— 127 — Whinte für Mais und Getreide in Rietfontein in Aussicht genommen. s Die Gesellschaft hat auch auf dem Gebiete der H#rauhenzucht in Otavifontein Versuche angestellt. Gise haben aber ergeben, daß die Ernährung der otrauße im Kraal große Schwierigkeiten bereitet, #a fie in der Auswahl des Futters sehr wählerlsch MW# Neuerdings ist in Otavifontein Luzerne, das chlingsfutter der Strauße, gesät worden, und durch die Hoffnung vorhanden, bessere Resultate auch auf dem Gebiete der Straußenzucht zu erzielen. Deutfsch-Meu-Guinra. Vericht des Ralserlichen Statlouschefs Boluminen über den Bezir Ueu-Mecklenburg. (Hierzu 4 Abbildungen.) Als im Jahre 1899 die Übertragung der Hoheits- achte des Schutzgebiets von Deutsch-Neu-Guinea saen der Neu-Guinea-Kompagnie auf das Reich er- . cgte, stellte sich die dringende Notwendigkeit heraus, er den beiden Bezirken Neu--Pommern mit Her- ##uböhe als Sitz des Gouverneurs und Friedrich- Elhelmshafen in Kaiser-Wilhelmsland einen dritten tütpunkt in dem Nusa-Fahrwasser zu errichten. di Es ist ganz selbstredend, daß zu der Zeit, in der Neu- Guinea-Kompagnie die Oberhoheitsrechte ic übte, nicht zu viel verwaltet werden durfte, sollten Privatinteressen der Kompagnie nicht mit denen ——. Firmen in Widerspruch geraten. Jeder Verter der Verhältnisse wird weder der Direktion in in noch den Leitern draußen seine Anerkennung hüten können für die Geschicklichkeit und Besonnen= mier mit der Härten nach allen Richtungen hin ver- eden wurden. Ganeu · Meclenburg Neu-Hannover, Fischer- und g ner= und Garrit Dennys-Inseln, zwischen dem zund 153. Grad östl. Länge und dem 2. und wen rad südl. Breite gelegen, waren außerordentlich us belannt, da die Eingeborenen sich stets sehr — gezeigt hatten und mit Recht für voll- nne Kannibalen galten. Eine Anzahl europêischer gebor er war in dem letzten Jahrzehnt von den Ein- edinen getötet worden, und häufig wurden Straf- * itionen durch S. M. Schiffe oder die Truppe En Herbertshöhe nach dort unternommen, um den bringe brenen Achtung vor der Verwaltung beizu- —* n. Erfahrungsgemäß indessen haben derartige nicht i6 nur einen sehr vorübergehenden Wert, und bgon elten rächen sich die Leute unmittelbar nach lchen des betreffenden Schiffes an den vermeint- dem Morranlassern der Strafexpeduion. Von dauern- chüen kann in solchen Verhältnissen nur die in der 20 einer Regierungsstation sein, die jederzeit age ist, den Fall zu beurteilen und eventuell strafend einzuschreiten. Bereits bestehende Handels- interessen, europäische Niederlassungen und der Um- stand, daß dieser große Inselkomplex ein außer- ordentlich wertvolles Anwerbegebiet bereits seit Jahren vorstellte, rechtfertigte vollkommen den Entschluß der Regierung, dort einen Verwaltungssitz zu errichten. Ich halte es für notwendig und nicht uninteressant, des näheren auf die Bewohner des Bezirks einzu- gehen, bevor ich mich über die Tätigkeit der Ver- waltung und die Maßnahmen derselben in dem Be- treiben einer erfolgreichen Eingeborenenpolitik auslasse. Die Neu-Mecklenburger sind Papuas und, wie bereits eingangs erwähnt, vollständige Kannibalen. Durchweg groß und kräftig gebaut, erscheinen sie nicht nur für das Kriegshandwerk und die Jagd wie ge- schaffen, sondern haben sich auch sehr gut als Plan- tagenarbeiter bewährt. Als Diener im Hause sind sie, besonders zwischen dem 10. und 14. Lebensjahre, ausgezeichnet, und in dieser Zeit zeigen die kleinen Burschen auch ein dem Eingeborenen gewöhnlich fremdes Gefühl der Anhänglichkeit und Dankbarkeit. Von dem 15. Jahre an treten die Interessen an den Stammesangelegenheiten derartig in den Vorder- grund, daß es angezeigt ist, den Heranwachsenden Arbeit außer dem Hause anzuweisen. Der erwachsene Neu-Mecklenburger zeigt die geringen Tugenden und großen Fehler der übrigen Papuas. Letztere viel- leicht wegen seiner durchschnittlich höheren Intelligenz in verstärktem Maße. Das Häuptlingswesen ist nicht stärker ausgeprägt als in Neu-Pommern usw. Körperliche Kräfte und Besitz von Eingeborenengeld gelten außerordentlich viel. In den fortwährenden Kriegen, in denen das Land sich zerfleischte, konnte ein starker Krieger leicht zu Geld kommen, wenn er viel Feinde erschlug. War der Kampf vorüber, wurden die Freunde zum Schmause eingeladen und mußten gehörig Tapsoka (Muschelgeld) für diesen Genuß bezahlen. Man stelle sich nun nicht etwa vor, daß nur die erschlagenen Felnde gegessen wurden, sondern alles, ohne Unterschied, auch Kriegsgefangene, Weiber und Kinder, nachdem dieselben mit raffinierter Grausamkeit getötet waren. Im allgemeinen gibt der Eingeborene dem Guerillakrieg den Vorzug, auch bei Kämpfen untereinander, und selten wird ein Stamm geschlossen gegen den andern vorgehen. Ein Überfall auf ein geschlossenes Lager, wie im Falle Menke auf St. Mathias, gehört zu den größten Seltenheiten. Eine gewisse Sicherheit für den europälschen Bewohner Neu-Mecklenburgs bestand früher in der völligen politischen Zersplitterung des Landes, die noch vor einigen Jahren zu häufigen und blutigen Kämpfen führte. Ein richtiges Bild von dieser inneren Zerrissenheit gewinnt man durch das Studium der Sprache, die eine Anzahl völlig voneinander verschiedener Dialekte ausweisst. Der Bewohner von Käwieng versteht den Keisudialekt nicht mehr. Der Lanandiolekt, 12 Meilen von Keisu, wird von dem