  Deutschland,  Frankreich  und  die  Vereinigten
Slaaten  von  Amerika  als  Einfuhrländer  zu  nennen.
rer  Gesammtwerth  der  aus  Großbritannien  eingeuhrten
  Waaren  belief  sich  im  Jahre  1900  auf
1P5  215  P  ;  die  deutsche  Einfuhr  hatte  einen  Werth
don  51  987  4,  die  amerikanische  einen  solchen  von
4474  X,  und  aus  Frankreich  wurden  Waaren  im
Berthe  von  7819  #.  bezogen.  Der  Handel  Deutschlünds
  zeigt  die  gleichmäßigste  Entwickelung,  hauptöchlich
  kommen  für  denselben  billige  Messerschmiedewharen,
  Gin,  Rum,  Streichhölzer,  Parfümerien  und
bedruckte  Baumwollwaaren  in  Betracht.  Die  ameri—
laniche  Einfuhr  besteht  besonders  in  Kerosenöl,
bekluite  Rindfleisch,  Schweinefleisch  und  anderen
Lebensmitteln.  Für  die  französische  Einsuhr  ist  Wein
der  Hauptartikel,  daneben  haben  noch  Baumwollwaren,
  Reis,  Schirme  und  Seidenwaaren  einen
Wozeren  Antheil  an  der  Einfuhr.

Die  Kolonie  befindet  sich

Aussichten.

kernen  und  Kautschuk.  Diese  Waaren  werden  meistens
nach  Großbritannien  und  Deutschland  exportirt.  Die
Landwirthschaft  wird  in  primitiver  Weise  betrieben,
ist  jedoch  noch  sehr  entwickelungsfähig.  Auch  Mineralien
  sollen  vorhanden  sein;  es  wird  aber,  trotzdem
Konzessionen  ertheilt  sind,  kein  Bergbau  betrieben.
Ferner  besteht  eine  Fabrik,  in  welcher  aus  europäischem
  oder  im  Lande  hergestelltem  Garn  Zeugwaaren
  für  den  inländischen  Gebrauch  angefertigt
werden.  Freetown  besaß  bis  vor  kurzer  Zeit  eine
Mineralwasser=  und  Eisfabrik,  die  Gesellschaft  ist
jedoch  fallit  geworden.  Für  ein  derartiges  Unternehmen
  bieten  sich,  wenn  es  gut  geleitet  wird,  günstige
Eine  einzige  Eisenbahn  ist  jetzt  im  Betriebe;
  dieselbe  durchläuft  von  Freetown  nach  Rotifunk
  eine  Strecke  von  55  ¼  Meilen.  Man  ist  bereits
dabei  thätig,  diese  Bahn  auf  weitere  80  /  Meilen
bis  Bo  fortzusetzen.  Von  der  Eröffnung  der  Eingeborenen-Territorien
  durch  die  Bahn  werden  für
den  Handel  große  Vortheile  erwartet.

(Nach  The  British  and  Sonth  African  Export  Guzette.

Perschiedene  Wikttheilungen.

Ueber  die  ersten  Grundsätze  der  Rolonisation

hat  kürzlich  der  bekannte  Australische  Sachverständige
Hedger  Wallace  in  der  Londoner  botanischen
Gesellschaft  einen  Vortrag  gehalten,  dem  wir  das
Folgende  entnehmen:

Einen  Hauptfehler  beginge  man,  wenn  man  die
Landwirthschaft  in  den  Kolonien  nur  als  eine  Abart
  der  heimischen  ansehe,  da  die  koloniale  Landwirthschaft
  meist  im  Stadium  der  Versuche  stände.
Einen  weiteren  Fehler  würde  es  bedeuten,  wenn
man  die  Kolonien  zu  Konkurrenten  des  Mutterlandes
sich  auswachsen  ließe.  Z

Redner  wies  hierbei  auf  Australien  und  Britisch-Südafrika
  hin,  die  als  Mitbewerber  der  Britischen
Farmer  nicht  auftreten,  da  ihre  Hauptproduktionszeit
  in  den.  Winter  fällt.

Auch  die  Produktion  Kanadas  konkurrire  nicht
mit  der  heimischen,  da  sie  bei  dem  großen  Bedarf
der  Bevölkerung  Großbritanniens  nur  als  Ergänzung
der  begrenzten  Erzeugung  des  Mutterlandes  anzusehen
  sei.

Man  müsse  sich  bei  Beurtheilung  kolonialer
Wirthschaftsverhältnisse  die  Fragen  vorlegen:  „Was
können  die  Kolonien  ins  Mutterland  senden?“  —
„Was  können  sie  erzeugen?“

Wer  sich  mit  kolonialen  Wirthschaftsbetrieben
befassen  will,  habe  Klima,  Bodenverhältnisse,  Frucht-
        <pb n="736" />
        folge,  Arbeitskräfte,  Markt  und  andere  Absatzmöglichkeiten
  einer  genauen  Prüfung  zu  unterziehen.

Im  weiteren  Verlauf  der  Rede  unterscheidet  der
Vortragende  acht  nach  Klima  und  Lage  verschiedene
Zonen:

1.  Das  feuchte  Dschungel-Gebiet  an  den  Küsten
(wildwachsend  Schlingpflanzen,  Oelpalmen;  angebaut
  Maniok,  Sesam,  Kakao,  Vanille,  Pfeffer
und  Gewürze).  .

Das  Klima  kennzeichnet  sich  dort  durch  große
Hitze,  fortwährende  Feuchtigkeit  und  das  Fehlen
einer  scharf  begrenzten  Trockenzeit.

.  Das  Insel-Gebiet  (Kokospalme,  Brotfrucht,
Tabak  und  Zuckerrohr).

Das  Monsun-Gebiet  (alle  tropischen  Gewächse,
Ricinus,  Kaffee,  Baumwolle  und  Inte).

werthvollen  Nutzhölzern,  Thee  und  Chinarinde).
Das  winterlose  subtropische  Gebiet  —  zwischen
der  tropischen  und  der  gemäßigten  Zone  —  und
die  Hochebenen  der  eigentlichen  Tropen  (Wälder
mit  immergrünen  Gewächsen,  Gummi-Lorbeerbäumen;
  Kulturpflanzen  wie  Bananen,
Orangen  und  Zitronen).

Das  trockene  gemäßigte  Gebiet  (Korkeiche,  Esparto-Gras,

  Oelbaum  und  Feige).
Das  feuchte  gemäßigte  Gebiet  (Eichen=  und

S##

*

Buchenwälder,  Grassteppen,  alle  Getreidearten.  Möglichkeit,  eine  günstigere  Stellung  auf  dem  Mork

und  die  Zuckerrübe).

und  Dattelpalme).

Ein  ganz  besonderes  Augenmerk  sei  vor  Inangriffnahme
  kolonialwirthschaftlicher  Betriebe  auf
die  Bodenverhältnisse  und  die  örtliche  Lage  der
Farm  zu  richten.  Der  Werth  des  Bodens  sei  nicht
immer  leicht  zu  bestimmen.

Ein  Boden,  der  die  üppigste  natürliche  Vegetation
  hervorbringt,  giebt  oftmals  in  der  Kultur
recht  geringe  Ergebnisse.  Verlassene  Farmen  geben
hierfür  manchen  traurigen  Beleg.  Weiterhin  sei
manche  Anpflanzung  mißlungen,  weil  man  mit  der
Bodenbearbeitung  begann,  ehe  man  sich  davon  überzeugt
  hatte,  daß  der  nutzbare  Boden  für  die  anzubauende
  Pflanze  tief  genug  war.

Auch  müßten  Abdachung  des  Geländes,  Schutz
gegen  Unwetter,  Ueberschwemmungsgefahr  oder  Versumpfung
  rechtzeitig  in  Rechnung  gezogen  werden.
Daneben  kämen  noch  andere,  den  Menschen  betrefsende
  Faktoren  in  Betracht.

Diese  letzteren  bringt  Redner  unter  drei  Gesichtspunkte:
  Sicherheit  des  Lebens  und  Eigenthums;
Größe  und  Ausdehnungsfähigkeit  des  Marktes;  Beschaffung
  der  nöthigen  Arbeitskräfte.

In  Südamerika,  wo  Leben  und  Eigenthum  steter
Gefahr  ausgesetzt  seien,  fände  sich  nur  schwer  Kapital
zur  Erschließung  des  Landes.

Unter  Hinweis  darauf,  daß  die  Handelsstatistik
interessante  Aufschlüsse  darüber  giebt,  für  welche

Kolonialerzeugnisse  der  heimische  Markt  Raum  bietet,

684

 

Die  Urwald-Zone  (dichter  Wald,  gewöhnlich  mit

und

zerlegte  H.  Wallace  die  Britische  Einfuhr  in  vie
Gruppen:

Die  erste  Gruppe  umfaßt  diejenigen  Erzeugniss
die  ganz  überwiegend  aus  Britischen  Kolonien  nar
dem  Mutterlande  eingeführt  werden,  wie  z.  B.  Sag
Zimmt,  Pfeffer,  Chinarinde,  Jute,  Kakao,  Tbhe
(ungefähr  ⅛/8)  und  Indigo  (ungefähr  15/16  der  gi
sammten  Einfuhr).

Bei  dieser  Zufuhr  aus  Indien  sei  es  fraglich
ob  hier  ein  Raum  für  Ausdehnung  der  Produkti.
sei.  Fremde  Märkte  würden  sich  nur  schwer  öffnen
da  sie  alle  fremden  Erzeugnisse  mit  Schutzzöllen
belegen.

Zur  zweiten  Gruppe  gehören  diejenigen  Produkte,
  deren  Einfuhr  aus  den  Britischen  Kolonien
etwa  drei  Viertheile  oder  mehr  der  fremden  Emfubhr
ausmacht.  In  dieser  Gruppe  werden  Tabak  und
Rohzucker  genannt.

Die  dritte  Gruppe  enthält  solche  Artikel,  bei
denen  die  Einfuhr  aus  den  Kolonien  zwar  von
einer  gewissen  Bedeutung,  aber  doch  viel  geringer  ist
als  die  Einfuhr  aus  fremden  Produktionsgebieten.

So  gelangen  aus  Britischen  Kolonien  in  da-Mutterland
  42  pCt.  der  Leinsamen-,  36  péCt.  der
Kaffee=  und  20  pCt.  der  Hanfeinfuhr;  das  Uebrige
kommt  aus  fremden  Gebieten.  Hier  sei  für  die
Kolonialerzeugnisse  Raum  zur  Ausdehnung  und  die

Wüsten,  Gebiete  ohne  Regenzeit,  (Koloquinte  zu  gewinnen

Zuletzt  kommt  die  Gruppe,  in  der  die  Einfuhr

aus  den  Ländern  der  Britischen  Krone  unbedeutend

ist.  Hierher  muß  man  rechnen:  Baumwolle,  Rübenzucker,
  Flachs,  Cichorie,  Orangen  und  Esparto-Gras.
Diese  Artikel  böten  einen  weiten  Naum  für  die
Ausdehnung  der  kolonialen  Produktion  und  des
Handels  mit  dem  Mutterlande.

Redner  bedauert,  daß  Thee  und  Kakao  in  England
  mit  hohen  Einfuhrzöllen  belastet  seien,  obschen
sie  zu  den  Waaren,  die  überwiegend  aus  Brttischen
Kolonien  eingeführt  werden,  gehören.  Der  Zoll  trift
also  nicht  fremde  Länder.  Bevor  auf  irgend  einen
Einfuhrartikel  ein  Zoll  gelegt  werde,  müsse  steis
darauf  Bedacht  genommen  werden,  daß  der  Artikel
zum  größeren  Theile  aus  dem  Auslande  und  nicht
aus  einer  Britischen  Kolonie  stammt.

Hinsichtlich  der  Arbeitskräfte  müsse  man  im
tropischen  Klima  zwei  Arten  unterscheiden,  die  beaufsichtigende
  und  die  körperliche  Arbeit.

Die  erstere  sei  Sache  des  Europäers.  Bei  ihm
spiele  der  Einfluß  des  Klimas  eine  große  Rolle.  Er
müsse,  je  nach  der  Art  des  Klimas,  seinen  Aufenthelt
in  längeren  oder  kürzeren  Zeiträumen  unterbrechen.

Es  sei  ferner  unmöglich,  in  den  Tropen  dieselben
Anforderungen  in  Bezug  auf  Energie  und  Thätiglei
zu  stellen,  wie  in  der  Heimath.  6

Eingeborene  Arbeitskräfte  zu  erlangen,  böte  o
die  größten  Schwierigkeiten.  Hat  man  die  Moͤglichkeit,
  fremde  Arbeiter  einführen  zu  können,  so  kämen
        <pb n="737" />
        merster  Linie  Chinesen,  indische  Kulis  und  Kanaken
13  Queensland  in  Betracht.

Jeder  Ansiedler  pflege  mit  der  Ausrodung  des
Laldes  zu  beginnen.  Unzweifelhaft  werden  viele

685

Zöthe  bei  den  üblichen  Methoden  der  Waldrodung

veiloren  und  vergeudet.  Es  gäbe  in  den  Kolonien

[kmiele  Farmen,  in  denen  der  ausgerodete  Wald,

wenn  er  noch  stände,  mehr  werth  wäre,  als  die
zunze  Farm.

Ber  selbst  zuzufassen  verstände,  komme  in  den

Kolonien  am  besten  fort.
Der  Redner  schloß  seine  Ausführungen  damit,
duß  er  nochmals  betonte,  wie  sehr  die  koloniale

und  insbesondere  die  tropische  Landwirthschaft  des

Smdiums  und  der  Erforschung  bedürfe,  und  wies
berbei  auf  Deutschland  hin,  wo  man  diesem  Gegenlande
  große  Aufmerksamkrit  schenke.

 

7VV'VV7V7VyVV7T7TVTyTyVY7?V  VTyTV  WVVVTW?  WVFVVW7V

Titterakur.
Oberlehrer  Dr.  Schmidt  und  Oberlehrer  Landsberg:

  Hülfs=  und  Uebungsbuch  für  den  zoologischen

Unterricht.  B.  G.  Teubner,  Leipzig.

der  vorliegenden  Broschüre  geboten  wird,  willkommen

sein.  Der  Entwickelung  der  deutschen  Erwerbung

Kiautschon  stellt  der  Verfasser  ein  sehr  günstiges

Prognostikon.

A.  Seidel:  Wörterbuch  der  nordchinesischen  Umgangssprache.
  Deutsch-Chinesisch.  Heft  1.  Preis
des  ganzen  Werkes  Mk.  10,—.  Wilhelm  Süßerott,
  Berlin.

Die  Mundart  von  Peking,  die,  im  weitesten
Sinne  genommen,  dem  vorliegenden  Wörterbuche  zu
Grunde  gelegt  ist,  nimmt  im  chinesischen  Sprachgebiete
  eine  besonders  wichtige  Stellung  ein,  weil  sie
die  Sprache  des  Hofes  und  der  Hauptstadt  ist,  die
Grundlage  für  die  Sprache  des  offiziellen  Verkehrs
im  ganzen  Reiche,  die  Sprache  der  Mandarinen,

bildet,  als  mustergültige  Form  der  hochchinesischen
Rede  gilt  und  deshalb  gegenüber  anderen  Dialekten

Die  Verfasser  haben  den  weitschichtigen  Stoff

durch  Belehrung,  Fragestellung,  Anregung  zu  Vergleichen
  2c.  in  eine  Form  gebracht,  die  für  den  Schulunterricht
  unmittelbar  brauchbar  sein  soll.  Auch  die
wichtigsten  thierischen  Bewohner  unserer  Kolonien  —
so  Löwe,  Hyäne,  Giraffe,  Antilopen,  Nashorn,  Flußvierd,

  Strauß  —  werden  auf  solche  Weise  dem

Verständniß  des  Schülers  näher  gebracht.

Dr.  P.  Neubauer:  Die  Stellung  Chinas  im  Welthandel
  im  Jahre  1900.  Mk.  1,50.  Wilhelm
Süßerott,  Berlin.

Bei  der  rasch  wachsenden  Bedeutung  Chinas

von  ausgedehntestem  Gebrauche  ist.  Bei  der  Bedeu—
tung  unserer  Handelsbeziehungen  zu  China  wird  das
Wörterbuch  einem  Bedürfniß  entgegenkommen.

VVVy7T'VVVYVN’VWTYTTVYTV7TTYTTVNTTTVVYVT  YTV  NNYNTNVWNN7-Tifteratur-Verzeichnißk.



Brockhaus’'  Konversations-Lexikon.  Neue  revidirte
Jubiläums-Ausgabe.  Dritter  Band.  Biserta—Cesnola.
Mit  40  Tafeln,  darunter  3  Chromotafeln,  16  Karten
und  Plänen  und  250  Tertabbildungen.  Preis  pro  Band
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Missionar  O.  Schultze:  Im  Reiche  der  Mitte.  Die  Basler
Mission  in  China.  Dritte  Auflage.  Mit  13  Bildern
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Geniekorpo):  Die  Automobilen  für  schwere  Lasten  und
ihre  Bedeutung  für  militärische  Verwendung.  Uebersetzt
von  O.  Layriz  (Oberstleutnant  a.  D.).  Mit  21  Ab- 



für  den  Welthandel  wird  eine  gemeinverständliche  bildungen.  Mk.  1,25.
Bchandlung  des  einschlägigen  Materials,  wie  sie  in  "  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin.
Perkehrs  -Nachrichten.

Die  Postagentur  in  Karibib  (Deutsch-Südwestafrika)  wird  vom  1.  Dezember  d.  Is.  ab  am
Postanweisungs=  und  Postnachnahmedienst  theilnehmen.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

—  —

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
in  D  Berlin  spätestens
Nach  vom  Ein  auer  p  n
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  27.  Sept.,  11.  Okt.)Tanga  17—20  Tage
(deutsche  Schisfe)  950  oms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.h  um  24.,  27.  Septbr.
Brindisi  am  29.  Sept.,  13.  Okt.Tanga  18  Tage  10  abds.,  b
.  «  (englische  Schiffees,  10  abds.  Dar-es-Salüm  19  Tage  .,  S.,  11.  Ollober
deutsch-Ostafrika  Brindisi  am  6.  Oktober  Sansibar  20  Tage  abds.
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(lranzösische  Schiffe)  40  ums.  101  abds.
        <pb n="738" />
        686

 

Nach

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  massen  au  aus

vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
an  folgenden  Tagen

 

 

 

schiffungshafen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Hambur  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9  jed.  Mts.  720  abd-(deutsche
  Schiffe)
Suthampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  ied.  Mts.  9#  abe
eutsche  Schiffe)
Hamburg  am  25.  jedes  Mtis.  Lome  26  Tage  am  24.  jed.  Mts.vHob##
,  (deutsche  Schiffe;
2.  Togo.  kere  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27  jed.  Mts.  9ubt
;  deutsche  Schiffe,
gres  aer  biche  Rotterdam  am  5.  jedes  Monats  Lome  34  Tage  am  3Z.  jed.  Mts.  abdnur
  auf  Verlangen  des  Centiche  Schiff.)  „
Absenders.)  Liverpool  am  3.  Oktober  Klein-Popo  33  Tage  am  1.  Oktober
«  (englische  Schiffe)  10  ums.
Marseilte  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Mona#
(frangöftsche  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10  abds.
Bordea  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monas
(rranzösische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Monats
(deutche  Schiffe)  nachts  720  abds.

3.  Ramerun.

4.  Deutsch-Lüdwestafrika.
(ach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Bethanien  und  Warmbad
wöchentlich  bis  Kapstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage

auf  dem  Landwege.)

5.  Marshall-  Inseln.

6.  Deutsch-Neu-Guinea.

7.  Karolinen.

8.  Marianen.

(deutsche  Schifsse)

 

Duala  22  Tage
Duala  36  Tage

am  11.jed.  Mis.  Satr.OÜ
am  24.  jed.  Mts.  72  ab

Southampton  am  13.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  am  25.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)
l

ORoftterdanZ  jam29.jedesMonatöDuala82Tage  am27.jed.Mts.9-abd
eutsche  Schiffe)
Liverpool  am  25.  September  Duala  19  Tage  am  23.  September
(englische  Schiffe)  10  ums.

Hamburg  am  8.  Oktober  Duala  44  Tage  am  7.  Oktober
deutsche  Schiffe)  7%½#  abends

Lüderitzbucht  20  Tage  am  20.  Sept.,  18.  Ot.

am  21.  Sept.,  19.  Okt.
Swakopmund  23  Tage  10  ums.

40  Ums.

Southampton
(engl.  Schiffe  bis  Kapstadt,
  dann  Woermann-Dampfer)


ambur  am  22.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  22.  jedes  Monan
(bussche  echise)  nachts  derigbucht  40  Tage  Ja  abdos.
Neapel  am  2.  Okt.  90  abds.  Jaluit  57  Tage  am  30.  September

*  *#  10  abds.
Neapel  n  d*  30.  September

(deutsche  Schiffe)  "/  am  2.  Okt.  9  abds.

Stephansort  45  Tage

m  berbertthöhe  41  Tage  10  abbs.
Neapel  Ponape  50  Tage  am  30.  September

(eutfce  SEchiff.  Ba#  39  Tage  108  abds.  —

Briefsendungen  werden  auf  Vokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich
nach  Saipan.

am  2.  Okt.  90  abds.

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  am  18.  Sept.,  2.  O.lt.Tsingtau  34  Tage  am  16.,  30.  Septemde
9.  Riautschou  (beutsche  Schisse  90  abends  10#  abends
'  «  Vrindist  bezw.  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
frangösische  Schifie)  I  100  abends  I  10#  abends.
10.  Samoa.  dueenstoron“  am  22.  Sept.,  13.  Okt.Apia  25  Tage  am  20.  Sept.,  11.  O#
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Pest  ans  den  dentschen  Schusgebieten.
Landungs-  Die  Post  ist  sanig  -  Landungs--DiePotstfåMg
Von  hafen  in  Berlin  s  Von  hafen  in  8.  .
-  i  #  Southampton  am  26.“  jed.  Mts.
Deuisch  ·  Oftafrita  Neapel  ..  am  18.  Sept.,  2."Okt.,  Ooo  Marseille  .  14.  Oktober
BBrindisi  am  30.  Septmbeerbble  —
Marseille  ..  am  16.Sept.,  17.  Ott.  Dentsch  ·  neu.Gulnea  Brindisi  Mitte  September
deullc-sü#mekfrir  .  Narsdail  ·  Insein  Seaaom  en  13.  Oober
#a)  nördl.  Theil  d.  Schutgeb.  Southampton  am  21.  September  4  Neapel.  am  20.,  Sept.,  4  Öl
vr  füdl  beil  .  chuhgeb.  Southampton  am  28.  Sept.,  12-Okt.  Riautsche  Brindist.  am  16.,  30.  Sert.
—.  ..  J  Marseille  am  25.  Sept.,  9.  Ol#
Sohampton  am  26.-jed.  Mis  narolinen  zrindisi.  ..  Mitte  Septemb
Rameren  Lissabon.  am  10.,  25.  jed.  Mts.  Brindisi  "6"  ep  L  er
Plymouth  .  .  am  2.  Sltober  Samoa  ........  Queenötowiiam16.Sept.,7.th- 



 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="739" />
        687  —

Schilsssbewegunge  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

Neis  e  Lepte  Nachrichten
ostdampfer

Vostdamof  von  1  nach  bis  12.  September  1901
Adolph  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  8.  September  in  Duala  (Kamerun!).
Alexandra  Woermann“  Hamburg  .  Kamcrun  am  11.  September  Cuxhaven  passirt.
Aline  Woermann“  amerun  Hamburg  am  7.  Sepember  in  Accra.

Anna  Woermann“  Hamburg  Loango  am  25.  September  ab  Hamburg.
Carl  Woermann“  Whydah  Hamburg  am  7.  September  in  Accra.
Eduard  Bohlen“  Lüderitzbucht  I  Hamburg  am  9.  September  in  Hamburg.
Ella  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  6.  September  in  Accra.

Ernst  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  17.  August  in  Swakopmund.
Greichen  Bohlen“  Hamburg  Sherbro  am  8.  September  in  Sierra  Leone.
Oans  Wouermann"“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  27.  August  in  Lagos.

Hedwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  5.  September  in  Las  Palmas.
Helene  Woermann“.  Oamburg  Lnderitzbucht  am  31.  August  in  Las  Palmas.
Irma  Woermann“  Benguela  ·  Hamburg  am  11.  September  in  Bonny.
Jeannette  Woermann“.  Loango  ·  Hamburg  am  11.  September  in  Accra.

Kurt  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  10.  September  Dover  passirt.
Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Whydah  am  3.  September  in  Accra.

Lulu  Bohlen“  Hamburg  Benguela  am  8.  September  in  Sierra  Lcone.
Marie  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  4.  September  in  Kamerun.
Melita  Bohlen“  Hamburg  Mossamedes  am  15.  September  ab  Hamburg.
Otto  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  12.  September  Quessant  passirt.
Paul  Woermann“  Loango  .  Hamburg  am  21.  August  in  Accra.

Professor  Woermann“  Mossamedes  !  Hamburg  am  6.  September  in  Accra.
Thekla  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  6.  September  in  Las  Palmas.

Saissstewegnngen  der  Dentschen  Ostafrita  vinie  ———

 

–—-  —-  .  —

 

 

 

:  Reis  e  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer
chsposidamyf  von  1  nach  bis  12.  September  1901.
l

Monprinz«  Durban  Hamburg  am  2.  Sept.  von  Kapstadt  abgegangen
König“.  Durban  Hamburg  am  9.  Sept.  von  Marseille  abgegangen
Herzog“  Hamburg  Durban  am  8.  Sept.  in  Mozambique  eingetroffen
Kaiser“.  Hamburg  Delagoabai  am  28.  August  in  Las  Palmas  eingetr.
Admiral“  Delagoabai  «  Hamburg  am  7.  Sept.  von  Vlissingen  abgegangen
General“  Hamburg  Durban  am  12.  Sept.  in  Neapel  eingetroffen
Reichstag“..  Beira.  Hamburg  am  3.  Sept.  von  Alissingen  abgegangen
Bundesrath“.  Beira  Hamburg  am  12.  Sept.  von  Port  Said  abgegangen
Gouverneur“.  Hamburg  Beira  am  1.  Sept.  in  Mozambique  eingetr.
Präsident“.  Hamburg  1T  Beira  am  11.  Sept.  in  Aden  eingetroffen
Kanzler“  Delagoabai  Hamburg  am  11.  Sept.  von  Sansibar  abgegangen
Sultav.  –  –  am  9.  Sept.  von  Sansibar  abgegangen
Safariiiiii  —  —  am  27.  August  von  Sansibar  abgegangen
Peterrss  —  —  am  24.  August  in  Mozambigque  eingetr.

 

————  —  —  —  ———  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
EIIIEIIDCE  EIEIIIIIIIIIIITIIIILLIIIITTTIICMILITTIIIEIIIILIILIL.EIEKEILEIEIIIIILLIILIILLLAEIIIEIIIIIIIIIIEIIIIIIIIIIIIIIMVBIIIIWWIIIIIIIIIIIOIMIM
—--------“%Sass,

Vo7ITWTI7T7t7WV079NJWJVovJ77J7  7N7777  777  7  “  °WN7T7IS?

Für  außerordentliche  Leistungen  auf  dem  Gebiete  der  Fallenfabrikation  ist  der  ältesten  deutschen
aubthierfallenfabrik  von  R.  Weber  in  Haynau  i.  Schl.  auf  der  Sport-Ausstellung  zu  Heidelberg
ie  goldene  Medaille  zuerkannt  worden.  Die  Firma  besitzt  deren  nunmehr  20,  sowie  80  Staats=  und  erste
#reise,  die  ihr  während  ihres  30  jährigen  Bestehens  für  Rudolf  Webersche  Erfindungen  zu  theil  wurden.
die  neuesten  Apparate,  die  jetzt  der  Oeffentlichkeit  übergeben  werden,  sind  Fallen  für  Krokodile  und  Schlangen.
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Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister,  Abtheilung
  A,  wurde  unter  Nr.  15  die  Firma
E.  Alamanni  in  Zanzibar,
Zweigniederlassung  in  Tanga,  Inhaber
  Kaufmann  Ennis  Alamanni
in  Zanzibar,  eingetragen.  (no)

Tanga,  den  17.  Juli  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Zwangeversteigerung.

Im  Wege  der  Zwangsvollstreckung
soll  das  im  Grundbuche  von  Dares-Saläm,
  Band  1  Blatt  5,  auf  den
Namen  der  Eheleute  Gastwirth  Ludwig
  Hajdu  und  Martha,  geborene
Schützler,  zu  Dar-es-Salam  eingetragene
  Grundstück  am  16.  November
1901,  nachmittags  4  Uhr,  im
Sitzungssaale  des  Bezirksgerichts  zu
Dar-es-Saläm  versteigert  werden.

Das  Grundstück  ist  25  àn  16  am
groß  und  hat  je  eine  Straßenfront
nach  der  Kaiserstraße  (Oafen)  und  nach
dem  Stalionsweg;  auf  demselben  befinden
  sich  Wohnhaus  mit  acht  Logirzimmern,
  Veranda  und  Garten,  Kegelbahn
  und  Stallung;  es  hot  seit  zehn
Jahren  dem  Betriebe  eines  erstklassigen
Hotels  gedient.  os)

Dar-es-Salaäm,  den  14.  August  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister  —  Abtheilung
  A  —  des  Bezirksgerichts  zu
Windhoek  ist  heute  unter  Nr.  7  die
offene  Handelsgesellschaft

Rothange  &amp;amp;  Schaefer
in  Windhoek  eingetragen  worden.
Die  Gesellschafter  sind  die  Kaufleute
Carl  Rothange  und  Christian  Kötting
  und  der  Bäckermeister  Heinrich
Schaefer,  sämmtlich  in  Windhoek
wohnhaft.  Die  Gesellschaft  hat  am
21.  Juni  1901  begonnen.  (uo)

Windhoek,  den  16  Juli  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Dentsche  Verlags  -  Anstalt.  Stuttgart.
Im  Innern

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Eugen  Wolf.

 

 

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25  Pfennig)  find  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  6##—7
einzusenden.  .

 

 

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un  -  BERLIIS·
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Schillstrasse  16,  Alt-Monblt  1  und  121,  Kuntstrasse  22,  sowie
in  Dresden,  Frunklurt  u.  M.,  Kassel,  Leipzig,  Wiesbaden.

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Grariindet  1841.

 

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Maschinen  für  Bleicherei
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——.—“Dnmpfwuschereie:
für  Heilanstalten,  Hoteis  et-—


V77T  *7§70-  O  e*’iw  JCiVNT

 

 

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vormals  L.  Schwartzkopff,
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Dmaschinen  für  Wasserversorgung  und  Kanalisation,
ektrische  Beleuchtungs-  und  Kraftübertragungsanlagen.

(65)

 

 

  
  
  
  

Echter#
—TKorn-Wachholder)

aus  der  Brennerel  von

Reinhäger  H.  C.  Köni
Stelnhagen,  Westf.
rmürk  mit  100  goldenen,  silbernen  una
t#e-  Nedaillen,  such  Paris  1900.  Probekisten
Originalkrügen  verden  jederzeilt  vom
ien  Lager  bei  Barder  &amp;amp;  de  Voge
burg  abgegeben.  (646)

    

§1..•.

——  ab)

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1——  -Mhums  für  Amsteur-Photograpbeen,

unaufgezogene  Bllder,  praktische  Einsteckvorrichtung.
Leipziger  Buchbinderei-Aktiengesellschaft  vorm.  Gustav  Fritzsche.

 

 

 

 

#BGebkuchsmuseer

  

 

 

 

 

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JTYLN#A  2
%  /9
earern.  isan
Bichard  L.üders,  Ceritz,–

 

 

 

Sckar  ses  Werkseueg  —  leickhte  Arbeit  /

 

 

 

Beste  natitrliohe  Abæiensteine
und  Swaty-Steine.  (641)

Escher  &amp;amp;  Co.,  Sonneberg,  S.-M.

N.  Berthol#

zFHZerlin  SWM  29.
—  und
Schriftgiesserei,  A.«h.

Expori  aller  Artlkel  fũr  Typographlen.
        <pb n="742" />
        dWieeedn
##  Leistungstähige  Firmen  aul  dem  Rabiste  des  Handeis  und

690

2z2na

 

I##  #  sa  u  sa

 

(Antelgen  werden  jederzeit,  jedoch  nur  für  ein  kanzes  Jahr,  angenommen.  Bin  Klstochen  [24  mall  =  Mr.  44#.,  swel  T#e  M#—.

drei  Klstehen  =  HM.  125.—  vetto.)

 

 

 

Joseph  Gautsch
Lönigl.  bayer.  Lok-Wachemasmntabrik
  u.  Wachsbleiche
Mönchen,  Kymnbenhurgerr.  7.

Fabrikation  aller  in  die  Branche
einschlägigen  Artikel.  (ess)

uUsik-Instrumente

Deutsche  Musilimerke
System  Pletschmann,  Act.-Ges.,
Beriin  N.  26,

Fehrbellinerstrasse  45.  (615)
Fabrikation  v.  Salonleierklsten,  Manoans,
  Merophons,  Iris  etc.  Minlaturarmonlums,
  Accordeons  u.  Vorpedopfeilen.
  Kataloge  gratis  u.  franko.

 

Dampipflüge
Strassen-Loco#motiven
Danpf-Strassenwalin

Bef##du  volllonmenseen  Ce
d  #  4t

ahn  ss  ci  m

 

 

Schälmaschinen

zum  Schilen  von  BZReis,  Gerste,
Erbsen,  Hafer,  Ricinus,  Pfeffer  etc.
lielert  in  ullen  Grossen  in  vollchnteteter
  Austührung  (W)

A.  Neumann,  Masch.-Fabrik,  Bitterleld.

   
 

   

Philipp  Simmel

Breslau  V.  (667
Fabrik  für  Fahrgeschirre
eitsKttel  für  Herren  u.  Damen
Jagd-  und  Reisstaschen,  Necessaires.

     
   

 

Spe  zialitüt  für

Kirchen,
I.  Fabrikat.

ropenfester
HMuesfübrung.

Hermann  Burger,
Bayreuth.

Treisliste  krei.

 

 

 

für  alle  Zwecke,  in  jeder  Dimension
  u.  Konstruktion  liel.
als  langjährige  Spezialität  die
Draht-  und  Hanf-Seilfabrik
von  Heinr.  Puth  in  Blankenstein
Gegründet  1848.  (651)  a.  d.  Ruhr.

bDi  Konis  Hankseile

 

 

 

Engros  —  Export.
Hauskaktungs  1  Lichengerchinn

Hanshaktungs-  Nüchsnmsschinen

Beste  Qualititten.  (6##)

Philipp  J.  Japhet,
Frankkfurt  a.  M.,  Neue  Zeil  19.

Eduard  Dressler,

Glaswaaren-Fabriks,

Berlin  SW.,  Rltterstr.  71.  (##)
Tintenf#sser  und  Schreibreuge  aller  Art
in  Glas,  Porzellan,  Holz  u.  Eisenguss.
Briefbeschwerer,  Anfeuchter,  Notliztafein,
Salzfsser,  Messerleger,  Korke,  Prismen,
Löstel,  Releeflaschen,  Trinkbecher,  Vasen.
SBonbonnldren,  LI#T-,  Bler-,  Welnserwice.

Proviant  aller  Mrt,

baltbar  für  die  Tropen,
für  Messen,  Stationen,
Faktoreien,  Expeditionen,
  Krunkenhäuser
  etc.  —  Umfass.
Preislisten  z.  Diensten.

UGebrüder  Broemel,  Hamburg.
Vilellhch  mit  ersten  Prelsen  ausgezeichnel.

 

 

  

 

Vemann  Tessnon,  becis  Uu

Grösste  Berliner  Special-Fabrik  in
Fuhrgeräthen  aller  Art.
Gegründet  1674.

Tonnenkippkarren

für  IHand-.  Tlerde-  und
Eselbetrieb  zum  Trans-Spert
  vonWasser,  Milch,
Wauche  ete.  mit  holazernen
  oder  eisernen

,  Tonnen,  mit

  
    

verschliessfbdaremblech-

  zum
Transport  v.
Waaren  ete.

in  jeder  Fomn,
azgasammenleg-1)
  —  —  bar.  für  Expon
*.[[  —  —  geeignet.
Illustr.  Preisliste  gratis  und  franco.

eifenund

  Kerzenfabrikations-Muschinen
sowie  Einrichtungen  für  Talgschmelzen,
  Speisefett-,  Fettlaugenmehl-
  und  Krystallsodafabrikation,
Wasserglasanflösung,  Oelbleicherei

 

 

etc.  etc.  liefern
C.  E.  Rost  &amp;amp;  Co.,
Dresden  4.  (105)

 

Fried.  Krupp

Grusonwerk
Magdeburg-Buckau.

c  —

  
  

 

       

22

Laies-ehll-  und  Pesennchn
Excelsiormühlen,
Walzenmühlen,  Kugelmühlen,
Steinbrecher.  (80)
Erz-Aufbereitungs-Anlagen
Zuckerrohr-Walxwerse.
Preisbücher  Kostenfrei.

 

 

 

 

 

 

——

Gas-Erzengungsmaschiaen
für  Gasglühlicht-Beleuchtungs-  und
technische  Zwecke.  (Kein  Acetylen.
8  höchste  Ehrenpreise.  Patertim
in  allen  Kulturstaaten.
KNegulirbare  DBounsenbrenger
ũr  Gasglühlicht,  D.  R.  G.  N.

Gaslampen-Aufzugsvorrichtuss  I1#1
Gasmaschinenfabrik,  A-0.

Amberg,  Bayern.  1

Leim
thierlschen  Ursprungs,  in  Talel#
und  Pulversorm  empl.

LILII

Ratibor
Deutschland  (Sehleslen).  (6
        <pb n="743" />
        —  691  —

——  —  2

—  —eii
7  Leistungeiähie  fimmen  sat  dom  Eebiste  4es  Randeis  und  Yorlehrs,  der  lafustie  und  Lrint.  e.

(Anseigen  worden  jederreit,  jedoch  nur  für  ein  ganses  Jahr,  angenommen.  Ein  Klstchen  I24  mall  =  M..  45.—,  swei  Klsetchen  =  NMk.  85.—,
"  drei  Klstchen  =  Mr.  125.—  netto.)

 

 

 

 

 

Dr.  Theinhardt's  Kindernahrung.

Zweckmassigste  Erganzung  der  verdunnten  Kuhmilch  zur  PDrzielung  guünstiger
Ernahrungsresultute  Dbei  Süuglingen.  Stets  guter  Erlolg  bei
Verdauungsstörungen,  Rhachitis,  Scrophulose  und  Brechdurchfall.
Im  Amland  noch  Genernl-Depots  zu  vergeben:  Rellcktanten

Küäuser  fur  eigene  Rechnung,  wollen  sich  dieserhalb  wenden  un  70
LD.  17#Rde’s  FGnrmtittelqesellschaft,  Connstaott(  Wirlt..

  
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

□G—....————————.  ——
Vir  fordert  die  Welt  Peraus,

ebenso  gute  Sugen  und  Merhaeuge  aiu  maclien,  wie  17
rie  liefern.  Es  liegen  unanfeclhtbare,  freiivillige  Hericktte
und  Helcge  aus  allen  Welttheilen  von  pontpelenten  Gebraichern
  dariiber  or,  uum1  MNsere  #T  trota
ihren  mässigen  Preise  jedes  beste  andere  anierikanisclie
  und  sonstige  Fabrikal  an  Leisticugæfauhigkeit  weit
ubertreßggen!  —  hestellen  Sie  Proben,  Schreiben  Sie  uns

iuο  Prospehte  und  Preise  (669

J.  D.  Dominicus  &amp;amp;  Sölsimne,
Renischeid.  Vieringsidusen.  ywabril  segr.  182.
cr  Ansragen  u.  Austrägen  erbitten  Reserenten.

 

 

    

      
    

 

 

—m—  Wus
Jahrc  rWl

—  ..  ,  -«  EI-«
gogrunclct.«««"«n  1822

W  W  ee  eee  ere  mre  tee  reote  enee  Free  FoeoNN*LZZ&amp;amp;I
Carl  Schlieper,
T  Remscheid.

Fahrik-Zeichen.

Werkreuge  #  Geräthe  u-Plantagen-,
  Minen-  ud  Bisenbahnbau.

Hauer.
Alle  Banartikel,Schlösser,  Gehänge

UsSW.  UswW.
*—  3  E*
4444444444444444444

 

 

 

  

 

 

 

   

 

 

      
  

4
s  -  —  I«fr.comesiunk»hamvutg
Pianokokteskabkik,G.m.l).ll.Z  ss  1  i55  a#(a)

Liegnitz  143,  7  —  5  222

 

 

A.  K.  .#  -  -

Flũ  gel  u.  Pianos.agagerätbeeeistungasöhiglie  yirmaf.  chrauden,
NUmal  prämüürt.  affen.  (eco,  D  end  krnc  Nieten,  Nägel,  Malchinenartikel.
800  Arbeiter.  ((0)  Munstig  bel  Dleringhausen  (Rheinland).  6
rlin  (.,  Hosenstr.  1,  und

V  VVVVVVTVYVYYVyT  Masteieher:  Närnberg,  Reuterstrasse  4.

Preislisten  auf  gell.  Nu#rage.
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        Ein  Naturschat?
von  Weltruf.

 

 

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daxlehner  Hunyadi  Jaànos

Das  mildeste,  verläßlichste,
angenehmste  Rbführmittel.

Ueber  1000  Atteste  hervorragender  Aerzte.

Altbewährtes
Bitterwasser.

Unentbehrlich
in  den  Tropen.

 

 

Gegen  Constipation,  bei  Fettleibigkeit  &amp;amp;  congestiven  Zuständen.

Bei  Leberleiden,  Malaria,  Dysenterie  und  andern  Tropen-Affektionen

 

  

Das  Versand-Geschäft,

MEV  EDLICH.  Leiprig-Plagwitz

Königl.  Sächsische  und  Königl.  Rumänische  Hoflieferanten

kit  skeung  an  dem  Gmndsste  sest,  nur  guts,  brauckbare  Wasmn  möglichst  billig  zu  listern.

Der  mit  ca.  5000  Abbild.  ausgestattete  Hauptkatalog  wird  unberechnet  u.  portofrei  versandt.
Derselbe  enthält  Ausführliches  über  folgende  Waarengattungen:

Ney’s  Stosffwlsche
Damen-  und  Kinderwälsche
Korsetien

Herren-Wäsche
Tisch-  und  Bettwische
Taschentücher
Leinene  und  baumwoll.  Stofle
Kleider-  und  Besatz-Stoßfe
Gardinen  und  Möbel-Stoffe
Tepp'che
Damen-Kontektion

 

Trikotagen,  Strumpfwaaren
Peilzwaaren
Herren-Garderobe
Hlte  und  Moützen  #ur  Herren
und  Knaben
Kravalten
kInder-Garderobe
Schuhwaaren
Regenschirme
Uhren,  Musikwerke
Optische  Waaren

 

Schmuck-  Gegenstände
Echte  Süberwaaren
Alfenldewaaren
Vernickelte
und  Messingwaaren
Kinderwagen
Klndermöbel
Holzwaaren
Wirthschafts-  Artike!
Lederwasren
Relise-  Utensilien

 

Kurz-  und  Stahlwaaren
Jagdsport-Artilkkel
Teschings  und  Revower
Kunstqusswaaren
Spielwaaren
Cigarren  und  Clgaretten
TJabake  und  Rauchrequisiten
Tolletteseilen  und  Parfms
Schokolade,  Kakao
Thee,  Biskuits,  Likhre
Brieipapiere.

  

 

Nichtgefallende  Waaren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.

 

     
 

(

 

JSoseph  Klar,  Samenhandlung.
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

HHolfftteferank  Sr.  Majestät  des  Kacsers,
oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüceesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutsehen

afrikanlschen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Iilnstrirte  Kataloge  egratis.  4

7
EEVWNYYTTTTTTTTTTFTFTFTVNWTTT  F
        <pb n="745" />
        693

-entsche  Holonialschule  Wilhelmshof

—TDMitzenbausen  an  der  Werra.  (100)

Beste  Borb  Vorbereitung,  praktisch  u.  theoretisch,  für  junge  Männer  von  17  bis
Jahren,  welche  über  See  einen  Beruf  als  Pflan  zungsbeamte,  Land-  und
ebwirtbe,  Wein=  u.  Obstbauer  suchen.  Lehr=  u.  Pensionspreis  Mk.  1000  jährlich.

Prospekte  und  Lehrplan  kostenlos.  Direktor  Fabarius.

Das  Waarenhaus

ür  deutsche  Beamte  A-G.,

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,
Telegramm-  Adresse:  „Beamtenkaufimus“,  Berlin,

z#l  aller  Arten  von  Verbmuchs-  wie  Gebrauchs-Gegenständen  (Lebensmitteln,
onserven.  Weln  Bekleidung.  Wusche,  Einrichtungen  u.  s.  w.)  auf  das  Beste  eingericbtet.

Den  Destachen  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorrüge  p.  p.
"boten.  welche  die  inls#dischen  Mitglieder  des  Waasrenhauses  (Über  38  000)  geniessen.

Die  bewahrten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waaren-Aauses
  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlissigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsnegenstinden,  so  u.  A.  für  Fettwaaren  (z.  B.
utter.,  Kuge  p.  p.)  und  Fleischwaaren  (z.  B.  Wurst,  Schinken  p.  p.).  bringt  das  Waarenhaus
Onservirun  —s  sur  Anwendung.  die  sich  selbst  in  "  beissesten  aubtropischen
Andern  vollkommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Alt  entstamwen  nur  den  leistungsichigsten
  Conserven-Fabriken.

Das  Waarenbaus  sorgt  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpa  dekuog  der  Sendungen  nach
bereeischen  Lndern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
nd  Verpackungskosten  Gegenstände  beiruschliessen,  welche  dem  Waarenbause  eventuell  von
lerwandten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendung  übergeben  werden.

Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frunkirt  (zu  Lasten  des  Bestellers),  da
—anu  die  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  weiteren  Controle
lderhoben  werden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  nachttehenden
  Zahlungsbedingungen.

Anfnahmebedingungen:  10  Mark  für  eine  Kanferisobnisskarte  auf  Lebenszeit.
Den  Mitgliedern  erwachsen  aus  ihrer  Mitgliedschalt  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jhrlich  erscheinenden  Preislisten,  Nachtiige,  Verkehrserleichterungen  werden  nach
Erscheinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  punktlich  und  frei  augesandt.  (597)

Zahlungsbedingungen:  Eriiohtung  eines  Contos  durch  Baarelnsahlung  oder  Accreditiv
  auf  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Waaren  oder,  wo  augängig,  Versendung
  der  Weaasren  unter  Nachnabme.  Das  Direktorliun.

Hatthias  Rohde  &amp;amp;  Co.  Hamburg,
Katthias  kohde  KJJörgens,  Bremen.

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Spedition  —  Kommission  —  ExportImport.
—  ————

 

für  den  Ex

—

10  goldene  und  silberne  Medaillen.

Miin  vasz  #o.  Dächer.  knxin  Puis  a00

Asserdichter  Leinenstoff  für  Bedachung  7on  Gebauden  jeder  Art.  Pror.

Bauten,  Ausstellungsbauten  ohne
Schrluyp  (Berlin  1896  40  000  m.  Paris  1900  15000  r.

Leicht.  sturmeicher.  hellfarbls.
r  Tropen  geelznel,  Auch  für  Innenbekleidung  von  Fahriken,  Bleichereien,

##rber  ien,  dauernder  Schutz  der  Holskonstruktionen  gegen  aufsteigende  Däimpfe  Zahlreiche
  Atteste.  Ca.  2  Millionen  Meter  verwandt.  Nach  China  für  f.indeckung  feststehender
und  rerlegbarer  Kriegobaracken  150  000  qm  geliefert.  Export  nach  allen

Indern.  Zahlreiche

  Tropenhliuser  gedeckt.

Extra-  4  (fest  wie  Leder  und  biegsam,  auch  im  Wioter
Extræ  Dachpapp  en  ——  clastisch  und  Iim  Sommer  nicht  auslanfend,

Auch  für  Tropen  geei  Erfinder  und  allelniger  Falrikant).  Selbstentzündung  belm

Seciransport  aungere  —  Uebernahme  durch  grosse  Dampferlinien.

Holzeement  Elastique“,  Isolirplatten  2um  Abdecken  von  Mauern  u.  Gewölben.

2  Aussergewöhnl.  leistungslähig.  Billigste

Preis  Proben  und  Prospekte  zur  Verfüugung.  Splvente  Firmen  für  Alleinrerkauf  grosser

Dintrikte  gesucht.  Seit  Jaheen  KFrosse  “ë  -“3  für  das  Auswirtige  Amt  nach  Ostund

  Sudwestafriks,  Kiantschou  etc.  (90)

Weber  -Falckenberg  Berlin,  Nlederlagen  in  Dar-es-SLaläm

 

nnd  Shanzhal.

 

 

NSER  RAMERUN

1  Prachtiband  Iin  26  Konstblittern  mit
beschreibend.  Text.  Preis  M.  5.00.

Album  von  Kamerun
1  Panorama  u.  16  Bilder.  II  Anfl.  1  00.

24  vemsch.  Ansichtskarten  v.  Kameru,'n
(III)  Preis  für  100  Stück  s###lirt  M.  3.00.

Gusta#  Poetzsch,  Magdeburg  4.

Pototsehnig  &amp;amp;  Frankel

—  #nu##s
  *  i  den  in  —

Weitere  Vertretungen  von  Prima-Firmen
  werden  gerne  übernommen.

Vertreter  in  Euro  "  esucht,  sowelt
noch  ulcht  gebunden.  (u01I)

 

 

K————————————————————

W.  Homann  &amp;amp;  Co.

Hamburg,  Luisenhof.
kennisnn  —  L#iellam  —  Spodten

von  und  nach  (82)
den  deutschen  Kolonien.

—  ————  ———————————  ————.——.—.—.———.—

Kewltsch  Orgel-  (us)

AaArmonium,

siell  für  tropisches

ima  konstruirt,  empf.
Johannes  Kewitsch,
BerilnW.,  Potsdamerstr.  27b.

 

.
(
.

 

 

 

   
 

 

(106)

Aschinen.

Leoparden  etec.

gel  und  Fische.  Wildlocker,

Haynau  i.  Schlesien.
Weltberühmte  Fangapparate

HMie  und  grössis  deutsche  Raubtbietallen-Fahri,

Inekugel-  und  Thontauben  -Wurikm

—i0NTsei  IIlustrirte  Preislisten  kostenfrei.

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Witterungen,  (

K.  Weher.
und  Eisen  für  Löwen,  Tiger.

und  andere  Raubthiere  sowie  für  V0

 

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        <pb n="746" />
        Hamoa.

 

Ernent  sei  empfohlen:

Kurze  Anleitung
zum  Verständniß

 

Samoauischen  vprache.
Grammatik  u.  Vokabnlarium

nebst  einem  Anhange:

Meteorologische  Notizen.

Mit  einen  Vlau  von  Apis.
M.  4,50.  geb.  Mk.  5.—.

 

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen,
  auch  vom  Verlage  der
Königlichen  Hofbuchhandlung  von

C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlin  SW#,  Kochstraße  68—71.

 

 

 

 

 

 

 

Sobeben  erechien:

Otto  Graf  Moltke

Mitglied  des  Hauses  der  Hbgeordneten,

Die  Entwicklung
a  der  deutschen
Verkehrsmittel

unter  der  Konkurrenz  des  Muslands

Eine  Studie.  —  60  Of.

Uerlag  der  Kôniglichen  Holduchhandlung
von  S.  8S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.

 

 

 

Diese  Studie  verdient  lebhaftes  Interesse;
die  Nothwendigkeit  einer  ziel.
bewussten  Konzentratjon  aller
wirthschaltlichen  Kräste  und  der
gleichmässigen  Husbildungaller
Uerkehrsmittel  wird  in  knapper  Beweisführung
  dargethan.

 

 

 

 

 

Spezial-Geschäft

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7ropen-A4dosröüstungen
Tropen-  Uniformen,
Tropen-Civil.
Gustav  Damm,  Bein#

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Kniedruck,  ohne  Spannung  im  Spalt.

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ohne  Schrittnaht,  ohne  Falten  innen  am  Kr
dasselbe  weit  ausgearbeitet  und  dem  Sitz  auf  4
Pferde  entsprechend  winklich  geschnitten.
wildledernem  Kniebesatz  Mk.  27,50.
Ven!  Khaerfarbenes  Ledertuch,  Nei
Ersatz  für  Cordstoffl,  Anzug  (Jacket  gefüttert  M

 

 

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ist  als  das

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bereichnet  von  der

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den  mit  einem  Eisschrank  so##n
auch  für  Kraftbetrieb.

 

 

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  für  Ortschaften,  Fak-#!
toreien,  Landhäuser,  Hôtels  etc.B
Umbau  unvollkommener  und

veralteter  Gasaulagen.  Nehr  als  1000  Anlagen  gellefert.

Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plagwitz

—
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        —  695  —

LLNGGEGNEGGGEGEZLCEBECNNEENNGECG¼ANCBEGENENNZNLNNNOCN

———  22

v.  Cippelskirch  &amp;amp;  Co.

BERLIN.

      
  
  

 

22222

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—  —  ———„

Tropen-  und  Heimathsuniformen  für  Militär  und  Beamte,
7ropen-Cwi-Weidung.
7ropen-Kopfbedeckungen,  7ropen-Wäsche,  7ropen-Frssbelfeidung,

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3  rabrik:  N.,  Uedomstrasse  21.  Hisn=  1#l  ll.  MW  P.
7  Telegramm-Adresse:  Tippotip,  Berlin.  Code:  Staudt  &amp;amp;  Hundius  1882)/1891.  2
Bank-Conto:  Deutsche  Bank.
*  ·
7  Filialen:  eo
7  Swakopmund  (Deutsch-Südwestafrika),  unter  Firma:  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  G.  m  b.  H.
3  Tsingtau  (Kiautschau-Gebiet),  unter  Firma:  Kiautschau-Gesellschaft  m.  b.  II.  —
Tientsin  (China),  unter  Firma:  V.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.
—
1.  —  )
–  ·  —
Spezial-CGeschäft  —
für
ussptttmmtmmtte
Ausristungen  aller  Art  naeb  überseelsehen  Landerr.
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3  beleuchtungsgegenstãnde.
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3  Rest·  Ausrũstungen.  Waffen  und  Munition.
2  Conservren  Uund  Praeserren.
2  LVeine,  Biere,  Spirituosen.  Cigarren,  Cigaretten,  Tabake.
3  Preislisten  und  Spezial-Aufstellungen  für  Reisen,  Expeditionen  sowie  für  längeren  Aufenthalt  in
—  überseeischen  Ländern  stehen  auf  Wunsch  gratis  zur  Verfügung.  (50)  &amp;amp;
—  ——
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Universallusnamente

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mit  Mikroskop-  und
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Ziegeleien  —  Chamottefabriken,

Fabriken  für  Dachziegel  aller  Art,  aus  Thon  und  aus  Cement.
Fabriken  für  Steinzeugröhren  —  Cemenffabriken.
Auskunft  über  Ziegelbrennöfen  und  Trocknereien.

Hydraulische  Pressen.
Kalksandsteinfabriken.

Trottoir-—  Mosaik-  —  Wanodplattenfabriken.
Zerkleinerungsmaschinen  für  alle  Zwecke.
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———

 

 

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15  u  %  Kvt
*½  «  Wohn-  Habng

Pfobsr  VenNS

Ischmieps

Russlka

1.—

*n*  zrer  2

4  ——0—
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·  »Aha-Wen
—  SSitas  Ir—

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A.  Warmauth.

Hofpedlteur  Sr.  König.  Hohelt  des
rinzen  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berlin,  Kommission.

 

 

 

 

ILI

-  “
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L  spshklk  von  ——  für  Dempfkessel.
O  i  —«-—M«hmen..1mfl  END-erblicke  Anlagen  I  #  B¾
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Soeben  erschienen:
je  Betheiligung  der  ¾l
Deutschens  Man

an  den  Kämpfen  in

Cbina.-Sommer

  j1900.
lach  amtlichen  Ouellen.  7  Mit  Kin

M.  1.—.
2222222  e  eeeeseen

Maua,

seine  Kriegshisterische  Versunzun

seine  heutige  fretegule  Saertus

Otto  Mache,  Major  a.  b.
50  H.

–..·
Uerlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
E.  S.  Mittier  &amp;amp;  Gobn  in  Beriln  5ill

 

 

 

 

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186  Löwen,  Leoparden.

’  Ginsterkatzen.  Zibethkatzren.  Serwalz  ete  etc.
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Gegrũndet  1826.  (91)

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  eltra  dry

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Württemberg,  Lieferanten  Ihrer  Kalserl.
lioheit  der  Herzogin  Wera.  Grossfurstio
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  Dratschen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Casinos.

 

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  Rapport-  u.  Berichterstattung

über  die  Kaiserlichen  Schutztruppen.

Vom  1.  Oktober  1900.  Preis  .#  1.25.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWu.
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und  Radhacken

ersetzen  8  Lis  10  Arbeiter,  eine  P’erson
huckt  2  bis  3  Morgen  per  Tag.  je  nach
Bodenbeschaffenheit.  28
Düngerstreukörbe,  Erdbohrer,  Garnntie-Spaten,
  Karren,  Cartenspritzen,  Ciesskannen,
  Patent-Jnnchepumpen,  Wasser-Wagen,
  Wegewalzen  ete.  Ioste.  Preislistégr.

Albert  Treppens,  Masiendoll-Berii.

aréOKAppasarEere

 

 

 

 

 

 

 

(20)

ILIIIIIXXX
S.’*’’———§—..—

Ffuebo  WIEsERHSVERN,  HaNSURG  4.

 

 

u.  S.  Gabelentz,  Handbuch  z.  Auf.Besefmmungen  über  die  neue

nahme  fremder  Sprachen.  Im  Auftrage

  der  Kol.-Abth.  d.  Auswärtigen

Amts  verfasst.  Preis  4  4,.—.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW1.

Bekleidung  u.  Ausrüstung  des  ostasiatischen
  Expeditionskorps.  1901.
Preis  10  Pf.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW2.

 

 

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eet  alos-Schmirgelwert,  Oule

1862.  Guido  Zische,

Deuben,  Bez.  Dresden.
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Naxos  Schmirgel,  Fhennngenr  Gleichmässig  gesichtete

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Schmirgelleinen,  Schmirgelfföper,  Schmirgelpapier,
Schmirgelband  (Kraizen-Schleiyband),  Schmirgel-HMerk-Zeicge,
  Messerschdrier,  Pol##palver,  Glaspapier,  Feuer--stelnpapter,
  SchmirgelyFeilen.
Schmirgel.-Schleifscheiben  lür  ale  Zveeke  in  den  bewährten

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Psychrophor-Schleifscheibee  Eee

in  Weissglühhitze  gebrannt,
  porös  und  sehr  schleif  kräftig.

r*4  ·  s  Auerkannt  besser  als  natürliche
Rubinit-Abzichsteine.  Auensunnt  Des

Für  jeden  Zweck  die  richtige  Körnung.

Stets  gleichmässige  Körnung  und  Härte.  *r*5

Sie  greifen  bis  auf  den  letzten  Rest  gleichmässig  gut  und  geben
eine  feine  langhaltende  Schneide.

Jeden  Stein,  der  nicht  entsprechen  sollte,  nehmen  wir  auf  unsere
Kosten  zurück.

Polirmittel  aller  Art.

Polirwachs,  Polirpulver,  Filzscheiben,  Korkscheiben  Walrossleder,
Polirscheiben  nus  Hurtpapier  mit  Wulrossleder-Ueberzug.  (#n#)

Carborundum-Waaren  aller  Art.

 

 

 

 

 

   

 

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Herausgegeben  von  der
Direktion  der  Deutschen  Seewart
Mit  11  Taleln.
Geh.  M.  2,50,  geb.  M.  3,—.

 

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E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  In  Berlin  SW##

       

 

 

 

 

        

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sellschaft  zu  Berlin  am  20.  März  100l.

mit  drei  Skizzen  in  Steindruck.

Uerlag  der  Königlichen  Bolbuchhandlung  von  G.  6.  Nirtier  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  400  u.  Kochslrasse  068—71.

Gin##sereneer#e  —  —

Beleler  (Ceneralmasoy)

 

 

Ein  werthvoller  Beitrag  zur  Beurtheilung  englischer  Politik  und  Kriegführung:

 

 

 

 

 

  
  

   

 

Derfreiheitskampf  Mordamerikas

und  der  Burenkrieg.
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699

 

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Prinzen-Allee  S83.

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ABC-Code.

S####

 

 

 

 

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für  Häuser,  Schlösser,  Comptoirs,  Fabriken  und  Städte.

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Telegramm-Adr.:
Sulfurum  Berlin.

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Beanspruchter  Raum

Seetüchtige

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Aufstellun

 

Ceber  grössere  Lichfanfagen  bitte  anzufragen.
L(Zcetylengas  übertrifft  an  Bereitung,  Preis  u.  Helligkeit  alle  bestehenden  Beleuchtungrarten.
ist  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefahrlos.  Selbst  die  gröbsten  Versehen

  und  Ungeschicklichkeiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.
Der  Apparat  ist  jabrelang  probirt  und  vervollkommnet.

Ferner  empfehle  noch  meine  Apparate  und  Maschisen  für  chemisebe  lodustrie  zur  Herstellung  folgender  Produkte:

Lather,  mmonial  Chlor,  lyeerin,  Borau,  Stesrin,  Seife,  Sehwetelkohlenstoff,  Lsim,  Fkannis,  Citransusiurs,
Eussiusiurz,  lusssäurs,  Oralsiurs,  Salszum,  alpetewäun,  Schwafolsund,,  Weinstaiuszun.

Leistung  GewichtFreis  Telegraphenin
  Metern  V  k
in  Flammen  breit  langhocobh  Lilogramm  Mark  re  ung  schlüssel
20  1.5  2,5  3.0  150  500,.—  50.—  Anam
50  1.5  2,6  3,0  200  800,—  65.—  Baron
100  2.5  3,5  3,5  1020  1200.—  98.—  Ceres
200  8.0  4,0  3,8  1450  1800,.—  110.—  Drama
500  4.0  6,0  4,0  2500  3600,—  200,—  Erna
PDie  Flammen  sind  zu  16  Normalkeren  —  12  Liter  stündlicher  Gasverbrauch  angenommen.

((%#  )
        <pb n="752" />
        —  700  —

WOoERMANN-LIN!TEZ,

Regelmässige  Postdampfschiffahrt  rwischen  Hamburg  und  Westafriks

Am  22.  September:  P.  D.  „Somalil“,  Capt.  Birch,
nach  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  September:  P.  D.  „Anna  Weoermann“,  Capt.  Spiesen,
via  Rotterdam  nach  Liberia,“  Acora,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerm.
und  Congo  Frangoais.
Am  1.  Oktober:  P.  D.  „Paul  Woermann“,  Capt.  Meyer,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia-,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Ben

Am  5.  Oktober:  P.  D.  „Hedwig  Weoermann“,  Capt.  Franck,
via  Antverpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherb#

Am  10.  Oktober:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Fastert,

via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,  Axim,“  Secondee,“  Cape  Coast,“  Acen-Lome,
  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longjii,“  Plantation,  Kribi“  und  Fernando  Fe.

Am  15.  Oktober:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  H.  Krohn,
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Accn'

Kongo  und  Angola.

Epxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jeodes  Monats.

144%e  Güter  müssen  n#cet  Tage  vor  dem  459a#ngdoaftem  bis  12  Uhr  mitcags  Idrosseile  #

Näberes  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Wbermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (u)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  53.

Deutsche  Ost-  Afrika  -Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindune
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
swischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  o9  ##
R.  P.  D.  „ZGundesrath“,  Capt.  Carstens  (fahrplanmäss.  Reise  No.  21a)  9.  Outober  .  H#

mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Sald,  Suez,  aAden,  Wombassa,  Tanga,  Dar-es-Salfm,  Zanzihar,  Uh#,  U#
Miklndanl,  Ibo,  Moxambloue,  Chlade,  Beira  und  Quellmane  Bambura:  Nera

R.  P.  D.  „König“,  Capt.  Weisskam  (lahrplanmäss.  Reise  No.  19)  325.  Septbr.  N.  O#it

.  P.  D.  „Kurfürst“,  Capt.  Doherr  (  „  „  „  21)  323.  okteber  8.  lin

mit  Passagleren  nach  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Moxramblute  sowie  mit  Pa####nt
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  a#b  Bamburg:  ab  Nenp

.  P.  D.  „Kronprinz“,  Capt.  v.  Issendorff  (fahrplanmäss.  Reise  No.  20)  9.  Oktober  M.  E##
mit  Paseagleren  und  Ladung  nach  Kapstadt,  Port  Ellzabeth,  East  Londoa,  Durban  und  Delagonb#y.
Die  Dampfer  Rhaben  vorzuloliche  E#nichfungen  1Ur  Fussagtere  in  allen  Klaussen.

Direkter  Durehverkehr  von  binnendeutschen  Plitzen  nach  sHmmtlichen  Anlaufhlifen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  swei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

 

 

 

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (a)
In  Hamburg  wegen  Passage  die  Hamberg-merika-Linte,  A##tnellung  Personen-Verteir.
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsohe  Ost  -  Asrika-  Lanie,

 

Afrlkahaus,  Grosseo  Roiehenstraæo  S
Dieser  Nummer  liegt  das  3.  Heft  des  XIV.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisendes
und  Gelehrten  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“  bei.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Tbell:  M.  Junge,  Verlin.
Nerlag  und  ODruck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12.  Kochstratt  ###
Ausgegeben  am  14.  September  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="753" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.
Herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Anks.

II.  Jahrgang.  #  «  Berlin,  .  Obktober  100l.  Nnmmer  18.

Ê  -

e  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monatz  pelben  werden  als  Beihefte  bei  Lelnnn  die  rsen  einmal  ——
einenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgobieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
auckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementopreid  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
handlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagobuchhandlung  Mk.  3.50  fur  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzaebiete  und
erreich-  Ungarn,  Mk.  3.75  für  die  Länder  des  Weltpostoereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
st  Siesfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  14,  Kochstr.  66—71,  zu  Tichten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs.  Mreisliste  für  1901  unter  Nr.  ###%
alt:  Amtlicher  Theil-  Zusatz  zu  der  Verordnung  vom  26.  März  1896,  betreffend  das  Verbot  der  Anwerbung

von  Arbeitern  zum  Zwecke  der  Ausfuhr  derselben  aus  Deutsch-Ostafrika  nach  fremden  Gebieten  S.  701.  —
Personalien  S.  702.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  702.  —  Deutsch-Ostafrika:  Usambara-Eisenbahn
S.  702.  —  Sinken  des  Schwimmdocks  in  Dar:zes-Saläm  S.  703.  —  Rheinische  Handel  Plantagengesellschaft  S.  703.
—  Usambara-Kasseebau-Gesellschaft  S.  704.  —  Kamerun:  Neue  Gesandtschaft  der  Bali  S.  704.  —  Verzeichniß

der  im  Schutzgebiete  Kamerun  thätigen  Handels=  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande  am  Anfang  1901
S.  705.  —  Togo:  Landwirthschaftliches  aus  dem  Innern  von  Togo  S.  708.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Beseitigung
  von  Mißständen  im  Handelsverkehr  von  Deutsch-Neu-Guinea  S.  709.  —  Schiffbrüchige  YDap-Insulaner
S.  701.

—  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  711.  —  Aus

fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Besiedelung  des  Transvaals  und  Oranje-Freistaats  durch

britische  Staatsangehörige  S.  713.  —  Aufßenhandel  des  Kongostaats  im  Jahre  1900  S.  716.  —  Handel  Beiras
im  Jahre  1900  S.  716.  —  Die  bedeutendsten  Handelohäuser  in  Liberia  S.  716.  —  Konzessionsertheilungen  in  der
Republik  Liberia  S.  717.

—  Verschiedene  Mittheilungen:  Kolonial-Wirthschaftliches  Komitee  S.  717.  —
Litteratur  S.  718.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  719.  —  Schiffsbewegungen  S.  719.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S.  720.
—  Fahrplan  der  Woermann-Linie  für  das  vierte  Vierteljahr  1901  S.  722.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Gelseßze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Zusatz  zu  der  Verordnung  vom  26.  März  1896,  betreffend  das  Verbot  der
Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Zwecke  der  Ausfuhr  derselben  aus  Deutsch-OÖstafrika
  nach  fremden  Gebieten.
§  #  der  Verordnung  vom  26.  März  1896  (Kol.  Bl.  1896,  S.  280,  Kol.  Gesetzgeb.  Bd.  II,  S.  214),

essend  das  Verbot  der  Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Zwecke  der  Ausfuhr  derselben  aus  Deutschafrika
  nach  fremden  Gebieten,  enthält  solgenden

Zusatz:

Das  Anwerben  und  Ausführen  von  Eingeborenen  zu  Schaustellungszwecken  ist  gleichfalls  verboten.
Diese  Zusatz-Verordnung  tritt  mit  ihrer  Verkündigung  in  Krast.

Dar-es-Saläm,  den  12.  August  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Graf  v.  Götzen.
        <pb n="754" />
        —  702  —

Personalien.
Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  19.  September  1901.

Ir.  Eggel,  Stabsarzt  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  scheidet  am  30.  S
aus  derselben  aus  und  wird  mit  dem  1.  Oktober  d.  Is.  als  Bataillonsarzt  des  2.8.
Infanterie-Regiments  Graf  Bülow  von  Dennewitß  (6.  Westfälischen)  Nr.  55  angestellt.

 

—  —

 

    

Nichtamtlicher  Theil.
Perspnal-Machrichten.

Deutsch-Ostafrika.
Der  Ingenicur  Weiske,  der  Kapitän  Beck,  der
Leuchtthurmwächter  Jahn  und  der  Schlosser  Klein
haben  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Es  sind  mit  Heimathsurlaub  am  17.  September
d.  Is.  in  Neapel  eingetroffen:  Oberleutnant  Braun,
die  Zahlmeisteraspiranten  Henniger  und  Ruhnau
und  Feldwebel  Lembcke.

Die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet
  haben  am  27.  September  von  Neapel  aus
angetreten:  die  Leutnants  Klinghardt  und  Lademann,
  Feldwebel  Knaust,  Unteroffizier  Schmidt
und  die  Sanitätsunterosfiziere  Diepolder  und
Ziegelmeier.

Ramernn.

Der  Regierungsassessor  Dr.  Freiherr  Schenck  zu
Schweinsberg,  der  Ingenieur  Hohl,  der  Finanz-=praktikant
  Dierer,  der  Bautechniker  Kohnen  und
der  Polizeimeister  V.  Schmidt  sind  in  Kamerun
und  der  Oberleutnant  Förster  ist  in  Campo  (Kamerun)
  eingetroffen.

Dem  Zollverwalter  Wertz  in  Kamerun  ist  für
die  Dauer  seiner  Thätigkeit  im  Kolonialdienst  der
Titel  eines  Kaiserlichen  Zolldirektors  verliehen  worden.

Der  Sergeant  Ficke,  der  Schiffszimmermann
Krake  und  der  Eisendreher  Loosmann  haben  die
Ausreise  nach  Kamerun  angetreten.

 

Cogo.
Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandm.
leuinant  Freiherr  v.  Seefried  hat  de“
nach  Togo  angetreten.  «

 

—

Dem  Zollverwalter  Schlapoczel  ind
für  die  Dauer  seiner  Thätigkeit  im  Kolonia
Titel  eines  Kaiserlichen  Zolldirektors  verlietm

 

Lüdwestafrika.

Der  Landmesser  Hartmann  und  d
gehülfe  Brendel  sind  in  Deutsch  Sur
eingetroffen.

Der  Schiffer  für  große  Fahrt  v.  Bolrist
  als  Schiffsführer  für  den  Schleppdarte#
Kaiserlichen  Hafenbauamtes  in  Swakop##r
nommen  worden.

Der  Eisenbahnsekretär  Kleinschmid!
Ausreise  nach  Deutsch=  Südwestafrika  anger#

Die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise  in  de
gebiet  haben  am  22.  September  d.  Js.  von  K
aus  angetreten:  Leutnant  v.  Stülpnagel.
zähligen  Feldwebel  Breitag  und  Eichelm#
Sergeanten  Bach  und  Wesch,  Unterosfiziet“
und  die  überzähligen  Unteroffiziere  Rak#-und
  Heinrich.  «

Bachrirlxkrnaus-dendeutschenBclxujzgebietem

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-  Pstafrika.

Usambara:-Eisenbabn.
Bericht  über  die  Monate  April  bis  Juni  190  1.7)

Auf  der  Neubanstrecke  Muhesa  —  Korogwe  wurden
durch  das  anhaltende  Regenwetter,  welches  bereits

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  482.

 

im  Märg  eingesetzt  hatte  und  bis  in  den  Ir#
dauerte,  sämmtliche  Arbeiten  stark  zurter.
Das  Gleisverlegen  ruhte  wochenlang  voll-Nach
  Angabe  von  Ortsangesessenen,  weltt
zwölf  Jahre  im  Lande  sich  befinden,  soll
jährige  Regenperiode  die  stärlste  sein,  welche
vorgekommen  ist.  *

Im  Lugerathal  erwiesen  sich  die  ge7#
        <pb n="755" />
        —  703  —

dämme  hinsichtlich  der  Höhe  als  ungenügend.  Das
Sesser  stand  stellenweise  156  bis  20  em  über  der
Tammkrone,  die  Erhöhung  der  letzteren  um  560  em
wurde  daher  in  Angriff  genommen.  Der  Dammkörper
  selbst  hat  wenig  gelitten,  da  nirgends  starker
Strom  vorhanden  war.  Wegen  des  hohen  Wasserstandes
  konnten  im  Lugerathal  auch  keine  Maurererbeiten
  ausgeführt  werden,  die  Brückenbauten  find
daber  noch  nicht  vollendet.

Im  Juni  ließ  der  Regen  nach.  Die  Oberbauuerbeiten
  wurden  im  vollen  Umfange  wieder  aufgenommen,
  die  Oberbauspitze  erreichte  am  1.  Juli  die
Kinhuistation,  und  die  Strecke  bis  Bombuera  (Kilometer
  50  +  500)  konnte  dem  öffentlichen  Verkehr
übergeben  werden.  Der  Personen=  und  Güterverkehr
über  Muhesa  hinaus  erfolgt  aber  vorläufig  nur  mit
den  täglich  verkehrenden  Materialzügen.  Besondere
Züge  sind  für  diesen  Zweck  noch  nicht  eingestellt
worden.

Ein  Mangel  aon  Arbeitern  ist  nicht  mehr  vorgekommen,
  da  nur  noch  geringfügige  Arbeiten  am
Bahnkörper  auszuführen  waren  und  infolgedessen
farbige  Arbeiter  entbehrt  werden  konnten.  Von  den
europäischen  Unternehmern  verließ  ein  Theil  die
Strecke,  um  sich  neue  Beschäftigung  bei  einem  Bahnbau
  auf  Madagaskar  zu  suchen.

Der  Gesundheitszustand  war  bei  dem  Beamtenpersonal
  im  verflossenen  Vierteljahr  ein  besonders
guter  (durchschnittlich  0,15  pCt.  Erkrankungen  des
Personals).  Todesfälle  von  europäischen  Angestellten
kamen  nicht  vor.

Sinken  des  Schwimmdocks  in  Dar-es=  Laläm.

Am  12.  August  d.  Is.  ist  das  Schwimmdock  in
Dar-es-Sals#m,  das  von  den  Howaldtswerken,  Kiel,
im  Auftrage  der  Regierung  gebaut  war,  bei  eben
begonnener  Abnahme  gesunken.  Nach  den  hier  eingelaufenen
  amtlichen  Berichten  scheint  die  ausführliche
darstellung  von  dem  Verlauf  des  bedauerlichen  Vorfalls,
  die  von  der  „Deutsch-Ostafrikanischen  Zeitung“
gegeben  und  bereits  durch  die  Presse  gegangen  ist,
im  Großen  und  Ganzen  zutreffend  zu  sein.  Auf
welche  Gründe  das  Wegsinken  zurückzuführen  ist,  wird
erst  nach  Hebung  des  Docks,  die  sich  mit  den  modernen
  Hülfsmilteln  ohne  allzugroße  Schwierigkeiten
bewerkstelligen  lassen  dürfte,  mit  Sicherheit  festzustellen
sein.  Die  Hebung  ist  Sache  der  Howaldtswerke,
auf  deren  Rechnung  und  Gefahr  das  Unternehmen
bis  nach  vollendeter  Abnahme  geht;  die  Kolonial-=verwaltung
  wird  mithin  von  einem  direkten  Schaden
durch  den  Vorfall  nicht  betroffen.

Rhe#inische  Pandel-plantagengesellschaft.

Der  Geschäftsbericht  des  Vorstandes  der  genannten
  Gesellschaft  über  das  fünfte  Geschäftsjahr
(1900)  sogt  über  die  Entwicklung  der  Kaffeepflanzung
Ngambo  in  Ost-Usambara:

 

„Das  Wetter  war  normal,  dementsfpr#  nb  hahen
sich  auch  unsere  Kaffeebäume  normal  eniwsickett  Die
durch  die  geringe  Regenmenge  der  letzien  Jahre  veranlaßten
  zahlreichen  Fehlstellen,  über  die  wir  in
unserem  letzten  Berichte  sprachen,  konnten  ausgefüllt
werden;  wir  verwandten  hierzu  etwa  120000  Pflänzlinge
  aus  den  Saatbeeten.  Außerdem  wurden  auf
neu  urbar  gemachtem  Lande  etwa  30000  Bäumchen
neu  ausgepflanzt,  so  daß  am  Schlusse  des  Jahres
1900  rund  550  000  Pflanzen  in  den  verschiedenen
Altersstufen  vorhanden  waren.  Das  Unter-Schatten-Bringen
  der  Pflanzung  mit  Albizzia  moluccana
machte  gute  Fortschritte,  und  ist  bereits  die  größere
Hälfte  der  Pflanzung  mit  Schattenbäumen  versehen.
Die  Kaffee-Aufbereitungsanstalt  wurde,  soweit  die
baulichen  Arbeiten  in  Frage  kamen,  gemäß  den
in  unserem  letzten  Geschäftsberichte  ausgesprochenen
Erwartungen  fertiggestellt,  die  Vollendung  der  Montage
  war  jedoch  bis  zum  Dezember  1900  noch  nicht
möglich,  da  sich  die  Versendung  der  Eisentheile  für
das  Trockenhaus  bis  in  den  Dezember  hinein  hier
in  Europa  verzögerte.  Auch  diese  maschinelle  Anlage
ist  jedoch  inzwischen  vollendet  und  bereits  in  Betrieb
gesetzt;  somit  können  jetzt  die  zu  erwartenden  größeren
Ernten  verarbeitet  werden.  Unsere  kleine  Erstlingsernte
  von  etwa  119  ½  Centner  brachte  uns  in  Hamburg
  für  Perlkaffee  Mk.  1.—,  1a.  Mk.  0,80,  2a#.
Mk.  0,60,  3  a.  Mk.  0,58  pro  Pfund  unverzollt.  Unter
direktem  Arbeitermangel  hat  unsere  Pflanzung  in
diesem  Jahre  zwar  nicht  zu  leiden  gehabt,  doch  ersordert
  die  Arbeiterfrage  immer  die  volle  und  ununterbrochene
  Aufmerksamkeit  unseres  Pflanzungsleiters,
  besonders  weil  die  Markt-  und  Verpflegungsverhältnisse
  in  Ngambo  nicht  so  günstig  liegen  wie
auf  den  meisten  anderen  Pflanzungen  in  Usambara.
Herrn  Alkersdyk  ist  es  trotzdem  gelungen,  einen  ausreichenden
  Stamm  von  Arbeitern  zu  halten,  ohne
höhere  Löhne  als  die  meisten  Nachbarpflanzungen
zu  zahlen.  Wir  haben  zwar,  wie  wir  im  vorjährigen
Berichte  erwähnten,  vorläufig  von  ausgedehnterer
Viehzucht  Abstand  genommen;  da  die  Düngerbeschaffung
  jedoch  für  unsere  Pflanzung  später  von
großer  Bedeutung  sein  dürfte,  so  setzen  wir  Versuche
  in  dieser  Richtung  sort  und  hegen  die  Hoffnung,
  daß  dieselben  schließlich  zu  einem  günstigen
Resultate  führen  werden.  Für  unsere  Pflanzung
Ngambo  haben  wir  im  Berichtsjahre  im  Ganzen
Mk.  129  066,70  ausgegeben,  so  daß  die  Pflanzung
von  550  000  Bäumchen  am  31.  Dezember  1900  mit
Mk.  582  735,57,  einschließlich  Mk.  52  566.67  für
die  Aufbereitungsanlage,  die  bis  dahin  ausgegeben
worden  waren,  zu  Buche  stand.  Zum  Lobe  unseres
Pflanzungsleiters  können  wir  konstatiren,  daß  in
Ngambo  sehr  billig  gewirthschaftet  worden  ist.  Um
einen  Ueberblick  über  die  für  diese  Pflanzung  noch
erforderlichen  Gelder  zu  gewinnen,  haben  wir  durch
unseren  Oberpflanzer  auf  Grund  seiner  Erfahrungen
einen  Kostenanschlag  aufstellen  lassen.  An  der  Hand

dieser  sehr  vorsichtigen  Ausstellung,  in  der  für  die

2
        <pb n="756" />
        aus  unseren  Ernten  zu  erzielenden  Einnahmen  nur
Mk.  0,50  pro  Pfund  eingesetzt  sind,  können  wir  erwarten,
  daß  sich  im  Jahre  1904  Ueberschüsse  ergeben
  werden.  Von  Anfang  1901  bis  zum  Schlusse
des  Jahres  1904  brauchen  wir  danach  zum  Ausbau
der  Pflanzung  höchstens  noch  etwa  200  000  Mk.
Setzen  wir  sodann  ein  Betriebskapital  von  150  000  Mk.
für  etwa  eineinhalb  Jahr  in  Rechnung,  um  Spielraum
  für  den  Verkauf  der  Ernten  zu  haben,  so
wären  für  die  Pflanzung  Ngambo  im  Ganzen
noch  elwa  350  000  Mk.  von  Anfang  1901  ab
erforderlich.“

Der  Geschäftsbericht  theilt  ferner  noch  hinsichtlich
  der  Agaven  =  Hanf-Versuchspflanzung  Kurasini
mit,  daß  der  Betrieb  der  Pflanzung  zunächst  eingestellt
  worden  ist.  —  Der  Vorstand  der  Gesellschaft
besteht  aus  den  Herren:  S.  Alfred  Frhr.  v.  Oppenheim,
  Köln,  Vorsitzender;  Eugen  Pfeifer,  Köln,  stellvertretender
  Vorsitzender;  Arnold  Guilleaume,  Köln;
Kommerzienrath  Alexander  Lucas,  Berlin;  Dr.  Max
Schöller,  Berlin  und  Graf  A.  v.  Maltzan,  Militsch.
Revisoren  sind  die  Herren:  Dr.  Carl  Joest,  Hans
Eichholz;  Manfred  Graf  v.  Matuschka,  Schloß
Bechau,  und  Dr.  Richard  Schnitzler,  Köln.  General-=bevollmächtigter
  ist  Herr  Walter  von  St.  Paul-Illaire,
  Köln.

Usambara---Raffeebau-Gesellschaft.

704

 

—  —

1894,  1895  und  1896  haben  sich  gut  entwickelt
jedoch  nur  mäßigen  Fruchtansatz.  Die  Anlagen  vor
1897  und  1898  dagegen,  die  durch  die  Dürre  vor
1898  sehr  geschädigt  worden  sind,  stehen  entweder
nur  mäßig  oder  schlecht,  so  daß  an  theilweisen  Er
satz  der  Bäume  gedacht  werden  muß.  Die  Aus
pflanzungen  von  1899  und  1900  sowie  die  des
jetzt  laufenden  Jahres  entwickeln  sich  befriedigend
Die  Ernte  ergab:

1896  für  2  846  kg  4  565,68  Mk.
1897  8  526  9  241.,45
1898  12  446  9  465,17
1899  11  287  =  10  856,544
1900  18  631  20  977,01

Die  künftigen  Ernten  dürften  unter  normalen  Verhältnissen
  der  Zunahme  der  fruchttragenden  Bäun:
entsprechend  größer  werden.

Ramernn.
Üeue  Gesandtschaft  der  Bali.
Die  Beziehungen  des  Kaiserlichen  Gouvernementin

  Kamerun  zu  dem  mächtigen  Stamm  der  Beii
schemen  sich  in  erfreulicher  Weise  auch  unter  den
jungen  Heäuptling  (den  Tod  des  alten  Garega  haober

Der  Geschäftsbericht  der  genannten  Gesellschaft

über  das  siebente  Geschäftsjahr  (1900/1901)  sagt
über  den  Betrieb  ihrer  Pflanzung:

Als  Arbeiter  wurden  im  Betriebsjahre  durchschnittlich
  190  Männer  und  66  Weiber  der  einheimischen
  Schwarzen  verwendet  und  zwar  durchweg
als  Monatsarbeiter,  in  Tagelohn  Niemand.  Der
Hausbestand  wurde  vergrößert  durch  den  Bau  eines
neuen  Stalles.  Das  Netz  der  Feldwege  und  Entwässerungs-Anlagen
  wurde  nach  Bedarf  erweitert.
Das  Kaffeefeld  wurde  nur  wenig  vergrößert.

Es  sind  bisher  gepflanzt  worden:

 

wir  in  Nr.  14  des  Kol.  Bl.  gemeldet)  aufs  Beste  zu
gestalten.  Nach  einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Gon
verneurs  traf  am  10.  August  d.  Is.  in  Buöa  abermals
  eine  Gesandtschaft  des  Häuptlings  Fonyong  aus
Bali  ein,  die  als  Zeichen  der  Treue  und  Ergebenben
des  Balistammes  mehrere  Geschenke  überbrachte  und
den  Gouverneur  bat,  den  jüngsten  Sohn  Garegas
Namens  Dsché,  beim  Gouvernement  zu  beschäftigen.
Die  Zusendung  des  Jungen  ist  ein  deutliches  Zeichen
für  das  große  Vertrauen,  das  die  Bali  den  Deutschen
entgegenbringen.

Am  gleichen  Tage  marschirten  in  Busßa  100  Boliarbeiter

  durch,  um  auf  der  Victoria-Plontage  zu

 

Betriebs-  Flaä  Bergkaffee  Thalkaffee  Insjahr

  che  (Arabischer  Art)  (Liberischer  Art)  gesammt

1894  auf  etwa  9  ha  20  000  Bäune,  —  Bäume,  20  000  Bäume,

1895  -  -  22  -z  45  000  -  45  000

1896  11  =  12  000  5  635  17  635

1897  -  47  -  69  447  -  10  237  -  79  684  -

1898  -  -  44  =  860  579  -  —  86  579

1899  -  -  66  132  595  -  —  132  595

1900  -  15  32  092  —  -  32  092  -
Insgesammt  auf  etwa  214  ha  397  713  Bäume,  15  872  Bäume,  413  585  Bäume.

In  der  kleinen  Regenzeit  von  1900  sind  außerdem

  noch  21  430  Bäumchen  zum  Ersatze  der  ausgegangenen
  und  verkümmerten  Auspflanzungen  der

früheren  Jahre  ausgesetzt  worden.

Die  Anlagen  von

arbeiten.  Singend  und  lachend,  ohne  weißen  Auf
seher  und  ohne  jeden  Zwang,  zogen  die  Arbeiter,
durchweg  kräftige  Gestalten,  ihres  Weges.
        <pb n="757" />
        705

Derzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Ramerun  thätigen  dandels=  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande

am  Anfang  1901.#

 

Lsde.
Nr.

Firma  bezw.  Gesellschaft,
Sitz  derselben  in  Europa

 

Niederlassungen
im  Schutzgebiete

 

 

Europäisches  Personal

 

1.  Basler  Missionshandlung,  Basel
(Schweiz)

2.  David  Jones  &amp;amp;  Co.,  43  Slater  Street,

Liverpool

3.  Deutsch-Westafrikanische  Handelsgesellschaft
  (Geschäftssit:  Hamburg,  Hermannstraße

  25  27)

1.  Adolf  Herschell  &amp;amp;  Co.,  Nedcroß  Street  20,

Liverpool

r“A1)  John  Holt  &amp;amp;  Cie,  Ltd.,  Princes  Buildings=Dale

  Street  81,  Liverpool

6.Gesellschaft  Nordwest-Kamerun

?

Rider  Son  &amp;amp;  Andrew.

8.  N.  &amp;amp;  W.  King,  Redcliff  Parade,

 

Bristol

Bezirk  Duala.

Akwadorf
und  Joßdorf  (Filiale)

(Ceres  Beach!
Duala
Wuri
Jabassi
Nyanga,  Balon,  Ndoko
Penda,  Jebale,  Bonamateke,
Bomonoma  Benge,  Meang
(Abo),  Dibombari
Dibamba
Ndoko  Bakeng

Akwadorf
Duala

Ndokoko
Nyanga

Duala

Hickory
Wuri
Bassa.  Nyanga,  Dibamba,
Mungo,  Duala

Duala
Ebunje
Wuri
Hickory
Dibamba
Duala
Johann  Albrechtshöh
Bassa,  Nyanga,  Abo,
Jabiang,  Mungo,  Bakoko,
Mundame

Duala

Deido
Bassa
Jabassi
Ndokoko
Mundame
Manjeme

Duala

Jabassi

Nyanga

Dibombari,  Bona

Ngande,  Wuri,  Budimann,

Nkome,  Mungo,  Mbunyo

Mungo!,  Ndobekake,  Ndokobekan,

  Bomono,  Miang,

Ndonga,  Bassa  b.  Kamerun,
Joßdorf

Jebari,

Akwadorf,  Duala
Deidodorf,  Wuri,  Bassa,
Nyanga,  Ndokopang,  Mungo,
Bimbia,  Dibombari,  Ma- 



 

limba,  Belldorf

*)  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  462

W.  Hies,  Agent,  G.  Hoffmann,
J.  Vöhringer,  J.  Leimenstoll.

William  A.  E.  Evans.

Sam  Hill,  L.  Gardiner,  A.  Krieger
Herbert  Litherland.

J.  Patrick  Crough.

Heinrich  Bengston.

C.  Neldner.

H.  Dähynel,  H.  Eisenhauer,
E.  Kuhne,  H.  Lenz.

R.  Conrad,  E.  Seeger.

H.  Pistor.

J.  O.  Frame,  R.  A.  Sewell,  Georg
Steyer,  W.  Webster,  V.  Nritchard

R.  Harrison.

A.  Strohm,  K.  Tietje.

Wm.  Crother,  A.  E.  Abrenshan.
H.  S.  Swindells.

Bm.  Gilligan.

L.  Camues.

Joekson  Garbut.

J.  Mitlebachort.

A.  Großberger,  Franz  Müller,
K.  Heinil,  G.  Bantheim,  Th.  Haas,
G.  Franke,  R.  Jürs,  IJ.A  Weich.

A.  Schreiber.

A.  Schmidt,  Wilh.  Müller.

Kurt  Gebhardt,  Fr.  Naglo,  F.  Hedde-—
  brügge.

W.  Brayley,  E.  Bluhm,  A.  E.  Winne.

W.  Philipps,  H.  Henwardt.
F.  Holder.

Paul  Werner,  Karl  Schöneberger.
        <pb n="758" />
        esde.

 

 

 

 

 

 

 

Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungen  Eu  opäisches
Nr.  Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  vopäisches  Personal
Bezirk  Edea.
9.  Woermann  &amp;amp;  Co.,  Hamburg  Malimba  E.  Warncke,  Hilcker,
F.  Otto  (Maschinist).
Mongomanjon  —
Ndogotunda  Schroeder.
Ndogombuang  —
Edea  Rudolf  Tewes,  Ernst  Petersen.
Bekok  —
10.  Kamerun-Hinterland-Gesellschaft,  Berlin  Malimba  M.  Müller,  Th.  Wahn.
Malimbajern  —
Pungosungo  Georg  Schaller,  H.  Drechsel.
Ndogombuang,  Ndogobenan  —
Edea  R.  Petersson.
Sakebayema,  Bajob  —
11.  R.  W.  King,  Redcliff  Parade,  Bristol  Malimba  —
12.  John  Holt  &amp;amp;  Co.,  Old  Castle  Building,  Njanjedorf  —
26  Preesons  Row,  Liverpool
Bezirk  Victoria.
13.  C.  Woermann,  Hamburg  Victoria  Chr.  Janßen.
Sanje  R.  Voß.
Bimbia  E.  Issel.
Bwinga,  Ticko  Th.  Jurisch.
14.  The  Ambas  Bay  Trading  Co.  Ltd.,  Liverpool  Victoria  R.  Lange,  H.  Bradshaw,  J.  Ecet:
W.  Booth.
Victoria-Hotel  A.  Scheible.
Bwinga-Pflanzung  W.  Schubert.
Bwinga  Markt,  Bimbia,  —
Tecko(  Ngeka,  Ngeme,  Bibundi
Mundame  Charles  Higgins.
15.  J.  Weiler,  Hamburg,  Gr.  Reichenstr.  25—33  Victoria=  J.  Weiler,  G.  Willhöfft.
Bibundi  L.  Schläscke,  V.  Voges,  Fr.  Ziegler.
16.  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Victoria  W.  van  de  Loo.
„Victoria“,  Berlin  JW.,  Dorotheenstr.  49  Buẽa  F.  Steinhausen.
Muẽa  C.  Kionka.
Limbe  O.  Weiß.
Buana.  —
Mittelpflanzung  H.  Refior,  R.  Creuziger.
Kraterpflanzung  O.  Hoppe.
Ngemepflanzung  H.  Jansen.
Victoriapflanzung  E.  Weißenborn,  E.  Danielsen.
F.  Robnitzki,  F.  Wirth,  W.  Wiese,
J.  Röhricht,  C.  Baumgart,
W.  Schulte,  L.  Freichel,  A.  Neisner,
  G.  Steinhausen,  E.  Wenzel,
E.  Preuß,  A.  Preuß.
17.  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi  G.  Schweigert.
„Bibundi“,  Hamburg  (Abtheilung  Kakaobaux-E.  Bält,  A.  Morreis,  C.  Bauer,
A.  Simon,  C.  Bremer,  F.  Hartwig,
  Marquetz.
(Abtheilung  Tabakbau,,F.  Mahnkopf,  H.  Bachmann.
.  A.  Kießler,  W.  Pieper,  P.  Habisch.
Isongo  O.  Matrab,  G.  Stamer.
Mokundange  W.  Schoene,  M.  Ockel.
18.  Pflanzung  Linell  &amp;amp;  Co.  (Sitz  in  Debundja)  Debundja  G.  Linell,  R.  Klambeck.
19.  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft,  Moliwe  R.  Stammler.
Hamburg  Beyvorwerk  K.  Eigen.
20.  Plantage  Oechelhausen  Oechelhausen  bei  Isongo  JO.  Köthe,  L.  Heberling,  C.  Febse,
E.  Köthe.
21.  Pflanzung  „Lisoka“  (Esser-Oechelhäuser),  Lisoka  O.  Hilfert,  K.  Koch.

 

Berlin  JW,  Dorotheenstr.  49,  part.
        <pb n="759" />
        707

 

fde.

 

Niederlassungen

 

 

 

 

 

 

 

Ebea,  Campo

 

 

Firma  bezw.  Gesellschaft,  «
Nr.  Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  Europäisches  Personal
22.  Kamerun-Land=  und  Plantagengesell-  Kriegsschiffhafen  E.  Friederici.
schaft  (Kolonial),  Hamburg  Wasserfall  A.  Matzen.
Nbamba  M.  Werner,  A.  Spemann,  F.  Meinhardt,
  G.  Sievert,  P.  Rasch.
3.  Pflanzungs-Gesellschaft  „Soppo“  G.m.  Soppo  Karl  Zwingenberger.
b.  H.,  Berlin  NW.,  Dorotheenstr.  49,  part.  Bolikao  Konrad  Zwingenberger.
Bonganjo  Anton  Wunderlich.
Bulu  Joh.  von  Bach.
Malende  Wilh.  Schneider.
4.  Soden-Scipio-Pflanzung  ([Idenau-Sanje-  Sanje  bei  Bibundi  Hahn,  Schott.
Pflanzung),  Stuttgart
75.  Deutsch-Westafrikanische  Handelsgesell-  Rio  del  Rey  J.  Morin,  F.  Menzel,  C.  Düvelshaupt
schaft  m.  b.  H.,  Hamburg  Bonge  NR.  Ahrens.
Bongo-Plantage  G.  Warnecke.
Illoani-Plantage  —
Lobe  E.  Wetterhall,  C.  Martensen.
Ndian  H.  Lohmeyer,  P.  Kiesewetter.
Bela  L.  Andrae.
Baro,  Bakundu-Bakonge,
Betenge,  Bakwa,  Ekundu-Kundu,
  Issoky,  Obong,  Kim-  —
bum,  Inokun,  Ronge  Maliba,
Matuttu-Dep.,  Mosungu-Seli
26.  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun,  Ber-  Rio  del  Rey  A.  Siebert,  E.  Ulrich,  O.  Böhme,
lin  W.,  Behrenstr.  7  a  H.  Stranz,  F.  Staschewsky,  A.  Voigt
Ndian,  Ikassa  —
Ndobe  V.  Rosenhagen-Bonge
  N.  Johaneson,  A.  Becker.
Fungo,  Lienni,  Mafaka  —
27.  The  Ambas  Buy  Development  Association  Rio  del  Rey  A.  Forman,  J.  Abend,  W.  Norris.
Ltd.,  Liverpool,  Englar  d  Boa,  Ekonaku  —
Ekoroman  Z.  Eck.
Bakoko,  Esutam  —
Makombi  Fred  W.  Wild.
Meme,  Bay  W.  Melrose.
Baypflanzung  N.  W.  Bouchor.
Bakundu  Felix  Cohn.
Moko,  Ugenye  W.  J.  Paryy.
Bezirk  Kribi.
28.  Karl  Maaß  &amp;amp;  Co.,  Hamburg  .  Kribi  O.  Dunkhorst,  A.  Gätjens.
Buambie,  Komaka  —  ·
29.  Bremer  Westafrikanische  Gesellschaft  Kribi  G.  Petersen,  Hauptagent.
B.  Lehming,  Kulisch.
30.  Randad  &amp;amp;  Stein,  Hamburg.  Longji  August  Faasch,  C.  J.  B.  Schmidt,
H.  Lausen.
Dehane  Alb.  Wittemberg.
Plantation  Rud.  Prager.
Kribi  Friedr.  Schwark.
Groß-Batanga  —
Campo  Alfred  Pilez.
31.  Woermann  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.  Longsi  (Georg  Zieriacks.
Dehane  Alfr.  Ziebell,  Otto  Breckwodt.
Lolodorf  Richard  Schulz.
Ebea  —
Plantation  F.  Bauer.
Campo  Karl  Grimm.
32.  A.  &amp;amp;  L.  Lübcke,  Hamburg.  Plantation  A.  Dacqué.
Kribi  Rud.  Fischer.
Groß-Batanga  –
Buli  Klett.
Longji,  Etima  Schrader.
Dehane  Buschmann.
        <pb n="760" />
        —  708  —

 

 

 

 

 

 

 

Lfde.  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungen  Europäisches  Perf
Nr.  Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  urovaäisches  Versona
33.  G.  L.  Gaiser,  Hamburg  ......  Plantation  Max  Singewald.
Campo  O.  Eichelberger.
34.  Alfred  Küderling,  Hamburg  Plantation  P.  Mager,  Felix  Krause,  Richards.
Campo  A.  Gutschow.
Mvam  Philipp  Neumann.
Groß-Batanga,  Bibambe,  —
Lokundje,  Longji,  Buli
Ebolova  Carlos  Ferreira.
Kribi,  Bane  —
35.  H.  Hasenkamp,  Hamburg.  ..  .  .  .  ..  Mpolongue  H.  Hasenkamp.
Groß-Batanga  W.  Greiff.
36.  N.  &amp;amp;  W.  King,  Redelif  Parade,  Bristol  Groß-Batanga  H.  C.  Powell.
Plantation,  Eloby,  —
Bobingwey
37.  John  Holt  &amp;amp;  Co.  Ltd.,  Prince-Buildings=  Groß-Batanga  W.  A.  Burton.
Dale  Street  81,  Liverpool  .  Plantation  E.  Gunz.
Kribi,  Loolotunga,  Bopuka,
Campo
Togo.  einer  Stadt  wohnen,  sondern  sich  in  isolirten  Ge—

höften  im  Busch  zerstreut  ansässig  gemacht  haben,
Landwirtbschaftliches  aus  dem  Innern  von  Togo.  scheinen  indessen  nicht  das  Verständniß  für  Viehzucht
Der  Stationsleiter  von  Atakpvame,  Herr  Geo  zu  haben,  das  man  ihnen  nachrühmt.  Allerdinge
A.  Schmidt,  hat  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  haben  sie  recht  schöne  Stücke  Vieh  in  ihren  Heerden
von  Togo  nachstehenden  Bericht  erstattet:  und  überhaupt  durchweg  besseres  Vieh  als  dos
Die  planlos  getriebene  Viehzucht  im  Atakvame=  Landvieh  der  Tschautscholeute,  doch  züchten  sie
Bezirk  bedarf  dringend  der  Aufbesserung  und  Ein=  wild  und  planlos,  ohne  die  geringste  Zuchtwabl
führung  einer  rationellen  Zucht.  Der  Atakpame=  Es  ist  daher  auch  schwer,  reine  Rassen  unter  dem
Viehschlag  ist  klein,  ohne  jede  Milchergiebigkeit,  Fullanivieh  zu  finden,  soweit  von  ihnen  selbst  getheilweise
  durch  Inzucht  degenerirt.  Der  erste  Schritt  züchtetes  Vieh  in  Betracht  kommt.  Die  reinrassigen
zur  Hebung  der  Viehzucht  ist  die  Kreuzung  mit  Stücke,  großes  Buckelvieh,  Jebu  u.  A.  sind  von
besser  gezüchteten  stärkeren  Viehrassen  des  Landes  durchreisenden  Händlern  eingeführt.  Oft  sieht  mon
selbst.  Die  im  Norden  des  Schutzgebietes  anfässigen  in  einer  Heerde  die  verschiedenartigsten  Typen  durch
Fullani  stehen  in  dem  Ruf,  gute  Viehzüchter  zu  sein,  einander  gekreuzt.  Wo  die  einzelnen  Thypen  heimisch
und  haben  in  der  That  meist  schönes,  großes  Vieh.  sind,  ließ  sich  in  der  kurzen  Beit  nicht  sicher  fet-Die
  Station  Atakpame  beabsichtigt  nun,  mit  guten  stellen.  Die  Aussagen  darüber  gingen  zu  sehr  aus-Exemplaren
  des  Fullaniviehs  die  hiesige  Rasse  zu  einander.
kreuzen,  und  erhielt  vom  Kaiserlichen  Gouvernement  Mit  ziemlicher  Sicherheit  zu  unterscheiden  waren
die  Genehmigung  zur  Beschaffung  einer  Anzahl  guter  sechs  Rassen:  1.  Das  große  Buckelvieh  mit  langen
Bullen  und  Kühe.  Hörnern,  seitwärts  nach  vorn  und  nach  außen  gestellt.
Um  möglichst  wenig  Zeit  zu  verlieren,  war  es  Körper  lang  und  hoch.  2.  Das  kleinere  Buckelvieh
nöthig,  die  Thiere  noch  vor  Beginn  der  Regenzeit  mit  kurzen  seitwärts  und  nach  vorn  gestellten  Hörnern.
einzukaufen  und  nach  Atakpame  zu  bringen.  Am  Körper  lang  und  tief.  3.  Ein  noch  kleineres,  kurz
1.  April  brach  ich  daher  von  Atakpame  auf,  da  ich  gebautes  Buckelrind  mit  hohem  Buckel,  mittellangen
nicht  noch  ein  Jahr  ungenutzt  für  die  Hebung  der  seitwärts  und  außengestellten  Hörnern.  4.  Das  graue
Viehzucht  verstreichen  lassen  wollte.  Am  6.  erreichte  Jeburind  mit  Buckel,  flachem  Schädel  und  seitwärts
ich  Sokode,  konnte  jedoch  erst  am  14.  zusammen  mit  nach  oben  und  innen  gestellten  Hörnern.  5.  Ein
dem  Stationsleiter  von  Sokode  =  Bassari,  Herrn  großes  Rind  ohne  Buckel  mit  langen,  seitwärts  nach
Dr.  Kersting,  zur  Besichtigung  des  Viehs  im  Bezirk  vorn,  nach  oben  außen  und  an  den  Enden  nach
aufbrechen.  Der  Marsch  ging  über  Pasua,  Tschamba,  innen  gestellten  Hörnern,  Körper  groß,  lang.  6.  Das
«
l

 

 

 

Agulu,  Kirikiri,  Basa,  Tubani,  Sudu,  Kumonde,  Tschautscho-Landvieh,  klein  und  schmächtig,  mit  ganz
Aledjo  nach  Bafilo.  In  allen  diesen  Orten  und  geringem  Euter.  Ein  einzelnes  Thier  einer  siebenten
deren  Umgebung  besichtigten  wir  die  Heerden  der  Rasse  sah  ich  bei  den  Fullanis  am  Ho.  Es  war
Fullani,  und  ich  wählte  die  für  meine  Zwecke  ge=  eine  Faise,  mit  langem,  spitzem  Kopf,  hängenden
eignetsten  Thiere  aus  und  kaufte  sie.  Die  Fullani,  Ohren  und  in  der  Figur  eher  eine  Antilope  oder
echte  Buschvölker,  die  nur  sehr  ungern  in  oder  nahe  Hirsch  als  ein  Rind.  Der  Leib  war  ganz  hoch
        <pb n="761" />
        2eschürzt  und  die  Beine  sehr  lang.
dent  aus  dem  Nordosten  herstammen.  Das  Landvieh
in  Konkomba  ist  klein  und  gedrungen,  dem  Tschautschodeeh
  sehr  ähnlich;  ebenso  das  Vieh  in  Tschore  und
Difale.

Aus  oben  genannten  Rassen,  bunt  und  planlos
durcheinander  gekreuzt,  und  einigen  reinrassigen
Thieren  bestehen  die  Fullaniheerden.  Die  Heerden
aller  Fullani  im  ganzen  Bezirk  zählen  zusammen
2200  Häupter.  Von  diesen  2200  Stück  habe  ich
die  geeignetsten  ausgesucht  und  unter  Berücksichtigung
der  Nothwendigkeit,  einer  jeden  Heerde  einen  guten
Bullen  zur  Zucht  zu  belassen,  gekauft.

Von  Bafilo  führte  uns  unser  Weg  über  den
Kara  durch  Lasa,  Kabure,  Lassa,  Difale,  Tschoro—
Bapure—  Ibabo—Bassari,  wo  wir  am  1.  Mai  eintrafen.
  Das  Vieh  in  diesen  Gegenden  ist  klein;  das
wild  im  Busch  sich  ohne  jede  Aussicht  umhertreibende
Konkombavieh  ist  das  kräftigste.  Auch  das  Bassarivieh
  ist  dem  Tschautschovieh  sehr  ähnlich.

Nach  Besichtigung  von  Bassari  und  Umgebung

und  Erledigung  der  schriftlichen  Arbeiten  für  Atakvome

  verließ  ich  Bassari  am  6.  Auf  dem  Marsche
von  Bassari  nach  Sokode  hatte  ich  noch  am  Mofluß
wei  Fullaniheerden  zu  besichtigen  und  kaufte  einige
Stücke.  Am  8.  traf  ich  in  Solode,  wo  die  einzelnen
Stücke  hingeschickt  waren,  ein,  ordnete  noch  den  Abmarsch
  der  Heerde,  die  am  nächsten  Morgen  über
Blitta  nach  Atakpame  transportirt  werden  sollte,
während  ich  am  9.  über  Paratau,  Sada,  Bagu
Schihita  nach  Pessi  marschirte,  wo  ich  am  10.  eintraf
  und  bis  zum  14.  mit  Palavern,  Stationsbau  2c.
beschäftigt  war.  Am  15.  verließ  ich  Pessi  und  traf
am  17.  in  Atakpame  ein,  wo  mittlerweile  auch  schon
der  Viehtransport  in  gutem  Zustand  angekommen  war.

Das  gekaufte  Vieh  wird  einstweilen  auf  einem
Viehvorwerk  nahe  der  Station  gehalten,  doch  sollen
demnächst  einige  Bullen  im  Bezirk  auf  Bullenstationen
aufgestellt  und  zur  Kreuzung  für  das  Landvieh  der
Eingeborenen  benutzt  werden.  Die  Kühe  werden
zur  Züchtung  auf  der  Station  benutzt  und  sollen
später,  wenn  sie  sich  gut  halten,  mit  ausländischem
Vieh  gekreuzt  werden.

Im  Bezirk  Sokode-Bassari  gab  es  sonst  noch
viel  Interessantes  und  äußerst  Lehrreiches  zu  sehen,
doch  fehlt  es  an  der  Zeit,  darüber  zu  berichten.
Eines  möchte  ich  aber  doch  nicht  unerwähnt  lassen,
da  es  von  ganz  besonderem  Interesse  ist.  Ich  meine
die  landwirthschaftlichen  Verhältnisse  und  speziell  die
Landwirthschaft  in  Lasa,  Kabure  und  Losso.

Wenn  man  von  Bafilo  nordwärts  marschirt  und
den  Kara  überschritten  hat,  erblickt  man  rings  umher,
so  weit  man  sehen  kann,  die  herrlichsten,  gut  bestellten
Felder.  Jedes  Fleckchen  ist  ausgenutzt;  kein  unnützer
Baum  oder  Strauch,  Alles  ist  sorgfältig  bestellt  und
von  Unkraut  reingehalten.  In  steile  Wände  sind
Terrassen  gebaut.  Die  Steine  sind  abgelesen  und
an  Wegerändern  sauber  ausfgeschichtet  oder  zum
Terrassenbau  verwendet.  Ja  sogar  sehr  praktisch

709

Es  soll  sehr

angelegte  Kanalisationen  kann  man  sehen.  Ganz  besonders
  sorgfältig  bewirthschaftet  ist  Kabure,  das  auch
in  seinem  südlichen  Theil  den  besten  Boden  hat,
während  der  Norden  steril  und  daher  auch  nicht
oder  nur  ganz  vereinzelt  bebaut  ist.  Es  ist  eine
#  Freude,  die  sauberen  Felder  zu  sehen.  Viel  gepflanzt

war  Hirse  mit  Erdnüssen  als  Unterfrucht,  dann  Reis,

Guineakorn,  weniger  YBams  und  Kassada.  Die

steilsten  Abhänge  sind  bebaut.  Selbst  an  Düngung
fehlt  es  nicht.  Die  kleinen  burgartigen,  zerstreut
liegenden  Gehöfte  haben  alle  eine  ausgepflasterte
Dunggrube  vor  dem  Gehöft,  worin  alle  Abfälle  gesammelt
  werden,  um  später  als  Dünger  aufs  Feld
gestreut  zu  werden.  Die  Halme  vom  Guineakorn
werden  sorgsam  gesammelt  und  als  Feuerungsmittel
benutzt.  Aus  der  Asche  dieser  Halme  wird  Salz
ausgelaugt,  das  den  Leuten  das  seltene  und  sehr
theuere  europäische  Salz  ersetzt.

Wahrlich,  die  Kabure  sind  Ackerwirthe,  von  denen
noch  mancher  Europäer  lernen  könnte!  Dort  ist  die
Natur  ein  strenger,  aber  guter  Lehrmeister  gewesen.
Die  außerordentlich  starke  Bevölkerung  war,  wenn
sie  leben  wollte,  gezwungen,  jedes  Fleckchen  auszunutzen
  und  zu  bearbeiten.  Auch  zur  Ueberlegung

war  sie  gezwungen,  man  kann  deutlich  in  den  Anlagen
  der  Kanalisation  2c.  die  Ueberlegung  erkennen.
So  bot  die  kleine  Expedition  nach  dem  Norden  viel
Lehrreiches  und  Interessantes  und  reichlichen  Ersatz
für  manche  nicht  geringe  Anstrengungen.

 

 

Deutsch-Neu-Guinra.

Beseitigung  von  Mißständen  im  Dandelsverkehre
von  Deutsch-NUeu-Guinea.

Im  Koprahandel  des  Bismarck-Archipels  hatten
sich  seit  längerer  Zeit  Uebelstände  bemerkbar  gemacht,
die  der  Kaiserliche  Gouverneur  Herr  v.  Bennigsen
durch  mehrere  Verordnungen,  mit  deren  Erlaß  lebhasten
  Wünschen  der  betheiligten  Firmen  und
Händler  entgegengekommen  ist,  zu  beseitigen  unternommen
  hat.

Die  große  Konkurrenz  im  Koprageschäfte  hatte
vielsach  dazu  geführt,  daß  den  Eingeborenen  die
ganzen  Kokosnüsse  abgekauft  wurden  und  die  Zubereitung
  der  Kopra  durch  die  Händler  bezw.  deren
Angestellte  erfolgte.  Dieser  Modus  der  Gewinnung
der  Kopra  war  für  den  Händler  sehr  lästig  und
insofern  mit  Risiko  verknüpst,  als  die  Nüsse  nicht
nach  Gewicht  verkauft  wurden  und  nach  ihrem  Aussehen
  nicht  auf  ihren  Gehalt  an  Kopra  eingeschätzt
werden  konnten.  Der  größte  Nachtheil  dieser  Arbeitstheilung
  bei  der  Koprabereitung  lag  auf  dem  Gebiete
  der  kulturellen  Erziehung  der  Eingeborenen.
Denn  während  alle  Bemühungen  der  Regierung
darauf  gerichtet  sind,  den  Eingeborenen  zu  geregelter
Arbeit  zu  erziehen,  wurde  dem  Letzteren  durch  die
        <pb n="762" />
        —  710  —

erwähnte  Gestaltung  des  Koprageschäfts  die  Verrichtung
  des  Kopraschneidens  abgenommen  und  sein
Hang  zum  Nichtsthun  bestärkt.  .

Unter  diesen  Verhältnissen  ist  durch  Gouvernements-Verordnung
  vom  18.  Oktober  1900  der  Einkauf
  ganzer  Kokosnüsse  von  den  Eingeborenen  bei
Strafe  verboten.  Von  diesem  Verbote  wird  nicht
die  Beschaffung  von  Kokosnüssen  zu  Pflanzzwecken
oder  zur  Verwendung  als  Nahrungsmittel  betroffen.
Auch  kann  der  Gouverneur  den  Aufkauf  ganzer  Nüsse
zu  Exportzwecken  genehmigen.

Elin  anderes  Hemmniß  für  die  Ausdehnung  des
Handels  wurde  von  den  Firmen  des  Archipels  in
der  weitgehenden  Verwendung  der  sogen.  Diwarra,
das  ist  des  an  der  Nordküste  Neu--Pommerns  in  bestimmten
  Bezirken  angefertigten  Muschelgeldes,  als
Zahlungsmittel  im  Geschäftsverkehr  erblickt.  Dadurch,
daß  die  Händler  genöthigt  waren,  den  größten  Theil
der  von  den  Eingeborenen  zu  erwerbenden  Kopra

 

mit  Diwarra  zu  bezahlen,  wurde  der  Absatz  von

Europäischen  Waaren  in  größerem  Umfange  bedeutend
gehemmt.  Zudem  waren  die  Firmen  oft  in  der
schwierigsten  Lage,  sich  mit  Diwarra  zu  versehen,
und  in  dieser  Beziehung  gänzlich  von  den  Eingeborenen
  abhängig.  Diese  pflegten  beim  Einsetzen
des  Südost-Monsuns,  Anfang  April,  sich  in  ihren
Böten  nach  den  Bezirken  zu  begeben,  in  denen  die

1

Diwarra  angefertigt  wurde  (westlich  von  Kap  Lamberts).

  Zum  Einkaufe  der  Diwarra  wurde  zumeist
ein  in  Neu-Mecklenburg  gefertigtes  Muschelgeld,
„Tapsoka“  genannt,  verwandt.

Die  Fahrten  zur  Einholung  der  Diwarra,  welche
vornehmlich  von  den  gewaltthätigen  Stämmen  am
Weber-Hafen,  an  der  Massava-Bucht  und  von  der
Insel  Watom  ausgeführt  werden,  sind  seit  langer
Zeit  zu  wahren  Raubzügen  ausgeartet.  Die  Ausschreitungen,
  die  von  jenen  Leuten,  die  wohl  bewaffnet,
  aber  schlecht  verproviantirt  auf  die  Fahrt

gangen  werden,  sind  eine  wahre  Landplage  für  die
friedfertigen,  wenig  wehrhaften  Stämme  westlich  des
Kap  Lamberts  geworden  und  haben  schon  oft  den
Missionen  zu  begründeten  Klagen  Anlaß  gegeben.
Um  dem  Unwesen  zu  steuern  und  zugleich  dem
Absatze  der  Erzeugnisse  heimischen  Gewerbefleißes  ein
neues  Feld  zu  eröffnen,  ist  durch  Gouvernements-Verordnung
  vom  18.  Oktober  1900  das  Einhandeln
von  Diwarra  an  der  Nordküste  von  Neu-Pommern

vom  Kap  Lamberts  westwärts  und  die  Verbringung

von  Diwarra  zu  Lande  oder  zu  Wasser  nach  anderen

Theilen  des  Schutzgebietes  vom  1.  April  1901  ab

untersagt.  Vom  gleichen  Termine  ab  ist  die  Verwendung
  allen  Muschelgeldes  im  gewerbsmäßigen
Handelsverkehr  verboten.

Die  beiden  Verordnungen  haben  nach  einem  neuerlichen
  Berichte  des  Gouverneurs  bereits  sehr  gute
Wirkungen  gegenüber  den  Schädigungen,  welche  durch
die  schwere  Handelskonkurrenz  im  Handel  mit  den  Ein- 



 

 

wenn  sich  auch  vorerst  durch  die  Rückweisung  der
angebotenen  Kokosnüsse  ein  kleiner  Ausfall  zeigte,
gefördert,  insbesondere  in  solchen  Gebieten,  in  welchen
die  Eingeborenen  bisher,  statt  durch  nützliche  Arbeit,
durch  die  Muschelgeld-Anfertigung  oder  den  Handel
mit  demselben  ihre  Europäischen  Bedürfnisse  bestritten.
In  zwei  die  Neu-Guinea-Kompagnie  bezw.  die  Firme
Forsayth  betreffenden  Fällen  ward,  da  hier  eine
Handelskonkurrenz  ausgeschlossen  war  und  es  galt,
überhaupt  erst  die  Eingeborenen  zum  Handel  zu  erziehen,
  vorläufig  der  Ankauf  von  Kokosnüssen  ausnahmsweise
  gestattet.

Diese  günstigen  Erfahrungen  haben  den  Gouverneur
  veranlaßt,  noch  einen  Schritt  weiter  zu  geben
und  den  Gebrauch  des  Muschelgeldes,  das  seit  dem
1.  April  1901  ab  nur  für  den  Handelsverkehr  ausgeschlossen
  war,  aber  zu  anderen  Zwecken,  z.  B.  zur
Auslohnung  von  Trägern  und  Arbeitern  und  zum

Einkaufe  von  Nahrungsmitteln  (Schweinen,  Hühnern,

Früchten  2c.)  noch  benutzt  werden  konnte,  vom  1.  Arril
1902  ab  überhaupt  zu  verbleten.  Zu  diesem  Zwecke
ist  am  26.  Juli  1901  eine  Verordnung  erlassen,  die
eine  Ergänzung  der  ersten  Muschelgeld-Verordnunz
ist  und  das  Muschelgeld  als  Zahlungsmittel  vallständig
  verdrängen  wird.

Schiffbrüchige  Bap--  Insulaner.

Am  15.  April  d.  Is.  wurden  dem  deutschen
Konsulate  zu  Manila  durch  einen  Beamten  des
Hafenkapitäns  vier  Eingeborene  aus  dem  deutscher
Karolinen-Archipel  zugeführt,  die  einige  Wochen  vorher
  an  der  Ostküste  von  Mindanao  gestrandet  und
von  den  Philippinern  der  amerikanischen  Besatzung
in  Surigao  übergeben  waren,  deren  Kommandant
dann  den  Weitertransport  der  Schiffbrüchigen  über

»  Cagayan  nach  Manila  veranlaßt  hatte.  Die  Leute,
gehen,  bei  Gelegenheit  des  Diwarra-Einhandelns  bemit

  Namen  Afit,  Adu,  Figir  und  Sorang,  erllärten,
aus  Yap  zu  stammen  und  bei  einer  Bootfahrt  vom
Sturme  überrascht  worden  zu  sein.  Ihr  Fahrzeug
sei  manövrirunfähig  geworden,  und  sie  wären  bom
Lande  nach  Südwesten  abgetrieben.  16  Tage  hindurch
  hätten  sie  sich  von  einigen  Kokosnüssen  ernährt,
weitere  acht  Tage  lang  aber  gar  nichts  mehr  zu
essen  und  zu  trinken  gehabt.  Dem  Tode  nahe,  wären
sie  schließlich  an  der  Küste  von  Mindanao  gestrande,
wo  die  Bewohner  sie  eine  Zeit  lang  verpflegt  hätten,
bis  ihre  Weiterbeförderung  möglich  gewesen  wäre.
Sie  seien  von  vornherein  nur  vier  Mann  gewelen
und  hätten  unterwegs  keinen  Genossen  verloren.  —
Das  deutsche  Konsulat  nahm  sich  der  Verunglücktn
an  und  sorgte  für  ihre  Unterbringung,  Bekleidung
Beköstigung  und  demnächst  für  ihren  Rücktransvol!
in  die  Heimath,  der  nach  Lage  der  Dampferverbin
dungen  über  Singapore—Herbertshöhe  erfolgen  mußte
Am  27.  April  wurden  die  Leute  auf  dem  deutschen
Dampfer  „Kudat“"  nach  Singapore  eingeschtfft,  wo

geborenen  entstehen,  gehabt  und  die  Kopraproduktion,  sie  am  16.  Mai  eintrafen.  Auch  hier  nahm  sich
        <pb n="763" />
        ees  deutsche  Konsulat  ihrer  an  und  beförderte  sie
m  dem  nächstfälligen  Postdampfer  nach  Herbertshöhe
reiker.  Der  deutsche  Konsul  in  Singapore  schreibt
ber  sie:  „Die  Leute,  von  denen  Einer  etwas  Pitchenenglisch
  und  einige  Worte  Malayisch  sprach,  machten
einen  sehr  intelligenten  Eindruck.  Sie  verstanden
ehne  Weiteres  auf  einer  Karte  ihren  Reiseweg  festzustellen
  und  erkundigten  sich  lebhaft  nach  den  Einzeleiten
  der  Reise.  Nach  einigen  Tagen  wußten  sie
ich  schon  selbst  in  der  Stadt  zurechtzufinden,  was
aicht  gerade  leicht  ist.  Daß  sie  unter  deutscher  Ober-#eheit
  standen,  wußten  sie,  ebenso  war  ihnen  die
deutsche  Flagge  bekannt.  Aus  den  Fonds  des  hiesigen
beutsch-schweizerischen  Hülfsvereins  habe  ich  sie  mit
Kleidungsstücken  ausgestattet  und  ihnen  Holzkoffer
#kauft,  über  die  sie  sehr  ersreut  waren.  Bei  der
Auswahl  verfuhren  sie  nicht  ohne  Geschmack.  An
Bord  der  „Kudat“  hatten  sie  sich  nach  Aussage  des
Kavitäns  durch  Arbeiten  an  Deck  von  freien  Stücken
n#lich  zu  machen  gesucht.“

Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Der  Afrikave  rein  Deutscher  Katholiken  ervelte
  im  letzten  Jahre  (April  1900  bis  dahin  1901)
55  130,48  Mk.  Einnahme,  denen  eine  Ausgabe  von
*§  005,99  Mk.  gegenübersteht.  Für  das  laufende
Jahr  sollen  einstweilen  66  000  Mk.  an  die  verschiedenen
  Missions-Gesellschaften  zur  Vertheilung
kommen.

Von  der  Trappistenmission  in  Deutsch-Ostafrika
  wird  der  Missionszeitschrift  „Kreuz  und
Schwert“  aus  St.  Peter-Tulit  geschrieben:

Wir  haben  jetzt  19  Jungen  und  15  Mädchen
auf  der  Station,  welche  hier  Unterricht  erhalten
und  auf  der  Stotion  bleiben;  Tagesschüler  kommen
auch  noch  so  12  bis  20  an  den  einzelnen  Tagen.
Die  Erwachsenen  kommen  am  Sonntag  in  stattlicher
Jahl.  Aber  aufsitzen  muß  man  diesem  trägen  Völkchen
  —  unablässig  dahinter  sein,  sonst  erreicht  man
Nichts.  Der  Eingeborene  muß  sehen  und  fühlen,
daß  man  ihm  überlegen  ist,  daß  man  sich  nicht  leicht
betrügen  läßt,  daß  man  unerschrocken  vorgeht,  dann
wird  er  klein  und  duckt  sich.  Denn  Muth  und
nöthiges  Auftreten  kann  ein  Mschambala  nicht  verdauen;
  er  ist  zu  feige:  einmal  tüchtig  auf  den  Boden
ausfstampfen  genügt,  um  eine  ganze  Bande  wie  Hasen
in  wilde  Flucht  zu  jagen.  Ist  ein  kurioses  Völkchen.
  In  zwei  bis  drei  Monaten  werden  sieben  bis
acht  Jungen  getauft;  haben  sich  wacker  gehalten  und
bitten  und  betteln  täglich  um  die  hl.  Taufe;  also  doch
auch  eine  Freude  im  Dunkel  des  Heidenthums.

Ueber  die  Namachristen  in  Deutsch-Südwestafrika
  heißt  es  in  den  „Einzelzügen  aus  der  Arbeit
der  Rheinischen  Mission“  von  Pastor  Wegner:

711

 

Es  wäre  thöricht,  wenn  wir  die  Christen  unserer
Gemeinden  in  Südwestafrika  mit  dem  Maßstabe
messen  wollten,  den  wir  bei  gläubigen  Christen  in
Deutschland  anzulegen  gewohnt  sind.  Sie  stecken
geistlich  noch  in  den  Kinderschuhen;  wie  Kinder  begreifen
  und  denken  sie,  wie  Kinder  leben  sie,  meist
ohne  Ueberlegung,  in  den  Tag  hinein.  Guten
Willen  zeigen  sie  wohl,  aber  im  Vollbringen  des
Guten  bleiben  sie  sehr  weit  zurück.  Und  doch,  welch
ein  Unterschied  zwischen  Christen  und  Heiden,  zwischen
denen,  die  unter  der  Zucht  des  göttlichen  Wortes
stehen,  und  denen,  die  sich  davon  fernhalten.  So
wie  die  Gemeindeglieder  es  beim  Missionar  sehen,
daß  er  nicht  lebt  um  zu  essen,  sondern  ißt  um  zu
leben,  daß  er  nichts  vergeudet,  sondern  Alles  wohl
zu  Rathe  hält,  nichts  thut  aus  Lust  oder  Unlust,
sondern  Alles  im  Bewußtsein  der  Pflicht  und  der
eigenen  Verantwortlichkeit  und  so,  wie  Gottes  Wort
es  lehrt,  so  bekommen  auch  sie  ein  Verständniß  für
ein  Christenleben  in  der  Wahrheit  und  in  der  Gerechtigkeit,
  für  ein  Leben  in  Mühe  und  Arbeit  jeden
Tag  und  doch  in  steter  Geduld  und  Unverdrossenheit;
  sie  begreisfen  etwas  von  dem  Gettröstetsein  in
Leiden  und  von  der  Seligkeit  des  Wohlthuns  und
des  Gebens  an  Stelle  des  Nehmens  und  Nur-fürssichselber-Sorgens.
  Während  fast  das  ganze  Volk  m
Faulheit,  Unordnung  und  Schmutz  verharrt,  stehen
unsere  Christen  unter  der  Zucht  des  Geistes,  die  sie
Ordnung  und  Sauberkeit  lehrt.  Die  besten  Christen
sind  der  Regel  nach  auch  die  fleißigsten  und  die
ordnungsliebendsten,  und  wo  man  einen  reinlichen
Menschen  mit  wohlgewaschenen  Händen  und  Kleidern
sieht,  da  ist  es  ein  Christ;  denn  bei  den  Heiden  ist
die  Unreinlichkeit  und  Unordnung  unsagbar  groß.
Die  Erziehung  der  Christenkinder  geschieht  in  der
Schule.  Hier  wird  Arbeit  und  Gehorsam  verlangt,
hier  wird  auch  auf  Ordnung  und  Reinlichkeit  gesehen.
  Ebenso  im  Missionarshause.  Die  heranwachsenden
  Hottentottenkinder,  welche  als  Dienstboten
  ins  Missionarhaus  kommen,  sehen  hier,  wie
in  einem  christlichen  Hause  gerade  so  wie  in  der
Schule  Alles  fest  geordnet  ist  und  nach  bestimmten
Regeln  geschieht.  Vom  Größten  bis  zum  Kleinsten
wird  Gehorsam  verlangt;  Jeder  kennt  seine  Arbeit,
seine  Pflicht.  Kein  Kind  bleibt  sich  selbst  überlassen,
es  steht  immer  unter  Aufsicht  und  unter  Zucht.  In
Zucht  und  Vermahnung  zum  Herrn  wird  das  Kind
erzogen,  und  mit  ihr  wächst  auch  die  Liebe  des
Kindes  zu  den  Eltern.  Ein  bedeutender  Umschwung
ist  auch  in  den  Anschauungen  über  das  Mein  und
Dein  eingetreten.  Früher  galt  ihnen  Alles  als  Gemeingut.
  Was  einer  besaß,  das,  meinten  sie,  gehöre
Allen,  und  davon  war  auch  das  Eigenthum  des
Missionars  nicht  ausgenommen.  Jetzt  unterscheiden
sie  doch  schon  zwischen  dem,  was  dem  Einen  und
was  dem  Andern  gehört,  und  respektiren  das  Eigenthum.
  Kurz,  je  tiefer  das  Wort  Gottes  in  dem
Einzelnen  Wurzel  schlägt,  desto  mehr  ist  auch  von

einem  christlichen  Wandel  zu  sehen,  und  die  Erkennt-4
        <pb n="764" />
        niß  dessen,  was  zu  thun  und  zu  lassen  ist,  breitet  sich
immer  weiter  über  Einzelne  und  Familien  aus.

Die  „Kirchlichen  Mittheilungen  aus  und  über
Nordamerika,  Australien  und  Neu-Guinea“  enthalten
einen  Bericht  des  Missionars  Zwanzger  über  die
Fortschritte  auf  dem  Sattelberge  (Deutsch-Neu-Guinea).
  Es  heißt  darin:

Es  konnte  die  Schule  regelmäßig  gehalten  und
auch  den  anderen  Arbeiten  immer  nachgegangen
werden.  Früh  nach  dem  Aufstehen  hielten  abwechselnd
  Br.  Flierl  und  Keyßer  mit  den  Erwachsenen
Schule,  deren  Inhalt  Gesang,  Erzählung  und  Wiedergabe
  von  biblischen  Geschichten  war;  nach  dem  Frühstück
  zog  ich  dann  mit  meiner  jüngeren  Schar,  deren
Zahl  zwischen  16  bis  21  schwankte,  ins  Schulhäuslein
  und  ertheilte  Unterricht  bis  Mittag.  Daß  unsere
Arbeit  an  den  Schülern  keine  vergebliche  ist,  dürfen
wir  wohl  sagen.  Sie  empfangen  uns  immer  freundlich,
  wenn  wir  sie  nach  ihrem  Weggehen  in  ihren
Dörfern  aufsuchen,  mäßigen  auch  die  Alten,  wenn
diese  uns  etwa  mit  unverständigem  und  oft  unverschämtem
  Betteln  zusetzen  wollen  —  was  übrigens
gegen  früher  sich  gebessert  hat;  auch  wenn  sie  auf
die  Station  kommen,  sind  sie  jetzt  manierlicher  wie
früher,  besonders  ist  dies  an  den  berüchtigten  Sahangern
  zu  merken  —  sie  singen  mit  uns  und  erklären
  den  Alten  auch  die  biblische  Geschichte,  die
wir  erzählen.  Im  Felde  wurde  fleißig  gehackt  und
Stücke  zum  Bestellen  hergerichtet.  Ich  wünschte  nur,
wir  könnten  gegenwärtig  von  unserem  Ueberflusse
dem  Mangel  in  der  Heimath  auphelfen,  denn  zu
frischen  Bohnen  im  Jannar  wird  es  doch  wohl  nur
bei  den  oberen  Zehntausend  reichen.  Wir  dagegen
konnten  sie  bis  jetzt  in  großen  Massen  vertilgen.
Mehrere  große  Jungen  behieben  auch  immer  Planken
für  das  neue  Haus.  Dasselbe  ist  im  Gerippe  bald
augestellt.  Dörferbesuche  wurden  in  der  letzten  Zeit
verschiedentlich  gemacht  von  Br.  Flierl  und  Keyßer.
Ersterer  besuchte  einmal  den  Fritz  Soli?)  in  Bonga,
übernachtete  da,  stieg  dann  mit  Führer  auf  die  Höhe
von  Womero,  übernachtete  da  und  kehrte  am  nächsten
Tage  auf  die  Station  zurück.  Die  Leute,  die  zum
Theil  noch  keinen  Weißen  gesehen  hatten,  machten
ihm  keine  Schwierigkeiten.  Ein  anderes  Mal  ging  er
über  Daki  und  Luleng  in  ein  anderes  mehr  landeinwärts
  gelegenes  Wamerodorf  und  überschritt  am
nächsten  Tage  unter  starker  Begleitung  diesen  nächsten,
  nördlich  von  uns  gelegenen  Höhenzug,  um  auf
der  anderen  Seite  etwas  zu  rekognosziren  und  einen
Einblick  in  jene  Gegend  zu  gewinnen.  Auf  jener
uns  abgekehrten  Seite  fand  er  wenig  Leute,  dagegen
an  den  südlichen  Hängen  des  Halbkreises,  den  diese
Höhe  zum  Oberlaufe  des  Busim  hin  bildet,  eine
ganze  Anzahl  Dörflein.  Bald  nach  seinem  Besuche
kamen  auch  verschiedentlich  Leute  mit  Lebensmitteln  von

JIst  in  den  Jahren  1392  bis  1304  in  Berlin  erzogen,
  daselbst  auch  getauft.

712

wärtig  eine  Anzahl  Jungen  haben;

 

 

da.  Br.  Keyßer  ging  einmal  ins  Innere,  nach  Si
lili  und  von  da  bis  zum  Oberlaufe  des  Mape,  er
anderes  Mal  ging  er  nach  Kwate,  von  wo  wir  gegen
sodann  ging  e
diese  Woche  zum  kranken  Gambanke  am  Buming
Vom  Buming,  woselbst  er  übernachtete,  ging  dam
Br.  Keyßer  nach  Wasa,  woselbst  er  noch  eine  Nack
blieb.  Erfreulich  ist,  was  er  von  dort  zu  sager
weiß.  Die  Jungen  dortselbst  hätten  sich  ein  kleme:
Gestelle  gemacht  und  versammelten  sich  da  abend:
zum  Singen  und  einer  spräche  dann  auch  das  Abend
gebet,  sowie  er  es  von  seinem  Aufenthalte  bei  une
behalten.  Dieser,  Simbang  mit  Namen,  wird  wott
der  Leiter  der  anderen  sein,  auf  seine  Anregung
wird  wohl  diese  Neuerung  zurückzuführen  sein.  Er
hatte,  als  er  auf  der  Station  war,  zwar  auch  seine
Untugenden,  aber  er  zeigte  erfreuliche  Aufmerksamkeit
  und  Verständniß  für  Gottes  Wort.  Er  ist  im
Gegensatze  zu  andern  von  energischem,  ausdauerndem
Wesen.

Ein  Missionar  der  Mission  v.  Heil.  Geiste  in
Deutsch=  Neu-Guinea  berichtet  im  „Steyler
Herz-Jesu-Bote“  über  die  Errichtung  einer  Missionsplantage
  in  Bogia  bei  Monumbo  (Potsdamhafen

Ein  großes  Uebel  für  unsere  Eingeborenen  is.
ihre  große  Unerfahrenheit  in  Ausnützung  des  Bodene,
der  ihnen  doch  so  reichlich  zur  Verfügung  sutebr.
Wenn  sie  hierin  näher  unterrichtet  würden  und  planmäßiger
  arbeiten  lernten,  so  könnten  sie  bald  vermögend
  werden,  und  während  sie  sich  alsdann  mehr
an  Ordnung  und  Gesetzmäßigkeit  gewöhnten,  würden
auch  Handel  und  Gewerbe  in  gar  nicht  langer  Zei
zu  hoher  Blüte  gelangen.  Um  die  Leute  allmählit
mehr  zu  geregelter  Beschäftigung  zu  erziehen  und
durch  unser  eigenes  Beispiel  Jazu  anzuleiten,  gu:
unser  Streben  schon  länger  dahin,  Pflanzungen  zut
Kultivirung  tropischer  Gewächse  im  größeren  Mob
stabe  anzulegen.  Dabei  wird  freilich  auch  der  Zwet
verfolgt,  durch  die  Arbeit  und  Mühen  unserer  eigenen
Hände  nach  und  nach  wenigstens  einen  Theil  der  fur
Unterhalt  und  Entwickelung  unserer  Mission  erforder
lichen  Mittel  aufzubringen.  Im  vorigen  Jahre  ertheilte
  uns  der  Kaiserl.  Gouverneur  die  Erlaubriß,
an  der  Küste  von  Deutsch-Neu-Guinea  auf  der  Strecke
zwischen  Monumbo  und  Eitel-Friedrich-Hafen  emen
Komplex  von  500  ha  namens  des  Gouvernemem
für  uns  anzulaufen.  Wir  fanden  die  Bucht  Bog#
von  Ansiedelungen  gänzlich  frei,  da  die  nöchsten  Ei
geborenendörfer  wohl  eine  Stunde  Weges  oder  weire#
von  der  Küste  entfernt  liegen.  Demnach  schien  dies
Komplex  für  unsere  Absichten  im  Ganzen  wohl  #er
eignet  zu  sein.  Deshalb  haben  wir  uns  entschle##en.
uns  hier  niederzulassen,  um,  so  weit  unsere  Fräit
und  unsere  Mittel  reichen,  bald  eine  Plantage,  und
wenn  Gott  will  und  seinen  gnädigen  Segen  L
auch  noch  weitere  Anlagen  einzurichten.  Schon  in
vorigen  Jahre  war  das  Land  namens  des  Gouver—
nements  von  den  Eingeborenen  durch  uns  erworben.
        <pb n="765" />
        d  es  bedurfte  nur  mehr  der  gerichtlichen  Prüfung
t  Kaufverträge,  um  die  letzten  endgültigen  Akte
c  Uebertragung  vorzunehmen.  Zu  diesem  Zwecke
n  am  Donnerstag  nach  Pfingsten  der  Kaiserl.
chter,  Assessor  Boether,  an  Bord  des  Regierungsmpfers
  „Stephan“  in  Monumbo  an,  um  unter
derem  auch  unsere  Landangelegenheit  zu  erledigen.
ich  eingehender  Prüfung  bestätigte  er  die  Konikte,
  und  am  6.  Juni  gelangte  der  endgültige
mufvertrag  zum  Abschlusse  und  zur  beiderseitigen
saiterzeichnung.

In  derselben  Missionszeitschrift  berichtet  P.  Wolf
s  Klein-Popo  (Togo)  unter  dem  2.  Juli:  Am
zten  Sonntag  feierten  wir  das  Fest  „Peter  und
mul“.  Eine  ungeheure  Menge  von  Erwachsenen
saEr  morgens  und  nachmittags  zum  Gottesdienste
chienen.  Seitdem  die  Schwestern  hier  sind,  ist  die
rche  noch  schöner  als  früher  geschmückt.  Unsere
hule  geht  immer  gut  voran;  auch  die  Schule  in
odü,  welche  von  der  Gemeinde  selbst  erbaut  wurde.
war  eine  Freude,  zu  sehen,  wie  die  100  bis
0  Männer,  alle  guter  Dinge,  eifrig  am  Bau  mitbeiteten.
  Die  Leute  sind  uns  sehr  gewogen.  Sonn-8
  kommen  regelmäßig  20  bis  30  Schüler  von
odä  in  die  Kirche,  obwohl  der  Ort  eine  Stunde
len  hier  entfernt  liegt.  —  P.  Lauer  in  Portoeguro
  muß  die  betrübende  Mittheilung  von  dem
de  des  hoffnungsvollen,  jungen  Lehrers  Arnold
tme  machen.  Nach  Lome  an  die  dortige  Schule
setzt,  starb  er  schon  nach  kurzer  Zeit.  Ein  herber
hlag  für  die  Mission,  da  es  recht  schwer  fällt,
s  den  Negern  schon  in  der  ersten  Generation  gute
d  zuverlässige  Lehrer  zu  erziehen.  Arnold  Fume
ir  der  erste  Zögling  der  Mission.  —  Weiterhin
im  P.  Laner  von  der  nahe  bevorstehenden  Grünang
  dreier  neuer  Schulen  in  der  Umgebung  von
bnerto-Seguro  berichten.  Auf  der  Hauptstation  selbst
#t  die  Knabenschule  gut  voran.

Kus  fremden  RKolonien  und
Produktionsgrbieten.

Beüedelung  des  Transvaals  und  Granje-Sreistaats
durch  britische  Staatsangeberige.
Im  August  vorigen  Jahres  war  auf  Anordnung
5  Ministers  Chamberlain  in  Kapstadt  eine  Kom-(ission
  zusammengetreten,  der  die  Aufgabe  zufiel,

e  Frage  der  Möglichkeit  einer  systematischen  Bedelung

  Südafrikas  durch  britische  Soldaten  nach
eendigung  des  Krieges  zu  studiren.  Die  Kommission
stand  aus  einem  höheren  Offizier  und  zwei  in  südrikanischer
  Volkswirthschaft  erfahrenen  Sachverindigen.
  Das  Ergebniß  dieser  Untersuchungen  ist
mmehr  in  zwei  Blaubüchern?*)  veröffentlicht,  von
o)  Report  ol  the  Lands  Settlement  (lommission.

zuth  Alrica,  duted  28.  Norember  1900.  ’resented
both  Houses  ol  Parlinment.  Junce  1½01.

713

gesammelte  Material  enthält.

 

denen  das  erste  den  Generalbericht  über  die  zur
Beantwortung  gestellten  Fragen,  das  zweite  das
Schon  der  äußere
Umfang  dieser  Publikationen  trägt  zur  Schau,  daß
die  Kommissionsmitglieder  es  bei  Durchführung  ihrer
Aufgabe  an  Gründlichkeit  nicht  haben  sehlen  lassen.
Die  als  Anlagen  zum  Berichte  abgedruckten  Dokumente
  weisen  auf  die  Quellen  hin,  auf  welche  sich
das  abgegebene  Gutachten  stützt,  und  lassen  erkennen,
daß  die  erhaltenen  Informationen  auf  eingehenden
Verhandlungen  mit  den  Civil=  und  Militärbehörden
der  Kapkolonie  und  Natals  sowie  auf  Rücksprachen
mit  privaten  Kennern  der  einschlägigen  Verhältnisse
beruhen.

Die  durch  die  Kommission  gelieferte  Arbeit  muß
als  werthvoller  Beitrag  zur  volkswirthschaftlichen
Litteratur  über  Südafrika  betrachtet  werden.  Da  sich
der  Bericht  auf  Verhältnisse  bezieht,  welche  mit  den
in  unserem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete
vorliegenden  große  Aehnlichkeit  aufweisen,  gewinnt
er  für  uns,  vom  rein  wirthschaftlichen  Standpunkte
aus  betrachtet,  ganz  besonders  an  Wichtigkeit.

Der  Kommission  wurden  im  Einzelnen  folgende
Aufgaben  gestellt:

1.  zu  untersuchen,  ob  Land  mit  günstigen  Wasserverhältnissen
  in  erreichbarer  Nähe  von  Absatzmärkten
  und  von  guter  Beschaffenheit  erworben
werden  kann,  gegebenenfalls  zu  welchen  Preisen;
ob  Land  beschafft  werden  kann,  welches  durch
Bewässerung,  Verbesserung  der  Verkehrsverhältnisse
  oder  durch  andere  Mittel  zur  Besiedelung
geeignet  gemacht  werden  kann.

2.  Zu  untersuchen,  wie  viele  Ansiedelungen  gegründet
  werden  sollen,  welche  Anzahl  und  welche
Größe  die  Farmen  aufzuweisen  haben  würden,
welche  Kosten  erwachsen  würden  aus  Unterstützungen,
  um  den  Ansiedlern  über  die  Schwierigkeit
  des  Anfangs  hinwegzuhelfen.

3.  Festzustellen,  welche  Bedingungen  den  Ansiedlern
bei  Gewährung  von  Land  aufzuerlegen  sind,
insbesondere  auch  in  Ansehung  milnärischer
Dienstleistungen.

4.  Zu  untersuchen,  ob  es  sich  empfiehlt,  regierungsseitig
  besondere  Maßnahmen  zu  treffen,  um  die
Niederlassung  von  Offizieren  und  Mannschaften,
die  im  Besiße  einigen  Kapitals  sind,  zu  ermuthigen;
  wenn  ja,  welche  Anordnungen  erforderlich
  erscheinen,  um  Land  von  Gesellschaften
oder  einzelnen  Personen  zu  erwerben,  eventuell
unter  welchen  Bedingungen  dies  geschehen  soll.

Beim  Studium  der  vorerwähnten  Fragen  ist  die
Kommission  zu  der  Ueberzeugung  gelangt,  daß  ein
wohldurchdachtes  Vorgehen  in  Ansehung  der  Besiedelung
  Südafrikas  mit  britischen  Staatsangehörigen
von  der  größten  (most  vital)  Wichtigkeit  für  das
zukünftige  Gedeihen  des  Landes  sei,  daß  die  schweren
Opser  an  Gut  und  Blut,  welche  der  Krieg  verursachte,
  sich  als  vergeudet  erweisen  würden,  wenn  nicht
energisch  danach  getrachtet  würde,  nach  Beendigung
        <pb n="766" />
        des  Krieges  eine  so  starke  britische  Bevölkerung  ins
Land  zu  verpflanzen,  daß  durch  sie  die  Wiederkehr
politischer  Wirren  jederzeit  vermieden  wird.  Letzteres
sei  zwar  ein  schwieriges,  aber  bei  weisem  Vorgehen
ausführbares  Unternehmen,  da  die  Zahl  der  nach
Beendigung  des  Krieges  vorhandenen  unversöhn—
lichen  Boeren  nicht  groß  sein  würde.  Ein  Theil
der  Boeren  würde  sich  dem  britischen  Regiment  fügen
und  demselben,  wenn  auch  nicht  freundlich,  so  doch
auch  nicht  feindlich  gegenüberstehen.

Folgende  fünf  Möglichkeiten  für  die  Beschaffung
von  Land  zu  Ansiedelungszwecken  werden  von  der
Kommission  angeführt:

1.  Nutzbarmachung  von  Regierungsland,
2.  Erwerbung  von  Gesellschaften,
3.  Kauf  von  einzelnen  Grundeigenthümern,

4.  besondere  Gesetzgebung  zur  Erleichterung  des

Landerwerbs  durch  die  Regierung,
Konfiskation.

S#t

Regierungsland  sei  im  Transvaal  zwar  reichlich
vorhanden,  jedoch  im  Allgemeinen  von  nicht  guter

Beschaffenheit.  Die  besten  Grundstücke  wiesen  die
Nähe  Pretorias  und  die  Zoutpansberge  auf.  Demgegenüber
  sei  der  Landbesitz  der  Oranje-Freistaat-Regierung
  nur  gering.  Die  aussichtsreichsten  Farmen
lägen  im  Morokadistrikt  und  im  südöstlichen  Theil
des  Landes.  Der  größte  Theil  dieser  Farmen  könne
entweder  sofort  oder  nach  fünf  bis  sechs  Jahren,  zu
welchem  Zeitpunkte  die  diesbezüglichen  Pachtverträge
abliefen,  erworben  werden.  Auch  stände  der  Besitzergreifung
  einer  Anzahl  verpachteter  Farmen  schon
jetzt  nichts  im  Wege,  da  die  Pächter  mit  dem  im
Voraus  zu  entrichtenden  Pachtzins  im  Räückstande
geblieben  seien.  Ein  recht  erhebliches  Landgebiet
innerhalb  des  Transvaals  sei  in  den  Händen  von
Gesellschaften.  Da  aber  diese  Landerwerbungen
größtentheils  aus  Minenspekulation  gemacht  seien,  sei
ihnen  ein  landwirthschaftlicher  Werth  selten  beizumessen.
  -

Die  Kommission  hat  sich  an  17  Gesellschaften
mit  der  Anfrage  gewandt,  zu  welchen  Bedingungen
sie  Land  der  Regierung  ablassen  würden,  aber  nur
von  zwei  Gesellschaften  eine  Antwort  erhalten.  Die
besten  Farmen  sowohl  im  Transvaal  wie  im  Freistaat
seien  im  Besitze  Einzelner  und  könnten  nur  durch
Kauf  erworben  werden.  Da  der  Erfolg  des  ge—
sammten  Besiedelungsunternehmens  wesentlich  davon
abhinge,  daß  den  Ansiedlern  nur  die  besten  Plätze
zur  Verfügung  gestellt  würden,  müsse  dem  Erwerbe
dieser  Grundstücke  die  größte  Bedeutung  beigelegt
werden.  Die  derzeitigen  Preise  im  Freistaate,  auf
den  Kapmorgen  berechnet,  schwankten  zwischen  2  sh
6  d  in  fast  unbesiedelten  Gegenden  und  3  bis  10  #.
in  besseren  Gebieten.  Letztgenannter  Preis  erhöhe
sich  noch  für  bewässerbares,  zu  Obst=  und  Gartenkultur
  geeignetes  Land.  Es  stände  kaum  zu  erwarten,
daß  diese  Preise  nach  Beendigung  des  Krieges  eine
Herabminderung  erfahren  werden.  Wenn  auch  mancher
der  Grundeigenthümer  unter  den  Nachwirkungen  des

714

 

–––  —

 

 

Krieges  nicht  mehr  im  Stande  sein  würde,  sei
Farm  zu  bewirthschaften,  und  sich  derselben  zu  bil
geren  Preisen  zu  entschlagen  gezwungen  sein  würt
dürfte  sich  die  Spekulation  dieser  Zwangsverhältni
bemächtigen.  Es  sei  bereits  zur  Kenntniß  der  Kor
mission  gekommen,  daß  diesbezügliche  Abmachung
getroffen  seien.  Die  Regierung  wäre  daher  kaum

der  Lage,  von  dem  Sinken  der  Preise  infolge  d
Krieges  einen  Nutzen  zu  ziehen,  wenn  nicht  im  We
der  Gesetzgebung  Abhülfe  geschaffen  würde.  Es  könn
dies  in  der  Weise  geschehen,  daß  der  Regierung  ei
gesetzliches  Vorkaufsrecht  hinsichtlich  aller  derjenige
Farmen  eingeräumt  würde,  welche  auf  Antrag  vo
Hypothekengläubigern  zum  Verkauf  gestellt  würder
Auch  würde  das  Staatswohl  eine  gesetzliche  Anordm
des  Inhalts  rechtfertigen,  daß  gegen  angemesse-,
Entschädigung  das  erforderliche  Land  innerhalb  de-Transvaals
  und  des  Freistaats  zwangsweise  entrigne
werden  kann.  Ein  Vorgang  hierfür  fände  sich  ir
der  Gesetzgebung  von  New  Zealand.#Die  diebezügliche,
  im  Jahre  1894  erlassene  Bestimmun
ermächtige  die  Regierung,  Land  zu  Besiedelungs
zwecken  durch  Vereinbarung  von  Privateigenthümem
zu  erwerben,  und  für  den  Fall,  daß  eine  solche  Vereinbarung
  nicht  zu  Stande  kommt,  es  gegen  Entschädigung
  im  Zwangswege  zu  nehmen.  Diese  Melnahme
  habe  bereits  die  Aufmerksamkeit  von  Na½)
auf  sich  gelenkt,  in  welcher  Kolonie  eine  Kommission
sich  mit  der  Frage  beschäftige,  ob  eine  staatliche  Enteignung
  nicht  in  Kultur  genommenen,  geeigneken
Privatlandbesitzes  zu  Gunsten  solcher  Personen,  welte
gewillt  sind,  das  Land  zu  bearbeiten  und  zu  ververbessern,
  empfehlenswerth  erscheine.

Hinsichtlich  der  Frage  der  Landverbesserung  durt
Bewässerungsanlagen  ist  die  Kommission  der  Ansict,
daß  sich  weite  Strecken  hierzu  eignen,  und  zwat
müsse  dies  geschehen  durch  Anlage  kleiner  Dimne
und  Brunnenbohrung.  Es  bedürfe  jedoch  bienun
der  genauen  Untersuchung  des  Landes  durch  sachverständige
  Wasseringenieure  unter  Aufsicht  der  Regieruz.
Hindernd  ständen  diesem  Vorhaben  die  Bestimmungen
des  römisch  -holländischen  Wasserrechts  entgegen,
welches  dem  Einzelnen  zum  Schaden  der  Allgemenmheit
  einen  zu  großen  Schutz  gewähre.  Die  Untternehmungen
  Einzelner  zur  Berbesserung  der  Baosserverhältnisse
  ihrer  Farmen  seien  durch  gesetlche
Zwangsmittel  den  widerstreitenden  Nachbarn  gegenüber
zu  fördern.  Noch  mehr,  als  bislang  geschehen,  mun
die  Regierung  den  Farmern  zu  mäßigen  Bedingungen
Bohringenieure  und  Maschinen  zur  Berfügung  stellen.
Dies  würde  die  Kosten  für  Wasseranlagen  niedriger
gestalten  und  die  Anwendung  nur  geeigneter  Apparate
und  Methoden  gewährleisten.  Ohne  Wasser  sei  das
Land  fast  werthlos;  mit  seiner  Hülfe  können  aus

New  Zenland  Act  No.  37,  1894.  An  det  ½
repenl  the  Land  for  Settlement  Act,  1892,  to  authorthe
  acquisition  of  private  lands  for  the  porpose  o|
settlement  and  to  make  other  provisions  in  ie
thereof.  p.  280.
        <pb n="767" />
        —  715

dem  Boden  große  und  werthvolle  Ernten  gewonnen
werden.  Die  Einsetzung  einer  Kommission  zur  Prü—
fung  der  Frage,  wie  die  Wassermengen  des  Oranje—
und  Vaalflusses  für  die  Landwirthschaft  am  besten
auszunutzen  seien,  müsse  als  wünschenswerth  erachtet
werden.

Die  Kommission  empfiehlt  die  Besiedelung  der
in  Frage  stehenden  Gebiete  durch  entlassene  Soldaten
regierungsseitig  zu  fördern.  Sie  spricht  jedoch  hierbei
die  Ansicht  aus,  daß  nur  solche  Leute,  welche  land—
wirthschaftliche  Kenntnisse  und  Erfahrungen  sowie
das  nöthige  Kapital  haben,  bei  Vorliegen  günstiger
Anfangsbedingungen  brauchbare  Ansiedler  werden,
daß  jedoch  diejenigen,  welche  diese  Vorbedingungen
nicht  erfüllen,  erst  der  Ausbildung  im  Farmwesen
bedürsen,  ehe  ihnen  Land  anvertraut  werden  kann.
In  Ansehung  der  Größe  der  abzugebenden  Farmen
sei  ein  möglichst  weiter  Spielraum  zu  lassen.  Der
Abgabe  größerer  Farmen  als  solcher  mit  einem
Flächeninhalt  von  5000  Acres  (—  2500  Kapmorgen)
müsse  widerrathen  werden.  Für  den  Anfang  seien
möglichst  kleine  Grundstücke  zu  verleihen,  jedoch  mit
der  Möglichkeit,  sie  zu  erweitern.  Aber  nur  bestes
Land  könne  den  vorliegenden  Zwecken  dienen.  Die
Vertheilung  von  Land  an  gänzlich  Unbemittelte  sei
ebensowenig  empfehlenswerth  wie  die  Unterstützung
olcher  Personen  mit  barem  Gelde,  um  ihnen  den
Beginn  zu  ermöglichen.  Das  in  dieser  Beziehung
Aufgewendete  werde  für  die  Regierung  stets  einen
Verlust  bedeuten,  da  die  Arbeit  dieser  Ansiedler,  die
rlichts  zu  verlieren  haben,  nicht  hoch  anzuschlagen  sei.
Als  Bedingungen  für  die  Abgabe  von  Regierungsland
verden  empfohlen:

1.  Zahlung  des  Kaufpreises  bei  dreiprozentiger
Verzinsung  desselben  in  gleichen  jährlichen  Raten
innerhalb  21  Jahre,

2.  Erfüllung  bestimmter  Auflagen  in  Ansehung  der
Bewirthschaftung  der  Farm,

3.  Verpflichtung  zu  militärischen  Dienstleistungen
entweder  persönlich  oder  im  Stellvertretungswege.

Demgegenüber  wird  zur  Unterstützung  der  Farmer
ie  Gewährung  von  Darlehen,  jedoch  nicht  mehr  als
öchstens  10  Schilling  pro  Acre,  vorgeschlagen,  sofern
er  Beweis  erbracht  worden  ist,  daß  von  dem  Anedler
  mindestens  50  àK  auf  sein  Wirthschaftsunterehmen
  verausgabt  worden  sind.  Diese  Darlehen
allen  unter  den  gleichen  Bedingungen  wie  der  Kaufreis
  für  die  erhaltenen  Farmen  zurückerstattet  werden.
saneben  wird  die  Erleichterung  der  Beschaffung  von
indwirthschaftlichen  Geräthen  und  sonstigen  Bedarfsgenständen
  sowie  von  Vieh  durch  die  Regierung
iun  Interesse  der  Ansiedler  warm  empfohlen.  Zur
sicherung  der  von  der  Regierung  gemachten  Auf-Igendungen
  scheine  die  Bestellung  einer  Hypothek  auf
em  Grundstück  und  dem  gesammten  Inventar  sowie
ie  ständige  Ueberwachung  des  Betriebes  erforderlich.
luu  letzterer  Beziehung  müsse  verlangt  werden,  daß
er  Ansiedler  während  der  ersten  fünf  Jahre  halbihrig
  genauen  Bericht  über  den  Fortgang  seines

 

Farmunternehmens  an  die  Regierung  erstatte  und
sich  damit  einverstanden  erkläre,  daß  seine  Farm
jederzeit  von  einem  Regierungsvertreter  inspizirt
werden  dürfe.  Diesem  läge  es  ob,  zu  prüfen,  ob
der  Ansiedler  den  übernommenen  Verpflichtungen
nachkommt  und  ob  die  durch  die  Farm  gebotenen
Sicherheiten  für  die  Regierungszuwendungen  ausreichend
  sind.

Die  den  Ansiedlern  zuzutheilenden  Farmen  wären
am  besten  möglichst  nah  aneinander  zu  legen,  um
gewisse  Vortheile,  wie  Verkehrsverbesserungen,  nicht
nur  Einzelnen  zu  Gute  kommen  zu  lassen  und  eine
leichte  gegenseitige  Unterstützung  zu  ermöglichen.  Nicht
unzweckmäßig  erscheine  es,  mehreren  Ansiedlern  eine
größere  Farm  gemeinschaftlich  zu  überweisen.  Auf
diese  Weise  könnte  der  eine  oder  andere  von  ihnen
sich  an  den  Minenarbeiten  von  Kimberley  und  Johannesburg
  betheiligen,  ohne  daß  darunter  der  in
den  Händen  der  übrigen  Miteigenthümer  liegende
Farmbetrieb  leiden  würde.  Der  auf  den  Gold=  oder
Diamantenfeldern  gemachte  Erwerb  könne  dann  dem
landwirthschaftlichen  Unternehmen  zu  Gute  kommen.

Von  der  Errichtung  von  Militärkolonien  verspricht
  sich  die  Kommission  keinen  besonderen  Erfolg,
sofern  es  sich  um  Leute  handelt,  die  landwirthschaftliche
  Erfahrungen  nicht  besitzen.  Auch  glaubt  die
Kommission  nicht,  daß  dieselben  einen  besonderen  Werth
für  die  Landesvertheidigung  haben  würden.  Ein
diesbezügliches  Unternehmen  könne  zur  Zeit  nur  im
Rahmen  eines  Experiments  behandelt  werden.
Weitgehende  Unterstützungen  für  diese  Militäransiedelungen
  müßten  von  der  Regierung  gewährt  werden.
Nur  gutes,  bewässerbares,  an  Eisenbahnen  belegenes
Land  würde  sich  für  solche  Niederlassungen  eignen.
Jedem  der  Ansiedler  seien  anfangs  etwa  30  Acres
nebst  einem  Benutzungswerthe  an  dem  gemeinsamen
Weidelande  zu  verstatten.  Nur  besonders  empfohlene,
in  der  Regel  verheirathete  Leute  seien  zu  berücksichtigen.
  Eine  Ansiedelungsbeihülfe  in  Gestalt  von  Vieh
und  landwirthschaftlichen  Bedarfsgegenständen  in  Höhe
von  3000  Mk.  sei  Jedem  vorschußweise  mit  der  Maßgabe
  zuzubilligen,  daß  dieser  Betrag  in  15  Jahren
zurückerstattet  wird.  Die  Regierung  habe  weiterhin
für  kostenlose  Beförderung  der  Frauen  und  Kinder
nach  Südafrika  zu  sorgen  sowie  pro  Frau  600  Mk.,
pro  Kind  unter  16  Jahren  200  Mk.  als  Beisteuer
zu  den  Kosten  der  Einrichtung  des  Haushalts  zu
bewilligen.  Außerdem  würde  sich  die  Zahlung  eines
Lohnes  an  die  Leute  während  der  ersten  drei  Jahre
empfehlen.  Als  Höhe  desselben  wird  für  die  ersten
beiden  Jahre  2  Mk.,  für  das  dritte  Jahr  1  Mk.  pro
Tag  in  Vorschlag  gebracht.  Jeder  derartigen  Ansiedelung
  müsse  ein  landwirthschaftlicher  Sachverständiger
  zur  Belehrung  der  Ansiedler  beigegeben  werden.
Auch  die  Errichtung  einer  Schule  sei  erforderlich.
Demgegenüber  hätten  sich  die  Kolonisten  zu  gewissen
militärischen  Dienstleistungen  zu  verpflichten.

Geeigneter  jedoch  als  die  Unterbringung  der  entlassenen
  Soldaten  in  besonderen  Militärkolonien  er-5
        <pb n="768" />
        —  716  —

Sein:  der  Kemmsion  deren  Venend  ung  in  flanien
Beirtreben,  wie  (efl#2en,  Acerbuschulen,  Enenb#hnen
  2c.  Auch  be2e  die  Pel#zei  vielen  Gelegendert,
ih##  Unterlmen  zu  üunden,  obne  cis  Farmer  ohne
Kennmim#  und  Erfahrung  15ig  fein  zu  müsßen.

riebeh  wd  die  Erritung  eines  Ausklumi:sburezus
  in  Kzonzedt  mut  emer  Filale  in  Turb#n
empfehlen,  weles  alden  Neuenämmüngen  in  Anjen##ng
  aller  sie  interefürenden  Fragen  mit  Raih  und
Tözt  zur  Seirte  zu  fieden  habe.

Außenb  zndel  des  kongoü#tes  inm  Jabre  1900.

Die  Emzuhr  nach  dem  Kong-#staate  beweribete
sich  m  Jahre  1900  auf  31  d203  213  Franken  und
die  AusSfuhr  auf  51  775  979  Franken:  der  Gefammtwerth
  der  Hendelsberegung  beit###g#t  demnach
3579192  Franken,  d.  b.  17  338  327  Franken
mehr  als  im  vorbergebenden  Jahre.  Der  Srezialbandel,
  d.  h.  die  Einfuhr  zum  Verbrauche  im  Inläande
  und  die  Ausfuhr  von  Erzeugnissen  des  Kongofzzes,
  erreichte  1900  einen  Gesammitwerth  von

2  101  510  Franken,  von  denen  21724  109  Franken
auf  die  Einfubr  und  4.  377  101  Franken  auf  die
#sfuhr  ent’allen.

Die  Ausfuhr  von  Produk:en  des  Kongoslmates
belief  sich  dem  Bertbe  nach,  wie  folgt:  Kautschuk
39  871005  Fr.  davon  nach  Deutschland  7275  Fr.)
—  Koaffee  27  826  Fr.  —  weißer  Kopal  256  728  Fr.
—  Palmöl  813  301  Fr.  (davon  nach  Deutschland
149774  Fr.)  —  Elfenbein  5  253  300  Fr.  davon
nach  Deutichland  25  220  Fr.)  —  Palmnüsse
1  318  810  Fr.  davon  nach  Deutschland  80  150  Fr.)
—  Cacao  12  425  Fr.  —  rohe  Felle  2812  Fr.
—  Tabak  8240  Fr.  —  Holz  39  887  Fr.

Die  Betheiligung  der  wichtigsten  Länder  am
Srezialhandel  des  Jahres  1900  stellte  sich  folgendermaßen:


Einfuhr:  Ausfuhr:
"  Werth  in  Franken

Belgien  17  270  184  12694  908
Großbritannien  2059  591  270  0°1
Niederlande  1  507  400  2  601  617
Teutschland  1  302  336  162  742
Frankreich  .  .  ..  601  727  1  060
Portugiesische  Besitzungen

  a.  d.  Küste  412  065  1  505  237

Portugal.  122  170  7  310
(Bulletin  Oflciel  de  I’Etat  Independant  du  Congo.)

Dandel  Beiras  im  Jabre  1900.

Der  Werth  der  in  den  Hafen  von  Beira  in  der
Portugiesischen  Kolonie  Mozambiaue  eingeführten
Waaren  belief  sich  im  Jahre  1900  auf  21  181  705  Mk.
gegen  12  205  301  Mk.  im  Vorjahre.  Um  jedoch  ein
richiiges  Bild  der  thatsächlichen  Handelsbewegung  zu
erhalten,  sind  die  Geldbetrage  für  die  nach  Rhodesia

gesandtien  br#i  Sen  Trurven  in  Ö  vond  252  U
und  der  Werrd  des  ergeis  rien  Eisenbadrnzz#nn
O’#e  ven  51117o4  Mk  v#n  der  gesamien  Ere#n
jumme  in  Abzug  zu  brinzen.  Die  ##cr  vertn
sich  dem  ger  :5  um  140760  324  Mk.,  so  deß  fir
———  e  #nei  kus  udi  ein  Ver2b  von  4113.0.
verbleibt  gegen  6  125  259  Mk.  im  Vorredrk.  *
era#ebt  sich  also  ein  Mehr  gegen  die  Einter
Jabres  1899  van  1286  122  Mrk.,  welches  in  Ke

Sendungen  von  verzollten  Woaren  nacd#  i
Maraucz,  wo  im  ersten  Halbjahre  des  vergerer.
Jabres  eine  lebb#2##2e  Nach'rage  nach  vielen  Ant.
berr'5:e,  seine  Erklärung  findet.  Der  Bert
Eininor  für  den  lokalen  Verkebr-  übersteis  n
lichteit  nicht  die  Zißer  des  Vorjahres,  so  des
Aus'cwung  des  H-ndels  im  Jahre  100%  kKrbemerken
  war.

An  der  Einfuhr  waren  baud'öächlich  die  sole-Herkunielender
  betbeilsg::  Großbritannien  m
lonien  16  432  161  Mk,  Porugal  und  Ki##
2  427246  M,  Indien  936  015  Mk.,  Frazkund
  Kolonien  694767  Mk.,  Deutschland  43521.1
Sansib#r  117287  Mk.  und  die  Niederlande  11372=Die
  erst  an  füniter  Stelle  stebende  Deuncke
fuhr  umfaßt  indessen  ausschließlich  Indunriec#teefür
  den  Konfum  der  Kolonie  und  erf#mn  k-Abzug
  durch  Baren,  die  für  besondere  Zwe#r
gefüdrt  find.

Die  Ausfubr  Beiras  betrug  im  verga  aingeren?  —
12LI14794ML.,gerUJOIZUIL1kk.1mVII"--TasMebrvontszlSsMLtstaussen-T

vonverzelltenWaarennachLoukencoMx
zurückzuführenTieAuskuhtvouLanbesrrkktk
dürfte  schwerlich  diejenige  des  Vorjadres  *
schreiten.  Die  bauptsächlichsten  Ausfuhrprodan
Kautschuk,  Bachs  und  Gold.  Leößteres  win
Minendiftrikte  Macequece  gewonnen.  De  2
beutung  dieser  einen  ergiebigen  Ertrag  versprece
Mimen  ist  noch  nicht  weiter  gefördert  worde
das  Europäische  Kapital  sich  angesichts  der  S

in  Südefrika  ablehnend  verhält.

Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Vicekoniulats  in

Die  bedentendüen  Dandelsbäuser  in  Ciberiz.

Nach  einer  Zusammenstellung  des  belgischen  .#
in  Monrovia  giebt  es  in  Liberia  folgende  5:
handelshäuser:  Monrovia:  1.  Deutrsche  L
Wichers  &amp;amp;  Helm.  A.  Woermann,  Carl  Sc-2.
  Englische  Häufer:  W.  A.  Ring,  Patter#te
Zochonis,  Liberian  Rubber  Syndicate:  3.  i
ländische  Häuser:  Oost  African  Co.;  4.  Embei-Häuser:
  Dennis  Brothers,  Hiel  &amp;amp;  Moore,  64
Bros  K  Co.,  Fred.  Grante,  King  &amp;amp;  Brotber,  J
X&amp;amp;  Co.,  F.  J.  Hook,  Maria  E.  Cole,  H.  S

Son,  S.-J.  Prout.  —  Cap  Mount:  A.  E
mann  (-deutsch;  Oost  African  Co.  iniederlend.

J.  B.  Watson  einheimisch),  Houston  Bre##
        <pb n="769" />
        —  717

To.  (desgl.).  —  Groß  Bassa:  A.  Woermann
deutsch);  J.  Hope  (englisch);  Oost  African  Co.
niederländisch);  S.  G.  Harmon  (einheimisch),  A.  C.
Reeves  (desgl.),  Frazier  &amp;amp;  Co.  (desgl.),  Jos.  D.
Summerrville  (desgl.),  J.-E.  Johnstone  (desgl.),
C.  Brown  (desgl)  —  Sinoe:  A.  Woermann
deutsch),  J.  West  &amp;amp;  Brothers  (desgl.);  Oost  African
Co.  Cniederländisch);  J.  J.  W.  Johns  (einheimisch),
J.  W.  S.  Weeks  (desgl.),  S.  S.  Roynes  (desgl.).
—  Maryland:  A.  Woermann  (deutsch);  Wichers
&amp;amp;*  Helm  (desgl.),  J.  Westphal  (desgl.);  W.  D.
Boodin  (englisch);  J.  H.  Tubman  (einheimisch),
J.  S.  Pratt  (desgl.).

(Revne  du  Commerce  Extcrie  ur.)

Konzessionsertheilungen  in  der  Republik  Liberia.

Nach  einer  Meldung  des  Liverpooler  "  Journal
f  Commerces  hat  die  Liberianische  Regierung  der
Bostoner  Afro  American  Steamship  and  Mining
Co.  das  Recht  zur  Einrichtung  einer  Dampferlinie
zwischen  Liberia  und  Boston,  zum  Bau  von  Werften,
Quais  und  Bahnen  sowie  zur  Ausbeutung  von
Minen  für  10  000  Dollars  verkauft.

Perschiedene  Titkheilungen.

Rolonial-Wirthschaftliches  Romitee.

In  der  Sitzung  des  geschäftsführenden  Ausschusses
  vom  12.  September  d.  Is.  wurde  zunächst
Bericht  über  die  Arbeiten  des  Komitees  seit  dem
30.  Mai  erstattet.  Wir  heben  daraus  hervor:

Die  Studienreise  nach  Niederländischund
  Britisch-Indien  des  Referenten  für  Landeskultur
  in  Deutsch-Ostafrika,  Herrn  Regierungsrath
Dr.  Stuhlmann,  hat  durch  dessen  Rückkehr  am
10.  Juli  nach  Dar-es-Saläm  ihren  Abschluß  gefunden.
  Ergebniß:  Ueberführung  zahlreicher  wichtiger
Nutzpflanzen,  u.  A.  von  Bambusen,  Cardamom,  Thee,
Tapioka,  Rottan,  Zimmet,  Teakbaum,  Sunhanfpflanze,
  Cinchona,  aus  den  botanischen  Gärten  in
Bombay,  Pona,  Calcutta,  Heneratgoda  (Ceylon)
nach  Deutsch-Ostafrika  bezw.  zur  Anzucht  nach
Berlin.  Beschaffung  von  Zuchtmaterial  (Araberhengste
  und  Gudjeratbüffel)  für  das  Gouvernement
von  Deutsch=  Ostafrika.  Vorschläge  für  die  Anlage
von  landwirthschaftlichen  Versuchsstationen,  für  Aufforstung
  und  Brunnenanlagen  in  den  Deutschen
Kolonien  sowie  für  die  Uebersiedelung  von  Indischen
Ackerbauern  nach  Deutsch-Ostafrika.  Bei  der  gegenwärtigen
  Neueinrichtung  der  botanischen  und  Versuchsgärten
  in  Deutsch-Ostafrika  hat  Herr  Dr.  Stuhlmann
Gelegenheit,  die  gesammelten  Erfahrungen  praktisch
zu  verwerthen.

Die  Guttapercha=  und  Kautschukl-Expedition
  nach  den  Südsee-Kolonien  unter  Führung
des  Botanikers  R.  Schlechter  befindet  sich  zur

 

Zeit  in  Holländisch-Borneo.  Bieheriges  Ergebniß:
Studium  und  Werthbestimmung  der  Kulturen  von
Guttapercha,  Kautschuk,  Sago,  Gambir  und  Tapioka
in  Singapore  und  Malacca,  Ostsumatra,  Java,
Britisch=  und  Holländisch-Borneo.  Versand  von
Saatgut  und  Stecklingen  von  Guttaperchabäumen
(Balum  mera  und  Balam  beluka),  Ficus  elastica
und  Willoughbya-Lianen  theils  in  Wardschen  Kästen
nach  den  Deutschen  Südsee=  und  Afrikanischen  Kolonien,
  theils  direkt  durch  Herrn  Schlechter,  welcher
voraussichtlich  im  Oktober  in  Neu-Guinea  eintrifft.

Baumwoll-Expedition  nach  Togo.  Die
Arbeiten  auf  der  Baumwoll-Versuchspflanzung  in
Tove  haben  einen  guten  Fortgang  genommen.  Am
10.  Juli  waren  über  100  Acres  mit  Baumwolle
bepflanzt.  Die  im  April  und  Mai  gepflanzte  Baumwolle
  war  bereits  Mitte  Juli  voller  Kapseln.
Größere  Mengen  Saat  sind  außerdem  den  Regierungs-Stationen
  Atakpame,  Bismarcksburg,  Kete-Kratschi,
  Sokodé  und  Bassari  zur  Vertheilung  an
die  Eingeborenen  überwiesen.  Zwecks  Anweisung
der  Eingeborenen  im  Baumwollbaue  unternahm  der
Baumwollexperte  James  Calloway  im  Juni  eine
Reise  nach  Atakvame.  Mit  der  Herstellung  des
Ginhauses  ist  begonnen,  das  Göpelwerk  für  den
Betrieb  der  Ginmaschine  und  Ballenpresse  ist  fertiggestellt.
  Die  Straße  von  Lome  nach  Tove  wird
durch  das  Gouvernement  fortgesetzt  verbessert,  der
Transport  der  ersten  Gespanne  ging  verhältnißmäßig
  gut  von  statten,  trotzdem  das  Zugvieh  erst
wenig  eingefahren  war.  Durch  das  Gouvernement
ist  der  bakteriologisch  vorgebildete  Arzt  Herr  Dr.
Schilling  zum  Studium  und  Versuchen  zur  Bekämpfung
  der  in  Tove  eingetretenen  Viehkrankheit
entsandt.  Das  Komitee  beschließt  bezüglich  weiterer
Maßnahmen,  den  Abschluß  der  Untersuchungen  des
Herrn  Dr.  Schilling  abzuwarten.  In  der  Transportfrage
  sind  nach  verschiedenen  Seiten  hin  Schritte
unternommen.

Baumwollbau  in  Kleinasien.  Auf  Anregung
  des  Privatdozenten  Herrn  Dr.  R.  Fitzner
befaßt  sich  das  Komitee  mit  der  Frage  der  Baumwollkultur
  in  Kleinasien.  Nach  Dr.  Fitzner  sind
weite  Gebiete  besonders  der  südlichen  und  westlichen
Landschaften  Kleinasiens,  vor  Allem  die  Vilayets
Adana  und  Aidin  (Smyrna),  für  die  Baumwollkultur
  geeignet.  Auf  Veranlassung  des  Komitees
hat  Herr  Dr.  Fitzner  eine  Denkschrift  über  den
Baumwollbau  in  Kleinasien  ausgearbeitet,  welche
den  Interessenten  zur  freien  Verfügung  steht.

Siedelung  in  den  Kolonien.  Auf  Anregung
  des  Kaufmanns  Herrn  A.  Robert  Werner,
Dresden,  der  die  Verhältnisse  der  Tovarkolonie
in  Venezuela  aus  eigener  Anschauung  kennt,  befaßt
  sich  das  Komitce  mit  der  Frage  einer  Uebersiedelung
  von  in  Tovar  seit  dem  Jahre  1843  als
Farmer  ansässigen  Deutschen  aus  dem  Breisgau  in
Baden.  Herr  Werner  legt  ein  besonderes  Gewicht
darauf,  daß  dieser  Schwäbische  Stamm  bereits  zwei
        <pb n="770" />
        Generationen  hindurch  in  dem  trovischen  Venezueloa

ansässig  ist,  Farmen  betreibt  und  nach  seinem  Dafürhalten
  zum  Theil  wenigstens,  geneigt  und  geeignet
sei,  sich  in  den  Hochländern  in  unseren  Kolonien,
z.  B.  in  Buea  in  Kamerun,  anzusiedeln.  Auf  Anregung
  des  Stabsarztes  Herrn  Dr.  Arning  bat
das  Komitee  sich  ferner  neuerdings  mit  der  Stiedelung
  von  Ubehe  beschäftngt  und  von  Sachverständigen
  Gutachten  eingehon.  Nach  Ansicht  des
Herrn  Frhrn.  von  Herman,  landwirtdschaftlichen
Süichvernändigen  bei  der  Deutichen  Batschaft  in
Waihingion,  welcher  z.  Zi.
Erverte  in  Deutsch  O  stafrika  weilt,  erscheint  die  Besiedelung
  des  Hochlandes  von  Uhebe  noch  um  einige
Jadre  verfrüht.  Schon  in  lliambara  klagen  die
Ansiedler,  welche  nur  30  bis  10  km  bis  zur  Bahn
baben,  wie  schwer  es  sei,  ihre  Produkte  an  der
Küste  abzusetzen.  In  Ugdebe  aber  würde  es  sich
nicht  nur  um  10  km.  sondern  um  200  bis  300  km
bandeln.  Dies  schließt  aber  einen  Transvort  von
Feldfrüchten  nach  der  Küste  absolut  aus,  und  der
Viehtrieb  nach  der  Küste  ist,  abgeseben  von  den
Stravazen  einer  so  langen  Reise,  großen  Verlusten
ausgesetzt,  weil  das  Vieb  tagelang  durch  die  Terasfieberdiikre
  getrieben  werden  müßte.  Sobald  einmal
  die  Bahn  bis  etwa  Kilossa  gebt.  wird  das
Vieh  ohne  Ansteckungsgefahr,  wie  dies  in  Amerika
auch  geschieht,
werden  konnen,  und  dann  ist  der  Moment  gekommen,
Uhebe  wirtbschaftiich  zu  erschließen.  Auch  der  kürzlich
  von  seiner  Ervedition  nach  dem  Süden  Keure
Ostafrikas  zurückgekehrte  Herr  Dr.  Busse  schließ
sich  der  Ansicht  v.  Hermans  an.  —  Samaer-  a.
Größere  Mengen  Saat  wurden  von  Fieus  elastica

aus  Jiva,  Cardamom  aus  Cenlon,  Heve  brasiliensis
  aus  Venezuela,  Chininbäume  aus  Java

den  P'anzungen  und  Regierungs  Stationen  in  den
Südsee=  und  Afrikanischen  Keionien  übemviesen.
Weitere  Arbeiten  des  Komitees  erstreck:en  sich  auf
chemische  und  technische  Prüsungen  von  Kolonialprodaten,
  auf  Ausstellungen  von  solchen  2c.

Im  Anschlusse  an  die  Verbaendlungen  über  die
Transporrage  für  die  Baumwoll-Versuchspflanzung
in  Tove  wurde  auf  Antrag  des  Vorsißenden  bedie
  Entsendung  einer  Eisenbahnrise
  nach  Togo  zwecks  Festü#ellung  einer
Lome  —  M/1-Obbe-Bezirk  und  Ausarbeitung
-nen,  ———J—  und  Lastenan'ich!:3
  für  drei  Spurweiten  in  die  Wege  zu  leiten.
A.  Unterlage  für  die  Ervertife  ist  u.  A.  eine  Wertbshaftäk#arte

  von  Togo  ausgearbeitet,  welche  die  Palmble,
  Palmkern-,  Kokospalmen=  und  Kauitschuk-Zonen

jovie  das  Vorkommen  von  Baumwolle,  Wais,  Reis,
Erdaat.  Kola,  Viebzucht  2c.  nachweis.  Eine  mit  der

Alefuyrung  der  Erveruse  zu  beauftragende  Firma
in  eventuell  auf  die  Bedingungen  des  Ministeriums
fur  öfentliche  Arbeiten  bezüglich  der  Unterlagen  für
die  Ans'äbrung  von  Eisenbabnen  mit  Berucksichtigung
der  örllichen  Verbälnine  zu  vervflichren.

718

als  landwirtbschiftlicher

durch  die  Fieberdistrikte  transvortirt

In  der  Angelegenheit  der  Bohrkolonne  n##:
Deutsch-Südwestafrika  berichiere  der  Voruzud#-Zur
  Fesistellung  der  Nachfrage  nach  Tränkftellen  #
das  Komitee  durch  Vermittelung  des  Gouvernem##
eine  Umfraige  an  die  Farmer  des  Schußzebieies  #
richtet.  Vergl.  Kol.  Bl.  1701,  S.  2411  Tas  ##-gebniß
  bis  12  September  ist  die  Anmeldung  der
84  Farmern  (150  Bohrstellen),  welche  sich  der

Zmitee  vervpftichtet  haben,  die  gebohrten  8
stellen  langstens  binnen  Jahresfrift  durch  Errich
von  Pump=  oder  Schachtbrunnen  nupbar  zu  *
und  Hilfe  bei  den  Bohrarbeiten  selbst  zu  lez-MWeitere
  Anmeldungen  aus  den  entlegenen  TIh
des  Schußgebietes  sind  noch  zu  erwamen.  Een
dürfte  sich  die  Nachfrage  nach  Tränkstellen  durch  -
elwaige  Buren-Einwanderung  noch  steigern.  2:
Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  —4
das  Gouvernement  von  Deutsch-Südwestaftig
bereit,  dem  Unternehmen  jede  nur  mögliche  Förder—
zu  Theil  werden  zu  lassen.  Die  Dauer  der  Bernt
kolonne  soll  sich  auf  einen  Zeitraum  von  drei  Feärterstrecken.
  Auf  Grund  von  Verhandlungen  mit
Kaiserl.  Generalkonsul  v.  Lindequist,  Kapftadt,  de
Oberingenieur  Banse  von  der  Firma  Goerz  ##0.
Jodannesburg  und  dem  Bohringenieur  Saelz,  #
stadt.  welch  letzterer  sich  im  Interesse  der  Bufu#.
F.  H.  Schmidt  im  Schußgebiete  aubbielt,  sien:  .-dekLonenamchlagderBwtksIlonneIndus-»

von  drei  Jabren  auf  rund  175  000  Mt.  Die  &amp;amp;c
pflichtung  der  Farmer  (Arbeitsbeitũlfe  und  Nu
machung  der  Bohrstellen)  ist  auf  über  100  000%#
zu  veranschligen.  Nach  dem  Urtheile  der  S:he
ständigen  leisten  die  Farmer  ihren  Verhzlmiser  c
sorechend  hierdurch  bereits  das  Moglichit.  2
Bohrkolonne  als  ein  Erwerbsunternehmen  ins  2  W
zu  rufen,  ist  im  Hinblick  auf  die  finanziellen
bälmisse  der  Farmer  ausgeschlossen.  Selbst  #
kulturell  hoch  entwickelten  Kapkolonie  geschieb
Erschließbung  von  Wasser  bauptsächlich  auf  #
der  Regierung,  die  zu  diesem  Zwecke  ein  einte
Amt  in  Kaostadt  unterbält.

 

———————

4"

Titteratur.

Wirkl.  Geh.  Rath  F.  Perels:  Das  allgemeine  r
che  Seerecht  im  Deutschen  Reiche.  Sams.=der
  Gesetze  und  Verordnungen  mit  Erluterr#
und  Registern.  Mk.  6,50.  E.  S.  Mittlet
Sopn.  Berlin.

veben  gelungt  eine  unter  der  Leitung  2

DTireles  im  Reichs-Marine-Amt  und  êsx  E

Wirklichen  Geheimen  Rurds  F.  Perels  verinite

Smmlung  der  Gesetze  und  Berordnungen  des  1

gemeinen  öffentlichen  Seerechts  im  Deurichen  #  7½

mit  Erläuterungen  und  Registern  zur  Herzcs  «
welOeALlemdieinWtssenschIftundPL  ?-dcmkschietdcsseekettsb.«.gzusein
  Ists-!-
        <pb n="771" />
        719

sind,  von  Werth  sein  wird.  Seit  des  Herausgebers
„Handbuch  des  allgemeinen  öffentlichen  Seerechts  im
Teutschen  Reiche“  erschien  (1884),  haben  sich  in  der
nationalen  Seegesetzgebung  mannigfache  Wandlungen
vollzogen,  und  es  fehlt  zur  Zeit  an  einem  Werke,
welches  die  Normen  des  gegenwärtig  für  das  Deutsche
Reich  geltenden  „allgemeinen  öffentlichen  Seerechts"
zur  Wiedergabe  bringt.  Die  vorliegende  Sammlung
dürfte  daher  als  eine  vollständige  und  übersichtliche
Zusammenfassung  alles  dessen,  was  die  in  Betracht
kommende  Praxis  gebraucht,  den  zur  Anwendung  der
Seegesetze  berufenen  Organen  willkommen  sein.

Das  neue  Schutzgebietsgesetz.  Mit  dem
Jahre  1901  ist  das  grundlegende  Gesetz  des  Deutschen
Kolonialrechts,  das  „Schutzgebietsgesetz“,  in  neuer
Fassung  in  Geltung  getreten.  In  kolonialen  Kreisen
wird  aber  auch  jetzt  noch  vielfach  auf  die  Schwierigeit
  des  Verständnisses  dieses  Rechtsgebietes  hingeviesen.
  Um  nun  eine  leichte  und  zuverlässige  Uebersicht
  über  das  einschlägige  Gesetzes=  und  Verordnungsnaterial
  zu  ermöglichen,  giebt  das  Reichs-Marinc.  Amt
eine  Zusammenstellung  heraus,  welche  sich  betitelt:
Das  Schutzgebietsgesetz  nebst  seinen  Ergänzungslesetzen
  sowie  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend
sie  Rechtsverhältnisse  in  den  Deutschen  Schutzgebieten
ind  den  Ausführungsbestimmungen  über  die  Auslbung
  der  Gerichtsbarkeit.  Textausgabe  mit  Eineitung,
  Anmerkungen  und  Sachregister“.  Das  Buch
sat  einen  knappen  Umfang  und  ist  für  den  Handsebrauch
  nicht  nur  der  Offiziere  und  Beamten,  sondern
uch  der  kaufmännischen  und  sonstigen  Kolonialnteressenten
  bestimmt.  Es  wird  in  Kürze  im  Verlage
er  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler
Sohn  in  Berlin  zum  Preise  von  Mk.  1,50  ercheinen.


Troost,  Oberleutnant  à  la  suite  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  für  Südwest-Afrika:  Samonnische
Eindrücke  und  Betrachtungen.  Mk.  1,20.  A.  W.

Hayns  Erben,  Berlin.

Oberleutnant  Troost  hat  aus  eigener  Anschauung

die  jüngste  Deutsche  Kolonie  kennen  gelernt  und  prophezeit

  ihr,  auf  Grund  seiner  Beobachtungen,  eine
gedeihliche  Entwickelung  und  gute  Zukunft  unter  dem
schwarz=  weiß=  rothen  Banner.  Seine  Schilderungen
werden  dadurch  noch  lebendiger,  daß  Troost  dem

Buche  eine  Anzahl  Illustrationen  nach  von  ihm  an

Ort  und  Stelle  ausgenommenen  Originalphotographien

sowie  eine  Karte  der  Insel  beigiebt.

P.  G.  Müller:  Die  Entwickelung  der  subventionirten
Reichspostdampfer-Linien.  Mk.  1,—.  Luckhardts
Buchhandlung  für  Verkehrswesen,  Leipzig.

Das  vorliegende  Schriftchen  legt  in  knapper,
anschaulicher  Schilderung  den  Entwickelungsgang  der
subventionirten  Reichs-Postdampferlinien  dar,  wobei
auch  die  Linien  nach  den  Deutschen  Schutzgebieten
entsprechend  berücksichtigt  sind.

Vrior

 

 

—  ——

Litteratur-Verzeichniß.

Bremer  Missionsschriften  (Verlag  der  Norddeutschen
Missions-Gesellschaft,  Bremen):
Die  Norddeutsche  Missionsgesellschaft.
inspektor  Schreiber.  10  Pf.
Der  alte  Bremische  Missions-Verein.  Von  Missionoinspektor
  Schreiber.  20  Pf.

Diakonissen-Arbeit  in  Keta.  10  Pf.

Die  Missions-Station  Ho  in  Deutsch-Togo.
H.  Seidel.  10  Pf.

Die  ersten  Anfänge  in  Amedschophe.
Missionar  Seeger.  10  Pf.

Von  Missions-Von



 

Von  Frau

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schifsfes.)

M.  S.  „Schwalbe“  10/6.  Tsingtau.

5.  M.  S.  „Brandenburg"“  22/8.  Kiel.  (Poststation:  Kiel.)  «

S.  M.  S.  „Bussard“  1/8.  Shanghai.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Cormoran“  Apia  14/8.  —  Cook-Inseln.  (Poststation:  Hofpostamt.)

Z.  M.  S.  „Fürst  Bismarck“  14/8.  Hakodate.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Gefion“  17,9.  Kiel.  (Poststation:  Hofpostamt.)

5.  M.  S.  „Geier“  12/8.  Hakodate  23/8.  —  Fusan.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  12,8.  Cap  Lopez.  (Poststation:  Hofpostamt.)

5.  M.  S.  „Hansa“  31/7.  Shanghai.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Hela“  26/8.  Kiel.  (Poststation:  Kiel.)

5.  M.  S.  „Hertha“  17/7.  Tsingtau.  (Poststation:  Hofpostamt.)

.  M.  S.  „Iltis“  16/8.  Macav.  —  21/8.  Hongkong  27/8.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Irene“  17/9.  Wilhelmshaven.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Jaguar“  8/8.  Hakodate  16/8.  —  21/8.  Tsingtau.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Kaiserin  Augusta"  Taku  15/8.  —  16/8.  Tschifu.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Kurfürst  Friedrich  Wilhelm“  22.  8.  Kiel.  (Poststation:  Kiel.)

S.  M.  S.  „Luchs“  6/3.  Taku.  (Poststation:  Hofpostamt.)  *.

S.  M.  Vermeßschiff  „Möwe“  Matupi  13/6.  —  Mioko.  (Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Hofpostamt.)
        <pb n="772" />
        720

„Seeadler“  7/8.  Shialwan.  (Poststation:  Hofpostamt.)
„Tiger“  26/7.  Hankow.  (Poststation:  Hofpostamt.)
„Weißenburg“  26/8.  Kiel.  (Poststation:  Kiell.)
„Wörth“  14/8.  Kiel.  (Poststation:  Kiell.)

u.  „Wolf“  15/8.  Loanda.  (Poststation:  Hofpostamt.)

Ablösungstransport:

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Darmstadt“  des  Norddeutschen  Lloyd,  mit  dem  Ablösungstraonspe
für  S.  M.  S.  „Cormoran":
Heimreise:  Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  Reiche.
Genua  11/8.  —  18/8.  Southampton  18/8.  —  19/8.  Antwerpen  21/8.  —  22/8.  Bremerhaven.

&amp;amp;  OO#  K
8s
&amp;amp;&amp;amp;  &amp;amp;  &amp;amp;  &amp;amp;

 

 

 

 

Perkehrs  Machrichten.

Die  Woermann  -Linie  ist  jetzt  dazu  geschritten,  feste  Abgangsdaten  von  Swakopmund  für  d
heimkehrenden  Dampfer  festzusetzen.  Der  Abfahrtstag  ist  so  gelegt,  doß  der  Anschluß  an  die  heimkehrende
Passagierdampfer  von  Kamerun  nahezu  unmittelbar  erfolgt,  wodurch  den  Passagieren  von  Deutsch-Südwe
afrika  Gelegenheit  gegeben  ist,  in  kaum  mehr  als  30  Tagen,  wie  ausgehend  nach  der  Kolonie,  die  Heimat
zu  erreichen.

Postbampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  11.,  25.  Okt.,  8.  Nov.  Tanga  17—20  Tage
(beutsche  Schiffe)  90  rms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tgam  4,  8.,  11.,  22,
Brindisi  am  13.,  27.Okt.,  10.  N800  Tanga  18  Tage  25.  Oktober,
1.  Deutsch-Ostafrika.  (englische  Schiffe)  100  abds.  Dar-es-Salm  19  Tage  1.,  5.,  8.  November
Brindisi  am  6.  Oktober,  3.  Nov.  Sansibar  20  Tage  103  abds.
(englische  Schisses  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monat-#
  (franzöfische  Schiffe)  40  ums.  —.
ambur  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  7  abdt.
(deutsche  Schiffe)  Z„
Southampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  ed.  Mts.  9#-abdé.
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  am  25.  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  am  24.  jed.  Mts.7b
.  (deutsche  Schiffe)  ·  .
2.  Togo.  Reiterbam,  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27  .jed.  Mts.Hmabde.
i  (deutsche  Schiffe)
LHieder  bevervool  orer-  Notkerdam  "  am  5.  jedes  Monats]  Lome  34  Tage  am  3.  jed.  Mts.  Inabds.
nur  auf  Verlangen  des  ibtrpouft  am  3.,  24.  Oktober  Klein-Popo  38  Tage  am  1.,  22.  Oktober
Absenders.)  (engusce  La,  „  Sl..  1
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  28  Tage  am  8.  jedes  Monats
(franzöfische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  102  abds.
Vordeauz  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monat
(französische  Schiffe)  110  vms.  von  da  ab  gandverdindung  10%  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  720  abds.
Southampton  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.jed.  Mts.  Fnabt,
(deutsche  Schiffe)  .
bHamburg  am25.1edeöMonatsDualassTage  am24.1ed.Mt-.7scde
(deutsche  Schiffe)
3.  Ramerun.  Roerda,  "  am  29.  jedes  Monats  Duala  32  Tage  am  27.jed.  Mis.  Kwobs
(deutsche  Schiffe)
Sisrpocl  am  23.  Oktober  Duala  19  Tage  am  21.  Oktober
(englische  Schiffe)  10  ms.  *„“
Hamburg  am  8.  Oktober,  8.  Dez.  Duala  44  Tage  am  7.  Oktober,  (.  6.
(deutsche  Schiffe)  72  —
4.  Deutsch-güdwestafritaa,  Southampton  am  19.  Oktober  Lüderitzbucht  20  Tage  am  18.  Oktober
(Nach  Wm  oi.  bisnuar-  40  ums.  Swakopmund  23  Tage  10  ums.
bstbanten,  und  Lernbrr  mann-  Dampfer)
w  n  z
von  vort  weier  n  ntet.  Hambur  am  22.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  22  jedes  Nonats
auf  dem  Landwege.)  (deutsche  Schiffe)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  7#  abds.
        <pb n="773" />
        721

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
5.  Martball=  Inseln.  Brindisi  am  24.  Nov.  100  abds.  Jaluit  52  Tage  am  22.  November
Lenglische  Schiffe)  A  A  A  [  [  ;  1035  abds.  .
Friedr.  Wilhelmshafen  45  Tg.
*  Deutsch=  Ueu.  Gnines.rindis,)  1  am  13.  Olt.  10  abds.  et  45  Tagr  ete
—————————-  Herbertshöhe  41  Tage  ·
7·Kakotiqku,  Brindisi  s  am24.Nov.100adePonapc()2Tage  am  22.  November
LCenglische  Schisse)  Bap  72  Tage  0#  abds.

 

8.  Marianen.

 

 

Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  (t  weiter  8,  bis  10  mal  jährlich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

pngach  Saipan.
Meapele  am  16.,  30.  Oktober  Tsingtau  34  Tage  am  14.,  28.  Oktober
:  deutsche  Schiffe)  90  abends  1035  abends
9.  Riautschon.  Beindiß-  bezn.  jeden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage  jeden  Freitag
-sies  franzbsische  Schift),  1  100  abends  1025  abends.
10.  Samoa.  (ecnsten.  am  13.  Okt.,  3.  Nov.  Apia  25  Tage  am  11.  Okt.,  1.  Nov.
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgeblieten.
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  U  Landungs-  Die  Poß  ist  falig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Southampton  am  26.“  jed.  Mts.
Dentsch  ·  Ostafrita  Reapel  ..am?.-,  17.“,  30.Okt.  Tooon  Marseile  ..  am  14.  Oktober
HGBrindisi...  am  27.  Oktober  Deutsch-Ueu.Gul  Neapel...  am  18.-Oltobeer
Marseille  ..  am  17.  Ottober  entsch-Ueu-Guinea.  Brindisi.  ..  am  22.  Oltober
Deutsch-Lüdwestafrika  marshal-UInseln  Neapel.  am  22.  Oktober
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southamdton  am  19.  Okt.,  16.  Nov.  eimonft  –4  0am  77  10  —  n
d)  füdl.  Theil  d.  Schußgeb.  outhampton  am  12.  D26.  Okt.  ç  eapel.  am  4,  15.),  30.  -
—  ½  hamp  KRiautschon...  ...  Brindisi.  ..  am  13.,  27.  Ott.
Southampton  am  am  26.=  jed.  Mts.  5  Marseille  am  9.,  25.  Olt.
Ramernn  ..  .  ....  Lissabon.  am  10.,  25.  jed.  Mts.  Rarolinen  Neapel  ..  .  am  22.  Oktober
Plymouth..  am  2.  Okt.,  1.  Nov.  ’·'«'·  Brindist»am27hltober
Samoa  E  aam  7.,  28.  Oktober.
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrika.
Reise  Letzte  Nachrichten
oftd  er
Posidempf  von  I  nach  bis  28.  September  1901
„Adolph  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  21.  September  in  Lagos.
„Alexandra  Woermann“  amburg  Namerun  am  18.  September  in  Madeira.
„Alme  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  26.  September  Dover  passirt.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Loango  am  27.  September  in  Rotterdam.
„Carl  Woermann“  Whydah  Hamburg  am  21.  September  in  Las  Palmas.
„Eduard  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  19.  September  in  Kamerun.
„Ernst  Woermann“  Lüderiubucht  Hamburg  am  17.  September  ab  Swakopmund.
„Gretchen  Bohlen“  Sherbro  Hamburg  am  25.  September  in  Las  Palmas.
„Hans  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  20.  September  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  21.  September  in  Hamburg.
„Helene  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  19.  September  in  Swakopmund.
„Irma  Woermann“  Benguela  Hamburg  am  27.  Sepember  in  Accra.
ene  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  11.  September  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  .  Hamburg  Whydah  am  25.  September  in  Conakry.
„Lothar  Bohlen“.  .  Whydah  Hamburg  am  28.  September  in  Accra.
Qalu  Bohlen“  .  Hamburg  Benguela  am  23.  September  in  Kamerun.

Marie  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  25.  September  in  Kamerun.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Mossamedes  am  20.  September  Dover  passirt.
„Otuo  Woermann“  Ramerun  Hamburg  am  20.  September  in  Damburg.
„Paul  Woermann“  Loango  Hamburg  am  25.  September  in  Hamburg.
„Professor  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  24.  September  in  Conakry.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  20.  September  in  Accra.
„Cressida“.  Hamburg  Sherbro  am  24.  September  in  Teneriffe.
„Somali“  Hamburg  Luderitzbucht  am  25.  September  OQuessant  passirt.
        <pb n="774" />
        722

Belschleunigter  Dienst  für  Post  und  Passagiere.

 

WoOER  MNMANN-LINIE.
Regelmäßige  Volt-Dampfschifffabrt  zwischen  KHKamburg  und  Westafrika.

Fahrplan  für  das  vierte  Vierteljahr  1901.

Agenten  der  Linie:

Berlin:  Max  Adler,  Schiffbauerdamm  21.
Rotterdam:  Ruys  &amp;amp;  Co.
Antwerpen:  Walford  4  Co.  u.  Adolf  Deppe.

Southampton:
Plomouth:

London:  Schenker,  Walford  &amp;amp;  Co.
1  Smith,  Sundius  &amp;amp;  Co.

 

Goldräften-  Linie  (Linie  m.).

Nach  den  Canar.  Inseln,  Conakry,
der  Goldküste  und  Togo.

 

Maroxko-  Linie  (Linie  11).
Nach  Gibraltar,  Marokko  und  der  Westküste

  bis  Sherbro.  Antwerpen  aulaufend.

Kamernn-Hauptlinie  (Linie  1
Nach  Madeira,  Lome,  Lages,  Ka##
Southampton  aulaufend.

 

Ausre  ise.

u-½

—

%

 

 

 

 

 

 

 

Hamburg  f  .  Okt.  1.  Nov.  1.  Dez.  1.|  Hamburg.  4  5.  Nov.  5.  De.  5.  Lamburgf,  .  Ott.  10.  Nov  110.  De
Rotterdam  :  5.  5.  5.  Antwerpen.  10.  10.  10.  outhampton“  "  13.  13.
Tenerifsfe  15.  15.  15.Gibraltar  .  17..  -17.  -NII.WMadeira  =  19.  19
Las  Palmas.  =  117..  17.  17.#rrache  18.=  18.  18.  Monrovias  "  26.  26.  i-Conakry
  24..  24.  24.Rabat  19..  19.  19.Kap  Palmas“".  27.  27.
Monrovia-  l  27.  27.  27.anger  20.  20.  20.Axim  "  1
Axim  30  30.  30  Casablanca.  .  M.222.  -22.  .  22.  Secondee“.  "  20.  20
Scen  6  t  ·  «  J  «  Haffik  .  -  23.  -  3  -  3.  gabe  Coast  z0  s  *
Sape  Coast  Castlel  6  ogador  =  24..  24.  24.,  Accra..  30.  30.
Saltpond  Nov.  1.  Dez.  1.  Jan.  1.  Mazagan  26.  26.  26Lome“.  :  30.  30.
Appam.  .  2  2  I  2  Las  Palmas  28.  28  28.  Kotonou  Nov.  1.  Dez.  1.
Winnebah.  "  "  Bissao  *.*  8.  3  2553  àmr  3.  Lagos  2  2.
Accra  3.  3.  3.Bolama  .-  -.  6.Kamerun«  -5.-5.-·
Addah.  5.-5.-5.Conakry.  8.  8.  Longii*.  I
Quitta  6.  6.6.Rio  Nune  9.9.9  9.]  Plantation“  "  6./7  6.7.  0
Lome  8.  8.-8.  Sierra  Leoone  14.  1  14.  ibi  .  !
Bagida  999.90.  9.9herb#o#.  #=  16.  16.  16.]  Victoria  :  8.  8.
Klein-Popo  10.  10.  10.  s  Bivundi...12.-12..-Graud-Popo.
  12.  12.  -12.  «  RiodelRey.-13.-13.'-Whydah
  13.  13  .  13.  Fernando  Po  -14.  214.
Kamerun  l  15.  15.
I  l  t  .
1
Heimre  ise.  Heimre  ise.  Heimre  ise.
Kotonon.  .  Nov.  14.  Dez.  14.  Jan.  14.Sherbro=  Nov.21.  Dez.  21.  Jaon.21.  Kamerun  #10%  -  ½%  du
Whydah.  15.  -156.  -2425.  Sierra  Leone.  22.  .  22.  22.  Lagos
Grand-Popo.  16.  -16.  16-.  Conakry#.  24.  24.  24.  Kribis.
Klein-Popo  18.  18.  18.  Bolama  26.  26.  26  Plantation“  5  *  27.  m  1.  Fs
Bagida  3.  19.  19.  Aen  ".  277  .  27.  27.  bongit.  4
ome  20=  20  =  20.Rufisque  »  amerun
Quitta.  22.  22.  22.  Dakar  2%.  )“  5  3
Addah  g  24.  24.  .  24.Las  Palmas  :  7  7.  7.Lagos“.  2%  Dez.  "  5.
Accra  =  26.  -  26.  26.Mogador  4:  9.  99.  Klein-  “
Kap  Palmas  29  290.  29.  Saffti  10.  10..  10.Lome".  **  "-  6.
Monrovia.  Dez.  1.  Jan.  1.  Febr.  1.|Mazagan  é  11.  11..  11.ittas.  1
Las  Palmas.  =  8.=  8.SKCasablanca  12.  .  12.  12.Accra“.  "  39.  7.
Tenerisse  99..  9.9.  Tanger  "  133.  13.  .1  .Cape  Coast  #  «  ·
Hamburg.  18.«-18.-18.Hambutg  -22.-22.-22.Secondee«  ,  4.  8
I  Axtmk  ’
,  -  .  Kap  6.  10
-  I  I  Monrovia“  7.  11.
-  Las  Palmas*  -13.  II.
i  Madeire"  15.  19.
#  Southampton“  .  210.  5
.  6  Hamburg  .  32..  U.

 

 

 

1

1)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  5.  jedes  Monats,
Linie  III  am  1.  jedes  Monats.

*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.
        <pb n="775" />
        723

 

 

 

Süd-Linie  (Linie  IV).
NKach  den  Canar.  Juseln,  Senegal,  Liberia,

Swakopmund=  Linie  (Linie  V).
Nach  Deutsch-Südwestafrika.

 

Kamerun=  Nebenlinie  (Linie  VI).
Nach  Las  Palmas,  Lagos,  Oelflüssen,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..  Kamerun  und  Französ.  Kongo.
Elfenbeinkũste,  Kongo  und  Angola.  Ausreise.  an  nnd  Pranen
-  !  l  -
Ausreise.  Hamburg  .  .  Olt.  22.  Nov.  22.  Dez.  22.  Ausreise.
.  Las  **  De
mburg!  lbk..  15.  Nov.  15.  2%%  15.,as  Ralmas  :  Nov.  2.  De.2.  Jon  .  Lamburgt.  Dkt.  25.  Noo.  .  5.  2  25.
aesmepen  "  2  "2.  3  Mossamedes“  *7  Bate  Nd.  25  5  dun.  *5
as  Palmas.  30.  30.  30.Swakovmund  22.  22  22.  Monrovi  16  5  16.  16.
lDorse  Nov.  5.  Dez.  5.  Jan.  5.  Volsischbaie  Kap  Palmas“  l.  17.  .  7.  17.
blakrr  5.  5.  5.Lüderißbuch  Accra  19.  19.  19.
wfisqu:  6.  6.  6.  «  Lome  =  20.  .  20.  .  20.
onakey  ½  -  Z-  8.  9.  Heimreisee.  Lagos  21.  -21.  -21.
ap  Mount.  .  -9.  9.  9.  )  Forcados
konrovia  10.  10.  10.  .·.  81·!a"..  O
wand  Bassa  12.  12.  12.  Lüderitzbucht  .  Venin  28.  28.  28
no  13.  .  13..  13.Balsischbai  Dei.  25.  n  25  Kedr25,Sapeli  1
ap  Pahmas  ,4.  14.  14.  Kap  Croß  "  es.  z29.  Jan.  z5.  ißebr.zo.  Bonny.  .  .  Dez.  1.  Jan.  1.  Febr.
—bu  ——“—““s
agoss  199.  19.  19.Lagos  an  Jan.  3.  Febr.  3  Mun  Malimb  6.  6.  6.
andana  .  -  26.  26.  20.  Anschluss  an  die  kamerun.  haupllinie  (Tinie  1).  Klein-  Batanga  :  9.  9.  :  9.
msnn  dc  e  In  h.  Märde  Kdagk  n.n11
-  -  Jen  *  zebr  Hamburg  an  |E  .  .-i.  årsgrca  ion.
oma  Dez.  1.  ..  .  .  .  -
oqui  .  3.  :  3.  3.  Lagos  ab  .  Jan.  14.  Febr.  14.  Närzl#.  Groß=  miere  12.  12.  12.
latadt  4.  4.  4.  W*  *“  106.  10.  Campo  13.  3  3
culla  G6.ç  66.  6GC.  18.  .  1998  —  Bata.  14.  14.  14.
mbrizette  7.  7  7.  Klein-  Popor-  Dv  Elobb  v  .-kusseka
  ·  8.  8.  8.Lome*.  19.  10.  19.Ukak#a  575  15.  15.  15.
insembo  9  9  9  Quitta,  Muni  16.  16.  16.
mbriz  «  «  «««’IUU1--I-  2420)..  20.  20.Gabun.  OD-  17.  7.  17.
vandaͤ  10.  -190.  10.]  Cape  Coast  Kap  Lope.  19.  19.  19.
enguele  .  I.!I.  1s1.  11.  condee  "  .  21  .  21.21.  Sette  Ctmaa  20.  20.  20.
·  .  Axim  J  ·  Nyanga.  .  .
Heimreise.  Palmas.  3  3  3.  Munba  .  21  4.  2*
Monrovia  2.  *24.]  Loango.  22.  22.  22.
enduela  25  12.  dan  12.  Jeb.  12  Las  Palmas“'“  30.  Maͤr  2.  -230.  aus  —
8  ·  13«  O,  13.  ð  *  13.  Southampton".  Febr.  8.  10.  April  8.  Heimre  ise.
mdana  15  15.  „%  15.  Hamburg  12.  14  12.
1d  Calabar  é"  18.  18.  188.....—  —A  Loango  20  23  Jan.  23.  dedr  2
—  i
——  27.  27.  é  27.,  Alle  zwei  Monate  nach  Bathurst,  Bissao,  Eloby  J  .  27.  27.  27.
innebah.  28.  28.  298  Bolamo,  Sierra.  i  und  Shertr  —  Muni  -28.  28.  -28.
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altpond  30.  —  —  dirert.  ver  i  eumiaen  DJJata  **-•  *  29.  29.  März  1.
altpon  =  30.  März  2.  D|  oder  in  ung.  Campo
—  Jan.  1.  Febr.  1.  3a3.  Ausreise.  Aot  rsai  30.  30.  2.
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icove  ...-  —  Hemin  .  Okt.  5.  Dez.  15.  Lengii  “  dan  Febr.
ci  ....-.-.  DTenerisse.  .  -  ein-  n  :  2.=  2.  .
rand  Bassam  6  6.  8.Buathurst.  «  )-).«-25Maltmba..  ":  3.  3.5.
m’  Palmas  8.  8...  10.Bissao  28.  é  28.  Kamerun  5.  5.=  7.
inoe  .  29.  9.  11.  Bolama  .  Nov.  1.  Jan.  1.  Sapelli.
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makky..  13.-  äs.  -15.Kamerun.  -21.  -21.  Forcadon  .  «-  1  19
s  Palmas.  20.  20.  22.  --.-  apPamas-1..-.-..
ogador.  22.  22.  24.  Heimreise.  Sino  19.  19.  21.
*  ..  Zä  -  Zå  -  ZZ  gamedrug  ss.  .  Nov.  3  Jan.  20.  Grand  Bassa-  -  gä;  -  --  -  3
azagan..  .  224.  -  24.  -26.Grand  Bassam  .  -  .  onrovta..·-H  .
tszablanca  .  2525.27.Conakry.  Dez.  10.  Febr.  10.  sLas  Palmas  .  Febr.  1.  Mär  3  April  3.
mmburg  Frebr.  3.  Mär)  5  Npril  5  Bolama  12..  12.  Hamburgn’[I1.  "  13.  13.
Bissao  214.  14.
—  —  —  Teneriffe  22.  -22.
)Antwerpen  wird  nur  angelaufen,  falls  Antwerpen  S)  l  Jan  1.  März  3
genügend  Ladung  angeboten  wird.  Hamburg  .  3.  6

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Einschiffung  der  Passagiere:
Nur  für  Post  und  Passagiere.

Linie  IV  am  15.  F  Mts.,  Linie  V  am  23.  jed.  Mts.,  Linie  VI  am  25.  F  Mts.

Es  wird  beabsichtigt,  obige  Daten  innezuhalten,  jedoch  übernimmt  die  Rhederei  keine  Verbindlichkeit  dafür.
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        724  —

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Samburg—0Ostafrika).

 

 

 

Reise

 

 

 

;  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer
chspostdampf  von  nach  bis  30.  September  1901.
!

Kronprinz“  Durban  Hamburg  am  24.  Sept.  von  Vlissingen  abgegangen
„König“  Hamburg  Durban  am  29.  Sept.  von  Vlissingen  abgegangen
!  535  Durban  —  Hamburg  am  23.  Sept.  von  Durban  abgegangen
„Kaiser“.  Delagoabai  «  Hamburg  am  28.  Sept.  von  Delagoabai  abgegangen
„Admiral“  Hamburg  l  Delagoabai  am  23.  Sept.  in  Las  Palmas  eingetr.
„General“  Hamburg  Durban  am  26.  Sept.  von  Aden  abgegangen
„Reichstag“  Hamburg  Beira  am  27.  Sept.  von  Neapel  abgegangen
„Bundesratb“.  Beira  Hamburg  am  27.  Sept.  von  Lissabon  abgegangen
„Gouverneur"  Beira  -  Hamburg  am  24.  Sept.  von  Sansibar  abgegangen
„Präsident“.  Hamburg  Beira  am  29.  Sept.  in  Mozambique  eingetroffen
„Kanzler“  Delagoabai  Hamburg  am  30.  Sept.  in  Marseille  eingetroffen
„Sultan“.  am  9.  Sept.  von  Sansibar  abgegangen
„Safari“.  —  am  16.  Sept.  von  Bombay  abgegangen
„Peters“.  —  am  17.  Sept.  in  Mozambique  eingetr.

vvVVVYDWTWTWJWTWTT  JNTNTNTNNTV  NYYVYVDV  J  NN  N  NNT

Wir  erhalten  nachstehende  Zuschrift:  Der  große  Werth  und  Nutzen  der  Windmotore  wird  im
Allgemeinen  noch  viel  zu  wenig  geschätzt.  Wasser  gehört  zu  den  wesentlichsten  Erfordernissen  einer  jeden
Ansiedelung;  Farmer,  Viehzüchter,  Ansiedler  jeder  Art  brauchen  Wasser,  und  zwar  Wasser  in  reichlicher
Menge,  da  das  Gedeihen  von  Mensch,  Thier  und  Pflanze  in  erster  Linie  vom  Wasser  abhängig  ist.  Für
alle  Fälle  nun,  wo  Wasser  zu  beschaffen  ist,  giebt  es  thatsächlich  nichts  Besseres  als  einen  guten,  dauerhaften
und  leistungsfähigen  Windmotor,  wie  sie  von  Carl  Reinsch,  Dresden,  als  langjährige  Spezialität  gebaut
werden.  Ein  Reinsch-Windmotor  arbeitet  durch  seine  gute  Konstruktion  schon  bei  schwachem  Winde,  der
an  etwa  280  bis  300  Tagen  im  Jahre  vorhanden  ist,  und  regulirt  sich  ganz  von  selbst  nach  der  Windrichtung
  und  nach  der  Windstärke;  es  ist  also  weder  Aufsicht  noch  Bedienung  erforderlich.  Kostenanschläge
und  ein  ausführlicher  Katalog  werden  von  der  genannten  Firma  gern  geliefert.

 

 

 

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Bekanntmachung  über  das
Handelsregister.

Nach  Ausscheiden  des  Kaufmanns
Wilhelm  Hintzmann  ist  der  Kaufmann
  Karl  Hintzmann  alleiniger
Inhaber  der  Firma  (112)

W.  Hintzmann  &amp;amp;  Co.,
Zweigniederlassung  Zanzibar,  geworden.
Zanzibar,  den  7.  August  1901.
Kaiserliches  Konfulargericht.

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Walzenmühlen,  Kugelmühlen,
Steinbrecher.  4

Erz-Anfbereitungs-Anlagen
Zuckerrohr-Walzwerke.

I’reisbücher  Kostentrei.

 

 

 

 

 

GCas-Erzeugungsmaschinen
für  Gasglühlicht-Beleuchtungs-  und

technische  Zwecke.  (Kein  Acetylen!.
8  höchste  Ehrenpreise.  Patentirt
in  allen  Kulturstaaten.
RNegulfrbare  Bunsenbrenger
ür  Gasglühlicht,  D.  R.  G.  M.

Gaslampen-Aufzugsvorrichtung  0.  .S.  .
Gasmaschinenfabrik,  A.-CG.

Amberg,  Bayern.  (100)

Leim
thierischen  Ursprungs,  in  Talteln
und  Pulverform  empf.

T.  Pprosch,  Chem.  Werte  „Cerss“

Ratibor
Deutschlund  (Schlesien).  (65)
        <pb n="780" />
        —  728  —

 

 

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IIIILLIIä

(Anseigen  werden  jederzeit.  jedoch  nur  für  ein  ganzes  Jahr.  angenommen.  Ein  Klstchen  (24  mall  =  M..  45,.—.  zwel  Kletchen  =  Mk.  85,—.
drei  Klstchen  =  HMl.  125,—  netto.)

 

 

 

lelsLEIEISTEIE  ·  äcel  B

5CAmmLiche,  zahlenmässige  elese

2  5“2•  2  2  4%  liegen  vor  über  die  ausserordentlich  F  Leistungsfähigkeit  unserer  Sägen  und

EEE  SE  Werkzenge,  welche  sich  dadurch  und  durch  billige  Preise  von  selbst  empfehlen  urd

7%0  3  r  2  4  sich  in  allen  lndern  der  Welt  inmer“!  mehr  einführen.

S  2  —  —  erts  grosses  Lager.  —  —

sl;  5  2  *  Bestellen  Sie  Proben,  schreiben  Sie  uns  um  Prospekte  und  Preisel!

5E  2|#1.

EEEEEBEIIIIREIIEIEDICEI
BEEIIEI  Egene  Fabritatlon.  (CPabrik  2egründet  1822.)  S

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dominleus  &amp;amp;  Söhnes  Sigen  nd  forstliche  Werkzeuge  sind  von  vielen  Behbrden,  durch  Ministerial-Erlasse  und  Terfügungen  amtl#ed

empfohlen  und  eingefuhrt.  —  u.  4.  auch  vom  Königllch  Preisnschen  MWinisteriun  für  Landwoirtkchuf,  Domdnen  und  Fornen  mi  Hertia  durci
Miniaterial  ·  Erlaae  vom  70.  rntoo.  7999  (777  Vo.  1409%)  für  den  B8-reich  der  Preussischen  Stadt#forsten  —  nachdem  sie  sieh  als  weltans  beite
and  lelstungsfühlgste  von  allen  In  der  Welt  bei  ml-sigen  Preisen  Wiesen  haben,  woduroh  den  Gebrauchern  eine  bedeutende  Mehrieiste  #
bei  leichterer  Arbeit  erwilhst.

 

 

 

 

Lric  veraulkehnes  6  2

Vei  a  mGd  angenchm  schmeckendes

Nälr.  Stärkungsmittel.

In  J  uamilien,  Krankenhlinern,  Sanaterien  scit  Jahren  eingeführt.
erztiich  aufs  VWärmiste  empfohsen.  —

AUAUm  Auslahd  noch  General-Depots  zu  vergeben;  Reflektanten
Kruter  fur  eigene  Hechrung  wollen  zich  dieserhe  all,  venden  an  #n

1407.  7%%%  %%%  #r’  Veehror'’ieitteeseitelrull’,  Cunnstutte  (lln#.

 

 

 

 

 

Pnamit  und  guneininl

Phönix-- 



(e)

liefern  in  bester  Qualität,  unter  Garantie  der  englischen  Test-Bestimmungen

Sprengstoffworso  Dr.  R.  Rahnsen  &amp;amp;  Co.  Commsndft-Gesellschaft  in  Nambug.
Fabriken  in  Doemitz  a.  E.,  Anzhausen  b.  Siegen,  Neuwied  a.  Rh.

HBETNRITGCH  CANZ:·  MaNNRw.

 

 

  
   

Weltausstellung  Paris  1900

Vizeprasidend  des  Preisgericht#s  Glasse  10  (Oampfmaschinen,  l-okomobilen.  F
daher  nuseer  —imibmn

Lokomobilen  41  l
für  Industrie  und  Landwirthschaft  »

Sparsamste  und  zuverlãssigste  Betriebskraft.

Oeringe  Renaraturbedüũrftigkeit  und  daher
fiir  uüberseeisciie  u#ee  gnnz  rortdlhret  Lelrer.

Ueber  11  OOO  Lokomobilen  verkauft.

Gleicher  Absatz  von  keiner  anderen  Lokomobilfahrik  Deutschlands  erreicht.
        <pb n="781" />
        —  729  —

deseniss  &amp;amp;  Jacobĩ  A.  G.

Hamburg,
mit#n  Brunnen-  u.  Maschinenbau.  u##eu.i

·E

art,  von  den  einfachsten  Hand-  bis  zu  den  grössten  mit  Maschinen,  Dampf  und  Elektricität
betriebenen  Pumpen.

7iefboproungen

siefbohrgeräthe  und  Werkzeuge  nach  eigenem,  von  Autoritäten  lobend
anerkanntem  System.  (ev)

Specialität:
Wasserversorsuns  durch  Tiefenwesser.

Man  ver-  unsere  illustrirte  Preististe.  —  —

Franz  Clouth

Rheinische  Gummiwaarenfabrik  3½
mit  beschränkter  Haftung  -

 

 

 

 

 

 

 

—  -

 

    

 

Cöln-Nippes.

Errichtet  1862  —  —

 

 

Fabrik-  Marke.

 

 

Specialitäten:

a)  Fabrikate  zu  techn.  Zwecken  aller  Art  aus  Weich-  und  Hartgummie;

b)  Gummi-Fabrikate  für  Fahrräder  und  Motoren,  als:  Pneumatics  Marke  Tourist,  4

Vollreifen,  Luftschläuche,  Pedale  u.  8.  W.;

¾  Gummt-Babrikate  zu  chtrurgischen  Zwecken  aller  Art;

d)  Rothe  aromat.  Bänder,  Billardbande,  Matten  und  Läufer,  Copirblätter,

EG  u.  s.  W.;

e)  Wasserdichte  Stoffe  zu  Regenröcken,  Betteinlagen,  Dynamitbeutel,  fertige
Regenröcke  und  Mäntel;

I)  Wasserdichte  Waggon-  und  Wagendecken.,  sowie  Stoffe  dazu  kautschukirt,
chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

g)  Guttapercha-  Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;
5  Vollstüändige  Taucherausrüstungen,  sowie  einzelne  Theile  derselben.  62)

NG.  Preislisten  der  einzelnen  Specialltäten  werden  auf  Wunsch  zugesandt.
        <pb n="782" />
        Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin-Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,
interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

I  %  Cre##lin  vernichtet  selbet  die  furchtbarsten
  Gerüche,  während  1%4%  Carbol  fast  ohne
Wirkung  blieb.-=(Dr.
  med.  E.  v.  BEmmarch,  Mys.  Inst.,  Berlin.)
„holera  aslatica  Bachllen  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  2%  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Elsenberz,

Hy.  Unlv.-Innt.,  Wien.)

Das  Creolln-Pearson  tödtet  die  Cholera-Baclllen
  In  ½#  Pprorent.  Verdünnung  In  15  MIn.
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Cramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Durminhalts
  oingiebt.  Dr.  Groneman.  Dloklakarta

Alederl.-Indlen).
Die  vortreffliche  Wirkung  des  Cre#lin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheben
  —  keinem  amieren  Mittel  snh  ich  bisher
die  diphtheritischen  Beläge  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patient  in  vollständigem  Delirium.
Puls  150.  Temfl..  41.5.
22.  Dec.  Nach  eStarken  Creolin-Inhalationen  etc.
sank  die  Temperatur  auf  37.5,  Puls  auf
68  herab.  Dr.  lieo  Rabener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1800  No.  4).
„Das  Creolin-Pearson  wirkt  ontschieden  viel
stlrker  als  die  (arbolsäure  auf  Eiterkokken,
Typhusbucillen  und  Cholerabacillen.“
»  Any-nochl-:l§eabcrg,"’loa.)
,Etaendauern(looPlatzwirdsichdasckeosi
lialeui-nonindemAnnaischatzokwokbenboiI
den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanuls.“
  (Dr.  med.  A.  HIller,  B#reslau.)
„Vermöge  seiner  vollkommenen  Uneiftigkeit
kann  das  Creolln-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  lland  gegeben
werden.“  (Dr.  med.  Mlnoponlus.  München.)

„E“  steht  für  mich  fest,  duass  das  Crcolln-,
FPearson  eine  eminent  antiseptische  Kraft  be-Sitzt.“
  (Dr.  med.  O.  Purtscher,  Klagenfurt.)

„Wor  das  Creolln-  Pearson  einmal  kennen
und  schlitzen  gelernt,  gieht  es  nicht  vieder;
auf."  (Dr.  med.  Kortüm,  Schwerln.)

CREOLIN-FPEARSON

zerstört  die  schlimmsten  Gerüche  #1  pro  mille).
ist  unlbertr.  bei  Erfrierungen,  Verbrennunken,
findet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken.
hindet  Anwendung  in  Spitalern  der  Armee.
in  Schulen  angewendet,  vernichtet  Krankheitskeime,
  «
InKiankonhtlusomnungodohntgobrauth
zuoictetnksundweicheSchtsiierscisosolltks
innan1";.’1’heols·-ssolvollgojzossonwcrdom
gogssiiZacken.Lunge-,l«unstljoz:0n0tc..
botltI—c-kt(s11.—ti(rhunsofortpuknnsseriobeth
verhüt-t  Blutvergiltung.  dus  Jncken  hort
ist  vollkommen  ungiftig.  (Sbfort  auf.
vermindert  den  Eitor,
verhütet  Fuulniss,  für  Brauereien.  Gerbereien
estc.  wichtik.
von  grosser  Bedentung  für  die  Geburtshülfe.

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet!

„Für  höhere  Thiere  und  für  Aenschen  absolut  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fust  zehnmal  so  giftig  als  die  Curbolsüure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschuften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekanut“

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaftüche  Arbeiten  über  Creollu-Pearson  (es  Sind  deren  uber  500  erschienen)  verden  Interessenten  kostenfrei  zugesantt.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,
alle  anderen  weise  man  Zuriuck.

William  Pearson,  Hamburg,  8  Cremon.
p*.  ———.-—-  —  —

schr  billig.

 

lenburg-Sschnelil.  Daspfrehiffbrte-Fosoll

„Dn“  Creolin  ist  ein  vorzlgliches  Rundemittel:
  ich  habe  diesbezllzliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bei  Dermatdektes  —  Rlude  der
Schafg,  Sarcoptes  —  Klude  der  Hunde.  Schafe
und  Kaninchen,  Iermatophagus  —  KRlude  der
Kaninchen  und  Dermatoryktes  —  Runde  des
Gelügels,  gemacht.  Auch  kogen  Akarusmilben
ist  Creolin  wirksa#n.  —  Cr.olin  ist  ferner  ein
kräftires  Antiparusiticum  k##uen  pflanzliche
U’arasiten  (Terchophyten,  Farus)  u.  Ererrian
Hühnerdiphtherie).  Endlich  ist  Cre#lin  ein
schr  wirksames  Mittel  gezen  I#ng.ziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Läuse.  Lausfliegen.  Iaarlinge,
  F-derlinge,  Fliegen.  Krafurge,  ausg#
wachsene  Joczken  wurden  durch  einig  Tronfen
3%  ikzer  Creolinlösung  nach  15  bis  20  Minuten
getödtet.  Ränd-kranke,  mit  zahlreichen  Zecken
behaftete  Schafe  wurden  durch  ein  einmalives
Crrolinbad  (2  /00)  vollständig  von  den  Zecken

betreit.

Fur  eine  lesinfektion  von  versenchten
Stallungen  und  Geenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—5090  igen  wasnseligen  L'sung
sehr  wirksam.  Auch  CCreolin-Desinfektionspulver
zum  Einstraeuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen,
Jauchebehalter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.  Dr.  med.Pröhner,  Dlr.  d.  Pharmak.  Inst.
der  Kgl.  thler#ztl.  Hochschule,  Berlln.)

schaft,  Kauburs.  7.  Mai  1892.

Wir  bescheiniken  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Pearson“  seit  einier
  Zeil  auf  den  Dampfern  unserer  Linie  einaführt

  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der

rasilroute  in  reichlichem  Mansse  mituegeben
huben.  Nach  den  ühereinstimmenden  Berichten
unserer  Kapitane  hat  sich  da#selbe  als  ein  schr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen,  das
in  der  Fleberperlode  die  besten  Dienste  geleistet;
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinticiren
der  verschiedenen  Räumlichkeiten,  sondern
auch  in  vicelen  Fällen  als  Medikament  verwandt
und  koönnen  wir  das  bei  einigen  Dampfern

gegen  Ilämorrhoiden,  -

sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
gabraucht  werden,

IHunde  und  Pfeide  mit  Creolin  gewaschen,
bleiben  gesund.

½  Theclöffel  voll  im  Scheuerwasser  reinigt  die

gexen  pfianzlicho  Parasiten.  ILuft,

kegen  Kornwürmer,

5%0  ie  Lösung  vernichtet  Milel  rand-poren.

alle  Eigenschaken  des  Creolin  -  Vrarson  sind
medizinisch  Lu#stgestellt.  «

solltoinkoioomllausemlerstsllAufsicht«

greift  kein  Gewebe.  llolz  oder  Metall  an,

wirkt  blutstillend.  schmerzlindernd,

keigen  Ungeziefer,  Krä#t  10,  Filzlaue.

Thiere.  dumit  gewaschen.  blieib.  fr.  v.  Ungeziefer,
worden  auch  von  Fliegen  nicht  angegriften,

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusatz
„Pearson“  ist  zur  grosseren  Sieher.
heit  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

verhlitet  ansteckende  Krankheiten.

möge  aus  den  nachfolgenden  Guteine
  grössere  Anzuahl  dieser  hocheingetretene

  gänziche  Fernbleilen  von  Knakheitsfüllen
  wihrend  der  jungsten  Fieber#ermie
in  Brasilien  zum  grossen  Theile  dem  reil-G#
der  Kapitane  anen  dneten  ausgiebigen  Gebrauche
  dieses  Mitt.  ls  zuschreiben.

Hamburg-Südadmerik.  Dampfschifffahrts-Ges
gez.  A.  F.  Berulti.  Buresuchef.

Kelne  Blotversiftont  mehr!  r.  Vosellz
in  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  ##
täglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blatlen
von  Tode#rfillen,  welche  durch  Blutsergittern
nach  kli#nen  unscheinboren  Verletzung.  u  k###
beigeführt  wurden.  —  Jed-r  neue  miir  24  00—
Sicht  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Sies
in  das  liez.  Die  Thatsache.  dass  derhs#z:
nich  eine  Hlutvergiftung  trot  rechtreun::
Irztlirher  Bchandlung  tedlich  verlaultl.  #  ½
mich  un  so  mehr.  als  ich  mit  dem.  melre:
Kolleken  schen  vor  drei  Jahren  im  Aereilri“z
Praktiker  —  Abhandlung  uber  „inneie  An-SepSis“
  übergehenen,  an  mir  selbst  2Z#v"
einProbten,  absolut  sicher  helfenden  Nu##
dem  ureolin-Pearson,  immer  und  immer  wie
neue  Erfolge  aufzuweisen  im  Stande  bin.
dränzt  mich  deshalb,  zur  Verhlltune  veile#-Sterlefälle
  heute  durch  die  allgemeine  dauf
  das  Creolin  als  zweifellos  sicher#e#s  lie
mittel  gegen  jede  Blutvergiltung  aufmert#
zu  machen.  An  113  Fallen  duorfte  ich  iurc—
hall  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  418
herrlichen  Mediklments  besttigt  fden.
Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  cinfiz:
von  jedem  Laien  leicht  sausfuhrbare,  4#  es  #e.
ziehentlich  etwaiger  Giftigkeit  durchzos  c#-schädlich
  ist.  Zur  Verbütung  der  Blc#ie
tung  wäscht  man  jede  noch  so  kleine  Wor:
mit  Creolin  aus.  Das  Letztere  bereitet  ###n
sich  Sschr  leirht,  iniem  man  in  eine  Kaflu#rt-svoll
  lauwarmen  Wussers  20  Tropfen  (#r#e
Pearson  thut  und  gut  umrührt.  Nark  Al##.
waschung  der  Wunde  verbindet  man  dires#
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getränkten  ie#
nenen  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bir  wie-Tagen
  heilt  die  Wunde  obne  weitere  Felgea#

fegen  Huhnerdiphtheritis  .

man  entwickele  in  Kkrankenzimmern  bi-Cieolindimpte
  lere

desinfiziert  die  Wasche.  ohne  dieselbe  31#

ausgezeichnet  gegen  Schweisafy  ##se.

1  %  Lösunz  verhtet  das  Sauerwerden  cer-#rühe
  in  Gerbereien.  7

Abfus-kanule  sind  mit  Creolin  zu  desind#d:zn,

heilt  in  einem  Bad-  Räude.  Mauke.  Schorteieinigo
  Tropfen  in  warmes  Wasser  beill  &amp;amp;a
geun  Blusen-  und  Darmkaturrh.  (schmerten.
ist  unllen  Desinfektionsmitteln  vorzuziehen.

Creolinpulver  rollte  in  keinem  Kloset  fel.4
0%  g“  Creclinseile  heilt  u.  verhützt  Aussch  #t
Creolin-Lanolinseile  macht  die  IHant  sehr  ##

schmeidig.

 

(67
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  Expeditionskorps.  1901.
Preis  10  Ff.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW:.
        <pb n="790" />
        —  738  —

WOERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.
Am  5.  Oktober.,  P.  D  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Franck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro

Am  8.  Oktober:  P.  D.  „Otto  Woermann“,  Capt.  R.  Krohn,
nach  Bathurst,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Dieser  Dampler  ladet  Pulrer  für  die  Plätze  der  West-  und  Südwestkiste.
Am  10.  Oktober:  PF.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Fastert,
via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,!  Axim,'  Secondee  Cape  Coast,  Accra,“
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,]  Plantation,“  Kribi“s  und  Fernando  Po.
Am  15.  Oktober:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  H.  Krohn,
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbein  küste,  Acora,
»  Kongo  und  Angola.
Am  22.  Oktober:  P.  D.  „Hans  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Oktober:  P.  D.  „HIeannette  Woermann“,  Capt.  Stuth,
via  Rotterdam  nach  Liberia,’  Accra,“  Lome,’  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerun,
und  Congo  Frangçais.
Am  1.  November:  F.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Deppen,
nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénir.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

Auhle  Güuter  mussen  zibet  Tage  vor  diem  450###nsda##m  bis  12  Uhr  mittags  l#ngssette  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
)  Nur  für  Post  und  Tassagiere.  (12)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Relchenstr.  25/3.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

KRegelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
2wischen

Hamburg,  Ost-  und  Süd-Afrika

mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer.
Es  werden  expedirt:  ab  Bamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Zundesrath“,  Capt.  Carstens  (fahrplanmäss.  Reise  No.  2la)  9.  Oktober  25.  Oktober
mit  Passagleren  und  Ladung  nach  Port  Said,  Suez,  Aden,  Mombassa,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Klhwm,  Uadi,
Nikindani,  Ibo,  Morambique,  Chinde,  Beira  und  Quellmane.  Namburgs:  asb  Neapel:
R.  P.  D.  „Könlg",  Capt.  Weisskam  (lahrplanmäss.  Reise  No.  19)  325.  Septbr.  II.  Onteber

ER.  P.  L.  „Kurfürst",  Capt.  Doherr  (  4  „  21)  23.  Oktober  6.  Nevbr.

mit  Passagleren  nuch  Port  Sald,  Suez,  Aden,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Zanzibar,  Mozamblque  sowie  mit  Passagleres
und  Ladung  nach  Chinde,  Beira,  Delagoabay  und  Durban.  Bamburg:  ab  Las  Halmes:

R.  P.  D.  „Kronprinz",  Capt.  v.  Issendorff  (lahrplanmäss.  Reise  No.  20)  9.  Oktober  1.  Olteber
mit  Passagleren  und  Ladung  nuch  Kapstadt,  Port  Elizabeth,  East  London,  Durban  und  Delagoabay.
Die  Dampfer  Raben  vorzügliche  Einric#tunden  Für  Jssugtere  in  ullen  Klassen.
Dirnrekter  Durchverkehr  von  blunendeutschen  Plitzen  nuch  siümmtlichen  Anlaufhifen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

    

 

     

Näheres  ertheilen  die  Agenten.  (20
In  Hambrrg  wegen  Passage  die  Hamburg  -  Amerika-  Linie,  Ahtheilung  Porsonen  -  Vorkehr,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deucsche  Ose-4rika-  Lnt,
Afrv#ikahaus,  Grosse  Reicheustrasse  25|33.—

 

 

Verantwortlicher  Redakteur  fur  den  nichtamtlichen  Tbeil:  M.  Junge,  Berlin.  .
Nerlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrate  68-1
Ausgegeben  am  1.  Oktober  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="791" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswirkigen  Amis.

 

I  .aeriin,  13.  Giober  1901  Unner  20.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Froiherr
v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beibeften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.00  fur  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3,75  für  die  Lander  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Aufragen  find  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  S8W  12,  Kochstr.  66C—71,  zu  richten.  (CEingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1901  unter  Nr.  2060.)

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Bekanntmachung,  betreffend  Bezirksnebenstelle  Liwale  in  Deutsch-Ostafrika  S.  739.  —
Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Juli  1001  S.  739.  —

Gouvernementskuro  in  Deutsch-,Ostafrika  S.  740.  —  Personalien  S.  740.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  710.  —  Deutsch-Ostafrika:  Sigi-Pflanzungsgesellschaft,
  Essen  a.  d.  Nuhr  S.  711.  —  Kamerun:  Stationoanlage  am  Croßfluß  (mit  Kartenskizze)  S.  741.  —  Exrpedition
  des  Freiherrn  v.  Stein  S.  742.  —  Moliwe=  Pflanzungogesellschaft,  Damburg  S.  746.  —  Togo:  Togo=Handels-

  und  Plantagengesellschaft  m.  b.  H.  S.  746.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Aus  dem  nördlichen  Kaokofeld
S.  7417.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklavereit-Bewegung  S.  747.  —  Aus
fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Bankinstitut  in  Französisch-Westafrika  S.  750.  —  Von  der
Uqganda-Eisenbahn  S.  750.  —  Der  Außenhandel  von  Britisch-Ostafrika  im  Fiekaljahre  April  1900  bie  Ende  März
1901  S.  750.  —  Außenhandel  des  französischen  Kongogebiets  im  Jahre  1900  S.  750.  —  Aueofuhr  von  Branntwein
aus  Angola  und  Mozambique  S.  751.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Der  Handel  Hamburas  mit  den
deutschen  Schutzgebieten  im  Jahre  1900  S.  751.  —  Litteratur  S.  757.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  757.

Amtlicher  Theil.

Geletze;  Perordnungen  der  Rreichsbehörden;  Perträge.

Bekanntmachung,  betreffend  Bezirksnebenstelle  Liwale  in  Deutsch-Ostafrika.
Der  im  Bezirke  Kilwa  von  Barikiwa  nach  dem  oberen  Laufe  des  Liwaleflusses  verlegten  Station
ist  die  amtliche  Bezeichnung  „Bezirksnebenstelle  Liwale“  beigelegt  worden.
Dar-es-Saläm,  den  2.  September  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Graf  v.  Göten.

 

Bachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Juli  1901.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,385  Mk.)

 

Zölle  für

Neben- 



 

 

 

 

 

 

 

Schifffahrts.Holzschlag-  #"
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  GebuhrenEinnahmen  Insgesammt

NRNp.  P.  NPo.  Pl  No.  P.  No.  P.]  Np.  P.]  Rp.  P.  -—  Mk.  Af.

T  i  T  l
Tangg.  300  32343  28  42  —  124  14  15  1512915  28=  17887  88
Pangani  1  427  01  5041  11  9  —  1  1329  126607  37—=  9  151  50
Bagamoyo  12  517  11111919  46  6  —  80  24  9  11124532  28-—  33  977  43
Dar-es-Saläm.  10  412  119292  51  21  —  45  35  70  2529  841  60  =  41  331  08
Kilwa  6  827  14  5  656  35  21  —  25  31  (97  30|12“2  50  =  17219  40
Lindi  3991  33  3  358  11  12  —  96  39  3  32  5=  10  334  59
Zusammen  35505  4357611  54  111  —  373  2130  0193791  62  —129  901  88

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —

45258  Mt.79792  Mk.  153  Mk.  517  Mk.  180  Mt.  "%

46  TFf.  40  Pf.  74  Pf.  21  Pf.  07  Pf.  i
        <pb n="792" />
        740

Gonvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.
Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für

 

den  Monat  September  1901  auf  1,3825  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

Perspnalien.

Kaiserliche  Schutgtruppen.

A.  K.  O.  vom  30.  September  1901.

Schutztruppe  für  Kamerun.
Dr.  Kaschke,  Assistenzarzt  bei  der  Schutztruppe  für  Kamerun,  scheidet  aus  derselber  am  30.  September

d.  Is.  aus  und  wird  mit  dem  1.  Oktober  d.  Is.  beim  Garde-Grenadier-Regiment  Nr.  5  angestell!.

·  Scutztruppe  für  Südwestafrika.
Jobst,  Leutnant  im  5.  Ostasiatischen  Infanterie-Regiment  des  bisherigen  Ostasiatischen  Expeditionskorps,
scheidet  aus  dem  letzteren  am  18.  Oktober  d.  Is.  aus  und  wird  mit  dem  19.  Oktober  d.  Is.  in

 

der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  angestellt.

—  —  —  —

 

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Kapitän  Beck,  der  Ingenieur  Küster,  der
Dolmetscher  Ribeiro  und  der  Zollamtaassistent
Schübel  haben  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub
  verlassen.

Der  Bezirksamtssekretär  Lergen  hat  die  Wiederausreise
  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Der  Zollamtsassistent  Wagner  ist  am  17.  September
  aus  Deutsch-Ostafrika  in  Neapel  eingetroffen.

Dem  Hauptzollamtsvorsteher  Ewerbeck  in  Lindi
ist  die  Stelle  eines  Bezirksamtmanns  bei  dem  Kaiserlichen
  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  übertragen
  worden.

Es  sind  mit  Heimathsurlaub  am  28.  September
d.  Is.  in  Neapel  eingetroffen:  Leutnant  v.  Trotha
und  Sergeant  Hoenicke.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben  am
11.  Oktober  d.  Is.  von  Genua  aus  angetreten:  die
Oberleutnants  Abel  und  Küster,  der  Stabsarzt
Dr.  Drewes,  der  Oberarzt  Dr.  Feldmann,  der
Oberfeuerwerker  Emrich  und  der  Feldw.  Ullmann.

Ramernn.

Der  Ingenieur  Hohl,  der  Techniker  Helmdach,
der  Zollbeamte  Wendt,  der  Gerichtsaktuar  Kolberg,
  die  Eisenbahn-Bureaudiätare  Hennings  und
Loff,  der  Landwirth  Godtknecht,  der  Gärtner
Ledermann  und  der  Maschinist  Mehlbaum  sind
in  Kamerun  eingetroffen.

Der  Zolldirektor  Wertz  ist  aus  Kamerun  in
Deutschland  eingetroffen.

 

 

 

Der  Arbeiterkommissar  v.  Krosigk,  der  Sekretär
Barche  und  der  Lehrer  Merz  haben  das  Schußgebiet
  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

—  —  —  —

Der  für  die  Stelle  eines  zweiten  Beamten  und
Chemikers  am  botanischen  Garten  zu  Victoria  angenommene
  Garnisonapotheker  Strunk,  der  Vermessungsgehülfe
  Ehlert,  der  Eisenbahnamtsgehülse
Appel,  der  Schiffszimmermann  Jägerfeld,  der
Zimmermann  Ebert  und  die  Maurer  P.  Schmidt
und  Jasper  haben  die  Ausreise  nach  Kamerun
angetreten.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  tritt  am
15.  Oktober  d.  Is.  von  Wilhelmshaven  aus  an:
Hauptmann  Langheld.

 

Togo.

Der  Bezirksamtmann  Dr.  Gräf,  der  Regierungsbaumeister
  E.  Schmidt,  der  Gouvernementssekretär
Hensel,  der  Bausekretär  Seiffert  und  der  Bauaufseher
  Vetter  sind  in  Togo  eingetroffen.

Der  Polizeimeister  Bünger  hat  das  Schuzgebiet
  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Der  Zollassistent  Strack  hat  die  Wiederausreise
und  der  Sergeant  Dethmann  die  Ausreise  nach
Togo  angetreten.

 

 

Südwestafrika.
Der  Regierungsbaumeister  Laubschat  und  der
Lehrer  Rave  sind  in  Deutsch  -Südwestafrika  eingetroffen.


Dem  Rechnungsbeamten  Uhlmann  ist  die  Stelle
eines  Sekretärs  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von
Deutsch-Südwestafrika  übertragen  worden.
        <pb n="793" />
        741

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Drutsch-Sltafrika.

Sigi-Pflan  zungsgesellschaft,  Esien  a.  d.  Ruhr.

Dem  soeben  erschienenen  Bericht  über  das  vierte
Geschäftsjahr  (1900)  entnehmen  wir:

Die  Witterungsverhältnisse  im  Berichtsjahre  sind
für  die  Entwickelung  der  Anpflanzungen  recht  günstig
gewesen.  Infolge  der  häufigen  Niederschläge  konnte
der  arabische  Kaffee,  der  fast  durchgängig  Mannshöhe
  erreicht  hat,  sich  gut  entwickeln  und  ein  sehr
gutes  Aussehen  annehmen.  Nach  allen  Berichten  bis
gegen  Ende  vorigen  Jahres  berechtigte  er  zu  den
besten  Hoffnungen;  leider  ist  nun  im  Februar  d.  Is.
in  den  alten  Kaffeegärten  eine  Krankheit,  durch  einen
Rüsselkäser  (Melbock)  verursacht,  ausgebrochen,  welcher
starke  Verwüstungen  angerichtet  hat.  Es  sind  über
50  000  alte  Kaffeebäume  von  der  Krankheit  betroffen;
nichtsdestoweniger  schätzt  der  Pflanzungsleiter,  Herr
MWeißenborn,  die  Ernte  für  1900  auf  50  Ctr.  Die
junge  Anpflanzung  ist  von  der  Krankheit  verschont
geblieben.  Nach  den  neueren  Berichten  beginnen  die
stärkeren  der  erkrankten  Bäume  sich  langsam  zu  erholen,
  und  ist  zu  hoffen,  daß  die  Krankheit  nur  eine
vorübergehende  war.

Die  Anpflanzung  stellt  sich  jetzt,  wie  folgt:

Auf  Segoma  Bestand:
Alte  Anpflanzung  von  arabischem

Kassee  etwa  175  000
Neuanpflanzung  von  Bourbon=Kaffee
  1900.  50  000
Anpflanzung  von  Wonosuko-  su%
1900  und  1010  .  70  000
295.000
Auf  Minazini  Bestand:
Alte  Anpflanzung  von  arabischem
Kaffee  etwa  110  000
naanoslanzung  von  brabischem
Kaffee  .  50  000
160  000

Auf  Tschaua  Auspflanzung  von  arabischem
Kaffee  pro  1901  .  .  etwa  30  000

Demnach  Gesammtbestand  an  Kaffeebäumen  485  000
Versuchskulturen:
Auf  Segoma  Bestand  1900:

Forastero-Kakao  1  800
Criollo-=  .  .de
Thee  etwa  4000
Kapok  830  000

Die  Aussichten  für  die  Kakackultur  scheinen  nach
allen  fortlaufenden  Berichten  des  Pflanzungsleiters
überaus  günstig  zu  liegen.  Die  Witterungsverhältnisse
und  die  geschützte  Lage  im  Tieflande  sprechen  besonders
  dafür.  In  dem  vom  Gouvernement  erworbenen
  Lande  im  Sigiknie  besitzt  die  Gesellschaft
ein  für  diese  Kultur  besonders  geeignetes  Gelände.
Es  ist  ein  hügeliges  Terrain,  mit  Hochwald  bestanden,
und  birgt  geschützte,  fruchtbare  Thäler.  Die  Pflanzversuche
  mit  Kakao  an  den  verschiedenen  geeigneten
Stellen  werden  fortgesetzt.  In  Vorbereitung  sind

weiter  noch  Pflanzversuche  mit  Vanille,  Chinarinde  vor  Kurzem  breit  ausgehauen  worden.

 

und  weißem  Pfeffer.  Pflanzmaterial  einiger  Kautschukarten,
  wie  Ceara-Kautschuk,  Castilloa  elastica,
Kickxia  elastica  und  Ficus  elastica  ist  theils  schon
in  den  Boden  gebracht,  theils  wird  dasselbe  demnächst
  geliefert  werden.  Von  Muskatnuß  stehen
70  Bäumchen  in  den  Saatbeeten;  da  sie  sehr  langsam
  wachsen,  so  ist  darüber  ein  Urtheil  noch  nicht
zu  fällen.  Ein  kleines  Quantum  Kardamomsamen
ist  kürzlich  nach  der  Pflanzung  obgesandt  worden.

Zwei  Kaffeepulper  sind  nach  der  Pflanzung  abgegangen,
  dieselben  sind  für  Hand=  und  Riemenbetrieb
  eingerichtet.  Der  eine  wird  auf  Segoma
und  der  andere  auf  Minozini  in  Thätigkeit  kommen.
Die  tägliche  Arbeiterzahl  betrug  in  der  letzten  Zeit
auf  Segoma  160,  auf  Minazini  90  und  auf  Tschaua
50  Mann.  Herr  Weißenborn  wird  in  seiner  Thätigkeit
  unterstützt  durch  zwei  Assistenten  und  einen  Aufseher
  (Javane).  Auf  der  Station  Tschaua  ist  ein
neues  gesundes  Europäerwohnhaus  im  Bau;  von  den
neuen  Arbeiterhäusern  daselbst  sind  vier  mit  Wellblech
  und  die  übrigen  mit  Gras  gedeckt.

Das  Gewinn=  und  Verlustkonto  schließt  per
31.  Dezember  1900  zuzüglich  71  178,61  Mk.  Vortrag
  aus  1899  mit  153  479,68  Mk.  ab;  die  Unkosten
  vertheilen  sich:  auf  allgemeines  Unkostenkonto
25  353,19  Mk.,  Provisionskonto  1017,90  Mik.,
Arbeiterverpflegungskonto  14  274,46  Mk.,  Arbeiterlohnkonto
  25  572,35  Mk.,  Transportkonto  337,89  Mk.
Abschreibungen  15  745,  23  Mk.;  diesen  stehen  gegenüber
  Zinsenkonto  2582,89  Mk.,  Kaffeepflanzungskonto
44253,47  Mk.,  Bilanzkonto  (Saldo)  106643,32  Mk.

Die  Bilanz  schließt  per  31.  Dezember  1900  mit

 

432  215,47  Mk.  in  Aktiva  und  Passiva  ab.  Die
Aktiva  betragen:  Landbesitz  42  233,12  Mk.,  Kontocurrent-Konto,
  Bankguthaben  und  ein  Debitor

96  362,72  Mk.,  Inventar  3155  Mk.,  Gebäude
3556  Mk.,  Kasse  66,05  Mk.,  Pflanzungskonto
180  199,26  Mk.,  Gewinn=  und  Verlustkonto

106  643.,32  Mk.;  die  Passiven  betragen:  eingezogenes
Kapital  425  000  Mk.  (noch  nicht  emgefordert  sind
15  pCt.  =  75  000  Mk.),  Vorschuß  in  Tanga
7215,47  Mk.

Ramerun.
Stationsanlage  am  Croßfluß.
(Hierzu  eine  Kartenskizze.)

Ueber  einen  von  Rssakpe  aus  unternommenen
Marsch  behufs  Anlage  einer  neuen  Station  am
Croßfluß  berichtet  Hauptmann  Glauning:

Am  16.  Juli  marschirte  ich  mit  Sergeant  Dornecker,
  20  Soldaten  und  etwa  70  Trägern  nach
Nssanakang.  Von  dort  ist  die  Fährstelle  über  den
60  m  breiten  Aya,  die  der  reißenden  Strömung
wegen  ziemlich  weit  von  der  Mündung  abgelegt
wurde,  etwa  eine  Stunde  entfernt.  Der  Weg  ist
Die  Lasten
        <pb n="794" />
        wurden  noch  an  demselben  Tage  übergesetzt.  Am
nächsten  Morgen  passirte  ich  mit  Soldaten  und
Trägern  in  zwei  Kanus  den  Fluß.  Von  hier  führt
jetzt  ebenfalls  ein  breit  ausgehauener,  zumeist  ebener
Weg,  der  zum  Theil  früher  schon  bestanden  hatte,
dessen  Vorhandensein  aber  von  den  Eingeborenen
verheimlicht  wurde,  in  etwa  fünf  Stunden  durch  die
ausgedehnten  Farmen  von  Nssanakang  und  Oseraya
nach  Ossidinge.  Die  Auswahl  des  Stationsplatzes
war  aus  dem  Grunde  schwierig,  weil  die  nach  dem
Croßfluß  abfallenden  Höhen  sämmtlich  sehr  schmal
und  von  zahlreichen  tiefen  Schluchten  durchschnitten
sind.  Als  geeignetster  Platz  erwies  sich  das  Plateau,
auf  dem  das  westlichste  der  Abokumdörfer  liegt.
Das  Plateau  ist  nach  Ausführung  bedeutender  Planirungs=
  und  Aufschüttungsarbeiten  bei  einer  Länge
von  etwa  120  m  und  Breite  von  etwa  50  m  für
die  Anlage  der  eigentlichen  Station  Ossidinge  ausreichend.
  Die  nächstgelegenen  Wasserrisse  und  Mulden

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sind  hier  nicht  allzutief.  Die  Stationsgrenze  bildet
nach  Westen  gegen  das  Dorf  Aban  der  kleine  Ewayabach.
  Der  Ekangfluß,  der  zur  Zeit  mannstief  ist
und  anscheinend  gutes  Trinkwasser  enthält,  liegt
innerhalb  des  Stationsbezirks;  derselbe  ist  bereits  in
primitiver  Weise  überbrückt  worden.  Nach  Osten
bildet  die  Grenze  ein  jenseits  des  mittelsten,  ebenfalls
  seit  längerer  Zeit  verlassenen  Abokumdorfes
etwa  800  m  von  der  Station  nach  dem  Croßfluß
geschlagener  Durchhau.  Farmen  befinden  sich  nicht
innerhalb  des  Stationsbereichs.  Das  mit  Oel=  und
Kokospalmen  bestandene  Plateau  liegt  etwa  50  m
über  dem  Fluß  und  fällt  ganz  allmählich  ab.

Im  nächsten  Umkreis  der  Station,  auf  einer
Entfernung  bis  zu  10  km,  liegen  elf  zum  Theil
sehr  bedeutende  Dörfer,  die  theils  über  Land,  tbeils
mit  Kanus  bequem  zu  erreichen  sind.  Die  Entjernung
  von  den  ersten  Keakadörfern  beträgt  etwa
vier  Stunden.  Die  Eingeborenen  waren  bei  unserem
Anmarsch  sämmtlich  geflohen,  kehrten  aber  auf  die

742

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Versicherung  unserer  friedlichen  Absichten  bald  in
ihre  Dörfer  zurück.  Schon  in  den  nächsten  Tagen
entwickelte  sich  ein  lebhafter  Verkehr.  Sämmtliche
Häuptlinge  der  Umgegend  brachten  Geschenke;  auch
kamen  die  Leute  täglich  mit  Planten,  Mams  und
Hühnern  zum  Markt.  Es  steht  zu  hoffen,  daß  der
friedliche  Verkehr  andauern  wird  und  die  Eingeborenen
  sich  schnell  an  das  Vorhandensein  der  Croßflußstation
  gewöhnen  werden.  Mit  dem  Ausroden
des  Busches  an  dem  Uferhang,  Planiren  des  Platzes
und  Niederreißen  eines  Theils  des  Dorfes  wurde
sofort  begonnen.  Etwa  zehn  Hütten  bleiben  zur
Unterbringung  der  Arbeiter,  Soldaten  und  Lasten
einstweilen  stehen.  Am  22.  Juli  fuhr  ich  mit  dem
Kanu  der  Station  in  2½  Stunden  bis  zur  Ayamündung
  und  marschirte  von  da  nach  Rssanakang.
Am  nächsten  Tage  traf  ich  wieder  in  Assakpe  ein.
Sergeant  Dornecker  verblieb  mit  15  Soldaten  und
den  meisten  Arbeitern  in  Ossidinge.

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Die  Aufnahme  des  neuen  Weges  ssanakang—
Ossidinge  und  eine  nochmalige  Flußaufnahme  haben
ergeben,  daß  das  an  der  nördlichsten  Flußbiegung
gelegene  Dorf  Badje  sehr  nahe  der  deutsch-englischen
Grenze  liegt,  aber  noch  in  deutsches  Gebiet  fällt
(vergleiche  die  Kartenskizze).

Expedition  des  Freihberrn  v.  Stein.

Ueber  eine  für  die  weitere  Erschließung  des
Innern  von  Kamerun  sehr  bedeutungsvolle  Expedition
berichtet  der  Chef  der  Verwaltung  des  Ssanga-Ngoko-Gebietes,
  Oberleutnant  Freiherr  v.  Stein,
unter  dem  25.  Juni  d.  Is.,  wie  folgt:  ·

Vom4.bi815.21prilwurdedeerstMm
Yukaduma  (Plehns  Bumbum)  fast  fertiggestellt  Es

 

besteht  derselbe  jetzt  aus  einem  Wohnhaus  (dreiRäume,
einem  Kasernement  für  30  Soldaten,  einem  Acbeiter
kasernement  für  30  Mann,  einer  Wohnung  für  zwei
        <pb n="795" />
        schwarze  Unteroffiziere,  einem  Wachtlokal  und  Gefängniß,
  einem  größeren  Magazin  und  einem  Speisepavillon.
  Küchen-,  Stallungs-,  Garten=  2c.  Anlagen
wurden  ebenfalls  fertiggestellt.  Während  dieser  Arbeitsperiode
  bemühte  ich  mich,  durch  kleinere  Märsche
in  das  Bomomeland  nach  Angombong  im  Westen,
Pado  im  Süden  und  BYulamankab  im  Nordosten
einestheils  eine  genauere  Kenntniß  des  Geländes  zu
gewinnen,  dann  aber  auch  den  Boden  für  den  neuen
Posten  und  die  neu  anzulegende  Faktorel  nach  Möglichkeit
  vorzubereiten.

Den  fast  fertiggestellten  Posten  verließ  ich  am
16.  April  unter  Zurücklassung  einer  vorläufig  nur
ganz  schwachen  Besatzung,  da  ich  die  Baulichkeiten
dem  in  den  nächsten  Tagen  wieder  zurückzuerwartenden
  Agenten  der  Gesellschaft  Süd-Kamerun  für  die
Bauperiode  seiner  geplanten  Faktorei  zur  Verfügung
geftellt  hatte.  Meine  Absicht  war,  zunächst  nach
Westen  hin,  in  das  unbekannte  Innere  der  Konzession
  hinein,  die  Verhältnisse  für  den  neu  entstehenden
  Handel  zu  klären.  Erschwerend  war  dabei
der  Umstand,  daß  ein  Einziehen  von  einigermaßen
zuverlässigen  Nachrichten  wegen  der  in  dieser  Beziehung
  recht  geringen  Zugänglichkeit  der  Bevölkerung
kaum  möglich  war.  Wenn  ich  auch  nicht  glaube,  daß
Handelsinteressen  in  größerem  Maße  dabei  von  Einfluß
  waren,  so  halte  ich  doch  die  instinktive  Ueberlegung
  dieser  neu  erschlossenen  Stämme  dabei  für
ausschlaggebend,  nach  Möglichkeit  allein  von  dem
Europäer  zu  profitiren  und  ihn  von  ihren  Nachbarn
fernzuhalten.  Auch  die  mühsam  engagirten  Führer
nach  Westen  wurden  deshalb  mehrfach  wieder  unschlüssig
  gemacht,  und  gelang  es  schließlich  nur  durch
Zufall,  einen  weit  aus  dem  Westen  stammenden
Niemmann  zu  engagiren,  der  durch  Burlczwischenhändler
  bereits  Einiges  von  den  Europäern  der
Batangaküste  erfahren  hatte  und  eben  gerade  in  seine
Heimath  zurückkehren  wollte.  Die  einzige  völlig
sicherstehende  Nachricht  beim  Verlassen  von  Yukaduma
war  jedenfalls  die,  daß  zunächst  eine  recht  ausgedehnte,
  unbewohnte  Urwaldzone  wiederum  zu  passiren
sel.  Dementsprechend  wurden,  da  die  mitgenommenen
eisernen  Portionen  bereits  in  der  südlichen  todten
Zone  verbraucht  waren,  auf  alle  Fälle  für  sechs  Tage
Lebensmittel  beschafft.

Am  16.  April  wurde  in  recht  guten  Märschen
der  Vormarsch  nach  Westen  angetreten,  der  die  Expedition
  erst  am  25.  wieder  in  bewohnte  Gegenden
brachte.  Durch  die  sehr  guten  Jagdergebnisse  (neun
große  Büffel  an  einem  Tage)  konnte  dem  Nahrungsmangel
  dabei  vorgebeugt  werden.  Verschiedene  bedeutende
  Zuflüsse  des  Bumba  und  schließlich  am
Westrand  der  todten  Zone  dieser  Fluß  selbst  wurden
überschritten.  Bis  an  die  beiden  letzten  Tagemärsche,
an  denen  Terrainerhebungen  bis  zu  etwa  200  m
relativer  Höhe  passirt  wurden,  war  die  Gegend  völlig
flach  und  sehr  wasserreich.  Die  Bodenformation  blieb,
um  dies  vorauszunehmen,  von  Ngoko  bis  Ngulemakong
  überall  dieselbe:  Lateritformationen  auf  Gneis-743



 

 

sumpfige  Grasflächen  etwo  in  der  Mitte  dieser  todten
Zone  dicht  am  Bumba  legten  durch  ihre  Fauna  und
Flora  die  Vermuthung  nahe,  daß  dort  in  nicht  allzu
weiter  Entfernung  das  Grasland  des  Nordens  sich
herab  erstreckt.  Der  Wildreichthum,  besonders  an
Elefanten  und  Büffeln,  ist  hier  überall  enorm,  und
von  Seiten  der  Eingeborenen,  selbst  der  Bagielli,
scheint  eine  Jagd  in  diesen  Gegenden  nie  stattzufinden.
Am  25.  und  26.  wurde  ein  schmaler  Streifen  der
angimbaähnlichen  Njem  oder  Njima,  wie  sie  sich  selbst
nennen,  passirt,  der  nach  Norden  anscheinend  bedeutende,
  nach  Süden  nur  geringe  Ausdehnung  hat.
Schon  hier  fanden  sich  die  ersten  Bulehändler,  die
Elfenbein  und  Gummi  nach  Südwesten  über  den
Djah  hinaus  zur  Ausfuhr,  jedenfalls  an  andere
Zwischenhändler,  brachten.  Auch  eine  direkte  Verbindung
  von  Kunabembe  und  von  Mokbe  führte  in
diese  Landschaften.  Zu  wenig  bevölkert  jedoch,  um
den  Aufklärungszwecken  der  Expedition  zu  genügen,
und  als  noch  nicht  allzulange  bestehender,  vorgeschobenster
  Posten  der  Njem  nach  Osten  hin  für  die
Expeditionsverpflegung  zu  wenig  leistungsfähig,  konnte
diese  Gegend  nicht  als  Ausgangspunkt  weiterer  Erkundungen
  gewählt  werden.  Vielmehr  marschirte  ich
bis  zum  30.  April  in  die  Mitte  der  zahlreichen
Njemstämme  hinein  zu  dem  Balasuhäuptling  Bidjum
durch  wiederum  unbewohnte,  allerdings  noch  nicht
allzulange  verlassene  Landstriche,  um  dort  einen
längeren  Aufenthalt  zu  nehmen.

In  Bidjum  war  die  Aufnahme,  wie  überall  im
Njemlande,  eine  äußerst  zuvorkommende,  wenn  auch
die  Leute  im  Vergleich  zu  dem  gesammten  mir  bekannten
  übrigen  Kamerun  recht  arm  an  Vieh  und
auch  an  Feldfrüchten  sind.  Palmöl,  Erdnüsse  und
die  meisten  kartoffelähnlichen  Knollen  2c.  #c.  sind  bis
an  den  Djahbogen  (etwa  125)  heran  fast  unbekannte
Dinge.  Der  Aufenthalt  in  Bidjum,  während  dessen
ich  durch  kleinere  Märsche  zu  benachbarten  Njemhäuptlingen
  mir  möglichst  eingehende  Kenntniß  von
Land  und  Leuten  zu  verschaffen  suchte,  dauerte  bis
zum  11.  Mai.  Ein  weiterer  Vormarsch  bis  zu  dem  im
Westen  angeblich  nur  drei  Tagereisen  entfernten  Diahübergang
  mit  den  ersten  Buleansiedelungen  sollte  dann
diesen  Theil  der  Expedition  abschließen,  und  ich  gedachte
  mich  darauf  durch  Maka  von  Bidjum  aus  nach
dem  etwa  sechs  bis  acht  Tagemärsche  nach  Norden
entfernten  Bertua  zu  begeben,  um  von  da  aus  der
neuen  Dnkadumafaktorei  auch  nach  Norden  die  Wege
zu  ebnen.  Vor  Allem  war  bei  dem  Weitermarsch
zu  den  ersten  Buleniederlassungen  am  Diah,  außer
den  werthvollen  geographischen  Aufschlüssen,  die  Erwägung
  für  mich  maßgebend,  durch  eingehende  Erkundung
  der  Ausdehnung  des  direkten  Handels  der
Küstenfattoreien  die  Möglichkeit  zu  gewinnen,  späteren
Verwickelungen  mit  den  Ostbule  vorzubeugen  und
deren  Zwischenhandel  theilweise  von  vornherein  zu
durchbrechen.  Erst  nach  einem  Marsche  vom  11.  bis
17.  Mai,  wiederum  durch  völlig  unbewohnten  Urwald,
  der  allerdings  südlich  sowohl  wie  nördlich  von

und  weiter  im  Westen  Granituntergrund,  dicht  von  6  anscheinend  recht  bevölkerten  Gegenden  unmschlossen

Urwald  bedeckt.

Bis  zu  3  km  ausgedehnte,  meist  wird,  gelangte  ich  denn  auch  zu  den  ersten  Esokoi-2
        <pb n="796" />
        niederlassungen,  wo  ich  ebenfalls  recht  gut  aufgenommen
  wurde.  Meine  Erwartungen  betreffs  des
Uebergangs  über  den  Djah,  der  nun  nördlich  sowohl
wie  südlich  meine  Route  bereits  von  Bidjum  ab  in
verhältnißmäßig  geringer  Entfernung  begleitete,  stellten
sich  als  völlig  irrthümlich  heraus.  Zwar  existirte
eine  große  Handelsverbindung  zu  den  Bule  über  den
Fluß  nach  Süden  hinaus,  jedoch  war  das  westliche
Ende  des  großen  Flußbogens  noch  bei  Weitem  nicht
erreicht,  vielmehr  anscheinend  noch  mehrere  Tagemärsche
  entfernt.

Ich  stand  nun  vor  der  Alternative,  mit  einem
recht  unvollkommenen  Resultat  meiner  Erkundungen,
zumal  auf  diesem  Djahufer  Esokoi  einen  ganz  vorgeschobenen
  Posten  ohne  bedeutenden  Handel  bildet,
umzukehren  oder,  wie  mir  die  allabendlich  ausgerechneten
  und  konstruirten  Positionen  des  jeweiligen
Expeditionsortes  zeigten,  in  wenigen  Märschen  bis
direkt  an  die  Grenzen  des  mir  früher  von  Westen
her  bereits  bekannt  gewordenen  Gebiets  heranzugehen.
Meiner  Berechnung  nach  mußte  ich  mich  etwa  bei
12°  30/  östl.  Länge  unter  dem  3.  Grad  nördl.  Breite
befinden,  und  den  12.  Grad  hatte  ich  seinerzeit  von
Lolodorf  aus  bereits  erreicht.  Also  fehlte  offenbar  nur
Weniges,  um  die  gesammte  mühsame  Aufnahme  durch
einen  Anschluß  nach  Westen  zu  einer  ungemein  werthvollen
  zu  machen.  Lag  doch  die  Möglichkeit  vor,
durch  Gewinnung  eines  Anschlusses  im  Westen  eine
geschlossene  Aufnahme  Kamerun  (Ort)  —Ngoko  ohne
allzu  großen  Aufwand  an  Zeit  und  Mitteln  herzustellen.
  Doch  war  diese  Ueberlegung  nicht  die  einzige,
  die  mich  schließlich  zum  weiteren  Vordringen
westwärts  veranlaßte.  Meine  Berichte  2c.  konnten
durch  Vermittelung  irgend  eines  Händlers  einige
Tagemärsche  weiter  im  Westen  den  vorgesetzten  Behörden
  mit  einer  Zeitersparniß  von  mehreren  Monaten
zugehen.  Ferner  war  die  Expedition  aus  Ersparnißrücksichten
  von  vornherein  recht  knapp  mit  Tauschwaaren
  ausgerüstet,  die  in  den  noch  unberührten
Landstrichen  des  Ostens  wohl  zur  Noth  ausreichten,
bei  den  schon  bedeutend  höheren  Anforderungen  an
Gegengeschenken  und  Lebensmittelpreisen  im  Buleland
  aber  reißend  zu  Ende  gingen  und  eine  Rückverpflegung
  durch  die  unerwartet  langen  unbewohnten
Landstriche  hindurch  kaum  mehr  gestatteten.  Zudem
lag  die  Wahrscheinlichkeit  vor,  durch  Ankauf  von
weiter  im  Westen  bereits  ungangbaren  Artikeln,  wie
gewissen  Perlen  r2c.,  die  weiter  im  Osten  aber  noch
sehr  beliebt  sind,  auf  Monate  hinaus  eine  sehr  billige
Verpflegung  etwa  dreier  Viertheile  des  schwarzen
Personals  der  Verwaltung  zu  sichern,  und  konnten
bequem  und  billig  vielleicht  einige  Arbeitskräfte  bei
dieser  Gelegenheit  angeworben  werden.

744

 

So  wurde  denn  am  20.  Mai  der  Weitermarsch

nach  Westen  immer  noch  innerhalb  des  Diahbogens
angetreten,  der  von  hier  ab  offenbar  von  einer  Breite
von  etwa  drei  Tagemärschen  wieder  wohl  sechs  oder
mehr  Tagemärsche  breit  sich  öffnet.  Auch  sind  wieder
geringe  Höhenzüge  von  Esokoi  ab  bemerkbar,  die  bis
an  das  westliche  Ende  des  Flußbogens,  immer  flacher
werdend,  heranreichen.  Trotzdem  zunächst  wiederum

eine  drei  Tagemärsche  lange  unbewohnte  Waldzone
Esokoi  von  den  westlicheren,  dicht  bevölkerten  Bulegebieten
  auf  dem  Nordufer  scheidet,  entschloß  ich  mich,
innerhalb  des  Flußbogens  weiter  vorzudringen,  einmal
um  die  Ausdehnung  desselben  nach  Westen  festzustellen,
  dann  aber  auch,  um  der  Gefahr  aus  dem
Wege  zu  gehen,  auf  der  eigentlichen  Handelsstraße,
die  in  Esokoi  den  Fluß  überschreitet  und  dann  am
Ufer  entlang  stromaufwärts  durch  starke  Bulestämme
(Esampfang,  Esamesale,  Esangong,  Ndong,  Yemesoe)
führt,  durch  bedeutende  Flußkrümmungen  zu  viel  Zeit
zu  verlieren,  oder  vielleicht  gar  zu  weit  nach  Süden
geführt  zu  werden.

Die  Verpflegungsfrage  erledigte  sich  in  diesen  an
die  besten  Yaündelandstriche  erinnernden  Gegenden
sehr  leicht.  Am  25.  Mai  endlich  wurden  die  größeren
Stämme  der  Ostbule  in  wieder  sehr  flacher  Gegend
erreicht,  und  traf  ich  auch  hier  nirgends  auf  Schwierigkeiten,
  ein  Umstand,  der  zweifellos  in  erster  Lmie
der  wirklich  sehr  guten  Führung  des  Expeditionspersonals
  zuzuschreiben  sem  dürfte,  wie  ich  denn  auf
der  gesammten  Expedition  nicht  die  geringste  Ausschreitung
  der  Leute  zu  bestrafen  hatte.  Zwei  weitere
Tagemärsche  durch  das  dicht  bevölkerte  Land  der
Esanku,  wohl  nach  den  westlicher  ansässigen  Yecomba
des  stärksten  Bulestammes,  brachten  mich  an  das  Ende
des  großen  Djahbogens,  und  wurde  der  dort  etwa
70  m  breite,  7  bis  8  m  tiefe  Fluß  auf  äußerst  primitiven
  Flößen  mit  einiger  Schwierigkeit  glücklich
am  28.  Mai  überschritten.  Ohne  irgend  welche
Verwickelung  durch  abermals  sehr  stark  bevölkerte
Gebietsstrecken  der  Esanku,  Yetsang  und  Mesaman,
stets  dem  auf  einen  halben  bis  einen  Tagemarsch
nördlicher  fließenden  Lobo,  einem  bedeutenden  Nebenfluß
  des  Diah,  folgend,  gelangte  die  Expedition  am
31.  Mai  an  die  Westgrenze  dieser  Bulestämme,  die
ungefähr  durch  den  nach  Süden  biegenden  Oberlouf
desselben  Flusses  dargestellt  wird,  und  erreichte  am
1.  Juni  Oonne-melunne,  einen  mir  bereits  von  früher
bekannten  Mpfonghäuptling.  Vom  29.  Mai  ab  war
ich  zweifellos  in  das  von  den  Faktoreien  der  Batangalüste
  mit  direkten  Händlern  bearbeitete  Gebiet
gelangt.  Nahe  westlich  Oonne-melunne  erreichte  die
Expedition  den  breit  ausgeschlagenen  und  mit  Brücken
versehenen  Myfongweg,  der  Ngulemakong  mit  den
vom  Loboübergang  etwa  einen  Tagemarsch  südlich
liegenden  Yecombafaktoreien  verbindet.  Ich  hatte
jetzt  die  Genugthuung,  zu  erkennen,  daß  die  Expedition
  wirklich  in  der  beabsichtigten  Gegend  das
bereits  bekannte  Gebiet  erreicht  hatte.  Mit  einem
kleinen  Umweg  von  etwa  zwei  Stunden  nach  Nordwesten
  verließ  ich  diesen  Mpfongweg  am  4.  Juni,
um  in  Sabbade  (Evundo)  den  Anschluß  an  meine
bereits  früher  ausgenommene  Route  Ngulemakong  —
Balasana  zu  gewinnen.  Ein  weiterer  Tagemarsch
brachte  mich  von  Sabbade  nach  Ngulemakong,  wo
ich  bis  zum  14.  Juni  die  Expedition,  soweit  es  thunlich
  war,  neu  ausrüstete  und  gleichzeitig  Aufnahme
und  Berichte  fertigstellte.  Abgesehen  von  der  Arbeiteranwerbung,
  für  die  der  Aufenthalt  wohl  etwas
zu  kurz  bemessen  war,  zumal  die  mir  bekannten  Leute
        <pb n="797" />
        meist  von  Faktoreien  beschäftigt  waren,  konnte  alles
Nöthige  beschafft  werden.  Die  Expedition  trat  am
15.  Juni  den  Rückmarsch,  um  allen  Verwickelungen
aus  dem  Wege  zu  gehen,  bis  zum  Djahübergang  auf
demselben  Wege  an.

Um  nun  zunächst  die  geographischen  Resultate  der
bisherigen  Expedition  nochmals  zusammenzufassen,
so  ergab  sich  wohl  als  hauptsächlich  bemerkenswerth
ein  sehr  viel  weiter,  ols  bisher  angenommen,  nach
Westen  reichendes  Stromgebiet  des  Djah.  Ohne
irgend  welche  sich  einigermaßen  hervorhebende  Wasserscheide
  geht  der  Uebergang  aus  dem  Djah=  in  das
Nyonggebiet  vor  sich.  Ja  nicht  einmal  eine  etwas
wasserärmere  Gegend  von  einiger  Ausdehnung  macht
sich  zwischen  den  beiden  Stromgebieten  bemerkbar.
Abgesehen  von  dem  Bumba,  fließt,  eine  naturgemäße
Folge  des  nach  Westen  fast  einen  Längengrad  ausgedehnten
  engen  Flußbogens,  von  Norden  dem  Djah
in  seinem  Mittellaufe  kein  einigermaßen  bedeutendes
Gewässer  mehr  zu,  und  auch  der  Oberlauf,  die  nördliche
  Hälfte  des  großen  Bogens,  kann  der  Nähe  des
Nyong  halber  kaum  größere  Zuflüsse  aufweisen.  Aus
Besten  dagegen  führen  der  Lobo  im  Westende  des
großen  Bogens,  etwa  zwei  Tagemärsche  stromabwärts
der  Libe  und  weitere  zwei  bis  drei  Tage  unterhalb
der  Ayenne  dem  Fluß  bedeutende  Wassermengen  zu.
Soweit  sich  aus  den  gemessenen  Höhendifferenzen
ergiebt,  kann  der  Djah  auf  dieser  gesammten,  jetzt
annähernd  bekannten  Strecke  nur  geringen  Fall  haben,
und  stimmte  der  thatsächliche  Befund  an  der  Uebergangsstelle
  im  Verein  mit  mannigfachen  Erkundungen
auch  mit  dieser  Thatsache  überein.  Abgesehen  von
einigen  unpassirbaren  Felsbarren,  die  mit  ziemlicher
Sicherheit  im  Esamesalegebiet,  etwa  zwei  Tage  unterhalb
  der  Uebergangsstelle  anzunehmen  sind,  herrscht

im  östlichsten  Bule=  und  Limvomegebiet  ein  offenbar

mehrtägiger  lebhafter  Kanuverkehr,  und  auch  aufwärts
  der  Uebergangsstelle  scheint  auf  mehrere  Tagemärsche
  ein  Verkehrshinderniß  im  Flusse  nicht  zu
bestehen.  Den  Erkundungen  über  den  weiteren  Oberlauf
  des  Djah  sowohl  wie  des  Bumba  nach  zu  urtheilen,
  erhält  die  Auffassung  einige  Berechtigung,  daß
südwestlich  von  Bertua  ein  größeres  Quellgebiet  sich
befindet,  aus  dem  einige  Nyongquellen,  der  Diah,  Bumba
und  einige  Kade#izuflüsse  ihren  Ursprung  nehmen.

Allem  Anschein  nach  dürfte  aber  auch  hier  von
größeren  Terrainerhebungen  kaum  die  Rede  sein,  wie
denn  das  gesammte  passirte  Gebiet  fast  völlige
Ebene  war.

Eine  recht  interessante  Erweiterung  hat  die  Kenntniß
  der  Bewachsung  des  durchquerten  Gebietes  erfahren.
  An  Stelle  der  früher  östlich  des  Lobo  angenommenen
  weiten  Grasflächen  hat  sich  bis  an  den
Ssanga  heran  eine  zusammenhängende  Urwaldzone
ergeben,  deren  Nordgrenze,  wenigstens  weiter  im
Westen,  an  vielen  Stellen  bis  an  den  Nyong,  wenn
nicht  gar  bis  an  den  Sannaga  herangeht.

Die  Zusammensetzung  und  Gruppirung  der  Bevölkerung
  nebst  den  wenigen  mit  Sicherheit  erzielten
geschichtlichen  Notizen  stimmen  fast  genau  mit  meinen
seinerzeit  über  die  Verhältnisse  des  Bezirks  Lolodorf

(

745

 

veröffentlichten  Doten  überein.  Als  Zusatz  ließe  sich
nur  erwähnen,  daß  die  Ostbule  südlich  des  Djah
noch  viel  weiter,  als  früher  angenommen  wurde,  nach
Osten  reichen,  die  Mengonestämme  dagegen  zu  Gunsten
der  Bule  und  Njem  sehr  viel  näher  am  Nyong  bereits
  ihre  Südgrenze  finden.  Als  besonders  auffällig
wäre  vielleicht  noch  das  außerordentlich  zahlreiche
Auftreten  der  Zwergnomaden  im  Osten  des  bereisten
Gebiets  anzuführen,  die  in  Ngumba  „Bekue“,  in  den
Pangwedialekten  „Bagielli“,  in  Bomome,  Kunabembe
und  Bombassa  „Badjirl“  und  bei  den  Bangandu
„Bayaga“  genannt  werden,  und  die  als  die  eigentlichen
  Hauptlieferanten  des  frischen  Elfenbeins  im
östlicheren  Gebiet  anzusehen  sind.  Auch  die  sprachlichen
  Verhältnisse  stimmen  mit  dem  in  erwähnter
Skizze  Ausgeführten  völlig  überein.  Ein  neues,  aber
zweifelloses  Moment  wird  in  der  Zukunft  sicher
einige  Bedeutung  gewinnen,  nämlich  ein  unbestreitbarer,
  stetiger  Zug  der  Gesammtbevölkerung  nach
Osten,  der  in  Einzelheiten  auf  fast  jedem  Tagemarsche
eine  Bestätigung  fand.

Betreffs  der  Gummigewinnung  ist  zu  bemerken,
daß  westlich  der  todten  Zone  in  einigermaßen  erreichbarer
  Nähe  der  bewohnten  Landstriche  oder  begangenen
  Wege  gerade  die  ältesten  und  schönsten
Kickria  an  Stelle  einer  Anzapfung  fast  durchweg
gekappt  worden  sind.  Die  westwärts  der  Njemwestgrenze
  wieder  theilweise  außerordentlich  häufigen
Landolphia  sind  dagegen  meist  verschont  geblieben.
Trotzdem  giebt  es  in  den  Urwäldern  der  todten  Zone
und  des  Njemlandes  noch  viele  Striche,  die  fast  ausschließlich
  ous  Kickria  bestehen.  Durch  eingehende
Belehrung  mit  Hülfe  eines  neu  eingeübten  Instruktionspersonals
  aus  Yaundesoldaten  habe  ich  mich  in

sämmtlichen  größeren  Niederlassungen,  meist  anschei- 



nend  mit  Erfolg,  bemüht,  den  Leuten  eine  rationelle
Gummibereitung  und  ihre  Vorzüge  klar  zu  machen.
Abgesehen  von  Elfenbein  und  Kautschuk,  kann  in  den
durchquerten  Strecken  schon  der  Transportkosten
halber  kaum  ein  Produkt  für  den  Handel  vorläufig
in  Frage  kommen.  Doch  gedeihen  Tabak,  Erdnüsse,
soweit  sie  vorhanden,  und  einzelne  anscheinend  aus
dem  Norden  eingeführte  Baumwollensträucher  ausgezeichnet.
  Palmöl,  ein  wesentliches  Bedürfniß  der
gesammten  Flußschifffahrt  des  oberen  Kongo,  giebt
es  abgesehen  von  der  Gegend  um  Allad  (Endpunkt
der  Bombassa-Expedition),  etwa  von  12°5  ab  östlich
überhaupt  nicht  mehr.  Ich  habe  deshalb  einige  freie
Träger  mit  keimfähigen  Palmkernen  zur  Aussaat  an
verschiedenen  Stellen  des  Rückmarsches  nach  kongostaatlichem
  Vorbild  beladen.  Die  Bevölkerung,  soweit
eine  solche  vorhanden  ist,  giebt  schließlich  für  die
spatere  Nutzbarmachung  des  auegedehnten  Cebiets
recht  gute  Aussichten,  da  Bomome  und  Kunabembe
sowohl  wie  Njem  und  Ostbule  ziemlich  erwerbssichtig
sind  und  für  Negerverhältnisse  recht  gerne  schon  jetzt
einige  Arbeit  als  Träger  2c.  leisten.

Der  Rückmarsch  hat  auf  dem  bereits  gemeldeten
Wege  ohne  irgend  welchen  Zwischenfall  stattgefunden,
und  vom  Lobo  ab  östlich  war  fast  die  ganze  Wegestrecke
  jetzt  breit  ausgeschlagen.  Auch  die  wegen
        <pb n="798" />
        Diebstählen  an  Waaren  in  sehr  schlechtem  Rufe
stehenden  Yetsang  hatten  ihre  Wege  gereinigt,  und
es  zeigte  sich  sogar  der  Hänptling  Ndi,  der  angebliche
Hauptanstifter  aller  Uebergriffe.  Kurzum,  der
Weg  Ngulemakong—  Djahübergang  kann  als
völlig  geöffnet  und  für  kaufmännische  Unternehmungen
  benutzbar  gelten.

Mein  eigener  Gesundheitszustand  (als  einziger
Europäer)  wie  der  der  Farbigen  war  auf  der  gesammten,
  trotz  Regenzeit  von  der  Witterung  sehr
begünstigten  Expedition  ein  vorzüglicher.

Moliwe-Pftanzungsgesellschaft,  bamburg.

Der  Bericht  des  Vorstandes  über  das  zweite
Geschäftsjahr  vom  1.  Juli  1900  bis  30.  Juni  1901
zeigt  in  recht  ausführlicher  und  übersichtlicher  Weise
die  gedeihliche  Entwickelung  dieses  Pflanzungsunternehmens.
  Die  bebaute  Fläche  umfaßt  228  ha,
von  denen  211  ha  mit  99  090  Kakaobäumchen  und
17  ha  mit  Kautschukbäumen  bepflanzt  sind.  Von
den  Kakaobäumchen  sind  ausgepflanzt  1899  39  375,
1900  42  030  und  1901  bis  zum  Schlusse  des  Berichtsjahres
  17  685  Bäumchen.  Die  verhältnißmäßig
geringe  Zahl  der  ausgepflanzten  Bäume  des  ersten
Halbjahres  1901  hat  ihre  Ursache  in  der  Inanspruchnahme
  der  Arbeiter  für  das  nothwendig  gewordene
  Nachpflanzen  vieler  jungen  Pflänzlinge,
welche  beim  ersten  Herausschießen  durch  Ratten  abgefressen
  wurden.  Inzwischen  sind  durch  Anwendung
geeigneter  Maßregeln,  Vertilgungsmittel  gegen  die
Ratten,  Auspflanzen  der  jungen  Pflänzlinge  im  Bastkörben
  und  Ueberdecken  mit  Drahtnetzen,  gute  Resultate
  erzielt.  Die  Bäume  des  1899er  Bestandes
hatten  bereits  reichlich  Blüthen  angesetzt,  welche
jedoch  abgestreift  wurden,  um  die  Bäume  nicht  durch
frühzeitiges  Fruchtansetzen  zu  schwächen.  Von  den
mit  Kautschukbäumen  bepflanzten  17  ha  sind  13,20  ha
mit  3960  Kickxia  elastica  bepflanzt.  Diese  gedeihen,
  nachdem  sie  in  der  letzten  Trockenzeit  fast
sämmtliche  Blätter  abgeworfen  hatten,  jetzt  ausgezeichnet,
  besonders  an  den  Stellen,  wo  nicht  zu
viel  Schatten  ist.  Die  Pflanzen  haben  jetzt  zum
Theil  eine  Höhe  von  1.80  m  erreicht.  Größere
Anbauversuche  sollen  mit  Castilloa  elastica  gemacht
werden,  zu  welchem  Zwecke  400  000  Samen  bei
Herrn  Koschny,  San  Carlos,  Costa  Rica,  bestellt
wurden.  Die  Keimfähigkeit  der  bisher  gesammelten
Samen  hatte  dadurch  gelitten,  daß  sie  zu  lange
unterwegs  waren,  doch  gelang  es  immerhin,  größere
Mengen  in  Hamburg  anzuzüchten,  welche  dann  in
Wardschen  Kästen  ausgesandt  wurden.  Außerdem
wurden  kleinere  Versuche  mit  verschiedenen  der
Pflanzung  durch  das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee
aus  den  Sendungen  der  Exvedition  nach  Centralund
  Südamerika  (Dr.  Preuß)  überwiesenen  Nutzpflanzen
  gemacht.  Es  gedeihen  hiervon  gut  Herea

Drasiliensis,  Mascarenhasia  elastica,  Guttapercha-746



 

—-  —  —  —  —  —

 

pflanze  (Tabernacmontana  Donnell  Smithii)  aus

Guatemala,  Cassia  fistula  und  Cassia  brasiliensis,
Inga  edulis  Guabo  de  behuco  und  IUnga  sp.
Guabo  de  machete  (Schattenbäume  für  Kakao),
Garcinia  indica  (Fettsamen)  und  Garcinia  Loureiri
(Gummigutt),  Swietenia  Mahagoni  und  Toluifera
Pereirae  (Perubalsam).  Die  Pflanzung  beschäftigte
durchschnittlich  200  Arbeiter,  darunter  allerdings
100  Lagos-Leute,  doch  werden  jetzt  ouch  mehr
Balundu-Leute  beschäftigt.  Die  Letzteren  eignen  sich
für  leichte  Arbeiten  ganz  gut.  Das  Plantagen-Betriebskonto
  vom  1.  Juli  1900  bis  30.  Juni  1901
beträgt  für  Ausgaben  85  837,63  Mk.,  und  zwar
für  Aussendungen,  Löhne  2c.  65  325,67  Mk.,
Handlungsunkosten  11  698,64  Mk.,  Gehälter  der
Angestellten  in  Afrika  8813,32  Mk.;  die  Einnahmen
aus  Zinsen  betragen  10  716,15  Mk.;  der  Saldo  von
75  121,48  Mk.  wird  auf  das  Plantagenkonto  übertragen.
  Die  im  Geschäftsjahr  für  die  Pflanzung
aufgewendeten  Mittel  sind  im  Verhältniß  zu  den
geleisteten  Arbeiten  als  niedrig  zu  bezeichnen.  Tie
Ausgaben  sind  auch  dem  Gesellschaftskapital  angemessen
und  derartig  berechnet,  daß  auf  alle  Fälle  bis  zur
Rentabilität  der  Pflanzung  damit  ausgereicht  wird.
Die  Bilanz  schließt  per  30.  Juni  mit  561.068,14  Mk.
in  Aktive  und  Passive  ab.  Die  Aktiven  betragen:
  Terrainkonto  151  468  Mk.,  Plantagenkonto
178  084,76  Mk.  (einschl.  75  121,48  Mk.  Uebertrag
per  30.  Juni  1901),  Bankguthaben,  Depotkonto  und
Kassakonto  230  417,18  Mk.,  Diverse  Debitores
1098,20  Mk.;  die  Passiven  betragen:  Kapitalkonto,
eingefordert  50  pCt.,  550  000  Mk.,  Assekuranzkonto
38,97  Mk.,  diverse  Creditores  (Guthaben  der  Angestellten)
  11  029,17  Mk.  Dem  am  28.  Mai  d.  J.
verstorbenen  Pflanzungsleiter  Herrn  R.  Stammler
widmet  der  Vorstand  einen  warmen  Nachruf.  Als
Leiter  der  Pflanzungen  ist  nunmehr  Herr  Karl  Eigen
angestellt,  welchem  vier  Assistenten  zur  Seite  stehen.
(Tropenpflanzer.)

Togo.
Cogo·  bandels-  und  Plantagengesellschast  m.  b.  b.

Durch  Umwandlung  der  seit  1899  im  Schutzgebiet
  thätigen  Firma  Patzer  &amp;amp;  Schuldt  in  eine
Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftpflicht  ist  die  Togo-Handels=
  und  Plantagengesellschaft  Ende  August  begründet.
  Die  Firma  Patzer  &amp;amp;  Schuldt  hat  in
Wuamme  bei  Agome-Dongbe  im  Misahöhe-Bezirk
mehrere  hundert  Hektar  geeignetes  Plantagenland
pachtweise  erworben  und  im  Laufe  von  1½  Jahren
dort  etwa  30  Hektar  mit  Kautschuk=  (Kickrio)  und
Kakaobäumen  bepflanzt.  Das  durch  die  neu  eingetretenen
  Gesellschafter  H.  R.  Dannenberg  und
F.  L.  Eddelbüttel,  beide  Kaufleute  in  Hamburg,
baar  eingezahlte  Kapital  beträgt  100  000  Mk.  Vorgesehen
  ist  die  Umwandlung  der  Gesellschaft  in  eine
Kolonialgesellschaft  und  Erhöhung  des  Kapitals  auf
500  000  Mk.  Ein  Prospekt  mit  Aufforderung  zu
Zeichnungen  wird  demnächst  durch  die  Gesellschaft
        <pb n="799" />
        versandt  werden.
außer  Handelsbetrieb  in  Westafrika  die  Anlage  von
Pflanzungen  in  Togo,  insbesondere  von  Kautschuk,
Kakao,  Tabak  und  Baumwolle.  Die  Gesellschaft
wird  durch  zwei  Geschäftsführer  rechtsverbindlich
vertreten;  zu  Geschäftsführern  in  Hamburg  sind  die
Herren  Hermann  Reinhold  Dannenberg  und  Friedrich
Louis  Eddelbüttel  ernannt,  die  Leitung  der  Geschäfte
und  Pflanzungen  haben  die  Herren  Patzer  &amp;amp;  Schuldt
übernommen,  Herr  Patzer  war  vor  seiner  Thättgkeit
im  Schutzgebiet  11  Jahre  kaufmännisch  im  Kongogebiet
  thätig,  Herr  Schuldt  ist  bereits  seit  mehreren
Jahren,  zuletzt  selbständig  in  Togo,  als  Kaufmann
und  Pflanzer  beschäftigt.  Der  Sitz  der  Gesellschaft
ist  Hamburg,  Heintze-Hof.  („Tropenpflanzer.“)

 

Deutsch-Züdwelkafrika.

Aus  dem  nördlichen  Raokofeld.

Der  Distriktschef  von  Zeßfontein,  Oberleutnant
Franke,  berichtet  über  eine  Reise  in  das  nördliche
Kaokofeld,  die  er  in  Begleitung  von  vier  Reitern
und  drei  Eingeborenen  am  7.  Mai  d.  Is.  von  Zeßfontein
  aus  unternommen  hat.  Nach  einer  Schilderung
  der  Beschwerlichkeiten  des  Rittes  von  Zeßsontein
  nach  Ompepera  —  wo  gutes,  anbaufähiges
Land  gefunden  wurde  —  und  von  dort  zurück  nach
Sanitatas  fährt  der  Bericht  fort:

In  Sanitatas  gönnte  ich  den  müden  Pferden
zwei  Ruhetage  und  ließ  die  mitgenommenen  Reserveeisen
  ausschlagen.  Am  24.  Mai  marschirten  wir  in
nordöstlicher  Richtung  weiter  und  gelangten  am
anderen  Mittag  nach  Omutati  im  Hoarusib.  Von
hier  aus  führt  der  Weg  den  Hoarusib  aufwärts  bis
Otju,  wo  wir  Wasser  ausgemacht  haben.  Die  Ufer
sind  mit  fast  undurchdringlichem,  urwaldartigem
Baum=  und  Strauchwuchs  bestanden.  Der  Weg
aber  ist,  abgesehen  von  einigen  Durchquerungen  des
eigentlichen  Flußbettes,  ziemlich  gut,  da  er  auf  den
harten,  kiesigen  Halden  des  Thales  entlang  führt.
Jetzt  verläßt  der  Weg  das  Flußbett  und  führt  über
Ouganga,  Oruandje  nach  Kaoko-Otavi,  das  wir  am
28.  Mai  vormittags  erreichten.  Bei  Kaoko-Otavi
haben  wir  zahlreiche,  ganz  frische  Elefantenspuren
gefunden;  hier  scheint  etwa  die  südliche  Grenze  des
Elefantenreviers  zu  liegen.  Die  Wasserstelle  liegt
an  einem  Bergabhange,  der  Platz  selbst  ist  eng  von
Bergen  umschlossen.  Zwei  Hausruinen,  Wagenreste
und  Schießhütten  am  Wasser,  die  ich  übrigens  fast
an  jeder  Wasserstelle  gefunden  habe,  bezeugen,  daß
der  Platz  jedenfalls  früher  von  Buren  oder  Portugiesen
  bewohnt  war.  Von  hier  ab  ging  der  Marsch
in  südwestlicher  Richtung  weiter,  die  Berge  öffnen

sich  allmählich,  und  die  Landschaft  geht  schließlich  in
Von

die  große  Fläche  des  Ovambo  Landes  über.
Ombombo  aus  war  ich  gänzlich  auf  Augen=  und
Spürsinn  angewiesen,  denn  der  Führer  kannte  diese

Der  Zweck  der  Gesellschaft  ist

747

 

 

»Welt«  nicht  mehr,  und  die  Wagenspuren  verschwanden
  streckenweise  gänzlich.  Am  1.  Juni  gelangten
  wir  nach  einer  Wasserstelle,  die  ich  für  Otjituntua
  angesprochen  habe;  sie  liegt  unmittelbar  an
der  Grenze  des  Kaokofeldes,  wie  ich  mich  von  der
Höhe  eines  Berges  ous  überzeugt  habe,  von  der
aus  man  weit  ins  Ovambo-Land,  wo  jede  Bergbildung
  aufhört,  hineinblicken  konnte.  Auch  Otjituntua
  ist  früher  von  Weißen  bewohnt  gewesen,  was
verfallene  Steinhäuser  und  Steinkrähle  beweisen.
Am  1.  und  2.  Juni  ritten  wir  auf  der  Fläche  am
Rande  des  Gebirges  entlang  und  gelangten  am
Abend  nach  einer  Wasserstelle,  die  am  nächsten
Morgen  von  dem  Führer  als  Kowares  erkannt
wurde.  Von  Kowares  führt  ein  Weg  nach  Karoß
in  südöstlicher  Richtung.  Meine  anfängliche  Absicht,
diesen  zu  benutzen,  gab  ich  auf,  da  der  Führer
einen  kürzeren  in  südwestlicher  Richtung  durch  die
Berge  zeigen  wollte  und  einzelne  der  Pferde  große
Müdigkeit  zeigten.  Schließlich  sind  wir  zu  Fufß,
die  Pferde  hinter  uns  herziehend,  om  Nachmittage
des  5.  Juni  im  Eingange  der  Gowarib-Schlucht
angelangt.  Von  hier  aus  benutzte  ich  den  üblichen
Weg  über  Warmbad  nach  Zeßfontein,  wo  wir  am
7.  Juni  eintrafen.

Auf  der  ganzen  Reise  haben  wir,  abgesehen  von
einigen  Ovatjimba  in  Purrhos,  Kleinviehwächtern
der  Hottentotten,  und  der  Werft  Kasupis,  keinen
Eingeborenen  gesehen.  Diese  Verhältnisse  sind  in
der  Hauptsache  auf  die  mehrere  Jahre  andauernde
Dürre  des  Kaokofeldes  zurückzuführen.  Ein  gutes
Regenjahr  dürfte  eine  wesentliche  Besserung  bringen.
Daß  die  Löwen  im  Kaokofelde  eine  große  Gefahr
für  die  Pferde  bildeten,  habe  ich  nicht  beobachten
können.  Obgleich  mehrfach  Löwen  nachts  in  unmittelbarer
  Nähe  des  Weideplatzes  umherschlichen
oder  aus  größerer  Entfernung  brüllten,  haben  sich
die  Pferde  dadurch  nie  beunruhigen  lassen.  Sie
sind  auf  der  ganzen  Reise  nicht  einmal  gespannt
(gekniehalftert),  dagegen  immer  von  einem  Posten
bewacht  und  mit  helltönenden  Klingeln  ausgerüstet
gewesen.  Abtheilungen,  die  starke  Wachen  stellen
und  Feuer  unterhalten  lassen  können,  dürften  kaum
von  Löwen  belästigt  werden.

 

KHus  dem  Bereiche  der  WMissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Von  der  St.  Benediktus-Mission  in  Ostafrika
wird  in  einem  in  „Kreuz  und  Schwert"  veröffentlichten
  Briefe  des  P.  Anton  berichtet:

„Im  zweiten  Quartale  (April,  Mai  und  Juni)
wurden  auf  unserer  Lukuledi-Station  42  Kinder
und  50  Erwachsene  getauft.  Unter  den  Kindern  sind
solche  im  Alter  bis  zu  drei  Jahren.  Die  Negereltern,
  welche  sich  der  Mission  anschließen  und  zum
Katechumenenunterricht  kommen,  bringen  ihre  Kleinen
zur  Taufe,  diejenigen,  welche  das  dritte  Jahr  schon

3
        <pb n="800" />
        748

überschritten  haben  und  gesund  sind,  werden  zuerst

unterrichtet  und  zählen  dann  zur  Schuljugend;
deren  sind  in  obengenannter  Zahl  28.  Von  Apvril
bis  Mitte  Juni  trat  hier  im  Süden  von  Ostafrika
und  auch  in  unserem  Missionsdistrikte  Lukuledi  die
Pockenkrankheit  ziemlich  stark  auf.  Ende  Mai  erhielt
  ich  durch  die  Güte  des  Herrn  Stabsarztes
Dr.  Philipps,  der  nach  Songea  reiste,  Lymphe  und
habe  viele  Leute  geimpft.  Seit  Ende  Juni  ist  die
gefährliche  Krankheit,  Gott  sei  Dank,  in  unserer
Nähe  erloschen.  Aber  leider  muß  ich  noch  eine
Trauernachricht  melden:  unser  guter  Bruder  Siegfried
  ist  am  5.  Juli  infolge  Gallenfiebers  auf
unserer  Lukuledi-Station  gestorben.  Derselbe  kam
erst  am  30.  Mai  d.  Is.  aus  Europa  hier  an  und
hat  den  Br.  Meinrad  abgelöst,  der  einen  Europaurlaub
  nöthig  hatte."

Ueber  die  Station  am  Tanganjika-See  schreibt
P.  Daul  in  derselben  Zeitschrift:

„Vier  Jahre  sind  verflossen,  seit  die  Hügel  des
Kap  Mpimbue  unsere  Missionare  sich  im  Schatten

ihrer  schönen  Waldungen  niederlassen  saben.  Die
Lage  der  neuen  Mission  schien  außerordentlich

günstig,  um  dort  eine  Katechetenschule  zu  errichten:
gesundes  Klima,  fruchtbares  Land,  hübsche  Spaziergänge,
  Sce  und  Bach  zum  Fischfange  und  Ruder—
sport.  Unsere  jungen  Schüler  erfreuten  sich  hier
fröhlichen  Daseins,  bis  der  Herr  Bischof  sie  nach
Karema  rief,  um  dort  an  ihrer  Ausbildung  so  viel
als  möglich  selbst  zu  arbeiten.  Leider  konnte  unser
Oberhirt  nicht  lange  unter  den  Katechetenschülern

verweilen,  denn  einen  Monat  nachher  mußte  er
die  Reise  nach  Europa  unternehmen.  Mit
Rücksicht  auf  die  Emgeborenen  war  aber  im

Anfange  die  Lage  weniger  schön.  Der  Häuptling
  von  Karyarya  sammt  seinen  Kriegern  kam
eines  Tages,  um  die  Mission  anzugreifen.  Als

er  aber  sah,  daß  die  Weißen  nicht  schnell  genug

kapitulirten,  zog  er  sich  zurück,  ohne  Schaden  anzurichten.
  In  allen  Dörfern  wurde  verboten,  Nahrung
  in  die  Mission  zu  tragen  und  Geschenke  anzunehmen.
  Der  Durchmarsch  der  deutschen  Ossfiziere
von  Udschidschi  brachte  eine  Aenderung.  Jetzt  sahen
die  Leute,  daß  das  Land  wirklich  den  Deutschen
gehört;  bis  dahin  glaubten  sie,  die  Deutschen
wären  nur  ein  Gespenst,  dessen  die  Missionare  sich

bedienen,  um  den  dummen  Schwarzen  Schrecken
einzuflößen.  Als  kurz  darauf  der  Häuptling  von

Karyarya  starb,  ging  natürlich  von  Mund  zu  Mund
die  Sage,  er  wäre  von  den  Missionaren  bezaubert
worden.  Der  nachfolgende  Häuptling  gab  das
„  Moavis  (Gift)  einem  angeklagten  jungen  Sklaven,
der  glücklicherweise  das  Gift  ausspie  und  unversehrt
davon  kam.  So  wurde  überall  bekannt,  daß  die
Mission  keine  Schuld  am  Tode  des  verstorbenen
Häuptlings  habe.  Nach  und  nach  wurden  uns  durch
Uebung  der  chrustlichen  Nächstenliebe  die  Herzen  gewonnen.
  In  allen  Dörfern  wurden  wir  freundlich

 

empfangen,  und  die  Leute  kamen  zum  Unierr#e-.
sahen  ja  doch  nun  ein,  daß  sie  die  Weißen  us:
fjortjagen  können.  Fast  alle  jungen  Lcute  sind  ser;
Katechumenen,  selbst  dieienigen  von  Karyh#  —
Massentaufen  konnten  wir  bis  jetzt  noch  nicht  bee
denn  im  Allgemeinen  verlangen  wir  eine  viersebr-.
Vorbereitung.  Nun  aber  können  wir  dieses  X#1
mit  Gottes  Gnade  anfangen  zu  ernten,  was  wädevier
  harter  Jahre  ausgesäet  worden  ist.  Unser  Ter
das  ganz  von  der  Mission  gegründet  worden
zählt  jeßt  70  Haushaltungen,  die  alle  in  ne
Zeit  chrisliche  Familien  werden.  In  allen  erdi-Dörfern
  der  Landschaft  haben  wir  Katechuss#
die  sich  auf  die  heilige  Taufe  mit  Eifer  vorberei#- 



Den  in  der  Missionszeitschrift  „Gon  will  -
veröffentlichten  Skizzen  des  Apost.  Adminmicen-P.
  A.  Hartmann  aus  der  Gesellschaft  der  Laes
Bäter  über  Land  und  Leute  am  Tangandiscer
nehmen  wir:

.  Meine  Absicht,  nacheeingetretener  besserer:  Wilkern-t
das  Vikariat  zu  durchreisen,  um  unsere  weit  in
liegenden  Missionsstationen  zu  besuchen,  ist  nunr
wirklicht.  Nach  zweistündiger  Fahrt  von  Koreme  —
landete  ich  in  Utinta,  wo  ich  die  Freude  hatte.:
lieben  Konfratres  alle  bei  guter  Gesundheit  :.
treffsen.  Das  Bekehrungswerk  geht  dort  semen  11##..
sicheren  Gang,  der  durch  die  Lust  der  W  afibe
Arbeit  nicht  wenig  begünstigt  wird.  P.  Boyer
eben  eine  apostolische  Rundreise  vollendet,  dabe#
abgelegene  Dörser  besucht,  und  wir  freuten  uns:
hören,  wie  alle  diese  Heiden  zur  Evangelisatior  .
sind  und  nach  Unterricht  verlangen.  Wrr  fr##
weiter  nach  Kirando.  Der  malerische  Gelf.
Grün  seiner  Inseln,  die  goldig-reifen  Sorghet
der  Ebene;  hier  St.  Johann,  dort  auf  dem  S.
der  ragende  Thurm  von  St.  Franz  Taver,  üt#
fleißige  Hände,  treibendes  Christenthum.  Gebet=Schule
  in  jedem  Dorfe,  über  300  Postulanten
Katechumenen;  o  sei  gegrüßt  und  gesegnet,  Kir
Niemand  weiß  um  unsere  Ankunft.  Aus  2-Schulen
  tönt  uns  das  allbekannte  Schülerher#:

entgegen.  Bald  strömt  die  Jugend  ins  Freie.
winke  den  ersten  besten,  schwarzen  Knirps  ber-Hier,
  liese  und  er  liest  geläufig  und  len-Die

  Fesonane  sind  augenblicklich  alle  wobl,
der  greise  Superior  leidet  an  schweren  Wunder-  *r
den  Beinen  und  bewegt  sich  schmerzvoll.  Bir
Karl  baut  ein  neues  Schwesternhaus.  Von  Kiur--nach
  Kala  ist  eine  Fahrt  von  drei  Tagen.
zweite  Rast  wurde  in  der  Bucht  von  Pembe
halten.  Pembe  ist  ein  großes,  wohlhabendes  7.
mit  reinlichen,  geschmackooll  gebauten  Hütten,  deman
  ansieht,  daß  die  Wafipa  in  der  Bankunst
Missionaren  etwas  ablernen  wollen.  Die  F..
sind  wohlgepflegt,  namentlich  steht  der  Tabak
und  ist  von  guter  Qualität.  Das  Chrnstent2#-blüht
  hier  so  gedeihlich,  daß  P.  Randabel  sich  2
nöthigt  sieht,  bald  eine  Filialkapelle  zu  bauen.“
        <pb n="801" />
        Aus  Kamerun  berichtet  der  „Eoangelische
Herdenbote“:  „Eine  Konferenz  unserer  Schulbrüder
in  Kamerun  hat  die  Frage  nach  der  Nothwendigkeit
Teutschen  Unterrichtes  in  Kamerum  behandelt  und
diese  Nothwendigkeit  damit  begründet,  daß  die
Kcantniß  des  Deutschen  zur  allgemeinen  Bildung
cehöre,  daß  man  die  Pflicht  habe,  den  Schülern
de  Erlangung  einer  Lebensstellung  zu  erleichtern,
daß  die  Konkurrenz  anderer  Schulen  dazu  nöthige,
und  daß  es  gelte,  den  Schülern  mit  der  Zeit  die
Deutsche  Litteratur  zugänglich  zu  machen.  Auch  das
Romitee  ist  der  Ueberzeugung,  daß  für  Schüler,  die
eine  höhere  Bildung  erlangen  sollen,  die  Kenntniß
der  Deutschen  Sprache  unumgänglich  nothwendig  sei.
Es  muß  deshalb  dem  Unterricht  im  Deutschen  die
gebührende  Aufmerksamkeit  geschenkt  werden;  daacgen
  ist  cs  nicht  rathsam,  das  Deutsche  zur  eigentsnrcen
  Unterrichtssprache  zu  erheben,  weil  der  so
errheilte  Unterricht  von  den  Schülern  kaum  gehörig
verstonden  und  innerlich  angeeignet  werden  könnte."“

Die  Ordination  zweier  Evhe-Pastoren  in  Ho
Togo)  beschreibt  das  „Monatsblatt  der  Norddeutschen
  Missionsgesellschaft“:  „Unter  unseren  eingeborenen
  Gehülfen  war  bisher  nur  ein  ordinirter
Pastor,  Rudolf  Mallet  (jetzt  in  Ho),  der  seit  1872
in  unseren  Diensten  steht.  So  nothwendig  es  ist,
daß  die  Mission  möglichst  bald  mit  eingeborenen
Gehülfen  zu  arbeiten  beginnt,  selbst  wenn  dieselben
cuch  noch  schwach  sind,  so  wichtig  ist  es  jedenfalls
mit  der  Ordination,  d.  h.  mit  der  Uebertragung  des
vollen  geistlichen  Amtes,  vorsichtig  zu  Werke  zu
gehen,  damit  nicht  die  Würde  des  Amtes  und  die
Sache  des  Evangeliums  Schaden  leide  Unsere
Biuder  hatten  die  Freudigkeit,  im  Januar  auf  der
Generalkonferenz  die  Ordmation  zweier  Gehülsen,
Adolf  Lawoc  und  Samuel  Newell,  zu  beantragen.
Am  23.  Juni  hat  die  Ordination  in  Ho  stattgesunden.
  Auch  als  ordinirte  Prediger  werden  dieselben
  weiter  unter  der  Leitung  der  Missionare
stehen  und  mehr  und  mehr  in  die  Aufgaben  ihres
Amtes  hineinwachsen.

Durch  ordinirte  Gehülfen  wird  viel  gewonnen.
Können  sie  selbstverständlich  nicht  gleich  selbständige
Pastoren  sein,  die  Ordination  tüchtiger  Gehülfen
bilst  den  Weg  bahnen  zum  Ziele  der  Missionsarbeit,
  der  Gründung  einer  felbständigen  nationalen
Kirche  mit  eingeborenen  Pastoren.  So  wenig  die
Ordination  den  Anschein  einer  Belohnung  für  treue
Dienste  bekommen  darf,  so  liegt  in  der  Erreichung
dieses  Zieles  kein  geringer  Ansporn  für  die  Gebülfen,
  der  um  so  weniger  bedenklich  ist,  als  mit
der  Ordination  keine  Erhöhung  des  Gehaltes  stattsindet,
  dieses  sich  vielmehr  nur  nach  dem  Dienstalter
richtet.  Den  Missionaren  erwachsen  aus  den  ordinirten
  Pastoren  sehr  nöthige  Gehülfen  für  die
Gemeindearbeit.  Gerade  im  Evhe-Lande,  wo  die
CEuropäer  so  viel  unter  den  Einflüssen  des  Klimas
zu  leiden  haben,  ist  die  Herbeiführung  einer  wirk-749



 

samen  und  allseitigen  Unterstützung  der  Missionare
durch  Eingeborene  besonders  wünschenswerth.  Für
die  Zeiten  vorübergehender  schwacher  Besetzung  des
Missionsfeldes  mit  Europäischen  Arbeitskräften  können
eingeborene  ordinirte  Gehülfen  geradezu  unentbehrlich
und  für  den  ganzen  Bestand  der  Arbeit  von  der
größten  Wichtigkeit  werden.  Für  solche  schweren
Aufgaben  gilt  es  aber  die  Kräfte  bei  Zeiten  zu
rüsten.“

Ueber  den  Einfluß  des  deutsch-südwestafrikanischen
Eisenbahnbaues  auf  die  Entwickelung  von  Otjimbingue
  und  Karibib  lesen  wir  in  den  „Berichten
der  Rheinischen  Missionsgesellschaft“:

„Infolge  des  Bahnbaues  haben  Otjimbingue  und
Karibib  ihre  Rollen  vollkommen  getauscht.  Missionar
Olvpp  schreibt  darüber  u.  A.:  ?  Otjimbingue  ist  ein
stilles  Landstädtchen  geworden,  während  die  bisher
wenig  bekannte  und  genannte  Filiale  Karibib  in
wenigen  Monaten  zu  emem  frisch  aufblühenden
Handels=  und  Verkehrsplatze  geworden  ist,  der  jetzt
bereits  eine  Entwickelung  aufweist,  wie  ihn  Otjimbingne
  selbst  in  seinen  besten  Jahren  nicht  zu  verzeichnen
  hatte.  Es  scheint,  als  ob  die  Mutterstation
und  ihre  Tochter  gegenseitig  die  Rollen  gewechselt
hätten,  und  das  Alles  infolge  der  Eisenbahn,  die
seit  Mitte  des  vergangenen  Jahres  durch  Karibib
führt.  Wenn  man  heute  durch  Karibib  kommt,  die
lange  Reihe  Kaufläden  und  Wohnhäuser,  den  großen
massiven  Bahnhof,  den  mächtigen  Reparaturschuppen
sieht,  in  denen  ständig  60  weiße  Arbeiter  angestellt
sein  werden;  wenn  man  ferner  alle  die  Anlagen
sieht,  die  mit  einer  Eisenbahnstation  größeren  Stils
verbunden  sein  müssen,  und  dann  das  geschäftige
Leben  und  Treiben  beobachtet,  das  sich  Tag  für
Tag  auf  dem  Platze  abspielt,  dann  zweifelt  man
nicht  mehr,  daß  Karibib  ein  neuer  Haupt=  und
Centralpunkt  im  Lande  geworden  ist,  dessen  Bedeutung
  auch  später  nicht  wieder  zurückgehen  wird.
Es  erscheint  ebenso  zweisellos,  daß  die  eingeborene
Bevölkerung  Karibibs  stets  eine  solche  Höhe  aufweisen
  wird,  daß  es  ein  Unrecht  wäre,  namentlich
den  zahlreich  von  Otjimbingue  nach  Karibib  übergesiedelten
  eingeborenen  Christen  gegenüber,  wenn
wir  nicht  jetzt  auch  das  Unsere  thäten,  den  Leuten
dort  einen  Halt  zu  geben,  sei  es  durch  Stationirung
eines  von  der  Gesellschaft  zu  erbittenden  Bruders
oder  wenigstens  vorläufig  durch  Anstellung  eines
charakterfesten  Evangelisten,  der  vor  Allem  der  Namasprache
  mächtig  sein  und  auch  im  Stande  sein  müßte,
Schule  abzuhalten.¾  —  Dennoch  ist  es  nicht  so,  als
wenn  durch  diese  Verschiebung  der  äußeren  Verhältnisse
  eine  Arbeit  in  Otjimbingue  selbst  überflüssig
geworden  wäre.  Im  Gegentheile,  der  Platz  scheint,
nachdem  er  aufgehört  hat,  als  Handelsplatz  für
Weiße  eine  Rolle  zu  spielen,  wieder  mehr  Bedentung
für  die  Eingeborenen  erhalten  zu  sollen.  Es  werden
zweifellos  wieder  mehr  Leute  aus  dem  Felde  auf
den  Platz  ziehen,  namentlich  Herero,  und  diese  Leute
        <pb n="802" />
        werden  wieder  mehr  Vieh  am  Platze  halten  können,
ohne  fürchten  zu  müssen,  daß  die  Weide  für  dasselbe
  ihnen  durch  Tausende  von  Transportochsen,
wie  früher,  beschränkt  wird.  So  scheint  Otjimbingue
gerade  durch  die  neuen  Verhältnisse  wieder  ein  mehr
ausschließlicher  Missionsplatz  werden  zu  sollen.“

RKus  fremden  HKolonien  und
Produktionsgebieten.

Bankinstitut  in  Französisch-Westafrika.

In  der  am  15.  August  d.  Is.  erschienenen  Nr.  16
des  Journal  OÖfflciel  de  la  Colonie  du  Dahomey
et  des  Dépendences  wird  eine  Verordnung  des
Präsidenten  der  Französischen  Republik  vom  29.  Juni
d.  Is.  veröffentlicht,  wonach  ein  Bankinstitut  unter
dem  Namen  Banque  de  l-Afrique  occidentale
begründet  und  mit  dem  Privileg  ausgestattet  wird,
als  Emissions-,  Darlehns=  und  Eskomptebank  sämmtliche
  ihr  durch  ihre  Statuten  erlaubten  Bankgeschäfte
im  Senegal,  in  Französisch-Guineo,  der  Elfenbeinküste,
  Dahomey,  im  französischen  Kongo  und  den  von
diesen  Kolonien  abhängigen  Protektoraten  und  in  den
fremdländischen  Gebieten  der  westafrikanischen  Küste
zu  betreiben.

Aus  den  der  Verordnung  angesügten  Statuten
der  Bank  ist  ersichtlich,  daß  die  neue  Bank  sich  als
eine  Umgestaltung  bezw.  Erweiterung  der  bisher  bestandenen,
  am  1.  Juli  d.  Is.  in  Liquidation  getretenen
Banque  de  Sénégal  darstellt.

VDon  der  Uganda-isenbabn.
Nach  einem  neuerdings  veröffentlichten  amtlichen

750

 

Berichte  soll  die  Uganda-Eisenbahn  den  Viktoriasee

im  Oktober  erreichen.

Jahres  zu  erwarten  sein.  Bis  zum  Monat  Juni
1902  hofft  man  das  Werk  in  der  Hauptsache  fertig
zu  stellen.  (ihe  Railroad  Gazette.)

Der  Außenhandel  von  Britisch-stafrika  im  Fiskaljahre
April  r2900  bis  Ende  März  190g.

Nach  einem  von  dem  Gouverneur  der  englischostafrikanischen
  Besitzungen  kürzlich  veröffentlichten
Bericht  belief  sich  die  Gesammteinfuhr  des  britischen
Schutzgebietes  in  Ostafrika  in  der  Zeit  vom  1.  April
1900  bis  Ende  März  1901  dem  Werthe  nach  auf
444  142  8S  gegen  442  794  #&amp;amp;  im  Vorjahre.  Die
Ausfuhr  war  in  derselben  Zeit  wesentlich,  und  zwar
von  121  686  82  im  Jahre  1899/1900  auf  83959  K
im  Jahre  1900/1901  zurückgegangen.  Auf  die  einzelnen
  in  Betracht  kommenden  Waarenartikel  vertheilte
sich  die  Einfuhr  folgendermaßen:

Die  Eisenbahnverbindung  mit

dem  genannten  See  wird  noch  vor  Ablauf  dieses  gegen

 

 

1900/1901  1899/1900
+  #

Textilwaarren  97580  108  101
Lebensmittel  (provisions)  73  873  60  700
Rees.  53587  70  306
Getreide  und  Mehl  45  925  62  453
Spirituosen  .  27120  22071
Baumaterialien  23  526  20  486
Eisen=  und  Glaswaaren.  12  623  14  108
Alle  anderen  Artikel  109  908  84  569
Zusammen  444  142  442  794.

Bei  der  Ausfuhr  bildet  Elfenbein  das  Haurhandelsobjekt,
  und  zwar  wurden  davon  aus  Ugandim
  Jahre  1900/1901  für  25  385  4  gegen  30  2728
und  aus  dem  übrigen  Theil  des  Protektorats  fi#
15  652  K  gegen  37  320  E  im  Vorjahre  expomir:.
Ferner  gingen  im  Jahre  1900/1901  noch  Kautsck
im  Werthe  von  10  265  E  (17  382  im  Vorjab:n
Häute,  Hörner  r2c.  im  Werthe  von  7227  (10  225  #
und  andere  Artikel  im  Werthe  von  25  130  (26  487  .  M
ins  Ausland.

(Nach  The  Board  of  Trade  Journal.“

Außenhandel  des  französischen  Rongogebiets
im  Jabre  1900.

Die  Einfuhr  nach  dem  französischen  Kong—
gebiet  erreichte  im  Jahre  1900  einen  Werth  ##-10
  554  863  Francs  gegen  6690  263  Francs  ir
vorhergehenden  Jahre  und  4  844  234  Francs  #
Jahre  1899.  An  der  Einfuhr  1900  waren  22
wichtigeren  Länder  mit  folgenden  Werthen  betheilie-Frankreich
  mit  4  862  922  Fr.,  Großbritannien  tr:
3  025  187  Fr.,  Deutschland  mit  1  119  910  Kr.
Belgien  mit  730  000  Fr.  und  die  Niederlande
500  000  Fr.  Kleinere  Lieferungen  erfolgten  ##
aus  den  benachbarten  Kolonien  und  aus  den  Bueinigten
  Staaten.

Die  Ausfuhr  bewerthete  sich  auf  7  539  515  K
6  625  041  Fr.  im  Jahre  1899  ur
5  695  304  Fr.  im  Jahre  1898.  Sie  richtete  /#
im  Jahre  1900  mit  2  608  242  Fr.  nach  Frankreit
mit  1  800  000  Fr.  nach  Belgien,  mit  1  714  633  zr
nach  Großbritannien,  mit  617  822  Fr.  nach  Deut
land  und  mit  600  000  Fr.  nach  den  Niederlaonder.
Den  Rest  der  Ausfuhr  erhielten  der  Kongostaat  urd
das  portugiesische  Kongogebiet.

(La  Dépeche  Coloniale.)

Ausfuhr  von  Branntwein  aus  Angola  und  Mozambicne.

Eine  Verordnung  vom  2.  Sepember  1901  be
stimmt  u.  A.:

Der  in  den  Provinzen  Angola  und  Mozambihu
erzeugte  und  nach  einheimischen  oder  fremden  Hefen
zur  Ausfuhr  gelangende  einfache  Alkohol  und  Branzwein
  hat  Anspruch  auf  Rückvergütung  der  in  diesen
Provinzen  auf  Grund  der  Verordnungen  vom  7.  und
        <pb n="803" />
        19.  Juli  1900  erhobenen  Erzeugungssteuer.*)  Der
Egxqporteur  hat  den  Betrag  der  Fabrikationssteuer,
iwelcher  der  auszuführenden  Branntweinmenge  entspricht,
  zu  hinterlegen  oder  für  die  Zahlung  des
Betrages  durch  Wechsel  guter  Firmen  mit  sechsrmmonatlicher
  Verfallzeit  Sicherheit  zu  bestellen.  Der
in  den  Kolonien  erzeugte  einfache  Alkohol  und  Branntwein
  hat  bei  der  Einfuhr  nach  den  Provinzen  San
Thomé  und  Principe  einen  Zoll  gleich  dem  Betrage
der  Steuer  auf  Branntwein  einheimischen  Ursprungs
-zu  entrichten.  Die  Einfuhr  von  Rohstoffen  zur  Bereitung
  von  Alkohol  und  Branntwein  nach  der  Prowinz
  Angola  wird  in  derselben  Weise  verboten,  wie
dies  für  die  Provinz  Mozambique  durch  die  Verordnung
  vom  19.  Juli  1900  und  für  die  übrigen
überseeischen  Zollstellen  Afrikas  durch  die  Verordnung
vom  25.  April  1895  77)  geschehen  ist;  unter  diese
Bestimmung  sind  Maschinen,  Apparate,  Reagentien
und  Essenzen,  die  zur  Bereitung  von  Alkohol  und
Branntwein  dienen  sollen,  nicht  einbegriffen,  dieselben
haben  jedoch  die  entsprechenden  tarifmäßigen  Zölle
zu  entrichten.  Die  Befreiung  von  Ausfuhrzöllen,
welche  durch  Artikel  3  der  gedachten  Verordnung
wom  19.  Juli  1900  für  den  in  der  Provinz  Mozambique
  erzeugten  Alkohol  und  Branntwein  gewährt
wird,  wird  auf  die  Provinz  Angola  ausgedehnt.
Allohol-  und  Branntwein-Fabrikanten  der  Provinz
Angola  dürfen  die  Flaschen  und  Gebinde  aus  Eisen
oder  Holz,  in  denen  sie  den  von  ihnen  erzeugten
Ollkohol  ausgeführt  haben,  unter  gewissen  Bedin-Zungen
  zollfrei  wieder  einführen.

Einfacher  Alkohol  und  Branntwein  kolonialer
Erzeugung  hat  bei  der  Einfuhr  nach  dem  Königreich
(Portugal)  und  den  anliegenden  Inseln  die  in  Artikel
  73  der  Verordnung  vom  14.  Juni  1901  7W)
festgesetzten  Abgaben  zu  zahlen  und  unterliegt  den
Bestimmungen  der  88  1  und  2  dieses  Artikels.

(Diario  do  Governo.)

——  —  ——

Perschiedene  Wittheilungen.
Der  dandel  Pamburgs  mit  den  deutschen  Schutzgebieten
im  Jahre  1900.

Die  soeben  erschienenen  Tabellarischen  Uebersichten
  des  Hamburgischen  Handels  im  Jahre  1900“
geben  über  den  Handel  Hamburgs  mit  den  deutschen
Schutzgebieten  folgende  Zahlen:

A.  Einfuhr  im  Jahre  1000.
Aus  Deutsch-Südwestafrika.

43  Werth:  Mk.
Kupfererze  98  2200
Lebende  Thiere  —  2  420
Seehunds-  und  Robbenfelle  46  6  040

 

*)  Deutsches  Handels-Archiv  1900  I.  S.  722.
2  Deutsches  Handels-Archiv  1895  I.  S.  467.
*)  D.  Handels-Archiv  1901  (Augustheft)  I.  S.  652.

751

 

 

 

4d2  Werth:  Mk.

Fertiges  Pelzwerk  kg  140  2  450
Hirsch=  und  Rehhörner  .  23  7700
Ammoniakhaltiger  Guano  19  606  219  500
Schmuckfedern  .  kg  484  37790
Schafwolle  .  20  4360
Naturalien  und  Kuriositäten  47  21170
Andere  Waaren  —  10  050
Passagiergut.  ....  49  15  910
Zusammen  20  003  329  580

1899  18  363  256  870

1898  11561  177  080

1897.  1  663  83  610

18966.  3827  94  600

Aus  Deutsch-Westafrika

(Togogebiet  und  Kamerun).

 

d2  Werth:  Mk.
Kakao  .  3097  406  480
Roher  Tabak  252  61  000
Kolanüsse  279  11  200
Rothholsz  638  12  700
Medizin.  Wurzeln,  Rinden  ꝛc.  60  4  420
Gummi  Kopal  .  96  8900
-  elasticum  ..  ..58542918510
Elefantenzähne  und  Elsenbein  516  741640
Palmöl  .  .17565843410
Ebenholz  .  2262  55  670
Palmkerne  87  079  1  943  110
Blumen,  Blüthen  2c.,  fr.  u.  getr.  86  2  670
Andere  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  —  7790
Naturalien  und  Kariositäten  95  23  920
Andere  Waaren.  .  —  1710
Passagiergut  ....  95  14  610
Zusammen  118  209  7  057740
1899  114  706  6  741  890
1898.  99  692  5  116  130
1897.  63  321  3  088  050
1896.  96  861  3  378  940

Aus  Deutsch-Ostafrika.
dz  Werth:  Mk.
Kaffee.  .  .  1479  141  040
Medizin.  Wurzeln,  Rinden  rc.  610  15  380
Gummi  Kopal  .  88  30  110
-  elasticum  .  1  457  994  610
Halbedelsteine  kg  550  10  000
Lebende  Thiere  .  —  7050
Elefantenzähne  und  Elfenbein  32  55  560
Perlmutterschalen  21  1  730
Wachs  235  66  340
Speiseöle.  .  87  5  600
Nutzhölger  2  728  29  830
Bast  und  andere  *  41  1  990
Rohe  Stöcke  53  2240
Erdnüsse  84  2340
Manilahanf,  Sisal  c..  152  9870
Schafwolle  .  97  16  830
Andere  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  —  5  490

4
        <pb n="804" />
        —  75

d  Terb=  Mk.
Naluralien  und  Kuriositaten.  .  178  28  990

Andere  Naaren  —  860

Pasfegiergtt  .  .  .  11094  19  380

 

Zusammen  7  654  1445140.

1899  7  129  1267  090
1898  6  955  1  039  910
1897.  5917  997720
1896.  4200  1  048  080

Aus  dem  Bismarck-Archipel.

 

d:  Verth:  Mk.

Tabat..  .  .  .  68368  50  120
Perlmutterschalen  84  10  550
Schildppat  44s  310  6  850
Koora  1  935  19  950
Schildkrötenschalen.  kg  2707)  4820
Zusammen  2  025  72290

1899  80  22  620

1898.  278  13  540
1897.  502  34200
1896.  9988  278240

Aus  Neu-Guinea.
dz?  Werth:  Mk.

 

Perlmutterschalen  kEkg  500  1  200
Nutzhöler  487  6  630
Zusammen  492  7830

1899  228  4580

1898  27  1  390

Aus  den  Karolinen-Inseln.

d  Werth:  Mk.

Koorea  6842  208  700
Steinnüäse  528  11  200

 

Passagiergut..  .  .  4g  110  780
Zusammen  7372  220  680
1899  130  4  310

1898  123  3  020
1897  126  2  650

Aus  den  Schiffer=  (und  Sandwich-)  Inseln.
d2  Lerth:  Mk.
Katoooaa  14  2570
Kopora.  30076  90  680
Andere  Waaren  —  2360
Passagiergut...  .  .  .  X8g980  4200
Zusammen  3111  99  810
1899  1  078  45  650
1898  43  10  510
1897  11  127  276  460

Aus  den  Marshall-Inseln.
43  Werth:  Mk.

 

Kopra  30002  74  580
Naturalien  und  Kuriositäten  kg  630  2  750
Andere  Waaren  .  —  1600

 

Zusammen  3  011  78  930
1899  124  3  030
18988  3875  110550
1897  3445  91  970

2  —

B.  Ausfubr  im  abre  1000.

Nach  Deutsch-Weßtafrika

Togogebiet  und  Kamerun:.

Werth:  N.
Kazee  42  15  1½
Thheeel  -  24  45
affnaden  -  681  24
Farin  .....  -  118  31r
———.°•  3NÜHpfN  #:  2453  288#3
Fabr#i#zirter  Tahack  ..  -  24  »
Ciaarren  ...  Mille  s  -
Ciaarenen  kg  440  3%%
NRieis  d  21  749  3822
Getrocknetes  Thbĩt  .  -  81  55.
Friiches  Gemuse  -  12W  2
Wen  bl  911  1102
Champagnger  4Flasch.  12  130  1.
Nnn  l  11  611  271
Cognak  .  -  96  *
Korn-,  Kartoffelspirims  u.  Sprit  -1#3  x*
Genever  .  -1374  41
Likor  und  anderer  Brannwwein  572  3.
Fruchtsat  -  118  77,
Bier  2969  198
Mineralwasser  Sl.  u.  Arüge  84443  N
Haiern.  ..  dz  124  1
Bohnen  -  94  17
Erbsen.  -  88  1
Kartoffeln.  -  735  I#-And.
  Erzeugnisse  des  Landbaues  -  248  5%
Weizenmehl  .....  -  1  1/
Roagenmehl.  "  89  712
Andere  Rehlsorten  .  -  135  X
Brot  ..  -17495:j-.;
Sardinen  -  73  di
Andere  zubereitete  Fische  -  149  *
Getrocknete  Fische  „"  5695  95
Gesalz.  und  gerauch.  Fleisch  2279  l#
Wurste  -  141  2%
Anderes  zubereitetes  oteich  :  1  137  S
Natürliche  Butter  -  184  2—
Schmalz  -  109  127.
Käse  -  42  b
Kondensirte  Milch  -  204  2%
See-,  Koch=  und  Steinsal  .  -8982  F:
Fleischertrakt.  .  ..  kg  170  1
Konserven  .  dz  927  14
Schokolade  und  Zuckerwaaren  -  161  15
Gebrannter  Kassee  -  26  3
Andere  erzehrungsgegenstände  2:
Bauholz  #:  9887  10#
Cement  :  17686  8  7
Kalk  Z  691  2.
Steinkohlen  10  200  18
Anderes  Bau=  u.  Brennmaterial  5.—
Firnisee  -  32  z
Waschblrn  2  16  29“
Zubereitete  Farben  -  385  W
Andere  Farbewaaren  .  -  65  35
Terpentinöb  -  23  1½
Medizinische  Salze.  -  72  35
Andere  Drogen  u.  Chenilalien  -  274  8“
Schleissteine  .  -  111  9—
Blei  -  77  57
Eisen  in  Stangen.  1551  *
Kupfer=  u.  andere  Scheidemüngen  -  15  31—
Andere  Metalle  .  -  101  677
Eisendraht  -  50  177
Messingdraht.  -  344  5/014
Pferde  Stück  3  6%
Theer  .  ..  d2  688  65
Raffinirtes  Petroleum  "  169V9  4
Mineralschmieröle  .  -  81  34
        <pb n="805" />
        Steinkohlentheeröl=Seinol


Olivenök  .
Andere  Speiseöle  .
Rüböl

Felvd-  und  Gortenfämereien
Nutzhölzer
Lebende  Pflanzen.
Baumwollabsalll.
Baumwollengarn

Wollen--  und  Halbwollengarn  v

Leinengarn  und  Leinenzwirn
Anvd.  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate
Seiden=  und  Halbseidenwaaren
Wollen=  und  Halbwollenwaaren
Baumwollenwaaren
Leinene  u.  baumw.  Leibwasche
Segelleinen.  .  .
Säcke
Andere  Leinenwaaren  aller  Art
Wachstuch
Herren=  und  Damenhüte.
Herrenkleider.  .
AndferngeKcetderu  Putzwaaren
Kleider  u.  Putzwaar.  v.  Kautschur
Posamentierwaaren  .
Strumpfwaaren  .
Andere  Manufakturwaaren  .
Neues  Tauwerk.  .
Seelgarn.  .
Bast-  und  Sirohgeflechte
Mobilien
Fässer  ..  .
Andere  Holzwaaren
Schirme  -.
Gummiwaaren  aller  Art
Ledernes  Fußzeug
Andere  Lederwaaren
Papier  .
Dachpappe
Papier-  und  Pappwaaren
Decken  aus  Boulinikon
Schreibmaterialien.
Gedruckte  Bücher
Lithographien  2c.
Hohlglaswaaren.
Tafelglas.
Spiegel
Glaoperlen
Andere  Glaswaaren
Thonröhren.
Porzellan.
Steinzeug  u.  feine  Thonwaaren
Marmor=  und  Alabasterwaaren
Andere  Steinwaaren.
Eisenbahnschienen
Eiserne  Röhren.
Andere  grobe  Eisenwaaren.
Eiserne  Nägel
Andere  feine  Eisenwaaren
Fahrräder  und  Fahrradtheile
Bleiwaaren
Waaren  aus  edlen  Mee
inkwaaren  .
nnwaaren
pfer=  und  Messingwaaren
Andere  Metallwaaren.
Nähmaschien
Andere  Maschinen  "„
Musikinstrumente  aller  Art.
Mathemat.  u.  and.  Instumente
Taschenuhren.  .

 

dz

IIUUU

dz

Innuuau

6·0½

Werth:  Mk

Seo#e
S#b#ssss

2350

753

 

 

 

 

Werth:  Mk.
Stutz=  und  Wanduhren  d2  11  2810
Feldeisenbahnen  -  236  5960
Wagen  und  Wagentheile  -  107  14  150
Wasserfahrzeuge.  -1242  115  130
Gewehren.  ..  -1440  252  250
Geschütze  und  Geschuttheile  ..  -  94  24720
Andere  Wassen  -  41  12  040
Schießpulver  6  641  405  390
Patronen  und  Zündhathen  472  70  090
Zündhölzer  354  21200
Andere  Zündwaaren.  -  47  4850
Bürstenbinderwaaren.  -  18  3660
Knöpfe.  ç  -  18  2910
Pfeifenwaaren  202  10  510
Kurzwaaren  101  43  170
Lichte  30  3380
Seisfe  852  23790
Parfümerien  .  .  515  51  130
Andere  Industiierrzeugnisse  .  4630
Passagiergut  .  -  93  29  530
gufammen  dzs  161  9599  7  807  720
1899  .  147  783  6  166  610
1898  149  106  5327  120
1897  116  833  4267  750
1896  é  99  4066  3294  780
Nach  Deutsch-Südwestafrika
einschließtich  Walfischbai).  Werth:  Mk.
Kaffeen.  ..  a-  1278  134  920
Thee  ..  83  14240
Raffinaden  .  1009  31  650
Farin  ......  -  678  17  920
Roher  Tabak  -  30  7620
Fabrizirter  Tabak  -  433  101  860
Cigarren  Mille  1  922  84  720
Cigaretten  .....  d2  22  17  320
NReeis  é.  12615  266  490
Pfesser  ...  -  19  2600
Getrocknete  Südfrüchte  37  2900
Getrocknete  Pflaumen  -  55  3  460
Anderes  getrochnetes  Obst  97  8  120
Wein  363  59  480
Champagner.  Flasch.  10  440  33220
m  276  50  850
Cognak  -  267  44  090
Genever  -  280  14  810
Likör  und  anderer  Branntwein  180  31  290
Fruchtsaft  ...  59  6  560
Bier  .  ..  -5750  384  680
Mineralwasser  .  Fl.  u.  Krüge  42  304  25  280
Hafer  ....  .  cist  61  530
Bohen  -  147  3510
Erbsen  -  235  6420
Linsen  .  ...  -  127  4090
Kartoffeln.  .  900  11610
And.  Erzeugnisse  des  Landboues  83  2-300
Weizenmehl.  .  -4097  92200
NRoggenmehl  2905  55  020
"“  Graupen,  Grive,  Gres-  -  172  G  620
Heu  ...  -1238  8  780
Brotr  ...  -1388  46  130
Nudeln  und  Makkaroni  289  18  820
Sardinen  ..  -  42  6  040
Andere  ziöereitee  isce  OD  154  18  710
Kaviar  kg  250  2  030
Stirer  Sitück  7  6  500
Schafvieh..  .  -  6  1  800
iegen  -  15  1500
esalzenes  u.  geräuchertes  Fleisch  d  488  60  110
Würste  .  -  357  70  300
Anderes  zubereitetes  Fleisch  .  -  974  117  470
        <pb n="806" />
        —  *

N.nr#  E:=  d-  24½%  Diks  S  S.  4  112  17%
-:z  ..  -  co-  s-;-)S«·«««-"»·-"L«—Iss—ssss  11  2%
—  -  274  2TN  ([JSnvz:  Pb..——.  O  40  1½
2  «  -  5  1357)  Orz:  -:  —  *  67  345
—  —  .  -·;-15  211-x)4:«--:L,:---—-—  -  ;«;--«  ists--e-K-f,u
  Arius-)  .  -  öfxz  2740  ?F’-«-«T«»s  —  sss  -  kr  211
P#  -  774  IIIM  Oνν  .-  ax  5—
Szt2#####  urdb  4uer#  zaren.  -  54  4  Acde##  (9l#zen  -  32  2
Eiizn-  Kz  se  "„  14  3  30  Ver#can-  —  5  ’“%
4—:  4  trungsgeg:  enrände  17  7%  Sznzkc  u.  feine  T#  -  91  15
K  11  „  "  14  375  1  JO  Exv#nb:  zuf:2ene  und  -Taschen  .  215  414
–—  44  134415  010  Efferne  Nren  -  «L«)4-«"
Ax;z·««.«»«»»  ,11,3-  41AJZJTetegtzdeE:«-Wm..  4  872  201—
Sisatzlen  é  525  175%  Eerne  Nagell  —  18  1
r:  Bau  u.  Brennmaterial  «  AJHJCITWMUMCEHMDMMss  3540  38
r4#s  ....  -  40  1:5  Zinfaren  #  -  23  5%
:  MENnee  4  5  3  410  KMupfer=  und  Messingwaare#n  -  47  10“,
Sink-  »  .»»«  39  2  20)  Andere  WMetallwaaren.  .  -  43  811
usreue  Jarben  !xsie  „  131  10  S%  rofomenen  und  Lolomobilen  -  149  d*
ã  nere  JFJarbewauren  -  6  2  +))  Kahmaschnen  -  55
I#e##f  #  6  19  1  60  Andere  Maschinen  .  „  2  4507  211½3
M  ö#inis  uche  Salie  -  54  2  130  Kloaviere  K.  und  Klaviahuren  2  20  5%%
Andere  Trogen  und  Chemitalien  -  241  26  240  Andere  Musikinstrumente  #  *  7  21
Erien  in  Slangen  und  Blanen  „  1259  27  21;20  Telearaphenapparate  ꝛc.  .  ..  kg  8W  6
Stael.  »·««  »«  «  123  970  Mathemat.  u.  and.  Insrrumente  d1  31  12•13
Kuoier  .....-  74  15  730  Sms=  und  Wanduhgen  14  5
Ge:#walt#tes  Zint.  "  69  3710  Feldeisenbanen  -  248  15½%
Andere  Metalle  "O)  18  2  370  Silendahnfadrieuge  6548  4½#3
Gewalite  Eusenbleche  -  141  30)  Wasserfahrzeusge  .  .-  -  533  2
Letzinnte  Eisenbleche.  "  1  107  40  15)  Gewehre  -  36  *r*5
Eriendraat  "UZ  210  4220  Geichuse  und  Geschüsibeile.  .  -  79  T
Kupferdraht  "  16  360  Dynamu  u.  andere  Sprengstoffe  "  120  25#%½
Vierde.  .  Stuück  4  8  PVatronen  und  Janohuchen.  -  221
Sohlleobhber  d  13  3  430  Zundhol#eer  *  -  189  1
Anderes  Lerer  kg  640  2  30  Andere  Zundwaaren  -  4
Loraffin,  Vaselle  d2  20  1  810  Burstenbinderwaaren  *  5“
Theer  .  «  114  1  8330  Knoree  kg  200  21
Talg  39  3250  Vieiifenwaaren  .  .  ..  42  19  11“
Na'fimirtes  petroleum  -  967  30  500  Spielwaaren  "  3  5%
Nohes  Letroleum  -  61  2860  Kurzwaaren  ..  «  -  140  45
Mineralschmierole  "  293  12  3900  Stearin=  und  Varafmichte  —  -  41  4%
Speiseole  -  17  2140  Seife  .  -  710  245
Clein  und  andere  jette  Oele  4  2930  PLarfumerien=  207  dy
Wagenschmiere  ..  -  Eis  2150s91ndete  Industtteetzeugmne  .  16
Nutzholzer.  -  187  2050  Passagiergut.  "  «  -  318  55n5
Holzerne  Eifentahnschwellen  é*  15258  322  070  Zusanmen  ds  158  590  6  1717.
Baumwollabfalll  -  79  4800  1899  161  782  60W
Baumwollengarn  -  15  3920  1898  "„  89  103  465#
Andere  Rohstosffe  u.  Halbfabrikate  6  3:30  1897.  91  347  35635
Seiden=  und  Halbseidenwaaren  kg  140  2390  18966  k:  31  719  2405.;
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  d2  153  60  920

Baumwollenwaaren  -  602  215  420

Leinene  u.  baumwoll.  Leibwäsche  -  278  111  020  Nach  Deutsch-Ostafrika.  ue
Segelleinen  -  36  8  400  erth.  7.
Andere  Leinenwaaren  aller  Ari  -  61  10  670  Kaffee  "  ds  62  515
Wachotuch  .  ..  -  45  6  670  Theeee  kg  990  2—
Herren=  und  Damenhüte  -  24  21380  Krystallzucer  .  .  .  ..  dz  145  3—
Herrenkleider.  -  637  253  580  Raffinadden  „  1242  351#
And.  fert.  Kleider  u.  Pitwaaren  -  92  41  8900  Koari“  ....  -  350  89t
Posamentierwaaren  kg  530  2-350  abrizirter  Tabak  .  -  17  38
Strumpfwaaren.  d2  41  17  440,  Cigaren  Mille  656  31  E
Andere  Manufakturwaaren)  36  690  Cigaretten  kg  390  2.5
Neues  Tauwerk  .  --  48  4920  Getrocknetes  O#  43  40  28
Korkwaaren.  -  274  5670  Wein  .  .  ....  hl  917  121  ½#
Mobilien  ....  ·  468  57  940  Champagner.  .  .  .  Flaschen  5310  16
Andere  Holzwaaren  ....  i1173  89  120  Cognak  .  289  51
(z-ummiwaaren  aller  Art.  -  47  12  610  Korn-,  Kartoffelspiritus  u.  Sprit  -  30  18
Ledernes  Fußzeug  -  3066  140060  Genever  "  53  *
Andere  Lederwaaren  -  135  34  880  Likör  und  anderer  Branntwein  -  195  310
Papier  .  -  80  9940  Fruchtsaft...  ...  -  96  W
Dachpappe  und  Aophaltpappe  -  218  4070  Bier  ......  ILMIHIZV
Papier-  und  Pappwaaren  -  147  31  550  Mineralwasser  ..  .  .  .  El.u.Kruge  17  960  1#

754
        <pb n="807" />
        —  755  —

 

 

 

Werth:  Mk.  bnaherial  #  2  Werth  -

I5  2#0  S,heihmateriafien.  4  1470
z.  Erzeugnisse  des  „  Landbees  111  2  510  Hohlglaswaaren  6„  178  8860
S#enmehl  85  2  410  Lafeiglas  "  23  3  800

emmeble  10  3610  Gtasverlen  ke  580  2  5.0
Kereitete  Fische  38  12  110  Andere  Glaswaaren  4  522  12  650
".  --  .  -

Seialzenes  u.  geräuchertes  Fleisch  186  28  160  Tüoneien  E  20  3250.
Srrie  «  141  3  400  Steinzeug  u.  feine  Thonwaaren  -  39  3010
detes  zubereitetes  dleisch  86  20150.  Narmor"  und  Alabasterwaaren  58  1890
Zarutliche  Butter  116  26  70  Andere  Steinwaaren.  "„Q  34  2220
Demaßz  ·  *  60#0  Eisenbahnschienen  und  Laschen  -43  561  70050
*  «  *  v  8
denie  Milch-  35  3660  -  W“s  Theile  2957  128940
ruchertrakt:  4  200  153  570  Andere  grobe  Eisenwaaren.  -  31  125  650
onserve  «  .  -

Scbokolade  und  Zuckerwaaren.  34  14  020  Elherne  geinbelgisenoc  aaren  :  1526  161  170
krenss  Verzehrungsgegenstände  4953  4650  1  Fahrräder  und  Fahrradtheile  O„]  1  3  50

cuholg  10  Zinkwaaren  6  3
Ement  16  513  r  38  zis  und  Messingwaaren  -  41  9560
Tadviannen  7  604  3  Andere  Metallwaaren.  163  26  180
anderes  Bau=  u.  Brennmaterial  10  560  Lokomotiven  und  Lokomobilen  „%  733  88  770
Firnisse  ..·-«  69  5  810  I  Maschinen  aller  Art  2  649  74  570
Ulramarin  1  160  Treibriemen  ke  6980  3950

#ubereitete  Farben  327  22  440  Musikinstrumente  aller  Art  ——  7330
indere  Farbewaaren  7  2  50  Telegraphenapparate  2c.  .xg  620  2610
Ji  "  35  *  38  Mathemat.  u.  andere  Instrumente  42  34  28  660
Säuren  198  3190  Eisenbahnachsen  und  Räder  -  49  1  750
Soda  22090  Eisenbahnfahrzeuge  2  762  41  650
ndere  Drogen  u.  Chemikalien  129  22  Wagen  und  Wagentheile  "  68  141560
Eisen  in  Stangen  und  d  Platten  2  065  3480  öhzerne  Wasserfahrzeuge  -  16  2  420
Stadl  3100  oere  *“  35  13  430
Gewalztes  Zink  *  2  50  Geschutze  und  Geschütztheile  -  44  7840
Kinn  ..  .  Patronen  und  Zündhücchen  -  109  22740
Andere  Metalll  93  4560  Zundhölzer  ZX  "  6„  146  8450
Hrwalzte  Eisenbleche.  366  8130  Andere  Zündwaaren  s  53  16  380
Liunte  gisenbleche  *  14  150  Bürstenbinderwaaren  —  10  1  8

uvierdraht.  .  ..  -  39  111
Nelingdraht  .....  18  2330  Kurzwaaren  «  ,24  2020
JM  gllnhan  ....«  520  2370  Stearin-  und  Paraffinlieite  *  552  1220
Talg  ...  34  2560  Varfümerien  v  #  "  21  4590
ascmiere  v  *  12#  1650  Andere  Indujtrieereuanisse  8  470
zaet4  ")  18  14000  Passagiergut  2272  61  590

o  .  .  -

Olein  u  e  Dele  -  232  28  840  *  d2  106  886  3  607  840
Kushöl  .  andere  fier  s  562  8240  s  16909  43697  205822
Baumwollabfal.  44  2720  1898  36  327  2106  540
Baumwollengarn  xkg  6170  2  430  1897  .  24553  1537290
ol  und  Halbwollengeern  420  2620  1896  59558  1331  460

nd.  Nohstoffe  u.  Halbfabrikate

Vollen-  Wsse  1.  Lalbfabrü  dz  65  376610  Nach  Neu-Guinea.  Werth:  Mk.
W32  beir  äj  us  5  8  Fabrizirter  Tabak  Vrlantwein  zr  *  38

einene  u.  baumwoll.  Leibwäsche  erer  Branntwein  *s
Segelleinen  6„  72  1280  Abr  und  ander  1132  9200
Sacke  40  2  010  Zubereitete  Fische  .--..  dz  27  3  500

Andere  Leinemwooren  aller  Art  37  16  660  Zubereitetes  Fleisch  -  23  2510
Vachstu  ·  47  209  Ratuͤrliche  Butter  -  14  3210

deen  380  2110  Konserven  "„  64  10320

157  89  470  Andere  Verzehrungsgegenstände  6650
ae.  *  Kledee  u.  Pubwaaren  790  3360  Farbewaaren  O5  67  *ile

Stumpfwaaren  .  12  4130  Andere  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  5440

Andere  zeansacturwaaren  .  9550Lemeneubaumwoll  Leibwäsche  -  11  4530

eues  Tauwerk.  «  172  16  010  Andere  Manufakturwaaren  Z  5  670

adere  Seilerwaaren  20  6150  Neues  Tauwerk.  "  26  2  610

ortwaaren  710  2400  Eiserne  Nägel  "*  125  3530

Rodilien  109  11150  Andere  Eisenwaaren  aller  Art  -  148  8310

Andere  dolzwaaren  589  37  770  .Metallwaaren  —  31  400

Schune  55%  3  500  Industrieerzeugnisse  13  860

miwoan  s  .  25  «
ieekm  III-Jesus  Ya,  4116630  ZMMIJMEUCZTZJHZTZV

Andere  Ledetwaaren  aller  Art  85  29  770  1899  «  «  452  13640

Vopi  217  21830  1868  v  6  «-apcekud

  «  42  10  850  1897  232  9640
n  Pappwaaren  1896  351  22470
        <pb n="808" />
        Nach  dem  Bismarck-Archipel.
W

 

:  Mk.
Fabrizirter  Taboak  Gdz  f111  15  280
Wein  .....  hl  33  3  980
Bier  ..  -..  -  445  28880
Bbereitete  Fische  .  d2  30  3200
elalzenes  u.  geräuch.  dieisch  -  45  6540
Wu  38  5870
Abee  zubereitetes  22  OMr  89  12  870
Natürliche  Butter  .  -  36  7430
Konservden  -  120  15  530
Andere  Vereehrungsgeyenstände  14  470
Larbewaaren  .  -  99  5660
rogen  und  Chemikalien  -  19  2890
Metalle  -  58  3220
Andere  Rohstoffeu.  Halbfabrikate  7900
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  -  16  5  100
Baumwollenwaaren  ..  -  22  7  630
Leinene  u.  baumwoll.  Leibwasche  kg  740  2  830
Segelleinen  .  .  .  d2  44  10  870
Lerrenkleider  ..  -  24  13  510
nd.  ferti  g  Kleider  u.  Putzwaaren  kg  410  2040
Andere  Manufakturwaaren.  2890
Neues  Tauwerk.  ...  dz  76  6  760
Holzwaaren  .......  -  19  2450
ummiwaaren.  kg  280  2590
Lederwaaren  ...  -  630  2310
Glaswaaren  aller  Art  d2  17  3270
Steinzeug  und  feine  Thonwaaren  OD  27  3  080
Eiserne  Nägel.  76  2  080
Andere  Eisenwaaren  aller  Art  ·  399  26  000
Metallwaaren  OD  12  3  070
Maschinen  aller  Art  -  81  7530
Mathemat.  u.  andereInstumente  -  14  7270
Pfeifenwaaren  .  -  23  2570
Andere  Industrieerzeugnisse  17  030
Zusammen  dz  2700  264  600
1899  2190  202520
1898  1501  141  540
1897.  é  1242  113  110
1896  3843  158  900

Nach  den  Schiffer-Inseln.
Werth:  Mk.
Cigarren  Mille  112  5200
Wen  bl  66  10  140
Cognak  -  13  2220
Likör  und  anderer  Branntwein  27  4430
Bier  .  -  760  43  240
ubereitete  Fische  .....  dz  15  2040
rie  -  14  2780
Konserven  ..  -  61  7  030
Andere  Derwezrungsgegenftände  7  350
Jrbewaaren  .  .  -  254  11  650
rogen  und  Chemikalien  kg  665  2130
Metalle  .  ...  d2  57  2720
Mineralschmieröle  .  .  .  -  69  8  020
Olein  und  andere  fette  Oelen  -  84  7  410
Andere  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  1790
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  kg  700  5330
Baumwollenwaaren  d2  91  32840
Leinene  u.  baumwoll.  Leibwäsche  -  12  6370
Leinenwaaren  aller  Art.  kg  610  2220
Herrenkleider  .  -  630  3  630
Andere  Manufakturwaaren  2  50
Seilerwaaren  d2  26  2:020
Mobilien  -  61  8  360
Schirme  ...  -  30  11  510
Lederwaaren  aller  Aüt  kg  720  2920
Papier=  und  Pappwaaren  42  19  5  670
Glaswaaren  aller  cnt  -  18  3  020

756

 

 

 

 

Werth:  Mk.

Eiserne  Nägel  ...  dz  68  2  260
Andere  Eisenwaaren  -  636  23600
Kupfer=  und  Messingwaaren  -  14  30
Andere  Metallwaaren  kg  980  2000
Nähmaschinen  ..  dz  70  10  680
Eiserne  Wasserfahrzeuge  -  117  11509
Kurzwaaren  -  24  17  130
Andere  Industrieerzeugnisse  13390
Zusammen  dz  3  158  288180

1899  :  2187  23239170

1898  :  1560  151  610

1897  —

1896  10  556  130  40

Nach  den  Carolinen-Inseln.

 

 

Werth:  Mt.
Zubereitete  Fische  da  32  234
Andere  Verzchrungsgegenftonde  3  920
Manufakturwaaren  .  3400
Eisenwaaren  ....  -  29  2  G)
Maschinen  aller  Artt  -  20  188)
Andere  Waaren  ...  6410
ZusammendzLM  20030

1899  -  92  6860

18988  -  72  8  (#0

1897  -  —  —

1896  -  2  157

Nach  den  Marshall-Inseln.

Werth:  Mk.

Raffinaden  d2  93  2820
Cigarren  ..  .  .  .  Mille  32  2080
]¾e  me  P5c

Champagner.  .  Flaschen

Siamn  hl  15  2380
Bier  ...  -  338  2110
Zubereitete  Fische  d2  19  18#)
Abereitetes  Fleisch  "D  18  310
ondensirte  Milch  ..  -  27  2610
Konserven  ....  s  47  480
Gebrannter  Kaffee.  16  238
Andere  Vergehrungsgegenstande  6050
Zubereitete  Farben  ·  4  2640
Leinöl-  -  30  2110
Andere  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  .
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  kg  700  45
Baumwollenwaaren  d2  96  31  850
Leinene  u  baumwoll  Leibwäsche  ke#  750  3580
Andere  Manufakturwaaren.  455/
Neues  Tauwerk  .  dz  16  2130
Holzwaaren  .  s  29  27
robe  Eisenwaaren  .  -  91  3330
Feine  Eisenwaaren  aller  Art  -  127  112)
Nähmaschinen  ...  -  18  309
Zündhölzer  .  -  43  360
Ändere  Industrieerzeuanise  1  60
Passagiergnt  .  -  14  3500
—  dz  1529  15525)

8  1899  1455  121s5

18988  :  1327  13  560)

18997  1273  12s22

1896  10401  15249
        <pb n="809" />
        Titterakur.

##dannes  Wilda:  Von  Hongkong  nach  Moskau.
Ostasiatische  Reisen.  Mit  53  Illustratlonen,  einem
facsimilirten  Brief  des  Frhrn.  v.  Ketteler  und  einer
Karte.  Mk.  4,50.  Stephan  Geibel,  Altenburg,  S.  A.

Trotz  der  vielen  Publikationen,  welche  die  Eresnisse
  in  China  gezeitigt  haben,  dürfte  dieses  Buch

Interesse  erwecken,  erstens,  weil  es  sich  über  größere

Cebiete  verbreitet,  und  zweitens,  weil  es  durch  frische

Darstellung  und  patriotisches  Empfinden  besonders

zeeignet  erscheint,  sehr  verschiedenen  Kreisen,  Altersund

  Bildungsstufen  Deutschlands  ein  klares  Gesammtbuild
  Ostasiens  zu  geben.  Der  durch  seine  Schriften
und  Dichtungen,  namentlich  auch  auf  dem  Gebiete
der  Marinenovelle,  bekannte  Verfasser  machte  als  ehemaliger
  Marineangehöriger  seine  Studienreise  mit  Emofehlung
  des  Reichs-Marine-Amts  bezw.  Auswärtigen

Amts  und  erhielt  dadurch  die  Möglichkeit,  sich  manche

Informationen  zu  verschaffen,  die  dem  einzeln  Rei-#nden

  sonst  nicht  so  leicht  zugänglich  sind.  Der

Verfasser  ging  zunächst  mit  dem  verstorbenen  Gouverneur

  Jgeschke  gleichzeitig  nach  Hongkong,  von  wo

er  an  Bord  von  S.  M.  S.  „Möwe“  einen  Abstecher
in  die  Südsee  machte,  um  später  wieder  nach  Hongtong
  zurückzukehren  und  von  dort  aus  seine  ferneren
ostasiatischen  Fahrten  anzutreten.  Diese  führten  den

Verfasser  über  Shanghai  nach  Japan,  von  dort  an

Bord  des  prinzlichen  Flaggschiffs  „Deutschland“  zurück

nach  der  Shantunghalbinsel  und  sodann  über  Tschifu

nach  Tientsin  und  Peking.  Dem  Verfasser  gelang
es  dann,  in  Begleitung  eines  russischen  Marineoffziers
  schon  nach  angebrochenem  Winter  die  Mongolei
  in  einer  Weise  und  auf  einem  Wege  zu  durchqueren,
  die  wesentlich  von  dem  bekannten  Reisemodus
auf  der  Karawanenstrecke  Kalgan—  Kiachta  abweichen.

Mit  eigentlichen  Forschungsreisen  will  der  Verfasser

seine  gerade,  auf  rasches  Fortkommen  berechnete  Route

nicht  vergleichen.  Nichtsdestoweniger  bieten  die  Schilderungen
  gerade  dleser  Fahrt  höchst  Eigenartiges.

Am  Baikalsee  erreichte  der  Verfasser  die  sibirische

Bahn.  Ein  warmherziger,  patriotischer  Appell  schließt

das  gut  abgerundete  Reisewerk  eindrucksvoll  ab.

—  —

 

757

 

Hübners  Geographisch-statistische  Tabellen.
Ausgabe  1901.  50.(Jubiläums-)  Ausgabe.  Herausgegeben
  von  Hofrath  Prof.  Dr.  Fr.  v.  Juraschek.
Verlag  von  Heinrich  Keller  in  Frankfurt  a.  M.
Buch-Ausgabe  Mk.  1,50.  Wandtafel-Ausgabe  60  Pf.

Die  Hübnerschen  Tabellen  bieten  bekanntlich  eine
sehr  übersichtliche,  begueme  Orientirung  über  die
wirthschaftlichen  und  geographischen  Verhältnisse  aller

Länder  der  Erde.  Für  die  Bearbeitung  der  neuen

Auflage  sind  wiederum  die  besten,  theilweise  offiziellen

Quellen  benutzt  worden.  Alle  Notizen  sind  von

großer  Zuverlässigkeit.  Dem  Jahrgange  1901  konnte

insbesondere  der  Charakter  als  Jubiläums-Ausgabe
verliehen  werden  durch  Veröffentlichungen  aus  dem
werthvollen  und  wichtigen  Zahlenmaterial,  das  durch
die  an  der  Jahrhundertwende  im  Deutschen  Reiche,
in  Oesterreich-Ungarn,  Italien,  England,  den  Vereinigten
  Staaten  von  Amerika  und  in  einigen  anderen

Ländern  vorgenommenen  Volkszählungen  geboten  ist.

Ferner  ist  dem  Bändchen  ein  interessantes  Diagramm

beigegeben,  das  in  anschanlicher  Weise  die  Zunahme

der  Bevölkerung  auf  dem  gegenwärtigen  Gebiete  der

Staaten  Europas  und  der  Vereinigten  Staaten  von

Amerika  von  1800  bis  1900  zur  Darstellung  bringt.

Von  der  vierteljährlich  zum  Gesammtpreise  von

Mk.5,—  pro  Jahr  erscheinenden  Deutschen  Export-Revue

  und  German  Export  Review,  herausgegeben

  von  Albert  Blom  (Deutsche  Verlags-Anstalt,

Stuttgart),  liegen  die  ersten  Hefte  vor.  Den  Anfang

jedes  Heftes  bildet  ein  umfangreiches  Waarenverzeichniß

  deutscher  Produktion  und  eine  bezügliche

Fabrikantenliste,  daran  reiht  sich  eine  Anzahl  Aufsätze

  über  die  verschiedensten  Industrien.  Was  die

einzelnen  Abhandlungen  betrifft,  so  sind  sie  vom  Standpunkte
  aus  geschrieben,  den  Käufer  in  anderen  Ländern
über  den  Werth  und  die  Bedeutung  der  bezüglichen

Erzeugnisse  zu  orientiren  und  dadurch  dem  deutschen

Handelsreisenden  eine  Stütze  zu  bieten;  aber  auch  für

den  deutschen  Leser,  der  die  Fortschritte  der  deutschen

Industrie  verfolgen  will,  wird  der  Inhalt  Gelegenheit

bieten,  die  praktischen  Vortheile  der  neuesten  Erzeugnisse

  kennen  zu  lernen.  Die  Revue  ist  mit  Illustrationen
  reich  ausgestattet.

DPerkehrs  -Wachrichten.
Am  1.  Oktober  d.  Is.  sind  in  Mafisihöhe  und  Kilossa  (Deutsch-Ostafrika)  Reichs-Telegraphenanstalten

  eröffnet  worden.

.  Die  Reichspostdampfer  der  ostasiatischen  und  der  australischen  Linie  werden  wegen  der  Pestgefahr
bis  auf  Weiteres  Neapel  nicht  mehr  anlaufen,  sondern  die  Post  in  Genua  übernehmen  und  landen;  die
Reichs-Postdampfer  der  deutschen  Ostafrika-Linie  werden  ebenfalls  bis  auf  Weiteres  Neapel  nicht  mehr
berühren,  sondern  behufs  Uebernahme  der  Post  Genua  anlaufen.
        <pb n="810" />
        758

Vostdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten.

 

 

ausschiffungshafen.

 

 

 

 

Die  Absahrt  erfolgt  —
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Genua  am  24.  Okt.,  7.  Nov.  a  18—21  u—
(beutsche  Schiffe)  20  vms.  —  19  am  22.,  25.  Oktober,
Brindisi  am  27.  Okt.,  10.  Nov.  Tanga  18  Tage  .,  5.,  8.  November
1.  Deutsch-Ostafrika.  (englische  Schiffe)  100  abds.  Dorb,  atn  18  Tages]  10  abds.
Brindisi  am  3.  November  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mis.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
———  (franzoͤsische  Schiffe  40  ums.  10%  abds.
·  Hambur  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  9.  jed.  Mts.  720  abds.
(deutsche  Schiffe)
Southa  ton  am  18.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  ied.  Mts.  wabds.
eutsche  Schiffe)
Hardur  #  am  25,  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  #am  24  jed.  Mts.  nabd.
(deutsch
2.  Kogo.  „Aoecdam  k  am  29.  jedes  Mts.Lome  22  Tage  am  27.  jed.  Mis.  uabds
(deutsche  Schi
Lirder  Lioervool  orer  Zoachedan  mm  5,  iedes  Monas,Lome  34  Tage  am  3.jed.Mts.  Kwabde.
nur  auf  Verlangen  desdeutsche  Schiffe)  .
Absenders.)  Liverpool  am  24.  Okt.,  14.  Nov.]  Klein-Popo  338  Tage  am  22.  Okt.,  12.  Nov.
(englische  Schiffe)  10  ums.
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  28  Tage  am  3.  jedes  Monats
(frangöfische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10  abds.
Bordeaug  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  18.  jedes  Monatz
(kranzöfische  Schiffe)  110  vms.  von  da  ab  Landverdindung  10½  abds.
Hamdur  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  9.  jedes  Mona#
(deurcche  Schifte)  nachts  720  abbs.
Southampton  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.jed.  Mts.#pabd
(deutsche  Schiffe)  4  4
Hamburg  am  25.  jedes  Monats  Duala  36  Tage  am  24.jed.  Mts.  v0
3.  Ramerun.  (deutsche  Schiffe)  .  .
Roftterganä  am29.1edcöMonatöDua1a32Tage  am27.1ed.Mts.9sabs.
(deut  chiffe)
Dwerpool-  am  23.  Okt.,  20.  Nov.  Duala  19  Tage  am  21.  Okt.,  18.  Vov.h
(englische  Schifee)  10  ums.
ambur  am  8.  Dezember  Duala  44  Tage  am  7.  Dezember
m—  deutsche  Schiffe)  720  abends
Southampton  am  26.  Oktober  Lüderitzbucht  25  Tage  am  25.  Oktober
(engl.  Sgif  bis  Rap·  40  ms.  Swalopmund  28  Tage  10  ums.
4.  Deutsch-Züdwestafrika.  rt.  dann  #er-(Nach
  e  ro  ibeon,  Southampton  am  2.  November  Swakopmund  25  Tage  am  1.  November
Bethanien  und  Warmbadengl.  Sa  iffe  bis  Kap-  40  ums.  0  ums.

 

wöchentlich  bis  Kapfstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage
auf  dem  Landwege.)

tadt,  dann  zurück.
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dee  zahiP.

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Swakopmund  30  Tage
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am  22.  jedes  Mon#-72
  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

Brindisi  am  24.  Nov.  100  abds.  Jaluit  52  Tage  am  22.  November
Näwell-enensiige  ai  *ê2  t
"  "  Friedr.  Wilhelmahafen  am
6.  Deutsch-Leu-Guine##  an  Stephansort  10#  abds.
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«  inen.  Brindisi  am  24.  Nov.  100  abbs.]  Ponape  62  Tage  am  22.  NVovember
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Genua  am  29.  Okt.,  12.  Nov.  Tsingtau  84  Tage  am  28.  Okt.,  11.  Nor.
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10  ums.
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9  —

Elintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schusgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Marseille..  am  17.  Oktober  Deutsch-Neu-  Brindisi  ..  am  22.  Oktober
Deutsch-Lüdwestafrika  |  marsal-  Inseln  S  «  am  3  Ortober
)  rbll.  Kheil  d.  Schutgeb.  Seene  am  19.  dt.  16.  Nov.  +83.  C  .
4)  füdl.  Theil  d.  Schutzgeb.  outhampton  am  t  —  EEBBL
ert  av  4½  hampton  a  n  26.  o  5.  Nov  Riautschon  ...  ...  Brindisi  .  am  27.  Okt.,  10.  Nov.
Southampton  am  26.-jed.  MW.  TMHMarseille  =  am  25.  Olt.  6.  Nor.
—.———  Lissabon.  am  10.,  25.  jed.  Nis.  Rarolinen  Genua  .  .  .  am  22.  Oktober
Plymouth.  .  am  1.  Novemberj  Rarolinen  .  .  ..  Brindisi.  ..  am  27.  Oltober
Lamoaaaaa  Queenstown  am  28.  Okt.,  18.  Nor.
Fülligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffshewegungen?  der  Woermanu  ·  Linie  zwischen  Hamburg  und  Wetst.  und  Suũdwestafrila.
Reise  Lehte  Nachrichten
ostdampfer
Postd  von  nach  dis  12.  Oktober  1901
„Meolph  Woermann“  Kamerun  Kamburg  am  7.  Oktober  ab  Accra.
„Ulexandra  Woermann“  Hamburg  amerun  am  5.  Oktober  in  Kamerun.
"Alme  Woermann“  Homhurs  Kamerun  am  11.  Oktober  ab  Hamburg.
„Unna  Woermann“  amburg  Loango  am  6.  Oktober  in  Teneriffe.
E—  Woermann“  Hamburg  Benguela-  am  15.  Oktober  ab  Hamburg.
Eduard  Bohlen“  Hamburg  Kamerun  am  12.  Oktober  Brunsbüttel  passirt.
"„Ella  Woermann“.  Hamburg  Gabun  am  30.  September  in  Gabun.
Ernst  Woermann".  Lüderitzbucht  Hamburg  am  3.  Oktober  in  Lagos.
„Greichen  Bohlen“"“  Sherbro  Hamburg  am  11.  Oktober  Ouessant  passirt.
„Hans  Woermann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  12.  Oktober  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  12.  Oktober  VAlissingen  passirt.
.  Woermann“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  11.  Oktober  ab  Swakopmund.
Woermann“  Benguela-  Hamburg  am  27.  Sepember  in  Accra.
eonnette  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  5.  Oktober  in  Las  Palmas.
Woermann“  amburg  Whydah  am  11.  Oktober  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“.  Whydah  Hamburg  am  11.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Benguela  am  7.  Oktober  in  Loanda.
„Marie  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  8.  Oktober  in  Accra.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Mossamedes  am  28.  September  in  Teneriffe.
„Otto  Woermann“  Hamburg  I  Kamerun  am  11.  Oktober  Dover  passirt.
„Paul  Woermann“  Hamburg  I  Whydah  am  11.  Oktober  in  Rotterdam.
„Professor  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  6.  Oktober  ab  Casablanca.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  #  Loango  am  10.  Oktober  in  Kamerun.
„Cressidat  Sherbro  Hamburg  am  8.  Oktober  ab  Sierra  Leonc.
„Somali“  Hamburg  Lüderitbucht  am  25.  September  Ouessant  passirt.
Schiffsbewegungen.  der  t  Deutschen  Oftafrila  ·  Linie  (Oam  burg  Oftafrita)
Reise  Lette  Nachrichten
Neichspostdampfer  von  nach  bis  14.  Oltober  1801.
„Kronprinz“  Hamburg  Durban  am  13.  Okt.  Dover  passirt.
„Rönig“.  Hamburg  Durban  am  12.  Okt.  von  Genua  abgegangen
%  g“  Durban  Hamburg  am  1.  Okt.  von  Kapstadt  abgegangen
1  .  Delagoabai  Hamburg  am  12.  Okt.  von  Sansibar  abgegangen
„Admiral“  Hamburg  Delagoabai  am  23.  Sept.  in  Las  Palmas  eingetr.
„General“  Hamburg  Durban  am  6.  Okt.  von  Sansibar  abgegangen
äichstag!  .  Hamburg  Beira  am  8.  Okt.  in  Aden  eingetrosfen
„B  “  Hamburg  Beira  am  13.  Okt.  Dover  passirt.
„Gouverneur“  Beira.  Hamburg  am  9.  Okt.  von  Port  Said  abgegangen
„Präsident“  Beira  Hamburg  am  13.  Okt.  von  Beira  abgegangen
„Kenzler“  Delagoabai  Hamburg  am  12.  Okt.  in  Rotterdam  eingetroffen
„Sultan“.  —  #  —  am  30.  Sept.  von  Bombay  abgegangen
„Safari“.  .  —  #  —  am  10.  Okt.  von  Sansibar  abgegangen
„Peters“  —  —  am  17.  Sept.  in  Mozambique  eingetr.
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  „Beamtenkaufhaus“,  Berlln,  D’reislisten  z.Diensten.
ür  den  Export  aller  Arten  von  Verbrauchs-  vie  Gebrauchs-Gegenstinden  (Lebensmitteln,  hehrüder  Brocmol.  llamburg.
Den  Deutschen  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.Kch  mit  erteurs#en  ungillch
bten.  welche  die  inlndischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (über  38.000)  geniessen.
es  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlässigste  Ausführung  jedes  Auftrages.
Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenstinden,  so  u.  A.  für  Fettwanren  (z.  B.
ervirungsmethoden  zur  Anwendung.  die  sich  selbst  in  den  heissesten  subtropischen
iern  vollkommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungs-Das
  Waarenhaus  sorgt  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nach  72—  -
Feeischen  Lndern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen  A
wandten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitscndung  übergeben  werden.  3  Rur  L  ExI
Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellern),  da  FJaggeräthe.  IIInalsi###te  K  151.
hoben  werden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  nach-  Albrecht  Kind.
iendon  Zahlungsbedingungen.  Hnnstig  bei  Dierinzahaus###n  (Rheinlun-).
1  Mitgliedem  erwachsen  ans  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlel  Verpflichtungen.  Mustenlager:  Vürnhersz.  Leuet#trureen.
Die  jährlich  erscheinenden  Preislisten.  Nachtrige,  Verkehrserleichterungen  werden  nach
Zahlungsb.-  dinnungen:  Errichtung  eines  Contos  durch  Baareinzahlung  oder  Accre-'
  auf  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Wuaaren  oder.  vo  angängig,  Ver-—

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unter  der  Konkurrenz  des  Huslands

Uerlag  der  Könsglichen  Holbuchbandlung
von  S.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.

 

 

 

 

Diese  Studie  verdient  lebhaftes  Interesse;
die  Nothwendigkeif  einer  ziel.
bewussten  Konzentration  aller
Wirthschaftlichen  Kräfte  und  der
gleichmässigen  Husbildung  aller
Uerkehr#mitte!  wird  in  knapper  Be-Weisfübrung
  dargethan.

—  —

 

 

 

 

 

 

Spezial-Geschäft

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Jropen-mfformen,
Tropen-CiVvil.

Berlin  S

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ist  als  das

beste  Wassersitter

bezeichnet  von  der

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Königl.  Preussischen

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den  mit  einem  Eisschrank  sowie
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Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plaswitz
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BAuUAUsSFUDHRUNGEN  UEBERSEE.
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KAINScCcBRNDD,  ALTONA  ½

 

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át“  l  r-##’  —e’

nJ““  —JN8
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Vasserdichte  Segeltuche,

Zelte-  und  Planen-Fabrik.  —
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fing  Herr  v.  QCusst  in  Mikindani  (Deutsch-2Z—
  mit  unseren  undbertroffenen  Fallen.

       
     
     

lhustr.  Preiskourante  gratis.
Renommirteste  O#h
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E  Priamlirt  mit  eilbornen  u.  Foldenen  Medalllen.

  

 

 

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Ernst  rad
Hamburz,

Ferdinandstu##e  43.

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Speditien  nach  und  von

West-  und  Ost-Alika

zu  den  billlgsten  Bedingungen.
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Amt  I.  4237.

en

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Altest.  deutsche  Schaumwein-Kellerei
Gegründet  182t.  (al)

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  extra  dry

G.  C.Kessler  &amp;amp;  Co.,  Esslingen.

Hofheferanten  Sr.  M.  des  Königs  von
W’ürtte  mberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
Hoheit  der  Herzogin  Wera,  Grossfürstin
von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  I#  %%%chen
Reichskanzlers,  sowie  vieler  Cainos.

 

 

Bestemmetngen  über  die  neue

Bekleidung  u.  Ausrüstung  des  ostasiatischen

  Expeditionskorps.  1901.
Preis  10  Pf.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

-  Borlinsw12.
        <pb n="822" />
        Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71.

Wichtig  Für  alle  Deutschen

im  Muslande
ist  die  kleine  Schrift:

Die

wichtigsen  Bestimmungen
in  Auoisale  F1  „bhelirne:

deutschen  Militärpflichtigen.

Herausgegeben  von
Otto  Handtmann,
General-Konsulats-Sekretär.
Preis  25  Pfg.

Die  kleine  Schrift  bietet  die  wichtigsten
  Bestimmungen  über  die
Wehrpflicht,  insbesondere  über  die
Anmeldungen,  die  Zurückstellung,
den  freiwilligen  Dienst  und  das
Beurlaubtenverhältniß  der  im
Auslande  sich  aufhaltenden  Militär-=pflichtigen
  in  übersichtlicher  Form
dar.  Sie  vermittelt  somit  leicht  und
bequem  diejenigen  Kenntnisse,  deren
kein  deutscher  Reichsangehöriger
im  Auslande  entrathen  kann.
Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen,
  auch  von  der  Verlagsbuchhandlung.
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Von  hohem  Interesse
für  weiteste  Kreise.

Es  erschien:

cemannssprüche.

Sprichwörter  und  sprichwörtliche
  Redensarten
über

Heewesen,  Schiffer=  u.  Fischerleben

in  den
germanischen  u.  romanischen  Sprachen.

 

 

Gesammelt,  geordnet  und  erklärt
von

W.  Lüpkes,

Pastor  zu  Marienhafe  in  Ostfriesland.

Geheftet  Mk.  2,50,  geb.  Mk.  3.75.

Der  „Neichs=  und  Staatsanzeiger“
Nr.  498  vom  24.,  10.  1900  schreibt  uber
das  Buch:  „Ein  wahrer  Genuß,  nicht
nur  für  jeden  Seemann,  sondern  auch
für  jeden  Freund  des  Humors  und
tressender  Bemerkungen  ist  die  Leklüre
von  Lüpkeo  Seemannssprüchen.“
#——————“““““““"“"“"“"“""

—  770  —

Hatthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamhure
KHatthiaskohde  &amp;amp;  Jörgens.  Bremer

Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

"  %  o  ·-spedttt0n-K0mmtsston-Exp01t-lmp0

Ispeciaöswvslcelwusw-la-Kiaucsclemøumz»Oui«-»F  «
eöeeøwclsetexoöonsemI  (11

   

2
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Koritz  Jahr  Ces.  m.  P.  H.  in  Geradkens

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'  Gegriindet  1841.  —
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für  Heilanstalten,  Hotels  ein

   

 

 

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*mm-  ii.  (E  10  .  1  ntß

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Wran#en.
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1  980

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HMähinen  und  gewerbliche  Anlegen  ),

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Sulfurum  Berlin.

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20  1,5  2,5  3.  150  500.—  50.—  Anam
50  (5  2,6  3.  200  800,—  65,.—  Baron
100  2,5  3,5  3,5  1020  1200,.—  98.—  Ceres
200  3,0  4.0  3,8  1450  1800,—  110.—  Drama
500  4,0  6,0  4.0  2500  3600,—  200,—  Erna

 

 

 

 

 

 

Die  Flammen  sind  zu  16  Normalkerzen  —  12  Liter  stündlicher  Gasverbrauch  angenommen.

eber  grössere  Lichfanfagen  bitte  anzufragen.

Eeooets⅝)ylengas  übertrifft  an  Bereltung,  Preis  u.  Helllgkelt  alle  bestehenden  Beleuchtungrarten.

 

Die  Aufstellun
sehen  und  Ungeschicklie

ist  leicht  und  der  Betrieb  vollständig  gefabrlos.
eiten  haben  nur  zur  Folge,  dass  die  brennenden  Flammen  ausgehen  würden.

Der  Apparat  ist  jabhrelang  probirt  und  vervollkommnet.
Ferner  empfehle  noch  meine  Apparste  und  Maschinen  für  chemisebe  ladustrie  zur  Herstellung  folgender  Produkte:

Aether,  Immonisk,  Chlor,  Elyeerin,  Foral,  Stonria,  Seifs,  Sehwefelkohlenstoff,  Leim,  Tannis,  Cttronansäurs,
Esigszore,  Flusssäure,  Dralszzurs,  Salzzäure,  Salgstersäure,  Schwfelszurs,  Weinstsissäure.

Selbst  die  gröbsten  Ver-(##h
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WOo  ERMANN-LINTE.

Regelmässige  Postdampfschifflahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafriks.

——

 

Am  22.  Oktober:  P.  D.  „Hans  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Oktober:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Stuth,
via  Rotterdam  nach  Liberia,  Accra,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerun,
und  Congo  Frangçais.
Am  1.  November:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Deppen,
nach  Teneriffe,  Lasg  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  B6nin.

Am  5.  November:  F.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Schuldt,
via  Antwerpegy  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissac,  Bolama,  Sierra  Lecne,  Sherbro.

Am  10.  November:  F.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Brinkert,
via  Southampton  nach  NMadeira,  Liberia,’  Axim,’  Secondee,  Cape  Coast,  Accra.“
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,  Plantation,  Kribi“  und  Fernando  Po.
Am  15.  November:  P.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt.  Meyer,
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbein  küste,  Acca
Kongo  und  Angola.
EZESxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

48te  Guter  mussen  ztoet  Tage  vor  dem  4b59oansdaftum  bis  12  Uhr  mietaos  Idnosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (1)  Hamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25,.

Deutsche  Ost-Afrika-Linie

Unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche.

—.  Mittelst  erstklassiger  Reichspostdampfer  von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlaufend

"  l(  nachplomhsssa,'ksaga,Datum-AShar-es-Sslaum··,Risse-.l-lsd«l.

UJPP  Ilhlucaal,lh0,plosamblqae«,Quellmaucsschla6945BeltswaelmissIc
-  alle  14  Tage  durch  den  Suez-Kanul.  zunächst:

 

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r.
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6  ab  Hamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Gundesrath“,  Capt.  Carstens

...  —  Y.cUhk.aka-nna
*  R.  P.  D.  „Kanzier“,  Capt.  West  333.  Oktober  8.  November
R.  P.  D.  „Gouverneu“,  Capt.  Stal  6.  November  22.  November.

Die  mit  einem“  bezeichneten  Dampfer  laufen  nur  die  mit  gleichem  Zeichen  versehenen  Hälen  an  urd
nehmen  dorthin  sowie  auch  nach  Chinde  Passagiere  aller  Klassen,  Ladung  indessen  nur  nach  Chinde  u.  Bein.
Von  Hamburg  #Zwischenhälen  anlaufend)  nach  Delagosbay  und  Durban.  regelmissig  alle  11  Tarr.

abwechselnd  durch  den  Suez-Kanal  und  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung,  zunächst:

ab  Hamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Kanzler“,  Capt.  Wesst.  33.  Oktober  8.  Nov.  via  Suez
R.  P.  D.  „Kurfürst",  Capt.  Doheerr  6.  Hovember  —  via  Las  Palmao.
R.  P.  D.  „Herzog“,  Capt.  Gaäumen  320.  November  6.  Dez.  via  Suez.

Von  Hamburg  (Zwischenbälen  anlaufend  nach  Kapstadt,  Port  Elizabeth  und  East  London,  alle
4  Wochen,  über  die  Canarischen  Inseln.  zunächst:
abh  Hamburg:  ab  Las  Palma:

R.  P.  D.  „Kurfürst",  Capt.  Doher  6.  Kovember  18.  Movember.
Die  Dampfer  haben  vorsüloliche  Enrichtungen  r  Eussagiere.
ODirekter  Durchverkehr  von  Inland-Plitzen  nach  den  meisten  Hüfen.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  wegen  Passuge:  Näberes  wegen  Fracht  und  Passage:
Hamburg-4merta-Linte,  TDeutsche  Ose-4#%4#-  L#nc,
Abtheilung  Personen-Verkehr.  (20o)  Afrikahaus,  Gr.  Reicheustrasse.

 

 

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamuichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  18,  Kochstraße  W—1.
Ausgegeben  am  16.  Oktober  1901  um  12  Uhr  miltags.
        <pb n="825" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolsninal-Abtheilung  de#  Auswärtigen  Amis.

 

XII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  November  1901.  !Nummer  21.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens  einmal  vigtene  rlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutsgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  e#rr
v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchbandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifrand  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  fur  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3.75  für  die  Lander  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Aufragen  sind  an  die  Könialiche  Hosnhdandl  —  von
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  14,  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitunge-Preioliste  für  1901  unter  n  eg

 

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  den  Kolonialrath  S.  773.  —  Verordnung,  betr.
die  Ausführung  und  Anwerbung  von  Eingeborenen  als  Arbeiter  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Neu-Guinea,  ausschließlich
  des  Inselgebieto  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen  S.  773.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Östafrika
  S.  778.  —  Ulebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  in  Deutsch-Südwestafmika
während  des  Jahres  1900  S.  778.  —  Personalien  S.  780.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  781.  —  Deutsch-Ostafrika:  Wissenschaftliche  Sammlungen
  S.  782.  —  Kamerun:  Ervedition  des  Oberleutnants  Dominik  S.  783.  —  Statistik  der  Waaren-Einfuhr
  und  -Ausfuhr  des  Kamerungebieto  im  Jahre  1899  S.  783.  —  Kolakultur  in  Kamerun  S.  784.  —
Togo:  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  786.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Hundesteuer  in  Karibib  S.  786.  —
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaveret-Bewegung  S.  786.  —  Aus  fremden
Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Handel  Sansibars  im  Jahre  1900  S.  790.  —  Anbau  von  rothem  Pfeffer
auf  Sansibar  und  Pemba  S.  790.  —  Bau  einer  neuen  Eisenbahn  in  der  französischen  Kolonie  an  der  Elfenbeinküste
  S.  790.  —  Vanillekultur  auf  den  Seychellen  S.  791.  —  Agavefaserproduktion  in  Madras  S.  791.  —  Verschiedene
  Mittheilungen:  Welterzeugung  und  Verbrauch  von  Baumwolle  im  Jahre  1900/1901  S.  791.  —
Litteratur  S.  792.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  793.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

Geseke;  Perordnungen  der  Rrichsbrhörden;  Dertrage.

Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  den  Kolonialrath.

Auf  Grund  des  Allerhöchsten  Erlasses,  betreffend  die  Errichtung  eines  Kolonialraths,  vom
10.  Oktober  1890  (Reichs-Gesetzbl.  S.  179)  wird  Folgendes  bestimmt:

Der  §  1  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  10.  Oktober  1890  (Kolonialblatt  S.  268)  erhält
nachstehenden  Zusatz:

Die  Zahl  der  Mitglieder  wird  auf  vierzig  festgesetzt.

Berlin,  den  18.  Oktober  1901.
Der  Reichskanzler.
Graf  v.  Bülow.

Verordnung,  betreffend  die  Ausführung  und  Anwerbung  von  Eingeborenen  als
Arbeiter  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Neu-Gninca,  ausschließlich  des  Juselgebiets
der  Karolinen,  Palau  und  Marianen.

Auf  Grund  des  §  2  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  zur  Ausführung  der  Allerhöchsten  Ver
ordnung,  betreffend  die  Uebernahme  der  Landeshoheit  über  das  Schutzgebiet  von  Deutsch-Neu-Guinea  durch
das  Reich,  vom  27.  März  1899,  wird  für  das  Schutzgebiet  von  Deutsch-Neu-Guinea,  mit  Ausschluß  des
Inselgebiets  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen,  Folgendes  bestimmt:

–  1.
Die  Ausführung  von  Eingeborenen  zur  Verwendung  als  Arbeiter  ist  nur  gestattet:
a)  aus  einem  Theile  des  Schutzgebiets  nach  einem  anderen  Theile  desselben,
b)  aus  dem  Bismarck-Archipel  und  den  zum  Schutzgebiet  gehörigen  Salomons-Inseln  nach
den  berechtigten  deutschen  Plantagen  außerhalb  des  Schutzgebiets.

Soweit  hiernach  die  Anwerbung  von  Emgeborenen  zum  Zweck  ihrer  Verbringung  als  Arbeiter

über  See  gestattet  ist,  gelten  dafür  die  nachstehenden  Bestimmungen.
        <pb n="826" />
        —  774  —

§  2.

Die  Anwerbung  ist  nur  auf  Grund  einer  schriftlichen  Erlaubniß  des  Gouverneurs  statihaft.  Anträge
auf  Ertheilung  der  Erlaubniß  sind  von  den  Unternehmern  schriftlich  zu  stellen  unter  Angabe  der  Namen
der  Schiffe,  die  zur  Anwerbung  dienen  sollen,  sowie  der  Schiffsführer  und  der  sonst  mit  der  Anwerbung
zu  beauftragenden  Personen.  Die  Erlaubniß  wird  für  bestimmte  Bezirke  und  auf  eine  bestimmte  Anzahl
von  Arbeitern  ertheilt.  Wird  der  Antrag  abgelehnt,  so  ist  der  Bescheid  mit  Gründen  zu  versehen.

Die  ertheilte  Erlaubniß  kann  durch  Verfügung  des  Gouverneurs,  oder  in  dringenden  Fällen  durch
Verfügung  der  Behörde  des  Anwerbebezirks,  solchen  Schiffsführern  oder  sonstigen  mit  der  #  Anwerbung
beauftragten  Personen,  welche  sich  eines  strafgesetzlich  zu  ahndenden  Vergehens  oder  einer  Zuwiderhandlung
gegen  die  auf  die  Anwerbung  bezüglichen  Vorschriften  schuldig  gemacht  haben,  entzogen  werden.

§  3.

Die  höchste  Zahl  der  Arbeiter,  welche  einem  Schiffe  nach  außerhalb  des  Schutzgebiets  auszuführen
gestattet  ist,  bestimmt  sich  danach,  daß  unter  Deck  für  jeden  angeworbenen  Arbeiter  ein  Flächenraum  von
1  qm  (—  10,8  engl.  Quadratfuß)  und  ein  Luftraum  von  1,50  chm  (=  55  engl.  Kubikfuß)  vorhanden
sein  muß.

Für  Schiffe,  welche  Arbeiter  nur  innerhalb  des  Schutzgebiets  befördern,  darf  unter  der  Voraussetzung,
  daß  sie  einen  durch  Sonnen=  und  Regensegel  gut  geschützten  Deckraum  haben,  dieser  Deckraum,  soweit
er  nicht  zu  den  Schiffsmanövern  gebraucht  wird,  als  Flächenraum  (1  qm  für  den  Kopf)  mit  in  Rechnung
gezogen  werden.  Für  jeden  daneben  für  die  Arbeiter  bestimmten  Quadratmeter  Fläche  unter  Deck  muß
jedoch  ein  Luftraum  von  1,50  chm  vorhanden  sein.

8  4.
Für  die  gestattete  Anzahl  Arbeiter  muß  das  Schiff  folgende  Mengen  von  Nahrungsmitteln  und
Frischwasser  an  Bord  haben:  .

für  jeden  Arbeiter  als  Tagesration  500  Gramm  Reis  und  1500  Gramm  Yams  und  4  Liter
Frischwasser,  außerdem  für  jede  Woche  wenigstens  einmal  750  Gramm  Salszfleisch  oder  gesalzene
oder  gedörrte  Fische  sowie  60  Gramm  Tabak  und  eine  Thonpfeise.  An  Stelle  des  Reis  können
in  gleicher  Gewichtsmenge  gegeben  werden:  Brot,  Korn,  frische  Kokosnuß  und  Maismehl:
anderes  Mehl  in  zwei  Dritteln  der  Gewichtsmenge;  an  Stelle  der  Yams  in  gleicher  Gewichtsmenge
  Kartoffeln  und  ähnliche  in  der  Südsee  übliche  Feldfrüchte.

*  5.
Das  Schiff  muß  mit  auskömmlichen  Arzneimitteln  versehen  sein,  und  zwar  müssen  sich,  abgesehen
von  für  die  Schiffsbesatzung  vorgeschriebenen  Arzneimitteln,  mindestens  an  Bord  befinden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Per  Kopf  Per  Per  Per
Arzneien  und  Krank  enartikel  per  1  bis  15  Köpfe  16  bis  50  Köpfe  51  bis  100  Köpie
Woche  über-  per  über=  per  über-  per
haupt  Wochel  haunt!  Woche  haupt  Woche
6  .
Chininumbydkochloricum(salzsautesChinin)Login  «
Tabletten
Opiumtinktur  (nur  in  Lösungen,  die  in  100  G.
wichtstheilen  nicht  mehr  als  10  Gewichtstheile
einfache  Opiumtinktur  enthalten)  ...  2,0g  .  .  .  .  .
Bittersalz.........  5,08  .  .  .  .
Salzsäure,  reine  .  508  .  lZOg  608
Cognak  200  8  400  g  750  8
Jodoeern  10  8  10  20
Sublimat  (Hydr.  bichlorat.  corros.)  in  1g  6
Pastillen  zu  Lösungen  von  111000.  .  208·  108  208
Vaseline  .........  503  258  508
AnnfqptischeWundwatte.  2508  125  g  250  8
Gewöhnliche  geleimte  Watteell  300  8  .  1508  300  g
Hestpflaster  auf  Segeltuch,  drei  Finger  breit  15  cm!  .  10  em  20  cm
Grüne  oder  andere  Seie  500  g  .  2508  Mc
KgrbolsauterKalk...........  1  kg  5  kg  .  .  Löh-Fieberthermometer
  1  Stück  2  Stück  .  3  Stück
Dreieckige  Verbandtücher  .......  3  Stück  6  Stück  .  12  Stück
Nessel,  Calico  oder  appr.  Gaze  in  Stück  .  «  10m  .  15m
FlanelliLeibbinden..........  1  Stück  5  Stück  10  Stück
Eine  Scheere  zu  Verbandzdereg  —  .  .  .
Ein  Salbenspatel
—
        <pb n="827" />
        —  775  —

6.
Die  zur  Anwerbung  zu  verwendenden  Schiffe  müssen  von  dem  Gouverneur  oder  einem  von  ihm
beauftragten  Beamten  schriftlich  als  für  diesen  Zweck  geeignet  erklärt  werden.
Dabei  ist  die  höchste  Zahl  der  Arbeiter,  welche  ein  Schiff  aufnehmen  darf,  nach  §  3  und  die
Menge  der  vorräthig  zu  haltenden  Nahrungs=  und  Arzneimittel  nach  §  4  und  §  5  festzusetzen.

§  7.
Als  selbständige  Arbeiter  dürfen  nur  gesunde  Leute  angeworben  werden,  welche  ausreichend  körperlich
entwickelt  und  nicht  altersschwach  sind.
88.

Die  Dauer  des  Vertrags  darf  fünf  Jahre  nicht  übersteigen.  Dreijährige  Vertragszeit  ist  wie
bisher  als  Regel  anzusehen.  Der  Inhalt  des  Vertrags  muß  dem  beifolgenden  Muster  (Anlage  1)  entsprechen.
Zusätze  find  gestattet,  soweit  sie  nicht  diesem  Muster  oder  bestehenden  Verordnungen  zuwiderlaufen.

Die  ein=  oder  mehrmalige  Verlängerung  des  Vertrags  ist  zulässig,  wenn  Arbeiter  und  Arbeitgeber
darüber  einverstanden  sind.  Eine  Verhandlung  darüber  ist  von  der  Behörde  des  Arbeitsorts  aufzunehmen.

§9.  .
Ehe  die  Angeworbenen  in  Dienst  gestellt  werden,  sind  sie  der  Verwaltungsbehörde  des  Anwerbebezirks
  oder  des  Bestimmungsorts  unter  Einreichung  der  Anwerbepapiere  vorzustellen.
Die  für  ein  anderes  Schutzgebiet  angeworbenen  Arbeiter  sind  sowohl  der  Behörde  des  Anwerbe--bezirks
  als  der  Behörde  des  Bestimmungsorts  vorzustellen.

8  10.

Der  Anwerbende  hat  der  Behörde  (§  9)  ein  Verzeichniß  der  Angeworbenen  nach  anliegendem
Muster  (Anlage  2)  in  zwei  Ausfertigungen  einzureichen,  von  denen  er  eine,  mit  der  vorgeschriebenen  Bescheinigung
  versehen,  zurückerhält.

Werden  die  Arbeiter  nicht  im  Anwerbebezirk  verwendet,  so  sind  drei  Ausfertigungen  einzureichen.
(Eine  Ausfertigung  zur  Verwendung  gemäß  Absatz  1,  eine  zweite  für  die  Behörde  des  Anwerbebezirks,  die
dritte  für  die  Behörde  des  Bestimmungsorts.)
-  §11.

Die  Behörde  (§  9)  veranlaßt  die  Untersuchung  durch  einen  Arzt,  oder  in  Ermangelung  eines
Arztes  durch  einen  Heilgehülfen,  und  entscheidet  über  die  Dienstfähigkeit.

Zeitweilig  wegen  Krankheit  Dienstunfähige  sind  bis  zu  ihrer  Herstellung  auf  Kosten  des  Anwerbenden
  zu  verpflegen  und  ärztlich  zu  behandeln.  Zeitweilig  wegen  Schwäche  nicht  vollkommen  Arbeitsfähige
können  zu  leichteren  Arbeiten  zugelassen  werden.

§  12.

Nach  Ablauf  der  Vertragszeit  sind  die  zu  entlassenden  Arbeiter  der  Behörde  des  Arbeitsorts  unter
Einreichung  eines  Verzeichnisses  nach  anliegendem  Muster  (Anlage  3)  vorzuführen.  Die  Behörde  veranlaßt
die  Untersuchung  durch  einen  Arzt  oder  in  Ermangelung  eines  Arztes  durch  einen  Heilgehülfen  und  bescheinigt
  entweder  die  Zulässigkeit  der  Heimbeförderung  oder  ordnet  die  zeitweilige  Zurückbehaltung  zum
Zwecke  ärztlicher  Behandlung  auf  Kosten  des  Arbeitgebers  an.

Sind  Arbeiter  von  außerhalb  zurückzubefördern,  so  findet  die  in  Absatz  1  vorgesehene  Vorstellung
nicht  nur  bei  der  Verwaltungsbehörde  des  auswärtigen  Arbeitsorts,  sondern  auch  bei  dem  Gouvernement  statt.

8  13.
Bei  der  Behörde  des  Arbeitsorts  ist  ein  Verzeichniß  (Stammrolle)  nach  anliegendem  Muster
(Anlage  4)  zu  führen.  ·
§14.
Der  Arbeitgeber  hat  halbjährlich,  Anfang  Januar  und  Anfang  Juli,  über  die  Veränderungen  in
seinem  Arbeiterbestande,  bei  Todesfällen  unter  Angabe  des  Todestags,  der  Todesursache  und  der  Höhe  des
Nachlasses,  an  die  Behörde  des  Arbeitsorts  Anzeige  zu  erstatten.

§  15.

Lohnguthaben  verstorbener  Arbeiter  sind  nebst  dem  übrigen  Nachlaß  durch  den  Arbeitgeber  an  die
Erbberechtigten  oder  Stammesangehörigen  des  Verstorbenen  in  dessen  Heimath  auszuantworten.  Bei  einem
Betrage  bis  zu  fünfzig  Mark  einschließlich  kann  die  Ausantwortung  an  Verwandte  oder  Stammesangehörige
des  Verstorbenen,  welche  mit  ihm  in  demselben  Arbeitsverhältnisse  stehen,  erfolgen.  Der  Behörde  des.
Arbeitsorts  ist  in  der  halbjährlichen  Anzeige  (§  14)  anzugeben,  daß  und  wie  die  Ausantwortung  erfolgt  ist

8  16.
Die  Arbeiter  dürfen  nicht  gezwungen  werden,  für  den  gezahlten  Baarlohn  beim  Arbeitgeber  Waaren
zu  entnehmen.
        <pb n="828" />
        —  776  —

817.

Für  die  Ausfertigung  der  Anwerbe-Erlaubniß,  die  Prüfung  der  Anwerbepapiere,  die  Musterung
der  geworbenen  Arbeiter  und  die  Besichtigung  und  Vermessung  der  Schiffe  sowie  für  die  Eintragung  in
die  Kontrollisten  ist  von  dem  Anwerbenden  eine  Gebühr  von  fünf  Mark  auf  jeden  angeworbenen  Arbeiter,
für  jede  sonst  nach  dieser  Verordnung  erforderliche  Bescheinigung  einer  Behörde  des  Schutzgebiets  oder  jede
von  einer  solchen  Behörde  zu  ertheilende  Erlaubniß  eine  Gebühr  von  drei  Mark  zu  entrichten.

§  18.

Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  oder
mit  Geldstrafe  bestraft.

8  19.

Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Januar  1902  in  Kraft.  Gleichzeitig  treten  der  §  3  der  Strafverordnung
  für  das  Schutzgebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  betreffend  das  Verbot  der  Verabfolgung  von
Waffen  2c.  sowie  der  Wegführung  von  Eingeborenen  aus  dem  Schutzgebiet  als  Arbeiter  vom  e“  1887.
und  die  Verordnung,  betreffend  die  Arbeiteranwerbung  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Neu-Guinea  mit
Einschluß  des  Inselgebiets  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen,  vom  15.  Oktober  1899  außer  Kraft,  und
zwar  auch  für  das  bezeichnete  Inselgebiet.  Bei  det  in  §  23  jener  Verordnung  ausgesprochenen  Aufhebung
älterer  Verordnungen  behält  es  sein  Bewenden.  7).

Herbertshöhe,  den  31.  Juli  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:

Hahl.
Anlage  1.  Verhandelllttt  ..  .  den  19..
Vor  dem  Unterzeichneten  erschien(en)  heute...  ............  .  .  .  ...
Derselbe  (dieselben)  erklärte(n),  daß  es  seine  (ihre)  Absicht  sei,  als  Arbeiter  ffftt  .  ...
)]  sich  anwerben  zu  lassen.
Es  wurde  ihm  (ihnen)  darauf  bekannt  gemacht,  daß  das  Dienstverhältniß  auf  die  Dauer  von
.....  Jahren  geschlossen  werde;  daß  diese  Zeit  mit  dem  Tage  der  Ankunft  am  Bestimmungsorte  zu

laufen  beginne  und  mit  dem  Tage  der  Einschiffung  behufs  der  Rückbeförderung  abschließe;

daß  die  Arbeitsstunden  nach  Sonnenaufgang  beginnen  und  mit  Sonnenuntergang  endigen,  von  einer
zweistündigen  Pause  für  die  Mittagsmahlzeit  und  Erholung  unterbrochen  werden,  und  die  Arbeitsdauer  im
Ganzen  bis  zehn  Stunden  am  Tage  betrage;

daß  an  Sonntagen  nicht  gearbeitet  werde,  es  sei  denn,  daß  Sonntagsarbeit  im  Wege  der  Disziplinarstrafe
  verhängt  werde;

daß  von  dem  Beginne  der  Vertragszeit  an,  spätestens  aber  nach  Ablauf  eines  Monats  vom  Tage
der  Anwerbung  an  ein  bestimmter  Lohn  in  Höhe  von  monatlic  in  barem  Gelde  .  .  .  .  .  .  .  .
in  Handelswaaren  **)  zu  den  an  dem  Bestimmungsort  üblichen  Ladenpreisen  gewährt,  und  daß  der  ..  .  te
Theil  dieses  Lohnes  am  Ende  jedes  Monats,  der  Rest  erst  nach  Ablauf  der  Dienstzeit  unter  Aufsicht  der
Ortsbehörde  ausgezahlt  werde;

daß  für  Wegläufer  und  für  Kranke,  welche  länger  als  vierzehn  Tage  hintereinander  arbeitsunfähig
sind,  während  der  längeren  Dauer  der  Krankheit,  auf  Grund  einer  von  der  vorgenannten  Behörde  auszu—
stellenden  Bescheinigung  über  die  Dauer  der  jedesmaligen  Arbeitsversäumniß  der  Lohn  in  Wegfall  komme,
daß  Wegläufer  auf  Antrag  durch  die  vorgenannte  Behörde  für  die  Zeit,  während  welcher  sie  ihren  Ver—
pflichtungen  sich  entzogen  haben,  zum  Nachdienen  angehalten  werden  können;

daß  ihm  (ihnen)  die  nöthige  Behausung,  Kost  und  ärztliche  Pflege  einschließlich  der  Arznei  frei
geliefert  werde,  in  Gemäßheit  der  an  Ort  und  Stelle  geltenden  behördlichen  Festsetzungen;

daß,  wo  solche  Bestimmungen  fehlen,  die  für  die  Verpflegung  an  Bord  der  Arbeiterschiffe  festgesetzten
  Bestimmungen  gelten;

*)  Durch  den  §  23  der  nicht  veröffentlichten  Verordnung  vom  15.  Oktober  1899  sind  insbesondere  aufgehoben:
die  Verordnungen  für  das  Schutgebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  betreffend  die  Anwerbung  und  Ausfuhrung  von
Arbeitern  vom  15.  August  1888,  betreffend  die  Zurückbeförderung  von  Eingeborenen-Arbeitern  vom  20.  Februar  18.0,
betrefsend  die  Arbeiterdepots  vom  16.  August  1888,  betreffend  die  gesundheitliche  Kontrole  der  als  Arbeiter  angeworbenen
Eingeborenen  vom  19.  November  1891  sowie  die  Verfügung  vom  30.  November  1893,  betreffend  eine  Abänderung  der
Verordnung  betresfend  die  Anwerbung  und  Auofuhrung  von  Eingeborenen  als  Arbeiter  vom  15.  August  1888  und  die
Verfügung  betressend  Abänderung  der  Verordnung  vom  15.  August  1888  über  die  Anwerbung  2c.  vom  18.  Oktober  1894.

*“)  Findet  eine  der  beiden  Zahlungsgarten  nicht  Anwendung,  so  sind  die  betreffenden  Worte  „in  baarem  Gelde“
oder  „in  Handelowaaren  2c.“  zu  streichen.
        <pb n="829" />
        777

daß  er  (sie)  mit  Beendigung  des  Dienstverhältnisses  frei  nach  der  Heimath  zurückbefördert  werde(n),
daß  er  (sie)  jedoch  nicht  das  Recht  habelin),  die  rechtzeitige  Heimbeförderung  zurückzuweisen.

Der  (Die)  zu  1..  aufgeführtein)  Arbeiter  erklärteln)  hierauf:

Ich  bin  (Wir  sind)  mit  den  mir  (uns)  soeben  bekannt  gegebenen  Bedingungen  einverstanden  und

verpflichteln)  mich  (uns)  während  der  Dauer  von  Jahren  zur  Arbeit  nach  der  oben  angegebenen
Bestimmung.

Verhandelt'wie  oben.
(Name  des  Anwerbenden.)
(Raum  für  Unterschriften.)
Bescheinigung.

Wir  bekunden  hierdurch,  daß  vorstehende  Verhandlung  mit  der  (den)  in  derselben  genannten
Personlen)  in  der  Weise,  wie  sie  niedergeschrieben,  stattgefunden  hat,  daß  d.  Erschieneneln),  nach  voller
Aufklärung  über  die  Bedeutung  aller  Bestimmungen  des  Vertrags,  letzteren  zum  Zeichen  der  Genehmigung
eigenhändig  vollzogen  hat  (haben).

(Datum  und  Unterschriften  des  Anwerbers  und  zweier  des  Deutschen  und  Englischen  kundigen  Zeugen.)

(Handzeichen  des  Angeworbenen.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verzeichniß  ulage  2.
der  von  den  S———.  Heimathshaffen  „Kapitän  .  ...  .  .  ...
zzuu  angeworbenen  farbigen  Arbeiter.
Heimathsort  des
.  Aus-  Taa  Dauer  Arbeiters  bezw.  Ort  Name  Des  Besitzers  Bemerkun-Lau-z)
  Voller  Name  bedun  9  der  Anwerbung  nähere  für  dessen  gen  (5.  B.
r  "„#  Ge-  derder  ..–¾  *DDienste  der  betreffend
sßpen-  gener  Name  Bezeich-  ·  I1.
bikts  des  AlterMo-  Verl  W  H  nung  Arbeiter  Todesfälle,
rm—  de  schlecht  nats.  Anwer-  flich-  des  der  des  des  Be-geworben  ist,Ent-Nr.
  Arbeiters  6  bung  p  Dorfes  Bai  Landes,  stim-  weichungen
le  lohn  tung  und  Di=  oder  od.  der  mungs=  Name  Wohn-=  c.)
strikts  Küste  Insel  orts  ort  ·
2.·—3  456.7892.19h19c10118.11i-.12.
l  I
-  i
cheinigung.DcmSchiss.......,  Kapitän......  ,  wird  hiermit  bescheinigt,
aß  das  Schiff,  Ausrüstung  und  die  in  vorstehender  Liste  eingetragenen,  geworbenen  (Ort  und  Datun)  .  .  .
lrbeiter  gemäß  der  Verordnung  vom  .  .  .  ..  vorschriftsmäßig  revidirt  und  in  Ordnung  (Name)  .  .  .  .  .  ...  ..  .  .  .  ...
e  funden  sind.  Es  wird  daher  dem  Kapitän.  .  .  ...  die  Erlaubniß  ertheilt,  mit  dem  Bark
Schiff  die  in  vorstehender  Liste  Spalte  3  aufgeführten  Personen  nahH  ..  (Führer  de.)|  Schoon.
Is  dem  angegebenen  Bestimmungsort,  als  Arbeiter  wegzuführen.  Kutter
(Ort,  Datum.)
der  von  den  Schif  .  ...  ,  Heimathshafen  .  .  ..  ..  .  .  .  „Kapitän  ..  .  .  ..  .  ..  .
zur  Rückbeförderung  in  die  veimeih  an  Bord  genommenen  srren  Arbeiter.
—  "--  «-·«s2·«im;""k""-·  s
ggsg  Heimathoort  des  Arbeiters  und  3  Wo  Wann  .
E  Voller  Name  3  3  -  bezw.  Ort  der  Anwerbung  nähere  Bezeichnung  Wohnort  |  5
E  SE  —  —  hdes  hhzur  Rückk
—  o--9  Name  des  —  S
*  des  E  A  —  Bestim=  des  Besitzers.beförderung.
S  Z  □.  1.  des  d  des  mungs-  3  —  „  .  FH.Z
Arbeiters  .  O  2  2  ;  deles  **“•  W  ung  Besitzer  53  eingeschifft  0  7
S—.  «  oder  der  der  Arbeit  *  —
"  ELBEBEE—
k.  3.  455.  78.9a  90.  pe-.  104.  10b.  11.  112.  13.  14.  J  15.  6.
2
        <pb n="830" />
        Bescheinigung.  Dem  Schif  ‚Kapitän  .  .  .  ..  .  ,  wird  hiermit  bescheinigt,
daß  das  Schiff,  Ausrüstung  und  die  in  vorstehender  Liste  eingetragenen,  geworbenen  (Ort  und  Datum)
Arbeiter  gemäß  der  Verordnung  vom  .  .  ..  .  vorschriftsmäßig  revidirt  und  in  Ordnung  (Name)
befunden  sind.  Es  wird  daher  dem  Kapit  .  ...  die  Erlaubniß  ertheilt,  mit  Bark
dem  Schiff  die  in  vorstehender  Liste  Spalte  3  aufgeführten  Personen  nach  ihrer  (Fäührer  de.)Schoon.“
Heimath  zurückzuverbringen.  Kutter
(Ort,  Datum.)  6
ALrulage  4.  Stammrolke
für  angeworbene  farbige  Arbeiter.
1  –  -  —  —
5  Heimathsort  des  Arbeiters  Name  Des  Besitzers  325  r—  "„
25  bezw.  Ort  der  Anwerbung  und  "W"„„  262-S2  262
EVoller  Name  38  E  nehere  für  dessen  Dienste  S  #  Wies
5  55888  Bezeicher  Arbeiter  #ßzs
5  des  Namee  mug  53  (?
8  3  Sr  5  2  des  der  Bai  des  des  Be-  geworben  ist,  2  8*  1  272
8  Arbeiters  338  «  sum-—  ssgåvssa
S  8  Dorfes  oder  Landes  ————
*58  und  oder  dermungs  wame  Wohn  3e  Ese
&amp;amp;½  istrikts  Küste  Inselvrts  ame  ort56  SEF
1.2.  3.  4.ö.  6.  7.89.9.  9e.  10.1110.  12.  18

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  Oktober  1901  auf  1,38613  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  in  Deutsch-Südwestafrika
  während  des  Jahres  1900.7)
Kaiserliches  Bezirksgericht  zu  Windhoek.

I.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts  und  des  Oberrichters.

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
S  .  2  8.  .
Es  waren  anhängig:  —.  er  #  25
—’
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  i
a)  Berufunien  9  11  5  6
b)  Beschwerden  —  15  15  14  1
B.  Beschwerden  in  Konkurssache  —  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:  1
a)  Berufuugen  —  9  9  5  4
Davon  in  Privatklagesachen  —  2  2  2  —
b)  Beschwerden:  —  9  9  9  —
D.  Beschwerden  in  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkit  .  —  —  —  —  —
2.  Beschwerden  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  2.  April  1893  —  —  —  —  —

*)  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  366.
        <pb n="831" />
        —  779  —

II.  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

Aus  -  Davon
„  S  —  8
Es  waren  anhängig:  55  52  —  —5  5  —
——  23
mE#EE  ?
12  S  —
1  1
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  "
1.  Prozesse,  einschließlich  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssachen  19  202  221  149  72
2.  Arreste  und  einstweilige  Versügungen  3  12  15  14  1
3.  Anträge  außerhalb  eines  Verfahrens.  —  5  5  5  —
4.  Rechtshülfesachen  2  38  40  33  7
5.  Mahnsachen.  ....  .  —  304  304  304  —
6.  Sühnesachen.  —  —  —  —  —
7.  Zwangsvollstreckungen  23  155  178  158  20
8.  Zwangsversteigerunggen  —  2  2  1  1
Von  den  zu  1.  ausgesuhrten  Sachen  gehorten  zur  Zuständigiet.
a)  des  Richters  7  123  130  92  38
b)  des  Gerichts  12  79  91  57  34
Die  zu  2  bis  8  aufgeführten  Sachen  gehörten  sämmtlich  zur  Zustandigkeit
  des  Richters.
B.  Konkursfsachen  ..  —  4  4  —  4
C.  Strassachen,  und  zwar:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  erlassen  wurde  –  49  49  48  1
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  1  40  41  28  13
Davon  waren  Privatklagesachen  ...  1  13  14  11  3
3.  Ermittelungen  5  55  60  32  28
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Nichters  ...  —  5«5  5  –
In  den  Sachen  zu  2  sanden  Hauptverhandlungen  statt
a)  mit  Beisitzer  .  —  1  —  —
b)  ohne  Beisitzer  —  —  40  —  —
D.  Sühnesachen  in  Privatklagesachen.  .  —  14  14  14
E.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:
1.  Vormundschaften  und  Vilegschaften.  .  5  1  6  2  4
2.  Erbtheilungen.  .  —  —  —  —  —
3.  Erbbescheinigungen  —  —  —  —  —
4.  Verfügungen  in  Grundbuchsachen  —  46  46  46  —
5.  Errichtung  rc.  von  letztwilligen  Verfügungen  —  2  2  2  —
6.  Nachlaßregulirungen  .  7  8  15  10  5
7.  Hinterlegung  von  Geld  und  Werthsachen  2  4  6  2  4
8.  Eintragungen  in  das  Handeloregister  .  —  15  15  15  —
9.  Protestsachen  .  ...  .  —  4  4  4  —
10.  Sonstige  Handlungen  —  32  32  32  —
F.  Verfahren  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  2.  April  1893  —  —  —  —  —
Kaiserliches  Bezirksgericht  zu  Swakopmund  (Westbezirk).
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  17  98  115  84  31
2.  Sonstige  Rechtsstreitigkeiten,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvollstreckungen,
  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  —  588  588  568  20
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  2  gehörten  zur  Zuständigkeit
a)  des  Richters  ...  7  64  71  51  20
b)  des  Gerichts  ..  10  34  41  33  11
B.  Konkurssachen  .  —  2  2  1  1
C.  Strafsachen,  und  zwar:
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  —  18  18  18  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  2  18  20  20  —
3.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  nicht  einzuleiten  war  3  13  16  16  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Haupterhandlungen  statt.
a)  ohne  Beisitzer  ...  .  1  3  4  —
b)  mit  Beisitzern  5  11  16  —  —
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidung  des  Richters  —  —  —  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarleit,  und  zwar:
1.  Nachlaßregulirungen  13  41  54  38  16
2.  Aufnahme  von  Verträgen  und  Vollmachten  —  6  6  —  —
3.  Oeffentliche  Verkäufen.  —  42  42  —  —
4.  Sonstige  Handlungen,  Beglaubigungen,  Ausstellungen  von  Attesten,  Eintragungen
  in  die  Handelsregister  und  Bescheinigungen  verschiedener  Art  -  90  90  —  —
E.  Verhandlungen  und  Entscheidungen  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung
vom  2.  April  1893,  betreffend  das  Aufgebot  von  Landansprüchen  2c.  —  —  —  —  —
F.  Bei  Streitigkeiten  zwischen  Weißen  und  Eingeborenen  wurde  in  ..  Fällen
verhandelt  bezw.  die  Vermittelung  des  Kaiserlichen  Gerichts  angerufen  —  3  3  —  —
G.  Gerichtstage  wurden  abgehalten:

a)  in  Omaruru  2,  b)  in  Otjimbingwe  3,  c)  in  Karibib  2.
        <pb n="832" />
        —  780  —

Kaiserliches  Bezirksgericht  zu  Keetmanshoop  (Südbezirk).
(Gerichtsbarkeit  erster  Instanzz.

3
3

Aus

 

Es  waren  anh  än  gig:

 

früheren

Jahren
dem  Berichisjahre

zusammen

 

A.  Bür  ralce  e  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
rozesse,  einschließlich  Urkundenprozefse,  Ehe--  und  Entmündigungssachen
Hiervon  gehörten  zur  Zuständigkeit
a)  des  Richters  .
b)  des  Gerichts  .
wurden  erledigt:  a)  durch  Ver  leich,  Berzicht.  Anerennung:  ꝛc.  .
b)  durch  Urizeil  ..  .
c)esichwebennoch
Rechtsmittel  wurden  eingelegt:
;  Berufung  .
b)  Beschwerde  .  ..  .....
2.  Sonstige  Rechtssachen,  und  zwar:  .
a)  Arreste,  einstweilige  Verfügungen  ........
b)  Rechtshülfesachen
c)  Zwangsvollstreckungen.
d)  Rahnsachen  ..
0)Sühnesachen.
f)  Aufgebote
8)  Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  enbängigen  —
Konkurssachen
u..—  und  Zwangsperwaltungen
trafsachen,  und  zwar:
1.  Stra  befehle  .  .
2.  Hauptverhandlungen
7  erledigt  ohne  Hauptverhandlung
es  schweben  noch
5.  Rechtsmittel  wurden  eingelegt:  a  Berufung

b)  eschwerde.
6.  Rechtshülfesachen
Sühnesachen
Sachen  der  nichtstreitigen  Geric  tsbarkeit,  und  war:
.  Vormundschaften  und  Pfles  schaften  .  .
Erbtheilungen  .
Erbbeschemtgungen.
Grundbuchsachen:  a)  Inlegung  von  Grundbüchern
b)  Eintragungen  in  Abth.  I,  II  u.  IIl  des  Grundbucha
Errichtung  von  letztwilligen  Verfügungen.
Nachlaßregulirungen
Engtrogunten  in  die  bandeisregiser:
)  Firmenregister
bh  Gesellschafteregisier
c)  Prokurenregister  .  ..
d)  Cenoseenschhftsregisier.  .  .
8.  Hinterlegung  von  Geld  und  Werussachen
9.  Protestsachen  .  .
10.  Beglaubigungen,  Vollmachten
11.  Sonstige  Akte  ..
G.  Verfahren  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  2.  *  T  betreffend
  Aufgebot  von  Landansprüchen  20.  .
H.  Gerichtstage  fanden  statt:  in  Gibeon  1,  in  Warmbad  2.

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Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ersten  Observator
an  der  Königlichen  Sternwarte  zu  Göttingen,  Professor  Dr.  L.  Ambronn,  den  Rothen  Adler-Orden
4.  Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="833" />
        —  781  —

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Maschinisten-Assistenten
  von  der  Flottille  des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika,  Norberg,  das  Allgemeine
  Ehrenzeichen  zu  verleihen.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  15.  Oktober  1901.

Ir.  Stolowsky,  Marine-Assistenzarzt  der  Reserve,  wird  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  der  Marine
mit  dem  18.  d.  Mts.  als  Assistenzarzt  mit  einem  Patent  vom  10.  Dezember  1900  bei  der
Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1901.

v.  Beesten,  Leutnant,  scheidet  aus  der  Schutztruppe  am  31.  d.  Mts.  aus  und  wird  gleichzeitig  im
5.  Westfälischen  Infanterie-Regiment  Nr.  53  angestellt.

I)r.  Bürger,  Oberarzt,  wird  der  Abschied  bewilligt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1901.

Fromm,  Hauptmann,  unter  Belassung  à  la  suite  der  Schutztruppe  ausnahmsweise  ein  weiterer  einjähriger
  Urlaub  bewilligt  und  sein  Antrag  um  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung  bis  zum
17.  Oktober  1902  genehmigt.  '

Wettstein,  Oberleutnant,  scheidet  aus  der  Schutztruppe  am  17.  d.  Mts.  aus  und  wird  mit  dem
18.  d.  Mts.  im  Infanterie-Regiment  Markgraf  Ludwig  Wilhelm  (3.  Badischen)  Nr.  111
angestellt.

Frhr.  v.  Hirschberg,  Leutnant  im  2.  Großherzoglich  Hessischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  61,  scheidet
aus  dem  Heere  am  17.  d.  Mts.  aus  und  wird  mit  dem  18.  d.  Mts  in  der  Schutztruppe
angestellt.

I).  Kuhn,  Stabsarzt,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Oberkommando  der  Schutztruppen  bewilligten
fünfmonatigen  Urlaub  vom  11.  d.  Mts.  ab  ein  weiterer  einjähriger  Urlab  unter  Stellung
à  la  suite  der  Schutztruppe  bewilligt  und  der  Antrag  um  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung
bis  zum  11.  Oktober  1902  genehmigt.

A.  K.  O.  vom  15.  Oktober  1901.

Die  nach  §  9e  Abs.  2  und  3  der  „Organisatorischen  Bestimmungen  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
  in  Afrika“  zu  Uebungen  in  Meiner  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  zugelassenen  Offizier-Aspiranten
  und  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes  der  Armee  erhalten  für  die  Dauer  dieser  Uebungen
diejenigen  Gebührnisse,  welche  ihnen  bei  Ableistung  der  Uebungen  bei  einem  heimischen  Truppentheil  nach
Maßgabe  der  „Besoldungsvorschrift  für  das  preußische  Heer  im  Frieden“  zustehen  würden.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  12.  Oktober  1901.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnant
Schlosser,  den  Leutnants  v.  Unruh  und  Umber  den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit
Schwertern,  dem  Stabsarzt  Hoesemann  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißschwarzen
  Bande  und  dem  Feldwebel  Hensel  das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse  zu  verleihen.

Laut  Mittheilung  des  Herrn  Chefs  des  Militär-Kabinets  vom  12.  Oktober  1901  ist  die  Krieger-Verdienst-Medaille
  2.  Klasse  dem  farbigen  Unteroffizier  Fataffe,  dem  Gefreiten  Suberu,  den  Soldaten
August,  Adebide  und  Uba  II  Allerhöchst  verliehen  worden.

—?uv':5“md  —....J

 

 

 

Nichtamtlicher  Theil.

erlonal-N  '  n.  Der  Bezirksamtmann  Boeder,  der  Regierungs-P
  s  ackrihte  assessor  v.  Pirch  und  der  Forstpraktikant  Dr.  Holtz
eutsch.  stafrika.  haben  die  Ausreise,  der  Baudirektor  Gurlitt  und

Der  Intendanturrath  M.  Müller  und  der  Gou=  der  Förster  Steuck  die  Wiederausreise  nach

vernementssekretär  R.  Müller  haben  das  Schutz--  Deutsch-Ostafri  treten.
gebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.  eutsch-Ostafrika  angetreten
        <pb n="834" />
        LLa  Cerleunant  5e4  A##n,  der  °##z-#:
  Dr.  Stolcmws!tn,  der  s  sdoit#ant
Jz#rs,  die  U##:e##iere  Erderdt,  Lüarat,
Stiele,  der  —  ——  Z-22  errnd  der
Stzittznz#e  szt#er  L#owsent  B##en  die  8#ze
b.  Seszeise.  in  d-:  -K#ebie:  am  24.  O!1"DJ

„  sr  d.  Js.  ###  Genza  aus  ane#zen.  Ter  Feidwe###.u
  Hzumermeiner  br#t  die  Sederzzer##e  in
d#  S-S35b##m  23.  Lk2  der  d.  Is.  von  Paug
ausrierc’inr

  Seind  in  mi:  Hem#bsaurb
der  m  Nezel  zzelzaumen.

Lanerzz.

Dem  Afesssor  Dr.  örrn.  Schen4  zu  Stweinzsberg
  in  die  Leizung  des  Bezirlsam:s  Vrrtoria  in
Kzmerun  übertragen  worden.

Der  Asseffor  Dorbrist  ba:  die  Leimung  des
Bezirksam:s  Kribi  in  Kzmerun  wieder  übernommen.

Der  Zeübe  amme  Hesseling  bat  die  Ausreife

nach  Kamerun  angetreten.

Der  S:ztionslener  Polenz,  der  Mazerialienverwalter
  Siegert,  der  Eisenbabnervednor  Hahn
und  der  Senn  Sontheim  sind  m  Kemerun  eingetrofen.


DTer  Sekretär  Fickel  hat  das  Schußgebier  mit

Heimathsurlaub  verlaßen.

Der  Feldwebel  Perrau  und  der  Sergeant  Maier
sind  am  14.  Oktober  d.  JIs.  in  Hamburg  mit  Heimatbsurlaub
  eingetroffen.

82

 

#t“.
Der  Serzezhut  Nenno
mil  Pei  2#bz  zulzzb  verlzen.

hert

 

 

Der  JInspe##r  Beauer  und  der  St##er  Käk:
been  d#ie  A.-reise  r24  Togo  Zec2ex.
——
La  eben:#e  Felr  vebel  Herde  in  m  Terr.
Süwen##l  eingene  sen  urd  der  O##er  —
mern  Karbid  zur  Aus  eaeng  übergeben  we#- 



Der  V  Vi,eseld  webel  2  Bornichein,  der  ——
Me##zzer  Harimann  und  die  Schießer  Solls.  *
Streier,  Redmer,  Tumslzif,  Ro
Hagen  und  Hörner  baben  die
Teutsch-S##bkgen:ft#ik  angetreien.

 

Der  Leutnand  v.  Enrorff,  der  Uüersnne  Ser##t
H#lsmann,  der  Sannu##zunzer#  ier
die  Überzidigen  Gefreizcn  Becker  und  Block,
Reiter  Blesfing.  Preißner  und  Schukard=  —:
am  14.  Oheber  d.  Ja.  m  Hesmburg  miut  Heim#:#:
urlzub  bezw.  zur  Entlaffung  eingerroffen.

Die  Leumaents  John  und  Frhr.  v.  Hir'e#b#:
beben  om  22.  Ckrober  d.  Is.  von  Hamburg  c#s  #
Ausreife  in  d2s  Schußgebiet  angetreren.

d#eu.  Gi#.
Der  Landmesser  Wernicke  ist  in  Deurch--###
Guinen  eingetroßen.

Samoa.

Die  Verwaltung  des  P#stamts  in  Avia  if  #r-16.
  Anguft  d.  Js.  von  dem  Obervostassitenten  Be#-auf
  den  Postaffsenten  Traub  übergegangen  u:
Banse  an  demselben  Tage  in  den  Dienst  des  K###
lichen  Gauvernements  eingetreten.

Dachrichten  aus  den  deutlchen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nac#:en  ve#ständig  oder  tKeilweise  nur  mit  Quellenan  zude  gestanne.)

Deutlch-Dltafrika.

Wißenschaftliche  Sammlungen.

Ter  Bezirksamts'ekretär  und  Oberleumant  der
Landwehr-nfanterie  Frig  Langheld  in  Moborro
sandte  der  zoologischen  Sammlung  des  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  in  Berlin:

2  Fledermäuse  in  Alkohol,  3  Schlangen,  3  Frösche,
22  Käfer  in  Soviritus,  2  Orthorteren,  eiwa  60
Spinnen  und  3  Moriepoden.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.  Unter
den  Säuge:  hieren  ist  durch  diese  Sendung  für  Mohorro
  das  Vorkommen  des  Zwergflughundes  Epomeophorus
  minor  Dol,s.  festgenellt.  Auch  unter

den  Käfern  befinden  sich  einige  Arten,  die  zum  er##e-Male
  aus  TDeutich-Ostafrika  hierhergekommen  f##
ebenso  waren  unter  den  Spinnen  theilweise
brauchbare  Stücke.  Die  ganze  Sammlung  b

eine  dankenswerthe  Bereicherung  des  zoolog'se
Museume.

*t  *#

*
Der  Stabsarzt  Dr.  Eggel  in  Bukoba  hat  da
gleichen  Sammlung  folgende  Gegenstände  überwieser
34  Säugethiere  in  Alkohol,  5  Säugetbierfelle  m
Schädeln,  44  Vogelbälge,  70  Reptilten  und  Amr'#

bien,  74  Lepidopteren,  2  Flaschen  mit  Käfern  #r-Spiritus,
  1  Hymenoptere,  2  Rhynchoten,  1  Skorr#iound

  2  Mürmer.
        <pb n="835" />
        Die  Konservirung  der  Thiere  war  sehr  gut.
Unter  den  Säugethieren  sind  sechs  Arten,  die  für  das
Auseum  neu  und  erst  vor  ganz  kurzer  Zeit  bechrieben
  worden  sind  und  bisher  nur  in  den  Original-Exemplaren
  bekannt  waren.  Besonders  reichhaltig
i#t  die  Sammlung  an  seltenen  Mäusen.  Zum  ersten
Male  ist  ein  vollständiges  Exemplar  des  Weißwangen-Otter
  aus  Central-Afrika  in  das  Museum  gelangt.
Von  großem  Interesse  ist  auch  der  Nachweis,  daß
m  Mpororo  und  Ruhanda  fast  dieselbe  Fauna  wie
bei  Bukoba  und  in  Süduganda  vorherrscht.  Von
den  Vögeln  ist  eine  Anzahl  von  Arten  in  zoogeographischer
  Hinsicht  von  Wichtigkeit;  am  werthvollsten
für  das  Museum  ist  das  bisher  noch  nicht  vertretene
Jugendkleid  eines  Reihers,  Ardea  melanocephala.
Unter  den  Reptilien  und  Amphibien  waren  die  Laubfrösche,
  mehrere  Eidechsen  und  besonders  zwei  grüne

783

Baumvipern  sehr  interessant.  Die  Schmetterlinge
enthielten  einen  erst  in  zwei  Exemplaren  im  Museum
vorhandenen  Papilio  der  Hesperusgruppe.  Auch  die
Käfer  waren,  da  sie  aus  einer  noch  wenig  bekannten
Fauna  stammen,  willkommen,  desgleichen  die  übrigen
Insekten  und  die  Würmer.

Kamerun.
Expedition  des  Oberleutnants  Dominik.

Nach  einer  aus  Buöa  eingetroffenen  telegraphischen
Meldung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun
hat  die  Expedition  des  Oberleutnants  Dominik  am
12.  Oktober  d.  Is.  den  Marsch  in  das  Innere  an- 



getreten.

Statistik  der  Waaren-Einfuhr  und  -Ausfuhr  des  Kamerungebiets

im  Jahre  1899.

a.  Einfuhr  in  das  Kamerungebiet.

 

 

 

 

 

 

ç  Werth  der  unahme!Abnahme
Einfuhr  1899  Einfuhr  8  Einfuhrgegen  die
Waarengattung  Werth  1898  1899  1898
Menge  Ml.  Mt.  Ml.  Mt.
Feuerwa  ffen  25  510  St.  372050  71  486300564  –
Liter
zum,  Genever  und  Spiritus  bis  einschl.  49  pCt.  Tralles  1039  656  620  3641  116926  —  469  562
zum,  Genever  und  Spiritus  über  49  pCt.  Tralles.  10  188  10  902  12  855  —  1953
Liköre  in  Gebinden.  6  881  5  172  12  523  —  7  351
L#eköre  in  Flaschen  31  053  58597  92275  —  33  678
Bier.  216709  153  978138669  15  309  —
Nineralwasser.  88  133  55  511  54  967  544  —
Petroleum  und  Benzin  175  309  78628  31  198  47430  —
Wein  und  Schaumwein  52295  87  687  117  891  —  30  204
F
ulver  452  003  458  098  166  3611291737  —
Tabak  192  200  333  0602876  877  –  43  815
Salz  4164  807  436  338  581  923  —  75  585
Reis  1  604  6499  361  544  201  495  —
Gewebe  .  69371128043952379735424660  —
ürstenbinder=  und  Siebmacherwaaren  0  00  11  178  2-347  8831  —
Vlei  und  Bleiwaaren  ..  ..  12  103  12  131  9386  2745  –
Drogen,  Apotheker  und  Forbwaaren  .  37239  82  516  100  799  —  18  283
Cigarren  und  Cigaretten  3  164  28980  33  575  –  4595
Eisen,  Eisenwaaren  und  Welblech.  1224  364  890  819  760901729  —
Erden,  Kalk,  Cement  und  Dachpappe  1  033  7066  115976115765  211  —
Flachs,  Werg,  Twist  und  Spinnstoffe.  10  589  25  263  7794  17  469  —
Bares  Geld  —  394  016  341  425  52  591
Getreide,  Kartoffeln  und  Zwiebeln  .  70  020  27  376  16  568  10  808  —
Glas  und  Glaswaaren,  Porzellan,  Sieingutwaaren  167  544  242  103138048  104  105
Bau=  k.  Hölzer  ç  .  .  2264  3211  990  857  275  901  714  956  —
Instrumenie  und  Maschinen  61  392  115  852  56  516  50  336  —
Gold=  und  Silberwaaren.  225  25  626  13  667  11  959  —
Kupfer=  und  Messingwaaren.  102  65655  247723132795114928
Kurzwaaren  und  Lampen  40  407  79730  22  61  57.069  —
Kautscuk=  und  Guttaperchawaaren  2854  95664  2117  7547  —
        <pb n="836" />
        e  #er  Jmes  #

S##z:e##s#z:  ##  ur#  32  1  —  nn

–  «-«  —  #.—  1..  183  188
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Sichte  .  äxzss  :1-:L’  5  34  5350  —
———————————  ...---  4  *4  31  4  58  —  L
N#  #z  Szraz:zzzz  112  r  VN  551  181  S4  —
MNarrzze  gr  Z2  S—  4  4  115  —  B
Ce#  S  e  241  5  7e  55  —  L
#e#“  u  #  3:  5·  1  2  #  —  umn
—————  4%2  —  ....  III-!  71  7.[n  —  L
E-vte  und  Lar####e#rien  .·-.  ·.---.  Imklö  CIU  Ists  40  —  —
St'9ne  ur:  Szzcceen  ...  2595  lTN  13  571  4410
Suin=  urd  Breunfobdhlien  13—,  54  3:5  147  3  —  ###
Etroh-  und  BasserenI  7511  1  55  976  11  59  —
Schirme  und  Hhunn  .......-..  ZZQELUSTJZVIÆOXT  —  8##
Schissutensitten  und  Nebel!l.  —  F  85  2  732  —
Thiere  und  thieri  -  #r#zue  1·  G  213  24  155  11  178
2  Grre

Thonwaaren  .......  ZEIS-  IFTZB  szcks  WM  —
Seilerwasren  und  leere  Sace  11.5  8  —4  5  245  2699  (
Theer  und  Ke  cch  —iii-  10  35  5  ##4  4370  ·
Vavmahrzmge  M  Jud-sc  .  5  5½  #  32  19  772  44  460  *
Zundhutchen  und  Zünxhölzer  45  715  4513  —  3#u#
Zinn=  und  Zinkwaaren  15  4  1.  2444  14  414  —
Lerschiedenes  4  Ir  u  1#  .  —  §5#.
Zusammen  —  1  1831  r2  7  186  309  —

 

d.#  Ansfuhr  aus  den  Kamernugebict.

 

 

 

 

 

 

»  ·  sachd-  M
.»  Msnchth  Ausfuhr  Auzumr  gegnnr
Waarengattung  Vertb  1898  1899  18.
Menge  M.  #l.  WMi.  #
Aler
Palmöl.  2913  04x  850  15684991  —  #
kg
Palmkerne  6  900281  1  265  700  1274482  —  *7!
Gummi  elafricum  550  16  197  86300%
Elfenbein  50  100  6041  9170  4388716108  8
Katao  .  VngotsMus  —  L
Kopall  6334  3494  2945  549n
Kolanüsse  25  111  9286  5  593  3  693  —
Ebenholz  167  535  11.989  34200  —  17
Rinde  4200  22900  —  2800—
Kaffee  269  205  390  —  1
Rothholz  chm  11  2200  1  236  964  —
Mahagoniholz  —  —  400  —  1½
Zusammen  —  4840  7811601  6820  239161  *

Rolakultur  in  Ramerun.

Reise  nach  Westafrika  sagt  Korps-Stabsapotheker
L.  Bernegau:

Um  den  heutigen  Ausfuhrwerth  einzelner  tropischer
  Früchte  kennen  zu  lernen,  müssen  wir  die
Statistik  durchsehen.  Nach  dem  Jahresbericht  über
die  Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebiete  im

 

 

geführt:

 

1899/1900

Menge

Werth

 

 

Jahre  1899  und  1900  sind  in  Kamerun  #
In  einem  kürzlich  gehaltenen  Vortrag  über  eine

1898/1900

Menge

Ber

Kolanüsse  40747kg  14  011  Mk.  14314  kg  32977

Da  im  vorigen  Jahre  im  Kamemmgebiet  ve
Kolabaumbestände  gefunden  worden  find,  ita
steigende  Ausfuhr  zu  erwarten.  Eine  Suche  i
        <pb n="837" />
        kolabäumen  in  allen  Theilen  des  Gebietes  ist  anust
  reben.
tamerunkolanuß  als  minderwerthig  beschrieben.
deineswegs  ist  dies  zur  Verwendung  für  den  euroäischen
  Markt  der  Fall,  wie  ich  später  an  der
dHand  der  chemischen  Untersuchung  zeigen  werde.

Wie  bedeutend  der  Konsum  in  Kolanüssen,
tlamentlich  frischen,  in  Westafrika  selbst  ist,  lernen
vir  beim  Besuch  des  Kolamarktes  in  Lagos  kennen,
dei  Durchsicht  der  Ein=  und  Ausfuhrzahl  des  engischenn
  Blaubuches.  1897.  Ausfuhr  216  Centner
gzleich  395  Psund,  36,60  Mk.  per  Centner.  1899.
Ausfuhr  150  Centner  gleich  396  Pfund,  49,20  Mk.  per
Centner.  1897.  Einfuhr  nach  Lagos  11  184½  Centner
gleich  21  190  Pfund  gleich  37,00  Mk.  per  Centner.
Einfuhrzoll  5  pCt.  gleich  1059  Pfund.  1899.  Emfuhr
  nach  Lagos.  14  0  45  ½  Centuner  gleich  27  920
Pfund  gleich  29.75  Mk.  per  Centner.  Einfuhrzoll
p  Ct.  1399  Pfund.

Bei  der  Emführung  der  frischen  Kolanüsse  ins
Jnnere  Afrikas  durch  die  Haussahändler  steigert  sich
der  Preis  bedeutend.  Je  frischer  die  Nuß  beim
Transport  bleibt,  je  höher  der  Preis.  Wie  in
Europa,  so  werden  auch  im  Innern  Phantasiepreise
gezahlt  für  frisch  erhaltene  Kolanüsse.  Einen  eigentlichen
  Preis  giebt  es  nicht;  derselbe  schwankt  je  nach
der  Ernte.  Für  den  Handel  mit  frischen  Kolanüssen,
  der,  wie  ich  in  Lagos  feststellte,  ausschließlich
  in  den  Händen  schwarzer  Händler  lag,
sind  zwei  Punkte  von  Bedeutung,  eine  gute  Konservirungsart
  für  die  frischen  Nüsse  und  eine  rasche
Beförderung.

Als  ich  beim  König  Tofa  in  Porto  Novo  war,
schenkte  mir  Tofa  frische  rothe  Kolanüsse  und  getrocknete
  grüne,  innen  weiße  Kolafrüchte,  die  den
rosenartigen  Duft,  welcher  an  den  Duft  der  Marschall-Niel-Rose
  erinnert,  noch  erkennen  ließen.  Diese  Kolanmuß
  war  identisch  mit  der  Kamerun-Kolanuß.  Wie
Tofa  mittheilte,  wird  das  Holz  vom  Zweig  des
Kolabaumes  als  Zahnreiniger  besonders  geschätzt,
und  sah  ich  diese  Reinigungs-Methode  bei  den
schwarzen  Frauen  Tofas.  Dieses  Holz  wird  auch
mit  Wasser  gekocht,  als  Gurgelwasser  bei  Halskatarrh
  benutzt.  Wir  sehen  also,  daß  das  schwarze
Naturvolk  die  wissenschaftlich  begründete  therapeutische
  Anwendung  gerbsäurehaltiger  Gurgelwasser
im  richtigen  Instinkt  angewandt  hat  und  lange
kennt.  Abgekochtes  Wasser  wird  beim  Kolakauen
schmackhaft;  auf  diese  Eigenschaft  möchte  ich  besonders
aufmerksam  machen.  Bel  der  Verwendung  von
destillirtem  Wasser  als  Trinkwasser  ist  nach  meinen
Versuchen  das  Kauen  der  frischen  Kolanüsse  vor
dem  Trinken  von  Wasser  ein  beachtenswerthes
Trinkwasser-Corrigens.  Eingehende  Untersuchungen
nach  dieser  Richtung  hin  sind  wünschenswerth.

Der  leider  ermordete,  mit  den  Eigenthümlichkeiten
  und  Sitten  der  schwarzen  Stämme  Kameruns
wohlbekannte  Kaufmann  Konrau  führte  stets  frische
Kolanüsse  auf  seinen  Märschen  mit.  Er  behauptete,

—

-

785

In  der  Kolalitteratur  finden  wir  die

–

 

 

daß  das  Kauen  frischer  Kolanüsse  auf  seinen  Wanderungen
  ihm  gute  Dienste  geleistet.

In  Lagos  gelang  es  mir,  500  Stück  drei
Monate  alte  Kolapflanzen,  und  zwar  Gondja-Kola,
die  ich  auch  im  vorigen  Jahre  schon  bezogen,  vom
Botanischen  Garten  zu  kaufen.  Die  von  Lagos  nach
Viktoria  gebrachten  500  Stück  Gondja-Kolapflanzen
ließ  ich  in  Pflanzkörbe  auspflanzen  und  in  Saatbeete
  bringen.  Von  den  im  vorigen  Jahre  ausgepflanzten
  liberianischen  Kolanüssen  fand  ich  165
Stück  kräftig  entwickelte  Pflanzen  vor.  Um  die
Pflanzungs-Gesellschaften  zur  Kolaanpflanzung  anzuregen,
  übergab  ich  der  Pflanzung  Kriegsschiffhafen
und  der  Molive-Pflanzung  je  50  Kolapflanzen.
Der  Pallotiner  Mission  übersandte  ich  300  Stück
Kolapflanzen,  da  der  vorjährige  Versuch  gezeigt,
daß  in  dieser  Höhenlage  und  diesem  Boden  die
Pflanzen  gut  gedeihen.

Mit  Herrn  J.  Weiler  suchte  ich  im  Soppo-Gebiete
  unterhalb  Buea  geeignetes  Land  für  Kolaanpflanzungen
  aus.  Hier  ließ  ich  versuchsweise
zunächst  150  Stück  Kolapflanzen  auspflanzen.
Nach  Buea  wurden  50  Stück  Kolapflanzen  abgegeben,
  welche  im  Soppogebiete  ausgepflanzt  sind.
Herr  Weiler  theilt  mir  mit,  daß  die  Kolapflanzen
sich  kräftig  entwickelt  haben,  und  daß  man  in  Kamerun
mit  der  Kolaanpflanzung  rege  vorgeht.

Die  verschiedenartigsten  Höhenlagen  sind  bei  den
Pflanzungsversuchen  berücksichtigt,  so  in  Kriegsschiffhafen
  und  Molive  100.—200,  in  Bonjongo  400,
J.  Weiler  800,  Buea  1000  Meter.

Nach  westindischer  Methode  werden  zunächst
zweckmäßig  beim  Kolapflanzen  Bananen  ausgepflanzt
und  einige  Monate  nachher  werden  die  Kolapflanzen
in  Abständen  von  ca.  7  Meter  ausgesetzt.  In  8  bis
9  Jahren  wird  man  auf  eine  Ernte  rechnen  können.
Die  Schätzung  des  Betrages  kann  man  nicht  genau
angeben.  O.  Warburg  giebt  denselben  auf  50  kg
an,  in  Westindien  rechnet  man  bei  zwei  jährlichen
Ernten  auf  100  bis  150  kg  frischer  Nüsse.  In
Porto-Novo  standen  im  Hospitalgarten  Bäume,  deren
Erträge  jährlich  auf  50—60  kg  geschätzt  werden.
Eine  Rentabilitätsberechnung  für  eine  Kolaanpflanzung
kann  man  heute  noch  nicht  aufstellen,  da  erst  Erfahrungen
  gesammelt  werden  müssen.

Für  meine  Untersuchung  der  frischen  Kolanüsse
richtete  ich  mir  in  Viktoria  zunächst  eine  Versuchsanstalt
  ein,  mit  Unterstützung  der  Herren  J.  Weiler
und  Willhöft.  Dargestellt  wurden  aus  der  Kamerun-Kolanuß
  Extrakt  und  trockene  Nüsse,  die  ich  nach
meiner  Rückkehr  behufs  Prüfung  der  Bestandtheile
der  Kamerun-Kolanuß  untersuchte.  Die  Untersuchung
des  Extraktes  ergab,  daß  dasselbe  durchschnittlich
1,552  Reinkoffein  enthielt.  Das  nach  besonderem
Verfahren  aus  den  Kamerun-Kolanüssen  hergestellte
Kolaroth  löst  sich  langsam  im  Wasser  mit  himbeerrother
  Farbe  auf  und  scheidet  schon  nach  kurzem
Stehen,  schneller  beim  Erhitzen  einen  weißen,
krystallinischen  Körper  ab,  während  der  Farbstoff  in

4
        <pb n="838" />
        —  786  —

Lösung  bleibt.  Das  Filtrat  reduzirt  Fehlingsche
Lösung.  Der  weiße  Körper  wurde  durch  Umkry—
stallisiren  gereinigt  und  ergab  zufolge  der  durch
Herrn  Professor  Thoms  bewirkten  Elementar-Analyse
und  den  mit  dem  Körper  vorgenommenen  Reaktionen,
  die  Identität  mit  Phloroglucin.  Die
Substanz  schmolz  bei  217°.  Die  Analyse  ergab
folgende  Zahlen:

0,1273  glieferten  0,2670  g  CO2  und  0,0558  g  H.  0.

Gefunden:  Berechnet  für  Ce  H.  (OH:):
C  57,2  PCt.  57,14  pCt.
H.  4,87  =  4,76  =

Der  Körper  ist  ein  Phenol,  und  zwar  identisch
mit  Phloroglucin.  Zusammensetzung  und  Schmelzpunkt
  stimmen  damit  überein  und  ebenso  die  für  das
Phloroglucin  bekannten  Farbreaktionen:

1.  Mit  Eisenchlorid  entsteht  eine  blauviolette
Färbung.

2.  Mit  Vanillin  und  Salzsäure  Rothfärbung.

3.  Die  verdünnte  wässerige  Lösung,  mit  Anilinnitrat
  und  Kaliumnitrat  versetzt,  liefert  nach  Kurzem
einen  zinnoberrothen  Niederschlag.

Hierdurch  war  der  nicht  unwichtige  Nachweis
erbracht,  daß  in  dem  Kolarot  ein  Glykosid  vorliegt,
und  zwar  ein  zu  der  Gruppe  der  Phloroglucide
gehöriges.  Die  wiederholt  gemachte  Beobachtung,
daß  beim  Kolakauen  zunächst  ein  adstringirend  bitterer,
allmählich  milder  werdender,  dann  ein  süßer  Geschmack
auftritt,  findet  durch  die  Thatsache,  daß  das  süß
schmeckende  Phloroglucin  durch  den  Speichel  gespalten
  wird,  eine  hinreichende  Erklärung.

In  dem  nach  dem  Abscheiden  des  Phloroglucins
erhaltenen  Filtrat  konnte  die  Anwesenheit  von  Koffein
festgestellt  werden.  Das  Alkaloid  wurde  durch  Umkrystallisiren
  aus  absolutem  Alkohol  gereinigt.  Nach
dem  Austrocknen  bei  105°  schmolz  dasselbe  bei  233°.

Bei  der  Verbrennung  wurden  folgende  Zahlen

erhalten:
0,1334  g  Substanz  lieferten  0,210  g  CO2  und
0,0616  g  H20.
Berechnet  Berechnet
Gefunden:  für  Koffein:  für  Theobromin:
C  49,27  pCt.  49,48  pCt.  46,66  PCt.
H.  5,13  5,15  4.4  4

Ob  das  Koffein  in  glykosidartiger  Bindung  in
dem  Kolaroth  vorhanden  ist,  müssen  weitere  Untersuchungen
  ergeben.  Ebenso  ist  die  Prüfung  der
Spaltprodukte  des  Phloroglucins  einer  eingehenden
Untersuchung  vorbehalten.  Von  besonderem  Interesse
  dürfte  auch  das  Ergebniß  der  Prüfung  eines
eigenartigen  Fettkörpers  werden,  der  in  den  Kamerun-Kolanüssen
  enthalten  ist.

Togo.
Wissenschaftliche  Kammlungen.

Der  Stationsleiter  von  Kete-Kratschi,  Mischlich,
hat  der  zoologischen  Sammlung  des  Königlichen

 

Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  eine  Naturaln
sammlung  übersandt,  die  folgende  Objekte  enthielt:

8  Säugethiere  in  Alkohol,  1  Vogelbalg,  17  Netilien
  und  Amphibien,  3  Fische,  1  Raupe,  4  Nerropteren,
  51  Coleopteren,  theils  trocken,  theils
Alkohol,  eine  größere  Anzahl  Orthopteren  und  Rhorchoten,
  7  Hymenopteren  in  Alkohol,  1  Myriaroe
und  13  Spinnen  in  Alkohol.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.  Unz#
den  Säugethieren  befand  sich  ein  Pärchen  ausgenr
sener  Flughunde,  Epomophorus  zechi  Mtsch.,
wegen  ihrer  Größe  sehr  willkommen  waren;  ##us
unter  den  Reptilien  und  Amphibien  waren  eine:
seltenere  Arten.  Die  Käfer  enthielten  außer  mehrert
neuen  Formen  auch  Exemplare,  die  in  zoogeogrert
scher  Beziehung  wichtig  sind.  Unter  den  Orthop#-sind
  zwei  Termiten-Königinnenzellen  wissenschaint
sehr  werthvoll.  Die  übrigen  Insekten  enthielten  sch
bekannte  Arten,  waren  aber  immerhin  zur  Ergiänze#
älterer  defekter  Stücke  willkommen.

Deuksch-Hüdwelkafrika.

Dundesteuer  in  Raribib.

Auf  allgemeinen  Wunsch  der  Einwohnerschaftr
Karibib  hat  der  Kaiserliche  Gouverneur  von  Deut-Südwestafrika
  vom  1.  Januar  1902  ab  in  dem  ##
nannten  Platze  ebenfalls  die  Erhebung  einer  Huusteuer
  angeordnet.  Die  betreffende  Verordn#:
entspricht  den  schon  früher  für  Windhoek  (Kol.  k.
1899,  S.507)  und  für  Swakopmund  (Kol.  Bl.  17.
S.  312)  erlassenen  Gouvernements  =  Verordnur#
betreffend  das  Halten  von  Hunden.

 

RAus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Der  Direktor  der  Gesellschaft  zur  Beförderder
  evangelischen  Missionen  unter  den  Heiden  #
lin  1),  Gensichen,  ist  von  einer  längeren  Inspeltilreise
  zurückgekehrt.  Derselbe  hat  die  Stationen  sei-Gesellschaft
  in  Südafrika  und  zuletzt  die  Statierin
  Deutsch-Ostafrika,  im  Konde-,  Kinga=  und  Heland,
  besucht.

Der  Missionsinspektor  der  Norddeutschen  Missier“
gesellschaft  zu  Bremen,  Schreiber,  hat  am  10.0.
tober  mit  dem  Dampfer  „Aline  Woermann“  #er-Hamburg
  aus  eine  Inspektlonsresse  nach  Togote
getreten.  Die  an  der  Sklavenküste  thätige  Nordeutsche
  Mission  hat  jetzt  fünf  Hauptstationen  ut
33  Außenstationen.  Die  Zahl  der  im  letzten  Jab
getauften  erwachsenen  Heiden  beträgt  119;  der  Sir
der  Gemeinde  am  Schluß  von  1900  war  2616  Serlen.
dazu  standen  170  Taufbewerber  im  Unterricht  25
41  Schulen  wurden  von  insgesammt  1296  Kindem
        <pb n="839" />
        (853  Knaben,  443  Mädchen),  darunter  860  Heiden,
besucht.  Es  ist  das  erste  Mal,  daß  das  Arbeitsfeld
inspizirt  wird.

Ueber  den  am  9.  Juni  erfolgten  Tod  des
1.  Daull  in  Utinta  (Tanganyika)  schreibt  der
„„  Afrika-Bote“:

P.  Daull  ist  dem  Schwarzwasserfieber  erlegen.
Wer  den  echt  apostolischen  Seeleneifer,  die  tiefe
Frömmigkeit  und  den  allzeit  heiteren  Charakter  des
verstorbenen  Missionspriesters  gekannt,  der  muß  dem
P.  Boyer  beistimmen,  wenn  er  sagt,  daß  nicht  nur
die  Station  Utinta,  sondern  das  ganze  Vikariat
Tanganyika  durch  den  Tod  des  P.  Daull  einen
schmerzlichen  Verlust  erlitten  hat.  Auch  für  unser
Haus  in  Trier  hatte  der  Verstorbene  großes  Interesse,
  da  er  von  der  Wichtigkeit  unseres  Werkes,  das
für  den  Nachwuchs  der  Missionare  in  den  deutschen
Kolonien  zu  sorgen  hat,  vollständig  überzeugt  war.

 

Das  „Evangel.-lutherische  Missionsblatt“  schreibt:

Am  27.  August  sind  Miss.  Jessen  und  Br.  Fickert,

begleitet  von  zehn  Arbeitern,  von  Moschi  nach  Schira
abgereist,  um  dort  die  durch  die  Unruhen  unterbrochene
  Arbeit  zur  Gründung  der  neuen  Station
wieder  aufzunehmen.  Es  hatten  sich  mehrere  hundert
Arbeiter  gemeldet,  die  gern  mit  den  Brüdern  nach
Schira  ziehen  wollten  —  ein  erfreulicher  Beweis  für
das  Vertrauen  bei  der  Bevölkerung,  dessen  sich  unsere
Brüder  erfreuen.

Aus  Kisserawe  wird  den  „Nachrichten  aus  der
ostafrikanischen  Mission“  geschrieben:

Während  bisher  die  Saramo  hin  und  her  zerstreut
  in  einzelnen  kleinen  Weilern  wohnten,  sollen
sie  jetzt  in  zusammenhängenden  Ortschaften  zusammenziehen,
  und  diese  selbst  sollen  in  erster  Linie  an  der
großen  Heerstraße  liegen,  damit  die  Verwaltung  dadurch
  in  Bezug  auf  Steuereintreiben  und  Wegebau  2c.
erleichtert  wird.  Wir  haben  nun  das  Keiserliche
Bezirksamt  gebeten,  auf  unsere  Außenstationen  Rücksicht
  zu  nehmen  und  denen,  die  sich  zu  uns  halten,
zu  erlauben,  bei  uns  wohnen  zu  bleiben  bezw.  sich
bei  uns  anzusiedeln.  Es  würden  also  hier  in  Kisserawe
  zwei  Dörfer  entstehen,  das  eine  auf  der  jenseitigen
  Höhe  bei  Paozi  Usimia,  das  andere  Dorf
hier  bei  uns.  Diejenigen,  welche  sich  bei  uns  ansiedeln,
  müssen  sich  unserer  bürgerlichen  Gemeindeordnung
  fsügen.  In  elner  Aeltestensitzung  haben  wir
vorläufig  folgende  Punkte  aufgestellt:  1.  Alle  Kinder
müssen  zur  Schule  gehen.  2.  a)  Kinyamkeradienst,
b)  Beschneidung,  c)  die  entsprechende  Mädchen-ngoma
müssen  unterbleiben.  3.  Haus,  Platz  und  Weg  vor
dem  Hause  muß  reingehalten  werden,  Garten  angelegt
  werden  2c.  4.  Alle,  die  sich  auf  der  Mission
ansiedeln,  haben  in  jeder  Beziehung  dem  Akida,  soweit
  er  seinen  Beruf  ausübt,  zu  gehorchen  und  müssen
in  den  öffentlichen  Arbeiten  (Wegebau)  den  andern
mit  gutem  Beispiel  vorangehen.  5.  Sonntagsheili-787



 

gung.  6.  Niemand,  der  beim  Anzug  nur  eine  Frau
hat,  darf  sich  eine  zweite  oder  mehrere  dazu  nehmen.
—  Es  haben  sich  schon  eine  Menge  gemeldet  mit
der  Bitte,  bel  uns  zu  wohnen.

Ueber  die  Besetzung  der  Landschaft  Kiwere
(Deutsch-Ostafrika)  schreibt  das  „Missionsblatt  der
Brüdergemeinde“:

In  den  letzten  Augusttagen  hat  uns  die  Nachricht
erreicht,  daß  Bruder  Stern,  bisher  Stationsvorsteher
von  Urambo,  mit  seiner  Familie  und  den  beiden
Missionshandwerkern  Br.  M.  Brauer  und  H.  Rapparlié
  am  28.  Mai  in  der  Hauptstadt  der  Landschaft
Kiwere,  Igumila,  eingetroffen  war  und  nach  Vollzug
des  nothwendigen  Landkaufs  am  Kitundaberg  mit
Anlage  einer  Missionsstation  unverzüglich  begonnen
hatte.  Letzteres  wäre  nicht  so  schnell  möglich  gewesen,
  wenn  Br.  Stern  die  Gegend  nicht  bereits
erkundschaftet  und  somit  gekannt  hätte.  Er  hatte  im

Auftrage  der  Missionsdirektion  schon  im  letzten  Herbst,

vom  10.  September  bis  15.  Oktober,  von  Urambo

3
I
l

 

aus  eine  Untersuchungsreise  nach  Kiwere  unternommen
und  bestimmte  Vorschläge  zur  Stationsgründung  in
der  Hauptstadt  des  Landes  gemacht.  Diese  Stadt
ist  zugleich  die  Residenz  der  Sultanin  Msawila,  die
Miss.  Stern  auf  seiner  Reise  nach  Urambo  vor  drei
Jahren  traf  und  die  ihn  um  Evangeliumsverkündigung
  in  ihrem  Lande  bat.  Diese  Besetzung  Kisweres
ist  ein  großer  Schritt  vorwärts,  der  uns  in  eine  fast
ganz  unbekannte  Gegend  führt,  die  auf  den  Karten
von  Deutsch-Ostafrika  bis  jetzt  noch  durch  einen  leeren
Fleck  gekennzeichnet  ist.  Es  war  dieser  Vorstoß  nöthig,
wenn  wir  die  schon  bei  Uebernahme  der  einsamen
Station  Urambo  ins  Auge  gefaßte  Verbindungslinie
zwischen  unserem  nördlichen  Arbeitsgebiet  in  Urambo
und  der  fast  500  km  entfernten  südlichen  Nyassamission
  ziehen  wollten.  Kiwere  liegt  etwa  in  der
Mitte  zwischen  Urambo  und  Utengule,  und  die
Station  bei  Igumila  ist  nun  das  erste  Glied  in  der
Kette,  die  Nord  und  Süd  verbinden  soll.  Wir  hoffen,
dieser  einen  Niederlassung  in  nicht  zu  ferner  Zeit
weitere  folgen  lassen  zu  können.  —  Vom  Weg  von
Urambo  bis  Kilimatinde  ist  nicht  noth,  viel  zu  sagen.
Diese  Strecke  ist  uns  von  früheren  Berichten  her
bekannt.  Interessant  sind  nur  folgende  Bemerkungen.
„Im  Vergleich  zu  ein,  zwei  Jahren  zuvor,“  schreibt
Br.  Stern,  „war  es  eine  Lust  zu  reisen.  Die  Stationschefs
  in  Tabora  und  Kilimatinde  haben  alles  nur
Mögliche  gethan,  um  die  große  Barabara  (Straße)
zwischen  ihren  Stationen  gangbar  zu  machen.  Auch
finden  sich  jetzt  Unterkunftsbaracken  am  Wege,  in
Mtoni  sogar  eine  prächtige  Brücke.  Weiter  sind
Leute  an  den  einzelnen  Stationen  angesiedelt,  um
die  Barabara  zu  beleben.  Das  muß  hier  im  sog.
abösen  Walddoppelt  schwere  Arbeit  verursacht  haben.
Mitten  drin  hat  sich  nun  auch  ein  alter  Soldat  angesiedelt,
  der  Regierungsvieh  hütct.  An  fünf  Orten
trafen  wir  Heerden  solchen  Viehs.  Das  war  sehr
angenehm,  denn  da  bekommt  der  reisende  Europäer
        <pb n="840" />
        umsonst  Milch.  An  einem  anderen  Ort  (Mwale)
wird  in  Kurzem  Flaschenbier  zu  haben  sein!“

Ueber  ein  Unglück,  das  die  katholische  Missionsstation
  Kiboscho  betroffen  hat,  berichtet  das  „Echo
aus  Krnechtsteden“:

Oefters  haben  wir  von  den  Trappistinerinnen
gesprochen,  die  in  Kiboscho  am  Kilimandjaro  vor
Kurzem  ein  so  schönes  Heim  gegründet  hatten.  Das
kaum  erblühte  Glück  ist  hin.  Eine  furchtbare  Feuersbrunst
  hat  das  neue  Schwesternheim  vollständig  zerstört.
  Wir  lassen  das  Wort  dem  P.  Rohmer,  dem
Oberen  der  schwergeprüften  Missionsstation:  „In  der
Nacht  vom  8.  zum  9.  Juli,  gegen  Mitternacht,  erweckt
  uns  Alle  ein  verzweifelter  Schrei:  „Feuer,
Feuerl  Das  Schwesternheim  stand  in  hellen  Flammen,
und  die  Unglücklichen  sind  erst  erwacht,  als  ihnen
das  Feuer  auf  die  Betten  fiel.  Um  1  Uhr  morgens
blieben  von  dem  kaum  erbauten  Hause  nur  die  vier
Wände  übrig.  Der  Speicher  war  unser  Magazin,
wo  wir  Alles  verwahrten,  und  Alles  ist  verbrannt.
Aus  der  Küche  war  auch  nichts  zu  retten;  nur  aus
den  Zimmern  konnten  wir  noch  Vieles  in  Sicherheit
bringen,  aber  die  größeren  Möbel  sind  auch  verloren.
Niemand  weiß,  wie  das  Feuer  ausgebrochen  ist.  Ich
glaube,  ein  Funken  hat  den  Ruß  in  Brand  gesteckt,
der  auf  dem  Dache  lag.  —  Ein  Wort  über  den
Schaden  und  die  nothwendigen  Reparaturen.  Zuerst
brauchen  wir  300  neue  galvanisirte  Blechplatten  zur
Dachdeckung.  Die  alten  sind  derart  zugerichtet,  daß
sie  ganz  unbrauchbar  geworden  sind.  Vom  Gerüst,
von  den  Thüren,  Fenstern  und  Möbeln  bleibt  nur
ein  wenig  Schutt.  Unsere  ganze  vorjährige  Kaffeeernte,
  ein  Theil  der  Leibwäsche  und  Kleidungsstücke
der  Schwestern  und  eine  Menge  nothwendiger  Sachen,
die  ich  nicht  alle  aufzählen  kann,  sind  verloren  und
thun  uns  noth.  Nach  einem  solchen  Unglück  ist  an
eine  Reise  in  die  Heimath,  die  ich  eben  antreten
sollte,  gar  nicht  zu  denken.  Obgleich  sehr  müde,  muß
ich  von  Neuem  an  die  Arbeit  gehen,  —  und  ich  thue
es  gern.  Gott  hat  bisher  geholfen,  Gott  wird  wieder
  helfen!“

Ueber  den  Fortgang  der  Missionsthätigkeit  der
Pallotiner  in  Kamerun  erfahren  wir  aus  dem
siebzehnten  halbjährlichen  Berichte  Folgendes:

In  Yaunde,  wo  eine  größere  Anzahl  früherer
Schüler  der  Mission  aus  Kribi  wohnen,  ist  von
dem  apostolischen  Präfekten  P.  Vieter  und  P.  Hoegn
eine  neue  Station  gegründet  worden.  Ein  Häuptling,
  Isomba,  hat  der  Mission  ein  Stück  Land  von
etwa  25  ha  überlassen.  Dort  ist  in  kürzester  Zeit
eine  einfache  Hütte,  die  zunächst  als  Station  dient,
errichtet  worden.  P.  Hoegn  schreibt  darüber:

„Es  ist  zwar  kein  Palast,  aber  doch  ganz
wohnlich.  Das  Dach  besteht  aus  Matten,  die
Wände  aus  Baumrinde,  die  mit  Bast  an  Bambnsstäbe
  festgebunden  ist.  Der  Boden  aus  festgeklopftem
Lehm,  Thüren  und  Fensterläden  sind  aus  roh-788



 

 

gespaltenen  schmalen  Brettern  gemacht.  Das  ganze
Haus  ist  15  m  lang  und  5  m  breit.  In  der
Mitte  befindet  sich  ein  querdurchgehender  Raun,
unser  Refektorium.  Die  so  entstandenen  Hälfen
sind  wiederum  getheilt,  so  daß  wir  vier  Schlesräume
  haben.  Am  närdlichen  Ende  des  Hauses  ür
die  Kapelle,  an  die  sich  eine  überdachte  Halle  uschließt,
  wodurch  die  Kapelle  bei  geöffneter  Therzur
  Kirche  erweitert  werden  kann.  Um  das  BWekbrhaus
  reihen  sich  ein  kleiner  Vorrathsraum  und  de
Küche,  beides  aus  Rohrgeflecht  mit  Lehmbewur
In  einiger  Entfernung  nach  Osten  steht  ein  Motienhaus
  für  die  heidnischen,  nach  Westen  ein  solche
für  die  christlichen  Arbeiter.  Dazu  Schremem.
Hühner  und  Ziegenstall.  Den  Schluß  bildet  die
am  waldigen  Hügelabhage  liegende  Ziegelei.  Adiese
  Gebäulichkeiten  müssen  so  lange  aushalten,  b
wir  sie  durch  bessere  ersetzen  können.“

Der  sonntägliche  Gottesdienst  ist  gleich  nach  de
Gründung  von  den  Christen  gut  und  regelmästn
besucht  worden.  Am  Charsamstag  wurde  das  #ei-Hochamt
  in  MYaunde  gehalten;  am  Ostermon#t##
meldeten  sich  die  ersten  Heiden  zum  Katechiem##
Seildem  giebt  P.  Hoegn  täglich  eine  Smu
Unterricht,  der  durchschnittlich  von  etwa  45  Junge#
besucht  wird.

In  Duala  sind  die  ersten  Anfänge,  die  sumbn.
Umgebung  der  Station  auszutrocknen,  gem:#-worden.
  In  der  Schule  werden  zur  Zeit  85  Knabeunterrichtet,
  von  denen  sich  55  auf  die  Taufe  ve
bereiten.  Die  Zahl  der  anderen  Katechumenen  better
14  (5  Männer  und  9  Frauen).  Die  Toaufen  be
liefen  sich  von  Januar  bis  Juli  auf  37  (19  Kindn
18  Erwachsene).  Auf  der  Dorfschule  in  B'Mr#-—
  gegründet  Februar  1900  —  sucht  der  schwert
Lehrer  Joseph  Timba,  der  in  Deutschland  erze
worden  ist,  seine  Weisheit  bei  35  Jungen  ors:
bringen,  und  man  kann  mit  seinen  Ersolgen  #
frieden  sein.  Die  Schwestern  in  B'kuo  a  Meungesähr
  eine  halbe  Stunde  von  der  Station.  1
gegen  haben  an  ihren  Schülern  etwas  auszuu##
—  sie  drücken  sich  nämlich  gern,  wie  viele  inr
deutschen  Kameraden,  vor  den  harten  Bänken.  2#
Mädchen,  von  denen  25  im  Hause  wohnen,  de
den  Schwestern  in  der  Hausarbeit  und  bei
Bestellung  des  Gartens  und  Feldes.

Die  Gesundheitsstation  Engelberg  war  im  lefr
halben  Jahre  von  Erholungsbedürftigen  stark  beigewesen
  und  hat  sich  weiter  gut  bewährt.  1½
Gewinnung  zum  Christenthum  schreitet  bei  N
Bakwiri,  einem  leichten  und  sorglosen  Völkchen,  2
diesen  Theil  des  Gebirges  bewohnt,  nur  lang'-voran,
  da  sie  voll  von  Hexenwahn  und  Aberglorbe
stecken.  Sind  sie  aber  einmal  zum  Christentber
bekehrt,  dann  ist  Aussicht  vorhanden,  daß  sie  nizu
  den  schlechtesten  Negerchristen  gehören  werder
Die  Schulen  sind  gut  besucht  und  haben  grei-Zuwachs
  genommen.  So  find  in  Ergelter-50
  Knaben  und  in  der  Schule  der  Schwesten  #
        <pb n="841" />
        ——

Mapanja  41.  Taufunterricht  erhalten  zur  Zeit
53  Knaben  und  2  Erwachsene.  Im  letzten  halben
Jahre  hatte  der  Obere  der  Station,  P.  Schwab,  die
Freude,  16  in  die  Gemeinschaft  der  Kirche  aufzunehmen
  und  am  Weißen  Sonntag  28  Knaben  die
erste  Kommunion  zu  spenden.

In  der  Station  Kribi  wurden  im  vergangenen
halben  Jahre  19  Kinder  getauft;  32  andere  und
einige  Erwachsene  bereiten  sich  auf  den  Empfang
der  Taufe  vor.  Die  Schule  ist  von  50  Knaben
besucht;  die  der  Schwestern  von  ungefähr  50  Mädchen.

In  Groß-Batanga  war  zur  Gründung  einer
selbständigen  Missionsstation  ein  Wohnhaus  für
Patres  und  Brüder  errichtet  worden.  Bis  zum
Mai  dieses  Jahres  konnte  die  Station  nur  von
Kribi  aus  besorgt  werden.  Als  aber  nun  Hülfe
aus  Deutschland  kam,  wurden  P.  Vincenz  Kopf  und
Br.  Nikolaus  Bauer  hierher  versetzt.  Die  Station
liegt  auf  einer  Anhöhe,  der  frischen  Seeluft  von
allen  Seiten  ausgesetzt,  und  bietet  so  einigermaßen
gute  Aussichten  für  die  Gesundheit  der  Missionare.

Marienberg,  die  älteste  Station,  hat  ihren
P.  Michael  Schöller  verloren,  die  ganze  Last  der
Arbeit  ruht  jetzt  auf  P.  Münchs  Schultern.  In
der  letzten  Woche  des  Juli  wurde  mit  dem  Neubau
des  Wohnhauses  begonnen.  Trotz  der  Regenzeit
schreitet  er  rüstig  voran.  Außer  diesem  Wohnhaus
wird  an  einem  großen  Neubau  für  die  Schwestern
gearbeitet.  Vom  1.  Januar  bis  1.  Juli  haben
34  Taufen  stattgefunden,  darunter  6  von  Männern
und  5  von  Frauen.  Die  Zahl  der  Katechumenen
beträgt  50.  Die  Schule  ist  von  20  Knaben,  die
der  Schwestern  von  30  Mädchen  besucht.  Auf  den
Dorsschulen  wird  ungefähr  an  150  Schüler  Unterricht
ertheilt.

In  Edea,  der  Herz-Jesu-Station,  ist  l.  König
noch  immer  rüstig  bei  der  Arbeit.  Im  letzten  halben
Jahre  wurden  98  Seelen  für  Christus  gewonnen,
darunter  12  Männer  und  11  Frauen.  Ueber  den
Schulbesuch  ließ  sich  nicht  klagen.  Die  Schule  der
Station  zählte  35  Knaben,  auf  der  Schwesternstation
  wurden  32  Mädchen  unterrichtet.  Auf  die
35  Dorfschulen  vertheilen  sich  ungefähr  700  Schüler.

Ein  Schultag  in  der  Stationsschule  in  Ho
(Togo)  wird  im  „Monatsblatt  der  Norddeutschen
Missionsgesellschaft“  geschildert.  Es  heißt  darin:

Morgens  um  51/2  kündet  die  Stationsglocke  an,
daß  es  nun  Zeit  ist,  vom  Schlafe  aufzustehen.  Die
Schüler  erheben  sich,  rollen  ihre  Matten  zusammen
und  richten  sich  zur  Andacht.  Schon  nach  10  Minuten
  läutet  es  wieder.  Die  Glocke  ruft  sowohl
die  Schüler  als  die  Stationsbewohner  und  die
Christen  im  nahen  Bethel  zur  Morgenandacht.  Von
6  —7  Uhr  kanng  man  sehen,  wie  die  Schüler  auf
den  Stationswegen  auf--  und  abgehen  oder  den
großen  freien  Schulplatz  abmessen  mit  einem  Heft
oder  Buch  in  der  Hand;  sie  bereiten  sich  noch  auf
die  Lektionen  vor.  An  drei  Tagen  in  der  Woche

789

 

 

 

kommen  die  Schüler  während  dieser  Zeit  zum
Missionar,  um  Schulmaterialien  zu  kaufen.  Um
7  Uhr  ruft  die  Glocke  die  Schüler  zur  Stunde
zusammen.  Die  Lektionen  währen  mit  nur  kurzen
Zwischenpausen  bis  10  Uhr.  Nun  ist  es  aber  höchste
Zeit,  daß  eine  längere  Pause  eintritt,  nicht  nur
wegen  der  Anstrengung,  sondern  auch  um  des  Magens
willen.  Natürlich  müssen  die  Schüler  auch  Kostgeld
  bezahlen,  aber  es  ist  nach  unsern  Begriffen
nicht  gar  viel.  Für  2  Mark  bekommt  einer  einen
ganzen  Monat  lang  seine  zwei  bis  drei  Mahlzeiten.
Aber  für  manchen  Schüler  ist  es  doch  eine  hohe
Summe,  die  er  nicht  bezahlen  kann,  weil  er  kein
Geld  hat.  Da  muß  dann  die  Mission  eintreten
und  das  Kostgeld  bezahlen.  Gegen  11  Uhr  sammeln
sich  die  Schüler  wieder,  denn  noch  ist  nicht  ganz
Ruhezeit.  Sie  haben  eine  weitere  Lektion  von
11  bis  12  Uhr.  Aber  inzwischen  ist  die  Sonne
hoch  am  Himmel  heraufgestiegen  und  steht  nun  fast
senkrecht  über  unsern  Häuptern.  Es  ist  jetzt  sehr
heiß,  daheim  hätte  man  schon  längst  Hitzferien  gegeben.
  Endlich  ertönen  die  sehnsüchtig  erwarteten
Glockenschläge.  Eine  Ruhepause  von  zwei  Stunden
tritt  ein.  Diese  Zeit  wird  hauptsächlich  dazu  benutzt,
die  Reste  der  Mahlzeit  aufzuzehren  und  der  Ruhe
zu  pflegen.  Am  Nachmittag  haben  die  Knaben  nur
eine  Stunde  Unterricht,  von  zwei  bis  drei  Uhr.
Aber  es  ist  noch  nicht  Feierabend  für  sie.  Es
folgen  nun  zwei  Stunden,  wo  sie  im  Freien  arbeiten.
  Da  sind  Wege  zu  bauen  und  im  Stande
zu  halten,  die  Kaffeeplantagen  zu  reinigen,  der  Kaffee
hereinzuholen  und  auszuklopfen,  das  Unkraut  aus
dem  Rasen  auszujäten  und  Anderes  mehr;  die
40  Schüler  haben  Arbeit  genug.  Von  5  Uhr  ab
haben  die  Knaben  frei.  Gegen  6  Uhr  gehen  sie
wieder  zum  Essen,  und  um  7  Uhr  findet  die  Abendandacht
  statt.  Nach  derselben  arbeiten  sie  noch  bis
9  Uhr  an  den  Aufgaben  für  den  nächsten  Tag,
dann  aber  ist  Schluß.  Die  Knaben  ziehen  sich  in
ihr  Schlafzimmer  zurück,  breiten  dort  ihre  Matten
auf  dem  Boden  aus  und  legen  sich  zum  Schlaf
nieder.  "

Die  Missionsarbeit  der  Genossenschaft  der
Oblaten  der  Heiligsten  und  Unbefleckten  Jungfrau
Maria  in  Swakopmund  wird  in  einem  in  der
Zeitschrift  „Maria  Immaculata“  veröffentlichten
Briefe  des  P.  Nachtwey  geschildert.  Dort  heißt  es:

In  Swakopmund  hat  sich  das  Arbeitsfeld  beträchtlich
  vergrößert.  Der  Hafenbau  und  die  Entwickelung
  von  Swakopmund  beschäftigen  eine  Menge
Handwerker,  die  zum  großen  Theil  aus  der  Kapkolonie
  nach  Deutsch-Südwestafrika  gezogen  sind.
Die  österreichische  Nationalität  ist  unter  diesen
Arbeitern  stark  vertreten.  Auch  an  katholischen
Engländern,  Italienern  und  Spaniern  fehlt  es  nicht.
Allen  unseren  Glaubensgenossen  zu  nützen  oder  zu
helfen  ist  das  ständige  Trachten  der  Missionare.
Den  Eifrigen  ihren  Eifer  zu  erhalten,  die  Säumigen

5
        <pb n="842" />
        –..

anzuspornen,  die  der  Religion  und  Kirche  Entfremdeten
  und  Irrenden  zurückzuführen,  ist  unsere
ernste  Ausgabe.  Neben  der  Seelsorge  der  Weißen
beschäftigt  uns  die  Erziehung  der  Neger,  die  uns
zugänglich  sind.
das  Missionshaus  denkwürdig  geworden  durch  die
erste  Spendung  der  Taufe  an  einen  erwachsenen
Neger,  einen  Knaben,  der  auf  den  Empfang  dieses
Sakramentes  lange  Jahre  vorbereitet  war.  Durch

außergewöhnlich  zahlreiches  Erscheinen  beim  Hochamte

  dieses  Tages  hat  unsere  katholische  Bevölkerung
bewiesen,  welches  Interesse  sie  an  dieser  Handlung
genommen.  Wir  freuen  uns  über  die  erste  Taufe
und  beten  zu  Gott,  daß  er  uns  in  Zukunft  recht
oft  diese  Freude  und  den  armen  Negern  diese  Gnade
schenken  möge.  —  Jeden  Tag  halten  wir  zweimal
Schule;  die  erste  wird  von  denjenigen  Schwarzen
besucht,  welchen  es  die  Stellung  erlaubt,  in  der  sie
leben;  an  der  zweiten  des  Abends  nehmen  immer
solche  theil,  die  des  Tages  über  mit  Arbeit  beschäftigt
  sind.

Kus  fremden  KMKolonien  und
Produktionsgebieten.

Dandel  Sanstbars  im  Jahre  19goo.

Der  Handel  Sansibars  hat  im  Jahre  1900  in
fast  allen  Artikeln  der  Ein=  und  Ausfuhr  einen  erheblichen
  Rückgang  erfahren.

Der  Gesammtwerth  der  Einfuhr  stellte  sich  im
vergangenen  Jahre  auf  16740  611  Rupien  gegen
20  339  227  Rupien  im  Jahre  1899.  Zu  dem  Werthe
der  letztjährigen  Emfuhr  hat  Europa  mit  4028  926,
Asien  mit  6  672  341,  Afe#lika  mit  5  127  632  und
Amerika  mit  911  712  Rupien  beigesteuert.

Auf  die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  vertheilte
sich  der  Werth  der  Einfuhr  des  Jahres  1900,  wie
folgt:  Indien  6090  410,  Deutsch-Ostafrika  2709  417,
Großbritannien  1595  987,  Britisch  -Ostafrika
1087  607,  Vereinigte  Staaten  von  Amerika  911712,
Deutschland  908  478,  Belgien  766  035,  italienisches
Somaliland,  Benadirküste  661  727,  Südagrika,  einschließhlich
  Comoren,  Mauritius,  Madagaskar  und
Portugiesisch-Ostafrka  494.919,  Frankreich  353  396,
Aden  231  744,  Maskat  220  453,  Italien  147  869
und  Schweden-Norwegen  101  490  Rupien.

Die  wichtigeren  Einfuhrartikel  erreichten  folgende
Werthe:  Gewebe  3  835  803,  Körnerfrüchte,  besonders
Reis,  2  890  558,  Elfenbein  1  422  257,  Material-,

Spezereiwaaren  und  Gewürze  815  088,  Petroleum

556.526,  Häute  456  397,  Zucker  419  587,  Metallwaaren
  außer  Draht  373  107,  Kautschuk  360  719,
Kohlen  325  683,  zerlassene  Butter  und  Fett  305  575,
Mehl  260  455,  Tabak  192  521,  Holz  181  129  und
Kopal  164791  Rupien.

Der  Werth  der  Ausfuhr  Sansibars  ist  von
20528  419  Rupien  im  Jahre  1899  auf  17516920

Der  17.  Februar  d.  IJs.  ist  für

790

i

 

 

l

Rupien  im  Jahre  1900  herabgesunken.  Dieser  Rückgang
  machte  sich  bei  der  Ausfuhr  nach  allen  Erdtheilen
  bemerkbar.  Die  Ausfuhr  nach  Europa  bewerthete
  sich  im  Jahre  1900  auf  3587  999,  nach
Asien  auf  2222  639,  nach  Afrika  auf  10  484  121
und  nach  Amerika  auf  1  222  161  Rupien  gegen
4  886  098  Rupien  nach  Europa,  2  257  524  Rupien
nach  Asien,  12  117  842  Rupien  nach  Afrika  und
1  266  955  Rupien  nach  Amerika  im  Jahre  1899.

Auf  die  hauptsächlichsten  Bestimmungsländer  vertheilte
  sich  die  Ausfuhr  des  Jahres  1900,  wie  folhlt:
Deutsch-Ostafrika  6  567  164,  Südafrika,  einschließlich
Comoren,  Madagaskar,  Mauritius  und  Portugiesisch-Ostafrika
  1  702  550,  Großbritannien  1592  481,
Britisch-Ostafrika  1  522  804,  Indien  1  308  006,
Vereinigte  Staaten  von  Amerika  1  222  161,  Frankreich
  838  602,  italienisches  Somaliland,  Benadirküste
577  621,  Niederlande  565  090,  Deutschland  533  875
und  Aden  160  343  Rupien.

Die  wichtigeren  Ausfuhrartikel  erreichten  folgende
Werthe:  Gewebe  3  970512,  Nelken  2372  227,
Elfenbein  1730  309,  Körnerfrüchte,  besonders  Reis,
1  675  260,  Material-,  Spezereiwaaren  und  Gewürze
827  513,  Kopra  646  385,  Häute  551.755,  Kautschuk
  379296,  Petroleum  317  663,  Zucker  282225,
Kopal  237  869,  Pfeffer  181  943,  Metallwaaren,
außer  Draht,  181  786,  Glasperlen  153  016,  Samlt
(zerlassene  Butter  und  Fett)  145  155,  Tabak  136338
und  Nelkenstengel  98  774  Rupien.

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsuls  in  Sansibar.

AUAnbau  von  vothem  Pfeffer  auf  Sansibar  und  Pemba.

Rother  Pfeffer  (Chillies)  wächst  auf  Sansidar
und  Pemba  halbwild  und  wird  zur  Ausfuhr  gesammelt.
  Langsam  steigend,  war  die  Ausfuhr  im
Jahre  1897  auf  160  782  Rupien  angewachsen;
darauf  sank  sie  im  Jahre  1899  auf  81  290  Rupien,
um  im  Jahre  1900  wieder  auf  181  9  43  Rupeen
zu  steigen.  Der  Grund  ist  eine  Verschiebung  der
Absatzgebiete  gewesen;  während  1897  Großbritannien,
Indien  und  Deutschland  die  Bestimmungsländer
waren,  nehmen  jetzt  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  fast  die  Hälfte  auf;  der  Rest  geht  nach
Großbritannien  und  Aegypten.  Anscheinend  wird
der  Markt  auch  in  Zukunft  einen  erheblichen  Bedorf
für  dieses  Erzeugniß  haben.  Der  Preis  betrug  ungefähr
  2,371,2  bis  2,75  Dollar  für  das  Frasilah
=  15,0  kg-..

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Sansibar.

Bau  ciner  neuen  Eisenbahn  in  der  französschen
Kolonie  an  der  Elfenbeinküste.

Zwischen  dem  französischen  Kolonialministerium
und  einer  Gesellschaft  „Parisienne  Electrique“
sollen  Verhandlungen  im  Gange  sein  über  den  Bau
einer  Eisenbahnlinie  von  Bingerville  nach  Konablo
        <pb n="843" />
        ——  —  —ö

791

Kofi  in  der  französischen  Kolonie  an  der  Elfenbeinküste.
  Eine  Ueberlassung  von  drei  Millionen  Hektar
Land  zwischen  den  Flüssen  Bandama  und  Komoe  an
die  Gesellschaft  wird  mit  der  Konzession  des  Bahnbaues
  verbunden  werden,  auch  wird  dieselbe  voraussichtlich
  die  „Chemins  de  fer  Ethiopiens“  übernehmen.

(Nach  Libre  Parole  und  Commercial  Intelligence.)

Verluste  voraussichtlich  die  beste  werden,  die  je
erzielt  wurde.  Die  Behandlung  der  Vanille  hat  sich
in  den  letzten  Jahren  viel  gebessert.  Fast  alle
Vanille  wird  jetzt  in  gut  gebauten  Trockenräumen
zubereitet  und  mit  heißer  Luft  getrocknet  anstatt  an
der  Sonne.  Im  Jahre  1900  erzielte  die  zubereitete
Vanille  einen  Preis  von  12  bis  20  Rupien  für  das
Pfund.  (Nach  The  Board  of  Trade  Journal.)

 

Danillekultur  auf  den  Seychellen.

In  dem  kürzlich  veröffentlichten  Jahresbericht
sagt  der  Administrator  der  Soychelleninseln,  daß
zwar  im  Jahre  1900  17569  kg  Vanille  ausgeführt
  wurden,  die  Ernte  des  Jahres  aber  gleich-  1

Agavefaserproduktion  in  Madras.

In  der  Präsidentschaft  Madras  soll  sich  ein
Syndikat  mit  der  Bezeichnung  „The  South  India
Fibre  Syndicate“  gebildet  haben.  Es  will  die
Agavepflanzungen,  die  dem  Forest-Department  und
Local  Fund  Board  an  den  verschiedenen  Straßen
des  Anantapur-Distrikts  gehören,  bewirthschaften  und

wohl  nicht  mehr  als  etwa  12  000  kg  betrug,  da  ein
Theil  der  Ernte  des  Jahres  1899  erst  im  Jahre
1900  zur  Ausfuhr  gelangte.  Die  Vanille-Ernte  des  aus  den  Pflanzen  eine  ebenso  gute  Faser  produziren,
laufenden  Jahres  versprach  bei  Beginn  desselben  eine  wie  sie  auf  den  Bahama-Inseln  und  in  Mexiko,  den

außergewöhnlich  gute  zu  werden,  und  sie  wird  un=  Hauptproduktionsgebeeten,  erzeugt  wird.
geachtet  der  durch  andauernde  Regengüsse  verursachten  (The  Board  of  Trade  Journal.)

Perschiedene  Wiktkheilungen.

Welter  zeugung  und  Lerbrauch  von  Baumwolle  im  Jahre  1900/790.

 

Die  Erzeugung  von  Baumwolle,  soweit  sie  für  den  Handel  in  Betracht  kommt,  in  den
Haupt-Produktionsländern  betrug  in  den  letzten  vier  Jahren  in  Ballen  zu  500  Pfund:
Jahr,  endend  am  31.  August
1901  1900  1899  1898
in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  10  218  000  9  137  000  11  078  000  10  890  000
Ostindien.  ...  2390000  1532  071  2  403  790  1  956  523
Aegypten.  1  100  000  1  300  930  1  114948  1  299  547
Brasilien  2c.  .  150  000  259  896  176  196  60  230
*“  13  858  000  12  229  897  4772  934  14  206  300.

Die  für  Ostindien  angegebenen  Zahlen  umfassen  die  Ausfuhr  nach  Europa,  Amerika,  Japan,  den
Verbrauch  der  Spinnereien  in  Indien  und  die  Bestände  in  Bombay;  bei  den  Zahlen  für  Brasilien  2c.
sind  die  Zufuhren  aus  Brasilien,  Smyrna,  Peru,  Westindien  2c.  nach  Europa  und  die  japanische  einheimische
  in  den  Spinnereien  Japans  verbrauchte  Baumwolle  mit  einbegriffen.

Den  durchschnittlichen  Weltverbrauch  von  Baumwolle  für  die  Woche  und  den  Gesammtjahresverbrauch

  in  den  letzten  Jahren  ergiebt  die  nachstehende  Uebersicht:

 

 

 

 

Wöchentlicher  Verbrauch  1900/1901  1899/1900  1898/99  1897/98
Ballen  Vallen  Ballen  Ballen
Großbritannien  (64  770  64  115  67  680  66  000
Europäisches  Festland  .  88  000  88  000  92  000  89  000
Zusammen  Eurocca  132770  152  115  159  680  155  000
Näördliche  Vereinigte  Staaten  41  346  45  288  43  154  34770
Sübliche  Vereinigte  Staaten  30  327  28  860  25  173  22  192
Zusammen  Vereinigte  Staaten  71  673  74148  68  327  56  962
Ostindien  24  135  21912  25  257  21  942
Japan  12  000  13  492  13  067  10  27
Canada  1  885  2  141  1  918  2  236
Mexiko  300  353  575  686
Zusammen  Indien  2c.  38  320  37  898  40  817  35  142
Andere  Länder  ..  750  700  700  680
Weltverbrauch  wöchentlich  263.513  261  861  269514  247  784
Verbrauch  in  12  Monaten  13  702  676  13772772  l14014  728  12  884  768.
        <pb n="844" />
        —  792  —

Danach  war  der  Gesammt-Weltverbrauch  für  1900/1901  um  rund  70  000  Ballen  geringer  als
im  Jahre  1899/1900  und  zeigte  gegen  1898/99  einen  Rückgang  von  annähernd  312  000  Ballen.  Es
ist  bemerkenswerth,  daß  der  Rückgang  des  letzten  Jahres  ausschließlich  dem  verminderten  Verbrauche  der
Vereinigten  Staaten  von  Amerrka  zuzuschreiben  ist.

Ein  Vergleich  der  im  Ganzen  geernteten  und  verbrauchten  Mengen  in  den  letzten  vier  Jahren
ergiebt  folgendes  Bild:

 

1900/1901  1899/1900  1898/99  1897/98
in  Ballen  à  500  engl.  Pfund.
Ernte  13  858  000  12  229  897  14772  934  14  206  300
Verbrauch  13  702  676  13772772  14014728  12  884  768
Ueberschuß  oder  Fehlbetrag  der
Ernte  +  155  324  —  1542  875  +  758  206  +  1  321  532.

Die  Leistungsfähigreit  der  Spinnerei-Industrie  hat,  nach  der  Zahl  der  vorhandenen  Spindeln
zu  urtheilen,  im  letzten  Jahre  erheblich  zugenommen.  Die  wichtigste  Veränderung  zeigt  der  Süden  der
Vereinigten  Staaten  von  Ameriko,  wo  der  Zugang  über  1  250  000  Spindeln  betrug.  Jedoch  steigt  die
Produktionsfähigkeit  der  Spinnereien  in  der  ganzen  Welt  jährlich  auch  in  Folge  der  Einführung  neuerer
und  schneller  laufender  Spindeln  an  Stelle  von  älteren.

Die  Zahl  der  vorhandenen  Spindeln  für  die  Baumwollspinnerei  in  den  Hauptländern  dieser
Industrie  betrug  in  den  letzten  drei  Jahren:

 

1901  1900  1899

Großbritannien  46  400  000  45  400  000  45  400  000
Européisches  Festland  33  000  000  33  000  000  32  500  000
Vereinigte  Staaten  von  Amerika  20  869  835  19  130  515  18  277  735
Ostindien  ....  4600000  4400000  4  400  000
Japan  1  500  000  1  500  000  1  400  000
China  600  000  600  000  600  000
Canada  640  000  640  000  638  112
Mexiko  460  000  460  000  460  000

Zusammen  108  069  835  105  130  515  103  675  847

(Nach  Cotton  Crop  Supplement  to  the  Commercial  and  Financial  Chronicle.)

 

;  Abtheilung  ist  einzeln  für  6  Mk.  käuflich,  während
Titterakur.  der  Preis  des  ganzen  Jahrganges  15  Mk.  beträgt.
Mittheilungen  des  Seminars  für  orientalische
  Sprachen.  Herausgegeben  von  dem  Direktor,
  Geh.  Regierungsrath  Prof.  Dr.  E.  Sachau.
Jahrg.  IV.  W.  Spemann,  Berlin  und  Stuttgart.
In  seinen  drei  Abtheilungen  —  ostasiatische,
westasiatische  und  afrikanische  Studien  —  bietet  auch
der  neueste  Jahrgang  der  „Mittheilungen“  eine  Fülle
werthvollen  Materials,  das  sich  nicht  nur  auf  Sprachenkunde
  bezieht,  sondern  auch  Beiträge  zur  Kulturgeschichte,
  Gesetzgebung,  Verwaltung  und  Länderkunde
enthält.  Die  von  Dr.  C.  Velten  und  Dr.  J.  Lippert
redigirte  dritte  Abtheilung  bringt  folgende  größere
Arbeiten:  Das  Post=  und  Telegraphenwesen  in
Deutsch-Ostafrika  vom  Jahre  1890  bis  1899  von
Wilhelm  Puche,  Beitrag  zu  dem  Kapitel  von  den
Tönen  in  den  sogenanuten  Bantu-Sprachen  von
K.  Endemann,  Erklärung  von  Ortsnamen  im  Muindanibezirk
  von  Bezirksamtmann  Berg,  Lieder  und
Sangesweisen  und  Geschichten  der  Wanyamwezi  von
einem  früheren  Schüler  des  Orientalischen  Seminars,

A.  Engler:  Monographien  afrikanischer  Pflanzen-Familien
  und  -Gattungen.  Band  VI.  Mk.  22,—.
Wilhelm  Engelmann,  Leipzig.

Der  soeben  erschienene,  vom  Herausgeber  und

L.  Diels  bearbeitete  sechste  Band  des  groß  angelegten

Werkes  behandelt  die  afrikanischen  Anonaceen.  Erläutert

  durch  30  Tafeln  mit  mustergiltig  ausgeführten

Abbildungen,  wird  auch  dieser  neueste  Band  zur

Ausfüllung  empfindlicher  Lücken  in  unserer  Kenntniß

der  Pflanzenverbreitung  und  damit  zur  Erweiterung

der  Grundlagen  für  eine  zweckmäßige  Verwerthung
unseres  afrikanischen  Kolonialbesiges  beitragen.

 

Das  Schutzgebietsgesetz  nebst  seinen  Ergänzungsgesetzen
  sowie  der  Kaiserlichen  Verordnung,
betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen
Schutzgebieten,  und  den  Ausführungsbestimmungen
über  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit.  Textausgabe
  mit  Emleitung,  Anmerkungen  und  Sachregister-Zum
  Handgebrauch  zusammengestellt  im  Reichs-Marine-Amt.
  Mk.  1,75.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,  Berlin.

Die  in  Nr.  19  des  Kolonialblattes  schon  ange-—



                                            

 

Duala  Märchen,  gesammelt  und  übersetzt  von  Wilhelm
  Lederbogen,  Beitrag  zur  Kenntniß  der  Sprachen
im  Bismarck-Archipel  von  Heinrich  Schnee.  —  Die
        <pb n="845" />
        zandigte  Zusammenstellung  ist  jetzt  erschienen.  Sie
deschränkt  sich,  ihrem  amtlichen  Charakter  entsprechend,
auf  die  Wiedergabe  des  positiven  Rechtsstoffes  und
dermeidet  ein  Eingehen  auf  juristische  Streitfragen.
Die  Ergänzung  zu  dieser  Textausgabe  soll  eine
wissenschaftliche,  systematische  Darstellung  der  kolomalen
  Rechtsfragen  aus  der  Feder  des  Admiralitätsrathes
  Dr.  Köbner  bilden;  sie  wird  unter  dem

793

Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

nentalen  Missionskonferenz  zu  Bremen  vom
14.,  15.  und  17.  Mai  1901.

Nachtrag  zur  Rangliste  der  Kaiserlich  Deutschen
  Marine  für  das  Jahr  1901.
Stande  vom  11.  Oktober  1901.

Nach  dem
Mk.  1,  25.  E.  S.

Zu  der  im  Marine-Kabinet  redigirten  „Rang-Titel

  „System  des  deutschen  Kolonialrechts“  in  dem-#elben
  Verlage  später  erscheinen  und  es  sich  insbefondere
  zur  Aufgabe  machen,  bei  der  Darstellung
der  einzelnen  Rechtsinstitute  deren  volkswirthschaftliche
Grundlagen  zu  beleuchten.

liste  der  Kaiserlich  Deutschen  Marine“
1901  am  8.  Mai  abgeschlossen  ist,  ist  soeben  der
alljährliche  Nachtrag  erschienen.  Er  ist  nach  dem
Schema  der  Hauptrangliste  unter  Berücksichtigung  der
Herbstübungeflotte  aufgestellt  und  am  11.  Oktober
abgeschlossen,  gewährt  also  die  neueste  Uebersicht  über
die  Eintheilung,  Stellenbesetzung,  das  Dienstalter  2c.
innerhalb  der  Deutschen  Marine.

,  welche  für

 

Im  Verlage  der  Buchhandlung  der  Berliner
evangelischen  Missionsgesellschaft,  NO.  43,  sind  er-  W
schienen:  Die  Verhandlungen  der  zehnten  konti- 



DPerkehrs  Hachrichten.

Die  Worttaxe  im  Telegrammverkehr  zwischen  Europa  und  Deutsch-Ostafrika  ist  vom  1.  No—
vember  d.  Is.  ab  von  5  Mk.  30  Pf.  auf  3  Mk.  80  Pf.  herabgesetzt  worden.

 

 

Am  19.  August  d.  Is.  ist  in  Mahenge  (Deutsch-Ostafrika)  eine  Postagentur  eröffnet  worden.

Die  Postagentur  in  Karibib  (Deutsch-Südwestafrika)  nimmt  nicht  erst,  wie  in  Aussicht  genommen
war  (vergl.  Kol.  Bl.  1901,  S.  685),  vom  1.  Dezember  ab,  sondern  bereits  seit  dem  8.  Juli  d.  Is.  am
Postanweisungs=  und  Nachnahmedienst  theil.

Bei  der  Postagentur  in  Lüderitzbucht  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  der  Postanweisungs=  und
Nachnahmedienst  am  15.  August  d.  Is.  eingeführt  worden.

Vom  1.  November  d.  Is.  ab  wird  ein  unmittelbarer  Austausch  von  Postpacketen  ohne  Werthangabe
  und  ohne  Nachnahme  bis  5  kg  zwischen  Deutsch-Neu-Guinea  und  den  Karolinen,  Marianen,
Palau=  und  Marshall-Inseln  einersens  und  Ceylon  andererseits  eingerichtet  werden.  Die  Beförderung
der  Packetversandte  erfolgt  mittelst  der  Reichspostdampfer  der  ostasiatischen  und  australischen  Haupt=  und
Zweiglinien  und  zwischen  Jopan  und  den  Marianen  durch  Segelschiffe.  Die  vom  Absender  im  voraus  zu
entrichtenden  Beförderungsgebühren  für  ein  Postpacket  nach  Ceylon  betragen:

in  Deutsch-Neu-Guinea  sowie  auf  den  Karolinen  und  Palau-  Inseln  .  3  Mk.  —  Pf.,
auf  den  Marshall--Insen  3.  40
auf  den  Marinnenn  3  380

Der  Abgang  S.  M.  S.  „Cormoran“  von  Apia  wird  am  27.  November  d.  Is.  erfolgen.

Nachdem  Neapel  amtlich  für  sechente  erklärt  worden  ist,  laufen  die  Reichspostdampfer  der
ostasiatischen,  australischen  und  ostafrikanischen  Linien  vom  27.  Oktober  d.  Is.  an  (beginnend  mit  Dampfer
„Kaiser“,  von  Ostafrika  heimkehrend)  wieder  den  Fahrplänen  entsprechend  Neapel  an.  Die  vor  Ausbruch
der  Pest  gültigen  regelmäßigen  Schlußzeiten  für  die  Post  sind  daher  wieder  in  Kraft  getreten.

Bostdaupfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.
Deie  Abfahrt  erfolgt

Nach

vom  Ein-  l
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen

Auss  chiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

am  7.,

 

 

 

Neapel  22.  November  Tanga  17—20  Tage
(deund-e  Schisffe)  90  oms.  Dar-zes-Sal.  18  —21  Tgm  1.,  5.,  S.,  19.,  22.,
Brindist“  am  10.,  24.  November  Tanga  18  Tage  1  29.  November
6  »  (esu«icheSiffe)«1()«atsds.  Dar-cgiSalä-nl9"agcWar-ade
1«Dmtichonaftlla  Brindisi  am  3.  Nov.,  1.  Dez.  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)s,  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(kranzösische  Schiffe),  40  ums.  10%  abds.
        <pb n="846" />
        794

 

Die  Abjahrt  erfolgt

 

Briese  uisen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschiffungshafen.
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spiesen
schifungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  ahgesent  sens
Hamdurg  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  10  jed.  M##  ###
(deutsche  Schiffe)
Southampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  K####
(deutsche  Schiffe)  ·  ·
Hamburg  am  25  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  am  24  .jed.  M###
(deutsche  Schiffe)  ·  «
2.  Togo.  Oterdamk  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27.jed.  Mts.
·  euische  Schiffe
lits  e  rert  n  kaer  Notterdam  am  5.  jedes  MonatsFLome  34  Tage  am  3.  jed.  Wts.  ###
—  des  brrporl  am  14.  November  Klein-Popo  33  Tage  am  12.  Novenbe
'  (engtiicheSchMe)  ’  10  nms.
Marseille  am  6.  jedes  Monats  Cotonou  28  Tage  am  3.  jedes  Ront
(kranöfische  Schifse)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10%/#kabdn.
Bordeau  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  ———
(kranzöfische  Schisfe)  110  vms.  von  da  ab  Landverbindung  10%  abds.
Hamburg  #  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  10)  jedes  Nac#
(deutsche  Schisse)  nachts  720  abds.
Southampton  am  18.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.  jed.  Rits.  Mun
(deutsche  Schiffe)
Lambur  5  am  25.  jedes  Monats  Duala  36  Tage  am  24.  jed.  Wis.  1du
6„  (d  utsch  chi  )
8.  Ramerun.  olterdam“  #am  29.  jedes  MonatssDuala  32  Tage  am  27.  jed.  Ms.  #
(deutsche  Schiffe)  #
Liverpool  am  20.  November  Duala  19  Tage  am  18.  Novenbe
(engluiche  Schiffe)  10  ums.
amburg  am  8.  Dezember  Duala  44  Tage  am  7.  Dezemben
she  chk  ——  w  chenn
Southampton  am  2.  November  Swakopmund  25  Tage  am  1.  Novenber
(engl.  .  iffe  bie  Kap  40  Ums.  0  ums.
4.  Deutsch-üdwestafrita.  sodt  nang  zurdge
(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,  der  Ostafrika-Linie)
Betbam#en  und  Wormbad,  Hamdur  am  22.  jedes  Monats'  Swakopmund  30  Tage  am  22  jedes  K##
ania  d  unalkan.  Crussche  Schise)  nahchts  A#derizbucht  40  Tage  #  abds.
auf  dem  Landwege)  Southampton  am  9.,  16.,  23.,  30.  NovLüderibucht  ..  Tage  am  8.,  15.22,3/#
ing.  S  Mase  die  Kar  40  nme.  Swalopmund  Tage  10  u.
——·IImaun-Dampirftftt..
ç  .  ·  Neapel  am  1.  Dez.  abds.  Jaluit  52  Tage  am  29.  Novenba
5  Uarsall  Inseln.(glihe  Echiße110N  ßd
.  Neapel  am  3.  November  Friedr.  Wilhelmshafen
6.  Deutsch-Ueu.  Guinea.  (en  —  Schiffe)  49  bezw.  39  Tage  am  1.,  2.  R
deapel  am  27.  November  Stephansort  49  bez.39  |10#  abds.
(deuische  Schisse)  Herbertshöhe  46beg.  4111.
Neapel  am  3.  November  ap  53  Tage  .
7.  Rarolinen.  (englische  Schiffe)  9  am  1.,  29.  Kooce#
eapel  Nam  1.  Dez.  abds.  Ponape  91  Tage  0#  abds.
—  (englische  Schissele)sz.  4  Ma#  72  Tage
Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8-  bis  10  mal  jähr
8.  Marianer.  ngpoch  Satpan.  4
Oeeapel  dife  am  13  27.  Nov.  Tsingtau  34  Tage  am  11.,  25.  L#
eutsche  Schiffe  abends  10#  abds.
9.  Riautjchon.  Beindis  v„r  leden  Sonntag  Tsingtau  87  Tage  jeden  Freitag
raladisae  Shtjee  100  abenssß  los  abents
10.  Samoa.  #nu  enstown!  am  3.,  24.  November  Apia  25  Tage  am  1.,  22.  Noven
San  Franisco)  10  ums.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVi

 

Neulich  brachten  Dampfer  aus  Deutsch-Ostafrika  die  ersten  Partien  diesjährigen  Usonben
Kaffees,  und  zwar  von  den  Feldern  Kwa  Mkoro,  Sankarawe,  den  Prinz  Albrecht-Plantogen  und  k
Plantagen  Nguelo,  Union,  Derema  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft.  Die  Kaffeebohnen  zeicnen
namentlich  durch  eine  normale  Größe,  volle  Struktur  aus;  sie  besitzen  ein  volles,  kräftiges  Aroma  u

reinen  Geschmack.

Außer  den  angekommenen  Partien  werden  mit  jedem  Dampfer  neue  erwartet.  )

Usambara-Kaffees  werden  verkauft  und  ausgeschenkt  im  Deutschen  Kolonialhause.  Bruno  Anteln-Berlin,
  Jerusalemer=  und  Kronenstraßen-Ecke,  und  in  seinen  Filialen.
        <pb n="847" />
        Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Von

 

Landungs-  Die  Post  ist  fällig

795

 

Landungs-  Die  Post  ist  fällig

 

Marseille

 

hafen  in  Berlin  7  Von  hafen  in  Berlin
,  «  S  1  )  *  #  Wie
Neapel  .  amr  14./,  27./Noov.  oo  Southampton  Eallzn  .
#tsch-Ostafrika  .  Brindisi  ..  am  24.  November  ——#
ß  Deutsch-Ueu-Guinea#  Neapel  .  am  27.7  November

utsch-Züdwestafrika
nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.
füdl.  Theil  d.  Schutzgeb.

am  16.  November

Southampton  am  23.,  26.7  Nov.

Southampton  am  9.,  23.  Nov.

 

 

 

6  Rlautschon

 

marsban.usein

am  19.  Januar

Brindis.
anm  13.“,  27.-Nov.

Neapell

 

 

 

 

 

 

 

—  --......  Brindisi  ...  am  10.,  24.  Nov.
Southampton  am  11.4,  26.  jed.  Mts  Marseille  .  am  6.,  20.  Nov.
mernn  vissabon.  .  .  am  10.,  25.  jed.  Mts.  ..  o
Pwmouth»«am1.,29«Novj  Rarolinen  ......  Brmdtsi».  am  19.  Januar
Samoaa  Queenstown  am  18.  November
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schissen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
Postdampfer  Reise-  Letzte  Nachrichten
von  I  nach  bis  28.  Oktober  1901
Adolph  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  26.  Oktober  in  Hamburg.
Alexandra  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  23.  Oktober  in  Lagos.
Aline  Woermann“  Hamburg  6  Kamerun  am  19.  Oktober  in  Madeira.
Anna  Woermann“  Hamburg  s  Loango  am  27.  Oktober  in  Lome.
Larl  Woermann“  Hamburg  Benguela  am  28.  Oktober  in  Teneriffe.
Eduard  Bohlen“  Kiel  Kamerun  am  23.  Oktober  in  Las  Palmas.
Ella  Woermann“  Kamerun  #  Hamburg  am  27.  Oktober  in  Conakry.
Ernst  Woermann“  Lüderitzbucht  ·  Hamburg  am  20.  Oktober  in  Accra.
Gretchen  Bohlen“  Sherbro  Oamburg  am  14.  Oktober  in  Damburg.
Haus  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  27.  Oktober  Ouessant  passirt.
Oedwig  Woermann“  Hamburg  .  Sherbro  am  20.  Oktober  in  Gibraltar.
Helene  Woermann“.  Lüderitzbucht  4#  Hamburg  am  11.  Oktober  ab  Swakopmund.
Irma  Woermann“  Benguela  Hamburg  am  27.  Oktober  ab  Casablanca.
Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Massabe  am  27.  Oktober  in  Notterdam.
Kurt  Woermann“  Oamburg  Whydah  am  22.  Oktober  in  Whydah.
Lothar  Bohlen“  Hamburg  Whydah  am  1.  November  ab  Hamburg.
rulu  Bohlen“  Benguela  Hamburg  am  25.  Oltober  in  Accra.
Narie  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  8.  Oktober  in  Accra.
Melita  Bohlen“  Hamburg  Mossamedes  am  23.  Oktober  in  Accra.
Stto  Wo  ermann“  Hamburg  Kamerun  am  19.  Oktober  in  Las  Palmas.
Paul  Woermann“  HOamburg  Whydah  am  20.  Oktober  in  Teneriffe.
rofehor,  Woermann“  Oamburg  "  Iherbro  am  5.  November  ab  Hamburg.
hekla  Bohlen“  HOamburg  Loango  am  22.  Oktober  in  Gadun.
Kressida“  Sherbro  1  Hamburg  am  21.  Oktober  in  Las  Palmas.
Somali“  Hamburg  U  Luderitzbucht  am  23.  Oktober  in  Swakopmund.
Schiffsdewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (CSOamburg—Ostafrika).
Reichspostdampfer  Reise  Levte  Nachrichten
von  nach  bis  30.  Oktober  1901.
Kronprinz“  Hamburg  Durban  am  20.  Okt.  von  Las  Palmas  abgeg.
König“.  Hamburg  Durban  am  24.  Okt.  in  Aden  eingetroffen.
derzog“  Durban  Hamburg  am  26.  Okt.  von  Alissingen  abgegangen.
Kaifer“.  Delagoabai  .  Oamburg  am  30.  Okt.  in  Neapel  eingetroffen.
Admiral“  Hamburg  I  Delagoabai  am  29.  Okt.  von  Delagoabai  abgegangen.
eneral“  Durban  Oamburg  am  30.  Okt.  von  Kapstadt  abgegangen.
Neichstag“.  Oamburg  H  Beira  am  28.  Okt.  in  Mozambique  eingetroffen.
Bundesrath“.  Hamburg  Beira  am  30.  Okt.  in  Port  Saud  eingetrossen.
Souverneur“.  Beira  Oamburg  am  30.  Okt.  von  Alissingen  abgegangen.
Präsident“.  Beira  Hamburg  am  25.  Okt.  von  Tanga  abgegangen.
Kanzler“  Hamburg  Delagoabai  am  30.  Okt.  in  Oporto  eingetroffen.
Sultan“.  —  —  am  27.  Olt.  von  Sansibar  abgegangen.
Safari“.  —  I  —  am  28.  Oll.  von  Bombay  abgegangen.
Peters“.  —  —  am  15.  Okt.  in  Mozambique  eingetr.
        <pb n="848" />
        â———  — „

 

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Handelsregister  ist  am
22.  August  d.  Is.  vermerkt  worden:

bei  der  Firma  Hansing  &amp;amp;  Co.,
daß  der  Gesellschafter  Ludwig  Johann
Friedrich  Hansing  ausgeschieden  ist,
daß  Justus  Hermann  Ludwig  Mathias
Strandes  und  Wittwe  Ludwig  Johann
  Friedrich  Hansing,  Amanda,
geb.  Stuhlmann,  als  Gesellschafter  eingetreten
  sind,  daß  die  Gesellschafterin
Wittwe  Ludwig  Johann  Friedrich
Hansing,  Amanda,  geb.  Stuhlmann,
von  der  Vertretung  der  Gesellschaft
und  von  der  Zeichnung  der  Firma
derselben  ausgeschlossen  ist,  daß  dem
A.  v.  Jaminet  Prokura  der  Gesellschaft
  für  die  Zweigniederlassung  Kilwa
ertheilt  ist;

beider  Firma  E.  Müller  &amp;amp;  Devers,
daß  der  Gesellschafter  Ernesto  Müller
von  der  Vertretung  der  Gesellschaft
ausgeschlossen  ist;  (12)

bei  der  Firma  P.  Kroufsos,  daß
die  Firma  im  Bezirk  Langenburg  die
Zweigniederlassungen  Songwe  und
Mwaia  errichtet  hat,  und  daß  dem
Athanasios  Kroussos  für  diese  Zweigniederlassungen
  Prokura  ertheilt  ist;

bei  der  Firma  H.  L.  H.  Köther,
daß  dem  Heinrich  Schultze  Prokura
ertheilt  ist;

daß  unter  Nr.  23  der  Abtheilung  A
eingetragen  ist  die  Firma  P.  J.  Burg
zu  Dar-es-Saläm,  Inhaber  Peich
Burg,  Eisfabrikant  zu  Dar-es-Salaäm.

Die  Bekanntmachung  vom  9.  Mai
d.  Is.,  betreffend  die  offene  Handelsgesellschaft.
  Bretschneider,  wird  dahin
  berichtigt,  daß  die  Gesellschaft
Bretschneider  &amp;amp;  Hasche  heißt.

Dar-es-Saläm,  den  22.  August  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung  über  das
Handelsregister.
Eintragung  vom  25.  Mai  1901:

Die  Aktiven  und  Passiven  der  früheren
  offenen  Handelsgesellschaft
W.  Hintzmann  &amp;amp;  Co.  hier,
Inhaber  Karl  Hintzmann,  sind  au
die  am  1.  Januar  1901  in  Frankfurt
a.  M.  von  Karl  Hintzmann  daseldbst
und  Wilhelm  Hintzmann  in  Auerbach
  als  haftende  Gesellschafter  gegrundete
  offene  Handelegesellschaft
W.  Hintzmann  &amp;amp;  Co.
übergegangen.  Die  hiesige  Niederlassung
  wird  unter  der  Firma
W.  Hintzmann  &amp;amp;  Co.,
Zweigniederlassung  Zanzibar,
als  Zweigniederlassung  weiter  betrieben;
  der  frühere  Prokurist  L  Wagner
hat  für  sie  erneut  Prokura  erhalten.
Zanzibar,  den  25.  Mai  1901.  (131)
Der  Kaiserliche  Konsul.

 

 

 

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„Herusheim  &amp;amp;  Co.“,  Matupi,

Bekanntmachung.
Im  Handelsregister  ist  eingetragen:
Band  1,  Abtheilung  A,  Nr.  1:

mit  einer  Zweigniederlassung  auf  der
Insel  Nusa.

Persönlich  haftende  Gesellschafter:
Kaufleute  Eduard  Hernsheim

Berlin,  Mar  Thiel  in  Matupi.

Gesammwrokuristen:  Fritz  Guyot  und

Rudolf  Wahlen  in  Matupi.

Früher  offene  Handelsgesellschaft,  seit

1.  Januar  1901  Kommandictgesellschaft
mit  zwei  Kommanditisten.

Band  1,  Abtheilung  B,.  Nr.  1:

„Administration  der  Neu-Guinea-Kompagnie“,
  Zweignieder-=lassung
  der  Kolonialgesellschaft  „Neu-Guinea-Kompagnie“

  in  Berlin.
Vertreter:  Hubert  Geisler,  dessen
Stellvertreter  Wilhelm  Linberger,

Beide  in  Herbertshöhe.  (131)

Herbertshöhe,  den  6./7.  August  1901.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
Bekanntmachung.

In  das  Firmenreaister  des  Bezirksgerichts
  Windhoek  ist  heute  das  Erlöschen
  der  daselbst  unter  Nr.  6  und  7
eingetragenen  Firmen:

G.  Mertens-Windhoek  und
G.  Mertens-Rehoboth

eingetragen  worden.  (1121
Windhoek,  den  2.  September  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

n  t

j  1  4

Von  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Welt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-Störungen
  (Nierenstein,  Blasenstein).

In  Folge  seiner  unbegrenzten  Haltbarkeit
  —  auch  im  tropischen  Klima

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        Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarkke
  gesetzlich  geschützt.  Der  Zusatz
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit
  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

Wie  vielseitig  die  Verwendbarkeit  des  Creolin  -Pearson  ist,  möge  aus  den  nachfolgenden  Gutachten
  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,  eine  grössere  Anzahl  dieser  hochinteressanten
  Aussprüche  hier  wiederzugeben:

 

1%  Croolin  vernichtet  selbst  die  furcht-„Das

  Creolin  ist  ein  vorzügliches  Ruudebarsten

  Gerüche,  wäihrend  1%  Carbol  fast  ohne  mittel;  ich  habe  diesbezügliche  zahlreiche  Er-Wirkung

  blieb.“  .
(Dr.  med.  E.  v.  Esmarch,  Hyg.  Inst.,  Berlin.)

„Cholera  aslatiea  Baclllen  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  2%  in  einer  Minote
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Elsenberg,

Hyg.  Dnlv.-Inst.,  Wlien.)

Das  Creolln-Pearson  tödtet  dlie  Cholera-Bacillen
  in  ½  procent.  Verdfnnung  in  15  Min.;
man  kann  also  alle  im  Darmkanal  enthaltenen
Bacillen  vernichten,  indem  man  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Darminhalts
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Diokjlakarta

Nlederl.-  Indlen).

„-Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möchte  ich  noch  hervorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtheritischen  Belaige  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammaon,  Forchhelm.)

20.  Dec.  Patient  in  vollständigem  Delirium,
Pols  150.  Temp.  41.5.

22  Dec.  Nach  starken  Creolin-Inhalationen  etc.

sank  die  Temperatur  auf  37.5,  Puls  auf

88  herab.  Dr.  Leo  Raubener  .

(Intorn.lilin.lkunclschnu1890N0.4).I

„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschieden  viel

stürker  als  die  CCarbolslure  auf  Eiterkokken,  "„

Typhusbacillen  und  Cholerabacillen.“  "„
(Dr.  med.  Elscuberz,  Wien.)

„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creolin-Pearson

  in  dem  Arzneischutz  erwerben  bei

den  Erkrankungen  des  Magens  und  Darmkanals.“
  (Dr.  med.  A.  Ulller.  Breslau.)

„Vermoge  seiner  vollkommenen  Ungiftigkeit
kann  das  Creolln-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laien  in  die  Hand  gegeben
werden.  (Dr.  med.  Minopoulus,  München.)

„Es  steht  für  mich  fest.  dass  das  Creolin-Pearson
  eine  eminent  antiseptische  Kraft  besitzt.“
  (Dr.  med.  O.  Purtscher,  Klagenfurt.)

„Wer  das  Creolln-  Pearson  einmal  kennen
und  schltzen  gelernt,  giebt  es  nicht  wieder
auf.“  (Dr.  med.  Kortüm,  Schwerin.)

 

CREOLIN-PEARSON

zerstört  die  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille),

ist  unbertr.  bei  Erfrierungen,  Verbrennungen,

findet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fabriken,

kindet  Anwendung  in  Spitälern  der  Armee,

in  Schulen  angewendet,  vernichtet  Krankheitskeime,


in  Krankenhälusern  ausgedehnt  gebraucht.

zu  einem  Pfund  weiche  Schmierseife  sollte
immer  ½  Theeloftel  voll  gegossen  werden,

gegen  Zecken.  Läuse,  Lausfliegen  etc.,

bei  Insektenstichen  sofort  pur  aufgerieben.
verhütet  Blutvergiftung.  das  Jucken  hört

ist  vollkommen  ungifttig.  (sofort  auf.

vermindert  den  Eiter.

verhütet  Fhulniss,  für  Brauercien,  Gerbereien
etc.  wichtig,  ·

vonsrossokliodeutungmkdiocebuktsliulko,-Worin

  ist  diese  vielseitige  Wirksamkeit  begründet?

„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolut  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giftig  als  die  Carbolsäure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschaften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch
sehr  billig.  Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekannt“

fhbrungen  bei  Dermatodektes  —  Rüode  der
Schafe.  Sarcoptes  —  Rl#de  der  Hunde.  Schafe  der  Kapitäne  angeordneten  ausgiebigen  Geund
  Kaninchen,  Dermatophagus  —  Rlade  der

Kaninchen  und  Dermatorrktes  —  Ruude  des
Geflügels,  gemacht.  Auch  gegen  Akarusmilben
ist  Creolin  wirksam.  —  Creolin  ist  ferner  ein

kriftiges  Antiparasiticum  gegen  pflanzliche
Parasiten  *  hyten,  Favus)  u.  Gregarinen
(Huhnerdiphtherie).  Endlich  ist  Creolin  ein

sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Luuse,  Lausfliegen,  Haarlinge,
  Federlinge,  Fliegen.  Kraftige,  ausgewachsene
  Zecken  wurden  durch  einige  Troplen
30%  iger  Creolinlösung  nach  15  bis  20  Minuten
Fgetödtet.  Rludekranke,  mit  zahlreichen  Zecken
behuftete  Schafe  wurden  durch  ein  einmaliges
Creolinbad  (2½00%)  vollständig  von  den  Zecken
belreit.

Für  eine  Desinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenstanden  ist  das  Creolin

in  Form  einer  2—500  igen  wässerigen  Lösung
Sehr  wirksam.  Auch  (reolin-Dosinfektionspulver

zum  Einstreuen  in  Stallungen.  Jaucherinnen,

Jauchebehälter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.Dr.  med.  Fröhner,  Dlr.  d.  Fbarmak.  Inst.
der  Kgl.  thler##rztl.  Hochschule,  Berliu.)

lmburo-Sädemerik,  Dampfschiffiahrts-Fo#sell.

schaft,  Hamburg.  7.  Nai  1892.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Pearson“"  geit  einiger
  Zeit  auf  den  Dampforn  unserer  Linie  einzeführt
  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der

rasilronte  in  reichlichem  Mansse  mitgegeben
haben.  Nach  den  überoinstimmenden  Berichten
unserer  Kapitäne  hat  sich  dasselbe  als  ein  sehr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen,  das
in  der  Fleberperlode  die  besten  Dienste  geleistet:
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinfciren
der  verschiedenen  Rüumlichkeiten,  sondern
auch  in  vielen  Fullen  als  Medikament  verwandt
und  können  wir  das  bei  einigen  Dampfern

geken  Hmorrhoiden,

Sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
gebraucht  werden,

Hunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen,
bleiben  gesund,

½  Theelöffel  voll  im  Scheuerwasser  reinigt  die
BEegen  pflanzliche  Purasiten,  Luft,
gegen  Kornwürmer,

5%ige  Lösung  vernichtet  Milazl  randsporen,

alle  Eigenschaften  des  Creolin-Pearson  sind
medizinisch  festgestellt.

sollte  in  keinem  Hause  oder  Stall  etc.  fehlen,

Kreift  kein  Gewebe,  Holz  oder  Metall  an,

wirkt  blutstillend.  schmerzlindernd,

gegen  Ungeziefer,  Krätze,  Filzläuse,

Thiere,  damit  gewaschen,  bleib.  fr.  v.  Ungeziefer,
werden  uuch  von  Fliegen  nicht  angegriffen,

1  in  Brasilien  zum  grossen

eingetretene  glnzliche  Fernbleiben  von  Krankheitsfullen
  während  der  jüngsten  Fieberpericde
eile  dem  seitens

brauche  dieses  Mittels  zuschreiben.
Hamburg-Südamerik.  Dampfschifffahrts-  Ges.
ges.  Ad.  F.  Berultf.  Bureasuchef.

Kelne  Blotverglitung  mehr!  Dr.  Vopelios
in  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  „Fast
tiglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blättem
von  Todesfallen,  welche  durch  Blutvergiftung
nach  kleinen  unscheinbaren  Verletzungen  berbeigeführt
  wurden.  —  Jeder  neue  wir  zo  Gesicht
  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Stich
in  das  Herz.  Die  Thatsache,  dass  Überbaupt
noch  eine  Blutvergiftung  trotz  rechtreitiger
Arztlicher  Behandlung  tödlich  verldaft,  schmen#t
mich  um  so  mehr.  als  ich  mit  dem,  meinen
Kollegen  schon  vor  drei  Jahren  im  A4errllichen
Praktiker  —  Abhandlung  uber  „innere  Antisepsis“
  übergebenen,  an  mir  gelbst  zwelmal
erprobten,  absolut  sicher  helfenden  Mittel.
dem  Creolin-Pearson,  immer  und  immer  wieder
neue  Erfolge  aufzuweisen  im  Stande  bin.  Es
drungt  mich  doshalb,  zur  Verhütung  weiterer
Sterbeftlle  heute  durch  die  allgemeine  Press
üauf  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  Heilmittel
  gegen  jede  Blutvergiftung  aufwmerksam
zu  machen.  An  113  Fullen  darfte  ich  imnerhalb
  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  dieses
herrlichen  Medikaments  bestäitigt  fden.  Die
Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  einfnche,
von  jedem  Laien  leicht  ausführbaie,  da  es  beziehentlich
  etwaiger  Giftigtkeit  durchaus  unschldlich
  ist.  Zur  Verhütung  der  Blutverzitung
  wischt  man  jece  noch  so  kleine  Wurde
mit  Creolin  aus.  Das  Letztere  bereitet  wan
sich  sehr  leicht,  indem  man  in  eine  Kaffeets6e
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropfen  Creolia-PFearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Auswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  dieselle
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getrünkten  leinenen
  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bis  wier
Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folgenkegen

  Hühnerdiphtheritis
man  entwickele  in  Kkrankenzimmern
Creolindlmpfe
desinfziert  die  Wische.  ohne  dieselbe
ausgezeichnet  gegen  Schweissfüge.
½%  %  Lösung  vorhutet  das  Sauerwerden  der
Brühe  in  Gerbereien,  "
Ablusskanlle  sind  mit  Creolin  zan  desinficiren,
verhütet  ansteckende  Krankheiten,
heilt  in  einem  Bade  Ründe,  Manke.  Schort  etc.
einige  Tropfen  in  warmes  Wasser  heilt  Zah#ngegen
  Blasen-  und  Darmkatarrh.  lschmenen
ist  allen  Desinfektionsmitteln  vorzuzieben,
Creolinpulver  sollte  in  keinem  Kloset  fehlen.
10  Oeige  Creolinseile  heilt  u.  verhutet  Ausschlag.
Creolin-Lanolinseile  macht  die  Haut  sehr  gesSatcchmeidig.


beisse
eiten.
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Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.

Wissenschaftliche  Arbeiten  über  Creolln-Pearson  (es  sind  deren  über  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugesandt.
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Im  Ausland  norh  Gencral-Depots  zu  vergehen;  Refchtanten

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70  .  %%%%%##’  NFTTee’ST%t  cUHSTG  T

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in  den  Tropen.

Ein  Naturschatz
Von  Weltruf.

 

 

 

 

 

 

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropes
Feeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutseher
afrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  8  Kllo  incl.  Emballage.
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Hamburg,
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mit  beschränkter  Haftung

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Errichtet  1662.  .

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Vollreifen,  Luftschläüuche,  Pedale  u.  s.  W.;

e)  Gummi-  Fabrikate  Zu  cChirurgischen  Zwecken  aller  Art;

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Radirgummi  u.  s.  w.;

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chemisch  präparirt  und  gummirt,  Zelte,  Pferdedecken,  Säcke  zum  Verpacken
von  Chemikalien;  Dachbedeckungsstoffe  in  allen  Farben;

6)  Guttapercha-  Fabrikate  zu  technischen  Zwecken  aller  Art;

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seit  Jahren  auch  in  den  Tropen  bewihrt
und  von  vielon  Aerzten  empfohlen:

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bern  und  deren  Folgen;

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zur  Stärkung  des  Nervensystems;
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bei  chronischen  Magenleiden;

Burk’'s  Cascara-Sagprada-Wein
bei  Leber-  und  Darmleiden;

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Sbarmseent.  und  distet.  Friparate.

 

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Telegr.-Adresse:  Fortatfva,  Berlin)
Hefert:  Gleise,  Welichen,  Drehschelben,  Wagen  aller  Art#)

      
  
  
 
    
  

     

 

  
  

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Ane  Anfragen  nach  Berlin  erbeten.

 

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1u  F  WeD  N  M
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#rvrrIôèeflhirt
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wird  hierdurch  das  von  der

Ebemischen  Fabiik  auf  Hctien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Ehenocollum  brürochlorleum

(salzsaures  Phencocoll.)

allen  Beteiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  Italienischer  Aerste,  u.  A.  die  Drm.  Prof.  Albertenl.
Prof.  Cervello.  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall“’“  Olio,  Prof.  MO  Dr.  Vents.
rini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mitel  überraschende  H.lerfolge  be
Malaria  errielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in
Boma.  Letzterer  hat  die  offlzlelle  Einreihung  des  Medikaments  in  die
staatlichen  Verschrelbungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  ealsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelons  sur  schnellen  und
slcheren  Betlung  dee  Keuchhuetens.

Man  wende  sich  vogon  des  Erbalte  von  Phenocollum  hydrochlorieun.
wegen  Litteratur  und  an  die  Vertreter  der  oben-Krenannten
  Firma,  numlich:

Hamburg:  Gebrüder  —

Barcelona:  1J.  Esplell;

London:  A  &amp;amp;  M.  Ummermann,  E.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-Kll:;
Moskau:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Flak,  128  Munam  Street;

Paris:  Max  Frères,  31  rue  des  petites  Ecuries;

Rio  de  Janeiro:  NMagalbäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;

Buenos  Alres:  Dlego  Gibson,  192  befensa.
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eois  oruk.  Hamburg.  HAM  BIIRG  1  unnrner
7  nle  Spe  di  tion  u.  Commission.  Flliale  kmr  Bank.

Etablirt  1882.

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geeignetster  Vermittler

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FEflfale  I  Löbeck  unter  gieicher  Frrra.  6o)

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Das  Versand-Geschäft

MEV  EDLICH.  Leiprig-Plagwitg

Königl.  Sächsische  und  Königl.  Rumänische  Hoflleferanten

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Damen-  und  kinderwische
Korsetien
Herren-Wische
Tiasch-  und  Bettwische

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Leinene  und  baumwoll.  Stoffe
Kleider-  und  Besatz-Stoffe
Gardinen  und  Möbel-Stoffe
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Damen-Konfektion

 

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Pekwaaren
Herren-Garderobe
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und  Knaben
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Optische  Waaren

 

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und  Messingwaaren
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Kurz-  und  Stahlwaaren
Jagdsport-Artikel
Teschings  und  Revower
Kunstgusswanren
Splelwanren
SClgarren  und  Clgaretien
Tabake  und  Rauchrequlsiten
Tolletteselfen  und  Parfüms
Schokolade,  Kallo
Thee,  Blskuits,  LI#öre
Brleipapiere.

 

 

Nichtgefallende  Waaren  werden  bereitwilligst  zurückgenommen  oder  umgetauscht.

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Marke

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        Erneut  sei  empfohlen:

Kurze  Hnleitung
zum  Verständniß

nebst  einem  Andange:

Mit  einem  Plan  von  Ipia.

 

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Samoa.

Meteorologische  Notizen

Me.  4.50.  geb.  Mk.  5.—.  "

Berlin  SWr.,  Kochstraße  68—71.

—

    

der
Samoanischen  Sprache.
Grammatik  u.  Vokabularium

 

Zu  beziehen  durch  alle  Buch
handlungen,  auch  vom  Verlage  der
Königlichen  Hofbuchhandlung  von

 

 

 

 

 

 

 

 

Soeben  erochien:

Otto  Graf  Moltke

Mitglied  des  Hauses  der  Hbgeordneten,

Die  Cntwicklung
#"ader  deutschen
Verkehrsmittel  »

unter  der  Konkurrenz  des  Muslands
Eine  Studie.  —  60  Dr.

Uerlag  der  Königlichen  Holbuchhandlung
von  S.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.

Diese  Studie  verdient  lebhaftes  Interesse;
die  Nothwendigkeit  einer  zielbewussten
  Konzentration  aller
wirthschaftlichen  Kräfte  und  der
gleichmässigen  Husbildungaller
Uerkehrsmitte!]  wird  in  knapper  Beweisführung
  dargethan.

 

 

 

 

u———

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Spezial-Geschäst

Tropen-4  usrüstungen
7ropen-Umfformen,
Tropen-Civil.
Gustav  Damm,  berin  ##

Speziulität:  Tropen-Reithosen,  ohne
Kniedruck,  ohne  Spannung  im  Spal.

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ohne  Schrittnaht,  ohne  Falten  innen  am
dasselbe  weit  ausgearbeitet  und  dem  Sit#  #%
Pferde  entsprechend  winklich  geschninen
wildledernem  Kniebesatz  Mk.  215
Ven!  Gaterfarbenes  Ledertuch,  #
ZErsatz  für  Cordstoff,  Anzug  (Jacket  gesütten  W4.

 

 

    

 

 

Sysien
Norchmeyerheneie:
ist  als  das

beste  Wasserfiltr#

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.  ces
Königl.  Preussischen

39  Wiegsministeriim
VÜÜVV1

CE  LLE.  15.

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Eismaschinen

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den  mit  einem  Eisschrank  so##
auch  für  Kraltbetrieb.

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A##

6
iIt

 

 

   

6  —  (#n,
Oelgas-Anlagen
"
zu  Beleuchtungs-  u.  Beheizungs  —  m  àan  1
Zwecken  für  Ortschaften,  Fak-  5  ,
t-()t·(»-i(s-n,Lan(.HIäuD-()r,Hätt-ISetc.»s-?  3—4
[imbau  unvollkommener  und  .——  #1
veralteter  Causanlagen.  Wehr  als  1000  Anlagen  geliefert.

 

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Heinrich  Hirel,  Leipzig-Plagwit
        <pb n="859" />
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Weltausstellung  Paris  1900

Vizepräsident  des  Preisgerichts  Classe  10  (-Dampfmaschinen,  l-okomobilen.  Kessel)
daber  auseer  Weitbewerb.

Lokomobilen  zo  s

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sũr  ubersceische  Zuecke  gone  besonders  geeignet.  —  —*

Ueber  10OOO  Lokomobilen  verkauft.

Gleicher  Absatz  von  keiner  anderen  Lokomobilfabrik  Deutschlands  erreicht.

Sazer  Nürnbers

Berlin  W..,  Französischestrasse  20.
Höchste  Auszeichnung  1895.  Silb.  Medaille  1898.
Sanitäts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

Spezialität:  Tropenwäsche.

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in  IAlucko-Banmwolle  Lahmann,  Leichte  Muschen-Zellengegehe
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Vollen-  Prof.  Jager,  Seidenunterzeuge.
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"  .  ".Jackotuncil-loso  M
Tropenanzüge.e  NR
TJundjoppen  äus  imf’ruzhirtem  .  #slck-Butist.  F#derleicht,
  znvers  etsial.  von  10  Alk.  un,  dito  in  Kukherdirell

  6  AMK  Poncl  os-Caban  mit  Capuze,  Wettermäntel  In

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nasctus  (Ianmn)“  Naht.  Leibhinden  in  Wolle  und  Seide.  Flanell-Ak.
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Ia#  ll  Wao⅝  12  —  Gent,  Brüssel  (Lieferant  des  Congo#4)
Mk.  15G  .  I.  Primsa-eltrenzen  von  A#lkuaforschern.  Truppenführern,  Aerzten.
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  Bestimmungen  über  die
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Anmeldungen,  die  Zurückstellung,
den  freiwilligen  Dienst  und  das
Beurlaubtenverhältniß  der  im
Auslande  sich  aufhaltenden  Militärpflichtigen
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Sprichwörter  und  sprichwörtliche
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in  den
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Pastor  zu  Marienhafe  in  Ostfriesland.

Geheftet  Mk.  2,50,  geb.  Mk.  3,75.

Der  „Neichs:  und  Staatsanzeiger“
Nr.  498  vom  24.,10.  1900  schreibt  über
das  Buch:  „Ein  wahrer  Genuß,  nicht
nur  für  jeden  Seemann,  sondern  auch
für  jeden  Freund  des  Humors  und
treffender  Bemerkungen  ist  die  Leklüre
von  Lupkes  Seemannssprüchen.“
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grösste  Uebersichtlichkeit  und  Schnelligkeit  der  Feldurbeiten,  verrirz
die  Bureau-Arbeiten,  erzielt  wesentliche  Zeit-  und  Gelderspurin
Kurze  Besehreibung  und  Gebrauchsanweisung  des  Wugner-Fenvel##
T’uchymeters  nebst  Flänzenden  Zeugnissen  aus  allen  Zonen  gerbe  kun
frei  zur  V  erlügung.  —  1  Katalog  uneutgeltlieh.

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Berlin  SW:2.  Kochstraße  68—71:
Das  nebst  seinen  Ergänzungsgesetzen
sowie  der  Kaiserlichen  Verordnung,
chutzgebietsgesetz  betr.  die  Rechtsverbältniste  in  den
—.——.—  deutschen  Schutzgebieten,  und  den
Ausfübrungsbestimmungen  über

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Sachregister.  Zum  dienstlichen  Gebrauch  zuilammengestellt
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Kamerun-Kolonie

 

 

 

  

D  „Dresdner  Journal“
nr.  114  v.  18.  Mai  1001  schreibt:

 

 

 

 

 

Jedem
Kolonialfreund

angelegentlichst

 

 

empfohlen

 

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Dadurch,  dass  der.  Uerlasser  nicht
darauf  ausging,  ein  wissenschaft.
liches  Werk  nur  für  Celehrte  zu  schreiben,  sondern  im
frischen  Cone  des  Erzählers,  der  auch  reizwolle
kleinigkeiten  nicht  unbeachtet  lässt,  die  Erlebnisse
und  Eindrücke  des  Hugenblicks  wiedergiebt,
bat  er  sein  Werk  zu  einem  anmuthig  unterbaltenden
Leeebuche  gemacht,  das  der  Leser  mit  wa#rmer  Cheilnahme
  für  den  Uerfastter,  an  vielen  Stellen
auch  mit  bober  Spannung  geniesten  und  sicher
nicht  ohne  Befriedigung  aus  der  Band  legen  wird.

 

 

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Kochstrasse  68—71.

 

 

 

 

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Württemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kaiserl.
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von  Russland,  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  von  Hohenlohe,  I/2  chen
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nach  Tenerifl  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldkuüste,  Togo  und  Französ.  Bent

Am  5.  November:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Schuldt,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbr

Am  10.  November:  P.  p.  „Adolph  Woermann“,  Capi.  Brinkert,

via  Southampton  nach  Nadeira,  Liberia,'  Axim,“  Secondee,  Cape  Coast,“  Accra
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,  Pläntation,  *  Kribi’  und  Fernando  Poe.

Am  15.  November:  P.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt.  Meyer,

via  Antverpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  Acor,
Kongo  und  Angola.

Am  22.  November:  P.  D.  „Ernst  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  November:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Schade.

via  Rotterdam  nach  Liberia,’  Accra,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamernn,
und  Congo  Français.

E-xpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrik  am  22.  jedes  Monats.

die  Guter  müssen  zicei  Tage  vor  clem  459ansdatum  bis  12  Uhr  mittags  dnyssette  sein.

Nãhorea  wegen  Frucht  und  Passake  ertheilt  die  WMoermann-  Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (12)  Hamburg,  Asrika-Haus,  Gir.  Reichenstr.  25P.

5  Deutsche  Ost-Afrika-Linie.

*  Unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche.

—  Mittelst  erstklassiger  Reichs  aPostkampge  von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlauferd)
nach  Mombsssa,  Tanga“,  Zanzibar“,  Dar-es-Salaamss,  Kilwea.  Lindl.
mikindanti,  Ilbo,  Monamblque“,  guelimane"“,  Chind=  .  Beira",  regolmhsai:
alle  14  Tage  durch  den  Suezxz-Kanal,  zunächst:
ab  Hamburg:  ab  Neapel:

*  R.  P.  D.  „Nanzler“,  Capt.  West.  33.  Oktober  8.  November
R.  P.  D.  „Gouverneur“,  Capt.  StabBll.  .  .  .  .  6.  November  22.  November.

Die  mit  einem  *  bezeichneten  Dampfer  laufen  nur  die  mit  gleichem  Zeichen  verschenen  Häten  an  u##
nehmen  dorthin  sowie  auch  nach  Chinde  Passagiere  aller  Klassen,  Ladung  indessen  nur  nach  Chinde  u.  Belrt.

Von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlaufend"  nach  Delagonbay  und  Durban.  regelmilssig  alle  14  Tarz.
abwechselnd  durch  den  Suez-Kanal  und  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung,  zunächst:

 

 
 

 

ab  Hamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Kanzler",  Capt.  Wist  2.  Oktober  8.  Nov.  via  Suer
R.  P.  D.  „Herzog“,  Capt.  CGauhe  6.  Movember  —  ria  Las  Palms-R.
  P.  D.  „Kurfürst",  Capt.  Doherr  320.  November  6.  Der.  via  Suer.

Von  Hamburg  (Zwischenhälen  anlaufend)  nach  Kapstadt,  Port  Elizabeth  und  East  London,  all
4  Wochen,  über  die  Canarischen  Inseln.  zunächst:
ab  Hamburg:  ab  Las  Palmas:

R.  P.  D.  „Nerzog“,  Capt.  Gauhe  6.  Movember  18.  November.
Die  Dampfer  Rhaben  vorzügpliche  Einrichetungen  fFur  Eussagtere.
irekter  Durchverkehr  von  Inland-Pilitzen  nach  den  melsten  Hüfen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  wegen  Passage:  Näheres  wegen  Fracht  und  Passage:
Hamburg-Amerika-LLine,  Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Ahtheilung  Personen-Verkehr.  (A)  Afrikahaus,  Gr.  Reicheustrasse.

—  Dieser  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
Berlin  b  bei;

wir  machen  auf  denselben  hierdurch  b  besonders  aufmerksam.  Die  Expedition

 

 

 

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.  .
7elag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochkrade  68—71.
Ausgegeben  am  1.  November  1901  um  6  Uhr  nachmi'lags.
        <pb n="865" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Beranegegeben  in  der  Kolonial-Abiheilung  des  Auswärligen  Amls.

 

XM.  Jahrgang.  *  Berlin,  12.  November  190l.  Unmmer  ee  22.

2  ese.  Jriuschri  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  sedes  Monats.  Derselben  werden  als  Belhefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
"zs  v2ei  #erden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Frelher
D#  Lelman.  Ter  vierteljährliche  Abvnnememtopreis  für  dasd  Kolonialblatt  mit  den  Beihesten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
5  nmilungen  Mk.  3,  —.  direkt  unler  Stteifhand  durch  die  Verlag#sbuchhandlung  Mk.  3.50  fur  Deutschland  einschl.  der  denti#hen  Schutznebiete  und
erreich-  Ungarn,  Mk.  z.  75  für  die  Lander  des  Weltpostvereins.  —  Ginsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Könibliche  Hofbuchbandlung  von
#n  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstr.  68—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeilungs.  reiclifle  fur  1901  unter  Nr.  A##0.)

 

’-tn

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  die  Gebührnisse  der  bei  der  südwestafrikanischen
Schußtruppe  zur  Ableistung  von  Uebungen  zugelassenen  Offiriere  und  Offizieraspiranten  des  Beurlaubtenstandes  der

Armee  S.  813.  —  Einberufung  des  Kolonialraths  S.  813.  —  Bekanntmachung,  betr.  Abänderungen  der  Satzungen
der  Usambara-Kasseebau-Gesellschaft  S.  814.  —  Bekannimachung,  betr.  Verbot  der  Einfuhr  von  Vieh  aus  Britisch-Sudafrika
  und  Lourengo  Marques  in  Deutsch-  Östafrika  S.  S14.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von
Kamerun,  betr.  Einführung  einer  Hundesteuer  im  Stadtbezirk  Duala  S.  814.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen
bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch  Ostafrika  im  Monat  August  1901  S.  815.  —  Personalien  S.  815.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  816.  —  Kamerun:  Deutsch-französische  Südkamerun-Grenzerpedition
  S.  817.  —  Hundesteuer  in  Duala  Kamerun)  S.  817.  —  Gesellschaft  Nordwest-KRamerun  S.  817.—
Deutsch-Ostafrika:  W.  issenschaftliche  Sammlungen  S.  817.  —  Statistik  der  Waaren-  Einfuhr  und  Ausfuhr  des
deutsch=  ostafrikanischen  Schutzgebietes  für  das  Kalenderjahr  1900  S.  818.  —  Bramten=  Ueberfluß  S.  822.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
  lleber  einen  Besuch  des  Uluti-Atolls  (West=  Karolinen  S  S.  824.  —  Togo:  Statistik  des  Shs
des  Schutzgebietes  Togo  für  das  Jahr  1900  S.  825.  —  Samoa:  Die  Selbstverwaltung  der  Samoaner  S.  826.  —
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  806.  —  Aus  fremden
Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Handel  der  Gilbert=  und  Ellice-Inseln  im  Jahre  1900  S.  830.  —
Errichtung  einer  Lootsenstation  in  Portugiesisch-Guinea  S.  8300.  —  Uleber  die  wirthschaftliche  Lage  Sambesiens

S.  830.  Landwirthschaftliche  Erzeugnisse  der  Insel  Madagaakar  S.  831.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
Kolonial=  .„Huhschosiichen  Komitee  S.  832.  —  Litteratur  S.  834.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S  S.  835.  —  Anzeigen.

Auttlicher  Theil.

 

 

Gesehe;  Derordnungen  der  Rrichsbehürden;  Derträge.

Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  die  Gebührnisse  der  bei  der  südwestafrikanischen
  Schutztruppe  zur  Ableistung  von  Uebungen  zugelassenen  Offiziere  und
Offizieraspiranten  des  Beurlaubtenstandes  der  Armcc.

Auf  Ihren  Bericht  vom  13.  d.  Mts.  bestimme  Ich  Folgendes:

Die  nach  §  9  Absatz  2  und  3  der  „Organisatorischen  Bestimmungen  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
  in  Afrika“  zu  Uebungen  in  Meiner  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  zugelassenen  Offizieraĩpiranten
  und  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes  der  Armee  erhalten  für  die  Dauer  dieser  Uebungen  diesenigen
  Gebührnisse,  welche  ihnen  beit  Ableistung  der  Uebungen  bei  einem  heimischen  Truppentheil  nach
Maßgabe  der  „Besoldungsvorschrift  für  das  preußische  Heer  im  Frieden“  zustehen  würden.

Sie  haben  hiernach  das  Weitere  zu  veranlassen.

Neues  Palais,  den  15.  Oktober  1901.
(gez.)  Wilhelm  l.  R.
(ggez.)  Graf  v.  Bülow.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung
und  Oberkommando  der  Schutztruppen).
Einbernufung  des  Kolonialraths.

Der  Kolonialrath  wird  berusen,  am  Donnerstag,  den  21.  November  d.  Js.,  vormittags
16  Uhr,  im  Reichstagsgebäude  zur  Berathung  zusammenzutreten.
Berlin,  den  13.  November  1901.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:  Stuebel.
        <pb n="866" />
        —  814  —

Bekanntmachung,  betreffend  Abänderungen  der  Satzungen  der  Usambara-=Kaffeeban-Gesellschaft.


Unter  Abänderung  des  in  Nr.  18  des  Deutschen  Kolonialblatts  vom  15.  September  1893  in
Auszuge  veröffentlichten  Gesellschaftsvertrags  der  Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft  hat  die  ordentliche  Haurd
versammlung  der  genannten  Gesellschaft  am  21.  September  1901  beschlossen,  dem  Artikel  6  des  Gesellschaftsvertrags
  folgende  Fassung  zu  geben:

„Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  beträgt  869  100  Mark  in  Stammantheilen  und  142  200  Mer
in  Vorzugsantheilen  und  ist  eingetheilt  in

1528  Stammantheile  zu  je  200  Mark  mit  insgesammt  305  600  Mark,

209  -  --500-  -  -  104  500

459  -  -  21000  -  -  -  459  000
und  in

151  Vorzugsantheile  zu  je  200  Mark  mit  insgesammt  30  200  Mark,

52  -  --500-  -  -  —26000-86

  -  -  21000  -  -  =  86  O000

Der  noch  ausstehende  Betrag  des  gezeichneten  Kapitals  ist  nach  den  Bestimmungen  der  Satzungen
und  des  Aussichtsraths  einzuzahlen.

Der  Aufsichtsrath  ist  berechtigt,  das  Grundkapital  durch  Ausgabe  weiterer  Vorzugsantheile  auf
1  169  100  Mark  zu  erhöhen.

Die  jeweilig  durch  Ausgabe  neuer  Antheile  thatsächlich  erzielte  Erhöhung  des  Grundkapitals  ist
beim  Abschluß  jedes  Geschäftsjahres,  im  Bedürfnißfalle  auch  zu  anderer  Zeit,  durch  notarielles  Protokel
festzustellen.“

Zu  diesem  Beschluß  der  Gesellschaft  hat  die  Aussichtsbehörde  die  Genehmigung  ertheilt.

Bekanntmachung,  betreffend  Verbot  der  Einfuhr  von  Vieh  aus  Britisch-Südafrika
und  Lourengo  Margques  in  Deutsch-Ostafrika.

Nachdem  laut  telegraphisch  hierher  gelangter  Mittheilung  die  Rinderpest  in  der  Kapbkolonie  urà
dem  Orange-Freistaat  wieder  ausgebrochen  ist  und  sich  weiter  verbreitet,  wird  die  Einfuhr  und  Durchfett
von  Rindvieh,  Schafen,  Ziegen  und  sonstigen  Wiederkäuern  aus  den  Gebieten  von  Britisch-Südafrika  rrd
aus  Lourengo  Marques  verboten,  desgleichen  die  Ein=  und  Durchfuhr  von  Häuten  und  sonstigen  thierische
Rohstoffen,  soweit  sie  von  den  vorgenannten  Thiergattungen  herstammen.

Dar-es-Saläm,  den  23.  September  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Graf  v.  Götzen.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamernn,  betreffend  Einführung
einer  Hundesteuer  im  Stadtbezirk  Duala.
1.

Auf  das  Halten  von  Hunden  innerhalb  des  Stadtbezirks  Duala  einschließlich  Hickory  und  Deid.
wird  eine  Steuer  gelegt,  welche  für  jeden  über  sechs  Wochen  alten  Hund  jährlich  20  Mark  beträgt  und
von  dem  jeweiligen  Besitzer  zu  zahlen  ist.

§  2.
Die  Steuer  ist  für  das  ganze  Kalenderjahr  auf  einmal  im  vollen  Betrag  zu  entrichten.
§  3.  .
Für  Hunde,  welche  innerhalb  eines  Quartals  steuerpflichtig  werden,  beträgt  die  Steuer
a)  wenn  die  Steuerpflicht  im  1.  Vierteljahr  beginnt  20  Mark,

b)  —  -  -2.  15  —

RC)  -  -  -  =  3.  -  -  10  -

d)  —  #4.  "  5—
8

Besitzer  von  Hunden,  deren  Aufenthaltsdauer  in  Duala  vier  Wochen  nicht  übersteigt,  bleiben  vor
der  Steuer  befreit.

2

85.
Der  Ausweis  über  die  Entrichtung  der  Steuer  wird  durch  eine,  bei  Anmeldung  des  Hundes  zur
        <pb n="867" />
        —  815  —  s

»-ndesieuer  von  der  Polizeibehörde  gelieferte,  mit  der  laufenden  Nummer  des  Hunderegisters  versehene
Larke  geführt,  welche  am  Halsband  des  Hundes  sichtbar  zu  befestigen  ist.
Bei  Verlust  dieser  Marke  ist  eine  neue  gegen  Entrichtung  von  1  Mk.  bei  der  Polizeibehörde  zu  lösen.
Bei  Abmeldung  des  Hundes  ist  die  Marke  der  Polizeibehörde  zurückzugeben.

86.
Sämmtliche  Hunde  sind  binnen  acht  Tagen  nach  dem  Eintritt  ihrer  Steuerpflicht  zur  Steuer  anzumelden.
Das  Erlöschen  der  Steuerpflicht  ist  der  Polizeibehörde  innerhalb  acht  Tagen  anzuzeigen.

87.

Wer  es  unterläßt,  einen  steuerpflichtigen  Hund  rechtzeitig  anzumelden  oder  zu  versteuern,  verfällt
n  eine  Ordnungsstrafe  bis  zu  10  Mark.

88.

Wer  es  unterläßt,  einen  steuerpflichtigen  Hund  anzumelden,  oder  wer  es  unternimmt,  die  Hundesteuer
  zu  hinterziehen,  verfällt  in  eine  Geldstrafe,  die  dem  vierfachen  Betrag  der  hinterzogenen  Steuer
ealeichkommt,  neben  Nachzahlung  der  fälligen  Hundesteuer.

Im  Unvermögensfalle  wird  auf  Einziehung  des  steuerpflichtigen  Hundes  erkannt.

l9.

Ohne  Steuermarke  in  Duala  umherlaufende  Hunde  werden  von  der  Polizeibehörde  eingefangen
und  können  innerhalb  zwei  Tagen  gegen  ein  Pflegegeld  von  1  Mark  pro  Tag  von  dem  Besitzer  wieder
im  Empfang  genommen  werden.

Nach  Ablauf  dieser  Frist  verfallen  die  eingefangenen  Hunde  dem  Verfügungsrecht  der  Polizeibehörde.

8  10.
Eine  Rückvergütung  der  Steuer  findet  in  keinem  Falle  statt.
§  11.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Oktober  d.  J.  in  Kraft.  Jede  Person,  die  am  1.  Oktober  d.  Is.
im  Besitze  eines  steuerpflichtigen  Hundes  ist,  hat  die  Steuer  für  das  IV.  Ouartal  1901  in  Höhe  von
5  Mark  zu  entrichten.
Vom  1.  Januar  1902  ab  tritt  die  regelmäßige  Besteuerung  nach  den  §8  2  und  3  in  Kraft.
Duala,  den  23.  September  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  v.  Puttkamer.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-OÖstafrika
  im  Monat  August  1901.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,38375  —

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Hohsschlag-  Neben.
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  EinfuhrgadeGebührenEinnahmen  Insgesammt
Np.  P.]  Np.  .]  Np.  P.]  3##  P.  !  Rp.  P.  Rp.  P.  —  Mk.  Af.
I  ;  I  -  i  i  i
Tanga.......  986611174031  48i—16555  64()129-1759-17916s69
icangaui......179648494809  939—1(;67-·)448-934i;89
sagqmoyo.....14774521248619  1)—-1()04ii  6322738021-3788753
T»ak-es-Satam....7253231530828z-—  121748452264949-31:-31161
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45  162  MK.T49  7  MI8  MM  MUM,fMkk.

 

 

 

 

 

 

46  Pf.  47  Pf.  51  Pf.  23  Pf.  61  Pf.

 

 

Perlsonglien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnant
àa  la  suite  der  Schutztruppe  für  Kamernn,  Dominik,  die  Erlaubuß  zur  Anlegung  des  ihm  verliehenen
Rütterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrichs-Ordens  zu  ertheilen.
        <pb n="868" />
        —  816  —

Seine  Maiestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  beim  Gouvernement
von  Kamerun  beschäftigten  Regierungsassessor  Plehn  zum  Regierungsrath  zu  ernennen.

Der  bisherige  Kaiserliche  Richter  beim  Gouvernement  Kamerun,  Waldemar  Horn,  ist  zur
Kaiserlichen  Kanzler  beim  Gouvernement  Togo  ernannt  worden.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  7.  November  1901.

Berké,  Marine-Assistenzarzt  der  Reserve,  wird  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  der  Kaiserlichen  Maruunter
  dem  7.  d.  Mts.  als  Assistenzarzt  mit  Patent  vom  10.  Juni  1901  bei  der  Schutztrurge
angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutmer

Radtke  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  zu  verleihen.

Laut  Mittheilung  des  Herrn  Chefs  des  Militär-Kabinets  vom  7.  November  1901  ist  die  Kriet#n

Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Silber  den  farbigen  Soldaten  Gerba  Busu  und  Angissa  Allerb##

verliehen  worden.

 

.  —  —  .  —

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.  Der  Maschinist  Pölchen  und  der  Gärtner  Lüdel

  "(-  ’  «  s  5
Deutsch-  Ostafrika.  haben  das  Schußgebiet  mit  Heimathsurlaub  verl

Der  Forstassessor  Teichmann  ist  zum  Bezirks-  Der  Senn  Hipp  ist  aus  Kamerun  in  Deurt
amtmann  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  in  Dar-sand  eingetroffen.
es-Saläm  ernannt  und  ihm  die  Verwalt  des  *5

2  ung  de  Sergeant  Schöppner  ist  am  18.  Oktober  d.—

irksamtes  Wilhelmsthal  üb  ..  .  -  .
Bezirlsamtes  Wilhe  msthal  übertragen  worden  in  Kribi  an  Schwarzwasserfieber  verstorben.  Der.

Der  Maschinist  Lüdtke  hat  die  Wiederausreise  gehörte  vor  seinem  am  6.  Juli  1900  erfolgten  lunach
  Deutsch-Ostafrika  angetreten.  tritt  zur  Schutztruppe  dem  Königlich  Bayeri:
—  1.  Ulanen-Regiment  Kaiser  Wilhelm  II.,  König:
Der  Intendanturrath  M.  Müller  ist  aus  Deutsch=  Preußen,  an.
Ostafrika  in  Deutschland  eingetroffen.  Die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise  haben
mm—  «  10.Novemberd.Js.vonHamburgausangc::c«
Der  Gefängnißwärter  Fritz  ist  mit  Heimaths—  Assistenzarzt  Berké,  Zahlmeisteraspirant  Liel“

urlaub  aus  Deutsch-Ostafrika  eingetroffen.  die  Feldwebel  Liebert  und  Karnatz  sowie
Der  Bureauassistent  Weidner,  die  Schreiber  Sanitätsunteroffizier  Scheer.
Wiegand  und  Schnitger,  der  Maschinist  Zimmer—  Togo.

mann  und  der  Tischler  Reinhardt  haben  das

Der  (  ö  T  «ik.·."
Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.  Der  Gouverneur  Köhler  und  der  Oberler

Preil  haben  die  Wiederausreise  und  der  U-Mit
  Heimathsurlaub  sind  eingetroffen:  der  Ober=  offizier  Schuls  hat  die  Ausreise  nach  Togo  angerr#
leutnant  Braumüller  und  der  Feldwebel  Triebel
am  29.  Oktober  1901  in  Neapel;  der  Oberleutnant
à  la  smte  Schloifer  am  30.  September  1901  in

Der  Oberleutnant  Freiherr  v.  Scefried  :
Buttenheim,  der  Assistent  Sohn  und  der  —
tätssergeant  Koch,  sämmtlich  bei  der  deutsch  engl##

Marseille.  W#  4  wis:  :  „
Die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  in  das  Schutz-  Grenzregulirungskommission,  find  in  Togo  einger
gebiet  am  8.  November  1901  haben  von  Neapel  aus  Der  Stationsassistent  Rosenhagen  ist  in  2.

 

angetreten:  Zahlmeisteraspirant  Hüttig  und  Unter=  wieder  eingetroffen.
offizier  Winzer.  ·  *  !½
Der  Finanzaspirant  Gärtner  hat  das  Sr#

Ramerun.  gebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.
Der  Stabsarzt  Dr.  Bludau,  der  Bautechniker  —m—
Fischer  und  der  Notariatskandidat  Mathes  haben  Küdwestafrika.
die  Ausreise  nach  Kamerun  angetreten.  Der  Polizeiwachtmeister  Rudat  hat  die  2#usnach

  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.
        <pb n="869" />
        Der  Vermessungsbeamte  Thomas  ist  in  Deutsch-Südwestafrika
  wieder  eingetroffen.

Der  überzählige  Vizefeldwebel  Pridat,  die  überzähligen
  Unteroffiziere  Stadler,  Kwasnik,  Rein
und  Bähr,  der  Gefreite  Heilig,  die  überzähligen
Gefreiten  Kampe,  Fricke,  Franke,  Stein,  Müller,
Wisniewski,  Engelhardt,  Braukmann,  Woytowicz,
  Borm,  Schlüter,  Eger,  Menzel,  Schleicher,
  Sarrazin,  Hall  und  Buboltz,  die  Reiter
Schüssel,  Skrzypczyk,  Becker,  Lehrmann,
Seelig,  Nielsen,  Kummerow,  Ludwig,  Kiesewetter,
  Kremzow,  Tüngrün,  Haberland,

817

 

Machura,  Ehring  und  Mayerhofer  sind  am
10.  November  d.  Is.  in  Hamvurg  mit  Heimathsurlaub
  bezw.  zur  Entlassung  eingetroffen.

Üeu-GSninea.
Der  Bezirksamtmann  Berg  ist  am  31.  August
d.  Is.  in  Ponape  eingetroffen  und  hat  am  folgenden
Tage  die  Vertretung  des  Vizegouverneurs  Dr.  Hahl
übernommen.

Lamoa.
Der  Bezirksrichter  Dr.  Schultz  ist  in  Apia  eingetroffen.


Nachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Rame:run.

Deutsch  französische  Südkamern#  Grenzexpedition.

Nach  einer  telegraphischen  Meldung  des  Kaiserlichen
  Gouverneurs  in  Buöa  ist  der  deutsche  Theil
der  deutsch-französischen  Südkamerun-Grenzexpedition
unter  Führung  des  Hauptmanns  a.  D.  Engelhardt
nach  Abschluß  der  Arbeiten  am  Kampofluß  Ende
vorigen  Monats  über  Matadi  und  Brazezaville  nach
dem  Ssanga-Ngokogebiet  aufgebrochen,  um  dort  die
Arbeiten  an  der  deutsch-französischen  Grenze  fortzusetzen.


Dundesteuer  in  Duala  (Ramerun).

Im  amtlichen  Theile  dieser  Nummer  wird  eine
Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,
  betreffend  Emführung  einer  Hundesteuer  in
Duala,  veröffentlicht.  Wie  der  Gouverneur  hierzu
berichtet,  ist  die  Verordnung  durch  die  übermäßige
Vermehrung  der  Hunde  auf  der  Joßplatte,  die  dort
geradezu  zu  einer  Landplage  geworden  sind,  veranlaßt
worden.  Nach  Durchführung  der  Verordnung  ist  eine
erhebliche  Abnahme  der  Hunde  zu  erwarten,  was  im
Interesse  der  gesammten  Einwohnerschaft  liegt.

Gesellschaft  Nordwest-Ramerun.

Das  Direktorium  der  Gesellschaft  hat  den  ersten
Jahresbericht  —  für  den  Zeitabschnitt  von  der
Gründung  der  Gesellschaft  bis  zum  31.  Dezember

1900  —  erstattet,  worin  Nachstehendes  ausgeführt

wird:

Die  Lage  des  Konzessionsgebietes  verlangt  zunächst
  große  Aufwendungen,  um  die  Verbindung  mit
der  Küste  herzustellen.  Wir  haben  daher  verschiedene
Expeditionen  zunächst  in  die  nordwestliche  Ecke  unseres
Gebietes  ausgerüstet  und  diese  Gegend  auf  ihren
Reichthum  genauer  aufnehmen  lassen.  Die  Expeditionen
  haben  nunmehr  das  erwähnte,  über  eine

 

Million  Hektar  umfassende  Gebiet  genauer  erforscht
und  in  Besitz  genommen;  das  Gouvernement  von
Kamerun  ist  im  Auguft  d.  Is.  durch  das  Auswärtige
Amt  ermächtigt  worden,  das  aufgesuchte  herrenlose
Land  uns  zum  Eigenthum  zu  übertragen.  Die  Aufschlußarbeiten
  weiterer  Territorien  sind  in  die  Wege
geleitet.  Es  ist  hiernach  zu  hoffen,  daß  die  bedeutenden
  aufgewandten  Kapitalien  nicht  umsonst  in  die
Kolonie  gesteckt  sind,  sondern  eine  lukrative  Ausnutzung
unseres  Gebietes  ermöglichen  werden.  Zu  diesem
Zweck  haben  wir  uns  letzthin  entschlossen,  den  billigeren
  Wasserweg  von  Old  Calabar  aus  zu  benutzen,
und  ist  bereits  jetzt  ein  Heckraddampfer  in  Fahrt,  um
die  Waaren  während  der  Regenzeit  in  das  Konzessionsgebiet
  zu  befördern;  nach  Beendigung  der  Regenzeit
in  den  Monaten  Dezember  bis  Mai  soll  alsdann  die
Ausbeutung  unseres  Gebietes  vor  sich  gehen,  und
hoffen  wir  zuversichtlich,  daß  damit  der  erste  Schritt
zur  nutzbringenden  Aufschließung  unserer  Konzession
gethan  ist.  Bei  Mundame  am  Mungo  haben  wir
eine  kleine  Versuchsplantage  eröffnet,  um  Versuche
mit  Ramie  und  Kautschuk  anzustellen,  um  eventuell
später  auf  dem  werthvollen  Boden  im  Konzessionsgebiete
  Plantagen  anzulegen.

Deutsch-Dftafrika.
Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Regierungs-Forstassessor  Graß  in  Mohorro
(Deutsch-Ostafrika)  hat  der  zoologischen  Sammlung

des  Königlichen  Museums  für  Naturkunde  zu  Berlin

eine  von  ihm  zusammengebrachte  Insektensammlung
überwiesen,  welche  10  Schmetterlinge,  10  Käfer,
2  Hymenopteren,  10  Orthopteren  und  1  Homoptere
enthielt.  "

Die  Thiere  sind  alle  gut  konservirt  und  in

wissenschaftlicher  Beziehung  recht  werthvoll;  namentlich

sind  die  den  Käfern  beigesügten  biologischen  Angaben
von  wissenschaftlichem  Interesse.

2
        <pb n="870" />
        818

Stotistik  der  Waareueinfuhr  in  das  deutsch  ostafrikanische

.#  —  —  —  1—

Bezeichnung  der  Waaren

Deutschland
Gewicht  in]  Werth  in

 

Es  sind

Großbritannien

Gewicht  in  Werth  in

 

Kilogramm  Mark  Kilogramm  Mark
1  '  I
l
1.  Rohe  Baumwolle  ·  ·  4  21  —  —
2.  Baumwollenwaaren  aller  Ari,  wie  Watte,  Twist,  Goinel  Gewebe,  #.
fertige  Bett-,  Leib=  und  Tischwäsche,  Kopfbedeckungen,  Trikotagen
und  sonstige  Waaren  aus  Baumwolle  79361  266  699  7  050  28308
3.  Gräser,  Bast,  Rinde,  Pflanzenfasern,  wie  Kokosfasern,  2  *  3D  «
Hanf,  Jute  und  andere  vegetabilische  Spinnstoffe  1939  612  —  —
4.  Waaren  aller  Art  daraus  5709  17551  36  78
5.  Seide  und  Halbseide  und  Waaren  aller  Art  daraus  20  224  4  18
6.  Rohe  ungereinigte  und  gereinigte  Wolle  ..  —  —  —  —
7.  Wollenwaaren  aller  Art  6138  37337  19  568
8.  Papier  und  Pappe,  Papier=  und  Pappwaaren,  Suche,  Drucksachen
  und  Bilder  aller  Aärt  6  26516  54  660  889  1308
9.  Felle,  Häute,  Federn  und  Haare,  roh  oder  gegerbt,  gereinigi  -i  "
oder  ungereinigt  —---  —  —  –
10.  Waaren  aller  Art  daraus,  wie  Leder  und  Lederwaaren,  Sattler-  i
SchuhmacherPolster  Bürstenbmders  undStebmachekwaaren  11658le140  265  2  183
11.  Thierische  Schalen  und  Muscheln  aller  Art  und  Waaren  daraus  462  149  —  —
12.  Edelmetalle  und  Waaren  aller  Art  daraus,  einschließlich  ühren
mit  Gehäusen  aus  Edelmetall  ,.  111.  2849  —  —
13.  Roheisen,  eiserne  Schienen,  Stangen  und  Platten  2507  655  660  875  —  —
14.  Feuerwaffen  ..  (nach  Stückzahl  angegeben)  1  197  26  609  —  —
15.  Sämmtliche  nicht  genannten  cEisenwaaren  2228  489  840  946  1  491  1  76
16.  Sämmtliche  übrigen:  unedlen  Metalle,  wie  Kupfer,  Messing,  Zinn,  «
Zink  und  deren  Legirungen  und  Waaren  aller  Art  daraus,  einschließlich
  Uhren.  .  81  642  98  129  108  277
17.  Musikinstrumente,  astronomische  und  optische  Instrumente  4  707  33  035  99  518
18.  Fahrzeuge  aller  Art,  wie  Fluß=  und  Seefahrzeuge,  Eisenbahnund
  sonstige  Wagen  und  Fahrräder  .....  154589«200602
19.  Erden,  Erze,  Steine,  Steinwaaren  und  Mineralien.  4004  338  299  958  4994  1  110
20.  Petroleim.  —  —.  —
21.  Alle  ührigen  Mineralöle,  Pech,  Theer,  Lerperiin  ꝛc.  11678  9940  541  740
22.  Roher  Kautschuk  —  —  —  —
23.  Roher  Kopal,  gereinigt  und  ungereinigt  —  —  —
24.  Rohes  Elfenbein  ..  —  —  —
25.  Rohe  Flußpferdzähne  —  —  —  —
26.  Rohe  Wildschwein-  und  andere  Zähne  und  zwochen  —  —  —  —
27.  Rohe  Gehörne  .  —  —
28.  Schießpulver,  Patronen  und  Zündhütchen  ..  4990  13  869  —
29.  Alle  übrigen  Spreng=  und  Zündstoffe  und  Körper  einschließlich
Zündhölzchen.  .  7  131  6  47  —
30.  Glas  und  Glaswaaren,  Porzellan  und  Porzellanwaaren  und
Töpferwaaren  .  .  .  19159  25369  1  844  2  579
31.  Alle  Galanterie-  und  Knopfmacherwaaren  .  2016  3651  90  915
32.  Bau-,  Nutz=  und  Edelhölzer  237  876  38  387  107  44
33.  Holzwaaren  aller  Art  einschl.  Möbel,  Iimmermanns.  u.  isciler
arbeiten  und  Korbflechterwaaren  146  378  293  440  167  855
34.  Spirituosen  aller  Art  82  266  100  176  1529  2  591
35.  Alle  übrigen  alkoholhaltigen  und  alleholfeein  Getränke  einfal
Mineralwasser,  Bier  und  Wiin  524  731  342  804  3  418  1  30
36.  Reis,  geschälter  und  ungeschälter  —  —
37.  Getreide  und  dülsenfrüchte  a-  aller  Art.  6739  3  424  —  —
38.  Erdnüsse  —  —  —  —
39.  Kokosnüsse  —  —  —
40.  Kopra  —  —  —  —
41.  Sesam.  —  —
42.  Vegetabilische  Oele  und  Fette  aller  Art  und  Wachs-  80  037  50  309  153  329
43.  Zuckerrohr,  Zucker,  Syrup  und  Melasse.  .  123  294  48  492  110  r
44.  Gewürze  aller  ARrt  .  564  1  403  136  -
45.  Kaffee  .  6  116  6665  —  —
46.  Thee  935  3  90000  —  —
47.  Kakaoo  646  3  379  31  87
48.  Rohtabar  ..  .  ·  —-  —
49.  Tabaksabrikate  21  492  84  926  463  750
50.  Mohn,  Opium,  Hanf,  Haschisch.  Betel  —  —  —
        <pb n="871" />
        819

Schutzgebiet  für  das  Kalenderjahr  1900.

 

 

nach  Deutsch-Ostafrika  eingeführt  aus:

 

Einfuhr

Zunahme  Abnahme

 

 

 

 

 

 

 

Sansibar  Indien  anderen  Ländern  Zusammen  im  Jahre  der  Einfuhr  gegen  die
Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  inGewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  1899  1900  1899
in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.,  Mark  in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.  Mark  Mark  Mark  Mark
99655  3460  102  60  —  —  1001  3544444  1178
1286  801  2  524  03368  648  735  841148668  94842  1  790  528  3649  723|4  585  955  936  232
2  493  52T5  —  —  —  —  2686  1137  1051  86  —
8572  32943  46171  18447  311  1452  145199  70  471400  516  —  30  045
1281  31  909  114  8019  402  2220  1  821,  42390  0041  —  17  651
8  591  60  413  511  3120  10  66  16269  91  493726458  —
23  83  32  768  7188  4552  255  12355  58726  294  6231  72559  21864  —
78  25  45  1441⅛  —  123  39992415  2016
5912  31  454  3723  16774  82  639  21640  1511901  68641  82649
68371  3707  2  28  286  423  7621  43030421265  —
290  25055  11  1266  2  449  414  29  619  25457  4162  —
13  832  7684  3082  1129  4979  1  62  2  529  548  671  1|  4
25  1  795  —  —  13  1340  1235  29744%8  11649  —
160230  123231111961  13463  5  584  8  6662407755  988  069352  107635  962
.
104756  120  835  7197  13360  5529  54579232  238058  150  5677  491  —-586
  3818  39  335  80  647  5511  38  35336099  2254  —
12  574  15047  245  782  1  085  954416  3  217  385279544590
1226  708  73  4491  800  3415  131207  12243  5379042  390  17568  589  221  586  —
948  219  215  894  —  —4  —  —  948  219  215  894%¼69  32416570
29835  1607  —  —  1  3220  2529003769  —  18  478
5  1  —  —  —  5  14  141UU
35  6(5  —  —  —  —  35  65  28  37
211  832  —  —  159  293  5360  149947094  —  2100
15514  1  117  2  13  22  647  23541290  6257  -
184689i,2120301806010258  2131  2927225883253163266202  —  13  039
1201  4798  1  041  2497  —  —  4348  11  861  8407  3454  —
149  709  344657  41641  12576  286870  378  456  206  86242  47  295  38947  —
92089  32  98552972  8  954  511  352  252  117  336  5868441152  175
27408  34  119  114  78  3659  5803314976  14276798100  —  55  33)
115  173,  92ü138  —  —  27739  21939671.061  458  274%376  18682088  –
5964  496  1176223763  492  17308320796  3926  6748  784  1  353  232  1  883  819  —  530  587
282  882  53  00)0)12292  7  67464  92321278264  —  185  943
6447  1115  —  —  —  —  6447  1115  940  175  —
39  859  3297  —  —  1477  126  41336  3  42328708  —  25285
—  —  —  —  —  —  ——  —  904  —  904
230  418  115  437  4715  4737  2  603  1  400/617926  172  21112532004892  —
291  167  117  658  3  791  2255  398  128  418760  168601  182  660  14  059
69  441  59330  6  250  16827  13  321  96404  77800|  672  128  —
9526  13120  244  299  —  —  15  886  20084  20010  74  —
8329  17078  239  40  11  35  9514  21  4271.4½  815  —
388  1376  —  —  —  —  1065  484  3362  1480
1164  1436  —  —  ---  —  1164  1  436  4335  —  2899
22  582  63  908  116  456  5916  16281150  569  166  32145310  1  011  —
23941  13740  1439  917  810  211126190  148680  59969
        <pb n="872" />
        —

 

 

 

 

 

 

—  —  Es  lind
Bezeichnung  der  Waaren  Deutschland  Großbritannien
Gewicht  in  Werth  in  Gewicht  in  Werth  in
Kilogramm,  Mark  Kilogramm  Mark
51.  Verzehrungsgegenstände  aller  Art.  179  195  295247  6549  10  647
"o.  Fbemtatten  Farben,  Parfumerien,  Drogen  und  surmmeien  55  753  52  773  3239  1834
.  Farbstoffe  .  ..  .  ..  —  —  —  —
54.  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setzlinge  2166  5350  41  254
55.  Lebende  Thiere  aller  Art.  ..  nach  Stuchahi  angegeben)  —  —  —  —
56.  Verschiedenes.  ..  52192;84629  94  660
Zusammen  44114931  —  60  105

Statistik  der  Waarenausfuhr  aus  dem  deutsch-oftafrikanischen

 

 

 

Es  sind
Bezeichnung  der  Waaren  Deutschland  Großb  ritannien
Gewicht  in  Werth  in  Gewicht  in  Werth  in
Kilogramum  Mark  Kilogramm  Mark
1.  Rohe  Baumwolle  11  5  —  —
2.  Baumwollenwaaren  aller  Art,  wie  Watte,  Twist,  Garne,  Gewebe,
fertige  Wäsche,  Kopfbedeckungen,  Trikotagen  und  sonstige  aus
Baumwolle  gefertigte  Waaren  aller  Art.  —.  –  —  —
3.  Gräser,  Bast,  Rinde,  Pflanzenfasern,  wie  Kokosfafern,  Fuoche
Han,  Jute  und  andere  vegetabilische  Spinnstoffe  .  19  960  7254  –  —
4.  Waaren  aller  Art  daraus  447  815  –  —
5.  Seide  und  Halbseide  und  Waaren  aller  Art  daraus  2  —  —
6.  Rohe  ungereinigte  und  gereinigte  Wolle  ..  ...  —  —  —  —
7.  Wollenwaaren  aller  Art  ..  —  —
8.  Papier  und  Pappe,  Papier-  und  Pappwaaren  Bucet,  Drucksachen
  und  Bilder  aller  Art..  —  —  —
9.  Felle,  Häute,  Federn  und  Haare,  roh  oder  gegerbt,  pereinggt
oder  ungereinigt.  1599  4  712  —  —
10.  Waaren  aller  Art  daraus,  wie  Leder  und  Lederwaaren,  Sattler-,  ,
Schuhmacher-,  Polster-,  Bürstenbinder=  und  Siebmacherwaaren  272  534  —
11.  Thierische  Schalen  und  Muscheln  aller  Art  und  Waaren  daraus  1803  876  —  —
12.  Edelmetalle  und  Waaren  aller  Art  daraus,  einschließlich  ühren  ·
mit  Gehäusen  aus  Edelmetall  14  730  —  —
13.  Roheisen,  eiserne  Schienen,  Stangen  und  Platten  ..  —  —  —  —
14.  Feuerwaffen  ..  (nach  Stückzahl  angegeben)  —  —
15.  Sämmtliche  nicht  genannten  Eisenwaaren  ..  1  487  2747
16.  Sämmtliche  übrigen  unedlen  Metalle,  wie  Kuer  essing  Zinn,
Zink  und  deren  Legirungen  und  Waaren  aller  Art  daraus,  einschließlich
  Uhren  40  151  —
17.  Musikm  trumente,  astronomische  und  optische  Instrumente  —  —  —  —
18.  Fahrzeuge  aller  Art,  wie  Fluß=  und  Seefahrzeuge,  Eisenbahnund
  onstige  Wagen  und  Fahrräder  ....  —  —  —
19.  Erden,  Erze,  Steine,  Steinwaaren  und  Mineralien.  772  2  013  —  —
20.  Petroleum.  .  —  —  —
21.  Alle  übrigen  mineralischen  Oele,  Pech,  Theer  und  d  Terpentin  ꝛc.  —  —  —-22.Roher.Kautschuk..
  .  116211  622  637  7449  48  30
23.  Noher  Kopal,  gereinigter  und  4  ungereinigter  7980  13  950  2765  4053
24.  Rohes  Elsenben  874  12  109  1134  19154
25.  Rohe  Jüuß  erdzähne  902  2541  —  —
26.  Rohe  Wildschwein=  und  andere  Zähne  und  Fnochen  7  055  1261
27.  Rohe  Gehörne  .  .  4  060  7238  —  —
28.  Schießpulver,  Patronen  und  Zündhütchen  —  —
29.  Alle  ubrigen  Spreng=  und  Zundstoffe  und  Körper  einschließlich
Zündhölzchen.  .  —
30.  Glas  und  Glaswaaren,  Porzellan  und  Porzellanwaaren  und
Töpferwaaren  .  .  ..  42  59  —  —
31.  Alle  Galanterie=  und  Knopfmacherwaaren  .  —  —  --  —
32.  Bau-,  Nutz=  und  Edelhölzer  266  985  5772  —
33.  Holzwaaren  aller  Art,  einschließlich  Möbel,  Immermanns-  und
Tischlerarbeiten  und  kerbllechterwaaren.  ....  2095  2  008  —  —
34.  Spirituosen  aller  Art  —  --  ——  —
35.  Ale  übrigen  alkoholhaltigen  und  altohoifreien  Getränte,  einich
Mineralwasser,  Bier  und  Wein  54  34  —  —
        <pb n="873" />
        nach  Deuts  ch-Ostafrika  ein  gefü  hrt  aus:  –Einfuhr  Zunahme  Abnahm
Sansibar  Indien  anderen  Ländern  Zusammen  im  Jahre  der  Einfuhr  gegen  die
Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  1899  1900  1899
in  Kilogr.  Mark  sin  Kilogr.  Mark  #in  Kilogr.  Mark  iin  Kilogr.  Mark  Mark  Mark  Mark
l  I  «
1121906i39993410357443163114035275741525259776555794930  —  18  375
45  664  39869  3618  3627  319  79111108  593  98  894401  893  —  2999
1  689  886  660  258  —  —  2249  1144  1  966  —  822
13  293  2075  172  267  6341  7  138  22013  1506084  12  577  2507  —
316  36649  4  1520  134  16331  454  54  504168  —
13  998  16399  1  402  3397  1  610  1172  69296  106257  41  9211  64  336  –
—  5  873  976  —  11135  858  —  245670  —  11  430  540s|10  822  58..  607  954  —
Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1900.
aus  Deutsch-Ostafrika  ausgeführt  nach:  AusfuhrZunahme[Abnahme
Sansibar  Indien  anderen  Ländern  Zusammen  im  Jahre  er  Ausfuhr  gegen  die
Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in899  1900  1899
in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.  Mark  Mark  Mark  Mark
6  -  l
—:  —  —  —  —  —  11  5  202  —  197
i
73558·7461  —  —  915  15  94  433  14730480O  70
448  774  53  851  178  217  540  106  450  239  54  989  84  173  29  184
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
110  529  98  103  —  —  370  345112498  103  16000  78380  417  780  —
l  l
52  88  —  —  —  —  324  622  853  —  231
190  133  38321  13  082  540  205  018  397164083  —  4337
1  21  —  —  —  —  15  751  630  121  —
18  32  !  8  1682  308113668  T  602
I  !
—  —  —  —I  —  —  40  151  52  99  –
—  —  —  —I  —  40  —  19
—  —  —  —  —  —  —  11  —  11
13  217  57  617  —  —  3081  57  17070  59687  6850  59002  —
73  130  391  8811.  —  104  2500  884  1058  67  138  1811  —  28524
102  877  138  267  —  —  1  357  215114  979  158  4227442  —  119  021
61  952  963  236  138  2210  —  –  64  0068  996  70J93  584  3125  —
12200  35  380  —  —  38  66  13  140  37  987  41  946  —  3  959
1997  3  675  —  7  10  9  059  1948  4  615  331  —
26254  44307  —  —  25  53  30  339  51  540088  57211  —  5  616
#-ö-.öA.
—  —  —  —  —  —  42  59  780  —  721
576012  1105992736  3443584  836  73307|7020  5009  60  535||60225  355Aä)  3
116  655  9117  17  9  46  18  118813  11  152  14  026  —  2874
229  67  —  —  741  262  1  024  363  16  317
        <pb n="874" />
        Es  sind
Bezeichnung  der  Waaren  Deutschland  Großbritannien
Gewicht  in  Werth  in  Gewicht  in  Werth  in
Kilogramm  Mark  Kilogramm  Mark
1
36.  Reis,  geschälter  und  ungeschälter  —  i  —-  —  —
37.  Getreide  und  Hülsenfrüchte  a  aller  Art.  1  737  97  —  —
38.  Erdnüsse  8363  2  058  —  —
39.  Kokosnüsse  168  9  —  I-40.
  Kopra  —  —  —  —
41.  Sesam.  —  —  ·  —
42.  Vegetabilische  Oele  und  Fette  aller  Art,  einschlieblich  Wachs  9135  20560  14045  31514
43.  Zacherrohr,  Zucker,  Syrup  und  MNelasse  .  —  -  —  —  —
44.  Gewürze  aller  Art  .  13  49  —  —
45.  Kassee  136  946  262  827  —  —
46.  Thee  —  —  —  —
47.  Kakaoo  —-  -  —  —  —
48.  Rohtabck  12  10  —  —
49.  Tabakfabrikate  .  —  »  —  —  —
50.  Mohn,  Opium,  Hauf,  Haschisch,  Betel.  —  —  —  —
51.  Verzehrungsgegenstände  aller  Art  2  186  1  736  —  —
52.  Chemikalien,  Farben,  Parfümerien,  Drogen  und  Atzneien  19064  3964  29  577  520
53.  Farbstoffe  ..  .  4027  447  13  84  2312
54.  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setzlinge  .  93  216  —  —
55.  Lebende  Thiere  aller  #  V0t  (nach  Stuchahi  angegeben  985  6206  —  —
56.  Verschiedenes.  12  663  12949  625  169
Zusammen—  99  5!7t  —  10458
Beamten-Ueberflußt  sind.  Auch  wurde  uns  von  Vertretern  angesehener

Unter  vorstehender  Ueberschrift  wendet  sich  die  in
Dar-es-Saläm  erscheinende  „Deutsch-Ostafrikanische
Zeitung“  gegen  Klagen  über  einen  angeblichen  Ueberfluß
  an  Beamten  in  dem  deutschen  Schutzgebiete,
die  neuerdings  namentlich  von  einem  Herrn  L.  Weinthal
  in  der  Londoner  „Finanzchronik“  ausgesprochen
sind.  Das  deutsch-ostafrikanische  Blatt  schreibt:

Herr  Weinthal  sagt,  daß  Tanga  „mit  seinen
hochstehenden  Civil=  und  Militärbeamten,  dank  seinen

massenhaften  Gesetzen  und  Polizeivorschriften  und

seinem  büreaukratischen  Zopf  zehn  Jahre  hinter
seinem  britischen  Konkurrenten,  Mombassa,  zurückgeblieben
  sei.“  Daß  Tanga  nur  einen  Bezirksamtmann
  mit  einem  Sekretär  und  zwei  Schreibern,
ferner  zwei  Zollbeamte,  einen  Richter  mit  Sekretär,
einen  Arzt,  einen  Polizeiunteroffizier  und  zwei  Postbeamte
  zu  seinen  vielen  hochstehenden  Militär=  und

Civilbeamten  zählt,  das  scheint  der  Verfasser  zu  übersehen.

  Militär  giebt  es  in  Tanga  seit  Jahren  überhaupt
  nicht,  wenn  man  nicht  die  wenigen  farbigen
Stadtpolizisten  als  Militär  bezeichnen  will.  Ueber
die  Anzahl  der  so  sehr  verrufenen  —  weil  dem  Verfasser
  vermuthlich  unbekannten  —  Polizeivorschriften
im  Vergleich  zu  den  in  Britisch-Ostafrila  erlassenen
wird  sich  nicht  rechten  lassen,  ehe  man  nicht  mit
Zahlen  seine  Behauptungen  zu  vertreten  weiß,  und
vor  Allem,  ehe  man  nicht  in  eine  Prüfung  der
Zweckmäßigkeit  dieser  Vorschriften  eingetreten  ist;  wir

in  Ostafrika  ansässiger  Firmen  gesagt,  daß  in  Britisc-Ostafrika
  und  Uganda  die  Bevormundung  des
Handels  durch  Vorschriften  aller  Art  drückend  empfunden
  werde.  Ueber  den  wahren  Grund  der
drohenden  wirthschaftlichen  Ueberlegenheit  des  britischen
  Protektorates  ist  sich  der  Korrespondent  der
„Finanzchronik“  aber  selbst  völlig  klar,  denn  in
seinen  weiteren  Anführungen  bekennt  er  sich  offen  zu
der  Ansicht,  daß  aus  Deutsch-Ostafrika  nie  etwas
werden  könne,  wenn  ihm  vom  Schicksal  keine  Eisenbahnen
  ins  weite  Innere  der  Kolonie  beschieden
würden.  Aber  der  „enorme  Beamtenapparot“  der
Kolonie  ist  ihm,  wie  leider  so  vielen  Anderen,  em
Axiom,  eine  feststehende  Thatsache,  die  man  an  der
Hand  von  Vergleichen  gar  nicht  erst  zu  prüfen
braucht.  Wie  die  „dumpfe  bleierne  Schwere  des
Beamtenthums“  so  drückend  auf  Herrn  Weinthal

lasten  konnte,  ist  uns  nicht  recht  verständlich,  wenn

betrachten.

empfehlen  an  dieser  Stelle  das  Studium  der  englischen

  Jagdvorschriften,  die  an  Bevormundung  des
Weißen  weit  über  das  Maß  der  in  unserer  Kolonie

wir  die  von  ihm  selbst  angegebenen  Zahlen  genauer
Er  giebt  an,  daß  nach  den  letzten  amtlichen
  Angaben  die  weiße  Bevölkerung  Deutsch-Ost
afrikas  1100  Seelen  betrage.  Davon  seien:

240  Civilbeamte,

172  Militärbeamte  und  Offiziere,

200  im  Dienst  der  Missionen.

Das  ließe  für  das  ganze  ungeheuere  Gebiet  nur
500  Personen  übrig,  die  dem  Handel,  Landban  und
überhaupt  einer  produktiven  Thätigkeit  oblägen.  In
der  Zahl  240  sind  aber  einmal  die  der  Landeskulturabtheilung
  unterstehenden  Plantagenleiter  und
Aufseher,  ferner  die  Handwerker  weißer  Rasse,  die

vorhandenen  hinausgehen  und  gar  nicht  durchzuführen!  im  Wesentlichen  den  Interessen  des  Handels  diencn-
        <pb n="875" />
        823

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

eaus  Deutsch-Ostafrika  ausgeführt  nach:  Auofuhr  Zunahme  Abnahme
Sansibar  Indien  anderen  Ländern  Zusammen  im  Jahre  sder  Aussuhr  gegen  die
Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  Gewicht  Werth  in  1899  1900  1899
in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.  Mark  in  Kilogr.  Mark  #in  Kilogr!  Mark  MarkcMarkf  Mark
20  576  2910  136  21  74  161  20786  2947  633341
§  790  494  347981  53  799  4690  238  077  20  607  84  107  373  375½021  —
261  204  34  644  23  012  3  171  —.  —  292  609  39  873  1562624247  –
233  622  13  465  —  —  137943  73255371  723  20  799  15  543  5256  —
2  703  189  655  —  —  —-.—  852703118965510819981456  —
28  734  130  885  14225  2  540  242256  4611  885  215  179  586  85  2:32094356
23  429  28  686  —  —  5653  12  697  52  262  93457  65  396628061  —
im54784558  —  —  325353  41  60892  OO  126  16680  63745529
617  6  839  —  142  5600  772  12  488  8  455  4  033
11  N9  11  930  —  —  —  148  785  274  757  96  33178399  —
14392087347  66  355%16  2  78149920  290  17051  596%8%%¼N
*r*snxnxt.  111  —  —  —  129  112  122  5“  16
15.927  3  167  –  —  2931  58  18  858  3  705  3  734  —  29
181780  29884  9  7  4754  1600  )191729  33227  15  52917698  —
8585«  1462  5  799  708  —  —  63  025  11354  370  10984  —
13  587  2  409  —  —  —  —  31  498  5  168  226  49412  —
1  uns  822  —  —  —  —  1  1811  1038  134  904  —
3  300  117  109.  53  449  953  1  32  157  5381  155921413  –
35555  7595  –  –  1592  1  737  50  4325  22450  24  434  —  1  984
—  2987  189  —  18  049  —  184  012  —  4493  645|3  937  150  356  495  —
den  Angestellten  der  Flottille  2c.  mit  einbegriffen,  Areals
deren  Dasein  man,  auch  im  Sinne  des  Herrn  vea  Mili
·  -  «  tlr-Were
Weinthal,  doch  nicht  als  „unproduktiv“  ansehen  inenglEin-6ivil=4
  -  »  Land  Qua-  tär  u.Bekann.
  Ist  diese  Anzahl  von  Beamten  aber  wirklich  drat=  wohner  beamte  HPolizeiswohner
der  Grund  des  wirthschaftlichen  Tiefstandes  unserer  meilen
Kolonie?  Und  ist  nicht  vielmehr  der  Mangel  an
Verkehrsmitteln,  die  starken  Engagements  unseres  Deutsch-Ost-Kapilals
  in  anderen  altgewohnten  Plätzen  und  seine  afrika  *-  358  60  20  ca.  338  230  1  100
geringe  Betheiligung  hier  der  wahre  Grund  des  Sierra  Leones  ca.  50%c.  2
Wir  möchten  zu  dieser  Ansicht  gelangen,  wen  Col.400fs1  250  000füber  30002000
wir  an  der  Hand  von  Zahlen,  wie  sie  uns  amtlich  Ceylon.5000s3  000  000füber  3003  6006“00
auerkannte  Veröffentlichungen,  z.  B.  die  britische  gensbstsen  2530  aoat  250  000|  ca.  760
r  r  "4  208  *
.Colonial  Oflüce  List“  von  1901  oder  das  tral  Afrika.42000|1  0o0  O0ea.  5000  400
„Statesman’'s  Tearbock“  liefern,  andere  Kolonien  Britisch-Ost-  1.
mit  der  unserigen  vergleichen.  Wir  wählen  zu  diesem  affrika  (ohne  "
Vergleich  unsere  französische  Nachbarkolonie  MadaUganda!)  750  O00/2  500  000/  ca.  1000  16001  450

gaskar  und  aus  einer  Reihe  von  britischen  Kolonien

diejenigen,  die  am  wenigsten  Beamte  aufweisen  und
die  in  klimatischer  und  anthropologischer  Hinsicht
ähnlichen  Bedingungen  wie  unser  Gebiet  unterworfen
sind.  Britische  Kolonien  mit  eigener  Verfassung,
wie  Natal,  Kapland  2c.,  ferner  ältere  Kolonien,  wie
Jamaica,  Mauritius  oder  das  holländische  Java,
sollen  hier  gar  nicht  in  Betracht  gezogen  werden,
denn  in  ihnen  herrscht,  entsprechend  ihrer  Entwickelung,
  naturgemäß  ein  Beamtenreichthum,  gegen  den
der  unserige  völlig  verschwindet.

In  den  nachstehend  aufgeführten  Beamtenziffern
sind  alle  im  Dienst  der  Regierung  angestellten
Leute  (auch  Farbige)  mit  einbegriffen,  mit  Ausnahme
  von  Dienern,  Bootsruderern,  Viehwärtern
und  dergleichen:

 

 

 

 

 

Aus  dieser  Tabelle  ist  zu  entnehmen,  daß  Deutsch-Ostafrika
  im  Verhältniß  zu  seiner  Flächenausdehnung
und  seiner  Bevölkerungsziffer  den  weitaus  geringsten
Aufwand  an  Beamten  und  Militär  treibt,  daß  ältere
kolonisirende  Völker,  die  wir  uns  in  dieser  Hinsicht
gern  zum  Muster  nehmen  wollen,  diejenigen  Kolonien,
die  sie  wirklich  in  Verwaltung  haben  nehmen  wollen,
auch  mit  ausreichenden  Kräften  zu  besetzen  pflegen.
Eine  einzige  Ausnahme  in  unserer  Tabelle  macht
das  uns  benachbarte  Britisch-Ostafrika,  und  diese

Nachbarschaft  gerade  scheint  es  zu  sein,  die  unser

Schutzgebiet  in  den  Verruf  eines  überverwalteten
Landes  gebracht  hat.  Dabei  ist  zu  beachten,  daß
in  obiger  Aufstellung  die  zahlreichen  Angestellten  der
Ugandabahn  nicht  berücksichtigt  sind.  Können  aber
        <pb n="876" />
        die  dort  vorliegenden  Verhältnisse  sür  uns  vorbildlich
sein,  und  würde  eine  Umkehr  zu  einer  ähnlich  ge—
ringen  Beamtenziffer  —  denn  das  glaubt  der  Kor—
respondent  der  „Finanzchronik“  uns  anempfehlen  zu
sollen  —  dem  Schutzgebiet  und  dem  Deutschen  Reich
irgend  einen  Vortheil  bringen?  Wir  glauben  kaum.
Denn  in  Britisch-Ostafrika  liegen  die  Verhältnisse
doch  wesentlich  anders;  abgesehen  davon,  daß  es
eine  weit  geringere  Bevölkerung,  eine  weit  weniger
entwickelte  Küste  und  weite  in  Deutsch-Ostafrika  unbekannte
  wasserlose  Wüsten  besitzt,  hat  bisher  England
  der  Verwaltung  dieser  Gebiete  anscheinend  nur
deshalb  Interesse  entgegengebracht,  weil  sich  ihm
dort  die  Möglichkeit  eröffnet,  mit  der  Ugandabahn
einen  Zugang  zu  den  Nilländern  von  Süden  her  zu
erhalten.  In  neuerer  Zeit  scheint  man  aber  auch
das  Land  als  solches  höher  zu  bewerthen,  denn  der
kürzlich  veröffentlichte  Bericht  des  britischen  Kommissars
  weist  auf  die  Intensität  und  Ausdehnung
der  Verwaltung  unserer  Kolonie  als  vorbildlich  für
das  britische  Gebiet  hin  und  verlangt  dringend  eine
bedeutende  Vermehrung  der  Beamten,  insbesondere
die  Schaffung  von  Verwaltungsorganen  für  Handel,
Landwirthschaft,  Berg=  und  Forstwesen  nach  deutschem
Muster.  Der  Bericht  sagt,  doß  die  Deutschen
zweifellos  viel  Geld  ohne  schon  sichtbare  Rentabilität
ausgegeben  hätten,  daß  sie  aber  durch  die  gründliche
Aufschließung  des  Landes  eine  Methode  gewählt
hätten,  die  sich  schließlich  doch  bezahlt  machen  werde
und  die  ihnen  eine  Stellung  geschaffen  habe,  die  den
britischen  Handel  bedrohe.  Man  sieht  also,  in  der
einzigen  britischen  Kolonie,  die  mit  einem  erheblich
geringeren  Beamtenapparat  gesegnet  ist,  als  Deutsch-Ostafrika,
  ist  man  auf  dem  besten  Wege,  deutschostafrikanische
  Zustände  herbeizuführen.

Und  was  würde  die  Folge  einer  neunenswerthen
Reduktion  unserer  Beamtenzahl  sein?  Ein  völliges
Aufgeben  großer,  jetzt  der  Kultur  erschlossener  Gebietstheile,
  eine  bedenkliche  Verlangsamung  des  Rechnungswesens,
  ein  Aufhören  der  meisten  von  staatlicher
  Seite  im  Interesse  Privater  unternommener
Kulturversuche  und  ein  bedeutender  Rückgang  in  den
Steuereinnahmen  des  Landes.

Wir  wollen  gern  zugeben,  daß  man  in  der  Ausdehnung
  der  Verwaltung  das  wünschenswerthe  Maß
erreicht  hat  und  erst  dann  weiter  gehen  sollte,  wenn
die  Einnahmen  unserer  Kolonie  infolge  Verbesserung
der  Verkehrsmittel  eine  nennenswerthe  Steigerung
erfahren  haben,  aber  wir  warnen  dringend  davor,
einmal  Erreichtes  wieder  aufzugeben  und  einen  Zustand
  herbeizuführen,  den  unser  nördlicher  Nachbar
sich  zu  verlassen  anschickt.

 

824  —

Deutsch-Reu-Gnuinea.

Ueber  einen  Besuch  des  Uluti-Atolls  (West-Rarolinen)

berichtet  der  Kaiserliche  Bezirksamtmann  Senfft  in
MYap,  der  im  Mai  d.  Is.  mit  dem  Dampfer  „Natuna“
eine  kurze  Reise  nach  der  genannten  Inselgruppe
unternommen  hat.  Er  schreibt:

Am  10.  Mai  nachmittags  fuhr  ich  nach  dem
Uluti-Atoll  ab,  um  mich  zu  erkundigen,  ob  die  im
vorigen  Jahre  verschlagenen  Eingeborenen  dieser
Inselgruppe,  welche  auf  der  Rückfahrt  von  den
Visayas  Yap  angelaufen  hatten,)  glücklich  in  ihrer
Heimath  angekommen  wären.  Am  11.  d.  Mis.
warfen  wir  in  der  Lagune  Anker.  In  Begleitung
des  Häuptlings  Follebu  von  hier,  der  der  Suzerän
von  fast  sämmtlichen  Inseln  östlich  von  #p  bis
ungefähr  zum  148.  Grad  ist,  sowie  mehrerer  Schifisoffiziere
  begab  ich  mich  bei  der  Insel  Mogomog  an
Land  und  erfuhr  dort,  daß  sämmtliche  Kanus,  die

im  November  v.  Is.  Yap  verlassen  hatten,  bis

auf  eines  in  Uluti  angelangt  seien.  Meiner  Weisung
zufolge  hatten  sie  tagsüber  ausgeschwärmt  und  nachts
sich  gesammelt.  Sie  waren  in  schweres  Wetter  gekommen
  und  hatten  ihre  Fahrzeuge,  um  sich  nictt
zu  verlieren,  zusammengebunden.  Das  Seil  des
verloren  gegangenen  Kanus  war  aber  gerissen  und
dieses  selbst  in  der  Nacht  außer  Sicht  gekommen.
Die  Uluti-Eingeborenen  hoffen,  daß  es  auf  einer
anderen  Inselgruppe  der  Karolinen  angetrieben
sein  wird.

Die  zahlreichen  Bewohner  Ulutis  sind  kräftige
sehr  gut  genährte  Menschen,  obschon  außer  Kokos,
wenigen  Brotfruchtbäumen  und  einer  Mispelart  keine
andere  vegetabilische  Nahrung  in  nennenswerther
Menge  vorhanden  ist;  als  animalische  Nahrung
dienen  ihnen  Fische,  Schweine  und  Hühner.  Sie
tragen  langes  Haar,  nach  Art  der  Yaper  mit  einem
Kamm  befestigt.  An  Intelligenz  stehen  die  Yoper
über  ihnen,  auch  an  Fleiß,  besonders  die  heiesigen
Frauen,  denen  fast  die  ganze  Felderbestellung  obliegt,
  während  diejenigen  auf  Uluti  nur  zu  kochen
haben.  Aus  diesem  Grunde  fand  auch  mein  in
einer  früheren  Häuptlingsversammlung  gemachier
Vorschlag,  von  dem  Ueberschuß  an  Frauen  auf  Uluti
solche  nach  Dap  zu  überführen,  wo  Mangel  an
jungen  Frauen  herrscht,  keinen  Beifall.

Wohn-,  Boots=  und  Kochhäuser  ähneln  denen
von  Yap,  den  ersteren  mangelt  aber  der  solide  Unterbau
  gänzlich,  Alles  in  Allem  sind  sie  auch  viel
flüchtiger  gebaut;  die  Umgebung  wird  aber  sehr
sauber  gehalten,  sie  ist  mit  kleinen  weißen  Steinen
bedeckt,  die  auch  als  Boden  in  den  Wohnhäusern
verwendet  werden.  Gemeindehäuser  finden  sich  dort
ebenso  wie  hier.  An  Kanus  haben  sie  viele  und
schöne  Exemplare  derselben  Bauart  wie  die  Waer.
Der  Webstuhl,  der  hier  der  Vergangenheit  angehört,

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1901,  S.  41  bie  12.
        <pb n="877" />
        825

sehlt  dort  kaum  in  einem  Hause;  auf  ihm  weben  sie

die  für  Männer  und  Frauen  gleichen  Lendenmatten.
Kokospalmen  sind  sehr  reichlich  vorhanden,  doch  wird
leine  Kopra  geschnitten,  die  Früchte  werden  lediglich
Leider  habe  ich  die  hier
herrschende  Krankheit  an  einer  kleinen  Staude  wahrgenommen,
  an  den  Palmen  habe  ich  sie  nirgends
Die  kranke  Pflanze  habe  ich  den  Leuten
gezeigt  und  ihnen  aufgegeben,  die  Inseln  des  Atolls
daraufhin  zu  untersuchen  und  jede  kranke  Pflanze
soiort  zu  verbrennen.

gegessen  und  getrunken.

bemerkt.

stellen.

Kapitän  Bartling  hat  die  Gelegenheit  wahr- 



vTogo.

genommen,  die  spanische  Skizze  der  Insel  zu  verbessern,
  Lothungen  vorzunehmen  und  das  Vorhandensein
  einer  Einfahrt  im  Nordosten  des  Atolls  festzu-Die
  Eingeborenen  hatten  sich  sehr  freundlich
benommen  und  am  12.  abends  bei  Fackelschein  einen
Tanz  vorgeführt,  der  auch  hier  bekannt  ist,  aber
besser  ausgesührt  wird.  Am  13.  Mai,  morgens,  trafen
wir  wieder  in  Yap  ein;  die  Entfernung  von  hier
bis  Uluti  beträgt  99  Seemeilen.

Statistik  des  Waarenverkehrs  des  Schutzgebietes  Togo  für  das  Jahr  1900.
a.  Einführ  nach  ..

 

 

Einfuhr  im  Jahre  1000  Einfuhr  Zunahme  J  Abnahme
im  Jahre  der  Einfuhr  gegen  die
Benennung  der  Waaren  Menge  in  Werth  in  18at  uit  g##090
Kilogr.  Mark  Mark  Mark  Mark
1.  Baumwolle  und  Baumwollwaaren  .  418  579  975  901  932  827  43  074  —-2.Bter.
  .(nach  Litern  angegeben)  61  985  37  312  40  713  —  3401
3.  Blei  und  Bleilegirung  sowie  Waaren  daraus  10  558  5  617.  4566  1  051  —
4.  Bürstenbinder=  und  Siebmacherwaaren  895  1943  300  1  643  —
5.  Drogerie-,  Apotheker-,  Farbwaaren  und  Zündhölzer  77443  51  110  36  720  14390  —
6.  Eisen  und  Eisenwaaren  ..  177  262  116  590  88  467  28  123  —
7.  Feuerwaffen  nach  Stückzahl  angegeben)  3  706  38  817  11  514434  —
8.  Geld  .  3080  259  741  70  345  —  10  604
9.  Getreide  und  andere  Eneugisse!  des  Landbaues  136  016  127208  3  882  123326  —
10.  Glas  und  Glaswaaren  46  462  54  592  31  894  22  698  —
11.  Holz  und  Holzwaaren  726  457  125  933  105  66620277  —
12.  Instrumente  und  Maschinen  4988  14  311  19  450  —  5  139
13.  Kalk,  Kreide  und  Cement  319511  23  011  35  638  —  12  627
14.  Kautschuk  und  Guttapercha  sowie  Waaren  daraus  60  527  1243  —  716
15.  Kleider,  Leibwäsche  und  Putzwaaren  29  478  144  866  50  974  93892  —
16.  Kupfer  sowie  andere  unedle  Metalle  und  Waaren  daraus  24  308  15  002  27  932  —  12  930
17.  Kurzwaaren  ...........  11  197  27  631  19615  8016  —
18.  Leder  und  Lederwaaren  2  390  10  679  10  225  454  —
19.  Leinengarne  und  Leinenwaaren  88  838  50  040  89  054  —  33  014
20.  Lichte,  Oele  und  .  9576  7141  7  038  103  —
21.  Litterarische  und  unstgegenstände  .  2061  5  195  4211  984  —
22.  Materialwaaren  und  sonstige  Konsumtihileen  .  415021  215  822  209  656  6  166  —
B.  Papier  und  Pappwaaren  32  974  16  131  12  395  3  739  —
24.  Petroleum  ...  179  132  4  554  21.217  26  337  —
25.  Pulver.  74  257  139  224  8163857  686
26.  Salz  1  649  981  125  857  1599  8  —  34  051
27.  Seide  und  Seidenwaaren  679  7  696  11  194  —  3  498
28.  Seife  und  Parfümerien  .........  47  843  30  918  19  353  11  565  —
29.  Spirituosen  (nach  Litern  angegeben)  762  237  180  653  633  824  —  153  171
30.  Steine  und  Steinwaaren  ........  43  980  21  58  13971  7577  —
31.  Stroh=  und  Bastwaaren  698  2  709  1214  1  495  —
32.  Tabak  .  158985218649229101  —  10  452
3.  Theer  und  Pech  43  851  5797  3272  2525  —
34.  Thiere  und  —  Produite  21  768  11  193  535  10  658  –
35.  Thonwaaren  .  .  47  483  17  171  16  628  543  —
36.  Vieh.  nach  Stuckzahl  angegeben)  9  958  90  868  —
37.  Wein  .  (nach  Litern  angegeben)  47  320  54  903  5993  —  5  090
38.  Wolle  und  Wollwaaren  ........  1  795  6  456  7  077  —  621
39  WellblEch  ..........  24  962  8  064  2475  5  589
10.  Wasserfahrzeuge  .  (nach  Stückzahl  angegeben)  8  6313  4004  2309  —
Zusammen  3  616  786  3279  708  237  078.

 

 

 

 

 

 

4
        <pb n="878" />
        —  826

b.  Ansfuhr  aus  Togo.

 

 

 

Ausfuhr

 

 

 

 

 

 

Ausfuhr  im  Jahre  19000  Zunahme  ]  Abnahme
im  Jahre  der  Ausfuhr  gegen  die
Benennung  der  Waaren  Menge  in  Werth  in  1a  1900  fuh  915
Kilogr.  Mark  Mark  Mark  Mart
1.  Palmkerne  6330  108  1422  842  1291020|31822  —
2.  Lalm  nach  Litern  angegeben)2  199  162  10150844  —
3.  Gummi  ....  98891  521  374  366  075  155299  —
4.  Kopra  .  14  116  2  755  2609  146  —
5.  Elfenbein  770  11  363  24  016  —  12  6
6.  Erdnüsse  1  033  278  9793  —  9515
7.  Lolmbkältter  .  ............  11  105  1961  —  1961  —
8.  Gehöne  ..  (nach  Stückzahl  angegeben)  64  64  9  55  —
9.  Lebende  Thiere  .  (nach  Stückzahl  angegeben)  4548  64  252  77  305  13  (S
10.  Schibutter.  ..........  10  130  5937  7133  —  1  196
11.  Goldstaub.  .  1  2245  40  1  835  —
12.  Kokosnüsse  .  —  —  19  —  19
13.  Pfeffer  .  —  —  112  —  112
14.  Mais  .  200  10  26  510  —  26  5)0)
15.  Piassanpa  .  -—  —  41  —  11
16.  Kuriositäten  .  —  —  1354  —  1  354
17.  Dams  .  .  —  —  1660  —  I
18.  Thonwaaren  .  1750  100  --  100  —
19.  Kakao  .  27  37  —  37  —
20.  Geld  *  52  10  600  —  10  600  —
*  —

Zusammen-3058

  902)  2  582  7011  476  2011  —

 

Hamva.

Die  Zelbstverwaltung  der  Samoaner.

Für  die  Samoaner  sind  folgende  Verordnungen
erlassen  worden:

1.  Zur  Vermeidung  von  Rangstreitigkeiten  unter
den  Häuptlingen  und  Familienvorständen  anläßlich
der  Mattenvertheilung  ist  unter  dem  3.  Juni
eine  Proklamation  erlassen  worden,  in  welcher  die
Reihenfolge  der  Vertheilung,  wie  folgt:

1.  Atua,  Matu  ma  Saute,  7.  Saleaula,
2.  Vaa-o-Fonoti,  8.  Safotu,

3.  Tuamasaga,  9.  Vaisigago,
4.  Aana,  10.  Palauli,
5.  Manono  ma  Apolima,  11.  Satupaitea
6.  Faasaleleaga,

und  der  Schluß  der  Vertheilung  auf  den  10.  Juli
festgesetzt  worden  ist.

2.  Unter  dem  1.  September  d.  Is.  ist  eine  Verordnung
  erlassen  worden,  wonach  Glücksspiele  unter
Eingeborenen  gegen  Strafe  verboten  sind.

*  r*—l*
Verordnung  des  Gouverneurs,  betreffend  die
Eintheilung  Samoas  in  Distrikte.

Einziger  Paragraph.
Unter  Bezugnahme  auf  §  2  der  Verordnung  vom

14.  August  1900  (Gouvernements-Blatt  Band  III,

Seite  18)7)  bestimme  ich,  daß  die  drei  Ortschaften

Tufu  (Tafoe),  Netafu  und  Falelima  bis  auf  Weiteres

einen  Unterdistrikt  (lohne  Tartai  Itu)  bilden.  Die
Taitai  Itus  von  Saleaula,  Vaisigago  und  Satu- 



*)  Siehe  auch  Deutsches  Kolonialblatt  1900,  S.  798.

paitea  haben  sich  jeder  Einmischung  in  die  Verw##l
tung  der  genannten  Ortschaften  zu  enthalten.
Apia,  den  1.  August  1901.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Solf.

Aus  dem  BPrreiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Ueber  eine  Visitation  in  Jkombe  am  Nyassai
(Deutsch-Ostafrika)  schreibt  Missionsdirektor  Ge:
sichen  in  den  Berliner  „Missionsberichten“:

Am  9.  Juni  habe  ich  in  der  Frühe  einen  Gerdurch
  die  Dorfstraße  gemacht.  Die  Häuser,  r.
herrlichen  Bäumen  und  Bananen  umstanden,  ##

malerisch  schön,  gerade  wegen  ihrer  Einfachheit.  J#
bin  gewiß,  daß  jeder  der  Missionsfreunde  mit  gleicher

Entzücken  wie  wir  durch  diesen  Paradiesgarten  wor
dern  würde.  Aber  im  Hause  Gottes  ist  es  doch  nerviel
  schöner.  Um  10  Uhr  sind  zuerst  nur  25  Christe
anwesend.  Die  Mitte  des  Gotteshauses  wird  er
nach  der  Liturgie  mit  etwa  850  Heiden  gefüllt,  1
auf  dem  Fußboden  hocken,  welcher  von  Seesand  ae
bildet  ist.  Nach  der  Kirche  erschienen  drei  Heidewelche
  zur  Begrüßung  einen  Ochsen  als  Gescher
brachten.  Auf  meine  Frage,  warum  sie  noch  mt
zum  Herrn  gekommen  wären,  antwortete  einer:  I#r
da  kommen  immer  so  viel  Lügen  dazwischen.  E
schien  die  Lügen  zu  meinen,  welche  gegen  diejenige
ausgestreut  werden,  welche  Christen  werden  woller
Der  zweite  Gottesdienst  fand  Abends  6  Uhr  stott
Ich  war  erstaunt  und  erfreut,  zum  ersten  Mal  d
        <pb n="879" />
        —

ganze  große  Schar  der  Heiden  vollstimmig  psalmodieren
  zu  hören.  Sie  songen  ebenso  sicher  wie  die
Christen  die  Antiphone  vom  „Magnificat“  (meine
Seele  erhebet  den  Herrn)  und  vom  „Nunc  dimittis“
(Herr,  nun  lässest  Du  Deinen  Diener  in  Frieden
fahren).  Auch  Psalm  103  können  sie  antiphonisch
singen.  Man  sieht  daraus,  daß  die  Heiden  ihr
Hausrecht  in  der  Kirche  in  Ikombe  werthschätzen.
Es  waren  etwa  20  Christen,  15  Katechumenen  und
200  Heiden  im  Gottesdienst.  Am  Dienstag  fand
ich  in  der  Kirche,  wo  Schule  gehalten  wird,  etwa
24  anwesend,  Schüler,  Katechumenen,  Diakonen.
Eigentlicher  Religionsunterricht  wird  den  heidnschen
Schulkindern  bisher  nicht  ertheilt.  Ein  Ersatz  dafür

827

Stationschef  in  Kilimatinde  unterstützt.  Das  Keiserl.

 

ist  die  Erklärung  der  aus  dem  Evangelienbuch  gelesenen

  Abschnitte.
ganz  in  den  Anfängen,  doch  freute  ich  mich  über
das  glatte  Lesen  von  etwa  4  bis  6  Schülern  und
über  4  fast  fehlerfreie  Niederschriften  eines  Diktates.
Viel  erbaulicher  noch  als  die  Schulprüfung  war  mir
die  Diakonenkonferenz  mit  Isakaka  (Isaak)  und
Peteri  (Petrus).  Ich  konnte  es  den  beiden  ehrlichen,
  treuen  Christen  abspüren,  daß  sie  jedes
Wort  der  Mahnung  mit  Verständniß  und  Liebe
aufnahmen.  Ihre  Antworten  waren  Spiegel  ihrer
Gesinnung,  von  Heuchelei  und  Wichtigthuerei  keine
Spur.  Nachmittags  besuchte  ich  mit  Bruder  Nauhaus
alle  Christen  in  den  Häusern  (12).  Von  den  zum
Theil  viereckigen  Häusern,  zum  Theil  runden  Hütten
kann  ich  sagen:  sie  waren  so  sauber  und  alkurat
gehalten,  daß  man  sich  mit  Vergnügen  darin
miederließ.

In  den  „Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen
Mission“  berichtet  Missionar  Holst  aus  Kissarawe:

Augenblicklich  weilt  hier  eine  Nyamwesi-Gesandtschaft.
  Der  Sultan  Wamba  aus  dem  Bezirk
Kilimatinde  hatte  vor  fünf  Jahren  seinen  kleinen
Sohn  der  Deutschen  Regierung  zur  Erziehung  übergeben.
  Diese  schickte  ihn  nach  Kissarawe.  Der
junge  „Prinz“  fand  aber  auf  der  Mission  nicht
nur  äußere  Bildung,  sondern  auch  den  Heiland.
In  der  Taufe  erhielt  er  den  Namen  Matthias.

Br.  Liebau  machte  ihn  darauf  aufmerksam,  daß  er

später  als  Christ  mitten  in  heidnischer  Umgebung
einen  schweren  Stand  haben  würde.  Aber  er
wurde  nicht  schwankend,  sondern  meinte,  er  würde
ja  die  Bibel  munehmen;  sie  sollte  sein  Schutz  sein.
Er  hat  uns  viel  Freude  gemacht,  durch  sein  kindlich
fröhliches  Wesen  zuerst,  jetzt  durch  seinen  Fleiß  in
der  Schule  und  durch  die  Treue  und  durch  die
Sorgfalt  in  seinem  Aemtchen  als  Magazinverwalter.
Nun  ist  wahrscheinlich  die  Stunde  gekommen,  wo
er  uns  verlassen  wird.  Wenigstens  hat  sein  alter
Vater  eine  Gesandtschaft  hergeschickt  mit  der  Bitte,
sein  Sohn  möge  nun  wieder  heimkehren  und  ihm
in  seiner  Sultansarbeit  helfen,  da  er  schon  so  alt
sei.  Die  Bitte  des  Vaters,  der  ein  treuer  Freund
und  Unterthan  der  Deutschen  ist,  wurde  von  dem

Natürlich  steht  die  Schule  noch

 

Bezirksamt  in  Daressalaam  aber  möchte  Matthias

noch  weiter  ausbilden  und  womöglich  Deutsch  lernen
lassen.  Die  Zeit  des  Wartens  auf  eine  endgültige
Antwort  hat  vielleicht  auch  ihren  Segen.  Die
Leutchen  (6  Männer,  2  Frauen,  1  Knabe)  hören
täglich  Gottes  Wort  und  bekommen,  zumal  in  dieser
letzten  Zeit,  wo  so  viel  krank  sind,  auch  einen  Eindruck

  von  der  christlichen  Liebe.  Es  sind  bescheidene,

dankbare  Leute,  die  schon  großes  Zutrauen  zu  uns
gewonnen  haben.  Wenn  nun  die  Entscheidung  so
ausfällt,  daß  Matthias  in  seine  Heimath  zurückkehrt,
so  hat  er  doch  einen  kleinen  Kreis  von  Leuten,  die
Kissarawe  kennen  und  christliche  Luft  geathmet
haben.

Kameruner  Schulbilder  entwirft  im  „Evangelischen
  Heidenboten“  Missionar  Göhring  in  Bonaberi.
Er  schreibt  u.  A.:

Wir  haben  in  unserem  Stationsgebiet  nicht  weniger
  als  24  Missionsschulen  mit  im  Ganzen  beinahe
700  Schülern.  Sie  alle  wollen  von  hier  aus  bedient
und  beaussichtigt  werden.  Die  Schulhäuser,  die  zugleich
  als  Kapellen  dienen,  sind  entweder  aus  Matten
von  Palmblättern  gebaut,  oder  aber  sie  haben  Wände
aus  Lehm  oder  Blech  und  sind  nur  mit  Matten
bedeckt.  Ist  solch  eine  Hütte  baufällig,  dann  steht
es  trotz  allen  Ermahnens  und  Treibens  oft  geraume
Zeit  an,  bis  der  Schaden  ausgebessert  oder  eine  neue
Hütte  gebaut  wird.  Früher  hat  uns  in  solchen  Fällen
unser  Komitee  in  Basel  mit  einem  kleinem  Geldbeitrag
unter  die  Arme  gegriffen;  jetzt  geschieht  das  nicht
mehr,  um  die  Neger  frühe  dazu  zu  erziehen,  daß  sie
für  ihre  Schulbedürfnisse  selber  sorgen.  Bei  den
Schülern  müssen  wir  uns  oft  wundern,  was  für
nette  Fortschritte  im  Lernen  viele  von  ihnen  trotz  der
schwierigen  Verhältnisse  machen.  Viele  können  im
Neuen  Testament  ganz  fließend  lesen,  schreiben  recht
sauber  und  korrekt,  sind  bewandert  in  den  vier  Rechnungsarten,
  können  eine  ganze  Anzahl  Bibelsprüche,
Liederverse  und  Katechismusfragen  auswendig,  und
viele  biblische  Geschichten  erzählen  sie  wie  am  Schnürchen.
  Singen  können  sie  nicht  gerade  schön,  dagegen
aber  tüchtig  schreien!  Wer  die  Iungend  hat,  sagt  das
Sprüchwort,  der  hat  auch  die  Zukunft.  Wenn  wir
die  Liuste  unserer  Taufbewerber  ansehen,  so  finden
wir,  daß  sich  meistens  nur  solche  zum  Unterricht
melden,  die  unsere  Schule  besucht  haben.  Wir  dürfen
daher  wohl  sagen:  die  Schule  ist  der  wichtigste  Zweig
unserer  Kameruner  Missionsarbeit;  ihm  müssen  wir
deshalb  auch  am  meisten  Zeit  und  Kraft  widmen.

In  der  Zeitschrift  „Die  Katholischen  Missionen“
finden  wir  über  die  Thätigkeit  der  Steyler  Mission
in  Togo  folgende  Nachricht,  die  einem  Brief  des
P.  Kost  entnommen  ist:

In  Lome  ist  es  allmählich  gelungen,  die  Wohnungsverhältnisse
  der  Missionäre  zu  bessern  und  dadurch
dieselben  mehr  gegen  die  schädlichen  Einwirkungen
        <pb n="880" />
        des  Klimas  zu  schützen.  Das  Häuflein  der  Christen
ist  stetig  gewachsen  (jetzt  an  1500),  und  die  zahlreich
  besuchten  Missionsschulen  (an  Knaben  allein
über  800)  berechtigen  zu  den  schönsten  Hoffnungen
für  die  Zukunft.  Mit  den  Erwachsenen  ist  hier
wie  in  den  meisten  afrikanischen  Missionen  im  Allgemeinen
  wenig  anzufangen.  Die  herrschenden  heidnischen
  Sitten  und  Gewohnheiten  üben  einen  so
mächtigen  Einfluß  auf  die  Neger  aus,  daß  es  fast
wie  ein  Wunder  erscheint,  wenn  Jemand  den  Muth
zeigt,  allen  diesen  Einflüssen  zu  trotzen.  Die  Fetisch-Priester
  wissen  ihre  despotische  Gewalt  über  die
Menge  mit  wirkungsvollen  Mitteln  aufrecht  zu  erhalten,
  so  daß  ihre  Ungnade  und  ihre  Drohungen
gar  sehr  gefürchtet  werden.  Allerdings  hat  die
Regierung  ihnen  bezüglich  ihres  verbrecherischen
Treibens  das  Handwerk  gelegt,  wenigstens  für  die
Oeffentlichkeit.  Aber  zweifellos  geschieht  noch  vieles,
was  nicht  an  das  Tageslicht  kommt,  den  Betheiligten
aber  als  eine  Strafe  des  erzürnten  Fetisches  gilt.
Bislang  hatte  sich  die  Thätigkeit  der  Missionäre
hauptsächlich  auf  die  Küste  und  deren  nächste  Umgebung
  beschränkt.  Im  vergangenen  Jahre  hielt

die  Mission  die  Zeit  für  gekommen,  auch  im  Innern,

hier  allgemein  „Busch“  genannt,  Missionsstationen
anzulegen.  Schulen  waren  freilich  schon  seit  einigen
Jahren  vereinzelt  im  Innern  eingerichtet  worden;
aber  bei  ihrer  weiten  Entfernung  von  der  Küste
war  die  nothwendige  regelmäßige  Visitation  derselben
  seitens  der  Missionare  ausgeschlossen.  Die
erste  Buschstation  wurde  im  vorigen  Jahre  in  Atak-828



 

 

pame,  ca.  36  bis  40  Stunden  von  der  Küste  nordwärts

  gelegen,  errichtet.  Zwei  Patres  und  ein

Bruder  sind  daselbst  stationirt.

Nach  einem  Artikel  von  D.  A.  Merensky  in  der
„Allgemeinen  Missions-Zeitschrift“  bietet  die  Arbeit
der  Rheinischen  Missionsgesellschaft  in  Deutsch-Südwestafrika
  ein  erfreuliches  Bild.  Es  arbeiteten
hier  35  Rheinische  Missionare  auf  25  Stationen,
und  wenn  noch  einige  Lücken  ausgefüllt  sind,  wird
eine  weitere  Anlegung  von  Hauptstationen  nicht  mehr
nöthig  sein.  Augenblicklich  geht  durch  Südwestafetika
eine  große  Bewegung  zum  Chrisftenthum  hin.  Der
letzte  Jahresbericht  der  Rheinischen  Gesellschaft  zeigt,
daß  1899  500  Heiden  getauft  werden  konnten  und
1064  im  Taufunterricht  standen,  von  denen  die
Mehrzahl  auf  die  bis  dahm  ziemlich  unzugänglichen
Herero  kam.  Auf  der  Station  Okahandja  wurden
123  Erwachsene  getauft,  und  141  traten  wieder  in
den  Unterricht.  Auf  einer  anderen  Station  Otjihasnena,
  auf  welcher  die  Gemeinde  bisher  nur  51
erwachsene  Glieder  zählte,  standen  am  Schluß  des
Jahres  188  im  Taufunterricht.  Im  Einzelnen  ist
noch  zu  erwähnen,  daß  am  30.  Juli  (1899)  in  Bethanien
  die  stattliche  Friedenskirche  eingeweiht  werden
konnte,  an  der  man  zwei  Jahre  lang  gebaut  hatte.
Zwei  neue  Stationen  sind  angelegt  worden:  im  Osten

 

 

Otjlkango.  Der  Mangel  an  tüchtigen  eingeborenen
Gehülfen  machte  sich  bei  dem  gesteigerten  Bedürfniß
sehr  fühlbar.  Zur  Ausbildung  der  Epvangelisten  ist
in  Okahandja  das  Seminar  „Augustineum"  gegründet,
welches  sich  in  gedeihlicher  Entwickelung  befindet.  Die
deutsche  Kolonialregierung  steht  den  Eingeborenen  und
der  Mission  wohlwollend  gegenüber.  —  Statistik  der
Rheinischen  Mission  in  Deutsch-Südwestafrika  im
Jahre  1899:  Stationen  25,  Seelenzahl  der  Gemeinden
  10  989,  Taufen  von  Erwachsenen  385,  von
Kindern  aus  den  Heiden  124,  Katechumenen  1064,
Schüler  2218,  Aufbringungen  der  Gemeinden
13  267,69  Mk.*)  Erinnert  sei  noch  daran,  daß  im
deutschen  Theil  des  Ovambolandes  auch  12  finnländische
  Missionare  arbeiten,  welche  auf  drei  Stationen
725  Christen  gesammelt  haben.

Ein  in  „Kreuz  und  Schwert“  veröffentlichter
Brief  des  P.  Ziegenfuß  berichtet  über  die  Missionsstation
  Windhoek  Folgendes:

Vor  Allem  ist  es  die  herrliche  Lage,  die  unserem
Missionshause  den  Charakter  einer  recht  günstigen
Stelle  in  Groß-Windhoek  verleiht;  auf  einem  sauft
ansteigenden  Hügel,  ungefähr  im  Centrum  der  Stedt,
liegt  in  freier  und  luftiger  Höhe  die  Station  der
Unbefleckten  Empfängniß“,  eigentlicher  Sitz  des  Präfekten
  des  apost.  Vikariates  in  Nieder-Cmmbebasien
Ein  Flügel  des  geplanten  Missionsgebäudes  ist  mit
an  der  Sonne  getrockneten  Ziegelsteinen  bereits  1892
aufgeführt;  die  Südhälfte  umfaßt  vier  Zimmer  mit
einer  kleinen  Hausbibliothek,  die  Nordhälfte  diem
provisorisch  als  Missionskirchlein.  Sämmtliche  Räune
sind  nur  mit  dem  Allernothwendigsten  versehen;  der
Fußboden  ist  mit  Steinplatten  belegt,  vier  weiß
Wände  und  darüber  das  mit  schweren  Steinen  beschwerte
  Wellblechdach.  Die  an  sich  einförmize
Fassade  des  Hauses  ziert  eine  dieses  Jahr  erbantm
und  hier  zu  Lande  geradezu  unentbehrliche  Verande
Linker  Hand  schiebt  sich,  nur  einige  Schritte  vom
Missionshause  entfernt,  ein  zweiter  Flügel  senkrec
zu  unserer  Wohnung  vor.  Durch  die  erste  Thür
treten  wir  direkt  in  das  kleine  Speisezimmer,  das
mit  einer  Küche  und  dem  Proviantraume  in  Velbindung
  steht.  Hieran  schließen  sich  der  Reihe  nac
aneinander  an  der  Schlafraum  für  vier  Loaienbrüder.
das  Schullokal  für  etwa  30  Kinder  und  die  verschiedenen
  Werkstätten,  wie  Schmiede,  Schreinerd.,
Schusterei  und  Schneiderei.  Werfen  wir  nun  eiren
Blick  in  den  Garten  am  Fuße  des  Hügels.  Gerade
ist  der  Bruder  Gärtner  damit  beschäftigt,  die  Weinreben
  zu  beschneiden  und  zu  einer  prächtigen  Weglaube

  mitten  durch  den  Garten  aufzubinden.  Eintze

Negerknaben,  flink  und  behende,  helsen  ihm  bem
Bewässern  der  Beete,  beim  Umgraben  des  Bodens-*)

  Mutlerweile  ist  der  Jahresbericht  pro  1900  erschienen.
der  melden  darf,  daß  die  Bewegung  zum  Christenthum  hurbesonders
  auf  den  nördlichen  Hererostationen,  noch  zuget
nommen  hat.  Die  Gesammtzahl  der  Getauften  ist  am

 

die  Station  Okazeva  und  im  Hererolande  der  Platz  12  164,  die  der  Katechumenen  auf  1623  gestiegen.
        <pb n="881" />
        —  829

andere  tragen  um  die  Wette  in  kleinen  Körben  oder
Kasten  guten  Grund  herbei  und  nehmen  Steine  mit
fort.  Des  Morgens  haben  sie  Schule  und  des
Nachmittags  steht  auf  dem  Stundenplane  „Handarbeit“
  verzeichnet.  Der  untere  Theil  des  Gartens
ist  für  weitere  Weinpflanzungen  bestimmt;  ein  kleiner
Theil  des  dazu  bestimmten  Feldes  muß  noch  urbar
gemacht  und  umgegraben  werden.

Von  der  Maristenmission  in  Samoa  häören  wir
in  derselben  Zeitschrift:

Unsere  Schule  von  Apia  ist  dieses  Jahr  ganz
besonders  gesegnet,  die  Zahl  der  Schüler  ist  auf
112  gestiegen,  was  in  den  vergangenen  Jahren  nie
der  Fall  gewesen.  Gewöhnlich  hatten  wir  80  bis
90  Kinder,  die  unsere  Schule  besuchten.  Wir  haben
etwa  50  katholische  Kinder,  die  übrigen  sind  protestantisch.
  Alle  machen  uns  Freude  durch  ihren
Fleiß  und  ihr  gutes  Betragen.  Die  Kinder  sind
verhältnißmäßig  sehr  talentvoll.  Um  aber  fremde
Sprachen  zu  erlernen,  Deutsch  oder  Englisch,  haben
sie  viele  Schwierigkeiten  zu  überwinden;  es  sind
schon  4  bis  5  Jahre  erforderlich,  bis  sie  in  diesen
Sprachen  genügend  unterrichtet  sind.  Es  fällt  ihnen
cecht  schwer,  ihre  so  leichte  und  zugleich  wohlklingende
Muttersprache  ein  wenig  bei  Seite  zu  legen.  Beondere
  Anlagen  bemerkt  man  bei  vielen  für  die
Mathematik,  und  mehrere  haben  es  in  diesem  Fach
zu  einer  schönen  Fertigkeit  gebracht.
iebe  und  Gewandtheit  zeigen  sie  zu  gymnastischen
lebungen.  Kraft  und  Muth,  selbst  Kampfeslust
cheint  ihnen  nicht  zu  fehlen.  Die  Lehrgegenstände
„er  oberen  Klasse  sind  folgende:  Religion,  Lesen,
Schreiben,  Rechnen,  Geographie,  Geometrie,  Weltind
  Naturgeschichte,  Diktate,  Aufsatz,  Sprechübungen,
geschäftsbriefe  und  Zeichnen.  Große  Sorge  wird
uch  darauf  verwandt,  unsere  Schüler  mit  der
eutschen  Sprache  vertraut  zu  machen.  Die  biserigen
  Erfolge  sind  befriedigend.  Vor  zwei  Jahren
ründeten  die  Brüder  hier  eine  zweite  Schule,  die
leckerbauschule.  Dieselbe  befindet  sich  außerhalb  der
Stadt  auf  einem  großen  Landgute.  Sie  ist  auschließlich
  für  Samoanerknaben  bestimmt,  denen  man
ort  eine  gute  Erziehung  giebt  und  ihnen  zeigt,  wie
e  den  fruchtbaren  Boden  ihrer  schönen  Heimathsnsel
  bebauen  können,  um  aus  demnselben  reiche
Schätze  zu  ziehen.  Es  ist  gewiß  ein  edles  Streben,
anach  zu  trachten,  das  aufkommende  Geschlecht  die
hzewohnheit  der  Arbeit  zu  lehren,  da  das  Volk  hier
in  träges,  arbeitsloses  Leben  führt.  Würden  sie
yre  Felder  bebauen,  so  könnten  sie  daraus  viel
kutzen  ziehen.  Dieses  ist  also  der  Zweck  dieser  neuen
lckerbauschule.  Die  Jünglinge,  welche  diese  Schule
erlassen,  werden  im  Stande  sein,  selbst  Pflanzungen
on  Kaffee,  Kakao  und  Vanille  anzulegen,  oder  wenn
e  das  nicht  wollen,  so  können  sie  ihre  Dienste  als
frbeiter  den  hier  wohnenden  Fremden  anbieten.
das  Land  ist  sehr  fruchtbar  und  Vieles  würde  hier
edeihen,  wenn  die  nöthigen  Hände  da  wären,  um

 

Große  Vor- 



sttellten  Mißbräuche  soweit  als  möglich  ab."

die  Erde  zu  bebauen.  Man  hofft,  daß  jetzt,  seitdem
das  Land  unter  deutscher  Schutzherrschaft  steht,  Alles
neuen  Ausschwung  nehmen  wird.  In  Moamoa  geht
Alles  gut  voran.  Die  Schüler  sind  gegenwärtig  sehr
zahlreich.  Alle  sind  froh  und  zufrieden.  Nach  ihren
Unterrichtsstunden  arbeiten  sie  mit  den  Brüdern  in
den  Pflanzungen;  diese  letzteren  befinden  sich  in
einem  herrlichen  Zustande.  Die  vor  zwei  Jahren
angelegte  Kakaopflanzung  scheint  am  meisten  zu  versprechen.
  Auch  der  Kaffee  steht  gut  in  Wachsthum.
Neulich  wurde  auch  Vanille  in  Moamoa  eingeführt.
Daneben  haben  die  Brüder  große  Bananen=  und
Tarofelder.  Moamoa  hat  eine  schöne  Zukunft  vor
sich.  Unser  Bischof  wird  dort  ein  Dorf  gründen,
die  Schwesternschule  und  die  Schule  von  Vaea  dorthin
  verlegen,  so  daß  in  Moamoa  einst  ein  reges
Leben  herrschen  wird.  Die  Ansicht  von  Moamoaist
  wunderschön.  Die  Schule  der  Brüder  liegt  in
einem  fruchtbaren  Thale,  ganz  umgeben  von  Bergen
und  Hügeln,  welche  mit  ihren  immergrünen  Wäldern
dem  Auge  einen  entzückenden  Anblick  darbieten.  In
den  nahen  Bergen  entspringen  rauschende  Waldbäche,
  die  an  mehreren  Stellen  herrliche  Wasserfälle
bilden.  Was  man  in  Moamoa  besonders  schätzt,  ist
die  dort  herrschende  Einsamkeit.  Man  ist  fern  von
dem  Lärm  und  Tumult  der  Stadt.  Soll  es  ja
auch  ein  Asyl  werden  für  die  Missionare,  welche
dort  in  Krankheit  und  Alter  Ruhe  und  Verpflegung
suchen  werden.  —  Der  Geburtstag  des  Kaisers  ist
dieses  Jahr  in  Samoa  aufs  Beste  gefeiert  worden.
Die  katholische  Mission  hat  sich  dabei  in  Nichts  übertreffen
  lassen.  Die  ganze  Stadt  prangte  im  Festgewande,
  Fahnen  und  Kränze  waren  überall.
Oeffentliche  Spiele  und  Belustigungen,  Tänze  und
Vorträge  der  Samoaner  und  Talolos,  Festreden
und  Fackelzüge  —  nichts  fehlte.  In  der  katholischen
Kirche  wurde  ein  feierliches  Hochamt  celebrirt,
welchem  der  Gouverneur,  der  Richter  und  der  Hohe
Häuptling  Mataafa  beiwohnte.  P.  Meyer  hielt  eine
deutsche  Predigt,  in  welcher  er  den  Kaiser  feierte.
Der  Bischof  sprach  auf  Samoanisch.  Damals  lag
kein  Kriegsschiff  vor  Samoa;  es  wurden  aber
dennoch  in  Muldvai  21  Kanonenschüsse  abgefeuert,
zur  großen  Freude  der  Eingeborenen.

 

Einem  in  dem  Oktoberheft  der  Zeitschrift  „The
Missionary  Herald“  veröffentlichten  Berichte  über
die  Thätigkeit  und  die  Erfolge  der  Bostonmission  auf
den  deutschen  Karolinen  entnehmen  wir  Folgendes:

Am  1.  März  segelten  die  Missionare  Price  und
Stimson  von  Ruk  aus  nach  der  Mortlockgruppe.
„Auf  jeder  Insel“,  schreibt  Mr.  Price,  „begrüßten
uns  begeisterte  Gemeinden  von  125  bis  500  Mitgliedern.
  Wir  predigten  ihnen,  prüften  die  Taufbewerber,
  tauften  die,  die  die  Prüfung  bestanden,
trauten  Paare,  die  auf  uns  gewartet  hatten,  tauften
Kinder,  feierten  das  heilige  Abendmahl,  nahmen  Einblick
  in  die  Verhältnisse  der  einzelnen  Kirchen  und
Ueber

5
        <pb n="882" />
        die  Kirchen  sagt  er:  „Es  giebt  jetzt  zwölf  Kirchen
im  Bezirk.  Zwei  schöne  neue  sind  seit  meinem  ersten
Besuch  (vor  sechs  Jahren)  erstanden,  eine  in  Lukunor,
ein  Steinbau,  sehr  groß,  und  eine  in  Ouiop.  Beide
sind  mit  fremdem  Holz  gedielt.  Neun  Kirchen  sind

wieder  aufgebaut,  vergrößert  und  anderweit  verbessert
worden.  Für  zwei  Kirchen  sollen  jetzt  Glocken  beschafft

  werden.“  Deutlich  traten  die  Fortschritte  in
geistiger  Beziehung  bei  der  Mortlockbevölkerung  hervor.
  Der  farbige  Missionsgehülfe  Moses  drückte  dies
in  einer  an  die  Eingeborenen  gehaltenen,  deren  Anschauungen
  angepaßten  Ansprache,  wie  folgt,  aus:
„Als  ich  euch  vor  wenigen  Jahren  besuchte,  da  bemerkte
  ich,  daß,  wenn  der  Missionar  kam  und  zu
euch  sprach,  euer  Gesicht  weggewendet  war  und  ihr
nach  anderen  Leuten  oder  nach  den  Bäumen  sahet;
aber  jetzt  ist  euer  Auge  auf  den  Sprecher  geheftet,
und  euer  Gesicht  zeigt,  daß  ihr  Antheil  an  dem
nehmt,  was  man  sagt.“  Zugleich  ist  eine  moralische
Hebung  der  Eingeborenen  eingetreten.  Der  Bericht
sagt  darüber:  „Gewisse  Laster  müssen  sich  jetzt  verstecken.
  Gewisse  Tugenden  nehmen  festere  Gestalt  an,
und  eine  bessere  sittliche  Führung  hat  sich  Bahn  gebrochen.
  Vielweiberei,  Ehebruch  und  Unzucht  sind
jetzt  entehrend,  Kampf  und  Streit  werden  getadelt,
Stehlen  wird  nicht  geduldet,  häßliche  und  gemeine
Ausdrucksweise  wird  verabscheut.“  Ueber  die  allgemeine
  Lage  der  Inselbewohner  sagt  Mr.  Price:  „Auf
allen  Inseln  sind  die  Leute  an  irdischen  Gütern  reicher
geworden;  nicht  so  sehr,  weil  die  Erträgnisse  zugenommen
  hätten,  sondern  weil  die  Leute  llüger  geworden
  sind  und  fleißiger  sich  um  den  Reichthum
ihrer  Inseln  kümmern  und  arbeiten,  um  die  Ertragsfähigkeit
  des  Landes  zu  heben.  Sie  lernen  jetzt  den
Werth  irdischer  Güter  allmählich  schätzen.  Es  ist  gar
kein  Grund  vorhanden,  warum  nicht  viele  jener  Kirchen
bald  sich  selbst  unterhalten  können.“  Ueber  Ruk  sagt
derselbe  Missionar  u.  A.:  „Indirekt  ist  die  Errichtung
deutscher  Herrschaft  eine  Hülfe  für  unser  Werk  gewesen.
  Verschiedene  Häuptlinge  bitten  jetzt  um  Lehrer,
seitdem  Krieg  nicht  mehr  zu  fürchten  ist.  Im  Ganzen
ist  das  Werk  dort  ermuthigend  und  die  Zukunft  verheißungsvoll.“
  Ueber  Ponape  berichtet  er  u.  A.:
„Die  Civilisation  schreitet  hier  wie  in  den  anderen
Theilen  der  Inselgruppe  fort,  und  neue  und  bessere
Häuser  werden  erbaut.  Der  Gouverneur  fördert
Fortschritte  in  jeder  nur  möglichen  Weise,  und  Ponape
wird  sicher  mehr  und  mehr  kultivirt.  Der  Gouverneur
  hat  die  Herzen  der  Bevölkerung  gewonnen  und
scheint  ein  gerechter,  gütiger  und  verständiger  Beamter
zu  sein,  der  die  Missionare  und  ihr  Werk  nach
Kräften  fördert.“

 

RAus  fremden  RHRolonien  und
Produktionsgebieten.

Dandel  der  Gilbert-  und  cEllice-Inseln  im  Jabre  1900.

Der  Handel  der  Gilbert=  und  Ellice-Inseln  gestaltete
  sich  in  den  letzten  fünf  Jahren,  wie  folgt:

830

/  Ausfuhr
Jahr  Einfuhr  Kopra  Haifischflofsen  Zusammen
Werth  in  Pfund  Sterling
1896  12  829  19  591  467  20  058
1897  16  132  16  739  305  17  044
1898  20  115  32  739  617  33  356
1899  25  487  26  131  580  26  711
1900  20  359  21  165  417  21  582

Trepang  wird  nur  in  geringen  Mengen  gesammelt,
  obwohl  diese  Industrie  einer  Entwickelung  fähig
wäre.  Die  Preise  sind  aber  zu  gering,  um  die  Eingeborenen
  zum  Sammeln  und  Bearbeiten  von  Trepang
zu  veranlassen.  Perlmutterschalen  sind  wohl  zeiweise
  gefunden  und  ausgeführt  worden,  es  ist  indessen
  noch  nicht  untersucht  worden,  ob  die  Inseln
für  die  Gewinnung  von  Perlmutterschalen  Aussicht
bieten.

Das  Einfuhrgeschäft  könnte  sich  heben,  wemn  mehr
auf  die  örtlichen  Bedürfnisse  Rücksicht  genommen  und

mehr  Waaren  von  besserer  Qualilät  eingeführt  würden.
The  Board  of  Trade  Journal.

 

Errichtung  einer  Lootsenstation  in  Dortugiesisch-Guinel.

Einer  Mittheilung  der  Wochenschrift  „West-Afrikol“
zufolge  hat  die  portugiesische  Regierung  am  Eingange
des  Jattakanals  (Portugiesisch-Guinea)  eine  Lootsenstation
  in  Verbindung  mit  dem  Feuerschiff  .  Rie
Ave“  errichtet.  Alle  Schiffe  mit  Ausnahme  vor
Fischer=  und  Küstenfahrzeugen  müssen  bei  der  Einund
  Ausfahrt  in  den  Kanal  von  Jatta  und  Ar3:
einen  Lootsen  nehmen.  Die  Gebühren  dafür  sind
folgende  für  Segel=  wie  Dampsschiffe:

Außerhalb  des  Kanals  und  innerhalb  nach  Bissoo-1—10

  Fuß  820  Reis  für  den  Fuf,
10—15  5650
über  15  250  =

Außerhalb  des  Kanals  und  innerhalb  nach  Bolamo.
1—10  Fuß.  1100  Reis  für  den  Fu
10—15  =  .  700  =  s--übek15-..450---

  wird  eine  Leuchtthurmgebühr  von  4½  Mir
reis  für  das  Schiff  erhoben.

 

Ueber  die  wirthschaftliche  Lage  Lambesiens.

Ein  in  Lourengo  Marques  erscheinendes  Ble#
bringt  einige  interessante  Nachrichten  über  die  wirtzschaftliche
  Lage  Sambesiens.  Es  giebt  dort  de
folgenden  gewerblichen  und  Ackerbau-Gesellschaf#n
und  Firmen:  ·

DieMosambiqukGesellschafydieeinenTW
besuchtenSambesiuferöinnehat—dieLupth
und  die  Bororgesellschaft  —  in  Mopea  die  Mosambique-Zuckergesellschaft
  (Companhia  do  Assucar  de
Mocambique)  —  die  Sambesigesellschaft  —  die
ostafrikanische  Z  uckergesellschaft  Companhia  Assurcoreire
da  Africa  Oriental)  —  in  Quilimane  die  Oel=  und
Seifengesellschaft  —  die  Sambesi-Kohlengesellschat
—  die  Goldfields  Sambesia  News  Company  —  die
        <pb n="883" />
        Gesellschaft  Flotilla  —  Charrer's  Zambese  Trafic
Company  —  die  African  Lakes  Company  —  die
Firma  Corréa  &amp;amp;  Carvalho  im  Prazo  Mahindo  —
die  Firma  Conde  de  Villa  Verde  in  den  Prazos
Madal  und  Tangalane  —  Bivar  &amp;amp;  Lomelino  in
den  Prazos  Goma  und  Magovo  —  Marianno  da
Nazareth  in  den  Prazos  Quelimane  do  Sal  und
Pepino  —  A.  Maria  Pinto  in  dem  Prazo  Carungo
und  C.  P.  de  Sousa  in  dem  Prazo  Inhassungo.

Gewerbliche  Schienenwege  giebt  es  in  den  Gebieten
  der  Zuckergesellschaft  in  Mopea  im  Prazo
Majanga  diesseits  des  Chire;  auf  dem  Gebiete  der
Zuckergesellschaft  in  Maromeu  im  Prazo  Luabo  und
im  Gebiete  der  Sambesigesellschaft.  In  Vorbereitung
  sind  die  Eisenbahnen  von  Quilimane  zum
Ruo,  von  Magorrumba  zur  Zambesie,  von  Beira
nach  Sena  sowie  die  Caroabassabahn  zwischen  Massenangoa
  und  Chicöa.

Auf  dem  Sambesi  verkehren  38  Dampfer.
Daven  gehören  2  der  englischen,  4  der  portugiesischen
Regierung,  2  der  Luabo-Zuckergesellschaft,  5  der
„Flotilla“,  3  der  Sambesigesellschaft,  1  der  Boror-,
2  der  Luabogesellschaft,  6  der  African  Lakes  Company,
  5  der  Charrer's  Zambese  Trafic  Co.,  1  der
Mosambique-Gesellschaft,  1  den  Missionen  am
Sambesi,  2  den  Missionen  von  Britisch  Central-Afrika,
  1  dem  Hause  Vertin  &amp;amp;  Co.,  3  der  Firma
Deuß  &amp;amp;  Teixeira.

Es  giebt  zwei  bedeutende  Zuckerfabriken,  eine
in  Mopea,  die  andere  in  Marromen  sowie  Dampfdestillationen
  in  den  Prazos  Luabo,  Boror,  Majanga,
Mahindo,  Andome  und  Anggoase,  außerdem  viele
andere  ohne  Dampfbetrieb.

Dampfmaschinen  und  Entwässerungsmaschinen  mit
Dampfbetrieb  besitzen  die  Zuckergesellschaften  in
Mopea  und  Marromen;  in  den  Prazos  Luabo  und
Tete  sind  Dampfmühlen  vorhanden,  in  Borome  eine
hydraulische  Maschine;  eine  Seifen=  und  Oelfabrik
mit  einer  Einrichtung  erster  Ordnung  findet  sich  in
Quilimane;  die  Sambesigesellschaft  besitzt  Fabriken
für  Tauwerk,  Dampfsägewerke  und  Maschinen  zum
Reisschälen.

Landwirthschaftliche  Er  zeugnisse  der  Insel  Madagaskar.

Die  Insel  Madagaskar  ist  in  landwirthschaftlicher
  Hinsicht  von  der  Natur  sehr  günstig  bedacht;
sie  besitzt  unter  ein  und  derselben  geographischen
Breite  drei  verschiedene  Klimas,  welche  ebenso  viele
von  einander  abweichende  Pflanzenwachsthumszonen
bilden,  und  zwar  die  Hochebenen  oder  die  Central--region,
  die  Küsten-  und  eine  Zwischenregion.

Die  Centralregion,  welche  Emyrna  und  das
Betsileoland  umfaßt,  eignet  sich  wegen  ihres  gesunden

 

831

 

Klim  as  und  ihres  Reichthums  an  Bodenerzeugnissen

zur  Ansiedelung  für  europäische  Kolonisten.  Die
ersten  Anpflanzungen  von  Kaffee  in  Betsileo  haben
nicht  den  gehegten  Erwartungen  entsprochen;  sie
sind  nach  einiger  Zeit  eingegangen.  Dagegen  eignen

sich  die  Hochebenen  durchaus  zum  Anbau  von  europäischen
  Gemüsepflanzen  und  Fruchtbäumen.  Die
Kultur  der  Weinrebe  kann,  nach  den  ersten  Bersuchen
  zu  urtheilen,  dort  ebenfalls  mit  Erfolg  unternommen
  werden.

Das  hauptsächlichste  Erzeugniß  der  Centralregion
ist  Reis;  er  bildet  das  wesentliche  Nahrungsmittel
der  Eingeborenen,  welche  ihn  überall  anbauen,  wo
der  Boden  die  erforderliche  Feuchtigkeit  besitzt.

Die  schönsten  Reisfelder  trifft  man  in  der  Umgebung
  von  Antanarivo,  in  der  großen  sumpfigen
Ebene  von  Betsimisaraka  an.  Man  zählt  wenigstens
22  Arten  Reis,  welche  in  zwei  große  Gruppen,
weißen  Reis  und  rothen  Reis,  geschieden  werden.
Der  weiße  Reis  ist  begehrter  als  der  rvothe.
Gegenwärtig  genügt  der  auf  der  Insel  geerntete
Reis  für  den  einheimischen  Verbrauch.  Viel  brachliegender
  Boden  könnte  noch  mit  Reis  bebaut
werden;  die  Mehrproduktion  würde  in  Südafrika
wie  auf  Réunion  und  Mauritius  leicht  abgesetzt
werden  können.

Der  Maniokstrauch  wird  von  den  Eingeborenen
sehr  geschätzt  und  überall  angebaut.  Batate,  Topinambur,
  Mais,  Kartoffeln,  Bohnen,  Erbsen,  Sorgho,
Pfeilwurzel  gedeihen  auf  den  Hochebenen  sehr  gut.
Der  Getreidebau  wurde  von  Jean  Laborde  und
durch  Missionare  eingeführt,  ist  aber  nicht  allgemein
geworden.

Die  Pflanzenwelt  weist  zahlreiche  Arten  auf.
Die  Baumwollstaude  wächst  wild;  die  Fasern  der
Raphia-Palme  dienen  zur  Herstellung  von  Geweben,
welche  zuweilen  sehr  sein  sind.  Der  Hanf  wächst
in  jeder  Jahreszeit;  die  Eingeborenen  schätzen  besonders
  das  berauschende  Getränk,  welches  sie  aus
demselben  ziehen.  Die  Ramie  gedeiht  sehr  gut  auf
Madagaskar.

Von  den  ölhaltigen  Pflanzen  sind  am  meisten
verbreitet  der  Erdnußbaum,  der  Wunderbaum,  der
schwarze  Brechnußbaum  und  der  Kokosnußbaum.

Die  Küstenregion,  welche  ein  warmes  und
feuchtes  Klima  besitzt,  eignet  sich  mehr  als  die  Hochebene
  zur  Kultur  tropischer  Pflanzen,  wie  des
Kaffeebaumes,  des  Kakaobaumes,  des  Theestrauchs,
des  Gewürznelkenbaumes,  der  Vanille,  des  Pfefferstrauches,
  des  Zuckerrohrs  und  des  Gummibaumes.
Es  sind  besonders  an  der  Ostküste  Pflanzungen  angelegt
  worden,  und  zwar  im  Norden  in  den
Thälern  von  Sambavaha  und  Antalaha  und  im
mittleren  Theil  in  den  Thälern  von  Vatomandry,
Mahanoro  und  Manandjary.  Man  hat  hauptsächlich
Vanille,  Liberia  -Kassee  und  den  Kakaobaum  in
Kultur  genommen.  Die  Pflanzungen  berechtigen
anscheinend  zu  den  besten  Hoffnungen.  Man  hat
auch  versucht,  den  Ceara-Gummibaum  auf  der  Insel
einheimisch  zu  machen;  die  Gewinnung  dieses  Gummis,
welcher  auf  den  europäischen  Märkten  einer  immer
stärkeren  Nachfrage  begegnet,  würde  für  die  Kolonie
eine  reiche  Einnahmequelle  sein.  Obgleich  der
Stand  der  Versuchspflanzungen  ein  günstiger  ist,
        <pb n="884" />
        läßt  sich  doch  noch  nicht  mit  Sicherheit  behaupten,
daß  der  Ceara-Baum  auf  Madagaskar  den  Boden
und  das  Klima  finden  wird,  die  für  sein  Gedeihen
erforderlich  sind.

Die  Zwischenzone  umfaßt  das  Gebiet  mittlerer
Höhenlage  (500—  800  m);  sie  eignet  sich  besonders
zur  Viehzucht,  welche  von  den  Hovas  im  Großen
betrieben  wird.  Rinder  wurden  ehemals  aus
Madagaskar  in  bedeutenden  Mengen  ausgeführt.
Eine  der  Folgen  des  Krieges  und  des  Aufstandes
ist  die  Vernichtung  eines  beträchtlichen  Theils  der
Heerden  gewesen.  Die  Regierung  hat  Maßnahmen
treffen  müssen,  um  die  Ausfuhr  von  Vieh  zu  verhindern
  und  dessen  Vermehrung  zu  begünstigen.
Der  Preis  des  Viehs  hat  sich  seit  der  französischen
Okkupation  verfünffacht.  Das  Rind  wird  gegenwärtig
  in  Diego-Suarez  für  50  bis  60  Franken,
in  Antananarivo  für  100  bis  250  Franken  verkauft.
Schweine  und  Hammel  gedeihen  gut  auf  Madagaskar,
sind  jedoch  nur  in  geringer  Menge  vorhanden.
Pferde  gab  es  ursprünglich  nur  etwa  800  Stück  in
Emyrna  und  Betsileo.  Zur  Förderung  der  Zucht
und  Vebesserung  der  Rasse  sind  Zuchthengst-Depots
und  Gestüte  geschaffen  worden.

Die  gesammten  Waldungen  Madagaskars  schätzt
man  auf  etwa  zehn  Millionen  Hektar,  das  sind
19  PpCt.  der  Oberfläche  der  ganzen  Insel.  Das
Hochplateau  und  gewisse  niedrig  gelegene  Regionen,
wie  Bueni,  sind  entwaldet.  Dagegen  sind  die  Abfälle
  des  Hochplateaus  im  Osten,  Nord-Osten  und
Westen  mit  Waldern  bedeckt,  die  einen  Gürtel  um
die  Insel  bilden,  der  an  mehreren  Stellen  breit
durchbrochen  ist.  An  der  Küste  erstrecken  sich  dank

den  reichlichen  Regenfällen  Tropenwälder.  Die
Westküste  ist  nur  von  Buschholz  bestanden.  Im

Süden  trifft  man  keine  eigentlichen  Wälder,  sondern
eine  baumartige  Vegetation,  z.  B.  Kaktuspflanzen,
Korallenbäume,  euphorbienartige  Gummibäume.  Der
Gummi  bildet  das  Hauptprodukt,  das  gegenwärtig
in  den  Wäldern  gewonnen  wird.  Holzarten,  welche
sich  zu  Kunsttischler-Arbeiten  eignen,  sind  zahlreich
vorhanden;  zum  Zweck  der  regelmäßigen  Ausbeutung
der  in  Betracht  kommenden  Holzbestände  sind  Konzessionen
  in  bedeutendem  Umfang  ertheilt  worden.
(La  Depeche  Coloniale.)

Derschiedene  Wittheilungen.

Rolonial--  Wirthschaftliches  Romitee.

In  der  Sitzung  des  geschäftsführenden  Ausschusses
  vom  7.  November  d.  Is.  wurde  über  die
Arbeiten  des  Komitees  seit  12.  September,  wie
sfolgt,  berichtet:

Der  Führer  der  Bohrkolonne  nach  Deutsch-Südwestafrika,
  Bohrmeister  Holst,  hat  mit
zwei  Diamantbohrmaschinen  am  2.  November  die
Ausreise  von  Kapstadt  angetreten.  Holst  wird  vor-832



 

aussichtlich  noch  in  diesem  Monat  mit  Bohrungm
zunächst  auf  den  Farmen  des  Damaralandes  beginnen.
  Seitens  der  Wohlfahrtslotterie  zu  Zwecke
der  deutschen  Schutzgebiete  ist  für  die  Bohrkolonne
die  Summe  von  155  000  Mk.  bewilligt.  Als  Grundlage
  für  die  Ausführung  der  Bohrungen,  die  den
Gouvernement  übertragen  ist,  gilt  ein  mit  dem
Bohrmeister  Holst  geschlossener  Vertrag,  wonach  der
Bohrmeister  sich  unter  bestimmten  Bedingungen  verpflichtet,
  Bohrungen  zur  Schaffung  von  Trärk
wasserstellen  mittels  zweier  Handdiamantbohrappara#n
an  den  von  dem  Vertreter  des  Komitees  bezeicneten
  Stellen  in  Deutsch-Südwestafrika  während  der
nächsten  drei  Jahre  vorzunehmen,  und  sich  dam:
einverstanden  erklärt,  daß  das  Kaiserliche  Gouvernemen:
in  Windhoek  jeder  Zeit  in  die  dem  Konmitee  me
dem  Vertrage  erwachsenden  Pflichten  und  Nect
eintritt.  Für  den  Fall,  daß  die  Bohrkolonne  aui
den  Farmerbrunnen  auch  Bohrungen  ausführe
sollte,  welche  sich  nach  Wassermenge  und  Lage  ##r
Hauptverkehrswegen)  für  öffentliche  Brunnen  eigren,
beschließt  das  Komitee  zur  Nutzbarmachung  diese
Bohrstellen  durch  Windmotore  2c.,  die  deuüche
Städte  zu  Beiträgen  heranzuziehen  und  event.  der
Brunnen  die  Namen  der  Städte  beizulegen,  3  2
„Brunnen  der  Stadt  Berlin,  „Brunnen  der  Std
Hamburg“,  „Brunnen  der  Stadt  Leipzig“,  „Buuntc
der  Stadt  München“  u.  s.  f.

Mr.  Calloway  berichtet  unterm  2.  Okre
über  den  Fortgang  der  Baumwollpflanzunge:
in  Togo:  Zur  Feststellung  der  günftigsien  Pf.a#
zeit  für  Baumwolle  in  Togo  hatte  Calloway  u.
bereits  im  April  eine  kleinere  Fläche  Baumncangepflanzt,
  die  während  des  starken  Regens  #
August  und  September  gelitten  hat,  da  die  Kar#-sich
  bereits  zu  dieser  Zeit  öffneten.  Dagegen  in
die  im  Mai  angelegte  Pflanzung  besser  und  diert
Juni  angepflanzte  Baumwolle  recht  gut.  3.
Deckung  des  eigenen  Bedarfs  sind  Mais,  Bohnen:
angebaut,  deren  rationelle  Kultur  und  Erntebereit#
gleichzeitig  den  Eingeborenen  als  Muster  dienen  5e
Für  die  Ausbreitung  der  Baumwollkultur  der  E
geborenen  schweben  u.  a.  Verhandlungen  bezä-Ansiedelung
  weiterer  Baumwollfarmer  aus  Alattin
  verschiedenen  Bezirken  Togos.  Das  Augente
des  Komitees  ist  namentlich  auch  darauf  genit:
das  volle  Interesse  der  Eingeborenen  für  die  nächt
Jahre  auf  die  Baumwollkultur  zu  konzentriren.

Der  Führer  der  Guttapercha-Expeduinach
  der  Südsee,  Herr  R.  Schlechter,  ist  mit  er
reichen  Ausbeute  aus  Holländisch-Borneo  ##
Singapore  zurückgekehrt  und  Ende  September:
dem  Dampfer  „Stettin“  nach  Deutsch-Neu-Gur
abgereist,  wohin  er  eine  große  Ladung  von  Pfior
für  Eingeborenenkuluren  und  Plantagenkulur
überführt,  z.  B.  etwa  2500  Stück  Palaqum

Gutta  und  einige  andere  Arten,  5000  Stück  Pare

Leerii,  ferner  einige  tausend  junge  Pflanzen  vt

Feicus  elastica,  elwa  200  Stück  Castilloa,  emi
        <pb n="885" />
        hundert  Hevea  brasiliensis,  ca.  100  Stück  Willoughbra
  firma,  ca.  20  Stück  Willonghbya  tenuiflora,
oußerdem  Manila-Hanf,  Ramie,  Muskatnuß,  Zimmet,
Patschouli,  Citronella=  und  Lemon-Gras,  Gambir,
Sago  und  Rotang.  Bemerkenswerth  ist  aus  einem
Bericht  u.  a.  das  Resultat  der  Anzapfung  des  von
Herrn  Schlechter  bisher  entdeckten  größten  Guttaperchabaumes,
  welcher  nicht  weniger  als  über  8  Pfund
der  besten  Guttapercha  und  damit  den  größten
bisher  in  der  Guttaperchagewinnung  erzielten  Rekord
lieferte.

In  Sachen  der  geplanten  Eisenbahn-Expedition
  nach  Togo  sind  von  einer  Reihe  von
Eisenbahnfirmen  Kostenanschläge  eingeholt.  Hinsichtlich
  der  Kostenanschläge  und  namentlich  der
Ausführungsbedingungen  herrschen  große  Verschiedenheiten
  vor;  es  sind  infolgedessen  neue  Verhandlungen
  mit  den  Unternehmern  erforderlich.  Wie
aus  der  nunmehr  nach  Angabe  von  Dr.  Gruner
fertiggestellten  Verkehrskarte  Togos  hervorgeht,  ist
außer  den  bekannten  Gründen  für  den  Bau  einer
Eisenbahn  Lome—Misahöhe  von  Interesse,  daß
sämmtliche  wichtigeren  Verkehrswege  aus  dem  Innern
Togos  nach  der  Küste,  insbesondere  auch  nach  der
englischen  Goldküste,  ihren  Kreuzungspunkt  in  Misahöhe
  haben  und  dadurch  die  natürlichen  Zufuhrstraßen
  für  die  geplante  Bahn  bilden.  Durch  die
Bahn  würde  der  Verkehr  aus  dem  Innern  anstatt
nach  der  Goldküste  (Quittah)  unschwer  nach  dem
deutschen  Hafen  Lome  geleitet  werden  können.  Dazu
kommt  der  Vorzug  Lomes  gegenüber  den  benachbarten
  fremden  Häsen  infolge  der  zur  Zeit  im  Bau
begriffenen  Landungsbrücke  und  Küstenbahn.  Die
ebenfalls  fertiggestellte  Wirthschaftskarte  Togos  zeigt
den  derzeitigen  Stand  der  Eingeborenen=  und  Plantagenkulturen:
  Die  Kokospalmenzone  längs  der  Küste,
die  exportfähige  Palmöl=  und  Palmkernzone,  die
durch  die  Bahn  exportmögliche  Palmöl=  und  Palmkernzone,
  die  Kautschukzone,  das  Vorkommen  von
Baumwolle,  Mais,  Kolanuß,  Reis,  Erdnuß,  sowie
die  im  Norden  vorkommende  Viehzucht.  Die  geplante
  Bahn  würde  dicht  bevölkerte  Gebiete  berühren
  und,  wie  aus  der  Wirthschaftskarte  hervorgeht,
  das  Herz  der  Produktion  treffen.

Saatmaterial.  Der  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika
  bestätigt  den  Eingang  des  gelegentlich
der  Studienreise  des  Herrn  Dr.  Stuhlmann  erworbenen
  Saatmaterials  und  lebender  Pflanzen  für
Eingeborenen=  und  Plantagenkultur  sowie  für  Aufforstung
  in  über  600  Arten,  u.  a.  Bananen,  Sesam,
Sorghum,  Erdnuß,  Hauf,  Jute,  Tabak,  Thee,  Bambusen,
  Kautschuk,  Baumwolle,  Teakholz,  Cinchona,
Indigo,  Balsam,  Bohnen,  Cardamom,  Soja.  Durch
den  Stationsleiter  von  Misahöhe  wird  am  10.  November
  nach  Togo  Saatmaterial  für  Eingeborenenund
  Plantagen-Kultur  übergeführt,  u.  a.:  Sojabohnen,
  Sandelholz,  Chinin,  Dividivi,  Kautschuk,
Akazien,  Tabak,  Catechu.  Nach  Deutsch-Südwestafrika
  gelangen  zum  Versand:  Tabak  und

833

 

Akaziensaat,  nach  Kamerun:  Catechu,  Kautschuk,
Tabak  und  Cardamomsaat.  Mit  Herrn  Professor
Dr.  Volkens,  welcher  demnächst  eine  Studienreise
nach  Niederländisch-Indien  antritt,  ist  vereinbart,
dem  Komitee  Saatgut  und  Pflänzlinge  u.  a.  von
Coca,  Bambusen,  Guttapercha,  Ficus  elastica  zur
Vertheilung  an  die  Pflanzungen  und  Stationen
unserer  Kolonien  einzusenden.

Zur  planmäßigen  Nutzbarmachung  der  zur
Förderung  der  Eingeborenen=  und  Plantagenkulturen
  in  Deutsch-Ostafrika  im
Auftrag  des  Komitees  jüngst  ausgeführten  a)  Studienreise
  des  Referenten  für  Landeskultur  in  Deutsch-Ostafrika,
  Reg.-Rath  Dr.  Stuhlmann  nach  Indien,
b)  Ostafrikanischen  Steppen-Expedition  des  Privatdozenten
  Dr.  W.  Busse,  c)  und  der  auf  Veranlassung
  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika
  unternommenen  Expertise  des  landwirthschaftlichen
  Sachverständigen  bei  der  Kaiserlichen
Botschaft  zu  Washington,  Freiherrn  von  Herman,
nach  Deutsch  -Ostafrika,  —  erstrebt  das  Komitee
nunmehr  neben  dem  Bau  von  fahrbaren  Straßen
und  Eisenbahnen  die  Ausgestaltung  der  an  der  Küste
Deutsch-Ostafrikas  bestehenden  gouvernementalen  und
kommunalen  landwirthschaftlichen  Einrichtungen,  deren
Betriebsleiter  mit  der  Zeit  auch  nach  dem  Innern
der  Kolonie  und  nach  den  Nachbarkolonien  zwecks
Studium  und  Förderung  der  Eingeborenen-Kulturen
entsendet  werden  sollen.  Demgemäß  beschließt  das
Komitee  die  folgenden  Anträge  des  Freiherrn
von  Herman,  welche  auf  Grund  seiner  dem
Gouverneur  von  Deutsch  =  Ostafrika  unterbreiteten
Vorschläge  gestellt  sind,  anzunehmen:  1.  Zwecks
Weiterentwickelung  der  Eingeboren-Kulturen  Deutsch-Ostafrikas
  und  Marktfähigmachung  ihrer  Erzeugnisse
wie  Mais,  Oelfrüchte  2c.  ist  den  Kommunen
Dar-es-Saläm,  Bagamoyo,  Tanga,  Pangani,  Mohorro,
  Kilwa  und  Lindi  eine  finanzielle  Unterstützung
  zu  gewähren  für  a)  die  Ausgestaltung  der
bestehenden  kommunalen  landwirthschaftlichen  Betriebe,
b)  die  Einrichtung  von  kommunalen  Speichereien
mit  Reinigungsmaschinen.  2.  Die  landwirthschaftlichen
  Vereinigungen  und  Genossenschaften  bezw.
die  einschlägigen  industriellen  Betriebe  in  Deutschland
  aufzufordern,  bei  ihren  Aufkäufen  von  Mais,
Reis,  Oelfrüchten  und  daraus  gewonnenen  Fabrikaten
  2c.  die  aus  deutschen  Kolonien  stammenden
Erzeugnisse  zu  bevorzugen.  3.  Mit  den  Schiffahrtsgesellschaften,
  welche  den  Verkehr  mit  Deutsch-Ostafrika
  und  Togo  vermitteln,  in  Verbindung  zu
treten,  damit  diese  Ausnahmetarife  für  solche  Erzeugnisse
  deutscher  Kolonien  auf  bestimmte  Zeitdauer
einrichten,  welche  jetzt  noch  infolge  billigerer  Seefrachten
  aus  anderen  Ländern  bezogen  werden
müssen.

Anträge  Professor  Dr.  Warburg.  1.  Das
Kolonial-Wirthschaftliche  Komitee  möge  beim  Auswärtigen
  Amt  für  die  Integrität  des  botanischen
Gartens  in  Victoria  eintreten.  2.  Das  Kolonial=
        <pb n="886" />
        Wirthschaftliche  Komitee  möge  sich  mit  den  ostafrikanischen
  Kaffeepflanzungen  in  Verbindung  setzen
zwecks  Anstellung  eines  Sachverständigen  zur
dauernden  Kontrolle  der  Kaffeepflanzungen  und  zur
Bekämpfung  der  Schädlinge.  3.  Das  Kolonial=Wirthschaftliche
  Komitee  möge  die  nothwendigen
Mittel  beschaffen  zur  Heraussendung  eines  Experten
nach  Kamerun  und  Togo  betreffs  Studiums  der
Rentabilitätsfrage  von  gedörrten  und  zu  Mehl  verarbeiteten
  Bananen.  —  Die  Anträge  1  und  2
wurden  angenommen,  der  Antrag  3  erfordert  weitere
Erhebungen.

yVyyNTVYVVYVNVYVNNVVVVVVVVVVF

 

Titteratur.

Dr.  Rudolf  Fitzner:  Deutsches  Kolonial=  Handbuch.
Bd.  II.  2.  Aufl.  Hermann  Peetel,  Berlin.

Das  „Deutsche  Kolonial-Handbuch“  von  Dr.  Rudolf
  Fitzuer,  dessen  zweiter  Band  soeben  in  neuer
erweiterter  Auflage  zur  Ausgabe  gelangt  ist,  wird
allen  Kolonialfreunden  willkommen  sein.  Der  zweite
Band  behandelt  den  deutschen  Kolonialbesitz  in  Ostasien
  und  in  der  Südsee,  während  die  afrikanischen
Kolonien  in  dem  schon  im  Frühjahr  erschienenen
ersten  Band  zur  Darstellung  gebracht  wurden.  Die
Anlage  des  Werkes  ist  in  den  Grundzügen  die  gleiche
geblieben,  das  ungemein  umfangreiche  Material  ist  übersichtlich
  gegliedert  und  gestattetein  schnelles  Zurechtfinden;
zahlreiche  Tabellen  und  Zusammenstellungen  ermöglichen
  einen  raschen  Ueberblick  über  den  Entwickelungsgang
  der  Bevölkerung,  des  Ein=  und  Ausfuhrhandels,
des  Plantagenbaues,  der  Finanzen  2c.  der  einzelnen
Schutzgebiete.  Eine  besondere  Bereicherung  haben  die
Abschnitte  erfahren,  in  denen  eine  Beschreibung  der
einzelnen  Ortschaften  und  Stationen  gegeben  wird.
Diese  Darstellungen  lassen  erkennen,  was  an  den
einzelnen  Plätzen  bisher  geschaffen  ist  und  welche
Aussichten  sie  für  die  Zukunft  bieten.

Moritz  Schanz:  Ost=  und  Südafrika.
W.  Süsserott,  Berlin.

Auch  dieses  neueste  Werk  des  Weltreisenden
M.  Schanz,  das  Abessynien  und  Erythräa,  das  deutsche,
französische,  englische,  italienische  und  portugiesische
Ostafrika  einschließlich  der  Komoren,  Madagaskars  und
der  Maskarenen,  die  Burenstaaten  und  das  britische
Südafrika  behandelt,  zeichnet  sich  durch  Reichthum  des
Inhalts  und  durch  eine  Darstellungsweise  aus,  die
das  Interesse  des  Lesers  an  dem  umfangreichen  Stoff
von  Anfang  bis  zu  Ende  wach  erhält.  Schanz  will
in  gedrängter  Form  eine  Schilderung  der  europäischen
Besiedelung  und  der  wirthschaftlichen  Entwickelung
Ost=  und  Südafrikas  geben,  und  sein  Buch  enthält
eine  solche  Fülle  des  Wissenswerthen,  daß  es  den
Leser  in  kaum  einer  der  hier  in  Betracht  kommenden
Fragen  im  Stiche  läßt.  Mit  Erfolg  ist  der  Verfasser
dabei  bestrebt  gewesen,  sich  sowohl  von  Schönfärberei
wie  von  einem  falschen  Pessimismus  fernzuhalten.

 

Mk.  10,—.

834

 

ss.s.——

Die  einschlägigen  Verhältnisse  sind  bis  in  die  neueste
Zeit  berücksichtigt,  und  ein  reichhaltiges  statistisches
Material  ist  in  die  Schilderungen  verflochten.

Dr.  Alfred  Zummermann:  Weltpolitisches.  Beiträge
und  Studien  zur  modernen  Kolonialbewegung.
Berlin,  Allg.  Verein  für  deutsche  Litteratur.

Der  durch  seine  kolonial=  und  handelspolitischen
Arbeiten  bekannte  Verfasser  behandelt  in  der  vorliegenden
  Sammlung  von  Aufsätzen  eine  Reihe  der
wichtigsten  weltpolitischen  Fragen  unserer  Zeit,  so  die
britische  Ueberseepolitik  und  die  Art  ihrer  Bethätigung,
  die  Entwickelung  des  imperialistischen  Gedankens
in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika,  die  deutschen

Handelsinteressen  in  China,  die  wirthschaftliche  Bedeutung

  Afrikas  2c.  Die  Urtheile  Zimmermanns

gründen  sich  auf  sorgfältige  geschichtliche  und  statiftische

Studien.

Dr.  C.  Velten:  Reiseschilderungen  der  Suaheli.
Mk.  5,—.  Göttingen,  Vandenhoek  &amp;amp;  Ruprecht.

Das  vorliegende  Werk  legt  wiederum  Zeugniß
ab  für  den  emsigen  Fleiß  seines  Verfassers,  dem  die

Suahelilitteratur,  abgesehen  von  rein  grammatischen

Arbeiten,  schon  manchen  werthvollen  Beitrag  von

allgemeinem  Interesse  verdankt.  Die  „Reiseschilderungen“

  sind  die  Uebersetzung  seiner  gleichzeitigen
in  Kisuaheli  erschienenen  Publikation  „Safari  za

Wasuaheli“,  die  in  dieser  Form  in  erster  Linie

sprachlichen  und  Unterrichtszwecken  dienen  soll.  Dos

Werk  enthält  7  Reiseberichte,  niedergeschrieben  nach

dem  Diktat  eingeborener  Suaheli;  drei  Berichte

rühren  von  dem  schon  seit  längerer  Zeit  in  Berlin
lebenden  Selim  bin  Abakari  her,  der  schon  in  Stil
und  Darstellungsweise  die  europäische  Erziehung
verräth;  zwei  verdankt  Velten  dem  jetzigen  Suahelt
lektor  vom  Ortentalischen  Seminar  Mtoro  bin  Mweny

Bakari.  Der  Inhalt  des  Werkes  rechtfertigt  die

Uebersetzung.  Mit  Interesse  erfahren  wir  aus  dem

ersten  Berichte  die  Details  des  Karawanen=  und

Tauschhandels,  wie  er  sich  zur  Zeit  der  deutschen

Besitzergreifung  und  z.  Th.  noch  heute  in  Deutsch-Ostafrika

  abspielt.  Eine  wahre  Fundgrube  für

den  Historiker  wie  für  den  Ethnologen  bilden  die

Berichte  Mtoro's  über  die  Wadoe,  ihre  Geschichte,

ihre  Sitten  und  Gebräuche,  nicht  minder  seine  Nachrichten

  über  Wazaramu.  1  Kein  Zweifel,  daß  das

Buch  den  ihm  gebährenden  Lesertreis  finden  wird

Die  Ausstattung  macht  der  Verlagsfirma  alle  Ehre.

 

Das  „Jahrbuch  des  deutschen  Flotten-Vereins“
  (Preis  2  Mk.  50  Pf.)  ist  soeben  in  seinem
dritten  Jahrgange  —  für  das  Jahr  1902  —  bei
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin,  erschienen.  Bei  der
Bearbeitung  ist  wiederum  der  Gedanke  obwaltend  gewesen,
  ein  Nachschlagebuch  allen  Denjenigen  zu  bieten,
welche  sich  für  die  deutsche  Flotte  und  Alles  das,
was  mit  ihr  in  Verbindung  steht,  wie  Handel,  Schiff
fahrt,  Verkehr  rc.,  interessiren.  Vieles  Material  wird
        <pb n="887" />
        —  335  —

durch  das  Flotten-Jahrbuch  in  der  deutschen  Litteratur  nungen,  und  vielfarbigen  Kunstbeilagen.  Jede
wohl  überhaupt  zum  ersten  Male  dargeboten,  so  die  Lieferung  60  Pfg.  M.  Nößler,  Bremen  und
zusammenfassende  Veröffentlichung  über  die  „Kohlen-  Schanghai.
stationen  in  der  ganzen  Welt,  die  Preise,  Bedingungen  Das  Navarrasche  illustrirte  Werk  über  China
für  Kohlenübernahme  2c.“,  ferner  die  „Zusammen=  liegt  jetzt  vollständig  in  24  Lieferungen,  desgleichen.
stellung  der  Marine-Litteratur  der  Neuzeit“,  die  ein=  in  einer  Ausgabe  zu  zwei  Bänden,  sowie  in  einer
gehende  Besprechung  der  „Weltschifffahrtslinien  in  einbändigen  Ausgabe  vor.  Im  Hinblick  auf  das
Gegenwart  und  Zukunft".  Das  „Flotten-Jahrbuch  reichhaltige  Inhaltsverzeichniß  kann  gesagt  werden,
1902“  ist  vorzüglich  geeignet,  das  deutsche  Volk  über  daß  daß  Werk  eine  werthvolle  Bereicherung  der
Wesen,  Ziele,  Zukunft  2c.  von  Flotte,  Handel  und  Litteratur  über  China  ist.  Die  Darstellung  ist  leicht,
Verkehr  aufzuklären.  fließend,  und  die  Schilderungen  liest  man  mit
Genuß.  Vortreffliche  Illustrationen  nach  guten
B.  Navarra:  China  und  die  Chinesen.  Auf  Grund  Originalen  bilden  einen  Schmuck  des  Werkes  und

eines  20  jährigen  Aufenthaltes  geschildert.  24  Liefe=  ergänzen  wirksam  den  Text.

rungen.  Mit  zahlreichen  Bildertafeln,  Federzeich-Perkehrs

  Machrichten.

Die  Postagentur  in  Yap  hat  mittelst  Verfügung  vom  15.  Oktober  d.  Is.  Anweisung  erhalten,
vom  Eingange  der  Verfügung  ab  unter  denselben  Bedingungen,  wie  die  Postagentur  in  Ponape,  am  Postanweisungsdienste
  theilzunehmen.  Zugleich  wird  auch  zwischen  Yap  und  Ponape  ein  Postanweisungsaustausch
  eröffnet.

 

 

 

 

Infolge  des  Kriegszustandes  in  Südafrika  und  der  in  den  Häfen  von  Deutsch-Südwestafrika
gegen  Schiffe  aus  Kapstadt  bestehenden  Quarantäne  kann  zur  Zeit  nicht  vorher  übersehen  werden,  wann
der  die  Verbindung  zwischen  Kapstadt  und  dem  Schutzgebiet  vermittelnde  Postdampfer  von  Kapstadt  abfahren
wird;  es  läßt  sich  somit  nicht  berechnen,  inwieweit  die  Briefsendungen  nach  dem  nördlichen  Theile  des
Schutzgebiets  sowie  nach  Lüderitzbucht  und  Kubub  vortheilhaft  über  Kapstadt  zu  leiten  sind.  Vom  2.  November
  ab  werden  daher  über  Kapstadt  bis  auf  Weiteres  nur  solche  Sendungen  nach  den  oben  bezeichneten
Theilen  des  Schutzgebiets  geleitet,  welche  den  Leitvermerk  „über  Kapstadt“  tragen,  im  Uebrigen  werden
sämmtliche  Briefe  2c.  mit  dem  am  22.  jedes  Monats  von  Hamburg  nach  Deutsch-Südwestafrika  abfahrenden
Dampfer  der  Woermann-Linie  zur  Absendung  gelangen.  Die  Sendungen  nach  dem  südlichen  Theile  des
Schutzgebiets  (Postanstalten  in  Bethanien,  Gibeon,  Keetmanshoop,  Kuis,  Maltahöhe,  Marienthal,  Ramansdrift,
  Ukamas  und  Warmbad)  werden  auch  ferner  auf  Kapstadt  geleitet,  von  wo  sie  auf  dem  Landwege
Weiterbeförderung  erhalten.

 

 

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schuygebieten.

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  an  folgenden  Tagen  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  9  ag  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  22.  Nov.,  6.  Dez.  Tanga  17—20  Tage  ·
(deutsche  Schiffe,  90  oums.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.  !  am  19.,  22.,  29.  Nov.,
Brindisi  am  21.1.  Nov.,  S.  Dez.  Tanga  18  Tage  3.,  6.  Dezember
1.  Deutsch--Ostafrika.  (engusche  Schffe  10  abds.  Dar-eo-Saläm  19  Zages  10½  abds.
Brindisi  am  1.  Dezember  Sansibar  20  Tage
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monate
(fran  zösische  Schiffe)  40  ums.  10%  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  10  jed.  Mts.  720  abds.
(deutsche  Schiffe)
Sonthampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  Mts.  932  abds.
deutsche  Sschiffe)
Hamburg  am  25.  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  am  21.  jed.  Mts.  7  abde.
deutsche  Schiffe,

2.  Togo.  Notterdam  am  29.  jedes  Mtoe.  Lome  22  Tage  am  27  jed.  Mts.9#2abds.
Ueber  Liverpool  oderdeniche  Schiffe  ...  .  -  -.-day-eine
  oder  Vorvegur  Rotterdam  am  5.  jedes  Monats  Lome  34  Tage  am  3,  jed.  Mto.  933abds.
nur  auf  Verlangen  desche  Shiff.)
aur  aul  3  angen  des  Liverpool  am  12.  Dezember  Klein-Popo  33  Tage  am  10.  Dezember

*  S#englische  Schisse,  10  ums.
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monate
(franzoisische  Schiffe,  120  mittags  von  da  ab  Landverbind.  119  1017  abds.
Bordeaux  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monats
(dsrunzösische  Schiffe)  110  ms.  von  da  ab  Landverbindung  104  abds.
        <pb n="888" />
        836

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  7#  abds.
Southa  ton  am  13.  jedes  Monats,  Duala  22  Tage  am  11.jed.  Mts.  9wabb.4
(deutsche  Schiffe)
Hambur  a„  am  25.  jedes  Monats,  Duala  36  Tage  am  24.  jed.  Mts.  7#  abds.
3.  Ramerun.  (deutsche  Schiffe)  .  .
Rosttetdam  am  29.  jedes  Monats  Duala  82  Tage  am  27.  jed.  Mts.  Ja#abs.
(deutsche  Schiffe)
Liverpool  *or  am  20.  Nov.,  18.  Dez.  Duala  19  Tage  am  18.  Nov.,  16.  Dez.
(englische  Schiffe)  0  ums.
Hambur  am  8.  Dezember  Duala  44  Tage  am  7.  Dezember
-  (deutsche  Schiffe)  „  7#½  abends
4.  Deutsch-Züdwestafrikas  Hambu  am  22.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  22.  jedes  Monats
(  Gectmamtho  Eibeon,  (deutsche  Schiffe)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  720  abds.
ethanien  und  Warmbad  .
·  Southampton  23.,  30.  Nov.  Lüderitzbucht  .  Ta  im  22.,  29.  N
öchentli  „  ·  am  23.,  ov.,  eri  ..  e  a  ,  29.  Nov.,
m—  a.  ot  Kantet:  (Skälte  beesabr  7.  Dezember  Sershuche,  iz  6.  Dezember
auf  dem  Landwege.)  mann-  Dampfer)  40  ums.  10  ums.
5.  Marsball-  Inseln.  Neapel  am  1.  Dez.  abds.  Jaluit  52  Tage  am  29.  November

(englische  Schiffe)

 

6.  Deutsch-Uen-Sninea.

7.  Rarolinen.

Neapel  am  27.  November
(deutsche  Schiffe)

 

Friedr.  Wilhelmshafen
39  Ta

ge
Stephansort  39  -
Herbertshöhe  41

1

10  abbs.

am  25.  November
10x  abds.

 

Neapel  am  1.  Dez.  abds.
(englische  Schisse)

 

8.  Marianen.

9.  Riantschon.

10.  Lamoa.

Ponape  91  Tage
Dap  72  Tage

 

 

.

am  29.  November
10  abds.

 

Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8.  bis  10  mal  jährlich

 

E  nach  Saipan.
Neapel  am  27.  Nov.,  11.  Dez.  Tsingtau  34  Tage
(deutsche  Schiffe)  90  abends
Brin  it  feden  Sonntag  Tsingtau  37  Tage
FMrceogste  ei,  100  abends- 



Queenstown- 



 

am  26.  Nov.,  9.  Dez.
1035  abds.

jeden  Freitag
102  abends.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(über  New.  Vork—  am  24.  Nov.,  15.  Deh.  Apia  25  Tage  am  22.  Nov.,  13.  Dez.
San  Francisco)  10  ums.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Pofst  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fähm
Von  hafen  iun  Beri  Von  hafen  in  Berlin
s  Southampton  am-I.  26.  jed.  Mi.
Neapel  .  27.°Nov.,  12.  Dez.  Tooo  Marseille  ..  am  14.Dezember
Deutsch-Ostafrika  Frindist...  am  24.  Nov.,  2.de;;::....n
Marseille  ..  am  16.  Nov.,  17.  Dez.  Deutsch-Uen-Guinea.  Neapel  ...  am  27.*  November
–  —.  —u.—..***ç  E
Deutsch-Südwestafrita  Marshall  ·  Injeln...  Neapel  ...  am  26.  Januar
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southampton  am  n  26.-Noo  Neapel—  a2-Nov.  11.-b)
  südl.  Theil  d.  S  b.  outhampton  am  23.  „T7.  Dez.  J  .  .,  11.Des.
EE  hampton.  Rautscon  Brindin..  am  24.  Nov,  8.  De-1
  Souhamwton,  am  11.“,  2.  #ed.  Mts.  Maarseille  .  am  20.  Nov,  4.  Deri.
amernn  Lissabon.  am  10.,  25.  jed.  Mts.  am  27.,November,
Plpmouth..  am  29.  November,  Barolinen  .  .  Neael  286.Jaonnar
Sgamoa  .  ..  ..  ...  Queenstown  am  18.  November

 

 

 

 

Falligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintresfenden  Posten.

 

 

 

Die  bekannte  Cigarrenfabrik  F.  W.  Haase  in  Bremen  hat  unserer  heutigen  Nummer  eine  Auszugs-Preisliste

  über  Spezialitäten  und  Neuheiten  beigefügt,  auf  die  wir  unsere  Leser  besonders  hinweisen.  Wie

aus  den  beigedruckten  Anerkennungen  hervorgeht,  ist  die  Fabrik  in  den  ersten  Kreisen  Deutschlands  eingeführt;  sie  befitzt
aber  auch  —  was  unsere  Leser  namentlich  interessiren  dürfte  —  in  allen  deutschen  Kolonien  einen  großen  Stamm  treuer

Kunden  und  ist  für  Versendungen  nach  den  Kolonien  speziell  eingerichtet.

Di

e  Expedition.
        <pb n="889" />
        837

Schiffsbewegungen  der  Woermann·  Linie  zwischen  Hamburg  und  WBest.  und  Südwestafrika.

 

 

Postdampfer

Reise

 

Letzte  Nachrichten

 

 

 

von  WT  nach  bis  12.  November  1901
„Adolph  Woermann“  .  Hamburg  l  Kamerun  am  10.  November  ab  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“.  Kamerun  Hamburg  am  11.  November  in  Axim.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  8.  November  in  Duala.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Loango  am  27.  Oktober  in  Lome.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Benguela  am  5.  November  in  Bissao.
„Eduard  Bohlen“  Kamerun  Hamburg  am  8.  November  ab  Duala.
„Ella  Woermann“  Gabun  Hamburg  am  11.  November  Dover  passirt.
„Ernst  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  10.  November  in  Hamburg.
„Greichen  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  1.  November  in  Madeira.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  7.  November  in  Sierra  Leone.
„Helene  Woermann“.  Lüderigbucht  Hamdurg  am  3.  November  in  Lagos.
„Irma  Woermann“  Benguela  Hamburg  am  6.  November  in  Hamburg.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Massabe  am  7.  November  in  Teneriffe.
„Kurt  Woermann“  Whydah  Hamburg  am  31.  Oktober  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Whydah  am  9.  November  Ouessant  passirt.
„Lulu  Bohlen“  Benguela  Hamburg  am  25.  Oktober  in  Accra.
„Marie  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  10.  November  in  Hamburg.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Mossamedes  am  8.  November  in  Loanda.
„Otto  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  5.  November  in  Grand  Bassam.
„Paul  Woermann“  .  Hamburg  Whydah  am  29.  Oktober  in  Conakry.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Sulymah  am  8.  November  in  Antwerpen.
„Thekla  Bohlen"“.  Loango  U.  Hamburg  am  30.  Oktober  ab  Gaoun.

Schiffsbewegungen  der  rs—iii  Oltafrila  ·  Linie  (Lasburg.—Ostafrikal.

 

Reichspostdampfer

Reise

Lehte  Nachrichten

 

 

 

von  nach  bis  13.  November  1901.
„Kronprin"z  Hamburg  Durban  am  13.  Nov.  in  Durban  eingetroffen.
„Konig“.  Hamburg  Durban  am  7.  Nov.  in  Mozambigque  eingetroffen.
„  Herzog“  Hamburg  Durban  am  11.  Nov.  Ouessant  pagsirt.
„Railer“  Delagoabai  I  Hamburg  am  12.  Nov.  von  Rotterdam  abgegangen.
„Admiral“  Delagoabai  Hamburg  am  9.  Nov.  von  Sansibar  abgegangen.
„General“  Durban  r  Hamburg  am  30.  Okt.  von  Kaostadt  abgegangen.
„Reichstag“.  Beira  Hamburg  am  13.  Nov.  von  Mozambique  abgeg.
„Bundesrath“  Hamburg  J  Beira  am  13.  Nov.  in  Mombassa  eingetroffen.
„Gouverneur"  Hamburg  Beira  am  10.  Nov.  von  Rotterdam  abgegangen.
„Präsident“.  Beira  Hamburg  am  12.  Nov.  von  Neapel  abgegangen.
„Kanzler“  Hamburg  s  Delagoabai  am  13.  Nov.  in  Port  Satd  eingetroffen.
„Sultan“.  —  «  —-  am  8.  Nov.  in  Bombay  eingetroffen.
„Safari“.  —  "„  —  am  11.  Nov.  in  Sansibar  eingetroffen.
„Peters“.  —  —  am  15.  Okt.  in  Mozambique  eingetr.

 

n„  IIIIIEILEILLLIILLIIIII  □umNNNNNNNNBBNNNNNNDNN  EIILIIEIELIIEIIIIILIIIII
——

vvodTTTJTNTTTT)TTWTWTNWVNWWWWNWNTJNFT

Wie  uns  die  Raubthierfallen  -Fabrik  R.  Weber,  Haynau  i.  Schles.,  müittheilt,
und  Stationschef  Küster  in  Deutsch-Ostafrika  mit  Weberschen  größten  Doppelfedereisen

 

fing  der  Leutnant
in  fünf  Nächten

6  Hyänen,  3  Schakale,  2  Ichneumons  u  und  vbverschiedenes  Kleinrauhzeug  ohne  jeden  Fehlfang.

 

 

Bekanutmachung.

Die  im  Prokurenregister  des  Bezirksgerichts
  Windhoek  bei  Nr.  4  eingetragene,
  dem  Kaufmann  Anton  Ober-Firma
  Thomas
Lambert  in  Outjo  ertheille  Prokura

prieler  fur  die

ist  erloschen.

Windhoek,  den  10.  September  1901.
Der  Kalserliche  Bezirksrichter.

(100)

 

 

Deulshe  Kolonialschule  Wilhelmshof

Witzenhausen  an  der  Werra
Beste  Vorbereitung,  praktisch  u.  theoretisch,  für  junge  Mmänner  von  17  bis
20  Jahren,  welche  über  See  einen  Beruf  als  Pflanzungsbeamte,  Land-  und
Viebwirthe,  Wein-=  u.  Obstbauer  suchen.  Lehr=  u.  Pensionopreio  Mk.  1000  jahrlich.
Prospekte  und  Lehrplan  kostenlos.

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Inserate  (für  die  dreigespaltene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  25  Psennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  SW.  12,  Rochstraße  —

 

einzusenden.

 

 

–  (104)

Direktor  Faha#rius.
        <pb n="890" />
        In  Sachen,  betreffend  das  Aufgebot
der  Nachlaßgläubiger  des  am  2.  April
1901  in  St.  Matthias  verstorbenen
Rentiers  Bruno  Mencke  aus  Hannover,
  werden  sämmtliche  Nachlaßgläubiger
  aufgefordert,  ihre  Forderungen
unter  Angabe  ihres  Gegenstandes  und
Grundes  unter  Beifügung  urkundlicher
Beweisstücke  in  Urschrift  oder  Abschrift
bis  spätestens  zu  dem  am
1.  Mai  1902,  mittags  12  Uhr,
im  Gerichtsgebäude  —  Hallerstraße  1,

Zimmer  87  —  (155)
anberaumten  Aufgebotstermine  beim
unterzeichneten  Nachlaßgericht  —  Aktenzeichen
  F.  3/01  —  anzumelden,  widrigenfalls
  die  gesetzlichen  Nachtheile  eintreten.

Hannover,  den  28.  Oktober  1901.

Königliches  Amtsgericht  2  F.

Bekanntmachung.
In  das  Handelsregister  A.  des  hicsigen
  Bezirksgerichts  ist  heute  unter
Nr.  8  die  Firma

„Alfred  Berger“

zu  Windhoek  und  als  deren  Inhaber
der  Kaufmann  Alfred  Berger  dar
selbst  eingetragen  worden.  (8)

Windhoek,  den  23.  Seplember  1901.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Gicht.

Von  der  Missenschaft  ist  anerkannt
und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Welt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel-Störungen
  (Nierenstein,  Blasenstein).
In  Folge  seiner  unbegrenzten  Haltbarkeit
  —  auch  im  tropischen  Klima
—  kann  die  Trinkkur  überall  in  der
Welt  mit  gutem  Erfolg  vorgenommen
werden.  Gebrauchsanweisung  versendet
  die  Brunnen-Verwaltung  Bad
Salzschlirf.  (110)
Export:  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

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beschr  ibend.  Text.  Prels  N.  5.00.

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24  versch.  Ansicht  karten  v.  Kamerun
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in  Wollenbüttel  (erreptk.  Nraussekweill.
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hervorragender  Mitglieder  der  Dentschen
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derusalemerstr.  28  (I,  937  u.  5680.
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in  Dresden,  Frankfurt  n.  M.,  Kassel,  Leipzig,  Wiesbaden.

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Kamerun-  Kakao  und  Schokolade.  Chinesischer  Thee.  Kokosnuss-Fett.
  Palästina-Weine.  Kola-  u.  Massoi-Liköre.  Vanilile.  Zigarren
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250  Mk.  Klautschau-Zigaretten.

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Grossherzogs  von  Mecklenburg-Schwerin.

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bach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  In  den  Tropen
reelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutsehen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektlon  von  Brutto  5  resp.  3  Kilo  incl.  Emballuge.
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J  Fabrik:  N.,  Usedomstrasse  21.  l##en:  Ian  II.  25.

J  Telegramm-Adresse:  Tippotip,  Berlin.  Code:  Staudt  &amp;amp;  Hundius  1882/1891.
+  Bank-Conto:  Deutsche  Bank.

J  Filialen:  S

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*  Swakopmund  (Deutsch-Südwestafrika),  unter  Firma:  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  G.  m  b.  H.
Tsingtau  (Kiautschau-Gebiet),  unter  Firma:  Kiautschau-Gesellschaft  m.  b.  II.

i  Tientsin  (China),  unter  Firma:  V.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.

+4

     

 

 

.  W.  W»s..  .  W
YO-«s-s—«-.x-Z-:L-.«.X.-.x.-N.-.C-Z,f-x.-,x,-x.-x-TVTWVXV»,N-:»Mx  WWMN
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Seiner  Majestät  des  Kaisers  und  Königs
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von  Mecklenburg-Schwerin
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Leinene  und  baumwoll.  Stofe  Schuhwaaren  Wirthschafts-  Srtikel  Tolletteseifen  und  Pu##s
Kleider-  und  Besatz-Stote  Regenschirme  Lederwaaren  Schokolade,  Kalso
Gardinen  und  Möbel-Stolle  Uhren,  NBusilkwerke  Reise-  Utensillen  Thee,  Biskults,  UIköre
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Damen-TKonfektion  Schmuck-Gegenstinde  Jaodsport-Artikel  Brleipapiere.
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        Ernent  sei  empfohlen:

Kurze  Anleitung

5er  —

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—  **F
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Samoanischen  Spracht.
*76o  –

 

netst  einem  Andende:

Mit  es#z  :  ::z  l##:
Mk.  1.50,  geb.  Mk.  5,

 

7.
–  —.

5  "
—  –  –

—
i.

E.  S.  mittle  r  (  —«bn
A·Zs.".-«'-.;-,«--«...««F-··::J.Ex»J-··

 

  

Grammatikajlohahalarjum

Speis-l  Geschail

Tmpettfl  qsmstwgvn

Tropen-  Uniformen,
Tropen-  Civil.

Gustav  Damm,  33

Spezialität:  Jropen-Reitßosen,  ohe  jed#
Kriediuck,  ohne  Spannung  im  Spak.

Cordrel#boese  D.  R.  G.  M.  Usu,

ohne  Schrittnaht,  ohne  Falten  innen  am  K#O
dasselbe  weit  ausgearbeitet  und  dem  Sitn  aul  ##
„Peerde  entsprechend  winklich  geschninen  1#.
wildledernem  Kniebssakz  Mr.  2.0

%%  Kbastenmröenes  Ledertuch,  ##

 

Meteoroloqische  Notizen.

 

 

 

 

 

 

 

Soeben  erochien:

Otto  Graf  Moltke

Miglied  des  Hauses  der  Hbgeordneten,

Die  Entwicklung
#"  der  deutschen
Verkehrsmittel

unter  der  Konkurrenz  des  Huslands

Eine  Studie.  —  60  Pf.

Uerlag  der  Konigqlichen  Hofbuchhandlung
von  S.  8.  Mittler  &amp;amp;  FVGohn  in  Berlin.

 

 

 

Diese  Studie  verdient  lebhastes  Interes#e:
die  Nothwendigkeit  einer  ziel
bewussten  Konzentration  aller
Wirtbschaftlichen  Kräste  und  der
gleichmässigen  Husbildungaller
Verkehrsmitte!  wird  in  knapper  Beweisführung
  dargethan.

 

 

 

 

 

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ist  als  4.
beste  Wasserffitzbeteschret
  unde
Medicinal-Abt.  des
Königl.  Preussisehen

Gegsminszen
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—  den  mit  einem  Eisschrank  so  "6

auel  kür  Kraftbetrieb.

 

 

 

 

-«««  -  Mehr  als  —
Heinrich  Hir  Zel,  Leipzig  Plagwitz

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        845

 

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in  dentsch.  tranzbsisch  u.  englirch.  warenreichen.  zur  Ausführung  gebracht  werden.

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Tuttlingen  (Süddeutschland).  7
Zweiggeschäfte:  Berlin,  London,  New  Tork.
Spezlalitlit:  Aesculap  Die  Firma  detaillirt  nicht  selbst;  “

.  ihre  Fabrikate  sind  fast  in  jedem
Fabrikation  Instrumenten-Geschäft  der  Welt  1
erhältlich;  aber  nur  echt  u.  unter
C  s  s  voller  Garantie,  wenn  mit  neben-Hirurgie
  ·  IlsnIIIIIsIIjsIL  stehendem  eingetragenen  Waren-—
  zeichen  verschen.  (159
Katalog,  mit  über  2000  Abbildungen  Dle  Krälen  Lieferungen  Für  Milsä#  u.
–  ngetr.  die  Kolonlen  können  In  kürzester  :elt
¾

 

 

 

Das  Wagnrenhaus

Ur  deutsche  Beamte  A.-C.,
Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,

Telegramm-  Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Berlin,

U  für  den  Export  aller  Arten  von  Verbrauchs-  wie  Gebrauchs-Gegenständen  (Lebensmitteln.
enserven,.  Wein,  Bekleidung.  Wische,  Einrichtungen  u.  s.  w.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Den  Deutschen  im  Auelende  werden  dieselben  billigen  Preise.  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.
boten,.  velche  die  inlindischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (über  38  000)  geniessen.

Die  bewährten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuchden  Einrichtungen  des  Waarenuses
  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlassigste  Ausführung  jedes  Auftrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenstäinden,  so  u.  A.  für  Fettwaaren  (z.  B.
itter,  Käse  p.  p.)  und  Fleischwaaren  (z.  B.  Wurst,  Schinken  p.  p.).  bringt  das  Waarenhaus
Dnservirungsmethoden  zur  Anwendung,  die  sich  selbst  in  den  heissesten  subtropischen
ndern  vollkommen  bewährt  haben.  Die  Conserven  aller  Alt  entstammen  nur  den  leistungsrigsten
  Conserven  -  Fabriken.

Das  Waarenhaus  sorgt  stets  für  erprobt  seetüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nach
eeeischen  Ländern  und  ist  erbötig,  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
d  Voeckung-vosten  Gegenstinde  beizuschliessen.  welche  dem  Waarenhause  eventuell  von
r#andten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendong  übergeben  werden.

Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellers),
un  die  Spesen-Rechnungon  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  veiteren  éErnnrds
erhoben  verden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  nachlbhenden
  Zahlungsbedingungen.

Aufnahmebedingungen:  10  Mark  für  eine  Kauferlaubnisskarte  auf  Lebenszeit.
MEn  Mitgliedem  erwachsen  aus  ihrer  Mitkliedschalt  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jährlich  erscheinenden  Preislisten.  Nachtrige,  Verkehrserleichterungen  werden  nach
gscheinem  den  Mitgliedern  im  Auslande  punktlich  und  frei  zugesandt.  (59

Zahlungsbedingungen:  Eriichtung  eines  Contos  durch  Baareinzahlung  oder  Accreiv
  auf  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Wuaren  oder,  wo  angängig,  Ver-—dung

  der  Waaren  unter  Nachnahme.  Das  Dlrektorlaun.

 

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frischen  Cone  des  Erzählers,  der  auch  reikvolle
Kleinigkeiten  nicht  unbeachtet  lässt,  die  Erlebnisse
und  Eindrücke  des  Kugenblicks  wiedergiebt,
bat  er  sein  Werk  zu  einem  anmutbig  unterbaltenden
Lesebuche  gemacht,  das  der  Leser  mit  warmer  Cbeilnahme
  für  den  Uerlasser,  an  vielen  Stellen
auch  mirt  po##  Spannung  geniessen  und  sicher
nicht  obne  Befriedigung  aue  der  Band  legen  wird.

 

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vom  Uerlage  S.  S.  Mĩttler  K&amp;amp;  Sohn,  Berlin  S#|11.
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Dr.  114  v.  18.  Mai  1001  schreibt:

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Dampfmaschinen  und  Dampfkessel  verschiedener  Systeme,
Hydraulisch  betriebene  Wasserhaltungsmaschinen  für  Bergwerks-Lufteompressionspumpen,



(swecke,

Pumpmaschinen  für  Wasserversorgung  und  Kanalisation,
Elektrische  Beleuchtungs-  und  Kraftübertragungsanlagen.

 

Musik-  Instrumente

aller  Art
aus  erster  Hand
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Herm.  Oskar  Otto,
Narkneukirchen  Nr.  870.

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Maschinenfabrik  u.  Eisengiessere
He##  M#schis#,  Weu#,
zur  Blech-  und  Metallbearbeltun
Grösste  deutsche  Fabrik  dieser
Branche.  über  850  Arbeiter.

Illustr.  I’rcislisten  frei  u.  kostenlo- 



 

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Papierwaaren,

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Essenzen.
Kohlensäure.
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Vortreter  gesucht.  Prospekte  gratis!

  
 
 
 
 
  
  

.  87671.

.  lit.

 

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in  unübertroffener  Konstruktion  und
Leistungsfahigkeit  hbum  als
Spbezinlitüt
Franz  Rings,  Köln-Sülz.
li  HRcclerenzen  erster  Firmen  der
luhakh#ranche  des  Il-  u.  Auslundes
I’rospekte  ku##tenfrei.  51)

 

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Kirchen,
I.  Fabrikat.

t  ropenfester
Husfübrung.

Hermann  Burger,
Bayreuth.

  

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Welssenteis  A.  S.
empfiehlt  ihre

-unden  und  klschen  Molz-  sowie  Federkiel-Zahnstocher.

Spezialität:  Holz-  und  Federkielzahnstocher  mit  Firmendruck.
Leistungsfählgste  und  solideste  Bezugsquelle  der  Branche.

Preisliste  auf  Wunsch  gern  zu  Dlensten.

(§70)

 

Pototschnig  &amp;amp;  Frankel

Triest.

Korenl-L#entun  auszeungischer  Emortun
u#n  Hohpradukton  kür  den  Verkauf  in  Eursbe.
Weitere  Vertretungen  von  Prima-Firmen
  werden  gerne  übernommen

Vertreter  Iin  Europa  gesucht,  sowelt
noch  ulcht  gebunden.  (iunl

 

Eisenkonstruktionen.

Wellbleche,  schwarz  u.  verzinkt,
Pat.  Kandelaber,  aus  profilirtem,
verzinktem  Eisenblech,  leicht,
reparaturfähig,  billig.  D.k.P.  50  527.

Tilmanns  sche  Eisenbau  Aet.  Bes

 

 

 

 

 

Remscheid.  (10)

ebrauchemuster

   

 

1.1

 

Gegt  187“.  W###

Richard  Lüders.  Cörit.

Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik.  E.  m.  b.  U.
Liegnitz  143,

Flügel  u.  Pianos.
17  mal  prämirt.  =
300  Arbeiter.

W.  Homann  &amp;amp;  (.

lamburg.  Luisenhof.
Commission  —  Assecuranz  —  Speddtn

von  und  nach  *
den  deutschen  Kolonien.

L—  X

Berlin  &amp;amp;  29.
Hessinglinlenfabrik  ur
Schriftgiesserei,  A.-9

Export  aller  Hrulliel  fur  Typognaphlen
        <pb n="901" />
        A  eistungsiähige  Firmen  auf  n  ĩm  XXV

—  849  —

—  —  2

S#

und  Verkehrs,  der  Industrie  und  Technik.  2

(Anzeigen  werden  jederzeit,  jedoch  nur  für  ein  kanzes  Jahr,  ungenommen.  Ein  Klstohen  (24  mall  =  Mk.  45.—.  swei  Klstchen  =  Mk.  85.—,

drei  Klichen  =  NMu.  125,—  netto.)

 

Joseph  Gautsch
känigl.  baper.  Hof-Meis#snsfsbril

  u.  Wachsbleiche
Müchen,  Hympbenhurgerst.  3.

Fabrikation  aller  in  die  Branche
einschlägigen  Artikel.  (116)

 

Schälmaschinen

um  Schälen  von  Reis,  Gerste,
Erbsen,  Hafer,  Ricinus,  Pteffer  etc.
liefert  in  allen  Grössen  in  vollendetster
  Ausführung  (s0)

Liesmn,  Maseh.  Fabrik,  Ditierield.

       
    
       

 

Afeifwe  Prachtf-Kafa#o  Zge
pten

mit  Kultur-Anweisungen  und  Kochreze
Garten-Litteratur,  Kalender  und  Notizen  über
alle  gerrde  für  dortiges  Klima  vorzbglich

gellei-  *8
ain  Gemüse-  und  Biumensemen

Blumenzwiebeln,Knollen,  Pflanzen  etc.
stehen  auf  Wuns’’#h  Sofort  zu  Diensten.

Friedrich  Spittel,  Arnstadt
bei  Erfurt  i.  Thür
Samenkaulturen.  Samenhandlung,  kunst-  und
Handelsgärtnerei.  (122)

 

Simmel

(667)

Fabrik  für  Fahrgeschirre

Reitslttel  für  Herren  u.  Damen
Jadl  md  Reitsstaschen,  Noecatsaint.

Philipp

Breslau  V.

 

Dampipflüge
Strassen-Locomotiven
Dampf-Strassenwalzen

Ueforn  in  den  vollkommensten  Constr.
und  z#u  den  mälssigsten  Preisen

John  Fowier  KCo.,Magdeburg.

 

 

 

Leim
thierischen  Ursprungs,  In  Tafeln
und  Palverform  empf.

Mh.Pyrkesch,  Chem.  Werhe  „Cer#ss“

Ratibor
Deutschland  (Schlesien).  (e)

——————————————J—————-ee%

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Spezialität:  (un)
Für  die  Tropen  extra  gearbeitete

9
9
9
Patent-Dachpappe,
.
"1.

 

 

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Theer,  Holzcement  etc.  etc.

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————  ————  ——————  ———————

eifenund

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sowie  Einrichtungen  für  Talgschmelzen,

  Speisefett-,  Fettlaugenmehl-

  und  Krystallsodafabrikatlon,

Wasserglasauflösung.  Oelbleicherel
etc.  etc.  liefern

C.  E.  Rost  &amp;amp;  Co.,

 

 

Dresden  4.  (105)
Beste
»k«  Näh-  und
hHäkelgarne.
Fabrik:
Hern.  Bizuowit#
Chemntz.

 

 

 

 

dde——————————#.——————  &amp;amp;

Tolhausen  &amp;amp;  Klein,

Franklurt  u.  Mnin.
Spezialität:
„Tolly“-Weizenpuder  f.  Feinbäckerei,
„Tolly“-Strahlenstärke  f.  Wuscherei,

„Tolly“-Weizenschabestärke  für
Klebezwecke.
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für  Schuhmacher.  (134

 

 

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für  Gasglühlicht-Beleuchtungs-  und
technische  Zwecke.  (Kein  Acetylen!.
8  höchste  Ehrenpreise.  Patentirt
in  allen  Kulturstaaten.
Keer  re  Bonsenbrener
r  Gasglühlicht,  D.  R.  G.  M.
Gaslampen-Aufzugsvorrichtung  0.R.S.  W.
Gasmaschinenfabrik,  A.-G.

Amberg,  Bapyern.  (100)

 

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Motorboote

Export  nach  allen  Weltthellen.
Ueber  1000  erste  Referenzen

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russische  Behördon.  Miinnen  u.  S.  v.  123

u.  A.:

Schiffsschrauben.

Berechnungen  und  Kataloge  kostenfrel.

 

Fried.  Krupp
Stusonwerk

Macdehurg-  buc  kau.

 

l#te:  Schäl-  und  Poliermaschlnen.
Excelsiormühlen,

Walzenmühlen,  Kugelmühlen,

Steinbrecher.  1½

Erz-Anthereitungs-Anlagen
Zuckerrohr-Walzwerke.

T’reisbücher  kostenfrei

 

 

 

 

 

 

 

—  ——

 

Musikinstrumente

Spechallllt:  Salten-  und  Blaslnstrumente

Kl.  Meinr.  Ummermann  in  Leiprig.
Geschäftshäuser:  (145)
St.  Petersburg,  Moskau,  London.
Neu  erschienene  Preiasliste  krei.
        <pb n="902" />
        —  850  —

—  22  29  e###  —

„Tleinungstchige  simen  aa  n  Tchcb  1#  gn  u  sosn.  eissne  u  seunn.  ¾

(Anssigen  werden  jederzeit,  jedoch  nur  für  ein  ganzes  Jahr,  angenommen.  Ein  Klstchen  I24  mall  =  NMl.  45,—,  swei  Klstehen  =  NMr.  85.—.
drei  Klstchen  =  UMk.  125.—  nelto.)

Dr.  Theinhardt's  Kindernabhrung

Zwekmuassigste  lErganzung  der  verdünnten  Kuhmileh  zur  Erzielung  güustiger
Lrhährungeresultate  ei  Säuglinzen.  Stet-  guter  Urlolg  bei

 

 

 

 

Verdauungsstörungen,  Bhachitis,  Scrophulose  und  Brechdurchfal.
Uilimn  Aminnd  loch  General-Debots  zu  vergeben:  Reflkrtanten
Kanfer  für  cigene  Rechhung  Kollen  sdich  diesrerhult,  wemnden  an  11

70)“.  1  70„e’dde’s  VdA’+TTRNCSCMNSCNN,  CRNRRSt„TCII  J¼

 

 

 

 

 

 

—.—  —

————.—  —
WI%#  forderr  die  MWelt  Hheraus,

ebenso  gute  Sägen  und  Werkseuge  2u  cchen,t  wie  wir
rie  liesern.  Es  liegen  unansechtbare,  freiwillige  Berickit
und  Helcge  aus  allen  Welttheilen  von  konipetenten  Ge.
brauchern  darüber  vor,  dats  unsere  Fubrikate  tron
ihrer  mlssigen  Preise  jedes  beste  undere  ameriba.
nische  und  ssonstige  Fabrikal  an  Leistungssũliigkeit  vti
übertreßen  —  Hestellen  Sie  Proben,  ickreiben  Sie  un:

un  Prospekle  und  Preise  /  (6)

J.  D.  Dorninicus  &amp;amp;  Sölpe,

Krschhed-  Fieringa#usen.  rabrik  se#.#
Hei  Ansragen  u.  Austràgen  erbilten  Reserenten.

 

DDominicusadohnes
«  lkPEMSCHEIDVIernUhausemPs  x

  
  
  

I  (
H17
i  «  —

—

—  —S  O  rs1  ———.————
——...  —  1  1  EE  ——“

1  *.—  inn  –vr  2

2  «  Altbewährtes

#nlin  —  daànos  uerwan
Das  mildeste,  verlählichste,

angenehmste  Rbführmittel.

Ueber  1000  Atteste  hervorragender  Aerzte.
Gegen  Constipation,  bei  Fettleibigkeit  &amp;amp;  congestiven  Zuständen.

 

 
 

 

   

    

 

 

 

 

 

Unentbehrlich
in  den  Tropen.

Ein  Naturschatz
Von  Weltruf.

 

 

 

 

 

 

Bei  Leberleiden,  Malaria,  Dysenterie  und  andern  Tropen-Affektionen.

„Harzar  Sanerbrunnen,  CRALHGI

»  —
Reinstes  und  wohlschmeckendstes,  natürliches  kohlensaures  Mineral-Wasser.
  Leicht  verdaulich  für  Gesunde  und  Kranke.  Zum  Mischen
mit  Spirituosen,  Wein  und  Fruchtsälten  vorzüglich  geeignet.

·  ————GwsserExportnachallenWelttheilem
J·'-Y  Vertreter  für  den  Export  die  Herren  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

Harzer  Sauerbrunnen  Grauhof  in  Goslar.
        <pb n="903" />
        .—

Die  Oie  Erzlehung  der  deutschen  n  Jugend

im  Auslande-  uunn-.

Ratgeber  für  Eltern  und  Erzicher
Fon  Schultivektor  Schäfer  in  Galatz.

8  Mk.  60;  geschmach  voll  LFeb.  4  Mk.  5.

 

 

Ralmund  Gerhard,  Buchhdlg.,  Lelpzig.

Russland  in  Aien.

B/l.  I.  Transkaspien  und  seine  Eisenbahn.  4  Mk.

B4  II.  Krahmer.  Russland  in  Mittel-Arien.  4.50

Bll.  111.  „  Sibirien  und  die  groste  Sthirische
Eis-  nahn.  2z.  verl.erte  Aufl.  7  Mk.
Bd.  IV.  „  Ru-sland  in  Ostatien  (mit  bes  Berück
  sichtigung  d.  Dandschurei.6Mk.
Bd.  W.  „  Das  nordöstliche  Küstengeliet  der

Orchotzkische.  Giehminskische,  Pebropow

  low  .  che  und  Anadyr#heirk.

  8  Mr.  (160)
Aus#mhrliche  rospe  kkte  grtis  und  Iranbo.

Veriag  von  Zuckschwerdt  &amp;amp;  Co.,  Lelpzig.
Deutsche  Mikswisende  der  Emunt

von  Fr.  Ruhle,  Oerlehrer,  4  reich  illustr.
Bände,  à  über  200  S.  (Nachtigal.  Wissmann,
Emin.  Pete  r#).  fei  gabunden  à  2.80  Mk.  bie
„Nordd.  Allg.  Zeitg.“-  rühmt  dio  von  patriotischem
  Geiste  durchwehlten  Darstellungen.

Müster  V.  Asehendorffsehe  Yerlossbrehhdlg.

 

 

—  851

Empfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.

 

Das  Universal-Briefm.-Album

dan  nützlichste  G.schonk.  denn  Sielend  lernt
die  Jugend  (lahbei  (idographie,  guten  Nerchmack,
scharlte  Unterscheidunz  kahe  ote.  Prelsl.  gr.
a.  b.  Postk.-,  Liebigb  -,  Stollwerckb.-Album.
I’rohe-No.  uns.  Blm.  Stg.  „DiePot  “  geg.  Doppelkarte.
  Feodor  Reinboth,  Verlag.  Lelpzlg.

 

Veriag  von  Fr.  Lehmann,  Tweibrücken,  Pfal.

Heventlow,  Die  deutsche  Flotte.

Ihre  Entwickelung  u.  Organisation.

8  Format,  300  Seiten  Text  mit  112  feinen
Textbillern.  2  prachtvollen  Lichtdrucken
und  51  feinst  kolorirten  Tafeln,.  In  ele-Fantest.
  Farb-  idrurkleinenband  nur  M.  3.—
Fernor  (156)

Mächtig  zur  See.

Streiflichter  und  Thatsachen  von
der  deutschen  Flotte.  Von  *##  .

Gus  80.  48  Seiten  mit  über  20  feinen  Textbildern,
  1  fein  kolorirten  Schiifsskirzentael
  urd  feinst-m.  eliguntestem  F.drhendruck--umschlakx.
  darstellen  die  sämmtlichen
Flaggen  des  neuen  Signalbuches.  und  2
pracht  volle  Schlffsaquarelle.  Preis  nur
40  Pf.  (im  Uundert  bezogen  nur  30  Pf.)

 

Noritz  Jahr  des.  m.  P.  H.  in  Gera  (Keuss)

   

 

 

Maschinenfsbrik,  kissngisssorsi  u.  Kesselschmisde.
Gegründet  1841.

Speziaitat.
Maschinen  für  Bleicherei,
Färberei  und  Appretur,
Dampfwiüschereien
für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

6)

 

 

——

rvVYVVVVNVr’ryrhe

 

 

o##yoiiyrr

 

10  goldene  und  silberne  Meduaillen.

Präwürt  Paris  1900.

Dächer.

Prämitl  Pariz  1900.

asserdichter  Leinenstoff  für  Bedachung  #07  Getauden  seder  Art.  Tronr-Ianten,

  Ausstellungsbauten  ohne

 

Schalung  (Berlin  1806  10  000  cm.  Paris  10900  15  000  dnu).
für  InnenbeKleidenz

Oher.  Für  Tropen  tcelznet.  Auch

Leicht,  s  turmeicher.  hellfurbls.
von  Fahriken.  Bleicherei,  n.

Flrbereien,  dan  radr  Sehntz  der  Hollkenstrukt#onen  geen  aufasteigend.  Dämpfe  Zahl-Nich
  China  für  Eindeckung  frstsztechender
Errort  nach  allen  Lfndern.

reich-  Allte.

reiche  Tropenhäuser  k-decrkt.

Ca.  2  Milllönen  Meter  vers  andt
und  zerle  gharer  Kriegebararken  150  000  dm  gaief#  rt.

Zahl-Extra-Duchpappen

  „Elnstique“  (#  st  wie  Lder  und  biegsam,  auch  lm  Winter

 

auch  für  Tropen  guitnt.
deetransport  auskeschlossen.

Erfluder  und  alleiriger  Fal#rikant)
Uehernahme  dureh  kross“  Dalnferlinien.

ntlesch  und  Iim  Sommer  nicht  anslautend.

Selbstentründunz  belm

Holzeement  b„  Elastiquc“.  Isolirplatten  zum  Ab/Kn  von  Miern  u.  G.  wilsn.

 

Pr.s“  Prohen  und  I’rospe
Dietrikte  gesucht.

zur  VartÜanng.
Seit  Jahren  #rosse  list  nutzenfllrilnsAllmnlrtjxss
utxdsllilwesstxihika,Kjautsrhoukitm

ehr-  Flckeberg.  Berlin,

 

EIIIIIIIII  -  ix.  Hilligste

S.Iv.nt#  l’irmen  f#r  All.  inderkanf  #uroser

Amt  nach  Ost-(00,



Nlederingen  In  Dar-e#-Kuinm
und  Shunghal.

 

 

 

1  —7

nennen  die  „Grenzboten“  in  Uebereinstimmung
  mit  den  angesehensten
Organen  der  d.  Presse  des  schwedischen
  Volkswirthschaltlers  Cust.
F.  Steffem  dreibändig.  England-KMer#k#:
  6n
I.  „Aus  dem  modernen  England.“
Ilustr.  ungeb.  7  Mk.,  gebd.  9  Ak.

II.  „Streifrüge  d.  Grossbritannien.“
Illustr.,  ungeb.  7  Mk.,  gebd.  9Mk.

III.  „England  als  Weltmacht  u.  Kulturstaat.“
  Ung.6  Mk.,  gebd.  7.50  Mk.
Deutsche  Ausg.  v.  Dr.  O.  Reyher.
Frei  von  aller  Voreingenommenheit
  für  und  wider  die  Engländer
zeichnet  Steffen  scharf,  in  grossen
und  sicheren  Zügen  Staht  und  Volk.
„Die  gesammte  moderne  Publizistik
Ist  auf  dieses  Stundard  work  geradezu
  ungewiesen.“  Leipz.  N.  Tachr.

Verlag  von  ei  Hobbinge  4  Büchle  Stuttgart.

 

Aktuell!

Der  Krieg  in  Fu-  At

Seins  Lehron  #or  Beutsch-S0Odwestalrius.

Nach  einem  Vortrag
gehalten  in  der

Abtheilung  Bremen  der
Deutschen  Kolonial-Gesellechaft

von

Dr.  Georg  Hartmann
75  Pf.

 

 

 

Preis

Verlag  d.  Kgl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWt,  Kochst.  68—71.

bie  Sehrift  ist  fürjedenDentschen

von  aktuellem  Interesse;

sie  unterzieht  anläüsslich  des
süduafrikanischen  Krieges
zwischen  den  Engländern  und
den  Buren  unser  Schutzgebiet
in  Deutsch-Südwestafrika  einer
Betrachtung  duranfhin,  welche
Lohren  wir  aus  dem  herrschenden
Kriege  für  unseren  afrikanischen
Besitz  zu  ziehen  haben.

 

Zu  beziehen

durch  alle  Buchhandlungen.
        <pb n="904" />
        WOERMANN-LINTEZ.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

Am  15.  November:  P.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt.  Meyer,
via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elftenbein  küste,  Accra,“
Kongo  und  Angola.

Am  22.  November:  P.  D.  „Ernst  Woermann“,  Capt.  Triebe,

nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  November:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Schade,
via  Rotterdam  nach  Liberia,  Acora,Lome,  ’Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerun,
und  Congo  Français.
Am  1.  Dezember:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Carstens,
nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Bénin.

Am  5.  Dezember:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Maurer,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Lecne,  Sherbro.

Am  10.  Dezember:  F.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt.  Jeusen,

via  Southampton  nach  Nadeira,  Liberia,  Axim,'  Secondee,  Cape  Coast,  Accra,“
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,  Plantation,  Kribik  und  Fernando  Po.

EZEZEzxpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

4ile  Güter  müssen  zibet  Tage  vor  dem  459gansdafum  bis  12  Uhr  mittags  Ingsseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  W  oermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (12)  Hamburg,  Afrlka-Haus,  Gr.  Reichenstr.  25/N.

Deutsche  Ost-Afrika-Linie

Unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche.

Mittelst  erstklassiger  Reichspostckampfer  von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlaufend)
nach  Mombassa,  Tanga#,  Zanzlbar’,  Dar-es-  Salanams“,  Kilwa.  Lindl.
Mikindani,  Ibo,  Mozambique'“,  Quellmane',  Chinde  ".  Beira“,  regelmäsiz
alle  14  Tage  durch  den  Suez-Kanul,  zunächst:
ab  Huamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Couverneuf“,  Capt.  Staaol  6.  November  22.  November

*R.  P.  D.  „Kurfürst“,  Capt.  Doherr.  .  20.  November  6.  Dezember.

Die  mit  einem  *  bezeichneten  Dampfer  laufen  nur  die  mit  gleichem  Zeichen  versehenen  Häfen  an  und
nehmen  dorthin  sowie  auch  nach  Chinde  Passagiere  aller  Klassen,  Ladung  indessen  nur  nach  Chinde  u.  Beirn.

Von  Hamburg  (Zwischenhäsen  anluufend  nuch  Delagoabay  und  Durbaen.  regelmüssig  alle  14  Taxe,
abwechselnd  durch  den  Suez-Kanal  und  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung,  zunächst:

 

 

ab  UHamburg:  ab  Neapel:
E.  P.  D.  „Kurfürst“",  Capt.  Doher  20.  November  6.  Dez.  via  Suez
R.  P.  D.  „Kalser“,  Capt.  l'ohlenz  .  .  .  4.  Derember  —  via  Las  Palmas
R.  P.  D.  „Admiral“,  Capt.  Ahrens.  .  .  .  .  18.  Dezemher  3.  Januar  via  Suez.

Von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlaufend)  nach  Kapstadt,  Port  Elizabeth  und  Eanst  London,  alle
4  Wochen,  über  die  Canarischen  Inseln.  zunächst:
ab  Hamburg:  ab  Las  Palmas:

E.  P.  D.  „Kalser",  Capt.  Poblenz  .  .  (.  Dezember  156.  Dezenber.
Die  Dampfer  haben  vorrupliche  Einrichtungen  r  Fussagtere.
Dirxekter  Durchrerkehr  von  Inlaund-Plltzen  nach  den  meisten  Hüäfen  B

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  wegen  Pussage:  Nüheres  wegen  Fracht  und  Pussage:
Hamburg-A4mertiKa-Linde,  Deutsche  Ost-  4frika-Linie,
Abtheilung  Personen-Verkehr.  (u#)  Afrikahaus,  Gr.  Reichenstrasse.

Verantwortlicher  Nedakteur  fur  den  nichtamtlichen  Tbheil:  M.  Junge,  Berlin.
Nerlag  und  Druck  der  Koniglichen  Hofbuchbandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  November  1901  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="905" />
        eutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauegegeben  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärkigen  Auis.

—  ——-Sl

  ran  —

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  1  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  viertelfährlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutag  #nel.,  herusgegeben  von  Dr.  Freiher
v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Ab##unementopreis  für  dads  Kolonialllatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streisband  durch  die  Verlagsbuchhiandlung  Mk.  3.50  fur  Deutschtand  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Oosterreich  -  Ungarn,  Mk.  3,75  für  die  Länder  des  Weltpostwereins.  —  Cinsendungen  und  Amrtagen  sind  an  die  Könialiche  Hofbuchhandlung  von
Erust  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Koch  str.  66—71,  zu  richten.  (Eingem.  in  der  Zeitungs-Vreisliste  für  1901  unter  Nr.  200.)

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verfugung,  betreffend  die  Regelung  des  gerichtlichen  Kostenwesens  in  den  Schutzgebieten

Afrikas  und  der  Südsee  S.  J53.  —  Ernennungen  der  Mitglieder  des  Kolonialraths  S.  804.  Statutenänderung
der  Gesellschaft  Nordwest-Ramerun  S  855.  —  Nachtrago  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Neu-Guinea

  zur  Verordnung  vom  10.  August  1899,  betreffend  Erkrankungen  und  Einfuhr  von  Rindvieh  S.  855.—
Verordnung,  betreffend  Abänderung  der  (vewerbesteuerverordnung  fur  die  Marshall-Inseln  vom  13.  November  1895
S.  856.  —  Personalien  S.  856.

Nichtamtlicher  Theil:  Kolonialrath  S.  857.  —  PVersonal-Nachrichten  S.  864.  —  Deutsch-Ostafrika:
Die  Landschaft  Unnika  S.  865.  —  Kamerun:  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  865.  —  Togo:  Zu  den  Abgrenzungsarbeiten
  in  Togo  S.  865.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  805.  —  Deutsch=  Südwestafrika:  Reise  von
Grootfontein  nach  dem  Okavango  (I.)  S.  366.  —  Der  Stand  des  Eisenbahnbaues  in  Deutsch-Südwestafrika  S.  868.
—  Engländer  und  Buren  in  Deutsch-Südwestafrika  S.  869.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Das  Geld  der  Naper
S.  870.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  872.—  Aus
fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Deutsches  Crholungohaus  auf  der  Insel  Sansibar  S.  875.
—-  Sudafrikanische  Nutzbölzer  S.  875.  —  Die  Goldausbeute  Rhodesias  in  den  ersten  neun  Monaten  1901  S.  875.
Angliederung  der  Cookgruppe  an  Neuseeland  S.  875.  —  Die  Nosellapflanze  in  Paraguay  S.  875.  —  Verschiedene
  Mittheilungen:  Bekämpfung  der  Tsetsefliege  S.  876.  —  Litteratur  S.  S877.  —  Litteratur-Verzeichniß
S.  878.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  878.  —  Anzeigen.

Beilage:  Die  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten  in  Afrika  und  der  Südsee.

Amtlicher  Theil.

Grletze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

—  ——  —  ——

Verfügung,  betreffend  die  Negelung  des  gerichtlichen  Kostenwesens  in  den
Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee.
Vom  28.  November  1801.

Auf  Grund  des  8  10  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen
Schutzgebieten,  vom  9.  November  1900  (Reichs  Gesetzbl.  S.  1005)  und  des  §  3  des  Schutzgebietsgesetzes
(Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  809),  in  Verbindung  mit  §  74  Abs.  2  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit,
  vom  7.  April  1900  (Reichs-Gesetzbl.  S.  213),  wird  für  die  Schutzgebiete  Afrikas  und  der  Südsee
Folgendes  bestimmt.

*  1.

Die  Gebühren  der  Gerichte,  Zeugen  und  Sachverständigen  werden  im  Betrage  der  Sätze  erhoben,
die  in  den  im  §  19  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  bezeichneten  Vorschriften  bestimmt  sind.

Soweit  in  Zustellungs=  und  Zwangsvollstreckungssachen  die  Gerichte  und  die  von  ihnen  beauftragten
Personen  an  die  Stelle  der  Gerichtsvollzieher  treten,  werden  die  Gebühren,  welche  nach  den  im  Abs.  1
bezeichneten  Vorschriften  den  Gerichtsvollziehern  zustehen,  als  Gerichtsgebühren  erhoben.

.  §2.  ;

Die  Tagegelder  und  Reisekosten  der  Gerichtsbeamten  und  der  mit  der  Vornahme  von  Zustellungen

und  Zwangsvollstreckungen  beauftragten  Personen  werden,  soweit  es  sich  um  Beamte  der  Schutzebiete  und

*  Anmerkuna  der  Redaktion:  Die  nach  §  1  Abs.  1  in  Frage  kommenden  Vorschriften  sind  in  folgenden
Gesetzen  enthalten:  Gerichtskostengesenz  Reicho-Gesetzbl.  1898,  -.  659,,  Preußisches  Gerichtökostengeset  Gesetz  Samml.  1899.
—.  32#  Gebührenordnung  fur  Rechtanwälte  Reichs-(Vesetzbl.  1898.  S.  692,,  Gebubrenordnung  fur  Gerichtovollzieher
(Reichs  Gesenbl.  1598,  S.  683),  Preußischeo  (besetz,  enthaltend  die  landesgeseßlichen  Vorschriften  uber  die  Gebuhren  der
Nechtsanwälte  und  der  Gerichtovollzieher  „Gesetz  Samml.  1899,  S.  381  Preußishe  Gebuhrrnordnung  für  Notare  Gesen-Samml
  1800.  S.  374.,  Gebuhrenordnung  fur  Zeugen  und  Sachverstandige  Reiche  (esetzbl.  1898,  S.  6891.
        <pb n="906" />
        —  854  —

Schutztruppenangehörige  handelt,  nach  Maßgabe  der  für  diese  Personen  geltenden  Vorschriften  erhoben.
Für  Fälle,  in  denen  mehrere  Geschäfte  auf  derselben  Reise  vorgenommen  werden,  kann  der  Gouverneur
(Landeshauptmann)  besondere  Bestimmungen  treffen.

83.

Für  die  Gebühren  der  Rechtsanwälte  und  der  Notare  kann  der  Gouverneur  (Landeshauptmann
andere  Sätze  vorschreiben,  als  sie  in  den  im  §  1  Abs.  1  dieser  Verfügung  bezeichneten  Vorschriften
bestimmt  sind.

84.

Auf  das  Zwangsverfahren  wegen  Beitreibung  der  Gerichtskosten  finden,  soweit  sich  nicht  aus
den  nachstehenden  Bestimmungen  ein  Anderes  ergiebt,  die  für  die  gerichtliche  Zwangsvollstreckung  in  den
Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee  geltenden  Vorschriften  entsprechende  Anwendung.

In  den  Fällen  der  §§  768,  771  bis  774,  781  bis  784,  786,  805,  878  Abs.  1  der  Cwilprozeßordnung
  tritt  an  die  Stelle  der  Klage  die  Erinnerung  bei  dem  Richter.

Der  Richter  ist  berechtigt,  vor  der  Entscheidung  über  Anträge,  Einwendungen  und  Erinnerungen
Beweis  nach  den  Vorschriften  der  Civilprozeßordnung  zu  erheben.

Gegen  die  Entscheidung  des  Richters  findet  Beschwerde  im  Dienstaufsichtswege,  und  zwar  in  den
Fällen  des  Abs.  2  bis  zum  Reichskanzler,  im  Uebrigen  bis  zum  Gouverneur  (Landeshauptmann),  statt
Gegen  die  Entscheidung  des  Reichskanzlers  ist  innerhalb  einer  Ausschlußfrist  von  sechs  Monaten  nach  der
Zustellung  die  gegen  den  Reichskanzler  in  seinem  Amtssitze  zu  richtende  gerichtliche  Klage  zulässig.

86.
Im  Schutzgebiete  Deutsch-Ostafrika  werden  die  Kosten  nach  dem  Satze  von  1  Rupie  —  1  Mart
40  Pfennig  in  die  Landeswährung  umgerechnet.

86.
Diese  Verfügung  tritt  am  1.  April  1902  in  Kraft.
Gleichzeitig  tritt  die  Vorschrift  des  §  7  der  Verfügung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gertchtsbarkeit
  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  25.  Dezember  1900,  außer  Kraft.

Berlin,  den  28.  November  1901.
Der  Reichskanzler.
Graf  von  Bülow.

Ernennungen  der  Mitglieder  des  Kolonialraths.

Für  die  vom  1.  Oktober  1901  bis  30.  September  1904  währende  sechste  Sitzungsperiode  de
Kolonialraths  sind  folgende  40  Mitglieder  ernannt  bezw.  wiederernannt  worden:

Johann  Albrecht,  Herzog  zu  Mecklenburg,  Hoheit.

Dr.  Wilhelm  Fürst  zu  Wied,  Durchlaucht.

Alfred  Prinz  Löwenstein-Wertheim-Freudenberg,  Durchlaucht.

v.  Hansemann,  Geheimer  Kommerzienrath.

Hernsheim,  Direktor  der  Jaluitgesellschaft.

Dr.  Herzog,  Wirklicher  Geheimer  Rath,  Staatssekretär  a.  D.

Dr.  Hespers,  Professor,  Domkapitular.

von  der  Heydt,  Bankier.

Dr.  Hindorf.

10.  v.  Hofmann,  Staatsminister.

11.  Graf  v.  Hutten-Czapski,  Mitglied  des  Herrenhauses.

12.  Dr.  v.  Jacobi,  Wirklicher  Geheimer  Rath,  Staatssekretär  a.  D.

13.  Kraetke,  Staatssekretär  des  Reichspostamts.

14.  Lucas,  Kommerzienrath.

15.  Meyer-Delius,  Direktor  der  deutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft  der
Südsee-Inseln.

16.  Dr.  Hans  Meyer,  Professor.

17.  Michels,  Geheimer  Kommerzienrath.

18.  Dr.  Oechelhäuser,  Geheimer  Kommerzienrath.

19.  Freiherr  v.  Oppenheim,  Vorsitzender  des  Vorstandes  der  Rheinischen  Handei-Plantagengesellschaft.


20.  v.  Palékzieux,  Generalleutnant,  Generaladjutant  Seiner  Königlichen  Hoheit  des

Großherzogs  von  Sachsen-Weimar.

EEEEIIILIII
        <pb n="907" />
        —  866  —

21.  Dr.  A.  Poensgen.

22.  Dr.  Porsch,  Hft#rot)  und  Fürstbischöflicher  Konsistorialrath.

23.  v.  Poser  und  Groß-Naedlitz,  Generalmajor  z.  D.

24.  Dr.  Freiherr  v.  Richthofen,  Geheimer  Regierungsrath,  Professor.

25.  Sachse,  Wirklicher  Geheimer  Rath,  Direktor  im  Reichspostamt  a.  D.

26.  Dr.  Scharlach,  Rechtsanwalt.

27.  Schmeißer,  Geheimer  Bergrath,  erster  Direktor  der  Geologischen  Landesanstalt.

28.  Dr.  Schoeller,  Vorsitzender  des  Aussichtsraths  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun.

29.  Graf  von  der  Schulenburg-Wolfsburg,  Excellenz,  Hofmarschall  Seiner  Königlichen
  Hoheit  des  Prinzen  Albrecht  von  Preußen,  Regenten  des  Herzogthums
Braunschweig,  Königlicher  Kammerherr.

30.  Dr.  Schweinfurth,  Professor.

31.  Simon,  Geheimer  Regierungsrath  a.  D.

32.  P.  Staudinger.

33.  Strandes,  Kaufmann.

34.  Johannes  Thormählen,  Kaufmann.

35.  Freiherr  Tucher  v.  Simmelsdorf,  Regierungsrath  a.  D.,  Königl.  bayerischer  Kämmerer.

36.  Valois,  Vizeadmiral  z.  D.

37.  J.  K.  Vietor,  Kaufmann.

38.  Vohsen,  Verlagsbuchhändler.

39.  Dr.  Wiegand,  Direktor  des  Norddeutschen  Lloyd.

40.  Adolf  Woermann,  Kaufmann.

Statutenänderung  der  Gesellschaft  Nordwest-Kamernn.

Die  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun  hat  in  ihrer  ordentlichen  Generalversammlung  vom  30.  Oktober
  d.  Is.  folgende  Statutenänderung  beschlossen:
1.  Dem  Artikel  18  des  Statuts?)  wird  nachfolgender  Zusatz  gegeben:
„Der  Verwaltungsrath  ist  befugt,  aus  semer  Mitte  einen  zeitweiligen  oder  ständigen  Arbeitsausschuß
  von  mindestens  drei  Mitgliedern  zu  ernennen.“
2.  Dem  Artikel  22  des  Statuts  wird  folgende  Fassung  gegeben:

„Das  Direktorium  besteht  aus  einem  oder  mehreren  Mitgliedern,  welche  vom  Verwaltungsrath
gewählt  werden,  demselben  aber  nicht  angehören  dürfen.  Die  Mitglieder  müssen  Reichsangehörige
  sein."“

Die  Statutenänderung  ist  von  der  Aufsichtsbehörde  genehmigt  worden.

Nachtrags-Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Neu-Guinea
zur  Verordnung  vom  10.  August  18099,  betreffend  Erkrankungen  und  Einfuhr
von  Nindvieh.“**)

Der  §  3  der  Verordnung  vom  10.  August  1899  wird  aufgehoben.  An  Stelle  desselben  tritt  als
§  3  folgende  Bestimmung:

Die  Ueberführung  von  Rindvieh  aus  dem  Festlande  Deutsch-Neu-Guinea,  von  der  Gazelle-Halbinsel
  und  Neu-Lauenburg  nach  anderen  Theilen  des  Schutzgebiets  Neu-Guinea  oder  nach  dem  Inselgebiet
der  Karolinen,  Palau  und  Marianen  ist  verboten.

Die  Einführung  von  Rindvieh  in  das  Schutzgebiet  darf  erst  erfolgen,  nachdem  vor  der  Landung
unter  Anwendung  von  Petroleum  oder  Theerprodukten  der  Körper  des  einzuführenden  Viehs  von  Zecken
vollständig  gereinigt  ist.

Herbertshöhe,  den  12.  April  1901.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  R.  v.  Bennigsen.

—  —  —  —

ô  —  —  —  —

*)  Vergleiche  Kolonialblatt  1899,  S.  795.
"“)  Vergleiche  Kolonialblatt  1899,  Seite  690.
        <pb n="908" />
        —  856  —

Verordnung,  betreffend  Abäuderung  der  Gewerbestenerverordnung  für  die
Marshall-Inseln  vom  13.  November  1895.7)

Auf  Grund  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Oktober  1886  wird  hiermit  bestimmt,  was  folgt:
§  34  der  Verordnung  vom  10.  November  1895,  betreffend  die  Erhebung  von  Gewerbesteuern,

wird  mit  Wirkung  vom  1.  April  laufenden  Jahres,  wie  folgt,  abgeändert:

d  8  für  die  sämmtlichen  Handelsstationen  in  Nauru  1800  Mark  jährlich.
Die  Vertheilung  des  Betrages  auf  die  einzelnen  Stationen  erfolgt  durch  den  Landeshauptmann.
Jaluit,  den  30.  Juli  1901.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  Brandeis.

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Geheimen
expedirenden  Sekretär  und  Kalkulator  im  Auswärtigen  Amte,  Finanzreferenten  des  deutsch-südwestafrila
nischen  Schutzgebiets  Pahl  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ständigen  Hülssarbeiter
  im  Auswärtigen  Amt,  Geheimen  Hofrath  Krüger,  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des  Komthurkreuzes
des  Königlich  spanischen  Ordens  Isabellas  der  Katholischen-  zu  ertheilen.

 

 

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  12.  November  1901.

Albiez,  Oberarzt  der  Reserve  (Freiburg),  mit  dem  14.  November  d.  Is.  aus  der  Armee  ausgeschieden
und  mit  dem  15.  November  d.  Is.  als  Oberarzt  bei  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrile
angestellt.

A.  K.  O.  vom  14.  November  1901.

Willmann,  Leutnant  im  Füsilier-Regiment  Prinz  Heinrich  von  Preußen  (Brandenburgischen)  Nr.  35,  mit
dem  28.  November  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  29.  November  d.  Je
in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

Ir.  Fülleborn,  Stabsarzt,  à  la  anite  der  Schutztruppe  für  Deutsch  Ostafrika,  im  Anschluß  an  den  ihn
durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  18.  Oktober  1900  bewilligten  einjährigen  Urlaub,  unter
Genehmigung  seines  Antrages  um  Belassung  bei  dieser  Schutztruppe  auf  fernere  2½2  Ichre.
bis  auf  Weiteres  Urlaub  bewilligt.

Dr.  Pritzel,  Stabsarzt,  am  22.  November  d.  Is.  behufs  Rücktritts  in  den  Beurlaubtenstand  der  Sanitätz
offiziere  der  Marine  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

.  A.  K.  O.  vom  23.  November  1901.

Dr.  Pritzel,  Stabsarzt,  bisher  bei  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  früherer  Marine-Oberassisten;
arzt  der  Reserve,  mit  seinem  Patent  im  Beurlaubtenstande  der  Marine-Sanitätsoffizere
wieder  angestellt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  14.  November  1901.
Nolte,  Oberleutnant,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  zwei  Jahre  genehmigt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  19.  November  1901.
Dr.  Küster,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt  befördert.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmam
Johannes  in  der  Schusptruppe  für  Deutsch-Ostafrika  und  dem  Oberleutnant  Nolte  in  der  Schustrupbe
für  Kamerun  die  Erlaubniß  zum  Anlegen  des  ihnen  verliehenen  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich
Württembergischen  Friedrichs-Ordens  zu  ertheilen.

 

–—  —  —

*)  Vergleiche  Kolonialblatt  1895,  S.  569.
        <pb n="909" />
        857

Nichtamtlicher  Theil.

HRrlonialrath.

Der  Kolonialrath  trat  am  Donnerstag,  den
*  1.  November,  vormittags  10  Uhr,  im  Reichstagsgebäude
  zu  seiner  diesjährigen  Herbsttagung  zusammen.
Der  Vorsitzende,  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung
I)#r.  Stuebel,  hieß  die  alten  und  die  neu  einberufenen
  Mitglieder  zu  gemeinsamer  Arbeit  herzlich
willkommen  und  gab  der  Hoffnung  Ausdruck,  daß
diese  uneigennützige  und  opferwillige  Mitarbeit  sachkundiger
  Herren  den  Kolonien  wiederum  zum  Segen
gereichen  möge.  Der  Kolonialrath  sei  gewissermaßen
ein  Ersatz  für  die  Beiräthe  in  den  Schutzgebieten
selbst,  zu  deren  Schaffung  die  Voraussetzungen  noch
nicht  vorhanden  selen.  Der  Vorsitzende  gedachte  sodann
  in  warmen  Worten  des  im  letzten  Sommer
verstorbenen  Mitgliedes  des  Kolonialraths,  Vizeadmirals
  Schering,  und  seiner  verdienstlichen  kolonialen
  Thätigkeit.  Zu  Ehren  des  Verstorbenen  erhoben
  sich  die  Anwesenden  von  den  Sitzen.  —  In
den  ständigen  Ausschuß  des  Kolonialrathes  wurden
alsdann  die  Herren  Staatssekretär  a.  D.  Jacobi,
Staatssekretär  a.  D.  Herzog  und  Staatsminister
v.  Hofmann  durch  Akklamation  einstimmig  wiedergewählt.
  —  Ueber  die  Arbeiten  des  Ausschusses  des
Kolonialrathes  zur  Berathung  der  Sklavenfrage
lag  ein  ausführlicher  gedruckter  Bericht  vor.  Domkapitular
  Hespers  betonte  hierzu  als  Referent  des
Ausschusses,  daß  der  Ausschuß  eine  generelle  gesetzliche
  Regelung  der  Sklavenfrage  zur  Zeit  für  unmöglich
  gehalten  habe,  wohl  aber  eine  vorläufige
Regelung  nach  den  einzelnen  hier  in  Betracht  kommenden
  Schutzgebieten  unter  Berücksichtigung  ihrer
besonderen  Verhaltnisse.  Die  Entwürfe  der  betreffenden
  Verordnungen  haben  auch  der  Begutachtung  der
Gouverneure  unterlegen.  An  der  Generaldiskussion
betheiligten  sich  die  Herren  Vizeadmiral  Valois,  Dr.

Scharlach,  Vohsen,  Standinger,  Staatssekretär  a.  D.

v.  Jacobi,  Domkapitular  Hespers,  Kommerzienrath
Lucas,  von  der  Heydt  und  der  Vorsitzende,  der  es
als  Ziel  der  Regierung  bezeichnete,  auch  in  Deutsch-Ostafrika
  die  Befreiung  der  Sklavenkinder  durchzuführen,
  sobald  die  Verhältnisse  es  irgend  gestatten.
Wie  sich  aus  der  Gencraldebatte  ergab,  pflichtet  der
Kolonialrath  in  seiner  großen  Mehrheit  dem  Standpunkt
  des  Ausschusses  bei,  von  dem  aus  die  Freierklärung
  der  Sklavenkinder  zwar  in  Ostafrika  mit
Rücksicht  auf  die  vorliegenden  Berichte  des  Gouverneurs
  zunächst  noch  nicht  ausgesprochen  werden
solle,  wohl  aber  ein  solches  Vorgehen  in  Togo  und
Kamerun,  in  letzterem  Schutzgebiete  mit  einigen  Modifikationen,
  als  durchführbar  angesehen  werden  könne.
Der  in  der  Presse  aufgetauchte  Gedanke  der  Einführung
  eines  Arbeitszwanges  durch  die  Regierung
wurde  dagegen  als  undurchführbar  bezeichnet.  In
der  Spezialdebatte  wurden  die  Entwürfe  von  Ver- 



ordnungen,  betreffend  die  Haussklaverei  in  Deutsch-Ostafrika,

  Kamerun  und  Togo,  nach  längerer  Erörterung

  mit  einigen  Abänderungen  in  der  Fassung
des  Ausschusses  angenommen.  Einer  Anregung  des
Herzogs  Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg  folgend,
sagte  der  Vorsitzende  eine  alsbaldige  Veröffentlichung
des  Entwurfs  der  Verordnung  für  Ostafrika  zu,
während  die  Veröffentlichung  der  Verordnungen  für
Togo  und  Kamerun  erst  in  Aussicht  genommen  ist,
nachdem  bezüglich  der  letzteren  der  Gouverneur  von
Kamerun  noch  einmal  gehört  worden  ist.

In  der  Nachmittagssitzung  des  21.  November
stand  der  Bericht  des  Ausschusses  für  die  Prüfung
des  Verordnungsentwurfs,  betreffend  die  Regelung
der  Arbeiterverhältnisse  in  Kamerun,  auf  der
Tagesordnung.  Der  Bericht  gab  zu  einer  prinzipiellen
  Erörterung  der  wirthschaftlichen  Lage  Kameruns
Anlaß,  wobei  den  hervorgetretenen  Schwierigkeiten
gegenüber  aus  dem  Kolonialrathe  heraus  auf  die
schweren  wirthschaftlichen  Kämpfe  hingewiesen  wurde,
die  auch  fremde,  heute  in  großer  Blüthe  stehende
Kolonien  in  den  Anfangsstadien  ihrer  Entwickelung
durchzumachen  gehabt  haben.  Auf  Grund  der  sachverständigen
  Untersuchungen  der  natürlichen  Verhältnisse
  Kameruns  dürfe  man  Vertrauen  auf  die  Zukunft
der  dortigen  Unternehmungen  haben  und  müsse  fortfahren,
  Kapital  und  Arbeitskraft  an  dieselben  zu
wenden.  Der  Kolonialdirektor  hob  hervor,  daß  die
Regierung  stets  bemüht  gewesen  sei,  zwischen  Plantagenleitern
  und  Arbeitern  Licht  und  Schatten  gerecht
zu  vertheilen,  und  daß  namentlich  Verfehlungen  der
Arbeitgeber  stets  die  Ahndung  auf  dem  Fuße  gefolgt
sei.  Die  vorliegende  Verordnung  solle  dazu  dienen,
in  dieser  Beziehung  eine  Grundlage  zu  schaffen  und
bestehende  Uebelstände  thunlich  zu  beseitigen.  Nach
einer  eingehenden  Spezialdebatte,  die  sich  auf  die
Fragen  der  Arbeiteranwerbung,  der  Behandlung  der
Arbeiter  in  Krankheitsfällen  sowie  des  Lohnguthabens
und  des  sonstigen  Nachlasses  verstorbener  Arbeiter,
insbesondere  die  Befugniß  der  Arbeiterkommissare,
erstreckte,  und  in  die  der  Kolonialdirektor  wiederholt
eingriff,  wurde  der  Verordnungsentwurf  mit  einigen
Zusätzen  und  Abänderungen  in  der  Fassung  des  Ausschusses
  angenommen.  Ferner  hat  der  Ausschuß  bestimmte,
  die  Disziplinarstrafgewalt  über  die  Arbeiter
regelnde  Grundsätze  in  Vorschlag  gebracht.  Das
Plenum  des  Kolonialrathes  stimmte  ihnen  nach
längerer  Diskussion  unter  Vornahme  mehrfacher  Abänderungen
  bei.

Am  Freitag  Vormittag  beschäftigte  sich  der  Kolonialrath
  zunächst  mit  der  Vorlage,  betreffend  die
Regelung  des  Strafrechts  für  die  Eingeborenen,
die  ihm  zur  Kenntnißnahme  vorgelegt  war.  Wie  in
der  Diskussion  mitgetheilt  wurde,  ist  die  Kolonial-=verwaltung
  geneigt,  in  Kamerun,  von  wo  die  eingehendsten
  Vorschläge  eingegangen  sind,  die  betreffenden
  Grundsätze,  soweit  thunlich,  im  Instruktionswege
        <pb n="910" />
        —  858

für  anwendbar  zu  erklären,  was  ermöglichen  werde,
hinsichtlich  ihrer  Wirkungen  weitere  Erfahrungen  zu
sammeln.  Auf  Wünsche  hin,  die  aus  dem  Kolonialrathe
  heraus  geäußert  wurden,  wurde  regierungsseitig
  zugesagt,  die  Frage  nochmals  auch  für  die
anderen  afrikanischen  Kolonien  zu  prüfen  und  das
Ergebniß  dem  Kolonialrath  zu  unterbreiten.  Dabei
wurde  regierungsseitig  auch  betont,  daß  jede  Bevormundung
  wirthschaftlicher  Unternehmungen  zu  vermeiden
  sei.  —  Der  Kolonialrath  ging  dann  zu  dem
Entwurf  einer  Verordnung,  betr.  das  Kreditwesen
und  die  Gerichtsbarkeit  über  die  Eingeborenen
des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  in
bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten,  über.  Von
verschiedenen  Rednern  wurden  gegen  die  Verordnung
Bedenken  erhoben  und  die  Ansicht  geäußert,  daß  die
Interessen  der  Kaufleute  unter  einer  Einschränkung
des  Kreditgebens  leiden  würden.  Der  Referent  der
Kolonial-Abtheilung  für  Südwestafrika  vertheidigte
dagegen  das  Bestreben  des  Gouverneurs,  die  Eingeborenen
  gegenüber  der  Ausbeutung  durch  Händler
und  dem  als  eine  Folge  davon  eintretenden  Verluste
ihres  Stammeseigenthums  in  Schutz  zu  nehmen.
Durch  die  Schaffung  von  Eingeborenen-Reservaten
könne  das  Stammeseigenthum  nicht  genügend  geschützt
werden.  Auch  wurde  regierungsseitig  darauf  hiagewiesen,
  daß  ähnliche  Verordnungen  in  Theilen  der
deutschen  Südsee-Besitzungen  und  in  vielen  englischen
Kolonien  bereits  in  Kraft  seien  und  außerordentlich
segensreich  wirkten.  Nachdem  sich  zunächst  eine  Mehrheit
  des  Kolonialrathes  gegen  die  Bestimmung  des
§  1  der  Vorlage  erklärt  hatte,  wonach  gegen  Eingeborene
  sich  richtende  Forderungen,  die  vom  Tage
des  Inkrafttretens  der  Verordnung  ab  dadurch  entstanden
  sind,  daß  an  Eingeborene  Waaren  auf  Kredit
gegeben  wurden,  nicht  mehr  klagbar  sein  sollen,
wurde  die  weitere  Berathung  der  gesammten  Vorlage
  einer  Kommission  von  fünf  Mitgliedern,  in  welche
die  Herren  Simon,  v.  Hofmann,  Vohsen,  v.  Tucher
und  Porsch  gewählt  wurden,  überwiesen.

In  der  Nachmittagssitzung  berieth  der  Kolonialrath
  zunächst  den  ihm  zur  Begutachtung  vorgelegten
Entwurf  einer  Verfügung,  betreffend  die  Regelung
des  gerichtlichen  Kostenwesens  in  den  Schutzgebieten
  Afrikas  und  der  Südsee.  Die  Gouverneure
  sind  um  ihre  Meinung  befragt  worden  und
haben  sich,  zum  Theil  mit  der  unten  erwähnten  Modifikation
  in  Betreff  der  Höhe  der  Gebühren,  für  die
Einführung  des  heimischen  Systems  ausgesprochen.
Diesem  Wunsche  kommt  der  vorliegende  Entwurf
nach,  der  nur  in  den  Angelegenheiten  der  freiwilligen
Gerichtsbarkeit  eine  Verdoppelung  der  Sätze  vorschlägt,
  die  im  §  19  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit)
  bestimmt  sind.  Auf  einen  Antrag  des
Staatssekretärs  a.  D.  Herzog  erklärte  sich  die  Mehrheit
  des  Kolonialrathes  gegen  diese  Verdoppelung
und  nahm  dann  mit  einer  entsprechenden  Modifikation
den  Entwurf  an.  —  Während  sonst  an  die  einzelnen

*  Vergl.  die  Anmerkung  auf  S.  8533.

 

Positionen  der  Etats  für  die  Schutzgebiete  seitens
des  Kolonialraths  Anträge  geknüpft  und  dabei
Wünsche  zum  Ausdruck  gebracht  zu  werden  pflegen,
boten  die  zur  Berathung  stehenden  Etats  von  Kamerun
  und  Togo  diesmal  dem  Kolonialrath  keinen
Anlaß  zur  Debatte.  Regierungsseitig  wurde  über
die  neue  Gestaltung,  welche  die  Etats  in  diesem  Jahre
erhalten,  und  die  eine  größere  Uebersichtlichkeit  gewährt,
  Aufschluß  gegeben.

Zu  Anfang  der  Vormittagssitzung  des  Kolonialraths
  vom  23.  November  nahm  der  Kolonialdireltor
Veranlassung,  zu  erklären,  daß,  obwohl  im  Etat  des
ostafrikanischen  Schutzgebietes  keine  Position  für  den
Bahnbau  Dar-es-Saläm  —  Mrogoro  enthalten
sei,  daraus  nicht  etwa  auf  eine  Aenderung  in  der
Stellung  der  Regierung  in  der  Sache  geschlossen
werden  dürfe.  Es  sei  dringend  zu  wünschen  und  zu
hoffen,  daß  der  Reichstag  in  zweiter  und  dritter
Lesung  den  Gesetzentwurf  wegen  Baues  dieser  Essenbahn
  mit  den  in  der  Budgetkommission  vorgeschlagenen
Aenderungen  annehmen  werde.  Geh.  Kommezienrath
  Oechelhäuser  trat  mit  warmen  Worten  für  den
Bahnbau  ein,  der  Hoffnung  Ausdruck  gebend,  doß
der  Reichstag  in  richtiger  Würdigung  der  großen  Bedeutung
  von  Eisenbahnen  in  Afrika  die  Bahnvorlage
genehmigen  werde.  Prof.  Hans  Meyer  wandte  sich
zwar  gegen  ein  sprungweises  Vorgehen  bei  Aisführung
  von  Eisenbahnbauten  in  dem  Schutzgebiet;
über  die  Nothwendigkeit  eines  Bahnbaues  überhaupt
aber  sei  er  mit  allen  Kolonialfreunden  einig.  Voraussetzung
  sei,  daß  schrittweise  vorgegangen  und  de
Bahn  zunächst  nur  bis  Mrogoro  gebaut  werde;  der
Bau  selbst  sei  unter  allen  Umständen  so  bald  wie
möglich  in  Angriff  zu  nehmen.  Sei  der  Bau  noch
Mrogoro  vollendet,  und  stelle  sich  heraus,  daß  e:
sich  bei  einem  Weiterbau  um  eine  finanziell  und
wirthschaftlich  vertretbare  Angelegenheit  handle,  so
würde  auch  an  einen  solchen  herangetreten  werder
können.  Konsul  Vohsen  suchte  die  Rentabilität  eines
Bahnbaues  bis  zu  den  großen  Seen  nachzuweisen.
Bankier  v.  d.  Heydt  trat  angesichts  der  raschen  Emwickelung
  in  Ost=  und  Centralafrika  für  eine  zielbewußte
  Eisenbahnpolitik  ein,  da  wir  sonst  von  der
Konkurrenz  der  Nachbarkolonien  überflügelt  werden
würden.  In  demselben  Sinne  sprach  sich  Herzog
Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg  aus,  indem  er  nachstehende,
  von  ihm  und  einer  größeren  Anzahl  von
Mitgliedern  eingebrachte  Resolution  befürwortetle:
„Der  Kolonialrath  bestätigt  in  entschiedener  Weise
seine  früheren  Resolutionen  zu  Gunsten  der  rascher
Inangriffnahme  der  Bahn  Dar-es-Salsm  —Mrogoro
sowie  zu  Gunsten  einer  zielbewußten  Eisenbahnpolitk
im  ostafrikanischen  Schutzgebiet.“  Nach  weiteret
warmer  Befürwortung  durch  die  Herren  Sachse  und
Simon  wurde  die  Resolution  vom  Kolonialrath  einstimmig
  angenommen.  —  Beim  Eintritt  in  die  Besprechung

  des  Etats  für  das  südwestafrikanische

Schutzgebiet  entstand  eine  längere  Debatte  über  die
Otavi-Bahn,  wobei  Geh.  Kommerzienrath  v.  Hame
mann  die  Erklärung  abgab,  daß  die  Otavi-Gesell
        <pb n="911" />
        schaft  ihre  Verbindung  mit  der  Küste  durch  einen
Bahnbau  im  Anschluß  an  die  Bahn  Swakopmund—
Windhoek  suchen  werde.  Der  Gegenstand  führte  zu
einer  Diskussion  darüber,  welchen  Werth  eventuell
eine  große,  den  Norden  des  Schutzgebiets  durchschneidende
  Bahn  zwischen  einem  portugiesischen  Hafen
und  den  großen  Verkehrscentren  Südafrikas  für  die
Entwickelung  des  Schutzgebiets  als  eines  Gliedes  des
großen  afrikanischen  Kontinents  haben  werde.  Regierungsseitig
  wurde  betont,  daß  auch  einer  solchen
Bahn  eine  nationale  Bedeutung  nicht  abgesprochen
werden  könne.  Ueber  die  Frage  der  Ansiedelungsunterstützung,
  über  die  Dampferverbindungen  des  südwestafrikanischen
  und  ostafrikanischen  Schutzgebietes
und  über  die  richterlichen  Verhältnisse  in  Südwestafrika,
  wobei  die  Frage  der  Gerichtsbarkeit  für  die
Schutzgebiete  vom  Kolonialrath  näher  erörtert  wurde,
ertheilte  die  Kolonialverwaltung  Auskunft.  Außer
dem  Etat  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  wurde
auch  der  von  Neuguinea  vom  Kolonialrath  erledigt,
und  es  wurden  dabei  namentlich  die  Verkehrsverhältnisse
  von  Neuguinea  näher  besprochen.

In  der  Schlußsitzung  vom  Nachmittage  desselben
Tages  erledigte  der  Kolonialrath  die  Besprechung
der  Etats  für  Samoa  und  für  die  Karolinen,
Palau  und  Marianen  ohne  größere  Debatte.  In
der  Generaldiskussion  zum  Etat  für  das  ostafrikamische
  Schutzgebiet  wurde  eine  Reihe  von  Fragen
berührt,  die  mit  der  wirthschaftlichen  Entwickelung
des  Schutzgebietes  zusammenhängen,  so  die  Frage  der
Hüttensteuer,  der  Bildung  von  Kommunalverbänden
und  einer  landwirthschaftlichen  Abtheilung  beim  Gouvernement,
  des  Markthallenzwanges,  der  Eingeborenen-Kulturen
  und  des  Anbaues  von  Oelfrüchten  in  dem
von  der  Usambarabahn  durchschnittenen  Bezirke.  Aus
den  Erklärungen  der  Kolonialverwaltung  ging  hervor,
  daß  dieselbe  diesen  Fragen  fortgesetzt  die  größte
Aufmerksamkeit  widmet  und  bestrebt  ist,  etwa  hervortretende
  Mißstände  abzustellen.  Auch  bei  der  Spezialdebatte
  wurde  regierungsseitig  auf  eine  Reihe  von
Anfragen  Auskunft  ertheilt  und  u.  A.  gegenüber  der
Befürchtung,  daß  die  Waldbestände  in  West-Usambara
verwüstet  werden  könnten,  die  Erklärung  abgegeben,
daß  streng  auf  Innehaltung  der  Bestimmungen  zur
Erhaltung  der  Waldbestände  geachtet  werde.  Nach
Erledigung  der  Etatsbesprechung  brachte  Herzog
Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg  noch  die  vermehrte
  Anstellung  kolonialer  Attachés  und  die  zeitweilige
  Entsendung  der  Gouverneure  in  gut  geleitete
fremde  Kolonien  in  Anregung.  Der  Vorsitzende
schloß  sodann  die  Herbsttagung  des  Kolonialraths,
worauf  Herzog  Johann  Albrecht  dem  Vorsitzenden
in  warmen  Worten  noch  den  Dank  der  Versammlung
für  die  Leitung  der  Verhandlungen  aussprach.

*  *
*

Dem  Kolonialrathe  war  von  der  Kolonialverwaltung
  auch  eine  Uebersicht  über  die  seit  der
Herbst-Tagung  des  vorigen  Jahres  vor-859



 

gefallenen,  die  Schutzgebiete  betreffenden
wichtigeren  Ereignisse  zur  Kenntnißnahme  vorgelegt
  worden.  Die  Uebersicht  hat  folgenden
Wortlaut:

Togo.

Verhandlungen  mit  England  zum  Zwecke  der
Auftheilung  der  neutralen  Zone  nach  Maßgabe  des
Abkommens  vom  14.  November  1899  haben  zunächst
  zur  Entsendung  einer  deutsch-englischen  Kommission
  zur  Vornahme  von  Vermessungen  an  Ort
und  Stelle  geführt.  Auf  Grund  der  vorliegenden
Vermessungsergebnisse  einer  deutsch-französischen
Kommission  haben  jetzt  Verhandlungen  mit  Frankreich
über  eine  endgültige  Feststellung  der  Grenze  zwischen
Togo  und  Dahomey  ihren  Abschluß  gefunden.

Hinsichtlich  der  Landungsbrücke  für  Lome  sind
die  Unterhandlungen  mit  dem  Unternehmer  der
Bauausführung  so  weit  gediehen,  daß  mit  der  Herstellung
  der  Eisenkonstruktion  bereits  begonnen  werden
konnte  und  ein  Theil  des  Materials  für  die
Pfeilergründung  zur  Versendung  gelangt  ist.  Die
Gesammtkosten  werden  sich  auf  800  000  Mark  belaufen.


Für  die  Trace  der  Eisenbahn  von  Lome  nach
Klein-Popo  sind  die  Vorarbeiten  an  Ort  und  Stelle
in  Angriff  genommen  worden.  Die  Augsburg-Nürnberger
  Maschinenbaugesellschaft  wurde  kontraktlich
  verpflichtet,  die  für  einen  Verdingungsanschlag
nöthigen  Unterlagen  im  Monat  Februar  in  Berlin
vorzulegen.

Die  Arbeiten  der  auf  Veranlassung  des  Kolonialwirthschaftlichen
  Komitees  nach  Togo  entsandten
Baumwollen=  Erxpedition  nehmen  einen  günstigen
Fortgang.  Die  Anpflanzungen  sind  so  weit  gediehen,
daß  die  Einsendung  von  Baumwollproben  aus  denselben
für  die  ersten  Monate  des  nächsten  Jahres  zu  erwarten
  steht.

Kamerun.
Wegen  endgültiger  Festsetzung  der  Nordwestgrenze

  von  der  Küste  bis  zu  den  Croß-Schnellen

sind  mit  England  Verhandlungen  eingeleitet.  Die
Arbeiten  der  deutsch  -französischen  Grenzkommission
zur  Festsetzung  der  Süd=  und  Südostgrenze  des
Schutzgebiets  nehmen  ihren  Fortgang.

Die  Erxpedition  Schimmelpfennig  zur  Unterwerfung
  des  unbotmäßigen  Häuptlings  Semikore
hatte  einen  vollen  Erfolg  zu  verzeichnen.  Leider
ist  der  Führer  dieser  Expedition  kurz  nach  seiner
Ankunft  an  der  Küste  gestorben.  Aus  seinem  Expeditionsbericht
  ist  die  sehr  freundliche  Aufnahme
der  Expedition  seitens  der  Häuptlinge  Ngilla,  Watare
  und  Ngutte  besonders  erwähnenswerth.  Als
geographisches  Resultat  der  Expedition  darf  angeführt
werden,  daß  der  Mbam-Fluß  westlich  von  Ngutte

eine  Anzahl  seenartige  Erweiterungen  zeigt,  und  daß

in  diesem  anscheinend  gut  angebauten  Gebiete  viele
Haussas  angesiedelt  sind.  Oberleutnant  Radtke  hat
das  Gebiet  südlich  und  südöstlich  von  Voko  bereist,
        <pb n="912" />
        um  mit  den  Byrrehäuptlingen  jenseit  des  Sanaga
Verbindungen  anzuknüpfen.

Nach  dem  Tode  des  Häuptlings  Garega  in  Bali
hat  dessen  Sohn  und  Nachfolger  sofort  eine  Gesandtschaft
  an  das  Gouvernement  geschickt,  welche  die  unverbrüchliche
  Treue  des  neuen  Häuptlings  betonte.
Dieser  Gesandtschaft  folgte  neuerdings  eine  weitere,
welche  aus  eigenem  Antriebe  ohne  Leitung  eines
Europäers  100  schwarze  Arbeiter  für  die  Gesellschaft
Victoria  zur  Küste  brachte.  Ueberhaupt  haben  sich
die  Arbeiterverhältnisse  in  Kamerun  so  gebessert,
daß  zur  Zeit  der  Bedarf  an  Plantagenarbeitern
gedeckt  ist.

Bei  einer  Inspektionsreise  in  der  Bambuko-Landschaft
  wurde  der  kommmissarische  Bezirksamtmann
  von  Victoria,  Dr.  Meyer,  von  feindlichen
Eingeborenen  überfallen  und  nicht  unerheblich  verwundet.
  Eine  Expedition  zur  Bestrafung  der
Schuldigen  war  erfolgreich.

Besonderes  Interesse  verdienen  die  Expeditionen
des  Stationschefs  Freiherrn  v.  Stein  zur  Erforschung
  des  südöstlichen  Theiles  von  Kamerun,  des
Sanga-Ngoko-Gebiets.  Die  erste  derselben  über  die
sogenannte  todte  Zone  hinaus  nach  Norden  und
Nordwesten  hat  einen  günstigen  Eindruck  über  die
Handelsverhältnisse  in  diesem  Gebiet  ergeben.  Der
Kulturzustand  sowie  die  natürlichen  Hülfskräfte  des
Landes  scheinen  zu  guten  Hoffnungen  zu  berechtigen.
Elfenbein  und  Gummi  sind  dort  in  nicht  unerheblichen
  Mengen  vorhanden.  Eine  weitere  Expedition
des  Freiherrn  v.  Stein  hat  zur  Anlegung  eines
Postens  bei  Vukaduma  unfern  Bertua  im  Sanga-Ngoko-Gebiet
  geführt.  Auch  ist  es  dem  genannten
Beamten  gelungen,  eine  Verbindung  des  entlegenen
Südostens  von  Kamerun  mit  der  Küste  herzustellen,
so  daß  wir  wenigstens  für  den  Nachrichtendienst  in
der  Folge  nicht  mehr  auf  den  großen  Umweg  über
den  Kongo  angewiesen  sein  werden.

Anfang  1901  waren  37  Erwerbsgesellschaften
in  Kamerun  thätig.  Neu  begründet  wurden  die
Pflanzungen  Molyko  und  Bolifamba,  jede  mit
300  000  Mark  Betriebskapital.  Die  Gesellschaft
Nordwest-Kamerun  hat  am  30.  Oktober  ihre  erste
Generalversammlung  abgehalten.  Nach  dem  derselben
  erstatteten  Geschäftsbericht  erwartet  die  Gesellschaft
  eine  gedeihliche  Entwickelung  ihres  Unternehmens.
  Auch  die  Pflanzung  Moliwe  hat  einen
günstigen  Bericht  über  das  letzte  Geschäftsjahr  veröffentlicht.


Von  der  Verankerung  eines  Feuerschiffs  an  der
Mündung  des  Kamerun-Flusses  ist  mit  Rücksicht  auf
die  hohen  Unterhaltungskosten  desselben  bis  auf
Weiteres  Abstand  genommen  worden.  Dagegen  wird

die  Errichtung  von  Leuchtfeuern  auf  Kap  Nachtigal,
Mit  der  Erbauung

in  Bibundi  und  Kribi  geplant.

860

 

 

eines  neuen  Seedampfers  für  Kamerun  wurde  die

Firma  Meyer  in  Papenburg  betraut.  Der  Dampfer
hat  am  1.  Juli  1902  zur  Ablieferung  zu  kommen.
Seiner  Konstruktion  nach  ist  er  ein  Doppelschrauben-.



Arbeiten

dampfer  von  52  m  Länge,  8,45  m  Breite  mit  einem
Tiefgang  von  3,50  m.

Deutsch-Südwestafrika.

Die  wirthschaftliche  Entwickelung  des  Schutzgebiets
  hat  durch  Dürre  und  Rinderpest  mancherlei
Störungen  erfahren.  Die  Rinderpest  zeigte  sich  erneut
  vor  etwa  Jahresfrist  im  Hererolande.  Sie
kann  jedoch  zur  Zeit  als  beinahe  beseitigt  betrachtet
werden.  Durch  Sperrmaßregeln  blieb  der  südliche
Theil  der  Kolonie  (Bezirke  Gibeon  und  Keetmannshoop)
  von  der  Seuche  frei.  In  einigen  Gegenden,
besonders  im  Distrikt  Okahandja,  war  neben  der
Rinderpest  Texasfieber  aufgetreten,  und  sind  dom
eine  Anzahl  Thiere  trotz  Impfung  den  beiden  gleichzeitig
  einwirkenden  Krankheiten  zum  Opfer  gefallen.
In  anderen  Gebieten,  z.  B.  im  Distrikt  Otjimbingue,
blieben  die  bereits  geimpften  Thiere  von  der  Rinderpest
  verschont  und  erwies  sich  die  Kochsche  Impfmethode
erneut  als  erfolgreich.  Daß  im  Gebiet  von  Olahandja
  das  Texasfieber  eine  wesentliche  Rolle  gespielt
  hat,  wurde  durch  Untersuchung  eingesandter
Präparate  sowohl  von  dem  Geheimen  Medizinalrath
Professor  Dr.  Koch  als  auch  von  der  Berliner
Thierärztlichen  Hochschule  bestätigt.

Die  landwirthschaftlichen  Unternehmungen  des
Schutzgebiets  zeigten  während  des  letzten  Jahres
eine  weitere  Zunahme.  Während  im  Jahre  1898
nur  zwei  Farmen  mit  einem  Gesammtflächeninhalte
von  19  915  ha  erworben  und  in  Betrieb  genommen
worden  sind,  stieg  diese  Zahl  im  Jahre  1899  auf
zehn  Farmen  mit  zusammen  70  461  ha  und  im
Jahre  1900  auf  21  Farmen  mit  zusammen
158  563  ha.  Hierbei  handelt  es  sich  lediglich  um
die  vom  Gouvernement  veräußerten  Grundstücke.
Zahlen  über  die  von  anderer  Seite  veräußerten
Farmen  fehlen.

Auch  die  Bildung  der  südwestafrikanischen
Schäserei-Gesellschaft  mit  einem  Kapital  von  600  000
Mark  ist  als  ein  erfreulicher  wirthschaftlicher  Forschritt
  zu  nennen.

Die  von  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahn-Gesellschaft
  zur  Erforschung  der  Kupferlagerstätten
im  Otavi-Gebiete  entsandte  Expedition  hat  im  Oltober
  d.  Is.  ihre  Arbeiten  an  Ort  und  Stelle  beendet
  und  für  dieselben  über  eine  Million  Moark
verausgabt.  Im  Zusammenhang  mit  diesen  Arbeiten
wurde  der  nördliche  Theil  unserer  Küste,  insbesondere
  die  Umgebung  von  Kumibmund,  mit  Rücksicht
  auf  die  Möglichkeit  einer  Hafenanlage  für  die
Otavi-Minenbahn  erforscht.  Die  für  die  Tracirung
dieser  Bahn  erforderlichen  Untersuchungen  im  Gelände
sind  gleichfalls  ausgeführt  worden.  Die  endgültigen
Resultate  dieser  Arbeiten  liegen  zur  Zeit  noch  nicht  vor.

Von  weiterer  wirthschaftlicher  Bedeutung  für
das  Schutzgebiet  war  die  Entsendung  einer  Expedition
  zur  Erforschung  desselben  auf  seine  Geeignetheit
zur  Anlage  von  Staudämmen.  Die  diesbezüglichen
sind  der  Firma  Holzmann  &amp;amp;  Co.  in
        <pb n="913" />
        Frankfurt  a.  M.  vertragsmäßig  übertragen  worden.
Dieselbe  hat  im  Februar  d.  Is.  zwei  erfahrene
Ingenieure  entsandt.  Von  den  etwa  40  000  Mark
betragenden  Kosten  der  Expedition  wurden  25  000
Mark  auf  amtliche  Fonds  übernommen,  während  den
Rest  die  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika
  beisteuerte.  Professor  Rehbock  hat  seine  Erfahrungen
  diesem  Unternehmen  in  dankenswerther
Beise  zur  Verfügung  gestellt.  Die  Arbeiten  gehen
ibrem  Abschlusse  entgegen,  und  werden  die  entsandten
Ingenieure  demnächst  wieder  zurückkehren.

Nicht  minder  bedeutungsvoll  ist  die  vom  Kolonialwirthschaftlichen
  Komitee  angeregte  und  vorberelttete
  Entsendung  einer  Bohrkolonne  in  das  südwestafrikanische
  Schutzgebiet.  Die  auf  155  000
Mark  veranschlagten  Kosten  dieses  Unternehmens
sind  von  der  Wohlfahrts  =  Lotterie  zur  Verfügung
gestellt  worden,  und  hat  sich  das  Kolonialwirthschaftliche
  Komitee  erboten,  falls  die  Summme  nicht
ausreiche,  seinerseits  noch  20  000  Mark  beizusteuern.
Die  Kolonne  steht  unter  Leitung  eines  durch  Vermittelung
  des  Kaiserlichen  Generalkonsulats  in  Kapstadt
  gewonnenen,  im  südafrikanischen  Brunnenbau
crfahrenen  deutschen  Bohrmeisters,  welcher  Ende
Oktober  d.  Is.  in  Windhoek  eingetroffen  ist.  Die
Bohrungen  werden  auf  Grund  der  eingegangenen
Anmeldungen,  deren  Zahl  sich  heute  schon  auf  153
beläuft,  unter  Aufsicht  des  Gouvernements,  dem  auch
im  Uebrigen  die  Verwaltung  der  erwähnten  Mittel
obliegt,  kostenlos  ausgeführt.  Jedoch  sind  die  Farmer
verpflichtet,  die  Beförderung  der  Maschinen  und
Materialien  von  einer  Bohrstelle  zur  anderen  sowie
die  Errichtung  der  erforderlichen  Pumpen  auf  ihre
Kosten  vorzunehmen.  Die  Zahl  der  mit  den  vorhandenen
  Mitteln  aufzuschließenden  Wasserstellen
wird  auf  200  veranschlagt.

Im  Gebiete  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
für  Südwestafrika  wurden  bei  Gorup,  unfern  des
Kuisib-Flusses,  etwa  150  km  von  Swakopmund
Kupferlager  gefunden,  über  deren  Beschaffenheit  sich
die  Gutachten  der  beiden  im  Schutzgebiete  befindlichen
  Bergbeamten  sehr  günstig  aussprechen.  Die
diesbezüglichen  Schürfrechte  sind  im  Besitze  eines
Minensyndikats  in  Swakopmund.

Schließlich  sei  in  wirthschaftlicher  Beziehung  noch
erwähnt,  daß  im  laufenden  Jahre  zum  ersten  Male
die  Straußenzucht  ein  Ergebniß  aufzuweisen  hat,
indem  Federn  von  zahmen  Straußen,  die  auf  der
Farm  Voigtland  gezüchtet  sind,  zum  Erport  gelangten.

Der  Vorbau  der  Eisenbahn  ist  bis  280  km
vorgeschritten  und  wird  der  Betrieb  seit  1.  Juli
d.  Is.  bis  zur  Station  Okasise  (262  km)  durchgeführt.)
  Die  Arbeiten  im  Vorbau  wurden  dadurch
aufgehalten,  daß  der  Bauleiter  bestrebt  sein  mußte,
durch  Ausbesserung  der  rückwärtigen  Strecke,  Ausgleichung
  und  Beseitigung  von  todtem  Gefälle  sowie

—  —  —  —

*)  Vergl.  auch  die  Mittheilung  über  den  Stand  des
Eisenbahnbaues  auf  S.  868  dieser  Nummer.

861

 

durch  Herabsetzung  der  Steigungen  die  Betriebsleistungen
  auf  der  Strecke  Swakopmund—Karibib  zu
erhöhen.

Die  Arbeiten  des  Molenbaus  sind  so  weit  gediehen,
  daß  schon  jetzt  jederzeit  Post  und  Passagiere
unter  dem  Schutze  der  Anlage  und  unter  Benutzung
der  dem  Hafenbauamte  zur  Verfügung  stehenden
Dampfpinasse  sicher  landen  können.  Diesem  Umstande
  ist  es  zuzuschreiben,  daß  Erwägungen  eingeleitet
  worden  sind,  auch  die  Reichspostdampfer  der
Ostafrika-Linie  in  Swakopmund  regelmäßig  anlaufen
zu  lassen.  Die  Länge  des  fertiggestellten  Unterbaues
für  den  Molenarm  betrug  Ende  Juni  d.  Is.  245  m,
während  sich  die  projektirte  Gesammtlänge  auf  375  m
beläuft.  Sie  dürfte  im  Juli  nächsten  Jahres  erreicht
  werden.

Im  Auschlusse  an  die  Malaria-Expeditionen  des
Geheimen  Medizinalraths  Professor  Dr.  Koch  wurde
Stabsarzt  Vagedes  nach  Deutsch-Südwestafrika  entsandt.
  Trotz  der  erheblichen  Schwierigkeiten,  welche
die  nomadenhafte  Lebensweise  der  Eingeborenen
einer  systematischen  Malariabekämpfung  entgegensetzt,
  sind  nach  den  eingegangenen  Berichten  des  genannten
  Sanitätsoffiziers  die  erreichten  Resultate
sehr  befriedigend.  Mit  Rücksicht  auf  die  klimatischen
Verhältnisse  des  Schutzgebiets  konnte  sich  dessen
Thätigkeit  lediglich  auf  das  nördliche  Hereroland
beziehen.

Deutsch-Ostafrika.

Das  Schutzgebiet  hatte  mit  einer  Reihe  recht
unerfreulicher  Ereignisse  zu  rechnen.  Am  12.  August
ist  das  neuerbaute  Schwimmdock  kurz  vor  der  Abnahme
  durch  das  Gouvernement  untergegangen.
Ueber  die  Ursachen  dieses  Vorkommnisses  kann  ein
abschließendes  Urtheil  zur  Zeit  noch  nicht  abgegeben
werden.  Die  Howaldtswerke  in  Kiel,  mit  denen  die
Lieferung  des  Docks  vereinbart  ist,  haben  einen
Bergungsdampfer  nach  Dar-es-Saläm  geschickt  und
hoffen  das  Dock  heben  und  nach  Ausführung  der
erforderlichen  Herstellungsarbeiten  dem  Gouvernement
  abnahmefähig  zur  Verfügung  stellen  zu  können.

Das  Sägewerk  bei  Saninga  im  Rufidji-Delta
und  die  Agavenplantage  Kurazini  bei  Dar-es-Saläm
mußten  den  Betrieb  einstellen.  Das  genannte  Sägewerk,
  welches  sein  Rohmaterial  von  der  fiskalischen
Forstverwaltung  bezog  und  für  Rechnung  der
Rufidji-Industrie-Gesellschaft  betrieben  wurde,  sah
sich  zu  dieser  Maßnahme  aus  Mangel  an  Betriebskapital
  genöthigt.  Der  Betrieb  der  Agavenplantage
Kurazini  und  der  damit  verbundenen  Fabrikanlage
wurde  von  der  Rheinischen  Handsl-Plantagen-Gesellschaft
  in  Cöln,  welche  das  Unternehmen  erworben
hatte,  auf  Grund  der  von  ihr  angestellten  Berechnungen
  für  unrentabel  erachtet  und  deshalb  eingestellt.
  Es  sei  jedoch  hierbei  bemerkt,  daß  nach  Ansicht
  der  genannten  Gesellschaft  nicht  etwa  der
Anbau  und  die  Verarbeitung  von  Agaven  überhaupt
in  Deutsch  -Ostafrika  keine  Aussichten  auf  Erfolg
bieten,  sondern  daß  sie  bei  ihrem  Urtheil  nur  die
        <pb n="914" />
        besonderen  Verhältnisse  der  Plantage  Kurazini  im
Auge  hatte.  Die  Gesellschaft  ist  sogar  der  Ansicht,
daß  auch  in  Kurazini  auf  gänzlich  veränderter
Grundlage  ein  rentabler  Betrieb  eingerichtet  werden
könne;  sie  ist  aber  zur  Zeit  nicht  geneigt,  die  dazu
erforderlichen  erheblichen  Mittel  dem  für  sie  in  erster
Reihe  in  Betracht  kommenden  Anbau  von  Kaffee  in
Usambara  zu  entziehen.

Die  Ernteaussichten  für  die  Kaffeeplantagen  sind
für  die  einzelnen  Pflanzungen  ziemlich  verschieden,
indessen  mehrfach  durch  widrige  Witterungsverhältnisse,
  insbesondere  durch  Regen  in  der  Blüthezeit
sowie  durch  das  Auftreten  von  Schädlingen,  ungünstig
  beeinflußt  worden.  Die  Qualität  des  gewonnenen
  Kaffees  wird  nach  wie  vor  günstig  beurtheilt.
  Die  Ausfuhr  betrug  im  Jahre  1900:
148  785  kg  im  Werthe  von  274757  Mark  gegen

862

 

50  972  kg  im  Werthe  von  96  358  Mark  im  Vorjahre.



Im  Pangani-Thal  ist  der  Anbau  von  Zuckerrohr
in  steigender  Entwickelung  begriffen.  Die  dort  von
der  Pangani-Gesellschaft  errichtete  Zuckerfabrik  ist
fertiggestellt  und  wird  demnächst  den  ersten  durch
europäischen  Fabrikbetrieb  in  Deutsch-Ostafrika  hergestellten
  Zucker  auf  den  Markt  bringen.

Das  Fortschreiten  der  Bahnarbeiten  auf  der
Neubaustrecke  Muhesa—Korogwe  wurde  durch  das
bis  in  den  Juni  hinein  dauernde  Regenwetter  stark
beeinträchtigt.  Nach  Aussage  von  Leuten,  welche
bereits  12  Jahre  im  Lande  angesessen  sind,  soll  die
diesjährige  Regenperiode  die  stärkste  gewesen  sein,
welche  bisher  beobachtet  worden  ist.  Infolge  dessen
blieben  auch  die  Brückenbauten  in  Luengera-T)hal
zurück  und  konnten  nicht  rechtzeitig  fertiggestellt
werden.  Das  Vorstrecken  der  Gleise  mußte  wochenlang
  ruhen.  Eine  besonders  zerstörende  Wirkung
hat  das  Wasser  jedoch  trotz  der  zahlreichen  die
Bahnlinien  begleitenden  und  schneidenden  Wasserläufe
  nicht  ausgeübt.  Im  Luengera-Thal  haben  sich
die  Dämme  als  zu  niedrig  erwiesen  und  mußten
daher  um  50  cm  erhöht  werden.  Seit  Juli  sind
die  Arbeiten  wieder  im  vollen  Gange  und  schreiten
stetig  vorwärts.  Das  Gleis  war  Ende  September
d.  Is.  bis  zur  Station  Niusi  (km  69)  verlegt.
Die  Durchsührung  der  Züge  von  Tanga  bis  Niusi
war  für  Mitte  Oktober  geplant.

Die  beiden  zur  Prüfung  der  Hafenverhältnisse
und  Vorbereitung  eines  diesbezüglichen  einheitlichen
Bauprojekts  nach  Dar-es-Saläm  entsandten  Wasserbau-Ingenieure
  werden  demnächst  hierher  zurückkehren
und  über  das  Ergebniß  der  von  ihnen  ausgeführten
Vorarbeiten  sowie  über  die  erforderlichen  Verbesserungen
  Bericht  erstatten.

Der  Bau  des  Ueberlandtelegraphen  Kap-Kairo
schreitet  rüstig  vorwärts.  Die  Station  Bismarck- 



burg  wurde  im  Oktober  v.  Is.,  Karema  am  Ostufer

des  Tanganyika-Sees  (zwischen  7.  und  6.  Breitegrad)
  Anfang  IJunni  d.  Is.  erreicht.  Die  Trace
der  Telegraphenlinie  ist  bis  über  Udjidji  hinaus

1

 

ausgelegt.  Das  Reichspostamt  hat  einen  Fachbeamten
  entsendet,  welcher  Ende  Oktober  d.  Is.  die
Ausreise  angetreten  hat.  Er  hat  die  Aufgabe,  die
Leitung  der  Telegraphenstation  in  Udiüdj#i  zu  übernehmen
  und  an  anderen  geeigneten  Plätzen,  insbesondere
  in  Bismarckburg,  mit  farbigen  Telegraphisten
zu  besetzende  Zwischenanstalten  einzurichten.

Der  für  das  laufende  Rechnungsjahr  vorgesehene
Bau  eines  Telegraphen  von  Dar-es-Saläm  nach
Mpapwa  ist  so  weit  vorgeschritten,  daß  am  1.  November
  d.  Is.  an  der  Masitifähre  und  in  Kilossa
Telegraphenanstalten  eingerichtet  werden  konnten.

Auf  dem  Tanganjika-See  ist  der  von  Oberleutnant
  Schloifer  an  Ort  und  Stelle  gebrachte  Dampfer
„Hedwig  von  Wißmann“  in  Betrieb  gesetzt  und
wird  dort  dem  Verkehr  in  gleicher  Weise  dienen  wie

der  „Hermann  von  Wißmann“  auf  dem  Nyassa-See.

Nach  den  vorliegenden  Berichten  hat  Letzterer  bei
allen  Fahrten  volle  Fracht  gehabt  und  sehr  befriedigende
  Einnahmen  erzielt.

Der  Friede  ist  im  Schutzgebiet  nicht  gestört
worden.  Die  Gerüchte  über  neue  Ausfstände  am
Kilimandjaro  haben  sich  als  unbegründet  erwiesen.
Eine  kleine  Unbotmäßigkeit  im  Hinterlande  von
Lindi  ist  durch  das  thatkräftige  Emgreifen  der  vom
Gouverneur  dorthin  entsandten  3.  Kompagnie  unter
Führung  des  Hauptmanns  Johannes  ohne  Schwierigkeit
  unterdrückt.  Der  Hauptanstifter  ist  in  der
Person  eines  sogenannten  Zauberers  gefangen  nach
Dar-es-Saläm  gebracht  und  inzwischen  voraussichlich
  bereits  abgeurtheilt.  Die  unter  Leitung  des
Hauptmanns  Herrmann  stehende  Vermessungs-Expcdition
  zur  Festlegung  der  deutsch-kongolesischen  Grenze
am  Kivu-See  hat  durch  den  Tod  des  Professors
Lamp  einen  schmerzlichen  Verlust  erlitten.  Die  Arbeiten
  sind  von  dem  sachkundigen  Leiter  aber  trotzdem
  kräftig  gefördert,  und  inzwischen  ist  in  der
Person  des  Leutnants  Schwartz  ein  Ersatz  für  Professor
  Lamp  hinausgegangen.

Deutsch-Neu-Guinea.

Verschiedene  Ausschreitungen  der  Eingeborenen
führten  zu  Strafexpeditionen.

Der  Bezirksamtmann  in  Friedrich  Wilhelmshafen
hatte  die  Eingeborenen  am  Potsdamhafen  und  an
der  Hansabucht  wegen  an  Eingeborenen  begangener
Mordthaten  zu  züchtigen.  Desgleichen  führten  die
Beraubung  eines  europäischen  Händlers  und  Tödtung
von  in  seinem  Dienste  stehenden  Farbigen  sowie  der
Ueberfall  der  Menckeschen  Expedition,  bei  dem  abgesehen
  von  mehreren  Farbigen  zwei  Europäer  ihr
Leben  einbüßten,  in  den  Französischen  Inseln  und
auf  der  St.  Matthias-Insel  zu  einem  Einschreiten.
Es  wirkte  hierbei  S.  M.  S.  „Cormoran“  erfolgreich
  zusammen  mit  der  Polizeitruppe.  Mitte  Jull
wurde  ein  Händler  in  den  Admiralitätsinseln,  dessen
Sorglosigkeit  die  größte  Schuld  an  dem  Vorfall  beizumessen
  ist,  von  Eingeborenen  erschlagen.

Die  in  Nusa  eingerichtete  Regierungsstation  hat
        <pb n="915" />
        eine  nahezu  vollständige  Beruhigung  des  nördlichen
Theiles  von  Neu-Mecklenburg,  wo  früher  das  Leben
der  Weißen  in  steter  Gefahr  schwebte,  herbeigeführt.
Die  Eingeborenen  daselbst  werden  beim  Wegebau
beschäftigt  und  folgen  gehorsam  den  Weisungen  des
Stationleiters.  Außer  dem  Wegebau  hat  Letzterer
auch  die  Anlage  einer  Kokospalmenpflanzung  durch
die  Eingeborenen  ins  Werk  gesetzt.  Sie  ist  zur  Zeit
mit  12  000  Palmen  bestanden.

Das  neue  Gouverneurshaus  in  Herbertshöhe  ist
sertiggestellt,  das  alte  wird  zum  Lazareth  umgewandelt.
  Der  große  Strandweg,  der  von  Herbertsböhe
  ausgehend  die  an  der  Blanche-Bucht  belegenen
Ansiedelungen  der  Weißen  verbindet,  ist  vollendet.
Er  findet  seinen  Abschluß  in  einer  Holzbrücke,  die
die  stark  bevölkerte  Insel  Matupi  an  das  Festland
anschließt.  .

Das  Pflanzungsterrain  dehnt  sich  mehr  und
mehr  aus.  Um  zu  dem  Plane  eines  Versuchsgartens
Stellung  nehmen  zu  können,  ist  der  vom  Kolonialwirthschaftlichen
  Komitee  ausgesandte,  jetzt  im  Schutzgebiete
  weilende  Botaniker  Schlechter  mit  den  vorbereitenden
  Erhebungen  namentlich  hinsichtlich  der
Platzfrage  beschäftigt.  Die  Arbeiten  für  die  Ausbeutung
  der  Huon-Golf-Bergbau-Konzession  sind  begonnen
  worden.

Im  Bismarck-Archipel  ist  die  Verwendung  des
Muschelgeldes  als  Zahlungsmittel  verboten  worden.
Dies  dürfte  eine  Erhöhung  der  Einfuhr  von  europäischen
  Waaren  zur  Folge  haben.

Im  Juli  d.  Is.  ist  eine  neue  Arbeiteranwerbungsverordnung,
  eine  Ausgestaltung  der  bewährten
bisherigen  Bestimmungen,  in  Kraft  gesetzt  worden.

Der  Gouverneur  hat  eingehend  die  Frage  geprüft,
  ob  ein  besonderer  Schutz  der  Eingeborenen
gegen  den  Opiumgenuß  einzuführen  sei,  jedoch  festgestellt,
  daß  die  Eingeborenen  trotz  jahrelanger  Berührung
  mit  den  chinesischen  Kulis  nicht  die  geringste
Neigung  zum  Rauchen  von  Opium  zeigen.  Er  hält
deshalb  die  diesbezüglichen  bestehenden  Bestimmungen
für  ausreichend.

Die  Gestaltung  der  Dampferlinien,  welche  die
Theile  des  Schutzgebiets  unter  einander  und  mit
der  Heimath  verbinden,  hatte  zu  Beginn  des  Jahres
insofern  eine  Aenderung  erlitten,  als  bei  der  zwölfwöchentlichen
  Linie  Hongkong—Sydney  wegen  des
weiten  Umwegs  Saipan  aus  der  Reihe  der  Anlaufhäsen
  gestrichen  wurde.  Das  dortige  Bezirksamt
ist  seitdem  auf  die  Verbindung  über  Japan  durch
Segelschiffe  angewiesen.

Samoa.

Die  im  Schutzgebiete  hergestellte  Ruhe  hat  ihre
Probe  insofern  bestanden,  als  die  Vertheilung  der
von  der  Familie  Mataafas  anläßlich  dessen  Ernennung
zum  Ali-Sili  (Hohen  Häuptling)  zusammengebrachten
Matten  unter  die  angesehenen  Häuptlinge  und  Familien
  unter  Vermittelung  des  Gouverneurs  friedlich
ausgeführt  worden  ist.  Sonst  lief  diese  Prozedur,

863

 

welche  sich  jedesmal  an  die  Neuübertragung  der
Hohen  Häuptlings-Würde  knüpft  und  eine  Art  Rangverleihung
  darstellt,  nie  ohne  Blutvergießen  ab.  Die
versuchsweise  eingeführte  Verwaltung  der  Eingeborenen
durch  ihre  eigenen  Häuptlinge  unter  Oberaufsicht  des
Gouverneurs  hat  sich  bislang  bewährt.  An  der
Spitze  des  Verwaltungsapparats  steht  der  Hohe
Häuptling  Mataafa,  dem  ein  Rath  (Faipule)  beigegeben
  ist.  Die  Inseln  sind  nach  althergebrachten
Zusammengehörigkeitsverhältnissen  in  eine  Anzahl  von
Distrikten  getheilt,  für  welche  vom  Gouverneur  Vorsteher
  (Taitai  Itu)  und  Richter  (Faamasino)  ernannt
sind.  Unter  den  Distriktsvorstehern  stehen  die  Vorsteher
  der  Dorfschaften  (Pule  Nnu).

Die  Ablieferung  der  in  den  Händen  der  Eingeborenen
  befindlichen  Feuerwaffen  und  die  Einziehung
der  Kopfsteuer  vollzogen  sich  ohne  Störung.  Auch
eine  Zählung  der  Bevölkerung  konnte  vorgenommen
werden  und  führte  zu  dem  durchaus  zuverlässigen  Ergebnisse,
  daß  auf  den  Inseln  32  815  Eingeborene
leben.

Im  Wege  der  Verordnung  sind  die  Samoaner
angehalten,  ihre  brach  liegenden  Ländereien  mit  Kokospalmen
  (alljährlich  50  Stück)  zu  bepflanzen.

Am  1.  Juli  d.  J.  ist  die  Reichsmarkrechnung  eingeführt
  worden.  Der  Bestand  an  englischen  und
amerikanischen  Münzen  im  Schutzgebiet  ist  daher  im
raschen  Sinken  begriffen.  Eine  vom  Gouverneur  erlassene
  Verordnung  bestimmt,  daß  in  den  Eingeborenenschulen
  von  fremden  Sprachen  nur  die  deutsche
Sprache  gelehrt  werden  darf.

Die  Pflanzer  betreiben  im  Wesentlichen  die  Kultur
des  Kakao,  die  den  Bodenverhältnissen  und  dem
Klima  am  meisten  zu  entsprechen  scheint.  Die  urbar
gemachten  und  bepflanzten  Flächen  vergrößern  sich
zusehends.  Die  Deutsche  Handels=  und  Plantagen-Gesellschaft
  der  Südsee-Inseln  hat  für  das  Geschäftsjahr

  1900  eine  Dividende  von  8  Prozent  zur  Vertheilung

  gebracht.

Der  für  das  Gouvernement  aus  Mitteln  der
Wohlfahrtslotterie  in  Arbeit  gegebene  Segel-Motor-Schooner
  wird  demnächst  in  den  Dienst  gestellt
werden.

Schutztruppen.

Das  Gesetz,  betreffend  Versorgung  der  Kriegsinvaliden
  und  der  Kriegshinterbliebenen,  vom  31.  Mai
1901,  ist  auch  für  die  Kriegsinvaliden  bezw.  Kriegshinterbliebenen
  der  Schutztruppen  in  Geltung  getreten.

Am  18.  Juli  ging  ein  Ersatztransport  in  der
Stärke  von  2  Offizieren,  1  Sanitätsoffizier,  1  Roßarzt
und  333  Mannschaften  von  Hamburg  nach  Südwestafrika
  ab  und  ist  am  17.  August  in  Swakopmund
gelandet.

Um  auch  weiterhin  die  Ableistung  von  Uebungen
von  Offizieren  und  Offiziersaspiranten  des  Beurlaubtenstandes
  bei  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  zu
fördern,  sind  unter  dem  15.  Oktober  d.  Is.  Bestimmungen
  zur  Regelung  der  Gebührnisse  während  der
Dienstleistungen  Allerhöchsten  Ortes  erlassen  worden.
        <pb n="916" />
        Eine  Anwerbung  von  Sudanesen  aus  Suakin
(Aegyptischer  Sudan)  war  insofern  erfolgreich,  als,
wenn  auch  nicht  die  gewünschte  Zahl  von  100,  so
doch  49  Mann  beschafft  werden  konnten.

Um  eine  Uebereinstimmung  mit  den  Vorschriften
für  das  Heer  herbeizuführen,  ist  unter  dem  20.  August
d.  Is.  Allerhöchst  verfügt  worden,  daß  über  Beförderungen
  zu  oberen  Militärbeamten  in  den  Schutztruppen
  und  die  Weiterbeförderung  derselben,  insoweit
  die  entsprechenden  Beförderungen  im  Heere  durch
den  Kriegsminister  erfolgen,  sowie  über  die  Zutheilung,
Stellenbesetzung  und  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung
  der  oberen  Militärbeamten  der  Reichskanzler
  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  zu  befinden
  hat.

Nachdem  schon  im  letzten  Jahre  das  Kriegsministerium
  die  Ausbildung  der  zum  Eintritt  in  die
Schutztruppen  bestimmten  Sanitätsoffiziere  durch  Beurlaubung
  zu  einem  4—8  wöchigen  Kursus  in  Behandlung
  2c.  von  Tropenkrankheiten  ermöglicht  hat,
ist  die  schon  früher  in  Aussicht  genommene,  als
dringendes  Bedürfniß  empfundene  Unterweisung  der
Schutztruppenärzte  in  Zahnheilkunde  im  Juli  d.  Is.
geregelt  worden.

In  dem  am  15.  Juni  d.  Is.  eröffneten  Institut
für  Schiffs=  und  Tropenkrankheiten  sind  bis  jetzt
18  Sanitätsoffiziere  ausgebildet  worden.  4  Sanitätsoffiziere
  haben  6wöchige  Kurse  in  Zahnheilkunde
bei  dem  zahnärztlichen  Institut  der  Universität  Berlin
absolvirt.

r

Perspnal-Machrichten.

Professor  Dr.  Volkens,  dem  das  Reichs-Stipendium
  zum  Besuch  des  botanischen  Gartens  in
Buitenzorg  für  das  Rechnungsjahr  1901  verliehen
ist,  hat  die  Ausreise  nach  Batavia  angetreten.

Deutsch  =  Ostafrika.

Der  Bureauassistent  Langerbeck  ist  in  Deutsch-Ostafrika

  eingetroffen.

Der  Kanzlist  Westhaus  und  der  Bahnmeister
Wolke  haben  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub
verlassen.

Oberleutnant  Cramer,  die  Unteroffiziere  Rachow
und  Hascher  sowie  Sanitätsunteroffizier  Lüdecke
sind  mit  Heimathsurlaub  am  12.  November  d.  Js.
in  Neapel  eingetroffen.

Die  Wiederausreise  bezw.  Ausreise  in  das  Schutzgebiet
  haben  am  22.  November  d.  Is.  von  Neapel
aus  angetreten:  Stabsarzt  Dr.  Lott,  Oberarzt  Albiez,
  die  Zahlmeisteraspiranten  Dymke  und  Dewald,

864

 

 

 

Feldwebel  Wulff,  Sergeant  Zahn,  Unteroffizier
Glatzel,  Sanitätsfeldwebel  Becher  und  Sanitätsunteroffizier
  Bach.

Ramernn.

Der  Regierungsbaumeister  Schütz,  der  Stationsleiter
  Kummetz,  der  Arbeiterkommissar  Reichel,
der  Sergeant  Fické,  die  Schiffszimmerleute  Krake
und  Meyer  und  der  Maschinenschlosser  Thiele  sind
in  Kamerun  eingetroffen.

Die  Sergeanten  Gripp  und  Fischer  sowie
Sanitätssergeant  Briesemeister  sind  am  25.  November
  d.  Is.  mit  Heimathsurlaub  in  Hamburg
eingetroffen.

 

6„  Cogo.

Der  Lehrer  Krüger  hat  die  Ausreise  nach
Togo  angetreten.

Lüdwestafrika.

Der  Kammergerichtsreferendar  a.  D.  Merensky
hat  die  Vertretung  des  Distriktschefs  von  Karibib-Otjimbingwe
  übernommen.

Der  Polizeimeister  Weber  hat  die  Ausreise  und
der  ehemalige  Lademeister  Lucas  die  Wiederausreise
nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.

Dem  Vorstand  des  Vermessungswesens  im  südwestafrikanischen
  Schutzgebiet,  Landmesser  Görgens,
ist  für  die  Dauer  seiner  Thätigkeit  im  Schutzgebeete
der  Titel  „Kaiserlicher  Oberlandmesser“  verliehen
worden.

Die  Ausreise  bezw.  Wiederausreise  in  das  Schußgebiet
  haben  am  23.  November  d.  Is.  von  Hamburg
aus  angetreten:  Unterroßarzt  Hoerauf,  die  Unteroffiziere
  Zwirner,  Otto,  Praß,  Junga,  Kestermann,
  Stein  und  Feldmann,  die  überzähligen
Unteroffiziere  Hassel,  Franz,  Buschan,  Schulz
und  Eberhardt,  Sanitätssergeant  Much  sowie
Sanitätsunteroffizier  Brunke.

Hauptmann  und  Kompagniechef  Spalding,  überzähliger
  Feldwebel  Wischkon,  die  überzähligen
Unteroffiziere  Höche  und  Brunow,  Sanitätssergeant
Löschke,  überzähliger  Gefreiter  Eichfeld  und  Reiter
Demmel  sind  mit  Heimathsurlaub  bezw.  zur  Emlassung
  am  25.  November  d.  Is.  in  Hamburg  eingetroffen.


Gefreiter  Theodor  Kaul  ist  am  29.  Oktober  d.  Js.
in  Outjo  an  Wechselfieber  verstorben.  Derselbe  gehörte
  vor  seinem  am  16.  Juli  d.  Is.  erfolgten  Uebertritt
  zur  Schutztruppe  dem  Königlich  Sachsischen
10.  Infanterie-Regiment  Nr.  134  an.
        <pb n="917" />
        865

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Pltafrika.

Die  Lundschaft  Unpika.

Ueber  die  bis  jetzt  wenig  bekannte,  im  Westen
ves  Bezirks  Neu-Langenburg  gelegene  Landschaft
Ulnyika  berichtet  der  Kaiserliche  Bezirksamtmann
Zache:

Unyika  ist  ein  nach  allen  Richtungen  hin  vier
Tagemärsche  breites,  durchschnittlich  1900  m  hohes,
tvasserreiches  Plateau  mit  aufgesetzten  Kegeln  und
Bodenwellen,  in  der  Nordwesthälfte  licht  bewaldet,
zn  der  Südosthälfte  von  grasigen  Hochweiden  bedeckt.
Die  den  Wasango  offenbar,  auch  sprachlich,  nächstverwandte
  Bevölkerung  ist  nicht  zahlreich,  aber  durchweg
  mit  Gewehren  bewaffnet  und  trotzig  gesinnt.
Die  Dörfer,  deren  Schmutz  von  den  niedlichen  Bakondeweilern

  häßlich  absticht,  sind  nach  Wasafwaart
Gummi  war

angelegt  und  vielfach  stark  befestigt.
in  Unyika  früher  massenhaft  und  ist  jetzt  noch  in
Svuren  vorhanden.  Es  ist  nicht  nur  Kleinvieh  vorhanden,
  sondern  jedes  Dorf  hat  auch  eine  stattliche
Rinderheerde.  Zahlreiche  Händler  ziehen  umher  und
bieten  Vieh  und  Gummi  feil.  Der  Missionar  Bachmann
  in  Mbozi,  von  Beruf  Gärtner,  erzielt  prachtvolles
  Gemüse,  insbesondere  Köpfe  von  Weiß=  und
Rothkohl.  Das  Klima  ist  kühl,  aber  gesund,  Moskitos
  sind  unbekannt.

Ramerun.
Wissenschaftliche  Kammlungen.

Der  Hauptmann  Glauning  sandte  aus  Rssakpe
in  Nordwest-Ramerun  an  das  Königliche  Museum
für  Naturkunde  zu  Berlin  folgende  zoologische  Gegenstände
  ein,  und  zwar  5  Säugethierfelle,  6  Säugethierschädel,
  3  Seäugethierpräparate  in  Alkohol,
2  Schildkröten,  4  Käser  in  vier  Spezies  in  Alkohol,
1  Orthoptere.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.

Da  aus  Nordwest-Kamerun  bisher  kein  einziges

Säugethier  bekannt  war,  hat  diese  Sammlung  besonderes
  Interesse.  Die  eingesandten  vier  Schopf-=antilopen
  unterscheiden  sich  von  typischen  Exemplaren
ihrer  Gattung  so  erheblich,  daß  sie  sämmtlich  als
Vertreter  von  bisher  unbeschriebenen  geographischen
Abarten  neu  benannt  werden  müssen.  Ferner  enthält
  die  Sendung  das  Fell  einer  bisher  nur  aus
Togo  bekannten  Ginsterkatze  (Genctta  genetcides
Temm.),  sowie  den  Schädel  eines  Quastenstachelschwems
  (Atherura),  den  Schädel  eines  Wildschweins
  (Potamochoerus),  eine  sehr  junge  Ginsterkatze,
  eine  junge  Hausmaus  und  eine  Hausratte.
Bemerkenswerth  ist  der  durch  diese  Sendung

erbrachte  Nachweis  dafür,  daß  das  nordwestliche
Kamerun  in  mancher  Hinsicht  mehr  mit  Ober-Guinea
als  mit  südlich  von  Victoria  gelegenen  Gebieten
übereinstimmt.  Von  den  Käfern  ist  eine  Art  besonders
  werthvoll.

Togv.

Sn  den  Abgrenzungsarbeiten  in  Togo.

Nach  einer  Meldung  des  stellvertretenden  Gouverneurs
  in  Lome  ist  die  deutsche  Abtheilung  der
deutsch  =  englischen  Grenzexpedition  am  16.  Oktober
von  dort  abmarschirt  und  sollte  am  15.  November
an  der  Einmündung  des  Daka  in  den  Volta  bereitstehen.


 

#  Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Stationsleiter  Mischlich  in  Kete-Kratschi  hat
1  der  zoologischen  Sammlung  des  Königlichen  Museums
für  Naturkunde  zu  Berlin  wiederum  eine  von  ihm  zusammengebrachte
  Naturaliensammlung  übersandt.  Dieselbe
  enthielt:  13  Säugethierfelle  mit  12  Schädeln,
4  Säugethiere  in  Alkohol,  5  Reptilien  und  Amphibien,
  6  Käser,  2  Gläser  mit  Hymenopteren  in
Alkohol,  3  Orthopteren  in  Alkohol,  2  Rhynchoten  in
Alkohol,  6  Termitenbauten  nebst  drei  Gläsern  mit
Termiten,  1  Tausendfüßer,  1  Wurm.

Die  Konservirung  war  gut.

Die  Säugethiersammlung  enthielt  große,  tadellos
konservirte  Antilopen  und  ein  Exemplar  des  Togobüffels.
  Besonders  zu  erwähnen  sind  auch  die  Kuhantilopen,
  welche  zum  ersten  Male  aus  dem  Gebiet
in  vollständigen  Exemplaren  eingesandt  worden  sind,
ferner  die  Blaurückenschopfantilope  und  die  welbliche
Grasantilope,  sowie  der  Wasserbock.  Unter  den  in

Alkohol  konservirten  Präparaten  ist  eine  kleine  Fledermaus

  sehr  interessant,  die  einer  erst  kürzlich  beschriebenen

  Art  angehört.
6  Unter  den  Reptilien  und  Amphibien  sind  zwei
Laubfrösche  mit  rothen  Schenkeln  für  das  Museum
besonders  werthvoll.  Sehr  werthvoll  sind  auch  die
mit  vieler  Sorgfalt  konservirten  Termitenbauten,  von
denen  besonders  die  pilzförmigen  ein  höheres  Interesse
beanspruchen.  Dankenswerth  ist  die  Umrißstizze  zu
den  Termitenbauten  und  die  Mittheilung  der  Eingeborenen-Namen
  für  die  letzteren.

*

.
I  ..

*
Ferner  sandte  der  Stationsassistent  Schröder
in  Sokodé  im  August  d.  Is.  eine  von  ihm  zussammengebrachte
  Naturaliensammlung  an  das  genannte
  Museum  ein,  welche  enthielt:  14  Säugethierfelle,
  6  Säugethierskelette,  4  Säugethierschädel
und  45  Vogelbälge.
        <pb n="918" />
        Sämmtliche  Gegenstände  waren  sehr  gut  kon—
servirt.  Unter  den  Säugern  befand  sich  ein  altes
Männchen  der  Blaurückenantilope,  welche  durch  diese
Sendung  zum  ersten  Male  bekannt  geworden  ist.
Die  eingesandte  Kusimanse  (Crossarchus)  zeigt  gewisse
Unterschiede  gegen  die  aus  Kamerun  stammenden
Exemplare  und  ist  daher  vielleicht  für  die  Wissenschaft
  neu.

Die  Vogelbälge  waren  zum  größten  Theil  für
das  Museum  sehr  willkommen,  weil  die  betreffenden
Arten  bisher  nur  durch  mangelhafte  Stücke  vertreten
waren.  Eine  Art  ist  für  Togo  neu  nachgewiesen.

Deutsch-Hüdwelkafrika.

Reise  von  Grootfontein  nach  dem  Okavango.
J.

Ueber  eine  Reise  von  Grootfontein  nach  dem
Okavango  berichtet  der  Distriktschef  Oberleutnant
Volkmann:

Am  22.  Mai  d.  Is.  ritt  ich  von  Grootfontein
ab  mit  sechs  Reitern  und  sechs  eingeborenen  Polizisten,
  letztere  waren  auf  Maulthieren  beritten,  Gepäck
und  Proviant  waren  auf  einem  Wagen  und  einer
Karre  vorausgeschickt.  Nachdem  ich  Aukas,  eine  offene
Wasserstelle  im  Kalk,  25  km  nordöstlich  Grootfontein,
passirt  hatte,  wo  der  vor  wenigen  Wochen  verstorbene
Jäger  und  Händler  Axel  Ericson  lange  gewohnt  hat,
traf  ich  am  24.  früh  in  Karuras,  nachmittags  in
Tsebib  ein.  An  beiden  Plätzen  steht  reichlich  Wasser
in  Löchern,  die  durch  die  Kalkdecke  gesprengt  sind.
Zwischen  Tsebib  und  Karuras  läuft  die  Grenze  des
Konzessionsgebiets  der  South  West  Africa  Co.  ltd.;
nördlich  dieser  Grenze  beginnt  das  Regierungsland.

Am  25.  früh  zog  ich  von  Tsebib  weiter  und
erreichte  mittags  die  nördliche  Linie  des  Kalkgebiets,
das  sich  von  dem  nun  beginnenden  Sandvelde  scharf
abhebt.  Während  bis  hierher  der  Weg  über  harten
Kalkstein  führt,  hört  der  Stein  fast  völlig  auf,  der
Boden  ist  rother  Sand,  auf  dem  lichter,  von  Grasflächen
  unterbrochener  Hochwald  steht.  Vorherrschend
sind  Malura=  und  Tambulibäume,  beide  mit  gutem
Nutzholz,  erstere  auch  mit  gelben,  pflaumenähnlichen
Früchten,  aus  denen  in  Transvaal  ein  wohlschmeckender
  Schnaps  gebrannt  werden  soll.  Die  Ovambos
bereiten  sich  aus  den  Früchten  ein  stark  berauschendes
Getränk.

Am  Abend  traf  ich  in  Tslsintsabis  am  Omuramba
und  Ovambo  ein.

Im  Jahre  1897  wurde  hier  eine  Absperrungsstation
  gegen  die  Rinderpest  errichtet,  die  Station
ging  aber  bald  ein,  und  von  dem  Hause  sind  nur
noch  wenige  Trümmer  vorhanden.  Bewohnt  ist  der
Platz  von  einigen  Buschmännern,  welche  auf  mein
Geheiß  die  tiesen  Wasserlöcher  im  Flußbett  in  Ordnung
halten  und  sich  dafür  ab  und  zu  etwas  Kost  oder
Tabak  von  Grootfontein  holen.  In  Thsintsabis  hörte

866

 

 

der  Weg  nach  Norden  auf;  wohl  war  eine  Straße
vorhanden  gewesen,  die  zur  Zeit  der  großen  Jagdzüge
viel  gefahren  war,  aber  seit  20  Jahren  hatte  Niemand
mehr  den  Weg  gemacht,  der  nun  vollständig  veiwachsen
  und  nicht  mehr  zu  erkennen  war.

Da  mir  indessen  mit  Bestimmtheit  von  dem  Auftreten
  einer  Viehseuche  in  der  Landschaft  Ombungu
berichtet  war,  entschloß  ich  mich,  einen  neuen  Weg
nach  Norden  schlagen  zu  lassen,  und  ließ  am  26.  früh
mit  der  Arbeit  beginnen.  Es  arbeitete  immer  die
Hälfte  der  Reiter  und  Polizisten,  außerdem  hatten
sich  etwa  20  Haiumcer  Buschmänner  mir  freiwillia
zur  Verfügung  gestellt;  sie  bekamen  Verpflegung,  und
ich  versprach,  ihnen  nach  beendeter  Arbeit  einige  Schafe
und  Bedarfsartikel,  wie  Messer,  Pfeifen  und  Zünderdosen,
  zu  schenken.  Der  Weg  führte  zunächst  durch
niedrigen  Busch  mit  viel  Dornengestrüpp,  er  war  tief
sandig,  und  diesen  Charakter  behielt  er  nun  über
150  km  bei.  In  den  nächsten  Tagen  passirte  ich
mehrere  Vleyen,  Niederungen,  in  denen  von  der
Regenzeit  her  noch  Wasser  stehen  geblieben  war,  so
die  Vleyen  Danisib  Gumtsas,  Gauchob,  Gozos  und
Tschausib  rc.

Am  31.  Mai  zog  ich  von  Tschausib  weiter  und
erreichte  am  6.  Juni  den  Gaudun  oder  Biffel-Omuramba,
  in  dem  reichlich  Wasser  vorhanden  war.
Dieser  Fluß  zieht  sich,  von  Westen  kommend,  ziemlich
tief  eingeschnitten  in  einer  Breite  von  etwa  60  m
zwischen  den  bewaldeten  Dünen  hin,  nach  Aussoge
der  Eingeborenen  mündet  er  in  den  Omuramba  und
Ombungu,  jedenfalls  nicht  in  den  Okavango,  wie  au'
den  Karten  verzeichnet  ist.

Im  Büffel-Omuramba  sollen  das  ganze  Jarr
hindurch  einige  Wasserstellen  sein,  in  der  trockenen
Zeit  die  ersten  von  Tsintsabis  ab.

10  km  nördlich  des  Gaudum  kreuzt  der  Weg
den  Umuramba  und  Ombungu  (Hyänenfluß),  von  den
Buschmännern  „Debra“  genannt,  der,  von  Nordwesten
  kommend,  die  gleichnamige  Landschaft  durchfließt
  und  nach  Südosten  dem  Okavango  zuläuf.
Der  Fluß  soll  früher  viel  Wasser  geführt  haben.
wahrscheinlich  ist  er  im  Lauf  der  Jahre  stark  verweht,
  denn  das  wenige  offene  Wasser,  das  jetzt,  kur
nach  der  Regenzeit,  vorhanden  war,  mußte  in  wenigen
Wochen  ausgetrocknet  sein.  Zahlreiche  Elefantenspurer
am  Wasser  zeigten,  daß  Elefanten  in  der  Regenzeit
von  Otjimbora  kommend  bis  hierher  ziehen.

Ich  stellte  fest,  daß  die  viehbesitzenden  Ovambes
erst  etwa  acht  Tagereisen  nordwestlich  in  der  Londschaft
  Otjimboro  (auch  „Osthimboro“  genannt)  wohne#
das  bereits  im  portugiesischen  Gebiet  liegt,  und  entschloß
  mich  daher,  nach  Osten  zu  den  Owakwangar
am  Okavango  zu  ziehen,  die  reiche  Viehbestände  hatie,
aber  schon  1897  durch  die  Rinderpest  viel  verloren
haben.  Nach  zweitägigem  Marsch  erreichte  ich  am
9.  Juni  den  Okavango  bei  Okambombo,  einer  groben
Werft  des  Häuptlings  Himarna,  der  selbst  etwa
5  km  flußaufwärts  auf  dem  linken,  portugiesischen
Flußufer  wohnt.  Durch  vorausgeschickte  Buschmänner
        <pb n="919" />
        Datte  ich  mein  Kommen  anmelden  lassen  und  wurde

von  den  Owakwangaris,  die  sich  im  Allgemeinen  keines
Quten  Rufes  erfreuen,  sehr  freundlich  ausgenommen.
Sie  brachten  eine  Menge  Korn  und  Bohnen,  und
der  Häuptling  Himarua  schickte  seinen  Bruder,  um
mich  zu  sich  einzuladen.  Leider  konnte  ich  seine
Werft  nicht  besuchen,  da  diese  nicht  auf  deutscher  Seite
liegt;  doch  schickte  ich  ihm  einige  Geschenke,  für  die
er  mehrere  Elefantenzähne  und  eine  Kuh  sandte.
Himarua  besitzt  reiche  Viehbestände  und  hat  sich  von
den  Verlusten  der  Rinderpest  1897  um  so  leichter
erholt,  als  er  inzwischen  einige  Hereros,  die  Damaraland
  verlassen  hatten  und  sich  am  Okavango  ansiedeln
wollten,  ihres  Viehes  beraubt  hat.  Sämmtliche  Rinder
waren  gesund,  und  es  ist  zu  hoffen,  daß  bei  einiger
Umsicht  die  jetzige  Seuche  das  Okavangogebiet
verschont.  4

In  früheren  Zeiten  besuchten  zahlreiche  Händler
und  Jäger  den  Okavango,  an  dem  ein  starker  Handel
mit  Elefantenzähnen  und  Straußenfedern  stattfand.
Seitdem  die  Jagdzüge  aufgehört  haben,  ist  nur  selten
ein  portugiesischer  Händler  zum  Okavango  gekommen,
so  daß  die  Eingeborenen,  die  sich  ehemals  an  allerlei
Lebensbedürfnisse  gewöhnt  haben,  den  Mangel  an
Händlern  schwer  empfinden  und  durchgehend  die
dringende  Bitte  aussprechen,  man  möchte  ihnen
Händler  senden.

Allerdings  haben  sie  wenig  Elfenbein  und  sind
gewöhnt,  solches  nur  für  Munition  zu  verkaufen,
aber  dafür  lassen  die  Häuptlinge  in  neuerer  Zeit  von
Buschmännern  nördlich  des  Okavango  viel  Wurzelkautschuk
  sammeln,  der,  wie  ich  höre,  in  Mossamedes
einen  guten  Preis  erzielt.

Der  Okavango,  der  bei  Okambambo  eine  Breite
von  110  m  und  eine  Tiefe  von  4  bis  5  m  hat,
führt  zur  Zeit  noch  viel  Wasser,  in  der  trockenen  Zeit,
Juli  bis  Dezember,  soll  das  Wasser  sehr  abnehmen,

867

 

so  daß  selbst  Ochsenwagen  den  Fluß  an  einigen  Furten

passiren  lönnen.
Werften  inmitten  ausgedehnter  Felder,  in  denen  vor
Allem  Kafferkorn,  Bohnen,  Erdnüsse  und  Kürbisse
und  Tabak  gebaut  werden.  Die  Felder  werden  nicht
im  Flußthale  angelegt  —  wohl  weil  dieses  alljährlich
überschwemmt  wird  —,  sondern  an  und  auf  den
Thalrändern.

Vom  11.  bis  21.  Juni  zog  ich  am  rechten  Ufer
des  Okavango  flußabwärts.  Etwa  75  km  weit  ziehen
sich  die  Dörfer  von  Himarua  hin,  deren  bedeutendste
Stopago,  Omarutu,  Katango  und  Omuscheche  heißen,
dann  kommt  ein  unbewohnter  Streifen  von  12  km
Breite,  hierauf  beginnen  die  Dörfer  von  Kapongo,
die  sich  über  eine  Länge  von  60  km  flußabwärts
erstrecken.

Der  Weg  führte  meist  in  dem  Flußthale  nahe
dem  Okavango,  an  manchen  Stellen  stand  noch  so
viel  Wasser,  daß  der  Thalrand  erstiegen  und  im
Busch  weitergegangen  werden  mußte.

Sobald  man  den  Busch  betrat,  begann  wieder  die
Arbeit  mit  Axt  und  Beil,  um  einen  Weg  für  die  Fahr-Am

  Fluß  entlang  sind  zahlreiche

 

zeuge  zu  schaffen.  Am  15.  Juni  traf  ich  in  Oschone
(Ossone),  der  ehemaligen  Werft  von  Kapongo,  ein,
die,  auf  dem  linken  Flußufer  liegend,  mit  zwei  dicht
neben  ihr  ganz  isolirt  stehenden  außerordentlich
großen  Exemplaren  der  Hyphaena  ventricosa  weithin
  sichtbar  ist.

Kapongo  war  ein  weiblicher  Kapitän,  sie  genoß
bei  den  Händlern  und  Eingeborenen  ein  großes  Ansehen.
  Vor  zwei  Jahren  ist  sie  gestorben,  jetzt  regieren
  in  den  drei  nur  wenig  voneinander  entfernten
Werften  Pengango,  Ossone  und  Omatuka  ihre  drei
Söhne  Karupu,  Haussiku  und  Nambaze.  Kurz  bevor
man  Ossone  erreicht,  sieht  man  am  jenseitigen  Thalufer
  den  Fluß  Kafuma  münden,  der  nicht  regelmäßig
läuft,  aber  zahlreiche  Quellen  hat  und  der  in  dem
dichten  Busch,  der  seinen  Lauf  begleitet,  zahlreiche
Elefanten  beherbergen  soll.  Die  Werft  des  Haussiku
steht  dicht  über  dem  steilen  Uferrande  und  macht  mit
ihren  Pallisaden  einen  stattlichen  Eindruck.

Die  Werften  der  Owakwangari  sind  alle  gleichmäßig
  angelegt.  Die  ganze  Werft,  die  einen  genau
abgemessenen  Kreis  bildet,  hat  je  nach  der  Bedeutung
des  Häuptlings  einen  Durchmesser  von  50  bis  100  m
und  ist  von  etwa  3  m  hohen,  in  die  Erde  gerammten
Baumstämmen  umgeben.  Innerhalb  der  Baumstämme
sind  etwa  2  m  hohe  Binsenmatten  gezogen.  In  der
Werft  sind  wiederum  durch  Pfähle,  die  aber  nur
1½  bis  2  m  hoch,  ebenfalls  mit  Matten  umgeben
sind,  eine  Menge  kreisrunder  Abtheilungen  geschaffen,
deren  jede  ihren  besonderen  Zweck  hat,  man  sieht  den
Versammlungsraum,  Kornstampfraum  und  die  einzelnen
  Wohnungen  für  die  Familienmitglieder  und
das  „Volk“.  Das  Korn  wird  zum  Schutze  gegen
Termiten  in  ganz  mächtigen,  2  bis  3  m  im  Durchmesser
  haltenden  Körben  aufbewahrt,  die  auf  1½  bis
2  m  hohen  Pfählen  ruhen.

Die  Hütten  sind  rund,  aus  Aesten  und  Zweigen
gebaut  und  mit  einem  spitzen  Dach  versehen,  Alles
ist  mit  Matten  bekleidet  und  macht  so  einen  sanberen
freundlichen  Eindruck.  In  einer  Werft  wohnen  trotz
des  beschränkten  Raumes  eine  Menge  Menschen,  und
es  wimmelt  darin  herum  wie  in  einem  Ameisenhaufen.

Die  Owakwangari  sind  sehr  wohlgebaute  Menschen,
Kleider  sieht  man  kaum,  die  meisten  tragen  um  den
Leib  einen  Ledergürtel,  an  dem  vorn  und  hinten
in  Falten  geraffte  Lederstreifen  fast  bis  zur
Erde  hängen.  Zur  Bedeckung  des  Gesäßes  tragen
viele  auch  das  Fell  eines  Leoparden,  einer  Ginsterkatze
  oder  einer  Otter.  Das  Haar  wird  in  mancherlei
wunderlicher  Form  getragen,  meist  ist  es  ganz  kurz
geschoren,  mit  Ausnahme  eines  Kreises  oder  eines
Streifens  Haare,  die  stehen  bleiben.  Um  den  Hals
tragen  sie  mit  Vorliebe  Ketten  aus  Perlen  oder  gedrehten
  Eisenstückchen,  welch  Letztere  sie  von  den
Schmieden  der  Oukwanjarua  Ovambos  bekommen.

An  den  Füßen  sind  sie  unbekleidet,  nur  wenige
tragen  Sandalen  aus  Wildfell.

Als  Wassen  tragen  sie  sogenannte  Ovambomesser,
außerdem  Speere  oder  Gewehre,  meist  Vorderlader.
        <pb n="920" />
        Die  Großleute  führen  Heury-Martinigewehre,  einmal
sah  ich  eine  8  mm  Büchse  mit  Mantelgeschossen,
die  angeblich  ein  portugiesischer  Händler  verkauft  hatte.
Vereinzelt  sieht  man  Kirris  und  Bogen,  die  Pfeile
aus  Holz  mit  Eisenspitzen.

Die  Owakwangari  rauchen  fast  gar  nicht,  schnupfen
aber  alle  und  haben  den  Tabak  in  Dosen  aus  dem
Horn  der  Duyker  oder  Steinböcke.  Sie  sind  keine
passionirten  Jäger,  und  man  findet  viel  Wild  in  der
Nähe  der  Dörfer.  Kaffee  kennen  sie  kaum,  sie  trinken
ein  aus  Mehl  bereitetes  Getränk  und  Kornbier,  das
ganz  wohlschmeckend  ist.  Töpfe  arbeiten  sie  aus  Thon,
der  am  Ufer  des  Okavango  vielfach  vorhanden  ist
und  sich  gut  brennen  läßt,  außerdem  machen  sie
hübsche  Arbeiten  aus  dem  Stroh  des  Korns  und
aus  Schilf  Matten,  Körbe,  Strohhüte,  Fischreusen  2c.
Die  Kanus  zeichnen  sich  nicht  durch  Schönheit  aus,
oft  sind  sie  aus  schiefen  Stämmen  grob  gearbeitet
und  fassen  zwei  bis  sechs  Menschen.  Es  wird  im
Stehen  oder  Sitzen  gerudert,  die  Ruder  haben  nur
an  einer  Seite  eine  Schaufel,  sogenannte  Paddeln
kennt  man  nicht.  Groß  ist  die  Geschicklichkeit  des
Owakwangari  im  Stechen  von  Fischen.  Hierzu  haben
sie  knapp  2  m  lange  Harpunen  aus  Holz,  die  Essenspitzen
  mit  Widerhaken.  Mit  unfehlbarer  Sicherheit
spießen  sie  den  Fisch  auf,  den  man  in  dem  krystallklaren

  Wasser  4  bis  5  m  tief  auf  dem  Grunde

stehen  sieht.

Sehr  groß  is"t  der  Mangel  an  Salz,  das  am
Okavango  nicht  gewonnen  und  von  den  westlichen
Ovambostämmen  eingehandelt  wird.

Haussika  stattete  mir  mit  seinem  Bruder  einen
Besuch  ab  und  brachte  mir  eine  Menge  Korn  und
Bohnen  zum  Geschenk.  Die  Unterhaltung  betraf  das
übliche  Thema:  Friedliche  Absichten,  freundliche  Behandlung
  von  Händlern,  Kautschuk  2c.  Er  klagte
sehr  über  die  Viehverluste  durch  Rinderpest,  er  hat
1897  fast  Alles  verloren  und  hat  jetzt  nur  einen
kleinen,  aber  gesunden  Großviehbestand.  Am  17.  Juni
verließ  ich  Ossone,  passirte  die  Dörfer  Ossia  und
Santia,  wo  man  am  jenseitigen,  etwa  5  km  entfernten
  Thalrande  die  Mündung  des  trockenen  Flusses
Kakene  sieht,  der  dem  Kafumo  etwa  parallel  laufen
soll,  und  war  zwei  Tage  später  nahe  der  Mündung
des  Fontein-Omuramba.  Unterwegs  sah  man  häufig
die  Vorrichtungen  der  Eingeborenen  zum  Fischfangen.
Durch  oft  20  bis  30  m  lange  und  1  m  hohe  Matten
werden  die  Zugänge  des  Ueberschwemmungsgebiets
zum  Okavango  versperrt,  so  daß  die  Fische  nach  der
Regenzeit  nicht  in  den  Fluß  zurückkönnen;  trocknen
dann  die  stehenden  Gewässer  aus,  werden  die  Fische
in  großen  Mengen  eine  leichte  Beute.  Auch  Reusen
sind  vielfach  aufgestellt,  die  aus  biegsamen  Ruthen
gesertigt,  genau  wie  die  in  Deutschland  gebräuchlichen
aussehen.  «

Bei  der  Mündung  des  Fontein-Omuramba  ver—
ließ  ich  den  Okavango,  um  erstgenannten  Fluß  auf—
wärts  ziehend  über  Karakuwisa  und  den  Omuramba
und  Omatako  nach  Grootfontein  zurückzukehren.  In

868

 

 

 

—  —  —  —„  —  —  -  —

Karakuwisa  sollten  Viehposten  der  Betschuanen  sied.
und  ein  größerer  Treck  der  Letzteren  sollte  r##
Ngamisee  her  im  Anzuge  auf  Karakuwiso  sein.

Der  Fontein  =  Omuramba  entipringt  in  den  Tür
und  steht  nicht,  wie  auf  der  Karte  verzeichner
in  Verbindung  mit  dem  Omuramba  und  Oma#!=Im
  Fluß,  der  sich,  durchschnittlich  40  bis  5½  m  burzwischen
  den  dichtbewaldeten  Dünen  hinzieht,  er.
springen  zahlreiche,  zum  Theil  etwas  salzige  Ouel-Vom

  21.  bis  23.  Juni  zog  ich  den  Font#
Omuramba  aufwärts  bis  nach  Grootfontcin,  we  ##-.
weite,  von  Riet  umgebene  Wasserfläche  stond.  K#
macht  der  Fontein-Omurambo  einen  Bogen  r:
Westen  und  verläuft  nach  etwa  20  km  in  den  Duür--Von
  Grootfontein  aus  zog  ich  über  mehrere  Tür#
nach  dem  18  km  entfernten  Blockfontein,  das  an  d#-gleichnamigen
  Omuramba  liegt,  der  ebenfalls  vonde
Dünen  kommend,  nach  Südosten  läuft  und  wer#
Stunden  von  Blockfontein  entfernt  in  den  Omuran#
u  Omatako  mündet.  Auch  dieser  Omuramba  ist#a
quellenreich.

Der  Stand  des  kisendabnbaues  in  Deutsch-Südwesta.

nach  dem  Thätigkeitsberichte  des  Eisenbahnkomman.
vom  8.  Oktober  1901.

1.  Der  Vorbau  der  Eisenbahn  ist  bis  K
meter  289  —  also  etwa  100  km  von  Windboel
vorgeschritten.  Dadurch  sind  nunmehr  die  grßn
Geländeschwierigkeiten  zwischen  Swakopmund  ur
Windhoek  überwunden  worden.  Die  bis  Windt.
noch  zu  erbauende  Eisenbahnstrecke  von  etwa  100.#.
Länge  wird  nur  auf  etwa  20  km  größere  E:
bewegungen  verursachen.  Gegenwärtig  hat  der  Umn
bau  vor  dem  Gleisbau  schon  einen  Vorsprung  r#
etwa  20  Km.  Am  1.  Oktober  d.  Is.  konnte?
auf  Kilometer  289  errichtete  Station  Kapenou'.
für  den  Personen=  und  Frachtverkehr  in  der  Rick:
auf  Swakopmund  eröffnet  werden.  Die  Eröffruades
  Frachtverkehrs  aus  der  Richtung  von  Swakr.
mund  über  Karibib  hinaus  bis  zu  jener  Statien
alsbald  zu  gewärtigen.

2.  Die  nothwendige  Verbesserung  der  lüt
wärtigen  Strecke  von  Jakalswater  bis  Khan  istr
zwischen  sehr  wesentlich  gefördert  worden,  so  de
hierdurch  für  den  Betrieb  schon  bedeutend  günftig.
Verhältnisse  geschaffen  sind.  Dazu  kommt  noch.  de
die  inzwischen  eingetroffenen  Tenderlokomotiven  z
besseren  Ueberwindung  der  ungünstigen  Steigun
verhältnisse  im  Khanrivier  sich  recht  gut  bewabr#e

Erschwerend  auf  den  Betrieb  wirkte  bisber  de
Mangel  an  Wasser,  ein  Hebelstand,  zu  dese-Behebung
  durch  zahlreiche  Bohrungen  an  d#-verschiedenen
  Stationen  nach  wie  vor  eifrig  ##
arbeitet  wird.

3.  Die  Hauptwerkstatt  in  Karibib  ist  seit  Ste
tember  d.  Is.  fertiggestellt,  und  ist  zu  hoffen,
sich  der  gute  Einfluß  einer  ordnungsmäßig  betrieberegrößeren
  Werkstatt  recht  bald  bezüglich  der  Anze
        <pb n="921" />
        der  betriebsfähigen  Maschinen  und  Fahrzeuge  fühl—
ter  machen  wird.  Die  Eingeborenen  leisten  in  den
Berkstätten  mitunter  schon  recht  vortheilhafte  Dienste.

4.  Der  Eisenbahntelegraph  ist  mit  zwei  Leitungen
bis  Windhoek  fertiggestellt  und  dort  seit  dem
1.  August  d.  Is.  eine  Telegraphen-  und  Telephonfration
  im  Betriebe.  Zwischenstationen  sind  errichtet
in  Okahandja,  nur  für  Telephon  in  Brakwater.

Der  Reichstelegraph  zwischen  Swakopmund  und
Karibib  ist  am  9.  August  dem  Verkehr  übergeben
worden.

Engländer  und  Buren  in  Deutsch-Südwestafrika.

Als  vor  einiger  Zeit  die  Ergebnisse  der  am
1.  Januar  1901  vorgenommenen  Erhebungen  über
die  weiße  Bevölkerung  in  Deutsch  Südwestafrika  im
Kolonialblatt  veröffentlicht  wurden,  nahm  ein  Theil
der  Presse  Anstoß  daran,  daß  in  der  Zeit  vom
1.  Jonuar  1900  bis  zum  1.  Januar  1901  die
deutsche  Bevölkerung  des  Schutzgebiets  nur  von
2104  auf  2223,  also  um  119  Köpfe,  zugenommen
babe,  die  englische  Bevölkerung  dagegen  von  252
auf  443,  also  um  191  Köpfe.  Die  Gefahr  der
Verengländerung“  unseres  klimatisch  zu  Siedelungszwecken
  am  besten  geeigneten  Schutzgebiets  schien
durch  diese  außerordentliche  Zunahme  des  englischen
Elements  in  bedrohliche  Nähe  gerückt,  und  es  fehlte
nicht  an  Anfragen  an  die  Kolonialverwaltung,  warum
sie  nichts  gegen  die  Zuwanderung  von  Engländern
gethan  habe,  und  welche  Maßregeln  sie  in  Zukunft
gegen  die  drohende  Anglisirung  unserer  Kolonie  zu
ergreisen  gedenke.

Berichte,  die  inzwischen  aus  Südwestafrika  eingegangen
  sind,  und  eine  genauere  Betrachtung  der
bereits  veröffentlichten  Zahlen  klären  nun  den  Thatbestand
  folgendermaßen  auf:

Die  außerordentliche  Zunahme  des  englischen
CElements  ist  nur  eine  scheinbare,  hervorgerufen  durch
die  Thatsache,  daß  Leute,  welche  sich  am  1.  Jannar
1900  als  „Kapländer“  dellarirten,  sich  am  1.  Januar
1901  in  großem  Umfang  als  „Engländer“  bezeichnet
baben.  Die  Kategorien  „Engländer“,  „Kapländer“
und  „Buren“  gingen  stets  in  der  Weise  ineinander
über,  daß  unter  „Kapländern"  sowohl  Leute  eng-869



 

lischer  Nationalität,  als  auch  Angehörige  der  beiden
Burenstaaten  verzeichnet  waren.  Als  vierte  Kategorie
kommen  hinzu  die  Personen  „ohne  Staatsangehörigkeit“,
  bei  welchen  eine  präzise  Erklärung  über  ihre
Zugehörigkeit  zur  Kapkolonie,  zu  den  Burenstaaten
oder  zu  England  überhaupt  nicht  zu  erlangen  ist.

Faßt  man  nun  diese  vier  Kategorien  zusammen
und  vergleicht  die  Zählungsergebnisse  von  1900  und
1901,  dann  ergiebt  sich,  daß  die  ganze  Gruppe  nur
um  124  Köpfe  zugenommen  hat,  und  diese  Zunahme
dürfte  voll  und  ganz  auf  die  Buren  entfallen,  von
denen  bereits  im  Jahre  1900  eine  größere  Anzahl
zugewandert  ist  und  deren  Zuzug  im  Jahre  1901
sich  noch  gesteigert  hat.  Die  scheinbare  Zunahme
der  Engländer  um  nahezu  200  Personen  erklärt  sich
daraus,  daß  die  gewissermaßen  neutrale  Kategorie
der  „Kapländer“  sich  unter  dem  Einfluß  der  durch
den  Krieg  hervorgerufenen  Erbitterung  in  ihre  zwei
seindlichen  Hälften  aufgelöst  hat.  Von  697  Kapländern,
  die  am  1.  Januar  1900  in  der  Statistik
figurirten,  sind  am  1.  Januar  1901  nur  noch  14
vorhanden  gewesen,  nicht  etwa,  weil  die  Kapländer
ausgewandert  wären,  sondern  weil  sie  theils  unter
die  „Engländer“,  theils  unter  die  „Buren“  gegangen
  sind,  und  zwar  zum  größeren  Theil  unter
die  letzteren.  Besonders  deutlich  wird  die  Thatsache,
  daß  die  Zunahme  der  Engländer  nur  eine
scheinbare  ist,  wenn  man  die  Zahlen  für  die  einzelnen
  Bezirke  des  Schutzgebiets  näher  ins  Auge
faßt  Die  vier  ineinander  übergehenden  Kategorien
(Engländer,  Kapländer,  Buren,  ohne  Staatsangehörigkeit)
  hatten  die  stärkste  Zunahme  (um  104  Köpfe
bei  einer  Gesammtzunahme  des  Schutzgebiets  von
124)  im  Bezirk  Keetmanshoop,  welcher  infolge  seiner
geographischen  Lage  für  die  Bureneinwanderung  zuerst
  in  Betracht  kam.  Andererseits  haben  die  Engländer
  zahlenmäßig  die  stärkste  Vermehrung  aufzuweisen
  im  Bezirk  Windhoek  (um  140  Köpfe),  aber
gerade  hier  erklärt  sich  diese  Zunahme  fast  in  ihrem
vollen  Umfange  daraus,  daß  die  am  1.  Jannar  1000
vorhandenen  125  Kapländer  völlig  aus  der  Statistik
verschwunden  sind;  da  auch  Buren  nicht  nachgewiesen
werden,  müssen  sie  in  der  Statistik  von  1901  bis
auf  den  letzten  Mann  unter  der  Rubrik  „Engländer“
verbucht  worden  sein.

 

 

 

 

 

 

-.-·  —--  Transvaal-  und  s  Personen  ohne  ..  »
Engländer  Kapländer  Oranje=  Buren  Staatsangehörigk.  Zusammen
1#/  19001)  .  19000  1901)  S  1900  100)  1900  1901  EO  1901  z—

Keitmanshoop  8.)  142  +  57  365  305  412  +  414  —  --  4505544—lu.l
Gibeon  18  22  —+W  44  176—  —  17.  235  +  188,  211  257  +  I16
’obabis  1  5  +  4  5  —  ))  25  —  25!  —  —  —  10  30  +  20
Windhoek  32  172  +  1140||  125  —  —  12  —  ——  —  —  —  157  172  —  15
wakopmund  70  22  —  53  9  —  —  )  5  1  —  1—  89  3  —  (5
mnaruru  37  28—  9  6  11  +  871  148  —  20/%  —  -  117  50  27
Iutjo  und  Grootfontein  4  52  +  48  7  —  —  74  80  +  15.  —  6  +J  060  85  117  J  U02
Zusammen  2502  443  +  191697  11  —  683153  575  +  42  +F10H19  1273  +  121
        <pb n="922" />
        Ebenso  erklärt  sich  die  scheinbare  Zunahme
der  Engländer  im  Bezirk  Keetmanshoop  (um
57  Köpfe);  ihre  thatsächliche  Vermehrung  in

den  Minenbezirken  von  Outjo  und  Grootfontein
wird  mehr  als  ausgeglichen  durch  den  erheblichen
Rückgang  der  englischen  Bevölkerung  in  Swakop—
mund.  In  Wirklichkeit  dürfte  mithin  während  des
Jahres  1900  eher  eine  leichte  Abnahme  als  eine
Zunahme  des  englischen  Elements  in  Südwestafrika
eingetreten  sein.  Die  stärkste  Vermehrung  hatte  in—
folge  der  außerordentlichen  Ereignisse  das  Burenelement
  zu  verzeichnen,  und  an  zweiter  Stelle
kommen  die  Deutschen.  Die  Befürchtung  eines
Ueberhandnehmens  der  englischen  Bevölkerung  in
unserer  Kolonie  entbehrt  mithin  der  thatsächlichen
Grundlage.

Deutsch-Neu-Guinea.

Das  Geld  der  Faper.
Vom  Kaiserlichen  Bezirksamtmann  Senfft  (VYap).

Dem  Fremden,  der  einen  Gang  durch  die  Dörfer
der  Insel  Yap  macht,  fallen  vor  Allem  die  vielen
kreisrunden  Steine  auf,  die  entweder  an  die  Wohnund
  Gemeindehäuser  gelehnt  oder  aber  auch  zu
Seiten  des  Weges  etwas  in  die  Erde  eingegraben
und,  wo  nöthig,  mit  einer  Rückenstütze  versehen  sind.
Die  Frage  nach  dem  Zweck  dieser  Steine  ist  berechtigt;
  wenn  sie  meistens  für  Mühlsteine  gehalten
werden,  so  ist  das  nicht  verwunderlich,  sie  ähneln
ihnen  am  stärksten,  daß  sie  aber  eine  Geldsorte  sind,
darauf  kommt  gewiß  Niemand,  denn  nur  auf  dem
freundlichen  YDap  giebt  es  diese  Münze,  sonst
nirgends.  Mit  Recht  kann  man  sagen,  daß  hier
das  Geld  auf  der  Straße  liegt.

An  Schwerfälligkeit  läßt  es  das  eiserne  Geld
des  Lykurg  noch  weit  hinter  sich.  Die  Münze,  in
welcher  diese  Stücke  geprägt  werden,  liegt  nicht  auf
Yap  selbst,  sondern  auf  den  etwa  240  Seemeilen
entfernten  Palau-Inseln.  Dieser  Umstand  trägt
neben  der  Schwierigkeit  der  Prägung  dazu  bei,  das
schwer  transportable  Geld  vor  einem  jähen  Kurssturz
  zu  bewahren.  Die  Fabrikation  ist  die  folgende:
Eine  Anzahl  Yaper  begiebt  sich  auf  einem  Schiff
nach  den  Palau,  besonders  nach  den  Inseln  Koreor,
Malakal  und  dem  Südosten  der  Insel  Babelthoap
mit  Meißeln,  Pickärten  und  ähnlichen  Werkzeugen
und  erwirkt  von  der  zuständigen  Gemeinde  die  Erlaubniß
  zum  Brechen  des  Aragonitsteines,  der  sich
eingelagert  in  Basalt  oder  Korallen=  und  Kallkfelsen
findet.  Als  Entschädigung  oder  Gebühr  werden  eine
Quantität  des  aus  der  Gelbwurz  gewonnenen,  hier
Rong  genannten  Farbstoffes  sowie  einige  hundert
Körbe  Bethelnüsse  und  Pfefferblätter  gezahlt.  Die
Naper  helfen  den  Palauern  auch  hier  und  da  bei
Wege=  und  Dammbau.  Die  Steinbrecher  machen
sich  nun  an  die  Arbeit.  Mit  unendlicher  Geduld

870

lösen  sie  einen  Block  aus  dem  Felsen,  wälzen  ihn
bei  der  ersten  Bearbeitung  auf  Feuer,  um  die  Oberfläche
  spröde  zu  machen,  picken  die  spröden  Stellen
ab  und  fahren  so  fort,  bis  der  Block  die  Gestalt
einer  runden  Scheibe  erlangt  hat,  dann  wird  ein
kreisrundes  Loch  in  die  Mitte  gemeißelt;  die  kleineren
Steine  werden  nicht  erst  auf  Feuer  gelegt,  sondern
roh  behauen.  Je  dünner,  größer  und  gleichmäßiger
der  Stein,  desto  werthvoller  ist  er;  es  gehört  deshalb
  eine  gewisse  Kenntniß  dazu,  wie  weit  mit  dem
Behauen  fortgefahren  werden  kann,  ohne  daß  der
Stein  zerbricht  und  dadurch  eine  lange,  mühevolle
Arbeit  zu  nichte  gemacht  wird.  Ist  das  Werk  gelungen,
so  harrt  in  dem  Transport  eine  weitere  schwere
Aufgabe,  wenn  es  sich  um  große  Exemplare  handelt.

 

Vom  Steinbruch  müssen  sie  nach  der  Küste  und  da
auf  große,  aus  dicken  Baumstämmen  hergestellte
Flöße  und  endlich  nach  dem  Schiff  gebracht  werden,
das  sie  nach  der  Heimath  bringen  soll.  Hier  beginnt
  die  Arbeit  von  Neuem  in  umgekehrter  Reihenfolge,
  bis  das  Geld  endlich  zur  großen  Freude  der
betheiligten  Gemeinden  vor  dem  Gemeindehaus  angekommen
  ist.  Ich  habe  Yaper  auf  dem  Guffel
einer  ziemlich  hohen,  dicht  bewachsenen  Insel  in  den
Palau  arbeiten  sehen,  auf  den  man  nur  durch
Klettern  und  Kriechen  auf  allen  Vieren  gelangen
konnte.  Dort  lagerte  ein  fertiges,  viele  Centner
schweres  Geldstück,  von  dem  ich  nicht  weiß,  wie  es
mit  den  einfachen  Hülfsmitteln  so  an  die  Küfte  gebracht
  werden  kann.  Ueber  die  Schwere  der  Stücke
habe  ich  mich  anfangs  sehr  getäuscht.  Ich  hatee
mich  mit  einem  größeren  Segelboot  nach  dem  Dorf
Oneau  begeben,  um  fünf  als  Strafe  zu  zahlende
Steine  mittlerer  Größe  abzuholen;  zum  Transpon
eines  einzigen  brauchte  ich  einen  starken  Baum  und
acht  kräftige  Männer;  die  fünf  Steine  im  Boot
wegzuschaffen,  war  gar  nicht  möglich,  sie  hätten  die
Planken  eingedrückt.  Unter  Berücksichtigung  der  verwandten
  Arbeitskraft,  der  Gefahr  und  der  Zeit  sst
der  Werth  immerhin  noch  ein  mäßiger;  freilich  sind
ja  die  glücklichen  Insulaner  über  den  Begriff  der
Zeit  erhaben.  Die  „kä“  genannten  Geldstücke  werden
  nach  Handspannen,  und  zwar  von  der  Daumenbis
  zur  Zeigefingerspitze,  gemessen;  es  giebt  solche
von  einer  Spanne  bis  über  4  m  im  Durchmesser,
die  viele  Centner  wiegen.  Die  besonders  groen
Stücke  besitzen  Eigennamen,  die  größten  Exemplare
lagern  noch  auf  den  Palau,  da  sie  von  den  nur
kleinen  Segelschiffen,  die  zwischen  dort  und  #0
fahren,  nicht  an  Bord  genommen  werden  konnten.
Vor  der  Zeit,  als  Schiffe  die  Beförderung  übernahmen,
  brachten  die  waghalsigen  BYaper  ihre  Steine
auf  Flößen,  vor  die  Kanus  gespannt  waren,  nach
hier;  wie  erklärlich,  haben  viele  auf  diesen  gefährlichen
  Reisen  nicht  nur  das  Geld,  sondern  auch  ihr
Leben  eingebüßt,  aber  alle  Gefahr  hat  sie  nicht
abgehalten,  immer  und  immer  wieder  diese  Fahrten
zu  unternehmen.  Am  Golde  hängt,  nach  Golde
drängt  doch  Alles!  Wie  überall,  so  drückt  auch  hier
        <pb n="923" />
        Zu  große  Produktion  auf  den  Preis,  dazu  kommt
auch  die  erheblich  verminderte  Gefahr  beim  Transport,
  so  daß  der  Werth  der  mittleren  und  kleinen
Steine  im  Laufe  der  Jahre  gesunken  ist,  die  großen
haben  immer  noch  hohen  Werth.  Ein  Stein  von
Drei  Spannen  wird  mit  7  Sack  Kopra  à  35  kg,
also  mit  etwa  22,50  Mark,  ein  Stein  von  sechs
Spannen  mit  etwa  26  Sack  bezahlt.

Ursprünglich,  so  sagt  die  Ueberlieferung,  meißelte
man  die  Form  eines  Fisches  aus  dem  Aragonit,  sie
ließ  sich  gut  transportiren,  gefiel  aber  nicht  und
zerbrach  leicht;  man  nahm  sich  dann  den  Vollmond
als  Modell,  die  Form  fand  allgemeinen  Beifall,  erwies
  sich  aber  als  untransportabel,  weil  man  die
runden  Scheiben  an  den  Tragbalken  nur  schlecht
festbinden  konnte.  Schließlich  kam  man  auf  den
Gedanken,  in  der  Mitte  ein  rundes  Loch  auszuhauen,
der  Stein  ließ  sich  dann,  wenn  man  einen  Stamm
hindurchsteckte,  rollen;  so  war  nach  beiden  Seiten
Genüge  geschehen,  und  man  hat  diese  Gestalt  bis
auf  den  heutigen  Tag  beibehalten.

Obschon  sich  Tausende  dieser  Geldstücke  auf  Yap
als  Gemeinde=  und  Privateigenthum  befinden,  so  giebt  es
doch  Dörfer  und  Individuen,  die  kein  „fä“  ihr  Eigen
nennen.  Den  Dörfern  6.  und  7.  Ranges  bezw.
deren  Bewohnern  (milingei)  ist  der  Besitz  oder
Erwerb  von  Steinen  über  vier  Spannen  untersagt.
Das  „fä“  wird  vorzugsweise  zum  Kauf  von  Frauen,
Kanus,  Schweinen  und  größeren  Mengen  von
Früchten  benutzt  und  nur  von  Männern  besessen;
eine  hervorragende  Rolle  spielte  es  früher  in  den
Kriegen  der  einzelnen  Dörfer  oder  Landschaften.

wahrsten  Sinne  des  Wortes  steinreich.  Es  bezahlt
damit  Dienstleistungen  der  Eingeborenen  bei  öffentlichen
  Arbeiten  und  Belohnungen.  Die  zu  zahlenden
Steine  bleiben  am  Orte  des  Vorbesitzers  und  werden
durch  die  Buchstaben  B  A  als  Eigenthum  des  Bezirksamts
  gekennzeichnet  und  gewissermaßen  außer  Kurs
gesetzt,  bei  Weiterbegebung  werden  die  Buchstaben
durchstrichen  und  dem  Empfangsberechtigten  die  Abholung
  überlassen.

Die  zweite  Geldsorte  Yaps  ist  wesentlich  handlicher,
  sie  besteht  in  Perlmutterschalen,  die  gleichfalls
eingeführt  werden.  In  Yap  kommen  Perlschalen
nicht  mehr  vor,  ein  Theil,  aber  nur  kleinere  Sorten,
wird  von  den  Palau  geholt,  den  größten  Theil  und
die  größten  Stücke  führen  die  Kaufleute  als  Tauschobjekt
  ein.  Dieses  Geld  wird  hier  „Jar“  genannt.
Die  Schalen  werden  an  den  beiden  Seiten  rechts
und  links  vom  Schloß  geradlinig  sowie  auf  der
Außenseite  abgeschliffen,  so  daß  sie  die  Form  eines
Spatens  bekommen.  Sie  werden  meist  paarweis
gekauft.  Die  größeren  Schalen  werden  zu  zwei,
seltener  zu  vier  an  einer  Kokosschnur  aufgereiht,  die
durch  in  das  Muschelschloß  gebohrte  Löcher  gezogen
wird.  Die  kleineren  Schalen  werden  stets  bis  zu
zehn,  aber  nie  mehr  Exemplaren  in  kurzen  Abständen
an  einer  Schnur  aufgezogen.

871

 

 

 

 

Das  „Jar“  ist  zur

Zeit  sehr  begehrt  und  spielt  für  den  Kaufmann  eine
größere  Rolle  als  das  „kä“.  Der  Werth  ist  abhängig
  von  dem  Preis  der  Perlschalen  auf  dem
Weltmarkt,  wenigstens  soweit  es  sich  um  Geschäfte
zwischen  Weißen  und  Eingeborenen  handelt,  die
Schalen  mit  schwarzem  Rand  sind  den  Vapern
werthvoller  als  die  mit  goldig  schimmerndem.  Außer
der  Größe  spielen  für  die  Werthbestimmung  auch  die
Güte  und  das  Aussehen  der  Stücke  eine  Rolle.  Das
„Jar“  steht  mehr  im  Eigenthum  der  Frauen,  es
wird  deshalb  Alles,  was  von  diesen  bezogen  wird,
wenn  nicht  mit  anderen  Gegenständen,  mit  „Jar“,
aber  nie  mit  „fä“  bezahlt.  Obgleich  der  Yaper  die
Frauen  nicht  verwöhnt,  zahlt  er  doch  für  ein  und
denselben  Gegenstand  mehr,  wenn  er  ihn  von  einer
Frau,  als  wenn  er  ihn  von  einem  Mann  kauft;  auf
der  anderen  Seite  verkauft  er  fast  alle  seine  Produkte
an  den  Fremden  billiger  als  an  den  Landsmann,
er  nimmt  darin  eine  Ausnahmestellung  von  allen
mir  bekannten  Völkern  ein,  nur  auf  der  Insel  Nenan
bestanden  ähnliche  Verhältnisse.  Dieser  Preisunterschied

  ist  hier  durchaus  nicht  klein;  wenn  z.  B.  ein

Schwein  unter  Eingeborenen  nach  unserem  Gelde
20  Mark  kostet,  so  bekommt  es  der  Weiße  schon  für
15  oder  16  Mark.

Anderes  Geld  als  „fä“  und  „Jar“  giebt  es
nicht;  das  „gau“,  das  von  anderer  Seite  als  Eingeborenengeld
  aufgeführt  wird,  und  das  ihm  sehr
ähnliche  „thaue“  aus  den  Palau  sind  lediglich
Schmuckstücke  (Halsbänder)  von  sehr  hohem  Werth.
„Gau“  ist  schöner  und  theurer  als  „thaue“,  es  kommt

von  den  Centralkarolinen.  „Gau“  und  „thaue“  sind
Das  Bezirksamt  erhebt  Strafen  in  „kä“,  es  ist  im

Familienerbstücke  extra  commercium,  zudem  giebt
es  m.  W.  wenig  über  hundert  „gau“  bei  einer
Bevölkerung  von  7600  Seelen.  „Gau“  befindet
sich  fast  ausschließlich  in  dem  Besitz  von  Häuptlingen.
Der  gewöhnliche  Mann  gilt  als  verpflichtet,  einen
erworbenen  „gau“  an  sein  Oberhaupt  abzuliefern,
früher  verwirkte  er  bei  seiner  Weigerung  das  Leben.
Die  Ablieferung  wurde  aber  nur  gegen  hohe  Zahlung
verlangt,  jetzt  wird  die  Schranke  nicht  mehr  so  streng
innegehalten.  Viel  eher  würde  man  noch  reng,  das
Gelbwurzpulver,  in  glockenförmigen  Packeten,  oder
Mbul,  Knäuel  aus  Bananen=  oder  Hibiskusfaser,  als
Geld  bezeichnen  können,  denn  beide  Fabrikate  haben
je  nach  ihrer  Größe  einen  bestimmten  Werth  und
wandern  auch  fortwährend  von  Hand  zu  Hand.
In  unbestimmten  Zwischenräumen  findet  ein
großer  Geldaustausch  —  mitemit  oder  gujuol  —
fast  immer,  wenn  ein  hoher  Häuptling  oder  reicher
Mann  gestorben  ist,  statt,  bei  welchem  das  ihn  veranstaltende
  Dorf  Geschenke  austheilt  und  alle  seine
Schulden  bezahlt.  Diese  Schulden  sind  meist  moralische,
  Gegengeschenke  für  das,  was  der  Zahler  bei
einem  früheren  mitemit  erhalten  hat.  Man  verbindet
  dabei  das  Angenehme  mit  dem  Nützlichen.
Ein  Dorf  sagt  das  mitemit  auf  einen  bestimmten
Tag  an  und  erläßt  dazu  Einladungen  an  alle  daran
betheiligten  Plätze,  das  sind  immer  solche  vom  selben
        <pb n="924" />
        Rang.  Die  Eingeladenen  und  eine  Menge  Zu—
schauer  erscheinen  festlich  geschmückt  mit  Frau  und

872

Kind  und  lassen  sich  auf  dem  gepflasterten,  mit

Rückenlehnen  bedeckten  Gemeindeplatz  nach  Rang  und
Würden  nieder.  Nach  Eröffnungsgesang  und  Tanz
beginnt  die  Vertheilung  des  im  oder  beim  Gemeindehaus
  (Ciiwai)  lagernden  Geldes.  Der  Häuptling,

unterstützt  von  einer  Anzahl  Dörfler,  trägt  Ketten
von  „Jur“  nach  dem  Platz  der  jeweiligen  Empfänger

und  bezeichnet  ihnen  die  „fli“-  Stücke.  Nach  jedesmaliger
  Auszahlung  folgt  ein  von  Tanz  begleiteter

Gesang,  einmal  von  jungen  Mädchen,  einmal  von
Jünglingen,  ein  andermal  von  Frauen,  für  die  das

Dorf  gleichfalls  bezahlt.
geschäft,  abwechselnd  mit  Gesang,  seinen  Fortgang.
Ich  wohnte  einem  solchen  Schulden-Regulirungstermin

Dann  nimmt  das  Zahlin

  Gatschbar,  einem  der  höchsten  Plätze,  bei  und

sah,  welche  große  Mengen  von  „Jar“  schon  während
der  zwei  Stunden  meiner  Anwesenheit  vertheilt
wurden,  dabei  dauerte  der  mitemit  über  drei
Wochen,  jeden  Nachmittag  von  3  ½  bis  gegen  6  Uhr,
und  die  Zahl  der  Theilnehmer  betrug  700  bis  800
Köpfe.  Bei  dieser  Gelegenheit  sah  ich  auch,  daß
ein  Packet  reng  von  einem  Meter  Höhe  und  über
einem  Meter  Basis  gezahlt  wurde.

Wie  schon  oben  bemerkt,  finden  diese  großen
mitemits  nur  selten  statt,  solche  in  kleinem  Maßstabe
  aber  sehr  häufig.

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Nach  Togo  reisten  von  Hamburg  am  11.  Oklober:
  P.  Wolf,  geb.  1873  zu  Rockenberg,  Diözese
Mainz.  Br.  Adalbert  Hilsch,  geb.  1864  zu  Georgengrund,
  Diözese  Königgrätz.  Br.  Probus  Hövener,
geb.  1877  zu  Ellinghausen,  Diözese  Paderborn.

Ueber  die  Gründung  einer  Zweigniederlassung
der  „Genossenschaft  der  Missionare  vom
heiligsten  Herzen  Jesu“  in  Leventrop  erfahren
  wir  aus  dem  Novemberheft  des  von  der
Genossenschaft  herausgegebenen  Organs  Folgendes:

Oeventrop  wird  das  dritte  Missionshaus  sein,
das  wir  seit  unserer  Zulassung  auf  heimatlichem
Boden  errichten.  Die  erste  und  Hauptgründung  ist
die  zu  Hiltrup,  die  zweite  die  der  Missionsschwestern
ebendaselbst,  die  dritte  soll  für  die  Kleriker  der  Genossenschaft
  sein  und  zwar,  wie  gesagt,  in  Oeventrop
errichtet  werden.  Die  erste  Niederlassung  wurde

 

mit  Jubel  durch  unsere  eifrigen  Beförderer  und

Beförderinnen  begrüßt.  Die  vielen  Besucher,  die
täglich  dem  Missionshause  zuströmen,  um  dort  in
Augenschein  zu  nehmen,  was  ihre  Wohlthätigkeit

errichtet,  zeugen  von  dem  regen  Interesse,  das  dieser

Niederlassung  entgegengebracht  wird.  Folgte  alsdann
der  Bau  des  Klosters  für  Missionsschwestern.  Die

Katholiken  wissen,  daß  in  den  Missionen  die
Schwestern  ebenso  unentbehrlich  sind,  wie  in  den
civilisirten  Ländern.  50  Schwestern  bereiten  sich  in
Hiltrup  auf  ihren  schweren  Missionsberuf  vor.  War
aber  nun  auch  die  dritte  Gründung  nöthig  und  genügte
  nicht  das  große,  geräumige  Missionshaus  zu
Hiltrup?  Das  Hiltruper  Missionshaus  ist  ja  groß
und  geräumig,  augenblicklich  weilen  in  demselben
außer  18  Priestern,  die  theils  als  Lehrer  fungiren.
theils  anderen  Arbeiten  obliegen,  106  Studenten
(Gymnasiasten),  etwa  30  Kleriker  (Theologiestudirende)
und  25  Laienbrüder.  Diese  106  Studenten  mun.

deren  Zahl  wohl  auf  120  steigen  wird,  bevölkern

schon  ein  noch  so  geräumiges  Kloster,  zumal  eine
Anzahl  Laienbrüder,  welche  die  äußeren  Arbeiten
im  Missionshause  zu  verrichten  haben,  ihren  Platz
einnehmen;  die  Zahl  der  letzteren  wird  sich  schnell
mehren,  wenn,  wie  wir  hoffen,  das  Noviziat  derselben
  auch  nach  Hiltrup  verlegt  wird.  Von  zu  viel
oder  überflüssigem  Platze  im  Missionshause  kann
demnach  schon  keine  Rede  sein.  Aber  auch  aus
anderen  Gründen  ist  die  Neugründung  nothwendig.
Die  Bildungszeit  in  der  Genossenschaft  beläuft  sich
auf  12  bezw.  13  Jahre.  Nach  sechsjährigem,
fleißigem  und  mit  Erfolg  gekröntem  Studium  wird
der  zum  ernsten  jungen  Mann  herangereifte  Student
  —  Novize.  Es  beginnt  für  ihn  ein  ganz
neues  Leben,  so  ganz  verschieden  von  dem  ersten.
Nach  dem  einjährigen  Noviziate  und  der  Profeß
wird  der  Novize  —  Philosoph.  Er  soll  durch  die
nun  folgenden  Studien  das  Fundament  zu  den
späteren  theologischen  Studien  legen.  Nach  vollendeter
  Philosophie  folgt  das  dreijährige  Studium
der  Theologie  (Gottesgelehrsamkeit)  und  im  Laufe
derselben  die  niederen  und  höheren  Weihen.  Mit
diesem  Studium  tritt  die  Richtung  und  Vorbereitung
auf  den  Priesterstand  in  ihr  letztes  Stadium.
Wir  hätten  somit  in  den  12  oder  13  Jahren  gleichsam
  vier  Stufen:  Kl.  Liebeswerk  (Gymnasiume,
Noviziat,  Philosophie  und  Theologie,  und  jede  Stufe
mit  ihren  besonderen  Beschäftigungen  und  ihrer  besonderen
  Tagesordnung.  Gänzlich  voneinander  verschieden
  sind,  wie  auch  der  Laie  in  diesen  Dingen
leicht  ersieht,  Kl.  Liebeswerk,  Noviziat  und  die  beiden
letzten  Stufen,  welche  ja  leichter  nebeneinander  gehen
können.  Es  bedarf  darum  auch  getrennter  Häuser
für  die  Zöglinge,  die  Novizen  und  die  Kleriker.
Letztere  besonders  mit  ihren  ernsten  Studien,
mit  der  unmittelbaren  Vorbereitung  auf  die  Priesterweihe
  mögen  bisweilen  störend  die  Gegenwart
des  lustigen  Studentenvölkleins  empfinden.  Da
ferner,  wie  bereits  erwähnt  wurde,  die  Tagesordnung
der  Kleriker  und  Zöglinge  eine  verschiedene  ist,  sind
gegenseitige  Störungen  unausbleiblich,  zumal  Kapelle
  2c.  gemeinschaftlich  benutzt  werden.  Darum
finden  wir  diese  Trennung  überall,  so  daß  Gymnasiasten
  nie  mit  Seminaristen  dasselbe  Heim  bewohnen
  —  selbst  Volksschulen  und  Gymnasien  sind
getrennt.
        <pb n="925" />
        Aus  Mamba  (Deutsch-Ostafrika)  wird  dem
Evangelisch  -Lutherischen  Missionsblatt“  gemeldet,
aß  im  Juli  ungewöhnlich  viele  Eingeborene  aus
er  Nachbarschaft,  etwa  250  bis  300  Männer  und
rauen,  alt  und  jung  mit  Einschluß  der  Stationsewohner,
  zum  Gottesdienst  kamen.  Auch  die  tägchen
  Morgenandachten  und  die  Schulen  erfreuten
ch  eines  sehr  guten  Besuches.  In  Marangu  berug
  die  Zahl  der  Schüler  etwa  100,  so  daß  für  den
teseunterricht  drei  Kostschüler  gesandt  werden  mußten.
luch  bei  dem  Herzuschaffen  von  Steinen  für  ein
eu  zu  errichtendes  Schulhaus  in  Marangu  erwiesen
ich  die  dortigen  Schüler  sehr  eifrig.  Ein  neues
Züchlein  im  Mambadialekt  ist  kürzlich  erschienen,
tämlich  eine  Kimambafibel,  die  39  Seiten  umfaßt.
Nun  hat  jeder  der  drei  Dialekte,  Kimamba,  Kimoschi
ind  Kimadschame,  sein  besonderes  Abcbuch.  Auf
den  Außenorten  der  Station  Madschame  werden
etzt  zwei  Schulen  unterhalten,  in  welchen  besonders
Br.  Bleicken  den  Unterricht  ertheilt:  nämlich  1.  in
Uduru,  wo  etwa  50  Schüler  lernen,  von  denen
manche  aus  der  weiter  unten  gelegenen  Landschaft
Rschala  (Nschara)  kamen.  Um  den  Schülern  dieser
Landschaft  den  Schulweg  zu  ersparen,  ist  im  Juni
auch  2.  in  Rschala  eine  Schulhütte  errichtet  worden.
Eine  dritte  Schule  soll  in  Nkun,  einem  sehr  bevölkerten
  Bezirk  von  Madschame,  angelegt  werden.  Der
schon  längst  gehegte  Wunsch  Miss.  Müllers,  das
Missionsgrundstück  Nkarungo  zu  erweitern,  konnte
am  1.  Juli  mit  Schangalis  Hülfe  ausgeführt  werden,
  indem  dieser  der  Mission  ein  schönes,  fruchtbares
  und  noch  unbebautes  Grundstück,  das  sich  durch
einen  schmalen  Streifen  gut  mit  dem  Missionslande
verbinden  läßt,  zuwies.  Am  28.  Juli  hielt
Miss.  Bleicken  seine  erste  Predigt  in  Kimadschame
vor  einer  zahlreichen  Hörerschar.

Die  Zeitschrift  „Afrika“  wird  nach  einer  Mittheilung
  auf  dem  Umschlage  des  Novemberhefts  von
1902  an  vierteljährlich  erscheinen.  Wir  entnehmen
ihrem  letzten  Heft  folgende  interessante  Mittheilungen
eines  Mitgliedes  der  Baseler  Mission  über  die  Schule
des  Evangelischen  Afrika-Vereins  in  Bonanjo
(Kamerun):

Eine  wahre  Liebe  zur  Schule  und  ein  großer
Lerneiser  ist  nicht  zu  verkennen.  Habe  manchmal
noch  in  später  Nachtstunde  Gelegenheit,  Bürschchen
meiner  Nachbarschaft  sich  in  Deutsch  unterhalten  oder
deutsche  Sütze  und  Lieder  aufsagen  zu  hören.  Besonders
  gern  lernen  sie  deutsche  Lieder,  religiöse
und  andere.  Auch  das  Rechnen  macht  Freude.
Singen,  glaube  ich,  würden  meine  Schüler  jeden  Tag
einige  Stunden,  und  sie  sehen  es  als  Strafe  an,
wenn  ich  statt  Singen  etwas  Anderes  gebe.  —  Befriedigend
  ist  auch  zu  sehen,  wie  Eltern  Freude  daran
haben,  daß  ihre  Kinder  zur  Schule  gehen.  Schon
öfters  kam  es  vor,  daß  Väter  ihren  Sprößlingen
etwas  Vergessenes  in  die  Schule  brachten,  und  Mancher

873

 

muntert  mich  auf,  seinem  Sohne  nur  tüchtig  Hiebe
zu  geben,  wenn  er  nicht  folgt.

An  Ostern  nahm  ich  eine  vierte  Klasse  auf,  und
die  Zahl  der  Schüler  beträgt  nun  88,  worunter  auch
5  Mädchen  sind.  Diese  vertheilt  sich  so,  daß  auf
die  älteste  Klasse  10,  die  zweite  Klasse  19,  die  dritte
Klasse  29  und  auf  die  jüngste  Klasse  30  Schüler
kommen.  Die  Leistungen  der  Mädchen  sind  auch
befriedigend.  Wohl  merkt  man  die  Aufmunterung
zum  Lernen  von  Seiten  ihrer  Angehörigen.  Manga
Bells,  des  Oberhäuptlings,  Töchter  sind  besonders
fleißig  und  aufmerksam;  eine  davon  ist  bei  ihrer
Schwester,  Frau  Deibol,  deren  Mann  es  nicht  an
Ermahnungen  fehlen  läßt.

Mein  schwarzer  Lehrer,  Jakob  Modi,  ist  ein
treuer  und  fleißiger  Mensch.  Obwohl  er  sehr  mit
Arbeit  überhäuft  ist,  findet  er  doch  noch  Zeit  heraus,
sich  von  mir  deutsche  Stunden  geben  zu  lassen.  Er
ist  sehr  strebsam  und  stets  auf  seine  Weiterbildung
bedacht.

Da  die  erste  Klasse  schon  um  10¼  Uhr  die
Schule  aus  hat,  habe  ich  den  Arnold  Munga  gebeten,
von  10¼—11  ¼  die  jüngste  Klasse  zu  übernehmen.
Er  giebt  Rechnen  und  beaussichtigt  das  Schönschreiben.
  Dieser  Arnold  Muna  ist  ein  netter,  aufrichtiger
  und  fleißiger  Jüngling.  Ich  habe  zufällig
Hefte  von  ihm  in  die  Hände  bekommen,  worin  ich
sah,  daß  er  auch  nebenher  fleißig  lernt.

Unter  52  Täuflingen  in  Lome  (Togo),  deren
Taufe  am  Feste  Peter  und  Paul  vollzogen  wurde,
waren,  wie  P.  Kost  am  5.  September  dem  „Steyler
Herz-Jesu-Boten“  schreibt,  25  Jünglinge  und  Knaben,
27  Frauen  und  Mädchen.  Alle  diese  hatten,  abgesehen
  von  früher  empfangenem  Unterricht,  wenigstens
neun  Monate  hindurch  regelmäßig  der  Katechese  beigewohnt.
  Eine  Anzahl  der  Taufbewerber  wurde
zurückgesetzt,  weil  sie  die  Prüfung  nicht  befriedigend
bestanden  oder  der  Katechese  nicht  lange  genug  beigewohnt
  hatten.  Aus  ihnen  wurden  24  Knaben
und  5  Mädchen  am  Feste  Mariä  Himmelfahrt  getauft.
  Auch  P.  Wolf  kann  die  erfreuliche  Mittheilung
  machen,  daß  am  Feste  des  hl.  Augustinus
(28.  August)  in  Klein-Popo  4  Mädchen  und
28  Knaben,  Besuchern  der  dortigen  Missionsschule,
die  Taufe  ertheilt  wurde.

Aus  Deutsch-Südwest-Afrika  hören  wir  von
der  Arbeit  der  „Rheinischen  Missions-Gesellschaft"
in  ihren  letzten  Berichten  Folgendes:

Nachdem  der  Laienbruder  Diehl  III  in  Windhoek
  eingetroffen  ist,  sind  die  so  dringend  nöthigen
Bauten  flott  im  Gange.  „Nahezu  40  000  Backsteine
  hat  er  mit  4  bis  5  Eingeborenen  bereits  fertig
gestellt“,  schreibt  Miss.  Wandres.  „Wir  machen  es
uns  zur  Pflicht,  zu  sparen,  wo  wir  nur  können.  Unter
Br.  Diehls  Leitung,  sein  Gehalt  mit  eingerechnet,
kosten  uns  die  150  000  Steine  kaum  1500  Mark.
Auch  die  Gemeinde  soll  thun,  was  sie  kann.  Jeden-
        <pb n="926" />
        falls  wird  uns  die  Herbeischaffung  der  Steine  vom
Trockenplatz  zu  den  Baustellen  nichts  kosten.  Alles,
was  Beine  hat,  soll  mithelfen.  Dadurch  werden
wieder  an  1000  Mark  gespart.  Fast  spielend  haben  die
Schulkinder  in  11  Tagen  durch  zwei=  bis  dreimaliges
tägliches  Tragen  jetzt  schon  11  000  Luftsteine  zur
Baustelle  befördert.  Nachdem  die  Erweiterung  des
Hauses  und  der  Schule  vollendet  ist,  wollen  wir  mit
dem  Kirchbau  beginnen.“  Wir  freuen  uns  mit  dem
Br.  Wandres,  daß  er  nun  endlich  voran  kann  und
wünschen  ihm  guten  Fortgang.  Wir  können  an  den
immerhin  großen  Ausgaben,  die  die  Bauten  machen
werden,  nicht  vorbei,  da  es  sich  um  die  Hauptstation
und  „Residenz“  von  Deutsch-Südwest-Afrika  handelt.
Nach  der  großen  Schar  Heiden,  die  Miss.  Wandres
neulich  erst  durch  die  Taufe  hat  aufnehmen  können,
hat  er  bereits  wieder  152  im  Unterricht.  Jeden
Dienstag  und  Donnerstag  Abend  ist  Taufunterricht
im  Schulgebäude.  Der  Sonntag  ist  reich  besetzt.
Um  10  Uhr  ist  allgemeiner  Gottesdienst  unter  den
Dornbäumen,  danach  Sonntagsschule;  Nachmittag
2  Uhr  Gottesdienst  für  die  Herero,  um  3  Uhr  in
der  Namasprache  oder  Katechese  über  den  Vormittagsgottesdienst;
  den  Schluß  machen  Gesangübungen,  die
vom  Schullehrer  Franz  Gertse  abgehalten  werden.
Am  5.  Trinitatis  war  Abendmahlsfeier,  zu  der  die
deutsche  Gemeinde  wieder  in  dankenswerther  Weise
ihren  Kirchensaal  zur  Verfügung  gestellt  hatte  und
an  der  183  farbige  Gemeindeglieder  theilnahmen.
—  Windhoek  wird  übrigens  Weltstadt!  Es  hat
jetzt  telegraphischen  Anschluß.  Der  Gouverneur  kabelte
neulich  um  11  Uhr  morgens  nach  Berlin  und  hatte
um  5  Uhr  Antwort.  Telephonisch  ist  es  bereits  mit
Okahandja,  Karibib  und  Swakopmund  verbunden.
Nach  Outjo,  ganz  im  Norden,  wird  jetzt  heliographische
  Verbindung  angelegt.  So  theilt  Miss.  Wandres
mit.  Wenn  das  die  alten  Missionare,  die  vor  50
und  einigen  Jahren  als  die  ersten  Pioniere  ins  Land
drangen,  sehen  würden;  die  mußten  damals  oft  ein
Jahr  auf  Antwort  ihrer  Briefe  warten.  —.  In  einem
Briefe  vom  26.  Juni  theilt  Miss.  Tönjes  mit,  daß  er
nunmehr  Namakunde  bezogen  hat;  die  dritte  Station
unter  den  Ovakuanjama  ist  somit  begründet.  Am  8.  Juni
hielt  er  seinen  Einzug,  am  9.  (Sonntag)  den  ersten
Gottesdienst.  Am  14.  Juni  hat  er  dann  den  Grundstein
  zu  einem  möglichst  groß  geplanten  Missionshause
  gelegt,  wobei  er  den  Anwesenden  eine  kurze
Ansprache  über  die  Worte:  „Wo  der  Herr  nicht
das  Haus  bauet,  da  arbeiten  umsonst,  die  daran
bauen,  hielt.

Ueber  die  deutschen  Salomonsinseln  bringt
das  letzte  Heft  von  „Gott  will  es“  einige  Mittheilungen.
  Danach  ist  es  auf  Bougainville  katholischen
  Missionaren  in  letzter  Zeit  einige  Male  gelungen,
  ganz  unangefochten  bis  zu  den  auf  den
Bergen  gelegenen  Dörfern  vorzudringen.  Natürlich
  flüchteten  sich  die  Eingeborenen  beim  ersten

 

874  —

Anblick  in  die  Wälder,  denn  bis  dahin  hatten  sie
noch  keinen  Europäer  gesehen.  Als  sie  jedoch  saben,
daß  man  ihnen  nichts  zu  Leide  that,  näherten  sie
sich  wieder,  die  Furcht  legte  sich  und  man  schloß
Freundschaft.  Von  Kleidung  ist  keine  Rede;  als
man  einem  Häuptling  ein  Lendentuch  gab,  rollte  er
es  zusammen  und  nahm  es  unter  seinen  Arm.  Bei
diesen  Reisen  ins  Inland  konnte  man  sich  leicht  von
den  Irrthümern  so  mancher  Geographen  und  Naturforscher
  überzeugen,  die  da  von  Zwergen  sprechen,
welche  das  Innere  Bougainvilles  bevölkern  sollen.
Diese  Buschleute  scheinen  ebenso  stark  gebaut  zu  sein
wie  die  Uferbewohner.  Alle  Dörfer  des  Innern
liegen  wie  unsere  mittelalterlichen  Burgen  auf  Bergvorsprüngen
  oder  steilen  Bergesrücken  gegen  räuberische
  Ueberfälle  der  Uferbewohner  geschützt.  Von
dieser  Höhe  lassen  sich  alle  Pfade  überwachen.  Die
Leute  errichten  auch  noch  auf  den  höchsten  Bäumen
Wachtposten,  deren  Aufgabe  es  ist,  beständig  das
Meeresufer  zu  beobachten,  um  eine  feindliche  Bewegung
  sogleich  zu  entdecken.  Gewöhnlich  sind  es
alte  Brotfruchtbäume,  die  zur  Errichtung  der  Wachtposten
  dienen;  eine  Strickleiter  aus  Lianen  führt
auf  die  Höhe.  Als  Waffen  gebrauchen  die  Bougainvillebewohner
  Lanzen,  Bogen  und  Pfeile,  und  in
ihrer  Verfertigung  sind  sie  Meister.  Die  Lanzen
sind  mit  so  viel  Spitzen  und  Haken  versehen,  daß
sie,  einmal  in  den  Körper  eingedrungen,  nicht  mehr
herausgezogen  werden  können.  Dasselbe  gilt  für  die
meisten  der  Pfeile,  jedoch  sind  letztere  niemals  vergiftet.
  Früher  hatten  die  Eingeborenen  noch  eine
dritte  Waffe,  und  sie  mag  wohl  noch  bei  den  Bergbewohnern
  bestehen  —  eine  Art  Keule,  die  derartig
geschnitten  war,  daß  ihre  Hiebe  leicht  Axthieben
gleichkommen.  Seit  nun  die  europäischen  Handeléschiffe
  dort  verkehren,  haben  sich  die  Eingeborenen
Beile  zu  verschaffen  gesucht.  Sie  haben  den  Suel
ihrer  alten  Waffe  beibehalten,  jedoch  an  Stelle  der
früheren  Verdickung  ist  das  Beil  getreten.  So
wurde  diese  Waffe  modernisirt.

Das  Panorama  von  Bougainville  ist  herrlich.
Eine  Reihe  von  hohen  Bergen  zieht  sich  stufenartig
dahin;  den  meisten  sieht  man  ihren  vulkanischen  Ursprung
  an;  besonders  bildet  der  Balbi  einen  prächtigen
  Kochtopf.  Es  leben  noch  Leute,  die  sich  erinnern,
  daß  die  Berge  Feuer  spieen.  Von  diesen
hohen  Bergen  stürzen  starke  Wasserfälle  zu  Thal,
die  bei  der  Abendsonne  wie  Silberstreifen  glänzen.
Hieraus  bilden  sich  die  vielen  Flüsse,  welche  die
herrlichen  Bougainvillethäler  bewässern.  An  der
Nordostspitze  befindet  sich  ein  großer  Süßwassersee,
der  aber  kaum  bekannt  ist,  denn  der  Häuptling  des
nächstgelegenen  Dorfes  Lavelai  ist  ein  strenger  Hüter
seines  Heiligthums.  Selbst  seinen  eigenen  Leuten
ist  es  aufs  Strengste  untersagt,  sich  dem  See
zu  nähern.  Sehr  wenige  Einwohner  haben  den  See
gesehen.  Es  sollten  darin  ungeheuere  Schlangen
leben,  erzählte  die  Sage.  Der  Heäuptling  machte
für  Pater  Forestier  eine  Ausnahme  und  führte  ihn
        <pb n="927" />
        zu  seinem  See.  Nach  des  Paters  Aussage  ist  er
beinahe  eine  halbe  Stunde  vom  Meere  entfernt  und
während  15  Minuten  geht  man  auf  beweglichem
Grund.  Man  sinkt  nicht  ein,  jedoch  schwankt  der
Erdboden  beim  leisesten  Auftritt.  Was  die  Größe
des  Sees  belangt,  so  kann  man  gerade  das  gegenüberliegende
  Ufer  erblicken.  Pater  Forestier  sah
keine  Schlangen  darin,  aber  drei  große  Krokodile.

Aus  fremden  RKolonirn  und
Produktionsgebieten.

Deutsches  Erbolungshaus  auf  der  Insel  Sansibar.

Von  den  deutschen  Firmen  Sansibars  ist  an  der
Ostküste  der  Insel  in  der  Nähe  des  Dorfes  Chwakaein
  zweistöckiges  Haus  aus  Korallensteinen  erbaut.
Es  enthält  fünf  Zimmer,  liegt  auf  einem  Vorsprung
an  der  See  auf  hartem  Korallenfels  (etwa  20  Fuß
über  dem  Meeresspiegel)  und  ist  sowohl  den  Südwest-,
  wie  den  Nordostmonsunen  ausgesetzt.  Es  ist
für  erholungsbedürftige  Angehörige  der  deutschen
Kolonie  in  Sansibar  bestimmt  und  eignet  sich  seiner
gesunden  Lage  wegen  namentlich  auch  für  Rekonvaleszenten,
  sobald  sie  ärztlicher  Hülfe  nicht  mehr
bedürfen.

Südafrikanische  Kutzbölzer.

In  dem  nördlichen  Transvaal  wie  auch  in  dem
nordöstlichen  Theile  von  Rhodesia  wächst  der  dem
Teakbaum  verwandte  Mapanibaum,  der  durch  sein
seltsam  gestaltetes  Doppelblatt,  das  den  Flügeln  eines
Schmetterlings  nicht  unähnlich  ist,  auffällt.  Das
Mapaniholz  hat  ein  dichtes  Gefüge  und  zeigt  in
polirtem  Zustande  recht  schöne  Figuren  wie  auch
einen  außerordentlichen  Farbenreichthum,  so  daß  es
sich  zur  Möbelfabrikation  ganz  besonders  eignet;  es
ist  dabei  so  hart,  daß  die  zum  Durchsägen  des
Holzes  verwendeten  Werkzeuge  leicht  stumpf  werden.
In  Bezug  auf  Dauerhaftigkeit  kommt  es  dem  Eichenholz
  gleich  Ein  weiterer  Vorzug,  der  das  Holz
insbesondere  für  südafrikanische  Verhältnisse  werthvoll
  macht,  ist,  daß  es  für  die  weiße  Ameise  undurchdringlich
  ist.  Aus  diesem  Grunde  ist  das  Holz
des  Mapanibaumes  zum  Zimmern  der  Schächte
namentlich  größerer  Bergwerke  verwendet  worden,
u.  A.  in  der  Phönixgrube  im  Sebakwebezirk.

Von  der  Akazie  sind  in  Transvaal  wie  in
Rhodesia  viele  Arten  vertreten.  Die  Rinde  einer
in  Matabeleland  wachsenden  Spezies  (der  schwarzen
Akazie)  eignet  sich  als  Gerbmaterial,  während  der
Mela=  oder  Schwarzholzbaum  wegen  seines  schönen
Holzes,  das  in  polirtem  Zustande  dem  Nußholgbaum
ähnelt,  in  der  Möbelfabrikation  wie  auch  zu  Bauzwecken
  Verwendung  findet.  Die  Robinia  pPsendo-#sc#ncia
  ist  seiner  Zeit  nach  Transvaal  eingeführt
worden,  hat  sich  dort  akklimatisirt  und  wächst  bis  zu

875

 

einer  Höhe  von  60  bis  80  Fuß.  Ihr  Holz  erweist
  sich  als  sehr  dauerhaft,  selbst  wenn  es  unter
Wasser  steht.
(Nach  Pall  Mall  Guzette  und  The  Thimber
Trudes  Journal.)

 

Die  Goldausbeute  Rhodesias  in  den  ersten  neun
Monaten  190g.

Die  Goldausbeute  Rhodesias  weist  in  jedem  einzelnen
  Monat  des  laufenden  Jahres  einen  bedeutend
höheren  Ertrag  auf  als  in  dem  entsprechenden  Monat
der  beiden  Vorjahre.  In  den  ersten  neun  Monaten
des  laufenden  Jahres  wurde  ein  Gesammtgewinn
von  125  987  Unzen  erzielt  gegen  62  427  Unzen
in  demselben  Zeitraum  und  91  637  Unzen  im  ganzen
Jahre  1900  sowie  51  067  Unzen  in  den  ersten
neun  Monaten  und  65  302  Unzen  im  ganzen
Jahre  1899.  (Nach  Commercial  Intelligence.)

Angliederung  der  Cookgruppe  an  Neuseeland.

Nachdem  im  vergangenen  Jahre  die  Cookgruppe,
bestehend  aus  den  Inseln  Asiü,  Mangaia,  Wauki
Mitiero  und  Rarotonga,  sowie  die  benachbarten  Inseln
Rarotongahape,  Manahiki,  Palmerston,  Penrhyn,
Pukapuka,  Rokahanga  und  Nius  durch  die  Kolonie
Neuseeland  annektirt  worden  waren,  sind  nunmehr
diese  Gebiete  durch  Proklamation  des  Gouverneurs
von  Neuseeland  vom  10.  Juni  d.  Is.  mit  dem
11.  Juni  d.  Is.  zu  Bestandtheilen  der  Kolonie
Neuseeland  formell  erklärt  worden.  Man  beabsichtigt
zunächst,  jeden  Eingreifens  in  die  Zustände  der  Inseln
sich  zu  enthalten;  die  Finanzverwaltung  soll  in  den
bisherigen  Bahnen  weiter  gehen,  da  zur  Zeit  die
Einkünfte  die  Ausgaben  decken,  ja  sogar  die  Einsetzung
  mehrerer  Residenten  insbesondere  auf  Penrhyn
neben  dem  schon  seit  12  Jahren  vorhandenen  Residenten
  in  Rarotonga  ermöglichen.  Im  Uebrigen
sollen  die  von  neuseeländischem  oder  englischem  Rechte
abweichenden  Gesetze  und  Verordnungen,  die  in  den
Inselgebieten  in  Geltung  stehen,  zwar  aufgehoben
werden,  aber  nur  ganz  allmählich,  um  Reibungen
und  Unruhen  zu  vermeiden.

Die  Rosellapstan  ze  in  Daraguay.

Einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Konsulats  in
Asuncion  entnehmen  wir:

Die  Kolonisten  in  Villa  Rica  bauen  eine  für
Paraguay  neue  Pflanze,  Rosella,  an.  Es  ist  dies
eine  baumwollenstaudenartige  Pflanze,  die  die  Gründer
von  Nueva  Australia  seiner  Zeit  aus  Australien  nach
Paraguay  mitgebracht  haben  und  die  hier  sehr  gut
fortkommt.  Ihre  Heimath  soll  auf  den  Antillen
sein.  Die  rothen  Blätter  der  Blüthe  werden  zur
Herstellung  eines  äußerst  wohlschmeckenden,  nahrhaften
und  gesunden  Gelees  in  folgender  Weise  verwendet.
        <pb n="928" />
        —  876  —

Die  Blätter  werden,  nachdem  die  Blüthen  des
inneren  Kernes  beraubt  sind,  in  frischem  Zustande
mit  bestem  raffinirten  Zucker  in  der  Mischung  von
1  Pfund  Blätter  auf  1⅛  Pfund  Zucker  so  lange  in
einem  Kessel  zusammengekocht,  bis  der  Brei  aufkocht.
Dabei  ist  darauf  zu  achten,  daß  die  rothe  Farbe
nicht  verloren  geht,  was  bei  zu  langem  Kochen  eintritt.
  Der  Brei  wird  alsdann  abgekühlt  und  entweder
  als  Kompot  frisch  genossen  oder  als  Gelee
in  Glasbüchsen  —  Bilechbüchsen  dürfen  nicht  verwendet
  werden  —  abgefüllt.  Der  Kolonist  erzielt
mit  seinem  Gelee  im  Lande  selbst  guten  Absatz.
Vielleicht  empfiehlt  es  sich,  mit  dem  Anbau
dieser  Pflanze  auch  in  unseren  Kolonien
einen  Versuch  zu  machen.

Perschiedene  Wittheilungen.
Bekämpfung  der  Csetsefliege.

Ueber  Erkundigungen  betr.  die  Tsetsefliege,  die
für  die  Kolonie  Togo  und  vielleicht  auch  für  andere
Schutzgebiete  von  Interesse  sein  dürften,  hat  der
jetzt  in  der  Kolonialabtheilung  des  Auswärtigen
Amtes  beschäftigte  Kaiserliche  Konsul  Dr.  Gleim  aus
Mossamedes  nachstehenden  Bericht  erstattet:

In  Togo  konnte  bisher,  soweit  mir  bekannt  ist,
das  Vorkommen  der  Tsetsefliege  nie  mit  Sicherheit
Festgestellt  werden,  obgleich  ihre  Existenz  in  dem
Küstengürtel  zwischen  den  Distrikten  von  Kete-Kratschi
und  Bassari  und  dem  Meere  höchst  wahrscheinlich
ist.  Denn  alle  aus  dem  Innern  nach  der  Küste
gebrachten  Pferde  und  Rinder  gehen  meist  binnen
Kurzem  unter  denselben  eigenthümlichen,  bei  keiner
anderen  Thierkrankheit  auftretenden  Erscheinungen  ein.

Die  Feststellung  der  Krankheit,  die  nicht  in  der
Kolonie  selbst,  sondern  in  Europa  durch  Untersuchung
eingesandter  Körpertheile  der  verendeten  Thiere  vorgenommen
  wurde,  scheiterte  entweder  ganz  oder  ergab
wenigstens  sehr  zweifelhafte  Resultate,  da  das  Untersuchungsmaterial
  infolge  der  klimatischen  Verhältnisse
in  verdorbenem  Zustande  in  Deutschland  anlangte.
Es  erscheint  mir  daher  von  großer  Bedeutung,  wenn
diese  Krankheit,  die  die  Kolonie  der  wichtigsten  Verkehrsmittel
  beraubt,  im  Schutzgebiete  selbst  und  von
Laien  mit  Sicherheit  festgestellt  werden  könnte.  Nun
haben  mir  in  dieser  Beziehung  alte  Elefantenjäger,
die  zugleich  Kenner  aller  sonst  vorkommenden  Thierkrankheiten
  waren,  die  folgenden  Angaben  gemacht,
deren  Richtigkeit  zu  bezweifeln  ich  um  so  weniger
Anlaß  habe,  als  die  Mittheilungen  verschiedener
Personen  übereinstimmten  und  ganz  unabhängig  voneinander
  erfolgten.  Danach  hat  die  Tsetsefliege  etwa
die  Größe  und  das  Aussehen  einer  gewöhnlichen
Stubenfliege.  Sie  unterscheidet  sich  aber  dadurch
von  anderen  Fliegen,  daß  ihre  Flügeldecken  im  Ruhezustande
  mehr  übereinanderliegen  und  daß  ihr  Hinterleib
  mit  drei  weißen  Querstreifen  versehen  ist.

Ihr  ständiger  Aufenthaltsort  ist  der  Buschwald,

 

freie  Flächen  meldet  sie.  Ihr  Stich  ist  allen  Hausthieren
  mit  Ausnahme  des  Csels  gefährlich.  Sie
kommt  schnell  und  mit  einem  scharsen  surrenden
Geräusch  geflogen,  sticht  und  geht  sofort  wieder  davon.
  Nur  bei  Tage  übt  sie  ihre  unheilvolle  Thätigkeit.
  In  der  Regenzeit  sollen  ihre  Stiche  schuell
zum  Tode  führen,  während  die  in  der  Trockenzeit
verwundeten  Thiere  meist  erst  bei  Eintritt  der  ersten
Regen  eingehen.

Die  Krankheit  äußert  sich  in  allmählichem  Anschwellen
  der  Beine,  der  Geschlechtstheile  und  der
Brust.  Die  Thiere  werden,  trotzdem  sie  bis  zum
letzten  Augenblicke  gut  fressen,  täglich  hinfälliger  und
ihr  Gang  schwankender,  bis  sie  sich  eines  Tages
nicht  mehr  erheben  können  und  dann  bald  darauf
verenden.  Beim  todten  Thiere  läßt  sich  die  Krankheitsursache
  leicht  und  sicher  feststellen,  wenn  man
es  abhäutet.  Die  Haut  erscheint  dann  regelmaßiz
auf  der  ganzen  Innenseite  mit  großen  gelben  Flecken
wie  besäet.  Dies  sind  die  Stellen,  an  denen  dos
Thier  gestochen  worden  ist.  Aus  den  geschwollenen
Theilen  tritt  eine  gelbe  Flüssigkeit  heraus,  und  das
Blut  hat  eine  röthlich  gelbe  Färbung,  so  daß  es
wie  Portwein  aussieht.

Ein  Heilmittel  gegen  den  Stich  ist  bisher  nicht
bekannt.  Die  Buren  pflegen  ihre  Zugochsen  dadurch
zu  schützen,  daß  sie  in  Tsetsegegenden  nur  des  Nachis
reisen  und  am  Tage  möglichst  auf  waldsreien  Flächen
rasten.  Einzelne  Elefantenjäger  sollen  ihre  Pferde
erfolgreich  bewahrt  haben,  indem  sie  die  Thiere  mi
einem  den  ganzen  Körper  deckenden  Ueberzuge  versahen,
  der  nur  die  Beine  frei  ließ.  Erfahrungsmäßig
  soll  nämlich  die  Fliege  die  unteren  Extremitäten
  verschonen.

Ein  beachtenswerthes  Verfahren  wenden  die
Barotseneger  am  Zambesi  an,  um  eine  Immunitöät
gegen  die  Tsetse  zu  erzielen.  Als  eifrige  Jäger  von
Schakalen,  wilden  Katzen  2c.,  die  nur  mit  Hunden
gejagt  und  deren  Felle  zu  kostbaren  Decken  verarbeltet
  werden,  sind  sie  auf  Erhaltung  einer  guten
Rasse  von  Jagdhunden  bedacht.  Nun  existirt  aber
die  Fliege  in  einer  ihrer  Hauptjagdgegenden  am
Cuandoflusse.  Hierhin  bringen  sie  die  trächtigen
Hündinnen  und  lassen  sie  von  der  Tsetse  stechen.
Ist  die  Zeit  richtig  gewählt,  so  geht  das  Mutterthier
  ein,  nachdem  es  geworfen  hat,  und  der  Wurf
ist  immun  und  zur  Jagd  in  Tsetsegegenden  für
immer  zu  gebrauchen.

Das  Wild  ist,  soweit  bekannt,  immun,  wenn  es
auch  viel  von  der  Fliege  heimgesucht  wird.  Namentlich
  haben  die  Büffel  unter  dieser  Plage  zu  leiden.

Man  behauptet  oft,  daß  überall,  wo  der  Bäffel
vorkommt,  auch  die  Tsetse  zu  treffen  sei.  Dies  ist
zweifellos  nicht  richtig.  Es  giebt  viele  Stellen  im
Innern  von  Angola,  wo  Büffel  vorkommen,  die
Fliege  aber  fehlt.  Viel  zutreffender  kann  man  sagen,
daß  überall,  wo  die  Tsetse  einheimisch  ist,  auch  der
Büffel  existirt.  Andere  bringen  das  Vorkommen
der  Fliege  in  Zusammenhang  mit  einem  Strauch
        <pb n="929" />
        —.

mit  röthlichem  Stamme  und  ebenso  gefärbten
Blätlern,  der  von  den  Buren  deshalb  „Rovibosch“
genannt  wird  und  in  den  von  der  Tsetse  bewohnten
Wäldern  zu  treffen  sein  soll.  Er  gilt  als  Lieblingsaufenthalt
  der  Fliege.  Näheres  über  diesen  Strauch
konnte  ich  leider,  da  ich  selbst  nicht  in  eine  Tsetsegegend
  gekommen  bin,  nicht  ermitteln.

Aus  Vorstehendem  kann  man,  glaube  ich,  einige
Fingerzeige  für  die  sichere  Feststellung  des  Verbreitungsgebietes
  der  Tsetse  in  Togo  und  für  die
Vermeidung  oder  Beseitigung  der  Gefahr  entnehmen.
Seitens  des  Gouvernements  müßten  die  in  dem
Gebiete  der  Küfte  und  den  Bezirken  Kete-Kratschi,
Bassari  und  Atakpame  ansässigen  Beamten,  Kaufleute,
  Missionare  und  Pflanzer  für  ein  einheitliches
Zusammenarbeiten  in  dieser  Frage  interessirt  und
veranlaßt  werden,  alles  zusammenkommende  Material
an  eine  geeignete  Centralstelle,  etwa  das  Nachtigall-Krankenhaus
  in  Klein-Popo  oder  den  Regierungsarzt
in  Lome,  einzusenden,  wo  gleichzeitig  die  Möglichkeit
vorläge,  Untersuchungen  von  Blut  und  Theilen  frisch
verendeter  Thiere  vorzunehmen.  Die  Inlandstationen
Kete-Kratschi,  Bassart  und  Atakpame,  die  inmitten
einer  viehzüchtenden  Bevölkerung  liegen,  würden  auf
die  Eingeborenen  dahin  einzuwirken  haben,  daß  sie
bei  Transporten  von  Vieh  und  Pferden  nach  der
Küste  zu  den  Märschen  in  waldigen  Gegenden  die
Nachtzeit  wählen  und  die  Rastplätze  auf  buschfreie
Flächen  verlegen.  Wo  solche  an  dem  Hauptverkehrswege,
  der  Straße  Kete-Kratschi—Lome,  nicht  vorhanden
  sind,  müßten  sie  regierungsseitig  hergestellt
werden,  so  daß  sich  der  Transport  in  geregelten
Etappen  vollziehen  würde.

Gelingt  es,  auf  diese  Weise  Vieh  und  Pferde
gesund  nach  der  Küste  zu  bringen,  so  würde  nicht
nur  der  verhältnißmäßig  geringe  Bedarf  der
Europäeransiedelungen  in  Togo  leicht  gedeckt,  sondern
auch  die  Kolonie  Kamerun  und  die  passirenden
Dampfer  stets  mit  Schlachtvieh  versorgt  werden
können.

Ist  serner  einmal  ein  Tsetseherd  mit  Sicherheit
festgestellt,  so  wären  durch  die  Regierung  zwecks
Züchtung  einer  immunen  Rasse  Versuche  mit  Hausthieren
  aller  Art  in  ähnlicher  Art  anzustellen,  wie
sie  die  Barotseneger  erfolgreich  an  ihren  Hunden
vornehmen.

Titterakur.

Max  L.  Tornow:  Die  wirthschaftliche  Entwickelung
der  Philippinen.  Mit  zehn  Vollbildern,  vier
Tafeln  und  einer  Karte.  Mk.  2,40.  Hermann
Paetel,  Berlin.

Die  Broschüre  bringt  eine  zusammenfassende,
genaue,  von  Sachkenntniß  zeugende  Uebersicht  über
den  Stand  des  Handels  und  der  Industrie  der  an
Produkten  so  reichen  Inseln.  Aus  den  Ausführungen
des  Verfassers  erhellt  auch,  welche  wirthschaftliche

877

Stellung  Deutschland  auf  den  Philippinen  einnimmt,
die  zu  erhalten  und  zu  stärken  für  den  deutschen

 

 

Handel  in  Ostasien  von  großer  Wichtigkeit  ist.  Die

der  Broschüre  beigeheftete  Karte  im  Maßstab

1:  3250  000  bringt  die  gegenwärtige  geographische

Kenntniß,  Provinzeneintheilung  und  die  bekannten

Fundstellen  von  Mineralien  in  vorzüglicher  Weise

zur  Darstellung.

Stielers  Handatlas,  neue,  neunte  Lieferungs-Ausgabe.
  100  Karten  in  Kupferstich,  herausgegeben
  von  Justus  Perthes'  Geographischer
Anstalt  in  Gotha.  (Erscheint  in  50  Lieferungen
siede  mit  2  Karten]  zu  je  60  Pfg.)  1.  Lieferung:
Nr.  15,  Ostalpen  in  1:  925  000,  von  C.  Scherrer
und  H.  Habenicht;  Nr.  64,  China  in  1:7  500  000,
von  C.  Barich.

Der  „Große  Stieler"  stellt  seit  nahezu  hundert
Jahren  dank  seiner  wissenschaftlichen  Gründlichkeit,
seiner  Zuverlässigkeit,  seiner  praktischen  Bearbeitung
und  der  plastischen  Schönheit  und  Klarheit  seiner
Kartenbilder  ein  anerkanntes  Meisterwerk  kartographischer
  Kunst  und  geographischer  Wissenschaft
dar.  Die  beiden  Blätter,  welche  die  erste  Lieferung
der  neuen  Ausgabe  bilden:  Ostalpen  und  China,
verkörpern  seine  bekannten  Vorzüge  in  überzeugender
  Weise;  sie  werden  den  strengsten  Ansprüchen
gerecht  und  lassen  von  der  neuen  Stieler-Ausgabe
das  Beste  erhoffen.  Die  durch  die  moderne  Technik
ermöglichte  Preisherabsetzung  befähigt  den  „Großen
Stieler“,  sich  nunmehr  an  die  weitesten  Kreise  zu
wenden.

Taschenbuch  der  deutschen  und  der  fremden
Kriegsflotten.  Mit  theilweiser  Benutzung  amtlichen
  Materials.  III.  Jahrgang,  1902.  Herausgegeben
  von  B.  Weyer,  Kapitänleutnant  a.  D.
München,  J.  F.  Lehmanns  Verlag.  Mk.  2,40.

Das  Taschenbuch  hat  infolge  seines  reichhaltigen
praktischen  Inhalts,  seiner  handlichen  Form  und  seines
billigen  Preises  die  weiteste  Verbreitung  gefunden.
Neben  den  ausführlichen  Schiffslisten  aller  Kriegsflotten
  der  Welt  und  den  Bildern  aller  wichtigen
Schiffstypen  enthält  der  Kalender  alles  Wissenswerthe
  über  die  Organisation  der  Seestreitkräfte,  die
Flaggen,  die  Kommandobehörden,  das  Offizierkorps,
den  Eintritt  als  Seekadett  und  die  Offizierslaufbahn,
Deutschlands  Seeinteressen  und  Seegefahren  2c.  2c.
Eine  große  Zahl  von  Tabellen  über  Schiffsbau,
Stärke  der  Flotten,  Leistungen  der  Werften  2c.  2c.
machen  das  Buch  für  Jeden,  der  sich  für  die  Flotte
interessirt,  zu  einem  instruktiven  Nachschlagewerk.

 

Bereits  im  Frühjahr  d.  Is.  ist  unter  dem  Vorsitz
  des  Generals  der  Infanterie  Freiherrn  v.  der  Goltz,
des  bekannten  Reorganisators  der  türkischen  Armee,
in  Verbindung  mit  einer  Reihe  hervorragender
Kenner  des  asiatischen  Kontinents  und  unter  Betheiligung
  zahlreicher  bedeutender  Industrieller,  Groß-
        <pb n="930" />
        kaufleute  und  Politiker  eine  „Deutsch-Asiatische
Gesellschaft“  begründet  worden,  deren  Zweck  ist,
die  Kenntniß  Asiens,  seiner  Bewohner  und  seiner
Wirthschaftsverhältnisse  zu  verbreiten  und  weitere
Kreise  der  Bevölkerung  über  die  Wichtigkeit  des
asiatischen  Wirthschaftsgebietes  aufzuklären  und  dafür
zu  interessiren.  Sie  ist  bestrebt,  engere  Beziehungen
zu  den  Deutschen  in  Asien  anzuknüpfen  und  zu
pflegen  und  will  Anregungen  dazu  geben,  daß  wissenschaftliche
  und  wirthschaftliche  Unternehmungen  ins
Leben  gerufen  werden,  welche  geeignet  sind,  der
deutschen  Ueberseepolitik  in  Asien  die  Wege  zu  ebnen.
Die  Gesellschaft  meldet  sich  jetzt  bei  der  Oeffentlichkeit,
  außer  durch  einen  Aufruf,  mit  Herausgabe  der
ersten  Nummer  ihrer  Zeitschrift  „Asien“,  eines
durchaus  vornehm  gehaltenen  und  ausgestatteten
Organs.  Die  Zeitschrift  wird  herausgegeben  von

878

Dr.  Vosberg-Rekow.  Als  Mitherausgeber  sind

am  Kopf  zahlreiche  hervorragende  Fachautoritäten

der  asiatischen  Forschung  berzeichnet.

Politisch-militärische  Karte  von  Afghanistan,
Persien  und  Vorder-Indien  zur  Veranschaulichung
  des  Vordringens  der  Russen  und

Engländer.  Bearbeitet  von  Paul  Langhans.
Mit  militärischen  Begleitworten.  Gotha,  Justus
Perthes.  Mk.  1,—.

Professor  Langhans'  neueste  Karte,  deren  Herausgabe
  durch  den  Thronwechsel  in  Asghanistan  veranlaßt
  ist,  reicht  in  der  Hauptkarte  vom  Schwarzen
Meer  bis  Kalkutta  und  zeigt  die  Anmarsch=  und
Zufuhrlinien  und  die  Truppendislokation  der  Engländer
  und  Russen  (bis  zum  Bataillon  herab),  die
Befestigungen,  die  russischen  Konzessionen  in  Persien
und  die  neue  englische  Handelsstraße  von  Quetta
nach  Kirman,  die  deutsche  Bagdad-Bahn,  die  Buren-Gefangenenlager
  in  Indien  und  auf  Ceylon,  die
indischen  Hungergebiete  2c.  Eine  in  größerem  Maßstabe

  gehaltene  Spezialkarte  von  Afghanistan  und  der

dere  Nebenkarte  läßt  das  allmähliche  Wachsthum  der
englischen  und  russischen  Machtgebiete  in  Asien  erkennen.
  Die  Begleitworte  geben  eine  Uebersicht  über
die  russischen  und  britischen  Truppen  in  Mittelasien
und  über  das  Heerwesen  Afghanistans  und  Persiens.

O.  Felsing:  Gert  Janssens  China-Fahrten,  Reiseund
  Kriegserlebnisse  eines  jungen  Deutschen.
(Lohmeyers  Vaterländische  Jugendbücherei  Bd.  14.)
Mit  zahlreichen  Abbildungen  nach  photographischen
Aufnahmen  und  nach  Originalzeichnungen  von
Maler  Anton  Hoffmann.  Mk.  6,—.  Müünchen,
J.  F.  Lehmanns  Verlag.

O.  Felsing  hat  seinen  Plan,  die  folgenschweren
Ereignisse  des  Sommers  1900  in  China  in  die
Form  einer  Jugenderzählung  zu  kleiden,  mit  Geschick
zur  Ausführung  gebracht,  indem  er  Wissen  und  Erfahrung
  so  darzubleten  weiß,  daß  die  Darstellung

und  Belehrung  nicht  ermüdet  und  nicht  langweilt.  Daß

englisch-russischen  Grenzgebiete  ist  beigegeben,  eine  an-Felsing,

  wenn  es  sich  um  die  Schilderung  der  Zustände
  in  China  handelt,  niemals  den  Boden  der
Wahrheit  verläßt,  macht  sein  Buch  besonders  werthvoll.
  Die  fesselnde  Erzählung  wird  bis  zum  Friedensschluß
  fortgeführt.

7VVYVWVYVYVVVWVVYVY  ?TTyT  VNNTYVYVY  WV]

 

Titterakur-Verzeichnift.

Der  im  Vorjahre  vom  Deutschen  Flotten-Verein  zum  ersten
Mal  ausgegebene  Flotten=  Abreiß=  Kalender  inst
auch  in  diesem  Jahre  wieder  erschienen  und  kann  zum
Preise  von  Mk.  1,—  bezogen  werden.  Er  ist  gegen
den  vorigen  Jahrgang  durch  Aufnahme  zahlreicher
neuer  Daten  und  Abbildungen  erweitert  und  verbeßer!
worden.

Institut  Colonial  International:  Compte  reudn
de  lu  Session  tenne  à  la  Haye  les  28,  29  et  30

Mai  1901.  Inst.  Col.  Int.,  36  Rue  Veydt,  Blugelles.
Illustrirte  Zeitung,  J.  IJ.  Weber  in  Leipzig  und
Berlin.  Die  Nummer  3047  vom  21.  November  1901

enthält  einen  durch  22  hübsche  Abbildungen  illustrirten
Artikel  Bilder  #  vom  Kilimandscharol

 

Derkehrs  -Bachrichten.

Eintressen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutgebieten.

 

 

 

 

Landungs,  Die  Post  ist  fällig  Landungs—  Die  Post  ift  falig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
«  —-  Southamptonfam11.«,26.«jcd.Mtg.
.  Neapel«·an·«'25««·c3·  Togo  ·······  Marseille  ..  am  14.  Dezember
Deutsch  ·  Ostafrita  .  ..  Brindisi.  .  .  am  22.  Dezember  ·  —  ·——«—
Marseille  ..  am  *  Dezember  T  neu.  bumer.  Neapel  ...  am  8.7  Januar

deutsch.  Südwestafrika
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.
b)  südl.  Theil  d.  Schutzgeb.

Southampton  am  26  ed  Mts.
Southampton.  am  7.,  21.  Dez.
Southampton  amll.  *,  26.7  jed.  Mts.
Lissabon.  am  10.,  25  jed.  Mts.
Plymouth  ..  am  27.  Dezember

l

Ramerun

 

1

 

 

 

marstan.  Anseln  Neapel  ..  .  am  26.  Januar

 

 

Neapel  am  11.4,  25.*  Des.
Riautscbhrte  Brindisi  am  8.,  22.  Dez.
--  -Adgksssgpz.g.sss.i--.-1izs-Oss;
Karolincn......  Neapel  ...  am  26.  Januar
Samoa  ...  .  .  .  ..  Queenstown  l  am  9.  30.  Dez.

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="931" />
        879

Postdamyfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schnssebieten.

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

 

Tanga  17—20  Tage
Dar-es-Sal.  18—21  Tg.
Tanga  18  Tage
Dar-es-Salam  19  Tage
Sansibar  20  Tage

Sansibar  18  Tage

am  3.,  6.,  17.,  20.,
27.  Dezember
103%  abds.

am  8.  jedes  Monats
10#%  abbs.

 

 

Nach  vom  Einschiffungshafen
  an  folgenden  Tagen
Neapel  am  6.,  20.  Dezember
(heussch:  Schiffe)  90  oms.
Brindit,  vif  am  8.,  22.  Dezember
1.  Dentsch-  Ostafrika.  (englische  Schiffe)  10  abds.
sch-Olafr  Brindift  am  29.  Dezember
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.
!4  (französische  Schiffe)  4o  nms.
amburg  am  10.  jedes  #Wuts.
(deutsche  Schiffe)
Southampton  am  13.  jedes  Mts.
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  am  25.  jedes  Mts.
.  (deutsche  Schiffe)
2.  Togo.  Rotterdam  am  29.  jedes  Mts.
Ueber  Li  (deutsche  Schisse)
ghe  re  arebaal  orer  Rotterdoam  am  5,  jedes  Monats
nur  auf  Verlangen  des  deutsche  Schiffe)
Liverpool  am  12.  Dez.,  9.  Jan.
Absenders.)  (englische  Schiffei
Marseille  am  5.  jedes  Monats
(sranzösische  7%  ·  120  mittags
Bordeaux  am  15.  jedes  Monats
(kranzösische  Saffe)  10  oms.
amburg  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts
Southampton  am  13.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  am  25.  jedes  Monats
4  (deutsche  Schiffe)  ç
3.  Ramerun  Notterdam“  am  29.  jedes  Monats
(deutsche  Schisfse)  1
Liverpool  am  18.  Dezember
(englische  Schiffe)
Hamburg  am  8.  Dezember

1.  Deutsch-Slowestafrika.

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Bethanien  und  Warmbad
wöchentlich  bis  Kapstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage
auf  dem  Landwege.)

 

(deutsche  Schiffe)

amburg
(deutsche  Schiffe)

Southampton

(engl.  Schiffe  bis  Kapstadt,

  dann  Woermann
  Dampfer)

1l  am  22.  iedes  Monats

nachts
jieden  Sonnabend
tdonmms.
l

 

5.  Marshall  ·  Inseln.

7.  Rarolinen.

8.  Marianen.

9.  Riantschon.

10.  Samoa.

 

(deutsche

Brindisi
(englische  Schiffe)

Neapel
Schiffe)

Brindisi
(englische  Schiffe)

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Briddisi
(englische  Schiffe)

Neapel
(deusche  Schiffe)

am  8.  Dez.  abds.
am  6.  Febr.  90  abds.

5.  Januar  100  abds.

l
am  8.  Januar

am  8.  Dez.  100  abds.

am  6.  Februar  90

Lome  20  Tage
Lome  17  Tage
Lome  26  Tage
Lome  22  Tage
Lome  34  Tage

Klein-Popo  33  Tage
Cotonou  23  Tage

von  da  ab  Landverbindung

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Duala  25  Tage
Duala  22  Tage
Duala  36  Tage
Duala  32  Tage
Duala  19  Tage

Duala  44  Tage

 

 

 

 

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage
Lüderitzbucht  .  Tage
Swakopmund  Tage

Jaluit  46  Tage
Jaluit  63  Toge

Herbertshohe  42  Tage

Friedr.  Wilhelmshafen
6  39  Tage
Stephansort  39

Herbertshöhe  44

Ponapc  55  Tage
Dap  66  Tage
Yap  38  Tage

 

 

am  10  jed.  Mts.  720  abds.
am  11.  jed.  Mts.  9ꝝ  abds.
am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
am  27.  jed.  Mts.  932  abds.
am  3.  jed.  Mts.  922  abds.

am  10.  Dez.,  7.  Jan.
10  ums.

am  3.  jedes  Monats
10%½  abds.

am  13.  jedes  Monats
10%  abds.

am  10.  jedes  Monats
7½  abds.
am  11.jed.  Mts.  9zabds.

am  24.  jed.  Mts.  720  abds.
am  27.  jed.  Mts.  932  abs.

am  16.  Dezember
10  nms.

am  7.  Dezember
720  abends

am  22.  jedes  Monats
720  abds.

jeden  Freitag  10  ms.

 

 

am  6.  Dezember
1035  abds.
am  4.  Febr.  1055  abd.

am  3..  Januar
1035  *s*

am  6.  Dezember
10%  abds.
am  4.  Februar

 

Ponape  56  Tage

i

1035  abds.

Briefsendungen  werden  auf  Vokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8=  bio  10  mal  jährlich
nach  Saipan.

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Brindisi
(englische  bezm.

französische  Schife)  1

Queenstown.
(über  New.  Nork#—
San  Francioco)

am  11.,  25.  Dezember
90  abends

jeden  Sonntag

100  abends

am  15.  Dez.,  5.  Jan.

Tsingtau  34  Tage
Tsingtau  37  Tage

Apia  25  Tage

 

am  9.,  23.  Dezember
10  abds.

jeden  Freitag
10  abends.

am  13.  Dez.,  3.  Jan.
10  ums.
        <pb n="932" />
        880

Schiffsbewegungen  der  Woermann·  Linie  zwischen  Hamburg  und  West.

und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten

oftd  er

Postdampf  von  I  nach  bis  28.  November  1901
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  19.  November  in  Madeira.
„Alexandra  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  25.  November  in  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  21.  November  in  Lagos.
„Anna  Woermann“  Loango  Hamburg  am  28.  November  ab  Gabun.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Benguela.  am  24.  November  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Kamerun  Kiel'  Hamburg  am  28.  November  ab  Wilhelmshaven.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  26.  November  Dover  passirt.
„Ernst  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  November  Ouessant  passirt.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  GefleKamerun  am  26.  November  in  Gefle.

„Hans  Woermann“  Hamburg  "  Lüderitzbucht  am  21.  November  in  Swakopmund.
„Hedwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  26.  November  in  Teneriffe.
„Helene  Woermann“.  Lüderitzbucht  1  Hamburg  am  20.  November  ab  Accra.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  1.  Dezember  ab  Hamburg.
„Jeamneite  Woermann“.  Hamburg  Massabe  am  21.  November  in  Accra.

„Kurt  Woermann“  Whydah  amburg  am  14.  November  in  Grand  Bassam.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  hydah  am  22.  November  in  Conakry.
„Lulu  Bohlen“  Benguela.  Hamburg  am  20.  November  in  Las  Palmas.
„Marie  Woermann  .  ..  Hamburg  Massabe  am  28.  November  in  Rotterdam.
„Melita  Bohlen  .  .  .  Loanda  Hamburg  am  23.  November  in  Accra.

„Otto  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  27.  November  in  La

„Paul  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  25.  November  in  Wonnt.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Sulymah  am  21.  November  in  Gibraltar.
„Thekla  Bohlen“.  Loango  .  Hamburg  am  14.  November  in  Accra.

 

Sci#sbewegungen  der  Deutschen  Ostafrila  ·  Linie  Oamburg  Okafrila)

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer

oᷣspostdampf  von  I  nach  bis  30.  November  1901.
„Kronprinz“  Durban  Hamburg  am  25.  Nov.  in  Delagoabai  eingetroffen.
„König“.  Hamburg  1  Durban  am  15.  Nov.  in  Delagoabai  eingetroffen.
„Herzog“  Hamburg  1  Durban  am  18.  Nov.  von  Las  Palmas  abgeg.
„Kaiser“.  Delagoabai  Hamburg  am  12.  Nov.  von  Notterdam  abgegangen.
„Admiral“  Delagoabaie  6  Hamburg  am  23.  Nov.  von  Port  Said  abgegangen.
„General“.  Durban  ·  Hamburg  am  25.  Nov.  von  Vlissingen  abgegangen.
„Reichstag“  Beira  Hamburg  am  28.  Nov.  von  Aden  abgegangen.
„Bundesrath“  Hamburg  Beira  am  23.  Nov.  in  Mozambigque  eingeroffen.
„Gouverneur“  Hamburg  Beira.  am  28.  Nov.  von  Suez  abgegangen.
„Präsident“.  Beira  Hamburg  am  20.  Nov.  von  Lissabon  abgegangen.
„Kanzler"“  Hamburg  Delagoabai  am  26.  Nov.  in  Tanga  eingendofsen.
„Kurfürst"“  Hamburg  Beira  am  27.  Nov.  in  Oporto  eingetroffen
„Sultan“.  —  am  27.  Nov.  in  Sansibar  eingetroffen.
„Somali“  —  i  —  am  27.  Nov.

    

Anzeigen.

Iuserate  (für  die  dreigespallene  Petitzeile  ot  oder  deren  Raum  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  S8W  12,  Kochstraße  es  n.

 

von  n  Farstadt  abgegangen.

 

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J  einzusenden.

 

beschroiben  d.  Tezxt.
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Hofspedlteur  Sr.  Königl.  Hohell  des
rinzen  Georg  von  Preussen,
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        t

zi  4
Von  der  Wissenschaft  ist  anerkannt
nnd  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
uß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salz-Olirf
  die  wirksamste  Heilquelle  der
Lelt  ist  bei  Gicht  und  Stoffwechsel--.
  rörungen  (Nierenstein,  Blasenstein!.
i  JFolge  seiner  unbegrenzten  Haltarkeit
  auch  im  tropischen  Klima
kann  die  Trinkkur  überall  in  der
Velt  mit  gutem  Erfolg  vorgenommen
vorden.  (Gebrauchsanweisung  verondet
  die  Brunnen-Verwaltung  Bad
alzschlirf.  140
SXpôrt:  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

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Conserven-Fabrik
z  Wollenbiittel  (Merrogth.  öraunschweigl.
Spezialität:  (126

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Burks  Arrneiweine

Si#it  Inhren  auch  in  den  Tropen  bewihrt
und  von  vielen  Acreten  empfohlen:

Burk  s  Pepsin-Wein

bei  Verdauungsstörungen;

Burk's  China-Maloasier

Stürkungsnuttel  für  Kranke  und
Rekonvalescenten.,  bowahrt  bei  Fiebern
  und  deren  Folgen;

Burk'  Eisenchina-Wein

bei  Blutarmuth  (5)

Burk's  Coca  ·  Wein  ·  ·

zur  Stürkung  des  Nervensystems;
Burk's  Condurango-Wein
bei  chronischen  Magenleiden;

Burk's  Cascara-Sagrada-Wein

bei  Leber-  und  Darmleiden;

in  laseh.  à100,  250  v.  V0  Gr.,  6mdss.  Verpaci..

Ver###nd  nuch  allen  Erdtheilen.

C.H.BURL,  sTvUPTGqRT,

pbarmsceut.  und  distet.  Präparate.

 

 

 

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Schillstrasse  16,  Alt-Monbit  1  und  121,  Kantstrasse  22,  sowie
in  Dresden,  Frankfurt  Ka0.  M.,  Kassel,  Leipzig,  Wiesbaden.

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Kamerun-Kakao  und  Schokolade.  Chinesischer  Thee.
Fett.  Palästina-Weine.  Kola-  u.  Massol-Llköre.  Vanisie.  Zigarren
aus  Tabaken  von  Neu-  Guinesa  und  Kamerun.  Tausend  von  40  bis

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Feldbahnfebrik
—  %  –  S  2.  906%%  ss——.[

(51

 

 

Nürnberg.  Neulerstr##ss  1

 

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Altertum  bis  zur  Ueuzeit  .
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Prachtwert  mit  mehr
al#  500  Illustrationen

In  glanzpvoller  Darstellung,  geschmückt  mit  über  500  der

ausgesucht  wirkungsvollsten  und  seltensten  Bilder,  fübrt
uns  dieses  eigenartige  Werk  das  Amüsanteste  vor,  was
Genie,  Rünstlerlaune  und  lachende  Hhilosophie  im  Kaufe

der  Jahrhunderte  geschaffen  haben.

(176;

POreis  in  hünstlerisch  auegestattetem  Einbande

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Trope«««tze«...  G«äee«ssehleier...«k.3,50
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Wie  vielseitig  die  Verwendburkeit  des  Creolin  -  Pearson  ist,
achten  hervorgehen;  leider  ist  es  wegen  Platzmangels  nicht  möglich,
interessanten  Aussprüche  hier  wiederzugelien:

„  Crenlin  vernichtet  selbst  dic  furchtbarsten
  Gerüche,  während  1%  Carbol  fast  ohno
Wirkung  blieb.-=(Dr.
  med.  E.  v.  HEmarch,  Hyx.  Inst.,  Berlin.)

,„  (holera  aslatlea  Baclllen  wurden  schon
in  einer  Lösung  von  2%%  in  einer  Minute
vernichtet.“  (Dr.  med.  et  phll.  J.  Elsenberg,

Hyg.  Unlv.-Innt.,  Wien.)

Das  Creolln-Pearson  töltet  die  Cholera-Baclllen
  In  1  procent.  Verdlnnung  In  15  Mln.;
man  kann  also  alle  im  Durwkanal  enthaltenen
Bacillen  vornichten,  indem  mun  3—5  Gramm
Creolin-Pearson  auf  jedes  Liter  des  Durminhults
  eingiebt.  Dr.  Groneman.  Djlokiakarta

(Nederl.-ludien).

„Die  vortreffliche  Wirkung  des  Creolin  bei
Diphtheritis  faucium  möüchte  ich  noch  helvorheben
  —  keinem  anderen  Mittel  sah  ich  bisher
die  diphtheritischen  Belälge  so  rasch  weichen
wie  diesem.“  (Dr.  med.  Ammon,  Forchhelm.)
20.  Dec.  Patient  in  vollständigem  Delirium,

Puls  150.  Tenip.  41.5.

22.  Drc.  Nach  starken  Creolin-Inhslationen  etc.
sank  die  Temperatur  unf  37.5,  Puls  auf

88  herab.  Dr.  Læo  ltubener
(Intern.  Klin.  Rundschau  1890  No.  4).
„Das  Creolln-Pearson  wirkt  entschieden  viel
stärker  als  die  (arbolskure  uuf  Eiterkokken,

Typhusbacillen  und  Cholerabcillen.“

(Dr.  med.  Elsenberz,  Wioen.)

„Einen  dauernden  Platz  wird  sich  das  Creolin-Pearson
  in  dem  Arzneischatz  erwerben  hei:

den  Erkrankungen  des  Mutens  und  Darmkanals.=

  (Dr.  med.  A.  Hlller.  Breslau.)
Vermäge  seiner  vollkommenen  Ungiftikkeit
kann  das  ('reolln-Pearson  unbedenklich  den
Hebammen  und  Laisn  in  die  Hund  gegeben
werden.-  (Dr.  med.  Minopoulus.  München.)
-  Es  teht  für  mich  fest.  dass  das  (reolln--Peurson
  eine  eminent  antiseh#tische  Kralt  be-Sitzt.
  (Dr.  med.  O.  Purischer,  Klagenfurt.)

„Wer  das  Crenlin-  Pearson  einmal  kennen

und  schntzen  gelernt.  giebt  es  nicht  wielder
auf.-  .(Dr.  med.  kortüm,  Schwerln.)

„Das  Creolin  ist  ein  voügliches  Rundemittel;
  ich  habe  diesbezügliche  zahlreiche  Erfahrungen
  bei  Dermatedektes  —  Rlude  der
Schafe,  Surcoptes  —  Rlde  der  lunde.  Schafo
und  Kaninchen,  Iermatophagus  —  Rüude  der
Kaninchen  und  Dermatoryktes  —  Ründe  des
Geflügels,  gemacht.  Auch  gegen  Akorusmilben
ist  Cre#lin  wirksam.  —  Crolin  ist  ferner  ein
kruftiges  Antiparasiticum  gegen  pflanzliche
Parasiten  (Teychophyten.  Favus)  u.  Gregarinen
(Huhnerdiphtherie).  Endhch  ist  Creolin  ein
sehr  wirksames  Mittel  gegen  Ungeziefer  der
Haut,  wie  Zecken.  Läuse.  Lausfliegen.  Haarlinge,
  Federlinge.  Fliegen.  Kraftige,  ausgewachsone
  Zecken  vurden  dureh  einive  Tropfen
3  iger  Creclinlösung  nach  15  bis  20  Minuten
getödtet.  Klnd-kranke.  mit  zahlreichen  Zecken
behaftete  Schufe  Kurden  durch  ein  einmaliges
CrrolinLad  (2100|  vollstundig  von  den  Zecken
bekreit.

Fur  eine  Deeinfektion  von  verseuchten
Stallungen  und  Gegenstanden  ist  das  Creolin
in  Form  einer  2—5%0%  igen  wasserigen  Losung
behr  wirksam.  Auch’reolin-Desinf,Ktionspulver
zum  Einstreuen  in  Stallungen,  Jaucherinnen,
Jauchebchalter  etc.  kann  verwendet  werden.“

(Prof.  Dr.  med.Frähner,  Dlr.  d.  PFbharmak.  Inst.
der  Kgl.  talerärztl.  Hochschule,  Berlin.)

Kaemburg-Südesmerik,  Dampfsehifffahrta-Sosell.
schaft,  Namburo.  .  Mai  1892.

Wir  bescheinigen  hiermit.  dass  wir  das  von
Ihnen  empfohlene  „Creolin-Pearsoné  scit  eini-Ber
  Zeit  nuf  den  Dampfern  unserer  Linie  einoführt
  und  es  namentlich  den  Schiffen  in  der
Brasilronte  in  reichlichem  Ma#sse  mitgeteben
haben.  Nach  den  übereinstimmenden  Berichten
unserer  Kupitaune  hnt  sich  dasselbe  als  ein  sehr
wirksames  Desinfektionsmittel  erwiesen.  das
in  der  Fleberperiode  die  besten  Dienste  geleistet:
  es  wurde  nicht  allein  zum  Desinliciren
der  verschiedenen  Rünmlichkeiten,  sondern
auch  in  viclon  Fällen  als  Medikument  verwandt.
und  können  wir  das  bei  eimigen  Dampfern

Das  Wort  Creolin  ist  mein  Eigenthum
und  in  den  meisten  Staaten  als  Wortmarkkee
  gesetslich  geschützt.  Der  Zusatz
„Pearson“  ist  zur  grösseren  Sicherheit
  der  Consumenten  hinzugefügt  worden.

möge  aus  den  nachfolgenden  Guteine
  grössere  Anzahbl  dieser  hocheingetretene

  gunzliche  Fernbleiben  von  Krankbeiterallen
  whrend  der  jungsten  Fieberpericde
in  Brasilien  zum  grossen  Theile  dem  seit.-’us
der  Kapitäne  angeordneten  ausgiebigen  Cebrauche
  dieses  Mittels  zuschreiben.

Hamburg-  Sudamerik.  Dampfschifffahrts-  Ges.
ges.  Ad.  F.  Berulti.  Bureauchef.

Kolne  Blutvergiftung  mehr!  Dr.  Vopeliain
  Degerloch  bei  Stuttgart  schreibt:  PFast
täglich  liest  man  in  den  öffentlichen  Blättem
von  Todesfullen,  welche  durch  Blutvergiftung
nach  kleinen  unscheinbaren  Verletzungen  bherbeigeführt
  wurden.  —  Jeder  neue  wir  zu  Cesicht
  kommende  Fall  versetzt  mir  einen  Sticl,
in  das  llerz.  Die  Thatsache.  dass  dberhaupt
noch  eine  Blutvergiftung  trotz  rechtzeitigzer
Arztlicher  Behandlung  tödlich  verllul#.  schmertt
mich  um  80  mehr.  als  ich  mit  dem,  meinen
Kollegen  schon  vor  drei  Jahren  im  Aerzlliche
Praktiker  —  Abhandlung  uber  „innere  Antselsis“
  dbergebenen,  an  mir  selbst  zweim#!
erprobten,  absolut  sicher  belfenden  Mittel,
dem  Creolin-Pearson,  immer  und  immer  wieller
neue  Erfolge  aufzuweisen  lim  Stande  bin.  Es
drängt  mich  doshalb.  zur  Verhütung  weiterer
Sterle  falle  heute  durch  die  allgemeine  PFress
auf  das  Creolin  als  zweifellos  sicheres  lleiiwittel
  gegen  jede  Blutvergiftung  aufmerksam
zu  machen.  An  113  Fallen  durkste  ich  innerhalb
  sieben  Jahren  die  Wirksamkeit  dieses
herrlichen  Medikuments  bestltigt  finden.  Die
Anwendung  desselben  ist  eine  sehr  einfache,
von  jedem  Laien  leicht  aus  führbare.  da  es  bezichentlich
  etwaiger  Giftig  keit  durehaus  enschidlich
  ist.  Zur  Verhütung  der  Blotverriftung
  wäscht  man  jede  noch  so  kleine  Wondmit
  Creolin  aus.  Das  Letztere  bereilet  wu.
Sich  sehr  leicht,  indem  man  in  eine  Kalleet##
voll  lauwarmen  Wassers  20  Tropfen  (Creoha-Pearson
  thut  und  gut  umrührt.  Nach  Auswaschung
  der  Wunde  verbindet  man  diese."
mit  einer  mit  diesem  Wasser  getränkten  leinenen
  oder  Gazebinde.  Nach  drei  bis  vier
Tagen  heilt  die  Wunde  ohne  weitere  Folgen.“

CREOuUIN-PEARSON

Zerstört  die  schlimmsten  Gerüche  (1  pro  mille).

ist  unübertr.  bei  Erfrierungen.  Verbrennungen,

findet  ausgedehnteste  Anwendung  in  Fubriken,

lindet  Anwendung  in  Spitulern  der  Amnnee.

in  öchulen  angewemtet.  vernichtet  Krankheitskeime.


in  Krankenhäusern  ausgeodehnt  gebraucht.

zu  einem  Pfund  veiche  Schmierseife  sollte
immer  1.  Therlaoffel  voll  gegossen  werden,

gegen  32ecken.  Läüuse,  Lausfliegen  etc.

bei  Inecktenstichen  sofort  pur  aufgerleben.
verhutet  Blutverriftung.  das  Jucken  hort

ist  vollkommen  ungiftig.  (sofort  auf,

vermindort  den  Eiter.

verhltet  Flulniss,  für  Brauereien,  Gerbereien
etc.  wichtig,

von  grosser  Bedeutung  für  die  Geburtshülfe.

gegen  Hmorrhoiden,

sollte  von  Laien  bei  Wunden  ausschliesslich
ebraucht  werden,

Hunde  und  Pferde  mit  Creolin  gewaschen.
bleiben  esund,

½  Theclöffel  voll  im  Scheuerwasser  reini

gogen  Pflanzliche  Durusiten.

gegen  Kornwürmer,

5%  Löcung  vornichtet  Milzh  randporen.

alle  Eigenschaft.#n#des  Creolin-Pearson  sind
mediziniech  testuestellt.

sollte  in  keloem  Hnnuse  aoder  Stall  etc.  fehlen,

kreift  kein  Gewebe.  llolz  coder  Metall  an,

wirkt  blutstillend.  schmorzlindernd,

bgen  Ungerieer,  Kratze,  Filzläuse,

die

Frar

uft.

gogen  Huhnerdiphtheritis  1#
man  entwickele  in  Krankenzimmern  beive
Ureolindumpfe.  reilen.
desinfiziert  die  Wasche.  ohne  dieselbe  antuausg-zeichnet
  gegen  Schweissillsse.

1.  Lbsung  verhütet  das  Sauerwerden  der
rlhe  in  Gerbereie.  ½.
Abfusskanlle  sind  mit  Creolin  zu  desioflires.

verhütet  ansteckende  Krankheiten.
heilt  in  einem  Bade  Räude.  Maute.  Schorf  etc,

einige  Tropfen  in  warmes  Wasser  h.  ilr  Zalngegen

  Blasen-  und  Darmkatarrh.  (schmeuen.
ist  allen  Desinfektionsmitteln  vorzuzieben.
Creolinpulver  sollte  in  keinem  Kloset  fehlen.
10%e  Creolinseife  heilt  u.  verhütet  Ausschlag.

Thiere.  dannt  gewaschen,  bleib.  fr.  v.  Ungeziefer,  Creolin-Lanolinseife  macht  die  Haut  sehr  gewerden

  auch  von  Fliegen  nicht  angegriffen.

schmeidig.

Worin  ist  diese  vielseitige  Wirksumkeit  begründet!
„Für  höhere  Thiere  und  für  Menschen  absolut  ungiftig,  ist  es  für  die  grosse  und
gefährliche  Sippe  der  Mikroben  fast  zehnmal  so  giltig  als  die  Carbolsüure,  hat  blut-  und
schmerzstillende  Eigenschuften,  beschränkt  die  Eiterung,  reinigt,  desinfizirt  und  ist  auch

schr  billig.

 

Untugenden  und  Schattenseiten  sind  bisher  von  Creolin  nicht  bekannt.“

Dr.  med.  Ign.  Neudörfer,  k.  k.  Generalstabsarzt  in  Wien.
Wissenschaftliche  Arbeiten  über  Creolln-Pearson  (es  sina  deren  uber  500  erschienen)  werden  Interessenten  kostenfrei  zugesanct.

Alle  Original-Packungen  tragen  meine  Schutzmarke,  Plombe  und  Namenszug,

 

alle  anderen  weise  man  zurück.

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Ebenocollumhyarochlorleum

 

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allen  Beteillgten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reibe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Dra.  Prof.  Albertonf.
Prof.  Cervello.  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall“  Olio,  Prof.  Mosso,  Dr.  Venturini
  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel  überraschende  Heuerfolge  bei
Malaria  erzielt,  ebenso  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in

Letzterer  hat  die  offlzielle  Elinreihung  des  Medikaments  In  die
staatlichen  Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzzanure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Hartinez  A.  Vargas  in  Barcelona  szur  schnellen  und
Slcheren  Beilung  dee  Keuchbustene.

 

Man  vende  sich  wegen  des  Erbalts  von  Phenoccollum  hydrochloricom.,
wegen  Litterastur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-KSenannten
  Firma,  nimlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;

Barcelona:  J.  Esplell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  Ek.  C.  9  u.  10  St.  Mary-at-H#l
Moskau:  Ponfick  Ahrens  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Willlam  Street;

Paris:  Mau  Frdères,  31  rue  des  petites  Ecuries;

Büo  de  Janeiro:  Magalhäes,  Vater  &amp;amp;  Co.;

Buenos.  Alres:  Diego  Glbson,  192  Defensa.  (688)

 

 

 

 

 

Regina
Spart

30  %  elektr.  Strom

95  %  Kohlen  und  Bedienung.



Ausführliche  Prospekte.

Kogins  Bogenlamponahr

 

Köln.  (163)

 

 

 

 

 

Jedem  Deutschen  ·

bietet  hohes  Interesse  das  geist.
voll  geschriebene  Werk

des  verewigten  Obersten  Grafen

Vorck  von  (WVartenburg:

 

 

 

 

eltgeschichte

—in  UAwrissen.

 

 

 

 

 

 

 

5ä17

Federzeichnungen  eines  Deutschen,

ein  Küchblick

am  Schlusee  des  19.  Jabrbunderte.

5.  Huflage.

Mit  einem  Bildulsse  det  Uerfassers.
Geb.  M.  0.  —,  geb.  M.I.  11.—.

a#  Werk  sesselt  von  der  ersten  bis

zur  letzten  Seite.  Kein  anderes  Geschicht#swerk
  kann  dem  Deutechen  mehr
#zu  Herzen  #sprechen,  als  dlese  „Meltgeechichte
  Iin  Umriesen“:  Die  Bezugnahme
  aul  die  Gegenwart,  die  Vergleiche
  mit  dervselben,  die  der  VUerlaster
anstellt,  verleihen  dem  Buche  ein  elndringliches
  Intereese  und  regen  wieder  und
wleder  den  Lesenden  an,  aus  der  Lektüre
  dee  Buches  das  eigene  Urtbeil

#zu  schärlen.

Uerlag  von  S.  G.  Mit#tiler  &amp;amp;  Sohn,

.  Köônsgliche  Hofbuchhandlung.
Berlin  #W  2a.  Kochstrasse  03  —71.

2
        <pb n="946" />
        Ernent  sei  empfohlen:

Kurze  Anleitung
zum  Verständniß

Vamoanisthen  vprahe.

Grammatik  u.  Vokabularinm
nebst  einem  Anhbange:
Meteorologische  Kotizen.

Mit  einen  Vlau  von  Upia.
Ml.  4.50.  geb.  M.  5.—.

 

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen,
  auch  vom  Verlage  der
Königlichen  Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  8W#e#,  Kochstraße  68—71.

 

 

 

 

 

Soeben  erschien:

Otto  Graf  Moltke

Mitglied  des  Hauses  der  Hbgeordneten,

Die  Entwicklung
rder  deutschen“
Verkehrsmittel  »

unter  der  Konkurrenz  des  Muslands

Eine  Studie.  —  60  Pf.

Uerlag  der  Königlichen  Holbuchhandlung
von  S.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.

 

 

 

Diese  Studie  verdient  lebhaftes  Interesse;
die  Nothwendigkeit  einer  ziel
bewussten  Konzentration  aller
wirtbschaftlichen  Kräfte  und  der
gleichmässigen  Husbisdungaller
Uerkehrsmitte!  wird  in  knapper  Beweislübrung
  dargethan.

 

 

 

 

 

Spezial-Geschäft

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Berlin  SW.

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Kniedruck,  ohne  Spannung  im  Spalt.

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ohne  Schbrittnaht,  ohne  Falten  innen  am  Knie,
dasselbe  weit  ausgearbeitet  und  dem  Sitz  auf  dem
Pferde  entsprechend  winklich  geschnitten.  Nit
.  wildledernem  Kniebesatz  Mk.  27,50.  2

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Ersatz  für  Cordstoff,  Anzug  (Jacket  gefüttert)  Mk.27.

 

 

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Nordtmeyerhertefele

ist  als  das

beste  Wasserfiler

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt  des
Königl  Preussischen

5s5  Wiegsministeriuns
Jp  hertefest-Pfer  beselsctef

C  E  LLE.  15.

2

   
 

 

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Eismaschinen

—  für  Handbetrieb  direkt  verbun-CCLien
  mit  einem  Eisschrank  sowie

anch  Ffür  Kraftbetrieb.
Oelgas-  Anlagen

(r5)
#u  Rleuchungs-  u.  Beheizungs--zZwecken
  tür  Ortschaften.  Fag.

 

(creien.  Luntdbahns#er.  llotels  cte.
mlean

veralteter  Cuiinsanlugen.

Heinrich  Hirzel,  Leipzig-Plagwitz.

umTvellommener  und
        <pb n="947" />
        —
l
—

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7
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S
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—
—
11

 

(146)

 

 

 

 

Man  verlange  die  Preisliste  für  überseeischen  Verkehr.

Gebrüder  Röber  Wutha

(„Iiuringen).

Specialfab’rik  k

15  Reimeöango  „  SOrtiumeoo2chinen:

übernehmen  den

 

    

Verkauf  aller  Kolonial-Erzeugnisse
Spediltion  von  Gütern  nach  allen  Welttcilen.

IL.  Raseher  &amp;amp;  Co,  Hamburg,
Banduiers:  Deutfsche  Bank,  ffambourg.

 

 

y  ¾l  --·  *–rçr
4  Q4  #  ;

M  #  2  W  Pn  W  un  *
S8  5  n—ies  *8*

1  Ges.  m.  b.  M.  in  Gera  (Keuss)

Masebinenfabrik,  Eisengiesserei  u.  Kesselschmiede.

Gegründet  1841.  —  (38)
Spezialität:
Maschinen  für  Bleicherei,
Färberei  und  Appretur,
Dampfwäischereien
für  Heilanstalten,  Hotels  etc.

 
      
 
   
     
        
 

Ine

Oienstalters-Liste

der  Kgl.  Preuss.  Hmee  und  des
XllI.  (Kgl.  Württ.)  Hrmeekorps
ist  für  190½/1902  soeben  erschienen.
Iist  am  .  Novbr.  1901  abgeschletsen  und
vermebrt.
Ereis  nur  M.  2,25,

deb.  3.  —,  durchschossen  M.  3,60.
I.  unnnne  werden  im  Interesse  rechtzeitiger
Liclerung  baldmöglich  erbeten.

Uerlag  von  S.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hotduchhandlung,
Beriin  8W..2.

 

 

 

   

 

 

 

Ein  illustrirtes  Verzeichniss

empfehlenswerther  10  goldene  und  silberne  Medaillen.

Schritten  und  Werke  uin  bas  b.  Dächer.  Pars  oh

über  unsere
i  Hasses-dichtes-Lohnstatistikseåachungsoscsbssdss«ngkm
a  Bauton,  Ausstellungsbauten  ohne
r  n  e  Schalung  (Berlin  1896  40  000  Am.  Paris  1900  15  000  um).  Leicht,  sturmeicher,  hellfarbls,
spec.  für  Tropen  geelgnel,  Aue  sp.  kurn  4

Auch  für  Innenbekleidung  von  Fabriken,  Bleichereian,
·  Fuarhereien,  dauernder  Schutz  der  llolzkonstruktionen  gegen  aufsteigende  Dämpfe.  Zahlund
  aus  dem  Cebiete  reiche  Atteste.  Ca.  2  Millionen  Meter  verwandt.  Nach  China  für  Eindeckung  feststehender

und  rerlegbarer  Kriegebarschen  150  O  m  geliefert.  Export  nach  allen  Lndern.  Zahl-2

  10  «  «"s.  .  Geckt.  ·
u  nserer  Kolonien  Ertra-Uachpaplen  Elastlques  (lest  wie  Leder  und  biegsam,  auch  lm  Winter

.  .  cClastisch  und  Im  Sommer  nleht  auslausend,
(Sonder-Verzeichniss  No.  31)  jauch  für  Tropen  geeignet.  Erfinder  und  alleiniger  Fabrikant)  Selbstentzünduns  delm
aus  dem  Verlage  der  Königlichen

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Bd.  I.  Transkaspien  und  seine  Eisenbahn.  4  Mk.
Bd.  II.  Krahmer,.  Russland  in  Mittel-Asien.  4.50
Bd.III.  „  Sibirien  und  die  grosse  sibirische
Eisenbahn,  2.  verbesserte  Aufl.  7  MkL.

Bd.IV.  „  Russland  in  Ostien  (mit  bes  Berücksichtigung
  d.  Mandschurei.6Mk.

Bd.  W.  „  Das  nordoüstliche  Küstengebiet  (der
Ochotskische,  Gishiginskische,  Letropawlowskische
  und  Anadyr-Be-#zir
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Emin,  Peters),  fein  gebunden  à  2,80  Mk.  Die
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  Geiste  dorchwehten  Darstellungen.

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2  na  Mit  viel-  u  Bildern.  UÜbsch  kaortonirt.
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Chi  Die  chinesische  Fremden-  und
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2  Rue  de  I'’Uniyersité,  Paris.

 

 

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fehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.  #—

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die  Jugend  dabei  Geographie,  guten  Geschmack,
scharfte  Unterscheidungsgabe  etc.  Preilsl.  gr.
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Textbildern,  2  pracht  vollen  Lichtdrucken
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  1  fein  kolorlrten  Schiffsskiszentafel
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Flaggen  des  neuen  Signalbuches,  und  2
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E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlagsbuchhandlung,  Berlin  SW.  12,  Kochstraße  68—71,  besondere

 

 

Anzlige.

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Wollen-  (Prof.  Jäger),  Seidenunterzeuge.
Indin-Gause-  Jacken  von  1,50  Mk.  an.
Pujama-Nacht-  und  Schlafanzüge  von  5  Mk.  an.

Tropenanzüge.ö:½½:O,  0  Hl

Ingdjoppen  aus  imprägnirtem  Caslet-Batist,  lederlleicht,
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Leibbinden  in  Wolle  und
Eigene  Filialen  in  Antwerpen,  Lüttich.
Gent,  Brüssel  (Lieferant  des

Ulustrirter  Katalog  mli  ca  100  Abblldungen  Fratis.

 
 
 

„Ein  Meisterwert“

nennen  die  „Grenzboten“  in  Uebereinstimmung
  mit  den  angesehensten
Organen  der  d.  Presse  des  schwedischen
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F.  Steffe  m  dreibändig.  Sngland.
Wer.  Glien
I.  „Aus  dem  modernen  England.“
Illustr.,  ungeb.  7  Mk.,  gebd.9  Mk.

II.  „Streifzüge  d.  Grossbritansien."
Tllustr.,  ungeb.  7  Mk.,  gebd.  9Mk.

III.  „England  als  Weltmacht  u.  Kultur-Sstaat.“
  Ung.6Mk  gebd.  7.50  Mk.
Deutsche  Ausg.  v.  Dr.  O.  Reyher.
Frei  von  aller  Voreingenommenbeit
  für  und  wider  die  Engländer
zeichnet  Steffen  scharf,  in  grossen
und  sicheren  Zügen  Staat  und  Volk.
„Die  gesammte  moderne  Publizistik
ist  auf  dieses  Standard  work  geradezu
  angewiesen.“  Leipz.  N.  Nachr.

Verlag  von  Hobbing  &amp;amp;  Büchle,  Stuttgart.

Bestrimmitngen  über  die  neue

Bekleidung  u.  Ausrüstung  des  ostasiatischen

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Preis  10  Pf.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SW’r.

 

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Jacket  und  Hose

Seide.  PFlasellngo).



 

—  —

 

Aufmerksamkeit  zu  schenken.  Gleichzeitig  weisen  wir  auf  den  ebenfalls  hier  beiliegenden  Prospekt  derselben  Firma  über
das  werthvolle  Werk  „Kamernn,  sechs  Kriegs,  und  Friedenusjahre  in  deutschen  Tropen  von!  Ober

leutnant  Hans  Dominik“  hin.

 

uttentag,  Berlin  W.  35  besonders  hin.

6  Gair  weisen  hiermit  auf  den  dieser  Nummer  beiliegenden  Prospekt  der  Verlagsbuchhandlung
        <pb n="949" />
        F.  H.  SCHMIDT
IGENIEUR  UND  BAUUNTERNEHMER.

AUSFVHRUNG  VON  EXPORTBAUTEN  UND
BAUAUSFUHRUNGEN  UEBERSEE.
WASSER-,  BRGKEN-  UND  HOGHRAU.
BAUANSTALT  FUOR  ElIlsENKOTNTSTRUKTTONRT.  .  that-wissesme
HOLZEEARBEITUNGSFABRIK.  Sreiltien  nach  und  von

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Malariasichere  Tropenhäuser-  1½  und  Ost-Alrita

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Banns-ca  Pauxsrmstgjs  I
Fernsprecher  No.  2  u.  750.  Fernsprecher  Amt  1.  No.  4163.
TELEGRAMM-  ADRESSE:

RAMNSCHMIDT,  ALTONA.  uso)

—  —  —  —  ——  —  ·  —  —  ———  ——  —  ———  —  —  [⅞  —  —....
.  -«  -  .-----  ---  F-—----  .-»  ——--.  —  —  ——

 

 

 

Veolrwiiglichste

Jagd-W.

  Au.!

lil  „IliCeher

#lker  Veriuns

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Wie

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aut  DBiuh  n  Mlustrierte  Preislist-—wie
  Anblatang  und  Frazehogen  „ur

rW  Irrc  —  hultlichen  M##lllung  LTussemier

B¾-  #
—  J3  Jagd--  und  Schjessbrillen

—  +3  XX  ——
,-  Jos.  Rodenstock
IZLKatage  KN608—i.  HLS.  M.  lorlielerant  m

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Rob.  Reichelt,  Berlin  C

 

 

 

 

   
 
 
  
  
  
    
 

 

*rs.l
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—mieu  ——- 



 

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—.:

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.

 

 

 

 

186  Löwen,  Leoparden,

Oinsternetven.  Zibethkstzen,  Serwals  etc.  etc.
da  Uen  v.  Quast  in  Mikindani  (Deutschfrika)
  anseren  undbertroffenen  Fallen.

Ilustr.  Preiskourante  gratis.  —

Renommirteste  (19
krösste  deutsche  Ranbthlerfullen  rape#

kr#  Co.,  Ha)nauksul

Braimlirt  mit  eilbernen  u.  goldenen  Modalillon.

(127)
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Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafriks.

 

Am  1.  Dezember:  F.  D.  „Irma  Woermann“,  Capt.  F.  Mefxer.
nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  Goldküste,  Togo  und  Französ.  Benin

Am  5.  Dezember:  F.  D.  „Lullu  Bohlen“,  Capt.  Milz,  —
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Goree,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbm

Am  10.  Dezember:  P.  D.  „Alexandra  Woermann“,  Capt.  Jensen,

via  Southampton  nach  Madeira,  Liberia,'  Axim,“  Secondee,“  Cape  Coast,“  Accrn“
Lome,  Kotonou,  Lagos,  Kamerun,  Longji,“  Plantation,'  Kribis  und  Fernando  Pe.

Am  15.  Dezember:  F.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Martens,

via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia,  Elfenbeinküste,  AccM'“
Kongo  und  Angola.

Am  22.  Dezember:  P.  D.  „Ernst  Bohlen“,  Capt.  Jversen,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Dezember:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Carstens,
via  Rotterdam  nach  Liberia,  Accra,’Lome,"  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kameru
und  Congo  Francçcais.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jedes  Monats.

44%  GCuter  müssen  zi#el  Tage  vor  dem  459andeodaftem  bis  12  Uhr  mittages  Idroseseite  sel
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*"  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (u)  Uamburg,  Afrika-Hans,  Gr.  Reichenstr.  53

Deutsche  Ost-Afrika-Linie

Unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche.
Mittelst  erstklassiger  Reichepostampfer  von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anluuf
nach  Mombassa,  Tanga“,  Zanzibar“,  Dar-es-  Salaam,  Kliwa.  Linii
Mikindant,  Ibo,  Morambiqane',  Quelimanes,  Chindes.  Beira,  regelai

alle  14  Tage  durch  den  Suer-Kanal,  zunichst:

ab  Hamburg:  ab  Neapel:

*  R.  P.  D.  „Kurfürst“",  Capt.  Doheer  —  6.  Dezember.
R.  P.  D.  „Präsldent",  Capt.  Zemlin  (.  Dezrenber  20.  Dezenber

Die  mit  einem  '  bezeichneten  Dampfer  laufen  nur  die  mit  gleichem  Zeichen  verschenen  Hälen  n  n
nehmen  dortbin  sowie  anch  nach  Chinde  Passagiere  aller  Klassen,  Ladung  indessen  nur  nach  Chlnde  u.  ben

Von  Hambs####  (Zwischenhäfen  anlaufend)  nach  Delagoabay  und  Durbau.  regelmissig  alle  14  —12
abwechselnd  durch  den  Suez-Kanal  und  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung,  zundchst:

 

 

ab  Hamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Korfürs“",  Capt.  Doher  —  6.  Dez.  via  Suei
R.  P.  D.  „General“,  Capt.  Piedler.  .  .  6e6.  Dezember  3.  Jaaua  vis  S6
R.  P.  D.  „Könlg“,  Capt.  Weisskam  P65.  Jaauar  Sl.  Jansar.

Von  Hamburg  (Zwischenbäfen  anlaufend"  nach  Kapstadt,  Port  Elisabeth  und  East  Loades,

4  Wochen,  über  die  Canarischen  Inseln,  zunächst:
ab  Hamburg:  ab  Las  Palms:

R.  P.  D.  „Kalser“,  Capt.  Poblentz.  .  (.  Deienber  16.  Dezenbel.
Die  Dampfer  Raben  vorzrüpliche  Ensicheungen  für  Eussagtere.
Dirrekter  Durchverkehr  von  Iuland-Plltzen  nach  den  meisten  Hlen.
Alle  Güter  müssen  spätestens  swei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  wegen  Passage:  Näheres  wegen  Fracht  und  Pass
Hambutrg-merika-Linte,  Deuesche  Cec-4  W#-  I
Abhtheilung  Personen-Verkehr.  (30)  Afrikahaus,  Or.  Beichenstre#“  «

 

 

Verantwortlicher  Redatteur  für  den  nichtamtlichen  Ahell:  M.  Junge,  Berlin.
Berlag  und  Druck  ber  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  à  Sohn,  Berlia  SW  14.  K  :
Ausgegeben  am  3.  Dezember  1001  um  P  Uhr  vormtttags.

Hierzu  eine  Bellst.
        <pb n="951" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolouial-Ahtheilung  des  Answärtigen  Amis.

 

———  §  ——–°.——————  A
XII  "
r  4
––*.

Tdke  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derielben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
Oeinenden:  „Mittheilungen  von  Foraschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“".  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v  Dapek-iman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beibeften  betragt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
krrcrhandlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagobuchbandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  einschl.  der  deutschen  Schutzgebiete  und
Tenerreich  ·  Ungarn,  Mk.  3,75  für  die  Länder  deo  Weltvostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Koönigliche  Hofbuchbandlung  von
Eint  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstr.  66—71,  zu  richten.  (Eingetr.  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1902  unter  Nr.  2052.)

—

gerlin  15.  poender  1901..  Üunner  24.

—  –  —

—

 

 

 

 

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung,  betreffend  die  Haussklaverei  in  Deutsch-Ostafrika  S.  899.  —  Runderlaß
des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betressend  Benennung  des  Militärpostens  am  Meruberge
S.  900.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat
September  1901  S.  900.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  900.  —  Personalien  S.  901.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  9001.  —  Deutsch-Ostafrika:  Reisebericht  des  Hauptmanns
  Charisius  S.  902.  —  MWissenschaftliche  Sammlungen  S.  906.  —  Kamerun:  Expedition  der  Schutztruppe
gegen  die  Bangwa  S.  906.  —  Beisetzung  des  Assessors  Freiherrn  v.  Gagern  S.  906.  —  Die  Gesellschaft  Süd-Kamerun
  S.  907.  —  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi  S.  907.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Reise
von  Grootfontein  nach  dem  Okavango  (II.)  S.  908.  —  Statistik  des  Waarenverkehrs  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete
  für  das  Jahr  1900  S.  910.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-=Bewegung
  S.  912.  —  Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Ueber  Maßregeln  der
portugiesischen  Regierung  zur  wirthschaftlichen  Hebung  von  Angola  und  Mozambique  S.  916.  —  Ueber  den  Schiffsverkehr
  Sansibars  S.  916.  —  Der  Obstbau  in  der  Kapkolonie  S.  916.  —  Die  wirthschaftliche  Entwickelung  der
französischen  Kolonien  S.  917.  —  Die  Wasserversorgung  Australiens  S.  917.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
Kolonial-Wirthschaftlichs  Komitee  S.  918.  —  Litteratur  S.  919.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  920.  —  Verkehrs-Nachrichten
  S.  921.  —  Anzeigen.

Beilage:  Ein  Versuch  zur  Immunisirung  von  Rindern  gegen  Tsetsekrankheit  (Surra).

 

Amtlicher  Theil.

Gelsenze;  Perordnungen  der  Rrichsbehörden;  Derträge.

 

Verordnung,  betreffend  die  Haussklaverei  in  Deutsch-Ostafrika.?)
Vom  29.  November  1901.

Um  die  Abschaffung  der  Haussklaverei  in  Deutsch-Ostafrika  vorzubereiten,  wird  für  das  genannte
Schutzgebiet  auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  Folgendes
bestimmt:

81.

Durch  Selbstverkauf,  durch  Verkauf  seitens  der  Verwandten,  durch  Schulden  oder  sonstige  Ver—

pflichtungen  sowie  als  Strafe  für  Ehebruch  kann  ein  Sklaverewerhältniß  nicht  neu  begründet  werden.

82.

Jeder  Haussklave  ist  befugt,  die  Beendigung  des  Sklavereiverhältnisses  durch  Zahlung  einer
Ablösungssumme  herbeizuführen.

Die  Höhe  der  Ablösungssumme  wird  von  der  zuständigen  Verwaltungsbehörde  festgesetzt.  Jedem
Haussklaven,  welcher  die  festgesetzte  Ablösungssumme  gezahlt  hat,  ist  von  der  Verwaltungsbehörde  ein
Freibrief  auszustellen.

83.

Jedem  Haussklaven  muß  gestattet  werden,  an  zwei  Tagen  der  Woche  für  sich  selbst  zu  arbeiten
oder  den  entsprechenden  Ertrag  seiner  Arbeit  für  sich  zu  verwenden.  Soweit  das  bisherige  Gewohnheitsrecht
in  dieser  Beziehung  noch  günstiger  für  den  Haussklaven  war,  bleibt  dasselbe  in  Kraft.  Hierüber  sowie
uber  sonstige  Streitigkeiten  zwischen  Herrn  und  Haussklaven  entscheidet  die  zuständige  Verwaltungsbehörde.

*)  Vergleiche  Reichsanzeiger  vom  6.  Dezember  d.  Jo.
        <pb n="952" />
        900

8  4.

Der  Herr  eines  Haussklaven  ist  verpflichtet,  denselben  auch  im  Alter  und  bei  Krankheit  zu  unterhalten
  und  zu  pflegen.

Die  nach  dem  Eintritt  von  Altersschwäche  oder  Krankheit  erfolgende  Freilassung  eines  Haussklaven
hebt  diese  Verpflichtung  nicht  auf.

86.

Die  Uebertragung  des  Herrenrechts  darf  nur  mit  Zustimmung  des  Haussklaven  vor  der  zuständigen
Verwaltungsbehörde  erfolgen  und  ist  von  deren  Genehmigung  abdängig.  Vor  Ertheilung  der  Genehmigung
hat  die  Behörde  außer  sonstigen  ihr  wichtig  erscheinenden  Punkten  die  Rechtmäßigkeit  des  Sklavereiverhältnisses
  zu  prüsen  und  darauf  zu  achten,  daß  Familienmitglieder  ohne  ihre  Zustimmung  nicht  von
einander  getrennt  werden.

86.

Das  Herrenrecht  wird  verwirkt,  wenn  der  Herr  seine  Pflicht  gegen  den  Haussklaven  schwer
verletzt.  Die  zuständige  Verwaltungsbehörde  hat  Fälle  von  Pflichtverletzungen  dieser  Art,  die  zu  ihrer
Kenntniß  gelangen,  von  Amts  wegen  zu  untersuchen  und  ist  gegebenenfalls  befugt,  die  Freilassung  des
betreffenden  Haussklaven  durch  Ausstellung  eines  Freibriefs  herbeizuführen,  ohne  daß  dem  bisherigen  Herm
ein  Anspruch  auf  Entschädigung  zusteht.

§  7.

Zuwiderhandlungen  gegen  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu
500  Rupien  oder  Freiheitsstrafe  bis  zu  drei  Monaten  bestraft,  soweit  nicht  durch  sonstige  Strafsgesetze  eine
höhere  Bestrafung  verwirkt  ist.

88.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Verkündigung  in  Kraft.
Berlin,  den  29.  November  1901.
Der  Reichskanzler.

Graf  von  Bülow.
Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
Benennung  des  Militärpostens  am  Merunberge.
Der  Militärpasten  am  Meruberge  führt  fortan  den  Namen:
Kaiserlicher  Militärposten  Aruscha.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Graf  v.  Götzen.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  September  1001.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3825  Mk.)

 

 

 

Schifffahrts-  Neben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Holzschlagmmt

Haupt-Zollamt  Ausfuhr  s  Einfuhr  abgabe  Gebuhren  Einnahmen  Insgesa
Rp.  P.  Rp.  P.I  Rp.  P.I  Rp.  P.Rp.  P.  Rp.  P.  —  Ml.  P.
I  I  I  l
Tanga.  422  60  9865  38  48  —  133  54066  560  6  13—  15  037  13
Pangani  1  458  20  4976  01  6  —  6  57  —  —  6438  14=  890
Bagamoyo  .  14447421234809  —  —  69  16  9  26874  03=  37  153  35
Dar-es-Salam  10  901  JI116134  51  24  —  (501  59  305  1726  SÖ4  01  =  37139  5
Kilwa  6282  44  4883  33  39  —  20  06  26  3211251  51=  15555  61
Lindi  4316  58  1985  60  18  —  3  19  6  6330  09—  8  751  42
D1  —.
Zusammen  37  830  2150  185  035|—  116  38)3  41  3  27122  538  4
..  ...  ..  ô  ———  —  —
52  300  Mf..69  380  Mk.  186  Mk.  (371  Mk.  1041  Mk.
43  Pf.  83  Pf.  63  Pf.  33  Pf.)  91  Pf.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Ter  amtliche  Kurs  der  Rupie  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  für
den  Monat  November  1901  auf  1,385018  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.
        <pb n="953" />
        —  901  —

Personalien.  «

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  28.  November  1901  sind  der  Oberleutnant  à  la  suite
des  2.  Hessischen  Infanterie-Regiments  Nr.  82  Marquardsen,  der  Leutnant  à  la  suite  des  Eisenbahn-Regiments
  Nr.  1  Weiß  und  der  Leutnant  à  la  suite  des  Braunschweigischen  Infanterie-Regiments  Nr.  92

v.  Stephani  vom  1.  Dezember  d.  Is.  ab  bis  auf  Weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amte
kommandirt  worden.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  28.  November  1901.

Dr.  Grothusen,  Assistenzarzt  beim  Infanterie-Regiment  Graf  Bose  (1.  Thüringischen)  Nr.  31,  mit  dem
12.  Dezember  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  13.  Dezember  d.  Is.  in  der
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

Bauer,  Zahlmeister,  laut  Verfügung  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  am  31.  Oktober  d.  Is.  aus
der  Schutztruppe  behufs  Rücktritts  in  die  Königlich  Bayerische  Armee  ausgeschieden.  Derselbe  ist
beim  Königlich  Bayerischen  Infanterie-Regiment  Prinz  Arnulf  als  Zahlmeister  wieder  angestellt
worden.

Körner,  Zahlmeister,  laut  Verfügung  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  mit  dem  31.  Oktober  d.  Is.
mit  Pension  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamerun.

A.  K.  O.  vom  28.  November  1901.
Graf  v.  Rittberg,  Oberleutnant,  und
Merensky,  Leutnant,  —  am  30.  November  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem
1.  Dezember  d.  Is.,  Ersterer  im  Infanterie-Regiment  Nr.  152,  Letzterer  im  Infanterie-Regiment
Nr.  174  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Käsewurm,  Roßarzt,  laut  Verfügung  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  am  7.  November  d.  Is.  aus
der  Schutztruppe  behufs  Rücktritts  in  das  Heer  ausgeschieden.  Derselbe  ist  beim  Feldartillerie-Regiment
  von  Podbielski  (Niederschlesischen)  Nr.  5  als  Roßarzt  wiederangestellt  worden.

Seine  Moajestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberleutnant
Radtke  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  zu  verleihen.

 

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Nachrichten.  Stabsarzt  Althans  sowie  die  Feldwebel  Münz-Deutsch-

  Ostafrika.  ner  und  Schneider  sind  mit  Heimathsurlaub  am

Der  Bezirksamtmann  Ewerbeck,  der  Bureau-  29.  November  d.  Is.  in  Neapel  eingetroffen.
assistent  Mayr,  der  Bureaugehülfe  Störzbach,  der  Leutnant  Willmann  hat  am  6.  d.  Mts,  die
Kanzlist  Westhaus  und  der  Bahnmeister  Wolke  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  von  Neapel  aus  anhaben

  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.  getreten.
Der  Geologe  Dr.  Koert  hat  die  Ausreise  nach  Ramerun.
Deutsch-Ostafrika  angetreten  und  der  Geheime  Rech-  Der  Regierungsarzt  Dr.  Plehn  hat  das  Schutznungsrevisor

  Weiß  ist  in  Deutsch-Ostafrika  wieder  gebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.
eingetroffen.

Der  bisherige  Bureauvorsteher  Lambrecht  ist  Der  Gerichtsassessor  Krücke,  der  Amtsgerichtszum
  Bezirksamtmann  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  Expedient  Wiedemann,  der  Exveditionsassistent
in  Dar-es-Saläm  ernannt  und  ihm  die  Verwaltung  !  Hartmann,  der  Unteroffizier  Otto  und  die  Gärtner
des  Bezirksamts  Kilossa  übertragen  worden.  Preßsch  und  Kusß  haben  die  Ausreise  nach  Kamerun

-  angetreten.

 

Der  Lokomotivführer  Krautwurst  ist  aus  den
Diensten  des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Deutsch-  Feldwebel  Gewalt  ist  am  27.  November  d.  Js.
Ostafrika  ausgeschieden.  mit  Heimathsurlaub  in  Wilhelmshaven  eingetroffen.
        <pb n="954" />
        Die  Unteroffiziere  Czodrowski  und  Hartig
haben  am  11.  d.  Mts.  die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet
  von  Hamburg  aus  angetreten.

Togo.
Der  Kaiserliche  Gouverneur  Köhler  ist  am
2.  Dezember  in  Togo  wieder  eingetroffen  und  hat
am  gleichen  Tage  die  Geschäfte  übernommen.  Der
stellvertretende  Gouverneur,  Kanzler  Horn  hat  das
Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Der  Oberleutnant  Mellin  und  die  Zollbeamten
Mucke  und  Strack  sind  vom  Heimathsurlaub  in
Togo  wieder  eingetroffen.

902

Dem  Bureauassistenten  Wistuba  ist  die  Stelle

des  Bureauvorstandes  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  von  Togo  übertragen  worden.

Der  Stationsassistent  Bauer  und  der  Sergeant
Dettmann  sind  in  Togo  eingetroffen.

Züdwestafrika.
Der  Landmesser  Hümann,  der  Finanzaspirant

Diemer,  der  Werkmeister  Schönleben,  der  Vorarbeiter

  Nübel  und  die  Arbeiter  Braun,  Claase,
Dahlenburg,  Friedrich,  Gutsche,.  Hähne,  Hansel,
  Heldt,  Köppen,  Lange,  Müller,  Neubert,

Nölting,  Ritter,  Rose,  Schmidt,  Stolle
Verter,  Weise  und  Wünsch,  die  Schlosser  #r#n
Maschinisten  Fittke  und  Steiner,  der  Schlße
Bathe,  die  Schmiede  Bringmonn  und  He#
die  Zimmerleute  Flehnig,  Pollert  und  Sch#l
und  der  Maurer  Schneider  haben  die  Ausl
nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten.

Der  Kalkulaturvorsteher  Andres  ist  aus  Deun-Südwestafrika
  in  Deutschland  eingetroffen.

Lamoa.

Am  30.  Oktober  d.  Is.  verstarb  in  Apia  de
Kaiserliche  Gouvernementssekretär  Wilhelm  Borsan
  den  Folgen  einer  schweren  Verletzung,  die  er  dar:
einen  Unfall  am  22.  Oktober  erlitten  hatte.  da
Kaiserliche  Gouverneur  von  Samoa  widmet  ½t
Namens  der  Beamten  des  Schutzgebietes  folgere
Nachruf:  „Der  Verblichene  war  seit  1895  als  Vn
steher  des  Kaiserlichen  Postamts  in  Apia  und  c-Konsulatssekretär,
  seit  der  Flaggenhissung  als  Eo.
vernementssekretär  thätig  und  hatte  sich  durch  se-Pflichttreue
  sowie  durch  seine  persönlichen  Eice
schaften  Achtung  und  Liebe  in  allen  Kreisen  de
Kolonie  erworben.  Sein  früher  Tod,  kurz  vor  2#
tritt  des  wohlverdienten  Hemathsurlaubs,  bede
einen  schweren  Verlust  für  die  koloniale  Sache  ur
für  seine  zahlreichen  Freunde.  Ehre  seinem  Andenken

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-HPltafrika.

Neisebericht  des  Dauptmanns  TCharisius.

Hauptmann  Charisius  berichtet  aus  Mpapwaunter
  dem  29.  Juli  d.  Is.:

Von  der  Landschaft  NRssandani  fällt  nur  der
nördliche  Theil  in  den  neuen  Bezirk,  zu  dessen  Bereich
  im  Süden  die  fruchtbaren  Gebiete  Kipilipilis
Dorf  (Kiepertsche  Karte  Blatt  C  4,  Turu  1:300  000)

und  Kwa  Mtoro  gehören  werden.  Beide  Ortschaften

sind  von  Wanyamwesi  und  einigen  Küstenleuten  bewohnt,
  die  hier  ausgedehnte  Schamben  angebaut
haben  und  auch  Handel  betreiben.  Weitere  Ansiedelungen
  sind  dort  nicht  vorhanden.

Das  Land  ist  mit  Busch  bezw.  Wald  bestanden.

Die  Expedition  berührte  Kipilipilis  Dorf  und
wurde  daselbst  freundlich  aufgenommen  und  unterstützt.

Die  Strecke  von  Kipilipili  bis  Mgori  in  Kinyanganya
  ist  unbewohnt.  Zunächst  betraten  wir  große
Waldungen  mit  hochstämmigen  Nyombobäumen,  doch

fanden  sich  dort  auch  Holzarten  vor,  die  hervorragendes

  Bauholz  liefern.
weniger  dichter  Dornbusch.  Die  Mpondisteppe  war
sehr  schwer  passirbar,  da  dieselbe  zur  Zeit  ganz
unter  Wasser  stand.  Erst  ganz  kurz  vor  Kiyanganya
hörten  die  Sümpfe  auf.  Der  in  der  letztgenannten

Dann  folgte  mehr  oder

Landschaft  gelegene,  von  Wanyamwesi  und  Küster
leuten  bewohnte  Ort  Mgori  befindet  sich  an  de
Karawanenstraße  Kondoa—Irangi—  Ussure—Muoni:
und  ist  recht  bedeutend.

Die  Landschaft  Kinyanganya  liegt  in  einer  weilsehr
  gut  bebauten  fruchtbaren  Mulde  und  ist  über#
stark  bevölkert.

Die  Eingeborenen  erwiesen  sich  entgegenkommer:
wenn  auch  noch  etwas  scheu.

Von  Mgori  aus  marschirte  die  Expedition  durd
den  nordöstlichen  Theil  von  Turu.  Die  betreffend
Landschaften  sind  ganz  außerordentlich  stark  bevollen
Da  das  große  flache  Land  vollkommen  unbewalle
ist,  so  hatte  man  einen  vorzüglichen  Ueberblick  ee
dasselbe,  und  es  war  leicht,  die  in  der  Thot  enotet
Zahl  der  allerdings  nur  kleinen  Temben  zu  über
sehen.

Die  Eingeborenen  zeigten  sich  hier  überall  k#
furchtsam  und  trieben  zunöchst  schleunigst  ihre  rit
bedeutenden  Rinder=  und  Ziegenheerden  sort.

Erst  nach  und  nach  gelang  es  den  von  R
vorausgesandten  Boten,  die  Leute  herbeizurusen,  de
verschwand  ihr  Mißtrauen  kaum.  Nachdem  aber  de
Häuptlinge  zu  mir  gekommen  waren,  wurden  di
Eingeborenen  zutraulicher.  *

Die  Wataturu  an  der  Nordgrenze  von  Tuir
        <pb n="955" />
        waren  weit  entgegenkommender  als  die  Wanyanturu,
obgleich  auch  sie  sich  vorsichtig  benahmen.

Von  Turu  aus  führte  der  Weg  durch  ein  un—
dewohntes  lichtes  Dornpori,  bezw.  durch  weite  Graslandschaften
  nach  der  ausgedehnten,  fruchtbaren  und
dicht  bevölkerten  Landschaft  Jyambi,  deren  Einwohner
sich  semdlich  stellten,  so  daß  ich  mit  den  Leuten  zunächst
  nicht  in  Verbindung  treten  konnte.
auch  in  dieser  Gegend  bis  nach  Issansu  nicht  die
Spur  von  Baumwuchs,  nur  selten  trifft  man  kleme
Büsche  an.

Schon  das  Beschaffen  von  Brennholz  für  die
Expedition  machte  wie  in  Turu  so  auch  hier
Schwierigkeiten.

In  der  zwischen  Jyambi  und  dem  Gebirge  von
Issansu  liegenden  Gimbusteppe  (Kiepertsche  Karte
Blatt  C  4,  Turu  1:300  000)  hatten  die  Eingeborenen
  üppig  stehende  Getreidefelder  angelegt.

Eine  sichtbare  Grenze  zwischen  Issansu  und
Jyambi  ist  nicht  vorhanden.  Die  Bewohner  dieser
beiden  Landschaften  stehen  im  engsten  Verkehr  miteinander.


Das  Gebirgsland  Issansu  wurde  in  allen  Richtungen
  von  mir  durchzogen.

Diese  gut  bewässerte  Gebirgslandschaft  ist  weit
ausgedehnter,  als  es  die  Karien  erscheinen  lassen.

Man  sollte  meinen,  daß  zwischen  diesem  enormen
Felsgewirr  nichts  gedeihen  könnte.  Es  ist  aber  gerade
  das  Gegentheil  der  Fall.  Selbst  dort,  wo  hoch
oben  im  Gebirge  zwischen  den  gigantisch  übereinander
gethürmten  Granitblöcken  nur  eine  geringe  Erdkrume
vorhanden  ist,  haben  die  Eingeborenen  Schamben
angelegt,  und  das  Getreide  stand  vorzüglich.

In  den  Thälern  und  auf  den  Plateaus  lassen

wundervolle  Viehweiden  und  prächtige  Schamben
mit  Mtama,  Mais,  Erdnüssen,  Kartoffeln  und  Bohnen
die  Fruchtbarkeit  des  Bodens  erkennen.

Auffallend  war  der  bedeutende  Anbau  von  Tabak.
Neben  jeder  Tembe  und  auch  mitten  in  den  Getreideschamben
  waren  größere  Tabakfelder  anzutreffen,  in
denen  die  Pflanzen  vortrefflich  standen.

Die  Fruchtbarkeit  des  leichten  Bodens  in  diesem
Gebirge  ist  wohl  dadurch  zu  erklären,  daß  dort  oben
das  ganze  Jahr  hindurch  Nebel  und  selbst  in  der
Trockenzeit  kleine  Regenschauer  fallen,  dem  Gebirgsland
  so  ständig  Feuchtigkeit  gebend.

Hungersnoth  soll  in  Ussanfu  nicht  vorkommen.
Im  Gedbirge  herrscht  stets  ein  angenehmer,  frischer
Wind  von  Osten,  der  selbst  die  Mittagssonne  für
Europäer  erträglich  erscheinen  läßt.  Von  Sonnenuntergang
  ab  bis  gegen  9  Uhr  vormittags  ist  es,
namentlich  nachts,  empfindlich  kalt.

Die  Höhenlage  des  Gebirgslandes,  sowie  dessen
felsiger  Untergrund  und  der  Umstand,  daß  in  der
näheren  Umgebung  keine  Sümpfe  vorhanden  sind,
lassen  darauf  schließen,  daß  dies  Gebirge  ein  für
Europäer  gesundes  Klima  hat.

Leider  ist  auch  dieses  Hochland  ohne  jeden

Waldbestand.  Es  sind  nur  einige  Büsche  und  ver-!

einzelt  auch  prächtige  alte  Laubbäume  vorhanden,

903

Leider  ist

1

 

die  zuweilen  mitten  zwischen  den  riesigen  Granittrümmern
  stehen.  Jedenfalls  ist  dieses  Gebirgsland
wohl  früher  bewaldet  gewesen  und  erst  nach  und
nach  von  den  Eingeborenen  abgeholzt  worden.  Wenn
diese  Höhen  angeforstet  würden,  so  dürfte  sich  die
Bewässerung  des  Landes  wohl  noch  günstiger  ge--
  -

Die  Bevölkerung  am  Juß  des  Gebirges,  sowie
hoch  oben  in  demselben  ist  eine  ganz  außerordentlich
dichte.

Früher  ist  durch  Issansu  die  direkte  und  kürzeste
Karawanenstraße  nach  Muanza  gegangen.  In  den
letzten  Jahren  hat  sich  aber  die  Bevölkerung  dem
Verkehr  gegenüber  so  feindselig  gezeigt,  daß  die
Karawanenleute  es  nicht  mehr  wagten,  diesen  Weg
zu  nehmen.  Sie  machten  daher  von  Mkondoa—
Irangi  aus  den  weiten  Umweg  über  Ussure.

Es  ist  nicht  zu  verwundern,  daß  die  Wanißkuru
mehr  und  mehr  zu  einem  Räubervolk  ausarteten.

Das  Gebirge  ist  zu  räuberischen  Ueberfällen  wie
geschaffen,  und  da  sie  sich  wegen  der  großen  Entfernung
  von  Kilimatinde  vor  durchgreifenden  Strafzügen
  sicher  glaubten  und  annahmen,  daß  sie  in
diesem  Felslabyrinth  mit  den  vielen  natürlichen  Schlupfwinkeln
  nicht  zu  fassen  seien,  so  wurden  die  Leute
von  Jahr  zu  Jahr  frecher  und  übermüthiger,  und
übten,  da  niemals  nachhaltig  bestraft,  einen  sehr
schlechten  Einfluß  auf  die  umwohnende  Bevölkerung
  aus.

Wie  mich  regierungsfreundliche  Eingeborene  jener
Gegend  versicherten,  würde  der  Verkehr  nach  Issanfu
mit  Beendigung  der  kriegerischen  Unternehmung
namentlich  von  Usukuma  bezw.  von  Mkondoa—Irangi
aus  sehr  rege  werden.  Ein  ständiger  Druck  auf
die  Wanissancu  sei  allerdings  Vorbedingung  für  den
Handel  und  Verkehr.

Die  recht  intelligent  erscheinenden  Wanissancu
sind  fleißige  Ackerbauer  und  Viehzüchter.  Sie  waren
im  Besitz  ganz  ungeheuer  großer  Viehheerden.

In  Issanfu  habe  ich  an  den  Bachläufen  vielfach
recht  guten  Kalk  gefunden.

Von  Issansu  aus  nahm  die  Expedition  ihren
Weg  südwestlich  nach  Kaula  (Werthersche  Karte  der
Irangi-Expedition  1:750  000)  und  von  dort  nach
Süd-Iramba.

Diese  ganzen  riesigen  Gebiete  sind  erstaunlich
dicht  bevölkert  und  infolge  der  von  Issansu,  IJyambi
und  Kmyakumi  (Werthersche  Karte  der  Irangi-Expedition
  1:750  000)  kommenden  und  zum  Dulumobach
  (Werthersche  Karte  der  Irangi-Expedition
1:750  000)  abfließenden  Bäche  sehr  fruchtbar.
Unabsehbar  dehnen  sich  herrliche  Schamben  dort  aus.

Der  Viehreichthum  ist  sehr  groß.  Die  eingeborenen
  Waramba  sind  dort  theilweise  noch  recht
übermüthig  und  erkennen  die  Autorität  der  Regierung
vorläufig  nicht  an.

Die  früher  eingesetzten  Jumben  scheinen  wenig
Gewalt  über  ihre  Untergebenen  zu  haben.

Erst  in  Kaula  erschienen  die  Leute  regierungsffreundlicher

  und  mehr  in  der  Hand  ihrer  alten

2
        <pb n="956" />
        Häuptlinge  zu  sein.  Das  Gebiet  am  Dulumobach
bis  an  den  recht  steilen  Rand  des  Iramba-Plateaus
ist  sehr  fruchibar,  so  weit  das  Auge  reicht,  sieht  man
Getreidefelder.  Auch  dieser  Landstrich  ist  ohne
Baumwuchs.  Der  namentlich  im  nördlichen  Verlauf
schwierig  zu  erklimmende  Ostrand  des  Irambaplateaus
  ist  sehr  zerklüftet.  In  den  tiefen  Schluchten,
die  meist  klare  Bäche  dem  Dulumo  zuströmen  lassen,
findet  sich  etwas  Baumwuchs;  sonst  ist  dieser  Felsrand
  nur  mit  niedrigen,  spärlichen  Büschen  bestanden.


Das  weite,  fast  ganz  flache  Irambaplateau  ist
sehr  dicht  bevölkert  und  gut  angebaut.  Das  Getreide
stand  vorzüglich.  Nur  selten  sieht  man  einen  Baum
oder  Strauch.  Das  Plateau  wird  von  vielen  kleinen
Wasserläufen  durchzogen,  die  auch  in  der  Trockenzeit
Wasser  führen  sollen.

Die  nicht  angebauten  Gebiete  boten  sehr  gute
Vlehweiden.  Die  Niederschläge  sind  auch  auf  diesem
Plateau  günstig.  Ein  scharfer,  kalter  Wind  fegt  beständig
  über  dieses  Hochland,  welches  klimatisch  für
Europäer  ebenfalls  zuträglich  erscheint.

Die  Landschaft  Ussure  ist  im  östlichen  Theil  gut
bevölkert.  Im  Süden  und  Westen  sind  sehr  große
Waldbestände  mit  guten  Holzarten  vorhanden.  Auch
in  Ussure  wird  fleißig  Ackerbau  und  Viehzucht  betrieben.
  Die  angesiedelte  Wakimbu-Bevölkerung  ist
intelligent  und  dem  Handel  und  Verkehr  zugänglich.
Es  haben  sich  daher  auch  Küstenleute  dort  niedergelassen
  und  betreiben  Handel,  anscheinend  mit  Erfolg.

Am  20.  Mai  d.  Is.  marschirte  ich  von  Ussure
ab  und  verfolgte  die  Karawanenstraße  nach
Mkondoa  -  Irangi,  um  mich  von  der  Beschaffenheit
derselben  zu  überzeugen  und  so  noch  den  westlichen
Theil  von  Turu  zu  sehen.

Diese  Straße  durch  einen  großen  Mgombowald
ist  früher  durchgeschlagen  worden  und  bis  kurz  vor
Turu  jetzt  noch  in  gutem  Zustand.  Der  Karawanenverkehr
  auf  diesem  Wege  ist  erheblich.

Die  Landschaft  Turu  bietet  überall  dasselbe  Bild.
Flaches,  weit  übersichtliches  Land,  weit  und  breit
kein  Strauch  oder  Baum,  unzählige  Temben,  gutstehende
  Schamben  und  ungeheure  Viehheerden.

Der  Glanzpunkt  von  Westturu  ist  der  Ssingiddasee
  (Kiepertsche  Karte,  Blatt  C.  Turu  1:  300  000),
an  welchem  die  Karawanenstraße  vorbeiführt.

Am  Sfsingiddasee  war  es  mir  nur  möglich,  mit
einem  einzigen  Häuptling  in  Verbindung  zu  treten,
der  sich  entgegenkommend  und  regierungsfreundlich
zeigte.  Der  Mann  berichtete,  daß  seine  Leute  wohl
die  Vortheile  der  ietzigen  Regierung  einsähen,  daß
aber  die  meisten  Wanyaturu  von  Handel  und  Verkehr
  nichts  wissen  und  eigensinnig  am  Althergebrachten
sesthalten  wollen.  Weit  freundlicher  und  ausgeweckter
waren  die  Leute  einiger  Jumbenbezirke  nördlich  vom
genannten  Sce.

Die  ganze  Landschaft  ist  nicht  ungünstig  bewässert.
  Die  Temperatur  ist  infolge  der  dort
herrschenden  ständigen  Wmde  angenehm.

Von  Turu  marschirte  ich  durch  eine  öde  Busch-904



Efxpedition

 

steppe  nach  Ipwani  (Werthersche  Karte  der  Irangi-1:750
  000).  Die  dort  bei  dem
Häuptling  Kamalagombe  wohnenden  Makua  haben
eine  größere  freundliche  Ansiedelung  geschaffen.  Die
ausgedehnten  Getreidefelder  standen  sehr  gut.  Die
Wasserverhältnisse  sind  hier  leider  so  ungünstig,  daß
die  Leute  ihr  Vieh  in  der  Trockenzeit  bis  nach
Jyambi  zur  Tränke  treiben  müssen.  Zamischen
Ipwani  und  dem  Bergland  Jyambi  finden  sich  nur
wenige  niedere  Büsche.  Vom  Dulumobach  ab  ist
auch  der  westliche  Theil  von  IJyambi  angebaut  und
sehr  dicht  bevölkert.  Es  gelang  mir,  dort  mit  den
regierungsfreundlichen  Eingeborenen  in  Verkehr  zu
treten.  Sie  berichteten,  daß  die  Leute  von  Ostiyambi
  und  Issansu  bisher  unter  einer  Decke  gesteckt
und  sich  stets  feindlich  gezeigt  hätten.  Ich  durchzog
darauf  noch  Ostiyambi,  um  die  Bewohner  zu  einem
Schauri  zu  bewegen,  was  mir  jedoch  nicht  gelang,
da  sie  nicht  aus  ihren  Verstecken  herauszulocken  waren.

Von  Jyambi  wandte  ich  mich  nordwestlich  nach
Issansu.  Der  Weg  führte  ohne  Unterbrechung  durch
dicht  bevölkerte  und  fruchtbare  Landstriche.  Am
26.  Mai  d.  Is.  traf  ich  in  Mkalama  an  den  südlichen
  Vorbergen  von  Issansu  ein,  wo  Sergeam
Künster  bereits  eine  kleine  Dornenboma  nebst  den
nothwendigsten  Hütten  für  den  Unteroifizierposten
errichtet  hatte.  Der  genannte  Unteroffizier  berichtete
mir,  daß  die  Leute  auch  von  den  entfernter  gelegenen
Landschaften,  namentlich  aber  aus  Issanfu,  freiwillig
zu  ihm  gekommen  seien  und  reichlich  Verpflegung,
sowie  Hölzer  zum  Bau  des  Postens  gebracht  hätten
Die  befreundeten  Jumben  theilten  mir  ferner  mit,
daß  die  Wanissansu  sich  nunmehr  vollkommen  unterwerfen
  wollten.  Am  folgenden  Tage  fanden  sich
auch  wohl  mehr  als  1000  Wanissanuru  ein,  um  mil
mir  Frieden  zu  schließen.  Die  Leute  erklärten,  den
Befehlen  der  Regierung  nunmehr  nachkommen  sowie
den  Handel  und  Verkehr  fortan  nicht  mehr  störc
zu  wollen.  Sie  wählten  sich  an  Stelle  des  bisherigen
  Sultans  Tentimi  vier  Jumben,  die  ich  bestätigte.
  Meinen  Belehrungen  gab  die  große  Versammlung
  laut  ihre  Zustimmung.  In  freudiger
Stimmung  verließen  die  Leute  dann  das  Lager,  und
bis  in  die  Nacht  hinein  währten  die  Ngomas,  welche  zur
Feier  des  Friedensabschlusses  überall  veranstaltet  wurden

Am  nächsten  Tage  arbeiteten  Askaris  und  Träger
an  dem  Ausban  des  Unteroffizierpostens,  und  ich  traf  die
erforderlichen  schriftlichen  Bestimmungen  für  denselben

Am  29.  Mai  d.  Is.  wurden  zunächst  die  nich
mehr  erforderlichen  Träger  entlassen,  und  darou
marschirte  ich,  den  Sergeanten  Künster  und  15  Askaris
der  4.  Kompagnie  Mpapwa  zur  Besotzung  des  Unteroffizierpostens
  zurücklassend,  von  Mkalama  ab.  Ick
verfolgte  zunächst  den  südlichen  Rand  des  Issanfugebirges
  in  östlicher  Richtung.  Die  Wanissanurn
waren  dort  wieder  überall  an  der  Feldarbeit,  und
selbst  die  Weiber  und  Kinder  zeigten  keine  Scheu
mehr.  Die  Waffen  waren,  wie  ich  es  angeordnet,
ganz  abgelegt  worden.  Die  Männer  erschienen  nur
noch  mit  Spazierstöcken.  Die  neu  ernannten  Jumben
        <pb n="957" />
        905

drachten  reichlich  Verpflegung  und  stellten  mir  Führer

für  den  Marsch  nach  Iraknu.

Meine  Absicht,  am  Nyarasa=  (Eyassi-)  See
iepertsche  Karte  1:  200  000)  entlang  nach  Ngorongoro
  zu  gelangen,  mußte  ich  aufgeben,  da  infolge
der  diesjährigen  ungewöhnlich  ausgiebigen  Regenzeit
der  Smoinfluß  (Kiepertsche  Karte  1:  200  000)  die

1
l

 

ganze  Steppe  unter  Wasser  gesetzt  hatte,  so  daß  dieselbe

  vollkommen  unpassirbar  war.  Aus  demielben
  Grunde  war  auch  die  Straße  von  Issansu  nach

Mlatu  (Kiepersche  Karte  1:  2  000  000)  in  Usukuma

nicht  gangbar.  Nach  Iraku  führte  der  Weg  fortgesetzt
  durch  Busch  bezw.  lichte  Baumsteppe  mit  einzelnen
  brauchbaren  Holzarten  nördlich  der  Kimyangiruberge
  (Werthersche  Karte  der  Irangi-Expedition
1:750  000)  vorbei.

In  Tumbati  (Werthersche  Karte  der  Irangi-Erpedition
  1:750  000)  setzte  ich  mich  mit  dem
Häuptling  Kidamanssa  in  Verbindung,  der  bereitwilligst
  für  Verpflegung  sorgte.  Nur  bei  Gestellung
von  Führern  nach  Ngorongoro  stieß  ich  auf  Schwierigkeiten,
  da  die  Leute  mit  den  dort  wohnenden
Wandorobo  angeblich  in  Feindschaft  leben.

In  Kwa  Sagiro  in  der  Landschaft  Umburru
(Werthersche  Karte  der  Irangi.  Expedition  1:750  000)
ließ  ich  einige  kranke  Träger  sowie  die  zunächst  nicht
absolut  nothwendigen  Europäerlasten  zurück.  Die  so
frei  gewordenen  Träger  trugen  jetzt  Verpflegungslasten
  für  die  Karawane.

Von  Iraku  aus  marschirte  ich  direkt  nördlich
nach  Ngorongoro  (Werthersche  Karte  der  Irangi-Exvedition
  1:  750  000)  durch  sehr  schöne,  fast
baumlose,  jetzt  vollständig  unbewohnte  Graslandschaften.
  Nur  in  den  Schluchten  befinden  sich  dort
bisweilen  kleine  Urwaldparzellen.  Die  früher  in
diesen  Gebieten  ansässig  gewesenen  Massai  sind  nach
der  Rinderpest  ausgewandert.  Es  ist  sehr  bedauerlich,
daß  diese  ständig  mit  saftigem  Gras  bedeckten  enormen
Flächen  nicht  mehr  besiedelt  sind.  Für  Viehzucht  im
großen  Maßstabe  wird  das  Gebiet  ganz  außerordentlich
  geeignet  sein,  da  auch  die  Bewässerung
günstig  ist.  Das  Klima  in  diesen  weiten  Hochflächen
dürfte  für  Europäer  sicherlich  durchaus  zuträglich
sein.  Die  Nächte  sind  sehr  kalt,  und  den  Tag  über
ist  die  Temperatur  infolge  ständiger  Winde  angenehm.

An  dem  Fuß  des  Ngorongorogebirges  angelangt,
  behaupteten  die  Führer,  den  Weg  durch  den
Urwald  zu  den  Wandorobo-Ansiedelungen  nicht  zu
kennen,  und  verschwanden,  als  sie  zum  Suchen  der
Wege  ausgeschickt  wurden,  um  nicht  wiederzukommen.
Nun  mußte  ich  also  nach  der  Nordnadel  durch  den
weglosen,  riesigen,  wundervollen  Urwald  unter  sehr
großen  Schwierigkeiten  marschtren.  Schritt  für
Schritt  mußte  ein  Pfad  mühsam  durchgeschlagen
werden.  Die  unbeschuhten  Leute  hatten  dabei  sehr
unter  scheußlichen  Nesseln  zu  leiden,  welche  in  der
üppigen  Krautvegetation  bis  zur  Mannshöhe  wucherten.
Es  herrschte  eine  fürchterliche  Kälte  und  Nässe  im
Wald.  Die  dichten  Nebel  lichteten  sich  überhaupt
nicht,  und  klatschend  fielen  die  schweren  Wassertropfen

ganz  flachen  westlichen  Theil  des  Kessels  zu.

von  den  Baumriesen  hernieder.  Askaris  und  Träger
konnten  sich  nicht  erwärmen  und  verbrachten  die
beiden  Nächte  im  Urwald  schlaslos.  Die  Lagerfeuer
qualmten  nur,  ohne  wirkliche  Wärme  zu  spenden.
Am  12.  Juni  d.  Is.  erreichten  wir  die  Kammhöhe
des  Gebirges  und  stiegen  sehr  steil  herab  in  den
großen  Kessel  von  Ngorongoro.  Während  wir  uns
oben  noch  im  dichtesten  Nebel  befanden,  lag  unten
die  Ebene  im  hellsten  Sonnenschein.

Die  Landschaft  Ngorongoro  ist  ein  prächtiges
Stück  Land,  welches  sich  zum  Anbau  wie  zur  Viehzucht
  gleich  gut  eignet  und  meines  Erachtens  wohl
eine  gute  Zukunft  hat.  Für  Europäer  wäre  dort
in  den  höheren  Lagen  am  östlichen  Rand  des  Kessels
eine  Ansiedelung  möglich.  Europäische  Gemüse  und
Weizen  dürften  dort  bestimmt  vorzüglich  gedeihen.
Weite  Strecken  sind  mit  sastigem  weißen  Klee  und
Lupinen  sowie  herrlichem  Gras  bewachsen.  Bessere
Viehweiden  kommen  in  unserem  Schutzgebiet  meines
Wissens  nicht  vor.  Vom  Urwald  strömen  ständig
klare  Bäche  herab  und  fließen  dem  tiefer  gelegenen,
Der

Nogorongorosee  selbst  ist  nur  ganz  flach  und  trocknet

 

 

sichtlich  mehr  und  mehr  aus.  Dagegen  zieht  sich  am
südlichen  Rande  des  Kessels  ein  großer  und  ziemlich
tiefer  Süßwassersee  hin,  der  eher  an  Wasser  zunimmt.

Erst  am  folgenden  Tage  gelang  es  mir,  die  dort
am  Westrand  des  Kessels  ansässigen  Wandorobo  ausfindig
  zu  machen.  Die  Leute  sind  sehr  armselig.
Sie  haben  gar  kein  Vieh  mehr,  bebauen  nur  ganz.
kleine  Flächen  mit  süßen  Kartoffeln  und  leben  in
der  Hauptsache  von  der  Jagd.  Die  Zahl  der  hier
angesiedelten  Wandorobo  ist  gering.  Sie  wohnen  in
zwei  räumlich  weit  voneinander  getrennten  Kraals.
Die  vielen  früher  dort  ansässig  gewesenen  Massai  sind
infolge  der  Rinderpest  und  mehrfacher  Fehden  untereinander
  von  Ngorongoro  fortgezogen.  So  liegt  diese
wundervolle  Landschast  jetzt  eigentlich  ganz  ungenützt  da.

Den  Wandorovo  habe  ich  Vieh  zum  Hüten  und
Getreide  zur  Aussaat  versprochen.  Nach  Angabe
dieser  Leute  ist  das  Land  nördlich  bis  Ssonyo  und
westlich  bis  zum  Lgarryasee  (Kiepertsche  Karte
1:.2U000  000)  jetzt  völlig  unbewohnt.  An  letzterem
sollen  nur  einige  Wandorobo  hausen.

Oestlich  von  Ngorongoro  ist  nur  die  Landschaft
Saleh  (Kiepertsche  Karte  1:  2  000  000)  etwas  bevölkert.
  Das  sehr  große  und  gut  bewässerte  Gebiet
Mutyek  (Kiepertsche  Karte  1:  2000  000)  ist  dagegen
  jetzt  vollkommen  unbewohnt.

Von  Ngorongoro  marschirte  ich  über  Mutyek
direkt  östlich  nach  dem  Steilrand  des  „großen
Grabens“,  dessen  Fuß  ich  bei  der  kleinen  Wandorobo-Niederlassung
  Voyoto  (nicht  auf  der  Karte)  nördlich
des  Manyerasees  erreichte.  Der  Grabenrand  ist
von  hier  aus  in  seinem  Verlauf  nach  Norden  so
scharf  markirt  und  steil,  daß  derselbe  bis  Nguruman
eine  nicht  besser  zu  denkende  natürliche  Scheidewand
zwischen  zwei  Bezirken  bildet.

Am  18.  Juni  d.  Is.  matschirte  ich  von  Vyoto
ab,  versolgte  den  Ostrand  des  Manyarasees  und  er-
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Wiültanhilide  3a#1x#¼1#

Lie  14#333#e  Szzyr  d#  K####l#en  Mseams
  jür  äurf  zu  Perln  ert  en  eEe  ven
Kummer  in  Leunz--Lnhin-#  zzO¼
mere  Ma#uen  —————
ru#sscbe  ertiel#:

1  Szuberher  mi:  Slelez##e#ten,  5  Raukregel-%4%„
  4  Stlaergen  und  1  Stlenzen'tet#t,  eim:#ze
Scke  Hzut  vom  Diüus'wein  mu  2a#2#co0Perlla
5e  rf#anz  Z.  (S:neflöben,  besetzt.  29  COride  dreten
in  Allk  hol  und  triedeen,  1  Glasen  mu  Mallopbagen
Jrom  ZH#dier,  21  Soinnenhiere  und  1  Rurm.

DLie  Konfervirung  der  Thiere  war  gut.

Las  eirgesendte  Säugethier,  Bdeegale  crassimda,
  ist  ein  biezker  ous  dem  Usombaragebiet  noch
aih  nad#bwiesenes,  von  Teutich-stairika  erft  ein

rrebrzbe#s  4  eirg-ichickt  es  Raubthier.  Drer  der  funf
“  44%%%1%  Fd  für  das  Museum  sehr  willkommen,
da  ’%  burgsiufen  noch  nicht  vertreten  waren,
namert“ein  prachtvoller  Raubadler,  Spicaerus
55%%  T%L  D,  im  Alterskleide.  Die  Schlangen  gehören
zmer  belannten,  aber  zum  Theil  noch  seltenen  Arten
an,  nementlich  ist  das  Schlangenskelett  sehr  werthvo
  ll.  (Honz  besonders  erwünscht  waren  auch  die
Mallophagen  vom  Schopfadler.

7
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s-Eezer


Lamerun.
Typedition  der  Fchutztruppe  gegen  die  Bangwa.
Einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von
Kamerun  entnehmen  wir  über  diese  Expedition
Folgendes
Nachdem  die  beiden  Expeditionskompagnien  am
20.  bezw.  21.  Oktober  d.  Is.  auf  dem  Landwege

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Beizx  Ns  Airiss  Ir

Hü#berrz
seter  bie  iszu#e  Be’burg  des  am  16.
18  *  krx  Szn  c##i  Lonme  gesallenen
ern  bemnet  der  Kai#erliché=Zer
  unter  dem  2  4.  C  krode#  d.v
ich  mich  in  Begletun
S  M.  S.  -Dbch-  Herri
v.  Loor##ôbm't  Damo'fer  „Soden  :
Vabemi.  mo  Bel.cni-sekror  Biernabki  mit  der  ##
des  Apesseis  Freizerrn  v.  Gagern  zwei  Stunder!“
unserer  Anktunft  eirgetroffen  war.  Am  seläktn
Morgen  fudren  wir  wit  dem  Sarge  nach  de.
zurück.  Heute  früh  712  Uhr  fand  die  bern.
Beit  eburg  auf  dem  biesigen  karbolischen  Fre#z.
ftan.  Fan  sämmtliche  dier  anwesenden  Cur##
versammelten  sich  um  die  angegebene  Zeit  in
katholischen  Kirche,  in  welcher  der  Sarg,  mu  Piir
und  Blumen  geschmückt  und  mit  der  Reich##:
bedeckt,  vor  dem  Altar  aufgebahrt  stand.  Es  f#
ein  durch  den  apostolischen  Präfekten  P.  Vieter  ##
gebaltenes  feierliches  Hochamt,  sodann  die  Einseqeedes
  Sarges.  Vor  der  Kirche  erwartete  den  Traus
zug  eine  kombinirte  Abtheilung  der  Schutzun
und  der  Polizeitruppe  unter  Führung  des  Leulngen
Buthut,  an  der  Spitze  die  Musik  sowie  (#
Matrosen-Abtheilung  von  S.  M.  S.  „Habicht“,  cefalls
  unter  Führung  eines  Offiziers.  Als  der  2
die  Kirche  verließ,  präsentirten  die  Truppen  7#
Gewehr,  und  unter  den  Klangen  eines  Tiuei
marsches  begab  sich  der  Zug  auf  den  Frie#t.
Nach  einer  weibevollen  Rede  des  Priesters  wal##
der  Sarg  von  Matrosen  S.  M.  S.  Habicht  r
die  Gruft  binabgelassen,  und  eine  dreisache  #
des  Truppenkommandos  krachte  zu  Ebren  Gagert
über  das  Grab,  dessen  Pflege  sich  das  G  Gouverreren

.  Gagern.
        <pb n="959" />
        angelegen  sein  lassen  wird.  Ein  vom  Vater  des
Dahingeschiedenen  hergesandtes  Grabdenkmal  wird
demnächst  aufgerichtet  werden.

Die  Gesellschaft  Süd-Ramerun

hielt  am  2.  Dezember  in  Hamburg  ihre  Generalversammlung
  ab.  Der  vom  Vorsitzenden  A.  Woermann
  erstattete  Bericht  enthielt  u.  A.  folgende
Mittheilungen:

Der  Plan,  die  Geschäftsführung  nach  Hamburg
zu  verlegen,  ist  vorläufig  aufgegeben,  da  sich  die
Geschäfte  in  dem  verslossenen  Jahre  nicht  so  entwickelt
  haben,  wie  man  hoffte.  Der  Vorstand  hat
deshalb  beschlossen,  den  Direktor  Schipmann  zu  einer
Inspektionsreise  nach  dem  N'Goko  zu  senden,  damit
er  nach  Kenntnißnahme  der  Verhältnisse  an  Ort  und
Stelle  seine  Vorschläge  für  die  Weiterführung  und
Ausdehnung  der  Geschäfte  machen  könne.  Die
Arbeiten  der  deutsch-französischen  Kommission,  durch
welche  die  Südgrenze  gegen  den  französischen  Kongo
festgesetzt  werden  soll,  sind  noch  nicht  beendigt.  Es
erscheint  nicht  unmöglich,  daß  daselbst  eine  Verschiebung
  eintreten  kann,  die  eine  theilweise  Verlegung
der  Stationen  der  Gesellschaft  erforderlich  machen
wird.  Im  Uebrigen  kann  wegen  des  im  Kongobecken
  geltenden  Grundsatzes  der  Handelsfreiheit  das
Recht  des  Handelsbetriebes  nicht  beschränkt  werden.
Ueber  die  Resultate  der  Expeditionen  des  Freiherrn
  v.  Stein,  des  Leiters  der  Kaiserlichen  Regierungsstation
  von  N'Goko,  der  das  Konzessionsgeblet
nach  Westen  durchforscht  hat,  für  die  geschäftliche
Entwickelung  der  Gesellschaft  kann  man  sich  noch
kein  Urtheil  bilden.  Es  wird  Aufgabe  der  Gesellschaft
  sein,  durch  ihre  Vertreter  im  Konzessionsgebiete
  die  Aufschlüsse,  die  Herr  v.  Stein  gegeben
hat,  sorgfältig  zu  prüfen  und  soweit  wie  möglich
daraus  Nutzen  zu  ziehen.  Auch  in  dieser  Beziehung
hofft  man  nach  Rückkehr  des  Direktors  Schipmann
klare  Einsicht  gewinnen  zu  können.  Von  besonderer
Bedeutung  würde  es  sein,  wenn  die  Annahme  sich
bewahrheiten  sollte,  daß  der  Weg  zur  Küste  aus
dem  nördlichen  Theile  des  Konzessionsgebietes
keine  großen  Schwierigkeiten  bietet.  Der  stellvertretende
  Direktor,  Graf  v.  Schlippenbach,  hat
sich  durch  einen  etwa  sechsmonatlichen  Aufenthalt  in
Deutschland  so  erholt,  daß  er  mit  Zuversicht  wieder
in  das  Konzessionsgebiet  sich  begeben  konnte,  um
dort  den  Direktor  Langheld  abzulösen,  der  sich  zur
Zeit  zur  Erholung  seiner  angegriffenen  Gesundheit
in  Deutschland  aufhält.  Es  liegt  in  der  Absicht  des
Direktoriums,  die  Leitung  der  Geschäfte  im  Konzessionsgebiete
  annähernd  jährlich  zwischen  zwel
geeigneten  Personlichkeiten  wechseln  zu  lassen,  nicht
nur,  weil  durch  den  regelmäßig  wiederkehrenden
Aufenthalt  in  Europa  ermöglicht  wird,  daß  die  Vertreter
  der  Gesellschaft  im  Konzessionsgebiet  eine
längere  Reihe  von  Jahren  im  Dienste  der  Gesellschaft
bleiben  können,  sondern  auch,  weil  es  für  die  hiesige

907

 

Leitung  von  großer  Wichtigkeit  ist,  mit  den  Leitern
der  Geschäfte  im  Konzessionsgebiete  in  perfönlicher
Fühlung  zu  bleiben,  was  durch  den  alljährlichen
Aufenthalt  eines  derselben  am  Sitze  der  Gesellschaft
bewirkt  wird.  —  Die  von  der  Verwaltung  beantragten
  Aenderungen  der  Statuten,  betreffend  Zeichnung
  der  Firma,  Bestellung  von  Bevollmächtigten  2c.
wurden  widerspruchslos  genehmigt  und  die  Wahl
eines  neuen  Direktors  vorläufig,  da  die  Verhandlungen
  mit  geeigneten  Persönlichkeiten  noch  zu  keinem
Ergebniß  geführt  haben,  von  der  Tagesordnung  abgesetzt.



Westafrikanische  Dlan  zungsgesellschaft  Bibundi.

Der  Bericht  über  das  am  30.  Juni  1901  abgelaufene
  vierte  Geschäftsjahr  giebt  ein  klares  Bild
über  den  finanziellen  Stand  dieser  Gesellschaft.  Die
Erhöhung  des  Aktienkapitals  von  750  000  Mk.
durch  Ausgabe  von  Vorzugsaktien  wurde  nur  bis
zur  Summe  von  600  000  Mk.  durchgeführt,  und
zwar  sind  50  pCt.  dieses  neuen  Kapitals  eingezahlt
und,  wie  die  Bilanz  ergiebt,  auch  schon  verbraucht.

Am  Schluß  des  Geschäftsjahres  waren  12  Europäer
  auf  den  Pflanzungen  thätig  gegen  18  im  Vorjahre;
  die  Zahl  der  schwarzen  Arbeiter  betrug  nach
den  letzten  Berichten  865  Mann,  unter  denen  noch
immer  etwa  100  theure  Lagosleute,  die,  wie  der
Bericht  sagt,  bald  durch  billigere  einheimische  Kräfte
ersetzt  werden  dürften;  etwa  650  Mann  wurden  im
Kakaobau,  der  Rest  im  Tabakbau  beschäftigt.  Die
diesjährige  Kakavernte  belief  sich  auf  1779  Sack
gegen  1340  Sack  im  Vorjahre;  der  Preis  ist
aber  von  71  Pf.  pro  Pfund  jetzt  auf  60  Pf.  gesunken.
  Die  bevorstehende  Ernte  wird  auf  2000  Ctr.
geschätzt.  Das  Kakaobau-Betriebskonto  des  Jahres
beträgt  368  074  Mk.,  von  denen  auf  Aussendungen,
Löhne  2c.  316  161  Mk.  kommen,  serner  auf  Handlungsunkosten
  20  553  Mk.,  auf  Gehälter  der  Angestellten
  26  661  Mk.,  wogegen  der  Ertrag  der
Ernte  1900/1901  nur  110  667  Mk.  ergab  und  ein
Uebertrag  auf  Kakaoplantagen-Konto  von  245514  Mk.
nöthig  wurde.

Recht  ungünstig  war  das  Ergebniß  des  Tabakbaues.
  Der  Ertrag  der  Ernte  1899/1900  betrug
nur  55  360  Mk.,  der  bei  derselben  erlittene  Verlust
wird  auf  200  000  Mk.  veranschlagt;  auch  die  Vorkehrungen
  für  die  diesjährige  Ernte  sind  so  unvollkommen
  getroffen,  daß  auch  diesmal  ein  namhafter
Verlust  entstehen  dürfte.  Da  aber  der  neue  Leiter,
Herr  Schoepke,  der  früher  Tabakbau  in  Niederländisch-Borneo
  betrieben  hat,  sich  sehr  günstig  über
die  Eignung  des  Landes  für  Tabak  ausspricht  und
da  die  hierfür  nöthigen  Gebäude  doch  schon  gebaut
sind,  so  soll  der  Tabakbau  auch  im  nächsten  Jahre,
wenn  auch  auf  25  ha  beschränkt,  sortgesetzt  werden.
Das  Resultat  der  diesjährigen  Ernte  von  300  Ctr.
wird  dann  über  die  weitere  Fortsetzung  der  Tabakkultur
  entscheiden.

3
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        —  908  —

In  der  Bilanz  weist  das  Kakaoplantagen-Konto  Platz  ist  jetzt  menschenleer,  ½  Stunde  entfernt  ist
einen  Betrag  auf  von  1276  919  Mk.,  während  das

Tabakbau-Betriebskonto  mit  356  870  Mk.  belastet
ist;  dazu  kommt  das  Terrainkonto  mit  232  600  Mk.,
die  Kapitalbetheiligung  bei  J.  Weiler,  Hamburg-Victoria,
  mit  76  500  Mk.  und  verschiedene  kleinere
Posten.  Vom  Aktienkapital-Konto  sind  300  000  Mk.
der  Vorzugsaktien  noch  nicht  eingezahlt,  dagegen
figurirt  unter  den  Passiven  ein  Darlehen  von
104  842  Mk.  (Tropenpflanzer.)

Deutfsch-üdwestafrika.
Reise  von  Grootfontein  nach  dem  Okavango.
II.*)

Am  folgenden  Tage  verließ  ich  Blakfontein  und
war  nach  Passiren  zweier  hoher  Dünen  im  Omuramba
u  Omatako,  gewöhnlich  „Groot-Omuramba“  genannt.
Dieser  Fluß,  tief  im  Herzen  Damaralands,  bei  den
Omatakobergen  entspringend  und  dann  fast  700  km
weit  zum  Okavangc  fließend,  ist  wohl  einer  der  interessantesten
  Flüsse  der  Kolonie.  In  seinem  Oberlaufe
  führt  er  überall  reichlich  Wasser,  stellenweise
steht  Werst  an  Werft,  und  unzählige  Rinder  werden
aus  ihm  getränkt.  Aber  von  Otjituo  an  will  er
dem  Reisenden  nicht  mehr  gestatten,  seinem  Lauf  zu
folgen,  hier  tritt  er  in  die  Kalahari  ein,  das  Wasser
verschwindet  tief  im  Sande,  und  abgesehen  von  einer
kleinen  Wasserstelle  nahe  Otjituo  bekommt  man  erst
nach  160  km  bei  Karakuwisa  Wasser.  Von  da  aus
bis  zum  Okavango  ist  dann  wieder  reichlich  Wasser
in  geringer  Tiefse  zu  finden.  Ich  nehme  an,  daß  die
regelmäßig  wehenden  Winde  gewaltige  Mengen  Dünensand
  in  das  Flußbett  getragen  haben,  wie  ich  das
auch  früher  an  der  Südostgrenze  der  Kolonie  im
Backrivier  sand,  wo  man  beim  Brunnengraben  im
Flußbett  5  bis  6  m  unter  der  Oberfläche  alte  Feuerstellen
  der  Buschleute,  Kochtöpfe,  Straußeneier  2c.
fand.  Der  Groot-Omuramba  ist  auch  seit  vielen
Jahren  nicht  abgekommen,  nach  starkem  Regen  fließt
er  vielleicht  20  bis  30  km  unterhalb  Otjituo,  dann
bleibt  das  Wasser  als  Vley  in  den  Dünen  stehen,
die  sich  häufig  mitten  durch  das  Flußbett  ziehen.
Besonders  interessant  ist  es  aber,  daß  der  Fluß  nicht
mehr,  wie  ursprünglich,  durchweg  nach  Nordosten
zum  Okavango  fließt,  sondern  daß,  wohl  infolge  der
Verwehungen,  das  Wasser  auf  große  Entfernungen
der  Quelle  zufließt.  Die  Sache  kam  mir  höchst  unwahrscheinlich
  vor,  aber  die  Aussogen  zahlreicher  am
Groot-Omuramba  wohnender  Eingeborenen,  die  ich
unabhängig  voneinander  befragte,  Buschmänner  und
Hereros,  lassen  darüber  keinen  Zweifel  zu.  Leider
sunktionirte  das  Barometer  nicht,  so  daß  ich  Höhenunterschiede
  nicht  feststellen  konnte.

Im  Flußthale  des  Groot-Omuramba  gog  ich  jetzt
weiter  und  traf  am  28.  Juni  in  Karakuwisa  ein.
Dieser  vor  Jahren  von  zahlreichen  Jägern  bewohnte

)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1001,  S.  866.

 

 

 

 

eine  Buschmannwerft,  deren  Bewohner  einen  Viehposten
  der  Betschuanen  verwalten.

Das  Vieh  war  durchaus  gesund,  den  Buschmännern
war  von  einem  Neuauftreten  der  Rinderpest  nichts
bekannt.  1897  hat  diese  Krankheit  im  Omuramba
u  Omatako  gewaltig  gewüthet,  wie  die  zahlreichen
herumliegenden  Ochsenknochen  beweisen;  damals  wollten
einige  Herero-Großleute,  um  der  Pest  und  dem  Impfen
zu  entgehen,  nach  dem  Osten  auswandern,  sie  haben
Tausende  von  Rindern  verloren  und  sind  bettelarm
zurückgekehrt.

Einige  Tagereisen  von  Karakuwisa  stand  jetzt  ein
kleiner  Treck  Betschuanen  mit  einem  Wagen  und  ein
paar  hundert  Rindern,  um  sich  bei  Karakuwisa  auzusiedeln.
  Ich  setzte  der  Mittheilung  anfangs  Mißtrauen
  entgegen,  da  die  Betschuanen  in  früheren
Jahren  nur  zum  Groot-Omuramba  kamen,  um  Menschen
  und  Vieh  zu  rauben,  aber  ich  hörte  jetzt  trotz
eingehenden  Befragens  keinerlei  Klagen  von  den
Buschmännern.  Die  Betschuanen  hatten  von  meinem
Kommen  gehört  und  schickten  nun  gleich  einen  Briof,
in  dem  sie  mir  schrieben,  daß  sie  zu  mir  kommen
wollten.  Leider  war  meine  Zeit  so  beschränkt,  daß
ich  sie  nicht  erwarten  konnte  und  mich  darauf  beschränken
  mußte,  sie  auffordern  zu  lassen,  nach  Grootfontein
  zu  kommen  und  die  Erlaubniß  der  Regierung
nachzusuchen,  wenn  sie  sich  in  dieser  Gegend  ansiedeln
wollen.  Da  die  Betschuanen  fleißige  Eingeborene
und  vortreffliche  Viehzüchter  sind,  glaube  ich,  daß  es
kein  Schaden  sein  wird,  wenn  sie  sich  in  kleiner  Zahl
in  dem  ungeheuren  menschenleeren  Gebiet  niederlassen.
vorausgesetzt,  daß  sie  die  Regierung  anerkennen  und
keinen  Grund  zu  Klagen  geben.  Jedenfalls  müssen
sie  unter  steter  Kontrolle  stehen,  da  immer  die  Gefahr
  nahe  liegt,  daß  sie  aus  Betschuanaland  große
Munitionsmengen  einführen.

Nach  124  km  erreichte  ich  Ericsons  Pütz,  von
wo  der  Jäger  Ericson  in  früheren  Jahren  mit  Tausenden
  von  Rindern  den  Marsch  nach  dem  Ngamisee
und  Transvaal  antrat.  Das  Wasser  steht  hier  in
einer  sogenannten  „Sandpütz“,  wenige  Meter  unter
der  Oberfläche.  Alle  Pützen  im  Sandvelde  haben
den  gleichen  eigenthümlichen  Charakter,  macht  man
breite,  aber  flache  Löcher  im  Sand,  läuft  das  Wasser
langsam,  aber  stetig  zusammen,  gräbt  man  tiefer,  wird
der  Sand  vollkommen  trocken,  und  das  Wasser  verschwindet.

  Ich  nehme  an,  daß  eine  mit  Sand  ber- 



mischte  Thonschicht  das  Wasser  nicht  durchläßt,  das
wieder  durch  die  obenliegende  Sandschicht  vor  der
Verdunstung  gehütet  wird  und  sich  so  viele  Monate
lang  hält.  Die  Buschmänner  machen,  um  das  Wasser
lange  zu  erhalten,  oft  nur  winzige  Löcher  durch  den
Sand  und  sangen  das  Wasser  durch  Strohhalme.
Am  4.  Juli  traf  ich  in  Otjituo  ein,  das  von
Ericsons  Pütz  knapp  40  km  entfernt  ist.  Die
am  Rande  der  Kalahari  gelegene  Station  ist  jett
mit  zwei  Reitern  besetzt  und  übt  einen  sehr  guten
Einfluß  auf  die  Kung-Buschmänner  aus,  die  sich
        <pb n="961" />
        schon  in  großer  Zahl  dort  angesiedelt  haben.  In
Otjituo  machte  ich  zwei  Ruhetage  und  traf  am
7.  Juli  in  Grootfontein,  50  km  westlich  Otjituo,
wieder  ein.

Was  den  wirthschaftlichen  Werth  des  durchzogenen
  Gebiets  anlangt,  so  wechseln  Gegenden,  die
zur  Besiedelung  wohl  geeignet  sind,  mit  solchen,  die
bierzu  ungeeignet  sind,  ab.  Ich  sehe  davon  ab,  das
Fehlen  von  Wasser  nahe  der  Oberfläche  als  Grund
zu  bezeichnen,  der  eine  Besiedelung  verhindern  wird,
denn  ich  möchte  annehmen,  daß  an  den  meisten
Stellen  im  Sandvelde  durch  Tiefbohrungen  reichlich
Wasser  geschaffen  werden  kann.

Unweit  Tsintsabis  hört  der  krystallinische  Kalk
auf,  und  es  beginnt  das  Sandveld,  das  wohl  als
nordwestlicher  Ansläufer  der  Kalahari  bezeichnet
werden  kann.

Der  Charakter  des  Sandveldes  ist  ein  sehr  verschiedener.
  Während  am  Omiwamba  u  Ovambo
der  Boden  aus  rothem,  mit  etwas  Lehm  vermischtem
Sande  besteht,  auf  dem  die  vortrefflichsten  Gräser
gedeihen  und  auf  dem  große  Mengen  bestes  Nutzholz
  als  lichter  Wald  stehen,  so  die  Tambuti=  und
Marulabäume,  beginnt  nördlich  Tsintsabis  ein  feingrauer
  unfruchtbarer  Dünensand,  der  mit  geringen
Unterbrechungen  bis  zum  Okavango  anhält.  Hier
findet  man  gutes  Gras  nur  in  den  Laagten,  die  sich

zwischen  den  Dünen  hinziehen;  die  Dünen  selbst  sind

meist  mit  dornigem  dichten  Unterholz  bestanden,  in
dem  vereinzelte  hohe  Bäume  stehen.
nördlich  Tsintsabis  verändert  sich  die  Gegend  etwas,
zwischen  den  Dünen  ziehen  sich  breitere  Laagten  hin,

die  eine  vortreffliche  Viehweide  abgeben,  der  Dornbusch

  macht  lichtem  Hochwald  Platz.

Das  ganze  Sandveld  ist  kaum  bewohnt.  Zur
Regenzeit  ziehen  wohl  einige  Kung-Buschmänner
umher,  aber  wenn  die  Waseserstellen  vertrocknet  sind,

Etwa  80  km

909

 

verläßt  auch  der  Buschmann  das  Veld  und  zieht  sich
entweder  in  die  Gegend  am  Okavango  oder  östlich

nach  dem  guellenreichen  Fontein-Omiwamba  zurück.

Auch  das  Wild  will  nicht  in  der  Gegend  bleiben;

wohl  halten  sich  einige  Elenantilopen  und  Bastardgemsböcke
  in  den  Dünen  auf,  aber  von  Wildreichthum
  ist  keine  Rede.  Die  Vogelwelt  ist  sehr  spärlich
vertreten;  außer  den  überall  vorkommenden  kakaduähnlichen
  Masvögeln,  Perlhühnern,  Tauben  und
Savannenhühnern  sieht  man  kaum  einen  Vogel.
Kommt  man  zum  Okavango,  so  beginnt  mit  einem
Male  ein  anderes  Bild.  Werft  reiht  sich  an  Werft,
am  ganzen  Thalrande  entlang  sind  ausgedehnte
Kornfelder.  Der  leichte,  mit  rothem  Lehm  vermischte
  Boden  ist  sehr  fruchtbar;  ohne  daß  gedüngt
wird,  werden  jährlich  zwei  gute  Ernten  erzielt.  Ist
ein  Feld  jahrelang  bewirthschaftet,  bleibt  es  brach
liegen,  und  die  Eingeborenen  machen  ein  neues  Stück
Land  urbar.  Dabei  wird  das  Flußthal,  das  als
enger,  aber  auch  bis  zu  6  km  breiter  Streifen  den
Okavango  begleitet,  nicht  ausgenutzt,  da  es  alljährlich
überschwemmt  ist  und  dann  lange  feucht  und  ungesund

  bleibt;  die  Felder  liegen  meist  an  dem  Thalrand
  oder  auf  demselben.  In  dem  Flußthale  selbst
könnten  Hunderttausende  von  Hektaren  ohne  Weiteres
beackert  werden,  wenn  man  sich  auf  eine  Ernte  beschränken
  oder  sich  durch  Dünen  gegen  ein  Uebermaß
von  Wasser  schützen  wollte.

Leider  würde  einer  Anpflanzung  rein  tropischer
Gewächse  ein  schweres  Hinderniß  entgegenstehen:  die
in  den  Monaten  Juni  bis  August  alljährlich  auftretenden
  Nachtfröste.  Die  Temperatur  am  Okavango
  ist  in  den  Wintermonaten  überraschend  niedrig,
morgens  liegt  über  dem  Fluß  ein  dicker  Nebelstreifen,
und  bis  nach  9  Uhr  ist  es  bitterkalt.  Kurz  bevor
ich  zum  Okavango  kam,  waren  den  Fluß  entlang
sämmtliche  Tabakspflanzen  erfroren.  Die  Owakwangani
  bauen  besonders  Kafferkorn,  Bohnen,
Kürbisse  und  Erdnüsse.  Kafferkorn  bildet  die  Hauptnahrung
  und  wird  in  ungeheuren  Quantitäten  produzirt;
  der  Verkaufspreis  stellt  sich,  mit  Handelsgut
bezahlt,  auf  3  bis  4  Mark  pro  Centner.  Ein  vielversprechender
  Handelsartikel  ist  der  Wurzelkautschuk.
Zwar  kommt  dieser  nicht  nahe  dem  Okavango  vor,
aber  die  dem  Owakwangani  ergebenen  Buschmänner
nördlich  des  Okavango  im  portugiesischen  Gebiet,
westlich  des  Kuito,  sammeln  ihn  und  bringen  ihn
den  Häuptlingen.  Der  Kautschuk  kommt  in  viereckigen
  Stücken  von  1  kg  Gewicht,  etwa  20  cm
lang,  18  cm  breit,  4  bis  5  cm  dick  in  den  Handel.
Bisher  kamen  von  Zeit  zu  Zeit  portugiesische  Händler
von  Mossamedes,  um  den  Kautschuk  einzukaufen.

Die  Vegetation  längs  des  Okavango  ist  keine
tropische.  Die  am  meisten  vorkommenden  Bäume
sind  der  Omumboranganga  (Combretum  primigenum),
  dem  nach  ihrem  Glauben  die  Damaras
und  Ovambos  entstammen,  sowie  der  wilde  Feigenbaum
  (ficus  damarasis).  Vereinzelt  sieht  man
niedrige  Büsche  von  Palmen  (Hyphaena  ventricosa),
und  westlich  von  Ossovue  stehen  größere  Gruppen
von  hohen  Palmen.  In  dem  Busch  längs  des
Flusses  kommen  häufig  zwei  Strychnosarten  vor,  die
wohlschmeckende  Früchte  tragen;  dieselben  Bäume
stehen  vereinzelt  im  ganzen  Sandveld  und  bilden
eine  beliebte  Kost  der  Buschmänner.  Sehr  wohlschmeckende
  Früchte  trägt  auch  der  sogenannte  Mandelbaum
  (Scherogewga  Schweinfurthiana),  ein  Baum,
dessen  Stamm  mit  weißgrüner,  glatter  Rinde  einen
mächtigen  Umfang  hat  und  dessen  Früchte  mit  rother
Schale,  von  der  Größe  runder  Pflaumen,  namentlich
wenn  sie  trocken  vom  Baum  fallen,  in  großen
Mengen  von  den  Buschmännern  gesammelt  und  für
schlechte  Zeiten  ausbewahrt  werden.  Das  trockene
Fruchtfleisch  schmeckt  ähnlich  wie  das  der  Palmäpfel
oder  wie  Johannisbrot,  der  innere  Kern  wird  geröstet
  und  dann  gegessen,  oder  er  wird  gestampft,
und  der  ölige  Inhalt  wird  zum  Einreiben  des
Körpers  verwendet.

Die  Fauna  beim  Okavango  ist  sehr  reichhaltig.
Zwar  sind  Elefanten  und  Flußpferde  selten  geworden,

(Fortsetzung  auf  Seite  912.)
        <pb n="962" />
        910

Statistik  des  Waarenverkehrs  im  südwestafrikanischen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Ausfuhr.
2  Nach  Nach
Benennung  der  Waaren  Deutschland  Kapland
S  Menge  kg  Mark  Menge  kgs  Mart
l
I.Guano..  ..  2212900;218520  —  —
2.  Robbenfelle  (nach  Stackzahl  engegeien)  150  3010  6  120
3.  Fü  von  Rindvieh,  Siegen  und  Schafen  ...  1428  575  13  198  7456
4.  ildhäute  und  Felle  sowie  Waaren  daraus.  3222  19481  1299  6140
5.  Wollel  .  .  2055  6  2310  65  90
6.  Horner-  .  9433  21  618  174  800
7.  ummi  arabicum  ...  .  .  2013-  1500  —
8.  Straußenfedern  ..........  835  35964  #727  28815
9.  Lebende  Thiere  .  (nach  Stückzahl  angegeben)  21•.  1  670  2266  126  240
10.  Leere  Flascheee  -  —  —  5000  200
11.  Lebende  Pflanzzen  -  -  31  107  —  «  —
12.Getkockuetquche..............  —  —  —
13.  Photographien  ..  —  —  —  —
14.  Kalll  —  —  —  —
16.  Elfenbein.  —  —  —  —
16.  Waarenproben  ..  —  —  —  —
17.  Kupfererze  —  E  —  —  -  —
18.  Velschletenes  (Kuriositäten  re.).  6  668  17  169  31  70
I
Zusammen—  3219214  —  172131
#d.  Einfuhr.
1.  Dach  derkunffts-E

*  Benennung  der  Waaren  Deutschland  Kapland  England  Andere  Länder
3
6  Mengerg.  Mk.  [Mengekg  Mk.  engeke  Mk.g
—  l
1.Bter.....-  .1366468590883  1350"106535091900—  —
2.  Bleiwaaren  1431  1512  31  46  —  —  —  —
3.Bürstenbinder-  und  Siebmacherwaaren  1809  3188  25  52  11  344Z  —
4.Cement,  Kalk,  Kreide  1357748  112  70|65837  6301—  —  —  —
5.  Drogen,  Farben,  Apothekerwaaren  u.  Tinte  85  672  97  100  2066  3  4491272  1950  3  20
6.Eisen  und  Eisenwaaren  4  169  157  1580566%68686  47  11328  837728  95951—  —
7.Getreide  u.  sonstige  Korn=  u.  duisenfrüchte  330  4066  76  98233594  13  2541  421  2477350  9
8.Frische  Gemüse  und  Früchte  .  70878236424360618156  295  150  22  825  608•9
9.Gewürze  und  andere  Materialwaaren.  4403  5  119  195  350  24  5  —
10.Preßhen  .  ...  93765  5832  5320  364  4770  3000  —
11./Glas  und  Glaswaaren  40  186  30  005148  1553  338  40  -
12.  Hüte  (nach  Stuchohr  angegeben)  6  450  18  883  4138  1  304  824  8961  —  —
13.Mützen  1396  3124  60  124  57  911—  —
14.Bau=  und  Nutzholz  874  626  2099111153  367  39  722  —  —  —  —
15.  Holzwaaren  117  799  128511118626  45  680  239  267  95  170
16.Photographische  Apparate,  wissenschastliche
Instrumente,  Maschinen  14747  59040  324  967  655  2370!—  –
17.]Musikinstrumente  .  8926  31  548  403  1  243  54  16580—  —
18.  Kaffee  109  881  161  80199775  25257  298  488  50  50
19.  Kakao  3246  9  957  108  401  120  341  —  —
20.Konserven  und  präfervirte  verzehrungsgegenstände
  611090  601  44031036  35  6222273218019  654  652
21.]  Kautschuk=  und  Gummiwaaren  .  3746  6891  62  215  —  —  —  —
22.  Leder  und  Lederwaaren  20  537  53677  503  2081  111  5999—  —
23.  Schuhwaaren  (nach  Flaaren  angegeben)  24  489  142  581  2170  1401111388  907564  —
—  ...  ....76546221592846866413976077521900IN  45
25.  Mineralwasser  121  538  32  976  710  140  —  —  —  —
26.  Lichte,  Schmiere,  Oele  und  Fette  64018  11800  4  000  3  364  130  2101  —  —
27.  Papier-  und  Pappwaaren  ..  37:")97.·3:-3189  347  588  283  1891  —  —
28.tterar.  u.  Kunstgegenstände,  Drucksachen  14  159  30  08  1  131  626  —  —  4  20
29.  Patronen  .  1856  11990  18  95  113  415  11  4
30.Schießpulver,  Schrot  und  Zundhütchen  600  1  672  —  —  13  20  2  8
31.  Blei  180  284  14  16  –  —  —  —
32.  Dynamit  und  andere  Sprengstosse  15  2051  30  850  480  700  —  —  —
        <pb n="963" />
        Schutzgebiete  für  das  Jahr  1900.

911

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Ansfuhr.
Nach  Nach  Zusammen  AusfuhrZunahme  ]  Abnahme
England  anderen  Ländern  Ausfuhr  im  Jahre  1900  im  Ba  der  Nug'uhr  geen  die
Menge  kg  Mark  Menge  kz  WMark  Menge  kg!  Mark  Mark  Mark  Mark
3  419  169  341  900  497  020  49700  6  129  089  610  100  1095000  —  484  880
996  19920  —  —  1162  23  050  22  403  647  —
—  —  —  —  14  626  8031  7  055  976  —
—  —  —  —  4521  25  621  41  036  —  15  415
—  —  —  —  2110  2  400  3  600  —  1200
—  –  —  —  9607  22  418  22360  58  —
—  —  —  —  2013  1  500  480  1  020  —
32  1  0630  1  40  1  595  65  849  59  076  6773  —
—-  —  —  —  2287  1279100  122200  5710  —
—ws  —  —  —  5000  200  105  205
—  —  —  —  31  107  745  —  638
—  —  —  —  ö  695  2200  —  2200  —
—  —  —  —  —  —  1500  —  1  500
—  —  —  —  —  —  10  —  10
—  —  —  —  —  —  560  —  560
—  —  —  —  —  —  20  —  20
—  —  —  —  —  —  400  —  400
—  —  265  920  6  864  18159  22  628  4469
—  362  350  50  660  —  po7  565|  1399  478.  —  491913
b.  Einfuhr.
ländern  «  2.llachsiulnpvwegeu
EinfuhtZunahmeIAbnahme
usammen  ,  .  .  .
Einspth  Jahre  1900  im  Jahre  der  insuhe  gegendie  deutsche  Häfen  Walfischbay  Landgrenzen
Mengerng  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Menge  kg  Mk.  [(Mengekg'  Mk.  Mengeg)  Mi.
l
1  371  327  1  593  848  453  58040  268  —  1370  123  592  868  —  —  1204  980
1  4602  1  558  13  706  —  12148  1  462  1  558  —  —  —  —
1845  3276  16212  —  12  936  1845  3276  —  —  —  —
1363  585  113  33390  897“¼36  —  1363  585113333  —  —  —
89  013  102  519  160  537  —  58  018  88  966  102  277  47  242  —
4266  6600  1656  650  1139  293573571  4264  853  1  654  176  1  066  929  761,  1545
375771  !  92  80620  —  116  784  361  560  85  968  28911  1239  11320  5599
137  604  47977  51  984  —  4007  137274  47  685  76.—  24  254  268
4622  5  5624  22  213  —  16  689  4608  5  496  —  —  14  28
103  855  6  496  26  832  —  20  336  103  855  6  496  —  —  —  —
41  672  31  960  49  412  —  17  452  41  428  31  672  184  205  60  83
7712  21  083  24  586  —  3  503  7618  20675  —  —  94  408
1513  3  339  5727  —  2388  1  513  3339  —  —  —
1027993  249633|261  500  11  867/1026  578  249233  5  400101
166759  174  6281400  235  —  1225607  60  1  %  400  114  194
1  l
15  726  62377  418901  –  356  524  15726  62  377  —  —  —
9383  32956  52:479  –  19  .523  93883  329  956  –  —  —
130  004  187  602  347  630  —  160  028  124  051  178494  301  4101  5652  8698
3  474  10  705  13  398  —  2  693  3  422  10  515  52  190  —  -—
I
668  512  655  7331345299  –  689  566  663  579  650  008  848  878  4085  4847
3  808  7106  75614119  455  3  808  7  1066-  —  —
21.241  56  357  133  918  —  77  561  21  207  551953  —  34  404
28044  165  667  192  581  —  26  914  27678  163021  45  235  321  2411
1242  058  357  631  54  —  114  21216007  346  185  1  431  389  24620  11.059
122  248  33  116  40  850  —  7  734  122  248  33  116  —  —  —  —
68  148  45  374  58  628  —  13  254  67  880  45  113  115  42  153  219
38227  33  966  27714  6  252  —  8.207  33  895  —  —  20  71
14294  31  630  44  146  —  12516  14  294  31  630  —  —  «  —-4998
  12  543  45  532  —  32  989  4978  12  423  —  —  20  120
705  1  700  4049  —  2349  703  1  692  —  —  2  8
194  300  1300  —  1000  180  284  14  16  «
15  734  31  550  12310  –  10  760  15  734  31  550  —  —  —  —
        <pb n="964" />
        912

5.  Einfahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.  DTach  PSerkkunfts-=*

  Benennung  der  Waaren  Deutschland  Kapland  England  Adere  #
—
Menge  tg  Mli.  sMengekg  Mil.  sMengekg  Mek.  —

«  i
33.]  Porzellan=  und  Thonwaaren  7269  9356  746.  933  156  175  —  -—
34.Petroleum  ...  106  042  34243  3603  16192639  32401521  18
35.Reis.  906  704.  228  117134  868  3593510  400)  2296  3250  127
36.Salz.  .  65170380616022  1128  18547  11211  —  —
37.Steine  und  Steinwaaren  .  8549  6006  1236  810  170  8  —
38.Seife  und  Parfümerien  68  923  43  2144150  4322689  3499  —
39.Spirituosen,  alkoholhaltige  esseen,  ar-  "  s

fümerien  und  Tinkturen  83  615,  195  537  4367  7884430042  10  40  383
40.Stein=  und  Holzkohlen.  1725242  74963  900  47  —  —  —  —
41.Stroh=  und  Bastwaaren  1  494  1197  181  137  —  —  —  —
42.  Cigarren  und  Cigaretten  15  996,  119  357  250  2165  146  829  —  —
43.Plattentabak  45  327.  93426  12232890  54t3  9501180  25
44.|Geschnittener  Nauch,  *  u.  Schmupftal  3048  10  112  1  089  4359  6  30
45.Thee  14328  39  549  3018,  8830  616  1  479—  —
4.  Theer  und  Pe  ch  9989  4065  345  1301  —  —  —
47.  Lebende  Thiere  (nach  —  engegeben  799  7345  767  2746  —  —  11  14
48.]  Waaren  aus  edlem  Metall  278  12684  10  600  1  25  —
49.Waaren  aus  unedlem  Metall  5  023,  12314  139  332  63  801  —
50.Stille  Weine  88  977.  87  519  13678  14244  891  931  7  15
50a  Schaumweine  21  544  53  702  74  270  121  320  —  —
51.]  Wellblech  186  808.  53  48  5  68  228001  —  —  —
52.  Hinterladergewehre  (nach  Stückzahl  angeg.)  399  32  316  36  3  410  8  690  2  )
53.Teschins,  Vorderlader  und  sonstige  Schuß-  D  "

u.  Stichwaffen  (nach  Stückzahl  angeg.)  97  3410  3  60  12  41  —
54.Zeugwaaren  aller  Art:  a)  aus  Baumwolle  162  491,  422  449%09  919  449985  933  24248  38  18
55.  b)  aus  Wolle  ....  174935592391390l547014165317——
56.  c)  aus  Leinen  43  862  89  48  4906  7749  758  2210  —  —
57.  d)  aus  Seide  .  361  11442  2  95  6  115—  —
58.  e)aus  Halbseide  124,  2351  1  10  —  —  —  —
59.Garne  aller  Art,  VBindfaden  und  Seile  3  7411  8101  141  217  150  781  —  —
60.  Zucker  .  186049j8083940651196473554516W—-61.
  ündhölzer.  .  21  124  18  077  278  293  265  3100  —
62.  ige  Wagen  und  Karren  (nach  Stück-  «  ;  I

zahl  angegeben)  3,  3700  5  8  500  —  —  —
63.  Lebende  Obstbhaͤume  2J  —  —  —  —  —  —  —  —
64.]  Verschiedenes  19  299  40  028  4662  6962  744  200)  68.  12

Zusammen  –  62059505%  607530äll  BH(u

 

aber  längs  des  Flusses  stehen  starke  Rudel  von
Bastardgemsböcken,  Bastardhartebeesten,  Zebras,  Noriböcken,
  Rietböcken  und  Wasserböcken.  Im  Flusse
sollen  viele  Krokodile  sein,  doch  habe  ich  kein  einziges
  gesehen,  sie  sollen  in  der  kalten  Zeit  nicht  an
die  Oberfläche  des  Wassers  kommen,  werden  übrigens
von  den  Ovambos  nicht  gefürchtet  und  sollen  nie
Groß  ist  der  Fisch-Es
  kommen  viele  Arten
vor,  besonders  ein  Raubsisch  mit  scharfen  Zähnen,
unserem  Barsch  ähnlich,  ein  breiter  karpfenähnlicher
Mit  Auseinem

  Menschen  etwas  thun.
reichthum  im  Okavango.

Fisch,  eine  Art  Wels  und  Weiffische.

Raubzeug:  Wildkatze,  Ginsterkatze,  zwei  Schakalare
und  im  Fluß  Fischottern.

Längs  des  Fontein-Omuramba  ist  wieder  Sondveld,
  aber  es  hat  einen  freundlicheren  Charvbrr
als  das  Sandveld  zwischen  Tsintsabis  und  Okonbambo.



Fontein  =  Omuramba,

tereo,

nahme  des  Wels,  der  einen  schlammigen  Geschmack

hat,  schmecken  die  Fische  vorzüglich.
Die  Vogelwelt  ist  überaus  reichlich

vertreten,
vom  Strauß  bis  zu  den  kleinsten  buntgefiederten

Arten.  Zahllos  find  die  großen  Wasservögel,  Störche,

Reiher  2c.
beobachtet.

Gänse  und  Enten  habe  ich  weniger
Von  Raubthieren  kommen  vor:
Leopard  und  zwei  Arten  Hyänen;  von  kleinerem

Löwe,

Wohl  begleiten  lange  Dünenketten  den

wie  den  Omuramba  u  Onoaber

  der  dichte  Dornenbusch  ist  seltener,
während  reichlich  lichter  Wald  vorhanden  ist,  uterbrochen
  von  ausgedehnten  Grasflächen.

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Ankis  klaverei-Bewegung.

Im  Dezemberheft  der  Zeitschrift.
finden  wir  unter  den  neuesten

lischen  Missionen“
Nachrichten  u.  A.  folgende:

In

Deutsch=  Südwestafrika
missionsfreundliche  Bewegung  unter  den  Herrr##n

Die  evangenimmt

  die
        <pb n="965" />
        913

b.  Einfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lände  ru  2.  HDach  Einfu  hrwegen
Zusammen  teinsahr  hn  Abnahme  deunsch  Watfischt  d
ein  im  Jahre  sderEinfuhr  gegen  die  eutsche  Häfen  alfi  a  Landgrenzen
Emfuhr  im  Jahre  1900018/9°/900  99  v  9  9
Renge  kz  Mt.  Mk.  Mk.  Mk.  Menge  kg  Mk.  Mengekg  Mtk.  Mengekg  Mt.
8171  10  464  53  386  —  42  922  7975  10  164  —  —  196  300
117  565  38  624  35  929  2  695  –  117.  001  38295  260  83  294  246
1  055222  267548246  300  1  052  273  266  236  1  031  32019  992
99  739  60055  11  43  –  5358  88  634  5249  2295  138810“  674
9955  6896  13850  –  6954  9925  6  856  —  —  30  40
79  762  51  035  36  13514900  —  78  829  50  112  177  171  756  752
91  407  214  6905  203  585%  1ll  110  91157  213  652  —  —  250  1043
1726  142  75  0101595  460  —  120  401726142  75  010  –  —
1  675  1  334  7521  –  6  187  1  675  1  334  –  —
16  392  122361123  000  —  649  16  383  122146  —  9  205
48  073  99846  777762207|—  4  924  99  406  68  200  81  240
4143  14  501  17980  —  3479  3  604  12  256  109  400  430  1845
17  962  49  858  62  315  —  12  457  17266  4  126  50  135  646  2597
10  334  4  195  5  .565  —  1370  10  334  4195  --  —
1577  10  135  29  639  —  19  504  1577  10  135  —  —  —  —
289  13  309  36  355  —  23  046  289  13  309  —  —  —  —
5225  12726  29  036  —  16  310  5179  12  573  1  3  45  150
103  553  102  700958185  –  55  476  103  1500  102  187  4  40  359  482
21  739  54  292  43  466  10826  —  21727  54  192  12  100
238446  7623885  24  29016238  446  28  —  —  —
445  36  636  49  040  —  12  404  40  33266  —  35  3  370
6  6
112  3  880  4323  —  443  110  3840  —  —1  2  40
178381  491  875  820  131  —  128256  174756  470  822  78  3553547  0698
20  299  70  026139993  —  69  967  20  111  68  426  1  10  187  21590
49  56  99  417  66  373O  4142  18  671  96  95  21  88  834  2534
369  11  652  8434  32118  368  11692  —  1  60
125  2  361  2  496  —  135  124  2  351  —  —  1  10
1032  8396  31  085  22  689  3980  8370  —  —  52  26
230  254  102  166  150  350  —  48  24425860  99300  1  356  4768038  3330
21  667  18  680  15  320  3360  —  21  588  18  478  —.  —  129  202
8  12200  50  700  38  500  8  12  200  —  —  —
—  —  2  000  —  2000  —  —  —  —  —O-—
24  733  48  390|  134  306  85  916  24  545  4  531  188  859
6968  3858  941  154  1f1972709  —  6  882  946  —  8012  —  7538327
ungeschwächter  Weise  ihren  Fortgang.  Große  ist  sehr  glücklich  über  seine  „Kinderkirche“,  die  er  am

Scharen  konnten  in  die  Gemeinde  aufgenommen
werden,  viele  Leute  blieben  noch  im  Taufunterricht
zurück.  Eine  größere  Zahl  von  Filialen  wurde  neu
angelegt;  mehrere  Bitten  um  Lehrer  konnten  aus
Mangel  an  solchen  noch  nicht  erfüllt  werden.

Im  Anschluß  an  die  Mittheilungen  über  die

Entwickelung  des  Missionswerkes  der  „Rheinischen

die  im  Kolonialblatt  vom  1.  Dezember  gebracht
wurden,  mag  folgende  Schilderung,  die  aus  dem
Dezemberheft  der  Berichte  der  Rheinischen  Gesellschaft
stammt,  hier  Platz  finden:

Der  Laienbruder  Diehl  III.  schreibt  sehr  erfreut
über  das,  was  er  in  Windhoek  habe  thun  dürfen.

Sonntag  halten  dürfe.

Gegenwärtig  weillt  er  für
drei  Monate  in  Hoachanas,  um  Miss.  Judt  beim

Kirchenbau  zu  helfen.  —  Der  zweite  Laienbruder

Detering  ist  am  26.  August  auf  seinem  Posten  Gaub
eingetroffen.  Er  hat  gute  Hoffnungen  zur  wirthschaftlichen
  Entwickelung  des  von  der  Mission  erworbenen
  Platzes  und  ist  schon  flott  an  der  Arbeit.

Es  werden  Gräben  angelegt,  Ländereien  bestellt,
Missionsgesellschaft“"  in  Deutsch-Südwestafrika,

Der  Anbau  am  Wohnhaus  und  der  sehr  nöthige

Erweiterungsbau  am  Schulhaus  sei  im  Rohbau
fertig.  Die  Eingeborenen  hätten  wacker  mitgeholfen.

Auch  an  der  Missionsarbeit  betheiligt  er  sich.  Er

Pflanzungen  gemacht  2c.  Auch  einige  Gänse  und
Hühner,  die  er  mitgebracht,  scheinen  sich  gut  in  ihrer
neuen  Heimath  zu  akklimatisiren.  —  Miss.  Baumann
  I.  in  Okombahe  hat  sich,  wie  zu  erwarten
war,  sehr  schnell  wieder  in  die  Namasprache  hineingefunden,
  die  er  als  Kind  gesprochen  hat.  Früher,
als  er  dachte,  hat  er  seine  erste  Predigt  in  Nama
halten  müssen.  Zwei  Stunden  vor  Beginn  des
Gottesdienstes  wurde  ihm  mitgetheilt,  daß  sein  Dolmetscher
  krank  sei;  ein  anderer  war  nicht  zu  haben.
Es  blieb  ihm  nichts  Anderes  übrig,  als  schnell  noch
        <pb n="966" />
        —  914  —

eine  Ansprache  in  Nama  auszuarbeiten;  er  bestieg
die  Kanzel  —  und  es  ging!

Eine  schöne  Feier  beging  am  Sonntag,  dem
23.  Juni,  die  Gemeinde  zu  Ho,  einer  Station  der
norddeutschen  Evhemission  (Togoland):  es  wurden
an  diesem  Tage  zwei  eingeborene  Gehülfen,  Adolf
Lawoe  und  Samuel  Newell,  zu  Pastoren  ordinirt.
Ordinirte  eingeborene  Pastoren  sind  allenthalben  für
die  gesunde  Entwickelung  der  Missionsarbeit  unter
einem  Volke  von  der  größten  Wichtigkeit.  In  dem
Epyhelande  ist  es  doppelt  wünschenswerth,  wenn  dem
Europäer  solche  erprobten  Hülfskräste  zur  Seite
treten.  Die  Erhemission  hat  bisher  erst  einem  Eingeborenen
  die  Ordination  ertheilen  können;  es  ist  dies
Rud.  Mallet,  der  in  seinem  nun  schon  fast  20  jährigen
Pfarramt  Vielen  zum  Segen  geworden  ist.

 

Das  „Evangelisch-lutherische  Missionsblatt“  bringt
in  seinem  letzten  Hefte  einen  Bericht  des  Missionars
Raum  von  der  Station  Moschi,  dem  wir  Folgendes
entnehmen:

Der  Tag,  nach  dem  schon  lange  alle  Bewohner
der  Station  und  ihre  Freunde  in  den  Schamben  sich
gesehnt  hatten,  war  endlich  da.  Am  Sonntag,  den
30.  Juni,  wollten  wir  in  unsere  neue  Steinkapelle
einziehen  und  den  ersten  Gottesdienst  in  ihr  halten.
Zwar  war  noch  nicht  Alles  an  ihr  und  in  ihr  fix
und  fertig.  Der  Thurmaufsatz  war  noch  auf  zwei
Seiten  mit  Brettern  zu  verschalen,  außen  fehlten  die
Thüren  und  innen  noch  etliche  Bänke.  Tausstein
und  Altar  waren  jedoch  vollendet,  von  prachtvollem
rothen  Holz,  das  von  weit  oben  aus  dem  Urwald
stammt;  Br.  Fickert  hatte  diese  Arbeit  mit  seinen
schwarzen  Gehülfen  noch  im  Laufe  der  letzten  Woche
mit  Aufbietung  aller  Kräfte  geleistet.  Die  Platzfrage
in  dem  bisherigen,  mit  Lehmwänden  umgebenen  und
mit  Bananenblättern  gedeckten  Raum  war  immer
brennender  geworden.  Obwohl  die  Leute  darin  ganz
dicht  nebeneinander  saßen  und  den  in  der  Mitte
zwischen  den  Bänken  hindurchführenden  Gang  ebenfalls
  dicht  besetzt  hatten,  mußten  doch  in  der  letzten
Zeit  immer  wieder  einige  vor  der  Thür  aus  Mangel
an  Platz  umkehren.  Wir  selbst  saßen  mit  Harmonium,
Predigtpult  und  Altar  immer  förmlich  eingekeilt.
Der  oft  unbequeme  Sitz  hinderte  Manchen,  so  aufmerksam
  zu  sein,  als  er  sonst  vielleicht  gewesen  wäre.
So  wird  man  es  begreifen,  wenn  wir  in  dem  Gedanken,
  daß  nichts  Wesentliches  mehr  zur  Einweihung
sehle,  auf  Thüren,  etliche  Bänke  und  ein  neues
Predigtpult  einstweilen  verzichteten.  Das  Besondere
war  das  Fehlen  der  Thüren,  das  durch  das  Ausbleiben
  der  Thürbänder  und  Angeln  verursacht,  doch
jetzt,  wo  die  kalte  Zeit  zu  Ende  ging,  ganz  gut  zu
ertragen  war.  Das  Innere  war  mit  Palmblättern,
der  Altar  mit  Blumen  schön  geschmückt,  und  lange
Reihen  von  einfachen,  aber  würdigen  Bänken  standen
einladend  zum  Sitzen  und  Hören  da.  Die  Feier
selbst,  an  der  alle  Liebhaber  des  Wortes  Gottes  hier

 

mit  großer  Freude  und  in  festlicher  Stimmung  theilnahmen,
  begann  am  Sonntag  Vormittag  10  Uhr.
Die  Weihepredigt  hatte  zur  Grundlage  den  mahnenden
  und  warnenden  Ruf  des  Propheten:  „O  Land,
Land,  Land,  höre  des  Herrn  Wort!“  der  gerade  so,
wie  er  lautete,  sich  schön  in  die  Sprache  einkleiden
ließ,  in  der  er  hier  erschallen  sollte.  Im  Uebrigen
verlief  die  Feier  in  der  von  der  Bayerischen  Agende
vorgeschriebenen  Form.  Es  nahmen  an  ihr,  wie
Br.  Fickert  zählte,  825  Eingeborene  theil.  Die
Zahl  der  Kirchgänger  hat  sich  auch  bisher  ungefähr
auf  dieser  Höhe  gehalten.  So  dürfte  das  Kirchlein,
das  etwa  500  Sitzplätze  enthält,  ja  nicht  lleiner
sein,  als  es  ist.  Denn  wir  hoffen  doch  auf  einen
Zuwachs  unserer  Kirchgänger.  Das  Ende  des
vorigen  und  der  Anfang  dieses  Monats  brachte  mir
eine  ganze  Reihe  Taufanmeldungen,  die  mir  alle
große  Freude  machten,  die  ich  aber  nicht  alle  annehmen
  konnte.

Aus  der  St.  Benediktusmission  in  Deutsch-Ostafrika
  berichtet  ein  in  der  Zeitschrift  „Kreuz
und  Schwert“  abgedruckter  Brief  des  apostolischen
Präfekten  über  die  Verhältnisse  im  Innern.  Es
heißt  darin  u.  A.:

Am  6.  Mai  reiste  ich  von  Dar-es-Saläm  ab.
Wir  standen  zwar  den  Monaten  nach  noch  mitten
in  der  Regenzeit,  aber  ich  hoffte,  der  meiste  Regen
wäre  vorbei.  Aber  schon  am  zweiten  Reisetage  sollte
ich  mich  überzeugen,  wie  sehr  ich  mich  getäuscht
hatte.  Es  goß  während  des  ganzen  Tages  in
Strömen,  und  es  war  keine  leichte  Arbeit,  sich  über
die  steilen  Abhänge  der  Puguberge  hinweg  zu  arbeiten,
die  mit  ihrem  aufgeweichten  Lehmboden  den  Maorsch
sehr  erschwerten.  Als  ich  während  der  folgenden
17  Reisetage  alltäglich  große  Strecken  weit  durch
tiefen  Schlamm  waten  oder  weite  Ueberschwemmungsgebiete
  passiren  mußte,  da  wünschte  ich  oftmals  jene
an  meine  Stelle,  die  nicht  müde  werden,  begeisterte
A0rtikel  zu  schreiben,  wie  vortheilhaft  für  die  Kolome
und  wie  rentabel  für  Unternehmer  es  wäre,  dos
Trägerwesen  durch  Wagenverkehr  zu  ersetzen.  In
Ostafrika  eine  stets  fahrbare  Straße  herzustellen,  wird
mindestens  halb  so  viel  kosten  wie  ein  Bahnbau.
Dem  allerdings  für  die  sittliche  und  kulturelle  Entwickelung
  der  Kolonie  höchst  nachtheiligen  Trägerwesen
  zu  steuern,  dafür  giebt  es  nur  ein  Mittel,
nämlich  die  Eisenbahn.  Je  mehr  man  die  Kolome
in  ihren  inneren  Gebieten  kennen  lernt,  desto  lebhafter
  muß  man  bedauern,  daß  die  Eisenbahn  immer
wieder  und  wieder  abgeschlagen  wird.  Hier  und
ganz  besonders  auf  den  Innerstationen  hört  man
kaum  noch  etwas  Anderes  als  Klagen  über  Verweigerung
  der  Eisenbahn.  Besonders  Bezirkschefs,  welche
mit  Interesse  und  Geschick  ihren  Bezirk  zu  heben
suchen,  sind  trostlos,  daß  durch  mangelnde  Verkehismittel
  ihnen  die  Hände  gebunden  sind.  Ich  passirte
Gegenden,  welche  zu  den  schönsten  und  reichsten  der
Kolonie  gehören,  und  die  dortigen  Leute  konnten
        <pb n="967" />
        915

nicht  einmal  die  Haussteuer  bezahlen,  weil  die  in)  wechselnd  gebetet  und  gesungen.  Die  Kinder  lernen

Fülle  vorhandenen  Landesprodukte  aus  Mangel  an
Verkehrsmitteln  werthlos  waren.  Ich  glaube,  daß
man  zu  Hause  die  Kolonie  und  die  voraussichtliche
Rentabilität  der  Bahn  zu  ungünstig  beurtheilt.  Die
vermehrte  Steuerkraft  der  Bevölkerung  und  die  infolge
  der  leichteren  Transportverhältnisse  billigere
Verwaltung  der  Innenbezirke  würde  doch  schon  einen
beachtenswerthen  Beitrag  zur  Verzinsung  des  Kapitals
bilden.  —  Ein  10tägiger  Marsch  führte  mich  nach
Ukami,  dem  Thätigkeitsfeld  der  Mission  Mrogoro.
Ich  hatte  diese  Gegend  zum  letzten  Mal  im  Jahre
1898  passirt.  Damals  herrschten  gleichzeitig  Hungersnoth
  und  Pocken.  Wie  ganz  anders  war  der  Eindruck,
  den  diesmal  das  Land  machte!  Ueberall  am
Wege  sah  ich  Gruppen  von  Leuten,  die  zu  Spottpreisen
  ihre  Ackerbauerträgnisse  anboten.  Man  erzählte
  mir,  daß  der  Reis  bis  an  die  Küste,  d.  h.
10  Tage  weit  auf  den  Markt  getragen  werde.  Beinahe
  jede  Anhöhe  krönt  ein  Dörschen,  überall  hörte
man  die  Trommel  zum  Tanze  rufen  und  vernahm
man  Gesang  und  Jubel  der  über  ihre  reiche  Ernte
glücklichen  Leute.  Weiter  oben  im  Gebirge  gedeiht
vorzüglicher  Kaffee,  ausgedehnte  Glimmerselder  sind
bereits  in  lohnenden  Abbau  genommen  —  aus  diesem
Lande  könnte  etwas  werden,  wenn  bessere  Verkehrsverhältnisse
  beständen.  Bekanntlich  soll  ja  Ukami
der  nächste  Endpunkt  der  projektirten  Bahn  werden.

In  derselben  Zeitschrift  wird  aus  Lome  (Togo)
über  die  Entwickelung  der  dortigen  Schule  geschrieben:


Es  scheint,  als  wenn  sich  auch  in  den  Mädchen
hier  immer  mehr  etwas  Lernbegierde  regt,  denn  die
Zahl  der  Schülerinnen  ist  im  Wachsen  begriffen.
In  der  Liste  sind  die  Namen  von  90  Kindern  verzeichnet.
  Da  aber  hier  kein  Schulzwang  herrscht
und  außerdem  hier  in  Lome  täglich  Markt  abgehalten
wird,  so  kann  von  vollständig  regelmäßigem  Schulbesuch
  keine  Rede  sein.  Ungefähr  50  bis  60  Kinder
kommen  täglich.  Man  kann  eine  afrikanische  Schule
nicht  mit  einer  europäischen  vergleichen.  Hier  sitzt
eben  Alles  kunterbunt  durcheinander.  Da  Alle  laut
lernen,  so  herrscht  immer  ein  munteres  Leben.  Aus
einer  Ecke  erschallt  das  A-b-c,  in  einer  anderen  Ecke
wind  lautirt,  und  zuletzt  kommen  auch  die  an  die
Reihe,  welche  schon  kurze  Säßchen  lesen.  Auch
Rechnen  und  Schreiben  lernen  die  Kleinen.  Bei
Ersterem  leistet  uns  die  im  vergangenen  Jahre  aus
Europa  erhaltene  Rechenmaschine  gute  Dienste.  Jeden
Tag  von  11  bis  12  Uhr  ist  Religionsunterricht,
bezw.  für  die  Kleinen  Lernen  der  Gebete.  Gesang
ist  auch  nicht  zu  vergessen,  denn  die  kleinen  Schwarzen
möchten  gerne  den  ganzen  Tag  singen.  Singt  man
ein  Liedchen  zwei=  bis  dreimal  vor,  so  sitzt  die
Melodie  schon  sest,  aber  die  Worte?  .  Nun,  da  muß
man  schon  etwas  mehr  Geduld  haben.  Am  Nachmittag
  von  2  bis  4  Uhr  ist  Handarbeit  für  die
größeren  Mädchen,  wahrend  derselben  wird  auch  ab- 



zuerst  nähen  und  erst  später,  wenn  sie  in  die  große
Schule  kommen,  auch  feinere  Handarbeit.

Die  Schwierigkeit  von  Kirchenbauten  im  Innern
Ostafrikas  schildert  Bruder  Adrian  von  den  Weißen
Vätern  in  einem  im  letzten  Heft  von  „Kreuz  und
Schwert“  abgedruckten  Briefe  von  der  Insel  Ukerewe
(Süd-Nyansa):

Vorige  Woche  endlich  war  unsere  Kirche  fertiggestellt.
  Es  ist  fast  unglaublich,  wie  viel  Mühe  wir
hier  anwenden  müssen,  wenn  wir  etwas  schaffen
wollen,  das  ein  wenig  dauerhaft  sein  soll.  Desto
froher  waren  wir  aber  auch  bei  Beendigung  der
Arbeit,  denn  jetzt  haben  wir  ja  eine  Kirche,  die  nicht
weniger  als  55  m  lang  und  17  m  breit  ist,  ganz
aufgeführt  aus  gebrannten  Ziegelsteinen,  gemauert
mit  wirklichem  Kalk  und  gedeckt  mit  rothen  Dachziegeln,
  so  daß  das  Ganze  für  die  hiesige  Gegend
ein  ungemein  stattliches  und  solides  Gebäude  abgiebt.
Alle  Hände,  sowohl  die  der  Patres,  wie  die  meinigen
  und  diejenigen  unserer  schwarzen  Gehülfen
waren  ersorderlich,  um  die  Niesenaufgabe  lösen  zu
können.  Nun  ist  dies  so  schlimm  nicht  für  schwielige
Hände,  wie  ich  ein  Paar  besitze,  aber  öfters  haben
mich  die  Hände  der  Patres  wirklich  gedauert,  da
sie  selbstverständlich  für  Maurerarbeit  gar  zu  weich
sind.  In  Bukumbi  half  ich  voriges  Jahr  gleichfalls
am  Bau  der  neuen  Kirche,  aber  das  ist  nur  eine
arme  Scheune  im  Vergleich  zur  hiesigen  Steinkirche.
Dennoch  hatten  wir  damals  noch  viel  mehr  Mühe
mit  dem  Herbeischaffen  des  erforderlichen  Holzes,  da
wir  dasselbe  viel  weiter  herholen  mußten.  Zu
unserem  Kirchenbau  auf  Ukerewe  brauchten  wir  im
Ganzen  etwa  300  Baumstämme.  Besonders  diejenigen
  Stämme,  die  zu  Säulen  dienen  sollten,
mußten  lang  und  dick  sein.  Meistens  mußten  solche
weit  aus  dem  Walde  her  nach  dem  Nyansagestade
getragen  werden;  für  den  Transport  eines  jeden
Stammes  waren  20  bis  30  Neger  erforderlich,  und
einigemale  genügten  diese  noch  nicht.  Mit  Seilen
werden  an  einem  solchen  wuchtigen  Stamm  QOuerstangen
  befestigt,  jeder  Arbeiter  schiebt  seine  Schulter
unter  eine  Querstange,  dann  richten  sich  alle  zugleich
empor  und  rutschen  mit  ihrer  Last  durch  die  zwischen
den  Bäumen  des  Waldes  bestehenden  Lücken  hindurch,
  bald  geht's  bergan,  bald  bergab,  bald  steht
man  still,  um  sich  ein  wenig  auszuruhen,  bald  trabt
man  wieder  weiter,  bis  endlich  das  Wasser  erreicht
ist  und  das  Schiff  den  weneren  Traneport  übernmimmt.
  —  Vor  14  Tagen  feierten  wir  in  der
Mission  ein  herrliches  Fest:  75  Erwachsene  wurden
mit  großer  Feierlichkeit  durch  die  Taufe  in  den
Schoß  der  Kirche  ausgenommen.  Wie  über  alle
Maßen  glücklich  waren  diese  Leute,  die  sich  nun  belohnt
  sahen  für  alle  Mühen  und  Auedauer,  da  sie
nun  nicht  nur  in  die  Gemeinschaft  der  Gläubigen
zugelassen  wurden,  sondern  noch  am  selben  Tage
zum  ersten  Male  ihres  Lebens  ihren  göttlichen  Herrn

5
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        und  Meister  empfangen  durften.  Auch  für  die
Missionare  sind  solche  Momente  Augenblicke  überschwänglicher
  Freude,  denn  die  Wonne,  auch  etwas
zum  so  großen  Glücke  Anderer  beigetragen  zu  haben,
läßt  sich  mit  keiner  anderen  vergleichen.

RKus  fremden  RHolonien  und
Produktionsgebieten.

Ueber  Maßregeln  der  portugiesischen  Regierung  zur
wirthschaftlichen  bHebung  ron  Angola  und  Mozambique

hat  die  Kaiserliche  Gesandtschaft  in  Lissabon  einen
Bericht  erstattet,  dem  wir  Folgendes  entnehmen:
Die  seit  einiger  Zeit  bestehende  wirthschaftliche
Krisis  in  Angola,  mit  der  man  sich  hier  immer  aufs
Neue  beschäftigt,  hat  die  portugiesische  Regierung
veranlaßt,  drei  Dekrete  zu  erlassen,  durch  welche  sie

eine  Besserung  der  Lage  zu  erreichen  hofft.  Ein
sehr  umfangreicher  und  sorgfältig  ausgearbeiteter

Motivenbericht  geht  den  im  „Diario  do  Governo“
veröffentlichten  Dekreten  voran.  Folgendes  ist  daraus
hervorzuheben:

Die  Regierung  ist  der  Ansicht,  daß  die  Nothlage
Angolas  eine  vorübergehende  sei,  eine  jener  periodischen
  Krisen,  wie  sie  gerade  in  Afrika  häufig  vorkommen.
  Die  Hauptursache  erblickt  die  Regierung
in  der  plötzlichen  Abnahme  der  Kautschukzufuhr  aus
dem  Innern.  Diesen  Rückgang  erklärt  die  Regierung
auf  folgende  Weise:  Der  Preis  des  Kilogramms
Kautschuk  in  Lissabon  stieg  von  1895  bis  1898  von
1230  auf  2200  Réis,  sank  aber  1899  und  1900
auf  1890  bezw.  1892  Réis.  Der  hohe  Preis
führte  dazu,  daß  die  Eingeborenen  große  Mengen
aus  dem  Innern  brachten  und  dementsprechend  für
portugiesische  Waaren  besonders  kaufkräftig  waren.
Dadurch  waren  sie  auf  längere  Zeit  mit  dem
Nöthigen  versehen,  und  als  die  Preise  sanken,  zeigten
sie  wenig  Lust,  Kautschuk  nach  der  Küste  zu  bringen,
sondern  warteten  bessere  Zeiten  ab.  Aus  den  jüngsten
Nachrichten  über  das  Eimtreffen  größerer  Kautschuksendungen
  aus  dem  Innern  und  aus  der  Zunahme
der  Zolleinnahmen  im  laufenden  Jahre,  die  auch
eine  Handelszunahme  erkennen  lassen,  zieht  die  Regierung
  den  Schluß,  daß  es  sich  um  eine  vorübergehende
  Erscheinung  gehandelt  habe,  die  von  selbst
wieder  im  Schwinden  begriffen  sei.  Trotzdem  hält
die  Regierung  es  für  erwünscht,  die  wirthschafstliche
Entwickelung  Angolas  durch  gesetzgeberische  Akte  zu
fördern,  und  hat  deshalb  die  Eingangs  erwähnten
drei  Dekrete  erlassen.

Das  eiste  Dekret  bezweckt,  die  Erzeugung  von
Baumwolle  und  deren  erste  Verarbeitung  in  Angola
zu  fördern,  und  zwar  namentlich  durch  entsprechende
Zoll=  und  Steuermaßregeln.  Das  zweite  Dekret
sucht  gleicfalls  durch  solche  Maßregeln,  namentlich
durch  Rückerstattung  der  Produktionssteuer  bei  der
Ausfuhr  von  Alkohol  und  Branntwein,  die  Erzeu-916



 

gung  dieser  Produkte  zu  begünstigen.  Das  dritte
Dekret  endlich  bezweckt,  die  Gewinnung  von  Zucker
aus  Zuckerrohr  zu  fördern,  und  gewährt  solchem
Zucker  verschiedene  Vergünstigungen  bei  der  Ausfuhr
und  dem  Verbrauch  im  Lande  selbst.  Die  beiden
letzteren  Dekrete  beziehen  sich  auch  auf  Mozambigque.

Ueber  den  schiffsverkehr  Lansidars.

Von  den  drei  neuen  Schifffahrtslinien,  welche
für  den  Verkehr  mit  Sansibar  eingerichtet  werden
sollten,  hat  nur  die  British  India  Steam  &amp;amp;  Navigation
  Co.  die  Verbindung  zwischen  Delagoabay  und
Sansibar  aufgenommen.  Im  Anschluß  an  diese
Neueinrichtung  soll  die  alte  Linie  der  British  Cast
India  Steam  and  Navigation  Co.,  die  von  Aden
nach  Sansibar  lief,  nunmehr  monatlich  einmal  von
Bombay  über  Sansibar  und  Mombassa  nach  Aden
und  in  umgekehrter  Richtung  laufen.  Diese  Linie,
die  in  Sansibar  Anschluß  an  die  Linie  Delagoabay—
  Sansibar  findet,  wird  somit  eine  regelmäßige
englische  Dampferverbindung  zwischen  Bombay  und
Delagoabay  schaffen.  ½%

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Sansibar.

—

Der  Obstbau  in  der  Rapkolonie.

In  den  letzten  zehn  Jahren  sind  in  der  Kopkolonie
  mit  dem  Obstbau  große  Fortschrikte  gemacht
worden.  Noch  vor  15  Jahren  war  die  Obstllultur
ziemlich  unbedeutend.  Die  Verhältnisse  lagen  indessen
  damals  für  die  Einführung  des  Oostbaues
günstig.  Der  Bau  von  Eisenbahnen,  das  Entstehen
von  größeren  Märkten,  der  Ausbruch  der  Reblauskrankheit
  und  ihre  Verbreitung  in  den  Weinbergen
des  Westens  begünstigten  den  vor  ungefähr  zehn
Jahren  gemachten  Anfang.  Das  Interesse  für  den
Obstbau  wurde  so  groß,  daß  man  glaubte,  letzterer
würde  den  Weinbau  verdrängen.  Es  wurden  große
Obstgärten,  besonders  im  Westen,  in  den  Bezirken
von  Stellenbosch,  Paarl  und  Worcester,  welche  durch
klimatische  und  Verkehrsverhältnisse  besonders  geeignet
  waren,  angelegt.  Aus  der  folgenden  Uebersicht
  ist  der  Bestand  an  Obstbäumen  in  den  Jahren
1894  bis  1898  ersichtlich:

1894  1896  1898

Stuck  Stuck  Stuck
Pfirsichbäume.  1  278  552  1  377  472  1  394  068
Aprikosenbäume  200  425  253  175  274  233
Apfelbäume  297  121  383  641  356  027
Birnbäume  .  .  269  973  339  672  326  020
Pflaumenbäume  144  902  166  624  242  059
Feigenbäume  777  084  891  540  875834
Orangenbäume  176  501  197229  248  322
Limonenbäume.  25  519  28  468  31242

Die  Ausfuhr  von  Früchten  bewerthete  sich  in  den
Jahren  1896/97  auf  6019  S,  1897,98  auf
4100  Z,  1898/99  auf  4276  E,  1899/1900  auf
6514  &amp;amp;  und  1900/1901  auf  4951  D.
        <pb n="969" />
        Der  Obstbau  wird  in  der  Kapkolonie  wohl  keine
schnelle  Weiterentwickelung  nehmen.  Der  geringe
Umfang  der  Farmen  im  Westen,  dem  bevölkertsten
Theil  des  Landes,  auf  denen  der  Weinbau  doch  noch
von  Bedeutung  war,  —  Mißerfolge  mancher  Art  im
Obstbau,  die  Kostspieligkeit  der  Bebauung  größerer
Obstgärten,  die  Schwierigkeiten  des  Obsthandels
werden  die  Fortentwickelung  des  Obstbaues  erschweren.


(Nach  Agrienlturul  Jonrnal  of  the  Cupe  of  Good
Hope  und  nach  The  Bourd  of  Trade  Journal.)

Die  wirthschaftliche  Entwickelung  der  französischen
Rolonien.

Im  Folgenden  seien  einige  Daten  gegeben  über
die  Entwickelung  des  Handels  zwischen  Frankreich
und  seinen  Kolonien  während  der  Jahre  1895
bis  1900:

Die  Einfuhr  der  nachbenannten  Kolonien  bezifferte
  sich  dem  Werthe  nach,  wie  folgt:

1895  1900
Ins=  Davon  aus  Ins-Davon  aus
gesammt  Frankreich  gesammt  Frankreich

Werth  in  1000  Franken

Senegambien  28  268  15200  46.  805  29  093
Guinea  5  073  713  14275  4283
Elsenbeinküste  3  000  366  9081  240|1
Dahome  10542  3  408  12  756  3  622
Kongogebiet.  5  610  1  676  10  555  4803

Frankreich  ist  an  der  Gesammteinfuhr  nach  Senegambien
  mit  64  pCt.,  nach  dem  französischen  Kongogebiet
  mit  beinahe  50  pECt.,  dagegen  an  dem  Import
nach  Guinea,  nach  der  Elfenbeinküste  und  nach  Dahome
  nur  mit  25  bis  30  pCt.  betheiligt.  In  den
letztgenannten  drei  Kolonien  beschränkt  sich  der  Import
  hauptsächlich  auf  billige  Gewebe,  die  von  Großbruannien
  bezogen  werden,  und  auf  Branntwein,
der  aus  Hamburg  eingeht.  Hierbei  ist  noch  zu  erwähnen,
  daß  nach  den  miut  Großbritannien  geschlossenen
Verträgen  Frankreich  weder  in  Dahome,  noch  an  der
Eifenbeinküste  die  Erzeugnisse  französischer  Herkunft
durch  Differentialzölle  schützen  darf,  und  daß  für
Guinea  keine  Eigangszölle  bestehen.

Die  Ausfuhr  gestaltete  sich  aus  den  vorgenannten
Kolonien  in  den  Jahren  1895  und  1900  folgendermaßen:
  -
1895

1900

Werth  in  1000  Franken
Senegambien  12  436  32  932
Guinea  5  230  9780
Elfenbeinküste  3  706  8  075
Dahome  10  522  12  756
Kongogebict  4949  7  540

Von  der  Ausfuhr  Senegambiens  gingen  nach
Frankreich  im  Jahre  1900  83  pCt.,  dagegen  im
Jahre  1895  nur  75  pCt.  Bei  den  anderen  Kolonien
  ist  der  Antheil  Frankreichs  an  dem  Export
erheblich  geringer,  so  entfallen  auf  Frankreich  im
Jahre  1900  39  pCt.  bei  Dahome,  36  pCt.  bei  dem

deutung  ist  der  Darling-Murray.

 

#etwas  mehr  als  10  pCt.  bei  Guinea.

Kongogebiet,  21  pCt.  bei  der  Elfenbeinküste  und
Als  Grund
hierfür  wird  angegeben,  daß  die  großen  Märkte  für
Elfenbein,  Kautschuk  und  Mahagoniholz  in  anderen
Ländern  als  Frankreich  liegen.

Für  Madagaskar  ist  die  Einfuhr  von  6  241  521
Franken  im  Jahre  1895  auf  40  470  813  Franken
im  Jahre  1900  gestiegen.

Indochina  hat  im  Jahre  1900  Waaren  für
186  044  387  Franken  eingeführt;  hiervon  entfallen
auf  die  Einfuhr  aus  Frankreich  74  226  403  Franken.
Ausgeführt  wurden  aus  Indochina  Waaren  im
Werthe  von  155  696  385  Franken,  und  der  Werth
der  Ausfuhr  nach  französischen  Häfen  betrug
34  827  481  Franken;  diese  letzte  verhältnißmäßig
niedrige  Zahl  wird  damit  erklärt,  daß  Indochina
seinen  Ueberschuß  an  Reis  nach  China  und  den  benachbarten
  Ländern  ausführt.

Insgesammt  ist  der  Handel  der  französischen
Kolonien  von  474  Millionen  Franken  im  Jahre  1895
auf  782  Millionen  Franken  im  Jahre  1900  gestiegen.

(Nach  La  Dépeche  Coloniale.)

Die  Wasserversorgung  Australiens.

Einem  am  26.  November  d.  Is.  im  Royal
Colonial  Institute  zu  London  gehaltenem  Vortrage
des  Ingenieurs  W.  Gibbons  Cox  über  die  Wasserversorgung
  Australiens  entnehmen  wir  folgende  Mittheilungen,
  welche  für  diejenigen  von  Interesse  sein
dürften,  welche  sich  mit  den  wirthschaftlichen  Verhältnissen
  Deutsch-Südwestafrikas  beschaftigen:

Die  in  Australien  an  sich  vorhandenen  günstigen
Wirthschaftsbedingungen  werden  beeinträchtigt  durch
gelegentliche  Trockenheitsperioden.  Australien  bildet
seiner  Oberflächengestaltung  nach  ein  gewaltiges
Bassin,  dessen  Wände  die  längs  den  Küsten  hinstreichenden
  Höhenzüge  darstellen,  während  die
Bodenerhebungen  im  Innern  von  minderer  Bedentung
  sind.

Die  Wasserversorgung  Australiens  hängt  von  drei
Faktoren  ab:  dem  Regen,  den  oberirdischen  Flußadern
  und  den  unter  der  Erdoberfläche  angesammelten
Wasservorräthen.

Auf  Regen  kann  nur  während  der  Wintermonate
gerechnet  werden.  In  der  übrigen  Zeit  des  Jahres
unterliegt  der  Regenfall  derartigen  Unregelmäßigkeiten,
  daß  in  wirthschaftlicher  Beziehung  damit  kaum
gerechnet  werden  kann.

Das  einzige  Flußsystem  von  erheblicherer  Be-Sonst
  sind  nur
schwache  Wasseradern  vorhanden,  die  zeit=  und  stellenweise
  insolge  der  Hitze  und  der  aussaugenden  Kraft
des  Bodens  gänzlich  verschwinden.  Obwohl  bemerkenswerthe
  Ansätze  gemacht  sind,  um  das  Murray-System
  zur  Bewässerung  auch  entfernterer  Länderstrecken
  auszunutzen,  dürfte  doch  die  Idee  emer
Berieselung  des  ganzen  inneren  Kontinents  durch
Kanäle,  die  an  die  natürlichen  Flüsse  anzuschließen
        <pb n="970" />
        wären,  für  absehbare  Zeit  an  der  Größe  der  finanziellen
  Opfer  scheitern,  die  ein  solches  Unternehmen
erfordern  würde.

Dagegen  ist  der  unterirdisch  aufgespeicherte  Wassergehalt
  des  Bodens  ein  gewaltiger,  und  hier  eröffnet
sich  die  Möglichkeit,  ohne  unverhältnißmäßig  große
Kosten  durch  artesische  Tiefbohrungen  das  Wasserbedürfniß
  des  Landes  in  ausreichender  Weise  zu
befriedigen.

Cox  führt  zunächst  im  Allgemeinen  aus,  daß

918

in  den  unterirdischen  Reservoirs  aufgespeichert  werden,

jede  geologische  Formation,  selbst  der  Granit,  eine

gewisse  Menge  Wasser  halten  könne.
Jähigkeit  zur  Aufnahme  und  Wenuerleitung  von
Wasser  sei  aber  in  eister  Linie  die  Kalkformation
ausgezeichnet,  und  gerade  diese  sei  in  Australien  in
ganz  erheblichem  Maße  entwickelt.  Die  Kalkformation
schließe  die  „artesische“  ein,  die  aus  grobem,  porösem
Sandstein  bestehe  und  in  Australien  in  ausgedehnten

Durch  die

Schichten  von  meist  wellenförmiger  Gestalt  aufträte.

Am  reichsten  an  solchen  Lagern  sei  Queensland;  fast
zwei  Drittel  seines  gesammten  Arcals  liegen  nach  den
Ausführungen  des  Redners  über  wasserführenden

Sandsteinschichten,  die  stellenweise  eine  Stärke  von
über  700  Fuß  (1  engl.  Fuß  =  30,4  cm)  erreichen.
An  einzelnen  höher  gelegenen  Stellen  tritt  das
poröse  Gestein  zu  Tage,  und  hier  findet  die  Aufnahme
  des  Wassers  durch  Einsaugung  der  Niederschläge
  während  der  Regenzeit  statt;  das  Regenwasser
fällt  auf  die  freiliegenden  Sandsteinfelsen,  bahnt  sich
vermiltels  seiner  Schwerkraft  den  Weg  meitenweit
durch  die  Poren  des  Gesteins  in  die  inneren  und
unteren  Theile  des  Lagers  und  durchdringt  dieses
in  seiner  ganzen  enormen  Ausdehnung,  bis  die
Grenze  seiner  Aufnahmefählgkeit  erreicht  ist.  Wird
nun  an  irgend  einer,  von  dem  Einnahmcort  der
Wasser  noch  so  entfernten  Stelle,  wo  die  Sandsteinschicht
  die  Obeifläche  nicht  erreicht,  eine  Bohrung
bis  auf  diese  Schicht  hinunter  vorgenommen,  so  wird
das  Wasser  vermöge  seines  eigenen  Hochdrucks  durch
den  angelegten  Schacht  in  die  Höhe  getrieben  und
kann  unmittelbar  für  prakusche  Zwecke  nutzbar  gemacht
  werden.

Man  hat  in  Australien  derartige  Bohrungen
bereits  vielfach  vorgenommen,  in  ausgedehntestem
Maße  und  mit  dem  bedeutendsten  Erfolge  wiederum
in  Oucensland.

als  ungeheure  und  ist  der  Ansicht,  daß  sie  durch
Verdunstung  an  den  Einnahmestellen  und  durch
ozeanische  Abflüsse  keine  in  praktischer  Hinsicht  beträchtliche
  Einbuße  erleiden.  Schließlich  erörtert  Cox
die  wirthschaftlichen  Werthe,  welche  durch  eme  sachgemäße
  Benutzung  der  im  Boden  verborgenen
Wassermassen  bereits  gehoben  wurden,  die  aber  nach

seiner  Ansicht  noch  einer  enormen  Steigerung  fähig

erscheinen,  sofern  das  System  der  Bohrungen  artesischer
  Brunnen  erweitert  und  vervollkommnet  wird.
„Die  Behauptung,“  sagt  er,  „daß  der  unterirdische
Wasservorrath  Queenslands  für  das  Land  von  unendlich
  größerem  Werthe  sein  wird  als  alle  bisher
darin  entdeckten  Goldminen,  mag  Manchen  überraschen,
  der  den  Gegenstand  noch  nicht  studirt  hat,
und  doch  ist  das  eine  unzweifelhafte  Thatjache.“

Perschiedene  Mittheilungen.
Rolonial-Wirthschaftliches  Romitee.

In  der  Sitzung  des  geschaftsführenden  Ausschusses
vom  22.  November  1901  wurde  zunächst  Bericht
über  die  Arbeiten  des  Komitees  seit  7.  November
  erstattet.  Herr  R.  Schlechter  berichtet  von
Amboina  (Banda-Insel)  umerm  26.  OCktober,  daß
die  für  Neu-Gumea  bestimmten  Nutzpflanzen  sich
bis  dahin  gut  gehalten  haben.  Die  für  die  afr#ikanischen
  Kolomen  gesammelten  Guttapercha-,  Kautschuk-,
Rottangoflanzen  2c.  seien  in  Pflege  des  Direktors  des
botanischen  Gartens  zu  Singapore,  Herrn  Fox,  verblieben,
  der  den  Versand  im  Frühsahr  vornehmen
werde.  Die  für  Neu-Guinea  bestimmten  Pflanzen
würden  unter  Anderem  einen  werthvollen  Grundstock
für  den  von  der  Kaiserlichen  Regierung  in  Aussicht
genommenen  botanischen  Garten  bilden.  Bekanntlich

ist  Herr  Schlechter  auf  Wunsch  der  Kolonalabtheilung

  des  Auswarligen  Amtes  durch  das  Komitee
beauftragt,  einen  geeigneten  Platz  für  die  Anlage
eines  botanischen  Gartens  im  Neu-Guinea-Schutzgebiet
zu  bestimmen.  Nach  Deutsch  Südwestafrika,  Kamerun,
Togo  und  Samoa  wurde  versandt  Saat  von

Aascacia  arabica,  XJeacia  Catechu  und  Bambusen

Nach  amtlichen  Berechnungen  ist

dort  das  Gesammtergebniß  von  515  wasserliesfernden

Bohrungen  auf  321  653  629  Gallonen  täglich  festgestellt

  worden  (Gallone  =  4,5  Liter).  Die  Temperatur
  des  so  gewonnenen  Wassers  ist  an  einigen
Sntellen  eine  ziemlich  hohe  —  sie  erreicht  bis  196  Grad
Fahrenheit,  —  seine  chemische  Zusammensetzung  ist
verschieden,  bedingt  durch  die  verschiedenen  chemischen
Stoffe,  mit  denen  es  auf  seinem  Wege  zu  den  einzelnen
  Bohrlöchern  in  Berührung  kommt.  Die
Brauchbarkeit  für  praktische  Zwecke  ist  durchschnittlich
eine  gute,  wenn  sich  das  Wasser  auch  nicht  überall
und  ausnahmslos  zum  Genuß  für  Menschen  eignet.
Der  Vortragende  bezeichnet  die  Wassermengen,  die

aus  Indien,  Guttapercha  Tabernacmontana  aus
Nicaragua.  Nach  Berichten  der  Moliwe-Aflanzungs-Gesellschaft,
  Kamerun,  und  der  Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft,
  Deutsch-Ostafrika,  sind  die  von  der
Guttapercha=  und  Kautschuk-Expedition  nach  der  Südsce
  im  Juni  aus  Java  gesandten  Ficus  clastica-Samen
  gut  ausgegangen.  Nach  dem  Bericht  des

HKaiserlichen  Gouvernems  von  Deutsch-Südwestafrika
)A

vom  10.  September  sind  die  im  Juli  versondten
Seridenraupeneier  eingetroffen  und  an  verschiedene
Interessenten  vertheilt.

Auf  Antrag  des  Vorsitzenden  beschloß  der  geschäftsführende
  Ausschuß  des  Komitees  ferner  einstimmig:
  „Emer  außerordentlichen  Mitgliederversamm-
        <pb n="971" />
        lung  des  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitees  ist
folgender  Antrag  des  geschäftsführenden  Ausschusses
zur  Annahme  zu  empfehlen:  Der  §  1  Absatz  1
und  2  der  Satzung  des  Kolonial-Wirthschaftlichen
Komitees:  „Der  Name  des  Vereins  ist:  Kolonial=Wuthschaftliches
  Komitee,  sein  Sitz  ist  Berlin.  Vom
Tage  der  Eintragung  in  das  Veremsregister  führt
derselbe  den  Zusatz:  Emgetragener  Vereine  ist,  wie
folgt,  abzuändern:  Der  Name  des  Vereins  ist:
Kolonial-Wirthschaftliches  Komitee,  wirthschaftlicher
  Ausschuß  der  Deutschen  Kolonial-=gesellschaft,
  sein  Sitz  ist  Berlin.  Vom  Tage  der
Eintragung  in  das  Vereinsregister  führt  derselbe  den
Zusaß:  Eingetragener  Verein#  unter  der  Bedingung,
daß  die  Deutsche  Kolonialgesellichaft  dem  Kolonial-Mirthschaftlichen
  Komitee  schriftlich  bestätigt:  a)  daß
die  beabsichtigte  Namensänderung  ein  Entgegenkommen
  seitens  des  Komitees  darstellt,  daß  hierdurch
aber  die  rechtliche  Selbständigkeit  oder  die  Verfassung
des  Komitees  in  keiner  Weise  geändert,  insbesondere
nicht  etwa  der  Deutschen  Kolomalgesellschaft  das
Recht  eingeräumt  werden  soll,  in  irgend  einer  Weise
auf  die  Beschlüsse  oder  sonstigen  Maßnahmen  des
Komitees  oder  seiner  Organe  einzuwirken.  Eine
Ausnahme  von  dieser  Verembarung  bildet  lediglich
die  unter  c  getroffene  Bestimmung;  db)  daß  dem
Komitee  eine  wenn  moglich  noch  bereitwilligere
finanzielle  Unterstützung  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  und  der  Wohlfahrtslotterie  zu  Zwecken  der
deutschen  Schutzgebiete  zu  Theil  wird,  als  dieses
bisher  schon  der  Fall  war;  c)  daß  Anträge  auf
wirthschaftliche  Maßnahmen  in  den  Kolonien,  welche
bei  der  Teutschen  Kolonialgesellschaft
werden,  dem  Kolonial-Wirthschaftlichen  Komitlee  übermuttelt
  und,  falls  dieses  sich  hierzu  im  Sinne  der
Beschlüsse  der  Gesellschaft  bereit  erllärt,  zur  Ausführung
  unter  der  Veroflichtung  laufender  Berichterstattung
  überwiesen  werden;  anderenfalls  mit
Begründung  an  die  Gesellschaft  zurückzugeben  sind.“

919

eingebracht

Der  Verband  sächsischer  Lederproduzenten  Dresden,

Mitglied  des  Komitees,  bat,  der  Förderung  des
Anbaucs  und  der  Ausnußung  von  Mangroven
und  Gerbstoffakazien  in  den  Kolonien  regste
Aufmerlsomkeit  zu  schenken.  Beschluß:

Geeignete  Maßnahmen  zu  treffen  zur  Aufbringung

von  Mitteln  zwecks  Beschaffung  und  Vertheuung

größerer  Mengen  Saatgut  und  Pflanzmaterial  für
Aufforstung  und  für  Anlegung  von  Waldkuliuren,
insbesondere  von  Quebracho,  Myrobalanen,  Cutsch,
Dividivi,  Gerbakazien,  Gummiakazien,  Teakholz,
Mahagoni,  Guttapercha,  Kautschuk,  Rottan,  Kopal
und  anderen  Harzen,  in  den  af#rikanischen  und  Südseekolonien.


sollen  u.  A.  Gutachten  und  Anweisungen  über  die

einzelnen  Waldkulturen  von  Forstakademen  und  hervorragenden
  Forstleuten  eingeholt  und  bei  Verlhei-Professor


Warburg  beantragt,  die  Leitung  zu  beauftragen:

Auf  Vorschlag  des  Freiherrn  v.  Herman

Zu  dem  Antrag  Freiherr  v.  Herman,  betreffend
Transportversuche  mit  Galla-Kameelen  in
Deutsch-Ostafrika,  wurde  auf  Grund  der  Berichte
mehrerer  Sachverständigen  beschlossen:  Dem  Gouverneur
  von  Deutsch-Ostaftika  ist  ein  Kameelkorps
unter  sachverständiger  Führung  zur  Verfügung  zu
stellen  zwecks  Einführung  eines  Kameeltransports
nach  ägyptischem  Muster.  Die  Leitung  wird  beauftragt,
  die  hierzu  erforderlichen  Maßnahmen  zu  treffen.

Auf  den  Antrag  Professor  Dr.  Warburg,  betreffend
  Entsendung  des  Chemikers  und  Bananen-Experten
  Dr.  Leuschner  nach  Kamerun
und  Togo  zwecks  Feststellung  der  Rentabilitätsfrage
  gedörrter  und  zu  Mehl  verarbeiteter
  Bananen,  beschloß  das  Komitee  diese
Maßregel  und  beauttragte  die  Leitung,  die  nothwendigen
  Vorbereitungen  zu  treffen  und  insbesondere
für  die  Aufbringung  der  Mittel  Sorge  zu  tragen.

Ebenso  beschloß  das  Komitee  aus  Antrag  Graf
Eckbrecht  v.  Dürkheim,  dem  Korpestabsapotheker
Bernegau  eine  finanzielle  Beihülse  für  seine
Studienreise  und  zur  Beschaffung  großer
Mengen  Saatgut  von  Erdnun,  Kolanuß  und
Gummiakazien  für  Eingeborenen=  und  Plantagenkulturen
  und  Aufforstung  in  Togo,
Kamerun,  Deutsch-Südwestafrika  und
Deutsch-Ostafrika  zu  bewilligen  und  die  hierzu
ersorderlichen  Maßnahmen  zu  treffen.

 

–—.d

E#itbt#uy'y?  ey  'V

Titteralur.

Hermann  v.  Wissmann:  „AUnter  deutscher  Flagge
quer  durch  Afuika  von  West  nach  Ost.“  8.  Auflage.
  Mu  einem  Titelbilde,  21  Vollbildern  und
34  Textbildern  nebst  einer  Karte  von  Richard
Kiepert.  Mk.  8.—.  Hermann  Walther,  Berlin.

Dieses  klassische  Werk  deutscher  Af#ekaforschung
wird  in  der  Kolonialluteratur  immer  eine  hervorragende
  Stellung  behaupten,  die  ihm  das  fesselnde

Erzählertalent  seines  berühmten  Autors  und  der

Umstand  sichert,  daß  Wissmann  als  erster  Weißer

die  von  ihm  durchzogenen  jungfräulichen  Gebiete  und

deren  Völkerstämme  besuchte  und  selbst  von  den

Arabern  noch  undührte  Länderstrecken  durchquerte.

Er  hat  daher  die  Emgeborenen  noch  in  ihrer  vollsten

Ursprünglichkeit  beobachten  und  schildern  können.

Das  Buch  ist  durch  eine  Anzahl  hübscher  Texlbilder

bereichert.

A.  Seidel:  Grammatik  der  Japanischen  Umgangssprache
  mit  Uebungsstucken  und  Wörterverzeichnissen.

  2.  Auflage.  Mk.  2,—.  A.  Harlleben.
Wien.

Die  vorliegende  zweite  Auflage  dieses  Buches

hat  gegenüber  der  ersten  mannigsache  Verlung

  des  Saat=  und  Pflanzenmaterials  an  die  Kozwei
  Theile,  einen  theoretischen  und  einen  prakltischen.

lonien  mit  hinausgegeben  werden.

besserungen  erfahren.  Das  Buch  zerfällt  jetzt  in
        <pb n="972" />
        9

Im  letzteren  wird  der  Lernende  in  dreißig  knapp
gehaltenen  Abschnitten  in  die  heutige  japanische  Umgangssprache
  praktisch  eingeführt.  Die  jopanische
Grammatik  wird  klar  und  leicht  verständlich  entwickelt,
  an  60  Uebungsstücken  erläutert  und  ein
Schag  von  gegen  1000  der  gebräuchlichsten  Wörter
und  Phrasen  in  bequemer  Form  zum  Studium  dargeboten.
  Der  theoretische  Theil  führt  das  gesammte
Lehrgebäude  der  Sprache  in  systematischem  Aufbau  vor.

Staatsrath  Professor  Dr.  Robert:  Beiträge  zur
Kenntniß  der  Giftspinnen.  Mk.  6.  —  Ferdinand
Enke,  Stuttgart.

Der  immer  lebhaftere  Verkehr  Deutschlands  mit
Erdgegenden,  wo  gefährliche  Giftspinnen  haufig  sind,
und  die  Erwerbung  deutscher  Kolonien  in  jenen
Gegenden  haben  den  Verfasser  veranlaßt,  durch  Veröffentuchung
  seiner  seit  über  13  Jahren  betriebenen
Forschungen  die  Frage  der  Spinnenvergisuung  in
unseren  deutschen  Kolonien  einmal  in  Fluß  zu  bringen.
Nach  kurzen  zoologischen  Vorbemerkungen  und  cingehendster
  Würdigung  der  ecinschlägigen  Lit#eratur
allester  und  neuerer  Zeit  bespricht  Verfasser  die  in
Betracht  kommenden  Giftspinnen  aller  Länder  und
theilt  die  von  ihm  auf  Grund  einer  Umfrage  erhaltenen
  Berichte  über  Lathrodectesbisse  beim  Menschen
  mit.  Die  interessanten,  mit  peinlichster  Sorgfall
  ausgeführten  pharmakologischen  Versuche  über
die  Gifügkeit  der  Spinnen  kommen  zu  dem  Resultat,
daß  nicht  nur  die  als  gifug  bekannten  Spinnen,
sondern  auch  die  von  den  meisten  Forschern  als
harmlos  bezeichnete  einheimische  Rreuzspmne  eine  vom
Blute  aus  erheblich  gistig  wirkende  Erwerßsubstanz
oder  ein  mit  einer  solchen  leicht  ausfallbares  Gifstenzym
  enthält,  welches  nur  deshalb  beim  Menschen
nicht  zur  Birkung  kommt,  weil  die  Kreuzspinne  nicht
im  Stande  ist,  die  menschliche  Haut  zu  durchbeißen.

—  —  ——  —  —  -

20

 

—  Das  Buch  wird  nicht  nur  dem  biologisch  denkenden

Arzt  von  Interesse  sein,  sondern  enthält  auch  zahlreiche,

namentlich  für  den  Tropenarzt  wichtige  Himnweise.

J.  Lohmeyer:  Auf  weiter  Fahrt.  Selbsterlebnisse
zur  See  und  zu  Lande.  Mit  12  Vollbildern.
Mk.  3,80.  Dicterichsche  Verlagsbuchhandlung,
Leipzig.

Deutsche  Seeoffiziere,  Kolonialtruppenführer  und
Weltreisende  erzählen  in  dieser  von  Julius  Lohmeyer
herausgegebenen  Sammlung  von  Jagden,  Abentenern
und  sonsugen  Erlebnissen,  die  ihnen  in  sernen  Ländern
und  Mceren  begegnet  sind;  u.  A.  finden  sich  darunter
anziehende  Schulderungen  aus  Deutsch-Ostafrika  und
Samoa.  Namhafte  Autoren,  wie  H.  v.  Wissmann,
R.  v.  Werner,  J.  Wilda,  K.  Tanera,  J.  Graf
v.  Pfseil,  A.  Leue,  P.  Vindenberg  u.  A.  m.  haben
ihre  Beiträge  zu  dem  Buche  geliejert,  das  hoffentlich
dazu  beitragen  wur,  das  Interesse  des  deutschen

Auf

—

Volkes  für  die  großen  Aufgaben  des  Reiches  #4
einer  See=  und  Kolonialmacht  zu  vertiefen.

Kapitän  zur  See  a.  D.  Foß:  Marine-Kunde.  Er:
Darstellung  des  Wissenswerthen  auf  dem  Geb.
des  Seewesens.  Mit  517  Illustrationen,  K##
und  Plänen.  Mk.  10.—  Union  Deutsche  Lerlagsgesellschaft,
  Stuttgart.

Die  „Marine-Kunde“  will  dem  Nichtseem#-über
  alles  das  Belehrung  bringen,  was  den  Larin
  Marinefragen  irgend  welcher  Art  interessiren  k—
sie  will  das  Intercsse  wecken  und  das  Verfläkr:
vertiefen  für  alle  Angelegenheiten,  die  mit  den  S#-interessen
  des  Reichs  in  irgend  welcher  Bezieber
stehen.  Mit  ihrer  klaren,  gemeinverständlichen  Tstellungsweise
  und  ihrem  reichen  Inhalt  wird  ?°
diesen  weitgesteckten  Zielen  durchaus  gerecht.
behandelt  in  ihren  verschiedenen  Abschnitten  2
Schiff  und  seine  Entwickelung,  wobei  u.  A.  ur
Segel=  und  Dampfsch'ffe,  über  die  Entwickelung
Kriegsschiffes,  über  die  Panzerschiffe  der  verschiedere-Nationen,
  über  Schiffsführung  und  Manövrirener
struktive  Auskunft  ertheilt  wird,  serner  den  Seckr#-.
die  Emwickelung  und  Geschichte  der  deutschen  "ö
macht,  in  welchem  Abschnitt  auch  die  Murwirkz“:
der  Marine  bei  den  Kolonialerwerbungen  gebüger
Berücksichtigung  findet,  die  Nothwendigkeit  cra
starken  deutschen  Flotte,  die  Organisation  der  Morund
  die  Laufbahnen  in  der  deutschen  Kriegs=  ##
Handelsmarine  sowie  im  Konsular=  und  Kolodienst.
  Die  zahlreichen  Abbildungen  und  Sue
tragen  zum  Verständniß  des  Textes  wesentlich  d#
Das  vornehm  ausgestattete  Buch  wird  Allen,  deüber
  Marinefragen  näher  unterrichten  wollen,  e
willkommener  Führer  sein.

—
—
*

 

7VTFTVYYTYVWVYTVY(T777V777y  7  Y  T  ]

Titteratur-Derxeichnif.

flüchtigem  Jagdroß  in  Deutsch-Südw#
afrika.  Jagd=  und  Reisebilder  vom  „Wilden  Jaz#
Mit  zahlreichen  Tertabbildungen.  Mk.  9.—.
Paul  Parey,  Berle
Dr.  Alerander  Pflüger:  Smaragdinseln  der  Sub'et
Reiseeindrücke  und  Plaudereien.  Mu  5  Karten,  144  2
abbildungen,  5  Einschaltbildern  und  einer  Ucder#:
karte.  Mk.  10,—.  Emil  Strauß,  dem

Kapt.  H.  G.  Langen:  Die  Key=  oder  Kii=  Insedes
  O.  J.  Archwelago.  Aus  dem  Tagebuche  .
Kolonisten.  Mu  einer  Karte  und  18  Tertaddi#durs

Mk.  2,50.  Karl  Gerolds  Sohn,  Wien.

„M  ächtig  zur  See.“  Streiflichter  und  Thatsachen  2##
der  Deutschen  Flotte.  40  Uf.
Fr.  Lehmann,  Zweibrücken  i.  Pal.
Engene  Gucnin:  Ango  et  ses  pilots  dap##s  in
documents  inédits  tires  des  archives  de  Prurcde
  Portugal  et  d'Espagne.
Imprimerie  nationale.  Paris
        <pb n="973" />
        —

921

Perkehrs  -Nachrichten.
In  Mpapwa  (Deutsch-Ostafrika)  ist  eine  Reichs-Telegraphenanstalt  eröffnet  worden.

 

 

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

Die  Abkahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
—  l
Neapel  am  20.  Dez.,  3.  Jan.  J  Tanga  17  -20  Tage
(beutiche  Schisfe)  9  vms.  Dar-es-Sal.  18—21  Tg.  am  17.,  20.,  27.,  31.Dez.
(Beindst=  visfe  am  22.  Dez.,  5.  Jan.  Tanga  18  180  *  Januar
1.  D  77EEE  englische  Schiffee.  10  abds.  Dar-es-Salám  19  Tage  0#  abds.
entsch  ·  Onarit  Brindisi  am  29.  Dezember  Sansibar  20  Tage
(englische  Schise),  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
—  WErangöfische  Schiffe)  40  us.  m  10p#  abds.
Hamburg  am  10  jedes  Mts.  Lome  20  Tage  am  10.  jed.  Mts.  730  abds.
(deutiche  Schiffe)
Southampton  am  13.  jedes  Mts.  Lome  17  Tage  am  11.  jed.  Mts.  93a  abds.
(deutsche  Schisse)  %  »
(HaimbuSrg  ss)»  am  25.  jedes  Mts.  Lome  26  Tage  am  24.  jed.  Mts.720  abds.
deulsche  Schiffe  ·
2.  Togo.  gloerdam  am  29.  jedes  Mts.  Lome  22  Tage  am  27.jed.  Mts.  9##abds.
deutsche  Schiffe  .
gäzeälliiäsgpgkolwoekkx  Notterdam  #am  5.  jedes  Monats  Lome  34  Tage  am  3.  jed.  Mts.  9#  abds.
nur  auf  Verlangen  des  ibewrpcert  am  9.  Januar  Klein-Popo  33  Tage  am  7.  Januar
Absend  ers.)  (eng-lische  Schisfe)  "  10  Dems.
Marseille  am  5.  jedes  Monats  Cotonou  23  Tage  am  3.  jedes  Monats
(kranzösische  Schiffe)  120  mittags  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Bordeaux  am  15.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  am  13.  jedes  Monats
(tran  ösüche  Schifsfe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  107  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Duala  25  Tage  am  10.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts  7m  abds.
Southamwton  am  13.  jedes  Monats  Duala  22  Tage  am  11.  jed.  Mts.  9n  bds.
deutsche  Schiffe)
Hamburg'  anm  25,  jedes  Monats  Duala  36  Tage  #am  24  jed.  Mts.  vwabds.
3.  Ramerun.  (deutsche  Schiffe)  .Z
Rotterdam  am  29.  jedes  Monats  Duala  32  Tage  am  27.  jed.  Mts.  932  abs.
(deutsche  Schiffe)
Liverpool  am  18.  Dez.,  15.  Jan.  Duala  19  Tage  am  16.  De  13.  Jan.
(engluche  Schiffe)  10  ums
Hamburg  am  8.  Februar  Duala  44  Tage  am  7.  Februar
1.  (drutsche  Schiffe)  720  abends

 

4.  Deutsch-Lüdwestafrika.

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Beihanien  und  Warmbad
wöchentlich  bis  Kapstadi.
von  dort  weiter  alle  14  Tage
auf  dem  Landwege.)

 

 

 

 

Hambur  am  22.  iedes  Monats
(deutsche  Schisse)  nachts
(  Southampton  6  jeden  Sonnabend
süod.  dann  Woer-  40  s.

 

mann=  Dampf#er"

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

Lüderitzbucht  ..  Tage
SwakopmundD  Tage

am  22.  jedes  Monats
7%  abds.

jeden  Freitag  10  ums.

 

5.  Marthall-  Inseln.

 

5.  Deutsch-Ueu-Gninea.

—  —  —  —  —

7.  Rarolinen.

Jaluit  63  Tage

 

Neapel  am  6.  Febr.  90  abds.
(deutsche  Schiffe)
Brindisi  5.  Januar  100  abds.

(englische  Schiffe)

Neapel
(deutsche  Schiffe)

—  —  —  —  —  —

Neapel  am  6.  Februar  do
(deutsche  Schiffe)

am  8.  Januar

 

—  –

Herbertshöhe  42  Tage

Friedr.  Wilhelmshafen
39

Tage
Stephansort  39
Herbertehöhe  44

 

 

Yap  38  Tage

am  4.  Febr.  10  abds.

—

am  3.,  6.  Januar
10  %  abds.

 

Ponape  56  Tage

1  am  4.  Februar
108  abds.

 

8.  Marianen.

 

9.  Riantschon.

Briefsendungen  werden  auf  Yokohama  geleitet,  von  dort  weiter  8-  bis  10  mal  jährlich

 

Neapel  m  25.  Dez.,  8.  Jan.
8  Schiffe)  90  abends
Brindisi  jeden  Sonntag
(ergliscke  bezw.  100  abends

franzssische  Schikte—

 

10.  Lamoa.

 

Queenstowmn
(über  New  Vork—
San  Franrisco)

am  5.,  26.  Januar

nach  Saipan.

——  —  —  —.  —

Tsingtau  34  Tage
Tsingtau  87  Tage

Apia  25  Tage

—  —  —  —

 

am  23.  Dez.,  6.  Jan.
1035  abds.

jeden  Freitag
102  abends.

am  3.,  24.  Januar
10  ims.
        <pb n="974" />
        922

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

0113

 

 

 

 

 

 

6
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  ·  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  25.*Dez.,  9.*Jan.  Too  Southampton  am!1  5,26  vjed.M.
Marseille  am  15.  Januar
Deutsch-Ostafrika  Brindisi.  .  .  am  22.  Dezember  #  —
Marseille  ..  am  17.  Dezember  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapel  am  8.“  Januar
Deutsch-Südwestafrika  I  MarihallsIUieln...Neapel  am  26.  Januar
a)  nördl.  Theil  d.  Schutzgeb.  Southampton  am  26.jed.  Mts.  –

b)  füdl.  Theil  d.  Schutgeb.

 

Southampton  am  21.  Dez.,  4.  Jan.

 

Southampton  amlI.  *,  26.  *jed.  Mis.

 

 

 

Riautschon

"’'25.#Der.,  8.Jan.
am  22.  Dez.,  5.8  Jan.
.  am  18.  Dez.,  1.  Jon.

Neapel
Brindisi
Marseille

 

 

 

 

 

Rameren  Lissab  am  10.,  25.e  ·

merun  Piluben.  am  1  e  Rarolinen  ......  Neapel  am  26.  Januar

Samoa  .  ...  Dueenstown  am  30.  Dez.,  20.  Jon.
*  Fälligreitstage  für  die  mit  deuischen  Schiffen  einireffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-  Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
Postdampfer  Reise-  1  Letzte  Nachrichten
von  T|  nach  bis  13.  Dezember  1901

„Adolph  Woermann“  .  Hamburg  Kamerun  am  7.  Dezember  in  Duala.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Rarmnerun  am  11.  Dezember  Curhaven  passirt.
„Alime  Woermann“.  Ramerun  Hamburg  am  3.  Dezember  in  Accra.
„Anna  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  4.  Dezember  ab  Duala.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Benguela  am  24.  November  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Kamerun  Hamburg  am  1.  Dezember  in  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Hamburg  .  Mossamedes  am  4.  Dezember  in  Teneriffe.
„Ernst  Woermann“  Hamburg  Luderitzbucht  am  2.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kamerun  am  12.  Dezember  Dover  passitt.
„Hans  Woermann“  Hamburg  Lüderißbucht  am  21.  November  in  Swakopmund.
„Hedwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  9.  Dezember  in  Hamburg.
„Helene  Woermann“.  Lüderistzbacht  Hamburg  am  11.  Dezember  in  Hamburg.
„Irma  Woermann“"“  Hamburg  Whydah  am  7.  Dezember  Dover  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Massabe  am  10.  Dezember  in  Bonny.
„Kurt  Woermann“  Whydah  Oamburg  am  11.  Dezember  in  Hamburg.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Whydah  am  4.  Dezember  in  Accra.
„Lulu  Bohlen“"“  Hamburg  Sherbro  am  12  Dezember  in  Antwerpen.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Massabe  am  8.  Dezember  in  Las  Valmas.
„Melita  Bohlen“  Loanda  Hamburg  am  10.  Dezember  in  Conakry.
„Otto  Woermann“  Kamerun  Hamburg  am  27.  November  in  Lagos.
„Paul  Woermann“  .  Whydah  «  Hamburg  am  7.  Deiember  in  Accra.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Sulymah  am  6.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  Loango  Hamburg  am  13.  Dezember  Cuxhaven  passirt.

 

 

 

Schißsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Samburg—0Ostafrika).

 

 

 

 

 

 

 

Reichspostdampfer  Reise  1  Lebte  Nachrichten
von  nach  bis  13.  Dezember  1901.

„Kronprinz  Durban  Hamburg  am  11.  Dez.  von  Sansibar  abgegangen
„Konig“.  Durban  Hamburg  am  12.  Dez.  von  Swakopmund  abgeg.
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  11.  Dez.  in  Durban  eingetrosffen.
„Kaiser“.  Hamburg  Delagoabai  am  8.  Dez.  Dover  passirt.
„Admiral“  Delagoabai  Hamburg  am  11.  Dez.  von  Rotterdam  abgegangen.
„General“  ..  Durban  Hamburg  am  25.  Nov.  von  Vlissingen  abgegangen.
„Reichstag“".  Beira  Oamburg  am  12.  Dez.  in  Marseille  eingetroffen.
„Bundesrath“  .  .  Beira  Hamburg  am  10.  Dez.  von  Mozambique  abgeg.
„Gouverneur"“  Hamburg  Beira  am  11.  Dez.  in  Mombassa  eingetrossen.
„Prasident“.  Hamburg  Beira  am  9.  Dez.  Dover  passirt.
„Ranzler“  Hamburg  Delagoabai  am  11.  Dez.  in  Durban  emgetroffen.
„Kurfüurst“  Hamburg  Beira  am  11.  Dez.  von  Sucez  abgegoangen.
„Sultan“.  —  —  am  9  Dez.  von  Sanstbar  ubgegangen.
„Safari“.  —  am  9.  Dez.  von  Bombay  abgegangen.
        <pb n="975" />
        —  923  —

Fetisie  nennt  sich  das  diesjährige  Trachtenfest  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,  Abtheilung
Berlin,  das  am  16.  Januar  1902  in  der  Philharmonie  gefeiert  wird.  Fetisie  ist  das  Verbrüderungsfest
der  westafrikanischen  Neger,  bei  dem  nach  Reichung  eines  Fetischtrankes  Blutsbrüderschaft  und  gegenseitige
Treue  gelobt  wird.  In  diesem  Jahre  wird  Togo  die  Kolonialfreunde  bei  sich  aufnehmen  und  zwar
gelegentlich  eines  Volksfestes  in  Lome  zur  Jubiläumsfeier  der  Gründung  der  Großfriedrichsburg  durch
Kurbrandenburg.

 

 

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und  durch  die  ärztliche  Praxis  erwiesen,
daß  der  Bonifaciusbrunnen  von  Salzschlirf
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St.  Petersburg,  Moskau,  London.
Neu  erschienene  Preisliste  frei.

 

 

 

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reiche  Atteste.  Ca.  2  Millionen  Meter  verwandt.  Nach  China  für  Eindeckung  feststehender
und  zerlegbarer  Kriegsbaracken  150  000  m  geliefert.  Export  nach  allen  dern.  Zahlreiche
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und  Südwestafrika,  Klautschou  etc.  G#

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Soeben  erschien:  H.  v.  Müller,  Oberlt.  im  Inf.-Regt.  Nr.  75,  (u)

Unsere  Marine  in  China.

Eingehende  Darstellung  der  Thätigkeit  unserer  Marine  und  der  Seebataillone  im  ersten

chnitte  der  „China-Wirren“"  k(in  sich  abgeschlossen).

Mit  Originalberichten  von  Mitkämpfern:

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j  v.  Soden,  Oberit.  Lustig,  v.  Wolf,  Dilmers,  Oberlts.  z.  S.,  Roslik,  Mar.-Oberzahlm.  (S.  M.  S.  „Iltis“",  Dose.

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Hauptinhalt:

In  Prachteinband.  Preis  Mk.  5,

Die  Erstürmung  der  Takuforts,  das  Ringen  einer  Hand  voll  Leute  in  Peking  gegen  eine

dertfache  Uebermacht,  der  Seymour.  Zus.  die  Kämpfe  um  Tientstn.  #  Sehr  fesselnd  und  lebensvoll  geschrieben.

 

 

Das  Waarenhaus

ir  deutsche  Beamte  A.-C.

Berlin  NW.,  Bunsenstrasse  2,
Telegramm-Adresse:  „Beamtenkaufhaus“,  Berlin,

ur  den  Export  aller  Arten  von  Verbrauchs-  vie  Gebrauchs-Gegenständen  (Lebensmitteln.
Rervon.  Wein,  Bekleidung,  Wische,  Einrichtungen  u.  s.  w.)  auf  das  Beste  eingerichtet.

Den  Deutschen  im  Auslande  werden  dieselben  billigen  Preise,  Vortheile,  Vorzüge  p.  p.
ten,  welche  die  inlündischen  Mitglieder  des  Waarenhauses  (über  3  000)  geniessen.

Die  bewährten,  sich  allgemeiner  Anerkennung  erfreuenden  Einrichtungen  des  Waarene
  bürgen  für  die  denkbar  reellste  und  zuverlässigste  Ausführung  jedes  Auflrages.

Für  verschiedene  Arten  von  Verbrauchsgegenstinden,  so  u.  A.  für  Fettwasren  (2.  B.
er,  Kls#  p.  p.)  und  Fleischwaaren  (z.  B.  Wurst,  Schinken  p  p.).  bringt  das  Waarenhaus
ervirungsmethoden  zur  Anwendung,  die  sich  selbst  in  den  heissesten  Subtropischen
ern  vollkommen  bewährt  haben.  Bie  Conserven  aller  Art  entstammen  nur  den  leistungssten
  Conserven  -  Fabriken.

Das  Waarenbaus  sorgt  stetis  für  erprobt  sestüchtige  Verpackung  der  Sendungen  nuch
"geeischen  Lndern  und  ist  erbötig.  diesen  Sendungen  gegen  Erstattung  der  kleinen  Spesen
Verpackungskosten  Gegenstäinde  besizuschliessen,  welche  dem  Waanrenhause  eventuell  von
andten  und  Bekannten  der  auslindischen  Besteller  zur  Mitsendung  übergeben  werden.

Seesendungen  werden  am  besten  bei  Absendung  frankirt  (zu  Lasten  des  Bestellern),  da
die  Spesen-Rechnungen  hier  revidirt  und  somit  die  Besteller  jeder  weiteren  Controle
bdoben  verden.  Die  Auslagen  für  Frankirungen  der  p.  Sendungen  fallen  unter  die  Dnachnden
  Zahlungsbedingungen.

Aufnahmebedingungen:  10  Mark  für  eine  Kanferlaubnisskarte  auf  Lebenszeit.
Mitgliedern  erwachsen  aus  ihrer  Mitgliedschaft  keinerlei  Verpflichtungen.

Die  jährlich  erscheinenden  Preislisten,  Nachträge.  Verkebhrserleichterungen  werden  nach
ieinen  den  Mitgliedern  im  Auslande  pünktlich  und  frei  zugesandt.  (97)
Zahlungsbedingungen:  v  eines  Contos  durch  Baareinzahlung  oder  Accreauf
  ein  gutes  Bankhaus  vor  Absendung  der  bestellten  Waaren  oder.  vo  angiängig,  Verung
  der  Waaren  unter  Nachnahme.  Das  Drrektorium.

 

 

lch  liefere  Maschinen  für

Ziegeleien  (Schneckenpressen,  Dreiwalzenpressen),
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Herm.  Oskar  Otto,  3  Gegründet  1811.——  rn
Markneukirchen  i.  S.  Nr.  870.  «  spezzUjksz

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preussischer  Finanz
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XIII.  (Kgl.  Württ.)  Armeekorps

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Bestellungen  werden  im  Interess#e  Trechtzeluiger
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tung“  Nr  51900  sagt:  rich

„Das  Buch  des  Majors  v.  François  2
ist  unserer  Ansicht  nach  jedenfalls  eins  1  2  n

der  interessantesten  von  denen,  die  bis
jetzt  dem  gegenwärtigen  Krieg  ihre  1860  —  1862
in  Briefen  des

Entstehung  verdanken.“

 

 

 

 

 

 

Grafen  yritz  zu  Eulenburg
Königlich  preußischen  Gesandten,
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Geheftet  Mk.  10,—,  in  celegantem  Originalband  Mk.  11,50.

Der  „Hamburgische  Correspondent“  sagt  in  seiner  „Zeitung
für  Litteratur,  Kunst  und  Wissenschaft“,  Nr.  9  vom  6.  Mai  1900:

In  den  Briefen  seines  Oheims.  hat  der  auch  als  Schriftsteller
und  Dichter  bekannte  Botschafter  des  Deutschen  Reiches  in  Wien,  der
nunmehrige  Fürst  Philmp  zu  Eulenburg  und  Hertefeld,  einen
litterarischen  Schatz  gehoben.  Der  „alte  Fritz  Eulenburg"“..
ist  bekannt  als  eine  liebenswürdige,  geistvolle,  joviale
Persönlichkeit...  Die  Schwierigkeiten  seiner  Mission  waren  außerordentlich
  groß.  Und  daß  trot  alledem  seine  kraftvolle  Natur  nicht
unterliegt,  daß  er  bei  alledem  diese  köstlichen  Briefe  schreibt,
voll  feiner  Beobachtung,  voll  liebenswürdiger  Menschlichkeit  und
gesunden  Humors,  voll  packender  Schilderungen  und  ansprechender
Refltexionen,  das  ist  das  Ungewöhnliche  und  Reizvolle  an  dieser
Personlichkeit  und  an  dem  Buch,  das  uns  deren  getreues  Abbild  bietet.

 

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Nr.  498  vom  24.,  10.  1900  schreibt  uber
das  Buch:  „Ein  wahrer  Genuß,  nicht
nur  für  jeden  Seemann,  sondern  auch
für  jeden  Freund  des  Humors  und
treffender  Bemerkungen  ist  die  Leklüre
von  Lupkes  Seemannssprüchen.“
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stut.deutscdcsclssumwolnskcllon
Gegründet  1826.  (61)

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.,  Eeslingen.

Hoflieferanten  Sr.  M.  des  Koönlgs  von

Wurttemberg.  Lieferanten  Ihrer  Kalserl.

Hoheit  der  Herzogin  Wen,  Grossfürstin
von  Russland

 

Anteistengzurregelmässigen  ärztlichen
  Rupport-  u.  Berichterstattung
über  die  Kaiserlichen  Pebut-truppon.
Vom  1.  Oktober  1900.  Preis  1,25.
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
„Berlin  SW..
        <pb n="990" />
        —  938  —

WOERMANN-LINIE.

Regelmässige  Postdampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

—  —  —

 

Am  15.  Dezember:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Martens,

via  Antwerpen  nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberig,  Elfenbeinküste,  Accra.“
Kongo  und  Angola.

Am  22.  Dezember:  P.  D.  „Ernst  Bohlen“,  Capt.  I  versen,
nach  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  25.  Dezember:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Carstens,

via  Rotterdam  nach  Liberia,  Accra,  Lome,  Lagos,  Bonny,  Old  Calabar,  Kamerun,
und  Congo  Frangais.

Exzpeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  22.  jades  Monats.

dite  Güfer  mülssen  a#cbet  Tage  vor  dem  45ganosdattem  bis  19  Uhr  meitttags  IGrgssette  eir.

Niberes  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.  (u)  IHamburg,  Afrika-Haus,  Gr.  Relchenstr.  25/38.

Deutsche  Ost-Afrika-Linie.

Unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche.

Mittelst  erstklassiger  Reicbspostkampfer  von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anulanfend)

nach  Mombes-a,  Tanga“.  Zauzlbar“,  Dar-es-Salaam,  Külwa  Lesdl,

Mikindani,  Ibo,  Mozamhblique“,  Quelimane“',  Chind-  v.  Beira,  regelmissig
alle  14  Tage  durch  den  Suez-Kanal,  zunächst:

ab  Hamburg:  ab  Neapel:
R.  P.  D.  „Präsident",  Capt.  Zemlin  (.  beiemnber  20.  Dezember

Die  mit  einem  '  bezeichneten  Damplfer  laufen  nur  die  mit  gleichem  Zeichen  versehenen  Hälen  an  und
nehmen  dorthin  sowie  auch  nach  Chinde  Passagiere  aller  Klassen,  Ladung  indessen  nur  nach  Chinde  u.  Beira- 



 

Von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlaunfend)  nuch  Delagonbsy  und  Durban.  regelmissig  alle  14  Taxze.
abwechselnd  durch  den  Suez-Kanal  und  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung,  zunächst:

ab  Hamburg:  ab  Neapel:
E.  P.  D.  „General,  Capt.  Fiedler  1498.  Dezenber  3.  Januar  via  Suez
R.  P.  D.  „Könlg“,  Capt.  Weisskam  .  .  15.  Januar  Il.  Janvar.

Von  Hamburg  (Zwischenhäfen  anlaufend)  nach  Kapstadt,  Port  Elizabeth  und  East  London,  alle
4  Wochen,  über  die  Canarischen  Inseln.  zunächst:

ab  Hamburg:  ab  Las  Palmas:
R.  P.  D.  „Kalser“,  Capt.  Poblentz?.  .  (.  Dezember  16.  Dezember.
Die  Dampfer  haben  vorzügliche  Einrichtungen  Für  Eussagtere.
Direkter  Durchverkehr  von  Inlund-Plätzen  nuch  den  melsten  Hüfen.—.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näberes  wegen  Passage:  Näberes  wegen  Fracht  und  Passage:
Hamburg-Amerika-Linte,  Deucsche  Ost-Adfrika-Linte,
Abtheilung  Personen-Verkehr.  (20)  Afrikahaus,  Gr.  Reichenstrasse.

 

Dieser  Nummer  liegt  das  3.  Heft  des  XIV.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden

und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  bei.

Verantworulicher  Kedakleur  fur  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.

Verlag  und  Oruck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12.  Kochstrade  68—  71.
Ausagea#eben  am  17.  Dezember  1901  un  9  Uhr  vormil'tags.

Hierzu  eine  Beilage  und  das  Inhaltsverzeichniß  des  Kolonialblattes  1901.
        <pb n="991" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  XII.  Jahrgang,  Ar.  23.
Berliu-  den  1.  Dezember.  1901.

 

INlansthätigtert  in  den  weutscen  Uchuhrbieten

in  Afrika  und  der  Sübsee.

(Zusammengestellt  unter  Mitwirkung  der  einzelnen  Missionsgesellschaften.)

Evangelische  Missionen.

A.  Deutsch-Ostafrika.

1.  Evangelische  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika  (Berlin  III).  Sitz:  Berlin
(Schaperstraße  3).  Missionsinspektoren:  Pastor  Lic.
theol.  Trittelvitz  und  Pastor  Michaelis.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1886  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1887  begonnen.  Einnahmen
  1900:  104  846,76  Mk.  Organ:  „Nachrichten
  aus  der  Ostafrikanischen  Mission“.

Stationen:

a)  Dar-es-Salam.  Vorsteher  Missionar  Pastor
Böye  (und  Frau),  Missionar  Pastor  Knieß,  1  eingeborener
  Gehülse.  1  Kapelle  und  1  Schule  in  Dares-Saläm.
  Schülerzahl  13.  Getaufte  Eingeborene  15.
Taufbewerber  7.

b)  Tanga  mit  den  Außenstationen  Muensange
und  Zoari.  Vorsteher  Missionar  Pastor  Ostwald
(und  Frau),  Missionar  Pastor  Eisenberg,  1  eingeborener
  Gehülfe.  1  Kirche  in  Tanga,  1  Kapelle  in
Muensange,  1  Schule,  1  Sonntagsschule,  1  Fortbildungsschule
  in  Tanga.  Schülerzahl  28.  Getaufte
Eingeborene  47.  Taufbewerber  16.

c)  Kisserawe  (in  Usaramo)  mit  den  Außenstationen
  Gogo,  Kitonga,  Sungwi  und  Mkongore.
  Vorsteher  Miss.  Pastor  Holst  (und  Frau),
Miss.  Pastor  Liebau  (und  Frau),  Miss.  Pastor
Peters,  2  Diakonen,  8  eingeborene  Gehülfen.
1  Kirche  in  Kisserawe,
Minaki,  Gogo  und  Sungwi,  1  Mittelschule  in  Kisserawe.
  Schülerzahl  146.  Getaufte  Eingeborene  173.
Taufbewerber  40.

4)  Maneromango  in  Usaramo)  mit  der  Ausßenstation
  Mfullu.  Vorsteher  Miss.  Pastor  Gleiß  (und
Frau),  Miss.  Pastor  Wentzel,  2  Diakonen,  1  eingeborener
  Gehülfe.  1  Kapelle  und  1  Schule  in
Maneromango.  Schülerzahl  50.  Getaufte  Eingeborene
  30.  Taufbewerber  48.

*)  Vergl.  Beilage  zum  Rolonialblatt  vom  1.  November  1900.

4  Schulen  in  Kisserawe,

60)  Hohenfriedeberg  (in  Usambara)  mit  den

Außenstationen  Tewe,  Mbaramu,  Makanja  und

Muangoi.

Vorsteher  Miss.  Pastor  Johanßen  (und
Frau),  Miss.  Pastor  Wohlrab  (und  Frau),  Miss.
Pastor  Boche  (und  Frau),  1  verheiratheter  und
1  lediger  Diakon,  5  eingeborene  Gehülfen.  1  Kirche,
1  Schule  und  1  Gehülfenseminar  in  Hohenfriedeberg,
1  Kapelle  in  Mbaramu.  Schülerzahl  70.  Getaufte
Eingeborene  166.  Taufbewerber  55.

)Neubethel  (in  Usambara)  mit  der  Außenstation
  Mbalu.  Vorsteher  Miss.  Pastor  Ruccius
(und  Frau),  Miss.  Pastor  Dupré  (mit  Frau),  1  eingeborener
  Gehülfe.  Je  1  Kapelle  in  Bethel  und
Mbalu.  1  Schule  in  Bethel.  Schülerzahl  64.  Getaufte
  Eingeborene  30.  Taupfbewerber  24.

8)  Wuga  (in  Usambara)  mit  den  Außenstationen
Gale,  Ubii  und  Mbusi.  Vorsteher  Miss.  Pastor
Langheinrich  (und  Frau),  Miss.  Pastor  Döring
lund  Frau),  1  Diakon,  3  eingeborene  Gehülfen.
1  Kapelle  und  1  Schule  in  Wuga.  Schülerzahl  129.
Getaufte  Eingeborene  59.  Taufbewerber  166.

Ia)  Bumbuli  (in  Usambara).  Vorsteher  Miss.
Pastor  Röhl  (mit  Urlaub  in  der  Heimath),  Miss.
Pastor  Rösler  (und  Frau),  1  Diakon,  1  eingeborener
  Gehülfe.  Schülerzahl  53.  Getaufte  Eingeborene
  9.  Taufbewerber  18.

2.  Missionsanstalt  der  evangelischen
Brüderunität  (Brüdergemeine).  Sitz:  Berthelsdorf
  bei  Herrnhut.  Leitende  Behörde:  die  Missionsdirektion
  der  evangelischen  Brüdernnität,  Vorsitzender:
I).  C.  Buchner;  Mitglieder:  B.  Romig,  O.  Padel,
B.  La  Trobe  und  J.  Bau.

Die  Mission  der  Brüdergemeine  ist  1732  gegründet
  und  hat  ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1891
begonnen.  Einnahme  1900:  1  662  589  Mark.  Aufwendung
  für  die  afrikanischen  Stationen  64000  Mk.
Organ:  „Missionsblatt  der  Brüdergemeine“.

Stationen:

a)  Rungwe  (Bezirk  Langenburg,  Kondeland).
Vorsteher  Superintendent  Th.  Meyer  (und  Frau)

*
        <pb n="992" />
        Miss.  J.  Zickmantel  (und  Frau).  1  Kirche  und
1  Schule.  Schülerzahl  94.  Getaufte  Eingeborene  65.
Taufbewerber  9.  Handwerker  E.  Böhme.

b)  Rutenganio  (Bezirk  Langenburg).  Vorsteher
Miss.  J.  Kretschmer  (und  Frau).  1  Kirche  und
1  Tages=  und  1  Sonntagsschule.  Schülerzahl  64.
Getaufte  Eingeborene  27.  Taupbewerber  12.

c)  Ipiana  (Bezirk  Langenburg).
Miss.  Th.  Richard  (und  Fraug.
abgebrannt)  und  1  Schule.  Schülerzahl  32.
tauste  Eingeborene  4.  Taufbewerber  6.
A.  Stolz.

d)  Utengule  (Bezirk  Langenburg,  Safualand).
Vorsteher  Miss.  J.  Kootz  (und  Frau).  1  Kirche
und  1  Schule.  Schülerzahl  50.  Getaufte  Eingeborene  33.

e)  Mbozi  (Bezirk  Langenburg,  Nyikaland).
Vorsteher  Miss.  T.  Bachmann  (und  Frau),  Miss.
F.  Jansa  (und  Frau).  1  Versammlungshaus  und
1  Schule.  Schülerzahl  29.  Getaufte  Eingeborene  8.
Taufbewerber  12.

)  Isoko  (Bezirk  Langenburg,  Bundaliland).
Vorsteher  Miss.  W.  Zeeb  (und  Frau).  1  Versammlungshaus
  und  1  Schule.  Schülerzahl  60.  Getaufte
Eingeborene  4.  Taufbewerber  6.

g)  Urambo  (Kilimani,  Kilungule,  Unyamwesiland,
Bezirk  Tabora).  1896  von  der  Londoner  Missionsgesellschaft
  übernommen.  Vorsteher  Miss.  K.  Meier,
Miss.  E.  Dahl  (und  Frau).  1  Versammlungshaus
und  1  Schule.  Schülerzahl  20  bis  30.

h)  Kiwere  (Bezirk  Kilimatinde).  Station  im
Bau  begriffen.  Vorsteher  Miss.  R.  Stern.  Handwerker
  H.  Rapparlié  und  M.  Brauer.

Ge-Kaufmann



3.  Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
  Missionen  unter  den  Heiden  (Berlin
  I).  Sitz:  Berlin  (Georgenkirchstraße  69/70).
Missionsdirektor  Gensichen;  Missionsinspektoren:
Wendland,  D.  Merensky,  Sauberzweig,
Schmidt.

Die  Gesellschaft  ist  1824  gegründet  und  hat  ihre
Arbeit  im  Schutzgebiete  1891  begonnen.  Jahreseinnahme
  1900:  488  146,34  Mk.  Aufwendung  für
die  ostafrikanischen  Stationen  1900:  83  937,80  Mk.
Organ:  „Berliner  Missionsberichte“.

Stationen.

a)  Wangemannshöh  (Bezirk  Langenburg,
Kondeland).  Vorsteher  Superintendent  Nauhaus
(und  Frau).  1  Kirche.  Getaufte  Eingeborene  48.
Taufbewerber  6.  Nationalhelferseminar.

b)  Manow  (Bezirk  Langenburg,  Kondeland).
Vorsteher  Miss.  Jauer  (und  Frau).  1  Kirche  und
1  Schule.  Getaufte  Eingeborene  18.  Taufbewerber  8.

c)  Muakaleli  (Bezirk  Langenburg,  Kondeland).
Vorsteher  Miss.  Schüler  (und  Frau).  1  Kirche  und
1  Schule.  Getaufte  Eingeborene  36.  Taufbewerber  13.

d)  Ikombe  (Bezirk  Langenburg,  Kondeland).
Vorsteher  Miss.  A.  Weltzsch.  1  Kirche  und  1  Schule.
Getaufte  Eingeborene  12.  Taufbewerber  18.

1  Kirche  (kürzlich
Maaß  (und  Frau).

2

Vorsteher

1

e)  Bulongoa  (Bezirk  Langenburg,  Kingalandj.
Vorsteher  Miss.  G.  Hübner  (und  Frau).  1  Kirche.
Getaufte  Eingeborene  13.  Taufbewerber  20.

)  Tandala  (Bezirk  Langenburg,  Kingalandi.
Vorsteher  Miss.  R.  Wolff  (und  Frau).  1  Kirche.
Getaufte  Eingeborene  1.  Taufbewerber  9.

4)  Magoje  (Buanlü).  Vorsteher  Miss.  C.
Kaellner  (und  Frau).  Taufbewerber  11.

h)  Kilugala  (Heheland).  Vorsteher  Miss.  O.
Dr.  med.  F.  Schroeter.
Missionsarzt.  1  Kirche.  Taufbewerber  8.

i)  Mufindi  (Heheland).  Vorsteher  Miss.  Bunk,
Miss.  M.  Klamroth.  Getaufte  Eingeborene  3.  Toufbewerber
  1.

k)  Muhanga  (Heheland).  Vorsteher  Miss.  W.
Neuberg  (und  Frau).

1)  Mpangile  (Heheland).  Vorsteher  Miss.
P.  Gröschel  (und  Frau).

m)  Lupembe  (Heheland).  Vorsteher  Viresuperintendent
  Ch.  Schumann.  Taufbewerber  4.

n)  Ilembule  (Heheland).  Vorsteher  Miss.
M.  Priebusch  (und  Frau).  Tausbewerber  1.

Zur  Verwendung  auf  einzelnen  Stationen  die
Kolonisten  J.  Harnoß,  J.  Endemann,  J.  Bernhardt,
  R.  Berg,  Lüpke.

4.  Kollegium  der  evangelisch-lutherischen
Mission  zu  Leipzig.  Sitz:  Leipzig,  Karolinenstraße
  19.  Missionsdirektor  v.  Schwartz.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1836  und  hat  ibre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1893  begonnen.  Jahreseinnahme

  538  500  Mk.  Organ:  „Evangelisch-luthemouth

  Street  9).

risches  Missionsblatt".

Stationen.

a)  Nkarungo  (Bezirk  Kilimandjaro,  Madschame.
Vorsteher  Miss.  Müller  (und  Frau),  Miss.  Bleicken,
Missionsökonom  v.  Lany.  3  Kapellen  und  Schulen.
2  Predigtplätze.  Schülerzahl  84.  Getaufte  Eingeborene
  10.  Taufbewerber  5.

b)  Mamba  (Bezirk  Kilimandjaro).  Vorsteber
Miss.  Althaus  (und  Frau),  Miss.  Krause.  4  Kapellen
und  Schulen.  Schülerzahl  180.  4  Schul=  und  Predigtplätze
  außerhalb  in  Mwika,  Marangu,  Kondeni,  Msoe.
Getaufte  Eingeborene  21.  Taufbewerber  17.

c)  Moschi  (Bezirk  Kilimandjaro).  Vorsteber
Miss.  Raum  (und  Frau),  Miss.  Schanz.  5  Kapellen
und  Schulen,  1  Predigtplatz.  Schülerzahl  87.  Getaufte
  Eingeborene  16.  Taufbewerber  2.

4)  Schira  (Bezirk  Kilimandjaro).  Station  im
Bau  begriffen.  Vorsteher  Miss.  Jessen,  Missionsökonom
  Fickert.

e)  Schigatini  im  Paregebirge.
Miss.  Fuchs.  2  Kapellen  und  Schulen.
zahl  2.

Vorsteher
Schüler=5.

  Universities  Mission  to  Central
Africa.  Sitz:  London  (Westminster  S8W,  Dart-Gegründet
  1859  und  seit  Anfang
        <pb n="993" />
        der  70er  Jahre  im  jetzigen  deutschen  Theil  von  Ost—
afrika  thätig.  Jahreseinnahme  1900:  29344  E.
Organe:  „Annual  Report“,  „Central
ü„African  Tidings“.
Stationen.

a)  Kichelwe  (bei  Dar-es-Salam).  Vorsteher
Rev.  Denys  Seyite  (Eingeborener).  1  Kirche  und
1  Schule.  Getaufte  Eingeborene  238.  Taufbewerber  48.

3

Africa“  und

b)  Mtoni  lbei  Dar-es-Salaäm).  Vorsteher  Lehrer

Harry  Munubi  (Eingeborener).  Kirche  und  Schule.
c)  Magila  (Usambara).  11  Missionare.  Vorsteher

  Archidiakon  Woodward.  1  Kirche,  1  Schule.

Getaufte  Eingeborene  500.  Taufbewerber  225.

d)  Mkuzi  (Usambara).  Vorsteher  Rev.  Limo
(Eingeborener).  1  Kirche,  1  Schule.  Getaufte  Eingeborene
  90.  Taufbewerber  25.

e)  Misozwe  (Usambara).  Vorsteher  Rev.  Sehoza
(Eingeborener).  1  Kirche,  1  Schule.  Getaufte  Eingeborene
  126.  Taufbewerber  40.

f)  Korogwe  (Usegua).  Vorsteher  Rev.  Kisbey.
1  Kirche,  1  Schule.  Getaufte  Eingeborene  96,
Taufbewerber  61.

8)  Masasi  (Rovuma).  Vorsteher  Archidiakon
Carnon.  1  Missionar.  1  Kirche  und  1  Schule.
Getaufte  Eingeborene  1018.  Taufbewerber  465.
(Mwiti,  Chiwata,  Miwa  und  Mkowo  mit  eingerechnet.)

h)  Newala  (Rovuma).  Vorsteher  Rev.  Usufu
(Eingeborener),  Mr.  Sims.  1  Kirche  und  1  Schule.
Getaufte  Eingeborene  384.  Taufbewerber  76.

i)  Chiwata  (NRovuma).  Vorsteher
Simpson.  1  Kirche,  1  Schule.

k)  Mwiti  (Rovuma).  Vorsteher  Rev.  Machina
(Eingeborener).  1  Kirche,  1  Schule.

1!)  Miwa  (Rovuma).  Vorsteher  Charles  Manje
(Eingeborener).  1  Kirche,  1  Schule.

m)  Mkowo  (Rovuma).  Vorsteher  Tomaso  Juma
(Eingeborener)  1  Kirche,  1  Schule.

Außerdem  Schulen  in  Kwa  Mahezu,  Kwa  Mkului,
Kwa  Kifua,  Kwa  Mlingoti,  Mlembule,  Lukoka,  Umba,
Kwa  Tango,  Kwa  Sigi,  Magunga,  Kwa  Makau,
Nangalobo,  Nembita,  Nanjungo-Akumkanja,  Akundonde,
  Mjombi,  Kwa  Gale,  Kwa  Selungwa  und
Kwa  Kibai.

Anmerkung.  Die  Angaben  zu  a,  b,  1  und  m  sind
aus  dem  Jahre  1899;  neuere  liegen  nicht  vor.

Rev.

6.  Church  Missionary  Scciety.  Sitz:
London  (Salisbury  Sauare,  Fleet  Street).  Die
Gesellschaft  ist  1779  gegründet  und  hot  ihre  Thätigkeit
  im  Schutzgebiete  1876  begonnen.  Einnahme  1899
404  905  L.  Organe:  „Annunal  Report,  „The
Church  Missionary  Intelligencer".

Stationen:
Usagara-Distrikt,  Bischof  Peel  in  Frere  Town,
Mombassa,  Sekretär  Rev.  Rees  in  Berega,  Mamboya.
a)  Mpapwa.  e)  Berega.
b)  Ibwijili.  f)  Nyamgala.
c)  Moumi.  8)  Itumba.
d)  Mamboya.

Muanza-Distrikt  in  Usukuma,  Bischof  Tucker  in
Mengo,  Uganda.

h)  Nassa.

Schulen:  in  Usagara  11,  in  Nassa  8.

Europäische  Missionare  in  Usagara:  Rev.  und
Mrs.  Rees,  Rev.  Cole,  Rev.  und  Mrs.  Wood,
Mr.  Deekes,  Mr.  Briggs,  Miß  Spriggs,  Miß
Colsey,  Dr.  und  Mrs.  Baxter,  Mr.  und  Mrs.
Doulton,  Rev.  Fincher,  Frl.  Ackermann;  in
Nassa:  Rev.  Turser,  Mr.  Savile,  Mr.  Whitehouse,
  Rev.  Wright.

Getaufte  Eingeborene:  in  Usagara  203,  in
Nassa  64;  Taufbewerber:  in  Usagara  36,  in  Nassa  9.

B.  Kamernu.

1.  Evangelische  Missionsgesellschaft  in
Basel.  Missionsinspektor  Oehler  in  Basel.

Die  Gesellschaft  ist  1815  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1886  begonnen.  Jährliche
  Einnahme  insgesammt  1  296  500  Mk.;  für
Kamerun  63  500  Mk.  zZährliche  Ausgabe  für
Kamerun  239  200  Mk.  Organ:  „Der  evangelische
Heidenbote“.

Stationen:

a)  Bonaku  (Bethel,  Bezirk  Kamerun).  Vorsteher
und  Generalkassirer  Miss.  Hecklinger  (mit  Frau).
Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  Gutekunst
  (mit  Frau),  Miss.  Krayl,  Miss.  Ebding,
Schreinereivorsteher  G.  Schwarz  (mit  Frau),  Missionskaufmann
  Wilh.  Hies  (mit  Frau),  Missionskaufmann
  G.  Hoffmann,  Missionskaufmann  J.  Leimenstoll,
  Bautechniker  E.  Senften,  Fräulein  Mathilde
Ostertag,  Lehrerin  an  der  Mädchenschule.  25  eingeborene
  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Bonaku  60,  Bellstadt
  127,  Bonaduma  44,  Bonebela  121,  Bonangando
  8,  Bonangang  10,  Bonamusadi  15,  Bonankembe
  O0,  Bonetonde  36,  Logpom  10,  Bedi  18,
Ndogombe  8,  Ndogobong  14,  Ndogopasi  19,  Ya—
poma  12,  Yansoki  6,  Ngori  14,  Mbanga  12,  Bonaloka
  12,  Yasa  24,  Ndogosimbi  17,  Bonateki  22,
Ndogohem  6.

Sonstige  Einrichtungen:

2  deutsche  Schulen,

1  Meädchenschule,  1  Missionsfaktorei,  1  Schreinereiwerkstätte.


Getaufte  Eingeborene  619.  Taufbewerber  183.
b)  Bonaberi.  Vorsteher  Miss.  Göhring  (mit
Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.
Dinkelacker,  Vöhringer  &amp;amp;  Gehr  und  Missionsarzt

  Dr.  Hey  (mit  Frau),  23  eingeborene  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Bonaberi  107,
Jebale  24,  Bonamatumbe  6,  Bonendale  36,  Sodiko  12,
Bomono  36,  Mundi  m'Evase  18,  Biendende  23,
Bwanjumba  24,  Bwelelo  42,  Bosedi  1  37,  Bonabweng
  26,  Bonasama  35,  Bonamateke  27,  Bonambwase
  14,  Mbange  18,  Bojongo  14,  Mongo  49,
        <pb n="994" />
        Mbonjo  26,  Bosedi  11  23,  Yandom  8,  Yangsang  15,  h)  Victoria.  Vorsteher  Miss.  Lutz  (mit  Frau).
Yasuka  5,  Ngori  15.  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  Schköl-Sonstige
  Einrichtungen:  1  Mittelschule.  ziger  (für  Spedition  und  Bauarbeiten),  Fräulein

Getaufte  Eingeborene  544.  Taufbewerber  116.  Schauffler  (Krankenpflegerin),  4  eingeborene  Mitc)
  Bombe.  Vorsteher  Miss.  Chapuis  (mit  arbeiter.

Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  Außenstationen  und  Schüler:  Victoria  28,

Greule,  9  eingeborene  Mitarbeiter.  Bota  0,  Bonabile  19,  Bonangombe  22,  Boana  35,
Außenstationen  und  Schüler:  Bombe  22,  Dilkolo  0.  «

Mpondo  20,  Mujuka  (West)  24,  Noke  (West)  26.  Sonstige  Einrichtungen:  1  Missionsfaktorei.

Malende  18,  Bakundu  24,  Ndo  12,  Ndom  0,  Getaufte  Eingeborene  85.  Taufbewerber  37.

Dikuma  19,  Muyuka  (Ost)  0,  Yoke  (Ost)  34,  i)  Buba.  Vorsteher  und  Generalpräses  Miss.

Mukonje  10,  Mambanda  19,  Kake  16.  Schuler  (mit  Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der

Getaufte  Eingeborene  132.  Taufbewerber  79.  Station:  Miss.  Lorch  und  Miss.  Gutbrod,  7  ein-4)
  Mangamba.  Vorsteher  Miss.  Wittwer  geborene  Mitarbeiter.

(mit  Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Außenstationen  und  Schüler:  Busa  55,  Sopo  16,
Miss.  Gantenbein  (mit  Frau)  und  Miss.  Wahl,  Boteke  18.  Musa  12,  Moliko  15,  Lisoka  24,
29  eingeborene  Mitarbeiter.  Ekona  18,  Boanda  8.

Außenstationen  und  Schüler:  Mangamba  19,  Sonstige  Einrichtungen:  1  Sanatorium,  1  Seminar
Besungkang  24,  Kunang  27,  Muapong  36,  Bwa=  und  1  Knabenanstalt.
paki  26,  Bonaku  28,  Susa  25,  Bakom  ba  Susa  40,  Getaufte  Eingeborene  57.  Taufbewerber  18.
Bayong  14,  Kaki  30,  Makemba  0,  Koki  0,  Yabea  43,
Ndulu  64,  Baiseng  20,  Mpobo  23,  Nkom  12,  2.  Missionsgesellschaft  der  deutschen

Mbombo  0,  Njanga  19,  Lamba  34,  Bwene  34,  Baptisten.  Sitz  in  Berlin  (Emdenerstroße  15).
Bonjo  19,  Bonking  26,  Mutimbelembe  0,  Bonapea=  Missionsinspektor  Prediger  Mascher.

Boneko  69,  Bonambamsi  0,  Ngombe  0,  Bonama-  Die  Gesellschaft  ist  1891  gegründet  und  hat  im
kong  0,  Munjamusadi  0,  Bonabeloke  14,  Bosua  ba  gleichen  Jahre  ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  bembenge
  25,  Bonanjoa  11,  Bonanjamsi  17,  Bonan=  gonnen.  1898  wurden  ihr  die  Korporationsrechte
jeng  19,  Londo  47,  Fan  29,  Yabona  15,  Miang  51,  verliehen.  Einnahme  im  Jahre  1900  76  798,60  Ml.

Bonasomko  40  1  1  Organ:  „Blüthen  und  Früchte“  (Redakteur  Alfred
Sonstige  Einrichtungen:  1  Knabenanstalt.  Scheve).
Getaufte  Eingeborene  447.  Taufbewerber  174.  Stationen:

e)  Nyasoso.  Vorsteher  Miss.  Basedow  (mit  a)  Bonaku  (Kamerun-Bezirk).  Miss.  Sü
*:  .  -  ».  ..  «  -  .  s.  Süvern,
Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  inenonl.  Lauchstaerg  we  Dora
Walker  (mit  Frau),  1  eingeborener  Mitarbeiter.  Karls.  "
Schüler  0.  Getaufte  Eingeborene  20.  Tauf-  l)  Nyamtau  (Bassa-Bezirk).  Vakat.
ewerber  2.  Abo-Bezirk.  Miss.  Bender.
fLobethal.  Vorsteher  Miss.  Maier.  Son-  9  Bictaxich  Miss  enen
stige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  K  öngeter  e)  Erholungsstation  in  Sopo.  Vakat.
und  Miss.  Roth,  18  eingeborene  Mitarbeiter  Mit  diesen  Hauptstationen  sind  53  Nebenstationen
Außenstationen  und  Schüler  Lobethal  106,  Mongo-  verbunden  mit  50  eingeborenen  Helfern.  Mitglieder
manjon  26,  Mpombo  0,  Mulongo  1  27,  6  Mu-  2242,  Schüler  1153.  In  Bonaku  befindet  sich  eine
longo  II  21,  Eumba  8,  Bolunga  8.  Manje  14,  Gehülfenschule  und  eine  Mädchenschule.  In  Deutsch-Mulimbijeru
  28,  Boloi  8,  Bongo  28,  Ndogotunda  9,  land  werden  für  die  Gesellschaft  zwei  Knaben  und
Dipaka  (Yawi)  12,  Pongosongo  0,  Ndogombwang  9,  zwei  Mädchen  ausgebildet
Elogokam  0,  Elogoboi  9,  Yabengong  13,  Ngande  5,  «  «  «
Beondo  9,  Napite  10.  "  Bourd  of  P  ion  Missi  fethe
Sonstige  Einrichtungen:  1  Mittelschule  mit  Kna-  rebrrenrn  n  vn  Fn  ne  Uniken  Statebenanstalt.
  «’·  Szn.  56
·  ,  f  A  a.  Sitz:  w  York  (I56,  kifth
Getaufte  Eingeborene  609.  Taufbewerber  74.  rne  1.  Sitz:  New  Vork  (15
8!  Edie.  Vorsteher  Miss  Lauffer  (mit  Fraux.  Die  Gesellschaft  ist  1837  gegründet  und  hat  ihre
Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  Hässig,  Thätigkeit  in  Kamerun  1675  begonnen.  Jahresein=16
  eingeborene  Mitarbeiter.)  -.  «  nahme  (1899):  234  Mill.  Mark.  Organ:  „The
Außenstationen  und  Schüler:  Edie  15,  Okot  9,  Church  at  home  and  abroad.“
Mikamb  6,  Muankong  10,  Yabi  Sepe  9,  Yabi  Betutuk

  14,  Mangala  ma  Sepe  19,  Mangala  ma  Stationen:

Ndong  55,  Mangala  ma  Ngwe  20,  Ndokok  20,  a)  Batanga  (Bezirk  Kribi),  mit  3  Neben-Ndogodumbe

  10,  Eboka  12,  Ndongond  I  11,  Etuha  7,  stationen.  Missionare:  Rev.  Nassaou,  Rev.  Knauer

Ndogmbogmale  7,  Behjang  in  Bekok  17.  (und  Frauf,  Miß  Nassau,  Kapitän  Menkel  (und
Sonstige  Einrichtungen:  1  Mädchenanstalt.  Fraul,  Rev.  Devor,  M.  Johnston  (und  Fraus,

Getaufte  Eingeborene  102.  Mrs.  Gault,  Rev.  Itongolo  ja  Ivaina.
        <pb n="995" />
        —  56  —

b)  Efulen.  Miss.  Dr.  Johnson  (und  Frau),  auf  deutschem  Gebiet  wird  von  Anum  (Goldküste)  aus
Rev.  Johnston  (und  Frau).  durch  Miss.  Rösler  geleitet.  Nebenstationen  sind:
c)  Elat.  Miss.  Rev.  Fraser,  Rev.  Mc  Cleary,  a)  Kratschi-Gebiet.  Eingeborenen-Pfarrer
Miss.  Lippert  (und  Frau),  Rev.  Dager  (und  Frau).  Daniel  Awere.  8  Schüler.
d)  Mac  Lean  Memorial-Station  (Lolo-  b)  Boêm-Gebiet.  Eingeborenen-Miss.  Clerk
dorf).  Miss.  Lehmann  (und  Frau),  Mr.  Salveter.  in  Worawora.  Schulen  in  Worawora  (47  Schüler),
Gyeasekang  (19),  Guamang  (14),  Borada  (19),
vn  Akpafo  (30).
C.  Togo.  #  c)  Nkonja-Gebiet.  Eingeborenen=  Pfarrer
1.  Norddeutsche  Missionsgesellschaft.  Peter  Hall  in  Ntschumuru.  Schulen  in  Ntschu-Sitz:
  Bremen  (Ellhornstraße  26).  Missionsinspektor  muru  (29  Schüler),  Kpando  (44),  Amfoe  (20),
A.  W.  Schreiber.  Bume  (16),  Wakpo  (15),  Alavanyo  (35),  Botoku  (19),
Die  Gesellschaft  ist  1836  gegründet  und  hat  ihre  Wurupong  (9).  .
Thätigkeit  in  Togo  1847  begonnen.  Einnahmen  Getaufte  Eingeborene  565.  Taufbewerber  etwa  70.
1900:  153  207  Mk.  Organ:  „Monatsblatt  der  ·  »«
Norddeutschen  Missionsgesellschaft.“  3.  Wesleyan  Methodist  Missionary
Society.  Sitz:  London  (Wesleyan  Mission
House,  Bishopsgate  Street).  Missionssekretär  für
das  westafrikanische  Missionsgebiet  Rev.  Barber,
Inspektor  des  Togo-Gebiets  Rev.  Sutcliff,  Generalsuperintendent
  des  Lagos-Distrikts.
Die  Gesellschaft  ist  1811  gegründet  und  hat

 

Stationen:

a)  Lome  mit  der  Nebenstation  Tove.  Vorsteher
  Miss.  Oßwald  (mit  Frau),  Miss.  Westermann,
  drei  in  Deutschland  ausgebildete  Evheer  als
Gehülfen.  2  Schulkapellen  und  Schulen.  Schülerzahl
  134.  Getaufte  Eingeborene  160.  1850  ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiet  begonnen.

b)  Ho  bei  dem  Orte  Vhegbe  im  Stamme  Ho  Jahreseinnahme  1900:  135  475  L.  Organe:
mit  den  9  Nebenstationen  Kpengoe,  Akovievhe,  Adaklu-  „Report“,  „Work  and  workers“,  „Missionary
Abuadi,  Adaklu  -Waya,  Adaklu-Kpatove,  Sokode,  notices“.

Abritia-Kloe,  Doso-Anense,  Matse.  Vorsteher  General-=  Station:

präses  Miss.  Spieth  (mit  Frau),  Miss.  Fies,  3  in  Klein-Popo.  Vorsteher  Miss.  Rev.  G.  Kieker
Deutschland  ausgebildete  Epheer  als  Gehülfen.  Drei  (und  Frau).  2  Kirchen,  1  Knabenschule,  1  Mädchen-Missionsschwestern:
  Frau  Miss.  Knüsli,  Fräulein  schule,  1  Kinder=  und  Erziehungsheim.

Binder  und  Illg.  10  Schulkapellen  und  12  Schulen.

Schülerzahl  352.  Getaufte  Eingeborene  566.  Tauf-  Nebenstationen:

bewerber  17.  a)  Gliji,  b)  Porto  Seguro,  c)  Agbaneke,
c)  Amedzovhe  bei  dem  Orte  gleichen  Namens  d)  Agonega.  »  »

im  Stamme  Avatime  mit  den  7  Nebenstationen  Wodze,  Insgesammt  7  Kirchen,  7  Schulen,  474  Schüler.

Anfoe,  Dzokpe,  Leklebi  -Duga,  Gbedzigbe-Chochoe,  Getaufte  Eingeborene  und  Taufbewerber  1029.
Ve-Glodome,  Agome-Tomegbe.  Vorsteher  Miss.
Bürgi  (mit  Frau),  Miss.  Schosser  (mit  Frau),  D.  Deutsch-Südwestafrika.
Miss.  Schröder  (mit  Frau),  4  in  Deutschland  aus-  1.  Rheinische  Missionsgesellschaft

.  »  .  zu
gebildete  Evheer  als  Gehülfen.  6  Schulkapellen  und  Barmen.  zwinische  —  koeerhel  und
10  Schulen,  darunter  1  Mittelschule  und  Seminar.  J.  Spiecker.

Schülerzahl  211.  Getaufte  Eingeborene  358.  Tauf-  Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1828  und  hat  ihre
ewerber  58.  Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1840  begonnen.  Jährd)

  Agu,  bei  Agu-Nyogbo  gelegen,  mit  den  liche  Einnahme:  Von  der  Gesammteinnahme  von

2  Nebenstationen  Agu-Tavie  und  Agotime-Kpetoe.  674  950,40  Ml.  wurden  1900  139  395,87  Mk.  für
Vorsteher  Miss.  Diehl  (mit  Frau),  Miss  Frey-  Deutsch-Südwestafrika  ausgewendet.  Organ:  „Rheiburger.
  3  Schulkapellen  und  Schulen.  Schüler-  nische  Missionsberichtezahl
  75.  Getaufte  Eingeborene  132.  Taufbewerber  164.  S  6

Stationen:

2.  Evangelische  Missionsgesellschaft  in  n.  Namaland.  .  .
Basel.  Missionsinspektor  Oehler  in  Basel.  I.  Warmbad  mit  dem  Filial  Nabis-  Miss.

Die  Gesellschaft  ist  1815  gegründet  und  hat  ihre  Möller,  1  Schule.  Schüler  64.  Getaufte  700.
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1888  begonnen.  Jährliche  Taufbewerber  26.

 

Einnahme  insgesammt  1  296  500  Mark.  Organ:  2.  Bethanien  mit  dem  Filial  Grootfontein.

„Der  Evangelische  Heidenbote“.  Miss.  Heinrichs.  3  Schulen.  Schüler  109.  Getaufte
1238.  Taufbewerber  14.

Stationen:  3.  Keetmanshoop  mit  dem  Filial  Khoss.  Miss.

Eine  selbständige  Hauptstation  besitzt  die  Basler!  Feuchel.  1  Schule.  Schüler  154.  Getaufte  1191.
Mission  bis  jetzt  in  Togo  nicht.  Die  Missionsarbeit!  Taufbewerber  112.
        <pb n="996" />
        4.  Rietfontein.  Miss.  Pabst.  1  Schule.
Schüler  70.  Getaufte  317.  Taufbewerber  39.

5.  Berseba.  Missionar  Hegner.  1  Schule.
Schüler  101.  Getaufte  874.  Taufbewerber  7.

6.  Gibeon.  Miss.  Simon.  1  Schule.  Schü-  Hanefeld.

ler  138.  Getaufte  563.  Taufbewerber  72.

7.  Rietmond  mit  dem  Filial  Kalksontein.  Miss.
Berger  und  Miss.  Holzapfel.  1  Schule.  Schüler
  40.  Getaufte  100.  Taufbewerber  35.

8.  Gochas.  Vakat.  1  Schule.  Schüler  107.
Getaufte  317.  Taufbewerber  23.

9.  Hoachanas.  Miss.  Indt.  1  Schule.  Schüler
61.  Getaufte  462.  Taufbewerber  26.

b.  Dereroland.

10.  Rehoboth.  Miss.  Heidmann.  1  Schuele.
Schüler  38.  Getaufte  1104.  Taufbewerber  25.

11.  Walfischbai  mit  den  Filialen  Schepmannsdorf
  und  Swakopmund.
Schüler  62.  Getaufte  449.  Taufbewerber  54.

12.  Windhoek.  Miss.  Wandres.
Schüler  200.  Getaufte  265.  Taufbewerber  136.

13.  Otjimbingue  mit  dem  Filial  Karibib.  Miss.
Olpp.  2  Schulen.  Schüler  85.  Getaufte  779.
Taufbewerber  53.

6

 

Miss.  Böhm.  2  Schulen.
1  Schule.

14.  Okahandja  mit  dem  Filial  Otjizeva.  Miss.

Viehe  und  Miss.  Diehl.  3  Schulen.  Schüler  135.
Getaufte  832.  Taufbewerber  150.

15.  Otjikango  mit  dem  Filial  Otjiruze.  Miss.
Hammann.  2  Schulen.  Schüler  56.  Getaufte  230.
Taufbewerber  18.

16.  Otjosazu  mit  den  Filialen  Okatumba  und
Oviombo.  Miss.  Irle.  3  Schulen.  Schüler  159.
Getaufte  483.  Taufbewerber  76.

1  Schucle.

17.  Otjihasnena  mit  den  Filialen  Ehuarot--jiombo,

  Okatumba,  Okasaunakaromongo,  Otjituezu,
Okahna,  Omateveva  und  Omundjereke.  Miss.  Lang.

7  Schulen.  Schüler  240.  Getaufte  389.  Taufbewerber
  236.
18.  Okazeva.  Miss.  Kuhlmann.  1  Schule.

Schüler  20.  Taufbewerber  69.

19.  Okombahe  mit  dem  Filial  Eharui.  Miss.
Spellmeyer.  2  Schulen.  Schüler  232.  Getaufte
482.  Taufbewerber  95.

20.  Omaruru  mit  den  Filialen  Ameib  und
Goabeb.  Miss.  Dannert.  3  Schulen.  Schüler  177.
Getaufte  etwa  530.  Taufbewerber  110.

21.  Omburo  mit  dem  Filial  Okanatjikuma.
Miss.  Bernsmann.  2  Schulen.  Schüler  45.  Getaufte
  115.  Taufbewerber  66.

22.  Franzfontein  mit  den  Filialen  Tsumamas
Zesfontein  und  Outjo.  Miss.  Riechmann.  4  Schulen.
Schüler  120.  Getaufte  377.  Taufbewerber  36.

23.  Otjozondjupa  mit  den  Filialen  Otjenga,
Osire  und  Ehuameno.  Miss.  Eich.  4  Schulen.
Schüler  123.  Getaufte  212.  Taufbewerber  132.

24.  Gaub.  Miss.  Kremer.  1  Schule.  Schüler

45.  Getaufte  23.  Taufbewerber  13.

 

1
l
l
l
I
I

e.  Ovamboland.

25.  Ondjiva.  Miss.  Stahlhut.  1  Schule
Schüler  43.  Getaufte  22.

26.  Omupanda.  Miss.  Tönjes  und  Mf.
1  Schule.  Schüler  70.  Getaufte  110.

Insgesammt:  26  Stationen,  28  Außenstationen
oder  Filiale;  27  ordinirte  Missionare,  davon  22
verheirathet;  37  besoldete  eingeborene  Lehrer  und
Evangelisten  2c.;  51  Schulen,  2694  Schüler,  12  164
Getaufte  und  1623  Taufbewerber.

2.  Finska  Missions  Sallskapet,  Suomen
Lähetyssenra,  Helsingfors,  Finland.  Missions
inspektor  Joseph  Mustakallio.

Die  Gesellschaft  ist  1859  gegründet  und  hat  ##r#
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1870  begonnen.  Johres
einnahme  1900:  157  000  Mk.  Organe:  „Mission-Tidning
  för  Finland“,  „Suomen  Lähetystonomieund
  „Lasten  Lähetpslehti.“

Stationen:

a)  Olukonda  (Ovamboland).  Vorsteher  Mi
Martin  Rautanen,  Miss.  Axel  Glad,  Miss.  Kar
Emil  Liljeblad.  1  Kirche,  1  Schule  mit  rund  22
bis  250  Schülern.  Getaufte  Eingeborene  rund  35.
Taufbewerber  rund  50.

b)  Oniipa.  Vorsteher  Miss.  Albin  Savole.
Miss.  Joh.  Wehanen.  1  Kirche,  1  Schu
Schülerzahl  rund  200  bis  240.  Getaufte  Eingebore#e
rund  280.  Taufbewerber  rund  60.

c)  Ondangua.  Vorsteher  Miss.  Pettinen.
Miss.  Rönka,  Fräulein  Hilja  Lindberg.  1  Küct
Schüler  rund  150  bis  180.  Getauft

Eingeborene  rund  125.  Taufbewerber  rund  35.

E.  Deutsch-Neu.  Guinea.

a.  Raiser  Wilbelmsland.

1.  Rheinische  Missionsgesellschaft  jzu
Barmen.  Missionsinspektoren  Dr.  Schreiber  um
Spiecker.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1828  und  hat  idrr
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1887  begonnen.  V##
der  Gesammteinnahme  von  674  950,40  Mk.  wurder
im  Jahre  1900  für  das  Schutzgebiet  15  654,66  M
aufgewendet.  Organ:  „Rheinische  Missionsberichtel

Stationen:
a)  Bogadjim.  Miss.  Hoffmann.
Schüler  43.
b)  Bongu.  Miss.  Hanke.  1  Schule.  Schüler  21.
Jc)  Siar.  Miss.  Bergmann.  1  Schule.  Schler
  45.
d)  Graget  (Ragetta).  Miss.  Helmich.  1  Schule

1  Schule

Schüler  27.

Insgesammt:  4  Stationen,  4  Missionare,  dadon
3  verheirathet;  4  Schulen,  136  Schüler.
        <pb n="997" />
        2.  Gesellschaft  für  innere  und  äußere
Mission  im  Sinne  der  lutherischen  Kirche  mit
dem  Sitz  in  Neuen-Dettelsau.  Missionsinspektor
Deinzer.

Die  Gesellschaft,  1849  gegründet  für  innere
Mission,  hat  seit  1888  die  Bestimmung  „für  äußere
Mission“  angenommen.  Sie  ist  im  Schutzgebiete
seit  1886  thätig.  Einnahme  1899:  32  000  Mk.
Organ:  „Kirchliche  Mittheilungen  aus  und  über  Nordamerika,
  Australien  und  Neu-Guinea“  (Nördlingen).

Stationen:

a)  Simbang  (bei  Finschhafen).
K.  Vetter.  Getaufte  9.  Schüler  25.  Kapellen  5.

b)  Tami.  Vorsteher  Miss.  Hoh.  1  Kirche
(zugleich  Schule)  auf  der  Insel  Wonam.  Schülerzahl
  20.  Getaufte  2.

c)  Sattelberg  bei  Simbang,  für  die  Bewohner
des  Inlandes  (Kai).  Vorsteher  Miss.  J.  Flierl,
zugleich  Senior  der  ganzen  Mission.  Sonstige  Mitglieder:
  die  Missionare  A.  Zwanzger  und  Chr.
Keyßer.  1  Schule.  Schiler  30.

d)  Deinzerhöhe  bei  Kap  Gerhards,  für  den
Bukauastamm.  Vorsteher  Miss.  G.  Bamler.  Sonstige
  Missionare:  J.  Decker,  R.  Hansche.
zahl  15.

Vorsteher  Miss.

b.  Bismarck-Archipel.

3.  Australian  Methodist  Missionary
Society,  Sydney  (George  Street  381).  Missionsinspektor
  Rev.  G.  Brown.

Die  Gesellschaft  ist  seit  1854  ein  selbständiger
Zweig  der  Wesleyan  Missionary  Society  und  im
Bismarck-Archipel  seit  1875  thätig.  Jährliche  Einnahme:
  270  000  Mk.  Organ:  „Australian  Methodist
  Missionary  Reriew“.

Stationen:
1.  Neu-Lauenburg  und  Neu-Mecklenburg.

a)  Ulu  mit  44  Nebenplätzen.  Vorsteher  Rev.
Crump.  Neben  ihm  10  Fijianer  und  Samoaner
und  35  eingeborene  Gehülfen.  Sonntagsschulen  34.
Besucher  997.  Tagesschulen  35.  Schüler  997.
Außerdem  1  Vorbildungsanstalt  für  eingeborene  Gehülfen,
  z.  Zt.  von  45  besucht.

2.  Neu-Pommern.

b)  Raluana  mit  29  Nebenplätzen.  Vorsteher
Miss.  Fellmann  mit  eingeborenen  Gchülfen.  Sonntagsschulen
  26.  Besucher  913.  Tagesschulen  27.
Schüler  913.  Dazu  1  Bezirksschule  mit  z.  3Zt.
15  Zöglingen.

c)  Kabakada  mit  28  Nebenplätzen.  Vorsteher
Rev.  Chambers  undeingeborene  Gehülfen.  Sonntagsschulen
  18.  Besucher  468.  Tagesschulen  19.  Besucher

  468.  Viele  Eingeborene  sind  getauft  worden,
546  stehen  auf  Probe,  813  befinden  sich  in  Vorbereitung.


Eine  vierte  Hauptstation  soll  demnächst  an  der
Westküste  von  Neu-Mecklenburg  gegründet  werden.

Schüler-F.

  Marshall  -  Juseln.

Bostoner  Missionsgesellschaft  (American
Board  of  Commissioners  of  Foreign  Missions)
in  Boston,  Massachusetts,  U.  S.  A.  Von  ihr  abgezweigt
  ist  der  Board  of  the  Hawaiian  Evangelical
  Asscciation  in  Honolulu,  zu  dessen  Bezirk
die  Marshall-JInseln  gehören,  ebenso  wie  die  Karolinen,
wo  auf  der  Insel  Kusaie  (Karolinen)  der  Missionssuperintendent
  für  die  Marshall-Inseln  und  der
Vertreter  der  Missionsgesellschaft  Dr.  C.  F.  Rife  wohnt.

Die  Gesellschaft  ist  1810  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  in  den  Marshall-Inseln  1852  begonnen.
Einnahme  vom  1.  September  1899  bis  31.  August
1900:  3750  000  Mk.  Einnahme  vom  1.  September
  1900  bis  31.  August  1901:  ca.  2  900  000  Mk.

Organ:  „The  Missionary  Herald“.
Stationen:
Jaluit,  Ebon,  Namorik,  Ailinglaplap,

Namo,  Ujae,  Lae,  Kwadjeline,  Mille,  Mejuro,
Arno,  Maloelap,  Aur,  Mejit,  Watto,  Wojie.
Zur  Zeit  bestehen  auf  den  verschiedenen  Inseln
im  Ganzen  27  Schulen,  welche  von  30  Eingeborenen,
theils  Geistlichen,  theils  Lehrern,  geleitet  werden.

Auf  der  Insel  Kusaie  (Karolinen)  bestehen  zwei
Ausbildungsschulen  (training  schools),  je  eine  für
Knaben  und  Mädchen,  welche  unter  der  direkten
Leitung  des  Missionssuperintendenten  Dr.  Rife  und
zwei  Assistenten,  und  zwar  von  zwei  amerikanischen
Missionärinnen,  Fräulein  Louise  E.  Wilson  und
Fräulein  Jennie  Olin,  stehen  und  zur  Zeit  von
18  Knaben  bezw.  23  Mädchen  besucht  werden.

Die  Schülerzahl  in  den  übrigen  Schulen  beträgt
zur  Zeit  1094.  Die  Zahl  der  eingeborenen  Kirchenglieder
  beträgt  zur  Zeit  2849.

Dr.  Rife  in  Kusaie  besucht  jährlich  ein=  bis
zweimal  die  sämmtlichen  Stationen.

G.  Karolinen-Inseln.

Auf  denselben  unterhält  die  Bostoner  Missionsgesellschaft
  zwei  Hauptstationen,  eine  in  Ponape
unter  Superintendent  Thomas  Gray,  assistirt  von
drei  amerikanischen  Missionärinnen,  Frau  Zeta  Gray,
Fräulein  A.  A.  Palmer  und  Fräulein  Ida  C.  Foß,
und  eine  in  Rul  unter  Superintendent  Martin
L.  Stimson,  assistirt  von  Frau  Emily  B.  Stimson,

Fräulein  Elizabeth  Baldwin  und  Fräulein  Jane

C.  Baldwin.
Nebenstationen  von  Ponape  sind  die  zu  Pingilap,
  Mokil  und  Ngatik.

Stationen  in  Ruk  sind  die  zu  Uman,  Fifan,
Toloas,  Tol,  Fanupenges.

Außer  diesen  befinden  sich  noch  folgende  Stationen
in  den  Mortlocks:  Noma,  Losup,  Pis,  Namo—
luk,  Etal,  Motr,  Kutu,  Ta,  Satran,  Lukunor,
Oniap.

In  Ruk  bestehen  zur  Zeit  zwei  Ausbildungsschulen,
und  zwar  je  eine  für  Knaben  mit  zur  Zeit  26  Schülern
  und  für  Mädchen  mit  zur  Zeit  35  Schülerinnen.
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        Zur  Zeit  bestehen  auf  den  Inseln  im  Ganzen
26  Schulen,  welche  von  etwa  30  Eingeborenen,  theils
Geistlichen,  theils  Lehrern,  geleitet  werden,  mit  einer
Schülerzahl  von  etwa  1900.

H.  Samoa.

1.  Londoner  Missionsgesellschaft  (The
London  Missionary  Society).  Sitz:  London,
Chairman.  Rev.  W.  Bolton;  Treasurer:  Albert
Spicer.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1795  und  hat  ihre
Missionsthätigkeit  in  Samuva  1830  begonnen  (1830
in  Savaiti,  1836  in  Upolu).  Einnahme  1899:
150  000  .  Organe:  „Chronicle  of  the  London
Missionary  Society“,  monatlich,  „News  from  Afar“,
monatlich,  „Report  of  the  London  Missionary
Society“,  jährlich.

Stationen:

a)  Apia.  Vorsteher  Rev.  W.  Huckett,  37  ordinirte
  und  39  nichtordinirte  Gehülfen.  37  Kirchen.
Schülerzahl  1330.  Getaufte  Eingeborene  4848.

b)  Falealili.  Vorsteher  Rev.  J.  H.  Morley,
25  ordinirte,  29  nichtordinirte  Gehülfen.  31  Kirchen.
Schülerzahl  1136.  Getaufte  Eingeborene  4658.

c)  Malua.  Vorsteher  Rev.  J.  Marriott,
Rev.  J.  E.  Newell  und  Rev.  A.  Barradale,
8  ordinirte,  12  nichtordinirte  Gehülfen.  9  Kirchen.
Schülerzahl  453.  Getaufte  Eingeborene  1902.

d)  Leulumoega.  Vorsteher  Rev.  J.  W.  Hills,
18  ordinirte,  18  nichtordinirte  Gehülfen.  21  Kirchen.
Schülerzahl  731.  Getaufte  Eingeborene  2826.

e)  Safotula  fai.  Vorsteher  Rev.  J.  W.  Sibree,

33ä  ordinirte,  52  nichtordinirte  Gehülfen.  34  Kirchen.

Schülerzahl  1439.  Getaufte  Eingeborene  4942.
f)  Matautu.  Vorsteher  Rev.  S.  A.  Beveridge,
28  ordinirte,  44  nichtordinirte  Gehülfen.  31  Kirchen.
Schülerzahl  1098.  Getaufte  Eingeborene  3811.
8)  Papauta  bei  Apia.  Mädchenschule,  Vorsteherinnen

  Fräulein  Schultze  und  Fräulein  Jolliffe.

An  Schulen  sind  außerdem  vorhanden:  163  Dorfschulen,
  6  Stationsschulen,  3  Kolleges.  »

2.  Wesleyanische  Missionsgesellschaft
(The  Australasian  Wesleyan  Methodist  Missionary
Society).  Sitz:  Sydney.  Generalsekretär  Rev.
G.  Brown,  D.  D.

Die  Gesellschaft  ist  1812  gegründet  und  hat  ihre
Missionsthätigkeit  in  Samoa  1830  bis  1832  begonnen.
  Einnahme  1899:  16  540  L.  Organe:
„Ihe  Methodist“  und  „The  Missionary  Review.“

Stationen:

a)  Lufilufi.  Vorsteher  Rev.  M.  L.  Bembrick.

b)  Satupaitea.  Zur  Zeit  unbesetzt.

Die  Mission  hat  in  Samoa  46  Kirchen  und  19
als  Kirchen  benutzte  Samoahäuser,  ferner  62  Schulen.
Anzahl  der  eingeborenen  Gehülfen  106.  Schülerahl
  1482.  Getaufte  Eingeborene  6307.

8

3.  Mormonen-Mission  (Samoan  Mission
of  the  Church  of  Jesus  Christ  of  Latter  dar
Saints).  Sitz:  Salt  Lake  City,  Utah.  Leiter:
Lorenzo  Snow,  in  Samoa  W.  G.  Sears.

Die  Gesellschaft  ist  1830  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  in  Samoa  1888  begonnen.  Organ:
„Deseret  News“,  Salt  Lake  City.

Stationen:

a)  Fagalii.  Vorsteher  W.  G.  Sears,  Agnes
M.  Sears  und  F.  E.  Morris.

b)  Laulii.  Vorsteher  J.  B.  Tomlinson,  S.
C.  Bolander.

c)  Solosolo.  Vorsteher  M.  T.  Sanders,
T.  B.  Cook.

d)  Ugiagi.  Vorsteher  W.  Longhurst,  Myra
Longhurst.

e)  Malaela.  Vorsteher  G.  C.  Spilsbury,
E.  H.  Smark.

1)  Sinpapa.  Vorsteher  G.  W.  Bramwell.

8g)  Siumu.  Vorsteher  G.  H.  Blood,  S.  L.  Fish.
h)  Tifitifi.  Vorsteher  R.  E.  Stewart,  G.
A.  Gotes.
i)  Pesega.  Vorsteher  C.  W.  Reil,  S.  Jverson.
I  k)  Matautu.  Vorsteher  J.  T.  Roberts.
1)  Tuasivi.  Vorsteher  C.  L.  Warnick,  J.  Hind,
Minnie  Hinck.
6  m)  Fogatuli.

 

 

Vorsteher  E.  W.  Liidtle,  M.

v.  Muir.

n)  Falelima.  Vorsteher  D.  C.  M.  Bride,
F.  Lewis.

#  o)  Saleanla.  Vorsteher  J.  J.  Roberts,
A.  C.  Merkley.

Schülerzahl  insgesammt  240.  Getaufte  Eingeborene
  1017.

"  4.  Foreign  Mission-Board.  Sitz:  New
Nork.  Leiter  Mr.  Geyne,  Dr.  F.  J.  Braucht,
New  York.
Die  Gesellschaft  ist  1867  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  in  Samoa  1895  begonnen.  Orhane:
„Good  Health  Magazine“,  „Medical  Missionary
and  Gorpel  of  Health,“  „Missionary  Magazine“.
„Review  and  Herald“.
Sanatorium  in  Apia,  Vorsteher  Dr.  Gibson,
Pfleger  J.  Steven  son,  Treasurer  D.  Lake.

II.  Katholische  Missionen.

A.  Deutsch-Ostafrika.

1.  Apostolisches  Vikariat  Kord=  Sanibar.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Allgeyer.  Kongregation
  der  Bäter  vom  heiligen  Geistdeutsches
  Missionshaus  in  Knechtsteden  (Rheinprovinz

und  in  Zabern  (Elsaß);  Provinzial  P.  Acker.
Die  Kongregation  ist  1702  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1862  begonnen.
Organ=  „Echo  aus  Knechtsteden“,  Kevelaerer  Marien- 



Kalender.
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        Stationen:

(Sansibar,  gegründet  1862,  dient  im  Wesentlichen
  der  Missionsthätigkeit  im  Schutzgebiete.  Vorsteher
  P.  Gommenginger,  die  PP.  Kuhn  und
Cayzac,  5  Laienbrüder,  8  Schwestern,  41  Knaben
und  37  Mädchen  in  den  Katechistenschulen,  Buchdruckerei,
  Hospital  2c.  780  Christen).

a)  Bagamoyo,  Hauptstation.  P.  Baur,  Etienne,
Vorsteher,  die  PP.  Karst,  König,  Lux,  5  Brüder,
12  Schwestern,  120  Knaben,  90  Mädchen  in  den
Schulen,  Handwerker=  und  Landwirthschaftsschulen,
Spitäler  für  Eingeborene  und  Aussätzige  2c.  1  Nebenstation
  Kimeragnombe,  christliches  Dorf  mit  Kapelle.
520  Christen.

b)  Mandera  (Bezirk  Saadani).  P.  Dietlin
mit  P.  Gattang,  1  Bruder,  2  Katecheten,  55  Knaben,
14  Mädchen  in  den  Schulen.  1  Nebenstation  Neu-Straßburg
  mit  1  Kapelle.  530  Christen.

c)  Mhonda  (Bezirk  Bagamoyo).  P.  Joekel
mit  P.  Bernhard,  1  Laienbruder,  3  Katecheten,
70  Knaben  und  30  Mädchen  in  den  Schulen;  1150
Christen.  Kaffeepflanzung.  1  Nebenstation  mit  Kapelle.

d)  Mrogoro  (Bezirk  Kilosso).  P.  Oberle  mit
P.  Walter,  1  Bruder,  4  Katecheten,  32  Knaben,
29  Mädchen  im  Waisenhaus;  124  Knaben  und
236  Mädchen  in  den  Schulen,  1  Kaffeepflanzung.
1623  Christen.

1  Bruder,  2  Katecheten,  45  Knaben,  31  Mädchen
in  den  Schulen.  617  Christen.

s)  Matumbo,  gegründet  1898  (Bezirk  Dar-zes-Saläm).
  P.  Clauß,  P.  Daubenberger,  2  Brüder,
4  Katecheten,  54  Knaben,  31  Mädchen  im  Waisenhaus,
  73  in  den  Schulen.  540  Christen.

86)  Lalonga  (Bezirk  Kilossa)  P.  Munsch  mit
P.  Thomé,  1  Bruder,  2  Katecheten,  231  Knaben
und  9  Mädchen  in  den  Schulen;  950  Christen.
1  Nebenstation  in  Mgeni.

h)  Kilema,  gegründet  1890  (Bez.  Kilimandjaro).
P.  Kornmann  mit  P.  Grollmund,  2  Brüder,
6  Katecheten,  450  Knaben  und  334  Mädchen  in  den
Schulen.  334  Christen.

i)  Kiboscho,  gegründet  1893  (Bez.  Kilimandjaro).
P.  Rohmer  mit  P.  Dürr,  1  Bruder,  24  Katecheten,
1530  Knaben,  1253  Mädchen  in  den  Schulen.
Kaffeepflanzung.  250  Christen.  Schwesternniederlassung
  seit  1900.

k)  Tanga,  gegründet  1896.  P.  Haberkorn  mit

9
l

 

 

haus:  Notre  Dame  de  la  grande  Trappe.  Die
Ansiedelung  im  Schutzgebiete  geht  von  dem  deutschen
Kloster  Mariannhill  in  Natal  aus.  Abt  P.  Gerhard
Wolpert,  gewählt  1900.  Der  Orden  ist  1663  gegründet
  und  hat  die  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1897

begonnen.  Organ:  „Vergißmeinnicht,  Mariannhiller
Kalender.“
Stationen:
1.  Neu-Köln  (Westusambara).  Vorsteher:

P.  Wunibald,  3  Priester,  4  Brüder,  6  Schwestern,
1  Schule  mit  60  Kindern.

2.  St.  Peter  (Westusambara)  im  Entstehen,
1  Priester,  1  Bruder,  1  Schule  mit  etwa  50  Kindern.

3.  Tunga  (Prokuratur  für  das  Innere).  1  Priester
als  Prokurator,  4  Schwestern  für  Krankenhaus  und
Schule.  Ende  1900  sind  noch  an  drei  weiteren
Stellen  Stationen  eingerichtet.

Die  Genossenschaft  hat  seit  1897  in  Deutsch-Ostafrika
  2  Priester,  1  Bruder  und  1  Schwester
durch  den  Tod  verloren.

2.  Apostolische  Präfektur  Süd  Lanstbar.

Apostolischer  Präfekt:  P.  Hartmann  von  der  St.
Benediktus-Missionsgenossenschaft.  Mutterbaus
  in  St.  Ottilien,  Post  Geltendorf,  Oberbayern.

Die  Genossenschaft  ist  1884  gegründet  und  hat

„  Z  ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1887  begonnen.
e)  Tununguo  (Bez.  Dar-zes-Saläm).  P.  Sinner,  Organe:  „Missionsblätter",  „Das  Heidenkind“  (für

1

l

die  Jugend)  und  „St.  Ottiliens  Missions-Kalender“.

Stationen:

a)  Dar-es-Saläm.  Vorsteher:  der  apostolische
Präfekt  P.  Hartmann,  4  Brüder,  8  Schwestern,
2  Kapellen,  1  Kirche  im  Bau,  1  Waisenhaus  und
Schule  mit  112  Mädchen,  1  Spital  für  Eingeborene.
In  der  Nähe  von  Dar-es-Salm  Schambe  für  Viehzucht,
  Garten  und  Plantagenbau.  3  Schulen  mit
145  Schülern,  1  Christendorf.  Gesammtzahl  der
Christen  416,  Taufbewerber  80.

b)  Kollasini.  Vorsteher  P.  Spreiter,  3  Brüder,
1  Kirche,  1  Waisenhaus  und  Schule  mit  158  Knaben,
1  Katechetenschule,  2  Christendörfer:  a)  72  Hütten
mit  184  Bewohnern,  b)  23  Hütten  mit  67  Bewohnern.
  Gesammtzahl  der  Christen  400,  der  Taufbewerber

  120.

P.  Lempereur,  1  Bruder,  1  Katechet,  5  Schwestern,

65  Knaben,  30  Mädchen  in  den  Schulen.
station  in  Bonde.  150  Christen.

1)  Rombo,  Fischerstadt,  gegründet  1898  (Bezirk
Kilimandjaro).  P.  Flick,  1  Bruder,  3  Katecheten,
350  Knaben,  75  Mädchen  in  den  Schulen.

Die  älteren  Stationen  haben  alle  Waisenhaus,

1  Neben-Schule,

  Werkftätten,  Ackerbauschule,  Kirche  oder  Kapelle.

außerdem  thätig:  Der  Trappisten-Orden.  Mutter-—

  —:

o)  Lukuledi.  Vorsteher  P.  Ruedl,  1  Loaienbruder,
  1  Kapelle,  1  Waisenhaus  mit  45  Zöglingen,
3  Schulen  mit  87  Schülern.  Christen  590,  Taufbewerber
  278.

d)  Nyangao.  P.  Adams,  1  Loienbruder,
3  Schwestern,  1  Kapelle,  2  Waisenhäuser  mit  35  Zöglingen,
  9  Schulen  mit  180  Schülern.  Christen  178,
Taufbewerber  etwa  500.

e)  Iringa.  Vorsteher  P.  Hofbauer,  P.  Walther,
3  Laienbrüder,  3  Schwestern,  2  Waisenhäuser  mit
40  Zöglingen,  1  Kapelle,  4  Schulen  mit  73  Schülern.

Christen  75,  Taufbewerber  30.
Im  Vikariat  Nord-Sansibar  ist  seit  1897

!)  Madibira.  Vorsteher  P.  Mayer,  1  Laienbruder,
  3  Schwestern,  1  Kapelle,  1  Waisenhaus  mit
        <pb n="1000" />
        19  Zöglingen,  2  Schulen  mit  60  Schülern.  Christen

17,  Taufbewerber  ?.
8)  Malangali:  zur  Zeit  nicht  besetzt.
h)  Peramiho.  Vorsteher  P.  Spiß,  P.  Häfliger,
  1  Laienbruder,  1  Waisenhaus  mit  20  Zöglingen,
  2  Schulen  mit  60  Schülern.  Christen  20,
Taufbewerber  300.
i)  Kigonsera,  gegründet  1899.

mit  16  Schülern.

3.  Die  apostolischen  Vikariate  Tanganvika,  Unvdanyembe

und  Süd--UAyanza.

Missionsgesellschaft  der  Weißen  VBäter.
Mutterhaus  befindet  sich  in  Maison-Carrée  bei  Algier.
In  Deutschland:
Missionshaus  der  Weißen  Väter  in  Trier,  Dietrichzur
  Heranbildung  von  Priestermissionaren.
Oberer:  Dr.  Froberger.  In  Luxemburg:  Missionshaus
  der  Weißen  Väter  in  Marienthal  bei  Mersch
zur  Heranbildung  der  in  den  Missionen  thätigen

Generaloberer:  Bischof  Livinhac.

straße,

Laienbrüder.  Oberer  P.  Sweens.

Die  Gesellschaft  ist  1868  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebiete  im
Dieselbe  erstreckt  sich  dort-Organ
  der

Jahre  1878  begonnen.
selbst  auf  drei  apostolische  Vikariate.
Gesellschaft:  „Afrika-Bote“,  Trier.

1.  Apostolisches  Vikariat  Tanganyika.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Lechaptois.
Stationen:

1.  Karema.  Bischof  Lechaptois,  PP.  Hartmann,
  Dromaux,  Avon,  Br.  Mathias  (N.  Bot).

Außerdem  befindet  sich  dort  eine  Nieterlahmrg  der

„Weißen  Schwestern“.

2.  Utinta  (St.  Joseph  von  Utinta).  PP.  Boyer,
Daull  (1.  10.  Juni  1901),  Bruder  Karl  (Ch.
Chatelier).

3.  Kirando  (St.  Franziskus).
Charmoille,  Cyck,  Bruder  Robert  (Issenmann).

4.  Kala  (St.  Peter  u.  Paul).
Depaillat,  Soultier,  Halbing,  Br.  Gerhard.

5.  Rickwa  (St.  Peter  Claver).
Mesterd,  Hamberger,  Bruder  Kaspar  (Borste).

6.  Mkulwe  (St.  Bonifaz).
Castelyn,  Bruder  Rodrigucz  (Gehlen).
gegründet.

Im  Berichtsjahre  1899.1900  zählte  das  apostolische
  Vikariat  Tanganyika  sechs  Missionsstationen  mit
die

24  Missionaren,  9  Schwestern,  41  Katechisten;

Vorsteher
P.  Hendle,  1  Laienbruder,  Christen  4.  Eine  Schule

PP.  Moinet,

PP.  Lepelletier,
Ende  1899

10

2.  Apostolisches  Vikariat  Unyanyembe.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Gerboin.
Stationen:

1.  Uschirombo  (Maria-Hilf,  Bezirk  Tobora).
l  Gerboin,  PP.  van  der  Bom,  Martin,

Bringuier  und  Bruder  Egldius  (Lieshout).  Außer- 



dem  Niederlassung  der  Weißen  Schwestern.

2.  Msalala  (St.  Michael).  PP.  Van  der
Wee,  Voltz  und  Br.  Ernst  (van  der  Yeukt)  und
Egidius.

3.  Ndala  (St.  Josef).  PP.  Müller,  Schulzz,
Negre  und  Bruder  Felizian  (Goetzer).

4.  Muyoga  (Urundi).  PP.  Astruc,  Bedbeder,
  Goarnisson  und  Br.  Fortunat  (Kwatoti.

5.  Uzighe  (St.  Antonius).  PP.  Desoignies,
van  der  Burgt,  Ménard.

6.  Tabora.  PP.  Pfeffermann,  Grün  und
Br.  Rudolf.

Die  sechs  Stationen  des  Vikariats  Unyanyembe
zählten  im  Berichtsjabhr  1898/99  20  Missionare  und
6  Schwestern.  Die  Zahl  der  Katechisten  betrug  49,
die  der  Getauften  1342,  die  der  Katechumenen  6000.

Auch  hier  hat  jede  Missionsstation  eine  Knabenschule

 

und,  wo  Schwestern  sind,  auch  eine  Mädchenschule,

in  welchen  im  Berichtsjahre  1898/99  180  Schüler,

Knaben  und  Mädchen  unterrichtet  wurden.  Krankenhäuser
  und  ähnliche  Institute  waren  6  vorhanden.

3.  Apostolisches  Vikariat  Süd-Nyanza.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Hirth.
Stationen:

1.  Bukumbi  (U.  L.  Fr.  von  Kamoga).  Bischof
Hirth,  PP.  Barthelemy  und  Meyer,  Br.  Maria
und  Philipp.

2.  Kiziba  (Marienberg).
Brossard  und  Backhove.

3.  Ukerewe  (Neuwied).

PP.  van  Thiel,

PP.  Hauttecoeur,

Roussez,  Smoor,  Br.  Hadrian  (Streng).

4.  Urori  (zur  Zeit  nicht  besetzt).
5.  Ussui.  PP.  Buisson,  Schneider,  Embil

und  Br.  Joseph.

PP.  Randabel,

PbP.  Lepers,

Zahl  der  Getauften  betrug  1963,  die  der  Katechumenen,

  d.  h.  solcher,  welche  sich  auf  die  Taufe  vorbereiten,
  9017.  Den  Schulen  wurde  im  verflossenen
Berichtsjahre  eine  ganz  besondere  Aufmerksamkeit
in  denselben
empfingen  2787  Knaben  und  Mädchen  Unterricht.

ankenhäuser,  Versorgungsanstalten  2c.  gab  es  14.

geschenkt.

Ihre  Zahl  betrug  46;

lassung:  Ehrenbreitstein.

6.  Isavi  (Ruanda).
Zumbiehl,  Br.  Anselmus.
7.  Kifaka  (Ruanda).

PP.  Brard,  Pouget,

PP.  Barthelemy,

Weckerle  und  Br.  Alfred.

8.  Kome.  PP.  Couffignal  und  Cadillac.

Gesammtzahl  der  Missionare  dieses  apostolischen
Vikariats  18;  der  Katechisten  115;  der  Getauften
1710;  der  Katechumenen  4965.  12  Schulen,  in
denen  374  Schüler  Unterricht  bekamen.  Krankenhäuser
  2c.  9.

B.  Kamernun.
Upostolische  Präfektur  Kamerun.
Apostolischer  Präfekt  P.  Vieter.  Pallottiner-Kongregation
  in  Limburg  (Lahn),  Nassau.
P.  Kugelmann,  Provinzial-Superior.  Zweignieder-P.
  Otto,  Superior.
        <pb n="1001" />
        Die  Kongregation  ist  1836  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1890  begonnen.
Organ:  „Stern  von  Afrika“.

Stationen:

a)  Marienberg  (Bezirk  Edea)  am  Sanaga.
P.  Münch,  Superior,  P.  Nekes,  5  Brüder  und
14  Schwestern.  1  Kirche,  1  Knaben=  und  1  Mädchenschule,
  Kapelle  in  Marienberg.  Ungefähr  20  Nebenschulen
  in  der  Umgegend  von  Marienberg.  Schülerzahl:
  70  Knaben,  20  Mädchen,  900  Kinder  in  den
Nebenschulen.  Werkstätten  zur  Ausbildung  von
Handwerkern  (Schreinerei,  Schlosserei.  Schneiderei).
Getaufte  Eingeborene  etwa  1600.

b)  Edea  am  Sanaga.  P.  König,  3  Brüder,
2  Schwestern,  1  Kirche,  Knaben=  und  Mädchenschule
mit  ungefähr  50  Schülern,  1  Schwesternhaus  mit
Kapelle.  Etwa  18  Nebenschulen  in  der  Umgebung.
Getaufte  Eingeborene  etwa  400.

c)  Kribi.  P.  Haarpaintner,  Superior,
P.  Kopf,  P.  Gachsheimer  und  5  Brüder.  1  Kirche
und  1  Knabenschule  in  Kribi.  10  Nebenschulen  an
der  Batangaküste.  Schülerzahl  120  Knaben  in

Kribi,  40  Mädchen.  In  den  Nebenschulen  sind
durchschnittlich  je  20  Kinder.  Schreinereiwerkstätte.
Getaufte  Eingeborene  etwa  800.  Nebenstation:

Groß-Batanga,  mit  Wohnhaus  und  Schule.

d)  Engelberg  auf  dem  Götterberg  (Bezirk
Victoria),  Nebenstation  Mapanya.  P.  Schwab,
Superior,  P.  Kersting,  4  Brüder  und  3  Schwestern
in  Mapanya.  1  Kirche  und  1  Schwesternkapelle  in
Engelberg,  1  Schwesternkapelle  in  Mapanya.  1  Schule
in  Engelberg,  1  Schule  in  Mapanya  und  8  Nebenschulen.
  Schülerzahl  in  Engelberg  etwa  50,  in  Mapanya
  30.  1  Werkstätte  für  Schreinerlehrlinge.  Getaufte
  Eingeborene  110.

e)  Duala  (Kamerun  Stadt).  P.  Vieter,  apostolischer
  Präfekt,  zur  Zeit  in  Yaunde,  P.  Bancken
und  P.  Halbing,  6  Brüder.  1  Kirche  und  1  Knabenschule
  mit  150  Schülern  in  der  Station.  Schwesternkapelle

  und  Schule  mit  90  Kindern  (Knaben  und

Mädchen).  Getaufste  Eingeborene  150  bis  200.

k)  Yaunde  (Bezirk  Kribi).
lischer  Präfekt,  zwecks  Gründung  der  Station.
P.  Högn  und  2  Brüder.  Etwa  100  getaufte  Eingeborene.


C.  Togo.
Apostolische  Präfektur  Togo.
Apostolischer  Präfekt:  P.  Bücking.  Missionsgesellschaft
  des  Göttlichen  Wortes  (Steyler
Mission).  Mutterhaus  zu  Steyl  in  Holland  (Adresse:

Steyl,  postl.  Kaldenkirchen,  Rhld.);  Generalsuperior

Janssen;  deutsches  Missionshaus  Heiligkreuz  zu
Neuland  bei  Neiße  in  Schlesien;  Rektor  P.  Dr.
Weber;  deutsches  Missionshaus  Wendelinushof
bei  St.  Wendel,  Reg.-Bez.  Trier;  Präses  P.  Bodems.

Die  Gesellschaft  ist  1875  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1892  begonnen.  Organe:

P.  Vieter,  aposto-11



Die  Stadt  Gottes,  der  Steyler  Herz-Jesu-Bote,  der
Michaelskalender.

Stationen:

a)  Lome  (Hauptstation).  P.  Bücking,  apostolischer
  Präfekt,  PP.  Stangier,  Kost,  Mertens,
2  Brüder,  3  Schwestern.  Kirche  3  schwarze  Lehrer.
Knabenschule  (180  Schüler)  und  Mädchenschule  (50
Schülerinnen).  Kokos=  und  Kassadeplantage.

Nebenstationen  mit  Schulen  unter  Leitung
eingeborener  Lehrer:  Quadjovikope  (23),  Bagida  (22),
Aklasukope  (20),  Agome-Palime  (32),  Kpando  (48).

b)  Porto  Seguro.  Vorsteher  P.  Laur,  P.  Hering.
  1  Bruder.  Knabenschule  (67),  Mädchenschule
  (18).

Nebenstationen:  Togo  (12  Schüler),  Gunkope
(32),  Sewadrikope  (13),  Adjome  (30).

c)  Klein-Popo.  Vorsteher  P.  Schmitz,  PP.
Wolf,  Litzenburger,  4  Brüder,  3  Schwestern.
Kirche.  3  schwarze  Lehrer.  Knabenschule  (170)
und  Mädchenschule  (59).  5  Handwerksschüler.

Nebenstationen:  Degbenu  (44),  Gridji  (21),
Akoda  (30).

d)  Adjido  (seit  Mai  1901  Nebenstation  von
Klein-Popo).  Vorsteher  P.  Schönig.  1  Bruder.
Knabenschule  (51),  Mädchenschule  (14).

e)Atakpame  (gegründet  Mai  1900).  Vorsteher
  P.  Müller,  P.  Witte,  1  Bruder,  20  Schüler.
|

 

D.  Deutsch-Südwestafrika.
(Nördliche  Hälfte.)
Apostolische  Präfektur  Deutsch-Südwestafrika.
  Apostolischer  Propräfekt  P.  Nachtwey.
Genossenschaft  der  Oblaten  der  Heiligen
und  Unbefleckten  Jungfrau  Maria.  Sitz  des
Provinzials  der  deutschen  Ordensprovinz:  Missionshaus
  in  Hünfeld  bei  Fulda;  derzeitiger  Provinzial:
P.  Scharsch.
1  Die  Genossenschaft  ist  1816  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1896  begonnen.
Maonatliches  Organ:  „Maria  Immaculata“  (Fulda).
Alljährlich:  „Kleiner  Jahresbericht“  (ebenda).
1
6

 

 

Stationen:
«  a)  Windhoek.  Superior  P.  Nachtwey,  aposto—
lischer  Propräfekt,  PP.  Kieger,  Filliung,  Watterott,
  Biegner,  Ziegenfuß,  Jäger  und  7  Brüder.
1  Kapelle  aus  Stein  in  Windhoek.
Zu  Windhoek  gehört  die  -atholische  Missionsfarm
in  Klein-Windhoek.

1
·  b)  Swakopmund,  gegründet  im  Oktober  1899.
1  Pater,  1  Bruder.  1  provtsorische  Kapelle.

c)  Die  Gründungen  im  Norden  werden  demnächst
  erfolgen.  Die  Rinderpest,  Mangel  an  Missionären
  und  die  weite  Entfernung  von  der  Hauptstation
  Windhoek  machten  dies  bis  jetzt  unmöglich

Siche  Bericht.)
        <pb n="1002" />
        (Südliche  Hälfte.)

Apostolisches  Vikariat  des  Oranjeflusses.
Apostolischer  Vikar  Bischof  Simon.  Genossen—
schaft  der  Oblaten  des  heiligen  Franz  von
Sales  oder  Salesianer.

Sitz  des  Provinzials  der  deutschen  Ordensprovinz
  in  Oberdöbling  (Wien);  derzeitiger  Provinzial
  P.  Lebeau.  Die  Genossenschaft  ist  im
Jahre  1875  in  Troyes  gegründet  und  hat  den  südlichen
  Theil  von  Deutsch-Südwestafrika  im  April
1888  zur  Missionsthätigkeit  erhalten.

Stationen:

Heiragabies.  Superior  P.  Malinowski.
1  Bruder,  3  Schwestern.

E.  Deutsch-Neu-Guinea.
I.  Raiser  Wilhelmsland.
Apostolische  Präfektur  Kaiser  Wilhelms-12



Provinzial:  P.  H.  Linckens  in  Hiltrup  bei
Münster  in  Westfalen.
Organe:  Die  Monatshefte  U.  L.  Frau  (Hiltrup

nund  Kalender  (Hiltruy).

Hauptstationen:
1.  Vuna-Pope  (in  der  Blanche-Bai,  Gazellehalbinsel)

  ist  die  Centralstation  der  Mission.  Ein

apostolischer

 

Vikar,  4  Rriester,  16  Brüder,
11  Schwestern,  1  Kirche,  1  Kapelle,  1  Waisenhaus
mit  118  Knaben,  1  Waisenhaus  mit  103  Mädchen
mit  zwei  Schulen  für  diese  Waisenkinder,  1  Katechetenschule.
  705  getaufte  Eingeborene.

2.  Villa-Maria  (Takabur):  2  Priester,
1  Bruder,  1  Kirche,  2  Schulen  mit  30  Kindem:
1022  Getaufte.

3.  Malaguno  (in  der  Blanche-Bai):  2  Priester,
1  Bruder,  2  Schwestern,  1  Kirche,  8  Schulen  mit

430  Kindern;  3060  Getauste.

land.  Apostolischer  Präfekt:  P.  Limbrok.  Gesellschaft
  des  Göttlichen  Wortes  (Steyler
Missionare).

Im  Schutzgebiet  thätig  seit  1896.  (Das  Uebrige
siehe  bei  Togo.)

Stationen:

a)  St.  Joseph  auf  Tumleo  (Insel  bei  Berlinhafen).
  Vorsteher  P.  Limbrok,  apostolischer  Präfekt,
P.  Erdweg,  P.  Ferd.  Vormann  und  P.  Lörks,
3  Brüder,  4  Schwestern.  Knaben=  und  Mädchenschule,
  65  Schulkinder.  Getauste  220.

b)  Regina  Angelorum  in  Vokau  (Tamara
gegenüber  an  der  Lemingküste).  P.  Spölgen
(X  2.  März  1901),  1  Bruder.  2  Schulstationen.

c)  Potsdamhafen  (Monumbo).  Vorsteher
b.  Frz.  Vormann,  P.  Padberg.  2  Brüder.
Knabenschule.

d)  St.  Anton  Aly  (Insel  bei  Berlinhafen),
erst  unlängst  gegründet.  Vorsteher  P.  Klaffl.

Lebende  Getaufte  etwa  210.

II.  Bismarck-Archipel  (einschließlich  nördliche

Lalomons-  Inseln).

Apostolisches  Vikariat  Neu-Pommern.

Apostolischer  Vikar:  Bischof  Ludwig  Coupé.

Die  Genossenschaft  der  Missionare  vom
heiligsten  Herzen  Jesu,  gegründet  1854,  hat
1881  ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiet  begonnen.

Deutsche  Provinz:  1.  Das  Herz  Jesu-Missionshaus
  in  Hiltrup  bei  Münster  in  Westfalen.  —
2.  Im  März  d.  Is.  wurde  von  den  Herren  Ministern
des  Innern  und  des  Kultus  die  Gründung  einer
Zweigniederlassung  für  die  Theologen  der  Provinz

 

in  Oeventrop  bei  Arnsberg  bewilligt.  —  3.  Eine
Niederlassung  in  Liefering  bei  Salzburg  (Oester-4



reich.  4.  Die  Missionsschwestern  vom  heiligsten
erzen  Jesu  in  Hiltrup.

4.  Vlavolo  (in  der  Talilibucht):  2  Priester,
1  Bruder,  2  Schwestern,  1  Kirche,  1  Weisenhaus
für  Mädchen,  6  Schulen  mit  160  Kindern;  1918

Getaufte.

5.  St.  Peter  oder  Nondup:  1  Friester,
1  Bruder,  1  Kirche,  2  Schulen  mit  67  Kindem,
265  Getaufte.

6.  St.  Franz  Kaver  oder  Vunakamkabi:
1  Priester,  2  Brüder,  1  Kirche,  2  Schulen  mit
50  Kindern;  187  Getaufte.

7.  Ramandu  (im  Weberhafen)  wird  von  Vuna-Marita
  aus  versehen:  1  Wohnung  für  einen  Preester
und  einen  Bruder,  1  Kirche;  85  Getaufte.

8.  Vuna-Marita  (an  der  Bainingküstet:
1  Priester,  1  Bruder,  1  Kirche;  210  Getaufte.

9.  St.  Josephsthal  oder  Paparatado:
z.  Z.  unbesetzt:  1  Wohnung  für  einen  Priester  und
einen  Bruder,  1  Kirche;  43  Getaufte.

10.  St.  Otto  z.  Z.  unbesetzt:  1  Wohnung  fur
einen  Priester  und  einen  Bruder,  1  Kirche:  189
Getaufte.

11.  St.  Paul  (Baining):  1  Priester,  1  Bruder,
1  Kirche,  1  Schule  mit  17  Knaben;  84  Getaufte.

12  Matupi:  1  Priester,  1  Bruder,  1  Schule
mit  45  Kindern;  325  Getaufte.

13.  Watom  (Vunavutong):
1  Bruder,  1  Schule.

1  Priester,

Nebenstationen:

1.  Tavui:  1  eingeborener  Katechet,  1  Kirche:
110  Getaupfte.

2.  Bitagalip:  1  Kirche,  1  Schule,  1  emgeborener
  Lehrer.

3.  Ulagunan:  1  Kirche,  1  Schule,  1  eingeborener
  Lehrer.

4.  Valour:  2  Schulen.

5.  Vunabeka:  2  Schulen.

6.  Ralnon:  2  Schulen.

7.  Rakunei:  1  Wohnung  für  einen  Missienar
und  1  Kirche.
        <pb n="1003" />
        8.
9.
10.
11.

Tavui  in  der  Blanche-Bai:  1  Kirche.
Vunakua:  1  Kirche.
Rovere:  1  Kirche.
Vunavavar:  2  Schulen.
12.  Nouga:  2  Schulen.
13.  Tavui  in  der  Talilibucht:  1  Kirche,  1  Schule,
1  eingeborener  Lehrer.
14.  Reber  auf  Watom:
15.  Livuan:  1  Kirche.
16.  Ratongor:  1  Katechet,  1  Kirche,  1  Schule.
17.  Mossikonapuka:  2  Katecheten,  2  Schulen.

Diese  Nebenstationen  werden  durch  die  Missionare
der  Hauptstationen  versehen.  Das  ganze  Personal
der  Mission,  welches  auf  diesen  25  Stationen  arbeitet,
  besteht  aus  61  weißen  und  15  farbigen  Mitgliedern:
  17  Priestern,  26  Brüdern,  17  Schwestern
und  15  farbigen  Katecheten.

1  Kirche.

III.  Apostolische  Präfektur  der  deutschen  Salomons-Inseln.


Station:  Unsere  Frau  des  heiligen  Rosenkranzes,

13

Poporog:  2  Patres,  2  Schwestern,  7  Katecheten,

54  Zöglinge  in  der  Schule,  Bretterwohnhaus,  kleine
Kapelle.

Kieta:  neue  Gründung  auf  Bougainville:
2  Patres;  Wohnhaus:  Hütte.

Apostolischer  Präfekt:  Bischof  Broyer  von
Samoa.

F.  Marshall-Inseln.

Die  Genossenschaft  der  Missionare  vom  heiligsten
Herzen  Jesu.

Zu  dem
Pommern.

Station  Jaluit  (auf  den  Marschall  Inseln):
3  Priester  (Vorsteher  I'.  Erdland),  3  Brüder,
1  Kirche,  1  Schule  mit  16  weißen  Kindern.

Apostolischen  Vikariat  Neu-6.

  Das  Juselgebiet  der  Karolinen,  Palau  und

Marianen.

Die  Karolinen  (einschließlich  Palau)
mittelst  Dekretes  der  S.  Congr.  de  Propag.  Fide
vom  15.  Mai  1886  den  Kapuzinern  aus  Spanien
zugetheilt.  Diese  Mission  umfaßt  die  östlichen  und
westlichen  Karolinen.

1.  Auf  den  östlichen  Karolinen  übt  die  Mission
ihr  Werk  zur  Zeit  nur  auf  Ponape  aus,  dort
5  Stationen:  Mejenien  u  Nauponjap  (Not),  Jokaj,
Auak  (U),  Roi  (Kiti).  .  Joseph  de  Tiraspaist
  Pater  Superior.  Die  Mission  zählt  1051  Kirchenmitglieder,
  besitzt  4  Oratorien  und  9  Schulen
mit  186  Kindern;  es  arbeiten  in  denselben  3  Patres
und  7  Laienbrüder  aus  dem  Kapuzinerorden.

 

wurden  borene,

2.  Die  westlichen  Karolinen  zählen  7  Hauptstationen:
  Yap,  Guror  Aringel,  Tord,  S.  Crux,
Coreor,  Arcolon,  Palaos.  Der  Sitz  des  Superior
ecclesiasticus  (P.  Daniel  Maria  de  Arbazegui)
ist  in  S.  Cristina  de  Yap.  Die  Mission  hat  11
Kirchen  und  Kapellen,  4  Friedhöfe.  Der  Schulbesuch
ist  sehr  zurückgegangen.  In  VYap  sind  1048  Einwohner
  getauft,  in  den  Palau  sind  20  Eingeborene
getauft.  Auf  diesem  Missionsfelde  arbeiten  8  Patres
und  9  Laienbrüder.

Auf  den  Marianen  wirkte  die  Genossenschaft
der  spanischen  Augustiner-Rekollekten  von
der  Provinz  St.  Nicolas  de  Tolentino.  Die
Thätigkeit  der  Genossenschaft  hat  im  Jahre  1768
begonnen.

Stationen.

##)Insel  Rota,  Rota  gegründet  1769.
D.  Mariano  Alegre,  29  Taufen,  7  Ehen,  19  Begräbnisse,
  Seelenzahl:  478.

b)  Insel  Tinian,  St.  Luis  de  Medina,
gegründet  1887.  P.  Cornelio  Garcia,  9  Taufen,
2  Ehen,  10  Begräbnisse,  Seelenzahl:  250.

c)  Insel  Saipan,  San  Isidoro  de  Garapan,
  gegründet  1848.  P.  Tomas  Cueva,  72  Taufen,
38  Ehen,  49  Begräbnisse,  Seelenzahl:  1216.

Im  Ganzen  110  Taufen,  47  Ehen,  78  Begräbnisse,
  Seelenzahl  1944.

H..  Samoa.

Apostolisches  bikariat  Samoa.

Apostolischer  Vikar  Bischof  Broyer.  Gesellschaft
  Mariens;  Mutterhaus  in  Rom.  Deutsches
Missionshaus  in  Meppen  (Prov.  Hannover,  Provinzial
  P.  Flaus).  Die  Gesellschaft  ist  1816  entstanden
  und  hat  ihre  Thätigkeit  auf  Samoa  1845
begonnen.

Stationen:

Upolu.

Apia:  Bischof  Broyer,  3  Patres,  1  Bruder,
4  Schulbrüder.  Schwestern:  4  Weiße,  1  Einge-4
  Novizen.  Knabenschule:  120  Weiße,
Mischlinge  und  Eingeborene.  Mädchenschule:  30
Weiße  und  Mischlinge,  40  Eingeborene.  Druckerei.

Moa  Moa:  neugegründete  Gewerbe=  und  Ackerbauschule:
  1  Pater,  3  Schulbrüder,  60  Schüler.

Voea:  1  Pater;  Katechetenschule,  20  Familien,
30  Jünglinge,  Schwestern:  1  Weiße,  2  Eingeborene.

Talefa:  2  Patres,  3  Schwestern.  Schulen:
25  Knaben,  30  Mädchen.

Aleipata:  1  Pater,  4  Schwestern;  Knabenschule
  30,  Mädchenschule  25.

Lotofaga:  1  Pater,  3  Schwestern,  Knabenschule
40,  Mädchenschule  20.
        <pb n="1004" />
        —  14  —

Safata:  1  Pater;  Knabenschule  35,  Mädchen-  Safotu:  1  Pater;  Knaben=  und  Mädchenschule

schule  30.  unter  der  Leitung  von  eingeborenen  Katecheten.
Leulumoega:  2  Patres,  3  Schwestern;  Knaben-  Faleolupo  Sataua:  1  Pater;  Knaben=  und
schule  25,  Mädchenschule  20.  Mädchenschule  wie  vorstehend.
"  Palauli:  1  Pater;  Knabenschule  40  Schüler.
Saveii.  Ganz  Samoa  zählt  1  Bischof,  22  Patres,
Safotulafai:  1  Pater.  #  2  eingeborene  Priester,  8  Brüder,  93  Katecheten,
Lealatele:  1  Pater,  3  Schwestern,  Knaben=  12  europäische  Schwestern,  19  einheimische  Schwestern,
schule  30,  Mädchenschule  35.  91  Kirchen,  93  Schulen,  3  höhere  Schulen,  6582
Katholiken.

Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sobn,  Berlin  8W,  Kochstraße  68—71.
        <pb n="1005" />
        <pb n="1006" />
        <pb n="1007" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kkolonialblatt“,  XII.  Jahrgang,  Nr.  24.

Berlin,  den  15.  Dezember  1901.

 

Ein  Versuch

2U-r

Immunisirung  von  Rindern  gegen  Isetsekrankheit  (Surra).
Von  R.  Koch.

irfÜlmw

Während  meines  Auflenthaltes  in  Deutsch-Ostafrika
  im  Jahre  1897  hatte  ich  wiederholt

Gelegenheit,  Untersuchungen  über  die  daselbst

vorkommende  Tsetsekrankheit  (Surra)  anzustellen
  7)  und  mich  von  der  Richtigkeit  der
Angaben  von  Bruce  und  Lingard  zu  überzeugen,
  dass  diese  Krankheit  auf  die  meisten
Iausthiere  verimpft  werden  kann  und  fast
musnahmslos  tödlich  verlänft.  Bei  Rindern
kann  sie  sich  oft  sehr  in  die  Länge  ziehen.
Die  charakteristischen  Parasiten,  die  Trypanosomen,
  verschwinden  auf  längere  oder  kürzere
Zeit  aus  dem  Blute,  und  man  könunte  sich  der
Hoffnung  hingeben,  dass  die  Krankheit  beendet
sei.  Dies  ist  aber  nicht  der  Fall,  denn  die
Parasiten  treten  immer  wieder  von  Neuem  im
Blute  auf,  und  die  Thiere  erliegen  der  Krankheit

  nach  schwerem  Siecchthum  oft  erst  innerhalb

  eines  halben  bis  ganzen  Jahres.
Ich  habe  damals  unter  anderen  Experimenten

  auch  Versuche  angestellt,  um  eine

Schutzimpfung  gegen  diese  mörderische  Krankheit
  aufzufinden,  undgelangte  an  einigen  Thieren
zu  einem  positiven  Resultat.  Da  aber,  wie  erwähnt,
  gerade  bei  Rindern  die  Krankheit  von
s30  sehr  langer  Dauer  sein  kann,  so  liess  sich
über  den  endgültigen  Erfolg  dieses  Versuches
bicht  früher  als  nach  mindestens  einem  Jahre
oder  besser  nach  Ablauf  mehrerer  Jahre  urtbeilen.
  Aus  diesem  Grunde  habe  ich  es  unterlassen,
  über  diesen  Versuch  eher  zu  berichten,
glaube  aber  nicht  länger  damit  z2ögern  zu

 

)  R.  Koch.  Reiseberichte  über  Rinderpest  u.s.  w.
Berlin  1898.  S.  65.

sollen,  um  so  mehr,  als  alle  bisher  auf  das-Selbe
  Ziel  gerichteten  Bestrebungen  vergeblich
gewesen  sind.

Unter  den  verschiedenen  Wegen,  welche
zu  einer  Schutzimpfung  führen  können,  habe
ich  denjenigen  der  Umzüchtung  des  Krankheitsstofles
  zu  einem  Schutzimpfstoff  durch
Thierpassage  gewählt.  Man  verfährt  zu  diesem
Zwecke  in  der  Weise,  dass  man  den  Krankheitsstofl,
  in  diesem  Falle  die  Trypanosomen,
ein  oder  mehrere  Male  aufl  empfüngliche  Tbiere
verimpft  und  sie  schliesslich  auf  diejenige
Thierart,  von  welcher  ausgegangen  wurde,
Zzurückimpft.  Wenn  der  Versuch  gelingt,  dann
sind  die  Parasiten  durch  den  Einfluss  des
fremden  Thierkörpers  in  ihrer  Virulenz  abgeschwächt
  und  erzeugen  nun  nicht  mehr  eine
tödliche,  sondern  eine  leicht  verlaufende
Krankheit,  welche  dann  einen  mehr  oder  weniger
  lange  Zeit  andauernden  Schutz  zurücklässt.
  Die  bekanntesten  Beispiele  dieser  Art
sind  die  Schutzimpfungen  gegen  Pocken  und
gegen  Hundswuth.  Bei  den  Pocken  wird  der
Krankheitsstoff  vom  Menschen  auf  das  Rind
übertragen,  er  wird  im  Körper  desselben  abgeschwächt
  und  dient  dann  bekanntlich  als
Vaccine  zur  wirksamen  Schutzimpfung  gegen
die  Sso  gefährliche  Krankheit.  Bei  der  Hundswuth
  geschieht  die  Uebertragung  des  Wuthgiftes
  vom  Hund  auf  das  Kaninchen.  In  diesem
Thiere  schwächt  sich  duas  Gilt  nach  mehrmaliger
  Weiterimpfung  (assage)  so  weit  ab,
dass  es  nunmehr  zur  Schutzimpfung  beim
Aenschen  verwendet  werden  kann.
        <pb n="1008" />
        Mein  diesbezüglicher  Versuch  zur  Abschwächung
  des  Tsetse-Parasiten  hatte  folgenden
  Verlauf:

Am  24.  Juli  1897  wurde  ein  Ochse  nach
der  zu  Dar-es-Saläm  gehörigen  Vichstation  gebracht,
  welcher  aus  Uhehe  stammte  und  wie
fast  alle  von  dort  zur  Küste  transportirten
Rinder  an  der  Tsetsekrankheit  litt.

Das  Blut  dieses  Thieres  wurde  von  Zeit
zu  Zeit  untersucht,  und  zwar  mit  folgendem

Ergebniss:
29.  Juli  mässig  viele  Trypanosomen
3.  August  einige  Trypanosomen
10.  „  keine
18.  „  keine
25.  „  keine
28.  keine  —
30.  „  vereinzelte  „
31.  keine  9
1.  September  keine
2.  keine
6.  „  sehbr  viele

am  10.  September  verendete  das  stark  abgemagerte
  Tbier.

Dieses  Thier  befand  sich  also  im  letzten
Stadium  der  Krankheit,  hatte  wahrscheinlich
schon  vorher  mehrfache  Anfälle  mit  vorübergehendem
  Auftreten  der  Parasiten  durchgemacht,
  befand  sich  beim  Beginn  der  Beobachtung
  in  einem  solchen  Anfalle,  hatte  am
30.  August  einen  leichten  und  erlag  einem  gegen
den  6.  September  eintretenden,  mwit  vielen
Trypanosomen  im  Blute  verlaulenden  schweren
Anfalle.

Erste  Uebertragung.

Von  diesem  Thiere  wurden  am  6.  September,
  als  zahlreiche  Trypanosomen  in  seinem
Blute  nachgewiesen  waren,  aus  der  Halsvene
etwa  200  cecm  Blut  entnommen  und  defibrinirt.
Auch  in  dem  delibrinirten  Blute  fanden  sich
bei  der  mikroskopischen  Untersuchung  die
Trypanosomen  zwar  in  geringerer,  aber  immer
noch  in  hinreichender  Anzahl.  Dasselbe
wurde  dann  verschiedenen  Thieren  unter  die
IIaut  gespritzt.

Es  erhielten:

ein  Massai-Esel  5  ccm
eine  Kuh.  .  5  „
zwei  Kälber  je  5
#wei  Affen  je  4  „

zwei  Meerschweinchen  je  2  cem
zwei  Ratten  je  2  „
ein  Hund  .  ..  5
Es  blieben  gesund  der  Esel,  die  Aber  und
die  Meerschweinchen.  Im  Blute  derselben
konnten  trotz  wiederholter  Untersuchungen
keine  Trypanosomen  nachgewiesen  werden.
Dagegen  verendeten  die  Kuh  am  15.  Ok.

tober,  das  eine  Kalb  am  17.  Oktober,  das

andere  am  25.  Oktober,  der  Hund  am  25.  Sep#
tember,  die  eine  Ratte  am  10.  Oktober  uod
die  zweite  am  28.  Oktober.

Alle  diese  Thiere  waren  sichtlich  krank

und  hatten,  wie  häufige  Blutuntersuchunger

ergahben,  Trypanosomen  im  Blute,  deren  Zabl
sehr  schwankte,  gegen  Ende  der  Krankbeit

aber  am  höchsten  war.

So  hatte  beispielsweise  die  Kuh:
bis  zum  9.  Tage  nach  der  Impfung  keine  Trr#
panosomen,  am  11.  Tage  nach  der  impfung

Ziemlich  viele  Trypanosomen,

am  15.  Tage  viele  Trypanosomen,

„  20.  Sehr  wenige  „

„  25.,  viele  .

„  29.  „  einzelne  #

„  38.„  Sehr  viele  Trypanosomen  (die
Kuh  ist  bereits  sehr  krark)

„  39.  „  Sehr  viele  Trypanosomen  (Dal

darauf  verendete  das  Tbier

Die  beiden  Ratten  hatten  schon  vor  der
Implfung  die  bei  Ratten  so  häufig  vorkommerden
  Ratten-Trypanosomen  in  geringer  Anzabl
in  ihrem  Blute.  Nach  der  lmpfung  waren  im

Blute  beide  Arten  vertreten,  die  Rinder-Tupanosomen
  aber  weit  überwiegend.  Es  wurder

von  diesen  Ratten  Blutpräparate  Konservirt
und  es  sind  davon  später  durch  Herrn  Professor
  Zettnow  Pbotographien  angekertigl.

auf  denen  man  Exemplare  der  beiden  verschiedenen

  Trypanosomenarten  dicht  veben
einander  liegend  an  ihren  eigenthümlicher
Formen  unterscheiden  kanr.

Eine  der  beiden  Rattenv)  diente  zu  einem
zweiten  Implversuchb.

Zweite  Uebertragung.
Am  15.  Oktober  wurden  durch  Abschneiden

der  Schwanzspitze  einige  Tropfen  Blut  gewonnen,

  welches  von  Trypanosomen  wimmele

Es  war  diejenige,  welche  am  2.  Oktober  starb.
        <pb n="1009" />
        Dasselbe  wurde  Subkutan  verimpft  auf  zwei
Ratten  und  einen  Hund.

Von  den  beiden  Ratten  wurde  die  eine
schon  nach  6  Tagen  todt  im  Käfig  gelunden.
Sie  hatte  keine  Trrypanosomen  im  Blute  und
war  olfenbar  zu  früh,  d.  h.  vor  dem  Ausbruch
der  Krankheit  gestorben.

Die  zweite  Ratte  zeigte  die  ersten  Rinder-Trypanosomen
  am  13.  Tage  nach  der  lmpfung.
Später  wurden  bei  ihr  wiederholt  zahlreiche
Parasiten  gefunden.  Sie  erlag  der  Krankheit
am  22.  Dezember.

Der  Hund  hatte  in  seinem  Blute  nach  der

Impfung:

am  4.  Tage  keine  Trypanosomen,

—  38.  ,  keine

12.  mäössig  viele  „

15.,  iele  #n

25.  vwvenige  3

32.#,  viele  #“

42.  „  Ziemlich  viele  Trypanosomen

(an  demselben  Tage  trat  der  Tod  ein).
Das  Blut  dieses  Hundes,  wvelches  nur
Rinder-Trypanosomen  enthielt,  diente  zur
Weiterimpfung,  und  zwar  wurden  die  Trypanosomen
  nunmehr,  nachdem  sie  vom  Rind  auf
die  Ratte  und  von  dieser  auf  den  Hund  übertragen
  waren  und  somit  zwei  Thierpassagen
durchgemacht  hatten,  wieder  auf  Rinder
zurückgeimpft.

UDritte  Uebertragung.
Es  wurde  am  30.  Oktober  1897  eine  Ohrvene
  des  Hundes  blossgelegt,  angeschnitten
und  mit  dem  abtropfenden  Blute,  welches  viele

sehr  bewegliche  Trypanosomen  enthielt,  subkutan

  und  zwar  in  eine  kleine  Hauttasche,
welche  am  Ohr  angelegt  war,  geimpkft:
zwei  Hunde.  vier  Esel  (Massai),
zwei  Rinder,  drei  Ratten.
Die  Esel  blieben  gesund  und  hatten  in
ihrem  Blute  niemals  Trypanosomen.

3

 

Bei  den  Ratten  traten  nach  der  gewobnlichen

  Inkubationszeit  die  Trypanosomen  auf,
sie  wurden  bei  wiederholten  Untersuchungen
immer  in  reichlicher  Anzahl  gefunden  bis  kurz
vor  dem  Tode  derselben,  welcher  bei  der
ersten  Ratte  am  5.  Januar  1898,  bei  der
zweiten  am  11.  Januar  und  bei  der  dritten  am
18.  Januar  erfolgte.

Auch  die  beiden  Hunde  erkrankten  und
erlagen  der  Tsetsekrankheit.

Bei  dem  ersten  wurden  schon  am  7.  Tage
nach  der  Impfung  die  Trypanosomen  gelunden;
sie  wurden  von  Tag  zu  Tag  zahlreicher.  Das
Thier  starb  am  19.  Tage  nach  der  Impfung
und  das  Blut  wimmelte  von  Parasiten  kurz
vor  dem  Tode.

Bei  dem  zweiten  Hunde  fanden  sich  die
Parasiten  zuerst  am  10.  Tage  und  verhielten
sich  im  Uebrigen  ebenso  wie  bei  dem  ersten
Hunde.  Das  Thier  verendete  am  26.  Tage
nach  der  Impfung.

Während  die  Trypanosomen  somit  für
Ratten  und  Hunde  sich  hoch  virulent  erwiesen
hatten,  verhielten  sie  sich  den  Rindern  gegenüber
  wesentlich  anders.

Nach  einer  Inkubationsdauer  von  10  resp.
13  Tagen  wurden  im  Blute  der  Thiere  vereinzelte
  Trypanosomen  gefunden  und.  damit
der  Beweis  geliefert,  dass  die  Infektion  gelungen
  war.  Aber  die  Parasiten  wurden  nicht
Zzahlreicher,  sie  verschwanden  im  Gegentheil
nach  einigen  Tagen,  zunächst  allerdings  nur
vorübergehend.  Nach  drei  bis  vier  Wochen
wurden  nochmals  einige  Exemplare  der  Trypanosomen
  gefunden  und  dann  trotz  häufiger
Untersuchungen  niemals  wieder.  Die  Thiere
eigten  dabei  auch  nicht  die  geringsten
Symptome  der  Tsetsekrankheit,  keine  erhöhte
  Temperatur,  keine  Schwäche,  Abmagerung
  oder  dergleichen.

Es  ist  dies  meines  Wissens  das  erste  Mal,
dass  Rinder  eine  Impfung  mit  virulentem
Tsetseblut  ohne  sichtliche  Krankheit  überstanden
  haben.  Es  unterlag  keinem  Zweifel,
dass  die  dem  Experimente  zu  Grunde  liegende
Absicht,  die  Trypanosomen  durch  Thierpassagen
weniger  virulent  zu  machen,  erreicht  war,  und
es  war  hur  fer  ner  zu  untersuchen,  ob  die
Rinder  dadurch,  dass  sie  diese  abgeschwächte
Infektion  durchgemacht  hatten,  nunmehr  gegen
fernere  Ansteckung  geschützt  waren.

Probe-Impfung.

UUm  dies  zu  erflahren,  wurden  die  beiden
Thiere  von  Neuem  am  10.  März  1898,  also
nahezu  fünf  Monate  nach  der  ersten  Impfung,
mit  dem  Blute  eines  tsetsekranken  Rindes
infizirt.
        <pb n="1010" />
        Jedes  erhielt  subkutan  fünf  Kubikcentimeter
  defibrinirtes  trypanosomenhaltiges  Blut
eingespritzt,  und  zwei  Hunde  erhielten  in
gleicher  Weise  zwei  Kubikcentimeter.

Beide  Hunde  erkrankten  nach  der  gewöhnlichen
  Inkubationsperiode  und  hatten  Trypanosomen
  im  Blute.  Einige  Wochen  später
sind  sie  verendet.

Die  Rinder  konnte  ich  wegen  meiner  Abreise
  nur  bis  zum  3.  April  untersuchen.  Bis
dahin  waren  sie  vollkommen  gesund  und  hatten
keine  Trypanosomen  im  Blute.  Auch  noch
ein  halbes  Jahr  später  erhielt  ich  die  Nachricht,
  dass  sie  am  Leben  und  gesund  seien.

Als  im  Jahre  1899  Herr  Thierarzt  Schmidt
in  den  Kolonialdienst  trat  und  nach  Dar-es- 



Saläm  ging,  bat  ich  ihn,  sich  nach  den  beiden
gegen  Tsetse  immunisirten  Rindern  umzuschen

und  dieselben  womöglich  nochmals  durch
Impfung  auf  ihre  Immunität  zu  prüfen.  Derselbe
  ist  vor  Kurzem  hierher  zurückgekehrt
und  hat  mir  berichtet,  dass  das  eine  der
beiden  Thiere  nicht  mehr  aulzufinden  war;
vermuthlich  sei  es  geschlachtet.  Das  zweite,
welches  durch  die  eigenthümliche  Färbung
leicht  zu  erkennen  war,  hatte  er  mit  Hülfe
des  im  Versuchsstalle  zu  Dar-es-Saläm  angestellten
  Thierwärters  wieder  ermittelt  und
schreibt  mir  über  die  mit  demselben  angestellten
  Versuche  folgendermassen:

„Das  betreffende  Rind  ist,  soviel  mir  erinnerlich
  ist,  fünf  bis  sechsmal  in  Zwischenräumen
  von  venigstens  vier  Wochen  mit
zehn  Kubikcentimeter  virulentem  Blut  subkutan
  geimpft  worden.  Das  Blut  war  stets
vorher  auf  das  Vorhandensein  von  Tsetse--Parasiten
  untersucht;  es  wurde  direkt  von  der
Jugularis  aufgefangen.  Als  Kontrollthiere
dienten  Rinder  und  Hunde.  Letztere  starben
nach  28  bis  32  Tagen  und  hatten  in  den
letaten  11  bis  18  Tagen  die  Parasiten  im
Blute.  Die  lmpfungen  reichen  vom  Mai  1899
bis  Mai  1900.  Von  da  ab  hat  das  Rind  unter
meiner  Obhut  noch  bis  Januar  1901  gestanden.
Bei  einer  der  Impfungen  entwickelte  sich  ein
Abscess,  der  geoffnet  wurde  und  keine  weitere
Bedeutung  erlangte.  Im  Uebrigen  traten  niemals

  Störungen  im  Allgemeinbelinden  auf.

Gleichzeirig  mit  jeder  lmplung  wurden  dem
szere  grössere  Mengen  von  Blut  aus  der

 

l

Jugularis  entnommen,  um  daraus  Serum  zu
gewinnen,  welches  zur  Behandlung  von  tsetsekranken
  Rindern,  aber  ohne  jeden  Erfolg,
verwendet  wurde.“

Die  Frage,  ob  die  beiden  von  mir  zu
diesen  Versuchen  verwendeten  Rinder  durch
die  vorhergehende  Impfung  von  abgeschwächten
Trypanosomen  immun  gemacht  waren,  muss
nach  den  sceben  berichteten  Thatsachen  bejaht
  werden.  Das  eine  Rind  ist  zwar  nur
ahnähernd  ein  Jahr  beobachtet  worden  und
in  dieser  Zeit  trotz  einer  zweiten  Impfung
gesund  geblieben.  Aber  auch  dies  würde  schon
genügen,  um  das  Vorhandensein  von  Immunitat
zu  beweisen,  da  innerhalb  einer  derartigen
Frist  die  geimpften  Thiere  immer  der  Krankheit
  erliegen  oder  doch  wenigstens  hochgradig
krank  erscheinen.  Das  zweite  Rind  ist  aber
nicht  allein  3¼  Jahre  beobachtet,  sondern
noch  wiederholt  mit  grossen  Mengen  von
wirksamem  Tsetseblut  nachgeimpft  worden.
ohne  dass  es  von  der  Tsetsekrankheit  ergriffen
wurde.  An  der  vollständigen  Immunität  dieses
Rindes  kann  deswegen  nicht  gezweifelt  werden.

Der  Versuch,  eine  Schutzimpfung  gegen
die  Tsetsekrankheit  zu  finden,  ist,  wenigstens
s0  weit  die  von  mir  verwendeten  Thiere  in
Frage  kommen,  somit  vollkommen  gelungen-Trotzdem
  möchte  ich  demselben  keinen  höheren
Werth  beimessen,  als  einem  derartigen  Versuche
  an  wenigen  Thieren  überhaupt  zukommt.
Derselbe  müsste  an  einer  grösseren  Zahl  von
Thieren  und  unter  geeigneten  Modifikationen
wiederholt  werden.  Vor  Allem  müsste  festgestellt
  werden,  ob  die  Rasse  der  benutzten
Rinder  —  es  waren  Exemplare  der  in  Ostafriku
gezüchteten  Zeburasse  —  eine  Kolle  dabei
spielt.  Ferner  wäre  zu  ermitteln,  ob  die  Tbierpassagen
  genau  in  der  Reihenfolge,  wie  in
meinem  Versuche,  durchgeführt  werden  müssen,
oder  ob  nicht  die  Passage  zweckmässig  durch
Hunde  allein  oder  durch  Ratten  allein  zu
gehen  hat,  wie  gross  die  Zahl  der  Passagen
sein  muss,  welche  Mengen  Blut  und  in  welcher-Weise
  zu  verimpfen  sind  u.  s.  wW.

Mein  Versuch  wird  daher  zunächst  vur
die  Anregung  zu  weiteren  derartigen  Untersuchungen
  geben  und  den  Wetg  andeauten,
welcher  mit  Aussicht  auf  Erlolg  zu  bescbreiten
  ist.

 

 

 

edruckt  in  der  Kimiglichen  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Alittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWa,  Kochstrasse  68—y  r#
        <pb n="1011" />
        wichtigen  Materien  auf  andere  Reichsgesetze,  insbesondere  auf  das
Gesetz  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  Bezug  nimmt.  Dazu  kommt,
daß  zahlreiche  Rechtsgebiete,  welche  im  Mutterlande  gesetzlich  festgelegt
  sind,  in  den  Schutzgebieten  ihre  Regelung  durch  Kaiserliche  Derordnung
  finden.

Um  nun  eine  leichte  und  zuverlässige  Uebersicht  über  das
einschlägige  Gesetzes-  und  Derordnungsmaterial  zu  ermöglichen,  hat
das  Reichs-Marine-Amt  die  vorstehende  Susammenstellung  herausgegeben.


Es  handelt  sich  bierbei  nicht  um  eine  bloße  äußere  Aneinanderreibhung
  der  verschiedenen  Bestimmungen,  sondern
um  eine  systematische  Ineinander-Verarbeitung,  indem  im  Rahmen
des  Schutzgebietsgesetzes  bei  jedem  einzelnen  Paragraphen  des.
selben  die  ergeinzenden  Gesetzes=  und  Verordnungsvorschriften  zusammengestellt
  sind.  Kurze  Anmerkungen  mit  Derweisungen
auf  Harallelstellen  und  ein  besonders  ausführliches  Sach.
register  dienen  der  praktischen  Brauchbarkeit  des  Zuches.  Dasselbe
hat  einen  knappen  Umfang  und  ist  für  den  Handgebrauch  nicht
nur  der  Offiziere  und  Beamten,  sondern  auch  der  kaufmännischen
und  sonstigen  Kolonialinteressenten  bestimmt.

 

 

Bestell-Zettel.

D  Uunterzeichnete  bestellt  bei  der  Buchhandlung  von

 

 

 

 

 

 

 

Das  Schute2gebietsgesetz
nebst  seinen  Ergänzungsgesetzen

"owie  der  Kaiserlichen  Uerordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den
deutschen  Schutzgebieten,  und  den  Husführungsbestimmungen  über  die
Husübung  der  Gerichtsbarkeit.

Textausgabe  mit  Sinleitung,  Anmerkungen  und  gachregfeter.

Zum  handgebrauch  zusammengestellt  im
KReschs-Marine-Amt.

(Uerlag  der  Königlichen  Holbuchhandlung  von  E.  s.  Mittler  &amp;amp;  sohn  in  Berlin.)

Exempl.  geh.  M.  1,75.  ..  Exempl.  geb.  M.  2,  50.
Betrag  folgt  anbei  —  ist  nachzunehmen.  (Nichigewünschtes  gefl.  zu  durchstreichen.)
Ort,  Wobhnung.  Datum:  Unterschrift  des  Bestellers:

 

 

 

 

 

 

Gedruckt  in  der  Königlichen  Bofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.
        <pb n="1012" />
        Uerlag  der  Königlichen  hofbuchhandlung  von  E.  s.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  S#  12.
Kochstra#se  08—71.

 

Zu  bezieben  durch  alle  Buchbandlungen.

 

Soeben  erscheint:

Das

Schutzgebietogesetz

nebst

seinen  Ergänzungsgesetzen

sowie

 

der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Rechteverhältniese
in  den  deutechen  Schutzgebieten,  und  den  Huefilrungsbeetimmungen
  über  die  Hueübung  der  Gerichtsbarkeit.

 

extausgabe  mit  Einleitung,  Inmerkungen  und  Sachregister.

 

Zum  Handgebrauch  zusammengestellt
im

Keiche-Marine-Amt.

Preis:  M.  1,75,  geb.  M.  2,50.

it  dem  Jahre  1901  ist  das  grundlegende  Gesetz  des
deutschen  Kolonialrechtes,  das  „Schutzgebietsgesetz“
in  neuer  Fassung  in  Geltung  getreten.  In  kolonialen
Kreisen  wird  aber  auch  jetzt  noch  vielfach  auf  die  Schwierigkeit
des  Verständnisses  dieses  Rechtsgebietes  hingewiesen.  Diese
rührt  daher,  daß  das  Schutzgebietsgesetz  kein  in  sich  geschlossenes,
aus  sich  allein  hberaus  verständliches  Ganze  darstellt,  sondern  in

  

Uebrigen  traten  nie-  die  Anregung  zu  weiteren  derartigen  Unter-Içgemeinbefinden
  auf.  suchungen  geben  und  den  Weg  andevter,
mplung  wurden  dem  welcher  mit  Aussicht  auf  Erfolg  zu  bevon
  Blut  aus  *  der  schreiten  ist.

 

—  —  —  —  —

I#u  chen  llorbuchdruck.  (rei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  n,  Bens  in  nSW,  Kochstrasse  68—71.
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        Soeben  erschien
gleichsam  eine  Vürdigung  der  Miquelschen  Finanz-  und  Steuerpolitik:

 

—————

Dreisgig  Jabre  preussische

——6#
—  .——.—

———

Pinanz--  und  Zreuerpolitik

von

Octavio  Frhr.  v.  TZecllitz-Neukirch,

Seehandlungspräsident  a.  D.

 

 

 

Berlin  1901.
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn

Königliche  Holbuchbandlung
Kochstrasse  08—71.

Näberee  umstebendl!
        <pb n="1014" />
        ist  eine  interessante,  in  charakteristischen
&amp;amp;  Zügen  gehaltene  Studie,  welche  der  Verfasser
als  Ergebniß  seiner  in  beinahe  25jähriger  parlamentarischer
  Thätigkeit  gewonnenen  Kenntnisse  und  Anschauungen
  auf  dem  Gebiete  der  Finanz=  und  Steuerpolitik
hier  veröffentlicht.  Durch  sie  wird  das  Verstän  dniß  für
die  Nothwendigkeit  und  Bedeutung  insbesondere  der
Miquelschen  Steuerreformen  erleichtert  und  in  die  rechte
Beleuchtung  gerückt.

Ein  Menschenalter  ist  verflossen,  seitdem  Preußen  als
Präsidialstaat  dem  Deutschen  Reiche  angehört.  So  eng  seine
finanziellen  Verhältnisse  mit  der  Gestaltung  der  Reichsfinanzen
zusammenhingen  und  so  stark  sie  von  dem  Ausgabebedarf  des
Reiches  und  den  Maßnahmen  zu  dessen  Deckung  beeinflußt
wurden,  hat  sich  die  Finanz=  und  Steuerverfassung
Preußens  doch  in  diesen  30  Jahren  besonders  kräftig
und  selbständig  fortentwickelt.  Die  Staatseinnahmen,
die  Staatsausgaben  und  die  Staatsschuld  gewähren  am
Schluß  der  Periode  ein  ganz  anderes  Bild  als  am  Anfange,
und  der  Entwickelungsgang  ist  reich  an  verschiedenen
Phasen.  In  dem  vorliegenden  Buche  tritt  dies  besonders
klar  zu  Tage.  Die  ministerielle  Thätigkeit  der  preußischen
Finanzminister,  unter  denen  besonders  Camphausen,  Scholz

 

ebrigen  traten  nie-  die  Anregung  zu  weiteren  derartigen  Untercmeinbefinden
  auf.  suchungen  geben  und  den  Weg  andenten,
blung  wurden  dem  welcher  mit  Aussicht  auf  Erfolg  zu  bevon
  Blut  aus  der  schreiten  ist.

 

 

sehen  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Alittier  &amp;amp;  Schn,  Beriin  sW#12,  Kochstranse  68—yr
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        und  Misquel  ihr  Können  in  längerer  Amtsdauer  zu  bethätigen
vermochten,  findet  eingehende  Würdigung,  so  daß  der
Entwickelungsgang  beider  Gebiete  —  der  Finanz-  und
Steuerpolitik,  die  in  getrennten  Abschnitten  behandelt  sind,
—  klar  und  übersichtlich  zum  Ausdruck  kommt.  Wie
zu  erwarten,  nimmt  die

C-lürdigung  des  Finanzministeriums  Miquel

einen  besonders  breiten  Raum  ein;  in  seinem  kritischen
Rückblick  und  Ausblick  übersieht  der  Verfasser  neben  den
glänzenden  Lichtseiten  der  Miquelschen  Finanzverwaltung
keineswegs  auch  die  vorhandenen  Schattenseiten.  Migquels
Verdienste,  die  er  sich  durch  seine  Finanzpolitik  erworben  hat,
sichern  ihm,  in  Verbindung  mit  der  glänzend  durchgeführten
Steuerreform,  in  der  Geschichte  einen  hervorragenden
Ehrenplatz  unter  den  großen  Finanzmännern  Preußens.
Interessant  für  weiteste  Kreise  ist  es,  den  Entwickelungsgang
  der  Grundgedanken,  auf  denen  die  Steuerreform
für  Staat  und  Gemeinde  beruht,  nach  den  Schlußbetrachtungen
  des  Verfassers  zu  verfolgen,  wie  das  Buch
überhaupt  nach  Inhalt  und  Darstellung  sehr  geeignet  ist,
weiten  Kreisen  eine  erwünschte  Uebersicht  und  Aufklärung
  über  die  letzten  30  Jahre  der  preußischen
Finanz=  und  Steuerpolitik  zu  gewähren.

in

Inhalts-Verzeichniß  und  Bestell-Zettel  umstehend.
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Tubaltseverzeichnise.

Vorwort.
Einleitung.
I  Theil.  Staatshaushalt  und  allgemeine  Finanzpolitik.
1.  Periode:  Ministerium  Camphausen.
u.  Die  Staatsausgaben.
b.  Entlastung.
c.  Außerordentliche  Schuldentilgung.
d.  Vermehrung  der  einmaligen  Ausgaben.
Kritische  Schlußbetrachtung.
2.  Periode:  Finanzpolitik  im  Dienste  der  Biömarcschen  Reichsund
  allgemeinen  Politik.
1.  Die  Zwischenministerien  Hobrecht  und  Bitter.
2.  Finanzministerium  v.  Scholjz.
3.  Periode:  1890  und  1900.  Ministerium  Migquel.
II.  Theil.  Steuerpolitik.
1.  Kapitel:  Vorgeschichte.
2.  Kapitel:  Periode  des  Flickwerko.
3.  Kapitel:  Die  preußische  Steuerpolitik  im  Dienste  der  Vie
marckschen  Finanz-  und  Steuerpolitik.
4.  Kapitel:  Steuerreform.
1.  Vorbemerkung.
2.  Reformgesetzgebung  von  1891.
3.  Der  Abschluß  der  Steuerreform  im  Jahre  1893.
5.  Kapitel:  Schlußbemerkungen.

-FBestell-Zettel.  ——

 

 

D  Unterzeichnete  bestellt  bei  der  Buchhandlung  von

in

D’  Jabre  preuseischer
Finanz-  und  Steuerpolitik

 

(  von

Octavio  Frhr.  v.  Zedlitz-Neukirch,
6
1

Seehandlungspräfident  a.  D.

Exempl.  geb.  M.  2,40.  Exempl.  in  Originalband  M.  3.50.
(Uerlag  der  Königl.  Hofbuchbandlung  von  E.  s.  Mittler  8  Sohn,  Berlin,  Kochstr.  02  F1.

 

Betrag  folgt  anbei  —  ist  nachzunehmen.
«  Nichtgewünschtes  gef.  zu  durchstreichen.  1
Ort,  Wobnung  und  Datum:  Unterschrift  des  Besteller::  „

 

Berlin.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  SZohn,  Königliche  Hofluchdruckerei.

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Im  Uebrigen  traten  nieals
  Storungen  im  Allgemeinbelinden  auf.  suchungen  geben  und  den  Weg  andeuten,

 

die  Anregung  zu  weiteren  derartigen  Unterl


zeitig  mit  jeder  Impfung  wurden  dem  welcher  mit  Aussicht  auf  Erfolg  zu  berössere
  Mengen  von  Blut  aus  der

schreiten  ist.

ruckt  in  der  Königlichen  Holbuchdruckerci  von  E.  S.  N  irtler  &amp;amp;  Soho,  Berlin  ———
        <pb n="1017" />
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  </text>
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