— 528 Sambesi sind ungeheure Eisenerzlager entdeckt worden. Das Kapital für die Linie Sambesi— Kafue ist vorhanden. (Nach einem Bericht des kolonialen Beirats in London.) Einrichtung eines Automobil-Fahrdienstes in Dortugiesisch-Westafrika. Das portugiesische Ministerio dos Negocios da Marinha e Ultramar hat dem Conde de Vizella, in Porto wohnhaft, das ausschließliche Recht zur Per- sonen= und Güterbeförderung mit Automobilen auf bestimmten Straßen des Loanda= und Lundadistrikts übertragen. Die Dauer dieser Vergünstigung ist auf fünfzehn Jahre bemessen worden, innerhalb welcher Zeit dem Konzessionsinhaber auch das Vorrecht der Einrichtung ähnlicher Beförderungsmittel auf anderen Straßen der genannten Distrikte vor jedem Dritten eingeräumt wird. Der Hoöchsttarif stellt sich, wie folgt: Für Be- förderung von Personen: 100 Reis pro Kilometer, für Beförderung von Waren 333,3 Reis pro Kilo- meter und Tonne oder 90 Reis pro Kubikmeter. Die Beförderung der Postsachen hat unentgeltlich zu geschehen. Der Konzessionär übernimmt die Ver- pflichtung, den Fahrdienst auf der Straße von Lucalla nach Quissol binnen drei Monaten aufzunehmen. (Nach Diario do Governo, Lissabon.) Solltarifänderungen für Manica und Sofala. Durch ein Dekret vom 25. Juli 1903 ist der Zoll auf „Nahrungsmittelkonserven aller Art (mit Ausnahme des Zuckerwerks) in Blechbüchsen, Schach- teln, Töpfen und Flaschen, luftdicht verschlossen und in dieser Aufmachung in den Handel gebracht, ein- schließlich des Gewichts der Umschließung“ bei der Einfuhr in die Gebiete von Manica und Sofala (Portugiesisch-Ostafrika) von 80 Reis auf 70 Reis herabgesetzt worden. Warenabsatzverhältnisse in Lagos. Der Gebrauch von aus Belech hergestellten, ver- zinnten oder emaillierten Hausgeräten und sonstigen Gegenständen verbreitet sich in Lagos immer mehr; sie ersetzen die Tongefäße einheimischer Fabrikation. Die am meisten gekauften Artikel sind verzinnte Becken und Blechschalen im Durchmesser von 9 bis 10 Zoll. Weißblechlöffel und kleine Weißblechlampen sind gleichfalls für den Handel in Lagos von Wich- tigkeit. An Steingut und Porzellan wird außer den gewöhnlichen Gebrauchsgegenständen für Weiße noch viel Tischgeschire von minderwertiger Qualität in verschiedenen groben und vielfarbigen Mustern im- portiert. Diese Artikel werden meist nur von den Eingeborenen in der Stadt Lagos gebraucht. Die Landbewohner geben den emaillierten oder verzinnten Gegenständen den Vorzug. Bijouterien von gerin- gerer Güte, namentlich minderwertige Schmuckgegen- stände aller Art, werden im Kleinhandel feilgeboten und von den Eingeborenen viel gekauft. Von Perl- behängen führt England größere Mengen ein, welche hauptsächlich deutschen und österreichischen Ursprungs sind. Der Wert derselben belief sich im Jahre 1901 auf 13 600 #L. Der Preis schwankt je nach Qualität und Größe der Behänge, die besonders von den Haussafrauen getragen und daher mehr für den Binnenhandel als für den Küstenhandel bezogen werden. Armbänder, besonders solche aus Glas. sind unter den männlichen Eingeborenen sehr ver- breitet, bevorzugte Farben für dieselben sind indigo- blau und dunkelgrün. Diese Armbänder aus Glos mit dreieckigem Durchschnitt werden stets oberhalb des Ellbogens getragen. Seit einiger Zeit werden auch Armbänder aus emailliertem Eisenblech von denselben Farben wie diejenigen aus Glas eingeführt und gekauft. Der Preis der Glasarmbänder beläuft sich durchschnittlich auf 9 Denar für das Stück. Der Handel mit Uhren ist fast ausschließlich in den Händen der in Lagos ansässigen Syrer und Italiener. Die Einfuhr beschränkt sich meistens auf Uhren von ge- ringerer Güte und dementsprechenden Preise, wie Weckeruhren, Nickeluhren mit Ketten und Berlocken usw. Die feinen Uhren würden infolge des hohen Preises nur einen geringeren Absatz finden. Die Eingeborenen kaufen nur billige Uhren, deren Außeres aber recht ins Auge fallen muß. Im Handel mit Messerwaren sind bessere Artikel weniger von Bedeutung, während solche geringerer Güte von den Negern sehr viel gekauft werden. Es kommen die verschiedenartigsten Taschen= und Federmesser zur Einfuhr, und sie finden alle ihre Abnehmer, vorausgesetzt, daß der Preis niedrig gehalten ist. Der Wert der Einfuhr betrug im Jahre 1901 1914 E. Die Faktoreien verkaufen sowohl rohe und zubereitete Farben als auch Ole und andere Ingredienzien, welche zur Farbebereitung notwendig sind, außerdem Pinsel und Loackfirnis. Die hauptsächlichsten Abnehmer sind die Schifahrt. gesellschaften, während die Eingeborenen sich z Überstreichen ihrer Boote (Pirogen) besonders * Pflanzenteers und des Pechs bedienen. Diese Pro- dukte finden ebenfalls bei der Herstellung der Gebäude als Anstrich Verwendung. An Erzeugnissen der Chemie kommen für Lagos außer pharmazeutischen Produkten verschiedene Drogen in Betracht. Zu diesen gehören: Schwefel, Kupfersulfate, Wismutoxyd und Bleiglanz, mit deren Verwendung die Einge- borenen vertraut sind. Die Verwendung des Zements im Baufach scheint sich über ganz Lagos zu verbreiten. Große Mengen werden in letzter Zeit für Rechnung der Kolonialregierung eingeführt, und außerdem liefern England und Deutschland jährlich mehrere tausend Fässer, obgleich der Verdienst an diesem Produkt nur gering ist. Die Faktoreien verkaufen das Faß zu 14 bis 15 Schilling. Von Baumate- rialien werden die verschiedensten Sorten nach Lagos