387 Nichtamtlicher Teil. Personal · Nachrichten. In dem am 24. Juli d. Is. einer Lungen- entzündung erlegenen ehemaligen Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Wirklichen Geheimen Rat D. Dr. v. Jacobi, hat der Kolonialrat abermals eines seiner ältesten und verdientesten Mitglieder verloren. Excellenz v. Jacobi hat dem Kolonialrat seit dessen Begründung im Jahre 1891 angehört und sich als warmer Freund der kolonialen Sache allezeit mit dem regsten Interesse an den Arbeiten dieser Körper- schaft beteiligt. Sein feines juristisches Verständnis war mit einer richtigen Würdigung der örtlichen Ver- hältussse in den Schutzgebieten verbunden, was seiner Mitarbeit bei den vielfach verwickelten Aufgaben der Kolonialpolitik immer hervorragenden Wert verlieh; noch ganz vor kurzem, bei den Beratungen über die Landfrage in Kamerun, war seiner sachgemäßen Leitung der Ausschußverhandlungen das Hauptverdienst an der Klärung dieser schwierigen Materie zuzuschreiben. In erster Linie war es die Sache der evangelischen Mission, die in dem religiösen, von echter christlicher Nächsten- liebe für unsere Schutzbefohlenen erfüllten Sinne des Dahingeschiedenen immer einen warmherzigen Vertreter fand; der Ehrendoktor der Theologie, der ihm ver- liehen wurde, ist ein schöner Beweis der Anerkennung, die sein Wirken auf den Gebieten der Mission und der Kirche verdiente. Außer dem Kolonialrat ver- liert auch der Beirat für das Auswanderungswesen in dem Entschlafenen einen hervorragenden Mitarbeiter. In einem Alter, das sonst dem Ausruhen von der Arbeit gewidmet zu werden pflegt, ist Excellenz v. Jacobi nie müde geworden, seine Kräfte in den Dienst vaterländischer und gemeinnütziger Ziele zu stellen, und auch die kolonialen Kreise werden sein Andenken dankbaren Herzens in hohen Ehren halten. Namens der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes legte deren Direktor, Dr. Stuebel, als Zeichen der Ver- ehrung einen Kranz am Sarge des Dahingeschiedenen nieder. Deutsch -stafrika. Dem Bezirksamtmann v. Winterfeld in Dar- es-Salam ist die Stelle eines Reserenten bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch= Ostafrika übertragen worden. Der Koöniglich sächsische Forstassessor Eckert hat die Ausreise, der Steuermann Neumüller die Wiederausreise nach Deutsch-Ostafrika angetreten. Der Schiffszimmermann Lütge ist in Deutsch- Ostafrika eingetroffen. Der Brunnenbohrmeister Lowitsch ist aus dem Dienst des Schutzgebiets Deutsch-Ostafrika ausgeschieden. Mit Heimatsurlaub find am 19. Juli 1903 in Neapel eingetroffen: Stabsarzt Dr. Brückner, Feld- webel Fleischmann und Sanitätssergeant Luds- zuweit. Die Wiederausreise in das Schutzgebiet haben angetreten: ab Hamburg am 15. Juli 1903 Feld- webel Bast, ab Neapel am 17. Juli 1903 Ober- leutnant Freiherr v. Reitzenstein und Feldwebel Richter. Der auf Heimatsurlaub befindliche Oberleutnant v. Parisch ist am 24. Juli 1903 zu Falkenstein im Taunus an Lungentuberkulose verstorben. Derselbe gehörte vor seinem am 26. Juli 1901 ersfolgten UÜbertritt zur Schutztruppe dem Königlich württem- bergischen Kontingent an und stand daselbst bei dem Dragoner-Regiment Königin Olga (1. Württember- gischen) Nr. 25. Nach einem aus Dar-es-Saläm hier eingegan- genen Telegramm ist Leutnant Pfeiffer am 5. Juli 1903 in Ischangil-Usumbura von einem Etesanten getötet worden. Er gehörte vor seinem I. Oktober 1899 erfolgten Ubertritt zur Schuptruppe dem Füsilier-Regiment Königin (Schleswig-Holstein- schen) Nr. 86 an. Ramerun. Der Gerichtsassessor Wolff ist in Kamerun eingetroffen. Cogo. Der Stationsleiter Wirthschaft in Togo ist an Leberabsceß verstorben. Lüdwestafrika. Der Referent für das deutsch-südwestafrikanische Schutzgebiet, Tecklenburg, hat das Schutzgebiet mit Heimatsurlaub verlassen. Die Wiederausreise bezw. Ausreise in das Schutz- gebiet haben am 30. Juli 1903 von Hamburg aus angetreten: Leutnant Frhr. v. Woellwarth-Lau- terburg, Sanitätssergeant Fischer, die Sanitäts- unteroffiziere Treptow, Klebe, Poeschl und Abels gen. Blauerb. Deutsch-Neu-Guinea. Der Landwirt Reichel ist in Salpan eingetroffen. 3