— 6 — Oberst Deimling schlug in diesen Tagen die Simon-Kopperleute südlich Gochas und darauf die vor Meister zurückgegangenen Witbois. Infolge von Verpflegungsschwierigkeiten und Wassermangel sowie wegen der unter den Pferden, Eseln und Maultieren auftretenden Sterbe konnten diese Erfolge am Auob nicht in dem Maße ausgenutzt werden, wie es wünschenswert gewesen wäre. Gegen die Nord-Bethanier war die Abteilung von Iwehl vorgegangen und hatte dieselben am Hudup und Geitsup unter beträchtlichen Verlusten beim Gegner geschlagen und nach Süden gedrängt. Morenga stand in den Karas-Bergen, und ein Hottentottenbastard Morris mit einer Anzahl Bondelszwarts machte die Umgegend von Warmbad und das Gebiet am Oranjefluß unsicher. Die Operationen gegen diese Bandenführer hatten unter besonders großen Verpflegungsschwierig- keiten zu leiden, so daß eine Zeitlang die Unternehmungen gegen sie eingestellt werden mußten und erst im März dieses Jahres wieder aufgenommen werden konnten, zu welcher Zeit beide bei Nurudas im Mittelpunkt der Karas-Berge stehen sollten. Unter Leitung des Obersten Deimling wurde der Angriff gegen die vereinigten Morenga und Morris von den Abteilungen von Kamptz, von Koppy und Kirchner konzentrisch ausgeführt. Major von Lengerke rückte — nach Abtrennung der Abteilung Kirchner — von Koes, wo er zur Verhinderung einer Vereinigung dieser Gegner mit den Witbois gestanden hatte, südlich und nahm östlich der Berge in der Gegend Kouchanas Aufstellung, um ein Ausweichen nach Osten über die englische Grenze nach Möglichkeit zu verhindern. von Koppy traf von Süden in der Nurudas-Schlucht auf Morris, schlug ihn im Verein mit von Kamptz, welcher von Westen und Norden in die Schlucht einmarschierte. Die Abteilung Kirchner traf am Nordrand der Berge auf die Hauptstellung Morengas und hatte hier ein schweres Gefecht bei Kotis, in welchem ihr Führer fiel. Morenga wurde zersprengt, zog sich später vor der Abteilung von Kamptz zurück und wurde am 19. Mai durch Hauptmann Liebert über die englische Grenze gedrängt, ist aber bereits wieder auf deutschem Gebiet an der Ostgrenze. Inzwischen war die Abteilung des Majors von Estorff im Nossob-Tal nach dem Süden gegen die Witbois herangezogen werden. Vereinzelte Vorstöße scheiterten an Wassermangel, die Abteilung stand nach Vereinigung mit Major Meister und Verbindung mit Major von Uthmann am Nossob und Auob in dem Abschnitt Aminuis -Awadaob—Nunub-Stamprietfontein - Gochas-Haruchas. Hendrik Witboi hat sich nach den Gefechten bei Groß-Nabas auf englisches Gebiet zurück. gezogen. Die nach den Angaben Gefangener beabsichtigten Einfälle desselben in deutsches Gebiet auf Aminuis und die Gegend am Auob sind bis jetzt nicht erfolgt. Er sollte bei Lehutitu, etwa 200 km östlich der Grenze, stehen. Später wurde er etwa am Schnittpunkt des Nossob-Flusses mit der Grenze gemeldet, weshalb Major von Estorff von Nunub auf Stamprietfontein vorrückte und die Abteilung des Majors Täubler von Keetmanshoop auf Kiris vorging. Nach den letzten Meldungen jedoch soll Witboi noch bei Lehutitu sein. Samuel Isaak, welcher in dem Dreieck Nuis —-Tses-Persip versprengte Hottentotten gesammelt hatte, entzog sich einem Angriff der Abteilung von Hornhardt, indem er ebenfalls nach Osten der Grenze zu auswich. Die Abteilungen Täubler und Baumgaertel folgten von Norden dem in die kleinen Karas- berge zurückgewichenen Cornelius. Von Süden ging Hauptmann von Koppy gegen diesen Feind vor, schlug ihn am unteren Fischsluß und hat Befehl, südlich bis zum Oranjefluß durchzustoßen. Die Kompagnie von Iwehl geht mit ½ Batterie Stuhlmann auf Warmbad vor, hat Verbindung mit Koppy und soll die Rückkehr des auf den Inseln im Oranzjefluß sitzenden Morris in deutsches Gebiet verhindern. Die Abteilung von Kamptz steht in der Linie Kais -—Dawignab zum Schutz der Ostgrenze. Kleinere Banden zeigen sich im Bethanier- und Bersabagebiet. Unternehmungen gegen dieselben sind im Gange. Da Generalleutnant von Trotha eine Rückkehr der Witbois in deutsches Gebiet vor Wieder- beginn der Regenzeit für ausgeschlossen hält, so wurde von ihm die auf Kiriüs vorgeschickte Abteilung Täubler nach Keetmanshoop zurückgezogen.