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        <title>Deutsches Kolonialblatt. XVIII. Jahrgang, 1907.</title>
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            <idno>kbl_1907</idno>
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        Deutsches
olonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee.

Herausgegeben

im

Reichs-Rolonialamt.

 

XVIII.  Jahrgang  1907.

 

 

 

 

 

Berlin  1907.

Verlag  von  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn
Königliche  Hofbuchhandlung
Kochstraße  6#  1.
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        Einteilung.

Seite
Gesetze,  Verordnungen,  Erlasse  der  Reichsbehörden  und  Literarische  Besprechunen  XIX
Behörden  der  deutschen  Schutzgebiete,  Nachrichten  aus  den  I  Literatur-Verzeichnis..........  XXII
deutschen  Schutzgebieten  und  andere  darauf  baözügliche  Illustrationen  und  Karen  XXII
Mitteilungen:  Seite  Besondere  Beilaogen  XXIII

Allgemeines..  iIHI  Verzeichnis  der  in  den  Nachrichien  aus  den

Ostafrika.  V.  deutschen  Schutzgebieten  vorkommenden  Länder:,

Kamernrn  V1  Orts=  und  Volksnamen:

Togo..  Vvi1III  Ostafriia..  XXIV
Südwestafrika  ....  X  Kamerun...  ..  .  .  XXVII
Neuguinea,  einschlietluch  Karolinen,  Marianen,  Togo..w  XXI
Marschall-Inseln  und  Palau..  .  kElI  Südwestafrika  ..  .  .  XXXII

Samoa  .  ..  ..  .  .  .  XIII  Neuguinea,  einschl.  Korolinen,  Marianen,
Aus  dem  Bereiche  der  Mmisstonen  ud  der  Anti-  Marschall-Inseln  und  Palau.  .  .  .  XXXV
sklaverei-Bewegung  .  .  XIV  Samon  ..  .  .  XXXVII
Aus  fremden  Kolonien  und  Produllionsgebielen  .  XIV  Namen-Verzeichnis..  XXXVIII
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        Inhalts-Verzeichnis.
Die  mit  einem  versehenen  Artikel  sind  amtliche  Bekanntmachungen  usw.
(Die  am  Schluß  stehenden  Zisfern  bezeichnen  die  Seitenzahlen.)

Gesetge,  Verordnungen,  Erlasse  der  Reichsbehörden  und  Behörden  der  deutschen  Schutzgebiete.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten

Allgemeines.
Aufteilung  Afrikas,  Die  —  Vom  Geheimen  Nat  und
Professor  an  der  Universität  Berlin  Dr.  Schäfer.  1001
Ausstellungen.  Deutsche  Armee-,  Marine=  und
Kolonial--Ausstellung,  Berlin  1907  37,  90,  638
Baum  w  o  II.  Ko  greß  siehe  Kolonial-  Wirtschaftliches
omit

Baum  wotkkultur  Fabrikate  aus  bru:  Kolonialbaumwolle


—.—  Baumwolle  in  den  deutschen  Kolonien  .  261

—.—  der  Großherzog  von  Sachsen  und  die  Baumwollfrage
  in  den  Kolonien  323

—.—  Deutschlands  Import  von  anw
dukten.

—.—  Spindelzahl  und  VBaumwollverbrauch  in  den
Baumwollfabriken  der  Welt  1906/07  1022

—.—  Baumwollbau-Bewegung  110

—.—  Ein  Appell  an  die  deutsche  Boumwollindusrie  1217

Bekanntmachung  855

*Bergwesen.  Verfügung  ves  Auswärtigen  Amus,
Kolonial-Abteilung,  betr.  Erteilung  einer  Sonderhorechtigung
  zum  Schürsen  und  Bergbau.  Vom

Oktober  1906

*—.—  Verfügung  des  Auswärtigen  Amis,  nolonial-Abteilung,
  betr.  Erteilung  einer  Sonderberechtigung
  auf  Schürfen  und  Bergbau.  Vom
19.  Februar  1907  280

*.  Verfügung  zur  Ausführung  der  Kaiserlichen
Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und  Südsee-Schutzgebiete
  mit  Ausnahme  Deutsch-Südwestafrikas
  vom  27.  Februar  1906  eichr  Gesebol
S.  363)  vom  26.  Juli  1906.

Berichtigung  ·
Bremer  Kolonial-  Handelsgesellschaft  (worm.
F.  Oloff  u.  Co.,  Aktiengesellschaft.)
il  Afrikanische  Bergwerks  Gesell-5

schaft.  Auszug  aus  dem  Geschäftsbericht  der  —
—.—  Auszug  aus  dem  Geschäftsbericht  vom  1.  April
1906  bis  zum  31.  März  1907  der  —

.  1190

957

1112

2  Kakao-Kultur.

und  andere  darauf  bezügliche  Oittellungen.

Etats.  Die  Etats  der  Schutgebiete

Handel  zwischen  Deutschland  und  den  portugiesischen
Kolonien  in  Afrika

—.—  Deutschlands  Ein=  und  Ausfuhr  einiger  wichtiger
  Waren  in  der  Zeit  vom  21.  bis  31.  Juli
und  im  Monat  Juli  1907=—.—

  Deutschlands.  Import  von  Vauniwollsaatpro
dukten.

Handelskammern.  Aus  dem  Zehrerberie  ver
Hamburger  Handelskammer

Jagd.  „Bilte  an  alle  Jäger  in  Afrita-  .  .
Kaffee-  Kultur.  Die  Kassee-Welternte  des  Jahres
1905/06

Weliernte  und  Weltwerbrauch  von

Kakao  10;

Kolonial-Gesellschaften.

—.—  Bremer  Kolonial-Handelsgesellschaft

—.—  Central-Afrikanische  Bergwerks-Gesellschaft.

—.—  in  Ostafrika:
Ostafrika-Kompagnie  .
Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschafl  .
Deutsche  Agaven-Gesellschaft  .
OstasrilanischeGesellschast«Südli·iste«..
Westdeutsche  Handels-  und  Plantagen·  de.

sellschaft

Nheinische  Handei-  Plantagen-  dejellihan
Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft

—.—  in  Kamerun:

Gesellschaft  Nordwest-Kamerun
Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft  E.  .  0)  in
Berlin  ,  657,
Moliwe-  Pflanzungs-  Gesellchafte
„Debundscha-Pflanzun““
Westafrik.  Pflanzungs-  Gerufool  v
Gesellschaft  Süd-Kamerun.
—.—  in  Togo:
Pflanzungsgesellschaft  Kpeme
Deutsche  Togo-Gesellschaft
Agu-Pflanzungsgesellichaft

640
957

639

98

1010
487
494
866

1218

866
896
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        Kolonial-Gesellschaften  in  Südwestafrika:
Siedelungsgesellschaft  für  Deusch-Sübwest
afrika

afrika
—.—  in  Neu-Guinea  usw.
Neu-Guinea-Kompagnie
Jaluit-Gesellschaft  ..
Deutsche  Handels=  und  2  *
der  Südsee-Inseln
—.—  in  Samoa:
Safata-SamoaGGesellschaft
Kolonial-Hauptkasse.  -  fuhrt  Be—
zeichnung  —  .
Kolonialpolitik.  Kaufmännische  —.
Koloniale  Preßstimmen
—.—  Auf  der  Suche  nach  Steinkohle  in  Neupommernn

—.—  Ein  indisches  Blati
politik
—.—  Die  wirtschastliche  Grundlage  der  Kolonialbewegung.
  (Mitteilungen  der  Deutschen
Kolonialgesellschaflt)

—.—  Aufsatz  über  Deutsch-  Südwestafrika  aus  dem
holländischen  Blatt  „De  Transvaaler“.
Kolonialverwaltung.  Allgemeine  Bestimmungen,

betressend  die  Vergebung  von  Leistungen  und
Lieferungen  im  Bereiche  der  Kolonialverwaltung,
gültig  vom  1.  April  1907  .  .
*Kolonialverwaltung.  Vorschriften  der  —  über
Lieferung,  Verpackung  und  Versendung  von  amtlich
  bestellten  Bedarfsgegenständen  für  die  deutschen
Schutzgebiete  in  Afrika  und  der  Südsee.
Geltung  seit  1.  April  1907.
Kolonialwesen.  „Zielpunkte  des  Deuhschen  Kolonialwesens.“
  Zwei  Vorträge,  gehalten  von  Sr.
Exzellenz  dem  Herrn  stellvertretenden  Kolonialdireltor,
  Wirklichen  Geheimen  Rat  Dernburg
—.—  Die  koloniale  Aufklärungsarbeit.  I.  „Über
koloniale  Erziehung“.  Vortrag  Sr.  Exzellenz  des
Herrn  stellvertretenden  Kolonialdirektors  Wirklichen
  Geheimen  Rats  Dernburg,  gehalten  in
München  am  21.  Januar  1900K  .
—.—  II.  „Weltlage  und  Kolonialpolitik“,

über  unsere  Kolonial-Vortrag



des  Geheimen  Rats  und  ordentlichen  Professorsan

  der  Berliner  Universität,  Herrn  Dr.  Schäfer,
gehalten  in  der  Versammluns  am  8.  dan
1907  113—
—.  —  III.  „Volkswirtschaft  und  Kolonialpolitik“.
Vortrag  des  ordentlichen  Professors  an  der  Berliner
  Universität,  Herrn  Dr.  Sering,  gehalten  in
der  Versammlung  am  8.  Januar  1907
—.—  „Koloniale  Finanzprobleme“.  Vortrag  Sr.
Exzellenz  des  Herrn  stellvertretenden  Kolonialdirektors
  Wirklichen  Geheimen  Rats  Dernburg,
gehalten  in  Frankfurt  a.  M.  am  3.  Februar  1907

432—

115—

IV.

.  9
Deutsche  wwylgekuliant,  *  Sidven
.  1009

526
529

680

268
698

91

137

270

442

711

57.  74

106—113

115

119

151—159

Personal-Nachrichten.

 

Kolonial-Wirtschaftliches  90,  133,  186,  269,  377,
419,  443,  486,  523./599,  678,  693,  766,  825.  892,
910,  1009,  1011,  1061,  1100—1113,  1217,  1218
—.—  Winke  für  Anans=  und  Bananenverwertung  530
—.—  Eine  botanische  Studienreise  nach  Java  678,  957
—.—  Die  Mangrove  und  ihre  Verwendung  .  892
Kolonial-Wirtschaftliches  Komitee.  Allerhöchste
Anerkennungsschreiben  an  das  Kolonial-Wirtschaftliche
  Komitee
—.—  Frühjahrstagung  des  Kolonial-  Wirschaftichen
Komitees
—.—  Der  IV.  Internationale  VBaumwollkongreß  und
das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komite  592
Kursverzeichnis.  Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Vankhause  von  der  Heydt  u.  Co.
382,  426,  491,  547.  604,  652,  703,  788,  831,
880,  915,  978.  1032,  1080,  1131,  1177,  1241
Landesvermessung.  Eingeborene  im  kolonialen
Landesvermessungsdienst
Lieferung,  Verpackung  usw.  siehe  Koloniatverwaltung.

Mangrove  und  ihre  Verwendung  siehe  Kolonial=Wirtschaftliches.

Missionswesen.  Missionsärzte  deutscher  Missionsgesellschafen
  40,  41
—.—  Eovangelische  Missionen
—.—  Missions-Nachrichten  .
Moskiten.Anophelesmoötiten.  .  .  .377
WPersonalien.  2,  53,  101,  145,  197,  236,  283,
330,  387,  431,  503,  558,  610,  656.  722,  793,
855,  882,  918,  998,  1036,  1085,  1134,
4,  55,  104,  149,  199,
239,  285,  333,  389,  442,  513,  565,  614,  657,
723,  794,  861,  883,  920,  999,  1038,  1086,  1135,
Pessfimismus.  Unberechtigter  —  ..
Postalisches.  Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen
Schutzgebieten  44,  95,  141,  190,  231,  273,  326,
380,  424,  489,  545,  603,  651,  702,  786,  829,.
878,  913,  977,  1030,  1078,  1129,  1175,
—.—  Taxen  für  Briefsendungen  von  Deutschland
nach  den  deutschen  Postanstalten  in  Marocco  1172
Postdampfschiffsverbindungen  nach  den
deutschen  Schutzgebieten  42,  93,  139,  188,
229,  271,  324,  378,  422,  487,  543,  601,  649,
700,  784,  827,  876,  911,  974,  1028,  1076,  1127,.
1173,  1236
Rechtspflege.  Ubersicht  über  die  Geschäfte  der
Kaiserlichen  Gerichte  in  den  Schutgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  während  des  Kalenderjahres  1906
982—998
Reden,  Zwei,  Seiner  Enzellenz  des  Herrn  Staatssekretärs
  des  Reichs-Kolonialamts  Dernburg  über
seine  Reise  nach  Deutsch-Ostafrika  1195—1
Reichsdienstflagge.  Führung  der  —  siehe  Verordnungen.

WReichs-Kolonialamt.  Allerhöchste  Ordre,  betreffend
  Errichtung  des  Reichs  Kolonialamts  vom
I17.  Mai  1907

1186

1190

1239

 

493.
        <pb n="5" />
        *Reichs-Kolonialamt.  Allerhöchste  Ordre  betreffend
die  Stellvertretung  des  Reichskanzlers  im  Geschäftskreise
  des  Reichs-Kolonialamts  vom  17.  Mai  1907  494
#—.—  Ernennung  des  Wirklichen  Geheimen  Rats
Dernburg  zum  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts

  494
—.—  Allerhöchste  Ordre,  betressend  die  Vertretung
des  Staatssekretärs  des  Reichs-Kolonialamts  vom
23.  Juni  1907)  705
Reiseberichte,  Expeoitionen.  r
rine-Expedition  190709  795
—.—  Eine  englische  Expedition  in  Süd-  Nigeria  .  906
Schiffsbewegungen.  95,  191,  231,  270,  326,

381,  425,  490,  545,  787,  829,  879,  914,  1031,
1078,  1129,  1175,  1239

Schiffsverkehr.  Verkehr  deutscher  Schiffe  in  ausländischen
  Häsen  während  des  Jahres  1906  323,

420,  541,  600,  695,  874

—.—  Die  neue  deutsche  Dampferlinie  nach  den  Häfen
des  persischen  Golfes

—.—  Erhöhung  der  überfahrtspreise  der  ostasiati
schen  und  australischen  Reichspostdampfer-Linie

Schustruppe,  Kaiserliche.  Allerhöchste  Ordre,
betressend  die  Pensionierung  und  Anrechnung  von
Kriegsdienstjahren  vom  30.  Januar  1907

*—.—  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die
Einführung  dunkel  gefärbter  Degen=  und  Säbelscheiven
  für  die  Schutztruppen  vom  2.  März  1907  279

Studienreise  siehe  Kolonial-Wirtschaftliches.

Toeche-Mittler,  Dr.  Th.,  70.  Geburtstag  905

Verein  für  Volkswirtschaft  und  Gewerbe,  der  —  1125

Verfügungen  (siehe  auch  Bergwesen,  Schutztruppe).

*—.—  Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts,  betreffend
  die  Anwendung  körperlicher  Züchtigung
als  Strafmittel  gegen  Eingeborene  der  afrikanischen
  Schutzgebiete  vom  12.  Juli  19007)

Verordnungen  siehe  Reichs-Kolonialamt,  Schuß
truppe.

—.—  Verordnung  des  Neichskanzlers,  betressend  die
allgemeinen  Feiertage  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  vom  12.  April  1907

*  —.  Verordnung  des  Neichskanzlers  zur  Erganzung
der  Vorschristen  vom  31.  Mai  1901,  betreffend
den  Urlaub,  die  Stellvertretung,  die  Tagegelder,
Fuhr=  und  Umzugskosten  der  Landesbeamten  in
den  Schutzgebieten  mit  Ausnahme  von  Kiauntschou
  vom  18.  Juli  1907

*  .  Allerhöchste  Verordnung,  betr.  Abanderung
der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  8.  November
1892  über  die  Führung  der  Reichadiensislage.
vom  9.  Okltober  1807..

Volksschriften.  Koloniale  —  186

Vorlesungen.  Kolonial=  issenschaftliche  —  .  693

—.  —  Ghrograpbische  —  an  der  dandeshochschute
Ber  1074

972

143

790

1133

00.  siehe  Kolontatwesen.

Zentralauskunftsstelle  für  Auswanderer.  Die  —  646

Züchtigung,  körperliche  siehe  näheres  Verfügungen.


V  —

Ostafrika.

Aufstand.  Bericht  über  die  Tätigkeit  des  Detachements
  des  Majors  Johannes  vom  11.  März  bis
3.  August  19006

*  Bergwesen.  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend
  die  Erteilung  einer  Sonderberechtigung
zur  ausschließlichen  Aufsuchung  und  Gewinnung
von  Salzen  in  einem  den  Magadsee  einschließenden
  Gebiete  von  Deutsch-Ostafrika  vom  4.  Juni
907  63063

Chinarinde  siehe  Kolonial-Wirtschaftliches.

Deutsche  Agaven-Gesellschaft.  Aus  dem  dahres.
bericht  der  Gesellschaft  1906

 

Deutsch-Ostafrikanische  Geseltjchaft  639
Deutsche  Ostafrika-Linie.  Einrichtung  einer

eigenen  Agenlur  in  Daressalam  .  ..  .  876
Druckfehler-Berichtigung  697
Eisenbahnen.  Verkehrsstatistik  der  Usambara=Eisenbahn

  für  das  erste  Vierteljahr  des  Rechnungsjahres

  1906.07,  April  bis  JIn  74
—.—  Vom  Bahnbau  Daresjalam  —Morogoro  297
—.—  Eisenbahn  Daressal  M  4,  580,  925,  1136.
—.—  Die  Verkehrsstatistik  der  usambara=  Eisenbahn

für  das  I.,  II.  und  III.  Vierteljahr  der  Rechnungsjahre

  1905  und  1906.  .  463—.469

—.—  Die  Verkehrsstatistik  der  usambara-  Eisenbahn
für  das  IV.  Vierteljahr  der  Rechnungsjahre  1905
und  1906  (Januar  bis  März  1906  und  1907)
sowie  Überblick  über  das  finanzielle  Ergebnis  der
beiden  Rechnungsjahre  1048,  1049,  1050,  1051
—.—  Betriebs-Rechnung  der  Usambara-Eisenbahn

für  die  Rechnungsjahre  1905  und  1906.  .  1093
Expeditionen  siehe  Reiseberichte.
Gesundheitspflege.  Pestfälle  in  Deutsch-Ostafrika  200

—.—  Heimreise  der  Expedition  zur  Erforschung  der
Schlafkrankheit
Handel.  Ubersicht  uber  den  Gesamthandel  des
Schutzgebiets  Deutsch-Ostafrika  im  I.  Viertel  1906  121
—.—  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schutzgebiets  Deutsch-Ostafrika  im  II.  Vierteljahr
1906.  I.  Über  die  Küstengrenze.  II.  Über  die
Binnengrenze  .  122—125
—.—  lbersicht  über  die  Vewegung  ves  dandels  des
Schutzgebiets  Deutsch-Ostafrika  im  III.  Vierteljahr
  1906.  I.  Über  die  Küstengrenze.  II.  Über
die  Binnengrenze  298
—.  —  III.  Gesamthandel  im  dritten  Vierteljahr  1006  300
—.—  Handel  Deutsch-Ostafrikas  in  den  ersten  drei
Vierteljahren  19006  301
—.—  Übersicht  über  die  VBewegung  des  dandels  des
Schutzgebiets  Deutsch-Ostafrika  im  vierten  Vierteljahre
  1906  633—637
Hanf  siehe  Kolonial-Wirsschaftliches.

1009

Immunisierungsversuche  siehe  Viehzucht.

Kolonial-Gesellschaften.
tressend  Gesellschaft.)

(Näheres  siehe  be-—.—

  Ostafrika-Kompagnie  .  549
—.  —  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  639
—.—  Deutsche  Agaven-Gesellschaft  680
        <pb n="6" />
        Kolonial-Gesellschaften.
schaft  „Südküste“
—.—  Westdeutsche  Handelsschaft

—.—  Rheinische  Handei-  HPlantogen=  Geselischoft
—.—  Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft
Kolonial-Wirtschaftliches.  Zur  Methodtt  des
Ackerbaus  in  Vorderindien  und  in  Deutsch-Ostafrika.
  Eine  vergleichende  Betrachtung  von  Regierungsrat
  Dr.  Busse  .  ...
—.—  Chinarinde  und  Hanf  in  Deutsch-  Ostafrita
Kommunale  Verbände,  Schaffung  solcher  siehe
Verordnungen.
Landwirtschaft.  Ackerbau  und  Viehzucht  in  Ungoni
Leichenbeförderung.  Ausführungsbestimmungen
zu  den  Vorschriften  des  Bundesrats  für  die  Beförderung
  von  Leichen  auf  dem  Seewege  vom
18.  Januar  1906.  Ausführungsbestimmungen
des  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  vom  25.
September  1906  ......·.
*Ostafrika-  Kompagnie.  Veschluß  des  Bundesrats,
  betreffend  die  Satzungen  der  —  in  Berlin
Vom  14.  März  1907  .  .  .
*.  —  Satzungen  der  —
Ostafrilanische  Gesellschaft  Siditusie
dem  III.  Geschäftsbericht
Pflanzungs-Versuche.  Neue  Kulturen  in  usam-=bara

Postalisches.  Eröffnungeiner  wnilt  in  Aonboa
Irangi,  Bezirk  Mpapua.  ..  ..
——UmschlangemerPostagenturm  Aruscha
—.—  Eröffnung  einer  Neichs-Telegraphenanstalt  für
den  internationalen  Verkehr  in  Mosch
Prämiierung  deutsch-ostafrikanischer  Erzeugnise
auf  der  Weltausstellung  in  St.  Louis  ..
Privat-Pflanzungen.  Nachweisung  über  die  in
Deutsch-Ostafrika  vorhandenen  —  und  deren  ungefähren
  Stand  am  1.  April  1905
Rechtsgewohnheiten  der  Wangoni
Rechtspflege.  Ausfüh
verneurs  von  Deutsch-  Ostafrika  zur  Kaiserlichen
Verordnung,  betressend  Zwangs=  und  Strafbefugnisse
  der  Verwaltungsbehörden  in  den  Schutzgebieten
  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  14.  Juli
1905.  Vom  15.  Juni  19006
*—.—  Verfügung  der  Kolonial=  Abteilung  des  Auswärtigen
  Amts,  betressend  die  Errichtung  eines
Bezirksgerichts  in  Muansa.  Vom  31.  Dezember
1906  .
——Ubecsicht  iiber  die  Geschäfte  der  naiserlichen
Gerichte  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der
Südsee  während  des  Kalenderjahres  1906.  Ostafrika

Reiseberichte,
zirke  Tabora.
manns  Charisius)
—.—  Die  Landschast  Uba.
Göring)

Ostasrilanische  Gesellund

  Plantagen-  bru

Aus

Expeditionen.  Aus  dem  Be-(Nach
  einem  Bericht  des  Haupt-(Bericht

  des  Hauptmanns

812—

VI

443
529

 

632

549
549

766

35

Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft.

138

188

876

820
672

48

—
Wl-982



Reiseberichte.  Aus  dem  Südwesten  des  Bezirks
Moschi.  Bericht  des  Bezirksamtmanns  Regierungsrats
  Methner.  (Hierzu  4  Abbildungen)

Rheinische  Handes=  Prantenen.  Gellschaf.
Aus  dem  Geschäftsbericht  der  Gesellschatft.

Salze,  deren  Gewinnung  siehe  Bergwesen.

Sammlungen,  AMissenschastliche,  für  das  Zoologische
  Museum  in  Berlin  durch  Herrn  d
mann  von  der  Marwig  .

—.—  von  Herrn  Oberleutnant  Lademann  ·

—.—  von  Herrn  Oehler  .

—.—  von  Herrn  Oberleutnant  Lademann  .

Sansevieren.  Einiges  über  die  Qualität  Pstafrikanischer
  —
—.—  Sansevierenkultur  in  Voi.  Wit  2  Abbil.

dungen)  Von  Oberleumant  Weiß
Schlafkrankheit  siehe  Gesundheitspflege.
Aus  dem  Geschäftsbericht
  von  19064
Verfügungen  siehe  Nechtspflege,  Lergwesen.
Verluste.  Zusammenstellung  der  Verluste  während
des  Aufstandes  in  Deutsch-Ostafrika  1905/06.
Verordnungen.  Verordnung  des  Reichskanzlers
betreffend  Schaffung  kommunaler  Verbände  in
den  Bezirken  Moschi,  Muansa  und  Tabora.  Vom

30.  März  1907.  ·......
Viehzucht.  Tsetse  =  Immunisierungsversuche  in
Deutsch-Ostafrika.  Von  Dr.  Panse

Westdeutsche  Handels=  und  Plantagen-Gesellschaft.

  Aus  dem  12.  Jahresbericht  der  Gesellschaft
  ............
Zolleinnahmen.  125,  159,  205.  257,  302,  346,

407,  461,  462,  809  bis  811,  863,  885,  1047,  1049,

Zollwesen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Ostafrika,  betr.  Ergänzung  der  Liste  der
vom  Einfuhrzoll  befreiten  Oegenstände.  Vom
11.  Oktober  1900)  .....

Kamerun.

Ananaskultur.  Die  Verwertung  von  tropischen
Früchten,  insbesondere  von  Ananas  in  Kamerun.
(VTVon  Korpsstabsapotheker  Vernegau)

Anmeldezwang  siehe  Verordnungen.

Astronomische  Arbeiten  der  deutlsch-  seanösischen
Grenzkommission  Ostkameruns

Barlöhnung  Farbiger  siehe  Verordnungen.

Befugnisse,  Ubertragung  seemannsamtlicher  und
konsularischer  —  siehe  Verfügungen.

Bekanntmachungen  siehe  Zollwesen,  Bergwesen.

*  Bergwesen.  Bekanntmachung  des  Gouverneurs

von  Kamerun,  betreffend  das  Inkrafttreten  der

Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar

1906  für  das  Schutgebiet  Kamerun.  Vom  23.

Dezember  19006

—  Verfügung  des  Auswärtigen  Amis,  Kolonal-Abteilung,

  betressend  Erteilung  einer  Sonderberechtigung

  zum  Schursen  und  Bergbau.  Vom

25.  Januar  1907  ..

*

75
121
121
267

1136

1061

1134

144
        <pb n="7" />
        *  Bergwesen.  Verfügung  des  Auswärtigen  Amis,
betreffend  Erteilung  einer  Sonderberechtigung  zum
Schürfen  und  VBergbau.  Vom  10.  April  1907

Bestrafung  des  Häuptlings  Onambelle-nku  und
seiner  Anhänger  ....

Bezirk.  Bisheriger  —  Vimba-Veri.  Verlua  jetzt
selbständiger  —  unter  dem  Namen  Bertua-Bezirk

Bezirksgericht  in  Kribi  siehe  Verfügungen.

*„Debundscha-Pflanzung“".  Beschluß  des  Bundesrats,
  betressend  die  unter  der  Firma  „—“
mit  dem  Sitz  in  Berlin  F  ründeiek  Kolonial=Gesellschaft
  .  ..

«———Say1mgendcr—

Eisenbahnen.  Zum  Bahnbau  in  in  Kamerun

—.—  Von  der  Manengubabahn  ..

Expeditionen  siehe  Reiseberichte.

*Gebühren.  Verfügung  des  Gouverneurs  von
Kamerun,  betreffend  die  Gebühren  der  Rechtsanwälte.
  Vom  27.  März  1907  ..

Geistige  Getränke,  Verabfolgung  solcher  siehe
näheres  Verordnungen.

Geldwesen  siehe  näheres  Verordnungen.

Geographisch-ethnographische  Feststellungen
  in  Nordwest-Kamerun,  Über  —

„Gesellschaft  Nordwest-Kamerun“.
änderung  der  —

Gesellschaft  Süd-  gamerun.
Auszug

Gesundheitspflege.
Kamerun  .

—.—  Zur  Pockenepidemie  in  1  Kamerun  .

—-GefundhengoethaltmssemicchuhgebicL

——AuftretenderSchlasIrankhett  ..  .

WGouvernementsrat.  Bekanntmachung  des  Gonverneurs
  von  Kamerun,  betreffend  den  —.  Vom
19.  April  1007  .

Grenzen.  Von  der  deuisch  jpanischen  Grenze

Handel.  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schutgebiets  Kamerun  (Küste)  im  dritten  Viertel
des  Kalenderjahres  1906  im  Vergleich  mit  dem
im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres.

—.—  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schutzgebiets  Kamerun  (Ssanga-Ngokogebiet)  im
dritten  Viertel  des  Kalenderjahres  1906  im  Vergleich
  mit  dem  Handel  im  gleichen  3eitraum  des
Vorjahres.  .

——  Gesamthandel  des  ganzen  Schuhgebieis.

*Handel.  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
  betrefsend  Beschränkung  des  Handels  im
Bezirk  Ebolova.  Vom  20.  Oktober  1906  .

—.—  der  Handel  des  Schutzgebiets  Kamerun  im
vierten  Viertel  des  Kalenderjahres  1906  im
Vergleich  mit  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres.


I.  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels
über  die  Küstengrenze  einschliebßlich  Garuas

II.  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels
über  die  Grenzen  des  Ssanga-Rgologebiets

III.  Gesamthandel  des  ganzen  Schutzgebiets

Statuten-Die

  serZ  in

**
.  12

384

798

1135

494
494

98,  1207

160

161
162

VII

 

Handel.  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels
des  Schutzgebieis  Kamerun  im  ersten  Viertel  des
Kalenderiahres  1907  im  Vergleich  mit  dem
Handel  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres

—.—  Zum  Außenhandel  des  Schutzgebiets  Kamerun
im  Kalenderjahre  1906

—.—  Der  Außenhandel  des  Schuhgebiets  faeenn
im  Kalenderjahre  19606  .  930—949

—.—  Übersicht  über  den  Handel  des  Schutgebiets
Kamerun  im  Kalenderjahre  1906  im  Vergleich
mit  demjenigen  des  vorhergehenden  Kalenderjahres
  .  950—955

—.—  Übersicht  über  die  Vewegung  des  Handels  des
Schutzgebiets  Kamerun  einschl.  des  Handels
Garuas  (ogl.  Kol.  Bl.  S.  676)  im  I.  Viertel  des
Kalenderjahres  1907  im  Vergleich  mit  dem
Handel  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  955—957

—.—  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schuygebiets  Kamerun  im  II.  Viertel  des  Kalenderjahres
  1907  im  Vergleich  mit  dem  Handel
im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  050—1053

Intelligenz.  Eine  Probe  afrikanischer.  5b#  577

Kamerun-Eisenbahngesellschaft  (K.  E.  G.)  in
Berlin.

*Beschluß  des  Bundesrats  vom  17.  Januar
1907,  betreffsend  die  —.

—.—  Bekanntmachung,  betressend  die  Austahlung

von  Zinsen  und  Tilgungsbeträgen  auf  Stamm-676



anteile  der  Neihe  B  der  —  657
—.—  Bericht  über  das  1.  Geschäftsjahr  1900  1010
Kolonialgesellschaften.  (Näheres  siche  betrefsende

Gesellschaft.)

—.—  Gesellschaft  Nordwest-Kamerun  ..  ..  968
—.—  Kamerun-Eisenbahngesellschaft  (K.  E.  G.)  in

Verlin
—.—  Moliwe-  Pflanzungagesellcchaft  .
.-»DebundschaPslanzung«
—.—  Gesellschaft  Süd-gamerun
Kolonial=  Wirtschaftlichen.

144,  657,  1010
487

494
haf  st  „Vibundi-  866
1218

hssu  Sl.

früchte  520
—.—  Hoölzer  und  Slsaat?  aus  Kamerum  '1009
Kopf  des  Bamum-Herrschers,  der  —.  258
Lehrwerkstätten  für  Eingeborene  800

Leichenbeförderung.  nusführungsbestimmungen
zu  den  Vorschriften  des  Bundesrats  für  die  Beförderung
  von  Leichen  auf  dem  Seewege  vom
18.  Januar  1906.  Ausführungsverordnung  des
Gouverneurs  von  Kamerun.  Vom  20.  Juni  1906  235

Moliwe-Pflanzungsgesellschaft  487

Postalisches.  Einrichtung  einer  Postagentur  in
Longii.  ..

—.—  Ermächtigung  ver  Postagentur  in  Jaunde  zur
Teilnahme  am  Postanweisungs=  und  Nachnahmedienst
  sowie  am  Zeitungsdiennt  271

—.—  Eröffnung  einer  Reichs-  Telegraphenanstalt  sur
den  inlernationalen  Verkehr  in  Jaunde

—.—  Einrichtung  einer  Postagentur  in  Dschang

—.—  Aufshebung  der  Postagentur  in  Fontemdorf

1076
1076
        <pb n="8" />
        *Rechtspflege.  Übersicht  über  die  Geschäste  der
Kaiserlichen  Gerichte  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  während  des  Kalenderjahres

1906.  Kamerun  991
Reiseberichte,  Expeditionen.  Keaka-  zii
Land.  (Hierzu  eine  Kartenskizze)  400
—.—  Streifzüge  um  Jabassi.  (Mit  einer  Karle)  455
—.—  Die  Njong-Expedition  1904/05.  Bericht  des
Hauptmanns  Frhrn.  v.  Stein  615
—.—  Unterwerfung  der  Maka  am  oberen  W
(Hierzu  eine  Kartenskizze)  618
—.—  Aus  dem  Bezirk  Jaunde  .  .624
—.—  Die  Offnung  des  direkten  Weges  Nanga-  Eboko=Dendeng.
  Bericht  des  Leutnants  v.  Oerden.
(Mit  einer  Übersichtsskizze.)  6235
—.—  Das  Zwergvolk  der  Bagielle.  Aus  einem
Bericht  des  Stationsleiters  von  Lolodorf  885

—.—  Die  Erkundung  des  Faro.  (Bericht  des  Oberleutnants
  Strümpell.)  (Hierzu  eine  Kartenstizze.)  1088
—.—  Aus  West-Adamaua.  (Hierzu  eine  Kartenskizze.)
  Von  Oberlt.  Strümpell  .  .  .
—.—  Von  der  Küste  bis  an  die  Grenze  Mamauas.
Texklprobe  aus  dem  Buche  des  Hauptmanns  Dominik:
  Vom  Atlantik  zum  Tschadsee
Sammlungen.  WMissenschaftliche  für  das  Zoolo
logische  Museum  in  Berlin  von  Hauptmann
Scheunemann
Sperrung  unruhiger  Gebiete  siehe  Verordnungen.
Tropische  Früchte,  ihre  Verwertung  siehe  Ananaskultur.

Unruhen.  Die  —  im  Sudbezirk  von  Kamerun
1904  bis  1906.  (Hierzu  eine  Kartenskizze.)
—.—  Die  Unruhen  im  Südbezirk  von  Kamerun,
1904  bis  1906.  (Schluß)  .
——UnterwekfungdeöJenaqu  Gebieis
Verfügungen  siehe  Bergwesen,  Gebühren.
Verfügung  des  Staatssekretärs  des  Reichs-Kolonialamts,
  betreffend  die  Errichtung  eines
Bezirksgerichts  in  Kribi.  Vom  16.  Oktober  1907
*—.—  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die
Ubertragung  seemannsamtlicher  und  konsularischer
Befugnisse  an  den  Bezirksrichter  in  Kribi.  Vom
20.  Oktober  1907
*  Verordnungen,  siehe  auch  Handel,  Zollwesen.
—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
betreffend  Verbot  der  Ausfuhr  von  und  des
Handels  mit  Elefantenzähuen  unter  fünf  Kilogramm.
  Vom  26.  Oktober  1906  .

391
798

·83

g  Kamerun,  betreffend
  die  Verabsolgung  von  geistigen  Getränken
an  die  farbigen  Angehörigen  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  und  Polizeitruppe.  Vom  21.  März  1907

—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
betreffend  den  Anmeldezwang  von  Erwerbsniederlassungen.
  Vom  23.  März  190071

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
belressend  die  Sperrung  unruhiger  oder  noch
nicht  verkehrsreifer  Gebiele  im  Schungediee!  Kamerun.
  Vom  13.  April  7907

VIII

Verordnungen.

Westafrikanische

Verordnung  des  Gouverneurs
von  Kamerun,  betreffend  die  Barlöhmung  Farbiger.
Vom  17.  April  1907

.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,

betressend  das  Verbot  der  Einfuhr  von  Maria=Theresien-Talern
  in  das  Schutzgebiet  Kamerun,
Vom  17.  Juni  1907

Verwaltung.  Verlegung  der  Verwaltung  des  Be
zirks  Fontemdorf  nach  Dschang

Pflanzungsgeselkschaft
„Bibundi“.  Bericht  über  die  Beteiligung  der
Gesellschaft  an  der  Deutschen  Armee-,  Marineund
  Kolonial-Ausstellung

WZollwesen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Kamerun,  betreffend  die  Erhebung  eines  Gummi-Ausfuhrzolles.
  Vom  20.  Juni  1906  .

—.—  Bekanntmachungen  des  Gouverneurs  von  Kamerun

  zu  der  vorstehenden  Verordnung  vom
20.  Juni  1906.  Vom  20.  Juni  1906  und  vom
7.  Juli  1906  .

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
betreffend  Abänderung  des  Zolltarifs  für  die  zur
westlichen  Zone  des  konventionellen  Kongobeckens
gehörigen  Gebietsteile  des  Schssgebiets  Kamerun.
Vom  2.  April  1907

*7—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
betreffend  Abänderung  des  Zolltarifs  vom  5.  Oktober
  1904  und  Erhebung  eines  Aussuhrhollen
von  Elfenbein.  Vom  15.  April  1907

Zwergvolk  siehe  Reiseberichte.

Togo.
Agu-Pflanzungsgesellschaft.  Geschäftsbericht
Ausstellungen.  Die  landwirtschaftliche  Ausstellung

in  Togo.  (Mit  Anhang)

*Baupolizei.  Baupolizeiverordnung  des  Gouoerneurs
  von  Togo.  Vom  8.  Mai  1907

*—.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betreffend  die  Durchführung  der  Baupolizeiverordnung.
  Vom  8.  Mai  1907

*  Bekanntmachungen  (siehe  auch  Gebühren,  Zoul
wesen,  Polizeiverordnung,  Baupoltzei).

*  Bergwesen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Togo,  betreffend  die  Berggerechtsame  Eingeborener.
  Vom  15.  November  190606

*—.—  Verfügung  des  Neichs-Kolonialamts,  betressend
Erteilung  einer  Sonderberechtigung  zum  Schürfen
und  Bergbau.  Vom  19.  Juli  1900)

Branntwein-Kleinverkauf  und  Ausschank  siehe
Verordnungen.

Dammbau  zwischen  Anecho  und  Adjido.
2  Abbildungen  und  einer  Skizze

Deutsche  Toso-  Gesellschaft.  Fünfter  **
bericht

Eisenbahnen.

Mit

Die  Eisenbahn  Lome—Palime.

922

896
119
        <pb n="9" />
        *  Gebühren.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Togo,  betreffend  die  Erhebung  einer  Wegegebühr
in  den  Bezirken  Mangu—Jendi,  Sokode  —Basari
und  Kete—Kratschi.  Vom  5.  November  1906

*—.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betreffend  Erhebung  der  Wegegebühr.  Vom
5.  November  19006

*  Geldwesen.  Bekanntmachung  des  Gouverneurs
von  Togo,  betr.  das  Geldwesen  im  Sthubeebiet
Togo.  Vom  1.  Mai  1907

*—.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betr.  den  Umtausch  von  Nickel=  und  Kupfermünzen
gegen  Silbermünzen  und  die  Annahme  von  englischen
  Gold=  und  Silbermünzen  bei  den  öffentlichen
  Kassen  im  Schutzgebiet  v%.  Vom
1.  Mai  1907.  .  .1185

«——Vekokdnungdes  Gouverneurs  von  Togo,
betr.  den  Umlauf  der  Maria-Theresientaler  im
Schutzgebiet  Togo.  Vom  2.  Mai  1907  .

Geologie.  Die  Eisenerzvorkommen  bei
und  Santrokoffi

Gesundheitspflege.  Quarantane  ·  Maßregeln
Togo  wegen  Gelbfieber  «

—.—  Das  Bernegausche  Togo-Simaruba-Extrakt.
(Gutachten  des  Regierungsarztes  Dr.  Krueger)

—.—  Quarantäne  über  den  Bezirk  Anecho

—.—  Aufhebung  der  Quarantäne  über  den  Bezirk
Anecho

Gouvernementsgrat.
verneurs  von  Togo,  betresfend  den  —.
16.  April  1907.  .

Handel.  Ubersicht  über  die  Vewegung  bes  Handels
des  Schutzgebiets  Togo  im  ersten  Viertel  des
Kalenderjahres  19006  .166  u.

—.—  Übersicht  über  die  Vewegung  des  dandels  des
Schutzgebiets  Togo  im  zweiten  Viertel  des  Kalenderjahres
  1906  im  Vergleich  mit  dem  gleichen
Zeitraum  des  Vorjahres  304  u.  305,  306

—.—  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schutzgebiets  Togo  im  dritten  Viertel  des  Kalenderjahres
  1906  im  Vergleich  mit  dem  geichen
Zeitraum  des  Vorjahrees  .  .

—.—  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  6
Schutzgebiets  Togo  im  vierten  Viertel  des  Kalenderjahres
  1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel
im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  .

—.—  Zur  Handelsstalistik  für  das  Schutzgebiet  *
im  Kalenderjahre  19006  741

—.—  Der  Außenhandel  des  Schuhgebiets  Togo  im
Kalenderjahre  190066  744—763

—.—  bbersicht  über  die  Dewegung  des  dandels  des
Schutzgebiets  Togo  im  I.  Viertel  des  Kalenderjahres
  1907  im  Vergleich  mil  dem  Hanbdel  im
gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  1098—110

Heimbeförderung  siehe  Verordnungen.

Immunisierungsversuche  siehe  Viehzucht.

Kolonial-Gesellschaften.  (Näheres  siehe  betressende
Gesellschaft.)  «

1184

.  1185
Alpafu

in

Belannimachung  des  Gou-Vom


62—364

IX

 

Kolonial-Gesellschaften.
eme  ..

—.—  Deutsche  Togo  Gesellschaft
—.—  Agu-Pflanzungsgesellschaft  .  .
Pachtvertrag  zwischen  dem  Fiskus  des  Schutgebieis
Togo  und  der  Gesellschaft  m.  b.  H.  Lenz  u.  Co.
Pflanzungsgesellschaft  Kpeme  in  Togo  (3.  Geschäftsbericht)


Himungsgeienscht

Pflanzungswesen.  Über  Manihotanzapfungen
auf  der  Agupflanzung  .......
*  Polizeiverordnung  des  Gouverneurs  von

Togo.  Vom  23.  Juni  1907

*—.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betreffend  die  Durchführung  der  Polizeiverordnung.
  Vom  23.  Juni  19002

Postalisches.  In  Nuatyä  ist  der  kne  v%
eingeführt..  .

—.—  Einrichtung  einer  Postagentur  in  Atalpame

—.—  Einrichtung  einer  Postagentur  in  Tokpli

—.—  Einrichtung  einer  Postagentur  in  Tseoie

—.—  Eröffnung  von  Reichs-Telegraphenanstalten  für
den  internationalen  Verkehr  in  Agome—Klossu,
Agome—Sewa,  Awewe  und  Tokpli=  .  .

——  anetrcebnahme  eines  Orieseenotecneben  in
Lome

—.—  Einrichmung  von  Postagenturen  in  0  und  in

—.—  Einrichtung  von  än  Postagenturen  mit  Telegraphenbetrieb
  in  Assahun  und  in  Nosbe  .

Quarantäne-Maßregeln  siehe  Gesundheitspslege.

*  Rechtspflege.  Übersicht  über  die  Geschäfte  der
Kaiserlichen  Gerichte  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  während  des  Kalenderjahres
1906.  Togo

Neisebtrichte.  Aus  gLinter  Togo  .

—.  —  Die  Gebirgsstraße  Jo—Kame.
bildungen)

Schiffsverkehr  des  Schutzgebies  Togo  .

„Schmidt  contra  Roeren“.  Richtigstellung  eines
Vorwurfes  in  der  Broschüre  „—“

Schriftstücke,  Anfertigung  für  schreibensunkundige
Eingeborene  siehe  Verordnungen.

*  Steuerwesen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Togo,  betr.  die  Heranziehung  der  Eingeborenen
zu  Steuerleistungen.  Vom  20.  September  1907.

Verfügungen  siehe  auch  Bergwesen.

Verkehrsanlage.  Von  der  —.

—.—  Betriebsergebnisse  der  —  in  Togo,  bestehend
aus  der  Küstenbahn  Lome—  Anecho  (45  km),  der
Landungsbrücke  Lome  und  der  Ende  Januar
1907  eröffneten  Inlandsbahn  Lome—Palime
(122  km),  für  die  Zeit  vom  1.  April  bis  31.  Juli  1907

cit  8  Ab—

Verordnungen,  siehe  auch  Bergwesen,  Gebühren,

Zollwesen.  Steuerwesen,  Geldwesen.
nung  des  Gouverneurs  von  Togo,
Errichtung  von
seuergefährlichen
Togos.  Vom  1.

Verordbetreffend

Gebäuden  und  Lagerung  von
Gegenständen  an  den  Vahnen
Oktober  1906  .  ...

-866

896
896

993
302

1185

924
        <pb n="10" />
        *Verordnungen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Togo,  betr.  das  Löschen  und  Laden  von  Seeschiffen
an  Sonn=  und  Feiertagen.  Vom  19.  Januar  1907

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betreffend
  Ausdehnung  der  Verordnung  über  Kleinverkauf
  und  Ausschank  von  Branntwein.  Vom
2.  Mai  1907  .

«——Vervtdnung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betreffend  die  Anfertigung  von  Schriftstücken  für
screibensunkundige  Eingeborene.  Vom  26.  s.  August
1907

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betreffend  Heimbeförderung  von  Privatangestellten
und  unterhaltlosen  Weißen.  Vom  26.  August  1907

Viehzucht.  Versuche  zur  Immunisierung  von  Rindern
  gegen  Tjetsekrankheit.  Bericht  des  Herrn
Dr.  Schilling,  zur  Zeit  in  Togo

*Zollwesen.  Bekanntmachung  des  Gouverneurs
von  Togo,  betreffend  Zollerhebung  in  Basari,
Jendi  und  Sokode.  Vom  5.  November  1

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betreffend  Zollfreiheit  von  Benzin,  Spiritus  und
Petroleum  bei  ihrer  Verwendung  zu  motorischen
Zwecken.  Vom  16.  Januar  19007)

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,
betressend  Erhöhung  des  Einfuhrzolles  auf  pire
tuosen.  Vom  4.  Juni  1907  ..

*.  —  Verordnung  des  Gouverneurs  von  T  Togo,  betr.
die  Einführung  eines  Zolles  auf  getrocknete  Fische
und  die  zgollfreie  Zulassung  französischen  Geldes
bis  zum  Finselbetrager  von  20  Mk.  Vom  20.  September
  1907.  .....

Sũdwestafrika.

Arbeitsverträge  siehe  Verordnungen.

Aufstand  der  Eingeborenen.  Das  Erlöschen
des  Aufstandes  in  Deutsch-Südwestafrika.  (Hierzu
eine  Karte  vom  Schauplatz  der  südwestafrikanischen
Kämpfe.)

—.—  Der  Aufstand  und  das  Eisenbahn.  Pataillon  .

—.—  Das  Ende  des  Feldzuges.  Die  Unterwersung
der  Bondelzwarts.  Mit  6  Bildern  .

Aufruf  zur  Stiflung  eines  Denkmalfonds  zu
Ehren  der  während  des  Aufstands  Gefallenen  und
Gestorbenen  der  Kaiserl.  Schubtruppe  in  Südwestafrika


Baumwollku  ttur.  Vaumwolle  aus  Deutsch-  Sübwestafrika
  .
*Bekanntmachun  ger  en.  Vekanntmachung  ves  Gouverneurs

  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Einziehung
  des  Stammesvermögens  der  Witbooi,
Bethanier-,  Franzmann=  und  Feldschuhträger=Hottentotten.
  Vom  11.  September  1907)
*  Bergbau.  Verfügung,  betreffend  Evelsteinbergbau
im  Nordosten  des  Deutsch-Südwestafrikanischen
Schutzgebiets.  Vom  2.  Januar  1907.  .
—.—  Blaugrunduntersuchungen  im  Bezirk  Gibeon  .

O

84

329

1134

 

240

671

1061

981

Blaugrunduntersuchungen  siehe  Bergbau.

Betriebsorynung  für  Verschiffungsbetrieb  siehe
Schiffsverkehr.

Danksagung  .

Denkmünze.  urkunde,  belressend  die  Suftung  einer
Denkmünze  für  die  an  der  Niederwerfung  der
Ausstände  in  Südwestafrika  beteiligt  gewesenen

1191

deutschen  Streitkräfte.  Vom  19.  März  1907.  275
—.—  Spangen  zur  Südwestafrika-Denkmünze  277
Deutsche  Kolonialgesellschaft  für  Südwestafrika.

  Geschäftsbericht  der  —  .  1009

Einwanderun  a88eseb.  Deutsch-  Süwestafrika  und
Walfischbai

Eisenbahnen.  Von  der  Luderibucht=  Eisenbahn.
(Hierzu  zwei  Abbildungen.)

—.—  Von  der  Staatsbahn  Swakopmund.—  Winohuk  352

—.—  Vom  Bau  der  Südbahn.  628,  800,  864,  991,  924

1006,  1092,  1216

Eisenbahn-Bataillon  siehe  Aufstand.

Erklärungen,  amtliche  —  vor  der  Budgetkommission
  des  Reichstags  im  Dezember  1906  siehe
unter  „Lage“.

Farmland,  fisklalisches,  dessen  Verwerlung,  siehe
Verfügungen.

Geistige  Getränke,  Einfuhr  und  Vertrieb  derselben,
  siehe  Verordnungen.

Geologie.  Zur  Geologie  Deutsch-  —  29

—.—  Das  Minengebiet  von  Tsumeb  33

*Gouvernementsrat.  Verzeichnis  der  außer
amtlichen  Mitglieder  des  Gouvernements  für
Deutsch-Südwestafrika  100

Handel.  Zum  Außenhandel  des  Deutsch-  sübwestafrikanischen
  Schutzgebiets  in  den  Kalenderjahren
1904  und  19005.  76

—.—  Außenhandel  des  Deussch-  Südwestafrikanischen
Schsbgebiels  in  den  Kalenderjahren  1904  und

..  78  bis  87

—.—  ’  uder  die  Bewegung  des  Handels  des
Schutzgebiets  Deutsch-Südwestafrika  (ohne  Regierungsgüter)
  im  I.  Viertel  des  Kalenderjahres
1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen
Zeitraum  des  Vorjahres.  .  ...·«152«7

—.—  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schutzgebieto  Deutsch-Südwestafrika  (ohne  Regierungsgüter)
  im  II.  Viertel  des  Kalenderjahres
1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen
Zeitraum  des  Vorjahres.  .

——Uberf1chtuberdteBewegung  des  dandels  des
Schutzgebiets  Deutsch-Südwestafrika  (ohne  Regierungsgüter)
  im  III.  Viertel  des  Kalenderjahres
1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen
Zeitraum  des  Vorjahres  1142

—.—  Desgleichen  im  IV.  Viertel  des  nrrwer
1906  114

1007

Hottentotten.  Das  Verhältnis  ver  —  zu  den
fremden  Menschenrassen  in  ihrer  deimet  und

Nachbarschaft.  1040
        <pb n="11" />
        Jagd.  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,
  betressend  Bildung  von  Wildreservaten
  in  dem  sübwstofrikanischen  Schutzgebiete.
  Vom  22.  März  1907.  .

Kämpfe.  Die  —  gegen  Morenga  vom  März  bis
September  1905

Kolonialgesellschaften.  (Räheres  siehe  betreffende
Gesellschaft.)

—.—  Siedelungsgesellschaft  für
afrika

—.—  Deutsche  Kolonialgesellschast  f#  Südwestafrika  1099

Kontrolle  der  Eingeborenen  siehe  Verordnungen.

*  Kriegszustand.  Allerhöchste  Ordre,  betreffend
Aufhebung  des  Kriegszustandes  in  Südwestafrika  233

Kulturarbeiten.  Landmelioration  in  Deutsch-Südwestafrika


Lage.  Diewirtschaflliche  und  militärische  Lage  Deutsch-Südwestafrikas.
  (Aus  den  amtlichen  Erklärungen
vor  der  Budgetkommission  des  Reichstags  im
Dezember  1906.0))  5  bis  29

Landespolizei,  ihre  Rechtsverhltnisse  siehe  Verordnungen.


Landungswesen  siehe  Schiffsverkehr.

*Leichenbeförderung.  Ausführungsbestimmungen
zu  den  Vorschriften  des  Bundesrats  für  die  Beförderung
  von  Leichen  auf  dem  Seewege  vom
18.  Januar  1906.  Rundverfügung  des  Gouver--neurs
  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  20.  duni

352

Deutsch-Südwest-360



19006
Morengas  Ende.
Windhul
Namensänderung  E  Orsschaft  Otawakuatjiwi
Paßpflicht  siehe  Verordnungen.
Patriotische  Gaben.  5,  57,  105,  150,  239,  285,
334,  390,  443,  514,  567,  615,  658,  725,  795,
922,  1001,  1040,  1087,  1136,  1191
Postalisches.  Ermächtigung  der  Postanstalt  in
Hafuur  zur  Teilnahme  am  Postanweisungs-,  Nach

2  ves  Gouverneurs  in
1092
826

nahmedienst  und  Zeitungsdienst  42
—.—  Errichtung  einer  Postanstalt  in  Otjosondu.  93
—.—  Eröffnung  des  Betriebs  eines  Ortslernsprech

netzes  in  Lüderitzbucht
—.—  Zulassung  der  Postanstalten  in  Dijiwarongo

und  Tsumeb  zur  Teilnahme  am  Postanweisungsdienst

  und  am  Nachnahmedienst  auf  Einschreib.

briefsendungen  188
—.—  Einrichtung  einer  Postanstalt  in  Vradwasser  324

—.—  VBetriehgerofsoung  eines  Ortsfernsprechnetzes  in
Keetmanshoop
—.—  Schließung  der  Feichs-  Zeleiapdenansiai  in
Tsumis
—.—  Erösfnung  eis  einer  Rreichs-  Telegraphenanstalt  für

internationalen  Verkehr  in  Warmbad  648.
—.—  Aufhebung  der  Postanstalt  in  Waterberg  648
—.—  Einrichtung  einer  Postanstalt  in  Onguat  an

der  Otawibahn  .  826

—.—  Einrichtung  einer  Postagenur  in  Hanus  827
—.—  Aufhebung  der  Teilnahme  am  Vostanwelsungsdienst
  bei  der  Postanstalt  in  Abbabis

XI

 

##

Soldatenbriefe  aus  Südwestafrika

—

Postalisches.  Ermächtigung  benannter  Postanstalten
für  Zulassung  telegraphischer  Vostanweisungen  im
Verkehr  untereinander

—.—  Einrichtung  einer  Postnstalt  in  Wichelmstal.

—.—  Ermächtigung  der  Postanstallen  in  Otjiwarongo
und  Tsumeb  zur  Wilnahme  am  Palemachnahmedienst
  .  ..876

——ccnttchtungcmcr  Postanstalt  in  Kuibis  1028

—.—  Anderungen  im  Paketverkehr  mit  Deutsch-Südwestafrika


—.—  Neueinführung  näher  bezeichneter  Dienstzweige
bei  den  Bostanstalten  Brakwasser,  *m  und
Bethanien  .  .1126

—.—  Einrichtung  einer  Postanstalt  in  Aris  .  .1126

—.—  Einführung  des  Postpaketdienstes  bei  den  Post
anstalten  in  Kanus,  Kalkfontein-Süd  und  Maltahöhe
  1173

—.—  Errichtung  einer  Postanstalt  in  DOijosonjati  .  1236

Ratgeber,  Amtlicher  —  für  Deutsch-Südwestafrika  629

*Rechtspflege.  Übersicht  über  die  Geschäfte  der
Kaiserlichen  Gerichte  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  während  des  Kalenderiahres  1906.
Südwestafrikao

Sammlungen.  Wissenschaftliche  —  für  das  zoslogische
  Museum  in  Berlin  von  Herrn  eierungearzt
  Dr.  Hoffmann.

—.—  von  Herrn  Fedakteur  F.

*Schiffsverkehr.

dungswesen  in  Lüderitzbucht  vom

876

1126

984

.  76
Seiner  ..  527
Vertrage  betreffen.  das  Lan-Juli

NMD—
*—.—  Betriebs-Ordnung  für  den  verihisiuanl,  und
Landungsbetrieb  der  Woermann-Linie  in  Lüderitzbucht


*—.—  Signale  für  den  vandungobelied  in  Luderit·
buchtt  .

«—.—-.eartffurden  Hasen  von  Luderizbucht

*  —.—  Vertrag,  betreffend  das  Landungswesen  in

10.  Juli
10.  August  1907

—.—  Betriebsordnung  für  den  Verschiffungs=  und

Landungsbetrieb  der  Woermann-Linie  in  Swakopmund
  ...

*  —.—  Signale  für  den  Landungsbetrieb  .

*  —.—  Tarif  für  den  Hafen  von  Swakopmund

Schilderungen.  „Der  wa  kommt  ab.“  (Mit
einer  Abbildung.)  ...-...

*Schutztruppe,  Kaiserliche.  Allerhöchste  Ordre,
betreffend  die  Anrechnung  eines  Kriegsdienstiahres

vSiedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika.
  Vereinbarung  mit  der  —,  betreffend
n-  ihrer  Pomsesstonsrechte  Vom  6.  August

2

34

842
842

Swakopmund  vom

.  999

eispat.  siehe  Schiffsverkehr.

Spenden  für  Errichtung  eines  Denkmals  zu  Ehren
der  Gefallenen  von  Südwestafrika.  1.  Liste  1192—1195

125  bis  129

Stammesvermögen.  Die  Einziehung  des  —s  der
unterworfenen  Stämme  siehe  Bekanntmachungen.
        <pb n="12" />
        *Steuerwesen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Südwestafrika,  betreffend  die  #esteuerung

von  Hunden.  Vom  23.  Februar  1907.  385
*—.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Südwestafrika,  betreffend  Befeerunn!  von
Hunden.  Vom  24.  Februar  1907  386
Tarife  siehe  Schiffsverkehr.
Unterricht.  Deutscher  Sprachunteriich  für  Eingeborene
  629
Verbände,  genossenschaftliche.  Errichtung  genossenschaftlicher
  —  .  668
Verfügungen.  Verfügung  des  Kaierlichen  Gou
verneurs  von  Deutsch-Südwestafrika  über  Errichtung
  eines  Distriktsamtes  in  Namutoni  101
*  —.—  Verfügung  des  Reichs-Kolonial-Amts,  betressend
  die  Verwertung  fiskalischen  Farmlandes
in  Deutsch-Südwestafrika.  Vom  28.  Mai  1907.  605

Verlegung  des  Amtssitzes  des  Kaiserlichen  Eisenbahnkommissars
  von  der  Lüderitzbucht-Eisenbahn  1038

*  Verlustliste  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika
  bei  den  Kämpfen  gegen  die  ausständischen
Eingeborenen  4,  55,  103,  149,  198,  238,  284,

389,  432,  508,  565,

Verordnungen.  Siehe  auch  Zollwesen,  Kriegszustand,
  Denkmünze,  Schutztruppe,  Steuerwesen,
Jagd.

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,
  betrefsend  die  Einfuhr  und  den
Vertrieb  geistiger  Getränke  in  dem  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete.  Vom  16.  August  1907  10833

*—.—  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse
  der  Landespolizei  in  Deutsch-Südwestafrika.
  Vom  4.  Oktober  1907

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,
  betr.  Dienst=  und  Arbeitsverträge
mit  Eingeborenen  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets.
  Vom  18.  August  1907  1179

—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deussch-Südwestafrika,
  betr.  Maßregeln  zur  Kontrolle  der
Eingeborenen.  Vom  18.  August  1907  1181

*—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,
  betr.  die  Paßpflicht  der  Eingeborenen.
  Vom  18.  August  190071  1182

Verzeichnis  der  im  südwestafrikanischen  Schut
gebiete  tätigen  Gesellschaften,  Firmen  und  Handwerker
  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1907

469  bis  474

Wasseruntersuchungen  in  Deutsch-Südwestafrika  581

Woermann-Linie  siehe  Schiffsverkehr.

—.—  Schiffsbewegungen  der  —  45,  96,  141,  191,

232,  273,  327,  381,  425,  490,  546,  603,  651,
702,  787,  830,  879,  914,  977,  1031,  1079,  1130,
1176,  1240

*Zollwesen.  Verordnung  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Sudwestafrika,  betreffend  Atanderung  des
Zolltarifs.  Vom  13.  Februar  1907.  .

332,
614

XII

I
i
i

Deutsche  Handels=  und  Plantagen=  Gesell- 



*  ollwet  en  Verordnun  des  Gouverneurs  „von
g

 

der  Waren  des  freien  Verkehrs.  Vom  13.  Februar
1907

*—.—  Zolliarif  iurn  das  .  sbnecsasrinnich

Schutzgebiet  281

„  Neuguinea,  einschl.  Rarolinen,  Marianen,
Marschall-Inseln  und  palau.

Anwerbung  farbiger  Arbeiter  siehe  Verordnungen.

Auslandsverkehr  siehe  Verordnung.

*  Bekanntmachungen.  Eiehe  auch  Jagd.)

*  —.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,
  betreffend  Ausnahme  von  dem  Verbot
des  Fischens  mit  Sprengstoffen  vom  13.  Dezember

9022  2382

*  —.—  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neu-Guinea,
  betreffend  die  Zollabfertigung  der  für
die  deutschen  Salomonsinseln  bestimmten  Güter.
Vomg1.  August  1907

*—.—  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Beirksamtmanns
  in  Jap,  betreffend  die  Station  Saipan.
Vom  29.  Juni  1907

981

981

schaft  der  Südsee-Inseln

Disziplin  der  farbigen  Arbeiter  siehe  n

Erdbeben  in  Deutsch-Neuguinea

—.—  auf  den  Ostkarolinen

Errichtung  einer  Negierungsstation  in  Eitape.

*  Gouvernementsrat.  Berufung  eines  neuen
Stellvertreters  des  außeramtlichen  Mitgliedes
des  —,  Missionars  Fellmann

35

Hafenanlagen.  Herbertshöhe  und  Sinylbhesen
(Hierzu  4  Abbildungen.)  .  1006
Handel.  Außenhandel  der  ost-  arolinen  im

Kalenderjahre  1906  574  bis  577
—.—  Außenhandel  der  West-Karolinen,  Palan  und
Marianen  im  Kalenderjahre  1906.  1054  bis  1075
—.—  Zum  Außenhandel  der  Marschall-Inseln  im
Kalenderjahr  1906
—.—  Aubenhandel  der  Marschall-Inseln  i  im  Kalenderjahre
  1906  1058  bis  1059
*  Jagd.  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,
  betreffend  Abänderung  der  Ver—-ordnung
  des  Landeshauptmanns,  betreffend  die
Jagd  auf  Paradiesvögel  im  Kaiser-Wilhelmsland,
vom  27.  Dezember  1892.  Vom  13.  März  1907.
Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Neuguinea,  betreffend  die  Jagd  auf
Paradiesvögel  im  Bezirk  Eitape.  Vom  8.  Juli
190)
Jaluit=  Gesellschaft.  Auszug  aus  dem  F
bericht  der  —  ..  529
Kokosnüsse-Einkauf  siehe  Verordnungen.
Kolonialgesellschaften.  (Näheres  siehe  betreffende
Gesellschaft.)

1058

503

*

881
        <pb n="13" />
        Kolonialgesellschaften.
—.—  Jaluit-Gesellschaft
—.—  Deutsche  Handels=  und  Plantagen-  Geselschaft
der  Südsee-Inseln  .
*Leichenbeförderung.  Ausführungsbestimmungen
des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea  zu  den
Vorschriften  des  Bunvesrats  für  die  Beförderung
von  Leichen  auf  dem  Seewege  vom  18.  Januar
1906.  Vom  20.  Mai  1907
Meldepflicht  der  die  Insel  Nauru  anlaufenden
Schiffe  siehe  Verordnungen.
Mitteilung  über  die  Inseln  Durour  und  Matty.
Namensänderung.  Kartographische
Neuguinea-Kompagnie.  Aus  dem  h%
bericht  der  —
Postalisches.
Kieta
Präfektur,  Apostolische  auf  Saipan  .
*Rechtspflege.  Verfügung  des  Auswärtigen  Anits,
Kolonial-Abteilung,  betressend  die  Aufhebung  des
Bezirksgerichts  in  Saipan.  Vom  27.  April  1907
*  —.—  Ubersicht  über  die  Geschafte  der  Kaiserlichen
Gerichte  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der
Südsee  während  des  Kalenderjahres  1906.  Neuguinea
  und  Marschall-Inseln  995,
*  —.—  Übersicht  über  die  Geschäfte  des  Kaiserlichen
Bezirksgerichts  Saipan  während  des  Kalenderjahres
  1906.
Reiseberichte.
land
—.—  Die  Palau-  Inseln-Bezirksarztes
  in  Jap.)
—.—  Eine  Reise  nach  Neu-  2  und  den  wun
lichen  Inseln  ..  .
—.  —  Die  Gazellehalbinsel  .
—.—  Eine  Neise  nach  Palau,  Sonsol  und  Tobi.
#  Oktober  bis  Dezember  1906.)  Mit  4  Abbildungen
b  Expeditionen.  Eingeborenen-,Kriege“  auf
der  Gazelle-Halbinsel  ...
—.—  Die  Walman  im  Koiser-  Wilhelmsland
—.—  Kannibalismus  im  Bismarck-Archipel
—.—  Saually  Island  .
Reisen  der  Beamten  siehe  Verordnungen  und
Versügungen.
Sammlungen.  WMissenschaftliche  —  für  das  Zoologische
  Musenum  in  Verlin  vom  Herrn  Bezirksamtmann
  Fritz

Neuguinea-Kompagnie

Einrichtung  einer  doiaceniur  in

(Aus  einem  Bericht  des

205
Schiffsverkehr  in  den  dafen  der  Morschal-  Inseln  1060

*Steuerwesen.  Verordnung  des  Bezirksamts
Ponape,  betreffend  Abänderung  der  Verordnung
vom  29.  August  1898,  betressend  Einsührung  von
Steuern.  Vom  28.  Januar  1907

—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,
  betreffend  die  Erhebung  einer  Jahreskopfsteuer
  von  den  Eingeborenen.  Vom  18.  März
1907

—.—  Anlage  zur  Verordnung,  beiresfend  die  er.
hebung  einer  dahrestopssieuer  von  den  Eingeborenen
  ·....

*

*

Eine  Reise  nach  Kaiser-Wilhelnis-XIII



526

n  Taifun.

529

640

793

129
9

810

428

997

519

659

801
802
804
924

Ein  —  in  den  West-Karolinen.  (Die  Verwüstung
  der  Oleai-Inselgruppe.)  (Mit  einer
Karte.)  I.  Bericht  des  Regierungsarzies  Dr.  Born
in  Jap

—.—  I.  Aus  dem  Vericht  des  Kapitäns  Martens
von  der  „Ponape“.  Vom  8.  April  1907

—.  —  III.  Bericht  des  Bezirrsamtmanns  Fritz  in
Saipan.  Vom  15.  April  1907  .

—.—1ndenMortlockJnfeln(Nachemem  Bericht
des  Kaiserlichen  Bezirksamts.)  .

—.—  Weitere  Verheerungen  des  Taifuns

Verfügungen  siehe  Rechtspflege.

*  —.—  Verfügung  des  Reichskanzlers  zur  Ergänzung
der  Verfügung  vom  7.  März  1904,  betreffend
Reisen  der  Beamten  des  Schutzgebiets  Deutsch-Neuguinea.
  Vom  18.  Juli  1907  .

Verlust  des  Regierungs-  Motorschuners  „Ponape"

Verordnungen  siehe  auch  Steuerwesen,  Jagd.

—.—  Verordnung,  betreffend  die  Anwerbung  und
Ausführung  von  Eingeborenen  der  Ost-Karolinen.
Vom  12.  September  1906

*  —.—  Ergänzung  der  Ausführungsbestimmungen  zu
der  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea
  vom  31.  Juli  1901,  betreffend  die
Anwerbung  von  Eingeborenen  als  Arbeiter  im
Schutzgebiete  von  Deutsch-Neuguineen.  Vom
15.  Oklober  1906  .

——Verordnungdeö  Bezcrtsamtä  Ponape,  betreffend
  Abänderung  der  Verordnung,  betreffend
die  Anwerbung  und  die  Einfuhr  larbiger  Arbeiter.
Vom  28.  Januar  190)

*  —.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deussch-Neuguinea,
  betressend  Erhaltung  der  Disziplin

unter  den  farbigen  Arbeitern.  Vom  22.  Januar
1907
—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-1



Neuguinea,  betreffend  den  Einkauf  von  Kokosnüssen.
  Vom  11.  April  1907

—.—  Verordnung  des  Reichskanzlers  zur  E#rgänzung
der  Vorschriften  vom  31.  Mai  1901,  betreffend
den  Urlaub,  die  Stellvertretung,  die  Tagegelder,
Fuhr=  und  Umzugskosten  der  Landesbeamten  in
den  Schutzgebieten  mit  Ausnahme  von  Kiautschou.
Vom  18.  Juli  1907

—.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,
  betreffend  die  ÖOffnung  von  Berlin-%
  7  für  den  Auslandsverkehr.  Vom  10.  Juli

7

*#

—.—  Verordnung  des  Bezirlsanits  Jalut,  betressend
die  Melbepflicht  der  die  Insel  Naurn  anlaufenden
Schisse  der  Pacific  Phosphate  Company.  Vom
2.  April  1907  .

Zollabfertigung  siehe  Betannimachungen.

Samoa.

Beamtenwesen.  Samoanische  Beamtenverhältnisse
Bevölkerung.  Die  Eingeborenen  Berolteruns
Deutsch-Samoas  ...

573

864
891

891

195

917

165
        <pb n="14" />
        Bevölkerung.  Eingeborene  —  des  Schutzgebiets
Samoa.  (Nach  dem  Stande  am  1.  Oktober  1906.)  406

Fernsprechwesen.  Ortsfernsprechnetz  in  Apia  129

Flutwelle  auf  Savait  .  129

Gesundheitspässe  für  Schisse  siehe  Lersügungen.

Handel.  Übersicht  über  den  Außenhandel  des
Schutzgebiets  Samoa  im  Kalenderjahr  1906.  764—766

Kolonialgesellschaften.  (Näheres  siehe  betreffende
Gesellschaft.)

—.—  Safata-Samoa-Gesellschaft

Kopra  siehe  Verordnungen.

WRechtspflege.  ÜUbersicht  der  Geschäfte  der  Kaiserlichen
  Gerichte  in  den  Schutgebieten  Afrikas  und
der  Südsee  während  des  Kalenderjahres  1906.
Samoa

Rindenkrankheit,
ordnungen.

Safata-Samoa-Gesellschaft.  Aus  dem  Geschäftsbericht
  über  das  dritte  Geschäftsjahr  1906.

Schiffsverkehr  im  Hafen  von  Apia  während  der
Kalenderjahre  1906  und  1905.

Schulwesen.  Aus  dem  samoanischen  Schulwesen.

*Verfügungen.  Verfügung  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Samoa,  betreffend  die  Erhebung  einer
Gebühr  für  Ausstellung  von  Gesundheitspässen  an
Schiffe.  Vom  5.  April  1907

*  Verordnungen.  Verordnung  des  Gonverneurs
von  Deutsch-Samoa,  betreffend  die  Ernte  und
den  Verkauf  von  Kopra.  Vom  8.  März  1907

*  —.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa,
  betreffend  die  Bekämpfung  der  Rindenkrankheit.
  Vom  21.  April  1907.

*  —.—  Zusatz  zu  der  Verordnung  des  Gouverneurs
von  Deutsch-Samoa,  betreffend  die  Bekämpfung
der  Rindenkrankheit,  vom  21.  April  1907.  Vom
31.  Juli  1907.  .1035

*  Verwaltung.  Ausführungsbestimmungen  des
Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa  zur  Kaiserlichen
Verordnung,  betreffend  Zwangs=  und  Srrafbefugnisse
  der  Verwaltungsbehörden  in  den  Schugzgebieten
  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  14.  Juli
1905.  Vom  6.  Februar  190)  429

Vizekonsul  der  Vereinigien  Staaten  '  r
Samoa  .  1027

Vulkane.

—.  —  Der  Vulkan  auf  Savaii

680

99pP96
ihre  Bekämpfung  siehe  Ver-680



766
303

710
503

710

Der  Vullan  in  Sabaii

...  .  164
(Mit  2  Karten)).

AKus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der
Antishlaverei-Bewegung.

Evangelische  Missionen  165,  647
—.—  Die  evangelischen  Missionen  in  den  deutschen
Schutzgebieten.  Statistische  Übersicht  nach  dem
Stande  vom  1.  Januar  1907.  (Besondere  Beilage
  zu  Hest  16.)

—.—  Missions-Nachrichten  1124

XIV

 

Aus  fremden  Kolonĩien  und  Produktionsgebieten.



Abessinien.  Bedeutung  der  Eisenbahn  Diredaua  —
Adis  Abeba  für  die  Erschließung  Abessiniens

—.—  Handel  Abessiniens  .

Aden.  Handel  Abens  1905/06  .

—.—  Einfuhrverbot  für  gewisse  Artikel  in  .

Afrikanische  Schutzgebiete.  Erhöhung  des  E  Einfuhrzolls
  für  Spirituosen  in  den  —  der  der
Brüsseler  Konvention  vom  8.  Juni  1899  angehörenden
  Staaten  .

Agypten.  Agyptens  Bedarf  #  an  chemischen  Düngmitteln.


—.—  Der  Handel  Aghptens  mit  Cummiarabikum  im
Jahre  1

—.—  Stand  der  z  VBaumwollernte  im  Mat
1907

—.—  Die  finanzielle  Lage  in  —.

—.—  Stand  der  ägyptischen  awolpicnen
im  Juli  1907  .

—.  —  Ein  ägyptischer  Baumwolltrust  ..

—.—  Stand  der  Baumwollpflanzungen  Aghptens  im
August  1907

—.—  Die  Bedeutung  der  Vewösserungswerke  für

—.—  Die  ägyptische  Baumwollsamenöl-Industrie

Alexandrien.  Baumwollhandel  Alexandriens.  224,

646,

—.—  Verkehr  deutscher  Schisse  im  Hafen  von  —

1906

Algerien.  Der  Phosphatversand  von  —  und  Tunis
in  den  letzten  zehn  Jahren

Amazonasgebiet.  Gummiernte  des  —3  in  ver
Zeit  von  Juli  1906  bis  Juni  1907

—.—  Ausfuhr  von  Seringa  und  Caucho-Gummi  aus
dem  —  im  Jahre  1906

—.—  Gummizufuhren  in  Para  und  Mancos;  Gunimi.
ausfuhr  aus  den  Staaten  Amazonas  und  Para

—.—  Wirtschaftliche  Las-  des  brasiliauischen  Amazonasgebiets


—.—  Kakaoausfuhr  aus  dem  —  1906  Unteaiic
sichten  .

Argentinien.  Ausfuhr  von  Quebracho  und  Que—
brachoextrakt  aus  —  im  Oktober  1906

—.—  Ausfuhr  von  Quebracho  und  Ouebrachoextratt
aus  —  im  November  1906

—.—  Ausfuhr  von  Quebracho  und  #  Luebrachoextrakt
aus  —  im  Dezember  1906,  im  Januar  und  Februar
  1907)
—.—  Ausfuhr  von  Ouebracho  und
aus  —  im  März  und  April  1907
Atlanta,  Kaiserliches  Konsulat.
der  Baumwollspinnereien  im  Amtsbezirt
Kaiserlichen  Konsulats  —

Australien.  Goldgewinnung  risttaliens  in  den
letzten  zehn  Jahren  .  .  ..

—.—  Die  australische  Juckerproduktion  .

—.—  Der  überseeische  *o  Australiens  im  ersten
Halblahr  1907

Luebrachoexkrakt

Entwicklung
des

37
684

781

897
966

1019
1019

1150

1115
        <pb n="15" />
        Australischer  Bund.  Gegenseitige  Gewährung
von  Vorzugszöllen  im  —  und  Südafrikanischen
Zollverein

—.—  Vorschriften  für  die  •Einfuhr  von  denaturiertem
Branntwein  in  den  —

—.—  Vorübergehende  Zoufreiheit  für  zeitschriften!  im
.  1

Australischen  Bund.

Basutoland.  Verbrauchsabgabe  und  Zou-  bei  der
Einfuhr  von  Spiriluosen  aus  den  übrigen  Gebieten
  des  Südafrikanischen  Zollvereins  nach-—.—

  Ausfuhrzoll  auf  Angoraziegen  in  —.

Bechuanaland.  Verbrauchsabgabe  und  Zoll  bei
der  Einfuhr  von  Spirituosen  aus  den  übrigen
Gebieten  des  Südafrikanischen  Zollvereins  nach  —

Bengalen.  Jutevorräte  in  den  Autefabriken  Bengalens
  .  ..

—.—  Die  Olsaaternte  Vengalens  1806/07.

Birma.  Marktlage  für  Birma-Reis

—.—  Marktlage  für  Virma-Teakholz

—.—  Der  Reismarkt  in  —.

Bombay.  Erdnuußernte  in  Madras  und  —  1906J04

———DieBammvollenmdusmem—..  594,

Vordeaux.  Die  Kautschukeinfuhr  ur  im
Jahre  19006

Brasilien.  Der  Baumwollmarkt.  2  im
Jahre  19006

—.—  Klassifizierung  der  Kasseesorten  in  —  .

—.—BeguafttgungdetSeidearaupenzuchtm—.

—.—Zulassungdet,sociöt6Fio-nojckootcom—
mekciqloPranoo-Bkösilionaozum  Geschaftss
betrieb  in  —.

—.—  Baumwollanbau  und  aussuhr  Brasiliens.

—.—  Prämien  für  Seidenzüchter  in

—.—  Die  Holzausfuhr  Brasiliens

Britische  Kolonien.  Beitritt  von  —  und  Schutgebieten
  zum  britisch-rumänischen  Handelsvertrage

Britisch-Indien.  Insektenplage  beim  Indigo=  und
Teeanbau  in

—.—  Indigoernte  Britisch-  Indiens  190602  .

—.—  Die  Sesamernte  Britisch-Indiens  1906/07.

—.—  Reisernte  Britisch-Indiens  1906/07.  .

—.—  Die  Rohrzuckerernte  Vritisch-Indiens  1906/07

#3#  Gheumwollernte!  in  der  Landschaft  Sino  (Britischndien)



—.—  Iutehandel  und  Antdehnuns  ver  Jutekultur
in  —

—.—  Manganerzsunde:  in  der  portugiesischen  Kolonie
Goa  und  in  Britisch-Indien

—.—  Die  Sesamernte  Britisch-Indiens  1006

—.—  Juteernte  und  -Verschiffungen  Britisch-  Indiens
1806/07..  .  .

—.—  Juleernte  Vritisch-  Indiens  190507  .

—.—  Der  Indigohandel  Britisch-Indiens  1906/07

—.—  Handel  Britisch  Indiens  1906607)  .

——Kaifeeekzeiiguiigunb  augfuhr  Britisch-Indiens
1906

—.—  Oesaatausfuhr  aus  —  April  1906  bis  F  Januar
1907

—.—  Die  Sesamernte  Britisch-Indiens  1907,0.

1023

88

370

959
319

320

223

768

411
45
416

419
480

—

30
132
364
365
366
369

486
536

597
771
772
778

868

960
961

XV

Britisch-Indien.  Rohrzuckerernte  Britisch-Indiens
«  1907/08
—.—  Juteernte  Vritisch-  Indiens  1900%  und  Aussichten
  für  1907/08
—.—  Aussichten  der  indischen  Baumwollernte  1907/8
—.—  Ölsaatausfuhr  aus  —  1906
—.—  Jutehandel  in  .

—.—  Aussichten  der  diesährigen  indischen  Juteernte
—.—  Ausfuhrhandel  Britisch-Indiens  1906/07
—.—  Aussichten  der  Indigoernte  brrtüch-  Indiens
1907/08  .
——  Aussichten  der  Reisernte  in  —  190708.
—.—  Aussichten  der  Sesamernie  Britisch-Indiens

/  1907/08
—.—  Aussichten  ver  *  %½½%  Zudiens
1907/08  .
Britisch-Neu-  Guinea.  Anhenhande  von  —
1905/06  .  .

—.—  im  Jahre  1905/06  .  .

Britisch-Nord-Borneo.  dolitarisnderungen  i  in  —

—.—  Zolltarifänderung  in  —  .

Britisch-Ostafrika.  Aupferfunde  i  in  —.

—.—  Inkraftsetzung  der  neuen  Münzordnung  in  —

—.—  Anderung  der  bergbaulichen  Vestimmungen
in  —

—.—  Beschränkung  der  Ausfuhr  von  Strauwen,
Straußeneiern  und  Straubensedern  aus  Britisch-Ostafrika


Britisch-  Ostindien.  Vorschrißten  für  die  Herstellung,
  den  Besitz,  Verkauf  und  die  Einfuhr  von
Explosivstoffen  in

Britische  Salomons-  „Inseln.

—.—  Zolleinfuhrhäfen  für  die.

Britisch-Somaliland.  Der  bardel  von  —  im
Jahre  1905/06

Britisch-Südafrika.  Stwaußenzucht  i  in  —

—.—  Handel  Britisch  Südafrikas  1906.

Britisch-Westafrika.  Der  msr  riis,
Westafrikas  im  Jahre  1905.

Britisch-Westindien.  Baumwollbaus  in  —

Britisch-Zentralafrika.  Die  Kaffeekultur  in  —

—.—  Wertfestsetzung  für  einige  Ausfuhrartikel  in  —

Burma.  Reishandel  Ranguns  1905/06

—.—  Der  Teakholzhandel  in  Moulmein  1906

Calcutta.  Kautschukausfuhr  über  —  19006

Ceylon.  Beabsichtigte  Aufhebung  des  Zuschlagazous
bei  der  Ausfuhr  von  Tee  auf  —

—.—  Kautschukausfuhr  aus  —  1900

—.—  Kakaoausfuhr  Ceylons  1906  und  Kafaomarkt.

—.—  Anderung  des  Ausfuhrzolls  zus  Tee  in  —

—.—  Volltarifänderung  auf  —  ..

——.i-erKakaomarktauf-.

—.—  Der  Kautschukmarkt  i’  —.

—.—  Der  Kautschukanbau  auf  —

—.—  Pflanzungs=  und  s———  auf  —

—.—  Kautschukpflanzungen  in  —.

—.—  Der  Kakaomarkt  auf  —

—.—  Der  Gummimarkt  auf  —

—.—  Handel  Ceylons  1906

Bolerordnung

1070

964
964
1017
1018
1018

1115

1155

1220

1221

1223

1232

1075

265
317
410
596
597
641
692
868.
903
96
        <pb n="16" />
        Ceylon,  Indien,  Birma.  Eine  Reise  nach  —.

XVI

Originalbericht  von  D.  Sandmann,  Berlin.  168—179
—.—  Fortsetzung.  (Hierzu  8  Abbildungen.)  207—220
—.—  Schluß.  (Hierzu  8  Abbildungen.)  306—315
—.—  Verbindung  Indiens  mit  —#  1171
China.  Handelsverkehr  zwischen  —  und  Irrrin  1168
Colombo.  Der  Kautschukmarkt  in  —  1224
—.  —  Der  Kakaomarkt  in  —  ..  ..1224
Cook-Inseln.  Zolltarisänderung  auf  den  —.  180
Costa  Rica.  Der  Bananenhandel  von  —  182
Dahomey.  Handel  Dahomeys  im  Jahre  1906  .  479
—.—  Zollbegünstigte  Einkuhr  von  Kakao  in  Bohnen

und  Schalen  in  —  971
—.—  Anderung  des  Zolles  *  *m  in  Bohnen

und  Schalen  in  —  971
Dominikanische  Nepublik.  Kakaoausfuhr  der

—  von  Januar  bis  September  1906  185
—.—  Kakaoausfuhr  der  —  im  Jahre  1906  414
—.—  Aussichten  für  die  Kakaoernte  in  der  —  540
—.—  Kakaoausfuhr  aus  der  —  im  Januar  und  Fe.

bruar  1907  595
—.—  Kakaomarkt  in  Sonche)  im  ahen  Vierteljahr

1907  .  645
—.—  Kakgoausfuhr  aus  der  —  im  März  und  n

1907  .  870
Dschibuti.  Hander  über  —  im  m  Jahre  1905.  .  479
Dundee.  Der  Jutehandel  Dundees  im  dahre  1906  691
Ecuador.  Kapokhandel  in  —  89
—.—  Kakaomarkt  in  Guayaquil  (eon  im  vierten

Viertel  1906  371
—.—  Kakaomarkt  in  c%beut  im  ersten  Vierteljahr

  1907  .  1016
Erythräa.  Der  Vau  ver  Eisenbahntellstrecken

Ghinda—Refasit  und  Refasit-  Asmara  374

Ferghana-Gebiet  siehe  Mittelasien.
Fidschi-Inseln.  Einfuhrhandel  der  —.  182
—.—  Handel  der  —  1906  902
—.—  Zolltarifänderungen  auf  den  903
Französisch-Guinea.  599
Französische  Kolonien.  Der  urr7  der  franzbsischen

  Kolonien  19005  687
Französisches  Kongogebiet.  Follbegünstigte

Einfuhr  von  Etreugnissen  des  französischen  Kongogebiets

  318
—.—  Faewin  am  Gabun  (irenenicen

Kongogebiet).  412
—.—  Gewinnung  von  Mahagoniholz  am  Gabun

(Französisches  Kongobiet)  416
Französisch-Westafrika.  nderins  des  3o½

tarifs  in  —  .  221
—.—  Die  islamitische  Bewegung  in  —  407
Gambia.  Zolltarifänderung  in  —  129
—.—  Zolltarifänderungen  n  K  316
Gerona,  spanische  Provinz.  Ausfuhr  von  Korkstopfen,

  Korkwürfeln  usw.  aus  der  —  1906  870
Goa.  Manganerzfunde  in  der  portugiesischen  Kolonie

Goa  und  in  Britisch-Indien  486
Goldkuste.  Die  Verbesferung  des  velen  von  bene

Coast  Castle  182

Goldküste.  Ein  Projekt  der  Vasserversorgung  der
Stadt  Accra

—.—  Zolltarifänderungen  in  der  —  (vestlich  ves
Volta)  .

—.—  Anderung  der  Splciiuosennole  an  der  —,  znlich
  des  Volta-—.—

  Der  Kakaoanbau  an  ver  Goldlũste

Großbritannien.  Der  Handel  mit  Indigo  in  —

Guatemala.  Aubenhandel  und  sosfeemort  Guatemalas
  im  Jahre  19064

Guayaquil  siehe  Ecuador.

Haiti.  Erhebung  der  Einfuhrzölle  in  Gold  auf  —

—.—  Zur  wirtschaftlichen  Lage  in  —  im  Jahre

—.—  Kakaobon  und  handel  aufü  —
Hawai-Inseln.  Beschreibung  der  —

—.—  Spanische  Auswanderung  nach  den  —
—.—  Wirtschaftliche  Verhattnisse  der  —  im  Jahre

1905/06

—.—  Schiffsverkehr  auf  den  —  im  Jahre  1605  o6

—.  —  Gouverneurwechsel  auf  Hawaii
Ilhéos.  Die  Kakaokultur  in  —
Indien.  Nattenvertilgung  in  —

—.—  Die  indische  Baumwollernte  1006/07

—.—  Olgehalt  der  indischen  Olsaaten

—.—  Der  Teakholzmarkt  in  —

—.—  Förderung  der  Ausfuhr  indischer  Vaumwollgarne


—.—  Aussichten  der  indischen  Baumwollernie  iwor  os

—.—  Verbindung  Indiens  mit  Ceylon

Indochina  siehe  China.

Jamaica.  Farbholz-Gewinnung  und  -Handel  auf  —

—.—  Handel  Jamaikas

Japan.  Japans  Bezug  von  Nangoon=  geeis  .

—.—  Japanische  Slsardinen

Kanada.

Maiskonservenfabrikation  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  und  Kanadas  im  dahre
—.—  Handel  Kanadas  10000
Kap-Kairo-Eisenbahnen.  Die  —
Kapkolonie.  Verzollung  der  mit  der  Poste  eingehenden
  Preisverzeichnisse  in  der  —  .

s  —.—  Einsuhrhandel  der  Kapkolonie,  der  Orangefluß= 



Kolonie,  Natals  und  Transvaals  im  Jahre  1906
—.—  Bestimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen
in  die  —  ..
—.—  Schiffsverkehr  der  —  und  Natals  1906  .
—.—  Geplantes  Verbot  der  Ausfuhr  von  Straußen
und  Strauheneiern  aus  der  —  und  Natal
—.—  Ausfuhrverbot  der  Kapkolonie  für  Strauße  und
Straußeneier  .
—.—  Zollbehandlung  der  Schissvor  in  der  —
—.  —  Durchsuhrzölle  in  der  —  ..  .
——DieStraußcnzi-chtinder—.....
—.—  Durchfuhrzölle  der  —  für  den  Verkehr  nach
Deutsch-Südwestafrika-182



316

1224

36

s

367

1113

1148
1171

969
1230
870
870

184

1229

131

532

693
696

905
1015
1074
1122
1160

1168

—.—  GErofnung'  der  t  Bahnlinie  Veeldaz  ·  deorn
1169

in  der  —.
        <pb n="17" />
        Kapkolonie.  Ausdehnung  des  Ausfuhrverbots  für
Strauße  und  Straußeneier  aus  der  —  auf  weitere
Gebiete

—.—  Gesetz  zur  heoe  eines  Monopols  im

1233

Fleischhandel  in  der  —  1233
Karikal.  Verbrauchsabgabe  von  on  geistigen  Getränken
in  Pondichery  und  —  318

Kongobecken.  Erhöhung  des  Aussuhrzous  für
Gummi  in  der  westlichen  !§5**  des  konventionellen
Kongobeckens  .  .871

Kongostaat.  Außenhandel  des  —  1906.  .  1163
Kreta.  Die  Olivenölprodultion  Kretas  373
Kuba.  Die  kubanische  Tabakernte  19006  370
—.—  Tabakhandel  und  Industrie  Kubas  1906  593
—.—  Kubas  Außenhandel  im  Jahre  1906  970

Kutais.  Lage  der  Seidenzucht  im  Gebiet  —  im
Jahre  1906

Liberia.  Vorschriften  fur  die  Ausfuhr  vo  von  Kautschur

Lissabon.  Die  Kakaoproduktion  auf  den  Inseln
S.  Thomé  und  Principe  und  der  Lissaboner
Kakaomarkt  ..........

Qoureuyo  Marques.  Zoll  auf  Weinge  ist  zu  pharmazeutischen
  Zwecken  in  —  ..

Madagaskar.  Verbot  der  2  von  4½%
und  Färsen  aus  —

—.—  Aufsuchen  und  Gewinnung  von  Gold,  Edel.
medallen  und  Edelsteinen  in  —

—.—  Ausfuhrzoll  auf  Kautschuk  in  —.

—.—  Handel  Madagaskars  19006

Madras.  Erdnußernte  in  —  und  Vombay  100%

Malakka,  Halbinsel.  Kautschurgflanzunge  auf
der  Halbinsel  —

Mangos.  uuhshnuiur  aus  un  und  —  im
Jahre  1906  320,

—  .  —  Gummizufuhren  in  Para.  und  —  Gummiaus.=fuhr
  aus  den  Staaten  Amazonas  und  Parä

—.—  Gummizufuhren  in  Para  und  —

Manchester.  Das  Baumwolfabrikationsgeschäft
Manchesters  im  Jahre  1906  224

—.—  Das  Baumwollfabrilationsgeschäft  m

599

1015

1233

599

773

im  ersten  Vierteljahr  1907  482
Maracaibo.  Kaffeeausfuhr  Maracaibos  1906.  1017
Marokko.  Handel  Mogadors  1906  531
Mauritius  im  Jahre  1905  480
Mexico.  Baumwollernie  1906  in  410
—.—  Kautschukgewinnung  in  —.  .  411
—.—  Gewinnung  von  Zapupesasern  i  in  —  773
—.—  Konvention  mexikanischer  Gummipflanzer  1228
Mittelasien.  Der  Baumwollanbau  in  —.  482
—.—  Der  Baumwollanbau  und  die  Olfebriaiion

im  Ferghana-Gebiet  .  .  ..  ...  539
—.  —  Stand  des  Baumwollanbaues  in  768
—.—  Die  Vaumiwolsamendtgewinnung  in  im  Jerghana-Gebiet

  .  .1114
——  Bauiiiivollanbau  uiid  geschait  in  —  1115

Mogador  siehe  Marokko.

Moulmein  siehe  Burma.

Mozambique.  Zolltarif  für  die  unter  der  Verwaltung
  der  Nyassagesellschaft  stehenden  Gebiete  in  318.

XVII

Mozambigque.

Aufhebung  des  ssuholls  für
wiederausgeführte  Waren  in  —  .
—.—  Schiffsverkehr  im  Hafen  von  —  im  de

1906  910
—.—  Hebung  des  landwirischastlichen  Vetriebs  in  —  1024
—.—  Tarif  für  Handelslizenzen  in  Beira  Wezambique)

  1231
Natal.  —n  für  die  Einfuhr  von  Dpium

na  180
—.—  Emfuhrhardel  E  Kopkolonie,  ver  Orangestuß=Kolonie,

  Natals  und  Transvaals  im  Jahre  1906  532
—.—  Schiffsverkehr  der  Kapkolonie  und  Natals  1906  696
—.—  Geplantes  Verbot  der  Ausfuhr  von  Straußen

und  Straußeneiern  aus  der  Kapkolonie  und  —.  905
—.—  Lizenzgebühren  für  Handlungsreisende.

Stempelabgabe  für  Zollpapiere  in  Natall  1232
—.—  Aussahroerbot  für  Strauße  und  Straußeneier

aus  —  1233
—.—  Projelt  einer  Eisenbahn  auf  den  re  bei

Kapsladt  1234
Neapel.  Zur  Lage  des  Hanfmarktes  in  —  825
Neu-Hebriden.  Verbot  des  Verkaufs  von  Kriegswassen

  und  Kriegsmunition  sowie  von  geistigen

Getränken  an  die  Eingeborenen  auf  den  —.  264
—.—  Erschwerung  der  Ausfuhr  von  Wassen  und

Sprengstoffen  sowie  von  militärischen  Ausrüstungegegenständen

  nach  den  —  .  318
—.  —  Ubereinkunft  zwischen  Franrreich  und  croßbritannien,

  betressend  die  —  40
—.—  Verbot  der  Ausfuhr  von  T  usw.  aus  Neuseeland

  nach  den  —  409
—.—  Zolltarifentscheidungen  in  —  179V
—.—  Ausfuhrhandel  Neuseelands  im  Jahre  160506  181
—.—  Gegenseitige  Gewährung  von  Vorzugzolten  im

Südafrikanischen  Zollverein  und  —  221
—.—  Petroleumfunde  in  —  ..  227
—.—  Zolltarifierung  von  Waren  i  in  —  318
—.  —  Zollbefreiung  in  —  318
Neu-Kaledonien.  Aufhebung  der  Bouhreiten  iur

lebende  Tiere  in  .  .  1234

Neuseeland.  Jollttarifentscheidungen  in  —.  319
—.—  Verbot  der  Ausfuhr  von  Vassen  usw.  aus  —

nach  den  Neu-Hebriden  .409
—.—  Aussuhrhandel  Neuseelands  im  Jahre  1906  .  478
—.—  Neue  Bergbaubestimmungen  in  —.  540
—.—  Vorschriften  für  die  Aussuhr  von  *  tn

seeländischem  Hanf)  aus  —  971
—.—  Neuer  Zolltarif  in  —.  1012
—.—  Prämien  für  die  cencunn-  von  upfer  und

Quecksilber  in  —  .  1073
—.—  Der  Bergbau  Neuseelands  im  Jahre  1906.  1164
—.—  Anteil  Deutschlands  am  Einfuhrhandel  Neuseelands

  im  Jahre  19  .  .1165

—.—  Abkommen  über  die  gegenseitige  Oewährung
«  von  Vorzugszöllen  in  —  und  dem  Sädafrikanischen

  Zollverein.  1232
Neusüdwales.  Einfuhr  von  Epbosiostossen  in  —  410
Niederländisch-Indien.  Die  Kakaokultur  und

der  Kakaohandel  Niederländisch-Indiens  1153
        <pb n="18" />
        Niederländisch-Ostindien.
von  Dollars  in  —
—.—  Offnung  des  Hafens  Suabeng  in  —  nr  ven

XVIII

Verbot  der  Einfuhr
.  1074

Schangai.

Seidenausfuhr  Schangais  1906/07.

—.—  Der  deutsche  Schiffsverkehr  in  —  1906

Schweiz.  Lage  der  schweizerischen  Seidenindustrie
im  Jahre  1906.  .

—.—  Die  Baumwollindustrie  der  b  im  deh
1906  .

Siam.  Der  Mineralreichtum  Siams  ..

Sierra  Leone.  Erleichterungen  für  die  Euihr
einiger  Artikel  in  —.

—.—  Zolltarifänderung  in  —.  .

—.—  Geplante  Abänderung  der  Vorschristen  für  die
Einfuhr  und  Lagerung  von  Petroleum  in  —

—.—  Abänderung  der  Vorschriften  für  die  Einfuhr
und  Lagerung  von  Petroleum  in  —

—.—  Förderung  der  Landwirtschaft  in  der  britischen
Kolonie
Singapore.

in  —.  .
—.—  Der  Notanghandel  in  Singapore  .  .
—.—  Der  Gambirhandel  über  Singapore  1906  .
Somaliland.  Vorschriften  für  die  Einfuhr  und

den  Verkauf  von  Gisten  im  —
Spanisch-Nordafrika.  Die  Hafenbauarbeiten  in

Melilla  und  Chafarinas  (Spanisch-Nordafrika)
Straits  Settlements.  Währungsverhältuffe  in

den  —
—.—  Handel  mit  zum  und  Zinner)  in  den  —  Vereinigten

  Malayenstaaten  im  ersten  Viertel  1907
—.—  Guttapercha=  und  Kautschukhandel  der  Straits

Settlements  im  Jahre  1906
Surinam.  Die  Bakovenkultur  in  —

cnpr  und  2

Sudafrika.  Ausstellung  südafrikanischer  erewani

—.—  Gründung

1907  .
—.—  Kupserbergwerke  und  Eisenbahnbau  in  —.
—.—  Beteiligung  der  hauptsächlichsten  Importländer

am  Einfuhrhandel  Südafrikas  1905/06

in  —.

Sudafrikanischer  Zollverein.  Vergütung  ves
Zolles  oder  der  Verbrauchaabaabe  für  Branntwein
  im  —

—.—  Gegenseitige  Gewährungr  von  *  im

Australischen  Bund  und  —

—.—  Vorzugsbehandlung  ancdicher
im  —

—.—  Gegenseilige  corwahmn  von  ome
im  —  und  Neuseeland

Erzeugnisse

—.—  Zolltarifentscheidungen  im  —

Handel  1122
Nord-  Nigeri#a  im  Jahre  190506  533
Orangeflußkolonie.  Einfuhrhandel  der  “'

kolonie,  der  —,  Natals  und  Transvaals  im  Jahre

19006  532
—.—  Bestimmungen  über  vie  Einfuhr  v  von  Bianen

in  die  —.  693
—.—  Vorschriften  für  die  Verpackung,  den  Transport

  usw.  von  Explosivstoffen  in  der  nr

kolonie  .  1233
Panama.  Ausfuhrholl  fur  gokobnüsse  in  —  374
Paré.  Kutschukausuhr  aus  —  und  Manaos  im

Jahre  19006  320,  538
—.—  Gummizufuhren  in  —  und  Mangos;  Cummiausfuhr

  aus  den  Staaten  Amazonas  und  —  773
—.—  Gummizufuhren  in  —  und  Manaos  1023
Pernambuco.  Der  Baumwollmarkt  in  —.  771,  1022
Persien.  Handel  Persiens  im  Jahre  1905/06.  477
Pondichery.  Verbrauchsahgate  von  beisiigen  Getränken

  in  —  und  Karikal.  .  318
Port  Elizabeth.  Der  den  über  —  im  dr

1906  1229
Portugiesisch-Guinea.  Anbenhandel  von  —  106  969
Portugiesische  Kolonien.  Minengesetz  für  die

portugiesischen  Kolonen  434
Portugiesisch=  Westafrita.  Vortschrittedes  Eisenbahnbaues

  in  —  .  322
—.—  Die  Lobitobahn  in.  .  1219
Queensland.  Orgebnisse  E  wenweç

zungen  in  —  114
Rangun  siehe  Burma.

Rio  de  Janeiro.  Kaffeemarkt  in  —  und  Santos

im  April  1907;  Ernteschätzung  596
—.—  Kaffeemarkt  in  —  und  Santos  im  Ma  1907;

Ernteschätzung  .  773
Rußland.  Der  Baumwollanbau  Rußlands  i  im  d

1906  182
—.—  Entwickung  der  Seidenzucht  im  Süden  Ruß

lands  416
—.—  Baumwollanbanfläche  und  Stand  der  Baum

wollsaaten  zu  Ende  Juni  in  —.  .  768
—.—  Bildung  eines  Baumwollkomitees  in  ..  769
—.—  Das  russische  Baumwollgeschäft  im  Jahre  1°  1906  1063
Salomonsinseln.  Tabakzoll  auf  den  —.  35
—.—  Einfuhrhäfen  auf  den  —  .  1073
Sanchez  siehe  Dominikanische  Nepubuvk.

Santos.  Kaffeemarkt  in  —  im  Dezember  1906  und

Januar  1907)4  .  372
—.  —  Kasseemarkt  in  —  im  März  1807  537
—.—  Kaffeemarkt  in  Rio  de  Janeiro  und  —  im

April  1907;  Ernteschätzung  596
—.—  Kaffeemarkt  in  Rio  de  Janeiro  und  —  im

Mai  1907;  Ernteschätzung  773
—.—  Der  Kaffeemarkt  in  —  im  Juni  102  .  869
—.  —  Der  Kaffeemarkt  in  —  im  Juli  1907  968

——.—  Herabsetzung  der  Zuschlagzölle  für  rumanischen
Zucker  im  —

—.—  Abkommen  über  die  gegenseitige  Oewährung
von  Vorzugszöllen  in  Neuseeland  und  dem  —

Südaustralien.  Die  wirtschaftliche  Lage  und  der
Handel  Südaustraliens  im  Jahre  19006

Süd-Nigeria.  Vorschriften  für  die  Einfuhr  ri%
Spirituosen  in  —.

—.—  Verfahren  bei  der  Einfuhr  v  von  Waren  vor  der
Abgabe  einer  vpoustandigen  Eingangsanmeldung
in  —.

einer  Diamantschleiferei-  Industeie
9

822
872

597

642

1071

1157

221

541

1232

1166

315
        <pb n="19" />
        36

XIX

Vereinigte  Staaten  von  Amerika.  Baumwollenhandel
  der  —  im  September  und  Oktober
1906.  .  .  36

—.—  Die  Kautschnkeinfuhr  in  die  —  183

—.—  Maiskonservenfabrikation  der  —  und  Kanadas
im  Jahre  1906  .  184

—.—  Baumwollentkörnung  in  den  —  bis  Mitte
Januar  1907  227

—.—  Baumwollernte  1906  der  —-  nach  dem  letten
Negierungsbericht  .  414

—.  Stand  der  Baumwollpflanzungen  Ende  Mai
1907,  Baumwollhandel  von  September  1906  bis
Ende  Mai  1907  in  den  —.  770

—.—  Der  Anbau  von  Arznei-  und  Drogenpflanzen,
insbesondere  von  Pfefferminze,  in  den  —.  774

—.—  Außenhandel  der  —  vom  Juli  1906  bis  Mai  1907  780

——.—  Stand  der  Baumwollpflanzungen  in  den  —
Ende  Juni  1907  821

—.—  Ausdehnung  des  VBaumwollanbaus  der—  —  nach
Westen  .  897

—.—  Baumwollhandel  ver  —  im  nenwbn
1906/07  967

—.—  Lage  des  Baumwollenwaren-  Marktes  in  den  —

Ende  August  1907.  .  10  19

—.—  Spindelzahl  und  Baumwollverbrauch  in  den
Baumwollfabriken  der  —  1906/07  .  1021

—.—  Baumwollernte  1906/07  in  den  —  1066

—.—  Die  Baumwollproduktion  der  Vereinigten
Staaten  1906  1115

—.—  Die  Baumwollernte,  in  den  Vereinigten  Stoaten
von  Amerika  1906/07.  .  1152

Westaustralien.  Goldproduktion  ze
im  ersten  Vierteljahr  19007

—.—  Der  Bergbau  Westaustraliens  #1119

—.—  Vorschriften  für  die  Landung  von  Schiffen  sowie
  die  Erhebung  von  Werft=  und  Ankergebühren
in  den  westaustralischen  Häsen

—.—  Goldproduktion  Westaustraliens  im  ersten  Halbjahr
  1907)7  1227

Witwatersrand.  Goldausbeute  ver  ru  ves
—  1906  .  320

Yukatan.  Heneguen-  Ausfuhr  aus  —  im  Jahre
1906  413

sabniust  *-  Einfuhr  vo  von  Erzeugnissen

Zankitun.  Aufhebung  ver  Exterritorialitätsrechte
in  —  seitens  des  Deutschen  Reiches.  ·

Citerarische  Besprechungen.
Admiralitätskarte,  deutsche,  neersheiungen
135,  323

Süd-Nigeria.  Erhöhung  der  Spirituosenzolle  in  n
—.—  Hafen=  und  Sebnbo  in  —

—.—  im  Jahre  1  4
Vorschristen.  für  die  Einfuhr  gewisser  Spiriosen

  in  —.  541
—.  —  Erlernung  von  Landedibrahen  durch  Beamte

in  —  1122
Sünigerien.  (Lagos)  SBaumwolanbau  in  —  264
—.  Eine  englische  Expedition  in  —  906
Süd-Rhodesia.  Einstweilige  Aufhebung  der  Zölle

für  Fleisch  und  Schlachtvieh  und  gewis  andere

Artikel  in  —  .  .  315
—-.—.  Zollnachlaß  für  gewisse  Waren  in  —  316
Texas.  Gewinnung  von  Nebenerzeugnissen  der

Baumwolle  in.  899
S.  Thomé  und  Peineipe.  Die  Kakgoprodurtion

der  Inseln  —  und  der  Lissaboner  Kakaomarkt  1015
Tonga-Inseln.  Schisfsverkehr  der  —  (Volynesten)

im  Jahre  1906  .  783
—.—  Handele=  und  Schiffsverlehr  auf  den  —  824
Transsaharische  Telegraphenlinie.  Eine  266
Transvaal.  Vorkommen  von  Platin  in  —  130
—.—  Eröffnung  der  Bahnlinie  Pretoria  Zustenburg

im  185
55  Vorschristen  fur  die  Einfuhr  von  aus  Wein

destillierten  Spirituosen,  die  im  —

*“  erzeugt  sind,  nach  —  264
—.—  Vorschriften  für  die  Einfuhr  von  Opium  in  —  315
——.—  Zollnachlaß  für  im  Gebiete  des  Sudafritanischen

Zollvereins  erzeugten  Branntwein  —  315
—.—  Abkürzung  des  Eisenbahnwegs  zwischen  Jo—

hannesburg,  den  Middelburg-Kohlenfeldern  und

der  Delagoa-Bay  321
—.  —  Auszug  des  Jahresberichts  der  Premier

Diamond  Mining  Co.  474
—.—  Einfuhrhandel  der  Kapkolonie,  der  Drangefluß·

kolonie,  Natals  und  Transvaals  im  Jahre  1906  532
—.—  Bestimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen  540

—  Geplantes  Verbot  der  Ausfuhr  von  Straußen

und  Straußeneiern  aus  —  .  971
—.  —  Einsetzung  eines  Zollausschusses  in  in  —.  1074
—.—  Auofuhr  von  Baumwolle  und  Wolle  aus  dem

ostlichen  —  1115
—.—  Das  neue  Schulgeseh  sur  —  1123
—.—.  Das  Landbankgesetz  für  .  1169
Tunis.  Verbot  der  Ausfuhr  von  Wi  aus.
—.—  Der  Phosphatversand  von  Algerien  und  —

in  den  letzten  zehn  Jahren  .  374
—.—  Schiffsverkehr  der  Regentschaft  —  1906  .  782
—.  —  Das  Eisenbahnnetz  der  Regentschaft  —  1906.  1163
—.—  Handel  der  Regentschaft  —  19006  1161
Turkei.  Die  türlische  Rosenölernnt  902
—.—  Die  türkische  Seidenernte  1906/07  und  180r,  os  1068
Uganve.  Von  der  Uganda-Eisenbahn  .  89
—  .—  Einfuhrverbot  für  Kaurimuscheni  im  —  #r

gebiet  ·

Vereinigte  Malayenstaaten.  Handel  mit  ginn
und  Zinnerzen  in  den  Straits  Settlements  und
den  —  im  ersien  Viertel  1907  1071

Archiv  sür  Mechts-  und  zscebibcher  mit

Herausgegeben  von  Prof.  Dr.)  jar.  Kohler  und
Dr.  jur.  Berolzheimer

Abmuth,  H.,  Baumwollkultur  in  W4  halrit
Mit  13  Abbildungen

4
        <pb n="20" />
        Bellon,  Missionar:  Kultus  und  Kultur  der  Tschi-Neger

  im  Spiegel  ihrer  Sprichwörter  1126
Berolzheimer,  Dr.  jur.  Herausgeber  des  „Acchio

für  Rechts=  und  Wirtschaftsphilosophie“  1125
Beta,  Ottomar:  Das  Buch  von  unsern  Kolonien.

Mit  acht  farbigen  Kunstbeilagen  nach  Originalen

von  R.  Hellgrewe,  107  Bildern  im  Text  und  zwei

farbigen  Karten  des  deutschen  Kolonialbesitzes  1126
Bongard,  Dr.:  Wie  wandere  ich  nach  deutschen

Kolonien  aus?  Ratgeber  für  Auswanderungslustige

  von
Böttger,  Dr.:

lonialpolitik
Brandeis,  Antonie:  Hochbuch  für  vie  Tropen.

Nach  langjährigen  Erfahrungen  in  den  Tropen

Die  neue  Ara  der  deutschen  KoO

und  Subtropen  zusammengestellt  von  698
Dernburg,  Staatssekretär:  Zielpunkte  des  deutschen

  Kolonialwesens.  Zwei  Vorträge  57—74
—.—  Die  koloniale  Aufklärungsarbeit.  I.  Uber  koloniale

  Erziehung.  Vortrag  ..  los-III
—.—  Koloniale  Finanzprobleme.  Vortrag  151—159

Dominik,  Hauptmann:  Vom  Atlantik  zum  Tschadsee.
  Kriegs=  und  Forschungsfahrten  in  Kamerun.
Mit  zahlreichen  Abbildungen  im  Texk  und  einer  Karte  1075

Drenkhan,  Leutnant:  Oberleutnant  Sandrocks
Leben  und  Wirken  in  Kamerun.  Zusammengestellt
  voan  .  .

Feldmann,  Dr.  med.:  Die  deutsche  ärztliche
Mission.  Die  ärztliche  Mission,  Blätter  zur  Förderung
  der  deutschen  missionsärztlichen  hesee

bungen.  Herausgegeben  von  39
Fesca,  Professor  Dr.:  Der  Pflanjenbau  in  den

Tropen  und  Subtropen.  Zweiter  Band  78#
Forke,  Dr.,  Professor  des  Chinesischen.  Die  Völker

Chinas.  ..  .  487
Friederici,  Dr.,  Hauptmann  a.  2.  Die  Schiffahrt

  der  Indianer.  (Studien  und  Forschungen

zur  Menschen=  und  Völkerkunde,  Vand  I.).4  1075

Friedrich,  Dr.,  Prof.:  Allgemeine  und  spezielle
Wirtschaftsgeographie.  Mit  3  Karten  1172
Fuchs,  Paul.  Wirtschaftliche  Eisenbahn-Erkundungen
im  mittleren  und  nördlichen  Deutsch-Ostafrika.
Von  —  unter  Mitwirkung  des  Landwirts  A.  Hauter.
Mit  76  Abbildungen,  einer  Skizze  im  Text  und

XX

fünf  Karten  784
Fuchs,  Dr.  jur.:  Ein  Siedelungs=  Vorschlag  sar

Deutsch-Südwestafrika.  Von  .  826
Gasser,  Dr.,  Max:  Zur  Entwicklung  ver  Vasis.

apparate  und  Basismessungsmethoden  .  875
—.—  Eine  Vasiomessuns  mit  Invardraht,  aiwe

—  —-  875
Goetz:  Ballin,  ein  böniglicher  Koufmann.  974
Grotewold:  Unser  Kolonialwesen  und  seine  wirtschaftliche

  Bedeutung.  Bibliothek  der  Rechts=  und
Staatskunde  Bd.  18a.  421
Grünberg,  Dr.  Karl:  Die  ölutsaugenden  Dipteren.
Leilfaden  zur  allgemeinen  Orientierung  mit  besonderer
  Berücksichtigung  der  in  den  deutschen  Kolonien

  lebenden  Krankheitsübertrager.  Von#  487

v.  Halle,  Dr.  Handelsmarine  und  Kriegsmarine

Handbuch  der  Tropenkrankheiten  .

HannekePhotographischesRezepL  Taschenbuch.
Eine  Sammlung  von  erprobten  Rezepten  für  den

Negativ=  und  Positioprozeß  untker  Berücksichtigung
.  1

der  neuesten  Verfahren

Hennig,  P.,  Missionsdirektor  der  2
Zum  Kampf  um  die  Negerseele.  .

Hermann:  Viehzucht  und  Bodenkultur  in  1Deutsch-Südwestafrika.
  Dritte,  stark  vermehrte  Auflage

Hintze,  Professor  Dr.:  Die  Seeherrschaft  Englands,
ihre  Begründung  und  Bedeutung.  .

v.  Hoffmann,  Dr.  Edler:  Das  deussche  Kolonial-Gewerberecht.
  Von  .

Holzhauer  itoutreadniiral  z  D.:  Neubearbeitung
des  „Deutschlands  Ehr'  im  Weltenmeer“  von
Hôpfner,  Dr.  jar:  Die  Schutzgebietsgesetzgebung

Itchikawa,  Dr.:  Die  Kultur  Japans.

Jacobsen,  H.,  Oberveterinär:  Viehseuchen  und
Herdenkrankheiten  in  Deutsch-Südwestafrika  und
ihre  Bekämpfung.  Ein  Leitfaden  für  Tierärzte,
Offiziere  und  Farmer.  ..

Jacobson,  Edw.  und  Dr.  jur.  van  HBasselt:  Die
Verfertigung  der  Gong  in  Samarang.  Mit  zwölf
Lichtdrucktafeln  und  zwölf  Abbildungen  im  Text

Jahrbuch  des  städtischen  Museums  für  Völkerkunde
in  Leipzig.  Haerausgegeben  von  der  Direktion.
Band  I.  1  .

Jastrow,  Dr.,  4  Reltor  ver  Handelshochschule  .
Die  Handelshochschule  Berlin.  Bericht  über  das
erste  Studienjahr  1906/07.  Erstattet  von  —.

Jung-Deutschlands  Flotten=  und  Kolonial=Kalender
  1908

Kämpfe  der  veutschen  Truppen  in  r  Suüdwestafrika.
  Die  —.  Auf  Grund  amtlichen  Materials
bearbeitet  von  der  Kriegsgeschichtlichen  Abteilung  1
des  Großen  Generalstabes.  Fünstes  Heft

—.—  Schluhheft  .

Kisa,  Dr.:  Die  Kunst  der  Johrhunderte.  Bilder  aus
der  Kunstgeschichte  vpon  —.

Kleintitschen,  P.:  Die  Kustenbewohner  der  Gazelle-Halbinsel
  (Neupommern,  deutsche  Südsee),
ihre  Sitten  und  Gebräuche,  unter  Benutzung  der
Monatshefte  dargestellt  von  —,  Missionar

Kohler,  Prof.  Dr.  jur.  Herausgeber  des  „Archiv
für  Rechts=  und  Wirtschaftsphilosophie

Kolbe,  Oberst  a.  D.  Unsere  Helden  in  Südwestafrika.
  I.  Die  Kämpfe  mit  den  Hereros.  Mit
einer  ÜUbersichtskarte,  12  Abbildungen  von  Mitkämpfern
  und  6  Abbildungen  vom  Kriegsschau-——D
  II.Q

Kolbe,  Oberst  a.  D.:  Unsere  Helden  in  Südwestafrika.
  II.  Die  Kämpfe  mit  den  Hottentotlen.
Mit  12  Abbildungen  von  Mitkämpfern  und  6  Abbildungen
  vom  Kriegsschauplls

Kolonial-Gesetzgebung,  Deutsche.  10.  Band.
Herausgeber  sind  Prof.  Dr.  Köbner  und  Wirkl.
Legationsrat  Gerstmeyer

378
323

373

z

1126
1028
974

□#
—-Ol


698

1236

1236

421
697

1236

—
S#
—

1125

1234
        <pb n="21" />
        Kolonial-Handelsadreß  buch  1907.  11.  Jahrg.
Mit  einer  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.

Herausgegeben  vom  Kolonialwirtschaftlichen

Komitee  .  ...
Holonialkatalog,  Deutscher.  Ein  Verzeichnis

neuerer  und  älterer  Schriften  über  die  deutschen

Schutzgebiete.  Herausgegeben  von  der  Exportbuchhandlung

  G.  A.  v.  Halem,  Brenen  784
König,  Ingenieur  und  Hydrotekt:  Die  Wasserversorgung

  in  Deutsch-Südwestafrika  .  543
Kuhn,  Dr.  Stabsarzt:  „Gesundheitlicher  Natgeber

für  Südwestafrika"“.  Mit  Abbildungen  im  Tert

und  einer  Bildertafel.  1907  .  648
Kullnick,  Dr.:  Vom  Reitersmann  zum  Präsidenten.

Ein  Lebensbild  Theodor  Nooserelts.  Mit  einem

Bildnis  1125
Kürchhoff.  D.:  „Die  Viehzuchti  in  r  Afrikas.  Hest  1

der  Kolonialen  Abhandlungen  826
Lattmann,  Reichstagsabgeordneter:  Die  Schulen

in  unsern  Kolonien.  Herausgegeben  von  228
Littmann,  Professor:  Die  Heldentaten  des  Dom

Christoph  da  Gama  in  Abessinien.  Nach  dem

vortugiesischen  Berichte  des  Miguel  de  Castanhoso

übersetzt  und  herausgegeben  von  .  648
Lohmeyer,  Dr.  /:  Auf  weiter  Fahrt.  Selbsi

erlebnisse  zur  See  und  zu  Lande.  Mit  Originalbeiträgen

  deutscher  Marineoffiziere,  Kolonialtruppenführer

  und  Weltreisender.  Begründet  von

—.,  sortgeführt  von  Kapitänleutnant  Wislicenus  1125
Macco,  A.,  Bergassessor:  Die  Aussichten  des  Bergbaus

  in  Deutsch-Südwestafrika..  .  826
Marine-Taschenbuch.  Mit  Genehmigung  des

Neichs-Marine--Amts  auf  Grund  amtlichen  Malerials

  bearbeitet  und  hernnägegeben.  5.  Jahrg.

1907  .  .  39,  1235
Martin,  Dr.  Negierungsargt:  Der  Lullusbrunnen

bei  Tropenkrankheiten  .  .136
Mayer,  Dr.:  Deutsches  Militärstrafrecht  ..1236
Medizinal-Berichte  über  die  deutschen  Schutz-  ·

gebiete  für  das  Jahr  1904/05.  Herausgegeben  von

der  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amtes.

Berlin  1907  600
Mense,  Dr.  C.:  „Archio  fur  Schiff-  und  Tropenhygiene“.

  XI.  Band.  Herausgegeben  von  910
Meyer,  Dr.,  Kammergerichtsrat:  Wirtschaft  ?  und

Recht  der  Herero  .  .  825
Meyer,  Arthur:  Über  Semen  Strophanti  .  1126
Mischlich,  Adam:  Wörterbuch  der  Haussa-Sprache.

I.  Teil:  Haussa-Deutsch  972
Mohr,  Dr.:  Algerien,  eine  Studie  über  die  französische

  Land=  und  Siedelungspolitik  784
Naendrup,  Dr.  Prof.:  Entwiccluns  und  Ziele  des

Kolonialrechts  .  1126
Narbeshuber,  Dr.  g.  a.  österreich-ungarischer

Vizekonsul  in  Sfax:  Aus  dem  Leben  der  arabischen

  Bevölkerung  in  Sfax  (Regentschaft  Tunis).  698
v.  r*——mn  Dr.:  Aus  dem  Tagebuch  eines

Arztes  ...  1075

XXI

O

.Paasche,

-
s
s

Oberleutnant  z.  S.:  Im  Morgenlicht.
Kriegs-,  Jagd=  und  Reiseerlebnisse  in  Ostafrika  1236
FVo#son,  NR.,  Forscher::  „Dreißig  Jahre  in  der
Südsee“.  Herausgegeben  von  Dr.  Ankermann  in
28  Lieferungen  .  135,  487
Parkinson,  R.:  Dreißig  Jahre  in  der  Südsee.
Land  und  Leute,  Sitten  und  Gebräuche  im  Bismarck-Archipel
  und  auf  den  Deutschen  Salomons-=Inseln.
  Von  —.  Herausgegeben  von  Dr.  Ankermann
  1235
Passarge,  Dr.  Siegfriedr  Sudafrika.  Eine  Landes=Volks=
  und  Wirtschaftskunde  von  —.  Mit  47  Abbildungen
  auf  Tofeln,  34  Karten  und  zahlreichen
Prosilen  1235
Paul,  Pastor:  Die  Mission  auf  den  deusschen  Sü
see-Inseln  1126
Perrot,  Vernhard=  „Deutsch-Ostofrikanische  Wirtschaftspolitik
  mit  besonderer  Berücksichtigung  der
Auswanderungsfrage“.
Perrot,  Bernhard:  Die  Zukunst  Deutsch  Ostafrikas
Perthes.  Justus:  Wandkarte  von  Afrika  zur  Darstellung
  der  Bodenbedeckung  mit  8  Kärtchen  zur
Entdeckungsgeschichte  und  14  Bildnissen  berühmter
Afrilaforscher.  Bearbeitet  von  Paul  Langhans
v.  Pfeil,  Graf,  Dr.:  Zur  Erwerbung  von  Deutsch-Ostafrika
  .  .  14126
Plehn,  Dr.  Professor:  Über  Beri-Beri  und  ihre
Bedeutung  für  wirtschaftliche  und  kriegerische  Unternehmungen
  in  den  warmen  Ländern.
Preßstimmen.  Koloniale  —  siehe  unter  „Allgemeines“.

Preuß:  Kolonialerziehung  des  deutschen  Volkes.
Leitende  Ideen  und  Material
Nangliste  der  Königlich  Preußischen  Armee  und
des  XIII.  (Königl.  Württembergischen)  Armeekorps
für  1907.  Verlag  von  E.  S.  Mittler  u.  Sohn  542

826
1236

135

378

x  Nangliste  der  Kaiserlich  deutschen  Marine  für  das

Jahr  1907.  Verlag  von  E.  S.  Mittler  u.  Sohn  542
—.—  Nachtrag  zur  Rangliste  der  Kaiserlich  Deutschen

Marine  für  das  Jahr  1907.  1171

Rangliste  von  Beamten  der  Kaiserlich  Deutschen

Richter,  Jul.  u.  Paul:

Marine  für  das  Jahr  1907.  Redigiert  im  Reichs-Marine-Amt.

  698
Ratgeber.  Amtiicher  —  fur  Deutsch  Sudivestafrika
Verlag  Dietrich  Reimer  .  629
Reimer,  Dietrich:  Mitteilungen  über  koloniale
Bücher  und  Karten  1907.  Heft  1.  80  Seiten
mit  10  Illustrationen,  2  Kartenstizggeen  136
Reimers,  Dietrich:  Mitteilungen  für  Ansiedler,
Forschungsreisende  und  Kolonialfreunde.  Heft  4.
November  1907  1236
Richter,  Jul.,  Pfarrer:  Die  evangelischen  Missionen.
Illustriertes  Familienblatt.  Herausgegeben  von  39

„Saat  und  Ernte  auf  dem
Missionsfelde“.  Illustrierte  Blätter  für  bie  erwachsene
  Jugend.  Herausgegeben  von

Rohrbach,  Dr.  Lic.:  Deutsche  zweriloirien.

Band  I:  Süpwestafrika  1027
        <pb n="22" />
        Sabersky,  Dr.:
landsbegriff
Schäfer,  Prof.  Dr.

Vortrag  .
Scheel,  Dr.:  Deussche  Kolonien.  Poloniales  Lesebuch
  zur  Einführung  in  die  Kenntnis  von  Deutschlands
  Kolonien  und  ihrer  Bedeutung  für  das
Mutterland.  Ausgewählt  und  eingeleitet  von  —,
Oberlehrer  in  Steglitz  ....
Schmid  v.  Schwarzenhorn,  Nud.:  „Künstliche
Depeschenwörter".  Silbentabellen  zur  Bildung

von  je  40  000  fünfbuchstabigen  Codewörtern
—.—  „Ame-Tafel“.  Chiffrier-Tasel  zum  Gebrauch
für  sämtliche  elegraphen-Codes  und  Chiffrierwörterbücher
  ......
„Universal-  Geheinischrist-.  Allgemeine  Depeschenverkehrsschrift,
  Depeschenkürzung  usw.
Schmidt,  Geo.,  Bezirksleiter  a.  D.:  Schmidt  contra
Roeren.  Unter  dem  kaudinischen  Joch.  Ein  Kampf
um  Recht  und  Ehre.  Broschüre
Schmidt,  Lic.,  Divisionspfarrer  der  1.  Garde=  Dioision:
  Aus  unserem  Kriegsleben  in  Südwestafrika.
Erlebnisse  und  Erfahrungen  von.

Schmidt:  Photographisches  Hilfsbuch  für  ernste  Ar.
beit.  Teil  II.  Vom  Negativ  zum  Bilde  1172

v.  Schwartz,  D.:  Mission  und  Kolonisation  in  ihrem

Der  koloniale  Inlands=  und  Aus-Weltlage

  und  aolorialpoliii

600

974

XXII

Velten,  PKrofessr  Dr.:
826

113—115

600

—

gegenseitigen  Verhältnis.  Missionsstunde  von  1028
Sering,  Prof.  Dr.:  Volkswirtschaft  und  Kolonialpolitik.
  Vortrag  115—119

Smend,  Oberleutnant:
ostecke  von  Togo  .
Sperling,  C.  F.:  Eine  Welrreise  unter  deutscher
Flagge;  51  000  Seemeilen  mit  dem  deutschen
Kreuzergeschwader  durch  die  Ozeane  .  1125
Sprigade,  P.  u.  M.  Moisel:  Neue  Wandkarte
der  deutschen  Kolonien,  bearbeitet  von  .
Stephan,  Dr.,  Marinestabsarzt:  Die  Literatur  des

Eine  Hieise  vurch  die  Nord-112


Schutzgebiets  Neu-Guinen.  228

Steuber,  Dr.  Oberstabsarzt:  Über  die  Verwendbarkeit
  europäischer  Truppen  in  tropischen  Kolonien
  vom  gesundheitlichen  Standpunkte

Streit,  P.:  Katholischer  Missionsatlas.  Bearbeitei

Vom  Bau  der  Lüderitzbucht-Kubub-Eisenbahn.

von  136

Tanera,  Karl.  Wolf  der  Dragoner  bes  Prinzen
Eugen.  Kriegsgeschichtliche  Erzählung  von  —.

Prosa  und  Boesie  der
uaheli.  .  .
Volksschriften.  Koloniale  .  ..
Vosberg-Rekow,  Dr.:  Nation  und  Welt.  Betrachtungen
  üder  Grundlagen  und  Aussichten  der
deutschen  Weltpolitik
Weltpanorama,  Das  große  —  der  Neisen,
Abenteuer,  Wunder,  Entdeckungen  und  Kulturtaten
in  Wort  und  Bild.  Ein  Jahrbuch  für  alle  Gebildeten
  .
Werner,  Kommerzienrat:  Kaufmännische  Mitarbeit
an  der  Kolonialbetätigung.  Vortrag  vor  dem
deutschen  Handelstage  am  9.  April  d.  Is.
v.  Werner,  Vizeadmiral  a.  D.:  „Deutschlands  Ehr'
im  Weltenmeer“.  Die  Entwicklung  der  deutschen
Flotte,  ihr  heutiger  Ausbau  und  Skizzen  aus
dem  Leben  an  Bord  von  —.  Neubearbeilet  von
Kontreadmiral  z.  D.  Holzhauer.  Mit  vier  farbigen
Kunstbeilagen  nach  Originalen  von  Prof  Stöwer
u.  Joh.  Gehrts  .  ...
Wirtschaftsatlas  der  deutschen  Kolonien.  Herausgegeben
  vom  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee
„Wirtschafts-Atlas  der  deutschen  Kolonien“.

Zweite  verbesserte  Auflage  ....
v.  Wissmann,  Dr.,  weil.  Gouverneur  z.  D  D.  In  den
Wildnissen  Afrikas  und  Asiens.  Jagderlebnisse

von  —.  Mit  28  Vollbildern  und  42  Tertabbildungen
  von  W.  Kuhnert

Zeitschrift  für  Kolonialpolitik,  Holonialrecht  und
Kolonialwirtschaft  Heft  1

Ziemann,  Professor  Dr.:  Velehrungen  fur  Guropäer
  an  Orten  vi  Ara.  Für  Kamerun  verfaßt
  von  ..  .  ...

Citeratur·  Verzeichnis.
42,  91,  187,  228,  270,

Literatur-Vexzeichnis.
Illustrationen  und  Karten.

Ju
Abbildungen  zwischen.

Abbildungen  zu  „Eine  Reise  nach  Ceylon,  Ianbie

Mit  8  Bildern  nach  Zeichnungen  von  E.  Zimmer  1126

Tesch,  Joh.,  Kais.  Hofrat:  Die  Laufbahn  der  deutschen
  Kolonialbeamten,  ihre  Pflichten  und  Rechte.
Mit  Genehmigung  des  Herrn  Staatssekretärs  des
Reichs-Kolonialamts  unter  Benutzung  amtlicher
Quellen  bearbeitet  von  —.  ...

Le  Traducteur  (15.  Jahrg.)  und  rr#e  Translator
  (4.  Jahrg.).  Halbmonatsschriften  zum
Studium  der  französischen,  englischen  und  deutschen
———lu.

„Tropenpflanzer"“,  Organ  des  Kolonial-Wirt-=schaftlichen
  Komitees  zu  Verlin.  11.  Jahrgang
90,  186,  269,  377,  486,  599,  693,  825,  910,  1011,

1113,  1218

Slkizze

und  Birma“.  Zwischen.  210  u.  211,  306  u.
Karte  von  Südwest-Afrika.  zwischen  240  u.
„Das  Aufstandsgebiet  im  Südbezirk  Kamerun“.  Übersichlsskizze

  .
zu  dem  Bericht  des  Bezirksamtmanns

Dr.  Mansfeld  über  seine  Dienstreise  nach  dem

Obanglande  ...
Skizze  zum  Vulkan-  Ausbruch  in  Sawai.  zwischen

u.

Uobersichtskarte  für  den  Marsch  der  sechsten  Expe-187



ditionskompagnie.
tember  1906

Dezember  1905  bis  Sep-Karte
  des  Oleai-  Alolls

Vegetationsbilder  aus  Deutsch-  Südwestafrika.  ew

269
186

1028

1075

324,
422

307
241
        <pb n="23" />
        Skizze  zu  den  Berichten  der  Hauptleute  Schlosser  und
Dominik  über  die  Maka-Expedilion  .
Übersichts-Skizze  der  alten  und  neuen  Dendeng-Straße.

nach  den  Aufnahmen  des  Leutnants  von  Oertzen
Die  Gebirgsstraße  Jo-Kame.  Abbildungen  awischen
Abbildungen  zu  „Eine  Reise  nach  Palau,  Sonsii
und  Tobi“.  Zwischen  660  u.
Bilder  vom  südwestafrikanischen.  Kriegsschauplat.
Zwischen  730  u.
Aus  dem  Südwesten  des  Beziris  Moschi.  Vier  Abbildungen.
  Zwischen  .  .884u.
Karte  zum  Bahnbau  Lüderihbucht  —Aus.  Zwischen
u.

Danimbau  zwischen  Anecho  und  Adjido.  Zwei  Abbildungen.

  Zwischen  .  922  u.
Skizze  zu  dem  Bericht,  Danmbau  zwischen  Anecho
und  Adjido“
Herbertshöhe  und  Sinpsonhafen.  Vier  Abhildungen
zwischen  .  1006  u.
Übersichtskarte  der  Faro-  Erkundung.  Ausgenommen,
konstruiert  und  gezeichnet  von  Oberlt.  Strümpell

Zwischen  .  1088  u.
Sansevierenkultur  in  Voi.  2  Abbidungen.  Zwischen
u.

XXIII

—

Aufnahmen  des  Oberleutnants  Strümpell  in  dem  Gebiet
Kameruns  sibwestich  von  Yola.  (April  1907.)
Zwischen  .  .  1140  u.  1141

Innstratkonsprobe  aus:  Parkinson,  Dreißig  Jahre  in
der  Südsee:  Moänosweiber  aus  Lalobé  mit  ihren
Kindern  und  Vulkan  ,  an  der  Blanchebucht.
Zwischen  1234  u.  1235

Besondere  Beilagen.

Mitteilungen  von  Forschungsreisenden  und  Ge-10899


1136

1137

lehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
1.  Hest  des  XX.  Bandes  Beilage  zu  Heft  2.

„  X)  „

Jahresbericht  über  die  Entwicklung  der  deutschen  Schutzgebiete
  in  Afrika  und  in  der  Südsee  für  1905/06.  Bes.
Beilage  zu  Heft  5.

Die  evangelischen  Missionen  in  den  deutschen  Schutzgebieten.
Statistische  Ubersicht  nach  dem  Stande  vom  1.  Jannar
1907.  Bes.  Beilage  zu  Heft  16.
        <pb n="24" />
        Verzeichnis

der  in  den

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  vorkommenden  Länder-,  Orts-  und  Volksnamen.
(In  teilweiser  Anlehnung  an  die  Rechtschreibung  auf  den  Kiepertschen  Karten.)

Ostafrika.

Alt-Langenburg,  Ort  818.

Amani,  Ort,  Versuchsstation  35,  71,
146,  149,  529,  983.

Ambangulu,  Kaffeeplantage  814.

Aruscha,  Landsch.  647.
Aruscha,  Ort  188,  257,  816.

Bagamojo,  Ort,  Zollamt  125,  159,
262,  302.  346.  461,  636,  811,  863,
885,  1047,  1138.

Bagamojo,  Bezirk  820.

Balangai,  Kaffeeplantage  814.

Bismarckburg,  Station,  Zollstelle,
98,  205,  206,  207,  257,  407,  462,
636,  637,  809,  810,  1049.

Bugoie,  Landschaft  523.

Bugufi,  Landschaft  523.

Bukoba,  Bezirk  200,  1202.

Bukoba,  Station,  Zollstelle  97,  205,

206,  207,  257,  407,  461,  462,
636,  637,  809,  810,  983,  984,
1049,  1124,  1136,  1138,  1139,
1202,  1203,  1209.

Bulwa,  Plantage  312.

Bundali,  Land  647.

Buschhof  816.
Buschirihof,  Pflanzung  680.
Chuza-Fluß  725,  726.

Daressalam,  Bezirk  818.

Daressalam,  Stadt,  Zollamt  51,
97.  125,  134,  145,  146,  159,
234,  262,  263,  290,  297,  302,
334,  346,  461,  558,  580,  636,
647,  811,  818,  863,  876,  885,
925,  926,  982,  1047,  1105,  1134,
1136,  1138.

Daressalam-Morogoro-Eisenbahn
261,  523,  525,  1136.

Donde,

344.
Dsinga,  Missionsstation  1124.

Landschaft  340,  341,  343,

Dunga-Masive,  Ort  812.
Dungobeth,  Landschaft  884,  885.
Dschagga-Land  647.

Eiassi-  Braben.  885.

Eiassi-Sialsnben.

  tonstatoon  816.

Kieikunde,

Friedrich  Hoffmann-Plantage
816.

Gombe-Fluß  461.
Gorongoro,  Vulkan  885.
Gumbiro,  Ort  335,  336,  337,  338,

339,  340,  344,  345,  346.
Gurui,  Fluß  884.

Hanga,  Ort  346.
Heru  (Mittel-Uha),
726

Landschaft  725,

Hohenlohe-Graben  885.

Homera,  Ort  340.
Horobo,  Fluß  336,  340.

Idahina,  Landschast  459.
Ifinga,  Ort  335.

Ileya,  Missionsstation  168.
Ilondo,  Ort  647
Iringa-Bezirk  816.
Iringa,  Ort  816.

Isoko,  Ort,  Missionsstation  647.
Jakobi,

Missionsstation  168.

Kagera-Fluß  1138,  1139.
Kalinsi,.  Dorf  725,  726.
Kange,  Pflanzung  639.
Kangonsa,  Ort  1139.
Karagwe,  Ort  1138,  1139.
Karaudi,  Ort  1105.
Kaseke,  Bach  726
Kasima,  Ort  461.
Kibognoto,  Ort  816.
Kibosho,  Ort  816.
Kibwezi,  Ort  1137,  1138.
Kidugala,  Ort,  Missionsstation  146.
335,  816.

Kiduni,  Plantage  766.  767.
Kifsumbiro,  Ort  1139.

Kigombe,  Plantage  812.

Kicgonsera,  Ort  339.

Kikogwe,  Ort,  Pflanzung  639,  767,
816.

Ort  1105.

Kilimandjaro  (Kilimandscharo)  Berg
61,  168,  647.

Kilimandjaro-Gebiet  525.

Kilindini,  Hafen  von  1136.

Kiliwa,  Ort  818.

Kilossa,  Landschaft  445,  450,  452,
4

54.—
Kilossa,  Ort  581,  818,  1105.
Kilwa,  Dorf,  Zollamt  125,  159,  262.
290,  291,  292,  302,  340,  346,
461,  636,  811.  863,  885,  1047,
1104,  1138.
Kilwa,  Bezirk  261,  262,  290,  820.
Kilwa  Kisiwani,  Insel  290.
Kingani-Fluß  1105.
Kiomoni,  Plantage  767,  812.
Kipateni,  Pflanzung  814.
Kiraunda,  Fluß  341.
Kirira,  Landschaft  459.
Kiru-See  1124
Kiruanda,  Fluß  343.
Kisiba,  Landschaft  200.
Kissaka,  Landschaft  523.
Kisuaheli-Sprache  462.
Kisumu,  Ort  1136,  1139,
1201,  1202.
Kisuno-Bach  726.
Kiyimbila,  Missionsstation  818.
Kitanda  (Mohamakiros),  Lanyschaft
336,  337,  338,  339,  340.
Kitanda.,  Ort  335,  336,
339,.  344,  345,  346.
Kitanda,  Posten  341,  342,  345.
Kitopeni,  Ort  820.
Kitukutu-Berg  341.
Kiou-See  623.

1199,

337,  338,
        <pb n="25" />
        Kolobosya,  Ort  647.

Kome,  Ort  816

Konde-Sprache  648.

Kondeny,  Ort  168.

Kondoa,  Landschaft  445.

Kondoa-Jrangi,
138,  257,  258.

Kongei,  Ort  814.

Kopa-Kopa,  Ort  344.

Kopa-Kopa-Leute  336

Kumgumira,  Ort  820.

Kungwe,  Neu-,  Plantage  818.

Kurasini,  Ort  818

Kwai,  Domäne  814.

Kwale,  Insel  451.

Kwa  Libuka,  Ort  341,  342,  343.

Kwa  Mageja,  342,  343.

Kwamkusu,  Ort  814.

Kwa  Mtoro  Ort  257.

Kwa  Mtote,  Ort  343.

Kwande,  Landschaft  459.

Kwasigi.  Ort  814.

Langenburg,  Stadt  818.
Lewa,  Plantage  816.
Ligambiro,  Ort  342,  343.

Ligombe,  Fluh  338,  341,  342,  343,

345.
Lihowera,  Ort  346.
Likuyu,  Landschaft  437,  338.
Likuyu-Fluß  335,  340.

Likuyu-Militärposten  335,  336,

339,  340,  341,  342,  344,  345.
Lindi,  Bezirk  820.

Lindi,  Ort,  Zollamt  125,  159,  302,
636,  767,

346,  451,  452,  461.
811,  863,  885,  993,  1047,  1138.
Lirondo,  Fluß  339,  340.
Lirondo-Tal  444,  345.
Lituno-Leute  336.
Liwale,
341,  344,  820
Liwale,  der  1105.

Lolmogro  elanairobi,  Vulkan  885.
Luhanjandu,  Fluß  336,  338,  339,

341,  343.
Luhira-Fluß  339.
Luitschi-Fluß  726.
Lukalawa,  Fluß  339.
Lukaya,  Landschaft  459.
Lukonde,  Fluß  1105.
Lukula,  Fluß  341.
Lukumburu,  Fluß  335.
Lukumburu,  Ort  335.
Lukumburu,  Posten  346.
Lupembe,  Ort  145,  146.
Lutukira-Tal  291.
Luwegu,  Landschaft  335,  336,  344.
Luwegu,  Fluß  336,  337,  338,  339,
340,  341,  342,  343,  344,  345.

Offizierposten  121,

Ort  291,  293,  335,  340,

—  XXV  —

Luwegu,  Posten  338,  344,  345.

Luwira,  Fluß  345.
Madgdaba,  Landschaft  341,  344.

Madibi-Berg  345.
Madibira,  Mission  816.

Mafia-Inseln  290.
Masia,  Ort  820.
Magad-See  653.
Mageja,  Ort  343.
Magengati,  Landschaft  459.
Magerneni,  Ort  818.

Magrotto,  Pflanzung  767,  812.
Mahenge,  Militärstation  336,  339,

342,  344,  345.
Mahenge,

341,  342.
Mahuguru  346.
Majani,  Plantage  767.
Majimahu,  Ort  340,  341,  344.
Majimahuhu,  Ort  336.
Makere,  Fluß  725.
Makuyuni  Ort  1105.
Mamba,  Missionsstation  647.
Namigo:  Ort  343.

Mampjui-Straße  341,  345.
Mangati-Landschaft  884,  885.
Manjara-See  334.
Marangu,  Ort  647,  816.
Marienhof  814.
Masinde,  Ort  814.
Massai-Land  75.
Massai-Steppe  121.

Massassi,  Missionsstation  168.
Massumbwe,  Landschaft  459.

Masumbait,  Plantage  767.
Mazumbai,  Kasseeplantage  814.
Matanda,  Fluß  341,  343.
Matengo,  Landschaft  335,  637.
Matogoro-Berge  336.
Matombo,  Missionsstation  818.
Matomondas,  Ort  341
Matumbi,
346,  637.

Matumbi,  Ort  335.
Maurui,  Ort  109.

Mbarangandu,
341,  344.
Mbarangandu,
339,  340.
Mbayahof  818.

Mbekwani,  Ort  342.
Mbembela,  Ort  647.
Mbeyera,  Ort  335,  337.
Mbeyera,  Posten  339,  344.
Mbogwe,  Landschaft  459.
Mboma,  Dorf  647.
Mbozi,  Missionsstation  818.
Mburumui-Berg  341.

Meru-Gebiet  525.

Bezirk  336,  338,  340,  Miombo-Wald  725.

Landschaft  339,  341,  344,

Fluß  336,  340,

Etappenposten  336,

Meru-Berg  647.

Mogenda,  Ort  342.
Mgende,

Landschaft  336,  338,  339,
340,  341,  342,  343,  344,  345.

Mgende-Leute  336,  345.
Mgende-Straße  341.
Mogera,  Ort  818.

Mgombeki,  Ort  343.

Mhangasi,  Ort  346.

Mikanjuni,  Pflanzung  814.

Mikesse,  Ort  297,  926,  1105.

Mikindani,  Ort  636.

Mikindani,  Ort,  Plantage  767,  820.

Milow,  Missionsstation,  Posten  168,
339,  344.

Mitondo,  Fluß  341.

Mkalamo,  Ort  75.

Mkekenuri,  Ort,  Militärposten  335,
339.

Mkula-Berge  344.

Mkupehi,  Fus  338,  339,  340,  341,
342,  343,  344

Mlagarasi,  Flub  725,  726.
Moa,  Plantage  812.
Mohasi-See  1124.

.Mokondo,  Ort  1105.
Mombassa,  Ort  861,  1009,  1136.

1198,  1199.

Mombo,  Ort  74,  258,  262,  263,  463,
464,  465,  466,  467,  468,  469,
814,  1048,  1050.

Morogoro,  Bezirk  818

Morogoro,  Ort,  Nissionsstation  262,

297,  334,  580,  581,  818,  925,
926,  1105,  1136.

Morogoro-Eisenbahn  109,  445,
62.

Morogorotal,  Pflanzung  818.

Moschi,  Bezirk  384,  816,  884,  885.

Moschi,  Ort,  Zollstelle  205,  206,  207,
257,  407,  462,  636,  637,  809,
810,  876,  983,  1049.

Mpapua,  Bezirk  138,  257,  884.

Mponda,  Ortschaft  340.

Mpondas,  Ort  342,  343,  344,  345.

Mpunse,  Landschaft  459.

Mseae,  Ort  168.

Msingano,  Ort  812.

Assenne,  Landschaft  459.

Mtibu,  Landschaft  459.

Mtingi,  Landschaft  1104.

Mtumbikaya,  Ort  340.

Mtundika,  Ort  341.

Muansa,  Bezirk  384,  580,  816.

Muansa,  Station,  Zollstelle  97,  200,
205,  206,  207,  257,  262,  407,
461,  462,  525,  636,  637,  809,
810,  816,  983,  1049,  1204.
        <pb n="26" />
        —  XXVI  —

Mueia,  Ort,  Zollstelle  1049.  „Pangani-Fluß  69,  257.  Ssongo  Manara,  Insel  290.
Mugassera-See  1124.  Panganja,  Versuchsplantage  525,  Suaheli-Neger  1204
Muhange-Fluß  341.  1104.  "„  Sultans  Plantagen  818.
Muhesa,  Ort  812.  Pangira,  Ort  146.  Sykonge,  Ort  168.

Muniaga,  Landschaft  1124.  Pare,  Nord-,  Land  647.  4  »
Muoa,  Pflanzung  639.  Pembalioto,  Ort  335.  Tabora,  Bezirk  384,  459,  400,  461,
Mutyek-Plateau  885.  Peramiho,  Ort  339.  402,  560,  581,  1206.
Mwahalili,  Missionsstation  918.  Pflanzung  O.  Boog  814.  Tabora,  Station  98,  290,  461,  959,
Mwaja,  Ort,  Zoustelle  205,  200,  Pingoni,  Plantag.  812.  984,  1200,  1204,  1205.

207,  257,  407,  462,  636,  637,  Pitu,  Fluß  337,  338,  344.  Tandala,  Ort  335.

609,  810,  818.  Pongwe,  Plantage  812.  Tanga,  Bezirk  454,  12.  14.  4
Mwakatapamya,  Ort  647.  Pratapoor,  Ort  814.  Tanga,  Ott,  Zollamt  74,  109,  125,
Mwanakune,  Distrikt  459.  Prinz  Albrecht-Plantage  812.  15,  262,  302,  346,  461,  463,
Mwasulama,  Ort  647.  Pugu,  Ort  580,  926.  464,  465,  466,  467,  46e.  460.
Mwenibungu,  Ort  647.  636,  811,  812,  863,  885,  983,
Mwika,  Missionsstation  168.  Ratuki,  Ort  346.  1047,  1048,  1050,  1062,  1138.
Mwitingi,  Plantage  767.  Rowuma-Fluß  291,  203,  335,  336,  Tanganjika,  Randgebirge  725,  726.
Mzomba,  Ort  647.  338,  339,  340,  345,  444.  Tanganjika-See  453,  462,  523,

Nuaha,  Fluß  524.  725,  1003,  1124.
Nairobe,  Ort  200.  Ruanda,  Reich  523,  1124.  Tangata,  Ort  812.
Naitivi,  Plantage  766,  767.  Ruanda,  Militärposten  335,  338.  Tangiros,  Ort  341,  342,  343,  344.
Naitivi-See  766.  Rufidji-Fluß  69,  72,  525,  1104.  Tomodo,  Ort  1105.
Nambunda,  Ort  820.  Rugufu,  Nebenfluß  d.  Mlagarasi  726.  Tosa-Maganga,  Ort  816.
Nawawassi.  Fluß  341.  Ruhuhu,  Fluß  335,  336,  338,  346.  Totohovu,  Plantage  812.
Neu-Langenburg,  Bezirk  818.  Rungwe,  Ort  647.  Tschiwongo,  Ort  336.

Neu.  Langenburg,  Ort,  Zollstelle  Runsewe,  Landschaft  459.

205,  206.  207,  257,  335,  337,  Nutenganio,  Ort  647,  818.

339,  407,  462.  809,  810,  1049.  Nutschugi,  Nebenfluß  d.  Mlagarasi
Ngambo,  Ort  35.

UÜbena,  Landschaft  344.  345,  316.
523,  637,  816.
Ubena,  Nord=  335,  339.

NRgambo,  Plantage  812,  959.  Rutschugi,  Posten  725.  übena,  *  8  346.

Ngeregere,  Ort  339,  340,  341,  342.  Rutukira,  Fluß  339.  .  übene  ann  ft  450  460.  725

Ngerengere,  Ort  297,  344,  580  Nuvu,  Ort  297,  580,  926.  urn  ji,  Landschaft  459,
926.  Nuwari,  Fluß  346.  jidji.  Nord=  726.

....  .  stell  205,
Ngerengere-Fluß  1105.  Udjidji,  Station,  Zollstelle  98,  205

i,  Ort  1002  Saadani,  Versuchsplantage  525,  636.  206,  207,  257,  407,  461,  462,
Nonr.  .  t  812  Sadani-Gebiet  1062,  1105.  s  636,637,809,810,984,1049«
g""'«t"  Sadani,  Ort  262,  263,  816,  1102,  ufiome,  Landschaft  884,  885.
Naue.  Mlanzurg  814.  D  1104.  Ugama,  Ort  816.
M#umire  Candichalt  726.  Sakarre,  eeplantage  814.  Ugogo,  Landschaft  268,  451,  452,
Nguru-Gebiet  1001.  Samanga,  Ort  820.  9
#curu  Gebirge  1100.  812  Sanga-Gebiet  1139.  Ugomba,  Landschaft  459.
huru  Atati,  flanzunz  3|2.  Schirati,  Bezirk  816,  862,  863.  Uha,  Landschaft  460,  725,  726

Riakafumbe-Bach  725.  Schirati,  Ort,  Zolstelle  205.  200,  Uha-Plateau  725,  720.

Niansari-Flutz  725,  726.  D.  .  .-Njahe,
  Fluh  341.  207,  257,  407,  462,  636,  637,  Uhawende,  Landschaft  726.

.  ....  809,  810,  816,  1049,  1138.  Uhehe-Gebiet  523,  524.
Miamtumbo,  Miltärpoften  335,  336,  Schoeller,  Plantage  767,  812.  ub0  Ort  290.
Nj  33n  «  luh  336  Semelagas,  Ort  346.  n  Uhsonge-  Magamba,  Ort  814.

#jenie,  au  Sigi-Pflanzung  1052.  Ubkami-Gebiet  1001.
Nienje,  Ort  344.  Simbo,  Dorf  461.  Ukinga-Posten  335,  339.
Atulira,  Ort  344.  *  Sirambo,  Landschaft  460.  uUr#umöbi,,  Landschaft  459.
niasfia  (A#pyasso)  Sei  336,  10063.  Sistambandu,  Sultanat  335.  ukune,  Landschaft  459.
Aballsaen  "  rin  1.  Soga,  Ort  297,  580,  926.  lnlangwa,  Landschaft  400.

yembete,  S  ·  Ssamanga,  Ort  262.  uluguru,  Landschaft  581.
Odeani  elanairobi,  Vulkan  685.  Ssongea,  Bezirk  290,  335,  336,  3383,  Ulumaim,  Plantage  320.
Osirwa,  Vulkan  885.  341,  346,  818.  Umbulu,  Landschaft  884,  885.

Ssongea,  Ort,  Zollstelle  145,  116.  Umbulu,  Militärposten  884.

Pangani,  Bezirk  816.  205,  206,  207,  257,  291,  294,  Umeba,  Landschaft  453.

Pangani,  Ort,  Zollamt  125,  159,  296,  335,  336,  337,  339,  340,  Ungoni,  Landschaft  291,  335,  337,
302,  346,  461,  636,  811,  863,  342,  344,  345,  346,  407,  462,  338,  339,  342,  343,  345,  346,
885,  1047,  1138.  809,  810,  818,  10409.  1  453,  632,  637,  674.
        <pb n="27" />
        Ungoni,  Nord-,  344.
Ungoni,  Ost-=  337.
Ungoni,  Süd=  339.
Union,  Kasseepflanzung  639,  812.
Unjika-Posten,  Zollstelle  205,  206,
207,  257,  407,  462,  809,  810,
1049.
Unyambewa,  Landschaft  459,  461.
Unyamwesi,  Landschaft  451,  452,
453,  454,  726,  1205.
Unyamwesi,  Ort  168.
Unyanyembe,  Landschaft  459.
Upanga,  Ort  297.
Upangwa,  Landschaft  336,  337,  338,
344,  345,  346,  637.
Upangwa,  Ort  335,  339,  340.
Urambo,  Laudschaft  459,  461.
Urambo,  Missionsstalion  462.
Urundi,  Reich  523,  726.
Usagara-Gebiet  1001.
Usambara,  Landschaft
581,  1203.
Usambara,  Öst-,  Landschaft  959.
Usambara,  Ort  35.
Usambara-Gebirge  469.
Usambara,  Landschaft  1124.
Usambara-Eisenbahn  74,
263,  463,  469,  1048,  1093.
Uschirombo,  Landschaft  459,  461.
Uschirombo,  Missionsstation  462.
Uscungwe-Berge  523.
Useuha-Gebiet  1001.
Useguha,  Ort  816.
Usingo  Landschaft  725,
Ussagaro,  Landschaft  453.
Ussagara=  Gebirge  453.
Ussangu-Gebiel  523,  524.
Ussoke,  Distritt  459,  460.
Ussonge,  Landschaft  459.
Ussumbwa-Landschaften  459,  460,
461,.  462.
Ussuwi-Landschaft  460.
Usukuma,  Landschaft  1204.
Usumbura,  Bezirk  816.
Usumbura,  Station,  Zollstelle  98,
205,  206,  207,  257,  407,  462,
636,  637,  809,  810,  816,  861,
984,  1049.
Utambara,  Laudschaft  459.
Utapisia,  Landschaft  459.
Uyovu,  Landschaft  459.
Uyui,  Landschaft  459,  461.

109,

XXVII

Wabena-Volk  339.
Wabolongo-Volk  460.
Wafipa,  Volksstamm  674.
Waha.  Volk  726.
Wahehe-Volk  339.
Wahiao-Volk  444.
Wakaranga,  Vollsstamm  674.
Wambulu,  Volk  884.
Wami-Fluß  1105.
Wamuêra-Volk  452.
Wanduewe,  Volk  336
Wangemanushöhe,
tage  818.
Wangindo-Volk  336,  339,  343.
Wangoni-Volk  335,  336,  337,
338,  339,  342,  343,  344,  459,
460,  632,  637,  672,  674,  675.
Wangoni-Reservat  459,  460.
Wanjema-Volk  1204.

Neu-,  Plan-Wanyamwesi-Volk

  445,  452,  726,

118,  258,

1138,  1204.
Wapogoro,  Volk  336.
Wassagara-Volk  454.
Wassumbwa-Volk  459.
Wasukuma-Volk  726.
Wateita-Volk  1138.
Watonga,  Volksstamm  674.

Weatussi-Volk  460,  523,  726.

Viktoria-Nyansa  I71,  109,  110

156,  261,  262,  263,  523,  959,
1003,  1136,  1139,  1197,  1199,
1200,  1204.

Voi,  Orl  1136,  1138.

Watuturn-Volk  8384.

Webersche  Pflanzung  812.

Wembäre-Steppe  75.

Wiedhafen,  Ort,  Zollstelle  146,  205,
206,  207,  257,  335,  407,  462,
809,  810,  10409.

Wilhelmstal,  Bezirk  814.

Wilhelmstal,  Ort  814,  983.

Wolters-Plantage  812.

Wugiri,  Ort  814,  983.

Kamerun.

Abongbang,  Ort  400
Abong-Mbang,  Ort,  Posten  351,
392,  393,  395,  396,  619,  624.

Adamaua,  Ort  69,  262.

Adamaua-Bezirk  928,  1103,  1141,
1208,  1209,  1211,  1215.

Adamaua,  West=  1139.

Ajibiduma,  Posten  623.

Akkoi,  Volksstamm  350,  351.

Akoafim,  Ort  193,  194.
Akodda-Wasser  396.

Akonolinga,  Bezirk  400.
Akonolinga,  Ort,  Posten  392,  393,

395,  396,  399,  400,  618.
Akwadorf,  Dorf  557.
Allaman-Leute  392,  395.
Alunnu,  Ort  396.

Assobam-Allaman,  Ort  348,  395.

Assobam-Allaman-Leute  351,  392,
395.

Ateke,  Ort  351,  391,  392,  393,  394.

Atie,  Ort  392.

Atok,  Ort  395.

Babien,  Volksstamm  391.

Badjische,  Dorf  619.

Bafia-Gebiet  455,  456.

Vafu,  Nebenfluß  des  Vali  400.

Bafut-Volk  1214.

Bagielle,  Zwergvolk  885,  886.

Baguna,  Ort  619.

Bailand  399.

Baia-Land  625.

Baia-Volk  622.

Bajele,  Dorf  799.

Baka,  Ort  625.

Bakba,  Ort  396.

Bakba-Moambienne-Weg  351.

Bakele,  Volk  618.

Bakelle-Zwergvolk  1208.

Bakinekoe,  Ort  350.

Bakolo-Gebiet  455,  456,  616,  617,
618,  1211.  «

Bakoko,  Volksstamm  617,  885,  886,
1209,  1211.

Bakom,  Volk  396.

Bakore,  Ort  400.

Bakurum,  großer  Bach  400.

Bakwiri,  Volksstamm  400.

Bali,  Land  262,  1103.

Bali-Leute  1214.

Bali,  Stadt  und  Missionsstation  163,
1124.

Bali-Fluß  400.

Bamale,  Landschaft  399.

Bamelo,  Volk  391.

Bamenda,  Bezirk  120.

Bamenda,  Landschaft  399.

Bamenda,  Station  259.

Bamenguo,  Volk  351.

Bamsiemtza,  Volk  396.

Bamum,  Stadt,  Missionsstation  163,
1124.

Bamum,  Land  258,  262,  399,  458,
577,  578,  1103,  1142.

Bamum,  Volk  258,  259,  351,  458,
1214.

Bamum-Sprache  578.

Bamvelle,  Volksstamm  351,  391,
396.

Bamvom,  Landschaft  396.

Bandebe,  Volk  351.

Bandeng-Volk  1214.  .

Bandschun  (Bandsun),  Stadt  163.

Bandsjelle,  Volk  351.
Vane,  Volk  456,  885,  1208,  1209.

5
        <pb n="28" />
        Bane,  Gebiet  400.
Bangandu-Land  347.
Bangandu-Leute  348.
Banglang,  Berg  1139.
Bania,  Ort  628.

Banjang,  Land  400.
Banjo,  Ort  1215.
Banjo-Leute  1215.
Bansso,  Landschaft  258,  259.
Bansso,  Volk  258,  455,  458.

Bantadschi,  Landschaft  1089,  1092.

Bantu-Neger  886,  1211.
Bare,  Posten  610.
Barika,  Ort  400.
Barsumetu,  Ort  799.
Bäru,  Bezirk  400.
Baschile,  Ort  1140,  1141,  1142.
Baschile,  Tal  von  1140.
Basieb,  Volk  351.
Vasiemtza,  Volk  351.
Bat,  Dorf  395.
Bata-Heiden  1091,  1141.
Batabi,  Ort  258,  259.

Batanga,  Volksstamm  616,  617,  1208.

Batanga-Küste  1208.
Batanga,  Groß-,  Ort  100,  502.
Vatanga,  Klein-,  Ort  100.
Batarre,  Ort  626.
Bati-Volk  1211,  1212.
Batischenga-Volk  1211,  1212.
Batscham,  Ort  163.
Beja-Stamm  1135.

Beka,  Ort  1141.

Vele,  Volk  620.

Belldorf,  Dorf  557.

Bengalong,  Ort  620,  622,  623,  624.
Fluß  261,  262,  525,  1090,

Benue,
1092,  1215.
Beri,  Distrikt  399.

Beri,  Land  625.
Beri,  Ort  622,  624

Vertua,  Distrikt  399,  608,  622,  1135.

Vertua,  Landschaft  622.
Bertua,
Besam,  Ort  258,  351,  395,  400.
Betuge-Rsana,  Ort  622,  623.
Betuge-Nsana,  Posten  624.
Bibundi,
867

Bidule-Bindua,  Ort  350,  351.

Bidule-Bindua,  Volksstamm  350.

Bimba,  Ort  395.

Bimba-Beri-Bertua,  Bezirk  619,

1135.
Bimbia,  Orl  615.
Bimbia,  Pflanzung  624.
Biongele,  Ort  455,  456,  458.
Vipare  (Bifara),  Ort  628.
Bipindi,  Ort  1208,  1209.

Ort  399,  619,  620,  623,  624.

Ort,  Pflanzung  100,  502,

XXVIII

Bissoke,  Ort  620.
Boeke-Fluß  347.

Bokamonene,  Dorf  347,  348,  398.

Bokamonene,  Leute  347.
Boki,  Volksstamm  886.
Bombassa,  Leute  734.
Bomome,  Volk  348.
Bomono-Krieck,  Der  799,  1207.
Bomono-ba-benge,  Ort  799.
Bomono-ba-Jeru,  Ort  799.
Bonabela,  Ort  1124.
Bonaberi,
1124,  1207.

Bonaku,  Missionsstation  1124.

Bonamuti,  Ort  168.

Vonandjo,  Ort  1124.

Bornu,  Land  1209.

Buea,  Stadt  99,  100,  145,  194,  235,
428,  502,  557,  608,  624,  655,  656,

707,  928.
Bukari  Bosso,  Ort  1139,  1142.
Bule,  Bezirk  (Ebolova)  399.

Bullu,  Volksstamm  798.

Campo,

Buli-Volk  1208.

Bulo,  Herrschaft  1139.

Bulu,
397,  398,  886.

Bulu.  Land  398.

Bumba-Fluß  347,  348,  395.

Campo,  Bezirk  927,  939,  941,  943,

945,  949
Ort  100.

"  Campo-Fluß  1083.

Debundja  (D

Croß-Fluß  400.

Dagula,  Ort  1140.
Dajeri,  Dorf  1140.
Dalami,  Ort  1142.
Danaba,  Ort  1140.
Dangari,  Ort  626.
Danola,  Ort  622.

494.
Degenimagi,  Ort  455,  456.

Dehane-Schnellen  615,  617,  618.

Dehane,  Ort  616,  617,  618.

Ort,  Missionsstation  799,

Volksstamm  351,  391,  394,

Dongo-Kreek  616,  617.
Dtschang,  Station  610,  1076.

Dschimbuli-Namei  347.

Dschomi,  Ort  622.

Duala,  Bezirk  399,  927,  928,  938,
940,  942,  944,  948,  1083.

Duala,  Ort  100,  133,  163,  324,  347,

455,  456,  502,  579,  616,  617.  797.
991,  1010,  1011,  1124,  1209.
Duala,  Leute  617.
Duala-Neger  798,  10.
Duala-Manenguba-Bahn  222.
Dubu,  Ort  626.
Dume,  Fluß  399,  618,  619,  620,  622,
623,  624.
Dume,  Station  622,  624.
Dume-Straße  623.
Dumran,  Ort  628.
Durba,  Ort  1088.
Durba,  Farmbörfer  1090.

Ebea,  Landschaft  616.

Ebea,  Ort  615,  616.

Ebolobingon,  Dorf  351,  392,  393,
394,  396,  397.

Ebolova,  Bezirk  144,  193,  194,  392,
397,  608,  798.

Ebolova,  Station  193,  194,  258,
391,  394,  400,  885,  886,  992.

Edama,  Dorf  624.

Edea,  Bezirk  144.
Edea,  Ort  399,  618,  1211.

Ehinballa,  Dorf  624.
Elesa,  Niederlassung  617.
Eling,  Landschaft  458.

Elmo,  Insel  626.

Emombo,  Ort  625.

Endo,  Dorf  624.
Eonnsog,  Landschaft  617.
Esso-Gebiet  351.

ebundscha),  Ort  100,  "

Dendeng,  Ort  620,  622,  624,  625,

626,  627,  399.
Dibongo-Höhen  615.
Dibüsüng,  Volk  394.
Dikombe,  Fluß  799.
Dirdu,  Berg  1139.
Djahdorf  351,  391,  392.
Diah,  Siu  347,  351,  391,  392,  394,

395,  3
Diah,  n*  391,  395,  396.
Djah-Straße  395.

Djebem,  Landschaft  456,  458.
Djumjele,  Ort  392.

Esso,  Volksstamm  351,  391,  392,
394,  396,  397.

Esum,  Hilfslrieger  619,  622,  1211.

Eta,  Ort  391.

Etun-Volksstamm  1211.

Fan-Volksstamm  1208,  1209.
Faro,  Fluß  1088,  1089,  1090,  1091,
1141.

Felere,  Landschaft  1091.
Felere,  Ort  1089.

Fontemdorf,  Bezirk  610.

Fontemdorf,  Ort  1076.

Fullah,  Volk  622,  1091,  1139,  1141,
1211,  1212,  1213,  1214,  1215,  1216.
Fumban,  Ort  258,  259,  577,  578.

Gabun-Leute  1208.

Gamaue,  Ort  622.

Gambagani,  Ort  1139,  1140.
        <pb n="29" />
        Gambe-Tal  1140,  1141.

Gamu-Fluß  1141

Gangkita,  Ort  1140,  1141,  1142.

Gangsari,  Berg  1140.

Gangssamen,  Ort  1140.

Garua,  Bezirk  927,  928,  939,  941,
943,  945,  949,  955,  1090,  1092.

Garua,  Militärstation  389,  442,  525,
1140

Gasa,  Ort  628.

Giwa,  Ort  1140.

Gogo,  Berg  1089.

Gone  (Guine),  Volksstamm  456.

Gorna,  Ort  628.

Grori,  Dorf  1140.

Grum,  Berg  1141.

Grumpao,  Ort  1140,  1141.

Gujimu,  Ort  626.

Gumfok,  Ort  620.

Guyo,  Landschaft  455,  456,  458.

Haussa,  Volk  399,  456,  458,  577,
578,  620,  1124,  1141,  1209,  1212.
Hossere  Banglang,  Berg  1141.
Hossere  Bantadschi,  Berg  1089.
Hossere  Lugere,  Berg  1089.
Hossere  Mangla,  Berg  1141.

Ibi,  Ort  1142.
Idenau-Sanje,  Ort  502.
Idongele,  Ort  626.

Ivongo,  Landschaft  626.

Idongo,  Ort  625.

Idute-Enklave  626.

Idutschaba,  Ort  625.

Inubu,  Fluß  455,  456.

IsehiolMes-hio)-Sprache  456.

Isongo,  Ort  100.

Isongo,  Pflanzung  867.

Jabassi,  Bezirk  144,  163,  1190.

Jabassi,  Starion  455,  456,  861.

Jabu  (Jabgu),  Ort  1139.

Jakoa,  Volk  351.

Jamiad,  Ort  626.

Jangeni,  Berg  1140.

Jankula,  Dorf  625.

Jasuku-Kreek  (Onge-Eoumre-Kreek)
  616,  617.

Jaunde,  Bezirk  392,  399,  608,  624,
625,  1135.

Jaunde,  Ort,  Bezirksamt  271,  324,
347,  392,  396,  618,  620,  622,  623,
624,  625,  798,  1210,  1211,  1215.

Jaunde,  Volksstamm  398,  885,  1208,
1209,  1210,  1211.

Jaunde-Sprache  396.

Jaunde-Straße  350,  399,  618,  886.

Jebbekolle,  Dorf  351,  624.

Jebekolle-Gebiet  393,  395,  400,
623.

und

XXIX

Jebekolle-Grenze  619.

Jebekolle,  Volksstamm  350,  351,

391,  392,  394,  396,  624.
Jekaba,  Volk  620,  622,  623.

Jekoabba,  Hilfskrieger  619.

Jelinda-Gebiet  3

Jelinda,  Volzsstamm  351,  393,  394,.
397.

Jem,  Landschaft  626.

Jem,  Ort  625.

Jembame,  Ort  618.

Jengone,  Land  623.

Jesse  (Nian-Hamo).  Fluß  626.
Jesum,  Landschaft  617
Jelsang-Gebiet  798.

Jetsang,  Volksstamm  351,  391,  392,

394,  397,  798.

Jewi,  Berg  1141.
Job-Kage,  Dorf  1083.

Joko,  Station  399,  626,  1135,  1211,

Kamerun,
Kampo  1

1213,  1215.
Joko-Berge  1212.
Jola,  Ort  862,  1089.
Joßdorf,  Dorf  557,  1215.
Jukadum,  Ort  258.
Jukaduma,  Distrikt  399

Jukaduma,  Ort  347,  348,  350,  351,

395,  400.
Junkulu-Gebiet  798.
Kabom,  Ort  619,  620.
Kadai-Gebiet  622.
Kadei-Fluß  624.
Kake,  Dorf  799.

Kam,  Ort  193,  194,  351,  352,  391,
392,  393,  394,  395,  396,  399,  400

Kamerunberg,  Bezirk  579.

Kamerunberg  163,  494,  617,  927.

928,  929.
Fluß  799.

Kanuri-Volk  1141.

Karin,  Ort  1090.

Kaschollo,  Grenzvorf  1215.

Keaka,  Landschaft  400.

Kele  (Rkéle),  Fluß  1083.

Kembon,  Ort  400.

Kim-Fluß  1214.

Kogboi,  Ort  628.

Koloi,  Ort  628.

Kontscha,  Ort  1139,  1141,  1142.

Kowe,  Ort  1139.

Kribi,  Bezirk  399,  608,  886,  927
938,  940,  942,  944,  948.

Kribi,  Ort  100,  258,  350,  391,  502,

616,  992,  1083,  1208,  1209.
Kriegsschiffhafen,  Ort  100.
Kroß,  Fluß  886.
Kroß-Schnellen  862.
Kru-Leute  617.

Kulujundu,  Dorf  396,  397.

Kumilla,  Ort  347.
Kunabembe-Leute  347,  348.
Kunde,  Ort  628.

Labare  Belo,  Ort  1139,  1142.

Lala,  Ort  799.

Lamewol,  Ort  1089.

Lamy,  Fort  628.

Laro,  Ort  1090,  1139,  1140,  1141,
1142.

Lau,  Ort  1142.

Lebandum,  Dorf  886.

Lere,  Ort  628.

Linte-Berge  1212.

Lobo,  Fluß  886.

Lobole-Gimbia,  Dorf  393.

Logone-Fluß  1215.

Lokundje,  Fluß  615,  616,  617,  1208,
1209.

Lokundje-Schnellen  615,  616.

Lolodorf,  Bezirk  144,  399,  400,  608.

Lolodorf,  Station  258,  391,  396,
618,  885,  886,  1208,  1209,  1210.

Lomie-Gebiet  399,  608.

Lomie,  Dorf  258,  347,  348,  350,
351,  352,  391,  392,  394,  395,  400,
619,  623,  992,  1136.

Longji,  Ort  100,  271,  502,  615,  1208.

Longji,  Faktorei  616.

Longmapfog,  Fluß  350,  351,  392,
393,  394,  396,  397,  1208.

Lugere,  Ort  1089,  1090.

Lum,  Dorf  799.

Mabea-Volk  1208,  1209.
Magom,  Ort  1213.

Maka,  Land  619,  623.

Malka,

Maka,  Volksstamm  618,  619,  620,
622,  623,  886,  1135,  1208,  1209,
1212.

Makei,  Dorf  626.

Makka,  Landschaft  394,  395,  399.

Makka,  Ort  351.

Volksstamm  348,  350,  351,
391,  392,  394,  395,  396.

Malaman,  Ort  619,  623,  624.

Mali,  Ort  1142.

Malimba,  Ort  100,  615,  616,  617.

Malimba,  Volk  617.

Malogele,  Ort,  Faktorei  351,  393,
394,  395,  396,  397.

,  Mamfe,  Ort  400.

Manang,  Ort  1089.

Manang,  Dörfer  1090.
Mandiongolo-Volksstamm  1214.
Mane,  Ort  626.  6
Manengole,  Ort  799.
Manengoteng,  Ort  799.
        <pb n="30" />
        Manenguba-Gebirge  163,  456,

579,  799,  1010,  1011.

Manenguba-Eisenbahn  109,  798,
800,  1103,  1207.

Mangla,  Berg  1139.

Mango,  Stadt  1212.

Manio,  Ort  799.

Mao  Beleke,  Nebenfluß  des  Faro
1090.

v

XXX

Mujuka,  Ort  799.

Mukombi,  Fluß  456.
Mulimba,  Ort  1208.
Mundame,  Dorf  799.
Mungo,  Fluß  616,  799.
Musche,  Ort  455,  456.
Mvelle,  Volksstamm  392,  1211.

"„  Movoo,  Fluß  396,  397.

Mao  Bulo,  Fluß  1139,  1140,  1141.
Mao  Deo,  Nebenfluß  des  Faro  1088,

1090,  1091,  1141,  1142.

Mao  Dukuwa,  Nebenfluß  des  Faro
1089,  1090.

Mao  Fel,  Nebenfluß  des  Faro  1088,
1000.

Mao  Fel-Schnellen  1090.

Mao  Gula,  Fluß  1141.

Mao  Ine,  Fluß  1140,  1141.

Mao  Jarendi  (Mao  Bantadschi),
Nebenfluß  des  Faro  1089,  1090.

Moo  Kalei,  Fluß  1141.

Mao  Kokaete,  Nebenfluß  des  Faro

1090.

Mao  Kordo,  Fluß  1139.

Mao  Kossowoi,  Nebenfluß  des  Faro
1089,  1090.

Mao  Laro,  Fluß  1141.

Mao  Mogo,  Fluß  1141.

Mapfong-Volk  1208.

Massanga,  Land  352.

Massanga,  Ort  351,  393.

Mbam,  Fluß  456,  458,  1212,  1213.

MbebayanglRdogabessol),  Fähre
618.

NMbo,  Posten  610.

Mbone,  Ort  628.

Mbong,  Ort  395.

Mbum-Heiden  1091.

Mempil,  Ort  396.

Messima-Gebiet  395.

Messina  Mawede,  Ort  620.

M'folie,  Ort  1211.

Miltu,  Posten  56,  628.

Missanga-Leute  347.

Missum-Missum,  Ort  350,  352,
391,  393,  394,  395,  399.

Moenza,  Ort  352,  391,  392,  393,
394,  395,  397.

Mokundange,  Ort,  Pflanzung  100,
867.

Mole,  Ort  620,  626.

Molle,  Ort  626.

Molundu,  Bezirk  927,  939,  941,
943,  945,  949.

Molundu,  Station  347,  348,  350,
391,  395.

Mombe-Bach  799,  1207.

Mpangwe-(Fangsstämme  617.

Mwele-Gebiet  625,  626.
Mwele,  Hilfskrieger  619,  626.
Mwila,  Fluß  885.

Nachtigall-Fälle  1211.

Nambayong,  Ort  1208.

Namdschi-Leute  1089,  1091.

Namdschi-Berge  1089.

Nanga  Eboko,  Ort  399,  620,  624,
625,  626,  627.

Nassarau,  Ort  1139,  1140,  1141,
1142.

Ndjo,  Fluß  386.

Ndo,  Ort  626.

Ndo,  Nebenfluß  des  Sanaga  622.

Ndogunbuang,  Ort  616.

Rdsimu,  Landschaft  350,  351,  395.

RNdsimu,  Volksstamm  347,  348,  391,
392.

Rdungo,  Ort  799.

AUgambe,  Stadt  1213,  1214,  1215.
Ngante  (Bangantö),  Ort  163.
Ngato,  Ort  347,  351,  395,  400.

Ngaunvere,  Landschaft  399,  1089,

1090,  1092,  1142.
Ngaundere,  Hochland  1091.

Ngaundere-Ssagdsche,  Nesidenturposten

  1091.

Agele-Gabbo,  Ort  623.

Ngele-Gobo,  Ort  623.
Agele-Menduge,  Ort  619.
Agele-Menduka,  Ort  619,  620,  623.
Ngilla,  Stadt  1212,  1213.
Nginda,  Ort  347.

Ngoko,  Ort  258,  618.

Ngoko,  Fluh  392.

Ngone,  Volk  455,  456.

Ngumba,  Volksstamm  385,  886,  1208,
1209.

Ngutte,  Stadt  1212.

Njem,  Landschaft  350,  394,  399.

Njem,  Volksstamm  347,  351,  391,
392,  395,  396,  397,  398.

Njem-Straße  351,  352,  391.

Niong,  Fluß  348,  350,  351,  391,
392,  393,  394,  395,  396,  399,  400
615,  616,  617,  618,  619,  620,  622,
624,  626,  885,  1083,  1208,  1210,
1212.

Njong,  Depot  350,  351.

Njiong-Bertua-Route  619.

 

Nkanja,  Ort  799.

Nkwangsi,  Dorf  799.

Nlonako-Gebirge  799.

Assanakang,  Bezirk  927,  939,  941,
943,  945,  949.

Ntum,  Volk  886.

Nun,  Fluß  455,  456,  458.

Nyasoso,  Ort  163.

Nyombe,  Dorf  799.

Nyong,  Fluß  258.

Obang,  Land  400.
Omvang-Gebiet  623.
Omvang,  Volk  619,  622,  624.
Onanabesse,  Ort  350.  395.
Ossidinge,  Bezirk  144,  384.
Ossidinge,  Regierungsstation  520,
886,  1009.
Oundi,  Ort  624.

Pabla,  Ort  626.

Pangwe-Volk  1208.

Penja,  Dorf  799.

Plantation,  Ort  100,  1208.
Pola,  Tal  von  1141.
Polamanga,  Ort  1141.
Pondomin,  Insel  im  Sanaga  1083.

Rei  Ruba,  Ort  1092.

Rio  del  Rey,  Bezirk  327,  939,  911,
943,  945,  948.

Rio  del  Rey,  Ort  100.

Sabungeri  Bakorgel,  Ort  1139,
1142.

Sanaga  (Lom),  Fluß  396,  399,
615,  616,  617,  620,  624,  625,  626,
1083,  1211,  1213.

Sanganare,  Fluß  1141.

 

Sanga-Rgoko-Gebiet  120,  161,
347,  348,  391,  392,  393,  403.

Sassu,  Ort  626.

Schari,  Fluß  628.

Schimekoa,  Siedelung  619,  620,
622,  623,  624.

Schuame,  Ort  620.

Seke,  Ort  258,  400.

Sembe  (Semikoa),  Ort  624.

Semini,  Ort  624.

Sibbibadde,  Ort  351.

Soppo,  Ort  333.

Ssagdsche,  Landschaft  1089.

Sudan-Neger  886,  1211.

Susa,  Dorf  799.

Tappenbeck-Schnellen  350,  392,
395.

Tara,  Ort  628.

Taraba-Fluß  1142.

Tepe,  Ort  1090,  1092.

Tiba,  Berg  1140.
        <pb n="31" />
        Tiba,  Quellfluß  des  Bulo  1141.
Tibati,  Landschaft  399.
Tibati,  Ort  1212,  1213,  1214,  1215.  Ü
Tikar-Land  1214.
Tikar-Leute  1214,  1215.
Timbi,  Ort  620.
Tina,  Ort  626.  «
Tinger,  Landschaft  1090,  1142.
Tinidi,  Ort  351,  395.
Tinto,  Ort,  Posten  163,  610.
Tinto-Fontemoorf,  Bezirk  144.
Tokoto,  Dorf  557.
Tschabschi-Berge  1140,  1142.
Tschabschi,  Ort  1140.
Tschad-See  69,  262,  628,  1005,
1209.

Tschad-See-Länder  929.
Tschamba,  Landschaft  1089,  1090.
Tschamba,  Ort  1088,  1091,  1142.
Tschamba=  Doka-)  Heiden  1139,
1141,  1142.
Tschapen,  Ort  1139.
Tfsugu,  Ort  1140.
Tugumedja,  Ort  351.
Tukurua,  Ort  1215.
Tunga,  Ort,  Faktorei
391,  392,  393.  1209.
Tunga-Leute  352.
Tungala,  Ort  394,  395.
Tungele,  Ort  1212.

351,  352,

Victoria,  Bejzirk  494,  579,  886,
927,  938,  940,  942,  944,  948.
Vicioria,  Stadt  100.  236,  244,  502,
530,  579,  825,  991,  992,  1038.

Wam,  Ort  626.

Wenke,  Stadt  1212.

Widemunge,  Ort  399.

Woko,  Landschaft  1089,  1092.

Woko-Leute  1088,  1089,  1090,  1091.

Woko-Lugere,  Landschaft  1089.

Wollo,  Ort  351,  352,  391,  392,  393,
394,  395,  396,  397.

Wollo-VBatschongo,  Ort  350.

Wollo-Tunga,  Ort  351.

Wonang-Leute  456.

Wondesana,  Dorfs  621.

Wukao,  Ort  1139.

Wuri,  Fluß  524,  799.

Wute-Gebiet  625.

Wute,  Volksstamm  456.  458,  620,
623,  1211,  1212,  1213,  1214.

ola,  Ort  1139,  1140,  1141,  1142.

XXXI
Togo.

Adjido,  Ort  922.  923.
Agome-Klossu,  Ort  422.

Ayome-Palime,  Ort  389.

Agome-Sewa,  Ort  422.
Agu-Pflanzung  75,  249,  252,  896.
Ague,  Missionsstation  247.
Aka-Bach  630.

Akpafu,  Ort  458,  459.

Akposso,  Hochland  von  1124.

Anecho,  Bezirk  246,  248,  201,  253,
400,  620.

Anecho,  Ort,  Bezirksamt  120,  244,
245,  254,  255,  508,  609,  887,  922,
923,  924,  994,  1186.

Anecho,  Hafen  1103.

Assahun,  Ort  245,  1028.

Atakpame,  Bezirk  246,  247,
263,  261,  789,  896,  1101.

Atakpame,  Ort,  Station  138,  195,
246,  249,  251,  253,  254,  255,  257,
525,  630,  1124.

Awewe,  Ort  422.

Badia,  Ort  260.

Banjeli,  Ort  458.

Basari,  Bezirk  248.

Vasari  Ort  195,  247,  257,  458.
Borgu,  Ort  247.

Dagomba-Reich  303.
Douglashof,  Pflanzung  255.

250,

Evhe-Volk  453.
Frangois-Pat  630,  631.
Gadja,  Ort  924,  994.

Haho,  Fluß  922.
Hausa-Sprache  303.
Hausberg,  der  630.
Ho,  Ort  245,  911.

Jendi,  Ort  195,  630.
Jo,  Dorf  630,  631.
Jometoe,  Fluß  630.

Kabu,  Orl  248.

Kame,  Dorf  630.

Kete-Kratschi,  Bezirk  194,  246,  247,
248,  249,  250,  252,  253

Kete-Kratschi,  Station
255,  630.

Kjirikjiri.  Ort  195.

Klein-Popo,  Stadt

Klonu,  Ort  251.

Kpandu,  Kreis  248,  249,  250.

Kpandu,  Ort  1956,  630,  911.

Kpeme,  Ort,  Pflanzung  246,
250,  251,  252,  866,  887,  890.

195,  254,

708,  1001.

247,

Kratschi,  Station  252.
Küstenbahn  Lome-Anecho  1063.

Landungsbrücke  Lome  1053.

Lome,  Bezirk  248,  253.

Lome-Land,  Bezirk  246.  254.

Lome-Stadt,  Bezirk  246,  254.

Lome,  Stadt  2,  53,  109,  119,  120,
133,  195,  244,  245,  250,  255,  257,
330,  385,  443,  508,  558,  609,  630,
647,  707,  708,  724,  742,  794,  826,
896.  922,  923.  924,  980,  991,  993.
1134,  1184,  1185,  1186.

Lome,  Hasen  von  1103.

Lome-Palime-Eisenbahn  261,
1053.

Mangu,  Bezirk  246,  247,  248,  249,
253,  254.

Mangu,  Stalion  252,  254.

Mangu-Jendi,  Bezirk  194,  246.

Misahöhe,  Bezirk  246,  247,  248,
249,  250,  253,  453,  631,  789,  891,
896.

Misahöhe,  Ort,  Bezirloamt  251,
254,  255,  630.
Misaobe,  Versuchspflanzung  248,

drd  Inn  887,  922.

Nosêpe,  Ort  120,  1028.
Nuatschä  (Nuatyä).  Ort
252,  255,  261,  891,

93,  251,
1102,  1103.

Palime,  Kreis  248.

Palime,  Ort  109,  119,  195,  243,
244,  245,  248,  201,  255,  261,  630,
742,  866,  896,  924,  1101,  1124.

Palime-Bahn  247,  924.

Pessi,  Ort  525.

Sagada,  Ort  525.
Sansanne  Mangu,
302,  630.
Santrokoffi,  Ort  458,  459.
Schio,  Fluß  922.
Schweinfurth-Fall  631.

Ort  195,  255,

Sebe,  Ort  922,  923.

 

Seguro,  Ort  1001.

Sodo,  Ort  1124.

Sokode,  Vezirk  246,  249,  252,  253,
261,  789,  887,  888,  890,  891,  896.

Sokode,  Station  195,  252,  254,  255.

Sokode  —Bassari,  Bezirk  1,  194.

Sokode  —Bassari,  Station  247.

Togo-Gebirge  247.

Togo-See  922.

Tokoe,  Ort  251.

Tokpli,  Ort,  Zollstation  229,  42,.
887,  890,  891
        <pb n="32" />
        Tongbe,  Dorf  630,  631.
Tove,  Ort  251,  891.
Tschnutscho,  Ort  247.
Tsevie,  Ort  422.

Tsi,  Fluß  630.

BYendi-Bezirk  248.

V?0,  Ort  251.

Yço-Kame-Gebirgsstraße  253,
255.

Südwestafrika.

Abbabis,  Ort  590,  592,  827.

Ablabis,  Ort  5889,  591.

Achab,  Ort  199.

Aigab,  Ort  429.

Alurisfontein,  Ort  277,  732.

Amas,  Ort  727.

Aminuis,  Ort  19,  242,  278,  470,
614.

Anichab,  Wasserstellen  587,  589,  591.

Aob,  Ort  352,  355,  356,  360.

Aos,  Ort  732.

Areb,  Ort  732.

Aribamsas  Pforte,  Ort  277.

Aris,  Ort  101,  470,  1126.

Asis,  Ort  31.

Atis,  Ort  277.

Auams,  Ort  278,  353.

Aub,  Ort  277,  278,  472.

Aub-Rivier  127.

Auob,  Ort  278.

Auros,  Ort  730.

386,  565,  614,  628,  800,  891,
1038.
Außenkehr,  Ort  730,  731.
Awasab,  Ort  472.

Back-Revier,  Das  355,
Bai-Weg  733.
Bantu,  Volksstamm  62.
Baradies,  Ort  239.
Barmen,  Gr.,  Ort  19,  277,  474,
581.
Barmen,  Kl.,  Ort  31,  277.
Bastards,  Volk  242.
Bellerode,  Farm  999.
Bergdamara  (Klippkaffern),
242,  1040.
Bersaba-Hottentotten,
stamm  9
Bersaba,  Ort  31.
Besondermaid,  Ort  735.
Bethanien,  Ort  27,  386,  389,  470,
471,  474,  508,  1126.
Bethanier-Hottentotten  981.
Betschuanen,  Volk  242,  1041.

732.

Volk

Volks-XXXII

  —
Bisseport,  Orl  353,  356,  733.
Bloomthal,  Ort  429.
Blydeverwacht,  Ort  728.
totten,  Volksstamm
  9,  17,  26,  240,  *  242,
353,  354,  357,  359,  727,  728,
730,  731,  732,  733,  734,  735,
981,  1092.
Brackwasser,  Ort  324,  470,
1006,  1126.
Brakwater,  Station  585,  588.
Buchholzbrunn,  Ort  924,  1006.

473,

Buschmann-Bastards,  Volk  1040,

 

1041.

Buschmann-Püts  428.

Buxtonfontein,

Cape  Croß  469.
Caprivi-Zipfel  25,  26,  47,  73,
1005.

Ort  31.

Chamis,  Ort  474.
Chorub,  Ort  429.
Chudob,  Ort  429.

Dakaib,  Ort  278,  727.

Damara-Land  24,  27,  242.

Dassiefontein,  Ort  55,  733.

Daster  Vlei  428.

Daweb,  Ort  731.

Dawignab,  Station  9,  19,  353,
355,  357,  360.

Dewenischpütz  357,  358,  359.

Draaihoek,  Ort  241.

Dunkermodder,  Ort  732.

Duurdrift,  Ort  278,  360.
Aus,  Ort  22,  32,  76,  104,  109,  238,

Ebony-Mine,  Die  32.

Epukiro,  Ort  19,  473.

Etaneno,  Station  587,  589,  591.
Etiro,  Ort  471.

Etosha-Pfanne  8,  19,  31,  429,  590.

Fahlgras,  Ort  277.

Feldschuhhorn,  Ort  800,  1216.

Feld  schuhträger-Hottentotten
357,  981.

Fettkluft,  Ort  277.

Fillfluß  14,  581,  727,  728,  732,

FullgGebter  240,  242.
Franzfontein,  Ort  19.
Franzmann-Hottentotten  241,

981.
Friedrichsfelde,  Station  587,  588,
590.

Gabis,  Ort  241,  728,  730,  731.
Gais,  Ort  278,  727.

Gaminei,  Ort  731.
Gamsibkluft,  Die  1092.
Gamtoabrevier,  Das  357.

Ganachab,  Ort  277.

Ganams,  Ort  278,  355.
Gaobis,  Ort  728.

 

Gapüt,  Ort  277.

Garis,  Ort  278,  352,  354.

Garup,  Ort  352.

Gasamas,  Ort  428.

Gaub,  Ort  34.

Gausobrevier,  Ort  278.

Gawachab,  Ort  278,  727.

Geiassib-Gebirge  32.

Geibanes,  Ort  278.

Gibeon,  Ort  4,  12,  13,  25,  27,  31,
32,  73,  386,  469,  470,  471,  472.
73,  513,  629,  876,  984,  989,
1126.

Gibon,  Bezirk  100,  242,  629,  669,
671.

oabbrift,  Ort  731.

Goabis,  Ort  278.

Gobabis,  Bezirk  671.

Gobabis,  Ort  17,  19,  30,  100,  386,
472,  473,  474,  565,  590,  591,
876,  921.

Gochas,  Ort  19,  278,  1126.

Gogos,  Fluß  32.

Gorabis,  Ort  277.

Goreganas,  Ort  470.

Gorob,  Ort  10.

Gorup-Mine  32,  70.

Gotzagaus,  Ort  355.

Groendorn,  Ort  727,  728.

Grootfontein,  Ort  19,  125,  386,
469,  470,  671,  1061,  1103.

Grootfontein,  Bezirk  15,  101,  428,
49,.  1061.

Groß-Nabas,  Ort  278.

Gub,  Ort  429.

Guru,  Ort  277.

Oaib,  Ort  728,  730.

Ham-Nevier  728,  732.

Hamakari,  Ort  18.
Hartebeestmund,  Ort  278.

 

Haruchas,  Ort  278.

Hasuur,  Station  9,  19,  42,  127,
353,  355,  357,  360,  1126.

Heirachabis,  Ort  und  Missionsstation
  240,  353,  728,  733,  734.

Herero,  Volk  5,  6,  7,  12,  17,  62,
63,  68,  125,  126,  242,  352,  361,
629,  727,  735,  736,  1041.

Hereros,  Feld--  242.

Hereroland,  das  5,  12,  17,  19,  22,
24,  25,  30,  277,  647,  1045.

Hoakhanas,  Ort  981.

Hoarusib-Revier  429.

Hoffnung,  Farm  999.

Holpan,  Ort  733.

Hope-Mine,  die  32,  429.
        <pb n="33" />
        Hottentotten,  Volk  7,  11,  12,  16,
17,  18,  21,  26,  62,  126,  127,  240,
241,  242,  352,
356,  357,  358,  "Q
729,  730,  731,  732,  733,  735,
736,  1001,  1040,  1041,
1046,  1047,  1048,  1092.

Huams,  Ort  277.

Hudaob,  Ort  277.

Hudup,  Fluß  277.

Huib-Berge  733.

Hurub,  Ort  278.

Hussab,  Ort  32.

Jakalswater,  Ort  470,  473,  1126.
Johann-Albrechtshöhe,  Station
585,  586,  588.

Kab-Mündung  733.
Kaffern,  Volksstamm  17,  357.
Kais,  Ort  355,  356,  357,  358.
Kaiser-Wilhelm-Verg  277.
Kalahari-Wüste  127,  241,  242.
Kalkfeld  (Okawakuatjiwi),  Ort  826.
Kalkfontein,  Ort  285,  363,  357,
727,  728,  730,  735.

Kalkfontein  Süd,  Ort  104,  471,
1173.

Kameldorn-Fluß  727.

Kamelmund,  Ort  731.

Kanus,  Ort  508,  827,  1173.

Kaokofeld,  das  19,  28,  32.

Karas-Berge  (Karras-Berge)  240,
242,  278,  352,  353,  354,  731,
736.

Karasberge,  Große  16,  353,  355,
360,  731,  732,  733.

732,

Karasberge,  Kleine  16,  731,
733

Kareb,  Ort  358.

Karebrevier,  das  367.

Karebschlucht  358,  359.

Karibib,  Ort,  Station  15,  27,  30,
31,  33,  101,  238,  386,  469,  470,
471,  472,  473,  474,  585,  586,
589,  671,  876,  987.

Kaukurus,  Farm  999.

Kawigaus,  Ort  729.

Keetmanshoop,  Bezirk  242.

Keetmanshoop,  Ort  4,  9,  19,  27,

29,  55,  100,  103,  104,  134,  149,

154,  198,
352,  353,
470,  471,
565,  628,  731,  732,
800,  864,  876,  984,
1038,  1039,  1092,  1126,  1216.
Keidorus,  Ort  278.
Keßlersbrunnen  473.
Khakhaus,  Ort  32.

238,
360,
472,

240,
386,
473,

243,  284,
422,  469,
474,  508,
733,  734,

1045,

—  XXXIII  —

Khanrevier  32.
Kiriis,  Ort  731.
Klipdam  (Klippdamm),  Ort  278,  366.
Koantsab,  Ort  429.
Koes,  Ort  278,  355.
Komas-Hochland  592.
Koms,  Ort  277.
Konas-Langhas,  Ort  277.
Konkip-Tal  733.
Koranna-Volksstamm  26.
Kosis,  Ort  278,  365.
Kosis,  Klein=  355.
Kouchanas,  Ort  355,  356,  357.
Kowes,  Ort  278.
Kowise-Kolk,  Ort  241,  278.
Krai-Kluft  353.
Kub,  Ort  277,  285,  432,  472,  474,
1126.
Kubub,  Ort  134,  728,  800.
Kuibis,  Ort  332,  733,  864,  924,
1028.
Kuibis,  Gr.  473.
Kuibis,  Kl.,  Ort  472.
Kuis,  Ort  473.
Kuisseb  (Kuiseb),  Fluß  10,  32,  429,

Kunene-Fluß  8,  30,  429.

Lahnstein,  Ort  198.

Leukopp,  Ort  278.

Leukop,  Felsen  356,  357.

Lidfontein,  Ort  278.

Liewenberg,  Ort  277.

Lifdood,  Ort  240,  241,  733.

Loreley,  Ort  733.

Lüderißbucht,  Hafenort  19,  24,  26,
30,  32,  33,  76,  100,  149,  154,
188,  238,  386,
472,  474,  587,
800,  834,  335,  836,  837,  842,
843,  853,  891,  922,  924,  984,
987,  989,  1010,  1028,  1038,  1092,
1126.

Lüderitzbucht-Bahn  76,  109,  134,
800,  864,  1006.

Maltahöhe,  Ort  19,  471,  1126,
1173.

Maltahöhe,  Distrikt  101.

Marienthal,  Ort  101.

Marinkadrift,  Ort  728.

Matjes-Revier  32.

Matschleß-Mine,  die  10,  32.

Mobib,  Ort  32.

Mukarob,  Ort  31.

Nabachab,  Ort  32.

Nabas,  Ort  474.

Nabitsoas,  Ort  470.
Nakab,  Ort  277.

988,  1006,

Namaland,  das  12,  13,  17,  19,  22,

23,  24,  26,  242,  357,  360,  647,
733,  734,  735,  736,  1041,  1045.

Namaland,  Groß=  277,  278,  1041,
1044

Namaland,  Klein=  1043,  1044.

Namib-Wuüste  30,  31,  242,  582.

Namutoni,  Station  7,  8,  19,  101,
239,  277,  588,  690.

Naraob-Berge  732.

Naris,  Ort  277.

Narubis,  Ort  355.

Naruchas,  Ort  728.

Narudas,  Ort  352,  353,  354,  355,

357,  360,  732.

Narudas-Süd,  Ort  4,  355.

Narus,  Ort  278,  357,  358,  733.

Nauchas,  Ort  724.

Naukluft,  die  19.

Naute,  Ort  100.

Neitsas,  Ort  101.

Neubrandenburg,  Ort  238.

Neudamm,  Regierungsfarm  360.

Nohasebmund,  Ort  728,  730.

Nohasebrevier  731.

Noibis,  Ort  732.

Nonidas,  Ort  470,  471.

Norechab,  Ort  278,  729.

Z„  Nossob,  Ort  278.

Nubib,  Ort  277.
Nuinui,  Ort  731.

Nukais,  Ort  278,  728.

469,  470,  471,
628,  724,  731,

Nukois,  Ort  353.

Numkaub,  Ort  428.
Nuob-Revier  733.
Nuragas,  Ort  428.
Nurudas,  Ort  278.
Nururus,  Ort  354.

Oachab,  Ort  429.

Oas,  Ort  355,  357.

Obab,  Ort  429.

Okahandja,  Ort  10,  15,  19,  25,  27,
69,  277,  386,  390,  443,  469,  470.
471,  472,  473,  474,  585,  586,
589,  592,  671,  876,  986.

Okaharui,  Ort  277.

Okaikas,  Pferdeposten  585,  587.

Okambahe,  Ort  19.

Okanquindi,  Ort  277.

Okasise,  Station  685,  586,  588.

Okaukwejo  (Okaukuejo),  Station  8,
19,  469,  472.

Okawango,  Fluß  69.

Okombahe,  Ort  242,  472,  473.

Okowakuatjiwi,  Ort  277,  474.

Omabju,  Ort  31.
Omaheke,  Ort  242.
Omaheke,  die  277.
        <pb n="34" />
        Omaruru,  Ort  14,  15,  19,  27,  29,
101,  277,  386,  469,  470,  471,
876,  986,

472,  473,  474,  671,

987,  1087.
Omatako,  Fluß  428.
Omatupa,  Ort  277.
Omburo,  Ort  6,  31.
Omewamike,  Ort  101.
Ompenbamewa,  Farm  999.
Omuramba,  Fluß  428.

Omuramba-u-Omatako,  Fluß  19.

Onanis,  Ort  429
Ondowa,  Ort  429.
Onganjira,  Ort  277.
Onguati,  Ort  826.
Orab,  Ort  470.

Oranje-Berge  240,  278,  352,  728,

729,  731,  732,  734,  736.
Oranje-Bergland  730.

Oranje-Fluß  729,  730,  731,  732,

733,  1001,  1043.
Osohama,  Ort  429.
Osona,  Ort  14,  15.
Otawi-Bezirk  32.

Otawi  (Otavi),  Ort  19,  25,  31,  386,

469,  470,  471,  473,  474,  876.

Otawi-Vahn  21,  33.  77,  109,  134,

1086.
Otavi-Mine  10,  70.
Otjiamongombe,  Ort  55.
Otjihaenena,  Ort  6.

Otjihavera,  Station  585,  586,  588.

Otiihinamaparero,  Ort  277.
Otiikango,  Ort  31,  32.

Otjimbinguc,  Ort  6,  24,  31,  242,

386,  471.
Otjisazu,  Ort  472.
Otjisongati,  Ort  10,  32.
Otjisongati-Mine  70.
Otjituo,  Ort  19,  277.

Otjiwarongo,  Ort  188,  386,  470,

472,  474,  876.
Otjokaware  (Kowares),  Ort  429.
Otjomaso,  Ort  277.

Otiosondu,  Ort  19,  93,  587,  588,
590

Otiosongati,  Ort  1236.
Outio,
473,  474,  587,  671,  986.
Outjo,  Bezirk  101,  429,  469.
Ovaherero,  Volksstamm  1041.

Ovamboland,  das  7,  69,  101,  429,

647.

Ovambo-Volksstamm  7,  8,  21,

62,  1041.
Owikokorero,  Ort  474.

Packriem,  Ort  277.
Pavians-Pforte,  die  355.

Orl  19,  277,  386,  469,  472,

XXXIV

Pelladrift,  Ort  732.
Pelladrift,  Kl.-,  Ort  278.
Persip,  Ort  19.
Pomoma,  Ort  32.
Possessioninsel  32.
Potmine,  die  32.

Ramansdrift,  Ort  284,  470,  471,
472,  473,  474,  728,  729,  730,
731,  732,  1126.

Rehoboth,  Ort  31,  55,  70,  100,
242,  386,  469,  470,  471,  472,

73,  474,  589,  590,  591,  876.

Rehoboth,  Distrikt  32,  668,  1181.

Rietfontein,  Ort  19,  101,  470.

Rietmont,  Ortl  277.
Roberthafen,  der  834,  835.
Roberlsonsfarm  472.

Van  Rooisvley,  Ort  277,  727.
Nosinbusch,  Ort  727,  735.
Note  Nation  981,  1041.

Salem,  Ort  429.

Sandfeld,  das  128.

Sandpüt,  Ort  356,  733.

Sandverhaar,  Bahnstation  1092,
1216.

Schakalsklippe  332,  628,  864.

Schambock-Berg  355,  356,  357.

Schwarzrand  242.

Sechskameelbaum,  O

rt  474.
Seeheim,  Ort  1216.
Seeis,  Ort  19.

Siap-Fluß  32.

Sinclairmine,  die  32.

Slangkop,  Ort  100.

Sperlingslust  30.

Sperlingspütz,  Waseerstelle
729,  730.

Spitzkopf,  großer  32.

Spitzkopf#,  kleiner  32.

278,

Spitzkopp,  Ort  278.
Springpüts,  Ort  240,  727.

Stamprietfontein,  Ort  278.
Steinkopf,  Ort  731.
Stürmann-Leute  733.

Thannarob,  Ort  277.

Tierkluft,  Ort  733.

Toasis,  Ort  277.

Tsamab,  Ort  728.

Tsaus,  Ort  32.

Tsumeb,  Ort  10,  33,  34,  134,
386,  469,  470,  473,  876,
1009,  1086.

986.

Taumeb-Mine,  die  32.
Tsumis,  Ort  422,  474.

Uchanaris,  Ort  16,  240,  278,
Uwhabis,  Orl  4,  19,  69,  728,

733.

730,
731,  732.

Uib,  Ort  358.

Uibis,  Ort  277.

Ukamas,  Station  9,  19,  104,  240,
241,  355,  474,  727,  731,  733,
734,  735.

Ukuib,  Forststation  592.

—

Unmeis,  Ort  732.
Unverzagt,  Farm  999.

Usakos,  Ort  386,  469,

470,  472,
473,  876.

wio,  Ort  429.
de  Villiers  Püts,  Ort  278,  727.
Violsdrift,  Ort  731,  732.

Waldau,  Ort  472.
Warmbad,  Ort  4,
241,  277,  353,  354,
469,  470,  471,  472,
727,  728,  730,  731,
876,  1047,  1126.
Warmbakies,  Viehposten  4,  732.
Wasserfall,  Or#  278,  353,  360,  733.

19,  31,  101,  199,
357,  386,
473,  648,
733,  827,

Waterberg,  Ort  14,  18,  277,  473,

648.
Waterberg,  der  15,  581,  584.
Wilhelmstal,  Station  586,  589,
876.

Willem  Chrikas,  Ort  733.

Swakop,  Fluß  24,  429,  581,  592.
Swakopmund-Bezirk  429.

Swakopmund,  Stadt  und  Hafen
10,  17,  19,  29,  32,  33,  56,  70,
100,  104,  109,  150,  284,  352,
386,  390,  469,  470,
43,  474,  658,  671,  672,
842,  844,  845,  846,  847,  853,
854,  876,  984,  986,  1000,  1009,
1087.

Swakoprivier  586.

Swartmodder-Hottentoiten  981.

471,  472,.
795,

Windhuk,  Bezirk  668.

Windhuk,  Ort  10,  11,
25,  27,  29,  30,  31,
100,  104,  109,  150,
277,  280,  282,  332,
386,  389,  429,  443,
471,  472,  473,  474,  514,  566,
581,  582,  583,  584,  585,  629,
668,  671,  795,  835,  836,  862,
876,  884,  922,  981,  985,  1006,
1035,  1039,  1040,  1087,  1092,
1181,  1182,  1189.

Windhuk,  Groß=  31,  584.

Windhuk,  Klein-,  Ort  25,  100,  386,
584,  585,  686,  671.

Windhul-Eisenbahn  10g.

Windhuker  Nivier  583,  584,  585.

17,  19,  24,
32,  55,  76,
199,  235,
352,  360,
469,  470,
        <pb n="35" />
        Witboi-Hottentotten,
stamm  8,  360,  981.
Witmund,  Ort  278.
Witpan,  Ort  356.
Wortel,  Ort  241.

Zeßfontein,  Ort  19.
Zeßfsontein,  Bezirk  28,  29.
Zwartfontein,  Ort  278.
Zwarthuk,  Ort  728.

Volks-Neuguinea,

  einschließlich  Narolinen,
Marianen,  Marschall-Inseln  u.  Palau

Admiralitäts-Inseln  514,  516,
517,  610.

Agiguan,  Insel  573.

Akeb,  Insel  517,  518.

Alexishafen  202,  204.

Aly,  Insel  802.

Ambur,  Dorf  203.

Amot,  Insel  518.

Angaur,  Insel  280.

Angeklau,  Ort  288.

Angel,  Insel  802.

Angkaklau,  Ort  287.

Angriffs  hafen,  der  202,  203.

St.  Anna,  Missionsstation  201,  202.

Arap,  Dorf  202.

Arekolong,  Halbinsel  286,  662,  664.

Arnold-Fluß  203.

Arum  (Jelum),  Insel  518.

Assongson,  Insel  280.

Astrolabe-Bai  164.

Atavä,  Ort  805.

Awinn,  Inselgruppe  518.

Baining-Berge  200,  305.

Baluan,  Insel  516.

Vangalu,  Ort  804,  805,  806.

Banjil,  Volksstamm  803.

Baobelthaop,  Insel  289,  662,  664.

Barahun,  Eiland  808.

Barahun,  Ort  808.

Barata,  Ort  305.

Berlinhafen  35,  201,  802,  917.

Bismarck-Archipel  519,  528,  646,
647,  796,  797,  801,  804.

Bismarck-Gebirge  525.

Blanche-Bucht  1006.

Bogias,  Missionsstation  201.

Bongu,  Ort  524.

Bougainville,  Insel  804.

Buliu,  Station  524,  525.

Buromalis,  Ort  806,  807.

Carpenter-Insel  517.
Cebu,  Diözese  810.

F

XXXV

Dampier,  Insel  201.

Dschibeol,  Ort  806.

Durour  (Aua),  Insel  129,  514,  518,
5190,  925.

Echiquiers,  Inseln  518.

Eimelik,  Ort  668.

Eilo,  Fluß  802.

Eitape,  Insel  917.

Eitape,  Bezirk  881.

Eitape,  Station  35,  203,  235,  236,
881.

Eitape,  Bach  201,  202.
Elato,  Insel  892.
Erimahafen  528.
Etal,  Insel  864,  865.
Etal-Lagune  864,  865.

Fais,  Insel  280.

Falalis,  Insel  570,  571,  572.
Falait,  Insel  892.

Falipi,  Insel  892.

Fanna,  Insel  664.

Feis,  Insel  659,  660,  665.
Feis-Eingeborene  600.
Finisterre-Gebirge  524.
Finschhafen,  Der  164,  527.

Fissoa,  Ort  528.

French-Inseln  200,  526,  527,  529.
Friedrich  Wilhelmshafen  35,  164,
201,  204,  205,  525,  995,  1006.

St.  Gabriel,  Station  516.
Garapan,  Insel  573.
Gardener-Insel  528.
Garowe-Insel  529.
Gazelle-Halbinse!  519,  801,  1006.
Green-Inseln  516.

Grimes,  Insel  280.

Guam,  Insel  573,  659,  664.

Hall-Insel  891.

Hani,  Inselgruppe  518.

Hansabucht,  die  201.

Hansemann-Berg  205,  647.

Hehna,  Inselgruppe  518.

Helenen-Riff,  das  664.

Hen,  Insel  806.

Herbertshöhe,  Station  205,  235,
262,  282,  502,  503,  514,  519,
610,  668,  709,  793,  805,  808,
809,  881,  917,  981,  994,  1906.

Hermits-Inseln  514,  517,  518,
519.

Ifaluk,  Insel  567,  572,  573,  576,
892.
Isang,  Dorf  568,  572.

Jaluit,  Ort  922,  997,  1060.
Jaluit,  Hafen  von  1083,  1084.

 

Jap,  Insel  287,  289,  4268,  567,  571,
572,  573,  576,  656,  659,  660,  661,
662,  664,  665,  666,  667,  668,  795,
891,  922,  981,  996,  1191.

Jap-Eingeborene  661.

Jaur,  Dorf  568.

Jomba-Pflanzung  201.

Jomba,  Ort  527,  528.

Kabenan-Fluß  524.

Kaiangel,  Insel  287.

Kaiserin  =  Augusta-Strom  204,
236.

Kaiser--Wilhelmsland  35,  164,
168,  200,  503)  526,  647,  802,  917,
1006.

Karolinen-Inseln  196,  280,  664,
709,  724,  795,  922,  981,  1005.
Karolinen,  Ost-,  Inselgruppe  195,

196,  364,  574.

Karolinen,  West-,  Inselgruppe  567,
659,  1054,  1055,  1056.

Käwieng,  Station  514,  515.

Käwieng,  Hafen  von  1059.
Kenabot,  Pflanzung  528.

Kiêèta,  Station  784,  981.
Kioria-Fluß  524.

Kocherau,  Insel  518.

Koferan,  Dorf  204.

Komuli,  Insel  516,  517.
Konstantinhafen  205,  527,  528.
Konstantin-Berg  524.
Koroko,  Dorf  803.

Koros,  Ort  287.
Korror-Insel  662,  663,  668.
Korror,  Hafen  661,  662.

Kule,  Ort  807.

Kussaie,  (Kusaie),  Insel  280,  364.
Kutu,  Insel  864.

Lahetan,  Ort  808.

Lamutrik,  Insel  892.

Laura-Distrikt  168.
Leabon,  Insel  518.
Leiterer-Lagunen  202,  203.
Leitin,  Ort  806

Leuleperik,  Dorf  568,  570.

Liot,  Inselgruppe  518.

Longam,  Insel  518.
Lonin,  Dorf  516.
Loniu-Leute  516,  517.
Losap,  Insel  864.
Lossop,  Insel  865.

Löllö,  Insel  364.
Luf,  Insel  517,  518.

Lukunor,  Insel  864,  865.
Lukunor-Lagune  864,  865.

Madang,  Insel  164.
Mager,  Jusel  364.
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        Magererik,  Insel  364.

Maietoan,  Ort  808.

Makau,  Insel  518.

Malakal,  Insel  662.

Malegojiok,  Ort  662,  663.

Malis,  Ort  804.

Malis,  Nord-,  Dorf  806.

Malis,  Süd-,  Dorf  806,  807.

Mamoluk,  Insel  865.

Mang,  Insel  280.

Manton,  Insel  364.

Manus-Insel  516.  517.

Marianen-Inseln  196,  205,  280,
576,  577,  646,  659,  661,  664,  709,
610,  981,  1005,  1055,  1056.

Marien-Fluß  204.

Marijong,  Insel  571,  572.

Maronn,  Insel  517,  518.

Marshall-Inseln  196,  280,  709,
1058,  1060

Marshall-  Insulaner  796.

Massawa,  Ort  527.

St.  Mathias,  Insel  514,  515,  516,
924.

St.  Matthias-Leute  925.  !

Matty,  (Wuwula),  Insel  199,  514,
518,  519,  925.

Matupi,  Insel  519.

Matupi,  Hafen  519.

Medinilla,  Insel  280.

Mét,  Insel  571.

Miamea,  Dorf  203.

Minjem-Fluß  524.

Mogmog  (Ululsii)  660.

Mokil-Inselgruppe  364,  865.

Mologejok,  Insel  287,  289.

Monow,  Insel  518.

Monumbo,  Missionsstation  201.

Mortlock,  Inseln  864,  865.

Mortlock-Eingeborenen  865.

Motogosu,  Insel  571.

Mott,  Insel  864.

Mundua,  Insel  529.

Mussuli  (Leiterer-Lagunen)  202.

Nabuto-Fluß  514,  515.
Nabuto-Bucht  514,  515.
Naibukes,  Ort  662.
Nakonat,  Ort  808.
Namatanai,  Station  514.
Namu,  Insel  865.
Namuluk,  Insel  864.
Natik,  Insel  865.
Natpang,  Ort  287.
Nauris,  Ort  8606.
Nauru,  Insel  152,  922,  1058,  1059,

1060,  1083,  1084.
Nauu,  Insel  864.
Nehan,  Ort  806.

 

XXXVI

Nekir,  Fluß  802.

Neu  Hannover,  Inseln  924.

Neu  Mecklenburg,  Inselgruppe  168,
514,  528,  804,  924,  1059,  1060.

Neu  Mecklenburg-Nord  514.

Neu-Mecklenburg  Süd  514.

Neu-Pommern,  Inseln  168,  200,
527,  1006.

Ngardok-See  289.

Ninigo-Inselgruppe  518.

Nissan,  Insel  804,  805,  806,  808,
809,  810.

Nobonob,  Gesundheitsstation  647.

Nord-Insel  529.

Nubia,  Dorf  201.

Nubia,  Pflanzung  201.

Nusa-Archipel  1060.

Nusa-Hafen,  der  1059.

Nusa-Fahrwasser  1060.

Oertzen-Gebirge  524.

Oleai-Inselgruppe  567,  568,  570,
571,  572,  573,  576,  577,  660,  667.

Olimarau,  Insel  891,  892.

Onari,  Insel  364.

Ono,  Insel  364.

Otot-Inselgruppe  364.
DOueop,  Insel  865.

Pagan,  Insel  659.
Palau-Inseln  196,  280,  286,  287,
288,  289,  576,  577,  659,  660,  661,

Raju,  Fluh  201.

Ramu-Fluß  525.

Raniolo,  Ort  528.

Raur,  Insel  570,  571,  572.

Ravult,  Kap  200.

Reidam,  Dorf  203.

Rota,  Insel  205,  280,  659.

Ruk-Leute  664.

Nupaks,  Bewohner  der  Palau  663,
664.

Saipan,  Insel  205,  280,  428,  572,
573,  576,  659,  662,  665,  666,  667,.
668,  810,  981,  996,  1084.

Saipan-Leute  667.

Saliap,  Insel  570,  571.

Solomon-Inseln  646,  981.

Sama-Inselgruppe  518.

Satoau,  Insel  864,  865.

Satoau-Lagune  864,  865.

Sattelberg,  der  164.

662,  664,  665,  666,  667,  709,  925,.

981,  1054,  1056.

Palau-Volk  662,  663,  668.

Palau-Rupaks,  Bewohner  der  Palau-Inseln
  661.

Paliau,  Insel  570,  571,  572.

Papitalei,  Dorf  516,  517.

Papua,  Volksstamm  802.

Pelleluhn,  Inselgruppe  518.

Peme,  Insel  518.

Peterhafen,  Ort  200,  527.

Pianau,  Insel  518.

Pipissu,  Ort  807.

Plisan,  Dorf  289.

Pokonien-Station  806.

Pola,  Ort  164.

Ponape,  Insel  196,  280,  364,  387,
576,  724,  864,  865,  922,  995,
1084,  1191.

Poro,  Dorf  803.

Potsdamhafen  201.

Puik,  Insel  892.

Pukue,  Insel  518.

Pulo-Anna,  Insel,  661,  664,  665,
666,  668.

Pulo-Merir,  Insel  661,  664,  665,
666,  667,  668.

Satuwal,  Insel  892.

Schachbrett-Inseln  518.

Schouten-Inseln  236.

Seleo,  Insel  201,  527,  802.

Siar,  Dorf  807,  808.

Simpsonhasen  519,  796,  922,  1006.

Sirot,  Insel  806,  808.

Sonsol,  Insel  659.  661,  664,  665,
666,  667,  668.

Sonsol-Fauna,  Insel  664.

Sorol,  Insel  572,  664.

Sorol-Leute  664.

Stephansort  205,  527,  528,  529,
638.

Squally  Island  924.
Szerra,  Landschaft  203.

Tabussuri,  Dorf  807.
Tadi,  Ort  201.

Tageulap,  Insel  570.
Tagou,  Ort  808.

Tahatsi,  Dorf  807.
Talian,  Insel  568.
Tamara,  Missionsstation  201.
Tanapaghafen  573,  659.

Tarang,  Insel  661.
Tarpeng,  Ort  808.

Tä,  Insel  864,  865.
Termagad,  Ort  807.
Tinian,  Insel  205.

Tnian,  Insel  573.

Tobi,  Insel  659,  661,  664,  665,  666,
667,  668.

Tobi-Leute  668.

Tomil,  Insel  661.

Tomil,  Hafen  von  666.

Torohaboun,  Ort  804,  805,  806,  807.
Trobani,  Ort  806.
        <pb n="37" />
        Truk-Inseln  280,  864,  865.
Tumleo,  Insel  201,  202,  802,  917.

Uatakuen,  Ort  806.
Ulea,  Insel  664.
ululsi-Atoll  660.
Unea-Insel  529.
Ussein,  Insel  515
Utagal,  Insel  570,  571.

Variai,  Ort  200.
Vokau,  Dorf  803.
Vrinagol,  Dorf  803.

Walis,  Ort  203.
Walman-Gebiet  803.
Walman  (Leming),  Volksstamm  802,

Warabu,  Dorf  202,  20.
Warabu-Leute  201,  202,  203.
Wariei,  Ort  205.

Zet,  Insel  517.

 

XXXVII

Samca.

Aopo,  Ort  164,  405.

Apia,  Stadt  129,  303,  306,  430,  431,
443,  503,  710,  766,  795,  997.

Apolima,  Insel  165,  406,  430.

Afuifui,  Dorf  405,  406.

Avoo,  Dorf  165.

Fagamalo,  Dorf  129,  165,  710.
Falelauniu,  Pflanzung  681,  6382.

Itu  o  tane,  Distrikt  164.

Leaga,  Dorf  165.

Lealatele,  Ort  164.

Leulumoenga,  Ort  303.

Maleola,  Dorf  165.

Malua,  Ort  303,  306.

Manono,  Insel  165,  406,  430.

Matautu,  Hafenplatz,  Dorf  164,  165,
405.

Olonono,  Gebiet  405.

Paia,  Dorf  165.

Papauta,  Ort  303,  306.

Safai,  Dorf  129,  165.
Safotu,  Dorf  165.
Safune,  Ort  164.
Salago,  Dorf  165.
Saleaula,  Dorf  165,  405.
Saleia,  Dorf  165.
Samauga,  Dorf  165.

Saninaga,  Pflanzung  681,  682.

Satoalepai,  Dorf  129,  165.

 

Savaii  (Sawaii),  Insel  129,  164,
165,  405,  406,  640,  710,  893,  997.

Toapaipai,  Dorf  165,  405.

Toapaipai-Bach  165.

Tuanaimato,  Pflanzung  680,  681,
682.

Upolu,  Insel  165,  303,  406,  430.

Vailima,  Ort  1035.
Vaitutu,  Dorf  165.
        <pb n="38" />
        A.
Abdalla  bin  Mahamed,  Wali  102.
Abdalla  Faragalla.  Schausch  507.
Abdalla  Hussein,  Asbkari  507.
Abdalla  Maliwata  345.
Abdel  Cher  Achmed,  Askari  613.
Abel,  Oberleutnant  4,  257,  333,  507,

Abele,  Gefreiler  564.
v.  Abendroth,  Leutnant  728,  729.
Abinda,  Tikarmädchen  1215.
Abraham,  Hugo  470.
Abraham  Morris,  Häuptling  8.
Abt,  Polizeisergeant  1191.
Achenbach,  Oberleutnant  657,  1000.
Achmed  Menni,  Betschausch  507.
Ackermann,  Katasterzeichner  1039.
Ackermann,  Vermessungsgehilfe  614.
Ackermann,  Sanitätssergeant  563.
Adae,  Bezirkörichter  104,  558,  883.
Adams,  Arbeiterkommissar  614,  1190.
Adamu  1215.
Adler,  Karl  470.
Adler,  Gefreiter  860.
Adlung,  Dr.,  Stabsapotheker  285,  855.
Adolf  Friedrich,  Herzog  zu  Mecklenburg-Schwerin
  1124,  1136.
Afulärung,  Häuptling  572.
Ahlbory,  Dr.,  Stabsarzt  1036.
Ahlenstiel,  Dr.,  Stabsarzt  334,  611,
858.

Ahlers,  Sergeant  563.
Ahrens,  Georg  470.

Ahrens,  Gefreiter  860.
Ahrens  u.  Co.,  H.  470.
Aibathul,  662,  663,  668.
Akelbein,  Katasterzeichner  1191.
Alberti,  Konrad  1062.

Albiez,  Stabsarzt  283.
Albinus,  Hauptmann  291,  1086.
Albrecht,  Hauptmann  283.
Albrecht,  Kaufmann  502.
Albrecht,  Polizeisergeant  514.
Albrecht,  Gefreiter  148.
Albrecht,  Reiter  237.

Aler,  Gefreiter  332.

Ali,  Askari  507.

Uamen-Verzeichnis.

Alim,  Lamido  1091.

Ali  singisi,  Betschausch  507.

Allaman,  Häuptling  395.

Allers,  Schlosser  200,  884.

Almas  Mohamed,  Sol  507.

d'Almeida,  Gebrüder,  Firma  255.

Almstadt,  Reiter  564.

Altmann,  Gouvernementssekretär
149.

Altrock  202.

Ambronn,  Dr.,  Universitätsprofessor

Ambros,  Dr.,  Stabsarzt  390,  858.

Amedou,  Sultan  407.

Amendt,  Gefreiter  563.

Amenyera,  Häuptling  251.

Ammon,  Zahlmeister  613,  794,  1188.

Anacker,  Lokomotivheizer  200,  724.

Anders,  Hauptmann  147,  355,  356,
564,  729,  732.

Anders,  Sergeant  860.

Andrae,  Gefreiler  563.

Andresen,  Dr.,  Oberarzt  102,  562.

Andrieux,  Offizier  #  408.

Ankenbrand,  Architekt  862.

Anker,  Gefreiter  564.

Ankermann,  Dr.,  Direktorialassistent
135,  487,  1235.

Annighöfer,  Kaserneninspektor  860,
1001.

Anton,  Stationsassistent  1000.

Anton,  Reserve-Oberjäger  794.

Anton,  Ombascha  507.

Anz,  Oberleutnant  725.

Anz,  Psarrer  629.

Appel,  Gefreiter  563.

Araia,  Schausch  507.

Araklai,  Häuptling  286,662,  663,  668.

Ardial,  Kalid  287.

Arekoko  662,  663.

Armerding,  Kaufmann  658.

Arnmnado  1138.
Arnado  Bantadschi,  Häuptling
1089.

Arnado  Woko,
089

1089.
.  Arnaud,  Administrateur  408.

Arndt,  Dr.,  Professor  1125.

Arnhold,  Unterzahlmeister  56.

v.  Arnim,  Sixt,  Oberleutnant  614,
1036.

v.  Arnim,  Frau,  geb.  v.  Bismarck
1194.

Arnold,  Bautechniker  1087.

Arnold,  Unteroffizier  563.

Arnold,  C.  J.  470.

Arnowit,  Zollbeamter  442,  1000.

d  Arrest,  Hauptmann  353,  357.

Assobam,  Häuptling  395.

Aßmuth,  H.,  Landmesser  1028.

Atangana,  Regierungedolmetscher
798.

Ateke,  Häuptling  #  394.

Atiabo,  Häuptling  396.

Atkinson,  Sekretär  959.

Attangana,  Dolmetscher  625.

Augas,  Sergeant  563.

Augsburger,  Techniker  883.

Augsburg  u.  Trimpler  470.

Autenrieth,  Schießer  861.

Axt,  Leutnant  566,  1187.

B.

Babana  1139.
Vach,  Hugo,  Kriegsgerichterat  255,
658.

Bach,  Sanitätssergeant  150.
Bach,  Polier  1191.
Bachmann,  Kapitänleutnant  830,  914.

Bachmann,  Sueckenaufseher  1136.

Vachran,

F.  470.

Z„  Back,  Oberleutnant  722,  857.
Back,  Leutnant  334,  388.

Häuptling  1088,

Backhaus,  Unteroffiier  332.
Vaeckmann,  Wilh.  470.
Baelz,  Professor  Dr.  323.
Baerecke,  Major  147.
Baganz,  Reiter  237.
Bahlmann,  Gefreuer  238.
Bahnsen,  P.  168.
Baiboks,  Gefreiter  563.

Bailleul,  Intendantursekretär  859.

Bajume  Ismael,  Ombascha  507.
        <pb n="39" />
        Baldauf,  Oberleutnant  657.

Baldauf,  Leutnant  395.

Balku,  Bureauchef  d.  Kgl.  Schauspiele
  1192.

Balschmiter,  Unteroffizier  563.

Balschuß,  Bureaudiätar  504.

Baltzer,  Baurat  503.

Bam,  Captain  130.

Bamber,  Chemiker  213.

Vanck,  H.  1193.

Bangert,  Dr.,  Realschuldirekt.  1193.

Banken,  Missionar,  Pater  502.

Bannier,  Proviantamtsassistent  236.

Bannier,  Gefreiter  54.

Bant,  Gefreiter  563.

Barack,  Hauptmann  331,  1000.

Barack,  Oberleutnant  919.

Barber  u.  Co.,  Firma  867.

Barby,  Reiler  564.

Barche,  Kassenvorstand  150.

Barclay,  englischer  Resident  1139.

Bargmann,  Wizewachtmeister  238.

Barich,  C.  135.

Barie,  Reiter  564.

Barlach,  Oberleutnant  7  731.

Baron,  Zollamtöassistent  2.  Kl.  861.

Barsch,  Katasterzeichner  443,  1039.

Barschdorff,  Lehrer  658.

Bartele  807.

Bartels,  Sanitätssergeant  563.

Vartenstein,  Oberleutnant  331,  388

Barthels,  Oberarzt  725,  1187.

Bartikowski,  Gefreiter  564.

Bartsch,  Oberleutnant  1210.

Barz,  Gefreiter  563.

Bassermann,  W.  910,  1218.

Bassett-Smith,  Prof.  Dr.  323.

Bast,  Feldwebel  103.

Bauer,  Kolonialeleve  104.

Bauer,  Bekleidungsamtsaspirant  150.

Bauer,  Zahlmeister  198.

Bauer,  C.  470.

Bauer,  Bezirksamtssekretär  504.

Bauer,  Neiter  237.

Bauermeister,  Bauzeichner  443.

Baum,  Unteroffizier  237.

Baumann,  O.  443.

Baumann,  Gesreiter  563.

Baumgart  Reiter  564.

Baumstark,  Oberstleutnant  564.

Baumstark,  Oberleutnant  285,  722,
794.

Baur,  Gefreiter  237.

Bause,  Maurermeister  100.

Bause,  Gebrüder  470.

Bause  470.

Baußus,  Hauptmann  857.

Bay  I,  Reiter  148.

Bähr,  Stationsassistent  1039.

—  XXXIX  —

Bähr,  Gefreiter  860.

Bähtz,  Emil,  Reiter  7  239.

Bäumler,  Büreaugehilfe  57.

Bech,  Hauptmann  727,  732,  920.

Becher,  Sanitätsfeldwebel  103.

Beck,  Militär-Intendantursekretär  558.

Becker,  Farmer  101.

Becker,  Landmesser  334.

Becker,  C.  471.

Becker,  Gefreiter  563.

Becker,  Unterzahlmeister  1135.

Beckhausen,  Reiter  564.

Beckherrn,  Oberleutnant  150,  611.

Beckler,  Assessor  1086.

Beckmann,  Gefreiter  563.

Bednarzik,  Schlosser  285,  862.

Bedürftig,  Gefreiter  564.

Beer,  kommiss.  Polizeiwachtmeister
657,  1000.

Beermann,
1039.

Begas,  Korvettenkapitän  659.

Behling,  Dr.,  Prof.  188.

Behn,  Sergeant  54.

Behncke,  Dr,  Oberarzt  197.

VBehne  470.

Landmesser  150,  285,

Behynke,  Unteroffizier  860.

Behrendt,  Unterzahlmeister  562.

Vehrens,  Schmied  104.

Behrens,  Wegebauer  566.

v.  Behr-Pinnow,  Geh.  Kabinettsrat
906.

Beier,  Feldwebel  562.

Beier,  Gefreiter  564.

Beirer,  Leuchtfeuerwärter  514,  1000.

Beisenherz,  Generaldirektor  1193.

Beißel,  Dr.,  Sanitätsrat  105.

Belger,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  1136.

Bellon,  Imm.,  Missionar  1126.

Belser,  Chr.,  Verlag  422.

Bendel,  Gefreiter  860.

Bender,  Hauptmann  331,  612.

Bender,  Leutnant  3.

Benkenstein,  Hoflieferant  Sr.  Hoheit
des  Herzogs  von  Anhalt  1087.

Benkwitz,  M.  O.  470.

Benne,  Karl,  Reiter  F  104.

Benthien,  Hauptmann  919.

Benthin,  Hauptmann  1000.

v.  Bentivegni,  Hauptmann  388,
731,  732.

Bercke,  Dr.,  Oberarzt  258.

Bereswill,  Gefreiter  563.

Berg,  Kaiserl.  Bezirksamtmann,  Regierungsrat
  f  196,  387,  724,  1084.

Berg,  Dr.,  Oberstabsarzt  857.

v.  Berger,  Ritter.  Edler  Herr,  Oberleutnant
  505,  507,  861.

Berger,  Stabsarzt  390,  856.

Berger,  Alfred  470.

Bergfeld,  Reiter  860.

Bergmann,  Geh.  Kanzleidiätar  504.

Bergmann,  kommiss.  Polizeiwachtmeister
  657.

Verk,  Püttmann  u.  Co.,  Großfirma
874

Berké,  Dr,  Oberstabsarzt  1037.

Berlin,  Oberleutnant  1036.

Berlin,  Leutnant  390,  506.

Berndt,  Kapitän  239,  513.

Berndt,  Eisenbahnpraktikant  1038.

Vernegau,  Korps-Stabsapotheker
a.  D.  246,  249,  255,  361,  530,  578.

Bernhard,  Leutnant  1189.

Vernhard,  Gefreiter  563.

Bernhardi,  Feldwebel  562.

v.  Bernhardi,  Kriegofreiwilliger,
Unteroffizier  102.

Bernhardt,  Leutnant  561.

Bernhardt,  Unteroffizier  627,  628.

Bernhardt,  Farmer  101.

Bernstorff,  A.,  Graf  165.

Berolzheimer,  Dr.  jur.  1125.

Bertelsmann,  C.,  Verlag  39.

Vertram,  Oberleutnant  284,  391,
393,  395,  396,  657,  1190.

Bertram,  Unteroffizir  563.

Besche,  Amtsgerichtsdiätar  285,  724.

Beta,  Ottomar  1126.

Bethe,  Hauptmann  504.

Bethge,  Unteroffizier  562.

Vettel,  Spezialist  130.

Betuge-Rsana,  Häuptling  620,  622.

Beyer,  Hauptmann  857.

Beyer,  Oberleutnant  3,  356.

Beyer,  Postverwalter  567.

Beyer,  kommiss.  Sekretär  334.

Beyer,  Schlosser  200,  884.

Beyer,  Militärkrankenwärter  564.

Beyer,  Reiler  564.

Beyer,  F.  1105.

Veyersdorff,  Unteroffizier  563.

Beyler,  Polizeimeister  1190.

Beyrer,  Unteroffizier  1086.

Bickel,  Gouvernementssekretär  514.

v.  Bieberstein  1192.

Biedebach,  Unterzahlmeister  562.
Biener,  Unteroffizier  563.
Biermann,  Geh.  Hofrat  918.
Biernat,  Gefreiter  860.
Biernatzki,  Polize#inspektor  566.
Biersohn,  Feldwebel  562.
Biesold,  Unteroffizier  237.

Bilke,  Vizewachtmeister  1189.

v.  Billerbeck,  Oberleutnant  795,  919.
v.  Billerbeck,  Leutnant  612.
Biongele-Tumbi,  Häuptling  458.
        <pb n="40" />
        Birk,  Gefreiter  564.

Bischoff,  Oberleutnant  612.

v.  Bismarck,  du  erster  Reichskanzler
  1002,

Bismarck,  668.

v.  Bismark,  Oberleutnant  561.

Bittner,  Gouvernementssekretär  883.

Bitzer,  Gefreiter  148.

Bitzinger,  Unteroffizier  391.

Blank,  Rektor  793.

Blank,  Gefreiter  563.

Blanketti.  Askari  507.

Blasajemwski,  Franz  470.

Blauertz,  Sanitätssergeant  861.

Bleich,  Bezirksamtssekrelär  389,1039.

Bleichröder,  S.,  Bankhaus  657.

Vley,  Gefreiter  564.

Block,  Oberleutnant  505,  561.

Block,  Unteroffizier  860.

Blome,  Leutnant  443,  561.

Blöd,  Reiter  564.

Blödhorn,  H.  470.

Blödorn,  Willi  470.

XI=Bohnenberg,

  Gefreiter  563.

v.  Bojanowsky,  W.,  Generalleutnant
  z.  D.  1194.

Bolle,  Karl  186,  187,  599,  825.

Bommel,  Unteroffizier  563.

VBongard,  Dr.  648.

v.  Bonin  1193.

Boog,  O.,  Plantagenbesitzer  814.

Boost,.  Franz  470.

Booth,  Kommissar  263.

Booth,  John  291,  1105.

Bopp,  kommiss.  Sekretär  1038.

Borbe,  Steuermann  1190.

Borchers,

v.  Blume,  General  der  Infanterie  906.

Blume,  Hauptmann  560,  1000.

v.  Blumenthal,  Leutnant  54,  338,
339,  340,  341,  342,  343,  345.

v.  Blücher  1193.

Boanso,  Häuptling  396.

Bock  v.  Wülfingen,  Oberleutnant
150,  257,  566,  919.

Bock  v.  Wülfingen,  Leutnant  390,
506,  559.

Bock,  Zahlmeister  922.

Bock,  Unteroffizier  563.

Bode,  Gefreiter  563.

v.  Bodelschwingh,  D.,  Pastor  165.

Bodenhausen,  Baronin  1193.

Bodenstein,  Sanitätsunteroffizier

563.
Voecker,  Gustav,  Gefreiter  239.
Boeder
rat  442.
Boehm,  Josua  251.
Boehm,  Gefreiter  564.
Boeken,  Fabrikant,  Ingenieur  133.

 

8  v

v.  Boemcken,  Oberleutnant  54,  390,

795.
Boerhave,  Heizer  F  1087.
Boesch,  Otto  470.
Boesel,  Bezirksamtmann  1000,  1136.
Boesel,  Gouvernementsschreiber  1136.
Boesig,  Unteroffizier  860.
Bofinger,  Dr.,  Stabsarzt  390,  723.
Bogatsch,  Sanitätsrat  1195.
Bohlen,  Reiter  564.
Vo  *  n,  Militär-Intendantursekretär

Bo  *  ne,  ,  Gefreiter  860.

Maschinenwerkstättenvorsteher
  146.

Borchers,  Bureaugehilfe  149.
Borchert  470.

Bormann,  Plantagenbesitzer  818.
Born,  Dr.,  Regierungsarzt  567,  572,
573,  576,  663.
Borowsky,  Oberveterinär  566.
Vorrmann,  Zahlmeister  331,  562.
Boschann,  Paul  1193.
v.  Bosse,  Hauptmann  857,  920.
Bossenberger,  Feldwebel  562.
Bossenberger,  Polizeisergeant  1087.
Bothe,  Dr.,  Feldintendanturrat  5,  613.
Bobo,  Unteroffizier  807.
v.  Boxberger,  Dr.,  Assessor  1086.
Boyon,  Laurenzius,  Reiter  #  238.
Boysen,  Wulff  u.  Co.  470.

Böckling,  Sergeant  563.

 

Bödecker  u.  Meyer,  Firma  255.

Bödicker  u.  Co.,  Kommanditgesellschaft
  auf  Aktien  469

Böhm,  Katasterzeichner  150.

Böhme,  Zollbeamter  442,  724.

Böhme,  Oberbüchsenmacher  507.

Böhmer,  Gefreiter  563.

Böhmermann,  Kapitän  a.  D.  1  999.

Böhning,  Gefreiter  564.

Bönisch,  Kriegsgerichtssekretär  443.

Bösel,  Polizeirat  1039.

Bötefür,  Zollamtsverwalter  333,
1000,  1190.

VBöttger,  Dr.  1075.

Böttger,  Gefreiter  563.

Braasch,  Dr.,  Stabsarzt  1191.

Brahm,  Gefreiter  564.

Brand,  Pieter  1041.

Brandeis,  Landeshauptmann  698.

Vrandeis,  Antonie  698.

Brandenburg,  Gouvernementssekretär
  513,  1000.

Brandes,  Dr.  693.

Brandes,  Gefreiter  564.

v.  Brandenstein,  Hauptmann  431.

Brandt,  Lehrer  285.

Brandt,  Vizefeldwebel  148.

 

Bremig,  Dr.,

Brandt,  Farmer  101.

Brandt  470.

v.  Brauchitsch,  Regierungsrat  566.

Braumüller,  Oberleutnant  1194.

Braun,  Leutnant  239,  561,  612.

Braun,  Dr.,  Botaniker  657,  1000.

Braun,  Gefreiter  563.

Brauns,  Gefreiter  563.

Brauns,  Johs.  1193.

Braunschweig,  Leutnant  559.

Braunschweig,  Waldemar  470.

Braunwart,  Dr.,  Oberarzt  d.  L.  1194.

Bräunig,  Unterzahlmeister  860.

Breagob,  Ombascha  507.

v.  Bredow,  Grafs,  Oberleutnant  390,
611.

Breest,  Reiter  564.

Breitseld,  Proviantamtskontrolleur
566,  859.

Breitfeldt,  Proviantamtskontrolleur
859.

Breitkopf,  Gefreiter  563.

Breitwieser,  Sanitätssergeant  563.

Breitzke,  Reiter  564.

Oberarzt  284,  334.

Bremig,  Dr.,  Stabsarzt  611,  859.

Brennecke,  Karl,  Reiter  7  4.

Brennecke,  Gefreiter  564.

Brentano,  Hauptmann  505,  560.

van  Brero,  Dr.  323.

Bretschneider,  Bautechniker  390.

Brettschneider,  Bautechniker  1000,
1191.

Breuer,  Dr.,  Oberarzt  56.

Brieger,  Dr.,  Geh.  Medizinalrat  520.

Briesemeister,  Th.  470.

Briesemeister,  Reiter  564.

Bright,  John  113,  1002.

Prill,  geprüfter  Lokomotivheizer  390.

Brock,  Willi  470.
Brockdorff  u.  Schuster  470.

Brodmann,  Wilh.  470.

Brosig,  Hauptmann  331,  566.
Brown,  Isak  470.

Brown,  D.  647.

Brömme,  Gefreiter  563.

Brönnle,  Gärtner  614.

Brucker,  Stadttierarzt  1193.
Bruckmann,  Gefreiter  563.
Brunhoff  1105.

Brunzel  u.  Scholz  470.
Brussaux,  Forschungsreisender  627.
Bruck,  Reiter  564.

Brückner,  Regierungsrat  503.
Brückner,  Dr.,  Stabsarzt  283.
Brückner,  Assessor  101.
Brückner,  Polizeimeister  145.
B  „Dr.,  Ob  t239,611
Brüggers,  Bernhard  420.
        <pb n="41" />
        Brühl,  Tischler  389,  921.

Brüll,  Reiter  564.

Brünn,  Dr.,  Oberarzt  236.

Bublitz,  geprüfter  Lokomolioheizer  104.

Bublitz,  geprüfter  Lokomotivführer
44

Buchal,  Weinhandlung  1193.

Buchfink,  Plantagenbesitzer  816.

Buchheister,  Unteroffizier  563.

Buchholpt,  Major  443,  856,  858.

Buchholz,  Kompagniechef  505.

Buchholz,  Apotheker  442.

Buchholz,  Unteroffizier  562,  506,862.
1086.

Buchholz  1,  Rich.,  Reiter  564.

Buchmann,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  1136.

Buchner,  D.,  Missionsdirektor  f#55,
165.  647.

Buchwald,  Gefreiter  860.

Buck,  Sergeant  54.

Buck,  Unteroffizier  563.

Buck,  Ingenieur  861.

Bucknall  Brothers,  engl.  Reederei

875.
Buddeberg,  Dr.  1193.
Buek,  Ingenieurkandidat  565.
Buhl,  Unteroffizier  563.
Buhr,  Heilgehilfe  658,  1040.
Buhrow,  Zahlmeister  562.
Bulang,  Gefreiter  563.
Bullrich,  Leutnant  561.
Bumbum,  früh.  Askari  507.
Burbank,  Luther,  Pflanzenphysiologe

63

van  der  Burg,  Dr.  323.
v.  Burgsdorff  669.
Burgwinkel,  Neiter  564.
Burkert,  Gefreiter  564.
Burmester,  Kaufmann  100.
Burmester,  H.  W.  470.
Burth,  Gefreiter  361.
Burtin,  Oberleutnant  725.
Burton,  Forscher  1005.
Burwig,  kommiss.  Polizeiwachtmeisler
657.

Burwig,  Polizeiwachtmeister  1000.
Busch,  Dr.,  Leutnant  147.

Busch,  Dr.,  Oberapotheker  1192.
Busch,  Oberapotheker  147.

Busch,  Kaufmann  100.

Busch,  Adolf  470.

Busch,  Gefreiter  563.

Busch,  Neiter  664.

Busche,  Proviantamtsassistent  1001.
Buschma  nn,  Gouvernementssekretär

Buse,  Dr.,  Negrerungsarzt  795,  1191.
Bussas,  Gefreiter  860.

XII

Busse,  Dr.,  Regierungsrat  255,  443,

525,  599,  1219.

Busse,  Walter  91.

Busse  679.

Bußmann,  Reiter  564.

Buthut,  Stationsleiter,  Oberleutnant
104,  566,  883.

Butter,  Sergeant  563.

Butterbrodt,  Gefreiter  563.

Butterweck,  Gefreiter  564.

Butterweck,  Reiter  1086.

Butzbach,  Registrator  862.

Büchs,  Gefreiter  ##  565.

v.  Bülow,  Fürst,  Reichskanzler  234,
276,  279,  428,  494.  706,  1082,  1083,
1133,  1195.

Bülow,  Baron  1192.

Bülow,  Unteroffizier  237.

Bülow,
1213,  1215,  1216.

v.  Bültzingslöwen,  Dr.,  Stabsarzt

Bünz,  Feldwebel  562.
Büsgen,  Professor  1219.

Buüttner,  Gefreiter  564,  860.

C.

Caine  u.  Strul  470.

Calmette,  Prof.  Dr.  323.

Camplair,  Zimmermann  566.

Cangos  u.  Norre,  Firma  2062,  263.

v.  Carmer,  Graf,  Oberleutnant  390,
561,  919.

Carroll,  Dr.,  323.

Carstensen,  Sergeant  563.

Carter,  Geo.  R.  959.

Casper,  Stabsarzt  147.

Casseus,  Eisenbahnpraktikant  239.

 

Clages,  Dr.  286.

Claren,  Techniker  883.

Claus,  Oberarzt  236.

Claus,  Oberleutnant  561,  566,  1187.

Cleemann,  Gefreiter  564.

Clemens,  Gefreiter  883.

Clemm,  Hauptmann  197,  560.

Clorer,  Leutnant  390,  561,  919.

Clüver,  Leutnant  2.

Cobden  1001.

Cohrs,  Vorstand  des  Zentralmagazins
199,  657.

Colleck,  Magazinbeamten-Stellvertreter
  861.

Conrad,  Gefreiter  563.

Conrad,  Militärkrankenwärter  564.

Conradi,  Zimmermann  834.

Conradi,  Werkführer  1087.

Oberleutnant  1211,  1212,

Castendyk,  Beamtenstellvertreter  390.

Cautova,  Missionar  288.
Chalesde  Beaulieu,  Leutnant  358,
359.

Chalil  Salim,  Schausch  607.

Chapman  209.

Charisius,  Hauptmann  387,  507,
566.

Cheyne,  Kapitän  662.

Chiat  u.  Ca.  470.

Chrapkowski,  Kaiserl.  Regierungsrat
  56.

Christ,  Dr.  40.  #
Christian,  Johannes  727,  728,  731,

732,  733,  734.

Christian,  Josef,  Unterkapitän  240,
Dahn,  Felix  906.

241,  731,  734,  735.

Christiani,  Oberleutnant  334,  561,
722,  733,

Ciepluch,  Schlosser  200,  884.

Conze,  Dr.,  Geh.  Finanzrat  101.
503,  657,  706,  723,  789,  906,  1083.

Cook  374.

Coppenrath,  Verlag  1126.

Copper,  Simon,  Häuptling  8,  241,
697,  735.

Cornelius,  Häuptling  8,  421,  697.

Cornelius,  Reiter  564.

Correck,  Leutnant  236,  505.

v.  Cossel,  Leutnant  283.

Coste,  Gymnasialdirektor  1191.

Costenoble,  Hermann  229,  486.

Cowsjee  Dinshaw  u.  Co.,  Firma
542

v.  Crailsheim-Rügland,  Flrhr.,
Leutnant  431,  735,  1039.

Cramer,  Hauptmann  148,  504.

Cramer,  Gefreiter  564.

Creutz,  Telegraphist  1136.

Creutzburg,  Leutnant  611.

Creuzburg,  Leutnant  150.

Crewe-Read,  Distriktskommissar  l
906,  907,  908.

la  Croix  Polizeisergeant  1087.

Cromer,  Lord  699.

Cruse,  Oberleutnant  388,  561.

Currie,  Leutnant  1092.

Curtius,  Karl,  Verlag  422,  487,
542,  648,  974,  1126.

Czarnetzki,  Gefreiter  860.

v.  Czettwich  1193.

Czibulla,  Jul.,  Unteroffizier  1#  56.

D.
Daeke,  Sergeant  332.

Deecke,  Polizeisergeant  922.
Dahlgrün,  Vorstand  389,  921,  1190.

Daig,  Reiter  237.
Dallabetta,  Bautechniker  658.

Dam,  Häuptling  626,  627.
        <pb n="42" />
        Dambacher,  Sergeant  883.

Dame,  Oberst  19,  331,  731.

v.  Damm,  Oberleutnant  1000.

v.  Damm,  Leutnant  506.

Dammköhler,  W.  C.  524,  525.

Damrath,  Schutzmann  285,  795.

v.  Danckelman,  Frhr.,  Dr.,  Prof.
918.

Dandangu,  Häuptling  1211.

Danneel,  Leutnant  334,  856,  859.

Dannert,  Oberleutnant  729.

Dansauer,  Dr.,  Stabsarzt  566.

Darausch  Achmet,  Schausch  507.

Dartignac,  Oberleutnant  627,  628.

Dartsch,  Polizeisergeant  1087.

Daubenkropf,  Oberleulnant  a.  D.

Daubenkropf,  Leutnant  3.

v.  Davidson,  Oberleutnant  724,  919.

Dax,  Gefreiter  860.

Dänhardt,  Rechtsanwalt  1192.

v.  Debschitz,  Oberleutnant  918.

Deckert,  Prof.  Dr.  1125.

Deeg  258.

Degenkolb,  Oberleutnant  612,  614,
919.

Dehn,  Fritz.  Stationsassistent  658,
862,  1190.

Dehn,  Schwester  251.

.  Deimling,  Generalmajor  443,

672,  920,  1186.

.  Deimling,  Oberst  16,  17,  20,
240,  241,  284,  285,  731,  732,  734,
735,  738.

Deinert,  Wachtmeister  332.

Deininger,  Leutnant  331,  729.

Deinzer,  Missionsinspektor  39.

Deistel,  Gärtner  390.  724.

Delbrück,  Geh.  Regierungsrat  525.

Delius,  Oberleutnant  146.

Demmel,  Feldwebel  507,  1039.

Demmler,  Gefreiter  860.

Denecke,  N.  470.

Denhard,  Klemens,  Unternehmer  72.

Denker,  H.  470.

Denkewitz,  Reiter  860.

Denninger,  Diplomingenieur  565.

Dentlinger,  Gustav  470.

Depner,  Feldlazarettinspektor  390.

Derbfuß,  Reiter  860.

Dernburg,  Staatssekretär,  Excellenz
1,  6,  47,  57,  98,  101,  105,  144,
145,  151,  186,  239,  268,  280,  286,
384,  419,  422,  428,  513,  606,  654.
723,  738,  767,  790,  834,  837,  844,
847,  1062,  1075,  1086,  1101,  1134,
1195,  1199.

Derr,  Gefreiter  563.

Detmer,  Dr.  42.

S

—

XIII

v.  Detten,  Leutnant  355,  356,  358,
1191.

Deuringer,  Oberleutnant  506,  561.  x

Devers,  Paul,  Plantagenbesitzer  818,

Devers,  262.

Devlin,  James,  Händler  518.

Dewet  u.  Co.  470.

Diba,  Häuptling  622.
Dickehut,  Gefreiter  564.

Dieckmann,  Oberveterinär  1001.

Diiehl,  Missionar  251.

Diehl,  Kaufmann  502.
Diehl,  Reiter  238.

Diekmeier,  Neiter  860.
Diener,  Sergeant  563,  1191.
Dieroie,  J.  Plantagenbesitzer  816.
Diethold,  Oberleutnant  919.

Diethold,  Leutnant  443,  506.
Dieter,  Unteroffizier  148.
Dieterichs,  Gefreiter  860.

Dietrich  II,  Gefreiter  563.
Dietrich,  Neiter  564.

Dietz,  kommiss.  Vureauassistent  2.  Kl.
657,  1039.

Dietzel,  Reiter  1086.

v.  Diezelsky,  Oberleutnant  559.

Diillke,  Charles  65.

Dingfeld,  Gefreiler  860.
Dinkelacker,  Schulinspektor  648.
Dippe-Bettmar,  Leutnant  200,  611.
Dipper,  Dr.,  Missionsarzt  40.
Diraurak,  Frau  289.
Diroll,  Vautechniker  794,  1086.
Dirsuwei,  Emil  470.
Disraeli,  Venjamin,
107,  113.
Dittmann,  Neiter  564.

Staalsmann

Diittrich,  Hauptmann  1192.

Dittrich,  Grenzaufseher  390,  921.

Diß,  Oberveterinär  3.

Diommy  809.

Diunjele  Häuptling  392.

Dlugosch,  Reiter  564.

v.  Dobbeler,  Leutnant  237,  1190.

Dobbermann,  Gefreiter  564.

Dobinsky,  Unterzahlmeister  333.

v.  Dobschütz,  Oberleutnant  334.

v.  Dobschütz,  Leutnant  3.

v.  Doering,  Hauptmann,  Bezirksleiter,
  255,  1000.

Doering,  Hauplmann  334,  561.

Doering,  Oberleutnant  2.

Dohrs,  Gerichtsaktuar  200,  658.

Dohse,  Gefreiter  54.

Dolgner,  Proviantamtsassistent  1001,
Dolisy,  Unteroffizier  563.
Doll,  Julius  470.

Doll,  Reiter  564.

Dollhardt,  Hofrat  im  Ausw.  Amt
101,  504.

Domann,  B.  135.

Dominik,  Hauptmann  285,  395,  396,
455,  613,  618.  619,  621,  625,  798,
1075,  1190,  1208,  1213.

Domke  u.  Co.,  Plantagenbesitzer  816.

Dommes,  stellvertr.  Administrator
205.

Donecker,  Geh.  Sekretariatsassistent
504

Dony,  Major  387.

Döpel,  Sergeant  563,  1189.
Dorbriss,  Regierungsrat  258.
Döring,  Oberleutnant  200,  560,  611.
Döring,  Leutnant  146.

Döring,  E.  91.

Dorn,  Wegebauer  658.

Dorn,  Bautechniker  1086.
Dörrien,  Oberarzt  390.
Dornseiff,  Unteroffizier  614.
Dorsch,  Missionar  163.

Dose,  Unteroffizier  860.

Douw  u.  Co.  470.

Dove,  K.  229.

Dove,  Alfred  906.

Draffle,  E.  894.

Draganaf  91.

Draheim,  Sanitätsunteroffizier  150.
v.  Dreising,  Leutnant  725,  919.

Dreist,  Dr.  Oberarzt  562.

Dremel,  G.  F.,  Pächter  105.
Drenkhan,  Leutnant  911.
Drescher,  Wegemeister  442,861,  1086
Dreweck,  Franz  470.

Drews,  Leutnant  859.  s
Drews,  Unteroffizier  563.
Dreyhaupt,  Paul  1195.
Drinkuth,  Landmesser  862,  1191.
Dronia,  Sanitätssergeant  563.
Drumm,  Gefreiler  563.

Drzisga,  Schlosser  200,  884.
Ducasse,  Oberarzt  627.

Duda,  Unteroffizier  563.

Dudek,  Joh.,  Reiter  ##4.

Duden,  Dr.,  Oberstaboarzt  564,  858.
Duffie,  Mac  114.

.  Dummel,  Gefreiter  563.

Duncker,  Alex.,  Verlag  378.
Dunckhorst,  Kaufmann  1208.
Dunst,  Oberleumant  725,  919.
Dunst,  Leutnant  506.

Dunzelt,  Dr.,  Stabsarzt  858,  1087.
Düngelmann,  W.  1195.
Dünkelmann,  Reiter  860.

v.  Düring,  Leutnant  611.
Dzierzewski,  Gefreiter  860.
        <pb n="43" />
        E.
Ebbecke,  Oskar  Plantagenbesitzer  818.
Eberbach,  Gefreiter  563.
Eberhardt,  Gefreiter  563.
Eberlein,  Unteroffizier  563.
Ebermaier,  Wirkl.  Legationsrat  918.
Ebermann,  Sergeant  563.
Ebersmann,  Gefreiter  563,  1085.
v.  Eberstein,  Frhr.,  Kaiserl.  Regierungsrat
  a.  D.  1  199.
Ebner,  Kaufmann  558.
Ebner,  Georg  133.
Ebolobingon,  Oberhäuptling  351,
391,  392,  393.
Eckardt,  Gefreiter  564.
Eckert,  Oberarzt  725.
Eckert,  Königl.  Oberförster  558.
Eckert,  Sanitätsfeldwebel  1086.
Eckert,  Schlosser  200,  884.
Eckhard,  Oberarzt  238,  857.
Eckhardt,  Oberarzt  334,  794.
Eckhardt,  Leutnant  859,  1087.
Eckhoff,  Leutnant  239,  505.
Eckhoff,  Gefreiter  860.
Eckleben,  Paul  471.
Eckstein,  Gefreiter  563.
Edelberg,  John  471.
Ediedie,  Häuptling  886.
Edling,  Sergeant  (Trompeter)  563,
1188.
Effnert,  Oberleutnant  856.
Eggel,  Dr.,  Stabsarzt  564,  566,  612.
Eggers,  Bauassistent  390.
Eggers,  Bauassistent  1  1135.
Eggers,  Ja  00.
Egers,  J.  D.  471.
Eggers,  .  1194.
Eggersglüß,  Sergeant  563.
Eggert,  Dr.,  Stabsarzt  147.
Eggert,  kommiss.  Polizeiwachtmeister
657.

Eggert,  Polizeiwachtmeister  1000.

Ehlers.  Gerichtsaktuar  1087.

Ehlert,  Vermessungstechniker  566,
1000.

Ehlert,  Gefreiter  564.

Ehlert,  Wegebauleiter  1190.

Ehni,  Regierungslehrer  921.

Ehrenberg,  Hauptmann  561.

Ehrhardt  u.  Schult  470.

Ehrhorn,  H.  471.

Ehringhaus,  Leutnant  859.

Ehrlich,  Polizeisergeant  1087.

Ehruthaler,  Gefreiter  563.

Eich,  Dr.,  Missionsarzt  40.

Eichelmann,  Gefreiter  860.

Eichenhofer,  Büchsenmacher  104.

Eichhoff,  Leutnant  356.

Eichholz,  Oberarzt  200.

v.  Erckert,

XLIII

Eichholz,  Dr.,  Stabsarzt  611.

Eichler,  Vizewachtmeister  860.

Eimler,  Stabsarzt  506.

v.  Einsiedel  1192.

Einstein,  Max  90.

Eisemann,  Dr.,  Geh.  Regierungsrat
57.

v.  Eisenhart  267.

Eismann,  Gustav  186.

Eismann,  910.

Eix.  Gefreiter  f  199.

Ejoambedde,  Häuptling  625.

Eioa  Mbedde,  Häuptling  798.

Ekuti,  Owa-Häuptling  908.

Elbrecht,  Gefreiter  860.

Eliasu,  Haussahsoldat  1209.

Eller,  Materialienverwalter  1000.

Elliot,  Major  1038,  1092.

Elphick  u.  Co.  1115.

v.  Elpons,  Leutnant  506.

Elschner,  Leutnant'  56  1.

Elste,  Alir:  S.

Elste,  Geh.  erp.  Sekretär  und  Kalkulator
  1185.

Eltze,  Sergeant  563.

v.  Elverfeldt,  Frhr.,
102,  560,  722.

Emmerling  Oberleutnant  561,  725,
1187.

Emmrich,  Gefreiter  860.

Enders,  Stationsassistent  883.

Enders,  Gefreiter  860.

Endesfelder,  Unteroffizier  563.

Endl,  Unteroffizier  563.

Endlich,  Dr.  693

Endter,  Büchsenmacher  861.

Engel,  Dr.,  Oberarzt  332.

Engel,  Gouvernementssekretär  566,
1000,  1039.

Engel,  Intendanturrat  1191.

Engel,  Joh.  471.

Engel,  R.  471.

Engeland,  Dr.,
724.

g#

Stabsarzt  102,  345,

Engelhardt,  Hauptmann  794,  918,
1000.

Engelhardt,  Feuerwerksoberleutnant
615,  919.

Engelke,  Maschinist  666

Engelmann,  Friedr.,  Verlag  600,

784.

Engler,  Leulnant  727.

Engst.  Proviantamtsassistent  6,  330,

Enk,  Feuerwerksleutnant  611.

Enke,  Kaufmann  502.

Ennen,  Reiter  564.

Eppen  auer,  Feldbäcker  861.

358,  359,  360,  1085.

Erner,
Oberleutnant=Hauptmann

  355,  357,

Erdmann,  Rechtsanwalt  100.
Erhardt,  Leulnant  197.
Erhardt,  Oberveterinär  57,  330.
Ermekeil,  Rittmeister  727,  856.
Ernst,  Dr.,  Kriegsgerichtsrat  504.
Ernst,  Missionar  163.
Ernst,  Sergeant  566,  1000.
Ertens,  Reiter  564.
Esamenomo,  Häuptling  624.
Eschberger,  Königl.  Polizeiwachtmeister
  565,  861.
Eschberger,  Sergeant  332.
Eschen,  Techniker  514.
v.  Eschstruth,  Dr.,  Regierungsrat,
Bezirksamtmann  101,  1103.

Espenschied,  Gefreiter  860.

Esser,  Unteroffizier  563.

Essindi,  Häuptling  624.

v.  Estorff,  Oberstleutnant  240,  241,
284,  728,  730,  733,  734,  735,  1040.

Etterer,  Gefreiter  564.

Ettwein,  Gefreiter  148.

Eoers  471.

Ewahe,  Häuptling  1208.
Dr.,  Stabsarzt  431,
566,  1000.

Exner,  Unteroffizier  883.
Exß,  Zahlmeister  922.
Eyber,  Sergeant  860.
Cysell,  Sanitätsrat,  Dr.  323.
Eyßen,  Leutnant  2.

F.
Faasch,  Agent  352.
Faas,  Sergeant  883.
v.  Faber,  Dr.  1113.
Faber,  Jakob  471.
Faber,  Gefreiter  860.
Fabre,  Leutnant  J  407.
Fabricius,  Hauptmann  284,  565,
566,  1000.
Fabry,  Dr.,  Oberarzt  857,  1000.
Fabry,  Dr.,  Assistenzarzt  610.
Faden,  Rechnungsbeamter  285,  658.
Fahl,  Gefreiter  564.
Fahnert,  Leutnant  200,  612.
Fahrenkrug,  Schlosser  200,  884,
1039.

442,

Fahrenschon,  Buchhalter  104,  333.
Falk,  Oberarzt,  284.
Fallscheer,  Frau  Dr.  med.  40.
Fanderl,  Gefreiter  860.
Faulborn,  Unteroffizier  443,  862.
Faulenbach,  Heilgehilfe  795,  1136.
Faupel,  Hauptmann  76,  918.
Faupel,  Unteroffizier  724,  1190.
Faure,  Pieter,  Sir,  Kolonialsekretär
1169.

Fauser,  Gefreiter  564,  1189.
        <pb n="44" />
        Faust,  Feldwebel  507.

Faust,  Gefreiter  564.

Feddern,  Werkstättenvorsteher  146,
565.

Federowski,  Sergeant  285,  861.

Fehlandt,  Dr.,  Gerichtsassessor  104,

390.
Fehlandt,  Proviantamtsassistent  147.
Fehlert,  Gefreiter  563.
Fehlinger,  H.  186.
Fehnes,  Gefreiter  563.
Fehrenbach,  Gefreiter  332.
Feick,  Unterzahlmeister  860.
Feil,  Gefreiter  563.
Fellber,  Reiter  564.
Feldmann,  Dr.  39.
Feldmann,  Gefreiter  563.
Felgentreu,  Kaserneninspektor  1191.
Feller,  Unteroffizier  237.
Fellmann,  Missionar  793.
Fels,  Sergeant  860.
Fenner,  Heinrich  471.
Ferdinand,  Unteroffizier  882.
Ferry,  Jules  1002.
Fesca,  Dr.,  Prof.  784.
Fessel,  Gefreiter  564,  1189.
Fibasul,  Häuptling  286.
Fichter,  Sanitätssergeant  332.
Ficke,  Zollassistent  794,  1190.
Fickel,  Vorstand  des  Hauptmagazins

 

Fickler,  Geh.  Kanzleidiätar  504.

v.  Fiedler,  Hauptmann  564.

Fiedler,  Gefreiter  148.

Fielding,  Bandenführer  240,  241,
727,  733,  735.

Fingerhut,  Hauptmann  857.

Finke,  Oberapotheker  860.

Finlow,  Regierungsbeamter  369.

v.  Finster  471.

Firle,  Neiter  564.

Firlus,  Feldwebel  562.

Fisch,  Dr.  40.

Fisch,  Kesselschmied  200,  884.

Fischer,  Oberstleutnant  1193

Fischer,  Oberleutnant  4,  197,  333.

Filcher-  Oberleulnant  zur  See  490,

*s  Leutnant  725,  919.
Fischer,  Dr.,  Oberarzt  57.
Fischer,  Gerichtsassessor  56.
Fischer,  Sanitätsunteroffizier  563.
Fischer,  Gesreiler  663.

Fischer,  Bautechniker  921,  1190.
Fischer,  Schlosser  514.

Fischer  u.  Co.  471.

Fischer,  Gustav,  Verlag  42,  457.
v.  Fischerz,  B.  874.

Fitting,  Dr.  957.

XIIV

Fitting,  pens.  Feldwebel  882.

Fitz,  Gefreiter  F  149.

Fitzke,  Unteroffizier  860.
Flaminius  1193.

Flaskamp,  Oberleutnant  147.
Flaskamp,  Hauptmann  8382,  1087.
Fleckstein,  Polizeisergeant  1087.
Fledderjohann,  Tischler  1086.
Flehinghaus,  Fabrikdirektor  240.
Fleischer,  Dr.,  Oberarzt  566,  722,

 

859.
Fl  lcher,  Stationsassistent  1000,
1190.

Freischer,  Gefreiter  237.

Fleischmann,  Dr.,  693.

Fleischmann,  Militär-Intendantursekretär
  558.

Fleurette,  Sergeant  1  408.

Flor,  Gerichtsaktar  922.

Flotzinger,  Unteroffizier  237.

Flügge,  Major  147.

Flügger,  J.  D.  1193.

Fock,  Gustav,  Verlag,  G.  m.  b.  H.
600

Foelsing,  A.,  Dr.  694.

Fohrer,  Reiter  860.

Foldenauer,  Gefreiter  860.
Folger,  Gefreiter  564.

Follebu,  Häuptling  660.

Fonck,  1.  Polizeiinspekteur  104.
Fonck,  August,  Hauptmann  566,  1036.
Fonck,  Heinrich,  Hauptmann  722.
Fontaine,  Oberveterinär  615.
Foramitti,  E.,  Plantagenbesitzer  816.
Forbot,  Polizeisoldat  351,  352.
Forte,  Dr.,  Prof.  487.

Forkel,  Dr.,  Bezirksrichter  285.

Forsayth,  E.  E.,  Firma  805.

Fölisch,  Unteroffizier  563.

Förster,  Hauptmann  520.

Frank,  Stationsleiter  1000.

Frank,  Oberleutnant  1039.

Frank,  Maurer  794,  1190.

Franke,  Hauptmann  147.

Franke,  Unteroffizier  563.

Franke,  Gefreiter  860.

v.  Frankenberg  u.  Proschlitz,  Leutnant
  147.

v.  Frankenberg,  Landmesser  1087.

de  Fransfuu,  Offizier  ##  408.

Frany,  Gouvernementssekretär  614.

Frantz,  Gerichtsaktuar  658.

v.  Frantzius,  Oberleutnant  334,  918.

Franz,  Dr.,  Stabsarzt  566,  1085.

Franz,  Wilh.,  Reiter  614.

Franze,  Gefreiter  860.

Frazer  377.

Frear,  Oberrichter  959.

Freese,  Kaufmann  558.

Freier,  Kartograph  F  442.

Freier,  Kartograph  627,  628.

Freise,  Leutnant  146.

Fresen,  Unterzahlmeister  860.

Freude,  Oberleutnant  918.

Freudenberg,  Wilh.,  Neiter  ##  104.

Freudenberg  u.  Co.,  Firma  308.

Frey,  Dr.,  Stabsarzt  725,  858,  1036.

Freye,  Unterzahlmeister  662.

v.  Freyen-Seyboltstorff.  Graf,
Herr  zu  Seyboltstorff.  Oberleutnant
  146,  236.

Freyer,  Oberarzt  566,  613,  1000.

v.  Freyhold,  Moajor  5,  560,  727,
728,  729,  730,  731.

v.  Freyhold,  Oberarzt  506.

Freyse,  Dr.,  Oberarzt  284,  859.

Freyse,  Dr.,  Assistenzarzt  147.

Freytag,  Leutnant  1037.

Frick,  Sanitätssergeant  883.

Fricke,  Unteroffizier  563.

Friederici,  Dr.,  Hauptmann  a.  D.
1075.

Friedrich  August,  König  von
Sachsen  268.

Friedrich  Leopold,  Prinz  von

Preuben  906.

Major  560,  672,  795,  1186.
Bauleiter  56.

Dr.,  Prof.  1172
Kanzleigehilfe  104,  442.
Unteroffizier  389.
Reiter  564.

Friedrich,  Feldbäcker  861.
Friedrichs,  Oberleutnant  5,  612.
Friedrichs,  Dr.,  Oberarzt  57,  859.
Friedrichs,  Dr.,  Stabsarzt  388.
Frief,  Dr.,  Oberarzt  858.

Fritsch,  Zahlmeister  611.

Fritsch,  Gefreiter  860.

v.  Fritsche,  Major  2.

Fritsche,  Leutnant  561,  566,  919.
Fris,  Bezirksamtmann  205,  573,  659.
Frit,  Dr.,  Oberarzt  284.

Fris,  Vollziehungsbeamter  657,  1000.
Fritz,  Ed.,  Plantagenbesitzer  816.
Frit,  Finanzassistent  1038.
Fritssche,  Dr.  1193.

Frissche,  Rittmeister  1193.

Fröde,  Gefreiter  860.

Fröhlich,  Unteroffizier  d.  N.  860.
Fröhlich,  Gefreiter  563.

Fröhlich,  Hilfsschreiber  1087.
Fromm,  Hauptmann  1192.
Frommann  471.
"
"

 

Frommelt,  Hugo  471.
Frommhold,  Gärtner  566,  921.
Frost,  Techniker  921.

Fuchs,  Dr.  jur.,  Staatsanwalt  826.
        <pb n="45" />
        Fuchs,  Dr.,  Bezirksamtmann  344.

Fuchs,  Dr.,  Oberarzt  331,  506.

Fuchs,  Fabrikdirektor  1193.

Fuchs,  David  471.

Fuchs,  Paul  523,  524,  784.

Fuchs,  Unteroffizier  563.

Fuchs,  Gefreiter  563,  564,  860.

Fuchs,  Reiter  860.

Fuchsberg,  Eduard  471.

Fugger,  Graf  112.

Fuhrberg,  Büchsenmacher  564.

Full,  Bezirksamtmann,  Assessor  92,
93,  808.

Fülleborn,  Dr.,  Stabsarzt  610,  882.

Fundi  Mrefu  340.

Funk,  Gefreiter  563.

Junke,  Proviantamts-Assistent  566,
859,  1085.

Funke,  Reiter  561.

Fühljahr,  A.  1193.

Fürbringer,  Leutnant  728.

Fürst,  Oberleutnant  388.

v.  Fürstenberg,  Frhr.,  Oberleutnant
240,  733,  919,  1001.

Füßlein,  Hauptmann  146,  238.

 

G.
Gaab,  Zollbeamter  104,  724.
Gaab,  Stationsbeamter  442.
v.  Gabain,  Rittmeister  285.
Gabler,  Leutnant  795,  919.
Gaebel,  Eisenbahnverkehrskontrolleur
85.

Gaede,  Leutnant  561,  612,  919.

Gaedert,  Königl.  Baurat  101,  1086.

Gaedke,  Otto  471.

Gaehtgens,  Leutnant  922,  1187.

v.  Gahlen,  Proviantamtsassistent  390,
998.

v.  Gaisberg-Helfenberg,  Frhr.,
Oberleutnant  612.

Galke,  Oberveterinär  566,  920.

v.  Gall,  Frhr.,  Haupimann  387,  560.

Gallocke,  Gefreiter  564.

Gangsorani  1140.

Garke,  Leutnant  147.

Gasch,  Unteroffizier  563.

Gaschid,  336.

Gasser,  Dr.,  875.

Gäbel,  kommiss.  Gouvernementssekretlär
  285.

Gärtner,  Landrentmeister  1039.

Gärtner,  Geometer  56.

Gärtner,  Neiter  564.

Gebauer=  Schwetschke,  Verlag  91.

Gebser,  Sergeant  1191.

Geh,  unterzahlmeister  085.

Gehlen,  Landmesser  658.

Gehlh  off.  Unteroffizier  563.

—  XLIV.  —

Gehrig,  Unteroffizier  563.

Gehrmann,  Unteroffizier  563.

Gehrs,  Militär-Oberbäcker  861.

Gehrts,  Gouvernementssekretär  442,
1000.

Gehrts,  Johs.  1126.
Geibel,  Leutnant  103.
Geiger,  Julius  1183.
Geipel,  Unteroffizier  563.

Geiseler,  Geh.  expedierender  Sekretär

  und  Kalkulator  504
Geisler,  Oberarzt  566,  1037,  1087.
Geisler,  Leutnant  147.

Gelbhaar,  Gefreiter  860.

Gelbke,  Vizefeldwebel  860.
Gelshorn,  Bezirksamtmann  J  513.
Gemuseus,  O.  647.

Géniaux,  M.  Charles  698.
Genschow,  Leutnant  561.

Gentz,  Unteroffizier  563.

Georg,  Oberleutnant  627,  628.

Georg,  Feldintendantursekretär  794.
Goet#  974.
Gohr,  Unteroffizier  883.

Geppert,  Stationsleiter  922.

Gerboin,  Bischof  462.

Gerding,  Generalkommissionszeichner
1190.

Gericke  u.  Hill  471.

Gerlich,  Oberleutnant  859.

Gerlich,  Leutnant  733.

Geromc,  Dr.,  Stabsarzt  431.

Gerr,  Proviantamtsassistent  1000.

Gerstmeyer,  Legationsrat  145,  330,
1234.

Gervais  155.

Gesch,  Oberveterinär  54,  562.

Geschwendt,  Sergeant  860.

Geyr  v.  Schweppenberg,  Frhr.,
Leutnant  859,  1039.

Giere,  Unteroffizier  563.

Gierow  864.

Giersch,  Gefreiter  564.

Giiesler,  Unterzahlmeister  562.

Gilbert,  Moses  471.

Gill,  Lehrerin  168.

Gillis,  Sanitätssergeant  566.
Gilmour,  Jak.,  Missionar  39.
Gilsoul,  Gerichtssekretär  566.
Gimbel,  Sekretär  104,  883.
Gimber,  Unteroffizier  332.
Ginsmann,  Bautechniker  1000.
Gippert,  Missionar,  Pater  502.
Girlach,  Wilh.,  471.

Gladau,  Zahlmeister  389.
Glaesmer,  Oberveterinär  506.
v.  Glasenapp,  Major  18.
Glaser,  Eisenbahnpraktikant  285.
Glaser,  Gesreiter  563.
Glatzel,  Sergeant  150,  613.

Glaubke,  Rich.,  Reiter  +  55.

Glauning,  Hauptmann  120,  150,
07.

1

Gläser,  Unteroffizier  563.
Gläser,  Gefreiter  860.
Gläser,  Reiter  564.

Gleim,  stellvertr.  Gouverneur  100.
428,  557,  608,  655,  656,  707.
Gleim,  Dr.,  Wirkl.  Legationsrat  883,

918.
Glemser,  kommiss.  Station  #assistent
91.

Glenz,  Gefreiter  563.
Glockmann,  Unteroffizier  563.
Glose,  Ernst  471.

Gnamm,  Gefreiter  563.

Gniß,  Bezirksamtssekretär  442,  1000.
Godtknecht,  Landwirt  658,  1086.
Goedelt,  C.,  Firma  255.
Goerke,  Leutnant  859.

Goesch,  Leutnant  54.

Goetz,  Oberleumant  561.

Goetz,  Adolf  187.

Goldgrebe,  Militär-Bausekretär  860.
Goldmann,  Frit,  Unteroffizier  55.

Goldschmidt,  Dr.  694

v.  der  Goltz-Königsberg,  General
906.

Gommel,  Ansiedler  820.

Gomo,  Unterossfizier  619.

Gomois  807.

Gomon,  Gefreiter  564.

Goralczyk,  Unteroffizier  563.

v.  Gosen,  Dr.  Oberarzt  390,  723.
Gossing,  W.

.  1193.

Gottwald,  Gesreiter  860.
Göbel,  Sanitätsunteroffizier  237.
Göbel,  Reiter  564,  1189.

Göhl,  Reiter  564.

Göhring,  Polizeimeister  883.
Göhring,  Missionar  577,  578.
Göhrs,  Sergeant  563.

Gölfert,  Unteroffizier  563.

Göring,  Haupitmann  564,  725.

Göring,  Leutnant  334,  795.

Göschen,  G.  J.,  Verlagsbuchhandlung
1172,  1236.

Götz,  Dr.,  Stabsarzt  198.

Götz,  Gefreiler  199.

Göhte,  Hauptmann  505.

Gradaus,  Gefreiter  563.

Gradinger,  Reiter  237.

Graeber,  Intendantursekretär  1001,
1187.

Graebner,  Dr.  42,  228.

Graf,  Stabsarzt  200.

Graf,  Herzogl.  Katasterlandmesser  795,
1000.
        <pb n="46" />
        Graf,  Unterzahlmeister  860.

Graf,  Sanitätsunteroffizier  563.

Graf,  Gefreiter  563,  1189.

Grafe,  Techniker  149,  442.

Gragert,  Hofrat  855.

Grahlmann,  Sergeant  563.

Gramatte,  Vizefeldwebel  862.

Grant,  Forscher  1005.

Grasböck,  Bureaugehilfe  657,  1039.

Grasse,  H.,  Plantagenbesitzer  818.

Graumann,  Unteroffizier  507.

v.  Grawert,  Hauptmann  237,  343,
344,  856,  1036.

Gräfe,  Kesselschmied  149.

Gräff,  Hauptmann  614.

Gräser,  Major  353.

Greca,  Unteroffizier  391.

Greif,  Dr,  Assistenzarzt  147.

Greif,  Gefreiter  564.

Greiff,  Dr.,  Oberarzt  859.

Greiner,  Otto  471.

Greiner,  Paul,  Plantagenbesitzer  816.

Greisert,  Dr.,  Oberarzt  2.

Greubel,  Unteroffizier  237.

Greve,  Apotheker  566.

Greven,  Gärtner  442,  883,  1190

Griese,  A.  1194.

Grieser,  Postschaffner  1195.

Griffiths  u.  Co.,  engl.  Firma  322,

1219,  1220.

Grigoleit,  Gefreiter  563.

Grobler,  Feldintendantursekretär  390.

von  der  Groeben,  Dr.,  Wirkl.  Legationsrat
  918.

Gros,  Julius,  Verlag  91.

Großardt,  Gefreiter  238.

v.  Groß,  Geh.  Regierungsrat  199.

Groß,  Regierungsrat  1190.

Groß,  Unteroffizier  563.

Groß,  Gefreiter  237.

Große,  Gefreiter  563.

Großherzog  von  Oldenburg,
Kgl.  Hoheit  1199.

Großhopf,  Dr.  1194.

Großklaus,  Unteroffizier  332.

Großmann,  Bureaugehilfe  883.

Grote,  Irmgard,  Freiin  1195.

Grotewold  421.

Grothnesmann,  Gefreiter  563.

Grothusen,  Dr.,  Stabsarzt  4,  507.
566.

Gröschel,  Missionar  146.

Grube,  Gefreiter  54.

Gruben,  RNeiter  564.

Gruber,  Gefreiker  237.

Grund,  Pionier  860.

Gruner,  Dr.,  Oberarzt  197.

Gruner,  Dr.,  Bezirksamtmann  245,
255,  793.

XIVI
Grunitzky,  Kaufmann  558.  P
Grunow,  G.,  150.  W
Grunwald,  Prof.  Dr.  1192.
Gruschinsky,  Gefreiter  563.

Gruschka,  Kantinier  1192.

Grünbauer,  Stationsassistent  1087.

Grucchwitz,  Gefreiter  564.

Grünbauer,  Forstgehilfe  884.
Grünberg,  Dr.,  Assistent  487.
Grünberg,  David  471.
Grüner,  Hauptmann  857.
Grützbach,  P.  471.
Grützmacher,  Hauptmann  283.

Gudat,  Kanzleidiener  145.

Guder,  Nobert  471.

Guder,  Rudolf  471.
Gudowius,  Leutnant  333,  505,  921,
1036.

Gudovius,  Oberleutnant  856.

Guckow,  Materialienverwalter  104.
Guillemain,  Dr.,  Geologe  658.

Gumbert,

kommiss.  Polizeimeister

390,  795.

Gundel,  Hauptmann  566,  857,  1036.

1

Günther,  Otto  471.

Gaüttler,  Unteroffizier  627.

Gunzert,  Regierungsrat  1190.
Guppy,  895.

Guse,  Lehrerin  1039.

Gust,  Oberveterinär  334.

Gut,  Gefreiter  563.

Gutbrod,  Missionar  502.
Gutzeit,  Oberleutnant  146.
Guyo,  Häuptling  455,  458.
Gühloff,  Gouvernementosekretär  514.
Gühne,  Dr.,  Stabsarzt  57,  723.
Günther,  Dr.  med.  334.
Günther,  Bautechniker  794.

Gürich,  G.  29.

H.
Haag,  Samtätssergeant  332.
Haag,  Gefrreiter  860.
Haake,  W.,  Pfarrer  1193.
Haas,  Lehrer  658,  1086.

Haas,  Reiter  237.

Haase,  Dr.,  Oberarzt  1191.
Haase,  Oberveterinär  200,  794.
Haase,  Jul.,  Gefreiter  4.
Haase,  Schlosser  200,  884.
Haase,  Geh.  Kanzleidiätar  504.

Haase  377,  378.

Haase,  F.  W.  1193.

Haase,  Expeditionsmeister  1209.

Haasenritter,  Steuermann  614.

Habenicht,  H.  135.  «

Habeney,Gouvernementöfektetår614.

Haber,  Geh.  Regierungsrat  51,  145,
508.

Haber,  Gefreiter  664.

Haberer,  Dr.  Professor  258,  619,
622,  623.

Habrich,  Zahlmeister  562.

Hackbarth,  Unteroffizier  356.

Hackbarth,  Sergeant  562.

Hackbarth,  Vizefeldwebel  1191.

Hackfeld,  Firma  376.

Hadler,  Bureaugehilfe  104,  442.

Haedicke,  Oberleutnant  859.

Haegele,  Major  1186.

Haegele,  Rittmeister  506.

Hoering,  Mcjor  862,  1086.

Haeseler,  Graf,  Feldmarschall  906.
Haeseler,  Dr.,  Oberarzt  506.
afermann,  cand.  theol.  1193.

Hagedorn  471.

Hagemann,  Unteroffizier  563.

Hagemeister  471.

v.  Hagen,  Hauptmann  734,  856,  857,
1092.

v.  dem  Hagen,  Hauptmann  921,
1191.

v.  dem  Hagen,  Hauptmann  1194.

v.  Hagen,  Leutnant  1037.

Hagen,  Sergeant  563.

Hagen,  Magazinausseher  1087.

Hager,  Kolonialeleve  4.

Hahl,  Dr.,  Kaiserl.  Gouverneur  502,
503,  525,  610,  709,  793,  796,  797.
881,  917,  981.

v.  Hahlden,  Hauptmann  1037.

Hahlweg,  Stabsarzt  611.

Hahlweg,  Assistenzarzt  239,  859.

Hahn,  Dr.  Professor  22,  27,  63,  70,

1

71.
Hahn,  Dr.  jur.  922.
Hahn,  Missionar  146.
Hahn,  Sanitätsunteroffizier  563.
v.  Hahnke,  Hauptmann  146.
Haier,  Reiter  860.
Haken,  Techniker  861,  1086.
v.  Halem,  Exportbuchhandlung  784.
van  Hall,  Dr.  Inspektor  418.
v.  Halle,  Admiralitätsrat  187.
v.  Halle,  Dr.  378.
Hallerberg,  Gefreiter  564.
Halske,  Leutnant  561.
Haltermann,  Reiter  564.
amann,  Reiter  564.
Hamiß,  Ombascha  507.
Hamm,  Wilh.  471.
Hammann,  Oberleutnant  54,  197,
561,  1187.
Hammer,  Kesseschmied  795.
Hancke,  Stabsveterinär  562.
Handl,  Dr.,  Stabsarzt  920,  1037,
1189.
Handl,  Dr.,  Oberarzt  258,  506.
        <pb n="47" />
        v.  Hanenfeldt,  Leutnant  d.  Res.  3,
388

Haniel,  Leutnant  57,  237,  611.
Hanke,  Missionar  647.

Hanke,  Gärtner  442,  1000.
Hanneke  1172.

Hannemann,  Odberarzt  858.
Hanschmann,  E.  1194.

Hans  Hendrik,  Häuptling  8.
Hansen,  Regierungsrat  63,  150.

1

Hansing,  L.  u.  O.,  Plantagenbesitzer

820.
Hansing  &amp;amp;  Co.,  Firma  1104.
Hansmann,  Oberveterinär  920.
O  1°.1  91  Ifsist  1
284,  795.
Hanusch,  Gelbgießer  565.
Hanusch,  Schlosser  1190.
v.  Harbou,  Thea  922.
v.  Hardenberg,  Graf,  Leutnant  3.
v.  Harder,  Oberleutnant  a.  D.  561.
Hardware  K  Cutlery,  Firma  778.
Haring,  Dr.,  Oberarzt  3.
Harmann,  Gesreiler  564.
Harms,  Sergeant  563.
Harms,  Sanitätssergeant  563.
Harms,  Eisendreher  442,  724.
Harnisch,  Regierungslandmesser  922.
Harrison,  Mr.  1229.
Harry,  Kaplan  471.
Hartge,  Unteroffizier  563.
Hartig,  Oberveterinär  1187.
Hartig,  Feldwebel  104.
Hartmann,  Dr.  629.
Hartmann,  G.  32.
Hartmann,  A.,  Bollamtsassistent  2.Kl.
54.—
Hartmann,  Unteroffizier  563.
Hartmann,  Sanitätsunteroffizier  861.
Hartmann,  Alb.,  Schlosser  285,  862.
Hartwig,  Unteroffizier  563.
Harward,  Reiter  564
Hase,  Dr.  med.  514
v.  Haselberg,  Dr.,  Oberarzt  150,722,
858.

v.  Haselberg,  Dr.,  Stabsarzt  1194.
Hasenritter,  Steuermann  239.
Hasler,  Gefreiter  564.

Haß,  Gefreiter  564.

Haßani  Kiboko,  Ombascha  507.
Hasse,  Ernst  229.

v.  Hassel,  Hauptmann  4.

Hassel,  Feldwebel  562.
Habelberg,  Sanitätsunteroffizier  285.
v.  Hassell,  Ulrich  422.

van  Hasselt,  Dr.  jur.  875.
Haßforth,  Feldwebel  562.
Haßler,  Vizefeldwebel  358.

Hauck,  Louis  471.

XIVII

v.  Hauenschild,

Haugg,  Sergeant  614,  882.

Haugg,  Unteroffizier  1039.

v.  Haugwitz,  Generalleutnant  1194.

Haun,  Kolonialeleve  149.

Haupt,  Dr.,  Assistenzarzt  3.

Haupt,  Oberleutnant  443,  611.

Hausig,  Militär-Oberbäcker  861.

Hausmann,  Oberleutnant  d.  L.  57.

Hausmann,  Obereeterinär  566.

Hausmann,  Reiter  564.

Haußer,  Gefreiter  563.

Hauter,  A.,  Wirtschaftsinspektor  523,
524.

Hauter,  Landwirt  784.
Hanuter,  A.  1105.

Hawich,  Oberveterinär  103.
Häberlin,  Dr.  647,  1124.
Hähle,  Leutnant  390,  561,  612.
Hälbich,  E.,  Wwe.  471.

Leutnant  239,  611.

Heinke,  Dr.,

Heinerici,  kommiss.  Bureauassistent
2.  Kl.  442.
Heinerici,  Büreauassistent  2.  Kl.  861.
Heinerici,  Buchhalter  1190.
Heinichen,  Konsistorialpräsid.  1193.
Heinicke,  Oberleutnant  1037,  1189.
Heinicke,  G.,  Verlag  543.
Legationsrat  503.

Heinke,  Unteroffizier  1039.

Heinlein,  Sergeant  860.
Heinrich,  Leutnant  612.

Heeinrich,  Oberfeuerwerker  562.
Heinrich,  Unterzahlmeister  56.
Heinrich,  Reiter  148.

Heinrich,  Tierarztgehilfe  724,  1000.

Heinrich,  Gärtner  1039.

Heinsius,  Oberleutnant  612.

Heeinsius,  Leutnant  795,  919.

Heintze  471.

Hälbig,  Hauptmann  612,  795,  918.

Hänisch,  Kaufmann  100.
Hänisch  471.
Hänse,  Gottfried  471.
Hänsgen  &amp;amp;  Baumgarten  471.
Härle,  Dr.  20,  41.

1390,  561,  612
Häuser  a3  1000.
Häußermann,  Gefreiter  148.
Heathcote,
Hebi  807.

Hebrank,  Intendantursekretär  859.

Hechle  &amp;amp;  Zschommler,  Plantagenbesitzer
  814.

Heck,  Dr.,  Prof.  1171.

Heckenlauer,  Dr.,  Kgl.  Bayerischer
Stabsarzt  197,  560.

Heckmann,  Reiter  332.

Hedde,  Plantagenbesitzer  814.

Heeger,  Gerichtsaktuar  883.

Heeger,  kommiss.  Sekretär  1087.
Heer,  Emmy  1194.

Hegner,  Missionar  emer.  53.

v.  der  Heiden,  Reiter  564.
Heider,  Pastor  306.

Heider,  Unteroffizier  563.
Heilborn,  Dr.  A.  42.
Heilmann,  Feldwebel  236,  1190.
Heim,  Dr.,  Oberarzt  147.

Heeim,  Dr.,  Landrichter  389.

Heimann,

Gefreiter  564.

Heimburger,  Reiter  860.

Hein,  Sanitätsunteroffizier  861.

Heindel,  Feldwebel  334.

Heindl,  Feldwebel  507.

Heine,  Dr.,  Intendanturassessor  858.

Heinecke,  Unteroffizier  332.

Heinemann,  Oberleutnant  zur  See
1130,  1176,  1239.

Heinz,  Sergeant  563.
Heinz,  Unteroffizier  563.
Heinze,  Hofrat  918.

Heinze,  Sergeant  148.

Heinzel,  Sanitätsunteroffizier  563.
Heinzelmann,  Steuerwächter  795,
2,  .

Heisinger,  Gefreiter  564.

Heitzmann,  Zahlmeister  562.
Heizmann,  Unteroffizier  148.

Händler  805,  808,  809

Helbeck,  Paul  228.

Held,  Reiter  54.

Heldmaier,  Sanitätssergeant  563.

Hellbach,  Reiter  564.

v.  der  Hellen,  Dr.  med.,  Regierungsarzt
  390,  566.

Heller,  Zolldireklor  104,  389,  442.

Hellfrisch,  Maschinenschlosser  104,
333.

Hellgrewe,  Rud.  1126.
Hellmann,  Oscar  911.=Hellriegel,

  Bizefeldwebel  562.

Stabsarzt  1191.
Gouvernemenstssekre-Hellwig,

  Dr.,
Hemmerling,
tär  149.

Hempel,  Gefreiter  564,  1085.
Hemprich,  Gefreiter  564.
Henckert,  G.  471.

Henderkott,  Landmesser  1190.
Hendrik,  Kapitän  354,  357.
Hendrik  April  7F  354,  355.
Henkel,  Gefreiter  860.
Henkelmann,  Wachtmeister  562.
Henkert,  Kaufmann  100.
Henneke,  Werkmeister  390.
Hennemann,  Unteroffizier  507.
Hennemann,  Reiter  860.
Hennig,  P.,  Missionsdirektor  543.
Hennig,  Dr.  323.

Hennig,  Unterofsizier  237,  563.
        <pb n="48" />
        Hennrich,  Joseph,  Forstaufseher  56.

Hense,  Sergeant  1191.

Hentschel,  Dr.,  Oberapotheker  860,
882

Hentschel,  Landmesser  200,  390.
Hentschel,  Georg,  Gefreiter  284.
Hentschel,  Gefreiter  860.
Heppner,  Neiter  1  284.

Herbot,  Rudolf  471.

Herbsleb,  pens.  Feldwebel  3.
Herbst,  Diakon  1124.

Herbst.  Wachtmeister  286.

Herbst,  Sergeant  1038.

Herbst,  Sanitätsgefreiter  564.
Herbst,  Schlosser  884.

Herbst  &amp;amp;  Rüger  471.

Heres,  Oberleutnant  283.
Hermann,  Farmer  F  377.
Hermann,  378.

Hermann,  Unteroffizier  507.
Hermanni,  Direktor  1193.
Hermans,  Gerichtsassessor  921.
Hernsheim  &amp;amp;  Co.,  Firma  516,  517,

1060.
Herold,  Gefreiter  860.
Herold,  Bernhard  1183.
Herrmann,  C.,  Plantagenbesitzer  816.
Herrmann,  Oberleutnant  1193.
Hermann,  Sanitätssergeant  563.
Herrmann,  Katasterhilfsarbeiter  150.
Herrmann  &amp;amp;  Co.,  Firma  414.
Herrmann  4171.
Hertle,  Direktor  525.
Herz,  Sergeant  1191.
Herzog,  Polizeimeister  352,  391.  395,
566.

Herzog,  Gefreiter  563.
Herzog,  Maschinist  333.
Hesse,  Dr.  157.

Hesse,  Obervetlerinär  5,  198.
Hesselmann,  Georg,  J.,  471.

v.  der  Heydt  &amp;amp;  Co.,  Bankhaus  382,
426,  491,  547,  604,  652,  657,  703,
788,  831,  880,  915,  978,  1032,

XIVIII

1080,  1131,  1177,  1241.
Heye,  Major  1039,  1189.
Heye,  Hauptmann  103,  560,  919.
Heyer,  kommiss.  Polizeimeister  514.
Heyer,  Polizeimeister  922.
Heyer,  Bureauassistent  1.  Kl.  1039.
Heyer,  Sergeant  der  Seewehr  562.
Heymann,  Verlag  1075.
veynemeannn  Polizeimeister  334,  391.
394,
Heyse,  1.  906.
Hiemann,  Gefreiter  860.
Hierl,  Plantagenbesitzer  816.
Hierl,  Maurer  334,  1039.
Hildebrandt,  Oberleutnant  1037.
Hildebrandt,  Gefreiter  564.
Hilken,  Oberleutnant  723,  1036.
Hille,  Proviantamtsassistent  390.

Hiller,  Landmesser  921.

Hilzebecher,
1039.

Hindenburg,  Gefreiter  860.
Hindors,  Dr.  525.

Hinrichs,  Magazinaufseher  565.

Hinrichsen,  Kaufmann  '  351,  352,

391,  392,  393.
Hinsch,  Hauptmann  564.
Hintrager,  Dr.,

282,  386,  429,  921,  1039.
Hintze,  Dr.,  Prof.  487

Hintze,  Geh.  Sekretariatsassistent  504.

Hintze,  Unterzahlmeister  562.

Hintze,  Maschinenschlosser  1087.

Heß,  kommiss.  Gouvernementssekretär  -

614,  883,  1039.
Heßler,  Oberarzt  1087.
Hester,  Sekretär  1227.
Hettinger,  Reiter  332.
Heuck,  Major  1036.
Heuck,  Hauptmann  560,  725,  919.
v.  Heusch,  Rittmeister  a.  D.  1195.
v.  d.  Heyde,  Major,  2.
Heyde,  Gefreiter  563.
v.  Heydebrandt  u.  der
Hauptmann  z.  D.  1193.
v.  Heydebreck,  Major  723.
v.  Heydebreck,  Hauptmann  612.
v.  Heyden,  Leutnant  7  732.
von  der  Heyden,  Diakon  1124.
Heyden,  Apotheker  1192.

Lasa,

Hintze,  Gustav  1193.
v.  Hirsch,  Hauptmann  1086.
v.  Hirschfeld,  Oberleutnant  919.

v.  Hirschfeld,  Leutnant  54,  390,  506.

Hirt  &amp;amp;  Sohn,  Verlag  1126.

Hirtler,  Hauptmann  566,  1037,  1189,

1190.
Hirtler,  Oberleutnant  148.
Hochtritt  471
Hoene,  Lehrer  1193.
Hoenicke,  Feldwebel  614,  1190.
Hoeppner,  Sergeant  563,  1188.

Hooerauf,  Oberveterinär  334.

Hoffmann,  Dr.,  Regierungsarzt  76.

Hoewert,  Sergeant  563.
Hofer,  Rechtsanwalt  1192.
Hoff,  Sanitätssergeant  861,  1190.

v.  Hoffmann,  Dr.  421.

l

Hoffmann,  Leutnant  1036.
Hoffmann,  Polizeimeister  199.

Bureauassistent  1.  Kl.

Regierungsrat  280,

Hoffmann,  Sergeant  663.
Hoffmann,  Bautechniker  56,  285.
Hoffmann,  Landmesser  884.
Hoffmann,  Kesselschmied  333,  566.
Hoffmann,  Gärtner  514.
Hoffmann,  Reiter  564.

Hoffmeyer,  Sergeant  563.
Hofft  &amp;amp;  Stauffer,  Plantagenbesitzer,

Hoffmann,  Bergwerksdirektor  1193.
Hoffmann,  Zahlmeister  239,794,  859.

Hoffmann,  Sanitätsunteroffizier  861.

Hofmann,  Unteroffizier,  237,  507,  883.
Hofmann,  Gefreiter  860.
Hohenlohe  =  Langenburg,
1195.
Hohl,  Gefreiter  148.
Holländer,  Oberleutnant  1037.
Hollandt,  Tierarzt,  Dr.  1000.
Holleufer,  Pastor  1193.
Hollrung,  Dr.,  Lektor  693.
Hollstein,  Maschinist  1000.
Holstein,  Zimmermann  56.
Holstein,  Techniker  566.
Holstein,  Richard  725.
Holtz,  Oberleutnant  612,  724,  857,
919.
Holzhauer,  Kontreadmiral  z.  D.  1126
Holzhauer,  Ernst  1192.
Holzhausen,  Sergeant  237,  614.
Holzhüter,  Sergeant  (Trompeter  563.
Holzmann  u.  Co.,  Firma  297,  580,
925.

Fürst

Hommelsheim,  Dr.,  Sanitätsrat  105.

Honig,  Sanitätssergeant  563.

Hopp,  Feuerwerker  1039.

Hoppe,  Reichsbankassistent  1087.

Hoppe,  Unteroffizier  563.

Hoppe,  Gefreiter  860.

Horn,  Hauptmann  2.

Horn,  Gefreiter  237.

Horn,  Reiter  1085.

Hornberger,  Missionar  1124.

Hornberger,  Kesselschmied  150,  513
921.

v.  Hornhardt,  Hauptmann  146,  238.

Hornke,  Polizeimeister  104.

Horstig,  Bureaugehilfe  1000,  1190.

Hosemann,  Leutnant  612.

Hossens,  Dr.  1219.

Howaldt,  A.  Ferdinand  471.

Howey,  Gefreiter  563.

Hoyer,  Paul  1194.

Höger,  Reiter  564,  1189.

Höhe,  Gefreiter  563.

Höhne,  Feldwebel  883,  1190.

Hölbing,  Gefreiter  563.

Höpfner,  Dr.  jur.  1028.

Hörner,  kommiss.  Zollamtsvorsteher
443.

Hörning,  Reiter  #  198.
Hörth,  Finanzassistent  883.
        <pb n="49" />
        Hörth,  kommiss.  Sekretär  614.

Hösel,  Reiter  564.

Hösemann,  Staboarzt  564,  610.

Huber,  Aufseher  657.

Huber,  Gefreiter  860.

Hubrich,  J.  C.  471.

Huck,  Reiter  860.

Hucke,  Sergeant  563.

Hudemann,  Oberleutnant  336,  337,
338,  340,  341,  343,  344,  507.

Hudet,  Unteroffizier  ##  565.

Hugk,  Unterzahlmeister  285.

Huhn,  Zimmermann  1087.

Hummel,  Dr.,  Oberstabsarzt  a.  D.
858

Hummel,  Dr.,  Stabsarzt  102.

Hummel  725.

v.  Hundelshausen,  Leutnant  614,
919

Hundt,  Kaufmann  558.

Hunger,  Oberleutnant  857.
Hunziger,  Sanitätsunteroffizier  882.
Hupel,  Sergeant  563.

Hurwit,  Martin  471.

Hutton,  Dr.  40.

Hübner,  Direktor  1136,  1137.
Hübner,  Geh.  Kanzleidiätar  504.
Hübner,  Kesselschmied  200,  884.
Hübner  &amp;amp;  Co.  471.

Hülff,  Gefreiter  564.

Hülsmann  471.

Hüttenhein,  Max  1192.

Hüttig,  Unteroffizier  563.

Hüttig,  Unterzahlmeister  614,  1190

Iben,  H.  471.  N
Ibrahim  bin  Ali,  Askari  507.
Ibrahim,  Sudanese  1209.
Iden,  Steuermann  442.
Idongo,  Hauptling  626.
Idris  Achmet,  Ombascha  507.
Iffland,  Oberleutnant  1194.
Janse,  Proviantamtsassistent  567,859.
Igney,  Feld-Lazaretrendant  860,
1187.

Ihling,  Felvwebel  562.
Ilebandum,  Häuptling  886.
Illich,  Pächter  814.
Ilse,  Unteroffizier  563.
Indlekofer,  Reiter  332.
Intra-Henrion,  Pachter  105.
Irschlinger,  Ad.  471.
Isaac  Witboi  8.

seke,  Dr.,  Dioisionspfarrer  #  104,

285

Ismer,  Leutnant  1000.

Ismer.  Frau  1194.

Stchikawa,  Dr.,  Lehrer  974.
witzki,  Oberveterinär  150,  559.

 

XLIX

J.  (l)
Jabs,  Proviantbeamter  150.
Jacob,  Leutnant  1037,  1087.
Jacob,  Dr.,  Assessor  104,  285.
Jacobi,  Zollamtsassistent  56.

Jacobs,  Dr.,  Feldintendanturrat  559.  4
Johannes  Christian,  Häuptling  8.

Jacobs.  Katasterhilfsarbeiter  862.
Jacobs,  Maschinenbauer  239.
Jacobs,  Maschinenschlosser  566.
Jacobs,  Unteroffizier  der  Landwehr
Jacobsen,  Oberveterinär  600.
Jacobson,  Oberveterinär  559.

Jacobson,  Zimmermann  514,  1087
Jonen,

Jacobson,  Edw.  875.

Jacubowski,  Leumant  283.

Jaeckel,  W.,  Plantagenbesitzer  814.

Oberarzt  725,  858,
de  Jong  471.

Jaeger,  Dr.,
1037,  1087.
Jaeger,  Leutnant  1087.
Jaeger,  Babbesitzer  615.
Jaeger,  Gefreiter  860.
Jaenisch,  Lokomotioheizer  200.

Jaeschke,  Marie  286.

Jaffé,t  Dr.  890,  891.
Jahn,  Forstaufseher  614.

Jahn,  Ansiedler  820.
Jahns,  Unterzahlmeister  199.
Jakob,  K.  471.

Jakobeit,  Gefreiter  564.

Jakobi,  N.,  Plantagenbesitzer  816.
Jamadar  bin  Derwisch,  Wali  102.
James,  Christopher  34.

Jameson,  Dr.  1003.

Janisch,  Gefreiter  237.

Janke,  Landgerichtsrat  1192.
Janson,  Polizeimeister  1087.
Janssen,  Kaufmann  864,  865.
Janßen,  Gefreiter  563.

Jaschke,  Reiter  564.

Jastrow,  Dr.,  Professor  1236.
Jastrzemski,  Reiter  564.
Jauch,  Rudolf  471.

Jäger-Lehsen,  Rittergutsbes.  1194.

Jäger,  Dr.  121.
Jäger,  Gefreiter  332.
Jähns,  Hildegard  5.
Jeanrond,  Gefreiter  860.

Jeary,  F.  D.  471.

Jebsen,  M.  873.

Jednitzki  471.

Jelinda  393.

Jenischewski,  Sanitätsunteroffizier

507.
Jens,  S.  1194.
Jensen,  Unteroffizier  658.
Jeuloch,  Polizeisoldat  f  570.
Joachim  Albrecht,  Prinz  von
Preußen,  Moajor  856,  1187.

Jochmann,  Leutnant  561,  730.

Joedicke,  Karl  471.
6  Johann  Albrecht,

Herzog  zu
Mecklenburg  245,  255,  1195.

Johannes,  Major  335,  559.

Johannssen,  Missionar  1124.

John,  Feuerwerksoberleutnant  1001.

Joia,  Oberhäupiling  102.

Joja,  Bamum-Häuptling  258,  259,

458,  577,  578.

Jommy  807.

Jonas,  Dr.,  Prof.,  Königl.  Gymnasialdirektor
  390.

MagazinbeamtenStellvertreter

  861.

Jones,  Kapitän  909.

Jones,  Vorsitzender  594.

Jongullo,  Häuptling  7  394.

Jordan,  Unteroffizier  563.
Jorde,  Sanitätsunteroffizier  563.

Jorns,  Dr.,  Oberarzt  3.
Jorns,  Kriegsgerichtsrat  858.

Jowy,  Gefreiter  563.

Joyce  Brothers,  Firma  1114.
Jördens,  Hauptmann  882.
Jördens,  Oberleulnant  504.
Judkowzak,  Unteroffizier  860.

Judt,  Missionar  emer.  53.
Jünemann,  Lehrer  199.

Jung,  Unteroffizier  860.

Jung,  Reiter  860.

Jungfer,  Hilfsförster  104,  389.
Junior,  Wilh.,  Gefreiter  F  332.
Junker,  Finanzinspektor  1028.
Junkerreit  471.

Juraszek,  Sergeant  860.
Jüttemann,  Vizefeldwebel  562.
Jüttner,  Rud,  Schlosser  1087.

K.

Kabath,  Unteroffizier  563.

Kaboth,  Zahlmeister  239.
Kaden,  Kesselschmied  390.

Kadur,  Sergeant  563.

Kaempfer,  Dr.  669.
v.  Kageneck,  Graf,
564,  857.

Kahl,  Schlosser  150.
Kahl,  H.  472.
Kaiser,  Forschungsreisender  157.
Kaiser,  Unteroffizier  332,  563.
Kaiser,  Bauassistent  861,  1186.

Oberleutnant

Kaiser,  Franz  472.

Kakelday,  Regierungspraktikant  1039.
Kalau  vom  Hofe,  Leutnant  561.
v.  Kalckreuth,  Leutnant  54,  388.

Kalk,  Gefreiter  564.
        <pb n="50" />
        Kalkmann  502.

Kallenbach,  Reiter  332.

v.  Kamecke,  Bizefeldwebel  357.

v.  Kameke,  Leutnant  der  Reserve
236,  561.

Kammerer,  Landwirt  883.

Kammerlehner,  Reiter  564.

Kammert,  Unteroffizier  563.

Kamp,  Gefreiter  860.

v.  Kamptz,  Major  353,  354,  355,
357,  358,  359,  1212,  1214.

Kappe  u.  Deubler  472.

Kappelhoff,  Max  Albert  472.

Kaputi,  Näuber  725.

Karas  Henot,  Bukaweib  7  804,  805.

Karg,  Friedr.,  Sanitätsgefreiter  ##  332.

Karioth,  Unterzahlmeister  1135,  1191.

Karnapky,  Leutnant  333,  387,  1036.

Karsten,  Dr.  91.

Karthäuser,  Unteroffizier  563.

Karunde,  Askari  507.

Kaschel,  Schlosser  285,  862.

Kaschny,  Reiter  860.

Kasper,  Gefreiter  564.

Kastl,  Lud.,  Regierungspraktikant  884.

Kastner,  Techniker  922.

Kata  mii,  Ombascha  507.

v.  Kathen,  Leutnant  561.

Kattner,  kommiss.  Hauptzollamtsvorsteher
  861.

Katzer,  Landwirt  883.

Kausfholz,  Georg  472.

Kauffmann,  Dr.  1193.

Kaufmann,  Hans,  Leutnant
795,  859.

Kaufmann,  Lukas,  Leutnant  614,
1036.

Kaufmann  u.  Bentheim  472.

Kaulbach,  Hauptmann  1195.

Kaulhausen,  Kapitänleutnant  787,
830

566.

Kaumann,  Kgl.  Sächsischer  Kriegsgerichtsrat
  102,  560.

Kaysel,  Dr.  jur.  188.

Kayser,  Landmesser  442,  724.

Kämpfe,  Lehrer  1194.

Käuffer,  L.,  Hauptmannswitwe  1192.

Keck,  Feldbäcker  861.

Kehm,  Unterzahlmeister  566.

Keil,  Leutnant  4,  197,  333,  612.

Keller,  Missionar  163.

Kellner,  Leutnant  334.

Kelnhofer,  Feldwebel  562.

Kemedy,  Bure,  Kriegsfreiwilliger  564.

Kempe,  Leutnant  561.
Kemter,
922.
Kenneke,  Sanitätsfeldwebel  562.
Keppler,  Generalmajor  1194.

Intendanturregistrator  859,

 

L

Keppler,  Gefreiter  1188.

Kerbe,  Unteroffizier  3,  56,  1189.

Kern,  kommiss.  Sekretär  657,  1039.

Kersting,  Dr.,  Bezirksamtmann  56,
255,  793,  1125.

Kersting,  Unteroffizier  563.

Kersting,  Gefreiter  563.

Kessinger,  Kassenassistent  239,  566.

Keßler,  Vizewachtmeister  563.

Ketterer,  Jos.,  Reiter  f  4.

Keudel,  Bezirksamtmann  145.

Kickelhayn,  Moritz  5.

Kickton,  Unterarzt  8.

Kickton,  Assistenzarzt  859.

Kieckebusch,  Leutnant  859.

Kieckhäfer,
1191.

Kiefmann,  Sanitätsunteroffizier  563.

Kiefner,  Gefreiter  563.

Kielhorn,  Unteroffizier  563,  1189.

Kielich.  Gouvernementssekrelär  104,
657,  1000.

Kiene,  WMilh.,  Wachtmeister  i  238.

Kiene,  kommiss.  Sekretär  442,  1136.

Kiene  472.

Kienow,  Eduard,
assistent  859,  1191.

Kiep,  Feldwebel  562.

Kiesewalter,  Vizefeldwebel  237.

Proviantamts-Kießling,

  Proviantamtsassistent  566,

Kirschstein,  Dr.,

1037.
Kill,  Wegemeister  57,  615.
Kindel,  Sergeant  563.
Kindler,  Sanitlätsgefreiter  564.
Kindt,  Ludwig  694.
Kindt,  R.  472.
King  u.  Dreyer  472.
Kinley,  Mc.  114,  138.
Kintscher,  Sergeant  562.
Kipling,  Nudyard  115.
Kippling,  Dichter  61.
Kirch,  Oberleutnant  395,  619,  623,
921,  1037.
Kirch,  Unteroffizier  563.
Kirch,  Reiter  237.
Kirchheim,  Leutnant  358.
Kirchhof,  Bezirksrichter  794.
Kirchhoff,  Professor  69.
Kirchhoff,  Voheinspeltor  1039.
Kirchhoff.  D
Kirchner,  icec  trselrear  922.
Kirchner,  Gefreiter  563.
Kirn,  Gärtner  1136.
Kirsch,  Bureaudiätar  504.
Kirsch,  Unteroffizier  563.
Geologe  1137.
Kirst  472.
Kirstein,  Karl,  Proviantamtsassistent
284,  922

Feldintendantursekretär

1

Kisa,  Dr.  1236.

Kissel,  Reiter  564.

Kitchener  Pascha  1003.

Kittel,  Oberapotheker  562.
Kladeck,  Unteroffizier  566.

Klages,  Unteroffizier  332.
Klammt,  Regierungöbaumeister  442.
Klamt,  Unteroffizier  563.
Klarzinski,  Gefreiter  564.

Klau,  Gefreiter  563.

Klausa,  Leutnant  561,  856.

Klawitter,  Schießer  861.

Klähn,  Gefreiter  860.
Klebert,

Lazarettgehi#lfe  795.

Kleeberg,  Leutnant  390,  561,  883,
919.

Kleemann,  Leutnant  105,  561,  611.

Klein,  Hafenmeister  333,  566.
Klein,  Unteroffizier  563.
Klein,  Reiter  800.

Klein,  Heinrich  472.

Kleine,  Dr.,  Kammergerichtsrat  918.

Kleinrath,  Rechtsanwalt  390.

Kleintitschen,  Pater  270,  697.

v.  Kleist,  General  1195.

v.  Kleist,  Hauptmann  5,  335,  338,
339,  344,  346,  723.

v.  Kleist,  Oberleutnant  146,  388,  1187.

v.  Kleist  (Detlef),  Oberleutnant  443.

Klenk,  Unterzahlmeister  860.

Klesper,  Gefreiter  7  508.

Klesse,  Waffenmeisler  562.

Klewitz,  Feld-Intendanturrat  858.
v.  Klewitz,  Leutnant  856.
Klinger,  Unteroffizier  148.
Klinger,  Grenzaufseher  333.
Klinghardt,  Oberleulnant  102.
Klinghardt,  G.  472.
Klinghardt,  Rud.  1105.
Klingler,  Kaufmann  558.
Klinkenberg,  Dr.  105.
Klinkert,  Zahlmeister  237,  611,  1190.
Klippel,  Feldbäcker  861.

v.  Klitzing,  Hauptmann  560.
Klitzke,  Schlosser  390,  1039.

Kloeckner,  Sanitätsgefreiter  564.

Kloke,  Lokomotivheizer  285,  724.
Klose  II.,  Gefreiter  861.
Klose,  Reiter  564.

Kloß,  Lokomotivheizer  285.
Klostermann,  Hauptmann  146.
Kloth,  Dr.  105.

Kloy,  Zahlmeister  566.
Kluckow,  Zimmerpolier  334.
Klug,  Dr.,  Gerichtsassessor  922.
Klug,  Elektrotechniker  513,  861.
Klunter,  Gefreiter  563.
Klupsch,  Unteroffizier  563.

v.  Klüber,  Hauptmann  283.
        <pb n="51" />
        v.  Klüber,  Rittmeister  331.

Kmelisch,  Feldwebel  562.

Knaak,  Sanitätsunteroffizier
1086.

Knabenschuh,  Sekretär  794.

Knake,  Negierungsrat  658.

Knapke,  Gerichtsaktuar  1039.

Knaths,  Leutnant  567,  919.

Knäble,  Schlosser  514.

Knetsch,  techn.  Eisenbahn-Bureau--diätar
  862.

Kniepändel,  Zahlmeister  334,  562,
1188.

Knitter,  Kriegsgerichtssekretär  103.

v.  Knobelsdorff,  Leutnant  356,
357,  358,  857.

Knoblauch,  Alma  57,  795.

Knobloch,  Gefreiter  860.

Knochendöppel,  Oberveterinär  725.

Knodel,  Kesselschmied  200,  884.

Knoff,  Unteroffizier  563,  1039.

Knoke,  Schlosser  285,  862.

v.  Knorr,  Admiral  906.

Knorr,  Sergeant  563.

Knöpke,  Gefreiter  563.

Kobert,  Unterossizier  563.

Koch,  Prof.  Dr.,  Geheimrat  290,  292,
294,  1009.

Koch,  Leutnant  104,  722.

Koch,  Leutnant  1194.

Koch,  Feldwebel  562.

Koch,  Vizefeldwebel  860.

Koch,  Unteroffizier  614,  1039.

Koch  I,  Gefreiter  332.

Koch  III,  Gesreiter  564.

Koch,  Zollaufseher  566,  922.

Koch,  Paul,  Schmied  285,  862.

Koch,  A.  472.

Koch,  Otto  Franz  1011.

Koeppel,  Hauptmann  1193.

Koeppen,  Oberarzt  3,  858.

Koeppen,  Dr.,  Chemiker  825.

Koeppen,  Dr.  Alb.  #.  1038.

K  bernicke,  Dr.,  Privatdozent  678.

Koert,  Dr.,  Bezirksgeologe  56,  458.

Koester,  Zahnarzt  562.

Kohan,  Eingeborener  806.

Kohler,  Prof,,  Dr.  jar.  1125.

Kohnen  u.  Schenke  472.

Kolbe,  Oberst  a.  D.  600,  784.

Kolbe  u.  Biehl,  Firma  1009.

Kolbig,  Feld-Intendantursekretär  390.

Kollaß,  Unteroffizier  503.

Kolscher,  Polizeimeister  #  1086.

Kolzing,  H.  472.  1

Kombos,  N.,  Plantagenbesitzer  816.

Konetki,  Gesreiter  564.

Koppel,  Direktor  101.

Koppel,  Akiengesellschaft  469.  "„

563,

v.  Kornatzky,  Leutnant  505.
Kornmajer,  kommiss.  Bezirksrichter

v.  Koppy,  Hauptmann  353,  354,  505.

01.
Korsch,  Reiter  564.

Korst,  Sanitätsunteroffizier  237.
Kosack,  Oberarzt  506.

Koschel,  Gefreiter  860.

Koska  1193.

Koslowski,  Gefreiler  860.

Kosney,  Leulnant  d.  Res.  1192.

Kostizewa,  Bodenmeister  150.

Kottbus,  gepr.  Lokomotivheizer  104,
514.

Kottmann,  Lehrer  öb.
Kottmann,  Bureaugehilfe  1086.
Kottus,  Lokomotivführer  J  922.
Kotzyba,  Gefreiler  563.
Kowala,  Oberleutnant  388.
Köbner,  Dr.,  Professor  1234.
Köckritz,  Unteroffizier  563.
Köfer,  Unteroffizier  563.
Köhler,  Oberleutnant  562.
Köhler,  Dr.,  Oberarzt  795,  1187.
Köhler,  Feldwebel  562.
Köhler,  Bruno,  Gefreiter  563.
Köhler,  Franz,  Gefreiter  563.
Köhler,  Pionier  860.
Költssch,  kommiss.  Polizeiwachtmeister
657,  1000.
v.  König,  Geh.  Legationsrat  1125.
König.  Unteroffizier  563.

König,  Gefreiter  563.

König,  Ingenieur  543.

König,  Militär-Bausekretär  860.

König,  Fried.,  Lokomotivführer  228,
862,  1039.

König,  gepr.  Lokomotivheizer  795.

König,  Streckenwärter  614.

Königs,  Leutnant  391,  393.

1186.
Körnich,  Vizewachtmeister  332.
Körting,  Reiter  564.
Köstens,  H.  472.
Köster,  Major  beim  Stabe  1194.
Köster,  Vermessungstechniker  614,
1039
Köster,  Sergeant  1191.
Köstlin,  Emil,  Plantagenbesitzer  818.
Köstlin,  Feldintendanturrat  858.
Kötting,  C.  472.
Kraatz,  Polizeisergeant  104.
Kraatz,  Fischermeister  1192.
Kraat,  O.  472.
Krabbel,  Dr.,  Geh.  Sanitätsrat  105.
Krabbenhöft,  F.  W.  472.
v.  Kracht,  Leutnant  859.
Krack,  Oberveterinär  285,  920.

Krafft,  Regierungs-Bureaudiätar  614,
922

Krafft,  Gutsbesitzer  1122.

Kraft,  Feldmagazinaufseher  1085.
Krahigi,  Sultan  1204.

Krahl,  Plantagenbesitzer  814.
Krakies,  Vizefeldwebel  562.

Kramer,  Leutnant  236,  505.
Kramer,  Sergeant  1039.

Kramer,  Unteroffizier  391,  566,  657.
Kramer,  Gefreiter  563.

Krammig,  Sanitätssergeant  861.

Kraus,  Unteroffizier  237.

Krausch,  Reiter  564.

Krause,  Privatdozent,  Dr.  323.

Krause,  Lutnant  der  Reserve  561.

Krause,  Zahlmeisteraspirant  291.

Krause,  Sergeant  332.

Krause,  Unteroffizier  921.

Krause,  Sanitätsunteroffizier  563.

Krause,  Gefreiter  563.

Krause,  Ollo,  Werkmeisterdiätar  104.

Krause,  Gefreiter.  Militärbäcker  564.

Krause,  Reiter  860.

Krause,  G.  A.  973.

Krause,  Zollassistent  1190.

Krausmann,  Gefreiter  564.

Krauß,  Gefreiter  564.

Krauß  235,  282.

Kraut,  Hauptmann  5605.

Krauth,  Unteroffizier  1189.

Krawieß,  Dr.,  Stabsarzt  856.

Krämer,  Prof.  Dr.,  Marine-Oberstabsarzt
  796.

Krämer,  Sergeant  657.

Krämer,  Unteroffizier  352,  391.

Krämer  u.  Lorang  472.

Kräuter,  Kassenvorstand  883.

Kräutle,  Oberseuerwerker  104,  883.

Krebs,  Dr.,  Stabsarzt  147
v.  Königsmarck,  Graf,  Rittmeister

Krehe,  Sergeant  663.

Krella,  Feldwebel  507,  921.

Krella,  Vizefeldwebel  342,  345.

Kressin,  Geh.  Kanzleidiätar  504.

Kretschmann,  Richard  472.

Kretschmar,  Gefreiter  563.

Kreutzer,  Gefreiter  860.

Kreutzmann,  Gefreiter  860.

Kriebel,  Gefreiter  563.

v.  Krieg,  Oberleutnant  239,  794,  856.

Kriegel,  Gefreiter  563.

Kriegesmann,  2.,  Plantagenbesitzer
814.

Krienke,  Maschinist  239,  566.

Krienke,  Gefreiter  564.

v.  Kries,  Generalleutnant  z.  D.  1195.

Krieß,  Hugo  472.

Krische,  Dr.  599.

Kritz,  Karl  472.
        <pb n="52" />
        Kroeber,  Ingenieur  101.
Kroeger,  Feldwebel  627.
v.  Krogh,  Hauptmann  334,  389,  883.
Kronenberger,  Reiter  564.
Kropp,  Reiter  564.
v.  Krosigk,  stellvertr.  Bezirksleiter
145,  566.
v.  Krosigk,  Bezirksamtmann  624,  625.
Kroussos,  D.,  Plantagenbesitzer  818.
Kröger,  Feldwebel  390.
Kröber,  Unteroffizier  614,  1039.
Kröhne,  Kupferschmied  390.
Krönig,  Dr.,  Stabsarzt  612,  858.
Kröning,  Ernst,  Vautechniker  56.
Krueger,  Oberleutnant  561.
Krueger,  Leutnant  d.  Res.  198,  561.
Krueger,  Dr.,  Regierungsarzt  361.
Krug,  Gefreiter  237.
Krumbholz,  Dr.,  Oberstabsarzt  1193.
Krumm,  Lehrer  861.
Krumpöck,  Kurt,  Gefreiter  ##  4.
Krumsieg,  Militär-Bausekretär  3,  794.
Kruppa,  A.,  Missionar  168.
Krutschinsli,  Sanitätsunteroffizier
31

861.
Krüger,  Hans,  Oberleutnant  150,
332,  722.
Krüger,  Kurt,  Oberleutnant  1000.
Krüger,  Karl,  Leutnant  239,  722.
Krüger,  Polizeimeister  805,  808.
Krüger,  Legationskassenassistent  504.
Krüger,  Depotverwalter  614,  1191.
Krüger  II,  Unteroffizier  563.
Krüger,  Gefreiter  860.
Krüger,  Sanitätssoldat  564,  1086.
Krüger,  Johannes  34.
Krüger,  Carl,  cand.  ing.  1193.
Krzywicki,  Unterzahlmeister  860,1135
Kubary  288.
Kubitzeck,  Sanitätssergeant  861.
Kucharski,  Unteroffizier  563.
Kuchenbäcker,  Sergeant  563.
Kuchler,  Ad.,  Schlosser  285,  795.
Kuder,  Feldwebel  332.
Kudicke,  Dr.,  Oberarzt  610.
Kugland,  Sergeant  563.
Kugland,  VBizefeldwebel  1191.
Kuhl,  Oberstleutnant  21.
Kuhlicke,  Intendanturrat  1000.
Kuhlicke,  Intendanturassessor  858.
Kuhn,  Oberleutnant  919.
Kuhn,  Dr.,  Stabsarzt  422,  504,  648,
9

 

20.
Kuhn,  Militär-Intendanturassessor  504.
Kuhn,  Tierarztgehilfe  150.
Kuhn,  Sanitätssergeant  563.
Kuhn,  Gefreiter  564.
Kuhne,  Kanzlist  657,  1039.
Kuhnert,  Wilh.,  Tiermaler  145,  1171.

Kujath,  Sergeant  860.
Kullnick,  Dr.  1125.

Kurbjuhn,  Sergeant  563.

LII

Kumiß,  Gefreiter  563.

Kummer,  Feldwebel  566.

Kummeß,  Stationsleiter  71135,1190.

Kund,  Leutant  613.

Kund,  Forscher  1208.

Kundenreich,  Kaufmann  7  347,  348.

Kundt,  Finanzdirektor  150,  833,  1087.

Kunert,  Proviantamtsassistent  567.

Kunick,  Gefreiter  563.

Kunkel,  Reiter  564.

Kuntz,  Ober-Militärintendantursekretär
  431.

Kuntze,  Leutnant  57,  388.

Runzz,  Unteroffizier  1190.

Kunzke,  Zahlmeister  334,  723.

Kurth,  Unteroffizier  563.

Kurß,  Kapitänleutnant  95.
Kurtzahn,  Sekretär  239,  513.
Kurz,  Kolonialeleve  4.

Kurz,  Lokomotioführer  658.

Kurz,  C.  472.

Kurzwart,  Sanitätsfeldwebel  54.
Kuse,  Polizeisergeant  1087.
Kutner,  Militär-Intendantursekretär

Kübart,  Zollassistent  2.  Kl.  614.
Külz,  Dr.,  Oberbürgermeister  1039.
Küentzle,  Leutnant  331,  856,  1036.
Kügler,  Generalleutnant  z.  D.  1193.
Kühlem,  Gefreiter  860.

Kühn,  Sergeant  237.

Kühn,  Schlosser  922.

Kühne,  Dr.  40.

Kühne,  Bautechniker  883.
Kürchhoff,  D.  825,  826,  910.
Küster,  Sergeant  199.

Küster,  Streckenwärter  150,  614.
Küster,  Reiter  332.
Kwiatkowsky,  Sergeant  563.

 

L.

Laasch,  Unteroffizier  563.
Labes,  Intendanturbausekretär  859,
1001.

Labudda,  Militärkrankenwärter  564.
Ladegan  u.  Joubert  472.
Lademann,  Hauptmann  121,  722.
Lademann,  Oberleutnant  257,  258.
Lademann,  Leutnant  1187.
Ladendorf,  Gefreiter  54.

Ladewig  245.

Ladwig,  Gerichtsaktuar  1000.
Ladwig,  kommiss.  Sekretär  1190.
Laepke,  Feldlazarettinspektor  795.
Laepke,  Feldlazarettrendant  860.  .

Lagemann,  Feldlazarettrendant  57.
860.

v.  Lagiewski,  Feldintendanturrat  656.
Lambert,  Kapitän  241,  735.
Lambka,  Gefreiter  564.
Lambrecht,  Bezirksamtmann
442,  450,  454.
Lamisch,  Gefreiter  564.
Lamoczyk,  Gefreiter  567.
Lampeé,  Dr.  med.  105.
Lampe,  Sanitätssergeant  861.
Landmann,  Gefreiter  564.

239,

Lang,  Hofrat  im  Auswärtigen  Amt
101.

Lang,  Leutnant  236,  344.
Lang,  Reiter  332.
Langberg,  Adolf  472.

Lange,  Unterzahlmeister  562.

Lange,  Polizeibureauassistent  200,  443.
Lange,  Aktuar  1000.

Lange,  Adolf,  Vorsitzender  615.

Lange,  Unterossizier  54.

Lange,  Reiter  564,  1085.

Lange,  Louis  472.

Langer,  D.  O.  526.

Langer,  Major  560,  795.

Langer,  Sanitätssergeant  861.
Langer,  Materialienverwalter  1000.
Langguth,  Schlosser  200,  884.
Langhans,  Paul  135.

Langheld,  Moajor  883.

Langheld,  Hauptmann  148.
Langkopf,  Oberapotheker  860.
Langkraer,  Gouvernementssekretär

Langner,  Unteroffizier  860.

v.  Lany.  Missionar  647.

Larz,  Franz  472.

Laschowsky,  Gefreiter  563.

Lassack,  Gefreiter  237.

Laszig  u.  Ihde  472.

Lattmann,  Reichstagsabgeordneter
91,  228.

Latz,  Dr.,  Assessor  861.

Laubinger,  Sergeant  563.

Laubis,  Oberveterinär  882,  1191.

Lauer,  Sanitätsunteroffizier  614.

Lauff,  Kolonialeleve  389,  724.

Laupenmühlen  472.

Lauterfing,  Gefreiter  564.

Lavigerie,  franz.  Kardinal  115,  1005.

Lämmermann,  Bezirksrichter  150,
566,  794.

Leather.  Dr.,  Chemiker  646.

Lebahn,  Kapitänleutnant  191,  231.

v.  Ledebour,  Freiherr,  Polizeiinspelleur
  389.

Lehfeldt,  P.  105.

Lehhardt,  Vermessungsgehilfe  1190.
        <pb n="53" />
        Lehmann,  Oberleutnant  795,  1187.

Lehmann,  Leutnant  611.

Lehmann,  Missionsarzt  886.

Lehmann,  C.  F.,  Verlag  229.

Lehmann,  J.  F.,  Verlag  42.

Lehmann,  Sergeant  148,  150.

Lehmann,  Unteroffizier  148.

Lehmann,  Gefreiter  563,  564.

Lehmann,  Reiter  564.

Lehmphul,  Krankenwärter  614.

Lehnung,  Sergeant  563.

Lehrer,  Reiter  564.

Leichtle,  Leulnant  3.

Leiser,  Feldwebel  562.

Leishmann,  Dr.  323.

Leist,  Unterzahlmeister  562.

Leitermann,  Lokomotivführer  884.

Lembrugger  678,  679.

Lemke,  Feldwebel  103,  285,  861.

Lemke,  Gefreiter  564,  1085.

Lemmen,  Felir,  Unterofsizier  #  55.

Lemmin,  Sergeant  563.

Lemniy,  Gefreiter  563.

Lempp,  Hauptmann  505,  882.

v.  Lengerke,  Major  354.

v.  Lengerke,  Oberleumant  612,  859,
1039.

Lenschau,  Dr.  91.

Leußen,  E.  472.

Lenzz,  Leutnant  561.

LIII

Lichtenstein,  Gouvernementssekretär  |
04.

Lichtenstein,  Bureaugehilfe  146,  724.
Lichterfeldt,  Unleroffizier  563.

Liebelsche  Buchhandlung  1087,

1195.
Liebelt,  Materialienverwalter  149.
Liebenstein,  A.  472.
Liebert,  Feldwebel  393,  396,  623,
624,  658,  883.
Liebmann  u.  Levi,  Firma  186.
Ließ,  Assistenzarzt  723.
Ließ,  Oberarzt  1187.
Liesegang,  Dr.,  Stabsarzt  566.
Liesegang,  Dr.,  Oberarzt  1037.

Lieske,  Gefreiter  563.

Lindbeck,  Kaserneninspektor  795.

Ließ,  Assistenzarzt  919.
Ließau,  Reiter  564.

Lieven,  Dr.  105.
Lilienthal,  Hofrat  145,  504.
v.  Lilienthal,  Oberarzt  506.
v.  Lilienthal,  Leutnant  198,  856.
Limbrock,  Pater,  Präfekt  201.
Lincke,  Oberleutnant  1036.
Lincke,  Leulnant  237,  722.
Lincke,  Sergeant  257.
Lindauer,  Buchhandlung  875.

Lindbeck,  Garnisonverwallungsaspi-Lenz

  &amp;amp;  Co.,  Firma  120,  255,  508,

513.
Lenz,  Reiter  564.
Leo,  Dr.,  Oberlehrer  1194.
Leonhardi,  Oberleutnant  857.
Leopold,  Unterzahlmeister  562,  1188.
Lepel,  Gefreiler  563.
Lepsius  973.
Leschke,  Unteroffizier  237.
Lessel,  Leutnant  613.
Leß,  Polizeisergeant  614.
v.  Leszezynski,  Generalleutnant
906

Leßle,  Gefreiler  332.

v.  Lettow-Vorbeck,  Hauptmann
388.

Leue  64.

Leufgen,  Gastwirt  100.

geupoldt,  Dr.,  Oberarzt  566,  1036.

Keuschner,  Unteroffizier  334.

Leuschner.  Gefreiter  564.

Teutwein,  Oberst  18.

Lewis,  E.  J.,  Händler  892.
Keye,  Gefreiter  860.
Lichtenfeld,  Dr.,  Tierarzt  921.

Lichtenheld,  Dr.,  Tierorzt  389,  1190.

Link,  Gefreiter  563.

Lippe,  Paul  186.

rant  613,  861.

v.  Lindeiner,  Leutnant  340,  342,
343,  345.

v.  Linveiner  gen.  v.
Leutnant  856.

Lindemann,  Oberleutnant  57,  611.

Lindemann,  R.  u.  O.  262.  ,

Lindemann,  Sergeant  563.

v.  Lindequist,  ehem.  Gouverneur
von  Südwestafrika,  Unterstaatssekretär
  5,  16,  19,  24,  503,  513,
723,  738,  855,  1035,  1103,  1181,
1182,  1184.

Lindner,  Dr.,  Oberarzt  562.

Lindner,  Assistenzarzt  147.

Lindner,  Zahlmeister  662.

Lindner,  Unterzahlmeister  562.

Lindner,  Gefreiter  237.

Link,  Gouvernementssekretär  514.

Wildau,

Linke,  Oberleutnant  794.

Linke,  Leutnant  505.

Linke,  F.,  Dr.  165.

v.  Linsingen,  Leutnant  140.
Lipowsky,  Gouvernementsarchitekt

1039.
Lippe,  Zollamtsverwalter  566.
Lippe,  Zollamlsassistent  239.

 

Lippert,  Unteroffizier  563.

Lippold,  Sergeant  563.

Lisco,  Dr.  882.

Lisiecki,  Unteroffizier  563.

Liste,  Dr.,  Oberarzt  1088.

Littmann,  Prof.  648.

Littwitz,  Gefreiter  564.

Livingstone,  Forscher  1003.

Lodes,  Farmer  101.

Loeser  u.  Müller,  Plantagenbesitzer
812.

Loest.  Gefreiter  563.

Lohff,  Jürgen  133.

Lohmeyer,  Jul.,  Dr.  1125.

Lohrs,  Vorstand  921.

Lommel,  Ingenieur-Chemiker  146.

Longardt,  Reiter  860.

Lonsdorf,  Hilfssteiger  658.

van  de  Loo,  Pflanzungsdircktor  245,

502.
Loos,  Sergeant  563.
Looß,  Prof.  Dr.  323.
Lorenz,  Lehrer  657,  1000.
Lorenz,  Gefreiter  564,  860.
Loti,  Pierre,  Dichter  61.
Lott,  Dr.,  Stabsarzt  614,  1000.
Loucas,  Christo,  Plantagenbesitzer
818.

Löffler,  F.,  Pächter  105.

Löffler,  Sanitätsunteroffizier  861

Löhne,  Gefreiter  860.

Löhr,  Gerichtsassessor  389.

Luassa,  Sultan  725.

Lubcke,  Firma  620.

Lubrecht,  Gefreiter  861.

Lucas  114.

Luchterhand,  Unteroffizier  562.

Luckner,  Gefreiter  563,  1188.

Ludwig,  Stabsveterirär  859.

Ludwig,  Landwirt  100.

Ludwig,  Lokomotioheizer  200.

Ludwig,  Franz,  Lokomotivführer
1039.

Ludwig,  H.  u.  J.  472.
Luedecke,  Militärbauinspektor  334,
998.

Lusimbi,  Sultan  725.
Lutat,  Sergeant  507,  614.
Lutter,  Leutnant  147.

Lus,  Missionar  163.

Lustz,  Frieda,  Lehrerin  F  168.
Lutz,  Gefreiter  148,  563.
Lutz,  Sekretär  285,  1086.
Lutze,  Kaufmann  558.
Lutze,  Mox  472.

Lutzens,  Gefreiter  860.

Lux,  Dr.,  Tierarzt  104,  443.
Luxmann,  Dr.  med.  1194.
Lübben,  Leutnant  332,  390.
Lückerath,  Sanatoriumsverwalt.  199.
        <pb n="54" />
        Lüdemann,  Direltor  392.
Lüderitz  .

Lüdicke,  Schlosser  514.

Lüdicke,  Unteroffizier  860.
Lüdicke,  Gefreiter  563.

Lühe,  Privatdozent,  Dr.  32  3.
Lüth,  Sergeant  563,  1039.
Lüthgen,  Generaldireltor  1192.
Lwowski,  Sanitätsseldwebel  389.

M.

Maaß,  Dr.,  Oberarzt  858,  1037.

Maaß,  Missionar  146.

Maaß  II,  Gefreiter  563.

Maathies,  Händler  518.

Mac  Callum,  Dr.  323.

Macco,  Vergassessor  826.

Macco,  Kgl.  Berginspektor  1194.

Macdonald,  Bure,  Kriegsfreiwilliger
564.

Madjinga,  Askari  507.

Madretki,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  1191.

Ma-el-A#nin-:ould  NMohammedel-Fadel,
  Scheich  407,  408.

Maercker,  Major  504,  560,  566,  920.

Maeße,  Hofrat  918.

Magamba,  Askari  507.

Maganga,  Ombascha  507.

Magdeburg,  Unteroffizier  563.

Magodi,  Sklave  672,  673.

Maharero,  Samuel  4,  242.

Mahlig,  Paul,  Unterosfizier  ##  4.

Mahlke,  Gefreiter  861.

Mahnkopf,  Unteroffizier  563.

Maier,  Hauptzollamtsvorsteher  239,
614,  883.

Maier,  Vizewachtmeister  563.

Maier,  Häuptling  665.

Maijali,  Lamido  1139,  1140.

Maillefort,  Dr.,  Stabsarzt  560.

Mailles,  Oberleutnant  627,  628.

Mair,  Feldwebel  150.

Maisel,  Gebrüder  1192.

Makongoro,  Ombascha  507.

Makosse,  Häuptling  392.

Makowski,  Gefreiter  860.

Malchow,  Karl  472.

Maletz,  Unteroffizier  563.

Maletzky,  Streckenwärter  724.

Malinowski,  Pater  9,  240,  241,
353,  354,  733,  734,  858.

Malogele,  Häuptling  352.

v.  Maltzan,  Rittmeister,  Freiherr  zu
Wartenberg  u.  Penzlin  103,  197.

Manasse,  7  697.

Mangis  Maussa  8334.

Mangold,  Polizeisergeant  1039,  1087.

Manischewski,  Sergeant  563.

861.
Martens,  Kapitän  572,  659,  660,

Matheus,  Gefreiter  860.

LIV

Manke,  Paul,  Reiter  #  55.

Mankel,  Vizewachtmeister  332.

Mann,  Dr.  132.

Mann,  Geh.  expedierender  Sekretär  ·
und  Kalkulator  504.

Mannhardt,  Leutnant  857.

v.  u.  zu  Mannsbach,  Freiherr,
Leutnant  561.

Manschewsky.  Schlosser  200,  884.

Mansfeld,  Dr.,  Stabsarzt  918.

Mansfeld,  Dr.,  Bezirksamtmann
400,  520,  1009.

Manzi  bin  Hamiß,  Ombascha  507.

Maraun,  Gefreiter  563

Marchand  1003.

v.  Marées,  Leutnant  334,  1036,

1039.
Markefka,  Gefreiter  563.
Markmann,  Militärintendanturrat

Marold,  kommiss.  Kanzleivorsteher
514.

Marschalk  v.  Bachtenbrock,  Leutnant
  443,  611,  859.
Marschner,  Bureaugehilfe  104,  565,
1

661,  664,  922.

Martiensen  258.

Martienßen,  Plantagenbesitzer  814.

Martin,  Hofrat,  Dr.  323.

Martin,  Dr.  med.,  Regierungsarzt
136,  389.

Martin,  Missionar  302.

Martini,  Marineoberstabsarzt  290.

Martini,  Dr.  890

Marwitz,  Kommerzienrat,
direktor  525.

v.  der  Marwitz,  Hauptmann  75.

v.  der  Marwitz,  Oberleutnant  335,
336,  337,  339,  340,  341,  345.

v.  der  Marwit,  Leutnant  395,  613.

Marx  I,  Gefreiter  563.

Maschaka,  Ombascha  507.

Masese  336.

Maslowski,  Polizeisergeant  1087.

Maslowski,  Untleroffizier  563.

Massa,  Gefreiter  860.

Mataka,  Sultan  336.

Math,  Oberhäuptling  662,  668.

Mathäus,  Gefreiter  563.

Matheisen,  Unteroffizier  563.

General=Mathis,

  Verkehrssteuerpraktikant  199.
Mathis,  kommiss.  Sekretär  565.
Matschke,  Sanitätsunteroffizier  563.
Mattner,  Gärtner  566,  1000.
Matuschek,  Gefreiter  860.
Matuschka,  Graf,  Stud.  jur.  1194.

Meixner,

Matzkuhn,  A.  472.
Mauck,  Notariatskandidat  513.
Maue,  Oberapotheker  1085.

Mauer,  Militärbausekretär  388,  860.
Maune,  Reiler  1188.
Mavaso  672.

May,  Unteroffizier  148.
NMayer,  Leutnant  237,  566,  919.

Mayer,  Dr.  Prof.  1236.

Mayer,  Sanitätsunteroffizier  507.

Mayer,  Reiter  332.

Mayr,  Leulnant  561,  859,  1036,  1187.

Mayr,  Josef,  Leutnant  567.

Mayr,  Maximilian,  Leutnant  566.

Mayr,  Bureauassistent  2.  Klasse  389.

Mänsbacher,  Sanitätsunteroffizier
861.

Mättig,  Gefreiter  237.

Mätzke,  Händler  F  516.

Mba,  farbiger  Unteroffizier  1088.

Mbala-befolo,  Häuptling  625.

Mecklenburg,  Gefreiter  563.

Meerpahl,  Gefreiter  54.

Meerwein,  Kgl.  Preuß.  Strafanstaltsdirektor
  1192.

Meerwein,  Hauptmann  283.
Mehl,  Gefreiter  563.

Mehlhose  472.
Mehling,  Geh.  Sekretariatsassistent
504

Mehnert,  Feldwebel  562.

Mehrhardt,  Förster  566.

Meier,  Leutnant  561.

Meier,  Sanitaätssergeant  332.

Meier,  Unteroffizier  563.

Meier,  Gefreiter  332.

Meimaridis,  C.,  Plantagenbesizer
816.

Meinardus,  Leutnant  390,  722.

Meinecke,  G.  Verlag  378.

Meisel,  Berthold  472.

Meissinger,  Intendantursekretär  795,
859.

Meissner,  Feldlazarettrendant  860.

Meiß,  Sekretär  199.

Meißner,  Feldlazarettrendant  795.

Meißner  u.  Ahrend  472.

Oberstabsarzt  857.

Mejer,  Leutnant  1187.

Melchior,  G.  472.

Melchior,  Kriegsfreiwilliger  564.

Mellin,  Oberleutnant,  Bezirksleiter
255,  334,  1000.

Mellin,  Berginspektor  1192.

Melms,  komissarischer  Sekretär  1087.

Menck,  Firma  1225

Menke,  Erich,  Reiter  103.

Menke,  Führer  #  516.

Menimbe,  Häuptling  455,  458.
        <pb n="55" />
        Menne,  J.  472.

Mense,  Dr.  323,  324,  910.

Menze,  Unteroffizier  1039.

Menzel,  Reiter  237.

Menzel,  Gefreiter  563.

Menzel,  Oberleutnant  238,  284,  334,
455,  883.

Mercker,  L.  472.

Merere,  Sultan  335,  337.

Merker.  Hauptmann  333,  7971.

Merkl,  E.,  Plantagenbesitzer  816.

Merkl,  Hans,  Plantagenbesitzer  816.

Mertens  u.  Sichel  472.

Mertha,  Gefreiter  860.

Merz,  Feldwebel  334.

Meßbauer,  Leutnant  284,  561.

Mescher,  Gefreiter  563.

Messerschmidt,  Sanitätsunterofsizier
  563.

Methner,  Negierungsrat  884.

Mette,  Gefreiter  563.

Mettte,  Geh.  Sekretariatsassistent
514.

Me,  Oberleutnant  561,  722.

Metz,  Leutnant  103,  147.

Metz,  Gefreiter  563.

Metzger,  Abolf  472.

Metzler  472.

Meydam,  Hauptmann  564,  614.

Meyen,  Vizefeldwebel  562.

Meyer,  Dr.,  Kammergerichtsrat  825.

Meyer,  Negierungsrat  #  431,  450.

Meyer,  Megierungsrat  523.

Meyer,  Dr.,
Amtsrichter  150,  503.

Meyer,  Assistenzarzt  147.

Meyer,  Militärbauinspektor  5,  330.

Meyer,  Gerichtsassessor  566.

Meyer,  Pater  91,  92.

Meyer  (Franz),  Militärintendantursekretär
  558.

Meyer,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  657,  1000.

Meyer,  Farmer  100.

Meyer,  Sanitätssergeant  861.

Meyer,  Sanitätsunteroffizier  258,
724,  1190.

Meyer  I,  Gefreiter  564.

Meyer,  Gefreiter  860.

Meyer,  Bruder  647.

Meyer,  Militärkrankenwärter,  Reiter
564

Meyer,  Reiter  564.

Meyer,  Arthur  1126.

Meyer,  A.  O.  1193.

Meyer,  H.  2.  jr.,  Fabrik  1225.
Meyer  Cohn  470.

Meyer  454.

Meyer-Ebert,  Zahlmeister  57.

LV

Meyer-Ewert,  Zahlmeister  388,  507,
562

Meyn,  Reiter  564.

Mez,  Dr.  Prof.  693.
Mgassa,  Ombascha  507.

Mgendera,  Sultan  7  672.

v.  Michaelis,  Leutnant  1037.

Michaelis,  Eisenbahnpraktikant  200,
514.

Michalaridis,  Plantagenbesitzer  816.

Michalek,  Sergeant  563.

Michalla,  J.  472.

Michalsky,  Geh.  Registrator  145.

Michard,  Oberstleutnant  408.

v.  Michelmann  239.

Michels,  Bezirksamtssekretär  442,
1000,

Michels  472.

Miehe,  Gefreiter  860.

v.  Milczewski,  Oberleutnant  727.

Milo,  Eisenbahnpraktikant  922,  1191.

Milutzki,  Reiter  564.

Minlos,  José,  Leutnant  a.  D.  1193.

Minte,  Plantagenbesitzer  814.

Misch,  Unteroffizier  563.

Misch.  Reiter  564.

Milschlich,  Stationsleiter  4,  255.
Mischlich,  Adam  972,  973.
Mitschka,  Militärkrankenwärter  564.

kommiss.  Oberrichter,

!

Mittag,  Reiter  921

Mittelstädt,  Gefreiter  564.

Mittler  u.  Sohn,  E.  S.,  Kgl.  Hofbuchhandlung
  39,  187,  239,  421,
514.  542,  600,  648,  697,  698,  906
1075,  1125,  1136,  1171,1208,  1234,
1235.

Miura,  Prof.  Dr.  323.

MNixl,  Otlo,  Gefreiter  #  103.

Mnich,  Lokomotivheizer  285.

Moch,  Sanitätsfeldwebel  562.

Mocha,  Gefreiter  860.

Mock,  Gefreiter  237.

Moeller,  Kapilän  808.

"7

Moes,  Unterzahlmeister  860.
Mogan,  Höäuptling  804,  805,  806,

807,  809.
Mohamaktro,
338,  339
Mohamed  Bachit,  Ombascha  507.
Mohamed  bin  Said,  Askari  507.
v.  Mohl,  Oberleutnant  zur  See  270,

381,  425.

Häuptling  336,  337,

.Mohr,  Dr.  784.

Mohr,  Missionar  302.

Mohr,  Unteroffizier  563.

Moisel,  Max,  Verlag  187,  229,  421.

Moldenhauer,  Landmesser  390,  794.
Mole,  Häuptling  626.
Moliere,  Oberleutnant  561,  1189.

 

Moll,  Major  627.

Moll,  Unteroffizier  860.

Mollenhauer,  Landwirt  1190.

Molling,  Zahlmeisteraspirant  730.

Molling,  Unterzahlmeister  562,  1189.

Molzahn,  Albert  472.

Monier,  Kaufmann  347.

Monke,  Dr.  579.

Monski,  Regierungshauptkassenbuchhalter
  104,  334.

Moog,  Sekretär  1190.
NMoraht,  Hauptmann  284.

Morawieß,  Sergeant  563.

Morck,  Fritz  472.

Morenga,  Häuptling  7  8,  352,  353,
355,  357,  360,  421,  697,  727,  731,
784,  1092.

Morgenbesser,  J.  543.

Morgenroth,  Dr.,  Stabsarzt  388.

Moritz,  Ernst  Heinrich,  Varlag  421.

Morris,  241,  357,  727,  728,  735.

Moschner,  Leutnant  57,  505.

Mosilikatsi  115.

Moss  ner,  Hauptmann  147,  239,  722.

Mostert  u.  Schranke  472.

v.  Moßner,  Leutnant  147.

Motschenbacher,  Leutnant  561.

Mott-Smith,  Rechtsanwalt  969.

Moulai-.  Idriß  408.

Moumalle,  Oberveterinär  334.

Möhle,  Sanitätsseldwebel  562.

Möhrke,  Maschinist  1000.

Mäöll,  Gefreiter  237.

 

Möllendorf,  Oberleutnant  1211.

Möller,  Kapitän  204,  666.

Möller,  Kapitänleutnant  1129,  1176,
1239.

Möller,  Garnisonverwaltungsinspekt.
860.

Mörchen,  Missionar  1124.

Mrowka,  Oberveterinär  198.

Msinga,  König  von  Ruanda  1124.

Mtuale  Mpinda  725.

Mtuale  Terula  725.

Mtulla,  Askari  507.

Muchau,  Sergeant  860.

Mucke,  Stationsassistent  884.

Mueller,  Geueralmajor  657,  798,
883,  1037.

Mueller,  Oberst  56,99,  100,  103,  145,
194,  235,  333,  389.

Munikondo,  Askari  507.

Munimkun,  Ombascha  507.

Murgan  Ismain  Mufatisch,
Schausch  507.

Murgan  Oman,  Schausch  507.

Murgan  Risk,  Betschausch  507.

Murr,  Eingeborener  806,  807,  808.

Mursal  Abdalla,  Vetschausch  507.
        <pb n="56" />
        Musold,  Lazarettinspektor  615,  860,
1135.

Muston,  Richter  627.

Mußmann,  472.

Muth,  Kaufmann  502.

v.  Mücke,  Gustav  1192.

Mücke,  Justizrat  443.

LVI

Münzner,  Feldwebel  148,  614.
Mwana  Habi,  Askari  507.
Mwarabu,  Askari  507.
Murrcgzick,  Gefreiter  563.

6  Mzee  Maliwata  345.

Mücksch,  Bureaugehilfe  beim  Hafenamt
658.

v.  Mühlenfels,  Oberarzt  506.

Mühlich,  Büchsenmacher  564.

Mühling,  Gouvernementssekretär
566,  620,  622,  794.

Mühring,  kommiss.  Stationsleiter
334,  1136.

Müller,  Generalmajor  921.

Müller,  Oberst  619.

Müller,  Oberstleutnant  1194.

Müller,  Oberleutnant  612.

Müller,  Leutnant  d.  L.  57.

Müller,  Ernst,  Leutnanl  862.

Miüller,  Dr.,  Stabsarzt  3,  858.

Müller,  Alois,  Unteroffizier  148,
150,  257,  563.

Müller  II,  Unteroffizier  563.

Müller,  Gefreiter  237,  860.

Müller,  Valentin,  Reiter  148.

Müller,  Reiter  564.

Müller,  Dr.,  Nechtsanwalt  5.

Müller,  Michael,  Streckenwärter  56.

Müller,  Peter,  Kaufmann  100.

Müller,  Maschinenschlosser  239,  566.

Müller,  Zollamtsvorsteher  285.

Müller,  Pater  297.

Müller,  Bruno  472.

Müller,  I.  472.

Müller,  Reinhold  472.

Müller,  Polizeimeister  619,  622.

Müller,  Jos.,  Bauleiter  818.

Müller,  Waldemar,  Proviantamtsassistent
  859,  1191.

Müller,  Karl,  Pionier  860.

Müller,  Max,  Pionier  860.

Müller,  Hilfsgerichtsschreiber  874.

Miüller,  Franz,  Zollsekretär  922.

Müller,  Gerichtsschreibergehilse  922.

Müller,  Oberbergamtssekretär  922,
1191.

Müller,  Finanzpraktikant  1087.

Müller,  Otto,  Techniker  1087.

Müller,  M.  1193.

Müller  v.  Berneck,  Oberleutnant
390,  729,  733,  1036.

Müller  u.  Nathgeber  472.

Mülling,  kommiss.  Sekretär  614,
1039.

v.  Mülmann,  Hauptmann  146,  660.

v.  Münchow,  Oberleutnant  2.

Münnich,  Sanitätsgefreiter  861.

N.
Na,  Häuptling  885,  1211.

Naab,  Dr.  40.

Nachtigall,  Geheimer  Regierungsrat
  560,  882.

Nachtigall,  Feldintendant  504.

Nadrowski,  Oberleutnant  104,  919.

Naendrup,  Dr.,  Prof.  1126.

Neumann,  Alfred,  Firma  1009.

Neumann,  Unteroffizier  563,  1188.

Neumann,  Reiter  237,  564,  860
Neumann,  Franz,  Vorarbeiter  56.
Neun,  Gefreiter  237.
Neuschaeffer,  Ingenieur  657.
Neuschaffer,  Ingenieur  1000.
Nevermann,  Joh.,  Reiter  238.

Nggane,  Häuptling  1212.

Nafroth,  Sanitätsunter  offizier  563
Niedermaier,  Sanitätssergeant  657.

Nagel,  Sekretär  149,  658.

Nagel,  Gefreiter  563.

v.  Nagel  zu  Aichberg,  Leutnant
724,  918.

Nägele,  Dr.,  Stabsarzt  560,  1189.

Nah,  Häuptlingsmutter  259.

Nakonz,  Sergeant  332.

Nanga-Eboko,  Oberhäuptling  620.

Napiralla,  Gefreiter  564.

Narbeshuber,  Dr.  698.

Narciß,  kommiss.  Bezirksamtmann101.

Nasif,  Hanna,  Plantagenbesitzerin,

Nassiad  807,  809.
Nast,  Regierungsbaumeister  56,  442.

Nataweng,  Eingeborener  807,  808.
Nibsche,  Heino  1195.
Nioe,  Häuptling  396.

Nathan  u.  Co.,  Firma  419.

v.  Nauendorf,  Frhr.,  Major  1195.
Nauhaus,  Missionar  648.
Naumann,  Sanitätsunteroffiz.  199.
Naumann,  Sanitätsgefreiter  198.
Nebel,  August  133.

Nechale,  Ovambohäuptling  7.
Nébélec,  Pierre,  Händler  864,  865.
Neff,  Gefreiter  332.

Neffersdorf  Reiter  664.

Neldner,  Gefreiter  563.

Nellgen,  E.  105.

Nelson  u.  Langer  472.

Nette,  M.  Plantagenbesitzer  818.

Neubarth,  Kal.  Kreistierarzt  1193.

Neubauer,  Kaserneninspektor  390.

Neuberg,  Missionar  168.
Neubert,  Dr.,  Oberarzt  150,  614.
Neubourg,  Major  z.  D.  57.
Neuerbourg,  Leutnant  198.
Neugebauer,  Polizeiassistent  1038.
Neuhäuser,  Sanitätsunteroff.  861.
Neuholz.  Gefreiler  860.
Neumann,  Geh.  Baurat  1192.
Neumann,  Feldlazarett-Rendant  562,
795.
Neumann,  Feldwebel  562.
Neumann,  Oberveterinär  a.  D.  562.

Nobel,  Moritz

Ngele  Menduge,  Häuptling  619.
Ngele-Menduka,  Oberhäuptling619,
,  623.

Ngilla  1211,  1212,  1213,  1214.

Agutte  1212,  1213,  1214.
Nicoley,  Sanitätssergeant  861.

Niedermaier,  Sanitätsunteroff.  393.
Niemann,  Reiter  564.
Nierenstein,  M.  894.

Nierling,  Lazareltinspektor  794.

Nieß,  Schießer  861.

Nieösch,  Gefreiter  237.
Nigmann,  Hauptmann  564,  566,
610,  855.

Nikolaus,  Franz,  Reiter  4,  860.

Nippe,  Kapitänleutnant  1130,  1176.
Nippgen,  A.,  Plantagenbesitzer  818.
Nippgen,  Bureaugehilfe  239,  513.
Nippold,  Bischof  188.
Nitschmann,  Leutnant  103,239,  1139.
Nitsche  u.  Gutsche  472.

Noack,  Polizeimeister  285,  724.
Nobbe,  Gefreiler  563.

472.

Nohturfft,  Vizefeldwebel  der  Reserve

563.
Nolden,  Dr.  668,  671.
Nolte,  Leutnant  57,  920.

Nolte,  Kapitän  146.

Nolte,  Steuermann  1190.
Nopp,  Bezirkssekretär  146.
Nordeck  zur  Rabenau,
Oberleutnant  1188.
Nordmann,  Oberarzt  859.
Nordmann,  Proviontamtsassist.  1192.

Freiherr,

Nowack,  Unterzahlmeister  562.

Nowarra,  Kesselschmied  566,  1000.
Nörenberg,  Polizeisergeant  1087.
Nörr,  Leutnant  561,  1188.
Nötzold,  Unteroffizier  563,  1188.

Nöpold,  Gefreiter  564,  1188.
Ntalemovogo,  Sultan  725.

Ntetelle,  Häuptling  351,  394.
Nuhn,  Feldlazareit-Rendant  562,  566.
Nüske,  Vizefeldwebel  562.
        <pb n="57" />
        O.
Oberßeit,  Unteroffizier  563.
Oberg,  Oberleutnant  921.
Ochmann,  Tierarzt  565.
Oehler,  D.,  Inspektor  647,  1124.
Oehler,  E.  121.
Oehlerking  269,  377.
Oehme,  Mojor  197,  505
Oehme,  Hauptmann  146.
Oehring,  Büchsenmacher  1136.
Oelschläger,  Kammergerichtsrat  918.
v.  der  Oelsnitz,  Hauptmann  560,
920.
Oepen,  Feldlazarettinspektor  236.
Oertel,  Sanitätsfeldwebel  658.
Oetken,  Okonomierat  187.
Oestreich,  Unteroffizier  921.
v.  Oertzen,  Hauptmann  388.
v.  Oerten,  Leutnant  625,  626,  627,
1037,  1189.
Offermann,  Oberveterinär  102.
Ohling,  Leutnant  238.
Ohm,  Wachtmeister  443.
Ohm,  Schlosser  200,  884.

.  ---  61.
Ohnesorge,  Polizeimeister  442,  361.  Palki,  Unteroffizier  563.

Ohnesorge  1193.

O'Keefe,  Firma  572,  576,  660,  662.

Ollmann,  Ansiedler  818.

Ollwig,  Prof.,  Stabsarzt  431,  856.

Oloff  u.  Co.,  Aktiengesellschaft  640.

Olpp,  Dr.  40.

Olpmpio,  Epiphanio,  Kaufmann  250.

Omar  bin  Said,  Plantagenbesitzer
818.

Omaru  1215,  1216.

Onambellenka,  Häuptling  625.

Onambelle-uku,  Häuptling#  798.

Ondua,  Eingeborener  624,  625.

Onudi,  Häuptling  623.

Opi,  Dr.,  Oberlehrer  1194.

v.  Oppen,  Leutnant  197,  561.

v.  Ortenberg,  Dr.,  Oberarzt  198,
1075.

Orth,  unteroffizier,  237.

Orth,  Kolonialeleve  285.

Orschulko,  Kesselschmied  200,  884,

Osbar,  Lehrer  334,  658,  1040.

Lsbahr,  Johannes  472.

Obwald,  Regierungsrat  503.

Ssterberg,  Sergeant  860.
Ostermann,  Polizeisergeant  1087.
Ostermayer,  Oberleutnant  383,1087.
Ostertag,  Anton,  Neiter##  55.
O’Swald  u.  Co.,  Firma  262,  1104,
1118.
Otte,  Gefreiter  664.
Ottitie-Beloa,  Häuptling  624.
tto,  Kommerzienrat  1105.

LVII

Otto,  Heinr.,  Firma  261,  263.

Otto,  Geh.  Kanzleisekretär,  Kanzleirat
  504.

Otto,  Geh.  Kanzleidiätar  504.

Otto,  Leutnant  505,  566,  1000.

Otto,  Unteroffizier  563.

Otto,  Gefreiter  564.

Ohring,  Büchsenmacher  564.
Österreich,  Gefreiter  562.

P.
Paasche,  Professor  69,  72.

1.

 

Paasche,  Oberleutnant  zur  See  1236.

Pabst,  Oberleutnant  506.

Pack,  Sanitätssergeant  562.
Paczlowski,  Oberapotheker  725.
Paeg,  Schlosser  200,  884.
Paeßler,  Dr.  894,  895,  896.
Paffrath,  Polizeisergeant  658.
Pahl,  Finanzdirektor  658,  795.

Pahner,  Oberapotheker  725.

Painczyk,  Unteroffizier  der  Reserve
562

Paland,  Sergeant  563.
v.  Palékzieux,  General  #  149.

Palm,  Sergeant  563.
Palm,  Streckenwärter  566.
Palmer,  Oberapotheker  860,  998.

Panit,  Reiter  237.

Panse,  Dr.,  Stabsarzt  237,  285,  290,
890,  1190.

Panse,  Alfr.,  GefreiterF#  4.

Panteleit,  Lokomotivführer  658.

Pape,  Baumwollinspektor  255.

Pape,  Gefreiter  860.

Papke  u.  Derday  473.

Paradowski,  Pionier  860.

Parey,  Verlagsbuchhandlung  1171.

Paries,  Hilfsjäger  443.

Paries,  Stationsbeamter  724.

Parkhouse,  C.  E.,  Vizekonsul  1027.

Parkinson,  Forscher  135,  487.

Parkinson,  R.  1235.

Pascha,  Emin  451.

Paschasius,  Betriebsassistent  514.

Paschasius,  Leutnant  859.

Paschen,  Kaufmann  502.

Passarge,  Dr.  Prof.,  262,  422,  525,
v.  der  Osten,  Graf,  Major  a.  D.  1193.  1235.

Passarge,  S.  29.

1

Paton  Noel,  Mr.  1113.

Patrick,  Sanitätsunteroffizier  861.
Patriok,  Sanitätssergeant  285.
Patriok,  Sanitätsunteroffizier  559.
Patzig,  Leutnant  283.

Pätold,  kommiss.  Zollassistent  922.
Paukert,  Unterzahlmeister  562.
Paul,  Pastor  1126.

Pauli,  Hauptmann  505.

Pavel,  Leutnant  358,  390,  857,  919.

Pazurek,  Gefreiter  564.

Peaglow  473.

Peel,  Nob.,  Sir  113,  1002.

Pehr-Olson-Seffler,  Dr.,
taniker  1228,  1229.

Peine,  Feldwebel  332.

Peisch,  Gefreiter  563.

Pellmann,  Unteroffizier  563.

Peltzer,  Richard  834,  837,  844,  847.

Perkuhn,  Oberleumant  283.

Perl,  Stationsassistent  443,  884.

Perrot,  Vernhard  826,  1236.

Persch,  Gefreiter  563.

Perthes,  Justus  135,

Peschke,  kommiss.  Sekretär  1190.

Peter,  Unteroffizier  56.

Peter,  K.,  Platagenbesitzer  818.

Petermann  472.

Bo-Peters,

  Karl,  Forscher  1001.
Peters,  Bureauvorstand  56,  566.

Peters,  Ernst,  Unteroffizier##  55.
Peters,  Sergeant  563.

Peters,  Gefreiter  860.
Petersen,  Kaufmann  1208.
Petschick,  Sanitätssergeant  563.

Petold,  Gefreiter  237.
Pepyold,  Materialienverwalter  658.

Pezel,  Eisenbahnpraktikant  200,  514.

Pfaehler,  Oberleutnant  859.

Pfand,  Sanitätsunteroffizier  333,
862.

Pfeiffer,  Militärbausekretär  3,  198.
Pfeifer,  Feldlazarettrendant  566.

v.  Pfeil,  Dr.  Graf  1126.

Pfennig,  Proviantamtsassistent  1000.

Pflughoff,  Ernst  472.

Pfüller,  A.,  Plantagenbesitzer  820.
Philippe,  Sergeant  k  408.
Philipps,  Dr.,  Stabsarzt  197.
Philipps,  Bernhard  473.
Philippson,  Dr.,  Prof.  693.
Piehl,  Unteroffizier  104.

Piosik,  Gefreiter  563.

Pieper,  Proviantamtsrendant  390.

Pieper,  Leutnant  859.
Pierer,  Major  564,  725.
Pieters,  Moritz  472.
Pieters,  L.  473.

Pietreck,  Gestütswärter  1087.
Pietsch  Sergeant  237.
Nillack,  Sanitätssergeant  563.
Pinzke,  Zahlmeister  656.
Pischel,  Dr.,  Amtsrichter  285.
Pischel,  Leutnant  725.

Pistner,  Dr.,  Oberarzt  284,  443,

513,  566.
Pistner,  Dr.,  Assistenzarzt  56,  148.
        <pb n="58" />
        Pitzschke,  Rittmeister  a.  D.  1192.

Plagge,  Oberstabsarzt  858,  1036.

Platz,  Gefreiter  564.

Plehn,  Privatdozent  Dr.  323,  542,
54  .

v.  Plehwe,  Leutnant  1194.

Plenzke,  Leutnant  57,  722.

Pleus,  Babbesitzer  615.

Ploetze,  Dr.  40.

v.  Pochhammer,  Moajor  1193.

v.  Podewils,  Bureaugehilfe  56,  239.

Poerting,  Rittmeister  1087.

Pofahl,  Sanitätssergeant  563.

Poleck,  Dr.,  Stabsarzt  857.

Polewka,  Unterzahlmeister  860.

Polke,  Sanitätsunteroffizier  657.

Pomga,  Gefreiter  563.

Po  Minis,  Missionszögling  517.

Pooch,  Reiter  564.

Popcke,  Regierungsbaumeister  513,
861

Poppe,  Laboratoriumsgehilse  1136.

Porath,  Sergeant  563.

Poredda,  Gefreiter  563.

Portatius,  Leutnant  237.

v.  Portatius,  Leutnant  612.

Posadowsky,  Graf  384.

Posselt,  Feldlazarettinspektor  860.

Post,  H.  472.

Postpischil,  Marianne  658

Potschin.  Unteroffizier  563.

Pogztal,  Unterzahlmeister  860.  D

Pöch,  Dr.  323.

Prager,  Erich  187.

Prange,  Unteroffizier  237.

Prange,  Reiter  359.

Prasser,  Schießer  861.

Pratapsing,  Meta,
sitzerin  814.

Precht,  Unteroffizier  563.

Prees,  kommiss.  Polizeiwachtmeister
657.

Plantagenbe-Preet,

  Polizeiwachtmeister  1000.

Preil,  Dr.,  Oberschulrat  1194.

Preising,  Oberveterinär  102.

Preiß,  Feldbäcker  861.

Preuß,  Dr.  Prof.  377,  378,  523,  579.

Preuß,  Dr.,  Direktor  528,  529.

Preuß,  Verwaltungsbeamter  391.

Prietze,  Rudolf  974.

Prillwitz,  Ferdinand  1192.

Prion,  Farmer  101.

v.  Prittwitz  u.  Gaffron,  Major
239,  722,  861.

Pritzen,  Gefreiter  564.  .

Probst,  Reiter  860.

Prochnow,  Feldwebel  103.

Proctor  895.

Pröpper,  Gefreiter  861.  ·

LVIlI

Prüfer,  Feldwebel  562.

Prüssing,  Kapitän  146.
Przewerzinski,  Polizeisergeant  1087.
Przytulla,  Gefreiter  563.

Puder,  Major  505.

Pueschel,  Oberleutnant  795,  1187.
Pueschel,  Leutnant  388.

Pumilla,  Schausch  507.
Puraineu,  A.  473.

PuErsche,  kommiss.  Polizeiwachtmeist.
657.

Pursche,  Polizeiwachtmeister  1000.
Pursche,  Reiter  860.

Pusch,  Ferdinand  472.

Pusch,  Unterzahlmeister  860.

v.  Puttkammer,  Hauptmann  560.

v.  Puttkamer,  Leutnant  2,  284,
396,  656,  883,  1085,  1190.

v.  Puttkamer,  Frau  334.

Puttkamer,  Hans  472.

O.
Quade,  Oberstleutnant  16,  286,  331,
504,  794.

Quami,  Rob.  251.

v.  Quast,  A.,  Plantagenbesitzer  820.
Quell,  Gefreiter  563.

Quelle  &amp;amp;  Meyer,  Verlag  1235.
Quentin  u.  Co.  473.

Quidde,  Zahlmeister  283.

R.

Raab,  Polizeimeister  1190.
Naabe,  Oberleutnant  561.
Naatz,  Unteroffizier  860.
Rabbeh,  115.

Nabe  v.  Pappenheim,

559.
Rabehl,  Unteroffizier  563.

Leulnant

v.  Raben,  Oberleutnant  857.

Rademaker,  Dr.,  Sanitätsrat  105.
RNadford,  D.  473.

Radloff,  Oberarzt  285,  610.
Raettig,  Gefreiter  332.

Rahm,  Gefreiter  564.

Rahn,  Leutnant  147,  561.

Raila,  Hauptmann  239,  611.

Rakette,  Stabsveterinär  858.

Ramlow,  Lehrer  285.

Randad  u.  Stein,  Firma  351,  393,
617,  619,  620.

Randt,  Oberleutnant  561.

Range,  Paul,  Dr.,  Geologe  33.

Range,  Assistenzarzt  613.

Raniger,  Plantagenbesitzer  814.

Rapmund,  Assistenzarzt  919.

v.  Rappard,  Hauptmann  660,  564,
612,  921.
Rappe,  Gärtner  1000.

Nappenecker,  Unteroffizier  860.
RNapsch,  Farmer  u.  Wagenbauer  101.
Rapsch  u.  Höhn  473.

Raschid,  Betschausch  507.

Raschid,  Araber  339.

Raschid  bin  Mass'ud,  Araber  335.
Raschke,  Kanzlist  443.

Raschke,  Sergeant  1136.

Rathke,  Gärtner  566.

Rauchbaar,  Oberveterinär  922.

Rausch,  Oberleutnant  238,  733,  735,
857,  1087.

v.  Naven,  Oberleutnant  1190.

v.  Raven,  Leutnant  561,  1085.

Raven,  Frau,  verw.  Oberleutnant

1192.
Nayß,  Unterzahlmeister  860,  1135.
Rebslein,  Zollamtsassistent  56.
v.  Rechenberg,  Frhr.,  Gouverneur
145,  234,  1190.

Rechtern,  Oberleutnant  561,  1087.
Reck  473.

Reddig,  Unteroffizier  563,  1189.
Reder,  Bureaudiätar  504.

v.  Redern,  Oberstleutnant  283.
van  Reenen,  Willem  1041.

Regenbein,  Unteroffizier  563.

Regner,  Eisenbahnadjunkt  199.
Regner,  kommiss.  Sekretär  565.
Rehbock,  Professor  23.

Nehle,  G.,  Apotheker  1194.

Rehse,  A.,  Sohn,  Konservenfabrik  530.
Reich,  Unterzahlmeister  149.
Reich,  Hilfsförster  657,  1000.
Reichardt,  P.  443,  450,  453.

Reichel,  Stationsleiter  659.

Reimer,

Reichel,  Polizeimeister  922.
Reichelt,  Alfr.,  Textilsirma  1105.
Dietrich,  (Ernst  Vohsen)
Verlag  42,  136,  187,  188,  228,
229,  422,  629,  698,  826,  1236.
Reimer,  Georg,  Verlag  972,  1236.

Reimer,  Distriktskommissar  1193.
Reimers,  Kaufmann  502.
Reimers,  Händler  #  518,  519.

 

Reinacher,  Reiter  564.

Reinecke,  Oberveterinär  57.

v.  Reinersdorff=  Paczensky  u.
Tenczin,  Leutnant  2.

Reinhardt,  Unterzahlmeister  860.

Reinhold,  Proviantamtsassistent  795,
1187.

Reinicke,  Bureaugehilfe  1039.

Reiser,  Leutnant  388.

Reiser,  Sanitätsunteroffizier  861.

Reißmann,  Reiter  237.

Reith,  Leutnant  5,  505,  565.

v.  Reitenstein,  Frhr.,  Hauptmann
146,  283,  285,  507,  564.
        <pb n="59" />
        v.  Reitzenstein,  Freiherr,  Leutnant
d.  Reserve  561,  627,  628,  918.

Rembe,  Hauptmann  921,  1036.

Remmers,  kommiss.  Bureauassistent
334.

Remmers,  Bureauassistent  795.

Remus,  Unteroffizier  563.

Renner,  Leutnant  3.

Renschhausen,  Leutnant  390,  919.

Rentel,  Major  560,  727,  728.

Rentel,  Sergeant  563.

Rentmeister,  Gefreiter  563.

Reppin,  Unteroffizier  860.

Reppin,  Lokomotivführer  884.

Resch,  Gefreiter  564.

Reschke,  Schlosser  200,  884.

Reske,  Oberveterinär  57,  330,  562.

v.  Nestorff,  Hauptmann  148.

Reußner,  Gärtner  1136.

Reuter,  Oberst  z.  D.  1195.

Reuter,  Leutnant  613.

Reuter,  Bizefeldwebel  237.

Reventlow,  Graf  422.

v.  Rheinbaben,  Leutnant  613.

Nho,  Prof.,  Dr.  323,  324.

Rhode,  Unterosfizier  337,  338.

Nhodes,  Cecil  1003,  1004.

v.  Ribbentrop,  Hauptmann  1193.

Ribeiro,  Plantagenbesiher  818.

Richers,  Kaufmann  558.

Richert,  Dr,  Slaboarzt  859.

Richter,  Kais.  Oberrichter  ##  1028.

Richter,  Bezirksamtmann,  Hauptmann
a.  D.  145,  291,  346,  389,  632,  672,
921,  1190.

NRichter,  Jul.,  Pfarrer  39.

Richter,  Paul  39.

Richter,  inval.  Vizefeldwebel  a.  D.  102.

Nichter,  Gefreiter  860.

Richter,  K.  W.  473.

Nichter  1192

Rick,  Reiter  564.

Rickert,  Feldwebel  562.

Nickmann,  Veterinärrat  793.

Nickmann,  Gertrud  610.

Rickrath,  Dreher  658,  1086.

van  Niebeeck,  Johann  1042,  1043.

Rieck,  Oberleutnant  1191.

Riecker,  Leutnant  859.

Rredel,  Leutnant  922.

Rieger,  Forstmeister  1193.

Rieger,  August  473.

Riese,  Materialienverwalter  285.

Riesle,  24.

Rieß,  Gefreiter  564.

Rietschel,  Gefreiter  564.

Rieß#,  Sergeant  563.

RNims,  Umerroffizier  658.

 

Noddewig,

LIN

Ningk,  Oberfeuerwerker  507,  513,
566,  921.

Rinkleib,  Vizefeldwebel  562.

Nintisch,  Sekretär  285.

Ripley,  Harry  473.

Rippa,  Feldwebel  883.

Rispeter,  Sergeant  563.

Ritter,  Leutnant  561.

Ritter,  Sekretär  285.

Ritter,  Josef  473.

Nittersh  ofer.—  Kammerjäger  680.

Ritzendorf,  I.  N.  473.

Ritzler,  Oterteumam  1191.

Robinson,  Mr.,  Forscher  891,  973.

Robinson,  Baumwollehrer  255.

Robscheit,  Unteroffizier  258.

Roddewig,  Sanitlätsfeldwebel  u.  Rechnungsführer

  103.

Lazarett  -Verwaltungsaspirant
  562.

v.  Rode,  Bezirksamtmann  291.

RNode,  Oberst  1193.

Rodenberg,  Jul.  906.

Roeckner,  Ober-Kriegsgerichtssekretär

59

859.

Roeder,  Dr.  1012.

v.  Roöll,  Frhr.,  Landrat  z.  D.  u.
Kammerherr  334.

Noeper,  Plantagenbesitzer  814.

Roeren  297.

Noetig,  Unterzahlmeister  332.

RNogers,  Kapitän  34.

Nohde,  H.,  Plantagenbesitzer  812.

Rohde,  Unteroffizier  199.

RNohde,  473.

Nohe,  Oberleutnant  57,  561,  1036.

Nohleder,  Maschinist  149,  565,  861.

Rohleder  jr.,  Kassierer  1193.

Rohne,  Leutnant  3,  35j),  357.

Rohr,  Vizefeldwebel  860.

Nohrbach,  Dr.,  Ansiedlungskommissar
150,  1125.

Rohrbach,  Lic.,  Dr.  1027.

Roland,  Unteroffizier  237.

Romig,  Dr.,  Missionsarzt  39,  40.

Romy,  Maurerpolier  566,  1000,  1191.

de  NRoos,  Gerichtssekretär  884.

Noosen,  Oberleutnant  918.

Roosevelt,  Theodor  1125.

von  Rooyen,  J.  A.,  Plantagenbesitzer
  816.

Nopohl,  Gefreiter  564.

Ropohl,  Gerhard  Heinrich,  Neiter  57.

Roscher  C.  u.  L.  &amp;amp;  Co.  473.

Noschert,  Gefreiter  563.

Nose,  Sanitäts  unteroffizier  1000.

Nose  834.

Rosenbaum,
859,  1001.

v.  Rosenberg,  Oberleutnant  57,  722.
Nosenberg,  Olga  91.

Rosenhahn,  Feuerwerksleutnant  388.

v.  Rosenthal,  Nitter  u.  Edler,  Oberleutnant
  198.

v.  Rosenthal,  Nitter  u.  Edler,  Oberarzt

  .
Rosenthal,  Oberbüchsenmacher  861.
Rosinsky,  Gefreiter  564.
Roß,  377.
Noß,  Heinz  694.
Rossa,  Feldwebel  566,  1039.
Rossi  807.
Roßmann,  Gefreiter  860.
Roßmeier,  Pionier  860.

Rosteck,  Reiter  564.
Rothauge  &amp;amp;  Wulff  473.

Rothen  bacher,  Unterzahlmeister  562.
Rothenfußer,  Vermessungsgehilfe

Rothert,  Leutnant  559.

v.  Rothkirch  1192.

Rothschild,  Dr.,  Verlagsbuchhandlung
  1125.

Rotschuh,  Dr.  105.

Rottler,  Polizeisergeant  1191.

Rottmann,  Bureaugehilfse  442,  861.

Noume,  Gouverneur  408.

Röckinghausen,  Gerichtsaktuar  862.

Nöder,  Unteroffizier  563,  1085.

Nöhle,  H.  1193.

Intendantursekretär

NRumpf,  Prof.,  Dr.  323.

Röhm,  Sergeant  563,  1085.

Nöhr,  Bureaugehilfe  1000.

Röhricht,  Pflanzungsdirektor  502.

Nöhrig,  Bautechniker  922,  1191.

v.  Römer,  Oberleutnant  562.

Römisch,  Feldwebel  883.

Rösemann  &amp;amp;  Kronewitter  473.

Rösener,  Assistenzarzt  237.

Rösner,  Gefreiter  564.

Röser,  Feldwebel  148,  566,  1000.

Nubien,  Gastwirt  101.

Ruccius,  Missionar  1124.

Nuckdeschel,  Gefreiter  564.

Nuckschedel,  Gefreiter  1189.

Rudat,  Unteroffizier  563.

Nudkin,  Kapitän  906,  907,  908,  909.

v.  Nudno-Rudzinski,  Gouvernementsbeamter
  150.

Rudolf,  Kesselschmied  390.

Nudolph,  Oberleutnant  561.

Nudolph,  Obergäriner  658,  1040.

Nudolph,  Gärtner  150.

Rudolphi,  Zahlmeister  57,  656.

Ruff,  Leulnant  507,  1188

Auge,  Prof.,  Dr.  323.

Ruckwied,  Regierungsbaumeister  150.

Rumohr,  Unteroffizier  54.
        <pb n="60" />
        Rumpf,  Schreiber  566.

Runds,  Schlosser  200,  884.

Runge,  Dr.,  Regierungsarzt  201,
205.

Runge,  Polizeimeister  104,  566,  794.

Runge,  Leutnant  566,  859,  919.

Runge,  Sergeant  7  389.

Runge,  Edwin,  Verlag  600.

Ruprecht,
1000.

Rusch,  Streckenwärter  1087.
Ruthe,  Regierungsbaumeister  56.
Rutz,  Lehrer  4.

Rutz,  Reiter  564.

v.  Ruville,  Dr.  693.

Rübel,  Feldwebel  921.
Rückebeil,  Polizeisergeant  1087.
Rüdiger,  Feldwebel  562.
Rüffer,  Materialienverwalter  285.
Rühl,  Sanitätssergeant  563.

S.

Saager,  Gefreiter  564.
Sabersky,  Dr.  826.
Sache,  Sanitätsfeldwebel  1190.
Sachs,  Portier  145.
Sachs  u.  Coheu  473.
Sachse,  kommiss.  Bureauassistent

2.  Kl.  1039.

Vermessungsgehilfe  566,

Sauer,

LX

Sauer,  Gouvernementssekretär  56,

Bureaugehilfe  442,  861,
Sauerberin  Oberleutnant  a.  D.
1193.
Sauerschell,  Gesreiter  563.
Sauerwein,  kommiss.  Sekretär  150,
658,  884

Sauerzapf,  Friedrich  1195.

v.  Saurma:-Jeltsch,  Graf,  Oberleutnant
  388.

Söbel,  Unteroffizier  563.

Siänger  u.  Stürmer  473.
Siuberlich,  Gefreiter  563.

Sachtleben,  Zahlmeister  330,  562.

Safiri,  Obmascha  507.
Sagner  u.  Schmidt  473.
Sahling,  Unteroffizier  563,
Sailer,  J.  473.

Sakpam,  Häuptling  626.
Sakrani,  Askari  507.

v.  Saldern,  Leutnant  561.
Salin,  Häuptling  804,  806,  809.
Salisbury,  Lord  1003.
Salle,  Otto,  Verlag  1235.

v.  Sahnuth,  Hauptmann  a.  D.

Salzbrunn,  Herm.,
Salzer,  Hauptmann,  197.

Samson,  Proviantamtsassistent  239.

Samuel,  Isaac,  Unterhäuptling  8.

Sander,  Dr.  Marinestabsarzt  a.  D.

323.
Sander,  H.  473.

Sandmann,  D.  Fira  168,  207,  264.

286,  306.
Sandrock,  Oberleutnant  #  393.
Sandrock,  Oberleutnant  911.

Sango,  Häuptling  f  258,  259,  458,

577,  578.
Sappeur,  W.  473.
Sasse,  Kaserneninspektor  236.
Sasse,  Vizewachtmeister  860.
Sasse  1194.

57.
Salomon,  Kassenvorstand  330,  473.
Reiter  1  284.

Schaa,  Bootsmann  883.

Schaaffhausen,  A.,  Bankverein  657.

Schaal,  Unteroffizier

Schaar,  Sanitätssergeant  332.

Schaar,  Reiter  564.

Schabruma  336,  337,  338,  339,  342,
343,  344,  345,  346.

Schachtmeyer,  Oberarzt  566,  856.

Schacke,  Hauptmann  d.  L.  239.

Schako,  Hilfsschreibber

Schanz,  Vertreter  d.  Kolonial-Wirtschaftlichen

  Komitees  592,  694.

Schanz,  Moriß  1216.

Scharf,  Gefreiter  860.

Scharfe,  Sergeant  442,  861.

Scharlau,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  614,  883.

Schat,  Schlosser  200,  884.

Schaub,  Oberveterinär  104.

Schaub,  Vizefeldwebel  562.

Schauf,  Unteroffizier  563.

Schaufler,  Dr.  med.  40.

v.  Schauroth,  Oberleutnant  390,
730,  919.

Schauwecker,  Leutnant  283.

Schäfer,  Dr.  Geh.  Rat  u.  orbentl.

Prof.  113,  1001.
Schäfer,  kommiss.  Sekretär  884,  1087.
Schäfer,  Gefreiter  563.
Schäfer,  Reiter  237,  564.
Schäffer,  1.  Vorsitzender  d.  Militär-Vereins
  Sonnenwalde  1192.
Scheel,  Dr.,  Oberlehrer  974.
van  der  Scheer,  Dr.  323.
Scheer,  Steuersupernumerar  239.
Scheer,  Sekretär  566
Scheffel,  Sergeant  507.
Scheffler,  Militär-Intendantursekretär
  656.
Scheffler,  Planlagenleiter  1137.
Scheibe,  N.  30.
Scheidel,  Unteroffizier  332.
Schellack,  Zahlmeister  285,  839,
920.

Schelle,  Dr.,

Oberstabsarzt  858,  921.

Schellens,  Bausekretär  614,  1087.

 

 

Schenk,  Dr.  693

Schenk,  Dr.,  Sanitätsrat  91,  390.

Schenk,  Zentralbureauvorsteher  146,
657.

Schenk,  A.  29.

Schenk,  Gefreiter  563.

Schenke,  Dr.,  Assessor  862,  1087.

Schepler,  Unterzahlmeister  565.

Scherbening,  Oberstleutnant  920.

Scherbening,  Major  560,  567,  723.

Scherf,  Gouvernementssekretär  239,
657,  921.

Scherschmidt,  Assistenzarzt  882,  918.

Scheuermann,  Feldwebel  334

Scheunemann,  Hauptmann  56,  120,
347,  348,  350,  352,  391,  393,  394,.
395,  396,  399,  565,  613,  656,  798.

Scheunemann,  Oberleutnant  1211.

v.  Scheven,  Leutnant  355.

Schiburr,  Gefreiter  563.

Schicker,  Drechflermeister  1194.

Schiele,  Sergeant  566,  1000.

Schiepan,  Dr.  Stabsarzt  858.

Schikorra,  Gefreiter  564.
Schilbach,  Karil  1192.
"  Schilder,
1000.

Polizeiwachtmeister  657,

Schilling,  Dr.  323,  887.
Schilling,  Photograph  796.
Schimmel  u.  Co.  694.
Schimmelfennig,  Kaden  1194.
v.  Schimmelpfennig  458.

Schimmelpfennig,  Major  504,  1085.

Schimmer,  Oberleutnant  918,  1039.
Schimmer,  Leutnant  506.
Schimper,  895.

Schindano,  Askari  507.

Schindel,  Reiter  332.

Schindele,  Reiter  860.

Schindler.  Sanitätsunteroffizier  861.
Schinke,  Dr.,  Stabsarzt  284,  858.
Schinz,  Dr.  32.

Schiöberg,  Bezirksamtsschreiber
103

9.
Schipper,  Bberleutnamt  284,  921.
Schlaginhausen,  Dr.,  Assistent  796.
Schlagintweit,  #ebent  a.  D.  42.
Schlapp,  Reiter  564.
Schlechter,  Dr.,  186,  269,  524,  525.
Schlechter,  Max  473.
Schlehahn,  Händler  f516.
Schleibhuber,  Gefreiter  564.
v.  Schleinitz,  Frhr.  Major  331,  559,
724,  855.
v.  Schleinis,  Frhr.  Kapitän  zur  See

Senn,  Pflanzungsleiter  558.
Schleinitz,  Schwester  251.
        <pb n="61" />
        Schlemm,  Fräulein  1194.
Schlenzig,  Gefreiter  564.
Schlesok,  Sanitätssergeant  563.
Schlettwein,  kommiss.  Bezirksrichter,
Gerichtsassessor  150,  297,  862.
Schlettwein,  Leutnant  54,  794,  1000,
1037.
Schlettwein,  Farmer  27,  63,  101.
Schlichting,  Theophil  473.
Schlicke,  Kanzleigehilse  56,  442,  724.
Schlieder,  Feldwebel  334,  507.
Schlief,  Stationsassistent  56,  566.
Schlieff,  Assistent  393.
Schlimm,  Dr.  Gerichtsassessor  1000.
Schlimm,  Referendar  565.
Schlink,  Feldwebel  562.
v.  Schlippenbach,  Graf,
350,  351.
Schlobach,  Hauptmann  722.
Schlosser,  Hauptmann  396,  618,
619,  621,  623,  723,  1189.
Schlott,  Gefreiter  860.
Schluckwerder,  Kaufmann  100.
Schlutow,  Wm.,  Bankhaus  657.
Schlüngel,  Lokomotivheizer  200.
Schlütler,  Dr.  Stabsarzt  388,  513,

Direktor

884.
Schlüter,  Leutnant  507,  1086.
Schmaleit,  Gefreiter  564.
Schmaler,  Reiter  860.
Schmaus,  Bautechniker  56.
Schmeiser,  Sekretär  1087.
Schmeißer,  K.  30.
Schmelzer,  G.,  Plantagenbesitzer  816.
Schmerenbeck,  A.  24,  473
Schmeßpfennig,  Schachtmeister  390.
Schmid  v.  Schwarzenhorn  600.
Schmid,  Sergeant  563.
Schmid,  Gefreiter  563.
Schmids,  Kesselschmied  884.
Schmidt,  Lic.,  Divisionspfarrer  600.
Schmidt,  Pfarrer  127.
Schmidt,  Ostar,  Oberleutnant  610.
Schmidt,  Leutnant  283,  561.
Schmidt,  Dr.,  Oberarzt  859.
Schmidt,  Dr.,  Leutnant,  Assistenzarzt
612.
Schmidt,  Zolldirektor  1039.
Schmidt  gen.  Bergmann,  Polizeiwachtmeister
  1000.
Schmidt,  Militär-Intendanturrat  504.
Schmidt,  Rechtsanwalt  812,
Schmidt,  Lehrer  442.
Schmidt,  Steuersekretär  1038.
Schmidt,  Landmesser  129,  285,  566.
Schmidt,  Förster  239,  513.
Schmidt,  Unterzahlmeister  860.
Schmidt,  Feldwebel  883.  1038.
Schmidt,  Sanitätsfeldwebel  565.

Schmidt,

Schmiedecke,  Fr.  473.

 

Schneider,  Stationsassistent  921.

Schneider,  Wegebauaufseher  861.
Schneider,  Sergeant  563.

 

*“½

Schmidt,  Sergeant  563.

Schmidt,  Rob.,  Unteroffizier  55.

Schmidt,  Gefreirer  563,  564,  860.

Schmidt,  V,  Gefreiter  860.

Schmidt,  Kanzlist  389,  794,  1000.

Schmidt,  Bureaugehilse  794.

Schmidt,  Franz,  Schreiber  514.

Schmidt,  Leo,  Kesselschmidt  200.  »

C.  Christian  473.

Schmidt,  F.  473.

Schmidt,  Geo  297.

Schmidt,  Willi  473.

Schmidt,  Gust.,  Verlag  1172.

Schmidt,  Karl  1194.

Schmidt-Dargit,  Geh.  Legationsrat
  1234.

Schmidt-Stölting,  Henry  825.

Schmidtborn,  Hauptmann  103,  560,
564,  567.

 

Schmieder,  Polizeimeister  614,  1040.

Schmieder,  Sanilätssergeant  861.

Schmitt,  Kriegsgerichtsrat  858.

Schmitd,  Lehrer  724.

Schmitt,  Bureaugehilfe  1190.

Schmitt  129.

Schmit,  Pater  297.

Schmih,  Sanitätssergeant  563.

Schmiy,  Feldwebel  724.

Schmitz,  Jakob,  Reiter  57.

Schmolck,  Walter.  Hauptzollamtsassistent
  884.

Schmoller,  Gustav  906.

Schnee,  Dr.,  Wirkl.  Legationsrat  504.

Schnee,  Dr.,  Regierungsarzt  1191.

Schneemann,  Sergeant  507,  1039.

Schneemann,  Unteroffizier  332.

Schneidenberger,  Bureauassistent
1.  Kl.  1039.

Schneider,  Leutnant  147.

1

Schneider,  Intendantursekretär  859.
Schneider,  Bureaugehilfe  104.

 

Schneider,  Unteroffizier  567.
Schneider,  Gefreiter  563.
Schneider,  Neiter  614.
Schneider,  Johanna  473.
Schneidereit,  Unteroffizier  565.
Schnelle  473.
Schnieders,  Steuermann  199,  565.
Schniewindt,  Hauptmann  389.
Schoeller,  Seehandlungsrat  a.
101.
Schoenemann,  Gesreiter  860.
Schoenewergk,  Reiter  564.
Schoetz,  Rich.,  Verlagsbuchhandlung
600.

 

D.

Schorcs,
Schorkopf,  Forstassessor  239,  442.

Schreiber,

Scholler,  Materialienverwalter  239,
566.

Scholler,  Unteroffizier  563.
Scholles,  Sanitälsunteroffizier  507.

1039,  1085,
Schols,  Lazarettgehels#e#  285.
Scholz,  Dr.,  Kaiserl.  Bezirksrichter
—*-Scholz,

  Dr.,  Gerichtsassessor  658.

Scholz,  kommiss.  Sekretär  199.

Scholz,  Unterzahlmeister  860.
Scholz,  Paul,  Militärkrankenwärter

Scholz,  Kanzleidiener  145.

Scholz,  Schlosser  200.

Scholz  u.  Co.,  Lüderitbuchtgesellschaft
  469.

Scholz  u.  Co.,  Firma  1010.

Schonert,  Leutnant  1087.

Schoppau,  Reiter  564,  1188.

Schopper,  Landwirt  1136.

Lokomotioführer  658.

Schorpp,  Uniteroffizier  563.

Schorß,  Wcgebauer  239,  566,

Schosser,  Missionar  255.

Schott,  Gärtner  104,  333.

Schottelius,  kommiss.  Bezirksrichter
724,  862.

Schöll,  Geheimrat  1193.

Schön,  Forscher  973.

Schön,  Leutnant  199.

Schön  Polizeibureaudiätar  199.

Schön,  kommiss.  Sekrelär  513,  565.

v.  Schönberg,  Hauptmann  und
Kompagniechef  236,  343,  344.

Schönberg,  Oberleulnant  356.

Schönbrunn,  Unteroffizier  563.

Schönebeck,  Dr.,  Assistenzarzt  859.

Schöneberg,  Leumant  135.

 

Schö  "Q
105.
Schönig,  Pater  255.
Schönhärl,  Lehrer  239,  884,  1087.

Schönnerstedt,  Reiter  564.
Schörnich,  Dr.,  Stabsarzt  505.
Schramke,  Gefreiter  199.
Schramm  u.  Co.,  Firma  874.
Schramme,  Unteroffizier  563.
Schreck,  Polizeimeister  1136.
Schreiber,  Dr.  40.

Schreiber,  Inspektor  188.
Unterzahlmeister  562.
Schreiber,  Sanitätsunteroffih.  1190.
Schrewe,  Leutnant  561.
Schriefer,  Sergeant  627.
Schroedter,  Oberarzt  1087.

v.  Schroetter,  Leutnant  334.
        <pb n="62" />
        Schröder,  Erich,  Oberleutnant  z.  S.
914,  1031,  1079.

Schröder,  J.  286.

Schröder,  Kammergerichtsrat  1134.

Schröder  u.  Co.,  Bankier  373.

Schröder,  Gustav,  473.

Schröder,  Karl  473.

Schröder,  Gefreiter  564.

Schuame,  Häuptling  620.

Schubert,  Feuerwerksleutnant  1187.

Schubert,  Reiter  564.

Schubkegel,  Bureauvorstand  102.

Schuckelt,  Dr.  286.

v.  Schuckmann,  Geh.  Legationsrat

4

v.  Schuckmann,  Gouverneur  723,
862,  981.
Schuhmacher,  Dr.,  Sanitätsrat  105.
Schuhmacher,  Dr.,  Oberarzt  331.
Schuhmacher,  Gefreiler  564.
Schuhmacher,  Neiter  332.
Schuhmacher,  Dr.,  Assessor  566.
Schuldt,  Feldwebel  562.
Schulte,  Lokomotivheizer  200,  658.
Schulte,  Gefreiter  563.
Schuls,  Edgar,  Leutnant  330,  506.
Schuls,  Dr.,  Oberarzt  506.
Schultz,  Oberleutnant  561,  919.
Schuls,  Unteroffizier  563,  658.
Schulst,  Vizewachtmeister  565.
Schultz,  D.  892.
Schulte,  Hans,  Dr.,
assessor  56.
Schule,  Lehrerin,  443.
Schultze,  Dr.  Professor  1040.
Schulpe,  Adolf  1195.
Schulpe-Moderow,  Leulnant  566.
Schulz,  Vureauassistent  2.  Kl.  56.
Schulz,  Polizeimeister  4,  443,  566,
884,  921.
Schulz,  Unterzahlmeister  104.
Schulz,  Karl,  Unteroffizier  148.
Schulz,  August,  Reiter  148.
Schulz,  Feldlazareltrendant  200.
Schulz,  Dr.  Oberarzt  284.
Schulz,  Bezirksamtssekretär  389,

Regierungs-=1000.


Schulz,  Geh.  Sekretariatsassistent  504.
Schulz,  Unteroffizier  563.
Schulz,  Sergeant  563.
Schulz,  Sanitätsunteroffizier  563.
Schulz,  Hauptmann  614.

Schulz,  Arthur,  Gefreiter  860.

Schulz,  Reiter  860.

Schulz,  E.,  Polizeisergeant  1087.

Schulz,  Franz,  Militär-Intendantursekretär
  558.

Schulz  gen.  Kütter,  Gefreiter  563.

Schumm,  Sanitätssergeant  861.
Schurig,  Nobert  473.

"  Schüngel,  geprüfter  Lokomotioheizer
658.

LXII

Schulz,  Gefreiter  237,  332,  564,  860.
Schulz,  Wachtmeister  1087.
Schulz,  Bureauassistent  1195.
Schulze,  Unteroffizier  237,  563.
Schulze,  Gefreiter  54.
Schulze,  Max,  Schlosser  285.
Schulze,  Proviantamtöassistent  390.
Schulze,  Olto,  Proviantamlsassistent
859.
Schulze,  A.  C.  Albert,  Firma  443.
Schulze,  August  473.
Schulze,  Unterzahlmeister  562.
Schulze,  Dr.,  Oberarzt  1037.
Schulze,  F.  F.  A.  1192.
Schulze  &amp;amp;  Co.  1225.
Schumacher,  Dr.,  Referendar  794.
Schumacher,  Dr.,  Oberarzt  1190.
Schumann,  Missionssuperintendent
145.

 

Schurig,  Zahlmeister  615,  859.
Schuster,  Unteroffizier  237.

Schürkötter  286.

Schwaighofer,  Gefreiter  237.
Schwardt,  Sanitätsfeldwebel  562.

Schwarz,  E.  H.  L.  29.
Schwarzbach,  O.  473.

Schüßler,  Proviantamtsassisient  922.
Schütt,  Gefreiter  ##  508.

Schütt,  Unteroffizier  563.

Schütz,  Unteroffizier  237.

Schütz  1194.

Schütze,  Unteroffizier  353.
Schützinger,  Plantagenbesitzer  816.
Schwabe,  Bureaugehilfe  861.
Schwabe,  Gefreiter  860.

v.  Schwartz,
1028.
Schwartz,  Oberleutnant  104.
Schwarg,  John  473.
Schwarz,  Unteroffizier  1087.
Schwartz  I,  Gefreiter  563.
Schwarz,  Gefreiter  563.

D.,  Missionsdirektor

Schwarze,  Zollinspektor  389,  793,
861,  1086.

Schwarzenberg  u.  Offen  473.

Schwarzer,  Sanitätsunteroffizier  332.

Schwarzott,  Unteroffizier  860.

Schweder,  Amtsbiätar  442,  724.
Schulz,  Wilh.,  Plantagenbesitzer  818.

Schweiger,  Oberleutnant  197.

1

Schwedt,  Vizewachtmeister  563

Schweiger,  Heinrich  473.
Schweinfurth,  Forscher  1001.
v.  Schweinitz  u.  Krain,  Graf,
Frhr.  v.  Kauder,  Hauptmann  388.
1I

Schwengberg,  Dr.,  Oberarzt  562,
566.

Schweppe,  Oberleulnant  zur  See  270.

Schwesinger,  Gefreiter  664.

Schwetschke  u.  Sohn,  Verlag  188
974,  1075,  1236.

Schwingk,  Gefreiter  563.

Schwink,  Leutnant  561.

Schwinning,  Bizewachtmeister  562.

Scott,  Chemiker  213.

Seckel,  Carl  286.

Secretan,  Spekulant  67.

v.  Seefried  1193.

v.  Seefried  auf  Buttenheim,
Frhr.,  Hauptmann  442,  627,  628,
918.

Seeger,  Gefreiler  564.

Seeley,  113.

Seelig,  Gefreiter  564,  1085.

Seelmann-Eggebert,  Hauptm.  2.

Seelmann,  Polizeimeister  1000.

Seemann,  Hermann,  Verlag  974.

Seerig,  Vizefeldwebel  237.

Seewald,  ev.  Divisionspfarrer  560,
862.

Sefu,  Askari  507.

Schad,  W.,  Marinestabszahlmeister
a.  D.  286.

Seidel,  Unteroffizier  343,  507,  1188.

Seidel,  A.  91.

Seidenschunur,  Feldintendantursekretär
  431.

Seidler,  Gefreiter  564.

Seifert,  Militärkrankenwärter,
freiter  564.

Seifert,  Reiter  237.

Seiffarth,  Zollverwalter  566,  1000,
1190.

Seiler,  Polizeimeister  239,  513,  1039.

Seiler,  Wegebautechniker  389.

Seiler,  Bauführer  861.

Seiner,  JF.,  Redakteur  520.

Seit,  Dr.,  Geh.  Legationsrat  431.

Seitz,  Hermann  473.

Seit,  Gefreiter  860.

Selig,  Karl,  Reiter  4.

Selkmann,  Hauptmann  57,  238,  505.

Sell,  Gefreiter  563.

Sellin,  Feldlazarettinspektor  922.

Selow,  Paul,  Gefreiter  #  238.

Selzer,  Postverwalter  1192.

Semler,  Dr.,  Reichstagsabgcordneter
18,  732.

Semler  u.  Gerhardt,  Firma  782.

Semmern,  Oberst  560.

Semmlinger,  Kommerzienrat  525.

Semper,  Forscher  288,  662,  663.

Sendke,  Lehrer  724,  1136.

Ge-
        <pb n="63" />
        Senfft,  Regierungsrat,  Bezirksamtmann,
  656,  662,  666.  922,  981.

Senkt,  Unteroffizier  237.

Senge,  weibl.  Häuptling  626.

Senick,  Gefreiter  563.

Senk,  Feldwebel  562.

Sering,  Dr.,  ordentl.  Professor  115,
898.

Sertorius,  Oberleutnant  5,  612.

Sertorius,  Sekretär  566.

Seuling,  Gefreiter  860.

Seyboltstorff,  Graf,  Oberleutnant
340,  341.

Seymour,  Admiral  38.

Shawe,  Dr.  40.

v.  Sichart,  Leutnant  561,  883.

Sieberg,  Major  5,  560,  611,  727,
728,  730,  731,  732.

Siebers,  H.  473.

Siebert,  Hauptmann  355,  356,  359,
360,  564,  566,  612,  728,  733,  856.

Siebrandt,  Feldwebel  4.

Siedersbeck,  Unteroffizier  860.

Siegel,  A.  J.,  Börsenvorsteher  769.

Siegert,  Materialienverwalter  566,
1000.

Siegfried  u.  Timke  473.

Siegfried,  Amtsrichter  1192.

Siepmann,  Hugo  1192.

Sievers,  Professor  Dr.  1125.

Sievert,  Leutnant  57,  388,  561.

Sige,  Oberveterinär  859.

Signorilla,  Giuseppe,  Plantagenbesitzer
  820.

Silberer,  Gefreiter  860.

Simandel.  Kurt  473.

Simba,  Ombascha  507.

Simon,  Dr.,

Simon,  Unteroffizier  563.

Simon,  Gefreiter  860.

Simon,  Missionar  39.

Sinai,  Eingeborener  807,  809.

Sitler,  Unteroffizier  563.

Siwek,  Gefreiter  F  508.

Skrodzki,  Dr.,  Stabsarzt  1039.

Skroyki,  Gefreiter  860.

Slottke,  Polizeisergeant  1191.

Slupina,  Unteroffizier  563.

Smend,  Oberleutnant  1125.

Smit,  N.,  sen.  473.

Smith,  H.  C.  F.,  Importhaus  473.

de  Smith,  Kapitän  909,  910.

v.  Sobbe,  Oberleutnant  #  391,  393,
394.

Sobernheim,  Dr.  693.

Soden,  Graf  1194.

Soser,  Dr.  910.

Sohn,  Leutnant  150,  505,  561.

Soliman  bin  Nafr,

v.  Spankeren,

v.  Sparr,
560.

Oberstabsarzt  599,  858.

LXIII  —

Solf,  Kaiserl.  Gouverneur  431,  503,
710,  1035.

Plantagenbesitzer
  818.

zu  Solms=  Wildenfels,
Hauptmann  722.

Soltau,  Provinzialsteuersekretär  1000.

Sommer,  Zahlmeister  1001.

Sommer,  Gefreiter  148.

Sommerfeld,  Dr.,  Tierarzt  614,
1039.

Sommerfeld,  Schlosser  884.

Sommerlad,  Dr.  693.

Somson,  Häuptling  804,  805,  806,
807.

Sonnenberg,  Kaufmann  502.

Sonntag,  Stationsassistent  566,  1000,
1191.

Sonntag,  Unteroffizier  563.

Sorge,  Ingenieur  525.

Soskin,  Dr.,  Expert  524.

Sowade,  Dr.,  Oberarzt  390,  1036.

Sowinski,  Kesselschmied  200,  884.

Spahn,  Dr.  19.

Spahn,  Unteroffizier  237.

Spangenberg,  Händler  356,  357.

Oberleutnant  285,

Frhr.,  Hauptmann  d.  R.

Spasß  u.  Co.  473.

Speierer,  Oberveterinär  150.

Speke,  Forscher  1005.

Spemann,  Verlag  1075,  1236.

Spennemann,  Forstaufseher  104.

Spennemann,  Förster  389.

v.  Sperling,  Generalmojor  z.  D.  1194.

Sperling,  kommiss.  Bezirksamtmann

56.
Sperling,  Sanitätsfeldwebel  860.

Sperling,  C.  F.  1125.

Spethmann  262.
Spiegel,  L
Spiegel,  Reiter  564.

Spieker,  Missionsinspektor  6,  647.
Spieth,  J,  188.

Spittel,  Unteroffizier  332.
Spörlein,  Sanitätsunteroffizier  563.
Sporn,  Sergeant  860.

Spreckels,  Klaus  375.

Sprigade,  P.  187,  421.
Springer,  Julius,  Verlag  825.
Springer,  Gefreiter  563.
Springwald,  Reiter  860.
Ssongea,  Sultan  336.

Staack,  J.  C.,  Baumaterialienhandlung

  1193.
Stach,  Oberleutnant  57,  331,  611.
Stach,  Polizeisergeant  104.

eutnant  285,505,  724,  1036.

Graf,
Stamm,

Stach,  Feldwebel  332.

Stage,  Oberleutnant  2.

Stahl,  J.,  Verlag  1028.
Stahlschuß,  Gefreiter  860.
Stalder,  Unteroffizier  507,  1086.
Leutnant  1191.

Stammberg,  Missionar  168.

Standau,  Feldwebel  148,  1039.

Stange,  Dr.  487,  910.

Stannick,  Unteroffizier  563.

Stappf.  F.  M.  29.

Starck,  -  857,  918,  921.

Stlarcke,  Dr.  5.

Stark,  Ebresem  614.

Stark,  Polizeisergeant  514.

Stasch,  Sanitätssergeant  563.

Staudacher,  Gefreiter  148.

Staudinger,  Unteroffizier  563.

Stauffert,  Vizefeldwebel  d.  K.  562.

Staeck,  Sanatoriumsverwalter  104,
390,  658.

Stechele,  Assistenzarzt  613.

Steckel,  Alfred  473.

Steffen,  Gefreiter  860.

v.  Stegmann  u.  Stein,  Oberleutnant
  856.

Steig,  Dr.,  Prof.  1193.

v.  Stein,  Frhr.,  Hauptmann  350,
351,  391,  392,  393,  394,  395,  614.

Stein  v.  Lausnitz,  Frhr.,  Hauptmann
  à  l.  s  615,  1135.

v.  Stein  zu  Nord=  und  Östheim,
Frhr.,  Leutnant  506.

Stein,  Vizewachtmeister  1189.

Steinberg,  Sanitätssergeant
1039.

Steinemann,  Heilgehilfe  795,  1136.

Steiner,  Regierungsbaumeister  566,

614,

94.
Steiner,  Gefreiter  360.

Steinhager,  Friedr.,  Plantagenbesitzer
  820.

Steinhausen,  Regierungsrat  239,
566.

Steinhausen,  Oberleutnant  506.

Steinhausen,  Hauptmann  612,1037.

Steinhausen,  Kaufmann  502.

Steinhäuser,  Militärkrankenwärter
564.

Steinhäuser,  Gefreiter  564.

Steinkamp,  Reiter  564.

Steinmeister,  Militärkrankenwärter
564.

Stelling,  Oberleutnant  1001.

Stellmacher,  Gefreiter  861.

Stellmacher  „P
l

922.

Stener,  Sanitätsunteroffizier  563.
        <pb n="64" />
        Stephan,  Dr.,  Marinestabsarzt  42,
228,  796.

Stephan,  Sergeant  332.

Stephan,  Gefreiter  860.

v.  Stephani,  Oberleutnant  566,  723,
862,  1086.

Stern  u.  Henker  473.

Stetten,  Rittmeister  1215.

Steuber,  Dr.,  Oberstabsarzt  600.

Steudel,  Dr.,  Oberstabsarzt  504.

Steuerwald  680.

Steyer,  Kaufmann  502.

Sticker,  Professor  Dr.  323.

Stieber,  Hauptmann  613.

Stiehler,  Kapitän  1039.

Stiel,  Zahlmeister  5,  562.

Stieler,  135.

Stier,  Assessor  1135.

Stierling,  Dr.,  Stabsarzt  102,  566,
918.

Stiglmaier,  Gefreiter  237.

Stillger,  M.  473.

Stintzing,  Assessor  1087.

Stipop,  Unteroffizier  563.

Stockhaus,  Pfarrer  1194

v.  Stocki,  Hauptmann  730.

Stoermer,  Gebr.  473.

Stokes,  Dr.  40.

Stoll,  Sergeant  665.

Stollowsky,  Bunreauassistent  1.  Kl.
389,  921,  1136.

Stolowsky,  Trr.,  Oberarzt  724,  856.

Stolowski,  Dr.,  Stabsarzt  1036.

Stolpe,  Gefreiter  F  199.

Stolz,  Missionar  502.

Stoppa,  Reiter  564.

Storsberg,  Gefreiter  563.

Stöber,  Gefreiter  563.

Störzbach,  Bureaugehilfe  56,  565,
861.

Stöwer,  Professor  1126.

Stracke.  Karl  286.

Strademann,  Gouvernementssekretär
  56,  104.

Straehler,  Kammergerichtsrat  882,
918.

Strahler,  Oberarzt  149.

Strahler,  Oberleutnant  a.  D.  239,
390.  443.

Strang,  Geh.  Kanzleidiätar  504.

Stranghöner,  Sergeant  1087.

Straßburger,  Kriegsgerichtssekretär
859,  998.

Straube,  Gefreiter  860.

Strauch,  Kontreadmiral  795.

Strauch,  Feldbäcker  861.

Strähle,  Reiter  148.

Streccius,  Hauptmann  660.

Streccius,  Oberleutnant  795,  919.

LXIV

Strecker  u.  Schröder,  Verlag  135,

487,  1075,  1235.

Strehlke,  Hauptmann  561.

Strehlke,  Oberleutnant  147,  730.

Streibel,  Sergeant  563.

Streit,  Pater  136.

Streller,  Reiter  237.

Strick  u.  Co.,  Frank,  engl.  Reederei
875.

Strobach,  Büchsenmacher  657.

Strodel,  Reiter  237.

Strodthoff,  Bekleidungsamtsassistent
200

Strohbusch,  städt.  Lehrer  1194.
Stromer  von  Reichenbach,  Frhr.

29.  .
Strödel,  Oberleutnant  612,  919.
Strödel,  Leutnant  506,  566.

v.  Strubberg,  General  d.  Infanterie

906

Struckberg,  Kadett  1136.

Strunk,  Dr.,  Stabsapotheker  236.

Strunk,  Unteroffizier  860.

Struwe,  Tierarzt  862.

Strümpell,  Oberleutnant  613,  1088,
1139,  1190.

Strützky,  Gefreiter  860.

Stuart  Mill  113,  1001.

Stuck,  Sanitätssergeant  563.

Stuckhardt,
gierungsrat  201.

v.  Stuckrad,  Leulnant  283,  561.

Stueckle,  Proviantamtsöassistent  1000.

Stuhlmann,  Dr.,  Geh.  Regierungs-=rat
  149.

Sttuller,  Oberarzt  567,  859,  1187.
Stumpf,  Gefreiter  563.

Sumof,  Leutnant  1187.

v.  Sturtevant  105.

Stury,  Verlag  der  Königl.  Universitätsdruckerei
  1236.

Stübel,  Leutnant  1039.

Stücker,  Feldintendantursekretär  57,
559,  920.

Stückle,  C.  473.

v.  Stülpnagel,  Hauptmann  147.

Stücken,  Alfred  1192.

Stürmann  240.

Stürner,  P.,  Pfarrverweser  390.

Stüssel,  Gefreiter  563.

Stoyx,  Oberleutnant  237,257,  389,  861.

Summa,  Dr.,  Stabsarzt  858.

Sunday  807.

Supf,  Karl,  Vorsitzender  d.  Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitees  255,  267,
377,  523,  525.  5

Supf,  Willi  1218.

Suppanz,  Raimund  473.

Susak,  Häuptling  665.

Bezirksamtmann,  Re-Sussieck,

  Unteroffizier  883.

Süsserott,  Wilh.,  Verlagsbuchhandlung
  91,  187,  228,  421,  648,  784,
826,  1028.

Swade,  Gefreiter  563

Swart  u.  Polcakoff  473.

v.  Sydow,  Oberleutnant  102,  388,
723.

Syllwaschy,  Schlosser  200,  884.

Symus  259.

Sypniewmwski,  Sanilätssergeant  861.

Szewzyk,  Unteroffizier  563.

Szkudelski,  Unteroffizier  563.

T.
Taboa,  Häuptling  396.
Taeubler,  Moajor  3.
Tafel,  kommiss.  Polizeimeister  1040.
Taffe,  Reiter  238.
Tailleur,  Leutnant  i  407.
Tanera,  Karl  1126.
Tannenberger,  Polizeimeister  658.
Tappenbeck,  Forscher  1208.
Tatlow,  Geo  4473.
Tauber,  Depotverwalter  1000.
Taupictz  474.
Techmer,  Landmesser  104.
Tecklenburg,  Regierungsrat  53,  235.
Teich,  Gefreiter  564.
Temlitz,  Kaserneninspektor  390,  857
Templin,  B.  473.
Tenner,  W.  473,  474.
Teremka,  Askari  507.
Teresinsky  &amp;amp;  Adler  473.

Terfloth,  Steuermann  724,  1000.
„Tesch,  Hofrat  918,  1235.

Tesch,  Unterzahlmeister  239.
Tesche,  Gefreiter  563.
Teschner,  Sanitätssergeant  507.
Teschner,  Gefreiter  237.

Tete  Bimbila  251.

Tetsch,  Gefreiter  564.

Teßlaff,  Polizeisergeant  514.

"  Teubener,  Sanitätssergeant  1039.
Teubner,  V.  G.,  Verlag  42.
Teutscher,  Unteroffizier  563.

Thamm,  Sanitätsfeldwebel  1000.

Theiler,  Gefreiter  564,  1085.

Theißen,  Gefreiter  563.

Theobald,  Unterzahlmeister  860.

Thesing,  Oberleutnant  882.

Thiel,  Sergeant  563.

Thiele  &amp;amp;  Holzhausen,  Firma  334.

Thielecke,  Heinr.  J.  (früher  Glatz
&amp;amp;  Co.  473.

Thiem,  Feldwebel  513,  566,  883.

Thiemann  473.

Thieme,  Gefreiter  54.

Thieme,  Herm.,  Gefreiter  #  238.
        <pb n="65" />
        Thienemann,  J.,  Dr.  972.

Thiering,  Militärkrankenwärter  54.

Thiesen,  kommiss.  Sekretär  442,  724.

Thoeren,  August  473.

Tholen,  Techniker  92.

Thomä,  Reiter  860.

Thormann,  Reiter  564.

Thorwart,  Bureaugehilfe  149.

Thran  473.

Thuleweit,  Gefreiter  563.

Thumstätter,  Unterzahlmeister  562,
1188.

v.  Thun,  Leutnant  198,  505.

Thurm,  Gerichtsassessor  390.

Thurmann,  Unteroffizier  882.

Thurnwald,  Dr.,  Forschungsreisender

Thümmel,  Gefreiter,  563.

Tiedemann,  Oberleutnant  54.

Tietz,  Sanitätosergeant  563.

Tietze,

Tietze,  Kaufmann  502.

Tietzen,  Dr.  med  1192.

Timbi,  Häuptling  620.

Timirjaseff,  W.  J.,  Präsident  769.

Timm,  Sergeant  794.

Timoteo  Osee  302.

v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  G.  m.  b.  H.,
40.

Tissot,  Hauptmann  408

Titze,  Ganitätsunteroffizier  566,  1039.

Tobati  1214.

Toeche-Mittler,  Dr.  Theodor  905,
906.

Togmann,  Wilhelm  473.

Tonndorf,  Feldlazarettinspektor  334,
860.  1037.

390,  795
Tost,  Ernst,  Unteroffizier  504.
Tournier,  Oberleutnant  627.
Toussoint,  Gefreiter  860.
Többe,  Gefreiter  563.
Traeger,  Moajor  197.
Trafford,  W.  L.,  Kapitän  228.
Trainer,  Leutnant  612.
Traun,  Stürcken  &amp;amp;  Co.,  Firmas,
1104.
Trautmann  „Negierungstierorn  150.
Trautmann,  Gefreiter  564.
Trefurth,  Leutnant  197.
v.  Treitschke,  Heinr.  117.
Trenck,  Leutnant  390,  796.
Treptow,  Sanitätsfeldwebel  860.
v.  Tresckow,  Hauptmann  388.
Tresos  262.
Treub,  Professor  679.
xrichterborn,  Nob.,  Gefreiter  55.
Triebel,  Gefreiter  563.

—  LXV  —

Trodler,  Sanitätsunteroffizier  237.

Trommsdorff,  Dr.,  Oberarzt  858.

Troost,  Edmund  474.

v.  Trotha,  General  19,  353,  354,
357,  360,  421.

v.  Trotha,  Oberleutnant  559.

Trott,  Major  505.

Tröbst,  Reiter  237.

Trunzer,  Gefreiter  564,  1086.

Truschinski,  Karl,  Gefreiter  238.

Trümper,  Generalkommissionszeichner
  658.

v.  Trzaska,  Oberleutnant  4,  610.

Tsavallos,  Christo,  Plantagenbesitzer
816.

Tschepe,  Kesselschmied  200,  884.

Tschepe,  Büchsenmacher  564.

Tschöpe,  Eisenbahnpraktikant  1000.

Tugendreich,  prakt.  Zahnarzt  1192.
Tugumedja,  Häuptling  394.

Maschinenschlosser  104,  333.

Tunga,  Nyumbahäuptling  352,  396,
1209.

Tutschke,  Reiter  564.

Tümena,  Gefreiter  564.

u.

Uecker,  Amtsrichter  1194.
Ufer,  Dr.,  Regierungsarzt  258,  794,

1190.
Uhde,  Gefreiter  563.
Uhl,  Dr.  1192.
Uhlemann  474.
Uhlig,  Dr.,  Professor,

teorologe  101.
Uledi  Maryonga,  Askari  507.
Ullrich,  Oberarzt  505.

Ullrich,  Sanitätsunteroffizier  861.
Tormann,  Regierungssupernumerar

Ulrich,  Dr.  910.

Ulrichs,  Gefreiter  860.

Unfug,  Hofrat  145.

Ungelenk,  Ludw.  (Justus  Naumanns
Buchhandlung)  1126.

Unger,  Dr.  1194.

Unger,  Sanilätssergeant  237.

Urban,  Jakob,  Bahnmeisterdiätar  104.

Urban,  Reiter  1  432.

Urban,  Gefreiter  860.

Urban,  Sattler  861.

v.  Usedom,  Oberleutnant  615,  1087.

v.  Uslar,  Landrat  15,  27.

v.  Uslar,  Korvettenkapitän  244.
Utech,  Sergeant  336.
Uthemann,  Johs.  1193.

V.
Vageler,  Dr.,  269.
Vehlies,  Karl  1193.
Vehlow,  Walter  133.
Velten,  Dr.,  Prof.  188,  269.

ehemal.  Mev.

  Veltheim,  Kammerherr  1193.

Vender,  Streckenaufseher  658.

Venth,  Oberapotheker  239,  559,  860.

Verch,  Unterzahlmeister  56.

Verch,  Bureauassistent  1.  Kl.  442.

v.  Verdy  du  Vernois,  Dr.,  General
der  Infanterie  906.  1194.

v.  Vethacke,  Hauptmann  147.

v.  Vethacke,  Leutnant  567,  795.

Vetter,  Unteroffizier  332.

Vetter,  Bautechniker  56,  566.

Vetter,  Bauaufseher  391,  395.

Vetterlein,  Werkmeister  566,  1086.

Victor,  M.  Söhne,  Firma  255.

v.  Vietinghoff,  gen.  Scheel,  Frhr.,
Leutnant  857.

v.  Vietsch,  Dr.,  Reserendar  862.

v.  Vietsch,  kommiss.  Distriktschef  1039.

Vieweg  &amp;amp;  Sohn,  Firma  1001.

Villagon,  Händler  568,  576.

Vincenti,  C.,  Plantagenbesitzer  818.

Vischer,  Dr.  40.

Vi#thum  v.  Eckstaedt,  Graf,  Königl.
Sächs.  Gesandier  267.

Vogel,  Geh.  Kommerzienrat  525.

de  Vogel,  Dr.  377.

Vogel,  Regierungsassessor  922.

Vogel,  Sergeant  662.

Vogel,  Gustav  1195.

Vogelgesang,  NReiter  564.

Vogelsang,  Gefreiter  563.

Vogler,  Gouvernementssekretär  514.

Vogler,  Gefreiter  564.

Voigt,  Professor  1192.

Voigt,  Tischlermeister  100.

Voigt,  Gust.,  Gefreiter  f  55.

Voigt  390.

Voigtel,  Regierungsassessor  1195.

Vollbrecht,

Voigtländer,  NR.,  Verlag  698.

Voigts,  Oberleutnant  919.

Voigts,  Leutnant  334,  506.

Voigts,  A.  474.

Voit,  Leutnant  der  Reserve  200,  332,
559,  839.

Voit,  F.  W.  30.

Volger,  F.  1195.

Volkert,  Sanitätssergeant  563.

Volkmann,  Hauptmann  3,  697,  1028.

Volkmar,  Reiter  564.

Volkmer,  Gefreiter  563.

Volland,  Dr.  40.

Vollbaum  474.

Unteroffizier  563.

Volley,  Pflanzungsdirektor  502.
Vollmering,  Gouvernementssekretär

104,  657,  921

Voneja  672.

Vorreuter,  W.

Vormann,  Peter  802.
474.
        <pb n="66" />
        Vortisch,  Dr.  40.

Vortisch,  Oberrichter,  Regierungsrat
145,  149.

Vorwerk,  Oberarzt  859.

Vosberg-Rekow,  Dr.  1028.

Voß,  Stationsassistent  658,  1087.

Voß,  Landmesser  795,  922.

Voß,  Unteroffizier  563.

Voß,  Pflanzer  1  624.

Vosseler,  Dr.,  Professor  71,  104,  149.

Völker,  Gefreiter  564.

Völs,  Unteroffizier  563.

W.

Wacker,  Gefreiter  564.
Wackerzapp,  Leutnant  57,
Waentig,  Dr.  Prof.  693.
Waffenschmidt,  Reiter  564.
Wagenführ,  Oberleutnant  795,  1187.
Wagner,  Oberleutnant  857,  1188.
Wagner,  Leutnant  57,  283.
Wagner,  Ingenieur  101.
Wagner,  Bauassistent  239,  658,  884.
Wagner,  Buchdrucker  1000,  1190.
Wagner,  Unterzahlmeister  614.
Wagner,  Unteroffizier  332.
Wagner,  Gefreiter  563.
Wagner,  Fritz  474.
Wagner,  H.  d.  J.  873.
Wahl,  G.  474.
Wahlen,  Kaufmann  517,  518,  519.
Walbrunn,  Bautechniker  1087.  r!
Walch,  Unteroffizier  883.
Wald,  Gefreiter  860.
Waldeck-Nousseau,

dent  113,  699,  1004.
Walden,  wissenschaftl.

388.

 

Ministerpräsi.
Hilfsarbeiter

796.
Waldow,  Dr.,
268,  566.
v.  Waldow,  Oberpräsident  1193.
Walkhoff,  Unteroffizier  562.
Wallenstein,  Maschinist  1000.
Wallrabenstein,  Tischler  334,  1000,
1190.
Walser  4&amp;amp;4  Co.  474.
Walta,  V.,  Agronom  1011.
Walter,  Sergeant  332.
Walter,  Unteroffizier  563.
Walter,  Gefreiter  332.
Walther,  Dr.  Prof.  693.
Walther,  Oberleutnant  1087.
Walther,  Gefreiter  237.
Walther,  Verlagsbuchhandlung  1236.
Wandesleben,  Oberleutnant  722.
Wandesleben,  Leulnant  334.
Wandersleben,  Leutnant  506.
Wandres,  Missionar  9.

Marine-Stabsarzt  56,

v.  Wangenheim,

LXVI

v.  Wangenheim,  Frhr.,  Hauptmann,
505.

Frhr.,  Oberleutnant
  335,  342,  343,  344,  507,
1085.

Wannags,  Gefreiter  #  389.

Warburg,  Professor  70,  90,  186.  455.

Warburg,  Dr.  Prof.  525.

Warburg  2&amp;amp;  Co.,  Bankhaus  657.

Warncke,  Gerichtsschreibergehilfe  724.

Warneck,  Dr.  Prof.  693

Warnecke,  Schlosser  285,  862.

Warneke,  kommiss.  Sekretär  1000.

Warners,  Kapitän  #  864.

Warnholtz,  Direktor  525.

Warthemann,  Unteroffizier  563.

Wartmann,  Feldbäcker  861.

Watermeyer,  landwirtschaftl.
rat  23.

v.  Vatter,  Frhr.,  Leuinant  147,  334,

Bei-—*i

  Sekretär  390,  861,  1087.
Wauer,  Sergeant  860.

Wägner,  Reinhold,  Reiter  f  104.
Weber,  Dr.,  Assessor  922,  1191.
Weber,  kommiss.  Sekretär  1039.
Weber,  Gefreiter  237.

Weber  II,  Gefreiter  564.
Weberbauer,  Dr.  Prof.  244,  1218.

Weberus  4/74.

Wecke  &amp;amp;  Voigts  474.

Wedeck,  Gefreiter  860.

Wedekind,  Unterzahlmeister  860.

Wedekind,  Militärkrankenwärter  861.

Wegeleben,  Eisenbahnpraktikant!039.

Wegelin,  Oberleutnant  613.

Wegner,  Gefreiter  564

Wehking,  Gefreiter  564.

Wehle,  Hauptmann  564.

Weicher,  Wilh.,  Verlag  1125.

Weidler,  Eisenbahnsekretär  504.

Weidner,  Bureauassistent  2.  Kl.  56,
565,  861.

Weidner,  Kolonialeleve  614,  1000.

.Weig,  Reiter  564.

Weigel,  Leutnant  237,  723.
Weigelt,  Gefreiter  860.

Weigert,  Gesreiter  860.

Weigold,  Reiter  564.
Weikauf,  Unteroffizier  257.
Weilbäcker,  Ch.  474.

Weiler,  Pflanzungsdirektor  502.
Weiler,  Unterolfizier  563.
Weiler  474.

Weilhammer,  Georg,  Plantagenbesiher
  816.
Weilhammer,  Mich.,  Plantagenbesitzer

  816.

 

Weilhammer,  Otto,  Plantagenbesitzer
  816.

Weimert,  Unteroffizier  563.

Weinberger,  Bureaugehilfe  149.

Weiner,  Gefreiter  1087.

Weinhold,  Sanitälsunteroffizier  861.

Weis,  Maschinentechniker  614.

Weishaar,  Gefreiter  563.

Weiske,  Eisenbahnbetriebsdirektor  56.

Weiß,  Finanzdirektor  145.

Weiß,  Oberleutnant  561,  1136,  1137.

Weiß,  Leutnant  390,  506.

Weiß,  Intendantursekretär  859,  922.

Weiß,  Grenzaufseher  239.

Weißenborn,  Forscher  1208.

Weißhaupt,  Unteroffizier  332.

Weißmann,  Unteroffizier  563.

Weist,  Gefreiter  237.
Weitzenmiller,  Oberarzt  57,  506,

859.
v.  Welck,  Frhr.,  Hauptmann  239,  919.
Welck,  Kesselschmied  724.
Welkerup,  Eingeborener  807,  809.
Welter,  Oberleutnant  57,  388.
v.  Wenckstern,  Leumant  258,  566,
1037.
Wende,  Gesreiter  563.
Wendelmuth,  Gefreiter  148.
Wenderdel,  Landmesser  724.
Wendhaus,  Heinr.,  Reiter  4.
Wendland,  Oberleutnant  442,  918.
Wendlandt,  Leutnant  334,  723.
Wendler,  Gefreiter  564.
Wendt,  Zollassistent  566,  1039.
Wendte,  Plantagenbesiter  818.

Wenk,  Gefreiter  860.

Wenninger,  Ingenieur  861.

Wenninger,  Vermessungsgehilfe  883.

Wenzel,

Pastor  168

Wenzel,  Polizeisekretär  1087.
Wenzel,  Stationsassistent  794.

Wenzel,  Missionar  793.

Wenzel,  Bureaudiätar  504.
Wenzel,  Unteroffizier  563.

Wenzel,  Gefreiter  237,  563,  1188.
v.  Werner,  Vizeadmiral  a.  D.  1126.
Werner,  Kommerzienrat  784.
Werner,  Dr.,  Oberstabsarzt  1193.
Werner,  Dr.,  Stabsarzt  a.  D.  723.
Werner,  Leutnank  506.

Werner,  Rittmeister  d.  Ref.  1193.
Werner,  Unteroffizier  563.

Wernicke,  Oberleutnant  57,  505.
Wernicke,  Unteroffizier  563.
Wernicke,  Landmesser  92,  524.
Wernicke,  Zugführer  658.
Wertz,  Zolldirektor  333.
Wesemeier,  W.  5.
        <pb n="67" />
        v.  Westernhagen,  Leutnant  352.

Westphal,  Dr.,  Oberarzt  197.

Westphal,  Gefreiter  54,  860.

de  Wet  &amp;amp;  Co.,  474.

Wenyda,  Direktor  443,  922.

Weyer,  B.,  Kapitänleulnant  a.  D.  42.

Weyse,  Leutnant  456,  1188.

Wiatrowski,  Gefreiter  563.

Wichmann,  Feldlazarettinspektor  334.

Wick,.  Dr.  40.

Wickel,  Oberveterinär  566,  794.

Wickham  209.

Widdecke,  Leutnant  der  Seewehr
I.  Aufgebots  150,  559,  561.

Wider,  Reiter  564.

Widmann,  Gouvernementssekretär
514.

Wiedemann,  Feldwebel  562.

Wiedey,  Magazinbeamten=  Stellvertreter
  861.

Wiedmann  474.

Wiegand,  Jul.,  Plantagenbesitzer  816.

Wiegand,  Kanzleigehilfe  389,  1000.

Wiegandt,  Kanzleigehilfe  794.

Wiegmann,  Bureaugehilfe  658.

Wieja,  Feldwebel  562.

Wieland.  Gefreiter  563.

Wienecke,  Dr.,  Stabsarzt  565,  921.

Wiener,  Maschinenassistent  389.

Wienskowsky,  Kammergerichtsrat
1134.

Wienstein,  Militär-Intendantursekretär
  558.

Wiesch,  Stationsassistent  566,  1000,
1191.

Wiese,  G.  474.

Wiese,  Feldwebel  562.

Wiese,  Werkmeister  514.

v.  Wiese  und  Kaiserswaldau,
Leutnant  505.

Wiesemann,  Sergeant  563.

Wigand,  Otto,  Verlag  228,  543.

Wilbers,  Reiter  564.

Wilck,  Hauptmann  727,  730.

v.  Wilcke,  Leutnant  283.

Wilckens,  Export-Vertreter  133.

Wilczok,  Gefreiter  860.

Wild,  uUnterzahlmeister  567.

Wilde,  Dr.,  Oberarzt  334.

Wilde,  Leutnant  388.

Withelm,  Fürst  zu  Wied  ##  1038.

Wilhelm,  Gefreiler  563.

Wilhelm,  Fahnenträger  1209.

Wilhelmi,  Major  197.

Wilhelmi,  Unteroffizier  563.

Wilke,  Kammergerichtsrat  918.

Wilkens,  Firma  250.

Wilkens,  Theodor  252.

LXVII

Wilkins  und  Wiese,  Plantagen-Wittmer,
  Dr.,  Oberarzt  150,  506,  859.

besitzer  814.
Wille  &amp;amp;  Co.,  Firma  373.
Willeitner,  Sanitätsfeldwebel  860.

Willerding,  Stabsarzt  922.

Willerding,  Dr.,  Oberarzt  506.
Williams,  Nobert  322.

WAilliams,  Bezirksamtmann  405,406.

 

Willis,  Dr.,  Direktor  175.

Wittmer,  Oberleutnant  2.

Wittmann,  Farmer  100.
Wittmann,  Reiter  332.

Wittrock,  Dr.,  Stabsarzt  505,  1190.
Wittwer,  Sergeant  1039.

Woöobring,  Hauptmann  334,  731,  732,

Willmann,  Oberleutnant  56,  102,

333.
Willmann,  Durucker  1039.
Wilske,  Regierungesupernumerar  239.

Wilske,  Gouvernementssekretär  442.
1

Wilson,  Kapitän  663.

Wimane,  Häuptling  1213.

Wimba,  Häuptling  1211.

v.  Wimkowski,  Leutnant  1192.

Wimmer,  Generalkonsul  1194.

Windheuser,  Sergeant  563.

Windisch,  Streckenaufseher  1136.

Winkler,  Kontreadmiral  796.

Winkler,  Stationsleiter  662,663,  664.

Winkler,  Oberleutnant  627,  6.8,  918.

Winkler,  Dr.  40.

Winkler,  Unteroffizier  563.

Winkler,  Feldwebel  614.

Winkler,  Joh.  C.  474.

Winterer,  Leutnant  559,  724.

Winterfeldt,  Hauptmann  197,  354,
355,  387.

v.  Winterfeld,  Regierungsrat  145,
1134.

v.  Winterfeld,  Oberleutnant  388.

Wintgens.  Leutnant  1190.

Winzer,  Sergeant  199,  507.
Wifpper,  Gefreiter  563.

Wirth,  Dr.,  Stationsassistent  285.
Wirth,  kommiss.  Sekretär  285.
Wirth,  Unteroffizier  563.
Wiskow,  Geh.  Oberbaurat  610.

795,  857,  919,  920.

Woekel,  Pflanzungsleiter  255,  558.

Woenckhaus,  Kaufmann  874.

Woermann  45,  96,  141,  191,  232,
273,  327,  381,  425,  470,  490,
546,  603,  651,  702,  787,  830,
834,  835,  836,  842,  843,  844,
845,  846,  847,  853,  879,  914,
977,  1031,  1079,  1130,  1176,
1220,  1239,  1240.

Woerz,  Unteroffizier  236.

Wohlenberg,  Hofrat  145.

Wohlfahrt,  Feldwebel  562.

Wohlfahrt,  Feuerwerker  921.

Wohltmann,  Dr.,  Geh.  Regierungsrat,
  Prof.  90,  693.

Wohltmann,  F.  455.

Wokefield  u.  Haywood  Brothers,
Vereinigte  Fabriken  1225.

Wolcke,  Bizefeldwebel  562.

Wolf,  Oberarzt  238.

Wolf,  Magazinaufseher  389,  794,  1000.

Wolf,  Sanitätsunteroffizier  861.

Wolf,  Pastor  1194.

Wolf,  Nichard  474.

Wolfahrt,  Gefreiter  563.

v.  Wolff,  Major  504,  722.

v.  Wolff,  Oberstleutnant  855.

Wolff,  Oberleutnant  283.

Wolff,  Leutnant  3,  197.

Wolff,  Assistenzarzt  146.

Wislicenus,  Kapitänleutnant  1125.

v.  Wißmann,  Forscher,  ehem.  Reichskommissar
  199,  886,  1001,  1171,
1172.

Witboi,  Hendrik  360,  421,  697,
727,  1047.

Witt,  P.  474.

Witte,  P.  474.

Witte,  kommiss.  Sekretär  1039.
Wittek,  Sekretär  104,  566,  862.
Wittenberg,  Dr.  40.

Wolff,  Oberveterinär  566.
Wolff,  Gefreiter  563.

Wolff,  Materialienverwalter  1000.

Wolff,  Proviantamtsassistent  1187.
Wolff,  Polizeisergeant  1191.

Wolff  u.  Kreft  474.

Wolfram,  Sanitätsunteroffizier  332.
Wollberg,  Hanvwerkerlehrer  1190.
Wollenburg  269.

Wollenweber,  Gefreiter  860.
Wollmann,  Unteroffizier  563.
Wollmann,  Gebrüder  474.
Wollo,  Häuptling  392,  393,  396.

Wolters,  Plantagenbesitzer  812.

v.  Wittenburg,  Oberleutnant  612.  "

v.  Wittenhorst-Sonofeld,  Frhr.,
Leulnant  147,  331.

v.  Wittenhorst-Sonsfeld,  Frhr.,
Oberleutnant  722.

Wittig,  Missionar  793.

Woltmann,  Oberveterinär  859.
Worms,  Louis  474.

Wortmann,  Reiter  332.
Wossidlo,  Telegraphenaufseher  658.
Wot#ka,  Feldwebel  562.

Wötzel,  Schriftführer  390.
        <pb n="68" />
        Wrobel,  Sergeant  563.

v.  Wrochem,  Oberstleutnant  z.  D.  1194.

Wronki  4/74.

Wrzodek,  Oberleutnant  2.

MWulfers,  Zentral-Hotel  474.

WMulff,  Hauptmann  283,  560.

Mulff,  Unteroffizier  54.

Mulff,  Hallmann  v.  Guhr  474.

Wunderlich,  Unterzahlmeister  4.

Wunderlich,  Landwirtschaftsinspektor
862

Wunsch,  Hauptmann  390,  856.
Wuttig,  Gefreiter  563.

Wünn,  Oberarzt  390,  918,  1039.
Würth,  Militärkrankenwärter  1189.
Württemberger,  Unteroffizier  563.
Wüst,  Rentamtsoffiziant  566.

Wüst,  kommiss.  Sekretär  794.
Wyndham  Dunstan,  Professor  891.

.

v.  Asselstein,  Fräulein  1193.

Zabka,  Dr.,  Oberarzt  105,  659,  1037.
Zache,  Bezirksamtmann  389.
Zacher,  Sattler  884.

Zachert,  Gefreiter  564,  1188.
Zahn,  Otto,  Unterzahlmeister  333.
Zahn,  W.  1194.

Zahn  u.  Jgensch,  Verlag  378,  487.
Zampa,  ehemal.  Feldwebel  619.
Zampa,  Händler  619,  620,  623.
Zapp,  Gefreiter  860.

Zauleck,  Pastor  648.

Zawada,  Leutnant  506.
Zborowski,  Zahlmeister  330.

Zech,  Gras,  Gouverneur  von  Togo

2,  195,  330,  385,  538,  609,  707,

708,  980,  1134,  1184,  1185,  1186.

LXVIII

v.  Zech  auf  Neuhofen,
Hauptmann  237,  443,  919.

v.  Zehmen,  Leutnant  147.

Zehntner,  Dr.  1155.

Zeidler,  P.  1192.

Zeiser,  Sanitätsunterofsizier  563.

Zeitz,  Gärtner  390.

Zeller,  Gefreiter  563.

Zelt,  Sergeant  1087.

Zelt,  Unteroffizier  563,  1189.

Zencke,  Bezirksamtssekretär  4.

Zenke,  Bezirksamtssekretär  793.

Zenker,  Gefreiter  564.

Zepmeisel,  Schlosser  390,  884.

Zerener,  H.,  Fabrikbesitzer  1194.

Zerweck,  Dr.  40.

Zettler,  Gouvernementssekretär  1000.

Zettler,  Gefreiter  860.

Zickwolff,  Leutnant  613.

Ziegele,  Gefreiter  148.

Ziegelmeier,  Sanitätsfeldwebel  442,
883

Graf,

Ziegenbalg,  Schlosser  883.
Ziegenfuß,  kath.  Pater  127,  128.
Zieger,  Unteroffizier  563.
Ziegler,  Gefreiter  563.

Ziehr,  Gefreiter  860.

Zielich,  Reiter  564.

Zielinsky,  Neiter  564.

Ziemann,  Dr.,  Prof.,  Marine-Oberstabsarzt
  323,  543,  658,  793.
Ziemssen,  Dr.,  Oberarzt  284,  858.

Zieroth,  Gefreiter  563.
Zietz,  Hugo  1193.
Zimmer,  Proviantamts-Kontrolleur

Zimmer,  Oberveterinär  1001.
Zimmermann,  Dr.,  Professor  35,

-

Zimmermann,  Hauptmann  und
Kompagniechef  148,  332,  1188.
Zimmermann,  Unterzahlmeister  860.
Zimmermann,  Unteroffizier  563,

1188.
Zimmermann,  Gefreiter  563.
Zimmermann,  Schlosser  285,  862.
Zimmermann,  Büchsenmacher  1210.
Zimmermann  u.  Co.  474.

Zinke,  Reiter  564,  1189.
Ziinken,  Leutnant  200,  561,  611.

Zinn,  B.  474.

Zipse,  Leutnant  390,  619,  883,  1037.
Ziriack,  Kaufmann  1208.

v.  Znaiecke,  Leutnant  919.

v.  Znaniecki,  Leutnant  334.
Znieniewicz,  Oberveterinär  1191.

Zoevfs,  Dr.,  Privatdozent  504.

Zollenkopf,  Leutnant  5,  561,  883,

920.
Zorn,  A.  474.

Zschaessch,  C.,  Plantagenbesitzer  812.
[Sschiesche,  Reiter  #  149.
Zuber,  Gefreiter  860.

Zug,  Unteroffizier  563.

Zupitza,  Dr.,  Oberstabsarzt  883.

Zühlsdorff,  Sergeant  1039.

v.  Zülow,  Hauptmann  564,  857,  882.

Zweber,  Unteroffizier  563.

v.  Zwehl,  Hauptmann  57,  332,  505.

Zweigert,  Feld-Intendanturrat  559,
922

v.  Zwergern,  Kulturingenieur  361.

Zweuger,  Major  1193.

Zwingenberger,  Stationsvorsteher
200,  269.
        <pb n="69" />
        Deutsches  Nolonialbla

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Zfrika  und  in  der  Südsee

herausgegeben  in  der  Nolonial-Kbteilung  des  Kuswärtigen  Kmts

 

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Januar  1907.  Uummer  1.
Diese  Zeüschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihete  beinerigt  die-  mindesens
nmal  vierteljährlich  erscheinenden:  „Mitteilungen  uns  den  deutschen  Schutz  serwet  ri.  rausgelechen

v.  lunck#lmun.  Der  veertelsshfitee  Abomementepoce  für  n  14  wialolare  mit  den  Bei  aibestrn  hẽndgi  8  Bezne  ditan
Post  und  die  Buchharwlungen.  Mk.  3.  nter  ncpa  durch  die  Ver  amt  den  eelhest.  Mk.  für  Demschland  Sche
der  deuischen  Schugebie  Oseer  *  serlt  Mk.  4.60  für  die  Länder  *  #n  ltpostvereins.  6  ö0o  lann  den  und  Aufragen

sind  un  die  Königliche  lnomhl  ν  von  Ernst  MFae  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SWös.  Kochstraße  68  71,  zu  richten.

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung  des  Auswärtigen  Amts,  P#odonial.  Abteilung,  betr.  Erteilung  einer  Sonder
berechtigung  zum  Schürfen  und  Bergbau.  Rom  15.  Oktober  1906  S.  Ferordung  des  Gouverneurs  von
Togo,  betr.  die  Berggerechtsame  Eingeborener.  Vom  15.  Povemver  1006  2  Personalien  und  Verluftliste
Nr.  75  2  ff.

Nichtamilicher  Teil:  Personal  Nachrichten  S.  1.  Parriotiiche  Gaben  S.  5.  Die  wirischaftliche
und  militärische  Lage  Deutsch  Südwestafrikas  S.  5  Deutsch  Südwestafrika:  Zur  Geologie
Deutich  Sudwestafrilas  *  20.  Da##  Minengebiet  von  esumeb  S.  Deutsch-#e  Sitafrita:  Neue
Kuliuren  in  Usambara  S.  5.  Deutich-Neuguinca:  Grrichtung  einer  Regierungsstation  in  Eitape  S.  35.

Aus  fremden  Kolonien  und  Produltionsgebieten:  Tabaksoll  auf  den  Salomons-Inseln  S.  35.
Vergütung  des  Zolles  oder  der  Verbrauchsabgabe  für  Branniwein  im  Sudafrikanischen  Zollverein  8  35.

Verbot  der  Ausfuhr  von  Wild  aus  Tuni?  S.  36.  Der  Handel  mit  Indigo  in  Grghbriignnien  S.  36.
Baumwollenhandel  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerila  im  September  und  Oktober  1906  Medeutung
der  Eisenbahn  Diredana  Adis  Abeba  für  die  Erschließung  Abessiniens  S.  J7.  abee  Mittei
lungen:  Deutsche  Armee,  Marine  und  Kolonial:  Ausstellung  Verlin  1907  S.  37.—  Die  Etats  der  Schutn
gebiete  S.  36.  Literatur  S.  39.  Literatur=  Verzeichnin  S.  12.  Verkehrs-Nachrichten  S.  12.
Schiffabewegungen  der  Woermann  Linie  S.  15.  —  Anzeigen.

 

 

amtlicher  eil  π

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verfũgung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abteilung,  betr.  Erteilung  einer  Sonderberechtigung
  zum  Schürfen  und  Bergbau.
Vom  15.  Oktober  1906.

Auf  Grund  des  §  93  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  363)  wird  dem  Landesfiskus  des  Schutzgebiets  Togo  vorbehaltlich  wohlerworbener  Rechte
Dritter  die  Sonderberechtigung  zum  ausschließlichen  Schürfen  und  Bergbau  für  Eisenerze  im  Bezirke
Sokode-Basari  orteilt.

Berlin,  den  15.  Oktober  1906.

Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
Dernburg.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  kogo,  betr.  die  Berggerechtsame  Eingeborener.
Vom  15.  November  1906.
Aus  Grund  des  §5  2  Absatz  3  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betr.  die  Rechte  an  den  Grundstücten
  in  den  Deutschen  Schutzgebieten,  vom  21.  November  1902  (Reichs-Gesetzbl.  S.  283)  wird  mit
Genehmigung  d  des  Reichskanzlers  folgendes  verordnet:
        <pb n="70" />
        W  2  20

§  1.  Die  in  §  1  Absatz  2  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906
(Reichs-  Eesetil.  S.  363)  den  Eingeborenen  vorbehaltenen  Gerechtsame  können  onne  Genehmigung
des  Gouverneurs  nicht  Gegenstand  von  Rechtsgeschäften  mit  Fremden  oder  zu  deren  Gunsten  sein.

Desgleichen  finden  Zwangsvollstreckungen  ohne  Genehmigung  des  Gonverneurs  in  die  in
Absatz  1  genannten  Gerechtsame  nicht  statt.
§5  2.  Fremde  im  Sinne  des  §  1  Absatz  1  sind  alle  nicht  zu  der  Landschaft,  in  der  die
Berggerechtsame  liegt,  gehörigen  Personen.

§5  3.  Die  Verordnung  tritt  am  heutigen  Tage  in  Kraft.
Lome,  den  15.  November  1906.

Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

 

Dersonalien.

Raiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  15.  Dezember  1906.
Es  worden  befördert:
Puttkamer,  Leutnant,  zum  Oberleutnant,  und

8  Greisert,  Oberarzt,  zum  Stabsarzt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  11.  Dezember  1906.

Wittmer,  Oberleutnant  im  Feldartillerie-Regiment  von  Podbielski  (1.  Niederschlesischen)  Nr.  5,
kommandiert  zur  Dienstleistung  beim  Großen  Generalstabe,  scheidet  am  2.  Jannar  1907
aus  dem  Heere  aus  und  wird  mit  dem  3.  Januar  1907  im  Feldvermessungstrupp  der
Schutztruppe  angestellt.

«  A.  K.  O.  vom  15.  Dezember  1906.
Am  31.  Dezember  1906  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  am  1.  Jannar  1907
im  Heere  angestellt:
die  Majore:

v.  Fritsche,  Kommandeur  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  als  Major  im  Onsaren-Regiment
von  Zieten  (Brandenburgischen)  Nr.  3  und

v.  der  Heyde,  Bataillons-Kommandeur  im  1.  Feldregiment,  im  Infanteric-Regiment  von  Stülpnagel
  (5.  Brandenburgischen)  Nr.  48,

Scelmann-Eggebert,  Hauptmann  und  Kompagniechef  im  Eisenbahn-Bataillon,  im  Eisenbahn-Regiment
  Nr.  3,

Horn,  überzähliger  atkütnn  im  1.  Feldregiment,  als  Kompagniechef  im  5.  Rheinischen  Infanterie-Regiment
  Nr.  65,

Doering,  Oberleutnant  im  2.  Feldregiment,  unter  Beförderung  zum  überzähligen  Hauptmann,
vorläufig  ohne  Patent,  mit  einem  Dienstalter  vom  20.  Oktober  1906,  in  der  1.  Ingenieur-Inspektion;


die  Oberleutnants:
Stage,  im  Torgauer  Feldartillerie-Regiment  Nr.  71,
Wrzodek,  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Trierschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  44  und
v.  Münchow,  im  Garde-Grenadier-Regiment  Nr.  5;
die  Leutnants:

Clüver,  im  4.  Magdeburgischen  Zufanterie-Regiment  Nr.  67,

v.  Reinersdorff-Paczensky  u.  Teuczin,  in  der  Feldsignal-Abteilung,  im  Dragoner-Regiment
von  Bredow  (1.  Schlesischen)  Nr.  4

Eyssen,  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  2.  Nassanischen  Feldartillerie-Regiment
Nr.  63  Frankfurt,
        <pb n="71" />
        G  3  20

Bender,  im  Mindenschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  58  und
Wolff,  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Schleswig-Holsteinschen  Ulanen-Regiment
  Nr.  15,
I)r.  Müller,  Stabsarzt,  als  Bataillonsarzt  des  II.  Bataillons  Infanterie-Regiments  von  Borcke
(1.  Pommerschen)  Nr.  21;
die  Oberärzte:
Koeppen,  beim  Grenadier-Regiment  Prinz  Carl  von  Preußen  (2.  Brandenburgischen)  Nr.  12  und
Dr.  Jorus,  bei  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  beim  Infanterie-Regiment  Lübeck  (3.  Hanseatischen)
  Nr.  162.
Ferner:
Am  31.  Dezember  1906  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:
Taeubler,  Major  und  Kommandeur  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  und
Leichtle,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste  und
I).  Haring,  Oberarzt,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste.

Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:

Bolkmann,  Hauptmann  und  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment,  mit  der  Erlaubnis  zum  Tragen

seiner  bisherigen  Uniform,
den  Leutnants:

Rohne  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung  und  Danubenkropf,  beiden  unter  Verleihung  des  Charakters
  als  Oberlentnam,  letzterem  mit  der  Aussicht  auf  Anstellung  im  Zivildienst  und  der
Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform.

Es  werden  befördert:

Beyer,  Oberleutnant,  zum  überzähligen  Hauptmann,

die  Leutnants:

v.  Dobschütn  und  Renner  zu  Oberlentnauts,

Dr.  Haupt,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt  und

Kickton,  Unterargt,  zum  Assistenzarzt.

.  Hanenfeldt,  Leutnant  der  Reserve  des  Dragoner-Regiments  König  Albert  von  Sachsen  (Ostpreußischen)
  Nr.  10  (IV  Berlin),  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  als  Lentnant  mit
Patent  vom  17.  November  1896  in  der  Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  16.  Dezember  1906.

Graf  v.  Hardeuberg,  Leutnaut,  am  31.  Dezember  1906  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und

mit  dem  1.  Jannar  1907  im  Königs-Ulanen-Regiment  (1.  Hannoverschen)  Nr.  13  angestellt.

S

Berfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schuttruppen)  vom
14.  November  1906.
Ditz,  Oberveterinär,  mit  dem  30.  November  d.  Is.,  behufs  Anstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Heeresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
24.  November  1906.
Pfeiffer,  Krumsieg,  Militär-Bausekretäre  werden  vom  1.  Dezember  1906  ab  als  Hilfsarbeiter  in
Stellen  der  Königlich  Prenßischen  Heeresverwaltung,  und  zwar  ersterer  beim  Militärbauamt
Berlin  V,  letzterer  beim  Militärbauamt  1  Straßburg  i.  E.  beschäftigt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  pensionierten  Feldwebel
Herbsleb,  bisher  in  der  Schuptruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  das  Kreuz  des  Allgemeinen  Ehrenzeichens
  und  dem  Unteroffizier  Kerbe,  in  der  Schutztruppe  für  Kamernn,  das  Militär-Ehrenzeichen
2.  Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="72" />
        W  4  20

Verlustliste  Nr.  75

der  Kalserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  bei  den  Kämpfen  gegen  die  aufständischen
  ESingeborenen.
An  Krankheiten  gestorben:
Im  Lazarett  Kectmanshoop:
Reiter  Karl  Brennecke,  früher  im  Braunschweigischen  Infanterie-Regiment  Nr.  92,  am  9.  Dezember
1906  an  Banchfellentzündung  nach  Typhus.
Reiter  Karl  Selig,  früher  im  Königlich  Sächsischen  1.  Jäger-Bataillon  Nr.  12,
wehrbezirk  Annaberg,  am  11.  Dezember  1906  an  Milzabszeß.
Gefreiter  Alfred  Panse,  früher  im  Danziger  Infanterie-Regiment  Nr.  128,  am  16.  Dezember  1906
an  Blinddarmentzündung.
Gefreiter  Kurt  Krumpöck,  früher  im  Husaren-Regiment  von  Zieten  (Brandenburgischen)  Nr.  3,  am
17.  Dezember  1906  an  Typhus  und  Lungenentzündung.
In  der  Krankensammelstelle  Gibeon:
Unteroffizier  Paul  Mahlig,  früher  im  2.  Schlesischen  Jäger-Bataillon  Nr.  6,  am  11.  Dezember  1906
an  Malaria,  Nierenentzündung  und  Herzfehler.
Im  Lazarett  Warmbad:
Reiter  Johann  Dudeck,  früher  im  2.  Thüringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  32,  am  12.  Dezember
1906  an  Ruhr.

zuletzt  im  Land-In

  Warmbackies:
Reiter  Heinrich  Wendhaus,  früher  im  Dragoner-Regiment  von  Arnim  (2.  Brandenburgischen)
Nr.  12,  am  12.  Dezember  1906  an  Nierenentzündung.
In  der  Krankensammelstelle  Uhabis:
Gefreiter  Julius  Haase,  früher  im  Kürassier-Regiment  Herzog  Friedrich  Eugen  von  Württemberg
·  (Westpreußischen)  Nr.  5,  am  13.  Dezember  1906  an  Typhus  und  Skorbut.
Reiter  Joseph  Ketterer,  früher  im  3.  Badischen  Dragoner-Regiment  Prinz  Karl  Nr.  22,  am
16.  Dezember  1906  an  Ruhr.
Verunglückt:
Reiter  Franz  Nikolaus,  früher  im  Infanterie-Regiment  Graf  Dönhoff  (7.  Ostpreußischen)  Nr.  44,
am  19.  Dezember  1906  infolge  Unglücksfall  bei  Narudas  Süd  durch  ein  von  Klippe  abgepralltes
  Geschoß  leicht  verwundet,  Fleischschuß  linke  Gesäßhälfte.

 

RHMichtamtlicher  Teis###

Die  Wiederausreise  in  das  Schutgebiet  hat
am  24.  Dezember  1906  von  Neapel  aus  angetreten:
  Hauptmann  v.  Haßel.

Dersonal-NMachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Kolonialeleve  Kurz  wird  am  7.  Jannar
1907  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  antreten.
Kamerun.

Mit  Heimatsurlaub  ist  am  21.  Dezember  1906
in  Hamburg  eingetroffen  Feldwebel  Siebrandt.

In  Ostafrika  ist  am  7.  November  1906  neu
eingetroffen  der  Kolonialeleve  Hager.

Vom  Heimatsurlaub  sind  am  19.  Oktober  1906
in  Ostafrika  wieder  eingetroffen:  Bezirksamts-  roge

sekretär  Zeucke  und  Lehrer  Rus.

Mit  Heimatsurlanb  sind  am  9.  Dezember  1906
in  Neapel  eingetroffen:  die  Oberleutnants  Abel,
Fischer  und  v.  Trzaska,  Leutnant  Keil,
Stabsarzt  Dr.  Grothusen  und  Unterzahlmeister
Wunderlich.

 

Stationsleiter  Mischlich  ist  im  Schutzgebiet
Togo  wieder  eingetroffen.

Aus  Togo  ist  Polizeimeister
Heimatsurlaub  eingetroffen.

Schulz  mit
        <pb n="73" />
        Deutsch-Südwestafrika.
Mit  Heimatsurlaub  infolge  Erkrankung  oder

Verwundung  sind  eingetroffen:

Am  14.  Dezember  1906  in  Hamburg:  Leutnant
Reith,  Feldintendanturrat  Dr.  Bothe,  Militär-Banuinspektor
  Meyer  und  Proviantamtsassistent
Engst.

Am  19.  Dezember  1906  in  Cuxhaven:  Major
Sieberg,  Hauptmann  v.  Kleist,  Leutnant
Zollenkopf,  Oberveterinär  Hosse  und  167
Mann.

Am  20.  Dezember  1906  in  Hamburg:  Major
v.  Freyhold,  die  Oberlentnants  Sertorius
und  Friedrichs  und  Zahlmeister  Stiel.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Niederworfung
  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen
bew.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht  worden,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Oberkommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Vom  Offizierkorps  des  Landwehrbezirks  II

Breslau  durch  Vermittlung  der  Redaktion

der  Schlesischen  Zeitung  in  Breslau  300  Mk.

 

Von  dem  Kasino  der  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes
  in  Leipzig  durch  Sammlung  200  Mk.
3.  Von  den  Beamten  der  Vereinigten  Königsund
  Laurahütte,  Aktiengesellschaft  für  Bergbau
und  Hüttenbetrieb,  in  Berlin  132  Mk.

Von  dem  Offizier-Verein  in  Gelsenkirchen
50  Mk.

Von  dem  Rechtsanwalt  Herrn  Dr.
in  Qnedlinburg  20  Mk.

Von  Fräulein  Hildegard  Jähns  in  Berlin
10  Mk.

7.  Von  Fräulein  W.  Wesemeier  aus  Rittergut
Ankensen,  Kreis  Peine,  gesammelte  Liebesgaben
  (Zigarren,  Honigkuchen  usw.).

Herr  Dr.  Starcke  in  Bad  Berka  a.  Ilm  hat
sich  bereit  erklärt,  auch  fernerhin  zwei  Freibetten
  für  erholungsbedürftige  Offiziere  der
Schutztruppe  für  Südwestafrika  zur  Verfügung
äau  stellen.

Müller

Es  bcabsichtigen  zu  spenden:
Herr  Morit  Kickelhayn  in  Neustadt-Siegmar
  i.  S.  ö  Kisten  Konserven.
Der  Ancger-  und  Beteranen-Verein
Lübben  verschiedene  Liebesgaben.

in

 

Die  wirtschaftliche  und  militärische  Lage  Deutsch-Südwestafrikas.

(Aus  den  amtlichen  Erklärungen  vor  der  Budgetkommission  des

J.

Erklärung

des  Raiserlichen  Gouverneurs  v.  Cindequist  in  der
Sitzung  der  Rommission  am  5.  Dezember  1906.

Bevor  ich  auf  die  derzeitige  wirtschaftliche
  Lage  im  Schutzgebiet  eingehe,  sei  es  mir
gestattet,  einige  kurze  Bemerkungen  über  die  Frage
der  Truppenstärke  zu  machen.  Zu  diesem  Zweck
muß  ich  etwas  weiter  ausholen  und  die  Eingeborenenverhältnisse
  schildern  von  der  Zeit  ab,  wo
ich  die  Gonvernementsgeschäfte  übernommen  habe.

Als  ich  im  Schutzgebiet  anlangte,  fand  ich,  daß
der  Widerstand  der  Hereros  gebrochen  sei,  und  ich
glaubte  deshalb  die  Zeit  gekommen,  die  zahlreichen
Hereros,  welche  nicht  in  unserer  Gewalt  waren,
sondern  im  Lande  zerstreut  im  Felde  und  in  den
Bergen  lebten,  auf  friedliche  Weise  zu  sammeln.
Nachdem  seitens  des  Truppenkommandos  der
Befehl  gegeben  war,  daß  das  Patronillenreiten
und  die  damit  verbundene  Beunruhigung  der  Eingeborenen
  einzustellen  sei,  trat  ich  an  die  den

 

Reichstags  im  Dezember  1906.)

Hereros  seit  langen  Jahren  bekannte  rheinische
Missionsgesellschaft  mit  der  Anfrage  heran,  ob  sie
bereit  wäre,  mich  bei  einer  Sammlung  der  noch
nicht  in  unserer  Gewalt  befindlichen  Hereros  mit
ihren  Missionaren  zu  unterstützen.  Diese  Hilfe
wurde  in  dankenswerter  Weise  bereitwilligst  zugesagt.
  Ich  erließ  hieraufhin  eine  Proklamation,
in  welcher  allen  Hereros,  die  sich  in  bestimmten
unter  der  Leitung  von  Missionaren  stehenden
Lagern  einfänden,  das  Leben  zugesichert  wurde,
insofern  sie  nicht  nachweisbar  einen  Mord  begangen
  hätten.  Auch  sollte  ihnen  das  ihnen  gehörige,
  in  ihrem  Besitze  befindliche  Vieh  zu  ihrem
Lebensunterhalte  verbleiben.  Diese  Sammelarbeit,
  begzüglich  deren  ich  keine  zu  großen  Hoffnungen
  hegte,  hat  über  Erwarten  günstige
Resultate  ergeben.  Inzwischen  sind  sämtliche
Sammelstellen  bis  auf  eine,  die  noch  im  Osten
ihre  Tätigkeit  entfaltet,  ausgegeben  worden,  und
es  haben  sich  etwa  11  000  Hereros  an  diesen
Orten  gestellt.

Gleichgeitig  mit  dieser  Proklamation  hatte  ich
swei  größere  Landgebiete  im  Hereroland  aus-
        <pb n="74" />
        E

gewählt,  welche  von  einer  etwaigen  Aufteilung
des  Landes  zu  Farmzwecken  ausgenommen  und
für  die  Eingeborenen  reserviert  werden
sollten.  Ich  habe  mich  zwar  nicht  der  Über—
zeugung  hingegeben,  daß  es  unbedingt  richtig
wäre,  Hereros  auf  diesen  Gebieten,  sei  es,  daß
man  ihnen  das  Land  als  Eigentum  oder  als
Reservat  überwiese,  anzusiedeln;  ich  habe  aber  geglaubt,
  auf  alle  Fälle  einen  Versuch  nach  dieser
Richtung  hin  machen  zu  sollen,  und  habe  zu
diesem  Zweck  auch  nach  Aufhebung  der  Sammelstellen
  an  zwei  Orten,  bei  Otjihaenena  und
Omburo,  eine  Anzahl  Hererofamilien  unter  Aufsicht
  je  eines  Sanitätsunteroffiziers,  die  den  Eingeborenen
  bereits  bekannt  waren  mit  diesen  gut
zusammengearbeitet  hatten,  belassen.  Die  Seelsorge
  in  Omburo  ist  einem  Missionar  anvertrant.
Da  die  Hereros  vor  dem  Aufstande  mit  ganz
verschwindenden  Ausnahmen  in  der  Nähe  der
Missionsstationen  nur  Weidewirtschaft  betrieben
haben  und  der  Acker=  und  Landarbeit  unkundig
und  an  diesolbe  nicht  gewöhnt  sind,  so  ist  es  mir
in  hohem  Grade  zweifelhaft,  ob  sic  an  jenen
Stellen  werden  genügend  produzieren  können,  um
sich  selbst  zu  ernähren.  Bis  zur  nächsten  Ernte
ist  deswegen  auf  alle  Fälle  Fürsorge  getroffen
worden,  daß  ihnen  aus  Regierungsbeständen  mit
Proviant  aufgeholfen  wird.

Ich  bemerke  hierbei,  daß  die  große  Anzahl
von  Hereros,  welche  sich  in  den  Sammellagern
gestellt  hat,  kein  Stück  Bieh  mehr  ihr  eigen  nannte
und,  soviel  mir  bekannt,  weder  ein  Rind  noch  ein
Stück  Kleinvieh,  sondern  lediglich  drei  Pferde  eingebracht
  und  abgegeben  hat.  Hieraus  folgt,  daß
die  im  Reichstag  erwähnte  Resolution,  daß  den
Hereros  so  viel  Land  gegeben  werden  sollte,  daß
sie  in  bisheriger  gewohnter  Weise  ihrer  Weidewirtschaft
  nachgehen  könnten,  nicht  ausgeführt
werden  konnte,  da  die  Hereros  mit  dem  Lande
ohne  Vieh  nichts  machen  können.  Oerr  Wirklicher
  Geheimrat  Deruburg  hat  im  Plenum  mitgeteilt,
  daß  die  Zahl  des  Viehs,  welches  die
Hereros  noch  vor  dem  Aufstande  besessen  haben,
sich  auf  200  000  Stück  belausen  haben  dürfte.
Ich  bin  der  Meinung,  daß  diese  Zahl  niedrig
gegriffen  ist.  Wenn  man  den  derzeitigen  Preis
der  Rinder  in  Höhe  von  300  Mk.  zugrunde  legt,
so  würde  das  Vieh  einen  Wert  von  60  Millionen
Mark  betragen  haben,  und  wenn  ich  nun  annehme,
daß  die  Hereros  nur  noch  ein  Drittel  der  ursprünglichen
  Zahl  betragen,  so  würden  20  Millionen
Mark  erforderlich  sein,  um  sie  mit  demjenigen
Viehbestand  auszurüsten,  mit  dem  sie  in  gewohnter
Weise  ihrem  Wirtschaftsbetriebe  nachgehen  könnten.

Meine  Herren,  als  am  1.  Juni  d.  Is.  in  Südwestafrika
  die  Nachricht  eintraf,  daß  die  Beihilse
  für  die  durch  Krieg  Geschädigten  vom

 

6  20

Rrichstage  abgelehnt  worden  sei,  hat  sich
der  gesamten  Bevölkerung  die  größte  Niedere
geschlagenheit  bemächtigt.  Aber  diese  Niedergeschlagenheit
  wäre  in  die  tiefste  Entrüstung  umgeschlagen,
  wenn  eitwa  diejenigen  Mittel  vom
hohen  Reichstage  zur  Verfügung  gestellt  worden
wären,  welche  notwendig  waren,  um  der  Resolution
des  Reichstages  prattische  Bedentung  zu  geben.
Ohne  daß  das  Gonvernement  ausdrücklich  zu
diesen  Ausgaben  ermächtigt  wurde,  war  es  aber
nicht  in  der  Lage,  dieselben  zu  machen,  da  etatmäßige
  Mittel  nicht  zur  Verfügung  standen.  Es
ist  zweierlei,  einen  noch  so  gut  gemeinten  Beschluß
  hier  zu  fassen  und  ihn  draußen  prakiisch
auszuführen.  Es  wäre  geradezu  eine  Gransamkeit
  gewesen,  diese  Hereros,  so  wie  sie  aus  dem
Folde  zurückkamen,  ohne  Vieh  auf  das  Land  zu
sotzen,  wo  sie  ohne  Unterstützung  der  Regierung
cinem  sicheren  Hungertode  entgegengegangen
wären.  Denn  die  Hereros  trafen  zum  großen
Teil  in  dem  elendesten  Zustande,  manche  geradezu
zu  Skeletten  abgemagert,  ein,  und  es  bedmifte
häufig  wochenlanger  Pflege,  bevor  sie  zur  Arbeit,
oder  wenigstens  zu  ernsterer  Arbeit  verwendet
werden  konnten.  Es  ist  nun  auch  die  Meinung
beider  Missionen  draußen  im  Schutzgebiet,  sowohl
der  katholischen  wie  der  evangelischen,  daß  es
kein  Glück,  sondern  geradezu  ein  Unglück  für  die
Hereros  wärec,  wenn  man  unter  den  gegebenen
Umständen  nach  Maßgabe  jener  Resolution  mit
ihnen  verführe.  Soviel  ich  weiß,  hat  die  katholische
  Mission  im  Schutzgebiet  stets  auf  diesem
Standpunkt  gestanden,  während  die  evangelische
sich  erst  allmählich  dazu  bekehrt  hat.  Die  letztere
hat  auf  der  alljährlichen  Konferenz  der  Hereromissionare,
  welche  kurz  vor  meiner  Abreise  in
Otjimbingne  stattgefunden  hat,  und  an  welcher
anuch  der  von  Deutschland  hinübergereiste  Missions-=inspektor
  Spieker  teilnahm,  nach  den  mir  gemachten
  Mitteilungen  einstimmig  beschlossen,  daß
die  Unterbringung  der  Hereros  in  Reservaten  angesichts
  der  gegebenen  Verhältnisse  nicht  wünschenswert
  sei.  Mir  ist  bekannt,  daß  der  Missionsinspektor
  Spieker  ein  von  der  größten  Fürsorge
  und  tiefsten  Sympathie  für  die  Eingeborenen
beseelter  Mann  mit  ganz  anderen  Ideren  nach
Südwestafrika  hinnusgegangen  ist,  und  daß  er  sie
an  Ort  und  Stelle  angesichts  der  Verhältnisse,
die  er  vorgefunden  hat,  und  nach  Rücksprache  mit
den  dort  tätigen  Missionaren  in  bezug  auf  diese
Reservatsfrage  gänzlich  geändert  hat.  Auch  die
Missionen  sind  davon  überzeugt,  daß  wir  zur
Zeit  den  Eingeborenen  keine  größere  Wohltat
erweisen  können,  als  wenn  wir  sice  in  humaner
Weise  zur  Arbeit  erziehen.

Es  ist  natürlich  der  dringende  Wunsch  des
Gonvernements,  die  Eingeborenen,  die  uns  auch
        <pb n="75" />
        #

als  Arbeitskräfte  unentbehrlich  sind,  in  jeder
Weise  zu  erhalten.  Meine  Auffassung  über
diesen  Punkt  dürfte  schon  aus  meinen  Proklamationen
  an  die  Hereros  und  Hottentotten  ersichtlich
  sein,  ich  habe  sie  aber  auch  in  einer  Rundverfügung
  an  alle  Verwaltungsstellen  des  weiteren
niedergelegt,  in  der  ich  eine  gerechte  und  humane
Behandlung  derselben  unbedingt  zur  Pflicht  gemacht
  habe.

Es  hat  sich  inzwischen  herausgestellt,  daß  die
Hereros  gute  Arbeiter  abgeben,  und  zwar  sowohl
als  Acker=  und  Gartenarbeiter,  wie  bei  Bergwerks=
  und  öffentlichen  Arbeiten,  iusbesondere  auch
bei  Wegebauarbeiten  und  Eisenbahnbauten.  Es
geht  dies  so  weit,  daß  im  allgemeinen  die  Hereros
als  Arbeiter  jetzt  mehr  geschätzt  werden  als  die
Ovambos,  welche  man  früher  für  die  besten
Arbeitskräfte  des  Schutzgebiets  hielt.  Wer  die
Hereros  bei  den  Bahnarbeiten  im  Norden  und
bei  der  Lüderitzbuchtbahn  im  Süden  des  Schutzgebietes
  gesehen  hat,  kann  nicht  zu  der  Uberzeugung
  gekommen  sein,  daß  sie  ihr  Los  als  hart
oder  drückend  empfinden.  Aber  ist  die  Macht
der  Gewohnheit  schon  bei  den  Weißen  sehr
stark,  so  ist  das  bei  den  Eingeborenen  doppelt
und  dreifach  der  Fall.  Deswegen  müssen  wir
den  Eingeborenen  Zeit  lassen,  um  sich  in  die
gänzlich  neuen  Verhältnisse  einzuleben,  einzugewöhnen.
  Es  ist  ganz  naturgemäß,  daß  ein
Volk,  welches  bisher  nur  ein  Nomadenleben  gekannt
  hat,  noch  für  einige  Zeit  in  diese  frühere
Lebensgewohnheit  zurückfallen  wird,  und  daß  einzelne
  Teile  desselben  von  Zeit  zu  Zeit  versuchen
werden,  sich  der  Arbeit  zu  entziehen,  und  wieder
ihre  geliebten  Berge  aufsuchen.  Dies  wird
licherlich  der  Fall  sein,  sobald  sie  wissen,  daß  sie
nicht  überwacht  werden.  Die  Folge  des  Fortlanfens
  von  der  Arbeit  ins  Feld  wird  aber  sein,
daß  sie  bald  wieder  Hunger  leiden  und  nunmehr
versuchen  werden,  die  Weißen,  namentlich  die
Farmer,  zu  bestehlen  und  ihnen  Vieh  zu  ranben.
Die  Hereros  würden  sich  sehr  viel  schneller  an
den  jetzigen  Zustand  gewöhnen,  wenn  es  möglich
wäre,  ihnen  die  Nahrung  zu  geben,  an  die  sie
von  Iugend  auf  gewöhnt  sind,  nämlich  Milch,
welche  in  der  Form  von  Dickmilch  (Omeira)  das
Volksnahrungsmittel  bildete.  Bedauerlicherweise
ist  dies  zur  Zeit  nicht  möglich,  da  weder  die
Regierung  noch  die  Farmer  genügend  Kühe  und
Ziegen  haben.  Statt  dessen  müssen  sie  jetzt  an
die  ihnen  ungewohnte  Nahrung  von  Reis,  Mais
und  Mehl  gewöhnt  werden,  die  sie  Zunächst  sehr
ungern  nehmen.

Angesichts  der  Gefahr,  daß  die  Hereros,  bis
sie  sich  mehr  und  mehr  an  die  ihnen  unbekannte
Arbeit  gewöhnt  haben,  dazu  neigen  werden,  in
die  Berge  zurückzulaufen  und  Räubereien  und

7

 

S

Diebstähle  auszuführen,  ist  es  notwendig,  auch
im  Norden  des  Schutzgebiets  für  die  nächste  Zeit
noch  eine  stärkere  Truppe  zu  halten.  Es
kommt  noch  hinzu,  daß  eine  Anzahl  Hereros,
und  zwar  gerade  der  Oberhäuptling  Samunel
Maharero  nebst  seinem  Sohne  Friedrich  und
einer  Anzahl  mächtiger  Großleute,  wie  Julius,
Paul  und  die  Familie  Kawiseri,  in  Britisch-Betschnanaland
  in  der  Nähe  des  Ngami-Sees
leben.  Wenn  auch  die  britische  Regierung,  und
zwar  sowohl  der  Oberkommissar  in  Johannesburg
  wie  der  Resident  Commissioner  in  Mafeking,
ihr  Bestes  getan  haben,  um  ein  Rückströmen  dieser
Leute  nach  dem  deutschen  Gebiet  zu  verhindern,
so  besteht  doch  die  Gefahr,  daß  dieselben  sich  der
Wachsamkeit  der  Betschnanaland-Polizei  entziehen
und  ins  Schutzgebiet  zurückkehren.  Solange  die
Hereros,  welche  naturgemäß  durch  den  langen
Krieg  noch  sehr  viel  mehr  verwildert  worden  sind,
sich  nicht  völlig  an  die  neuen  Verhältnisse  gewöhnt
haben,  ist  aber  die  Befürchtung  nicht  von  der
Hand  zu  weisen,  daß  ihre  Großlente  sie  zu  einem
abermaligen  Abfall  von  der  deutschen  Regierung
bewegen  können.

Ein  weiterer  Teil  der  Hereros  ist  ins  Opvamboland
  geflüchtet.  Auch  unter  diesen  befinden  sich
Großleute,  wie  Salatiel,  der  Sohn  des  verstorbenen
  mächtigen  Häuptlings  Kambazembi  von
Waterberg.  Nachdem  ich  aus  innerpolitischen
Gründen  bald  nach  meiner  Ankunft  im  Schutgebiet
  das  Betreten  des  Ovambolandes  im  Verordnungswege
  verboten  hatte,  um  zu  verhindern,
daß  Weiße  zweifelhaften  Charakters  im  Ovambo-=land
  Handel  trieben  und  dort  den  Frieden  störten,
ist  es  schwer,  mit  Sicherheit  festzustellen,  wie  viel
Hereros  sich  dort  befinden  und  welche  Aufnahme
sic  bei  den  Ovambos  gefunden  haben.  Einzelne
Händler  haben  versichert,  daß  sie  bei  einigen
Häuptlingen  sehr  gut  ausgenommen  worden  sind,
und  daß  sie  bei  denselben  eine  große  Rolle
spielen  und  die  Stelle  einer  Art  Kriegsminister
versehen.  In  wenig  freundlichen  Beziehungen
stehen  wir  zur  Zeit  nur  mit  dem  Ovambohäuptling
  Nechale,  welcher  bekanntlich  die  Station
Namntoni  ohne  jede  Ursache  im  Beginn  des  Aufstandes
  überfallen  hat,  und  welcher  nur  durch  die
Bravour  der  mit  einem  Unteroffizier  und  wenigen
Mann#  besetzten  kleinen  Station  abgehalten  worden
ist,  weiter  nach  dem  Süden  zu  gehen  und  größeres
Unheil  anzurichten.  Ich  habe  versucht,  mit  Nechale
durch  die  Hilfe  der  finnischen  Missionare  des
Ovambolandes  zu  einer  Beilegung  des  Kouflikts
zu  gelangen,  indem  ich  ihn  zu  bewegen  trachtete,
eine  Sühne  für  den  Angriff  und  die  Zerstörung
der  Station  nach  dem  Abzug  der  kleinen  Besatzung,
  die  sich,  nachdem  der  erste  Anprall  abgeschlagen
  war,  auf  die  stärkere,  südlich  stehende
        <pb n="76" />
        W  8  2K□

Truppe  hatte  zurückziehen  müssen,  in  Gestalt  von
Rindern  zu  zahlen.  Nachdem  er  sich  aufänglich
nicht  abgeneigt  gezeigt  hatte,  hat  er  sich  später,
wie  dies  für  den  Wankelmut  der  Eingeborenen
nur  charakteristisch  ist,  unders  besonnen  und  jede
Sühne  abgelehnt.  Damit  habe  ich  zunächst  geglaubt,
  die  Sache  auf  sich  beruhen  lassen  zu
sollen.  Aus  dieser  Haltung  des  Nechale  folgt
aber,  daß  wir  die  Grenzstationen  Namutoni  sowohl
  wie  Okankwejo  im  Osten  und  Westen  der
Etosha-Pfanne  stark  besetzt  halten  müssen.  Nur
wenn  dies  der  Fall  ist,  kann  auf  eine  Abrechnung
mit  Nechale  verzichtet  werden,  deren  Ausbleiben
er  nach  dem  Charakter  und  Empfinden  der  Eingeborenen,
  welche  gegen  ihre  Feinde  stets  und
unnachsichtlich  die  ihnen  zu  Gebote  stehende  Macht
anwenden,  an  und  für  sich  nicht  für  Milde,
sondern  für  Schwäche  auslegen  wird,  wie  dies
auch  aus  Außerungen  hervorgeht,  die  er  vor  der
Schließung  der  Ovambolandgrenze  zu  Händlern
getan  hat.  Sobald  wir  jene  Grenzstationen  aufgeben,
  würden  sie  zweifellos  von  den  Ovambos
besetzt  werden,  und  diese  würden  von  dort  aus
sowohl  den  Bergwerksbetrieb  der  Otavi-Gesellschaft
  in  Tilumeb  wie  die  Farmer  des  stark  besiedelten
  Bezirks  Grootfontein  belästigen  und  die
friedliche  Entwicklung  im  Norden  des  Schutzgebiets
empfindlich  stören.  Wir  wissen,  daß  die  Orambos
mit  Gewehren  und  Munition  reichlich  versohen
  sind,  welche  sie  vom  Norden  sowohl  wie
vom  Süden  erhalten  haben:  vom  Süden  aus  den
Zeiten,  bevor  die  deutsche  Schutzherrschaft  in  Südwestafrika
  erklärt  war,  sowie  im  ersten  Jahrzehnt
nach  Inbesitznahme  des  Landes,  wo  die  Truppenmacht
  viel  zu  gering  war,  um  einen  Munitionsscheuggel
  auch  nur  annähernd  überwachen  zu
können.  Die  Gefahr  des  Munitionsschmuggels
besteht  aber  auch  im  Norden  des  Kaoko-Feldes,
wo  alljährlich  aus  dem  portugiesischen  Gebiet,
insbesondere  aus  dem  Hochlande  Umpata,  Buren
und  Portugiesen  in  größerer  Zahl  den  Kunene
überschreiten,  um  in  unserem  Schutzgebiet  große
Jagden  zu  veranstalten.  Der  Stationschef  der  am
meisten  nach  Nordwesten  vorgeschobenen  Station
Zeßfontein  hat  berichtet,  daß  dieselben  mit
100  und  mehr  Eingeborenen,  die  sie  zu  diesem
Zwecke  bewaffnet  haben,  die  rücksichtslosesten  Jagdzüge
  auf  Elefanten  und  anderes  Wild  unternommen
  haben.  Es  liegt  auf  der  Hand,  daß,
solange  diese  Zustände  anhalten,  dem  Waffenund
  Munitionsschunggel  auch  in  diesem  Teile
des  Schutzgebiets  Tür  und  Tor  geöffnet  ist.  Die
Station  war  bisher  so  schwach,  daß  der  Stationschef
  sich  bei  einer  Patronille,  welche  er  in  jener
Gegend  unternommen  hatte,  in  richtiger  Erkennung
  der  Lage  darauf  beschränkt  hat,  den
Jägern  freundschaftlich  die  Hand  zu  drücken  und

 

sie  höflich  darauf  aufmerksam  zu  machen,  daß  im
deutschen  Schutzgebiet  bereits  Jagdgesetze  bestehen.

Außerdem  treiben  sich  ungefähr  8000  Buschleute
  im  Norden  herum,  die  auch  während  des
Aufstandes  auf  eigene  Faust  Räubereien  vollführt
  haben  und  nicht  ohne  Kontrolle  gelassen
werden  können.

Aus  allen  diesen  Gründen  wird  auch  nach
Beendigung  des  Aufstandes  im  Norden  zunächst
noch  eine  stärkere  Truppe  zur  Aufrechterhaltung
der  Ruhe  und  Sicherheit  unbedingt  notwendig  sein.

Wie  steht  es  nun  im  Süden?  Es  ist  in
der  Presse  verschiedentlich  darauf  hingewiesen
worden,  daß  in  der  Niederwerfung  des  Aufstandes
keine  wesentlichen  Fortschritte  gemacht  würden.
Lassen  Sie  mich,  meine  Herren,  Ihnen  kurz  vergegenwärtigen,
  was  in  dieser  Beziehung  geschehen
ist,  seitdem  ich  die  Geschäfte  im  Schutzgebiet  übernommen
  habe.

Bei  meinem  Eintreffen  fand  ich  die  Nachricht
vor,  daß  der  alte  Häuptling  Hendrik  Witboi
soeben  durch  eine  deutsche  Kugel  gefallen  sei.
Bald  darauf  hat  sich  der  Stamm  der  Witbois,
und  zwar  zunächst  der  Unterhäuptling  Samuel
Isaac,  später  Hendriks  ältester  Sohn  Isaac  Witboi,
ergeben,  nachdem  den  Witbois  ebenso  wie  den
Hereros  das  Leben  zugesichert  worden  war,  soweit
  sie  nicht  Morde  begangen  haben.  Bald
darauf  fiel  der  Häuptling  Manasse  der  roten
Nation  mit  seinen  Anhängern  im  Osten,  wodurch
der  Widerstand  dieses  Stammes  beseitigt  wurde.
Ebenso  stellte  sich  der  Feldschuhträger-Häuptling
Hans  Hendrik  mit  seinem  gesamten  Stamm.
Etwas  später  ergab  sich  Cornelius  von  Bethanien,
einer  der  fähigsten  und  gefährlichsten  Gegner,
welche  gegen  uns  im  Felde  stehen,  mit  seinem
Anhang,  während  Simon  Copper  mit  mindestens
  100  waffenfähigen  Leuten  auf  das  britische
Gebiet  übergetreten  ist  und  noch  dort  in  der
Kalahari  sitzt,  eine  nicht  zu  unterschätende
Gefahr  für  das  Schutzgebiet  bildend.  Seitdem
ist  im  Sommer  d.  Is.  Morenga  über  die  englische
  Grenze  gedrängt  und  neuerdings  der  Anführer
  Vielding,  so  daß  zur  Zeit  nur  noch
Johannes  Christian,  der  Häuptling  der  Bondelzwarts,
  und  der  mehrgenannte  Abraham  Morris
mit  etwa  300  bis  400  bewaffneten  Hottentotten
gegen  uns  im  Felde  standen.  Man  kann  also
meines  Erachtens  nicht  sagen,  daß  in  der  Kriegführung
  kein  Fortschritt  gemacht  worden  sei.  Es
ist  vielmehr  langsam  aber  stetig  vorwärts
gegangen.  Das  Bedauerliche  ist  nun  allerdings,
daß  seit  einiger  Zeit  die  Zahl  dieser  bewaffneten
Hottentotten,  die  vom  Truppenkommandeur  auf
300  bis  400  geschätzt  wird,  trotzdem  beständig
eine  Anzahl  davon  im  Kampfe  erschossen  oder
gefangen  wird,  nicht  oder  doch  kaum  abnimmt.
        <pb n="77" />
        W  9  20

Dies  läßt  sich  natürlich  nur  daraus  erklären,  daß  die
Hottentotten  Zuzug  von  ihren  Stammesgenossen
  jenseit  der  Grenze  erhalten.  Manmuß
sich  die  Länge  dieser  Grenze  im  Süden  und  Osten
vergegenwärtigen,  um  zu  verstehen,  wie  ungemein
schwer  es  ist,  dieselbe  ausreichend  zu  bewachen.

Wir  haben  nun  im  Süden  noch  einen  Stamm,
welcher  bisher  in  seiner  Majorität  loyal  zu  uns
gehalten  hat,  das  sind  die  Bersaba-Hottentotten.
ber  auch  von  diesen  ist  eine  Anzahl,  namentlich
die  Ingend  des  Stammes  —  von  Kriegslust  erlatzt
  —,  ihrem  Häuptling  durchgegangen  und  hat
sich  dem  Feinde  angeschlossen.  Sie  sind  bei  der
kürzlich  erfolgten  Ermordung  dreier  Weißer  nördlich
  Keetmanshoop.  mitbeteiligt  gewesen.  Es  folgt
daraus,  daß  auch  diese  scharf  überwacht  werden
müssen,  damit  nicht  die  unsicheren  Elemente  über
die  sicheren  die  Oberhand  gewinnen.

Nachdem  die  verschiedenen  Friedensverhandlungen
  gescheitert  sind,  welche  mit  den  Bondelzwarts,
  und  zwar  sowohl  durch  den  katholischen
Missionar  Pater  Malinowski  in  Heirachabis  wie
urch  den  evangelischen  Missionar  Wandres,
welcher  jahrzehntelang  unter  den  Bondelzwarts
missioniert  hat,  geführt  wurden,  und  auch  anscheinend
  ein  neuerlicher  Versuch  durch  Entsendung
eines  Offiziers  Verhandlungen  einzuleiten,  fruchtlos
  geblieben  ist,  bleibt  nichts  weiter  übrig,  als
den  Aufstand  zunächst  mit  Waffengewalt  zu  Ende
zu  führen.  Es  sind  den  Hottentotten  genau  dieelben
  Bedingungen  gestellt  wie  den  Hereros,  auf
die  hin  sich  mehrere  tausend  Hereros  ergeben
haben,  so  daß  nicht  einzusehen  ist,  warum  sie  sich
nicht  gleichfalls  stellen  sollen,  wenn  sie  kriegsmüde
Man  darf  dabei  allerdings  nicht  vergessen,
  daß  neben  der  Jagd  das  Rauben  oder,
wie  sie  es  nennen,  „Kriegführen“  seit  vielen
Jahrzehnten  die  Haupt=  und  Lieblingsbeschäftigung
er  Hottentotten  gewesen  ist.  In  dauernden
tacgen  haben  die  verschiedenen  Stämme  des
as  landes  sich  gegenseitig  zerfleischt,  während
der  Namaraland  für  sie  die  unerschöpfliche  Quelle
jährliaehversorgung  bildete,  aus  dem  sie  sich  all-Käm
  h  in  blutigen  und  äußerst  gransam  geführten
des  bfen  ihre  Nahrung  holten.  Von  den  Zeiten
des  Jonker  Africander  und  des  Moses  Witbooi,
der  #  eigenen  Stammesgenossen,  die  Namas
aufrilwten  Nation  und  die  Zwartboois,  nahezu
zu  Uen  und  aus  ihren  Sitzen  vertrieben,  bis
aben  dernahme  der  deutschen  Schutzherrschaft

88  chze  ewigen  Kriegs-  und  Naubzüge  gewährt.
gef  chaffen,  "n,  deutshe  Okkupation  ist  bierin  Wandel
#atten  Kein  Wunder  aber,  daß  die  Hottendürln
  enen  dieses  Leben  Gewohnheit  und  Beunds
  onden  ist  davon  nicht  lassen  wollen
fühug  aried  icher  Beschäftigung  und  Lebeusrziehen.



 

Niemand  kann  mehr  als  ich  bedauern,  daß
eine  Beendigung  der  kriegerischen  Operation
  zur  Zeit  noch  unmöglich  und  infolgedessen
  an  eine  friedliche  und  wirtschaftliche  Entwicklung
  des  Südens  vorderhand  noch  nicht  zu
denken  ist.  Der  langsame  Fortschritt  in  der
Kriegführung  hängt  meiner  Uberzeugung  nach
wesentlich  auch  mit  den  ungünstigen  Transportverhältnissen
  zusammen.  Hätten  wir  eine  Bahn
bis  zum  Mittelpunkt  des  Südens,  bis  Keetmanshoop,
  so  würde  damit  die  Verpflegung  und  Ausrüstung
  der  Truppen  nicht  nur  sehr  verbilligt,
sondern  auch  erheblich  erleichtert,  ihre  Beweglichkeit
  eine  ungleich  größere  und  zweifelsohne  der
Aufstand  heute  bereits  beendet  sein.  Auch  nach
Beendigung  des  Aufstandes  halte  ich  vorerst  eine
stärkere  militärische  Besetzung  des  Südens  aus
analogen  Gründen,  wie  ich  sie  ausführlich  für
das  Hereroland  angegeben  habe,  für  notwendig.
Jusbesondere  besteht  die  gleiche  Gefahr  des
Waffen=  und  Munitionsschunggels  über  den
Oranjefluß  und  über  die  Ostgrenze  nach  den
Stationen  Ukamas,  Dawignab  und  Hagfuur  hin.
Erst  kürzlich  sind  zwei  englische  Händler  in  Kapstadt
  abgeurteilt  worden  wegen  Munitionsverkaufs
an  Hottentotten  des  deutschen  Gebiets.

Angesichts  dieser  Lage  bin  ich  in  llbereinstimmung
  mit  dem  Truppenkommandeur  der  Meinung,
  daß  vom  1.  April  1907  ab  zunächst  noch
eine  Truppe  von  8000  Mann  im  Schutggebiet
gehalten  werden  muß,  welche  erst  allmählich
nach  Maßgabe  der  Verbesserung  der  Verkehrsverhältnisse
  vermindert  werden  könnte.

Es  bedarf  kaum  einer  Andentung,  daß  mir
daran  gelegen  sein  muß,  die  hohen  Kosten  für
die  Unterhaltung  einer  größeren  Schutztruppe  nach
Möglichkeit  und  mit  tunlichster  Beschleunigung
herabzumindern,  damit  in  größerem  Umfange
Mittel  für  die  wirtschaftliche  Erschließung  des
Schutzgebiets,  welche  mir  in  erster  Linie  am  Herzen
liegt,  flüssig  gemacht  werden  können.  Dieser
Wunsch  findet  aber  seine  Grenze  an  der  Verantwortlichkeit,
  welche  der  Gouverneur  für  die
Sicherheit  und  den  Schutz  der  weißen  Einwohner
des  Landes  und  des  im  Schutzgebiet  angelegten
deutschen  und  ausländischen  Kapitals  trägt.

*#  r

Wenn  ich  mich  nunmehr  dem  Stande  der
wirtschaftlichen  Entwicklung  des  Schutzgebiets
zuwende,  so  darf  ich  die  Vergangenheit  im  allgemeinen
  außer  Betracht  lassen  und  als  bekannt
voraussetzen  und  mich  auf  das  beschränken,  was
ein  aktuelles  Interesse  hat.  Es  kann  auch  nicht
meine  Aufgabe  sein,  des  breiteren  auszuführen,
welche  Hoffnungen  ich  in  bezug  auf  die  Zukunft
des  Landes  hege,  insoweit  ich  nicht  bestimmte
        <pb n="78" />
        E

Grundlagen  dafür  zu  geben  in  der  Lage  bin.
Dagegen  möge  es  mir  gestattet  sein,  Streiflichter
auf  die  unserer  Kolonie  so  ähnlichen  und  gleichartigen
  Gebiete  von  Britisch-Südafrika  zu  werfen.
Auf  Grund  meiner  viermaligen  Aunwesenheit  in
Britisch-Südafrika  in  den  Jahren  1894,  1898,
1900  bis  1904  und  im  Jahre  1905  und  meiner
mehrjährigen  Tätigkeit  als  deutscher  Generalkonsul
dieses  Gebiets,  wobei  sich  mir  Gelegenheit  bot,
das  ganze  Südafrika  von  Delagoa-Bai  bis  zur
Saldanha-Bai  und  von  Rhodesia  bis  zum  Kap
der  guten  Hoffnung  kennen  zu  lernen,  bin  ich
gewöhnt,  bei  allem,  was  in  unserem  Schutzgebiete
vorgeht  und  bei  allen  Maßnahmen,  die  ich  drüben
treffe,  mit  einem  Auge  nach  unseren  Nachbarländern
  zu  blicken  und  Vergleiche  zwischen  den
dortigen  Verhältnissen  und  denen  unserer  Kolonie
zu  ziehen.

Für  die  wirtschaftliche  Erschließung  des  Schug--gebiets
  kommen  hauptsächlich  der  Bergban,  die
Biehzuchi  und  die  Land=  und  Gartenwirtschaft
in  Betracht.

Es  ist  Ihnen  bekannt,  meine  Herren,  daß  der
Abbau  der  Otavi-Minen  nunmehr  ernstlich  in
Angriff  genommen  worden  ist,  nachdem  die  Bahn
bis  Tsumeb  vollendet  ist.  Es  bedarf  keines  Hinweises,
  daß  die  Otavi-Minen-Gesellschaft,  an  der
Interessengruppen,  wie  die  Diskonto-Gesellschaft
und  der  vorsichtige  und  geschäftsgewandte  Engländer
  Mr.  Davis  mit  seinen  Hintermännern
beteiligt  sind,  nicht  eine  600  km  lange  Minenbahn
  gebaut  haben  würde,  wenn  sie  nicht  ganz
sichere  Beweise  gehabt  hätte,  daß  der  Abban  der
Otavi-Minen  ein  gutes  und  rentables  Geschäft
sein  wird.  Der  Bau  ist  erst  in  Angriff  genommen,
nachdem  die  eingehendsten  Untersuchungen  durch
tüchtige  Minen-Ingenieure  stattgefunden  und  ein
günstiges  Resultat  ergeben  haben.  Zu  meiner
Freude  kann  ich  mitteilen,  daß  die  weiteren  Aufschlußarbeiten,
  welche  neuerdings  vorgenommen
sind,  die  bisherigen  Aussichten  nicht  nur  bestätigt,
sondern  noch  erheblich  günstiger  gestaltet  haben.
Man  ist  von  50  auf  62  m  hinnnter  gekommen
und  hat  in  der  größeren  Tiefe  reiche  Kupfererze
  von  durchschnittlich  18  Prozent  Kupfergehalt
gefunden.  Die  Gesellschaft  rechnet  auf  eine  jährliche
  Ausfuhr  von  30  000  Tonnen  Kupfererzen.
Schon  jetzt  werden  Kupfererze  exportiert,  und
Mitte  des  nächsten  Jahres  soll  der  Minenbetrieb
in  vollem  Umfange  im  Gange  sein.  Die  bei
Tsumeb,  Groß=  und  Klein-Otavi  und  an  zwei
weiteren  Stellen  im  Gebiete  der  Otavi-Gesellschaft
gelegenen  Kupfervorkommen  sind  aber  glücklicherweise
  nicht  die  einzigen  im  Schutzgebiete.  Im
mittleren  Teile  desselben  kommen  vor  allen
Dingen  noch  die  Kupfervorkommen  von  Gorob
und  Otjisongati  in  Betracht.

 

10  =

Gorob,  welches  eiwa  120  km  südöstlich  von
Swakopmund  in  der  Nähe  des  Kuisseb-Flusses
liegt,  ist  schon  vor  mehreren  Jahren  durch  Johannesburger
  Miuen  =  Interessenten  untersucht
worden.  Dem  Abbau  ist  damals,  soviel  man
hat  ermitteln  können,  deshalb  nicht  näher  getreten
worden,  weil  zu  der  Zeit,  als  die  Untersuchungen
beendet  waren,  die  Goldminen  in  Johannesburg
wieder  energisch  in  Betrieb  genommen  werden
konnten  und  die  dortigen  Kapitalisten  zu  sehr
engagiert  waren,  um  sich  auf  neue  bergmännische
Unternehmungen  auf  einem  fernliegenden  Schauplatze
  einzulassen.  Sonst  ließe  es  sich  schwer  erklären,
  warum  jene  Interessengruppe  dem  Abbau
nicht  näher  getreten  ist,  trotzdem  der  von  ihr
entsandte,  auf  eine  zehnjährige  Tätigkeit  in  den
Kupferminen  Nordamerikas  zurückblickende  Minen-Ingenieur
  nach  einem  dreimonatigen  Studium
an  Ort  und  Stelle  den  damals  sichtbaren  Wert
des  Erzes  auf  750  000  T  geschätzt  hat,  während
er  alle  für  den  Bergbaubetrieb  erforderlichen
Anlagen  einschließlich  einer  leichten  Eisenbahn
von  Swakopmund  mit  250  000  L  in  Ansatz  bringt.
Nach  langjährigen  Verhandlungen  mit  verschiedenen
  Finanzgruppen  hat  sich  nnn  vor  einiger
Zeit  ein  rein  dentsches  Syndikat  gebildet,
welches  zunächst  200  000  Mk.  zu  weiteren  Untersuchungszwecken
  bereitgestellt  hat.  Eine  Expedition,
welche  von  einem  als  besonders  tüchtig  bekannten
Berginspektor  geleitet  wird  und  außer  ihm  ans
einem  Bohrmeister,  einem  Obersteiger  und  sechs
weißen  Bergleuten  bestehen  wird,  wird  bereits
im  Jannar  u.  Is.  die  Ansreise  nach  Gorob  antreten.
  In  den  letzten  Tagen  hat  sich  ferner
auch  deutsches  Kapital  gefunden,  um  die  70  km
östlich  Okahandja  gelegenen  Otjisongati-Minen
einer  genauen  Untersuchung  zu  unterziehen.  Es
dürfte  bekannt  sein,  daß  von  den  gegenwärtigen
Besitzern  dieser  Kupferminen,  welche  nicht  kapitalkräftig
  genng  sind,  um  einen  Betrieb  im  großen
zu  eröffnen,  bereits  vor  dem  Aufstande  und  auch
neuerdings  wieder  Kupfererze  mit  Gewinn  exportiert
  worden  sind,  trotzdem  die  sehr  tenere
Ochsenwagenfracht  von  Otjisongati  nach  Okahandsa
zu  zahlen  war.  Zwei  ausländische  Ingenieure,
welche  die  Kupfervorkommen  daselbst  einer  genauen
  Besichtigung  unterzogen  haben,  haben  sich
sehr  günstig  über  dieselben  geäußert.  70  km
südlich  von  Windhnk  liegt  ferner  die  Matschleß-Mine,
  die  neuerdings  von  Kapstädter  Interessenten
  von  neuem  aufgesucht  worden  ist.  Wegen
Gründung  eines  Syndikats  zur  Aufschließung
derselben  schweben  zur  Zeit  Verhandlungen.

Im  Süden  des  Schutzgebietes  sind  Kupfervorkommen
  an  verschiedenen  Stellen  vorhanden.
Eine  genaue  Aufschließung  derselben  ist  hauptsächlich
  aus  dem  Grunde  unterblieben,  weil  die
        <pb n="79" />
        E

Kosten  zu  hoch  geworden  sein  würden,  solange
eine  Bahn  nicht  vorhanden  ist.  Wenn  man  in
Erwägung  zieht,  daß  nicht  weit  von  unserer  Südgrenze
  in  Okiep  und  östlich  davon  reichhaltige
in  Betrieb  befindliche  Kupferminen  bestehen,  so
ist  kein  Grund  vorhanden,  der  Abbauwürdigkeit
der  auch  in  unserem  Schutzgebiete  festgestellten
Kupfervorkommen  allzu  skeptisch  gegenüberzustehen.
Bezüglich  des  Kupfers  kann  man  also  sagen,
ab  es  zweifellos  an  einer,  vermutlich  aber  an
mehreren  Stellen  in  abbauwürdiger  Menge  vorhanden
  ist.  Bei  den  derzeitigen  hohen  Kupferpreisen,
  die  sicherlich  in  absehbarer  Zeit  kaum
erheblich  sinken  werden,  eröffnet  sich  in  bezug  auf
den  Kupferaboan  tn  Südwestafrika  eine  sehr
unstige  Perspektive.
6  Weniger  günstig  steht  es  mit  Gold  und
ttohlen.  Gold  ist  bisher  nur  hier  und  da  in
einen  Mengen  gefunden  worden,  so  z.  B.  südlich
und  östlich  von  Windhnk.  Ich  erwähne  daher
die  Goldgewinnung  nur  als  etwas  Mögliches.
g  (Ebenso  verhält  es  sich  mit  der  Kohle.  Daß
dohe  auch  im  Norden  des  Schutgebietes  vorhanden
  sein  sollte,  ist  durchaus  nicht  ausgeschlossen.
zenn  wir  Britisch-Südafrika  betrachten,  so  finden
wir  in  den  verschiedensten  Breiten  Kohle,  und
zwar  auch  im  Norden  ist  Kohle  gefunden.  Je
mehr  man  in  Südafrika  nach  Norden  geht,  desto
besser  wird  die  Kohle.  Über  die  Ergiebigkeit  ist
solgendes  zu  bemerken:
Sñ  n  den  verschiedensten  Teilen  von  Britisch—
Üdafrika,  und  zwar  in  jeder  einzelnen  Kolonie,
Lr.  h.  in  der  Kapkolonie,  Natal,  Transvaal,
Konmsestußkolonie  und  Rhodesia,  sind  größere
den  ubergwerte  in  Betrieb.  Das  Arcal,  auf
überstedasr  „Vorkommen  von  Kohle  bekannt  ist,
reich  r  56  000  englische  Ouadratmeilen.  Zahl-Fuß.
  Ste  haben  eine  Dicke  von  10  bis  20  engl.
00  ois  ocliegen  sämtlich  in  einer  Tiefe  von
sind  segr  000  Fub  unter  der  Erdoberfläche  und
gende  Beuch  im  Tagesbau  abzubauen,  schlavor.
  Ein  besonund  Gasebildung  kommen  nicht
Jahre  190  deer  Varlamentsausschuß  hat  im
über  den  Went  dir  tapparlament  einen  Bericht
zu  der  besten  dnlsübafrikanischen  im  Vergleich
dabei  zu  solge  augn  ischen  Kohle  erstattet  und  ist
man  100  Pen  en  Resultaten  gekommen:  Wenn
legt,  ,  sund  bester  englischer  Kohle  zugrunde
egt,  so  gebraucht  man,  um  dieselbe  Hitze  zu  erzielen,
  161  Pfund  OD  -  -öu
Kapfolonie  lum  Indwe-Kohle  (im  Osten  der
Gren  r  169  Pfund  von  Verceniging  an  der
von  cs  Freistaats  und  des  Transvaal,  179
VBer  ophergat  und  204  von  Molteno  (Karoo).
ener  ist  die  Natalkohle  (Dundee)  mit  128.  Auf
(M#ad  wleichem  Werte  steht  die  Transvaalkohle.
besser  burg),  während  die  Wankiekohle  7  Prozent
ser  als  die  beste  sonst  in  Südafrika  gefundene

11

 

und  15  Prozent  geringer  als  die  beste  englische
Kohle  ist.  Die  Förderung  von  Karookohle  aus
der  Molteno-Gruppe  hat  im  Jahre  1896  im

ganzen  69  420t  betragen,  1898:  84  625  t,
1901:  75  991  t.  Aus  den  Indwe-Kohlengruben
sind  im  Jahre  1901  gefördert  129  819  t.  Der

Betrieb  ist  neuerdings  auf  eine  tägliche  Förderung
von  800  t  eingerichtet.  In  Natal  hat  dieselbe
in  dem  gleichen  Jahre  1901  betragen  567  460  t.
Die  Gesamtkohlenförderung  in  Transvaal  schwankte
in  den  Jahren  1895  bis  1898  zwischen  1  471  189
und  1  953  026.  Im  Jahre  1902  sind  von  neun
Kohlengrubengesellschaften  1  418  251  t  im  Werte
von  588  897  L  11  777  940  Mk.  gefördert
worden.  Drei  Gesellschaften  haben  zusammen
eine  Dividende  von  91  000  L  =  1  820  000  Mk.
gezahlt.  In  Rhodesia  befinden  sich  mehrere
Kohlenfelder,  von  denen  die  von  Wankie  zwischen
Bulawayo  und  dem  Zambesi  die  wichtigsten  sind.
Die  Ergiebigkeit  eines  Teils  der  dortigen  Kohlenvorkommen,
  welche  eine  durchschnittliche  Mächtigkeit
  von  6  Fuß  haben  und  welche  auf  eine  Ausdehnung
  von  8  englischen  Meilen  festgestellt
worden  sind,  wird  auf  nicht  weniger  als  30  Millionen
  Tonnen  geschätzt,  während  in  dem  anderen
Teile  die  Mächtigkeit  zwischen  5  und  29  Fuß
schwankt.

Es  wird  unn  vermutet,  daß  in  dem  sogenanuten
  Caprivizipfel  Kohle  vorhanden  sei,
ferner  im  Süden  in  der  sogenannten  Karvooformation.
  Die  Geologen  rechnen  damit,  daß  auf
Grund  der  gleichartigen  geologischen  Verhältnisse
der  Karoo  und  des  Namalandes,  sobald  im
Süden  ernstliche  und  systematische  Untersuchungen
vorgenommen  würden,  dort  Kohle  gefunden
werden  würde.  Doch  betone  ich  nochmals  ausdrücklich,
  daß  ich  mit  Kohle  als  etwas  irgendwie
Sicherem  nicht  rechne.

Dagegen  haben  wir  ganz  sicher  an  einer
ganzen  Reihe  von  Stellen  den  sogenannten  Blaugrund
  und  Gelbgrund,  und  zwar  in  derselben
  Beschaffenheit  wie  in  Transvaal
und  in  Kimberley.  Hiervon  habe  ich  mich
selbst  an  Ort  und  Stelle  überzengt,  auch  ist  meine
Ansicht  von  Fachlenten  voll  bestätigt  worden.
Das  Gibeon-Syndikat,  das  nur  durch  den  Krieg
au  der  Aufnahme  der  Arbeiten  gehindert  ist,  hat
im  Oktober  dieses  Jahres  seinen  geschäftsführenden
Direktor  zur  energischen  Durchführung  der  Aufschließungsarbeiten
  entsandt,  nachdem  ein  Bergmann
  schon  seit  einigen  Monaten  daselbst  Vorbereitungen
  getroffen  hat.  Nun  hat  durchaus
nicht  jede  Blangrundstelle  Diamanten,  aber  es
ist  im  Namalande  schon  früher  ein  Diamant  gefunden
  und  später  noch  Diamantsplitter,  wodurch
die  Vermutung  des  Vorkommens  derselben  verstärkt
  wird.  Das  Kapital,  über  das  das  Syndikat

*r
        <pb n="80" />
        verfügt,  ist  rein  deutsch.  An  der  Spitze  des
Aussichtsrates  steht  ein  auch  dem  hohen  Reichstage
  wohlbekannter  Herr,  dessen  Person  volle
Gewähr  für  eine  umsichtige  und  gewissenhafte
Geschäftsführung  bietet.

Die  Neigung  zur  bergbaulichen  Betätigung
  im  Schutzgebiete  ist  übrigens  im  Wachsen
begriffen.  Erst  vor  einigen  Tagen  ist  ein  Herr
bei  mir  gewesen,  und  zwar  ein  sehr  kapitalkräftiger
  Deutscher,  der  mir  sagte,  ihm  stünde
eine  Million  Mark  zur  Verfügung.  Wenn  er
eine  Konzession  auf  Diamanten  in  einem  Gibeon
benachbarten  Gebiet  bekommec,  sei  er  bereit,  dort
zu  arbeiten,  weil  er  die  Überzeugung  habe,  daß
dort  Diamanten  vorhanden  wären.  Außerdem
hat  ein  kapitalkräftiges  englisches  Syndikat  einen
Antrag  auf  eine  Diamantenkonzession  auf  ein
weiteres  Gebiet  in  der  Nähe  der  Küste  gestellt.
Es  bedarf  keines  Wortes,  wie  sehr  alle  diese
Unternehmungen  gefördert  werden,  wenn  die  Bahn
weiter  ausgebaut  wird.

Was  nnn  die  Viehwirtschaft  anbetrifft,  so
sieht  es  augenblicklich  sehr  traurig  im  Schutzgebiet
  aus.  Südwestafrika  ist  zweifelsohne  in
erster  Linie  ein  Land  für  Biehzucht,  aber  der
Aufstand  hat  den  Wiehstand  der  Eingeborenen
ganz,  der  Weißen  nahezu  vernichtet.

Es  ist  sicher,  daß  wir  im  Hererolande  vor
dem  Kriege  200  000  Rinder  gehabt  haben.  Dabei
ist  zu  bedenken,  daß  kurz  vorher  die  verheerende
Rinderpest  enorme  Opfer  gefordert  hat,  an  der
im  Osten  des  Hererolandes  98  Prozent  verendet
sind.  Dieser  Prozentsatz  ist  erst  ganz  allmählich
durch  die  Impfung  herabgegangen.  Da  mir  damals
  die  Leitung  der  Maßnahmen  zur  Bekämpfung
der  Rinderpest  in  Gemeinschaft  mit  einem  Assisteuten
des  Herrn  Geheimrats  Professor  Dr.  Koch  oblag,
so  bin  ich  sehr  viel  im  Lande  herumgekommen
und  habe  sehen  können,  wie  kolossale  Herden
die  Hereros  hatten,  und  welche  Mengen  an
dieser  Pest  eingegangen  sind.  Da  man  die  Hereros
  nicht  zum  Impfen  zwingen  konnte,  sondern
sie  erst  allmählich  von  der  Nünslichkeit  dieses
Schutzmittels  überzeugen  mußte,  so  ging  leider
sehr  viel  Zeit  hin,  bevor  man  wirkliche  Hilfe
bringen  konnte.  Wenn  man  die  Anzahl  der
Rinder,  welche  an  der  Pest  eingegangen  sind,
schätzt,  so  erscheinen  einem  die  Angaben  des  englischen
  Kommissars  Palgrave,  der  sich  in  den
70  er  Jahren  im  Damaraland  aufhielt  und
diejenigen  alter  Einwohner  der  Kapkolonie  nicht
zu  hoch  gegriffen,  welche  die  Zahl  der  Rinder
im  Damaraland  auf  zwei  Millionen  geschätzt
  haben.  Es  ist  eine  bekannte  Tatsache,
daß  in  den  60er  und  70er  Jahren  14tägige
große  Märkte  von  Damara-Rindern  in  Klapmuts,
in  der  Nähe  von  Kapstadt,  stattfanden.  Diese

 

12  20

haben  erst  aufgehört,  als  Kapstadt  mit  dem
Orange-Freistaat  durch  eine  Bahn  verbunden
wurde,  weil  nunmehr  der  Bezug  von  Rindern
aus  dieser  Gegend  sich  billiger  stellte,  und  als
gleichzeitig  die  Handelswege  nach  Südwestafrika
durch  die  Räubereien  der  Hottentotten  zu  unsicher
wurden.  Die  Zahl  von  zwei  Millionen  erscheint
auf  den  ersten  Blick  sehr  hoch.  Man  wird  dieselbe
  aber  weniger  anzweifeln,  wenn  man  in
Betracht  zieht,  daß  nach  der  staatlichen  Statistik
der  Kapkolonie  im  Jahre  1893,  also  vor  der
Rinderpest,  1  929  411  Haupt  Rinder  in  der  Kapkolonie
  vorhanden  waren.  Zu  der  gleichen  Zeit
wurde  der  Betschnang-Häuptling  Khama  in  seinem
an  die  Kapkolonie  grenzenden  Gebiete  auf
800  000  Rinder  geschätzt.  Jeder,  welcher  aus
Britisch-Südafrika  nach  unserem  Schutzgebict  zuwandert,
  erkennt  ohne  weiteres  an,  daß  das
Hereroland  sowohl  als  auch  das  Damaraland
für  Rindviehzucht  sehr  geeignet  ist.

Neuerdings  hat  sich  eine  kapitalkräftige  Interessentengruppe
  gefunden,  welche  die  Absicht  hat,  ein
die  Ausfuhr  von  Rindern  im  lebenden  oder
verarbeiteten  Zustande  bezweckendes  Unternehmen
zu  gründen,  wodurch  auch  den  Farmern  ein
weiterer  sicherer  Absatzmarkt  im  Lande  solbst  erschlossen
  werden  würde.

Neben  der  Rindviehzucht  eignet  sich  der
Norden  des  Schutzgebietes  auch  für  die  Zucht
von  Fettschwanzschafen  und  Ziegen.  Viel
günstiger  indessen  als  der  Norden  ist  für  die
Kleinviehzucht  der  Süden,  und  zwar  das  sogenannte
  Namaland  sowie  das  Gebiet  der  Rehobother
  Bastards.  Das  bisher  von  den  Hottentotten
  bewohnte  Namaland  ist  nach  meiner
Überzeugung  nicht  schlechter  als  die  an  unsere
Kolonien  angrenzenden  Teile  der  Kapkolonie,
d.  h.  die  sogenannte  Karoo  und  das  britische
Klein-Namaqualand.  Dieselben  Futterbüsche,
welche  in  der  Karoo  vorkommen,  die  so  überaus
nahrhaft  sind  und  von  dem  Kleinvieh  besonders
gern  gefressen  werden,  finden  sich  auch  im  Süden
des  Schutzgebietes.  Unter  diesen  Büschen  sind
vor  allen  Dingen  die  für  die  Kleinviehzucht  so
wichtigen  Salz=  oder  Brakbüsche  zu  nennen.  In
unserem  Schutzgebiet  findet  sich  aber  außerdem
zwischen  den  Büschen  im  Gegensatz  zu  der  Karoo
noch  gutes  und  nahrhaftes  Gras.  Die  Regenverhältnisse
  sind  in  diesem  Teile  der  Kapkolonie
nicht  besser  als  in  unserem  Schutzgebiet.  Die
Wasserverhältnisse  sind  dieselben,  und  das  Wasser
findet  sich  in  der  gleichen  Tiefe.  Der  Unterschied
ist  nur,  daß  in  der  Kapkolonie  im  Laufe  der
Jahre  ungemein  viel  für  die  Wassererschließung
durch  Bohrung  von  Brunnen,  Einsetzen  von
Pumpen  und  Windmotoren,  Anlegung  von  kleinen
Standämmen  auf  den  Farmen  getan  ist,  während
        <pb n="81" />
        dies  bei  uns  noch  gänzlich  im  Rückstande
ist.  Es  liegt  nicht  der  mindeste  Grund  zu  der
Annahme  vor,  daß  nicht  der  Süden  des  Schutzgebietes
  ebensoviel  Wolle,  Mohär  und  Straußenfedern
  hervorbringen  sollte,  wie  die  gleich  großen
Gebiete  der  sogenannten  Karoo.  Die  Karoo  ist
256  000  qum  groß.  Dies  entspricht  ziemlich
vgenau-  der  Größe  des  Namalandes  einschließlich
der  für  Kleinviehzucht  in  Betracht  kommenden
südtichen  Teile  des  Bastardgebietes.  Die  Kapsolonie
  führt  nun  an  Wolle,  Mohär  und  Straußennern,
  jährlich  für  rund  80  Millionen  Mark  aus
1  Marclbt  au  Schafen  und  Angoraziegen  über
i1  i  leonen  Stück  nach  der  vor  dem  Kriege  im
z  1895  ausgestellten  Statistik.  Interessant
die  "!  aß  die  Wollproduktion  seit  der  Zeit,  wo

Kapkolonie  mit  Bahnbauten  vorgegangen  ist,

ach  verdoppelt  hat.  Diese  Wolle  geht  zu  etwa
45  nach  Deutschland.  Es  unterliegt  keinem

Zweisel,  daß
seines  W
afrika

Straußen

Deutschland  künftig  einen  Teil
ollbedarfs  aus  Deutsch-Südwestwird
  decken  können.  Trotzdem  die
untenn  ledern  im  Preise  ziemlichen  Schwankungen
Südafcten,  wird  die  Straußenzucht  in  Britisch—
schäft  e  als  ein  sehr  gutes  und  rentables  Ge-166
  ortrachtet  wiewohl  dieselbe  erst  im  Jahre
vegonnen  wurde,  zählte  die  Kapkolonie  im
bereits  237  960  zahme  Strauße.

Labre  1897
om  Jahre  1891  bis  1897  war  die  Zahl  der

*7**  um  54  Prozent  gestiegen;  sie  gab  einen
2  uchen  Ertrag  von  300  000  Pfund  Federn.
a  in  De

utsch-Südwestafrika  in  allen  Teilen  des
id  ganz  besonders  im  Süden  Strauße
erer  Zahl  wild  vorkommen  und  sich  wäh-*!
  Krieges  erheblich  vermehrt  haben,  seitn
  z#„  ottentotten  ihre  Patronen  für  den
jagee  enee  und  nicht  mehr  zur  Straußenunterltcnne
  “  haben,  so  dürfte  es  keinem  Zweifel
#ucht  *  d  aß  in  unserer  Kolonie  die  Straußenkann
  als  demselben  Erfolge  betrieben  werden
Ansänge  den  er  Kapkolonie.  Leider  sind  die
stört  worden  traußenzucht  durch  den  Krieg  zerbereits
  von  indes  beginnen  mehrere  Farmer

Beau  Sn  ch#dem,  sich  derselben  zuzuwenden.
Landess  #  der  Kleinviehzucht  im  Süden  des
gemacht  n  aobereits  hinreichende  Erfahrungen
Farmer  Her  en.  Es  ist  bekannt,  daß  der  alte
Voschas  #mann  bereits  eine  stattliche  Herde
1893  vo  esaß,  als  er  das  erstemal  im  Jahre
n  Hendrik  Witboi  überfallen  und  fast
inzwisonhanzen  Herde  beraubt  wurde.  Er  hatte
sühn  *  von  nenem  eine  stattliche  Zahl  Wollhindur
  ch  ##geküchtet  und  bereits  mehrere  Jahre
gut  ur  i  olle  TIportiert,  die  auf  dem  Markte
wnen  ertet  worden  war,  als  er  von  den  Hotten-Heis
  ermordet,  seine  Farm  zerstört  und  die

Wö⅜  vernichtet  wurde.  Zu  meiner  Freude  wird

Landes  ur
in  größere
rend  de
dem
Krie

13

 

·.

sein  Sohn  das  Werk  des  Vaters  wieder  aufnehmen
  und  bereits  im  nächsten  Monat  ins
Schutzgebiet  zurückkehren,  nachdem  er  hier  neues
Kapital  flüssig  gemacht  und  sich  ein  bekannter
Wollschafzüchter  mit  ihm  zusammengetan  hat,  der
gleichzeitig  eine  Wollschaf-Stammzüchterei  im
Schutzgebiet  anzulegen  beabsichtigt.  Desgleichen
ist  das  durch  den  Krieg  vernichtete  Unternehmen
der  Schäferei  -Gesellschaft  südlich  Gibeon
wieder  in  Angriff  genommen  worden.  Die  Anstalten,
  welche  von  der  Gesellschaft  bisher  getroffen
worden  sind,  im  Verein  mit  dem  derselben  zur
Verfügung  stehenden  nicht  unbedeutenden  Kapital
berechtigen  zu  den  besten  Hoffnungen.

Ein  Beweis  dafür,  daß  der  Süden  des  Schutzgebietes
  sich  für  Kleinviehzucht  hervorragend
eignet,  ist  die  Tatsache,  daß  vor  Ausbruch  des
Krieges  auch  sonstige  Farmbetriebe,  insbesondere
verschiedene  von  Buren  geleitete,  über  große
Kleinviehherden  bis  zu  4000  und  5000  Stück
verfügten.  Kein  Wunder,  daß  unter  diesen  Umständen
  der  Andrang  zu  Farmkäufen  gerade
in  dem  südlichen  Teile  des  Schutzgebietes
ganz  besonders  groß  ist,  so  daß  zur  Zeit  über
hundert  Gesuche  vorliegen,  unter  diesen  viele  von
Buren.  Es  läßt  sich  nicht  bestreiten,  daß  die
Buren  tüchtige  Viehzüchter  sind.  Sie  wandern
aus  der  Kapkolonie  oder  aus  den  früheren  Burenrepubliken
  nach  unserem  Schutzgebiete  ein,  und
sie  würden  sicherlich  nicht  das  Bestreben  haben,
sich  in  so  großer  Zahl  im  Schutzgebiete  und  ganz
besonders  im  Süden  desselben  niederzulassen,  wenn
sie  den  Farmbetrieb  daselbst  nicht  für  sehr  aussichtsreich
  hielten.  Dies  haben  mir  auch  sämtliche
  Deutsche,  Buren  und  Engländer,  welche
aus  Südafrika  zu  uns  herübergekommen  sind,
wiederholt  bestätigt.

Wenn  ich  vorhin  verschiedene  größere  Farmunternehmen
  erwähnt  habe,  so  soll  damit  nicht
gesagt  sein,  daß  ich  diese  für  das  Normale  und
Wünschenswerteste  in  der  Kolonie  halte,  ich  glaube
vielmehr,  daß  sie  nur  die  Ausnahme  bilden  sollen
und  daß  im  allgemeinen  der  kleine  Farmer,
d.  h.  der  Farmer,  welcher  einen  Landbesitz  von
5000  bis  10000  ha  sein  eigen  neunt,  die  Regel
sein  soll.  Nun  haben  sich  aber  erfreulicherweise
neuerdings  auch  solche  Leute  in  größerer  Zahl
gemeldet.  Sowohl  beim  Gonvernement  wie  hier  bei
der  Zentralbehörde  läuft  täglich  eine  Reihe  von  Anträgen
  und  Anfragen  von  Personen  ein,  die  über
ein  beträchtliches  Kapital  verfügen,  wobei  ich  nicht
unerwähnt  lassen  will,  daß  zur  Zeit  in  Anbetracht
der  hohen  Viehpreise,  insbesondere  für  solche,  die
das  Land  nicht  aus  eigener  Erfahrung  kennen,
größere  Mittel  erforderlich  sind,  als  zu  normalen
Zeiten.

Eine  Enquete,  welche  ich  unter  den  Angehörigen
        <pb n="82" />
        E

der  Schutztruppe  habe  anstellen  lassen,  hat  ergeben,
  daß  971  Unteroffiziere  und  Mannschaften
  im  Lande  zubleiben  gedenken,  und
zwar  318  als  Farmer,  74  als  Kleinsiedler,  570
als  Handwerker,  von  denen  die  meisten  gleichzeitig
  neben  dem  Handwerk  sich  der  Gartenwirtschaft
  widmen  wollen,  4  als  Beamte  und  5  als
Kaufleute.  Diese  Zahlen  haben  inzwischen,  wie
mir  durch  einzelne  Anmeldungen  bekannt  geworden
ist,  noch  eine  Steigerung  erfahren.  Außerdem  ist
bekannt,  daß  eine  größere  Anzahl  von  ausgedienten
  Soldaten,  welche  das  Land  verlassen
haben  mit  der  Absicht,  in  Deutschland  zu  bleiben,
nach  einiger  Zeit  von  der  Sehnsucht  erfaßt  werden,
nach  Afrika  zurückzukehren,  weil  es  ihnen  in  der
Heimat  zu  eng  ist  und  nicht  mehr  gefällt.
Wenn  nun  gemeint  worden  ist,  es  könnten
höchstens  5000  Farmer  im  Schutzgebiet  sich  niederlassen,
  so  kann  ich  dies  als  zutreffend  nicht  erachten.
  Ich  halte  es  überhaupt  für  unmöglich,
in  einem  so  neuen  und  unkultivierten  Lande  auch
nur  mit  einiger  Sicherheit  anzugeben,  wie  viele
Weiße  dasselbe  aufzunehmen  imstande  ist.  So
viel  ist  aber  sicher,  daß  die  Zahl  5000  zu  niedrig
gegriffen  ist,  und  tatsächlich  beträgt  die  weiße
Zivilbevölkerung  bereits  heute  mehr  als  5000.
Wenn  ich  rechne,  daß  von  den  832  000  qkm
des  Schutzgebietes  132  000  als  Unland  und  als
für  Kleinsiedler  ausgeschiedene  Gebiete  abgehen,
so  würden  für  den  eigentlichen  Farmbetrieb  immer
noch  700  000  qkm  übrig  bleiben.  Wenn  man
nun  annimmt,  daß  die  Farmen  durchschnittlich
7000  ha  betragen  (im  Norden  und  mittleren
Gebiet  sind  sie  vielfach  kleiner,  im  Süden  dagegen
größer),  so  würde  man  zu  dem  Resultate  kommen,
daß  allein  10  000  Farmer  untergebracht
werden  könnten.  Um  vorsichtig  zu  rechnen,
will  ich  aber  nur  8000  in  Ansatz  bringen.  Man
muß  aber  in  Rechnung  ziehen,  daß  die  Farmen
sich  durch  Erbgang  oder  Abverkauf  schon  in  nicht
zu  langer  Zeit  verkleinern,  und  die  Zahl  der
Farmer  sich  dadurch  vermehrt.  Das  ist  der  Hergang
  in  der  Kapkolonie  gewesen.  Es  läßt  sich
also  gar  nicht  mit  auch  nur  annähernder  Sicherheit
  in  einem  so  unentwickelten  Lande  angeben,
wie  viel  weiße  Einwohner  es  wohl  fassen  könne.
Im  Oranje-Freistaat,  welcher  107  439  qkm  umfaßt,
  also  nur  ein  Siebentel  bis  ein  Achtel  unseres
Schutzgebietes  darstellt,  und  welchen  ich,  wie  schon
bemerkt,  fürnicht  besser  als  den  mittleren  Teil  unseres
Schutzgebietes  halte,  leben  heute  rund  100  000
Weiße.  Die  Farmen  hatten  dort  anfangs  auch
etwa  dieselbe  Größe  wie  zur  Zeit  in  Deutsch-Südwestafrika,
  sind  aber  mit  der  Zeit  durch  die  intensivere
  Wirtschaft,  wie  Wassererschließung  und
Anbau  von  Getreide  und  Futterkräutern,  ganz
bedeutend  verkleinert  worden.  Dieser  Kleinstaat,

 

14  20

welcher  arm  an  Mineralfunden  ist  und  durchaus
als  ein  Land  für  Landwirtschaft  und  Biehzucht
bezeichnet  werden  muß,  ist  ein  schlagendes  Beispiel
  dafür,  daß  auch  solche  Länder  prosperieren
können.  Vor  dem  Kriege  betrugen  seine  Staatseinnahmen
  rund  70  Millionen  Mark,  die  Ausgaben
  65  Millionen,  die  Staatsschulden  36  Millionen.
  Der  Wert  des  Staatsvermögens  wurde
mit  110  Millionen  in  Ansatz  gebracht,  die  Ausfuhr
  belief  sich  auf  36  Millionen,  die  Einfuhr
auf  25  Millionen.  Jeder  Kenner  von  Südafrika
weiß,  daß  der  Oranje-Freistaat  vor  Ausbruch  des

Krieges  sich  bei  einer  trefflichen  Verwaltung
großen  Wohlstandes  erfrente.
Außer  den  Farmen  kommen  unn  aber  mit

einer  dichteren  Bevölkerung  die  stadt=  und  dorfähnlichen
  Orte  des  Schutzgebietes  in  Betracht,
ferner  die  Minendistrikte  und  schließlich  die  Kleinsiedlungen.


Meines  Erachtens  hat  man  bisher  der  Kleinsiedlung
  viel  zu  wenig  Beachtung  geschenkt.
Es  wurden  bisher  in  dem  Schutzgebiet  so  wenig
landwirtschaftliche  und  Gartenprodukte  angebaut,
daß  auch  die  Regierung  und  die  Truppe  nicht
ernstlich  mit  einer  Verpflegung  ihrer  Angehörigen
und  der  in  ihren  Diensten  befindlichen  Eingeborenen
  aus  im  Schutzgebiet  gewonnenen  Produkten
  rechnen  konnte  und  deswegen  auf  Bezug
von  Deutschland  angewiesen  war.  Ich  habe  bald
nach  Eintreffen  im  Schutzgebiet  zunächst  diejenigen
Gebiete  aussondern  lassen,  welche  sich  für  Kleinsiedlungen,
  d.  h.  für  Anbau  von  Zerealien,  aber
vor  allem  von  Gemüse,  Kartoffeln,  Tabak,  zur
Obstzucht  und  zum  Weinbau  unter  Anwendung
künstlicher  Bewässerung  eignen.  Es  sind  größere
Gebiete  sowohl  im  Namalande,  beispielsweise  am
Fischfluß,  als  auch  im  Norden  bei  Osona,
Omaruru,  Waterberg  und  an  anderen  Plätzen
als  für  diesen  Zweck  geeignet  reserviert  worden.
Ich  bemerke  hierbei,  daß  allen  diesen  Kleinsiedlungen,
  von  denen  Osona  und  Omaruru  bereits
ausfgemessen  und  teilweise  besiedelt  sind,  ein
größeres  Weidegebiet  zur  Verfügung  gestellt  ist,
so  daß  der  Kleinsiedler  auch  in  beschränktem
Maße  Viehzucht  treiben  kann.  In  Osona  haben
sich  verschiedene  Deutsche,  die  aus  Britisch-Südafrika
  eingewandert  sind,  als  die  ersten  niedergelassen.
  Ich  war  um  so  erfreuter  hierüber,  als
mehrere  davon  mir  aus  meiner  Kapstädter  Zeit
als  tüchtige  Elemente  bekannt  waren  und  ich
darin  ein  Anzeichen  dafür  erblickte,  daß  der  Gedanke
  dieser  Kleinsiedlungen  nicht  aussichtslos  ist.
So  oft  ich  diese  Leute  besucht  habe,  haben  sie
sich  stets  auf  das  zufriedenste  über  ihre  Niederlassungen
  geäußert  und  Vergleiche  zwischen  ihrem
Besitztum  in  der  Kapkolonie  und  bei  uns  angestellt,
  die  durchaus  zugunsten  unserer  Kolonie
        <pb n="83" />
        ausfielen.  Nach  ihrer  Ansicht  liegt  kein  Grund
vor,  warum  sie  dort  nicht  ebensogut  fortkommen
sollten  wie  in  der  Kapkolonie;  sie  blicken  mit
großem  Vertrauen  dem  Weinban,  dem  Tabak—
bau  und  der  Obstzucht  entgegen.  Auch  beabsichtigen
  sie,  in  größerem  Umfange  sich  auf  Kartoffelbau
  und  Anbau  von  Luzerne  zu  legen.
Betauntlich  wird  neuerdings  aus  der  Kapkolonie
Obst  in  größeren  Mengen  nach  England  und  dem
Kontinent  ausgeführt.  Die  Kleinsiedlungen  bei
Osona,  Okahandja  und  Omaruru  würden,  nachdem
sie  durch  Bahnen  mit  der  Küste  verbunden  sind,
ebensogut  Obst  exportieren  können,  wie  dies  von
unseren  Nachbarn  geschieht.
dürfil  ein  besonders  geeigneter  Ausfuhrartikel
rnite  unter  anderem  auch  die  Dattel  in  Frage
rfahen,  welche  nach  den  inzwischen  gemachten
für  deungen  ausgezeichnet  gedeiht  und  lohnt  und
fügung  ue  Anpflanzung  große  Gebiete  zur  Verunh
  r  stehen.  Die  Verpflegung  der  Eingeborenen
1  Teil  der  Fütterung  der  Reittiere  wird
in  aus  Landesprodukten,  in  erster  Linie  aus
fontein-  erfolgen  können.  In  dem  Bezirke  Groot=Menger
  ist  in  den  letzten  Jahren  Mais  in  größeren
li#  W’  ??  gutem  Erfolge,  und  zwar  ohne  künstworden
  erleselung  auf  Regenfall  hin,  angebaut
Distritte  Daneben  kommt  noch  für  die  gleichen
3  der“  eine  Hirseart  in  Frage.  Im  Osten  ist
Betschn  atholischen  Mission  geglückt,  mit  Hilfe  von
Beu-  Alanen  auf  dem  Dünensand  ohne  künstliche
und  serung  Boyhnen  und  Hirse  anzupflanzen
#0hute  Ernten  zu  erzielen.
füächen  das  Land  dichter  besiedeln  und  die  Weideerforderhenügend
  ausnutzen  zu  können,  ist  es  nun
den  versahed  da  systematisch  Bohrversuche  in
genobersa  bie  enen  Bezirken  des  Schutzgebietes  vorworden
  dnawerden.  Hiermit  ist  bereits  begonnen
Kapkolcnut  bdem  die  jahrelangen  Arbeiten  in  der
in  Südafrikgekrigt  baben,  wie  günstige  Resultate
Nach  der  Rerdrch  Bohrungen  zu  erzielen  sind.
maschinen  (gierungsstatistik  sind  daselbst  die  Bohr-15
  auf  17  in  den  Jahren  1896  bis  1904  von
selben  küglichenbeirg.  worden,  und  das  mit  den-Jahren
  von  9  57  r  Wasser  stieg  in  den  gleichen
Liter.  *2.500  Liter  auf  12  596  365
fü#  er  Nach  dem  Jahresbericht  des  Oberinsvektor
fze  Bohrarbeiten  or-  s  Oberinspektors
Jahre  197.0/  er  für  1904  wurden  in  diesem
6.2  Pr  4%  Bohrlöcher  gebohrt.  Davon  ergaben
Pum  ogent  iließendes  Wasser,  56  Prozent
au-  bwasser,  während  27,7  Prozent  keinen  Erfol
usweisen.  Es  steht  fes  „einen  Erfolg
wasserverhei  3  steht  nun  fest,  daß  die  Grund-EW
  erhälaist  in  Südwestafrika  denen  des
allen.  düdafrikas  durchaus  analog  sind,  vor
Tiefe  nuern  sich  das  Wasser  etwa  in  derselben
kann  m  s  durchschnittliche  Tiefe  im  Schutzgebiet
nan'  an  18  bis  25  Meter  angeben,  im  Norden
mentlich  im  Bezirk  Grootfontein,  steht  es  aller- 



15  20

diugs  vielfach  bedeutend  flacher,  häufig  nur  6  bis
8  Meter.  Wie  bekannt,  ist  der  Landrat  v.  Uslar
seit  etwa  neun  Monaten  im  Schutzgebiet  tätig
und  hat  bisher  mit  großem  Erfolge  Wasserfeststellungen
  mit  der  Wünschelrute  vorgenommen.
  Ich  möchte  auf  Grund  der  zwölf
Bohrungen,  welche  an  den  Stellen,  die  er  bezeichnet
  hat,  vorgenommen  worden  sind,  nicht  ein
abschließendes  Urteil  abgeben;  aber  es  ist  festzustellen,
  daß  sich  bisher  überall  Wasser  gefunden
hat,  und  zwar  in  der  von  ihm  bezeichneten  Tiefe.
So  sind  in  Karibib  beispielsweise  zwei  Brunnen
erbohrt  worden,  von  denen  der  eine  2¼  Kubikmeter,
  der  andere  500  Liter  per  Stunde  gibt.
Bis  zu  meinem  Fortgange  aus  dem  Schutzgebiet
hatte  er  im  ganzen  an  150  Stellen  Wasser  festgestellt.
  In  einer  Schlucht  am  Waterberge,  an
der  ich  persönlich  kürzlich  nur  drei  stark  fließende
Quellen  gesehen  habe,  hat  er  weitere  17  Wasseradern
  entdeckt.  Landrat  v.  Uslar  nimmt  zur  Zeit
mit  dem  Oberlandmesser  eine  Bereisung  vor,  auf
Grund  deren  eine  Einteilung  des  besiedlungsfähigen
  Landes  projektiert  wird.  Es  ist  der  Vorwurf
  erhoben  worden,  daß  das  Gouvernement
sich  auf  das  Wassersuchen  mit  der  MWünschelrute
eingelassen  habe,  wiewohl  die  Theorie  wissenschaftlich
  in  keiner  Weise  festgestellt  sei.  Hierauf  kann
ich  nur  antworten,  daß  mir  die  Praxis  über  die
Theorie  geht  und  daß  ich  glaube,  ich  würde
meine  Pflicht  verletzt  haben,  wenn  ich  lediglich
aus  dem  Grunde,  weil  man  eine  wissenschaftliche
Erklärung  noch  nicht  gefunden  hat,  von  dem
Wassersuchen  nach  dieser  Methode  abgesehen  hätte.

Außer  den  Bohrungen  läßt  sich  an  vielen
Stellen  des  Schutzgebietes  Wasser  durch  Aufstauen
desselben  in  der  Regenzeit  schaffen.  In  der
Karoo  findet  man  auf  jeder  Farm  mindestens  1
bis  2,  häufig  3  und  mehr  derartige  Staudämme,
die  teils  zum  Tränken  des  Viehs,  teils  zur  Berieselung
  anbaufähigen  Landes  benutt  werden.
Mir  sind  viele  Stellen  im  Schutzgebiet  bekannt,
an  denen  ebensogut  wie  in  Südafrika  solche
Staudämme  ohne  große  Kosten  angelegt  werden
können.  Es  versteht  sich,  daß  daneben  sowohl  im
Norden  wie  im  Süden  des  Schutzgebietes  Stellen
vorhanden  sind,  wo  große  Stauprojekte  sich
nach  sachverständigem  Urteil  verwirklichen  lassen.
Eine  derartige  besonders  günstige  Stelle  liegt
namentlich  in  unmittelbarer  Nähe  von  Kectmanshoop
  und  würde  einen  Teil  des  Südens  mit  Korn
versorgen  können.

Von  der  allergrößten  Wichtigkeit  für  die  wirtschaftliche
  Erschließung  des  Schutzgebietes,  und
zwar  sowohl  für  die  weitere  bergmännische  Aufschließung
  wie  für  die  Viehzucht  und  die  Landwirtschaft,
  ist  nun  die  Verbesserung  der  Verkehrsmittel,
  vor  allem  der  Bau  von  Eisenbahnen.
        <pb n="84" />
        In  dieser  Beziehung  kann  Britisch-Südafrika  uns
ein  Beispiel  und  Muster  sein.  Die  Kapkolonie,
welche  sich  bekanntlich  zur  Zeit  in  einer  großen
wirtschaftlichen  Depression  befindet  und  deren
Finanzlage  zur  Zeit  nichts  weniger  als  glänzend
ist,  baut  angenblicklich  drei  Bahnen,  welche  lediglich
  den  Zweck  haben,  die  rein  landwirtschaftlichen
Distrikte  der  Karoo  und  des  kleinen  Namagqualandes
  zu  erschließen.  Es  sind  dies  Bahnen,
welche  von  De  Nar  nach  Priska  gebaut  und  von
da  weiter  nach  Kenhardt  und  Upington  projektiert
sind,  ferner  von  Hutchinson  nach  Kanarvon  und
von  Malmesbury  und  Endekuil  nach  Klein-Namaqualand
  führen  sollen.  Erst  wenn  die
Transportkosten  auf  ein  vernünftiges  Maß  herabgemindert
  sind,  kann  der  Farmer  diejenigen  landwirtschaftlichen
  Maschinen  und  Geräte  beziehen,
welche  eine  ordentliche  und  rentable  Wirtschaft
ermöglichen.

II.

Eerklärungen
des  Oberstleutnants  Quade  in  den  Sgitungen  der
Kommission  vom  6.  und  7.  Dezember.

Meine  Herreu!  Nachdem  gestern  der  Herr
Gouverneur  v.  Lindequist  in  seinen  ausführlichen
Darlegungen  mehrfach  auch  auf  die  militärische
Lage  im  Schutzgebiet  im  allgemeinen  eingegangen
ist,  beschränke  ich  mich  auf  eine  Beleuchtung  der
gegenwärtigen  militärischen  Lage  in  Südwestafrika.
  Es  konnte  für  denjenigen,  der  die
wenig  beneidenswerte  Aufgabe  hat,  die  Ihnen
gegenwärtig  vorliegenden  Forderungen  für  die
Schutztruppe  von  Südwestafrika  vertreten  zu
müssen,  natürlich  kein  Zweifel  sein,  daß  die  erste
Frage  sein  würde:  ja,  wie  lange  soll  denn  der
Krieg  noch  dauern,  obwohl  längst  festgestellt  ist,
daß  kaum  noch  300  Hottentotten  im  Felde  stehen?
Meine  Herren!  Die  anscheinend  geringe  Zahl
des  Gegners  ist  in  den  letzten  Tagen  in  den  Verhandlungen
  im  Plenum  und  in  der  Presse  beinahe
ins  lächerliche  gezogen  worden.  Es  ist  anschließend
an  diese  Betrachtungen  überhaupt  bezweifelt
worden,  ob  im  Süden  des  Schutzgebietes  noch
der  Krieg  als  vorhanden  angesehen  werden  könnte.
Die  selten  schweren  Verluste,  die  gerade  in  letzter
Zeit  eingetreten  sind,  beweisen  leider  das  Gegenteil
  und  stimmen  sehr  ernst.  Wenn  bei  einem
Angriff  der  Hottentotten  auf  eine  Verpflegungskolonne
  bei  Uchanaris  6  Leute  gefallen,  5  verwundet
  worden  sind  und  von
keiner  ist,  der  nicht  drei  Schuß  im  Leibe  hat,
dann  sollte  man  doch  glauben,  erkennen  zu  müssen,
daß  jetzt  der  Kampf  besonders  intensiv  geführt
wird.  Gerade  das  heiße  Ringen  der  Hottentotten
um  den  Besitz  von  Wagen  und  Berpflegung  beden

  Gefallenen

 

16  20

weist  doch,  daß  sie  jetzt  die  Verzweiflung  zum
Kampfe  treibt,  daß  sie  nicht  mehr  wissen,  wie  sie
ihr  Leben  fristen  sollen.  Das  aber  berechtigt  nach
meinem  Ermessen  zur  Hoffnung,  daß  bald  eine
Entscheidung  zu  erwarten  steht.

Meine  Herren!  Angesichts  der  ungeheueren
Opfer,  welche  die  Niederwerfung  des  Musstandes
dem  Vaterlande  auferlegt  hat,  lastet  die  Sorge
für  die  baldige  Beendigung  des  Krieges  ganz  besonders
  schwer  auf  demjenigen,  der  für  die  Leitung
der  Operationen  verantwortlich  ist:  das  ist  der
Chef  des  Generalstabes  der  Armee.  Ich  brauche
daher  den  Herren  nicht  erst  zu  entwickeln,  daß
diese  Frage  unausgesetzter  Gegenstand  der  eingehendsten
  Erwägungen  des  Cheis  des  Generalstabes
  der  Armee  gewesen  ist  und  ganz  besonders
die  Frage,  ob  es  möglich  sein  würde,  die  Operationen
  einzustellen,  die  Grenzpunkte  nur  mit  kleinen,
festen  Stationen  zu  halten  und  alle  Truppen  aus
dem  Gebiet  etwa  südlich  der  Linie  der  Kleinen
und  Großen  Karasberge  herauszuziehen.  Nach
Rücksprache  mit  den  erprobtesten  Kennern  des
Kriegsschauplatzes  im  Süden,  der  Kriegführung
der  Hottentotten  und  der  Eigenartigkeit  des  Geländes
  ist  der  Chef  des  Generalstabes  der  Armee
aber  zu  dem  Entschluß  gekommen,  daß  auch  in
diesem  Kriege  —  noch  mehr  wie  in  jedem  anderen
—  nur  der  am  Feind  befindliche  Führer  eine
solche  Frage  richtig  beurteilen  kann,  und  für
diesen  Entschluß  —  nicht  vom  grünen  Tisch  aus
durch  einen  Befehl  in  die  Kriegführung  draußen
eingreifen  zu  wollen  —  kann  man  dem  Chef  des
Generalstabes  der  Armee  nur  dankbar  sein.  Es
versteht  sich  von  selbst,  daß  dem  Obersten
v.  Deimling  alle  Umstände,  die  eine  baldige
Beendigung  des  Feldzuges  in  dieser  oder  jener
Richtung  wünschenswert  machen,  und  die  unbedingt
gebotene  Verringerung  der  Kosten  des  Krieges
bekannt  gegeben  worden  sind,  als  man  sein  Urteil
über  die  Möglichkeit  eines  derartigen  weiteren
Verfahrens  in  der  Kriegführung  einholte.  Die
Antwort  des  Obersten  v.  Deimling  gipfelte  in
der  Meldung,  daß  ein  Aufgeben  des  Kampfes
und  Zurückziehen  der  Truppe  gleichbedentend
  mit  der  völligen  Preisgabe  des
Südens  sei  und  die  Gefahr  des  sofortigen  stärkeren
Wiederaufflammens  der  Aufstandsbewegung  in  sich
berge.  Der  Gegner  würde  das  Aufgeben  des
Südens  als  Schwäche  erkennen  und  sich  für  unbezwinglich
  halten.

Tatsächlich  liegen  aber  die  Verhältnisse  angenblicklich
  auch  so,  daß  eine  baldige  Niederwerfung
  des  Aufstandes  zuerhoffen  ist,  und
ich  kann  nur  noch  hinzufügen,  daß  nach  mir  zugegangenen
  Nachrichten  Oberst  v.  Deimling  an
dieser  Hoffnung  im  gegenwärtigen  Moment  ganz
besonders  festhält.
        <pb n="85" />
        Oberst  v.  Deimling  ist  Ihnen  ja  persönlich
bekannt,  und  ich  glaube,  daß  Sie  wohl  alle  überseugt
  sein  werden,  daß  er  sein  Bestes  daransetzen
wird,  um  sich  das  Verdienst  nicht  entgehen  zu
lassen,  durch  beschleunigte  Niederwerfung  des  Aufstandes
  das  Vaterland  von  den  jetzt  auf  ihm
ruhenden  Lasten  befreit  zu  haben.  Oberst  v.  Deimling
  hat  bewiesen,  daß  er  unausgesetzt  bemüht
eblieben  ist,  alle  entbehrlichen  Leute  nach  der
Oeimat  zurückzusenden.  Am  Schlusse  der  Verbandlungen
  dieses  hohen  Hauses  im  Mai  d.  Js.
mrsaß  iie  Kopfstärke  der  Schutztruppe  in  Südnoc
  Feit  noch  14  500  Mann,  gegenwärtig  nur
welter  9062;  bis  zum  1.  April  1907  sollen
kann  2000  Mann  zurückgesandt  werden.  Ich
leich"  den  Herren  versichern  —  das  ist  ja  auch
sch  di  urch  die  Zeitungen  zu  verfolgen  —,  daß
solgene  daücktransporte  derart  schnell  in  Cuxhaven
noch  uimn  die  Absertigung  des  einen  Trausportes
port  aucht  beendigt  ist,  wenn  der  folgende  Trans-M#rreits

  ankommt.
vielen  cine  Herren!  Ich  habe  Gelegenheit,  alle  die
jorechen  Wucktehrenden  Offisiere  persönlich  zu
aran  Und  naturgemäß  ist  mein  Hauptinteresse
ein  klarherschtet,  aus  den  Urteilen  dieser  Herren
erhalte  Bild  über  die  gegenwärtige  Lage  zu
daß  ich  «  Ich  brauche  hierbei  nicht  zu  versichern,
li  chteiten  #  Grund  meiner  Kenntnis  der  Persönurteilsfreiur
  die  Urteile  ruhig  abwägender,  vorberücin
  ur  und  besonders  bewährter  Offiziere
verschwe  ige;  aber  ich  kann  den  Herren  doch  nicht
glanbt  en  daß  der  größte  Teil  dieser  Offiziere
allzu  hase  warnende  Stimme  gegen  ein
erheben  Kiges  Herausziehen  der  Truppen
d  8  müssen.  Sie  betonen  alle,  daß  Oberst
in  einer  .  die  Verminderung  der  Schutztruppe
denken  wärele  beschleunige,  die  nicht  ohne  Be-Nun,

  meine  Herren

man  eigentlich  der  imme  weiß  ich  nicht,  weshalv

Zahl  von  3  t“  er  wieder  hervorgehobenen
bei  0  Hottentotten  -  roßte  .-beilegt
  Jeder,  der  draußen  soch  großen  Werr

wisse  -i  C  gewesen  ist,  wir
dentntg  *  Zaht  eine  nnn–i-.i.h  Zhpp*N–¾mDx
Neiter  auc  ht  beizumessen  ist.  Wenn  ein  d  entscher
Minderun  debann  bbedeutet  er  für  uns  eine
wenn  ein  9.  er  Gefechtskraft  des  Truppenteilso
  ennteht  ttentott  fällt  oder  verwundet  wird,
eines  Geweteln  Gegner  noch  lange  kein  Ausfall
aber  mit  dern  Sofort  treten  bisher  waffenlose,
traute  Me  er  Wafse  und  Munition  wohl  vergefallene
  Anner  in  die  Reihen  des  Feindes.  Der
Gefect  zeh  Oottentott  bedentet  eine  Minderung  der
Gewehterrasft  nur,  wenn  wir  in  den  Besitz  seines
die  Berachund,  seiner  Munition  gelangen.  Auch
Oottentoellichtigung  der  ursprünglichen  Stärte  des
Herer  ustammes  gibt  keinerlei  Anhalt.  Deun

os,  Bondelzwarts,  Kaffern  —  selbst  aus

 

17  20

englischem  Gebiet  —  haben  die  Banden  der
Hottentotten  verstärkt.  So  erklärt  es  sich,  daß
unsere  Truppen  anscheinend  dauernd  gegen  dieselbe
Zahl  kämpfen.  Der  Zahl  von  300  ist  also  an
sich  keine  ausschlaggebende  Bedeutung  beizumessen.
Sie  war  anscheinend  sogar  schon  einmal  auf  180
Gewehre  gesunken,  hat  sich  jetzt  aber  wieder  nach
Meldung  v.  Deimlings  auf  etwa  600  infolge
des  permanenten  Zuzugs  aus  englischem
Gebiet  erhöht.

Gegenüber  der  immer  wieder  aufgeworfenen
Frage,  weshalb  wir  gegen  diese  immerhin  geringe
Zahl  solch  enorme  Kräfte  ins  Feld  stellen,  muß
der  Zahl  der  tatsächlich  von  uns  im  Felde  stehenden
  Kräfte  nähergetreten  werden.

Bei  dem  überraschenden  Auftreten  des  Feindes,
der  frei  in  der  Bewegung  und,  an  keine  rückwärtigen
  Verbindungen  gebunden,  jeden  Schlupfwinkel
  kennt,  ist  eine  außerordentliche  Zersplitterung
unserer  Kräfte  erforderlich.  Unsere  Truppe  ist
mit  einer  Fessel  an  die  Kette  geschmiedet,  die  sie
in  Gestalt  von  Trains  und  Kolonnen  im  Interesse
ihrer  Selbsterhaltung  in  diesem  zur  Ernährung
der  Truppe  nichts  bietenden  Kriegsschauplatz  hinter
sich  herzuschleppen  genötigt  ist  und  deren  Sicherung
außerordentliche  Kräfte  verschlingt.

Die  gegenwärtige  Verteilung  der  Kräfte
gestaltet  sich  tatsächlich,  wie  folgt:

Im  Norden  (Hereroland),  südlich  begrenzt
durch  die  Linie  Swakopmund—Windhnk—  Gobabis,
befinden  sich:

8  Kompagnien,  6  Geschütze,  2  Maschinengewehre,
  Summa  —=  1520  Köpfe.

Im  Nordnamalande:

3  Kompagnien,  6  Geschütze,  Summa  —  428  Köpfe.

Im  Süden,  einschließlich  des  Südetappenbezirks:


7  Kompagnien,  1½  Feldbatterien,  11  Gebirgsgeschütze,
  2  Maschinengewehrzüge,  gegliedert
in  7  Verfolgungskolonnen  mit  wechselnder
Dislozierung,  in  Summa  —  1789  Köpfe.

2  Kompagnien,  1½  Feldbatterie,  1  Maschinengewehrzug
  sind  zur  Grenz=  und  Stationsbesatzung
  detachiert  mit  in  Summa  —=  108
Köpfen.

Zum  Vieh=  und  Transportschutz:

3  Kompagnien,  2  Feldbatterien,  2  Maschinengewehrzüge
  mit  788  Köpfen.

Im  ganzen  also  sind  5079  Köpfe  wirklich
fechtende  Truppen  im  ganzen  Schutzgebiet.

Ich  kann  nicht  unterlassen,  darauf  hinzuweisen,
daß  die  Etats  hierbei  voll  berechnet  sind,  daß  aber
in  Wirklichkeit  kaum  2/  der  Etats  tatsächlich
vorhanden  sind.  Der  Abgang  an  Kranken  muß
mit  mindestens  10  Proz.  angerechnet  werden.  In
der  Heimat  kann  man  sich  von  dem  außerordentlichen
  Abgang  von  der  wirklichen  Truppe  gar  keinen
        <pb n="86" />
        E

Begriff  machen.  Ich  führe  hier  nur  an,  daß  man,
als  bei  Beginn  des  Feldzuges  Major  v.  Glasenapp
für  die  Marineinfanterie  pro  Kompagnie  50  Köpfe
monatlich  als  Ersatz  verlangte,  die  Hände  über
dem  Kopf  zusammenschlug  und  sofort  eingehende
Berechnung  im  einzelnen  von  ihm  verlangte.
Bei  Hamakari-Waterberg  fochten  die  in  der
Stärke  von  über  100  Mann  ausgerückten  Kompagnien
  teilweise  mit  45  Gewehren,  eine  mit  39.
Man  kann  also  die  Gesamtzahl  der  im  Süden
tatsächlich  noch  kämpfenden  Truppe  (1789  Köpfe)
kaum  mit  1500  in  Ansatz  bringen.  Der  ganze
Rest  der  Differenz  zwischen  den  5079  und  der
rund  10  000  betragenden  Gesamtsumme  wird  verschlungen
  durch  die  technischen  Truppen,  Eisenbahnkompagnien,
  Feldsignal-,  Telegraphen-,  Funken-Abteilungen,
  die  Verpflegungskolonnen,  das
Lazarett--,  Verwaltungs=  und  Intendanturpersonal.
Die  Kriegführung  in  einem  noch  unkultivierten
Lande  erfordert  vor  allen  Dingen  Geduld.  Die
Führung  draußen  ist  sich  nicht  einen  Moment  im
Zweifel  darüber  gewesen,  daß  die  Beendigung  des
Krieges  nicht  so  schnell  zu  erreichen  sein  würde.
Die  Truppe  hat  ihr  Menschenmöglichstes  geleistet,
die  Leistung  der  Eisenbahn  aufs  äußerste  gesteigert,
  die  Landungsverhältnisse,  die  sogenannten
Straßen  gebessert  und  neue  Wasserstellen  erschlossen,
für  bessere  Erhaltung  der  bereits  vorhandenen
gesorgt.  Aber  in  wenigen  Monaten  war  ich  nicht
imstande,  das  gut  zu  machen,  was  Jahre  vorher
versäumt  war.  Der  Oberst  Leutwein  kannte
die  Schwierigkeiten  des  Krieges  mit  den  Hottentotten
  sehr  genau.  Schon  bei  meiner  Ankunft
äußerte  er  zu  mir:  „Wenn  wir  es  auch  mit  den
Hottentotten  zu  tun  bekommen,  dann  sehen  Sie  Ihre
Frau  und  Kinder  vor  fünf  Jahren  nicht  wieder.“
Wir  hätten  uns  von  Hause  aus  darauf  beschränken
  müssen,  beim  Mangel  an  Verkehrswegen
ohne  Rücksicht  auf  alle  anderen  Wünsche  zunächst
gesicherte  Etappenverbindungen  auszubanen.  Aber
man  möge  sich  doch  mal  der  Stimmung  der  Presse
und  des  Volkes  bei  Ausbruch  des  Aufstandes  erinnern,
  dann  wird  man  sich  nicht  verhehlen
können,  daß  gerade  die  Heimat  auf  eine  schnelle,
fast  übereilte  Durchführung  der  Operationen  gedrängt
  und  dadurch  indirekt  die  Führung  beeinflußt
  hat.  Bei  Ausbruch  des  Aufstandes  war  die
vom  Obersten  Leutwein  verfolgte  Politik  der
Eingeborenenbehandlung  Gegenstand  allgemeiner
Verurteilung.  Man  war  empört,  daß  die  verantwortlichen
  Stellen  nicht  für  Bereithaltung  ausreichender
  Kräfte  und  Machtmittel  im  Schutzgebiet
gesorgt  hätten.  So  verfiel  man  ins  Gegenteil,
die  allgemeine  Stimmung  verlangte  vor  allem
von  Hause  aus  Einsatz  ausreichender  Kräfte.
Wenn  Herr  Dr.  Semler  neulich  im  Plenum
betont  hat,  es  treffe  die  Leitung  ein  Verschulden,

18  20

nämlich  das,  daß  sie  nicht  von  Hause  aus  darauf
aufmerksam  gemacht  hätte,  daß  mit  17.000  Mann
in  Afrika  überhaupt  kein  Krieg  zu  führen  wäre.

Meine  Herren!  Die  Kriegsgeschichte  wird  bald
zeigen,  daß  von  der  Führung  draußen  ununterbrochen
  darauf  hingewiesen  worden  ist,  daß  die
Ernährung  der  Truppen  auf  dem  Kriegsschauplatze
auf  die  größten  Schwierigkeiten  stoße  und  daher
Beschränkung  in  der  Zahl  der  zu  entsendenden
Kräfte  gebiete.  Aber  auch  nur  in  dieser  Schwierigkeit
  der  Verpflegung  und  Wasserversorgung  lag
das  Hindernis  der  Verwendung  zahlreicher  Massen.
Der  Herr  Dr.  Semler,  der  doch  nur  die  Verhältnisse
  an  der  Etappenlinie  kennen  gelernt  hat,
wird  mir  bestätigen,  daß  die  Stärke  der  einzelnen
Sicherungsbesatzungen  jedenfalls  keine  übermäßige
ist,  daß  die  Leute  durch  den  Wachtdienst  außerordentlich
  in  Anspruch  genommen  sind.  Wie  ganz
anders  sehen  die  Verhältnisse  erst  bei  der  unmittelbar
  am  Feinde  stehenden  Truppe  und  auf
den  zahlreichen  einzelnen  kleinen  Posten  aus!
Wer  zu  Anfang  des  Krieges  die  kleinen  Stationen
an  der  Bahn  mit  1  bis  2  Mann  besetzt  gesehen,
wer  noch  heute  auf  den  kleinen  Heliographen--posten
  die  geringe  Zahl  der  Besatzung  beobachten
kann,  der  wird  schaudern  in  dem  Gedanken,  wie
hilflos  diese  kleinen  Posten  einem,  jeden  Augenblick
  ihnen  drohenden  Überfall  gegenüber  dastehen.
Überfluß  an  Kräften  ist  tatsächlich  nirgend  in  die
Erscheinung  getreten,  nur  kaum  zu  überwindende
Schwierigkeiten  für  die  Verpflegung  und  Erhaltung
der  Truppen.

Und  jetzt,  wo  diese  enormen  Heimsendungen
erfolgt  sind,  herrscht  überall  Mangel  an  Kräften.

Ich  wende  mich  nunmehr  zur  Frage  der  zukünftigen
  Stärke  der  Schutztruppe.  Diese
Frage  läßt  sich  zur  Zeit  überhaupt  noch  nicht
endgültig  beantworten.  Maßgebend  für  alle  Berechnungen
  sind  gewisse  Erwägungen:

a)  Welche  Punkte  im  Schutzgebiet  unbedingt
besetzt  und  geschützt  werden  müssen.
Die  Notwendigkeit  der  Sicherung  des  Farmbetriebes
  und  der  Verkehrsstraßen  gegen
räuberische  Uberfälle  und  Viehdiebstähle.
c)  Die  Notwendigkeit  einer  Bewachung  der

b

—

Grenze  zur  Verhindernng  der  Waffen—
einfuhr.
d)  Die  Notwendigkeit  einer  endgültigen  Durchführung

  der  Entwaffnung  der  Eingeborenen
durch  ununterbrochene  Streifzüge.

Die  Bereitstellung  so  vieler  Kräfte  zur  Ver—
fügung  des  Gouverneurs,  daß  er  imstande
ist,  die  Niederdrückung  etwa  noch  aufflammender
  Aufstandsbewegungen  im  Keime
ohne  Hilfe  von  der  Heimat  unbedingt  zu
bewerkstelligen,  ohne  daß  sofort  kostspielige
Entsendungen  von  dieser  erfolgen  müssen.

—

e
        <pb n="87" />
        Über  die  zukünftige  Gestaltung  der  in  Südwestafrika
  zu  belassenden  Schutztruppe  liegen  Vorschläge
  des  Generals  v.  Trotha,  Obersten  Dame,
des  jetzigen  Kommandeurs  und  des  Gonverneurs
v.  Lindequist  selbst  vor.

Alle  diese  Vorschläge  stimmen  ungefähr  dahin
überein,  daß  für  die  erste  Zeit  nach  Niederwersung
  des  Aufstandes  etwa  4600  bis  5000
Mann  kür  notwendig  erachtet  werden.  Im
allgemeinen  wird  die  Formierung  von  20  Kom--egnien,
  7  Batterien  (darunter  3  Gebirgsbatterien),
vor  esuschinengewehrzügen.,  2  Pionierdetachements
ein  9  Nlagen.  Bei  den  Kompaguien  sollen  verkrnse
  amuerhalh  der  Etatsstärken  Kamelreiterjett
  in  6  ildet  werden,  zu  deren  Formation  die
finden  1  lande  befindlichen  Kamele  Verwendung
in  zwe  Ann-  Im  allgemeinen  ist  die  Einteilung
Stweln  ilitärbezirke,  einen  Nord=  und  einen
nich  Furk,  geplant.  Bataillonsverbände  sollen
h  hergestellt  werden.
ü  brdie,  dis  lo  kati  oun  kann  naturgemäß  zunächst
biete.  n  #ur  für  die  bereits  pazifizierten  Geannäher
  Verero=  und  nördlichen  Namalandes
srohernd  festgelegt  werden.
#e  zu  erwartende  Entwicklung  des  Minenstärterenbel
  Otavi  und  die  Notwendigkeit  einer
stärkerer  acherung  gegen  die  Ovambos  nötigt  zu
Franzfo  Gletzung  des  Nordens.  So  mussen
an  des  Sntein  und  Zeßfontein,  Okankuejo
.  üdwestecke  der  Etoscha-Pfanne,  Namutoni,

  Otawi  «
·.  l,Ot1tuoa  -
Wurmme  1  m  Omuramba-u-Omatako

Geschüne  ompagnie  besetzt,  die  Zuteilung  von
achiben.  "  und  Maschinengewehren  für  dieso
ngen  vorgesehen  werden.  Das  wild  zerklüste

  ..-Uüstete
  Gelände  des  Kaokofeldes  erfordert  die

Bese  -

Usälliltgwxvls  Outio  mit  einer  Gebirgsbatterie.
den  Mten  Obompagnien  mit  Artillerie  werden
sonpn  z  1  marurn  und  Okambahe,  Otjo-Varmemn
  putiro,  Okahandja  und  Gr.
mit  Rient  indhnk  und  Seeis,  Gobabis
Persip  ##ann  und  Aminnis,  Gochas  und
die  Naiti  ft  ahöhe  und  Grootfontein  sowie
fernungen  sichern  müssen.  Die  großen  Entseigaumen
  er  einzelnen  Postierungen  voneinander

K  bewerkstelligen  sollen.
Lu  ——  Dafenorten  Svwatohnead  und
Pionier-Deucht  it  t  Zur  die  Garnisonierung  von
geri-  vorgesshen  zur  Sicherung  des  Landungs-Mucolied
  sid  die  Sicherung  des  Südens
läßt  u  riung  des  Ausstandes  gestalten  wird,
gemöh  w##r  Zeit  noch  nicht  übersehen.  Natur-*
  en  bei  Hasuur,  Dawignab,  Uka—
enitt  en  urmbad  und  Uhabis  längs  der
m  uch  reuze  Sicherungen  postiert,  Koct-Shoop
  start  besetzt  werden  müssen.

nach

 

19  20

Die  Entscheidung,  wie  die  Sicherung  des
Schutzgebietes  und  in  welcher  Stärke  erfolgen
soll,  muß  natürlich  dem  endgültigen  Ermessen  des
Gonverneurs  überlassen  werden,  der  allein  für
die  Sicherheit  des  Lebens  der  im  Schutzgebiet
sich  aufhaltenden  Weißen  und  für  den  Schutz  des
in  der  Kolonie  angelegten  Nationalvermögens
verantwortlich  ist.

**zç  1
—

(IT.  Dezember.)

Meine  Herren!  Der  stellvertretende  Herr
Kolonialdirektor  hat  bereits  im  allgemeinen  betont,
  daß  die  Reduzierung  der  Schutztruppe
auf  2500  Mann  bis  zum  1.  April  1907  technisch
  überhaupt  nicht  durchführbar  sein
würde.  Zur  Beleuchtung  dieser  Frage  im  einzelnen
  gestatte  ich  mir  auf  die  Anfrage  des  Herrn
Abgeordneten  Dr.  Spahn  folgendes  anzuführen.

Eine  derartig  starke  Verminderung  der  Schutztruppe
  stößt  die  angenblickliche  Dislozierung  der
Truppe,  insbesondere  im  Norden  der  Kolonie,
völlig  über  den  Haufen.  Die  Frage,  welche
Punkte  unter  dem  Gesichtspunkte  einer  solchen
allgemeinen  Verminderung  der  Schutztruppe  trotzdem
  unbedingt  zu  besetzen  sind,  läßt  sich  von  hier
nicht  entscheiden.  Auch  der  in  Keetmanshoop
weilende  Kommandeur  der  Schutztruppe  wird
hierzu  ohne  weiteres  nicht  imstande  sein.  Er
muß  dazu  die  in  den  einzelnen  Bezirken  befindlichen
  Offiziere  hören;  selbst  wenn  dies  telegraphisch
  oder  heliographisch  bewerkstelligt  wird,
vergeht  darüber  eine  gewisse  Zeit,  und  es  würden
vierzehn  Tage  bis  drei  Wochen  nötig  sein,  ehe
der  Kommandeur  der  Schutztruppe  über  die  endgültige
  Dislozierung  einer  so  gering  bemessenen
Schutztruppe  zu  einem  abschließenden  Urteil  gelangen
  kann.

Die  Truppen  sind  bei  den  enormen  Entsernungen
  des  Schutzgebiets  weit  über  das  ganze
Land  zerstrem.  Die  äußersten  Besatzungen  haben
500  km  und  mehr  bis  zur  nächstliegenden  Eisenbahnstation.
  Das  erfordert  allein  einen  Marsch
von  rund  einem  Monat.  Aber  mit  der  schematischen
  Zurückziehung  der  einzelnen  Postierungen
selbst  ist  es  nicht  abgetan.  Die  Zurückziehung
der  heimzusendenden  Mannschaften  muß  in  erster
Linie  nach  Maßgabe  des  Ablaufes  ihrer  Kapitulationsverhandlung
  erfolgen.  Die  entsprechenden
Jahrgänge  bzw.  Trausporte  selbst  sind  nicht
gleichmäßig  auf  die  Truppenteikr  verteilt.  Es
werden  daher  zahlreiche  Hin=  und  Herschiebungen
zwischen  den  einzelnen  Postierungen  notwendig
werden.  Das  erfordert  Zeit.

Die  zur  Heimsendung  gelangenden  Mannschaften
  dürfen  ferner  vor  dem  Eintreffen  ent-1
        <pb n="88" />
        W  20  20

sprechenden  Ersatzes  ihre  Stationen  nicht  verlassen,
darüber  vergehen  wieder  Wochen.

Die  gegenwärtig  behaupteten  Postierungen
sind  fast  überall  durch  provisorisch  ansgeführte
Befestigungen  geschützt.  Diese  Befestigungen  können
nicht  bestehen  bleiben,  wenn  die  Besatzung  den
betreffenden  Punkt  räumt.  Sie  müssen  völlig
zerstört  und  unschädlich  gemacht  werden,  weil
sonst  sofort  der  Feind  sich  in  ihnen  festsetzt  und
einen  schwer  zu  überwindenden  Stützpunkt  in
ihnen  gewinnt.  Auch  dies  erfordert  Zeit.

Die  Unterkunft  der  nach  der  Bahn  und  an
die  Einschiffungsplätze  zusammenströmenden  erheblichen
  Massen  bedarf  der  Vorsorge.  Auch  dazu
ist  eine  gewisse  Zeit  notwendig.  Die  Verwaltung
ist  auf  möglichste  Verminderung  der  Heimsendungskosten
  bedacht,  daher  war  seitens  der  Seetransportabteilung
  geplant,  einen  besonderen  Dampfer  zu
chartern.  Das  lohne  sich  aber  erst,  wenn  etwa
1000  Mann  gleichzeitig  zur  Heimsendung  gelangen
  können.  Oberst  v.  Deimling  wurde
entsprechend  benachrichtigt,  meldete  aber,  daß  er
eine  solche  Bereitstellung  von  1000  Mann  der
örtlichen  Schwierigkeiten  wegen  nicht  vor  Anfang
bzw.  Mitte  Februar  bewerkstelligen  könne.

Wenn  auch  im  ganzen  damit  wird  gerechnet
werden  können,  die  für  den  Rücktrausport  nötigen
Schiffe  ohne  besondere  Schwierigkeiten  zu  beschaffen,
so  würde  doch  die  plötzliche  Heimsendung  von  etwa
7500  Mann  das  Herausziehen  von  etwa  sechs
großen  Dampfern  aus  dem  Verkehr  erfordern,
und  der  Umstand,  daß  den  Reedereien  die  Notwendigkeit
  bekannt  sein  würde,  diese  Heimsendungen
  bis  zum  1.  April  1907  durchzuführen,
würde  die  Forderungen  der  einzelnen  Rceder
außerordentlich  in  die  Höhe  treiben.  Wie  ich
ferner  schon  neulich  hervorgehoben  habe,  folgen
sich  schon  jetzt  die  Trausporte  in  Cuxhaven  so
schnell  aufeinander,  daß  bei  Ankunft  des  nächsten
Transportes  der  vorhergehende  oft  noch  nicht
vollkommen  abgefertigt  ist.  Die  Abfertigungsstelle
  ist  für  die  Unterbringung  von  600,  höchstens
800  Mann  eingerichtet.  Für  diese  Zahl  müssen
bereits  für  die  ärztliche  Untersuchung  Sanitätsoffiziere
  der  Armee  herangezogen  werden.  Mehr
wie  höchstens  20  Mann  kann  bei  der  gebotenen

außerordentlich  sorgsamen  Untersuchung,  insbesondere
  auf  Herzerkrankungen,  der  einzelne
Arzt  am  Tage  nicht  abfertigen.  Es  ist  also

wünschenswert,  daß  die  Transporte  nicht  stärker
als  etwa  800  -Mann  sind  und  sich  mit  einem
solchen  Abstand  nacheinander  folgen,  daß  die  Abfertigung
  mehrerer  Transporte  nicht  gleichzeitig
erfolgen  muß.  Dem  Oberkommando  stehen  für
solche  Zwecke  keinerlei  Kasernements  und  kein
ausreichendes  Personal  zur  Verfügung.

 

Die  Invalid  te  beanspruchen
schon  jett  sämtliche  im  Oberkommando  zur  Verfügung
  stehenden  Kräfte.  Bei  weiterer  übergroßer
Steigerung  der  Heimtransporte  würde  eine  ordnungsmäßige
  Entlassung,  die  bei  den  zahlreichen
Invalidenpensionen  wesentlich  an  Bedenutung  gewonnen
  hat,  außerordentlich  schwer  sich  bewerkstelligen
  lassen.

Selbstverständlich  könnte  man  über  die  Art
der  Durchführung  dieser  Heimsendungen  auch  hier
in  der  Heimat  eine  graphische  Darstellung  mit

.  Angaben  im  einzelnen  entwerfen,  aber  praktischen

Wert  würde  eine  solche  Aufstellung  absolut  nicht
haben,  weil  für  ihren  Entwurf  die  maßgebenden
Daten  fehlen,  da  man  nicht  einmal  weiß,  wo
die  Truppen  im  einzelnen  gegenwärtig  tatsächlich
sind.

Die  Ausführbarkeit  der  beantragten  Maßregel
einer  so  schnellen  Zurückziehung  von  7500  Mann
kann  daher  ausschließlich  draußen  an  Ort  und
Stelle  durch  den  Kommandeur  geprüft  werden.

Ein  Blick  auf  die  gegenwärtige  Dislozierung
der  Streitkräfte  in  den  bereits  pazifizierten  Landstücken
  zeigt  aber,  daß  mit  einer  so  geringen  Kopfstärke
  der  Schutztruppe,  wie  2500  Mann  darstellen,
  eine  Verantwortung  für  genügenden  Schutz
der  Kolonic  von  der  Militärverwaltung  nicht
übernommen,  geschweige  denn  die  endgültige
Niederwerfung  des  Aufstandes  erzielt  werden

kann,  wenn  auch  nur  die  geringsten  Ausstandsgelüste
  seitens  der  Eingeborenen  sich  geltend
machen.

Die  Zahl  2500  würde  im  ganzen  die  Aufstellung
  von  etwa  9  bis  10  Kompagnien,  2  Feldbatterien
  zu  4  Geschützen,  einer  Gebirgsbatterie
zu  6  Geschützen,  7  Maschinengewehr-Sektionen,
einer  kleinen  Feld-Telegraphen=  und  Feld-Signalabteilung
  sowie  einer  Feld-Trainkompagnie  mit
Train  und  Pferdedepot,  schwaches  Personal  für

Magazine,  Feldlazarette,  Artillerie=  und  Bekleidungsdepot
  ermöglichen.  Aber  bereits  bei  den

Kompagnien  müßte  die  wünschenswerte  Ersatzzahl
von  150  Köpfen  auf  120  herabgedrückt  werden.
Dies  würde,  ganz  abgesehen  davon,  daß  zur
Überwindung  größerer  Durststrecken  bei  Patronillen--ritten
  für  die  Zukunft  von  Kamelreiter-Trupps
aus  den  zur  Zeit  vorhandenen  Kamelen  abgesehen
werden  müßte,  bei  der  unbedingten  Notwendigkeit,
  im  Falle  des  Ausrückens  die  Stationen  mit
etwa  20  bis  30  Mann  besetzt  zu  lassen,  eine
Ausrückstärke  von  höchstens  90  Gewehren  ergeben,
die  erfahrungsgemäß  nach  kurzer  Zeit  infolge  des
starken  Abgangs  durch  Krankheit  usw.  auf  höchstens
60  bis  70  Mann  heruntergedrückt  werden  würde.

Im  Süden  sind  die  Berhältnisse  noch  nicht
bernhigt.  Eine  stärkere  Besatzung  würde  also
        <pb n="89" />
        W  21

erforderlich  sein.  Dies  könnte  nur  auf  Kosten
des  Nordens  geschehen.  Dieser  kann  aber  nicht
entblößt  werden  wegen  der  von  den  Ovambos
drobenden  Gefahr  und  wegen  des  unbedingt  notwendigen
  Schutzes  des  jetzt  durch  die  Eröffnung
es  Minenbetriebes  und  der  Otawibahn  zu  erwartenden
  schnelleren  Aufblühens  dieses  Gebietes.
Für  den  Schutz  der  Etappenverbindungen  und
ganzen  Mittellandes  ständen  absolut  keine
gredn  zur  Verfügung,  und  die  Heranführung
!4  m-  würde  bei  dem  Mangel  von

roviant-  .  .  -  ·  s
gefährder  E  und  Fuhrparkkolonnen  schwer
Die  Frage
sich  zur  Zeit  an

des

ob  also  die  Schutztruppe
läßt,  ka  f  2500  Mann  reduzieren
werden  ####  bier  aus  gar  nicht  gelöst
im  Schut  Se  ist  aber  zur  Zeit  auch  von  dem
zweisellobgebiet  befindlichen  Truppenkommandeur
Die  M5  lichne  weiteres  nicht  zu  beantworten.
nuppe.  an  hleit  der  Verminderung  der  Schutzvon
  der  ul  ein  derartiges  Minimum  hängt  ab
dort  vorb  nbvicklung  des  Schußgebiets  und  der
allem  voan  enen  weißen  Bevölkerung  und  vor
wicklung  dem  weiteren  Fortschritt  der  Entder
  Eitwern.  Verkehrswege  im  Lande,  insbesondere
von  den  Ayeen,  von  der  Entlastung  der  Truppe
allgemein  ulgaben  polizeilicher  Natur  und  den
von  Verter  ulturellen  Aufgaben,  wie  Herstellung
Au  vrswecen.  Erschließung  von  Wasserstellen

usw.  .--·  ..-nicht
  übersehenas  u  ich  aber  zur  Zeit  noch

III.

erklärung

de
s  Oberstleutnants  Ruhl  in  der  Sitzung  vom
II.  Desember.

*  iemilltärischen  Standpuntt  kann  dem  An-Ws
  hutztruppe  in  Südwestafrika  im
mihen  atsjahr  auf  2500  Mann  zu  ver-8
  i,  nicht  dugestimmt  werden
Die  Gründe  dafür  sind
wickelt  worden.  Es  ist  0R  "
Susetzen.  !*

Es  ist  bemerkt  worder
krast  der  Hottentotten  t
nur  dahin  verstanden  w
Jroße  Operationen  vor
erwarten  sind.

as  vorige  Mal  entmm
  noch  folgendes  hinzudaß

  die  Widerstandsgebrochen
  sei.  Das  kann
erden,  daß  große  Schläge,
J  aussichtlich  nicht  mehr  zu
zwar  zerstreut  die  Massen  des  Gegners  sind
ausgelie  Futg  sie  haben  sich  in  kleine  Banden
die  oolhe  e  elnsicherbeit  der  Verbindungen,
Vessechrn  Hen  berfällc,  die  zahlreichen  kleinen
derchuree  n  die  Verlustlisten  beweisen,  wie  sehr
gesähmein  rieg  noch  im  Gange  ist  und  wie
ich  er  ist.  Eine  völlige  Beruhigung  des

 

·

Landes,  ein  Ende  des  Krieges  ist  somit  nicht
erreicht.

Ein  solches  Ende  muß  aber  erreicht  werden.
Geben  wir  den  Kampf  vorher  auf,  so  wird  der
Gegner  materiell  und  moralisch  erstarken,
er  wird  großen  Zuzug  aus  dem  Kapland  heranziehen
  und  dann  binnen  kurzem  auf  der  ganzen
Linie  zum  Angriff  vorgehen.

Nehmen  wir  also  dem  Truppenführer  die
durchaus  nötigen  Truppen,  fallen  wir  ihm  in
den  Arm,  so  bedeutet  dies  den  Verlust  des  Feldzuges
  und  damit  den  Verlust  der  Kolonien.

Die  Forderung  dessen,  was  an  Truppen  nötig
ist,  stützt  sich  auf  die  Angaben  des  Kommandeurs
und  Gouverneurs,  die  nach  pflichtmäßigem  Ermessen
  zu  dieser  Ansicht  gekommen  sind  und  die
die  Verantwortung  zu  tragen  haben.  Diese
Forderung  wird  von  uns  nach  sorgfältiger
Prüfung  für  richtig  gehalten,  ebenso  wie  die
Maßnahmen,  die  der  Truppenführer  zur  Niederwerfung
  des  Aufstandes  trifft.  Wir  haben  die
begründete  Hoffnung,  damit  in  absehbarer  Zeit
den  Krieg  zu  beenden.  Vielleicht  ist  nur  noch
eine  letzte  Anstrengung  dazu  nötig.

In  bezug  auf  die  Truppenstärken  bemerke
ich  noch  folgendes:  Die  bedeutenden  Entfernungen
im  Süden  der  Kolonie,  das  Fehlen  ausreichender
Verbindungen,  insbesondere  der  Mangel  an  Eisenbahnen,
  die  Notwendigkeit,  alle  Bedürfunisse  der
Truppe  von  rückwärts  heranzubringen,  die  Kampfart
  der  Hottentotten,  die  vor  allem  darauf  ausgeht,
  solche  Transporte  anzugreifen,  bedingen  einen
starken  Schutz  der  Etappenlinie.

Von  den  zur  Verfügung  stehenden  Truppen
muß  ein  größer  Teil  zur  Besatzung  von  Etappenstationen,
  zur  Bedeckung  von  Transporten,  von
Magazinen,  zur  Bedienung  und  Sicherung  der
Telegraphen=  und  Heliographenlinien  verwendet
werden.  Weitere  Leute  sind  der  fechtenden  Feldtruppe
  abzurechnen,  die  zu  besonderen  Zwecken
(Eisenbahnbau-Kompagnien,  Scheinwerfer-Abteilungen,
  Sanitätspersonal),  zur  Bewachung
wichtiger  Wasserstellen,  zur  Absperrung  der  Grenze,
zur  Sicherung  von  Farmen,  zur  Bedeckung  der
den  Kolonnen  unmittelbar  folgenden  Bagagen
Verwendung  finden  oder  als  Kranke  in  den
Lazaretten  liegen.

Man  kann  wohl  sagen,  daß  wir,  um  einen
Mann  angriffsweise  an  den  Feind  zu  bringen,
vier  in  die  Kolonie  schicken  müssen.

Auch  wenn  wir  die  Truppen  vermindern,
wird  die  Zahl  der  für  die  besonderen  Zwecke  in
Abrechnung  zu  bringenden  Truppen  nicht  in  demselben
  Maße  vermindert.  Die  Sicherung  der
Etappenlinien  wird  ebenso  nötig  sein  und  fast
ebensoviel  beanspruchen.
        <pb n="90" />
        W  22  20

Aus  allen  diesen  Gründen  müssen  wir  uns
daher  unbedingt  den  Forderungen  der  an
Ort  und  Stelle  befindlichen  verantwortlichen
  Herren  anschließen.  Wir  können
nicht  vom  grünen  Tisch  aus  anders  dekretieren,
  wir  können  nicht  Hofkriegsrat  spielen.
Wer  dies  tut,  übernimmt  die  Verantwortung.
  Wir  übernehmen  sie  nicht.

D

Erklãrungen

des  Drofessors  Dr.  Hahn  in  der  Sitzung  der
kKommisston  vom  12.  Desember  1906.

Die  Teile  von  Deutsch-Südwest,  welche  bei
der  Besiedelung  des  Landes  in  Betracht  kommen,
sind  der  mittlere  Teil  (das  Hereroland)  und
der  südliche  Teil  (das  Namaland).  Einen  gewissen
  Anhalt  zur  Bewertung  dieser  Länder  bietet
ein  Vergleich  dieser  Länder  mit  anderen  Ländern
Südafrikas.  Und  wenn  wir  da  Rundschau  halten,
stellt  es  sich  heraus,  daß  das  Hereroland  der
Ostprovinz  des  Kaplandes  und  dem  Freistaat
gleicht,  nur  daß  im  Freistaat  fast  gar  kein  Baumwuchs
  ist,  während  das  Hereroland  sehr  baumreich
  ist,  und  daß  das  Namaland  der  Karoo
gleicht,  das  heißt  dem  mittleren  und  nördlichen
Teil  des  Kaplandes.

Man  hat  unn  oft  in  Deutschland  sagen  hören,
diese  Länder  in  Deutsch-Südwest  seien  wertlos.
  Das  ist  ja  bis  zu  einem  gewissen  Grade
berechtigt,  wenn  wir  diese  Länder  mit  der  Magdeburger
  Börde,  der  goldenen  An,  dem  Rheingau
und  anderen  gesegneten  Gefilden  Deutschlands
und  Europas  vergleichen.  Wenn  wir  uns  aber
in  Südafrika  umsehen,  so  finden  wir  viele  Strecken
und  große  Teile,  die  viel  wertloser  sind,  z.  B.
der  nordwestliche  Teil  von  Griqualand  West,  ein
Teil  von  Betschuanaland,  von  Kamas  Land,  die
Kalahari.  Aber  selbst  diese  Länder  sind  voll  Wild,
es  leben  dort  Eingeborene  und  man  trifft  dort
viele  Ansiedler.  Also  eine  Wüste  sind  selbst  diese
Länder  nicht,  und  England  hat  es  der  Mühe
wert  gehalten,  sie  zu  besetzen.

Die  Besiedelung  der  Karoo  begann  im  Anfang
  des  vorigen  Jahrhunderts.  An  verschiedenen
Orten  wurden  größere  und  kleinere  Standämme
angelegt,  es  wurden  an  geeigneten  Orten  Brunnen
angelegt  und  später  wurde  an  vielen  Orten  das
Wasser  durch  Bohrungen  gewonnen.  Fast  überall
in  der  Karoo  wird  das  Wasser  durch  Windmotorpumpen
  gehoben.  An  diesen  Wasserstellen  siedelten
sich  erst  einige  Farmer  an,  es  kamen  mehrere
dazu,  so  entstanden  kleinere  Dörfer,  die  allmählich
zu  größeren  Dörfern  und  kleinen  Städten  wurden,
die  jetzt  in  der  Karoo  vorhanden  sind  und  die  alle

Van  Wyks  Vley.

 

in  dieser  Weise  entstanden  sind  und  jetzt  die
Zentren  des  Wollhandels  sind.

Die  ersten  Ansiedler  in  der  Karvo  betrieben
nur  Schafzucht,  erst  später  zwischen  1870  und
1880  kam  auch  die  Straußenzucht  hinzu.
Allerdings  wird  auch  an  vielen  Orten,  wo  reichlicher
  Wasser  vorhanden  ist,  auch  Getreide  gebaut,
  es  werden  Feld=  und  Gartenfrüchte  und
auch  Obst  gewonnen.  Die  Trauben,  Orangen
und  Feigen  aus  der  Karoo  werden  besonders
geschätzt.  Ich  habe  viel  Getreidebau  gesehen  bei
Laingsburg,  in  der  Nähe  von  Beaufort  West,
und  unterhalb  des  großen  Standammes  von
Als  ich  den  letzteren  Ort  Ende
der  80er  Jahre  im  Auftrage  unserer  Regierung
besuchte,  erstreckten  sich  die  Getreidefelder  sieben
Meilen  weit  unterhalb  des  Dammes,  und  die
Länge  der  Kanäle  zur  Beriesolung  dieses  Arcals
betrug  dreißig  englische  Meilen.

Der  Boden  der  Karoo,  der  kultiviert  wird,
gilt  im  ganzen  Kapland  als  ungemein  fruchtbar:
es  ist  ein  feiner  Alluvialboden,  reich  an  Pflanzennährstoffen.
  An  manchen  Orten  wird  auch  Tabak
gebaut,  jahrelang  ohne  Zufuhr  von  Dünger.  Der
Tabak  erschöpft  den  Boden  schneller  als  andere
Kulturen,  und  diese  Bewirtschaftung  ohne  Dünger
geht  natürlich  auf  die  Dauer  nicht  an.  Der
Hauptbetrieb  in  der  Karoo  ist  zur  Zeit  Schafzucht
und  Stranßenzucht.

AUm  die  Qualität  der  Wolle  zu  verbessern,
wurden  bald  Merinoschafe  aus  Spanien  eingeführt
und  mit  dem  Kapschen  Schaf  gekrenzt.  Diese
Krenzung  ergab  das  jetzige  Kapsche  Wollschaf,
welches  aber  noch  fortwährend  durch  Einführung
von  Zuchtrammen  verbessert  wird.

Es  wurden  in  die  Karoo  nach  den  50er
Jahren  auch  Angoraziegen  eingeführt  aus  Kleinasien,
  und  es  zeigte  sich  bald,  daß  dieses  Land
für  die  Angorazucht  sehr  geeignet  ist.  Augenblicklich
  befinden  sich  hier  zweieinhalbmal  so  viel
Angoraziegen  wie  in  der  Provinz  Angora  in
Kleinasien.  Daneben  besteht  noch  eine  ältere
Zucht  von  Kapschen  Fettschwanzschafen,  auch  eine
Zucht  der  buntscheckigen  früheren  Ziegenarten  der
Kolonie,  und  zwar  ihrer  Milch  und  ihres  Fleisches

halber.  Ferner  haben  wir  in  der  Karoo  die
Straußenzucht.  Früher  hatten  Jagdexpeditionen

fast  alles,  was  sie  an  diesen  Tieren  vorfanden,
weggeschossen;  dann  wurde  in  den  Jahren  zwischen
1870  und  1880  im  östlichen  Teile  des  Landes
die  Stranßenzucht  eingeführt,  und  bis  jetzt  haben
wir  dort  annähernd  300  000  Stück  gezüchtet,
während  im  Oranjefreistaat  und  in  Natal  moch
nicht  3000  Strauße  sind.  Das  beweist,  wie  sehr
sich  die  Karoo  auch  für  Straußenzucht  eignet.
Wovon  leben  unn  diese  Tiere  in  der  Karoo?
Wir  haben  dort  eine  höchst  eigentümliche  Flora:
        <pb n="91" />
        die  Weide=  und  Futterkräuter  sind  von  ganz  besonderer
  Art,  man  möchte  sie  mit  den  sogenannten
Eisgewächsen  vergleichen,  nimmt  man  eine  Handvoll
  von  solchen  Blättern  und  preßt  sie  aus,
dan  fließt  der  Saft  ab.  Infolgedessen  brauchen
die  Schafe  nicht  so  oft  zur  Tränke  zu  gehen,  nur
ge  dreimal  in  der  Woche.  Die  erwähnten
Annhzen  sind  auch  sehr  nahrhaft.  Auf  meine
dso  ug  hin  hat  die  Universität  in  Kapstadt
beso  auuge  gründlich  untersuchen  lassen,  und  man
“Wi-  Bigt  sich  noch  unausgesetzt  mit  der  Prüfung
daraus  Orwertes  dieser  Pflanzen.  Es  hat  sich
büsche  **x  daß  der  Trockengehalt  der  Karoodes
  Tro  de  weiß  und  Kohlehydrate  demjenigen
naces  und  der  Luzerne  nicht  nachsteht.
**1  andere  Merkwürdigkeit  dieser  Karoobüsche,
seegt.  angauzen  Lande  gedeihen,  ist  folgende:  man
Land  durer  en  Stellen,  wo  periodische  Flüsse  das
ufern  ab  Bihhen,  große  Massen  Erdreich  an  den
tief  hinn  rochen,  wo  die  Wurzeln  30  bis  40  Fuß
Tiefe  lin  brreichen  und  aus  solcher  bedeutenden
Pstanzen  aoahrung  ziehen.  Dadurch  sind  diese
Trocheen  on  dem  sortwährenden  Wechsel  zwischen
unabhän  i#  und  Feuchtigkeit  an  der  Erdoberfläche
*8  und  es  gehört  schon  eine  große  Reihe
solchet  Tiese=  Jahren  dazu,  um  die  Erde  bis  zu
diese  Krange  hin  auszutrocknen,  so  daß  dann  auch
Die  E  er  absterben  würden.
an  sehr  ntwieklung  der  Kolonie  ging  von  Anfang
das  6  gsam  vor  sich.  Es  ist  sehr  schwierig,
unentwickenhe  gu  übersteigen,  und  so  blieb  alles
ins  Herz  der  is  im  Jahre  1880  eine  Eisenbahn
(  er  Karoo  nach  Beaufort  West  gebaut
Schlage.  Jinderte  sich  die  Sachlage  mit  einem
Beaufort  -  in  im  Jahre  1880  in  dem  Orte
und  habe  .  Gewesen  und  seitdem  noch  sehr  oft
dieses  Ortes  clegenheit  gehabt,  die  Entwicklung
halb  eines  zu  beobachten.  Er  selbst  liegt  unterblühend
  ——  Staudammes  und  sieht  so
Stolz  die  easal  er  von  seinen  Bewohnern  mit
Seine  Ei-  önigin  der  Karoo“
·  -mwohcnkurzorZejs

wurdennd'«  .·
Seite  der  Hauptlinie  nöti  ahnlinien  sind  zur
West  nach  Carn  9  geworden:  über  Victoria

Priest  eroon,  und  über  Britstown  nach
Die  Verl  ä  isse  ie
daß  der  e  hältnisse  liegen  in  der  Kolonie  so,

1  größte  Teil  desse  ir  ßer
d  ssen,  was  wir  außer
umten  und  Gold  exportieren,  dorther  komuer
bund  on  leren  nicht  Getreide  und  nur  wenige
er  den  allonen  Wein,  aber  Wolle,  Mohärhaar
Land  oraziegen  und  Straußenfedern.  Und  dieses

wurde  früher  als  Wüste  bezeichnet,  aus

welchem  heute
unsere  wertvorlf  -
gewonnen  werden.  sere  wertvölsten  Erportgäter

 

23  20

Das  Namaland  ist  der  Karoo  gleich  in
Klima,  Niederschlägen,  Bodenverhältnissen,  Flora#
und  Faung.  Das  Klima  im  Namaland  ist  sehr
gesund,  und  es  können  dort  Sanatorien  angelegt
werden  für  Lungenkranke,  wie  wir  dieselben  in
der  Karoo  haben.  Die  Lungenschwindsucht  ist
unter  den  Weißen  in  Südafrika  eigentlich  nicht
bekannt;  sie  wird  eingeschleppt  von  Patienten  aus
Madeira  und  Europa,  und  daher  sind  die  Sanatorien
  notwendig  geworden.  Mir  sind  viele  Fälle
bekannt,  daß  sehr  schwer  leidende  Personen  dort
ihre  Heilung  gefunden  haben,  sie  sind  teils  nach
Europa  zurückgekehrt,  teils  haben  sie  sich  dort
angesiedelt.

Was  die  Regenmengen  anbetrifft,  so  sieht
es  in  dieser  Beziehung  dort  ebenso  traurig  aus
wie  in  der  Karoo.  Die  Niederschläge  sind  ebenso
gering  und  unregelmäßig  wie  bei  uns  in  der
Karoo.  Man  muß  das  Wasser  durch  Anlegung
von  Standämmen  gewinnen,  durch  Herstellung
von  Brunnen,  durch  Bohrungen,  durch  Windmotorpumpen.
  Ebenso  sind  die  Bodenverhältnisse
die  gleichen  wie  in  der  Karoo,  das  heißt  da,  wo
wir  Flüsse  haben  und  Alluvialboden,  stellt  sich  eine
üppige  Vegetation  ein  —  kurz  und  gut,  der
Boden  ist  ein  ebenso  guter  jungfräulicher  wie  der
in  der  Karoo.  Auch  kann  an  vielen  Orten  Getreide
gebaut  werden,  es  können  auch  Garten=  und
Feldfrüchte  gewonnen,  Obst  und  Wein  angepflanzt
werden.  Mein  Vater  war  der  erste  Europäer,
welcher  im  Namalande  Getreide  angebaut  hat,
das  war  bei  Aus;  er  hat  auch  die  Gärten  in
Bethanien  angelegt,  welche  heute  noch  bestehen,
ebenso  einen  Weinberg.  Und  was  hier  geschaffen
ist,  hätte  an  vielen  anderen  Plätzen  ebenso  geschaffen
  werden  können.  Auch  mit  Hülsenfrüchten
sind  Kulturen  versucht  worden.  Große  Aufmerksamkeit
  wurde  diesem  Gegenstande  gewidmet  von
dem  landwirtschaftlichen  Beirat  Herrn  Watermeyer,
  welcher  Herrn  Professor  Rehbock  auf
seiner  Reise  durch  das  Land  begleitete.  Er  kannte
ganz  Südafrika,  und  wenn  Sie  seinen  Bericht
lesen,  werden  Sie  finden,  daß  er  wiederholt  darauf
  verweist,  daß  die  dortigen  Weide=  und  Futterkräuter
  dieselben  sind  wie  in  der  Karoo.  Ich
selbst  kann  das  nur  bestätigen.  Oftmals  ist  die
Frage  aufgeworfen  worden,  weshalb  das  Namaland
  so  weit  in  der  Entwicklung  zurück  sei
im  Vergleich  zu  allen  anderen  südafrikanischen
Ländern.  Ich  möchte  Sie  bitten,  Ihren  Blick
auf  diese  Karte  zu  richten:  da  werden  Sie  sehen,
daß  alle  Küstenländer  in  Südafrika  bis  Mozambique
  von  der  Küste  aus  zugänglich  sind:  überall
gibt  es  einen  oder  zwei  Häfen,  vermittels  deren
man  in  das  Land  hineinkommen  kann  und  hineingekommen
  ist.  Das  einzige  Land,  welches  von
der  Küste  aus  keinen  Zugang  hat,  ist  das  Nama-
        <pb n="92" />
        W  24

land:  unglücklicherweise  befindet  sich  hier  ein
70  bis  100  Kilometer  breiter  Landstreifen,  der
es  verhindert,  daß  man  von  der  Küste  in  das
Land  hineinkommen  kann,  infolgedessen  konnte
der  Weg  dahin  nur  zurückgelegt  werden  entweder
vom  Süden  aus  durch  das  Kapland  über  den
Oranjefluß  oder  —  nach  den  50er  Jahren  —
von  der  Walfischbai  aus,  vom  Norden  her,  durch
das  Tal  des  Swakop  über  Otjimbingne  und
Windhuk.  Der  Weg  von  der  Lüderitzbucht  aus
ist  eine  Sandwüste,  der  nur  mit  Gefahr  des
Verlustes  des  Zugviehs  und  des  Verdurstens  der
Reisenden  betreten  werden  kann.  Die  ersten
wissenschaftlichen  Reisenden,  auch  die  ersten
Missionare  aus  London  und  von  der  Rheinischen
Mission  —  zu  den  letzteren  gehörte  auch  mein
seliger  Vater  —  sind  vom  Süden  her  hineingekommen.
  Später  fuhren  die  Missionare  und
Händler  vielfach  vom  Kaplande  herauf  nach
Walfischbai  und  traten  vom  Norden  her  in  das
Land  hinein.

Das  ist  die  einzige  Ursache,  weshalb  das
Land  so  zurückgeblieben  ist.  Es  ist  geradezu
eine  Ironie  des  Schicksals,  daß  an  dieser  Küste,
von  der  man  nicht  in  das  Land  hineinkommen
kann,  einer  der  besten  Häfen  Südafrikas
sich  besindet,  die  Lüderitzbucht.  Aber  der  breite
Sandgürtel  macht  es  eben  unmöglich,  in  das
Land  hineinzukommen,  und  ohne  glatte  Verbindung
  mit  der  Küste,  ohne  eine  leichte  Verbindung
  mit  der  Außenwelt  ist  in  den  überseeischen
  Gebieten  eine  Kolonie  absolut  entwicklungsunfähig;
  wenn  nicht  eine  Verbindung
zur  See  besteht,  ist  mit  dem  Lande  nichts  anzufangen;
  ohne  eine  solche  Verbindung  wird  das
Namaland  bleiben,  was  es  ist,  ein  von  Ansiedlern
gemiedenes  Land,  aus  welchem  aber  dasselbe
gemacht  werden  könnte,  was  im  Kapland  aus
der  Karoo  gemacht  worden  ist.

Der  mittlere  Teil  von  Südwestafrika,  das
Hereroland,  ist  vom  Namaland  durchaus  verschieden;
  dort  gibt  es  Graswuchs,  und  es  wachsen
dort  auch  sehr  viele  Bäume,  daher  ist  es  besonders
  für  die  Viehzucht  geeignet.  Ich  weise
hierfür  auf  das  hin,  was  in  den  Berichten
der  englischen  Kommissare  sich  findet  über  den
Viehreichtum  des  Landes,  und  möchte  nur  einige
wenige  Angaben  machen  aus  meinen  eigenen
Erfahrungen.

Bis  vor  25  Jahren  wurde  regelmäßig  das
Vieh  nach  dem  Süden  von  Kapland  gebracht
über  Groß-Namaland.  Dort  wurden  in  der  Nähe
von  Kapstadt  regelmäßig  Auktionen  des  Damaralandviehes
  abgehalten.  Der  Bauer  kaufte  das
Vieh  und  trieb  es  einige  Monate  auf  die  Weide,
und  dann  wurde  es  als  Schlachtvieh  in  den
Städten  und  Dörfern  des  Kaplandes  verkauft.

Afrikaner,

 

*

Bis  zu  der  Zeit,  als  der  Bau  der  Eisenbahn
nach  dem  Freistaate  zu  ausgeführt  wurde,  kam
viel  Vieh  von  dort  her  nach  dem  Kaplande,
weniger  von  Damaraland,  weil  dort  der  Jonker
der  räuberische  Häuptling  der  Hottentotten,
  es  unmöglich  machte,  daß  die  Zufuhr  sich
regelmäßig  vollziehen  konnte.  Zu  jener  Zeit  ging
das  Vieh  nicht  mehr  nach  dem  Süden,  sondern
nach  Transvaal.  Es  gab  eine  ganze  Menge
Händler,  welche  das  Vieh  aufkauften,  es  hinübertrieben
  nach  Trausvaal,  und  dort  wurde  es  verkauft.
  Viele  haben  häufig  diesen  Rundgang  gemacht.
  Der  Herr  Gouverneur  v.  Lindegquist
wird  sich  besonders  des  Herrn  Schmerenbeck  in
Windhuk  erinnern,  der  dort  noch  heute  wohnt.
Ich  habe  ihn  öfter  getroffen,  und  er  hat  mir
über  die  Verhältnisse  in  den  durchreisten  Ländern
sehr  wertvolle  Aufschlüsse  gegeben.  Vor  etwa
vier  Jahren  habe  ich  dann  in  Windhuk  einen
Herrn  Riesle  aus  dem  Betschnanalande  getroffen.
Dieser  hatte  500  Ochsen  gekauft  und  ließ  sie
hinübertreiben  nach  Mafeking  in  dem  Betschuanalande.
  Die  Sache  hat  auf  mich  einen  großen
Eindruck  gemacht.  Am  Kap  haben  wir  auch
eine  Fleischnot,  und  zwar  viel  bitterer,  als  wie
sie  augenblicklich  in  Deutschland  nach  den  Angaben
  der  Zeitungen  bestehen  soll.  Unsere  Fleischnot
  besteht  darin,  daß  wir  jetzt  80  bis  100  Prozent
  mehr  für  gefrorenes  Fleisch  zahlen  müssen.
Durch  den  Burenkrieg  ist  der  Viehbestand  in  der
Kolonie  ungeheuer  reduziert  worden.  Nach  meiner
Rückkehr  traf  ich  den  Direktor  einer  großen  Fleischversorgungsgesellschaft,
  der  mir  sagte,  daß  damals
monatlich  ins  Kapland  an  gefrorenem  Fleisch
eingeführt  wurden:  70  000  Schafe  und  8000
Ochsen,  wofür  ein  hoher  Preis  gezahlt  wurde.
Ich  machte  darauf  aufmerksam,  daß  es  wohl  der
Mühe  wert  wäre,  zu  sehen,  ob  es  nicht  möglich
sei,  den  früheren  Viehhandel  von  Damaraland
nach  dem  Kapland  wieder  ins  Leben  zu  rufen.
Ich  veranlaßte  ihn,  einen  Vertreter  nach  Deutsch-Südwestafrika
  zu  schicken,  um  das  Land  auszukundschaften,
  wie  es  dort  mit  dem  Viehbestande
bestellt  sei.  Dieser  Vertreter  kam  nach  3  bis
4  Monaten  zurück  und  berichtete,  daß  die  Menge
von  Vieh  nach  der  großen  Rinderpest  noch  nicht
derart  sei,  daß  man  daran  denken  könnte,  so
große  Massen  wieder  nach  Kapstadt  zu  bringen,
wie  es  früher  der  Fall  war.  Zudem  glaubte
er,  daß  Leben  und  Eigentum  nicht  so  sicher  sei,
um  größere  Anlagen  zu  machen.  Ich  bin  aber
der  festen  Uberzeugung,  sobald  wieder  die  Viehzucht
  auf  der  Höhe  steht  wie  früher,  dann  brauchen
wir  nicht  Sorge  zu  tragen,  wohin  das  Vieh  verkauft
  werden  kann;  an  Käufern  wird  es  aufs
allen  Seiten  genug  geben,  die  werden  aus  ganz
Südafrika  nach  Damaraland  kommen.
        <pb n="93" />
        25

Auch  im  Hererolande  gibt  es  viele  Strecken,
welche  sich  gut  eignen  zum  Getreidebau  und  zu
Garten-  wie  Feldbau.  Ich  habe  in  Okahandja
einen  Garten  gesehen,  der  so  üppig  war,  wie
man  ihn  sonst  nur  in  Natal  trifft.  In  Klein-Windhuk
  bei  Windhnk  gibt  es  Getreidefelder  gerade
  wie  bei  uns  im  Kapland,  auch  Weinberge
und  Obstanpflanzungen.  Es  wird  dort  auch  in
der  katholischen  Mission  sehr  guter  Wein  hergestellt,
  und  in  vielen  anderen  Orten  könnte  dasselbe
  geschehen,  auch  Getreidebau  ins  Leben  gerufen
  werden,  besonders  in  der  Nähe  der  Flußläufe,
  wo  sich  eine  große  Ablagerung  von  reichem
Alluvialboden  befindet.

Ich  möchte  mir  noch  gestatten,  einige  Bemerkungen
  zu  machen  bezüglich  des  Vorkommens
von  Mineralien  und  Erzlagern.  Hierüber  wird
viel  geschrieben,  aber  es  ist  doch  noch  wenig  bekannt,
  wie  weit  das  Kupfererz  verbreitet  ist.  Im
Klein-Namaland  ist  während  der  letzten  60  Jahre
ununterbrochen  Kupferbergbau  betrieben  worden.
Ans  Kupfer  kommt  vor  in  sogenannten  Nestern.
aber  diese  sind  sehr  groß,  viele  tausend  Tonnen
sind  in  ihnen  enthalten,  und  es  haben  sich  immer
neue  Nester  gefunden.  Das  Vorkommen  des
upfers  ist  ja  anders  als  in  dem  Kupferschiefer
von  Mausfeld  oder  in  den  großen  Erzlagerstätten
er  Vereinigten  Staaten.  Es  ist  nur  vereinzelt
euigetreten,  aber  doch  reichlich  genug,  so  daß
r  n  florierender  Kupferbetrieb  möglich  gewesen  ist.
word  auf  anderen  Stellen  ist  Kupfer  gefunden
Golden,  neuerdings  in  Otavi.  Anzeichen  von
nicches  haben  sich  gleichfalls  gefunden.  Ein  systemadader
  #rofpektieren  hat  noch  nicht  stattgefunden;
noch  *!  *  aber  in  ganz  Südafrika  überhaupt
find  zufelligesunden  worden,  auch  die  Diamanten
Jahrch  beice  entdeckt  worden.  Schon  seit  250
ein  regeren  et  zwischen  Kapstadt  und  Stellenbosch
zwischen  S  erkehr,  und  dort  auf  der  Landstraße

-  tellenbosch  und  Kapstadt  wurde  eine

in  layszz  7.
karzacrrene  gesunden,  welche  jetzt  abgebaut
Vorkommen  er  Nähe  von  Gibeon  ist  auch  das

Das  ist  das  Con  Blaugrund  festgestellt  worden.
kommen.  Es  emn,  in  dem  die  Diamanten  vor-Blangrund
  t  aber  fraglich,  ob  in  diesem
komnt  un-  ein  Abbau  sich  lohnen  würde.  Das
sihtigen  *  cine  Probe  an.  Es  ist  zu  berück-Kimberlen
  ah  in  einer  Tonne  Blangrund  bei
Transvag  9*  in  Südafrika,  im  nördlichen
are  urchschnittlich  bloß  ½  bis  ¾  Karat
kon  Eonn  kommen,  das  ist  ein  halbes  Reisgesucht
  ubelönnten  also  8  oder  9  Tonnen  ab-Diamanwor
  een,  ohne  daß  man  eine  Spur  von
leichn  rn  fündet,  und  im  zehnten  Stein  vielsuchen
  ol.s  Karat.  Mit  dem  bloßen  Unter-Da'u
  mi  tels  Handprobe  ist  es  nicht  geschehen.

mühten  zunächst  10  000  ois  20  000  Tonnen

 

.

untersucht  werden  aus  verschicdenen  Lagen.  Es
hat  sich  überall  gezeigt,  daß  die  Diamanten  nicht
gleichförmig  im  Blangrund  verteilt  sind,  sondern
in  gewissen  Lagern  in  reichem  Maße  vorkommen,
in  anderen  Stellen  kein  einziges  Karat  zu  finden
ist.  An  diesen  Versuchen  sind  nur  solche  Kapitalisten
  interessiert,  denen  es  nicht  darauf  ankommt,
  mehrere  tausend  Mark  daranzusetzen.
Von  viel  größerer  Bedeutung  ist  aber  die
Frage,  ob  es  dort  Kohlen  gibt,  und  auch  darüber
möchte  ich  mir  gestatten,  einige  Angaben  zu  machen.
Kohle  ist  gefunden  worden  im  östlichen  Teile  von
Südafrika,  von  Süden  nach  Norden  bei  Indwe,
Moetmo,  Cyphergat,  Stormberg,  Contat,  Rouxville,

  Verecniging,  Brakpan,  Wakkerstrom  und
Wankie;  sic  variiert  sehr  in  der  Qualität.  Im

Süden  haben  wir  eine  Anthrazitkohle;  sie  ist  sehr
aschercich  und  für  Navigationszwecke  und  Lokomotiven
  fast  gar  nicht  geeignet.  Trotzdem  ist  sie
derart,  daß  der  ganze  Betrieb  in  Kimberley  damit
  gedeckt  wird;  die  De  Beers-Gesellschaft  bezieht
  ihre  Kohlen  von  Contat.  Wenn  wir  weiter
nach  Norden  gehen,  so  finden  wir  eine  Kohle,
welche  einen  geringeren  Aschegehalt  hat,  aber
etwas  mehr  bituminös  ist.  Das  ändert  sich,  je
weiter  wir  in  die  Nähe  von  Johannesburg  nach
Norden  zu  kommen.  Ich  möchte  bemerken,  daß
die  Goldproduktion  von  Johannesburg  nicht  in
erster  Linie  davon  abhängt,  daß  es  überhaupt
dort  Gold  gibt,  sondern  vor  allem  davon,  daß
in  der  unmittelbaren  Nähe  ein  Kohlenfeld  vorhanden
  ist  von  8  zu  7  Meilen,  mit  Flötzen  von
20  Fuß  Dicke,  bis  zu  200  Fuß  unter  der  Oberflüche.
  Ich  bin  selbst  dort  gewesen  und  kann
die  Tatsache  feststellen,  daß  man  bei  Johannesburg
  eine  ebenso  gute  wie  billige  Kohle  hat,  und
das  ist  die  Ursache,  daß  dort  überhaupt  der
Goldabbau  betrieben  werden  kann.  Merkwürdigerweise
  ist  die  Asche  der  Kohle  auch  goldhaltig.
Weiter  gibt  es  nach  Norden  hin  das  Vorkommen
der  Kohle  bei  Wankie  südlich  vom  sogenannten
Caprivizipfel.  Die  Kohle  ist  vorzüglich,  sehr
bituminös  und  von  sehr  geringem  Aschegehalt.
Ich  habe  sie  selbst  untersucht:  sie  ist  mir  von
Rhodesia  aus  zugeschickt  worden.  Infolge  dieses
Vorhandenseins  guter  Kohle  ist  der  Eisenbahnbetrieb
  dort  viel  billiger  als  im  Kapland:  man
bezahlt  nur  5,  10,  12  Mk.  pro  Tonne  Kohlen,
während  im  Kapland  45  bis  50  Mk.  dafür  bezahlt
  werden  müssen.  Man  hat  sich  gewundert,
daß  dieses  Gebiet  —  der  Caprivizipfel  —  noch
nicht  weiter  auf  seinen  Mineraliengehalt  untersucht
  worden  ist  und  besonders  nicht  auf  das
Vorkommen  von  Kohlen.

Im  westlichen  Teile  von  Südafrika  ist  bisher
die  eigentliche  Steinkohle  nicht  gefunden  worden,
nur  hier  und  da  geringe  Lager  von  Brannkohle,
        <pb n="94" />
        W  26  20

welche  minderwertig  ist  und  gar  nicht  benutzt
wird;  bloß  im  Osten  Südafrikas  ist  bis  jetzt  Kohle
gefunden  worden;  aber  es  ist  nicht  ausgeschlossen,
daß  auch  im  Caprivizipfel  und  in  Deutsch-Südwest
noch  einmal  Kohle  gefunden  wird.

Außer  den  Mineralien,  Pflanzen  und  Tieren
gibt  es  aber  in  Deutsch-Südwestafrika  auch  Eingeborene.
  über  die  Eingeborenenfrage  hat  man
in  Übersee  gemeiniglich  eine  andere  Ansicht  als
in  Deutschland.  Wenn  ich  mir  dazu  einige  Bemerkungen
  gestatte,  so  bitte  ich  diese  nur  als
meine  persönliche  Ansicht  aufzufassen;  es  ist  aber
eine  Ansicht,  die  in  Südafrika  von  den  meisten
geteilt  wird;  hier  wird  diese  Ansicht  nicht  von
jedermann  geteilt  werden:  der  Eingeborene  ist
ein  anspruchsloser  Mensch,  er  macht  wenig  Ansprüche
  an  das  Leben,  wenn  er  für  sich  allein
lebt,  und  er  sieht  gar  nicht  ein,  warum  er  überhaupt
  arbeiten  soll,  denn  er  hat  keine  Bedürfnisse
zu  befriedigen.  Aber  wenn  er  mit  dem  Weißen
in  Berührung  kommt,  dann  lernt  er  dessen  Bedürfnisse
  kennen:  der  Weiße  raucht  Tabak,  trinkt
alkoholische  Getränke  und  hat  gute  Kleider,  auch
viel  Vieh;  das  möchte  er  nun  auch  haben;
arbeiten  hat  er  nicht  gelernt,  und  daher  entstehen
  die  Diebereien  und  Ränbereien!  Von
allen  Eingeborenen  Südafrikas  sind  die  Hottentotten
  in  dieser  Beziehung  am  verrufensten.  Die
Engländer  haben  sich  dadurch  zu  helfen  gesucht,
daß  sie  in  früheren  Zeiten  mit  diesen  Leuten,  an
der  Grenze,  besonders  mit  den  Bondelzwarts,
Verträge  schlossen,  ihnen  einige  hundert  Pfund
jährlich  zahlten,  um  sie  von  den  Ränbereien  abzubringen.
  Mit  den  Korannas  wollte  es  gar
nicht  gehen:  die  haben  die  Buren  belästigt,  und
es  war  unmöglich  für  die  dortigen  Ansiedler,
vorwärts  zu  kommen;  gegen  diesen  Stamm  wurde
daher  ein  Vernichtungskrieg  geführt  und  nur
wenige  sind  davon  übrig  geblieben.

Nun  wird  die  Behandlung  der  Eingeborenen
seitens  der  Engländer  als  vorbildlich  dargestellt,
und  ich  glaube,  mit  Recht:  denn,  so  strenge  der
Engländer  gegen  Rebellen  vorgeht  und  so  rücksichtslos
  er  die  Kriegsgefangenen  behandelt  und
sie  jahrelang  bei  öffentlichen  Arbeiten  verwendet
und  nachher  in  Reservate  steckt,  so  werden  sie
doch  überall  zur  Arbeit  angehalten,  und  das  ist
die  erste  Pflicht,  die  der  weiße  Mann  dem  Eingeborenen
  gegenüber  hat.  Die  Engländer  haben
hier  große  Erfolge  gehabt;  ich  bin  sehr  oft  im
östlichen  Teile  der  Kolonie  gewesen  und  habe
gesehen,  wie  besonders  ein  Stamm,  die  Fingos,
sich  dort  tatsächlich  herausgearbeitet  hat:  viele
von  ihnen  leben  in  besseren  Wohnungen  und  in
größerem  Wohlstand  als  zahlreiche  Arbeiter  in
unseren  Industriebezirken.  Sie  haben  dies  nicht
durch  Räubereien  erreicht,  sondern  durch  Arbeit

 

erworben!  Der  Eingeborene  muß  behandelt
werden  wie  ein  Kind,  und  ein  gewisser  Zwang
und  Druck  ist  darum  unerläßlich,  und  das  geschieht
auch  von  seiten  der  englischen  Regierung:  der
Eingeborene  ist  entwaffnet;  einige  Stämme,  wie
im  Freistaat,  müssen  um  9  Uhr  zu  Hause  sein
und  dann  zu  Bett  gehen;  die  Leute  dürfen  sich
ohne  Paß  nicht  draußen  zeigen;  sie  werden  aber
gegen  Alkohol  geschützt:  der  darf  ihnen  nicht
verkauft  werden.  Das  Ergebnis  dieser  Politik
ist,  daß  die  Eingeborenen  nach  der  Einführung
des  europäischen  Regiments  nicht  etwa  ausgerottet
worden  sind,  sondern  sie  haben  sich  unter  diesem
englischen  Regiment  vermehrt.  Meine  persönliche
Meinung  geht  dahin,  daß  es  wünschenswert  wäre,
dan  auf  deutschem  Gebiet  dieselbe  Politik  Platz
greifen  möchte  wie  auf  dem  englischen.  Der
Eingeborene  ist  so  klug,  daß  er  den  Unterschied
bald  merkt,  und  es  hat  immer  seine  unangenehmen
Folgen,  wenn  er  aus  deutschem  Gebiet  auf  das
englische  übergeht  und  das  englische  System  gegen
das  deutsche  ausspielt,  —  oder  auch  umgekehrt.
Der  Eingeborene  muß  wissen,  daß  er  hier  wie
dort  dieselbe  Behandlung  erfährt,  und  daß  der
weiße  Mann  sein  Herr  ist.  Das  ist  er  kraft
seiner  höheren  Intelligenz:  der  weiße  Mann  ist
sozusagen  das  Resultat  einer  zweitansendjährigen
Entwicklung;  wir  können  uns  nicht  mit  den  afrikanischen
  Eingeborenen  auf  gleiche  Stufe  stellen,
die  teils  Kannibalen,  teils  Semikannibalen  sind,
oder  deren  Bäter  es  noch  waren.  Wir  müssen
den  Leuten  eine  Evolution  gönnen,  die  immerhin
einige  Generationen  dauern  wird,  damit  sie  auf
eine  höhere  Stufe  kommen;  das  bloße  Singen
eines  Psalmes,  das  Hersagen  eines  Gebetes  bringt
die  Leute  noch  nicht  auf  die  Stufe,  auf  der  wir
stehen!

Vor  allem  kommt  es  also  auf  die  Erziehung
zur  Arbeit  an.

Man  spricht  viel  davon,  die  Kolonien  sollten
aufgegeben  werden;  aber  sollte  Deutschland
sich  dieser  letzteren  entschlagen  wollen,  an  die
Eingeborenen  könnten  sie  ganz  gewiß  nicht  zurückgegeben
  werden;  die  Engländer  könnten  es  nicht
dulden,  und  von  ihnen  würden  die  Länder  besetzt
  werden.  Ich  glaube  aber  nicht,  daß  es
dazu  kommen  wird;  ich  bin  vielmehr  der  Überzeugung,
  es  wird  doch  noch  eine  Zeit  kommen,
daß  Deutschland  eine  Freude  an  der  Entwicklung
  seines  Schmerzenskindes  Südwestafrika
  haben  wird,  wenn  erst  eine  direkte
Verbindung  von  Lüderitzbucht  ins  Herz
von  Namaland  hergestellt  ist.  Dann  wird  das
Namaland  in  Bälde  in  die  Reihe  der  produzierenden
  Länder  Südafrikas  eintreten.
        <pb n="95" />
        W  27  20

Man  hat  in  der  Nähe  von  van  Wyks  V  ley
einen  Futterbusch  eingeführt,  der  besonders  in
Australien  gedeiht,  den  sogenannten  Australian
salt  bush.  Das  ist  ein  Busch,  dessen  Blätter
ebenso  nahrhaft  sind  wie  die  Kapkränter,  der
aber  an  den  Boden  weniger  Ansprüche  stellt.
Dort  bei  van  Wyks  Vley,  wo  der  Boden  etwas
salzhaltiger  ist  als  anderswo  in  der  Karoo,  hat
man  diese  neue  australische  Futterpflanze  mit
großem  Erfolg  eingeführt;  man  sieht  dort  statt
der  Gannabüsche  diesen  Busch,  der  ein  vorzügliches
  Futter  namentlich  für  die  Merinoschafe  ist.
Eventuell  kann  später  in  Deutsch-Südwestafrika
diese  Anpflanzung  auch  geschehen,  also  die  Weiden
verbessert  werden  durch  Einführung  entsprechender
Kräuter  von  Australien,  wo  er  wegen  des  Salzgehaltes
  des  Bodens  nötig  sein  sollte.  (Gouverneur
  v.  Lindequist:  Wir  haben  seit  einem
Jahre  mit  diesem  Salzbusch  auch  bei  uns  Versuche
  im  kleinen  gemacht,  und  diese  sind  geglückt.)

Im  Damaralande  wurde  früher  eine  bedeutende
  Viehzucht  betrieben,  sie  beansprucht  dort
nicht  viel  Arbeit,  das  Land  ist  so  geeignet,  zeichnet
sich  durch  einen  riesigen  Graswuchs  aus,  so  daß
sehr  wenig  Arbeit  nötig  ist,  um  Vieh  zu  produzieren.
  Anders  ist  es  an  der  Küste  im  Kapland,
  wo  man  viele  Wächter  für  das  Vieh  haben
—.'““'  auch  das  Viehfutter  gering  ist.  Zum

eispiel  im  Swellendamm-Distrikt  ist  ein  Futter,
welches  nicht  geeignet  ist  für  Vieh,  dort  müssen
1n  ere  Früchte  angepflanzt  werden  für  das  Vieh.
mitr  da  oben  im  Damaraland  ist  wenig  Arbeit
Arb  der  Viehzucht  verbunden,  also  eine  eigentliche
betwrit  in  dem  Sinne,  wie  die  Viehzucht  bei  uns
*  wird,  findet  da  oben  nicht  statt.  Tatlun
  ist,  daß  das  Vieh  früher  in  großen  Mengen
S  chun  damaraland  herunter  kam,  auch  nach  Bet-D
  naland.  Wenn  die  Viehzucht  erst  im
maraland  wieder  in  Blüte  ist,  braucht

1.
konn  um  Käufer  nicht  besorgt  zu  sein;  da
in  men  die  Käufer  schon  von  selbst;  denn  es  ist

eh  anz  Südafrika  bekaunt,  daß  das  Damaraland
Vi  als  ein  anderes  Land  in  Südafrika  für
hzucht  geeignet  is.

4  1
r—

.  F.  j  f
welcss  alf  die  Frage  aufgeworfen  worden,  auf
woc-  6  Weise  der  Viehreichtum  am  besten  verrtet

  werden  kann.

1  ⅜.  Der  wird  sich  natürlich
d,cr  den  Vopulanionszentren  von  Südafrika  richten.
geselljtetor  der  großen  Fleischversorgungschaft

  in  Kapstadt  sagte  mir,  er  habe
rurn  n  Karibib,  Okahandja,  Windhuk  und  Omastelle
  and  anzukaufen,  das  solle  die  Sammelsein

  für  das  Vieh,  dann  wolle  er  in  Karibib

 

eine  große  Anlage  machen  für  sogenanntes  chilled
meat,  das  wird  bei  einer  niedrigen  Temperatur
gehalten  und  kann  verschifft  in  drei  Tagen  nach
Kapstadt  gebracht  werden.  Wenn  die  Bahn  effektiv
genug  ist,  hatte  die  Gesellschaft  vor,  direkt  von
Swakopmund  nach  Kapstadt  das  Vieh  lebend  zu
bringen,  was  in  zweieinhalb  bis  drei  Tagen  geschehen
  würde.  Diese  große  Fleischversorgungsgesellschaft
  bezieht  jetzt  ihr  Fleisch  hauptsächlich
aus  Kanada  und  Buenos  Aires  und  Australien;
70  000  Stück  Schafe  und  8000  Stück  Rindvieh
brachte  sie  monatlich  nach  Kapstadt.

Die  Idee  war  also,  daß  an  den  vier  genannten
  Orten  von  Deutsch-Südwestafrika  Sammelstellen
  angelegt  werden  sollten  und  in  Karibib
  ein  großes  Schlachthaus,  um  das  sogenannte
chilled  meat  herzustellen,  welches  sich  vierzehn
Tage  hält.  Nach  Transvaal,  dem  Betschuanaland,
  nach  Rhodesia  wird  das  Vieh  über  Land
getrieben.  Die  Käufer  werden  sich  schon  einstellen,
  wenn  erst  das  Vieh  da  ist.

7

Erklärungen
des  Farmers  Schlettwein  in  der  Sitgzung  der
fiommsssion  vom  12.  Dezember  1906.

Ich  kann  nur  bestätigen,  was  Herr  Professor
Dr.  Hahn  ausgeführt  hat.  Seine  Worte  werden
in  ganz  Südafrika  freudigen  Widerhall  finden,
denn  sie  sind  jedem  Afrikaner  aus  der  Seele  gesprochen.


Was  unn  die  Frage  der  Eisenbahn  betrifft,
so  halte  ich  die  Linie  nach  Keetmanshvop  für
die  wirtschaftlich  günstigere.  Wer  die  Entwicklung
von  Südwestafrika  verfolgt  hat,  könnte  sehr  wohl
zu  der  Annahme  kommen,  daß  die  Linie  nach
Gibeon  über  Bethanien  wirtschaftlich  besser  wäre.
Die  bis  jetzt  bessere  Entwicklung  dieser  Gegenden
ist  aber  nur  lokaler  Natur,  da  dort  das  Wasser
freier  zutage  tritt.  Besiedelungsfähig  ist  auch
das  andere  Land,  besonders  nach  den  Erfolgen
des  Herru  v.  Uslar  auf  dem  Gebiete  der  Wasserfeststellung.


Die  sonstigen  wirtschaftlichen  Verhältnisse
der  Kolonie  sind,  wie  es  bekannt  sein  wird,  derartige,
  daß  diese  im  Süden,  im  Zentrum  und  in
der  Mitte  sehr  verschieden  sind.  Wenn  ich  Ihnen
trotzdem  einige  Durchschnittszahlen  anzuführen  mir
erlanbe,  wie  ich  sie  mir  auf  Grund  einer  zehnjährigen
  Praxis  im  Lande  aufgestellt  habe,  so
sollen  dies  eben  nur  hingeworfene  Durchschnittszahlen
  sein,  die  auf  absolute  Richtigkeit  keinen
Anspruch  machen  können.  Es  handelt  sich  hauptsächlich
  darum,  bei  den  drei  Hauptviehgattungen,
Rindvieh,  Kleinvieh  und  Schafe  (wegen  der  Wolle
        <pb n="96" />
        W  28  20

für  sich  betrachtet)  die  Rentabilität  nachzuweisen.
Redner  gibt  nunmehr  folgende  Rentabilitätsberechnungen
  für  Farmen  mit  diesen  drei  Gattungen
  an,  wie  sie  in  der  Wirklichkeit  etwa  sein
könnten:
Anlagelapital  68.000  Mkl.
1.  Rinderfarm.
100  Kühe  Stammherde.  führlicher  Aerlust  10  Prozent
Zuwachs  70
JInvem#ur-=verlust

Nach  1  Jahr  Barzuschuß  für
Betrieb  5160  MI.  4  760  Mk.
lachrr  2  #  Var  zuschnh  für

5100  =  1050  =
1  icbetaui
Inventurgewinn

nach  3  Jahren  UÜberschuß  140  Mk.  1  130  Mk.
4  Barguschuß.  560=  7110
*  5  -Ulberschu  440  =  "4  210  =
6  -  -  1040  =  18  430  =
5  7  -  "°  2440  *  29  020  *
:  8  -  -  4440  :  42210  =
1#  -  -  45  -

57450
Nach  P  Jahren  hat  sich  das  Kaiten  auf  125  550  Mk.
erhöht,  das  sich  mit  14  500  Mk.  verzinst.
2.  Fleischschaffarm  (iegen).

1000  Mütter,  30  Böcke  Stammherde,  jährlicher
Verlust  10  Prozent.

(Da  viele  Tiere  2  Lämmer  werfen)  jährlicher  Zuwachs
  100  Prozenr.

Inventrverlust

Nach  1  Jahr  Barzuschuß  für
Betrieb  6  000  Mk.  60  Ml.
1.  Verkauf
Inventurgewinn

nach  2  :  Nhren  Barüberschuß  .  3915  MthlsOMk
-  7410  =  595  -
-  1  055  :  7#-.075  =
pichr  9Jahren  könnte  sich  das  Kapital  auf  132  075

Mi.  vermehren,  die  sich  mit  18  425  Mk.  verzinsen.
3.  Wollschafzucht  (Anlagekapital  74,.000  Mk.).
1000  Mütter,  20  Böcke  Stammherde,  jährlicher
Verlust  10  Prozen
Jährlicher  Fache  (Zwillinge  selten)  7  ·  5  Prozent.

nventur=Nach
  #1  Jahr  Barzuschuß  (Wolle  verlust
verkauft  von  900  Tieren,  vom
ausgewachsenen  Tier  per
Stück  mit  1  Mk.  Gewinn  berechnet)
  ..  5082ML2432ML
1.  Verkauf
Inventurgewinn

nach  2  Jahren  Barzuschuß  mit
Vollverta-  428  Mk.  5  390  Mk.
nach  he  Überschuß  mit
Wollverka  1607  =  16020  =
nach  4  Sahren  überschuß  mit
Pollokktanl  3777  =  30  267  —-nach
  5  Jahren  überschuß  mit
ela  536  =  50  524

 

ach  5  Jahren  hat  sich  das  Kapital  auf
1241  F2.  RT  vermehrt,  die  sich  mit  15  361  Mk.  verzinsen.


den

 

Ich  persönlich  habe  meinen  Farmbetrieb  vor
5  Jahren  mit  35  000  Mk.  angefangen  und
noch  bessere  Erfolge  erzielt.  Meine  Inventur
zeigt  heute  Werte  von  144  000  Mk.  Durch
Hereroanfstand  habe  ich  nichts  verloren.
Meine  Farm  liegt  ziemlich  abgelegen.  Trotzdem
ich  über  ein  Jahr  in  Deutschland  war,  fand  ich
doch  bei  meiner  Rückkehr  alles  in  gutem  Zustande,
und  es  hatte  sich  sogar  das  Vieh  bedeutend  vermehrt.
  Ich  bin  einer  der  wenigen,  die  in  dieser
glücklichen  Lage  sind.  Meine  Farm  liegt  im
Bezirk  Zeßfontein,  Kaokofeld.  Wenn  man
nun  meine  gegebenen  Zahlen  verallgemeinern
wollte,  so  wäre  das  ja  ein  einfaches  Exempel,  zu
sagen:  das  Schutzgebiet  ist  so  und  so  groß  und
ist  imstande,  so  und  so  viel  zu  produzieren.  Aber
diese  Rechnung  kann  man  als  Praktiker  natürlich
nicht  machen;  da  muß  eine  Menge  gestrichen
werden.  Aber  das  kann  ich  vertreten:  der  Beweis
  ist  jederzeit  zu  bringen,  daß  die  Farmwirtschaft
  in  Südwestafrika  absolut  rentabel
  ist  und  daß  die  Verhältnisse  weit  besser
liegen,  als  augenblicklich  hier  die  landwirtschaftlichen
  Verhältnisse  sind.  Wir  dürfen  ja  nicht
damit  rechnen,  daß  die  jetzigen  Verhältnisse,  besonders
  die  hohen  Fleisch=  und  Viehpreise,  bleiben;
das  wäre  das  Ungesundeste  des  Ungesunden.  In
einem  gewissen  Verhältnisse  muß  die  Produktion
zum  Wert  stehen.  Einen  vierjährigen  Ochsen  zu

produzieren  kostet  vielleicht  27  bis  30  Mk.;  heute
bringt  er  300  bis  350  Mk.  Mit  diesen  Verhältnissen
  können  wir,  wie  gesagt,  in  Zukunft

natürlich  nicht  rechnen.  Aber  der  Farmbetrieb  wird
florieren,  wenn  das  Pfund  Fleisch,  welches  heute
1,50  Mk.  kostet,  10  oder  45  Pfg.  bringt;  dabei
macht  der  Farmer  immer  noch  ein  gutes  Geschäft.

Ich  habe  auf  meiner  Farm  1000  Stück  Kleinvieh,
  200  Rinder  und  betreibe  auf  derselben  auf
Grund  einer  natürlich  fließenden  Quelle  Ackerbau.
Ich  beschäftige  17  Eingeborenenfamilien.  Die
Männer  bekommen  monatlich  15  Mk.  und  an
Beköstigung  täglich  2  Pfund  Weizen,  Mais  oder
Milch,  Kürbisse,  wie  es  die  Farm  produziert.
Ich  gebe  schon  seit  Jahren  meinen  Leuten  nichts
anderes,  als  was  ich  selbst  produziere.  Sie  sind
damit  sehr  zufrieden  und  fühlen  sich  wohl.  Ich
habe  die  Einrichtung  getroffen:  Leute,  die  länger
als  drei  Jahre  bei  mir  sind,  bekommen  ein  kleines
Stück  Gartenland  zugewiesen,  damit  sio  selber
mehr  Interesse  haben.  Der  eine  bant  sich  Tabak,
der  andere  zieht  süße  Melonen  u.  dgl.  vor.  Die
Frauen  werden  im  allgemeinen  nicht  beschäftigt,
sie  gehen  auf  das  Feld  und  suchen  sich,  wie  der
Eingeborene  sagt,  Feldkost;  das  sind  Produkte,
die  die  Natur  des  Landes  in  der  Wildnis  hervor-
        <pb n="97" />
        G  29

bringt.  Wenn  ich  sie  brauche,  werden  sie  bestellt
und  bekommen  ihre  Beköstigung  wie  die  Männer.
Lohn  bekommen  sie  nur,  wenn  sic  mehrere  Tage
hintereinander  arbeiten.

1  "  ##

Ich  kann  es  wohl  verstehen,  daß  man  sich
wundert,  wenn  ein  Farmer,  der  in  Seßfontein
sitzt,  behauptet,  seine  Farm  sei  absolut  rentabel.
Aber  die  Frage  des  Absatzes  ist,  wenn  der  Markt
auch  Hunderte  von  Kilometern  entfernt  ist,  nicht
so  beängstigend.  Man  treibt  eben  sein  Vieh  langsam
  bis  an  den  Markt.  Natürlich  muß  man  es
auf  Monate  vorher  verkaufen.  Wenn  ich  3.  B.
abschließe:  Schlachtvieh  am  1.  Jannar  z.  B.  in
Windhut  bei  der  Regierung  oder  bei  der  Otaviminengesellschaft
  zu  liefern,  so  muß  ich  berechnen,
wielange  ich  brauche,  um  das  Vieh  dahinzubringen
  ohne  zu  großen  Fleischverlust.  Heute
wird  man  im  Lande  alles  los,  was  nur
broduziert  wird.

 

Für  die  Zukunft,  wenn  das  ganze  Land  mehr
besiedelt  sein  wird,  wird  die  Frage  des  Absatzes
von  anderen  Gesichtspunkten  zu  betrachten  sein;
aber  heute  ist  keine  Schwierigkeit.  Das  Vieh
wird  verkauft  an  die  Otaviminengesellschaft,  an
die  Truppen  in  Swakopmund,  an  die  Eisenbahnbaugesellschaft
  Koppel  in  Omarurn;  auch  nach
Kapstadt  wird  verkauft.  Es  sind  früher  schon
große  Viehtrausporte  aus  unserem  Lande  nach
Südafrika  gegangen.  Und  wenn  die  Verhältnisse,
insbesondere  in  Angola,  im  Süden  und  Osten
des  Landes,  in  nächster  Zeit  fortschreiten,  werden
wir  dort  einen  Absatzmarkt  für  unser  Vieh  haben.
Ich  habe  in  diesem  Jahre  allein  für  15  000  Mk.
Kleinvieh  abgesetzt.  Ich  hatte  an  den  Tieren
beim  Trieb  bis  Omaruru  einen  Fleischverlust  von
etwa  5  Pfund,  aber  das  muß  der  abgelegene
Farmer  mit  in  Kauf  nehmen,  dafür  hat  er  in
anderen  Beziehungen  bessere  Verhältnisse,  z.  B.
woniger  Gefahr  der  Verseuchung.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Onellenangabe  gestanet.)

Deutsch-Südwestafrika.

zur  Geologie  Deutsch-Südwestafrikas.
aus  Von  mehreren  Seiten  wurde  mir  der  Wunsch
sachhesprochen,  daß  ich  in  einer  auch  dem  Nicht-Verhätm
  verständlichen  Form  die  geologischen
n5  ch  tuisse  unseres  Schutgebietes  kurz  darstellen
lieber“)  Dieser  Aufgabe  habe  ich  mich  um  so
Lutiterzogen,  als  sie  mir  Gelegenheit  bot,
mit  dem  aturstudien  des  vergangenen  Frühjahrs
zu  vorinn  durch  cigenes  Sehen  gebildeten  Urteil
mitleren  n.  Zwar  kenne  ich  vorläufig  nur  den
Süden  bi  eil  des  Landes  bis  Windhuk  und  den
schungserg  0  Keetmanshoop.  Aber  eigene  Forzeilen
  sücheamise  wird  auch  niemand  in  diesen
misammenfasserkle  sollen  nur  das  bisher  Bekannte
im  Angchrologie  Deutsch-Südwestafrikas  kann  nur
afrikas  Büüß  an  die  Geologie  des  übrigen  Südmit
  ihr  enkanden  werden.  Jeder,  der  sich  näher
der  wi  4buschäftigen  will,  wird  sich  wenigstens  mit
forschten  Gatten  Literatur  jener  weit  besser  eriit
  natünl  *  iete  vertraut  machen.  (Vorteilhafter
Werl  eu  7%  eine  Studienreise.)  Kürzlich  ist  ein
licher  Ichirnen,)  das  in  kurzer  und  übersicht-Di
  awarile  die  Geologie  Südafrikas  schildert.
samme  a-  Seiten  werden  die  Resultate  zuengefaßt,

  welche  in  mühsamer  Forscherarbeit
)  Iatch  and  Cosstophinc.

Abrien.  Hniln.  The  (olol  South

Alc.  Alillan  and  (5.

 

in  den  letzten  fünfzig  Jahren  gewonnen  worden
sind.  Gleichwertig  ist  das  etwa  zu  derselben  Zeit
erschienene  Buch  von  E.  H.  L.  Schwarz,  das  sich
mehr  mit  dem  nördlichen  Teil  des  britischen  Kolonialreiches,
  mit  Transvaal  und  Rhodesia,  beschäftigt.
  ·

Von  deutscher  Seite  hat  zuletzt  Passarge  in
seinem  umfangreichen  Werke  über  die  Kalahari?)
im  vierten  Kapitel  die  geologischen  Verhältnisse
Südafrikas  zusammenfassend  dargestellt;  der  Abschnitt
  wird  durch  eine  Übersichtskarte  vervollständigt.
  Die  Geologie  unserer  Kolonien  findet
sich  kurz  behandelt  in  der  Arbeit  Stromer  von
Reichenbachs.3)  Seitdem  sind  manche  neuen
Resultate  gewonnen  worden,  im  allgemeinen  ist
aber  die  Erkenntnis  kaum  über  die  der  Forscher
hinausgekommen,  welche  unser  Land  der  geologischen
  Wissenschaft  in  erster  Linie  erschlossen
haben:  Schenk,  4)  Gürichö)  und  Stapff.

2)  Siegfried  Passarge.  Die  nKalahari.  VBerlin
190.1.  Dietrich  Reimer.

:)  Erust  Freiherr  Stromer  von  Reichenbach.
Die  Geologie  der  Deutschen  Schutzgebicte  in  Afrika.
München  und  Leipzig.  Verlag  Oldenbourg.  #1811j.
S.  110  bis  1533.

1)  A.  Schenk.  Gebirgoban  und  Bodengestaltung
von  Deutsch-Südwestafrika.  Verh.  des  10.  Deutschen
Geographentages.  Berlin  1893,  u.  and.  Arb.

*)  G.  Gürich.  Deutsch-Südwestafrika.  Reisebilder
aus  den  Jahren  1888/89.  Mitt.  der  geogr.  Gesellschait
in  Hamburg.  1891/92.  H.  1,  u.  and.  Arb.

2)  F.  M.  Stapff,  narte  des  unteren  Kuisebtaler.
Petermann  Mitt.  1887.  S.  202,  u.  and.  Arb.
        <pb n="98" />
        W  30  20

Außer  einer  kleinen  Anzahl  speziell  mineralogischer
  und  petrographischer  Arbeiten  sind  von
später  erschienenen  Schriften  noch  zu  nennen:  din
Vortrag  von  Schmeissert)  und  die  Aufsätze  von
Voits)  und  Scheibe.)

Der  Sockel  von  ganz  Afrika  wird  von  den
ältesten  Schichten  aufgebaut,  welche  wir  auf  der
Erde  kennen,  der  Gneisformation,  einer
Schichtenreihe,  aus  der  Reste  von  Lebewesen  nicht
bekannt  sind.  Diese  Gneisformation  und  die  ihr
auflagernde  Schieferformation,  in  welcher  Fossilien
  bisher  noch  nicht  gefunden  wurden,  hat  auch
in  Deutsch-Südwestafrika  weite  Verbreitung.  Sie
reicht  vom  äußersten  Norden  des  Landes  vom
Kunene  bis  zum  äußersten  Süden  zum  Oranje
und  begleitet.  in  einem  im  Süden  150  km,  im
Norden  weniger  breiten  Streifen  (hier  teilweise
von  jüngeren  Schichten  verhüllt)  die  ganze  Küste,
bildet  also  das  Gestein  der  Namib.  Im  mittleren
  Teil  des  Schutzgebietes  geht  diese  Formation

  —  von  der  nächstfolgenden  durch  die
steile  Stellung  ihrer  Schichten  sofort  auch  auf
große  Entfernung  zu  unterscheiden  —  bis  an  den

Rand  der  Kalahari  und  bis  in  diese  hinein;  so
hat  Passarge  östlich  von  Gobabis  Schichten  entdeckt,
  die  ihr  angehören.

Der  Gesteinscharakter  dieser  ältesten  Formationen
  —  Schenk  und  andere  fassen  Gneise  und
Schiefer  als  Primärformation  zusammen  —  ist
äußerst  wechselnd.  Gneise  aller  Varietäten  vom
grobflaserigsten  Angengneis  bis  zum  feinstkörnigen
granulitischen  Gestein,  kristalline  Schiefer,  wie
Glimmer-,  Talk-,  Chlorit-,  Amphibolit=  und
Serezitschiefer,  große  Kalksteinlinsen  und  -Lager,
z.  B.  die  bekannten  Marmorvorkommen  an  der
Staatsbahn  westlich  Karibib,  und  andere  weniger
verbreitete  Gesteinsarten  setzen  sie  zusammen.  In
den  jüngeren  Schiefern  finden  sich  dickbankige
Quarzite  und  Glimmerschiefer,  auch  echte  Sandsteine
  kommen  z.  B.  östlich  Windhnk  vor.  Dazu
haben  intrusive  Granite  in  den  Schiefern  Kontaktmetamorphosen
  erzengt;  sie  treten  häufig  auf  und
sind  vielfach  von  Pegmatitgängen  begleitet.  Granitmassive
  dieser  Formation  bilden  umfangreiche  und
hohe  Gebirge.  Seltener  sind  Diabase  und  Porphyride.
  Außerdem  durchsetzen  Gänge  von  Quarz
und  anderen  Gangarten  die  Schichten  nach  allen
Richtungen.  Dieser  wechselnde  Gesteinscharakter

7)  K.  Schmeisser.
deutschen  Schutgebier•.
S.  7  bis

)  F.  *  Voit.  Beiträge  zur  Geologie  der  Kupfererzgebiete
  in  Deutsch-  Südwestafrika.  Fahrbuch  d  .  N.  Preußz.
Geol.  Landesanstalt.  19041.  3897  ff.

¾lv  Scheibe.  Der  Blue  ground  des  deutschen
Südwestafrika  im  Vergleich  mit  dem  des  englischen  Südafrika.
  Programm  der  Königl.  Vergakademie  zu  Berlin.

1906  C.  Feister.

Die  nutzbaren  Bodenschätze  der
Deutscher  Kolonialkongreß.  1902.

 

läßt  sich  z.  B.  bei  Lüderitzbucht  ausgezeichnet  beobachten.
  Die  fast  kahlen  Höhen  zeigen  einen  intensiven
  Wechsel  von  hellen  und  dunklen  Streifen.
Gänge  von  Granit  und  Quarz  setzen  hindurch.
Das  charakteristische  Brann  und  Rot  von  Erzgängen
  ist  oft  kilometerweit  zu  verfolgen;  kurzum,
es  ist  ein  bunter  Wechsel,  der  sich  kartographisch
schwer  festlegen  läßt.  Durchweg  zeigt  die  Primärformation
  äußerst  gestörte  Lagerungsverhältnisse.
Die  Schichten  stehen  entweder  auf  dem  Kopf  oder
fallen  mit  steiler  Stellung  meist  nach  Westen  ein.
Das  Streichen  ist  an  der  Küste  in  der  Regel
Nord-Süd,  im  Hererolande  Südwest-Nordost.  Die
Schichtenstellung  ist  das  Gemeinsame  dieses  mächtigen
  Komplexes,  der  sich  bei  genanerer  Untersuchung
  wohl  in  die  Formationen  des  Archaikums
und  die  ältesten  des  Paläozoikums,  vielleicht  bis
zum  Silur,  wird  gliedern  lassen;  sie  ist  auch  das
Charakteristische,  das  sie  den  jüngeren  Schichten
gegenüberstellt  und  auch  dem  Laien  sofort  die
Unterscheidung  ermöglicht.  Man  vergleiche  nur
im  Geiste  die  Aussicht,  welche  Sperlingslust  bei
Windhuk  bietet,  mit  einem  Blick  über  die  Tafelberge
  des  Südens!

Ganz  anders  geartet  ist  die  zweite  große
Formation,  welche  am  Aufbau  unseres  Schutzgebietes
  beteiligt  ist,  die  Tafelbergformation.
Sie  setzt  sich  aus  gleichförmigen  Schichten  zusammen,
  die  nahezu  horizontal  liegen  oder  schwach
nach  Osten  einfallen.  Quarzite  und  Dolomite  —
magnesiumkarbonatreiche  Kalke  —  sowie  Schiefer
bauen  sic  auf.  Der  außerordentliche  Unterschied
in  dem  Aussehen  der  Landschaft,  welches  durch
diesen  Wechsel  der  geologischen  Formationen  verursacht
  wird,  muß  jedem  unvergeßlich  sein,  der
einmal  am  Rand  der  Tafelberge  gestanden  hat
und  nach  der  einen  Seite  Tafel  an  Tafel  gereiht
  sah,  während  auf  der  anderen  wilde  Blockmeere
  des  Granits  oder  scharfe  Grate  der  Gneis=  und
Schieferschichten  rundliche  Kuppen  und  wechselnd
gestaltete  Bergformen  schufen.  Diese  Tafelberge
finden  sich  besonders  im  Namalande,  und  ich
schlage  daher  vor,  diesen  Schichten  den  alten
Namen  Namaschichten  zu  belassen,  welchen
ihnen  Schenk  gegeben  hat.  Ferner  wird  angenommen,
  daß  der  Waterbergsandstein  diesen
Schichten  gleichaltrig  ist,  möglicherweise  auch  die
Tafelberge  des  Kaokofeldes,  die  zum  Teil  aber
auch  von  Mandelsteindecken  gebildet  werden.
Doch  steht  das  keineswegs  sicher  fest.  Ebensowenig
  ist  die  Altersstellung  des  Namagquarzits
und  Dolomits  zu  den  Horizonten  der  Kapkolonie
klargelegt,  weil  durchgehende  geologische  Profile
durch  die  Kolonie  im  Anschluß  an  das  benachbarte
  englische  Gebiet  noch  nicht  festgelegt  worden
sind.  Daher  wissen  wir  bisher  auch  nicht,  ob  die
sich  nach  Osten  zu  auf  den  Dolomit  lagernden
        <pb n="99" />
        W  31

Schichten  —  solche  jüngeren  Horizonte  kommen
sicher  bei  Bersaba  vor  —  der  Karrooformation
der  Kapkolonie  entsprechen,  also  den  Dwyka-Ecca-Beaufort=
  und  Stormbergschichten,  welche
in  Kapland  Kohleuflötze  führen.  Hoffentlich  lassen
sich  nach  Beendigung  des  Hottentottenaufstandes
in  dieser  Hinsicht  neue  Forschungen  anstellen.
Primärformation  und  Tafelbergformation
  sind  also  die  Hauptglieder  im
grologischen  Aufbau  unseres  Landes.  Die
erstere  entspricht,  wie  erwähnt,  dem  europäischen
Acchaitum  und  Paläozoikum  vielleicht  bis  zum
Silur;  doch  sind  Fossilien,  welche  eine  sichere
Identifizierung  erlanben,  im  Schutzgebiete  nicht
gefunden  worden.  Die  Tafelbergformation  des
Kaplandes  wird  dem  Devon  parallelisiert.  Die
ganze  Schichtenfolge  vom  Karbon  bis  zum  Tertiär
sehlt  vermutlich,  bzw.  Horizonte  des  Permokarbons
sind  noch  nicht  nachgewiesen.  Seit  jener  Zeit
war  also  Südafrika  nicht  vom  Meere  bedeckt.
Massarge  nimmt  für  das  ganze  Mesozoikum  Süd-Orikas
  Wüstenklima  an,  während  der  europäischen
iszeit  entsprechend  am  Schlusse  der  Tertiärperiode
  eine  Pluvialzeit  mit  stärkeren  Niederschlägen
  geherrscht  haben  soll.  Tatsache  ist  jeden-Lule,
  daß  seit  der  Ablagerung  des  Malmanidolomits
bzw.  der  noch  nicht  näher  erforschten,  diesen
überlagernden,  vermutlich  auch  paläozeoischen
Schichten  keine  Ablagerung  mehr  stattfand,  sonnon
  daß  die  Verwitterung,  die  bei  im  allgemeinen
Fedtnen  Klima  wesentlich  einen  mechanischen
wirlall  der  Gesteine  bedingen  mußte,  intensiv
lichen!  Aonnte=  Daher  sohen  wir,  zumal  im  westder
  Berbüstengebiet  der  Namib,  nur  die  Gipfel
absallenge  als  Iuseln  aus  den  stetig  der  Küste  zu
im  Sau  en  Fläche  hervorragen,  alles  andere  ist
Der  mut.  gleichsam  wie  in  einem  Meer  begraben.
Erhebun  ere  Teil  des  Schutzgebiets  hat  die  höchsten
Gestein  -  und  zeigt  daher  meist  anstehendes
wieder  vovährend  die  weite  Ebene  der  Kalahari
r  don  Sand  oder  Kalk  bedeckt  it.
wir  gewalti  chichten  der  Primärformation  finden
mas,  die  de  Durchbrüche  eruptiven  Magals
  atkolitteil=  die  Oberfläche  nicht  erreichten,
und  erst  ithe  in  den  Schichten  stecken  blieben
präparien  ibater  durch  die  Verwitterung  heraus-Granitmut,
  wurden.  Sie  ragen  als  gewaltige
hebun  Iien  auf  und  bilden  die  höchsten  Er-Omatcen
  im  Lande,  das  Erongogebirge,  den
kommen“  Dunsia  usw.  Andere  Eruptivgesteine
iorit  l  gJangartig  vor,  z.  B.  der  Diabasie
  Tesielbenhnbbro  find  gleichfalls  nachgewiesen.
des  Geirsiaerg.  ation  wird  vom  Quarzporphyr
sind  Heitgubib  durchbrochen;  etwa  gleichaltri
d  die  Mandelstei  t
und  ander  elsteindecken  des  Kaokofeldes;  diese
in  die-  o  vulkanische  Ausbrüche  stellt  Passarge
ost-Karroozeit.  Später  noch  erfolgten

 

*

vielfach  Durchbrüche  von  Basalten  und  auch  wohl
jene  merkwürdigen  Eruptionsschlöte  von  Blueground,
  welche  in  unserem  Schutzgebiet  bei  Gibeon
und  Mukarob  vorkommen.

Die  sich  im  Laufe  der  Zeit  anhäufenden
Sedimente  werden  fortwährend  umgelagert.  Teilweise
  sind  sie  durch  den  Wind  zu  hohen  Dünen
aufgehäuft.  So  wird  besonders  die  Küste  auf
weiten  Strecken  von  einem  Dünenstreifen  begleitet,
  dessen  Breite  aber  vielfach  überschätzt
worden  ist.  Anderseits  hat  fließendes  Wasser
mehr  oder  weniger  geneigte  Ebenen  aufgeschüttet,
die  in  begünstigteren  Gegenden  vorzüglichen  Graswuchs
  tragen,  in  den  regenarmen  dagegen  (so  in
der  Namib)  kahl  und  öde  daliegen  und  nur  mit
Kieselkuollen,  den  Ausblühungen  eines  wüstenhaften
  Klimas,  bedeckt  sind.

.In  den  weiten  Ebenen  des  Ostens  bot  sich,
Sumal  in  regenreicheren  Zeiten  als  jetzt,  Gelegenheit
  zur  Bildung  großer  Seen,  ein  Uberbleibsel
derselben  ist  die  Etoscha-Pfanne.  In  vielen
solcher  Becken  wurde  sogenannter  Pfannen-Kalk
niedergeschlagen,  den  wir  noch  heute  an  mehreren
Orten,  z.  B.  bei  Karibib,  finden.  Kalaharikalk
überzieht  in  großer  Ausdehnung  das  östlich  des
Kaokofeldes  sich  anschließende  Gelände  um  Otawi.

Die  bei  Otjimbingue,  Buxtonfontein,  Otjilango,
  Kl.  Barmen,  Windhnk,  Rehoboth,  Asis,
Omabju,  Omburo  und  Warmbad  vorkommenden
heißen  ZQnellen  verdanken  ihre  Emttehung
tektonischen  Bruchlinien,  auf  denen  die  Wässer
zirkulieren  konmten.  Ihr  Hervordringen  aus
größerer  Tiefe  macht  sie  von  der  Ergiebigkeit
der  einzelnen  Regenjahre  unabhängig  und  läßt
sie  für  die  Besiedlung,  die  meist  von  solchen
Plätzen  ausging,  doppelt  wertvoll  erscheinen.  In
der  Regel  gaben  die  Quellen  zur  reichlichen  Abscheidung
  von  Kieselsinter  Beraulassung,  die  Osthälfte
  von  Groß-Windhnk  ebenso  Rehoboth  stehen
auf  einer  solchen  Terrasse.  Daß  noch  jetzt  Bewegungen
  in  der  Erdrinde  vor  sich  gehen,  beweisen
  die  besonders  im  mittleren  Hererolande
häufig  vorkommenden  Erdbeben.

Die  tektonischen  Störungslinien  sind  der  auf
ihnen  zirkulierenden  Wässer  wegen  besonders  für
die  Erschließung  neuer  Wasservorräte  wichtig.
Eine  Hauptaufgabe  der  im  Lande  arbeitenden
Geologen  wird  darin  liegen,  sie  kartographisch
festzulegen  und  damit  neben  dem  Verfolg  der
sonstigen  Wasserführung  die  Möglichkeit  zu  einer
wissenschaftlichen  und  systematischen  Wassererschließung
  zu  bieten.  Anderseits  haben  die  auf
Spalten  zirkulierenden  Wässer  vielfach  Gangmittel
niedergeschlagen,  in  denen  sich  hier  und  da  abbanwürdige
  Erze  finden  mögen.

Neuere  Erscheinungen  sind  die  Schotterterrassen,
  die  sich  in  manchen  Revieren  hoch  über
        <pb n="100" />
        CG  32  20

dem  heutigen  Flußbette  finden  und  teilweise  zu
festem  Konglomerat  verkittet  sind.  Daß  sich  die
Küste  Südwestafrikas  hebt,  wird  durch  v.  Stapff
bei  Walfischbai  und  Sandfischhafen,  von  mir  bei
Swakopmund  und  Lüderitzbucht  beobachtete
Terrassen,  bewiesen;  auch  aus  dem  britischen
Südafrika  liegen  Beobachtungen  darüber  vor,
cbenso  zeigt  es  die  zunehmende  Versandung  von
Walfischbai  und  Sandfischhafen.  Bemerkenswert
  sind  ferner  als  Gebilde  einer  noch  heute
wirkenden  geologischen  Kraft  die  ausgezeichneten
Winderosionserscheinungen,  welche  die  ganze
Namib  zeigt.  Besonders  bequem  lassen  sie  sich
in  der  näheren  Umgebung  von  Lüderitzbucht  und
an  der  Bahn  nach  Aus  beobachten.  Zu  erwähnen
  wären  zuletzt  als  Ablagerungen  der
Jetztzeit  die  Guanolager  an  der  Küste  und  besonders
  auf  den  vorgelagerten  englischen  Inseln,
deren  Ausbentung  hauptsächlich  bei  Ichabo  und
Kap  Croß  vorgenommen  wird.

So  wird  das  Bild  des  Landes  bedingt
auf  der  einen  Seite  durch  die  Schichten  der
beiden  großen  Formationen  der  Primär=  und  der
Tafelbergformation,  auf  der  anderen  durch  die
langandauernde  Tätigkeit  mechanischer  Verwitterung
  und  Ablagerung  jüngerer  Sedimente,  die
die  weiten  Ebenen  des  Ostens  schuf,  ebenso  wie
die  geneigten  Kies=  und  Sandflächen  des  Abfalls
zum  Atlantischen  Ozean.  Der  mittlere  Streifen
zeigt  mehr  die  festen  Gesteine  der  beiden  Formationen,
  mannigfach  durchfurcht  und  gegliedert
durch  die  zahlreichen  Reviere.  Die  Westküste  und
besonders  der  flache  Osten  ist  zumeist  von  losen
Bildungen  bedeckt.

Über  das  Vorkommen  von  Mineralschätzen
  und  ihre  Verteilung  auf  die  Formationen
  herrschen  noch  viele  Unklarheiten  und  Unsicherheiten,
  auch  hat  nur  eine  geringe  Anzahl
der  bekannten  Erzfunde  eine  gründliche  und  erschöpfende
  wissenschaftliche  Untersuchung  und  Bearbeitung
  gefunden.

Gold  findet  sich  mit  Wismut  am  Kuiseb
und  am  Gogos,  mit  Kupfererzen  bei  Hussab,  in
der  Potmine  und  ihrer  Umgebung,  im  Geiassibgebirge,
  bei  Nabachab  und  Mobib,  bei  Otjikango
  und  in  verschiedenen  Orten  im  Rehobothdistrikte.
  Entweder  ist  das  Gold  in  der
Zementationszone  als  Freigold  ausgeschieden  oder
es  findet  sich  in  größerer  Tiefe  meist  mit  sulsidischen
  Erzen.  Alle  bisher  bekannt  gewordenen
Vorkommnisse  haben  sich  nicht  als  abbauwürdig
erwiesen,  einige  Aussicht  versprechen  nur  der
kleine  und  große  Spitzkopf  im  Rehobothdistrikt.
Waschgold  in  ausbentungswürdiger  Konzentration
ist  bisher  nicht  gefunden.

Kupfererze  sind  von  vielen  Punkten  aus
dem  Süden  des  Schutzgebietes  bekannt;  gering- 



wertige  Funde  hat  man  bei  Lüderitzbucht,  Aus,
Tsaus,  Khakhaus,  bei  der  Sinclairmine  im  Matjesrevier,
  an  mehreren  Punkten  am  Oranje,  bei
Pomoma  und  an  der  Küste  südlich  Possessioninsel
gemacht.  Im  mittleren  Teile  finden  sich  am
Kuiseb  eine  ganze  Reihe  von  Kupfererzvorkommen,
Gorup=  und  Hope-Mine  sind  die  bekanntesten.
Westlich  Windhnuk  liegt  die  Matchleßmine.  Ferner
ist  zu  nennen  die  Ebonymine.  Bei  Karibib  und
am  Khanrevier  sind  gleichfalls  Kupfererze  gefunden.
Alle  diese  Vorkommnisse  und  noch  mehrere  andere
unbedentende  sind  entweder  nie  in  Betrieb  genommen
  oder  momentan  zum  Erliegen  gekommen,
während  sie  früher  zeitweilig  abgebaut  wurden.
Das  einzige  zur  Zeit  in  Betrieb  befindliche  Kupferbergwerk
  ist  die  Tsumebmine  im  Otawibezirk.
Bleiglanz  und  Kupferglanz  in  der  Tiefe,  am
Ausgehenden  opxydische  Erze  sind  die  hauptsächlichen
  Fördergüter.  Vermutlich  gehört  auch  diese
reiche  Lagerstätte  der  Primärformation  an  und
dürfte  wohl  auf  Metasomatose  zurückzuführen  sein.

Hartmann  hat  aus  dem  Kaokofelde
mehrere  Kupfererzvorkommnisse  namhaft  gemacht,
die  vielleicht  auf  weitere  Verbreitung  der  Lagerstätten
  des  Otawitypus  schlioßen  lassen.  Vielversprechend
  scheint  auch  das  Kupfererzvorkommen
von  Otjisongati  zu  sein.  Während  bisher  die
größte  Anzahl  der  genannten  Kupferfundpunkte
keinen  Ertrag  geliefert  hat,  ist  bei  der  Verbesserung
  der  Transportverhältnisse  durch  die
Bahnen  wohl  zu  hoffen,  daß  auch  manche  der
altbekannten  Fundstellen  ihre  Verwertung  finden
werden.

Bleierze  werden,  wie  erwähnt,  mit  Kupfer
zusammen  bei  Otawi  abgebaut,  sonst  sind  nur
noch  kleinere  Funde  bei  Pomoma  und  Lüderitzbucht
  bekannt;  auch  südöstlich  von  Windhuk  ist
Bleiglanz  gefunden.

Eisenerze  sind  vielfach  beobachtet;  es  sind
aber  meist  linsenartige  Vorkommnisse  oder  schwache
Gänge,  größere  Lager  sind  nicht  bekannt  geworden.

Dr.  Schinz  erwähnt  Manganit  vom  Siapfluß.

Die  Anzahl  der  Ergzfunde  ist  also  recht  bedeutend,
  und  die  Hoffnung,  daß  bei  genauerer
Erforschung  des  Landes  noch  wertvolle  Funde
gemacht  werden,  durchaus  berechtigt.

Wie  schon  erwähnt,  finden  sich  die  Erze  alle
in  der  Primärformation.  In  den  Tafelbergschichten
  sind  bisher  keine  Funde  gemacht  worden:
dagegen  setzen  die  Bluegroundschlöte  von  Gibeon
anscheinend  durch  dieselben  hindurch.  Die  Frage
nach  dem  Vorkommen  von  Kohle  in  dieser  Formation
  ist  vorläufig  noch  ungelöst.  Man  sieht
aus  diesen  Tatsachen,  wie  wichtig  die  geologische
Kenutnis  des  Landes  ist.  Sollte  sie  einmal
so  weit  vorgeschritten  sein,  daß  sie  ein  übersichtliches
  Bild  gestattet,  dann  wird  man  schon  aus
        <pb n="101" />
        33  20

der  Karte  den  Wert  des  Gerüchtes  über  ein  Erzoder
  Mineralvorkommen  beurteilen  können.  Vorläufig
  sind  wir  davon  noch  weit  entfernt;  denn
einstweilen  gibt  es  nur  von  kleinen  Teilen  des
Schutzgebietes  brauchbare  Karten  im  Maßstab
1:200  000,  dazu  noch  wenige  Farmkarten  im
Maßstab  1:50  000,  die  als  Basis  für  gcologische
Feldaufnahmen  dienen  könnten.  Im  übrigen
muß  sich  der  Geologe  die  topographischen  Unterlagen
  selbst  schaffen  und  sich  mit  vorläufiger  Feststellung
  der  Hauptergebnisse  sowie  mit  Skizzierung
interessanter  Einzelheiten  begnügen.  Daß  aber
auch  eine  derartige  oberflächliche  Festlegung  der
geologischen  Grenzen  schon  von  Wert  ist,  glaube
ich  hier  klargelegt  zu  haben.  Noch  viele  Aufgaben
  sind  im  Schutzgebiet  zu  lösen.  Die  Wasserversorgung,
  das  abbauwürdige  Vorkommen  von
Mineralschätzen  und  Kohle  sowie  von  Diamanten
—  alle  diese  Probleme  können  wissenschaftlich
crakt  nur  erforscht  und  sichergestellt  oder  aus
dem  Bereich  der  Möglichkeit  gestrichen  werden
durch  die  geologische  Feldarbeit.
Dr.  Paul  Range,
Naiserlicher  Geologe.
6.  Zt.  Lüderitbucht,  November  1906.

Das  OMinengebiet  von  Tlsumeb.

Im  November  dieses  Jahres  ist  die  Otawibaon,
  welche  bekanntlich  Swakopmund  mit  dem
Minengebiet  bei  Tsumeb  verbindet,  unter  lebhafter
  Teilnahme  der  Bevölkerung  eröffnet  wor-DBen.
  Aus  diesem  Anlasse  bringt  die  Deutsch-Hüldwestafrikanische
  Zeitung  soeben  einen  nachlehend
  im  Auszuge  mitgeteilten  interessanten
#u1  ericht;  er  gibt  ein  anschauliches  Bild  von  dem
m  Entstehen  begriffenen  Platze  Tsumeb  selbst  und
ben  der  vorläufig  noch  in  den  einfachsten  Formen
ergbaulicher  Technik  betriebenen  Kupfergewinnung.
ichz  der  Minenplatz  Tsumeb  liegt  landschaftlich

don  in  einem  weiten,  von  Höhenzügen  umgebenen
  Kessel.  Dem  heutigen  Besucher  tritt  eine
dliederung  verschiedener  Bestandteile  des  Platzes
|“  ntlich  entgegen.  Verfolgt  man  das  noch  etwa
ine  Viertelstunde  über  das  Stationsgebäude
chnmeb  hinausgeführte  Bahngleis,  so  sieht  man
auf“  sehn  Minuten  hinter  dem  Stationsgebäude
und  der  Nordseite  des  Bahnkörpers  die  Grube
*  ie  Grubenanlagen  vor  sich.  In  südöstlicher
htung  davon,  durch  eine  mäßige  Bodenwelle
noch  verdeckt,  liegt  der  Wohnplatz
entferm  aus  vereinzelten  weit  voneinander
gebildet  stehenden  kleinen  Häusern  und  Zelten
li  chteir  ,  die  eine  gewisse  Gruppierung  der  BautmB
  ten  erkennen  lassen:  die  Baulichkeiten  der
vigesellschaft  (Verwaltungsgebäude,  Store  usw.)

 

auf  der  einen  Seite,  die  Anlagen  Privater  (ein
großes  Zelt  der  Damara=  und  Namaqua-Handelsgesellschaft,
  die  Fundamente  für  das  Haus  der
Deutschen  Kolonialgesellschaft  für  Südwestafrika,
ein  Wellblechhaus,  von  dessen  Dach  mit  großen
Buchstaben  die  Aufschrift  „Glückshotel“  grüßt  u.  a.)
auf  der  anderen  Seite.  Alles  trägt  hier  das
Gepräge  des  Entstehens,  aber  macht  deshalb  doch
nicht  wie  ähnliche  Bilder  häufig  einen  unbehaglichen
  Eindruck.  Die  weite,  mit  Büschen  und
Bäumen  durchsetzte  Grasfläche,  die  Bergzüge  im
Hintergrunde  geben  den  herrschenden  Ton  des
Landschaftsbildes  an,  in  das  die  zerstreuten  Baulichkeiten
  sich  gewissermaßen  als  Staffage  einfügen.

Das  eigentliche  Interesse  in  Tsumeb  gilt
natürlich  der  Mine.  Hier  bietet  dem  Ange  sich
ein  erfreuliches  Bild  emsiger  Tätigkeit.  An  einer
Stelle  wird  ein  Schacht  tiefer  getrieben,  aus
einem  anderen  Schacht  werden  in  einem  eisernen
Eimer  Erze  emporgewunden.  Die  Arbeitsvorrichtungen
  sind  einstweilen  noch  von  ursprünglichster
  Art.  Ein  großer  Haufen  Erz,  das  von
den  ersten  Untersuchungsarbeiten  her  noch  hier
lagert,  wird  abgetragen,  um  das  brauchbare  Gestein
  zur  Verwendung  zu  bringen.  In  ununterbrochener
  doppelter  Kette  ziehen  eingeborene
Weiber,  kleine  hölzerne  Mulden  auf  den  Köpfen
tragend,  schwatzend  und  lachend  zwischen  dem
Erzhaufen  und  der  Sortierungsstelle  hin  und  wieder.
An  den  Erzhaufen  werden  die  Mulden  gefüllt,
an  der  Sortierungsstelle  entleert.  An  einer
anderen  Stelle  wird  an  der  Herstellung  einer
schiefen  Ebene  gearbeitet,  die  dem  späteren  Tagebau
  dienen  soll.  Anderswo  sieht  man  andere
Arbeiten  vornehmen;  sie  mögen  mit  der  Errichtung
der  Baulichkeiten  zusammenhängen,  deren  Fundamente
  etwas  weiter  hinaus  neben  dem  Schienengleis
  aus  dem  Boden  emporsteigen.  Dort  werden
die  Anlagen  hergestellt,  um  die  geförderten  Erze
vor  der  Versendung  anzureichern.  liber  dem
Ganzen  liegt  ein  Hauch  heiterer  Geschäftigkeit
und  Tätigkeit.  Die  Natur  ist  von  strahlendem
Sonnenschein  erfüllt,  aber  die  Sonnenhitze  sicht
die  daran  gewöhnten  Schwarzen  nicht  an.  So
dient  die  Sonne  nur  dazu,  den  Eindruck  des
Bildes  lebhafter  und  heiterer  zu  gestalten.

Der  interessanteste  Abschnitt  des  Besuchers,
das  Einfahren  in  die  Grube,  wird  bis  zuletzt
aufgesparrt.  Zwei  Schächte  haben  wir  schon
wahrgenommen.  Einen  dritten  lernen  wir  jetzt
kennen.  (Insgesamt  sind  bisher  vier  Schächte
getrieben.)  Er  ist  durch  einen  hölzernen  Unterban
  versichert.  Auf  ein  wenig  schräg  stehenden
Leitern  steigen  wir  in  die  Tiefe  hinab,  in  einer
Hand  eine  brennende  Kerze.  Alle  vier  bis  fünf
Meter  etwa  steht  die  Leiter  auf  einem  Absatz
auf,  durch  eine  schmale  Offnung  zwängt  man
        <pb n="102" />
        W  34

sich  auf  die  nächste,  die,  unmittelbar  unter  der
oben  verlassenen  Leiter  an  derselben  Wand  des
Schachtes  wie  jene  befestigt,  zum  nächsten  Absatzt
hinabführt.  Bei  zwanzig  Meter  Tiefe  ist  man
auf  der  ersten  Sohle  angelangt.  Man  schreitet
in  der  Sohle  entlang,  von  der  aus  nach  rechts
und  links  etwa  alle  zehn  Meter  Querschläge  von
verschiedener  Länge  getrieben  sind.  Auf  das
Aussehen  des  Gesteines  einmal  aufmerksam  gemacht,
  erkennt  man  beim  Scheine  der  Kerze
leicht,  wo  man  sich  in  dem  Erz  befindet  und
wo  im  Nebengestein.  Man  kommt  hier  auch  zu
dem  Schacht,  aus  dem  das  Erz'  in  dem  eisernen
Eimer  emporgewunden  wird.  Emporschauend
sieht  man  die  Windevorrichtung,  die  die  Winde
bewegenden  Arme  der  Schwarzen  und  als  Hintergrund
  den  blauen  Himmel.  Zurück  geht  es  zum
Steigeschacht  und  weiter  hinunter  bis  zur  zweiten
Sohle,  die  fünfzig  Meter  unter  der  Oberfläche
liegt.  Auf  dieser  Sohle  durchschreiten  wir  auf
eine  Länge  von  60  Metern  dem  Ansehen  und
den  bisherigen  Proben  nach  ungemein  reiches
massives  Kupfererz,  dessen  Mächtigkeit  durch
die  Querschläge  auf  zwanzig  bis  fünfundzwanzig
Meter  nachgewiesen  wird.  Auch  noch  auf  der
dritten  und  zur  Zeit  letzten  Sohle  in  siebzig
Meter  Tiefe,  auf  der  schon  eine  rechk  merkliche
Temperaturerhöhung  wahrnehmbar  ist,  findet  man
das  Erz  reichlich  anstehend.  Am  Ende  der
Sohle  brechen  sehnige  schwarze  Gestalten  unter
Anleitung  eines  Weißen  mit  Hammer  und  Meißel
das  Gestein  los.  Bald  sind  wir  durch  den
Steigeschacht,  dessen  Dimensionen  1,25  Meter  zu
1,85  Meter  sind,  zum  Tageslicht  zurückgekehrt.
Die  Arbeiten,  die  wir  gesehen  haben,  sind  Aufschlußarbeiten,
  durch  die  die  Ausdehnung  des
Lagers  von  Kupfererz  festgestellt  werden  soll.
Der  tatsächliche  Abbau  des  Erzes  soll  im  Tagebau
  geschehen.  Der  Hauptförderschacht  wird  der
oben  erwähnte,  jetzt  in  der  Ausführung  begriffene
sein,  während  die  ebenfalls  bereits  erwähnte
schiefe  Ebene  wesentlich  zum  Herausschaffen  des
tauben  Gesteines  dienen  soll.  Einstweilen  wird
erst  nur  noch  aus  der  ersten,  der  20  Metersohle,
das  Erz  gefördert  und  die  Sohle  vertieft.  Die
weiteren  Förderarbeiten  werden  dann  mit  den
aufzustellenden  Maschinen  betrieben  werden.

Das  Streichen  der  Lagerstätte  geht  in  einer
Länge  von  etwa  150  Mctern  von  Osten  nach
Westen  und  das  Einfallen  von  Norden  nach
Süden.

Die  Kupferlagerstätte  von  Tsumeb  ist  durch
den  Buschmannskapitän  Johannes  Krüger  zu
Gaub  entdeckt  worden.  Die  Ovambos  holten
ihr  Kupfer  von  Groß-Otawi.  Die  Lagerstätte
von  Tsumeb  mußte  durch  die  Beschaffenheit  des
zutage  tretenden  Gesteins  den  Blick  eines  jeden,

 

20

der  an  die  Stelle  kam,  auf  sich  lenken.  Die
ersten  Arbeiten  zu  einer  Erforschung  der  Lager—
stätte  wurden  durch  eine  im  Auftrage  der  South
West  Africa  Company  ausgeführte  Expedition  von
Kapt.  Rogers  etwa  1895  vorgenommen.  Da—
mals  wurden  zwei  Schächte  von  20  Meter  Tiefe
getrieben.  Dann  folgte  1900  die  große  Expedition
  von  Christopher  James,  die  etwa  ein
Jahr  lang  tätig  war,  die  Rogersschen  Schächte
weiter  ausarbeitete  und  neue  Aufschlußarbeiten
vornahm.  Auf  Grund  der  Berichte  von  James
reifte  der  Entschluß  zum  Bau  der  nunmehr  vollendeten
  Eisenbahn  durch  die  inzwischen  gegründete
Otawi-Minen=  und  Eisenbahn-Gesellschaft.

Es  dürfte  kaum  ein  zweites  Bergbau-Unternehmen
  geben,  das  sich  gestatten  durfte,  zunächst
nur  zum  Transport  seiner  Erzförderung  eine
Eisenbahn  von  nahezu  600  km  Länge  anzulegen
  und  noch  dazu  bei  den  schwierigen
afrikanischen  Verhältnissen.  Freilich  wird  in  der
Praxis  die  Tätigkeit  und  der  Nutzen  der  Eisenbahn
  sich  nicht  allein  auf  die  Erzförderung  beschränken.
  Der  durch  die  Eisenbahn  erschlossene
Landbesitz  der  Sonth  West  Africa  Company  erfährt
natürlich  eine  erhebliche  Wertsteigerung,  und  die
Inanspruchnahme  der  Bahn  durch  den  Verkehr
anßerhalb  der  besonderen  Bedürfnisse  von  Tsumeb
wird  sic  vielleicht  allein  schon  rentabel  machen.
Immerhin  aber  dokumentiert  sich  das  Vertrauen
in  den  Reichtum  der  Minen  am  deutlichsten
durch  den  Banu  der  Eisenbahn.  Und  dieses  Vertrauen
  hat,  soweit  man  urteilen  kann,  durch  den
Fortschritt  der  Aufschlußarbeiten  immer  stärkeren
Rückhalt  gefunden.

Tsumeb  muß  das  Herz  eines  jeden,  der  die
südwestafrikanische  Kolonie  liebt  und  auf  ihre
Entwicklung  hofft,  mit  Freude  erfüllen.  Es  ist
das  erste  große,  die  Gesamtwirtschaft  des  Landes
beeinflussende  Privatunternehmen,  das  aus  sich
selbst  heraus  Lebenskraft  schöpft.  Während  wir
sonst  immer  auf  das  Verlangen  nach  Unterstützung
und  Förderung  durch  den  Staat  stießen,  ist  hier
der  einzige  Wunsch,  daß  der  privaten  Tätigkeit
freier  Raum  gelassen  werde.  Und  ein  solches
Arbeiten  brauchen  wir  in  der  Kolonie,  um  vorwärts
  zu  kommen;  ein  Arbeiten  aus  eigener
Kraft,  das  sich  so  frei  entwickeln  darf,  als  es
irgend  mit  dem  allgemeinen  Interesse  vereinbar
ist.  So  möge  Tsumeb  gedeihen,  dem  Unternehmen
und  dem  ganzen  Lande  zum  Segen!
        <pb n="103" />
        35

Deutsch-Ostafrika.

Neue  Kulturen  in  Usamdara.

Dem  Geschäftsbericht  1905  der  Rheinischen
Handel-Plautagen-Gesellschaft  in  Köln  entnehmen
wir  folgende  Mitteilung  über  neue  Kulturen  in
Usambara:

„Dr.  Zimmermann  hat  durch  seine  bekannten
  Anpflanzungsversuche  von  Manihot
Glaziovii,  der  den  Ceara-Kautschuk  liefert,
kestgestellt,  daß  diese  Kultur  sowohl  im  Tiefland
und  in  Amani  wie  auch  in  Ngambo  mit  Aussicht
  auf  Erfolg  betrieben  werden  kann.  Um
nun  nicht  mehr  allein  auf  den  Ertrag  der
Kaffeepflanzung  angewiesen  zu  sein,  haben  wir
die  Kautschukkultur  ausgenommen,  und  sind
letzt  mindestens  40  000  Manihot  ausgepflanzt.
Ferner  wurde  ein  Versuch  im  großen  mit
Cinchona  gemacht,  von  der  wir  gut  20  000
Pflanzen  in  vier  verschiedenen  Arten  gepflanzt

 

—
haben.  Eine  Vergrößerung  dieses  Bestandes
beabsichtigen  wir  vorläufig  nicht,  wollen  vielmehr

  abwarten,  wie  diese  Pflanze  sich  bei  uns
entwickelt  und  welche  Art  sich  für  Ngambo  am
besten  eignet.“

1

Deutsch-Neugquinea.

Errichtung  einer  Regierungsstation  in  Eitape.

An  der  Nordküste  von  Kaiser  Wilhelmsland
ist  in  Eitape  auf  der  an  der  Westseite  des
Berlinhafens  gelegenen  Landzunge  eine  Regierungsstation
  errichtet  und  mit  einem  Vorsteher,
  einem  Polizeimeister  und  einem  Heilgehilfen
  besetzt  worden.

Die  Station  ist  dem  Bezirksamt  Friedrich-Wilhelmshafen
  unterstellt.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Tabakzoll  auf  den  Salomonsinseln.
—  Laut  Verordnung  des  »High  Commissioner
*  the  Western  Pacific  vom  3.  Oktober  d.  Is.
wird  vom  gleichen  Tage  ab  auf  allen  in  die
eitischen  Salomonsinseln  eingeführten  Tabak  ein

Zoll  von  1  Schilling  für  das  Pfund  erhoben.
Die  Bezeichnung  „Tabak“  umfaßt  rohen  und  verarbeiteten
  Tabak,  einschließlich  Zigarren  und
Zigaretten.

Vergütung  des  olles  oder  der  Verbrauchsabgabe  für  Branntweln  im  Südafrikonischen  Sollverein.
vers.  Laut  Bekanntmachung  der  Zollverwaltung  vom  22.  Oktober  d.  Is.  (Nr.  12)  wird  in  den
a  chiedenen  Kolonien  und  Gebieten  des  Südafrikanischen  Zollvereins  der  Zoll  oder  die  Verbrauchsgabe

  für  Branntwein,  der  zu  gewerblichen  oder  wissenschaftlichen  Zwecken  innerhalb  deren  Grenzen

 

 

verwe  .  ·  .  .  .  -  ..  ..  -..
voxävjndvt  wird,  oder  bei  der  Ausfuhr  von  Waren,  die  damit  hergestellt  sind,  in  folgender  Höhe
quütet:
A.  Auf  Branntwein,  der  zu  gewerblichen  oder  wissenschaftlichen  Zwecken  innerhalb  der
Rolonien  usw.  verwendet  wird.
—
Napkolonie  Natal  Oranjeflußkolonie  Transvaal  Süd-Nhodesia
—  —
ingeführter  Branntwein  14  Schill.  für  —  Der  ganze  Ab-1
  Imp.  Gallon  gabenbetrag
von  Normal-  ·
X  stät-sc
«"".j)«""""ci"bergein-Inei-Branntwein:

aus  Wein  Der  ganze  Betrag  der  Der  ganze  Vetrag  8  Schill.  für  1  Gallon  desgl.
Verbrauchsabgabe,  der  Verbrauchs=  von  Normalstärke
wenn  unter  Steuer-  abgabe
aussicht  hergestellt,
sonst  6  Schill.  6  Pce.
anderer  als  aus  Sch  *
Weinn  —  desgl.  desgl.  18  Schill.  für  1  Gallon  desal.
von  Normalstärke
        <pb n="104" />
        G  36  20

ßB.  Auf  Waren,  die  mit  Branntwein  hergestellt  sind,  bei  ihrer  Ausfuhr.

 

 

Napkolonie  Natal  Oranjeflußkolonie  Transvaal  Süd-Rhodesia
1
Eingeführter  Branntwein  Der  ganze  Ab-  —
gabenbetrag
Im  ollverein  hergestellter
Branntwein:
aus  Wein  Der  ganze  Be=  Der  ganze  Betrag,  desgl.  Der  ganze  Betrag,
trag  der  Ver=  wenn  unter  Steuer-  wenn  unter  Steuerbrauchs=
  kontrolle  ausgeführt,  kontrolle  ausgeführt,
abgabe  jedoch  nichts,  wenn  jedoch  nichts,  wenn
vom  offenen  Lager  vom  offenen  Lager
ausgeführt  ausgeführt
anderer  als  aus
Wein  .  .  .  .  ..  desgl.  desgl.  desgl.  desgl.

 

Verbot  der  Kusfuhr  von  Wild  aus  Tunis.

Gemäß  einer  Verordnung  der  Tunesischen
Regierung  vom  22.  November  d.  Js.  ist  die  Ausfuhr
  von  Wild  aller  Art,  lebend  oder  tot,  über
die  Grenzen  der  Regentschaft  vom  8.  Dezember
d.  Is.  ab  für  die  Dauer  von  vier  Jahren  verboten.
  Ausgenommen  hiervon  sind  Wildschweine
sowie  Tiere  für  Sammlungen,  deren  Ausfuhr
gestattet  bleibt.

(Journal  officich  Tunisien.)

Der  Handel  mit  Indigo  in  Gropbritannien.

Die  im  Jahre  1904  im  Handel  mit  ostindischem
  Indigo  eingetretene  Besserung  in  der  Nachfrage
  und  in  den  Preisnotierungen  hielt  auch  in
den  ersten  acht  Monaten  des  Jahres  1905  an.
Ungünstige  Nachrichten  über  die  neue  Ernte,  die
auf  höchstens  20  000  factory  mauds  geschätzt
wurde,  veranlaßten  die  Händler,  ihre  Vorräte  zu
ergänzen,  auch  zu  höheren  Preisen  in  der  Erwartung,
  daß  Rußland  und  Japan  nach  dem
Friedensschlusse  auf  dem  englischen  Markte  kaufen
würden,  was  sich  aber  nur  wenig  erfüllte.  Trotzdem
  hielt  sich  der  Markt  gut,  und  auch  in  den
letzten  vier  Monaten  des  Jahres  fand  ein  gutes
Geschäft  statt  zu  Preisen,  die  etwa  9  d  pro  Pfund
höher  waren  als  zu  Anfang  des  Jahres.  Die
Gesamteinfuhr  von  ostindischem  Indigo  betrug
1905:  2231  Kisten  gegen  5826  Kisten  in  1904.
In  den  Verbrauch  gingen  dagegen  4595  Kisten
über  gegen  3978  im  Vorjahre,  wozu  der  heimische
Bedarf  und  die  Ausfuhr  gleichmäßig  beitrugen.
Die  Vorräte  in  London  stellten  sich  am  Schlusse
des  Jahres  1905  auf  2955  Kisten  gegen  5319
zu  Ende  1904.  Die  Versuche  mit  Natal-Java-Samen
  in  Indien  haben  sich  als  durchaus  erfolgreich
  erwiesen,  was  für  den  Indigohandel  in  den
nächsten  Jahren  von  großer  Wichtigkeit  sein  wird,

 

The  Board  of  hrude  dournal.)

da  die  Pflanzer  den  Artikel  weit  billiger  herzustellen
  in  der  Lage  sein  werden  als  bisher.
Zentralamerikanischer  Indigo  ist  im  Verhältnis
zu  dem  indischen  billig,  und  die  Zufuhren  fanden
sofort  Abnehmer  zu  steigenden  Preisen.  Der  Umfang
  des  Geschäfts  wurde  indessen  durch  knappe
Zufuhren  eingeschränkt.  Der  Preis  stellte  sich  am
Schlusse  des  Jahres  um  9  d  pro  Pfund  höher
als  zu  Anfang.  Die  Vorräte  am  Schlusse  des
Jahres  waren  gering.  Die  Gesamteinfuhr  betrug
1905:  1452  Serons  gegen  2055  Serons  in
1904,  in  den  Verbrauch  gingen  über  833  Serons
gegen  1960  im  Vorjahre.  Die  Einfuhr  spanischen
Indigos  betrug  21  700  Tons  in  1905  gegen
19  883  Touns  im  Vorjahre.  In  den  Verbrauch

gingen  über  21  410  Tons  gegen  20  035  in
1904.  Der  Vorrat  betrug  am  31.  Dezember
1905:  1562  Tons  gegen  1272  Tons  zu  Ende

1904.

Die  geringe  Einfuhr  wurde  hauptsächlich  durch
den  niedrigen  Stand  des  Geldkurses  verursacht.
Die  Preise  gingen  nachdrücklich  in  die  Höhe.

(Nach  einem  Berichte  des  Kaiserl.  Generalkonsulat-s
in  London.)

Baumwollenhandel  der  Vereinigten  Staaten  von
K#merika  im  September  und  Oktober  1906.

Der  Eingang  von  Baumwolle  in  den  Hauptplätzen
  des  Baumwollenhandels  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  belief  sich  in  der  Zeit  vom
1.  September  bis  zum  2.  November  d.  Is.  auf
2  633  253  Ballen  gegenüber  2572  363  Ballen
in  dem  entsprechenden  Zeitraum  des  Vorjahres.
Die  Zufuhr  überstieg  also  die  vorjährige  um
60  890  Ballen.

Auf  die  Hauptplätze  verteilte  sich  die  Zufuhr
in  der  Zeit  vom  1.  September  bis  2.  November
1906,  verglichen  mit  dem  gleichen  Zeitraum  des
        <pb n="105" />
        37

Vorjahres,  und  der  Vorrat  am  2.  November  1906
in  folgender  Weise:
Zufuhr  vom  1.  September
  bis  2.  November

Vorrat  am
2.  November

1906  1905  1906  1905
in  Ballen

Galvestom.  1  114  556  911  776  366  951  210200

Port  Arthur  22  102  16117  –  —
New  Orleaus.  452  344  269  236  175  439  143467
Mobile  6.2  4419  89  0568  34218  52649

Pensacolo  21526  31  032  »  —
Savannah  545  000  651  181  144  815  171  807
Brunswic  35  914  40  9233  18517  9520
Charleston.  6006  834  98  91  22  718  47539
Wilmingtom  153  030  173208  10  110  143  779
l’11V  035  236  915  11  303  51s  303

Rewport  New  1082  1  43  —
)zesvk.1)m-k...  —  53292317229378

 

Summe  einschl.  der
anderen  Plätze  2  633  253  2572368  936  607  10041253.
Die  Ausfuhr  von  Baumwolle  bolief  sich  vom
I.  September  1906  bis  zum  2.  November  1906
g  1  669  639  Ballen  gegenüber  1  555  321
.  allen  in  dem  entsprechenden  Zeitraum  des  Vor-Fres.
  davon  gingen  nach  Großbritannien
36  718  Ballen  gegenüber  623  954  Ballen,  nach
Hrankreich  194  225  Ballen  gegenüber  216  135
Lalen,  nach  dem  übrigen  Europa  698  096
en  gegenüber  715.232  Ballen.
ven#on  den  obengenannten  Vorräten  am  2.  Noaber
  er  waren  bereits  an  Schiffsbord  gebracht,
114  guoch  nicht  ausklariert  für  Großbritannien
für  ,  Ballen,  für  Frankreich  53  513  Ballen,
Auslaeutschland  32  788  Ballen,  für  das  übrige
35  B#  33  145  Ballen,  für  amerikanische  Häfen
1  Ballen,  im  ganzen  320  284  Ballen.

(X  *  9“  .  «  .  .
kachUnscommekcmlnntlbinnncml  (’-ln-01n(sle.)

B

edeutung  der  Eisenbahn  Diredaua  ·  Adis  Abeba
für  die  erschließung  Rbessinlens.

dancde  Fertigstellung  der  Eisenbahn  von  Direnahme

  eh  Adis  Abeba,  die  im  Falle  der  Antalien

  es  zwischen  England,  Frankreich  und

Negus  Mabgeschlosenen  Abkommens  durch  den

seht  Leuelit  in  etwa  drei  Jahren  zu  erwarten

Weefin,  wird  in  den  wirtschaftlichen  Verhältnissen
iens  einen  großen  Umschwung  herbeiführen.

 

r

Für  den  Einfuhr=  und  Ausfuhrhandel  wird  sie
insofern  nützlich  sein,  als  die  lästigen  und  teuren
Karawanentransporte  zwischen  Diredaug  bzw.
Harrar  und  Adis  Abeba  fortfallen  und  durch
eine  bequemere  und  billigere  Bahnbeförderung
ersetzt  werden.  Wenn  auch  bei  dem  fkostspieligen
Bau  und  der  gleichfalls  kostspieligen  Unterhaltung
der  Bahn  anzunehmen  ist,  daß  die  Tarife  hoch
bemessen  werden,  so  werden  sie  doch  gewiß  nicht
annähernd  die  jetzigen  teuren  Karawanenfrachten
erreichen.  Nach  der  anderen  Seite  wird  die
Bahnkonkurrenz  den  Einfluß  ausüben,  daß  sich
die  Karawanentransporte,  wenn  sie  für  bestimmte
Waren  aufrecht  erhalten  werden  sollten,  verbilligen
  werden.

Nach  Fertigstellung  der  Bahn  ist  es  ferner
möglich,  Frachten  von  schwerem  Gewicht,  die  jetzt
nur  unter  Aufwendung  einer  großen  Anzahl  von
Arbeitskräften  und  unter  bedeutenden  Kosten  nach
Adis  Abeba  gelangen  können,  bequemer,  billiger
und  schneller  nach  Adis  Abeba  zu  befördern.
Da  dies  Gelegenheit  geben  wird,  größere  Maschinenteile
  in  das  Land  zu  bringen  und  somit
Industrien,  die  jetzt  so  gut  wie  gar  nicht  bestehen,
  ins  Leben  zu  rufen,  so  werden  hierdurch
dem  Handel  indirekt  nicht  unbedentende  Gewinne

ängeführt.
Auch  Plantagenunternehmungen,  die  zur  Zeit
noch  nicht  prosperieren  können,  werden  ohne

Zweifel,  wenn  sie  in  der  Nähe  der  fertiggestellten
Bahn  angelegt  werden,  in  der  Lage  sein,  mit
Erfolg  zu  arbeiten.

Abgesehen  von  den  geschilderten  Vorteilen  ist
nicht  zu  unterschätzen,  daß  die  Bahn  den
Abessiniern  bessere  Gelegenheit  geben  wird,  enropäische
  Länder  aufzusuchen,  die  dortigen  Sitten
und  Gebräuche  kennen  zu  lernen  und  die  Organisationen
  geordneter  Staatsverwaltungen  zu
studieren.  Intelligente  Abessinier  werden  hiervon
Nuten  ziehen  und  nach  ihrer  Rückkehr  bestrebt
sein,  die  Entwicklung  des  Landes  zu  fördern,
was  wiederum  zur  Hebung  des  Handels  indirekt
beitragen  wird.  Natürlich  ist  vor  der  optimistischen
Ansicht  zu  warnen,  daß  mit  der  Bahn  nun  ein
Handels-Eldorado  in  Abessinien  entstehen  wird.
Dies  liegt  noch  in  weiter  Ferne.

Verschiedene  (Mitteilungen.

D
butsche  ##mee.,  Marine-  und  feolonial-Kusstellung
D  Gerlin  1907.
Marino  ¾  Arbeitsausschuß  der  „Deutschen  Armee-,
unsaiuc-)  ind  Kolonial-Ausstellung  1907“  schreibt
Berlin  „Zehn  Jahre  sind  vergangen,  seitdem
in  einer  glanzreichen  Ausstellung  der

staunenden  Welt  gezeigt  hat,  welch'  immense  Arbeit
  auf  allen  Gebieten  des  Handels  und  Wandels
geleistet  ist,  welch  achtunggebietende  Stellung
Industric  und  Gewerbe  im  deutschen  Vaterlande
sich  errungen  haben.  Zum  ersten  Male  sah
Berlin  damals  auch  eine  Kolonial-Ausstellung
        <pb n="106" />
        38  20

größeren  Stils.  Zehn  inhaltsreiche,  politisch  und
wirtschaftlich  bewegte  Jahre  sind  seitdem  ver—
flossen,  die  ihre  weithin  sichtbaren  Spuren  allen
Gebieten  unseres  Schaffens  aufgeprägt  haben.
Unsere  Kolonien  sind  größer  geworden,  der
Flottengedanke  hat  siegreich  sich  des  deutschen
Volkes  bemächtigt  und  seinen  Ausdruck  gefunden
in  der  neuerstandenen  schwimmenden  Wehrmacht;
auch  in  unserer  Heeresorganisation  ist  nicht
gerastet,  und  Tausende  und  Abertausende  deutscher
Krieger  sind  in  diesem  Jahrzehnt  schon  über  die
Meere  gezogen,  nach  Ostasien,  nach  Ost-  und
Westafrika,  und  der  Ruhm  des  deutschen  Namens,
der  deutschen  Tapferkeit  und  Ausdauer  hat  nun
auch  in  der  Weltpolitik  seinen  ersten  historischen
Ausdruck  gefunden  in  jenem  Worte  des  Admirals
Seymour:  »Germans  to  the  front«.  Und:
„Deutsche  vor  die  Front!“  ist  auch  die  Losung
in  dem  großen  wirtschaftlichen  Aufschwung  der
letzten  Jahre,  in  den  stetig  steigenden  Produktionsund
  Exportziffern,  in  dem  unablässigen  Ringen
um  den  Platz  an  der  Sonne  auch  auf  dem  Weltmarkt,
  in  dem  wirtschaftlichen  Wettbewerb  aller
Völker:  wie  weit  ist  Deutschland  in  diesem
Wettbewerb  gediehen,  was  hat  es  geleistet,
was  erreicht?  Das  zu  zeigen,  die  Freude  am
Errungenen  zu  wecken,  den  Eifer  für  das  noch
zu  Schaffende  zu  beleben  und  den  Stolz  und  die
Zuversicht  auf  unsere  wirtschaftliche  und  politische
Zukunft  zu  pflegen,  das  sind  die  idealen  Momente,
  die  den  Plan  der  „Deutschen  Armee-,
Marine=  und  Kolonial-Ausstellung  Berlin
1907“  geboren  haben.

Vor  kurzem  sind  dem  Reichstag  die  Denkschristen
  des  neuen  Kolonialdirektors  über  das
Kolonialproblem,  über  die  Interessen  des  deutschen
Kapitals  in  unseren  Kolonien,  über  die  weitere
Entwicklung  dieser  und  vor  allem  über  ihre
Exportproduktion  erschienen.  Allgemeines  Interesse
haben  die  Denkschriften  erweckt,  allerdings  auch
manchen  Widerspruch  haben  sie  gefunden.  Man
hat  vielfach  das  Gefühl  gehabt,  als  sei  hier  mit
zu  rosigen  Farben  gemalt.

Zur  rechten  Zeit  stellt  sich  da  unsere  Ausstellung
  ein;  sie  wird  durch  die  Vorführung  einer
großen  Anzahl  von  Kolonialprodukten  gerade
in  dieser  Beziehung  etwas  Handgreifliches
  bieten,  sie  wird  die  praktischen  Erfolge
unserer  Kolonien  vor  Angen  führen,  sie  wird
vielleicht,  das  hoffen  und  glauben  wir,  manchen
Kolonialpessimisten  eines  Besseren  belehren.

So  ist,  um  nur  ein  Beispiel  anzuführen,  im
Auftrage  des  Kaiserlichen  Gouvernements  von
Deutsch-Ostafrika  seitens  der  Kaiserlichen  Forstverwaltung
  und  des  Biologisch-landwirtschaftlichen
Instituts  in  Amani  eine  Ausstellung  von  Hölzern
  und  Produkten  der  tropischen  Landwirtschaft

 

mit  hierauf  bezüglichen  Photographien  angemeldet,
die  zweifellos  das  lebhafteste  Interesse  hervorrufen
  wird.

Aber  die  „Deutsche  Armee-,  Marine=  und
Kolonial-Ausstellung“  will  ferner  besonders  auch
der  Aufsgabe  gerecht  werden,  uns  vor  Augen  zu
führen,  in  wie  hohem  Maße  die  schweren  Opfer
für  die  Kriegsrüstungen  und  die  Kolonien  befruchtend
  auf  Handel  und  Industrie  einwirken
und  dem  werktätigen  Bürger  und  Arbeiter  in
gleichem  Maße  in  Gestalt  von  Arbeit  und  Verdienst

  wieder  zugute  kommen.  Sie  will  die
wirtschaftliche  Wechselwirkung  und  die  innigen
Zusammenhänge  zwischen  Heer,  Marine  und

Kolonialwirtschaft  und  dem  heimischen  Handel  und
der  Industrie  veranschaulichen.

Hier  kommt  unser  gesamtes  Erwerbs=  und
Gewerbeleben  in  Frage,  es  wird  in  seiner  ganzen
Ausdehnung  von  den  angeführten  Faktoren  auf
das  innigste  berührt.

In  den  vielen  verschiedenen  Gruppen,  in  die
die  Ausstellung  eingeteilt  ist,  die  die  mannigfachsten
  Gebiete  umfassen,  findet  jeder  Gewerbetreibende
  oder  Industrielle  Erzeugnisse,  die  in
sein  Fach  schlagen  und  ihn  zur  Ausstellung  veranlassen
  müssen.“

r—*
Die  Ausstellung:e  Sleit  ng,  von  der  Prospekte  usw.

zu  beziehen  sind,  befindet  sich  bis  auf  weiteres:  Berlin,
SVre  Anhaltstraße  12.

Die  Etats  der  Schutzgebiete.
Nach  den  dem  aufgelösten  Reichstag  vorgelegten
  Etatsentwürfen  ist  bezüglich  der
Schutzgebiete  das  Folgende  mitzuteilen:

Ein-  Einnahmen  Zuschuß
nahmen  mehr  gegen  Zuschuß  mehr  gegen
das  Vorsahr  das  Vorjahr
Mk.  Ml.  Mk.  Mk.
Togo  2073340  —24230T1  ——  —
Mamerun.  .  .  3053700  180800  3104354  +—  518500
Ostafrika.  5058930  +—401019  6260811  —  292777
Neuguinea  361300  +  20985  1  153925—  5038
Karolinen-,
Marianen-,
Palau=  und  137141.  4320  325  300  18250
Marschall-Inseln

Samon  555·753  —  6980.  79841  —  52890
Kiautschou.  .  1542700  4-494700  11735500  -1414500

Als  Erfreulichstes  an  diesen  Entwürfen  fällt
in  die  Augen,  daß  bei  allen  Schutzgebieten
die  Einnahmen  gewachsen  sind;  in  Togo
um  13  Prozent,  in  Samoa  um  14,  in  Kiautschon
gar  um  47  Proz.  Das  Reichsamt  des  Innern
hat  Mittel  zur  Unterstützung  der  Bestrebungen
beantragt,  die  darauf  gerichtet  sind,  der  deutschen
        <pb n="107" />
        G  39

Baumwollindustrie  die  Erschaffung  des  Rohmaterials
  zu  erleichtern.  Schließlich  soll  der
Fonds  zur  Entsendung  von  Sachverständigen
in  Handelsangelegenheiten  an  Kaiserlichen
Konsularämtern  verstärkt  werden.

 

Literatur.

Von  der  Deutschen  Admiralitätskartoe  sind
mit  großen  Berichtigungen  neu  erschienen:

Nr.  132:  Reede  von  Swakopmund.
.  156:  Ansteuerung  von  Kiautschou-Bucht.
.  93:  West-Karolinen.
.  115:  Truk-Inseln.
=  97:  Ost-Karolinen.
100:  Kaiser-Wilhelmsland,  Bismarck-Archipel,

  Salomon-Inseln.

Marine-Taschenbuch.  Mit  Genehmigung  des
Reichs-Marine-Amts  auf  Grund  amtlichen
Materials  bearbeitet  und  herausgegeben.
5.  Jahrgang.  1907.  M.  3,25,  geb.  M.  4,—.
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
  Berlin.

9  Von  dem  mit  Genehmigung  des  Reichs-Narine-Amts

  herausgegebenen  Marineaschenbuch
  ist  soeben  der  (5.)  Jahrgang  1907

erschienen  (Preis  M.  3,25).  Seit  dem  Bestehen
es  Marine-Taschenbuchs  ist  kein  Jahr  so  reich

an  neuen  Bestimmungen  gewesen,  welche  für  die
weitesten  Kreise  von  höherer  Bedentung  sind,
ie  das  verflossene.  Die  neue  Ausgabe  des
arine-Taschenbuchs  weist  daher  eine  vollständige

eubearbeitung  einzelner  Abschnitte  auf.  Im

ordergrund  der  neuen  Bestimmungen  stehen

.  IFöIcIEPensionsgcsetz  und  Mannschafts-Verorgungsgeset

  vom  31.  Mai  1906,  Organisaörische

  Bestimmungen  für  das  Personal  des
stoldatenstandes  der  Kaiserlichen  Marine,  Bemmungen
  über  die  Ergänzung  des  Marine-Ma#nieurkords,

  Bekleidungsvorschrift  für  die

im  rine.  Die  hierdurch  bedingten  Veränderungen

siün  Zusammenhange  mit  den  übrigen  neuen  Beuntmungen,

  welche  fast  keine  Dienstvorschrift
daß  erührt  gelassen  haben,  sind  der  Grund  dafür,

N

bud  der  fünfte  Jahrgang  des  Marine-Taschenvon“
  sich  seinem  Inhalte  nach  ganz  wesentlich

dessenseinem  Vorgänger  unterscheidet.  Infolgeendsobthcann
  den  beteiligten  Kreisen  warm
es  chaft  en  werden,  die  geringen  Kosten  der  Neulansenfung
  nicht  zu  scheuen,  da  sie  sonst  Gefahr

„Verfügungen  als  noch  zu  Recht  bestehend

anzus  .
lksxspthh  die  bereits  gänzlich  beseitigt  oder
ni  neue  überholt  sind.  Das  Taschenbuch  ist

cht  nur  für  je
arine
ern  wi

den  Angehörigen  der  Kaiserlichen
von  großem  Interesse  und  Nutzen,  sonrd
  auch  darüber  hinaus  sich  überall  da

 

—

als  ein  zweckmäßiger  Ratgeber  erweisen,  wo  Behörden
  wie  Bezirkskommandos  und  Konsulate  oder
auch  Privatpersonen  in  Beziehungen  zur  Kaiserlichen
  Marine  treten.

Die  evangelischen  Missionen.  Illustriertes
Familienblatt.  Herausgegeben  von  Pfarrer
Julius  Richter  in  Schwanebeck  bei  Belzig.
Monatlich  ein  Heft  von  24  S.  mit  10  bis
16  Bildern.  Preis  jährlich  3  Mk.,  mit  Porto
3,60  Mk.  Verlag  von  C.  Bertelsmann  in
Gütersloh.

Inhalt  des  12.  Heftes:  Die  ärztliche  Mission,
eine  Dieuerin  des  Evangeliums.  Von  Dr.  Feldmann.
  (Mit  7  Bildern.)  —  Die  Neuendettelsauer
Mission  in  Neu-Guinea  (Schluß).  Von  Miss.-Insp.
M.  Deinzer.  (Mit  8  Bildern.)  —  Sklavenleben
bei  den  Bataks.  Von  Miss.  G.  K.  Simon.  (Mit
3  Bildern.)  —  Die  Herrnhuter  Missionswoche.  —
Nachrichten  vom  großen  Missionsfelde.  —  Zwei
Missionsbitten.  —  Bücherbesprechungen.

Saat  und  Ernte  auf  dem  Missionsfelde.  Illustrierte
  Blätter  für  die  erwachsene  Ingend.
Herausgegeben  von  Julius  und  Paul  Richter.
Monatlich  ein  Heft  von  8  S.  mit  4  bis  5  Bildern.
  Preis  jährlich  1  Mk.,  mit  Porto  1,36  Mk.
Beide  Blätter  zus.  3,75  Mk.,  mit  Porto  4,35  Mk.
Inhalt  des  12.  Heftes:  Weihnachten  in  Alaska.

Von  Missionsarzt  Dr.  Romig.  (Mit  1  Bilde.)  —

„Lange  Freude“.  (Mit  1  Bilde.)  —  Unter  den

Mongolen.  Von  Miss.  Jak.  Gilmour.  (Mit  2  Bildern.)

  —  Vermischtes.

Die  deutsche  ärztliche  Mission.  Die  ärztliche
Mission,  Blätter  zur  Förderung  der  deutschen
missionsärztlichen  Bestrebungen.  Herausgegeben
  von  Dr.  med.  Hermann  Feldmann-Gütersloh,
  Druck  und  Verlag  von
C.  Bertelsmann;  zweimonatlich  ein  Heft.  Preis
jährlich  mit  Porto  1,75  Mk

Das  Entstehen  dieser  Zeitschrift  ist  ein  Beweis
für  das  Wachsen  der  ärztlichen  Mission.  Die
Ziele,  welche  sich  das  neue  Blatt  gesteckt  hat,  sind
folgende:  es  will  die  Kenntnis  der  ärztlichen
Mission  mehren,  das  Verständnis  für  die  wichtigen
Fragen  der  ärztlichen  Missionsarbeit  verbreiten
und  das  Band  zwischen  den  Missionsärzten  in
den  fernen  Ländern  und  der  Missionsgemeinde
in  der  Heimat  stärken.

In  dem  ersten  Heft  wird  auf  S.  16  dargelegt,
  wie  gering  die  Zahl  der  Missionsärzte  im
Vergleich  zu  den  Millionen  der  unversorgten
Heiden  ist.  Daß  aber  das  deutsche  ärztliche
Missionswesen  bereits  ein  beachtenswerter  Zweig
der  Missionsarbeit  geworden  ist,  dessen  Bedeutung
immer  mehr  zunimmt,  mag  folgende  Ubersicht  bestätigen,
  welche  wir  ebenfalls  dem  1.  Hefte  entnehmen:
        <pb n="108" />
        9
S
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issionsärste  deutscher

 

1.

 

 

                

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2  =  .
*  S
d  2  Ort  der  **  2  2  Stati  Hospital
ame  "  Ausbildung  2  Statton  Bettenzahl
#  ———
S  *  5  U
17!  -  :  ..  .  «  -
Christ,  Dr.  Herm.  Basel,  Berlin  1898  1903  ja  Ourfa,  Prov.  im  Gutehen.  Seit  1901
«  Aleppo,  Türkei  4  Betten  für  Männer
9  Frauen
Dipper,  Dr.  Rarl  1900  1905  Tsingtau,  Kiautschon  Faberhospital
Eich,  Dr.  Gottfried  Tübingen,  Bonn,  1905  nein  Tungkun,  China  altes  Hospital,  z.  Z#.  nur
Berlin,  Marburg  für  Frauen,  neues
Hospital  für  Männer,
70  und  40  Betten
Fallscheer,  Frau866  in  der  Schweiz  1904  ja  Marasch,  asiatische  deutsches  Krankenhaus
Dr.  med.  approbiert  ’  Türkei  „Salem“,  40  Betten
Fisch,  Dr.  Rudolf856  Basel  1885  ja  Aburi,  Goldküste  Aburi,  kl.  Klinik  mit
Naum  f.  3  bis  4  Kranke
Härle,  Dr.  Friedr.1872  Heidelberg,  1900  ja  Marasch,  asiatische  deutsches  Krankenhaus
«  Bielefeld  Türkei  „Salem“,  40  Betten
Hutton,  Dr.  Sat  Owens  College  1903  s  ja  Okak,  Labrador  kleines  Hospital  seit  1903
muel  King  Manchester  «  s
Kühne,  Dr.  John  1862  Edinburgh  1888  jan!  Tungkun,  China  altes  Lospital,  3  .  Bt.  nur
für  Frauen-  neues
Lospital  für  Männek,
70  und  40  Vetten
Naab,  Dr.  Jakob  1872  Heidelberg,  Berlin,  1901  1904  ja  Diarbekr,  asiatische  2  Patienten
Paul  Bielefeld,  Darmstadt  ·  Türkei
Olpp,  Dr.  Gottlieb  #72  Marburg,  Tübingen,  1898.  ja  s.  Nr.  3  !
«  München  ·
Plocvc,l)1-.R..öcr-1857  Zürich,  Bern,  1902  Madschame  am  nicht  vorhanden
mann  Halle,  Straßburg.  Kilimandjaro,
Basel  »  Deutsch-Ostafrika
Romig,  L#r.  Joseph72  Hahnemann  1904  1905  ia  Carmel,  Alaska  nein
Hermann  Alrdical  Colleg.
Vereinigte  Staaten
Schaufler,  Dr.me.  1898  1900  Ramerun
Shawe,  1  Frede-871  Belfas,  Edinburgh  1897  ja  Leh,  Kashmir  1  Lospital
rick  Erne
S  Greiker.  Dr.  JIu-8872  Marburg,  Straßburg,  1898  ja  Pea-Radja,  42  bis  50  Betten  im
lius  Verlin,  Kiel,  Sumatra  Hospital,  1  Kinder-München
  heim,  1  Erholungshaus
für  kranke  Miss
Stotes,  Dr.  WMillia67  Edinburgb  1895  ja  Nalikut-Malabar,  30  Betten
Süd-Indien
Vischer,  I#r.  Andr.7  Vasel  1905  nein  Ourfa,  Prov.  im  Entseehen.  Seit  1901
Aleppo,  Türkei  etten  für  Männer
»  nnd  Frauen
Volland,  Dr.  Rarl873  Jena,  Bielefeld  1903  1905  nein  Mamouret  ul  Aziz,  deutsches  Euphrat-Kran-·
  ·  Türkei  kenhaus,  30  Betten
Vortisch,  Dr.  Her-  11874  Basel,  München,  1903  ver-  Aburi.  Goldküste  kleine  Klinit.  anteum  für
mann  Bern,  Tübingen,  lobt  3  bis  4  #
Greifswald
Wick,  Dr.  Willy  11879  Greifswald,  Verlin.  1903  ia  Tsingtau,  Kiautschon  Faberhospital
.  Kiel
Winkler,  Dr.  Joh.  1874  Halle,  Marburg  1901  ia  s.  Nr.  15
Wittenberg,  Dr.69  Bonn,  Basel,  1893  ja  Nanintschn  10  Beiten
Hermann  Tübingen  Kwangtung,  China
Zerweck.  Ir.  Ma-  1868  Leipzig,  Basel  1897  ja  Bettigeri,  Süd-  40  Betten
thanael  Mabratta  (Indien)
        <pb n="109" />
        Missionsgesellschaften.

 

Fatienten  jährtich

 

2  —  —  "  S  «  «»  Bemerkungen
.-:T—å-.E·  -  Gehilfen  Gesellschaft
—  8  z  725
S  S  *  5  10
80  3.000  1000  4080  eingeb.  Assistenzarzt  und  Apotheler,  Deutsche  Orient-Mission
1  europäische  Diakonissin,  2  eingeborene
Pflegerinnen
Allg.  ev.  prot.  Miss.  Verein
1  1  europ.  Diakonissin,  1  chines.  Assistenz=  Rhein.  Miss.  Ges.  L##r.  Eich  ist
ärztin,  1  chines.  Assistent,  3  chinesische  auf  Reise
Krankenpfleger,  1  Wärter
8  500/2  männl.,  2  weibl.  Gehilfen,  14  armenische  Deutscher  Hilfsbund  für  Ar-Lehrschwestern
  menien
7891  Basler  Missionsgesellschaft,
8500  2  männl.,  2  weibl.  Gehilfen,  14  armenische  Deutscher  Hilfsbund  für  Ar-Lehrschwestern
  menien.  Dr.  Härle  war  1896
schon  längere  Zeit  draußen
616  200  816  Brüdergemeine
1  1  europ.  Diakonissin,  1  chines.  Assistenz=  Rhein.  Missionsgesellschaft
ärztin,  1  chines.  Assistent,  3  chinesische
Rrankenpfleger,  1  chines.  Wärter
1500  deutscher  Diakon,  1  eingeb.  Helfer,  1  ein=  Deutsche  Oriem-Mission
geb.  Helferin
Rhein.  Missionsgesellschaft
Nollegium  der  evang.  luther.
Mission  Leipzig
Brüdergemeine
Deutsche  Baptisten-Mission
43  1285  161  1189¾  ceingeborener  Gehilfe  x  Brüdergemeine
2  50.7—  "“  —  222  —  -  -  ..  --  ,  -  .---  -  -  -
—.).k-60102994060882citropåuchccclnvcncrn,Inland-Weg  Per-  Rhein.  Missionsgesellschaft
284  12461  1612792  2  eingebore  Assistenten,  1  europäischer  Ge-Basler  Miss.  Ges.,  2  Zweigbilfe
  spitäler,  Kodakal  50  Kranke,
Waniyankulan  95  Kranke
Deulsche  Orient-Mission
1  europäischer  Gehilfe,  1  europäische  Deutscher  Hilfsbund  für  Ar-Schwester
  menien
Basler  Missionsgesellschaft
1606  chinesischer  Arzt,  1  Schwester  vom  Noten  Allg.  ev.  prot.  Miss.  Verein
Kreuz  6
Mnhein.  Missionsgesellschaft
217  »  -  ..  ...  .  *  ..
—1«4.-;39  40462cncgebokeneGehilfen  Basler  Missionsgesellschaft
2  —K"  *  ..  .  ....  .  -
LIJH  .4002210lcmgcbokcithehtlfm  Basler  Missionsgesellschaft
        <pb n="110" />
        Einen  Wirtschaftsatlas  der  deutschen
Kolonien  hat  zu  seinem  zehnjährigen  Bestehen
das  Kolonialwirtschaftliche  Komitee,  Berlin
W.,  Unter  den  Linden  43,  herausgegeben,  der
den  Förderern  und  Mitarbeitern  des  Komitees
gewidmet  ist.  Nicht  allein  die  vorzügliche  Ausstattung,
  die  scharfe  und  klare  Ausführung  der
Karten  machen  den  Atlas  zu  einem  wertvollen
Hilfsmittel  und  Handbuch  jedes  Kolonialfreundes,
sondern  auch  die  erläuternden  Bemerkungen  über
das,  was  wirtschaftlich  schon  in  unseren  Kolonien
geschaffen  ist,  erhöhen  seinen  Wert  bedeutend  und
werden  überall  willkommen  sein.  Die  Einleitung
bildet  eine  im  „Kol.  Bl.“  bereits  wiedergegebene
kurze  Darstellung  der  Arbeit  des  Kolonialwirtschaftlichen
  Komitees  während  des  ersten  Jahrzehnts
  seines  Bestehens.

 

Literatur-Verzeichnis.
Adile  eingegangenen  Bücher  werden  in  diciem  Teile  auisgeführt.  Beiondere
Beivrechung  eriolgt  nach  diesscingem  Ermessen.  Rücksendung  der  cingegangenen
er  sindet  unter  irinen  Umntänden  sian.)

Dr.  W.  Detmer:  Botanische  und  landwirtschaftliche
Studien  auf  Java.  Verlag  von  Gustav  Fischer  in
Jena.  1907.  2,50  Mk.,  geb.  3.50  Mk.

42  20

Dr.  A.  Heilborn:  Die  deutschen  Kolonien.  10  Vorlesungen,
  Ad.  98  der  Sammlung:  Aus  Natur  und

Mit  vielen  Abbildungen  im  Tert  und
Druck  und  Verlag  von  B.  G.  Teubner  in
Leipzig.  1906.  1,—  Mk.,  geb.  1,25  Mk.

Taschen  buch  für  die  Kriegsflotten.  VIII.  Jahrg.

1907,  herausgegeben  von  B.  Weyer,  Rapitänleutnant

a.  D.,  mit  teilweiser  Benutzung  amtlichen  Materials.

Mit  410  Abbildungen.  Preis  4,50  Mk.  München.
J.  F.  Lehmanns  Verlag.

Geisteswelt.
2  Karten.

Nerkehrswege  und

Major  a.  D.
1  Mk.

Vorderasien.

Mar  Schlagintweit,
Verkehrsprojekte  in

Dr.  E.  Stephan  u.  Dr.  J.  Graebner:  Neu-Mecklenburg
(Bismarck-Archipel).  Die  Rürite  von  Umuddu  bis  Nap
St.  Georg.  Forichungsergebaisse  bei  den  Vermessungsfahrten
  von  S.  M.  S.  „Möwe“  im  Jahre  1904.  Aus
dem  Königlichen  Museum  für  Völkerkunde  zu  Berlin
mit  Unterstützung  des  Reichs-Marinc-Amts  herausgegeben.
  Preis  geb.  12  Mi.  Dietrich  Neimer,  Berlin.

gr.  E.  Stephan:  Snudseekunft.  Beiträge  zur  Kunst  des
Bismarck-Archipelos  und  zur  Urgeschichte  der  Kunst
überhaupt.  Aus  dem  Königlichen  Museum  für  Völkerkunde
  zu  Berlin,  mit  Unterstützung  des  Neichs-Marine=Amts
  herausgegeben.  Preis  geb.  6  Mk.

D

 

 

Verkehrs-Die

  Postanstalt  in  Hafuur  (Deutsch-Süd

Nachrichten.

westafrika)  ist  ermächtigt  worden,  am  Postanweisungsund

  Nachnahmedienst  im  Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets  und  mit  Deutschland,  sowie  am  Zeitungsdienst

  teilzunehmen.

Postdamyfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  Jannar  1907.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffuugshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätesten
schiffungshafen  am:  der  überfahrt  abgesandt  werden  am:
1.  deutsch-Ostafriha.  Menna  e%  7.  Jan.  4.  Febr.  Mombasa  O  20  Tage
enusche  Schiffe)
a)  #a  Iitoba.  LIXIIIE  21.  Jan.  Mombasa  O  16  Tage.  (0.27.  Jan.  2.  Febr.
(deulsche  Schiffe)  1025  abds.
Vor-  mibasa  Weiler  .  .  .  .  --be
  2  n  2  Uganda-  Brindisi  30.  jedes  Monats  Mombasa  O  15  Tage
bahn  und  von  der  Endstaion,österr.  Schiffe)
Schif  nach  t  Marseille  10.  jedes  MonatsMombasa  O  17  LTages  jed.  Mis.  9/0  abds.
#Wriuags  20.  Jan.  Mombasa  O  18  Tage  18.  Jan.  10  abde.
(eng-l.  Schiffe)
21.  Jan.  Tanga  17  Tage  "  —
b)  wach  *  leinschl.  g  oin  Schiffe“  1.  Jan  Tang  ge  san-  2.  Febr.
sI  orol  o  ·..  *  —  5nl  7!  .⅜
Moschi.  M  Fudhor  Pae  1.  los  J.  Jan.  1.  Febr.  Tanga  21  Tage  abd
Woche  und  Wilhelmstal)  Olecnsin  —
5  Neeh  21.  Jan.  Daressalam  I17  Tage
eiit  e  S  r
banns  Sotche,  F.  Jan.  Daressalam  23  Tage  5.  19.  27.  Jan.
S  5
.  -  Ins-sank
indisi  30.  jedes  Monats  Zanzibar  15  Tage
c)  uach  Deutsch-  Ostafrita  %  Shine  lach  inm  cueues
(ausschl.  der  »  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  8.  jed.  Mis.  106  abds.
(von  Zausibar  znmitelbar
Weiterbeförderun  hon
rebebel  durch  G  rilunskse.
memsdampfer,  in  6  Snmden  J
7  Brindisi  20.  Jan.  Janzibar  18.  Jan.  105  abbK..
(engl.  ae,  nach  bar  221266  weiter
mit  nächster  Gelegenheit
        <pb n="111" />
        W  43

*

 

Nach

vom  Ein

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungebafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  sptlestestns

 

 

 

—

ongo,  S  un

52
bis  Molundu

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  .  31.  Jau.  redrich  ithelm
demiche  Schiffe:  13  Tage
2.  "  Zimpsonchn  45  Tage  (l.  11.  29.  Jan.  8.  Febr.
deutsch-NReuguinea.  Brindisi  13.  Jan.  10.  Febr.  Simpsonhafen  38  Tage  10.  fatn
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelms-  «
hafen  41  Tage
·  s.2-"’  EIalopnnmdLZtmd13’an.9»onn.
»Demsch-Sadwestamlm  Hamburg  ).  25.  Jan  w  u  J  om
«  sagc124.Jon.-Uabdss.
"«"M1WWVIHWUMW  Hamburg  19.  Jan  Swakopmund  25  Tage0.  Jan.  90  vms.
beon  Sobabts  6hochnerGroa-.  Antwerpen  21.  Jan.  Swaropmund  20  Tages.  Jan.  12°57  nms.
Jatalswater,  Karibib.  B  (beursche  Schiffe)
#bas  Maltalöh  Rauchar.  oulogne  25.  Jan  Swatopmund  19  Tanesl.  Jan.  1255  nme.
bahe,  Omaruru,  Olawi  re  Schife
ümbingwe.  Llwar  ngo  Southampton  12.  26.  Jan.  Swakopmund  25  TTages.  25.  Jan.  11  3  oms.
ut  b  itolorerg  Reho  ".  Southampton  10.  Jan  Swalohmun  22  Tageßzs.  Jan.  112  oms.
Leintes  Raloc  weg  Southampton  5.  Jan  Kapftadt  17  Tage  4.  Jan.  1.  Febr.
Windbul  Southampton  2.  Febr  liven  dort  weiter  i  nächster  112  oms.
Southampton  12.  20.  Jan.  Lilderitbuche  22  Tage  11.  25.  Jan.  1121  vme
A#twerden  24.  Jan.  Lüderitzbucht  22  Tage  23.  Jan.  1255  nms.
·  tdetttchczchist
Vhai  vuderivhuc  Wn-  Boulogne  25.  Jan.  Lüderitbucht  2"  Tages.  Zan.  12  5  ums.
well  baen  Hafnur,  Kect  weursche  Schiffe
Sonthampton  19.  Jan.  2.  Febr.  Naystadt.  L.  98  18.  Jan.  1.  Febr.
vor  mit  nächster  A  vnis.  —–
p-  ½  vosdiuusch!  712  abds.
Hamburg  5.  19.  Jan.  Lüderitzbucht  27  Tage  5.  Jan.  90  ms.  18.  Jan.
i  Hamburg  25.  Jan.  Lüderitzbucht  21  Tagesd  4.  Jan.  7½  abds.
4  Nach  Ramansdrift,  Warm-  -  Jehr  T  7
Southampton  5.  19.  Jan.  2.  Febr.Kapitadt  17  4.  18.  Jan.  I1.  Febr.
bad.  Kallfomtein  (#td)  von  vom  *3  4  dem  1121  oms  "
Lamwege  über  -
nach  Ukamas  ZSouthampton  jeden  Sonnabend  Kapstadt  17  Freitag  1121  ome.
n  dort  wester  9  der
o  dorn  bie,  n
und  dam  durch  Votenbo  ost
nach  Ulna
Kamerun.  Hamburg.  10.  24.  jed.  Mts.  Viltoria  10  23  Tage  °.  jed.  Mts.  90  oms.
-  20  —23  Tage
4n  nach  Bamenda,  Banjo.  Bi-  Duala  20.  5#g  Mts.  7½  oms
J  Dibindihao,  I##per  Kribi  20  Tage  jed.  Mt§.  77  oms.
Bue  r  e  -  Fu  Sa  ol  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  12  °  nachm.
Men  Fande  onen  aair-  jur  Mer  T  Duala  19  Tage
Aubrschssbö,  Joko,  Kribi,  Heuische  Schiffe)  Kribi  19  Tage
Wovoorf,  iric  Longi,,Kiverpool  12.  Jan.  Duala  26  Tage  10.  Jan.  10¼  abds.
iou.  Viltoria  Viltoria  25  Tage  ·
viverpool  26.  Jan.  Duala  28  Tage  24.  Jan.  10½¼  abds.
—N——  *  Liverpool  12.  Jan.  Rio  del  Rey  23  Tage  10.  Jan.  10  abds.
Ich  Rio  del  Rey  DHambura  24.  Jan.  Nio  del  Ney  34  Tage  23.  Jan.  712  abds.
nach  dem  Tschadfee  Gebiet  Liverpool  jeden  Sonnabend  varsados  17.  Tage,  eden.  Donnerstag
.  .  on  dort  weiter  über  *  .
Wautmmsifms  Urahn-Pola  malde
st-  nach  Oisidinge  viverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  19  Tage  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über  hosu  Ozabbs.
.  uer  Heedinge  ers  GEroßfiuß)  6„
nach  y  Antwerpen  3.  21.  Jan.  Matadi  19—20  Tage  2.  23.  Jan.  12F  nchm.
Molundu  von  da  weier,  zi  iichienm
s—ee  .  1  23,  jed.  17
Bordeaur  25.  jedes  Monats  1  dan  Wins  ahsnen  ant  23.  jed.  Mt#.  10¼  abds.

 

#ekarglinen,  palauarianen,

Inseln.

den
Insel  eln
uiden  n

Neapel
(engl.  Schiffe)

 

t#.  Febr.

Jap  70  Tage
Ponape  55  Tage
Saipan  66  Tage

 

Auf  Verlangen  des  Absender?  werden  Saluit  30nt  nach  den
geleitet:  von  Yokohama  weiter  sechs.

t  46  Tage

1.  Febr.  10  abbs.

Marianen  auch  über  Japan

 

bis  siebenmal  jährl

ch  mit  Segelschiffen.
        <pb n="112" />
        W  44  K20

 

Die  #  Abfahrt  erfolgt

Auaschiffungohafen.

Briefe  müssen  au.

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätesten.
schiffungshafen)  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
B.  17.  31.  Jan.  Tsingtau  36  Tage  15.  29.  Jan.
“  W45n,  10%  abds.
·  Bri  jeden  Sonntag  Tsingtau  36  Tage  jeden  Freitag  10*  abds.
6.  Niautschon.  (engl.  n  Dr
Marseilll6.  20.  Jan.  .  Febr.singtan  36  Tage  4.  18.  Jan.  1.  Febr.
(franz.  Schiffe)  10  abds.
Liverpool  11.  Jan.  Tsingtau  30—35  Tage10.  Jan.  S#%  vms.
7.  Somoa.  Queenstown  G.  27.  Jan.  Apia  25  Tage  4.  25.  Jan.  112  vms.
5  1  5  S.  v  5.  Jan.  9°  oms
Hamburg  1.  ö.  17.  241.  Janu.  Lome  18—23  Tage  (u-  73.  31.  an.  viabd.
Bremen  3.  jedes  MonatsLome  17  Tage  2.  jed.  Mts.  5“%  abds.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mis.  9“  .ms.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  ied.  Mts.  12  5  Uum..
(deutsche  Schiffe)
S.  Togo.  Notterdam  21.  jedes  Monats  Lome  19  Tage  20.  jed.  Mis.  93  abde.
(deuische  Schiffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  Gotenon  23  Tage  10.  jed.  Mts.  10“  abde.
on  da  ab  bLandverbundung
Bordeaur  25.  jedes  Monats  Cotanen  14  23.  jed.  Mi#.  10%  abde.

Liverpool

 

ieden  Sonnabend

 

Tage
von  da  *  d  e
Accra  15  Tage
von  uen  weiter  auf  dem,
Landwege  in  4  5  Tage

 

Donnerstag  95  abde.

/)  Den  durch  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden?  Grieifenungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat

Eintressen  der  Post  aus  den  Huschen  Shutgebieten.

 

 

 

 

Non  Landungo  Die  Post  ist  fauig  Von  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
n  hafen  in  Verlin  am  *r  hafen  in  Verlin  am
7  S  16“.  305.,  jed.  Mts.
Neapel.  .  .  .  7.  Jan.  Namerun  ·  Southampton  jed.  Nts
beutsch-Keuguinen,Maseile  10  k  7.  Febr.  Vonth  à.19.  Jan  2.  Febr-2
  Marolinen,  I
7—  ––  —  arianen  Neapel  19.  Jan.
Neapel  6  “.  Jan.  57.  Febr.  4  3
Genun  27.  Jan  Marshall-Infeln
beutsch-Ostafriba#T  Brindisi  12.  Jan.  Neapel  27.  167.  30.  Jan.
Marseile  190.  jed.  Mte-  Brindisi  12.  26.  Jan.  9.  Febr.
Brindisi  28.  jed.  Mts.  Riautschou  Marseille  10.  21.Jan.  7.Febr
Leiverpool  21.  Fan.  üb.  Vancouv.
Plymouth  od.
Deutsch-Südwestafrika  «  Queenstown  1.  10.  15*.  29*.  Jan.
s  Antwerpen.  67.  Jan.  37.  Febr.  Tueenstown
nördl.  Teil  d.  Schubgeb  ·  Hamburg  26“.  jed.  Mts.  Samaana  2  Plymonth  21.  Jan.
Southampton  13.  27.  Jan.  10.  Fbr.  FPiymon  l.  Jan.
füdl.  Teil  des  Schutzgeb.  Sonthampton  13.  27.  Jan.  10.  Fbr.  Cogo  Southampton  16.  30.,  jed.  Mts.
"""""""  Hamburg  4*.  jed.  Mts.

 

 

 

,  Fälligleitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintressenden  Posten.
        <pb n="113" />
        —  45  E

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

Postdampfer  Meise  6  vebte  Nachrichten
von  nach  bis  27.  Dezember  190)6.
Adoiph  Worrmann““  .  Hamburg  vuderitzbucht  am  10.  Dezember  in  Swalopmund.
Alerandra  Woermann  Hamburg  Rittoria  am  21.  Dezember  in  Noitonou.
Aline  Woermanne=  .  Swatopmund  Kapstadt  am  23.  Dezember  in  Kapstadt.
Anna  Woermann“"  Hamburg  Degama  am  12.  Dezember  in  Las  Palmar.
.Ascan  Woermann:“  Hamburg  esamedes  am  12.  Dezember  in  Teneriffe.
„Carl  Woermann“  HLamburg  Acc  am  17.  Deiember  ab  Lar  almar=Eduard
  Bohlen'  .  diavfmdt  Ewalopnnmd  am  21.  Dezember  in  Swatopmund.
Ednard  Woermann'.  .  Hamburg  vüderitzbucht  am  12.  Dezember  ab  Las  Valmas.
„Eleonore  Woermann  Ramerun  HLamburg  am  23.  Dezember  ab  Las  Palmas.
Ella  2##0#rmann“  .  violonou  Hamburg  am  20.  Dezember  in  Hamburg.
Emilie  Woermann“  Degama  Hamburg  am  19.  Dezember  in  Lagos.
Erich  Woermann“  .  IIJIksifnnchch  Hamburg  am  12.  Dezember  in  Hamburg.
Erna  Woermann--  .  vüderitzbucht  Hamburga  am  27.  Dezember  in  Hamburg.
Ernit  Woermann“  .  vüderitzbucht  Hamburg  am  20.  Dezember  in  Hamburg.
HBerirud  Woermann“.  vüderitzbucht  Hamburg  am  26.  Dezember  in  Hamburg.
Greichen  Bohlen“.  .  Hamburg  Rio  Nune;  am  26.  Dezember  Qucifant  paiserr.
Lans  Woermann".  Hamburg  Mikloria  am  2.1.  Dezember  ab  Notterdam.
Ddwig  Worrmanm'  Hamburg  Assinie  am  22.  Dezember  ab  Notterdam.
Helene  Woermann"“  Rotonon  Hamburg  am  24.  Dezember  in  Hamburg.
DLenriene  Woermann.  Lamburg  Moisameden  am  §.  Desember  in  Venguella.
Irma  Woermann:  Hamburg  Buruln  am  27.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Naannette  Woermann“  .  Acera  Lamburg  am  21.  Dezember  in  Sierra  Leonc.
urt  Woermann  Mosiamede  Lamburg  am  17.  Dezember  ab  Lagos.
ki  Woermanne  .  Burutu  Hamburg  am  22.  Dezember  ab  vas  Palmas.
Linda  Woermann  .  Mio  Nune;  Hamburg  am  19.  Dezember  in  Hamburg.
*  „Boblen-  .  Duala  Hamburg  am  15.  Dezember  in  Lagos.
Lucie  Woermann--  HLamburg  Duala  am  21.  Dezember  in  Conatt.
’l  Vohlen-  -  .  Luderitzbucht  Hamburg  am  27.  Dezember  in  Lagor
rarie  Woermann“  .  Aliinie  Lamburg  am  I7.  November  in  Lamburg.
Hn  Woermann'“  Burutu  Hamburg  Dezember  in  Lagos
v  Melita  ?  Bo  hlen“  .  Affinie  Hamburg  Dezember  in  Sierra  Leonc.
Luo  Woermann“:  Hamburg  Mio  Rune;  am  23.  Dezember  in  Jighinchor.
Lroll  Woermann“  Lamburg  Degama  am  27.  Dezember  in  Notterdam.
D  leisor  Woermanur  Hamburg  Luderipbucht  am  23.  Dezember  in  Madeira.
HHela  Sons  Degama  Hamburg  am  17.  Dezember  in  Hamburg.
Frieda  u  Worimanm  Lamburg  Degama  am  21.  Dezember  in  Lomc.

 

Anzeigen.
Bekanntmachung.

In  das  Han  delsregister  Abteilung  !  Or.  med.  A.  Smith’sches  Ambulatorium  für

 

 

Nr.  1
ast  heute  Singeirage  n  worden:  d  N  k  k
n  n  e  sßerz-  un  ervenkranke
Prokura  1,  u  Leroertshoce  erteilte  X  v  6.  FPotsdamerstrate  52  (118)
verwalter  erloschen.  Dem  Lager-  Funktlonetle  Unt.  i1  Pronnekt  ((rei).
berts  ahohe  Aurl  #  üller  II  zu  Her-  keiern  Dr.  m  enr  B43  ,  llo  soe  u.  #are“  nelkenlstung,  mili
ür  nterbroehenen  u.  Wecrhselströmen.  —  Illst  hes,  Th  etlsche.  Druktlsc
der  r  Neu-  ie  Zweigniederlassung  In  K###u#husalsnl.  Darstellunk.  (#Zu  /I  nedl  o  KRue  Fbüh:  gaminl.  ines  *7S

höhe  e  Somwagnie  zus  Herbertederbertohöhe
  -  23.  Oktober  1906.

Kaiserl
rr————  —.
ekanntmachung.

doch-  über  den

Agobaß  des  Oktober  1902  in
Fna  kanz.  brsien  Kauf-6

  der  4  Schneider  wird  auf  An-(aubige
  Erben  eingestellt,  da  keine
dons  mehr  vorhanden  sind.  1½
ne,  den  21.  November  1906.

 

 

*n*  Bouilion-Kapseln  XI
saiserliches  Bezirksgericht.  □—□—LLU
        <pb n="114" />
        Bekanutmachung.

In  das  hiesige  LHandelsregister  Ableilung
  III  B  Nr.  5  ist  bei  der  dort
eingetragenen  Deutsch-Ostafrikanischen
Gesellschaft  in  Berlin  vermerktworden:

Durch  Heiubdern  zeneralversammlung
vom  10.  Mai  1905  sind  nach  Maßgabe
des  Protokolles  die  Bestimmungen  des
Gesellschaftsvertrages  über  die  Anzahl
der  Stammanteile  und  deren  Nennbetrag
  (&amp;amp;  6),  die  Ausgabe  von  Gewinnanteilscheinen
  und  die  Nechte  aus
ihnen  (§  12),  die  Zahlung  der  Überschüsse
  §  199),  die  Zusammensetzung
des  Verwaltungsrates  (§  21),  die  Stell
vertretung  des  Vorstandes  (§  26  geändert
  worden.  (12.

Daressalam,  den  9.  November  1906.

Kaiserliches  Bezirksgericht.

Bekanntmachung.

Für  die  im  Jahre  1907  erfolgenden
Bekannimachungen  aus  dem  Handelsregister
  sind  neben  dem  Deutschen
Reichsanzeiger  bestimmt

von  den  Bezirksgerichten  Daressalam

und  Muansa:  das  Deutschr  Kolonialblatl
  und  die  Deutsch-Ostafrikanische
  Zeitung.

 

vom  Bezirksgericht  Tanga:  das
Deutsche  Kolonialblatt  und  die
Usambara:-Post.  (ra

Daressalam,  den  6.  Dezember  1906.
Der  Kaiserliche  Oberrichter.

Offentliche  Bekanntmachung.

In  Gemäßheit  des  §  11  des  Handelsgesetzbuches
  werden  als  biejenigen
Blätter,  in  denen  während  des  Jahres
1907  die  im  §  10  des  Handelögesetzbuches
  vorgesehenen  Veröffentlichungen
erfolgen  sollen,  bezeichnet:

#a)  der  Deutsche  Reichsanzeiger,

b)  das  Deutsche  Kolonialblatt,

en  Amtsblatt  für  das  Schußgebiet

 

Togo.
Lome,  den  4.  Dezember  /1906.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Offentliche  Bekanntmachung.
In  das  Handeloregister  Abteilung  A
ist  heute  unter  Nr.  22  die  Firma
Alfred  Brückner,
Handelsgeschäft  in  Sansane-Mangn
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
##ned  Brückner  in  Sansane  Mangu
eingetragen  worden.  7
Lome,  den  6  Dezember  1906.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung.

In  das  Hanbelsregister  Abteilung  A
Nr.  B  betreffend  die  Firma  Oloff#  Co.,
ist  heute  eingetragen  worden

Die  Prokura  des  sinmn  Julius
Frank  in  Lome  ist  erloschen

Lome,  den  19.  November  1906.

Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

 

 

W  46

—

 

Ackerbaugeräte  u.  Alaschin.
Anstrichmasch.  f.  Handbetr.
Arztliche  lustrumemc  und
ledikamente
Automobile  für  ersonen-  u.
ertransport.
—  Bahnen.

6½-t

Hassen  pie  en
Baumaterüalien  u.  Beschläge

Baumschutzrinke
annon.  Entkern  Maseh
gergbau  Aaschinen  und
Ceräatschalte

Ci  Mischinen  u
lier

 

Bierbr

  

noli  in  ate  II  We  r
HBohrausführungen  ua.  Was
ohle.  Auncralien
Brennercl-Alasch
Brutapparate
GCememe  und  Cementstein.
Alaschinen

u  Utensil

      
  

u  Schiffe

u.  Utensil.
u.  Kassetten
u  Ledermaschin

Kühlanlagen,  Bergwerks- 



krortvertreter  erster  deutseber

    
 

 

"z  alll  in  striclle  ber#m
ven-,  Baum
Slmühlen  und  -Pressen  für  Boumwollsaat,

Lieferung  und  Bau  von  Eisenbahnen,  Feldbah
lastwagen,  nbrrädern:  Wa  en.

Ccräte  lür.  rnansha.
Lierg-,  Eisenbahnban  usw.

Clöpel-  oder  Rohwerke

Häuser,  Tropen-,  aus  liolund
  Eisen.

Hebezeuge,  W'inder

lrrbanssnkns:  n*5

Iydraulische  U##r

Auusere,  zourt

  
 

Gewimnungsinstrumentc,

efällc.

Krankenhaus.  na  1.  vanouii.
FEinrichtunge

Lndwirtschaftliche  crätc
un  aschinen.

Lokomobilen

Maschinen  für  alle  landwirshenalieten,
  industr.
u.  beiklmulich.  Zwecke.

Ma  en  Fens  und  Bedarfslikc



 

Kelllkesseemte.  und  medizinische
  bretnenemtee
Actall-  Pemen  „Stephan“.
ineral  -  Apparate.

erientr  ungen.
Wind.  Benzin,
*““  Spiritus  und
Ficktrizität.
otorbocte  und
Mũnenn  agen  u.  .
sslskr1l.-.
ölnmlsl  en  und  Presse
ölpalmensrucht·  beremungs
Aen
Dersenni
betmucn  Alctoren.
Plianztöpfe.

   
   

.Waucn.
aschine

 

ünnischen  un

is,  Reis
asser  ·  und  Dampfkra
ieinus,  Sesam.

asserwerks-Aningen.  %
ien-  und  Kerzenfabrik

ampf.

rũstunx  von  Expedi

Jostenansentese  und  Popsabaecher.#n863.
Speziel-Kataloge  In  deutscher  und  fremden  Sprachen  kostenfrei.

Pb  Lokomotiven.

 

für  K#and.

lheodor  Wilckens  R

Technisch-kaufmännisches  Burcau  für
Kolonial-Maschinenbau  und  Transportmittel.
Export  und  lmport.  —  Agentur  und  Kommission.

Hamburg,  Afrikahaus,
Gr.  Reichenstraßte  25,33.

Berlin

NW.  7,  Dorotheenstraße  22.

Tel.  I.  Nr  8116.  Börsensland:  Dleiler  54.  Telcphon  I.  Nr.  9726.
Telegramm.-Adressc:  Bankkonto:

Tropical,  Tamburk.  —  Tropical.  Berlin.  Filiale  der  Deutschen  Bank,  Hamburk.

A  B  C.  Code  5.  —  Staudt  &amp;amp;  llundius.  Deutcche  Bank,  lbepositenkasse  A,  Berlin.

englischer  und  amerikanischer
:  Fabrikanten  der  Maschinen-,
ransportmittel-Branche  u.  a.:

Ceräte-,

I’flüge,  Esgen,  Kultikatoren.
HF’hotokrahh.  Apparate  usw.
Ilantagengcräte  u.  Maschin.
lumpen  jeder  Art
Reismühlen  -  Anlagen  und
Aaschinen

Rostschutz-Ollarbe  „Eisens“
Stigewerks-  Anlagen

Sättel,  Keilzenge.  Qeschirre
lli’le  de.  Ochsen,  Esel.
Schimickic-  und  Schlossererkstatt-EZinrichtungen.


Seleebil  n  Kimiich
ugen.  —  Sege
Seiis  aus  llans  8  Urant.
Speicheramaer

.Spi  n  un  Bronnuu  Einrich-Spirilns

  Jlnlorc  und  ·  Lokoobilen.

Spritzen,  Feuerlösch-,  Garten-
  und  Desinsicktions-.
Stahlwaren,  „-Blech,  -Draht.
Steinbrecher.
Strallenwalzen.
Tabak-,  Zigarren-  u.  Zigaretten.
  fehrinhemnn
Trappeen.  und  Telepho
Kabel  und  -Anlagen.
ierfallen.
—
Trocken-Anlagen  u.-Häuser.
Tropen-Ausrüstung.
Verpackungs-Materiahen.
Waagen  aller  Art.
Wagen.  8  für  alle

Wasse  ½4  Meiiungs-a.  Pparate.
Wasser-Reinigung.

F’asser-Versorgu  Anlag
Werkzeuge  uh  erktprasmaschinen.

Windmotore.
Zelte

Zerklemerunks-àiaschinen.
Zicgelei-Maschinen.
Zuckerfabrikations-Maschin.

Ausführung  aller  maschinellen  Einrichtungen.
(ieserung  ael  Cher  Maschinen,  Gerötschaften,  Apparate,  Transportmitiel  und  Zubehörlandw
  kubelsiehen  Betriebe,
,  Kafscc-,  Kakao.,  Kaufschuk.,  Kokos

Ei#nrichtung  von  Kiien  zur-  ios  Mais.
Wind·.  V

u.  Pflanzungen.
*  t—  für

krdnuß,  Kopra.  Bohnen,  Palmfrüchle,

Elnrichtung  von  Splritus-  Ureynreien  und  Luckerfabriken.  Dampfwasch-  und  Els-  und

zsägereien  und  Seilfabriken.

nen.  Slbahnen,  Automobllen,  Dampfund
  Motorbooten.  mpt
ewvorn.,  P  Copete

Loso-–



maschlnen,
        <pb n="115" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Zfrika  und  in  der  Südsee

herausgegeben  in  der  Nolonial-Kbteilung  des  Kuswärtigen  Kmts

 

 

18.  Jabrgang  Berlin,  den  15.  Januar  1907.  Uummer  2.
-  erscheim  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden.  ald  Beihefte  beigefügt  die  mindesten
v.  erielnaurlich  chend  .Mitteilungzen  aus  den  deutschen  Schutgchictenr,  herausuegeben  von  l  tuh

Von  l  Uns-ch-  cliålnltchr  Vllionncmcnwmcw  für  das  Kolonialb  lau  mit  den  Ve  iheften  bewägt  beim  Boh  urch  des
der.  1  die  Suminen  Mi.  3  direkt  umer  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  für  Der  enshlen  cinschl.
sind  ceiutschen  Schungebierc  und  Oste  eich  Ungarn.  Mk.  5—  für  die  Länder  des  Meltpostvereins.  Eintelllrocken  und  Aufragen

n  die  Königliche  esonbhtband  von  Ernst  Siegfried  Mie  und  Sohn,  Berlin  SWôös,  Kochstraße  G.  71  zu  richien.

 

Schut  In  nhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung,  betr.  Edelsteinbergbau  im  Nordosten  des  Deutsch  Südwestafrikanischen
zur  barbiets.  Vom  2.  Jannar  1906  S.  17.  Auführungsbestimmungen  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrila
Afritaallerlichen  Verordnung,  betr.  Zwangs=  und  Strafbefugnisse  der  Verwaltungabehörden  in  den  Schutzgebieten
und  der  Südseec,  vom  141.  Juli  1905  (Reichs-Gesetzbl.  S.  717).  Vom  15.  Juni  1906  S.  .  Verordnung
den  mn5  von  Togo,  betr.  die  Greichtung.  von  Gebäuden  und  Lagerung  von  irpebein  Gegenständen  an
ahnen  Togos.  Vom  I.  Oktober  1906  S.  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  76  53.
—  Teil:  Personal:  Taanen  55.  —  Patriotische  Gaben  S.  5.  Zielpunkte  des
hen  Volonialwesen  .
2  rusch  O  #tafrita  .'"  'cr""'  «"".':,fiirdaidcrsu»Na-neunanRomaungoialmssz1II06»7.
S.  74.  l  Sammlungen  S.  75.
Degot  üe  Manihotanzapfungen  S.  75.
io  p  h  Südwestafrika:  Von  der  Lüderipbuchtbahn  (mit  zwei  Abbildiungen)  .  nunmaytltchk  Samm-=6
  Zum  Außenhandel  des  deutsch-  jünweafestanishen  hutzg  *  Kal  04  und  1905
*  "1#  Außentn  de  deutsch-südwestafrikanischen  in  den  nal  jal  1904  und  %  S.  78.
sichen  *  remden  Kolonien  und  Produlktion  sgebieten:  Gegenjeitige  Gewährung  von  Vorzugs;  öllen  im  Auftra
Nigeri  und  und  Südafrikanischen  Zollverein  S.  88.  Vorschriften  für  die  Einfuhr  gewisser  Spirituosen  in  Süd
Mau  m  Straußenzucht  in  Britisch=  Südafrika  .8.Die  Kaffeekultur  in  Britisch=  entralafrika  S.  88.
Ern  rador  s  —-i  auf  der  Halbinsel  Malakla  S.  88.  Von  der  lganda-Eisenbahn  S.  S.  —  Kapolhandel  in
Ve  *

   

 

 

%

rj  .  .  .  .  –  —
velonicht  hedene  Mitteilungen:  Deutsche  Armec-,  Marine:  und  Rolonial-Ausstellung  Verlin  1907  S.  10.

Nachri  ich!  sbirtschafniche-  S.  00.  Literatur-Verzeichnie  S.  91.  Roloniale  Preßftimmen  S.  91.  Verlehre.
Schisssbewegungen  S.  95.  —  Anzeigen.

 

 

2  EE  E  %Amtlicher  Teil  Pla

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verfügung,  betreffend  Sdelsteinbergbau
im  Nordosten  des  Deutsch-Südwestafrikanischen  Schutzgebiets.
Vom  2.  Jannar  1907.

w.  93,  97  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  Deutsch=  Südwestafrika  vom
Sthonnnno  (Reichs-Gesetzbl.  S.  727)  wird  hiermit  bestimmt,  daß  derjenige  Teil  des  Deutsch-Landes
  esfiskus  nischen  Schutzgebiets,  der  östlich  vom  21.  Längengrad  liegt  (sog.  Caprivi-Zipfel),  dem
bis  auf  weit  on  Deutsch-  Südwestafrika  zur  ausschließlichen  Aufsuchung  oder  Gewinnung  von  Edelsteinen
Wteres  vorbehalten  wird,  soweit  dem  nicht  wohlerworbene  Rechte  Dritter  entgegenstehen.
erlin,  den  2.  Jannar  1907.
Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
Dernburg.
        <pb n="116" />
        48  20

AKusführungsbestimmungen  des  GCouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  Jur  Kaiserlichen

Verordnung,  betreffend  3wangs-  und  Strafbefugnisse  der  Verwaltungsbehörden  in  den

Schutzgebieten  RKfrikas  und  der  Südsee,  vom  14.  Juli  1905  (Beichs-Gesetzblatt  S.  717).
Vom  15.  Juni  1906.

Mit  Zustimmung  des  Reichskanzlers  wird  zur  Ansführung  der  Kaiserlichen  Verordunng,  betrefend
  Zwangs=  und  Strafbefugnisse  der  Verwaltungsbehörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und
der  Südsee,  vom  14.  Juli  1905  (Reichsgesetzblaft  S.  717)  folgendes  bestimmt:

§  1.  (Zu  §  1  der  Koaiserlichen  Verordnnng.)

1.  Zur  Zwangsvollstreckung  werden,  soweit  nicht  durch  bestehende  Vorschriften  oder  die
gegenwärtigen  Bestimmungen  (vgl.  §&amp;amp;  9  Nr.  2)  ein  anderes  angcordnet  ist,  die  Vorsteher  derselben
Dienststellen  ermächtigt,  welche  für  die  Feststellung  der  beizutreibenden  Geldforderungen  und  Ansprüche
auf  Herausgabe  von  Sachen  zuständig  waren.

Dem  Gonuverneur  bleibt  vorbehalten,  im  Einzelfalle  eine  andere  Person  zu  beanftragen  oder
die  Funktionen  der  Vollstreckungsbehörde  selbst  zu  übernehmen.

Die  Bergbehörde  hat  die  Zwangsvollstreckung  durch  Ersuchen  des  Bezirksrichters  auszuführen.

2.  Wegen  anderer  als  öffentlich  rechtlicher  Forderungen  und  Ansprüche,  insbesondere  zur
Beitreibung  von  Forderungen  des  Fiskus  als  Privatunternehmers,  wie  beim  Eisenbahn-,  Dampfer-,
Dock-,  Pflanzungs-,  Forstbetriebe,  findet  das  Verwaltungszwangsverfahren  (in  Ermangelung  der
Möglichkeit  einer  „Feststellung“  der  bezüglichen  Forderungen  im  Sinne  des  §  1  der  Kaiserlichen
Verordnung)  nicht  statt.  Forderungen  für  amtliche  Vermessungen  dürfen  nur  mit  Zustimmung  des
Gouverneurs  auf  diesem  Wege  beigetrieben  werden.

3.  Für  die  Gerichte  bleibt  hinsichtlich  der  Beitreibung  der  Geldstrasen  und  aller  Kosten,
einschließlich  der  Kosten  der  Strafvollstreckung,  die  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die
Regelung  des  gerichtlichen  Kostemwesens  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südscc,  vom  28.  November
  1901  (Kol.  Bl.  S.  853,  L.  G.  1.  S.  202)  maßgebend.

§5  2.  (Zu  §  2  der  Kaiserlichen  Verordnung.)

1.  Anwendung  finden  insbesondere  auch  die  Vorschriften  des  §  5  der  Verfügung  des
Reichskanzlers,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der
Südseec,  vom  25.  Dezember  1900  (Kol.  Bl.  1901  S.  1.,  L.  G.  I.  S.  197).

2.  Die  Frist  für  die  sofortige  Beschwerde  wird  auf  vier  Wochen  verlängert.

3.  Als  Anhalt  für  die  Zwangsvollstreckungsverfügungen  können  die  in  Anlage  1  enthaltenen
Vordrucke  Nr.  1  und  II  dienen.

2

§5  3.  (Zu  §  8  der  Kaiserlichen  Verordnung.)

1.  Zu  Anordnungen  polizeilicher  Art  (Polizeiverfügungen)  und  zur  Anwendung  von  Zwang
behufs  deren  Durchführung  (5§  9  bis  22  der  Kaiserlichen  Verordnung)  sind  innerhalb  ihres  Velwaltungsbezirks
  ermächtigt:

a)  die  Bezirksamtmänner  und  die  Residenten  und  bei  ihrer  Verhinderung  ihre  vom  Gom'

verneur  ausdrücklich  als  solche  bestellten  Vertreter,
)  die  Verwalter  der  Bezirksnebenstellen  und  bei  ihrer  Verhinderung  ihre  vom  Gonvernem
ausdrücklich  als  solche  bestellten  Vertreter,
die  Chefs  der  Militärstationen  und  bei  ihrer  Verhinderung  ihre  vom  Gonverneur  aus'
drücklich  als  solche  bestellten  Vertreter,
4)  die  zur  Führung  selbständiger  militärischer  Posten  kommandierten  Offiiere,
e)  andere  vom  Gonverneur  namentlich  benannte  Beamte  und  Angehörige  der  Schutztruppa

—

.

mit  der  Einschränkung,  daß  in  jedem  einzelnen  Falle  die  unter  a,  e  Genannten  Geldstrafen  bis  zu
30  Rupien,  die  unter  b,  d,  e  Genannten  Geldstrafen  bis  zu  10  Rupien  androhen  und  festsetzen  dürfen

Soweit  die  Hafen=  und  Schiffahrts-,  Eisenbahn-,  Jagd=  und  Forstpolizei  durch  Bekanm
machung  des  Gouverneurs  im  Amtlichen  Anzeiger  unter  Ausschließung  der  allgemeinen  örtliche,
Verwaltungsbehörde  besonderen  Organen  übertragen  wird,  sind  die  letzteren  innerhalb  ihrer  Zuständig
        <pb n="117" />
        G  49  2Ö

keit  zu  Anordnungen  polizeilicher  Art  ermächtigt.  Sie  haben  jedoch  wegen  zwangsweiser  Durchlührung
  ihrer  Anordnungen  (Androhung,  Festsetzung,  Ausführung  der  in  den  §§  9  bis  12  der
Kaiserlichen  Verordunng  bezeichneten  Zwangsmittel  und  Gebrauch  unmittelbaren  Zwanges  nach  §  15
ebenda)  die  nach  Abs.  1  zuständige  Dienststelle  oder  Person  zu  ersuchen.
.  Die  Bergbehörde  ist  ermächtigt,  innerhalb  ihrer  Zuständigkeit  selbst  Zwang  zur  Durchführung
ihrer  bergpolizeilichen  Anordnungen  anzuwenden  und  in  jedem  einzelnen  Falle  Strafen  bis  zu
O  Rupien  anzudrohen  und  festzusetzen.  Das  gleiche  gilt  von  denjenigen  Behörden,  denen  die  bergpolizeiliche
  Aussicht  gemäß  §  87  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und  Südseechutgebiete
  mit  Ausnahme  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  27.  Febrnar  1906  (Reichsgesetzblatt
363)  übertragen  wird.
d  2.  Unter  Anordnungen  polizeilicher  Art  fallen  diejenigen,  bei  denen  die  Voraussetzungen
es  10  des  Preußischen  Allgemeinen  Landrechts  Teil  II,  Titel  17  zutreffen.  Dieser  Para—
graph  lautet:
„Die  nötigen  Anstalten  zur  Erhaltung  der  öffentlichen  Ruhe,  Sicherheit  und  Ordnung  und
Abwendung  der  dem  Publiko  oder  einzelnen  Mitgliedern  desselben  bevorstehenden  Gefahr  zu
effen,  ist  das  Amt  der  Polizei.“
Bgl.  hierzu  die  Anlage  II.
Anordnungen  polizeilicher  Art  sollen  zur  Vermeidung  von  Mißverständnissen  stets  als
erfügung“  ansdrücklich  bezeichnet  werden.  (Vgl.  §  6  dieser  Bestimmungen.)  '
3.  Zu  obrigkeitlichen  Anordnungen  nichtpolizeilicher  Art  und  zur  Anwendung  von  Zwang
eren  Durchführung  sind  die  vom  Gouverneur  namentlich  bezeichneten  Personen  ermächtigt,
Einschränkung,  daß  sie  in  jedem  einzelnen  Falle  Geldstrafen  bis  zu  30  Rupie  androhen  und
en  dürfen.

„Polizeiv

behufs  d

mit

festse.
5  4.  (Zu  §8  9  bis  13  der  Koaiserlichen  Verordnung.)

Als  Anhalt  für  die  schriftliche  Androhung  und  Verfügung  der  Ausführung  einer  Handlung

d  .
Auch  die  Behörde  oder  durch  einen  Dritten  auf  Kosten  des  Verpflichteten  und  für  die  schriftliche
rohung  und  Festsetzung  einer  Geldstrafe  können  die  Vordrucke  III—VII  in  Anlage  !B  dienen.

§5  5.  (Zu  §  14  der  Kaiserlichen  Verordnung.)
licher  Unberührt  bleibt  die  Befugnis  der  nach  §  3  dieser  Bestimmungen  zu  Anordunngen  polizei-Verkehre#t.
  ermächtigten  Organe,  vorschriftswidrige  Zustände  (drohenden  Einsturz  von  Baulichkeiten,
Wegenksbindernifse  wie  Menschenansammlungen,  umgefallene  Bäume,  Steine  usw.  auf  öffentlichen
zu  binau.  dgl.)  durch  unmittelbares  Eingreifen  zu  beseitigen  sowie  die  Entstehung  solcher  Zustände
ern.

Vgl.  auch  die  Anlage  II.

§5  6.  (Zu  §&amp;amp;  17  der  Kaiserlichen  Verordnung.)
oder  ge  1.  Die  Frist  für  die  Beschwerde  gegen  Anordnungen  polizeilicher  Art  (Polizeiverfügungen)
Vero  digen  die  Androhung,  Festsetzung  oder  Ausführung  der  in  den  §§  9  bis  12  der  Kaiserlichen
vier  W  ung  bezeichneten  Zwangsmittel  oder  gegen  den  Gebrauch  unmittelbaren  Zwanges  wird  auf
ochen  verlängert.

bleiben  das  Damit  die  durch  die  Polizeiverfügungen  betroffenen  Personen  nicht  im  ungewissen  darüber
Art  cg  3  aß  es  sich  um  solche  Verfügungen,  im  Gegensatze  zu  anderen  Verfügungen  obrigkeitlicher
-«  Nr.  3  dieser  Bestimmungen),  handelt  und  daß  deshalb  die  Beschwerde  binnen  der  in

1  boen
Bejiinnbestimmten  Frist  zu  erheben  ist,  wird  hier  wiederholt  unter  Himveis  auf  §  3  Nr.  2  dieser
solche  ingen  den  Dienststellen  zur  Pflicht  gemacht,  die  Polizeiverfügungen  stets  ausdrücklich  als
u  bezeichnen.
der  neges  Die  Vorlage  der  Beschwerden  an  den  Gorwerneur  hat  mit  einem  Begleitbericht  in
unter  Beifügung  der  Akten  —  zu  erfolgen.

§  7.  (Zu  §F  19  der  Kaiserlichen  Verordunng.)

Wochen  mi  Be  für  den  Antrag  auf  Wiedereinsetzung  in  den  vorigen  Stand  wird  auf  vier
        <pb n="118" />
        G  50  2ÖC

§5  8.  (Zu  §  23  der  Kaiserlichen  Verordnung.)
.  Zum  Erlasse  polizeilicher  Strafverfügungen  sind  innerhalb  ihres  Verwaltungsbezirks
ermechtig

a)  die  Bezirksamtmänner  und  die  Residenten  und  bei  ihrer  Verhinderung  ihre  vom  Gonverneur
  ausdrücklich  als  solche  bestimmten  Vertreter,

b)  die  Chefs  der  Militärstationen  und  bei  ihrer  Verhinderung  ihre  vom  Gonverneur  ausdrücklich
  als  solche  bestellten  Vertreter,

mit  der  Einschränkung,  daß  sie  Geldstrafen  bis  zu  30  Rupie  und  Haft  bis  zu  drei  Tagen  sowie
Einziehung  festsetzen  können.  Die  Haft  darf  das  bezeichnete  Strafmaß,  auch  wenn  sie  an  die  Stelle
einer  nicht  beizutreibenden  Geldstrafe  tritt,  nicht  übersteigen.

Des  Erlasses  einer  polizeilichen  Strafverfügung  haben  die  unter  a  und  b  Genannten  sich
zu  enthalten,  wenn  sie  die  Anwendung  eines  ihre  Ermächtigung  überschreitenden  Strafmaßes  für
angezeigt  erachten,  wenn  sie  in  Erfahrung  bringen,  daß  bereits  Schritte  zur  gerichtlichen  Verfolgung
einer  Ubertretung  getan  sind  und  wenn  sie  ein  persönliches  Interesse  an  dem  Ausgang  der  Sache  haben.

Die  in  §  3  Nr.  1  Abs.  1  zu  d,  d,  e  Abs.  2,  3  und  Nr.  3  aufgeführten  Dienststellen  und
Personen  sind  zum  Erlasse  von  Strafverfügungen  nicht  ermächtigt.  Über  den  Unterschied  zwischen
Anordnungen  polizeilicher  Art  (Polizeiverfügungen)  und  polizeilichen  Strafverfügungen  vgl.  die
Aulage  1

2.  Die  polizeiliche  Strafverfügung  ist  auch  gegen  Beschuldigte  im  Alter  von  zwölf  bis
achtzehn  Jahren  zulässig.  Dabei  sind  die  Bestimmungen  der  58§  56  und  57  des  Reichsstrafgesetzbuches
  zu  beachten.  In  der  Strafverfügung  ist  besonders  zum  Ausdruck  zu  bringen,  daß  der
Beschuldigte  zur  Zeit  der  Begehung  der  strafbaren  Handlung  die  zur  Erkenntnis  ihrer  Strafbarkeit
erforderliche  Einsicht  besessen  hat.  Ist  gegen  eine  solche  Person  eine  Strafverfügung  erlassen  worden,
so  ist  zum  Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  auch  ihr  gesetzlicher  Vertreter  befugt.  (Strafprozeß"
ordnung  §  340).

3.  Gegen  aktive  Militärpersonen  dürfen  polizeiliche  Strafverfügungen  nur  wegen  solcher
Ubertretungen  ergehen,  zu  deren  Aburteilung  im  gerichtlichen  Verfahren  die  ordentlichen  Gerichte
zuständig  sind.  (Vgl.  §  2  der  Militärstrafgerichtsordnung  vom  1.  Dezember  1898,  Reichsgesotzblatt
S.  1189).  Eine  Festsetzung  von  Haft  findet  nicht  statt.  (Bgl.  §  9  Nr.  2  dieser  Bestimmungen.)

41.  Die  polizeiliche  Strafverfügung  hat  außer  der  Festsetzung  der  Strafe  die  strafbare
Handlung,  Zeit  und  Ort  derselben,  die  angewendete  Strafvorschrift  und  die  Beweismittel,  sowie  die
Angabe  zu  enthalten,  wohin  die  Geldstrafe  oder  die  eingezogene  Sache  abgeliefert  werden  soll.

Sie  hat  ferner  die  Eröffnung  zu  enthalten:

a)  binnen  welcher  Frist  (5  23  Abs.  2  der  Kaiserlichen  Verordnung,  bzw.  Nr.  5  dieses

Paragraphen)  der  Beschuldigte  auf  gerichtliche  Entscheidung  antragen  kann,

b)  daß  der  Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  entweder  bei  der  Dienststelle,  welche
die  polizeiliche  Strafverfügung  erlassen  hat  oder  bei  dem  zuständigen  Bezirksrichter
anzubringen  ist,

e)  daß  die  polizeiliche  Strafverfügung,  falls  innerhalb  der  Frist  zu  a  ein  Antrag  aui
gerichtliche  Entscheidung  nicht  erfolgt,  vollstreckbar  wird.

5.  Die  Frist  für  den  Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  gegenüber  polizeilichen  Strafe
verfügungen  der  Chefs  der  Militärstationen  und  ihrer  Vertreter  wird  auf  vier  Monate  verlängert=Eine
  Verlängerung  der  im  §  455  der  Strafprozeßordnung  in  Verbindung  mit  dem  §  45  ebendt,
dem  §  62  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  und  dem  §  3  des  Schutgebietsgeseven
bestimmten  zweiwöchigen  Frist  für  den  Antrag  auf  Wiedereinsetzung  in  den  vorigen  Stand  ist  in  del
Kaiserlichen  Verordnung  nicht  vorgesehen.

6.  Als  Anhalt  für  die  Erlassung  von  Strafverfügungen  und  Strafbescheiden  können  L
Vordrucke  VIII  und  LX  in  Anlage  J  dienen.

7.  Wird  bei  dem  Bezirksrichter  auf  gerichtliche  Entscheidung  angetragen,  so  ist  dem  Antrat“
steller  eine  Bescheinigung  darüber  kostenfrei  zu  erteilen.

8.  Die  polizeilichen  Strafverfügungen  wegen  Ubertretungen  und  die  Strafbescheide  sind  -
die  Strafliste  (Vordruck  X  in  Anlage  1)  einzutragen.
        <pb n="119" />
        51  20

5  9.  (Zu  §  28  der  Kaiserlichen  Verordnung.)
1.  Ist  ein  Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  bei  der  Dienststelle,  welche  die  polizeiliche
Strafverfügung  erlassen  hat,  nicht  fristgerecht  gestellt,  auch  die  in  §  8  Nr.  4  dieser  Bestimmungen
vorgesehene  Bescheinigung  nicht  vorgelegt,  so  ist  die  Strafverfügung  zu  vollstrecken.

2.  Wird  gegen  eine  aktive  Militärperson  eine  auf  Geldstrafe  oder  Einziehung  lautende
polizeiliche  Strafverfügung  vollstreckbar,  so  ist  die  Vollstreckung  bei  der  zuständigen  Militärbehörde
zu  beantragen  und  dabei  zu  bemerken,  wohin  die  Geldstrafe  oder  die  eingezogene  Sache  abgeliefert
werden  soll.

§5  10.  (Zu  §  29  der  Kaiserlichen  Verordnung.)
Als  Anhalt  für  Abfassung  einer  Zustellungsurkunde  kann  der  Vordruck  XI  in  Anlage  l  dienen.

5  11.  (Zu  §  36  der  Kaiserlichen  Verordnung.)
1.  Hinsichtlich  der  Befugnis  zum  Erlaß  von  Strafbescheiden  wegen  Zuwiderhandlungen
gegen  die  Vorschriften  über  die  Erhebung  öffentlicher  Abgaben  und  Gefälle  bewendet  es  bei  den
Vorschriften  des  §  12  Abs.  4,  5  der  Verordnung,  betreffend  die  Erhebung  einer  Gewerbesteuer,  vom
22.  Februar  1899  (L.  G.  I.  S.  439),  des  §  56  der  Zollverordnung  vom  13.  Juni  1903  (Beilage
zum  Kol.  Bl.  vom  15.  November  1903;  II.  Nachtrag  zur  L.  G.  S.  181)  und  der  dazu  ergangenen
Ausführungsbestimmungen  sowie  des  §  9  der  Verordnung,  betreffend  Erhebung  einer  Gebrauchsabgabe
  von  Salz,  vom  12.  Mai  1904  (Kol.  Bl.  S.  431,  III.  Nachtrag  zur  L.  G.  S.  82).
2.  Diese  Ausführungsbestimmungen  treten  mit  dem  Zeitpunkte  ihrer  Verkündung  in  Kraft.
Gleichzeitig  treten  außer  Kraft:
a)  der  Runderlaß,  betreffend  die  polizeilichen  Befugnisse  der  Bezirksamtmänner  gegenüber
Nichteingeborenen  vom  15.  Juni  1904  (III.  Nachtrag  zur  L.  G.  S.  21),

b)  die  Abschnitte  B,  C  des  Runderlasses  an  die  Militärstationen  und  Offizierposten,
betreffend  deren  polizeiliche  Befugnisse  vom  16.  Juni  1904  (III.  Nachtrag  zur
I.  G.  S.  25).

Daressalam,  den  15.  Juni  1906.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Haber.

Anlage.

sp  1.  In  betreff  der  Auslegung,  welche  Wissenschaft  und  Praxis,  insbesondere  die  Rechtsolechung
  des  Oberverwaltungsgerichts,  dem  §  10  A.  L.  R.  Teil  II,  Tit.  17  gegeben  hat,  ist
Pendes  hervorzuheben:

Unter  Anstalten  sind  Anordnungen,  Vorkehrungen  zu  verstehen;  sie  müssen  notwendig
sein,  es  soll  nicht  mehr  als  notwendig  vorgekehrt  werden.  Der  Begriff  „Ruhe“  hat  keine
andige  Bedentung,  insbesondere  nicht  die  des  Fernhaltens  von  Lärm,  wird  vielmehr  durch  die
e  „Erhaltung  der  öffentlichen  Sicherheit“  und  „Erhaltung  der  öffentlichen  Ordnung“  mitgedeckt.

E#  *
Fs04o
udine
laher  Göffentlicher  Sicherheit“  ist  das  Fernsein  von  Gefahren  für  den  Staat,  sowie  für  die  bürgerzu
  Ue,besellschaft  zu  verstehen.  „Offentliche  Ordnung"  bedeutet  etwas  Tatsächliches,  den  Gegensatz
zum  ordnung,  wie  auch  eiwas  Rechtliches,  die  öffentliche  Rechtsordnung.  Die  Polizei  kann  danach
gleichrichune  des  öffentlichen  Rechtes,  insbesondere  des  Strafrechtes  und  des  Verwalmugsrechtes,
des  ob  dessen  aufrechtzuerhaltende  Norm  zur  Abwendung  von  Gefahren  oder  zur  Förderung
dem  hemeinen  Wohles  aufgestellt  ist,  einschreiten;  nicht  aber  zum  Schutze  des  Privatrechts,  es  sei
zu  ver  ah  private  Rechte  durch  eine  strafbare  Handlung  bedroht  sind  oder  der  Bedrohte  die  Gefahr

meiden  oder  abzuwenden  außerstande  ist  oder  die  Polizei  durch  besondere  gesetzliche  Vorschrift

2
        <pb n="120" />
        G  52  20

(6.  B.  Gesindeordnung)  zur  Tätigkeit  berufen  ist.  „Gefahren“  sind  Zustände,  welche  die  Besorgnis
begründen,  daß  sie  einen  Schaden  herbeiführen  werden.  Bloße  Nachteile,  Störungen  oder  Belästigungen
  sind  keine  Gefahren  im  Sinne  der  Vorschrift.  Nur  erhebliche  Gefahren  erfordern  ein  polizeiliches
  Einschreiten.  Sie  müssen  „bevorstehend“,  d.  h.  nach  verständigem  Ermessen  zu  befürchten
sein,  und  es  reicht  weder  eine  bloß  mögliche,  in  weiter  Ferne  liegende  Gefahr  aus,  noch  ist  eine
unmittelbar  bevorstehende  Gefahr  Voraussetzung.

2a.  Soweit  die  Polizei  zum  Schutze  des  Strafrechts  mitberufen  ist  (s.  Nr.  1),  ist  sie  ein
Hilfsorgan  der  Bezirksrichter,  des  Oberrichters  und  der  Staatsanwaltschaft,  bzw.  der  Militärgerichte
und  hat  deren  Ersuchen  zu  erledigen  (vgl.  §§  2,  3,  6  Nr.  2  des  Schutzgebietsgesetzes,  §  56  des
Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit,  §  5  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse
  in  den  deutschen  Schutzgebieten,  vom  9.  November  1900,  §  153  des  Gerichtsverfassungsgesetzes;
  ferner  §§  153  bis  155,  161  der  Militärstrafgerichtsordnung  vom  1.  Dezember  1898).  Im
einzelnen  ergeben  sich  die  Befugnisse  und  Obliegenheiten  der  Polizei  auf  dem  Gebiete  der  Strafrechtspflege
  der  ordentlichen  Gerichte,  namentlich  hinsichtlich  der  Feststellung  des  Tatbestandes,  der
Befugnis  zu  Vernehmungen,  Beschlagnahmen  und  Durchsuchungen,  Berhaftungen  und  vorläufigen
Festnahmen  aus  der  Strafprozeßordnung  (vgl.  insbesondere  §§  156  ff.,  §  94,  85.112  f..),  sowie  aus
den  im  Schutzgebiet  eingeführten,  dieselbe  ergänzenden  Gesetzen  (z.  B.  Preßgesetz  vom  7.  Mai  1874,
Reichs-Gesetzbl.  S.  65).  Gewisse  Besonderheiten,  die  für  das  Schutzgebiet  bezüglich  der  Festnahmen
durch  die  weite  Entfernung  mancher  Dienststellen  von  dem  zuständigen  Gerichte  bedingt  werden,
behandelt  der  Runderlaß  vom  17.  April  1903  (III.  Nachtrag  zur  L.  G.,  S.  21).

2b.  Die  Polizeibehörden  sind  ferner  an  der  Strafrechtspflege  insofern  mitbeteiligt,  als  sie
Ülbertretungen  gegen  die  Strafgesetze  und  Strafverordnungen  im  Wege  polizeilicher  Strafverfügungen
ahnden,  vorbehaltlich  des  Antrags  des  Beschuldigten,  auf  gerichtliche  Entscheidung  (für  die  Schutzgebiete
  jetzt  durch  die  §8§  23  bis  28  der  Kaiserlichen  Verordnung  geregelt).

Die  polizeilichen  Strafverfügungen  unterscheiden  sich  einerseits  von  den  Polizeiverfügungen
dadurch,  daß  letztere  erst  Gebote  und  Verbote  schaffen,  die  dann  mit  Zwangsmitteln,  einschließlich
Strafenzwanges,  durchgesetzt  werden,  anderseits  von  den  im  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  erwähnten
„polizeilichen  und  sonstigen  die  Verwaltung  betreffenden  Vorschriften“  dadurch,  daß  diese  in  Ergänzung
der  bestehenden  Gesetze  neue  Rechtsnormen  schaffen,  —  wogegen  die  polizeilichen  Strafverfügungen
die  Nichtbefolgung  vorhandener  Rechtsnormen  ahnden.

Polizeiverfügungen  und  „polizeiliche  Vorschriften“  im  Sinne  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes
  unterscheiden  sich  ihrerseits  dadurch,  daß  die  ersteren  konkrete  Fälle  regeln  wollen,  diese
letzteren  abstrakte,  objektive  Rechtsnormen  schaffen  (weshalb  diese  Befugnis  auch  lediglich  dem  Reichskanzler
  und  den  von  ihm  durch  die  Verfügung  vom  27.  September  1903,  Kol.  Bl.  S.  509,
Nachtr.  II  zur  L.  G.  S.  44,  ermächtigten  Beamten  vorbehalten  ist).

3.  Auch  abgesehen  von  der  Verfolgung  strafbarer  Handlungen  (Nr.  2)  ist  die  Polizei
berechtigt,  Personen  in  polizeiliche  Verwahrung  zu  nehmen,  sobald  deren  eigener  Schutz  oder  die
Aufrechterhaltung  der  öffentlichen  Sicherheit  oder  Ordnung  dies  dringend  erfordert  (z.  B.  wenn  ein
Betrunkener  auf  der  Straße  selbst  gefährdet  erscheint  oder  andere  gefährdet).  In  solchen  Fällen
muß  jedoch  spätestens  im  Laufe  des  folgenden  Tages  die  Freilassung  erfolgen,  sofern  nicht  hinterher
der  Verdacht  einer  schweren  Straftat  sich  herausstellt,  deshalb  unter  Berücksichtigung  des  Runderlasses
vom  17.  April  1903  (s.  oben  Nr.  2a  a.  E.)  eine  weitere  Festhaltung  angezeigt  erscheint  und  das
zur  Uberweisung  an  das  Gericht  Erforderliche  veranlaßt  wird.

Ebenso  sind  die  Beamten  der  Polizei,  falls  dies  aus  Gründen  der  öffentlichen  Sicherheit
und  Ordnung  unbedingt  notwendig  erscheint,  auch  in  anderen  als  den  in  der  Strasprozeßordnung
vorgesehenen  Fällen  befugt,  in  eine  Wohnung  einzudringen,  z.  B.  wenn  deren  Beschaffenheit  gefahrdrohend
  ist  oder  es  sich  darum  handelt,  ein  Verbrechen  zu  verhüten.
        <pb n="121" />
        W  53  20

Verordnung  des  Couverneurs  von  kogo,  betr.  die  Errichtung  von  Gebäuden  und
Lagerung  von  feuergefährlichen  Gegenständen  an  den  Bahnen  Togos.
Vom  1.  Oktober  1906.

·  Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  in  Verbindung
aur  §*  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)  wird
Nermit  folgendes  verordnet:

§  1.  Zur  Errichtung  von  Gebänden  und  Lagerung  von  leicht  entzündbaren  Gegenständen
im  der  Nähe  der  Eisenbahn  ist  behufs  Abwendung  von  Feuersgefahr  die  polizeiliche  Genehmigung
erforderlich,  wenn  die  Entfernung  von  der  nächsten  Schiene  —  in  der  Horizontalen  gemessen  —
nicht  mindestens  20  m  beträgt.
§  2.  Liegt  die  Eisenbahn  auf  einem  Dammc,  so  ist  die  im  §  1  gedachte  Genehmigung
schon  dann  erforderlich,  wenn  die  Entfernung  von  der  nächsten  Schiene  das  Maß  von  20  m  nicht
Andestens  um  das  1½  fache  der  Höhe  des  Dammes  über  dem  Gelände  übersteigt,  also  bei  einem
(om  hohen  Damme  nicht  mindestens  20  und  1½.  4—  26,0  m  von  der  nächsten  Schiene  beträgt.
bchör  *  3.  Die  nach  §  1  erforderliche  Genehmigung  wird  von  den  örtlichen  Verwaltungsrden
  erteilt.
walun  8.  4%  Die  Benehmihnna  ist  nach  borgängiger  autachtichrt  Außerung  der  Seeahnvwel
enr  g  nur  dann  zu  ertei  en,  wenn  entwe  er  urch  eine  genügen  feuersi  here  Zede  ung  der  zu
ichtenden  Gebäude  oder  zu  lagernden  Materialien  oder  durch  die  besonderen  örtlichen  Verhältnisse
auch  bei  geringerer  Entfernung  die  Fenersgefahr  ausgeschlossen  ist.
setne  §5  5.  Hinsichtlich  der  bei  der  Anlage  einer  Eisenbahn  innerhalb  der  unter  dem  §  1  und  2
inesetten  Entfernungen  bereits  vorhandenen  Gebäude  und  Materialien  bleibt  die  Bestimmung  dereuigen
  Vorkehrungen,  welche  zum  Schutze  gegen  die  durch  die  Nähe  der  Eisenbahn  bedingte  Feuersgefahr
  erforderlich  sind,  dem  Ermessen  des  Gouvernements  vorbehalten.

Gen-  8  Wer  den  in  881  bis  4  enthaltenen  Vorschriften  zuwider  in  der  Nähe  der  Eisenbahn
inrbände  errichtet  oder  Materialien  niederlegt,  wird  mit  Geldstrafe  bis  150  Mark,  an  deren  Stelle
v  Nichtbeitreibungsfalle  Haft  bis  zu  einer  Woche  tritt,  bestraft.

di  §  7.  Auf  die  zum  Betriebe  einer  Eisenbahn  erforderlichen  Gebände  und  Materialien  findet
e  vorstehende  Verordnung  keine  Anwendung.

8  8.  Die  Verordnung  tritt  am  15.  d.  Mts.  in  Kraft.
Lome,  den  1.  Oktober  1906.
Der  Gouverneur.
J.  V.:  Hansen.

 

Dersonalien.

die
Kon

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Regierungsrat  Tecklenburg
hme  und  Anlegung  des  ihm  von  Seiner  Majestät  dem  König  von  Jtalien  verliehenen
deurkrenzes  des  Ordens  der  Italienischen  Krone  zu  erteilen.

Anna
ziman

Misson  Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  emeritierten
ver  ienstden  Hermann  Hegner  in  Gütersloh  und  Friedrich  Judt  in  Mühlheim  für  ihre  langjährige
Aronenkolle  Tätigkeit  unter  den  Eingeborenen  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets  den  Königlichen

DOrden  vierter  Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="122" />
        W  54  20

Seine  Majestät  der  Kaiser  und,,König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Zollamtsassistenten
  2.  Klasse  beim  Gouvernement  Vvon  Togo  Anton  Hartmann  aus  Anlaß  seiner  Versetzung
in  den  Ruhestand  den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.

Raiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
22.  Dezember  1906.

Gesch,  Oberveterinär,  mit  dem  31.  Dezember  1906,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlanbnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Des  Ehrenkreuzes  4.  Klasse  mit  Schwertern  des  Fürstlich  Schaumburg-Lippischen

,  Hausordens:
dem  Leutnant  v.  Blumenthal.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Der  Königlich  Bayerischen  Jubiläumsmedaille:
dem  Sanitätsfeldwebel  Kurzwart;

des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Großherzoglich  Hessischen  Verdienstordens  Philipps
des  Großmütigen:

dem  Oberleutnant  Hammann  in  der  V.  (Proviant)  Kolonnen-Abteilung;

des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  zweiter  Klasse:
den  Oberleutnants  v.  Boemcken  und  Tiedemann  im  2.  Feldregiment,
den  Leutnants  v.  Hirschfeld  in  der  1.  Feldartillerie-Abteilung,  Schlettwein,  v.  Kalckreuth,
beide  im  2.  Feldregiment  und  Goesch  in  der  2.  Feldtelegraphen-Abteilung,
den  Sergeanten  Behn  und  Buck,
den  Unteroffizieren  Wulff,  Rumohr  und  Lange,
den  Gefreiten  Westphal,  Meerpahl,  Grube,  Bannier,  Ladendorf,  Dohse  und  Schulze;

des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkrenzes  zweiter  Klasse
am  roten  Bande:
dem  Militärkrankenwärter  Thiering;

der  Silbernen  Verdienstmedaille  des  Herzoglich  Sachsen-Ernestinischen  Hausordens
mit  Schwertern:
dem  Gefreiten  Thieme;

der  Fürstlich  Reußischen  ä.  L.  Ehrenmedaille  mit  Schwertern:
dem  Reiter  Held.
        <pb n="123" />
        G  55  20

Verlustliste  Nr.  76
der  RKaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrikka  bei  den  Kämpfen  gegen  die
aufständischen  Eingeborenen.
Gefallen:
1.  Ref  Am  1.  Januar  auf  Patrouille  bei  Dassiefontein:
KKeiter  Anton  Ostertag,  früher  im  Königlich  Bayerischen  7.  Chevauleger-Regiment.

Vermißt:
Seit  25.  Dezember  1906  bei  Otjiamongombe:

Gefreiter  Robert  Trichterborn,  früher  im  Kurhessischen  Jäger-Bataillon  Nr.  11.

An  Krankheiten  gestorben:
Im  Lazarett  Keetmanshoop:

Typhus  und  Skorbut.

Reiter  Paul  Manke,  früher  im  2.  Pommerschen  Ulanen-Regiment  Nr.  9,  am  1.  Januar  an

2.  Ge-  In  der  Krankensammelstelle  Rehoboth:
FWBefreiter  Gustav  Voigt,  früher  im  2.  Westpreußischen  Fußartillerie-Regiment  Nr.  15,  am

Jannar  an  Typhus.

3.  u  Im  Lazarett  Windhuk:
nteroffizier  Erust  Peters,  früher  im  III.  Seebataillon,  am  3.  Jannar  an  Typhus.

Am

.  Unter

—

r  Landwehrbezirk  Karlsruhe.

—

#

Reiter

4  Verunglückt:
9Tv5.  dezember  1906  im  Außenhafen  von  Lüderitbucht  bei  UÜberfahrt  nach  Griffitsbai
infolge  Kenterns  eines  Segelbootes  ertrunken:  ·
.Ut  offizier  Felix  Lemmen,  früher  im  Husaren-Regiment  König  Wilhelm  I.  (1.  Rheinischen)  Nr.  7.
anteroffizier  Robert  Schmidt,  früher  im  4.  Badischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  66,  zuletzt

"  .  vofihier  Fritz  Goldmann,  früher  im  Infanterie-Regiment  Graf  Schwerin  (3.  Pommerschen)

Richard  Glaubke,  früher  im  Kulmer  Infanterie-Regiment  Nr.  141.

 

 

E#  siichtamtlicher  Teis##ennn

Dersonal-Nachrichten.
Nachruf.

Jannar  verschied  nach  schwerem,  mit
Geduld  getragenen  Leiden  der
Mit:
Missionsdirektor  D.  Buchner,
J#  :
ere  Mitglied  des  Kolonialrats.
Jamaiea  als  am  5.  Oktober  1842  in  Irwinhall  auf
nuar  185  Sohn  eines  Missionars,  kam  er  Ja-Nach
  Vollenuet#  seiner  Erziehung  nach  Deutschland.
“ni’mie:  ng  seiner  Studien  in  Gnadenfeld  stand
Hausdorf  im  er  in  Kleinwelka,  Gnadenfrei  und
bis  1  Schul-  und  Predigtamt,  leitete  von
von  dies  das  Lehrerseminar  in  Niesky  und
en  der  Ver  Stellung  aus  in  die  Missionsrüdergemeinde
  berusen.  In  diesem

Am  2.
beldenhafte

wurde
direktio

 

Amt  hat  er  1892/93  Südafrika,  1895  Nordamerika,
  1898  und  1901  Westindien  und  Surinam
visitiert.  Vor  10  Jahren  erhielt  er  den  Vorsitz
in  der  Missionsdirektion  und  1899  ehrte  ihn  die
theologische  Fakultät  Halle  durch  Verleihung  des
theologischen  Doktortitels.  Seit  1903  dem  Ausschuß
  der  deutschen  Missionen  angehörend,  wurde
er  in  dem  gleichen  Jahre  wegen  seiner  hervorragenden
  Bedeutung  auf  dem  Gebiet  der  Mission
in  den  Kolonialrat  berufen.

Als  Mitglied  dieser  Körperschaft  hat  D.  Buchner
sich  besondere  Verdienste  erworben.  Noch  bei  Gelegenheit
  des  letzten  Kolonialkongresses  sprach  er
in  glänzender  Weise  über  die  Mithilfe  der  Mission
bei  der  Erziehung  der  Eingeborenen  zur  Arbeit.
Der  Kolonialrat  und  damit  die  Kolonialverwaltung
  haben  durch  sein  Ableben  einen  herben  Ver-
        <pb n="124" />
        GV  56  20

lust  erlitten  und  betrauern  in  dem  Dahingeschiedenen
  einen  selbstlosen,  begeisterten  Helfer
bei  der  Arbeit  an  der  geistigen  und  kulturellen
Entwicklung  unserer  Kolonien.  "

Sein  Andenken  wird  stets  in  hohen  Ehren
bleiben.

Nachruf.  .

Am  30.  August  vorigen  Jahres  verstarb  auf
Posten  Miltu  an  Herzschlag  der

Unteroffizier  Julius  Czibulla
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun.

Der  Entschlafene  gehörte  seit  4.  Januar  1906
der  Schutztruppe  au.  Er  war  ein  tüchtiger  Soldat
und  allgemein  beliebter  Kamerad,  welchem  die
Angehörigen  der  Truppe  ein  ehrendes  Andenken
bewahren  werden.  n
#  Mueller,

Oberst  und  Kommandeur.

Deutsch-Ostafrika.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
7.  Jannar  1907  angetreten:  Der  kommiss.  Bezirksamtmann
  Sperling  und  der  Bureauassistent
2.  Klasse  Schulz.  «

In  Ostafrika  sind  am  7.  November  1906  vom
Heimatsurlaub  wieder  eingetroffen:  Die  Gouvernementssekretäre
  Sauer  und  Strademann.

 

Mit  Heimatsurlaub  sind  aus  Ostafrika  in
Deutschland  eingetroffen:  Kaiserlicher  Regierungsrat
  Chrapkowski,  Bauleiter  Friedrich,  Bureaugehilfe
  Störzbach,  Bureauassistent  2.  Klasse
Weidner  und  Kanzleigehilfe  Schlicke.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  14.  Dezember  1906  in  Piräus:  Oberleutnant
Willmann;

am  28.  Dezember  1906  in  Genna:  Unterzahlmeister
  Verch.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  24.  Dezember  1906  von  Neapel  aus  angetreten:
  Oberarzt  Dr.  Breuer.

Ramerun.
Die  Wiederausreise  nach  Kamerun  haben  am
9.  Jannar  1907  angetreten:  Marine-Stabsarzt
Dr.  Waldow,  Bureauvorstand  Peters,  Bau- 



techniker  Vetter,  Stationsassistent  Schlief  und

Zimmermann  Holstein.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  20.  Dezember  1906  in  Hamburg:  Assistenzarzt
  Dr.  Pistner.

Am  1.  Januar  1907  in  Hamburg:  die  Unterzahlmeister
  Heinrich  und  Arnhold  und  die
Unteroffiziere  Peter  und  Kerbe.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  9.  Jannar  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Hauptmann  Scheunemann.

Togo.

Die  Ausreise  nach  Togo  haben  am  1.  Januar
1907  angetreten:  Die  Regierungsbaumeister
Ruthe  und  Nast.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  haben  am
10.  Januar  1907  angetreten:  Bautechniker  Hoffmann
  und  Lehrer  Kottmann.

 

Im  Schutzgebiet  Togo  sind  eingetroffen:
Bezirksgeologe  Dr.  Koert  und  Bautechniker
Schmaus;  wiedereingetroffen:  Dr.  Kersting,

Geometer  Gärtner  sowie  die  Zollamtsassistenten
Jacobi  und  Rebstein.

Bureaugehilfe  v.  Podewils  ist  erst  am

1.  Jannar  1907  wieder  ausgereist.

Deutsch-Südwestafrika.

Der  Eisenbahnbetriebsdirektor  Weiske  ist  am
28.  August  1906,  der  Gerichtsassessor  Fischer  am
24.  Oktober  und  der  Regierungsassessor  Dr.  Haus
Schultze  am  10.  November  im  Schutzgebiet  eingetroffen.


In  Swakopmund  sind  eingetroffen  die  nachstehenden
  Beamten  des  Gouvernements  von  Deussch-Südwestafrika:
  am  8.  September  der  Forstaufseher
Joseph  Hennrich,  am  28.  September  der  Vorarbeiter
  bei  der  Eisenbahn  Franz  Neumann,  am
30.  Oktober  der  Streckenwärter  bei  der  Eisenbahn
Michael  Müller  und  am  21.  November  der  dem
Gouvernement  von  Deutsch-Südwestafrika  überwiesene
  Bautechniker  Ernst  Kröning.
        <pb n="125" />
        W  5P57  2

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Erkrankung  oder
Verwundung  sind  eingetroffen:  ,

Am  19.  Dezember  1906  in  Cuxhaven:  die  Oberleutnants
  Lindemann  und  Stach,  Leutnant
Wackerzapp  und  Oberarzt  Weitzenmiller.

Am  20.  Dezember  1906  in  Hamburg:  Hauptmann
v.  Zwehl,  Leutnant  Plenzke,  Leutnant  d.  L.
Müller  und  Feldintendantursekretär  Stücker.

Am  26.  Dezember  1906  in  Cuxhaven:  Hauptmann
  Selkmann,  die  Oberleutnants  Welter
und  Rohe,  die  Leutnants  Moschner,  Nolte,
Haniel,  Kuntze,  Sievert  und  Wagner,
Stabsarzt  Dr.  Gühne,  Oberarzt  Dr.  Friedrichs,
Oberveterinär  Reske  und  Zahlmeister  Rudolphi
  sowie  489  Unteroffziere  und  Mannschaften.


Am  26.  Dezember  1906  in  Hamburg:  die  Oberleutnants
  v.  Rosenberg  und  Wernicke,  Oberarzt
  Dr.  Fischer,  die  Oberveterinäre  Erhardt
und  Reinecke,  Zahlmeister  Meyer-Ebert
und  Feldlazarettrendant  Lagemann.

Am  27.  Dezember  1906  in  Hamburg:  Oberleutnant
  d.  L.  Hausmann.

Deutsch-Meugulnea.

di  Der  Wegemeister  Kill  hat  am  2.  Januar  1907
se  Ausreise  nach  Deutsch-Neuguinea  angetreten.

Aus  Neuguinea  ist  Bureaugehilfe  Bäumler
rankheitshalber  zurückgekehrt.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Niederwerfung
  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen
bzw.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht  worden,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Oberkommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,  Abteilung
  Breslau,  1181,89  Mk.

2.  Von  dem  Königlichen  II.  Bataillon  2.  Ober--Elsässischen
  Infanterie-Regiments  Nr.  171  in
Colmar  i.  E.  durch  Vermittlung  der  Deutschen
Kolonialgesellschaft  in  Berlin  20  Mk.

3.  Von  Herrn  Major  z.  D.  Neubourg  in  Dienze
i.  Lothr.  eine  Kiste  mit  Liebesgaben.

4.  Vom  Geheimen  Regierungsrat  Herrn  Dr.
Eisemann  in  Cassel  eine  Kiste  Zigarren.

5.  Von  Frau  Alma  Knoblauch  in  Cöln  a.  Rh.

sechs  Paar  Strümpfe.

.  Vom  wissenschaftlichen  Verein  in  Viersen
(Rheinland)  je  15  Mk.  als  Weihnachtsgeschenk
für  die  Reiter  Jakob  Schmitz  und  Gerhard
Heinrich  Ropohl.

7.  Von  dem  Hauptmann  a.  D.  Herrn  v.  Sahnuth
  in  Braunschweig  eine  Kiste  mit  Büchern
und  Heften.

8.  Das  Thüringerwald-Sanatorium  Schwarzeck
bei  Blankenburg  im  Schwarzatal  stellt  für
die  Zeit  vom  1.  Oktober  1906  bis  1.  März
1907  wiederum  zwei  Freibetten  für  Offiziere
und  Beamte  zur  Verfügung.

9.  Der  Kriegerverein  für  Schnega  und  Umgegend
beabsichtigt,  den  Mannschaften,  welche  im
Kreise  Lüchow  geboren  sind,  Pakete  im  Werte
von  40  Mk.  zu  senden.

□

ielpunkte  des  Deutschen  Kolonialwesens.

2
.  wi-  28  *  -  «  -  -  -
)  ei  Vorträge  gehalten  von  Sr.  Exzellenz  dem  Herrn  stellvertretenden  Kolonialdirektor,  Wirklichem  Geheimen  Rat  Dernburg.

 

I6

6%  Vortrag,
onalten  duf  Veranlassung  einer  freien  Vereinlgung
r  elehrten  und  Rünstlern  am  8.  Januar  1907.
habeldeine  Herren,  wenn  Sie  gütigst  zugestimmt
jedem'  mich  hier  vor  Ihnen  zu  hören,  so  ist  es  wohl
allgenvon  Ihnen  klar  gewesen,  daß  ich  mich  über  die
u  heine  Sitnation,  wie  sie  sich  durch  die  jüngsten
ch  die  früheren  parlamentarischen  Vorgänge

gestaltet  hat,  nicht  wohl  äußern  kann,  und  daß  ich  in
meiner  Stellung  für  die  von  der  einen  oder  der
anderen  Partei  vertretene  These  nicht  eintreten
kann.  Es  ist  aber  auch  nach  meiner  Auffassung  von
dem  Amte,  welches  ich  bekleide,  durchaus  unnötig.
Die  Frage  der  deutschen  Kolonien,  ihre  Behandlung
und  ihre  Zukunft  ist  meines  Erachtens  ganz  unabhängig
  von  der  Stellung,  welche  man  im  deutschen
politischen  Leben  als  Parteipolitiker  einnimmt,  sie
ist  unabhängig  von  der  Konfession,  sie  ist  unab-
        <pb n="126" />
        W  858  20

hängig  von  der  sozialen  Stufe,  auf  welcher  sich  der
Beurteilende  befindet.  Das  Erfreuliche  an  den
Kolonien  ist  gerade,  daß  sie  ein  verhältnismäßig
freies  Feld  geben  für  die  uneingeschränkte  Betätigung
  eines  zivilisierten  Volks,  wie  des  deutschen,
nach  der  Richtung  der  libertragung  der  ethischen
Ideale,  der  kulturellen  Fortschritte,  seiner  vorgeschrittenen
  wirtschaftlichen  Entwicklung.

Wie  es  alle  kolonisierenden  Nationen  erfahren
haben,  ist  zwar  die  kolonisatorische  Aufgabe  eine
schöne,  aber  auch  eine  ungemein  schwierige  und  mit
erheblichen  Ausgaben  verbundene.  Die  Nation,
welche  hierfür  die  Erkenntnis  oder  die  Voraussetzungen
  nicht  hat,  wird  nicht  erfolgreich  kolonisieren
  können,  und  es  ist  ein  Prüfstein  auf  das
Selbstbewußtsein  einer  Nation,  auf  ihr  ideales
Streben  und  ihre  materiellen  Mittel,  wie  sie  sich
einer  solchen  Aufgabe  gegenüberstellt.  Für  uns
Deutsche  ist  die  Periode,  in  der  wir  leben,  dieser
Prüfstein,  wo  die  materiellen  Erfolge  noch  kleiner
sind,  als  man  sie  nach  den  aufgewandten  Mitteln,
und  zwar  unverständigerweise,  verlangte,  da  Unglücksfälle,
  wie  drei  Aufstände  in  drei  Jahren,  große
Anforderungen  an  die  Opferfreudigkeit  der  deutschen
  Nation  gestellt  haben,  und  es  steht  jetzt  zur
Frage:  Fühlt  sich  die  Nation  innerlich  kräftig  und
stolz  genug,  eine  einmal  begonnene  Kulturaufgabe
nicht  aufzugeben,  fühlt  sie  sich  reich  genug,  weitere
Ansgaben  zu  machen,  die  nicht  unmittelbar  renliercn,
  oder  will  sie  sich  in  Kleinmut,  unter  allerhand
  Angstlichkeiten  und  gedeckt  durch  den  Dampf,
den  die  Kanoniere  der  Kolonialskandale  erzeugen,
zurückziehen?  Daß  es  Politiker  gibt,  welche  die
Kolonten  aufgeben  wollen,  unterliegt  heute  keinem
Zweifel.  Daß  andere  sehr  scheu  geworden  sind,  steht
leider  sest,  daß  eine  gewisse  Müdigkeit  eingetreten
ist,  ist  nicht  zu  bezweifeln.  Demgegenüber  gilt  es
jetzt  festzustellen,  ob  die  deutsche  Nation  noch  glaubt,
eine  größere  Mission  erfüllen  zu  können,  die  gewisse
  Anforderungen  an  sie  in  allen  ihren  Teilen
stellt,  oder  ob  sie  materialistisch  beguem  und  gedanlenträge
  ausgetretene  und  unrühmliche  Pfade
wandeln  will.  Daß  diese  Pfade,  gegenüber  einer
ganzen  Anzahl  zielbewußter  Nationen,  die  ihre
eigenen  Hilfsquellen  immer  mehr  und  mehr  zu  einer
geschlossenen  Wirtschaft  ausbilden,  auch  materiell
unser  Volk  in  einen  Sumpf  führen  werden,  ist  klar.

Nicht  mit  Unrecht  hat  man  dem  deutschen  Volk
die  Bezeichnung  des  Volks  der  Denker  und  der  Dichter
  beigelegt,  und  so  hart  auch  der  geistige  Wettkampf
  der  Nationen  gewesen  ist,  so  hat  doch  Deutschland
  seine  Position,  in  Hinsicht  auf  die  Geisteswissenschaften
  an  der  Spitze  der  Kulturnationen  zu
marschieren,  stets  zu  verteidigen  gewußt.  Neben
diesen  älteren  Eichenkranz  hat  das  letzte  Jahrhundert
  einen  zweiten  gehängt,  das  Jahrhundert,
  in  dem  Deutschland  an  die  Spitze  der  Na- 



tionen  in  bezug  auf  die  angewandte  Wissenschaft,
auf  die  Technik  getreten  ist.  Diese  Mittel
aber  sind  die  modernen  Mittel  der
Erschließungfremder  Weltteile,  der
Hebung  niedriger  Kulturen,  der
Verbesserung  der  Lebenslage  für
Schwarze  und  Weiße,  und  es  ergeht  an  das
deutsche  Volk  die  Frage:  Will  es  hinsichtlich  seines
Kolonialbesitzes  verzichten  auf  die  Stellung,  die  es
sich  im  heißen,  ernsten  und  edlen  Wettstreit  erworben
hat,  die  erste  zu  sein  in  bezug  auf  die  Geisteswissenschaften,
  die  erste  in  bezug  auf  die  angewandte  Technik.
  Das  ist  die  große  Frage  der  Stunde,  und  ich
bin  sicher,  wenn  sie  klar  und  deutlich  der  Nation
vor  Augen  geführt  wird,  wird  die  Antwort  ein
energisches  Nein  sein.

Wenn  ein  Mißmut  über  die  großen  Opfer  entstanden
  ist,  so  liegt  das  zum  großen  Teil  daran,  daß
es  in  die  breiten  Schichten  unseres  Volkes  bisher
noch  nicht  gedrungen  ist,  was  denn  eigentlich  Kolonisation
  heißt,  weil  diese  Probleme  den  Binnendentschen
  doch  sehr  fern  liegen.  Ich  halte  es  auch  nicht
für  unnützlich,  hier  ganz  kurz  darüber  zu  sprechen.
Kolonisation,  ganz  gleichgültig,  ob  es  sich  um  Plantagenkolonien
  oder  um  Ansiedelungskolonien  handelt,
  heißt  die  Nutzbarmachung  des
Bodens,  seiner  Schätze,  der  Flora,
der  Fauna  und  vor  allem  der  Menschen
  zugunsten  der  Wirtschaft  der
kolonisierenden  Nation,  und  diese  ist
dafür  zu  der  Gegengabe  ihrer  höheren
  Kultur,  ihrer  sittlichen  Begriffe,
  ihrer  besseren  Methoden  verpflichtet.


Angewandt  meint  dieser  Satz  aber,  daß  das
ganze  Bild  eines  solchen  in  Kolonisation  genommenen
  Landes  sich  von  Grund  aus  ändert.  Es
ändert  sich  zunächst  und  von  dem  Gesichtspunkte  des
Naturhistorikers  auch  leider  die  ganze  Faung.  Es
verschwinden  die  wilden  und  gefährlichen  Tiere:  in
den  meisten  Fällen  setzt  der  Europäer  Prämien  auf
deren  Erlegung.  Es  verschwinden  die  nicht  zähmbaren
  Nutztiere,  die  ihres  Elfenbeins,  ihres  Felles
uUsw.  wegen  erlegt  werden,  und  es  treten  an  ihre
Stelle  andere  Nutztiere,  die  importiert  werden.  Mit
dem  Verschwinden  dieser  Tiere  und  der  Anzucht  anderer
  ändert  sich  aber  natürlich  auch  ein  Teil  der
Beschäftigung  des  Eingeborenen.  Ebenso  ändert
sich  die  Flora,  teils  wird  sie  vom  Eingeborenen
raubbaumäßig  ausgebeutet,  weil  hohe  Preise  für
die  Produkte  gezahlt  werden,  z.  B.  für  Gummi,  teils
sällt  sie  der  wirtschaftlichen  Kultur  mit  besseren
Methoden  zum  Opfer.  Der  Urwald  wird  teils  ausgerodet,
  teils  forstmäßig  verwaltet,  die  Dschungeln
werden  durch  Bahnen  und  Straßen  durchbrochen.
Aus  Gründen  der  Schiffahrt  und  der  Hygiene  werden
  Wasserläufe  korrigiert.  Alles  dies  ändert  natur-
        <pb n="127" />
        59  P2.

gemäß  wieder  an  seinem  Teil  auch  die  gewohnte
Lebensweise  und  die  gewohnte  Arbeit  des  Eingekarenen.
  Dann  kommen  neue  und  bis  dahin  unbe-VBante
  Pflanzen,  wie  der  Kakao  und  der  Kassee,  die
aumwolle,  der  Sisalhanf  und  der  Gummibaum,
venn  nicht  ganz  unbekannt  als  Spezies,  so  doch  als
Da  artetät  und  mit  ganz  neuen  Kulturmethoden,  und
uch  denen  muß  sich  nun  wieder  der  Eingeborene
anpassen.

Mit  diesem  allen  aber  kommt  einec  neue  Obrigi

  mit  neuer  Sprache  und  ein  neues  Recht  und
6  ht  zum  wenigsten,  es  kommt  zu  ihm  ein  neuer

.  aube,  neue  moralische  Begriffe  und  es  kommt  zu
m  die  Schule,  Dinge,  die  zusammen  neu  auftre-7

  selbst  einen  Europäer  in  Verwirrung  setzen
withen.  Nun  ist  aber  der  Eingeboreneder
sachtigste  Gegenstand  der  Kolonila
  ton,  ganz  besonders  in  allen  unseren  Plan-Dnnkolonien.
  Denn  da  die  Sklaverei  —  Gott  sei

nur  —  abgeschafft  ist,  die  geeigneten  Arbeiter  also
ererntweder  auf  dem  Wege  des  Kontrakts  aus  anfönm
  Kolonien,  oder  aus  der  eignen  bezogen  werden
das  rno  und  die  manuelle  Leistung  des  Eingeborenen
nent  vichtigste  Aklivum  bildet,  so  liegt  hier  ein  emidas
  wichtiges  Problem.  „Ich  glaube  nicht“,  sagte
englische  Parlamentsmitglied  Emmot  beim  vordang
  internationalen  Baumwollkongreß  in
i#  gendester,  „daß  ein  europäischer  Kongreß  für
eha  eine  Frage  notwendiger  ist  als  für  die  einer
ölhandlung  der  schwarzen  Rassen,  die  den  curo-8
  den  Mächten  unterlan  geworden  sind.“  Tau—-vom
  on  Jahren  haben  jene  Eingeborenen  gelebt
Tier;  rieg  und  der  Sklavenjagd,  von  Jagd  und  vom
er  dang,  von  der  okkupatorischen  Gewinnung  wilos
  ruchte,  in  den  wenigsten  Fällen  von  sehr  mühehaben
  vachsenden  Pflanzenkulturen.  Jahrtausende
lie  ihre  eigenen  Chefs  und  deren  Gerichts-Or

  Win*  Jahrtausende  war  es  ganz  in  der
mist  88  daß  man  die  Rache  am  Feinde  nahm  unzahlen
  to-  daß  man  Frauen  hielt,  so  viele  man  besondern
  onnte,  daß  man  die  Feinde  nicht  nur  tötete,
Fetische  auch  fraß.  Jahrtausende  hat  man  an  die
langen  und  die  Erdgeister  geglaubt.  Nun  verhalb
  30  oisse  deutsche  Kolonisatoren,  daß  inner-Zei#
  Jahren  oder  einem  ähnlichen
an  im  nun  diese  Menschen  alle  umgewandelt
pbäischer  Hollisiert  und  produktiv  werden  nach  euro
werden  deihedr,  Handel  treiben  und  konsumkräftig
deren  kolo  en.  Wenn  schon  die  Geschichte  aller  anleil
  scsssonisatorischen  Nationen  das  direkte  Gegendemselben'
  g  4rt  eine  einsache  überlegung  zu
dieses  Herren,  das  ist  das  Haupiproblem.  Daß
überhan  es  der  schversten  Probleme  ist,  die  es
er  Veit  zu  lösen  gibt,  zeigt  Ihnen  die  Geschichte
100  Jal  Iniglen  Staaten.  Dort  haben  Sie  seit
hren  und  mehr  eine  meistens  von  der  afrika- 



nischen  Westküste  bezogene  schwarze  Bevölkerung,
also  aus  den  Gegenden  wo  unsere  Kolonien  Togo
und  Kamerun  liegen.  Seit  dem  Jahre  1864  hat
man  diesen  Negern  die  vollen  Bürgerrechte  eines
republikanischen  Gemeinwesens  verliehen,  mehr  als
40  Jahre  üben  sie  dieselben  aus.  Aber  wenn  man
heute  fragt,  wo  kann  eine  Gefahr  für  den  Bestand
der  nordamerikanischen  Republik  und  ihrer  poliltischen
  Verhältnisse  liegen,  so  wird  ausnahmslos
hingedentet  auf  jene  Masse  von  9  Millionen  vierielund
  halbgebildelter  Neger,  die  ihre  ererbten  Eigenschaften
  nicht  verloren,  von  der  Kultur  nur  diejenigen
  angenommen  haben,  die  ihre  Rechte  vermehren,
und  deren  Selbstbewußtsein  in  den  meisten  Fällen
in  einem  umgekehrten  Verhältnis  zu  ihrer  Intelligenz
  und  ihrer  Leistung  steht,  und  das  sind  ausnahmslos
  christliche  Neger  in  der  dritten  und  vierten
  Generation,  freie  Amerikaner  in  der  zweiten.
Hier  liegt  das  kulturelle  Problem,  das  ethische
Problem,  welches  wohl  wert  ist,  daß  man  seine
besten  Kräfte  einsetze.  Wenn  man  mit  gewalttätiger
Hand  eingreift  in  uralte  Lebensgewohnheiten,
Familienrechte,  wenn  man  in  aller  Ehrlichkeit  und
mit  allem  Wohlwollen  zu  Felde  zieht  gegen  den
Aberglanben,  wenn  man  Rechtsbegriffe  aufpfropft,
wo  das  entsprechende  Rechtsempfinden  fehlt,  wenn
man  deulsch  verwaltet  mit  der  Pünktlichkeit  des
hohen  Rechnungshofs  in  Potsdam,  wenn  man  die
Neger,  deren  Leislungssähigkeit  in  den  Tropen  teils
durch  die  Ungewohntheit  zur  Arbeit,  teils  durch  das
fruchtbare  Klima  eine  beschränkte  ist,  zu  stark  anspannt,
  und  wenn  man  —  ich  sage  das  mit  aller
Überlegung  —  über  manche  üblen  und  grausamen
Gewohnheiten  nicht  unter  Umständen  wegsehen  kann,
so  kommt  man  natürlich  in  den  Zustand  des  beständigen
  Konflikles,  und  wo  man  auf  selbstbewußte,  gut
bewaffnete  und  ihrer  numerischen  Überzahl  nach
sichere  Eingeborene  trifft,  kommt  man  selbstverständlich
  in  den  Aufstand,  den  man  mit  großen  Opfern
zu  beruhigen  hat.  Hier  hilst  nur  langsame,  verständige,
  überlegte  Tätigkeit  besonders  befähigter
und  vorgebildeter  Leute,  deren  Bewegungsfähigkeit
nicht  zu  stark  eingeschränkt  werden  darf.  Nicht  zu
viel  Vorschristen,  keine  Bureankratie,  sondern
Männer  mit  gesundem  Menschenverstand,  freier
Anschauung,  die  nicht  zu  viele  Ziele  zugleich  im
Auge  haben  und  den  Druck  der  neuen  Regierung
nur  da  ausüben,  wo  es  eben  zur  Erfüllung  jener
beschränkten  Aufgaben  absolnt  notwendig  ist.
Meinc  Herren!  Wie  hat  man  früher  kolonisiert?
Es  kam  der  Händler,  es  kam  die  Adventurers  Company
  und  sie  verkauften  dem  Eingeborenen,  was  er
am  liebsten  haben  wollle,  den  Schnaps,  das  „Feuerwasser“,
  die  Feuerwaffen.  Man  hat  damit  den
Grund  zur  Zerstörung  großer  Massen  gelegt.  Es
ist  ja  zweifellos,  daß  manche  Eingeborenenstämme
geradeso  wie  manche  Tiere  in  der  Zivilisation  unter-3
        <pb n="128" />
        W  60  r20

gehen  müssen,  wenn  sie  nicht  degenerieren  und
Staatspensionäre  werden.  In  unseren  deutschen
Kolonien  sind  wir  erfreulicherweise  mit  diesen  Elementen
  nicht  zu  stark  belastet.  Aber  die  Geschichte
der  Kolonisation  der  Vereinigten  Staaten,  doch  des
größten  Kolonisationsunternehmens,  das  die  Welt
jemals  gesehen  hat,  hatte  als  ersten  Akt,  die  nahezu
vollständige  Vernichtung  der  Ureinwohner.  Demgegenüber
  ist  es  eine  Freude,  zu  konstatieren,  daß
mit  dem  kulturellen  Fortschritt  in  der  Welt  auch  die
Kolonisationsmethoden  eine  große  Wandlung  haben
durchmachen  können.  Hat  man  früher  mit
Zerstörungsmitteln  kolonisiert,  so
kannman  heute  mit  Erhaltungsmitteln
  kolonisieren,  und  dazu  gehören
ebenso  der  Missionar,  wie  der  Arzt,
die  Eisenbahn,  wiedie  Maschine,also
die  fortgeschrittenetheoretische  und
angewandte  Wissenschaft  auf  allen
Gebieten.

Wir  haben  erfreuliche  Zeugnisse  des  Wirkens
der  Missionen  in  unseren  Schutzgebieten,  und  ich
brauche  als  Bürger  eines  Staates  mit  christlicher
Kultur  mich  über  die  Wichtigkeit  dieser  Seite  nicht
weiter  auszulassen.  Wir  haben  glänzende  Reful.
tate  des  Arztes.  Dem  deutschen  Arzt  ist  es  gelungen,
den  gefährlichsten  Feind  der  Weißen,  die  Malaria,
zu  bändigen.  Nach  den  neuesten  Nachrichten  ist  es
ihm  gelungen,  einem  der  gefährlichsten  Feinde  der
Schwarzen,  der  im  letzten  Jahre  über  300  000  Opfer
gekostet  hat,  der  Schlafkrankheit,  energisch  entgegenzutreten.
  Er  hat  ein  Mittel  entdeckt,  um  die  Rinderpest
  durch  Impfung  zu  bekämpfen,  eine  Krankheit,
die  noch  in  unserem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete
  innerhalb  20  Jahren  Hunderte  von  Millionen
gekostet  hat.  Dazu  kommt  die  Bekämpfung  der
Pflanzenkrankheiten  und  -Schädlinge,  lauter  Feinde
unserer  wirtschaftlichen  Kultur.  Wir  haben  als
wichtigstes  Kolonisationsmittel  die  Eisenbahn.  Sie
nimmt  von  den  Schultern  und  dem  Rücken  von
Hunderttausenden  von  Trägern  die  Last,  macht  sie
für  andere  Tätigkeit  frei,  verstattet  ihre  Bewegung
nach  den  Orten,  wo  die  Arbeit  gefragt  ist,  sichert  die
Gesetzmäßigkeit  und  die  Rechtspflege.  Die  Eisenbahn
  macht  den  Eingeborenen  konsumsähig.  Denn
wenn  von  unseren  deutschen  Kolonien  nur  gegenwärtig
  ein  minimaler  Prozentsatz,  selbst  der  okkupatorisch
  zu  gewinnenden  Güter,  seinen  Weg  nach
der  Küste  findet,  der  Rest  aber  verdirbt,  so  ändert
dies  die  Eisenbahn  mit  einem  Schlage,  und  Hunderttausende,
  ja  Millionen  von  Eingeborenen  werden
verdienstfähig  und  beginnen  ihren  Verdienst  anzulegen
  in  Kulturgütern,  die,  wenn  auch  zunächst  noch
keinen  sehr  hohen  Wert  haben,  doch  einen  gewissen
besitzen,  und  die  wieder  andere  Eingeborene  dazu
anreizen,  sich  auf  dieselbe  friedliche  Weise  in  deren
Besitz  zu  setzen.

 

In  den  „Mitteilungen  der  ostschweizerischen
geographisch-kommerziellen  Gesellschaft“  berichtete
ein  Forschungsreisender  vor  kurzem  über  den  Einfluß
  der  Uganda-Bahn  in  dem  Deutsch-Ostafrika  benachbarten
  Gebiete  auf  die  Eingeborenen  dortselbst.
Der  Reisende  war  vor  10  Jahren  vor  dem  Bau  der
Eisenbahn  schon  in  jener  Gegend  und  konnte  nun
Vergleiche  anstellen.  Er  schreibt,  daß  er  hoch  erstaunt
  war  über  die  gewaltigen  Veränderungen,
welche  die  Eisenbahn  besonders  unter  den  Bergpölkern
  im  Innern  hervorgerufen  hat.  In  friedlichen
Kraalen  wohnend,  seien  die  wilden  Stämme  jetzt
vollständig  für  die  Arbeit  gewonnen,  und  viele
beginnen  bereits,  Englisch  zu  sprechen.  Die  vor
10  Jahren  zu  jeder  Arbeit  notwendigen  indischen
Kulis,  welche  28  Francs  pro  Monat  kosteten,  sind
durch  einheimische  Neger  ersetzt,  welche  für  7  bis
10  Francs  monatlich  arbeiten.  Das  zeigte  sich
übrigens  schon  bei  dem  Bau  des  Endstückes  der
Eisenbahn,  denn  von  5115  Arbeitern,  welche  die
Bahnverwaltung  im  Jahre  1904  beschäftigte,  waren
schon  2342  Afrikaner  und  von  4286  Arbeitern  im
letzten  Baujahre  1905  sogar  schon  3175  afrikanische
Eingeborene.  Raubzige,  die  früher  in  dem  Gebiete
der  Eisenbahn  an  der  Tagesordnung  waren,  sind
jetzt  infolge  des  neuen  Verkehrsmittels  geradezu
unmöglich  geworden.  Dagegen  haben  der  Ackerbau
der  Eingeborenen  und  der  Export  von  Körnerfrüchten,
  Kartoffeln  und  Bohnen  aus  dem  Innern  von
Uganda  seit  1903  sich  verdoppelt  und  verdreifacht.

Die  Technik  ist  vielleicht  die  wichtigste  Hilfswissenschaft
  des  Kolonisators.  Wir  haben  den
Bohrtechniker  und  den  Windmotor,  von  dem  wir  mit
Sicherheit  erwarten  können,  daß  sie  das  große,  jetzt
als  wasserlos  geltende  südwestafrikanische  Schutzgebiet
  in  denselben  blühenden  Zustand  versetzen  werden,
  in  dem  sich  zur  Zeit  die  englische  Kapkolonie
befindet,  die  unter  ganz  gleichen  Verhältnissen
emporgewachsen  ist,  aber  mangels  dieser
Hilfsmittel  auch  hundert  Jahre  dafür  gebraucht
  hat.  Wir  haben  den  Elektrotechniker,  der
große  ausbenlungsfähige  Wasserkräfte  in  den  Dienst
der  Kultur  spannen  wird.  Ja  sogar  die  direkie
Sonnenwärme  zu  motorischen  Zwecken  nutzbar  zu
machen,  ist  gelungen,  und  die  Versuche  haben  sich
besonders  in  Kalifornien  unter  klimatischen  Verhältnissen,
  die  denen  von  Südwestafrika  ähnlich  sind,
angeblich  nutzbar  gezeigt.  Wir  haben  den  Geologen,
der  heute  noch  unbekannte,  aber  jedenfalls  sehr  große
mineralische  Schätze  finden  und  dadurch  einer  großen
Anzahl  von  Menschen  eine  lohnende  Beschäftigung
geben  wird.

Unsere  Juristen  helsen  uns,  einheimisches  Recht
und  fremden  Gebrauch  nützlich  zusammenzuschmicden;
  die  vergleichende  Rechtswissenschaft,  findet  auch
in  Afrika  ein  ähnlich  reiches  Feld  ihrer  Betätigung,
wie  die  vergleichende  Völkerkunde  und  Anthropolo-
        <pb n="129" />
        G  61

zie,  der  wir  ja  auch  bezüglich  der  Erforschung  unlerer
  Schutzgebiete  schon  manches  zu  danken  haben.
Tazu  kommen  Chemie,  Geographie,  Botanik,  Zoologie

  usw.,  die  wieder  der  Landwirtschaftslehre  vorarbeiten,
  in  welcher  sich  ein  spezieller  Zweig,  die

tropische  Landwirtschaftslehre,  ausgebildet  hat.
Unsere  Theologen  und  die  vergleichende  Reli-Ronswissenschaft
  werden  unsere  Missionen  unterstützen
  in  der  Erkenntnis  der  Wege,  wie  alte  Anhauungen
  durch  christliche  Begriffe  ersetzt  werden.
sere  Philologen  bringen  uns  durch  Feststellung
er  orte  und  Wortkombinationen  das  Geistesleben
us  Eingeborenen  näher.  Unsere  Volkswirtschaftler
bei  Historiker  ziehen  die  Vergleiche  mit  der  Tätigit
  anderer  Kolonisationsnationen  und  werden  uns
velsen,  aus  deren  Erfahrungen  unserseits  ohne
dures!  Lehrgeld  zu  lernen,  wo  es  nicht  etwa  durch
de  absolnie  Neuheit  der  Situation  notwendig  wird.
ere  Statistir  ist,  wie  auf  allen  Gebieten  der  Politik,
Sipauch  auf  dem  der  Kolonialpolitik,  nicht  zu  ent-½
  Neue  Methoden  in  der  andreresung
wie  zuror  Sicherheit  des  Besitzes  schneller  her  als
unddiiese  Beispiele  lassen  sich  willkürlich  vermehren
öerelie  zeigen,  wie  man  in  moderner  Weise  koloniwan
  boll,  wie  sich  bei  dieser  Kolonisation  die  angezu
  te  und  die  iheoretische  Wissenschaft  die  Hand
der  eichen  haben  und  wie  die  Fehler  vermieden  wer-#wbnnen,
  die  unnütze  Opfer,  viel  Blut  und  manursach
  Schwierigkeiten  zu  Hause  und  draußen  verschrenen.
  Dieses  Fortschrittes  werden  sich  dann
ine  der  Handel  und  das  Kapital  bemächtigen.
bew#  verständige  Regierung  wird  diese  Bahn  zielin
  den  verfolgen,  und  die  Periode  des  Übergangs,
die  Opfer  noch  den  Nutzen  überwiegen,  wird

wes.  .

besessng  abgekürzt  werden.

hunde  lind  aber  nicht  nur  die  Wissenschaften,  die
habenk  tsältige  Beziehungen  zur  Kolonialpolitik

Aufa.)  Auch  die  K  in  reiches  Feld  von
¾Z  d  die  Kunst  findet  ein  reiches  F
ausgaben  idn  sin  vermag  mit  Mitteln,
fer  ine  Wissenschaft  besitzt,  uns  diese  weit  ent-6r
  und  inderbaren  Fes  und  Leute  mensch-Englaner
  zu  bringen.  Dichter,  die  wie  Kippling  in
ausschlief  Pierre  Loti  in  Frankreich,  ihre  Motive
freiliqh  eHlich  aus  den  Kolonien  nehmen,  haben  wir
baben  och  nicht  in  Deutschland,  und  unsere  Maler
ive  unt  sich  bisher  noch  entgehen  lassen,  ihre  Mowesiafrikr
  dem  dankbaren  blauen  Himmel  von  Süd-Kam
  erun  und  in  den  Urwäldern  von  Togo  und
da  es  dder  am  Kilimandjaro  zu  holen.  Aber
in  jeden  Musgabe  der  Kunst  ist,  durch  ihre  Werke
ihm  verbo  enschen  das  Beste  und  Edelste,  das  in
in  das.  Ben-  gen  ist,  auszulösen  und  die  Empfindung
unseren  Hnßtsein  zu  übertragen,  so  hat  sie  auch  in
sind  in  dolonien  eine  große  Aufgabe.  Denn  uns
Schönh  eitenselben  geschenkt  Länder  von  wilder
Feit,  von  einer  großartigen  Natur,  Tier-  und

wie  sie  ke

 

—

Pflanzenwelt.  Es  liegt  in  dem  Wesen  der  Kolonisation,
  daß  sie  diesen  Dingen  nicht  freundlich  ist,  daß
sie  zu  einer  gewissen  Zerstörung  und  Zurückdräugung
  hinneigt  und  aus  materiellem  Interesse  in  das
Antlitz  von  Gotles  freier  Natur  hineinzukorrigieren
sucht.  Da  hat  die  Kunst  die  Sendung,  den  Sinn
für  das  Edle  und  Schöne  in  einer  freien  und  unberührten
  Welt  zu  heben,  da  werden  der  Dichter  und
der  Musiker  wie  der  bildende  Künstler  der  deutschen
Nation  einen  großen  Dienst,  ihrer  ethischen  und
ästhetischen  Empfindung  einen  großen  Vorschub
leisten.

Es  soll  bei  allen  diesen  Gesichtspunkten  nicht
vergessen  werden,  daß  die  Kolonialfrage  zum  guten
Teile  eine  Geldfrage  ist,  und  es  ist  die  wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit  der  Nation  zu  prüfen.  Man  berechnet,
  daß  das  Deutsche  Reich  in  22  Jahren  700
Millionen  Mark  für  seine  Kolonien  ausgegeben
habe.  Das  macht  im  Durchschnitt  etwa  30  Millionen
Mark  jährlich,  wobei  ganz  außer  acht  bleiben  kann,
daß  unter  den  Ausgaben  sich  auch  viele  Millionen
für  werbende  Zwecke  befinden,  sich  also  noch  bezahlt
machen  werden.  In  diesen  22  Jahren  hat  sich  das
deutsche  Nationalvermögen  um  mindestens  30  000
Millionen  vermehrt.  Die  Ausgaben  für  die  Kolonien
  betragen  also  etwa  2  Prozent  von  dem  Zuwachs
des  deutschen  Nationalreichtums  während  der  Zeit
der  Ausgabenbestreitung.  Die  Sparanlagen  des
deutschen  Volkes  in  den  öffentlichen  Sparkassen  beiragen
  zur  Zeit  jährlich  etwa  700  Millionen
Mark,  und  die  derzeitigen  Einlagen  in  diesen  Sparkassen
  enva  13  000  Millionen.  Es  betragen  also
die  gesamten  Ausgaben  für  unsere  Kolonien  in
22  Jahren  nicht  mehr  als  der  weniger  bemittelte
Teil  unseres  Volkes  in  einem  Jahre  zurückgelegt
hat  und  durchschnittlich  aufs  Jahr  gerechnet  weniger
als  ein  Viertel  vom  Hundert  des  Sparkassenvermögens.
  Wenn  die  Kolonialpolitik  bis  jetzt  einem
besonderen  Kreise  des  deutschen  Volkes  Vorteil  gebracht
  hat,  so  ist  es  der  Kreis  der  Industriearbeiter.
Die  kapitalistischen  Unternehmungen  in  den  Kolonien
  sind  noch  zu  jung,  um  schon  beträchtliche  Gewinne
  zu  bringen.  Aber  der  Handel  Deutschlands
in  seinen  Schutzgebieten  hat  sich  günstig  entwickelt.
Von  einem  Gesamthandel  der  deutschen  Schutzgebiele
  außer  Kiautschon  von  100  Millionen  Mk.  gehen
etwa  für  50  Millionen  deutsche  Industrieprodukte
  zur  Zeit  nach  den  Schutzgebieten,  außer
Kiautschon,  wobei  nicht  in  Rechnung  gesetzt  ist,  was
an  deutschen  Waren  noch  über  England,  Sansibar
usw.  nach  unseren  Kolonien  gelangt.  Nimmt  man
an,  daß  unsere  industrielle  Ausfuhr  nach  den  Kolonien
  im  Werte  von  50  Millionen  Mark  durch  Zahlung
  von  40  Millionen  Mark  Löhne  fabriziert  wird,
und  daß  die  Arbeiter  etwa  ½  des  jährlichen  Reichsaufwandes
  für  die  Kolonien,  nämlich  10  Millionen
Mark,  zu  tragen  hätten,  so  würde  immer  noch  auf
        <pb n="130" />
        W  6.2  20

jede  Mark  Aufwand  4  Mark  Einkommen  an  Verdienst
  treffen,  das  durch  die  Kolonien  bedingt  ist.
Auf  die  Gesamtheit  der  in  Deutschland  gezahlten
Arbeitslöhne  von  jährlich  über  12½  Milliarden
Mark  und  bei  einem  Beitrag  von  33½  Prozent
scitens  aller  Lohnarbeiter  in  Deutschland  zu  den
kolonialen  Unkosten  würden  auf  jeden  Mann  mit
1000  Mk.  Einkommen  80  Pfg.  pro  Jahr  an  Beisteuer
  zu  den  kolonialen  Kosten  kommen,  das  ist  der
Lohn  für  eine  bis  zwei  Stunden  Arbeit  im  Jahr.
Wir  zahlen  gern  im  Interesse  unserer  Wehrkraft
und  unserer  Machtstellung  und  für  an  sich  ganz  unproduktive
  Leistung  unser  Armee-  und  Marinebudget.
  Dasselbe,  und  zwar  nur  die  ordentlichen
Ausgaben  ohne  Neubauten  ist  728  Millionen  in
1906,  also  in  einem  Jahre  mehr  als  uns  die  Kolonien,
  die  doch  werbenden  Zwecken  dienen,  in
22  Jahren  bei  vier  größeren  Kriegen  gekostet  haben.

Aber  noch  deutlicher  wird  die  Frage  illustriert,
wenn  Sie  die  Gesamtauslagen  für  die  Kolonien  mit
dem  Nationalvermögen  in  Vergleich  bringen.  Dieses
Nationalvermögen  hat  man  schon  vor  10  Jahren
auf  etwa  150  Milliarden  Mark  angesetzt,  die  Ausgaben
  für  die  Kolonien  in  22  Jahren  sind  davon
1½  Prozent.  Von  jeder  Mark  deutschen  Nationalvermögens
  ist  in  der  ganzen  Zeit  unseres  Besitzstandes
  1½  Pfg.  in  unsere  Kolonien  gegangen.  Wer
sich  diese  Zissern  vor  Augen  hält,  kann  nicht  sagen,
daß  die  Anforderungen,  die  unser  kolonialer  Besitz
an  uns  stellt,  solche  sind,  die  die  deutsche  Nation
nicht  gern  und  freudig  leisten  könnte.

Wie  die  angewandten  und  die  theoretischen
Wissenschaften  zu  einer  kolonialen  Entwicklung  beitragen
  können,  soll  an  einem  praktischen  Beispiel
auseinandergesetzt  werden,  und  ich  wähle  dafür
gerade  unser  südwestafrikanisches  Schutzgebiet,
welches  in  der  letzten  Zeit  ja  im  Vordergrund  des
Interesses  gestanden  hat.

Weit  und  breit  war  und  ist  auch  wohl  zum  Teil
noch  die  Ansicht  vorhanden,  daß  wir  eine  Sand-  und
Steinwüste  dort  mit  Opfern  okkupieren,  die  uns
das  Land  niemals  wiedergeben  kann.  Wäre  dies
nicht,  so  argumentiert  man,  so  würde  nie  dieser
lange  Küstenstrich  der  Besetzung  durch  unsere  englischen
  Nachbarn  entgangen  sein.  Es  ist  in  der  Tat
geologisch  ein  merkwürdiges  Land;  von  der  Küste
einwärts  ist  zunächst  ein  60  bis  100  km  breiter
Sanddünenstreifen  wasserlos,  pfadlos,  und  er  ist  es,
der  andere  Nationen  abgeschreckt  hat.  Sind  doch
noch  in  den  letzten  Jahren  in  diesen  Dünen  cine
Anzahl  von  Europäern  verdurstet  und  verhungert,
weil  ihre  Pfade  verweht  waren.  Zwei  Eisenbahnen
überwinden  diesen  sonst  tagelang  aufhaltenden  und
große  Ausrüstung  notwendig  machenden  Streifen
jetzt  in  ein  paar  Stunden  in  täglichen  Zügen.  Das
Land  selbst,  nur  gering  mit  Baumwuchs  bestanden,
ist  nur  etwa  zu  drei  Vierteln  gründlich  bekannt;

 

denn  jenes  letzte  Viertel,  das  Land  der  Lvambos,
ist  zur  Zeit  gesperrt,  weil  man  sich  klar  ist,  daß  man
mit  der  bisherigen  Methode  des  Eindringens  nur
Schwierigkeiten  haben  wird.  Denn  die  Waffen,  die
jene  Leute  besitzen,  sind  dieselben,  wie  sie  unsere
Soldaten  besitzen,  und  wir  müssen  andere  Mittel
anwenden,  um  die  Superiorität  des  Deutschen  zu
zeigen,  diese  Mittel  habe  ich  oben  angeführt.  Der
Rest  ist  größtenteils  ein  Weideland.  Es  ist  jetzt
ziemlich  verödel,  aber  nicht,  wie  man  annimmt,  im
wesentlichen  als  eine  Folge  der  deutschen  O  kkupation
und  der  daran  sich  knüpfenden  Kriege,  sondern  eine
Jolge  der  jahrzehntelangen  Fehden  zwischen  den
dort  wohnenden  Hottentotten  und  Bantustämmen,
in  denen  der  räuberische  und  kraftvolle  Hottentotte
den  schwächeren  und  durch  seinen  großen  Viehbesitz
unbeweglicheren  Herero  bedrängt  hatte,  und  eine
Faolge  jener  aus  dem  Innern  von  Afrika  eingeschleppten
  Rinderpest,  der  ungeheuere  Viehmassen
zum  Opser  gefallen  sind.  In  manchen  Orten,  wo
man  eine  Zählung  veranstaltet  hat,  sind  bis  98  Prozent
  der  Tiere  gefallen.  Unsere  historische  Lenntnis
lehrt  uns  aber,  daß  unser  Schutzgebien  vor  nicht
langer  Zeit  bis  zu  zwei  Millionen  Stück  Rindvieh
in  einem  Werte  von  etwa  200  Millionen  Mark  beherbergt
  hat,  einem  Wert,  den  jedes  vierte  oder
fünfte  Jahr  in  voller  Höhe  wieder  reproduziert.
Dabei  sind  während  dieser  Jahre  selbst  für  den
weißen  Ansiedler  die  Produktionskosten  eines  Stück
Rindvieh  25  bis  27  Mk.,  während  der  Verkaufspreis
  heute  300  Mk.  ist,  der  in  normalen  Zeiten
wohl  auf  120  bis  100  Mk.  zurückgehen  dürfte.

Die  vergleichende  Geologie  und  Botanik  aber
lehrt  uns,  daß  Boden  und  Futterkräuter  die  gleichen
sind  sowohl  im  Norden  wie  im  Süden,  wie  sie  in  dem
Betschuana-Land  bzw.  der  Karoo  der  benachbarten
Kapkolonie  existieren,  und  die  Statistik  zeigt  uns,
daß  auf  ähnlich  großen  Territorien  ähnlicher  Gestaltung
  in  diesen  Ländern  etwa  2  800  000  Stück
Rindvieh  und  zwischen  10  und  11  Millionen  Wollschafe
  und  Angoraziegen  existieren.  Der  Ackerbaulechniker
  hat  die  QOualität  dieser  Flora  festgestellt,  er
hat  aber  mehr  getan.  Fortwährend  werden  neue
Gewächse  entdeckt  in  der  ganzen  Welt  und  erfolgreiche
  Versuche  für  ihre  Anpflanzung  in  Südwestafrika
  gemacht,  um  diesen  anscheinend  so  unertragssähigen
  Boden  mit  hochwertige  Produkte  liefernden
Pflanzen  zu  besetzen.  Manches  ist  noch  im  Anfang,
vieles  vielleicht  aussichtslos,  aber  viele  schöne  Resultate
  sind  bereits  erzielt.

Einc  vor  mehreren  Jahren  verloren  gegangene
Kiste  getrockneter  Datteln,  die  auf  den  Weg  gefallen
war,  zeigt  dem  erstaunten  Wanderer  jetzt  3  m  hohe
Dattelbäume,  die  schon  anfangen,  Früchte  zu  tragen-Es
  werden  Versuche  gemacht  mit  einem  mextkanischen
  Gummistrauch,  der  Guayoule,  deren  Erfolg
  noch  dahinsteht,  die  aber  dort  in  einem  Klima,
        <pb n="131" />
        E

dos  durchaus  ähnlich  ist,  und  auf  einem  Boden,
wilducht  besser  ist  und  in  gleicher  Höhe  lagert,  als
mit  "“  Unkrant  gedeiht.  Versuche  werden  gemacht
ant.  em  von  dem  Pflanzenphysiologen  Luther  Bursanz
  auf  dem  Wege  der  Selektion  hergestellten
nindelofen  Kaktus,  der  nahezu  überall  in  den  Kolodem
  gedeihen  würde.  Die  Tabakanpflanzungen,  die
nanen  des  Transvaal  nachgebildet  sind,  gedeihen
##nz  ausgezeichnet  in  den  Flußtälern.  Mais  und
kohnen,  Weizen,  Gerbstosse,  Baumwolle  und  Wein
*5ê[  den  in  großen  Mengen  angesetzt  werden,  und  es
kandoch  gar  nicht  zu  übersehen,  wie  weit  das  führen
sorin,  sobald  die  Wassererschließung  entsprechend
tgeschritten  ist.  Die  aber  wird  jetzt  von  dem
nuohrecchniker,  systematisch  in  die  Hand  genommen
west  es  zeigt  sich,  daß  an  unzähligen  Stellen  Südwehafrikas
  Wasser  gut  und  reichlich  zu  haben  ist,
ar  n  man  entsprechend  danach  gräbt,  und  zwar
bra  nicht  einma  zu  tief  gräbt,  aber  um  es  zu  heben,
braucht  man  dann  den  Windmotor  und  dieser  wieder
banucht,  um  in  das  Land  zu  gelangen,  die  Eisenbeln-
  In  der  Kapkolonie,  die  reichlich  Eisenbahnen
im  ,  hat  man  Wasser  durch  Bohrungen  erschlossen
Lic  hre  1903  11  Millionen,  1904  10,7  Millionen
*  pro  Tag  an  Quellwasser,  an  Grundwasser
16  Millionen,  1904  31,8  Millionen  Liter  pro“
Aun  Daneben  ist  der  Geologe  eifrig  an  der  Arbeit.
Etelerr  wird  erfolgreich  gewonnen,  viele  andere
arrn  sind  bekannt  und  werden  jetzt  prospektiert.
EW]  und  Diamanten,  Goldspuren  usw.  weisen
lei  u  hin,  daß  auch  da  die  Geologie  noch  mancherhat.
  unutlären,  die  Chemie  mancherlei  festzustellen
Zwecke  wird  demnächst  ein  Laboratorium  für  diese
Ne  im  Schutzgebiet  errichtet  werden.
teh  renichdem  aber  jetzt  friedliche  Verhältnisse  einforgen-
  i#t  die  Hauptaufgabe:  wie  werden  wir  dafür
holt,  n  daß  sich  der  Stamm  der  Herero  wieder  er-Kulimee
  werden  wir  ihm  eine  gemäße  und  der
Lebensi  entsprechende  Beschäftigung  und  eine
fortp  Sttuation,  in  der  er  sich  wie  früher  reichlich
Hotlem#eden  kann,  schaffen,  wie  werden  wir  den
von  gefatten  ihre  Unsteligkeit  abgewöhnen  und  sie
kommelehtlichen  zu  nützlichen  Bürgern  machen.  Da
Jurisee  dann  die  Aufgaben  des  Soziologen  und
men,  1  ,  des  Missionars  und  des  Arztes  zusamind
  da  können  schöne  Erfolge  erzielt  werden.
der  e  der  Budgetkommission  des  Reichstags  hat
Deuts  chiessor  Hahn,  ein  im  Schutzgebiet  geborener
eemischer  der  seit  40  Jahren  in  Kapstadt  lebt,  als
der  beste  Geologe  großes  Ansehen  genießt  und  als
unsere=  gulenner  des  Kaplandes  gilt,  der  aber  auch
dieser  a  r*  bereist  hat,  erklärt:  „Große  Teile
und  aussichlue  sind  nach  allen  Richtungen  so  gut
Mein  “rreich  wie  die  Kapkolonie.“
an  einigen  Iisuen  Was  das  heißt,  möchte  ich  Ihnen
man  würde  lern  klar  machen.  Man  hat  gerechnet,
in  Deutsch-  Südweslafrika  niemals  eine

 

„

 

63  20

große  Anzahl  von  Europäern  ansetzen  können.
Deutsch-Südwestafrika  hat  842  000  akm,  die  Kapkolonie
  hat  495  000  akm  und  es  leben  darauf
350  000  Weiße.  Nach  dem  neuesten  Jahrbuch  der
Weltwirtschaft  betrug  die  Einfuhr  in  der  Kapkolonie
  im  Jahre  1903  700  Millionen  Mark.
Nun  ist  ja  nicht  zu  vergessen,  daß  in  der  Kapkolonie
  die  große  Diamantmine  von  Kimberley
liegt,  und  es  noch  sehr  zweifelhaft  ist,  ob  wir  ein
ähnliches  Diamantvorkommen  bei  uns  finden,  soviel
  Blaugrundstellen  wir  auch  schon  entdeckt  haben.
Ich  nehme  deshalb  von  der  Ausfuhr  die  Diamanten
  aus  und  stelle  sest,  daß  für  20  000  000
Mark  Straußenfedern,  für  13  000  000  Mark  Angoraziegenhaar,
  für  37  000  000  Mark  Schafwolle
und  für  23  000  000  Mark  Edelmetalle,  doch
im  wesentlichen  Kupfer,  ausgeführt  worden  sind.
Der  Staat  hatte  am  31.  Dezember  1903  4000  km
Staatsbahn  in  Betrieb,  die  sich  mit  durchschnittlich
3½  Prozent  rentierten,  das  Gesamtbudget  war
235  000  000  Mark  und  zeigte  einen  Überschuß  von
10  000  000  Mark  nach  Zahlung  sämtlicher  Zinsen,
Annnitäten  usw.  für  die  Eisenbahn.

Meine  Herren!  Wenn  wir  auch  dies  alles  für
Südwestafrika  sobald  nicht  erreichen  können,  so
können  wir  doch  einen  sehr  großen  Teil  davon  erreichen,
  und  wir  brauchen  kein  Budget  von
230  000  000  Mark  und  keine  Ausfuhr  von  450  Millionen
  Mark  und  Einfuhr  von  700  000  000  Mark,
um  den  Nachweis  zu  führen,  daß  Südwestafrika
eine  gute  Kolonie  sein  kann.  Ich  persönlich  halte
sie,  und  ich  spreche  das  mit  voller  Uberzeugung  nach
langer  Uberlegung  aus,  für  die  sicherste  sämtlicher
Kolonien  in  materieller  und  klimatischer  Beziehung,
die  wir  Deutsche  besitzen,  ungeachtet  der  wirklich
hohen  Meinung,  die  ich  auch  von  dem  Rest  unseres
kolonialen  Besitzes  habe.

Ein  Farmer,  Herr  Schletiwein  aus  Südwest,
hat  uns  eine  Anzahl  von  Rechnungen  aufgemacht,
wie  nach  seiner  Erfahrung  sich  die  Wirtschaft  dort
gestaltet,  und  das  ist  durchaus  befriedigend,  einfach
und  sehr  vielversprechend.  Er  selbst  ist  in  wenigen
Jahren  zu  einem  reichen  Manne  dort  geworden.
Und  schon  vor  zwei  Jahren  wurden  die  Aufstandsverluste
  der  verhältnismäßig  wenigen  Ansiedler  auf
zwanzig  Millionen  Mark  beziffert.  Dies  beruht
auf  tatsächlichen  Feststellungen.

Wie  ich  oben  davon  gesprochen,  welche  Beteiligung
  die  deutsche  Wissenschaft  und  der  deutsche  Geist
an  der  Entwicklung  der  Kolonie  nehmen  können  und
sollen,  so  will  ich  auch  noch  kurz  darauf  hinweisen,
wie  wichtig  dieser  Besitz  für  alle  Klassen  unserer
Bevölkerung  ist.  Einen  wirklichen  Nutzen  an  den
Kolonien  haben  bisher  nur  die  Industriearbeiter
gehabt,  welche  ja  jetzt  die  ganze  Kolonialpolitik  in
Bausch  und  Bogen  verdammen  wollen.  Von  jenen
errechneten  700  000  000  Mark,  die  Deutschland  für
        <pb n="132" />
        G  64  20

seine  Kolonien  ausgegeben  hat,  ist  sicher  mehr  als
die  Hälfte,  wenn  nicht  drei  Viertel,  als  Arbeitslohn
in  die  Hände  der  Industrien  gegangen  und  hat
direkt  die  Arbeitsnachfrage  vermehrt  und  auf  die
Löhne  eingewirkt.  Aber  unsere  Industrie  wird  auch
von  der  Entwicklung  der  Kolonien  weiterhin  eine
starke  Unabhängigkeit  gewinnen  in  bezug  auf  ihre
Rohprodukte  und  ihren  Absatz,  und  wie  wichtig  das
ist,  hofse  ich  dieser  Tage  noch  an  anderer  Stelle  ausführen
  zu  können.

Auch  die  Landarbeiterbevölkerung,  die  zum  erheblichen
  Teil  die  Olfrüchte  und  anderen  Produkte,
die  den  Kolonien  eigen  sind,  konsumiert,  wird  in
ihrer  Lebenshaltung  erleichtert.  Der  Zersplitterung
  unseres  Grundbesitzes  in  Deutschland  wird  in
gewisser  Weise  entgegengearbeitet.  Denn  schon  jetzt
ist  eine  Anzahl  von  zweiten  Söhnen  besser  gestellter
Landwirte  teils  unterwegs,  teils  bereit,  nach  Südwestafrika
  und  in  andere  unserer  Kolonien  auszuwandern
  und  dort  neu  zu  beginnen,  um  eine  weiterc
Zersplitterung  des  heimischen  Familienbesitzes  zu
vermeiden.  Die  Bewegung  ist  sehr  aussichtsvoll,
wenn  man  bedenkt,  daß  Länderstrecken  in  Westafrika
von  1½mal  der  Größe  des  Deutschen  Reiches  für
Weiße  besiedlungsfähig  sind,  in  Ostafrika  nach
Rechnung  des  Herrn  Leue  ein  Gebiet  mindestens  in
der  Größe  von  Preußen,  was  dort  um  so  wichtiger
ist,  als  der  Boden  fruchtbar  ist,  d.  h.  eine  große
Anzahl  von  Siedlern  vertragen  kann.  Der  Nutzen
für  Kaufleute  und  für  die  Schiffahrt  ist  zu  offenliegend,
  um  darauf  zurückzukommen.

Der  Nutzen  für  die  Entwicklung  unserer  Wissenschaft,
  der  angewandten  und  theoretischen,  ist  ganz
außerordentlich.  Deshalb  handelt  es  sich,  abgesehen
  von  der  materiellen  Seite  der  Kolonien  in
dem  gegenwärtigen  Zustand  um  große  nationale
Güter,  und  es  ist  notwendig,  daß  im  gegenwärtigen
Moment  verständige,  in  der  Nation  angesehene
Leute,  wie  es  im  Hamlet  heißt:  „Zwischen  sie  und
ihr  Seel'  im  Kampf  treten“,  ausklärend  und  erleuchtend
  wirken,  die  Tatsachen  richtig,  mit  ihren
Licht-  und  Schattenseiten  darstellen,  und  nicht  nur
selbst  die  Überzeugung  von  dem  sittlichen  und  wirtschaftlichen
  Wert  unserer  kolonialen  Arbeit  gewinnen,
  sondern  sie  auch  der  neuen  Generation
mitteilen,  auf  daß  Deutschland  der  Ehre  und  des
Nutzens,  welchen  ein  blühender  Kolonialbesitz  mit
sich  bringen  wird,  nicht  verlustig  gehe  und  hinter
seinen  Rivalen  nicht  zurückbleibe  aus  Kleinmut,
aus  Mißverständnis  und  aus  tibelwollen.  Meine
Herren!  In  unserer  Nation  schlummern  —  wir
haben  das  bei  mancher  ernsten  Gelegenheit  gesehen
—vielcundstarke  Kräfte,  die  bereit  sind,  sich
in  den  Dienst  einer  großen  nationalen
Aufgabe  zu  stellen.  Helfen  Sie  uns,  diese
Kräfte  zu  lösen.  An  Sie,  die  Hüter  der  Kulturgüter
  unserer  Nation,  an  die  Führer  und  Lehrer

 

unserer  heranwachsenden  Geschlechter  geht  im  nationalen
  Interesse  unsere  Bitte,  helfen  Sie  uns,  den
Impuls  zu  wecken,  ohne  den  nach  einem  Bismarckschen
  Worte  keine  Kolonialpolitik  Erfolg  haben
kann.

II.
Vortrag,

gehalten  auf  Veranlassung  des  Deutschen  handelstages
  am  11.  Januar  1907.

Meine  Herren!  Ich  erachte  es  als  einen  besonderen
  Vorzug,  zu  Ihnen,  den  Vertretern  des  deutschen
  Handels  und  der  deutschen  Industrie  sprechen
zu  dürfen,  weil  ich  bei  Ihnen  sicher  bin,  das  Verständnis
  für  die  Fragen,  deren  Behandlung  und
Bearbeitung  mir  jetzt  obliegt,  zu  finden,  das  in  die
weiten  Kreise  unserer  Nation  hineinzutragen  erst
noch  meine  und,  wie  ich  hoffe,  auch  Ihre  Ausgabe
sein  wird.  Eine  im  Beginn  ihrer  Entwicklung
stehende  Kolonialverwaltung  muß  mit  so  vielen
ihrer  Nalur  nach  unbestimmten  Größen  und  Faktoren
  rechnen,  daß  es  in  der  Tat  kaufmännisch  geschulter
  Männer  bedarf,  um  die  Aussichten,  die  ich
Ihnen  zu  entwickeln  die  Ehre  haben  werde,  zu  beurteilen,
  ohne  übertriebenen  Sanguinismus  nach
der  einen  Seite,  ohne  Kleinmut  nach  der  anderen
Seite.  Ich  habe  deshalb  auch  keinen  Zweifel,  daß
ich  von  Ihnen,  den  Männern,  die  einen  gleichen
Entwicklungsgang  durchgemacht  haben,  gleiche  Erfahrungen
  ihr  eigen  nennen,  nicht  mißverstanden
werde.

Meine  Herren!  Wir  leben  in  einer  Zeit,  in  der
die  Wogen  politischer  Erregung  hoch  gehen,  und  inmitten
  der  Erörterungen  steht  die  Frage  des  deulschen
  Kolonialwesens.  Ich  habe  es  deshalb  für  nötig
gehalten,  festzustellen,  welches  der  Stand  dieses
unseres  kolonialen  Wesens  zur  Zeit  sei,  indem  ich
mich  dabei  stütze  auf  die  amtlichen  Daten,  die  mir
zur  Verfügung  stehen,  und  auf  die  Meinungen  derjenigen
  Männer,  denen  ich  nach  ernsthafter  Prüfung
  ein  wirkliches  Urteil  zutrauen  zu  dürsen
glaube.  Dabei  kann  es  nicht  meine  Absicht  sein,  in
dem  herrschenden  politischen  Kampfe  irgend  eine
Stellung  zu  nehmen,  noch  mich  an  der  Polemik  zu
beteiligen,  die  sich  seit  langer  Zeit  erhoben  hat.
Wenn  ich  Ihre  Aufmerksamkeit  für  mich  erbitte,  so
Heschieht  das,  weil  es  sich  bei  unseren  Kolonien  um
wichtige  Güter  handelt,  Güter,  welche  liegen  auf
kulturellem,  auf  ethischem  und  auf  materiellem  Gebiet,
  ein  Dreiklang,  den  man  auch  kurz  zusammenfassen
  kann  dahin,  daß  es  sich  um  eine  nationalc
Frage  handelt.  Ich  will  mich  heute  darauf  beschränken,
  die  materielle  Seite  zu  beleuchten,  soweit
  das  in  der  mir  zur  Verfügung  stehenden  Zeit
ermöglicht  werden  kann.

Meine  Herren!  Die  deutsche  koloniale  Bewegung.
isi  jetzt  einige  20  Jahre  alt,  und  es  ist  richtig,  zu-
        <pb n="133" />
        nchst  jestzustellen,  wie  sich  denn  die  allgemeine
Wurtschaftliche  Weltlage  in  diesen  20  Jahren  gekhaltet
  hat,  und  welche  Stellung  das  deutsche  Vaterand
  in  derselben  einnimmt.  Es  ist  hierbei  zunächst
zu  konstatieren,  daß  jene  20  Jahre  in  Deutschland
mit  sich  gebracht  haben  die  stärkste  numerische  Ver-Pherung
  einer  Nation,  die  in  dem  19.  Jahrhundert
  überhaupt  sestgestellt  werden  kann,  und  eine
Jermehrung  des  nationalen  Vermögens  um  wenigliens
  30  0o0  000  Mark.
„  Deutschland  hatte  im  Jahre  1824  =  24  Millionen
  Einwohner,  1884  —  46  Millionen  und  1905
60  Millionen.  Man  hat  berechnet,  daß  im  Jahre
v  65  Deuschland  104  Millionen  Einwohner  aufwelsen
  werde.  Amerika  und  England  zusammen
verden  aber  in  100  Jahren  900  Millionen  Seelen
gahlen.  „The  world  is  rapidlbecoming  english“
sagt  Charles  Dilke.  Gegen  Mitte  des  18.  Jahr-Nunderts
  gab  es  nur  9  Millionen  Englisch-  und  20
i  illionen  Deutschredende,  heute  stehen  135  Millioen
  Englischredenden  etwa  75  Millionen  Deutschur
  ende  gegenüber,  weil  England  in  seinen  Kolo-1
  en  nicht  bloß  den  Überschuß  seines  eigenen  Volksums
  erhielt,  sondern  auch  die  europäische,  ins-#ilondere
  deutsche  Auswanderung  sich  assimilierte.
Teutschland  verlor  also  an  Bedeutung  in  der  Welt,
*  es  keine  Kolonien  hatte,  in  denen  es  sein
wolkstum  ausbreiten  konnte.  Das  war  eine  der
Ichtigsten  Fragen  des  verflossenen  Jahrhunderts.
-  Jahre  1800  haben  nur  9½  Millionen  Euro-*
  außerhalb  Europas  gelebt,  im  Jahre  1900
don  100  Millionen  und  in  weiteren  100  Jahren
nnen  es  leicht  mehrere  100  Millionen  sein.  Das
der  zwingende  Grund  für  unsere  Weltpolitik.
ausgeklärte  Menschen  haben  deren  Notwendigkeit
arn  vor  mehr  als  100  Jahren  eingesehen,  wie  der
ambtische  Nat  von  Osnabrück,  Justus  Möser,  der
Natals  schon  schrieb,  „nicht  Lord  Clive,  sondern  ein
*  von  Hamburg  würde  am  Ganges  Besehle
gen  kern,  wenn  die  wirtschaftspolitischen  Bestrebun-Reic
  er  deutschen  Handelsstädte  im  alten  Deutschen
den  v6  nicht  Anfeindung,  sondern  Förderung  gefun-#r
  Aatten.“  Was  damals  der  Zwiespalt  der  terrierha
  enn  Interessen  verhinderte,  die  Schaffung  und
der  altung  eines  Kolonialbesitzes,  das  bedroht  heute
eeien  wiespalt  der  Klasseninteressen  und  der  Par-*
  „um  Reiche;  wir  haben  heute  ein  Kolonialreich
lich  o  groß,  wie  der  europäische  Kontinent,  näm-J
  o  groß  wie  Deutschland,  Österreich-Ungarn,
können  Urankreich  und  Spanien  zusammen.  Wir
velche  durch  Erschließung  dieses  Reiches,  in
däischen  geradeso  wie  auf  der  entsprechenden  eurosind
  #äê  Fläche  gewiß  auch  manche  wertlose  Gebiete
ahr  7  viel  von  dem  nachholen,  was  im  vorigen
fänn  mddert  in  kolonialpolitischer  Beziehung  vernfior
  vorden  ist.  Wir  sind  heute  durch  das  Exisbedürfnis
  unserer  Industrie  noch  viel  mehr

 

65  20

dazu  gezwungen  als  früher.  Wie  das  Ausland
hierüber  urteilt,  sagt  ein  Franzose,  Marcel  Dubois,
in  seinem  Buche  „Koloniale  Systeme  und  Rolonisationsvölker":
  „Das  Deutschland  von  heute  muß  entweder
  über  See  verkausen  oder  untergehen“.

Der  Menschen-  und  Kapitalzuvachs  hat  im
wesentlichen  seine  Beschäftigung  gesunden  in  der
deutschen  Industrie,  und  diese  deulsche  Industrie  ist
mehr  denn  je  für  ihre  eigene  Erhaltung  angewiesen
auf  die  Versorgung  ausländischer  oder  überseeischer,
jedenfalls  nicht  deutscher  Gebiete,  und  sie  ist  angewiesen
  anderseits  für  ihr  Arbeitsmaterial  mehr
denn  je  aus  den  Import  von  Rohstoffen  aus  außerdeulschen
  Gebieten  für  ihre  Arbeit,  und  von  Nahrungsstoffen
  aus  außerdeutschen  Gebieten  für  ihre
Ernährung.  Und  wenn  auch  die  Nohproduktion  in
Deutschland  in  vielen  Artikeln  stark  angestiegen  ist,
so  sind  doch  andere  Rohprodukte,  in  denen  Deutschland
  früher  ein  starker  Selbstproduzent  gewesen  ist,
wie  z.  B.  die  Wolle,  durch  die  Verschiebung  der
Weltmarkwerhältnisse  relativ  außerordentlich  in
der  Quantität  zurückgegangen.  Dadurch  ist  unsere
deutsche  Wirtschaft,  sowohl  was  den  Absatz  als  auch
was  die  Zahlungsbilanz  angeht,  in  eine  weit  stärkere
  Abhängigkeit  von  den  Verhältnissen  des  Weltmarkts
  geraten  als  früher.  Gleichzeitig  aber  hat
sich  die  Produktion  anderer  Länder,  welche  früher
und  auch  zur  Zeit  und  hoffentlich  noch  auf  längere
Zeit  hin  sichere  Bezugs-  und  Absatzquellen  gewesen
sind,  gewaltig  verändert.  Was  wir  in  unserer
deutschen  Industrie  in  kleinerem  Umfange  täglich  beobachten
  können,  hat  sich  auf  dem  Weltmarkte  in
großem  Umfange  teils  eingeleitet,  teils  vollzogen.
Das  Ziel  der  deutschen  Großindustrie  ist  klar,  möglichst
  alle  Stadien  von  der  Kontrolle  über  das  Rohprodukt
  an  bis  zur  seinsten  Verfeinerung  in  eine
Hand  zu  bringen,  wie  z.  B.  in  der  Eisenindustrie
vom  Besitz  der  Kohlen  und  Erzgruben  bis  zur  Herstellung
  des  armierten  Kriegsschiffes  alles  in  einer
Einheit  zu  vereinigen  und  in  anderen  Industrien
in  ähnlicher  Weise.  Durch  diese  Geschlossenheit  soll
erzielt  werden,  was  den  Erfolg  einer  in  sich  vollkommenen
  Industrie  bedeutet,  nämlich  unter  Ausschaltung
  aller  unnötigen  Glieder  und  der  Ausschaltung
  des  Zwischenhandels  in  der  intensivsten
Weise,  soweit  möglich,  selbständige  und  durch  die
Mannigfaltigkeit  der  Erzeugnisse  möglichst  unabhängige
  Gebilde  zu  schaffen.  Diese  Tendenz,  die
Sie  bei  der  deutschen  Großindustrie  erkennen
können,  ist  auch  in  der  Weltwirtschaft  in  den  letzten
20  Jahren  mehr  oder  weniger  zum  Durchbruch  gelangt.


Ich  lenke  Ihre  Aufmerksamkeit  auf  die  Entwicklung
  der  Vereinigten  Staaten,  welche  zur  Zeit,  als
unser  Kolonialwesen  begann,  industriell  noch  wenig
entwickelt,  in  bezug  auf  die  Kapitalien  noch  stark
vom  Ausland  abhängig  und  für  die  Bezahlung  ihrer
        <pb n="134" />
        6b66  20

Bedürsnisse  auf  den  Export  von  Rohprodukten  angewiesen
  waren.  Die  Vereinigten  Staaten,  wenn
sie  auch  heute  noch  ein  sehr  wertvolles  Absatzgebiet
für  die  deutsche  Industrie  sind,  haben  doch  nach
dieser  Richtlung  hin  relativ  verloren,  während  sie
durch  die  Entwicklung  ihrer  natürlichen  Hilfsquellen,
  durch  ihre  Kohlen-,  Eisen--,  Baumwoll-  und
Kupferproduktion,  durch  ihren  Petrolcumreichtum
und  durch  ihre  ungewöhnlichen  und  sinnreichen  Methoden
  der  Produktion  und  der  Fabrikation  einen
viel  größeren  Einfluß  erlangt  haben  wie  früher.
Nordamerika  nimmt  heute  in  der  Kohlensörderung
  den  ersten  Platz  ein  und  hat  England  und
Dentschland  überflügelt.  Englands  Anteil  an  der
Stahlproduktion  der  Welt  war  in  den  70er  Jahren
33%  1902  noch  13%%.  Der  Anteil  der  Vereinigten
Staaten  war  damals  26%,  1902  =  4190.  Vierundneunzig
  Prozent  der  Nahrungsmittelproduktion
der  Vereinigten  Staaten  werden  heute  im  Lande
konsumiert,  und  wenn  auch  nicht  in  gleicher  Höhe,
doch  mit  einer  stelig  steigenden  Tendenz  werden  die
Naturschätze  im  Lande  selber  verarbeitet,  und  dies
geht  vor  sich  mit  dem  jener  Nation  eigenen  Zielbewußtsein
  und  mit  der  Tendenz,  welche  der  Schutzzoll
  —  ursprünglich  eingeführt  für  „Infant-Industries“
  —  bei  diesem  in  sich  geschlossenen  Wirtschaftsgebiet
  aufs  deutlichste  zum  Ausdruck  bringt.
Aber  damit  ist  man  keineswegs  zufrieden.  Das
politische  Glaubensbekenntnis,  welches  man  die
Monrvedoktrin  nennt,  äußert  sich  jetzt  in  erster
Linie  wirtschaftlich,  und  der  Einfluß  der  Vereinigten
  Slaaten  in  den  lateinischen  Ländern  des  amerikanischen
  Kontinents  macht  außerordentliche  Fort.
schritte.  Es  wird  dieser  Erscheinung  in  Deutschland
  meines  Erachtens  eine  viel  zu  geringe  Aufmerksamkeit
  geschenkt.  Panamerikanische  Kongresse
  werden  gehalten,  panamerikanische  Bahnen
werden  gebaut.  Handelsverträge  mit  Vorzugszöllen
  werden  angestrebt  und  den  Verhandlungen
mit  Brasilien  werden  wohl  bald  solche  mit  anderen
südamerikanischen  Staaten  folgen.  Die  spanischen
Besitzungen  sind  in  die  Hände  der  Union  übergegangen.
  Der  merkantile  Einfluß  der  Vereinigten
Staaten  in  Mexiko  nimmt  von  Jahr  zu  Jahr  zu,
wie  ich  mich  selbst  habe  überzeugen  können.  Große
Minenunternehmungen  in  den  pazifischen  Staaten
Südamerikas,  wie  in  Pern,  sind  in  den  Händen  der
Nordamerikaner.  Die  Bahnen  in  Guatemala  und
in  Bolivien,  in  Mexiko,  in  Dukatan,  in  Honduras
werden  von  Amerikanern  gebaut.  Licht-  und  Elektrizilätswerke
  in  Brasilien  sind  aus  deutschen  Händen
  in  amerikanische  übergegangen.  Die  Schiffahrt
zwischen  Häfen  des  amerikanischen  Nordens  und
Südens  hat  sich  ungemein  verdichtet  und  wird  sich
nach  dem  Ausbau  des  Panama-Kanals  noch  weit
mehr  verdichten,  und  alle  diese  Unternehmungen
tragen  jenen  exklusiven  Charakter,  der  das  charakleristische
  Zeichen  der  amerikanischen  Wirtschafts- 



entwicklung  ist.  Es  ist  daher  nicht  zu  bezweifeln,
daß  der  amerikanische  wirtschaftliche  Einfluß  in  dem
ganzen  amerikanischen  Kontinent  zum  Schaden
Europas  von  Jahr  zu  Jahr  steigen  wird,  und  wenn
diese  Erscheinung  noch  bisher  nicht  fühlbar  geworden
  ist,  so  liegt  das  nur  daran,  daß  Süd-  und
Mittelamerika  selbst  in  einer  großen  Entwicklung
sind  und  infolgedessen  ihre  Importbedürfnisse
anßerordentlich  gesteigert  haben.  Das  ganze  Vorgehen
  Nordamerikas  ist  ein  großzügiges,  zielbewustles
  und  erfolgreiches.  Etwas  Ahnliches,  wenn  auch
nicht  ganz  so  Prägnantes,  vollzieht  sich  im  äußersten
  Osten,  wo  die  Entwicklung  der  japanischen  Industrie
  mit  Hilfe  der  außerordentlich  billigen
Arbeitskräfte  des  Landes  und  der  großen  Intelligenz,
  die  dorten  entwickelt  wird,  manche  Artikel
europäischer  Mannfaktur  bereits  stark  zu  verdrängen
  beginnt.

In  Japan  ist  nach  dem  „finanziellen  und  wirtschaftlichen
  Jahrbuch  für  Japan“  die  Zahl  der
Spinnereien  von  40  auf  70  von  1893  bis  1903  gestiegen
  und  die  Zahl  der  Spindeln  gleichzeitig  von
381  000  auf  1,2  Millionen.  Die  Gesamteinfuhr
Deutschlands  in  China  betrug  im  Vorjahre  nur
53  Millionen  Mark  bei  einer  Gesamteinfuhr
Chinas  von  1045  Millionen  Mark.  Baumwollfabrikate
  wurden  im  ganzen  aus  Deutschland  für
1,7  Millionen  eingeführt,  während  die  Gesamteinfuhr
  Chinas  an  Baumwollwaren  365  Millionen
Mark  beirug.  Japan  und  die  Vereinigten  Staaten
sind  uns  anscheinend  in  Ostasien  durch  Frachtverhältnisse
  und  durch  die  Eigenproduktion  von  Baumwolle
  überlegen.  Unser  Handel  mit  diesem  Lande
seit  1895  weist  nicht  absolut,  aber  gegenüber  der  allgemeinen
  Steigerung  des  Wertes  des  chinesischen
Handels  und  der  Beleiligung  anderer  Völker  an
diesem  Handelsverkehr  einen  Rückgang  auf.  Der
Anteil  Deutschlands  war  1895  6,2%,  1904  5,7/.
Die  Einfuhr  der  Vereinigten  Staaten  in  China  ist
während  derselben  Zeit  auf  das  6  fache,  die  Japans
auf  das  5  fache  gestiegen.  Japan  selbst  sucht  durch
Entwicklung  seiner  Industrie  wirtschaftlich  unabhängiger
  zu  werden.

Ich  verweise  auf  die  Vorgänge  in  Kanada  und
Australien.  Daß  auch  im  englischen  Kolonialreich
ähnliche  Bestrebungen  sich  geltend  gemacht  haben,
ist  wohl  noch  in  aller  Gedächtnis.  Wenn  diese  Talsachen
  richtig  sind,  und  ich  glaube,  daß  mir  jeder  in
dieser  Versammlung  zustimmen  wird,  daß  sie  es
sind,  so  müssen  wir  uns  ernsthaft  fragen,  wie  wird
eine  Fortdauer  der  Sitnation  unseren  deutschen
Handel  und  unsere  deutsche  Industrie  beeinflussen,
wie  steht  es  mit  unserem  Rohstoffbezug,  wie  sieht
es  mit  unserem  Absatz,  wie  fteht  es  mit  unserer
Zahlungsbilanz,  wie  steht  es  mit  unseren  Mitteln,
handelspolitische  Abmachungen  mit  anderen  Län“
dern  zu  regeln.  5

Auch  für  unseren  Rohstoffbezug  haben  diese
        <pb n="135" />
        S

Jahre  große  Veränderungen  mit  sich  gebracht.
Immer  waren  die  Nationen  eifersüchtig  auf  dielenigen
  Güter,  die  ihnen  monopolistisch  eigen  sind.
c  verweise  auf  Schweden  und  seinen  geplanten
Ausfuhrzoll  für  Eisenerz.  Konnte  man  vor  20
dühren  als  Weltmonopol  nur  den  Petroleumtrust
unibrechen,  so  haben  Sie  jetzt  an  dessen  Seite,  ja
en  er  denselben  Händen  ein  Kupfermonopol,  dem
ich  gelungen  ist,  unterstützt  durch  die  außerordentsie
  Iunahme  des  Kupferweltbedarfs,  den  Preis
des  dieses  unentbehrliche  Material  auf  das  214fache
de  krüheren  zu  bringen.  Die  monopolistische  Tenvuz
  sucht  in  Brasilien  durch  Einschränkung  der
dlrodktion  die  Kaffeepreise  mit  staatlicher  Hilfe  in
wer  döhe  zu  setzen,  und  sie  hat  zuletzt,  und  nicht  am
nenicsten  jene  jetzt  in  das  Stadium  des  Erfolges
rilcenden  Bestrebungen  hervorgerufen,  in  den  ameschnuschen
  Südstaaten  durch  einen  Zusammenanb
  der  Produzenten  den  Weltmarktpreis  für  die
urainwolle  zu  regeln.  Wird  also  unsere  Ausfuhr
wiss  die  geschilderten  Verschiebungen  in  eine  geezu
  Gesahr  gebracht,  so  wird  auch  unser  Rohstoff-Kongb.
  für  die  Veredelung  mehr  oder  weniger  der
fra  dolle,  die  das  freie  Angebot  und  die  freie  Nach-*
  abgeben,  entzogen.
ien  Unser  Einfuhrbedürfnis  von  Nahrungsproduk-Landurd
  nicht  verringert,  trotzdem  auch  die  deutsche
all  „iirtschaft  ja  viel  intensiver  geworden  ist,  und
455  wirkt  auf  unsere  Zahlungsbilanz,  d.  h.
netall  Möglichkeit,  denjenigen  Stock  von  Edelb
  zu  halten,  welcher  allein  die  Sicherheit  einer
abieung  Karantiert,  ohne  die  eine  Welthandelsberein
  nicht  bestehen  kann.  Die  Sitnation  kommt
wissen  letzt,  und  zwar  gegenwärtig  zu  einem  gerigten.
  Ausdruck.  Sie  wissen  alle,  welche  Schwieank
  es  macht,  den  nötigen  Goldstock  in  unserer
sitzen  z  erhalten.  Das  Ventil,  welches  wir  be-G.
  iernämlich  den  Bestand  von  ausländischen  Wert-.
  all-»Im  denen  wir  Zahlungen  zu  leisten  in
dem  *  sind,  hat  nicht  mehr  die  gleiche  Kraft,  nach-Verte
  Ache  reich  gewordenen  Länder  ihre  eigenen
Wechsel  ei  uns  zurückgekauft  haben,  nachdem  ein
hat  in  den  Anlagen  unseres  Volkes  statigefunaußeror)
  nachdem  unser  Kapital  durch  die  deutsche
her  in  entlich  expansive  Industrie  stärker  als  früfür
  alle  Ichlag!  genommen  worden  ist.  Wir  müssen
vir  köm  iese  Dinge  ein  Gegengewicht  suchen,  und
koloniasnen  es  finden  in  der  Entwicklung  unseres
Ktalen  Besitzes.

den

aenncbein  Herren!  Wir  stehen  hier  nicht  allein.  Eine
Eituationnn  unseren  Nachbarn  ist  in  der  gleichen
sie  sien  sie  alle  ergreisen  das  gleiche  Mitlel  und
der  Zusamn  em  Tempo,  in  dem  Zielbewußtsein,  in
in  der  Ert  menarbeit  von  Regierung  und  Nation,
genden  Onzenntnis  der  Notwendigkeit  der  zu  brinfürchun
  pfer  uns  voraus.  Aber  muß  man  die  Beg9

  begen,  daß  die  anderen  Handels-  und  In- 



67  20

dustrienationen  das  deutsche  Feld  einengen,  so
müssen  wir  es  als  eine  Gunst  ansehen,  daß  wir  uns
dies  nicht  gefallen  zu  lassen  brauchen,  indem  wir
unsere  wirtschaftliche  Tätigkeit  mehr  dahin  konzentrieren,
  wo  wir  selbst  Absatz  und  Rohmaterial  kommandieren
  können.

Nach  den  Ziffern,  welche  ich  dem  statistischen
Jahrbuch  für  das  Deutsche  Reich  für  1906  eninommen
  habe,  betrug  die  deutsche  Einfuhr  im  Jahre
1905  an  solchen  Produkten,  die  wir  auch  in  unseren
Kolonien  erzeugen  können,  also  Baumwolle,  Kupfer,
Kautschuk,  Petroleum,  Reis,  Kassee,  Olfrüchten,
Hanf  usw.,  weit  über  eine  Milliarde  Mark.  Es  ist
nun  die  Frage:  Ist  unser  kolonialer  Besitz  derart,
daß  wir  unseren  Bedarf  an  diesen  unentbehrlichen
Rohstossen  ganz  oder  teilweise  aus  unseren  Kolonien
  zu  decken  in  der  Lage  sind?

Wenn  wir  nur  teilweise  decken,  entgehen  wir
den  größten  Schädigungen,  die  ein  Fortgehen  der
oben  beschriebenen  Entwicklung  mit  sich  bringen
könnte.  Nicht  die  Summe  des  Angebots  macht
nämlich  den  Preis,  sondern  nur  die  Differenz,  die
zwischen  Angebot  und  Nachfrage  besteht.  Fehlt  an
der  Weltversorgung  in  Baumwolle  nur  ½  Million
Ballen,  so  setzt  dies  den  Preis  der  gesamten  Ernte
unverhältnismäßig  in  die  Höhe;  ein  Überschuß  bedeutet
  eine  große  Herabsetzung  des  Gesamtwertes.
Dies  ist  nie  so  deutlich  gewesen,  als  z.  B.  bei  dem
großen  Kupferkorner,  welches  im  Jahre  1888  der
französische  Spekulant  Secretan  inszeniert  hat.
Alles  sichtbare  Kupfer  hatte  dieser  Mann  in  seinen
Besitz  gebracht,  aber  er  hatte  nicht  gerechnet  mit
jenen  unbedeutenden  Produktionsquellen,  welche  zu
dem  Preise,  den  das  Kupfer  vor  diesem  Korner
hatte,  nicht  rentabel  waren,  die  aber  durch  die  rapide
  Steigerung  alsbald  in  die  Produktion  eintraten
  und  das  Zünglein  bildeten  an  der  Wage  und
dieser  ganzen  ungeheuren  Machination  das  urteil
sprachen.  Also  es  kommt  hier  bei  unserer  Untersuchung
  zunächst  noch  gar  nicht  darauf  an,  festzusiellen,
  ob  unser  gesamter  Bedarf  an  diesen  Rohstoffen
  gedeckt  werden  kann,  sondern  nur,  ob  ein  so
erheblicher  Teil,  daß  er  auf  dem  Weltmarkt  von
Bedeutung  ist,  bezogen  und  der  deutschen  Nationalwirtschaft
  zugute  kommen  wird.

Was  dies  heißt,  wie  unendlich  wichtig  es  ist,
durch  eigene  Produktion  in  dem  Bezuge  von  Rohmaterialien,
  deren  Preis  auf  dem  Weltmarkte  durch
Trusts  hochgehalten  wird,  unabhängiger  zu  werden,
mögen  Sie  daraus  ersehen,  daß  schon  eine  Preissteigerung
  von  1  Pfennig  pro  Kilo  Petroleum  genügt,
  um  den  deutschen  Konsum  mit  10  Millionen
Mark  jährlich  höher  zu  belasten.  Die  durch  die  Salpeterkombination
  bewirkte  Preissteigerung  von
3  sh.  pro  Tonne  Salpeter  bedeutete  für  die  deutsche
Landwirtschaft  eine  jährliche  Verteuerung  des  Salpelerverbrauches
  um  36  Millionen  Mark.  Ahnlich

4
        <pb n="136" />
        W  68  20

steht  es  aber  auch  mit  den  Rohmaterialien,  die  wir,
wie  ich  noch  zeigen  werde,  aus  unseren  Kolonien
beziehen  können,  und  wenn  man  heute  in  allen
Teilen  der  Welt  nach  neuen  Petroleumquellen  sucht
und  unter  den  hohen  Monopolpreisen  des  Salpeters
dahin  gelangt  ist,  dies  Produkt  auf  künstlichem
Wege  herzustellen,  so  wird  man  wohl  bei  anderen
Rohmaterialien,  bei  denen  es  nicht  viel  besser  sieht,
als  bei  jenen  bekannten  Weltmonopolartikeln  Petroleum
  und  Salpeter,  vor  allem  daran  denken
müssen,  in  seinem  eigenen  Kolonialbesitz  unabhängige
  Hilfsquellen  gegenüber  der  Vertrustung
des  Weltmarktes  und  der  Abhängigkeit  von  diesem
zu  schaffen.

Dem  Flächenausmaß  nach  hat  Deutschland  den
dritigrößten  Kolonialbesitz  in  der  Welt.  Deutschland
  besitzt  sowohl  Ansiedlungskolonien  als  auch
Plantagenkolonien,  aber  das  Verhältnis  dieser
beiden  ist  nicht  sehr  bekannt.  Man  darf  annehmen,
daß  die  Hälfte  unseres  Kolonialbesitzes  der  Fläche
nach  Ansiedlungskolonien  sind  und  die  andere
Hälste  Plantagenkolonien.  Als  Ansiedlungskolonien
  kommen  in  Frage  Deutsch-Südwestafrika
  in  der  eineinhalbfachen  Größe  des  Deutschen
Reiches  und  diejenigen  hochgelegenen  malariafreien
  Strecken  von  Deutsch-Ostafrika,  welche  etwa
die  Größe  des  Königreichs  Preußen  haben.  Roh
gesprochen  also  sind  zweimal  die  Flächen  Deutschlands
  in  unseren  Kolonien  Ansiedlungskolonien,
wenn  man  aus  der  Südsee  diejenigen  für  Europäer
  bewohnbaren  Inseln  noch  hinzurechnet.  Die
andere  Hälfte  Deutsch-Ostafrikas  mit  seinen  tropischen
  Gebieten  und  seiner  Küste,  Kamerun  und
Togo  und  die  tropischen  Südseeinseln  und  Neu-Guinea,
  gleichfalls  im  Ausmaß  zwei-  bis  dreimal
so  groß  wie  das  Deutsche  Reich,  sind  Plantagenkolonien,
  d.  h.  sie  sind  für  den  dauernden  Aufenthalt
  von  Europäern  nicht  geeignet.  Dieses  Verhältnis
  kann  sich  mit  der  Zeit  vielleicht  zugunsten
der  Ansiedlungskolonien  um  ein  geringes  verschieben.


Wichtig  ist  nunmehr  auch,  die  Bevölkerung  ins
Auge  zu  fassen,  und  man  kann  dabei  sagen,  daß
Deutschland  hierbei  nicht  schlecht  gefahren  ist.  Die
westafrikanischen  Kolonien,  Togo  und  Kamerun,
wenn  sie  auch  zur  Zeit  noch  eine  moralisch  sehr  minderwertige
  Bevölkerung  tragen,  haben  doch  dasjenige
  Menschenmaterial,  welches  in  den  Vereinigten
  Staaten  zur  Zeit  die  Baumwollproduktion  allein
besorgt.  Und  wenn  auch  die  klimatischen  Verhältnisse
  sehr  verschieden  sind  und  demnach  die  Arbeitsleistung
  der  Eingeborenen  in  den  tropischen  und
überaus  feuchten  westafrikanischen  Kolonien  nie
sehr  hoch  wird  gespannt  werden  können,  so  findet
dies  doch  einen  Ausgleich  in  den  außerordentlich
fruchtbaren  Gebieten,  die  eben  eine  so  intensive
Arbeit  nicht  erfordern.  In  Ostafrika  haben  wir

 

im  allgemeinen  ein  nicht  unbrauchbares  Menschenmaterial,
  welches  über  das  Gebiet  allerdings  sehr
ungleich  verteilt  ist.  In  dem  großen  südwestafrikanischen
  Besitz  ist  leider  der  wichtigste  und,  wie  sich
wohl  behaupten  läßt,  auch  für  die  Arbeit  brauchbarste
  Stamm  der  Hereros  in  dem  Kriege  der  letzten
  2  Jahre  dezimiert  worden.  Immerhin  wird

sich  auch  dieses  Volk  unter  verständiger  Fürsorge

retablieren  können.

Wenn  ich  nun  an  die  Beantwortung  der  Hauptsrage
  gehe:  können  wir  uns  einen  erheblichen  Absatz
für  heimische  Produktion  auch  in  unseren  Kolonien
schaffen,  so  kann  man  dies  ohne  weiteres  bejahen.
Es  ist  nicht  richtig,  wenn  behauptet  wird,  daß
gegenwärtig  die  Ausfuhr  aus  Deutschland  nach
unseren  Schutzgebieten  im  wesentlichen  auf  Kriegsbedürfnissen
  aufgebaut  sei.  Von  den  rund  100  Millionen
  Mark  deutschen  Handels  mit  den  Schutzgebieten
  ohne  Kiantschou,  Ein-  und  Ausfuhr  zusammengerechnet,
  den  das  Jahr  1905  gehabt  hat,
entfällt  auf  die  Exporte  für  die  kriegerischen  Unternehmungen
  in  Südwest  überhaupt  nichts.  Die
Militärtransporte  und  Nachschübe  sind  in  der  Statistik
  nicht  gezählt.

Die  Einfuhr  allein  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten
  betrug  im  letzten  Jahre  63  Millionen
Mark,  während  die  nach  einem  der  wichtigsten
überseeischen  Absatzgebiete,  nämlich  China,  nur  53
Millionen  Mark  betrug.  Der  Anteil  Deutschlands
an  dem  Gesamthandel  unserer  Kolonien  ohne
Kiautschon  stieg  nach  deren  eigener  Handelsstatistik
von  50,70%  auf  63,7%  von  1903  bis  1905,  Englands
  Anteil  ist  von  11,5%%  auf  6,2005  gesunken,  und
Nordamerika  und  Japan,  die  unseren  Anteil  am
chinesischen  Handel  von  6  auf  595  herabdrückten,
lommen  als  Konkurrenten  in  unseren  Schutzgebieten
  nicht  in  Frage.  Man  sieht  also,  wie  sich  unsere
Kolonien  zu  sicheren  Absatzgebieten  unserer  Industrie
  entwickeln.

Prozentual  besonders  rasch  steigt  der  Handel  in
Deutsch-Ostafrika,  wo  der  Gesamthandel  von  18  auf
27  Millionen  Mark  und  die  Einfuhr  von  11  auf  17
Millionen  Mark  von  1903  bis  1905  gewachsen  und
die  Beteiligung  Deutschlands  daran  jetzt  unter  Zurückdrängung
  Sansibars  an  erster  Stelle  steht.

Es  ist  nun  behauptet  worden,  daß  die  Bevölkerung
  in  unseren  Kolonien  nicht  konsumfähig  sei,
und  das  ist  bis  zu  einem  gewissen  Grade  richtig-Aber

  unrichtig  ist,  daß  sie  nicht  konsumfähig  gemacht
werden  könne,  das  ist  eben  die  Kulturarbeit,  die

an  dieser  Bevölkerung  getan  werden  muß.  Mit  dem
Steigen  der  Kultur  steigen  die  Bedürfnisse  und  mit
dem  Arbeitslohn  die  Kaufkraft  und  die  Kauflust.

Ich  würde  Sie  ermüden,  wenn  ich  Ihnen  an
dem  Beispiel  der  anderen  englischen,  portugiesischen
und  französischen  Kolonien  zeigen  wollte,  wie  starl
auch  in  Plantagenkolonien  die  Einfuhr,  das  heißt
        <pb n="137" />
        G  69  20

die  Konsumkraft  des  Eingeborenen,  ist  und  wächst.
Sh  gebe  Ihnen  nur  hier  ganz  wenige  Ziffern.  Die
uinjühr  in  den  französischen  Kolonien  der  afrika-Aichen
  Westküste  ist  in  den  letzten  Jahren  auf  91
schlliionen.  Francs  und  die  Einfuhr  in  den  englillen
  westafrikanischen  Kolonien  auf  80  Millionen
bi  ark  gestiegen.  Die  Verhältnisse  in  diesen  Geleten
  lie
gad  Kamerun,  die  aber  noch  lange  nicht  so  ershlossen
  sind,  um  eine  ähnlich  hohe  Einfuhrziffer
aufweisen  zu  können.
di  Was  aber  die  Erzeugung  der  Rohprodukte,  d.  h.
un  Ausfuhr  betrifft,  so  sind  wir  in  der  Tat  nicht
".  unstig  gestellt.  Ich  nehme  die  einzelnen  oben
genannten  Rohprodukte  nacheinander  durch.
Vir  haben  zunächst  die  Baumwolle.
Taß  wir  in  der  Versorgung  unserer  Industrie
Baumwolle  in  einer  schwierigen  Position  sind,
ur  hronisch  zu  werden  droht,  ist  im  allgemeinen  bewoitt.
  Während  der  Durchschnittspreis  von  Baumall
  e  im  Jahre  1899  noch  3,5  Pence  war,  stieg  er
pranhlich  auf  7,  8,  ja  9  Pence.  Die  Baumwolloduzenten
  Nordamerikas,  die  Southern  Cotton
Prowers  Association,  will  aber  den  Preis  auf  10
LSence  steigern  und  auf  dieser  Höhe  halten.  Eine
alleigerung  um  nur  ½  Penny  pro  Pfund  bedeutet
ener  kür  den  Baumwollverbrauch  der  Well  die
Morme  Mehrauslage  von  320  Millionen  Mark.
lichn  kann  sich  ausrechnen,  was  dann  die  tatsächen
  Preissteigerung  von  2,  3  und  5  Pence  jeweilig
proniet.  Eine  Preissteigerung  von  40  Pfennig
itr  HPiund  wie  sic  in  den  letzten  Jahren  eingetreten
on  edeutet  für  den  Verbrauch  eine  Mehrbelastung
Jal  3200  000  000  Mark.  Deutschland,  das  vor  10
à0  hren  erst  300  000  Ballen  verbraucht  hat,  beugt
  beute  schon  1,6  Millionen  Ballen  und  zahlte

mit

1
soh  Jabre  1905  470  Millionen  Mark  für  seine  Einrung
  Der  Verbrauch  auf  den  Kopf  der  Bevölke-Teuil
  er  vor  50  Jahren  0,50  kg  war,  ist  heute  in

ij  hland  etwa?7  ku.  Die  jährliche  Stieuer,  die
zahlben  Kopf  der  Bevölkerung  —  an  das  Ausland
trifter  durch  die  Erhöhung  der  Monopolpreise
je  nac  läßt  sich  leicht  berechnen;  Deutschland  zahlt
nen  12  den  Preisschwankungen  150  bis  200  Milliowart:
  ark  Mehr  aufwand  jährlich  an  die  aus-—*
  gen  Baumwollproduzenten.  Das  ist  das  5.  bis
9  *  von  dem,  was  das  Reich  jährlich  für  unsere
die  Hörn  ausgegeben  hat.  Würde  Deutschland  nur

ans  te  der  Summe  von  150  bis  200  Millionen
kultur  eine  Reihe  von  Jahren  für  die  Baumwollnicht
  *  seinen  Kolonien  aufwenden,  so  würde  es
an  8  dem  dauernden  Tribut  an  das  Auslegen
  u  bängig  werden,  sondern  auch  den  Grund
nagenöl  einer  neuen  enormen  Steigerung  zinsdes
  ader  Kapitalanlagen  auf  eigenem  Boden,  also

ationalreichtums.

aumwolle  wird  gezogen  und  kann  in  großen

gen  ähnlich  wie  bei  unseren  Kolonien  Togo

 

Quantitäten  gezogen  werden  in  dem  Moment,  wo
verbesserte  Produktionsmethoden  und  eine  bessere
Organisation  der  Verkehrsmittel,  mit  anderen
Worten,  mehr  Privatkapital  und  mehr  Eisenbahnen
in  die  Kolonien  kommen,  zunächst  in  Togo,  welches
bereits  eine  bescheidene  Ausfuhr  in  diesem  Jahre,
etwa  1000  Ballen,  hat.  Ebenso  ist  aber  geeignet
für  die  Baumwolle  das  Hochland  von  Kamerun,  besonders
  nach  dem  Tschadsee  zu,  einem  Gebiete,  das
Prof.  Kirchhoff  als  ideales  Baumwolland  erklärt
hat  und  wo  z.  B.  in  Adamaua  eine  erhebliche  Eingeborenenkultur
  besteht,  die  auch  mit  einer  Organisation
  des  Transportes  aufs  den  Flüssen  mit
Nutzen  dem  Weltmarkt  zugeführt  werden  kann.  Für
Baumwolle  geeignet  ist  dann,  was  im  allgemeinen
nicht  angenommen  wird,  ein  erheblicher  Teil  von
Südwestafrika,  nämlich  das  Ovamboland,  die
Gegend  am  Okawango,  die  Gegend  bei  Okahandja.
Nach  einem  Gutachten  von  Prof.  Wohltmann  ist
Südwestafrika  vorzüglich  für  Baumwollanbau  geeignet
  unter  Voraussetzung  ausgedehnter  Bewässerungssysteme.
  Kürzlich  sind  mir  aus  dem  Süden
von  Uhabis  Baumwollproben  zugesandt  worden,
deren  Wert  ich  allerdings  nicht  beurteilen  kann.
Westafrika  ist  geeignet,  uns  die  nordamerikanische
Baumwolle  zu  liefern,  während  Ostafrika  uns  vorzugsweise
  die  ägyptische  Baumwolle  liefern  kann.
Ostafrika  liefert  jene  hochwertige,  glänzende,  langsaserige
  Qnalität,  die  bisher  Spezialität  von
Agypten  war,  und  von  Ostafrika  sind  sehr  weite  Gebiete
  in  der  Lage,  Baumwolle  rentabel  zu  produzieren.
  Allein  im  Rufidji-Delta  ließen  sich  nach
Paasche  20  000  Ballen  Baumwolle  erzeugen,  und
das  Bewässerungsgebiet  des  Pangani  bietet  ähnliche
  Vorbedingungen  wie  das  Nil-Tal.  Es  ist  sogar
  eine  gewisse  Gesahr  vorhanden,  daß  diese  guten
Baumwollböden  nicht  deutschen  Pflanzern  erhalten
bleiben,  weil  sich  eine  Bewegung  geltend  gemacht
hat  bei  den  in  Agypten  Baumwolle  bauenden  Griechen,
  deren  Ernte  als  eine  merkwürdige  Folge  des
Dammbaues  bei  Assuan  in  der  Qualität  zurückgeht,
und  die  sich  in  Ostafrika  nach  neuem  Baumwollland
  umsehen.  Bei  uns  ist  eben  das  Baumwollland
  noch  billig  und  kostet  in  Ostafrika  4  bis  6
Mark  per  Hektar.  In  Agypten  ist  1  Hektar  bewässerungsfähiges
  Baumwolland  unter  2000  bis
3000  Mark  mit  100  Mark  Grundstener  überhaupt
nicht  mehr  zu  bekommen  und  in  Texas  ist  Baumwolland
  unter  1200  Mark  per  Hektar  selten.
Baumwolle  kann  ferner  gezogen  werden  auch  in
Neu-Guinea.  Alles  in  allem  ist  die  Produktion
heute  noch  gering,  es  sehlt  an  dem  Kapital,  an  der
Verkehrsorganisation  und  in  Ostafrika  liegt  es  besonders
  an  der  Schwierigkeit  der  Arbeiterbeschaffung
und  dem  Mangel  der  Maschinen.  Diese  beiden  letzten
Dinge  aber  lösen  sich  durch  die  Regelung  der  Verkehrsmöglichkeit,
  durch  den  Bau  von  Eisenbahnen
        <pb n="138" />
        G  V0

von  selbst.  Im  ganzen,  hat  Professor  Warburg  gerechnet,
  kann  das  für  die  Baumwollkultur  geeignete
Gebiel  unserer  Schutzgebiete  sehr  wohl  nach  Einführung
  der  geeigneten  Methoden  (Pflugkultur)
  bis  zu  2½  Millionen  Ballen  produzieren,
also  mehr  als  zur  Zeit  der  gesamte  deutsche  Konsum
ist.  Warburg  berechnet,  daß  in  Togo  ein  Neger
zur  Zeit  mit  seiner  primitiven  Arbeit  nur  1  Hektar
bepflanzen  kann,  während  ein  Neger  in  Nordamerika
  das  Fünsfache  leistet.  Die  bei  den  jetzigen
Verhältnissen  in  unseren  Kolonien  erzeugbare
Baumwolle  glaubte  Warburg  beim  letzten  internationalen
  Baumwollkongreß  auf  100  000  Ballen
schätzen  zu  dürfen.  Mit  dem  Pfluge  aber  könnte
der  Neger  das  Fünfsfache  leisten  und  bei  fortschreitender
  Baumwollkultur  würde  der  Neger
nicht  mehr  wie  bisher  :  seines  Hektars  mit  Nahrungsmitteln
  und  nur  ½  mit  Baumwolle  bepflanzen.
  Dazu  kommt,  daß  es  sich  in  unseren  Kolonien
durchweg  um  vorzügliche  Qunalität  handelt.  Togo-Baumwolle
  erzielt  8  Pfennig  mehr  als  amerikanische.
  Daß  man  in  Dahomey  jetzt  deutsche  Togo-Saat
  bezieht,  ist  bezeichnend.  Die  letzte  Probe
deutsch-ostafrikanischer  Baumwolle  wurde  an  der
Liverpooler  Baumwollbörse  als  „the  best  Earplinn
  substitute  erver  prodluced“  bezeichnet  und
hoch  bewertet.

Ich  möchte  hier  eine  generelle  Bemerkung  einschieben.
  Alles,  was  ich  hier  sage,  ist  ausgesprochen
ohne  Rücksicht  auf  die  Zeit,  die  dazu  erforderlich  ist,
und  ohne  Rücksicht  darauf,  daß  doch  wohl  auch  mancherlei
  Fehlschläge  eintreten  können,  und  daß  es
deshalb  heute  nicht  mit  Sicherheit  gesagt  werden
kann,  in  10,  in  15,  in  20  Jahren  werden  wir  dahin
kommen.  Aber  daß  wir  dahin  kommen  werden,
wenn  auch  nicht  das  Ganze  unseres  gegenwärtigen
Bedarfs,  so  doch  einen  erheblichen  Teil  zunächst  an
Baumwolle  zu  produzieren,  halte  ich  für  wahrscheinlich.


Und  noch  eine  andere  generelle  Bemerkung  lassen
Sie  mich  hier  anfügen.  Das  Stadium  der  Entwicklung
  ist  naturgemäß  ein  langes.  Länder  mit
hoher  geistiger  und  wirtschaftlicher  Kultur  fallen
einem  als  Kolonien  nicht  zu.  Dieses  Entwicklungsstadium
  kostet  erhebliche  Mittel.  Aber  es  liegt
durchaus  nicht  an  dem,  was  von  jener  Seite  behauptet
  wird,  die  noch  kürzlich  verlangt  hat,  daß  im
Interesse  der  nationalen  Arbeit  die  Kolonien  aufgegeben
  werden  müssen,  daß  die  Heimat  von  diesem
Entwicklungsstadium  nichts  habe.  Im  Gegenteil,
die  Vorteile,  welche  die  großen  Ausgaben  des  Reichs,
sei  es  für  die  friedliche  Entwicklung,  sei  es  selbst  für
die  kriegerische  Okkupation  der  Kolonien,  gebracht
haben,  sind  nahezu  ausschließlich  der  deutschen
arbeitenden  Bevölkerung  zugefallen.  Alle  diese
Ausgaben  werden  selbst,  soweit  sie  Unternehmergewinn
  darstellen,  in  produktive  Arbeit  ungesetzt

 

*

und  sind  zum  weitaus  größten  Teile,  soweit  sie  nicht
thesauriert  sind,  als  Arbeitslohn  verausgabt  worden,
  und  es  ist  dabei  kein  Unterschied,  ob  dieses
Geld  ausgegeben  ist  für  Transporte  und  Schiffbauten,
  für  Hafenanlagen  und  Eisenbahnen,  für
Uniformen,  Kanonen  oder  Munition.  Es  ist  für

den  deutschen  Arbeiter  ganz  gleichgültig,  ob  es  für

werbende  Zwecke  ausgegeben  ist  oder  für  zerstörende.
Wenn  irgend  jemand  einen  Vorteil  davon  gehabt
hat  und  von  der  Weiterentwicklung  haben  wird,  ehe
die  Produktionskosten  an  die  Eingeborenen  gezahlt
werden,  so  ist  es  der  deutsche  Arbeiterstand.

Ich  gehe  nunmehr  auf  das  nächste  Produkt,  das
Kupfer,  über.  Die  Kupfereinfuhr  in  Deutschland
betrug,  wie  oben  erwähnt,  151  Millionen  Mark  im
Jahre  1905.  Der  Kupferpreis  ist  von  1898  bis
heute  von  51  Pfd.  St.  auf  107  Pfd.  St.  gestiegen;
dies  macht  auf  den  Konsum  des  Jahres  1905  mehr
als  100  Millionen  Mark  Preissteigerung.  Kupfer
wird  in  unseren  Kolonien  bereits  produziert  in
Südwestafrika  in  den  Otavi--Minen;  es  ist  aber
noch  in  großen  und  vermutlich  durchaus  abbauwürdigen
  Quantitäten  in  anderen  Gegenden  von  Südwestafrika
  vorhanden.  Deutsche  Syndikate  explorieren
  gegenwärtig  die  Gorub-Mine,  ungesähr
100  Kilometer  östlich  und  südlich  von  Swakopmund;
ein  anderes  Syndikat  untersucht  die  Mine  bei  ÖOtjisongati;
  wieder  andere  explorieren  die  Gegend  von
Rehoboth,  und  neuerdings  wird  auch  der  Süden  des
Schutzgebiets  auf  Kupfer  untersucht,  wo  bereits  alte
Minen  vorhanden  sind  und  wo  dic  auf  der  anderen
Seite  des  Oranjeflusses  florierenden  englischen
Minen  einen  sicheren  Beweis  für  das  Vorkommen
geben.  Hiermit  sind  aber  wahrscheinlich  die  Fundstellen
  nicht  erschöpft,  besonders,  da  sich  auch  herausgestellt
  hat,  daß  das  Kupfer  nicht,  wie  erst  angenommen
  war,  rein  nestartig  vorkommt,  sondern  sich
auch  in  den  Urlagerstätten  in  die  Tiefe  erstreckt.

Ich  komme  nunmehr  zur  Wolle.  Der  Wollimport
  in  Deutschland  betrug  1905  332  Millionen
Mark.  Davon  kamen  im  letzten  Jahre  für  30  Millionen
  Mark  Wolle  aus  der  Kapkolonie.  Auch  bei
Wolle  verursacht  das  steigende  Mißverhältnis  von
Angebot  und  Nachfrage  ein  fortwährendes  Steigen
der  Preise  und  die  Inanspruchnahme  von  Gebieten
für  die  Produktion,  die,  wie  Patagonien,  sicher
minderwertiger  sind  als  Südwestafrika.  Die  deutsche
Produktion  ist  z.  Z.  200  000  Doppelzentner,  die
Mehreinfuhr  aber  1905  1,6  Millionen  Doppelzentner.


Professor  Hahn  von  der  Universität  in  Kapstadt
hat  in  der  Budgetkommission  des  Deutschen  Reichslags
  überzeugend  nachgewiesen,  daß  in  Südwestafrika
  neben  einer  aussichtsreichen  Rinderzucht  —
es  sollen  sich  in  diesem  Lande  über  2  Millionen
Stück  Rindvieh  gefunden  haben,  ehe  die  Rinderpest
  ihren  verheerenden  Einzug  machte,  und  daß
        <pb n="139" />
        W  V1

dicsrrichg  sein  kann,  zeigt  der  Rindviehbestand  der
da  Elone  —  Herr  Hahn  hat  nachgewiesen,  daß
von  üden  mindestens  so  geeignet  ist  für  die  Schafund!
  und  Mohärgewinnung  wie  die  Kapkolonie,
daß  ein  gleiches  Areal  brauchbaren  Bodens  in
Jrage  kommt.  Nun,  meine  Herren,  die  Kapkolonie
rntn  Wolle  und  Straußenfedern,  die  kommen  hier
für  mit  in  die  Rechnung,  im  vergangenen  Jahre
*  80  Millionen  Mark  exportiert.
#anin  weiteres  Rohprodukt,  welches  in  Teutschwird
  nicht  in  hinreichendem  Umfange  gewonnen
läufl-  ist  das  Petroleum.  Hier  kann  man  vor-1
  ulig  von  nicht  viel  mehr  als  den  Indikationen
Oechen,  welche  in  anderen  Ländern  mit  Sicherheit
8  Auffindung  von  Ol  in  großen  Ouantitäten  ge-Dort
  haben.  Für  Petroleum  kommt  vor  allen
niengen  Ramerun  in  Frage.  Wie  an  der  gesamten
eineeren  Guinea-Rüste  erhebt  sich  das  Land  nach
bu  n  nicht  übermäßig  breiten  Küstenstrich  ziemlich
dard  ich  auf  nicht  unbedeutende  Höhe  und  setzt  sich
di  als  Taselland  fort.  Dort,  wo  der  Bruch  zwischen
bKuchland  und  Erhebung  ist,  sind  an  der  ganzen
denserunküste  viele  Erdölspuren  gefunden,  verbunlund
  mut  charakieristischen  Salzwasserausbrüchen,
dab  #es  sind  verschiedene  Interessenten  zur  Zeit
sehr  dieses  Vorkommen  zu  explorieren.  Etwas
noch  Bestimmes  darüber  läßt  sich  allerdings  heute
Geynicht  sagen,  aber  bei  dem  außerordentlichen
er  oimn,  der  sich  durch  das  Auffinden  von  wirklich
Z#tebigen  Slquellen  machen  läßt,  habe  ich  keinen
binngsel,  daß  das  deutsche  Kapital  auch  diese  Frage
zufi  en  kurzem  ihrer  positiven  oder  negativen  Lösung
lühren  wird.
die  n#  ölfrüchten,  und  das  sind  entweder  direkt  in
sty  olksnahrung  übergehende  Produkte  oder  Roh-Deutflr
  die  Seifen-  und  Fettwarenindustrie,  hat
12  Phland  importiert  im  vorigen  Jahr  für
——.  Mark,  davon  etwa  55  Millionen  für
Ko  aullfrucht,  Kopra  und  Erdnüsse.  Aus  den
Morien  kommen  zur  Zeit  für  etwa  7½  Millionen
der  .  Es  steht  aber  über  allem  Zweisel  fest,  daß
Gew5  eichium  an  Olpalmen  und  anderen  ölreichen
vrdenn  in  unseren  Kolonien  ein  ganz  außergen
  .7  er  ist.  Bei  dem  verhällnismäßig  niedriwicht
  iu  des  Produkts,  verglichen  mit  dem  Geverhält
  öbmmt  aber  von  diesen  Früchten  nur  ein
Denn  mismößig  geringer  Teil  in  den  Handel.
Hundesolange  diese  Früchte  bzw.  das  Produkt  noch
geborerte  von  Kilometern  auf  dem  Kopf  der  Einder
  Küsinträger  durch  Urwald  und  Dschungeln  nach
annten  gebracht  werden  muß,  und  bei  der  be-Träe
  nicht  übermäßigen  Leistungsfähigkeit  der
laina  vonm  kropischen  Klima,  scheitert  die  Versorich
  an  SLeutschland  mit  Ölfrüchten  heute  ledigdiesem
  Z#r  Hosfung  der  Verkehrsfrage.  Olreich  in
unzähliae  mne  ist  vor  allen  Dingen  Kamerun,  wo
ge  Palmen  auf  dem  Tafellande  und  in  dem

 

2—

300  Kilometer  breiten  Urwaldgürtel  in  Küstennähe
beobachtet  worden  sind.  Olreich  ist  besonders  Ostafrika
  das  nunmehr  über  den  Viktoria  Nyansa  und
die  Ugandabahn  schon  größere  Quantitäten  exportiert.
  Olreich  ist  auch  Neu-Guinea,  wo  die  Palmen,
die  zunächst  ausgerottet,  dann  wieder  angepflanzt
worden  sind,  bereits  im  nächsten  Jahre  große  Ernten
  abzuwerfen  versprechen.  Es  unterliegt  für
mich  keinem  Zweifel,  daß  der  allergrößte  Teil  des
Bedarfs  an  ÖOlfrüchten  aus  unseren  Kolonien  ohne
sehr  große  Mühe  gewonnen  werden  kann.  Ostafrika
allein  könnte  leicht  den  deutschen  Bedarf  an  Olfrüchten
  decken;  nach  einer  Schätzung  von  Professor
Vosseler  in  Amani  sind  nicht  weniger  als  700  000
Heklar  Land  in  Ostafrika  für  die  Pflanzung  von
Kokospalmen  geeignet,  welche  700  000  Tonnen
Kopra  liesern  können,  wenn  man  durchschnittlich
1  Tonne  auf  den  Hektar  rechnet.  Daß  die  Produk--tion
  recht  rentabel  ist,  ergibt  sich  daraus,  daß  etwa
100  Palmen  auf  1  Hektar  gepflanzt  werden  können,
und  daß  jede  Palme  einen  Nettoertrag  von  durchschnittlich
  1  Rupie  =  1,3  Mark  jährlich  liefert.
Auch  Slsaaten,  Mohn,  Raps,  Senf-  und  Leinsaat,
wofür  wir  z.  Z.  96  Millionen  Mark  hauptsächlich
an  Ostindien  zahlen,  könnten  in  unseren  Kolonien
erzeugt  werden,  ebenso  Sesamöl  (Einfuhr  12  Millionen
  Markk.

An  Kautschuk  kommt  aus  unseren  Kolonien  bereits
  für  6  Millionen  Mark,  davon  aus  Ostafrika
21¼  Millionen.  Deutschlands  Mehreinfuhr  waren
1890  nur  3000  Tonnen,  jetzt  ist  sie  21  400  Tonnen
im  Werte  von  142  Millionen  Mark;  Verbrauch  ist
in  Deutschland  viel  größer  als  in  England.  Trotzdem
  kann  es  sich  nicht  entsprechend  mit  Rohmaterial
versorgen,  weil  England  und  Nordamerika  alles
aufkaufen  und  Deutschland  von  den  Zwischenhändlern
  in  Liverpool  zu  hohen  Preisen  kaufen  muß.
100  Millionen  Mark  sind  in  deutschen  Kautschukwarenfabriken
  investiert,  die  etwa  30  000  Arbeiter
beschäftigen.  Nicht  nur  die  elektrische  Industrie,
sondern  auch  die  Kraftfahrzeuge  haben  den  Bedarf
ganz  ungewöhnlich  gesteigert.  Schon  werden  sehr
große  Quantitäten  von  Kautschuk  zum  größten  Teile
im  Wege  des  Raubbaues  gewonnen.  Togo  liefert
Kautschuk,  ebenso  aber  der  südliche  Teil  von  Kamerun,
  nicht  minder  Deutsch-Ostafrika.  Ebenso  Neu-Guinca
  und  Samoa.  Nachdem  es  nun  vor  einigen
Jahren  gelungen  ist,  einen  Kautschuk  prodnzierenden
  Baum,  welcher  bereits  in  jungen  Jahren  erhebliche
  Quantitäten  liefert,  zu  akklimatisieren,  sind
sowohl  in  Kamerun  wie  in  Deutsch-Ostafrika  große
Plantagen  angelegt  worden,  welche  in  den  nächsten
Jahren  bereits  sehr  erhebliche  Ernten  abwerfen
werden.  Das  große  Gebiet,  in  welchem  der  wilde
Kautschuk  vorkommt,  gibt  die  sichere  Indikation,
daß  eine  geordnete  Wirtschaft  in  der  Lage  sein  wird,
wenn  nicht  den  ganzen,  so  doch  den  größten  Teil
        <pb n="140" />
        W  V72  20

des  deutschen  Bedarfs  in  den  Kolonien,  und  zwar
zu  einem  verständigen  Nutzen  lassenden  Preise  zu
gewinnen.  In  ÖOstafrika  sind  heute  schon  1½  bis
2  Millionen  Kautschukbäume  gepflanzt,  und  wie
sehr  diese  Produktion  lohnt,  die  ja  an  Stelle  des
Raubbaues  erst  vor  ganz  kurzer  Zeit  getreten  ist,
beweist  der  Kongostaat,  in  welchem  bereits
12½  Millionen  Kautschukbäume  gepflanzt  sind.
Ebenso  wird  von  den  Franzosen  in  Französisch-Kongo
  und  Indo-China  eifrigst  gepflanzt,  von  den
Engländern  in  Ceylon  usw.  Alle  Industriestaaten
suchen  sich  in  der  Weltproduktion,  die  heute  etwa
500  Millionen  Mark  beträgt,  und  auf  welche  die
Nordamerikaner  mit  monopolistischen  Tendenzen
einwirken,  unabhängig  zu  machen.

Ich  komme  nunmehr  auf  den  Hanf.  Die  Hanfkultur
  in  den  Philippinen  ist  durch  die  allgemeine
Stockung,  die  die  Folge  der  Okkupation  der  Amerikaner
  war,  stark  zurückgegangen.  Gleichzeitig  hat
man  angefangen,  in  Togo  und  in  Kamerun,  auch  in
Südwestafrika,  besonders  aber  in  Ostafrika  zwei
Agavensorten,  die  Mauritius-Agave,  welche  geringere
  Resultate  gibt,  dann  aber  eine  mexikanische
Agave,  die  Sisal-Agave,  in  Millionen  von  Exemplaren
  anzupflanzen.  In  Ostafrika  wird  sich  der
Export  mit  dem  Anwachsen  der  bereits  bepflanzten
Plantagen  ganz  außerordentlich  steigern.  Auch  hier
kann  man  nicht  sagen,  daß  das  Gebiet,  für  welches
sich  die  Pflanzen  eignen,  ein  limitiertes  sei.  Deutschland
  braucht  bis  jetzt  noch  verhältnismäßig  wenig
Sisalhanf,  nämlich  etwa  10  000  Tonnen,  weil  es
noch  den  teuren  russischen  und  italienischen  Hanf
bearbeitet.  Nordamerika  verbraucht  schon  über
100  000  Tonnen;  aus  ucatan,  das  gewiß  kein
besseres  Klima  hat  als  unsere  Kolonien,  werden
jährlich  für  300  Millionen  Sisalhanf  exportiert.
Wir  können  schon  nach  Prof.  Paasche  in  Bälde  eine
Ausfuhr  von  20  000  bis  30  000  Tonnen  Sisalhanf
im  Wert  von  16  bis  24  Millionen  Mark  aus  Ostafrika
  erwarten,  während  jetzt  die  Ausfuhr  erst
1  Million  Mark  beträgt.  An  dem  Sisalhanf  sind
nicht  bloß  die  Seilereiindustrie,  sondern  auch  die
Papierindustrie  und  das  Tapeziergewerbe  interessiert.


Eine  ganze  Menge  anderer  Produkte  für  unsere
Volksernährung  und  industrielle  Produktion  kommt
noch  in  Betracht.  «

Kaffee  konsumierte  Deutschland  im  Jahre  1905
180  000  Tonnen  für  170  Millionen  Mark,  während
es  im  Jahre  1908  für  181  000  Tonnen  nur  145  Millionen
  Mark  zahlte.  Die  daraus  sich  ergebende
Preissteigerung  läßt  hoffen,  daß  auch  die  Kaffeepflan
  zungen  besonders  in  Ostafrika,  die  bei  dem
Tiefstande  der  Preise  in  den  Jahren  1902  und  1903
unrentabel  geworden  waren,  wieder  an  Bedeutung
gewinnen,  besonders,  nachdem  man  jetzt  auch  mit
anderen  Qualitäten  Versuche  macht.  Am  Rufidji

 

in  Ostafrika  wächst  ein  ausgezeichneter  Reis,  der
höher  als  der  indische  bezahlt  wird.  Guano  wird
in  Südwestafrika  gewonnen,  und  ein  neuerdings
entdecktes  bedeutendes  Lager  in  den  Marschallinseln
scheint  gute  Aussichten  zu  haben.  Steinnüsse  für
das  Drechslergewerbe  und  Stoffe  für  die  Papierund
  Zellulosefabrikation,  auch  Bast  kommen  hinzu.
An  tropischen  Nutzhölzern  bezieht  Deutschland  für
9  Millionen  Mark,  die  es  nach  dem  übereinstimmenden
  Urteil  von  Sachverständigen,  denen  sich
auch  Paasche  in  seiner  Reisebeschreibung  anschließt,
zum  größten  Teile  seinen  Kolonien  zuwenden  könnte.
Der  beträchtliche  Export  der  englischen  Goldküstenkolonie
  an  Holz  kommt  zum  Teil  jetzt  schon  aus  dem
Hinterlande  von  Togo.  In  Ostafrika  sind  allein
250  000  Hektar  Hochwald,  in  Küstennähe  u.  a.  mit
Zedernholz  und  Mahagoni,  durchsetzt,  und  1  bis  2
Millionen  Hektar  solchen  Waldes  50  Kilometer  landeinwärts
  nach  dem  Gutachten  der  Forstverwaltung
vorhanden.  Ein  Unternehmer  in  Ostafrika,  Klemens
Denhard,  der  heute  schon  1600  Mann  in  der  Holzproduktion
  beschäftigt,  schätzt  die  in  Ostafrika  und
Kamerun  vorhandenen  Mangrovenbestände  auf
mindestens  120  000  Hektar  und  glaubt,  bei  dem
heutigen  Preis  die  Quanlität  der  in  diesen  Wäldern
vorhandenen  Gerbstoffe  auf  mindestens  850  Millioneu
  Mark  schätzen  zu  dürfen.  Abgesehen  davon,  daß
Deutschland  selbst  jährlich  für  viele  Millionen  Mark
an  Gerbstoffen  bezieht,  würde  es  durch  die  Ausbeutung
  seiner  Wälder  in  Ostafrika  und  Kamerun,
welche  sehr  große  Mangrovenbestände  haben,  die
Kontrolle  über  den  Baumrindenmarkt  gewinnen,
während  zur  Zeit  die  Quebrachorinde  von  Argentinien
  den  Markt  beherrscht,  der  überdies  durch  die
monopolistischen  Tendenzen  der  Nordamerikaner
in  diesem  Produktionszweige  mit  steigenden  Preisen
zu  rechnen  hat.  Hierher  gehört  auch  die  Kultur  der
Gerberakazie,  die  besonders  für  Ostafrika  in  Betracht
  kommt.  Bei  allen  diesen  Artikeln  handelt  es
sich  fast  ausschließlich  um  eine  Transportfrage.
Kakao  gehört  zu  den  tropischen  Nahrungsmitteln,
von  welchen  wir  große  Mengen  importieren.  Die
deutschen  Kolonien,  insbesondere  Kamerun  und
Samoa,  liesern  bis  jetzt  erst  für  1,3  Millionen  Mark
für  den  sehr  bedeutenden  deutschen  Bedarf.

Daß  die  wirtschaftliche  Erschließung  unserer
Kolonien  in  der  Hauptsache  lediglich  eine  Verkehrsfrage
  ist,  wurde  schon  mehrfach  gestreift.  Der  bisherige
  Export  aus  unseren  Kolonien  wird  auf  den
Köpfen  von  etwa  2  Millionen  Negern  in  4  bis  5
Tagereisen,  bei  wertvollen  Gütern  auch  40  bis  50
Tagereisen  an  die  Küste  gebracht.  Aus  dem  Innern
des  Landes  können  bisher  überhaupt  nur  wertvolle,
durch  Okkupation  gewonnene  Güter,  wie  Kautschuk,
Elsenbein,  Wachs  usw.,  gebracht  werden,  und  gerade
im  Innern  des  Landes  befindet  sich  zumeist  die  Eingeborenenkultur,
  und  sind  die  für  Olfrüchte,  Baum-
        <pb n="141" />
        W  73  20

hall  uUsw.  geeigneien  Böden  zu  suchen.  Um  das
landtt  von  150  Hektar  vorzüglichen  Baumwollfin
  es  im  Innern  Togos  nach  der  Küste  zu  schaffen,
*  nicht  weniger  als  1000  Mann  vier  Wochen  lang
ae  auiign,  und  die  Tonne  Produkte  aus  dem  Innern
4r  eshalb  bereits  im  Hasen  mit  400  Mark  Fracht
ennle.  Venn  man  dem  gegenüberstellt  das  hoch-Vo
  aaceelte  Eisenbahnwesen  in  den  Südstaaten  von
*7  amerika,  so  wird  man  sich  nicht  wundern,  daß
nickre  großen  Baumwolländereien  bis  jetzt  noch
n  viel  tragen  und  daß  man  unserem  geringen
aumwollexport  von  Togo  mit  einer  Frachternachigung
  auf  der  Dampferlinie  nach  Deutschland
alndelen  mußte.  Noch  schlimmer  liegen  die  Verà
  misse  in  Ostafrika,  wo  eine  Tonne  Last  aus  dem
nnern  nach  der  Küste  z.  Z.  eine  Karawane  von
3  und  2500  Mark  Frachtkosten  beansprucht,
nhrend  die  gleiche  Last  von  einer  Eisenbahn  in
5der  Zeit  und  mit  einem  Frachtaufwand  von
ark  an  die  Küste  gebracht  werden  könnte.

Meine  Herren!  Wie  ich  anfangs  gesagt  habe,
sches  von  dem,  was  Ihnen  hier  vorgetragen,  ist
arbreriation,  vieles  ist  nach  kaufmännischen  Bedalen“
  Gewißheit,  und  ich  stehe  nicht  an,  zu  sagen,
#  mit  der  notwendigen  Geduld,  mit  der  notwen-7
  Zähigkeit  ein  großer  Teil  des  deutschen  Roh-8
  edürjnisses  aus  unseren  Kolonien  zu  nutzbrinden
  en  Preisen  gedeckt  werden  kann  und  gedeckt  werer
  wird.  Diese  Erkenntnis  ist  in  den  Fachkreisen
dereus  durchgedrungen,  und  die  Fachvereinigungen
dankhreien  wirtschaftlichen  Verbände  haben  sich  in
weleenswerter  Weise  an  den  Versuchen  beteiligt,
Lomet  das  verdienstliche  Kolonial-Wirtschaftliche
wr  alee  in  Baumwolle,  in  der  Kakaoerzeugung,  in
men  autschukerzeugung  und  in  anderem  unternom-**
  “7  Dabei  sind  die  ungeheuren  Gebiete,  um
dan  sich  handelt,  zum  Teil  noch  so  unexploriert,
N  atunan  auch  da  annehmen  kann,  daß  wir  große
woliischäe  zu  entdecken  haben,  besonders  auf  mineberüen
  Gebieten,  und  die  ich  deshalb  nicht  näher
dem  hre,  weil  deren  Entdeckung  mehr  oder  weniger
den  Zufall  überlassen  ist.  Ich  will  deshalb  von
in  Jahlreichen  Goldfundstellen  in  Südwestafrika,
wensaco“  und  in  OÖstafrika  nicht  sprechen.  Ebenson-
  von  Indikationen,  daß  Vorkommen  von
afriko-  sowohl  in  Südwestafrika  als  auch  in  Ostjenen
  Hahlreich  vorhande.,  sind.  Ebensowenig  von
sollen  #  laugrundstellen,  die  jetzt  untersucht  werden
in  Sten  der  Nähe  von  Gibeon  und  im  Caprivizipfel

west.  und  im  Gebiet  von  Deutsch-Ostafrika.
die  will  lieber  auf  den  Vorteil  hinweisen,  den
nien  un  deutschen  Kapitals  in  den  deutschen  Kolojeman
  csichtlich  der  Zahlungsbilanz  hat.  Wenn
einigten  F  100  Mark  Kapital  anlegt  in  den  Verim
  Ausl  taaten  oder  in  Argentinien  oder  sonstwo
der  ande,  so  gibt  er  zunächst  die  100  Mark  aus

deutschen  Wirtschaft  heraus,  dann  aber  das

man

 

Jahresprodukt  einschl.  des  Arbeitslohns,  den  Sie
mit  70  Mark  veranschlagen  können,  und  was  er
zurückbekommt,  ist  lediglich  eine  Nettorente,  sagen
wir  7  Mark.  Das  Kapital,  das  in  die  Kolonien  gebracht
  wird,  erhält  diese  Summe  der  deutschen
Nationalwirtschaft,  es  zahlt  vor  allen  Dingen  den
Lohn  zur  Enwicklung  dieser  Wirtschaft,  und  es  wird
angelegt  und  verbraucht  in  gleichfalls  der  deutschen
Entwicklung  unterstehenden  Produkten.

Frankreich,  Nordamerika  und  England  haben
trotz  Meistbegünstigung  Produkte  ihrer  Kolonien  im
Zolle  bevorzugt.  In  Australien  wird  z.  Z.  durch
neue  Commerceakts  die  Einfuhr  von  Industrieerzeugnissen
  neuen  Erschwerungen  unterworfen.  Der
Besitz  von  Kolonien  ist  ein  Mittel,  um  auch
aufhandelspolitischen  Gebieten  auf
überseeischen  Märkten  gegenwärtig
noch  Erfolge  zu  erzielen.  Die  eigenen
Kolonien  werden  zu  einem  handelspolitischen  Instrument,
  da  man  nur  Rechte  und  Vorzüge  in  fremden
  Kolonien  erreicht,  wenn  man  in  seinen  eigenen
Rolonien  entsprechende  handelspolitische
Gegenleistung  gewähren  kann.  Auch  dadurch
kennzeichnet  sich  die  handelspolitische  Situation  der
Gegenwart,  daß  z.  B.  eine  Umfrage  in  Deutschland
gemacht  wird,  darüber,  inwieweit  bereits  eine  Auswanderung
  in  der  deutschen  Industrie  nach  den  durch
Schutzzölle  abgeschlossenen  Märkten  stattfindet.

Meine  Herren!  Die  Entwicklung  unseres  deutschen
  Kolonialbesitzes  ist  demnach,  vom  handelspolitischen
  Standpunkte  aus  gesehen,  nach  folgenden
vier  Richtungen  zu  beurteilen:

1.  Sie  sichert  der  stetig  wachsenden
Bevölkerung  unseres  Vaterlandes,
die  mit  Rücksicht  auf  das  zur  Verfügung
  stehende  limitierte  innerdeutsche
  Arealmehr  undmehr  sich  der
Industrie  zuwenden  muß  undauf  den
Export  angewiesen  bleibt,  zunächst
große  und  sich  steigernde  Aufträge,
also:  Arbeit.  Danebenermöglicht  sie
eine  bessere  Lebenshaltung  dieser
unsererdeutschen  Bevölkerung  durch
billige  Prodnktion  von  Nahrungsstofsen
  der  verschiedensten  Art  und
ermöglicht  es,  diese  Ernährung  unabhängiger
  zu  gestalten  vom  Ausland.
  «

2.  Kolonien,  dierichtigundzielbewußt
  geleitet  sind,  sichern  der  deutschen
  Produktion  einen  großen  Teil
derjenigen  Rohstoffe,  welche  zum
ecigenen  Verbrauch  innerhalb  der
Nation  und  zum  Zwecke  der  Veredelung
  des  Arbeitsmaterials  vieler
Millionen  deutscher  Arbeiter
dienen.
        <pb n="142" />
        W  04  2C

3.  Siesichertdemdeuntschen  Fabrikanten,dem
  deutschen  Arbeitereinen
Einflußaufdie  Preisgestaltungdieser
  Rohmaterialien  gegenüber  monopolistischen
  Tendenzen  des  Auslandes,
  seiesinder  Zoll-=  und  Steuerpolitik
  der  Staaten,  sei  es  in  den
Kombinationen  einzelner  Individuen.
  Sie  sind  deshalb,  da  sich  der
Preiseiner  Wareaufdem  Weltmarkt
regelt,  der  Arbeitslohn,  aber  niemals
  mehr,  als  Weltmarktpreis
minus  Kosten  des  Rohmaterials  betragen
  kann,  ein  wichtiger  Regulatorfürden
  Preisunserernationalen
Arbeit.

4.  Sie  schützt  und  stärkt  unsere  nationale
  Zahlungsbilanz,  indem  sie
unsere  Kapitalien  undden  Überschuß
unserer  Arbeitnicht  zur  Zahlung  für
Rohmaterialien  an  das  Ausland  zu
schicken  nötigt,  sondern  denselben
innerhalb  unserer  eigenen  Binnenwirtschaft
  erhält.  Sie  sichert  damit
gleichzeitig  die  Stabilität  unserer
deutschen  Währung,  vermindert  die
Gefahr  des  Abflusses  von  Edelmeltall
  an  das  Ausland  und  vermag  auf
diese  Weise  auch  in  der  eigentlichen
deutschen  Wirtschaft  eine  größere
Stabilität  für  den  Preis  des  Geldes
zuerreichen.

Schließlich  bildetsieein  kräftiges
strategisches  und  taktisches  Mittelin
alldenjenigen  Fällen,  wo  für  die
deutsche  nationale  Wirtschaft  Verträge
  oder  Vereinbarungen  mit  anderen
  Weltnationen  geschlossen  werden
  müssen  zur  Sicherung  des  gegen- 



seitigen  Absatzes  und  Austausches
von  Roh-  und  Fertigprodukten.

Das  ist  die  Bedentung  einer  deutschen  kolonialen
Wirtschaft  im  Lichte  der  gegenwärtigen  handelspolitischen
  Weltlage.  Ihre  Ausführung  bedeutet
demnach  nicht  mehr  und  nicht  weniger  als  die
Frage  der  Zukunft  der  nationalen
Arbeit,  die  Frage  des  Brotes  vieler
Millionen  Industriearbeiter,  die
Frage  der  Beschäftigung  der  heimischen
  Kapitalien  im  Handel,  im
Gewerbe,  in  der  Schiffahrt.

Es  wäre  demnach  nichts  weniger  als  ein  großes
Vergehen  an  Deutschland  und  seiner  industriellen
Zukunft,  wenn  nicht  alle  ernsthaften  kaufmännisch
gebildeten  Deutschen  dieser  Frage  ihr  allergrößtes
Interesse  zuwenden  würden,  wenn  sie  nicht  mit
aller  Intensität  einer  Regierung  ihre  Unterstützung
leihen  würden,  welche  diese  Gesichtspunkte  fest  im
Auge  hat,  die  Kolonien  einer  sachgemäßen  Entwicklung
  im  Laufe  der  Zeiten  zuzuführen  strebt.  Ein
jeder  von  Ihnen  hat  ein  Interesse  an  der  sachgemäßen
  Lösung  dieser  Arbeit.  Es  ist  eine  Arbeit
über  viele  Jahre,  ja  Jahrzehnte.  Sie  hat  zu  beginnen
  mit  der  Organisation  der  Verkehrswege,  und
das  ist  die  Frage  der  Stunde.  Stehen  Sie  fest  und
einmütig  hinter  uns  in  der  Forderung  nach  diesen
Mitteln  und  tragen  Sie,  die  berufenen  Vertreter
der  gesamten  Kaufmannschaft  von  Deutschland,  in
Ihre  Heimat,  in  Ihre  Berufskreise,  in  Ihre  Kontore
  die  UÜberzeugung,  die  ich  hoffentlich,  wo  sie  nicht
schon  bestand,  in  Ihnen  erweckt  habe,  daß  es  sich  in
der  deutschen  kolonialen  Bewegung  umeine  naltionale
  Frage  allerersten  Ranges
handelt,  und  daß  jeder  gute  Deutsche,  jeder  verständige
  Kaufmann  ohne  Rücksicht,  ob  Groß=  oder  Kleinkaufmann,
  ohne  Rücksicht  auf  Konfession  diese  Fragen
  zu  lösen  mitberufen  ist,  im  Interesse  des  großen
deutschen  Vaterlandes.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestatet.)

Deutsch-Ostafrika.

Verkehrsstatistik  der  Usambara-Eisenbahn  für  das  erste  Viertelsahr  des  Rechnungsjahres  1906/07.
Kpril  bis  Juni.

Richtung  Tanga  —Mombo.
Personenverkehr
Geleistete  Durchschn.

Reisegepäck

Beförderte  Beförd.  eistete

Versonen-  rückgel.  unen
Personen  Kilometer  Zuhoer  em  Tonnen  gilometer

Weiße  ;05  24432  40,.83  .
Farbige  17506  680  088  38,58  21s.0  19761

Richtung  Mombo  —anga.

Personenverkehr  Neisegep#ce
5  Geleistete  E  *Ü  -  Grtl
Beförderte  Beförd.  te
Personen  F"  Versonen.  Guut  acktel.  Kl.  Tomen  Soe
Weiße  410  22681  55.1  7.9  118.5
Farbige  17645  672337  38,1  «
        <pb n="143" />
        E
Güterverkehr  Geleistete
Beförderte  Tonnen-I.
  N  Tonnen  kilometer
i  Kahrungsmittel  und  Getränke  167,6  8  719,5
r  Gebrauchsgegenstände  307,8  18  886,3
H  Maschinen,  Geräte,  landwirtschaftlüche
  Bedarfsartitel.  215,8  14257,1
7  Baumaterialien  .  168,9  7929,7
0.1  20
v5vl  isenbahnbau-Material  50,0  1  750,0
Nartoffeln  und  Gemüse  1,4  71,0
9.  Mais,  Miama  91  196.6
1  äute,  Felle-  ·4.  8.8
1I.  Scchnittholz  33,2  1  777,6
Sonstiges.  15,.2  836,0
Zusammen.  969,3  51  434,6
Viehnear  Großvieh  42  Stück
lehverkehr  kKleinvieh  14

7

On

 

20
Güterverkehr  Geleistete
Beförderte  Tonnen-Tonnen
  kilometer
1.  Nahrungsmittel  und  Getränke.  66,9  2956.7
2.  Gebrauchsgegenstände.  13,  710.0
3.  Maschinen,  Geräte,  landwirtschaftliche
  Bedarfsartikel  .  .  0,2  7,5
4.  Baumaterialien.  14,7  604,8
5.  Kassee  72,6  30903,.5
6.  Eisenbahnbau-Material  —  —
7.  Rartoffeln  und  Gemüse  31,5  3216,1
8.  Mais,  Mtama  8.0  164.3
D.  Häute,  Felle.  25,2  1852.7
10.  Schnittholz  60,.1  3901,3
11.  Sonstiges  ·...  74.9  4728.6
Zusammen  367,2  21536,0
irorrryersee'  Großvich.  537  Stück
Viehverlehr  Aleinvieh.  :24

eleistete  Lokomotiven=  und  Wagenachskilometer  im  1.  Vierteljahr  190%  April  bis  Juni.

 

 

 

3  Wagenachsktilometer
Ingfahrten  Zuglilomcter  (  GNNW2
1*v  ....  »  Güterwagen  .  S  e  der
Wassertender  belade  9  »  Personenwagen  A  umme=  der
—  claden  leer  Wagenachskilometer
165  20  44  1420  107  897  12  766  230  217  352300

 

 

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Herrn  Hauptmann  v.  der  Marwitz,
das  Zoologische  Museum  bereits  sehr
be  Bereicherungen  seiner  Sammlungen  verist
  ihm  wieder  eine  sehr  umfangreiche
wissenschaftlich  sehr  interessanten  und
seum  sehr  wertvollen  Objekten  hauptsesche
  is  Mkalamo  in  Deutsch-Ostafrika  als
umsokenk  überwiesen  worden.  Die  Sammlung
5  aht  etwa  18  Arten  von  Säugetieren  (112  Felle,
1  vchädel  und  35  Gehörne),  164  Vogelbälge,
Sanr  Schmetterlinge  und  eine  Neuroptere.  Die
Intemlung  verdient  dadurch  ein  besonderes
renfle,  daß  sie  zum  größten  Teil  in  einem
oinencebier  zwischen  zwei  tiergeographischen  Pround
  uu  in  Ostafrika,  zwischen  dem  Massailande
schein  er  Wembäre-Steppe,  gewonnen  zu  sein
zwei  l.  Sie  enthält  nämlich  von  vielen  Arten

r  verschiedene  Formen.
Wen  ußerdem  sind,  da  aus  dem  Gebiet  der
s-  are-Steppx  noch  wenig  bekannt  geworden
Junpaüher  vielen  Stücken,  welche  wegen  des
halortes,  des  Alters  oder  wegen  der  guten
manct  ung  die  Sammlungen  vervollständigen,
au  he  Arten  nicht  nur  für  das  Museum,  sondern
nt  die  Wissenschaft  neu.  Die  Zahl  der
lieren  Coographischen  Formen  unter  den  Säugegeschloß.
  sich,  da  die  Untersuchung  noch  nicht
ange  Nosen  werden  konnte,  noch  nicht  sicher
n.  Unter  den  Vögeln  sind  4  neue  Arten,

Von
velchem
groß

 

 

die  zu  Ehren  des  Sammlers  benannt  worden
sind,  die  Neuroptere  ist  ebenfalls  neu,  und  besonders
  reich  an  neuen  Arten  dürfte  die  große
Sammlung  von  Kleinschmetterlingen  sein,  doch
erfordert  ihre  Durcharbeitung  noch  längere  Zeit,
zumal  die  Gruppe  der  Kleinschmetterlinge  überhaupt
  noch  wenig  gründlich  erforscht  worden  ist.
Die  vorliegende  große,  vorzüglich  präparierte
Sammlung,  die  nur  mit  außerordentlichem  Eifer
und  Interesse  und  mit  sehr  großer  Geduld  gewonnen
  werden  konnte,  wird  sicher  die  Kenntnis
der  Mikrolepidopteren  Ostafrikas  erweitern.

Unter  den  Sängetieren  sind  besonders  noch
die  schönen  Reihen  von  Klippschliefern,  Ginsterkatzen,
  Mangusten,  Ichneumons  und  Schakalen,
sowie  die  reichhaltige  Gehörnsammlung  und  die
Schädel  der  Löwen  und  Leoparden  hervorzuheben.
  Das  Museum  ist  dem  Geber  zu  sehr
großem  Danke  verpflichtet.

r

ogo.

Über  Manihotanzapfungen
auf  der  Agupflanzung  in  Togo  liegt  folgender
Bericht  vor:  Ende  September  1906  wurden  zehn
sechsjährige,  bereits  im  vorigen  Jahre  angezapfte
und  zehn  fünfjährige  Manihotbäume  angezapft.
Der  Stammumfang  der  ersteren  Bäume  betrug
        <pb n="144" />
        GW  V6

in  1  m  Höhe  über  der  Erde  39  bis  92,  durchschnittlich
  71  cm.  Die  Dicke  der  milchführenden
Schicht  war  2  bis  6,  durchschnittlich  4,6  mm.  Bei
den  jüngeren  Bäumen  betragen  die  Zahlen  41

20

beide  Sorten  Mk.  9,00  per  Kilogramm  wert  sein,
das  ergibt  für  den  Gummi  in  seinem  Rohzustande
bei  Qualität  1:  Mk.  7,00,  bei  Qualität  2:
Mk.  7,90  per  Kilogramm.  Man  wird  den  Kautschuk

 

bis  66,  durchschnittlich  49  cm  und  2  bis  4,  künftig  etwas  mehr  von  seinem  Wassergehalt
durchschnittlich  3,1  mm.  Die  Bäume  wurden  am  befreien.
24.  September  abgerindet  und  an  den  folgenden  .
fünf  Tagen  vor-  und  nachmittags  angezapft.
Die  Ergebnisse  waren:
ältere  Bäume  jüngere  Häume
1.  Qual.  2.  Onual.  1.  Qual.  2.  Qual.
5  Vormittage  2157  g  215  g  665  g  ios  g  nasser  Kautschur
5  Nachmittage.  1218  g  231  g  411  g  105  g
Sa.  am  29.  Sept.  3375  g  446  g  1076  8  214g
gewogen  am  8.  Okt.  1943  8  347  g  666  g  167  g#  trockner
dal.  19.  Ott.  1720  g  327  8  595  6  157
Sa.  1.  Qual.  2315  8  am  Agu  am  19.  *  oder  2085  g  in  Berlin  am  24.  Nov.
2.  4843S  19.  -  405  g„  -  24.  —
Unter  Kautschuk  2.  Qualität  ist  der  am  Stamm  Deutsch-Südwestafrika.

hängenbleibende  gemeint,  der  unreiner  ist  und  bei
dem  Absammeln  so  hohe  Kosten  macht,  daß  man
vielleicht  besser  davon  absieht.

Der  Kautschuk  1.  Qualität  verliert  vom  Agu
bis  Berlin  genan  10  Prozent  an  Gewicht;  hierbei
  ist  zu  beachten,  daß  der  Agukautschuk  drüben
nicht  durch  Walzen  gegangen  ist.

Legt  man  diesen  Abgang  zugrunde,  so  haben
die  zum,  älteren  Bäume  bei  einer  Anzapfungsserice
  155  g  pro  Baum  an  trockenem  Kautschuk
ergeben,  die  jüngeren  Bäume  54  g  pro  Baum.
Die  bei  der  Anzapfung  verausgabten  Arbeiterlöhne
  berechnen  sich  für  die  (1720  bzw.)  1548  g.
Kautschuk  1.  Qualität  der  älteren  Bäume  auf
Mk.  2,18  oder  pro  Kilogramm  ganz  trockenen
Kautschuk  auf  Mk.  1,40;  für  die  jüngeren  Bäume,
die  (595  bzw.)  535  g  ganz  trockenen  Kautschuk
lieferten,  beliefen  sich  die  Erntekosten  an  Arbeitslöhnen
  ebenfalls  auf  Mk.  2,18,  was  in  diesem
Falle  aber  Mk.  4,08  pro  Kilogramm  ergibt.

Die  durch  die  Vereinigten  Gummiwarenfabriken
  Harburg—Wien  vorgenommene  Untersuchung
  beider  Qualitäten  ergab:  1.  Qualität:
Waschverlust  20  Prozent,  Harz  und  Wachs  7,1
Prozent,  Asche  1,16  Prozent;  2.  Qualität:  Waschverlust
  11,9  Prozent,  Harz  und  Wachs  10,45  Prozent,
  Asche  1,88  Prozent.  Gewaschen  würden

 

Von  der  Lüderitzbuchtbahn.
GHierzu  zwei  Abbildungen.)

Die  heute  wiedergegebenen  Aufnahmen  stellen
das  Bahngelände  unmittelbar  unterhalb  der
Brunnen  in  Aus  dar;  sie  stammen  aus  den  letzten
Vorbautagen  der  Strecke  Lüderitzbucht  —  Aus
und  geben  ein  anschauliches  Bild  von  den  felsigen
Schwierigkeiten,  die  gerade  auf  diesem  letzten
Teile  überwunden  werden  mußten.

 

Wissenschaftliche  Sammlungen.

Von  Herrn  Regierungsarzt  Dr.  Hoffmann
sind  dem  Zoologischen  Museum  1  Kängurn,
12  Vogelbälge  und  ein  Kasuarei  aus  Kaiser=Wilhelms-Land
  und  von  Herrn  Hauptmann
Faupel  2  Säugetiere  und  2  Vögel  aus  Windhuk
als  Geschenk  überwiesen  worden.  Die  Objekte
bedeuten  eine  wichtige  Bereicherung  für  die
Sammlungen  des  Museums;  die  beiden  Raubtiere
  (Zorilla  und  Felis)  und  der  eine  Raubvogel
  (Buteoangur)  aus  Deutsch  -Südwestafrika
waren  bisher  noch  nicht  vertreten  und  für  dieses
Gebiet  zum  erstenmal  nachgewiesen,  die  andern
Tiere  sind  wertvolle  Ergänzungsstücke  und  besonders
  willkommen,  weil  sie  gut  erhalten  sind.
Den  Gebern  ist  das  Museum  zu  großem  Dank
verpflichtet.

Jum  nußenhandel  des  deutsch-südwestafrikanischen  Schutzgebiets  in  den  Kalenderjahren  1904  und  1905.

Die  handelsstatistischen  Anschreibungen  bei  den  Zollstellen  des  deutsch-südwestafrikanischen
Schutzgebiets  haben  sich  in  den  Kalenderjahren  1904  und  1905  nur  auf  die  zur  Ein=  und  Ausfuhr

gekommenen  Privatgüter,

nicht  auch  auf  die  Regierungsgüter  (Güter  des  Gouvernements  und  der

Schutztruppe)  erstreckt,  weil  infolge  des  Kriegszustandes  eine  statistische  Anschreibung  dieser  Güter  nicht
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        W  V77  0

durchführbar  war.  Der  Außenhandel  des  Schutzgebiets  hat  sich  in  beiden  Jahren  unabhängig  von
der  wirtschaftlichen  Gestaltung  des  Landes  unter  dem  Einflusse  der  kriegerischen  Verhältnisse  entwickelt.
  Der  Gesamthandel  ist  von  9  925  110  Mk.  im  Jahre  1903  auf  10  355  624  Mk.  im  Jahre
1904  und  auf  23  847774  Mk.  im  Jahre  1905  gestiegen.  Hiervon  entfallen:

1903  1904  1905
auf  die  Einfuhr  .  .  641096601Mkt.  10  056  946  Mk.  23  631  881  Mk.
auf  die  Ausfuhr  3428  509  298  678.  215  893

Die  Zunahme  der  Einfuhr  von  1903  bis  1905  um  17  135  280  Mk.  oder  um  264  v.  H.
und  von  1904  zu  1905  um  13574  935  Mk.  oder  um  135  v.  H.  ist  nicht  allein  auf  die  gesteigerten
Bedürfnisse  der  vermehrten  Schutztruppe,  sondern  auch  auf  das  Anwachsen  der  weißen  Ziwvilbevölkerung
  von  4640  Köpfen  (Stand  am  1.  Januar  1903)  auf  6366  Köpfe  (Stand  am  1.  Jannar  1906)
zurückzuführen.  Die  Zunahme  bei  der  Einfuhr  verteilt  sich  auf  alle  Warengruppen  und  Warenpositionen.
  Einige  besonders  hervortretende  Beispiele  sollen  hier  erwähnt  werden:

1903  1904  1095  gegen  1903  gegen  1904
Mk.

«  Mk.  Mk.  Mk.  M.  Mt.
Gemüse=  und  Obstkonserven,  eingemachtes

  Obst  98  044  228  426  =  +  10  382  649  727  =  „  551  683,.  42s  30|
Labakfabrikate  11  956  166  332  =  +324  376  1  138  829  =  1-  996  873.  672  497
Stille  Wein  1098332  256  550  =  +  140  539  051  =  130  519.  285
Branntweine  aller  Att  1095  075  264  768  =  —  69  693  751778  =  +  559  703.  —  190010
Bier  .  53zS35  121  1071028  —  535  607  2  503  229  SOS,  1
Fleischkonservee  P0021  287  936  =  —217915  1220  093  =  +1  150  072,  —  332  157
Milch,  Butter,  Käse,  Honig  und  sonstige

tierische  Nahrungsmittel  1090  759  329  489  =  138  730  991  301  =  +  803  545.  664  S15
Leibwäsche  ··.  603  010  510  051  =  53  959  1244  402  =  —  641  392,  —  695  ½51

Bemerkenswert  ist  die  Steigerung  der  Einfuhr  von  Baumaterialien  und  Eisenwaren  im
Jahre  1905  gegen  die  Vorjahre,  vereinzelt  nach  teilweisem  Rückgange  im  Jahre  1904.  Ein  Teil
dieser  Einfuhrsteigerung  entfällt  auf  den  Bau  der  Otavi-Eisenbahn,  der  andere  Teil  aber  auf  den
Bedarf  zum  Wiederaufbau  der  im  Kriege  zerstörten  Gebände  und  zur  Errichtung  von  Neuanlagen:

  

1903  190.  1905  gegen  1903  gegen  1904

Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.

Vau-  und  Nutzholz..  191891  177266  =  14  625  1  413911  —+1  222  020,  —1  236  645
Dement,  Kalk,  Areide  und  sonstige

Erden  und  Stein  J1532  36  973  31559  331  521  =  259  980,  —  291518

Noheisen,  ciserne  Schienen,  Stangen,

Blökele  366  411  1  003  434  637  023  1  328  330  =  —  961  919,  —  321896

Bellblech  105817  79  039  =  —  26778  321  363  —  215  546.  212  327
lie  nicht  besonders  genannten  Eisenwaren

  630  026  894  923  —=  +  264  807  2  082  556  —  1  452  530.  1  187  633

#  Der  Rückgang  der  Ausfuhr  findet  seine  Erklärung  darin,  daß  infolge  der  Einstellung  des
Farmbetriebes  namentlich  die  Ausfuhr  von  Rind=  und  Kleinvieh  teils  ganz  aufgehört  hat,  teils  auf
uͤne  kaum  nennenswerte  Ziffer  gesunken  ist,  und  daß  durch  den  Abbau  der  Guanolager  bei  Cap
broß  die  Ausfuhr  von  Guano  fast  ganz  aufgehört  hat.  Ein  Bild  vom  Umfange  des  Rückgangs
leser  bisher  wichtigsten  Ausfuhrprodukte  mögen  folgende  Zahlenreihen  geben:

1903  1904  1905  gegen  1903  gegen  1904
di  Ml.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.
Kudvieh  2065  880  41150  2021  730  keine  Ausfuhr  —  20065  880.  11150
Geinvieh.  222672  34  424  =  208  218  775  —  241  897,  —  ½3649
Uano  657  708  9  605  =  66438  098  18  060  —  639  643,.  —  8  455

d  Unter  den  Ländern,  mit  denen  das  Schutzgebiet  in  Handelsbeziehungen  steht,  nimmt

utschland  die  erste  Stelle  ein,  ihm  ist  auch  die  Steigerung  der  Einfuhr  in  das  Schußtzgebiet  in

*  Linie  zugute  gekommen,  während  vom  Rückgange  der  Ausfuhr  hauptsächlich  Kapland  und  dann
igland  betroffen  worden  sind.  Von  dem  23  847  774  Mk.  ausmachenden  Gesamthandel  des  Schutzgebiets
  entfallen  auf  Deutschland  20  306  031  Mk.,  auf  Kapland  3  429  728  Mk.,  während  die
i  rigen  Länder  kaum  in  Betracht  kommen.  Der  Warenverkehr  ist  bis  auf  einen  verschwindend
Ninen  Teil  (für  18  307  Mk.  der  Einfuhr  über  die  Landgrenze  und  für  775  Mk.  der  Ausfuhr  über
alfischb#ay)  über  die  deutschen  Häfen  des  Schutzgebiets  gegangen.
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        W  78  20

Kußenhandel  des  Deutsch-Südwestafrikanischen  Schutzgebiets

1.

Waren- 



Gesamt

 

e  Einfuhr  Gesamte  Einfuhr
d  *  905  1904
enennun  er  Waren
Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mk.  kg  Mt.
l  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  For  wirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Uebengewerbe
a.  Korn=  und  dölsenfröchte
1.  Mais  25  713  6  100  8639  2562
2.  Neis  .  1208448  314  688  524  755  126  46
3.  Weizen,  Noggen  und  sen  srnerfrũchie  440  253  117472  214695  65  345
*  Hülsenfrüchte  aller  Art  71  345.  26  647  44  458.  17939
4.  Mehl  und  Backwaren  ......  2313  432  769  405  956  789  353  021
Zusammen  ln.  —  1234318  —  565  313
b.  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früchte.
1.  Kartoffeln  und  andere  Knollengewächse,  Gemüse  und  -
awdere  Küchengewächse  .....  1084854  285  346  292  166  67353
Obst  und  Südfrüchte,  frisch  und  gedörrt  .·.  174  046  154  195  560  857  50  813
3  Gemüse=  und  Obstkonserven,  eingemachtes  Obst.  745  106  64  727  216  211½  228  426
Zusammen  Ib.  —  1  089  268  —  316  597
c.  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,
Genußmittel.  ·
t..xmffec....  137248«  171222  122291  137.089
2.  Kakao,  Schokolade  56  661  112  101  25  992  55  766
3.  Tee  23  4909  40  482  21292  48  152
.  Gewürze  aller  Ari  .  58339  65  056  13  .520  18  798
In.  Essig  und  Essigessenzen  10  116  6  962  7679  5  103
5.  Jucker,  Sirup,  Iunclerwaren  871  222  393  607  354  628  170  8:38
6.  Tabal  126624  274  555  74934  172  050
7.  Tabakfabrikate.  ....  163  993  1  138  829  64197  166  332
8.  Pflanzenöle  und  „Fette  21  3.11  18  988  9  986  8  678
—*-*•½  —  1  2224  802  —  1  083  106
4.  Getränke  (außer  Mincralwasser).
1.  Fruchtsäfte  und  andere  nicht  alloholhaltige  Getränke  191  710,  113  435  57  0839  10  270
2.  Stille  Weine  aller  Ar  611301  539  051  257996  250  55)
3.  Schaumweine  200  618  320  818  129013  75  901
1.  Branntweine  aller  Art  (iter)  295  911  754  778  113  783  261  768
An.  Denaturierter  Spiritus  .--  4316  2  175  2  016  1571
5.  ier  .  .  ......  6  940  691  21  507  220  2  615  283  1  071  2.
Zusammen  Id.  —  4233  786  —  1  1  710  157
s
c.  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Futtermittel
lebtere,  soweit  nicht  unter  In  und  b  bereits  genannt).  s
1.  Sämereien  und  Stecklinge  3265  6  750  2963  1  1766
2.  Lebende  Pflanzen  1977  2  036  852  1242
3.  Heu,  nlee  und  sonstige  Fultermittel  .  223  682  12  330  16  192  11.899
Zusammen  1  Ie  —  51  122  —  3  179007

f.  Erzeugnisse  der
1.  Bau=  und  Nutzholz
2.  Vrennholz,  Holzkohlen

Forstwirtschaft.

Zusammen  II#.
Summe  L.

*)  Die  vorliegenden  Nachweisungen  über  den

 

 

 

 

 

1  000  592

 

 

 

419086  631  1  413  911  6  177  266
3333  1655  40  310  10  51

—  1.15  566  —  187

–—  10  218  862  —  3  910863
Außenhandel  des  Schutzgebiets  umfassen  nur  die  in  das
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        JouS  un9163916  200  Inliplen#  aozun  1o#zuß  zvatast  uof#nlböenv  Uogllsa  on

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*

 

Benuennung  der  Waren

Gesamte  Einfuhr
1905

1

Gesamte  Einfuhr
1904

 

 

 

 

 

 

 

"  Menge  3  Wert  Menge  Wert
kg  "  Mk.  ku  .  Mk.
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnifse.
n.  Lebende  Tiere.  "„

l.  Pferd  ECStuch)  24  1091050  27  26  000
2.  Maultiere.  Maulesel,  Esel..  .  (8Stück)  159  93  650  67  43  400
3.  Nindviehh)  (s-tück)  641  285  150  437  210  000
4.  Kleinvee)  EStück)  280  14  120  59  1452

5.  Schweine.  (((CGE—EPStück)  464  49  688  —  —  —
6.  Geflügel  .  ..........(Stück)  7562  41  781  805  5974

7.  Sonstige  Tirer  66Stück)  —.  "r  —  —  6  —
Zusammen  IIa  —  675  439  —  286  826

b.  Fleisch  und  tierische  Erzeugnisse  aller  Art.

1.  Fleisch  und  Ileischwaren  außer  Konserven  232  868  135  454  108  401  138221
2.  Fleischkonsero  .  1053421  1220  093  207  113  287936
B.  Fische,  Sleiterc  und  Süßwassertiere  aller  Art  333622  327  499  65  833  81  067
4.  Milch,  Butter,  Käse,  Eier,  Honig  und  sonstige  tierische  «

Nahrungsmittel  810  029  994:304  247  608  329  189
5.  Häute,  Wolle,  Lörner,  Anochen  und  sonjtige  terrische

Nohstoffe  ..........  7700  63399  497  8207

Zusammen  IIb.  -  2740749  ——  «8i4920
5nnnnc11.  —  3416188  —  1131  746

III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle.  "„
1.  Zemenmt,  Kalk,  Kreide,  sonstige  Erden  und  Steine  5  136  668  !  331  521  552596  36  973
2.  S  95  437.  16  900  83  334  11  793
3.  Sah  lehlen,  Brauntrhlen.  Britetts  .  6  054  129  346  457  1717  750  147  353
4.  Petroleum  .  .  322  033  102  770  110  676  37200
5.  Sonstige  M  zineralöle  37  303  23277  87  468  30  876
G.  Asphalt,  Holzzement  usn.  341  764  47  63
7.  Teer  und  Pech  30  786T  7  655  7276  1  900
Summe  III.  —  z  829344  —  266.218

.

IV.  Fabrihate  aus  Wachs,  Fetten  und  len.  6

1.  Glyzerin,  Vaselin,  Lanolin,  Paraffin,  Stearin,  Vaselinöl,

Paraffinöl  usw.,  Schmiermittel,  Putzöle,  Schuhwichse  55  696  26  489  32  816  19  193
2.  Lerzen,  Lichte,  sonsige  Waren  aus  Wachs  Stearin  usi.  56  470  32214  11  40  11  194
3.  Seiien  aller  Art  .  169  927  107  940  83  966  50  075

Summe  IV.  —  106643  —  80  762

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IChemischenndphatmazeuttscheäkzeugnlssc  i

(außer  Schießbedarf  und  Sprengmitteln).

1.  Drogen  und  Apothekerwaren  413  718  70  624  28  130  #7  991
2.  Farben,  Farbwaren,  Firnisse  und  Lack,  Tinte  176017  112  623  43  085  29  00%
3.  Atherische  Ole,  Parfümerien  10  935  29  930  3292  12  413
4.  Zündhölzer  und  andere  i  (anbe  Munition  12  815  39  686  20  802  16  946
5.  Künstlicher  Dünger  1  02  541  0e
6.  Mineralwasser  831  128  239  860  328  091.  90  50
ba.  Nohlenfäur=  10  811  30  148  —  à  nbt
7.  Eis  1  100  115  12502  —'ien
Summe  V.  —  523  527  —  196  810
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        G  81  20
*  M  ei  9  i  j  5  «  .  '  :
Zunahme  Abnayme  Von  der  gesamten  Einfuhr  1905  entfallen  auf
Deutschland  England  Rapland  Andere  Länder
Nenge  Wert  Menge  Wert  s  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
E  mMt.  ke  Ml.  ku  Mk.  kg  Mk.  ka  Mi.  kg  Mk.
217  165  050  —  --  —  24  1910501  —  —
92  50250  151  85  650  8  8000
201  75  150  15  60000  626  279  104)—  —
181  12668  —  —  —  280  141201  —  —-29449088
  ——  6  7381  —  158  48  9500  —
6  757  35  807  —  411  3202  7  148  38  575  —
—.  *  6  ,  *  "  ·
388613—  —  —  99100  —  —  657  109909)  8  000
àe  167  2  767219  839  117682  13  027  17767  2  5
316  308  932  157  —  961  767  1  128  29  1  265  1323900293  00  108  96  70
267  789  216  432  320  190  312  10  —  13243  14752  189  642
562  121  661  815,  —  665  545  794  605  310  264  139  955  1947644  4180  4671
0  535  192  1162  7015  —  —  42:;7«984  1  400
—  1895  8291  —  —  —  2359  60900  —  1587  —  373  67  54  5  788
2284  12  2369  63  —  1587  —  10311744  —  13  788
1  072  294  518  5  088  463  324021  —  48  205  7  500—  —
4%  %  10  83  107  —  93  316  16389  —  2  091  5111  —  —
ei  379  199  104  –—  6050  166  345  5220—  3  968  9301  —  —
ll  37  65  570  —  217  860  68.059  75  314  25  5218  820  9  190
—  —  50  165  7  õ00  37267  223197  36  8  —  —
5  101  7  —  —  541  764  —  —  —  —  —
510  56695  —  30  5614  74455  —  225  2101  —  —
—  563  1266  —  —  —  785  40  —  —  34  7521  —  9  190
D.  .

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·;’I)-k02102()  —  523806»29884-»  —  26642330  —
6  5  103  211  103  11]  310.  310)  5  156  3703]  1250  750
—  s85  8811  —  —  —  157  53  340U  80171  —  750

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i  588  32  63311  —  37  959  58  400  181  247  5569  11928  9  49
62  8  506  165  148  106  491  54  561  10815  60761  —  —
2201  17  311  10  161  28541  —  771  1389
8  22740  —  42  406  39  00  —  409  682  —
50  03  541  —  1  027  541  —  —
40¾  1  35  —  —  782  023  2183571  —  —  49  105  21  503
Inn  3014115I  —  37072  27746  3760  2402
--  11402  9776  150  EIE  950  1001  —
—  3267171  —  —  —-  -k79095—  303  –—  44080—  49
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        G  82

 

Gesamte  Einfuhr

Gesamte  Einfuhr
1904

 

 

 

 

 

905
Benennung  der  Waren  4  kn
Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  Mt.
VI.  Textil=  und  KFilzwaren,  Behleidungsgegenstände  usw.
(außer  Lederwaren).

1.  Watte,  Puplumpen,  Abfälle  11.059  6  097  2846  1741
2.  Garne,  Zwirne,  Fäden  6  098  11957  2982  7  513
3.  Gewebe  aller  Art  .  ..........  218  699  579  083  107  181  335  455

4.  Leibwäsche,  Aleider,  Poiamentierwaren,  Schirme,  Filzwaren
  usw.  ..  ......  ....  285  933  1214  402  85  629  519  051
An.  Hüte  und  Müten  72375  10  911  35  046
5.  Bindfaden  und  Seile  37  271  .-  39  048  10  379  12  155
Summe  VI  —  19052  962  —  940  961

VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  Kürschnerwaren.
1.  Leder  .  .  ......  5236  13  703  1746  6  575
2.  Schuhe  und  Süiefel.  ....  Many  67156  419  168  30  149  195  748
;  Sonstige  Leder=  und  Sautlerwaren  .  ..  39  807  114  818  15  815  88  782
1.  Wachstuch,  Linoleum  20  035  28  397  1783  3  473
bh.  Pelz=  und  Kürschnerwaren  205  2  676  120  2305
Summe  VII.  608  762  —  296  883

VIII.  Gummi=  und  Nautschuhwaren.
Waren  aller  Art  aus  Kautschuk,  Gummi  und  Guttapercha  3  822  24134  1918  8  796
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren.  1

.  Möbel=  und  sonstige  Tischlerwaren  108  122  410  619  123  822  197019
".  Fässer  aus  Holz  3689.  1308  7980  ½533

2.  torbechwaren,  Eiroh-  und  Bastwaren,  sone  27
5721  6  155  3  320  :3  9290
.  bnrutut  aller  Art  aus  Holz,  Horn  ujw.  15  887  41000  7204  19  373
Za.  Tabakpfeifen  .  (».tuck,aht)  84843  45268  23  902  11  740
4.  ahnien  und  Siebmacherwaren  .  7646  16  674  3  234  7  945

Summe  IX

X.  Hapier=  und  pappwaren,  literarische  und  Kunstgegenstände.


—

.  Papa;  und  Pappe  sowie  Waren  daraus  laußer  Druck-2.

  Bücher  und  sonstige  2  Drucksachen

3.  Photographien,  Landkarten,  Heichnungen.  2  2
Gemälde

Statuen  und  sonstige  Kunftwerle

—

Summe  X

Xl.  stein-,  Ton=  und  Glaswaren.

Bearbeitete  Edelsteine  und  Halbedelsteine  .
Steinwaren,  Waren  au  Afes,  Vement  usw.
Tonwaren  und  Porzellan

Glas  und  Glaswaren

5533

Summe  XI.

 

—  525  014

58  808

213  539

 

 

 

235  044  !  162  155  59079
31  076  86  560  119055  12  378.
1117  15  175  2384  +  754
70  157  412  1211

—  264  047  —  111322
24  681  4  277

43  820  24691  22957  7209
53  815  12  031  23  125  18  903
164  405  128  900  29  049  43  155
—  196  393  —  69  544
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Gesamte  Einfuhr

Gesamte  Einfuhr
1904

 

 

 

 

 

 

 

1905
Benennung  der  Waren  .
Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  l  Mk.
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Instrumenten,
Maschinen  und  Waffen).
a.  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzenge.  —
1.  Blei,  roh,  auch  gewalzt#.  ........  3871  2  103  366  212
2.  Noheisen,  eiserne  Schienen:  Stangen,  Vlöcke  usw.  8229  923  1  328  330  6813  088  1  003  43.
3.  Sonstige  unedle  Metalle  ....  10  597  11.073  3  397  2270
1.  Edelmetalle,  roh,  in  Barren,  Stangen,  Draht  usw.  91  1  053  —  —
Zusammen  Xlla.  —  1345  559  —  1005  916
b.  Fabrilate.
1.  Bleiwaren  3127  3879  292  574
2.  Wellblecch  915  317  321  3073  221696  79  039
3.  Alle  nicht  besonders  genannten  Eisenwaren  5  4135  039  2  082  556  3  041268  8919023
4.  Waren  aus  anderen  unedlen  Metallen  49  876  117  489  36  485  59  176
5.  Waren  aus  Edelmetall.  540  31321  514  21  130
Zusammen  XlIIlb.  —  2556  608  —  1  054  812
Summe  XII.  3  902  167  —  2  060  750
XIllI.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge.
1.  Musikinstrumente,  Spieldosen,  Kinderspielzeug  40  185  108071  99046  26  591
2.  Wissenschaftlichen  Zwecken  dienende  un  medizinische
Instrumente  410  19  020  1  140  14  679
3.  Brillen,  Ferngläser  und  sonstige  für  den  praktischen
Gebrauch  bestimmte  optische  Anstrumenie.  photographische
  Apparate,  Uhren  ...  5530  111599  2930  58  826
u.  Elektrische  Apparate  2  646  6  576  1  543  3  905
4.  Landwirtschaftliche  Maschinen  .  15  737  17  778  7217  6220
5.  Maschinen  für  industrielle  Betriebe  ....  60  471  81  657  22  799  16  400#
6.  Tranoportmaschinen  und  Fahrzeuge  aller  Art,  auch
Fahrräder  .  (Stückzahl)  214  534  101  217  530  971
Summe  XIII  —  881  805  —  ·  687  601
XIv.  Waffen  und  Munition.
1.  Feuerwassen  (Stückzahl)  956  62  444  504  34  427
2.  Sonstige  Wassen  (Stückzahl)  131  1  933  32  794
3.  Schießpulver  und  Zündhütchen  328  1  050  211  870
4.  Schrot,  Patronen  .  .  7  896  26  404  18  943  14897
5.  Dynamit  und  onfiige  Sprengstoffe  27  200  51  150
Summe  XIV.  —  -!.  —  51  138
X.  Geld.
1.  Silbermünzen  2  2  5  5
Summe  der  Einfuhr  23631  881)  —  10  056  940

*)  Die  sämtlichen  Waren  sind  über  die  deutschen

 

Häfen  in

 

das  Schutzgebiet  eingeführt  mit  Ausnahme
        <pb n="155" />
        W  85  20

 

 

 

 

 

 

 

sxsi—iHFNQGN.J..———
Von  der  gesamten  Einfuhr  1905  entfallen  auf:
Zunahme  Abnahme  Von  er  gesamten  Einfuhr  n  5  en:  6  en  uf
Deutschland  England  Napland  Andere  Länder
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  1  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ke  Mt.  kg  Mt.  —  kg  Mi.  kE  Mt.  kg  Mt.
i
14505  15  3871  21031  —  —  —  —
416  835  321  5901  —  8  179  736  1  309  739  —  —  50  187  18  59.  -
7200  11  80|  8712  1358  —  —  1885  4900—  —
—  91  1  0063  —  —  91  10531  —  —  —
339  643.  —  –  1333206  47888  —  19  08  —  -
2835  33051  —  —  1917  279991  —  1210  1080—  —
30  621  2423241  —  772  49  261307  —  172  868  59  9661  —
2037711  187  633  F5316893  1  993  673  96  310|117707  88298  343  275
13391  583131  —  —  40  126.  109  081  527  12123200  7024  28  172
26.  10  191  —  4119  24  1—  —  121  7  1601  —  23
15017661  —  —  —  2391  0881-  1  522  —  163  5  —  470
1  841  409  3  717  5668  1522  182  6000  —  470
.  i
·k0239.81480--  36609193971  5  17  3571  1408=  —-—
  4341  730  407,  18  9906  3  24  —
2600  527781  —  4  162,  93  002  15  360  1015  15  797  38  2140
1103  26711  —  —  2591,  6  49  —  —  55  851  —  —
8520  11  55  —  —  15  293.  16  96088  —  414  810  —
37672  88  2511  —  —  55  933  764641  —  ——  45388193-—  —
–  3  130  3.—  150  467  1101  —  —  61.  669911  —  —
—  194  20%  —  —  77300  3771  105986|  2140
l
i
452Z28017—  —  937  61944  —  —  16  360  3  140
102  1  19  —  —  134  1  933—  —  —  —  —
111  1800—  —  326  103  —  —  —  —  2  17
—  11  50  6047  —  7850,  262571  —  —  411  115  5r  3½2
50  24  —  27  —  —  —  —  —  —
—  40  803  —  —  3.  —  44½  189
—  —  3  3  2  A  –  —  –  –—
133  574  935  —  ——  20  131  215  21  371  3388  781  50  513
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!  s

don
Waren  im  Werte

 

von  nur  18  307  Ml.,

 

 

welche  über  die

 

Landgrenze  dem

 

Schutzgebiete  zugeführt  sind.
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        2.  Waren

 

Gesamte  Ausfuhr

Gesamte  Ausfuhr
1904

 

Gesamthandel

*)  Die  gesamte  Ausfuhr  hat  über  die  deutschen  Häfen  stattgefunden  bis  auf  Waren  im

 

 

 

 

 

 

1905
Beuennung  der  Waren
Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Ml.  kar  Mk.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe.
1.  Getreide  und  sonstige  vilanzliche  Nahrungs-  und  Genußmittel
  47  35  173  8:3
2.  Lebende  Pilanzen.  64  3:3  33  50
.  Gummi  arabiim  —  —  671  5%
1.  Holz  und  andere  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  —  —  10
Summe  I.  —  68.  —  738
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a.  Lebende  Tiere.
1.  Rindvieh.  (Stück)  252  41  150
2.  Kleinvieh.  (Stück)  36  775  2881  34  424
3.  Honstige-  Lau,tiere.  ...  (Stück)  8  2600
4.  Wild  .  .....(Stück)  —  —  1  30
Zusammen  IIla#.  —  775  7820J7
b.  Tierische  Erzeugnisse.
1.  Elsenbein  81  1280  108  600
la.  Getrocknete  Fische  800  400  10  309  4  900
2.  Hörner  6830  22  153  10  554  27  888
3.  Häute  on  chen-  T  Scesen  10  258  52  188  20  839  20  225
4.  Wildhän  .  ...  1296  10  735  973  8  821
5.  Naben“  (Stück)  359  5341  2500  46  187
ön.  Nobbentran  ...  —4  —  3  735  715
6.  Wolle  1  486  1  315  7  013  5507
7.  Sirauhensedern  1  051.  50  900  539.  28  706
8.  ...  ..  333  610  18  060  160  211  9  605
Zusammen  IIb.  —  «  162  402  –  153  154
Summe  II  —  163  177  231  353
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe.
1.  Eeden  und  Steine  81  158  392  281
2.  E  ....  656  1755  24817  1350
Summe  III  —  1  913  —  1631
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse.
1.  Waren  aus  Leder,  Häuten  und  Fellen  653  12  679  1337  23  306
2.  Photographien.  120  5385  191  :357—
.  Kuriositäten  und  Verschiedene  .  ..  8600  THE-l  5932  17211
Summe  IV  —  ·  50  735  —  14121
-  ---  —  —  7  830
v.  Geld  1—
Summe  der  Ausfuhr  215  S937)  —  268  678
Dazu  die  Einfuhr  —  23631881  —  10  056  91  LL

 

 

23  847  774

 

—  10  —7.

derte  von  775  Ml.
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        WV  88  20

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Gegenseitige  Gewährung  von  Vorzugszöllen  im
Australischen  Bund  und  Südafrikanischen  Sollverein.

Durch  ein  Gesetz  vom  12.  Oktober  1906  —
Custom  Tariff  (South  African  Preference),  1906
(Nr.  17/1906)  —  sind  im  Australischen  Bunde
die  dem  Südafrikanischen  Zollvereine  zu  gewährenden,
  bereits  früher  mitgeteilten  Zollnachlässe
für  die  Einfuhr  gewisser  Artikel,  die  dort  erzengt
oder  hergestellt  sind,  endgültig  festgesetzt.

ihe  Bonardof  Tinde  Journal.)

Vorschriften  für  die  Einfuhr  gewisser  Spirituosen
in  Süd-Migeria.

Der  Gesetzentwurf,  wonach  Spiritnosen  des
Handels  nur  in  bestimmten  Gefäßen  eingeführt
werden  dürfen,  ist  durch  eine  Verordnung  des
Gonverneurs  vom  12.  September  1906  —  Trade
Sprits  (Regulation  of  Receptacles)  Ordinance,
1906  (Nr.  10/1906)  —  mit  Wirksamkeit  vom
1.  März  1907  zum  Gesetz  erhoben.

The  Board  of  Tradhe  Journal.,

 

Straußenzucht  in  Britisch-Südafrika.

Nach  Angaben  des  „Ackerbau-Journals  vom
Kap  der  guten  Hoffnung“  ist  ein  durchschnittlicher
Marktwert  für  Stranße  schwer  zu  ermitteln,  weil
die  Einzelpreise  zu  große  Unterschiede  zeigen.  Der
Preis  bewegt  sich  für  einjährige  Vögel  zwischen
10  Schilling  und  50  LC,  für  zweijährige  und
ältere  zwischen  1  L  und  200  L.  Ungefähr  kann
man  den  Durchschnittswert  für  zweijährige  Strauße
mit  25  ansetzen.  Im  Distrikt  Oudtshoorn,
dem  Hauptgebiet  der  Stranßenzucht,  berechnet
man  den  Ertrag  eines  Federschnitts  mit  durchschnittlich
  rund  5  L;  in  zwei  Jahren  kann  man
drei  Schnitte  vornehmen.  Die  besten  Bögel  ergeben
  bei  einem  Schnitt  Federn  im  Werte  von
25  K&amp;amp;  und  mehr,  während  manche  nur  für  1  1
Federn  liefern.  Von  guten,  mit  Luzerne  gefütterten
  Vögeln  erhält  man  jährlich  Federn  im
Durchschnittswerte  von  8  S  Zur  Fütterung  von
sechs  Vögeln  braucht  man  ein  Luzernefeld  von
1  Morgen  (etwa  81  ar).

(Nach  Dailr  Consular  and  Trade  Reports.)

 

Die  faffeehultur  in  Britisch-Zentralafrika.

Kaffee  ist  bis  zum  Jahre  1905/06,  in  welchem
der  Wert  seiner  Ausfuhr  durch  die  Baumwollausfuhr
  überflügelt  wurde,  das  Hauptausfuhrprodukt
  des  Protektorats  Britisch--Zentralafrika

 

gewesen.  Seine  Ausfuhr  hat  indessen  immer
großen  Schwankungen  unterlegen,  weil  die
wechselnden  klimatischen  Verhältnisse  des  Protektorats
  für  den  Ertrag  der  Ernte  bestimmend
sind.  So  ist  es  auch  gekommen,  daß  die  Kaffeeausfuhr
  in  der  Zeit  vom  1.  April  1905  bis
31.  März  1906  nur  773  919  lbs  betrug  gegen
1  303  655  lbs  im  Vorjahr  und  damit  einen
Ausfall  in  Höhe  von  529  736  lbs  aufzuweisen
hatte.

Die  Preise  haben  sich  auf  der  Höhe  des  Vorjahrs
  gehalten,  und  man  erwartet  allgemein
eine  Steigerung  derselben,  was  wiederum  eine
Ausdehnung  des  Kaffeeanbaues  nach  sich  ziehen
würde.

Anbaufläche,  Ertrag  und  Wert  der  Kaffeekultur
  in  Britisch-Zentralafrika  werden  durch  die
folgende  Tabelle  veranschaulicht:

nscelabun,  Erme

Anubau  Ausfuhrwert  Gesamt=Jahr

  fläche  pro  lh  wert

jehti  7

Acres  -
18998.  13299  S#n  :  34  5d  und  7d  22  412
1899  11816  809  758  5  ’.  23  750
1900  12  191  2  148  160  5.  .=  62  245
1901.  160917  1218  402  5  6.  26  576
1902  10  713  699  030  5.  6.  11  751
1903  11287  1  007092  #d  25  177
1904.  8867  714  743  5  17869
1905  1880  1  303  3655  5„  27159
1906  5273  7730919  5.  16  123
Auf  die  einzelnen  Anbangegenden  verteilen

sich  das  Kaffecareal  und  der  mutmaßliche  Ertrag
für  das  Jahr  1906,  wie  folgt:

Bepflanges  Ernteschätung
Areal  für  1905

Bezirke
Acres  Ibs
Westliches  Schiregebiet  692  100  800
Blantyre  3  350  327  600
Mlane  210  14  560
Zomba  381  33  600
Oberes  Schiregebiet  629  54  880
Zentral-Angoniland  3  560
Westliches  Nyassagebiet  8  1  120

Zu  der  Ausfuhrmenge  ist  noch  zu  bemerken,
daß  sie  stets  den  Ernteertrag  des  Vorjahres
umfaßt.

(Nach  dem  Jahresbericht  über  das  Protektorat
Britisch-Zentralafrika  für  1905/06.)

Kautschuhpflan  zungen  auf  der  Halbinsel  Oalakka-Aus
  Singapore  wird  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
  geschrieben:
Angesichts  der  Tatsache,  daß  der  Bedarf  der
Industrie  an  Kautschuk  in  den  letzten  Jahren
        <pb n="159" />
        G  89  20

Kineswecgs  gedeckt  werden  konnte  und  infolgeen
  die  Preise  dieses  Erzeugnisses  auf  den
Weltmärkten  in  stetigem  Steigen  begriffen  sind,
gacht  sich  in  allen  Gebieten,  welche  sich  zu
tautschukpflanzungen  eignen,  ein  Bestreben  bemerkbar,
  sich  mit  Rücksicht  auf  dieses  vielbegehrte
Erzeugnis  an  dem  Wettbewerb  zu
Vekanntlich  haben  die  Pächter  und  Besitzer  auf
r  Jniel  Ceylon  sich  nunmehr  in  größerem
Maßstabe  der  Kautschukkultur  zugewendet,  während
sie  teilweise  dort  den  Teebauͤ  aufgegeben  haben.
Jetzt  kommen  in  dieser  Beziehung  auch  die
Gebiete  der  Halbinsel  Malakka  an  die  Reihe.
dier  wurden,  namentlich  in  den  verbündeten
Malaiischen  Staaten  sowie  im  Staate  Johor  ausgedehnte
  Landstrecken  mit  Kautschukbäumen  bebflanzt;
  und  trotzdem  in  den  genannten  Gegenden
bereits  achtzehn  größere  Kautschukgesellschaften  errichtet
  worden  sind,  finden  dennoch  immer  neue
ründungen  statt.

Die  bestehenden  Plantagegesellschaften  wurden

04,  1905  und  1906  ins  Leben  gerufen,  und
m  den  eingeborenen  Staaten  Selangor,  Negri
Sembilan  und  Perak  sind  von  einem  Gesamtareal
  in  Größe  von  53  000  ha  gegenwärtig
bereits  3000  bis  9000  ha  mit  Kautschukbäumen
bepflanzt.

Was  die  Erträgnisse  der  Pflanzungen  anbelangt,
  so  ist  in  bezug  darauf  festgestellt  worden,
daß  fünfjährige  Bäume  jährlich  ein  halbes  Pfund
Kautschuk  zu  liefern  imstande  sind.  Die  Berechnungen
  wurden  aber  auf  einer  Basis  des  sechslährigen
  Alters  der  Bäume  begründet,  und  in
esem  Alter  wurde  ihr  Ertrag  für  auf  gutem
Aluvialboden  vorgenommene  Pflanzungen  minestens
  auf  ein  Pfund  pro  Baum  berechnet.

In  den  verbündeten  Malaiischen  Staaten
wurden  in  den  letzten  fünf  Jahren  etliche  Millionen
Bara-Kautschukbäume  gepflanzt,  und  die  versuchseise
  angezapften  Bäume  haben  nunmehr  besriedigende
  Ergebnisse  gezeitigt.

Es  wurden  sogar  in  den  Gärten  aufs  der

Insel  Penang  von  einem  dreizehnjährigen  Baume
in  Verlaufe  von  zwei  Jahren  nicht  weniger  als
zwölf  Pfund  Kautschuk  geliefert,  und  zwar,  ohne
ab  durch  dieses  Experiment  nachteilige  Folgen
e  dem  Baume  bemerkt  wurden,  und  trotzdem
er  Boden  dort  als  für  den  Kautschukbau  weniger
geeignet  zu  betrachten  ist.
d  Da  der  Preis  des  Bodens  in  der  Malaiischen
dalbinsel  äußerst  billig  ist  und  auch  Arbeitskräfte
genügenden  Mengen  zu  niedrigen  Lohnsätzen
dort  zur  Verfügung  stehen,  so  ist  zu  erwarten,
aß  der  Malakka-Kautschuk  in  den  nächsten  Jahren
uf  dem  Weltmarkte  den  ihm  gebührenden  Platz
#  behaupten  in  der  Lage  sein  wird.

 

beteiligen.

 

Von  der  Uganda  -Eisenbahn.

Ein  dem  Gouvernement  von  Britisch-Ostafrika
gehörender  neuer  Dampfer  „Clement  Hill“,  welcher
im  Anschluß  an  den  Verkehr  der  Uganda-Eisenbahn,
  zusammen  mit  den  bereits  vorhandenen
  Dampfern  „Sybil“  und  „Winifred“  den
Viktoria-Nyanza  befahren  wird,  ist  in  Kisumn
vom  Stapel  gelaufen  und  soll  Ende  Februar
  seinen  Dienst  auf  dem  BViktoria-Nyanza
aufnehmen.  Seine  Baukosten  stellen  sich  trotz
seines  größeren  Tonnengehalts  nicht  höher  wie
die  des  „Winifred“  und  „Sybil“,  nämlich  auf
rund  50  000  Pfund  Sterling.

Der  andauernd  steigende  Berkehr  hat  den  Bau
noch  eines  weiteren  Dampfers  wünschenswert  erscheinen
  lassen,  und  die  Teile  für  diesen  neuen
Dampfer,  der  den  Namen  „Wapagazi“  führen
und  in  der  Hauptsache  dem  Frachtverkehr  dienen
soll,  werden  im  Januar  in  Mombassa  erwartet.
Den  Dienst  soll  dieser  Dampfer  schon  im  Juli
aufnehmen.

Im  Anschluß  an  den  Bau  größerer  Dampfer
sollen  auch  die  Dockanlagen  in  Kisumn  vergrößert
  werden.  Das  vergrößerte  Dock  wird  eine
Länge  von  300  Fuß  bei  einer  Breite  von  50  Fuß
zu  einer  Länge  von  260  Fuß  und  derselben
Breite  des  alten  Docks  erhalten.

 

kKapokhandel  in  Scuador.

Kapok  ist  ein  neuer  Ausfnuhrartikel  im  Handel
Guayaquils  geworden  und  wird  in  Ecuador  von
der  Bomba  ceiba  oder  dem  Seidenbaumwollbaum
gewonnen.  Abgesetzt  wurde  der  Faserstoff  bisher
nach  Kalifornien,  Liverpool  und  Belgien.  Geliefert
  wurde  Kapok  aus  den  Küstengebieten
zwischen  Guayaquil  und  Manta,  aus  Puna,
Bahia  de  Caraques  und  verschiedenen  anderen
Plätzen.  Der  erzielte  Preis  betrug  12  bis  18
Schilling  für  den  Zentner  ungereinigter  Ware.
Beim  Reinigen  entsteht  ein  Gewichtsverlust  von
ungefähr  50  Proz.  Die  hierbei  zu  entfernenden
Beimischungen  sind  die  ölhaltigen  Samen  und
Teile  der  Samenhülsen.  Zweifellos  könnten  in
Ecuador  sehr  erhebliche  Mengen  Kapok  gesammelt
werden,  aber  die  Arbeitskräfte  in  der  Rupublik
sind  knapp,  und  in  den  meisten  Gebieten,  wo  der
Seidenbaumwollbaum  gedeiht,  ziehen  die  Einwohner
  die  Fabrikation  von  Hüten  als  angenehmer
  und  gewinnbringender  vor.  Bisher  wurden
  aus  Ecnador  nur  folgende  Mengen  Kapok
ansgeführt:  1902:  21  Tonnen,  1903:  23  Tonnen
und  1904:  18  Tonnen.

(Nach  Nonthle  Bullerin  of  the  International
Burcau  of  the  American  Republics.)

75
        <pb n="160" />
        90  20

Verschiedene  (itteilungen.

Deutsche  Armee-,  ODarine-  und  HKolonialausstellung
Berlin  1907.
Vom  Presse-Ausschuß  der  Armee-,  Marine-Kolonialausstellung
  1907  wird  uns  geschrieben:
  „Die  in  Berlin  vom  15.  Mai  bis
15.  September  1907  stattfindende  Deutsche
Armec-,  Marince=  und  Kolonialausstellung
bietet  in  ihrer  kolonialen  Abteilung  die  erwünschte
Gelegenheit,  das  deutsche  Volk  über  die  große
Bedeutung  unserer  Kolonien  für  das  Mutterland
genauer  zu  unterrichten,  ihm  ein  Bild  vorzuführen
von  den  Produkten,  welche  unsere  Kolonien  hervorbringen
  und  dem  Mutterland  zuführen,  sowie
von  den  Fabrikaten,  welche  sic  dafür  von  der
Industrie  des  Mutterlandes  eintauschen.  Die
Folge  dürfte,  wie  wir  zuversichtlich  hoffen,  ein
bedeutsamer  Umschwung  der  öffentlichen  Meinung
zugunsten  unserer  Kolonien  sein.  Gerade  im
letzten  Jahrzehnt  sind  dort  draußen,  abgesehen
von  dem  durch  schweren  Krieg  heimgesuchten
Südwestafrika,  ganz  erhebliche  Erfolge  erzielt
  worden.  Wenn  das  dem  großen  Publifum
unbekannt  geblieben  ist,  so  es  umsomehr  Ehrensache
  für  alle  Kolonialkenner  und  Kolonialfreunde,
nach  Kräften  an  der  Aufklärung  unseres  Volkes
über  die  kolonialen  Verhältnisse  zu  arbeiten.
Wir  zweifeln  nicht,  daß  die  eigentlichen
Kolonialinteressenten,  d  h.  die  in  und  nach  den
Kolonien  arbeitenden  Firmen  und  Gesellschaften,
längst  die  hohe  Wichtigkeit  der  Kolonialausstellung
erkannt  haben.  Die  zahlreichen  Anmeldungen
liefern  dafür  den  besten  Beweis.  Die  Ausstellung
würde  aber  nur  ein  unvollständiges  Bild  darbieten
  können,  wenn  sie  lediglich  auf  die  Unterstützung
  der  Erwerbsfirmen  angewiesen  bliebe.
Vielerlei,  was  zum  rechten  Verständnis  der  Sitten
und  Gebräuche  der  Eingeborenen  dienen  kann,
findet  sich  weniger  im  Besitz  der  immer  nur  ganz
bestimmte  Ziele  verfolgenden  Erwerbsgesellschaften,
als  in  den  Händen  von  sonstigen  Kolonialund



kennern,  Missionaren,  Reisenden,  Forschern,
  Offisieren,  Beamten,  kurz,  von

Sammlern  aller  Art.  Es  würde  die  Zwecke
der  Ausstellung  in  hervorragender  Weise
fördern,  wenn  diese  Kolonialfreunde  ihre
Sammlungen  leihweise  zur  Verfügung
stellen  würden.  Wir  denken  dabei  an  ethnographische
  Gegenstände,  wie  Hausinventar  der
Eingeborenen,  Ackerbaugeräte,  Waffen,  Jagd=  und
Fischereigeräte,  Musikinstrumente  usw.,  sei  es,  daß
sie  in  Originalexemplaren  oder  in  Modellen  oder
Abbildungen  vorgeführt  werden  können.

Einen  großen  Erfolg  hat  vor  einigen  Jahren
die  koloniale  Jagdausstellung  in  Karls- 



ruhe  gehabt,  und  auf  der  alljährlichen  Geweihausstellung
  in  Berlin  finden  die  aus  den
Kolonien  stammenden  Jagdtrophäen  stets  das
allgemeine  Interesse  der  Besucher.  Die  Kolonialausstellung
  1907  gibt  den  glücklichen  Besitzern
solch  interessanter  Trophäen  abermals  Gelegenheit,
ihre  Schätze  dem  großen  Publikum  zu  zeigen.
Der  kolonialen  Sache  wird  dadurch  genützt,  und
die  Freude  der  Aussteller  selbst  an  ihrem  Besitz
wird  zweifellos  eine  größere  sein,  wenn  sie  die
Allgemeinheit  an  dieser  Freude  teilnehmen  lassen
können.“

Wir  schließen  uns  gern  dem  zum  Schlusse
an  alle  Kolonialinteressenten  und  Kolonialfreunde
ergehenden  Aufrufe  an:  „Helfet  nach  Möglichkeit,
daß  die  koloniale  Abteilung  ein  Glanzpunkt  der
Ausstellung  von  1907  werde!“

F#olonial-Wirtschaftliches.

Die  jetzt  in  den  11.  Jahrgang  eintretende,
von  Prof.  O.  Warburg-Berlin  und  Geh.  Reg.=Rat
  Prof.  Dr.  F.  Wohltmann-Halle  herausgegebene
  Zeitschrift  für  tropische  Landwirtschaft
„Der  Tropenpflanzer“,  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  Berlin,  Unter  den  Linden  40,
enthält  in  dem  Artikel  „Neujahrsgedanken
1907“,  verfaßt  von  Geh.  Reg.-Rat  Prof.  Dr.
Wohltmann,  allgemeine  Betrachtungen  über  den
Stand  der  kolonialen  Landwirtschaft,  über  das
bisher  schon  Erreichte  und  das  noch  zu  Erstrebende.
Der  Verfasser  betont  gegenüber  manchen  Anfeindungen
  die  Wichtigkeit,  ja  Notwendigkeit  der
Plantagen=  oder  Großkultur  neben  den  Kleinbetrieben
  oder  Volkskulturen.  Vor  allem  weist  er
auf  die  Wichtigkeit  der  Kolonialwirtschaft  für
unsere  heimische  Industrie  hin  und  auf  die  weit
größeren  Erfolge,  welche  die  Franzosen  erzielt
haben,  deren  jährlicher  kolonialer  Gesamthandel
schon  1200  Millionen  Mark  beträgt  gegenüber
75  Millionen  Mark  der  deutschen  Kolonien;  von
der  wirtschaftlichen  Richtung  unserer  jetzigen
Kolonialverwaltung  verspricht  sich  Verfasser  hinsichtlich
  der  kolonialen  Landwirtschaft  eine  schnellere
Entwicklung.

In  einem  Artikel  über  einen  deutschen
Haufmarkt  zeigt  Max  Einstein-Hamburg,  daß
der  schon  jetzt  einen  wichtigen  Exportartikel  bildende
  Sisalhauf  Deutsch-Ostafrikas  nicht  mit  dem
billigeren  und  schlechteren  Dukatan-Sisalhauf  in
Konkurrenz  tritt,  sondern  den  teureren  Manilahanf
  vielfach  zu  ersetzen  beginnt.  Er  weist  darauls
hin,  wie  wichtig  es  nicht  nur  für  den  deutschen
Handel,  sondern  auch  für  die  deutschen  Pflanzer
        <pb n="161" />
        W  91°  25

in  Ostafrika  ist,  durch  ausschließliche  Beschickung

gron  Hamburger  Hafens  die  Entwicklung  eines

oßen  Welthanfmarktes  zu  ermöglichen.

in  En  Artikel  über  die  Kautschukausstellung

nam  eylon  1906  zeigt  die  große  Bedeutung
danr  cenlich  der  englischen  Kautschukkultur,  die  in
Veon  schon  110  000,  in  Malaga  60  000  Acres

Maßt  neuerdings  kommt  die  Herstellung  des
inonfaunschuts  in  Aufnahme,  und  Versuche  sind

er  ange,  die  Färbung  des  Kautschuks  schon  an
zn  Kautschukmolde  vor  der  Gewinnung  vorf
  emn,  wodurch  eine  unzerstörbare,  namentlich
lnderspielzeug  sehr  vorteilhafte  Färbung  er-Relt
  würde.

iud  In  den  Mitteilungen  „Aus  deutschen  Kolonien“
vor  allem  günstige  Resultate  der  Anzapfung
do  Manihotkautschukbäume  der  Agupflanzung  in
—8  erwähnenswert  sowie  gute  Ergebnisse  der
Jualhaufkultur  in  Neuguinea  und  Togo.  Von
har  eresse  sind  auch  die  Mitteilungen  über  Kampferdeise
  und  -Kultur,  Kakaoproduktion  und  Konsum,
9  neue  australische  Caravonicabaumwolle,  die
ete  Entwicklung  der  Obstkultur  in  Westindien
vieles  mehr.
srer  uch  die  übrigen  ständigen  Rubriken,  „Aus
„den  Produktionsgebieten“,  „Vermischtes“,
unuszüge  und  Mitteilungen“,  „Neue  Literatur“
it  „Marktbericht“  enthalten  wertvolle  Angaben
er  koloniale  Fragen.

 

Citeratur·  Verʒeichnis.

Au
bennrgangene  Bucher  werden  in  dlesem  Telle  ausgeführt.  Besondere
ang  ersolgt  nach  diesseingem  Ermessen.  Rückiendung  der  eingegangenen
*  Bucher  #indet  unter  keinen  Umständen  Kau.)
Seut#  ....  ..  .
jhtxschc  Wasserstraßen  und  Eisenbahnen  in
C#er  Bedeutung  für  den  Verkehr  von  Dr.  Thomas

Genschau.  Serie  II.  Heft  10  von  „Angewandte
Tinraphie“.  Halle  a.  S.  Gebauer-Schwetschke,
da  uckerei  und  Verlag  m.  b.  H.  4
Kadeursche  Kulturpionier.  Nachrichten  aus  der

2  schen  Nolonialschule  für  die  Kameraden,  Freunde
6  8  Gönner.  Witzenhausen  a.  d.  Werra-Wilhelmshof.

.  Jaor.  1905/06.  Nr.  4.  Jahresbezugspreis  3,50  Mk.,
*  dland  1.—  Mk.

lar
Sat  .  .
Anan  iu:  Die  Schulen  in  unseren  Kolonien.  (Koloniale
frchandtungen  Heft  2.)  Wilhelm  Susserott,  Verlags-Ko
  handlung,  Verlin.  0,40  Mk.

Kon  lal-RKochbuch.  Herausgegeben  im  Auftrage  des
rlaucll-Wirtschaftlichen  Komitees  von  Olga  Rosenberg.

der  W  von  WMilhelm  Süsserott  in  BVerlin  W.  Band  13
Dra  Susserottschen  Kolonialbibliothek.  5

:  La  Macêédoine  et  les  Réformes.  Paris
S  Librairie  Plou,  8,  rue  Garancière  (VI#).
-.  Die  Haussa-Sprache.  Grammatik  (Methode
bu.  Pey-Otto-Sauer)  und  systematisch  geordnetes  Wörterden
  assa-deutsch,  efranzösisch,  englisch.  Auch  der
englis  #t  Grammatik  ist  in  deutscher,  französischer  und
Groo)er  Sprache  wiedergegeben.  Verlag  von  Julius
burg.  Heidelberg,  Paris,  London,  Nom,  St.  Peters-Preis
  ?  292  S.

 

A.  Seidel:  Lehrbuch  der  Ewhe-Sprache  in  Togo  (Anglo-Diealekt).
  Mit  AUbungsstücken,  einem  systematischen
Vokabular  und  einem  Lesebuch  (Methode  Gaspey-Otto-Sauer).
  Verlag  von  Julius  Groos,  Heidelberg,  Paris,
London,  Rom,  St.  Petersburg.

E.  Döring:  Die  mathematisch  richtige  Erklärung  der
Entstehung  und  Vererbung  der  Geschlechter.  Selbstverlag.
  Böhlitz-Ehrenberg.

Vegetationsbilder.“)  Herausgegeben  von  Dr.  Karsten
und  Dr.  Schenk.  Vierte  Reihe,  Heft  2.  Walter  Busse:
Das  südliche  Togo,  Tafel  7  bis  12.

Tafel  7:  Lichter  Urwald  im  Agome-Gebirge  bei
Misahöhe.
8:  Uferwald  in  der  Landschaft  Bäapo.
*  9,  10:  Die  Baumsteppe.
11:  Elefantengras-Savanne  in  der  Landschaft
  Vé.
=  1#2:  Borassus-Hain  in  der  Steppe  bei  Hö.

*)  Siehe  Kol.  Bl.  1906  S.  790.

 

Koloniale  Dreßstimmen.

(In  dieser  Rubrik  sollen  gelegentlich  bemerkenswerte  Rußerungen
der  Presse  öber  kolonlale  Heegemalc  wiedergegeben  werden,  ohne
daß  die  Redaknon  des  „Kol.  Bl.“  dadurch  Ed  Stellung  zu  dem

Inhalte  nimmt.)  -
Auf  der  Suche  nach  Steinkohle  in  Neupommern.
(Kölnische  Volkszeitung.)
Toriu,  25.  September  1906.

Bei  näherer  Untersuchung  der  Steingerölle  des  Toriu
fand  sich  eine  ganze  Menge  größerer  und  kleinerer,  zum
Teil  schon  verwitterter  und  vom  Nollen  abgerundeter
Kohlen  vor.  Es  war  also  kein  Zweifel,  daß  die  Kohlen
irgendwo  im  Flußbett  zutage  treten  mußten.  Da  es  nun
für  die  ganze  Kolonie,  besonders  aber  für  das  Sägewerk
der  Mission,  von  größter  Wichtigkeit  sein  würde,  entschloß
sich  unser  Bischof,  mit  mir  eine  Expedition  zur  Entdeckung
  des  Kohlenflötzes  den  Toriu  hinauf  zu
machen.  Es  war  voriges  Jahr  im  Mai,  als  diese  fünftägige
  Expedition  stattfand,  die  aber  resultatlos  verlief.

Im  Oktober  vorigen  Jahres  zog  ich  mit  einem  Bruder
noch  einmal  den  Toriu  hinauf.  Wir  blieben  sechs  Tage
aus,  kamen  wenigstens  doppelt  so  weit  als  das  vorige
Mal  und  fanden  hoch  droben  im  Toringeröll  noch  überall
Kohlen.  Die  größten  Brocken  aber  fanden  wir  in  einem
Seitenarm  des  Toriu,  den  wir  deshalb  den  Rohlenfluß
nannten  und  so  weit  hinauf  untersuchten,  daß  wir  keine
Kohlen  mehr  in  seinem  Gerölle  vorfanden  und  wir  also
die  Stelle  passiert  haben  mußten,  wo  dieselben  im  Flußbett
  zutage  treten.  Wegen  der  steilen  Wände  des  Kalkfelsens,
  in  den  sich  das  brausende  Wasser  des  Flusses  tief
eingegraben  hat  sowie  des  starken  Gefälles  und  der
häufigen  unpassierbaren  Katarakte  war  es  uns  aber  leider
nicht  möglich,  die  Stelle  genau  zu  bestimmen,  wo  die
Kohlen  hervortreten,  so  daß  also  auch  diese  Expedition
fast  resultatlos  verlief.

Die  im  Flusse  aufgelesenen  Kohlen  hatten  wir  unterdessen
  schon  nach  Sydney  geschickt  und  von  Sachpverständigen
  untersuchen  lassen,  die  dieselben  als  möglicherweise
gute  Kohlen  bezeichneten,  falls  sie  nicht  verwittert  wären,
sondern  frisch  aus  dem  Flötz  gehauen  würden.

Nun  machte  der  Bischof  der  Regierung  Mitteilung  von
der  Sache  und  bat  sie,  eine  neue  Untersuchungsexpedition
zu  veranstalten.  Die  Regierung  ging  gern  darauf  ein.

Endlich  wurde  der  Monat  September  (1906)  zur
Expedition  bestimmt,  weil  dann  gewöhnlich  das  Wetter
am  beständigsten  ist.  Pater  Meyer  und  meine  Wenigkeit
sollten  als  Vertreter  der  Mission  daran  teilnehmen.
        <pb n="162" />
        G  92  20

Am  12.  September  morgens  traf  der  Regierungs-.
dampfer  „Seestern“  an  der  Toriu-Mündung  ein.  An
Bord  befanden  sich  die  Teilnehmer  der  Expedition:  Bezirksamtmann
  Assessor  Full  mit  25  schwarzen  Trägern
aus  Herbertshöhe,  der  Landmesser  Wernicke,  der  schon
früher  an  der  Durchquerung  der  Gazelle-  Halbinsel  bis
zum  Weberhafen  teilgenommen  hatte,  und  Pater  eyer
von  Watom.  Gleichzeitig  mit  dem  „Seestern“  war  eine
kleine  Motorpinasse  eingetroffen  mit  dem  Techniker  Tholen
als  Leiter,  der  schon  manche  Expedition  in  Kamerun  bis
zum  Tschadsee  mitgemacht  hat.  Die  Pinasse  sollte  die
ganze  Reisegesellschaft  mit  ihrer  Ausrüstung  den  Torin
hinaufbringen  und  so  die  voraussichtlichen  Strapazen  für
uns  und  die  Träger  um  ein  Erhebliches  vermindern.  Der
un  war  sehr  schön,  erwies  sich  aber  als  unpraktisch,  da

ohne  Ortskenntnis  gemacht  war;  denn  der  Torin  liegt
höher  hinauf  so  voll  von  entwurzelten  Baumstämmen  und
ist  stellenweise  so  seicht  wegen  seiner  großen  Breite,  daß
er  selbst  für  ein  Ruderboot  nur  äußerst  schwer  befahrbar
ist.  Am  Mittag  des  12.  September  ging  die  Pinasse  vor
der  Sägemühle  vor  Anter,  und  die  Kohlensucher  benutzten
den  Nachmittag,  um  die  Sägemühle,  die  Pflanzung  und
die  Arbeiten  im  Eukalypiuswald  eingehend  zu  besichtigen
und  die  letzten  Vorbereitungen  zur  Abreise  zu  treffen.

Am  18.  September  morgens  bestieg  die  ganze  Reisegesellschaft,
  begunftigt.  vom  schönsten  Wetter,  die  Pinasse,

und  mit  voller  Geschwindigkeit.  dampften  wir  den  Torin
hinauf.  Kaum  waren  wir  ein  halbes  Kilometer  gefahren,
  als  ein  querliegender  Eukalyptusbaum  unseren

Lauf  hemmte.  Nach  langen  Bemühungen  mußten  wir
uns  entschließen,  die  Pinasse  zurückzulassen.  Alle  Lasten
wurden  in  beide  Boote  der  Mission  verteilt  und  gut  verbackt.
  Die  Fahrt  war  schwierig  durch  die  ziemlich  starke
Strömung  des  Flusses  sowie  die  darein  gestürzten  Baumstämme.


Der  Morgen  des  14.  September  versprach  gutes
Wctter.  Zwei  Stunden  lang  hatten  wir  uns  wieder  durch
ein  gefährliches  Baumgewirr  zu  winden.  Kurz  vor  Mittag
erblickten  wir  auf  der  rechten  Seite  verfallene  Hütten.
Es  war  eine  Lagerstelle  der  Baininger,  wo  sie  halten,
wenn  sie  zum  Meeresufer  gehen.  An  dieser  Stelle  durchqueren
  sie  den  Torin.

Nach  kurzem  Frühstück,  am  15.  September,  wurde  die
Neise  in  der  Ordnung  des  vorigen  Tages  fortgesetzt.
Immer  höher  wurden  die  Bergrücken,  die  rechts  und  links
von  uns  auftauchten,  und  wo  die  Offnung  breiter  wurde,
erblickten  wir  schon  in  der  Ferne  die  blaugrünen  Höhen
des  Sinewitgebirges,  von  dessen  Flanken  sich  zahlreiche
Nebenflüsse  in  den  Toriu  stürzen.  Den  Fußgängern  am

Ufer  versagten  allmählich  die  Füße  den  Dienst.  Noch
eine  kleine  Strecke  hatten  wir  gutes  Fahrwasser,  aber

dann  wurde  der  Torin  stellenweise  sehr  breit  und  seicht.
Da  an  ein  Fortkommen  per  Boot  nicht  mehr  zu  denken
war,  wurden  die  Boote  hier  festgebunden.  Am  nächsten
Morgen  (16.  September)  ließen  wir  alles  überflüssige
Gepäck  unter  Aufsicht  eines  Polizeisoldaten  und  einiger
Träger  zurück.  Als  der  Nebel  aus  dem  nassen  Walde
allmählich  aufstieg,  erblickten  wir  links  von  uns  in  der
Ferne  die  Höhen  des  Andules  und  Krangeit,  die  wie
steile,  dunkle  Mauern  sich  vor  uns  auftürmten.  Zwei
größere  Bäche  hatten  wir  noch  zu  überschreiten,  und  dann
erweiterten  sich  die  Ufer  des  Toriu  zu  einer  weiten  Talebene,
  die  zur  Regenzeit  einen  mächtigen  See  bilden  muß.
Da  lagen  neben  Brocken  von  Berg=  und  Muschelkalk,
Grünstein  und  Diorit,  Felsit=  und  Tonporphyr  und
Melaphyr  sehr  reicher  eisenhaltiger  Weißspat,  dazwischen
viel  Basalt,  verwitternder  Phonolit  sowie  Tuffe  und
Schiefergesteine,  aber  auch  hier  und  da  große  Brocken
reinen  Quarzes,  feuersteinähnlicher  und  reiner  Chalcedon,
gelbe  und  rote,  blaugeaderte  Eisenkiesel,  Stücke  Citoin,
Carneol  usw.  Wo  der  Flußsand  nicht  mit  lehmigem

 

Schlamm  bedeckt  war,  bestand  er  fast  rein  auns  Quarz
und  Magnetit.  Vom  Steingerölle  aus  sahen  wir  rechts
über  eine  Einsenkung  des  Gebirges  in  der  Ferne  einen
mächtigen  Wasserfall,  der  vom  Sinewit  herunterkommt
und  wohl  einen  Nebenfluß  des  Toriu  speist.  Noch  eine
Stunde  lang  schritten  wir  meistens  durch  lichten  Eukalyptuswald,
  und  dann,  um  11  Uhr  s  standen  wir  wieder
vor  einem  stark  fließenden,  ziemlich  breiten  Nebenfluß  des
Toriu,  in  dem  ich  gleich  den  Kohlenfluß  wiedererkannte.
Wie  voriges  Jahr  fanden  wir  auch  jetzt  in  seinem  Geröll
größere  Kohlenbrocken,  wahrscheinlich  nur  minderwertige
Lettenkohle.  Daß  die  Stücke  nicht  so  zahlreich  waren
wie  das  vorige  Mal,  hat  vielleicht  seinen  Grund  darin,
daß  dieses  Jahr  keine  größeren  Überschwemmungen  stattgefunden
  haben,  welche  die  Kohlenbrocken  von  ihrem  Lager
losreißen  können.  Nach  einer  kleinen  Stärkung  wurde
die  Reise  im  Kohlenfluff  selbst  oder  an  den  Seiten  desselben
  über  Stock  und  Stein  fortgesetzt.  Im  flachen  Gelände
  teilt  sich  der  Fluß  in  zwei  Arme  und  bildet  eine
ziemlich  große  Insel.  Am  17.  September  morgens  wurde
wieder  mit  unserem  wenigen  Gepäck  aufgebrochen.  Heute
war  eigentlich  der  wichtigste  Tag,  denn  wenn  wir  Glück
hatten,  mußten  wir  heute  auf  das  Kohlenlager
stoßen.  Auf  unserem  im  vorigen  Jahre  ausgehauenen
Wege  wanderten  wir  erst  den  Fluß  entlang,  immer  das
Geröll  auf  Kohlen  untersuchend.  Bald  aber  mußten  wir
entweder  den  reißenden  Fluß  zwischen  großen  Steinblöcken
durchwandern  oder  aber  an  der  Seite  hoch  über  steile
Bergwände  wegkrareln.  Überall,  wo  wir  noch  ans  Wasser
gelangen  konnten,  fanden  wir  noch  Kohlenstücke  im  Gerölle:
das  Flöz  mußte  also  noch  weiter  droben  liegen.  Unaufhörlich
  stiegen  wir  höher  und  höher.  Der  ganze  Wald
in  diesen  feuchten  Bergregionen  war  mit  dichtem  Moose
bewachsen,  das  von  allen  Zweigen  und  Nanken  in
Strängen  herunterhing.  Überhaupt  herrschte  hier  eine
sehr  üppige  Vegetation.  Schönblätterige  Arumarten
wuchsen  am  Waldboden  neben  den  verschiedensten  Arten
von  Farrenkräutern.  Zwischen  dem  Gestein  sproßten  hellblühende
  Begonien  hervor,  und  an  den  steilen  Fluß“
wänden,  vom  spritzenden  Wasa  er  beständig  befeuchtet,
wuchsen  eine  Unzahl  Orchiveen  mit  langen  schwertförmigen
Blättern  und  großen  weißen  und  lila  Blüten.  Dir
charaktcristischen  Pflanzen  dieser  feuchten  Gebirgsschluchten
sind  aber  große  Baumfarren,  die  mit  ihren  Wedeln  die
Tiefe  beschatten.

Wir  waren  wieder  lange  Zeit  an  Höhen  und  Abhängen
an  der  Seite  des  brausenden  Wassers  weiter  gewandert,
als  es  uns  endlich  gelang,  wieder  an  den  Fluß  hinab
zukommen  und  sein  Geröll  auf  eine  lange  Strecke  runtersuchen.
  Wie  voriges  Jahr  fanden  wir  auch  diesmal
an  der  ganzen  Stelle  auch  nicht  die  geringste  Spur  von
Kohlen.  Wir  waren  also  wieder  über  die  Stelle
hinaus,  wo  die  RKohlen  im  Flußbette  zutage  treten
mußten.  Im  Flußbette  war  es  unmöglich,  an  diese  Stelle
heranzukommen,  und  zu  Vohrungen,  die  hier  ne  twendis
gewesen  wären,  fehlten  uns  Instrumente,  Zeit  und  Sa
verständige.  Es  wurde  also  beschlossen,  gerade  wie  wit
es  voriges  Jahr  getan,  von  hier  aus  die  Rückreise  an
zutreten.  Auf  demselben  Wege,  auf  dem  wir  gekommen
waren,  ging  es  wicder  zum  vorigen  Lagerplatz  zurück.

Am  18.  September  zogen  wir  am  Vormittag  noch  ein
weite  Strecke  den  Toriu  hinauf  und  fanden  auch  in  seinem
Gerölle  ähnliche  KNohlenbrocken,  wie  im  Kohlenfluß,  muwaren
  sie  hier  nicht  so  zahlreich,  wohl  aus  dem  Grun  ud
weil  der  breite  Strom  die  hier  liegenden  Stücke  leich
mit  sich  fortschwemmen  kann.  Am  Nachmittage  kan,
wir  nach  einem  anstrengenden  Marsche  noch  bis  zum  -
des  dritten  Tages  zurück,  wo  wir  die  Zelte  und  Boon
zurückgelassen  hatten,  und  wo  die  Träger  sich  unterbeste
im  süßen  Nichtstun  erholt  hatten.  Hier  verbrachten  .
die  letzte  Nacht  im  feuchten  Urwalde.

tel
        <pb n="163" />
        w  Am  19.  September  (dem  slebenten  Tage  der  Expedition)
*  alles  Gepäck  wieder  zusammengetan  und  in  die
¾l  lden  Boote  gelegt.  In  fünfeinhalb  Stunden  legte  das
beine  Boot  mit  Assessor  Full  die  ganze  Reise  bis  zur
agemühle  zurüäck.  »
A  So  endete  unsere  Kohlenexpedltion,  die  uns  Mũhe  und
nstrengungen  genng  gekostet  hat,  mit  deren  Erfolg  wir
berade  nicht  prahlen  können.  Im  Grunde  genommen,  ist
nichte  Neues  entdeckt  worden.  Die  Herren  haben  nur
onstatiert,  daß  mein  Bericht  vom  vorigen  Jahre  richtig
war,  und  daß  die  Kohlen  an  der  darin  schon  bestimmten
Stelle  zutage  treten  müssen;  das  Flötz  ist  aber  noch

—  —

93  20

nicht  gefunden.  Nur  haben  wir  weiter  am  Torin
hinauf  auch  noch  das  Vorhandensein  von  Rohlen  konstatiert,
  so  daß  jetzt,  nachdem  wir  auch  früher  schon  im
St.  Ludwigsfluß,  dem  Moorselbach  und  Thomasfluß
Spuren  von  Kohlen  gefunden  haben,  und  da  die  Eingeborenen
  von  Nakanai  behaupten,  daß  im  Nesaifluß
auch  Kohlen  angeschwemmt  werden,  die  sic  a  Lulumba
nennen,  das  Vorhandensein  von  Kohlen  in  sechs
Fällen  bereits  feststeht,  und  dies  mit  aller
Wahrscheinlichkeit  auf  ein  großes  Lager  im  Gebirgsstock
  der  Gazelle-Halbinsel  hinweist.

Verkehrs-  Rachrichten.

In  Otjosondu  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  1.  Januar  1907  eine  Postanstalt  eingerichtet
  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen
  Briefsendungen,  auf  den  Postanweisungs=  und  Nachnahmedienst  im  Verkehr  mit  Deutschland
und  innerhalb  des  Schutzgebiets  sowie  auf  den  Feldpostpaketverkehr  erstreckt.

Nach  einer  neueren  Mitteilung  des  Reichs-Postamtes  ist  der  Paketdienst  in  Nuatyä,  Togo
(ogl.  Nr.  23  des  Kolonialblattes  1906),  nicht  eingeführt  worden.  «

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Januar  1907.

 

—  Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Ein-  "

 

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

Ausschiffungshafen.
Dauer

 

 

Meppel  *
8  Von  Mombasa  Weiter  Weuil  Schifse)
beförderung  mit  der  Uganda-30.

  jedes  Monats

Mombasa  O  15  Tage

schiffungshafen  am;  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  31.  Jan.  Friedrich-Wilhelms-(deutsche
  Schifie)  -  hafen  48  Tage
1.  ·  -!  SimpfonhafcnszöTagc29.Jan·8.Fcln-.
beutsch-Neuguinea.  Brindisi  10.  Febr.  Simpsonhafen  38  Tage  10.3  abds.
Cengl.  Schiffee,  Friedrich-Wilhelms-2
  .  Febr.  3  ·  22
beutsch-Osafriha.  Gemu-  and  4.  Febr  Mombasa  O  20  Tage
EELI  21.  Jan.  Mombasa  O  16  Tage  19.  27.  Jan.  2.  Febr.
·  «  1035abd-3.

Brindisi
bahn  und  von  der  Endstationösterr.  Schiffe)
zu  Schiff  nach  den  Bestimmungsorten.

  Marseille  10.  jedes  Monats  Mombasa  O  17  Tage  8.  jed.  Mt5.  9%  abds.
1  Brindisi  20.  Jan.  Mombasa  O  18  Tagests  Jau.  103  abds.
(engl.  Schiffe)
"  T  7  Tage
i  nach  Tanga  (einschl.  Amam,  Lokwipelntgs  21.  Jan.  Tanga  17  Tage  18.  Jan.  2.  Febr.
sha  "  a  owe,  H  ombo,  Genua  4.  Febr  Tanga  21  Tage  10  abdo.
oschi,  Muhesa,  Vangani,  Febr.
Wugirt  und  Wi  henmnsn  (  (deutsche  Schlfse)
Neapel  21.  Jan.  Daressalam  17  Tage
(deutsche  Schiffe)
Daressalam  23  Tage  19.  27.  Jan.

1  Genua

(deutsche  Schiffe)
Brindisi

(österr.  Schiffe)
Marseille  10.

nach  Deusch  Ostafrila  ..
(ausschl,  der  unter  a  und  b
genannten  Postorte)

Brindisi  20.  Jan.
(engl.  Schiffe)

 

30.  jedes  Monats.  Zanzibar  15  Tage

jedes  Monats  Zanzibar

1035  abds.

nach  Daressalam  weiter
mit  nächster  Gelegenheit)  4
«  8  Tage  8.  jed.  Mts.  10  abds.
(von  Zanzibar  unmittelbar
Weiterbeförderun
Daressalam  durch
memsbampfer  in  6  Stunden
Zanzibar  22  Tage  18.  Jan.  10  abbe.
nach  Daressalam  weiter
mit  nächster  Gelegenhelt
        <pb n="164" />
        W  94  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Briefe  müssen  au- 



 

 

dem  Kongo

Ausschiffungshafen.
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
l
3.  Deutsch-Südwestafrika.  Hamburg  25.  Jan.  Swakopmund  24  Tage  24.  Jan.  717  abds.
u)  nach  Abbabis,  Eputiro.  Gi-  Hamburg  19.  Jan.  Swakopmund  25  Tage19.  Jan.  90  oms.
HeonGobabig  Boch  *5  geie  Antwerpen  24.  Jan.  Swakopmund  20  Tage23.  Jan.  1255  nms.
ibtbgel.  Earog.  d.  frhet/5.  t  Taje  24.  Jan.  12
iba  altahöhe.  Naucha  5.  Jan.  .  1255  um8.
Okahandja.  Okasise.  Okom-  maulognen  ,  5.  Jan  Swakopmund  19  Tage  4.  Jan.  1255  Ums
bahe,  Omarurn,  Otawi,  24
#mbingwe,  Oulwarongo  Southampton]  26.  Jan-  Swakopmund  26  Tage  25-  Jan.  11  oms.
Sule  Es  Southampton  19.  Jan.  Swakopmund  2  Tase  18.  Jan.  11  vms.
lleger  Maldon,  Waterberh.  Southampton  ...  Kapstadt  17  1  Febr.  11  ums.
Windhuk  Southampton  2.  Febr.  von  dort  *  Fean  shochseer
Southampton!  26.  Jan.  ·  Ludcrttzbucht  22  Tage  25.  Jan.  1121  oms.
ntwerpen  24.  Jan.  Lüderitzbucht  22  Tage23.  Jan.  1255  ms.
(deutsche  Schiffe)
0)  ch  Lüderitzbucht,  Kubub,  5.  Jan.  Lüderi  1  T  24.  Jan.  1255  ums.
gaihene  ucht.  Kubud.  Mwdeusognenn  25.  Jan-  üderitzbucht  21  Tage  Jan  ums
Southampton  19.  Jan.  2.  Febr.  Kapstadt  17  gsage:  18.  Jan.  1.  Febr.
von  dort  wester.  mü  ae  11  23  oms.
Gelegenheit  u.  Lüde
Hamburg  19.  Jan.  Lüderitzbucht  27  oh  18.  Jan.  7½#  abds.
Hamburg25.  Jan.  Lüderitzbucht  24  Tage  24.  Jan.  715  abds.
Tc  nach  JZ#mansoft.  Warm.Southampton!  19.  Jan.  2.  Febr.  Kapstadt  9  Tage  18.  Jan.  1.  Febr.
bad.  Kalkfontein  (Tüd)  hamp  *  wn  von  vort  welter  8  dem  11#  oms  i
6  .  .  Landwege  *  Seeintovf  ·
ch  nach  Utanias  Southampton  jeden  Sonnabend  Kapstadt  1  Freitag  112  vms.
von  dort  1#  mit  der
Eisenbahn  bis  Upington
und  dann  durg  Bot  enpost
nach  U
28
4.  nann  “  Hamburg  10.  24.  jed.  Mts.  MWutoria  19.2  33  -  9.  0.  Mts.  90  en  ..
J.  na  amenda.  Ban
"  Windn  d  Honzer,  ·  Kribi  20  Tage  23.  jed.  Mts.  7  oms.
Sue  stcbe  l  Boulogne  11.  jedes  MonatsViktoria  18  Tage  10.  9  Mts.  126  nachm.
#n  orf  er  Duala  19  T
m  kal.  Ee  anggeo:  Dual  Tage
Mlbrechtsöhe.  Foro  Kribt,  cdeitihe  Said  Kribi  19  Tage
Lomie.  Lonql,  Liverpoolll  Duala  26  Tage  10#  abds.
Hlarars.  Viktoria  "  ARiktoria  25  Tage
Liverpool  26.  Jan  Duala  28  Tage  24.  Jan.  10  abds.
.  Liverpool  f......  RiodelReyszZTagc -..17ish)"mäRwdcchy«
  «  Hamburg  24.  Jan.  Rio  del  Rey  84  Tages.  Jan.  7½  abds.
e)  nach  dem  Tschadsee-Geblet  Liverpool  jeden  Sonnabend  Prr  60n.  jeden.  Donnerstag
.  .  1  von  dort  weiter  Über  .
(Garua,  Kusseri)  be  oln  107  abds.
ch  nach  Ossidinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  —s  19  Tage  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über  bokum  10  abds.
ntwerpen  214.  Jan.  ata  —  23.  Jan.  1255  nchm.
5  nach  Molunde  p  s  «  von  r  -'  120  der
Vordeaur  25.  jedes  Monats  bahn  asnssingovife  uno.  23.  jed.  Mts.  104  abds.

—  und

Diah  s  Molundu

 

5.  den  Narolinen,  Palau-Inseln,
  Marianen,
Marsha#  Insfeln.

!  Neapel
(engl.  Schiffe)
Auf  Verlangen

33.  Febr.

Jap  70  Tage

des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den

—  von  Yokohama  weiter

1.  Febr.  10  abds.

Marianen  auch  über  Japan

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

6.  Niantschon.

Nea
tsn  5
Brit
(en  4
im  eile,

 

 

iverpool

17.  31.  Jan.
jeden  Sonntag
20.  Jan.  3.  Febr.

Tsingtau  36  Tage
Tsingtau  36  Tage

Tsingtau  36  Tage

 

Tsingtau  30—35  Tage

15.  29.  Jan.
10  5  abds
jeden  ri*  10  8  abd.

18.  Zan-1.

  Febr.
10#  abos.

 

gi0  vms.
        <pb n="165" />
        W  95  20
——  ——  —
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschisfungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  späteiten
schiffungshafen  am:  der  lberfahrt  abgesandt  werden  am:
—  —
Samoa.  Queenstown  27.  Jan.  Apia  25  Tage  25.  Jan.  112  vms.
Hamburg  17.  24.  Jan.  Lome  18—23  Tage  16.  23.  Jan.  7  abd-.
Bremen  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mto.  93  abds.
Hamburg  10.  jedes  Monats-  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mis.  9°  m.
Boulogne  f.  M.  11.,  jedes  MonataLome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1277  ums.
«  amtar  Schifse)
logo.  Rotterdam  21.  jedes  Monats  Lome  19  Tage  20.  jed.  MI§.  93  abds.
geele  Schiffe)
*  Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonon  23  Tage  10.  jed.  Mts.  10  abds.
on  da  ab  zanr
Bordeaux  235.  jedes  Monats  Enzeen  14  Tage  23.  jed.  Mir.  10¼  abds.
on  da  *  .–  nm
Viverpool  jeden  Sonnabend  #  r  Donnerstag!)38abd—5.
von  kanl  welter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tager

 

 

 

die  B  )  Den  durch  bezeichneten  Schijfsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  geführ.  wenn  der  Absender
eförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Eintrefsen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten.

 

 

 

 

 

 

.  .  "r
Von  Landungs  Die  Post  ist  fällig  Von  Landungs-  Die  Poit  istt  fällig
hafen  in  Berlin  aum  hafen  in  Berlin  am
—Ô
S  3.  B0)7.  jed.  Mts.
deuff  Neapel  17.  Jan  Kamerun  Southampton  16“.  307,  jed.  Mts
"b  *.  .  .  «  »««2«.»«
ch  Neuguinea  Marseille.  .  .  .  Febr.  Plymouth  ..  19.  Jan  Febr
—  —  den  Karolinen,
Me  p  *  J
Neapel  5  7.  Febr.  Nerianen.  n  Neapel  18“  Jan.
deut  Genua  26“.  Jan.  m„D„
m'ne  Brindist  Neapel  16“.  30.  Jan.
Marseille.  16.  jed.  Nts.  Brindisi  26.  Jan.  9.  Febr.
Brindisi  28.  jed.  Mts.  niautschou  Marseille.  .  .  24.  Jan.  7.  Febr.
ZLiverpool  201.  Jan.  üb.  Vancouv.
Plymonuth  od.
deutsch:  Sũdwestafrika  Queenstown  -157.297.  Jan.
nord  Antwerpen.  37.  Febr.  Queenstown
Teil  d.  Schugeb.  Lamburg  26*.  jed.  Mts.  Samoaana  S#cens  213
südl.  Tas  Southampton  27.  Jan.  10.  Febr.  od.  Plymouth  21.  Jan.
Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  27.  Jan.  10.  Febr.  Togo  Southampton  16“.  30*.  jed.  Mts.
99  Hamburg  4*.  jed.  Mis.

(Die  Zeit  vor  dem

—M.  S.  „Bussard-“
M.  S.  „Condor“
-  M.  S.  „Planet“.
—  M.  S.  „Seeadler“
M.  S.  „Sperber“

Jahrplanmäßiger  Neich“poftdampfrr
M.

—
S.

latzung  für

11.12.

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Manila  14/12.

Schiffsbewegungen.

Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffe.)

Daressalam  17/12.—  17/12.  Tauga.
Suva  27/11.  Jalnit.

Herbertshöhe.

Daressalam.

Duala.

Ablösungstrausporte:
„Sandakan“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  ablösenden  Be-„Planct“:



Prebpenufühhrer.

Kapitänlentnant  Kurtz.
21/12.

Friedrich-Wilhelmshafen  —  23/12.  Simpsonhafen.
        <pb n="166" />
        G  96  20

Fahrplaumäßiger  echesihauunser.  „Prinz  Sigismund“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  abgelösten
Besatzung  S.  M.  S.  „Planet“
Transporfführer:  Kapitänlentnant  Lebahn.
Simpsonhafen  25/12.  —  31/12.  Brisbane  31/12.  —  2/1.  Sydney.
Die  Weiterreise  erfolgt  mit  dem  fahrplanmäßigen  Reichspostdampfer  „Barbarossa“  des  Norddeutschen  Lloyd.
Sydney  5/1.  —  7/1.  Melbourne  8/1.  —  10/1.  Adelaide  12/1.  —  Freemantle.

—

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linic  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

Poitdampfer  Reise  6  Lebte  Nachrichten
von  nach  bis  27.  Dezember  1906.
„Adolph  Woermann“  .  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  Dezember  in  Swalopmund.
„Alerandra  Woermann“  .  Hamburg  Viltoria  am  21.  Dezember  in  Notonon.
„Aline  Worermann"  Swakopmund  Kapstadt  am  23.  Dezember  in  Rapstadt.
„Anng  Woermann"  Hamburg  Degama  am  12.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Abcan  Woermann“  .  Hamburg  Mossamedes  am  12.  Dezember  in  Teneriffe.
„Car!  Woermann“  .  Hamburg  Accra  am  17.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Eduard  Bohlen"“  .  Kapstadt  Swakopmund  am  24.  Dezember  in  Swakopmund.
„Eduard  Woermann“.  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  12.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Eleonore  Woermann"  .  Kamerun  Hamburg  am  23.  Dezember  ab  Lax  Palmas.
„Ella  Woermann“".  .  Kotonou  Oamburg  am  20.  Dezember  in  Hamburg.
„Emilic  Woermann“.  .  Degama  Hamburg  am  19.  Dezember  in  Lagos.
„Erich  Woermann“.  .  Mossamedes  Hamburg  am  12.  Dezember  in  Oamburg.
„Erna  Woermann!“  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  27.  Dezember  in  Hamburg.
„Ernst  Woermann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  20.  Dezember  in  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“.  .  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  26.  Dezember  in  Haniburg.
„Gretchen  Bohlen“.  ..  Hamburg  Rio  Nunez  am  26.  Dezember  Ouessant  passiert.
„Hans  Woermann“.  .  ..  Hamburg  Viktoria  am  24.  Dezember  ab  Rotterdam.
„Hedwig  Woermann“  .  ..  Hamburg  Assinie  am  22.  Dezember  ab  Notterdam.
„Helene  Woermann:  Kotonon  Hamburg  am  21.  Dezember  in  Hamburg.
„Henriette  Worrmann“  Hamburg  Mossamedes  am  8.  Dezember  in  Benguella.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  27.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“  ..  Accra  HLamburg  am  24.  Dezember  in  Sierra  Leone.
Aurt  Woermann"  Mossamedes  HOamburg  am  17.  Dezember  ab  Lagos.
„Lili  Worerman"  Burutu  Hamburg  am  22.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Linda  Woermann":##  Nio  Nunez  Hamburg  am  19.  Dezember  in  Lamburg.
„Lothar  Bohlen“  .  ..  Duala  Hamburg  am  15.  Dezember  in  Lagos.
„Lucie  Woermann"  Hamburg  Duala  am  21.  Dezember  in  Conakry.
„Lulu  Bohlen“  .  .  .  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  27.  Dezember  in  Lagos.
„Marie  Woermann"  Assinie  Hamburg  am  17.  November  in  HKamburg.
„Martha  Woermann“  .  .  .  Burutu  Hamburg  am  27.  Dezember  in  Lagos
„Melita  Bohle.  Assinie  Hambur  am  25.  Dezember  in  Sierra  Leonc.
„Otto  Woermann  .  .  Hamburg  Nio  Nunez  am  23.  Dezember  in  Zighinchor.
„Paul  Woermann“  Hamburg  Degama  am  27.  Dezember  n  Rotterdam.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  23.  Dezember  in  Madeira.
„Thekla  Vohlen“  Degama  Hamburg  am  17.  Dezember  in  Lamburg.
„Frieda  Woermann“  ...  Hamburg-  Degama  am  21.  Dezember  in  Lome

 

Anzeigen.

 

 

Bekanntmachung.  ..  ..
In  das  Handelsregister  Abteilung  A  Dr.  med.  A.  Smith'sches  Ambulatorium  für

N
4o%  n  ee  Herz-  und  Nervenkranke

Die  Prokura  des  Kaufmanns  Oskar  Berlin  W.  76,  Potsdamerstrabe  52.  (118)
Harms  ist  erloschen  (6)  Funktlonelle  Unternurihung  8  Behandlunk.  Ausführllches  lm  Prospekt  (erei).
lite  ratur:  Dr.  we  :AMax  8  Sch.  er  u.  „Nervenleiden  u.  lIure  1arr  W  mit

Swakopmund,  den  3.  Dezember  1906.  raktlsches

 

 

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.  in  erbrarkhenen  vA  *  Z  cte  d.  alle  Buchhundl.  vulutn  50  Dt.)
        <pb n="167" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

herausgegeben  in  der  Kolonial-Rbteilung  des  Kuswärtigen  Amts

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Februar  10907.  Nummer  3.

 

Zie  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monais  Derselben  werden  als  Bolhefte  beivefügt  dif.  mindestens
nl  „vterelsarch  erscheinenden:  „Mittrilnn#n  uns  den  deutschen  Schutzgehbicten-.  herauskegelen  nerr
Vol'un  man.  Der  vie  rteljährliche  Abom#ememspt#is  für  dan-  #Kelo  nialblau  mit  den  Veihefteu  grant  nn  o  durch  die
t  und  bie  Ulahchimen  Mi.  3.  relt  umer  Kireisband.  durch  die  Verl  Agsbuchoonolung  Ml.  eutschland  Gusch.
8  demschen  Schuögebieic  und  Oserre  *  teanh  Mk.  5—  für  die  Länder  des  Weltpostvereins.  Ernsellenn  Der  und  Aufrag
end  e  an  die  Königliche  Horbuchhaudlung  von  Ernit  *mie  Mittler  und  Schun  Berlin  S8Ws,  Kochstraße  63  71.  iu  wichsen

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung  der  Rolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts,  betr.  die  Errichtung
zinen  Bezirls  gerichts  in  Muansa.  Kom  31.  Dezember  1906  S.  99.  Statutenänderung  der  Geselljchaft  Rordweijterun
  S.  98.  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Namerun,  beir.  die  Erhebung  eines  Gummi-Aufuhrzoller
Vom  20.  Juni  1906  S.  8B.  Belanmmachungen  des  Gouverneurs  von  Kamerun  zu  der  vorstehenden  Verordnung
vom  20.  Juni  1906.  VBom  20.  Juni  und  7.  Juli  10006  S.  100.  Belanntmachung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,
beir.  da  das  Inkraftireten  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Febrnuar  1906  für  das  Schungebiet  Lamerun.  Vom
23.  Kotanbo  1906  -.  1000.  .  Ernennung  von  Mitgliedern  des  Gouvernementvratx  für  Deutsch=  Südwestafrila  .100.
Errichtung  eine  Distriltsamts  in  Nammoni  S.  101.  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  77.

Nichtamtlicher  Teil:  Personal  Nachrichten  S.  10|7.  Patriolische  Gaben  S.  105.  Die  loloniale
Auitlärungsarbein  S.  l6G.

Togo:  Die  Eisenbann  Lome  Palime  S.  119.

Kamerun:  Wilienichantliche  Sammlungen  S.  120.

*  Deutsch  stafrila:  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  1214.  Uvbersicht  über  den  Gesamthandel  des  Schutzgebiet
Zrutsch-  Ostafrita  im  I.  Riertel  1906  S.  121.  überiich-  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schugebietls  Deutschstafrila
  im  weiten  Vierieljayr  1906  S.  122.  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  der  Zollverwaltung  an  der

Nüste  Deutsch-O  stafrikas  im  Monat  Sepiember  1906  S.  125.

Deursch-  Südwestafrila:  Soldatenbriefe  aus  Südwestafrila  S.  125.

Deutsch-  Neuguinca:  Die  Inseln  Marty  und  Durour  S.  129.

Samoa:  Flutwelle  auf  Sawaii  S.  1291.  Ortsfernsprechnet  in  Apia  S.  129.

Aur  fremden  Kolonien  und  Pr  odultions  gebieren.  Währungsverhältnisse  in  den  Straits  Seltlements

129.  Nolltarijänderung  in  Gambia  S.  129.  Verbot  der  Audfuhr  von  Kühen  und  Färsen  anus  Madagaskar

129.  Beitritt  von  britischen  Lolonien  und  Schutgebieten  zum  britisch  rumänischen  Handelsvertrag  S.  130.

ss...p.ki  kanadischer  Erzeugnisse  im  Südafrikanischen  Zollverein  S.  1300.  Britische  Salomons-Inseln
3  .

Opzorkommen

  von  Platin  i  in  Transvaal  S.  130.—  Ausstellung  südafrilanischer  Erzeugnisse  Ino?  S.  130.  Die
Nap—Ka##-  Eisenbahn  S  S.  131.  Vorschrifien  für  die  Herstellung,  den  Besiv,  Verkauf  und  die  Einfuhr  von  Exrplosiv-Noffen
  in  Britisch-Ostindien  S.  131.  Insektenplage  beim  Indigo=  und  Tecanbau  in  Britisch=  Indien  S.  132.
Verschiedene  Mitteilungen:  Kolonial=  Wirtschaftliches  S.  133.  Aus  dem  Jahrcsbericht  der  Hamburger
K

y—

Landelslammer  S.  1½3.  Literatur  S.  135.  Noloniale  Preßstimmen  S.  13086.  Verlehrs-Nachrichten
.  138.  Schiffsbewegungen  S.  141.—  Anzeigen.

 

eeenccsseicher  Teillmmm.
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verfügung  der  Rolonial-Rbteilung  des  Ruswärtigen  Kmts,  betr.  die  Errichtung
eines  Bezirksgerichts  in  Muansa.
Vom  31.  Degember  1906.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzblatt  1900,  S.  813)  und  des
*  1  Nr.  7  der  Verfügung  des  Reichskanöet  rs,  betr.  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den  Schutgebieten
  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  25.  Dezember  1900  (Kol.  Bl.  1901,  S.  1)  wird  für  das
Schutgebiet  Deutsch-Ostafrika  mit  Wirkung  vom  1.  Oktober  1906  bestimmt,  was  folgt:

Von  dem  Bezirke  des  Bezirksgerichts  in  Daressalam  wird  ein  nordwestlicher  Gerichtsbezirk
abgetreunt,  der  sich  bis  auf  weiteres  aus  den  zur  Zuständigkeit  der  Stationen  Muansa,  Bukoba,
        <pb n="168" />
        W  98  20

Tabora,  Usumbura,  Udjidji  und  Bismarckburg  gehörigen  Gebieten  zusammensetzt.  Der  zur
Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  diesem  Bezirke  ermächtigte  Beamte  hat  seinen  Amtssitz  in  Muansa.
Berlin,  den  31.  Dezember  1906.
Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
Dernburg.

Statutenänderung  der  Gesellschaft  Nordwest  ·  Kamerun.

Die  Gesellschaft  hat  in  ihrer  außerordentlichen  Generalversammlung  vom  7.  November  1906
Artikel  22  und  23  des  Gesellschaftsstatutes  in  folgenden  Wortlaut  geändert:
Artikel  22,  Abs.  1.

Das  Direktorium  besteht  aus  einem  oder  mehreren  Mitgliedern,  welche  vom  Verwaltungsrat
gewählt  werden,  demselben  aber  nicht  angehören  dürfen.  Die  Mitglieder  müssen  Reichsangehörige  sein.
Artikel  23,  Abs.  2

.....  Urkunden  und  Erklärungen  sind  für  die  Gesellschaft  verbindlich,  wenn  sie  unter
dem  Namen  „Gesellschaft  Nordwest-Kamerun“  von  zwei  Mitgliedern  des  Direktoriums,  oder
von  einem  Mitgliede  und  einem  Prokuristen,  oder  von  zwei  Prokuristen  erfolgen.

Diese  Statutenänderung  ist  von  der  Aufsichtsbehörde  genehmigt  worden.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Ramerun,  betr.  die  Erhebung  eines  Gummi-Ausfuhrzolles.

Vom  20.  Juni  1906.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzblatt  1900,  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  das  Verordnungsrecht  der  Behörden
in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  27.  September  1903  wird  verordnet,  was  folgt:

§&amp;amp;  1.  Die  Ausfuhr  von  Gummi  über  die  Grenzen  des  Schutzgebiets  Kamerun  unterliegt
einem  Zolle  von  40  Pfennig  für  das  Kilogramm.

;  Die  Ausfuhr  von  Gummi  darf  nur  an  den  durch  Bekanntmachung  bestimmten  Plätzen
geschehen.  Die  Bestimmung  dieser  Plätze  hat  für  die  Ausfuhr  nach  der  Seeseite  durch  den  Gonverneur,
im  übrigen  durch  die  Bezirksleiter  zu  erfolgen.

Der  Gouverneur,  die  Bezirksleiter  und  die  zuständigen  Zollstellen  können  ausnahmsweise,
wenn  Sicherheit  für  ordnungsmäßige  Verzollung  gegeben  erscheint,  auch  die  Ausfuhr  an  anderen
Plätzen  gestatten.

8  Die  Zollpflicht  wird  begründet  durch  die  Überschreitung  der  Zollgrenze  durch  den
Ausfuhrgegenstand.  An  der  Meeresküste  findet  eine  zollamtliche  Verfolgung  bis  auf  eine  Entfernung
von  10  Seemeilen  statt.  Zur  vorläufigen  Beschlagnahme  des  geschmuggelten  Gummis  sind  der
Gouverneur,  jeder  Bezirksleiter  —  auch  außerhalb  seines  Bezirks  —,  jeder  weiße  Zollbeamte  sowie
die  von  ihnen  beauftragten  Personen  berechtigt  und  verpflichtet.  Der  vorläufigen  Beschlagnahme
unterliegt  der  Gummi  auch  im  Falle  eines  Schmnggelversuches.  Als  vorläufige  Beschlagnahme  gilt
das  von  dem  Berechtigten  an  den  Inhaber  des  Gummis  ergehende  Verbot  der  weiteren  Verfügung
über  die  Ware.

*  4.  Zur  Entrichtung  des  Zolles  ist  derjeuige  verpflichtet,  welcher  in  dem  Angenblick,  in
welchem  die  Zollpflicht  begründet  wird,  Inhaber  des  gollpflichtigen  Gummis  ist.  In  demselben
Umfange  haftet  auch  der  Versender.

§&amp;amp;  5.  Vor  der  Ausfuhr,  und  zwar  bei  Versendung  zu  Wasser  bereits  vor  der  Verladung
auf  das  Schiff,  ist  der  nächsten  Zollstelle  oder  dem  mit  der  liberwachung  beauftragten  Zollbeamten
der  zur  Versendung  bestimmte  Gummi  schriftlich  oder  zu  Protokoll  anzumelden.  Die  Anmeldung
hat  zu  enthalten:

a)  Zahl  und  Bezeichnungsart  der  Frachtstücke,

b)  Gewicht  des  Gummis,

Pc)  Bestimmungsland,  Bestimmungsort,  Name  und  Wohnort  (bei  Gesellschaften  der  Sitz)
des  Versenders,  das  zur  Verschiffung  bestimmte  Fahrzeug,  dessen  Nationalität  und
die  Namen  und  Wohnorte  des  Schiffseigentümers  und  Schiffers,  ·

d)  die  Unterschrift  des  Ausstellers  der  Anmeldung.
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        W  99  20

Bei  kleineren  Gummimengen  genügt  mündliche  Anmeldung.

Erklärt  der  Zollpflichtige  sich  außerstande,  die  obigen  Angaben  zu  machen,  oder  beantragt
er  die  Prüfung  und  Feststellung  durch  die  Zollbehörde,  so  hat  diese  durch  die  Zollbehörde  auf  Kosten
des  Zollpflichtigen  zu  erfolgen.

In  diesem  Falle  ist  die  Feststellung  der  Zollbehörde  endgültig.

§*  6.  Alle  Forderungen  und  Nachforderungen  von  Zöllen,  desgleichen  die  Ansprüche  auf
Ersatz  wegen  zu  viel  oder  zu  Ungebühr  entrichteter  Zölle  verjähren  binnen  3  Jahren,  von  dem  Tage
an  gerechnet,  an  welchem  der  Gummi  über  die  Grenze  gegangen  ist.

Auf  das  Verantwortlichkeitsverhältnuis  der  einzelnen  mit  der  Zollerhebung  betrauten  Beamten
hegenüber  dem  Gonvernement  findet  diese  Bestimmung  keine  Anwendung.

4  §  7.  Jode  gollhinterziehung  wird  mit  Einziehung  des  Gummis  sowie  mit  Geldstrafe  im
50  fachen  Betrage  des  hinterzogenen  Zolles  bestraft.  Der  Zoll  selbst  ist  neben  der  Strase  nur  dann
zu  entrichten,  wenn  die  Ausfuhr  tatsächlich  stattgefunden  hat.

Kann  die  Einziehung  des  geschmuggelten  Gummis  selbst  nicht  vollzogen  werden,  so  ist  auf
Erlegung  des  Wertes  und,  wenn  sich  dieser  nicht  feststellen  läßt,  auf  Erlegung  einer  angemessenen
Geldsumme  zu  erkennen.  Daneben  ist,  falls  die  Höhe  des  hinterzogenen  Zolles  und  infolgedessen
die  Höhe  der  verwirkten  Geldstrafe  auch  nicht  annähernd  festgestellt  werden  kann,  eine  Geldstrafe  bis
zu  5000  Mark  zu  verhängen.

Der  Versuch  der  Zollhinterziehung  ist  in  gleicher  Weise  zu  bestrafen  wie  ihre  Bollendung.

§5  8.  Eine  Zollhinterziechung  wird  insbesondere  dann  angenommen,  wenn

a)  Gummi  entgegen  den  Bestimmungen  dieser  Verordnung  ohne  behördliche  Erlaubnis
an  anderen  als  den  für  die  Ausfuhr  bestimmten  Plätzen  ausgeführt  wird,
Gummi  der  Zollstelle  oder  den  beauftragten  Beamten  überhaupt  nicht  oder  unrichtig
angemeldet  wird,  so  daß  er  einen  geringeren  als  den  auf  ihm  ruhenden  Zoll  zu
zahlen  hätte.  Kann  jedoch  der  Beschuldigte  nachweisen,  daß  eine  Zollhinterziehung
nicht  beabsichtigt  war,  so  ist  nur  eine  Ordnungsstrafe  gemäß  §  9  zu  verhängen.

Auf  Warenführer,  Spediteure,  Zolldeklaranten  findet  die  Bestimmung  mit  der  Maßgabe
Anwendung,  daß  dieser  Nachweis  außer  von  ihnen  selbst  auch  von  ihren  Auftraggebern  zu  führen  ist.
Unrichtige  Angaben  über  das  Gewicht  des  Gummis  bleiben  straffrei,  wenn  der  Unterschied  zwischen
den  Angaben  der  Zolldeklaration  und  dem  Revisionsbefund  10  v.  H.  nicht  übersteigt.

8  9.  llbertretungen  dieser  Verordnung  und  der  zu  ihrer  Ausführung  erlassenen  Bestimmungen
können,  sofern  nicht  Zollhinterziehung  vorliegt,  mit  einer  Ordnungsstrase  von  1  bis  100  Mark
belegt  werden.

§5  10.  Wenn  die  in  den  §§8  7  und  9  vorgesehenen  Geldstrafen  im  Falle  des  Unvermögens
des  Verurteilten  nicht  beigetrieben  werden  können,  so  tritt  an  ihre  Stelle  Freiheitsstrafe  bis  zu
drei  Monaten  (bis  zu  sechs  Wochen  Haft,  darüber  Gefängnis).  Farbigen  gegenüber  sind  in  solchen
Fällen  in  sinngemäßer  Anwendung  der  Reichskanzler-Berfügung  über  die  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit
  vom  22.  April  1896  körperliche  Züchtigung,  Kettenhaft  und  Gefängnis  mit  Zwangsarbeit
  zu  verhängen.

An  Stelle  der  Geldbeträge,  die  nach  §  7  im  Falle  der  Unmöglichkeit  der  Einziehung  zu
zahlen  sind,  kann  auf  eine  Freiheitsstrafe  beziehungsweise  auf  eine  Umwandlung  im  Sinne  der
bezeichneten  Reichskanzler-Verfügung  nicht  erkannt  werden.

§*  11.  Die  Strafverfügungen  werden  vom  Gonverneur  erlassen.  Die  Umwandlung  der
Geldstrafen  in  Freiheitsstrafen  Weißen  gegenüber  hat  durch  die  Gerichte  zu  geschehen,  die  Umwandlung
der  Geldstrafen  Farbiger  gegenüber  durch  die  Bezirksleiter.

5  12.  Die  Grundsätze  über  die  Bestrafung  der  Begünstigung,  der  Beihilfe  und  der  Teilnahme
  sowie  diejenigen  über  die  Verjährung  richten  sich  nach  den  Bestimmungen  des  Reichsstrafgesetzbuches.


-

8  13.  Die  Bestimmungen  über  die  Erhebung  von  Zöllen  in  den  zur  westlichen  Zone  des
konventionellen  Kongobeckens  gehörigen  Gebietsteilen  bleiben  unberührt.

8  Im  übrigen  finden  die  für  Einfuhrzölle  geltenden  Bestimmungen  sinngemäße  An—
wendung,  soweit  sie  mit  dem  Wesen  der  Ausfuhrzölle  vereinbar  sind.
15.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Juli  1906  in  Kraft.
Buca,  den  20.  Juni  1906.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:  Mueller.
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        GW  100  .

Bekanntmachungen  des  GCouverneurs  von  Kamerun  zu  der  vorstehenden  Verordnung
vom  20.  Juni  1906.
I.  Vom  20.  Juni  1906.

In  Ausführung  des  §  2  der  Verordnung  vom  henutigen  Tage,  betreffend  die  Erhebung
eines  Gummi-Ausfuhrzolles,  bestimme  ich,  daß  die  Ausfuhr  von  Gummi  nach  der  Seeseite  ausschließlich
  an  folgenden  Plätzen  stattfinden  darf:

Campo,  Groß-Batanga,  Kribi,  Plantation,  Longji,  Klein-Batanga,  Malimba,

Duala,  Kriegsschiffhafen,  Viktoria,  Debundja,  Bibundi,  Rio  del  Rey.

Bnea,  den  20.  Juni  1906.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Muceller.

II.  Vom  7.  Juli  1906.
Die  Ausfuhr  von  Gummi  kann  außer  den  in  meiner  Bekanntmachung  vom  20.  Juni  1906
genannten  Plätzen  in  Mokundange  und  Isongo  stattfinden.
Buea,  den  7.  Juli  1906.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vextretung:  Mnueller.

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,  betr.  das  Inkrafttreten  der
Katserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Sebruar  1906  fũr  das  Schutzgebiet  Kamerun.
Vom  23.  Dezember  1906.

Die  Kaiserliche  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und  Südsee-Schutzgebiete  mit  Ausnahme
  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzblatt  von  1906,  Seite  363)
tritt  für  das  Schutzgebiet  Kamerun  am  1.  Jannar  1907  in  Kraft.
Buea,  den  23.  Dezember  1906.
Der  stellvertretende  Gouverneur.
Gleim.

Gemäß  §  2  Absatz  2  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  Bildung  von
Gouvernementsräten,  vom  24.  Degember  1903  sind  vom  Kaiserlichen  Gounverneur  von  Deutsch-Südwestafrika
  nach  Anhörung  der  Berufskreise  folgende  Personen  als  außeramtliche  Mitglieder
des  Gonvernementsrats  berufen  worden:

Für  den  Bezirk  Windhuh-Gobabis:

1.  Rechtsanwalt  Franz  Erdmann  in  Windhnuk,  als  Stellvertreter:  Landwirt  John  Ludwig
in  Klein-Windhuk,

2.  Kaufmann  Peter  Müller  in  Windhuk,  als  Stellvertreter:  Kaufmann  G.  Henkert  in  Rehoboth,

3.  Tischlermeister  Hermann  Voigt  in  Windhnk,  als  Stellvertreter:  Gastwirt  Josef  Leuffgen
in  Windhuk.

Für  den  Bezirk  Swahopmund:

1.  Kanfmann  Georg  Schluckwerder  in  Swakopmund,  als  Stellvertreter:  Kaufmann  Georg
Hänisch  dortselbst,

2.  Gastwirt  Johann  Eggers  in  Swakopmund,  als  Stellvertreter:  Manurermeister  Heinrich
Bause  daselbst.

Für  den  Bezirk  Neetmanshoop-Tüderitzbucht:
1.  Farmer  Johann  Wittmann  in  Naute,  als  Stellvertreter:  Farmer  Camill  Meyer  in  Slangkop,

12#.

Kaufmann  Adolf  Busch  in  Keetmanshoop-Lüderitzöucht,  als  Stellvertreter:  Kaufmann
H.  A.  Burmester  daselbst.
        <pb n="171" />
        W  101  2

Für  den  Bezirk  Karibib-Omaruru:
Farmer  und  Wagenbauer  Erust  Rapsch  in  Omarurn,  als  Stellvertreter:  Gastwirt  Hermann
Rubien  in  Karibib.
Für  den  Bezirk  Gibeon:
Farmer  Hermann  Brandt  in  Marienthal,  zur  Zeit  in  Aris,  als  Stellvertreter:  Farmer  Bernhardt,
  Distrikt  Maltahöhe.
Für  den  Bezirk  Gutio:
Farmer  Karl  Schlettwein  in  Warmbad,  als  Stellvertreter:  Farmer  Becker  in  Omewamike.
Für  den  Bezirk  Grootfontein:
Farmer  Gustav  Prion  in  Rietfontein,  als  Stellvertreter:  Farmer  Rudolf  Lodes  in  Neitsas.

Durch  Verfügung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  30.  Dezember
  1905  ist  im  Bezirk  Grootfontein  ein  besonderes  Distriktsamt  Namntoni  eingerichtet
und  dem  Bezirksamt  Grootfontein  unterstellt  worden:

Als  Grenzen  des  Distriktes  sind  festgesetzt  worden:

Im  Osten:  der  18.  Längengrad,

im  Süden:  die  Nordgrenze  des  Gebiets  der  South  West  Africa  Co.,

im  Westen:  die  nördliche  Verlängerung  der  Westgrenze  des  Gebiets  der  South  West
Africa  Co.,

im  Norden:  die  Südgrenze  des  Ovambolandes.

Die  Geschäfte  des  Distriktschefs  führt  neben  seinem  militärischen  Dienst  ein  dort  stationierter
Offizier  der  Schutztruppe.

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  stellvertretenden
Kolonialdirektor,  Wirklichen  Geheimen  Rat  Dernburg  die  Erlaubnis  zur  Annahme  und  Anlegung
des  ihm  von  Seiner  Majestät  dem  Könige  von  Italien  verliehenen  Großkrenzes  des  Ordens  der
Italienischen  Krone  zu  erteilen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  in  der
Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts  kommissarisch  verwendeten  Geheimen  Ober-Finanzrat  und
vortragenden  Rat  im  Finanzministerium  Dr.  Peter  Conze  den  Roten  Adler-Orden  dritter  Klasse
mit  der  Schleife  und  den  Hofräten  im  Auswärtigen  Amt  Ernst  Dollhardt  und  Rudolf  Lang  den
Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  anläßlich  der
Vollendung  der  Otavibahn  dem  Geschäftsinhaber  der  Direktion  der  Diskontogesellschaft,  Geheimen
Seehandlungsrat  a.  D.  Alexander  Schoeller  die  Königliche  Krone  zu  dem  Roten  Adler-Orden
dritter  Klasse  mit  der  Schleife,  dem  Königlichen  Baurat  und  Direktor  der  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft
  Alfred  Gaedertz  den  Königlichen  Kronen-Orden  dritter  Klasse,  dem  Direktor  Arthur
Koppel  den  Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse  und  den  Ingenieuren  Robert  Wagner  und  Rudolf
Johann  Kroeber  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

⅜.  Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hilfsarbeiter
in  der  Kolonialabteilung  des  Answärtigen  Amts  Assessor  Brückner,  dem  Bezirksamtmann  v.  Eschstruth,
  dem  kommissarischen  Bezirksamtmann  Narciß  und  dem  kommissarischen  Bezirksrichter
Kornmajer,  sämtlich  beim  Gonvernement  von  Südwestafrika,  den  Charakter  als  Kaiserlicher
Regierungsrat  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ehemaligen
Metcorologen  beim  Gonvernement  von  Deutsch-Ostafrika  Professor  Dr.  Carl  Uhlig  den  Roten
Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="172" />
        G  102  20

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Bureauvorstand  bei  dem
Kaiserlichen  Gonvernement  von  Kamerun  Philipp  Schubkegel  anläßlich  seiner  Versetzung  in  den
Ruhestand  den  Charakter  als  Kaiserlicher  Rechnungerat  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Wali  von
Daressalam  Abdalla  bin  Mahamed  und  dem  Wali  von  Iringa  Jamadar  bin  Derwisch  sowie
dem  Oberhäuptling  von  Bamum  Joia  in  Anerkennung  ihrer  der  deutschen  Kolonialverwaltung
geleisteten  Dienste  die  Kronen-Orden-Medaille  zu  verleihen.

Raiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  17.  Jannar  1907.
Klinghardt,  Oberleutnant,  am  21.  Januar  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem
22.  Jannar  d.  Is.  im  4.  Magdeburgischen  Infanterie-Regiment  Nr.  67  angestellt.
.  Engeland,  Stabsarzt,  im  Anschluß  an  den  ihm  auf  Grund  des  §  18  der  Schustruppen-Ordnung
  zustehenden  viermonatigen  Heimatsurlaub  ein  sechsmonatiger  Nachurlaub  ohne
Gehalt  vom  15.  Jannar  d.  Is.  ab  nach  Deutschland  bewilligt.
Willmann,  Oberleutuant  und  Dr.  Stierling,  Stabsarzt,  —  Anträge  um  Beolassung  bei  der  Schutztruppe
  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.
Enetsupne  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  31.  Dezember  1906.
Kaumann,  Kriegsgerichtsrat,  mit  dem  31.  Dezember  1906  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische
Militär-JIustizdienste  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
A.  K.  O.  vom  17.  Jannar  1907.
Urlaub  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  bewilligt:
v.  Sydow,  Oberleutnant  in  der  2.  Etappen-Kompagnie,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichskanzler
(Oberkommando  der  Schutztruppen)  bis  zum  17.  Jannar  d.  Is.  gewährten  neunmonatigen
Urlaub  ein  dreimonatiger  Nachurlaub  nach  Deutschland  und
Frhrn.  v.  Elverfeldt,  Oberleutnant  in  der  Feldsignal-Abteilung,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom
Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  bis  zum  17.  Jannar  d.  Is.  gewährten
neunmonatigen  Urlaub  ein  sechsmonatiger  Nachurlanb  nach  Agypten,  Österreich  und
Oberitalien.
Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:
Dr.  Oummel,  Stabsarzt,  unter  Verleihung  des  Charakters  als  Oberstabsarzt  und  der  Erlaubnis
zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  und
Dr.  Andresen,  Oberarzt.
A.  K.  O.  vom  22.  Jannar  1907.
v.  Bernhardi,  Kriegsfreiwilliger,  Unteroffizier  in  der  Ersatz-Kompagnie  des  2.  Feldregiments,  nach
erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem  jetzigen  Dienstverhältnis,  für  tapferes  Verhalten  vor  dem
Feinde,  mit  dem  1.  Februar  d.  Is.  als  Fähnrich  im  Infanterie-Regiment  Fürst  Leopold
von  Anhalt-Dessan  (1.  Magdeburgischen  Nr.  26)  angestellt.
Richter,  invalider  Vizefeldwebel  a.  D.,  jetzt  kommissarischer  Eisenbahnsekretär  in  Windhnk,  ausnahmsweise
  der  Charakter  als  Leutnant  verliehen.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom

7.  Jannar  1906.

Preising,  Oberveterinär,  mit  dem  31.  Jannar  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom

9.  Januar  1907.

Offermann,  Oberveterinär,  mit  dem  31.  Jannar  d.  JIs.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Sächsischen  Heeresverwaltung  (beim  Garde-Reiter-Regiment,  Garnison  Dresden)
aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
        <pb n="173" />
        G  103  20

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
10.  Januar  1907.

Knitter,  Kriegsgerichtssekretär,  mit  dem  15.  Januar  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  Militärgerichtsschreiberstelle  beim  detachierten
  Kriegsgerichtsrat  der  31.  Division  in  Hagenau)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.


Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
12.  Januar  1907.

Roddewig,  Sanitätsfeldwebel  und  Rechnungsführer,  zum  L  tt  lt  As  ten  mit  einem
Dienstalter  vom  6.  Dezember  1906  ernannt  und  mit  Eanresinnen  einer  Feldlazarett-Rendantenstelle
  beauftragt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  17.  Januar  1907.
Nitschmann,  Leutnant,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  zwei  Jahre  genehmigt.


Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
der  Schutztruppen  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  20.  Jannar  1907.
Das  Allgemeine  Ehrenzeichen:
den  Feldwebeln  Lemke  und  Bast  und  dem  Sanitätsfeldwebel  Becher.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  20.  Jannar  1907.
Den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse:
dem  Hauptmann  Schmidtborn  in  der  V.  (Proviant-Kolonnen-Abteilung,
dem  Rittmeister  v.  Maltzan,  Frhrn.  zu  Wartenberg  u.  Penzlin  in  der  III.  (Proviant-)Kolonnen=Abteilung
  und
dem  Hauptmann  Heye  im  Generalstabe  des  Etappen-Kommandos.
A.  K.  O.  vom  24.  Jannar  1907.
Die  Rettungs-Medaille  am  Bande:
dem  Leutnant  Geibel,
dem  Oberveterinär  Hawich  und
dem  Feldwebel  Prochnow.
Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  20.  Jannar  1907.
Den  Königlichen  Kronen-Orden  2.  Klasse  mit  Schwertern  am  Ringe:
dem  Obersten  Mueller,  Kommandeur  der  Schutztruppe.

Verlustliste  Ur.  77

der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  bei  den  Kämpfen  gegen  die
aufständischen  Eingeborenen.
An  Krankheiten  gestorben:
Im  Lazarett  Keetmanshoop:
Reiter  Erich  Menke,  früher  im  1.  Unter-Elsässischen  Infanterie-Regiment  Nr.  132,  am  11.  Januar
  an  Typhus.
2.  Gefreiter  Otto  Mixl,  früher  im  Königlich  Bayerischen  16.  Infanterie-Regiment  Großherzog
Ferdinand  von  Toskana,  am  21.  Januar  an  Typhus  und  Ruhr.

—
        <pb n="174" />
        W  104  2e0

Im  Feldlazarett  Kalkfontein  Süd:

—

Feldgeistlicher,
nuar  an  Herzschwäche.

Divisionspfarrer  Dr.  Hermann  Iseke,

früher  bei  der  16.  Division,  am  14.  Ja-Im

  Feldlazett  Ukamas:

4.  Reiter  Reinhold  Wägner,

früher  im  Infanterie-Regiment  Graf  Tauengien  von  Wittenberg

(J.  Brandenburgischen)  Nr.  20,  am  15.  Jannuar  an  Herzschlag,
In  der  Krankensammelstelle  Aus:

Reiter  Wilhelm  Freudenberg,  früher
Nr.  1,  am  18.  Jannar  an  Typhus.

im  Grenadier-Regiment

  Kronprinz  (1.  Ostpreußischen)

Im  Lazarett  Windhuk:
6.  Reiter  Karl  Benne,  früher  im  3.  Magdeburgischen  Infanterie-Regiment  Nr.  66,  am  20.  Jannar

an  Typhus.

 

IIII  nichtamtlicher  ceilarecc

Dersonal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Königlicher  Forstaufseher  Spennemann  hat
21.  Jannar  1907  in  Neapel  die  Ausreise  nach
Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
21.  Januar  1907  angetreten:  Zolldirektor  Heller,
Hilfsförster  Jungfeor,  Kanzleigehilfe  Friedrich.

 

In  Ostafrika  sind  am  4.  bzw.  7.  November  1906
neu  eingetroffen:  Kolonialeleve  Bauer  und  1.  Polizeiinspekteur
  Fonck;  vom  Heimatsurlaub:  am
10.  Oktober  1906  Prof.  Vosseler,  am  5.  bzw.
7.  November  1906  Landmesser  Techmer,  Sekretär
  Strademann  und  Bureaugehilfe  Schneider.

Aus  Ostafrika  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  die  Gonvernementssekräre  Vollmering,
Kielich  und  Lichtenstein  sowie  die  Bureaugehilfen
  Hadler  und  Marschner.

ffamerun.
Die  Wiederausreise  nach  Kamerun  haben  am
9.  Jannar  1907  angetreten:  Assessor  Dr.  Jacob,
Buchhalter  Fahrenschon,  Gärtner  Schott  und
die  Maschinenschlosser  Hellfrisch  und  Tietze.
Im  Schutzgebiet  ist  eingetroffen  der  Polizeimeister
  Hornke.

Mit  Heimatsurlaub  haben  am  9.  Dezember
1906  das  Schutzgebiet  verlassen:  die  Sekretäre
Gimbel  und  Wittek,  Materialienverwalter
Guekow,  Zollbeamter  Gaab,  Stationsleiter
Oberleutnant  Buthut,  Oberleutnant  Schwartz
und  Polizeimeister  Runge.

Mit  Heimatsurlaub  sind  in  Deutschland  eingetroffen:
  Bezirksrichter  Adae  und  Sanatoriumsverwalter
  Staeck.

 

Mit  Heimatsurlaub  ist  am  17.  Jannar  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Unterzahlmeister  Schulz.

Die  Wiederausreise  in  das  Schußgebiet  haben
am  10.  Jannar  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Oberfeuerwerker  Kräutle,  Feldwebel
Hartig,  Unteroffizier  Piehl  und  Büchsenmacher
Eichenhofer.

Deutsch-Südwestafrika.

Mit  dem  am  25.  Jannar  1906  von  Hamburg
abgefahrenen  Dampfer  der  Woermann-Linie  haben
folgende  Beamte  die  Ausreise  nach  Südwestafrika
angetreten:  Großherzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher
  Gerichtsassessor  Fehlandt,  Tierarzt  Dr.  Arthur

  Lux,  Regierungs-Hauptkassenbuchhalter
Monski  und  die  geprüften  Lokomotipheizer

Kottus  und  Bublitz.

In  Swakopmund  sind  eingetroffen:  am  21.
bezw.  30.  Oktober  1906  der  Werkmeisterdiätar
Otto  Krause  und  der  Bahnmeisterdiätar  Jakob
Urban.

Mit  Heimatsurlaub  sind  Ende  Dezember  1906
in  Hamburg  eingetroffen  die  Polizeisergeanten
Stach  und  Kraaß  aus  Keetmanshoop.

Der  bei  dem  Hafenamt  in  Swakopmund  beschäftigt
  gewesene  Schmied  Behrens  ist  am
24.  September  v.  Js.  entlassen  worden.

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Erkrankung  oder
Verwundung  sind  eingetroffen:
Am  6.  Januar  1907  in  Neapel:

Nadrowski.

Am  11.  Jannar  1907  in  Hamburg:  die  Leutnants
  Koch  und  v.  Linsingen,  Oberveterinär

Schaub  sowie  11  Mann.

Oberleutnam
        <pb n="175" />
        VV  105  20

9
Am  17.  Jannar  1907  in  Cuxhaven:  die  Lentnants

  Kleemann  und  Metz,  Stabsarzt  Dr.

Schlüter  sowie  160  Mann.

 

die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
25.  Januar  1907  von  Hamburg  ans  ange—
u:  Oberarzt  Dr.  Zabka.

am
trete

 

Datriotische  Gaben.

werhbür  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Niederweiteung

  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind

e  rhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen

für  1  nachstehende  Anerbietungen  gemacht  worden,

kom  velche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Obermandos
  ausgesprochen  wird:

Der  Erlös  eines  von  dem  Männer-Gesangverein
  Bismarckhütte  veranstalteten  Wohllätigkeitskonzerts
  mit  120  Mk.

Von  dem  Offizierkorps  des  Landwehrbezirks
Crefeld  115  Mk.

·  Von  der  Redaktion  des  Kirchheimbolandener
Anzeigers  in  Kirchheimbolanden  durch  Sammlung
  96,30  Mk.

Von  dem  Diplom-Ingenieur  Herrn  Schönemann
  in  Charlottenburg  75  Mk.

Von  „Ungenanut“  durch  Vermittelung  des

Herrn  P.  Lehfeldt  in  Hamburg  3  Mk.

·  »Ist  dem  „Verlag  roter  Kreuz-Literatur“  in

kürnberg  50  Exemplare  Rote-Kreuz-Freunde
und  50  Erste  Hilfe-Taschenkalender  1907
für  Sanitätsmannschaften.

Don  Herrn  Max  v.  Sturtevant  in  Cöln  a.  Rh.

2  Paar  Strümpse.

·  derr  Dr.  med.  Lampé  in  Frankfurt  a.  M.
aat  sich  bereit  erklärt,  in  seinem  Sanatorium
auch  weiterhin  während  der  Wintermonate
W  Freistellen  für  aus  Südwestafrika  zurück-9.

  Chrende  Offiziere  zur  Verfügung  zu  stellen.

berr  Oberbürgermeister  von  Aachen  hat  sich
koreit  erklärt,  den  Angehörigen  der  Schutzde
  ippen  bei  einem  Kurgebrauch  in  Aachen
der  Kurtare  zu  erlassen  sowie  die  Benutzung
kat  Bäder  in  den  städtischen  Badehäusern
sonenlos  zu  gewähren;  desgleichen  haben
v  nachstehend  verzeichnete  Ärzte  in  Aachen
zur  unentgeltlichen  Behandlung  erkrankter
aun  verwundeter  Angehöriger  der  Schutz-Tuppe
  bereit  erklärt:

Sanitätsrat  Dr.  Beissel,  Kleinkölnstraße  18,

"  Dr.  Hommelsheim,  Kurbrunnenr*.p



—

#rt-—



—

1  straße  33,
)r.  Klinkenberg,  Alexianergraben  19,

 

Dr.  Kloth,  Heinrichsallee  66,

Geh.  Sanitätsrat  Dr.  Krabbel,  Monheimsallee
  61,

Dr.  Lieven,  Theaterstraße  18,

Sanitätsrat  Dr.  Rademaker,  Harscampstraße

  19,
Dr.  Rotschuh,  Büchel  21,
Sanitätsrat  Dr.  Schumacher,  Theaterstr.  20.

Von  den  Besitzern  bzw.  Pächtern  der  Badehäuser
  sind  nachstehende  Vergünstigungen  in  bezug
auf  Wohnung  und  Pension  bereitwilligst  zugesagt
worden:

1.  Städtische  Badehäuser  „Corneliusbad“  und
„Rosenbad",  Pächter  A.  Intra-Henrion.
Unentgeltliche  Aufnahme  (Wohnung  und
Verpflegung)  eines  Unteroffiziers  und  eines
Mannes.  Für  (bis  zu  vier)  Offiziere:  Wohnung
  und  volle  Pension  5  Mk.  pro  Tag.
Städtische  Badehäuser  „Kaiserbad",  „Neubad“
  und  „Quirinusbad“,  Pächter  G.  F.
Dremel,  sowic  „Neulens-Hotel“  auf  die
Pensionspreise  10  v.  H.  Rabatt.  Im  „Ounirinusbad“
  unentgeltliche  Aufnahme  von  drei
Wachtmeistern  bzw.  Feldwebeln.

Städtisches  Badehaus  „Königin  von  Ungarn“,

Pächter  F.  Löffler,  verbunden  mit  „Hotel

de  l’Empereur“.  Wohnung  mit  voller  Pension

  5  Mk.  pro  Tag.

1.  Privatbadehaus  und  Hotel  „Karlsbad“,  Inhaber
  E.  Nellgen.  Aus  die  Pensionspreise

20  v.  H.  Rabatt.

1

—

5.  Privatbadehaus  und  Hotel  „Rosenbad“,  Inhaber
  H.  Weber.  Auf  die  Pensionspreise
20  v.  H.  Rabatt.

6.  Städtisches  Badehaus  „Comphausbad“  und

Privatbadehaus  „Schwertbad“,  Pächter  bzw.
Inhaber  J.  Krückel.  Wohnung  und  volle
Pension  4  Mk.  pro  Tag.

7.  Privatbadehaus  „Krebsbad“,  Inhaber  A.  J.
Bast.  Für  Offiziere  auf  die  Pensionspreise
10  v.  H.  Rabatt.  Unentgeltliche  Aufnahme
für  vier  Wochen  (Wohnung,  Verpflegung

und  Bäder)  für  einen  Unteroffizier  und
ceinen  Mann.
8.  Privatbadehaus  „Luisenbad“,  Inhaber

A.  Richter.  Für  sechs  Offiziere  Wohnung
und  volle  Pension  mit  5  Mk.  pro  Tag.

9.  Privatbadehaus  „Michaelsbad“,  Inhaber
N.  Jügel.  Für  Offiziere  Wohnung  und
volle  Pension  5  Mk.  pro  Tag.  -

10.  Privatbadehaus  „Neubad“,  Inhaber  A.  Willkens.
  Auf  den  Pensionspreis  von  6  Mk.
5  v.  H.  Rabatt.
        <pb n="176" />
        Kolonien,

W  106  2e

Die  koloniale  Rufklärungsarbeit.

I.  über  koloniale  Erziehung.
Vortrag  Seiner  Exzellenz  des  Herrn  stellvertretenden
Kolonialdirektors  Wirklichen  Geheimen  Rats  Dernburg,

  gehalten  in  München  am  21.  Januar  1907.

Es  ist  mir  eine  besondere  Freude  und  ein
besonderer  Vorzug,  in  dieser  schönen  Stadt  vor
einer  so  zahlreichen  Versammlung  zu  sprechen
über  die  Frage,  die  mit  mir  Sie  bewegt  und
einen  großen  Teil  unserer  deutschen  Nation.  Und
ich  fühle  mich  um  so  wohler  in  diesem  Münchener
Kreise,  weil  ich  aus  meiner  früheren  Erfahrung
weiß,  daß  sich  hier  lebensfreudige  und  aktionsbedürftige
  Menschen  zusammenfinden,  die  das
Leben  nicht  theoretisch  und  grau  in  grau  auföufassen
  geneigt  sind,  die  nach  einer  Bereicherung
ihres  Wissens  und  ihrer  Empfindungen,  ihrer
Aufgaben  und  ihrer  Bestrebungen  von  Zeit  zu
Zeit  durstig  sind,  und  die  sich  auch  über  eine
schwere  Stunde  mit  einem  heiligen  Lachen  hinweghelfen.
  So  aber  sehen  diejenigen  aus,  die  in
der  Lage  sind,  eine  große  nationale  Aufgabe  mit
Erfolg  zu  behandeln.

Es  ist  mir  aber  auch  eine  Freude,  zu  sprechen
in  einer  Versammlung,  welche  geladen  ist  von
einem  Komitee,  zusammengesetzt  aus  den  hervorragendsten
  Namen  des  bayerischen  Landes,  aus
denjenigen,  denen  alle  gern  folgen  werden,  die
die  Gewähr  dafür  geben,  daß  die  große  vorliegende
  Frage  auch  mit  Ernst,  mit  Hingebung
und  mit  Urteil  behandelt  werden  kann.  Und  um
eine  ernste  Frage  handelt  es  sich  heute.

Meine  Herren,  wir  beginnen  jetzt  damit,
womit  wir  vor  zweinndzwanzig  Jahren
hätten  beginnen  müssen,  als  wir  zuerst

Kolonien  erwarben,  nämlich,  uns  intensiv  mit  den

Fragen  nationalökonomischer  und  kultureller  Natur
zu  beschäftigen,  die  diese  nationalen  Dinge  in  sich
schließen.

Wir  haben  seit  zweinndzwanzig  Jahren
aber  wir  haben  bisher  keine
koloniale  Politik  gehabt.

Wir  haben  wohl  fleißig  gearbeitet  und  manches
erreicht,  aber  wir  haben  darin  gefehlt,  daß  wir
die  Zielpunkte  nicht  klar  geung  und  nicht  weit
genug  gesteckt  haben,  und  daraus  sind  denn
größtenteils  die  Fehler  und  die  Irrtümer  entstanden,
  von  denen  unsere  deutsche  koloniale
Politik  ebensowenig  frei  geblieben  ist,  wie  das
koloniale  Wesen  anderer  Nationen.  Was  wir
also  brauchen,  ist  eine  koloniale  Politik.  Jede
Regierung  aber,  die  eine  Politik  hat,  muß  wünschen
und  muß  es  erreichen,  daß  dieses  ihre  Ziele  enthaltende
  Programm  jedermann  im  Volke  ver- 



die
eine  Politik

ständlich  sei.  Denn  es  ist  doch  die  Nation,
die  Kraft  und  die  Mittel  hergibt,
durchzuführen,  und  deswegen  müssen  wir  jetzt
dasjenige  nachholen,  was  wir  bisher  versäumt
haben,  und  müssen  eintreten  in  jenes  Stadium,
welches  die  in  politischen  Dingen  erfahrenen  Engländer
  und  Amerikaner  mit  einem  Fachausdruck
»a  campaign  of  education  einen  „Kreuzzug
  der  Erziehung“,  genaunt  haben.  Wir
alle,  die  Nation  in  ihrer  ganzen  Breite  muß  sich
darüber  klar  werden,  was  wir  denn  besitzen,  was
wir  darauf  erreichen  können,  welche  Mittel  wir
anzuwenden  haben,  und  ob  wir  dieser  Aufgabe
auch  gewachsen  sind.  Seitdem  ich  mich  mit
kolonialen  Dingen  beschäftige,  habe  ich  mir  oft
die  Frage  vorgelegt,  wie  kommt  es  denn,
daß  man  in  Deutschland  gar  so  wenig  von
seinen  Kolonien  weiß,  daß  nur  die  Mären
von  Krieg  und  Greueln  sich  verbreiten,  daß  man
nur  von  Opfern  und  Zuschüssen  hört,  und  daß
eine  allgemeine  Hoffnungslosigkeit  die  Menschen
ergriffen  zu  haben  scheint.  Wie  kommt  es,  daß
man  nicht  weiß,  wie  unser  kolonialer  Besitz  zustande
  gekommen  ist,  was  er  für  natürliche  Hilfsquellen
  birgt,  was  wir  schon  getan,  ihn  zu  erschließen,
  was  er  uns  schon  bietet  Und  die
Antwort  auf  diese  Frage  ist  mir  mit  wachsender
Deutlichkeit  dahin  gekommen,  „es  hat  es  ja
noch  niemand  ernsthaft  versucht,  alle  diese
Dinge  ins  klare  zu  stellen,“  und  als  ich
mich  weiter  gefragt  habe,  wer  muß  denn  das
tun,  wer  muß  denn  diesen  Versuch  machen,  so
habe  ich  mir  später  die  Antwort  gegeben:  „Das
muß  die  Regierung  tun,  die  für  ihre  Politik
Verständnis  sucht  und  ohne  solches  Verständnis
ihre  Politik  nicht  durchführen  kann.“  Und  weil
ich  zur  Zeit  mit  der  Vertretung  dieser  Aufgaben
der  deutschen  nationalen  Regierung  betraut  bin,
stehe  ich  vor  Ihnen,  und  ich  hoffe,  daß  dieser
Abend  Sie  anregen  wird,  sich  mit  diesen  Fragen,
die  zu  den  interessantesten  und  reichhaltigsten,  zu
den  feuilletonistisch  ansgiebigsten  und  zu  den
wissenschaftlich  anregendsten  gehören,  die  die  Weltgeschichte
  gehabt  hat,  gern  zu  beschäftigen,  und
daß  von  diesem  Saale  aus  eine  Werbekraft  ausgehen
  wird  für  unsere  nationale  Kolonialpolitik,
die  ihr  täglich  mehr  und  mehr  Jünger  zuführen
wird,  bis  es  in  dem  ganzen  bayerischen  Lande
nicht  einen  Menschen  mehr  geben  wird,  der  das
nicht  weiß,  was  er  als  guter  Deutscher  und  gebildeter
  Mensch  wissen  muß:  warum  kolonisieren
  wir,  was  sind  unsere  Kolonien,
welche  Vorbedingungen  sind  für  den  Erfolg
        <pb n="177" />
        W  107  20

vorhanden?  Und  weil  man  bisher  nach  dieser

Wäte  nicht  mit  dem  nötigen  Nachdruck  gewirkt
aue  weil  man  geglaubt  hat,  daß  eine  so  fremdnenge
  Materie  von  so  weit  über  See,  mit  so  viel
nuen  und  andersartigen  Gesichtspunkten  von  selbst
knen  Weg  in  die  Nation  finden  werde,  deswegen
set  zenan  dem  großen  Teil  unseres  Volkes,  der
en  fremd  und  abseits  steht,  auch  diese  seine  Un—
amtnis  nicht  weiter  verübeln  und  sich  nicht
"a  rüber  beklagen,  daß  es  an  dem  guten  Willen,
verstehen  und  mitzuarbeiten,  vielerorts  mangelt.
jier  müssen  also  in  diesem  Kreuzzug  der  Erwetung
  zum  kolonialen  Verständnis  ein-Eeien
  mit  all’  dem  Temperament  und  all'  den
Tahrungen,  die  wir  besitzen,  und  Gegenstand
Feses  Kreuzzuges  ist  sowohl  die  Erwerbung  des
dbaneresses  der  Nation  für  die  Kolonien  im  alleneinen.
  als  auch  der  einzelnen  Klassen,  die  mit
re  Nolonien  in  enge  Berührung  kommen,  für
#.  nbesonderen  Aufgaben.  Solche  Klassen  sind
ind  ramiten,  Pflanzer  und  Farmer,  die  Kaufleute
ie  Handeltreibenden.

ol  ie  Nation  vor  allem  hat  zu  lernen,  daß
olonisieren  heißt:  eine  absolute  Veränderung

Guer  fremden  Länder  in  all'  ihren  Teilen  von
viennd  auf,  und  daß  zum  Kolonisieren  viel  Zeit,

ies.  eduld,  viel  Zähigkeit  gehört.  Wir  haben
se  Art  von  „Kreuzzug“  in  dem  verflossenen
Mrhundert  manchesmal  gemacht.  Welche
dewierigkeiten  gab  es  in  Preußen  im  Beginn
Lon  echiger  Jahre  in  der  Konfliktszeit,  um  dem
Non,  klarzumachen,  wie  es  mit  den  militärischen
ctostendigkeiten  stand.  Welche  Kämpfe  hat  es
dstet,  Deutschland  zu  erziehen  zu  der  Idee,
r  g  keine  Binnenmacht  sein  kann,  sondern  die
a  dergandelspolitik  zu  betreiben  hat,  wenn
1.  es  leben  will.  Welche  Schwierigkeiten
dur  an  55geben.  in  Deutschland  den  Gedanken
Natiehn  ringen,  daß  Deutschland  eine  industrielle
eibend,ebensogut  sein  muß  wie  eine  ackerbauerzähnt
  e,  und  ich  habe  schon  im  Reichstag  davon
diteh  von  einem  berühmten  süddeutschen  Banker
  nichte  der  erklärt  hat,  mit  Bergwerken  wolle
tänne  ls  zu  tun  haben,  was  unter  der  Erde  sei,
Jahre  man  nicht  wissen.  Das  ist  kaum  zwanzig
Kapitall  der.  Heute  fürchtet  sich  der  deutsche
Han  ist  nicht,  Bergban-Unternehmungen  in  die
Rente  d  nehmen,  von  denen  er  weiß,  die  erste
aber  ommt  nach  r  ja  mehr  Jahren.  Wenn
wie  en  ein  so  einfaches  und  bekanntes  Problem
selbst  Steinkohlenbergban  in  großen  Teufen
Anfprnohne  albe  Zwischenfälle  zwölf  Jahre  in
un  vith  maimnt,  wie  kann  man  sich  wundern
olonial  arf  man  ungeduldig  werden,  wenn  eine
zeieint  volitis,  die  Ländergebiete  bearbeitet  in  der
landes  ha  bfachen  Größe  unseres  deutschen  Vater—
*J]  in  zweinndzwanzig  Jahren  noch  verhält- 



nismäßig  nicht  übergroße  Spuren  dieser  Arbeit
zeigt.  Das  also  ist  das  erste,  was  wir  zu  lernen
haben,  daß  wir  geduldig  sein  müssen  und  fleißig
und  zähe,  daß  die  Früchte  einer  Kolonial-=politik
  langsam  reifen,  und  daß  es  in  unserer
Kolonialpolitik  auch  Stunden  geben  muß,  von
denen  wir  sagen,  „sie  gefallen  uns  nicht  mehr“.
Glauben  Sie  nicht,  daß  wir  darin  allein  stehen.
Der  bekannte  englische  Staatsmann  Benjamin
Disraeli,  der  bekanntlich  Premier  zu  der  Zeit
des  Berliner  Kongresses  war,  also  ungefähr  um
die  Zeit,  wo  sich  die  ersten  kolonialen  Bestrebungen
in  Deutschland  bemerkbar  machten,  hat  zu  jener
Zeit  erklärt,  die  Kolonien  seien  ein  Mühlstein
am  Halse  des  englischen  Reiches.  Meine
Herren,  wie  sieht  denn  dieses  englische  Kolonialreich
  aus,  das  der  Mühlstein  am  Halse  Englands
sein  sollte?  Es  ist  sechzigmal  so  groß  wie  Deutschland
  und  hat  eine  Bevölkerung  von  sechsmal
unserer  dentschen  Einwohnerzahl.  Dabei  war
England  damals  schon  ein  Kolonialstaat,  der  auf
hundertjährige  Erfahrungen  zurückblickte.  Ja,
wenn  englische  leitende  Politiker  solche  Ansichten
aussprachen,  wie  kann  man  es  da  einem  prennhzischen
  General  und  Reichskanzler  übelnehmen,
wenn  er  nicht  viel  später  erklärte,  es  könne  der
deutschen  Nation  wohl  kaum  etwas  Schlimmeres
begegnen,  als  wenn  ihr  ganz  Afrika  geschenkt
werde.

Der  Engländer  hat  sich  lange  bekehrt.
Er  hat  seitdem  industriell  Agypten  erobert  und
zum  Teil  Abessinien,  er  entwickelt  seine  westafrikanischen
  Kolonien,  er  hat  der  Kapkolonie
eine  ungewöhnliche  Entwicklung  gegeben,  er  hat
Natal  besetzt,  den  Oranje-Freistaat  okkupiert,
das  Transvaal  unterworfen,  er  hat  große
Ländergebiete  im  Norden  unter  sein  Dominium
gebracht,  er  hat  in  dem  Sudan  seine  Flagge
gehißt  und  das  Gebiet  der  halben  Sahara  unter
englische  Oberherrschaft  gestellt,  er  hat  mit  Zielbewußtsein
  eine  Bahn,  die  in  ihrer  Art  das  kühnste
Unternehmen  ist,  die  Bahn  vom  Kap  nach  Kairo,
von  der  Südspitze  Afrikas  nach  dem  Mittelländischen
Meer,t  in  Bau  genommen.  Viele  Milliarden  hat
das  englische  Nationalvermögen  zugenommen  durch
diese  Politik.  Aber  England  hat  sich  auch  die
Opfer  nicht  verdrießen  lassen,  um  dieses  Gebiet
zu  erwerben  und  zu  pazifigieren.  Seit  dem  Jahre
1895  hat  England  in  Afrika  sieben  Kriege  geführt
und  nach  einer  Statistik,  die  ich  nicht  habe  nachprüfen
  können,  196  Millionen  Pfund  Sterling,
das  sind  über  4000  Millionen  Mark,  zielbewußt,
rücksichtslos  und  mit  klarem  politischem  Verständnis
  ausgegeben.  Dieses  politische  Verständnis
aber  ist  England,  einer  scefahrenden  Nation  seit
Hunderten  von  Jahren,  einer  handeltreibenden
seit  ebensolange,  und  der  Eigentümerin  des  Mark-3
        <pb n="178" />
        G  108  20

tes  der  Welt,  in  dem  sich  jede  große  wirtschaftliche
Bewegung  spiegelt,  leichter  geworden  als  uns,
und  die  Aufgabe,  die  ich  mir  gestellt  habe  und  zu
deren  Lösung  ich  Sie  alle  miteinander  einlade  und
auffordere,  ist  für  uns  Deutsche  um  so  schwerer,
als  es  sich  nicht  nur  darum  handelt,  der  Nation
die  Richtung  zu  geben,  in  welcher  koloniale  Ziele
verfolgt  werden  müssen,  sondern  diese  Richtung
geradezu  umzudrehen  und  eine  neue  Bahn  zu
zeigen  und  einzuschlagen.  Nichts  ist  schwerer  als
der  Kampf  gegen  eine  einmal  etablierte  Meinung,
gegen  ein  zur  Doktrin  gewordenes  Schlagwort,
und  das  ist  die  Geschichte  unserer  Kolonien  und
zum  Teil  ihr  Unglück.

Unsere  koloniale  Entwicklung  hat  begonnen
unter  dem  Fürsten  Bismarck,  einem  nationalen
Politiker  unerreichten  Ranges,  aber  einem  Manne,
dem  die  Interessen  der  Seefahrt  und  des  Handels
fernlagen  und  der  kein  besonderes  Vertrauen
hatte  zu  der  Fähigkeit  des  Deutschen,  sich  diesen
Dingen  anzupassen,  weder  des  deutschen  Bürgers
noch  des  deutschen  Beamten.  Und  er  hat  deshalb
  den  Satz  aufgestellt,  daß  es  der  Kaufmann
sein  muß,  der  die  Kolonien  entwickle,  der  mit
seinem  Gelde  sie  befruchte,  und  er  hat  die  Grundlage
  gelegt  zu  jenen  Monopolgesellschaften,  welche,
wenn  sie  stark  und  kräftig  genug  gewesen  wären
und  ihrer  Pflichten  hinreichend  eingedenk,  wohl
manches  hätten  erreichen  können,  die  aber  so,
wie  sie  geschaffen  waren,  sich  wie  eine  Art  Mehltau
  nicht  nur  über  die  ihnen  gehörenden  Länder,
sondern  auch  über  das  deutsche  Nationalgefühl
zugunsten  unserer  Kolonien  gelegt  haben.  Dieser
Fehler  ist  denn  auch  bald  eingesehen  worden,
aber  wir  kämpfen  gegen  ihn  heute  noch.  Schließlich
  mußten  die  Hoheitsrechte  der  Gesellschaften
mit  teurem  Gelde  abgelöst  werden,  die  politische
Gewalt  mußte  das  Reich  an  sich  nehmen  und
mit  dieser  politischen  Gewalt  kamen  auch  alle
die  politischen  Aufgaben,  und  auf  das  Reich  fiel
der  Schutz  der  deutschen  Anlagen  gegenüber  einer
wilden  Eingeborenen-Bevölkerung  und  schlimmen
Naturgewalten.  Das  war  die  zweite  Enttäuschung,
und  aus  dieser  zweiten  Enttäuschung  wurde  geboren
  die  dritte,  wie  ich  schon  erwähnt  habe,  daß
wir  Deutsche  den  Wert  unseres  kolonialen
Besitzes  unterschätzt  haben,  daß  wir  ihn  uns
verstümmeln  ließen,  bis  manche  unserer  Kolonien
  auf  der  Landkarte  wie  eine  Ironie  aussahen
auf  den  gesunden  Menschenverstand,  und  es  kam
jene  Zeit,  in  welcher  weder  Volk  noch  Regierung
noch  Beamte,  die  mit  den  Kolonien  zu  tun  hatten,
an  deren  Zukunft  irgendwie  glauben  konnten.
Das  aber  war  das  Schlimmste.  Denn  nur  jemand,
der  von  der  Güte  soder  mindestens  von  der  Zukunst
  seiner  Aufgaben  überzeugt  ist,  wird  kräftig
und  werbend  für  sie  eintreten  können.  Und  so

 

ist  denn  allmählich  jene  Stimmung  Dentschlands
gegenüber  seinen  Kolonien  entstanden,  weil  das
Regiment  das  Wichtigste  versäumt  hat,  was  eine
kolonisierende  Regierung  tun  muß,  nämlich  das
Volk  aufzuklären  über  das  Wesen  seines  kolonialen
Besitzes,  über  die  Aufgaben,  über  die  Verantwortungen,
  über  die  Auslagen  und  über  die
Früchte.  Das  also  müssen  wir  jetzt  ändern  und
wir  müssen  die  öffentliche  Meinung  umdrehen;
ich  bilde  mir  nicht  ein,  daß  das  von  heute  auf
vierundzwanzig  Stunden  geschehen  kann,  aber
wenn  Sie  mir  helfen,  wird  es  geschehen  und
vielleicht  in  einer  kürzeren  Frist,  als  es  mancher
Zweifler  glaubt  und  manchem  Böswilligen  lieb
ist.  Aber  noch  ein  anderes  müssen  wir  uns  aneignen,
  das  ist  das  Verständnis  für  die  Zwecke,
für  welche  kolonisiert  wird.  Die  Zwecke  sind
materiolle  und  merkantilistische.  Sie  müssen  erzielt
  werden  mit  jener  Vornehmheit,  die  das
Kriterium  eines  seiner  wirtschaftlichen  und  kulturellen
  Aufgabe  gewachsenen  Kaufmannes  sind  und
nicht  umsonst,  sondern  es  muß  der  Austausch
stattfinden,  Güter  und  Menschen  gegen  Kultur
und  Lebenserleichterung.  Diese  beiden  letzteren
müssen  wir  der  Eingeborenen-Bevölkerung  bringen,
und  wir  erreichen  da  mehrere  Ziele  zugleich,
denn  eines  der  wichtigsten  Güter,  die  ein  zivilisiertes
  Volk  zu  verleihen  in  der  Lage  ist,  ist  die
Freude  an  der  Arbeit  und  an  der  Betätigung.
Der  nationalökonomische  Zweck  dieser  kaufmännischen
  Betätigung  ist  aber  der  Erwerb  und  die
Anzucht  von  Rohstoffen,  die  uns  in  unserer
nationalen  Wirtschaft  fehlen,  und  der  Absatz,  ohne
den  ein  auf  Industrie  angewiesenes  Volk  mit
eigenen,  engen,  nationalen  Grenzen  und  einer
großen  jährlichen  Bevölkerungsvermehrung  nicht
die  notwendigen  Mittel  für  das  Bestehen  der
Nation  anschaffen  kann.

Auch  dieser  Teil  einer  Kolonialpolitik  ist  nicht
mit  dem  nötigen  Zielbewußtsein  verfolgt  worden,
und  daher  kommt  es,  daß  wir  jetzt  noch  einen
verhältnismäßig  nicht  sehr  großen  Handel  mit
den  Kolonien  haben.  Die  Kolonien  haben  im
Jahre  1905  ein=  und  ausgeführt  für  praeter
propter  100  Millionen  Rohstoffe  und  Fabrikate,
und  davon  haben  wir  an  andere  Nationen
immerhin  noch  40  Prozent  abgetreten,  trotzdem
der  Anteil  des  deutschen  Handels  sich  von  Jahr
zu  Jahr  hebt.  Aber  wir  könnten  mit  all'  diesen
Dingen  sehr  viel  weiter  sein,  wenn  wir  unsere
Nation  auch  rechtzeitig  dazu  erzogen  hätten,  die
Mittel  zu  kennen  und  zu  würdigen,  die  die
Kolonisation  befördern.  Meine  Herren,  jene
100  Millionen  Handel  sind  erzielt  worden  nahezu
ohne  Verkehrswege,  ohne  Eisenbahnen,  ohne  die
angewandte  Technik,  ohne  Maschinen.  Am
1.  Januar  1905  —  und  die  genannten  Ziffern
        <pb n="179" />
        V  109  2Ö8

bchieben  sich  auf  dieses  Jahr  —  gab  es  in
eren  Kolonien  im  ganzen  97  Kilometer  bemibsfähiger
  und  dem  Handel  dienender  Bahnen,
Amiich  die  Usambarabahn  von  Tanga  bis
„kaurui.  Denn  jene  Eisenbahn  von  Swakopnund

  nach  Windhnk,  382  Kilometer  lang,
kar  als  Feldbahn  und  für  Maultierbetrieb  gean

  und  befand  sich  nahezu  von  Beginn  im
für  kärischen  Betriebe  und  diente  als  Stützpunkt
unsere  militärischen  Operationen  in  jenem
Qnde,  dem  sie  beinahe  ausschließlich  diente.  In
8  gab  es  keine  Bahn.  In  Kamerun  gab
keine  Bahn,  und  alles  das,  trotzdem  man
nelkte,  daß  das  größte  kolonisatorische  Unteruamen,
  die  Vereinigten  Staaten,  nahezu  allein
*  ihre  Bahnen  das  Land  pazifiziert  und  erl
  haben,  daß  unsere  englischen  Nachbarn
u  nittelbar,  ja  als  ersten  Schritt  ihrer  Okkupation
1  Rhodesia  die  Eisenbahn  streckten,  daß  an  der
länd  greuze  unseres  eigenen  Gebietes  die  Engerb
  er  eine  nahezu  tausend  Kilometer  lange  Bahn
Lohteen.  Aber  der  Mangel  an  Verständnis  bei
Vei  und  Behörden  hat  uns  zurückgehalten.
na  me  Herren,  augenblicklich  sind  Bahnen  teils
wioezu  fertig,  teils  im  Bau  und  teils  so  gut
sam  beschlossen,  die  mit  den  obengenannten  zu-!
  men  nahezu  2000  Kilometer  ausmachen.  Aber
ist  keine  Tonne  Güter  über  diese  Bahn  in
arte  Statistik  gelangt.  Wir  haben  die  Usamist
  rabahn  um  32  Kilometer  verlängert,  dieselbe
Jatm  Jahre  1905  noch  eröffnet  worden.  Im
stotr,  1907  kommt  die  Morogorobahn  in
wiepwrika  mit  222  Kilometern  vermutlich  in  Befür
  und  die  Verhandlungen  sind  fortgeschritten
en  Umban  der  Windhukbahn  von  382  Kilomin,
  und  am  15.  Oktober  ist  die  Otavibahn
35  2600  Kilometern  eröffnet  worden.  Die  ersten
find  Kilometer  der  Lüderitzbahn  bis  nach  Aus
getommm  November  vorigen  Jahres  in  Betrieb
zm  Deen  und  weitere  225  Kilometer  sollen  bis
weter  ahre  1908  fertiggestellt  werden.  160  Kilo-Kahre
  et  Manengubabahn  werden  bis  zum
nehm  1910  erbaut  sein,  und  die  Togounter-Lohungen,
  die  Küstenbahn  und  die  Linie  von
c  nach  Palime  werden  Mitte  Februar  des
uden  Jahres  zur  Eröffnung  kommen.  Bei
biesen  Bahnen  sind  Schätzungen  gemacht
shonP“  über  den  Verkehr,  der  sich  vermutlich
und  eim  Aufang  an  auf  ihnen  bewegen  wird,
denn  en  Proßer  Teil  dieses  Verkehrs  ist  neu,
Eisen  !  bezieht  sich  auf  Güter,  die,  weil  sie  den
zu  ten  hutransport  nicht  vertragen  können,  der
der  ?  er  ist  im  Verhältnis  zu  dem  Weltmarktpreis
junden  ken,  biöher  nicht  den  Weg  zur  Küste  geangeführ.
  en.  Ich  habe  schon  früher  einmal
worden  daß  in  Togo  eine  Rechnung  aufgestellt

ist,  wonach,  um  150  Ballen  aus  den

unse
b

mete
von

ꝛ
laufe
all'

word

 

Baumwollgegenden  des  Innern  zur  Küste  zu
bringen,  1000  Träger  erforderlich  waren,  die
28  Tage  unterwegs  waren.  Ich  habe  erzählt,
daß  in  Denutsch-Ostafrika  nach  einer  Rechnung
2500  Mark  der  Preis  ist,  zu  dem  eine  Tonne
europäischer,  für  die  Regierung  benötigter  Waren
ins  Innere  geschafft  wird,  und  ich  habe  festgestellt,
daß  der  Mangel  an  Bahnen  in  Südwest  uns
die  Feldzugskosten  in  den  letzten  zwei  Jahren
zwischen  70  bis  100  Millionen  Mark  verteuert
  hat.  Mein  technisches  Bureau  hat  mir
berechnet,  daß  der  Verkehr  auf  diesen  Bahnen
von  Anfang  an  einige  50  Millionen  Mark  an
Warenwerten  betragen  wird,  und  mich  versichert,
daß  es  eine  mäßige  Schätzung  ist.  Ich  bin  kein
Eisenbahnbauer  und  tenne  die  Verkehrsverhältnisse
nicht  so  gut  wie  jene  Herren,  die  zum  großen
Teil  an  Ort  und  Stelle  gewesen  sind  und  die
auf  Grund  solcher  Schätzungen  die  Bahn  auf
eigenes  Risiko  in  Pacht  genommen  haben,  aber
die  Zahl  hat  mich  nicht  verwundert,  wenn  ich
bedenke,  daß  allein  die  Otaviminen-Gesellschaft
bei  dem  gegenwärtigen  Kupferpreise  auf  einen
jährlichen  Gewinn  von  16  Millionen  Mark
rechnet,  daß  demnach  das  Produkt  einschließlich
der  für  seine  Herstellung  notwendigen  Kohlen,
Maschinen  usw.,  das  Bedürfnis  der  weißen  und
schwarzen  Arbeiter  wohl  mit  einigen  20  Millionen
Mark  nicht  zu  hoch  angesetzt  wird.  Und  das
führt  uns  weiter  dazu,  daß  wir  auch  lernen
müssen,  was  denn  diese  Summe  für  unsere
nationale  Arbeit  bedentet.

Meine  Herren,  dazu  gehört  zunächst,  daß  wir
uns  an  den  Wert  und  die  Bedeutung  der  Zahl
gewöhnen.  Ich  habe  dem  Reichstag  eine  Denkschrift
  vorgelegt,  in  welcher  ich  auf  Grund  der
gegenwärtigen  Produktion  der  Schutzgebiete  den
Wert  derselben  auf  etwa  1  Milliarde  Mark  einschließlich
  der  deutschen  Kapitalsanlagen  daselbst
festgestellt  habe.  Das  hat  viel  Kopfschütteln  gegeben,
  aber  man  hat  nur  gegen  die  Methode
Einwendungen  gemacht  und  nicht  gegen  die  Ziffern,
  denen  gegenüber  hat  man  sich  damit  begnügt,
  zu  sagen,  wir  glauben  das  nicht.  Und
doch  sind  jene  Ziffern  ganz  gewiß  viel  zu  niedrig,
und  wir  müssen  uns  daran  gewöhnen,  daß  wir
an  unseren  Kolonien  eine  große  und  goewaltige
Sache  haben.  Unsere  Kolonien  zeigen  in  ihrem
Handel  eine  schöne  und  steigende  Entwicklung.
Sie  zeigen  sie  insbesondere  da,  wo  der  Bahnverkehr
  einen  Einfluß  hat,  leider  bisher  nicht  der
Verkehr  unserer  Bahn.  Aber  wir  können  doch
sehen,  wie  er  wirkt,  wenn  wir  uns  die  Ziffern
vergegenwärtigen,  die  der  Handel  der  drei  Zollstationen
  zeigt,  die  wir  am  Viktoria-Nyansa
besitzen.  In  diesen  drei  Zollstationen  war  vor
der  Eröffnung  der  englischen  Ugandabahn,  die  dieses
        <pb n="180" />
        G  110  20

Gebiet  erschließt,
im  Jahre  1905

der  Einfuhrhandel  340  000  Mk.,
war  er  bereits  1  730  000  Mk.,
und  er  hat  sich  unter  dem  Einfluß  dieser  Bahn
also  verfünffacht.  Noch  anders  aber  ist  es  mit
der  Ausfuhr.  Die  Ausfuhr  hatte  1903  einen
Wert  von  113  000  Mk.,  im  Jahre  1905
2  016  000  Mk.,  die  Ausfuhr  hat  sich  also  unter
dem  Einfluß  der  Verkehrsmöglichkeit  versiebzehn-"lacht.

Ich  habe  dieser  Tage  Gelegenheit  gehabt,
eine  vortreffliche  und  tapfere  deutsche  Frau  zu
sprechen,  die  als  treue  Gefährtin  eines  in  der
deutschen  Wissenschaft  mit  Stolz  genannten  Mannes
diese  Gegenden  bereist  hat,  und  sie  hat  mir  dargestellt,
  wice  zwischen  der  englischen  Seite  des
Viktoria-Nyansa  und  der  deutschen  ein  Unterschied
ist  wie  Tag  und  Nacht.  Roheste  Art  der  Unterkunft,
  der  Lebenshaltung  und  der  Lebensführung
auf  deutschem  Gebiet,  vornehmer  Komfort  und
freundliche  Umgebung  auf  dem  englischen.  Das
ist  die  Wirkung  einer  Bahn,  die  das  Innerste
Afrikas  vor  die  Pforten  Europas  legt.  Ebenso
müssen  wir  uns  aber  auch  klar  machen,  was
denn  diese  Ausfuhrziffern  und  Einfuhrziffern  für
die  deutsche  Arbeit  bedenten.  Ich  habe  in  Berlin
erklärt,  daß  sich  die  Entwicklung,  die  Zukunft  der
deutschen  Kolonien,  wobei  ich  die  Zeit  ganz  dahingestellt
  habe,  in  der  sie  erfolgen  kann,  denn  sie
hängt  von  dem  Aufwand  ab,  den  das  Deutsche
Reich  zu  machen  bereit  und  in  der  Lage  ist,  für
die  Frage  der  Zukunft  der  deutschen  Arbeit  halte.
Und  ich  habe  es  mit  aller  Breite  auseinandergesetzt,
  und  es  ist  auch  in  die  süddentschen  Blätter
übergegangen,  daß  ich  dabei  nicht  zu  verweilen
brauche.

Ich  will  annehmen,  daß  in  den  nächsten  fünf
Jahren  infolge  der  Bahnen,  infolge  der  steigenden
Entwicklung,  infolge  des  Einströmens  deutschen
Kapitals  der  Handel  der  Kolonien  auf
200  Millionen  sich  gehoben  haben  wird,
und  daß  davon  80  Prozent  vielleicht  zur  Hälfte
Einfuhr,  zur  Hälfte  —  es  kommt  darauf  nicht
genau  an  und  ist  auch  schwer  zu  ermessen  —
Ausfuhr  sein  werden.  Im  Werte  der  Einfuhr
liegt  natürlich  ein  großer  Teil  nationaler  Arbeit.
Ich  habe  angenommen,  gestützt  auf  sorgfältige
Rechnungen  aus  meiner  eigenen  Erfahrung  und
80  Prozent  des  Wertes  dieser  Einfuhr  deutsche
Arbeit  darstellt.  Denn  wir  führen  nicht  rohe
Güter,  sondern  komplizierte  ein;  alles,  was  wir
liefern,  Maschinen,  Lederwaren,  Eisenbahnwaggons,
Zeuge  usw.,  macht  nicht  ein,  sondern  viele  Fabrikationsstudien
  durch.  Die  führende  sozialistische
Zeitung  hat  angenommen,  daß  die  Arbeit  ungefähr
  ein  Viertel  des  Wertes,  der  Unternehmergewinn
  und  die  Kapitalrente  mindestens  10  Pro- 



zent  sei,  der  Rest  das  Material.  Ich  nehme  auf
Grund  der  Feststellungen  des  arbeitsstatistischen
Amts  in  Washington  einen  etwas  höheren  Anteil
der  Arbeit  an,  und  wenn  ich  dann  diese  Arbeit
durch  die  verschiedenen  Produktionsstadien  hindurch
  verfolge,  so  komme  ich  nach  der  Rechnung
des  „Vorwärts“  auf  71½  Prozent,  nach  meiner
eigeien  auf  80  Prozent.  Das  klingt  merkwürdig
und  ist  doch  wahr.  Nehmen  Sie  eine  Maschine,
sie  besteht  aus  Eisengußteilen,  aus  Rotgußteilen,
aus  Schrauben;  es  sind  dazu  gemacht  Zeichnungen,
  es  wird  daran  montiert,  zusammenrr
  zugerichtet  usw.  Nehmen  Sie  an,  sie  sei

Mk.  wert  und  es  seien  daran  250  Mk.
furbe  und  10  Prozent  Unternehmergewinn.
Jetzt  kommen  jene  bereits  genannten  Teile,  aus
denen  sie  sich  zusammensetzt,  und  die  wieder  in
verschiedenen  Fabriken  zum  Teil  gemacht  werden,
dafür  verbleiben  650  Mk.  Hiervon  sind  6  ¼/  Prozent
  =  112  Mk.  Arbeit;  aber  auch  diese  Dinge
müssen  aus  dem  Rohmaterial  hergestellt  werden,
es  muß  das  Eisen  erzeugt,  in  Stahl  verwandelt,
gewalzt  und  roh  fassoniert  werden.  Auch  hier
sind  wieder  25  Prozent  Lohn  zu  rechnen.  Dann
aber  kommen  wir  an  das  Rohprodukt,  und  im
Rohprodukt  steckt  natürlich  viel  mehr  Lohn.
Stecken  doch  in  einer  Tonne  Kohle  ungefähr
60  Prozent  Arbeitslohn.  So  kommt  dann  jene
Rechnung,  daß  durch  1000  Mk.  Exportgut  700
bis  800  Mk.  Arbeit  verursacht  wird,  ungerechnet
derjenigen,  die  in  den  Maschinen  steckt,  in  den
Hilfsmaterialien,  in  den  Apparaten,  in  der  Leitung.
  Noch  anders  aber  ist  es  bei  den  Exportmaterialien.
  Vieles  geht  ja  ziemlich  roh  in  den
Konsum,  anderes,  wie  die  Baumwolle,  wird,  ehe
sie  verbraucht  werden  kann,  mit  sehr  hohem
Lohn  und  Kosten  belastet.  Die  Rechnung  ist,
daß  sich  Rohmaterial  zu  Arbeitslohn  und  Unkosten
  wie  1:  2½/,  stellt.  Nehmen  Sie  aber  auch
bei  dem  Export  nur  an,  daß  dort  derselbe
Arbeitskoeffizient  sei  wie  bei  dem  Impport,  so
haben  Sie  auf  160  Millionen  Mark  80  Prozent,
das  sind  128  Millionen  Mark  Lohn,  die  daraus
direkt  entstehen  und  ohne  diesen  Handel  nicht
bestehen  würden,  und  das  ist  das  jährliche
Einkommen  von  128  000  Arbeiterfamilien,
und  nehmen  Sie  diese  so  gering  wie  Sie  wollen,
aus  drei  Köpfen,  so  haben  Sie  die  Lebensbedingungen
  für  384  000  Deutsche,  das  ist
1/,  Prozent  der  deutschen  nationalen  Bevölkerung—
Und  dann  ist  doch  noch  zu  berechnen,  daß  von
diesem  Arbeitslohn  noch  ein  großer  Teil  der
Landbevölkerung  lebt,  die  wieder  für  jene  industriellen
  Arbeiter  die  notwendigen  Nahrungsstoffe
  usw.  produziert.  Je  weiter  wir  unsere
Kolonien  erschließen,  umsomehr  werden  wir  dafür
nach  dieser  Richtung  hin  leisten,  und  wir  müssen
        <pb n="181" />
        W  111  20

l  leisten,  weil  wir  eine  Zunahme  der  deutschen
Kauon  in  ihrer  Bevölkerung  von  etwa  900  000

opfen  per  Jahr  haben.
la  benso  aber  müssen  wir  auch  lernen,  uns
t  zu  machen,  was  denn  die  Opfer  sind,  wie
doß  sie  sind,  und  ob  wir  sie  ertragen  können.
ach  Frage  habe  ich  bereits  früher  ausführlich
ehandelt,  und  ich  stelle  hier  noch  einmal  fest,
u  bis  zum  31.  März  1907  die  Kolonien,  so-8
  sie  meiner  Verwaltung  unterstehen,  und  das
*  alle  mit  Ausnahme  von  Kiautschou,  an  di—
reiten  Anuslagen  645  Millionen  und  an  indirekten
Al  100  Millionen  Mark  in  22  Jahren  verursacht
gbben.  d.  h.  ein  Drittel  Pfennig  auf  jede
*7n  deutschen  Nationalvermögens.  Ich
9  e  in  meinem  Vortrage  in  Berlin  das  deutsche
ationalvermögen  auf  150  Milliarden  Mark  angenommen.
  Die  genauen  Berechnungen  aber  von
Fachgelehrten  haben  mir  die  Uberzeugung  beibKbracht,
  daß  diese  Schätzung  nahezu  um  die
Klite  zu  niedrig  ist  und  daß  das  deutsche
antionalvermögen  näher  an  225  Milliarden  als

1  150  Milliarden  reicht.
zu  Das  ist  es,  was  das  deutsche  Volk  als  solches
hauchst  zu  lernen  hat,  das  habe  ich  in  eenstlüer
  Arbeit  mir  klargelegt,  das  versuche  ich
manen  klarzulegen,  das  bitte  ich  Sie  weiter-Häragen,
  das  ist  der  Kreuzezug  der  Erziehung.
38  mag  mich  irren  in  einer  oder  der  anderen
keiier,  ich  bin  nicht  unfehlbar  und  ich  bin  vielundt
  für  meine  Sache  wärmer  als  ein  absolut
"  cteiligter.,  Aber  der  Gedankengang  ist  richtig,
rain  ahlen  sind  vertretbar  und  die  Ziele  sind
fan  vendig  und  erreichbar.  Daß  diese  Arbeit  eine
uchtbare  ist,  kann  ich  Sie  versichern.  Schon
beiden  Vorträge,  welche  ich  in  Berlin  gezn
  habe,  und  die  Bemühungen,  die  ich
sie  ven  Kapitalisten  angewandt  habe,  um
ür  die  deutschen  Kolonien  zu  interhalt


beie

essie
galicren,  haben  sehr  wesentliche  Früchte
agen.  Es  ist  zu  früh,  darüber  nähere  Mit-*


nlisggen  zu  machen,  aber  ich  kann  sagen,  daß
un  estens  vier  oder  fünf  große  Unternehkowm#en
  in  den  letzten  Wochen  zustande  gemen
  sind,  welche  sich  die  Entwicklung  der
schäve  unserer  Kolonien  nach  den  verdie
  ernsten  Richtungen  vorgenommen  haben,  die
deunaten  lechnischen  und  kaufmännischen  Kräfte
Ichlands  in  sich  schließen.

2  sich  das  auf  uns  alle  bezieht,  so  haben
—8  9  die  Berufsstände,  die  mit  den  Kolonien
als  Versondere  Fühlung  zu  nehmen  haben,  die
hanz  eaimte  tätig  sind  oder  diesen  vorstehen,  noch
bier  nursondere  Dinge  sich  klarzumachen.  Auch
Es  iß  der  Kreuzzug  der  Erziehung  einsetzen.

der  8  die  große  und  schöne  Aufgabe,  welche

 

nst  in  den  Kolonien  mit  sich  bringt,  klargestellt

  werden.  Jeder  große  Dienst  fordert  große
Opfer.  „Vor  die  Tugend  haben  die  Götter  den
Schweiß  gesetzt“,  sagt  ein  griechischer  Dichter.
Diese  große  Leistung  ist  nur  zu  erreichen  mit
mancherlei  Entsagung;  sie  verlangt  Anpassung  an
fremdes  Klima,  Aufgabe  vieler  heimischer  Gewohnheiten,
  Abgewöhnung  des  Alkohols;  sie  verlangt
die  Erkenntnis,  daß  jeder  deutsche  Beamte  da  sei
nicht  nur  für  die  Macht  und  das  Ansehen  des
Deutschen  Reiches,  sondern  als  ein  Kulturfaktor,
an  dem  der  Eingeborene  den  Vorzug  und  das
Vorrecht  der  weißen  Rasse  abmißt.  Sie  verlangt
  Aufgabe  von  Familie  und  Freundschaft,  sie
verlangt,  daß  man  sich  manchen  Gefahren  des
Lebens  und  der  Gesundheit  unterzieht.  Sie  verlangt
  eine  besondere  Vorbildung,  ein  Studium
der  Psychologie  des  Schwarzen,  ein  Studium  der
Kolonialgeschichte  anderer  Nationen,  ein  Sicheinleben
  in  kaufmännische  Begriffe  und  Anschanungen,
ein  Verständnis  für  wirtschaftliche  Aufgaben,  das
Erkennen,  daß  man  nicht  für  sich  da  ist,  sondern  um
des  großen  Gemeinwesens  willen,  dem  man  dient,
und  daß  das  Wort  „Regieren“  bedeutet  Selbstlosigkeit
  und  Selbstentäußerung.  Die  Beamten
müssen  fühlen,  daß  es  nicht  ihre  Aufgabe  sein
kann,  ihre  heimischen  Begriffe  zu  übertragen,  daß
es  nicht  ihre  Aufgabe  sein  kann,  kastenmäßig  und
abgeschlossen,  wie  leider  vielfach  in  der  Heimat,
zu  existieren,  daß  jeder  Deutsche  da  draußen,  soweit
  er  ein  anständiger  Mann  ist,  ein  vollständig
gleichberechtigter  Pionier,  ein  vollständig  gleichberechtigtes
  Mitglied  ihrer  Gesellschaft  ist.  Sie
müssen  die  Solidarität  der  Weißen  gegenüber
  den  Schwarzen  betonen,  sie  müssen  die
Führer  und  die  Freunde  der  anderen  Berufsklassen
  sein,  und  sie  müssen  den  Vorgesetzten  in
die  Tasche  stecken,  wo  er  nicht  absolut  erforderlich
  ist.  Sie  müssen  wissen,  daß  jede  Verordnung
  vom  llbel  ist,  die  den  anderen  einzwängt
ohne  Not,  die  ihn,  ob  weiß  oder  schwarz,  in
seiner  Lebens=  und  Berufsgewohnheit  hindert,
und  sie  müssen  sich  mehr  wie  jeder  andere  zu
Gemüte  führen,  was  das  amerikanische  Sprichwort
  meint:  „Dublic  office  is  a  public  trust"“,
ein  öffentliches  Amt  ist  ein  öffentliches
Vertrauen.  Dazu  müssen  sie  die  Sprache  lernen
und  in  die  religiösen  Anschauungen  eintreten.
Sie  müssen  das  alles  tun  ohne  Kleinlichkeit  und
Vorurteile.  Vor  allen  Dingen  aber  müssen  sie
alles  vermeiden  und  sich  abgewöhnen,  was
nach  Willkür  und  nach  Selbstsucht  aussieht,
  und  sie  müssen  verstehen,  daß  nach
manchem  Ublen  und  Häßlichen,  was  vorgekommen
ist  sie  ganz  besonders  auch  von  der  Heimat  her
unter  Beobachtung  stehen,  und  daß  die  schärsste,
nachhaltigste  und  beste  Leistung  für  die  Kolonien
gerade  diejenige  ist,  die  verlangt  wird.  Die
        <pb n="182" />
        V.  112  20

Heimat  muß  lernen,  diese  Leute  zu  belohnen
  nach  ihrem  Opfer  und  nach  ihrer
Leistung,  sie  muß  ihnen  ihre  Karriere  und  ihre
Zukunft  so  gestalten,  daß  die  besten  Leute  in
den  Dienst  der  Kolonien  kommen  und  für
sich  selbst  einen  freien  Blick,  eine  große  Erfahrung
  und  mannigfache  Eindrücke  mitbringen,
die  ihnen  für  den  Rest  ihres  Lebens  Reichtum
an  Gedanken  und  Freude  am  Geschaffenen  zurückläßt.


Nicht  anders  aber  der  Farmer  und  der
Plantagenbauer.  Auch  sie  haben  mancherlei
neue  und  ungewohnte  Arbeitsmethoden  zu  bemeistern.

  Sie  haben  den  Umgang  mit  einer
fremden  Rasse  zu  lernen;  sie  werden  in  ihren
Kulturen  mancherlei  Fehlschläge  zu  erwarten

haben,  sie  müssen  wissen,  daß  nur  unermüdlicher
Fleiß,  genaue  Verfolgung  der  Erfahrungen  der
anderen  kolonisierenden  Nationen,  richtige  Beurteilung
  der  Lage  des  Weltmarktes  oder  der
Bedürfnisse  ihrer  Umgebung  sie  vorwärts  bringen
kann.  Und  nicht  zuletzt  muß  der  Kaufmann,
derjenige,  der  zuerst  mit  den  fremden  Kulturen,
mit  den  fremden  Menschen  in  Berührung  kommt,
sich  alle  Zeit  eingedenk  sein,  daß  er  nicht  nur
seiner  wirtschaftlichen  Erfolge  halber  da  ist,  sondern
  daß  der  Schutz,  den  ihm  das  Deutsche  Reich
in  seinen  Unternehmungen  gewährt,  auch  die  vornehme
  Aufgabe  bringt,  sich  dem  Deutschen  Reiche
als  Kulturträger  würdig  zu  erweisen.  Diese  drei
letztgenannten  Klassen  stehen  ja  schon  ziemlich
lange  im  Kolonialwesen,  und  sie  haben  ihre  Erfahrungen
  gemacht,  sie  haben  gern  gelernt,  und
es  ist  mit  Freude  zu  konstatieren,  daß  sie  sich
alle  diesen  neuen  Aufgaben  ernsthaft  anzupassen
versuchen.  Aber  auch  da  ist  der  Erfolg  nicht
überall  vorhanden.  Ganz  besonders  schwierig
liegt  die  Sache  bei  den  Beamten,  deren  heimische
Vorbildung  besonders  ungeeignet  ist,  ein  schnelles
Einleben  herbeizuführen,  und  die  mit  manchem
europäischen  Gepäck  in  die  Kolonien  abmarschieren,
das  sie  je  eher  je  besser  über  Bord  werfen,  um
auf  die  Entwicklung  derjenigen  Eigenschaften  den
größten  Nachdruck  zu  legen,  die,  mit  einem  unersetzten
  Fremdwort  der  Engländer,  einen  „Gentleman“
  machen  und  in  dem  Nachbarn  einen  solchen
sehen.

Meine  Herren,  wenn  ich  die  Liste  der  Beamten
  und  der  Offiziere  durchsehe,  deren  unmittelbarer
  Vorgesetzter  ich  den  Vorzug  habe  zu
sein,  freut  es  mich,  daß  gerade  unter  den
tüchtigsten  besten,  denen,  die  dem  Ideal  am
nächsten  kommen,  Ihre  Landsleute  vertreten  sind.
Wir  haben  einen  bayerischen  Gouverneur  in
einer  unserer  Kolonien,  der  ein  echter  und  vortrefflicher
  Mann  ist.  Wir  haben  unter  den  Helden,

die  selbst  in  Todesnot  unnötiges  Blutvergießen!.

 

verhütet  haben,  den  Grafen  Fugger,  dessen
heldenmäßiges  und  tragisches  Ende  jedem  von
Ihnen  bekannt  ist.  Etwa  1000  Bayern  sind
bisher  als  Beamte  und  Militärs  in  dem  vaterländischen
  Dienste  der  Kolonien  gewesen.  Aber
nicht  nur  für  unsere  Kolonien,  auch  für  unsor
inneres  deutsches  politisches  Leben  werden  wir
aus  dieser  eben  gekennzeichneten  klaren  und  selbstlosen
  Verfolgung  großer  Ziele  keinen  geringen
Gewinn  haben.  Die  Gleichgültigkeit  der
deutschen  Nation  gegenüber  den  Kolonien
hat  es  zuwege  gebracht,  daß  einige  eifrige  Männer
mit  Motiven  besonderer  Art  und  einseitigen  und
zum  Teil  kleinlichen  Gesichtspunkten  um  unser
koloniales  Wesen  große  Scheiterhaufen  angegündet
haben,  in  denen  sie  versuchen,  unsere  Bestrebungen,
unsere  Beamten,  unsere  Einrichtungen  und  unser
Wollen  in  Bausch  und  Bogen  zu  verbrennen.
Neben  diese  Scheiterhaufen  haben  sie  die  eigenen
kleinen  selbstsüchtigen  Suppentöpfchen  gestellt,  um
dort  ein  Gebräu  gar  zu  machen,  das  sie  als  die
Essenz  des  deutschen  kolonialen  Wesons  und
Strebens  ausgegeben  haben  und  mit  dem  sie
unsere  Nation  und,  wie  ich  hoffe,  nicht  zuletzt
sich  selbst  vor  In=  und  Ausland  heruntergesetzt
haben.  Meine  Herren,  diesen  Scheiterhaufen
werfen  wir  zusammen,  und  wir  errichten  an
seiner  Stelle  ein  Fanal  hoch  und  klar,  wie
ein  elektrisches  Licht  und  kalt  wie  die  Wahrheit,
die  wir  versuchen  zu  verbreiten  ohne  Beschönigung
und  ohne  Selbstgefälligkeit,  aber  mit  denjenigen
gesunden  Sinnen  für  Aktion  und  Fortschritt,  ohne
die  wir  weder  im  Kolonialwesen  noch  in  einer
anderen  Politik  gedeihen  können.  Um  dieses
Fanal  können  sich  alle  deutschen  Stammesgenossen
von  Süd  und  von  Nord,  alle  Konfessionen,  alle
Berufsstände  zusammenfinden,  jeder  intellektuelle
Deutsche  gehört  in  diese  Armeec,  und  das  ist  der
Gelehrte  wie  der  Kaufmann,  der  Beamte  wie
der  Arbeiter,  nämlich  jeder  Arbeiter,  der  sich
von  der  unfruchtbaren  Verneinung  und  von  den
längst  überwundenen,  aber  desto  heiliger  gehaltenen
Vorurteilen  und  Doktrinen  freimacht  und  sich  entschließt,
  mit  seinen  eigenen  Gedanken  sein
eigenes  Dasein  zu  verstehen.  Auf  dieser  Armee
beruht  aber  nicht  nur  die  koloniale  Zukunft
Deutschlands,  sondern  die  Zukunft  unserer  gesamten
  deutschen  Politik,  und  wenn  sie  sich  einmal
  hier  zusammengefunden  hat,  so  kann  man
die  Hoffnung  hegen,  daß  auch  in  anderen
großen  nationalen  Fragen  diese  selben
Elemente  sich  zusammenfinden,  um  sic  zu
lösen  in  nationalem  Sinne  zur  Ehre  des  deutschen
Namens  und  zum  Heile  unseres  großen  gemeinsamen
  deutschen  Vaterlandes.

1#  1#
        <pb n="183" />
        &amp;amp;  113  ꝛ0

"  II.  Weltlage  und  Kolonialpolitik.
anderg  des  Geheimen  Rats  und  ordentlichen  Professors
er  Berliner  Universität,  Herrn  Dr.  Dietrich  Schäfer,
hehalten  in  der  Versammlung  am  8.  Jannar  1907.
auf  Die  mir  zugefallene  Aufgabe,  Sie  hinzuweisen
uf  die  Weltlage,  in  der  sich  die  koloniale
wülvegung  der  Gegenwart  widerspiegelt,
um  ich  tunlichst  kurz  zu  lösen  versuchen.  Bei
Aserer  Kolonialpolitik  handelt  es  sich  nicht  um
stollen  oder  Nichtwollen  des  einzelnen.  Wir
alsen.  mitten  in  einer  gewaltigen  Bewegung,  die
müs,  Nationen  ergriffen  hat,  die  wir  mitmachen
sien,  wollen  wir  von  ihr  nicht  überflutet

werden.  Sie  wissen  alle,  daß  die  Welt  zur  Zeit
Neben  ist.  Dieser  Zustand  der  vollständigen

Certeilung  der  Erde  ist  noch  sehr  jung;  erst  im
etten  Menschenalter  hat  er  sich  herausgebildet.
seenken  Sie  zurück  an  die  Zeit,  wo  die  deutschranzösischen
  Schlachten  geschlagen  wurden,  aus
enen  unser  Reich  erstand;  damals  gab  es  in
Mrika  nur  im  äußersten  Süden  und  Norden,  um
*  Kap  und  in  Algerien,  einen  großen  Kolonial=Hab.
  Was  sonst  Europäern  gehörte,  waren
andelsfaktoreien  ohne  Anspruch  auf  weite  Landnoacken,
  Heute  finden  Sie  in  ganz  Afrika  nur
Liool  Abessinien  und  die  sogenannte  Neger-Republik
all  eria,  die  von  sich  selbst  aus  regiert  werden;
Eis  andere  ist  in  den  Händen  der  Europäer.
#r  u  Gebiet,  dreimal  so  groß  wie  Europa,  ist  im
aaufe  eines  Menschenalters,  richtiger  in  den  letzten
Vichn  Iahren,  vollständig  verteilt  worden.  Und
iten  Sie  Ihre  Blicke  nach  Asien,  so  finden
Der,  daß  ziemlich  um  die  gleiche  Zeit,  als  in
wanischland  die  ersten  Schritte  unternommen
un  en  zur  Begründung  des  Reiches,  zum  Teil
nisommenfallend  mit  den  entscheidenden  Ereigebn
  von  1866,  die  Russen  sich  jener  großen
uriete  bemächtigten,  die  wir  unter  den  Namen
de  estan  und  Transkaspien  zusammenfassen  und
ich  is  dahin  selten  den  Blick  der  Europäer  auf
oyr  gelenkt  hatten.  Sie  haben  ihre  Grenzen
Mngcrückt  über  Wüsten,  Seen,  Gebirge  und  weite
leichuflöchen,  und  die  Engländer  sind  ihnen  in
von  her  Weise,  mit  den  Waffen  in  der  Hand,
Indien  her  entgegengekommen.  Jetzt,  nach
iet  vahren,  stoßen  russisches  und  englisches  Geaimmittelbar
  aneinander.  Zwischenländer  gibt
gelane  .  mehr.  Ein  Gebiet  ist  zur  Aufteilung
½##  „das  halb  so  groß  ist  wie  Europa.  Sie
Seiten  auch,  daß  das  chinesische  Reich  von  allen
speist  b  her  gleichsam  bei  lebendigem  Leibe  verseier
  zde,  bis  Japan  Einhalt  getan  hat.  Trotz
in  No  Wederlages  behauptet  Rußland  noch  jetzt
balben  china  weiten  Besitz,  den  es  im  letzten
is  fast  Jahrhundert  erworben  hat.  Hinterindien
g  9  ganz  in  der  Hand  der  Europäer,  während
or  30,  40  Jahren  noch  seine  einheimischen

 

Herrscher  hatte.  In  Anstralien  sind  Neu-Guinea
und  die  benachbarten  Inseln  Besitz  europäischer
Mächte  geworden.  Es  ist  nirgends  mehr  etwas
zu  vergeben,  und  das  im  unmittelbaren  Anschluß
an  eine  Zeit,  wo  in  England,  der  größten  enropäischen
  Kolonialmacht,  die  Abneigung  nicht  nur
gegen  Erwerb,  sondern  auch  gegen  Besitz  von
Kolonien  weiten  Boden  gewonnen  hatte,  ja
herrschend  geworden  war.  Es  war  geschehen  im
Anschluß  an  die  Freihandelsidee.  Sice  hat  ihre
größten  Siege  in  England  erfochten  in  der  Mitte
des  vorigen  Jahrhunderts.  Es  hieß,  im  Grunde
seien  die  Kolonien  nur  eine  Last;  Handel  treiben
könne  man  mit  ihnen  auch  wenn  man  sie  nicht
besitze;  man  spare  dann  Geld,  brauche  keine
Mittel  für  Kriegszwecke  usw.  Ich  brauche  nur
an  die  Namen  Stnart  Mill  und  John  Bright
zu  erinnern,  die  Richtung  zu  kennzeichnen.  Robert
Peel  hat  sich  um  1850  zu  ihr  hinübergeneigt.
Als  Disraeli-Beaconsfield  zum  erstenmal  Mitglied
  eines  Kabinetts  war  (1852),  hat  er  den
Ausspruch  getan:  Die  Kolouien  sind  Mühlsteine
an  unserem  Hals.  Seeley,  der  Vertreter  englischer
  Expansion,  suchte  den  Besitz  Indiens  zu
rechtfertigen  mit  der  Erwägung,  daß  die  Kultur
des  Landes  englischen  Schutz  brauche.  Bis  in
den  Anfang  der  80er  Jahre  hinein  hat  diese
Strömung  gedauert.  Noch  1880  konnte  Allen
fragen:  Why  keep  India?  Und  an  diese  Periode
schließt  sich  unmittelbar  die  Zeit,  die  letzten  25
bis  30  Jahre,  in  der  England  fast  die  Hälfte
seines  gegenwärtigen  Kolonialbesitzes  sich  angeeignet
  hat.  Der  Grund  liegt  allein  darin,  daß
auch  andere  VBölker  ihre  Hände  ausstreckten  nach
Kolonialland.  Es  sind  in  einigen  Tagen  fünf
Jahre,  daß  Waldeck-Roussean,  der  damalige
französische  Minister-Präsident,  vor  den  Industriellen
  von  St.  Etienne,  als  er  ihnen  die
Leistungen  und  Errungenschaften  der  Republik
auseinandersetzte,  unter  lebhaftem  Beifall  erklären
konnte,  daß  Frankreich  seit  dem  Sturze  des
Kaisertums  seinen  Kolonialbesitz  von  800  000  auf
10  Millionen  Quadratkilometer  vermehrt  habe,
vom  1½  fachen  Frankreichs  auf  das  18  bis
19fache.  Für  die  Franzosen  ist  die  Niederlage
von  1870/71  ein  Sporn  gewesen,  ein  Kolonialreich
  zu  errichten,  wie  sie  es  nie  besaßen,  ohne
daß  sie  darum  das  verlorene  Grenzland  aufsgegeben
  oder  vergessen  hätten.  Sie  besitzen  große
Kolonien  in  Hinterindien,  noch  weit  größere  in
Afrika.  Vom  Kongo,  vom  Senegal,  von  Algerien
und  von  Dahomé  aus  haben  sie  sich  ein  Gebiet
angeeignet  fast  so  groß  wie  Europa,  dazu  ganz
Madagaskar  genommen.  Erst  nach  ihnen  kamen
die  Deutschen.  Als  diese  in  den  Jahren  1883,
1884,  1885  anfingen,  einige  bescheidene  Kolonien
zu  erwerben,  entschlossen  sich  die  Engländer,  nun
        <pb n="184" />
        W  1I4  20

neben  jeden  deutschen  oder  französischen  Grenzpfahl
  einen  englischen  zu  setzen  und  möglichst
alles  in  Besitz  zu  nehmen,  was  noch  zu  haben
war.  In  seiner  großen  Historischen  Geographie
der  britischen  Kolonien  spricht  es  Lucas,  einer
der  Leiter  des  englischen  Kolonialamts,  offen  aus:
For  better  or  worse,  a  pride  or  a  burden  to
the  coming  generation,  we  must  retain  it,
wohl  oder  übel,  ob  ein  Stolz  oder  eine  Last  für
die  kommenden  Geschlechter,  wir  müssen  behalten,
was  sonst  Franzosen  oder  Deutsche  nehmen
würden.  Daß  dies  nicht  ein  Zug  ist,  der  sich
nur  bei  den  alten  enropäischen  Bölkern  entwickelt
  hat,  das  zeigt  deutlich  das  Vorgehen  der
Vereinigten  Staaten.  Die  Vereinigten  Staaten
sind  in  sich  selbst  befriedigt,  mehr  als  irgend  ein
anderer  Staat  es  sein  kann.  Sie  haben  Boden
daheim  in  Hülle  und  Fülle  zu  neuer  Siedlung.
Lange  hat  man  sie  für  den  Friedensstaat  an  sich
gehalten,  einen  Staat  ohne  Kriegsmacht,  nur
durch  den  Willen  seiner  Bürger  geleitet.  Das
Urteil  hat  sich  gewandelt  seit  dem  spanischen  Kriege
von  1898.  Als  damals  am  30.  Juli  die
Friedenspräliminarien  vereinbart  wurden,  da
war  von  der  Abtretung  der  Philippinen  nicht
die  Rede;  die  Entscheidung  über  sie  sollte  späterer
besonderer  Vereinbarung  vorbehalten  bleiben.  Im
Oktober  hielt  Mec.  Kinley  dann  auf  der  internationalen
  Ausstellung  in  Omaha  City  die  denkwürdige
  Rede,  in  der  er  den  Amerikanern  sagte:
Wir  müssen  die  Verantwortung  auf  uns  nehmen;
wir  können  sie  nicht  abwälzen,  auch  wenn  wir
möchten;  wir  müssen  sie  mutig  und  weise  tragen
und  die  Bahnen  der  Pflicht  wandeln;  es  ist  eine
Pflicht  für  unsere  Zukunft.  Gegen  allen  völkerrechtlichens
  Brauch  kam  Amerika  nachträglich  mit
der  Forderung,  die  Philippinen  abzutreten.  Also
auch  bei  einem  Volke,  das  überreichlich  Raum
besitzt,  fest  in  sich  und  stark  ist,  das  es  nicht
nötig  hat,  die  Hand  nach  außen  zu  strecken,  die
Auffassung:  Die  Erde  wird  vergeben,  wir  müssen
Besitz  ergreifen  von  Land,  das  noch  zu  Gebote
steht  und  uns  nützlich  und  notwendig  sein  kann.
Sollten  wir  allein  zurückstehen,  uns  zurückdrängen
lassen,  während  Völker,  die  in  kolonialer  Tätigkeit
  eine  jahrhundertlange  Erfahrung  haben,
Kolonien  erwerben,  wo  und  wie  sie  nur  immer
können?  Sollen  wir  zurückstehen  wie  kleine
Nationen,  die  aus  der  Not  eine  Tugend  machen
müssen?  Das  kann  niemand  erwarten  und  würde
kein  urteilsfähiger  Fremder  verstehen.  Was  wir
erwarben,  erwarben  wir  mit  gutem  Grunde;  wir
wollen  und  müssen  es  behaupten.  Die  Zeiten
sind  vorüber,  wo  man  ernstlich  vom  Aufgeben
und  Liquidieren  reden  konnte.  Wer  heute  solche
Ansichten  vertritt,  ist  rückständig,  völlig  rückständig.
Die  Zukunft  gehört  denen,  die  die  Gegenwart

 

verstehen.  Seien  Sie  davon  überzeugt,  daß  auch
unsere  Nation  ihren  Teil  von  der  Erde  haben
wird.

Ich  will  nur  noch  an  zwei  Beispielen  zeigen,
wie  sehr  man  irren  kann  in  der  Baeurteilung
großer  Länder,  und  daß  es  eine  Torheit,  eine
Leichtfertigkeit  ist,  über  Gebiete  in  einem  Atem
abzunrkeilen,  die  größer  sind  als  Deutschland,
wie  man  seinerzeit  von  Ostafrika  gesagt  hat,
es  sei  nichts  wert,  wo  es  gesund  sei,  und  ungesund,
  wo  es  etwas  wert  sei.  Die  Beispiele  entnehme
  ich  aus  der  Geschichte  Amerikas.  Alaska
ist  lange  als  ein  Land  angesehen  worden,  wie
es  ein  traurigeres  nicht  geben  könne.  1867
wurde  Alaska  seitens  der  Amerikaner  den  Russen
um  7200  000  Dollar  abgekauft.  Im  Kongreß
begegnete  die  Vorlage  heftigem  Widerspruch.  Es
wurde  gesagt,  Alaska  sei  ein  unwirtliches,  elendes,
gottverlassenes  Land,  an  unhospitable,  wretched,
godforsaken  country.  Man  solle  den  Russen
das  Geld  geben  und  sie  bitten,  das  Land  zu  behalten;
  wenn  das  nicht  geschehen  könne,  solle
man  es  irgend  einer  eunropäischen,  asiatischen,
afrikanischen  Macht  anbieten  und  sie  bitten,  Geld
und  Land  zu  nehmen.  Das  waren  die  Ansichten,
  die  damals  vertreten  wurden.  Und  jetzt?
In  Alaska  liegt  Klondike!  Aber  schon  allein  der
Pelzhandel  und  der  Fischfang  haben  den  Amerikanern
  alljährlich  mehr  Ertrag  gebracht  als  die
ganze  Kaufsumme  betrug.

Das  andere  Beispiel  ist  Oregon,  das  nach
langen  Verhandlungen  zwischen  England  und
Amerika  1846  für  Amerika  gewonnen  wurde.
Die  Beurteilung  dieses  Gebietes  war  ebenfalls
eine  höchst  abfällige,  die  Aktion  stieß  auf  ähnlichen
Widerstand,  wie  die  spätere  betreffs  Alaska.  Mac
Duffie  erklärte  im  Senat,  für  ein  derartiges  Land,
zu  dem  man  nur  über  700  Meilen  regenlosen,
sandigen  Bodens  gelangen  könne,  das  von  Gebirgen
  starre  und  in  das  eine  Eisenbahn  zu
führen,  die  Schätze  Indiens  nicht  ausreichen
würden,  gebe  er  nicht  eine  Prise.  Was  dieses
Land  jetzt  für  die  Vereinigten  Staaten  bedeutet,
wissen  Sie  alle.  Diese  Hergänge  warnen,  voreilig
abfällige  Urteile  über  ausgedehnte  Länder  zu
fällen,  die  dem  ersten  Blick  wertlos  erscheinen.

Es  liegt  für  uns  eine  Pflicht  vor,  um  die
Wohlfahrt,  die  Zukunft  unser  res  Volkes  besorgt  zu
sein.  Es  ist  aber  auch  eine  Ehrenpflicht,  Land
nicht  aufzugeben,  das  unser  ist  und  um  das  Blut
unserer  Söhne  geflossen  ist.  Wie  würden  wir
dastehen  in  der  Welt,  wenn  wir  unseren  Platz
draußen  verlassen  wollten!  Wir  würden  zum  Spott
der  Nationen  werden,  und  andere  würden  sich
sofort  an  unsere  Stelle  setzen.  Aber  noch  eine
andere  Pflicht  gilt  es  dort  zu  erfüllen,  die  Pflicht
der  Monschlichkeit.  Mit  Staunen  liest  jeder  auch
        <pb n="185" />
        115  20

nur  einigermaßen  Kundige,  was  im  Reichstage
gesagt  wird  über  die  Mißhandlungen  der  Schwarzen.
Gerade  das  Zentrum  ist  zuerst  kolonialfreundlich
heworden  mit  Rücksicht  auf  die  früheren  grauenvollen
  Zustände  in  jenen  Gebieten.  In  den  ersten
Jahren  unserer  Kolonialpolitik  war  es  ausge--sprochen
  kolonialfeindlich.  Im  Oktober  1888,
als  der  Aufstand  in  Ostafrika  ausgebrochen  war,
als  man  ernstlich  den  Gedanken  erwog,  die  Kolonien
  aufzugeben,  kam  der  französische  Kardinal
Tavigeric  auf  die  Katholikenversammlung  nach
Köln,  und  seinen  Darlegungen  über  die  Bedeulung
  auch  der  deutschen  Kolonisation  für  die
Missionen  und  über  die  Notwendigkeit  der  Abschaffung
  des  Sklavenhandels  und  der  Sklavenlagden
  ist  es  besonders  zuzuschreiben,  daß  das
JZentrum  kolonialfreundlich  wurde.  Die  Greuel
des  Sklavenhandels  sind  jedem  bekannt,  der  jemals
  eine  Reisebeschreibung  gelesen  hat.  Tansende
ind  aber  Tausende  wurden  gransam  von  ihren
(ugehörigen  fortgerissen,  die  Familien  vernichtet,
le  Gefangenen  in  Fesselhölzer  geschlossen,  gekettet
und  so  in  monatelangen  Märschen  zur  Küste  geschleppt.
  Das  waren  die  Zustände,  die  wir  alle
noch  erlebt  haben.  Die  enropäische  und  nicht
zmuletzt  die  deutsche  Kolonisation  hat  ihnen  ein
Ende  gemacht,  diesen  Schandfleck  afrikanischen
Lebens  getilgt.  Und  auch  noch  bis  in  die  unmittelbare
  Gegenwart  hinein  ist  Afrika  heimgesucht
  worden  von  menschenmordenden,  einheimischen
  Gewalthabern.  Wir  wissen  nicht  allzuviel
von  innerafrikanischer  Geschichte.  Aber  das  hat
ich  unter  unseren  Augen  mehr  als  einmal  abgespielt,
  daß  Gewaltmenschen  von  überlegener
Kraft  des  Körpers,  des  Geistes  und  des  Willens
unter  den  Schwarzen  große  Reiche  zusammengebracht
  haben,  zusammengebracht  unter  entsetzichen
  Greueln,  durch  Vernichtung  ganzer  Stämme,
nierödung  ganzer  Länderstrecken.  Es  sind  noch
icht  ganz  7  Jahre,  daß  die  Franzosen  den  letzten
lierartigen  Machthaber,  den  Rabbeh,  im  nördn
  zsten  Zipfel  unseres  Kamerungebietes  mit  großer
Mühe  besiegt  haben  in  einem  Kampfe,  in  dem
nieser  selber  fiel.  Vom  Kongo,  von  Senegambien,
*  Algerien  her  waren  sie  vorgegangen,  ihn
frühuschließen  und  zu  vernichten.  Zwei  Jahre
wer  hatten  sie  im  Nigerbogen  das  Gewaltreich
8  Samory  zerstört,  das  auch  erst  nach  1880
mmengebracht  worden  ist.  Die  Engländer
ganm  1893  dem  Reich  des  Lobengula  ein  Ende
Spaacht.  das  dessen  Vorgänger,  Mosilikatsi,  an  der
einee  der  Matabele  begründet  hatte.  Auch  das
eschodes  Muata  Jambo,  das  des  Kazembe,  das
ien  ama  sind  Bildungen  neuerer  Zeit.  Alle
engt  Reiche  sind  geschaffen  worden  unter  Greueln
ssetzlicher  Art,  Greueln,  wie  sie  die  europäische
sschichte  auch  aus  ihrer  frühesten  Vergangenheit

 

nicht  kennt.  Ihre  Wahrzeichen  sind  Schädelbäume
und  schädeltragende  Dorfzann-Palisaden.  Als
Livingstone  1863  den  südlichen  Teil  unseres
jetzigen  Ostafrika  durchzog,  fand  er  ein  gut  bevölkertes
  und  wohl  angebautes  Land.  Die  ersten
unserer  Landslente,  die  in  jene  Gegend  kamen,
fanden  sie  verödet  und  fast  ohne  Bodenkultur.
Wandernde  Räuberhorden  hatten  sie  inzwischen
heimgesucht.  Die  Geschichte  Afrikas  vor  der  enropäischen
  Herrschaft,  das  will  sagen,  bis  an
unsere  unmittelbare  Gegenwart  heran,  ist  wahrlich
  nicht  die  friedlichen  Zusammenlebens  der
Stämme  und  Bölker.  Das  ist  sie  geworden  und
wird  sie  immer  mehr  werden  durch  die  Aufrichtung
  europäischer  Macht.  Unsere  moderne  Kultur
mag  gelegentlich  zur  Hyperkultur  werden,  sie  ist
ür  Afrika  doch  kein  leerer  Schall;  sie  bringt  dem
schwargen  Erdteil  unendlichen  Segen.  Wenn  man
ich  die  früheren  Zustände  vergegenwärtigt,  so
teht  einem  wirklich  der  Verstand  still,  wenn  im
Reichstage  lang  und  breit  diskutiert  wird,  ob  ein
Schwarzer  ein  paar  Stockstreiche  zuviel  bekommen
hat.  Vom  Köpfen  und  Töten  unter  allen  möglichen
  Martern  zum  Gebrauch  des  Stocks  als
Zuchtmittel  ist  ein  zweifelloser  Fortschritt.

Es  ist  mehr  als  eine  Pflicht,  die  hier  in  Frage
steht,  die  Pflicht,  für  unseres  Volkes  Wohlfahrt,
für  unsere  Zukunft  zu  sorgen,  die  Pflicht  gegen
die  Ehre  der  Nation,  die  wir  nicht  preisgeben
dürfen,  die  Pflicht  gegen  die  Menschheit,  der  ein
großes  Volk  sich  nicht  entziehen  kann.  Diese
Pflichten  müssen  wir  auf  uns  nehmen,  die  Last
der  Herrschaft,  wie  Rudyard  Kipling  seine  Engländer
  ermahnt,  tragen,  Opfer  bringen,  wenn  es
nötig  ist.  Von  Aufsgeben  unseres  Besitzes  kann
nur  ein  Tor  reden.  Was  wir  haben,  müssen  wir
halten  und  weiter  ausgestalten.

 

r  1#
1

III.  Volkswirtschaft  und  Kolonialpolitik.
Vortrag  des  ordentlichen  Professors  an  der  Berliner
Universität,  Herrn  Dr.  Sering,  gehalten  in  der  Versammlung

  am  8.  Jannar  1907.

Ich  habe  die  Absicht,  eine  Antwort  zu  finden
auf  folgende  Fragen,  die  für  die  Klärung  der
Meinungen  in  dem  jetzt  schwebenden  politischen
Kampfe  von  entscheidender  Wichtigkeit  sind:

1.  Warum  ist  Deutschland  zuletzt  unter  den
europäischen  Staaten,  nicht  vor  dem  Ende  des
19.  Jahrhundert  zu  einer  Kolonialmacht  geworden?


2.  Was  gab  den  Anlaß  zum  Erwerb  unserer
Kolonien?

3.  Welches  ist  der  Wert  dieses  Besitztums  in
politischer,  volks=  und  weltwirtschaftlicher  Beziehung?


4
        <pb n="186" />
        W  116  20

Daß  Deutschland  erst  400  Jahre  nach  der
Entdeckung  Amerikas  in  die  Reihe  der  kolonisierenden
  Völker  eingetreten  und  sein  überseeischer
Besitz  deshalb  geringer  ist  als  derjenige  der
Engländer  oder  Franzosen,  daran  trägt  derselbe
Geist  die  Schuld,  der  jetzt  die  Mittel  für  eine
kraftvolle  Kolonial=  und  Machtpolitik  verweigert.
Die  am  lautesten  die  angebliche  Wertlosigkeit
unserer  Kolonien  verkünden,  sind  deshalb  am
wenigsten  berechtigt,  sich  darauf  zu  berufen.

Jede  Kolonisation  bedingt  ein  Zusammenwirken
  privater  Tatkraft  und  kollektiver  Machtentfaltung,
  und  von  Anfang  an  ist  der  Wettkampf
um  die  nenu  entdeckten  Gebiete  des  bewohnbaren
Erdballes  eine  Sache  der  großen  Nationalstaaten
gewesen,  die  sich  gerade  in  diesem  Kampfe  zu
straffen  Einheiten  zusammenschlossen.  Die  Deutschen
dagegen  verharrten,  wie  ihre  Schicksalsgenossen,
die  Italiener,  in  den  vom  Mittelalter  überkommenen
  kommunalen  und  landschaftlichen  Lebensformen,
  in  politischer  Zersplitterung  und  Parteiung.
So  und  nicht  anders  ist  es  gekommen,  daß  die
beiden  im  Zeitalter  der  Entdeckungen  höchstentwickelten
  und  reichsten  Bölker  Enuropas,  die
einzigen,  die  es  im  Mittelalter  verstanden  hatten,
durch  Kolonisation  ihre  Herrschaft  auszubreiten  —
von  jenem  Wettkampf  einfach  ausgeschlossen  blieben.

Es  ist  aber  großen  VBölkern  nicht  vergönnt,
als  unbeteiligte  Zuschauer  zur  Seite  zu  stehen,
wenn  sich  weltgeschichtliche  Umwälzungen  vollziehen.
  Hier  gilt  der  Satz,  daß,  wer  nicht
Hammer  sein  will,  zum  Amboß  wird.  In  derselben
  Zeit,  als  England  den  Grund  zu  seinem
Weltreich  legte,  als  andere  Staaten  ihrem  Volkstum
  weite  Gebiete  errangen,  ward  Deutschland
zum  meistmißhandelten  Lande  Europas.  Soll  ich
daran  erinnern,  wie  seine  blühenden  Gefilde
immer  wieder  der  Verwüstung  anheimfielen,  wie
seine  Flußmündungen  in  fremde  Hände  gerieten,
das  reiche  Erbe  Lübecks  auf  Amsterdam  und  bald
auf  London  überging?  In  den  verarmten
Städten  verkamen  Handwerk  und  Kunst,  die  ostund
  süddeutschen  Bauern  verfielen  der  Herrschaft
lokaler  Gewalten,  der  Leibeigenschaft.  Armut,
Philistertum  und  Unfreiheit  auf  der  einen,  Klassendünkel
  auf  der  andern  Seite  wurden  zum  Merkmal
  deutschen  Lebens.  Es  war  die  Zeit  gekommen,
  in  der  Wohlstand  und  Freiheit  nur
noch  unter  dem  Schutze  starker  Staaten  zu  gedeihen
  vermochten.

Wie  der  Ausschluß  Deutschlands  von  der
Teilnahme  an  der  neuen  Welt,  so  ist  sein  endlicher
Eintritt  in  die  koloniale  Tätigkeit  eine  Folge
seiner  aus  Kampf  und  Sieg  hervorgegangenen
Einigung  und  der  glänzenden  Entwicklung  gewesen,
  welche  die  geeinigte  Nation  mit  ihrem
Außenhandel,  ihrer  Industrie  und  Schiffahrt

 

 

rasch  an  die  Spitze  der  europäischen  Festlandsstaaten
  führte.  Denn  das  wachsende  Bewußtsein
der  eignen  Kraft  und  des  eignen  Wertes  ließ  es
schmerzlich  empfinden,  daß  Millionen  und  aber
Millionen  unserer  besten  Bürger,  die  als  Kolonisten
hinauszogen,  in  fremde  Nationen  aufgingen
und  deren  Reiche  bauen  halfen,  daß  überall  der
deutsche  Kaufmann  und  Unternehmer  draußen  als
Fremdling  an  zweiter  Stelle  stand,  daß  er  in
unzivilisierten  Ländern  eines  kräftigen  Schutzes
und  unsere  Kriegsflotte  eigener  Stützpunkte  entbehren
  mußte.  Als  deshalb  zu  Anfang  der
80er  Jahre  hansische  Kaufleute  Schutz  für  ihre
Niederlassungen  an  der  afrikanischen  Westküste
und  in  Polynesien  begehrten,  und  bald  der  Antrag
  einiger  unternehmender  junger  Leute  um
Anerkennung  ihrer  Gebietserwerbungen  in  Ostafrika
  folgte,  war  es  ein  notwendiger  Ausdruck
nationalen  Ehrgefühls,  daß  Fürst  Bismarck  diesem
Verlangen  stattgab.  Was  die  nationale  Ehre
gebot,  ist  dann  mehr  und  mehr  als  eine  politische
und  wirtschaftliche  Notwendigkeit  erkannt  worden,
als  eine  wahre  Lebensfrage  für  Deutschland.

Denn  die  Wandlungen  der  Verkehrstechnik
haben  im  19.  Jahrhundert  alle  Maßstäbe  erweitert,
welche  an  die  territoriale  Grundlage  nationaler
Staatenbildung  und  Wohlstandsentwicklung  zu
legen  sind.  Das  Zeitalter,  dem  die  Nationalstaaten
Europas  und  ihre  Kämpfe  untereinander  ihren
Stempel  aufdrückten,  geht  seinem  Ende  entgegen.
Die  rasche  Besiedlung  von  bisher  nur  an  den
Rändern  besetzten,  nun  aber  durch  die  Eisenbahnen
im  Innern  aufgeschlossenen  großen  Kontinenten,
die  Besiedelung  Nordamerikas,  der  La  Plata-Gebiete,
  Sibiriens,  Kaplands  usw.,  hat  den
Schwerpunkt  der  Bevölkerungsvermehrung  europäischer
  Rassen  bereits  außerhalb  Europas  verlegt.
  Wir  sehen  wahre  Weltreiche  entstehen,
welche  mit  Hilfe  der  Eisenbahnen,  Dampfschiffe
und  Telegraphen  ganze  Erdteile  und  weit  zerstreute
  Dependenzen  der  Herrschaft  einheitlicher,
politischer  und  wirtschaftlicher  Systeme  unterwerfen,
Staaten,  die  entweder  schon  jetzt  mehrere  hundert
Millionen  Einwohner  zählen,  oder  doch  in  absehbarer
  Zeit  zählen  werden.

Sie  alle  sehen  wir  in  starker  Ausbreitung  begriffen
  und  schwere  Kriege  nicht  scheuen,  um  neue
Territorien  ihrer  Herrschaft  anzugliedern.  Die
außerordentliche  Macht  der  neuen  Weltreiche,  an
ihrer  Spitze  die  Vereinigten  Staaten,  liegt  nicht
lediglich  in  der  großen  Volkszahl,  sondern  in  der
erstaunlichen  Fülle  und  Mannigfaltigkeit  ihrer
natürlichen  Reichtümer,  sie  sind  weniger  als  die
anderen  auf  deren  Ergänzung  durch  Einfuhr  von
außen  her  angewiesen.  Das  Maß  der  Unabhängigkeit
  aber  bestimmt  die  Stellung  eines  Landes
in  der  Welt.  So  steht  die  staatliche  und  wirt-
        <pb n="187" />
        GV  117  20C

schaftliche  Entwicklung  unter  dem  Gesetz  des
Fortschreitens  von  engeren  zu  weiteren  Räumen.
Und  die  Bölker,  welche  sich  diesem  Gesetze  zu
entziehen  suchen,  sind  gerade  so  in  Gefahr,  von
den  Weltreichen  überflügelt  und  in  Abhängigkeit
gebracht  zu  werden,  wie  dereinst  die  deutschen
Frãdte  und  Landschaften  von  den  neu  entstehenden
Nationalstaaten.  Zunächst  in  wirtschaftlicher  Hinsicht.
  Schon  jetzt  sind  die  Amerikaner  in  der  Lage,
gelegentlich  allen  anderen  die  Preise  für  wichtigste
·  ohstoffe,  Baumwolle  und  Kupfer,  schon  jetzt,  in
den  Handelsverträgen  den  schwächeren  Kontrahenten
die  Austauschbedingungen  vorzuschreiben.  Gerade
i  Ländern  wie  Nordamerika  mit  kompaktem
Territorialbesitz  und  den  mannigfaltigsten  Hilfs-Juellen
  herrscht  aber  auch  die  stärkste  Neigung,
sich  nach  außen  wirtschaftlich  abzuschließen  und
alle  ihre  Erwerbsmöglichkeiten  durch  eigene  In—
dustrie  vollständig  auszunntzen.

Stets  hat  aber  die  wirtschaftliche  schließlich
auch  eine  politische  Abhängigkeit  nach  sich  gebogen.
  Heinrich  v.  Treitschke  hatte  deshalb
Recht,  wenn  er  sagte:
ein  „Für  die  zulunft  der  Welt  ist  die  Kolonisation
ühr  alior  von  ungeheurer  Bedeutung  geworden.  Von
Loltwird  es  abhängen,  in  welchem  Maße  ein  jedes
Ce  !  an  der  Beherrschung  der  Erde  teilnehmen  wird.
leint.  sehr  gut  denkbar,  daß  ein  Land,  das  gar
enir  Kolonien  hat,  garnicht  mehr  zu  den
mie  dpäischen  Großmächten  zählen  wird,  so

ächrig  cs  sonst  sein  mag.“
Hieraus  orgeben  sich  die  Gesichtspunkte  für
Beurteilung  unseres  kolonialen  Besitzes:  Er
oll  verhüten,  daß  die  natürlichen  Schäte  des
rdballs  zu  einem  Monopol  einiger  weniger
abuter  werden,  soll  uns  neue  Elemente  der  Un-M
  bängigkeit  sichern,  indem  er  uns  eigene  Rohstoff-*rt
  Absatzgebiete  erschließt.  Die  Kolonien  sollen
seurerer  Bevölkerung  ein  erweitertes  Tätigkeitsvberschaffen

  und  zu  jenem  Ellbogenraum  verlund
  der  den  letzten  Grund  für  den  großen
den  kreiheitlichen  Lebenszuschnitt  in  England  und
san  Vereinigten  Staaten  bildet.  Die  Deutschen
beit  vermöge  ihres  raschen  Wachstums,  der  Kleinhan
  und  Unergiebigkeit  ihres  cigenen  Landes
weis,  besonders  darauf  augewiesen,  einen  er-Volferten
  Spielraum  für  ihr  Volkstum  und  ihre

swirtschaft  zu  gewinnen.
gabe  ind  unsere  Kolonien  geeignet,  dieser  Auf-Land
  u  genügen?  Sie  um  fassen  freilich  weniger
sanzainnd  Bevölkerung  als  die  englischen  oder
.  schen  Kolonien,  als  das  nordamerikanische
so  russische  Reich.  Immerhin  sind  sie  fünfmal
1  88  wie  das  Deutsche  Reich,  sie  haben  12  bis
unsere  #####  farbige  Einwohner,  und  je  genauer
licher  an  onien  erforscht  werden,  um  so  deutschleg
  tritt  hervor,  daß  sie  keineswegs  von

)terer  Beschaffenheit  sind  als  die  anderen

die

 

Kolonialreiche,  genauer,  daß  das  Verhältnis  des
durch  Ackerbau  und  Viehzucht  nutzbar  zu  machenden
Landes  zu  den  unbrauchbaren  Wüstenbezirken  nicht
ungünstiger  ist  als  dort.  Hochwertige  Bezirke
bilden  überall  nur  kleine  Bruchteile  des  Ganzen;
Landschaften,  wo  die  Kultur  mit  Schwierigkeiten
zu  kämpfen  hat,  machen  überall  den  Hauptteil
der  Kolonien  aus.  Von  Britisch-Nordamerika  ist
nur  der  10.  Teil  anbaufähig,  von  der  riesigen
Fläche  Sibiriens  und  Zentralasiens  vielleicht  der
14.  Teil.  Anstralien  ist  nur  an  den  Rändern
bewohnbar,  Ostindien  als  ein  Ganzes  kaum  vor
dem  tropischen  Afrika  bevorzugt.  Und  in  den
afrikanischen  Besitzungen  Englands  und  Frankreichs
  ist  der  Prozentsatz  des  fruchtbaren  Landes
nicht  größer  als  in  unseren.  Freilich  ist  eine
Einschränkung  zu  machen.  Keine  unserer  Kolonien
ist  für  eine  absehbare  Zeit  geeignet,  eine  wirkliche
Masseneinwanderung  deutscher  Ackerbauer  aufzunehmen,
  wir  dürfen  deshalb  nicht  darauf  rechnen,
dort  ein  verjüngtes  und  vergrößertes  Abbild  des
Mutterlandes  entstehen  zu  sehen.  Gewiß  hat
der  Herr  Kolonialdirektor  mit  Recht  auf  die  Erfolge
  hingewiesen,  die  in  Südwestafrika  mit  der
Wassererschließung  durch  Bohrungen  und  Stauwerke
  an  vielen  Stellen  zu  erzielen  sind.  Ich
habe  die  erstaunlichen  Wandlungen  beobachten
können,  welche  die  künstliche  Bewässerung  in  den
Steppen=  und  Wüstengebieten  des  westlichen
Amerika  hervorbrachte.  Im  großen  und  ganzen
wird  aber  Deutsch-Südwestafrika,  vom  Bergbau
abgesehen,  ein  Land  der  Steppenviehzucht  bleiben;
aus  ihr  können  unter  den  heutigen  Bedingungen
vielleicht  10  000  deutsche  Großbauern  ein  reichliches
  Auskommen  finden.  Auch  in  den  Höhendistrikten
  Ostafrikas  werden,  wie  heute  feststeht,
deutsche  Bauern  in  größerer  Zahl  mit  der  Zeit
anzusiedeln  sein.  Aber  im  übrigen  handelt  es
sich,  wenn  wir  den  Hafenplatz  Kiautschon  außer
Betracht  lassen,  um  echte  Tropenbezirke,  in  denen
der  Weiße  auf  körperliche  Arbeit  verzichten  und
sich  auf  die  Rolle  des  leitenden  Unternehmers
und  Beamten,  des  Lehrers,  Missionars  usw.  beschränken
  muß.

Es  ist  schwer,  mit  drei  Worten  ein  genaues
Bild  von  den  Produktionsmöglichkeiten  dieser
Gebiete  zu  geben.  Die  Verhältnisse  sind  sehr
mannigfaltig.  Neben  ausgedehnten  Steppen  mit
geringeren  Niederschlägen  besitzen  wir  weite,  reich
bewässerte  Bezirke,  an  der  Küste  von  Kamerun
eines  der  regenreichsten  Gebiete  der  Erde  mit
7  bis  9  und  10  m  Regenhöhe  im  Jahre.  Ich
will  mich  darauf  beschränken,  einige  der  wichtigsten
  Rohstoffe  zu  nennen,  welche  heute  schon
von  unseren  Tropengebieten  in  erheblichem  Umfang
  geliefert  werden.  In  allen  Steppengebieten
Ostafrikas  gedeiht  die  Sisalagave,  deren  Hanf
        <pb n="188" />
        W  118  20

von  der  Tauwarenindustrie  sehr  geschätzt  wird.
Die  plantagenmäßige  Produktion  von  Kautschuk,
den  die  elektrische,  die  Maschinen-,  die  Antomobil=Industrie
  in  wachsenden  Mengen  gebraucht,  greift  in
den  regenreichen  Gebieten,  in  Neu-Guinea,  Samoa,
Kamerun,  Teilen  von  Ostafrika,  rasch  um  sich
und  ersetzt  allmählich  die  raubbaumäßige  Gewinnung
  durch  die  Eingeborenen.

Ol=  und  Fettpflanzen  verschiedener  Art  wachsen
ziemlich  überall.  Etwa  5  Prozent  unseres  beträchtlichen
  Netto-Imports  kommen  aus  unseren
Kolonien.

Durch  die  Arbeiten  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitces  ist  festgestellt,  daß  die  Baumwolle
in  Togo,  in  den  höheren  Lagen  von  Kamerun,
besonders  aber  im  Süden  von  Ostafrika,  und
zwar  dort  die  hochwertige  egyptische  Baumwolle
gedeiht.  Heute  erscheint  die  Erwartung  begründet,
daß  Afrika  dereinst  das  nordamerikanische  Monopol
  brechen  wird,  und  wir  selbst  einen  Einfluß
auf  die  Preisbildung  dieses  so  wichtigen  Rohstoffes
  gewinnen  werden.  Dieselbe  Hoffnung  begründen
  für  Kupfer  die  reichen  Erzlager  in
Südwestafrikan.  Nimmt  man  hinzu,  daß  in
Kamerun  Kakao,  in  Usambara  Kaffec  ausgedehnten
  Anbau  finden,  wenn  sie  auch  unter
Schädlingen  und  niedrigen  Preisen  zu  leiden
haben,  daß  Mais  und  Reis  in  Massen  von
den  Eingeboren  gewonnen  werden,  in  Südwest
  die  Wollschafzucht  sich  vor  dem  Aufstand  in
bester  Blüte  befand,  und  wir  in  den  Waldbeständen
der  Tropen  ein  großes  Exportmaterial  besitzen,  so
wird  man  sagen  müssen:  es  lohnt  sich,  diese
Kolonien  zu  entwickeln.  Sie  sind  in  der  Tat  geeignet,
  unser  Volk  für  wichtige  Rohstoffe  unabhängiger
  zu  stellen,  sie  bedenten  eine  wesentliche
Vermehrung  der  natürlichen  Reichtümer,  die
unserem  Volke  zur  Verfügung  gestellt  sind,  alles
in  allem  eine  großartige  Erweiterung  unseres
national  gesicherten  Arbeitsfeldes.

Aber  es  ist  noch  sehr  wenig  geschehen,  um
diese  Reichtümer  zu  heben.  Ich  sehe  dabei  von
der  erfreulichen  Entwicklung  Kiantschous  ab,  das
wir  als  Eingangstor  für  die  nordchinesischen
Märkte  vor  neun  Jahren  erwarben.  Im  übrigen
haben  wir  uns  in  den  ersten  zehn  Jahren  unserer
Kolonialtätigkeit  wesentlich  darauf  beschränkt,  eine
minimale  Verwaltung  einzurichten  und  kleinere
Expeditionen  in  das  Innere  zu  schicken.  In  den
letzten  zehn  Jahren  hat  sich  das  Interesse  für  die
Kolonien  zwar  mehr  und  mehr  belebt,  es  sind
zahlreiche  Plantagengesellschaften  und  Einzelunternehmungen
  begründet,  in  den  Tropenkolonien  mit
Einschluß  der  Südseeinseln  183  Millionen  Mark
investiert  worden;  dazu  kommen  etwa  31  Millionen
Kapitalanlagen  des  Reichsfiskus.  So  ist  die  Ausfuhr
  der  drei  wichtigsten,  der  afrikanischen  Tropen- 



kolonien  in  den  letzten  zehn  Jahren  auf  das
2½  fache  von  9,7  auf  23  Millionen  Mark  gewachsen.
  Doch  im  Vergleich  mit  der  großen
Ansdehnung  und  Ergiebigkeit  der  verfügbaren
Flächen  sind  dies  alles  sehr  kleine  Summen.
Obwohl  von  den  landwirtschaftlichen  Exporten
der  afrikanischen  Tropenkolonien  etwa  #/:  Kulturen
der  Eingeborenen  entstammen,  ist  deren  große
Masse  vom  Verkehr  noch  fast  unberührt  und  lebt
in  vollständiger  Naturalwirtschaft.  Von  den
400  000  bis  500  000  exportierten  Doppelzentnern
mußte  das  allermeiste  noch  auf  Negerköpfen  mehrere
Tagereisen,  wertvolle  Waren  mußten  in  Märschen
von  30  bis  60  Tagen  nach  der  Küste  geschafft
werden.  Es  fehlt  also  an  Verkehrsmitteln,  an
Eisenbahnen.  Bisher  sind  glücklich  drei  kurze
Stichbahnen  von  100  bis  200  km  Länge,  davon
zwei  aus  Reichsmitteln  für  das  995  000  qkm  große
Deutsch-Ostafrika,  eine  in  Togo  —  hier  bekanntlich
unter  Zinsgarantie  der  Kolonie,  die  bereits  finanzielle
  Uberschüsse  abwirft  —  gebaut  worden.

An  der  so  unzulänglichen  Ausstattung  trägt
aber  nicht  bloß  der  Reichstag,  sondern  ebenso  der
Bundesrat  und  die  bisherige  Kolonialverwaltung,
man  kann  sagen  das  ganze  Volk  die  Schuld;
denn  das  Verständnis  für  die  Größe  der  zu  lösenden
Aufgabe  ist  noch  wenig  verbreitet.

Vergegenwärtigen  wir  uns  das  weltwirtschaftliche
  Problem,  an  dem  mitzuarbeiten  wir  berufen
sind.  Zwei  Perioden  der  Kolonialgeschichte  sind
ohne  unsere  direkte  Beteiligung  vorübergegangen.
In  der  ersten,  die  fast  bis  in  die  Mitte  des
19.  Jahrhunderts  dauerte,  griff  die  intensivere
Nutzbarmachung  der  obkkupierten  Gebiete  für  die
europäische  Kultur  nur  entlang  den  großen  Strömen
weit  über  die  Küstenränder  hinaus.  Der  Einfluß
des  kolonialen  Handels  auf  das  Wirtschaftsleben
von  Europa  —  wenigstens  des  Festlandes  —
blieb  deshalb,  vom  Edelmetallhandel  abgesehen,
verhältnismäßig  gering.  Die  zweite  Hälfte  des
19.  Jahrhunderts  brachte  mit  den  Eisenbahnen:
die  Emanzipation  von  den  Wasserstraßen,  die  Aufschließung
  und  Besiedlung  der  Bezirke  von  gemäßigtem
  und  subtropischem  Klima  im  Innern
der  Kontinente,  und  daraus  erwuchs  ebenso  die
schwere  Konkurrenz  für  die  Landwirtschaft,  wie  die
fast  sprunghafte  Industrieentwicklung  der  letzten
Jahrzehnte  in  Westeuropa,  besonders  auch  in
Deutschland.  Aber  die  Kolonialgebiete  der  gemäßigten
  Zone  werden  selbst  mit  großer  Raschheit
zu  Industrieländern,  und  es  ist,  von  aller  Handelspolitik
  abgesehen,  nicht  darauf  zu  rechnen,  daß
unser  Absatz  dorthin  sich  in  dem  Tempo  der  Besiedlungszeit
  weiter  entwickeln  wird.  Auch  haben
alle  jene  Siedelungsgebiete  die  Tendenz,  zu  selbständigen
  Staaten  zu  werden,  soweit  sie  es  noch
nicht  sind.
        <pb n="189" />
        G  119  20

Heute  uUnn  steht  die  Kulturmenschheit  vor  einer
neuen,  der  letzten  kolonisatorischen  Aufgabe:  die
opischen  Binnengebiete  der  großen  Kontinente,
Südamerikas,  vor  allem  auch  Afrikas  aufzuschließen
und  sie  einer  planvollen  Nutzung  zuzuführen.  Eine
olossale  Mehrung  des  allgemeinen  Reichtums,  der
für  unseren  Bedarf  verfügbaren  Güter  steht  davon
zu  erwarten.  Ist  doch  die  Züchtung  von  Tropenbflanzen
  erst  seit  kurzem  zum  Gegenstand  wissenschaftlichen
  Nachdenkens  geworden.  Wir  haben
umB  so  mehr  Anlaß,  an  die  neue  Aufgabe  frischen
Mutes  heranzutreten,  als  die  Erschließung  der
Troben  nicht  eine  Gefährdung  unserer  eigenen
Vodenkultur,  wohl  aber  eine  dauernde  Stärkung
Unserer  Industrie  in  Aussicht  stellt.  Deun  so  sehr
die  tropische  Sonne  die  Vegetation  begünstigt,  so
lehr  erschwert  sie  die  arbeitsintensive  Industrietätigteit.

lür  die  Rohstoffproduzenten  der  Zukunft  erklärt.
Hier  scheint  sich  wirklich  eine  endgültige  Arbeitsteilung
  zwischen  Agrar=  und  Industriestaaten  an-Zubahnen.
  Alle  jene  Gebiete  sind  aber  auch  von
Nassen  bevölkert,  welche  nicht  vermochten,  aus
eigener  Kraft  eine  Rechtsordnung  zu  schaffen,
Freiheit  und  Eigentum  genügend  zu  sichern.
Deshalb  ist  ihre  politische  Beherrschung  durch  die
tulturvölker  die  Voraussetzung  für  ihre  eigene
kultivierung  und  für  die  Herstellung  einer  wirklichen
  Weltwirtschaft.  Und  alles  spricht  dafür,
aß  die  Tropen  dauernd  dieser  Herrschaft  unterworfen
  bleiben.  Deshalb  werden  die  Anstrengungen,
  das  Blut  und  das  Geld,  die  wir  unseren
kolonien  zuwenden,  auch  dauernd  unserem  Volke
iugute  kommen,  wenn  nur  die  Kolonien  selbst
lus  erhalten  bleiben.  Zuerst  hat  England  die
eue  Situation  begriffen,  stehen  doch  heute  an  der
iondoner  Stock-Exchange  die  Kolonialwerte  ganz

Vordergrund.
schlds  zentrale  Mittel  zur  wirtschaftlichen  Erwleung
  und  zur  Sicherung  der  Herrschaft  über
bante  Territorien  ist  aber  der  Bau'  von  Eisen--nen
  —  in  der  heißen  noch  viel  mehr  als  in
gemäßigten  Zonec.  Denn  die  Herstellung  und

sterhaltung  guter  Straßen  ist  im  Gebiet  der

Schon  Friedrich  List  hat  die  Tropen- 



tropischen  Regengüsse  ungefähr  ebenso  teuer,  wie
von  Eisenbahnen,  und  die  Zugtiere  unterliegen
dort  vielerlei  Gefahren.  Nicht  anders,  als  durch
die  Einbeziehung  in  den  großen  Verkehr,  kann  der
Zustand  der  Naturalwirtschaft  durchbrochen,  kann
ein  Anreiz  geschaffen  werden,  daß  die  Eingeborenen
über  den  eigenen  Bedarf  hinaus  produzieren  und
zu  Käufern  für  unsere  Industrieprodukte  werden.
Vereinigt  sich  mit  diesem  Anreiz  der  gelinde  indirekte
  Arbeitszwang,  welcher  durch  die  Hüttensteuer
  ausgeübt  wird,  so  ist  zu  hoffen,  daß  bei
geeigneter  Belehrung  aus  den  Eingeborenen  allmählich
  ein  tüchtiger  Kleinbauernstand  wird,  neben
den  sich  die  Plantagenunternehmer  als  fortschreitende
  und  richtunggebende  Leiter  von  Großbetrieben
  stellen.

Eisenbahnen,  die  solch  allgemeinen  Zwecken
dienen,  pflegen  erst  in  späterer  Zeit  Reinerträge
zu  bringen  und  erfordern  deshalb  den  Aufwand
erheblicher  staatlicher  Mittel.  Nicht  überall  liegen
die  Verhältnisse  so  günstig  wie  in  den  südwestafrikanischen
  Kupferdistrikten,  welche  die  Otavi-Minen=
  und  Eisenbahngesellschaft  durch  ihre
570  km  lange  Strecke  auf  eigene  Kosten  aufschloß.
Wenn  die  Vereinigten  Staaten  die  Pazifikbahnen
durch  großartige  Subventionen  förderten,  wenn
die  Engländer  aus  Reichsmitteln  die  940  km
lange  Ugandabahn  herstellten,  die  hauptsächlich
aus  unseren  volkreichen  Gebieten  am  Viktoriasee
die  Frachten  erhält,  während  Britisch-Ostafrika  an
Ertragsfähigkeit  weit  hinter  dem  deutschen  Schutzgebiet
  zurückbleibt,  so  hätte  Deutschland  als  das
klassische  Land  der  Staatsbahnen  erst  recht  Veranlassung,
  mit  öffentlichen  Mitteln  für  die  Herstellung
  jener  Durchgangslinien  zu  sorgen,  welche
erst  eine  wirkliche  Besitznahme  der  von  uns  beschlagnahmten
  weiten  Gebiete  bedeuten  würden.
Die  Lasten,  die  eine  großzügige  Kolonial=  und
Machtpolitik  dem  deutschen  Volke  auferlegt,  werden
durch  die  davon  zu  erwartende  Förderung  des
allgemeinen  Wohlstandes  reichlich  wieder  eingebracht.
  Freilich  ist  eine  gerechte  Verteilung  dieser
Lasten  unter  kräftiger  Heranziehung  der  besitzenden
Klassen  zu  fordern.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Die  Eisenbahn  Lome  —alime.

(Lodde  Bahnlinie  von  Lome  nach  Palime
greso)  it  am  Geburtstage  des  Kaisers  unter
gebüer  Beteiligung  der  weißen  und  der  einbeseorenen
  Bevölkerung  )  (zugleich  mit  einer  reichschickten
  landwirtschaftlichen  Ausstellung)  feierlich

  eröffnet  und  am  Tage  darauf  dem  allgemeinen
  Verkehr  übergeben  worden.

*)  Dem  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee  wird  telegraphisch
  gemeldet,  daß  250  Weisze  und  8000  Eingeborene
  zugegen  gewesen  seien.
        <pb n="190" />
        G  120  20

Damit  ist  wiederum  ein  für  die  wirtschaftliche
Hebung  unseres  überseeischen  Besitzes  bedeutungsvolles
  Unternehmen  zum  Abschluß  gelangt.  Wie
außerordentlich  fruchtbringend  die  Bahnlinie  für
Togo  sein  wird  und  welche  guten  Aussichten  sich
für  dieses  bisher  von  allen  unseren  Kolonien
allein  auf  eigenen  Füßen  stehende  Schutzgebiet
eröffnen,  beweisen  die  Anpflanzungen,  welche  der
Bahnlinie  nachfolgten,  je  nach  Freigabe  ihrer
einzelnen  Teilstrecken  für  den  öffentlichen  Verkehr.
Man  kann  schon  heute  konstatieren,  daß  links  und
rechts  von  der  Bahnlinie  weithin  der  jungfräuliche
Boden  in  Kultur  genommen  ist  und  daß  dort
ausgedehnte  Maisaupflanzungen  entstanden  sind.

Die  Anpflanzungen  von  Mais  rentieren  sich
erst  jetzt  durch  die  billige  und  zuverlässige  Transportmöglichkeit
  an  die  See;  die  Statistik  zeigt
schon  eine  ganz  bedeutende  Ausfuhr  von  Mais,
während  man  früher  eine  solche  in  Lome  überhaupt
  nicht  kannte.  Dasselbe  gilt  hinsichtlich  des
Palmöls,  des  Gummis  und  der  Baumwolle.
Der  Export  von  Palmöl  insbesondere  ist  in  der
kurzen  Zeit  des  Bahnbaues  derartig  gestiegen,
daß  schon  heute  auf  den  Stationen  besondere
Ladevorrichtungen  aufgestellt  werden  müssen,  um
die  verfügbaren  Güterwagen  voll  beladen,  d.  h.
voll  ausnützen  zu  können.

Auch  der  Personenverkehr  hat  sich  bereits  derartig
  entwickelt,  wie  es  niemand  zuvor  vermutete.
Die  Annahme,  daß  die  Eingeborenen  die  Eisenbahn
  nicht  benutzen  würden,  hat  sich  als  gänzlich
falsch  erwiesen.  In  Noöpe  z.  B.,  einer  Station,
welche  26  Kilometer  hinter  Lome  liegt,  besteht
schon  seit  der  (in  Gegenwart  der  Reichstagsabgeordneten
  September  1905  erfolgten)  Eröffnung
  dieser  ersten  Teilstrecke  ein  Markt,  der  von
der  Eingeborenenbevölkerung  sehr  stark  besucht
und  wobei  für  die  Hin=  und  Rückfahrt  von  den
Eingeborenen  ausschließlich  die  Bahn  in  Anspruch
  genommen  wird.

Andererseits  zeigt  sich,  daß  die  Eingeborenen
ihre  bisherigen  Wohnstätten  verlassen  und  sich  in
nächster  Nähe  der  Bahnlinie  ansiedeln,  vor  allem
da,  wo  durch  Anlage  von  Brunnen  für  ausreichendes
  und  dauerndes  Trinkwasser  gesorgt  ist.

In  Lome  reichten  vor  dem  Beginn  des
Bahnbaues  die  vorhandenen  Zollschuppen  bei
weitem  aus;  schon  während  des  Bahnbaues
mußten  sie  aber  zur  Schaffung  der  erforderlichen
Lagerräume  vergrößert  werden,  und  heute  steht
bereits  fest,  daß  sie  eine  abermalige  Vergrößerung
erfahren  müssen,  um  dem  in  nächster  Zeit  zu  erwartenden
  Verkehr  zu  genügen.

Der  Bau  der  rund  122  Kilometer  langen
Linie  hat  etwas  mehr  als  zwei  Jahre  gedauert.
Er  ist  für  Rechnung  des  Schutzgebietes,  das  die
eorforderliche  Bausumme  vom  Reiche  als  ein  mit

 

3⅛  Prozent  verzinsliches  und  binnen  dreißig
Jahren  zurückzuzahlendes  Darlehn  empfangen  hat,
durch  die  Firma  Lenz  &amp;amp;  Co.  in  Berlin  zur
Ausführung  gelangt.

Die  Bahn  hat  gleich  der  im  Juli  1904  eröffneten
  45  Kilometer  langen  Küstenbahn  von
Lome  nach  Anecho  eine  Spurweite  von  1  Meter
und  ist.  nach  den  in  Deutschland  für  den  Bau
derartiger  Bahnen  gültigen  Vorschriften  ausgeführt.


Der  Betrieb  der  Bahn,  ebenso  wie  derjenige
der  Küstenbahn  und  der  Landungsbrücke  ist
gleichfalls  der  Firma  Lenz  &amp;amp;  Co.  übertragen
worden,  und  zwar  zunächst  bis  zum  1.  April
1908.  Die  Bankosten  sind  genau  noch  nicht
endgültig  zu  berechnen;  es  ist  aber  heute  schon
sicher,  daß  die  Voranschläge  nicht  nur  nicht  überschritten,
  sondern  daß  nicht  unbedentende  Ersvarnisse
  erzielt  werden.

r

Kamerun.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Herr  Hauptmann  Schennemann  hat  dem
Königlichen  Zoologischen  Museum  in  Berlin
6  Säugetiere  (Felle  und  Schädel)  und  10  Vogelbälge
  aus  dem  Bezirk  Sanga-Ngoko  (Südkamernn)
als  Geschenk  überwiesen.  Da  von  den  Säugetieren
  außer  dem  Affen  Cereocebus  bisher  noch
keine  von  den  gesammelten  Arten  im  Museum
vertreten  war  und  einige  auch  für  die  Wissenschaft
neu  zu  sein  scheinen,  so  bedeutet  die  Schenkung
eine  wertvolle  Bereicherung,  wofür  dem  Geber
der  beste  Dank  gebührt.

1
**i

Herr  Hauptmann  Glauning  hat  dem  Königlichen
  Zoologischen  Museum  in  Berlin  wieder
eine  reiche,  wertvolle  Sammlung  aus  dem  Begzirk
Bamenda  (Nord-Kamerun)  als  Geschenk  überwiesen.
  Sie  umfaßt  von  Säugetieren  13  Felle
und  9  Schädel  (darunter  zwei  vollständige  Felle
von  Büffeln,  zwei  vollständige  Felle  der  gelben
Grasantilope,  der  Schirrantilope,  des  Wasserbocks,
der  Fleckenhyäne,  von  zwei  Schimpansen,  Wildkatze,
  Pavian,  Borsteuratte),  ferner  sind  von
anderen  Tieren  154  Käfer,  59  Rhynchoten  und
eine  größere  Zahl  von  anderen  Jusekten  vertreten.
Da  aus  dem  Bezirk  Bamenda  bisher  das  Museum
  noch  nichts  erhalten  hat  und  bisher  überhaupt
  noch  sehr  wenig  bekannt  geworden  ist,  so“
enthält  diese  Sammlung  neben  solchen  Formen,
die  bereits  aus  den  übrigen  Teilen,  besonders
von  Yoko  bekannt  sind,  manche,  welche  hier
        <pb n="191" />
        W  121  2O

fehlen  und  besondere  Arten  darstellen.  Es  zeigt
sich,  daß  das  Gebiet  in  tiergeographischer  Hinsicht  ein
Abergangsgebiet  ist.  Sehr  interessant  ist  das
Vorkommen  von  zwei  Schimpansenarten  in  einem
und  demselben  Walde.  Da  die  Fundortsangaben
sehr  genau  sind,  so  wird  bei  weiterer  Durcharbeitung
  der  Fauna  dieser  Kolonie  die  Sammlung
  wichtige  Aufklärung  geben.  Das  Museum
nt  dem  Geber  für  die  wertvolle  Bereicherung  zu
9roßem  Danke  verpflichtet.

5—

Deutsch-Ostafrika.
Wissenschaftliche  Jammlungen.

Herr  Oberleutnant  Lademann  hat  vom
Offiierposten  Kondoa-Jrangi  in  Deutsch-Ostafrikaem
  Zoologischen  Museum  in  Berlin  wiederum
eine  sehr  wertvolle  Sammlung  von  Tieren  gecchenkt.
  Sie  enthält  22  Sängetierfelle,  16  Sängelierschädel,
  4  Hyänenzähne  und  einen  Vogelbalg.
Obwohl  das  Museum  an  ostafrikanischen  Säugetieren
  schon  reich  ist,  sind  in  der  Sammlung  doch
noch  mehrere  Arten,  welche  im  Museum  bisher
  nicht  vertreten  gewesen  sind,  besonders  von
den  Nohrrüßlern  der  Gattung  Petrodromus,  der

 

Halbaffe  Galago  und  die  kleinen  Eichhörnuchen  der
Gattung  Funisciurus.  Die  anderen  Formen  gehören
  den  Gattungen  Erinaceus,  Helogale,  Herpestes,
  Stcatomys  an.  Durch  die  Sammlung
wird  unsere  tiergeographische  Kenntnis  von  den
Sängetieren  Deutsch-Ostafrikas  sehr  erweitert,  indem
  manche  bisher  nur  in  den  Küstengegenden
gefunden  sind,  andere,  besonders  die  kleineren
Formen  von  Arten  der  Küstengegenden  verschieden
  sind.  Der  Wert  der  Sammlung  wird
durch  die  vorzügliche  Präparation  der  Stücke  und
die  genauen  Fundortsangaben  sehr  erhöht.  Das
Museum  ist  Herrn  Oberleutnant  Lademann  für
die  wertvolle  Bereicherung  zu  großem  Danke  verpflichtet.

1

Von  der  Forschungsexpedition  des  Herrn  Dr.
Jäger  nach  Ostafrika  ist  für  das  Königliche  Museum
  eine  Sendung,  die  außer  einem  Foetus  des
Weißbartgnus,  einem  Chamäleon  und  Süßwasserkrebsen
  hauptsächlich  eine  große  Zahl  von  Insekten
enthielt.  Die  Sammlung  ist  besonders  durch  das
Expeditionsmitglied  Herrn  E.  Oehler  in  der
Massaisteppe  gewonnen  worden.  Die  Objekte  sind
gut  konserviert  und  die  Fundorte  genau  angegeben
  und  zum  Teil  neu,  und  daher  ist  die
Sendung  zur  Ergänzung  der  Sammlungen  des
Museums  sehr  willkommen.

Uvbersicht  über  den  Gesamthandel  des  Schutzgebiets  Deutsch-Ostofriha  im  I.  Viertel  1906.
(Siche  Kolonialblatt  für  1906,  S.  63.)

 

 

 

.
I.  Viertel  I.  Viertel  ,
1006  1905  Zunahme  Abnahme
—  Mi.  Mk.  Mk.  Mt.
Kufuhr  über  die  Küstengrenze  5625011  3  172  800  2  452  211
zu:  Einfuhr  über  die  Binnengrenze  709  537  100  871  308  666  —
Gesamteinfuhr  6334  548  ½  573  671  2760  877
Ausfubr  i  .  -
Aj::!stl)1gbcrduszumcngrcnzc  1641()8819«1241  313  153
Sfuhr  über  die  Binnengrenze  659  671  39s  675  267996

Gesamtanofuhr

Ges  *’
G.  lamthandel  über  die  Küsftengrenze

4  *  :  .
samthandel  über  die  Binnengrenze

Gesamthandel  des  Schutzgebicts

 

2300  759  2315  916
7266.0990

——  2  139  058
1  369  208  5

792  54  70  662

 

 

8  635  307  5919  .587  2715  720
        <pb n="192" />
        W  122  2Ö

lbersicht  über  die  bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Deutsch-Ostafrika  im  zweiten  Viertelsahr  1906.
l  Über  die  KRuftengrenze.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Im
7  II.  Vierrel-II.  Viertel-#  à
NVaoar  .  .  «  ,  Jnnlnuspllbinlnm
Warengruppen  jahr  1906ahr  1905  Funah  "
Mk.  Mk.  Mk.  Mk.
A.  SESinfuhr.
I.  Ergeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowic  der
zugehörigen  Nebengewerbe.
a)  Korn  und  Hülsenfrüchte  .....  569476307360262116
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  ....  66  086  21510
Koloniale  Vergehrungsgegenstände,  nn**  ....  183  989  #5219
Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflangenwachs  ....  13  779  9208
e)  Getränke  laußer  Mineralwasser  .........  148  455  92919
1)  Sämereien  .........  2883  340
L)  Faserpflanzden  ..........  2229  725
il  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft  .  .....  ..  25  845  --  13243
Zunnncl  ·1()12742l562628450114
II.  Tiere  und  tierische.  Erzeugniffe
a)  Lebende  Tie  .  .....  24  489  30  396  -  5  90r
bl.  Fleisch  und  bare  ierijve  Etzeuguinse  a  aller  Art  .  .  1617731  125  8121  35  961
Tierische  Rohstoffe  ...  1468  575  893  E
Summe  51  .  187«·;(1156783:;0947
lllEllkinunlismcumfositlchiohstoffcMincmlolc......  217  582  96  884  120  698
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  .  63  912  68  435  1527
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzengnise  laußer  Schießbedarf)  96  861  71864  24997
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.  (außer  Lederwaren)
  ..  .16016535150101.1300038
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wach-  eluch,  irichmerwanen  .....  91164  33  7751  57  389
VIII.  Gummi=  und  Kautschukfwaren  .....  3308  1645  1663
IX.  Holzwaren,  Flecht-  und  Schnitzwaren  ..  97811  52  4481  15  363
X.  Papier-  und  Pappwaren,  literarische  und  Kunstgegenstände  53215  36  660)  16546
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  .  67707  59  776  7931
XII.  Metalle  u.  Merallwaren,  außer  Instrumenten.  Mascinen?“  i.  Waffen:
n)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbe  ʒeun  ..  ...  49883  71236  21  353
ß)  Fabrikate  844  1855351  74J  112  437  -
Summe  xii  ...  514068142998491084
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Nahrzeuge  .  .......  3256671690511621636
X1V.Mc1nuiImthumcon..  .  .......  28  541  37  751  9210
XV.  Geld  .....  .......  77!1t)t)10«.)12  29  612
Summe  A.  Einfuhr  143  8S61  3  172  800|1  267  061
B.  RKus’fuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft,  sowie  der
#gehörigen  Nebengewerbe.
Korn  und  Hülsenfrüchte  .  ...  .  819  G6  001  5  152
n  mnollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  .  1122  15908  176
J  Koloniale  Verzehrungsgegenstände  und  Genuhinel.  .  61  95  213282  151  330
4)  Olfrüchte.  Pflanzenöle  und  Pflanzenwach  .  3118076364022  45946
(-I()5ctmnkc.  ...  .  1745  96  1649
s)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Futtermitrel  .  4110  4992  —  882
g)  Faserpflanzen..  .  276  812  260  597  16  215
h)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschat:  .  5430935857914514
Znnnncl  .12()8089I1:3-9167  17107z
II.  Tiere  und  nerische.  Erzeugnisse.
a)  Lebende  Tie  .  ......  .  13  768  31  558  17  790
b)h  Tierische  Nahrungsmittel  .  ......  .  10  757  17  654  897
P)  Tierische  Rohstosse  .  358  5345522  86  985
Summe  II  .  :3890624947:34  —  105  672
III.  Mineralische  und  fossile  Noheie  ...  .....  .  45  329  344781  10851  —
IV.  Gewerbiche  Erzeugnisse  ..  .........  .  17  421  29  159  —  11  738
V.  Geld  ............  .  67  866  16  703  51  163  —-Summe
  B.  Ausfuhr  ##  ———  —  226  471
Dagu  A.  Einfuhr  14  G6L  B  172  800|1  267  O61I  -
Gesamthandel  über  die  Küstengrenzen.  6  167  6285  127  041|1  040  587
        <pb n="193" />
        123

—

Wichtigste  Warenpositionen.

Imll.  Fier  Stelzahr

Im  II.  Vierteljahr
1905

Zunahme

Abnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benennung  der  Waren
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  M.  kg  Mk.  ku  Mk.
A.  Einfuhr.
Reis  -.  81300  8  406|1  265  791  253  570  —  1181  488  215  107
Kabatfabr  ilate  22  824  79  795  3371  20  33  19  150  59  162  -  -
Zau-  und  Anbhols  166  012  25  385/  555098  59  915  —  —  389  086  34330
Vranntweine  aller  Art  23842  37229  6  166  10  131766  27099
Bische,  Soectiere  und  Süßwassettiere  121  275  35  460)200  604  52  803  79  329,  17343
Milch,  Butter.  Käse,  Eier,  Honig
und  sonstige  nerijche  Nahrungs-  n
mittel  .  4528485823  32  689  51  235  I!2  505  31588
Zementn  601  013  49  360/262  OP  „20  151141  915  18918
Sal.  ʒ  44885  36  051  6  309  25111  438  576  33  540
Perroleum  368  767  85  523269  798  58  42498969  27  100
Seisen  aller  Art  .  19487051922690606260255810  —  10  680
Dogen  und  achnh  .  Z770136825248994960513809  —  12  780
Saumwollgewebe  331  576  888  890  296  937  730  9961  34639  147  900
B  aumn  ollene  Veelteine  «
jnände  aller  Art  147  500  549  7001  144580  46184  2920  87  856  —
Vlas  *  und  lalhren  31806  511681  34227  18  635  25331  2421
Noheisen.  ciserne  bSchienen“
r  Stangen,  Blöcke.  331584  11  758  352  012  63  555  17158  21  797
Alle  nicht  besonder?  genanmen
w  Eisenwaren  550  446  305  2060770  555  275  778  2951821  109
Maschinen  für  industrielle  Betriebe  57  498  33274  46687  686231  10811  —  —  35  347
Transportmaschinen  und  Fahr-  .
zeuge  aller  Art,  auch  Fueriider  110  868  114  537  89  237  67391  51  631  47  146
Silbermünzen  21207  —  46  90
Aupfermünzen  «  30  517  53  00|  «
.1Z.«.1lus:-ful)r.
Laffee  65  720  353  5411156  556  169  860  90  836  116325
Vopra  064  (6,.  289  41111  275  788  324297  211  022  34  856
Flam  .  19096193  317  3-.1  057  —  99250  11961
Nohbaumvole  12  530  116,  96  408  —  52  675  83  961
aser  von  -isalagaven  263  8211  196  660  146  338  154627  117  4831  —  —-Ellllltlch
  k  .  532  918  76  177  520  830  12  113  810
(#ienbein.  83  635  5837  120  699  2053  37011
Läute  und  Felle  73  1271  67  227  74380  6432  1  253
chemwache  171  9093  202  222  654  19023  50  745
l  18379233482.)s(-()22:-ks7  961  7  490
II.  Über  die  Binnengrenze.
—
IIL.  l.
unt-  Viertel-Zunahmelbnahme
Warengruppen  jahr  1906|jahr  1905  ;  )
—  Mk.  Mk.  Mk.  WMt.
XN.  Einfuhr.
l.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
zugehörigen  Nebengewerbe.
a)  Korn  und  Oülsenfrüchte  .  5942  3273  2669
b)  Anollengewächse.  Gemüse  und  Früchte  1352  2  155  2197
)Noloniale  Vergehrungogegenstände,  Genu#minel  16  137  6791  936
ch  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwachs  .  790  364  26
Ch  Getränle  laußer  Mineralwasser)  18  686  10  648  8038
s  Sämereien  ......  102  178  76
)  Faserpflanzen  13  73  —  V
h))  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft  57  881  191157690  —
Summe  l  103  90oh3  80  230
        <pb n="194" />
        G  124  20

 

 

Im  II.BSu  I.
Mi  Biertel=  Viertel-zZunahmeslbnahme
O#nu  -.  —  .  .
Warengruppen  jahr  1906sjahr  1905
Mk.  Mk.  Mk.  Mék.
II.  Tiere  und  tierische  Erzgeugnisse.
a)  Lebende  Tiere  610  533  107
b)  Fleisch  und  cbare  tierische  erene  aller  Art  5  360  2  754  2  606
I  Tierische  Rohstoffe  9030  1047  19083
Summe  II  15  030  7334  7696
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe.  Mineralöle  8  744  1032  1712
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Ölen  .  5272  1  653  3  619
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse  (außer  Zciebedari  8  629  2891  5  738
VI.  Teriil-  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.  (auter
Lederwaren)  .  um's-H303398202146
VII.  Leder=  und  Lederwaren,  Wache  #  Kürschnecwaren  41874  4889  —  15
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  313  53  290
IX.  Holzäwaren,  Flechi=  und  Schnitzwaren  .  4511  1094  3  417
X.  Papier=  und  Pappwaren,  literarischer  und  Kunstgegenstände  .  6  056  855  5201
Xl.  Stein-,  Ton=  und  Glaswe  3z7  111252155  2169
XlII.  Metalle  und  Metallwaren“  außer  Instrumenten,  Maschinen  und
Waifen.  ·
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeug  1422  1  069  353
b)  Fabrikate  40  0081  177121)  31296
Summe  XII  50  1430I878131  619
XIII.  Instrumente.  Maschinen  und  ahr  zeuge  9875  2  831  704
XIV.  Wafien  und  Munition.  3  006  942  2  064
XV.  Geld.  —  1200  —  3200
Summe  1A.  Einfuhr  703  6311100  8711362  760
B.  Ausfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
ezugehörigen  Nebengewerbe.
a)  Korn  und  Hülsenfrüchte  23  627  1289  19338
b)  Knollengewächse.  Gemüse  und  Früchte  —  —  —
JRKoloniale  Vergehrungsgegenstände  und  Genubmirel  31202  2  568  28634
ch  Olfrüchte,  Pflanzenöle  und  Pflanzenwachs.  23579  5  42  18  159
)  Getränke  —  2  226  —  2226
)  Sämereien,  iebende  Pflanzen  und  Zuitermiitei  —  —
8)  Faserpflanze  .  6  460  1817  1553
h)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschait  .  37078  12782800)
Summe  I  121  88620  628  101  258
Il.  Tiere  und  lierische  Ergengnisse.
a)  Lebende  Tiere.  ·  14909  237212537
bjsuuniic  Ncilitttstgssinnttcl  .  482562716221094
c)  Tierische  Rohstoffe  .  4361835322422113761
Summe  II  499  3481  351  9561  147  392
III.  Mineralische  und  fossile  Nohstofe=  8  338  355  79083  «-IT
  Gemchltchc  Er  rzeugnisse  56871  18  736  —  13  0190
Summe  B.  Ausfuhr  635  25ho391  675243  58.)
Dazu  A.  Einfuhr  703  6311100  SNI  B62  760
Handel  über  die  Binnengrenze  1  398  8900.  792  516  606  344
II.  Cesamthandel.
Einfuhr  über  Küsten=  und  Binnengrenze  5203  492|3  573  67111  629  821
Ausfuhr  über  Küsten=  und  Binnengrenze  2  363  026|2  315910  17  110
Gesamthandel  7  566  5185  919  587/1  66  931  —
        <pb n="195" />
        W  125  eo
Wichtigste  Warenpositlonen.
—
Im  II.  BViertel-l%  Zm  II.  Vierteljahr
  1906  jahr  1905  3
Benennnug  der  Waren  jah  l  Zunahme  Abnahme
Menge  Wert  Menge  Wert
E  kg  Mk.  kg  Mk.  kg  Mk.  kg  Wel.
A.  Einfuhr.
Jaumwonlengewebr  18  321  156  501  81  958  176  15306  363  280  018  —  –
#awolleue  Vekleidungen  Fie
aller  Art  .  .  8601  33918.  45  888  119930  —  —.  37287  86  012
Glas  mnd  Gla-  swaren  25  001  36  788265  25  189  6736  11594
B.  Rbus-fuhr.
Erdnüsse  181  027  2281063  06  526417981  17576
amichmt  .  5983  37078  868  4278  5  115  32800
Nindviel  ySulchtaoh  775  10  6)7  32  612  743  1005
ilch.  uner-  Köäse.  Cier  .  85351441178T1812526478252389  11700  —
Elsenbei  60  1166  607  9187  517  8  316
dan  *  Felle  230  888  395  605167510  285  70263  378  109  00
Kusetrenwache  .  .  1389829611  1173023534  2168  hin-Matten
  und  sonstige  Waren  aus
-#  Gräsern,  Bast,  Fasern  153  1379  209089  9570  25306  8  191
etallwaren  1113  2983  8  775  7  708  1662  1725

Nachwelsung  der  Brutto-Einnahmen  der  Jollverwaltung  an  der  Hüste  Deutsch-Ostafrikas

im  Oonat  September  1906.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.  .
Zölle  für  Salz  Schlffahrts  Holzschlag!eeben  N7-*•-*7
  u  9
ollamt  Einfuhr  AusfuhrAbgabe  Abgabe,  Gebühren  Einnahmen  Ingetam
–  Rup.  E  Rup.  H.  Rup.  H.]  Rup.  O.  Rup.  H.  !  Rup.  H.  !  Rup.  H.  Mk.  Af.
banga  .  20  *ê  *  5  2  66754,5  756%  20  11  10  61  „8.524  43919)  32  585  59
Jangani  2  18843  22570  15  EEIEIEIIIIIIIE
Agamojo  8524345  3905  5  15  —  16.—  285  40  10824  40  14432
et  19250,  I187.  6#  37  8608  01,5]  51  9711"  69  295  72
S#wa  10  103  21  3  59313  205T  86,)  46  298  30  55  o2  14  30153  19  068  71
Lindi  6  12791  2  623  53  43½2½5  12  +3326  80  34  98  9  12950,5  12  17279
Zus.  in  Rup.107S8TO%79
—  —.
*  Zus.  Sept.  1906  143  449  Mt.  32  696  Mt.  s  4559  Mt.  193  Mk./  874Mt.  2017  Mt.
Fagegen  im  46  Pf.  33  Pf  27  Pf.  33  Pf.  —  Pf.  01  Pf.  6  6
Sept.  1905  MM  147  14  56  38  1899  33595  60  2668  56  119775  37
zun...  Abn.  —32  2NNO  +  86

 

Deutsch-Südwestafrika.

Soldatenbriefe  aus  Sübwestafrika.
edn  den  deutschen  Zeitungen  sind  im  Laufe
Sübrwäste  Jahre  häufig  Briefe  von  deutschen
vig  seestafrikatriegern  veröffentlicht  worden.  Die
zählen  uns  von  den  Mühen  und  Strain
  der  Verfolgung  eines  grausam-wilden
s,  von  dem  schönen  und  herzlichen  Verlis
  zwischen  Offizier  und  Soldat,  von  heiterem
or  und  ennsten  Stunden,  und  stellen  auch

(Feindes
hältnis
Humo

dem  Lande  Südwestafrika,  das  die  Kolonialgegner
immer  herabsetzen,  ein  besseres  Zeugnis  aus,  als
jene  erwarteten.
Ein  Reiter
seine  Eltern:
„An  einer  Wasserstelle  kam  es  zu  einem
Gefecht  mit  den  Hereros,  bei  dem  unglücklicherweise
  ein  deutscher  Unteroffizier  fiel.  Mitten
durchs  Auge  geschossen,  war  er  sofort  tot.  Wir
begruben  ihn  feierlich,  aber  seine  Leiche  sollte
nicht  lange  ruhen.  Der  Rückmarsch  führte  uns

schreibt  aus  Grootfontein  an
        <pb n="196" />
        G  126  20

auch  an  das  Grab  unseres  lieben  Kameraden.
Aber  ein  Schauder  erfaßte  uns  bei  dem  Anblick.
  Die  Dornenhecke  war  zerstört,  das  Grab
aufgewühlt,  der  Tote  verschwunden.  Die
schwarzen  Teufel  hatten  die  Leiche  an  den
Beinen  herausgezogen  und  in  die  Wildnis
verschleppt  und  den  Raubtieren  überlassen.
Diese  rohe  Handlung  erklärt  sich  aus  der  Gier
der  Herero  nach  den  Kleidern  unserer  Gefallenen.
  Nachdem  sie  diese  angezogen,  verstümmeln
  und  zerstückeln  sie  die  Leichen  und
überlassen  sie  den  Raubtieren!  Trotz  eifrigen
Suchens  wurden  die  Leichenräuber  nicht  gefunden!
  Gefangene  machten  wir  zwar  genng,
aber  die  richtigen  bekamen  wir  nicht!  Es  ist
Befehl,  auf  die  schwarzen  Halunken  nicht  zu
schießen,  bevor  sie  nicht  geschossen  haben.  Obwohl
  die  Schurken  an  Grausamkeit  eigentlich
  unterm  Raubtier  stehen,  werden  sie
gut  behandelt,  so  daß  sie  gar  keine  Angst
vor  den  Deutschen  haben.  Wir  erbenteten
auch  20  Stück  Groß=  und  Kleinvieh.  Den
Gefangenen  wurde  gestattet,  sich  eine  Kuh  zu
fangen  und  für  sich  zu  schlachten.  Denen,  die
Wasser  gegraben  haben,  wurde  sogar  eine  kleine
Portion  Num  gegeben.  Die  gefangenen
Herero  haben  es  entschieden  besser  als
die  beraubten  Farmer,  die  verwumdeten
und  verstümmelten  Soldaten,  die  Hinterbliebenen
  der  Erschlagenen  und  Beraubten.
Doch  darüber  hat  der  Soldat  nicht  nachzudenken,
für  ihn  gibt's  nur  gehorchen.“

Entgegen  der  sozialdemokratischen  Behauptung,
unsee  Soldaten  seien  roh  und  grausam,  wird
also  hier  das  Gegenteil  festgestellt.  Desgleichen

in  folgendem  Briefe,  der  am  16.  Februar  1906

im  „Schwäbischen  Merkur“  zu  Stuttgart  abgedruckt

  war:

„Es  freut  mich  sehr,  daß  mein  liebes,  altes
Bataillon  auch  noch  meiner  gedacht  hat,  wie
auch  ich  dasselbe  noch  niemals  vergessen  habe
und  meiner  stets  bewußt  bin,  daß  ich  hier  in
Afrika,  wo  wir  aus  allen  deutschen  Regimentern
zusammengestellt  sind,  nicht  nur  für  meine,
sondern  auch  für  die  Ehre  meines  früheren
Regiments  bzw.  Bataillons  und  Kompagnie
aufzukommen  habe.  Ich  habe  bis  heute  geleistet,
  was  ich  konnte,  und  schon  so  manchmal
dem  Tod  ius  Auge  geschaut,  aber  auch  in  den
schwersten  Stunden,  nahe  des  Verdurstens  und
Verhungerns,  war  ich  mir  meiner  Aufgabe
vollauf  bewußt  und  habe  nie  gewankt,  mein
Trost  war  mir  immer  dn  bist  ja  freiwillig
nach  Afrika,  jetzt  zeige,  was  mit  dir  los  iste,
und  stets  kam  ich  durch.  Als  ich  mich  seinerzeit
  im  April  1905  verlaufen  hatte  und  sieben

 

gauze  Tage  und  Nächte  ohne  Wasser
und  ohne  Essen  umherirrte,  glaubten  meine
Behehten  und  meine  Kameraden,  da  ich
auch  keine  Patronen  bei  mir  hatte,  der  Reiter
ist  verloren,  und  doch  wollte  es  Gott,  daß  ich
nicht  nur  wieder  mal  gefunden  wurde  wie
eine  Leiche,  sondern  auch  zeigen  konnte,  daß
diese  schwere  Probezeit  mich  vor  nichts  zurückschrecken
  konnte.“

Ahnlich  im  folgenden  Schreiben  eines  an  der

Telegraphenlinie  tätigen  Unteroffiziers,  der  an
seinen  früheren  Vorgesetzten  schreibt  (Dortmunder
Zeitung  vom  27.  Oktober  1905):

„Die  Hottentotten  schneiden  immer  den
Draht,  welcher  auf  der  Erde  liegt,  entzwei,
und  stören  damit  den  ganzen  Betrieb.  Sehr
oft  nehmen  sie  1000  Meter  und  noch  mehr
mit,  da  dauert  es  manchmal  tagelang,  ehe  die
Leitung  wieder  im  Gange  ist.  Manchmal,
wenn  sie  den  Draht  kaput  gemacht  haben,
liegen  sie  auf  der  Lauer  und  warten,  bis  die
Patronille  kommt,  um  sie  abzuschießen,  wobei
ihnen  immer  mehrere  Gewehre  und  sämtliche
Kleidung  in  die  Finger  fallen.  Die  Patronillen-Apparate
  nehmen  sie  auch  mit,  es  kostet  so  ein
Kästchen  500  bis  600  Mark.  Vor  14  Tagen
sind  von  unserer  Abteilung  wieder  zwei  Mann
dabei  ums  Leben  gekommen.  Sie  hatten  den
Leuten  die  Kleider  ausgezogen,  alles  abgenommen
  und  ihnen  den  Schädel  eingeschlagen
und  dann  alle  Glieder  verstümmelt,  sie  waren
kanum  zu  erkennen.  Die  Schwarzen  waren  alle
von  Morenga,  und  es  passierte  in  der  Zeit,
wo  die  Friedensverhandlungen  waren.  Morenga
  bekam  noch  so  viel  Tabak  und  Rum,
er  sollte  eher  Frieden  machen,  meinte  der
Herr  General.  Aber  als  der  schwarze  Häuptling
  sich  lange  geung  ausgeruht  hatte,  ist  er
entflohen  mit  all  seinen  Kerls  und  ohne  ein
Gewehr  abzugeben.  Es  ist  nun  schon  das
drittemal  passiert,  daß  Morenga  die  Leitung
der  Truppen  betrogen  hat.  Jetzt  ist  wieder
alle  unsere  Mühe  verloren.  Aber  der  Fehler
liegt  daran,  daß  die  Schwarzen  zu  sehr
geschont  werden.  Trifft  man  mal  so  einen
Hund,  so  darf  man  ihm  noch  gar  nichts  tun,
aber  unsere  Kameraden  finden  ein  so
trauriges  Los  unter  ihren  Händen.  Man
tröstet  sich  damit,  daß  wir  Soldaten  sind,  die

für  ihren  Kaiser  kämpfen  und  bluten  wollen.

Es  ist  eben  Krieg  und  ich  für  meine  Person
habe  die  schönen  Lehren  des  Herrn  Oberleutnants
  immer  vor  Augen.  Sollte  ich  einmal
im  Gefecht  fallen  oder  auf  Patronille,  so  kann
ich  mit  dem  Bewußtsein  sterben,  ich  habe  meine
Pflicht  getan  und  Herrn  Oberleutnant  seiner
Erziehung  Ehre  gemacht.“
        <pb n="197" />
        W  127  20

Ein  Berliner  Blatt  („Morgenpost“)  veroffentlichte
  am  7.  August  1905  das  nachstehend  mit
wenigen  Auslassungen  wiedergegebene  Schreiben:
„Hoffentlich  habt  Ihr  mein  letztes  Schreiben
ans  Hafuur  erhalten,  worin  ich  von  dem
Gefecht  schrieb.  Wir  sind  immer  noch  nicht
fertig  mit  den  Hottentotten,  und  wer  weiß,
wie  lange  es  noch  dauert,  und  was  uns  die
Zukunft  bringt.  Trotzdem  die  Hottentotten  in
vielen  Gefechten  geschlagen  sind,  leisten  sie  noch
den  heftigsten  Widerstand.
as  Land  ist  hier  für  den  Krieg  so  ungünstig,
  wie  man  sich  in  Deutschland  gar  nicht
denken  kann,  überall  ungehener  ausgedehnte
Steppen  und  Gebirge.  Das  Gebirge,  woraus
sie  so  lange  nicht  herauszukriegen  waren,  ist
so  zerklüftet,  zerrissen  und  steil,  daß  es  nur
wenige  Pfade  gibt,  die  gangbar  sind.  Dann
ist  es  ganz  unbekannt,  denn  es  gibt  Stellen,
die  noch  keines  Weißen  Auge  gesehen  hat.
Dagegen  die  Hottentotten  kennen  jeden  Schlupfwinkel.

Die  Kalahari-Wüste  ist  nicht  so  wüst,  wie
man  gewöhnlich  annimmt,  sondern  nur  uns
Weißen  unbekannt.  Daher  können  wir  den
Hottentotten  nicht  weit  folgen.  Denkt  Euch
eine  ungeheure,  unendliche,  leichter  und  stärker
gewellte  Fläche;  am  größten  hat  diese  Ahnlichkeit
  mit  dem  Meer,  wenn  Sturm  ist;  lanter
Sandwellen,  bis  50  Meter  hoch  und  noch
höher,  bis  100  Meter.  Überall  steht  bis  meterhohes
  Gras,  Sträucher  und  niedrige  Bäume,
alles  dornenartig.  Große  Mengen  wilde  Kürbisse
  und  Gurken  wachsen  überall.  Diese
Früchte  sind  sehr  zweckmäßig  für  diese  Wüste,
denn  sie  sind  so  wasserhaltig,  daß  man  damit
Hunger  und  Durst  stillen  kann.  Es  gibt  auch
einige  uns  unbekannte  Wasserstellen.  Dann  ist
die  Tierwelt  sehr  zahlreich  vertreten.  Alle
Sorten,  von  der  Maus  bis  zum  Kudn  und
Jebra;  Erdeichhörnchen,  Hasen,  Erdschweine,
Steinböcke  —  so  groß  wie  unsere  Rehe,  auch
olche  Farbe  —  Springböcke,  eselgroß,  große
Antilopen,  Gemsböcke,  Spießböcke,  Hariebeester,
Wildebeester,  Kudus,  letztere  so  groß  wie
Rinder,  Zebras,  wilde  Esel,  verwilderte  Pferde,
dwen  und  Panther.  Am  meisten  gibt  es
Eidechsen  und  Schlangen  in  allen  Größen  und
gürben.  Ich  habe  schon  eine  ganze  Menge
on  diesem  Gezücht  totgeschlagen.  Bögel  gibt
es  so  viel,  daß  es  nunmöglich  wärc,  sich  eine

Zahl  zu  denken,  Milliarden  über  Milliarden,

Strauße,  Adler,  Geier,  Trappen,  größer  als
Gänse,  usw.  ppen,  groß

Win  dir  haben  jetzt  den  Rand  der  Kalahari-1
  uͤste  besetzt  und  lassen  die  Hottentotten  nicht
nehr  heraus.  Die  Regenzeit  ist  jetzt  vorbei,

 

und  das  in  Menge  vorhandene  Wasser  verdunstet
  wieder  rasch.  Wir  kommen  jetzt  nämlich
  in  die  trockene,  kalte  Zeit,  den  südlichen
afrikanischen  Winter.  Es  ist  kaum  glaublich,
was  für  eine  Kälte  hier  ist.  In  der  Nacht
friert  sogar  das  Wasser.  Die  Sonne  steht
mittags  so  steil,  wie  bei  uns  in  Deutschland
im  Hochsommer,  und  trotzdem  friert  man  im
gefütterten  Mantel  mittags.  Tag  und  Nacht
kein  Wölkchen  am  Himmel.  Die  Sterne
leuchten  so  klar,  daß  es  ziemlich  hell  ist.  In
der  Nacht  überhaupt  ist  die  Luft  so  klar,  daß
man  ungeheure  Strecken  weit  sehen  kann.
Berge,  die  150  Kilometer  weit  sind,  kann  man
mit  bloßem  Auge  erkemnnen.  Wir  müssen  das
Wasser  stundenweit  holen  auf  Trageseln  und
Blechkannen;  es  ist  so  knapp,  daß  es  kaum
zum  Essen  und  Trinken  ausreicht.  Wenn  man
sich  alle  14  Tage  wäscht,  ist  das  sehr  oft.
Wir  sehen  schon  meistens  so  aus  wie  die
Hottentotten,  ganz  verbrannt  und  dreckig  im
Gesicht,  gelblich-braun.  Aber  das  macht  nichts.
Hauptsache  ist,  daß  wir  genng  zu  essen  und
trinken  haben  und  gesund  sind.  Ja,  das

Klima  ist  trotzalledem  mir  sehr  zuträglich,  denn

ich  bin  gerade  so  dick  wie  in  Deutschland.“

In  einem  Soldatenbrief,  den  die  „Tägliche
Rundschan“  vom  8.  April  1906  mitteilt,  heißt
es  voll  Begeisterung:

„Nun  will  ich  mal  mein  Denken  über
Afrika  aussprechen.  Wenn  ich  Euch  schreibe,
wie  es  hier  zugeht,  da  denkt  Ihr  immer,
daß  es  so  sehr  schlecht  ist  in  Afrika,  aber
wenn  man  es  von  der  anderen  Seite  betrachtet,
  so  ist  es  wunderschön.  Wenn
man  auf  einem  guten  Pferde  so  über  die
Ebenec  hinfliegt  oder  in  die  Berge  kommt,  wo
sich  wundervolle  Schluchten  dem  Auge  darbieten
  (nur  daß  in  solchen  Schluchten  gar  zu
oft  das  Verderben  lauertl!),  oder  wenn  man
zum  Beispiel  auf  einem  Berge  zur  Nacht  Posten
steht,  über  sich  den  afrikanischen  Himmel  in
seiner  Sternenpracht  und  den  hell  leuchtenden
Mond,  unter  sich  am  Fuße  des  Berges  blickt
man  auf  die  ruhenden  Kameraden.  Solch  ein
Anblick  hebt  einen  über  die  Wirklichkeit  hinweg
und  versetzt  uns  ins  Märchenland.“

Dann  geben  wir  zwei  Geistlichen  das  Wort,
die  als  Feldprediger  in  Südwestafrika  tätig  waren,
der  evangelische  Pfarrer  Schmidt  und  der  katholische
  Pater  Ziegenfuß.  Der  Erstgenannte
erzählt  die  folgenden  ergreifenden  Erlebnisse  aus
dem  furchtbaren  Kampf  im  Aub--Rivier  (1.  bis
4.  Jannar  1905):

„Der  Major  mit  dem  Schuß  in  den  Unterleib
  liegt  hier  und  leidet  entsetzliche  Qualen
auch  vor  Durst.  Er  ruft  mich  —  erzählt
        <pb n="198" />
        W.  128  20

Pastor  Schmidt  —  und  sagt:  „Bringen  Sie
meiner  Mutter  die  letzten  Grüße,  und  sagen
Sie  ihr,  daß  ich  im  Glauben  an  meinen  Erlöser
  sterbe!.  Die  Mutter  werde  ich  nun  besuchen
  und  ihr  mündlich  die  letzten  Grüße
bringen.  Als  ihm  die  Schmerzen  unerträglich
wurden,  gab  man  ihm  Morphium,  das  ihn
wieder  zur  Klarheit  brachte.  „Tausend  Mark
für  einen  Schluck  Wasser!  schrie  er.  Nach
einer  Weile  schrie  er  noch  einmal  auf:  „Zehntansend

  Mark  für  einen  einzigen  Schluck
Wasser!“  Es  half  natürlich  nichts.  Auf  den

letzten  Ruf  des  Majors  kommt  ein  schwerverwundeter
  Sergeant  herangekrochen,  der  noch
ein  bißchen  Rotwein  in  der  Flasche  hatte.  Er
schleppt  das  seinem  Major  herau  und  bittet
ihn,  zu  trinken.  Der  Major  sieht  den  Soldaten
  an,  man  merkt,  wie  er  mit  sich  ringt,
wie  er  aber  dann  entschlossen  den  Trunk  zurückweist.
  „Sie  müssen  zurück  zum  Geschütz,
sagt  der  Major,  strinken  Sie  darum  selbst;
mit  mir  ist  es  ja  doch  vorbei!  Der  Major
wollte  lieber  verdursten,  als  einem  noch  etwas
Kampffähigen  die  notwendige  Labung  entziehen.
  Ein  anderer  Soldat  wimmerte,  er
war  fast  zur  Unkenntlichkeit  zerschossen  und  lag
auf  der  Brust.  „Kann  ich  Ihnen  noch  einen
Liebesdienst  tun?  fragte  der  Feldprediger.
*Sorgen  Sie  dafür",  war  die  Antwort,  daß
dieser  letzte  Gruß  an  meine  Eltern  nach  Leipzig
kommt!  Es  war  ein  Notizbuch,  in  dem  geschrieben
  stand:  „Herzlichen  Gruß  von  Eurem
sterbenden  Sohne!  Ich  habe  hier  draußen  im
Kriege  bei  den  Gottesdiensten  meinen  Gott
und  Erlöser  wiedergefunden.  Euer  Sohn.=Er
  ist  nicht  der  einzige  gewesen;  es  haben
viele  draußen  ihren  Herrn  wiedergefunden.
Es  ist  bekannt,  wie  am  Abend  des  zweiten
Tages  von  Schwarzen  aufgestautes  Regenwasser
gesunden  wurde.  Herrliche  Szenen  von  Pflichttreue
  spielten  sich  ab,  als  die  ersten  Wassersäcke
  wieder  in  die  Schützenlinien  kamen.  —
Am  dritten  Tage,  dem  4.  Jannar,  gelang  uns
der  Sturm  mit  der  letzten  Kraft.  Die  Wasserstelle
  war  unser.  Nun  konnten  auch  die  armen
Pferde  getränkt  werden.  Schrecklich  war  es
gewesen,  wie  die  Tiere  vor  Durst  gebrüllt
hatten.  Vom  1.  Januar  früh  bis  4.  Jannar
nachmittags  3  Uhr  hatten  sie  keinen  Tropfen
bekommen.  Als  die  Tiere  jetzt  Wasser  witterten,
zitterten  sie  am  ganzen  Leibe.  Als  Leute  der
7.  Kompagnie  herankamen  zu  der  Wasserstelle,
stellten  sie  sich  erst  zusammen  und  die  halbverschmachteten

  Leute  stimmten  an:  „Nun
danket  alle  Gott,  mit  Herzen,  Mund  und

Ein  Kreis
Ein  Unter-Händen!“

  Dann  bochten  sie  ab.
von  Verwundeten  sitzt  beisammen.

 

offizier  reicht  einem  Kameraden  das  kleine

Feldgesangbuch  und  sagt:  -Du,  in  solchen

Zeiten  gewinnt  man  das  Buch  lieb!"

In  einem  Briefe  des  Paters  Ziegenfuß
finden  sich  folgende  Stellen:

„Das  allgemein  als  wasserlos  oder  doch
als  recht  wasserarm  bezeichnete  Sandfeld  wies
auf  unseren  beschwerlichen  Kriegszügen  zuweilen
  sehr  reichhaltige,  gute  Quellen,
selbst  größere  Wasserstellen  auf,  und  diese  besetzte
  und  behauptete  aufs  hartnäckigste  der  mit
einer  großen  Menge  Vieh  geflohene  Feind.
Das  Sandfeld  ist  eine  unermeßliche,  mit  niedrigem
  Gras  und  teilweise  lichtem,  teilweise
dichtem,  mäßig  hohem  Gebüsch  bestandene
Steppe;  Wege  sind  keine  vorhanden.

Durch  beständiges  Vorrücken  blieb  auch
bald  der  Nachschub  von  Proviant  aus;  die
hin=  und  hergehenden  Proviantkolonnen  vermochten
  mit  den  ermüdeten  und  abgetriebenen
Zugochsen  nur  äußerst  beschwerlich  in  dem
schwierigen,  unwegsamem  Gelände  zu  folgen,
und  o  Glückt  wenn  überhaupt  die  paar  Wagen
noch  eintrasen!  Wie  oft  waren  die  Kolonnenführer
  gezwungen,  ihre  ermatteten  Ochsen  einen
nach  dem  anderen  auf  die  Beine  zu  bringen,
wie  oft  mußten  sie  den  einen  oder  anderen
Ruhetag  einschieben,  um  die  Truppe  statt  in
drei,  in  vier  Wochen  zu  erreichen!  Traf  dann
der  Proviant  ein,  dann  war  die  Abteilung,
welche  den  Feind  nie  aus  dem  Auge  ließ  und
in  Fühlung  mit  demselben  stets  verblieb,  nicht
mehr  dort,  es  ging  von  neuem  weiter  unter
den  denkbar  ungünstigsten  Verhältnissen  und
noch  dazu  in  Feindesgebict.

Aber  erst  die  armen  Soldaten!  Feldmarschmäßig
  bepackt,  zu  Fuß,  mit  der  einen
oder  anderen  veisernen  Portion“  versehen,  am
Tage  in  einer  schwülen,  zuweilen  unerträglichen
Gluthitze,  und  bei  Nacht  in  einer  Kälte  von
manchmal  acht  bis  zehn  Grad  unter  Null  (im
September  und  Oktober)  stets  fechtbereit  sein!
Was  haben  unsere  Braven  unter  brenneudem
  Durst  und  qnälendem  Hunger,
unter  entsetzlichem  Staub  und  Frost  zu
leiden  gehabt,  das  spottet  aller  Beschreibung.
  Es  war  jammervoll,  wenn  am
Mittag  oder  Abend  für  einige  Stunden  Lager
bezogen  wurde;  nachdem  Parole=  und  Wachtbefehle
  ausgegeben  und  für  die  Sicherung  des
Lagers  gesorgt,  waren  die  Soldaten  oft  genötigt,
  eine  Viertel=  bis  eine  halbe  Stunde  weit
Brennholz  heranzuschleppen,  so  erschöpft  und
ermüdet  sie  waren,  um  sich  etwas  zu  kochen;
es  kam  wohl  vor,  daß  uns  gänzlich  das
Brennmaterial  ausging  und  wir  uns  nach
w„afrikanischen  Kohlen-,  nach  trockenem  Ochsen-
        <pb n="199" />
        W  129  20Ö

dünger  umsahen,  der  ebenfalls  nicht  immer
bei  der  Hand  war.  Ich  persönlich  hatte  so
oft  Gelegenheit  zu  beobachten,  was  man  nun
anfing:  Die  eine  Gruppe  kochte  sich  von  etwas
übriggebliebenem  Mehl  eine  warme  Mehlsuppe,
  die  andere  ein  heißes  Erbswurstsüppchen,

und  mein  letztes  Stück  Brot  —  hart  wie
Stein  teilte  ich  mit  den  Leuten.  Keineswegs

  ging  aber  dabei  jemals  der  Humor  aus,

lustiger  Gesang  würzte  das  karge  Mahl.“

Das  sind  herrliche  Zeugnisse  deutscher  Tapferkeit
  und  deutscher  Treue!

75

Oeutsch-Neuguinea.
ODie  Inseln  Oattv  und  Durour.

Bei  einem  Besuch  der  Inseln  Matty  und
Durour  (Neu-Guinea)  hat  der  Landmesser  Schmidt
ie  Größe  der  ersteren  auf  1368  ha,  die  der
letzteren  auf  510  ha  festgestellt.

Eingeborene  sind  auf  Matty  527  Köpfe  und
zwar  160  Männer,  122  Frauen  und  245  Kinder,
auf  Durour  475  Köpfe  und  zwar  114  Männer,
126  Frauen  und  235  Kinder.  Unter  den  Bewohnern
  befinden  sich  auf  Matty  35,  auf  Durour
*  angeworbene  Arbeiter.  Die  Sterblichkeit  auf
Matty  ist  auch  nach  der  Beobachtung  Schmitts

 

unverhältnismäßig  hoch.  Während  seines  siebenwöchentlichen
  Aufenthaltes  seien  10  Leute  gestorben,
  außerdem  hätten  weitere  so  abgezehrt
ausgesehen,  daß  ihre  Lebensdauer  voraussichtlich
nur  noch  eine  ganz  kurze  gewesen  sein  könne.
Auf  Durour  sei  dagegen  die  Sterblichkeit  eine
normale  zu  nennen.

r

Samoa.
Flutwelle  auf  Sawali.

Nach  einem  Bericht  des  Amtmanus  auf
Sawaii  wurde  am  28.  Oktober  v.  Is.  nachmittags
  ½6  Uhr  eine  kleine,  etva  40  m  breite
Flutwelle  beobachtet.  Sie  streifte  die  Dörfer
Safai  und  Satoalepai,  wo  sie  eine  alte  Frau
niederwarf  und  zwei  Kinder  fortspülte,  die  aber
später  unverletzt  wieder  zurückkehrten.  Darauf
verlief  sie  sich  bei  Fagamalo.  Ihre  Schnelligkeit
  betrug  ungefähr  20  Seemeilen  in  der  Stunde;
augenscheinlich  ist  sie  auf  ein  örtliches  Seebeben
zurückzuführen.

Orts-Fernsprechnetz  in  Apia.
In  Apia  ist  am  23.  Oktober  1906  ein  Orts-Fernsprechnetz
  eröffnet  worden;  die  Zahl  der
Hauptanschlüsse  beträgt  33.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Hroduktionsgebieten.

Währungsverhältnisse  in  den  Stralts  Settiements.

d  Die  Regierung  der  Straits  Settlements  hat
darch  Geses  vom  11.  September  1906  bestimmt,
Wn  sie,  um  bei  dem  steigenden  Silberkurs  den
¾  luß  von  Dollars  zu  verhüten,  künftig  nach
wier  freien  Wahl  auch  Gold  gegen  Noten  abgeben
unrd.  Außerdem  hat  sie  mit  Gesetz  vom  22.  Okbober
  1906  Gold,  den  Sovereign,  zum  gesetzlichen
Aahlungsmittel  erklärt  und  gleichzeitig  die  Einarnote,

  die  bisher  nur  bis  zum  Betrage  von
beabsiugelassen  war,  unbeschränkt  zugelassen.  Sie
ein  sichtigt  ferner,  den  gegenwärtigen  Straitsdollar
gencchiehen  und  durch  einen  in  Indien  zu  pränur
  d  neuen  Dollar  mit  einem  Feingehalte  von
ich  00  gegen  wie  bisher  900  zu  ersetzen.  Wenn
aus  chliehlich  noch  die  vom  Gonverneur  im  Rate
tüngedrückte  Loffnung,  daß  auch  der  halbe  Dollar
weutig  unbeschränkt  gesetzliches  Zahlungsmittel

den  würde,  verwirklicht,  so  würden  die  Kolonie

 

und  die  vereinigten  Malayenstaaten  den  Sovereign,
den  Straitsdollar  und  den  halben  Straitsdollar
als  gesetzliches  Zahlungsmittel  haben.

 

Jolltarljänderung  in  Gambia.

Laut  Verordnung  des  Gouverneurs  vom
19.  November  1906  (Nr.  12/1906)  sind  Gegenstände
  aller  Art,  die  von  dem  an  der  Spitze  der
Regierung  stehenden  Beamten  zum  persönlichen
Gebrauch  eingeführt  werden,  von  der  Freiliste
des  Zolltarifs  zu  streichen.

Trhe  Bonurd  of  Trade  Journal.)

Verbot  der  AKusfuhr  von  Kühen  und  Färsen  aus
(Dadagaskar.

Laut  Verordunng  der  französischen  Regierung

vom  31.  Dezember  1906  ist  das  Verbot  der
        <pb n="200" />
        G  130  20

Ausfuhr  von  Kühen  und  Färsen  aus  der  Kolonie
Madagaskar  nebst  Zubehörgebieten  bis  zum
31.  Dezember  1907  mit  der  Einschränkung  verlängert,
  daß  jeder  Ausführer  von  Ochsen  gleichgeitig
  eine  dem  zehnten  Teil  der  ausgeführten
Stückzahl  Ochsen  entsprechende  Anzahl  Kühe  und
Färsen  ausführen  kann.  Diese  Vergünstigung  darf
jedoch  nicht  von  einem  Ausfuhrposten  auf  einen
anderen  übertragen  werden.

Für  die  zur  Ausfuhr  gelangenden  Kühe  und
Färsen  wird  ein  Ausfuhrzoll  von  2,50  Franken
für  das  Stück  erhoben.

(lournal  oflicich  cle  Iu  Republiluc  Francaisc.)

Beitritt  von  britischen  fiolonien  und  Schutzgebleten
zum  britisch-rumänischen  Handelsvertrage.
Nach  einer  vom  rumänischen  Ministerium  der

auswärtigen  Angelegenheiten  im  Monitorul  Oficial

vom  6./19.  Dezember  1906  veröffentlichten  Notiz
sind  folgende  britische  Kolonien  und  Schutzgebiete
dem  zwischen  Rumänien  und  Großbritannien  unter
dem  18.|3  1.Oktober  1905  abgeschlossenen  Handelsund
  Schiffahrtsvertrage  beigetreten:  Honduras,

Ceylon,  Goldküste,  Hongkong,  die  Leewardinseln,

Nordnigeriag,  Südnigeriag,  St.  Helena,  die

Seychellen,  Somaliland,  Straits  Settlements,

Uganda  und  Weihaiwei.

Vorzugsbehandlung  kanadischer  Erzeugnisse  im
Südatfrikanischen  Sollverein.

Die  Parteien  des  Südafrikanischen  Zollvereins
haben  vereinbart,  daß  Waren,  die  in  Kanada
erzeugt  oder  gefertigt  sind,  sofern  der  Ursprung
genügend  nachgewiesen  ist,  zur  Vorzugsbehandlung
zugelassen  werden  sollen,  gleichviel,  aus  welchem
Lande  die  Versendung  solcher  Waren  nach  Südafrika
  erfolgt  ist.

Tlhe  Bonrd  of  Trade  Journal.)

Britische  Salomons-Inseln.

Aller  Tabak,  verarbeitet  oder  unverarbeitet,
einschließlich  Zigarren  und  Zigaretten,  unterliegt
laut  Verordnung  vom  3.  Oktober  1906  auf  den
britischen  Salomons-Inseln  einem  Einfuhrzoll
von  1  Schilling  pro  Pfund.

Vorhkommen  von  Dlatin  in  Transvaal.
Wie  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
berichtet  wird,  hat  der  bekannte  Spezialist  William
Bettel  in  Transvaal  das  Vorkommen  von

 

Platin  festgestellt.  Bereits  im  Jahre  1890  hat
der  genannte  Geologe  in  Sandmengen,  welche
aus  Minen  im  Distrikt  Klerksdorp  herrührten,
eine  geringe  Menge  von  Platina  konstatiert.  Dies
veranlaßte  ihn  zu  der  Schlußfolgerung,  daß  dieses
kostbare  Metall  in  Trausvaal  überhaupt  und  in
größeren  Mengen  vorhanden  sein  würde.

Durch  neue  Untersuchungen  ist  die  von  ihm
aufgestellte  Hypothese  bestätigt  worden.  Es  wurden
von  dem  Spezialisten  in  kleinen  Mengen  Erz,  aus
welchem  das  Gold  bereits  herausgezogen  worden
war,  infolge  einer  chemischen  Analyse  12  Proz.
Platin  nebst  76,17  Proz.  Osmium  und  Iridium,
7,5  Proz.  Iridium  und  Rhodium,  1,014  Proz.
Gold,  0,65  Proz.  Sand  und  2,64  Prog.  andere
Metalle  festgestellt.

Kürzlich  wurden  von  demselben  Geologen  aus
anderen  Minen  bezogene  Erzmengen  untersucht,
welche  ebenfalls  Platin  enthielten.

Mit  Rücksicht  auf  die  gegenwärtig  hohen
Platinpreise  dürfte  es  sich  nach  der  Meinung  des
genaunten  Sachverständigen  verlohnen,  in  dieser
Richtung  weitere  Untersuchungen  nach  der  Anwesenheit
  dieses  Metalls  vorzunehmen.

 

Ausstellung  südafrikanischer  Erzeugnisse  1907.

Um  die  Landesprodukte  Südafrikas  in  Europa
und  vor  allem  im  englischen  Mutterlande  bekannter
zu  machen  und  ihnen  dadurch  zum  Heile  der  mit
wirtschaftlichen  Nöten  kämpfenden  südafrikanischen
Kolonien  einen  besseren  Markt  zu  sichern,  haben
sich  die  Regierungen  der  Kapkolonie,  Natals,  des
Transvaal,  der  Oranjekolonie  und  Rhodesiens  auf
Anregung  des  kapländischen  Abgeordneten  Captain
Bam  entschlossen,  zu  Beginn  des  Jahres  1907
eine  Ausstellung  südafrikanischer  Erzeugnisse  in
London  zu  veranstalten.  Die  Ausstellung  soll
vom  13.  Februar  bis  zum  18.  März  in  der  Halle
der  Royal  Agricultural  Society,  Vincent  Sauarc,
stattfinden.  Der  König  hat  sein  und  der  Königin
persönliches  Erscheinen  zur  Eröffnungsfeier  zugesagt.
  Um  eine  möglichst  rege  Beteiligung  an
der  Ausstellung  zu  erreichen,  haben  die  kolonialen
Regierungen  beschlossen,  die  gesamten  Kosten  selbst
zu  tragen;  die  Aussteller  haben  nichts  dazu  beiöntragen.
  Von  den  Verwaltungen  der  verschiedenen
Kolonien  sind  für  den  Ausstellungsfonds  zusammen
4750  LK  ausgeworfen,  darunter  von  der  Kapkolonie
2000  L,  von  dem  Transvaal  und  Natal  je  1000  T,
von  der  Oranjekolonie  500  &amp;amp;  und  von  Rhodesien
250  L.  Daneben  sind  für  die  Aufstellung  der
Ausstellungsgegenstände  und  die  sonstigen  Arrangements
  an  Ort  und  Stelle  noch  vom  Transvaal
500  bis  1000  L,  von  der  Oranjekolonie  500  K,
von  Rhodesien  150  L  ausgesetzt,  während  die
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        V  131  20

Kapkolonie  sich  in  dieser  Hinsicht  sogar  bereit  erklärt
  hat,  alle  Unkosten  zu  tragen,  die  von  dem
Kapländischen  Lokalkomitec  für  erforderlich  erachtet
werden,  um  die  Abteilung  des  Kaplandes  zu  einer
der  Kolonie  würdigen  zu  machen.

Die  danach  dem  Unternehmen  zur  Verfügung
stehenden  Mittel  lassen  erhoffen,  daß  die  Ausstellung
  bei  geschickter  Inszenierung  einen  guten
Eindruck  machen  und  dazu  angetan  sein  wird,
den  südafrikanischen  Produkten,  die  jetzt  zum
größten  Teile  von  Kanada  und  Australien  in  den
DHintergrund  gedrängt  werden,  im  Mutterlande
mehr  Beachtung  zu  verschaffen.

Nach  einer  Mitteilung  der  „Cape  Times“
machen  die  vorbereitenden  Arrangements  gute
Fortschritte,  und  die  verschiedenen  südafrikanischen
Distriktkomitees  sind  mit  Eifer  an  der  Arbeit,  gute
Ausstellungsgegenstände  zusammenzubringen.  An
solchen  wird  die  Ausstellung  voraussichtlich  in  der
Hauptsache  folgende  umfassen:  Diamanten,  Gold,
Kohlen  und  sonstige  Mineralien;  Straußenfedern,
Wolle,  Angorahaar,  Häute  und  Felle;  Früchte,
und  Gemüse,  Tabak,  Baumwolle,  Rohrzucker;
Weinc  und  Spirituosen.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Kapstadt.)

Die  Kap  Kairo-Sisenbahn.

Die  Kap—Kairo-Eisenbahn,  deren  Bau  in
nordlicher  Richtung  im  Juni  1904  bis  an  den
Zambezefluß  oberhalb  der  Viktoriafälle  vollendet
wurde,  hat  zur  Zeit  bereits  eine  Entfernung  von
600  km  jenseits  des  genannten  Flusses  erreicht.  An
der  Stelle,  wo  die  Bahn  den  Zambeze  über-*rm2
  ist  eine  neue  Stadt  entstanden,  welche  den
Namen  Livingstone  trägt.  315  km  nördlich  von
Livingstone  wurde  die  Linie  über  den  Kafué,
einen  bedeutenden  Nebenfluß  des  Zambeze,  ge-Ahn,
  und  ihren  zeitweiligen  Endpunkt  bilden  die
ekannten  Broken-Hillgruben,  welche  im  Jahre
1903  entdeckt  wurden  und  seit  ihrer  Ausbeutung
im  Jahre  1904  nicht  nur  einerseits  das  Endziel
#eser  neuen  Bahnstrecke  waren,  sondern  auch
Keichzeiiag  die  Mittel  zu  deren  Bau  beschafft
en.

Es  wäre  aber  ebenso  unzutreffend,  den  Erzübetrieb
  in  Broken-Hill  eine  Mine  als  eine
aube  än  neunen,  denn  tatsächlich  bestehen  die
grun  vorgefundenen  Erzlagerungen  aus  zwei
„#cheren  und  mehreren  kleineren  Hügeln  oder
ns  O  Einer  dieser  größeren  Hügel  besteht
*  Zinterz,  während  der  andere  Bleierz
hält.  Der  ersterwähnte  soll  nach  einer  mäßigen
Schäpung  über  der  Bodenoberfläche  200  000  t.
nanlert-  enthatten,  und  man  hat  durch  vorgenom-Tiefbohrungen

  bereits  feststellen  können,

bau

 

daß  die  Erzlagerungen  sich  auch  unter  der  Horizontallinie
  in  der  Tiefe  fortsetzen.  So  wie  dasselbe
  dort  an  der  Fundstelle  liegt,  soll  das
Zinkerz  einen  Wert  von  460  Mk.  und  das  Bleierz
  von  180  Mk.  per  Tonne  besitzen.

Dem  Bau  dieser  Eisenbahnstrecke  haben  sich
keine  besonderen  technischen  Schwierigkeiten  entgegengestellt;
  es  war  der  Banu  zweier  Brücken
auf  dieser  Strecke  erforderlich:  die  eine  über  den
Zambeze,  welche  die  höchste  aller  bisher  gebauten
Brücken  ist,  und  die  zweite  über  den  Kafué,
welche  die  längste  aller  Brückenbauten  in  Afrika
sein  soll.

Es  steht  zu  erwarten,  daß  die  Linie  demnächst
  bis  an  die  Kupferminen  von  Buana
M'kuba,  175  km  nördlich  von  Broken-Hill,
weitergebaut  werden  wird,  und  von  dort  bis  an
die  Kupferminen  von  Konsanschi,  welcher  letztgenannte
  Ort  240  km  nordwestlich  von  Buana
M'kuba  liegt  und  30  km  von  der  Grenze  des
belgischen  Kongostaates  entfernt  ist.

Man  darf  nunmehr  als  feststehend  annehmen,
daß  der  südliche  Teil  des  Kongostaates  jetzt  schon
im  Bereich  des  wirtschaftlichen  Wirkungskreises
der  Kap—Kairo-Eisenbahn  gezogen  ist,  insofern
das  genannte  Gebiet  mittels  dieser  Eisenbahn
bereits  mit  dem  Weltverkehr  verbunden  wurde.
Tatsächlich  bringen  die  statistischen  Angaben  des
Zollamtes  von  Nordwest-Rhodesien,  welches  durch
die  Linie  Livingstone  —  Broken-Hill  durchquert
wird,  den  Nachweis,  daß  im  September  1906
2190  Unzen  Gold  aus  dem  Kongo  im  Wert  von
ungefähr  200  000  Mk.  mit  der  Eisenbahn  nach
Europa  befördert  worden  sind.  Durch  dieselbe
Bahn  hat  auch  Nordwest-Rhodesien  im  genannten
Monat  bedenutende  Mengen  Kupfererz  und  Zinkerz
  über  Beira  dem  Weltverkehr  zugeführt.

Zieht  man  in  Betracht,  daß  diese  Gebiete  vor
etwa  zehn  Jahren  noch  zu  den  unzugänglichen
Landstrecken  des  dunkelsten  Afrika  gerechnet  wurden,
so  dürften  selbst  die  kühnsten  Erwartungen  kein
annähernd  richtiges  Bild  darüber  geben,  wie  sich
die  Entwicklung  dieser  Gegenden  nach  Ablauf  der
nächsten  zehn  Jahre  gestalten  wird.  Wieder  einmal
  findet  sich  durch  dieses  Beispiel  die  Erfahrung
  bestätigt,  daß  die  Eisenbahn  für  die
wirtschaftliche  Erschließung  eines  Landes  sich  stets
als  ein  sicheres  und  nie  versagendes  Mittel  erweist.

Vorschriften  für  die  Herstellung,  den  Besitz,  Verkauf
und  die  Einfuhr  von  Sxplosivstoffen  in  Britisch-Ostindien.


Durch  Bekanntmachung  des  Departements  für
Handel  und  Gewerbe,  Nr.  9045  bis  9048,  vom
29.  November  1906  sind  für  Britisch-Ostindien
auf  Grund  des  Explosives  Act,  1884  (IV.  vom
        <pb n="202" />
        E

Jahre  1884)  für  die  Herstellung,  den  Besitz  und
Verkauf  von  Explosivstoffen  unter  Aufhebung  aller
von  dem  Gouverneur  im  Rate  oder  einer  Distrikts-Regierung
  auf  Grund  des  genannten  Gesetzes
erlassenen  ähnlichen  Vorschriften  Ausführungsbestimmungen
  erlassen,  die  in  der  Gazette  of  India,
Teil  I,  vom  1.  Dezember  1906  veröffentlicht  sind.
In  derselben  Gazette  ist  ferner  durch  eine
Bekanntmachung  vom  30.  November  1906,
Nr.  9359  —62,  ein  Entwurf  von  Vorschriften  für
den  Transport  und  die  Einfuhr  von  Explosivstoffen
veröffentlicht,  der  zwei  Monate  nach  der  Bekanntmachung
  vom  Generalgouverneur  im  Rate  in
Erwägung  gezogen  werden  wird.  Danach  sind
die  Explosivstoffe  in  ähnlicher  Weise  wie  durch  die
für  Großbritannien  erlassenen  Geheimratsverordnungen
  vom  5.  August  1875  und  12.  Dezember
1891  in  sieben  Klassen  eingeteilt  und  näher  bestimmt
  sowie  für  jede  einzelne  Klasse  nähere  Vorschriften
  über  die  Verpackung  und  die  Hoöchstmengen,
  die  sich  in  jeder  äußeren  und  inneren
Umschließung  befinden  dürfen,  festgesetzt.

Insektenplage  beim  Indigo-  und  Teeanbau  in
Britlsch-Indien.

Während  man  im  Norden  Indiens  vergebens
den  Baumwollanbau  vor  den  Verheerungen  des
Bollwurms  zu  retten  versucht,  machen  im  östlichen
Indien  zwei  andere  der  bedeutendsten  Zweige  der
indischen  Landwirtschaft  den  Interessenten  zur  Zeit
ernsthafte  Sorgen,  nämlich  der  Indigo  und  der
Tec.  Der  Indigoanbau,  seit  Jahren  gegen  die
Vernichtung  kämpfend,  der  Tec,  bemüht,  im  Wettbewerb
  mit  anderen  Produktionsgebieten  seinen
Rang  zu  halten,  die  Baumwolle,  in  den  Ansängen
des  Übergangs  zur  Produktion  besserer  Sorten,
alle  drei  sind  in  mehr  oder  weniger  heftigem
Grade  von  Insektenplagen  heimgesucht,  die  bei
dem  einen  die  Vernichtung  des  Landwirtschaftszweiges
  beschleunigen,  bei  den  andern  die  Entwicklung
  verteuern  und  verlangsamen  dürften.

Was  Indigo  anlangt,  so  wird  von  sachkundiger
Seite  festgestellt,  daß  die  neuen  Pflanzen  in  Behar,
dem  Hauptsitze  der  Plantagen,  einer  Raupe  zum
Opfer  fallen,  die  sie  in  wenigen  Jahren  zerstört
haben  wird,  wenn  es  nicht  gelingt,  wirksam  dagegen
  einzuschreiten.  Die  Raupe  ist  ein  unter
dem  wissenschaftlichen  Namen  Caradrina  exigua
bekannter,  auch  in  Europa,  Südafrika,  Nord=  und
Südamerika  vorkommender  Schädling,  der  bis  zu
seiner  Einpuppung  eine  bedeutende  Gefräßigkeit
zeigt  und  sich  mit  großer  Geschwindigkeit  fortpflanzt.
Beobachtungen  über  seine  Entwicklung  sind  in
reichem  Maße  auf  der  Regierungsversuchsfarm  in
Pusa  gemacht  worden,  deren  Luzernefelder  von

 

132  20

den  Raupen  schwer  heimgesucht  worden  sind.
Indigo  wird  im  März  und  April  gesät  und  entwickelt
  sich  ziemlich  rasch  zur  jungen  Pflanze.
Ungefähr  um  die  gleiche  Zeit  kommen  die  Schmetterlinge
  aus  ihrer  Uberwinterung,  legen  Eier  auf
den  jungen  Indigo  und  in  kurzer  Zeit  ist  dieser
von  den'  Schädlingen  in  reicher  Menge  besiedelt.
Die  Zerstörungen,  die  diese  aurichten,  sollen  sehr
rasche  sein.  Eine  Eiergruppe  von  etwa  40  Eiern
soll  in  ganz  kurzer  Zeit  einen  bepflanzten  Flächenraum
  im  Umkreis  von  10  Dards  zerstört  haben.
Rettung  erhofft  man  von  dem  Übergang  zur
Java-Natal-Varictät,  da  diese  Pflanze  zu  anderer
Zeit  als  die  Sumatrana  gesät  wird  und  auch
gegen  die  Raupe  ziemlich  immun  zu  sein  scheint.
Indessen  ist  dieses  Hilfsmittel  nicht  allgemein
anwendbar.  Dagegen  ist  man  auf  den  Gedanken
verfallen,  die  Vorliebe  der  Raupe  für  die  Luzerne
zu  benutzen,  um  ihr  gewissermaßen  eine  Falle  zu
stellen  und  sie  von  den  daneben  gebauten  Indigopflanzen
  abzulocken.  Man  hat  in  Pusa  gefunden,
daß  bei  der  Nachbarschaft  von  Luzernefeldern  die
Ranpe  sich  nicht  an  den  Indigo  heranmacht.  Auch
wird  Besprengen  der  Pflanze  mit  einer  den  Raupen
schädlichen  Flüssigkeit  empfohlen.  Im  übrigen
hofft  man  auf  die  natürlichen  Feinde  der  Raupen,
wie  Parasiten  und  VBögel.

Auch  beim  Tee  ist  es  eine  Raupe,  aufs  die
sich  die  Aufmerksamkeit  lenkt,  nämlich  die  Raupe
der  Heterusa  magnifica,  Heterusa  edocla  und
Heterusa  eingala,  hier  bekannt  unter  dem  Namen
„red  slug“.  Man  erachtet  sie  von  allen  den
Schädlingen,  die  in  den  letzten  Jahren  die  Teedistrikte
  Indiens  heimgesucht  haben,  als  so  ziemlich
den  bedenklichsten,  und  sie  soll  in  den  vergangenen
zwei  Jahren  bedeutende  Strecken  heimgesucht
haben.  Das  Auftreten  dieser  Plage  war  schon
vor  etwa  zehn  Jahren  beobachtet  worden,  jedoch
hatte  man  ihr  damals  keine  besondere  Aufmerksamkeit
  geschenkt;  1899  hatte  dann  eine  ähnliche
Pest  in  Ceylon  ziemlichen  Schaden  angerichtet.
Seit  1904  ist  sic  unter  den  indischen  Teegärten
in  Assam  in  verstärktem  Maße  aufgetreten.  Der
Schmetterling  kommt  im  indischen  Dschungel
ziemlich  häufig  vor  und  beschränkt  sich  nicht  auf
Teegärten  allein.  Seine  Vermehrungsfähigkeit
soll  ganz  außerordentlich  groß  sein,  eine  weibliche
Motte  soll  imstande  sein,  100  bis  600  Eier  zu
legen.  Man  empfiehlt  als  Gegenmittel  unter
anderem  Absuchen  der  Teegärten  durch  Kulikinder
und  Besprengen  der  Pflanzen.  Zugleich  rechnet
man  hier  auch  auf  die  Hilfe  der  Natur  in  Gestalt
der  Feinde  der  Raupe,  die  teils  sie  unmittelbar
zerstören,  teils  ihre  Eier  darauf  legen,  deren
Keimlinge  sich  dann  von  ihnen  nähren.

Der  Sachverständige  Dr.  H.  Mann,  der  von
der  „India  Ten  Association“  für  die  Bearbeitung
        <pb n="203" />
        #

der  wissenschaftlichen  Fragen  der  Teeindustrie  angestellt
  ist  und  sich  eingehend  mit  dieser  neuen
Plage  befaßt  hat,  sieht  trotz  der  angenblicklich
ungünstigen  Lage  ziemlich  zuversichtlich  in  die
Zukunft  und  meint,  man  werde  ihrer  in  zwei  bis
drei  Jahren  Herr  werden.  In  der  Tat,  wenn

133  20

man  die  Zahl  und  die  Verschiedenheit  der  Plagen
bedenkt,  mit  denen  die  indische  Teeindustrie  schon
zu  kämpfen  gehabt  hat,  erscheint  es  fast  wunderbar,
  daß  sie  nicht  das  Schicksal  der  Kaffeeplantagen
in  Ceylon  geteilt  hat.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonfulats  in  Calcutta.:

 

Verschiedene

Kolonial-Wirtschaftliches.

Die  Sisalhanf-Kultur  und  die  Sansevieren-Ausnutzung
  versprechen  für  unsere
Kolonien  von  größter  Bedeutung  zu  werden.
JInsbesondere  in  Deutsch-Ostafrika  wird  fortgesetzt
neues  Kapital  in  Sisal-Pflanzungen  angelegt.
Auch  die  übrigen  deutschen  Kolonien:  Togo,
Neuguinea  und  Deutsch-Südwestafrika  nehmen
neuerdings  diese  aussichtsreiche,  für  die  Versorgung
  der  deutschen  Industrie  wichtige  Kultur  auf.
Der  Wert  der  Ausfuhr  an  Sisalhanf  aus  Deutsch-Maarritn
  betrug  1906  bereits  über  1  Million

ark.

Das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee,  Berlin,
beschäftigt  sich  fortgesetzt  mit  der  Förderung  dieser
Kultur  und  mit  der  Prüfung  der  maschinellen
Aufbereitungsmaschinen,  seinen  Anregungen  sind
bedeutsame  Verbesserungen  der  Systeme  zu  veranken.
  «
·WarendicPflanzungenbisherfaftausfchlicßlich
  auf  die  Verwendung  amerikanischer  und  englischer
  Maschinen  angewiesen,  so  ist  der  bedeut—
samste  Erfolg  auf  diesem  Gebiete  einer  deutschen
Girma  zuzuerkennen.

Am  12.  d.  Mts.  fand  in  Köln,  wie  uns
von  interessierter  Seite  geschrieben  wird,  vor  den
versammelten  Pflanzungsinteressenten  auch
as  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  bekundete
durch  Entsendung  eines  Vertreters  sein  Interesse
die  Vorführung  einer  kompletten  Anlage  der
neuen  Boekenschen  Corona-Maschine  statt,
zu  welcher  mehrere  tansend  Kilo  Sansevierenund
  Agavenblätter  aus  Afrika  beschafft  waren.
ie  Leistung  befriedigte  allgemein,  die  Vorführung
crgab  bedentsame  Vorteile  der  Maschine  vor  allen
Loöher  bekannten  fremdländischen  Systemen.  Die
einstung  beträgt  20  000  Blätter  pro  Stunde;  da
bait  Sisalblatt  im  Durchschnitt  35  g  Faser  ent-Kän
  700  kg  Faser.  Der  Wert  der  Faser  bebuct
  heute  etwa  800  Mk.  für  1000  kg  in  Hamna
  g.  Ostafrika  allein  dürfte  in  wenigen  Jahren
lwech  Eintreten  der  Ertragsfähigkeit  der  neuange-8
  en  Pflanzungen  und  der  Möglichkeit  der  Ausubung
  der  bedeutenden  Sansevierenbestände

rch  den  fortschreitenden  Eisenbahnbau  für  viele

Mitteilungen.

Millionen  Mark  ausführen  und  den  Gesamtbedarf
Deutschlands,  der  etwa  4000  Tonnen  jährlich
beträgt,  decken  und  auch  noch  erhebliche  Mengen
an  das  aufnahmefähige  Ausland,  namentlich  nach
den  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  abgeben.


Die  Erklärungen  bei  der  Vorführung  gaben
der  Fabrikant  Ingenieur  Hubert  Boeken  (Düren)
und  der  Export-Bertreter  Theodor  Wilckens,  Hamburg-Berlin.
  Letztere  Firma  lieferte  auch  mit
dem  letzten  Dampfer  nach  Togo  ein  Benzin-Automobil,
  nach  Deutsch-Ostafrika  zwei  Goldschmidtsche
  Dampflastwagen,  welche  für  den  Lastenverkehr
  nach  dem  Schumewald  in  Usambara,  zunächst
  zu  dem  Trausport  des  Baumaterials  der
im  Anschluß  an  die  Usambara-Bahn  zu  bauenden
Drahtseilbahn  bestimmt  sind.

Die  Deutsch-Westafrikanische  Bank  teilt
mit,  daß  sie  zu  ihren  Bevollmächtigten  in  Lome
Herrn  Georg  Ebner  und  in  Duala  Herrn
Jürgen  Lohff  bestellt  hat.  Die  Herren  haben
die  Befugnis,  sich  gegenseitig  zu  vertreten  und
sich  in  etwaigen  Behinderungsfällen  durch  die  zu
stellvertretenden  Handlungsbevollmächtigten  ernannten
  Herren  Walter  Vehlow  in  Lome  und
August  Nebel  in  Duala  und  nötigenfalls  auch
durch  andere  von  ihnen  selbst  zu  ernennende
Personen  vertreten  zu  lassen.

Aus  dem  Jahresbericht  der  Hamburger  Handelskammer.


Dem  Jahresbericht  der  Handelskammer  zu

Hamburg  über  das  Jahr  1906  entnehmen  wir

nachfolgende,  unsere  Schutzgebiete  und  einige
andere  afrrkanische  Gebiete  betreffende  Ausführungen:

Deutsche  Kolonien.
Die  deutsche  Kolonialverwaltung  ist  der

Gegenstand  zahlreicher  Angriffe  gewesen,  deren
Erörterung  fast  das  ganze  Jahr  hindurch  unter
den  Fragen  der  inneren  Politik  einen  der  ersten
        <pb n="204" />
        G  134  20

Plätze  behauptete.  Wenn  hierbei  von  einigen
Seiten  auch  gegen  die  hiesige,  den  Verkehr  mit
Westafrika  besorgende  Reederei  bezüglich  ihres
Vertragsverhältnisses  zu  der  Kolonialverwaltung
mancherlei  Vorwürfe  erhoben  sind,  so  muß  die
Handelskammer,  ohne  zu  den  Streitfragen  sachlich
  Stellung  zu  nehmen,  doch  betonen,  daß
ihres  Erachtens  bei  der  öffentlichen  Diskussion
viel  zu  wenig  der  großen  Leistungen  gedacht  ist,
die  diese  Reederei  sich  durch  Schaffung  einer
regelmäßigen  deutschen  Linie  nach  und  von  Westund
  Südafrika,  sowie  durch  die  unter  schwierigen
Verhältnissen  bewirkte  sichere  und  pünktliche  Ausführung
  der  Kriegstransporte  auferlegt  hat.  Nur
durch  bedentende  Vermehrung  ihres  Schiffsparks
und  sonstige  große  Aufwendungen  war  es  der
Linie  möglich,  derartiges  zu  vollbringen.  Im
Gegensatze  zu  den  erwähnten  Schwierigkeiten  der
heimischen  Verwaltung  haben  sich  die  Verhältnisse
  in  den  Kolonien  selbst  gerade  in
diesem  Jahre  fast  durchweg  bemerkenswort
  gebessert.

Im  einzelnen  ist  über  die  Kolonien  folgendes
u  berichten:

Über  die  deutschen  Kölonien  in  Westafrika
haben  wir  im  vorigen  Jahre  ausführliche  Mitteilungen
  gebracht.  Die  dort  gekennzeichnete
Entwicklung  ist  weiter  fortgeschritten,  namentlich
der  Eisenbahnbau  in  Togo;  auch  in  Kamerun
hat  der  Bahnbau  begonnen.  Durch  die  Auszahlung
  der  Löhne  an  die  zahlreichen  hierbei
beschäftigten  Arbeiter  gelangen  größere  Mengen
Geldes  in  den  Verkehr,  was  an  sich  schon  belebend
  auf  das  Geschäft  wirkt.  Es  unterliegt
wohl  keinem  Zweifel,  daß  nach  Fertigstellung  der
Bahnen  durch  die  dann  sich  entwickelnde  Ausfuhr
  von  Produkten  eine  weitere  Belebung  und
Vermehrung  des  Geschäfts  eintreten  wird.

In  Deutsch-Südwestafrika  ist  leider  die
Beruhigung  des  Landes  immer  noch  nicht  vollständig
  eingetreten.  Wenn  auch  im  Norden  die
Verhältnisse  zur  Zeit  ruhig  sind,  so  sind  im
Süden  die  Kämpfe  mit  Hottentottenbanden  noch
nicht  beendigt.  Nur  wenn  die  Lüderitzbucht  —
Kubub-Bahn  bis  Keetmanshoop  fortgesetzt
wird,  wird  es  möglich  sein,  dem  Lande  den  lang
ersehnten  Frieden  zu  geben  und  sowohl  den
Farmern  als  auch  den  Minenbesitzern  eine  Gewähr
  dafür  zu  verschaffen,  daß  sie  sich  wieder
mit  Sicherheit  für  Leben  und  Besitz  ihrer  Arbeit
widmen  können.  Die  Otavibahn  ist  bis  Tsu—
meb  definitiv  vollendet;  es  ist  zu  erwarten,  daß
dort  in  nächster  Zeit  mit  der  Gewinnung  von
Erzen  begonnen  wird.

Deutsch-Ostafrika  hat  nach  Niederwerfung
der  auch  dort  ausgebrochenen,  übrigens  nicht  be- 



deutenden  und  lediglich  lokalen  Unruhen  den
Weg  allmählicher  Entwicklung  in  wirtschaftlicher
Beziehung  weiter  verfolgt.  In  Daressalam
befindet  sich  eine  Kaistrecke  im  Bau,  die  nach
Fertigstellung  eine  wesentliche  Erleichterung  der
Behandlung  ausgehender  wie  einkommender
Güter  bewirken  wird.  Bei  weiterem  Ausbau
der  Eisenbahnwege  aber  und,  wie  immer
wieder  betont  werden  muß,  auch  nur  durch
dieses  Mittel  wird  die  Kolonie  sicherlich  mit
der  Zeit  zu  einem  wertvollen  Besitze  werden.

Das  Geschäft  auf  den  Südsceinseln  hat
von  dem  hohen  Preisstande  für  den  Hauptausfuhrartikel,
  Kopra,  Nutzen  gezogen.  Die  deutsche
Jaluitgesellschaft  hat  nach  Aufhören  ihres  mit
der  deutschen  Regierung  geschlossenen  Vertrages
mit  einer  starken  Konkurrenz  der  Engländer  von
Australien  her  und  der  Japaner  zu  rechnen  gehabt.
  Von  Neu-Guinea  mehrt  sich  die  Ausfuhr,
  namentlich  von  Kopra;  auch  die  Berichte
über  die  dortigen  Gumminplantagen  lauten
günstig,  und  in  jüngster  Zeit  ist  noch  die  Kakaokultur,
  die  nach  früheren  Versuchen  in  Neu-Guinea
  einen  geeigneten  Boden  findet,  ausgenommen
worden,  so  daß  sich  die  Anzeichen  für  eine  langsame
  Entwicklung  auch  dieser  Kolonie  zu  einem
ertragbringenden  Besitze  mehren.

r□  r—
Südafrika.

Südafrika  hat  die  Folgen  des  Krieges  noch
nicht  überwunden.  Wenn  auch  die  Farmer  für
ihre  Produkte,  wie  Wolle,  Federn,  Häute,  während
  des  Berichtsjahres  einen  besseren  Preis  erhalten
  haben  als  seit  Jahren,  so  ist  ihre  Zahlkraft
  noch  immer  gering,  da  sie  noch  an  den
Schädigungen  der  Kriegsjahre  zu  tragen  haben.
Jedoch  ist  zu  konstatieren,  daß  die  in  den  Markt
gebrachten  Quantitäten  obiger  Produkte  schon  bedeutend
  größer  sind,  als  sie  direkt  nach  dem
Kriege  waren.  Die  in  diesem  Jahre  erhöhten
Differentialzölle  wirken  außerordentlich  schädigend
auf  das  deutsche  Geschäft  nach  Südafrika;  manche,
namentlich  bessere  deutsche  Artikel  sind  von  der
Einfuhr  dadurch  ganz  ausgeschlossen.

Der  Gold=  und  Diamantenexport  ist  bedentend
  gestiegen.  Für  Diamanten  werden  hohe
Preise  erzielt.  Die  Goldindustrie  leidet  unter
Arbeitermangel  und  der  Unsicherheit  der  politischen
  Verhältnisse.  Letztere  gehen  einer  baldigen
Klärung  entgegen,  nachdem  England  kürzlich  dem
Transvaal  eine  Konstitution  gegeben  hat,  die
dem  zu  wählenden  Transvaal-Parlament  die  Erledigung
  seiner  Angelegenheiten  überläßt.  Nur
bezüglich  des  Imports  fremder  Arbeiter  hat  sich
die  englische  Regierung  ein  Vetorecht  vorbehalten.
        <pb n="205" />
        V  135  20

Westafrika.

Das  Geschäft  mit  Westafrika  im  abgelaufenen
Jahre  ist  infolge  hoher  Preise  für  die  dort  ausgeführten
  Produkte  günstig  verlaufen.  Das  bezieht
  sich  nicht  nur  auf  die  altgewohnten  Produkte,
  wie  Palmöl  und  Palmkerne,  sondern  auch
auf  die  in  den  letzten  Jahren  mehrfach  erwähnten
und  hinzugekommenen  Produkte,  vor  allem
Kantschuk,  Piassava,  Kakao,  Mahagoni.  Die
Schiffahrt  dorthin  hat  sich  weiter  entwickelt  und
vermehrt.

Marokko.

Die  geschäftlichen  Beziehungen  zwischen  Marokko
  und  Deutschland  haben  sich  in  den  letzten
Jahren  etwas  gehoben,  und  von  der  nunmehr
gesicherten  Durchführung  des  Prinzips  der  offenen
Tür  kann  eine  weitere  Steigerung  dieser
Entwicklung  erwartet  werden.  Die  Ausfuhr  aus
Marokko  hat  in  diesem  Jahr  allerdings  unter
den  schlechten  Erträgnissen  der  dortigen  Ernten
sehr  gelitten;  die  Ausfuhr  von  Getreide  und  Öl
ist  aus  diesem  Grunde  ganz  ausgefallen,  faft
ganz  diejenige  von  Saaten,  und  die  Mandelernte
war  bedeutend  kleiner  als  sonst  in  regelmäßigen
Jahren.  Die  Aussichten  für  die  nächste  Ernte
sind  nach  dem  jetzigen  Stande  gut,  so  daß  mit
einer  Besserung  des  dortigen  Ausfuhrgeschäfts  gerechnot
  werden  kann,  wenn  sich  nicht  besondere
Zwischenfälle  ereignen  und  vor  allem,  wenn  die

Hauptvoraussetzung  für  jede  gedeihliche  Entwicklung
  des  Landes,  die  Ruhe  im  Innern,

eintritt.
Agypten.

Das  deutsche  Geschäft  mit  Agypten  hat  in
den  letzten  Jahren  an  Umfang  bedentend  zugenommen
  und  auch  speziell  im  Berichtsjahre  sich
günstig  weiter  entwickelt.  Bemerkenswert  ist  der
Eintritt  der  Hamburg-Amerika-Linie  in  den
Flußschiffahrtsdienst  auf  dem  Nil.

 

LCiteratur.
JFolgende  Deutsche  Admiralitätskarten
#ind  erschienen:
Neu  herausgegeben:  Nr.  111.  Neu-Mecklenburg,
  nordwestlicher  Teil,  und  Neu-Hannover.
1:  175  000.
Mit  großen  Berichtigungen:  Nr.  237.  Durchfahrten
  zwischen  Neu-Mecklenburg  und  Neu-Hannover.
  15

 

„Dreißig  Jahre  in  der  Südsec“  betitelt
sich  ein  demnächst  bei  Strecker  &amp;amp;  Schröder  in
Muttgart  in  Lieferungen  erscheinendes  Werk.
Die  uns  die  Verlagshandlung  mitteilt,  ist  der

erfasser  der  seit  drei  Jahrzehnten  als  Pflanzer

 

in  der  Südsee  lebende  deutsche  Forscher  R.  Parkinson,
  der  als  einer  der  besten  Kenner  von
Land  und  Leuten,  Sitten  und  Gebräuchen  im
Bismarckarchipel  und  auf  den  deutschen  Salomon-Inseln
  gilt.  Herausgegeben  wird  dieses  Werfk,
das  in  28  Lieferungen  à  40  Pf.  erscheint,  von
Dr.  B.  Ankermann,  Direktorialassistent  am
Königl.  Museum  für  Bölkerkunde  zu  Berlin.  In
lebendig  geschriebener  und  gemeinverständlich  gehaltener
  Schilderung  bietet  hier  ein  genauer
Kenner  unserer  deutschen  Südsee-Schutzgebiete  die
Resultate  seiner  langjährigen  Forschungen  und  die
Schilderung  seiner  Reisen  dar.

Kolonial-Handelsadreßbuch  1907.  11.  Jahrgang.
  Mit  einer  Karte  der  Kolonien  in  Buntdruck.
  Herausgegeben  vom  Kolonialwirtschaftlichen
  Komitee,  Berlin,  Unter  den  Linden  43.
Preis  Mk.  2,30  einschließlich  Versendung.

Seinem  Umfang  nach  wieder  um  etwa

30  Seiten  vermehrt,  ist  soeben  der  11.  Jahrgang

des  vom  Kolonialwirtschaftlichen  Komitee  herausgegebenen

  trefflichen  Kolonial-Handelsadreßbuchs
erschienen.  In  5  Teilen  gibt  es  in  knappster

Form  einen  Uberblick  über  die  Wechselwirkung

zwischen  der  heimischen  Volkswirtschaft  und  der

Kolonialwirtschaft.  Es  bietet  eine  lbersicht  über

Handel  und  Verkehr  in  den  Kolonien,  das  koloniale

  Kapital  und  die  Ansiedlungen,  ferner  über

die  Schiffsverbindungen,  Eisenbahnen,  Post  und

Telegraphen,  Fahrpläne,  Tarife  und  Zölle.  Das

Interesse  des  heimischen  Handels  und  der  heimischen

  Industrie  zeigt  eine  Aufstellung  der  Importeure

  und  Fabrikanten  (Verarbeitung  der  Rohstoffe)
  in  Deutschland,  der  Vertriebsstellen  dentscher
  Kolonialerzeugnisse  und  der  Exporteure  nach
den  deutschen  Kolonien.  Eine  Karte  der  Kolonien
mit  wirtschaftlichen  Erläuterungen  erleichtert  die

Übersicht.  Eine  dem  Adreßbuch  beiliegende  Tafel

gibt  endlich  noch  einen  Überblick  über  diejenigen

national-wichtigen  Kolonialprodukte,  an  deren

Lieferung  die  deutschen  Kolonien  beteiligt  sind.

 

Justus  Perthes'  Wandkarte  von  Afrika  zur
Darstellung  der  Bodenbedeckung  mit  8  Kärtchen
zur  Entdeckungsgeschichte  und  14  Bildnissen  berühmter
  Afrikaforscher.  Bearbeitet  von  Paul
Langhaus.  (Auf  Grundlage  der  neuen  Afrikakarte
  von  H.  Habenicht,  B.  Domann  und  C.  Barich
in  Stielers  Oandatlas.)  Maßstab  1:7500000.
107  em  breit,  147  cm  hoch.  Aufsgezogen  auf
Leinwand  an  Holzstäben  mit  Namenverzeichnis
12  Mk.  Aufgezogen  auf  Leinwand,  achtfach  zusammenlegbar
  in  Mappe  mit  Namenverzeichnis
12  Mk.;  in  zwei  losen  Blättern  mit  Namenverzeichnis
  9  Mk.  Verlag  von  Justus  Perthes
in  Gotha.
        <pb n="206" />
        G  136  20

Neben  unbedingter  topographischer  Zuverlässigkeit
  bietet  die  Karte  zum  ersten  Teil  ein  anschauliches
  Bild  der  Pflanzenwelt  usw.,  indem
genau  unterschieden  sind  Gegenden  mit  geschlossenem
tropischen  Urwald,  Baum=  und  Buschsavanne  mit
Höhen  und  Galeriewäldern,  Wald  und  Kulturland
der  gemäßigten  Zone,  Oasen;  offenes  banmarmes
Grasland;  Steppe  mit  zeitweiligem  Pflanzenwuchs
(Steppengräser  und  -büsche);  Sanddünen;  Sandund
  Steinwüste,  Salzsteppe.  Damit  ist  zugleich
die  Möglichkeit  der  wirtschaftlichen  Entwicklung
jener  Länder  angedentet.  Die  Nebenkarten  zeigen
die  fortschreitende  Entwicklung  unserer  Kenntnis
Afrikas  im  neunzehnten  Jahrhundert,  wobei  wir
mit  Genugtuung  nochmals  die  bekannte  Tatsache

hervorheben  wollen,  daß  deutschen  Forschern
daran  nicht  der  kleinste  Teil  zufällt.  Dasselbe

gilt  von  den  Bildern  der  hauptsächlichsten  Afrikaforscher,
  die  am  Kopf  der  Karte  ihren  Platz  gefunden
  haben.  Alles  in  allem  ist  die  Karte  nicht
nur  ein  hübscher  Wandschmuck,  sondern  auch  ein
praktisches  Mittel,  stets  von  neuem  den  Beschauer
anzuregen,  sich  mit  dem  schwarzen  Erdteile  und
soinen  verschiedenartigen  Aufgaben,  die  er  uns
stellt,  zu  beschäftigen  und  damit  beizutragen  auch
zur  genaueren  Kenntuis  unserer  eigenen  Kolonien.

Dietrich  Reimers  Mitteilungen  über  koloniale
  Bücher  und  Karten  1907.  Heft  1.
80  Seiten  mit  10  Illustrationen,  2  Kartenskizzen.
  —  30  Pf.

Zur  rechten  Zeit  erschien  soeben  im  Verlag

von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen)  Berlin  SW  48

oine  ausführliche  Bibliographie  der  deutschen

kolonialen  Literatur  und  Kartenwerke.  Unter
dem  Titel  „Dietrich  Reimers  Mitteilungen  über
koloniale  Bücher  und  Karten“  liegt  vor  uns  das
hübsch  ausgestattete,  mit  10  Bildern  und  zwei

Kartenstizzen  versehene  80  Seiten  umfassende

1.  Heft.  Eine  Beschreibung  über  die  geschichtliche,

  kulturelle  und  wirtschaftliche  Entwicklung

jeder  Kolonie  ist  beigefügt.  Momentan  steht  die

Kolonialfrage  im  Vordergrund  des  Interesses;

die  Mitteilungen  dürften  daher  vielen  willkommen

sein.  Der  Verlag  versendet  das  1.  Heft  gegen

Einsendung  von  30  Pf.  in  Briefmarken.

 

Der  Lullusbrunnen  bei  Tropenkrankheiten.
  Von  Dr.  Max  Martin,  Regierungsarzt
  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  Togo;
Therapeutische  Monatshefte,  November  1906,
Heft  11.

Der  Verfasser  hat  im  Nachtigal-Krankenhause
in  Togo  in  einer  Reihe  von  Fällen  bei  tropischen
Verdauungsstörungen  infolge  von  Malaria  und
Dysenterie  das  Wasser  des  in  Hersfeld  neu- 



erschlossenen  Lullusbrunnens  mit  gutem  Erfolge
angewandt.  Das  Wasser  ähnelt  in  seiner  Zusammensetzung
  und  Wirkung  sehr  dem  Karlsbader
Wasser.  Dr.  Martin  hofft,  daß  Hersfeld  in  Zukunft
  den  aus  den  Tropen  heimkehrenden  Deutschen
  einen  Ersatz  für  Karlsbad  und  Marienbad
bieten  möge.

In  dem  Verlag  der  Steyler  Missionsdruckerei
  ist  ein  vom  P.  Streit  bearbeiteter
Katholischer  Missionsatlas  erschienen,  der
auf  28  Karten  einen  Uberblick  über  die  gesamten
Missionsgebiete  der  Erde  gewährt.

Ein  besonderes  Heft  gleichen  Formats  gibt
eingehende  statistische  Notizen  insbesondere  über
die  auf  den  einzelnen  Erdteilen  tätigen  Orden,
Gesellschaften  und  Schwestern-Genossenschaften,  ihr
Wirkungsfeld,  das  Jahr  des  Beginns  der
Missionsarbeit,  die  Zahl  des  Personals,  der  Stationen,
  Kirchen,  Getauften  u.  dgl.  und  stellt  diese

Angaben  in  Vergleich  mit  den  evangelischen
Missionen  der  gleichen  Gebiete.
Bei  den  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika

  befindet  sich  zudem  eine  Ubersicht  über
den  gesamten  Stand  der  katholischen  Kirche  dieses
Staates.

 

Koloniale  Dreßstimmen.
(In  dieser  Rubrik  sollen  ehun  bemertkenswerte  Ruherungen
der  Weeft  e  ũber  tolguale  ertaltnis  awiedergeg  eben  werden,  ohne
daß  die  Redaktion  #urch  selbst  Stellung  zu  dem
l  nedur

Ein  indisches  Blatt  üÜber  unsere  Holonialpolitik.

Der  in  Caleutta  erscheinende  „Englishman“
bringt  in  seiner  Ausgabe  vom  18.  Dezember  1906
einen  langen  Leitartikel  über  die  jüngste  Entwicklung
  der  deutschen  Kolonien.  Im  allgemeinen
  hält  er  sich  ziemlich  eng  an  die  Denkschriften,
  die  vor  einigen  Wochen  dem  Reichstag
vorgelegt  worden  sind.  Aus  der  Menge  dessen
jedoch,  was  in  der  auglo=  indischen  Presse  über
die  deutschen  Kolonien  geschrieben  wird,  heben
sich  diese  Ansführungen  durch  den  Ton  vorteilhaft
hervor,  in  dem  ihre  Schlußfolgerungen  gehalten
sind.  Es  heißt  darin,  als  ein  reichsgründendes
Volk  (Imperial  race)  müßten  die  Briten  mit
den  kolonialen  Zielen  des  deutschen  Kaisers
sympathisieren.  „Germany  must  have  colonies.“
  Ein  starkes  koloniales  Reich,  so  schließt
der  Artikel,  werde  nicht  nur  Deutschlands  Wohlstand
  heben,  sondern  auch  eine  Gewähr  für
den  Weltfrieden  sein.
        <pb n="207" />
        G  137  20

Die  wirtschaftliche  Grundlage  der  siolonialbewegung.
(Mitteilungen  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft.)

Solange  eine  deutsche  Kolonialbewegung  und  auf  dieser
Grundlage  eine  deutsche  Kolonialpolitik  besteht,  ist  sie  zum
Spielball  der  politischen  Parteien  in  der  deutschen  Volksvertretung
  gemacht  worden.  Unter  völliger  Verkennung
oder  sichtlicher  Oanwegleugnung  der  wirtschaftlichen  Unterage
  sind  immer  nur  die  Lebensäußerungen  der  kolonialen
Belätigung  in  den  pFreis  einer  meistens  unsachlichen,  von
vorgefaßter  Meinung  getragenen  Vehandlung  gezogen
worden.

Die  Mehrzahl  der  deutschen  Bevölkerung  hat  sich  den
wirtschaftlichen  Ausgangspunkt  der  Kolonialbewegung
  erst  ganz  allmählich,  aber  auch  jetzt  noch  in
ungenügender  Weise  zu  eigen  zu  machen  vermocht.  Erst
als  im  Anfang  der  neunziger  Jahre  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft
  es  als  ihre  Aufgabe  ansah,  als  Hauptlhema
  ihren  wichtigsten  Vorträgen  die  wirtschaftliche  Bedeutung
  der  deutschen  Kolonialbewegung  zugrunde  zu
legen,  als  ferner  bei  Gelegenheit  der  Flottenvorlagen  die
unantastbaren  zissernmäßigen  Aufstellungen  der  im  deutschen
  Ubersceverkehr  zutage  tretenden  Erfolge  einige,  aber
leider  viel  zu  geringe  Verbreitung  fanden,  beginnt  allmählich
  eine  bessere  Erkenntnis  hier  und  da  Platz  zu
greifen.

Der  einschneidende  Fehler,  der  sowohl  im  deutschen
Reichstage  wie  in  der  SÖffentlichkeit  mit  Rücksicht  auf  die
deutschen  Kolonialinteressen  gemacht  worden  ist  und  noch
gemacht  wird,  ist  die  grundsätzliche  Verschiebung  des  Begriffes
  der  Kolonialpolitik  und  ihrer  Ursachen.

Stets  ist  die  Kolonialpolitik  als  eine  Unternehmung
der  Regierung,  ausgegangen  von  der  Abenteuersucht  oder
der  Interessenpolitik  einzeln  r  Kreise,  hingestellt  worden.
In  Wirklichkeit  hat  die  Regierung,  und  dieser  Vorwurf
kann  ihr  nicht  erspart  bleiben,  bis  zum  gegenwärtigen
Augenblicke  eine  aktive  Kolonialpolitik  nur  in  verschwindendem
  Maße  betrieben.  Nur  die  notwendigste  Unternützung
  ist  den  von  privater  Seite  geschaffenen  Unternehmungen
  zuteil  geworden,  nur  die  unabweisbaren
onsequenzen  sind  aus  den  Ereignissen  gezogen  worden,
die  in  den  Schutzgebieten  sich  abgespielt  haben.

Der  Wille  zur  Kolonialpolitik  hat  bisher,  das  kann
unter  keinen  Umständen  geleugnet  werden,  bei  der  Regierung
  gefehlt.  Er  setzt,  wie  es  scheint,  erst  jetzt  ein,
nachdem  viele  Jahre  kostbarer  Zeit  verloren  gegangen
  und  die  Begrisfe  über  das  Wesen  und  die
Grundlagen  der  Kolonialbewegung  heillos  verwirrt
worden  sind.

Und  doch  ist  die  Kolonialbewegung  und  die  Kolonialpolitik
  nichts  anderes  als  eine  aus  der  dringendsten  Notwendigteit
  heraus  geborene,  auf  der  wirtschaftspolitischen
Entwicklung  Deutschlands  ruhende  Phase  im  deutschen
Lolksleben.  Der  Beweis  dafür  liegt  für  jeden  auf  der
Dand,  der  sich  mit  der  Geschichte  der  letten  Jahrzehnte
beschäftigt  hat  und  zwar  nicht  mit  der  deutschen  Geschichte
aliein,  sondern  mit  der  der  Entwicklung  aller  Kultur-Ullter.
  So  einfach  sind  die  Tatsachen,  so  schlagend  ihre

#weiskraft,  daß  es  beschämend  ist,  wenn  in  der  Gegen-U
  art  überhaupt  noch  ihre  Zusammenstellung  erfolgen
muß,  um  die  Notwendigkeit  kolonialer  Betätigung  zu  be-G.

  Die  wirtschaftliche  Entwicklung  aller  Kulturvölker  der
denenwart  ist  denselben  Weg  gegangen;  die  Wurzel,  aus
ee#n  sie  entspringt,  ist  die  Maschinentechnik,  der  Ersatz  der
Kularbeit  durch  Massenfabrikation,  der  Ubergang  der
Nonurstaaten  zur  Industrie  und  die  daraus  sich  ergebende
zu  wendigkeit,  den  Austausch  der  Produkte  zu  erweitern,
n  steigern  und  den  Bezug  der  Nohstoffe  für  die  Industrie
zu  erleichtern.

 

Deutschland  hat  hierin  den  weitesten  Weg  am  schnellsien
  zurückgelegt.  Noch  vor  25  Jahren  betrug  der
deutsche  Handelsumsatz  6  Milliarden  im  Jahre  und  stieg
im  Jahre  189.4  bis  auf  etwas  über  7  Milliarden;  gegenwärtig
  beträgt  er  13  Milliarden  Mark.  -

Von  diesem  Handelsumsatz  bewegt  sich  nur  ein  Drittel
auf  dem  Landwege,  zwei  Drittel  auf  dem  Seewege.  Der
Güteraustausch  auf  dem  Landwege  sinkt,  der  Güteraustausch
  auf  dem  Seewege  steigt.

Hand  in  Hand  mit  dieser  rein  handelspolitischen  Entwicklung
  ist  der  Ausbau  der  Schiffahrt  gegangen;  zum
Teil  ist  er  ihr  sogar  vorausgeeilt.  Deutschland  besitzt  die
zweitgrößte  Handelsflotte  der  Welt;  die  beiden  größten
Needereien  der  Erde  sind  deutsche  Reedereien.  Die
Transportfähigkeit  der  deutschen  Flotte  hat  sich  in  einer
ganz  außerordentlich  kurzen  Zeit  auf  über  6  Millionen
Tonnen  gesteigert.

Mit  dem  Anwachsen  der  Schiffahrt  Hand  in  Hand  ist
die  wahrhaft  wunderbare  Ausgestaltung  aller  der  mit  dem
Schiffbau  in  Zusammenhang  stehenden  Betriebe  gegangen.
Erst  vor  zwei  Jahrzehnten  setzte  diese  Entwicklung  ein,
denn  vorher  hat  der  deutsche  Schiffbau  größere  Aufträge
lediglich  von  der  Kriegsmarine,  von  der  Handelsmarine
aber  nur  kleine  Aufträge  erhalten.  Gegenwärtig  verschwinden
  die  im  Auslande  gebauten  Schiffe  immer  mehr
und  sind  ersetzt  durch  Schiffe  aus  deutschem  Material,
auf  deutschen  Werften  erbaut  und  bis  zum  letzten  Nagel
in  Deutschland  ausgerüstet.  Daß  es  sich  hier  nicht  um
Kleinigkeiten  handelt,  beweist  der  Umstand,  daß  von  seiten
einer  einzigen  Rcederei,  dem  Lloyd  in  Bremen,  innerhalb
der  letzten  15  Jahre  238  Millionen  Mark  an  deutsche
Schiffswerften  für  Neubauten  verausgabt  worden  sind.

Eine  solche  Ausgestaltung  des  Uberseeve  kehrs  kann
niemals  durch  Regierungsmaßregeln  geschaffen  oder  auch
nur  so  gefördert  werden,  daß  sie  das  jetzt  vorliegende
Resultat  zeigt;  sie  kann  nur  entstehen  als  Produkt  der
logischen  Entwicklung  innerhalb  des  Volkes  selbst.

Ergänzt  wird  der  deutsche  Uberseeverkehr  durch  die
fortwährend  in  der  Steigerung  begriffene  Ansiedlung
deutscher  Kaufleute  im  übersceischen  Auslande.  Erreicht
wird  dadurch  die  Unabhängigmachung  der  deutschen
Handelsbewegung  von  dem  Zwischenhandel,  der  noch  vor
wenigen  Jahrzehnten  den  deutschen  Arbeiter  zum  Arbeiter
für  fremde  Nationen  —  eben  die,  welche  den  Zwischenhandel
  besorgten  —  herabdrückte  und  dessen  Eindämmung
jezt  die  Millionen  und  aber  Millionen  des  Gewinnes
  am  Uberseeverkehr  der  deutschen  Arbeiterschaft
  mit  zugute  kommen  läßt.

Daß  das  deutsche  Nationalvermögen  auf  der  Grundlage
  des  Uberseeverkehrs  sich  ungeheuer  gesteigert  hat,
wird  erwiesen  durch  die  riesenhaften  Kapitalsanlagen  im
Auslande.  Sie  beziffern  sich  unter  Abrechnung  der  in
überseeischen  Anleihen  oder  Staatspapieren  irgendwelcher
Art  angelegten  Werte  allein  auf  mehr  als  3½  Milliarden
Mark,  unter  Einrechnung  der  in  solchen  Werten  angelegten
Summen  auf  mehr  als  8  Milliarden  Mark.

Von  seiten  klolonialer  Gegner  ist  gerade  diese  Entwicklung
  als  leuchtendes  Beispiel  dafür  hingestellt  worden,
daß  Deutschland  einer  eigenen  Kolonialpolitik  ja
nicht  bedürfe,  weil  es  diesen  großartigen  Weg  zum
Wohlstand  zunächst  ohne  Kolonien  zurückgelegt  hätte.
Diese  Argumentation  wäre  an  sich  nicht  zu  verwerfen,
wenn  nicht,  wie  die  Geschichte  beweist,  mit  der  Entwicklung
  des  gesamten  Weltverkehrs  bei  allen  Kulturvölkern
  gleichzeitig  sich  die  Notwendigkeit  herausgestellt
hätte,  nach  Möglichkeit  Absatz=  und  Produktionsgebiete
  sich  zu  schaffen,  in  denen  jede  Nation
selbst  Herr  ist,  und  die  ihr  bis  zu  einem  gewissen
Grade  unter  allen  Umständen  eine  Reserve  zu  bieten  vermögen.
  Wärc  eine  Weiterentwicklung  des  Uberseeverkehrs
        <pb n="208" />
        GV  138  20

ohne  Beeinträchtigung  gewährleistet,  so  brauchte  niemand
Kolonien.  Aber  die  volkswirtschaftliche  Entwicklung  der
letten  Jahrzehnte  hat  gelehrt,  daß  der  nationale  Gedanke
gerade  auf  der  Grundlage  neuerer  Entwicklungstendenzen
zu  einem  viel  stärkeren  Leben  erwacht  ist,  als  er  es  je
vorher  war.  Der  Welthandel  wird  heute  mehr  als  jemals
  durch  solche  nationalen  Tendenzen  einzelner  Länder
beeinflußt.  Es  braucht  nur  an  die  Politik  der  Vereinigten
Staaten,  an  die  Mac  Kinley-Bill  mit  ihren  Folgen  erinnert
  zu  werden;  es  braucht  nur  erinnert  zu  werden  an
die  Maßnahmen,  die  der  australische  Bund  zur  Beförderung
  des  englischen  Handels  und  der  englischen  Schifffahrt
  unter  der  Beeinträchligung  des  Handels  und  der
Schiffahrt  anderer  Länder  trifft.  Diejenige  Nation
wird  von  solchen  Einschränkungen  am  meisten
betroffen,  deren  Welthandel  und  Weltschiffahrt
sich  am  meisten  entwickelt  hat.  Diese  Nation  ist
Deutsch  .

Die  temuunis  der  hier  skizzierten  Tatsachen  ist  bei
allen  Kulturvölkern  gleichzeitig  aufgetreten  und  hat  dieselbe
  Folge  gehabt,  nämlich  den  Ubergang  zur  Kolonialpolitik.
  Bei  allen  Kulturvölkern  der  Gegenwart  ist  diese
Erkenntnis  in  den  politischen  Kreisen  durchgedrungen,  nur
bei  uns  nicht.  Und  doch  ist  Deutschland  dasjenige
Land,  welches  für  Kolonialpolitik  am  meisten
prädestiniert  ist.

Die  Ausdehnung  unseres  überseeverkehrs  spricht  zunächst
  dafür.  Wir  besitzen  ferner,  abgesehen  von  den
Vereinigten  Staaten,  die  größte  jährliche  Bevölkerungszunahme
  unter  allen  Völkern  der  Welt.  Die  deutsche
Durchschnittsbildung  ist  erheblich  höher  als  bei  allen
anderen  Nationen;  der  Drang  zur  Ubersee-,  zur  Kolonialbetätigung
  ist  bei  den  Deutschen  uralt  und  hat  die  Kultivierung
  ganzer  Erdteile,  aber  für  fremde  Rechnung,  zur
Folge  gehobt.

Eine  Diskussion  über  die  Nütlichkeit  oder  Notwendigkeit
  der  Kolonialpolitik  an  sich  dürfte  ernsthaft  überhaupt
nicht  mehr  in  Frage  kommen:  Sie  hat  nur  die  eine

—.

Folge,  uns  vor  der  Welt  lächerlich  zu  machen  und

 

eine  unter  keinen  Umständen  mehr  zurückzuhaltende  Eniwicklung
  zu  verlangsamen.

Es  lohnt  sich  kaum,  die  Prinzipienreiter  aus  der
Kolonialgegnerschaft  durch  Ziffern  belehren  zu  wollen:
immerhin  redet  die  Steigerung  der  handelspolitischen,
  nach  den  Kolonien  gehenden  und  von  dort
kommenden  Werte  eine  deutliche  Sprache.

Wir  haben  im  Gegensav  zu  anderen  Nationen  so  gut
wie  keine  Verkehrsmittel  in  unseren  Rolonien  geschaffen.
Wir  haben  mit  dem  größten  Widerstreben  innerhalb
Deutschlands  arbeiten  müssen;  die  Unternehmungslust  har
leinerlei  Garantic  dafür  gehabt,  daß  ihre  Anlagen  einen
Rückhalt  finden  würden,  und  doch  haben  alle  Kolonien
eine  A  ufwärtsbewegung  zu  verzeichnen,  die  nur
durch  Ignoran  oder  Böswilligkeit  geleugne:
werden  kann.  D  Daß  man  in  zwei  Jahrzebnten  Länder,
welche  viermal  so  groß  sind  wie  das  Deutsche  Reich,  nicht
völlig  erschließen  kann,  zumal  dann  nicht,  wenn  die  gesesr
gebende  Körperschaft  die  NRegierungsanlagen  nur  tropfenweise
  bewilligt,  und  wenn  von  irgendeiner  Einheitlichkeir
in  der  Kolonialpolitik  infolgedessen  nicht  die  Rede  sein
kann,  das  liegt  doch  auf  der  Hand.

Mehr  als  beschämend  ist  es,  wenn  man  in  der  unmittelbaren
  Nachbarschaft  unserer  eigenen  Nolonien  durch  die
Erfolge  anderer  in  Kolonialpolitik  erfahrener  Staaten,  die
entweder  unter  ganz  gleichen  örtlichen  Bedingungen  oder
sogar  unter  viel  schlechteren  in  die  Erschließung  ihrer
Kolonialgebiete  eingetreten  sind,  beweisen  muß,  was  aus
jenen  Gebieten  zu  machen  ist.

Die  englische  Uganda-Bahn,  die  alle  deutschen  Waren
aus  dem  Gebiete  des  Viktoria-Sees  an  sich  zieht,  die  ungeheuren
  Bahnanlagen  Englands  in  Südafrika  reden  hier
eine  so  deutliche  Sprache,  daß  man  sich  schon  beide  Ohren
verstopfen  muß,  wenn  man  sie  nicht  hören  will.

Das  deuische  Volk  steht  gegenwärtig  an  einem  Scheidewege.
  Erkennt  es  die  volkswirtschaftlichen  Grundlagen
nicht,  denen  die  Neuzeit  ihre  gesamte  Gestalt  verdankt,  so
werden  andere  Nationen  unsere  lachenden  Erben
sein.

 

Verkehrs-Nachrichten.

In  Kondoa-Irangi,
und  am  1.  Dezember  1906  eröffnet  worden.

In  Atakpame  (Togo)  ist  am

1.  Jannar  d.  Js.

Bezirk  Mpapna  (Deutsch-Ostafrika),  ist  eine  Postanstalt  eingerichtet

eine  Postagentur  eingerichtet  worden,

deren  Tätigkeit  sich  bezüglich  des  Postbetriebes  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen
und  eingeschriebenen  Briefsendungen,  auf  den  Zeitungs-,  Postanweisungs=  und  Nachnahmedienst,  aui
den  Paketdienst  im  Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets  und  seit  dem  11.  Jannar  auch  auf  den

Telegraphendienst  erstreckt.

Die  Worttaxe  für  Telegramme  nach  Atakpame  ist  dieselbe  wie  für  die  übrigen  Anstalten

des  Schutzgebiets.
        <pb n="209" />
        G  139  20

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzebieten  für  den  Monat  Februar  1907.

 

 

 

—

(engl.  Schiffe)

nach  Daressal  8  Pe  iter
mit  v  ar  Gelegenbeit

—
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätestens

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
—
Neapel  28.  Febr.  Friedrich  Zibn
(demsche  Schiffe  43  Tage
1.  Einpsonhhalen  45  Tage  8.  26.  Febr.  8.  März
deutsch-Neuguinea.  Brindisi  10.  Febr.,  10.  März'  Simpsonhafen  38  Tage  10.3  abds.
(eugl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage
2.  deutsch-Gstafrika.  Genna  4.  Febr.  4.  März  Mombasa  O  20  Tage
5%E  Ich  Ottal  (benutsche  Schiffe)  1n  16.  Febr.  2.  März
ach  Dutoba.  Muanfa  und  Neapel  3  18.  Febr.  Mombasa  O  16  Tage  9  102  abds
(beutsche  Schiffe)

u  M  b  W  it  ..  .  .  ..-.  .  .
bewehrt-sag  teililtl  7  %  Marseille  10.  jedes  Monatu,Mombasa  O  17  Tage8.  ied.  Mts.  9/0  abds.
nebenn  *—  Eniaon  #Brindisik  17.  Febr.  Mombasa  O  18  Tage5.  Febr.  103  abds.
mungsorten.  Cengl.  Schiffe)

b.  bach  Tanga  (einschl.  Aman  Neapel  129.  Febr.  Tanga  17  Tage  6  Mart
2  Ghche  6  Aee  wi  (deiusche  Schiffe)  *  105.  Febr.  2.  Marʒ
o  angani  Fe  März  T  21  Tage  —-qulkltmd
  Wilhclnmelixll  mhen-  0)  1.  Frbr.  1.  Märzanga  21  Lage
Neapel  18.  Febr.  Daressalam  17  Tage
thaechg  "  2.  16,  Febr.  2.  März
a  g  6  4.  Febr.  1.  MärzDaressalam  23  Tage  10  2
&amp;amp;  Schlffe)
ack  "  .  .  .
(::ts)lel,;lmdw?  tolmmm  dh  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  Ta  8.  jed.  Mts.  10“  abds.
benankben  estbre  «  (von  Zanzibar  aaseue
Eiterbeförderung  nach
Daressalam  derh  ouvernec-=mentodampfer
  ie  ¾  Siuden
Brindi  20.  Jan.  anzibar  20  T.  15.  Febr.  10  abbs.

 

F.  beutsc-  Südwestafrika.

lach  Abbabis,  Epukiro,  Gibach
  Gobabis,  Gochas,  Groot--Ktein
  Haris,  Loeerte

Jakalswater,  Karibib,  Kub.
FScer  Mogbeh  N#chas,
Otahandja.  Diasise

.  n  marurn,  Piacht  D1
##binawe.  Hallwa  arongo,
I#ano.  Owikok  Reho-Sceis.

  ge  Me
ah  Wabdan  Waterberg.
Windhn

¾
uach  Lideriobuchtb.


Betha
mans  uen,  Hafuur,  Keet
nach  ###ansdrift,  Warmbad.

  Kalkfonteln  (Süd)

//  nach  Uamas

Hamburg

Antwerpen
(deuische  Schiffe)

Dover
(deuische  Schiffe)
Southampton

FSouthampton

—
Antt
re  T

denae  Schlio
Southampton

Hamburg
Southampton

Southampton

Southampton“

11.

jede

2.  16.  Febr.

16.  25.  Febr.

Febr.

.  Febr.

16.  Febr.

Febr

16.  Febr.
16.  23.  Febr.
Febr.

.  Febr.

Febr.  9.  März

j.  25.  Febr.

n  Sonnabend

2.  März

Swakopmund  21  bis
55.

25  Tage
20

Swakopmund  Tage

Swakopmund  19  Tage

25  und
Tage
25  Tage
79.
27  Tg.
22  Tage

22

Swakopmund

Swakopmund
Swakopmund  25,  22  T
Lüderitzbucht  22  u.  2
Lüderitzbucht

Lüderitzbucht  21  Tage

Rapsadt
1  dort  weiter  mit  nächster
aenr  n.  Luderivbi  icht
Lüderitzbucht  27  und
23  Tage

Napstadt  17  Ta
von  dort  weiter  7*•  dem
Lanwege  über-  Seein  kopf
Kapstadg,  l

mit  der

von  darne  wei  W
und  dann  durch  WBoenvost

10.  15.  21.  Febr.
7½  abds.

20.  Febr.  1255  Ums.

21.  Febr.  1255  ums.

8.  15.  Febr.  1121  oms.

22.  Febr.  1124  oms.
8.  15.  Febr.  112  oms.
5  15.  22.  Febr.  11210  ms.
O.  Febr.  1255  ums.

21.  Febr.  128  nms.

1.  Febr.  1.  März
1121  oms.
15.  24.  Febr.  7  abds.

1.  15.  Febr.  1.  März
112  oms

Freitag  1128  oms.

 

 

 

 

—  nach  Ukan
5.  TNohr.  ärz
Samoa.  Queenstown  15.  Febr.  10.  März'  Apia  25  Tage  15,  Kör.  .  Marz
        <pb n="210" />
        140  0

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
.  9.  «  k«  q·  .«  —·.).)T  .
Kamcklllh  Hamburg  10.  24.  jed.  Mt-.  Viktoria  19  Tage  9.  jed.  Mts.  90  vmis.
a)  nach  Bamenda.  Banjo,  Bi-  Duala  20.  22  dage  23.  jed.  Mts.  712  ome.
bundi,  Bipindihoof.  u  Aribi  20  Tage  25.  Nits.-  ..
Bitt  Compo-  Tlml  Boulogm  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  1255  nachm.
Ede  W  Mer  Duala  10  Tage
Wbbill.  alnde“  Jahan  ##s  Tuat  age
MWeiree  gots.  Kribi.  deuische  Schlffe)  Kribi  19  Tage
lodorf.  Lomie,  Longli,,Liverpool  23.  Febr.  Duala  23  Tage  21.  Febr.  10  abde.
Macr-  Mittorta  Viktoria  25  Tage
Liven-  9.  Febr  *2*  —
-  .  Febr.  26  Tage  7.  Febr.  10  ½  abd.
„  Liverpool  0.  Febr.  Nio  del  Rey  23  Tage  7.  Febr.  107  abds.
/  nach  Rio  del  Ney-  |  Hamburg  24.  jedes  MonatsNio  del  Rey  32—33  Tage23.  jed.  Mts.  71  abde.
J)  nach  dem  Tschadsee  GebietLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tage  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über  0  F  %
(Garna.  Kusseri)  Lokodja-ola  abd
h  nach  Ossidiuge  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  192  Tage  jeden  Donnerstag
vou  —  über  Obotum  10  abds.
#  brs,  Ossidinge  tum  Guoffiuß  )  M
9  Antwerpen  14.  Febr.  7.  März  Matadi  19—2  13.  Febr.  G.  März
#  nach  Molundn  "  F  Je  von  da  Welter,  ag  7  1#6  nachm.  F
Vordeaur  25.  jedes  Monats  1  bahn  23.  jed.  Mts.  107  abds.

l  l
dann  mit  restntenn  auf
—ie  Ssongea  und
½#  Diah  bis  Molundu

 

6.  den  Narolinen,  Palau-Inseln,
  Marianen.

Neapel  B.  Febr.
,!  (engl.  Schiffe)
Neapel  11.  April

(deutsche  Schifse,

Jap  38  Tage
Saipan  42  Tage
Wonape  50  Tage

Aus  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den

sechs=  bis  siebenmal  jährl

1.  Febr.  9.  April
10  abds
Narianen  auch  über  Japan
ich  mit  Segelschiffen.

 

7.  Marshall-Inseln.

geleitet;  von  Yokohama  weiter
Neapel  B.  Febr.
trugl  Eiddifi
  24.  Febr.

*  o#hse,

Jaluit  47  Tage

Jaluit  60  Tage

1.  22.  Febr.  105  abd.

 

8.  Niautschon.

9.  Togo.

Neapel  14.  28.  Febr.
(deutsche  Schiffe)

Brindisi  jeden  Sonntag
(engl.  Schiffe)

Marseille  3.  17.  Febr.  3.  März

(kranz.  Schiffe)

Liverpool  8.  Febr.

Hamburg  1.  11.  17.  24.  jed.  Mts.
Nordenham  2.  Febr.

Bremen  3.  März

Hamburg  10.  jedes  Monats

Gousagne  s.  M.  11.  jedes  Monats

(deutsche  Schiffe)

Notterdam  %  21.  jedes  Monats

(deutsche  Schiffe)

Marseille  12.  jedes  Monats
Bordeaux  25.  jedes  Monats
Liverpool  jeden  Sonnabend

 

8.  März

Tsingtau  36  Tage

Tsinglau  36  Tage

Tsingtau  36  Tage

Tsingtau  30—35

17—20

Tage
Tage
Tage
Tage

Tage

Lome  Tage

Lome

Lome

Lome  Tage
GCotonon  19  Ta
on  da  ab  ud
Cotonan  14  Tage
von  da  ab  Landverbindung
Accra  15  Tage
von  dort  weiter  auf  dem

 

Landwege  in  4—5  Tagen

12.  26.  Febr.
10  abds.
jeden  Freitag  10  5  abde.

1.  1  Febr-.  1.  Mär:
7.  Febr.  7  Mrz  8100  m
err,  6  oms

10.  16.2  ,Pebr.  7  i2  abds.

2.  Febr.  9
2.  jed.  Mts.
9.  jed.  Mts.

10.  jed.  Mt-.

"u

1255  mr.

20.  jed.  Mts.  9  abd?.

10.  jed.  Mt#.  10¼  abd.

23.  jed.  Mts.  10  abde.

Donnerstag  9  3  abdr.

 

7)  Den  durch  7  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Brieifenvungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat
        <pb n="211" />
        W  141  2c0

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebicten.

 

 

 

 

 

.  "“  "“  .  —  —  —

Von  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Von  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
hafen  in  Verlin  am  v  hafen  in  Berlin  am
—  1

.  .-.  Southampton  16*.  B0*.  jed.  Mts.
de  ;  Neapel  13“.  Febr.  Kamerun  2  NFer  2.Mär##
utsch-Neuguinea  Marseile.  7.  Febr.  7.  März  Plymouhh.  2.  16.  Febr.  2.  März
*5  den  Maroltnen,  "
-  -...  arianen  Neapel  .  .  23",.  März
Neapel  5  .  Febr.  5.  März  5  "
d  Genua.  .  23.  Febr.  Marshall-Inseln  1
eutsch-Ostafrika.  Brindisi.  ..  9.  Febr.  Neapel  .  .  137.  271.  Febr.
Morseite  10  fev.  Mt  Brindisi  .  .  23.  Febr.  9.  Marz
Brindisi  28.  ied.  Mts.  Marseille.  .  .  7.  21.  Febr.  7.  Mär;
Riautschou  Liverpool  18.  Febr.  üb.  Vancouv.
Plymouth  od.  [4“.  März
deutsch-üdwestafrika  Queenstowpn  117.  17.  26“.  Febr.
"  1!  Antwerpen.  37.  Febr.  35.  März  Tueenot  own
nördl  Teil  d.  Schungeb.  Haniburg  26“°.  jed.  Mts.  Samoa  '  .,.·»  ».-»
Southampton  10.  24.  Febr.  10.  Mär;ʒ  od.  Plymouth  12.  Febr.  4  Marz
südl.  Teil  des  Schutgeb.  Southampton  10.  21.Febr.  10.  März  Togo  Southampton  16*.  30*.  jed.  Mts.
go  Hamburg  4*.  jed.  Mts.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg
—

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreifenden  Posten.

und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

Postdampfer  Reise  te  Nachrichten
von  nach  bis  28.  Junuar  1907.
Adolpy  Woermann“  Lüderitbucht  Hamburg  am  26.  Januar  in  Lamburg.
„Alerandra  Woermann“  Viktoria  Hamburg  am  28.  Jannar  ab  Teneriffe.
„Aiine  Woermann“  Swalopmund  Rapstadt  am  20  Jannar  in  Kapstadt.
Imma  Woermann“,  ...  Calabar  Hamburg  am  25.  Januar  ab  Lagos.
nacan  Woermann  ...  Hamburg  Mossamedes  am  15.  Januar  in  Mossamedes.
Carl  Woermann“.  Accra  Hamburg  am  26.  Januar  in  Sekond
“6.  Uard  Bohlen“  Kapstadt  Swakopmund  am  20.  Jannar  in  Swakopmund.
„Card  Woermann“  ...  Lüderitzbucht  Hamburg  am  28.  Januar  in  Lome.
„Eltonore  Woermann“"“#  Hamburg  Duala  am  27.  Jannar  in  Lagos
a  Woermann“.  Hamburg  Assinie  am  27.  Januar  Dover  passiert.
„Enilie  Woermann  Lamburg  Calabar  am  30.  Januar  ab  Hamburg.
«  erch  Woermann"  Hamburg  Mossamedes  am  26.  Jannar  in  Madeira.
„Erna  Woermann,  Hamburg  Lüderitzbucht  am  23.  Januar  ab  Lome
„Genn  Woermann  .r  Lamburg  Duala  am  27.  Januar  Dover  passiert.
Gertrud  Woermann  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  28  Januar  Curhaven  passiert.
-Lar  chen  Bohlen  Rio  Nunez  Lamburg  am  26  Januar  in  Sierra  Leone.
.  Led#  Woermann  *  OHamburg  Viktoria  am  12.  Januar  in  Lome.
del  wig  Woermann  -  Hamburg  Assinie  am  28  Jannar  in  Affinie.
Henmue  Woermann“.  Hambur  Notonon  am  21.  Januar  in  Lome.
#enrietie  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  24.  Januar  ab  Lome.
*aarma  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  25.  Januar  in  Lagos.
„Rüannette  Woermann“  #7  Hamburg  am  19.  Jannar  in  Hamburg.
aalft  oermann““  Mossamedes  Hamburg  am  %½  Januar  in  Hamburg.
bbnd  28nenlnn  Sbe  isn  bs  aen  alsent
-Lothar.  ann  Hamburg  N  ʒ  am  24.  Jam  2Z  pe
Lucie  ohlen  »  Duala  Hamburg  am  17.  Januar  in  Hamburg.
Lulu  Sogermann  Duala  Hamburg  am  13.  Jannar  in  Lome  gestrandet.
„Marie  #ien  -.-.  Lüderitbucht  Hamburg  am  17.  Januar  in  Hamburg.
„Martba  Lorrmann  "  .  Hamburg  4  Accra  am  10.  Januar  ab  Notterdam.
„Nelita  Vo##mann  Burutu  Hamburg  am  25.  Jannar  ab  Las  Palmas.
„Otto  Won  en  Affinie  Hamburg  am  9  Januar  in  Hamburg.
vad  rermann.  Rio  Nunez  Hamburg  am  23  Januar  in  HLamburg.
,  voIesfen  eimann  #  Hamburg  Calabar  am  25.  Januar  in  Lagos.
Dherto  5  Mocrmann  Hamburg  Lüderitzbucht  am  9.  Januar  in  Swakopmund.
„Frieda  2  hlen  Hamburg  Kotonon  am  26.  Januar  Oueisant  passiert.
Loermann  Kotonon  Hamburg  am  21.  Januar  in  Hamburg.
        <pb n="212" />
        W  142  20

Anzeigen.

 

Offeutliche  Bekanutmachung.
In  das  Handeloregister  Abteilung  A
in  bei  Nr.  3,  offene  Handelsgeselschast
F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  in  Lome,  am  12.  De
zember  1906  eingetragen  worden:
Dem  Kaufmann  Brenner  in  Lome
1#st  Prokura  erteilt.  30)
Lome,  den  12  Dezember  1906.
Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Handelsregister  ist  der
Naufmann  Henry  Davenvort  in  Jap
als  Prolurist  der  Firma  David  r
O'Keese  in  Jap  am  10.  Septemoer
1906  eingetragen,  an  demselben  Tag
die  dem  Kaufmann  A.  Scott  erteilte
Prokura  gelöscht  worden.  *

Jap,  den  19.  November  1906.

Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

Haudels-Register  des  Königlichen

Amtsgerichts  Berlin-Mitte  Abt.  B.
Am  18:  a  1007  ist  eingetragen

bei  Nr.  1713:

Geselschaft  Nordwest-Kamernun

mit  dem  Sitze  zu  Berlin.

Der  Direktor  Adolph  Bourjau  zu
Berlin  ist  aus  dem  Direklorium  (Vorstand)
  ausgeschieden.

Durch  Veschluß  der  Generalversammlung
  vom  7.  November  1906  ist  nach
Inhalt  des  Protokolles  die  Satzung
Dinsichtlich  der  Zusammeniehung  des
Vorstandes  (Direktoriums)  Art.  22)
geändert  und  bestimmt  Art.  23):  Urkunden
  und  Erklärungen  sind  jür  die
Gesellschaft  verbindlich,  wenn  sie  unter
dem  Namen  „Gesellschaft  Nordwest-Kamerun=
  von  zwei  Mitgliedern  des

Direktoriums  oder  von  einem  Mitgliede.

und  einem  Prokuristen  oder  von  zwei
Prokuristen  erfolgen.  (#c.
Berlin,  den  19.  Januar  1907.
Königlicheo  Amtogericht  Berlin-Milte.
Abteilung  89.

 

Handels-Register  des  Königlichen
Amtsgerichts  Berlin-Mitte  (Abt.  B.)

Am  .  Januar  1907  ist  eingetragen
bei  Nr.  2173:

Otavi=  Mäuen-  und  Eisenbahn=Gesellschaft

mit  dem  Sitze  zu  Berlin.

Frik.  Müller  von  der  Werra,
Ingenieur,  Berlin,  ist  aus  dem  Vorstande
  ausgeschieden:  der  Koaiserliche

ergrat  a.  D.  Gustav  Duft  zu  Charlottenburg
  ist  zum  Mitgliede  des  Vorstandes
  ernannt.  (40.

Berlin,  den  24.  Januar  1907.
Königliches  Mutsgerccht  Berlin-Mitte.

Abteilung  89.

 

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        Deutsches  Kolonialblatt

KAmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

herausgegeben  in  der  Kolonial-Abteilung  des  Kuswärtigen  Kmts

 

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  Februar  1907.  Uummer  4.

Diese  Zeitschrift  ersch  eim  in  der  Regel  an  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens

einmal  „bierte  jähr.  aucht  rricheinen  den:  Mittellungen  nus  den  deutschen  Schmtz  grseien  .  lumssgsxliinx  11  il  i
lm.u1  Der  eelhhiech  ieritph  für  r**W  Kalonialbtamt  mit  den  Beiheften  geikean  beim  Bezn  dur

Vont  tüsn  die  Iuachhalndluungen  Wit.  *  direkt  unier  Eciban  durch  die  Ver  2  Mk.  für  x*N  Fihe

der  demschen  Schutzgebiete  und  Osterreich  Ungarn.  Mk.  5.—  für  die  Länder  5es  Weltpo  #erung:  uuinen  und  Aufrage

sind  an  die  Königliche  -foiichhankerne  von  Erust  Maoreb  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SWs.  Kochstraße  6  —71,  zu  vechstat

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Allerhöchste  Ordre,  betr.  die  Pensionierung  und  Anrechnung  von  Rriegsdienstjahren.
Vom  30.  Januar  1907  S  Verfügung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abteilung,  betr.  Erteilung  einer
Sonderberechtigung  zum  Schürfen  und  Bergbau.  Vom  25.  Januar  1907  S.  1414.  Beschluß  des  Bundesrats  vom
I7.  Jannar  1907,  beir.  die  Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft  (&amp;amp;A.  E.  G.)  in  Berlin  S.  144.  Verordnung  des  Gouverneurs
  von  namerun,  betr.  Verbot  der  Ausfuhr  von  und  des  Landels  Mit  Sleiamenzähnen  unter  fünf  Kilogramm.
Vom  26.  Oktober  1906  S.  141.  Personalien  und  Verlustlisie  Nr.  78  S
Nichtamtlicher  keile  Personal-Nachrichten  S.  1409.  ii-  Goben  S.  150.  Koloniale
Finanzprobleme  S.  15
Deutsch-Ostafrika:  Alweilun  der  Brutto-  Einnahmen  der  ZFollverwaltung  an  der  nüste  Deutsch-Ostofrikas
in  den  Monaten  Oktober  und  November  1906  S.  159.

Namerun:  übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Kamerun  (Küste)  im  dritten  Viertel  des
Ralenderjahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  im  gleichen  eitraum  des  Vorjahres  S.  160.  —  lbersicht  über  die  Bewegung
des  Handels  des  Schubgebiets  Kamerun  (Ssanga:  Ngokogebiet)  im  dritten  Viertel  des  wuldeb  1906  im  Vergleich
mit  dem  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjabres  S.  161.  Zum  Bahnbau  in  Kamerun  S.

Deursch=  Neuguinea:  Erdbeben  in  Deutsch=  Neuguinca  S.  160./.

Samoa:  Der  Aulkan  in  Savaii  S.  16l.  Die  Eingeborenen;:  Bevölterung  Demsch-Samoas  S.  165.

Togo:  übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  im  ersten  Viertel  des  Zalenderjahres  1906  S.  166.

Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  165

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Eine  Reise  nach  Ceylon,  Vndien  und  Birma  S.  108.
Jgolltarifentscheidungen  in  Neuseeland  S.  170.  Jolltarifändrrungen  in  Rritisch=  Nordborneo  S.  170.  Vorschriften
  für  die  Einfuhr  von  Opium  nach  Nalal  S.  180.  Zolltarifänderung  auf  d  den  Cook=  usw.  IJnseln  S.  190.
Erhebung  der  Einfuhrzölle  in  Gold  auf  Haiti  S.  180.  Zur  wirtschaftlichen  Lage  in  Haiti  im  Jahre  1905  06  S.  180.
Loldgewinnins  Australiens  in  den  letzten  zehn  Jahren  181.  Auofuhrhandel  Neuseelands  im  Jahre  1905/06
.  Einfuhrhandel  der  Fidschi-Juseln  S.  182.  Die  Verbesserung  des  Lafens  von  Cape  Coast  Castle  (Gold-*5
  9  182.  Ein  Projekt  der  Wasserversorgung  der  Stadt  Accra  (Goldluste)  .  182.  Der  Bananenhandel  Costa--Ricas
  S  .182.  Der  Baumwollanbau  Rußlands  im  Jahre  1906  S.  182.  Die  Nautschukeinfuhr  in  die  Vereinigten
Klaten  2.  133.  —  Maiskonservenfabrikation  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und  Nanadas  im  Jahre  1906
F  181.  Indigoernte  Britisch-Indiens  1906  07  S.  184.  —  Kakaoausfuhr  der  Dominikanischen  Nepublil  von
Vanuar  bis  September  1906  S.  185.—Eröffnung  der  Bahnlinie  Pretorin  Nustenburg  im  Transvaal  S.  185.
Verschiedene  Mitteilungen:  Fabrilate  aus  deutscher  Kolonialbaumwolle  S.  186.  —  Koloniale  Soleicnite
186.  Nolonial-Wirtschaftliches  S.  1866.  Literatur  S.  187..  Literatur-Verzeichnis  S.  187.  —  Verkehrs
Nachrichten  S.  188.  —  Schiffsbewegungen  S.  191.  —  Anzeigen.

 

ssssAtlicher  Teilac#t“h
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Kllerhöchste  Ordre,  betr.  die  Densionierung  und  Anrechnung  von  Kriegsdienstjahren.
Vom  30.  Jannar  1907.
Jch  bestimme:
de  1.  Der  Anfang  August  1905  ausgebrochene  Aufstand  in  Deutsch-Ostafrika  gilt  im  Sinne
urs  &amp;amp;  16  des  Gesetzes  über  die  Pensionierung  der  Offiziere  einschließlich  Sanitätsoffiziere  des  Reichseeres,
  der  Kaiserlichen  Marine  und  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  vom  31.  Mai  1906  und  des  §  6
9  Gesetzes  über  die  Versorgung  der  Personen  der  Unterklassen  des  Reichsheeres,  der  Kaiserlichen
darine  und  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  vom  31.  Mai  1906,  der  §§  23  und  60  des  Gesetzes
        <pb n="214" />
        W  144  2Ö

vom  27.  Juni  1871,  betreffend  die  Pensionierung  und  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres
  und  der  Kaiserlichen  Marine,  sowic  die  Bewilligungen  für  die  Hinterbliebenen  solcher  Personen,
des  §  1  des  Gesetzes  vom  31.  Mai  1901,  betreffend  Versorgung  der  Kriegsinvaliden  und  der  Kriegshinterbliebenen,
  sowie  des  §  49  des  Reichsbeamtengesetzes  vom  31.  März  1873  als  Krieg  beziehungsweise
  Feldzug.

Für  die  Beteiligung  an  der  Niederwerfung  des  vorgenannten  Aufstandes  im  Jahre  1905
ist,  sofern  sie  mindestens  einen  Monat  betragen  hat  oder  die  Teilnahme  an  einem  Gefecht  vorliegt,
den  dabei  zur  Verwendung  gelangten  Deutschen  das  Jahr  1905  als  Kriegsjahr  anzurechnen.

3.  Eine  Bestimmung  hinsichtlich  der  Beendigung  des  Aufstandes  im  Sinne  des  §  14,  2
des  Gesetzes  vom  31.  Mai  1901  wird  seinerzeit  folgen.

Berlin,  den  30.  Jannar  1907.  (gez.)  Wilhelm  I.  K.

An  den  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schuttruppen  und  Reichs-Marine-Amt).

Verfügung  des  Ruswärtigen  RKmts,  Rolonial-HRbteilung,  betr.  Erteilung  einer
Sonderberechtigung  zum  ÖSchürfen  und  Bergbau.
Vom  25.  Januar  1907.

Auf  Grund  des  §  93  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzblatt
  S.  363)  wird  dem  Landesfiskus  des  Schutzgebiets  Kamerun  vorbehaltlich  wohlerworbener
Rechte  Dritter  die  Sonderberechtigung  zum  ausschließlichen  Schürfen  und  Bergbau  für  Bitumen  in
sestem,  flüssigem  und  gasförmigem  Zustand,  insbesondere  Erdöl  und  Asphalt,  sowie  für  Steinsalz
nebst  den  auf  derselben  Lagerstätte  brechenden  Salzen  und  für  die  Solquellen  in  dem  Küstengebiete
einschließlich  der  Bezirke  Ossidinge,  Tinto-Fontemdorf,  Jabassi,  Edea,  Lolodorf  und  Ebolova  erteilt.

Berlin,  den  25.  Jannar  1907.
Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
Dernburg.

Beschluß  des  Bundesrats  vom  17.  Januar  100,  betr.  die  Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft
  (K.  E.  G.)  in  Berlin.

In  Gemäßheit  des  §  11  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzblatt  1900,  S.  813)  wird
nachstehendes  zur  öffentlichen  Kenntnis  gebracht:

Der  Bundesrat  hat  in  seiner  Sitzung  vom  17.  Jannar  d.  Js.  beschlossen,  der  Kamerun=Eisenbahn-Gesellschaft
  in  Berlin  auf  Grund  ihrer  vom  Reichskanzler  genehmigten  Satzungen  die
Fähigkeit  beizulegen,  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere  Eigentum  und  andere  dingliche  Rechte
an  Grundstücken  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,  vor  Gericht  zu  klagen  und  verklagt
zu  werden.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,  betr.  Verbot  der  Kusfuhr  von  und  des
Handels  mit  elefanten  zähnen  unter  fünf  Kilogramm.
Vom  26.  Oktober  1906.

Auf  Grund  von  §#  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches
Kolonialblatt  Seite  509)  wird  folgendes  verordnet:

#§*  1.  Die  Ausfuhr  sowie  das  in  den  Handel  Bringen  von  Elefantenzähnen,  welche  ein
geringeres  Gewicht  als  fünf  Kilogramm  besitzen,  ist  verboten.

*  2.  Zuwiderhandlungen  werden  an  Nichteingeborenen  mit  Geldstrafe  bis  zu  einhunderkfünfzig
  Mark,  im  Wiederholungsfalle  bis  zu  zehntausend  Mark,  im  Nichtbeitreibungsfalle  mit  Haft
oder  Gefängnis  nach  Maßgabe  des  Strafgesetzbuchs  bestraft.

Die  Bestrafung  von  Eingeborenen  im  Sinne  des  §  2  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend
die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten,  vom  9.  November  1900  (Deutsches  Kolonialblatt
  Seite  859)  erfolgt  nach  den  Vorschriften  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  22.  April  1896
(Deutsches  Kolonialblatt  Seite  241).
        <pb n="215" />
        W  145  20

Die  den  Gegenstand  der  Zuwiderhandlung  bildenden  Elefantenzähne  können  eingezogen
werden,  ohne  Unterschied,  ob  sie  dem  Verurteilten  gehören  oder  nicht.
8  Vorstehende  Verordnung  tritt  am  1.  April  1907  in  Kraft.

Buea,  den  26.  Oktober  1906.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Mueller.

 

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  anläßlich  des  diesjährigen
  Ordensfestes  und  anläßlich  Allerhöchst  Seines  Geburtstages  die  nachstehenden  Ordensauszeichnungen
  zu  verleihen:

Seiner  Exzellenz  dem  stellvertretenden  Kolonialdirektor,  Wirklichen  Geheimen  Rat  Dernburg  den

Roten  Adler-Orden  zweiter  Klasse  mit  dem  Stern;

dem  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika  Freiherrn  v.  Rechenberg  den  Königlichen  Kronen-Orden
dritter  Klasse;
dem  Legationsrat  in  der  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts  Gerstmeyer,  den  Hofräten

Wohlenberg  und  Unfug,  ebendaselbst,  und  dem  Professor  Dr.  Zimmermann  vom

Biologisch-landwirtschaftlichen  Institut  in  Amani  (Deutsch-Ostafrika)  den  Roten  Adler-Orden

  vierter  Klasse;

dem  stellvertretenden  Bezirksleiter  beim  Gonvernement  von  Kamernn  v.  Krosigk  den  Königlichen
Kronen-Orden  vierter  Klasse;
dem  Polizeimeister  Brückner  bei  demselben  Gouvernement,  den  Kanzleidienern  Gudat  und
Scholz  und  dem  Portier  Sachs,  sämtlich  bei  der  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen
Amts,  das  Allgemeine  Ehrenzeichen.

Seine  Königliche  Hoheit  der  Großherzog  von  Hessen  haben  Allergnädigst  geruht,
dem  stellvertretenden  Kolonialdirektor,  Wirklichen  Geheimen  Rat  Deruburg  das  Großkreuz  des
Verdienstordens  Philipps  des  Großmütigen  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Vorsteher
der  Legationskasse  —  Abteilung  II  —  Hofrat  Lilienthal  den  Charakter  als  Geheimer  Hofrat  und
dem  Leiter  der  Geheimen  Registratur  beim  Oberkommando  der  Schutztruppen,  Geheimem  Registrator
Michalsky,  den  Charakter  als  Hofrat  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachstehend
aufgeführten  Personen,  welche  sich  gelegentlich  des  Aufstandes  in  Deutsch-Ostafrika  durch  tapferes
und  pflichttreues  Verhalten  besonders  ausgezeichnet  haben,  Ordensauszeichnungen  zu  verleihen.  Es
haben  erhalten:

Den  Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern:
kommissarischer  Bezirksamtmann  Hauptmann  a.  D.  Franz  Richter  in  Ssongea,
2.  Missionssuperintendent  Christian  Schumann  in  Lupembe,

3.  Tiermaler  Wilhelm  Kuhnert  in  Berlin;
die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse:
Geheimer  Regierungsrat  Ednard  Haber  in  Daressalam,
2.  Regierungsrat  v.  Winterfeld  in  Daressalam;
den  Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse:
1.  Oberrichter  Reinhard  Vortisch  in  Daressalam,
2.  Finanzdirektor  Karl  Weiß  in  Daressalam;

die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse:

Bezirksamtmann  Maximilian  Keudel  in  Daressalam;

—
        <pb n="216" />
        G  146  20

den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern:
1.  Bezirksamtssekretär  Karl  Nopp  in  Ssongea,
2.  Ingenieur-Chemiker  Viktor  Lommel  in  Amani,
3.  Missionar  Paul  Gröschel  in  Pangira,
4.  Missionar  Johannes  Hahn  in  Lupembe;
den  Königlichen  Kronen-  Orden  vierter  Klasse:
Kapitän  Karl  Prüssing  in  Daressalam,
Kapitän  Gerhard  Nolte  in  Wiedhafen,
.  Zentralbureauvorsteher  Wilhelm  Schenk  in  Daressalam,
Missionar  Otto  Maaß  in  Kidugala;
das  Krenz  des  Allgemeinen  Ehrenzeichens:
Werkstättenvorsteher  Friedrich  Feddern  in  Daressalam;
das  Militär-Ehrenzeichen  zweiter  Klasse:
Bureaugehilfe  Kurt  Lichtenstein  in  Ssongea;
das  Allgemeine  Ehrenzeichen:
Maschinenwerkstättenvorsteher  Heinrich  Borchers  in  Daressalam.

S#i—

Raiserliche  Schutztruppen.
Oberkommando  der  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  27.  Jannar  1907.
Oehme,  Hauptmann,  Mitglied  des  Bekleidungsamtes  für  die  Ostasiatische  Besatzungs-Brigade,  kommandiert
  zur  Dienstleistung  beim  Oberkommando,  der  Charakter  als  Major  verliehen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  27.  Jannar  1907.
Es  werden  befördert:
die  Oberleutnants:
Frhr.  v.  Reitzenstein  und  Graf  v.  Freyen-Seyboltstorff  Herr  zu  Seyboltstorff  zu  überzähligen
  Hauptleuten  und
Wolff,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  27.  Jannar  1907.
Am  31.  Jannar  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Februar  d.  Is.  im  Heere
angestellt:
die  Hauptleute:
v.  vornhardt,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment,  im  Infanterie-Regiment  Bremen  (1.  Hanseatischen)
Nr.  75,
v.  Mülmann,  Kompagniechef,  im  Garde-Füsilier-Regiment,
Füßlein,  Klostermann,  beide  im  Feldvermessungstrupp,  aggregiert  dem  Generalstabe  der  Schuttruppe,
  unter  lberweisung  zum  Großen  Generalstabe,  im  Generalstabe  der  Armee  und
v.  Hahnke,  aggregiert  dem  Generalstabe  der  Schutztruppe,  als  Kompagniechef  im  Kaiser  Alexander-Garde-Grenadier-Regiment
  Nr.  1;
die  Oberleutnants:
v.  Kleist,  dieser  unter  Beförderung  zum  Hauptmann,  vorläufig  ohne  Patent  mit  einem  Dienstalter
vom  19.  Oktober  1905,  als  Kompagniechef  im  Luftschiffer-Bataillon,

Gutzeit,  in  der  I.  Sheimwerser.  Abteilung,  in  der  4.  Ingenieur-Inspektion  und  «
Delius,  in  der  II.  (Proviant  teilung,  im  2.  Hannoverschen  Infanterie-Regiment  Nr.  77
die  Leutnants:

Freise,  im  5.  Lothringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  144,
Döring,  in  der  Feldsignal-Abteilung,  im  3.  Badischen  Dragoner-Regiment  Prinz  Karl  Nr.  22,
        <pb n="217" />
        W  147  20

v.  Moßner,  im  2.  Rheinischen  Husaren-Regiment  Nr.  9  und
Rahn,  in  der  V.  (Proviant-)Kol  Abteilung,  im  Feldartillerie-Regiment  Prinz  August  von
Preußen  (1.  Litthauischen)  Nr.  1;
die  Stabsärzte:
br.  Krebs,  Bataillonsarzt  des  IV.  Bataillons  2.  Feldregiments,  als  Bataillonsarzt  des  III.  Bataillons
Danziger  Infanterie-Regiments  Nr.  128  und
br.  Eggert,  als  Bataillonsarzt  des  III.  Bataillons  Infanterie-Regiments  von  Voigts-Rhetz  (3.  Hannoverschen)
  Nr.  79  und
Casper,  Assistenzarzt,  beim  Infanterie-Regiment  von  Borcke  (4.  Pommerschen)  Nr.  21.
Ferner:
Am  31.  Januar  d.  J.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:
Dr.  Heim,  Oberarzt,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste,
v.  Zehmen,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste  und
rhr.  v.  Watter,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Württembergische  Militärdienste  (am
1.  Februar  im  Grenadier-Regiment  Olga  [1.  Württembergischen]  Nr.  119  angestellt).
Es  werden  befördert:
die  Oberleutnants:
Flaskamp,  Führer  der  II.  Funkentelegraphen-Abteilung  und
Strehlke,  zu  überzähligen  Hauptleuten;
*  die  Leutnants:
Brhr.  v.  Wittenhorst-Somsfeld,  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,
Leisler,  im  2.  Feldregiment,
Gutter,  in  der  1.  Feldtelegraphen-Abteilung,
arke,  in  der  2.  Feldtelegraphen-Abteilung,
chneider,  in  der  1.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,
b.  Frankenberg  u.  Proschlitz  und  Metz,  zu  Oberleutnants,
r.  Busch,  zum  Stabsarzt;
die  Assisten  zärzte:
br.  Greif,  bei  der  1.  Etappenkompagnie,  Dr.  Freyse,  Meyer  und  Lindner,  zu  Oberärzten.

Ein  vordatiertes  Patent  ihres  Dienstgrades  erhalten:

v“  die  Hauptleute:
l  Heydebreck,  Batteriechef  in  der  1.  Feldartillerie-Abteilung,  vom  24.  Mai  1896,
Franke,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment,  vom  18.  Juli  1901  und
onders,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment,  vom  15.  September  1902,
uk  Stülpnagel,  Oberleutnant  im  Feldvermessungstrupp,  vom  15.  November  1902  und
M  Vethacke,  Leutnant,  vom  22.  März  1898,

ofsner,  Hauptmann,  ein  Patent  seines  Dienstgrades.

Am  7.  Febrnar  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  8.  Februar  d.  J.  in  der  Schutztruppe

angestellt:
die  Majors:
Flerecke  Militärlehrer  an  der  Kriegsakademie  und

ügge,  Abteilungskommandeur  im  1.  Westpreußischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  35.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom

—  22.  Januar  1907.

Wehlandt,  Proviantamtsassistent,  mit  dem  31.  Januar  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche
der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (als  Proviantamtsassistent  bei  dem  Proviantamte
  in  Münster,  Westfalen)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutgztruppen)  vom
Buf  28.  Januar  1907.
sch,  Oberapotheker,  mit  dem  31.  Januar  d.  Is.  behufs  Rücktritts  zu  den  Oberapothekern  des
Beurlaubtenstandes  des  Königlich  Preußischen  Heeres  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
        <pb n="218" />
        W  148  2C

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
24.  Januar  1907.

Sämtliche  zur  Zeit  in  der  Heimat  befindlichen  Kriegsfreiwilligen  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika
  (inaktive  Offiziere  und  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes)  scheiden,  sofern  ihr  Ausscheiden
nicht  schon  früher  erfolgt  ist,  mit  dem  31.  d.  Mts.  aus  dem  Dienstverhältnis  zur  Schutztruppe  aus.
Etwa  noch  erforderlicher  Dienstverkehr  mit  dem  Oberkommando  ist  seitens  der  entlassenen  Offiziere
dieser  Kategorie  durch  das  zuständige  Bezirkskommando  zu  leiten.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  27.  Januar  1907.
v.  Restorff,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  am  31.  Jannar  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden
und  mit  dem  1.  Februar  d.  Is.  im  Colbergschen  Grenadier-Regiment  Graf  Gneisenau
(2.  Pommerschen)  Nr.  9  angestellt.
Es  werden  befördert:
Langheld,  Hauptmann  beim  Stabe  der  Schutztruppe,  zum  überzähligen  Major,
Hirtler,  Oberleutnant,  zum  Hauptmann,  dieser  mit  dem  1.  Februar  d.  Is.  zum  Kompagniechef
ernannt  und
Dr.  Pistner,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt.
Zimmermann,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  ein  Patent  seines  Dienstgrades  vom  17.  April  1897
erhalten.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
der  Schutztruppen  die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,
  und  zwar:

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

der  Königlich  Württembergischen  silbernen  Militärverdienstmedeaille:
dem  Feldwebel  Röser;
des  Großherzoglich  Sächsischen  Allgemeinen  Ehrenzeichens  in  Gold  mit  Schwertern:
dem  Feldwebel  Standan;
der  silbernen  Verdienstmedaille  des  Herzoglich  Anhaltischen  Hausordens  Albrecht  des

Bären  mit  Schwertern:
dem  Feldwebel  Münzner  und  dem  Sergeanten  Lehmann.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Der  Königlich  Württembergischen  goldenen  Militärverdienstmedaille:

dem  Gefreiten  Ziegele.
der  Königlich  Württembergischen  silbernen  Militärverdienstmedaille:

dem  Vizefeldwebel  Brandt,  dem  Sergeanten  Heinze,  den  Unteroffizieren  Müller  (Alois),  Lehmann,
  May,  Schulz  (Karl),  Heizmann  und  Dieter,  den  Gefreiten  Lutz,  Hohl,

Albrecht,  Standacher,  Ettwein,  Fiedler,  Bitzer,  Häussermann  und  Sommer,

den  Reitern  Heinrich,  Bay  I,  Strähle  und  Müller  (Valentin)
des  Großherzoglich  Sächsischen  Allgemeinen  Ehrenzeichens  in  Silber  mit  Schwertern:
dem  Unteroffizier  Klinger,  dem  Gefreiten  Wendelmuth  und  dem  Reiter  Schulz  (August):
der  Ritterinsignien  I.  Klasse  des  Herzoglich  Anhaltischen  Hausordens  Albrecht  des

Bären  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  Cramer  in  der  1.  Etappenkompagnie.
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        G  149  2O

Verlustliste  Nr.  78
der  sKaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  bei  den  Kämpfen  gegen  die
aufständischen  Eingeborenen.
An  Krankheiten  gestorben:
Im  Garnison-Lazarett  1  Berlin:

früher  im  Infanterie-Regiment  Alt-Württemberg  (3.  Württeman
  Herzschwäche  infolge  Brustfell=  und  Herzbeutel-Im

  Feldlazarett  Lüderitzbucht:

im  Füsilier-Regiment  von  Steiunmetz  (Westpreußischen)

Nr.  37,  am  1.  Februar  an  Atemlähmung  infolge  Gehirnleidens  nach  Typhus.

Im  Lazarett  Keetmanshoop:

1.  Unterzahlmeister  Adolf  Reich,
bergischen)  Nr.  121,  am  22.  Jannar
entgündung.

2.  Oberarzt  Arthur  Strahler,  früher

3

3.  Februar  an  Herzschwäche  nach  Typhus.

Gefreiter  Wilhelm  Fitz,  früher  im  2.  Ober-Elsässischen  Infanterie-Regiment  Nr.  171,  am

4.  Reiter  Emil  Zschiesche,  früher  im  Königlich  Sächsischen  3.  Infanterie-Regiment  Nr.  102  Prinz-Regent
  Luitpold  von  Bayern,  am  3.  Februar  an  Typhns.

 

EEEEEEEEEmIchtamtlicher  Teil  i  νν

Dersonal-Nachrichten.

General  v.  Dalézieu  f.

Aus  Weimar  kommt  die  Trauerkunde,  daß
dort  am  Sonntag,  den  10.  d.  Mts.,  das  Mitglied
des  Kolonialrats,  Oberhofmarschall  und  Flügeladjutant
  des  Großherzogs  von  Sachsen,  Generalleutnant
  v.  Palkzieux,  genannt  v.  Falkonnet,
verstorben  ist.  Aimé  v.  Palczienx  war  am  10.  Sepkember
  1843  zu  Vevey  geboren;  seine  Mutter
war  eine  Deutsche.  Zuerst  widmete  er  sich  dem
Kaufmannsstande,  studierte  in  Darmstadt  Chemie
und  trat  dann  in  die  preußische  Armee  ein.  Als
Leutnant  im  4.  Fußartillerie-Regiment  besuchte  er
die  Artillerieschule  in  Berlin,  wo  er  die  Aufmerksamkeit
  Kaiser  Wilhelms  I.  und  der  Kaiserin
Augusta  auf  sich  zog.  Nach  kurzer  diplomatischer
Tätigkeit  in  Paris  und  London  1869  nahm  Premierlentnant
  v.  Palézienr  als  Adjutant  des  Großberzogs
  Karl  Alexander  von  Sachsen  an  dem
Feldzuge  1870/71  teil,  wurde  mit  dem  Eisernen
Arenz  dekoriert  und  blieb  dann  im  weimarischen
Adjutantendienste  bis  zu  seinem  Ende.  Im

ahre  1885  wurde  er  zum  Major,  1890  zum
Oberstleutnant,  1893  zum  Oberst,  1897  zum
eneralmajor  und  1900  zum  Generalleutnant
efördert.  Generaladjutant  war  er  seit  1897.
Nach  dem  Regierungsantritt  des  jetzigen  Großberzogs
  übernahm  v.  Palézieux  im  Frühjahr  1901
#  das  Amt  eines  Oberhofmarschalls.  Die
eisetzung  erfolgte  in  Weimar  am  Mittwoch,  den
13.  d.  Mts.

Mit  Herrn  v.  Palczieux  ist  einer  der  ältesten
und  bewährtesten  Kolonialfreunde  dahingegangen.

 

Dem  Kolonialrat  gehörte  er  seit  1892  an  und
beteiligte  sich  stets  mit  regem  Eifer  und  besonderem
  Verständnis  an  den  Berhandlungen.
Sein  Hinscheiden  bedeutet  einen  schmerzlichen  Verlust
  für  die  koloniale  Sache.  Die  Mitglieder  des
Kolonialrats  und  die  Kolonialverwaltung  werden
das  Andenken  dieses  liebenswürdigen  und  verdienstvollen
  Mannes  stets  in  hohen  Ehren  halten.

Deutsch  -Ostafrika:.
Professor  Dr.  Bosseler  ist  am  19.  Oktober
v.  Is.  im  Schutzgebiet  wiedereingetroffen.  Er
wird  zunächst  als  Entomologe  bei  der  Versuchsstation
  Amani  Verwendung  finden.

 

Techniker  Grafe  hat  am  4.  Februar  1907
die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  angetreten.

 

In  Ostafrika  neu  eingetroffen:  Am  13.  Dezember
  1906  Materialienverwalter  Liebelt  und
am  2.  Januar  1907  Kolonialeleve  Haun.

Vom  Heimatsurlaub  in  Ostafrika  wieder  eingetroffen:
  Am  15.  Novbr.  1906:  die  Gouvernementssekretäre
  Altmann  und  Hemmerling;
am  5.  Dezbr.  1906:  die  Bureangehilfen  Thorwart,
  Weinberger  und  Borchers;  am  12.
bzw.  13.  Dezbr.  1906:  Geheimer  Regierungsrat
Dr.  Stuhlmann,  kommiss.  Sekretär  Nagel  und
Kesselschmied  Gräfe.

 

Mit  Heimatsurlaub  aus  Ostafrika  sind  eingetroffen:
  Oberrichter  Regierungsrat  Vortisch  und
Maschinist  Rohleder.
        <pb n="220" />
        68  150  ꝛ

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  3.  Februar  1907
in  Neapel  eingetroffen:  Oberleutnant  Bock
v.  Wülfingen,  Oberarzt  Dr.  Neubert,  die
Sergeanten  Glatzel  und  Lehmann  und  Sanitätssergeant
  Bach.

Komerun.

Die  Ausreise  nach  Kamerun  hat  am  9.  Februar
  1907  von  Hamburg  aus  angetreten  der
Kesselschmied  Hornberger.

Ende  Dezember  1906  ist  im  Schutzgebiet  wieder
eingetroffen  Kassenvorstand  Barche.

Das  Schutzgebiet  haben  mit  Heimatsurlaub
am  9.  Januar  1907  verlassen:  Finanzdirektor
Kundt,  kommiss.  Bezirksrichter  Lmmermann,
Gouvernementsbeamter  v.  Rudno-Rudzinski,
Schlosser  Kahl  und  Gärtner  Rudolph.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  4.  Februar  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Feldwebel  Mair,
Unteroffizier  Müller  und  Sanitätsunteroffizier
Draheim.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  9.  Februar  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Hauptmann  Glauning.

Togo.
Der  kommiss.  Bezirksrichter
Schlettwein  ist
Schutzgebiet  Togo  wiedereingetroffen.

Gerichtsassessor

Aus  Togo  sind  Regierungsrat  Hansen  und
der  kommiss.  Sekretär  Sanerwein  mit  Heimatsurlanb
  eingetroffen.

Deutsch-Südwestafrika.

Der  Ansiedlungskommissar  Dr.  Rohrbach  und
der  kommiss.  Oberrichter  Amtsrichter  Dr.  Meyer
haben  am  17.  Dezember  und  der  Landmesser
Beermann  am  22.  Dezember  1906  die  Heimreise
  nach  Deutschland  angetreten.

Als  Proviantbeamter  in  Windhuk  ist  der
frühere  Feldwebel  der  Schutztruppe  Jabs  angenommen
  worden.

am  28.  Dezember  1906  im

 

Der  beurlaubt  gewesene  Tierarztgehilfe  Kuhn
und  der  Streckenwärter  bei  der  südwestafrikanischen
Eisenbahnverwaltung  Küster  haben  am  26.  Januar
  d.  Is.  die  Rückreise  nach  Swakopmund  angetreten.


Der  Bodenmeister  bei  der  Eisenbahnverwaltung
Kostizewa  hat  am  11.  d.  Mts.  die  Rückreise
nach  Swakopmund  angetreten.

Der  Regierungsbaumeister  Rukwied  ist  am
4.  November,  der  Katasterzeichner  Ludwig  Böhm
und  der  Katasterhilfsarbeiter  Karl  Herrmann
sind  am  10.  Dezember  1906  im  Schutzgebiet
eingetroffen.

Der  Regierungstierarzt  Trautmann  ist  mit
dem  31.  Jannar  1907  ausgeschieden.

Mit  Heimatsurlanb  infolge  Verwundung  oder
Erkrankung  sind  am  25.  Jannar  1907  in  Cuxhaven
  eingetroffen:  die  Oberleutnants  Beckherrn
und  Krüger,  die  Leutnants  Sohn  und  Crenzburg,
  Leutnant  d.  Seew.  1  Widdecke,  die  Oberärzte
  Dr.  v.  Haselberg  und  Dr.  Wittmer,  die
Oberveterinäre  Speierer  und  Iwitzki,  Bekleidungsamtsaspirant
  Bauer  und  215  Unteroffiziere
und  Mannschaften.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Niederwerfung
  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Oberkommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Die  Arbeiter  der  Waggonfabrik  in  Danzig
haben  gelegentlich  der  Geburtstagsfeier
Seiner  Majestät  des  Kaisers  und  Königs
eine  Geldsammlung  veranstaltet,  für  deren
Ertrag  Zigarren  als  Liebesgabe  gekauft
worden  sind.

2.  Von  dem  All-Deutschen  Verband  in  Berlin
durch  Sammlung  4  Kisten  Liebesgaben.

3.  Von  Fräulein  K.  Grunow  in  Berlin  Bilder
als  Liebesgabe.
        <pb n="221" />
        151  2

Koloniale  FSinanzprobleme.

Vortrag  Seiner  Exzellenz  des  Herrn  stellvertretenden  Kolonialdirektors  Wirklichen  Geheimen  Rats  Dernburg,
gehalten  in  Frankfurt  a.  M.  am  3.  Februar  1907.

Frankfurt  hat  von  alters  her  viele  Beziehungen
über  See  gehabt,  war  es  doch  der  bedeutendste
Meß=  und  Stapelplatz  des  westlichen  Deutschlands
für  viele  Jahrhunderte  und  das  Zentrum  des
deutschen  Geldhandels  schon  über  100  Jahre  vor
der  Errichtung  des  Deutschen  Reiches.  Diese  ausländischen
  und  überseeischen  Beziehungen  haben
bei  Frankfurt  den  eigentümlichen  Grund,  daß  in
einem  verhältnismäßig  kleinen  Stadtgebiet,  welches
zu  einer  anderen  als  einer  handelsmäßigen  Tätigkeit
  keine  Gelegenheit  gab,  viele  unternehmende
Familien  entstanden,  die  ihre  Ausbreitung  in
einem  weiteren  Nahmen  suchten,  einem  Rahmen,
en  sie  in  dem  zerklüfteten  und  zerspaltenen
Deutschland  nicht  fanden,  und  die  deshalb  die
Väter  der  verschiedensten  großen  Geldhandelshäuser
  der  Welt  geworden  sind,  Namen,  die  ich
hier  nicht  besonders  hervorzuheben  brauche,  die
Rothschild  und  die  Bethmann,  die  Speyer  und
die  Ladenburg,  die  Erlanger  und  die  Stern,  die
Neufville  und  die  Sulzbach,  sind  alles  Frankfurter
Häuser,  die  auf  nahezu  jedem  großen  Weltplatz,
in  Paris,  London  und  in  New  Vork,  ihre  Ableger
  errichtet  haben.  Und  durch  diese  Häuser  ist
dann  die  Franksurter  Börse  und  demnächst  das
deutsche  Publikum  mit  den  ersten  überseeischen
Werten  bekannt  gemacht  worden,  Werten,  die  nach
mancherlei  Enttäuschungen  unserem  nationalen
Vermögen  reiche  Früchte  gebracht  haben.  Und
neben  dem  Geldhandel  hat  besonders  der  Metallhandel
  aus  Frankfurt  seine  Emissäre  gesandt;  die
größten  und  bestsundierten  deutschen  Gesellschaften
haben  hier  ihren  Sitz,  und  der  überlebende  Chef
der  weitaus  größten  Transvaal-Goldfirma,  der
gleichzeitig  Außerordentliches  für  die  Erschließung
Britisch-Südafrikas,  der  Kapkolonie  wie  Rhodesias,
getan  hat,  ist  ein  Franksurter.  So  sind  denn
der  mancherlei  Anknüpfungspunkte  und  ein  weites
erständnis  für  die  Frage  vorhanden,  die  ich  zu
behandeln  habe.  Ist  doch  Deutschland  in  einer
gleichen  Lage  wie  weiland  die  freie  Stadt  Frankkurt,
  überschäumend  in  Unternehmungsgeist,  stark
in  Kapitalskraft,  ungemein  fruchtbar  an  Menschen
und  verhältnismäßig  eng  an  europäischen  Grenzen.
Da  ist  es  denn  leicht  verständlich,  wenn  der
Deutsche  in  nationalem  Empfinden  nunmehr  ein
größeres  Interesse  gewinnt  für  diejenigen  Gebiete
über  See,  die  ihm  lange  eigentümlich  gehören,
katt,  wie  es  in  früheren  Zeiten  vielfach  der  Fall
war,  in  ausländische  Fremden  zu  wandern  und
für  das  deutsche  Volkstum  unterzugehen.

 

Die  vielfachen  Beziehungen  zur  Finanz  und
die  Tatsache,  daß  Frankfurt  der  zweitgrößte  Börsenplatz
  des  Deutschen  Reiches  ist,  veranlassen  mich,
hier  zu  sprechen  über  das  Thema  „Koloniale
Finanzpolitik“.  Es  ist  das  ein  ungeheuer
weites  Gebiet,  und  es  möchte  manchem  füglich
scheinen,  daß  es  bei  dem  gegenwärtigen  Zustand
unserer  Kolonien  verfrüht  sein  möchte,  die  Frage
aufzunehmen.  Aber  man  soll  nicht  vergessen,  daß
die  Entwicklung  der  Kolonien  ein  kaufmännisches
Geschäft  ist,  und  daß  ein  vorsichtiger  und  vorausschauender
  Kaufmann  stets  wissen  will,  wohin  er
geht,  wenn  er  auch  vielleicht  eine  oder  die  andere
ÜUberlegung  umsonst  und  vergebens  anstellt.

Die  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika
hatten  bis  zum  Jahre  1900  keine  Kolonien.  Da
fielen  ihnen  nach  dem  Ausgange  des  spanischamerikanischen
  Krieges  die  Philippinen  gegen  eine
Zahlung  von  —  ich  glaube  —  82  Millionen  zu,
und  die  Amerikaner  hatten  infolgedessen  Veranlassung,
  sich  mit  den  Fragen  der  kolonialen  Politik
zu  beschäftigen.  Dieser  Aufgabe  unterzog  sich  eine
Vereinigung,  welche  die  besten  amerikanischen
Fachgelehrten  einschließt,  die  „American  Oeconomie
  Association“,  die  zunächst  die  koloniale
Finanzpolitik  sämtlicher  bis  dahin  kolonisatorisch
tätiger  Nationen  einschließlich  der  deutschen  untersuchen
  ließ,  und  diese  Untersuchungen  sind  veröffentlicht.
  Als  Resultat  dieser  Veröffentlichungen
und  als  Empfehlung  für  die  Art,  in  welcher  die
Amerikaner  ihrer  kolonisatorischen  Aufgabe  sich
widmen  sollten,  sind  jener  Publikation  eine  Reihe
von  Leitsätzen  vorangestellt,  die  man  nahezu  vollinhaltlich
  unterschreiben  kann,  und  die  ich  Ihnen
in  aller  Ausführlichkeit  im  folgenden  vortragen
werde,  indem  ich  mir  vorbehalte,  auf  einen  oder
den  anderen  im  Verlaufe  dieses  Vortrages  zurückäunkommen.
  Als  Resultat  seiner  Studien  glaubt
das  Komitce  die  folgenden  allgemeinen  Empfehlungen
  aussprechen  zu  dürfen.

1.  Die  Finanzen  jeder  Kolonie  sollen  ausschließlich
  im  Interesse  der  Kolonie  und  ihrer
Entwicklung  geleitet  werden  und  nicht  im  Interesse
  des  Mutterlandes.

2.  Kein  einheitliches  System  fiskalischer  Wirtschaft
  kann  für  eine  Anzahl  von  Kolonien,  die
in  verschiedenen  Teilen  der  Welt  liegen,  eingerichtet
  werden.  Jede  Kolonie  muß  für  sich  betrachtet
  und  ihr  System  ihren  natürlichen  Bedingungen
  angepaßt  werden.
        <pb n="222" />
        W  152  2c0

3.  Jede  Kolonie  soll,  soweit  irgend  möglich,
auf  ihre  eigenen  Einnahmen  angewiesen  werden,
aber  das  Mutterland  kann  sehr  wohl  den  Kredit
der  Kolonie  unterstützen  oder  später  rückzahlbare
Vorschüsse  gewähren.

4.  Bei  unentwickelten  Kolonien,  deren  Einwohner
  nicht  geeignet  sind,  wichtige  öffentliche
Einrichtungen,  wie  Eisenbahnen,  Kanäle,  Telegraphensysteme
  zu  leiten,  ist  es  wohl  richtig,  daß
diese  Anlagen  der  Regierung  gehören  sollen  und
lieber  durch  Beamte  als  durch  Privatgesellschaften
zu  verwalten  sind.

Ich  schiebe  hier  ein,  daß  dieser  Satz  um  so
merkwürdiger  ist,  als  in  Amerika  irgendwelches
Staatseigentum  weder  an  Bahnen  noch  an  Telegraphen
  noch  an  Telephonen  besteht  und  bisher
dort  auch  durchaus  perhorresziert  worden  ist.

5.  Die  Auswahl  der  Einnahmegquellen  soll
in  jedem  Falle  festgesetzt  werden  in  Übereinstimmung
  mit  der  ökonomischen  und  sozialen  Lage
der  Kolonien.

6.  Wo  die  Kolonie  so  gelegen  ist,  daß  die
Entwicklung  des  Handels  mit  fremden  Ländern
den  wirtschaftlichen  Hauptwert  bildet,  sollen  Einfuhrzölle
  sehr  niedrig  sein  beziehungsweise  nicht
erhoben  werden.

7.  In  Kolonien  mit  unentwickelten  Wirtschaftsquellen
  soll  die  Hauptstütze  für  die  allgemeinen
Regierungseinnahmen  ein  System  indirekter
Steuern  bilden  mit  entsprechenden  Zöllen  auf
importierte  Artikel,  wenn  diese  den  von  der  indirekten
  Steuer  betroffenen  Gegenständen  ähnlich
sind.  Lizenzen  sollten  zunächst  eingeführt  werden
auf  einige  Artikel  allgemeinen  Verbrauchs,  wie
Alkohol,  Opium  und  Reis.  Sofern  irgend  eine
Kolonie  ausgesprochene  Vorteile  in  der  Erzeugung
besonderer  Konsumartikel,  wie  Zucker,  Tabak,
Hanf  usw.,  besitzt,  kann  es  wünschenswert  erscheinen,
  auch  hier  Lizenzen  oder  ähnliche  Produktionssteuern
  aufzuerlegen,  es  ist  selbst  eine
Frage,  ob  niedrige  Exportzölle  auf  solche  Verbrauchsartikel
  nicht  in  Ausnahmefällen  angewandt
werden  sollen.

Hier  schiebe  ich  ein,  daß  die  Konstitution  der
Vereinigten  Staaten  solche  Ausfuhrzölle  für  amerikanische
  Produkte  nach  anderen  Bundesstaaten
verbietet  und  daß  deshalb  der  Satz  besonders
bedeutsam  ist,  trotzdem  er  aus  dem  eben  erwähnten
  Grunde  mit  einer  gewissen  Zaghaftigkeit
  vorgebracht  wird.

8.  Es  ist  nicht  wünschenswert,  eine  Verzehrsteuer
  für  lokale  Zwecke  aufzuerlegen.  Lokale  Einnahmen
  sollten  in  den  meisten  Fällen  in  erheblichem
  Umfange  aus  Grumdbesitz,  Lizenzen  für
Geschäfte  und  ähnlichen  Spezialsteuern  bezogen
werden.

 

9.  Wo  es  immer  möglich  ist,  sollten  in  der
staatlichen  Verwaltung  Ansässige  der  Kolonie  als
Beamte  gebraucht  werden.  Es  muß  aber  oberster
Grundsatz  bleiben,  daß  als  letzte  Instanz  die
Wünsche  des  Mutterlandes  ausschlaggebend  sein
müssen.

10.  Solange  als  die  Kolonien  die  neuzeitlichen
  wirtschaftlichen  Bedingungen  noch  nicht  erreicht
  haben,  mag  es  empfehlenswert  sein,  soweit
als  möglich  die  einheimischen  Gebräuche  während
der  Übergangszeit  beizubehalten.  Zum  Beispiel
erscheint  es  durchaus  möglich,  daß  für  gewisse
Zeit  noch  das  System  der  Verpachtung  der
Steuern  an  Unternehmer,  insbesondere  die  Häupter
der  Eingeborenen,  unter  den  etwa  erforderlichen
Einschränkungen  beibehalten  bleibt.

Für  eine  ordentliche  Verwaltung  der
Staatswirtschaft  einer  Kolonie  der  Vereinigten
Staaten  ist  es  absolut  notwendig,  ein  Beamtenrecht
  einzurichten,  welches  über  allen  Zweifel
hinaus  die  Tüchtigkeit  und  die  Ehrlichkeit  des
Personals  sicherstellt.

12.  In  denjenigen  Kolonien,  wo  es  schwer
ist,  eine  entsprechende  Menge  tüchtiger  eingeborener
Arbeiter  zu  erhalten,  kann  man  die  Frage  der
Zulassung  fremder  Arbeiter  in  ernsthafte  Erwägung
  ziehen.  Wenn  auch  vielleicht  hinreichende
Gründe  vorliegen  für  den  Ausschluß  chinesischer
Arbeiter  aus  den  Vereinigten  Staaten,  folgt  daraus
durchaus  noch  nicht,  daß  sie  von  den  Philippinen
ausgeschlossen  bleiben  müssen.

Selbst  dieser  Satz  hat  für  gewisse  beschränkte
Bezirke  deutscher  Kolonien  seine  Anwendung.  Die
reichhaltigen  Phosphate,  die  sich  z.  B.  in  den
Karolinen  auf  der  Insel  Nauru  vorfinden,  können
mit  den  dort  ansässigen  wenigen  eingeborenen
Arbeitern  nicht  gefördert  werden,  und  es  ist,  da
das  tropische  Klima  für  europäische  Arbeit  nicht
geeignet  ist,  vor  wenigen  Tagen  ein  erster
Transport  von  500  chinesischen  Arbeitern  dorthin
abgegangen.  Natürlich  lassen  sich  diese  Leitsätze,
wenn  man  auch  mit  ihrem  allgemeinen  Geist,
wie  ich  schon  gesagt  habe,  einverstanden  sein  kann,
nicht  ohne  weiteres  übertragen.  Sic  enthalten  aber
die  Quintessenz  der  kolonialen  Finanzwissenschaft
des  heutigen  Tages,  und  sie  sind  mit  Urteil  und
Berständnis  dem  eingehenden  Studium  der  Erfahrungen
  aller  kolonisatorisch  tätigen  Nationen
entnommen.  Der  erste  Satz,  den  ich  verlesen
habe,  nämlich  daß  die  Finanzen  jeder  Kolonie
unabhängig  und  lediglich  im  Interesse  ihrer  selbst
und  nicht  in  dem  des  Mutterlandes  geführt
werden  sollen,  leitet  über  zu  der  Frage,  die  zunächst
  hier  zu  erwägen  ist:  Welches  ist  denn  der
gegenwärtige  Stand  der  Einnahmen  und  Ausgaben
  unserer  verschiedenen  Kolonien,  und  wieweit
  kann  man  überhaupt  von  einer  selbständigen
        <pb n="223" />
        W  153  20

Finanzwirtschaft  sprechen?  Hierbei  muß  zunächst
von  Südwestafrika  abgesehen  werden,  das  nach
zwei  langen  Kriegsjahren  eine  außerordentliche
Zerstörung  an  Leben  und  Eigentum  mit  sich  gebracht
  hat,  unserem  Vaterlande  die  größten  finanziellen
  Opfer  auferlegt  und  jetzt  erst  wieder  am
Beginn  einer  friedlichen  und,  wie  wir  hoffen
dürfen,  glücklicheren  Entwicklung  steht.  In  einer
Denkschrift,  welche  dem  Deutschen  Reichstage  mit
dem  Titel:  „Die  finanzielle  Entwicklung  der
deutschen  Schutzgebiete  ohne  Kiautschon“  vorgelegt
worden  ist,  ist  aus  amtlichem  Material  nachgewiesen
  worden,  daß  im  Jahre  1903  die  gesamten
  Ausgaben  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets,
  ohne  die  Militärlasten,  4,81  Millionen,
die  gesamten  Einnahmen  2,23  Millionen  gewesen
sind.  Und  wenn  man  die  für  die  reinen  Zwecke
der  Verwaltung  —  abgesehen  von  den  für
werbende  Zwecke  —  gemachten  Auslagen  mit  den
reinen  Einnahmen  vergleicht,  so  überstiegen  die
Ausgaben  in  diesem  Jahre  die  Einnahmen  noch
um  1  310  000  Mk.  Wie  sich  die  Sache  von  nun
ab  gestalten  wird,  ist  schwer  sicher  zu  überschauen.
Der  Krieg  ist  ja  erfreulicherweise  seinem  Abschluß
  sehr  nahe  gerückt,  die  weiße  Bevölkerung
hat  zugenommen,  die  Industrie  beginnt  sich
neuerdings  zu  entwickeln,  deutsche  Kapitalien
gehen  befruchtend  in  das  Land,  und  die  Landgesellschaften
  haben  angefangen  einzusehen,  daß
ihre  bisherige  Politik  eine  verkehrte  war,  die  den
Unwillen  von  Parlamem  und  Bevölkerung,  zum
Teil  nicht  mit  Unrecht,  hervorgerufen  hat,  aber
mmmerhin  muß  dieses  Land  noch  stark  besetzt
werden;  es  ist,  wenn  mineralische  Schätze  nicht
m  erheblichem  Umfange  noch  neu  erschlossen
werden,  minder  begünstigt.  Und  wenn  es  auch
dem  deutschen,  regsamen  Ansiedler,  der  mit  dem
hinreichenden  Kapital  dort  hinkommt,  einen  ziemlich
scheren  Erwerb  bieten  wird,  so  ist  die  Frage  der
Staatseinnahmen  und  zausgaben  doch  mit  vielen
unsicheren  Faktoren  umgeben.  Ein  Eden  wird
leses  Land  vielleicht  nie  werden,  aber  ein  Land,  in
dem  tüchtige  Deutsche  ein  erfreuliches  Dasein  in
größerer  Anzahl  führen  werden,  alsjetztangenommen
wird.  Ich  scheide  aus  den  erwähnten  Urfachen
deshalo  Südwestafrika  zunächst  aus.

G  Dann  aber  stellt  sich  die  Frage  der  eigenen
Znnahmen  unserer  Schutzgebiete,  wie  folgt:  Auswhließlich
  Südwestafrika  betragen  nach  dem  Etat  für
das  Jahr  1906  einschließlich  der  Ersparnisse  aus
srüheren  Rechnungsjahren  die  eigenen  Einnahmen
10  316  000  Mk.,  und  sie  sind  für  das  Jahr  1907
geschält  auf  11  240  000  Mk.  Diesen  Einnahmen
*  an  fortdauernden  Ausgaben  vorläufig  noch
a  326  000  Mk.  gegenüber.  Diese  Ausgaben
nthalten  die  militärischen  Lasten  der  Kolonien  und
eine  Anzahl  von  Ausgaben,  welche  für  die  Vorbe- 



reitungen  werbender  Zwecke  gemacht  werden.  An
einmaligen  Ausgaben  sind  2  887  000  Mk.  vorgesehen.
  Die  reine  Verwaltung  unserer  sämtlichen
Kolonien  ausschließlich  der  militärischen  Ausgaben
kostete  im  Jahre  1905  8  820  000  Mk.,  die  reinen
Verwaltungseinnahmen  betrugen  10  920000  Mk.,
d.  h.  die  reinen  Einnahmen  überstiegen  die  Verwaltungsausgaben
  in  diesem  Jahre  bereits  um
2,10  Millionen  Mark.  Vergleicht  man  dagegen  die
Ausgaben  einschließlich  derjenigen  zur  Förderung
oder  Errichtung  werbender  Anlagen  mit  den  Gesamteinnahmen,
  so  kommt  man  in  den  gleichen
Jahren  auf  ein  Defizit  von  rund  8,8  Millionen.

Von  unseren  Kolonien  ist  ganz  aktiv  Togo,
bis  auf  den  Militäraufwand  aktiv  Kamernn,
nahezu  aktiv  Deutsch-Ostafrika.  Über  Südwestafrika
  ist  bereits  gesprochen.  Mit  anderen  Worten,
wenn  man  die  Formel  der  Engländer  anwenden
würde,  wonach  Ausgaben  für  werbende  Zwecke
auf  Anleihen  der  Schutzgebiete  übernommen
werden,  die  Militärlasten  aber  zum  größten  Teile
auf  dem  Budget  des  Vaterlandes  ruhen,  würde
ein  großer  Teil  unserer  Kolonien  einen  Uberschu
der  Einnahmen  über  die  Ausgaben  zeigen,  der
zur  Verzinsung  mäßiger  Anleiheschulden  verwendbar
  wäre  und  eine  Selbstverwaltung  in  beschränktem
Umfange  rechtfertigen  könnte.

Um  Ihnen  das  englische  Schema  zu  zeigen,
möchte  ich  Sie  auf  die  Verhältnisse  der  Kapkolonie
hinweisen.  In  der  Kapbkolonie  eristiert  eine
IGendarmerie,  genannt  „Jäger  zu  Pferde“,  bestehend
  aus  709  Offzieren  und  Mannschaften.
Außerdem  ist  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  Jahre
1878  jeder  gesunde  Mann  in  der  Kolonie  zwischen
18  und  50  Jahren  zum  militärischen  Dienst  verpflichtet,
  sowohl  innerhalb  als  auch  außerhalb
der  Kolonie.  Hieraus  rekrutieren  sich  im  wesentlichen
  9113  sogenannte  Freiwillige.  Daneben
besteht  natürlich  noch  die  lokale  Polizei.  Dagegen
erhält  England  in  der  Kapkolonie  einen  Anteil
aus  der  Reichsarmee,  ein  Kontingent  von  ungefähr
  9000  Mann  und  4  Kriegsschiffen;  während
die  Kosten  der  Verteidigung  der  Kolonie,  wolche
derselben  obliegen,  262  000  Pfund  Sterling  betrugen
  =  5  300  000  Mk.,  hatte  das  Reichsbudget
zu  tragen  506  000  Pfund  Sterling  =  etwa
10½  Millionen  Mark.  Ihre  werbenden  Anlagen
deckt  die  Kapkolonie  aus  Anleihen,  welche  ohne
Garantie  der  Heimatsregierung  ausgegeben  werden.
Die  Kolonie  hatte  am  1.  Jannar  1905  eine
öffentliche  Schuld  von  800  Millionen  Mark,  einschließlich
  100  Millionen  Mark  Stadtanleihen.
Nahezu  der  ganze  Betrag  der  Anleihe  ist  für
öffentliche  Arbeiten  ausgegeben,  und  zwar  etwa
fünf  Achtel  für  Eisenbahnen.  Es  ergibt  sich  also“
folgendes  Bild:  Die  Kolonie  deckt  ihre  eigenen
Verwaltungsausgaben  und  den  Dienst  ihrer
        <pb n="224" />
        G  154  20

öffentlichen  Schuld;  sie  übernimmt  Eisenbahnen
und  andere  werbende  Anlagen,  wie  Standämme,
Wassererschließung  usw.  auf  Anleihen  und  bezahlt
für  die  zur  öffentlichen  Sicherheit  erforderlichen
*  usw.  etwa  ein  Drittel  des  Aufwandes.
Wie  schon  gesagt,  dieses  System  angewandt  auf
Togo,  Kamernn,  Deutsch-Ostafrika,  würde  eine  geregelte
  selbständige  Entwicklung  dieser  Kolonien
aus  sich  selbst  heraus  bereits  heute  möglich  machen.
Bei  dieser  Betrachtung  ist  nun  die  Südser  unberücksichtigt
  gelassen,  weil  es  sich  da  um  verhältnismäßig
  geringe  Summen  handelt  und  die
Entwicklung  infolge  der  Abgelegenheit  vom  Welthandel
  eine  ziemlich  langsame  ist.  Auch  nicht
alle  englischen  Kolonien  sind  in  der  glücklichen
Lage  wie  die  Kapkolonie,  nicht  alle  können  sich
selbst  erhalten.  Um  nun  aber  die  kolonialen
Budgets  sich  selbständig  entwickeln  zu  lassen,  hat
man  in  England  zu  dem  System  der  Zuschüsse
in  runder  Summe  gegriffen,  welche  zum  Teil
rückzahlbar,  zum  Teil  geschenkweise  den  Kolonien
übergeben  werden.  Etwas  Ahnliches  hat  die
Budgetkommission  für  die  Strecke  Lüderitzbucht-Keetmanshoop
  in  Anregung  gebracht,  und  es
wird  vermutlich  danach  verfahren  werden  können.
Es  handelt  sich  hierbei  um  ein  rückzahlbares
Darlehn.  Abgesehen  von  Indien  und  den  selbständigen
  Kolonien  in  Nordamerika  und  Australien,
also  im  wesentlichen  für  die  afrikanischen  Kolonien,
gibt  England  nach  dem  Statesman's  Year  Book
für  1906  im  Jahre  etwa  3  Millionen  Pfund
Sterling  —=  60  Millionen  Mark  aus.  Trotzdem
haben  auch  die  so  hoch  subventionierten  Gebiete  eine
gewisse  Selbstverwaltung.  Das  System,  aus
Reichsmitteln  Eisenbahnen  zu  bauen,  hat  England
nur  in  einem  Falle,  und  zwar  aus  strategischen
Gründen,  befolgt,  nämlich  bei  der  Ugandabahn,
welche  unter  der  englischen  Staatsschuld  mit  dem
Betrage  von  1  768  000  Pfund  Sterling  figuriert.
Hierbei  möchte  ich  noch  bemerken,  daß  auch  die
Ablösung  der  Rechte  der  Royal  Niger  Company
mit  etwa  16  Millionen  Mark  von  England  auf
Anleihen  übernommen  ist,  während  die  Zahlung,
die  Deutschland  an  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  und  an  die  Neu-Guinea-Kompagnie
mit  gegenwärtig  noch  1  Million  Mark  pro  Jahr
leistet,  den  Schutzgebieten  direkt  angelastet  wird
und  von  ihnen  aufgebracht  werden  soll.  Welchen
Weg  Deutschland  in  dieser  Richtung  einschlagen
will,  steht  natürlich  noch  dahin.  Man  kann  auch  in
Europa  die  Verhältnisse  eines  Landes  auf  das
andere  nicht  ohne  weiteres  übertragen,  aber  es
ist  für  die  Entschließung  nötig,  daß  es  auch  den
mit  volkswirtschaftlichem  Verständnis  ausgestatteten
Kreisen  bekannt  sei,  was  andere  Länder  mit
langer  Erfahrung  getan  haben,  und  ich  möchte
gleich  hier  einige  Bemerkungen  daran  anschließen,

 

was  denn  das  französische  System  ist  hinsichtlich
der  lokalen  Verwaltung  seiner  Schutzgebiete.

Frankreich  hat  mit  seinen  Kolonien  die  verschiedensten
  Phasen  durchgemacht;  es  hat  sie  zunächst
  direkt  und  ganz  von  der  Heimat  verwalten
lassen.  Späterhin  hat  es  seinen  Kolonien  eine
so  weite  Selbstverwaltung  gewährt,  daß  sich  Unuträglichkeiten
  daraus  ergeben  haben,  die  nunmehr
  zu  einem  gemischten  System  geführt  haben,
welches  ungefähr,  wie  folgt,  aussieht:  Die  Kolonien
haben  in  der  Aufstellung  ihrer  eigenen  Budgets
einen  ziemlich  weiten  Spielraum,  sie  sind  aber
gesetzlich  verpflichtet,  obligatorische  Ausgaben  einäustellen,
  welche  je  nach  den  Kolonien  verschieden
sind.  Die  obligatorischen  Ausgaben  für  die  drei
alten  Kolonien,  Martinique,  Guadeloupe  und
Réunion,  sind  nach  dem  Budget  vom  Jahre  1866
zuerst  festgelegt  worden,  wie  folgt:

1.  Zahlung  der  Anuleiheschuld,

2.  Unterhaltung  der  Regierungsgebände  und
des  Personals  derselben,

3.  die  Unterhaltung  der  für  gerichtliche  und
religiöse  Zwecke  dienenden  Gebände,

4.  die  Miete  und  die  Erhaltung  der  Privatwohnung
  des  Gonverneurs,

5.  das  Lokal  für  die  Beamten  des  Gonvernements,
  '

6.  ein  Teil  der  Unterhaltung  und  der  Saläre
für  öffentlichen  Unterricht,  Polizei-,  Irren=  und
Armenwesen,

7.  die  Unterbringung  der  Polizei,

8.  die  Rückbeförderung  der  Emigranten,

9.  die  Kosten  der  Veröffentlichung  der  Finanz-=rechnung,


10.  der  der  Kolonie  aufliegende  Betrag  zu
den  Reichskosten,

11.  gewisse  unvorhergesehene  Ausgaben.

Durch  weitere  Gesetze  wurde  diese  Liste  teils
abgerundet,  teils  auf  die  meisten  anderen  Kolonien
übertragen.  Für  Cochinchina  sind  noch  eine  Anzahl
  von  anderen  Ausgaben  des  Budgets  als
obligatorisch  eingesetzt,  mit  anderen  Worten,  vorausgesetzt,
  daß  die  Kolonie  alle  diese  elf  oder
mehr  Ausgaben  bestreitet,  ist  sie  im  übrigen  hinsichtlich
  ihrer  finanziellen  Gebarung  unabhängig.
Im  Jahre  1900  wurden  die  obligatorischen
Ausgaben  der  Kolonien  neu  festgesetzt  und  etwas
reduziert.  Seit  diesem  Jahr  erhielt  auch  Algier
die  finanzielle  Selbstverwaltung.  Die  Militär-=lasten
  trägt  in  den  französischen  Kolonien  im
allgemeinen  jetzt  das  Mutterland.  Hinsichtlich
der  Beschaffung  der  für  Eisenbahn=  und  andere
jetzt  oder  in  Zukunft  werbende  Anlagen  ist
Frankreich  einen  eigenen  Weg  gegangen,  indem
es  für  seine  Kolouien,  mit  Ausnahme  von  Algier,
seit  1890  koloniale  Anleihen  im  Gesamtbetrage
        <pb n="225" />
        W  155  2e.0

von  etwa  400  Millionen  Francs  genehmigt  hat.
Anßerdem  haben  verschiedene  öffentliche  Staatsinstitute
  den  Kolonien  Vorschüsse  gemacht.  Ein
Teil  der  öffentlichen  Anleihen  ist  mit  Staatsgarantie
  ausgestattet,  nämlich  für  solche  Kolonien,
die  eine  eigene  Gewähr  nicht  boten  bzw.  deren
Anleihen  ohne  französische  Staatsgarantie  nicht
untergebracht  werden  konnten.  Dagegen  sind
3.  B.  bedeutende  Madagaskar-Anleihen  und
Tonkin-Anleihen  ohne  Staatsgarantie  ausgegeben
und  haben  zu  verhältnismäßig  günstigen  Bedingungen
  Unterkunft  gefunden.  Also  auch  in
Frankreich  hat  man  Eisenbahnen  und  dauernde
Anlagen  auf  Anleihen  gebucht,  und  man  hat
gerade  so  wie  in  England  den  Kolonien  gestattet,
den  öffentlichen  Kredit  in  Anspruch  zu  nehmen,
und  zwar  teils  mit,  teils  ohne  Reichsgarantie.
Die  Fragen  der  Kolonialanleihen  spielen
gerade  im  gegenwärtigen  Angenblicke  wieder
eine  wichtige  Rolle  im  Parlamente  Frankreichs,
und  es  ist  unsere  Sache,  von  der  Auffassung
und  den  Erfahrungen  unserer  Nachbarn  zu  lernen.
Der  Berichterstatter  über  das  Kolonialbudget  für
1907  in  der  französischen  Kammer,  Gervais,  hat
in  seinem  Referate  den  „Schulden  der  Kolonien“
ein  eigenes  Kapitel  gewidmet.  Wir  erfahren  daraus,
  daß,  ganz  abgesehen  von  Algier  und  Tunis,
die  ja  in  der  französischen  Kolonialpolitik  eine
Sonderstellung  einnehmen,  die  französischen  Kolonien
mehr  oder  weniger  reichlich  ihren  Kredit  für  Anleihen
  in  Anspruch  nehmen.  Sehr  bemerkenswert
ist  das  Räsonnement,  das  zu  den  statistischen  Anhaben
  gegeben  wird.  Die  Kolonien,  heißt  es  da,
welche  Anleihen  ausgenommen  haben,  um  ihr
Gebiet  zu  erschließen  und  zu  meliorieren,  haben
immer  ein  gutes  Geschäft  gemacht  und  in  einem
hegebenen  Zeitpunkte  durch  Erhöhung  der  Produktionskraft
  des  Landes  und  seines  Geschäftsverkehrs
  ihre  Rechnung  gefunden  —  la  compen-Sation
  de  ses  Sacrifices.  Solche  Anleihen  seien
bei  richtiger  Verwendung  des  Geldes  lediglich  als
Wechsel  auf  die  mehr  oder  weniger  nahe  bevorstehende
  Entwicklung  der  Kolonie  zu  betrachten.
Eine  besondere  Beachtung  findet  in  Frankreich
die  zur  Zeit  dem  Parlamente  zur  Genehmigung
vorliegende  neue  Anleihe  von  75  Millionen  Francs
für  Tunis,  deren  Aufnahme  in  ähnlicher  Weise
wie  andere  neuere  französische  Kolonialanleihen
sür  Westafrika,  Indochina  usw.  auf  eine  Reihe
von  Jahren,  und  zwar  bis  1916,  verteilt  werden
vol.  Die  Anleihe  ist  für  öffentliche  Arbeiten,
Eisenbahnen,  Hafenbauten  usw.  bestimmt,  welche
er  Staat  in  Angriff  nehmen  will,  da  sich  ergeben
  habe,  daß  sich  die  Kolonie  unter  der  Herrschaft
  der  Privatinitiative  für  solche  Unternehmungen
löher  zu  langsam  entwickelte.  „Es  ist  unumhänglich
  notwendig  für  die  Kolonie“,  heißt  es  in

 

einem  Räsonnement  zu  dem  Anleihegesetz,  „im
Hinblick  auf  die  Gefahr,  zurückzubleiben  und  die
wirtschaftlichen  Schätze  des  Landes  ungehoben  zu
lassen,  rasch  vorwärts  zu  schreiten.  C'est  pourquoi
elle  recourt  à  l’emprunt“.  Die  Privatunternehmung
  habe  manches  geleistet,  aber  nur  der
Staat  könne  die  Kolonie  völlig  erschließen.  „Der
Staat“,  heißt  es  weiter,  „hat  für  sich  billigeres
Geld,  die  Raschheit  in  der  Ausführung  des
Unternehmens  und  die  Tatsache,  daß  bisher  die
Privatunternehmungen  sich  nur  mit  den  allerbesten
Projekten  befaßten,  diejenigen  aber  verschmäht
haben,  die  erst  nach  längerer  Zeit  Gewinn  bringen,
für  die  Erschließung  des  Landes  aber  gerade  die
notwendigsten  sind."“

Demnach  ist  das  französische  Schema  das
folgende:  Die  Kolonien  genießen  eine  mäßige
Autonomie  unter  der  Bedingung,  daß  sie  für  gewisse
  Ausgaben  einstehen.  Die  Kosten  der  militärischen
  Verwaltung  liegen  zum  Teil  auf  dem
Kriegsbudget  oder  auf  dem  Kolonialbudget,  d.  h.
es  sind  dies  alles  Ausgaben,  die  das  Mutterland
für  die  Kolonien  leistet,  ohne  dieselben  dafür  in
Anspruch  zu  nehmen.  Das  Kolonialbudget  beträgt
  für  1907:  109  Millionen  Francs,  wovon
91  Millionen  Fraucs  auf  militärische  Ausgaben
kommen.  Zusammen  mit  den  Ausgaben  des
Kriegsbudgets  für  die  Kolonien  betragen  die
militärischen  Ausgaben  für  die  Kolonien  1907:
126  Millionen  Francs.  Der  Anteil,  den  die
Kolonien  an  diesen  militärischen  Ausgaben  leisten,

ist  ein  sehr  geringfügiger,  etwa  14  Millionen
Frances,  wovon  13  aus  Tongking  kommen.

Auch  diese  Formel,  angewandt  auf  die  deutschen
Kolonien,  würde  bei  nahezu  allen,  und  zwar
auch  bei  Südwestafrika,  in  einer  abmeßbaren
Frist  die  lokale  Selbstverwaltung  ermöglichen,
ohne  welche,  wie  ich  wiederhole,  eine  wirkliche
Entwicklung  unserer  Kolonien  nicht  zustande
kommen  kann,  weil  einerseits  das  Interesse  der
Kolonien  an  dem  eigenen  Lande  fehlt  und
anderseits  eine  Verwaltung  von  so  langer
Hand  wie  von  Berlin  nach  dem  Innern  von
Afrika  unmöglich  in  jedem  Falle  das  Zweckmäßige
treffen  kann,  selbst  wenn  sie  noch  so  gut  informiert
bleibt.

Wie  Sie  aus  der  Ihnen  überreichten  kleinen
Schrift  ersehen,  beträgt  der  Handel  der  Kolonien
für  1905  etwa  100  Millionen  Mark,  er  hat  sich
in  jedem  Jahrfünft  nahezu  verdoppelt.  Auch  für
die  nächsten  fünf  Jahre  kann  mit  Rücksicht  auf
die  in  Betrieb  kommenden  Eisenbahnen  —  den
gegenwärtigen  Status  im  allgemeinen  sehen  Sie
in  überaus  drastischer  Weise  auf  einem  kleinen
Flugblatt  dargestellt,  welches  Sie  ebenfalls  erhalten
  haben  —  eine  ähnliche  Entwicklung  angenommen
  werden.  Unsere  Zölle  in  den  Kolonien
        <pb n="226" />
        G  156  20

sind  z.  B.  nicht  sehr  beträchtlich,  etwa  10  Prozent
des  Wertes,  andere  afrikanische  Kolonien  haben
sehr  viel  höhere;  eine  Steigerung  an  Abgaben
von  durchschnittlich  5  Prozent  würde  für  1906
etwa  3  Millionen,  für  1910,  falls  die  Entwicklung
fortschreitet  und  die  Eisenbahnen  billigere  Transportwege
  liefern,  etwa  7  Millionen  ergeben  und
damit  allein  fast  alle  Kolonien  durchaus  selbständig
machen,  selbst  wenn  sie  einen  großen  Teil  ihrer
militärischen  Besatzung  zu  tragen  hätten.

Ich  nehme  jetzt  den  vierten  Leitsatz  der
Amerikaner,  welcher  von  dem  Eigentum  an
öffentlichen  Arbeiten  handelt,  und  ich  habe  Ihnen
bereits  gesagt,  wie  die  Engländer  und  Franzosen
dieses  öffentliche  Eigentum,  Eisenbahnen,  Kanäle,
Docks,  Häfen,  Telegraphen,  Stauanlagen,  Wassererschließung
  usw.  finanzieren.  Der  Grund,  weshalb
  in  neu  sich  entwickelnden  Ländern  hierbei
die  staatliche  Unternehmung  vor  der  Unternehmung
durch  das  Privatkapital  im  allgemeinen  den  Vorzug
  haben  muß,  ist  nicht  allein  der,  daß  man
kein  Monopolunternehmen  schaffen  soll,  wo  der
Widerstand  gegen  Ubergriffe  schwach  ist  und  nicht
wohl  organisiert  werden  kann,  sondern  er  liegt
auch  zum  großen  Teile  auf  finanziellem  Gebiet.
Eine  Privatfirma,  die  eine  Bahn  zu  bauen  beabsichtigt,
  kann  das  nicht  tun  ohne  eine  Rentabilitätsberechnung,
  welche  aus  den  eigenen  Einnahmen
  des  Unternehmens  vielleicht  unter  gewisser
Bewertung  der  immerhin  unsicheren  Einnahmen
aus  einer  Landschenkung  oder  aus  Schürfrechten
eine  hinreichende  Verzinsung  für  das  angelegte
Kapital  ergibt,  und  da  das  in  wenigen  Fällen
gleich  von  vornherein  der  Fall  ist,  muß  sich  dieses
Privatunternehmen  auch  Banzinsen  für  eine  gewisse
  Reihe  von  Jahren  einrechnen,  wodurch  das
Anlagekapital  erhöht  wird.  Deshalb  kommen
solche  Privatunternehmungen  in  den  Kolonien
gewöhnlich  nicht  aus  ohne  eine  Staatsgarantie,
d.  h.  der  Staat  zahlt  für  die  Bahn,  und  das
Privatkapital  hat  bei  einem  sehr  verminderten
Risiko  die  Chancen  des  Gewinnes.  Für  den
Staat  liegt  die  Frage  durchaus  anders;  nicht
etwa  deshalb,  weil  der  Staat  auf  eine  mindere
Rentabilität  zu  sehen  hätte,  wie  die  Gesellschaft.
Auch  er  muß  ja  —  sei  es  nun  das  Mutterland
oder  die  Kolonie  —  die  Zinslast  aufbringen  und
also  dahin  zu  trachten  versuchen,  die  Unternehmung
  möglichst  schleunig  rentabel  zu  gestalten.
Aber  für  den  Staat  liegt  die  Sache  deshalb
anders,  weil  ihm  neben  den  eigenen  Einnahmen
eine  Reihe  von  Hilfsquellen  entstehen,  welche  der
Privatmann  nicht  besitzt.  Für  den  Staat  kommt
neben  diesen  eigenen  Einnahmen  aus  dem  betreffenden
  Unternehmen  selbst  noch  folgendes  in
Betracht.

In  positiver  Richtung  die  Erhöhung  der

 

Zolleinnahmen,  welche  der  Verkehr  mit  einer
Bahn  bringt.  Die  Ugandabahn  hat  veranlaßt,
daß  die  Zolleinnahmen  der  drei  deutschen  Zollstationen
  am  Viktoria-Nyansa  von  nahezu  Null
in  wenigen  Jahren  auf  annähernd  350  000  Mk.
gestiegen  sind,  und  dabei  bildet  das  Hinterland
dieser  drei  Häfen  doch  nur  einen  geringen  Teil
des  Gebietes,  welches  die  Bahn  befruchtet.  Dann
aber  wird  durch  die  Exportmöglichkeit  die  Produktion
  der  Eingeborenen  gehoben,  und  es  steigen
dadurch  die  Einnahmen  aus  den  indirekten
Steuern,  wo  solche  bestehen,  oder  es  wird  ermöglicht,
  die  Erhebung  direkter  Steuern,  wie  der
Hüttensteuer,  die  in  der  Kapkolonie  und  in
Transvaal  durchgeführt  ist  und  etwa  10  Mk.  pro
Hütte  ergibt.  Um  welche  Summe  es  sich  dabei
handelt,  kann  man  erkennen,  wenn  man  nur
annimmt,  daß  auf  20  Einwohner  eine  Hütte
käme,  d.  h.  es  würden  in  den  Kolonien  bei
12½  Millionen  Einwohnern  625  000  Stenerobjekte
  mit  einer  Einnahme  von  6¼  Millionen
Mark  entstehen.  Gegenwärtig  ist  eine  solche  Erhebung
  in  gerechter  Weise  durchzuführen  aber
schwierig,  weil  sie  an  dem  Widerstand  der  Eingeborenen,
  den  man  mangels  der  notwendigen
Verkehrswege  auf  das  änßerste  vermeiden  muß,
scheitern  würde.  Dann  aber  ziehen  Eisenbahnen
Kapital  ins  Land,  und  auch  die  Plantagen-Gesellschaft
  wird  direkt  und  indirekt  ein  Steuerobjekt-Ein
  geradezu  klassisches  Beispiel  für  die  indirekte
Rentabilität,  die  ein  Staat  bei  einer  der  Erschließung
  seiner  Gebiete  dienenden  Eisenbahn  erzielen
  kann,  ist  die  anatolische  Eisenbahn.  Bis
heute  muß  der  türkische  Staat  trotz  aufsteigender
Verkehrsentwicklung  dieser  Bahn  Garantiezuschüsse
alljährlich  bezahlen.  Und  trotzdem  ist  die  Bahn
nicht  bloß  für  die  Volkswirtschaft,  sondern  auch
für  die  Finanzen  der  Türkei  ein  großer  Vorteil.
Die  durchschnittliche  Garanticzahlung  hat  von
1901  bis  1905  1  217000  Franes  betragen.
Dafür  ist  aber  der  durchschnittliche  Ertrag  des
Getreidezehnten  in  dem  Verkehrsbereich  der  Bahn
von  3  930  000  Francs  vor  der  Betriebseröffnung
in  den  letzten  fünf  Jahren  auf  6  730  000  Francs
gestiegen.  Die  Zunahme  dieser  einen  Staatseinnahme
  ist  also  doppelt  so  groß  als  die  heute
noch  zu  zahlende  jährliche  Garantiesumme.  Mit
all  diesen  Einnahmen  kann  ein  Staat  rechnen,
ein  Privatunternehmen  nicht,  und  der  Staat  ist
deshalb  in  der  Lage,  selbst  bei  sehr  geringer
Verzinsung  des  Anlagekapitals,  ja  selbst  in  Fällen,
wo  die  Eisenbahneinnahmen  die  Ausgaben  nicht
sofort  decken,  doch  mit  einem  Vorteil  Eisenbahnen
zu  bauen,  wo  der  Privatkapitalist  absolut  außerstande
  ist,  die  notwendigen  Gelder  aufzubringen.

Daneben  kommen  aber  eine  große  Anzahl
von  indirekten  Vorteilen,  die  den  Staat  veran-
        <pb n="227" />
        W  157  20

lassen,  Eisenbahnen  zu  bauen,  die  zunächst  wirtschaftlich
  überhaupt  keine  Räson  zu  haben  scheinen,
und  in  dieses  Kapitel  gehört  die  Möglichkeit  der
Unterdrückung  von  Aufsständen,  die  nur  in  den
allerseltensten  Fällen  da  vorkamen,  wo  schnell
Truppen  erscheinen  können,  da  sie  dann  auch  für
eine  Ausbreitung  keine  Möglichkeit  haben,  weil
entsprechende  Vorbengungsmaßregeln  getroffen
werden  können.

Durch  die  Eisenbahn  wird  auch  der  Wert  des
Kronlandes  erhöht,  das  einen  Teil  des  Finanzvermögens
  des  Staates  bildet.  Für  Südwestafrita
  wurde  von  dem  kolonialrechtlichen  Sachverständigen
  Dr.  Hermann  Hesse  die  Größe  des
Kronlandes,  das  der  Regierung  zu  Siedelungszwecken
  zur  Verfügung  steht,  einschließlich  des  Besives
  der  uns  im  Aufstande  feindlich  gewesenen
Stämme,  auf  50  000  000  Hektar  berechnet.  In

Ostafrika  ist  der  Wert  des  Kronlandes  wohl  noch

bedeutender  als  in  Südwest.  Dazu  kommt  Kamerun
  mit  beträchtlichem  Kronland,  wogegen
dessen  Bedentung  in  Togo  eine  geringere  ist.  Das
gleiche  wie  für  das  Kronland  gilt  auch  für  die
Regalien,  d.  h.  die  Nutzungsrechte  des  Staates
bezüglich  Jagd,  Fischerei,  Forsten  und  besonders
des  Bergbaues  —  alles  Finanzquellen,  die  bei
einer  fortschreitenden  Erschließung  des  Landes
durch  Eisenbahnen  nur  gewinnen  können.

Es  kommt  dazu  der  Vorteil,  daß  Epidemien
und  Viehseuchen  bekämpft  und  dadurch  wichtige
Aktiven  erhalten  werden  können.  Ebenso  wichtig
ist  aber  auch,  daß  durch  die  Eisenbahn  der  Einäug
  der  Kultur  materiell  und  ideell  gefördert  wird,
was  neben  der  bereits  erwähnten  Steigerung  der
Einfuhrzölle  auch  eine  Ausbreitung  christlicher  Gelittung
  und  eine  Erleichterung  des  Missionswerkes
bedeuet,  und  das  sind  geistige  Waffen  gegenüber
Roheit  und  Unkultur,  die  nur  Toren  unterschätzen
können.  Die  Missionsfrage  ist  eine  außerordentlich
schwierige,  und  ihre  Lösung  schreitet  in  Afrika
ganz  besonders  langsam  vorwärts.  Sie  würde
en  ansgewandten  Mühen  der  Missionare  und
Lehrer  entsprechenden  Fortgang  nehmen,  wenn
die  entsprechenden  Verkehrswege  geschaffen  werden.
Dies  hat  sehr  fein  und  geistreich  der  Pater  Acker
von  der  Mission  in  Horrem  kürzlich  in  einem
Vortrage  auseinandergesetzt.  Weiter  aber  sind  die
Eisenbahnen  auch  ein  Vorbeugungsmittel  gegen
eine  in  unkultivierten  und  unzugänglichen  Gegenden
  nicht  gerade  seltene  Erscheinung,  nämlich
as  Entstehen  einer  lokalen  Hungersnot,  die,  wie
er  Forschungsreisende  Kaiser  versichert,  z.  B.  in
lganda  im  Jahre  1898  bei  einem  Stamme  nicht
weniger  als  15  Prozent  und  bei  einem  anderen
logar  25  Prozent  der  einheimischen  Bevölkerung
dahingerafft  hat.  Schließlich  aber  geben  die  Eisenahnen
  den  Eingeborenen  eine  leicht  erlernbare

 

Arbeit  und  Beschäftigung  und  gewöhnen  sic,  die
ja  zum  großen  Teile  noch  nomadisch  leben,  an
eine  gewisse  Tätigkeit,  wie  ja  auch  bei  der  Ugandabahn
  im  Jahre  1905  bereits  über  3000  afrikanische
  Eingeborene  gearbeitet  haben,  während
vorher  die  Arbeiter  überwiegend  importierte
indische  Kulis  gewesen  sind.

Der  staatlichen  Erbauung  und  dem  Staatsbetriebe
  der  Eisenbahn  sind  gleichzustellen  solche
Bahnbauten,  welche  von  Privatunternehmern  gebaut,
  von  ihnen  auf  eine  bestimmte,  nicht  zu  lange
Reihe  von  Jahren  gepachtet  sind  und  welche  alsdann
  zu  ihrem  Zeitwert  auf  den  Staat  übernommen
  werden  können;  ja  in  gewisser  Beziehung
genießen  diese  einen  Vorzug  so  lange,  als  die
Einrichtung  von  Verwaltung  und  der  Ersatz  der
Beamten  noch  mit  Schwierigkeiten  verknüpft  ist.

Der  nächste  Leitsatz  beschäftigt  sich  mit  der
Art  der  fiskalischen  Einnahmen,  die  aus  den
Kolonien  gezogen  werden  können,  und  stellt  zunächst
  unzweifelhaft  richtig  fest,  daß  dafür  eine
auf  alle  Kolonien,  besonders  wenn  sie  in  verschiedenen
  Weltteilen  gelegen  sind,  anwendbare
Grundnorm  nicht  gegeben  werden  kann.  Aber  in
dem  folgenden  Satze  wird  doch  im  allgemeinen
als  richtig  hingestellt,  daß  die  indirekten  und
Ertragssteuern  für  Kolonien,  die  sich  aus  Einund
  Ausfuhrzöllen,  Produktionsabgaben,  Umsatzsteuern
  beim  Verkauf  von  Grundeigentum,  Werterhöhungssteuern
  ergeben,  unter  Hinzuziehung  der
Lizenzen  für  bestimmte  Gewerbe,  den  Vorzug  verdienen.
  Direkte  Steuern  haben  schon  den  Nachteil,
  daß  sie,  abgesehen  von  der  rohen  Form,  in
der  die  Hüttensteuer  erhoben  wird,  große  Veranlagungsschwierigkeiten
  machen  und  ein  unverhältnismäßig
  großes  Personal  erfordern,  mit  dem
man  in  den  Tropen  ganz  besonders  sparsam  zu
sein  hat.  So  schließt  die  Steuer=  und  Abgabenliste
  der  Kapkolonie  das  Folgende  ein:  Zölle  einschließlich
  Hafenabgaben,  Hüttensteuer,  Grundstener,
  Versteigerungssteuer,  Erbschaftssteuer,  Hanssteuer,
  Stempelsteuer,  Banknotenstener,  Steuer
auf  den  Ausschank  geistiger  Getränke,  Gerichtsgebühren,
  Minenabgaben.  Dies  System  der  indirekten
  Steuern,  Verkehrs=  und  Ertragssteuern
hat  den  Vorzug,  daß  es  langsam  und  nach  der
Leistungsfähigkeit  der  Kolonien  eingeführt  werden
kann  und  hinreichend  flexibel  ist,  auch  in  ungünstigen
  Jahren  keine  zu  scharfe  Belastung  zu
geben.  Solange  aber  eine  Kolonie  noch  nicht
sehr  leistungsfähig  ist,  solange  sie  noch  im  ersten
Stadium  ihrer  Entwicklung  steht,  muß  auch  der
Fiskalismus  sich  eine  größere  Zurückhaltung  auferlegen,
  und  es  ist  ganz  gewiß  ein  Fehler  der
deutschen  Kolonialverwaltung  gewesen,  daß  sie
das  Fiskalsystem  gleich  von  vornherein  zu  umfangreich
  und  zu  detailliert  gestaltet  hat  und  dadurch
        <pb n="228" />
        G  158  20

die  Kosten  der  Verwaltung  zu  Hause  und  draußen
über  den  Effekt  hinaus  gesteigert  hat;  das  ist
z.  B.  in  Ostafrika  stark  der  Fall.  Hier  anzusetzen,
  ist  für  die  Kolonialverwaltung  eine  dankbare
  Aufgabe.

Nicht  enthalten  in  der  obigen  Aufzählung  sind
Konzessionsabgaben,  und  diese  sind  ein  wichtiges
Element  für  die  finanzielle  Unabhängigkeitsstellung
der  Kolonien.  Hier  hat  zunächst  der  Grundsatz
Platz  zu  greifen,  daß  das  werbende  Kapital  in
Kolonien  nicht  gezogen  werden  kann,  wenn  es
sich  von  vornherein  einer  fiskalischen  Belastung  ausgesetzt
  sieht,  die  bei  ungünstigem  Ausgange  der
Unternehmung  zu  einer  harten  Auflage  wird.
Wenn  für  Eisenbahnen  und  Verkehrsmittel  die
Staatsregie  im  allgemeinen  als  das  Gegebene  erscheint,
  ist  alle  weitere  Entwicklung  füglich  dem
Privatkapital  überlassen.  Die  Theorie  ist,  daß
alles  herrenlose  Land  in  den  Kolonien  Kronland
ist,  daß  alle  Bodenschätze  in  den  Kolonien  Regalien
  sind.  Sobald  man  nun  zur  Entwicklung
dieser  Ländereien  bzw.  der  Entwicklung  des  Bergbaues
  Kapitalien  heranzieht,  so  gilt  es,  auszugleichen
  die  Rechte  des  ursprünglichen  Besitzers,
d.  h.  des  Fiskus,  mit  den  Anforderungen  derjenigen,
  die  ihr  Geld  befruchtenderweise  in  die
Unternehmung  hineinlegen.  Dieser  Ausgleich  findet
statt  durch  die  Beteiligung  des  Fiskus  am  Reingewinn
  bergmännischer  Unternehmungen  u.  dgl.,
nachdem  eine  entsprechende  Verzinsung  zugunsten
des  Unternehmerkapitals  herausgewirtschaftet  ist.
Auf  dieser  Basis  ist  z.  B.  abgeschlossen  die  bekannte
  Konzession  des  Gibeon-Syndikats  zur  Auffindung
  von  Diamanten,  wo  nach  der  gesetzlichen
Einlage  im  Reservefonds  und  5  Progent  Dividende
  ein  Fünftel  des  Reingewinns  dem  Fiskus
zufällt.  Neuere  Konzessionen,  die  noch  nicht  zur
Veröffentlichung  gekommen  sind,  enthalten  wesentlich
  höhere  Prozentsätze  für  den  Fiskus,  nachdem
auch  dem  Privatkapital  eine  höhere  Vordividende
zugesichert  worden  ist.  Man  ging  von  der  Erkenntnis
  aus,  daß  für  ein  koloniales  Unternehmen
eine  5  prozentige  Rente  keinen  genügenden  Anreiz
bietet,  während  von  dem  eine  8prozentige  oder
10  prozentige  Rente  übersteigenden  Betrag  sehr
wohl  die  Hälfte  und  mehr  abgegeben  werden
kann.  Auf  dieser  Basis  sind  mehrere  Konzessionen
teils  abgeschlossen,  teils  in  der  Bearbeitung.  Was
dabei  unter  Umständen  herauskommt,  möchte  ich
an  dem  Beispiele  der  Premier  Diamond  Mine
auseinandersetzen,  bei  der  ohne  jede  Vordividende
die  Trausvaal-Regierung  mit  60  Prozent  an  der
Produktion  und  am  Licquidationserlöse  der  Mine
beteiligt  ist.  Bei  2  Millionen  Karat  Diamanten,
die  diese  Mine  nach  anderthalb  Jahren  jährlich
zu  fördern  in  der  Lage  sein  wird  (im  gegenwärtigen
  Jahre  sind  bereits  über  1  Million  ge- 



fördert),  gehören  1  200  000  Karat  im  Werte  von
je  30  Schilling  der  Regierung,  das  macht  für  das
Transvaal  ein  Nettoeinkommen  von  36  Millioimen
Mark,  und  dessenungeachtet  stehen  die  Aktien
dieser  Gesellschaft  praeter  propter  75  Pfund  Sterling
  für  eine  Aktie  von  1  Pfund  Sterling  nominal.
Es  ist  natürlich  nicht  jede  Mine  eine  Premier
Diamond  Mine,  aber  die  Form  der  Konzession
hat  den  Vorzug,  daß  sie  eben  an  den  Chancen
des  Unternehmens  den  Fiskus  teilnehmen  läßt,
ohne  ihn  an  den  Lasten  zu  beteiligen,  d.  h.  daß
der  Fiskus  nichts  ganz  aus  der  Hand  gibt  von
denjenigen  Schätzen,  die  —  ihm  vielleicht  selbst
unbekannt  —  in  seinem  Besitz  sind.  Ist  eine
sehr  leichte  Art  der  Besteucrung  für  tätige  Unternehmungen
  angezeigt,  so  muß  ein  anderes  Prinzip
befolgt  werden  bei  solchen  Unternehmungen,  welche
durch  Untätigkeit  der  Entwicklung  der  betreffenden
Landstrecken  hindernd  in  den  Weg  treten,  wie  insbesondere
  solche  Landgesellschaften,  welche  nicht
das  Außerste  für  die  Verwertung  ihres  Landbesitzes
tun,  und  da  bietet  dann  sowohl  eine  Grundwertsteuer
  und  eine  Werterhöhungssteuer  eine  geeignete
Handhabe.

Ich  habe  einige  derjenigen  Fragen  enwisckelt,
welche  die  koloniale  Finanzpolitik  und  die  Kolonialpolitik
  Deutschlands  überhaupt  entweder  heute  oder
demnächst  zur  Lösung  stellt.  Deutschland  wird  an
seinen  Kolonien  nur  dann  eine  Freude  haben,
wenn  sie  verständig  und  zielbewußt  entwickelt  und
die  Ausgaben  auf  ein  Nötiges  reduziert  werden,
die  Einnahmen  aber  zur  Entlastung  des  Staatsbudgets
  gesteigert  werden.  Aus  allem  ergibt  sich,
daß  gemäßigte  Selbstverwaltung  und  Bau  von
Verkehrswegen  dazu  am  geeignetsten  sind.  Aber
wie  jede  koloniale  Entwicklung  müssen  alle  diese
Dinge  sehr  langsam  und  überlegt,  aber  zielbewußt
  durchgeführt  werden.  Sie  können  nur
ihre  Wirkung  äußern  mit  der  Hebung  des  kolonialen
  Besitzes  überhaupt,  und  auch  diese  Hebung
kann  ohne  mancherlei  Enttäuschungen,  ohne  eine
vieljährige  Arbeit,  ohne  große  Zähigkeit  nicht  vor
sich  gehen.  „Das  ganze  Geheimnis  jeglichen  Erfolges
  in  Afrika  heißt  Geduld“,  sagt  schon  Nachtigal.
  Wir  haben  wertvollen,  sogar  sehr  wertvollen
  Besitz  in  unseren  Kolonien.  Wir  haben
verhältnismäßig  günstige  Eingeborenenverhältnisse.
Wir  haben  mancherlei  Lehrgeld  bezahlt,  aber  wir
müssen  uns  darauf  einrichten,  daß  wir  noch
längere  Zeit  als  Staat  keine  volle  Befriedigung
unserer  Anslagen,  als  Private  nicht  überall
glänzende  Resultate  haben  werden.  Aber  die
Entwicklung  bisher  ist  nicht  so  unbefriedigend,
wie  sie  von  manchen  Seiten  angesehen  wird,  und
die  Erkenntnis  über  den  Wert  und  die  Aussichten
der  Kolonien  ist  im  Steigen,  so  daß  der  Kreis
derjenigen,  die  ein  wirkliches  Interesse  an  der
        <pb n="229" />
        G  159  250

Entwicklung  nehmen  und  sie  dadurch  auch  fördern,
beständig  im  Wachsen  ist,  und  zwar  alle  Kreise
der  Bevölkerung  ohne  Rücksicht  auf  volitisches
oder  religiöses  Bekenntuis,  ohne  Rücksicht  auf
soziale  Sitnation.  Gerade  die  letzten  Wochen
haben  zur  Evidenz  bewiesen,  daß  die  deutsche

Nation  für  eine  Aufgabe  dieses  großen  Stils,  wie
die  Entwicklung  von  Kolonien,  Sinn,  Verständnis
und  Willen  hat,  und  sie  haben  von  neuem  den
Beweis  geliefert,  daß  die  deutsche  Nation  eine
Nation  der  Aktion  ist  und  ein  Volk,  das  einen
Glauben  an  seine  Zukunft  hat.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abvdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Ostafrika.

Nachweisung  der  Brutto-Sinnahmen  der  Jollverwaltung  an  der  Küste  Deutsch-Ostafrikas
im  Oonat  Oktober  1906.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  alz  Schiffahrts.  Holzschlag-,  NReben-  1
.1  u  9
Follamt  EinfuhrAusfuhr  1Abgabe  AbgabeeGebührenEinnahmen  nstzram
Rup.  H.  Rup.  O.]  Rup.  H.  L  Rub.  H.  L  Rub.  GH.  LRup.  O.  Rup.  K.  Mkt.  Af.
Tanga  20  18705  2  733  51,,  101  39,  25  7  80  85  „  21.03  61  10  938  15
Pangani  11  203  50  607  1081  12  5  :3602  79,5  16  352  17,21  SO3  30
Hang
Bagamoso  18241  88,6379  75  06185  26,5  9  40  65  40  o6,5  25  396  61,53  862  15
Daresjalam  43  10009  11„  4251  30  228  57,5  18.  1414  19  19911  1.„56  548  4
———  ..  12  502  „5,3  135  6  210  50  66  15165  21  16  031  „  521  375  70
Lindi.  (1983  06  3  807  11  14  —  95  10221  o05,5  11  120  NSJ1·  S27S,„!
Summe  in  Nup.13  267  08,  5/231|  52161  53512  210  2289  11  142016  05189  355  60
—..  –.
Summe  in  MarllOL  S  1OLSSGCOER  161.73  280  —052  15  189  55  60
dagegen  im
Ck#.  1905  Mkt.  70  650  505  7737  100  67  44269  235291  87  S93  17
zun.  —.  AObh.  ½  2NSB3  24  -280  70  20  34162  69  60  242  101  462  43
im  Monat  November  1906.
—.
Zölle  für  Salz  hfiahr
Zollamt  Verbrauchs  Schiffahrt  volzschlag  Neben  Insgesamt
*?  Einfuhr  Ausfuhr  Abgab  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  ·
—  Nuo  .]  Rup.  H—.  Ruv.  H.Rup  .  v,Nurv.  B.  .  Rup.  H.  !  Rupb.  H  M.  wWi.
Langa  20  786  51,5  5456  307ou  20  —  ½7  192409666,-53523  329  J90
Pangani  6  v11  °½  i-  —  5  113%  %o319261  13  758  00
Ingamoio  ·  lis-li)6.-n,:-  tititilig  ILWHYZ  15x  12  32  „½11196%5°  2  661  40
Haresfalam  5  73%8  54  1:n  41  -  22-:«--,.-.45I58:;·«-  instit-Its
JUWFI  ..  ti:;.'-·;92,:.221«00;,5  »Aus-II  122  10  ————.————
Lindi  6  t6:4  4  unen  22  81  70  50  2  5%%  11081.08
Summe  in  Nup.102  10215  23  7“3018.43706  128.  515  800877  S#,  512  U22  oTRNBODO5
—  ––v[N–
*  Summe  in  MarkG  136  20|1641  0531218395  170  66  72773  1170  161720C30  05
Abyegen  i
Nov.  1005,  Ml.  110  392  72  10  102  79  52  55  116  —  175  55  889  30  22  288  91
Zunahme  25  743  4188212782602131  40  54  60302  101197/1114
        <pb n="230" />
        160  20

Kamerun.
Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Kamerun  (Küfte)  im  dritten  vViertel  des
Kalenderisahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  im  gleichen  zeitraum  des  Vorfahres.

 

Im  Im
III.  Viertel  III.  Vierrelhllmnahme  Abnahme
1906  1905
Wert  MI.  Wert  MI.Weri  M.  Wert  Mil.

Beuennung  der  Warengruppen

 

A.  Sinfuhr.

Ergeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:  «

 

 

 

 

 

 

Korn=  und  Hülsenfrüchte  ....  189  507  171  157  18050
5  Knollengewächse,  Gemüse  und  Frü  üchte  34  056  24003  10  053
JP)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genuhniren  .  134682  10781.  :33  1132
#h  Getränke  (außer  Mineralwassert)  .  LHZIIIU  186372  85  984
)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  imo  Zurermuel  .  1031  HW  378
)  Faserpflanzen  ..  .  13  2  11
2#  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  .......  17  396  3  057  14  339
Zusammen  I.  .  689  041  594  111  541  927
II.  Tiere  und  tierische  Ergeugnisse:
a)  Lebende  Tiere  ....  1409  3  897  2  188
)  Fleisch  und  tierische  Exrzeugnisse  aller  Att  ...  347  689  259  996  87  693
Zusammen  lI.  ..  SHSWVR  2638923  85  205
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe.  Mineralöle  216  778  166  99  10  879
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Slien  29  6063  33  495  4432
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse  laußer
Schießbedarf  und  Sprengmitteln)  106  837  75  730  :E1  107  —
VI.  Textil-  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.
laußer  Lederwaren)  1  019  133  939  876  109  257
VII.  Leder  und  Lederwaren.  -  iunrichnerwaten  .  63  882  68  984  5  102
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  .  .  8  048  6  121  1921  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Sbniswaren  54  333  56  609  —  2276
X.  Wer  u.  Pappwaren,  literarische  u.  Kunstgegenstände  :9  407  28017  16  390  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  19  313  80  288  3½0  975
XII.  Meralle  und  Metallwaren  (auster  Justrumenten.  Maschinen
  und  Waffen
a)  Unbearbeitete  Meialle  und  valbzeug  ....  10364  21232  10  868
Fabrikate  .  ..  339  411  375  080  35  669
zufammen  XII  349  775  390  312  —  416  537
XIII.  Instrumente.  Maschinen  und  Fahr  zenge  .....  50  624  33  450  17174
XIV.  Waffen  und  Munition  .........  52902  87  098  34  195
XV.  Geld  .  ..·  ..  791200  460  634  330  500  —
Zusammen  !  bis  xv  899  1314  3286523  612  911
Dazu  die  Einfuhr  über  Garua  54  639  54  639
Summe  der  Einfuhr.  .  3954073  3  286  523  667  550

B.  Ausfuhr.

 

 

 

I.  Ergeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirischaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:  6
a)  Ergeugnisse  des  Landbaus  1335  880  1  10389  231  983
b)  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft  1  370  099  942.593  127506
Zusammen  .  .  12705  979  2046  490  659  189
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugniseel  .  1957554  256  793  —  61  035
IIlI.  Mineralische  und  fossile  Nohstoffe  .  .  912  1371  —  459
IV.  Gewerbliche  Erzeugniffe  .....  .  H-«  9919  #  829
Zusammen  I  bie  W  2314573  601  800
Dazu  die  Ausfuhr  über  Garna  15  033  15033
Summe  der  Ausfuhrilmi  406  2317  573  616  833
Gesamthandel  9  479  3601s  106  44
        <pb n="231" />
        161

r

Wichtigsste  Warenpositionen.

 

 

 

—  1:  à
—m*.  Im  III.  Viertel  Im  III.  Viertel  4  4
Ben  8  nung  des  Jahres  1806  des  Jahres  1905  zzunahme  Abnahme
der
Waren  Menge  Wert  s  Menge  Wert  sMenge  Wert  Wienge  Wert
kg  Mi.  kg  WMl.  kg  Mk.  kg  Mk.
A.  Sinfuhr.
Reis.  938  701  138  3200621  678  124  4141  114  023  13  876  —
Daah  und  Badwaren  88  104  15  900|  114219  40  681  —  5  219925815
.  70  354  82  894  98  100  114  319  7755  31  125,
Kabatfabritan  .  ...  2694  26  780  :3209  0  825  —  —  515  4045
Stille  Weine  Liter  35  631  33  300%  23611  25  8021  12  020  7  504  —  --Branntweine
  aller  Ari  .  .«itcqui-Hm-180421252554114475211645(-5946  —
Bier  .  ...«nu  8154744496584683278225307911714  —
Bau=  und  Nuthols  325  906  17270180  357  33  057|145  510  14213
Fleisch.  Fische,  Eier.  Milch  Honig  und
sonstige  tierische  Nahrungemittel  1§055  37176890|821  196  259  8901  26  859  §7  7999  —
ement,  Kall,  Kreide,  sonstige  Erden
und  Steine  ......  ti7983748993296911:31()7138292617922  —  —
Zalz  ....  1716970SMU721363J36238190735360716165  —-Jcmtoljchh
  Branntkohlen.  Vriteits  962  950  44  1871  739  O0  31  760/223  880  124127  —
Petroleum  .  ...  Liter  80264  20  2491  68  834  165371  11430  3712  –  -
Seifen  aller  Art  65  6002  19929  62  160  20  102  3  133  —2  —  173
Gewebe  aller  Art  .  201  719  70762736  109  679821  27  806.  31390
Leibwäsche,  Aleider,  Oüte,  Mitzen.  Posamentierwaren,
  Schirme,  Filzwaren.  67511  319  13  51  853  250  190  12  688  68  633  —
Wellblech  128  167  37  501  149  686  42  186  —  21  519  1595
Cisenwaren,  uicht  besonders  genannt  5339  114  213.061277329  200  208%  61  785  12  853  —  —
Waren  aus  anderen  unedlen  Mctallen  22673  53231459  578  126  570  —  36  905  73  345
Jeuerwaffen“!  Maschinengewehr!.  Stück  763  22932  1320  43  611  3  557  20  679
Goldmünzen  60  000  104  544  —  4439544
Silbermüngen  —  721200  ½56  090  3065  110  —
B.  Ausfuhr.
Aatao  113  165  415  033306  702  281  7161  136  463  133  317  —  —
Kalmierne  3  317  765.  638  0942  951  358  598  709  366  407  39  385  —
Palmöl  5#  915  282  420  679  457  222  63490  158  59  792  —-Bau-
  und  zunbote  252  593  1730101378  30  104  —  —  246  785  5.22  193
Rautschn  285  049  1  352  70992333  373  900  3111  676  452  181
Elfenbein  13  157  192300  25  127  251628  —  —  11  5r  623

 

 

 

 

ũbersicht  ũber  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Ramerun  (Ssanga-ngokogebiet)  im  dritten
Viertel  des  Kalendersahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  im  gleichen  zeitraum  des  Vorsahres.

 

Acuennung  der

Warengruppen

III.  Verr  tel
1906

Wert  Mt.

IEII.  Vierte

Wert  Ml.

Im

—

Zunahme
1905

Wert  M’.

Abnahme

Wert  Mk.

 

—

A.  Einfuhr.
.  Erzeugnisse  der  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie

  der  zugehörigen  Nebengewerbe:

a#  Korn  und  Hülsenfrüchte.

b)  Knollengewächse.  Gemüse  und  Fr  .
cHtolonmlcNu  zclnungsgcguntandc  Gcmchmmcl  .

rüchte

zn  Getränke  (außer  Mineralwasser)
e)  Sämercien,  lebende  Pflanzen  und  Zuitermiitei

1)  Faserpilanzen

2  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft.
Zusammen!

 

 

 

92.  1  418  191
517  156  ½61
2511  2386  128  E
72  2834  2762
191  191
1218  6  79.1  2576
        <pb n="232" />
        Im  Im
Beuennung  der  Warengruppen  III.  Vierrel  III.  Viertellzunahme  Abnahme
1906  1905
Wert  M’.  Wert  M.Wert  Mk.  Wert  Mk.
II.  Tierc  und  tierische  Erzeugnisse:
a)  Lebende  Tiere  ·.  —  —  —  —
bj  Fleisch  und  tierische  Erzeugnisse  aller  Art  ..  514öj  960  —  —
Zusammen  II  5  145  960  4185  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe.  Mineralöle  856  125  131  —--lVspalnckatcmchcfzcttcnundOccn.....
  576  197  79
V.  Chemiche  und  pharmazeutische  Erzeugnisse  taußer
Schießbedarf  und  Sprengmitieln)  100“4  1350  ½55
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  ujw.

(außer  Lederwaren)  .  14775  9308  5167  —
VII.  Leder  und  Lederwaren.  Wachstuch.  zunrichterwaten  .»  1250  189  106  —4
VIII.  Gummi=  und  Kantschukwaren  »  -.  34  34

IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnigwaren  .  885  94  791  —
X.  Papier=  und  Pappwaren,  literarische  und  Ktinsigegenstände
  1163  105  1  058  —
Xl.  Stein-,  Ton-  und  Glaswaren  —  183  —  18#3
XII.  Metalle  und  zusualhwiren.  (außer  Justrumenten.  Maschinen
  und  Wa
a)  kunbe  roeiate  Metalle  und  Lalbieng?  .  .  »z;  63
b)  Fabrikate  .  .  21500  2511  18059  —
Zusammen  XII.  .  .  21  500  2604  18  896  E
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrseuge:  .  ..  Ntsks  543  322  —
V.  aen  und  Munitio  .  ..  252  10  413  —  N  161
XV.  Geld  a  ..  --  —  —  «--Gesamteinfuhr
  52  489  808  18681
B.  RAusfuhr.
I  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der.  Forstwirtichaft  sowie
  der  zugehörigen  Nebengewer
a)  Erzeugnisse  des  Land  dbaunes  «  E—  —
b)  Erzeungnisse  der  Forstwirtschaft  (nur  Kautschut!  .  66  720  50  680  11010
Zusammen  I.  .  66  720  55  686  11040
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse  (nur  Elienbein).  .  18  086  20  050  1070
III.  Mineralische  und  fossile  Robstofse  —
IV.  ewerbliche  Erzennnisse  ...  ....  .  —  300  —  300
V.  Geld.  ....  ...  ——  —  —
Gesamtausfuhr.  .  84  806  76036  3770  —
1
Gesamthandel  137  295  100  814  27  151
C.  Gesamthandel  des  ganzen  Schutzgebiets.
Einfuhr  über  die  Küftengrenze  einschl.  Garaa  .13  55#  073  3286  523  667550  —.
*  Binnengrenze  (Ssanga-Agotogebiet)  .  .  2  489  33  808  13681  —
Gesamteinfuhr  4006562  3320  331  686.231  –
1
Ausfuhr  über  die  KRüstengrenge  einschl.  Garunen  2931  406  2317  573  616  833  —
*  Binnengrenze  (Veanga-Rgokogebiet).  .  84  806  76  036  8770  —
Gesamtansfuhr.  .3016212  l  2390609  625  603  —.
#
Gesamthandel  l5022774%  571094003118334  —
        <pb n="233" />
        G  163  20

Jum  Bahnbau  in  Kamerun.

Die  Basler  Mission  ließ  sich  vor  etwa
drei  Jahren  im  Grasland  von  Nordwest-Kamerun
nieder  und  besetzte  die  von  vielen  Tausenden  bewohnten
  beiden  großen  Königsstädte  Bali  und

amum.  Um  die  Bevölkerung  des  noch  wenig
bekannten  Gebiets  näher  kennen  zu  lernen,  unterlahmen
  ihre  Sendboten  mehrfache  Erkundungsbeisen
  und  berührten  dabei  auch  die  Gegend  nordöstlich
  vom  Manengubagebirge,  die  selbst  auf  den
Korten  des  Großen  Deutschen  Kolonialatlas  noch
als  weißer  Fleck  erscheint.  Missionar  Dorsch  in

ali  schreibt  darüber  im  „Evangelischen  Heidenoten“

  Dezember  1906:

„Der  weiße  Fleck  ist  unseres  Wissens  zum
ersten  Male  im  April  1904  durch  die  Baslser
Missionare  Jakob  Keller  und  Ferdinand  Ernst
von  Bali  aus  in  südöstlicher  Richtung  durchquert
  worden.  Die  Reisenden  gelangten  damals
  bis  Ngante  oder  Bangantö,  das  nur
drei  bis  vier  Tagereisen  von  Jabassi  entfernt
lieg.  Sie  kamen  durch  zahlreiche,  zum  Teil
ansehnliche  Niederlassungen,  wo  sie  von  der
Bevölkerung  durchweg  freundlich  aufgenommen
wurden,  sobald  man  in  ihnen  die  „Buchweißen“
aus  Bali  erkannte,  deren  Ruf  weit  hinein  selbst
in  Gegenden  gedrungen  war,  die  bisher  noch
von  keinem  Weißen  besucht  worden  waren.

In  der  großen  Stadt  Bandschun  oder
Bandsun  wurden  sie  von  Tansenden  umringt,
die  sich  an  dem  ungewohnten  Anblick  weißer
Männer  nicht  satt  sehen  konnten.  Soviel  die
Missionare  beobachten  konnten,  waren  jene
Gegenden  noch  ziemlich  unberührt  von  der  aus
dem  Innern  vordringenden  islamitischen  Kultur.
lberall  herrschte  noch  die  einheimische  Negerkultur
  in  Bekleidung  und  Schmuck  vor.  Dafür
waren  einzelne  Vorposten  der  europäischen
Kuliur  schon  in  diese  abgelegenen  Hochlandgebiete
  gedrungen.  So  trug  der  Häuptling
von  Batscham  ein  zusammengerolltes  Heft  der
„Woche“  wegen  dessen  roter  Farbe  stolz  als
Zepter  in  der  Hand.  Ein  anderer  bot  den
Reisenden  aus  dem  Deckel  einer  porzellanenen
Suppenschüssel  Palmwein  an.

Die  Missionare  kehrten  voll  Begeisterung

für  das  arbeitsame  und  aufsgeweckte  Volk  des

weißen  Fleckes  von  ihrer  Pionierreise  zurück,
kanden  aber  in  Bali  seither  immer  so  viel

Arbeit,  daß  ein  missionarischer  Vorstoß  nach

dem  neuentdeckten  Land  in  Südosten  noch  nicht

ausgeführt  werden  konnte.“

r  Ungefähr  gleichzeitig  versuchten  die  Missionare
zun  Nyasoso,  das  am  Südwestfuße  des  Manendon
  agebirges  liegt,  in  das  geheimnisvolle  Innere
withudringen.  Aber  die  hinter  Nyasoso  hausenden

llden  Stämme  vereitelten  diesen  Vorstoß.  Die

 

dort  angelegten  festen  Militärposten  haben  inzwischen
  das  Land  sicherer  gemacht,  und  so  versuchte
  es  Missionar  Dorsch,  der  von  Nyasoso  nach
Bali  versetzt  worden  war,  von  dort  aufs  neue,
einen  näheren  Weg  von  der  Küste  nach  Bamum
ausfindig  zu  machen,  als  den  über  Tinto  und
Bali.  Er  führte  eine  83tägige  Reise  durch  diese
Gegenden  aus,  mußte  sich  aber  dabei  überzeugen,
daß  dieser  kürzere  Weg  nach  Bamum  wegen  der
Zerrissenheit  des  Geländes  mit  enormen  Schwierigkeiten
  verbunden  ist.

Bei  dieser  Sachlage  begrüßt  die  Basler  Mission
die  von  Duala  ins  Hinterland  von  Kamerun  geplante
  Eisenbahn  mit  besonderer  Freude.  Ihr
bisheriger  Generalpräses  der  Kamerunmission,
Missionar  F.  Lutz,  schreibt  darüber  in  der  Februar-Nummer
  des  „Evangelischen  Heidenboten“:

„Wir  dürfen  die  Hoffnung  hegen,  daß  diese
Bahn,  die  ja  in  erster  Linie  der  wirtschaftlichen
Erschließung  und  Hebung  der  Kolonie  dienen
soll  und  der  weiterhin  auch  eine  nicht  zu  unterschätzende
  strategische  Bedeutung  zukommt,  auch
der  Mission  und  der  Ausbreitung  des  Christentums
  in  diesem  Lande  dienen  wird.  Sie  bringt,
wenn  sie  einst  vollendet  ist,  eben  dieses  hoffnungsvolle
  innerafrikanische  Missionsfeld  dem  alten
Missionsgebiet  an  der  Küste  um  ein  Bedeutendes
näher  und  wohl  auch  für  unsere  Missionsreisen
  in  jenen  weiten  Gebieten  manche  Erleichterung.
  Voraussetzung  dabei  ist  freilich,
daß  die  Bahn  nicht  nur  bis  zu  den  Höhen
des  Manengubagebirges  gebaut  wird,  wie  anfänglich
  geplant  war,  sondern  daß  sie  gleich
weitergeführt  wird  bis  Bamum.  Nur  dann
wird  sie  wirklichen  Wert  und  hohe  Bedentung
für  unsere  Kolonie  haben.

Wohl  wird  ja  der  Bahnbau  selbst  manche
Schwierigkeiten  für  die  Eingeborenen,  die  zu
dieser  Arbeit  herangezogen  werden  müssen,  und
auch  mancherlei  Gefahren  für  unsere  Gemeinden
mit  sich  bringen.  Doch  wir  freuen  uns,  mitteilen
  zu  dürfen,  daß  die  Verwaltung  der
Kolonie  die  Fürsorge  für  die  beim  Bau  beschäftigten
  Eingeborenen  sich  in  rechter  Weise
angelegen  sein  läßt.  Auch  was  die  der  Bahnbau-Gesellschaft
  eingeräumten  Landkonzessionen
betrifft,  um  derentwillen  wir  im  Blick  auf  die
Erfahrungen  am  Kamerunberg  dem  ganzen
Unternehmen  anfänglich  etwas  mißtranisch  und
mit  ängstlicher  Besorgnis  gegenüberstanden,
glaube  ich,  daß  wir  uns  bernhigen  dürfen.
Durch  besondere  Verordnungen  sind  jetzt  die
Rechte  und  der  Besitz  der  Eingeborenen  hinlänglich
  gesichert  und  geschützt.

Welche  Entlastung  der  Eingeborenen  ist
beispielsweise  durch  die  Bahn  zu  erwarten  hinsichtlich
  der  Trägerdienste,  zu  denen  sie  jetzt  in
        <pb n="234" />
        W  164  20

so  großer  Zahl  herangezogen  werden  und  die
so  viel  Not  und  Drangsale  für  sie  bringen!
Es  sei,  abgesehen  von  allem  andern,  nur  darauf
hingewiesen,  welche  Schwierigkeiten  die  Verpflegung
  der  Leute  auf  der  Reise  macht  bei
der  immer  mehr  zunehmenden  Entvölkerung
der  großen  Karawanenstraßen.  Hier  kann  nur
durch  eine  Bahn  Abhilfe  geschaffen  und  das
Los  der  Eingeborenen  erleichtert  werden.  Die
so  nach  dieser  Seite  hin  entlasteten  Eingeborenen
können  dann  später  herangezogen  werden  zur
Mitarbeit  an  der  wirtschaftlichen  Hebung  der
Kolonie,  sei  es  durch  Arbeit  in  den  Plantagen
oder,  was  noch  wertvoller  ist,  durch  selbständige
kleine  Unternehmungen  auf  dem  Gebiete  der
Landwirtschaft.  Geschieht  dies  in  der  rechten
Weise,  so  kann  daraus  reicher  Segen  für  die
Kolonie  erwachsen.

Weiter  ist  darauf  hinguweisen,  daß  errst
durch  eine  Bahn  die  wirkliche  Erschließung  des
reichen  Hinterlandes  möglich  ist.  Ich  denke
dabei  zunächst  an  den  bis  jetzt  nachgewiesenen
Viehreichtum  der  weiten  Graslandgebiete.  Dieser
kann  den  Gebieten  an  der  Küste,  wo  es  immer
schwieriger  wird,  frisches  Fleisch  zu  beschaffen,
nur  zugute  kommen,  wenn  das  Bieh  mittels
Bahn  dorthin  gebracht  werden  kann.  Auch
der  Reichtum  an  Pferden,  an  Gummi  und
Elfenbein  darf  nicht  vergessen  werden.  Viel
von  diesen  Schätzen  unseres  Schutzgebietes  ist
bisher  der  benachbarten  englischen  Kolonie  zugeflossen,
  die  uns  gegenüber  den  Vorzug  hat,
daß  sie  natürliche  Wasserstraßen  besitzt,  die  tief
ins  Innere  hineinreichen.  Durch  eine  Bahn
würde  dieser  Reichtum  unserer  Kolonic  und
damit  auch  unserm  Vaterlande  erhalten  bleiben.
Endlich  sei  noch  an  eins  erinnert,  daran  nämlich,
daß  allem  Anschein  nach  die  Graslandgebiete
unseres  Hinterlandes  sich  in  besonderer  Weise
für  die  Baumwollkultur  eignen.  Schon  jetzt
wird  von  den  Eingeborenen  Baumwolle  gepflanzt,
  doch  scheint  die  einheimische  Art  für
den  Weltmarkt  nicht  geeignet  zu  sein.  Welche
Bedentung  die  Baumwollkultur  für  das  Heimatland
  hat,  braucht  nicht  besonders  betont  zu
werden.  Erfolgreich  kann  sie  aber  nur  dann
betrieben  werden,  wenn  eine  Bahn  in  jene  entsernten
  Gebiete  führt.“

75

Deutsch-Neuguinea.
erdbeben  in  Deutsch-Ueuguinea.
In  australischen  Zeitungen  waren  im  Oktober
v.  J.  Nachrichten  über  äußerst  schwere  Erdbeben
verbreitet,  die  sich  am  15.  September  v.  Is.  um

 

2  Uhr  morgens  in  Kaiser-Wilhelmsland  ereignet
und  großen  Schaden  angerichtet  haben  sollten.
Nach  den  bis  jetzt  vorliegenden  Nachrichten  erweisen
  sich  diese  Meldungen  zum  Glück  als
wesentlich  übertrieben.  In  der  Umgebung  von
Friedrich-Wilhelmshafen  und  in  der  Astrolabe-Bai
hat  die  Naturerscheinung  keinen  Schaden  angerichtet.
  Dagegen  rutschte  das  Lagerhaus  der
Neugninea-Kompagnie  auf  der  Insel  Madang  im
Finschhafen  von  seinen  Holzpfeilern  herab  und
blieb  daneben  unversehrt  stehen.  Der  die  Insel
Madang  mit  dem  Festland  verbindende  Steindamm
  wurde  durch  die  mit  dem  Erdbeben  verbundene
  Flutwelle  zerstört,  Böte  und  Kanus
wurden  fortgerissen,  konnten  aber  wieder  aufgefischt
  werden.  Der  im  Hafen  liegende  Dampfer
„Siar“  wurde  durch  mehrere  Stöße  hin=  und
hergeschüttelt,  blieb  aber  unbeschädigt.

Nach  Berichten  der  am  Huon-Golf  wirkenden
Neuendettelsauer  Mission  haben  dort  die  Erdbeben
  allerdings  nicht  unerheblichen  Schaden  angerichtet.
  Es  wurden  gegen  200  Stöße  im  Sevtember
  gezählt.  In  Pola  wurde  das  Missionshaus
  stark  beschädigt,  auch  hat  dort  eine  hohe
Flutwelle  viel  Schaden  angerichtet.  Auf  der
Station  auf  dem  Sattelberg  ist  das  große  Wohnhaus
  eingefallen,  ohne  daß  indessen  von  dem
Missionspersonal  jemand  zu  Schaden  gekommen
wäre.  Weiter  landeinwärts  sollen  nach  den  Angaben
  der  Eingeborenen  große  Bergrutsche  staugefunden
  haben,  welche  die  Flüsse  in  ihrem  Laufe
aufhielten  und  ganze  Dörfer  unter  sich  begruben.

D

Samoa.
Der  Vulkan  in  Savaii.-)

Am  1.  oder  2.  August  1905  brach  nach  Vorhergang
  eines  Erdbebenschwarmes  12  km  südlich
des  Hafenplatzes  Matautu  in  Savaii  ein  Vulkau
aus,  der  im  Gegensatz  zu  dem  im  Jahre  1902
bei  Aopo  erschienenen  Krater  nicht  nach  Austritt
  der  Gase  und  etwas  Lava  wieder  erlosch,
sondern  im  Laufe  der  Zeit  den  Itu  o  tane  genannten
  Distrikt  Nordsavaiis  von  Safune  bis
Lealatele  zu  zerstören  drohte.  Die  zuerst  entstandene
  Auswursstelle  lag  an  einem  alten,  seit
Jahrhunderten  erloschenen  Krater  in  einem  kleinen
Tale.  Die  ausgeworfenen  Steine  und  die  austretende
  Lava  türmten  sich  allmählich  etwa  200  m
hoch  auf.  Im  August  bis  November  erreichten
die  Lavaflüsse  die  Küste  nicht,  sondern  schufen

)  Aus  der  dem  Reichstag  demnächst,  wie  alljährlich,
zugchenden  Denlschrift  über  die  Entwicklung  der  deutschen
Schungebiete.
        <pb n="235" />
        165

dom  Krater  nach  Nordosten  bis  Nordwesten  ausgehend
  ein  etwa  35  qkm  großes  Lavafeld  mitten
iu  Urwald,  wobei  Eingeborenenpflanzungen  der
Törfer  Safotu,  Paia,  Matantu,  Saleaula  (August
bis  Oktober),  Salago,  Safai,  Satoalepai,  Fagamalo,
  Avao,  Saleia,  Samanga  (November)  vernichtet
  wurden.

Aufang  Dezember  trat  insofern  eine  neue
Cvoche  der  vulkanischen  Tätigkeit  ein,  als  die
Cava  jetzt  bis  zur  Grenze  des  Lavafeldes  in
mnerirdischen  Kanälen  läuft  und  dadurch  vor
Abkühlung  geschützt  wird,  so  daß  sie  imstande
.,  nach  Austritt  aus  diesen  Kanälen  noch
einige  Kilometer  zurückzulegen.  So  war  es
möglich,  daß  sie  am  6.  Dezember  an  der  Küste
ei  Toapaipai  erscheinen  und  das  Dorf  sowie
  die  Brücke  über  den  Toapaipai-Bach  zersören
  konnte.  Im  Laufe  der  nächsten  Monate
wurden  auch  die  Nachbardörfer  Malacola,  Salago,
Fcaga  und  Vaitutu  zerstört,  so  daß  jetzt  eine
l0  km  lange  Strecke  der  Küstenlinie  unter  Lava
liegt.  Einige  Ansiedler  erlitten  dabei  den  Verlust
don  teils  bestelltem,  teils  noch  unbestelltem  Lande.
Die  unterirdischen  Kanäle  reichen  vom  Vulkan
bis  zum  Mrere  hinab,  wo  die  flüssige  Lava  direkt
ins  Wasser  fließt.  Langsam  vordringend  füllt  sie
die  Strecke  bis  zum  Riff  aus;  die  Küstenlinie
wurde  noch  einige  hundert  Meter  über  das  Riff
hinaus  vorgeschoben.  Einige  Wochen  lang  schien
es,  als  würde  die  Lava  innerhalb  des  Riffes  der
Künte  entlang  auf  Matantu  vordringen.  Sie  erkeichte
  aber  nur  Saleaula,  etwa  6  km  von  Makonm
  entfernt.  6

Am  Ende  des  Berichtsjahres  war  der  Stand
er,  daß  sich  in  der  jetzt  200  m  im  Durchmesser
haltenden  Krateröffnung  ein  kochender  Lavasee
gebildet  hat,  von  dem  weite  Kanäle  für  kurze
den  parasitäre  Krater  bilden.  Ein  größerer  Teil
es  nun  etwa  65  qkm  großen  Lavafeldes  ist  von
Hdavakanälen  unterminiert.  Perioden  scheinbarer
Ruhe  wechseln  mit  solchen  größerer  Tätigkeit,  so
daß  der  Zustand  nicht  unbedenklich  ist.

Dr.  F.  Linke.

die  Eingeborenen-Bevölkerung  Deutsch-Samoas.

Die  am  1.  Oktober  vergangenen  Jahres  statt-Thabte
  Zählung  der  Eingeborenen  Deutsch-Samoas
  hat  eine  Gesamtzahl  von  34  062
Skelen  ergeben;  darunter  befinden  sich  33  478
#amoaner  und  584  andere  Südsee-Insulaner.
lan  den  33  478  Samoanern  sind  17  148  männgen
  und  16  330  weiblichen  Geschlechts.  Diese
Mbölkerung  verteilt  sich  derart,  daß  auf  Upolu,
Hüünono  und  Apolima  20  662  und  auf
##daii#  12  816  Personen  wohnen.  Aus  der  im
erlage  der  Samoanischen  Zeitung  erschienenen

 

Auskunft  über  Samoa  zitieren  wir  vergleichsweise
die  Ergebnisse  der  beiden  früheren  Volkzählungen.

1900:
Männliche  Eingeborene  16  894
Weibliche  -  .15921
Zusammen  32815
davon  in  Upolu,  Manono  und  Apolima:  18  793
in  Savaii  14  022

Die  Zählung  der  Samoaner  im  September
1902  ergab  eine  vermutlich  nur  durch  Ungenauigkeiten
  bei  der  unvollkommenen  Zählungsmethode
zu  erklärende  geringe  Abnahme,  nämlich

in  Upoln  usw.  19  4111
in  Savait  13  201
Zusammen  32  612

Da  auch  die  kürzlich  von  der  Samoanischen
Zeitung  veröffentlichten  Zahlen  über  die  Registrierung
  der  Geburten  und  Sterbefälle  einen  Überschuß
  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  zeigen,
wird  man  es  angesichts  der  von  1900/1902  bis
jetzt  festgestellten  Vermehrung  wohl  als  bewiesen
ansehen  können,  daß  die  samoanische  Eingeborenen-Bevölkerung
  zunimmt;  eine  hocherfreuliche  Erscheinung
  im  Blick  auf  andere  Südseegebiete,  in
denen  das  Eingeborenenelement  teilweise  geradezu
rapide  dem  Aussterben  entgegengeht.

Die  Zählung  erfolgte  durch  die  Pülenüü
(Gemeindevorsteher).  Es  hat  sich  gezeigt,  daß
diese  samoanischen  Beamten  für  derartige  Arbeiten
durchaus  verwendbar  sind,  wenn  sie  vorher  genau
instruiert  werden.  Somit  dürfte  endgültig  die
Möglichkeit  gegeben  sein,  künftig  ohne  Schwierig--keiten
  eine  ordnungsmäßige  Statistik  der  eingeborenen
  Bevölkerung  Deutsch-Samoas  in  Gang
zu  halten.

 

Kus  dem  Bereiche  der  Oissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.
Svangellsche  Olssionen.

Wie  bereits  in  der  Nr.  2  des  „Deutschen
Kolonialblatts“  mitgeteilt  wurde,  ist  am  2.  Januar
in  Herruhnt  der  Missionsdirektor  D.  Buchner,
der  in  allen  deutschen  Missionskreisen  großes  Ansehen
  genoß,  gestorben.  Sein  Tod  wird  von
allen  Freunden  der  evangelischen  Mission  besonders
  lebhaft  beklagt  werden.

Die  Evangelische  Missionsgesellschaft
für  Deutsch-Ostafrika  hat  ihren  Sitz  von  Berlin
nach  Bethel  bei  Bielefeld  verlegt.  Gleichzeitig
schied  A.  Graf  Bernstorff  aus  ihrem  Vorstand
aus.  An  seiner  Stelle  übernahm  Pastor  D.  v.  Bodelschwingh
  den  Vorsitz.

(Fortsetzung  Seite  168.)
        <pb n="236" />
        W  166  20

Togo.

Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Togo  im  ersten  viertel

des  Kalenderjahres  1906.

I.  Einfuhr.)

 

Einfuhr  im

Einfuhr  im

 

.  ..  .  ..  Zu-  Ab--ersten
  Viertelersten  Viertel  Zu  4  4
Warengruppen  1906  905  nahmenabme
Wert  Wert  Wert  Vert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Korn=  und  Hülsenfrüchte  11512  13  905
b)  Lnollengewächse.  Gemüse  und  Früchte  11528  7889  —
Koloniale  Verzchrungsgegenstände,  Voruchniert  208256  186  181
(1)  Olfrüchte,  Pflanzenölc,  Pflanzenwache  —  104  -
Getränke  (außer  Mineralwasser)  134  612  270  080  —
I)  Sämereien,  lebende  Pflanzen,  Jurerweinel,  lebiere
soweit  unter  Ia  und  lb  fallend)  520  181  —
K)  Faserpflanzen.  —
)  Ergengnisse  der  Forstwirtschaft.  13  372  29  936  —  —-)umnuncnl
  379  809  508  279  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzengnisse:
a)  Lebende  Tiere  —  172  —
b)  Fleisch  und  tierische  Er  rzeugnisse  aller  Art.  55  710  31  823  —
Zusammen  II  55  710  1  995  —  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  104  172  63  182  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Ol  ...  13  767  7  526  —  —
V.  Chemische  und  bharmazentische  Ersenanisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengm  31  798  41  598  —  —
VI.  Textl=  und  Pelgwaren,  Bieungsgenenstände  usw.
(außer  Lederwaren).  ».  535  609  4170  733
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  ũrichnerwaren  9617  10871
VIII.  Gummi=  und  Kaurschufwaren  120  829  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schniowaren  .  .):k(i(i.s')  27  460  —
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  Lterarüche  u.  Kunstgegenstände  13  394  11033  —
Xl.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  15.279  26  854  —  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Jnstrumenten.  Maschinen
  und  Waffen):
al  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeug  11873  10  263  —
b)  Fabrilate  76  820  607230  —
zusammen  xñ  v8  693  617  493  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  69220  175.881  —
XIV.  Waffen  und  Munition  11  928  83  917  —
Zusammen  I  bis  Ar  (ohn-  enh  1402  921  200  651
XV.  Geld.  135  955  2364  —  I
Zusammen  I  bie  XV  teinschl.  Geld)  1  538  876  20083  015  —  541  17#90

abschnitte  der  beiden  Jahre  verg
der  Einfuhrwerte  der  ersten  Vier
einen  Rückgang  der  Wareneinful
Jahres  1906  verursacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*“)  Bis  zum  31.  Dezember  1905  sind  für  das  Schutzgebiet  Togo  den  handelsstatistischen  Anschreibungen
für  die  Einfuhr  der  Werte  loco  Einfuhrstelle  (Ursprungspreis  zugüglich  entstandener  Spesen)  unter  Oinzurechnung
  der  Berräge  des  sälligen  Einfuhrzolls,  vom  1.  Jannar  1906  ab  dagegen  ebenfallo  die  Werte  loco
Einfuhrstelle,  jedoch  ohne  diese  Zollbeträge  zugrunde  gelegt.

 

Es  liegen  daher  für  die  korrespondierenden  Zeitkleichbare
  Wertziffern  nicht  vor.

Die  große  Minngdifferenz  der  Schlußsummen

teljahre  der  Jahres  1905  und  1906  von  544  139  Mk.  ist  daher  nicht  allein  auf
jr,  sondern  auch  durch  den  den  Wert  herabsetzenden  Anschreibungomodus  des
Bei  den  wichtigsten  Warenpositionen  sind  daher  die  Werte  nur  nachrichtlich  nebeneinander
  gesetzt,  zum  Vergleich  aber  nur  die  Mengen  herangezgogen  worden.
        <pb n="237" />
        W  167  20

Wichtigste  Warenpositlonen  bei  der  Einiuhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Jahre  1006  Im  Jahre  1905  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  Menge  WertiMenge  WertMenge  Wert  Menge  Werr
eoMik.  kg  Mk.  ke  Ml.  zk  M.
.  -  1
mitaaiissc........95489119280414338280054()56"—  —  —
E  13  712  413  3941  48  438  77858  1726  —  —  P  —
Branntwein  aller  Art.  .  Witer)  153361  887841  222446  240  324  —  —  60065  —
Bau=  und  Nutzhbool.  55  867  13  303/  191  198  29  903  —  —  135  63
Salg.  .......  59271937718205251  23  3081  387  468  —  —  —-».tcmlol)lut,
  Braunlohlen,  Brikettas695  162  276661  195  000  108650  500  162  —  —  —
Petroleum  ..  96887  19  9481  39  897  11  316650  992  —
B  aumwollgarne  und  gewebe  .  156414563175105667399715350747  —  —
Leibwäsche,  Kleid.,  Hüten.  Mün.,  Posamentierwar.,
  Schirme,  Filzwar.  10  445  34  491  11921  54  161  —  —  1470
Glas  und  Glaswaren  16  660  19631  12  403  16  53  4167  —  —
Alle  nicht  besond.  genannt.  Eisenwar.  91  367  83  5003  949  468  555  125  —  —  3  55  .  101.
Waren  aus  ander.  unedlen  Metallen  6  §96  10  409%  18  750  38  800  -—-  —  12054  —
Landwirtschaftliche  Maschinen  594  502  10  927  15936  —  10  333  —
Irandre  tnaschinen  u.  Fahrzeuge
aller  Art.  .  19309  19  82442  2  146  702  —  —  182  966
Feuerwassen  (Sickzahl)  1266  13038  1641  17817  —  —  375
Schießpulver  und  Zündhütchen  26  038  232883266  65  082  —-  —  7228  —
II.  Kusfuhr.
Ausfuhr  im  Ausfuhr  im  Zu-  Abersten
  Viertelh  ersten  Viertel  XI  ’«,
Warengruppen  1906  1905  nahme  nahme
Wert  Wert  Wert  Weri
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  in  Mt.
I.  Erzeugnisse  des  Landbauer  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
al  Pflan  zliche  Nahrungs=  und  Genußmittel  108  373  55  302  53  071  —
bi  Olfrüchte.  Pflangenöle.  Pflanzenwache  138  428  221  439  83011
Sämereien,  lebende  Pflanzen.  ..  —  188  188
ch  Faserpflanze  .......  17  832  1710  13  122
*  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  ...  ...  ½08  681  253  063  50  618  —
Zusammen  !l  573314  531  702  38  612
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisfe
a)  Lebende  Tiere  .........  Mutsss  21  717  11  952
I)  Tierische  Erzeugnisse  ...........  15  228  8038  7190  —-;),ninnmtcnll...
  18  897  29  755  19  142  —
III.  Mineralische  und  fossile  Stosee  150  —  150  —
IV.  Gewerbliche  Erzengniser  .  21728  22  630  —  2098
Zusammen  I  bie  IV.  ebne  ##  .  li47089  587  087  60  002  —
V.  Geld.  .  .  367  686  229  909  137  777
Zusammen  I  bis  V.  eeinichr  Geldd  1014  775  816  996  197  779
Wichtigste  Warenpositionen  bel  der  Rusfuhr.
Im  Jahre  1906m  Jahre  1905  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  WarenMenge  WertMenge  WertMenge  WertMenge  Weri
ke  Mlk.  kg  Mk.  kg  Mk.  kg  Mk.
Mai:  .  EIII  92  2086  739  287.  8  v  687  698  54  146  —  –
Nassadda  ....  36383  370148648  —  —  12  265  1249
Palmkerne.  .  625  732  122  120045  282  —2  —  319  550  51  426
Palmöl.  ...  ....  22  039  85761  118331  —  —
Schibutter  ....  10  150.  6219  3358  7092  2  9879  —
Rautschul  .  .  ....  36  985,  307613129  816  219  3½50  7169  58263  –
Rinddie  EStick)  165,  11620  108  1560  570  10060%
Kleinvieh  ...  -  2301  17171  1975  16  159  326  1014
D#mwollwaren  ......  5243  13  857  2  822  11  099  2  121  2  758  —
Geld  ...  —  367  6806  —  2209  909  –  138  777  —.
        <pb n="238" />
        W  168  20

Die  Norddeutsche  und  die  Breklumer  Mission
erhielten  von  zwei  Hamburger  Großkaufleuten
eine  hochherzige  Stiftung  in  Gestalt  des  am
28.  Oktober  zu  Othmarschen  bei  Altona  eingeweihten
  Missionsheims.  Es  ist  für  die
Kinder  der  Missionare  bestimmt,  die  aus  klimatischen
  und  anderen  Rücksichten  während  der
Schulzeit  nicht  bei  ihren  Eltern  auf  dem  Missionsselde
  bleiben  können.  Die  Leitung  der  Anstalt
liegt  in  den  Händen  des  P.  Bahnsen,  des  bisherigen
  Missionsinspektors  von  Breklum.

Die  Gründung  eines  deutschen  Instituts
für  ärztliche  Mission  wurde  am  15.  November
1906  in  Frankfurt  a.  M.  von  einer  zu  diesem
Zweck  einberufenen  Versammlung  beschlossen.  Es
soll  der  Anusbildung  von  Missionsärzten  und  zugleich
  der  medizinischen  Schulung  von  Missionaren
dienen,  auch  soll  dem  Institut  die  Aufgabe  zugewiesen
  werden,  tropenkranken  Missionaren,  Beamten,
  Kaufleuten  usw.  Rat  und  Pflege  zu  geben.
Als  Sitz  der  Anstalt,  deren  Gründung  vom
Stuttgarter  Verein  für  ärztliche  Mission  ausgeht,
ist  die  Universitätsstadt  Tübingen  gewählt  worden.
Der  Bauplatz  wurde  von  einem  Freunde  der
Sache  geschenkt;  für  den  Bau  selbst  sind  bereits
50  000  Mark  gesammelt.  Man  hofft  das  Institut
  im  Jahr  1908  eröffnen  zu  können.

In  Deutsch-Ostafrika  wurde  mit  der  Wiederherstellung
  der  durch  den  Aufstand  zerstörten
Missionsniederlassungen  begonnen.  Die  Berliner
Missionsgesellschaft  ließ  durch  ihren  Missionar
Neuberg  die  Station  Milow  wieder  aufbauen.
Auch  in  Jakobi  wurde  die  Arbeit  wieder  aufgenommen.
  Ebenso  erhebt  sich  das  der  Universitätenmission
  gehörige  Massassi  aus  den  Trümmern.
Sämtliche  Missionare  sind  dahin  zurückgekehrt  mit

 

Ausnahme  von  zwei  Schwestern,  die  noch  auf
die  Wiederherstellung  ihres  Wohnhauses  warten.
Obwohl  man  noch  keine  Kirche  wieder  zur  Verfügung
  hatte,  wurde  doch  der  Bartholomäustag
in  üblicher  Weise  festlich  begangen;  dabei  ließen
sich  120  Eingeborene  taufen,  101  Neulinge  traten
in  den  Taufunterricht  ein,  und  789  Personen
feierten  das  Abendmahl.  In  andern  Teilen  des
Schutzgebiets  wurden  neue  Stationen  angelegt.
So  von  der  Leipziger  Mission  in  Mwika  am
Kilimandscharo.  Ihr  Missionar  Stammberg
siedelte  am  16.  November  von  Mamba  dahin
über,  freudig  begrüßt  von  einer  großen  Volksmenge,
  unter  der  sich  auch  die  Häuptlinge  von
Msae  und  Kondeny,  sowie  RNdemasi,  der  frühere
Mwika-Häuptling,  befanden.  Die  Mission  der
Brüdergemeinde  beauftragte  ihren  Missionar
A.  Kruppa  mit  der  Anlegung  einer  neuen  Station
Ileya  (Nyassa-Gebiet).  Ihr  Präses  in  Unyamwesi
  hat  seinen  Sitz  nach  Sykonge  verlegt.

In  Kamerun  starb  die  zur  Mission  der  deutschen
Baptisten  gehörige  Lehrerin  Frieda  Lutz  in  Bonamuti
  (Duala).  Sie  ist  das  zehnte  Opfer,  das
diese  kleine  Mission  dem  gefährlichen  Klima  von
Kamerun  hat  bringen  müssen.

Unter  dem  Erdbeben  in  Kaiser
land  hat  die  Neu-Dettelsauer
zu  leiden  gehabt.

In  Neupommern  erhielt  die  Methodisten-Mission
  Verstärkung  ihrer  Arbeitskräfte  durch  den
Pastor  H.  P.  Wenzel  (bisher  in  Wien)  und  die
Lehrerin  Fräulein  Gill.  Die  Methodisten-Mission
macht  auf  Neu-Mecklenburg  jetzt  schnelle  Fortschritte.
  Ihre  Mitgliederzahl  hat  im  Laura-Distrikt
  das  erste  Tausend  überschritten.

Wilhelms-Mission
  erheblich

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Drodutionsgebieten.

Eine  Reise  nach  Ceylon,  Indien  und  Birma)
Originalbericht  von  D.  Sandmann-Berlin.

*  Sowohl  die  Tages=  wie  die  Fachpresse  haben,

seitdem  deutsche  Kolonien  bestehen,  sich  vielfach

dahin  geäußert,  daß  diese  Kolonien  und  besonders

die  dort  angelegten  Plantagen  keine  Erträgnisse

für  das  Mutterland  abwerfen  würden.  Jahrelang

*)  Wir  verössentlichen  den  nachfolgenden  interessanten
Originalbericht  im  „Kolonial-Blatt“,  trotzdem  er  scheinbar
außerhalb  des  Nahmens  unseres  Stoffgebiets  fällt;  denn
der  Bericht  enthält  vielfach  wertvolle  Hinweise  auf  die
wirtschaftlichen  Verhältnisse  in  unseren  eigenen  Schutzgebieten.
  Um  die  Einheitlichkeit  der  Darstellung  nicht
allzusehr  zu  durchbrechen,  haben  wir  auch  Stellen  passieren
lassen,  mit  deren  Inhalt  wir  uns  nicht  zu  identifizieren
vermögen.

 

wurde  diese  Frage  immer  wieder  erörtert,  und  ich
wurde  dadurch,  wie  aus  Interesse  für  das  Gedeihen
  unserer  Kolonien  veranlaßt,  den  Versuch
zu  machen,  mir  durch  persönlichen  Besuch  fremder
und  deutscher  überseeischer  Plantagengebiete  ein
eigenes  Urteil  zu  bilden.  Als  Nationen,  die  Erfahrungen
  und  Erfolge  auf  dem  Gebiete  der  Kolonisation
  haben,  sind  zweifellos  die  Engländer,
Holländer  und  Franzosen  anzusehen.  Deren  Kolonien
  und  Plantagen  zu  sehen,  mußte  meine  erste
Aufgabe  sein,  um  später,  nachdem  ich  mir  Kenntnisse
  auf  diesem  Gebiete  verschafft  hätte,  beim
Besuch  unserer  deutschen  Kolonien  beurteilen  zu
können,  welche  Bedingungen  und  Maßnahmen  aus
jenen  Vorbildern  für  uns  nützlich  zu  verwenden
        <pb n="239" />
        W  169  20

und.  Durch  meine  bisherige  praktische  Tätigkeit
im  Industrie  und  Handel  und  durch  jahrelanges
Siudium  auf  dem  Gebiete  des  Obstbaues,  sowie
durch  ausgedehnte  Reisen  in  europäischen  und
außereuropäischen  Ländern,  glaube  ich  mir  einen
lick  für  die  in  Frage  kommenden  Verhältnisse
angeeignet  zu  haben.

Als  erste  der  beabsichtigten  Reisen  habe
ich  am  6.  Jannar  eine  solche  nach  Ceylon,
Jndien  und  Birma  angetreten,  von  der  ich  am
5.  Mai  d.  Is.  zurückgekehrt  bin.  Zu  meinem
Bedauern  war  die  mir  zur  Verfügung  stehende
Veit  zu  knapp,  um  das  weite  Gebiet,  das.  hier
im  Frage  kommt,  so  eingehend  studieren  zu  können,
wie  ich  gewünscht  hätte,  denn  die  weiten  Entlernungen
  zu  den  (oft  Tagereisen  von  der  Hauptkraße)
  abgelegenen  Plantagen,  besonders  in  Indien,
  nahmen  zuviel  von  der  mir  zu  Gebote
sebenden  Zeit  in  Anspruch.  Von  den  etwa
:  Monaten  gingen  für  die  Hin=  und  Rückreise
eiwa  5  Wochen  ab,  so  daß  ich  nur  3  Monate
ür  die  eigentliche  Arbeit  hatte.  Den  größten  Teil
dieser  Zeit  hielt  ich  mich  auf  der  Insel  Ceylon
auf,  um  mich  dort  mit  den  sehr  interessanten
Sirtschafts-  und  Plantagenverhältnissen  vertraut
zu  machen,  infolgedessen  konnte  ich  für  Indien
und  Birma  um  so  viel  weniger  Zeit  verwenden.
u  den  letztgenannten  Ländern  habe  ich  hauptsächlich
  nur  Plantagen  besucht,  die  zur  Vervollkändigung
  des  Bildes,  welches  ich  mir  auf  Ceylon
verschafft  hatte,  beitragen  konnten.

6.  Von  der  überaus  großen  Anzahl  der  auf
’-  erzeugten  Plantagenprodukte,  sind  mir
viederum  nur  diejenigen  von  besonderem  Interesse
hewesen,  welche  entweder  auf  die  finanzielle  Entvicklung
  der  Jnsel  bisher  von  besonderem  Einfluß
wesen  sind  oder  für  die  Zukunft  von  Einfluß
ein  können.

enn  dieser  Bericht  auch  kein  abschließendes
ur  besuchten  Ländern  gefunden,  auch  nicht  den
„zweck  meiner  Arbeit  bildet,  einen  Vergleich
ur  Verhältnisse  der  verschiedenen  hierfür  in  Beacht
  kommenden  Ländern  aufzustellen,  so  glaube
doch  schon  jetzt  auf  einige  Punkte  hinweisen
—  von  denen  es  meines  Erachtens  von
betrt  sein  könnte,  wenn  sie  in  unseren  Kolonien
lannt  gegeben  werden.

1#  r

Ceylon.
Allgemeines.
wondie  Insel  Ceylon,  zwischen  dem  6.  bis  9.  Grad
lic  licher  Breite  gelegen,  wird  oft  als  das  bibbeibe
  Paradies  bezeichnet.  Tatsächlich  ist  man
r“  der  Ankunft  in  Colombo  von  der  üppigen
dischen  Vegetation  überrascht,  die  nicht  nur  an

 

diesem  Platze,  sondern  auch  an  der  ganzen  Westküste
  entlang  sich  dem  Auge  darbietet.

Trotzdem  der  Boden  der  Insel  nichts  weniger
als  reich  zu  nennen  ist,  wird  dieser  Mangel  durch
die  von  allen  Seiten  andringende  Meeresfeuchtigkeit
  und  die  tropische  Temperatur,  die  zusammen
eine  wahre  Treibhausluft  erzeugen,  wieder  ausgeglichen.


Die  Durchschnittstemperatur  des  Jahres  schwankt
je  nach  Höhenlage  zwischen  58  und  82  Grad
Fahrenheit  =  14½  bis  27⅜¾  Grad  Celsius.  Abgesehen
  von  einzelnen  Strecken,  z.  B.  solchen,  die
durch  verwesende  Pflanzenwucherungen  großen
Humusvorrat  angesammelt  haben  oder  dem  nördlichen
  Teil  der  Insel,  wo  teilweise  reicher  schwarzer
Boden  zu  finden  ist,  besteht  die  Insel  im  Tieflande
  meist  aus  armem,  sandigem  und  im  Oberlande
  aus  steinigem  Boden.  Teilweise  hat  dieser
etwas  größeren  Gehalt  an  Phosphor  und  Kali,
aber  durchweg  ist  er  arm  an  Kalk.  Zweimal  im
Jahre  tritt  eine  Regenperiode  (Monsoon)  ein,
und  zwar  in  den  Monaten  Mai,  Juni  der  Südwest-Monsoon
  und  in  den  Monaten  Oktober,
November  der  Nordost-Monsoon.  Die  hierbei  auftretenden
  starken  Regenfälle  geben  der  ganzen
VBegetation  immer  wieder  neuen  Anstoß  zu  energischer
  Entwicklung.  Der  jährliche  Regenfall
schwankt  zwischen  37  und  215  Zoll  in  65  bis
207  Tagen,  je  nach  Lage.

Der  Regenfall  ist  nicht  nur  für  die  Vegetation,
sondern  auch  für  den  Gesundheitszustand  der
Inselbewohner  von  größter  Bedeutung.  Der
ausnahmsweise  geringe  Regenfall  im  Jahre  1905
z.  B.  (in  Colombo  65,29  gegen  81,15  Zoll  als
35  jähriger  Durchschnitt)  hatte  schlechte  Ernten  und
viele  Krankheitsfälle,  u.  a.  Typhus  im  Frühjahr
1906,  zur  Folge.

Die  Insel  hat  eine  Ausdehnung  von  25481
englischen  Quadratmeilen  und  läßt  sich  in  drei
Höhengebiete  teilen,  welche  verschiedene  Klimaund
  Wetterzonen  darstellen.  Die  niedrigste  Zone
ist  von  einer  dauernden  Treibhausluft  umgeben,
die  mittlere  bis  etwa  2000  Fuß  hat  zwar  heiße,
aber  etwas  trockenere  Luft,  und  die  höhere  (über
2000  Fuß)  ist  bedeutend  trockener  und  nähert
sich  in  den  höchsten  Teilen  mehr  der  Temperatur
der  gemäßigten  Zone.  In  dieser  letzten  Region
bietet  z.  B.  Nuwara  Eliya,  6210  Fuß  hoch,
mit  58  Grad  Fahrenheit  Durchschnittstemperatur
und  91  Zoll  Regen,  eine  Erholungsstation  von
außerordentlich  hohem  hygienischen  Wert.

Die  höchsten  Erhebungen  auf  der  Insel  sind
der  Adams  Peak,  7420  Fuß,  und  der  Pidaura
Talagala,  8280  Fuß.  Von  den  in  der  Mitte
des  südlichen  Teils  der  Insel  gelegenen  Höhenzügen
  kommen  viele  Wasserläufe  in  das  Tiefland,
die  sich  in  den  Niederungen  zu  Flüssen  vereinigen.
        <pb n="240" />
        Die  hierdurch  gegebene  Möglichkeit  zur  Bewässerung
  der  Anpflanzungen  ist  von  hohem  Wert  und
wird  auch  teilweise,  so  besonders  für  den  Anbau
von  Reis,  benutzt.  Einzelne  dieser  Flüsse  sind  im
Tieflande  auch  für  die  Schiffahrt  nutzbar  gemacht.

Während  so  der  südliche  Teil  der  Insel  durch
natürliche  Wasserläufe  zum  Teil  bewässert  werden
kann,  ist  dies  im  Norden  nicht  möglich.  In
früheren  Zeiten  sind  dort  Wassersammelbassins
(Tanks)  angelegt  worden,  die  während  der  Invasion
  nach  der  Insel  durch  vom  Norden  andringende
  Völker  zum  größten  Teil  zerstört  wurden.
Seitdem  liegen  dort  große  Strecken,  mit  fast  undurchdringlichem
  Dschungel  bestanden,  unbenützt.
Diese  ohne  künstliche  Bewässerung  zu  kultivieren
ist  unmöglich.  Seitens  der  Regierung  ist  deshalb
begonnen  worden,  diese  alten  Wasserbassins  wiederherzustellen
  und  neue  Stanwerke  anzulegen.  Hierdurch
  würde  nicht  nur  das  dort  jetzt  herrschende
Klima  vorteilhaft  verändert,  sondern  auch  weite
Flächen  des  vorzüglichen  Bodens  untzbar  gemacht
werden  können.  Seit  zwei  Jahren  ist  dort  die
Versuchsstation  Mahaillupulama  angelegt;  auf
ihr  sind  Kulturversuche  mit  Baumwolle  und  Gummi
gemacht  worden.  Über  den  Erfolg  läßt  sich  zur
Zeit  noch  nichts  Endgültiges  berichten.

Auf  großen  Flächen  der  Jnsel  kommen  Graphit
und  Glimmer  und  im  südlichen  Teil  auch  Edelsteine
  in  erheblichen  Quantitäten  vor.

Im  Meer  an  der  Küste  findet  sich  an  verschiedenen
  Stellen  die  Perlauster,  und  das  Meer
sowohl  wie  die  Flüsse  sind  reich  an  Fischen.
Das  Mcer  enthält  außerdem  große  Korallenbänke,
  deren  Kalk  zur  Düngung  des  Bodens
Verwendung  findet.

Mehr  wie  die  natürlichen  Bodenverhältnisse
hat  das  meist  gute  Klima,  das  billige  Arbeitsangebot,
  die  gute  Verbindung  mit  den  großen
Weltmärkten  und  last  not  least  die  rechte  Erkenntnis
des  verschiedenen  Weltbedarfs  zur  Entwicklung
von  Ceylon  beigetragen.

ie  von  allen  Seiten  vom  Meer  umspülte
Insel  wird  bei  jeder  Windrichtung  immer  wieder
mit  gesunder  reiner  Seeluft  überflutet,  so  daß
dem  Fieber  und  anderen  epidemischen  Krankheitskeimen
  schon  hierdurch  allein  ein  Schutzmittel
entgegenwirkt.  Die  Nähe  und  gute  Verbindung
mit  dem  überaus  bevölkerten  südlichen  Indien
führt  der  Insel  einen  dauernden  Strom  billiger
Arbeitskräfte  zu,  und  die  Lage  von  Ceylon  an
der  großen  Straße  von  Europa  nach  Ostasien  und
Australien  hat  eine  reichliche  Schiffsgelegenheit,
die  es  mit  allen  großen  Märkten  der  Welt  verbindet,
  wachgerufen.  Hierzu  kommt,  daß  die  von
der  Regierung  geschaffenen  Institute  (Botanischen
Gärten  und  Versuchsstationen)  es  mit  großem
Geschick  verstanden  haben,  immer  die  Anpflanzung

 

170  28

anzueifern  und  durch  Versuche  zu  unterstützen,
deren  Produkte  auf  dem  Weltmarkt  sehr  begehrt
waren  und  immer  wieder  geeigneten  Ersatz  in
Reserve  zu  halten,  wenn  die  Produktion  aus
einem  oder  dem  anderen  Grunde  unrentabel  wurde
oder  fehlschlug.

So  folgten  dem  durch  einen  Schädlingspil5
(Hemileia  Vastatrix)  verwüsteten  Kaffeebau  und
der  keinen  Nutzen  mehr  bringenden  Chinarinde,
der  Tee,  Kakao  usw.  denen  jetzt  wieder,  da  die
Teepreise  sehr  heruntergehen,  der  Kautschuk  folgt.
In  Reserve  stehen  aber  schon  jetzt  der  Kampfer,
die  Jutefaser  usw.,  mit  denen  umfangreiche  Versuche
  gemacht  werden.

Erst  etwa  21½  Millionen  Acres  —  gegenüber
einem  Flächenraum  der  Insel  von  25  481  englischen
  Quadratmeilen  gleich  eiva  16  ½  Millionen
Acres,  ein  immerhin  noch  kleiner  Teil  (Acre
4000  am)  —  sind  in  Kultur  genommen.  Hiervon
sind  etwa  500000  Acres  in  Händen  von  Curopäern
  unter  rationeller  Plantagenkultur  mit  Ter,
Kautschuk,  Kakao,  Cardamom,  Pfeffer,  Coca,  Baumwolle,
  Citronella,  Vanille  usw.  Die  übrigen  zwei
Millionen  Acres  werden  hauptsächlich  von  der
braunen  Bevölkerung  mit  Kokospalmen,  Zimt,

Reis,  Bauanen,  Tabak,  Arekapalmen,  Mango,
Brotfrucht  usw.  selbständig  bebaut.  Für  den
Export  kommen  von  letzteren  nur  Kokosunzprodukte

  und  Zimt  in  Betracht.

Bevölkerung  und  Erwerb.

Die  Bevölkerung,  etwa  2  ½  Millionen  Menschen,
  besteht  zum  größten  Teil  aus  Singhalesen
(Buddhisten),  schlanken,  braunen  Gestalten,  mitl
ovalem  Gesicht  und  langem,  schwarzem  Haar,  das
den  Männern  ein  fast  weibliches  Aussehen  verleiht,
  ferner  aus  etwa  einer  Million  Tamilen
(Hindus),  braunen,  knochigen,  oft  untersetzten
Menschen  mit  rundem  Gesicht  und  kurz  geschorenem,
schwarzem  Haar,  aus  Negern,  meist  afrikanischer
Abstammung,  Asghanen,  kräftigen  Gestalten  mit
heller  Hautfarbe,  in  der  heimatlichen  Tracht,  eiwa
6000  bis  7000  Europäern,  meist  Engländern,
aber  auch  aus  einer  ansehnlichen  deutschen  Kolonir,
und  endlich  aus  Mischlingen  (Halfcast).

Der  größte  Teil  der  Bevölkerung  treibt  Platagen-
  oder  Ackerbau.  Außer  diesem  landwirtschaftlichen
  Erwerbe  ist  ein  Teil  der  braunen
Bevölkerung  auch  mit  der  Gräberei  von  Edelsteinen,
  Graphit  und  Glimmer  und  mit  der
Fischerei  beschäftigt.

Die  Perlenfischerei,  die  im  Besitz  der  Nr“
gierung  ist,  unter  deren  Aussicht  steht  und  auch
von  derselben  ausgebentet  wird,  findet  nach  vor
herigen  Untersuchungen  in  bezug  auf  einen  ge
eigneten  Fischplatz,  jährlich,  oft  auch  mit  Unter
brechungen,  während  ein  bis  zwei  Monaten  stall-
        <pb n="241" />
        W  171

Die  Perlaustern  werden  unter  Aufsicht  der  Regierungsbeamten
  gesischt  und  dann  in  Auktion
verkauft.  Während  einer  solchen  Fischperiode,  die
zuletzt  im  Frühjahr  dieses  Jahres  an  der  Nordwestküste
  stattfand,  siedelt  sich  dort  für  die  kurze
Zeit  eine  zahlreiche  Bevölkerung  an,  die,  auf  gut
Glück  spekulierend,  die  Austern  nach  Tonnen  in
der  Auktion  kauft  und  öffnet,  um  die  Perlen  zu
gewinnen.  Die  Austern  und  Schalen  verbleiben
als  wertlos  auf  dem  Platze,  wo  sie  die  Luft  verpesten
  oder  dem  Meere  zurückgegeben  werden.
Der  Fischfjang  wird  an  der  ganzen  Küste,  im
Meer  und  in  den  Flüssen  von  den  Singhalesen
getrieben  und  bietet  denselben  guten  Erwerb.  Sie
bedienen  sich  hierbei  auf  dem  Mreere  eines  eigenartigen,
  sehr  schmalen  Bootes  (ausgehölten  Baumstamms)
  mit  Segel(Kanve),  das,  um  nicht  zu  kentern,
an  der  Langseite  mit  einem  parallel  schwimmenden
Balken  durch  zwei  Ausleger  verbunden  ist.

Die  Edelsteingräberei  hat  ihren  Hauptsitz  in
dem  südlichen  Teil  der  Insel,  um  Ratnapura.
Dort  werden  Rubin,  Saphir,  Topas,  Chrysoberyll,
Beryll,  Spinell  usw.  gefunden.  Graphit  und
Glimmer  werden  auf  einem  großen  Teil  der  Insel
gefunden,  ein  größerer,  bergmännischer  Abbau
findet  jedoch  nicht  statt,  weil  die  einzelnen  Lager
hierfür  nicht  umfangreich  genug  sind.

Daß  sowohl  Singhalesen  wie  Tamilen  auf
eine  höhere  Stufe  unserer  Kultur  gezogen
werden  können,  sieht  man  in  den  Städten  wie
Colombo,  Galle  usw.,  wo  der  akademisch  gebildete
Juristen=  und  Arztestand  ausschließlich  durch  Singhalesen
  und  Tamilen  vertreten  ist.  Ebenso  findet
man  Pflanzer,  die  sich  ganz  die  europäische  Technik
zunutze  machen,  und  Kaufleute  sowohl  als  Angestellte
  wie  in  eigenen  Geschäftsbetrieben,  die  sich
des  besten  Rufes  erfreuen.

Die  auf  Ceylon  lebende  Mischrasse  (Halfcast),
eine  Mischung  zwischen  Europäern  und  Singhalesen
oder  Tamilen,  betätigt  sich  in  den  verschiedenen
Erwerbszweigen;  sie  ist  nicht  sehr  arbeitsam,  und
man  begegnet  ihr  mit  der  größten  Vorsicht.  Man
sagt,  daß  diese  Mischlinge  die  schlechten  Eigenschaften
  der  beiden  Rassen  in  sich  vereinigen.  Von
seiten  der  Europäer  sowohl  wie  von  seiten  der
in  guter  Position  sich  befindenden  gebildeten
Farbigen  wird  der  Vermischung  der  Rassen  nach
Möglichkeit  entgegengearbeitet.  So  ist  z.  B.  die
Verheiratung  eines  Europäers  in  bester  gesellschaftlicher
  Stellung  mit  einer  Farbigen  Grund  genug,
ihn  für  die  Folge  in  der  Gesellschaft  unmöglich
zu  machen.  Ebenso  äußerten  sich  mir  gegenüber
angesehene  Singhalesen  bezüglich  der  Verheiratung
mit  Europäern.

Die  vorhandenen  Asghanen  sind  fast  durchweg
Händler,  in  der  Hauptsache  Geldverleiher,  die
mit  der  niedern  Bevölkerung  Geschäfte  machen

 

*

und  deren  Gutgläubigkeit  oft  in  unlauterer  Weise
ausnutzen;  über  ihre  Tätigkeit  wird  viel  geklagt.
Sie  wahren  sich  ihr  vermeintliches  Recht  gegenüber
  den  schwächeren  Singhalesen  und  Tamilen
nicht  vor  Gericht,  sondern  durch  den  Einfluß  ihrer
körperlichen  Kraft.  Neger  sind  fast  durchweg  als
Diener  und  Lastträger  beschäftigt.

Die  europäische  Bevölkerung  beschäftigt  sich
zum  größten  Teil  mit  der  Verwaltung  der  Plantagen
  und,  soweit  sie  in  den  Städten  lebt,  mit
Handel  und  Industrie.  An  Industrie  findet  man
Olmühlen  und  Kokosnußbutterfabriken,  die  auf
Grund  der  bedentenden  Kokosnußproduktion  entstanden
  sind;  Düngerfabriken,  die  das  als  Nebenprodukt
  gewonnene  Kokosnußmehl,  Knochen  und
Fische  verarbeiten;  einzelne  Destillationen  ätherischer
  Ole  für  die  Verarbeitung  verschiedener
Kräuter  und  Blätter,  Maschinen-,  Eisfabriken  usw.

Der  bedentende  Handel  setzt  sich  aus  dem
Export  der  verschiedenen  Landesprodnkte,  dem
Import  der  Bedarfsartikel  für  die  Insel  und  der
Schiffsversorgung  für  den  Durchgangsverkehr  zusammen.
  Der  Import  und  Export  betragen  über
200  Millionen  Mark.

Die  Erwerbsverhältnisse,  die  jahrelang  durch
den  Rückgang  des  Kaffeebaues  gelitten  hatten,
besserten  sich  bei  dem  Aufschwung  des  Terbaues
und  sind  durch  den  Gummibau  in  den  letzten
Jahren  sehr  gehoben;  allseits  wird  mit  größten
Hoffnungen  in  die  Zukunft  gesehen.

Der  Gesundheitszustand  der  Bevölkerung  ist
im  allgemeinen  gut,  jedenfalls  aber  besser  wie  in
Indien.  Pest  und  Cholera  treten  sehr  viel  seltener
auf  und  auch  Fieber  kommt  nur  in  vereinzelten
Bezirken  und  nicht  in  großer  Ausdehnung  vor.
Nur  in  anormalen  Jahren  (wie  z.  B.  im  Jahre
1906,  das  infolge  des  außerordentlich  geringen
Regenfalles  im  Jahre  1905  zu  leiden  hatte)
bilden  sich  in  den  ausgetrockneten  Niederungen
größere  Fieberherde,  die  den  Gesundheitszustand
der  ganzen  Bevölkerung  verschlechtern.

Für  den  Europäer  ist  das  tropische  Klima  in
den  meisten  Fällen  nicht  zuträglich.  Wenn  auch
eine  Anzahl  Europäer  den  größten  Teil  ihres
Lebens  ohne  Schaden  zu  nehmen  auf  der  Insel
zugebracht  haben,  so  stellen  sich  doch  bei  dem
größten  Teil  nach  einer  Reihe  von  Jahren  Leberund
  oft  auch  Nierenleiden  ein,  falls  nicht  in
kürzeren  Perioden  für  Klimawechsel  gesorgt  wird.
Besonders  sind  aber  Kinder  in  der  Entwicklung
gehemmt  und  infolgedessen  müssen  sich  vielfach
die  Eltern  von  ihren  Kindern  trennen  und  diese
in  Europa  erziehen  lassen.

Arbeiter  (Coolies).

An  Arbeitskräften  ist  auch  jetzt  in  den  Plantagen
  kein  Mangel.  Von  Südindien  ist  ein
        <pb n="242" />
        W  172  20

dauernder,  reichlicher  Zuzug  von  Tamilencoolies,
da  auf  Ceylon  ein  etwas  höherer  Lohn,  wie  in
Südindien  gezahlt  wird.  Tamilen,  die  sich  mit
der  Anwerbung  von  Coolies  befassen  (Head  Kanganis),
  bringen  auf  Anfordern  der  Pflanzer  zu
jeder  Zeit  genügend  Cvolies  gegen  ein  Entgelt
von  2  Cents  per  Kopf  und  Arbeitstag  herüber,
wofür  der  Head  Kangani  zugleich  Oberaufsicht
und  Garantie  übernimmt.  Der  Arbeitslohn  beträgt
  für  den  erwachsenen  Mann  durchschnittlich
34  Cents  (Cent  1½/  Pfennig),  für  eine  Frau
30  Cents  und  18  Cents  für  ein  Kind.  Zur  Beaufsichtigung
  der  einzelnen  Arbeiterkolonnen  werden
Vorarbeiter  („Kanganis“)  beschäftigt,  die  hierfür
4  Cents  pro  Cooly  und  Tag  erhalten.  Dem
Pflanzer  kostet  somit  der  erwachsene  Arbeiter
40  Cents  per  Tag.  Die  Arbeitszeit  ist  8  bis
10  Stunden.  Die  Einrichtung,  die  Coolies  durch
Vermittlung  der  Head  Kanganis  zu  engagieren,
wird,  trotzdem  sich  der  Arbeitslohn  dadurch  verteuert,
  doch  allgemein  bevorzugt,  besonders  da
os  nicht  zu  vermeiden  ist,  daß  Vorschüsse  sowohl
zur  Reise  von  Indien  nach  Ceylon  wie  im  Laufe
der  Zeit  auf  die  Arbeit  gezahlt  werden  müssen;
und  hierfür  sowohl  wie  für  gute  Arbeitsleistung
übernimmt  der  Head  Kangani  Garantie.  Zur
Erreichung  der  Erfüllung  ihrer  Pflicht  kann  der
Head  Kangani  mehr  Einfluß  auf  die  Coolies
nehmen,  wie  der  Pflanzer  selbst.  Der  Vorschuß
wird  zum  großen  Teil  nicht  bloß  in  barem  Gelde,
sondern  auch  in  Reislieferungen  gezahlt,  die  der
Pflanzer  besorgt  und  zum  Selbstkostenpreis  an
die  Coolies  abgibt.

Für  den  Aufenthalt  auf  den  Plantagen  werden
seitens  der  Pflanzer  leichte  Gebände  hergerichtet,
teilweise  werden  diese  von  den  Coolies  gegen  geringes
  Entgelt  gemietet,  teilweise  denselben  aber
auch  kostenlos  zur  Verfügung  gestellt.  Diese
Cooly  Lines  sind  lange,  stallartige  Gebände  aus
Holz  und  Palmenblättern,  die  in  einzelne  Abteilungen
  geteilt  sind,  wovon  jede,  ohne  irgendwelche
  weitere  Einrichtung,  4  bis  5  Personen
zum  Wohnen  dient.

Die  Ceylon-Regierung  hat  sich  der  Frage  der
Arbeiterbeschaffung  in  anerkennenswerter  Weise
angenommen,  indem  sie  die  Einführung  von
Coolies  aus  Südindien  durch  billige  Eisenbahntarife
  usw.  sehr  begünstigt  und  hierfür  ein  besonderes
  Bureau  in  Rangoon  errichtet  hat.

Die  Organisation  zur  Einführung  von  Coolyarbeitskräften
  aus  Südindien  nach  Ceylon  ist  etwa
folgende:  Jede  Plantage  ist  von  der  Regierung
unter  laufender  Nummer  registriert  und  von  jeder
Ortsbezirkspolizei  kann  der  Pflanzer,  falls  er
Coolies  bedarf,  eine  beliebige  Anzahl  Blechmarken
erhalten,  die  mit  der  registrierten  Nummer  der
Plautage  und  laufender  Nummer  versehen  sind.

 

Solche  Blechmarken  gibt  er  dem  für  ihn  zur
Anwerbung  von  Coolies  tätigen  Kangani,  und
diesem  dient  die  Blechmarke  als  Legitimation,
auf  die  der  Kangani  mit  seinen  Coolies  sowohl
während  der  Überfahrt  vom  indischen  Abfahrtsplatze
  wie  auf  der  Bahn  in  Ceylon  Fahrt  und
Verpflegung  und  eventuell  auch  Barvorschüsse  bis
zu  50  Cents  pro  Mann  erhält,  um  von  der
letzten  Bahnstation  bis  zur  Plantage  gelangen  zu
können.  Die  hierfür  der  Regierung  erwachsenen
Kosten  gehen  zu  Lasten  des  Pflanzers;  er  muß
dieselben  sofort  nach  deren  Aufgabe  an  die  Regierungskasse
  zurückzahlen.  Die  Kosten  für  die
Beförderung  eines  Cooly  sind  sehr  gering;  sie
betragen  im  Durchschnitt  für  erwachsene  Coolies
männlich  oder  weiblich  je  nach  der  Entfernung
pro  Kopf  5¾  bis  7  Rupie  (Rupie  Mark  1,35),
für  ein  Kind  4½  bis  5½  Rupie.  Im  Jahre
1901  wurden  nach  dem  Berichte  der  Regierung
aus  Südindien  120  603  Coolies  übergeführt.  In
dem  gleichen  Jahre  gingen  dahin  zurück  118  313
Coolies.  Auf  den  Pflanzungen  arbeiteten  nach
dem  geführten  Register  im  Jahre  1901  441  523
Coolies.

Das  Rechtsverhältnis  der  Pflanzer  zu  den
Coolies  ist  durch  eine  Arbeiterordnung  „The
labour  ordination“  gesetzlich  geregelt.  Auch  wird
die  Gesundheitspolizei  und  die  hierzu  gehörige
Beaufsichtigung  der  Coolies  durch  Sanitätsbeamte
der  Regierung  ausgeführt.  Zwischen  den  Pflanzern
sind  durch  die  Gründung  einer  Arbeitgebervereinigung
  „Labour  federation  of  Ceylon“  Abkommen
  getroffen,  die  unter  anderem  das  Wegengagieren
  von  Coolies  verbieten,  um  den  Coolybestand
  der  einzelnen  Plantagen  möglichst  zu
sichern,  denn  die  Herbeischaffung  von  Coolies  bedeutet
  eine  erhebliche  Kapitalauslage.

Die  Tamilen  sind  im  allgemeinen  nicht  sehr
sässig  auf  Ceylon,  und  wenn  auch  eine  Anzahl
von  ihnen,  nämlich  die  auf  Ceylon  geborenen,
nicht  daran  denken,  die  Insel  wieder  zu  verlassen,
  so  ist  doch  der  größte  Teil  immer  geneigt,
wieder  nach  Indien  in  die  Heimat  zurückzukehren.
Auch  bezüglich  der  Arbeitsstelle  lieben  die  Tamilen,
öfter  einen  Wechsel  eintreten  zu  lassen.  Durch
die  Arbeitgebervereinigung  wird  dies  vor  Ablauf
des  eingegangenen  Kontraktes  aber  nach  Möglichkeit
  erschwert.  Für  schwere  Plantagenarbeit
wird  im  allgemeinen  der  Tamil  vorgezogen,  für
Arbeiten  jedoch,  für  die  eine  größere  Geschicklichkeit
  und  Intelligenz  erforderlich  ist,  zieht  man
lieber  Singhalesen  heran.  Es  besteht  jedoch  noch
ein  Unterschied  zwischen  den  Singhalesen  von  den
verschiedenen  Teilen  der  Insel.  Die  Singhalesen
aus  dem  Tiefland  sind  intelligenter  wie  die  aus
dem  Oberlande,  aber  sie  eignen  sich  noch  weniger
zu  anstrengender  körperlicher  Arbeit  und  dehnen
        <pb n="243" />
        W  173  20

im  allgemeinen  die  Arbeitszeit  nicht  über  6  bis
8  Stunden  aus.

Die  Lebenshaltung  sowohl  der  Tamilen  wie
der  Singhalesen  ist  sehr  einfach  und  billig.  Die
Hauptnahrung  besteht  aus  Reis,  welchem  Kurry
(das  ist  ein  Gemisch  von  Kräutern  mit  scharfem
Geschmack)  und  je  nach  Gelegenheit  Bananen,
Gemüse  oder  Fisch  —  letztere  gewöhnlich  in  getrocknetem
  Zustande  —  beigemengt  werden.  Der
Konsum  eines  erwachsenen  Mannes  steigt  pro  Woche
meist  nicht  über  einen  Viertelzentner  Reis,  gewöhnlich
  aber  tauscht  er  bei  dem  Händler  noch
einen  Teil  hiervon  gegen  Kurry  ein.  Das  Getränk
  ist  Wasser,  oft  auch  Tee  geringer  Sorten,
der  aus  den  auf  den  Plantagen  wertlosen  Blättern
gemacht  wird.  Ein  weiteres  Bedürfnis  ist  das
Betelkauen.  Ein  Gemisch  von  Arekanuß,  Tabak
und  Kalk  wird  dabei  in  ein  Betelblatt  gewickelt.
Aber  auch  diese  Leidenschaft  ist  nicht  kostspielig,
und  da  auch  die  Kleidung  nicht  viel  Geld  kostet  —
in  der  Hauptsache  besteht  dieselbe  aus  einem  Hemd
und  einem  Schurz  —  so  beträgt  der  Durchschnittsverbrauch
  eines  Cooly  gewöhnlich  nicht  über  25  Cents
pro  Tag.  Der  Cooly  könnte  demnach,  trotz  seines
nach  unserem  Ermessen  kleinen  Lohnes,  mit  der
Zeit  wohl  Ersparnisse  machen.  In  den  seltensten
Fällen  kommt  er  aber  dazu;  entweder  ist  sein  Hang
zum  Karten=  und  Würfelspiel  sowie  zum  Faulenzen
zu  groß,  oder  wo  das  nicht  der  Fall  ist,  da
plündern  den  Tamilencooly  faulenzende  Familienmitglieder
  aus.  Die  Religion  verpflichtet  ihn
auch,  seine  Familienangehörigen  zu  unterstützen.
Bemerkenswert  ist,  daß  selbst  der  gering  bezahlte
Cooly  die  Vorschriften  seiner  Kaste  einhält,  selbst
wo  es  ihm  schwere  finanzielle  Opfer  kostet.  So
zahlt  er  monatlich  eine  bestimmte  Summe  an  den
Wäscher  (Dauby),  damit  ihm  dieser  seine  Wäsche
mitbesorgt,  denn  nach  den  Vorschriften  seiner
Kaste  darf  er  diese  Arbeit  nicht  verrichten.

Der  Singhalesencooly  ist  oft  leidenschaftlicher
Faulenzer  und  sobald  er  sich  im  Besitz  einer
kleinen  Summe  befindet,  geht  er  gern  der  Arbeit
aus  dem  Wege,  um  entweder  diese  Summe  im
Faulenzen  zu  verzehren  oder  sie  gegen  ungenügende
Sicherheit  und  hohe  Zinsen  auszuleihen  in  der
Hoffnung,  dadurch  Gewinne  ohne  Arbeit  zu  erzielen.
  Meistens  geht  ihm  aber  das  Geld  verloren.


Die  Bevölkerung  von  Ceylon  ist  im  allgemeinen
als  ruhig  zu  bezeichnen,  trotzdem  zeigt  aber  die
Kriminalstatistik  der  Insel  eine  große  Anzahl  von
Morden,  so  daß  man  unter  Umständen  auch  auf
leidenschaftliche  Gefühlsausbrüche  gefaßt  sein  muß.

Obgleich  die  Ceylon-Regierung  den  verschiedenen
Rassen  und  Nationalitäten  die  größte  Freiheit  in
bezug  auf  ihre  religiöse  und  gewerbliche  Betätigung
  sowie  auf  ihre  Bewegungsfreiheit  gewährt,

 

ist  mir  doch  besonders  unter  den  Singhalesen
eine  gewisse  Unzufriedenheit  aufgefallen,  die  nicht
unterschätzt  werden  sollte.  Diese  Unzufriedenheit
besteht  besonders  gegen  die  Art  der  Behandlung,
welche  ihnen  seitens  der  Europäer  wird,  die,  sei
es  als  Beamte,  sei  es  als  Gewerbetreibende,  von
Indien  nach  Ceylon  kommen.  Man  übersieht
augenscheinlich,  daß  man  in  Ceylon  mit  ganz
anderen  Faktoren  zu  rechnen  hat  wie  in  Indien.
Während  die  indische  Bevölkerung  schon  durch
die  verschiedenen  Religionsgesellschaften  und  die
unzähligen  Kasten  untereinander  uneinig  ist,  besteht
  die  Bevölkerung  von  Ceylon  zu  zwei  Dritteln
aus  einem  Volksstamm  mit  derselben  Religion,
einem  Stamm,  der  noch  dazu  auf  einer  höheren
Stufe  der  Intelligenz  steht,  wie  z.  B.  der  Tamile.
Außerdem  tritt  aber  auch  diese  indische  Art  der
Eingeborenenbehandlung  zu  sehr  in  Gegensatz
mit  der  Behandlung,  welche  die  vielen  direkt  von
Europa  nach  Ceylon  kommenden  Weißen  den
Eingeborenen  angedeihen  lassen.

Verkehr.

Die  Regierung  läßt  es  sich  in  anerkennenswerter
  Weise  angelegen  sein,  die  Insel  weiter  zu
erschließen.  Zu  diesem  Zwecke  hat  sie  für  eigene
Rechnung  Eisenbahnen  und  Wege  gebaut  sowie
botanische  Gärten  und  Versuchsstationen  zur
Hebung  der  Landeskultur  mit  gutem  Erfolge  eingerichtet.
  Die  Erträge  aus  den  Landverkäufen
verwendet  sie  zur  Herstellung  neuer  Eisenbahnlinien
  und  Straßen.  Terrains,  die  über  5000  Fuß
hoch  liegen,  werden  aber  nicht  verkauft,  sondern
aufgeforstet,  wo  nicht  schon  durch  wilden  Anwuchs
Forstbestand  vorhanden  ist.

Wenn  auch  noch  kein  großes  Eisenbahnnetz
besteht,  so  ist  doch  eine  Bahn  vorhanden,  welche
von  Kankesanturai,  dem  nördlichsten  Punkt,  über
Jafna  und  Colombo  bis  Matara,  dem  südlichsten
Punkte,  die  Insel  durchquert,  und  eine  andere,
die  von  Colombo  bis  Bandarawela,  also  von
Westen  nach  Osten,  führt,  allerdings  noch  nicht
bis  zur  Küste.  Neben  diesen  Hauptbahnen  sind
einige  größere  und  kleinere  Seitenlinien  gebaut.
Die  Ceylonbahnen  sind  in  einem  sehr  guten  Zustande
  und  rentieren  vorzüglich.  Es  sind  drei
Wagenklassen  eingerichtet,  von  denen  die  erste
etwa  5  Pfennig  pro  Kilometer,  die  dritte  etwa
1½/8  Pfennig  per  Kilometer  kostet;  außerdem  werden
verschiedene  Vergünstigungen  für  die  Rückfahrten
gewährt.  Die  Wagen  der  ersten  Klasse,  welche
hauptsächlich  von  Europäern  benutzt  werden,  sind
sehr  beqauem;  auf  den  Hauptlinien  werden  auch
Schlaf=  und  Speisewagen  geführt.

Außer  dem  Eisenbahnverkehr  findet  man  auf
den  über  die  ganze  Insel  verbreiteten  chaussierten
Straßen  einen  weitverzweigten  Personen-Post-
        <pb n="244" />
        W  174  2O0

verkehr  (Coach).  Auch  hierfür  sind  die  Fahrpreise
nicht  sehr  hoch.  Die  private  Personenbeförderung
wird  teilweise  durch  mit  Pferden  bespannte  Wagen
und  teilweise  durch  ein=  und  zweispännige  Ochsenkarren
  bewirkt.  Unter  letzteren  ist  besonders  das
Bullock  Hakery,  ein  mit  einem  Zebu  bespannter
leichter  zweirädiger  Wagen,  weit  verbreitet.  In
den  Städten  ist  außer  dem  Wagenverkehr  noch
der  Rikshaw,  ein  kleiner  leichter  zweiräderiger
Wagen  für  eine  Person,  der  von  einem  Cooly
gezogen  wird,  in  Verwendung.  Auch  das  Automobil
  wird  in  den  letzten  Jahren  auf  der  Insel
vielfach  benutzt.  Im  letzten  Jahre  hat  sich  auch
eine  Gesellschaft  gebildet,  die  den  Frachtenverkehr
von  den  Plantagen  zu  den  Eisenbahnstationen
mittels  Dampfautomobil  bewirkt.

Der  stark  frequentierte  Hafen  Colombo  ist
zwar  in  seinem  heutigen  Ansbau  noch  nicht  vollkommen,
  und  es  wird  beabsichtigt,  denselben  durch
neue  Molenbauten  zu  verbessern  und  zu  sichern;
immerhin  hat  er  gegen  den  bis  1885  hauptsächlich
  benutzten  Hafen  von  Galle  bedeutende
Vorzüge.  Unangenehm  ist  es  aber  noch  immer,
daß  die  großen  Schiffe  nicht  bis  an  einen  Kai
oder  ein  Pier  fahren  können,  sondern  weit  vom
User  ab  im  Hafen  liegen  müssen;  durch  kleine
Boote  werden  sowohl  Personen  wie  Güter  von
Coolies  an  Land  befördert.  Kraftboote  sind  nur
in  geringer  Zahl  vorhanden.

In  den  letzten  Jahren  hat  sich  auf  Grund
der  herrlichen  Tropenvegetation  und  der  landschaftlichen
  Reize  der  Fremdenverkehr  auf  Ceylon
sehr  gehoben.  Besonders  hat  hierzu  der  von
europäischen  Häfen  ausgehende  regelmäßige  Schiffsverkehr
  nach  dem  Hafen  von  Colombo  beigetragen.

Sowohl  in  Colombo  wie  in  Kandy  und  Nuwara
  Eliya  sind  infolgedessen  Hotels  unter  europäischer
  Leitung  etabliert,  in  letzterem  Orte  besonders
  seiner  niedrigen  Temperatur  und  seines
vorzüglichen  Klimas  wegen  auch  für  den  Erholungsaufenthalt
  der  dauernd  auf  der  Junsel
lebenden  Europäer.  Abseits  von  diesen  Plätzen
aber  findet  der  Reisende,  soweit  er  nicht  die  Gastfreundschaft
  der  Pflanzer  in  Anspruch  nimmt,  nur
Unterkommen  in  den  von  der  Regierung  eingerichteten
  Rasthäusern.  Diese  RNasthäuser  nähern
sich  insofern  der  Art  des  Hotelbetriebes,  als  an
den  mehrbesuchten  Orten  neben  dem  Logierzimmer
auch  Mahlzeiten  zu  haben  sind.  An  weniger  frequentierten
  Straßen,  und  dann  meistens  in  den
Dörfern,  sindet  man  Rasthäuser,  die  nur  Schlafraum
  gewähren;  oft  ist  auch  dieser  sehr  primitiv.
Der  Reisende,  der  sich  auf  diese  Straßen  begibt,
ist  gezwungen,  sich  sowohl  mit  Bettzeug  wie  mit
Proviant  zu  versorgen.  Diese  Rasthäuser  unterscheiden
  sich  aber  alle  von  dem  Hotelwesen  dadurch,
  daß  der  Reisende  nur  48  Stunden  darin

 

verweilen  darf,  wenn  der  Platz  von  einem  nachfolgenden
  Reisenden  verlangt  wird.  Die  für  den
Aufenthalt  und  für  die  Speisen  zu  zahlenden
Preise  sind  von  der  Regierung  festgelegt  und  verhältnismäßig
  billig.

Der  Europäer,  welcher  auf  Ceylon  oder  in
Indien  reisen  will,  sei  es  zum  Vergnügen,  sei  es
zu  Erwerbs=  oder  Studienzwecken,  wird  immer
gut  tun,  sich  einen  eingeborenen  Diener,  der  zugleich
  die  verschiedenen  Landessprachen  (singhalesisch,
  Tamil=  und  Hindostani)  spricht,  zu  nehmen.
Denn  selbst  in  den  großen  Hotels  ist  die  Bedienung
  sehr  unzureichend,  in  den  Rasthäusern
aber  oftmals  überhaupt  nicht  zu  haben;  zudem
kommt  man  nicht  überall  mit  der  englischen
Sprache  durch.  Für  einen  solchen  Reisediener
wird,  je  nachdem  man  ihn  für  längere  oder
kürzere  Zeitdaner  engagiert,  ½  bis  1½  Rupie
(1  Rupie  =  1,35  Mk.)  per  Tag  und  Fahrgeld
gezahlt;  hierfür  hat  sich  der  Diener  aber  auch
selbst  zu  verpflegen.  Seine  Nachtruhe  hält  er
gewöhnlich  in  eine  Decke  gewickelt  vor  der  Tür
seines  Herrn.

Plantagen  und  Kulturversuchsstationen.

Für  die  Entwicklung  der  Insel  sind  die  seitens
der  Regierung  errichteten  zwei  botanischen  Gärten
und  die  sechs  Versuchsstationen  von  allergrößter
Bedeutung.  Denn  diese  bilden  nicht  nur  eine
Sammlung  der  Pflanzen,  die  auf  Ceylon  und  in
anderen  Ländern  wachsen,  sondern  schon  seit  1850
ist  dort  mit  großem  Eifer  an  der  Aufgabe  gearbeitet
  worden,  nützliche  Pflanzen  aller  Länder
auf  Ceylon  zu  akklimatisieren  und  für  die  Planutagenwirtschaft
  nutzbar  zu  machen.

Als  erster  botanischer  Garten  von  größerer
Bedeutung  dieser  Art  ist  der  in  Peradeniya  schon
seit  1821  angelegt  worden.  Er  befindet  sich  etwa
1550  Fuß  über  Seehöhe.  Die  Durchschnittstemperatur
  dort  ist  etwa  75  Fahrenheit  mit
einer  Minimaltemperatur  von  60“  und  einer
Maximaltemperatur  von  90  In  Peradeniya
gibt  es  zwei  Regenperioden,  und  zwar  den  Südwest-Monsoon
  (Mai  und  Juni)  und  den  Nordost-Monsoon
  (Oktober  und  November).  Der  Durchschnitts-Regenfall
  beträgt  89  Zoll  an  etwa  163
Regentagen.  In  Peradeniya  wird  man  von  der
außerordentlich  großen  Anzahl  verschiedener
Pflanzen,  sowie  von  der  Uppigkeit,  in  der  sie
dort  gedeihen,  überrascht.  Die  Fläche  des  Gartens
beträgt  143  Acres.

Dem  Garten  von  Peradeniya  angegliedert  ist
eine  Versuchsstation,  die  550  Acres  Terrain  besitzt,
  wovon  zur  Zeit  etwa  250  Acres  unter  Kultur
genommen  sind.  Auf  diesen  werden  größere  Versuche
  mit  Plautagenbau  gemacht,  und  die  Produkte
  gelangen  am  offenen  Markte  zum  Verkauf.
        <pb n="245" />
        W  175  20

Zur  Beaufsichtigung  der  Versuche  ist  ein  Komitee
gebildet,  welches  zum  Teil  aus  den  Beamten  des
Gartens,  der  Regierung  und  zum  Teil  aus  angesehenen
  und  sachverständigen  Privaten  besteht.
dier,  wie  in  den  anderen  Versuchsstationen  soll
die  Rentabilität  der  einzelnen  Pflanzungen  und
die  Bewirtschaftungsart  festgestellt  werden.  Ebenso
werden  hier  Düngungsversuche,  Versuche  bezüglich
der  besten  Anlage  von  Schutzgräben  und  Windschup-Anpflanzungen,
  sowie  in  umfangreicher  Weise
Lersuche  zur  Bekämpfung  aller  Arten  von  Schädlingen
  ausgeführt.

Um  jedoch  bei  den  Kulturversuchen  auch  die
anderen  Klimaverhältnisse  der  Insel  berücksichtigen
zu  können,  hat  man  im  Jahre  1860  in  Hakgala
auf  10  Aeres  Fläche  (5600  Fuß  über  Seehöhe)
einen  botanischen  Garten  angelegt.  Dort  herrscht
eine  Durchschnitts-Temperatur  von  61  Fahreneit,
  bei  einem  jährlichen  Durchschnitts-Regenfall
don  91  Zoll.  Dieser  botanische  Garten  sollte
-einerzeit  zuerst  der  Anpflanzung  von  Chinchona
zur  Gewinnung  von  Chinarinde,  welche  von  Pern
eEmgeführt  wurde,  dienen;  später  wurden  dort
auch  Versuche  mit  dem  Anbau  von  Tee  gemacht.

Es  folgte  dann  1876  die  Station  in  Henaratgoda
  mit  einer  Fläche  von  49  Acres;  sie  liegt
nur  15  Fuß  über  Seehöhe.  Dort  ist  die  Jahresdurchschnitts-Temperatur
  81  Fahrenheit  und  100
Joll  Durchschnitts-Regenfall.  Infolgedessen  herrscht
ort  eine  feuchtwarme  Treibhausluft.  Henaratgoda
  wurde  seinerzeit  für  die  Versuche  mit  der
Kautschukkultur  und  hauptsächlich  für  Hevea  bra-Uliensis
  angelegt.
1883  fügte  man  dieser  Station  noch  eine

ersuchsstation  mit  15  Acres  in  Anuradhapura

##uzu,  im  Norden  der  Insel,  der  bezüglich  des
mmmas  sehr  von  den  anderen  Teilen  abweicht.
6  ei  einer  Lage  von  300  Fuß  über  Meereshöhe
verrscht  hier  ein  verhältnismäßig  trockenes  Klima
udo  Fahrenheit  Durchschnitts-Temperatur.  Der
deiste  Regen  fällt  in  den  letzten  drei  Monaten
as  Jahres  mit  29  Zoll,  während  der  Durchain
  im  ganzen  Jahre  etwa  54  Zoll  beträgt.
en  versucht  dort  den  Anbau  von  Pflanzen,  die
ockenes  Klima  verlangen.
#.  Alsdann  ist  im  Jahre  1886  in  Badula  im
Kalten  der  Insel  jenseits  der  Höhenzüge,  in  einer
Vense  von  2220  Fuß  noch  auf  10  Aeres  eine
aruchsstation  für  Tee  usw.  angelegt.  Dort
#  der  Hauptregenfall  nicht  mit  dem  Südwestansoon,

  sondern  mit  dem  Nordost-Monsoon  ein.
6  Juli  bis  September  ist  die  trockenste  Periode,
öhrend  diese  in  anderen  Teilen  der  Insel  gedi-
  ulich  von  Januar  bis  März  einzutreten  pflegt.
de  Durchschnitts-Temperatur  ist  in  Badula  735,

Regenfall  79  Zoll.

Endlich  sind  noch  1902  in  Nuware  Eliya

Im
w

 

10  Acres  und  1903  in  Mahaillupulama,  im
Norden  der  Insel,  60  Acres  für  je  eine  Versuchsstation
  eröffnet  worden.  In  Mahaillupulama  sind
die  etwa  60  Acres  mit  Baumwolle  und  Gummi
unter  Zuhilfenahme  künstlicher  Bewässerung  unter
Kultur.

Außer  den  in  den  botanischen  Gärten  und
Versuchsstationen  angestellten  Versuchen,  werden
solche  noch  auf  Privatplantagen  unter  Aufsicht
der  Beamten  des  botanischen  Gartens  ausgeführt.
Auf  Veranlassung  oder  unter  Mitwirkung  der
botanischen  Gärten  sind  seit  1850  u.  a.  Tee,
Kakao,  Chinarinde,  Cardamom,  verschiedene  Kaffeesorten,
  Vanille,  Kautschuk,  Coca,  Kolanuß,  Pfeffer,
viele  Früchte  und  Gemüse,  Schattenbäume,  Brennund
  Nutzhölzer  auf  Ceylon  angebant  worden,  die
früher  dort  nicht  heimisch  waren.  Jederzeit  war
die  Aufmerksamkeit  darauf  gerichtet,  neue  Produkte
  heranzuziehen,  um  Fehlschlägen  in  den  vorhandenen
  zu  begegnen  und  neben  der  wissenschaftlichen
  Bedeutung  dieser  Gärten  ist  deren
praktische  Wirksamkeit  sehr  zum  Vorteil  der  Insel
in  die  Erscheinung  getreten.  So  haben  sich  —
u.  a.  durch  die  Einführung  der  Hevea  brasiliensis
und  damit  des  plantagenmäßigen  Gummibaues
auf  Ceylon  —  diese  Versuchsstationen  nicht  nur
für  Ceylon,  sondern  für  alle  Tropenländer  ein
unendliches  Verdienst  erworben.

Das  Studium  der  Schädlinge,  Kulturverbesserungen,
  Zubereitung  der  Produkte  für  den
Markt  bildet  einen  großen  Teil  der  Arbeit  in
den  botanischen  Gärten.  Gefördert  wird  die  Ausbreitung
  der  als  rentabel  erkannten  Pflanzen  durch
den  Verkauf  von  Samen  und  Pflänzlingen  zu
Selbstkostenpreisen.  Um  die  Versuchsresultate  zur
Kenntnis  der  Interessenten  zu  bringen,  gibt  der
botanische  Garten  eine  Anzahl  von  Schriften  heraus,
  die  zum  Teil  gratis  verteilt  werden,  zum
Teil  für  billige  Preise  zu  kaufen  sind.  So  z.  B.
das  „Cireulars  and  Agricultural  Journal  of
the  Royal  Botanie  Gardens,  Ceylon,  dem  verschiedene
  unserer  Zahlen  und  Daten  hier  entnommen
  sind.

Der  Hauptsitz  der  ganzen  Verwaltung  dieser
Gärten  und  Versuchsstationen  ist  in  Peradeniya.
Dieser  Verwaltung  steht  zur  Zeit  der  Direktor  Dr.
J.  C.  Willis  vor.  Ihm  zur  Seite  ist  ein  ganzer
Stab  von  Fachleuten  engagiert,  die  sich  den  einzelnen
  Zweigen,  wie  Entomologie,  Mykologie,
Chemie  usw.  widmen.  In  Peradeniya  befinden
sich  auch  ein  Museum  mit  großem  Herbarium,
eine  Bibliothek  und  ein  Laboratorium.

Unterstützt  werden  diese  Versuchsstationen  durch
den  gut  organisierten  Pflanzerverband  Ceylon
Agricultural  Society  mit  über  1000  Mitgliedern,
der  in  den  verschiedenen  Bezirken  Lokalvereine
unterhält.  Durch  diese  Vereinigung  werden  ver-
        <pb n="246" />
        V.  176  20

schiedene  Schriften  herausgegeben  und  auch  Fachausstellungen
  veranlaßt.

Viehhaltung  und  Dünger.

Ein  großer  Unterschied  zwischen  dem  Ackerbau
auf  Ceylon  und  dem  in  Ländern  der  gemäßigten
Zone  besteht  darin,  daß  wenig  Tierkraft  für  die
Bearbeitung  des  Bodens  benützt  wird.  Soweit
hierzu  Tierkräfte  durchaus  erforderlich  sind,  wird
der  Büffel  (zum  Verwechseln  ähnlich  mit  dem
wilden  Büffel)  oder  das  indische  Rind,  teilweise
auch  das  kleine  Zeburind  verwandt.  Pferde
werden  fast  nur  zu  Menschentransporten  gebraucht,
  und  hierfür  findet  man  hauptsächlich  von
Australien  importierte  Tiere.  Eine  eigene  Aufäucht
  hat  keinen  guten  Erfolg,  denn  schon  in  der
zweiten  Generation  pflegt  infolge  des  veränderten
Klimas  eine  Degeneration  einzutreten.  Auch  die
Schaf=  und  Ziegenzucht  ist  sehr  unbedentend.  Die
Momente,  welche  in  den  gemäßigten  Zonen  die
Viehzucht  für  die  Landwirtschaft  als  günstig  erscheinen
  lassen,  fallen  zum  großen  Teile  in  den
Tropen  fort.  Während  z.  B.  der  Milchertrag
der  Kühe  in  den  gemäßigten  Zonen  eine  gute
Einnahmequelle  bildet,  schrumpft  dieser  Ertrag
hier  sehr  zusammen.  Die  Milchgabe  einer  Kuh
per  Tag  beträgt  nur  etwa  9  Liter;  von  ebenso
geringem  Erfolge  ist  die  Mästung.  Alle  Versuche,
die  mit  der  Einführung  verschiedener  Viehrassen
gemacht  wurden,  schlugen  fehl,  auch  bei  den  neueingeführten
  Rassen  schrumpfte  der  Milchertrag
nach  einiger  Zeit  zusammen.  Hierzu  kommt,  daß
der  kleine  Arbeitslohn,  den  ein  Cooly  erhält,
nicht  so  sehr  in  Rechnung  zu  stellen  ist  wie  das
große  Risiko,  das  durch  Fallen  der  Tiere  besteht.
Außerdem  sind  ja  zur  Futteranschaffung  und  Bedienung
  für  die  Tiere  doch  immer  noch  Coolys
nötig.  Die  Folge  davon  ist,  daß  nur  da,  wo
man  die  Zugkraft  der  Tiere  unbedingt  haben
muß,  Vieh  gehalten  wird.  Dies  bringt  aber  für
die  Landwirtschaft  insofern  eine  veränderte  Lage,
als  der  Dünger  nicht  in  dem  Maße  produziert
wird,  wie  er  in  den  gemäßigten  Zonen  für  die
Hebung  der  Kultur  zur  Verwendung  kommt.  Die
Plantagenbesitzer,  soweit  sie  an  Verkehrsstraßen
liegen,  bauen  deshalb  vielfach  Stallungen  auf
eigenem  Terrain  an  diesen  Straßen  und  stellen
diese  Stallungen  zur  freien  Benutzung  der  passierenden
  Fuhrwerke,  um  auf  diese  Weise  in  Besitz
  des  Düngers  zu  gelangen.  Daneben  haben
der  Verbrauch  von  künstlichem  Dünger  und  die
Gründüngung  große  Dimensionen  angenommen.

Plantagen.
Der  Hauptstützpunkt  des  ganzen  Erwerbslebens
auf  Ceylon  ist  der  mit  europäischem  Kapital  betriebene
  und  von  Europäern  geleitete  Plantagen- 



bau.  Es  dürfte  schwer  sein,  zu  ermitteln,  wie
groß  das  hierin  investierte  Kapital  ist;  denn
außer  dem  Kapital  einer  beträchtlichen  Anzahl
von  Aktiengesellschaften  ist  ein  sehr  bedentendes
Privatkapital  angelegt.  Laut  „Thea  Planters
Note  Book“  waren  1902  in  London  54  Ceylongesellschaften
  mit  einem  eingezahlten  Kapital  von
4  479  809  Pfd.  Sterl.  (gleich  89  596  180  Mark)
und  in  Colombo  47  Gesellschaften  mit  einem  eingezahlten
  Kapital  von  20  452  749  Rupien  (gleich
27  611  211  Mark)  registriert.  Das  ergibt  zusammen
  117  Millionen  Mark.  Das  sind  aber
nur  diejenigen  Pflanzungsgesellschaften,  welche
Tec  allein  oder  Tec  und  andere  Zwischenprodukte
kultivieren.  Die  Zahl  wird  bedeutend  größer,
wenn  man  die  große  Anzahl  von  Gummi-Pflanzungsgesellschaften,
  welche  besonders  in  den
letzten  Jahren  gegründet  sind,  und  die  Gesellschaften
  für  Kokospalmenpflanzung  usw.  hinzurechnet.
  Für  die  Gesellschaften,  die  außerhalb
Ceylons  ihren  Wohnsitz  haben  oder  für  Private,
die  ihre  Plantagen  nicht  selbst  verwalten,  ist  zur
Bewirtschaftung  außer  dem  Leiter  der  Plantage,
dem  Superintendent,  noch  gewöhnlich  in  Colombo
ein  Repräsentant  tätig,  der  um  den  Verkauf  der
Produkte  und  um  die  Gelddispositionen  bemüht
ist.  Er  hat  oft  mehrere  solcher  Vertretungen  und
erhält  für  seine  Tätigkeit  eine  Entschädigung,  die
in  Prozenten  vom  Reingewinne  ausgedrückt  ist.
Beide  —  Plantagenleiter  und  Repräsentant
disponieren  in  entscheidenden  Fragen  zusammen.
Durch  diese  Handhabung  ist  es  wohlhabenden
Leuten,  die  in  Europa  zu  leben  beabsichtigen,
doch  möglich,  ihr  Kapital  in  Ceylon  zu  belassen
oder  es  dort  neu  anzulegen.  Der  größte  Teil
der  Ceylon-Produkte  geht  nach  London,  meist  in
Konsignation,  an  Vermittlungshäuser  und  kommt
dort  zum  Verkauf.

In  Colombo  hat  sich  aber  auch  ein  bedeutender
  Handel  sowohl  mit  Plantagenprodukten,
wie  mit  Plantagenaktien  herausgebildet  und  eine
große  Anzahl  Vermittler  (Brooker)  ist  hierfür
tätig.  Es  werden  nicht  nur  Aktien  der  auf
Ceylon  bestehenden  Plantagen,  sondern  auch
solcher  in  Indien  und  den  Straits  gehandelt.
Ebenso  kommt  ein  großer  Teil  der  Ceylon-Produkte
  dort  zum  Verkauf,  besonders  Kokospalmenprodukte,
  Zimmt  und  Tee,  letzterer  vermittels
Auktionen,  um  nicht  über  England,  sondern  direkt:
in  die  Konsumländer  verschifft  zu  werden.

Indien.

Über  die  weiten  Strecken  des  gesamten  Indiens,
das  —  vom  7.  bis  40.  Breitengrade  —  neben
dem  britischen  Besitze  eine  große  Anzahl  von  Eingeborenen-Staaten
  umfaßt,  bin  ich  naturgemäß
nicht  in  der  Lage  eingehend  zu  berichten,  da  die
        <pb n="247" />
        W  177  20

hierfür  aufgewendete  Zeit  viel  zu  kurz  war.  Obgleich
  ich  vom  Süden,  von  Tuticorin  bis  zum
25.  Breitengrade,  bis  Delhi  gekommen  bin,  war
es  mir  doch  nur  möglich,  einen  ganz  oberflächlichen
  Eindruck  von  dem  gesamten  Wirtschaftsleben
  mitzunehmen.  Man  muß  bedenken,  daß
die  13  Millionen  englische  Quadratmeilen  betragende
  Fläche,  mit  ihren  etva  295  Millionen
Einwohnern,  in  den  verschiedenen  Teilen  oft  ein
grundverschiedenes  Gepräge  hat  und  daß  das
Wirtschaftsleben  auf  ganz  verschiedenen  Grundlagen
  ansgebaut  ist.  Während  im  Süden  tropische

Glut  vorherrscht,  findet  man  im  Norden  ein
unserer  gemäßigten  Zone  ähnliches  Klima;  auch
der  Regenfall  ist  von  großer  Verschiedenheit.

Während  unn  in  einzelnen  Teilen  reichlicher,  in
anderen  normaler  Regenfall  eintritt,  gibt  es
Zonen,  z.  B.  in  der  Gegend  von  Jaipur,  wo
schon  jahrelang  kein  Regen  mehr  gefallen  ist.
Ebenso  verschieden  wie  Temperatur  und  Regenfall,
  ist  die  Formation.  Weite  Strecken  flachen
Landes  werden  von  Gebirgszügen  unterbrochen

und  nach  tagelanger  ermüdender  Fahrt  durch
ebene  Flächen,  die  dem  Auge  nichts  bieten,

kommt  man  ##eine  wohltnende  Abwechslung  —
in  Gebirge,  die  sich,  wie  z.  B.  die  Nilgiris,  bis
auf  8600  Fuß  erheben.  Im  Norden  ragt  das
Gebiet  des  Himalaja,  schon  auf  indischem  Boden,
bis  zu  13  000  Fuß  empor.

In  der  großen  Masse  von  295  Millionen
Menschen  sind  fast  alle  Religionen  der  Welt  vertreten,
  Hindus,  Mohammedaner,  Buddhisten,
Sikhs,  Jains,  Zaroastras,  Juden  und  Christen.
Mit  den  Rassen  ist  es  ebenso.  Aber  im  Verhältnis
äu  der  großen  Zahl  derer,  die  anderen  Rassen
angehören,  sind  nur  sehr  wenige,  etwa  170  000,
Curopäer  vorhanden,  hauptsächlich  Engländer,
darunter  etwa  80  000  Militärs.

Bevölkerung.

Der  allergrößte  Teil  der  Bevölkerung  —  weit
über  200  Millionen  —  besteht  aus  Hindus.
Bei  diesen  ist  das  Kastenwesen,  welches  die  Arbeitsleistung
  auf  bestimmte  Gebiete  beschränkt,  von
großem  Einfluß  für  das  ganze  Wirtschaftsleben.
Ebenso  bilden  die  Religionsgebräuche  der  Hindus
ein  schweres  Hindernis  für  die  Entwicklung,  wie
sie  auf  Grund  der  zahlreichen  Arbeitskräfte  und
der  heute  erreichten  Technik  auch  in  Indien  eingeführt
  werden  könnte.  Der  Ackerbau,  die  Haupterwerbsquelle,
  wird  trotz  Jahrtausende  alter  Ubung
noch  unglaublich  primitiv  betrieben.  Die  bestehende
  Industrie  beruht  auf  Handarbeit,  welche
sich  in  der  Kaste  durch  Generationen  bis  heute
unverändert  erhalten  hat.  Nach  den  Hindus
stellen  das  größte  Kontingent  die  Mohammedaner
mit  etwa  63  Millionen  Einwohner,  besonders

 

stark  sind  sie  in  dem  nördlichen  Teil  Indiens  vertreten
  und  an  manchen  Plätzen  geben  sie  dem
ganzen  Leben  das  Gepräge.

Die  etwa  zehn  Millionen  Buddhisten  leben
zum  größten  Teil  in  Birma.  Unter  den  das
wirtschaftliche  Leben  weniger  einengenden  Satzungen
  des  Buddhismus  und  unter  der  modernen
onglischen  Regierung  tritt  dort  angenscheinlich  ein
Aufblühen  von  Landwirtschaft,  Industrie  und
Handel  ein.

Wenn  man  von  Ceylon  nach  Indien  kommt,
ist  man  überrascht,  mit  wieviel  größerer  Unterwürfigkeit
  der  Eingeborene  dem  Europäer  gegenüber
  tritt.  Während  der  Singhalese  auf  Ceylon
ein  verhältnismäßig  freies  und  selbstbewußtes
Wesen  zur  Schau  trägt,  zeigt  sich  der  Inder  dem
Europäer  immer  als  der  ganz  devote  Diener.
Man  fühlt  dort  gewissermaßen  sofort  das  Prinzip
der  Engländer,  den  Europäer  in  jedem  Falle  als
den  Herrn  gegenüber  dem  Eingeborenen  zur
Anerkennung  zu  bringen.  Das  geht  auch  aus
den  Ehrenbezengungen  hervor,  die  seitens  der
eingeborenen  Polizeibeamten  und  Militärs  dem
Europäer  erwiesen  werden  und  die,  wie  mir  gesagt

  worden  ist,  auf  Anordnung  der  britischen
Behörden  erfolgen.  Hierzu  kommt,  daß  dort

kein  Europäer  schwere  körperliche  Arbeit  verrichtet;
diese  Arbeit  wird  dem  gering  bezahlten  Eingeborenen
  überlassen,  so  daß  der  Eingeborene  gar
keine  Gelegenheit  hat,  den  Europäer  auch  in
dienender  Position  kennen  zu  lernen.  Diese
Überlegenheit  der  Weißen  wie  der  zwischen  den
verschiedenen  Religionsgemeinschaften  und  Rassen
seit  undenklichen  Zeiten  bestehende  Haß  geben  die
Erklärung  dafür,  daß  dieses  weite  Land  und  diese
kolossale  Volksmasse  von  einer  verhältnismäßig
kleinen  Macht  beherrscht  werden  kann.

Trotzdem  sind  aber  auch  in  letzter  Zeit  wieder
Anzeichen  hervorgetreten,  welche  für  die  englische
Herrschaft  nicht  ganz  unbeachtlich  erscheinen.  So
ist  z.  B.  ink  Frühjahr  vorigen  Jahres  unter  der
Devise  „Indien  den  Indern“  der  Versuch  gemacht
worden,  den  Eingang  fremder  Waren  zu  verhindern,
  indem  die  Bevölkerung  europäische  Waren
für  eine  Zeit  boykottierte;  ebenso  hört  man  viel
von  dem  Bestreben,  höhere  Beamtenstellen  statt
mit  Europäern  mit  Indern  zu  besetzen.

Die  Arbeitslöhne  sind  in  Indien  sehr  niedrig;
abgesehen  von  Birma,  wo  höhere  Löhne  gezahlt

werden,  wird  ein  Cooly  für  den  Tag  mit  etwa
3½  Anna  (16  Anng  =  1  Rupie  =  1,35  Mk.)
bezählt.  Oder  (wie  dort  meist  engagiert  wird)

für  den  Monat  mit  5½  bis  7  Rupie,  und  eine
Frau  monatlich  mit  4  bis  4½  Rupie.  Die  Arbeitszeit
  wechselt  je  nach  den  verschiedenen  Temperaturen;
  sie  dauert  im  Tieflande  bis  zu  acht
Stunden,  während  sie  im  Gebirge,  so  z.  B.  im
        <pb n="248" />
        G  178  2c

Himalajagebiet,  zehn  Stunden  beträgt.  Auch  in
der  Industrie  und  selbst  in  den  Städten  steigen
die  Arbeitslöhne  für  ausgebildete  Arbeiter  selten
über  12  Rupien  für  den  Monat.

Außer  den  von  der  eingeborenen  Bevölkerung
zur  eigenen  Lebenshaltung  angebauten  landwirtschaftlichen
  Produkten  kommen  in  Indien  für  den
Export  in  Betracht:  Baumwolle,  Jutefaser,
Kokospalmenprodukte,  Rizinus5l  und  Samen,
Opium  usw.  Daneben  wird  eine  verhältnismäßig
große  Viehzucht,  hauptsächlich  der  Felle  wegen,
betrieben,  besonders  Ziegen=  und  Kalbshäute  werden
  viel  exportiert.  In  den  Gebirgsgegenden
findet  man  unter  europäischer  Leitung  auch  umfangreichen
  Plantagenbau  und  hier  wird  Tec,
Kaffee,  Chinarinde,  an  der  Westküste  auch  Pfeffer
erzeugt.  Der  früher  im  Norden  und  an  der
Ostküste  betriebene  Indigobau  hat  fast  aufgehört,
und  man  sucht  dort  nach  geeignetem  Ersatz.

Schon  von  alters  her  hat  sich  die  Landwirtschaft
  in  Indien  der  künstlichen  Bewässerung  bedient.
  Die  so  oft  eintretende  Dürre  macht  es
notwendig,  dem  Boden  künstlich  Feuchtigkeit  zuzuführen.
  Neben  den  vielen  Einzelbewässerungsanlagen,
  durch  Heben  des  Wassers  aus  Brunnen,
wofür  teils  Menschen-,  teils  Ochsen=  und  Büffelkraft
  verwendet  wird,  sind  sowohl  seitens  privater
Gesellschaften  wie  auch  seitens  der  Regierung
4.  große  Stauanlagen  (Tanks)  und  Kanäle  angelegt,
von  denen  aus  weite  Flächen  bewässert  werden.
Man  nimmt  an,  daß  zur  Zeit  in  Indien  etwa
:35  Millionen  Acres  mittels  künstlicher  Bewässerung
  unter  Kultur  gehalten  werden.  Die  Kosten
dieser  Bewässerungsanlagen,  sowohl  der  seitens
privater  Gesellschaften  wie  der  seitens  der  Regierung
  hergestellten,  werden  durch  Zahlung  bestimmter
  Abgaben  gedeckt.  Die  unternehmenden
Gesellschaften  bzw.  die  Regierung  erzielen  hierdurch
sehr  gute  Verzinsung  des  angelegten  Kapitals.
Die  Regierung  scheint  bestrebt,  die  künstliche  Bewässerung
  durch  Anlegen  neuer  Stauwerke  und
Kanäle  weiter  auszubauen  und  dies  dürfte  dazu
beitragen,  die  so  oft  durch  anhaltende  Dürre  eintretenden
  Hungersnöte  zu  vermindern.  Allerdings
wird  hierzu  auch  wohl  eine  Aufklärung  des
Volkes  nötig  sein.  Es  ist  z.  B.  in  einzelnen
Distrikten,  nach  denen  zur  Zeit  der  Mißernten
seitens  der  Regierung  Reis  gebracht  wurde,  dieser
Reis  von  bestimmten  Kastenmitgliedern  abgelehnt
worden.  Die  fanatischen  Gläubigen  erlagen  lieber
dem  Hungertode,  als  daß  sie  Nahrung  annahmen,
welche  —  entgegen  ihrer  Religionsvorschrift  —
von  Andersgläubigen  schon  berührt  worden  war.

Ein  weiteres  Mittel  zur  Hebung  der  Landeskultur
  wäre  der  weitere  Ausbau  des  Eisenbahnnetzes.
  Wenn  auch  zur  Zeit  in  Indien  über
25.000  englische  Meilen  Eisenbahnen  bereits  vor- 



handen  sind,  die  sich  in  den  Händen  privater
Gesellschaften  befinden,  so  erschließt  dieses  Eisenbahnnetz
  doch  noch  lange  nicht  die  in  Betracht
kommende  weite  Fläche.  Die  Produkte  großer
Bezirke  können  nur  schwer  und  mit  großen  Kosten
an  den  Weltmarkt  gebracht  werden.  Für  den
Europäer  ist  der  Verkehr  auf  den  Eisenbahnen,
soweit  Hauptlinien  in  Betracht  kommen,  in  der
ersten  Klasse  verhältnismäßig  bequnem.  Dagegen
ist  in  den  unteren  Klassen,  in  denen  die  Eingeborenen
  fahren,  von  irgendwelchem  Komfort
keine  Rede;  allerdings  sind  die  Fahrpreise  hierfür
auch  auherordentlich  niedrig.  Es  giöt  vier  verschiedene
  Klassen,  und  zwar  die  I.,  II.,  die  Intermediatklasse
  und  die  III.  Klasse.  Im  Durchschnitt
kostet  in  der  I.  Klasse,  nach  deutschen  Verhältnissen
umgerechnet,  der  Kilometer  je  nach  der  Art  der
Züge  5  bis  7½  Pfg.,  in  der  II.  Klasse  2½  bis
33/4  Pfg.,  in  der  Intermediatklasse  114  bis
1⅞  Pfg.  und  in  der  III.  Klasse  /8  bis  11¼  Pfg.
Hierzu  kommt  noch  eine  Ermäßigung  von  etwa
25  Prozent  auf  Retourbillette.  Außerdem  tritt
für  Billette  auf  längere  Strecken  noch  Reduktion
des  Preises  oft  bis  zu  10  Prozent  =  ein.
Eine  für  den  Europäer  sehr  angenehme  Einrechtung
  besteht  darin,  daß  neben  den  sehr  großen
Abteilen  I.  Klasse  Dienerabteile  eingerichtet  sind,
die  eine  Verbindung  mit  dem  Abteil  I.  Klasse
haben  und  in  denen  man  seinen  Diener  zum
Fahrpreise  der  III.  Klasse  auch  in  Schnellzügen
mitnehmen  kann.  Auf  diese  Weise  hat  man  seine
Bedienung  immer  bei  der  Hand.  Besondere
Schlafwagen  sind  nicht  vorhanden.  Das  Bett
wird  auf  dem  bequemen  Sitz  gemacht  und  zur
Nachtzeit  werden  die  Kupees  nur  mit  höchstens
vier  Personen  belegt.  Speisewagen  verkehren
nicht,  außer  in  einem  Fall  versuchsweise  zwischen
Delhi  und  Agra.  Die  Hauptmahlzeiten  werden
in  den  auf  bestimmten  Stationen  vorhandenen
Restaurationsräumen,  nach  vorheriger  Bestellung,
eingenommen;  der  Zug  hält  zu  diesem  Zweck  an
den  Stationen  etwa  eine  halbe  Stunde.  Diese
Verpflegungsstationen  sind  für  ganze  Bahulinien
an  enropäisch  geleitete  Gesellschaften  in  Pacht
gegeben,  aber  in  den  meisten  Fällen  werden  die
Speisen  den  europäischen  Geschmack  nicht  befriedigen.
  Auch  bezüglich  des  Unterkommens  muß
der  Europäer  in  Indien,  abgesehen  von  ganz
vereinzelten  Plätzen,  wie  Bombay  und  Lucknow,
seine  Ansprüche  sehr  zurückschrauben.  Die  in
vielen  Städten  befindlichen  Hotels  „I.  Ranges“
entsprechen  kaum  denen  III.  Ranges  nach  europäischem
  Maßstab.  In  zahlreichen  Orten,  selbst
mit  hoher  Bevölkerungsziffer,  sind  auch  solche
Hotels  nicht  vorhanden.  Dort  ist  man  darauf
angewiesen,  entweder  in  den  von  der  Eisenbahn
eingerichteten  Übernachtungsräumen  (Sleeping
        <pb n="249" />
        W  179

accommodation)  oder  in  von  der  Regierung  eingerichteten
  Rasthäusern  (Oak  Bungalow)  zu  übernachten.
  Die  Benutzung  der  ersteren  Einrichtung
ist  jedoch  nur  für  den  Aufenthalt  von  24  Stunden
  zu  einem  niedrigen  Satz,  für  die  folgenden
24  Stunden  zu  dem  doppelten  und  für  die  dritten
24  Stunden  zu  dem  dreifachen  Preis  gestattet,
wenn  nicht  schon  vorher  der  Raum  von  einem
anderen  Reisenden  verlangt  wird.  In  den  Rasthäusern
  ist  zwar  die  Taxe  nicht  steigend,  man
kann  jedoch  auch  dort  nicht  länger  als  24  Stunden
  verweilen,  falls  andere  Reisende  den  Raum
verlangen.  Die  Qualität  dieser  Rasthäuser  ist
nur  in  vereinzelten  Fällen  mit  denen  auf  Ceylon
zu  vergleichen,  im  allgemeinen  stehen  sie  denselben
  nach.

Außer  dem  Eisenbahnverkehr  ist  man  in  Indien
  wie  auf  Ceylon  meist  auf  unbequeme
Ochsenwagenfahrten  und  Reittouren  angewiesen.
Nur  im  Gebirge  und  im  Norden,  wo  kühlere
Temperatur  herrscht,  kann  man  auch  schnelleres
Fuhrwerk  haben,  so  im  Nilgirigebirge  einen  zweirädrigen
  Wagen  (Tonga)  mit  minderwertigen
Pferden,  die  oft  gewechselt  werden  müssen.

Zur  Hebung  des  Ackerbaues  und  der  Plantagenwirtschaft
  unterhält  die  indische  Regierung
eine  Anzahl  Versuchsstationen.  Die  im  südlichen
Teil  befindlichen  werden  von  Madras,  die  im
nördlichen  Teil  von  Calcutta  aus  geleitet.  Es
bestehen  solche  Stationen  sowohl  im  Nilgirigebirge
wie  an  der  Ostküste,  außerdem  im  Norden  im
Himalajadistrikt  und  in  Assam.  Auch  einzelne
der  selbständigen  Eingeborenenstaaten  haben  solche
Versuchsstationen,  unter  anderem  der  Staat
Mysore.  Dessen  Station  in  Bangalore  ist  mit
chemischem,  biologischem  und  micologischem  Laboratorium
  verbunden.  In  Bangalore  ist  auch  der
Versuch  gemacht  worden,  den  Seidenbau  einzuführen.
  Dort  hat  eine  Firma  aus  Bombay  die
erste  Seidenfarm  errichtet,  wie  mir  gesagt  wurde,
arbeitet  dieselbe  mit  guten  Resultaten.

(Schluß  folgt.)

Jolltarlfentscheidungen  in  Neuseeland.

Durch  eine  Verordnung  des  Commissioner
(Nr.  815)  sind  folgende  Zolltarifentscheidungen
erlassen:

Filzkissen  als  Unterlagen  zum

Anfbügeln  von  Hüten,  als
anderweit  genannte

Artikel  .  ...  frei
Mühlstein-  -Zurichter,  eine  durch

Treibriemen  getriebene  Maschine,

  als  Maschinen,  nicht

anderweit  genannt  v.  Wert  20  v.  H.

 

2

Aufzeichnungen  für  Sprachlehrapparate
  (languagephone),
als  Apparate  und  Vorrichtungen,

  ausschließlich  für
Lehrzwekens  frei
Elektrische  Glühlampen  für

elektrische  Fackeln,  als  elektrische

  A0parate  .  P.  Wert  10  v.  H.
Strychnin=  Hydrochlorid,  als

Chemikalien,  nicht  anderweit

genant  ....  15
Schwefeldioryd,  als  Desinfektionsmittel
  frei

Merzerisierte  Baumwollengarne
zum  Gebrauch  bei  der  Herstellung
  von  Halbtuch  (tweeds),
als  Artikel  und  Stoffe,
die  nur  zur  Herstellung  von
Waren  innerhalb  der  Kolonie
geeignet  sind  usw.  .
(llI(-lkmn·tluslnnlt  lustknssl  Nr.  513,  S.

–—
—
S
—.

Gl.)

 

olltarifünderungen  in  Britisch-Uordborneo.

Mittels  Bekanntmachung  Nr.  159  vom  Jahre.
1906  ist  in  Britisch-Nordborneo  ein  neuer  Tarif
der  Ein=  und  Ausfuhrzölle  veröffentlicht  worden,
der  im  wesentlichen  die  Zölle  des  bisherigen
Tarifs  enthält.  Die  hauptsächlichsten  Anderungen
sind  folgende:

Einfuhrzölle:

für
10  v.  H.  des  Wertes
zum  Schiffsban

Messingdraht  Kätti  72  Cent
Malchinenf  für  D  Dampf-  oder  J
rkraft

Wasser  frei

frei
für  andere  zbvecke
10  .H.  de  r.  Veer
Fleisch  und  Gemüsc,  frisch.

und  Wild  frei  5
Eijcnbahn  -  Betriebsmate=10

  =
Milaue.  roh  und  unbearbeitet,
  wenn  sie  für  landwirtschaftliche
  oder  Bergwris
  wecke  eingesührt
werden  frei  10  9
Tansanwasser  .  50  Cenk  für  die  Kiste
—  von:  50  Quartflaschen
Teeitengel.  Cent  jür  das
Pfund
Ausfuhrzölle:
Arennhols  550  Cent  20en  für  1  Pilul
r  1000  Scheite
Gezogene  Lamichutstümm  I0  .  O.  frei
des  Wertes
Reis  10  .  O.  frei
des  Wertes
Bauholz:  Tonne

Balau  (Mangrove)  75  Cem  1  Dollar  50  Cent
Napor  (Kampfer).  .  Kj.  d.  Tonne  l  D  Tollar

lhe  Roard  of  Trade  Journal  Nr.  516,  S.  120.5
        <pb n="250" />
        W  180  20

Vorschriften  für  die  Einfuhr  von  Opium  nach  Matal.

Laut  Bekanntmachung  des  Kolonialsekretariats
in  Natal  vom  14.  August  1906  (Nr.  477·1906)
sind  für  die  Einfuhr  von  Opium  folgende  besonderen
  Vorschriften  erlassen:

1.  Opium  darf  nur  auf  Grund  einer  vom
ollkollektor  anszustellenden  Erlaubnis  eingeführt
werden,  und  dem  Zollkollektor  muß  der  Nachweis
erbracht  werden,  daß  derartiges  Opium  nur  für
medizinische  Zwecke  bestimmt  ist.

2.  bis  4.  usw.

5.  In  diesen  Bestimmungen  soll  der
„Opium“  umfassen  Opium,  in  Kugeln  geformt;
die  Blätter  oder  Umhüllungen,  worin  Opiumtugeln
  eingewickelt  gewesen  sind;  alle  Zubereilungen
  aus  Opium  oder  Morphium  sowie  alle
Alkaloide  des  Opiums  oder  alle  Zubereitungen,
in  denen  Opium  oder  Morphium  oder  irgend  ein
Alkaloid  daraus  einen  wesentlichen  Bestandteil
bildet  und  die  zum  Rauchen,  Kauen,  Verzehren
oder  Einspritzen  gebraucht  werden  oder  gebraucht
werden  sollen;  Opiumabfall  oder  Rückstände  von
zubereitetem  Opium,  die  zum  Rauchen  gebraucht
worden  sind,  gleichviel  ob  sie  wieder  zum  Gebrauche
  zubereitet  sind  oder  nicht.

ihe  Natal  (lorerumen  (inzeitc.  Nr.
15.  August  1906.)

Begriff

3559  vom

Solltarilfänderung  auf  den  Coch-  ufw.  Insein.

Durch  eine  Verordnung  im  Rate  vom  6.  November
  1906  ist  die  Ratsverordnung  vom
2.  August  1905,  soweit  sie  den  Zoll  auf  schwarzen
Rollentabak  betrifft,  mit  Wirksamkeit  vom  1.  Dezember
  1906  aufgehoben.  Gleichzeitig  ist  in  der
Verordnung  bestimmt,  daß  der  Zoll  auf  schwarzen
Rollentabak  bei  der  Einfuhr  nach  den  genannten
Inseln  1  Schill.  für  das  Pfund  (statt  3  Schill.
6  Pre.  für  das  Pfund  gemäß  dem  Zoll=  und
Steuergesetz  vom  Jahre  1888)  betragen  soll  in
allen  Fällen,  in  denen  dem  Zollkollektor  genügend
nachgewiesen  wird,  daß  der  wirkliche  Fakturenwert
  zur  Zeit  der  Einfuhr  nicht  höher  ist  als
1  Schill.  3  Pce.  für  das  Pfund  (anstatt  bisher
1  Schill.  für  das  Pfund).

rhe  Board  ol  Trade  Journal.)

 

eErhebung  der  einfuhr-ölle  in  Gold  auf  Haltl.

Gemäß  einem  huitianischen  Gesetze  vom
21.  August  1906  müssen  die  Einfuhrzölle,  die
früher  in  ihrer  Grundtaxe  sowie  mit  den  Zuschlägen
  von  331/1  und  50  v.  H.  in  haitianischem
Papiergelde  zu  dem  jeweiligen  Tageskurs  und
mit  dem  Zuschlage  von  25  v.  H.  in  amerikanischem
  Golde  zu  zahlen  waren,  vom  23.  August

 

1906  ab  in  amerikanischem  Golde  oder  in  haitianischem
  Papiergelde  zum  Umrechnungssatze  von
300  v.  H.  entrichtet  werden.  Um  einer  etwaigen
durch  die  Zollerhöhung  herbeigeführten  Teuerung
der  Lebensmittel  vorzubengen,  ist  der  Regierung
im  Artikel  5  des  gedachten  Gesotzes  die  Befugnis
cingeräumt,  nötigenfalls  durch  einfache  Verordnung
  für  Lebensmittel  die  bisherigen  niedrigeren
Zollsätze  wieder  einzuführen.
:leNlonkeur.  Journal  otfficich  cise  -epuhbline
F'llaiti.  vom  22.  August  19000.)

Jur  wirtschaftlichen  Lage  in  Haiti  im  Jahre  1905.06.

Das  Rechnungsjahr  1905.06  hat  den  ersehnten
geschäftlichen  Aufschwung  in  Haiti  nicht  gebracht.
Zwar  war  die  Kaffecernte  des  Jahres  mit  etwa
75  000  000  engl.  Pfund  bedentend  besser  als  die
des  Vorjahres,  die  sie  um  etwa  30  000  000
Pfund  überstieg.  Auch  die  Kakavernte  war  größer
als  im  Vorjahre,  und  der  Ertrag  der  Baumwolle
war  gut.  Trotzdem  hielt  sich  die  Goldprämie
während  der  ersten  9  Monate  auf  der  Höhe  von
über  480  vH.  Erst  ein  Gesetz,  das  die  Bezahlung
  der  Zölle  in  Gold  oder  haitianischem
Papiergeld  zum  Zwangskurse  von  300  vH.  vorschrieb,
  hatte  ein  Sinken  der  Prämie  um  etwa
150  vH.  zur  Folge,  wozu  auch  die  von  der  Regierung
  durchgeführte  regelmäßige  Einziehung  und
Verbrennung  des  Papiergeldes  beitragen  mußte.
Die  wirtschaftliche  Entwicklung  und  die  Kapitalkraft
  des  Landes  läßt  sich  aber  kaum  durch  derartige
  finanzgesetzliche  Maßregeln  heben.  Auch
ein  mit  so  reichen  natürlichen  Hilfsmitteln  ausgestattetes
  Land  wie  Haiti  kann  keine  wirtschaftlichen
  Fortschritte  machen,  wenn  die  Bevölkerung
der  Bewirtschaftung  des  Landes  und  der  Bearbeitung
  seiner  Erzeugnisse  nicht  eine  durch  die
Konkurrenz  des  Weltmarktes  gebotene  Sorgfalt

zuwendet,  sondern  sich  mit  dem  begnügt,  was
ihr  die  Natur  gibt.
Für  die  Zeit  vom  1.  Oktober  1905  bis

31.  Jannar  1906  wird  die  Einfuhr  in  Haiti
insgesamt  auf  1  481  924  8  geschätzt,  und  dieser
Wert  soll  sich  in  folgender  Weise  verteilen:

Vereinigte  Staaten  von  Amerika  860  645  5

Frankreich  198  075  =
England  281  531  .
Deutschland  57  461
Andere  Länder  81212  =

Hieraus  würde  für  das  Jahr  1905/06  auf
eine  Zunahme  der  Einfuhr  aus  Deutschland  geschlossen
  werden  dürfen.  Wenn  auch  Deutschland,
was  den  Wert  der  Einfuhr  anlangt,  zur  Zeit
hinter  den  Vereinigten  Staaten,  Frankreich  und
England  weit  zurücksteht,  so  ist  doch  der  Groß-
        <pb n="251" />
        handel  in  Haiti  nach  wie  vor

deutschen  Händen.

—

hauptsächlich  in

Die  Zahlen  der  Ausfuhr  für  den  Zeitraum
vom  1.  Oktober  1905  bis  31.  Januar  190é6  sind

die  folgenden:
Kaffe
Blaunholz,  Stämme
-  Wurzeln
Gelbholz.
Kakao
Ochsenhäute.
Ziegenhäute
Wachs

Honi  .
Gaiakharz
Kupfer

Gaiak  (Pockholz)
Agavefasern.
Apfelsinenschalen
Baumwolle
Baumwollsamen

28  390  873  engl.  Pfund
24  914  500
9440  400  -
295  000  -
2  012255  -
ö6  576  -
59  862  -
27  783
560
3  618
2  964
2  168225  -
263  966  -
19  174  -
156  755
1  818  Säcke.

Gallonen
engl.  Pfund

r*

(Vericht  der  Raiserl.  Minister-  Residemur
go.)

r  Haiti  und

Santo  Domin

 

Goldgewinnung  RKustraliens  in  den  letzten  zehn
Jabren.
Neu-  iltari  Queens-  Südsüdwales.
  Viltoria.  land.  anstralien.
#
1806.  1  073  360)  3220  3.16  2241  317  112  759
189070.  1104  315  3251  064  2  553  141  120  014
1898  1  201  743  3349  028  2  750  319  95  143
1899  1  693  320  3  418.000  2  Se8  119  79  041
1900  .  .  .  1070  620  3229  628  2871709  82  188
190)0  737164  3  102  753  2511  892  93222
1902  681970  3  062  028  2  720  639  95  129
19004  1½  080  020  3259  183  2830  813  90  031
1904  116  100  3252  015  2711931  123  618
1900  1  165013  3  173  714  2517295  85  555
Wesi-  Tas-  Gesamtaustralien.
  manien.  anstralien.
2  #  *

18966  1  068  808  237  574  7  954  196
1897  ..  .  .  ...  2564977  289  241  9  882  782
18909093838  3900  698  281.1853  11  668  446
189992  6e246  733  327545  11  532  758
1000  6  007  610  316220  13578275
19000  7235  653  295  176  11.005  860
19002  7917662  301  573  11  812  001
190)  §  770  720  254  103  16  294  4179
190910  8  124220  280  015  15940  977
19090  8#05  635  312380  13559  622

(Nach  einer  Parlamentsdrucksache  des  Australischen
Bundes.)

Ausfuhrhandel  Neuseelands  im  Jahre  1905/06.

In  dem  mit  dem  30.  Juni  1906  endenden
Jahre  1905/06  und  in  den  beiden  vorhergehen-181



 

r

den  Jahren  wurden  aus  den  einzelnen  Häfen
Neuseelands  und  aus  der  ganzen  Insel  Waren
in  folgenden  Werten  zur  Ausfuhr  gebracht:

---  1905J06.19()4,05.  l903,"()4.
Haupthäfen.  Ausfuhrwert:  Pfund  Sterling.
Nordinsel:
Auckland  .  .  .  .  ..  2868  125  2482381  2  553  074
Poverty  Bay.  756  756  682  675  563  743
Napir  1  346  760  1  178  400)  959  477
New  Plhmont  and
Waitaro  635  665  191  181  188  565
Wellington  :  305  084  3042  731  2774692
Südinsel:
Lyttelton  .  .  .  ..  2919  217  2216  218  2301  932
Timar  1211  0566  996  881  888  751.
Dunedin  .  ..  1  700  738  1  481  168  1  407.067
luif  .  ..  968  780  868  814  837  859

Die  Gesamtausfuhr  stellte  sich  in  den  drei
Jahren  1905/06,  1904/05  und  1903/04  ohne
Edelmetalle  auf  17  684  043  L,  15  370  745  L
und  14  823  639  K,  einschließlich  der  letzteren
sowie  des  #aotpeitvartehr#  muse  17  706  689  E,
15  380  403  E  und  14  831

Für  die  wichtigeren  —inin  gestalteten
sich  die  Ausfuhrwerte  für  die  bezeichneten  Jahre,
wie  folgt:

Waren  1905/0.  1904  /05.  1903,  04.
*  Ausfuhrwert:  Pfund  Sterling.

Wolle  6  605  790  5  168  566  4  313  018
Gefrorenes  Fleisch  2  882  387  2714026  2846  082
Fleischkonserven  ...  »Es-Im  79  799  79  846
Desgl.,  gepökelt,  ge—

salzen  15  594  17  863  21  880
Tallg  417576  317620  367  070
Buier  1540  327  1  417981  1445  817
Küäse  ...  300  056  180  215  194  779
Schaffelle  .  ..  640  513  417  419  420  471
Naniuchenfelle  715356  15  790  37  987
Wurstdärme  55  108.  50  298  56.388
Lebendes  Vieh  76  191  34  549  38277
Häute  .  .  .  .  .  ...  118  169  7.318  4191
Ledenr  51.506  58207  78136
i*i  .........  21530471«I747I5())Ud4()(11
Silber  136  226  114  177  96  318
Suuigunne.  .....  561  965  480  718  615  785
Nutzos  303  148  298  517  260  0.1
Kohl  .  .  ..  113466  126  169  136  751
Weizgen  130  386  62  17.1  83  689
Hafer  103  619  158510  323  825
Grassamen  106  491  81  045  105  342
Neuseeländischer  Hauf  721  457  720921  691  640

«  Die  ausgeführten  Mengen  der  hauptsächlichsten
  Exportwaren  sind  für  1905  und  die  beiden
Vorjahre  die  folgenden:

Maßstab  1905/06.

Ware.  (en  1904  05.

1903/04.
glisch).  Ausfuhrmenge.

Wolle  .  Pfund  133  134329  1466066.899  142275193
Gefrorenes

Fleisch,  Zenmer  1936163  1750976  2026462
Fleischkonjerven

  ..-  37782  28755  28  209
Talg  ..  Tonnen  17993  16082  15790  )
Jutter.  ..  zenumer  310057  318996  3254506
Käse  -  119277  81  188  86  18
        <pb n="252" />
        W  182  20

Ware.  Maßstab  1905/00.  1901/055.  1903/07.
(englisch).  Ausfuhrmenge.
MNanri--  (
gummi  Tounnen  10233  950.  10022
Weizen  ·  Sche  jfel  865293  390985  554800
Hafer.  ..  1066958  1883270  3935028
Hanf  .  .  .  Tonnen  28451  28  425  25  757

(Nach  Nek  Zenland  Trade  Rerien  and  Price  (’urrem.)

Einfuhrhandel  der  Fidschi·  Inseln.

Im  Anschluß  an  die  in  der  Nummer  133  der
„Nachrichten"  vom  20.  November  1906  enthaltenen
  Angaben  über  die  Ausfuhr  der  Haupt-DCxportartikel
  der  Fidschi-Inseln  im  Jahre  1905
werden  einer  englischen  Parlamentsdrucksache  die
nachstehenden  Zahlen  über  den  Wert  der  hauptsächlichsten
  Einfuhrartikel  dieser  Inseln  in  den
Jahren  1905  (und  1904)  entnommen.

Es  beowertete  sich  die  Einfuhr  von:  Speck
und  Schinken  auf  2031  (1929)  S#  Säcke  und
Zuckerumhüllungen  14  730  (15  564)  &amp;amp;  Bier
3861  (3996)  #.  Bücher  2030  (2501)  L

Stiefel  und  Schuhe  5070  (4748)  8  Brotstoffe
und  Biskuits  31  287  (31  925)  #.  Kleie  3368
(2356)  E.  Butter  8822  (7230)  S  Zement

3099  (2771)  S  Kohlen  23  253  (19  588)  #L

Tauwerk  2902  (2615)  #  Messerschmiedewaren
  2315  (1943)  #  Tuchwaren  75  767
(76  068)  S&amp;amp;  Drogen  4973  (5277)  Fische
5936  (6259)  #4.  Mobiliar  2995  (3035  )  —

Galvanisiertes  Eisen  und  Eisenwaren  9349
(9828)  1K.  Glaswaren  und  Steingut  2714
(2194)  .  Eisenkurzwaren  28  164  (34  726)  4

Eisen  6183  (8016)  S  Schmuckgegenstände
2182  (2305)  S  Lederwaren  4480  (3210)  8
Lebendes  Vieh  17  076  (10  731)  S  Maschinen
  21  032  (17  671)  ##  Landwirtschaftliche
Maschinen  6727  (4738)  C  Düngemittel  1235
(15  743)  #.  Fleisch  9589  (11  200)  E.  Ole
13  011  (11  555)  S  Farben  3103  (2518)  &amp;amp;
NReis  7549  (11  290)  E.  Schiffsartikel  2300
(2305)  S#  Seife  1695  (1471)  L  Spirituosen
  2709  (7213)  &amp;amp;  —  Schreibwaren  4580
(3833)  L  Zucker  5280  (3584)  W  Bauhols
  17  885  (15869)  L  Tabak  5313  (4937)  #
Gemüse  und  frische  Früchte  6916  (3566)  #.
Wein  2011  (2216)  L.

Die  Verbesserung  des  Hafens  von  Cape  Coast  Castle
(Goldküfte)

soll,  wie  dem  Etatsvoranschlage  für  1907  zu  entnehmen

  ist,  sofort  nach  Bereitstellung  der  erforderlichen

  Mittel  in  Angriff  genommen  werden.  Anschlag:

  23.000  K.

 

Ein  Droseht  der  Wasserversorgung  der  Stadt  Accra
(GColdküfste)

aus  dem  Adjementa  Valley  ist  derselben  Quelle
zufolge  vorbereitet  worden.  Seine  Ausführung
im  Jahre  1906  war  aus  Furcht  vor  der  Unzulänglichkeit
  der  zur  Verfügung  stehenden  Wasserzufuhr,
  deren  Prüfung  durch  einen  Sachverständigen
noch  erforderlich  ist,  zurückgestellt  worden.

Der  Banaonenhandbel  Costa-Ricas.

Wie  aus  den  nachstehenden  Zahlen  ersichtlich
ist,  hat  die  Bananenzucht  Costa-Ricas  in  den
letzten  Jahren  einen  ganz  erheblichen  Aufschwung
genommen.  Während  sich  die  Zahl  der  im  Jahre
1901  exportierten  Bananenzweige  noch  auf
3  870  156  belief,  wurden  in  den  folgenden  Jahren
bereits  die  nachstehenden  Mengen  versandt:  1902:
4  174  199  Zweige,  1903:  5  139  063,  1904:
6  065  100  und  1905:  7  283  000  Zweige.  Im
verflossenen  Jahre  wurden  mehr  als  fünf  Millionen
Zweige  nach  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
verladen,  2  237.000  Zweige  gingen  nach  England.
  Die  schnelle  Entwicklung  dieses  Handels
ist  fast  ausschließlich  das  Verdienst  der  „United
Fruit  Compan  in  Boston,  die  das  Abernten
und  das  Versandgeschäft  der  Früchte  derart  organisiert
  hat,  daß  Sendungen  von  50  000  bis
60  000  Zweigen  regelmäßig  48  Stunden  nach
der  Abnahme  der  Früchte  abgehen  können  und
daß  während  der  Bananensaison  (April  bis  Juli)
die  monatlich  ausgeführten  Mengen  sich  auf  eine
Million  Zweige  belaufen.

(I.  Feuille  de  Renseignements.)

 

Der  Baumwollanbau  Rußlands  im  Jahre  1906.

Im  Ferghanagebiet  hatten  die  mit  Baumwolle
angebauten  Flächen  folgenden  Umfang:

 

1906  1905
Mit  Mit  Mit  Mit
Kreise  Emerik.  einheim.  amerik.  einhelm.
Samen  Samen  Samen  Samen
Dessätinen

Andishan  43  317  1  002  10  662  1  956
Namangan  36  682  4  :35  395  848
Margelan  51298  3202  51852  3½202
Kokand.  21179  6  621  22  650  7832
Oso  3595  161  2  129  90
Zusammen  162068  12  734  152  697  13928

Hiernach  stellte  sich  die  mit  amerikanischer  und
einheimischer  Baumwollensaat  bestellte  Fläche  1905
auf  166  625  Dessätinen  und  1906  auf  174  802
Dessätinen.  An  roher  Baumwolle  wurde  in  allen
Kreisen  des  Gebiets  über  14  500  000  Pud  geerntet,
  die  einen  Ertrag  an  reiner  Faser  von
etwa  4  500  000  Pud  liefern  werden.  Im  Jahre
        <pb n="253" />
        V  183  20

1905  wurden  an  Rohbaumwolle  über  12000000
Pud  und  an  reiner  Faser  gegen  4  000  000  Pud
geerntet.
Im  Syr-Darja-Gebiet  waren  nachstehende
Flächen  Landes  mit  Baumwolle  angesät  worden:
6

1906  190
Mi  Mit  Mit  Mit
Kreise  amerik.  einheim.  amerik.  einhelm.
Samen  Samen  Samen
Dessätinen
Taschkent  18290  107  7  020  203
Tschimkent.  3  185  129  1  600  110
Amu-Darja  1  810  3120  1  300  2974

 

Zusammen  23315  3  956  9920  3287

Im  ganzen  waren  demnach  mit  amerikanischem
und  einheimischem  Baumwollsamen  27.271  Dessätinen
  Land  in  diesem  Gebiet  gegen  13  207  Dessätinen
  im  vorigen  Jahr  bestellt  worden.  Die
Erme  an  roher  Baumwolle  übersteigt  2  000  000
Pud,  der  Ertrag  an  reiner  Faser  belief  sich  jedoch
auf  900  000  Pud.  Diese  so  bedentende  Vergrößerung
  der  Anbaufläche  und  Zunahme  der
Ernte  hängt  mit  dem  erfolgreichen  Kampfse  gegen
die  Heuschreckenplage,  zumal  mit  der  Beseitigung
dieser  Gefahr  zusammen.

Im  Gebiet  Samarkand  sind  gegenwärtig  gegen
15  620  Dessätinen  Land  mit  Baumwolle  bestellt,
darunter  über  14  000  Dessätinen  mit  amerikanischer
  Baumwollsaat.  Die  Baumwollsaaten  in  den
Hungersteppen  betragen  312  Dessätinen.  Im
vorigen  Jahr  boelief  sich  die  Anbaufläche  im  ganzen
auf  18  737  Dessätinen  (11  891  Dessätinen  mit
amerikanischem  und  3846  Dessätinen  mit  einheimischem
  Baumwollsamen).  Die  Erute  von
Rohbaumwolle  war  etwas  mehr  als  1  000  000
Pud,  an  reiner  Faser  erzielte  man  über  350  000
Pud.

In  Transkaspien  umfaßt  die  Baumwollanbaufläche
  25.000  Dessätinen  Land,  wovon  man  gegen
2  000  000  Pud  Rohbaumwolle  oder  über  600  000
Pud  reine  Faser  erzielen  wird.

In  Buchara  hat  das  Anbanareal  sich  etwas
vermindert.  Die  Ernte  an  reiner  Baumwolle
wird  in  der  Buchara  und  Chiwa  auf  2  000  000
Pud  geschätzt.

Im  Kaukasus  wird  die  Ernte  an  reiner  Baumwollfaser
  auf  etwa  500  000  Pud  angegeben.

Die  Ernte  Rußlands  an  gereinigter  Baumwolle
dürfte  hiernach  die  Höhe  von  etwa  8  500  000
Pud  erreichen.  Die  größte  Ernteziffer  wies  bisher
  das  Jahr  1900  mit  6,6  Millionen  Pud  auf.

(Nach  Torg.  DProm.  Gaz.)

 

die  Kautschuheinfuhr  in  die  Verelnigten  Staaten.
Die  große  Bedeutung,  welche  der  Kautschuk
in  den  letzten  Jahren  im  Welthandelsverkehr  erreicht
  hat,  tritt  am  klarsten  durch  einen  Blick  auf

 

die  statistischen  Ausweise,  welche  die  Einfuhr
dieses  Erzeugnisses  in  Amerika  verzeichnen,  in
ihrem  vollen  Umfang  hervor.

Die  eingeführten  Mengen  haben  in  letzter
Zeit  dermaßen  zugenommen,  daß  der  Wert  des
in  dieses  Land  importierten  Kautschuks  nunmehr
tatsächlich  viel  höher  ist  als  derjenige  jedes  anderen
Rohproduktes.  Im  Jahre  1906  hat  die  Kautschukeinfuhr
  einen  Wert  von  50  Millionen  Dollar
überstiegen,  und  der  Betrag  würde  sich  noch
höher  stellen,  wenn  man  die  fabrizierten  Kantschukwaren
  und  die  Abfälle  in  Betracht  zieht.  In
1896  betrug  der  Import  nur  15½  Millionen
Dollar,  so  daß  dieser  sich  in  zehn  Jahren  um
200  v.  H.  erhöht  hat.

Dieser  Zuwachs  des  Einfuhrwertes  ist  aber
nicht  ausschließlich  auf  die  Menge  der  importierten
Ware  zurückzuführen,  er  wurde  vielmehr  teilweise
dadurch  verursacht,  daß  große  Nachfrage  nach
Kantschuk  dessen  Marktpreis  bedeutend  gehoben
hat,  und  daß  namentlich  Amerika  für  seine  Industrie
  ungefähr  die  Hälfte  der  jährlichen  Weltproduktion
  an  Kautschnk  in  Anspruch  nimmt.

In  welchem  Maße  der  Marktpreis  in  einem
Jahre  (von  1905  bis  1906)  gestiegen  ist,  ist
daraus  ersichtlich,  daß  die  Einfuhr  in  den  ersten
zehn  Monaten  des  Jahres  1905  26  Millionen
Pfund  betragen  hat  im  Wert  von  11½  Millionen
Dollar,  während  in  der  gleichen  Periode  in  1906
die  Einfuhr  53½  Millionen  Pfund  aufzuweisen
hatte  im  Wert  von  1123/.  Millionen  Dollar.  Demnach
  ist  der  Einheitspreis  von  14½  am.  Cent
aus  77  am.  Cent  per  Pfund  gestiegen.  Somit
hat  sich  der  Durchschnittspreis  in  einem  Jahre
um  73  v.  H.  orhöht.

Neben  diesem  Import  von  Rohmaterial  ist
noch  die  Einfuhr  von  verarbeitetem  Kautschuk

und  von  Abfällen  in  einer  Menge  von  18  Millionen
Pfund  zu  erwähnen.

Von  den  verschiedenen  an  dieser  Einfuhr  beteiligten
  Ländern  behauptet  Brasilien  die  orste
Reihe,  indem  es  während  der  ersten  zehn  Monate
von  1906  263/1  Millionen  Pfund  Rohmaterial
von  den  im  ganzen  eingeführten  Mengen  im
Gewicht  von  53½  Millionen  Pfund  eingeführt
hat.  Dagegen  sind  an  diesem  Import  England
mit  8½.  Millionen,  Deutschland  mit  3  Millionen,
andere  europäische  Länder  zusammen  mit  7  Millionen,
  Mexriko  mit  3  Millionen,  Zentralamerika
mit  mehr  als  1  Million  und  Ostindien  mit  mehr
als  2  Millionen  Pfund  beteiligt.

In  letzter  Zeit  sind  in  Indien,  auf  der  Insel
Ceylon,  auf  der  Halbinsel  Malakka,  in  Java,
Borneo  bekanntlich  in  größerem  Maßstabe  Kautschukpflanzungen
  vorgenommen  worden,  welche
einen  ergiebigen  Ertrag  in  Aussicht  stellen.  Nach
gewissen  Anzeichen  sollen  auch  die  Philippinen  zu
        <pb n="254" />
        W  184  20

einer  Kautschukkultur  in  größerem  Umfang  geeignet
  sein.  Die  drei  großen  Zentren  der  Kautschukproduktion
  sind  1.  Afrika,  und  namentlich  der
Kongostaat,  2.  Mexiko  und  die  Staaten  Südamerikas,
  besonders  aber  Brasilien  und  Paraguay,
und  3.  Ostindien:  Ceylon,  Birma,  die  Straits
Settlements  (Malakka),  Java  und  Borneo.  Und
die  Zeit  liegt  nicht  mehr  in  weiter  Zukunft,  wo
das  letztgenannte  Produktionszentrum  die  beiden
anderen  an  Bedentung  überragen  wird.

Maishonservenfabrikation  der  Vereinigten  Staaten
von  Kmerika  und  Kanadas  im  Jahre  1906.
Die  Maiskonservenfabrikation  der  Vereinigten

Staaten  von  Amerika  belief  sich  im  Jahre  1906

auf  9  136900  Kisten  mit  je  zwei  Dutzend  Büchsen,

was  dem  Vorjahre  gegenüber  eine  Abnahme  um
fast  30  v.  H.  bedentet.  In  Kanada  sind  im  letzten

Jahre  im  ganzen  425  000  Kisten  oder  25  000

Kisten  mehr  als  im  Jahre  1905  hergestellt  worden,

  so  daß  die  Gesamterzeugung  beider  Länder

um  ungefähr  29  v.  H.  hinter  der  bisherigen  Rekordziffer
  des  Jahres  1905  zurückgeblieben  ist.

Der  Grund  für  diese  Erscheinung  ist  auf  die  Überproduktion

  an  Maiskonserven  im  Jahre  1905

zurückzuführen,  wodurch  die  Fabrikanten  zu  einer

Einschränkung  ihrer  Erzeugung  veranlaßt  wurden.

Die  letztjährige  Maisernte  selbst  ist  in  den  Vereinigten

  Staaten  gut  ausgefallen:  sie  lieferte  den

in  früheren  Jahren  noch  niemals  erreichten  Ertrag
von  3  Millionen  Bushels.  Die  wichtigeren  Staaten
der  Union  und  Kanada  waren  an  der  Maiskonservenfabrikation
  der  beiden  letzteren  Jahre
mit  folgenden  Mengen  beieiigtek
Staat  AMisten  mit  je  2  Dod.  duchsen

1905  1

1348  751

1  583  969

1  676240

*Py  4%%
1  422  012
1  058  492

Maine  mit  Vermont
New  YDork
Maryland  und  Virginia

Jowa  2557  104  1  815  900
Illinois  1  963  617  1243  106
Ohio  1  140  631  618  796
Indiana  1  025  606  621  133
Pennsylvania  220  022  199  920
Nebraska  441  000  251  300
Delaware  95  300  110  040
Wisconsin.  443  055  441.711
Minnesota  272  000  190  933
Michigan.  145  152  119  300
Gejamtproduk.  d.  Union  13  018  665  9  136  960

Kanadas  400  000  125  000

Zusammen  13  418  665  9  561  960

Im  letzten  Jahrzehnt  gestaltete  sich  die  Fabrikation
  von  Maiskonserven  in  den  Vereinigten
Staaten  und  Kanada  zusammen  folgendermaßen:

 

Jahr  Risten  Jahr  Nisten

1906  9  561  960  1901  5  027  735
1905  13  418  665  1900  6  485  6214
1904  11  462  969  1899  5  463  420
1903  4  861  146  1898  4  148  563
190ö2  1  191  087  1897  2908  740

Indigoernte  Britisch-Indiens  1906/07.

Das  Schlußmemorandum  über  die  gesamte
Indigoernte  Britisch-Indiens  für  die  Saison  1906/07
ist  unter  dem  27.  Dezember  1906  erschienen.  Die
darin  behandelten  Provinzen  enthalten  97,7  v.  H.
der  gesamten  in  Britisch-Indien  mit  Indigo  bestellten
  Fläche,  wie  sie  aus  dem  Durchschnitt  der
fünf  mit  1904/05  abschließenden  Jahre  berechnet
ist.  Innerhalb  dieser  Periode  belief  sich  die  durchschnittliche
  unter  Indigokultur  stehende  Fläche  auf
755900  Acres;  im  Jahre  1905/06  sank  die  Indigofläche
  auf  383  600  Acres,  und  für  das  Jahr
1906/07  wird  sie  endgültig  auf  452  800  Aeres
geschätzt  oder  auf  18  v.  H.  größer  als  im  Vorjahre.
  Die  Erweiterung  der  Kultur  beschränkte
sich  auf  Madras,  das  aus  den  für  den  Indigoanbau
  günstigen  Witterungsverhältnissen  den  Vorteil
  eines  erhöhten  Ertrags  und  günstiger  Preise
ziehen  konnte.  Auch  der  Farbertrag  hat  sich  um
nicht  weniger  als  23  200  cts  oder  um  nahezu
50  v.  H.  gegen  das  Vorjahr  gehoben.  Der  gesamte
  Farbertrag  wird  auf  69  700  ewts  geschätzt
gegen  46  500  cwts  im  Jahre  1905,06.  Dies  ist
seit  dem  Jahre  1903/04,  in  welchem  102800  ewts
Indigo  gewonnen  wurden,  der  höchste  Ertrag.
Die  nachfolgend  den  einzelnen  Provinzen  in
Klammern  beigesetzten  Zahlen  geben  die  Prozente
an,  mit  denen  die  Provinzen  an  der  gesamten  in
Britisch-Jndien  mit  Indigo  bestellten  Fläche  beteiligt
  sind.

Bengalen  (40  v.  H.).  Das  gesamte  Arcal
wird  jetzt  zu  137  800  Acres  gemeldet  gegen
161  500  Acres  im  Vorjahre,  woraus  sich  eine
Abnahme  um  14,6  v.  H.  ergibt.  Schätzungsweise
beläuft  sich  der  Ertrag  in  Nordbihar  (einschließlich
Monghyrs)  auf  20  000  Faktoreimaunds  und  in
Unterbengalen  (einschließlich  der  unteren  Biharbezirke)
  auf  4000  Faktoreimaunds,  woraus  sich
ein  Gesamtertrag  für  die  Provinz  von  24000  Faktoreimaunds
  =  16000  cwts  ergibt.  In  Handelskreisen
  wird  der  Ertrag  in  Nordbihar  auf  22000
Faktoreimaunds  und  in  Unterbengalen  auf  3800
Faktoreimaunds,  zusammen  also  auf  25  800  Fak-=toreimannds
  oder  17300  ewts,  geschätzt.  Im  Vorjahre
  lautete  die  amtliche  Schätzung  auf  21  100
Faktoreimaunds  oder  14  100  ewts,  während  die
wirkliche  Produktion  sich  auf  23  600  Faktoreimaunds
  oder  15  800  ewts  belief.
        <pb n="255" />
        W  185  20

Madras  (28,8  v.  H.).  Die  gesamte  in  den
Raiyatwaridörfern  bis  Ende  November  1906  mit
Indigo  bestellte  Fläche  beträgt  149  300  Acres  und
ist  um  86  v.  H.  größer  als  diejenige  des  Vorjahres;
  hinter  der  Durchschnittsfläche  der  voraufgegangenen
  fünf  Jahre  bleibt  sie  aber  noch  um
6  v.  H.  zurück.  Die  Zunahme  wird  teils  den
günstigen  Witterungsverhältnissen,  teils  dem  Steigen
der  Indigopreise  zugeschrieben.  Der  Stand  der
Pflanzen  wird  im  allgemeinen  als  gut  gemeldet,
und  man  erwartet  einen  Ertrag  von  80  v.  HS
ceiner  Normalernte.  Teilweise  hat  sich  indessen
Regenmangel  bemerkbar  gemacht.  Hiernach  hat
man  die  Gesamtfläche  und  den  Gesamtertrag  der
Provinz  zu  212300  Acres  und  37900  cwts  berechnet
  gegen  113  900  Aeres  und  17  300  ewts
im  Vorjahre.

Für  die  Vereinigten  Provinzen  (21,1  v.H.)
war  im  ersten  Memorandum  ein  Rückgang  des  Anbauareals
  angenommen  worden,  nach  neueren  Berichten
  scheint  das  wirklich  bestellte  Areal  40  400
Acres  zu  betragen,  das  der  vorjährigen  Indigofläche
  von  40  700  Acres  etwa  gleich  kommen
würde.  Die  Witterungsverhältnisse  sind  im  großen
ganzen  günstig  gewesen.  Die  gesamte  Ausbeute
schätzt  man  auf  7600  Faktoreimaunds  oder
5100  cts  gegen  6400  Faktoreimaunds  oder
4300  cmts  im  Vorjahre,  was  eine  Zunahme  um
19  v.  H.  bedeuten  würde.  Die  für  den  Calcuttaer
Markt  verfügbare  Indigomenge  wird  wahrscheinlich
geringer  sein,  denn  ein  Teil  des  gewonnenen
Indigos  wird  an  Ort  und  Stelle  verbraucht  oder
nach  anderen  Provinzen  verschickt.

Für  das  Punjabgebiet  (7,8  v.  H.)  geben
die  Berichte  das  Areal  jetzt  auf  62  300  Acres  an
gegen  67  500  Acres  im  vergangenen  Jahre.  Die
Abnahme  von  7,7  v.  H.  ist  auf  die  zu  spät  erfolgte
  Bewässerung  aus  den  Kanälen  zurückäzuführen.
  Der  Ertrag  an  Indigosaat  wird  auf
3227  600  Sers  oder  54  000  cwts  geschätzt,  an
Indigofarbe  auf  636  600  Sers  oder  106600  ewts.

Einen  überblick  über  die  Indigoproduktion
Britisch-Indiens,  wie  sie  für  die  Saison  1906/07
geschätzt  ist,  geben  die  folgenden  Tabellen:

Areal.
Lau-  Vor  I  If  Zehn
fende  jährige  jahrige  jähriger
Provinzen  Ernte  Du  zt  annsertrag
Acres
Bengalen  .....  151800161000280000400300
Madras  212  300  113  900  214  400  282100
ee  Provingen  0  1400  40  700  163  100  2.4  500
Punjab  300  67  50  69  100  77200
*P  gesamt  —-9  800  383  600  726  900  1.001  400
Indigoertrag.
awis.  ewts

Bengalen  16  100  14  100  32200  45  900
adras  37900  17300  36  900  16000
Perein,  Provinzen  5  100  4300  16  300  23  900
unjab  .  .  .  .  ..  10  600  10800  12  400  13  400
Jusgesam  69  700  460  500  97  800  129  200

 

Die  überseeische  Indigoausfuhr  hat  in  den
letzten  drei  Jahren  folgenden  Verlauf  genommen:

1903.04  1904.05  1905/06

Menge  in  ewts
Über  Calcutta  .  .  29  358  30  029  19  062
Madrashäfen  .24414  11901  7  756
Bombay  3556  3290  1898
Karach.  2582  4  031  2  463
Rangon  —  1  7

Calcutta  hat  von  der  vorjährigen  Ernte  in
den  sieben  Monaten  von  April  bis  Oktober  1906
2583  cwts  Indigo  ausgeführt  gegen  5144  cwts
in  derselben  Zeitperiode  des  Jahres  1905  von
der  Ernte  der  Saison  1904/05.

Rakaoausfuhr  der  Dominikanischen  BRepublik  von
Januar  bis  September  1906.

Der  Kakavexport  der  Dominikanischen  Republik
betrug  nach  den  Zollabrechnungen:
im  1  Vierteljahr  1906.  4168  561  Pfund,
-  13760  670  —
-  -  -  10  891  888

Jannar  bis  Sept.  1906.  28  821  119  Pfund.

Die  Gesamtausfuhr  im  Kalenderjahr  1905
stellte  sich  auf  27792741  Pfund;  wenn  auch
bereits  bis  Ende  September  1906  ein  Überschuß
von  1  028  378  Pfund  zugunsten  der  diesjährigen
Ernte  wahrzunehmen  ist,  und  vielleicht  auch  noch
4  bis  6  Millionen  Pfund  im  letzten  Vierteljahr
hinzukommen,  so  kann  man  doch  mehr  und  mehr
der  Meinung  Raum  geben,  daß  die  Erwartungen
für  die  Ernte  1906  wohl  zu  hoch  gespannt  gewesen
  sind.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  San  Domingo.)

 

Eröffnung  der  Bahnlinte  Dretori—Rustenburg
im  Transvaal.

Die  neue  Bahnlinie  von  Pretoria  nach  Rustenburg
  im  Transvaal  ist  am  27.  Dezember  1906
eröffnet  worden.

Die  Bahn  zweigt  neun  Meilen  nördlich  von
Pretoria  von  der  Linie  Pretoria  —Pietersburg  in
westlicher  Richtung  ab;  sie  hat  eine  Länge  von
etwa  70  engl.  Meilen  und  erschließt  ein  in  landwirtschaftlicher
  Hinsicht  sehr  wertvolles  Gebiet.
Die  Spurweite  ist  die  in  Südafrika  übliche  von
3  Fuß  6  Zoll.  Die  dortige  Gegend  produziert
hauptsächlich  Tabak,  der  sich  in  ganz  Südafrika
einer  großen  Beliebtheit  und  eines  steigenden
Absatzes  erfreut.  Das  von  der  Bahn  durchschnittene
  Gelände  ist  übrigens  auch  für  andere
Kulturen,  besonders  für  den  Anbau  von  Obst,
in  hervorragender  Weise  geeignet.

Die  neue  Eisenbahnlinie  bildet  einen  wertvollen
  Zuwachs  zu  dem  Bahnnetz  der  Kolonie.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  in  Johannesburg.)
        <pb n="256" />
        186  20

Verschiedene  (Mitteilungen.

Fabrlkate  aus  deutscher  fiolonialbaumwolle.
Die  mechanische  Trikotweberei  Hechingen,  Liebmann
  &amp;amp;  Levi,  in  Hechingen  (Hohenzollern)  hat
in  ihrem  Betriebe  eine  besondere  Abteilung  für
die  Herstellung  von  Unterkleidern  aus  verbürgt
deutscher  Kolonialbaumwolle  eingerichtet.  Die
Fabrik  hat  für  ihr  Erzeugnis  Musterschutz  genommen
  und  bringt  es  unter  dem  Namen  „Togolano“
  und  mit  einer  Schutzmarke  versehen  in  den
Handel.  Die  Firma  errichtet  außerdem  in  allen
größeren  Städten  Deutschlands  Verkaufsstellen.
Die  Fachzeitschrift  „Konfektionär"  in  Berlin
schreibt  in  ihrer  Nummer  vom  24.  Jannar:
„Die  Baumwolle  unserer  Kolonien  in  Ostafrika
  und  Togo  verdient  bessere  Beachtung;
insbesondere  die  erstere  ähnelt  im  Stapel  dem
im  Agypten  gepflanzten  Produkt,  dem  schönen
Maco;  an  Zähigkeit  und  Dauerhaftigkeit  übertrifft
  sie  dieselbe  noch.  Einen  verlässigen  Marktpreis
  vermochte  sich  aber  die  Baumwolle  unserer
Kolonien  noch  nicht  zu  erobern.  Die  Ursache
hiervon  liegt  weniger  an  dem  relativ  kleinen
Quantum  der  Ernte,  als  in  der  Tatsache,  daß
deutsche  Baumwolle  noch  keinem  bestimmten
Zwecke  dienstbar  gemacht  und  von  einzelnen
Spinnereien  nur  zur  Mischung  mit  Baumwolle
anderer  Provenienz  gekauft  wurde.  Bis  jetzt
erzielte  dadurch  z.  B.  gute  ostafrikanische  Baumwolle
  nur  einige  Pfennige  mehr  wie  middling
Orleans,  während  ihr  der  Preis,  den  gute
ägyptische  Sorten  erringen,  also  ein  weit  höherer,
zukäme.  Das  kann  und  darf  nicht  so  bleiben!
Es  müssen  Fertigfabrikate  für  den  Massenkonsum
  aus  deutscher  Kolonialbaumwolle  geschaffen
  werden,  dann  erst  tritt  die  Wechselwirkung
  zwischen  Angebot  und  Nachfrage  in
Kraft,  und  die  Baumwollkultur  Ostafrikas  und
Togos  wird  einen  mächtigen  Anreiz  für  ihre
Weiterentwicklung  und  Ausdehnung  gewinnen.“

Kolonlale  Volksschriften.

Auf  Anregung  des  stellvertretenden  Kolonialdirektors
  Dernburg  befaßt  sich  das  Kolonial=Wirtschaftliche
  Komitee,  Berlin,  Unter  den  Linden
  43,  mit  der  Herausgabe  kolonialer  Volksschriften.
  Den  Schriften  ist  das  zuverlässigste
Material  zugrundegelegt,  die  Tatsachen  werden  in
volkstümlicher  Sprache  vorgetragen,  zum  Teil  als
Erzählung,  zum  Teil  in  Form  eines  Gesprächs.
Ihrem  Zweck  entsprechend  sind  die  Schriftchen
zur  Verbreitung  bestimmt  an:  Industrie,  Handel,
Handwerk,  Landwirtschaft,  an  den  Auswanderer,
an  die  deutsche  Hausfrau  usw.  Der  Satz  für  die

 

Industrie  z.  B.  umfaßt:  „Baumwolle,  Kautschuk,
Kupfer,  Kakao,  Hauf,  Olfrüchte,  Gerbstoffe  und
die  deutschen  Kolonien“.  Einzelnummern  sind:
„Der  Handel  der  deutschen  Kolonien“,  „Die  Rückständigkeit
  des  Eisenbahnbaues  in  den  deutschen
Kolonien“,  „Die  deutsche  Hausfrau  und  die  Kolonien“.
  In  Vorbereitung  sind:  „Das  deutsche
Handwerk“,  „Die  deutsche  Landwirtschaft“,  „Der
deutsche  Auswanderer  und  die  Kolonien“  usw.

Körperschaften  und  Vereinen,  Fabriken  und
Stellen,  welche  sich  zur  Verbreitung  eignen,  werden
die  kolonialen  Volksschriften  von  dem  Komitee  frei
zur  Verfügung  gestellt.

Kolonlal-Wlrtschaftliches.

Das  soeben  erschienene  Februarheft  des
„Tropenpflanzer“,  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  bringt  an  erster  Stelle  einen
Aufsatz  von  Professor  O.  Warburg,  betitelt:  „Was
lehrt  uns  die  Statistik  des  Kautschuks?“  In  diesem
Artikel  wird  darauf  hingewiesen,  daß  vorläufig
noch  fast  der  gesamte  Kautschuk  von  wilden  Beständen,
  und  zwar  weit  über  die  Hälfte  aus  Amerika
kommt.  Die  Zukunft  des  Kautschuks  liegt  aber
in  der  Kultur  desselben,  und  naturgemäß  wird
der  Löwenanteil  dem  stark  bevölkerten  Südasien
zufallen;  schon  jetzt  schätzt  man  die  Kautschukpflanzungen
  auf  Ceylon  und  der  malayischen  Halbinsel
  auf  80  000  ha.  Aber  auch  Afrika  wird  sich
stark  an  der  Kautschukkultur  beteiligen,  und  es
dürfte  nicht  allzu  schwer  sein,  den  gesamten
Kautschukbedarf  Deutschlands,  etwa  13  500  Tonnen,
in  unseren  Kolonien  zu  produzieren.

Carl  Bolle  berichtet  über  Groß=  und  Kleinbetrieb
  des  brasilianischen  Kaffeebaues  mit  Hinweisen
auf  reichsdeutsche  Kolonialgebiete.  Dr.  Schlechter,
der  Leiter  des  vom  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee
  ins  Leben  gerufenen  Guttapercha=  und  Kautschuk-Unternehmens
  in  Neugnuinea,  bringt  seinen
ersten  Reisebericht  aus  Singapore  mit  Beobachtungen
  über  die  dortige  Kautschukkultur.  Paul  Lippe
empfiehlt  Versuche  bezüglich  des  Imports  von  in
Dosen  konservierter  Ananas  aus  den  deutschen
Kolonien.  Gustav  Eismann  berichtet  über  die
schnell  zunehmende  Plantagen=  und  Kautschukkultur
in  Deutsch-Ostafrika,  die  im  Jahre  1906  bereits
einen  Aussuhrwert  von  100000  Mark  ergeben
haben  dürfte.  H.  Fehlinger  behandelt  die  Abaca
(Manilahanf)-Kultur  der  Philippinen,  welche  mit
21,7  Millionen  Dollar  65  Prozent  der  Gesamtausfuhr
  der  Philippinen  bildet.

Ferner  finden  sich  in  der  Nummer  Statistiken
und  Mitteilungen  über  Yukatanausfuhr  an  Sisal-
        <pb n="257" />
        W  187  20

hanf,  über  den  Handel  Trinidads  und  Tobagos,
die  Zuckerproduktion  Javas,  die  Viehbestände  und
Schafzucht  Australiens,  über  Zitronellöl,  Anzucht
von  Kickria  aus  Stecklingen  u.  a.

 

Citeratur.

Neue  Wandkarte  der  Deutschen  Kolonien,
bearbeitet  von  P.  Sprigade  und  M.  Moisel.
Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),
Berlin.  Aufgezogen  auf  Leinwand  mit  Stäben
Mk.  8.—

Diese  auf  Veranlassung  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  herausgegebene  treffliche  Wandkarte
unserer  Kolonien  liegt  jetzt,  in  neun  Farben  ge—
druckt,  fertig  vor.  Die  Küsten  und  Flüsse  sind
in  blau,  Namen,  Ortszeichen,  Verkehrswege  usw.
in  schwarz,  Gelände  in  brauner  Schummerung,
die  Wasserflächen  in  zweifarbigem,  blauem  Ton,
die  politischen  Verhältnisse  in  mehrfachem  Farbendruck
  wiedergegeben.  Die  Karte  übertrifft  andere
moderne  Kolonial-Wandkarten  dadurch,  daß  sie
topographisch  den  neuesten  Standpunkt  der  Kenntnis
unserer  Schutzgebiete  wiedergibt.  Es  sind  nicht  nur
die  neuesten  erschienenen  Karten  benutzt  worden,
sondern  die  Verlagshandlung  war  in  der  Lage,
auch  das  in  ihrem  kartographischen  Institut  vorhandene
  amtliche,  noch  nicht  veröffentlichte  Aufnahmematerial
  voll  ausnutzen  zu  können,  so  daß
für  gewisse  Gebiete  die  Karte  vollkommen  Neues
bringt.  Dies  ist  auch  der  Grund,  warum  die
Karte  erst  jetzt,  nach  mehr  als  einjähriger  Arbeit
veröffentlicht  werden  konnte.
ganze  Norden  von  Togo  nach  der  in  der  Bearbeitung
  bereits  beendeten,  aber  noch  nicht  gestochenen
Spezialkarte  1:  200  000  bzw.  1:  500  000  gezeichnet.
  Selbstverständlich  sind  die  fertigen  bzw.
im  Bau  befpindlichen  Bahnen  eingetragen,  aber
auch  diejenigen  der  Projekte,  die  in  absehbarer
Zeit  vielleicht  Aussicht  haben,  verwirklicht  zu
werden,  fanden  Berücksichtigung.  So  in  Togo
die  Verlängerung  der  Lome  —Palime-Bahn  bis
zum  Eisenerzberg  von  Banjeli,  in  Kamerun  die
Bahn  Duala  —  Manengubaberge,  in  Deutsch-Südwestafrika
  die  Strecke  Kubub—Keetmanshoop
und  in  Deutsch-Ostafrika  die  Zentralbahn  von
Mrogoro  über  Tabora  nach  Udjidji  bzw.  Muansa,
die  Südbahn  Kilwa—dNijassa  und  die  Verlänherung
  der  Usambarabahn  zum  Kilimandscharo
und  nach  Aruscha.  Auch  die  beabsichtigte  Verbindungsbahn
  von  Tsi=  nan  nach  Tientsin  ist  verzeichnet.


Deas  soeben  erschienene  Heft  1  der  Zeitschrift
für  Kolonialpolitik,  Kolonialrecht  und
K  olonialwirtschaft,  herausgegeben  von  der

So  ist  z.  B.  der

 

Deutschen  Kolonialgesellschaft
Süsserott,  Berlin),  enthält  wieder  interessante
Aufsätze  aus  allen  kolonialen  Wissensgebicten.
Okonomierat  Oetken-Oldenburg  weist  in  einem
Artikel  über  „Die  Produktionsfähigkeit  trockener
Böden“  nach,  daß  es  bei  einer  rationellen  Bewässerung
  sehr  gut  möglich  ist,  selbst  die  vielverlästerten
  Wüstenstrecken  und  Steppen  kolonialer
Gebiete  der  Landwirtschaft  zugänglich  zu  machen.
Lehrreich  ist  eine  Arbeit  von  Adolf  Goetz:  „Kolonialpolitik
  und  Auswanderung“,  die  an  der  Hand
von  statistischem  Material  die  Verhältnisse  der
deutschen  Auswanderung  behandelt  und  sich  über
Mittel  und  Wege  ausläßt,  die  notwendig  wären,
damit  wenigstens  ein  Teil  dieser  Landflüchtigen
in  die  deutschkolonialen  Gebiete  gelenkt  würde.
Über  die  „Zwergvölker  Zentralafrikas“  plandert
Erich  Prager,  während  Karl  Bolle  die  „Marokkofrage“
  vom  weltwirtschaftlichen  Standpunkte  aus
beurteilt.  Admiralitätsrat  Ernst  v.  Halle,  Professor
  an  der  Universität  in  Berlin,  veröffentlicht
die  ersten  Teile  seiner  Schrift  „Die  großen  Epochen
der  neuzeitlichen  Kolonialgeschichte“,  die  als  Sonderbroschüre
  bei  dem  genannten  Verlage  erschienen
  ist.

(Verlag  Wilhelm

 

Le  Traductcur  (15.  Jahrg.)  und  The  Translator
  (4.  Jahrg.).  Halbmonatsschriften  zum
Studium  der  französischen,  englischen  und  deutschen
  Sprache.  Bezugspreis  je  Fr.  2,50  halbjährlich.
  Probenummern  kostenlos  durch  den
Verlag  des  „Traducteur“  oder  des  „Translator"
in  La  Chauxr-de-Fonds  (Schweiz).

Wer  sich  auf  angenehme  Weise  in  der  einen
oder  andern  der  oben  genannten  Sprachen  vervollkommnen
  will,  dem  empfehlen  wir  ein  Abonnement
  auf  diese  praktischen  Lehrschriften,  deren
Vorzüge  sind:  Zweckmäßige  Anordnung,  Vielseitigkeit
  des  Stoffes,  gediegene  Übersetzungen  und
Aumerkungen.  Sie  gestatten  eine  möglichst  mühelose
  Bereicherung  des  Wortschatzes  und  führen
den  Lernenden  in  einfachster  Weise  in  die  eigentümlichen
  Redewendungen  der  fremden  Sprachen
ein.  Außerdem  wird  den  Lesern  Gelegenheit  geboten,
  mit  Franzosen  oder  Engländern  in  Briefwechsel
  zu  treten.

 

Citeratur-Verzeichnis.

(Ae  eingegangenen  Buchei  werden  in  diesem  Telle  aufgefübrt.  Besondere

Belprechung  ersolgt.  dach  diesseingem  Ermessen.  Rückiendung  der  eingegangenen

fß  sindel  unter  kleinen  Umständen  sia##.)

Die  Kämpfe  ver  deutschen  Truppen  in  Südwestafrika.
  Auf  Grund  amtlichen  Materials  bearbeitet
von  der  Kriegsgeschichtlichen  Abteilung  !  des  großen
Generalstabes.  1.  Heft.  Der  Hottentottenkrieg:  Der
Ausbruch  des  Aufstandes;  die  Kämpse  am  Auob  und
in  den  Karrasbergen.  Mit  8  Slkizzen  und  13  Abbildungen.
  Rönigliche  Lofbuchhandlung.  En  Mittler  &amp;amp;
Sohn,  Berlin  1907.  106  S.  Preis  Pf
        <pb n="258" />
        J.  Spieth:  Die  Eweer.  Schilderung  von  Land  und
Leuten  in  Deutsch-Togo.  (Sonderabdruck  aus:  Die
Ewe-Stämme  Material  zur  Kunde  des  Ewe-Volkes
in  Süd-Togo.  Verlag  von  Dietrich  Reimer  [Ernst
Vohsen].  Berlin.)  Bremen  1906.  In  nommission  bei
der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft.  Mit  60  Bildern
und  5  Karten.  838  S.

Das  Bändchen  umfaßt  die  ersten  drei  Abschnitte  aus
der  Einleitung  des  hervorragenden  Werkles  von  Spieth:
Die  Ewe-Stämme,  sowie  einen  vierten,  die  Erschließung
des  Landes  von  Inspektor  Schreiber.  Gerade  jetzt,  wo
Togo  im  Vordergrunde  unserer  Kolonien  sleht,  dürfte
dieses  auf  20  jährigen  Studien  beruhende  Buch,  das  von
Männern  der  Wissenschaft  und  Praxis  aufs  beste  beurteilt
worden  ist,  weiteren  Kreisen  will  kommen  sein.

 

Professor  Dr.  C.

Friedrich  Nippold,  Bischof  von  Anzer:  Die

Dr.

188  20

Velten:  Prosa  und  Poesie  der  Suaheli.
Berlin  1907.  Im  Selbstverlag  des  Verfassers.  Durch
den  Verfasser,  Verlin,  Dorotheenstr.  6,  zu  beziehen.
Preis  7,50  Mk.  418  S.

Berliner
amtliche  Politik  und  die  evangelische  Mission.  Berlin,

C.  A.  Schwetschke  &amp;amp;  Sohn.

Jur.  Paul  Kaysel:  Die  Gesepgebung  der  Kulturstaaten
  zur  Unterdrückung  des  afrikanischen  Sklavenhandels.
  (Strafrechtliche  Abhandlungen,  brrausgegebrn.
von  Professor  Dr.  E.  Behling,  Heft  64.)  108  S
Preis  3  Mk.

Verkehrs-Nachrichten.

In  Aruscha  (Deutsch-Ostafrika)  ist  am  6.  Dezember  1906  eine  Postagentur  eingerichtet
worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen
Briefsendungen  sowie  auf  den  Postanweisungsdienst  im  Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets  und  auf
die  Annahme  von  Postanweisungen  nach  Deutschland  erstreckt.

Am  22.  Jannar  d.  Js.  ist  in  Lüderitzbucht  ein  Ortsfernsprechnetz  in  Betrieb  genommen  worden.

Die  Postanstalten  in  Otjiwarongo  und  Tsumeb  (Deutsch-Südwestafrika)  sind  zur  Teilnahme
  am  Postanweisungsdienst  und  am  Nachnahmedienst  auf  Einschreibbriefsendungen  zugelassen

worden.

Die  Beteiligung  am  Nachnahmedienst  ist  zunächst  auf  den  Verkehr  mit  Deutschland  und

auf  den  Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets  beschränkt.

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Februar  1907.

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

Nach  vom  Ein-  am:  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  '  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  28.  Febr.  Friedrich-Wilhelms-(dentsche
  Schiffe)  hafen  43  Tage
·  SimpfouhafcuMTagc)l)  Hebt  8.  Marʒ
1.  Deutsch-  Neuguinea.  Brindisi  10.  März  Simpsonhafen  38  Tage  10  5  a
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelmshafen
  11  Tage)□
2.  deutsch-Ostafriha.  aenn:  4.  März  Mombasa  O  20  Tage  (0  N##  2
17  5r“%  März
b  arhnkoba.  Mnanfa  und  N“[e  10  18.  Febr.  Mombasa  O  16  Tage  1
Wionib  eutfche  Schiffe
rsi*  8  —  Marseille  10.  jedes  Monats  Mombasa  O  17  Tage.  jed.  Mts.  9/0  abds.
b  00  -  d  von  aen  Entatto  rn  oalen  17.  Febr.  Mombasa  O  18  Tage  5ß.  Febr.  10  5  abds.
mungsorten.  .
pel  18.  Febr.  Tanga  17  Tage  ;.  Febr.  2.  Märr
re  Ealet  Korm  —  *“
Moscht.  Muhesa,  PVanganl0n  4.  März  Tanga  21  Tage  abds.
Wugiri  und  Wilheumg  l  (deutsche  Schiffe)
18.  Febr.  Daressalam  17  Tage
*  W¾rsßv  e  Iwn  6  16.  Febr.  2.  März
4.  März  Daressalam  23  Tage  10  abds.
)  nach  Deutsch-Ostafritao  -  vah  .  .  .
U  der  Optaftt  und  b  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  T  8.  jed.  Mts.  10½  abds.
genannten  Postorte)  (von  irt  Anaheun
Weiterbeförderung  nach
Daressalam  durch  ##  Sanuenne.
mentsdampfer  in  6  Stunden
Brir  17.  Febr.  Zanzibar  15.  Febr.  108  abbs.

(engl.  —

nach  Daressalam  weiter

 

 

 

mit  iner  Gelegenheit
        <pb n="259" />
        W  189  20
Die  Abfahrt  erfolgt  Juusschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  «  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
3.  Deutsch-Südwestafriha.  Hamburg  16.  25.  Febr.  Swakopmund  21  bis  15,  21.  Febr.
a)  nach  Abb  b  *Iie“p  —  GEs.  25  Tage  abds.
beon,  Gobabis,  Gochas,  Groot=  Antwer  21.  Feb  E  20  J.  20.  Febr.  1255  nme
l.  warte,  pen  21.  Febr.  Swakopmund  20  Tage.  Febr.  125  ums.
geseien  annm  d  dud  (deutsche  Schiffe)
Kubas,  Meligbbh.  Nauchas,  Dover  22.  Febr.  Swakopmund  19  Tage.  Febr.  12  5  ums.
*  F  Wa  is  (deutsche  Schiffo)  7  ".
imbingwe,.  S##waröngo.  Southampton,  16.  Febr.  Swakopmund  25  und  15.  Febr.  11  2  oms.
lutso,  Obitosore  Fuspn  Tage
Swakodn  Southampton-  23.  Febr  Swak  d  25  T  22.  Febr.  1128  oms
*l“  baterber  23.  Febr.  Swakopmund  25  Tage22.  Febr.  oms.
Abss  *  o.  Southampton  16.  Febr.  Swakopmund  25,  22  Tg.5.  Febr.  11  2  oms.
Southampton  16.  23.  Febr.  Lüderitzbucht  22  u.  27  Tg.]15.  22.  Febr.  11  oms.
Antwerpen  21.  Febr.  Lüderitzbucht  22  Tage20.  Febr.  125°  Ums.
(deutsche  Schiffe)
Dover  22.  Feb  Lüderitzbucht  21  Tage21.  Febr.  128  nms.
h)  nach  Lüudderitzbucht,  Kubub.  over  Febr  h  g  F
Vaan  nen.  gee#3  Keet,#  (eutsche  Schiffe)
man  Southampton  9.  März  Napstadt  17  1.  März  112  oms.
von  dort  weiter  mit  nachftck
Gelcqcnhktttth
Hamburg  16.  25.  Febr.  Lüderitzbucht  27°  *  15.  21.  Febr.  712  abds.
23  Tage
5)  ech  Siemtasdeifte  Warm.)  Southampton  16.  Febr.  2.  März  Kapstadt  17  15.  Febr.  1.  März
von  dort  weiter  auf  dem  112  oms.
.  Landwege  über  Steinkopf
)  nach  Ukamas  Southampton  jeden  Sonnabend  Chavstadt  17  Tage  Freitag  112  oms.
on  dort  weiter  mu  der
n  nbahn  bis  ninguer
und  damn,  W  srch  Botenpost
nach  Ukamas
4.  Namerun.  Hamburg  24.  jed.  Mts.  Viktoria  19—22  Tage  I!
a)  nach  Bamenda.  Banso,  Duala  20—  22  Tage  23.  jed.  Mts.  71½  oms.
bundi,  Bindlhoof.  zut  Rribi  20  Tage  A
Buca,  Campo,  Duala,  Ebol  .  .  .  —  .  5
woa.  Edea.  Jontemdorf,  Faten  11.  jedes  MonatsBiktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  12°s5  nachm.
Jabassi,  Jaunde,  Johann=  Me  Duala  19  Tage
sanshöne.  elo.  Hrih  —iies  Kribi  19  Tage
Vlamation.  Bikkoria  Liverpool  23.  Febr.  Duala  23  Tage  21.  Febr.  107  abds.
nach  Rio  del  NhhH  DHamburg.  24.  jedes  Monats  Nio  del  Rey  32—33  Tage3.  jed.  Mts.  71  abds.
I)  nach  dem  Tschadsee  Gebiet)  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tage  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über  *  .
(Garna.  Kusser.)  eoorbs,ehp  107  abds.
41)  nach  Osstdinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  19  Tage  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über  Obolum  O  abds.
Ant  7.  d  (an  (am  Croßsluß)  6
.  Antwerpen  7.  März  20  Tage  6.  März  12539  nachm.
(7)  nach  Molundn  6  6  von  dawetgr  mit  der  Wen  *  *  "
9  —  —  l  .  .
Vordeaur  25.  jedes  Monats  ot  (  a  23.  jed.  Mts.  10  abds.

Ssongea
D  ah  bis  Mochdul

 

5.  den  Karolinen,  Palau-Inseln,
  Marianen.

geleitet;

Neapel
(deutsche  Schifse)

11.

April

von  Yokohama  weiter

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den
sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

Jap  38  Tage
Saipan  42  Tage
Ponape  50  Tage

9.  April  10  55  abds.

Marianen  auch  über  Japan

 

6.  Marshall-Inseln.

Brindisi
(engl.  Schiffe)

 

21.  Febr.

Jaluit  60  Tage

 

22.  Febr.  105  abds.
        <pb n="260" />
        W  190  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
—  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Aen  sarc  n  28.  Febr.  Tsingtau  36  Tage  26.  Febr.  10  abds.
*  «  Brindisi  jeden  Sonnta  Tsingtau  36  Tage  n  Freitag  10  8  abds.
J.  Kiautschou.  (engl.  Schiffe)  6  greuag
Marseille  17.  Febr.  8.  März  Tsingtau  86  Tage  Febr.  1.  März
(franz.  Schiffe)  1  abds
Liverpool  8.  März  Tsingtau  30—35  Tage!  7.  März  ns.
“  9
8.  Samoa.  Queenstown  17.  Febr.  10.  März  Apia  25  Tage  15,  3  §.  März
Hamburg  17.  24.  jed.  Mts.  Lome  17—20  Tage  16.  23.  Febr.  7½  abd.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mis.  9°  oms.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  12%  ums.
Gttee  Schiffe)
erdam  21.  jedes  Monats  Lome  18  Tage  20.  jed.  Mis.  93  abds.
Uogo.  hochkoterdam  n  7  6  7  "6
1  Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonon  19  Te  10.  jed.  Mts.  107  abds.

Vordeaur

Liverpool

 

25.  jedes  Monats

jeden  Sonnabend

 

age
on  da  ab  Lanpreen
Ein  14  Tage
on  da  ab  Landverbindung
15  Tage
von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4  5  Tage

 

23.  jed.  Mts.  10  abds.

Donnerstag  9  abds.

)  Den  durch  #  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Eintreffen  der  Post  aus  den

dentschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

*  Landungs=  Die  Post  ist  fälig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Verlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
Southampton  16*.  30*.  jed.  Mts.
deutsch-Neuguines  Marseille.  .  7.  März  kKamerun  Plymouth..  16.  Febr.  2.  März
den  Narolinen,  Il
Neapel  Marianen,  Neapel  23“.  März
Forabi  5.  März  MarshallInseln)
l  —  —
Deutsch-  Ostafrika..  Vrindisi..  re  Neapel.  27.  Febr
Marseille  28.  ied.  Mt-#  Brindisi  23.  Febr.  9.  März
«.  28.  jed.  Mts.  .
Brindisi  Niautschou  Marseille..  21.  Febr.  7.  Mär
iautschon  Liverpool  18.  Febr.  üb.  Vancouv.
Plymouth  od.
deutsch-Südwestafriha  Queenstowm-.17.  26.  Feb.  4  .  März
1  Antwerpen.  37.  Mär  "  Qucenstopon  .
ndkdl.Tettd.Sch--pkb..Hamburg.«»«)6«sxd  Mts  qmoq......  V  wWa.
o  Southampton  24.  Febr.  10.  März  od.  Plymouth  1.  Marz  -
liwl.  Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  24.  Febr.  10.  März  Cogo  Southampton  30  jed.  Mts.
296t  Hamburg  ·  jed.  Mts.

*  Fälligleitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="261" />
        W  191  20

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)
S.  M.  S.  „Bussard"“  Tanga  11/1.  —  11/1.  Pangani  141.  —  14/1.  Sadani  17/1.  —

17/1.  Bagamojo  19/1.  —  19/1.  Daressalam  31/1.  —  7/2.  Lourenco
  11/2.  —  Kapstadt

S.  M.  S.  „Condor"  Suva  27/11.  —  11/12.  Jaluit  27/12.  —  31/12.  Ponape  29/1.  —
7/2.  Numea  12/2.  —  Melbourne.

S.  M.  S.  „Planet"  Herbertshöhe  —  Matupi  5/1.  —  6/1.  Nasa  8/1.  —  16/1.  Jap  20/1.—
22/1.  Palau  22/1.  —  3/3.  Manila  12/2.  —  Hongkong.

S.  M.  S.  „Seeadler"  Daressalam.

S.  M.  S.  „Sperber"  Duala  21/1.  —  24/1.  Lome  31/1.  —  2/2.  Duala.

Ablösungstransport:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Barbarossa“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  abgelösten
Besatzung  S.  M.  S.  „Planet“:
Transportführer:  Kapitänleutnant  Lebahn  bzw,  der  nächstälteste  Seeoffizier.
Adelaide  12/1.  —  16/1.  Freemantle  17/1.  —  26/1.  Colombo  27/1.  —  3/2.  Aden  3/2.  —
8/2.  Port  Said  8/2.  —  Neapel.

Schiffsbewegungen!?  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West.  und  Sübwestafrika- 



 

 

Poswampfer  erise  Letie  Nachiichten
von  nach  bis  12.  Februar  1907.

„Adolph  Woermann"  Lũderitzbucht  I  Hamburg  am  26.  Januar  in  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Duala  am  11.  Februar  ab  Vounlogne.
„Aline  Woermannn  Kapstadt  Swakopmund  am  4.  Februar  in  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Calabar  Hamburg  am  3.  Februar  in  Dakar.
„Ascan  Woermann"  Hamburg  Mossamedes  am  15.  Januar  in  Mossamedes.
„Carl  Woermann“.  Accra  Hamburg  am  8.  Februar  in  Sierra  Leone.
„Eduard  Bohlen"  Swakopmund  Kapstadt  am  3.  Februar  in  Kapstadt.
„Eduard  Woermann##  Lüderitzbucht  Hamburg  am  p.  Februar  ab  Madeira.
„Elconore  Woermann“  Duala  Hamburg  am  11.  Februar  ab  Lagos.
„Ella  Woermanzz  HOamburg  Assinie  am  3.  Februar  in  Rufisque.
„Emilie  Woermann"  Hamburg  Calabar  am  5.  Februar  Dover  passiert.
„Erich  Woermann“"  Hamburg  Mossamedes  am  29.  Januar  ab  Las  Palmas.
„Erna  Woermann“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  11.  Februar  ab  Swakopmund.
„Ernst  Woermann"  Hamburg  Duala-  am  11.  Februar  in  Conakry.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Lũderitzbucht  am  5.  Februar  in  Las  Palmas.
„Gretchen  VBohlen“  ...  Rio  Nunez  Hamburg  am  9.  Februar  in  Bissao.
„Hans  Worermann"“".  Hamburg  Viktoria  am  10.  Februar  in  Duala.
„Hedwig  Woermann"  Hamburg  Assinie  am  28.  Jannar  in  siaie.
„Helene  Woerman  ..  Kotonon  Hamburg  am  6.  Februar  ab  Lom
„Henrietie  Woermann"“  Mossamedes  DHamburg  am  5.  Februar  ab  n  Vabnos.
„Irma  Woermann“  .  ..  Burutu  Hamburg  am  9.  Februar  ab  Lago
„Jeannette  Woermann“  Hamburg  Accra  am  9.  Februar  ab  Notterdam.
„Kurt  Woermann""  Mossamedes  Hamburg  am  9.  Januar  in  Hamburg.
„Lili  Woermann"#  Hamburg  Burutu  am  29.  Januar  ab  Las  Palmas.
„Linda  Woermann“  .  .  .  Hamburg  Nio  Nunez  am  p.  Februar  ab  Las  Palmas.
„Lothar  Bohlen"“  Duala-  Hamburg  am  17.  Januar  in  Hamburg.
„Lucie  Woermann  .  ..  Duala  Hamburg  am  13.  Januar  in  Lome  gestrandet.
„Lulu  Bohlen“.  .  .  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  11.  Februar  ab  Hamburg.
„Marie  Woermann  ..  Lamburg  Accra  am  11.  Februar  in  Sekondi.
„Martha  Woermann“  .  ..  Burutu  Hamburg  am  4.  Februar  in  Hamburg.
„Melita  Bohlen##  Assinie  Hamburg  am  9.  Januar  in  Hamburg.
„Ouo  Woermannt"  Rio  Nunez  Hamburg  am  23.  Januar  in  Hamburg.
„Paul  Woermann““  Hamburg  Calabar  am  3.  Februar  in  Lome.
„Professor  Woermann"“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  4.  Februar  ab  Swakopmund.
„Thella  Bohlen  “·  ·..  Hamburg  Kotonon  am  12.  Februar  in  Lome.
„Frieda  Woermann“  ..  Hamburg  Kotonon  am  10.  Februar  ab  Las  Palmas.
„Arnold  Amiindé  HLamburg  Mossamedes  am  9.  Februar  in  Antwerpen.
        <pb n="262" />
        V  192  20

Anzeigen.

 

Bekanntmachung.

Im  biesigen  Handelsregister  Abteilung
  B8  Band  II  ist  unter  Nr.  7
und  5  und  9  eingetragen:

Kaufmann  Dr.  zur.  Esser  in  Berlin
ist  aus  dem  Vorstande  ausgeschieden.

Das  biöherige  sellvertretent  Vorstandomitglie
  Van  de  Loo  in  Victoria
ist  zum  ordentlichen  Sorg  ner
ernannl.

Spalte  5:  Van  de  Loo  in  Victoria,
ordentliches  Vorstandomitglied.

Spalte  9:  II.  H.  R.  B.  7

12.  Dezember  06.  1

Victoria,  den  12.  Dezember  1906.

Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

Handels-Register  des  Königlichen
Amtsgerichts  Berlin-Mitte  (Abt.  B.)

Am  25  Januar  1907  ist  eingetragen
bei  Nr.  2525

Deutsche  Samon-Gesellschaft
mit  dem  Site  zu  Berlin  und  Zweigniederlassung
  zu  Api

Der  Kaufmann  erm  Ullmann  zu
Berlin,  bioher  Vorstandemitglied,  ist
aus  dem  Vorstande  ausgeschieden;  der
Kaufmann  Anton  May  zu  Berlin  ist
zum  stellvertretenden  Vorstandomitgliede
ernannt  und  ermächtigt,  die  Gesellschaft
in  Gemeinschaft  mit  dem  Delegierten
des  Aussichtsrates  oder  einem  Einzelprokuristen
  zu  vertreten.  (1)

Prokuristin:  Lucie  Franz  zu
Potodam.  Dieselbe  ist  ermächtigt,  in
Gemeinschaft  mit  einem  Vorstands-=mitgliede,
  ordentlichen  wie  stellvertretenden,
  oder  dem  Delegierten  des  Aufsichtorateo
  die  Gesellschaft  zu  vertreten.

Aerlin,  den  25.  Jannar  1907.
Kôniglicheo  Amtogericht  Berlin-Mitte.

Abteilung  89.

 

 

Kantoron-Wosik-Sprech-



à  25.  .  50.  75.
100.  120.  150  Mk.
Anlomaten
à  120.  150.  210  M.
r  W.  rkan,  von  Sproche.
—*  ½%  An  Prolsliste  frei.
S#enprtk##gn
A  1  Mk.

I.  11  11.

II.  Keim.  #mmemem.
et  Leipzio.  #a  Far  1

 

 

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KAmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

hetausgegeben  in  der  Kolonial-Abteilung  des  Kuswärtigen  Amts

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Oärz  1907.  Uummer  5.

 

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  nundestens
Ernettal  vierteljährlich  usscheinenlen  .Mitteilungen  aus  den  deutschen  Schutzgebieten-,  herausgegeben  von  br.
r.  Dunekelman.  Der  ernelshhrihe  Abommementspreis  für  das  Kolonialblaut  mit  den  Beiheften  beträgt  i  Besuge
Post  und  die  Buch  nn  Mik.  3  direlt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  4—  für  Deutschl  durh  de
der  deutschen  Saten  und  ÖOsterreich  Ungarn,  Mk.  5.—  für  die  bänver  des  Wellpost  f  ereins.  —  Einsellennen  gr  Aue  agen
sind  an  die  Königliche  gertconanhltan  von  Ernst  Siegfted  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SW68.  Kochstraße  66##  71.  zu  richien.

Inhalt:  Amtlicher?  Teil:  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,  betr.  Beschränkung  des  Handels  im
Bezirt  Cbolova.  Vom  20.  Oktober  1906  S.  193.—  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Erhebung
einer  Wegegebühr  in  den  Bezirten  Mangu=  Jendi,  Sokode  Basari  und  nete-  aratschi.  Vom  5.  November  190  6  S.  19.1.

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  beir.  Erhebung  der  Wegebühr.  Vom  5.  November  1906  S.  195.
Belanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  Zollerhebung  in  Basari,  Jendi  und  Eolode.  Vom  5.  November  19006
D2.  195.-  Verordnung,  beir.  die  Anwerbung  und  Ausfübrung  von  Eingeborenen  der  Ontkarolinen.  Vom  12.  Sepzember
  1906  S.  195.  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  79  S.  197.

Nichtamtlicher  Teil:  Personal=  Nachrichten  S.  10)9.

Deutsch-Ostafrila:  Pestfälle  in  Deutsch=  Ostafrika  S.  200.  Nachweisung.  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  3
seellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch-  ostafrikanischen  Schutgebien  in  den  Monaten  April  bis.  September  1906  S.

Deutsch  Neuguinea:  Eine  Reise  nach  Naiser-Wilhelmsland  S.  200.  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  205.

Au  §*  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Eine  Reise  nach  Ceylon,  Indien  und  Birma  (mit
Abbildungen)  [Fortsetzung)  S.  207.  —  Erhöhung  des  Einfuhrzolls  für  Spirituosen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten
der  der  Brüsseler  Konvention  vom  S.  Juni  1899  angehörenden  Staaten  S.  221.  —  Boabsichtigte  Aufhebung  des
uschlagszoll  bei  der  Ausfuhr  von  Tec  auf  Ceylon  S.  221.  —  Erleichterungen  für  die  Einfuhr  einiger  Artilkel  in
Sierra  Leone  S.  221.  Anderung  des  Zolltarifs  in  Französisch=  Westafrika  S.  221.  Gegenseitige  Gewährung  von
Vorzugszöllen  im  Südafrikanischen  Zollverein  und  Neuseeland  S.  221.  .  Die  Sesamerme  Britisch=  Indiens  1906  07
E.  222.  Erdnußernte  in  Madras  und  Bombay  1900·07  S.  225.  Baumwollhandel  Alerandrien  S.  221.  Das
Naumwonfabrikationsgeschäft  Manchesters  im  Jahre  1906  S.  22.1.  ö  n  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  bie  Mitte  Januar  1907  S.  227.  Petroleumiunde  in  Neuseeland  S.  227.  ·

Verschiedene  Mitteilungen:  Nattenvertilgung  in  Indien  S.  228.  Lileratur  S.  2258.  Literatur="1n



 

7„

Verzeichnis  S.  228.  Verkehr?-Nachrichten  S.  220.  —  Schiffsbewegungen  S.  231.  —  Anzeigen.
Beilage:  Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebiete  in  Afrila  und  in  der  Südsee  für  1005,06.

 

ll  Amtlicherceillyil

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Souverneurs  von  Ramerun,  betr.  Beschränkung  des  Handels  im
BezirR  Sbolova.
Vom  20.  Oktober  1906.“)

Auf  Grund  von  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches
Kolonialblatt  Seite  509)  wird  hiermit  folgendes  verordnet:

§  1.  Innerhalb  des  Bezirks  Ebolova  dürfen  bis  auf  weiteres  nur  in  Ebolova,  Kam  und
Atoafim  und  im  Umkreise  von  dreißig  Kilometern  von  diesen  Orten  Faktoreien  betrieben  und  Depots
unterhalten  werden.  Alle  außerhalb  dieser  Zonen  belegenen  Faktoreien  und  Depots  sind  in  diese
Nonen  zu  verlegen.  Die  Verlegung  muß  binnen  vier  Monaten  nach  Bekanntgabe  dieser  Verordnung
im  Ebolovabezirke  beendet  sein.

§  2.  Weiße  wie  farbige  Wanderhändler  dürfen  bis  auf  weiteres  innerhalb  des  Bezirks
Cbolova  kinen  Handel  treiben.

§  3.  Nichteingeborenen  ist  der  Aufenthalt  innerhalb  des  Bezirks  Ebolova  nur  nach  Einholung
  einer  schriftlichen  Erlanbnis  der  Station  Ebolova  oder  der  Posten  in  Kam  und  Akoafim  gestattet.

Die  Fassung  der  &amp;amp;&amp;amp;§  1,  3,  6  und  7  beruht  auf  der  Abänderungs-  Verordnung  vom  8§.  Jannar  1907.
        <pb n="264" />
        G  194  20

Der  Antrag  auf  Erteilung  der  Erlaubnis  ist  persönlich  bei  einer  der  drei  genannten  Dienststellen
  anzubringen.

«  Bei  Stellung  des  Antrages  auf  Erteilung  der  Erlaubnis  sind  seitens  eines  jeden
Nichteingeborenen  zu  Protokoll  folgende  Angaben  zu  machen:

Namen,  Stand  oder  Beruf,  Staatsangehörigkeit,  Alter,  Wohnsitz  sowie  Bezeichnung  der
Firma,  in  deren  Diensten  der  Gesuchsteller  steht.

Dauer  des  bisherigen  Anfenthalts  in  Afrika  und  im  Schutggebiet  Kamernn,  hinsichtlich
des  letzteren  getrennt  nach  den  Bezirken,  in  denen  der  Aufenthalt  stattgefunden  hat.

3.  Zweck  und  gewünschte  Dauer  des  Aufenthalts  im  Bezirk  Ebolova.

.  Anzahl  und  Herkunft  der  im  Dienste  des  Gesuchstellers  stehenden  Eingeborenen,  getreunt
nach  Trägern,  Arbeitern,  persönlicher  Dienerschaft,  Handlungsgehilfen.

Anzahl  und  Art  der  mitgeführten  Feuerwaffen  sowie  Art  und  Menge  des  Schießbedarfs,
getrennt  nach  ihrer  Bestimmung  zum  Gebrauche  durch  Nichteingeborene  oder  durch
Eingeborene.

6.  Art  und  Menge  mitgeführter  Handelswaren.

Etwaige  weitere  von  der  Behörde  noch  verlangte  Angaben.

Die  Behörde  (§&amp;amp;  3  Absatz  2)  kann  verlangen,  daß  ihr  die  Richtigkeit  vorstehender  Angaben
nachgewiesen  wird.

8  5.  Die  Erteilung  der  Erlaubnis  kann  an  die  Bedingungen  der  Einhaltung  gewisser
Verkehrswege,  der  Vermeidung  bestimmter  Ortlichkeiten  und  der  Erfüllung  besonderer  Auflagen
hinsichtlich  des  Verkehrs  mit  den  eingeborenen  Stämmen  und  ihren  Häuptlingen  geknüpft  werden.

Für  die  Erfüllung  der  Bedingungen  muß  eine  von  der  Behörde  (§5  3  Absatz  2)  nach
freiem  Ermessen,  jedoch  auf  mindestens  fünfhundert  Mark  festzusetzende  Sicherheit  in  Geld  oder
sicheren  Wertpapieren  mit  der  Maßgabe  bei  einer  öffentlichen  Kasse  des  Schutzgebiets  hinterlegt
werden,  daß  diese  Sicherheit,  wenn  die  Nichterfüllung  einer  Bedingung  amtlich  festgestellt  wird,
ohne  weiteres  an  den  Landesfiskus  verfällt  und  daß  die  Rückzahlung  frühestens  nach  drei  Monaten
seit  dem  Verlassen  der  unsicheren  Landschaft  verlangt  werden  kann.

#*  6.  Die  Anwerbung  von  Trägern  im  Ebolovabezirke  ist  nur  in  den  drei  in  §  1
genannten  Zonen  gestattet.

.  Jede  Trägerkarawane  bedarf  zu  ihrem  Marsche  durch  den  Bezirk  Ebolova  der  schriftlichen

Erlaubnis  der  Station  Ebolova  oder  der  Posten  Kam  und  Akoafim.

Die  Erlaubnis  kann  an  bestimmte  für  jeden  einzelnen  Fall  festzusetzende  Bedingungen
geknüpft  werden.

Die  Vorschrift  des  §  3  Absatz  2  findet  Anwendung.  «

5  8.  Zuwiderhandlungen  werden  an  Nichteingeborenen  mit  Geldstrafe  bis  zu  dreitausend
Mark  oder  mit  Gefängnis  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.  An  die  Stelle  einer  nicht  beizutreibenden
Geldstrafe  tritt  Freiheitsstrafe  nach  Maßgabe  des  Strafgesetzbuchs.

Die  Bestrafung  Eingeborener  im  Sinne  des  §2  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die
Rechtsverhältnisse  in  den  Deutschen  Schutzgebieten  vom  9.  November  1900  (Deutsches  Kolonialblatt
Seite  859),  erfolgt  nach  den  Vorschriften  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  22.  April  1896
(Deutsches  Kolonialblatt  Seite  241).

5  9.  Vorstehende  Verordnung  tritt  sofort  in  Kraft.

Buca,  den  20.  Oktober  1906.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Mueller.

ii*  Ü

8

—

St1

–

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Logo,  betr.  die  Erhebung  einer  Wegegebühr  in
den  Bezirken  Dangu-Fendi,  Sokode-Basari  und  Kete-  Kratschi.
Vom  5.  November  1906.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzblatt  1900,  S.  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)
wird  folgendes  verordnet:

§  1.  In  den  Bezirken  Mangu-  Jendi,  Sokode-Basari  und  Kete-Kratschi  ist  für  den
Handelsverkehr  auf  den  Straßen  eine  Wegegebühr  zu  entrichten,  welche  beträgt:
        <pb n="265" />
        W  195  20

für  einen  Menschen  (Sänglinge  ausgenommen)  ohne  Last  .  1  Muarkt,
für  einen  Menschen  mit  Last,  ohne  Rücksicht  auf  Gewicht  und  Inhalt  3  -
für  ein  Lasttier  mit  Last,  ohne  Rücksicht  auf  Gewicht  und  Inhalt  —  6  -
für  ein  Pferd  oder  Maultier  oder  Esel  ohne  Last.  ..  .  .2  -
für  ein  Rind  .  ..........()

für  ein  Stück  Kleinvieh  .....  0  )0  -

8  2.  Die  Gebühr  wird  für  ein  einmaliges  Vegehen  der  Landelsstraße.  kezn  Rücksicht  auf
die  Entfernung  oder  Richtung  erhoben.

§*  3.  Das  Gouvernement  kann  durch  öffentliche  Bekanntmachung  Befreiung  von  der  Entrichtung
  der  Gebühr  oder  Herabsetzung  der  Gebühr  anordnen,  auch  Handelsstraßen  bezeichnen,  auf
welchen  keine  Gebühr  zu  erheben  ist,  und  bestimmte  Wege  für  den  Handelsverkehr  schließen.

#§  4.  Wer  es  unternimmt,  die  im  §  1  festgesetzte  Gebühr  zu  hinterziehen,  oder  der  letzten
Bestimmung  des  §  3  zuwiderhandel",  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  eintausend  Mark  oder  mit  Haft
oder  mit  Gefängnis  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.

Auch  kann  auf  Einziehung  der  Lasten  und  Tiere,  für  welche  die  Gebühr  hinterzogen  werden
sollte  oder  mit  denen  ein  geschlossener  Weg  betreten  wurde,  erkannt  werden,  ohne  Unterschied,  ob
sic  dem  Verurteilten  gehören  oder  nicht.

§  5.  Die  Verordnung  tritt  vom  1.  Jannar  1907  ab  in  Kraft.

Lome,  den  5.  November  1906.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Bekonntmachung  des  GCouverneurs  von  Togo,  betr.  Eerhebung  der  Wegegebühr.
Vom  5.  November  1906.
Für  das  Begehen  der  Handelsstraßen

Sansanne  Mangu—  Jendi—Kete-Kratschi  -Kpandu  bzw.  Palime,

Sansanne  Mangu  Basari—Sokode  —Atakpamc,

Kirikfiri.—  Sokode  —Atakpame

sind  die  durch  Verordnung  vom  heutigen  Tage  festgesetzten  Wegegebühren  nicht  zu  erheben.
Lome,  den  5.  November  1906.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Bekanntmaochung  des  GCouverneurs  von  Togo,  betr.  Sollerhebung  in  Basari,
Jendi  und  Sokode.
Vom  5.  November  1906.
Die  Zollerhebung  in  Basari,  Jendi  und  Sokode  kommt  mit  Rücksicht  auf  die  anstatt  der
Zölle  zur  Erhebung  gelangenden  Wegegebühren  vom  1.  Jannar  1907  ab  in  Fortfall.
Lome,  den  5.  November  1906.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Verordnung,  betr.  die  Anwerbung  und  Kusführung  von  Eingeborenen  der  Ostkarolinen.
Vom  12.  September  1906.

Auf  Grund  des  §  15  Abs.  3  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzblatt  1900,  Seite  813)
in  Verbindung  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches
Kolonialblatt  1903,  Seite  509)  wird  verordnet,  was  folgt:
        <pb n="266" />
        196  20

8  1.  Eingeborene  dürfen  zum  Zweck  ihrer  Verbringung  als  Arbeiter  über  See  nur  auf
Grund  einer  schriftlichen  Erlaubnis  des  Vizegouverneurs  angeworben  werden.

Die  Ausführung  ist  nur  statthaft  nach  Gebietsteilen  der  Karolinen,  Palau,  Marianen  und
Marshall-Inseln.

§5  2.  Anträge  auf  Erteilung  der  Erlaubnis  sind  schriftlich  zu  stellen  unter  Angabe  der  mit
der  Anwerbung  zu  beauftragenden  Personen.

Die  Erlaubnis  wird  auf  eine  bestimmte  Anzahl  von  Arbeitern  erteilt.  Sie  kann  versagt
oder,  wenn  bereits  erteilt,  entzogen  werden  aus  Gründen  des  öffentlichen  Interesses  oder  solchen,
die  in  der  Person  des  Anwerbers  liegen.

§  3.  Als  Arbeiter  dürfen  nur  gesunde  und  arbeitsfähige  Leute  angeworben  werden.

§  4.  Verträge  über  Anwerbung  Eingeborener  als  Arbeiter  müssen  schriftlich  abgeschlossen
werden.  Der  Inhalt  der  Verträge  ist  den  Angeworbenen  vor  Vollziehung  durch  zuverlässige  Dolmetscher
  zu  erklären.

§  5.  Die  Danuer  der  Verträge  darf  drei  Jahre  nicht  übersteigen.  Dieselben  müssen  insbesondere
  über  Art  und  Ort  der  Arbeit,  Dauer  der  durchschnittlichen  täglichen  Arbeitszeit,  Höhe  und
Zahlungsweise  des  Lohnes,  unterkunst  und  Verpflegung,  Fürsorge  bei  Erkrankung  und  über  die
Rückbeförderung  Bestimmung  treffen.

Die  ein=  oder  mehrmalige  Verlängerung  der  Verträge  ist  zulässig,  wenn  Arbeiter  und
Arbeitgeber  darüber  einverstanden  sind.  Die  Erklärungen  sind  vor  der  Behörde  des  Arbeitsortes
schriftlich  abzugeben.

§  6.  Ehe  die  Angeworbenen  in  den  Dienst  eingestellt  werden,  sind  sie  von  dem  Anwerber
dem  Bezirksamt  vorzustellen,  dessen  Genehmigung  die  in  zwei  Eremplaren  einzureichenden  Verträge
unterliegen.

Eine  Befreinng  von  der  Vorführung  findet  ausnahmsweise  statt,  wenn  die  letztere  mit
unverhältnismäßig  hohen  Kosten  verbunden  sein  würde.

Sollen  die  Arbeiter  außerhalb  der  Ostkarolinen  verwendet  werden,  so  sind  sie  sowohl  dem
Bezirksamt  als  der  Behörde  des  Arbeitsortes  vorzustellen.

§  7.  Im  Falle  der  Genehmigung  der  Vertragsbestimmungen  veranlaßt  das  Bezirksamt
die  ärztliche  Untersuchung  und  trägt  die  dienstfähigen  Arbeiter  in  ein  Verzeichnis  (Stammrolle)  ein,
worauf  der  Anwerber  ein  mit  den  Nummern  der  Stammrolle  und  der  Einstellungserlaubnis  versehenes
  Vertragsexemplar  zurückerhält.

Zeitweilig  wegen  Krankheit  Dienstunfähige  sind  bis  zu  ihrer  Herstellung  auf  Kosten  des
Anwerbers  zu  verpflegen  und  ärztlich  zu  behandeln.  Zeitweilig  wegen  Schwäche  nicht  vollkommen
Arbeitsfähige  können  zu  leichteren  Arbeiten  zugelassen  werden.

#m#s#e  3.  Nach  Ablauf  der  Vertragszeit  sind  die  zu  entlassenden  Arbeiter  mit  der  Maßgabe
des  §  6  Absatz  2  dem  Bezirksamt  zur  Untersuchung  vorzuführen,  welches  entweder  die  Zulässigkeit
der  Heimbeförderung  bescheinigt  oder  die  zeitweilige  Zurückbehaltung  anordnet,  zum  Zwecke  ärgtlicher
Behandlung  auf  Kosten  des  Arbeitgebers.

Sind  Arbeiter  von  anßerhalb  zurückzubefördern,  so  findet  die  in  Absatz  1  vorgesehene  Vorstellung
  auch  bei  der  Behörde  des  Arbeitsortes  statt.

§5  9.  Für  die  Ausfertigung  der  Anwerbeerlaubnis,  die  Prüfung  der  Anwerbepapierc,  die
Musterung  der  angeworbenen  Arbeiter  sowie  die  Eintragung  in  die  Stammrolle  ist  von  dem  Anwerber
  eine  Gebühr  von  fünf  Mark  auf  jeden  angeworbenen  Arbeiter,  für  jede  sonst  nach  dieser
Verordnung  zu  erteilende  Erlaubnis  oder  Bescheinigung  des  Bezirksamts  eine  Gebühr  von  drei
Mark  zu  entrichten.  ·

8  10.  Die  Anwerbung  und  Ausführung  von  Eingeborenen  zu  Schaustellungszwecken
ist  verboten.

§  11.  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Gefängnis  bis  zu  drei
Monaten  oder  mit  Geldstrafen  bis  zu  500  Mark  bestraft.

5*  12.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Verkündung  in  Kraft.

Ponape,  den  12.  September  1906.
Der  geschäftsführende  Kaiserliche  Vizegonuverneur.
Berg,
        <pb n="267" />
        197  20

PDersonalien.

RKaiserliche  Schutztruppen.
Oberkommando  der  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  16.  Februar  1907.

Oehme,  Major  und  Mitglied  des  Bekleidungsamts  für  die  frühere  Ostasiatische  Besatzungsbrigade,
ein  Patent  seines  Dienstgrades  erhalten  und  unter  Belassung  in  dem  Kommando  zur  Dienstleistung
  beim  Oberkommando  und  Gewährung  der  Stabsoffiziergebührnisse  zum  Bekleidungsamt
  des  Gardekorps  versetzt.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  16.  Februar  1907.

Trefurth,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste  aus  der  Schutztruppe
ausgeschieden,

Dr.  Philipps,  Stabsarzt,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  unter  Verleihung  des  Roten

Adler-Ordens  4.  Klasse  und  mit  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  bewilligt,

Fischer,  Oberlentnant  und

Keil,  Leutnant,  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  16.  Februar  1907.

Am  28.  Febrnar  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  März  d.  Is.  im  Heere  angestellt:

Tracger,  Major  und  Bataillonskommandeur  im  2.  Feldregiment,  im  Füsilier-Regiment  Pring
Heinrich  von  Preußen  (Brandenburgischen)  Nr.  35,

Wilhelmi,  überzähliger  Major  im  1.  Feldregiment,  als  aggregiert  beim  Infanterie-Regiment
Freiherr  von  Sparr  (3.  Westfälischen)  Nr.  16,  derselbe  bezieht  sein  Gehalt  vom  1.  März  d.  Is.
ab  aus  dem  Etat  des  Regiments,

Salzer,  Hauptmann  im  Generalstabe  der  Schutztruppe,  als  Batteriechef  im  Mansfelder  Feldartillerie=Regiment
  Nr.  75,

v.  Maltzan,  Frhr.  zu  Wartenberg  u.  Penzlin,  Rittmeister  und  Kolonnenführer  in  der  III.
(Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  als  Eskadronschef  im  Dragoner-Regiment  König  Karl  I.
von  Rumänien  (1.  Hannoverschen)  Nr.  9,

Oammann,  Oberlentnant  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Ostfriesischen  Feldartillerie=Regiment
  Nr.  62;

die  Leutnants:

Erhardt  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  im  8.  Badischen  Infanterie-Regiment  Nr.  169,

Wolff  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  im  Cleveschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  43  und

v.  Oppen  im  1.  Brandenburgischen  Dragoner-Regiment  Nr.  2;

die  Oberärzte:;
Dr.  Gruner  beim  Pionier-Bataillon  Fürst  Radziwill  (Ostpreußischen)  Nr.  1  und
Dr.  Westphal  bei  der  Hauptkadettenanstalt.
Ferner:
Am  28.  Februar  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:

Clemm,  Hauptmann  und  Kolonnenführer  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

Schweiger,  Oberleutnant  und

Dr.  Heckenlauer,  Stabsarzt,  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  =  behufs  Rücktritts  in
Königlich  Bayerische  Militärdienste,  sowie

Dr.  Behucke,  Oberarzt,  gleichzeitig  wird  derselbe  mit  seinem  Patent  im  Beurlanbtenstande  der
Marine-Sanitätsoffiziere  wieder  angestellt.

6  Urlaub  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  bewilligt:

Winterfeldt,  Hauptmann  und  Batteriechef  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  im  Anschluß  an  den
ihm  vom  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  bis  zum  11.  Februar  d.  Js.
gewährten  neunmonatlichen  Urlaub,  ein  zweimonatlicher  Urlaub  nach  Deutschland  und
Frankreich,
        <pb n="268" />
        W  198  20

Ritter  und  Edler  v.  Rosenthal,  Oberleutnant  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  im  Anschluß
an  den  ihm  durch  Ordre  vom  18.  August  1906  gewährten  sechsmonatlichen  Nachurlaub  ein
weiterer  dreimonatlicher  Nachurlaub  nach  Deutschland  und  Egypten.

den  Leutnants:

v.  Thun,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  bis  zum
7.  Febrnar  d.  Is.  gewährten  Urlaub  ein  dreimonatlicher  Nachurlaub  nach  Deutschland,
Osterreich  und  Italien  und

v.  Lilienthal,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  bis
zum  11.  Februar  d.  Is.  gewährten  Urlaub  ein  dreimonatlicher  Nachurlaub  nach  Deutschland.

Neuerbourg,  Leutnant  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  und

Dr.  von  Ortenberg,  Oberarzt,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
26.  Jannar  1907.

Mrowka,  Oberveterinär,  mit  dem  28.  Februar  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Herresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
31.  Januar  1907.

Pfeiffer,  Militär-Bausekretär,  mit  dem  31.  Jannuar  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche
der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (Militärbauamt  V  Berlin),  aus  der  Schuttruppe
  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
2.  Febrnar  1907.

Hesse,  Oberveterinär,  mit  dem  28.  Februar  d.  Is.,  behufs  Ubertritts  zu  den  Oberveterinären  des
Beurlaubtenstandes  (Bezirkskommando  Siegen)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom

9.  Februar  1907.

Krneger,  Leutnant  der  Reserve  des  Telegraphen-Bataillons  Nr.  1,  eingezogen  zur  Verstärkung  der
Schutztruppe,  mit  dem  28.  Februar  d.  Is.  aus  dem  dienstlichen  Verhältnis  zur  Schutztruppe
  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
16.  Februar  1907.

Bauer,  Zahlmeister,  mit  dem  28.  Februar  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich

Bayerischen  Heeresverwaltung  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  16.  Februar  1907.
Dr.  Götz,  Stabsarzt,  am  28.  Februar  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem
1.  März  d.  Is.  als  Stabsarzt  mit  Patent  vom  15.  Dezember  1906  C  und  Bataillonsarzt
des  II.  Bataillons  Füsilier-Regiments  Graf  Roon  (Ostpreußischen)  Nr.  33  angestellt.

Verlustliste  Nr.  #79

der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  bei  den  Kämpfen  gegen  die
aufständischen  Singeborenen.
Vermißt:
Seit  8.  Februar  bei  Lahnstein  auf  Weidepatronille  mit  Pferd:
1.  Sanitätsgefreiter  Richard  Naumann,  früher  im  Landwehrbezirk  Altenburg,  Nachforschungen
erfolglos,  vermutlich  Unglücksfall  durch  Absturz.
An  Krankheiten  verstorben:
Im  Lazarett  Keetmanshoop:
1.  Reiter  Hörning,  früher  im  Königlich  Sächsischen  9.  Infanterie-Regiment  Nr.  133,  am
16.  Febrnar  an  Typhns  und  Ruhr.
        <pb n="269" />
        W  199  20

früher  im  9.  Lothringischen  Infanterie-Regiment  Nr.

Bayerischen  Landwehrbezirk  Würzburg,  am

Adolf  Eix,  früher  im  Magdeburgischen  Jäger-Bataillon  Nr.  4,  zuletzt  im  Landwehr-173,

  am

11.  Februar  d.  Is.  nördlich  von  Achab  mit  seinem  Dienstgewehr  tödlich  verunglückt,  Kopfschuß.

2  Gefreiter  Andreas  Götgz,  früher  im  Königlich

22.  Februar  an  Typhus  und  Ruhr.

Im  Lazarett  Windhuk:

3.  Gefreiter

bezirk  Magdeburg,  am  22.  Februar  an  eilriger  Bauchfellentzündung.

Verunglückt:

1.  Gefreiter  Joseph  Schramke,
2

Nr.  18,  am  18.  Februar  d.  Js.  bei
und  sofort  gestorben.

Gefreiter  Friedrich  Stolpe,  früher  im  2.  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Dragoner-Regiment
Warmbad  von  einem  Ochsenwagen  gesallen,

überfahren

 

 

ENichtamtlicher  Teis#khzen

Dersonal-Nachrichten.
Nachruf.
Freiherr  von  Sberstein  f.

Am  31.  Jannar  1907  verschied  plötzlich  der
Kaiserliche  Regierungsrat  a.  D.  Ernst  Albrecht
Freiherr  v.  Eberstein.  Geboren  am  25.  August
1862,  trat  er  im  April  1881  als  Leutnant  beim
Kaiser  Alexander  Garde-Grenadier-Regiment  Nr.  1
in  die  Armee  ein.  In  den  Jahren  1887  bis
1889  war  er  in  Diensten  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaft  im  Schutzgebiete  tätig.  1889
trat  er  zur  Truppe  des  ehemaligen  Reichskommissars
v.  Wissmann  über  und  wurde  am  1.  April  1891
als  Oberlentnant  in  die  Koaiserliche  Schutztruppe
für  Deutsch-  Ostafrika  übernommen,  aus  der  er  im
Jahre  1898  in  den  Zivildienst  des  Schutzgebiets
überging,  nachdem  er  im  Jahre  1896  zum  Hauptmann
  und  Kompagniechef  befördert  worden  war.
Freiherr  v.  Eberstein  war  im  Verwaltungsdienst
zunächst  als  Bezirksamtmann  in  Kilwa,  dann  als
Finanzreferent  beim  Gouvernement  tätig;  vom
1.  April  1900  ab  wurde  ihm  die  Stelle  des
ersten  Referenten  endgültig  übertragen.  Durch
Allerhöchste  Order  vom  30.  Juli  1899  wurde  ihm
der  Charakter  als  „Kaiserlicher  Regierungsrat“
verliehen.

Seine  durch  den  langjährigen  Tropenaufenthalt
erschütterte  Gesundheit  bedingte  im  Juni  1901
seine  einstweilige  und  am  1.  Juli  1905  seine
dauernde  Versetzung  in  den  Ruhestand  unter  Gewährung
  der  gesetzlichen  Pension.

Inzwischen  war  Freiherr  v.  Eberstein  wiederholt
  vorübergehend  in  der  Kolonial-Abteilung  des
Auswärtigen  Amts  beschäftigt.

Seine  militärischen  Leistungen  und  seine  Verdienste
  um  das  Schutzgebiet  sind  auch  durch  Verleihung
  des  Königlichen  Kronen-Ordens  4.  Klasse
mit  Schwertern,  des  Roten  Adler-Ordens  4.  Klasse
mit  Schwertern  und  anläßlich  seines  Ausscheidens
durch  Verleihung  des  Königlichen  Kronen-Ordens

 

3.  Klasse  mit  Schwertern  am  Ringe  Allerhöchst  anerkannt
  worden.

Sein  liebenswürdiges  und  vornehmes  Auftreten,
  sein  reger  Diensteifer  und  sein  hohes
Pflichtgefühl  haben  ihm  die  aufrichtige  Wertschätzung
  und  Freundschaft  Aller  gewonnen,  die
mit  ihm  dienstlich  oder  außerdienstlich  in  Berührung
  traten.  Sein  Andenken  wird  stets  in
Ehren  bleiben!

Deutsch-Ostafrika.

Der  Steuermann  Schnieders  hat  am  18.  Februar
  1907  die  Ausreise  nach  Ostafrika  angetreten
und  Eisenbahnadjunkt  Regner,  Polizeibureaudiätar
  Schön  und  Verkehrssteuerpraktikant  Mathis
werden  am  18.  März  1907  die  Ausreise  dorthin
antreten.

In  Ostafrika  sind  vom  Heimatsurlaub  wieder
eingetroffen:  Am  14.  Novbr.  1906  Lehrer  Jünemann
  und  am  13.  Dezbr.  1906  kommiss.  Sekretär
Scholz;  neu  eingetroffen:  am  13.  Dezbr.  1906
Geheimer  Regierungsrat  v.  Groß.

Aus  Ostafrika  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen
  Vorstand  Cohrs.

 

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  20.  Februar  1907
in  Genua  eingetroffen:  Unterzahlmeister  Jahns,
die  Sergeanten  Winzer  und  Küster,  Unteroffizier
  Rohde  und  Sanitätsunteroffizier  Naumann.


Die  Wiederausreise
am  18.  Februar  1907
treten  Leutnant  Schön.

in  das  Schutzgebiet  hat
von  Neapel  aus  ange-Ramerun.



Im  Schutzebiet  sind  eingetroffen:  Sanatoriumsverwalter
  Lückerath  am  4.  Novbr.  1906,
Polizeimeister  Hoffmann  am  29.  Novbr.  1906
und  Sekretär  Meiß  am  30.  Dezember  1906.
        <pb n="270" />
        G  200  20

Deutsch-Südwestafrika.

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika  haben
folgende  Beamte  und  Angestellte  angetreten:
Am  11.  Februar  von  Hamburg  Landmesser  Oskar

Heutschel;
am  17.  Februar  von  Bremerhaven:  Gerichtsaktnar

  Ernst  Dohrs,  Eisenbahnpraktikant  Eugen

Michgelis,  Polizeibureauassistent  Alb.  Lange;
am  25.  Februar  von  Hamburg:  Lokomotivheizer
Karl  Schüngel,  Theodor  Schulte,  Franz

Ludwig,  Arno  Anacker,  Max  Jgenisch,

Schlosser  Paul  Haase,  Brun  Syllwaßchy,

Paul  Beyer,  Ernst  Eckert,  Karl  Runds,

Franz  Manschewsky,  Anton  Drzisga,  Otto

Schatz,  Max  Ciepluch,  Erich  Scholz,  Emil

Pacg,  Hermann  Allers,  Reinhold  Ohm,

Gustav  Reschke,  Leo  Fahrenkrug,  Paul

 

Langguth,  Kesselschmiede  Adolf  Tschepe,
Franz  Fisch,  Herm.  Knodel,  Leo  Schmidt,
Johann  Sowinski,  Adolf  Orschulko,  Adolf
Hübner,  Eisenbahnpraktikant  Fritz  Pezel.

 

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder
Erkrankung  sind  am  17.  Februar  1907  in  Curxhaven
  eingetroffen:  Oberleutnant  Döring,  die
Leutnants  Zinken,  Dippe-Bettmar  und  Fahnert,
  Leutnant  der  Reserve  Boit,  Oberarzt  Eichholz,
  Obervéterinär  Haase,  Feldlazarettrendant
Schulz  und  Bekleidungsamtsassistent  Strodthoff
sowie  140  Unteroffiziere  und  Mannschaften.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  25.  Februar  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Stabsarzt  Graf.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Destfälle  in  Deutsch-Ostafrika.

Daß  in  Muansa  (Deutsch-Ostafrika)  zwei
Todesfälle  an  Pest  vorgekommen  sind,  wird  nunmehr
  amtlich  bestätigt.  Auch  ist  nach  einem  am
letzten  Dienstag  hier  eingetroffenen  Bericht  des
Gouverneurs  schon  am  4.  Februar  d.  Is.  an  Bord
eines  englischen  Dampfers  ein  Pesttodesfall  in
Muansa  vorgekommen.  Die  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln
  sind  von  den  lokalen  Behörden
getroffen  worden.

Es  dürfte  sich  bei  diesen  Pesterkrankungen
nicht  um  eine  Neueinschleppung  von  Pest  handeln,
  sondern  um  ein  Wiederaufflackern  des  alten
zentralafrikanischen  Pestherdes,  welcher  in  Uganda
offenbar  seit  alten  Zeiten  besteht  und  im  Süden
noch  in  das  deutsch-ostafrikanische  Gebiet  hineinreicht.
  In  die  an  Uganda  grenzende  Landschaft
Kisiba  des  Bezirks  Bukoba  soll  vor  etwa  fünfzehn
Jahren  von  Uganda  aus  die  Pest  eingedrungen
sein.  Von  hier  aus  sind  schon  wiederholt  kleinere
Epidemien  (so  im  Jahre  1902)  in  Bukoba  entstanden.
  Die  Pest  ist  in  diesen  Tropengegenden
deshalb  so  schwer  auszurotten,  weil  die  Krankheit
von  den  Ratten  unterhalten  wird,  welche  in  den
ausgedehnten  Bananenhainen  der  Eingeborenen
sehr  schwer  zugängliche  Schlupfwinkel  besitzen.
Nur  gelegentlich  wird  die  Pest  von  den  Ratten
auf  die  Menschen  übertragen,  gewöhnlich  nachdem
vorher  ein  Rattensterben  vorangegangen  war.
Die  Eingeborenen,  welche  die  Ansteckungsgefahr
dieser  Krankheit  sehr  wohl  kennen,  pflegen  dann
ihre  Wohnsitze  zu  verlassen,  die  Kranken  zu
isolieren,  und  erst  wenn  die  Senche  erloschen  ist,
wieder  an  ihre  früheren  Sitze  zurückzukehren.

Zu  irgend  einer  Beunruhigung  ist  kein
Anlaß  vorhanden.  Wie  es  gelungen  ist,  die

 

früheren  von  diesem  Seuchenherde  ausgegangenen
kleinen  Epidemien  zu  beschränken,  so  dürfte  auch
dieser  Ausbruch  eine  weite  Ausbreitung  nicht  gewinnen.
  Daß  es  auf  europäischen  Stationen  im
tropischen  Afrika  möglich  ist,  der  Pest  Herr  zu
werden,  das  zeigt  vor  allem  der  Verlauf  der
Pestepidemie  vom  letzten  Jahre  in  Zanzibar  und
der  früheren  Pestepidemie  in  Nairobi  an  der
Uganda-Bahn.
7%

Deutsch-Meuguinea.
Eine  Reise  nach  sialser-Wilhelmsland.

Dem  Bericht  des  stellvertretenden  Gonverneurs
von  Deutsch-Neugninea  über  die  von  ihm  mit
dem  Regierungsdampfer  „Seestern“  in  der  Zeit
vom  13.  August  bis  zum  13.  September  1906
ausgeführte  Reise  nach  den  Freuch-Inseln  und
dem  nördlichen  Teil  von  Kaiser-Wilhelmsland
#ontnehmen  wir  nachstehende  Einzelheiten:

Nach  kurzem  Besuch  in  den  Bainingbergen
lief  der  „Seestern“  mit  direktem  Kurs  nach  Peterhafen,
  der  Hauptstation  der  Neu-Guinea-Kompagnie
in  den  Freuch-Inseln,  wo  er  am  15.  Aug.  1906
eintraf.  Ich  wurde  dort  von  dem  derzeitigen
Stationsvorsteher  Herrn  Zwingenberger  empfangen.
Bei  der  Besichtigung  der  von  ihm  geleiteten
Pflanzung,  in  der  hauptsächlich  Kakao,  Ficus  und
Hevea  angebaut  sind,  gewann  ich  einen  recht
günstigen  Eindruck.

Am  folgenden  Tage  lief  ich  Variai,  am  westlichsten
  Ende  der  Nordküste  Neupommerns,  in  der
Nähe  von  Kap  Ravult,  ein  neu  erschlossenes  Anwerbegebiet
  an,  um  einigen  von  dort  stammenden
Polizeisoldaten  Gelegenheit  zu  geben,  kurze  Zeit
auf  Urlaub.  zu  gehen  und  um  die  Beziehungen
        <pb n="271" />
        W  201  20

zu  den  Eingeborenen  dort  weiter  zu  pflegen.  Ich
traf  viele  Kranke  an  und  hatte  den  Eindruck,  als
ob  eine  Seuche  verheerend  unter  den  Leuten  gewirkt
  hätte.  Einzelheiten  waren  leider  nicht  festzustellen.


Freitag,  den  17.  August,  wurde  Friedrich-Wilhelmshafen
  erreicht.  Hier  besichtigte  ich  die
Jombapflanzung  der  Neu-Guinea-Kompagnie  und
trat  am  andern  Morgen  die  Weiterreise  an.  Es
schifften  sich  in  Friedrich-Wilhelmshafen  außer  dem
Bezirksamtmann  Regierungsrat  Stuckhardt  der
Regierungsarzt  Dr.  Runge  ein,  da  geplant  war,
soweit  möglich  Impfungen  der  Arbeiter  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  und  der  Missionen  vorzunehmen.

Das  nächste  Reiseziel  war  Potsdamhafen.  Auf
dem  Wege  dahin  wurde  noch  ein  kurzer  Aufenthalt
  auf  der  Insel  Dampier  genommen,  um  dort
einige  Leute  abzusetzen,  die  ihre  Zeit  abgedient
hatten.

Neben  der  Station  der  Neu-Guinea-Kompagnie
befinden  sich  dort  noch  zwei  Niederlassungen  der
Mission  vom  göttlichen  Wort,  Monumbo  und
Bogias.  An  allen  drei  Stationen  wurden  durch
den  Arzt  insgesamt  360  Arbeiter  und  Schulkinder
geimpft.  Die  Kulturarbeit,  die  dort  geleistet
worden  ist,  darf  als  recht  anerkennenswert  bezeichnet
  werden.  Große  Strecken  Landes  sind
geklärt  und  mit  Kokospalmen  und  Ficus  bepflanzt.
loer  den  empfindlichen  Schaden,  der  den  jungen
Pflanzungen  durch  Rattenplage  zugefügt  wird,
wurde  sehr  geklagt.

Auf  Wunsch  der  Mission  nahm  ich  in  Bogias
fünf  Missionare  mit  dem  Reiseziel  Berlinhafen  —
Tumleo  an  Bord.  Zuvor  lief  ich  am  20.  August
im  die  Hansabucht  zu  kurzem  Besuch  der  Pflanzung
Nubia  der  Neu-Guinea-Kompagnie.  Geimpft
wurden  dort  92  Arbeiter.  Die  Pflanzung  besteht
hauptsächlich  aus  Kokospalmen,  die  etwa  zwei  bis
drei  Jahre  alt  sein  mögen  und  ein  ziemlich  gesundes
  Aussehen  haben.  Ein  Teil  der  Pflanzung
ist  mit  Ficus  und  Castilloa  alba  bepflanzt.  Diese
Kulturen  sind  jedoch  noch  sehr  jung.  Die  beiden
Pflanzungen  Potsdamhafen  und  Nubia  sollen  nach
und  nach  so  vergrößert  werden,  daß  sie  ein  zusammenhängendes
  Ganze  bilden.  Dem  Dorfe
Nubia  selbst  machten  wir  auch  einen  Besuch.  Wir
wurden  von  den  Eingeborenen,  die  hier  in  ziemlich
tarker  Zahl  wohnen,  sehr  freundlich  ausgenommen.
Sie  bereiteten  gerade  einen  großen  Tanz  vor
und  führten  uns  bereitwillig  zu  dem  ringsum
bocheingefriedigten  Platze,  auf  dem  sie  eine  Art
Schaubühne  für  das  „Sing-Sing“  aufgerichtet
gdatten.  Es  waren  hier  riesige  Masken  ausgehängt,
die  ähnlich  wie  Duk-Duk-Masken  beim  Tanze
aufgesetzt  werden.  Man  muß  sich  wundern,  daß
ne  Leute  in  diesen  schweren  Kopfbedeckungen
angen  können.  Sie  waren  gerade  bei  einem

 

Schmaus,  bestehend  aus  einer
Sance  und  einigen  Hundeknochen.

Von  der  Hansabucht  lief  der  „Seestern“  nach
Tamara  (Tumleo),  dem  Hauptsitz  der  Mission
vom  göttlichen  Wort,  wo  wir  am  21.  August
eintrafen.  Ich  empfing  den  Besuch  des  Pater-Präsekten
  Limbrock  und  begab  mich  mit  ihm  an
Land.  Dr.  Runge  impfte,  während  wir  die  Inseb
besichtigten,  die  Missionszöglinge  und  Arbeiter,  im
ganzen  151  Leute.  Die  Mission  hat  in  Tumler
eine  große  Anzahl  Schüler.  Ich  war  wirklich
erstannt,  was  im  deutschen  Unterricht  geleistet
worden  ist.  Man  konnte  irgend  ein  Kind  herausgreifen
  und  man  bekam  auf  deutsche  Fragen
nahezu  immer  die  richtige  deutsche  Antwort.  Auch
lesen  konnten  die  Kinder  fließend,  und  zwar  die
deutschen  Buchstaben.  Die  Schwester,  die  u.  a.
Unterricht  erteilt,  erklärte  mir,  daß  die  Kinder  im
allgemeinen  die  deutschen  Schriftzeichen  leichter
lernten,  als  die  lateinischen.  Ich  glaube,  diese
Mission  hat  wirklich  den  Beweis  erbracht,  daß
man  bei  systematischem  Vorgehen  doch  allmählich
einen  ganzen  Stamm  von  Leuten  heranbilden
kann,  welche  die  deutsche  Sprache  beherrschen.

Bittere  Klagen  führten  die  Missionare  über
die  Warabuleute.  Diese  hatten  aus  einem  in  der
Laguneneinfahrt  gekenterten  Boote  der  „Siar“
vier  Gewehre  und  einige  Patronen  erbeutet,  und
sollen  nun  regelrechte  Raubzüge  in  ihre  Nachbarschaft
  gemacht  haben.  Ich  versprach  den  Missionaren,
  die  Sache  an  Ort  und  Stelle  näher  zu
untersuchen.  Am  22.  Angust  lief  ich  die  Station
der  Neu-Guinea-Kompagnie,  Seleo,  an.  Die
Pflanzungen  der  Kompagnie  befinden  sich  teils  aus
der  Insel  Seleo,  teils  auf  dem  gegenüberliegenden
Festlande  in  Tadj.  Es  sind  größenteils  nur  jüngere
  Bestände  an  Palmen  vorhanden.  Auf  der
Insel  wurden  49  Kompagniearbeiter,  auf  dem
Festlande  110  Arbeiter  und  12  andere  Eingeborene
  aus  einem  in  der  Nähe  befpindlichen
Dorfe  geimpft.  Dem  letzteren  Dorfe  stattete  ich
einen  Besuch  ab.  Die  Eingeborenen,  die  anfangs
sehr  schen  waren,  gaben  ihre  Zurückhaltung  bald
auf,  als  sie  sahen,  daß  ich  nicht  in  feindlicher
Absicht  gekommen  war.

Von  Tadj  aus  weiterfahrend,  ging  der  „Seestern“
  in  der  Bucht,  in  die  der  Eitapebach  mündet,
vor  Anker.  Ich  besuchte  zunächst  die  Missionsstation
  St.  Anna,  die  bis  jetzt  von  einem  Bruder
geleitet  wird.  Es  ist  dort  schon  viel  gearbeitet
worden.  Größere  Strecken  Landes  sind  geklärt,
und  teils  mit  Palmen,  teils  mit  Ficus  bepflanzt.
Letzterer  steht  in  der  an  den  Rajufluß  angrenzenden
  Ebene  und  wächst  dort  offenbar  ganz
ausgezeichnet.  An  den  Raju  gingen  wir  auch
hinunter.  Er  führt,  wiewohl  jetzt  die  trockene
Jahreszeit  ist,  reichlich  Wasser.  Auf  den  der

2

undefinierbaren
        <pb n="272" />
        202  20

Ficuspflauzung  gegenüberliegenden  Sandbänken
sollen  sich  oft  Krokodile  in  größerer  Auzahl  auf—
halten.  Zu  Gesicht  bekamen  wir  allerdings  in
der  kurzen  Zeit  unseres  Aufenthaltes  keines.  Nach
dieser  Missionsstation  soll  später  die  ganze  jetzt
auf  Tumleo  befindliche  Niederlassung  der  katho—
lischen  Mission  verlegt  werden,  während  der  Präfekt,
  falls  die  Schiffsverbindung  nach  Tumleo  nicht
besser  wird,  seinen  Sitz  nach  Alexishafen  verlegen
will.  In  St.  Anna  wurden  im  ganzen  101  Eingeborene
  der  Mission  geimpft.  Viele  der  jüngeren
Leute  sprechen  sehr  nett  deutsch,  und  zwar  meist
ohne  grammatikalische  Fehler.  Sie  sind  jetzt
etwa  zwei  Jahre  bei  der  Mission.  Nach  Beendigung
  des  Impfens  und  Besichtigung  der  Pflanzung
fuhr  ich  nach  der  Mündung  des  Eitapebaches,
um  mich  wegen  eines  Platzes  für  die  künftige
Regierungsstation  umzusehen.  Der  ausersehene
Platz  befindet  sich  auf  einem  am  linken  Ufer  des
Eitape  etwas  landeinwärts  gelegenen  Höhenzuge.
Das  Plateau,  das  sich  oben  in  einer  ziemlichen
Länge  hinzieht,  ist  leider  nirgends  sehr  breit.
Eine  Ansiedlung  in  der  sumpfigen  Flußniederung
dürfte  aber  auf  keinen  Fall  ratsam  sein.  Die
nähere  Bestimmung  bleibt  am  besten  dem  Stationschef
  überlassen,  der  ohnedies  daran  wird  denken
müssen,  durch  Auffüllung  und  Trainierung  sich
das  Terrain  für  seine  Zwecke  dienstbar  zu  machen.

Gegen  12  Uhr  am  23.  Anugust  verließen  wir
die  Bucht  von  Eitape  und  fuhren  weiter  nach
Arap.  Hier  kamen  wir  kurz  nach  1  Uhr  mittags
an.  Die  Eingeborenen  von  Arap,  die  uns  sehr
freundlich  aufnahmen,  bestätigten  die  Angaben  der
Missionare.  Die  Leute  von  Warabu  seien  in
großer  Zahl,  mit  Gewehren,  Bogen  und  Pfeilen
bewaffnet,  in  ihr  Dorf  eingedrungen  und  hätten
14  Leute  getötet,  einige  mit  den  Gewehren  erschossen
  und  andere  sonst  erschlagen.  Ein  Mann
wurde  uns  gezeigt,  der  zwei  frische  Pfeilwunden
hatte,  und  zwei  Leichen  hatten  sie  nach  ihrer
Sitte  noch  in  den  Häusern.  Da  die  Nachricht
auch  von  dem  Händler  der  dortigen  Neuguineastation
  bestätigt  wurde,  so  konnten  wir  an  ihrer
Glaubwürdigkeit  nicht  länger  zweifeln  und  beschlossen,
  alsbald  nach  Warabu  zu  gehen,  um
dort  die  Auslieferung  der  Gewehre  zu  verlangen
und  die  Schuldigen  zu  bestrafen.

Durch  einen  Eingeborenen,  mit  dem  eine
Verständigung  möglich  war,  wurde  der  Zweck  des
Besuches  erklärt  und  die  Herausgabe  der  Gewehre
verlangt,  andernfalls  das  Dorf  in  Brand  gesteckt
werden  sollte.  Die  Aufforderung  blieb  unbeachtet,
die  Leute  nahmen  vielmehr  eine  drohende  Haltung
an  und  begannen  zu  schießen.  Es  genügten  jedoch
wenige  Schüsse  unserseits,  um  die  Angreifer  zu
vertreiben.  Der  Einbruch  der  Dunkelheit  zwang
zur  Rückkehr  an  Bord;  jedenfalls  aber  waren  die

 

Maßregeln  von  Erfolg  begleitet,  denn  am  folgenden
  Morgen  wurden  die  geraubten  Gewehre  abgeliefert.


Von  Warabu  fuhr  der  „Seestern“  weiter  nach
Mussuli  (Leiterer-Lagunen),  um  die  mit  den
dortigen  Eingeborenen  angeknüpften  Beziehungen
weiter  zu  pflegen.  Wir  machten  mit  Kanus  eine
Rundfahrt  durch  die  landschaftlich  herrlich  gelegene
Lagune.  Die  Pfahlbauten  nehmen  sich  mit  ihren
hohen  spitzen  Dächern  in  dem  von  Bergen  ringsum
  eingerahmten  Wasser  äußerst  malerisch  aus.
Die  Eingeborenen  kamen  uns  sehr  freundlich  entgegen.
  Sie  gaben  uns  allerdings  diesmal  keine
Arbeiter  mit.

Das  nächste  Ziel  des  „Seestern“  war  der
Angriffshafen.  Zum  Besuch  der  an  der  Küste
befindlichen  Eingeborenenansiedlungen  landecte  ich
am  25.  August.  Die  Eingeborenen  wurden,  nachdem
  sie  sich  von  dem  friedfertigen  Charakter  des
Besuchs  überzeugt  hatten,  sehr  zutraulich.  Ihr
Dorf  ist  ziemlich  groß,  und  die  Häuser  sind  mit
großer  Sorgfalt  gebant.  Sie  haben  auch  die
spitzen  Dächer  wie  die  Häuser  in  den  Leiterer-Lagunen,
  nur  sind  sie  noch  bedeutend  höher.  Auf
der  Spite  der  meisten  Dächer  prangten  weiße
Orchideen.  Wir  machten  einen  Rundgang  durch
das  ganze  Dorf  und  kehrten  sodann  wieder  an
Bord  zurück.  Nachher  fuhren  wir  noch  den
in  die  Bucht  mündenden  Bach  hinauf,  der  auf
der  Karte  mit  Namen  nicht  bezeichnet  ist.  Wir
kamen  aber  nicht  sehr  weit,  da  das  Wasser  bald
zu  seicht  wurde.  Wir  hatten  bei  dem  Besuche
des  Eingeborenendorfes  auch  versucht,  einige  Leute
anzuwerben,  jedoch  ohne  Erfolg.

Nachdem  wir  von  der  Fahrt  den  Bach  hinauf
zurückgekehrt  waren,  gingen  wir  wieder  in  See
nach  der  bereits  auf  holländischem  Gebiete  gelegenen
  Humboldtbucht.  Ich  glaubte  bei  der  Nähe
dieser  Bucht  die  Gelegenheit,  auch  ein  Stück  von
Holländisch-Neuguinen  zu  sehen,  nicht  versäumen
zu  sollen.  Wir  kamen  nach  etwa  3½  stündiger
Fahrt  in  der  Bucht  an  und  gingen  dort  in  fünf
Faden  Wasser,  etwa  1½  Meilen  vom  Festlande
ab,  vor  Anker.  Einige  Malaien  kamen  auf  einem
Kann  heraus.  Von  ihnen  erfuhren  wir,  daß  ein
Vertreter  der  Regierung  nicht  am  Platze  sei.  Wir
gingen  dann  an  Land  und  wurden  hier  von
einem  Engländer  begrüßt.  Dieser  war  mit  dem
alle  zwei  Monate  hier  vorlaufenden  Dampfer  der
Niederländischen  Dampfschiffahrts-Gesellschaft  vor
etwa  acht  Wochen  angekommen,  um  Vögel  für
das  Britische  Museum  in  London  zu  sammeln;
er  wollte  mit  dem  am  5.  September  eintreffenden
  Dampfer  die  Bai  wieder  verlassen.  Er  bestätigte
  uns,  daß  er  der  einzige  Weiße  am  Platze
und  daß  hier  kein  Regierungsvertreter  stationiert
sei,  sowie  daß  die  nächste  Verwaltungsbehörde  der
        <pb n="273" />
        W  203  20

„Assistent  Resident"  in  Manuswari-Gelvinkbai
ihren  Sitz  habe.  Die  ornithologische  Ausbente
ist  nach  seiner  Angabe  hier  sehr  reich.  Er  habe
verschiedene  neue  Gattungen  und  Spezies  entdeckt
und  es  kämen  namentlich  auch  Paradiesvögel
und  Krontauben  in  der  Umgebung  noch  in  größerer
Menge  vor.  Im  letzten  Jahre  seien  58000  Paradiesvögelbälge
  von  der  Zollbehörde  als  ausgeführt
  registriert  worden.  Auf  der  Ausfuhr  ruht
ein  Zoll  von  10  Prozent  des  Wertes  der  Bälge.
Dieser  Wert  wechselt  je  nach  der  Nachfrage  nach
solchen  Bälgen.  Der  Zollbeamte  kommt  alle  zwei
Monate  mit  dem  Dampfer  von  Manuswari  und
kontrolliert  die  Zahl  der  zur  Verschiffung  kommenden
  Bälge.  Die  Paradiesvogeljagd  wird  in  der
Regel  ausschließlich  von  Malaien  und  Chinesen
betrieben.  Eine  Lizenzgebühr  wird  für  das  Schießen
der  Paradiesvögel  nicht  erhoben,  sondern  nur  der
angegebene  Ausfuhrgzoll.

Die  Eingeborenen  sind  friedliche  und  gutmütige
  Leute.  Sie  ähneln  in  Sprache  und  Gebräuchen
  sehr  den  Lenten  der  Leiterer-Lagune
und  vom  Angriffshafen.  Ein  in  unserer  Begleitung
  befindlicher,  aus  der  Leiterer-Lagune
stammender  Polizeisoldat  konnte  sich  auch  mühelos
mit  ihnen  verständigen.  Ihre  Häuser  stehen
ebenfalls  im  Wasser,  nach  der  Banart  sind  sie  denen
am  Angriffshafen  und  in  der  Leiterer-Lagune  nahezu
gleich.  Pidgin-Englisch  ist  hier  vollkommen  unbekannt.
  Dagegen  sprechen  von  den  Eingeborenen
eine  ganze  Anzahl  mehr  oder  weniger  Malalisch.
Die  Gesundheitsverhältnisse  sind  nach  Angabe  des
Engländers  nicht  besonders  günstig.  Es  herrsche
sowohl  unter  den  Eingeborenen  wie  unter  den
Malaien  und  Chinesen  ziemlich  viel  Fieber.  Er
habe  den  Leuten  vielfach  mit  Chinin  ausgeholfen,
und  willig  hätten  sie  sich  von  ihm  behandeln
lassen.  Sie  seien  für  diese  Wohltaten  stets  sehr
erkenntlich  gewesen  und  hätten  ihm  Schweine,
Früchte,  Vögel  und  allerlei  gebracht,  wovon  sie
dachten,  daß  sie  ihm  eine  Freude  machen  könnten.

Wir  blieben  die  Nacht  über  vor  Anker  und
machten  am  andern  Morgen  einen  Ausflug  nach
dem  „Sentanisee“.  Erst  fuhren  wir  im  Kutter
bis  ans  Ende  der  Bucht,  und  von  da  ab  hatten
wir  noch  etwa  zwei  Stunden  zu  gehen.  Der
Weg  führt  zunächst  durch  sumpfige  Niederung  und
geht  dann  ziemlich  eben  fort,  teils  durch  Busch,
leils  durch  Alang-Alangfelder.  Der  Busch  ist
von  Vögeln  aller  Art  sehr  belebt.  Kurz  ehe  man
an  den  See  gelangt,  geht  man  über  eine  mit
kurzem  Gras  bewachsene  Anhöhe  weg,  von  der
man  eine  herrliche  Aussicht  über  den  von  Hügeln
und  Bergen  umrahmten  See  hat.  An  seinem
Rande  liegen,  ebenfalls  ins  Wasser  gebaut,  zahlreiche
  Eingeborenendörfer.  Die  Eingeborenen  an

er  Nordküste  waren  friedliche,  freundliche  Leute.

 

Sie  gehen,  bis  auf  die  verheirateten  Weiber,  die
einen  Bastschurz  tragen,  vollkommen  nackt.

Der  See,  aus  dem  unter  anderem  der  Tamifluß
  ausmündet,  hat  verschiedene  Buchten.  Seine
größte  Länge  beträgt  von  Ost  nach  West  ausweislich
  der  Karte  etwa  12  Seemeilen  und  das
Hauptbecken  hat  eine  Breite  von  etwa  3½  Meilen.
Er  hat  Tiefen  bis  zu  20  Faden  aufzuweisen.
Am  Südrande  sollen  die  Leute,  wie  uns  der
Engländer  versicherte,  noch  stark  dem  Kannibalismus
  huldigen.  Er  will  selbst  Eingeborenen  begegnet
  sein,  die  Teile  einer  frischen  Leiche  mit
sich  getragen  hätten.  Nach  einem  etwa  zweistündigen
  Aufenthalte  am  See  traten  wir  den
Rückmarsch  an,  und  nachmittags  um  3  Uhr  trafen
wir  wieder  an  Bord  ein.

Am  gleichen  Abend  gingen  wir  wieder  in
See.  Am  nächsten  Vormittag  gegen  9  Uhr  wurde
vor  der  Landschaft  Szerra,  zwischen  Angriffshafen
und  Eitape,  haltgemacht.  Die  Kunde  von  der
Züchtigung  der  Warabn-Eingeborenen  war  offenbar
  auch  schon  bis  dorthin  vorgedrungen,  denn
als  wir  Miene  machten,  das  Dorf  der  Eingeborenen
  zu  betreten,  flüchteten  sie  sämtlich  in  den
Busch.  Nach  langen  Versuchen  gelang  es,  mit
vier  Leuten  eine  Verständigung  anzuknüpfen.
Nach  Mitteilungen  der  Anwerbeschiffe  war  in
jenem  Gebiet  von  malatschen,  aus  holländischem
Gebiet  kommenden  Paradiesvogeljägern  schlimme
Raubjagd  getrieben  worden;  indessen  war  hierüber
von  den  Eingeborenen  nichts  in  Erfahrung  zu
bringen.  Deren  Scheuheit  wich  auch  nicht,  als
wir  nach  kurzer  Rekognoszierungsfahrt  auf  dem
Arnoldfluß  ins  Dorf  zurückkehrten.  Es  wird  die
Aufgabe  des  Leiters  der  neu  zu  gründenden
Station  Eitape  sein,  dem  Treiben  dieser  Jäger
hier  ein  Ende  zu  bereiten.

Von  Szerra  lief  ich  abermals  in  der  Nähe
der  Warabu-Lagune  an.  Über  das  Resultat
der  Züchtigung  habe  ich  oben  bereits  Bericht
erstattet.  Nachzutragen  bleibt,  daß  die  Eingeborenen
  nunmehr  versprechen  ließen,  mit  ihren
Nachbarstämmen  Frieden  halten  zu  wollen.  In
persönliche  Berührung  konnte  ich  mit  ihnen  der
Kürze  der  Zeit  halber  nicht  mehr  treten.  Am
28.  August  traf  ich  in  Walis  ein.  Hier  wurden
40  Leute  der  Neuguinea-Kompagnie  geimpft.  Ich
besuchte  in  der  Zwischenzeit  die  Eingeborenen-Dörfer
  Ambur,  Miamea  und  Reidam.  Die  Eingeborenen
  sind  hier  sehr  friedlich,  und  man  merkt
sofort,  daß  schon  eine  größere  Zahl  unter  ihnen
bei  Weißen  im  Dienste  gewesen  ist.  In  den  besuchten
  Dörfern  herrscht  eine  ausnehmende  Sauberkeit,
  die  Häuser  sind  groß  und  geräumig,  und
vor  allem  ist  bemerkenswert,  wie  die  Leute  die
Gräber,  die  unmittelbar  neben  den  Häusern  liegen,
ausschmücken  und  im  Stande  halten.  Rings  um
        <pb n="274" />
        W  204  20

die  Gräber  geht  eine  etwa  einen  Meter  hohe
Einfriedigung  aus  geflochtenem  Grase,  der  Grabhügel
  selbst  ist  mit  zusammengeflochtenen  Palmblättern
  bedeckt  und  darüber  sind  allerlei  Gegenstände,
  wie  Speere,  Pfeile,  Trommeln,  Bekleidungsstücke
  und  dergl.  angebracht.  Besonders
interessant  war  das  Denkmal,  das  die  Eingeborenen
  ihrem  kürzlich  im  Marienflusse  einem
Krokodile  zum  Opfer  gefallenen  Landsmann,
der  in  Friedrich-Wilhelmshafen  bei  der
Polizeitruppe  war,  gesetzt  haben.  Das  Ganze
macht  den  Eindruck  einer  etwa  acht  Meter
hohen  Siegessäule:  pyramidenförmig  erheben
sich  Speere,  Pfeile  und  alles,  was  sonst
an  den  Toten  erinnerte  zu  einer  äußerst
malerischen  Gruppe.  Vier  der  Eingeborenen
ließen  sich  für  die  Polizeitruppe  in  Friedrich-Wilhelmshafen
  anwerben,  und  zwar  hatten  sich
die  Leute  freiwillig  gemeldet.  Die  Urlauber,  die
hier  auf  der  Hinreise  an  Land  gesetzt  worden

waren,  hatten  sich  auch  wieder  vollzählig  eingefunden.
  Mittags  ging  dann  die  Fahrt  weiter.

Am  anderen  Morgen,  den  29.  August  kamen
wir  früh  um  8  Uhr  vor  der  Mündung  des
Kaiserin  -Augusta-Stromes  an.  Da  nach  den
vorher  eingezogenen  Erkundigungen  die  Möglichkeit
  bestand,  mit  dem  „Seestern“  in  den  Fluß
hineinzufahren,  so  beschloß  ich,  den  Versuch  zu
machen,  um  wenigstens  einen  Begriff  von  der
Ausdehnung  und  Mächtigkeit  des  Stromes  zu
bekommen.  Die  Einfahrt  mit  Südwestkurs  in
der  Mitte  des  Stromes  ging  ohne  Zwischenfall
vonstatten.  Die  Lotungen  vor  der  Einfahrt
ergaben  bei  23  Faden  und  in  der  Einfahrt  selbst
bei  17  und  nachher  16  Faden  noch  keinen  Grund.
Im  Flusse  selbst  wurden  dann  kurz  vor  der  Ausmündung
  16  Faden  Wassertiefe  festgestellt;  wir
gingen  sodann  sechs  Seemeilen  flußaufwärts  in
neun  Faden  Wasser  vor  Anker.  Der  Strom
mag  hier  etwa  eine  Geschwindigkeit  von  drei
Seemeilen  haben.  Seine  Breite  schätzten  wir
an  der  Ankerstelle  auf  etwa  280  Meter.  Wir
besuchten  das  in  der  Nähe  am  linken  Ufer  gelegene
  kleine  Dorf  Koferan.  Mit  Hilfe  eines  der
neu  angeworbenen  Walisjungen,  der  die  Sprache
der  Koferan-Leute  beherrschte,  gelang  es  uns,
mit  den  Eingeborenen  in  Verbindung  zu  treten.
Diese  zeigten  keinerlei  Schen  und  kamen  ohne
weiteres  zu  uns  ans  Boot  heran.  Sie  erzählten,
daß  in  einiger  Entfernung  flußaufwärts  ein  sehr
großes  Dorf  sei.  Wir  wollten  auch  noch  diese
Niederlassung  besuchen  und  fuhren  einige  Meilen
im  Kutter  stromaufwärts,  allein  wir  konnten  keine
Landungsstelle  finden.  Das  ganze  linke  Ufer
war  auf  der  von  uns  zurückgelegten  Fahrt  sumpfig
und  mit  palmenartigen  Pflanzen  bestanden,  während
  bei  dem  Dorfe  Koferan  der  Fluß  einen

 

richtigen  Sandstrand  hatte.  Ich  gab  daher  wegen
Zeitmangels  die  Absicht,  das  Dorf  zu  besuchen,
auf.  Die  Fahrt  flußaufwärts  war  viel  leichter
vonstatten  gegangen,  als  wir  ursprünglich  erwartet
hatten.  Es  zeigte  sich,  daß  auf  der  linken  Uferseite
  das  Wasser,  wohl  infolge  eines  Gegenstromes,
  nahezu  still  stand.  Auf  der  rechten
Uferseite  dagegen  floß  der  Strom  mit  ziemlicher
Geschwindigkeit  und  wir  wären  dort  mit  dem

Kutter  nur  schwer  dagegen  angekommen.  Das
Wasser  des  Flusses  war  durchgehend  schmutziggelb.
  Treibholz  sah  man  nur  spärlich.  Wir

fuhren  mit  dem  „Seestern“  noch  enwa  drei  Meilen
flußaufwärts.  Da  es  aber  den  Anschein  hatte,
daß  der  Strom  sich  verengern  würde,  so  hatte
Kapitän  Möller  Bedenken,  ohne  vorherige  Erkundigung
  noch  weiter  zu  fahren.  Es  war  ohnehin
schon  nicht  sehr  viel  Spielranm,  mit  dem  verhältnismäßig
  langen  Schiffe  umzudrehen,  und  so
zog  ich  es  vor,  für  diesmal  die  Flußfahrt  zu
beschließen.  Das  Wenden  gelang  jedoch  ganz
gut,  dank  dem  Umstande,  daß  der  „Seestern“
zwei  Schrauben  hat.  In  schneller  Fahrt  eilten
wir  der  Mündung  zu,  und  auch  die  Ausfahrt
aus  dem  Flusse  begegnete  keinerlei  Schwierigkeiten.
  Nach  Allem,  was  man  von  dem  Strome
weiß,  darf  wohl  angenommen  werden,  daß  er
auch  weiter  hinauf  mit  Schiffen,  wie  dem  „Seestern“
  befahren  werden  kann,  allein  es  empfiehlt
sich  dringend,  eine  Pinasse  mitzunehmen,  mit  der
man  vorauffahren  und  die  Tiefen=  und  Breitenverhältnisse
  feststellen  kann.

Am  30.  August  gingen  wir  morgens  7  Uhr
in  Alexishafen  vor  Anker,  um  der  Missionsstation
  vom  heiligen  Geiste  einen  Besuch  abzustatten.
  Die  Station  ist  vor  etwa  11;  Jahren
angelegt  worden,  und  soll  der  künftige“  Sitz  der
genannten  Mission  werden.  Ein  Sägewerk  mit
Lokomobilbetrieb  ist  bereits  im  Gange.  Hier  wird
das  für  die  Missionsbauten  erforderliche  Holz  geschnitten.
  Die  Stämme  dazu  werden  aus  dem
nahen  Busch  mittels  einer  Feldbahn  herbeigeschafft.
Eine  Hobelmaschine,  eine  Holzspaltmaschine  und
ein  Vollgatter  sollen  noch  neu  hinzukommen.
Auch  die  zum  Bauen  nötigen  Steine  werden  von
der  Mission  hier  mittels  einer  Handmaschine  aus
Korallenkalk  und  Sand  oder  aus  Cement  und
Sand  hergestellt.  Wie  mir  der  Prokurator  der
Mission  mitteilte,  machen  zwei  eingeborene  Arbeiter
die  ganze  Arbeit  ohne  die  Beihilfe  eines  Weißen.
Die  Herstellungskosten  belaufen  sich  pro  Tausend
auf  etwa  17  bis  18  Mark.  Die  Steine  sollen
mindestens  ebenso  haltbar  und  gebrauchsfähig
sein,  wie  Backsteine.  Nach  Besichtigung  der  gesamten
  Anlage,  der  man  entschieden  eine  gute
Entwicklung  voraussagen  kann,  begaben  wir  uns
wieder  an  Bord  zurück,  um  noch  weiter  nach
        <pb n="275" />
        G  205  20

Konstantinhafen  und  Stephansort  zu  fahren.
Dr.  Runge  hatte  während  des  Aufenthaltes  die
auf  der  Station  befindlichen  Eingeborenen,  etwa
10  an  der  Zahl,  geimpft.

Nachmittags  kamen  wir  in  Konstantinhafen
an.  Da  die  Arbeiter  von  dieser  Station  leicht
nach  Friedrich-Wilhelmshafen  zum  Impfen  kommen
  können,  so  beschränkten  wir  uns  auf  die  Besichtigung
  der  Pflanzung.  Erwähnenswert  ist  das
Vorhandensein  alter  Bestände  von  Ficus  und
Castillog,  und  vor  allem  auch  von  Sisalhanf.
Gegen  3  Uhr  fuhren  wir  von  Konstantinhafen
wieder  ab  und  kamen  kurz  danach  in  Stephansort
an.  Hier  wurden  wieder  eine  größere  Anzahl
Arbeiter  auf  der  Pflanzung  geimpft.  In  der
Zwischenzeit  ließ  ich  mir  von  dem  stellvertretenden
  Administrator  Dommes  die  Pflanzung  zeigen.
Für  die  Bereitung  des  Kautschuks  ist  eine  besondere
  kleine  Anlage  geschaffen  worden.  Der
gewonnene  Kautschuk  scheint  nach  den  neuesten
Zeitungsnachrichten  mit  zu  den  besten  Marken  zu
gehören.  Dommes  zeigte  mir  auch  ein  Beet  von
Kawapflanzen.  Er  erklärte  mir,  er  habe  die
Pflanzen  sich  allmählich  von  den  Eingeborenen,
die  hinter  dem  Hansemannberge  wohnten,  verschafft.
  Nach  seiner  Ansicht  würde  sich  die  Kawa
Zut  als  Zwischenfrucht  eignen.  Die  Wurzeln
würden,  da  sie  viel  für  medizinische  Zwecke  Verwendung
  fänden,  mit  600  bis  800  Mark  pro
Tonne  bezahlt,  und  es  dauere  nicht  einmal  ganz
acht  Monate,  bis  man  die  Wurzeln  abschneiden
könne.  Die  Stümpfe  stecke  man  dann  einfach
wieder  in  die  Erde  und  ernte  nach  Ablauf  der

 

genaunten  Zeit  in  gleicher  Weise.  Die  Pflanze
liebe  ziemlich  viel  Regen.  Es  wird  eine  Frage
der  praktischen  Erprobung  sein,  ob  sich  die  Anpflanzung
  dieser  Wurzel,  die  ohne  große  Unkosten
einen  ansehnlichen  Gewinn  verspricht,  für  die
bäuerlichen  Kleinsiedelungen  in  den  Bainingbergen
cignen  dürfte.

Von  Stephansort  führte  der  Rückweg  nach
kurzem  Aufenthalt  in  Friedrich=  Wilhelmshafen
und  Wariei,  wo  wir  die  Urlauber  wieder  an
Bord  nahmen,  zurück  nach  Herbertshöhe.  Der
„Seestern“  traf  dort  am  2.  September  nachmittags
wieder  ein.

Wissenschaftliche  SLammlungen.

Herr  Bezirksamtmann  Fritz  auf  Saipan  hat
dem  Zoologischen  Museum  in  Berlin  9  Schädel
von  Schweinen  von  Tinian  und  Saipan,  7  Hirschschädel
  aus  Guam,  5  Schädel  des  verwilderten
Rindes,  2  Schädel  der  verwilderten  Ziege  von
Tinian  und  4  Geweihstangen  und  ein  Geweih
von  Rota  und  ferner  eine  Anzahl  verschiedener
Insekten  von  Saipan  als  Geschenk  überwiesen.
Die  Sammlung  hat  besonders  dadurch  einen
großen  Wert,  daß  sie  ermöglicht,  die  wichtige
Frage  nach  der  Herkunft  der  auf  den  Marianen
lebenden  Hirsche  und  Schweine  und  der  verwilderten
  Ziegen  und  Rinder  ihrer  Lösung  entgegenzuführen.
  Dem  Geber,  welcher  schon  früher
sich  große  Verdienste  um  die  Aufklärung  der
Fanna  der  Marianen  erworben  hat,  ist  das
Muscum  zu  großem  Danke  verpflichtet.

Deutsch-Ostafrika.
Uachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Jollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch-ostafrlkanischen

Schutzgeblets  im

—

Monat  April  1906.

 

 

gollstelle  Einfuhrzoll  Ausfuhrzoll  verbrauchs-  Einnahmen  JInsgesamt
"vr  Abgabe
Rup.  Rup.  H.  ]  Rup.  H.  Rup.  H.  MRup.  H.tMart  f.

–  1  D
Schirati  010  50,  1  135  62  1  875  11  525  1  851  58  2  10877
Muansa  15  721  17  5210  08  6  62,5  45  831,3  90  27  982  65
Ankoba  2  251  60,1  4  62.5  18  27  6  128,53,,57138
Moschi  1  733  59,5  754  56  1  77,5  7  56  2  499  43  3332  58
Usunbura..  J7  35  2  60  -  9x95  13227
Flpiidii.......  ——-  1950  19«50  26
Mizmardburg  —  12  1  12.5  13  12,5  17/50
Unjika-Posten  «  —  —  —
Nen-Langenburg  5  388  —  5388  7  184  —
Mwaja...  ....  2:0  05  —  122,5  239  17,5  318  90
Wiedhafen  ·.....  --  --  —  1—
songea  .  .  —  —

Summe  in  Nupien03  56  90  106  86,51  7433  28,.5  J340  %5

Mark  27521  92  22  167  77  79  87  142  49%  49  915  05
        <pb n="276" />
        G  206

20

im  Monat  Mai  1906.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zalz----
  --  Neben-.
  .  »  q.  -.  «
Zollstelle  Einfuhrzoll  Ausfuhrzoll  verbrauch  Einnahmen  Insgesamt
Abgabe
Rup.  O.up.  O.  Nup.  H.]  Nup.  O.rup.  H.  Mark  Pi.
Schirati  435  87  950  76  20  35  16  61.5  1423  59.5  1  898  13
Muansa  9  484  90,58925  08  5  62,5  180  28  18  895  89925  194  52
Bukoba  2537  21,.55255  63  —  27  50  7820  37,1  42  17
Moschi.  736  37  750  88  21  77  11  15  1520  47  2  027  20
Usumbura  44  80  --  60  1  2  15
jii  21  50  21  50  28  66
Bismarckburg  1  12.5  r  125  5  50
Unjika-Posten  —  -  —
Neu-Langenburg.  —  .
Mwaja  113  52  1  75  147  27  596  „
Wiedhafen  -  «
Ssongea  —
Summe  in  Rupien  13  638  35  5  883  15  47  74,5  505  82  30  135  06,50  180  08
Mark  18184  47  21  177  53  6:3  66  754  12  10  180  08
Ilm  Oonat  Juni  1906.
Salz=...
  .-  Neben-:
  Uiu  7  euerbu  *7  ·
Zollitelle  Einfuhrzoll  Ausfuhrzoll  verbrauchs  Einnahmen  Ausgesamt
Abgabe-Rup.
  H.  Rup.  H.  Rup.  H.  Rup.  9.  Rup.  H.  Mart  Pi.
Schirati  531  67,.5  1  624  606  :35  70  203  21,5  2  155  28  3273  71
Muansa  16  don  64,5  4927  26  52  27.5  1714  46  23  687  64  :531  583  52
Buloba  1  467  85  5  048  66  15  90  275  12,5  6  837  83,5  9  117.  11
Moschi.  1  418  61  *#  192  28  13  13,5  247  18.5  1871  51  6  405  n5
Usumbura  3  60  40  60  4  60  6  13
djidit  :2  85  22  25  55  10  73  17
Bismarckburg.  –  -  -  2  50  2  50  3  33
Unjika-Posten  —  «  ---  —  —
Neu-  Langenburg,  -  ..  —  la
Mwaj  910  44.5  3  72  37.5  918  54  224  72
edhlien  .  -  —
Ssongea
Summie  in  Rupien  21328  67,54  14796  98  147  01  25660  3.  38  833  o6,51  51777  34
Marl  2  438  23  19  720  31  196  001  3413  79  51777  34
Im  Oonat  Juli  1906.
»  Salz-  R
-·-  -  -  :-l.-cn-«
  -  ,  Einfuhrzoll  Au5fuhrzollverbrauchs-  56  Ansgesamt
Zollstelle  Abgabe  Einnahmen  .I
Rup.-.O.:)i’up.  );).:)iup.  O.Rup.  O.Rup.  ....
Schirati  167  22,5  10900  17  10  37,5  1  90.  1570  03  2  093  8
Muansa  214  197  92  6  804  21  5  15  26  85  31  03.1  10  41  378  88
Bukoba  4018  11,5  2606  77  1  55  6  626  43.5  8835  25
Moschi  1203  90  1341  15  °"  95,.  138  31,  6  3222  25
Usumbura  102  05  10  11  68  114  13  152  17
Udjidji  .  -  «-775  37  75  50  33
Bismaräburg.  1  !’v  5  Cr  2½  61  50  682
Unjika-Posten  -  —
Neu-  Langenburg  11  90  2  070  15  25  2  106  15  2  S08  20
Mwaja  153  25  §  50  161  75  615  67
WMirohaafen  .  -  —  -
Ssongea  8  25  8  25  11.
Summe  in  Rupien  30  466  61  13  956  53  25  48  11  77,5  ä44  436  84,.55
Marl  10  622  15  18  6061  33  97  15  70  59  219  13
        <pb n="277" />
        W  207  20

Im  Ocnat  August  1906.

 

Salz=Neben-





 

 

 

 

 

inzuhr:  Anuf-  :  ..  »  *  #  .

Zollnelle  EinfuhrzolllAusfuhrzoll  z  Einnahmen  Insgesamt
—  Rup.  H.  Rup.  H.  Rup.  Nup.  H.  ]  Rup.  „H.  Mart  vVi.
Schirati  1020  7  1370  64  33  82,5  1  62127  10.53236  22
Muansa  21211  60  7744  24  «  131223210706  12  809  41
Bukoba  1327  68.5  1857  37  81  08  158  8207  71,511  023  62
Moschi  1  004  51  676  506  11  30,5  12  041  1  704  41,.5  2272  56
Usumbura  19  05  1  49  22  69  27  12  36
idjidji  .  -  -«)l)«—-  5l3«——-  74  67
Bismarckburg.  8  1704  30  15  50  1727  80  2  303  73
Unjika-Posten  12  2  761  50  2  776  50  #§702
Neu-Langenburg.  -  73  75  73  75  98  33
Mwaja  190  50  11  52  1  12,5  203  14,.5  270  80½#
Wiedhafen.  —  —
Ssongea  2  —  —

Summe  in  Rupien  30)  791  088  129  63  126  21  362  89,5¾19  112  I  82  (65  8837½

Mark  41  058  78  24172184  168  28  188  86  65  883  76
Iim  Oonat  September  1906.
Salz-  .
...,  ..  .  Neben-2
  -.,  Einfuhrzoll  Ausfuhrzoll  erbrauchs-  Fi  Jusgesamt
Zollstelle  Abgabe  Einnahmen  Insgel
Nup.  HO.  Rup.  H.  MNubp.  O.  Nup.  .Rup.  .]  Mark  Pi.

Schirati  1  161  42  6  93  9  75  1  178  14  1570  85
Muansa  10  645  46  9494,17  368  22  26  507  85  365  313  80
ANkoba  3  885  19  15359  64  152  19  8597  02  1162  60
Moschi  2  157  30  1151  65  2  19.5  8  73  3319  87,  51  41426  50
Usumbura  .  2  20  60  21  3  0  4  05
Udjidjin  223  17  -  56  62,5  279  79,5  373  06
Bismarckburg  800  10  37,5  S10  37,5  1080  50)
Unjika=  Posten
Neu-Langenburg.  1536  24  75  1560  75  6  081
Mwasa  288  55  287  30  1  25  2  12,.5  579  72,5  772  97
Wieohafen.  56  18  ö6  48  75  31
longra  -

Summe  in  Nupien  21  119  77  20  836  79  3  1.4,5  6:33  0451  45  893  05  61  190  73

Marl  32  559  69  27782  39  1  59  811  006  61  190  73

 

 

 

 

 

 

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

eine  Reise  nach  Cevlon,  Indien  und  Birma.

viel  näher  wie  dem  Inder  steht.

Aber  auch

Originalbericht  von  D.  Sandmann-Berlin.
Gierzu  8  Abbildungen.)
(Fortsetzung  statt  Schluß.)

Birma.

Einen  ganz  verschiedenen  Eindruck  gegenüber
dem  westlichen  Indien  macht  der  jenseits  des
Zusens  von  Bengalen  gelegene  östliche  Teil,  das
jrüher  selbständige  Birma.  Schon  der  Typus
er  Bevölkerung  zeigt,  daß  man  es  mit  einer
anderen  Rasse  zu  tun  hat.  Die  ganze  Erscheinung
  des  Birmesen  erinnert  daran,  daß  er
in  Bezug  auf  Rasse  und  Religion  dem  Chinesen

 

seine  Lebensgewohnheiten  sind  von  denen  des
Inders  verschieden;  es  ist  namentlich  auffallend,
wie  viel  mehr  der  Birmese  zu  Vergnügungen
neigt.  Dies  mag  vielleicht  damit  erklärt  werden,
daß  der  Erwerb  dort  leichter  ist.  Aber  auch  die
mit  dem  Buddhismus  verbundene  größere  Freiheit
und  das  Fehlen  des  Kastenwesens  geben  dem
Volke  die  Möglichkeit,  sich  freier  zu  bewegen.
Der  Boden  liefert  bei  verhältnismäßig  geringer
Arbeit  und  ohne  Düngung  bessere  Ernte-Erträge.
Die  ca.  236  000  engl.  Quadratmeilen  Birmas
liegen  zum  großen  Teil  am  Busen  von  Bengalen
und  erhalten  von  ihm  ihr  feuchtes  Klima.  Be-
        <pb n="278" />
        W  208  20

sonders  der  südliche,  niedrig  gelegene  Teil  mit
seinem  feuchten  Boden  und  der  vorhandenen
reichlichen  Bewässerungsmöglichkeit  bildet  die
Reiskammer  der  Welt.  Während  in  der  Zeit
von  Mitte  Mai  bis  Mitte  November  viel  Regen

fällt  und  die  Flüsse  weite  Landstreckon  unter
Wasser  setzen,  tritt  im  November  die  trockene

Periode  ein,  die  dann  im  Februar  eine  fast  unerträgliche
  Hitze  aufweist,  bis  endlich  im  Mai
wieder  die  ersten  erfrischenden  Regen  fallen.
Während  dieser  feuchten  Periode  wächst  der  Reis,
er  ist  in  der  darauf  folgenden  trockenen  Zeit
zur  Ernte  reif  und  kann  dann,  ohne  Schaden
zu  nehmen,  eingebracht  werden.

Oberbirma  ist  eine  Fundstätte  verschiedener
Edelmetalle,  sonstiger  Mineralien  und  Edelsteine,
besonders  von  Rubinen;  die  Wälder  enthalten
viele  Nutzhölzer,  besonders  das  sehr  begehrte
Teakholz.  Auch  Petroleum  wird  dort  an  verschiedenen
  Orten  gefunden.

Von  Norden  her  kommen  verschiedene  Flüsse,
unter  denen  die  bedentendsten  der  Salwecn  und
Irrawaddy  sind;  letzterer  ist  bis  auf  900  Meilen
schiffbar.  Auf  den  Flüssen  wird  eine  große  Flotte
unterhalten,  welche  sowohl  Reis,  wie  die  im
Norden  geschlagenen  Teakstämme,  Kohlen  und
Petroleum  nach  Rangoon  bringt.

Der  Mineralreichtum  des  Bodens  in  Oberbirma
und  die  Fruchtbarkeit  von  Unterbirma  haben  die
Hauptstadt  Rangoon  zu  einem  ungeahnten  Aufblühen
  gebracht;  sie  zählt  heute  ungefähr
1“  Million  Einwohner.  Der  Hafen  zeigt
einen  Verkehr,  wie  man  ihn  unter  den  indischen
Plätzen  nur  noch  in  Kalkutta  und  Bombay  sehen
kann.  An  den  Ufern  des  Rangoon-River  findet
man  außer  vielen  Holzschneidemühlen  Reismühle
an  Reismühle  und  es  ist  hochinteressant,  den
Verkehr  in  diesom  Hafen  und  auf  dem  Strom
zu  beobachten.

Neben  diesen  Großindustrien  ist  in  Birma  eine
u#mfangreiche  Kleinindustrie  vorhanden.  Viele  Orte
haben  sich  hierfür  besonders  ansgebildet.  So  sind
in  Rangoon  und  Mandalay  vielfach  Kunstschnitzerei
in  Holz  und  Elfenbein  sowie  Silberarbeit,
außerdem  in  Mandalay  und  besonders  in  dem
nahen  Armarapura  Seidenweberei  und  Lackwarenindustrie
  zu  finden.  In  gleicher  Weise
betätigt  sich  die  Bevölkerung  von  Moulmain  und
Prome.

In  schroffem  Gegensatz  zu  der  Bedürfnislosigkeit
der  Bevölkerung  von  Indien  ist  der  Birmese
sehr  anspruchsvoll;  ganz  besonders  die  Birmesin
liebt  es  sehr,  sich  in  Seide  zu  kleiden;  namentlich
hellfarbige  Seidenstoffe  finden  ausgedehnte  Verwendung.
  Die  damit  Hand  in  Hand  gehende
bessere  Lebenshaltung  hat  ihren  Hauptgrund
darin,  daß  der  Arbeitslohn  mehr  als  doppelt  so

 

hoch  ist  wie  in  Indien.  In  Birma  wird  ein
Arbeiter  im  Monat  durchschnittlich  mit  etwa
14  Rupien  bezahlt.  Die  Entwicklung  des  Landes
läßt  im  Hinblick  auf  die  vorhandene  anders  als
in  Indien  geartete  Bevölkerung,  auf  den  reichen
Boden  und  das  verhältnismäßig  gute  Klima  für
die  Zukunft  viel  erwarten.  Deutsche  Hänser,
welche  dort  etabliert  sind,  glauben  namentlich
daun  an  eine  große  Zukunft,  wenn  Birma,  wie
dies  jetzt  beabsichtigt  ist,  finanziell  unabhängig
von  Indien  gestellt  wird.  Dann  soll  der
Ausbau  der  Eisenbahnen  in  schnellerem  Tempo
vor  sich  gehen.  Die  im  Besitz  der  Regierung
befindlichen  großen  Ländereien  werden  in  Erwartung
  des  künftigen  Aufschwunges  auch  nicht
verkauft,  sondern  nur  verpachtet.  Die
Regierung  will  die  eingehenden  Pachterträge
zur  weiteren  Entwicklung  des  Landes,  besonders
äum  Wege=  und  Eisenbahnban  verwenden.  So
gesund  dieser  Gedanke,  daß  das  im  Laufe  der
Jahre  wertvoller  werdende  Terrain  dem  Besitz
der  Regierung  erhalten  bleiben  soll,  in  einer
Hinsicht  auch  ist,  so  wird  doch  anderseits  befürchtet,
  daß  durch  die  bloße  Verpachtung  des
Landes  die  Entwicklung  nicht  in  der  Weise  gefördert
  werden  dürfte,  wie  wenn  das  Land
verkauft  würde.  Nicht  allein,  daß  durch  Verkäufe
der  Regierung  größere  Summen  zuflössen  und  das
Land  infolgedessen  schneller  erschlossen  werden
könnte  —  mancher  Kapitalist  wird  auch  davon
zurückgehalten,  sein  Kapital  in  eine  Anlage  zu
stecken,  deren  Grund  und  Boden  nicht  in  seinem
Besitz  bleibt,  wenn  er  ihn  zu  hohem  Ertrage
gebracht  hat.  Nichtsdestoweniger  sind  bedentende
Gesellschaften  entstanden,  die  von  der  Regierung
größere  Strecken  gepachtet  haben,  besonders  in
letzter  Zeit,  als  der  lohnende  Gummiertrag  der
Hevca  brasiliensis  durch  Versuche  (in  anderen
Ländern  und  in  Birma  selbst)  festgestellt  war.
Auch  deutsche  Firmen  haben  dort  angepflanzt
und  zahlen  hierfür  eine  Landpacht  von  2  3/10  Rupien
per  Acre  und  Jahr;  sie  hoffen  von  der  seit
drei  Jahren  bestehenden  Pflanzung  binnen  weniger
Jahre  große  Erträge  zu  erzielen.

Auch  viele  chinesische  Kaufleute  sind  an  dem
Verkehr  in  Rangoon  stark  beteiligt,  sie  haben
gleichfalls  umfangreichen  Plantagenbau  in  Betrieb.
Bei  einem  dieser  Herren  hatte  ich  Gelegenheit,
eine  Gummiplantage  mit  künstlicher  Bewässerung
und  in  vorzüglicher  Entwicklung  zu  sehen.

Ganz  besonderes  Interesse  wird  es  vielleicht
erwecken,  die  verschiedenen  Plantagenarten  in
den  vorher  beschriebenen  Ländern  näher  kennen
zu  lernen.  Es  sei  deshalb  nachstehend  eine
kurze  Beschreibung  der  wichtigsten  Anpflanzungen
versucht.
        <pb n="279" />
        W  209  20

Kautschuk.

Mährend  in  früheren  Jahren  der  Gummi
nur  von  wildwachsenden  Pflanzen  gewonnen
wurde,  hat  man  seit  etwa  25  Jahren  angefangen,
den  Gummibau  plantagenmäßig  zu  betreiben.
Die  Anregung  hierzu  ging  von  der  indischen
Regierung  aus;  sie  beauftragte  im  Jahre  1876
Mr.  Wickham,  Samen  der  Hevea  brasiliensis,  der
Pflanze,  die  den  Paragummi  liefert,  von  Brasilien
nach  England  zu  bringen.  Es  gelang  Mr.  Wickham,
etwa  70  000  Samen  in  gutem  Zustande  nach
Kewsgarden  bei  London  zu  transportieren.  Von
dort  sind  alsdann  2000  der  hieraus  gezogenen
jungen  Pflanzen  durch  Mr.  Chapman  nach  Ceylon
übergeführt  worden.

Die  Pflanzen  wurden  in  den  botanischen
Gärten  von  Henaratgoda  und  Peradeniya  angepflanzt.
  Andere  Sendungen  sind  von  Kewsgarden
  nach  Indien  und  Straits  Settlements
gebracht  worden.  Sowohl  in  Henaratgoda,  wie
in  Peradeniya  entwickelten  sich  die  Pflanzen
verhältnismäßig  günstig  und  im  Jahre  1881
trug  die  Hevea  brasiliensis  die  ersten  Samen.
Die  Gartenverwaltung  veranlaßte,  da  sie  den
Gummiertrag  der  Hevea  unter  den  veränderten
Bedingungen  auf  Ceylon  noch  nicht  kannte,  die
Plantagenbesitzer,  die  Hevea  vorläufig  als  schattenspendenden
  Baum  in  den  Teeplantagen  anzupflanzen.
  Der  Samen  wurde  zu  diesem  Zweck
billig  ausgeboten,  und  infolgedessen  findet  man
heute,  wenn  auch  nicht  in  großer  Zahl,  schon
25  jährige  Heveabänme  aus  verschiedenen  Teilen
der  Jusel  vor.  Nachdem  die  Versuche  in
Peradeniya  und  Henaratgoda,  besonders  an
letzterem  Orte,  weiter  fortgeschritten,  die  Samenerträge
  reichlicher  geworden  waren  und  es  als
erwiesen  gelten  konnte,  daß  die  Hevea  auch  auf
Ceylon  trotz  reichlicher  Milchabgabe  gesund  bleiben
werde,  empfahl  man  die  Anpflanzung  in  geschlossenen
  Plantagen.  Es  wurde  festgestellt,  daß
die  Produktion  des  Gummi  durch  plantagenmäßigen
  Anbau  in  gesundem  Klima  billiger  ist
als  seine  Gewinnung  aus  der  wildwachsenden
Hevea  in  Brasilien.  Auf  der  Plantage  ist  es
möglich,  ohne  großen  Zeiwerlust  die  Milch  aus
vielen  Stämmen  zu  gewinnen  und  sie  in  einem
zentral  gelegenen  Gebäude  zu  verarbeiten,  während
in  der  fieberreichen  Heimat  der  Hevea  die  Gewinnung
  des  Gummi  sehr  zeitraubend  ist.  Die
Hevea  sieht  dort  meistens,  unter  andere  Waldbäume
  gemischt,  auf  weite  Flächen  verteilt;  infolgedessen
  erfordert  die  Gewinnung  des  Gummi
nicht  allein  mehr  Zeit,  sondern  sie  ist  auch  mit
Verlust  an  Menschenleben  verbunden,  so  daß  nur
hochbezahlte  Arbeitskräfte  sich  dieser  Tätigkeit  widmen.
  Hierzu  kommt,  daß  der  Transport  des
Gummi  an  die  Handelsplätze  von  dort  sehr  um- 



ständlich  und  teuer  ist.  Neben  den  Versuchen
mit  der  Anpflanzung  der  Hevea  brasiliensis
gingen  Versuche  mit  der  Castilloa  Elastica,  dem
sogenannten  Panama  Rubber,  und  der  Manihot
Glazowi,  dem  Ceara  Rubber,  einher.  Diese  beiden
letzteren  Sorten  sind  zwar  auf  Ceylon  ebenfalls
gut  fortgekommen,  aber  man  ist  trotzdem  nicht
zu  ihrer  Anpflanzung  im  großen  übergegangen,
weil  man  bald  richtig  erkannt  hatte,  daß  die  beste
Gummigqnalität  doch  aus  der  Hevega  brasiliensis,
dem  sog.  Para  Rubber,  gewonnen  wird.  Während
der  Para  Rubber  etwa  94  bis  96  v.  H.  reinen
Kautschuk  enthält,  enthält  der  Ceara  Rubber  nur
etwa  76  und  der  Panama  Rubber  etwa  86  v.  H.
Dazu  kommt,  daß  die  Verarbeitung  des  Milchsaftes
  der  Hevea  brasiliensis  Vorteile  bietet,  welche
weiter  unten  näher  beschrieben  werden  sollen.

Die  Hevea  brasiliensis  stellt  an  den  Boden
verhältnismäßig  sehr  geringe  Ansprüche.  Grundbedingung
  bei  der  Anpflanzung  aber  ist,  daß  das
Terrain  sich  seiner  Lage  nach  eignet.  Erforderlich
  ist  ferner  eine  Durchschnittstemperatur  von
75  bis  78°  Fahrenheit  =  23,9  bis  25,6  Celsius,
eine  Temperatur,  die  nie  unter  60°  Fahrenheit
—  15,6  Celsius  sinkt,  und  ein  Regenfall,  der  sich
zwischen  200  bis  265  cm  per  Jahr  hält.  Außerdem
  bieten  eine  längere  Regenperiode  oder  eine
zeitweise  Uberschwemmung  des  Bodens  besonderen
Vorteil.  Die  Lage  sollte  so  gewählt  werden,  daß
die  Plantage  vor  starken  Winden  möglichst  geschützt
  ist  und  daß,  wenn  der  Anbau  an  Berglehnen
  in  Frage  kommt,  die  Seite,  an  der  die
Sonne  des  Morgens  erst  möglichst  spät  in  die
Plantage  fällt,  vorgezogen  wird.  Daß  die  Hevea
in  bezug  auf  den  Boden  sehr  wenig  anspruchsvoll
ist,  davon  konnte  ich  mich  persönlich  überzeugen.
Selbst  an  felsigen  Abhängen,  an  denen  sich  in
Vertiefungen  nur  kleine  Humusmengen  angesammelt
  hatten,  kam  die  Hevea  doch  gut  fort.
Ebenso  sah  ich  auch  im  Tieflande,  auf  armem
sandigen  Boden,  der  früher  für  den  Reisbau  benutzt,
  des  geringen  Ertrages  wegen  aber  ausgegeben
  worden  war,  die  Hevea  mit  Erfolg  angepflanzt.
  Die  letzterwähnte  Fläche,  am  Fluß
gelegen,  wird  meist  in  der  Regenzeit  von  den
austretenden  Wassern  überschwemmt.  Man  hat
dort  krenzweise  Gräben  gezogen  und  mit  dem
ausgeschachteten  Boden  dieser  Gräben  das  verbleibende
  Terrain  erhöht  oder  auch  Hügel  aufgeworfen
  und  darauf  die  Hevea  gepflanzt.  Auf
diese  Weise  ist  es  ermöglicht,  das  überschwemmte
Gebiet  nach  kurzer  Zeit  insoweit  trocken  zu  bekommen,
  daß  nur  die  Wurzeln  der  Hevea  etwas
länger  dem  lberschwemmungswasser  ausgesetzt
sind.“)

*)  Siehe  Abbildung  1.
        <pb n="280" />
        W  210  20

Die  Hevea  wächst  sowohl  in  den  tiefer  gelegenen
  Teilen  der  Insel,  wie  bis  zu  3000  Fuß
hoch  und  die  Erträge  an  Gummi  zeigen  keine
bedeutende  Differenz.

Die  chemischen  Analysen  des  Bodens  geben
im  Durchschnitt  etwa  folgende  Zahlen:

Organische  Substanz  2  bis  20  v.  H.
Kall  0,03  =  0,09  v.  H.
Phosphorsännre  0,01  0,1  v.  H.
Stickstoff  .  .  .  .  ..  0,1  0),5  v.  H.
Kalk  0,03  0,10  v.  H.

In  physikalischer  Hinsicht  ist  der  Boden  sehr
unterschiedlich  und  dieser  Umstand  gleicht  oft
viel  von  dem  aus,  was  an  absolutem  Stoffreichtum
  dem  Boden  mangelt.

Es  darf  nach  allem  Gesagten  wohl  der  Schluß
gezogen  werden,  daß  ein  großer  Teil  der
tropischen  Gebiete  für  den  Anbau  der  Hevea
brasiliensis  geeignet  ist.  Selbst  Gebiete,  wo  es
an  Regenfall  mangelt,  lassen  sich  hierfür  verwenden,
  wenn  es  gelingt,  durch  künstliche  Bewässerung
  dem  Boden  die  nötige  Feuchtigkeit
zuzuführen.

Auf  Ceylon  werden  jetzt  mit  großer  Energie
weite  Strecken  von  Dschungelland  und  von  Land,
das  früher  Kaffeeplantagen  trugß,  für  den
Gummibau  nutzbar  gemacht.  Während  noch
1898  nur  etwa  750  Acres  mit  Hevea  brasiliensis
angebaut  waren,  vergrößerten  sich  die  Flächen
alljährlich  und  umfassen  jetzt  über  6000  Aeres.

Vielfach  hat  man  die  Hevea  brasiliensis  auch
als  Zwischenpflanzung  in  Tec=  und  Kakaoplantagen
  verwendet.')  Während  der  Kakao  zwischen
der  Hevea  scheinbar  nicht  leidet,  ist  der  Ter  in
seinem  Ertrag  dadurch  sehr  zurückgegangen.  Dagegen
  hat  man  bei  Neupflanzungen  von  Hevea,
um  den  Boden  bis  zu  erreichter  Ertragsfähigkeit
  möglichst  auszunutzen,  mit  gutem  Erfolg
Baumwolle  und  Coca  als  Zuwischenpflanzen
verwendet.

Um  ein  Gelände  für  die  Kautschukpflanzung
vorzubereiten,  muß  dieses  zuvörderst  natürlich
von  dem  alten  Bestande  befreit  werden.  Dieser
Bestand,  meist  Dschungeln,  wird  in  der  trockenen
Jahreszeit-  gefällt;  wo  höhere  Bäume  vorhanden
sind,  läßt  man  einzelne  davon  als  Schattenspender
stehen.  Nachdem  das  gefällte  Holz  einige  Wochen
dem  Sonnenbrand  ausgesetzt  gewesen,  wird  es  in
Brand  gesetzt.  Die  Grenzen  des  Geländes  sind
dabei  mit  Wachen  umstellt,  so  daß  das  Feuer  nicht
auf  benachbarte  Gelände  übergreifen  kann.  Das
so  von  dem  Bestand  gesäuberte  Gelände  ist  durch
die  Asche  des  Holzes  gedüngt  und  zugleich  vom
Unkraut  befreit.

Schon  vorher  wird  ein  Stück  des  zur  Ver-*)

  Siehe  Abbildung  2

 

fügung  stehenden  Landes  präpariert,  um  darauf
aus  Samen  Pflänzlinge  zu  ziehen.  Auf  diesem
Stück  Land  ist  der  Boden  vollständig  gelockert
und  mit  guter  Düngung  versehen.  Weitmaschige
Weidenkörbchen  werden  mit  Erde  gefüllt,  in  den
Boden  gesetzt  und  in  die  Erde  jedes  dieser
Körbchen  wird  Samen  gesteckt.  Diese  Pflanzschule
  (Nursery)  erhält  regelmäßige  Bewässerung,
und  schon  nach  wenigen  Tagen  beginnen  die
Samen  zu  keimen.  Damit  die  Sonne  nicht
zu  sehr  auf  die  jungen  Pflänzchen  wirkt  und  sie
beschädigt,  wird  die  ganze  Pflanzschule  mit
Zweigen  bedeckt.  Die  Pflänzchen  erreichen
innerhalb  9  bis  10  Monaten  eine  Höhe  von  ungefähr
  12  bis  25  em.

Alsdann  werden  sie  mit  der  in  den  Weidenkörbchen
  befindlichen  Muttererde  in  die  Plantage
ausgepflanzt.  Für  die  Auspflanzung  ist  die
Plantage  in  der  Weise  vorbereitet,  daß  für  jede
Pflanze  ein  Loch  von  60  cm  im  Kubik  ausgehoben
wird.  Die  Pflanzung  wird  (nach  den  verschiedenen
Prinzipien,  welche  für  die  Bewirtschaftung  in
Frage  kommen),  enger  oder  weiter,  in  3  bis  zu
12  Meter-Abständen  angelegt.  Das  Gelände
wird  mit  Wegen  versehen  und  wo  es  nötig  ist,
z.  B.  an  Abhängen,  werden  Gräben  angelegt,
damit  das  von  dem  höheren  Teil  während  der
Regenzeit  herabrieselnde  Wasser  den  Boden  nicht
fortwaschen  kann.  Die  Gräben  sind  fast  parallel
zu  dem  Kamm  der  Anhöhe  gezogen,  um  das
herabrieselnde  Wasser  darin  aufzufangen  und  daun
langsam  talabwärts  zu  leiten.  Jede  Pflanze
muß  entweder  durch  ein  kleines  Holzgitter  oder
durch  eine  Drahtumzäunung  vor  Wildschaden
geschützt  werden.  Die  jungen  Pflanzen  sind  sehr
von  Wild,  besonders  Stachelschweinen,  bedroht.

Wo  nicht  durch  stehengebliebene  alte  Bäume
etwas  Schatten  für  die  junge  Pflanzung  vorhanden
  ist,  werden  schnellwachsende  Laubbäume
in  weiteren  Zwischenräumen  gepflanzt.  Wo  mit
einer  Zwischenkultur  gewirtschaftet  werden  soll,
wählt  man  eine  solche,  die  zugleich  den  jungen
Pflanzen  Schatten  spendet.  Dies  trifft  bei  Baumwolle,
  Kakao  und  Coca  zu.  Als  schattenspendender
  Baum  wird  die  Erytherna  Lithosperma,
  eine  Leguminosenart,  Dadap  genannt,
mit  Vorliebe  verwendet,  denn  dieser  Baum
bietet  zugleich  eine  gute  Düngung  für  den  Boden.

Als  Pflanzzeit  für  die  junge  Anlage  wählt
man  am  besten  die  Zeit  vor  der  großen  Regenperiode.
  Während  dieser  Zeit  erhalten  die
jungen  Pflanzen  reichlich  Feuchtigkeit,  so  daß  ihre
Anwurzelung  und  Entwicklung  sicher  zu  erwarten
  ist.

Als  normale  Pflanzungsmethode  sieht  man
auf  Ceylon  eine  Entfernung  von  etwa  5  m
zwischen  den  einzelnen  Bäumen  an,  so  daß
        <pb n="281" />
        Sund!

 

Reise  nach  Genlon.  Judien  und  Lürma.

 

1.  Para-Gummi  auf  Überschwemmungsland.  2.  Para-Gummi  auf  selligem  Boden  zwischen  Thre.
        <pb n="282" />
        umos  uaaaqo  uivr  buobfmuvusd  ur  I##  gau  ot:
siianivaq  vaaag  aao  ualceg  srd  ELEIEIIIIIEII

 

 

EEEEIEIEIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
nrð  iciie  ..  »  ·
        <pb n="283" />
        W  211  20

pro  Acre  200  Bäume  Platz  finden.  Bei  dieser
Pflanzung  und  regelrechter  Entwicklung  ist  zu
erwarten,  daß  die  Kronen  der  Bäume  sich  nach
sechs  Jahren  berühren.  Man  findet  aber  auch
die  Ansicht  verbreitet,  daß  engeres  Pflanzen  sich
lohnend  erweisen  kann,  wenn  man  nach  einiger
Entwicklung  der  Pflanzung  diese  auslichtet,  indem
man  die  zuviel  gepflanzten  Bäume  totzapft,
d.  h.  diesen  Bäumen  so  viele  Schnitte  beibringt,
daß  sie  allen  Milchsaft  verlieren  und  absterben.
Der  Ertrag  des  dadurch  gewonnenen  Gummi
wird  als  mehr  wie  reichliche  Deckung  der  aufgewendeten
  Kosten  und  Arbeit  angesehen.  Als
Grund  für  die  engere  Pflanzung  wird  auch  ins
Feld  geführt,  daß  der  engere  Bestand  durch
seinen  Schatten  den  Boden  feuchter  erhält  und
so  zu  schnellerer  Entwicklung  beiträgt.

Anderseits  ist  aber  auch  nicht  zu  verkennen,
daß  bei  engen  Pflanzungen  die  Bäume  sehr  in
die  Höhe  schießen,  ohne  einen  genügend  dicken
Stamm  zu  bilden;  gerade  ein  solcher  ist  aber
für  die  spätere  Zapfung  von  allergrößter  Bedentung.


Die  Hevea  wächst  verhältnismäßig  sehr  schnell.
Ich  sah  auf  der  Plantage  Greenwood,  etwa
zweitausend  Fuß  über  Meereshöhe  gelegen,  anderthalb
  Jahre  alte  Bämne  von  4  m  Höhe  und  5  ecm
Durchmesser  (einen  halben  Meter  über  dem  Boden
gemessen).  An  anderen  Stellen  fand  ich  3  dreijährige
  Bäume  von  6  bis  10  m  Höhe  und  —
je  nachdem  sie  enger  oder  weiter  voneinander
standen  —  von  7  bis  121,  cm  Stammdurchmesser
  (1  m  über  dem  Boden  gemessen),  dann
auch  solche  von  sechs  Jahren  mit  einem  Stammdurchmesser
  von  15  bis  18  cm  und  etwa  18  m
Oöhe.  Auf  der  Plantage  Passara  Group  (etwa
3000  Fuß  über  Mcereshöhe)  stehen  sieben  Jahre
alte  Bänme  von  durchschnittlich  15  em  Durchmesser
  und  etwa  20  m  Höhe.  Die  stärksten
Stämme  traf  ich  in  der  Versuchsstation  Henaratgoda;
  sie  waren  etwa  dreißig  Jahre  alt,  einige
Meter  hoch  und  hatten  einen  Durchmesser  von
etwa  94  cm.“)

Besonders  interessant  ist  die  Beobachtung,
daß  durch  die  Bildung  von  Zweigen  in  nicht  zu
großer  Höhe  vom  Boden  weg  eine  stärkere  Entwicklung
  des  Stammes  hervorgerufen  wird.  Diese
Differenz  beträgt  oft  bis  zu  25  Prozent.  Da  für
die  spätere  Zapfung  ein  größerer  Flächengehalt
des  unteren  Stammes  von  Wert  ist,  hat  man
versucht,  durch  Ausbrechen  der  Kronen  bei  zweijährigen
  Bäumen  eine  stärkere  Astbildung  zu  besördern.
  Die  Bildung  stärkerer  Aste  führt  aber
natürlich  zu  einer  weiteren  Ausbreitung  der
Baumkronen,  und  dann  ist  eine  weitere  Entfer-*)

  Siehe  Abbildung  3.

 

nung  zwischen  den  einzelnen  Bäumen  durchaus

notwendig.

Die  Erfahrungen  in  bezug  auf  dic  beste
Bewirtschaftung  und  Pflege  einer  Kantschukplantage
  sind  noch  nicht  abgeschlossen.  Bei  der

verhältnismäßig  kurzen  Zeit,  in  der
Gelegenheit  hatte,  diese  Plantagen  zu  beobachten,
  ist  die  Frage  noch  vollständig  in  der
Entwicklung  begriffen.  Dies  trifft  sowohl  auf
die  physiologischen  Eigenschaften  der  Hevea
brasiliensis  selbst,  auf  die  ganze  Behandlung
  des  Baumes  und  des  Milchsaftes,  wie  auf
die  Bereitung  des  Gummis  zu.  Man  nimmt
an,  daß  der  Milchsaft  in  den  Kanälen  der  Rinde
um  so  reichlicher  aufsteigt,  je  größer  die  Blätterfläche
  ist,  welche  sich  dem  Einflusse  der  Atmosphäre
  darbietet.

Man  vermutet,  daß  der  Milchsaft  nicht  zur
Ernährung  des  Baumes  im  engsten  Sinne  notwendig
  ist,  sondern  daß  er  nur  zur  Rindenbildung
dient.  Von  anderer  Seite  wird  aber  auch  behauptet,
  daß  der  Milchsaft  eine  Nahrungsreserve
darstelle,  welche  aus  einer  Zeitperiode  mit  großer
Feuchtigkeit  in  eine  Periode  mit  großer  Dürre
hinübergenommen  wird,  um  dem  Baum  über
die  letztere  hinwegzuhelfen.  Man  will  den  Beweis
  hierfür  durch  die  Feststellung  erbringen,
daß  die  Gummipflanzen  zwar  auch  in  sehr  trockenen
  Gegenden  wachsen,  daß  sie  aber  dort  nicht
genügend  Milch  aufspeichern,  um  mit  Erfolg  gezapft
  werden  zu  können.  Mag  nun  die  große
Anzahl  der  Blätter  oder  die  durch  die  starken
Aste  vorhandene  größere  Rindenfläche  den  Baum
zu  größerer  Produktivität  anreizen,  jedenfalls  ist
mit  der  Tatsache  zu  rechnen,  daß  ein  Baum  mit
größerer  Krone  und  stärkerem  Stamm  in  derselben
  Plantage  bei  gleicher  Feuchtigkeit  auch
eine  größere  Quantität  Milch  liefert.  Weiter  ist
die  Beobachtung  gemacht  worden,  daß  der  Milch-=saft,
  der  aus  den  unteren  Teilen  des  Stammes,
etwa  bis  zwei  Meter  Höhe,  gewonnen  wird,  einen
höheren  Gehalt  an  Kautschuk  und  einen  geringeren
  Gehalt  an  Zucker,  Eiweiß  und  Pektinstoffen
enthält,  wie  der  Milchsaft,  der  aus  den  höher
gelegenen  Teilen  des  Stammes  oder  aus  den
Zweigen  gezapft  wird.?)  Dieselbe  Verschiedenheit
des  Milchsaftes  ist  auch  bei  Bäumen  von  verschiedenem
  Alter  zu  konstatieren.  Altere  Bäume
haben  einen  Milchsaft  mit  höherem  Kautschukgehalt.


Die  Frage,  in  welcher  Weise  dieser  Milchsaft
am  vorteilhaftesten  dem  Baume  entzogen  werden
kann,  ist  eine  viel  umstrittene.  Um  der  Hevea
den  Milchsaft  zu  entziehen,  werden  Einschnitte  in
die  Rinde  gemacht,  und  der  ausfließende  Milchman



*)  Siehe  Abbildung  4.
        <pb n="284" />
        W  212  20

saft  wird  in  Bassins  geleitet.  In  erster  Reihe
kommt  es  darauf  an,  daß  durch  die  Einschnitte
die  Entwicklung  des  Baumes  nicht  gefährdet
wird.  Deshalb  darf  mit  dem  Einschnitt  kein  zu
großer  Teil  der  Rinde  vom  Baume  entfernt
werden.  Weiter  ist  darauf  zu  achten,  daß  die
feine  Haut,  die  unter  der  äußeren  Rinde  liegt,
und  das  Holz  des  Baumes  (Cambium)  nicht  beschädigt
  wird;  wo  dies  geschieht,  ist  eine  neue
Rindenbildung  ausgeschlossen.

Um  nicht  zu  tief  in  den  Stamm  einzuschneiden
  und  das  Cambium  nicht  zu  verletzen,  sind
die  allerverschiedensten  Instrumente  hergestellt
worden.  Keines  derselben  bietet  aber  vollkommene
  Sicherheit,  und  die  größte  Aufmerksamkeit
des  Arbeiters  ist  erforderlich,  wenn  er  hierbei
keinen  Schaden  aurichten  will.

Von  großer  Bedentung  aber  ist  es  überhaupt,
einen  recht  großen  Milchertrag  zu  erzielen,  ohne
den  Baum  zu  schädigen.  Dies  erreicht  man,
wenn  die  Zapfung  auf  eine  möglichst  lange  Zeitperiode
  verteilt  wird.  Bei  richtiger  Ausdehnung
der  Zapfungsperiode  ist  es  möglich,  im  Laufe
des  Jahres  ein  verhältnismäßig  großes  Quantum
zu  erhalten,  trotzdem  jedesmal  nur  eine  geringe
Menge  Milch  dem  Baume  entzogen  wird.  Auf
diese  Weise  kann  ein  Rückschlag  in  der  Entwicklung
  des  Baumes  vermieden  werden.

Zur  Erreichung  dieses  Zieles  hat  man  eine
große  Anzahl  verschiedener  Methoden  versucht.
Abgesehen  von  der  Art,  wie  durch  Auschlagen
der  Bäume  mit  der  Art  in  früherer  Zeit  an  dem
wild  wachsenden  Gummibaum  Ranbbau  getrieben
wurde,  machte  man  im  Plantagenbau  zuerst  eine
große  Anzahl  von  Einschnitten  an  einer  Seite
des  Baumes  in  Form  eines  V,  etwa  10  cm
hoch  in  die  Rinde.  An  dem  unteren  spitzen
Winkel  eines  jeden  V.Einschnittes  preßte  man  ein
kleines  Metallbassin  mit  scharfer  Spitze  in  die
Rinde,  um  darin  den  auslaufenden  Milchsaft
aufzufangen.

Diese  Methode  zeigte  aber  folgende  Nachteile:
man  benötigte  eine  große  Anzahl  kleiner  Bassins;
bei  der  Entleerung  all  dieser  Bassins  trat  ein
verhältnismäßig  erheblicher  Materialverlust  ein,
und  das  ganze  Verfahren  erforderte  bedeutenden
Arbeitsaufwand.  Außerdem  aber  ließ  diese  Form
der  Einschnitte  nicht  die  vollständige  Ausnützung
der  zur  Verfügung  stehenden  Rindenfläche  zu.
Man  ging  deshalb  zu  anderen  Einschnittsformen
über.  Man  versuchte  einen  Zickzackeinschnitt,  der
sich  an  dem  Stammende  herunterzog,  einen  vollen
Spiralschnitt,')  der  sich  um  den  ganzen  Stamm
herumzog,  und  einen  Halbspiralschnitt,““)  bei  dem
die  Milch  aus  den  Halbspirallinien  entweder  in

)  Siehe  Abbildung  5  und  '“)  Abbildung  6.

 

eine  vertikale  Linie  einfließt  oder  unter  jeder
derselben  eine  Rinne  und  ein  besonderes  Sammelgefäß
  angebracht  wird;  ferner  einen  Grätenschnitt
und  endlich  einen  Halbgrätenschnitt,“)  bei  dem  die
Vertikallinien  an  einer  Seite  fehlen.  Diese  Art
des  Zapfens  bietet  große  Vorteile.  Bei  diesen
Schnitten  ist  es  nämlich  möglich,  anstatt  mit  den
vielen  kleinen  Bassins  zu  operieren,  mit  einem
oder  wenigen  Bassins  auszukommen.  Der
Milchsaft  läuft  über  eine  Rinne,  die  am  untersten
  Ende  des  Einschnittes  in  die  Rinde  gespießt
ist.  Infolgedessen  brauchen  die  Sammelbassins
auch  nach  jedesmaliger  Entleerung  nicht  wieder
in  die  Rinde  eingesteckt  zu  werden,  sie  werden
vielmehr  auf  den  Boden  gestellt  oder  angehängt.
Zur  Zeit  werden  in  Henaratgoda  Versuche  gemacht,
  um  das  Auffangen  der  Gummimilch  noch
weiter  zu  zentralisieren,  indem  man  durch  Röhren
die  Ablaufrinnen  mehrerer  in  einer  Reihe  stehender
  Bäume  untereinander  verbindet  und  so  die
Milch  mehrerer  Bäume  in  ein  gemeinsames
Sammelbassin  leitet.

Ein  ganz  besonderer  Vorteil  liegt  aber  noch
darin,  daß  die  Rindenfläche  vollständig  ausgenutzt
werden  kann  und  daß  es  möglich  ist,  am  oberen
Ende  des  Einschnittes  Wasser  einfließen  zu  lassen,
um  das  Koagulieren  und  Festsetzen  des  Gummis
in  dem  Einschnitt  zu  verhindern.  Zur  Einführung
von  Wasser  in  die  Einschnitte  verwendet  man
ein  kleines  Blechgefäß  zum  Anhängen,  das  am
unteren  Ende  spitz  ausläuft.  In  dem  spitzen
Auslauf  ist  ein  Bindfaden  eingezogen,  der  das
Wasser  nur  tropfenweise  herausläßt.  Dieses
Blechgefäß  mit  Wasser  hängt  man  an  den  Baum
oberhalb  des  Einschnitts  und  legt  den  Faden
in  den  Einschnitt,  so  daß  das  heraustropfende
Wasser  den  Einschnitt  entlang  läuft  und  die  Milch
flüssig  erhält.  Den  Wert  dieser  Wässerung  erkennt
man  leicht,  wenn  man  bedenkt,  daß  der  an  der
Rinde  koagulierte  Gummi  durch  anfliegenden
Staub  und  durch  Insekten  verunreinigt  wird,
daß  solche  Verunreinigungen  aus  dem  festen
Gummi  nur  schwer  zu  entfernen  sind,  und  daß
der  so  minderwertig  gewordene  Gummi  einen
bedeutenden  Verlust  darstellt.

Die  vollständige  Ausnutzung  der  zur  Verfügung
  stehenden  Rinde  erreicht  man  dadurch,
daß  der  zwischen  den  am  Baume  eingeschnittenen
vertikalen  Linien  liegende  Teil  binnen  einer
längeren  Zeitperiode  in  schmalen  Streifen  herausgeschnitten
  werden  kann  und  daß  durch  jeden
neuen  Schnitt  wieder  eine  Offnung  der  Milchkanäle,
  ein  neuer  Milchausfluß  stattfindet.

Diese  Operation  kann  z.  B.  beim  Halbgrätenschnitt,
  der  nur  ein  Viertel  des  Stammumfanges

*)  Siehe  Abbildung  7.
        <pb n="285" />
        ¶

shuanurad  ronsd  aae  ur  ilnumlraug

u  ur  Umpllvanilqalrg9

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Sünann

 

 

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        <pb n="286" />
        runrquiiunea-  vinvures  vantri  vonn  s  siluamiraq  raaa  aae  ur  Umitlualwaßmh

 

 

vutai  Qun  nojoux  uojaad  woi  onoꝭ  aii  uubiuduvæ  tnꝑ
        <pb n="287" />
        W  213  2d0

einzunehmen  braucht,  viermal  stattfinden,  ehe
man  wieder  an  den  zuerst  angeschnittenen  Teil
des  Stammes  kommt.

Die  neuen  Instrumente  zum  Anschneiden  der
Rinde  sind  darauf  eingerichtet,  daß  bei  jedem
Einschnitt  nur  ein  ganz  schmaler  Rindenstreifen
(etwa  1  mm  breit)  fortgenommen  wird.  Wenn
nun  z.  B.  bei  dem  Grätenschnitt  die  horizontalen
Linien  etwa  25  cm  voneinander  liegen,  so
würden  250  Schnitte  nötig  sein,  bis  diese  25  cm
aufgebraucht  sind  bzw.  bis  die  nächst  darunter
liegende  Linie  erreicht  ist.  Die  Schnitte  werden
während  etwa  zehn  Monaten  im  Jahre  jeden
zweiten  Tag  wiederholt,  an  dem  dazwischen  liegenden
  Tage  wird  der  nene  Einschnitt  perforiert,
usm  auf  diese  Weise  einen  täglichen  Ausfluß  von
Gummimilch  zu  veranlassen.  Die  Rindeufläche,
welche  der  Grätenschnitt  einnimmt,  würde  demnach
  in  einem  Zeitraum  von  etwa  zwei  Jahren
aufgebraucht  sein.  Bei  normaler  Ernährung
und  Entwicklung  des  Baumes  ist  aber  die  Rinde
am  Ende  dieser  Periode  so  weit  nachgewachsen,
daß  an  dem  oberen  Teile  mit  dem  Anschnitt
wieder  von  neuem  begonnen  werden  kann.

Beim  Anschneiden  der  Rinde  wird  darauf
geachtet,  daß  der  Einschnitt  eine  Neigung  nach
der  inneren  Seite  des  Baumes  zeigt;  so  wird
für  die  fließende  Gummimilch  eine  Laufrinne  gebildet.
  Ferner  kommt  es  darauf  an,  daß  der
Schnitt  vollständig  glatt  ist,  damit  durch  Rindenfasern
  und  dergl.  dem  Ablauf  der  Milch  kein
Hindernis  entgegensteht.

Die  zum  Schneiden  angewandten  Instrumente
sind  sehr  verschieden.  Die  Schneidemesser,  meist
in  Form  eines  spitzen  Winkels,  nach  Ari  eines
Hobels,  lassen  sich  bei  neueren  Modellen  verstellen,
  so  daß  der  Schnitt  dicker  oder  weniger
dick  gemacht  werden  kann.  Andere  besitzen  noch
ein  Führungsblatt,  das  sich  an  die  Rinde  anlegt
und  ein  zu  tiefes  Eindringen  des  Messers  verhindern
  soll.  Eine  große  Anzahl  verschiedener

Fabrikate  befindet  sich  im  Handel,  so  z.
Northways,  Bowmans,  Dirons  Messer;  es  kommen

  aber  noch  immer  nene  verbesserte  dazu.
Zum  Perforieren,  d.  h..  zum  Wiederöffnen  der
Milchkanäle,  die  am  Tage  vorher  durch  das
Messer  angeschnitten  worden  sind,  vorwendet  man
ein  Instrument  in  Form  eines  Spornes,  dessen
scharfspitziges  Rädchen  man  die  Schnitte  entlang
rollt.  In  neuerer  Zeit  hat  man  auch  ein  Instrument
  nach  Art  eines  Kammes,  der  mit  einem
Handgrif  versehen  ist  und  dessen  scharfe  Zähne
man  in  die  Schnitte  preßt.  Ein  solcher  Kamm
ist  unter  dem  Namen  Macaclams  Comb  pricker
im  Handel.  Um  alle  Schnitte  regelmäßig  und
cxakt  zu  machen,  bedient  man  sich  einer  Schablone,
  die  um  den  Baum  gelegt  wird  und  durch

 

die  man  die  Zeichnung  des  Schnittes  auf  den
Baum  überträgt.  Das  Anschneiden  der  Bäume
findet  am  besten  in  den  frühen  Morgenstunden
oder  abends  statt,  denn  durch  die  Sonnenstrahlen
wird  die  Gummimilch  vorzeitig  zum  Koagulieren
gebracht,  und  der  Milchausfluß  ist  auch  infolge
der  starken  Feuchtigkeitsabgabe  des  Baumes  an
die  Atmosphäre  während  der  heißen  Tageszeit
geringer.  Für  den  Anschnitt  wählt  man  am
besten  diejenige  Seite  des  Baumes,  die  am
längsten  im  Schatten  liegt.  Gewöhnlich  im
sechsten  Jahre,  d.  h.  wenn  die  Hevea  einen
unteren  Stammdurchmesser  von  etwa  15  ecm
erreicht  hat,  beginnt  die  Zapfung.  Man  ist  der
Meinung,  daß,  wenn  der  Baum  schon  zeitig  an
die  Zapfung  gewöhnt  wird,  eine  größere  Milchproduktion
  stattfindet.  Von  jenem  Zeitpunkt  ab
wird  nun  der  Baum  jährlich  während  etwa  zehn
Monaten  täglich  gezapft.  Der  Ertrag  der  Milch
an  trockenem  Gummi  pflegt  in  diesem  Alter  ungefähr
  schon  ½  Pfund  per  Baum  und  Jahr  zu
ergeben.

Aufgefangen  wird  die  ausfließende  Milch  bei
den  in  neuerer  Zeit  angewandten  Schnitten  durch
ecmaillierte  Schalen  von  etwa  30  cm  Durchmesser
und  etwa  800  Gramm  Fassungsvermögen.  Die
Milch  wird  dann  in  größere  Gefäße  zusammengegossen
  und  nach  der  gewöhnlich  zentral  in  der
Plantage  gelegenen  Faktorei  gebracht.  Dort  läßt
man  die  Milch  durch  ein  Gaze=  oder  Leinentuch
laufen,  um  sie  von  aller  Unreinlichkeit  zu  befreien.
Nachdem  die  Milch  auf  diese  Weise  gereinigt  ist,
gießt  man  sie  in  Schalen  von  etwa  800  bis
1000  cem  Inhalt  und  läßt  sie  dann  ruhig  stehen,
bis  der  Gummi  sich  abscheidet.

Nach  Analysen  der  Chemiker  Bamber  und
Scott  enthält  die  Milch  der  Hevea  brasiliensis
je  nach  der  Jahreszeit  und  Feuchtigkeit  von  50
bis  90  Prozent  Wasser.  Normal  ergibt  aber  die
Analyse  in  der  Hauptsache  folgende  Stoffe:

Wasser  50  bis  56  v.  H.
Kautschuk  .  .  .  ..  2  --Oatz..·....
  2  ;  -
Eiweiß  und  Pektin  2  3
Zucker  1  ½
Mineralstoffe

Der  Kautschuk  ist  in  der  Form  von  ganz
kleinen  Kügelchen,  etwa  wie  die  Fettkügelchen
in  der  K  Kuhmilch,  in  der  Pflanzenmilch  vorhanden;
unter  gewissen  Umständen  ballen  sich  diese  Kügelchen
  zu  einer  festen  Masse  zusammen.  Die
Pflanzenmilch  ist  gewöhnlich  mehr  oder  weniger
alkalisch;  deshalb  tritt  die  Koagnlierung  oftmals
sehr  schwer  ein.  Man  setzt  infolgedessen,  bevor
man  die  Milch  der  Ruhe  überläßt,  auf  vielen
Plantagen  einen  Zusatz  von  2½  Gramm  vierzig-
        <pb n="288" />
        W  214  20

prozentiger  Essigsäure  auf  etwa  1  Liter  Milch
zu,  um  hierdurch  die  Milch  zu  neutralisieren  und
das  Koagulieren  des  Kautschuks  zu  befördern.
Nachdem  die  Milch  in  einem  dunklen  luftigen
Raume  etwa  24  bis  36  Stunden  der  Ruhe
überlassen  worden  ist,  hat  sich  der  Kautschuk  an
der  Oberfläche  als  feste  Masse  abgeschieden.  Diese
Masse  wird  nun  aus  der  Schale  herausgenommen
und  auf  einem  Brett  mit  einer  Holz=  oder  Eisenrolle
  in  Form  eines  Nudelholzes  bearbeitet.  Auf
diese  Weise  entfernt  man  die  Feuchtigkeit  aus  der
Kautschukmasse  und  rollt  sie  auf  etwa  5  mm
Dicke  aus.  Nachdem  nun  eine  verhältnismäßig
trockene  Gummiplatte  gewonnen  ist,  wird  sie  zum
vollständigen  Trocknen  auf  Drahtgeflechte  gelegt
oder  auf  Schnüre  gehängt.

Die  Gummimasse  erhält  gleich  eine  Form,
wie  man  sie  für  die  Weiterversendung  und  den
Handel  am  geeignetsten  hält.  Man  findet  runde
Platten  von  etwa  30  bis  40  em  Durchmesser
unter  der  Bezeichnung  Biskuits,  viereckige  Platten,
otwa  40  bis  50  cm  im  Quadrat,  Shects,  ferner
sogenannte  Laces  Rubber,  d.  s.  mit  Maschinen
ganz  dünn  gepreßte  krenzweise  übereinander  gelegte
  Streifen  von  etwa  1  mm  Dicke,  und  Worm
Rubber,  d.  h.  kleine  Schnitel,  die  zu  Ballen
zusammengedrückt  werden.

Die  beste  Art  der  Trocknung  ist  die  in  einem
Ranme  mit  nicht  zu  hoher  Temperatur  und
trockener  Luft.  Bei  der  gewöhnlichen  Dicke  der
Platten,  wie  sie  in  den  Handel  kommen,  einer
Dicke  von  etwa  5  mm,  beansprucht  die  vollstäudige
  Trockuung  des  Kautschuks,  je  nach  dem
Feuchtigkeitsgehalt  der  Luft,  2  bis  6  Monate  Zeit.
In  dieser  Gummiplatte  ist  nun  aber  nicht  nur
reiner  Kantschuk  vorhanden,  sondern  es  sind  auch
Pflanzenzucker,  Pektin  und  Eiweißstoffe  darin  enthalten.
  Diese  letzteren  Stoffe  bieten  den  Fäulniskeimen
  guten  Nährboden  für  ihre  Entwicklung.
In  den  Trockenräumen  bemerkt  man  während
der  langen  Zeit  der  Trocknung  oftmals  üblen
Geruch,  und  man  findet  Gummiplatten,  die  sich
sehr  stark  klebrig  anfassen.  Diese  Erscheinung
ist  darauf  zurückzuführen,  daß  sich  unter  der  Einwirkung
  der  Fäulniskeime  der  Kautschuk  in  Klebegummi
  verwandelt.  Hierdurch  entsteht  den  Pflanzern
  oftmals  sehr  großer  Schaden,  nicht  nur
während  der  Trocknung,  sondern  auch  während
des  Transportes  an  weit  entlegene  Handelsplätze.
Wenn  Gummi  mit  Fäulniskeimen  fest  zusammengepackt
  in  geschlossener  Kiste  den  weiten  Transport
  über  See  machen  muß,  dann  tritt,  besonders
wenn  der  Gummi  nicht  vollständig  trocken  ist,
durch  die  entstehende  Erhitzung  diese  Fäulniswirkung
  erst  recht  stark  hervor,  und  der  von  dem
Pflanzer  in  scheinbar  gesundem  Zustande  versandte
Gummi  kommt  an  seinem  Bestimmungsort  als

 

klebrige  Masse  an.  Man  hat  versucht,  diesem
Übelstande  dadurch  zu  begegnen,  daß  man  dem
Verfahren,  welches  in  Brasilien  für  die  Behandlung
  des  Gummis  angewendet  wird,  folgte  und
die  Wirkungen  des  Rauches  zu  erzielen  suchte.
In  Brasilien  wird  der  Milchsaft  über  einem  unter
Zuhilfenahme  einer  Palmnußart  genährten  Feuer
geräuchert  und  dadurch  koaguliert  und  getrocknet.
Dieser  Rauch  enthält  verschiedene  zur  Desinfektion
geeignete  Stoffe,  u.  u.  Kreosot.  Man  versuchte

nun,  Kreosot  über  Feuer  zu  halten  und  den
Gummi  der  Einwirkung  dieses  Rauches  auszusetzen;

  der  Erfolg  war  aber  nicht  immer  befriedigend.
  Anderwärts  wurden  die  Gummiplatten
auch  mit  Formalin  bestrichen,  aber  dieses  Verfahren
  war  ebenfalls  nicht  zuverlässig.  Der  Mißerfolg
  ist  wohl  darauf  zurückzuführen,  daß  diese
Desinfektionsmittel  nur  auf  die  äußere  Fläche,
nicht  aber  auf  die  in  den  inneren  Teilen  des
Gummis  eingeschlossenen  Fänlniskeime  wirkten.

Einige  andere  Methoden,  die  in  neuerer  Zeit
zur  Herstellung  von  Laces  und  Worm  Rubber
angewendet  werden,  beruhen  darauf,  daß  der
Gummi  in  etwa  1  mm  dünne  Platten  mittels
Maschine  ausgerollt  und  in  Streifen  geschnitten
wird,  um  auf  diese  Weise  schneller  zu  trocknen.
Man  hat  auch  versucht,  die  Zeit  noch  dadurch
abzukürzen,  daß  man  die  Luft  erhitzte  und  deren
Feuchtigkeitsgehalt  herabsetzte,  indem  man  sie
über  Chlorcalcium  streichen  ließ.  Ein  Erfolg
dieser  Manipulation,  hinsichtlich  der  Verhinderung
von  Fäulnis,  scheint  zwar  erreicht,  aber  abgesehen
davon,  daß  bei  dieser  Methode  maschinelle  Einrichtungen
  nötig  werden,  die  auf  abgelegenen
Plantagen  immerhin  oft  nur  unter  Schwierigkeiten
  zu  beschaffen  sind,  will  man  auch  bemerkt
haben,  daß  die  Elastizität  und  Nervigkeit  des  so
präparierten  Gummis  geringer  ist.  Man  erklärt
dies  damit,  daß  die  einzelnen  Kautschukpartikel
in  den  sehr  dünnen  Gummiplatten  zu  sehr  unter
dem  Einfluß  von  Licht  und  Luft  gestanden  hätten
und  vielleicht  auch  allzuhohen  Temperaturen
ausgesetzt  gewesen  seien.

Wenn  auch  zur  Zeit  noch  keine  vollkommene
Methode  für  die  Verarbeitung  der  Pflanzenmilch
in  Anwendung  ist,  so  kann  man  doch  erwarten,
in  absehbarer  Zeit  dieses  Ziel  zu  erreichen,  da
eine  große  Anzahl  von  Fachlenten  sich  mit  der
Lösung  dieser  Frage  beschäftigt.  Ein  Weg,  auf
den  ich  gelegentlich  dieser  Studien  gekommen
bin  und  auf  den  hinzuweisen  ich  nicht  unterlassen
möchte,  ist  der,  daß  durch  die  Vergärung  des  in
der  Gummimilch  enthaltenen  Zuckers  zu  Alkohol
und  das  damit  eintretende  Nahrungsbedürfnis
der  Gärungszellen  eine  Reduktion  der  Eiweißund
  Pektinstoffe  eingeleitet  werden  kann.  Wenn
man  eine  solche  Vergärung  unter  dem  Einfluß
        <pb n="289" />
        215  20

von  Fluorwasserstoffsäure  vornimmt,  so  wird  nicht
allein  eine  Reinvergärung  in  gewünschter  Weise
eintreten,  sondern  es  wird  auch  die  Eigenschaft
der  Fluorwasserstofssänre,  Fäulniskeime  zu  töten,
dazu  ausgenützt,  die  Gummimasse  sowohl  innerlich,
wie  an  der  Oberfläche  von  jenen  Keimen  zu  befreien.
  Weiter  wird  aber  durch  die  sauren
Eigenschaften  der  Fluorwasserstoffsäure,  sowie
durch  den  infolge  der  Vergärung  des  Zuckers
entstandenen  Alkoholgehalt  die  Koagulierung  des
Kautschuk  in  der  Milch  eintreten  und  man  erhält
eine  keimfreie,  sozusagen  sterile  Gummimasse.
Selbst  wenn  diese  nicht  vollständig  trocken  ist,  kann
man  sie  auf  weite  Strecken  versenden,  ohne  durch
Umwandlung  des  Kautschuf  in  Klebegummi
Schaden  zu  leiden.  Dieses  von  mir  zum  Patent
angemeldete  Verfahren  ist  zwar  noch  nicht  in
größerem  Umfange  erprobt,  aber  ich  glaube,  daß
damit  ein  Fortschritt  auf  diesem  Gebiete  erreicht
werden  kann.

Der  Ertrag  der  lIlevea  hrasiliensis,  der  im
sechsten  Jahre,  wie  bemerkt,  auf  etwa  1½  Pfund
trockenen  Gummi  anzunehmen  ist,  steigert  sich
natürlich  mit  jedem  weiteren  Jahre.  Es  existieren
  Bäume,  die  bis  zu  24  Pfund  Gummi  per
Jahr  liefern.  Solche  Exemplare  sind  jedoch  bis
jetzt  nur  vereinzelt  zu  finden.  Es  ist  noch  nicht
bekannt,  welche  Grundlagen  und  Einwirkungen
notwendig  sind,  um  so  hohe  Erträge  hervorzubringen.
  Möglich,  daß  besondere  Zusammensetzung
  des  Bodens,  geeiguete  Feuchtigkeit  usw.
derartige  Erträge  begünstigen,  aber  der  Grund
kann  auch  in  der  Behandlung  liegen.  Man  hat
auch  bereits  versucht,  den  Einfluß  der  Düngung  zu
beobachten,  abschließende  Resultate  sind  auch  hier
noch  nicht  erreicht.  Als  Durchschnittsertrag  kann
jedenfalls  diese  hohe  Summe  zur  Zeit  nicht  angenommen
  werden.

Auf  der  Galboda-Plantage  (2000  bis  3000
Fuß  hoch),  die  eine  große  Anzahl  etwa  zehn
Jahre  alter  Bäume  in  regelmäßiger  Zapfung
aufweist,  konnte  ich  als  Durchschnittsertrag  2
Pfund  Gummi  für  den  Baum  feststellen;  dort
wird  zum  Teil  der  V-Schnitt  und  zum  Teil  der
Grätenschnitt  angewandt.  Andere  Pflanzer  hatten
aber  auch  5  Pfund  Gummi  als  Durchschnittsertrag
bei  zehnjähriger  Pflanzung.  Diese  große  Differeuz
  ist  vielleicht  mit  der  Lage  der  Plantage,
auch  mit  der  verschiedenen  Art  des  Schnittes,
oder  mit  den  verschiedenen  Perioden,  in  denen
der  Schnitt  wiederholt  wird,  zu  erklären.  Es
kommt  aber  auch  darauf  an,  seit  wie  langer
Zeit  die  Bäume  an  das  Zapfen  gewöhnt  wurden.
Außerdem  kann  der  Feuchtigkeitsgehalt  der  Luft
oder  des  Bodens  von  Einfluß  auf  diesen  verschiedenen
  Ertrag  sein.

 

Aber  selbst  wenn  man  auch  die  kleinsten  Erträge
  als  Grundlage  für  die  Rentabilität  einer
Kautschuk-Plantage  einstellt,  so  bildet  dieser  Kolonialwirtschaftszweig
  unter  den  heutigen  Verhältnissen
  doch  eine  so  außerordentlich  gute  Kapitalsanlage,
  daß  schon  daraus  die  stannenswerte
Bergrößerung  des  in  den  letzten  Jahren  zum
Gummibau  herangezogenen  Areals  ihre  ganz
natürliche  Erklärung  findet.  Eine  weitere  Ausdehnung
  des  Gummibanes  ist  solange  sicher  zu
erwarten,  als  noch  eine,  wenn  auch  geringerc,
Rentabilität  gesichert  und  geeignetes  Terrain  vorhanden
  ist.  Auf  Ceylon,  wo  erst  etwa  ein  Sechstel
der  ganzen  Fläche  unter  Kultur  steht,  sind  sicher
noch  mehrere  100000  Acres  Dschungeln  und
früheres  Kaffeeland  zur  Verfügung.  Von  den
vielen  Berechnungen,  die  ich  mit  Pflanzern  über
die  Rentabilität  einer  Kantschukplantage  angestellt
habe,  möchte  ich  nachstehend  eine  aus  Durchschnittszahlen
  zusammengestellte  geben.  Und  zwar
soll  diese  Berechnung  die  Aufwendung  der  Kosten
für  300  Acres  von  Beginn  bis  zum  ersten  Ertrage
umfassen.  Der  Preis  eines  Acre  (4000  am)  ist
je  nach  Lage  und  Qualität  des  Bodens  auf
Ceylon  15  bis  100  Rupien.

Erstes  Jahr.

300  Acres  Dschungelland  à  50
Rupien
Fällen  der  Dschungeln,  Abbrennen
und  Vorbereiten  des  Bodens  für
die  Pflanzung  inkl.  Gräben  per
Acre  20  Rupiin
Pflanzung  per  Acre  mit  200
Bäumen  gleich  80  000  Pflauzen
  inkl.  Nachpflanzung,  Samen
5  Rupien  per  1000  Stück,  gleich
100  Rupien,  sowie  Kosten  für
die  Erhaltung  der  Pflanzschule
inkl.  Weidenkörbchen  bis  zur
Auspflanzung  1100  Rupien,
äzusamen
Auspflanzen  in  die  Plantage  inkl.
Löchermachen  und  Wildschutz
um  je  200  Bäume  à  10  Rupien
per  Nrer
Reinigen  von  Unkrant  p.  Aere  im
Jahr  à  15  Rupin
Gebände  für  Inspektor
Wegeanlage  und  Einzännung
Gehalt  für  den  Inspektor
Wohnungen  für  Coolies  und  diverse
  Unkosten

15000  Rupien

6000

3000

1500
2000
3000
2000

2000  -
39  000  Rupien
        <pb n="290" />
        W  216  -—

Zweites  Jahr.

Gehalt  für  den  Inspektor
Reinigen  von  Unkraut  p.  Acre
für  das  zweite  Jahr  à  12  Ru-2000

  Rupien

en  3600
Sonstige  Unkosten  2000
Zinsen  von  39000  Rupien  à  5

Prozent  .  .  ...  1950

Drittes  Jahr.
Gehalt  für  den  Inspektor

2000  Rupien
Reinigen  von  Unkraut  für  das

dritte  Jahr  10  Rupien  p.  Acre  3000
Sonstige  Unkosten  2000
Zinsen  von  48550  Rupien  à  5

Pront  2425  -

57975  Rupien

Viertes  Jahr.

Gehalt  für  den  Inspektotor
Reinigen  von  Unkraut  für  das

2000  Rupien

vierte  Jahr  8  Rupien  p.  Aere  2400
Sonstige  Unkosten  2000
Zinsen  von  57975  Rupien  à  5

Prozent.  .  .....  .  .  ...  2900  -

67275  Rupien

Fünftes  Jahr.
Gehalt  für  den  Inspektor

2000  Rupien
Reinigen  von  Unkraut  für  das

fünfte  Jahr  8  Rupien  p.  Acre  2400
Sonstige  Unkostten  2000
Zinsen  von  67275  Rupien  à  5

Pronntt  3650  -

77325  Rupien.

Rupie  à  Mk.  1,35  —  103  388,75  Mk.

Ein  Aere  der  mit  Hevea  brasiliensis  bebauten
Plantagen  stellt  sich  demnach  im  sechsten  Jahre
auf  etwa  350  Mk.  Rechnet  man,  daß  im  sechsten
Jahre  nicht  alle  Bäume,  sondern  nur  150
die  für  die  Zapfung  genügende  Stärke  erlangt
haben,  und  rechnet  man  auf  Grund  der  bisherigen
Erfahrungen  den  Ertrag  dieser  150  Bäume  mit
je  ½%  Pfund  Gummi  per  Jahr,  so  ergibt  dies
einen  Ertrag  von  75  Pfund  Gummi.

Der  Gummi  von  der  UHevca  brasiliensis,  wie
er  auf  der  Plantage  gewonnen  werden  kann,
gilt  auf  dem  Markte  als  bester  Paragummi  und
wird  zur  Zeit  in  London  mit  etwa  7  Mk.  per
Pfund  bezahlt.  Dies  bedeutet  einen  Ertrag  von
525  Mk.  per  Acre.

Hiervon  müssen  in  Abzug  gebracht  werden
die  für  die  Gewinnung  des  Gummi  ausgewendete
  Arbeit  sowie  die  für  Verkauf  und  Versendung
entstandenen  Unkosten.  Nach  den  mir  erteilten
Auskünften  ist  auf  einer  zehnjährigen  Plantage
per  Acre  die  Arbeitskraft  von  etwa  zwei  Coolies

48550  Rupien

 

erforderlich.  Sie  werden  in  den  Morgen=  und
Abendstunden  mit  dem  Anschneiden  der  Bäume
und  dem  Einsammeln  der  Pflanzenmilch,  während
der  Tagesstunden  aber  mit  der  Verarbeitung
der  Milch  beschäftigt.  Ein  Cooly  kostet  auf  Ceylon
10  Cent  per  Tag,  also  per  Jahr  etwa  120
Rupien;  das  sind  für  zwei  Coolies  240  Rupien  —
324  Mk.  auf  100  Pfund  Gummi  =  81  Pig.
Arbeitslohn  per  Pfund.  Wenn  man  bedenkt,
daß  zwei  Coolies  die  Arbeit  auf  einer  Plantage,
welche  400  Pfund  Gummi  per  Jahr  liefert,  verrichten
  können,  so  ist  anzunehmen,  daß  andere
Angaben  zutreffen,  nach  denen  bei  sechsjähriger
Plautage  mit  75  Pfund  Gummiertrag  per  Acre
ein  Cooly  die  Arbeit  verrichtet.  Demnach  würde
auf  diese  75  Pfund  Gummi  ein  Arbeitslohn  von
162  Mk.  entfallen.  Die  Unkosten  für  Transport
und  Verkauf  des  Gummi  betragen  per  Pfund
ungefähr  50  Pfg.,  für  75  Pfund  also  37,50  Mk.
Es  gehen  demnach  von  525  Mk.  etwa  200  Mk.
ab,  so  daß  im  ersten  Jahre  des  Ertrages  ein
Reingewinn  von  325  Mk.  gegenüber  einem  Anlagekapital
  von  350  Mk.  verbleibt.  Diesem  Gewinn
  ist  aber  noch  hinzuzurechnen  die  Einnahme,
welche  für  den  gewonnenen  Samen  erzielt  wird,
da  eine  fünfjährige  Plantage  bereits  erhebliche
Mengen  des  sehr  begehrten  Samens  liefert.  In
vielen  Fällen  lassen  sich  die  Kosten,  welche  die
Pflanzung  bis  zu  erreichtem  Ertrage  erfordert,
noch  dadurch  reduzieren,  daß  durch  Zwischenpflanzung
  von  Kakao,  Coca  oder  Baumwolle
Erträge  erzielt  werden.  Zahlen  über  die  Erträge
von  Baumwolle  und  Coca  sind  mir  nicht  bekannt
geworden;  dagegen  wurde  mir  der  Ertrag  der
Zwischenpflanzung  von  Kakao  im  fünften  Jahre
auf  etwa  11,  bis  2  Zentner,  im  sechsten  Jahre
auf  3  Zentner  per  Acre  angegeben.  Den  Wert
des  Zentners  Kakao  kanmn  man  mit  50  Mk.  und
die  Unkosten  darauf  per  Zentner  mit  25  Mi.
annehmen,  so  daß  per  Acre  im  fünften  Jahre
ein  Reingewinn  von  50  bis  60  Mk.  und  im
sechsten  Jahre  von  etwa  75  Mk.  erreicht  wird.
Dieser  Nebenertrag  ist  zu  dem  Gummiertrage
hinzuzurechnen.  Ersparnis  entsteht  auch  insofern
durch  die  Zwischenpflanzung,  als  dadurch  das
Aufkommen  von  Unkraut  vermindert  wird  und
sich  die  Kosten  für  das  Reinhalten  der  Plantage
ermäßigen.  Bei  der  weiteren  Entwicklung  der
Gummiplantage  dürfte  aber  schwerlich  mit  einer
Zwischenpflanzung  zu  rechnen  sein;  im  Gegenteil
glaube  ich,  daß  200  Bäume  per  Acre  schon  zu
viel  sind,  wenn  sich  die  Erfahrung  bestätigt,  daß
weite  Baumkronen  den  Ertrag  an  Gummi  steigern.

Für  die  spätere  Rentabilität  des  Anbaues
der  Hevea  hrasiliensis  kommt  noch  ein  weiteres
Moment  hinzu.  Das  ist  die  bereits  berührte  Verwertung
  der  Samen.  Man  hat  in  Henaratgoda
        <pb n="291" />
        217  E

festgestellt,  daß  von  500  Bäumen  jährlich  etwa
200000  Samen  im  Gewicht  von  etwa  1  Ton
gewonnen  werden.  Es  ist  ja  damit  zu  rechnen,
daß  der  Samenbedarf  zur  weiteren  Anpflanzung
einmal  aufhört;  der  Samen  muß  alsdann  eine
andere  Verwendung  finden.  Von  Henaratgoda
aus  wurde  mitgeteilt,  daß  der  Samen  inkl.  der
Hülle  einen  Olgehalt  von  20  v.  H.  und  der  des
Kernes  allein  einen  solchen  von  50  v.  H.  hat,
daß  außerdem  das  verbleibende  Mehl  als  Futter
oder  auch  als  Düngemittel  zu  verwenden  ist.
Proben  dieses  Samens  auf  dem  Londoner  Markt
ergaben  die  Bewertung  mit  10  bis  12  L  per
Ton;  das  ist  20  bis  24  Mk.  per  100  Kilo.
So  ist  Aussicht  vorhanden,  daß  bei  weiterer  Ausdehnung
  des  Gummibaues  der  Samen  der  Hevea
zur  Ol=  und  Futterkuchenfabrikation  gute  Verwendung
  finden  kann.  Wenn  man  als  Grundlage
  gelten  läßt,  daß  in  Henaratgoda  500  Bäume
1000  Kilo  Samen  liefern,  so  bedeutet  das  pro
Acre  mit  200  Bäumen  400  Kilo  oder  einen
Ertrag  von  80  bis  96  Mk.

Es  erscheint  mir  von  Bedentung,  festzustellen,
wie  hoch  bei  dauerndem  Betrieb  einer  Heveaplantage
  die  Selbstkosten  des  Gummis  sind,  da
vielfach  die  Befürchtung  ausgesprochen  wird,  daß
entweder  durch  Überproduktion  oder  durch  synthetische
  Darstellung  des  Gummis  der  Plantagenban
  einen  großen  Rückschlag  erleiden  könnte.
Wie  oben  berechnet,  stellt  sich  eine  Plantage  in
der  Zeit  des  ersten  Ertrages  auf  etwa  350  Mk.;
selbst  bei  billigsten  Preisen  ist  anzunehmen,  daß
von  dieser  Zeit  an  die  Kosten  gedeckt  werden.
Demnach  sind  bei  der  Kalkulation  von  da  an
nur  die  Zinsen  der  Anlage,  Abschreibungen  und
die  Produktionskosten  in  Rechnung  zu  stellen;
diese  betragen  per  Acre:

an  Zinsen  17,50  Mk.

 

an  Beaussichtigung.  .  9,00  -
andere  Unkosten,  wie  Nbschreibung
  von  Gebäuden  usw.,
etwa  23,50  “"ê
50,00  =
Das  macht  auf  einen  Ertrag  von  nur
100  Pfund  Gummi  1212  Pfg.  per  Pfund.

Hierzu  muß  man  allerdings  noch  die  Abschreibung
auf  die  Pflanzung  selbst  rechnen,  aber  es  ist
heute  noch  nicht  bekannt,  wie  alt  die  Hevea
werden  kann.  Die  dreißigjährigen  Bäume  in
Henaratgoda  zeigen  sich  in  vollster  Kraft,  und
man  glaubt,  daß  sie  hundert  Jahre  alt  werden
können.  Sollte  dies  der  Fall  sein,  daun  fiele
die  Abschreibung  von  1  v.  H.  nicht  ins  Gewicht.
Wenn  man  der  Berechnung  den  Einheitsertrag
von  zwei  Pfund  Gummi  auf  den  Baum  zugrunde
  legt  und  mit  der  Bearbeitung  nach
heutiger  Methode  rechnet,  ohne  in  Betracht  zu

 

ziehen,  daß  bei  verbesserter  Arbeitsweise  gewöhnlich
  auch  Verbilligung  eintritt,  dann  stellen  sich
Arbeits=  und  Zubereitungskosten  für  das  Pfund
auf  81  Pfg.,  so  daß  das  Pfund  Gummi  bei
diesem  geringen  Ertrage  der  Plantage  doch  nur
93½  Pffg.  kostet.

Diese  günstigen  Resultate  waren  die  Veranlassung
  dafür,  daß  der  Gummibau  auf  Ceylon
in  verhältnismäßig  sehr  kurzer  Zeit  außergewöhnlich
  zugenommen  hat.  Es  waren  nach  Veröffentlichungen
  des  Cexylon  Directory  angepflanzt
mit  Hevea  brasiliensis:

im  Jahre  1898:  750  Acres

.  1901:  1500

-  1902"  3000

-  1903:  12  000  .

-  1904:  25  000
1905:  39  000

im  Frühjahr  1906:  60  000

Der  Export  an  Gummi  steigt  dementsprechend
ebenfalls  ganz  rapide.  Nach  der  Veröffentlichung
der  „Chamber  of  Commerece  in  Colombo
wurden  exportiert

im  Jahre  1903:  11798  Pfund
.  1904:  77212

1905:  168  577  -  und  in

den  ersten  drei  Monaten  1906  etwa  75  000  Pfund,
so  daß  im  Jahre  1906  mindestens  300  000  Pfund
zum  Export  gelangt  sind.

Die  rapide  Ausdehnung  des  Gummibaues
erforderte  naturgemäß  Kapitalien,  wie  sie  auf
Ceylon  selbst  nicht  flüssig  waren.  Infolgedessen
wurden,  um  dadurch  Kapital  aus  dem  Auslande
herbeizuziehen,  Gesellschaften  gebildet.  Besonders
vom  Londoner  Markt  sind  hierfür  Kapitalien  nach
Ceylon  geflossen.  Aber  auch  in  Colombo  hat
die  Bildung  von  Gesellschaften  einen  großen
Markt  für  Gummiaktien  (Rubber  Shares)  nach
sich  gezogen;  dieser  Markt  vergrößert  sich  dauernd,
da  die  Aussicht  auf  hohen  Gewinn  großes  Interesse
  an  den  Aktien  hervorruft.  Das  Neugründungsfieber
  scheint  jedoch  auch  in  diesem
Falle  ungesunde  Zustände  mit  sich  zu  bringen
und  vielfach  eine  Uberkapitalisation  der  Gummiban-Gesellschaften
  herbeizuführen,  die  zu  der  Befürchtung
  Anlaß  gibt,  daß  im  Falle  eines  erheblichen
  Rückganges  der  Gummipreise  die  erwartete
Rentabilität  jener  Gesellschaften  nicht  eintreten
wird.  Die  Uberkapitalisation  ist  dadurch  hervorgerufen,
  daß  Gesellschaften  große  Terrains  übernehmen,
  von  denen  nur  ein  kleiner  Teil  unter
Kultur  ist,  diese  Terrains  aber  zu  dem  Werte
bezahlen,  den  das  Terrain  hätte,  wenn  es  schon
vollständig  oder  wenigstens  zum  größten  Teil
unter  Kultur  stände.  Vielfach  werden  auch  eben
        <pb n="292" />
        W  218  20

angelegte  Pflanzungen  so  bewertet,
sie  dicht  vor  dem  Ertrage.

Wenn  auch  nicht  zu  befürchten  ist,  daß  das
bis  jetzt  angelegte  Kapital  verloren  geht,  da  die
jetzt  schon  angelegten  Plantagen  zu  Ertrag
kommen,  bevor  der  Gummi  auf  den  Minimalpreis
  zurückgehen  wird,  so  dürfte  doch  die  Hoffnung
  auf  großen  Gewinn  in  vielen  Fällen
getäuscht  werden.

Der  Anbau  der  Hevea  hrasiliensis  bietet
anderen  Sorten  gegenüber  bessere  Aussichten.
Wenn  man  bedenkt,  daß  keine  andere  Gummipflanze
  die  Qualität  der  Hevea  brasiliensis  erreicht,
  daß  sich  keine  andere  Gummipflanze  billiger
bearbeiten  läßt,  daß  der  Gummi  der  llerca
brasiliensis,  der  sogenannte  Paragummi,  auch  in
Zukunft  stets  den  höchsten  Preis  erzielen  wird,  daß
der  Samen  der  Hevea  ebenfalls  eine  Einnahmequelle
  bildet,  so  muß  man,  falls  es  zu  einer
lberproduktion  an  Gummi  kommt,  annehmen,
daß  erst  der  Anbau  jeder  anderen  Gummisorte
unlohnend  wird,  ehe  eine  Unrentabilität  der
Heveapflanzungen  eintritt.

Was  die  sunthetische  Darstellung  von  Kautschuk
  betrifft,  so  ist  zu  bedenken,  daß  das  Material,
  welches  hierfür  in  Betracht  kommen  kann,
Harz,  Öl  usw.,  niemals  ganz  kostenlos  sein  wird,
und  daß  ein  Erfinder  mit  seinem  patentamtlichen
Schutz  sich  doch  auch  einen  größeren  Gewinn
sichern  will.  Infolgedessen  ist  nicht  auzunehmen,
daß  sich  der  Preis  eines  solchen  Gummis  unter
einer  Mark  per  Pfund  stellen  wird.

Eine  andere  Befürchtung  ist  die  der  Verwüstung
  von  Gummiplantagen  durch  Schädlinge,
wie  dies  z.  B.  beim  Kaffeebau  auf  Ceylon  der
Fall  war.  Die  llea  brasiliensis  bietet  aber
gegenüber  anderen  Gummi  erzengenden  Pflanzen
den  großen  Vorteil,  daß  sich  bei  ihr  infolge  alljährlicher,
  während  der  Monate  Februar  und
März  eintretender  vollständiger  Entblätterung  die
Gefahr  der  Ausbreitung  von  Schädlingen  sehr
vermindert.  Außerdem  werden  durch  diesen
Blattfall  immer  neue  Humusschichten  auf  dem
Boden  gebildet,  die  eine  bessere  Ernährung  des
Baumes  und  dadurch  größere  Widerstandsfähigkeit
  gegen  Schädlinge  erwarten  lassen.  Immerhin
  ist  die  Gefahr  von  Schädlingen  nicht  zu
unterschätzen.

Nach  Berichten  aus  den  Federated  Malay
States,  wo  man  die  Funtamia  elastica  und  die
Castilloa  elastica  neben  der  Hevea  brasiliensis
und  Fieus  clastica  angepflanzt  hatte,  wurden
die  ersteren  beiden  Sorten  von  Schädlingen  sehr
angegriffen,  während  die  beiden  letzteren  wenig
oder  gar  nicht  darunter  litten.

Die  Hevea  brasiliensis  ist  ein  Waldbaum,
an  dom  nach  Mitteilungen  aus  seiner  Heimat,

als  ständen

 

wo  er  zwischen  anderen  Bäumen  steht,  bisher
keine  gefahrbringende  Krankheit  konstatiert  wurde.
Eine  solche  Krankheit  oder  ein  Schädling  konnten
sich  dort  allerdings  auch  nicht  in  der  Weise
gefahrbringend  ausbreiten,  wie  dies  in  einer
Plantage  mit  einer  großen  Zahl  dicht  nebeneinanderstehender
  gleichartiger  Bäume  der  Fall  sein
kann.  Auf  Ceylon  ist  unter  anderen  weniger
bedeutenden  Schädlingen  auch  ein  Pilz  der
Familie  der  Nectria  bemerkt  worden,  welcher  sich
auf  der  Rinde  ansiedelt  und  diese  in  ihrer  Farbe
und  Struktur  verändert.  An  solchen  erkrankten
Teilen  der  Rinde  ist  kein  Milchausfluß  zu  erzielen.
  Der  Pilz  zeigt  sich  sowohl  an  den  Asten
wie  am  Stamm  und  auch  an  den  unreif  zur
Erde  gefallenen  Samen.  Zur  Bekämpfung  dieser
Krankheit  ist  bisher  nur  Ausschneiden  bzw.  Ausbrennen
  der  infizierten  Stellen  oder  vollständiges
Abschneiden  der  infizierten  Aste  sowie  Verbrennen
der  zur  Erde  fallenden  unreifen  Samen  empfohlen
  worden.  Diese  Verbrennung  soll  möglichst
  an  den  infigierten  Stätten  vorgenommen
werden,  damit  die  Krankheit  nicht  über  weitere
Gebiete  der  Plantage  getragen  wird.  Vielfach
sind  iufizierte  Stellen,  die  kurz  vor  der  trockenen
Saison  bemerkt  wurden,  ganz  von  selbst  wieder
verschwunden.  Man  nimmt  an,  daß  trockene
Wärme  und  Sonnenstrahlen  diesen  Erfolg  erzielten.
  Wo  man  während  der  trockenen  Saison
die  infizierten  Stellen  radikal  ausschnitt  und  ausbrannte,
  ist  immer  ein  gutes  Resultat  erreicht
worden.  Infolgedessen  darf  man  vermuten,  daß
bei  aufmerksamer  Behandlung  eine  größere  Ausbreitung
  dieser  Krankheit  nicht  zu  erwarten  steht.

Die  Castilloa  elastica  (Panama  Ruhbern).)
sowohl  wie  die  NManihot  Glazowil  (Ceara
Rubber)  sind,  obgleich  sie  auf  Ceylon  ebenfalls
gut  fortkommen,  dort  nicht  in  größeren  Plantagen
angebant.  Der  Grund  hierfür  ist  darin  zu  suchen,
daß  die  Gewinnung  des  Gummis  von  diesen
Bäumen  weniger  gute  Resultate  ergibt,  als  von
der  Hevea-  brasiliensis.  Die  Milch  dieser
Bäume  gerinnt  schon  beim  Austreten  aus  den
Milchkanälen  an  der  Rinde,  und  es  gelangt  nur
verhältnismäßig  wenig  davon  flüssig  in  die  Bassius;
ein  größerer  Teil  muß  in  festem  Zustande  von
der  Rinde  abgenommen  werden.  Solcher  Gummi
ist,  wie  schon  erwähnt,  der  Verunreinigung  durch
Staub,  Anfliegen  von  Insekten  usw.  ausgesetzt
und  minderwertig,  der  größte  Teil  kann  nur  als
sogenannter  Scrap  Rubber  verkauft  werden.
Wenn  auch  die  Castilloa  elastice  und  Manihot
Glazowit  schon  in  jüngerem  Alter  gezapft  werden
können,  so  ist  doch  der  Ausfluß  von  Milch  —
wenigstens  nach  den  bisherigen  Erfahrungen  auf

iehbe  Abbildung  8.
        <pb n="293" />
        V  219  20

Ceylon  —  nicht  so  reichlich  wie  bei  der  Hevea.
Aber  auch  der  aus  der  Milch  dieser  beiden
Gummibäume  erzielte  Gummi  steht  an  Qunalität
dem  aus  der  Hevea  gewonnenen  nach.  Der
Gehalt  des  trockenen  Gummis  an  reinem  Kautschuk
beträgt  im  Durchschnitt  bei  der  Castilloa  elastica
86  v.  H.,  bei  der  Manihot  Glazowii  76  v.  H.,
dagegen  bei  der  llevea  hrasiliensis  95  v.  H.
Dazu  kommt,  daß  der  Kautschuk  von  der  Hevea
die  anderen  Sorten  an  Elastizität  und  Nervigkeit

bei  weitem  übertrifft.
*  *

In  Indien  ist  der  Anbau  von  Gummi
hauptsächlich  im  südlichen  Teil  in  Angriff  genommen.
  Nach  verschiedenen  Versuchen,  aber
geringen  Erfolgen  in  anderen  Teilen  Indiens
hat  man  im  Nilgiri-Gebirge  jetzt  gute  Resultate
erzielt.  Ich  sah  dort  in  der  Versuchsplantage
Burlear  (2400  Fuß  hoch),  daß  sowohl  Castilloa
clastica  wie  llevea  brasiliensis,  welche  von
1897  ausgesetztem  Samen  gezogen,  1898  gepflanzt
  waren,  ebensogut  fortkamen  wie  auf
Ceylon.  Der  Stammdurchmesser  der  Hevea  in
Höhe  von  einem  Meter  betrug  20  cm.  Castilloa
eolasticu  von  dem  gleichen  Alter  und  in  gleicher
Höhe  zeigte  einen  Stammdurchmesser  von  25  em.
Aber  auch  in  der  Versuchsplautage  Benhope
(2800  Fuß  hoch)  gedeihen  sowohl  Castilloa
cClastica  wic  lleven  brasiliensis  noch  sehr  gut.
Der  Milchausfluß  ergibt  ungefähr  dasselbe  Resultat
wie  auf  Ceylon.  mir  gesagt  wird,  sind
dort  schon  etwa  5000  Acres  zum  Teil  mit  Hevea,
äum  Teil  mit  Castilloa  bepflanzt,  und  nach  den
jetzt  gewonnenen  Erfahrungen  glaubt  man  etwa
200  000  Acres  für  den  Anbau  von  Gummi  zur
Verfügung  zu  haben.  Auch  dort  neigt  man
dazu,  der  Hevea  beim  Anbau  den  Vorzug  zu
geben.

In  Nord--Indien,  im  Himalaja-Gebiet  und
Assam  findet  man  vielfach  die  Fieus  elastica.
Während  man  lange  Zeit  deren  Pflege  vernachlässigt
  hat,  ist  man  jetzt  durch  den  hohen  Preis
des  Gummi  dazu  gekommen,  ihr  größere  Aufmerksamkeit
  zuzuwenden.  Ich  habe  jedoch  keine
regelmäßigen  Aupflanzungen,  sondern  nur  Anpflanzungen
  in  Teekulturen  und  an  Wegen,  unregelmäßig
  und  einzeln  stehend,  gefunden.  Daß
diese  Region  noch  für  den  Anbau  der  Hevea  in
Frage  kommt,  ist  nicht  anzunehmen,  da  die
Temperatur  nicht  mehr  den  Ansprüchen  der
Pflanze  genügt.

Wie

Im  südlichen  Birma  sind  seitens  der  Regierung
  seit  vielen  Jahren  Versuche  mit  Anpflanzung
  der  Hevea  gemacht  worden.  Die
Bäume  gediehen  gut,  jedoch  wurden  keine  exakten

 

Zapfungsversuche  oder  Aufzeichnungen  gemacht,
woraus  bestimmte  Schlüsse  in  bezug  auf  die  Ertragsfähigkeit
  zu  ziehen  wären.  In  neuerer
Zeit,  ebenfalls  durch  den  unerwartet  hohen
Preis  des  Gummis,  ist  man  dazu  gekommen,  den
Anbau  der  Hevea  von  privater  Seite  ernstlich
in  die  Hand  zu  nehmen;  es  sind  dort  jetzt  schon
etwa  5000  Acres  angebaut.  Birma  scheint  sich
für  den  Anban  der  Hevea  besonders  gut  zu
eignen,  weil  die  Temperaturen  sich  in  den  gewünschten
  Grenzen  halten,  und  weil  mit  dem
Monsoon  jährlich  reichlich  Regen  fällt.  Die  von
mir  in  Angenschein  genommenen  Plantagen
zeigten  sich  durchweg  schön  entwickelt.  Bei  dem
allgemeinen  Aufschwung  und  der  intelligenten
Bevölkerung  steht  zu  erwarten,  daß  dort  der
Anbau  der  Hevea  in  kürzester  Zeit  große  Dimensionen
  annehmen  wird.  In  Birma  hat  man
auch  teilweise  mit  der  Einführung  künstlicher
Bewässerung  begonnen  und  ganz  vorzügliche
Resultate  erzielt.  Auch  in  Oberbirma  sind  Versuche
  mit  Anpflanzung  der  Hevea  gelungen,  und
da  die  Regierung  Neuanlagen  besonders  begünstigt,
so  ist  wohl  sicher,  daß  vor  Ablauf  von  zehn
Jahren  mehr  als  100  000  Acres  angebant  sein
dürften.

Sowohl  auf  Ceylon  wie  in  Indien  und
Birma  herrscht  die  Meinung  vor,  daß  da,  wo
os  die  Verhältnisse  nur  irgendwie  zulassen,  der
Aupflanzung  der  lleven  brasiliensis  der  Vorzug
gegenüber  allen  anderen  Gummipflanzen  zu
geben  sei.  Dies  erscheint  sehr  verständlich;  denn
abgesehen  von  allen  anderen  Vorzügen  der  Hevea
bringt  das  daraus  gewonnene  Paragummi  den
höchsten  Preis,  was  von  besonderer  Bedeutung
deswegen  ist,  weil  man  doch  damit  rechnen  muß,
daß  in  näherer  oder  fernerer  Zeit  einmal  der
Gummibedarf  des  Weltmarktes  von  der  Produktion
  überholt  wird.

Die  Weltproduktion  beträgt  zur  Zeit  etwa
60  000  Tons  Gummi.  Eine  zehnjährige  Hevea-Plantage
  kann  nach  der  heute  bekannten  Bearbeitungsmethode
  per  Acre  wohl  500  Pfund
Gummi,  und  dieselbe  Plantage  würde  bei  einem
Alter  von  15  Jahren  etwa  1000  Pfund  Gummi
liefern,  selbst  wenn  nicht  die  hohen  Erträge
einzelner  Bäume  in  Rechnung  gestellt  werden,
wie  solche  auf  Ceylon  vorhanden  sind.  Um  den
heutigen  Gummibedarf  zu  decken,  wären  demnach

240  000  Aeres  zehnjähriger  Plantage  oder
120  000  Aecres  fünfzehnjähriger  Plantage  notwendig.


Nach  dem  Anual  Report  of  the  United
Planters  Asscciation  der  F.  M.  S.-  1904
waren  im  Jahre  1904  bereits  mit  llevea
brasiliensis  angebaut  in:
        <pb n="294" />
        G  220  ie0

Malay  Peninsula  etwa  30  000  Acres
000

Sumatra  -  -
Java  .  .  .  .  ...  5  000
Indien  und  Birmap  5000
Ceyhllon  .  25  000
70  000  Aeres.
Ceylon  hat  seit  1904  den  Anbau  von
25  000  Acres  auf  60  000  Acres  vermehrt,

Indien  und  Birma  haben  den  Anbau  etwa  verdoppelt.
  Es  ist  deshalb  anzunehmen,  daß  sich
auch  in  den  anderen  angeführten  Ländern  die
Anpflanzung  mindestens  verdoppelt  hat,  so  daß
die  Hevea-Gesamtfläche  in  obigen  Ländern  zur
Zeit  nicht  weniger  als  150  000  Acres  umfassen
dürfte.

Rechnet  man  aber  nur  50  000  Aecres  für
alle  anderen  auf  der  Welt  in  Betracht  kommenden
Länder  hinzu,  so  würden  mit  Hevea  brasiliensis
zur  Zeit  schon  200  000  Acres  ausgebaut  sein;
sie  könnten,  da  ein  größerer  Teil
Plantagen  schon  jetzt  vorhanden  ist,  in  etwa  zehn
Jahren  mehr  als  den  ganzen  heutigen  Weltbedarf
  mit  Paragummi  von  Plantagen  decken,
ungerechnet  den  wilden  Paragummi.  Der  Anbau
  der  Hevea  nimmt  aber,  nachdem  man  ihre
außerordentlichen  Vorteile  erkannt  hat,  derart  zu,
daß  es  wohl  kaum  fünf  Jahre  dauern  dürfte,
bis  allein  auf  Ceylon  mehr  als  200  000  Aecres
mit  Hevea  angebaut  sind.

Auch  in  Indien,  wo  zur  Zeit  etwa  5000  Acres
angebaut  sind,  schätzt  man  das  dafür  geeignete
Terrain  auf  200  000  Acres.  In  Birma,  wo
jetzt  ebenfalls  erst  5000  Acres  angepflanzt  sind,
hat  sich  in  diesem  Jahre  eine  Gesellschaft  gebildet,
die  allein  20  000  Acres  mit  Hevea  anzubanen
gedenkt.  Ebenso  dürfte  sich  die  Lage  in  den
anderen  hierfür  in  Betracht  kommenden  Ländern
gestalten.  Dieselbe  Erscheinung,  die  seinerzeit  bei
der  rapiden  Ausdehnung  des  Teebaues  zu  beobachten
  war,  dürfte  in  kürzester  Zeit  auch  beim
Gummiban  eintreten.  Die  Teeplantagenfläche
auf  Ceylon  vergrößerte  sich  von  1884  mit
70  000  Aeres  bis  1890,  also  in  sechs  Jahren,
anf  220  000  Acres  und  bis  1902  auf  392  000
Acres.  Ich  glaube  nicht  zu  hoch  zu  greifen,
wenn  ich  annehme,  daß  nach  fünf  Jahren  die  mit
Hevea  angebaute  Fläche  in  der  Welt  600  000  Acres
betragen  dürfte,  und  daß  diese  Fläche  nach  zehn
Jahren  eine  Produktion  von  über  150  000  Tons
ergeben  wird.

Es  ist  zweifellos,  daß  auch  der  Weltbedarf
an  Gummi  in  derselben  Zeit  steigen  wird,  besonders
  wenn  die  Preisreduktion  den  Konsum
begünstigt.  Sobald  aber  das  Angebot  die  Nachfrage
  erst  übersteigt,  wie  es  der  Fall  sein  muß,
wenn  außer  diesen  150  000  Tons  noch  die  große
Masse  andrer  minderwertiger  Gummisorten  an

tragender  also

den  Markt  gelangt,  muß  der

Pflanzer  zufrieden

sein,  wenn  er  sein  Anlagekapital  in  der  Plantage

Das  bedeutet,

noch  mit  10  v.  H.  verzinst.  (Diese  Rente  wird
heute  z.  B.  bei  Tee  als  guter  Ertrag  angesehen.)
wenn  die  Bearbeitungsmethoden
selbst  nicht  etwa  fortschreiten,  daß  er  den  Paragummi
  zum  Preise  von  etwa  1  Mk.  per  Pfund
verkaufen  kann.

Alle  anderen  Gummisorten  müssen  sich  aber

infolge  ihrer  geringeren  Qualität  nach  dem  Preise

des  Paragummis  richten,  sie  unterschreiten  diesen

Preis  in  dem  Verhältnuis,  wie  bei  der  Verarbeitung
  des  Rohgummis  dem  Fabrikanten  Quantumsverlust
  entsteht  und  im  Verhältnis  ihrer

minderen  Elastizität  und  Nervigkeit.  Der  Minderpreis
  liegt  oft  bis  unter  50  v.  H.  des  Preises

von  Paragummi.

 

Die  Kosten  der  Gummigewinnung  stellen  sich
aber  bei  minderen  Qualitäten  natürlich  ebenso
hoch  wie  beim  Paragummi.  Der  Schluß  liegt
nahe,  daß  die  Produktion  der  anderen
Gummisorten  dann  unrentabel  werden  und  deshalb
  aufhören  muß,  wenn  sich  noch  eine  gute
Rentabilität  für  den  Paragummi  ergibt.

Ich  möchte  deshalb  nicht  unterlassen,  darauf
hinzuweisen,  daß  der  in  unseren  Kolonien  (Kamerun
  usw.)  vielfach  mit  großer  Intensität  geförderte
  Anbau  der  Kickxia  elastica  unter  Umständen
  schon  kurz  nach  erlangter  Ertragsfähigkeit
ohne  Nutzen,  ja  mit  Verlust  arbeiten  könnte.  Der
Gummi  von  der  Kickxia  elastica  enthält  nach  den
bekannten  Analysen  etwa  80  bis  87  v.  H.  Kautschuk
  und  der  Preis  ist  z.  Z.  8  Mk.  per  Kilo
gegenüber  dem  des  Paragummis  von  14  Mk.  per
Kilo.  Bei  einem  Preise  von  1  Mk.  per  Pfund
für  Paragummi  könnte  demnach  der  Kickriagummi
nur  noch  einen  Preis  von  etwa  60  Pfg.  erzielen.
Zudem  ist  die  Kiekxia  elastica  nicht  etwa  sicher
vor  Schädlingen.  Berichte  aus  den  Fecderatec
Mala#States,  wo  seinerzeit  Versuche  mit  Anpflanzung
  der  Kickxia  elastica  gemacht  wurden,
besagen,  daß  diese  Pflanze  dort  von  der  Raupe
der  Caprina  Cochinalis  sehr  angegriffen  wurde.
Wie  mir  anderseits  mitgeteilt  worden,  kommt
aber  in  Kamerun  die  Hevea  ebensogut  fort,  wie
die  dort  beheimatete  Kickria.  Es  wäre  wohl  zu
wünschen,  daß  durch  weitere  Versuche  unzweifelhaft
  festgestellt  würde,  ob  dem  so  ist.  Falls
dies  zutrifft,  wäre  es  wohl  nötig,  die  dortigen
Pflanzer  auf  den  großen  Anbau  der  Hevea  und
die  damit  erzielten  Vorteile  hinzuweisen  und  sie
mit  den  neuesten  Bearbeitungsmethoden  bekannt
zu  machen.  Die  Mehrausgabe,  die  in  der  ersten
Zeit  für  Anschaffung  der  Samen  entsteht,  wird
sich  durch  die  gewonnene  bessere  Qualität  und

größere  Sicherheit  für  dauernde  Rentabilität
beim  Anbau  der  Hevea  m.  E.  reichlich  bezahlt
machen.  (Schluß  folgt.)
        <pb n="295" />
        W  221  20

erhöhung  des  einfuhrzolls  für  Spirituosen  in  den
afrihanischen  Schutzgebleten  der  der  Brüsseler  Konvention
  vom  8.  Juni  1899  angehörenden  Staaten.

Nach  einer  erneuten  am  3.  November  1906
in  Brüssel  zwischen  dem  Deutschen  Reiche,  Belgien,
  Spanien,  dem  Kongostaat,  Frankreich,  Großbritannien,
  Italien,  den  Niederlanden,  Portugal,
Rußland  und  Schweden  vereinbarten  Übereinkunft
soll  der  Zoll  für  alkoholhaltige  Getränke  für  den
Bereich  des  Gebietes,  in  dem  ihre  Einfuhr  nicht
gänzlich  verboten  ist,  auf  100  Franken  für  1  hI
zu  50  Zentigrad  erhöht  werden.  Für  Erythräa
soll  der  Eingangszoll  von  70  Franken  für  1  h1
zu  50  Zentigrad  weiter  bestehen  bleiben,  da  der
Unterschied  gegen  den  erhöhten  Satz  durch  die
sonstigen  bestehenden  inneren  Abgaben  ausgeglichen
wird.  Bei  höherem  oder  niedrigerem  Gehalte
als  50  Zentigrad  soll  der  Zollsatz  ein  entsprechend
höherer  oder  niedrigerer  sein.  Die  Mächte  behalten
  sich  bei  dem  Übereinkommen  das  Recht
vor,  in  ihren  Gebietsteilen  den  Zoll  über  den
festgesetzten  Mindestsatz  hinaus  zu  erhöhen.  Der
Vertrag  soll  zehn  Jahre  Geltung  haben;  nach
dieser  Zeit  soll  der  Einfuhrzoll  auf  Grund  seiner
bisherigen  Wirkung  einer  Nachprüfung  unterliegen.
Die  Geltung  des  Vertrages  beginnt  30  Tage
nach  Austausch  der  Ratifikationsurkunden.  Mit
dem  gleichen  Tage  treten  die  Bestimmungen  der
früheren  Konvention  vom  8.  Jumi  1899  außer
Kraft.  urphe  BonrOf  Tradle  Journal.

Beabsichtigte  Aufhebung  des  Juschlagzolls  bei  der
Ausfuhr  von  Tee  auf  Ceylon.

Nach  einem  in  der  Ceylon  Government  Gazette
  vom  14.  Dezember  1906  veröffentlichten
Entwurf  eines  Gesetzes  —  Incrcased  Tea  Cess
(Discontinuance)  Ordinance  —  soll  die  Verordnung
  Nr.  13  vom  Jahre  1902,  wodurch  auf
die  Ausfuhr  von  Tee  ein  Zuschlagzoll  von  10
Cent  für  100  Pfund  gelegt  war,  mit  Wirksamkeit
vom  1.  Jannar  1907  ab  ausfgehoben  werden.

Nach  Annahme  dieses  Vorschlages  würde  der
zu  erhebende  Ausfuhrzoll  auf  Tee  sich  zusammensetzen
  aus  10  Cent  für  den  Zentner,  die  auf
Grund  der  Verordnung  Nr.  9  vom  Jahre  1882,
abgeändert  durch  Proklamation  vom  Jahre  1884,
erhoben  werden,  und  20  Cent  für  100  Pfund,
die  gemäß  Verordnung  Nr.  4  vom  Jahre  1894
zu  erheben  sind.  #che  Board  ol  Trade  Journal.)

 

Eerleichterungen  für  die  Einfuhr  elniger  firtikel  in
Sierra  Leone.

Durch  eine  Ratsverordnung  vom  25.  Juli

1906  sind  auf  Grund  der  Customs  Consolidation

 

 

Ordinance  Nr.  12  vom  Jahre  1902  Vuorschriften
für  die  Ausladung  von  Salz,  Nutzholz  und
Kerosinöl  an  den  staatlichen  und  privaten  Kais  in
der  Kolonie  erlassen.  Danach  ist  der  Zollkollektor
ermächtigt,  die  Entladung  der  vorgenannten
Artikel  zu  gestatten,  bevor  die  eigentlichen  Einfuhranmeldungen
  vorgelegt  und  die  Zölle  gezahlt
sind,  wenn  Gewähr  dafür  gegeben  ist,  daß  innerhalb
  12  Werkstunden  vom  Beginn  der  Ausladung
an  gerechnet  die  eigentlichen  Einfuhranmeldungen
cingereicht  und  die  Zölle  gezahlt  sein  werden.
(The  Board  of  Traude  Journal.)

finderung  des  JSolltariis  in  Fran3#ö,  isch-Westafrika.
Gemäß  einer  Verordnung  der  Französischen
Regierung  vom  31.  Jannar  1907  ist  der  Zolltarif
  für  Französisch-Westafrika  hinsichtlich  der  in
Casamance  (Senegal)  zu  erhebenden  Zölle  für
Tabak  in  Blättern,  Kolanüsse,  Waffen,  Schießpulver
  sowie  für  anderen  Schießbedarf  als  Schießpulver
  und  Salpeter  folgendermaßen  ergänzt:

Zollzuschl.
für  fremde
Bezeichnung  d.  M##ren  Maßtstab  Zoll  (nichtfranz.)
  War.
Franken  Franken
Tabak  in  Blättern.  100  kg  100  (a)  —
Molanüsse.  100  kg  frei  (a)  75  (a)
.--  B-·.  -.....
Worten.  ..  Ilng  Zxæls  i-)v..y.m)·v.V.r-1)
Zchießpulver  u.  Zaleter
  .  mnkg  50  20(-u

Zonfi.3rhießbedari.ask-ers1511..LI.(-1)71)..L1.t"o)

Honrnal()l«licicltlelnlicspubliqucl-’1-ank-aiso.)

a)JstCasamancc(Scm-gal)unterliegt-In
Tabak  in  Blättern  nur  einem  Zolle  von  50
Franken  und  fremde  Kolanüsse  einem  Zolle  von
10  Franken  für  100  kg;  Waffen  einem  Einfuhr—
zolle  von  5  v.  H.  des  Wertes  mit  einem  Zu—
schlage  von  7  v.  H.  für  fremde  Erzeugnisse;
Schießpulver  und  Salpeter  einem  Einfuhrzolle
von  20  Franken  für  100  kg  und  einem  Zuschlage
  von  10  Franken;  Schießbedarf,  anderer
als  Schießpulver  und  Salpeter,  einem  Einfuhrzolle
  von  5  v.  H.  des  Wertes  und  einem  Zuschlage
  von  7  v.  H.

Gegenseltige  Gewährung  von  vorzugszöllen  im
Südafrikanischen  Jollverein  und  Ueuseeland.

Laut  Bekanntmachungen  der  Regierungen  der
Kapkolonie,  Natals  und  von  Transvaal  vom  29.,
27.  und  24.  Dezember  1906  sind  die  im  Zolltarife
  des  Südafrikanischen  Zollvereins  für  die
Einfuhr  britischer  Erzeugnisse  vorgesehenen  Vorzugszölle
  vom  1.  Januar  d.  Is.  ab  auf  Waren
oder  Gegenstände  erstreckt  worden,  die  in  Neuseeland
  gewachsen,  erzeugt  oder  hergestellt  sind.
        <pb n="296" />
        G  222  20

Neuseeland  hat  dagegen  für  die  Einfuhr  von
Waren  und  Gegenständen,  die  im  Südafrikanischen
Zollverein  gewachsen,  erzeugt  oder  hergestellt
sind,  folgende  Zollermäßigungen  zugestanden:

Gegenstand  Zu  Saaählenber

Zollna

Tabak  Pfund  1  nn
Zucker  100  Pfund  2  Sch.  6  Pre.
Wein  .  Gallon  4  Schill.
Mais  100  Pfund  3  Pence
Früchte,  rijch  und  d  getrocinet  .  .dcrgnn·;c;zoll
Fische  Pfund  1:  Penn#
Tedern  .  v.  Wert  #  v.  H.

Pfund  !1  Penny

###  anderen  Artikel  außer  Spirituosen  mindetens  25
H.  d.jeweils
5r  erhebenden
Zolles.
lhe  Cape  of  (lood  llope  (iorernment  C(azettc,
the  Jatal  (lorernment  Gazette  und  tüe  Transvanl
20vernment  C(iazette.)

Die  Sefamernte  Britisch-Indiens  1906  07.

Das  Schlußmemorandum  über  die  Sesamernte
Britisch-Indiens  während  der  Saison  1906/07
ist  unter  dem  17.  Jannar  d.  J.  veröffentlicht
worden.  Nach  demselben  entfallen  im  Durchschnitt
der  fünf  mit  1904,05  abschließenden  Jahre  auf
diejenigen  britischen  Provinzen,  auf  welche  sich
das  Memorandum  bezieht,  etwa  70  v.  H.  der
gesamten  in  Britisch-Indien  mit  Sesam  (Til  oder
Jinjili)  bestellten  Fläche.  Im  großen  ganzen
kann  man  die  Saison  als  ziemlich  befriedigend
bezeichnen;  denn  während  ungünstige  Witterungsverhältnisse
  zur  Saatzeit  zu  einer  beträchtlichen
Einschränkung  des  Arcals  in  den  Zentralprovinzen
und  Berar,  in  Madras,  in  Sind  und  im  Punjab
führten,  so  war  doch  der  spätere  Stand  der
Saaten  so  gut,  daß  in  allen  Strichen  mit  Ausnahme
  des  Punjab  der  Ertrag  pro  Acre  höher
war  als  1905/06.  Das  gesamte  in  Britisch-Indien
  unter  Sesamkultur  stehende  Arcal  mit
Ausnahme  Bengalens,  welches  bis  zur  Aufstellung
des  Memorandums  noch  nicht  berichtet  hatte,
beträgt  2799700  Acres.  Hierin  sind  775000
Acres,  welche  in  den  Vereinigten  Provinzen  mit
anderen  Saaten  im  Gemenge  besät  sind,  einbezogen.
  Im  Vergleiche  mit  dem  Jahre  1905/06,
in  welchem  2890500  Acres  mit  Sesam  bestellt
waren,  ergibt  sich  eine  Abnahme  um  90  800  Aeres
oder  3,14  v.  H.  Zieht  man  das  Areal  der  Eingeborenenstaaten
  mit  heran,  so  ergeben  sich
3876000  Aeres  als  gesamte  Sesamfläche  gegen
3854  100  Aeres  im  Vorjahre,  was  eine  Zunahme
von  etwa  22000  Aeres  oder  0,6  v.  H.  bedeutet.

Ein  noch  günstigeres  Ergebnis  liefern  die
Berichte  über  die  Ernteerträge.  In  dem  britischen
Indien  mit  Ausnahme  von  Bengalen  wird  ein
Ertrag  von  299  600  Tons  erwartet  gegen  221700

 

Tons  im  Jahre  1905/06.  Für  ganz  Indien
mit  Ansnahme  von  Bengalen  und  Hyderabad
schätzt  man  die  Sesamernte  auf  420000  Tons
gegen  292700  Tons  im  Jahre  1905/06.  Hieraus
ergibt  sich  für  das  britische  Indien  eine  Zunahme
des  Ernteertrags  um  35  v.  H.  und  für  ganz
Indien  um  43,6  v.  H.  Einbezogen  sind  in  diese
Schätzungen  90000  Tons  als  Ertrag  der  Mischsaaten
  in  den  Vereinigten  Provinzen.

Die  nachfolgend  den  einzelnen  Provinzen  in
Klammern  beigesetzten  Zahlen  geben  die  Prozente
an,  mit  denen  die  Provinzen  an  der  gesamten
Sesamfläche  in  Britisch-Indien  beteiligt  sind.

Für  die  Vereinigten  Provinzen  (19,4
v.  H.)  wird  die  mit  unvermischter  Sesamsaat  bestellte
  Fläche  auf  309  200  Acres  angegeben  gegen
278200  Acres  im  Vorjahre,  woraus  sich  eine
Zunahme  um  11  v.  H.  ergibt.  In  den  Bundelkhandbezirken
  von  Banda,  Hamirpur  und  Ihansi,  auf
welche  mehr  als  drei  Viertel  der  gesamten  Sesamfläche
  der  Provinz  entfallen,  ist  der  Ertrag  ein
normaler.  Anderswo  ist  er  wegen  des  Mangels
an  Regen  in  den  östlichen  Bezirken  und  wegen
der  überreichen,  von  starken  östlichen  Winden  begleiteten
  Regenfälle  in  den  westlichen  Bezirken
weniger  befriedigend  gewesen.  Die  Ausbeute  an
unvermischtem  Sesam  wird  auf  36200  Tons  geschätzt;
  sie  beträgt  mehr  als  das  Doppelte  der
sich  auf  17500  Tons  belaufenden  Ausbente  des
Vorjahrs.  Das  Areal  und  der  Ertrag  der  mit
Sesam  im  Gemenge  mit  anderen  Saaten  bestellten
  Fläche  werden  auf  775000  Acres  bzw.  90  000
Tons  geschätzt  gegen  700000  Aeres  bzw.  45000
Tons  im  Vorjahre.  Ein  großer  Teil  dieser  Mischsaat
  wird  für  den  lokalen  Bedarf  zurückbehalten.

In  den  Zentralprovinzen  und  Berar
(19,4  v.  H.)  wird  die  gesamte  Sesamfläche  zu
783900  Acres  angegeben,  davon  693700  Acres
in  den  Zentralprovinzen  und  90000  Aeres  in
Berar.  Diese  Fläche  ist  um  1  v.  H.  kliner  als
die  vorjährige  und  um  18  v.  H.  kleiner  als  die
Durchschnittsfläche  in  den  voraufgegangenen  fünf
Jahren.  Obgleich  die  jungen  Pflanzen  im  Oktober
durch  heftige  Regen  beträchtlich  beschädigt  wurden,
so  haben  sich  die  Verhältnisse  doch  für  die  Hälfte
der  Provinz  günstig  gestaltet,  und  die  Ausbeute
wird  für  die  gesamte  Provinz  auf  etwas  über
eine  Normalernte  geschätzt.  Der  Gesamtertrag
wird  zu  69600  Tons  (davon  59800  Tous  in
den  Zentralprovinzen  und  9  800  Tons  in  Berar)
angegeben  gegen  66  900  Tons  (davon  57700
Tous  in  den  Zentralprovinzen  und  9200  Tons
in  Berar)  im  Vorjahre;  er  ist  um  4  v.  H.  höher
als  der  vorjährige.

Madras  (17,2  v.  H.).  Die  gesamte  in  den
Raiyatwaridörfern  bis  Ende  Dezember  1906  mit
Sesam  bestellte  Fläche  wird  auf  351000  Aeres
        <pb n="297" />
        G  223  20

geschätzt;  sie  ist  um  162000  Acres  oder  31,2
v.  H.  kleiner  als  die  vorjährige  und  um  28  v.  H.
kleiner  als  die  Durchschnittsfläche.  Der  Stand
der  Saaten  wird  als  ziemlich  gut  bis  gut  bezeichnet.
  Der  Ertrag  wird  auf  29100  Tons
geschätzt  gegen  38100  Tons  im  Vorjahre.

In  den  britischen  Bezirken  von  Bombay
und  Sind  (7,7  v.  H.)  wird  die  mit  Sesam  besäte
  Fläche  zu  186200  Aeres  gemeldet;  sie  ist
um  26  100  Aecres  oder  5,7  v.  H.  größer  als  die
vorjährige.  Für  die  Eingeborenenstaaten,  einschließlich
  Barodas,  wird  das  Arcal  auf  596300
Aecres  geschätzt  gegen  532  400  Acres  im  Vorjahre,
was  einer  Zunahme  um  12  v.  H.  gleichkommt.
Günstige  und  rechtzeitige  Regen  gaben  zu  einer
Ausdehnung  der  Sesamkultur  in  der  eigentlichen
Präsidentschaft  Anlaß,  und  man  ist  der  Ansicht,
daß  diese  Ausdehnung  des  Sesambaues  den  Ausfall
  aufwiegen  wird,  der  in  Sind  infolge  des
Wiederauftretens  der  Insektenplage  zu  befürchten
ist.  Obwohl  die  Saaten  in  Teilen  von  Gujarat
und  Khandesch  unter  den  reichen  Niederschlägen,
in  den  östlichen  Teilen  des  Dekkan  und  Karnatak
unter  Regenmangel,  in  Sind  und  an  einigen
Stellen  der  eigentlichen  Präsidentschaft  unter  der
Insektenplage  gelitten  haben,  so  ist  die  Saison
im  großen  ganzen  doch  ziemlich  befriedigend  verlaufen.
  Der  Gesamtertrag  wird  für  Bombay
und  Sind  auf  187  100  Tons  (davon  66  100
Tons  in  den
Tons  in  den  Eingeborenenstaaten)  oder  auf  68
v.  H.  höher  geschätzt  als  der  vorjährige,  welcher
sich  auf  111400  Touns  belief.  Zu  dem  Gesamtertrage
  stenern  Baroda  und  Kathiawar  beinahe
die  Hälfte  bei,  während  23  v.  H.  für  die  übrigen
Eingeborenenstaaten  und  die  britischen  Bezirke

von  Gujarat  und  17  v.  H.  für  den  Dekkan
verbleiben.
Für  das  Pujabgebiet  (4,3  v.  H.)  wird

die  mit  Sesam  besäcte  Fläche  zu  94400  Acres
angegeben  gegen  146300  Acres  im  vergangenen
Jahre.  Hieraus  ergibt  sich  eine  Abnahme  um
35,5  v.  H.,  welche  dem  Mangel  an  Niederschlägen
im  Juli  und  im  Anfang  Angust  zugeschrieben
wird.  Auf  den  Ertrag  haben  die  heftigen  Niederschläge
  im  September  schädigend  eingewirkt.  Die
Ausbeute  wird  auf  8600  Tons  geschätzt  gegen
13900  Tons  im  Vorjahre;  sie  ist  also  um
38  v.  H.  geringer  ausgefallen.

In  Hyderabad  wird  die  Sesamfläche  zu
480  000  Aeres  gemeldet  gegen  431200  Aeres
im  Vorjahre,  woraus  sich  eine  Zunahme  um  11
v.  H.  ergibt.  Der  Stand  der  Saaten  ist  ziemlich
gut  bis  gut,  und  man  erwartet  einen  Ertrag  von
63  v.  H.  einer  Normalernte  gegen  51  v.  H.  im
Vorjahre.

Anbaufläche  und  Ertrag  stellen  sich  nach  dem

britischen  Bezirken  und  121000.

 

Schlußmemorandum  in  übersichtlicher  Anordnung
für  die  einzelnen  Teile  Britisch-Indiens,  wie  folgt:

Anbaufläche
Laufende  Vorj.  Fünfj.  Zehnj.
Provinzen  Ernte  Durchschnittsfläche

Acres  Acres

Vereinigte  Provinzen:

 

 

Reine  Saat  309200  278200  2097200  331900

Mischsaat.  775000  700000  659  400  634300
Zentralprovinzen

  u.  Berar  783900  792900  p960300  811500
Madras  ..  351000  513000  403  000  490000
Bombaym.  Eingeborenenst.

  1020100  0908100  869200  770500
Sind  mit  Eingeborenenst.

  62100  84100  106700  128900
Punjab  941100  116300  173100  176200
Hyderabad  480000  131200  521600  4533100
Zusammen

Reine  Saat  3101000  3  15.3  100  3121100  3092100

Mischsaat  775000  700000  659  400  634300

Ertrag
Tons  Tons

Vereinigte  Provinzen:

Reine  Saat  36200  17500  27000  21500

Mischsaat.  P90000  15000  61000  61000
Zentralprovingen

  u.  Berar  69600  66900  71400  60700
Madras  .  .  ..  29100  ½8000  42300  41  100
Bombaum.  Eingeborenenst.

  1824100  105100  129800  103800
Sind  mit  Eingeborenenst.

  1700  6300  5800  7700
Punjab  .  .  ..  8600  13900  16700  16500
Oderabad  633  v.  O.  51  v.  H.

einer  Normalernte  —  —

Zusammen

Reine  Saat  330600  247700  293000  251300

Mischsaa  90000  15000  64000  61000

Erdnußernte  in  Dadras  und  Bombay  1906/07.

Das  Generalmemorandum  über  die  Erdunßernte
  in  den  Präsidentschaften  Madras  und
Bombay  für  die  Saison  1906/07  ist  unter  dem
24.  Januar  d.  Is.  veröffentlicht  worden.  Auf
die  erstere  Provinz  entfallen  80,8  v.  H.,  auf  die
letztere  19,2  v.  H.  der  gesamten  in  dem  britischen
Indien  mit  Erdnüssen  bestellten  Fläche.  Hierzu
tritt  dann  noch  das  in  den  innerhalb  der  Präsidentschaft
  Bombay  belegenen  Eingeborenenstaaten
  mit  Erdnüssen  bepflanzte  Areal.  Die
Ernteberichte  lauten  befriedigend.  Das  gesamte
Areal  hat  um  115  500  Aeres  oder  23,8  v.  H.
zugenommen  und  belänftsich  jetzt  aus  601  400  Aeres.
Die  Zunahme  in  dem  Ertrage  tritt  noch  stärker
hervor,  sie  beträgt  87  800  Tons  Erdnüsse  in  der
Schale  oder  41,5  v.  O.  Der  Gesamtertrag  wird
auf  299  000  Tons  geschätzt.  Der  Stand  der
Pflanzungen  wird  als  ziemlich  gut  bis  gut  bezeichnet.
        <pb n="298" />
        W  224  20

Die  Berichte  aus  Madras  schildern  die
Lage  nach  dem  Stande  am  Ende  des  Monats
Dezember.  Sie  beziehen  sich  nur  auf  die
Raiyatwaridörfer,  in  welchen  sich  das  Land  in
den  Händen  der  Regierung  befindet  und  etwa
zwei  Drittel  des  Umfanges  der  Provinz  ausmacht.
Hier  ergibt  sich  eine  Zunahme  der  Anbaufläche
um  29  v.  H.  im  Vergleiche  zum  Vorjahre.  Die
auf  507  600  Aeres  geschätzte  Gesamtfläche  übersteigt
  die  Durchschnittsflächen  in  den  voraufgegangenen
  fünf  und  zehn  Jahren  um  40  bzw.
91  v.  H.  Die  Zunahme  wird  teils  den  rechtzeitig
  eingetretenen  Niederschlägen,  teils  der  gesteigerten
  Nachfrage  zugeschrieben.  Der  Stand
der  Pflauzungen  wird  als  ziemlich  gut  und  als
gut  bezeichnet,  so  daß  man  auf  einen  Ertrag
von  74  v.  H.  einer  Normalernte  rechnet.  Hiernach
  würde  sich  eine  Ausbente  an  Erdnüssen  in
der  Schale  in  Höhe  von  225  400  Tons  ergeben
gegen  174  500  Tons  im  Vorjahre,  was  eine  Zunahme
  im  Ertrage  von  29  v.  H.  bedeutet.

In  den  britischen  Bezirken  der  Präsidentschaft
Bombay  wird  die  besäte  Fläche  auf  74  000  Acres
geschätzt  gegen  77  400  Acres  im  Vorjahre.  Hieraus
  ergibt  sich  eine  Abnahme  von  4½  v.  O.  im
Vergleich  mit  dem  Vorjahre,  immerhin  aber  noch
eine  Zunahme  von  1  v.  H.,  wenn  man  die  in
den  voraufgegangenen  zehn  Jahren  mit  Erdnüssen
  besäte  Fläche  zum  Vergleiche  heranzieht.
In  Khandesch  haben  sich  die  Pflanzen  gut  entwickelt,
  während  anderswo  das  Fehlen  des
Regens  am  Ende  des  Monats  September  und
der  Wassermangel  in  den  Brunnen  und  Kanälen
den  Ertrag  stellenweise  beeinträchtigt  haben.  In
den  Eingeborenenstaaten  wird  die  Anbaufläche
zu  19  800  Acres  angegeben;  hiervon  entfallen
13  800  Acres  auf  Kolhapur,  wo  die  Pflanzen
sich  gut  entwickelt  hatten.  Der  Gesamtertrag  beläuft
  sich  auf  73  600  Tons,  wovon  52  300  Tons
auf  die  britischen  Bezirke  und  21  300  Tons  auf
die  staatenentfallen,  gegen  36700  Tons
im  Vorjahre,  in  welchem  die  britischen  Bezirke
mit  31  200  Tons  und  die  Eingeborenenstaaten
mit  5500  Tons  an  der  Ernte  beteiligt  waren.

Die  in  den  9  Monaten  von  April  bis  De- 



zember  1906  ausgeführten  Erdnußmengen  vergleichen
  sich  mit  den  Gesamtergebnissen  in  den
vorausgegangenen  5  Jahren,  wie  folgt:
Auofuhr  .·  anderen  *#
aus  Madrar  Bomban  Provinzen  Insgesamt
Menge  in  ewt.
1901/02  987  048  98208  159  1  085  415
190203  982  680  52  766  213  1085  659
1903/04  1  827243  91  439  3300  1921  982
1900106  1567430  42  408  67  5838  1  6771421
1905/06  1  117037  149  5509  107  618  1374217
1906.07  808  084  20  567  129  982  958  633

(9  Monalc)

 

Einen  Überblick  über  die  Erduußproduktion
Britisch-Indiens,  wie  sie  für  die  Saison  1906/07
geschätzt  ist,  geben  die  folgenden  Tabellen:

 

Areal.
Laufende  Vorjähr.  Fünfjähr.  Zehnjähr.
Ernte  Durchschnittsfläche
in  Acres  in  Acres
Madras  507  600  393  100  361  900  266  000
Bombau  mit
Eingeboren.=Staaten.
  93  800  92  800  82  800  88  500“")
Insgesamt  601  400  485  900  44  700  354  500

Ertrag  an  Erdnüssen  in  Schalen.

Menge  in  Tons

 

 

Madras  225  400  174  500  nicht  erhältlich
Bombay  mit
Eingeboren.=Staaten
  73  600  36  700  62  3000  57000“)
JInsgesamt  299  000  211200  —  —

 

Baumwollhandel  Alexandriens.
1.  Septbr.  19006  bis  Dieselbe  Zeir
1.  Febr.  1907  im  Vorjahr
Menge  im  Kantar

Ankünfte  .  .5805045  4742  484
Ausf.  nach  Großbritannien  2181  404  1  881  447
"  dem  Kontinent.  1  339  93.1  1343  422

-  den  Vereinigten
Staaten  520  671  368  912

 

insgesamt  .  12T#7009  3  593  781
Bestände  am  1.  Sept.  1906
bezw.  1905  .  220  400  316  000
Vorräte  am  1.  Februar  1  77836  1494  703.
(Alexandria  6  l’'rolucce  Associntion  vom
Februar  19007.)

Das  Baumwollfabrikationsgeschäft  Manchesters
im  Jahre  1906.

Das  verflossene  Jahr  ist  im  ganzen  für  die
Baumwollindustrie  Manchesters  wohl  noch  günstiger
gewesen  als  das  Jahr  1905.  Vor  zwölf  Monaten
  dachte  man  nicht,  daß  die  damaligen  sehr
guten  Zeiten  noch  viel  länger  anhalten  könnten.
In  der  Tat  wurden  gerade  damals  gewichtige
Stimmen  lant,  welche  Anzeichen  eines  baldigen
Rückschlages  zu  bemerken  glaubten.  Statt  dessen
ist  1906  vielleicht  das  beste  Jahr  gewesen,  dessen
sich  die  dortige  Industrie  je  zu  erfreuen  gehabt
hat.  Der  Verdienst  war  groß,  und  wo  vor
zwei  oder  drei  Jahren  Unterbilanzen  waren,  sind
diese  ausgeglichen  und  Reservefonds  geschaffen
worden.  Die  Oldham  limited  Companies  haben
10⅝%  Dividende  verteilt,  manche  haben  ihren

Durchschnitt  aus  den  voraufgegangenen  acht
Jahren.
        <pb n="299" />
        W  225  20

Aktionären  einen  Bon  gegeben  oder  Kapital  zurückbezahlt.


Der  Weltgesamtverbrauch  von  Baumwolle
hat  sich  in  den  letzten  vier  Jahren  von  14  500  000
Ballen")  auf  16  500  000  Ballen  gehoben.

Aiddling  American  spot  war  Anfang
Jannar  1906  6,10  d,  die  Veränderungen  im
Monat  Jannar  hielten  sich  innerhalb  ¼8  d  pro
Pfund  für  spot  und  futures,  Ende  Jannar  zeigte
einen  geringen  #  Fall.

Im  Februar  gingen  die  Preise  zurück,  und
zwar  von  5,94  am  1.  Februar  auf  5,69  am  27.
Der  Monat  schloß  mit  5,76.

Die  Tendenz  im  März  war  langsam  steigend,

von  5,83  am  1.  auf  6,7  am  31.  In  den
ersten  drei  Monaten  blieben  die  Preise  also
ohne  merkliche  Beränderung.

Der  höchste  Preis  für  Micdling  American

spot  im  April  war  6,24  am  17.,
6,03  am  1.  und  24.,  der  Monat  schloß  mit  6,01.
Während  der  beiden  letzten  Monate  war  hier
eine  außerordentlich  große  Nachfrage  nach  Garnen
und  Waren  im  Manchester-Markte.  Spinner  und
Fabrikanten  konnten  bei  weitem  nicht  alle  Ordres
annehmen,  die  ihnen  angeboten  wurden.

Am  1.  Mai  wurde  AMiddling  American
spot  6,06  notiert,  der  höchste  Preis  war  6,26
am  17.,  der  niedrigste  6,01  am  3.,  der  Monat
schloß  mit  6,07.

Middling  American

der  niedrigste

sbot  stand  auf  6,02
am  1.  Juni,  6,19  am  23.  und  6,14  zu  Ende
des  Monats.  Allgemein  hörte  man  klagen,  daß
bessere  Sorten  amerikanische  Baumwolle  nur  mit
der  größten  Schwierigkeit  zu  bekommen  seien.
Auch  im  Juli  blieb  die  Lage  für  Baumwolle
  ruhig,  6,10  am  2.,  6,16  am  11.  und  am
Schlusse  des  Monats  5,99.  Man  war  im  allgemeinen
  sehr  vorsichtig  geworden,  beobachtete
den  Markt  sehr  sorgfältig  und  kanfte  von  Hand
zu  Mund.  Die  Veröffentlichung  eines  Baisse-Berichtes

  des  amerikanischen  Agricultural  Bureau
  warf  die  Preise  in  den  amerikanischen
Märkten  und  wirkte  auf  Liverpool  Furück.

Miclddling  American  siel  vom  Preise  des  1.  August
  5,  98  auf  5,29  am  24.  Dies  war  der
niedrigste  Preis  des  Jahres.  Am  Schlusse  des
August  stand  der  Preis  auf  5,41.

Der  September  begann  mit  5,35,  am  3.
kam  der  Preis  auf  5,31  und  stieg  zu  Ende  des
Monats  auf  5,68.  Nachrichten  über  einen  ungünstigen
  Stand  der  Ernte  sowie  ein  Hausse-Bericht
  des  Agricultural  Bureaus  hatten  dem
Markte  Festigkeit  gegeben  und  die  Spekulation
belebt.

Des  Jahres  sielen  in  den

höchste  Preise

#  Ballen  von  500  Pfd.  englisch.

 

Monat  Oktober.  Middling  American  spot  beganu
  mit  5,77  und  stand  schon  am  15.  auf
6,59,  dem  höchsten  Preis  des  Jahres;  der  Preis
ging  zurück  auf  5,85  am  29.  und  kam  am
Schlusse  des  Monats  auf  5,81.  Die  Nachrichten
über  den  Orkan  von  Mexiko,  sowie  wiederholte
ungünstige  Mitteilungen  über  die  Ernte  verursachten
  eine  große  Aufregung  in  Liverpool.  In
wenigen  Tagen  stiegen  die  Preise  um  80  Punkte,
so  daß  sie  am  12.  Oktober  um  100  Punkte
—  höher  standen  als  am  24.  September.  Als
es  sich  herausstellte,  daß  die  Nachrichten  über
den  Orkan  einigermaßen  übertriebön  waren,  trat
der  Rückschlag  ein,  und  die  Preise  fielen.

Am  1.  November  kostete  Middling  American
spot  5,86,  fiel  bis  zum  10.  auf  5,50,  den

niedrigsten  Preis  des  Monats,  stieg  bis  zum  27.
auf  6,21  und  schloß  am  29.  auf  6,19.  Diese
Schwankungen  waren  eine  Folge  der  besseren
Ernteschätzungen,  sodann  der  Erhöhung  des  Diskontos
  auf  6⅝%  und  der  schwierigen  Lage  des
Geldmarktes  im  allgemeinen.

Reichliche  Anfuhren  von  Baumwolle  und  gute
Ernteaussichten,  teueres  Geld  hier  und  in  Amerika

  und  das  Fehlen  jeglicher  Spekulation
machten  die  Tendenz  im  Dezember  zu  einer
weichenden:  5,98  am  1.,  5,42  am  19.  und  5,80

zum  Schlusse  des  Jahres.
frage  noch  eine  offene  ist,  darf  man  auf  eine
sohr  große  Ernte  rechnen.  Indessen  sollen  ungewöhnlich
  viel  niedrige  Sorten  dabei  sein,  die  für
englische  und  auch  die  meisten  kontinentalen
Spinner  schwer  oder  gar  nicht  zu  verwenden  sind.
Eine  Erleichterung  des  Geldmarktes  und  Ermäßigung
  des  Diskontosatzes  wäre  sehr  zu
wünschen.

In  folgendem  finden  sich  die  Anfangs-,  höch-Obwohl

  die  Erntesten,

  niedrigsten,  Schluß=  und  Durchschnittspreise
eines  jeden  Jahres  seit  1901:
1906  1905  1904  1903  1902  1901

*  (  d  d  d  d

Anfangepreise  6.10  3.33  6.88  1.61  15/16.  5½
Höchste  Preise  6,.50  6,12  8.06  7,50  5½8  5⅛%
Niedrigste=  5.29  3.68  3,63  4.64  1/8  4½
Shussnreiné  5.80  6.24  3,77  7.,00  411/11  4%4
Durchschnittsbreise
  5,06  5.07  6,61  6.0  13⅝/2  13
Die  geschätzten  Vorräte  in  den  Händen  von
Spinnern  betragen  340  000  Ballen  gegen

320  000  Ballen  vor  zwölf  Monaten.

Während  zu  Ende  1905  die  große  Anzahl
neuer  Spinnereien  Besorgnisse  erregten,  ist  man
heute  optimistisch  gestimmt,  da  man  findet,  daß
trotz  neuer  Spindeln  die  Nachfrage  nach  Garnen
nicht  zu  befriedigen  ist.  Jedenfalls  werden  die
außerordentlich  großen  Profite  der  Spinner,
besonders  der  Spinner  amerikanischer  Sorten,
        <pb n="300" />
        W  226  20

nicht  viel  länger  anhalten  können.  Fabrikanten
sehen  durch  die  so  teuren  Garnpreise  ihre  Profite
schwinden.  Exporteure  halten  die  Warenpreise  für
sehr  hoch,  und  somit  müssen  die  Garnpreise  weichen,
ehe  ein  erneutes  allgemeines  Warengeschäft  wieder
möglich  ist.

Die  Preise  von  ägyptischer  Baumwolle
sind  im  Jahre  1906  sehr  hoch  gewesen.  Wenn
auch,  wie  es  den  Anschein  hat,  die  Ernte  19067
eine  ausnahmsweise  sehr  große  sein  wird,  so
kann  selbst  eine  solche  die  ungemein  große  Nachfrage,
  speziell  für  bessere  Sorten,  nicht  decken.

Fully  good  fair  war  8/16  zu  Anfang  des
Jahres,  die  Preise  stiegen  langsam  und  stetig
bis  auf  10%  im  Mai  /  Juni;  sie  hielten  sich  für
cinige  Zeit  und  gingen  dann  herunter  bis  auf
9¼“  im  November.  Später  trieb  der  große  Bedarf
  die  Preise  wieder  hinauf,  und  das  Jahr
schloß  mit  10/16.

Man  rechnet  zuversichtlich,  daß  die  Ernte
1906/7:  6  750  000  Kantar  erreichen  wird,  im
Jahre  1905/06  betrug  diese  5  959  883  Kantar,
1904/05:  6  351  879  und  1903/04:  6  508  947
Kantar.

Bis  zum  15.  Dezember  dieses  Jahres  beliefen
  sich  die  Eingänge  auf  1214  000  Kantar
gegen  3  366  000  Kantar  im  Vorjahre.

Die  Knappheit  in  den  besseren  Sorten
amerikanischer  und  ägyptischer  Baumwolle  hat  sich
noch  dadurch  vergrößert,  daß  die  Ernte  in  Sea
Island  eine  sehr  kleine  ist.  Ende  November
veröffentlichte  die  Sea  Island  Cotton  Growers
Asscciation  ein  Zirkular,  in  dem  sie  die  diesjährige
  Ernte  auf  62  500  Ballen  schätzt,  also  nur
auf  die  Hälfte  der  vorjährigen  Ernte.  Ob  diese
Schätung  richtig  ist,  bleibt  abzuwarten.  Jodenfalls
  haben  die  Spinner  und  Doubler  feiner
Nummern  mit  großen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen.

Die  Ernte  in  ostindischer  Baumwolle  soll
eine  sehr  (puß  und  gute  werden;  man  hofft  auf
5  150  000  Ballen,  was  mehr  als  je  sein  würde.
Hier  wird  ostindische  Baumwolle  wenig  verwendet,
manchen  Spinnern  des  Kontinents  würde  es  sehr
zustatten  kommen.  Für  good  Oomra  war  der
Durchschnittspreis  im  Jahre  1906:  45½/16  und

905:  4½½.

Die  hiesigen  Spinner  begannen  das  Jahr  1906
unter  dem  Einfluß  einer  unbestimmten  Furcht
vor  den  Folgen  der  starken  Vermehrung  in  den
Spinnereien.  Bald  verschwand  diese  Furcht.
Die  Nachfrage  nach  allen  Sorten  von  Garnen
wurde  so  stark  und  so  unnnterbrochen,  daß  die
Spinner  sich  in  bester  Lage  befinden.  Da  in
Deutschland,  Osterreich  und  vor  allem  in  Rußland
alle  Spinnereien  für  lange  Zeit  engagiert  sind,
so  kommen  viele  Offerten  auch  für  solche
amerikanischen  Garne,  die  unter  gewöhnlichen

 

Verhältnissen  des  Zolles  wegen  nicht  einzuführen
gewesen  wären.  Speziell  in  Rußland  sind  große
Abschlüsse  in  American  Single  yarns  gemacht,
und  es  stehen  weitere  in  Aussicht.

In  den  letzten  Tagen  ist  Japan  auch  wieder
auf  dem  Markte  erschienen  und  hat  auch  große
Posten  gasierter  Garne  Nr.  80  zweifach,  August-September-Lieferung,
  zu  den  höchsten  Preisen
gekauft.

Großbritannien  importierte  1906:
Rohbaumwolle  18  000  000  ewts.
wovonwieder  ezportiertwurden  2  200  000
so  daß  für  die  Verarbeitung

übrig  blieben  15  800  000
hiervon  geht  ab  ein  Fünftel

für  den  Verbrauch  im

eigenen  Lande,  so  daß  die

Menge,  die  für  Export  verarbeitet

  wird.  12  700  000

beträgt,  die  39  250  000  L
kostet.  Für  Garne  und  Waren

erhielt  Großbritannien  vom

Auslande
hiervon  die  Kosten  des

materials  abgezogen
bleiben  Ertrag  60  350  000  L
für  Löhne,  Spesen,  Zinsen  usw.  Dies  ist  der
größte  Betrag,  den  Großbritannien  jemals  erzielt
hat.  Die  Mengen  sind  nur  wenig  größer  als  im
letzten  Jahre.  Die  Summe,  wolche  den  Ertrag
darstellt,  ist  indessen  um  8  000  000  K  größer.

Im  Jahre  1904
Großbritannien  für
Rohbaumwolle
davon  ein  Fünftel  ab,  oleiben
für  den  Export  von  Garnen  und

Waren  wurden  erzielt
für  1904  ergab  sich  daher

ein  Ertrag  von  nur

Jz9m9  600  000
Roh-39250
  000

zahlte

15  200  000  cwts.
17  781  373  8
38  225  000

83  873  000

15  648  000  S

Im  Jahre  1900  bezifferte  sich  dieser  Ertrag
nur  anf  34  000  000  L.

Britisch-Indien  ist  noch  immer  der
Kunde  für  englische  Baumwollenzenge;  es  nimmt
ein  Drittel  der  gesamten  Ausfuhr  auf.  China
bezog  im  verflossenen  Jahr  nicht  so  viel  wie  im
Jahre  1905;  es  entfällt  nur  ein  Achtel  des
Gesamtabsatzes  auf  dieses  Land.  Sodann  folgt
die  Türkei  mit  5  000  000  E,  die  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  mit  2  000  000  .  Die
südamerikanischen  Staaten  beziehen  zusammen
für  etwa  6  000  000  L.

In  Spinnerkreisen  nimmt  man  an,  daß  die
Gesamtzahl  aller  Spindeln,  die  seit  Wiederbelebung
der  englischen  Baumwollindustrie  in  den  letzten

beste
        <pb n="301" />
        W  227  206

zwei  Jahren  errichtet  sind,  3½  Millionen  in
195  Spinnereien  beträgt.

für
amerikanische  ägyptische

Baumwolle

Von  diesen  sind  schon

in  Betriee  1  260  000  1  507  356
teilweise  im  Betrieb  822  000  715  000
im  Bau  begriffen  2  141  000  1  410  000
projektirt  350  000

Die  Anzahl  der  neuen  Webstühle  soll  80  000
betragen.

(Nach  einem  Bericht  des  Kais.  Ronsulats  in  Manchester.

Baumwollenthörnung  in  den  Vereinigten  Staaten
von  AKmerika  bis  (Mitte  Januar  1007.

Der  letzte  Regierungsbericht  über  die  Entkörnung
  der  Baumwolle  von  der  Ernte  1906  in
den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  hat  ergeben,
  daß  bis  zum  16.  Jannar  1907:
12  167  8387  Ballen  Baumwolle  in  den  Entkörnungsanstalten
  zur  Bearbeitung  gelangten.
Das  wären  2  169  776  Ballen  mehr  als  im  Vorjahr
  und  nur  600  813  Ballen  weniger,  als  im
Höchsterntejahr  1904/05  bis  zum  gleichen  Tage
entkörnt  wurden.  Die  nachstehende  Tabelle  läßt
für  die  Baumwollstaaten  die  entkörnte  Menge  im
Vergleich  mit  der  Ernteschätzung  der  Regierung
vom  November  ersehen:

Gegenüber
der  Schätzung
906  07  schätzung  im  mehrt—-poder

Enkörme  Menge  Erute
:106

 

Staaten  bis  16  Jannar  November  weniger  (—
emkörnt
In  1000  Ballen
Alabama  1203  1216  1252  ½0
Arkansas  535  765  791  26
Florida  74  60  51  –  6
Georgia  1695  1  603  1578  25
Indianerterritorium
  03  364  405  41
ansas  0
Kentuch  1  1  1
Louisiana  l81  888  530  12
Mississippi  1095  1364  1484  126
Missouri.  .  37  10  13  *.-Nord-Carolina
  6:38  588  537  5r
Oklahoma  288  381  390  1
Süd-Carolina  109  887  875  12
Tennessee  218  252  260  8
Teras  2288  ½  715  971  100
Virginien  15  11  13  —  1
Im  gangen  5  998  12  168  12546  J37s
In  den  beiden  vorhergehenden  Erntejahren
  wurden  nach  dem  16.  Jannar  1905

noch  928  000  und  1906  noch  699  000  Ballen

entkörnt;  nimmt  man  an,  daß  im  laufenden
Jahr  noch  ebensoviel  Ballen  wie  4  1906
zur  Entkörnung  gelangen,  so  müßte  sich  die

Ernte  auf  12  867  000  Ballen  gestellt  haben,

 

während  eine  solche  von  13  096  000  Ballen
vorausgesetzt  werden  muß,  wenn  man  noch  auf
eine  ebenso  große  Entkörnung  nach  dem
16.  Jannar  rechnen  will,  wie  im  Jahre  1905
statttand.  In  Anbetracht  dessen,  daß  die
Ernte  1905,06  ziemlich  knapp  war,  kann  man
wohl  am  besten  mit  einer  Entkörnung  nach  dem
16.  Jannar  rechnen,  die  dem  Durchschnitt  der
beiden  Jahre  1905  und  1906  gleichkommt;
dieser  beträgt  814  000  Ballen,  so  daß  man  wohl
die  letzte  Ernte  auf  rund  12  982  000  Ballen
veranschlagen  darf.  Das  würden  436  000  Ballen
mehr  sein,  als  die  Regierung  im  November  als
geerntet  geschätzt  hat.  Nun  wurden  aber  in  den
letzten  drei  Erutejahren  zusammen  rund  513  000
Ballen  mehr  in  den  Handel  gebracht,  als  die
Egrenieranstalten  als  entkörnt  nachgewiesen
hatten.  Deshalb  ist  man  wohl  berechtigt,  mit
ciner  Ernte  von  rund  13  Millionen  Ballen  für
das  laufende  Erntejahr  zu  rechnen.  Da  ein
nicht  unerheblicher  Teil  der  geernteten  Faser  in
diesem  Jahre  minderwertig  ist  und  der  Baumwollhandel
  flott  verläuft,  so  kann  man  kaum  voraussetzen,
  daß  eine  tatsächliche  Ernte  von  13  Millionen
Ballen  die  Marktlage  und  den  Preis  für  längere
Zeit  drücken  wird.  (Nach  Brudlstrect“s.)

Detroleumfunde  in  Ueuseeland.

Das  Interesse  an  den  Petroleumfunden  in
Neuseeland  hält  an.  Am  versprechendsten
bleiben  die  Taranaki-Olfelder  zu  New  Plymonth
und  Inglewood.  Die  Taranaki  Petroleum  Co.
ist  mit  ihrem  ersten  Bohrloch  in  einer  Tiefe  von
2360  Fuß  auf  Petroleum  gestoßen  und  läßt  jetzt
zwei  weitere  Bohrlöcher  herstellen.  Verschiedene
andere  Gesellschaften  sind  gegründet  worden  und
haben  Rechte  zum  Bohren  nach  Petroleum  in
dem  genanten  Bezirk  erworben.

Die  Lake  Brunner  Oil  Co.  hat  in  einer
Tiefe  von  600  bis  700  Fuß  mit  Wasser  gemischtes
  Ol  angetroffen  und  soll  gute  Aussichten
haben.

Das  Kotuka  Oil  Spring  Syndicate  hat
verschiedene  Bohrversuche  gemacht  und  ist  mit
Ausnahme  eines  Bohrloches  in  sämtlichen  Fällen
auf  mehr  oder  weniger  große  Ollager  gestoßen.
Die  Bohrlöcher  sollen  nur  klein,  die  bisherigen
Ergebnisse  jedoch  vielversprechend  sein.  Das  S#.
des  letztgenannten  Feldes  soll  sich  von  dem  in
Taranaki  gefundenen  durch  geringen  Benzin=  und
Paraffingehalt  unterscheiden.

Ausschnitte  aus  den  Zeitungen  „New  Zealand,
Times-Wellington"“  vom  26.  September  1906
sowie  „Mining  Standard-Melbourne“  vom
        <pb n="302" />
        W  228  20

21.  November  und  12.  Dezember  1906,  die
weitere  Einzelheiten  über  die  Olfunde  enthalten,
liegen  bis  Mitte  März  im  Reichsamt  des  Innern,

Berlin,  Wilhelmstraße  74,
Ansicht  aus.
(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in

Zimmer  174,  zur

Sydnoy.)

 

Verschiedene  (Mitteilungen.

Rattenvertilgung  in  Indien.

Durch  Kapitän  W.  L.  Trafford,  den  Assistenten
des  mit  der  Pestbekämpfung  im  Lahore-Distrikt
betrauten  Kaiserlichen  Kommissars,  ist  ein  Vorschlag
  zur  Rattenvertilgung  ausgearbeitet  worden,
welcher  auch  in  unseren  Kolonien  Beachtung
verdient.

Trafford  geht  davon  aus,  daß  es  zwecklos  ist,
nur  diejenigen  Ortschaften  rattenfrei  zu  machen,
welche  als  Pestzentren  bekannt  sind.  Er  schlägt
vor,  in  allen  Orten  des  Lahoredistrikts  die  Vernichtung
  zu  betreiben.

Das  Vorgehen  besteht  darin,  daß  durch  Kulis
regelmäßig  Rattengift  in  die  Hänser  gelegt  wird.
Die  Kulis  werden  in  Mannschaften  zu  je  9  Mann
eingeteilt,  denen  des  Zubereiten  und  Verteilen
der  Giftbissen  unter  Aufsehern  obliegt.  Regierungsärzte

  überwachen  die  Tätigteit  dieser  Mannschaften
  mit  Unterstützung  der  Ortspolizei
behörden.

Trafford  nimmt  an,  daß  ein  Kuli  täglich

50  Häuser  in  der  Stadt
Lande  versorgen  kann,
Aussicht  steht.

und  100  auf  dem
wenn  er  unter  strenger

 

 

Citeratur.

Die  Schulen  in  unseren  Kolonien.  Der
Reichstagsabgeordnete  Lattmann  hat  im  Verlage
  von  Wilhelm  Süsserott  ein  Heft  „Die
Schulen  in  unseren  Kolonien“  erscheinen  lassen,
in  dem  sich  eine  UÜbersicht  sowohl  über  die
Missionsanstalten  als  auch  über  die  Regierungsschulen
  einschließlich  der  Handwerkerschulen  befindet.


Aus  der  Statistik  ist  zu  ersehen,  daß  sich  zur
Zeit  die  Zahl  der  Besucher  unserer  afrikanischen
Schulen  auf  etwa  75  000  Köpfe  beläuft;  davon
entfallen  auf  Regierungsanstalten  etwa  5000,
auf  konfessionelle  etwa  70  000  und  zwar  auf
evangelische  Schulen  44  000,  auf  katholische
26  000  Köpfe.  In  Samva  beläuft  sich  die  Anzahl
  der  Schüler  auf  8000,  ein  auffallend  hoher
Prozentsatz  bei  einer  Gesamtbevölkerung  von
rund  34.000  Eingeborenen;  er  läßt  sich  nur  erklären,
  wenn  auch  Erwachsene  an  dem  Unterricht
  teilnehmen.

 

Für  das  Schutzgebiet  Neu-Gninea  einschließlich
des  mikronesischen  Inselgebiets  sind  Angaben
nicht  vorhanden;  sie  können  mangels  anderer
Unterlagen  aus  dem  amtlichen  Jahresbericht  und
seinen  Anlagen  ergänzt  werden.

 

Die  Literatur  des  Schutzgebietes  Neu-Guinca
  ist  durch  zwei  sehr  bemerkenswerte,  im
Verlage  von  Dietrich  Reimer  erschienene  Bücher
bereichert  worden.  Der  Marinestabsarzt
Ir.  Stephan  hat  während  der  Zeit  seines
Kommandos  an  Bord  des  Vermessungsschiffes
„Möwe“  eingehende  ethnographische  Studien
insbesondere  im  Süden  der  Insel  Neu-Mecklenburg
  gemacht  und  diese  in  zwei  Werken  „Südseekunst,
  Beiträge  zur  Kunst  des  Bismarck-Archipels
  und  zur  Urgeschichte  der  Kunst  überhaupt“
  und  „Neu-Mecklenburg“  niedergelegt.

Zu  dem  letzteren  hat  Dr.  Gracbner  vom
Museum  für  Bölkerkunde  in  Berlin  die  Beschreibung
  der  von  Dr.  Stephan  erworbenen

Sammlung  geliefert.  Es  ist  eine  Monographie
der  genaunten  Jusel  von  der  Küste  von  Umuddn
bis  zum  Kap  St.  Georg.

Beide  Werke  bieten  viel  Neues  und  lassen
die  minntiöse  Sorgfalt  eines  Kübarg  erkennen.
Die  den  Büchern  beigegebenen  Tafeln  enthalten
Abbildungen  von  hervorragender  Ausführung,  wie
denn  überhaupt  die  Ausstattung  der  Bücher  eine
durchweg  vornehme  ist.

 

Literatur-Ver  zeichnis.

au  eingegangenen  Bicchei  werden  in  diesem  Telle  aulgeführt.  Besondere
Bewrechung  criolct  nach  diesjeiligem  Ermesi  Rückiendung  der  eingegangenen
Bucher  findel  unter  keinen  Umständen  #a.)

Paul  Helbeck;  Deutschlands  Kolonien  und  seine  Kolonialpolitik.
  Gesammelte  Aufsätze  erster  Kolonialpolitiker.
Geschäftsstelle  des  Neichsverbandes  der  Vereine  der
nationalliberalen  Jugend.  Köln  1906.  Preis  75  Pf.

Kurze  ÜUbersicht  über  die  Tätigleit  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  für  Südwestafrika  im  Schutzgebiete
  von  ihrer  Hnduns  am  30.  April  1885  bis
Ende  Dezember  1906.  (Wird  auf  MWunsch
koftenlos  versandt.)

Friedrich  König:  Ernstes  und  Heiteres  aus  dem  Zauberreiche
  der  Wünschelrute.  Mit  besonderer  B#achtung  der
modernen  Rutenkünstler.  Leipzig  1907.  Otto  Wigand.
        <pb n="303" />
        Rarte  von  Deutichbeitet

  von  r
Preis  unausge  zogen
auf  Leinwand  8  Mk.,

Ostafrika.
aren  Bodenschätze  und  mit  einem

Mit  2  der  nuthb
Mit  Angabe  de  r  Beziehungen  Deutsch-Ostafrikas

Karton  zur  Ubersicht  de
zu  den  übrigen  zestühe  pirit
Moise

Maßstab  1

ilanischen  Kolonien.
Dritte  berichtigte  Auflage.
in  Umschlag  6  Mk.,
mit  Stäben  9  Mk.
Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen).

W  229  20

2  000  000.K.  Dove:  Die  angelsächsischen  Riesenreiche.  Eine  wirtschaftsgeographische
  Untersuchung.  II.  Die  Vereinigten
Staaten  von  Nordamerika.  Jena  1907.  Hermann
Bear-  Costenoble.  Preis  2,50  Mk.
l  Ernst  Hasse:  Deutsche  Politik.  I.  Band,  Heft  4:  Die
nalla  zogen  Zukunft  des  deutschen  Volkes.  München  100,  C.  J
Berlin  1907.  Lehmanns  Verlag.  Preis  3  Mk.,  geb.  42

 

sendungen  erstreckt.

Verkehrs-Nachrichten.

In  Tokpli  (Togo)  ist  am  4.  Februar  1907  eine  Postagentur  eingerichtet  worden,  deren
Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briei- 



Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  März  1907.
–—..—  4

Nach

vom  Einschiffungshafen


Die  Abfahrt  erfolgt

am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Üüberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

1.  deutsch-Neuguinea.

Brindisi
(engl.  Schife)

Neapel  28.
(demsche  Schiffe)

März

10.  März  7.  April

Friedrich=  Wilhelmshafen
  38  Tage
eimpsonkaen  41  Tage
Rienkaben  38  Tage

edrich-Wilhelmshafen
  41  Tage

 

 

2.  Deutsch-stafrika.

a)  k24he  Bukoba,  Muansa  und
5%  Pomoasa  Welier
7  mit  der  Uganda
bahn  und  seohn  der  Endstanon

un  Schi  h  den  Bestim

chalet  Lld

uschl.  Amani,

«  rn  inmui  sch  rnm  .

Moschi,  Muhe  *l-  Pangaul
Wugiri  —8  ein,  us.

nach  Dewich-  Ostafrikak
(ausschl.  der  unter  n  und  b
seemmen  Postorte)

Genua
(deuesche  Schiffe)
Neppel
(entsche  Schiffe)
Marseille
7  Brindisi
(engl.  Schiffe)
Neapel
|  (deuische  Schifsc
!  Genna
(deutsche  Schiffe)
Neapel
(deutsche  Schlfe)
Genna
(deutsche  Schiffe)
Marseille

*  Bri
Cengl.  aiibe

18.  März

4.  März  1.  April

10.  jedes  Monats

17.  Mär;

18.  März

4.  März  1.  April
18.  März

4.  März  1.  April

10.  jedes  Monats

17.  März

Mombasa  O  20  Tage

Mombasa  O  16

Mombasa  O  17
Mombasa  O  18
Tanga  17  Tage
Tanga  21  Tage
Daressalam  17

Daressalam  23

Jauzi  bar  18  Tage

Tage

Tage
Tage

Tage

Tage

mr  Lckiht  nteibar.

rderun

—

ach
ret  durch  aurnee=N

  i  bar  vo  #  e
essalam  weiter
n  Em  Gelegenhelt

8.  26.  März  5.  April
106  abds.

2.  16.  20.  März

106  abds.

8.  jed.  Mts.  90  abds.
15.  März  105  abds.

2.  16.  30.  März
033  #

2.  30.  März
1½  abds.

8.  jed.  Mis.  107  abds.

15.  März  102  abbs.

 

3.  Togo.

Hamburg
Nordenham
Bremen
Hambn.  rg
Boulogne  s.  M.
(deutsche  *)
Rotterd

Marseille
*  Vordeaur

Liverpvol

 

(deutsche  rhnlh

25.  jedes

jeden  Sonnabend

.  I11.  17.  24.  jed.  Mts.
3.  März
3.  April
10.  jedes  Monats
11.  jedes  Monats

*-21.

  jedes  Monats

12.  jedes  Monats

Monats

 

Lome  19),  17,23,  21  Tage
Lome  17  Tage
Lome  17  Tage
Lome  17  Tage
Lome  16  Tage
Lome  18  Tage

Goton  nou  19

von  da  ab  me
Cotonon  14  Tage
on  da  ab  Landverbindung

Akkra  1

von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4  5  Tage

I7W  abds.

10.  16.  23.  31.  März
2.  2.  Nrz  112  abd#.

April  0  56  abds.
3  jed.  Mts.  90  vms.
10.  jed.  Mts  1255  ums.
.  Mts.  98  abds.
10½  abds.

10.  jed.  Mts.

28.  jed.  Mts.  10  abds.

Donnerstag  9##  abds.
        <pb n="304" />
        230

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Southampton  2.  30.  März  Kapstadt  17  1.  29.  März  112  abds.
4.  deutsch-Südwestafrika.  hamp  vanrl  boer  P„  *.
nheit
)  bach,  Mh.  S  W#  Hamburg  11.  16.  25.  März  Swakopmrrt  22  bis  10.  15.  24.  März
ö7sd  LNaris  Hahzewarrs.  25  Tage  7  ds.
akalswater.  Ka  —  »
ubas  liode  c,  Nauchas,  Antwerpen  21.  März  Swalsopmund  20  Tage20.  März  1255  ums.
Hlahal.  Dla  .  *  (deutsche  Schiffe)“
ahe,  OSmarurn,  Otawi.  t-  Dover  22.  März  Swakopmund  19  Tage21.  März  1255  ums
lmöing  Otsiwarongo,  Dover  *  *  «  g  «
-kdcmkic.-cklci
bbvltmm  Onånoglräxkoövgklclnos  Solstkiannthiil  9.16.:)Jiäk;6.Ap1-ilSIvakomemdLöund  8.  15.  März  5.  April
WMat  7  Waldau,  Waterberg.  #  6  Tage  112  omsi
  T##
Southampton  23.  März  Swakopmund  25  Tage22.  **  11  2  oms.
Sonthampton  9.  46  23.  März  Lüderitzbucht  22  u.  27  Tg.8.  14  *N  Narz  õ  .  April
#t.  April
Antwerpen  I1  Mar  Lüderitzbucht  22  Tage  20.  *Wd  ,  nms.
identsche  Schlffe)

b)  #h  Wderitbucht.  Kubub,

Dover  22.  März
(deutsche  Schifke);

Lüderitzbucht  21  Tage

21.  März  12  3°  ums.

 

Hee  len.  Hasuur,  Keetmanshoop
  Southampton  2.  30.  März  Kapstadt  1.  22.  März  11/  oms.
.  von  dort  K  r  Poat
urd  u.  Lüderiybucht
Hamburg  11.  16.  25.  März  Lüderitzbucht  w00  im  10.  15.  24.  März
Tage  71½  abds.
el  hoch  msmssdeifte  Mearm.ombampton  2.  16.  30.  März  Kapftadt  IIu  Tage  1.  15.  29.  März
von  dort  weiter  auf  dem  112  oms.
"  kannsner  nt  Steinkopf
4  nach  Ukamas  Southampton  jeden  Sonnabend  Kapstadt  17  Ta  Freitag  11  3  oms.
«  von  dort  welter  mit  der
Eisenbahn  bis  unuen
und  dann  du  ach,  Vot  otenpost
nach  Uka
5.  Kamerun.  Lamburg  10.  24.  jed.  Mts.Viktoria  19,  23  Tage  1r
a)  nach  Bamenda,  Banjo,  Bi-  Duala  20,  *  Tage  9.  23.  jed.  Mts.  712  vms.
bundi,  Hibldhan  —s  Kribi  20  Tag
wen.  —-  Bang-  Sban.  Voulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  1255  nachm.
Jabasstl,  Jaunde,  Sohann=  r  Mer  Duala  19  Tage
Mbrechtshöhe,  sot  g  deutsche  Siih  Kribi  19  Tage
Plantation.  Blktorta  Liverpool  23.  März  Duala  23  Tage  21.  März  10¼  abds.
Fiverpool  9.  März  6.  April.Viktoria  25  Tage  1  7.  März  4.  April

b)  nach  Rio  del  Rey.

)  nach  dem  Tschadsee=  Gebiet
(Garna.  Kusseri)

(0)  nach  Ossfidinge

e)  nach  Molundu

Hamburg  21.  jedes  Monats
Liverpool  5.  März
Liverpool  jeden  Sonnabend
Liverpool  jeden  Sonnabend
Antwerpen  7.  28.  März
Bordeaur  25.  jedes  Monats

665

Duala  206  Tage
Nio  del  Ney  33—34  Tage
Nio  del  Ren  23  Tage

Forcados  17  Tage
von  ort  weiter  über
odfa—Hola

Guceon  19  uge

von  dort  welter  über  Obokum
L#  ug  (am  Eroßfn  uß)

Matad  Tage

9—2
on  da  bel.  mit  der  E  lenr
bls  Brazzavllle
dann  mit  Iuu#sste-  auf

cnconSonqun
Dtah  Its  S

10½  abds.
23.  jed.  Mts.  7  abds.
7.  März  10“  abds.
jeden  Donnerstag
107  abds.

1

jeden  Donnerstag
10½  abds.

6.  27.  März  1235  nachm.

23.  jed.  Mis.  10#  abds.

 

6.  den  Karolinen,  palau=Inseln,
  Marianen.

,!  Neapel  11.  April
(deutsche  Schiffe)

geleitet;  von  Yolohama  weiter

Saipan  42  Tage

Jap  :38  Tage
Ponapc  50

Tage

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den

sechs=  bis  siebenmal  jährl

9.  April  102  abds.

Marianen  auch  über  Japan
ch  mit  Segelschiffen.

 

7.  Marshall-Infeln.

Neapel  11.  29.  April
(deutsche  Schiffe)

 

Jaluit  58  Tage

 

H.  27.  April  10  5  abds.
        <pb n="305" />
        W  231  20

 

Nach  «
I

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einchiffungshafen

  am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  ÜUberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

.  Kiautschon.

——“——38
9.  Samoa.

 

!

Eintreffen  der  Post  aus  den

 

Neapel  ..
(deutsche  Schiffe)  14.  28.  März

—  —„  —  —

)  Den  vurch  J  bezeichneten

Brindisi  seden

(engq-l.  Schiffe)  onntag
Marseille  3.  17.  l.  März

(franz.  Schiffe)  *“-Liverpool

  §.  März  d.  April

Queenstown

s

17.  Febr.  10.  März

 

1

———  —  —

Tsingtau  82  Tage
Tsingtau  33—36  Tage
Tsingtau  36  Tage
Tsingtau  31  Tage

Apia  25  Tage

 

dentschen  Schutzgebicten.

12.  26.  März  10  abds.
jeden  Freitag  10  abds.

1.  15.  29.  März
z

7.  März  4.  April  §#0  rm..

15.  Febr.  8.  März
11  3  oms.

chiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender

vie  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fälli  Landungs.  Di  st  in  fäll
Von  ungs  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
*  hafen  in  Verlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
—  R  —  —  —  —
Morsein  Hamburg  9#.  231.  März
"Q  ninea  arseille..  7.  März  4.  April  Namerun  Southampton  27.  30“.  März
deutsch-Neug  Neapel.  .  .  .  135*.  März  10“.  April  «  HDlymouth  15.  29.  März
—  den  Koretinen,  1  az
Neapell.  arlane  Neapel  23".  März
demm  —  .  Mart  ar  araorstanael]  ½
deutsch-Ostafriba  Brindisi  1606.  jedn  Mi'  Neapel  .193“.  27°.  März
Narseille  28.  jed.  Ms.  Vrindisi  .  0.  23.  März  6.  April
rindisi  Marseille.  7.  21.  März  4.  April
Kiautschou  Liverpool  ..  18.  Märzũb.  Vancouv.
Plymouth  od.  L4.  8  10.  22*.  26.
deutsch-Südwestafrika  „Queenstovn  28.  307.  März
aeoe  14  ).  Mar;  Queenstown
nördl.Teil  d.  Schutzgeb.]  Hamburg  19#.  März  Samaoaa  5n  ·  ..·,  .
Southanipton  10.  24.  März  7.  April  od.  Plymouth  4.  20.  März  15.  April
iüdl.  Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  10.  2..  März  7.  April  dogo  Southampton  27.  307.  jed.  Mts.
88996  Hamburg  9".  23“.  März.

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

M.  S.  „Bussard“

Gr

S.  M.  „Condor“"

M

K

„Planct“.

M.
M.

„Secadler"

S.
S.
S.  „Sperber“

-n

Besatzung  S.  M.  S

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  der  S#ie

Tanga  11/1.

11/1.  Pangani  14/1.

14/1.  Sadani  17/1.  —.

17/1.  Bagamojo  19/1.  —  19/1.  Daressalam  31/1.  —  7/2.  Lourenco

  11/2.
Suva  27/11.

—  Kapstadt.
11/12.  Jaluit  27/12  —

31/1

7/2.  Numen  12/2.  —  Melbourne.

Herbertshöhe  Matupi  5
22/1.  Palan  22/1.
Daressalam.

(1.  —  6/1.  Nasa  3/1.
8/3.  Manila  12/2.  Hongkong.

2.  Ponape  29/1.—

16/1.  Jap  20/1.—

Duala  21/1.—  24/1.  Lome  311.  2/2.  Duala.
Ablösungstransport:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Barbarossa“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  abgelösten

.„Planet“:

Transportführer:  Kapitänleutnant  Lebahn  bzw.  der  nächstälteste  Secoffizier.

Adelaide  12.  1.

16  1.  Freemantle  17/1.

26/1.  Colombo  27/1.
8/2.  Port  Said  8/2.

Naapel.

3/2.  Aden  3/2.  —
        <pb n="306" />
        232  2
Schiffsbewegungen  dei  Woermann-Linic  zwischen  Hamburg  und  West  und  Südwestafrika.
Postdampfer  Reise  6  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  28.  Februar  1907.
Adolph  Woermann"  Hamburg  Lüderipbucht  am  27.  Februar  Dover  passiert.
„Alerandra  Woermann“  .  «mbtn  u  am  2.  Februar  in  Conakry.
„Aline  Woermann"  Swalopmund  Kapstadt  am  27.  Februar  ab  Kapstadt.
.n  Anna  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  28.  Februar  ab  Hamburg.
„Ascan  Woermann“  .  Mossamedes  Hamburg  Februar  ab  Lome.

„Carl  Woermann“..  .  Accra  Haniburg  .3  in  Bissao
Guato  Bohlen“  Napstadt  Swalopmund  Februar  ab  Swakopmund.
Eduard  Woermann“  Lüderipbucht  Hamburg  am  17.  Februar  in  Hamburg.

Shierrore  Woermann““  Duala  Lamburg  am  23.  Februar  ab  Tenerisse.
„Ella  Woermann“  HLamburg  Assinie  am  8.  Februar  in  Rufisque.
Emilie  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  13.  Februar  ab  Las  Palmas.
„Erich  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  13.  Februar  in  Benguella.
„Erna  Woermann“  Swakopmund  HLamburg  am  l.  März  ab  Swatopmund.
„Ernst  Woermann“  .  Hamburg  Duala  am  20.  Februar  in  Dua

„Gertrud  Woermann".  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  23.  Februar  ab  Swalopmund.
„Gretchen  Bohlen“  .  Rio  Nunez  Hamburg  a#m  28.  Februar  Dover  passierr.
„Hans  Woermann“".  .  Viltoria  Hamburg  am  25.  Februar  in  Lome.
„Oedwig  Woermann"“".  .  Llfiinic  Oamburg  am  27.  Februar  in  Las  Palmas.
„Helene  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  1.  März  ab  Hamburg.
„Oenriette  Wocrmann“  Mossamedes  Lamburg  am  15.  Februar  in  HLamburg.
Irma  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Madeira.
„Jeannette  Woermann“  Hamburg  Accra  am  17.  Februar  ab  Las  Palmas.
urt  Woermann“  HLamburg  Burutu  am  21.  Februar  Ouessant  vaffiert.
„Lili  Woermann  Oamburg  Burulu  am  29.  Januar  ab  Las  Pal
„Linda  Woermann“  Hamburg  Rio  Nune;  am  25.  Februar  in  Fihinchor“
Lothar  Bohlen“,  .  Hamburg  KRotonou  am  93.  Februar  ab  Notterdam.
„Lucie  Woermann“.  .  Duala  Hamburg  am  13.  Jannar  bei  Come  Lurstrander=„Lulu
  Bohlen!  Lamburg  vüderitzbucht  am  21.  Februar  ab  almas.
„Marie  Woermann'“  Accra  Lamburg  am  21.  Februar  in  Sekondi.
„Martha  Woermann"“  Hamburg  Aiktstria  am  28.  Februar  Dover  passiert.
„Melita  Bohlen  Hamburg  Assinie  am  27.  Februar  Dover  passiert.
„Otto  Woermann“  Lamburg  Rio  Nunez  28.  Februar  ab  Antwerpen.
„Paul  Woermann-=  Calabar  Hamburg  Febm  ruar  in  Lagos.
Professor  Woermann“  ubennn  Damburg  Januar  in  Hamburg.
„Thella  Bohlen"“  Kotonon  Februar  in  Kotonou.
„Frieda  Woermann“  otonon  Februar  in  Kotonou.
„Arnold  Amsinck“  Lamburg  Mossameden  Nornar  in  Las  Palmag.

 

 

  

 

 

 

Anzeigen.

 

 

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Handelsregister  ist  am
14.  Januar  1907  in  Abteilung  A  unter
Nr.  19  neu  ein  geiaen  worden  die
ossene  Handelsgesellschaft

Steyer  &amp;amp;  Pingel  in  Duala.
Gesellschafter:  Georg  Steyer,

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Or.  med.  A.  Smith'sches  Ambulatorium  für

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Pnktlanuelle  Uniersuchung  und  Rehandluns.
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Johannes  261c.n.
Architekt  in  Duala.
Die  Gesellichast  hat  begonnen  am
1.  Jannar  1907  (68)
Duala,  den  17.  Januar  1907.

Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

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  —  egr.  Worlitz  1796.
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        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Sudsee

heiausgegeben  in  der  kolonial-Kbteilung  des  Kuswärtigen  amts

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  (ärz  1907.  Uummer  6.

Diele  Zeilschrift  erscheim  ##  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.

 

Derselben  werden'  alß  Beihe  lte  beigefügt  die  mindosen
cinnnnt  vierteln  abrch  Snnrelhlige  Vssin  #’n  ans  den  iicuschuen  sn.  ntageieten  raus  Kuun.  #rnceen  Pemuen
An  k.4  nn  di  ement  ureis  für  das  Kolonialblau  mit  den  Beibeten  *  beim:  e  zuge  l  der
Vos  und  die  Wuchyar  Oseeireim  #1  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhamdlung  Mk.  4—  für  utschlaud  ciuscht.
d%%  demschen  Schn  Bge  gcifouchhanduer  1  ngarn.  Mk.  5.—  für  die  Länder  des  Wel  r*#  eins.  Einterberuen  und  Aufrage
find  an  die  Königliche  von  Ernst  gfrled  Mitrler  und  Sohn,  Doire  SWos,.  Kochstraße  63—71,  zu  wiesen

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Allerhöchster  Ordre,  beir.  Aufhebung  des  Kriegszustandes  in  Südwestafrika  S.  233.—
Ausführungs  teiina  den  Vorschriften  des  Bundevrats  jür  die  Beforderung  von  Leichen  auf  dem  Seewege
vom  18.  Januar  1906  S.  21-r  Erganzung  der  Ausführungsbestimmungen  zu  der  Verordnung  des  Gouverneurs
von  Deutsch  Neugninca  vom  #i1L  Juli  100|1,  beir.  de  Anwerbung  von  Eingeborenen  als  Arbiter  im  Schutgebiete

.  .
von-unn1)UUWWMomhsnolstlHub-.-  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  80  S

2  =
Nichtamtlicher  1.  Teil:  Personal  Nachrichten  -.  r  Vatrigtische  Gaben  S.  20.  Das  Grucichen  des
Auistandes  74.h  aich  Südweslafrita  imit  einer  Narien  S.  210.  Die  (answirischaktliche  Auspellung

in  *  8
eutsch  O  stakrila:  Nachweiiung  der  Vruno-Einnahmen  bei  den  Zolliellen  an  der  Binnengrenze  d
astaftikanischen  2.  Schungebien  im  Monat  Oktober  1906  S.  257  2
Ramerun:  Die  Pockenepidemie  S.  258.

S*

es  deutsch-Naturwissenschaftliche
  Sammlungen  S.  257.
Der  Kopf  des  Bamum  Herrschers  S.  258S.

Togo:  Ouarantane  Maßreneln  in  Togo  wegen  Gelbfieber  S.  259.  Schiffsverlehr  des  Schungebiets  Togo  S.  2660.

Deutsch-  Südwostafrika:  deutsch  Südwestafrika  und  Walsischbai  S.  260.

Kolonia!  Wirtschaftliche  3-.  2

Aus  fremden  Rolonien  und  Produrtiongebieten:  Verbot  des  Vertaufs  von  Kriegswassen  und  Kriegs
munition  sowie  von  geistigen  Getränken  an  die  Eingeborenen  auf  den  Neu  Hebriden  S.  264.  —  Vorschriften  für

die  Einfuhr  von  aus  Wein  destillierten  Spiritnofen,  die  im  Südafrikanischen  Rollverein  erzeugt  sind,  nach  Transvaal
Zz.  204.  Verbranchsabgabe  und  Foll  bei  der  Einfuhr  von  Spirituosen  aus  den  übrigen  Gebieten  des  Südafrikanischen

oiwerein  nach  Basutoland  S.  241.  Dergleichen  nach  Bechnanaland  S.  26.  Baumwollanbau  in  Südnigerien
Lagos  S.2061.  Nautschutanszuhr  au  Ceylon  1906  S.  205.  Kataoau-fuhr  Ccylons  1906  und  Kalaomarkt  S.  265.
Aus  fuhr  von  Ouebracho  und  Ouebracho  Extratt  aus  Argentinien  im  Ottober  1906  S.  2601.  Eine  transsaharische
elegraphenlinic  S.  266.  Kupferbergwerte  und  Eisenbahnbau  in  Südafrika  S.  2|36.
Verschiedene  Mitteilun  gen:  Allerhöchsie  Aurrtennungsschreiben  an  das  Rolonial=  Wirtschaftliche  Komitee  S.  267.
Kanimannische  Rolonialpolitil  S.  28.  do  olonialWirkschaftliches  S.  269.  Literatur  S.  2600.  —  Literatur-—



Verzeichnik  Z.  270.  Roloniale  Preßstimmen  S.  270.  Schiffsbewegungen  S.  270.  —  Nerkehrs-Nachrichten  S.271.

EgEGenncch  AsttIicher  Tei!  D

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Allerhöchste  Ordre,  betr.  Rufhebung  des  Kriegszustandes  in  Südwestafrika.
Auj  Ihreu  Bericht  vom  4.  März  dieses  Jahres  bestimme  Ich:

1.  Der  im  Schungebiet  Südwestafrika  bestehende  Kriegszustand  wird  mit  dem  31.  März  dieses
Jahres  ausgehoben.
2.  Mit  dem  gleichen  Zeitwuntt  enthebe  Ich  den  Ches  des  Generalstabes  der  Armer  von  der  ihm

übertragenen  Leitung  der  Operationen.  Das  bisherige  Kommando  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika

  mit  dem  Hauptquartier  ist  sobald  als  möglich  aufzulösen.

.  Mit  dem  1.  April  dieses  Jahres  treten  unter  Aufhebung  aller  für  die  Dauer  des  Kriegszustandes
ergangenen  entgegenstehenden  Erlasse  die  „Organisatorischen  Bestimmungen  für  die  Kaiserlichen
Schutztruppen  in  Afrika“  mit  den  nachfolgenden  Einschränkungen  wieder  in  Kraft.

a)  Abweichend  von  der  Schutztruppen-Ordnung  verleihe  Ich  mit  dem  Zeitpunkt  der  Aufhebung.
des  Kriegszustandes  dem  Kommandeur  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  die  Disziplinarstrafgewalt,
  wolche  derjeuigen  eines  Brigadekommandeurs  in  der  Armec  entspricht.

b)  Die  Kommandeure  der  Nord=  und  Südbezirke  erhalten  die  Disziplinarstrafgewalt  eines
heimischen  Regimentskommandeurs  und  üben  die  niedere  Gerichtsbarkeit  über  die  ihnen
unterstellten  Truppen  und  Behörden  aus.

—
        <pb n="308" />
        W  234  20

c)  Die  in  Meiner  Ordre  vom  28.  Juli  1904  getroffene  Anordnung,  daß  für  die  Beförderung
von  Unteroffizieren,  Gefreiten  und  Reitern  die  im  Heere  geltenden  Bestimmungen  maßgebend
  sein  sollen,  bleibt  für  die  südwestafrikanische  Schutztruppe  auch  nach  Aufhebung  des
Kriegszustandes  vorläufig  in  Kraft.

4.  Ich  ermächtige  Sie,  die  hiernach  erforderlich  werdenden  Anderungen  und  Ergänzungen  zur

Schutztruppen-Ordnung  vorzunehmen.

Dem  Preußischen  Kriegsministerium  und  dem  Chef  des  Generalstabes  der  Armeec  habe  Ich
Abschrift  dieser  Ordre  zugehen  lassen.
Berlin,  den  6.  März  1907.  gez.  Wilhelm  I.  R.
An  den  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen).  ggez.  v.  Bülow.

Ausführungsbestimmungen  zu  den  Vorschriften  des  Bundesrats  für:  die  Beförderung
von  Ceichen  auf  dem  Seewege  vom  18.  Januar  1906.  )
J.
fusfũhrungsbestimmungen  des  Gouverneurs  von  Deutsch--Ostafrika.
Vom  25.  September  1906.

Auf  Grund  der  Bekanntmachung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abteilung,  vom  9.  April
1906  wird  zur  Ausführung  der  Vorschriften  des  Bundcesrats  für  die  Beförderung  von  Leichen  auf
dem  Seewege  vom  18.  daniet  1906  folgendes  bestimmt:

J.  .Zu  F  1,  2  der  Vorschriften:

Die  Ausstellung  der  für  E  Beförderung  von  Leichen  auf  dem  Seewege  aus  dem  deutschostafrlkanischen
  Schutzgebiet  beizubringenden  Leichenpässe  erfolgt  durch  die  Küstenbezirksämter.

2.  Zu  §  1,  3b  der  Vorschriften:

Die  Bescheinigung  über  die  Todesursache  wird  von  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde
(Bezirksamt,  Residentur,  Militärstation)  ausgestellt,  in  deren  Bezirk  die  Person  gestorben  ist.  Ist
die  Leiche  in  einem  anderen  Bezirk  begraben,  so  ist  die  örtliche  Verwaltungsbehörde  dieses  Bezirks
uständig.

*  2  Außerung  des  behandelnden  Arztes  ist  gleich  zu  erachten  die  Außerung  eines  anderen
Arztes,  welcher  entweder

a)  den  Tod  festgestellt  hat,

b)  bei  der  Ausgrabung  der  Leiche,  oder  bei  einer  etwa  erfolgten  Leichenschan  bzw.  Leichenöffnung
  zugegen  war,

c)  die  Versicherung  abgibt,  daß  er  auf  Grund  der  Darstellung  einer  glaubwürdigen  und
erfahrenen  Person  —  Sanitätsunteroffizier,  Krankenschwester  u.  u.  —  sich  die  Überzengung
  von  der  bestimmten  Todesursache  verschafft  hat.

Kommt  die  Leiche  aus  einem  Orte,  an  welchem  Cholera,  Fleckfieber,  Pest  oder  Pocken
herrschen,  so  muß  die  Bescheinigung,  daß  der  Beförderung  der  Leiche  gesundheitliche  Bedenken  nicht
entgegenstehen,  von  einem  beamteten  Arzte  ausgestellt  werden.

3.  Zu  §  2,  1  der  Vorschriften:

Die  zuständige  Behörde  im  Sinne  des  §  2  Nr.  1  der  Vorschrift  ist  das  Bezirksamt,  die
Bezirksnebenstelle,  die  Residentur,  die  Militärstation  und  der  Militärposten.

II.  Diese  Ausführungsbestimmungen  treten  mit  dem  Zeitpunkte  ihrer  öffentlichen  Bekanntmachung
  in  Kraft.

Daressalam,  den  25.  September  1906.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
Rechenberg.
II.
Rundverfügung  des  Gouverneurs  von  deutsch-Südwestafrika.
Vom  20.  Juni  1906.

In  der  Anlage  folgt  ein  Exemplar  der  vom  Bundesrat  unterm  18.  Jannar  1906  erlassenen

„Vorschriften  für  die  Beförderung  von  Leichen  auf  dem  Seewege“,  welche  unter  Aufhebung  der

*)  Vergleiche  Kolonialblatt  1906,  Seite  215.
        <pb n="309" />
        W  235  2.0

alten  Bestimmungen  vom  15.  Dezgember  1904  (Kol.  Blatt  1905,  S.  37)  am  1.  Juli  1906  in
Kraft  treten.  1

Bei  der  Beförderung  von  Leichen  vom  Innern  nach  der  Küste  ist  für  rechtzeitige  Beschaffung
und  Übermittlung  der  nach  &amp;amp;  1  Absatz  3  a  bis  c  erforderlichen  Papiere  an  das  Distriktsamt  Lüderitzbucht
  oder  Bezirksamt  Swakopmund  Sorge  zu  tragen.  Diesen  Behörden  liegt  die  Ausstellung  der
nach  §  1  Abs.  2  für  den  Transport  nach  Deutschland  notwendigen  Leichenpässe  ob.  Insoweit  als
es  sich  um  die  Beförderung  von  Leichen  Schutztruppenangehöriger  handelt,  werden  die  Papiere  von
der  Militärverwaltung  nach  Swakopmund  oder  Lüderitzbucht  gesandt.  Für  den  Transport  bis  zur
Küste  ist  die  schriftliche  Genehmigung  der  in  Betracht  kommenden  Polizeibehörde  oder  bei  Leichen
Schutztruppenangehöriger  eine  solche  der  Militärbehörden  ausreichend,  soweit  nicht  für  den  Transpor#t
von  Leichen  auf  der  Balm  besondere  Vorschriften  ergangen  sind.

Sobald  die  Leiche  eines  Schutztruppenangehörigen  eine  Bahnstation  erreicht,  ist  die  Weiter—
beförderung,  di  orschriftsmäßige  Einsargung  durch  die  Militärverwaltung  vorausgesetzt,  Sache  der
in  Betracht  kommenden  Zivildienststelle.

Windhnt,  den  20.  Juni  1906.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
J.  V.:  Teckleuburg.

III.
Kusführungsverordnung  des  Gouverneurs  von  Namerun.
Vom  20.  Juni  1906.
Auf  Grund  der  Bekanntnmachung  des  Auswärtigen  Amtes,  Kolonial-Abteilung,  vom
.  April  1906,  Absat  1,  zu  den  Vorschriften  des  Bundesrats  vom  18.  Januar  1906  für  die
Beförderung  von  Leichen  auf  dem  Seewege  wird  verordnet,  was  folgt:
1.  Die  Ausstellung  der  Leichenpässe  (§  1  Nr.  1  und  2  der  Vorschriften)  hat  durch  den
Leiter  desjenigen  Bezirkes  zu  erfolgen,  in  dessen  Bereich  die  Leichen  zur  Verschiffung  gebracht  werden.
Die  Ausstellung  hat  auf  Grund  eines  Gutachtens  des  zuständigen  Regierungsarztes,  falls  ein  solcher
nicht  vorhanden  ist,  des  auf  dem  nächsten  Wege  zu  erreichenden  Arztes,  in  Eilfällen  auf  Grund
eines  Gutachtens  eines  ausgebildeten  Heilgehilfen  zu  geschehen.
§5  2.  Nach  den  gleichen  Grundsätzen  hat  die  Zuziehung  eines  Sachverständigen  zur  Einsargung
  der  Leiche  zu  erfolgen.  (§  2  Nr.  1  der  Vorschriften.)
§  3.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Juli  1906  in  Kraft.
Bnea,  den  20.  Juiä  1906.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:  Mueller.
Die  Kaiserlichen  Gonverneure  von  Togo  und  Samoa  haben  die  Ausstellung  der  Leichenpässe
  sich  selbst  vorbehalten  und  von  weiteren  Ausführungsbestimmungen  abgesehen.  Für  das
Schutgebiet  Deutsch-Neuguinea  sind  die  letzteren  noch  nicht  endgültig  festgestellt.

ergänzung  der  Kusführungsbestimmungen  zu  der  Verordnung  des  Couverneurs  von
Deutsch-Neugumea  vom  31.  Juli  1901,  betr.  die  Anwerbung  von  eEingeborenen  als
Krbeiter  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Neuguinea.
Vom  15.  Oktober  1906.
Zu  §&amp;amp;  7  bis  11.
Als  weitere  Verwaltungsbehörde  wird  mit  Wirkung  vom  1.  November  1906  die  Kaiserliche
Station  in  Eitape  für  ihren  in  der  Bekanntmachung  vom  3.  Oktober  d.  Js.  näher  bezeichneten
9Bezirk')  beflinnnterahöbe,  den  15.  Oktober  1906.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:  Krauß.

«  «  siehe  umstehend.
*)  Anmerkung
        <pb n="310" />
        G  236  20

)  Nach  der  Betanmmachung  vom  3.  Oktober  1906  werden  die  Grenzen  des  Statiousbezirks
  Eitape  gebilder  durch  die  holländische  Grenze  im  Westen,  die  englische  im  Süden  bis  zum
144.  Längengrade,  im  Osten  durch  diesen  Grad  bis  zu  dem  Punkte,  wo  er  den  Kaiserin  Augustafluß
durchschneidet.  Von  da  läuft  die  Grenze  dem  Kaiserin  Augustafluß  entlang  bis  zu  dessen  Mündung.

Zum  Bezirk  gehören  ferner  die  vorgelagerten  Inseln  bis  einschließlich  Schonten-Inseln.

 

Dersonalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  bisherigen
Leiter  des  Botanischen  Gartens  in  Victoria  (Kamerun),  Stabsapotheker  Dr.  Strunk,  den  Königlichen
Kronen-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  26.  Februar  1907.
Claus,  Oberarzt  beim  Anhaltischen  Infanterie-Regiment  Nr.  93,  am  28.  Februar  aus  dem  Oeere
ausgeschieden  und  mit  dem  1.  März  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  angestellt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutziruppen)  vom
18.  Jannar  1907.

v.  Kameke,  Leutnant  der  Reserve  des  Infanterie-Regiments  Graf  Schwerin  (3.  Pommerschen)
Nr.  14,  eingezogen  zur  Verstärkung  der  Schutztruppe,  am  28.  Februar  d.  Is.  aus  dem
dienstlichen  Verhältnis  zur  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichskanslers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
7.  Februar  1907.

Sasse,  Kaserneninspektor,  scheidet  am  31.  März  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  reran  A  nn  (als  Hausverwalter  beim  Kadettenhause  in  Plön),
aus  der  Schutztruppe  aus.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom
28.  Febrnar  1907.

Oepen,  Feldlazarcttinspektor,  der  Charakter  als  Lazarett-Verwaltungsinspektor  verliehen.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Ibertommando  der  Schutztruppen)  vom
6.  März  1

Bannier,  Proviantamtsassistent,  am  15.  März  d.  %  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Sächsischen  Heeresverwaltung  (Proviantamt  in  Dresden)  aus  der  Schutztruppe
ansgeschieden.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
Schuttruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstordens  1.  Klasse  mit  der  Kronce  und  mir
Schwertern:
dem  Hauptmann  Graf  v.  Freyen-Seyboltstorff,  Herr  zu  Seyboltstorff;
des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstordens  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Leutnants  Correck,  Kramer  und  Lang,  sowie  dem  Oberarzt  Dr.  Brünn;
des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Feldwebel  Heilmann  und  dem  Unteroffizier  Woerz:
die  Krone  zum  Ritterkreuz  1.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens  mit  der
Kriegsdekoration:
dem  Hauptmann  und  Kompagniechef  v.  Schönberg;
        <pb n="311" />
        237  28

des  Nittertreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens  mit  der  Kriegs-Pans

  ekoration:

dem  Stabsarzt  Dr-  Panse;
i  rkr  es  2.  Klasse  des  Köniali  ..

des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens  mit  der  Kriegsis

  linkert:  dekoration:

dem  Zahlmeister  Klink  ert;

der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  August-Medaille  in  Silber  mit  dem  Bande  für

-  Kriegsdienste:

dem  Sergeante  7  ren  Hennig  und  Hofmann;:

des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  mit  Schwertern  de

ordens  Philipps  des
utnant  v.  Dobbeler;

n  Kühn,  den  Unteroffizie

·  s  Großherzoglich  Hessischen  Verdienst-Großmütigen
  am  Kriegsbande:
dem  Le  Kürstl
des  Fürstlich  Renßischen  Ehr
k  hreukre

dem  Hauptmann  v-  Grawert  (Gideon):

der  Fürstlich  Reußische
dem  Sergeanten  Pietsch:

des  Ehrenkrenzes  1.  Klasse  des  Fürstlich  Lippeschen  Hausordens  mit  Schwertern:
dem  Oberleutnant  Styx  und  dem  Leutnant  Linne:  ppe

Fürstli  Li  is  si  I-  -  -  .  ·  —  2
der  Fürstlich  btschen  silbernen  Verdienstmedaille  mit  Schwertern  auf  dem  Bande:
dem  Sergeanten  Holshausen;

nges  3.  Klasse  mit  Schwertern:

eui  j.  L.  silbernen  Verdienstmedaille:

Suialich  B  Schuztruppe  für  Südwestafrita.
des  %  0r%  Bayerischen  Militär-Verdienstordes  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Hauptman  rauen  v.  Zech  auf  Neuhofen,  Batteriechef  in  der  1.  Feldartillerie-Abteilung;
dem  Leutnan  aver  im  2.  Feldregiment  und
dem  Assistenzarz  Rösen  er  bei  den  Feldlazaretten;
des  Köntglich  Bayerischen  Militär-Verdieustkrenzes  2.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Vieefeldweebel  wenter,  dem  Sanitätssergeanten  Unger,
den  Un  renere,  chüt,  Schuster,  Senft,  Flotzinger,  Kraus,  Greubel,  Roland  und
2  aum“  um  Sanitätsunteroffizier  Korst,
den  Gefreiten  ig  maier,  Gruber,  Mock,  Neun,  Schwaighofer,  Baur,  Groß  und  Weber,
den  Reitern  Schäfer,  Strodel,  Bauer,  Haas,  Tröbst  und  Gradinger;
des  Ritterkrenzes  2.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens  mit  der
on  Kriegsdekoration:
den  Leutnants  Weigel  und  Portatius  im  2.  Feldregiment;
des  Königlich  Sächsischen  Allgemeinen  Ehrenzeichens  mit  der  Kriegsdekoration:
dem  Unteroffizier  Spahn:
der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  Angust-Medaille  in  Silber  mit  dem  Bande  für
4  RKriegsdienste:
den  Vizefeldwebeln  Seerig  und  Kiesenalter,
—  "18  Nr  “  ini  —
den  Unteroffizieren  Leschke,  Prange,  Biesold,  Schulze,  Bülow  und  Feller,  den  Sanitätsunteroffizieren
  Göbel  und  Trodler:
der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  August-Medaille  in  Bronze  mit  dem  Bande  für
Kriegsdienste:
den  Gefreiten  Wenzel,  Lindner,  Weist,  Janisch,  Schulz,  Fleischer,  Peold,  Teschner,
Walther,  Lassack,  Nietzsch,  Krug  und  Märtig,  1  6%
den  Reitern  Albrecht,  Neumann,  Streller,  Paniv,  Daig,  Mengel,  Seisert  und  Reißmann;
des  Nittertreuzes  2.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großhergoglich  Hessischen  Verdienst:
ordens  Philipps  des  Großmütigen  am  Kriegsbande:
dem  Leutnant  Haniel  in  der  2.  Ersatzbatterie  (II.  Feldartillerie-Abteilung):
des  Großherzoglich  Hessischen  Allgemeinen  Ehrenzeichens  mit  der  Inschrift:  „für
Tapferkeit“"  am  Kriegsbande:
dem  Unteroffizier  Orth,  den  Gefreiten  Müller,  Möll  und  Horn,  den  Reitern  Kirch  und  Baganz:
        <pb n="312" />
        238  20

des  Ehrenritterkreuzes  2.  Klasse  mit  der  silbernen  Krone  und  mit  den  Schwertern
des  Großherzoglich  Oldenburgischen  Haus-  und  Verdienstordens  des  Herzogs  Peter
Friedrich  Ludwig:
dem  Hauptmann  Selkmann,  Kolonnenführer  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung;
des  Ehrenritterkrenzes  2.  Klasse  mit  den  Schwertern  dessolben  Ordens:
dem  Leutnant  Ohling  in  der  II.  Feldtelegraphen-Abteilung  und
dem  Oberarzt  Wolf  bei  den  Feldlazaretten;
des  mit  dem  Großherzoglich  Oldenburgischen  Haus=  und  Verdienstorden  des  Herzogs
Peter  Friedrich  Ludwig  verbundenen  Ehrenkreuges  2.  Klasse  mit  den  Schwertern:
dem  Vizewachtmeister  Bargmann;
des  mit  demselben  Orden  verbundenen  Ehrenkreuzes  3.  Klasse  mit  den  Schwertern:
den  Gefreiten  Bahlmann  und  Grossardt  und  dem  Reiter  Taffe:
des  Ritterkreunges  1.  Klasse  des  Hergoglich  Sachsen  Ernestinischen  Hansordens
mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  Füßlein  im  Generalstabe  der  Armee,  bisher  aggregiert  dem  Generalstabe  der
Schutztruppe;
des  Ehrenkreuzes  1.  Klasse  des  Fürstlich  Lippischen  Hausordens  mit  Schwerteru:
dem  Hauptmann  v.  Hornhardt  im  Infanteric-Regiment  Bremen  (1.  Hanseatischen)  Nr.  75,  bisher
Kompagniechef  im  2.  Feldregiment;
der  Kaiserlich  und  Königlich  Russischen  goldenen  Medaille  für  Eiser  am  Bande  das
St.  Stanislausordens:
dem  Reiter  Diehl.
Schutztruppe  für  Kamerunn.
Des  Nitterkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens  mit  der
Kriegsdekoration:
dem  Oberleutnant  Menzel  und  dem  Oberarzt  Eckhard;
die  Schwerter  zum  Ritterkrenz  2.  Klasse  des  Großherzoglich  Hessischen  Verdienstordens
  Philipps  des  Großmütigen  am  Kriegsbande:
dem  Oberlentnant  Rausch.

Verlustliste  Nr.  80

der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  bei  den  Kämpfen  gegen  die
aufständischen  Eingeborenen.
An  Krankheiten  gestorben:
Im  Lazarett  Keetmanshoop:
1.  Reiter  Laurenzins  Boyon,  früher  im  3.  Lothringischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  69,  am
24.  Februar  an  Typhus.
2.  Reiter  Johannes  Nevermann,  früher  im  1.  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Dragoner-Regiment
  Nr.  17,  am  1.  März  an  Herzschwäche  nach  Typhns.
In  der  Krankensammelstelle  Aus:
Gefreiter  Karl  Truschinski,  früher  im  Telegraphen-Bataillon  Nr.  2,  am  26.  Februar  an
Herzschwäche  nach  Typhus.
Im  Krankenhaus  zu  Neubrandenburg:
1.  Gefreiter  Panl  Selow,  früher  im  Schleswig-Holsteinschen  Pionier-Bataillon  Nr.  9,  am  27.  Februar
  an  Typhus.

Im  Feldlazarett  Lüderitzbucht:
5.  Wachtmeister  Wilhelm  Kiene,  früher  im  Regimem  Königs-Jäger  zu  Pferde  Nr.  1,  am  27.  Februar
  an  Herzschwäche  bei  Nervenentzündung.
Im  Lazarett  Karibib:
Gefreiter  Hermann  Thiemec,  früher  im  Garde-Train-Bataillon,  am  3.  März  an  Lungenbluten
nach  Typhus.

—
        <pb n="313" />
        239  2

In  Namutoni:

–

Malaria  und  Lungenentzündung.

—

Reiter  Emil  Bäht,  früher  im  Magdeburgischen  Husaren-Regiment  Nr.  10,  am  4.  März  an

Verunglückt:
Gefreiter  Gustav  Boecker,  früher  im  Mindenschen  Foldartillerie-Regiment  Nr.  58,  am  26.  Febrnar

  in  Baradies  infolge  Unvorsichtigkeit  Knochenschußverletzung  an  linker  großer  Zehe.

—J  —  —..JJQz0———9

 

Dersonal-Nachrichten.
beutsch-Ostalriba.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  angetreten:
  Am  18.  Februar  1907  Bezirksamtmann
  Lambrecht  und  Förster  Schmidt;  am
1.  März  1907:  Kapitän  Berndt  und  Bureaugehilfe
  Nippgen.

Aus  Ostafrika  sind  mit  Heimatsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen:  Gouvernementssekretär
Scherf,  Hauptzollamtsvorsteher  Maier  und
Steuermann  Hasenritter.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  20.  Februar  1907

.  ·  '  Major  v.  Pri  .
in  Genua  eingetroffen  l  Prittwitz  u.
Gaffron  und  Oberleutnant  v.  Krieg.

 

Kamerun.
Die  Ausreise  nach  Kamerun  haben  am  9.  März
1907  von  Hamburg  aus  angetreten:  Forstassessor

Schorkopf,  Zollamtsassistent  Lippe,  Sekretär
Kurtahn,  Regierungssuperuumerar  Wilske,

Steuersupernumerar  Scheer,  Polizeimeister  Seiler,
  Maschinist  Krienke  und  Mhler  Se-Müller,
  und  die  Wiederausreise:  Regierungsrat
Steinhausen,  Kassenassistent  Kessinger,  Materialienverwalter
  Scholler,  Wegebauer  Schorß
und  Maschinenbauer  Jacobs.

Die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  haben  am

9.  März  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Leutnant  Nitschmann  u.  Unterzahlmeister  Tesch.

Togo.

Der  Bureaugehilfe  v.  Podewils  ist  am
21.  Jannar  1907  im  Schubgebiet  Togo  wiedereingetroffen.


Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  Lehrer  Schönhärl  und  Bauassistent
Wagner.

deutsch-Südwestafrika.

Der  Oberleumant  a.  D.  Strahler  ist  als.
Distriktschef  ungenommen  worden.

Der  Eisenbahnpraktikant  Max  Casseus  ist  am
In.  Dezember  1906  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

——

 

 

 

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder

Erkrankung  sind  eingetroffen:

Am  20.  Februar  1907  in  Lissabon:  Hauptmann
Raila;

am  26.  Februar  1907  in  Cuxhaven:  Hauptmann
Mossner,  die  Leutnants  v.  Hanenschild,
Brann,  Eckhoff  und  Krüger  (Karl),  Oberarzt
  D#r.  Brüggemann,  Assistenzarzt  Hahlweg,
  Oberapotheker  Venth,  Proviantamtsassistent
  Samson,  die  Zahlmeister  Hoffmann
und  Kaboth  sowie  303  Unteroffiziere  und
Mannschaften;

am  27.  Februar  1907  in  Hamburg:  Hauptmann
Frhr.  v.  Welck.

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Niederwerfung
  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen
bzw.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht  worden,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Oberkommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Von  Seiner  Exzellenz  dem  Herrn  Wirklichen
Geheimen  Rat  Dernburg  der  Reinertrag
zweier  durch  die  Königliche  Hofbuchhandlung
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  gedruckten
Vorträge  mit  1000  Mfk.

 

2.  Von  den  Seminaristen  des  Seminars  in
Schwabach  bei  Nürnberg  der  Ertrag  einer
Christbaumverlosung  mit  154,75  Mk.

:3.  Von  dem  Königlichen  Bezirkskommando  in

Bromberg  durch  Vermittlung  der  Deutschen
Kolonialgesellschaft  in  Berlin  durch  Sammlung
  13,60  Mk.
41.  Von  Herrn  Haupunann  d.  L.
Sarstedt  10  Mk.
Von  dem  Grenzausseher  Herrn  E.  Weiß  in
Kühnhaide  im  Erzgeb.  der  Erlös  einer  gelegentlich
  der  Geburtstagsfeier  Seiner  Majestät
des  Kaisers  veranstalteten  Tellersammlung
mit  7,25  Mk.
6.  Von  Frau  Generalin  v.  Michelmann  in
Grunewald  einen  Jahrgang  der  Woche  1906.
Von  der  Hergzoglich  Plessischen  Generaldirektion
  der  Fr.  Standesherrschaft  Fürstenstein
  auf  Schloß  Waldenburg  i.  Schl.  ernent
500  Flaschen  Salzbrunner  Oberbrunnen.

Schacke  in

#’

1
        <pb n="314" />
        240

Es  beabsichtigen  zu  spenden:
8.  Der  Herr  Landrat  in  Pinneberg  für
1041,25  Mark  Liebesgaben.
Der  Fabrikdirektor  und  Leutnant  der  Reserve
Herr  Flehinghaus  in  Berlin  eine  Anzahl

2.
#

Sprechmaschinen  nebst  dazugehörigen  Platten,
zur  Unterhaltung  der  in  den  Lazaretten  befindlichen
  Leichtkranken  und  Rekonvaleszenten.


 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Das  Erlöschen  des  RKufstandes  in
Oeutsch-Südwestafrika.
(Hierzu  eine  Karte  vom  Schauplat  der  südwestafrilanischen
  Kämpfe.)

Die  Fortsetzung  einer  vom  Königlich  Prenßischen
  Großen  Generalstabe  ansgearbeiteten  Dentschrift
  über  den  Verlauf  des  Aufstandes  in
Südwestafrika  wurde  dem  Reichstage  soeben
durch  den  Herrn  Reichskanzler  vorgelegt.  Da  im
dentschen  Volke  das  Interesse  für  die  schwer  heimgesuchte
  Kolonie  erfreulicherweise  immer  weiter
gewachsen  ist,  je  näher  der  allgemeine  Friede
und  damit  die  Möglichkeit  eines  umfassenden  wirtschaftlichen
  Neuaufbaues  herankommt,  so  geben  wir
den  Inhalt  der  Denkschrift  diesmal  auch  hier  eingehend
  wieder.  Die  Denkschrift  führt  aus:

Seit  November  1906  sind  Gefechte  von  Bedeutung
  im  Süden  unseres  Schutzgebietes
nicht  mehr  zu  verzeichnen.  Nur  vereinzelt
sind  noch  Uberfälle  von  Patronillen,  Viehwachen
und  Transportbedeckungen  vorgekommen.  Am
1.  November  1906  gelang  es  einer  Hottentottenbande
  unter  Führung  Stürmanns,  die  Besatzung
von  Uchauaris  zu  überfallen.  Die  Verfolgung
des  Gegners  wurde  sofort  aufgenommen.  Oberleutnant
  Frhr.  v.  Fürstenberg  mit  einer  Kompagnie
  und  einem  Maschinengewehrzug  erreichte
am  5.  November  1906  in  den  östlichen  Kärasbergen
  den  Feind,  der  nach  kurzem  Gefecht  auscinanderlief.

  60  Mann  dieser  Bande,  darunter
auch  ein  Sohn  des  Führers,  stellten  sich  bald

darauf  in  Lifdood  und  gaben  18  Gewehre  ab.
Von  Stürmann  selbst  hat  man  seit  dieser  Zeit
nichts  mehr  gehört.

Ebenso  gelang  es  der  Abteilung  Molidre,
andere  im  November  vorigen  Jahres  hauptsächlich
im  Fischflußgebiet  auftanchende  Hottentottenbanden
a#u  zersprengen.  Ein  Teil  lief  in  den  schwer  zugänglichen
  Oranjebergen  auseinander,  ein  anderer
Teil,  darunter  auch  der  im  vorigen  Jahre  viel
genannte  Bandenführer  Fielding,  trat  auf  englisches
  Gebiet  über.

Schließlich  sah  auch  der  Hauptgegner,  der
noch  im  Felde  stand,  der  Kapitän  der  Bondels- 



zwarts  Johannes  Christian,  die  Nußlosigkeit
weiteren  Widerstandes  ein;  er  wurde  kriegsmüde.
Auch  für  ihn  waren  erhebliche  Verpflegungsschwierigkeiten
  entstanden,  seitdem  der  deutsche
Führer  für  die  Entfernung  des  Farmerviehs  aus
dem  Süden  sowie  für  die  erhöhte  Sicherheit  der
Transporte  Sorge  getragen  und  dadurch  dem
Gegner  die  Möglichkeit  genommen  hatte,  vom
Raube  zu  leben.

Anfang  Oktober  traf  ein  Bote  in  Keetmaushoop
  ein,  der  angab,  daß  Johannes  Christian
um  Frieden  bitte.  Der  Bote  war  als  unzuverlässig
  bekannt;  es  blieb  zweifelhaft,  ob  er  tatsächlich
  vom  Kapitän  mit  dieser  Sendung  beauftragt
  war.  Er  wurde  daher  an  diesen  zurückgesandt
mit  der  Aufforderung,  der  Kapitän  möge  sich
stellen.  Darauf  ließ  Johannes  Christian  den  ihm
persönlich  bekannten  Pater  Malinowski  um  eine
Unterredung  in  der  Gegend  von  Springpüts
bitten.  Nachdem  ihm  freies  Geleit  zugesichert
war,  traf  er  mit  50  Kriegern  am  21.  Oktober
in  Heirachabis  ein,  von  wo  er  am  26.  zum
Oberstleutnant  v.  Estorff  nach  Ukamas  beschieden
wurde.

Die  Unternehmungen  in  dem  beschräntten  Gebiet
  der  Kärasberge  wurden  vorlänfig  eingestellt.
Oberstleutnant  v.  Estorff  wurde  durch  den  Oberst
v.  Deimling  angewiesen,  mit  den  Bondelszwarts
  auf  folgender  Grundlage  zu  verhandeln:
Unterwerfung,  Abgabe  der  Waffen,  Zusicherung
von  Leben  und  Freiheit.  Letzteres  wurde  zugesagt,
  weil  zuverlässig  bekannt  war,  daß  die
Bondels  den  Kampf  bis  zur  Vernichtung  der
Gefangenschaft  vorziehen  würden.

Am  27.  und  28.  Oktober  meldete  jedoch
Oberstleutnant  v.  Estorff,  der  Kapitän  erkläre,
über  die  Waffenabgabe  nicht  entscheiden  zu  können
ohne  das  Einverständnis  Joseph  Christians
und  anderer  Großleute,  deren  baldiges  Eintreffen
erwartet  werde.

Durch  das  Sammeln  des  Stammes  wurde
der  Beginn  der  Verhandlungen  bis  zum  21.  Dezember
  verzögert.  Die  Ende  Ofktober  erfolgte
Aussendung  von  Boten,  die  die  Großlente  auf-
        <pb n="315" />
        W  241  2

suchen  sollten,  war  erfolglos  geblieben.  Auch  dem
Pater  Malinowski,  der  zu  demselben  Zwecke  abgeschickt
  wurde,  gelang  es  nicht,  die  Verbindung
mit  Joseph  Christian  und  Morris  zu  gewinnen.
Er  meldete  am  9.  Dezember,  daß  sie  auf  englischem
  Gebiet  nicht  erreichbar  seien.
Unterdessen  waren  mehrfach  vergeblich  Versuche
  gemacht  worden,  mit  den  bereits
getroffenen  Bondelszwarts  zu  verhandeln
Zahl  war  Mitte  November  auf  128  Männe
gewachsen.  Sie  weigerten  sich  jedoch  e
auf  die  Forderung  der  Waffenabgabe
und  bestanden  darauf,  das  Eintreffe
leute  abzuwarten,  indem  sie  erklärten  daß  die
noch  im  Felde  stehenden  Führer  sich  an  cin  Teilabkommen
  nicht  gebunden  erachten  würden  Es
war  durchaus  zweifelhaft,  ob  der  Einfluß  des
Kapitäns  sich  Geltung  verschaffen  würde.  Offenbar
  bestand  unter  den  Leuten  noch  eine  s#nrte
Ariegspartei,  die  durch  Hetereien  von  der  Grenze
her  in  ihrem  Mißtrauen  gegen  die  deutschen  Abschtn
  andauernd  bestärkt  wurde  6

nter  diesen  Umstände  ar  es
Oberst  v.  deimtine  Tusn  Mitse
völlig  ungewiß,  ob  die  Unterwerfung  zustande
  kommen  werde.  Die  Bondelschtts
—  während  der  ganzen  Zeit  im  Besitz  ihrer
be  und  völlig  frei  in  ihre  Be  Die
Wiedereröffnung  der  Feind  4„  cüenhonse  *
lich  eintrelen,  .  seligkeiten  konnte  stündmarschbereit.
  Auf  an
schauplatzes  dauerte.
äustand  fort.

n  dbert  v.  Deimling  hielt  es  um  diese  Zeit
noch  nicht  für  angängig,  Bericht  über  die  beabsichtigten
  Verhandlungen  ön  erstatten,  da  noch
nicht  abzusehen  war,  ob  sie  zu  einem  Ergebnis
kroren  „würden.  Erst  nachdem  weitere  einflußrei
  de  Großleute  hinzugetreten  waren  und  brieflich
ie  Zustimmung  Joseph  Christians  eingetroffen
war,  entschied  sich  Oberst  v.  Deimling  dazu,  durck
den  Oberstleutnant  v.  Estorff  die  Ver  !rI
beginnen  zu  lassen,  die  sich  dann  se
zogen.

Der  Kapitän  und  die  vorhandenen  Groß
versammelten  sich  am  21.  Dezember  owßeute
Sie  erklärten,  nunmehr  bereit  zu  sein,  sich  der
Hauptforderung  (Unterwerfung  und  Abgabe  aller
Waffen)  zu  sügen  unter  der  Bedingung  aber  daß
von  einem  Abtransport  aus  dem  Stammesland
abgesehen  werde.  Oberstleutnant  v.  Estorff,  der
Auftrag  hatte,  die  Verständigung  nicht  Lan  der
Frage  des  Wohnsitzes  scheitern  zu  lassen,  meldete
in  der  Nacht  21./22.  Dezember  dem  Oberst
v.  Deimling,  daß  nach  seiner  Überzeugung  die
auterwerfung  nur  durch  Nachgeben  in  dieser
Frage,  dann  aber  sofort  erreichbar  sei.  Auf  die

cin-Ihre

r  aninmütig,

einzugehen,
n  der  Groß—

für  den
Mitte  Dezember

deren  Gebieten  des  Kriegswie
  erwähnt,  der  Kriegshandlungen


ör  schnell  volldie

  Truppe  blieb  daher  beständig

 

Zusage  der  Lokationen  im  Stammesgebiet  wurde
der  Entwurf  des  Abkommens  am  22.  nachmittags
telegraphisch  an  Oberst  v.  Deimling  gemeldet  und
von  diesem  mit  unwesentlichen  Abänderungen  am
23.  genehmigt.  An  demselben  Tage  wurde  der
Vertrag  unterzeichnet.  120  Männer  unterwarfen
sich  und  gaben  105  leinkalibrige  Gewehre  ab.
Ihnen  folgten  am  25.  weitere  35  Männer,  die
19  Gewehre  ablieferten.

Nach  dem  Vertrag  sind  die  Bondelszwarts
verpflichtet,  sämtliche  Waffen  und  Munition  der
deutschen  Regierung  auszuliefern.  Zum  vorläufigen
  Unterhalt  wird  ihnen  leihweise  Kleinvieh
und  so  lange  Verpflegung  überlassen,  bis  sie  imstande
  sind,  sich  selbst  zu  ernähren.  Als  Wohnsitze,
  die  sie  nur  mit  Erlaubnis  verlassen  dürfen,
wurden  ihnen  Lokationen  bei  Warmbad,  Gabis,
Draaihvek  und  Wortel  zugewiesen.  Die  überführung
  dorthin  hat  sich  glatt  vollzogen;  mit  der
Heranziehung  der  Bondels  zur  Arbeit  ist  begonnen
worden.

Dieselben  Bedingungen  haben  dann  später
auch  Joseph  Christian  und  Abraham  Morris
anerkannt.  Dieser  will  jedoch  (wohl  aus  guten
Gründen)  im  Kaplande  verbleiben,  wo  er  seine
Waffen  abgegeben  hat.  .

Einschließlich  der  Stürmannleute,  die  sich  bereits
  bei  Lifdood  gestellt  haben,  haben  sich  bis
jetzt  216  Männer  von  dem  Stamme  der  Bondelszwarts
  unterworfen.

In  das  Abkommen  sind  auch  die  auf  britisches
  Gebiet  übergetretenen  und  dort  internierten
Hottentotten  eingeschlossen.  Von  diesen  waren
bis  Mitte  Febrnar  900  Köpfe  (darunter
300  Männer)  unter  Führung  Joseph  Christians
zurückgekehrt  und  auz)  friedlichem  Wege  in  Lokationen
  übergeführt  worden.  Außerdem  wurden
noch  um  diese  Zeit  die  jenseit  der  Östgrenze
Sitzenden  und  Versprengten  gesammelt.

Hiermit  hat  der  Stamm  der  Bondels,  der

größte  und  einflußreichste  im  Süden  unseres
Schutzgebietes,  die  deutsche  Herrschaft  anerkannt.


Ein  Teil  der  Franzmann-Hottentotten  unter
Simon  Copper  steht  dagegen  noch  im  Felde.
Seit  einem  Jahre  verhält  er  sich  abwartend
in  der  für  Truppenabteilungen  schwer  zugänglichen
  Kalahari.  Erst  kürzlich  ist  es  gelungen,
auch  mit  diesem  Kapitän  durch  einen  Boten  bei
Kowise-Kolk  Fühlung  zu  gewinnen.  Nähere  Nachrichten
  stehen  noch  aus.

Von  den  sich  im  Süden  umhertreibenden
Hottentotten  wurde  Lambert,  ein  einflußreicher
Kapitän,  Anfang  Februar  von  deutschen  Patronillen
  angegriffen,  sein  Anhang  zersprengt,  seine
Werft  gefangen  genommen.  Außer  ihm  macht
aber  Fielding,  der  aus  dem  Kaplande  zurück-Institut

  für  Kolonislwirtscheft  2
        <pb n="316" />
        W  242  2e

gekehrt  ist,  das  Fischflußgebiet  seit  einiger  Zeit
von  neuem  unsicher.  Seine  kleinen  Banden,  die
hauptsächlich  auf  Viehraub  ausgehen,  zeigen  geringe
  Widerstandskraft,  sind  aber  sehr  beweglich
und  schwer  zu  fassen.

Im  Süden  der  Kolonie  ist  daher  zur  vollständigen
  Niederwerfung  des  Aufstandes  zur  Zeit
noch  eine  gewisse  Truppenzahl  erforderlich.
Schnelles,  vorzeitiges  Zurückziehen  der  Truppen
würde  den  Mut  der  noch  im  Felde  stehenden
Aufständischen  neu  beleben  und  ihnen  Zulauf
verschaffen.  Ein  Aufflackern  des  Aufstandes  hier
und  da  ist  noch  immer  nicht  ausgeschlossen  und
muß,  wenn  es  eintritt,  sofort  unterdrückt  werden.
Noch  sind  viele  unsichere  Elemente  im  Grenzgebiet
vorhanden,  die  an  der  Fortdauer  des  Kriegsustandes
  stark  interessiert  und  jederzeit  bereit
sind,  Unzufriedene  und  Unruhige  zu  neuem  Kampf
aufzureizen.  .

Bis  die  allgemeine,  tief  gehende  Erregung
der  farbigen  Rasse  sich  gelegt  hat,  befindet  sich
das  gesamte  Schutzgebiet  in  einer  übergangszeit,
  in  der  es  gilt,  das  Erreichte  zu  sichern,  den
beginnenden  Wiederaufbau  zu  ermöglichen  und
den  weißen  Kolonisten  das  Sicherheitsgefühl  zu
geben,  ohne  das  eine  ersprießliche  Erwerbstätigkeit
ausgeschlossen  ist.  Das  lange  zurückgehaltene  wirtschaftliche
  Leben  der  Kolonie  drängt  nunmehr
zur  Betätigung  und  Entfaltung.  Aber  die  völlig
friedlichen  Verhältnisse,  die  die  Vorbedingung  bilden,
sind  gegenwärtig  noch  nicht  überall  vorhanden.

Im  Damaralande  werden  von  den  sich
herumtreibenden  Feldhereros  dauernd  Viehdiebstähle
  verübt,  wenn  auch  die  meist  nicht  mit  Gewehren
  bewaffneten  Räuber  keine  nennenswerte
Widerstandskraft  besitzen.  Die  Besiedlung  des
Hererogebietes,  die  lebhaft  fortschreitet,  bietet  vermehrte
  Angriffspunkte.  Bezeichnend  ist  es,  daß
die  umherstreifenden  Feldhereros  sich  sofort  stärker
bemerkbar  machten  und  die  Farmer  zu  dem  Rufe
nach  militärischem  Schutz  veranlaßten,  sobald  die
Patronillentätigkeit  hier  einige  Zeit  ausgesetzt
worden  war.

Die  in  der  nordöstlichen  Omaheke  sitzenden
Hereros,  für  deren  Zahl  Anhaltspunkte  fehlen,
scheinen  entschlossen,  ihre  Freiheit  zu  wahren  und
sind  nicht  geneigt,  sich  freiwillig  zu  stellen.  Die
einstigen  Führer  des  Hererovolkes,  wie  Samuel
Maharero,  die  den  Krieg  überlebten,  sind  nicht
in  unserer  Gewalt.  Sie  sitzen  in  Britisch-Betschuanaland
  südlich  des  Ngamisees  nahe  der
Grenze,  von  wo  ihre  Rückkehr  in  das  Stammland
  nach  Beendigung  des  Kriegszustandes  kaum
zu  verhindern  ist.  Welchen  Einfluß  sie  dann
ausüben  werden,  ist  zweifelhaft.

 

Im  mittleren  Namalande,  im  Bezirk
Gibeon  und  Keetmanshoop,  begünstigen
Schwarzrand  und  Kärasgebirge,  die  Schluchten
des  mittleren  Fischflußgebietes  und  die  angrenzende
Namib  und  Kalahari  das  Raubwesen  ganz  besonders.
  Hier  wohnt  eine  zahlreiche,  schwer
kontrollierbare,  freie  Eingeborenenbevölkerung,  die
mit  den  Ausständischen  vielfach  durch  Bande  des
Bluts  verknüpft  ist  und  ihnen  wiederholt  eine
Zuflucht  geworden  ist.  Von  den  fast  durchweg
bewaffneten  Bersebaern  wurde  ein  Teil  der  jüngeren
  Generation  mehrfach  nur  mit  Mühe  vom
Aufstand  zurückgehalten.  Wenn  auch  augenblicklich
ihr  friedliches  Verhalten  gesichert  zu  sein  scheint,
so  sind  doch  bei  der  zunehmenden  engen  Berührung,
  in  der  Weiße  und  nicht  unterworfene
Eingeborene  in  diesem  Bezirk  stehen,  die  Keime
zu  neuen  Unruhen  hier  ganz  besonders  vorhanden.

Im  Süden  des  Schutzgebietes,  dem  eigentlichen
  Herd  des  Hottentottenaufstandes,  braucht
die  volle  Durchführung  der  Unterwerfung  der
Bondels  Zeit  und  unmittelbar  gegenwärtige
Macht,  die  allein  auf  die  unberechenbaren  Eingeborenen
  wirkt.  Für  den  Süden  liegt  eine  Gefahr
  auch  in  der  großen  Zahl  der  bisher  in  der
Kapkolonie  internierten  Aufständischen.  Kehren
sie  auf  deutsches  Gebiet  zurück  und  finden  sie  sich
nicht  einer  kampfbereiten  Truppe  gegenüber,  so
könnten  sie  leicht  den  Krieg  von  neuem  beginnen.

Ein  nicht  unbeträchtlicher  Teil  unserer  Truppen
wird  zunächst  noch  benötigt  zur  Bewachung  von
rund  16000  Gefangenen,  deren  Freiheitsdrang
noch  nicht  erloschen  ist  und  deren  Waffen  nicht
sämtlich  abgeliefert  sind.  Außerlich  ruhig,  innerlich
  aber  kaum  mit  seinem  Schicksal  ausgesöhnt,
wird  sich  das  froeiheitliebende  Volk  nur  allmählich
  an  die  neue  Lage  gewöhnen.  Keinesfalls
können  diese  zahlreichen  Gefangenen,  von  denen
ein  großer  Teil  zu  Arbeiten  unter  militärischer
Aufsicht  verwendet  wird,  auf  einmal  auf  freien
Fuß  gesetzt  werden.

Von  den  etwa  15000  freien  Eingeborenen
leben,  außer  den  Bersebaern,  die  Bastards  von
Rehoboth  und  Otjimbingue,  die  Bergdamara
in  Okombahe  und  die  Betschnanen  um  Aminuis
in  Stammesorganisationen,  zum  Teil  gut  bewaffnet
  und  beritten,  auf  eigenem  Besitz,  zwischen
denen  die  deutschen  Siedler,  Buren  und  Mischlinge,
  sich  niedergelassen  haben.

In  einem  derartig  besiedelten  Gebiet  von  der
anderthalbfachen  Größe  des  Deutschen  Reiches,
das  sich,  mit  enropäischen  Entfernungen  verglichen,
  von  Kopenhagen  bis  Venedig  und  von
Cöln  bis  Stettin  erstreckt,  ist  eine  stärkere  Truppenmacht
  zunächst  noch  notwendig,  um  die  erforderliche
  Sicherheit  für  die  weit  zerstrent  liegenden
Farmen  und  für  die  Verkehrsstraßen  zu  gewähren.
        <pb n="317" />
        G  243  20

Militärstationen  müssen  eingerichtet  und  so  besetzt
werden,  daß  jederzeit  genügend  starke  Abteilungen
verwendungsbereit  sind.  Ebenso  müssen  unnnterbrochen
  Streifzüge  noch  längere  Zeit  hindurch
unternommen  werden,  um  die  Entwaffnung  der
Eingeborenen  endgültig  durchzuführen.

1#

Aus  allen  diesen  Gründen  läßt  sich  die
weitere  Verminderung  der  Truppen  nur
allmählich  entsprechend  der  fortschreitenden
Sicherheit  und  Beruhigung  des  Landes  durchlühren.
  Ubereilung  könnte  zu  schlimmen
Rückschlägen  führen.  Mit  der  bereits  angekündigten
  Verminderung  auf  7400  Mann  bis
äzum  Schluß  des  Rechnungsjahres  1906  ist  vielmehr
  die  Zahlengrenze  erreicht,  die  für  die  nächste
Übergangszeit  nötig  und  die  auch  mit  Rückjicht
auf  das  erforderliche  Herausziehen  der  Heimatstransporte
  bis  zum  1.  April  d.  Is.  überhaupt
möglich  ist.  Nach  der  fortschreitenden  Besiedlung,
der  damit  zusammenhängenden  friedlichen  Anpassung
  der  Eingeborenen  und  ihrer  Gewöhnung
zur  Arbeit,  vor  allem  aber  nach  der  weiteren
Erschließung  des  Landes  durch  Eisenbahnen  wird
sich  das  Maß  der  Zurückziehung  der  Truppen
regeln  müssen.

Iusbesondere  ist  die  Fortführung  der  Bahn
bis  Keetmanshoop  (ganz  abgesehen  von  den
wirtschaftlichen  Vorteilen)  aus  militärischen
Gründen  nach  wie  vor  dringlich.  Ohne
diese  Bahn  ist  die  Truppe  des  Südens  noch
Oumer  auf  die  Zufuhr  aus  dem  englischen  Geuno
  angewiesen.  Die  englische  Grenze  ist  aber
*—  erholt.  so  auch  von  neuem  seit  Mitte  Jaworde,
  -  Is.,  von  der  Kapregierung  gesperrt
Eisenbahnen  sind  das  sicherste  Mittel,
Sie  henferingeren  Truppenstärken  auszukommen.
V—  ihren  allein  die  Möglichkeit  schneller
pp  nverschiebungen  im  Falle  der  Gefahr.
Was  die  militärische  Entbl5  Falle  der  fahr.
7„  ...  ntblößung  eines  Gebietsteils
  auf  längere  Dauer  in  nuruhigen  Zeiten  bedeutet,
  hat  die  Entwicklung  der  nun  beendet
Aufstände  gelehrt.  «  in  beendeten

r*E&amp;amp;Kl.

Die  landwirtschaftliche  Ausstellung  in  rogo.
Palime,  27.  bis  31.  Jannar  1907.

çl  Vom  27.  bis  31.  Jannar  hat  eine  „Landwirtschaftliche
  Ausstellung“  in  Palime  stattgesunden.
  Damit  ist  ein  Plan  verwirklicht  worden
der  seit  Jahren  die  interessierten  Kreise  des
Schutebiets  Togo  beschäftigte,  der  in  der  letzten
Zeit  zweifellos  im  Vordergrunde  des  allgemeinen
Interesses  der  gesamten  Bevölkerung  Togos  stand

 

und  dessen  Durchführung  auch  über  die  Grenzen
der  Kolonie  hinaus  von  Bedeutung  sein  dürfte.

Eine  landwirtschaftliche  Ausstellung  in  einem
deutschen  Schutzgebiet  ist  nichts  völlig  Neues:
Deutsch-Ostafrika  hat  bereits  im  Jahre  1904
seine  erste  derartige  Veranstaltung  gehabt.  Die
Ausstellung  in  Palime  ist  jedoch  keine  einfache
Nachahmung.  Sie  unterscheidet  sich  von  ihrer
Vorgängerin  vor  allem  dadurch,  daß  bei  jener

mit  Rücksicht  auf  die  ungleich  schwierigeren
Größen=  und  Entfernungsverhältnisse  nur  die
Küsten=  und  einige  Inlandsbezirke  vertreten

waren,  während  hier  die  sämtlichen  Bezirke
des  Schutzgebiets  in  Wettbewerb  traten  und  dadurch
  das  Unternehmen  zu  einer  wirklichen
Landesausstellung  gestalteten.

Freilich  hatte  sich  dieser  Umfang  der  Ausstellung
  erst  im  Laufe  der  langjährigen  Vorbereitungen
  herausgebildet.  Auf  einer  Baumwollkonferenz
  im  April  1904  war  auf  Anregung
des  um  die  Förderung  des  Baumwollbaus  im
Schutzgebiet  so  vielfach  verdienten  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  beschlossen  worden,  Anfang
1905  eine  Baumwollausstellung  in  Palime  zu
veranstalten.  So  erfreulich  und  vielversprechend
nun  auch  die  Baumwollunternehmungen  im
Schutzgebiet  sind,  so  sind  sie  doch  noch  nicht  so
umfangreich  und  mannigfaltig,  daß  ihre  Arbeiten
allein  Gegenstand  einer  Ausstellung  sein  und
daß  sie  die  mit  einer  solchen  Ausstellung  stets
verbundenen  Ausgaben  und  Umstände  rechtfertigen
  könnten.  Im  Einverständnis  mit  allen
Beteiligten  wurde  deshalb  der  Rahmen  der
Ausstellung  bedeutend  vergrößert.  Sie  sollte
jetzt  nicht  mehr  die  Entwicklung  eines  einzelnen
Zweiges  der  Landwirtschaft  zeigen,  sondern  nunmehr
  einen  llberblick  über  die  gesamte  landwirtschaftliche
  Produktion  und  damit  bei  der  überwiegend
  agrarischen  Natur  der  Wirtschaftsverhältnisse
  einen  Einblick  in  das  gesamte
Wirtschaftsleben  der  Kolonie  gewähren.  Eine
notwendige  Folge  der  Erweiterung  des  Ausstellungsplanes
  war  die  Verschiebung  des  Termins.
Unmöglich  konnten  die  nötigen  Vorbereitungen
in  dem  zunächst  vorgesehenen  kurzen  Zeitraum
getroffen  werden.  Diese  Verlegung  hatte  aber

auch  einen  andern  nicht  zu  unterschätzenden
Vorteil.  Sollte  die  Ausstellung  einen  ihrer
Hauptzwecke,  auch  erzieherisch  auf  die  Eingeborenen

  zu  wirken,  erfüllen,  so  mußte  vor
allem  deren  Interesse  an  dem  Unternehmen
geweckt  werden.  Und  dazu  gehörte  bei  diesem
ersten  Versuch  Zeit.  Den  dahin  gehenden  Bestrebungen
  kam  allerdings  zugute,  daß  schon  in
die  intelligenteren  Kreise  der  Bevölkerung,  besonders
  in  den  Küstenbezirken,  Nachrichten  von
den  ähnlichen  Ausstellungen  in  den  Nachbar-
        <pb n="318" />
        W  244  20

kolonien,  so  vor  allem  von  der  landwirtschaftlichen
  Ausstellung  in  Lagos  im  November  des
vergangenen  Jahres,  gedrungen  waren.  Ir  erster
Linie  ist  es  aber  der  unermüdlichen  Arbeit  des
Ausstellungskomitees  und  der  Leiter  der  verschiedenen
  Bezirke  zu  danken,  wenn  die  Ausstellung
so  überaus  reichhaltig  und  vollständig  wurde.

Für  die  definitive  Festlegung  des  Termins
waren  jedoch  schließlich  andere  Gesichtspunkte
maßgebend.

Zu  Ende  des  Jahres  1906  bzw.  Anfang
1907  wurde  die  Fertigstellung  der  Bahnstrecke
Lome—Palime,  der  ersten  Inlandsbahn  Togos,
erwartet.  Die  Bedeuntung  dieses  Ereignisses  verdiente
  eine  angemessene  Feier.  Nichts  lag
näher,  als  nunmehr  Ausstellung  und  Bahncröfnung
  miteinander  zu  verbinden,  konnte
doch  dann  all  den  vielen  Besuchern  der  Ausstellung
  gleichzeitig  die  Wichtigkeit  dieser  Bahnstrecke
  vor  Augen  geführt  werden.  Kam  aber
nun  schon  der  Anfang  des  Jahres  1907  in
Frage,  so  war  es  das  Gegebene,  die  Feier,  die
immerhin  einen  für  das  Schutzgebiet  außergewöhnlichen
  Umfang  annehmen  mußte,  mit  der
Feier  des  Geburtstages  Sr.  Majestät  des
Deutschen  Kaisers  zusammenzulegen  und  die
Ausstellung  gleichzeitig  dazu  zu  benntzen,  das
Gefühl  der  Zugehörigkeit  zum  Deutschen  Reich
bei  den  Eingeborenen  zu  festigen  und  dadurch
dem  deutschen  Element  weiteren  Einfluß  zu  verschaffen.
  Diesen  gewichtigen  Gründen  gegenüber
mußten  die  andern  Bedenken  in  den  Hintergrund
  treten.  Es  ist  wohl  richtig,  daß  zu  einer
andern  Jahreszeit  die  Beschickung  mit  landwirtschaftlichen
  Produkten  leichter  gewesen  wäre;  die
Anzahl  von  über  3500  Ausstellern  und  die
Mengen  ausgestellter  Gegenstände  liefern  den
Beweis,  daß  die  sich  entgegenstellenden  Schwierigkeiten
  nicht  unüberwindlich  gewesen  sind.

Schon  seit  dem  21.  Jannar  1907  strömten
die  Eingeborenen  selbst  aus  den  entferntesten
Gegenden  des  Schutzgebiets  in  Palime,  welches
durch  umfangreiche  Sanierungsmaßnahmen  von
der  Mückenplage  fast  gänzlich  befreit  worden
war,  zusammen.  Die  Produkte  selbst  waren  zum
größten  Teil  vorher  bei  den  Bezirksämtern  und
Stationen  abgegeben  und  von  diesen  zum  Ausstellungsplatz
  befördert  worden.

Jetzt  meldeten  Trommeln,  Gesang  und
Pfeifen  den  Einwohnern  von  Palime  wieder
und  wieder,  daß  irgend  ein  Häuptling  seinen
Einzug  hielt.  Zuerst  ein  Fahnenträger  mit  der
deutschen  Fahne,  dann  zwei  Leute,  die  auf  breitem
schwarz-weiß-roten  Tuch  Namen  des  Häuptlings
und  seines  Dorfes  trugen,  die  Weiber  in  langen
Reihen,  die  Stabträger  des  Häuptlings  mit  den
eigenartigen  Kugelstäben.

 

Es  folgten  dann  die  Häuptlinge  selbst  in
Hängematten  unter  roten  und  blauen,  mit  Tierfiguren
  gekrönten  großen  Heäuptlingsschirmen,
rechts  und  links  von  WMürdenträgern  geleitet,
schließlich  Krieger  in  den  abenteuerlichsten  Aufzügen
  und  Masken,  die  in  wilden  Sprüngen
die  Eigenart  des  Buschkrieges  vor  Augen  zu
führen  nicht  müde  wurden.  Den  Schluß  bildete
meist  die  Musik.  Wenn  auch  zuweilen  drei  und
mehr  Kapellmeister  an  den  Reihen  der  Musiker
entlang  liefen  und  den  Takt  unter  oft  recht  eindringlichen
  Ermahnungen  aufrecht  zu  erhalten
suchten,  die  Melodien  der  Pfeifer,  Hornbläser
und  Glockenschläger  gingen  unter  in  dem  ohrenbetäubenden
  Lärm,  den  die  Trommler  und
Paukenschläger  auf  ihren  Instrumenten  verursachten.
  Aber  ein  fester  Rhythmus  lag  trotz  allem
in  diesem  tollen  Lärm,  und  nach  diesem  Tafkt
ging  und  lief,  trippelte,  tanzte  und  sprang  groß
und  klein,  alt  und  jung,  Mütter  mit  den  Kindern
im  Reitsitz  auf  dem  Rücken,  junge  Schönen  in
malerischen  Gewändern,  alte  Frauen,  Buschleute
  im  Tuch  und  Küstenbewohner  im  eleganten
curopäischen  Anzug.  Ja,  selbst  die  ernsten
„Könige“  mußten  es  sich  gefallen  lassen,  nach
den  Tönen  der  Musik  in  ihren  Hängematten
ruckweise  hin  und  her  geschleudert  zu  werden.
Und  so  strömte  es  unaufhörlich  nach  Palime
hinein;  ein  Bild,  so  bunt  und  farbenprächtig,
so  jeden  Augenblick  sich  ändernd  und  doch  immer
wieder  das  Auge  fesselnd,  aber  auch  vor  allem
so  voll  von  hoch  interessanten  Momenten  für
den  Ethnographen,  den  Anthropologen  und  jeden,
der  sich  für  die  wirtschaftliche  Entwicklung  des
Schutzgebictes  interessiert,  wie  es  keine  Feder
wiederzugeben  vermag.  Am  Vormittag  des
27.  Jannar  erreichte  der  Zuzug  seinen  Höhepunkt.
  Gegen  1½  Uhr  brachte  der  Eisenbahnäug
  Gäste  aus  den  Küstenbezirken.  Trotz  seiner
14  Wagen  hatte  er  doch  nur  ungefähr  ein  Viertel
der  andrängenden  Menge  mitzunehmen  vermocht.
Die  übrigen  mußten  auf  die  am  Nachmittage
und  an  den  nächsten  Tagen  fahrenden  Züge  sich
vertrösten.  Eine  bestimmte  Zahl  der  sämtlichen
erschienenen  Besucher  anzugeben,  ist  nicht  möglich,
15  000  wird  jedoch  sicherlich  nicht  zu  hoch  gegriffen
  sein.

Inzwischen  hatte  der  mit  Palmenwedeln
und  Fahnen  geschmückte  Festzug  in  der  Frühe
des  27.  Jannar  Lome  verlassen.  Er  brachte
den  Gouverneur  mit  seinen  Gästen,  die  Beamten
der  Küstenorte,  fast  die  gesamte  weiße  Bevölkerung
  von  Lome  und  Anecho.  Unter  den  Erschienenen
  sah  man  Herrn  Prof.  Dr.  Weberbauer,
Direktor  des  Botanischen  Gartens  in  Victoria,
als  Vertreter  des  Gonvernements  von  Kamerun,
Herrn  Korvettenkapitän  v.  Uslar,  Kommandanten
        <pb n="319" />
        W  245  20

des  von  S.  M.  zur  Feier  entsandten  Kriegsschiffes
  „Sperber“  mit  einer  Anzahl  von  Offi-Steren,
  Herrn  van  de  Loo,  Direktor  der  W.  A.
P.  V.,  Herrn  Ladewig,  Mitglied  des  Aufsichtsrats
  der  D.  T.  G.,  den  Mitinhaber  der  Firma
Boedeker  &amp;amp;  Meyer,  Herrn  Meyer  aus  Hamburg,
und  andere  mehr.  Auch  an  eine  Anzahl  augesehener
  Eingeborener  hatte  der  Gouverneur
Einladungen  ergehen  lassen,  so  an  die  Vertreter
der  alten  Familien  in  Anecho  und  Lomc,  verschiedene
  Häuptlinge  der  Küstenbezirke  und
tüchtige  Angestellte  der  Firmen,  Missionen  und
des  Gouvernements.  In  Assahun  wurde  der
Aufenthalt  zur  Besichtigung  des  Marktes  benntzt.
Assahun  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  völlig
verändert.  Der  Anschluß  an  die  Bahn,  sowie
der  Ausbau  des  Fahrweges  von  Assahnn  nach
o,  haben  aus  dem  unscheinbaren  Negerdorf,
das  sich  kaum  von  den  übrigen  vielen  Buschdörfern
  unterschied,  ein  sehr  beachtenswertes
Verkehrszentrum  gemacht.  Fast  sämtliche  Lomer
Firmen  haben  jetzt  dort  ihre  Faktoreien  und
wetteifern  in  dem  Austausch  europäischer  Waren
gegen  die  einheimischen  Landeserzeugnisse.
Gegen  3  Uhr  nachmittags  lief  der  Zug  in
den  festlich  geschmückten  Bahnhof  Palime  ein.
Hier  empfing  das  Ausstellungskomitee  den  Gouverneur
  und  die  übrigen  Erschienenen.  In  dichtgedrängten
  Scharen  bildeten  die  farbigen  Würdenträger
  mit  ihrem  Anhang  Spalier.  Der  Festblatz
  war  auf  einer  großen  Fläche  in  der  Nähe
der  katholischen  Mission  eingerichtet.  Auf  dem
weiten,  mit  einem  kunstvollen  Palmrippenzaun
Eigefaßten,  über  und  über  mit  Fahnen  und
Fähnchen  bedeckten  Platze  waren  16  geschmackvoll,
em  ganzen  Milien  angepaßte,  nach  Art  der
Eingeborenenhütten  gebaute  Hallen  errichtet,  in

denen  die  Ausstel  stä  rgebr
denen  stellungsgegenstände  untergebracht

An  dem  prächtigen,  im  Stile  eines

1  Agotime=Hauses
  erbauten  und  mit  den  grotesk  hunaleen
cinheimischen  Ornamenten  verzierten  Eingangstor

  begrüßte  der  Vorsitzende  des  Komitees  Herr
Bezirksamtmam  Dr.  Gruner,  den  Herrn  Gouverneur
  und  übergab  ihm  die  Ausstellung.

Sodann  eröffnete  der  Gonverneur  von  der
im  Stile  einer  Dagombahütte  gebauten  Festhalle
aus  die  Ausstellung  in  feierlicher  Rede.  Er  wies
hin  auf  den  27.  Jannar  1904,  an  dem  die
Eröffnung  der  Landungsbrücke,  die  den  ersten
Schritt  zur  zielbewußten  Entwicklung  des  Schutgebietes
  gebildet  hatte,  gefeiert  war,  und  führte
dann  ungefähr  aus:  Durch  den  Bau  der  Küstenbahn
  habe  Anecho  die  Vorteile  der  Landungsbrücke
  erhalten,  auch  habe  sich  ein  unerwartet
lebhafter  Personenverkehr  auf  dieser  Bahn  entwickelt.
  Im  Oktober  1904  sei  die  Inlandsbahn

 

begonnen  und  dank  der  energischen  Arbeit  der
leitenden  Ingenienre  und  ihrer  Hilfskräfte  trotz
der  großen  Schwierigkeiten  und  mancher  beklagenswerter
  Opfer  an  Menschenleben  nunmehr
fertiggestellt.  Damit  sei  der  Produktion  des
Schutzgebietes,  die  bereits  eine  steigende  Tendenz
zeige,  neue  Förderung  zuteil  geworden  und
neue  Gebiete  der  deutschen  Volkswirtschaft  dienstbar
  gemacht.  Die  heutige  Ausstellung  zeige  den
Reichtum  des  Landes  an  einheimischen  Produkten.
  Er  erkläre  hiermit  die  Ausstellung  für
eröffnet  mit  dem  Wunsche,  daß  die  Landwirtschaft
  Togos  weiter  blühen  und  gedeihen  möge.
Der  Gouverneur  gab  sodann  einen  kurzen  Überblick
  über  die  Entstehungsgeschichte  der  Ausstellung,
  gedachte  hierbei  besonders  des  hohen
Protektors,  Sr.  Hoheit  des  Herzogs  Johann
Albrecht  zu  Mecklenburg,  und  sprach  den  Dank
aus  für  die  Opferwilligkeit  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,
  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees
und  vieler  Privater,  die  das  Gelingen  des  Unternehmens
  ermöglicht  haben,  und  für  die  vielen
Mühen  und  Arbeiten  aller  derer,  die  die  Ausstellung
  unterstützt  hätten.  Er  betonte  sodann,
daß  das  Unternehmen  nur  unter  der  friedlichen
Regierung  des  Kaisers  möglich  war,  und  wies
besonders  die  Eingeborenen  auf  die  vielen  Vorteile
  hin,  welche  sie  durch  die  friedliche  deutsche
Verwaltung  hätten.  Er  schloß  mit  einem  begeistert
  aufgenommenen  Hoch  auf  Seine  Mojestät
den  Kaiser.

Hierauf  erfolgte  der  Rundgang  durch  die
Ausstellung.  Die  ausgestellten  Gegenstände  waren
in  den  verschiedenen  Pavillons  untergebracht.
Das  Vieh  und  das  Geflügel  stand  in  etwa
300  m  langen  Ständen  auf  einer  der  benachbarten
  Straßen.  Inwieweit  die  wichtigsten  ausgestellten
  Gegenstände  in  den  letzten  10  Jahren
der  heimischen  Volkswirtschaft  nutzbar  gewesen
bzw.  in  einem  den  eigenen  Bedarf  des  Schutzgebiets
  übersteigenden  Umfange  produziert  sind,
zeigt  die  Ausfuhrstatistik  für  die  letzten  10  Jahre.
(Siehe  Anhang.)  Besondere  Beachtung  verdienen
hierbei  die  Ziffern  für  Baumwolle  und  Mais.

Es  wäre  zu  wünschen,  daß  infolge  der  durch
die  Ausstellung  gegebenen  Anregung  auch  die
Zahlen  der  Palmenprodukte  bald  ihre  frühere
Höhe  wieder  erreichen.  Unter  den  ausgestellten
Gegenständen  waren  am  umfangreichsten  vertreten
Damss,  eines  der  wesentlichsten  Nahrungsmittel
der  farbigen  Bevölkerung,  Mais,  der  ja  auch
den  Ausfall  in  der  Palmkernausfuhrziffer  wettgemacht
  hatte,  und  vor  allem  Baumwolle.
Das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  und  die
Deutsche  Togogesellschaft  hatten  in  besonderen
Kollektivansstellungen  die  Resultate  ihrer  Be-
        <pb n="320" />
        W  246  20

mühungen  um  die  wirtschaftliche  Hebung  des
Schutzgebietes  zur  Schau  gestellt.  Sehr  interessant
  war  die  vorgeführte  Entwicklung  der
B  ll  beitungsmaschi  in  Togo.  Da
sah  man  einen  Handwalzen=  und  einen  Handsägeentkerner
  und  eine  kleine  Ballenpresse  aus
der  ersten  Epoche.  Ein  Göpel  mit  einem  40=Sägeentkerner
  und  einer  großen  Spindelpresse
zeigte  die  zweite  Periode.  Die  dritte  Periode,
Entkerner  mit  Kraftbetrieb  und  Wasserdruck-Ballenpresse,
  wurde  von  der  Deutschen  Togogesellschaft
  vorgeführt.  Von  den  Bezirken  stellte
der  Bezirk  Misahöhe  den  relativ  größten  Prozentsatz
  an  Ausstellern.  Es  fiel  besonders  die
ausgezeichnete  und  zahlreiche  Beschickung  mit
Baumwolle,  Mais,  YDams  und  Olfrüchten  in
die  Augen.  Atakpame  glänzte  durch  hervorragende
  Sammlungen  von  Hölzern  und  Faserstoffen,
  desgl.  durch  eine  Konserven=  und  Gemüsekollektion.
  Mangu  zog  durch  eine  selten  vollständige
  Zusammenstellung  der  Kolben=  und
Rispen-Hirsenarten  (Duchn  und  Sorghum)  in
recht  geschmackvoller  Aufmachung  die  Aufmerksamkeit
  auf  seine  Produkte;  Kete-Kratschi  fiel
durch  eine  sehr  schöne  Sammlung  der  verschiedenen
  Kautschukarten  und  anßergewöhnlichen
Bambus  auf,  Sokode  tat  sich  durch  die  Menge
der  Bohnen=  und  Erbsenarten,  durch  die  vielen
Ackergeräte  und  die  Pferde  hervor.  Die  Bezirke
Lome-Stadt,  Lome-Land  und  Anecho  wetteiferten
  untereinander  besonders  in  der  Ausstellung
  von  Palmenprodukten,  Mais,  Geflügel,
Vieh  und  Fabrikaten  der  Hausindustrie.

Wer  im  einzelnen  nun  tatsächlich  die  besten
Sachen  geliefert  hatte,  konnte  erst  die  genaue
Arbeit  der  Preisrichter  feststellen.  Nur  ein  Gegenstand
  verdient  vor  allem  aus  der  großen  Menge
schon  jetzt  herausgehoben  zu  werden  mit  Rücksicht
  auf  seine  eminente  Wichtigkeit  für  die  sanitären
  Verhältnisse  nicht  nur  unseres  Schutzgebietes,
  sondern  sämtlicher  Tropenländer.  Es  ist
das  aus  der  Rinde  einer  in  Togo  vorkommenden
Simarubacee  durch  den  Korps-Stabsapotheker
a.  D.  Bernegan  hergestellter  Togo-Simaruba=Extrakt.
  Ist  in  ihm  doch  hoffentlich  ein  wirksames
  Heilmittel  gegen  eine  der  gefährlichsten
Tropenkrankheiten,  die  Dysenterie,  gefunden
worden.

Der  28.  Jannar  1907  gehörte  dem  Wirtschaftszweige,
  der  die  eigentliche  Veranlassung  zur
Ausstellung  gegeben  hatte,  dem  Baumwollbau.
Das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  führte  die
Bestellung  der  Baumwolle,  die  verschiedenen
Sorten  und  deren  Aufarbeitung  praktisch  vor.
Daneben  wurden  aber  auch  andere  landwirtschaftliche
  Maschinen,  so  Maisschälmaschinen,  Maisschrotmühlen,
  Reisenthülsmaschinen  und  Häcksel- 



 

maschinen,  im  Betriebe  gezeigt.
JInteresse,  das  die  Eingeborenen  diesen  Vorführungen
  entgegenbrachten,  ist  anzunehmen,
daß  gerade  hierdurch  der  Baumwollbau  wesentliche
  Förderung  erhalten  wird.  Das  Baumwollwettpflücken
  konnte  leider  nicht  stattfinden,  da
die  Fruchtreife  noch  nicht  weit  genug  fortgeschritten
  war.  —  Im  Auschluß  hieran  hielt  der
Gouverneur  eine  Ansprache  an  die  Häuptlinge,
in  der  er  ihnen  den  Zweck  und  die  praktischen
Vorteile  einer  solchen  Ausstellung  vorhielt.  Es
schien,  als  wenn  diese  vielen  Hunderte  den
Worten  volles  Verständnis  entgegenbrächten.
Drängten  sich  doch  nachher  alle  heran,  um  ihre
Dankbarkeit  und  Anhänglichkeit  an  den  Gou—
verneur  zum  Ausdruck  zu  bringen.

Am  Dienstag  hatten  sich  die  Preisrichter,
die  schon  in  den  vorhergehenden  Tagen  die  ausgestellten
  Gegenstände  eingehend  geprüft  hatten,
über  die  zu  verteilenden  Preise  schlüssig  zu
machen.  Ihre  Berichte  ergaben  folgendes  Bild
für  die  einzelnen  Gruppen.

Bei  dem  großen

 

In  Gruppe  I  (Baumwolle,  Kapok)  war
die  Beteiligung  sehr  rege.  In  Baumwolle  allein
waren  416  Aussteller  vertreten.  Die  ausgestellte
Baumwolle  bestand  aus  sechs  verschiedenen  Sorten;
am  meisten  war  vertreten  Togo-Sea  Island  und
Kpandu-Baumwolle.  Am  regsten  beteiligten  sich
die  Eingeborenen  des  Bezirks  Misahöhe;  auch
wurde  die  beste  Baumwolle  aus  diesem  Bezirke
angebracht.  Wiewohl  der  Bezirk  Atakpame  große
Quantitäten  Baumwolle  guter  Qualität  im  letzten
Jahre  geliefert  hat,  war  die  Beteiligung  der
Eingeborenen  dieses  Bezirkes  an  der  Ausstellung
von  Baumwolle  weniger  lebhaft.  In  bezug  auf
Güte  der  ausgestellten  Baumwolle  nahm  der  Bezirk
  Kete-Kratschi  den  zweiten  Rang  ein.  Außer
Baumwolle  waren  noch  andere  Faserstoffe  von
23  verschiedenen  Ausstellern  ausgelegt.

Kapok  wurde  am  besten  von  der  Station
Kete-Kratschi  ausgestellt,  Sisalagaven  von  der
Kaiserlichen  Station  Atakrvame.  Sehr  gut  war
eine  Probe  Sisalhauf  der  Pflanzungsgesellschaft
Kpeme.

Das  Bezirksamt  Misahöhe  hatte  die  verschiedenartigste
  Ausstellung  von  Faserstoffen.  Aus
dem  Bezirk  Mangu  Jendi  lag  eine  hervorragende
Auswahl  von  Hihbiskusfasern,  Hibiskusstricken
und  ggeflechten  vielseitigster  Art  vor,  Sokode
zeichnete  sich  aus  in  Matten.

Die  Gesamtzahl  der  Eingeborenenaussteller
dieser  Gruppe  betrug  439.

Die  Gruppe  II  (Getreide)  war  insgesamt
von  288  Ausstellern  beschickt.  Der  vom  Misahöhebezirk
  ausgestellte  Mais  betrug  ½  der  ganzen
        <pb n="321" />
        W  247  20

Maisausstellung  und  zeichnete  sich  fast  durchweg
durch  große  schwere  Kolben  und,  worauf  beim
Export  namentlich  gesehen  wird,  durch  stärkereiches
weißes  Korn  aus.  Es  steht  zu  erwarten,  daß
dieser  vorzügliche  Mais  bald  in  großen  Mengen
Cxportiert  werden  wir,  nachdem  durch  die  Bahn
nunmehr  die  Absatzmöglichkeit  geschaffen  worden
ist.  Die  Station  Sokode-Bassari  hatte  u.  a.  die
Ergebnisse  von  Versuchen  mit  argentinischem  Mais
ausgestellt.

Von  Reis  in  Hülsen  oder  enthülst  waren  auf
der  Ausstellung  insgesamt  225  Nummern  ver—
treten.  Reis  wird  in  Togo  erst  ungefähr  vom
Togogebirge  an  in  größerer  Menge  gebaut,  doch
is  jetzt  ganz  im  Lande  selbst  verbraucht.  Hoffentlich
  bietet  sich  durch  die  Inlandbahn  jetzt  die
Möglichkeit,  Reis  auszuführen.  Die  Beschaffenheit
des  Togoreises  soll  nach  der  Ansicht  kaufmännischer
Sachverständiger  nichts  zu  wünschen  übrig  lassen;
nur  die  Enthülsung  wird  von  den  Eingeborenen
nicht  sorgfältig  genug  vorgenommen.  Gegenwärtig
wird  durch  das  Stampfen  viel  Reis  zerbrochen.

urch  großes  unverletztes  Korn  zeichneten  sich  auf
der  Ausstellung  vor  allen  anderen  besonders  eine
Kbrobe  aus  dem  Misahöhebezirk  und  eine  aus
Kete-Kratschi  aus,  erstere  von  schöner  weißer,
letztere  von  schwach  rötlicher  Farbe.
Sorghum  oder  Durrha,  dieses  echt  afrikanische
  Getreide,  wird  haupsächlich  in  Nord=  und
Mitteltogo  angebaut,  wo  es  den  Mais  ersetzt,
weniger  in  Südtogo.  Vorhanden  waren  insgesamt
  156  Nummern.  Sorghum  wird  bis  jetzt
nur  im  Lande  selbst  verbraucht.  Ob  es  im
kemnenswerten  Maße  wird  ausgeführt  werden
mangen,  ist  fraglich.  Vorläufig  ist  das  jedenfalls
Landsemöglich,  da  die  Sorghum  prodnzierenden
JI#anchasten  noch  zu  weit  vom  Endpunkte  der
noch  gat  entfernt  sind.  Daher  fehlt  es  auch
Beurteilun  elchtspunkten  für  die  kaufmännische
find:  Andd  leses  Produktes.  Hervorhebenswert
.-  opWOUsOkgliumvak.wightiimit
rundlichem  grüngelben  Korn  und  ebensolch
Deckschuppen,  weil  sie  vor  r  enso  hen
98  öugsweise  zur  Bierbereitung
  der  Eingeborenen  di  -
Varietät  (nur  einmal  aus  lem,  und  eine
ral  aus  Borgu,  Bezirk  Mangn
vertreten),  welche  dadurch  ausgezeichnet  ist.  daß
lic  anstatt  eines  Korns  deren  zwei  linsenförmig
abgeplattete,  umschlossen  von  schwarzen  Deckschupden,
  entha
on  Sorghummehl  gelangten  nur  zwei  Pr
us  Kratscht  zur  Ausstallnng  zei  Proben
uchn  in  Kolben  und  aus  edroschen.
oder  Kolbenhirse  ist  ein  wichiges  —
mittleren  und  nördlichen  Togo.  Auf  der  Ausstellung
  waren  27  Nummern  vertreten.  Duchn  wird
bis  jetzt  nur  im  Lande  selbst  verbraucht,  hauptsächlich
  für  die  Bierbereitung  der  Eingeborenen.

 

Schon  im  Misahöhe=  und  im  Atakpamebezirk
beginnt  die  Kultur  eine  Art  von  Panicum  mit
winzigen  eßbaren  Samen  und  setzt  sich  bis  ins
nördliche  Togo  fort.  Auf  der  Ausstellung,  wo
18  Nummern  vertreten  waren,  wurde  Panicum
sowohl  mit  den  Hülsen  als  auch  von  diesen  befreit
  und  dann  von  grießartigem  Aussehen  vorgeführt.


Als  Merkwürdigkeit  sei  erwähnt,  daß  aus  dem
Mangubezirk  eine  von  Kano  in  den  Haussastaaten
ausgeführte  Sorte  Weizen  in  die  Ausstellung  gelangt
  ist.

Die  Gruppe  III  (Knollen=  und  Zwiebelgewächse)
  war  am  zahlreichsten  von  sämtlichen
Gruppen  beschickt.  Die  Zahl  der  Aussteller  betrug

  1042.
Sehr  schön  war  Maniok  vertreten.  Es  ergab
  sich,  daß  die  besten  Sorten  die  rauhen,

kleinen  waren.  Maniok  ist  ein  wichtiges  Lebensmittel
  der  Eingeborenen,  welches,  abgesehen  von
dem  enormen  Konsum  im  Lande,  selbst  insofern
von  erhöhter  Bedeutung  für  die  Ernährung  dicht
bevölkerter  Gegenden  werden  kann,  als  eine  große
Menge  von  Maniokknollen  jahrelang  im  Boden
alter  Felder  liegen,  welche  bei  Mißernten  den
Lebensmittelbedarf  zu  decken  in  der  Lage  sind.

Maniok  wurde  getrocknet  und  zu  Mehl  zerrieben,
  als  Stärke  und  als  Stärkemehl  ausgestellt,
  nicht  aber  als  Tapioka.  Die  Versuche,  die
vor  Jahren  die  Mission  in  Ague  und  auch  die
Pflanzung  Kpeme  mit  der  Bereitung  von  Tapioka
und  seiner  Ausfuhr  gemacht  haben,  scheinen  erfolglos
  geblieben  zu  sein.

Die  Bedeutung  des  Mams  als  Volksnahrungsmittel
  im  Schutzgebiet  ist  heute  schon  eine  ganz
hervorragende.  Bekommt  einmal  Togo  die  erhoffte
  Hinterlandbahn,  so  wird  Yams  auch  ein
wichtiger  Gegenstand  des  Innenhandels  werden.
Schon  jetzt  verhandelt  man  Yams  von  Atakpame
auf  dem  Tsevie=  und  Lomemarkt.  Das  wird
nach  Herstellung  einer  Bahn  ein  großes  Geschäft
werden.  Es  ist  nicht  ausgeschlossen,  daß  nach
Verlauf  von  Dezennien  gewisse  Landschaften  sich
ausschließlich  auf  die  Kultur  hochwertiger  Erzeugnisse,
  wie  Baumwolle,  Olpalmenprodukte  u.  dgl.
werfen  und  dafür  ihre  Lebensmittel,  darunter
Yams  —  hams  wird  immer  eines  der  begehrtesten
  Lebensmittel  Togos  bleiben  —,  auf
billigem  Wege  aus  dem  Norden,  Tschnutscho,
Basari  usw.  beziehen.  Ahnliche  Verhältnisse  findet
man  auch  in  der  Goldküstenkolonie;  beispielsweise
die  Landschaft  Krobo  widmet  sich  dort  hauptsächlich
  der  Olpalmenkultur  und  bezieht  den  Bams
sogar  zu  hohen  Preisen  aus  nördlicher  gelegenen
Gegenden.

Jetzt  schon  nach  Eröffnung  der  Palimebahn
darf  eine  starke  YBamsausfuhr  aus  dem  Misa-
        <pb n="322" />
        W  248  20

höhebezirk,  der  vorzüglichen  Bams  hervorbringt,
in  das  Kittagebiet  erwartet  werden.  Yamsknollen
von  überraschender  Größe  waren  aus  dem  Misahöhebezirk
  vertreten,  denen  nur  der  YDams  aus
Kabu  (Bezirk  Basari)  in  dieser  Beziehung  an  die
Seite  zu  stellen  wäre.  Im  übrigen  stellten  die
Hinterlandsbezirke  weniger  große  Knollen  aus.

Ob  Ingwer,  welcher  ebenfalls  in  Gruppe  3
ausgestellt  war,  von  wirtschaftlicher  Bedeutung
werden  wird,  ist  zweifelhaft.  Taro  wird  keineswegs
  überall  in  Togo  gebaut.  Seine  Kultur  beschränkt
  sich  hauptsächlich  auf  die  feuchteren  und
regenreicheren  Gebirgs=  und  Waldgegenden.  Die
Batate  dagegen  ist  wohl  überall  in  Kultur  und
wird  in  vielerlei  Spielarten  gezüchtet.  Aus  dem
Pendibezirk  war  eine  kartoffelartige  Knolle  ausgestellt,
  die  als  Pieha  bezeichnet  war  und  außergewöhnlichen
  Wohlgeschmack  besaß.  Es  ist  dies
ein  Coleus  spec.  Die  reich  beschickte  Ausstellung
in  Gruppe  III  drängte  dem  Beschauer  die  Frage
auf,  ob  es  nicht  möglich  und  wirtschaftlich  empfehlenswert
  sein  würde,  Spiritus  aus  Maniok,
Yams  oder  Bataten  zu  gewinnen.  Jedenfalls  ist
es  zweckmäßig,  der  Lösung  dieser  Frage  durch
praktische  Versuche  näher  zu  treten.

Knoblauch,  der  auf  der  Ausstellung  nur
schwach  vertreten  war,  ist  für  die  Ausfuhr  bedeutungslos;
  hingegen  ist  er  von  gewisser  Bedeutung
  als  Geschmackskorrigens  für  die  Küche
sowie  durch  seine  deletäre  Einwirkung  auf  Darmparasiten.
  Dasselbe  gilt  für  alle  anderen  stark
aromatischen  Knollengewächse.  Gerade  der  Bandwurm
  (Tacnia  solium)  und  der  Spulwurm
(Ascaris  lumbricoides)  sind  in  den  Tropen  weit
verbreitet  und  geben  bei  Dysenterie  und  anderen
Darmkrankheiten  eine  umwillkommene  Komplikation.
Auf  Innenstationen,  wo  Bandwurmmittel  selten
vorhanden  sein  dürften  (das  bekannte  Extractum
filicis  ist  nur,  solange  es  frisch  ist,  wirksam  und
nicht  ungefährlich),  bieten  daher  Knoblauch  und
Zwiebeln  ein  einfaches  und  leicht  zu  beschaffendes,
dazu  ungefährliches  Arzueimittel.

Ausgestellt  waren  in  Gruppe  IV  (Olfrüchte)
  der  Hauptsache  nach  die  Produkte  der
Olpalme,  Palmöl  und  Palmkerne  aus  den
Gegenden  im  Bezirk  Anecho,  Lome  und  Misahöhe;
  diese  drei  Bezirke  kommen  für  den  Export
einstweilen  hauptsächlich  in  Frage.  Aus  dem
Bezirk  Kete-Kratschi  waren  sehr  schöne  Palmkerne
  ausgestellt,  doch  dürfte  die  Ausfuhr  aus
diesem  Gebiet  kaum  lohnend  sein,  weil  die  Transportkosten
  mit  Trägern  zu  hohe  sind.

Kokosnüsse,  Kopra  und  Kokosöl  waren
von  Lome  und  Anecho  ausgestellt.  Daß  die
Ausfuhr  von  Kopra,  dieses  für  die  Speisefettund
  Seifenbereitung  in  Deutschland  hochwichtigen
Erzengnisses,  im  Schutzgebiet  noch  keine  große

 

Bedeutung  erlangt  hat,  ist  wohl  hauptsächlich
darauf  zurückzuführen,  daß  sich  das  Produktionsgebiet
  fast  ausschließlich  auf  die  schmale  Nehrung
zwischen  Strand  und  Lagune  beschränkt.

Schinüsse  und  Schibutter.  Erstere  haben
im  Vergleich  zu  Palmkernen  einen  geringen
Marktwert,  d.  h.  etwa  die  Hälfte.  Bei  den  ausgestellten
  Proben  zeigten  die  ungeschälten  Nüsse
sehr  häufig  inneren  Verderb,  was  wahrscheinlich
darauf  zurückzuführen  ist,  daß  sie  vor  dem  Aufsammeln
  zu  lange  auf  der  Erde  gelegen  haben.
Der  Konsum  von  Schibutter  hat  sich  bis  jetzt  nur
auf  die  einheimische  Bevölkerung  des  Schutzgebietes
  und  die  der  Nachbargebiete  beschränkt.
Es  steht  zu  hoffen,  daß  durch  die  Eröffnung  der
Bahn  Lome  —Palime  auch  Schinüsse  dem  Export
zugänglich  gemacht  werden  können.  Schibutter
würde  wahrscheinlich  ein  sehr  geeignetes  Schmiermaterial
  für  den  Betrieb  der  Bahn  abgeben.

Erdnüsse  waren  in  der  Hauptsache  aus  den
nördlichen  Bezirken  Mangu-Yendi  ausgestellt,  teilweise
  in  guten  Arten.  Die  Güte  der  Erdnüsse
richtet  sich  nach  dem  Fettgehalt,  und  dieser  konnte
nicht  festgestellt  werden.  Eine  Ausfuhr  aus  diesen
weit  entferuten  Gegenden  läßt  sich  nur  durch  einen
Bahntransport  ermöglichen,  doch  wird  der  Schienen-=weg
  ganz  bedeutende  Mengen  dieses  Produktes
exportfähig  machen.  Gerade  für  die  Entwicklung
dieser  Kultur  im  Norden,  wo  die  Olpalme  nur
in  beschränktem  Maße  gedeiht,  ist  eine  absolute
Notwendigkeit  eine  Hinterlandbahn.

Die  Gruppe  V  (mehrere  Genußmittel,
Tabak,  offizinelle  Pflanzen)  war  vornehmlich
  aus  dem  Inneren  Togos  beschickt  worden,
während  aus  den  Küstengebieten  nur  wenige  Ausstellungsgegenstände
  vorlagen.

Von  Genußmitteln  waren  Kaffee,  Kakao,
Tabak,  Zuckerrohr,  Zimmt  und  aus  ihnen
angefertigte  Präparate  vorhanden,  von  offizinellen
Pflanzen  Strophantus,  Rizinussamen,  ein
Togo-Simarnbapräparat  sowie  eine  Anzahl  der
deutschen  Pharmakopöe  noch  unbekannte  pflanzliche
Eingeborenenarzneien.

Kaffee  war  nur  in  beschränktem  Maße  ausgestellt;
  er  stammte  aus  dem  Misahöhe=  und
Anechobezirk.  Die  Bohnen  waren  hart,  von  gelbgrauer
  Farbe,  einige  Proben  zeichneten  sich  durch
Ebenmäßigkeit  und  gleiche  Größe  der  Bohnen
aus;  einige  gute  Proben  aus  dem  Bezirk  Anecho
stammten  aus  kleineren  Pflanzungen.

Kakao  war  reichlich  vorhanden.  Vor  allem
haben  ihn  die  Kreise  Palime  und  Kpandn  geliefert.
  Es  waren  gute  Proben  darunter.  Die
besten  entstammten  der  Agupflanzung.  Ihre
Kakaobohnen  waren  außen  gleichmäßig  lichtbraun,
innen  schokoladenfarben;  die  Früchte  fielen  durch
ihre  Größe  auf  und  beweisen,  daß  bei  rationeller
        <pb n="323" />
        W  249  2#

Kultur  auch  auf  dem  trockenen  Boden  des  Misahöhebezirkes
  schöne  Früchte  zu  erzielen  sind.  Der
Kakao  der  Agupflanzung  konnte  als  erstklassig  bezeichnet
  werden.

Unter  den  von  Eingeborenen  ausgestellten
Proben  finden  sich  verschiedene  minderwertige,  die
außen  eine  graue,  innen  fast  violette  Farbe
zeigten;  es  scheint,  als  ob  dieser  Kakao  weniger
als  vier  Tage  fermentiert  war,  einige  Proben
waren  gar  nicht  fermentiert;  weiterhin  zeigten
die  Ausstellungen  von  Kete-Kratschi  und  der  Versuchspflanzung
  Misahöhe  schöne  Erfolge,  wenn  sie
auch  hinter  den  Leistungen  der  Agupflanzung
zurückblieben.

Es  wird  von  Wichtigkeit  sein,  durch  Belehrung
  der  Eingeborenen  auf  den  Wert  ausreichenden
  Fermentierens  hinzuweisen;  vor  allem
kommt  es  darauf  an,  lange  zu  fermentieren  und
den  Fermentierungsprozeß  stets  nur  an  größeren
Quantitäten  äugleich  vorzunehmen.
Kolafrüchte  und  Nüsse  waren  von  Misahöhe,
Kete-Kratschi  und  Kpandu  geschickt.  Die  Nüsse
hatten  meist  eine  leuchtend  karminrote  Farbe  und
waren  durchweg  frisch  und  gut  erhalten.

Von  Korpsstabsapotheker  a.  D.  Bernegau-Berlin
  waren  Kolapräparate  ausgestellt,  die  sehr
zweckmäßig  erscheinen.  Es  waren  Kolaextrakt,
Kolakakaoessenz,  Kolatabletten.  Diese  Kolapräparate
ormöglichen  es,  sich  der  anregenden  Wirkung  der
Kolanüsse  jederzeit  zu  bedienen,  ohne  auf  die  Zufuhr
  frischer  Kolanüsse  angewiesen  zu  sein.  Besonders
  bemerkenswert  erscheint  die  den  Präparaten
  nachgerühmte  Verwendbarkeit  als  Geschmacksverbesserungsmittel
  bei  Milchkuren.  Erfahrungsgemäß
  tritt  bei  letzteren  mit  der  Zeit  ein  manchmal
wwnberwindlicher  Abschen  gegen  die  Milch  ein,
Ges  chtrcos  Mittel,  das  zur  Verbesserung  ihres

ie  Kolakse  henen  kann,  ist  daher  hochwillkommen.
sonders  orrtat  scheinen  hierzu  deshalb  be-6

  „  da  ihr  Reiz  nicht  mit  der  Zeit
versagt  und  un  i  .

günstige  Nebenwirkungen  auf  den
Verdauungsapparat  nicht  beobachtet  werd

Besonders  handlich  und  bequem  ersch  ben.  die
Kolatabletten;  sie  lassen  sich  leicht  edne  9  50
apotheke  einfügen.  jeder  Reise—

Ein  weiterer  wichtiger  Ausstellungsaegen
Bernegaus  ist  das  bereits  eraggegenstan
Simarubaertrakt  (Extractum  Simarube  fluldum
  Togo).  Durch  dasselbe  erfährt  unser  Arzneischatz
  eine  wertvolle  Bereicherung.  Es  ist  ein
Präparat  aus  einer  in  Togo  wachsenden  Simarnbacee.
  Die  Simarnba  ist  als  günstiges  Heilmittel
bei  Dysenterie  bekannt.  Gegenüber  der  bisher
gern  geübten  Methode,  im  Gebrauchsfalle  mittels
Rotweins  einen  Simarnbaauszug  im  Laufe  von
24  Stunden  herzustellen,  hat  dieser  Extrakt  den
Vorzug,  daß  er  stets  in  der  Apotheke  fertig  zur

 

Hand  ist,  und  daß  die  Dosierung  eine  gleichmäßigere
  ist,  somit  die  Wirkung  genau  überwacht
werden  kann.

Es  steht  zu  erwarten,  daß  in  dem  Togo-Simarubaextrakt
  oder  im  Rohprodukt  bei  der  erheblichen
  Verbreitung  der  Dysenterie  in  tropischen
Ländern  und  in  Europa  ein  wichtiger  und  gewinnbringender
  Ausfuhrartikel  entstehen  kann.
Das  derzeitige  Präparat  war  von  gelblichbrauner
Farbe  und  schien  bei  längerem  Stehen  einen  geringen
  Niederschlag  abzusetzen;  es  war  in  handlichen
  Flaschen  von  ungefähr  150  cem  abgefüllt.

Tabak  schickte  vor  allem  Mangn,  ferner
Sokode  und  Kete-Kratschi.  Er  war  für  den  Gebrauch
  der  Eingeborenen  hergerichtet,  zum  größten
Teil  in  gepreßtem  Zustande;  er  war  trocken  und
fest,  von  dunkler  Farbe.

Riginussamen  stellte  der  Bezirk  Misahöhe
aus.  Die  Samen  waren  glänzend  und  rein  gezeichnet.
  In  ihrer  Größe  blieben  sie  indes  hinter
in  Europa  offizinell  gebrauchtem  Rizinussamen
zurück.

Besondere  Erwähnung  verdienen  die  Strophantussendungen
  aus  Mangu:  es  waren
Schoten  und  Samen  vorhanden.  Dieses  schwere
Herzgift  und  wichtige  Heilmittel  dürfte  vielleicht
einst  in  Togo  den  Rang  eines  gesuchten  Ausfuhrartikels
  gewinnen.

Von  Arzneipflanzen,  die  die  Eingeborenen
gern  verwenden,  fanden  sich  einige  ausgestellt.
Über  ihren  Wert  hier  zu  urteilen  wäre  voreilig.
Es  waren  Pflanzen  und  Samen,  die  als  Abführmittel,
  als  Mittel  gegen  Durchfälle  und  gegen
Geschlechtsleiden  in  gutem  Rufe  stehen.  Hier
verdient  das  von  der  Station  Atakpame  ausgestellte
  Rezept  gegen  Lepra  erwähnt  zu  werden:
es  stammt  von  einem  alten  Eingeborenen  und
wird  als  wirksam  gerühmt.  Die  Darreichung
setzt  sich  aus  einer  ganzen  Reihe  von  Maßnahmen,
innerlichen  und  äußerlichen,  zusammen.  Bei  der
Hoffnungslosigkeit  unserer  heutigen  Therapie  der
Lepra  muß  jedes  neue  Mittel  willkommen  sein
und  geprüft  werden.  Es  gebührt  daher  dem
Bezirksleiter  von  Atakpame  besonderer  Dank,  daß
er  das  Rezept  ausstellte  und  durch  Beigabe  aller
notwendigen  Pflanzenpräparate  trefflich  illustrierte.

Im  Lepraheim  zu  Bagida  könnte  man  vielleicht
  Versuche  mit  diesem  Mittel  machen,  um
ein  Urteil  über  seinen  Wert  oder  Unwert  zu  gewinnen.


Die  Beschickung  mit  Zimmt  und  mit  Zuckerrohr
  aus  Misahöhe,  Atakvame  und  Sokode  war
nur  gering  und  ermöglicht  keinen  Vergleich  oder
UÜberblick.  "

Die  Gesamtzahl  der  Aussteller  der  Gruppe
betrug  168.
        <pb n="324" />
        250  20

In  der  Gruppe  VI  (verschiedene  Feldund
  Gartenerzengnisse  und  Gewürze)  waren
folgende  Gegenstände  ausgestellt:  Bohnen,  Erderbsen,

  Tigernüsse,  Kürbisse,  Ochro,  Tomaten,
Pfeffer,  curopäische  Gemüse.
Die  Gruppe  Bohnen  war  sehr  reich  beschickt

  und  außerordentlich  mannigfaltig.  Es
waren  305  Aussteller.  Hier  sah  man  manche
Varietät  zum  ersten  Male.  Reichlich  und  in  guten
Proben  war  die  Bohne  Phaseolus  lunatus  vertreten.
  Ob  die  Bohnen  in  solchen  Mengen  und
so  billig  produziert  werden  können,  daß  sich  eine
Ausfuhr  lohnen  würde,  muß  die  Zukunft  lehren.
Ganz  hervorragend  war  eine  aus  dem  Bezirk
Atakpame  stammende  Kollektion  der  verschiedensten
Bohnen.  Phaseolus  lunatus,  eine  ausgezeichnete
Eßbohne,  war  in  vielen  und  guten  Proben  ausgestellt.


Erderbsen  stammten
Atakpame  und  Kete-Kratschi.

Tigernüsse  waren  nur  in  wenigen  Proben
ausgestellt.  Sie  dienen  nur  dem  Konsum  der
Eingeborenen;  einc  besondere  wirtschaftliche  Bedeutung
  dürfte  ihnen  nicht  zuzusprechen  sein.

Kürbisse  waren  gleichfalls  nur  mäßig  vertreten.
  Ein  Absud  der  gerösteten  und  gemahlenen
Körner  oder  Samen  der  eßbaren  Kürbisse  dient
in  Kratschi  als  schmackhafter  Suppenzusatz.

Das  Gemüse  Ochro  spielt  eine  große  Rolle
im  Haushalt  der  Eingeborenen  und  wird  auch
von  Europäern  vielfach  als  Ersatz  für  frisches
Gemüse  verwendet.  Es  wird  fast  in  allen  Teilen
des  Schutzgebiets  angebant.  Es  waren  zahlreiche
Proben  aus  verschiedenen  Gegenden  ausgestellt.

Tomaten  werden  sich  zur  Ausfuhr  wohl
kaum  eignen,  da  sie  sehr  leicht  faulen.  Es
dürfte  aber  seitens  der  Bezirksleitungen  darauf
hinzuarbeiten  sein,  daß  diese  Frucht  von  den  Eingeborenen
  mehr  als  bislang  angebaut  und  benutzt
  werde.

Pfeffer  war  aus  allen  Teilen  Togos  reichlich

aus  den  Bezirken

vertreten,  zum  Teil  prächtige  Schoten  des
spanischen  Pfeffers  und  Beeren  der  Xylopia.
acthiopica.  Da  die  Boden=  und  Luftfeuchtigkeitsverhältnisse

  an  vielen  Orten  von  Togo  für
die  Kultur  des  spanischen  Pfeffers  außerordentlich
günstig  sind,  würde  es  ein  begrüßenswertes  Ergebnis
  der  Ausstellung  sein,  wenn  es  gelingen
würde,  den  Pfeffer  künftighin  dem  Export  zuzuführen.


Es  war  erstaunlich  zu  sehen,  was  an  europäischen
  Gemüsen  hier  unter  der  fürsorgenden,
sachverständigen  Leitung  einiger  weißen  Frauen
gezogen  und  ausgestellt  war.  Das  Bestreben  der
Europäer,  konservierte  Gemüse  durch  in  Togo  gezogene
  frische  Gemüse  zu  verdrängen,  ist  hygienisch
von  größter  Bedentung.

 

Die  Gruppe  VII  (Kautschuk)  war  zur
Hälfte  durch  Gegenstände  vertreten,  welche  über
die  bisherigen  Anbauversuche  mit  eingeführten
Kautschukpflanzen  Auskunft  gaben.

Die  Deutsche  Togo-Gesellschaft  bot  einc  lehrreiche
  Zusammenstellung  der  Becher  und  Zapfmesser,
  welche  zur  Gewinnung  des  Milchsaftes
dienen,  sowie  lebender  Pflänzchen  von  Kickxiaelastica,
  Ficus  elastica  und  Manihot  Glaziovü.
Bei  der  letztgenannten  Pflanze  lagen  Proben  des
geernteten  Produkts.  Anzapfungsgeräte  hatte
auch  die  Hamburger  Firma  Wilkens  eingesandt.
Mustergültig  war  die  saubere  Ausbereitung  des

auf  der  Pflanzung  Kpeme  gewonnenen,  von
Manihot  Glaziovi#  stammenden  Kautschuks.  Die
Bezirksämter  Atakvame  und  Misahöhe  stellten

Kautschuk  von  mehreren  Bäumen  aus,  die  erst
seit  kurzem  in  ihren  Versuchsgärten  des  Schutzgebiets
  ertragfähig  geworden  sind:  von  Nanihot
Glaziovli,  Hevea  brasiliensis,  Kickxia  elastica
und  Fieus  elastica.

Die  andere  Hälfte  der  Gruppe  VII  bildeten
die  Produkte  der  in  Togo  einheimischen  Kautschukgewächse.


Zahlreiche  Ortschaften  hatten  beigetragen  zu
der  ausgezeichneten  Sammlung  des  Bezirks  Kete-Kratschi
  und  große  Ballen  eingeliefert,  die  aus
feinem  Landolphia-Kautschuk  gesponnen  oder  zusammengeknetet
  waren.  Der  eingeborene  Kaufmann
  Tamakloe  aus  Lome  legte  außer  dem
wertvollen  Produkt  einer  Liane,  die  in  Togo
vaboe“  heißt,  auch  riesige  Klumpen  des  sogenannten
  „Sayl“-Kautschuks  aus,  der  zwar  geringere
  Preise  erzielt,  aber  leicht  in  großen  Mengen
gewonnen  werden  kann.  Diese  Muster  wurden
in  lehrreicher  Weise  ergänzt  durch  Beifügung  von
Zweigen  der  Stammpflanzen.  Danach  dürfte  die
„aboe“  eine  Landolphia  sein,  und  stammt  der
dsayj“  von  einer  Ficus-Art,  vielleicht  auch  teilweise
  von  einer  mittelwertigen  Landolphia.  Der
eingeborene  Kaufmann  Epiphanio  Olympio  aus
Kpandu  stellte  ebenfalls  große  Sayiklumpen  aus.

An  der  Ausstellung  von  Kautschuk  beteiligten
sich  96  Personen.

Unter  den  ausgestellten  Früchten  der
Gruppe  VIII  nahmen  entsprechend  ihrer  Bedeutung
  für  das  Schutzgebiet  die  Bananen  an
Menge  und  Güte  die  erste  Stelle  ein.  Zwei
Sorten  waren  vorhanden,  die  kleine  Eß=  und  die
große  Futterbanane.  Zur  Beurteilung  wurde  in
gleicher  Weise  Größe  des  Fruchtstandes,  Geschmack
böw.  Aroma  und  äußere  Berfassung  in  Erwägung
geSogen.  Es  waren  insgesamt  23  Aussteller  von
Eßbananen.  Von  diesen  schieden  zunächst  ohne
weiteres  10  Aussteller  aus  der  Beurteilung  aus,
da  die  von  ihnen  gebrachten  Früchte  wegen  ihrer
Minderwertigkeit  oder  ihres  schlechten  Zustandes
        <pb n="325" />
        G  251  20

zur  Prämiierung  gar  nicht  in  Frage  kamen.  Von

en  13  übrig  gebliebenen  hatte  unzweifelhaft  der
Eingeborene  Klu  aus  Klonn  die  schönsten  Bananen
  gebracht.  Sie  zeichneten  sich  aus  durch
großen  Fruchtstand,  ein  ungemein  angenehmes
lußes  Aroma  und  einwandfreie  äußere  Verlassung.
  Dieser  Banane  könnten  zur  Seite  gekellt.
  werden  die  von  Soklo  aus  Tove  und
Apoma  aus  Tokoe  gesandten  Früchte,  die  zwar
der  erstgenannten  nicht  gleichkamen,  aber  doch
noch  als  Früchte  gut  mittlerer  Güte  bezeichnet
werden  könnten.  Außer  dieser  fiel  noch  eine
mteressante  Abart  der  Eßbanane,  deren  Früchte
eine  rötliche  Färbung  hatten,  auf.  Sie  war  nur
in  zwei  Exemplaren  ausgestellt  und  zeichnete  sich
durch  ein  eigenartig  herbes  Aroma  und  einen
ungemein  lieblichen  Geruch  aus,  der  an  feine
beimische  Edelbirnen  erinnerte.

Für  Futterbauanen  waren  15  Aussteller  vorhanden.
  Leider  waren  hier  schon  am  ersten
Ausstellungstage  viele  Früchte  im  Zustande  hochyradiger
  Fäulnis,  die  die  Beurteilung  sehr  erschwerte.
  Die  Eingeborenen  Labu  und  Gabi
batten  Früchte  gebracht,  die  an  Geschmack  und
roma  beinahe  den  Eßbananen  gleichkamen.

An  Anangasfrüchten  war  auffallenderweise
Uur  wenig  und  mittelmäßig  ausgestellt.  Außer
den  Eingeborenen  Josua  Boehm  aus  Tove,
Robert  Quami  aus  VYo  hatte  keiner  auch  nur
Zut  mittelmäßige  Früchte  gebracht.  Es  waren
insgesamt  7  Aussteller.
aus  in  erfreulicheres  Bild  bot  die  Apfelsinendie
  dude  bier  waren  16  Aussteller  vorhanden,
gebran  oueg  schöne  und  wohlschmeckende  Eremplare
ann  Mistaaleen.  Die  schönsten  hatte  das  Bezirksdes
  Missone  geschict,  demnächst  kamen  Früchte

Diehl  und  des  Häuptlings.

Amenyera,  die  si  k.  ..
Wert  der  Micoach  an  Wert  gleichstanden,  den

reichten.  ß6e-Früchte  aber  nicht  ganz  er-Von
  Zitronen  waren  nur  .

r  eller  vor—

handen.  Auch  hier  hatte  das  .  Aussteller  vorzirksamt

  Misahöhe

  die  besten  Früchte  gesandt,  demnächst  kam

der  Eingeborene  Tete  Bimbila.

Papaya  war  von  drei  Eingeborenen  zur
Ausstellung  in  ziemlich  gleichwertiger  Duacher
gebracht  worden.

Von  Melonen  und  Mangofrüchten  war
nichts  Bemerkenswertes  in  der  Gruppe.

Es  möge  noch  erwähnt  werden,  daß  Früchte
(Beeren)  der  wilden  Dattelpalme  und  die
monströse  Frucht  von  Artocarpus  integrikolia,
außerdem  ein  schöner  Fruchtstand  von  borassus
aus  dem  Anechobezirk  zu  sehen  waren.

Außer  diesen  frischen  Früchten  waren  noch
Fruchtkonserven,  Brot  usw.  von  Europäern

 

ausgestellt  und  zwar  von  den  Schwestern  der
Katholischen  Mission  Palime,  Frau  Dehn-Atakpame
und  Frau  Schleinitz-Kpeme.  Die  katholischen
Schwestern  hatten  21  Gläser  mit  eingemachten
Früchten,  Gemüsen,  Marmeladen,  Gelees,  außerdem
  Bananenmehl  und  Bananenbrot  ausgestellt,
alles  an  Güte  hervorragend,  in  der  originellen
Zusammensetzung  besonders  beachtenswert  und
von  weittragender  Bedentung  für  die  Verpflegung
der  Europäer  in  den  Tropen.

Die  Herstellung  des  Bananenbrots  muß
geradezu  als  eine  besondere  Leistung  bezeichnet
werden,  zumal  nicht  bekannt  ist,  daß  jemals  Versuche
  mit  Bananenmehl  geglückt  sind.  Das  Brot
besteht  aus  einem  Teil  Weizenmehl  und  zwei
Teilen  Bananenmehl,  hat  einen  guten,  unserem
heimischen  Pumpernickel  ähnlichen  Geschmack  und
hält  sich  anscheinend  sehr  lange  frisch;  dabei  ist
es  begreiflicherweise  bedentend  billiger  als  gewöhnliches
  Weizen=  oder  Roggenbrot.  Auch  Franu
Dehn-Atakpame  hatte  Ausgezeichnetes,  wenn  auch
nicht  in  der  Reichhaltigkeit  als  die  Schwestern
zur  Schan  gestellt,  ferner  zwölf  Gläser  mit  eingemachten
  Früchten,  Zitronen  und  Tamarindensaft
  und  zwei  Flaschen  Schnaps  aus  Orangen
und  Pomeranzen.  Alles  von  gutem  Geschmack
und  sehr  guter  Erhaltung.  Frau  Schleinitz-Kpeme
  zeigte  wohlschmeckende  Fruchtsäfte,  Gelees,
Marmeladen  und  Ananas  in  Zucker,  im  ganzen
sieben  Gläser,  die  sämtlich  gut  konserviert  sind.
Es  waren  recht  gute  Wiedergaben  bereits  bekannter
  Rezepte,  die  Anerkennung  verdienen.  Die
Gesamtzahl  der  Aussteller  betrug  in  dieser
Gruppe  105.

Bei  Gruppe  XI  (Rindvieh)  handelte  es
sich  mit  nur  wenigen  Ausnahmen  um  die
Konkurrenz  von  Zuchten  einheimischer  Herkunft.
Eine  Abgrenzung  war  nicht  erwartet,  da  bestimmte
  Zuchtrichtungen  sich  erst  im  Anfangsstadium
befinden.  Um  so  mehr  war  man  geneigt,  bei  der
Prämiierung  stattliche  Erscheinungen  zu  bevorzugen;
  daneben  war  für  die  Zuteilung  von
Preisen  maßgebend  das  Ergebnis  eingeholter  Erkundigungen
  über  verhältnismäßige  Zuchterfolge
und  die  vorhandene  Aussicht  des  Fortschritts.
Die  Abteilung  Großvieh  war  beschickt  mit  etwa
70  Stück  Rindvieh,  15  Pferden,  1  Maultier  und
2  Eseln.  Massige  Tiere  von  guter  Konstitution
und  Fleischwüchsigkeit  waren  besonders  unter  dem
Vieh  des  Hinterlandes  vertreten.

Die  Kollektion  von  Zugochsen  der  Ackerbauschule
  in  Nuatschä  fiel  durch  ihren  guten  Futterzustand
  auf.  Kreuzungen  von  Küstenvieh  mit
dem  Vieh  des  Hinterlandes  waren  in  vorzüglichen
  Tieren  vertreten.  Es  wird  als  eine  große
züchterische  Leistung  zu  bezeichnen  sein,  auf  dem
Wege  der  Zuchtwahl  alle  diejenigen  Vorzüge
        <pb n="326" />
        EG  252  20

unter  dem  einheimischen  Vieh  zu  entwickeln,  die
wirtschaftliche  Werte  in  sich  schließen.

Es  dürfte  zweckmäßig  sein,  gute  Fleischwüchsigkeit
  dadurch  zu  sichern,  daß  man  von  Zeit
zu  Zeit  die  Zucht  durch  gesundes  Weidevieh  des
Hinterlandes  auffrischt.  Die  Plantage  Kpeme,
deren  Vieh  wegen  der  mit  dem  Transport  verbundenen
  Tsetsegefahr  nicht  ausgestellt  war,  hat
bereits  im  Verein  mit  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitee  eine  Zuchtverbesserung  durch  Einführung
  von  zwei  Oldenburger  Bullen  in  die
Wege  geleitet.  Es  sind,  wie  auf  den  ausgestellten
  Photographien  veranschaulicht  war,
Tiere  von  vollendeten  Formen  mit  einem  ausgesprochenen
  Schlagtypus.

Mustergültig  im  Typus  einer  Milchkuh  waren
mehrere  von  der  Station  Mangu  und  der  Station
Kratschi  ausgestellte  Tiere  mit  edlem  Ausdruck,
kräftiger  Kopfbildung  und  flacher  Muskulatur  auf
dem  Hinterschenkel  in  Verbindung  mit  feiner
Haut.

Unter  den  Pferden  war  das  Bestmögliche
in  zwei  Füchsen  der  Ackerbauschule  gezeigt,  mittelgroße
  Tiere  von  gleichmäßigen  Formen.  Auch
die  aus  dem  Bezirk  Sokode  und  Kratschi  ausgestellten
  Pferde  verdienen  Anerkennung.

Die  Abteilung  Schweine  war  beschickt  mit
etwa  20  Tieren.  Ein  Eber  einheimischer  Rasse
von  über  2  Zentner  Lebendgewicht  war  wohl
als  Zufallstier  in  der  Schweinezucht  Togos  zu
bezeichnen.  Hinsichtlich  der  Haltung  und  Fütterung
  der  Tiere  ist  allgemein  noch  viel  zu
wünschen  übrig.  Die  Schweinezucht,  als  Unternehmen
  betrieben,  wäre  im  Schutzgebiet  lohnend,
weil  der  Bedarf  an  Fleisch  sowohl  durch  das
Anwachsen  der  Bevölkerung  als  auch  durch  den
vermehrten  Konsum  des  Einzelnen  wächst.

Die  Abteilung  Schafe  war  mit  etwa
150  Stück  aller  Rassen  beschickt.  Von  einigen
Züchtern  wurden  vorzügliche  Tiere  vorgestellt,  die
durch  Zuteilung  von  Preisen  Anerkennung  fanden.
Im  allgemeinen  aber  genügten  die  Ausstellungstiere
  dieser  Abteilung  nicht  annähernd  den  Ansprüchen,
  die  nach  dem  Stande  der  Schafzucht  im
Lande  an  Fleisch  und  Behang  zu  stellen  sind.

In  der  Abteilung  Federvieh,  die  sehr  gut
beschickt  war,  fiel  sofort  ins  Auge  die  von  Frau
Schleinitz  in  Kpeme  ausgestellte  Kollektion  von
Hühnern.  Italiener,  Minorka  und  Plymonths,
Hahn  wie  Henne,  weisen  eine  aufrechte  Gestalt
auf  mit  großem  kräftigen  Körper,  breiter,
fleischiger  Brust  und  ebensolchem  Rücken.  Besondere
  Schwierigkeiten  bereitete  den  Preisrichtern
diese  Klasse,  die  eine  Anzahl  ausgezeichneter,  einander
  sehr  gleichwertiger  Tiere  aufwies.

Die  Geflügelzucht  gewinnt  im  Volksleben
steigende  Bedeutung  dadurch,  daß  die  Produktion

 

dem  Bedarf  eben  noch  entspricht.  Die  Preise  für
tierische  Produkte  sind  in  den  letzten  Jahren  nicht
gesunken,  sondern  haben  eher  eine  Verbesserung
erfahren.  Alles  in  allem  hat  die  Ausstellung,
an  der  sich  insgesamt  116  Prrsonen  beteiligten,
in  allen  ihren  Teilen  einen  glänzenden  Beweis
für  den  Fortschritt  und  das  Bestreben  auch  auf
dem  Gebiete  der  Zucht  erbracht.

Gruppe  X  (Geräte  und  Beförderungsmittel
  für  landwirtschaftliche  Zwecke)  enthielt
  die  nachstehend  aufgeführten  Maschinen  und
Handwerkszeuge.

Von  der  Pflanzungsgesellschaft  Kpeme  wurde
die  Ausstellung  mit  einer  Getreidereinigungsmaschine
  und  mit  einem  Universal=  und  einem

Untergrundpflug  beschickt,  ferner  mit  einer  Handsämaschine,

  einer  Handhackmaschine,  einer  Doppelegge
  und  einem  Schubkarren;  das  Bestreben  der
Pflauzungsgesellschaft  Kpeme,  durch  Einführung
landwirtschaftlicher  Maschinen  und  Heranbildung
der  Eingeborenen  zu  deren  Handhabung  die

Landwirtschaft  in  Togo  zu  fäördern,  verdient
lobende  Anerkennung.  -
Aus  der  Ackerbauschule  des  Kolonial-Wirtschaftlichen

  K  Komitees  in  Oiatsche  stammten  eine
Mais=  und  B
verschiedene  Sorten  der  auch  #  Deutschland  üblichen
  Handpflüge,  mehrere  Handkultivatoren,  ein
großer  Pflug,  eine  Egge,  eine  praktische  Häckselschneidemaschine,
  ein  großer  Handkarren  und  eine
Baumwollsämaschine.  Die  Einführung  der  Ackerbaumaschinen
  und  die  Gewöhnung  der  Eingeborenen
  an  deren  Gebrauch  verdient  gleichfalls
alles  Lob.

Von  der  Agupflanzung  wurde  ein  großer
Wasserhandwagen  ausgestellt,  der  jedoch  für  die
hiesigen  Verhältnisse  zu  schwer  erscheint.  Die
Station  Sokode  stellte  einen  Pflug  aus,  der
wegen  seiner  Schwere  und  wegen  der  Größe  der
Pflugschar  nicht  als  geeignet  für  die  Bodenverhältuisse
  der  Kolonie  bezeichnet  werden  kann.
Herr  Theodor  Wilkens-Hamburg  stellte  eine  Handsämaschine
  und  eine  Handhackmaschine  aus,  die,
beide  sehr  elegant  und  leicht,  wegen  ihrer  leichten
und  komplizierten  Konstruktion,  deren  eventuelle
Reparatur  sehr  schwierig  wäre,  jedoch  für  den
Gebrauch  durch  Eingeborene  wenig  geeignet  sind.

Von  der  Agupflanzung  wurde  eine  sehr
bequem  transportable,  stark  Wasser  fördernde  und
leicht  zu  bedienende  Pumpe  ausgestellt.  Von  der
Deutschen  Togogesellschaft  wurde  eine  Reihe  von
Lastwagen  ausgestellt,  von  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitee  ebenfalls  zwei  Wagen.

Aus  allen  Bezirken  des  Schutzgebiets  wurde
eine  große  Anzahl  von  Handwerkszengen  und
Ackerbaugeräten  ausgestellt,  im  wesentlichen  Axte,
Hacken,  Messer,  Sicheln,  Rodewerkzeuge  u.  a.  m.

LDele
        <pb n="327" />
        W  253  20

in  verschiedener  Anusführung;  nur  die  von  der
Pflanzungsgesellschaft  Kpeme  und  von  der  Agubflanzung
  ausgestellten  Handwerkszenge  und  Geräte
-Trainierspaten,  Handspaten,  mehrere  Hacken,
düngergabeln,  Rechen,  Dunghacken  usw.)  sind  in
kuropa  angefertigt.

Von  den  Eingeborenen  wurde  die  Gruppe  X
mit  etwa  90  Ackerbauwerkzeugen  beschickt,  wovon
ein  Drittel  aus  dem  Bezirk  Sokode,  je  ein
Sechstel  aus  den  Bezirken  Misahöhe  und  Kratschi,
der  Rest  aus  den  Bezirken  Lome,  Anecho,  Atakbame
  und  Mangn  stammte.  An  den  meisten
ieser  Werkzenge  und  Geräte,  die  von  den  Eingeborenen
  aus  in  Togo  einheimischem  Material
hergestellt  waren,  waren  die  Holzteile  im  Verhältnis
  zu  den  Eisenteilen  viel  zu  plump  und
kurz.  Das  Arbeiten  mit  diesen  Geräten  bedingt
mfolge  der  gebückten  Haltung  des  Arbeiters  eine
verhältnismäßig  größere  Anstrengung  als  der
Gebrauch  der  langstieligen,  wenn  auch  etwas
schwereren.  curopäischen  Geräre.  An  vielen  der
ausgestellten  Geräte  der  Eingeborenen  war  jedoch
Cine  große  Geschicklichkeit  in  der  Ausführung  der
Schmiedearbeit  ersichtlich.  Die  Station  Atakpame
verdient  für  Ausstellung  einer  ganz  in  Togo  gearbeiteten
  Hanfbrechmaschine  und  eines  Pfluges,
dessen  Rahmen  ebenfalls  ganz  in  Togo  hergestellt
ist,  lobende  Anerkennung.

Die  Eingeborenen  scheinen  sich  an  die  praktücheren
  enropäischen  Werkzeuge  und  Geräte  unschwer
  zu  gewöhnen  und  eignen  sich  dabei,  wie
sich  bei  Vorführung  der  Maschinen  zeigte,  eine
Auane  Gewandtheit  an.  Bei  den  hauptsächlich
*  dem  Hinterland  stammenden  Handwerkszeugen
der  zugeborenen  zeigte  sich  jedoch  ein  Bestreben
augusehteren,  Werkzeuge  nach  europäischer  Art
ei  dem  ,  noch  nicht.  Nachdem  aber  besonders
straße  Yo-auk  der  Iulandbahn  und  der  Gebirgsaus
  allen  Beri-  Grose  Mengen  von  Eingeborenen
habung  en  zurken  des  Landes  mit  der  Hand-9

  europäischer  Geräte  und  Werk  "
trant  gemacht  wurden  und  die  Vorzü  zeuge  verbearnhhert
  den  einheimischen  kennen
ernten,  ist  zu  hoffen,  daß  sich  die  E  »
allmählich  ihre  Ackerbangeräte'  nach,  ——
Muster  anfertigen  und  dadurch  erhebliche  Fhern
schritte  in  der  Bewirtschaftung  ihrer  Läi  Vortschastung

  ihrer  Ländereien
anbahnen.

Die  Gruppe  XI  (Sonstiges)  wurde  mit
Nutzhölzern,  Bambus,  Holzkohle,  Rotang
Gerbstoffen,  Farbstoffen  und  zierpflanzen
beschickt.

An  Nußhölzern  stellte  die  Kaiserliche  Station
Atakpame  eine  Holzsammlung  von  14  verschiedenen
  Holzarten  aus,  welche  in  Stammstücken
von  0,5  bis  1  m  Länge  den  Quer=  und  Längsschnitt
  zeigten.  Es  sind  in  dieser  Sammlimg  sehr

 

wertvolle  Holzarten  vertreten,  Holzarten,  welche
nicht  bloß  dem  Schutzgebiete  zur  Deckung  seines
Bedarfs  an  Bau=  und  Möbelholz  dienlich  sind,
sondern  augenscheinlich  auch  in  künftigen  Jahren
ein  lohnender  Ausfuhrartikel  werden  können,  falls

sie  in  geregeltem  Forstbetriebe  zu  langschaftigen,

astreinen  und  gesunden  Nutzhölzern  herangezogen
werden  und  falls  sie  in  der  Nähe  einer  Bahn
stehen,  so  daß  das  Holz  ohne  allzu  große  Kosten
nach  der  Küste  geschafft  werden  kann.

Von  den  ausgestellten  Holzarten  sind  einige
bereits  in  der  Bau=  und  Möbelindustrie  bekannt.
In  erster  Linie  ist  hier  das  feste,  harte  und  feinfaserige
  Holz  der  Erythrophoeum  guincense  zu
erwähnen,  welches  ein  hochwertiges  Furnierholz
liefert;  ferner  das  Holz  des  Pterocarpus  erinaceus,
  welches  von  roter  Farbe,  sehr  hart  und
feinkörnig  ist  und  sich  durch  große  Elastizität  auszeichnet.
  Sein  Holz  ist  von  großer  Bedeutung
für  den  Schiffbau.  Bereits  im  Jahre  1865
wurde  das  Kubikmeter  mit  150  Franken  bezahlt.
In  der  Literatur  ist  dieses  Holz  als  das  afrikanische
  Rosenholz  (African  Rosewood,  Santal
rouge  d'Afrique)  bekannt.

Ein  weiteres  ausgezeichnetes  Nutzholz  dieser
Sammlung  ist  das  Holz  der  Afzelia  africang,
welches  ungemein  hart,  fest,  schwer  und  von
schöner  roter  Farbe  ist.  Dieses  Holz  nimmt  die
Politur  ganz  vorzüglich  an  und  erhält  dadurch
einen  sehr  schönen  Glanz,  es  ist  somit  eines  der
wertvollsten  Hölzer  für  die  Möbelfabrikation  und
für  die  Herstellung  von  Furnieren.

Ein  Stammabschnitt  zeigte  das  berühmte
„Odumholz“,  welches  zu  den  wichtigsten  Hölzern
Afrikas  überhaupt  gehört.  Es  wird  benutzt  zu
Banzwecken,  zu  Balken,  Planken  und  zu  feinen
Tischler=  und  Furniturarbeiten.

Hochwertige  Hölzer  zeigten  die  Stammabschnitte
  von  Tamarindus  indica,  vom  Schibaum,
Butyrospermum  Parküt,  von  Mimusops  multinervis,
  von  Burkea  africana,  von  dem  Ebenholzbaum
  Diospyros  mespiliformis,  von  dem
„Jackbaum“,  Artocarpus  integrifolia,  endlich  von
den  beiden  afrikanischen  Mahagonihölzern,  Khaya
senegalensis  und  Khaya  Klainii.

Der  Vollständigkeit  halber  seien  hier  noch  die
Namen  der  weiterhin  von  der  Station  Atakpame
ausgestellten  Holzarten  erwähnt,  von  denen  allerdings
  ein  großer  Teil  hinsichtlich  ihrer  technischen
Verwendbarkeit  noch  nicht  bewertet  ist,  von  denen
aber  zweifelsohne  gar  manches  Holz  von  hochwertiger
  Beschaffenheit  ist.

Die  Namen  dieser  Holzarten  sind:  Syzy  gium
EBuineense,  Kigelia  pinnata,  Prosopis  oblonga,
Sophira  alata,  Terminalia  spec.,  Acacia  arabica,
Cassia  sieberiana,  Uapaca  togoensis,  Fagara
Nanthoxyloides,  Daniella  thurifera,  Ormosia
        <pb n="328" />
        W  254  20

laxiflora,  Sarcocephalus  samborinus,  Albizzia
rrhomboifolia,  Citrus  Aurantium,  Morinda  eitrifolia,
  Limonia  Warneckii,  Anogeissus  leiocarpus,
Viten  Cienkowski,  Acacia  Suma,  Gardenia
Thumbergiül,  Parkia  africana,  Terminalia  speciosa,
  Blighia  sapida,  Pscudocecdrela  Kotschii.

Nur  mit  dem  Eingeborenennamen  bezeichnet
waren  die  Holzarten:  „Okpa“,  ein  schweres,
hartes,  als  termitensicher  bezeichnetes  Holz  mit
stark  ausgebildetem  Kern  von  auffallend  schöner
zitronengelber  Farbe;  „Okontyi“,  ein  rotbraunes
schönes  Holz  von  gleichförmigem  Bau;  „Ssessau“,
ein  hellgelbes  festes  und  hartes  Holz  „Togba“,
„Sola“,  dessen  Rinde  in  der  Seilerei  verwendet
werden  soll.

Sehr  schönen  indischen  Bambus  stellte  das
Bezirksamt  Lome-Stadt  aus,  während  die  Station
Kete-Kratschi  die  Ausstellung  mit  einheimischem
Bambus  von  mächtiger  Dimension  beschickte.

Von  den  ausgestellten  Harzen  war  zunächst
erwähnenswert  das  von  einem  Eingeborenen  aus
dem  Mangu-Bezirk  gebrachte  weiße  und  schwarze
Gummi  arabieum;  beide  Sorten  waren  klar  und
rein.  Die  Station  Kete-Kratschi  brachte  sieben
verschiedene  Baumharze:  die  Station  Atakpame
stellte  Harze  von  Daniella  thurifera  und  vom
Olisibaum  aus,  beides  wohlriechende  Harze.  Die
Station  Misahöhe  beschickte  die  Ausstellung  mit
fünf  verschiedenen  von  den  Eingeborenen  hergestellten
  kosmetischen  Artikeln  aus  Harz.

Ob  den  ansgestellten  Harzen  eine  wirtschaftliche
  Bedentung  beizulegen  ist,  ist  noch  fraglich.
Eher  ist  dies  der  Fall  bei  der  ausgestellten  Holzkohle,
  wenigstens  soweit  diese  zur  Deckung  des
einheimischen  Bedarfes  an  Schmiedekohle  in  Betracht
  kommt.

Das  Bezirksamt  Anecho  brachte  Kohle  von
„Aditoe“,  vom  „Atite“  und  von  „Odumbaum“,  die
Station  Misahöhe  brachte  Kohle  von  Erxthro--phlocum
  guineensc,  die  Station  Kete-Kratschi  Kohle
vom  „Kao“  (Afzclia  africana)  und  vom  „Iria“,
das  Bezirksamt  Lome-Land  stellte  Kohle  vom
„Odumbaum“",  die  Station  Atakpame  endlich  beschickte
  die  Ausstellung  mit  Kohle  von  Cassia
sicberiana  und  von  Prosopis  oblonga.  Sämtliche
  Holzkohlen  waren  ausgeglüht  und  zeigten
teilweise  sehr  schönen  Glanz.

Rotang  stellte  die  Station  Atakpame  aus.

Die  Gerbstoffe  waren  vertreten  durch  die
Rinde  der  Gerberakazie  aus  den  Versuchspflanzungen
  von  Misahöhe,  durch  die  Quebrachorinde
  aus  dem  Versuchsgarten  Atakpame,  ferner
durch  die  gerbsäurereichen  Fruchthülsen  von  Parka
jafricana.  durch  die  Rinde  von  Acacia  arabiea
und  durch  die  Fruchtschoten  desselben  Baumes.

Ziemlich  reichlich  waren  die  Farbstoffe  vertreten.
  Die  Station  Sokode  brachte  Curenma-= 



farbstoff,  Indigo  und  Stengel  von  Oirse,  wolche
zum  Rot=  und  Schwarzfärben  verwendet  werden,
die  Station  Mangu  stellte  einen  gelben  Farbstoff
„Asoma“,  ferner  Indigo  und  roten  Farbstoff  von
Hirse  aus,  die  Station  Atakpame  zeigte  Togo-Curcuma,
  Orleanfarbstoff  von  Bixa  orellana,  dann
die  Wurzel  von  Pterocarpus  erinaceus  als  Rotfärbemittel,
  die  Wurzeln  von  Cochlosperum
Tinctorium  als  Gelbfärbemittel  und  die  Wurzel
von  Morinda  eitrifolia  als  Blaufärbemittel,  die
Bezirksämter  Lome-Stadt  und  Anecho  stellten
Indigo  bzw.  einen  Orangefarbstoff  von  Curcuma
longa  aus,  endlich  brachte  die  Station  Misahöhe
einen  roten  Farbstoff  des  „Adodibaumes“.

Wenngleich  alle  diese  Farbstoffe  wohl  kaum
je  einen  bedentenden  Ausfuhrartikel  bilden  werden,
so  verdienen  sie  immerhin  für  die  einheimische
Färberei  Beachtung.

Zu  dieser  Gruppe  dürften  dann  noch  die  Vorführung
  der  einheimischen  Bierbereitung  und  die
große  Zahl  der  Produkte  der  einheimischen  Hausindustrie
  zu  rechnen  sein,  deren  Ausstellung
allerdings  nicht  in  dem  ursprünglichen  Rahmen
der  Veranstaltung  vorgesehen  war.  Da  jedoch  in
großen  Teilen  des  Schutzgebiets  der  Verkauf  von
Holz=  und  Elfenbeinschnitzereien,  von  Flecht=  und
Töpferwaren  und  von  Produkten  der  Schmiedekunst
  bereits  eine  wertvolle  Ergänzung  der  agrarischen
  Wirtschaft  der  Eingeborenen  bildet,  so
verdient  auch  dieser  Teil  bei  der  Vorführung  der
landwirtschaftlichen  Produktion  Togos  Beachtung.
Es  waren  teilweise  außerordentlich  geschmackvolle
oder  originelle  Gegenstände  ausgestellt,  die  bei  der
späteren  Versteigerung  sehr  bald  ihre  Abnehmer
fanden.

Rechnet  man  die  Aussteller  dieser  Artikel  auch
zur  Gruppe  XI,  so  beteiligten  sich  hier  193  Aussteller.


Die  Gesamtzahl  der  Aussteller  in  allen
Gruppen  beträgt  hiernach  3705,  und  wenn  man
auch  berücksichtigt,  daß  einzelne  Aussteller  sich  an
verschiedenen  Gruppen  beteiligten,  so  haben  sich
doch  etwa  3500  verschiedene  Personen  an
der  Ausstellung  beteiligt,  obgleich  noch  eine
große  Anzahl  wegen  zu  schlechter  Beschaffenheit
der  geschickten  Gegenstände  oder  wegen  deren  zu
späten  Eintreffens  zurückgewiesen  worden  sind.

Ein  schöner  Erfolg  für  diesen  ersten  Versuch
einer  landwirtschaftlichen  Ausstellung  im  Schutzgebiet,
  beteiligten  sich  doch  an  der  2.  Ausstellung
in  Lagos  im  November  1906  nur  gegen  2500
Aussteller.

Auf  Grund  der  Berichte  der  Preisrichter
wurden  nun  die  vorhandenen  Preise  vergeben,
wobei  von  dem  Grundsatz  ausgegangen  wurde,
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        255  20

daß  an  Regierungsstationen  und  Behörden  Preise
nicht  verteilt  werden  sollten.  Die  von  Herzog
Johann  Albrecht  zu  Meckleuburg  gestifteten
Ehrendiplome  für  Verdienste  um  die  Hebung
der  Landwirtschaft  der  Kolonie  erhielten:  1.  die
Firma  Bödecker  &amp;amp;  Meyer,  Lome;  2.  Regierungsrat
  Dr.  Busse,  Berlin;  3.  Bezirksleiter  Hauptmann
  v.  Doering,  Atakpame;  4.  die  Firma
C.  Goedelt,  Lome;  5.  Bezirksamtmann  Dr.
Gruner,  Misahöhe;  6.  Bezirksamtmann  Dr.
Kersting,  Sokode;  7.  Bezirksleiter  Oberleutnant
Mellin,  Sansane  Mangu;  8.  Bezirksleiter  Mischlich,
  Kete-Kratschi;  9.  Baumwollinspektor  Pape,
Lome;  10.  Baumwollehrer  Robinson,  Nuatschä;
11.  Pater  Schönig,  Palime;  12.  Missionar
Schosser;  13.  Direktor  Supf,  Berlin;  14.  die
Firma  M.  Vietor  Söhne;  15.  Pflanzungsleiter
Woekel,  Douglashof.

Die  goldene  Medaille  wurde  zuerkannt:
1.  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee  „für
Verdienste  um  Hebung  der  Baumwollkultur“;
2  der  deutschen  Togogesellschaft  „für  Verdienste
um  Hebung  der  Baumwollkultur“;  3.  der  Togobaumwollgesellschaft
  „für  Verdienste  um  Hebung
er  Baumwollkultur“;  4.  der  Plantage  Kpeme
für  Agavenfasern“;  5.  der  Firma  Gebrüder
d  Almeida“  in  Anecho  „für  allgemeine  Verdienste
um  die  Ausstellung“;  6.  dem  Korpsstabsapotheker
#  Bernegan  „für  die  Herstellung  Togosimarnbaextraktes“;
  7.  den  Schwestern  der  katholischen
  Mission  „für  die  Herstellung  von  Bananenbrot
  und  verschiedenen  Fruchtkonserven“.

Pr  auher  den  genannten  wurden  noch  79  silberne
sireismünzen,  15  silberne  Preismünzen  mit  Kette
n  eng,  Hänptlinge  der  Landschaften,  die  hervorbHaßsen
  e  geitungen  in  der  Produktion  aufzuweisen
Ebrentreise  bronzene  Preismünzen  und  192
Fahrräder“  Nateint  praktischr=  Gegenstände,  wie
uhren,  Lampen.  Gunen,  abaschen  und  Wand-Bilder
  S.  M.  des  Kue-  usw.,  daneben  auch
aisers  in  1
Rahmen  verteilt.  Endlich  arhielheschmackvallem
steller  ein  kleines  Kaiserbild.  hielt  jeder  Aus-Mähre

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Spalteme  -.h.  Ln  die  Eingeborenen

i  staltet.  Beim  Stangenklettern  Sacklaufen
  und  Wassertragen,  Tauziehen,  Wettrennen,
Topfschlagen  und  Maismußessen  vergnügte  sich
die  Ingend  zur  größten  Freude  der  Erwachsenen
Laute  Ruse  und  Beifallsklatschen  belohnte  die
Sieger,  höhnisches  Lachen  strafte  den,  der  den
gestellten  Anforderungen  nicht  genügen  konnte.

Am  Abend  fand  gesellige  Zusammenkunft
beim  Gonverneur  statt.  Unter  dem  Schuge  alter
Urwaldriesen  waren  lange  Festtafeln  hergerichtet.
Sämtliche  Europäer  und  eine  große  Zahl  von
Eingeborenen  waren  geladen.  Die  Kapellen  der
beiden  Missionen  sorgten  für  die  musikalische

mühevollen

 

Unterhaltung.  Mit  dem  Eintritt  der  Dunkelheit
erleuchteten  ungezählte  Lampions  den  Festplatz
und  schufen  ein  Bild,  wie  es  Togo  bisher  noch
nicht  gesehen  hatte.

Der  Gonverneur  eröffnete  das  Zusammensein
mit  einem  Hoch  auf  S.  M.  den  Kaiser  und  auf
den  Protektor  der  Ausstellung,  Herzog  Johann
Albrecht  zu  Mecklenburg.  Er  gedachte  sodann
derer,  die  das  Ausstellungsunternehmen  gefördert
hatten,  besonders  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,
  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees,  des
Ausstellungskomitees,  und  sprach  den  Vertretern
der  Firma  Lenz  &amp;amp;  Co.  für  das  Gelingen  des
Bahnbaues  seinen  Dank  aus.  Ein  stilles  Glas
galt  den  hierbei  Verstorbenen.

Bei  der  Verlesung  der  eingegangenen  Glückwunschtelegramme
  erregte  das  Telegramm  des
Herru  Kolonialdirektors  stürmischen  Jubel.  Erst
spät  treunten  sich  die  Festteilnehmer.

Am  folgenden  Tage  erfolgte  die  Preisverteilung
  durch  den  Gouverneur.  Wieder  hatte
sich  der  weite  Festplatz  fast  vollständig  gefüllt  und
laute  Rufe  der  Bewunderung  und  des  Entzückens
  der  umstehenden  Menge  begleiteten  die
Ubergabe  der  Preise.  Die  Identifizierung  der
Persönlichkeit  der  Aussteller  stieß  mannigfach  auf
Schwierigkeiten,  so  daß  die  Preisverteilung  auch
noch  am  31.  Jannar  fortgesetzt  werden  mußte.
Die  hieran  nicht  beteiligten  Europäer  benutzten
diese  Tage,  um  Ausflüge  nach  dem  lieblichen
Misahöhe  und  seinen  Versuchspflanzungen,  dem
schönen  Schweinfurthfall  und  zur  Besichtigung  der
neuen  Jo-Kamec-Straße  zu  machen.

Am  Abend  des  30.  Jannar  versammelten
sich  die  Europäer  noch  einmal  beim  Gouverneur.
Am  31.  Januar  fuhr  die  Mehrzahl  der  nichtamtlichen
  Besucher  zurück.  Am  1.  Februar  verließen
  dann  auch  die  noch  durch  die  Preisverteilung
  ausgezeichneten  Besucher  Palime.

Die  Landwirtschaftliche  Ausstellung  hatte  ihr
Ende  erreicht.  Kein  Mißton  hatte  die  Stimmung
getrübt.  Rühmend  ist  besonders  das  Verhalten
der  Eingeborenen  anzuerkennen,  die  trotz  der
größten  Ausgelassenheit  immer  die  Grenze  zu
wahren  gewußt  haben.

In  politischer  und  in  wirtschaftlicher  Beziehung
  bedeutet  die  Ausstellung  zweifellos  einen
Erfolg.  Wer  diese  fröhlichen  Menschen  sah,  die
jede  Gelegenheit  benutzten,  um  ihrem  Gounverneur
und  ihren  Bezirksleitern  ihre  Dankbarkeit  und
Anhänglichkeit  zu  bezeugen,  dem  mußte  sich  die
Überzeugung  aufdrängen,  daß  die  Eingeborenen
sich  unter  der  bestehenden  Herrschaft  glücklich
fühlen.  Es  ist  nur  zu  bedauern,  daß  diejenigen,
welche  sich  in  letzter  Zeit  in  Deutschland  zu  einer
abfälligen  Kritik  aun  den  Togoer  Verhältnissen  berechtigt
  hielten,  sich  bei  dieser  Gelegenheit  nicht
besser  informieren  konnten.
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Die  Baumwollausstellung  hat  gezeigt,
daß  die  Hoffnungen,  die  man  auf  Togo  als
Baumwolland  gesetzt  hat,  nicht  unbegründet  sind.
Eine  Produktionssteigerung  von  60,5  vH.  bei
keineswegs  außergewöhnlichen  Verhältnissen  ist
wohl  beachtenswert.  Verbindet  erst  die
Ointerlandbahn  Atakpame  und  Basari
mit  Lomc  und  ermäöglicht  diesen  weiten  Gebieten
  den  Absatz  nach  der  Küste,  so  wird  Togo
in  das  Stadium  eines  neuen  wirtschaftlichen
Aufschwungs  treten.  Das  Interesse  für  eine  über
den  eigenen  Bedarf  hinausgehende  Produktion
der  vielen  für  den  Export  in  Frage  kommenden
Erzeugnisse  ist  durch  die  Ausstellung  wesentlich

 

gefördert  worden.  Es  wird  sich  in  noch  größerem
Umfang  beleben,  wenn  in  nicht  allzuferner  Zeit
eine  zweite  Ausstellung  veranstaltet  wird.  Die
reichen,  bei  diesem  ersten  Versuch  gemachten  Erfahrungen
  sichern  dem  zweiten  Unternehmen,  das
voraussichtlich  einen  noch  viel  größeren  Umfang
annehmen  wird,  jetzt  schon  den  Erfolg.  Kann
aber  Togo  durch  derartige  Ausstellungen  den
wirtschaftlichen  Unterbau  für  den  neuen  Schienenstrang
  herstellen,  so  sind  die  vielen  Mühen  und
Kosten  reichlich  belohnt;  sie  haben  dann  ihre  Umsetzung
  in  bleibende  Werte  gefunden.

(Siehe  auch  Anhang  nebenstebende  Seite.)

 

Deutsch-Ostafrika.

Uachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Jollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch  -ostafrikanischen

 

Schutzgebiets  im  Oonat  Ohtober  1906.

 

 

 

Einfuhrzoll,  Ausfuhrzoll  m-p  eben-  '
Zollstelle  fuhrz  Ausfuhrz  —88  Einnahmen  Insgesamt
Nup.  H.  Rup.  H.  Rup.  O.]Rup.  H.  Rup.  O.]  Mart  Pi.
Schirari  1111  20,5  709  81  17  40  41  20  1  842  61,5  2  150  82
Muansa  18217  16  12  334  73  43  30  159  76  30  754  95  41  006  60
Ruloba  .  8  329  05  5  107  75  92  5.  7  01  13  836  31  18448  41
Moschi  1  058  90,5  1  000  67  8&amp;amp;  65  6  08  2  071  30.5  2  765  74
Uiumhura  .  ..  .  —  2  37  2  37  3  16
dlüddd  —  10  10  53  33
Bismarckburg  285  0.]  5160  7  125152  16,  57269  55
Unjita  Posten  —
Neu-Langenburg  -  4550  45  50  60  07
Mwajfa  «  —  -  —  ,-.-.  —..
»sp.  «-  514  60  11  74  1  527  31  703  12
Viedhafen  .  .  .  -  .  .-cWIlgca
  —
Summe  in  Nupien  20  515  96  21  624  70  161  35  273  01,5  54575  55,5½  40
Mark  :9  354  61  32  832  93  215  80  364  006  72767|10

 

 

Datur#ssenschaftüche  Sammiungen.
vor  Verr  Oberleutnant  Lademann,  welcher  erst

urzer  Zeit  dem  Zoologiscl  -  «
Berlin  eine  aroße  S  bhen  Museum  in
»  »(glllztcannnlunqvonSän  tiere
überwiesen  hatte,  hat  dem  Museum  set  ieren
neue,  weit  umfangreichere  und  noch  viel  werrvollere
  Sammlung  aus  Mpapuna  (Deutsch-Ostahtur
geschenkt.  Sie  umfaßt  nicht  weniger  wie  170  io
211  Schädel  und  13  ganze  Tiere  in  Alkohol.
Außer  Pavianen,  Meerkatzen,  Saachelschweinen-Schuppentieren
  sind  es  nur  Ranbtiere,  Löwen=Leoparden,
  Geparde,  Hyänen,  Ginsterkatzen,  Servals,
  Wildkatzen,  Karakals  u.  a.  Im  ganzen
sind  etwa  56  Arten  von  Säugetieren  vertreten.
Ferner  enthält  die  Sammlung  47  Fische,  eine
größere  Anzahl  von  Reptilien,  Amphibien,  Spinnen,
Tausendfüßern  und  Insekten,  unter  ihnen  besonders
  zahlreich  Käfer,  Wanzen  und  Gradflügler.

 

 

 

 

Es  kommen  weiter  5  Felle  und  226  Schädel
hinzu,  welche  auf  Veranlassung  des  Herrun  Oberleutnants
  Lademann  von  folgenden  Herren  geschenkt
  worden  sind:  Von  Herrn  Oberleutnant
Styx  (Kondoa-Irangi)  3  Felle  und  10  Schädel
von  Hyänen,  Hyänenhund,  Serval,  Zibetkatze  und
Leopard,  Windspielantilopen;  von  Herrn  Oberleutnant
  Bock  v.  Wülfingen  (Aruscha)  2  Leopardenschädel;
  von  Herrn  Oberleutnant  Abel
(Moschi)  1  Viverraschädel;  von  Herrn  Sergeant
Liucke  (Kwa  Mtoro)  154  Schädel  vom  Flußpferd,
Warzenschwein,  Flußschwein,  Pavian,  Gepard  und
besonders  schöne  Reihen  vom  Schakal  und  Klippschiefer;
  von  Herrn  Unteroffizier  Müller  (Mpapua)
  20  Schädel  vom  Pavian,  Meerkatze,  Ginsterkatze,
  Manguste,  Ichneumon,  Hyäne,  Landiltis
und  Schakal;  von  Herrn  Unteroffizier  Weikauf
(oberer  Pangani)  8  Schädel  von  Colobus,  2  von
        <pb n="332" />
        W  258  20

Löwen  und  3  von  Leoparden;  von  Herrn  Unteroffizier
  Robscheit  (Kondoa-Irangi)  2  Felle  und
13  Schädel  vom  Schuppentier,  Hyänen,  Ichneumon,
  Ginsterkatze,  Wildkatze  und  Stachelschwein;
von  Herrn  Sanitätsunteroffizier  Meyer  (Kondoa)
11  Schädel  vom  Pavian,  Serval,  Leopard,  Löwen,
Schakal  und  Löffelhund;  von  Herrn  Martiensen
(Mombo)  1  Pavian=  und  1  Hystrixschädel  und
von  Herrn  Deeg  (Kondoa)  1  Giraffenschädel.

Allen  Herren,  welche  zu  dieser  Sammlung
von  Tieren  beigetragen  haben,  besonders  aber
Herrn  Oberleutnant  Lademann,  ist  das  Museum
für  ihre  außerordentliche  Mühe  und  Sorgfalt
zu  größtem  Danke  verpflichtet.

Die  Sammlung  gehört  zu  den  größten,  welche
jemals  aus  Deutsch-Ostafrika  gekommen  sind.  Sie
ist  in  gleicher  Weise  wertvoll  durch  die  sorgfältigen
Fundortsangaben  wie  durch  die  vorzügliche  Präparation.
  Der  wissenschaftliche  Wert  ist  dadurch
besonders  groß,  daß  die  Stücke  planmäßig  von
verschiedenen  Punkten  gesammelt  sind,  so  daß  jede
Art  durch  mehrere  gut  gewählte,  wichtige  Fundorte
  vertreten  ist.  Dadurch  ist  es  möglich,  die
geographischen  Formen,  welche  zwischen  Ugogo
und  Usambara  vorkommen,  nachzuweisen  und
ihre  Gebiete  schärfer  zu  umgrenzen.  In  Verbindung
  mit  den  früher  schon  von  Herru  Oberleutnant
  Lademann  geschenkten  Sammlungen  wird
diese  neue  sicher  unsere  Kenntnis  über  die  tiergeographischen
  Verhältnisse  Ostafrikas  und  über
die  systematischen  Unterschiede  der  Formen  ein
großes  Stück  weiterbringen.  Auch  für  viele  einzelne
  Fragen,  wie  die  Zahl  der  Leopardenformen,
der  Ginsterkatzen  u.  a.,  bietet  die  Sammlung
reiches  Material.

75

Kamerun.

Die  Dochenepldemie  in  KRamerun.

Zu  der  Nachricht  vom  Ausbruch  der  Pockenepidemie
  im  Südbezirk  von  Kamerun  sind
inzwischen  noch  weitere  Mitteilungen  des  Gouvernements
  an  hiesiger  amtlicher  Stelle  eingetroffen.
Der  Ansbruch  der  Epidemie,  die  hauptsächlich  an
der  Straße  Lomie,  Besam,  Ngoko,  Seke,  Jukadum
grassiert,  wurde  am  21.  Januar  seitens  der
Station  Lomie  an  das  Gonvernement  gemeldet.
Da  nach  dem  drahtlichen  Bericht  der  Station
Ebolova  und  Lolodorf,  wie  auch  nach  Mitteilungen
  von  Kaufleuten  ein  Übergreifen  der
Epidemie  nach  Westen  zu  befürchten  war,  so
haben  die  genannten  Stationen  sofort  umfassende
Quarantäne=  und  Absperrungsmaßregeln  ergriffen.
Um  bei  der  Bekämpfung  der  Epidemie  ein  einheitliches
  Vorgehen  sicherzustellen,  wurde  dann

 

durch  den  Gouverneur  die  Leitung  der  Bekämpfungsmaßnahmen
  (mit  Lolodorf  als  Basis)
dem  am  29.  Jannar  im  Schutzgebiet  wieder  eingetroffenen
  Marine-Stabsarzt  Dr.  Waldow  übertragen.
  Die  Dienststellen  im  Südbezirk  sind  augewiesen
  worden,  seine  sanitären  Maßnahmen  in
jeder  Hinsicht  zu  unterstützen,  und  auch  das  im
Südbezirk  tätige  ärztliche  Personal,  Professor
Dr.  Haberer  am  Nyong,  Dr.  Ufer  in  Kribi,
Oberarzt  Dr.  Handl  in  Ebolova  und  Oberarzt
Dr.  Bercke  im  Osten  des  Südbezirks  wurden
ersucht,  den  Weisungen  Dr.  Waldows  zu  entsprechen.


Um  ferner  bei  Anordnung  der  Maßnahmen
gegen  die  Epidemie  die  kaufmännischen  Interessen
im  Südbezirk  nach  Möglichkeit  zu  schonen,  haben
auf  Veranlassung  des  Gouverneurs  die  Herren
Regierungsrat  Dorbritz,  Dr.  Waldow  und
Dr.  Ufer  zu  Kribi  mit  Vertretern  der  Südfirmen
die  Lage  besprochen.  Den  Münschen  der  Firmen
wird  bei  Feststellung  der  ferneren  Maßnahmen,
soweit  irgendwie  angängig,  in  weitgehendem
Maße  Rechnung  getragen  werden.

der  kopf  des  Bamum  -  Herrschers.

In  Erfüllung  der  den  Bausso  auferlegten
Friedensbedingungen  (vgl.  Kol.  Bl.  1906,  S.  705  ff.)
lieferten  diese  dem  mit  der  Entgegennahme  der
Leistungen  beauftragten  Leutnant  v.  Wenckstern
den  Kopf  des  Bamum-Häuptlings  Sango  aus,
welcher  vor  acht  Jahren  im  Kampfe  mit  den
Bausso  besiegt  und  getötet  worden  war.  Uber
die  Rückgabe  dieses  Kopfes  an  den  jetzigen
Bamum-Häuptling  Joja,  der  von  dem  Augenblick
  seiner  ersten  Berührung  mit  Europäern  bis
zum  heutigen  Tage  eine  europäerfreundliche
Haltung  gezeigt  hat,  berichtet  der  genannte  Offizier
  unter  dem  1.  September  1906  folgendermaßen:


Nach  Erfüllung  der  Friedensbedingungen  in
Bausso  trat  ich  meinen  Rückmarsch  zur  Station
über  Bamum  an.  Zwei  Stunden  nach  meiner
Ankunft  in  Batabi,  einen  kleinen  Tagemarsch  vor
Fumban  gelegen,  traf  der  Häuptling  Joja,  dem
ich  vorher  Nachricht  von  der  Uberbringung  des
Kopfes  geschickt  hatte,  begleitet  von  vielen  seiner
Großleute  und  einem  Teil  seiner  Soldaten  in
Batabi  ein.

Nach  einer  herzlichen  Begrüßung  bat  mich
Joja,  ihm  bereits  heute  den  Kopf  seines
Vaters  zu  geben.  Die  Übergabe  des  Kopfes  war
eine  wirklich  ergreifende  Szene.  Im  ganzen  das
Gegenstück  zu  der  Auslieferung  des  Kopfes  in
Bansso!  Dort  ließ  sich  bei  Herausnahme  des
        <pb n="333" />
        E  259  2O

Kopfes  aus  dem  Korbe  und  aus  den  Tüchern  in
den  Gesichtern  Symus'  und  seiner  Großleute  eine
schreckliche  Angst  wahrnehmen.  Am  stärksten  war
die  Angst  in  den  Zügen  des  Häuptlings  Symnu
selbst  ausgeprägt.  Er  wagte  kaum,  den  Schädel
anzusehen.  Später  erzählte  er,  jedes  Jahr  habe
er  einmal  den  Kopf  herausgenommen,  ihn  seinem
Volke  gezeigt,  was  jeweils  Anlaß  zu  großen
Festlichkeiten  geboten  habe.

Hier  in  Batabi  war  es  ein  gewisses  Mißtrauen,
  das  in  den  Gesichtern  Jojas  und  seiner
Großleute  zu  lesen  war.  Als  ich  mich  daran
machte,  den  Kopf  aus  dem  Korbe  herauszunehmen,
drängten  sich  die  Großleute  Jojas  zu  einem  engen
Kreise  um  Joja  und  mich  zusammen.  Auf  Jojas
Gesicht  stand  deutlich  die  Frage:  „Ist  es  auch
wirklich  der  richtige  Kopf?'“  Es  war  ein  eigentümlicher,
  unendlich  vielsagender  Blick,  mit  dem
Joja  nur  eine  Sekunde  den  ihm  von  mir  hingehaltenen
  Schädel  betrachtete.

Daun  brach  der  starke,  große  Mann  laut
schluchzend  wie  ein  Kind  zusammen.

Joja  wurde  von  seinen  Großleuten,  die  meist
heftig  weinten,  aufgehoben  und  auf  einen  Stuhl
gesetzt.  Es  danerte  lange,  bis  er  sich  etwas  beruhigt
  hatte;  dann  bat  er  mich,  ihm  den  Kopf
äu  geben.  Er  streichelte  das  Haupt  und  drückte
os  unter  Tränen  an  sich.  Hierauf  gab  er  den
Befehl,  den  Schädel  mit  den  Tüchern  in  einen
schönen  mitgebrachten  Korb  einzupacken.  Die
Tücher  waren  Uberreste  der  Kleider  Sangos,  die
zön  e  seinem  Kriegszuge  nach  Bansso  getragen

e.

Lange  saß  Joja  schweigend  da,  unverwandt
#an  den  Korb  sehend,  dann  wandte  er  sich  plötz-7
  drückte  mir  heftig  die  Hand  und  sagte:
Aont  mn  dir  tausendmal,  daß  du  mir  den

olk  werden  date  gebracht  hast.  Ich  und  mein
ic  sage  der  odies  dem  Weißen  nicht  vergessen,  und
der  Weiße  es  bra,  eSst  #e7sehe,  ich  wirklich,  daß
bat  er  mi  -  nir  meint.“  Schließlich

er  mich,  nach  Fumban  zurückgehe  nrrin

Joja  bestieg  auf  dem  en  ge  hen  zu  dürfen.
dicht.  Ei,  seine  Großlente  marsche  sein  Pferd
gingen  mit  abgenommne  und  seine  Soldaten
Sn  gen  ener  Kopfbedeckung  hinter
dem  Korbe  her,  in  dem  jetzt  der  Sche  H

*7#  Eannn  ,.  Schädel  lag.

Die  ganze  Szene  war  ein  Zeichen  der  Liebe

des  Kindes  zum  Vater,  der  Anhänglichkeit  des

Volkes  an  seinen  gefallenen  Häuptling  Von
Bamums  wurde  mir  gesagt,  daß  Joja  erst.  jett.
*

im  Besitze  des  Kopfes  seines  VBaters,  von  vielen
wirklich  als  Häuptling  angesehen  und  geachtet
würde.  Joja  soll  häufig  zum  Vorwurf  gemacht
sein,  daß  er  den  Kopf  seines  Vaters  nicht  in
seinem  Lande  habe.  Dies  ist  leicht  erklärlich,
wenn  man  in  Betracht  zieht,  daß  die  Bamums
die  Köpfe  der  gefallenen  Häuptlinge  aufbewahren.

 

Der  Verstorbene  wird  bis  zum  Hals  senkrecht  eingegraben,
  über  den  Kopf  wird  ein  Tongefäß  gestellt.
  Ist  die  Verwesung  eingetreten,  so  wird  der
Schädel  fortgenommen  und  in  einem  besonderen
Hause  untergebracht.  Hin  und  wieder,  hauptsächlich
  bei  besonderen  Gelegenheiten,  geht  der
Nachfolger  zu  dem  Hause  und  bringt  Palmwein
für  den  Toten  dorthin.

Gegen  seine  Gewohnheit,  stets  mit  großem
Gefolge  auszutreten,  kam  Joja  mir  am  anderen
Tage  bei  meinem  Einmarsch  in  Fumban  ganz
allein  entgegengeritten.  Er  sagte  mir,  soin  Volk
habe  große  Traner,  alle  Leute  seien  weiß  bemalt
und  trügen  schmutzige  Kleider.  Auf  dem  Wege
durch  die  Stadt  waren  nur  einzelne  Leute  zu
sehen;  aus  den  Häusern  klang  das  Wehklagen  der
Frauen.  Fumban  trauerte  um  den  gefsallenen
Häuptling  Sango.

Auf  dem  Platze  vor  dem  Häuptlingshause
wurden  wir  von  einer  großen  Volksmenge  erwartet.
  Alles  war  weiß  bemalt,  solbst  die  Soldaten
  Jojas,  die  sonst  so  sanber  angezogen  sind,
trugen  wie  die  übrigen  Lente  zerrissene,  schmutzige
Kleider.

An  dem  Eingange  zu  dem  Hause  kam  mir
die  Häuptlingsmutter  Nah  entgegen  und  dankte
mir  unter  ständigen  Tränen  für  die  Uberbringung
des  Kopfes.

Als  mir  Joja  den  Willkommtrunk  anbot,  hielt
er  an  das  Volk  eine  Ansprache,  die  mit  stürmischem
Händeklatschen  der  versammelten  Leute  endete.
Wie  mir  später  einer  meiner  Bamumsoldaten  berichtete,
  hat  er  in  seiner  Ansprache  der  Menge
vorgehalten,  daß  der  Weiße  ihm  und  seinem
Volke  einen  großen  Dienst  erwiesen  hätte;  deshalb
fordere  er  dasselbe  zu  Dankbarkeit  gegen  den
Weißen  auf.

Am  anderen  Tage  brachte  Joja  zahlreiche  Geschenke
  und  bat  mich,  seinen  Besuch  in  Bamenda
auf  der  Station  anzusagen.

Togo.
Quarantäne-  aßregeln  In  Togo  wegen  Gelbfieber.

In  Grand  Popo  (Dahomey)  ist  am  12.
Januar  d.  Js.  der  französische  Arzt  unter  den
Erscheinungen  einer  Erkrankung  von  Gelbfieber
gestorben.  Es  sind  deshalb  durch  eine  Verordnung
des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Togo  vom
15.  Januar  d.  Is.  für  die  aus  dem  sidlichen
Teil  von  Dahomey  kommenden  Personen  und  die
aus  Grand  Popo  nach  Togo  kommenden  Schiffe
Quaramäne-Maßregeln  angeordnet  worden.
        <pb n="334" />
        Wie  bereits
Kolonialblatt  Nr.
geteilt  wurde,

in  der  Beilage  zum  Deutschen
12  vom  16.  Juni  1906  mitsind
  früher  in  Togo  bei  Badja

260

2

Zeit  vom  26.  April  bis  8.  Mai  1906.  Später
sind  dank  der  getroffenen  Vorsichtsmaßregeln  in
Togo  bisher  keine  Erkrankungen  an  Gelbfieber

 

 

 

 

 

 

vier  Fälle  von  Gelbfieber  aufgetreten.  Die  be=  oder  gelbfieberverdächtige  Krankheitsfälle  mehr
treffenden  vier  Europäer  starben  sämtlich  in  der  vorgekommen.
Schiffsverkehr  des  Schutzgebiets  Togo.
Nachweisung  über  Anzahl,  Nationalität  und  Tonnengehalt  der  Schiffe,  welche  die  Reecden  des  Schutzgebietes  Togo
im  Kalenderjahre  1906  angelaufen  haben.
.  *“e  Reede  von  Lome  Reede  von  Anecho  Zusammen
Nationalität
der  Schiffe  Ralenderjahr  Zu-  Ab-  Kalenderjahr  Zu-  Ab-  Nalenderiahen=  Ab-1906
  1905  nahme  nahme!  1906  1905  jsnahme  nahme,  1006  1905  nahme  nahme
I.  Anzahl  der  Schifse:
A.  Dampfer:
deutsche  132  133  1  27  27  132  160  28.
englische  36  38  2  7  7  36  45  —  9
französische  25  30  5  12  —  12  25  12  17
B.  Segelschiffe:
amerikanische  1  1  1  1
portugiesische  —
zusammen.  194  201  7  16  46  191  217  5  3
II.  Registertons  (netto)
A.  Dampfer:
deutsche  268  709  249  95  42  557  42  557268  709  292  532  23  823
englische  0  813  60  429  3  10  550  10  55060  813  70  979  10  166
französische  33  804  40  967  7163  14  788  11788333  S04  55  750  21  946
B.  Segelschiffe:
amerikanische  867  867  867  867
portugiesische  —  —
zusammen.61  193  351  37112822  67890  67  890  86x  193  419  261  55  06.

 

 

 

 

 

 

Der  Grund  für  den  Nückgang  in  der  Besuchszahl  der  Schiffe  liegt  hauprsächlich  darin,  daß  seit  dem

18.  Juli  1905,  an  welchem  Tage  die  Neede  von  Anecho  geschlossen  wurde,  die  gesamte  Ein=  und  Ausfuhr  des  S
i  T  seewö-  (Vgl.  Nr.  5

gebietes  Togo  seewärts  nur  noch  über  Lome  erfolgt.

Deutsch-Südwestafrika.

Deutsch-Südwestafrika  und  Walkfischbal.

Der  Magistrat  von  Walfischbai  hat  Anweisung
erhalten,  das  Kapsche  Einwanderungsgesetz
für  dieses  Gebiet  in  Kraft  zu  setzen.

Diese  Maßregel  dürfte  darauf  zurückzuführen
sein,  daß  eine  große  Anzahl  bei  der  Truppe  in
Deutsch-Südwestafrika  beschäftigter  Konduktoren,
Treiber  usw.,  die  wegen  Dienstverweigerung  oder

Schutz-5
  des  Rolonialblatts  für  1906,  Seite  142.)

Trunkenheit  vorzeitig  entlassen  worden  waren
und  daher  ihren  vertragsmäßigen  Anspruch  auf
freie  Rückbeförderung  nach  Kapstadt  verwirkt
hatten,  in  das  Gebiet  der  Walfischbai  hineinströmten
  und  der  dortigen  Behörde  zur  Last
fielen.  In  Zukunft  werden  solche  Personen  nur
dann  in  das  Walfischbai-Gebiet  hineingelassen
werden,  wenn  sie  im  Besitz  genügender  Geldmittel
sind,  das  heißt  nach  einer  Verfügung  des  Kolonialsekretärs,
  wenn  sie  mindestens  20  K  besitzen.
        <pb n="335" />
        W  261  20

Kolonial-  Wrtschaftliches.

Baumwolle  in  den  deutschen  Kolonien.

Dem  soeben  erschienenen  Frühjahrsbericht  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees  über  die
„Deutsch-kolonialen  Baumwoll-Unternehmungen“"
  entnehmen  wir  folgende  interessante
Mitteilungen:

Die  Unternehmungen  haben  nach  den  Feststellungen
  des  Komitees  im  letzten  Jahre  erfreuliche
  Fortschritte  gemacht.  Die  Baumwollproduktion
  hat  in  Togo  eine  Steigerung
gegen  das  Vorjahr  um  60  v.  H.  erfahren,  und
auch  in  Deutsch-Ostafrika  ist  trotz  des  Aufstandes
  eine  Zunahme  zu  verzeichnen.  Insgesamt
betrug  die  Ernte  1905/06  etwa  1  Million  Pfund
im  Werte  von  etwa  600  000  Mark.  Die  fortgesetzte
  Verbesserung  der  Qualitäten  hat  für  westafrikanische
  Baumwolle  einen  Durchschnittspreis
von  57,  für  ostafrikanische  einen  Durchschnittspreis
von  80  Pf.  und  für  Baumwolle  aus  dem  Viktoriasee-Gebiet
  einen  Rekordpreis  von  1,02  Mk.
für  ½  kg  erzielt.

Das  Interesse  für  den  Baumwollbau  in  den
Kolonien  selbst  wie  im  Mutterlande  ist  im  Wachsen
begriffen.  Der  früher  vom  Komitee  besorgte
Einkauf  und  die  Aufbereitung  der  Baumwolle  wird
letzt  mehr  und  mehr  von  in  der  Kolonie  ansässigen
Firmen,  die  dem  Baumwollbau  früher  stkeptisch
gegenüberstanden,  bewirkt.

Das  Vertrauen  auf  eine  weitschauende  Kolonialpolitik
  des  neugewählten  Reichstages  und  auf
eine  großzügige  kaufmännische  Leitung  des  Kolo-Valamtes
  hat  das  Interesse  breiter  Schichten  der
lich  ]  für  die  Kolonien  geweckt  und  namentnehm
  andel  und  Industrie  zu  kolonialen  Unterungen

  angespornt.
skeue  Baumwo
in  Bidung  begriffen

Im  Gebiete  d  ;  l)
Ostafrika)  im  Ungann  orbirtoriasees  (Deutschseitens
  der  Leipziger  Bann  00  und  20  000  ha

ens  der  Kipöiger  iwollspinnerei,  Aktiengesellschaft
  Leipzig-Lindenau,  und  der  Textilfi
Heinrich  Otto,  Reichenbach  i.  W.  im  1  Sunmn
Deutsch-Ostafrikas,  Kilwa-Bezirk,  im  Umfan  von
zunächst  4000  ha  ebenfalls  unter  Mitwirtung  von
Textilindustriellen;  im  Gebiet  der  Daressalam  —
Morogoro-Bahn  hat  die  Eisenbahngesellschaft  mit
Baumwollkulturen  begonnen;  in  der  Alluvialebene
  des  Benue  (Kamerunny)  ist  eine  Baumwollpflanzung
  von  einigen  tausend  Hektaren  vorbereitet.
Im  Zusammenhang  mit  den  ostafrikanischen  Baumwollprojekten
  ist  eine  Transportgesellschaft  auf
dem  Viktoriasee  im  Werke,  die  der  Ausfuhr  von
Exportprodukten,  insbesondere  von  Baumwolle,
dienen  soll.

II-Unternehmungen  sind

 

Die  Kolonialverwaltung  hat  in  die  Etats
der  Schutzgebiete  für  1907  105  000  Mk.  zur
Förderung  des  Baumwollbaues  eingestellt.  Das
Reichsamt  des  Innern  hat  zur  Unterstützung
der  Bestrebungen,  welche  darauf  gerichtet  sind,
der  deutschen  Baumwollindustrie  die  Beschaffung
des  Rohmaterials  zu  erleichtern,  50  000  Mk.
in  den  Etat  eingestellt.

Der  Baumwollmarkt  1906/07  steht  unter
dem  Zeichen  einer  Vermehrung  der  Produktion
und  Verminderung  der  Oualitäten.  Trotz  der
verhältnismäßig  großen  Ernten  in  den  letzten
Jahren  haben  die  Preise  für  Rohbaumwolle  eine
Steigerung  erfahren.  In  folgendem  finden  sich
die  höchsten,  niedrigsten  und  Durchschnittspreise
für  Rohbaumwolle  eines  jeden  Jahres  von  1901
bis  1906.

1901  1902  1903  1904  1905  1906

Pfennige

Höchste  Preise  11  45  63  75  54  35
Niedr.  35  37  39  30  31  14
Durchschnittspreise
  39  10  50  55  412  50
1*

ÜUber  die  einzelnen  Kolonien  enthält  der
Bericht  folgende  interessante  Angaben:

Der  Export  aus  Togo  ist  im  letzten  Jahre
um  60  v.  H.  gestiegen,  der  erlöste  Verkaufspreis
übertrifft  den  für  middling  amerikanisch  gezahlten
  noch  um  einige  Pfennige.

Die  vom  Komitee  trassierte  und  nunmehr  dem
Betrieb  übergebene  Eisenbahnlinie  Lome  —
Palime  wird  außer  den  Eingeborenkulturen  im
allgemeinen  besonders  einer  weiteren  Vermehrung
der  Baumwollproduktion  zugute  kommen.  Eine
Erschließung  des  Atakpame=  und  Sokodé-=Bezirkes
  durch  eine  Eisenbahn  bleibt  aber  als
dringende  Forderung  bestehen.

Die  vom  Komitee  eingerichtete  Ackerbauschule
in  Nuatschä  dient  in  erster  Linie  der  weiteren
Verbesserung  der  Qualität.  Die  ausgebildeten
Schüler  wurden  als  selbständige  kleine  Baumwollbauer
  angesetzt.  Eine  Hauptaufgabe  der  Schule
ist  auch  die  Einführung  der  Pflugkultur,  durch
die  man  natürlich  ganz  andere  Flächen  unter
Kultur  bringen  kann,  als  mit  der  von  Menschenhand
  geführten  Hacke.  Ganz  besonders  günstig
scheint  die  vom  Komitee  angeregte  Landwirtschaftliche
  Ausstellung  in  Palime  (Bericht
siehe  an  anderer  Stelle  dieser  Nummer.  D.  Red.)
die  eingeborenen  Kreise  zu  beeinflussen.  Nicht
weniger  als  4126  Eingeborene  haben  selbstgezogene
Baumwolle  ausgestellt.  Das  Komitee  hat  für
        <pb n="336" />
        W  262  20

ausgestellte  Baumwolle  den  goldenen  Preis  erhalten.
  Für  die  Erstarkung  der  Eingeborenenkultur
  zu  einer  wirklichen  Volkskultur,  wofür  sonsft
die  günstigsten  Verhältnisse  vorliegen,  ist  die
Schaffung  der  nötigen  Transportwege  unerläßliche
  Vorbediugung.

In  Kamerun  ist  eine  Baumwollkultur  im
Urwaldgürtel  und  in  der  Olpalmenzone  ausgeschlossen;
  Baumwollkulturversuche  in  den  regenreichen
  Küstengebieten  anzustellen,  ist  zwecklos.

Dagegen  sind  zweifellos  die  weiten  Hochlandsgebiete
  im  Innern  hervorragend  für  den  Baumwollbau
  geeignet.  Schon  Professor  Passarge  weist
in  seinem  Werk  „Adamana“  auf  das  Vorkommen
wildwachsender  Baumwolle  hin.  Bei  den  großen
Entfernungen  nach  der  Küste  aber  ist  die  Baumwollfrage
  in  Kamerun  zugleich  eine  ernste  Transportfrage.
  Im  Bamum=  und  Balilande  und
insbesondere  in  Adamang  bis  zum  Tschadsee  hin
besteht  heute  schon  eine  nicht  unerhebliche  Baumwoll-Eingeborenenkultur;
  das  Produkt  wird  an
Ort  und  Stelle  von  den  Eingeborenen  für  eigenen
Bedarf  verarbeitet.  Nach  der  Bewertung  durch
Industrie  und  die  Bremer  Baumwollbörse  ist  das
in  primitiver  Weise  gewonnene  Produkt  mindestens
der  middling  amerikanischen  Baumwolle  gleichwertig.
  Die  Regierung  hat  im  Adamana=  und
Bennegebiet  erfolgreich  begonnen,  für  eine  weitere
Verbreitung  der  Kultur  unter  den  Eingeborenen
zu  sorgen,  indem  sie  einen  Teil  der  zu  leistenden
Steuern  in  Baumwolle  erhebt.  Am  schiffbaren
Benue  ist  zur  Zeit  bereits  eine  größere  Baumwollplantage
  in  der  Gründung  begriffen.  Durch
den  Wasserweg  Niger—  Benne  und  insbesondere
durch  eine  Fortsetzung  der  Duala—Manenguba-Eisenbahn
  können  weitere  Gebiete  des  Hochlandes
  in  Kamerun  der  Baumwollkultur  erschlossen
werden.  Die  Eisenbahnfrage  und  der  Ausbau
der  Verkehrsstraßen  spielen  auch  hier  eine  wichtige
Rolle.

In  Neuguinea  befinden  sich  die  Baumwollbauversuche
  noch  im  Anfangsstadium.  Eine  von
der  Missionsstation  in  Herbertshöhe  gezogene
Probe  wurde  sogar  von  der  Bremer  Baumwollbörse
  äußerst  günstig  beurteilt,  jedoch  ist  bei  der
Unregelmäßigkeit  der  Niederschläge  und  den  ungenügenden
  Arbeiterverhältnissen  vorläufig  Zurückhaltung
  geboten.

In  Deutsch-Südwestafrika  stellt  die  Otavi-Minen=
  und  Eisenbahngesellschaft  Pflanzversuche
zur  Feststellung  der  günstigsten  Pflanzzeit  an,
über  die  das  Ergebnis  noch  aussteht.  Das
Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  beabsichtigt,  zunächst
  einen  erfahrenen  Pflanzer  aus  der  Kolonie
nach  Nebraska,  wo  ähnliche  Witterungsverhältnisse
wie  in  Südwest  herrschen,  zu  entsenden,  um  das
sogenannte  Campbellsche  System  zu  studieren,

 

durch  das  die  in  trockenen  Ländern  besonders
schnelle  Verdunstung  des  Wassers  verzögert
werden  soll.

Aus  Deutsch-Ostafrika  hat  auch  in  diesem
Jahre  wieder  der  Export  trotz  des  Aufstandes,
der  im  Süden  der  Kolonie  im  Anfang  des  vorigen
Jahres  die  Vernichtung  eines  großen  Teiles  der
Felder  zur  Folge  hatte,  eine  Steigerung  erfahren.
Über  die  Größe  derselben  läßt  sich  Genaueres
nicht  sagen,  da  die  Verschiffungen  der  Ernte  erst
zum  Teil  erfolgt  sind.  Bisher  sind  verschifft:

786  Ballen  à  500  Pfund  durch  die  Deutsche

Ostafrika-Linie,
205  Ballen  durch  Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.,
130  Ballen  Viktoriasee-Baumwolle  durch  die
Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft.

Die  Qualität  ist  in  diesem  Jahre  besonders
gut  ausgefallen.  Sadani-Baumwolle  wurde  am
25.  Oktober  mit  etwa  85  Pf.  bewertet,  Baumwolle
ans  Ssamanga  im  Kilwabezirk  erzielte  am  2.  Februar
  einen  Preis  von  95  Pf.,  den  höchsten  Preis
von  1,02  Mk.  für  ½  kg  brachte  eine  Sendung
aus  dem  Viktoriasee-Gebiet.  Größere  Baumwoll-=Entkernereien
  befinden  sich  in  Tanga,  Bagamojo,
Kilwa,  Daressalam,  Sadani,  Morogoro,  Mombo
und  Muansa.  Außerdem  sind  Ansiedlern  und
Missionen  im  Innern  Entkernungsmaschinen  mit
Handbetrieb  vom  Komitee  geliefert  worden.

Ein  bedeutungsvolles  Unternehmen  ist  in  den
letzten  Monaten  von  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitee  in  Sadani  geschaffen  worden.  In  dem
dortigen  Alluvialland  hat  sich  eine  Art  von  Baumwollbau=
  und  Dampfpflug-Genossenschaft  gebildet,
deren  Mittelpunkt  die  Versuchspflanzung  des
Komitces  ist.  Insgesamt  sind  von  dem  Komitee
und  Interessenten  über  2000  ha  zusammenhängendes
  Baumwollland  dort  in  Pacht  genommen,
deren  Kauf  nach  den  Bestimmungen  des  Gouvernements
  entsprechend  den  Fortschritten  der
Kultivierung  erfolgt.  An  dem  Unternehmen  sind
u.  a.  beteiligt:  Die  Kommune  Bagamojo  mit
500  ha,  R.  &amp;amp;  O.  Lindemann,  Dresden-Alexan--drien,
  2000  ha,  Cangos  &amp;amp;  Norre,  Alexandrien,
8000  ha,  Gruppe  Pesanis  1000  ha,  Altrock
200  ha,  Spethmann  500  ha,  Tresos  300  ha,
Devers  800  ha  und  das  Komitee  mit  1000  ha.
An  dieses  Unternehmen  schließt  sich  die  in  Entwicklung
  begriffene  Eingeborenenkultur  im  Hinterlande
  von  Sadani  an.  Entkernen  und  Pressen
wird  von  der  Ginstation  des  Komitees  in  Sadani
besorgt.  Der  Dampfpflug  mit  zwei  16pferdigen
Lokomotiven  wurde  am  10.  November  verschifft
und  am  19.  Dezember  in  Betrieb  gesetzt.  Nach
dem  Bericht  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees
vom  24.  Jannar  sind  die  Versuche  bisher  gut
gelungen.  Es  wurden  zunächst  14  ha  gepflügt.
Der  Boden  war  zum  Teil  sehr  schwer  und  mit
        <pb n="337" />
        W  263  20

zahlreichen  Wurzeln  besetzt.  Trotzdem  hielten
Maschine  und  Pflug  sich  tadellos.  Wie  die
„Deutsch-Ostafrikanische  Zeitung“  in  ihrer  Nr.  5
aus  Daressalam  berichtet,  wird  in  kurzer  Zeit
ein  zweiter  Dampfpflug  von  der  Firma  Cangos  &amp;amp;
Norre  bei  Sadani  in  Betrieb  gesetzt  werden.

Nächst  dem  Hinterlande  von  Saadani  scheint
sich  auch  das  von  der  Usambara-Bahn  erschlossene
  Gebiet,  soweit  es  westlich  von  Mombo
liegt,  für  Baumwollbau  zu  eignen,  besonders
deshalb,  weil  dort  voraussichtlich  eine  künstliche
Bewässerung  möglich  ist.

Im  Hinblick  auf  die  großen  Unternehmungen,
die  zur  Zeit  im  Viktoriasee-Gebiet  im  Gange
sind,  hat  ein  Bericht  des  Kommissars  des  Komitees,
  John  Booth,  vom  8.  Juni  1906  besonderes
  Interesse:

„Die  Tonböden  erinnern  an  die  des  ägpptischen
Deltas:  ich  sollte  meinen,  daß  sie  bei  kräftiger  Kultur
umstande  sind,  gerade  ägyptische  Baumwolle  in  großer
Vollkommenheit  zu  tragen.  Das  Klima  ist  geschlossen
  in  der  Regenzeit  und  heiß  in  den
Erutemonaten,  wie  das  Produkt  das  gerne  hat.
Die  Böden  machen  nur  zum  kleinsten  Teil  den  Eindruck,
  als  wenn  sie  die  der  Baumwolle  schädliche
OQumussäure  enthielten;  meist  sind  sie  vollkommen  gesund,
  wie  der  gute  Graswuchs  beweist.  Diese  Böden
liegen  in  einer  Ausdehnung,  die  eine  sehr  große
Baumwollkultur  zuläßt.  Ich  schätze  die  Ausdehnung
  des  Landes,  das  sich  mehr  oder  weniger  für
Baumwolle  eignen  möchte,  südlich  des  Mwame,  einschließlich
  der  Mbalasteppe.,  wenn  letztere  sich  entwässern
ließe,  auf  750  bis  1000  englische  Jnadratmeilen.
d.  i.  2000  bis  2500  ukm  oder  200  000  bis  250  000  hu.
Lierzu  kommen  die  Nera-,  Usmao=  und  andere
Ussukumaböden  (Nassa.  Magalla  usw.).  Gelingt  ers,
die  Rentabilität  dieser  Gegenden  zu  beweisen,  so
blühr  unserer  Kolonie  eine  große  Zukunft:
mun  öähnliche  Steppen=  und  Halbsteppenlagen  haben
We  auch  anderowo  in  großer  Audsdehnung,  allerdings

zt  in  unmitrelbarer  Nähe  der  Indischen  Ozean-Küste.“
m.  von  Baumwolle  aus  dem  Viktoriaerme
  ebiet  wird  durch  die  englische  Ugandabahn

möglicht.  Neuerdings  ist  ein  deutsches  Transvortunternehmen
  gegründet,  das  im  Anschluß
an.  die  bestehenden  englischen  Dampfer  eine
ehere  Verbindung  auch  der  kleinen  Küstenplätze
M#n  Sees  mit  dem  Endpunkte  der  Bahn  sich  zur

ufgabe  gestellt  hat.

r  r
1
tol  Für  die  weitere  Entwicklung  der  dentsch-10
  onuialen  Baumwoll-Unternehmungen
hacht  das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  in
Wnn-  daß  durch.  die  bisher  geleisteten  Vorn
  eiten  die  Unterlagen  geschaffen  sind,  in  be-#immten,
  dem  Verkehr  bereits  erschlossenen  Geneten
  mit  Erwerbsunternehmungen  vorzugehen,
satte  Gebiete  im  Junern  dagegen  noch  der  Erschließung
  für  den  Baumwollbau  harren,  folgende
bläge:

2  borsch  ·  g

 

1.  Gründung  eigener  Baumwollplan—
tagen  von  Textilfirmen  für  den
eigenen  Bedarf  ihrer  Fabriken.  Beispiele:


Leipziger  Baumwollspinnerei,  Aktiengesellschaft
  Leipzig-Lindenau,  60  000  ha,  Heinrich
Otto,  Reichenbach  i.  Württ.,  20  000  ha.
Gründung  einer  deutschen  Baumwoll-Gesellschaft
  (Erwerbs-Gesellschaft)
durch  Interessenten  der  Textilindustrie
und  koloniale  Interessenten  mit  dem
Zweck:

Erwerb  und  Verwertung  von  Baumwollland,
  Betrieb  eigener  Baumwollplantagen,
Entkernereien,  Baumwollsaat-Olpressen  oder
Beteiligung  an  solchen  Unternehmungen;
Ankauf  und  Verkauf  von  Baumwolle,  Kreditgewährung,
  Erntebevorschussung  und  finanzielle
  Unterstützung  von  Unternehmungen,
welche  das  koloniale  Baumwollgeschäft  zu
fördern  geeignet  sind.

3.  Fortführung  der  gemeinnützigen  Arbeiten
  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitees,  insbesondere:

Einführung  des  Baumwollbaues  im
Innern  der  ost=  und  westafrikanischen  Kolonien
  und  im  Norden  Deutsch-Südwestafrikas;
Betrieb  von  Baumwollschulen  und  Versuchsplantagen
  wie  Sadani,  Pangani  und  Nuatschä,
Eingreifen  beim  Auftreten  von  Schädlingen,
wie  durch  die  pflangenpathologische  Expedition
nach  Westafrika  Förderung  der  Bekämpfung
der  Tsetsekrankheit  und  anderer  Viehseuchen;
wirtschaftliche  und  technische  Erkundungen
von  Eisenbahnen  nach  dem  Beispiel  der
Togo=  und  ostafrikanischen  Eisenbahnerkundungen;
  fortgesetzte  Förderung  der  Baumwoll=
  Eingeborenenkultur  und  enropäischen
Kleinkultur  und  Mitarbeit  bei  Vorbereitung
und  Einrichtung  der  eunropäischen  Großkultur.


Zur  Fortführung  seiner  Arbeiten  sollen  dem
Komitee  Beihilfen  geleistet  werden  seitens  der
Regierung  und  seitens  der  Textilindustrie  in  der
Weise,  daß  diese  einen  jährlichen  Beitrag  leistet,
welcher  einem  bestimmten  Prozentsatz  des  Jahresbeitrages
  der  Industrie  zur  Berufsgenossenschaft
entspricht  (nach  dem  Beispiel  der  Kautschukindustrie).


Der  Baumwollbau  in  den  Schutzgebieten,  so
heißt  es  zum  Schluß  des  Berichts,  verdient  die
dauernde  Förderung  der  Regierung,  der  Industrie
und  der  kolonialen  Kreise  und  das  Interesse  des
ganzen  deutschen  Volkes.

1

*5
        <pb n="338" />
        W  264  20

Aus  fremden  RKolonien  und  Droduktionsgebieten.

Eine  Relise  nach  Ceylon,  Indien  und  Birma.
Originalbericht  von  D.  Sandmann  Berlin.

Den  Schluß  des  Berichts  müssen  wir  mit  Rücksicht  auf

die  Stoffhäufung  in  dieser  Nummer  nochmals  zurückstellen.

Verbot  des  Verkaufs  von  krrlegswaffen  und  kiriegsmunition
  sowie  von  geistigen  Getränken  an  die
eingeborenen  auf  den  Neu-Hebriden.

Gemäbß  einer  zwischen  Frankreich  und  Großbritannien
  unterm  27.  Februar  1906  abgeschlossenen
  und  unterm  9.  Jannar  1907  ratifizierten
  Ubereinkunft  ist  es  untersagt,  auf  dem
Archipel  der  Neu-Hebriden,  einschließlich  der
Banks=  und  Torres-Inseln,  und  auf  den  zu  der
Inselgruppe  gehörigen  Gewässern  unter  irgend
einer  Form  den  Eingeborenen  Kriegswaffen  und
Kriegsmunition  jeder  Art  zu  verkaufen  oder  zu
liefern.  Unter  dies  Verbot  fallen:  Gewehre  mit
weiter  Tragfähigkeit,  Revolver  und  andere  Repetiergewehre
  mit  mehr  als  zwei  Länsfen,  die  zu
diesen  Waffen  passende  Munition,  ferner  einzelne
Teile,  vermittels  derer  Jagd=  in  Kriegsgewehre
umgewandelt  werden  können,  sowie  scharfe  Patronen
  und  Sprengstoffe  aller  Art.  Ausgenommen
sind  jedoch  Jagdgewehre  und  die  eigens  dafür
hergestellte,  in  fertigen  Patronen  gelicferte
Munition.

Ferner  ist  es  in  den  gedachten  Gebieten
untersagt,  den  Eingeborenen,  unter  welcher  Form
der  welchem  Vorwande  es  immer  sein  mag,
weingeisthaltige  Getränke,  d.  h.  Spiritnuosen,  Bier,
Wein  und  überhaupt  gegorene,  berauschende
Flüssigkeiten  zu  verkaufen  oder  zu  liefern.

Das  Verbot  erstreckt  sich  jedoch  nicht  auf  mit
Weingeist  zubereitete  Heil=  oder  Stärkungsmittel,
die  im  Falle  einer  Krankheit  oder  eines  Unwohlseins
  eingegeben  werden.

(Journal  olliciel  de  ln  Républiduc  Erançaise.)

Vorschriften  für  die  Einfuhr  von  aus  Wein
destillierten  Spirltuosen,  die  im  Südafrikanischen
Sollverein  erzeugt  find,  nach  Transvaal.

Laut  Bekanntmachung  des  Gonverneurs  von
Transvaal  vom  7.  November  1906  sind  für  die
Einjuhr  von  Spirituosen,  die  im  Südafrikanischen
Zollverein  aus  Wein  destilliert  sind,  besondere  Bestimmungen
  erlassen,  wonach  derartige  Spiritnosen
für  Trinkzwecke  nicht  eingeführt  werden  dürfen  in
einer  Stärke  von  mehr  als  10  v.  H.  oder  weniger
als  25  v.  H.  unter  Normalstärke.  Solche  Spirituosen
  können  unter  Zollaufsicht  bis  zu  25  v.  H.

 

unter  Normalstärke  gebracht  werden,  eine  weitere
Behandlung  oder  Färben  soll  indessen  nicht  staithaft
  sein.  ###he  TFransvanl  (ioverument  (inzedte.)

Verbrauchsabgabe  und  JSoll  bei  der  Einfuhr  von
Spirituosen  aus  den  übrigen  Gebleten  des  Südafrikanischen
  Sollvereins  nach  Basutoland.

Durch  eine  Proklamation  Nr.  27  vom  Jahre
1906  ist  bestimmt,  daß  vom  1.  Jannar  d.  Js.
ab  in  Basutoland  Spirituosen  nur  aus  Wein
destilliert  werden  dürfen.  Von  solchen  Spirituosen
wird  eine  Verbrauchsabgabe  von  9  Schill.  für  ein
Imperialgallon  von  Normalstärke  erhoben  mit
einem  entsprechenden  Nachlasse  für  Spiritnosen
unter  Normalstärke  bis  herab  zu  7  Schill.  6  Pre.
für  1  Gallon;  auf  die  Einfuhr  derartiger  innerhalb
  des  Südafrikanischen  Zollvereins  hergestellter
Spirituosen  ist  ein  Zoll  in  Höhe  der  Verbrauchsabgabe
  gelegt.

OIihe  Board  of  Trnde  Journal.)

Verbrauchsabgabe  und  Joll  bei  der  einfuhr  von
Spiriltuosen  aus  den  üÜübrigen  Gebieten  des  Südafrikanischen
  Sollvereins  nach  Bechuanaland.

Durch  eine  Proklamation  Nr.  28  vom  Jahre
1906  sind  für  die  Herstellung  und  die  Einfuhr
von  Spirituosen  in  Bechuanaland  ähnliche  Bestimmungen
  erlassen  wie  in  Basutoland.

The  Bonrd  of  Trade  Journnl.)

 

haumwollanbau  in  Südnigerien  (Cagos).

Die  statistischen  Daten  über  die  Baumwollausfuhr
  Südnigeriens  für  die  Jahre  1904  und
1905  haben  ein  derartiges  Anwachsen  der  Ausfuhr
  von  entkörnter  Baumwolle  erkennen  lassen,
daß  Zweifel  an  der  Richtigkeit  dieser  Angaben
laut  geworden  sind  und  der  Vermutung  Raum
gegeben  haben,  es  könnten  in  den  Werten  der
zur  Ausfuhr  gekommenen  Baumwollmengen  die
Werte  der  ausgeführten  Baumwollsaaten  mitenthalten
  sein.  Zur  Klarstellung  der  Sachlage  ist
darauf  von  sachverständiger  Seite  in  einer  der
Hauptanbaugegenden  des  Hinterlandes  von  Lagos
eine  Untersuchung  der  Anbauverhältnisse  vorgenommen
  worden.  Diese  erstreckte  sich  auf  die
Orte  Oke  Ho  und  Iganna  im  Voruba-Lande,  die
120  englische  Meilen  von  der  Stadt  Lagos  und
drei  Tagereisen  von  der  Eisenbahn  entfernt
liegen,  und  führte  zu  dem  Ergebnis,  daß  dieser
Gegend  hinsichtlich  des  Ausfuhrhandels  mit  Roh-
        <pb n="339" />
        W  265  20

banmwolle  noch  eine  Zukunft  bevorsteht.  Zur
Zeit  wird  indessen  die  ganze  in  dieser  Gegend
gewonnene  Baumwolle  noch  an  Ort  und  Stelle
für  die  Herstellung  von  Garn  und  landesüblicher
Kleidung  aufgebraucht;  das  Fortkommen  der
Baumwolle  in  dieser  Gegend  berechtigt  indessen
zu  der  Hoffnung,  daß  sie  für  die  Zukunft  auch
für  die  Ausfuhr  von  Bedeutung  sein  wird.  Die
Hauptschwierigkeit  liegt  einstweilen  bei  diesen  entlegenen
  Gegenden  in  den  Transportverhältnissen.
Die  British  Cotton  Growing  Association  ist  daher
mit  ihren  Dampfentkörnungsmaschinen  bis  in
diese  Gegenden  auch  noch  nicht  vorgedrungen.
Mehr  angebracht  erscheinen  für  diese  entlegenen
Ortschaften  mit  der  Hand  betriebene  Entkörnungsmaschinen
  von  der  Art,  wie  sie  etwa  in  Indien
gebräuchlich  sind,  und  es  würde  von  unschätzbarem
  Werte  sein,  wenn  man  die  Eingeborenen
von  dem  Nutzen  dieser  einfach  zu  bedienenden
Maschinen  überzeugen  könnte.  Der  Baumwollanbau
  würde  alsdann  sicherlich  an  Umfang  zunehmen
  und  auch  dann  noch  rentabel  bleiben,
wenn  die  Preise  in  Europa  auf  ihren  normalen
Stand  zurückgehen.  Eine  Vorstellung  von  der
Billigkeit  der  Arbeitskosten  kann  man  sich  daraus
machen,  daß  von  den  Eingeborenen  gesponnenes,
reines,  weiches  Rohgarn  auf  dem  Markte  in  Oke
Oo  im  Kleinhandel  nur  8  d  pro  lb  kostet,
während  das  harte  Rohgarn,  das  feiner  ist  als
das  zu  6sh  käufliche  eingeführte  Garn,  1  sh  7  d
orzielt.  Die  einzigen  Geräte,  die  die  Eingeborenen
  bei  der  Entkörnung,  Reinigung  und
beim  Verspinnen  gebrauchen,  sind  eine  kleine
Platte  aus  hartem  Holz,  eine  dünne  eiserne
Rolle,  ein  gewöhnlicher  Eingeborenenbogen  und
eine  hölzerne  Spindel.  Der  ganze  Prozeß  ist
daher  auch  ein  höchst  einfacher.

(Aus  dem  Jahresberichte  des  Gouverneurs  von  Südnigerien

  für  1905.)

Rautschukausfuhr  aus  Ceylon  1906.

Die  Ausfuhr  von  Gummi  aus  Ceylon  vergleicht
  sich  mit  dem  Vorjahre  nach  den  vorläufigen
  Ziffern  der  Handelskammer,  wie  folgt:

Gesamtausfuhr  vom

1.  Jannar  1905
bis  31.  Dezember
1905  etwa  147  132  Pfund,
Gesamtausfuhr  vom

1.  Jannar  1906

bis  31.  Dezember

1906  ....  =  417  661  -
Die  Ausfuhr  hat  sich  somit  gegen  das  Vorlahr
  fast  verdreifacht.
i9  Der  größte  Teil  der  Ernte  ist  wie  im  Jahre
905  wieder  nach  London  in  Konsignation

105  172

 

gegangen.  Amerika  führte  im  letzten  Jahre
Pfund  ein.  Deutschland  folgt  an
dritter  Stelle  mit  12  552  Pfund  und  hat  somit
einen  Rückschritt  gegen  das  Vorjahr  zu  verzeichnen.


Die  Preise,  die  einige  Zeitlang  heruntergegangen
  waren,  sind  seit  kurzem  wieder  höher,
und  man  bezahlt  heute  für
Feinen  Biscuit  Rubber  3,85  bis  3,95  Rs,
Scrap  Rubber  2,75  3,40

Die  Pflanzer  sind  unter  Leitung  der  wissenschaftlichen
  Kräfte  in  Peradeniya  fortwährend  mit
Versuchen  über  die  geeignetste  Form  der  Herstellung
  und  Verpackung  des  Kautschuks  beschäftigt.
Es  darf  als  sicher  angenommen  werden,  daß  die
Biskuitform  bald  verschwindet  und  der  Block  an
ihre  Stelle  treten  wird.  Letzterer  hat  den  Vorteil,
  bei  großem  Gewicht  eine  wenig  der  Luft
ausgesetzte  Fläche  zu  besitzen.  Außerdem  ist  die

Herstellung  erheblich  einfacher  und  erfordert
bei  weitem  weniger  Zeit  und  Sorgfalt  als
Biskuits.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Ralkutta
vom  22.  Jannar  1907.)

Rakaoausfuhr  Cevlons  1906  und  Rakaomarkt.

Der  Kakaomarkt  auf  Ceylon  war  in  den
Monaten  November  und  Dezember  vorigen  Jahres
Ziemlich  lebhaft.

Nach  den  vorläufigen  Veröffentlichungen  der
Handelskammer  in  Colombo  beträgt  die  Gesamtausfuhr
  des  verflossenen  Jahres  49  402  ewts
gegen  63  482  ewts  im  Jahre  1905.  England
hat  9356  cts  und  der  Osten  3168  ewts
weniger  erhalten  als  im  vorletzten  Jahr.  Auch
Deutschland  weist  mit  einer  Einfuhr  von  5027  ecwts
im  Jahre  1906  eine  Abnahme  von  1809  ecwts
gegen  das  vorhergehende  Jahr  auf.  Dagegen
haben  Anstralien  und  Frankreich  eine  Zunahme
von  469  bzw.  130  ewts  zu  verzeichnen.  China
erscheint  in  diesem  Jahre  gleichfalls  auf  der
Liste  der  Importeure  mit  einem  Bedarf  von
1335  cmts.

Im  allgemeinen  war  die  Onalität  der  angebotenen
  Ware  gut,  und  sie  erzielte  auch  entsprechend
  hohe  Preise.  Aber  auch  für  mittlere
und  geringere  Sorten  zeigte  sich  ausreichende
Nachfrage.

Die  zur  Zeit  gegahlten  Preise  bewegen  sich
zwischen  45  Rs.  und  52  Rs.  pro  ewt.

Die  Vorräte  sind  nicht  sehr  groß,  und  man
nimmt  daher  an,  daß  die  Preise  sich  für  die
nächste  Zeit  auf  der  jetzigen  Höhe  halten
werden.

(Bericht  des  Rais.  Generalkonfulats#  in  Kalkutta
vom  22.  Jannar  1907.)
        <pb n="340" />
        266  ꝛ

Ausfuhr  von  Quebracho  und  Quebracho-Extraht  aus
A.gentinien  im  Ohtober  1906.

«  Quebracho  Quebracho-Verschifiungsziel
  M  Lan  ge  Ertratt
Großbritannin  —  379
Frankreichg  .  79  46
Belgin  —  10
Deutschland  6920  1642
Italien.  350  608
Order  12377  —
Vereinigte  Staaten  von
Amerika  5584  3169
Brasillen  —  41
Uruguay)  25
Verschiedene  Länder  1  000  60
Zusammen.  26  310  5980

(Voricht  ded  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  Buenos-Ni#cs.)

Eine  transsaharische  Telegraphenlinie.

Die  französischen  Kolonialbehörden  befassen
sich  zur  Zeit  mit  dem  Projekt  einer  Telegraphenlinie,
  mittels  welcher  Algier  und  mithin  auch
Paris  mit  der  französischen  Besitzung  Senegal
verbunden  werden  soll.  Es  handelt  sich  in  erster
Stelle  darum,  die  bestehenden  Linien,  die  in
Beni-Abbes  und  Timmimun  ihre  Endpunkte
haben,  bis  zu  der  Ortschaft  Adrar,  welche
1200  km  von  der  Küste  entfernt  liegt,  auszudehnen.
  D  iie  eigentliche  transsaharische  Telegraphenlinie
  würde  im  letztgenannten  Ort  ihre
Anfangsstation  haben  und  über  eine  Distanz  von
1400  km  durch  die  Sahara  bis  Burem  am
Nigerfluß  weitergeführt  werden.  Besonders  schwierig
wird  die  Uberwachung  der  Linie  zwischen  Adrar
und  Timissao  sein,  zumal  die  Gegend,  durch
welche  der  Telegraph  geführt  werden  soll,  arm
an  Wasser,  aber  besonders  reich  an  nomadischen

Räuberbanden  (Tuaregs  und  dergl.)  ist.  Mit
Rücksicht  darauf  besteht  die  Absicht,  der  Linie

entlang  in  Entfernungen  von  80  bis  200  km
Militärposten  und  namentlich  kleinere  Verteidigungswerke
  zu  errichten,  die  mit  Geschützen  und
Handgranaten  bewaffnet  und  je  von  einer
Militärwache  in  Stärke  von  fünf  Mann  besetzt
werden  sollen.  Jeden  Morgen  werden  die  Posten
durch  einen  telephonischen  Auruf  kontrollieren,  ob
die  Leitung  ungestört  ist,  und  falls  dies  nicht  der  Fall
sein  sollte,  werden  von  den  in  Frage  kommenden
Posten  je  zwei  Mann  mit  dem  entsprechenden
Material  auf  Kamelen  sich  entgegengehen,  bis  der
Störungspunkt  entdeckt  ist.

Was  die  Strecke  Timmissav—Burem  anbetrifft,
  so  befindet  sich  diese  im  Hinblick  auf  die
Sicherheit  der  Linie  in  einer  erheblich  günstigeren

 

 

 

Lage  dadurch,  daß  die  Linie  durch  eine  Gegend

Fgeführt  wird,  wo  es  an  Wasser  und  Vegetation,

somit  auch  an  Ansiedlungen  nicht  mangelt.  Auf
dieser  Strecke  werden  Militärposten  in  Timianno,
JIn-Uzel  und  Telayet  vorgesehen.

Von  Burem  wird  die  Linie  in  westlicher
Richtung  nach  Timbuktu  und  weiter  nach  dem
Senegal,  der  Guineaküste  und  der  Elfenbeinküste
  abgezweigt,  und  in  östlicher  Richtung
über  Say  und  Zinder  nach  dem  Tschadsee.

Der  Telegraphendraht  soll  in  der  Luft  gespannt
  werden,  und  zwar  in  einer  Höhe  von
4½  m  von  der  Erdoberfläche,  damit  Kamele  und
ihre  Bereiter  unter  ihnen  passieren  können.  Die
Stützpunkte  werden  aus  stählernen  Pfählen  bestehen,
  die  sich  teleskopisch  zusammenlegen  lassen,
und  zwar,  um  deren  Transport  auf  Kamelen  bei
der  Errichtung  der  Linie  zu  erleichtern.

Die  Anlagekosten  werden  auf  rund  zwei
Millionen  Mark  geschätzt,  während  die  Tarifgebühren
  die  Höhe  von  40  Pfennig  für  jedes
Wort  nicht  übersteigen  werden.

Kupferbergwerhe  und  Eisenbahnbau  in  Südafrika.

Aus  Kapstadt  wird  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
  geschrieben:  Die  Entdeckung  von
ausgedehnten,  überaus  reichen  Erzlagerungen
(Kupfer,  Zink,  Gold  und  Silber)  in  den  inneren
Gebieten  Südafrikas  hat  auf  die  Ausgestaltung
des  Eisenbahnnetzes  einen  derartigen  Einfluß  ausgeübt,
  daß  sowohl  die  Regierung  wie  auch  die
wirtschaftlichen  Kreise  in  der  Kapkolonie  ihre
spezifischen,  lokalen  Interessen  dadurch  für  beeinträchtigt
  halten.  Die  Kap-Kairoeisenbahn  bringt
insofern  eine  Enttäuschung,  als  infolge  der  gelegentlich
  der  Vermessungsaufnahmen  namentlich
in  Nord-Rhodesien  entdeckten  Mineralreichtümer
des  Landes  entgegen  den  ursprünglichen  Projekten
  die  Linie  nunmehr  in  einer  Richtung  seitwärts
  von  der  Hauptlinie  weitergebant  werden
soll,  durch  die  künftighin  ein  bedeutender  Teil
des  Transitverkehrs  der  Kapkolonic  verloren  gehen
wird.

Bekanntlich  wurde  diese  Eisenbahn  bis  zu  den
Gruben  von  Brokenhill  vollendet;  es  besteht
nunmehr  die  Absicht,  die  Bahn  nach  Bwana-Mkubwa,
  180  km  nordwestlich  von  Brokenhill,
weiterzubanen,  weil  dort  reiche  Kupfererzlagerungen
entdeckt  worden  sind.  In  einer  Entfernung  von
320  km  nordwestlich  von  Bwana-Mkubwa  sind
aber  bei  Kanshanshi,  welches  etwa  30  km
südlich  von  der  Grenze  des  Kongostaates  liegt,
ebenfalls  Kupfergruben  entdeckt  worden,  so  daß
die  Abzweigung  der  Kap—  Kairo  bis  dorthin  weitergebaut
  werden  wird.
        <pb n="341" />
        W  267  20

Überhaupt  befinden  sich  im  Kafue-tal  noch
verschiedene  weniger  bekannte  Erzlagerungen,
u.  a.  die  sogenannten  Silver-king,  Sable-Antelope,
  Hippo-Rhino,  Charobie  und  True-Bluegruben,
  die  den  Interessensphären  der  Northern
Copper  Company  und  deren  Zweiggesellschaften:
Rhodesia  Copper  Company,  Rhodesia  Brokenhill
Development  Company  und  Kafue  Copper
Development  Company  angehören.

Eine  zweite  Gruppe  von  Kupferminen  liegt
im  Distrikte  Katanga  des  Kongostaates  in  der
Gebirgsgegend  zwischen  zwei  Nebenflüssen  des
Oberkongos,  der  Lualaba  und  der  Lufira.  Dieser
Komplex  von  Kupfergruben  wird  demnächst  von
der  anglo-belgischen  Minenbaugesellschaft:  Tanganyika
  Concessions  erschlossen  werden.  Mit  Rücksicht
  auf  diese  Erzlagerungen  ist  die  Minenbaugesellschaft
  bestrebt,  den  Bau  der  Eisenbahnlinie,
die  ihren  Terminus  in  Lobitobay  nördlich  von
Benguela  erhalten  wird,  möglichst  zu  beschleunigen.
Lobitobay  bietet  den  besonderen  Vorteil,  daß
es  einen  ausgezeichneten  natürlichen  Hafen  besitzt,
über  welchen  der  überseeische  Verkehr  zwischen
dem  Inneren  Afrikas  und  die  anderen  Weltteile
geführt  werden  könnte.  Die  Hauptinteressenten
der  Benguelaeisenbahn  werden  natürlich  auch
alles  aufbieten,  um  diese  Linie,  die  im  vergangenen
  Jahre  über  den  Gebirgsrand  der  Hochebene
  vollendet  worden  ist,  möglichst  bald  an  das
Eisenbahnnetz  von  Nord-Rhodesien  anzuknüpfen,
um  derart  die  Hauptstadt  von  Süd-Rhodesien

 

(Matabeleland),  Buluwayo  über  Lobitobay  mit
dem  Atlantischen  Ozean  zu  verbinden.

Schließlich  sei  die  Kupfergrube  von  Tsumeb
in  Deutsch-Südwestafrika  erwähnt,  welche  die
Veranlassung  zu  dem  Bau  der  sogenannten
Otavibahn  gewesen  ist.  Sollte  der  Bau  dieser
Linie  in  nordöstlicher  Richtung  und  weiter  östlich
fortgesetzt  werden  können,  und  zwar  mit  Überschreitung
  des  Okavangoflusses  bei  Andara  und
des  Kuandoflusses  bei  Kasungula  das  Zambesital
entlang,  so  würde  sie  bei  Livingstone  an  den
Victoriafällen  an  die  Kap-Kairobahn  angeschlossen
werden  können.

So  viel  ist  sicher,  daß  nach  der  Vollendung
der  Eisenbahnlinie  Lobitobay—Katanga—Brokenhill
  die  Entfernung  zwischen  Southampton  und
Johannesburg  mittels  dieser  Eisenbahn  ebenso
groß  sein  würde,  wie  die  Distanz  zwischen  diesen
Orten,  wenn  man  den  Weg  über  Kapstadt
nimmt.  Sollte  aber  das  Endziel  der  Reise  von
Southampton  Buluwayo  sein,  so  würde  diese
Stadt  über  Lobitobay  in  17  Tagen  und
18  Stunden  zu  erreichen  sein,  dagegen  aber  die
Reise  dorthin  über  Kapstadt  19  Tage  und
8  Stunden  in  Anspruch  nehmen.

Daß  die  Kapregierung  und  das  Parlament
der  Kapkolonie  sich  über  diese  Neugestaltung  der
Verkehrsverhältnisse  beunruhigen,  ist  erklärlich;
indessen  wird  es  ihnen  kaum  möglich  sein,  die
Entwicklung  der  Dinge  in  ihrem  natürlichen  Lauf
zu  hemmen.

 

Verschiedene  Mitteilungen.

KAllerhöchste  Kne#rhennungsschreiben  an  das
Rolonlal-  Wirtschaftliche  Komitee.
Der  Kaiser  und  das  Kolonial-Wirtschaftliche
  Komiteec.

Das  fortgesetzte  Interesse  Seiner  Majestät  des
Kaisers  an  den  Arbeiten  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  bekundet  neuerdings  das
folgende,  an  den  Vorüitzenden  des  Komitees  Karl
Fupf  gerichtete  Schreiben,  datiert  Berlin,  den
21.  Februar  1907:

„Ew.  Wohlgeboren  erwidere  ich  auf  die
gefällige  Zuschrift  vom  19.  Dezember  v.  Is.
ergebenst,  daß  ich  gerne  Gelegenheit  genommen
habe,  die  eingesandte  Schrift  „Die  Arbeit  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees  1896  bis
1906  nebst  dem  Wirtschaftsatlas  der  deutschen
Kolonien«  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  und
Könige  vorzulegen.  Allerhöchstdieselben  geruhten
mit  lebhaftem  Interesse  und  mit  dankbarer  Anerkennung
  davon  Kenntnis  zu  nehmen,  in  welch

 

wirksamer  Weise  das  genannte  Komitee  durch
seine  eifrige  Tätigkeit  an  der  Lösung  der  wichtigsten
  wirtschaftlichen  Fragen  der  Kolonien  und
an  der  Aufklärung  des  deutschen  Volkes  über
seinen  Kolonialbesitz  mitgearbeitet  hat.
Der  Geheime  Kabinettsrat.
In  Vertretung:
(gez.)  v.  Eisenhart.“
*#
Der  König  von  Sachsen  und  das  Kolonial=Wirtschaftliche
  Komitee.
Dem  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee  wurde
am  5.  März  d.  Is.  durch  den  Königlich  Sächsischen

Gesandten  Graf  Vitzthum  v.  Eckstaedt  das
folgende  Schreiben  des  Königs  von  Sachsen
überreicht:

„Das  zehnjährige  Bestehen  des  Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitees  gibt  Mir  Anlaß,  dem
Verein  in  Anerkennung  seiner  erfolg-
        <pb n="342" />
        W  268  20

reichen  Tätigkeit  bei  der  wirtschaftlichen
Erschließung  der  deutschen  Kolonien  auf  wissenschaftlicher
  Grundlage  Meinen  besten  Glückwunsch
  zum  Ausdruck  zu  bringen.

Gleich  den  früheren  Veröffentlichungen  habe
Ich  den  Mir  kürzlich  dargebotenen  „Wirtschafts-Atlas
  der  deutschen  Kolonien  nebst  den  Abhandlungen
  über  das  Wirken  des  Komitees
während  der  Jahre  1896  bis  1906  dankbar
entgegengenommen.

Es  gereicht  Mir  auch  zur  Frende,  daß  den
Bestrebungen  des  Vereins  seitens  der
wissenschaftlichen  Kreise,  des  Handels
und  der  Industrie  Meines  Landes  eine
rege  Teilnahme  entgegengebracht  wird.

Mit  lebhaftem  Interesse  und  mit  eifrigsten
Wünschen  werde  Ich  auch  ferner  die  nutzbringende
  und  patriotische  Tätigkeit  des  Komitees
  begleiten.

(gez.)  Friedrich  Angust.“

 

K#ausmännische  fiolonialpolltik.

Bei  dem  Liebesmahl,  das  der  Ostasiatische
Verein  in  Hamburg  am  2.  März  d.  Js.  veranstaltete,
  hielt  Kolonialdirektor  Dernburg  eine
Rede  über  das  Verhältnis  des  Kaufmanns  zur
Kolonialpolitik.  Seine  Erzellenz  führte  dabei
nach  dem  Bericht  der  Hamburger  Blätter  u.  a.
folgendes  aus:

„Ich  gebe  meiner  Genugtuung  Ausdruck,
in  einem  Kreise  zu  weilen,  deren  Mitglieder
ich  noch  heute  meine  Berufsgenossen  zu  nennen
stolz  bin.  Ich  bin  als  Kaufmann  auf  meinen
Posten  gestellt  worden,  um  über  kommerzielle
und  wirtschaftliche  Fragen  des  deutschen  Volkes
zu  wachen.  Das  kaufmännische  Element  betrachte
  ich  als  die  Wurzel  aller  Kraft,  ohne  die
eine  gedeihliche  Entwicklung  eines  Unternehmens
nicht  erfolgen  kann.  Ein  Kaufmann  muß  die
Dinge  einrichten  nach  dem  Gesetz  der  Zahl  und
der  Inventur.  Wir  Kaufleute  leben  nicht  in
einer  papierenen  Welt,  wo  man  mit  Zeitungsausschnitten
  operieren  kann.  Wir  müssen  am
Ende  des  Jahres  zeigen,  was  die  Inventur
  ergeben  hat  und  was  wir  geleistet
haben.  Manche  Angriffe  habe  ich  in  letzter
Zeit  unschuldig  über  mich  ergehen  lassen  müssen;
man  hat  mich  einen  phantasiebegabten  Mann
genannt,  aber  für  alle  Schmähungen  habe  ich
nur  ein  Lächeln  gehabt.  Man  brancht  aber
Phantasie  innerhalb  des  kaufmännischen  Lebens.
Neben  der  Inventur  ist  die  Phantasie  eine  der
wertvollsten  Ingredienzien  des  erfolgreichen  kaufmännischen
  Wirkens.  Phantasie  ist  erforderlich
bei  der  Disposition  zur  Verwendung  der  Waren,

 

zur  Ausnutzung  der  Chancen,  Phantasie  ist
notwendig  zur  Ausnutzung  der  Wasserkräfte  und
bei  Erbanung  von  großen  Eisenbahnen,  Phantasie
  gebrauchen  wir,  wenn  wir  die  uns  gehörenden
  großen  Flächen  nützlich  verwenden
wollen.  Wer  als  Kaufmann  ohne  Phantasie
arbeitet,  der  kann  ruhig  zu  Hause  bleiben.
Wer  nicht,  wie  wir,  sich  draußen  den  Wind  hart
um  die  Nase  wehen  lassen,  wer  niemals  im
Südwester  bei  sturmbewegter  See  auf  der
Kommandobrücke  gestanden  hat,  wer  nur  Papier
und  immer  wieder  nur  ein  Blatt  Papier  gelesen
  hat,  der  wird  das  nie  verstehen.  Wir,
die  wir  dranßen  waren,  wir  wissen  es.  Wir
Kaufleute  müssen  vorausschauen  auf  die  zukünftige
  Entwicklung.  Wir  müssen  heranziehen
die  Interessen  der  Heimat  und  müssen  erwecken
das  Interesse  des  Auslandes  für  das,  was  in
den  deutschen  Besitzungen  Wertvolles  liegt.
Deutschland  hat  große,  mächtige  Besitzungen,
  die  für  unseren  Handel  von
unschätzbarem  Werte  sind.  Meine  Herren,
das  zeige  ich  Ihnen  und  werde  es  Ihnen  zeigen.
Die  Inventur  muß  es  erweisen,  niemand  kann
ein  kaufmännisches  Geschäft  betreiben,  es  sei
denn,  daß  er  die  Mittel  prüft  und  einen  entsprechenden
  Aufwand  macht.  Darin  hat  es
bis  jetzt  in  Deutschland  für  unsere  Kolonien
gefehlt.  Wir  haben  den  Fehler  begangen,
daß  wir  ernten  wollten,  wo  noch  nicht
genug  gesät  war.  Es  ist  dasselbe,  als  ob  man
Dampsschiffslinien  gründen  wollte  ohne  Schiffe.

Ich  bin  der  festen  Überzeugung,  daß  wir,
wenn  wir  verständige  Aufwendungen  machen,
in  unseren  Kolonien  einen  Besitz  haben,  um
den  wir  von  mancher  Nation  beneidet  werden;
aber  immerhin,  nicht  nur  Phantasic,  sondern
auch  Optimismus  ist  etwas,  ohne  das  ein  Kanfmann
  kein  Geschäft  betreiben  kann.  Ich  bekenne
  mich  nicht  nur  als  phantasievollen  Mann,
sondern  bekenne  mich  auch  als  Optimisten  für
die  Zukunft  des  deutschen  Vaterlandes.  Sie
dürfen  nicht  an  der  Wasserkante  stehen  bleiben,
sondern  Sie  müssen  mir  helfen,  damit  jedermann
  versteht,  um  was  es  sich  handelt.  Sie
müssen  zeigen,  daß  Phantasie  und  Optimismus
Dinge  sind,  ohne  die  ein  Kaufmann  Schiffbruch
leidet.  Die  jungen  wie  die  älteren  Kaufleute
müssen  mir  helfen,  in  weitesten  Kreisen  zu  verbreiten,
  welche  Wichtigkeit  die  überseeischen
Beziehungen,  Kolonien  wie  überseeische  Absatzgebiete
  für  Deutschland  haben.  Ich  habe  keinen
Zweifel,  daß  die  Bewegung,  die  in  der  letzten
Zeit  unser  Volk  ergriffen  hat,  weiter  andauern
wird,  und  ich  werde  sie  schüren,  so  viel
ich  kann,  und  ich  habe  die  feste  UÜberzeugung,
daß  Sie  mir  helfen  werden.“
        <pb n="343" />
        W  269  20

Kolonial-Wirtschaftliches.

Der  Tropenpflanzer,  das  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  enthält  in  seinem
Märzheft  einen  Reisebericht  von  Dr.  F.R.  Schlechter
über  Ievca  brasiliensis  in  Singapore,  in  dem  die
neuesten  Kultur=  und  Erntebereitungsmethoden
dieser  wichtigen  Kautschukpflanze  besprochen  werden,
während  in  einem  Artikel  von  O.  Oehlerking
(Hannover)  der  gegenwärtige  Stand  der  sich  schnell
ausdehnenden  Kautschukkultur  Deutsch-Ostafrikas
geschildert  wird.  Ein  Artikel  von  Wollenburg
(Berlin)  bespricht  die  Baumwollanbauversuche  in
Britisch-Zentralafrika,  während  Zwingenberger
(Deutsch-Neu-Guinea)  am  Kakaobau  die  Wichtigkeit
  der  Vermehrung  und  weiteren  Ausgestaltung
der  Versuchsplantagen  erweist.  Das  Gedeihen
der  Trockenheit  liebenden  Agaven  in  sumpfigem
und  salzigem  Gelände  gibt  Dr.  Vageler  (Staßfurt)
  Gelegenheit  zu  einer  biologischen  Betrachtung.
Außerdem  bringt  das  Heft  einen  Bericht  über  die
Landwirtschaftliche  Ausstellung  in  Togo  und  Auszüge
  aus  den  Jahresberichten  kolonialer  Gesellschaften.


 

Citeratur.

Professor  Dr.  C.  Velton:  Prosa  und  Poesie
der  Snaheli,  Berlin  1907.  Im  Selbstverlag
des  Verfassers.  Durch  den  Verfasser,  Dorotheenstraße
  6,  zu  beziehen.  Preis  7,50  Mk.“

Bei  allen  Kolonisationsversuchen,  bei  allen
Bestrebungen,  eine  Rasse  durch  eine  andere  zu
heben,  handelt  es  sich  in  letzter  Linie  um  völkerbsychologische
  Probleme.  Denn  das  zu  koloniüerende
  Gebiet  mag  noch  so  fruchtbar,  noch  so
geeignet  für  Ansiedlungen  sein,  ohne  intensive
Heranziehung  und  Nutzbarmachung  der  in  den

ingeborenen  liegenden  Kräfte  ist  die  Verpflan-##g

  einer  höheren  Kultur  auf  sie  nicht  möglich.

Algemein  wird  deshalb  bei  Kolonisationen

als  erstes  Erfordernis  eine  genaue  Kenntnis

der  Aulagen  und  Fähigkeiten,  der  Sitten,

Gebräuche  und  Eigentümlichkeiten  der  fremden

¾  kultivierennen  Rassen  bezeichnet,  um  auf

urker  Basis  Mittel  und  Wege  zu  ihrer  Fortent-WMilung

  zu  finden.  Nur  wenige  Kolonialbeamte

paben  aber  vor  ihrer  praktischen  Tätigkeit  in  den

ihr  onien  Zeit  und  Gelegenheit  genug  gehabt,
ihren  Blick  für  ethnische  Kulturprobleme  so  zu
schulen,  daß  sie  sich  lediglich  aus  dem,  was  ihnen
draußen  ihr  Auge  übermittelt,  genügendes  Verständnis
  für  alle  auftauchenden  Fragen  verschaffen
können.  Als  Bevorzugte  dürfen  schon  diejenigen
gelten,  die  sich  die  Eingeborenensprachen  ihrer
erbeitsgebiete  in  dem  Maße  haben  aneignen

*  S.  Anzeige  in  Nr.  4,  S.  188.

 

können,  daß  sie  sich  auf  Grund  ihrer  sprachlichen
Kennmisse  ein  Bild  von  der  erreichten  und  erreichbaren
  Kulturhöhe  eines  Naturvolkes  machen
und  erfolgreich  für  dessen  Fortentwicklung  wirken
können.  Dabei  ist  dieser  Weg  immer  noch  der
bei  weitem  einfachere.  In  der  Theorie  wird
auch  allgemein  der  Grundsatz  vertreten,  jeder
Kolonialbeamte  müsse  deshalb  die  Eingeborenensprache
  beherrschen.  Der  praktischen  Verwirklichung
  dieses  Grundsatzes  stehen  aber  erhebliche
Schwierigkeiten  entgegen.  Abgesehen  davon,  daß
es  vielfach  überhaupt  noch  an  geeigneten  Hilfsmitteln
  zur  Erlernung  der  elementarsten  Kenntnisse
  der  Kolonialsprachen  fehlt,  übermitteln  die
vorhandenen  Lehrbücher  vielfach  nur  das  rein
Philologische  der  Sprachen,  ohne  den  Lernenden
zugleich  in  ihren  Geist,  in  ihren  eigentlichen  Gehalt
  einzuführen.  Um  so  erfreulicher  ist  das  neue
Veltensche  Buch  zu  begrüßen.  Schon  in  seiner
„Praktischen  Snaheligrammatik“  (II.  Aufl.  1905)
war  der  verdienstvolle  Verfasser  dazu  übergegangen,
durch  Einführung  von  Gesprächen,  Gerichtsverhandlungen
  usw.  dem  Suaheli  Lernenden  zugleich
Einblicke  in  die  Psychologie,  die  Fähigkeiten  und
Anlagen  des  Suaheli  sprechenden  Negers  zu  gewähren.
  Denn  trotz  der  großen  Mannigfaltigkeit
der  in  Deutsch-Ostafrika  gesprochenen  Idiome  gibt
das  Suaheli  als  die  allgemeine  Verkehrssprache
ein  gutes  Bild  des  inneren  Lebens,  des  Fühlens
und  Denkens  jener  Kindervölker.  Als  die  Sprache
der  gebildeteren  Watu  wa  mrima  im  Gegensatz
äu  den  anderen  Sprachen  als  denen  der  Washeni,
der  „Wilden“  spiegelt  sie  die  angenblickliche  Höhe
der  Eingeborenenkultur  und  Bildung  am  klarsten
wieder.  In  seinem  neuesten  Werk  hat  Prof.  V.  den
in  seiner  Grammatik  nur  angedeuteten  Gedanken
weiter  entwickelt  und  ihn  dem  Werke  seiner  ganzen
Anlage  nach  ausschließlich  zugrunde  gelegt.  Auf
443  Seiten  wird  dem  Snaheli  Lernenden,  für
den  das  Buch  in  erster  Linie  bestimmt  ist,  eine
reiche  Auswahl  von  Erzählungen,  Gesprächen,
geschichtlichen  Berichten  aus  früheren  Zeiten  und
aus  der  Gegenwart,  von  Sprichwörtern,  Rätseln,
Gedichten,  Liedern  usw.  der  Snaheli  geboten.
Freilich  wird  auch  derjenige,  der  das  Suaheli
grammatikalisch  korrekt  spricht,  auf  manche  sprachliche
  Schwierigkeit  stoßen.  Der  gesamte  Inhalt
des  Buches  ist  von  dem  Verfasser  so  wiedergegeben,
  wie  er  ihn  von  seinen  Gewährsmännern
gesammelt  hat,  die,  aus  allen  Hauptorten  der  ostafrikanischen
  Küste  stammend,  in  ihrer  Ausdrucksweise
  die  Eigentümlichkeiten  ihrer  Beczirke  nicht
verleugnet  haben.  Gerade  hierdurch  wird  dem
Studierenden  aber  Gelegenheit  geboten,  die  Psychologie,
  den  inneren  Bau  dieser  Sprache  sowie  die
Variationslust  der  Eingeborenen  kennen  zu  lernen,
die  manche  interessante  Schlußfolgerung  auf  deren
        <pb n="344" />
        W  270  2

Veranlagung  und  Fähigkeiten  gestatten.  Auch
der  Anfänger  im  Suaheli  wird  beim  gewissenhaften
  Studium  derartige  „Entdeckungen“  machen
können,  denn  jedes  schwierige  Wort,  jede  verwickelte
  Konstruktion,  jede  wichtige  Frage  der
Syntax  findet  in  zahlreichen  Fußnoten  die  sorgfältigste
  Erklärung,  so  daß  ihm  die  Lektüre  dieses
Buches  möglich  ist.

Die  ständig  wachsende  Erkenntnis  von  der
Notwendigkeit  der  Beherrschung  der  Kolonialsprachen,
  eine  Erkenntnis,  die  in  Tanga  zur  Einführung
  besonderer  Suahelikurse  für  die  Beamten
geführt  hat,  läßt  erhoffen,  daß  derartige  Hilfsmittel
  wie  das  Veltensche  Werk  als  wirklich  zeitgemäß
  erkannt  und  in  dem  verdienten  Umfang
gewürdigt  werden.  Der  reiche  Inhalt  des  Buches,
dessen  Zusammenstellung  viel  Arbeit  und  Mühe
bezeugt,  wird  jedem  Leser  reichliche  Anregung
und  Genuß  gewähren.

 

Literotur-Verzeichnis.

(Aue  eingegangenen  Bucher  werden  In  dielem  Teile  aulgeführt.  Besondere
Besprechung  erfolgt  nach  diesseingem  Ermessen.  Rücklendung  der  eingegangenen
cher  sindet  unler  keinen  Umständen  Kan.)

?.  A.  Mleintitschen:  Die  Küstenbewohner  der  Gazelle-Halbinsel
  (Neupommern  —  deutsche  Südsee),  ihre
Sitten  und  Gebräuche.  Mit  vielen  Abbildungen  und
zwei  Karten.  Verlag  Herz-Jesu-Missionshaus  Oiltrup
bei  Münster  (in  Westfalen!.

—

 

Koloniale  Dreßstimmen.
(In  dieser  Rubrik  sollen  gelegemlich  bemerkenswerte  Auß  kungen
##  Presse  über  zeb  L  e  aeirs  aun  ohne
daß  die  Redaktion  des  Stellung  zu  dem
1-  nda

Das  Johannesburger  holländisch  geschriebene
Blatt  „De  Transvaaler“  bringt  einen  bemerkenswerten
  Aufsatz  über  Deutsch-Südwestafrika.

„Der  dortige  Krieg“",  sagt  das  Blatt,  „war  notwendig.
  Uber  kurz  oder  lang  wäre  er  gekommen.  Daß
die  Kosten  des  Krieges  so  bedeutend  gewesen  sind,  ist  zu
bedauern,  aber  aus  dem  Kricge  wird  Damaraland
als  ein  ganz  neues  Land  hervorgehen,  als  ein
Land  von  großen  Möglichkeiten  und  u  nleugbarer  Zukunft.
  Es  wird  das  erste  Land  in  Südafrika  werden,
das  man  A  white  man's  coume#  wird  nennen  können.
Es  wird  ein  Land  der  Weißen  und  für  die  Weißen
werden,  worin  der  Farbige  die  ihm  zukommende  Stellung
einzunehmen  hat,  während  in  den  britischen  Kolonien
Südafrikas  die  Eingeborenenfrage  mit  jedem  Jahre  ein
schwierigeres  und  gefährlicheres  Problem  bildet.  Vor  dem
Kriege  saßen  in  Deutsch-Südwest  die  Hererohäuptlinge
und  Hottentottenkapitäne  an  den  Wasserstellen  und  in
den  fruchtbaren  Tälern  und  blickten  mit  Verachtung  auf
den  weißen  Ansiedler,  der  unter  harter  Arbeit,  fern  von
den  Wasserstellen,  dem  steinigen  Voden  auf  den  Hügeln
einen  kargen  Lebensunterhalt  abzuringen  suchte.  Heute
ist  das  alles  anders.  Die  Eingeborenen  haben  ihre  ungeheuren
  Privilegien  in  frevelhafter  Weise  verscherzt,  und
das  reiche  Land  ist  endlich  reif  geworden  für  eine  aus-Kiebige
  Besiedlung  durch  Weiße.  Auch  im  politischen
Sinne  ist  es  der  wachsenden  Kafferngefahr  gegenüber  für
die  Zukunft  Südafrikas  von  Krößter  Wichtigkeit,  daß
wenigstens  ein  wirklich  weißer  Staat  auf  unserem
Kontinent  entsteht.“

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  binter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

—  17/2.  Kapstadt.
Numea  12/2.  —  21/2.  Melbourne  6,3.

—  9/3.  Sydney.

—  19/2.  Lindi  26/2.  —  26/2.  Mikindani  28/2.  —

S.  M.  S.  „Bussard“  Lourenco  11/2.
S.  M.  S.  „Condor“
S.  M.  S.  „Planct“.  Manila  12/2.  —  17/2.  Hongkong.
S.  M.  S.  „Seeadler“  Daressalam  18/2
1/3.  Daressalam.
S.  M.  S.  „Sperber“

Duala  16/2.  —  16/2.  Viktoria  19/2.  —  27/2.  Swakopmund  27/2.  —

2/3.  Lüderitzbucht  8/3.  —  Saldanuahbucht.
Ablösungstransporte:

Fahrplaumäßiger  Reichspostdampser  „Barbarossa“  des  Norddeutschen  Lloyd

Besatzung  S.  M.  S.  „Planet"“
Transportführer:

mit  der  abgelösten

Oberlentnant  zur  See  Schweppe.

Port  Said  8/2.  —  1.  Neapel  13/2.  —  14/2.  Genna  15/2.  —  22/2.  Southampton  22/2.—
24/2.  Antwerpen  27/2.  —  1/3.  Bremerhaven.

Fahrplanmäßiger  Keichspostdampfer  „Vorck“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  Ablösung  für  S.  M.

.„Condor

Transportführer:

Bremerhaven  20/2.
1/3.

Oberleutnant  zur  See  v.  Mohl.
—  22/2.  Antwerpen  24/2.  —  28/2.  Gibraltar  28/2.  —
Neapel  5/3.  —  8/J3.  Port  Said  8/3.  —  Suez.
        <pb n="345" />
        In  Longji  (Kamerun)  ist  am  1.  Jannar  1907
deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ansgabe

Briefsendungen  erstreckt.

Die  Postagentur  in  Jannde  (Kamerunn)  ist  ermächtigt  worden,

W  271  20

Verkehrs-Nachrichten.

eine  Postagentur
von  gewöhnlichen

um

Nachnahmedienst  sowie  am  Zeitungsdienst  teilzunehmen.

eingerichtet  worden,
und  eingeschriebenen

Postanweisungs=  und

Posteamyfschifsperbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  März  1907.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen


Die  Abfahrt  erfolgt

am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Uberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

 

 

Neapel  28.  Närz  Friedrich=  Withelme-(deutsche
  Schiffe)  afen  38  Tage
·  Simpsonhassut  41  Tage
1.  Deutsch-·  Neuguinea.  Brindisi  7.  April  Simpsonhafen  38  Tage
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage
2.  .  Gen  1.  April  Mombasa  O  20  Tage
deutsch-Ostafriha.  “  u  an,  l  S
Ums-?  Muausa  und  kehel.  0,  18.  Ma  Mombasa  O  16  Tage
nhhr7  e  e  Schife)
be  t  i  Derus  auda.  Marseille  10.  jedes  Monats  Mombasa  O  17  Tage
bahn  und  von  Brindisi  17.  März  Mombasa  O  18  Tage
S  den  Bestim-  3  s  Tage
—  (engl.  Schiffe)
18.  März  Tanga  17  Tage
H)  9  Tang  ag
nach  gerretanllencnt,  0  siur  -⅛  chlffe)

Fiuch  Fertg
a,  Pangami
MWastl  on  zu  elc  angan,

*  ach  Deuch-  Htasrt  ..

(ausschl.  d  ter  a  und
Uenamiken  Vostorn  à

——

b

a  —  Schife)
Neapel
(deutsche  Schiffe)

(beutsche  Schiffe)
Marseille

Brindisi
(engl.  Schiffe)

1.  April
18.  März
1.  April

10.  jedes  Monats

17.  März

Tanga  21  Tage

Daressalam  17  Tage

Daressalam  23  Tage
Zanzibar  18  Tage
(##nk  Zanzlbar  unsinenen
lss  öö  d
Dare-  d  tch(  ouberneddnn
  in  6  Stund.)
Zanzibar  20  T
na  cch  Daressalam  welter
mit  nächster  Gelegenheit

26.  März  5.  April
10  abds.

1%
1

1

30.  März

0  abds.

8.  jed.  Mts.  9/0  abds.
15.  März  10  abds.
#16.  30.  Mörz

I  10  3  abds.

30.  März

16  abds.

8.  jed.  Mts.  107  abds.

15.  März  10  5  abds.

 

3.  Kamerun.
tach  Bamenda,  Banjo
a.  Campo,
Johann=Lol

  Lomie,
Plamtation,  Viktoria

5)  nach  Rio  del  Rey.

bpür-  Bipindihof.  lo
Bue  Duala.  Ebolonkemdoor.


ko,  Kribi,
Longli.

nach  dem  Tschadsee-Gebiet

(Garna,  Kussert)

nach  Osstvinge

e)  nach  Molundu

Hamburg

Boulogne

Liverpool
Liverpool

Hamburg
Liverpool
Liverpool

Antwerpen

Vordeaur

 

10.  24.  jed.  Mts.

11.  jedes  Monats

fur  Mer
(deutsche  Schlffe)

jeden

238.  März

23.  März

6.  April
21.  jedes  Monats
Sonnabend

jeden

Sonnabend

Monats

25.  jedes

Viktoria  19,  23  Tage
Duala  20,  23  Tage
Rribi  20  Tage

Viktoria  18  Tage

Viktoria  25  Tage
Duala  26  Tage
Rio  del  Rey  33—31  Tage
Forcados  17  Tage
von  dort  welter  über
Lokodla—hola

Calabar  19  Tage

von  dert  welter  über  —
bis  O  supinge  Großfluß)
Matad  —20  Te

von  da  kh  än  mit  r  E  f
dann  mit  Aus-dumpfem  auf
un

 

"1
|

.  23.  jed.  Mts.  712  oms.

10.  jed.  Mts.  12  58  nachm.

21.  Ba  10  abds.
4.  Apr

10%  ose.
23.  jed.  Mts.  7  1  abds.

jeden  Donnerstag
10#  abds.

jeden  Donnerstag
0½  abds.

27.  März  1235  nachm.

28.  jed.  Mts.  107  abds.

 

ngsg  dihl  d  De
        <pb n="346" />
        W  272  20
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Southampton  30.  März  Kapstadt  17  29.  März  11  2  abds.
4.  Deutsch-Südwestafrika.  F  von  dort  3  4  nächster  "F
egen
"  hach  Aaz  e  uuli⅝  Hamburg  106.  25.  März  Swakopmund  22  bis.  15.  24.  März
"  mutin,  anis=  Hobewarr=  25  Tage  7½  abds.
Jakalswater,  Karibtb.  Kub.  "  —  ..  ,
Kitbaö,Maltahöhc  Jkauchag  Antwerpen  21.  März  Swakopmund  20  Tage0.  März  1255  ums.
Lüahamsa.  Okaflse.  D  (deuische  Schiffe)
alhe,  Omaruru.  D  22.  März  Swakopmund  19  Tage21.  März  12  55  ums
“  arenon  o,  Tover  .März;  *  V.
Lasho,  isttfge  0  Loche  (deuische  Schiffe)  6.  M  *
Swalopmmd)  outhampton  16.  März  6.  April  Swakopmund  25  und  15.  pril
bdsn  Waterberg.  22  Tage
5)  Swakopmund  25  Tage  22.  65½  •  oms.

b)  1  Luderitzbucht.  Kubub,
anien,  Hafuͤur.  Keet

ethe  oob
e)  nach  Rumanedrift.  Warnibad,

  Kalkfontein  (Sũd).

h  nach  Ukamas

Southampton  23.  März
Southampton  16.  23.
6.  A

März
pril
Antwerpen  41.  Mars
(dentsche  Schiffe)
Dover  22.  März
(deutsche  Schiffe)

Southampton.  30.  März

Hamburg  10.  25.  März

Southampton  16.  30.  März

Sonthampton  jeden  Sonnabend

Lüderitzbucht  22  u.  27  Tg.
Lüderitzbucht  22  Tage
Lüderitzbucht  21  Tage

Mapstadt  17  Tage

welter  mit  mächster

Ven  dorh  n.  vol.  ritzbucht

Lüderitzbucht  32.27  und
24  Tage

Kapitadt  %%  Ta

n  dort  weiter  9  dem
honre  si  Steinkopf
Napstadt  17  T
von  dort  weiter  mit  der
Eisenbahn  bis  #pnton
und  denne  du  K0,  0  otenpost

na

15.
1
20.  Nars-  P.,  ums.

22.  Vatʒ  5.  April
12

21.  März  1255  ums.
29.  März  11  2  oms.
15.  24.  März

7#abd

15.  29.  März
11  oms.

Freitag  11  24  vms.

 

5.  den  Narolinen,  Palau-Inseln.
  Marianen.

E  Neapel  11.  April
(deutsche  Schitfe)

Auf  Verlangen  des  Absenders  werder

Saipan  42  Tage
Ponape  50  Tage

Briefsendungen  nach  den

o  38  Tage

9.  April  1035  abds.

Narianen  auch  über  Japan

 

 

 

 

 

 

geleitet;  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.
6.  Marshall-Inseln.  Neapel  11.  29.  April  Jaluit  58  Tage  9.  27.  April  10  5°  abds.
(deutsche  Schiffe).
achn  i#l0  28.  März  Tüngtau  32  Tage  20.  März  10  abds.
*  Brindisi  jeden  Sonntag  Tsingtau  33.—36  Tage  sseden  Freitag  10  35  abds.
5.  Klautschou.  (engl.  Schiffe)  65  v77  -7
Marseille  17.  31.  März  Tsingtau  36  Tage  15.  29.  März
(franz.  Schiffe)  «  »  107  abds.
#Liverpool  ö.  April  Tsingtau  31  Tage  4.  April  8½  oms.
HOamburg  I.  11.  17.  24.  ied.  Mi#.Lome  19,  17,23,  21  Tage'  10.  16.  23.  31.  März
I7#  abds
Bremen  3.  April  Lome  17  Tage  2.  April  90  00%
Hamburg  10.  jedes  Monats-  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  90  v
Voulogne  s  *  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  127  unss.
(beutsche  Schiff
8.  Togo.  Spr  21.  jedes  Monats  Lome  18  Tage  20.  jed.  Mts.  90  abds.
(deutsche  Schisse)
7  Marseille  12.  jedes  Monats  Goton  lou  19  Tage  10.  jed.  Mts.  10  abds.
on  da  ab  Landihhendung
*  Bordeaur  235.  jedes  Monats  Cotonen  14  Tage  23.  jed.  Mts.  107  abds.
von  da  ab  Kandbegeendung
7Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  15  Tage  Donnerstag  986  abds.
von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tage
20.  Mär:
9.  Somoa.  Queenstown  31.  März  Apia  25  Tage  20.  Närz

112  oms.

 

)  Den  durch  #  bezeichneten  Schisfsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="347" />
        W  273  20

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

—
Von  Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Von  Sanbunge.  Die  Post  it  fällig
afen  in  Verlin  am  hafen  in  Berlin  am
—  —  —  —
d  ·.  Hamburg  S.  März
entsch:  Marseille.  4.  April  Kamerun  Southampton  30*.  März
sch  Nenguinea  Neapel.  10.  April  Plymouth  29.  März

Neapel  .  .  Maria-un
d  enr  2  Rür  2°  April  Marshall-Inseln
entsch-Ostafeiha  Vrindisi  #  6|7  il  its
Marseille  2.  |  Me
Brindfsif#  *’brÖE
KNiautschen
deutsch  Südwestafrika
1  Antwerpen.  .  30.  Mär;
erdl.  Teil  d.  Schutzgeb.  m  .  19.  Mär;  Samon
in  amptor  24.  Mär;  7.  April
uͤdl.  Teil  des  Schubgeb.  Southamhpton  21.  März  7.  April  Cogo

 

 

den  Karolinen,  I

Veapel  ..  2nn.  März

Neapel.  277.  März
Brindisi  .  23.  März  4  April!
Marseille..  21.  März  4.  April
Liverpool

(162  9  Wr  Vahcouv.
Plymouth  od.  1  227.  26.  28.
Queenstown

Queenstown
od.  Plymouth

Sonthanwton  25
Damburg  9’.  23

*  J.  März

"·’  26.  März  15.  April
:30.  jed.  Mts.
März.

 

Fälligleitstage  für  die  mit  deutschen  Schifien  eintreifenden  Posten.

 

—
S

und  West  und  Südwestafrika.

 

—Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Damburg

Lepte  Nachrichten

 

 

    

  

  

Postdampier  —-von
  nach  bis  12.  März  1907.
—  .  Lamburg  itderitwbucht  am  5.  Marz  ab  Las  Palmas.
-Alinend  oermam  Duala  amburg  am  *  März  in  Lagos.
-Anna  Woerm  4  Kapstadt  nt  am  #.  März  in  Swatopmund.
„Ascan  eeermnn  »  Hamburg  Calabar  am  .  März  Ouessan  bassiert.
„Carl  oermann  Mossamede  Hamburn  am  6.  März  ab  2  Palmas.
Eduard  mann  Accra  Lamburg  am  10.  sl  in  Hamburg.
„Eduard  Deüen  *7  Swakopmund  Kapstadt  am  3.  März  in  Kapitadt.
„Elconore  zoermamn  Hamburg.  Lüderipbucht  am  12.  Män-  Curhaven  passiert.
Ella  Woersoermam  Hamburg.  Duala  am  11.  März;  ab  Boulogne.
Emilie  Wenan  ur  Lambura  Assinie  am  4.  März  in  Assinic.
„Erich  Wochermann  Hamdurg.  Calabar  am  2.  März  in  Lagos.
„Erna  Woerm  zn.“z  Hamburg.  Mossamedes  am  26.  Februar  in  Mossamedes.
.Ernt  Woermann,,  Lüderitzbucht  Hamburg  am  1.  März  ab  Swakopmund.
„Gertrud  W#0eium  Hamburg  Duala  am  20.  Februar  in  Duala.
.Greichen  Vo  bllanm  -  Lüderipbucht  Hamburg  am  l.  März  in  Swakopmund.
Hans  Worhlen  »  Hamburg  Assinie  am  11.  März  in  Maaßluis.
„Hedwig  W  en  »  Duala  Hamburg  ani  11.  März  ab  Madeira.
Hlen  Woerm  ann#  Asfinie  Hamburg  am  9.  März  in  Lamburg.
Henriette  Woermann-  Hamburg  Notonon  am  10.  März  ab  Las  Palmas.
„Jrma  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  11.  März  in  Antwerpen.
„Jeannette  echtani  «  Burutu  Hamburg  am  Mär;  in  Hamburg.
.  urt  Woerma  aun  Hamburg  Accra  am  8.  März  in  Selkondi.
Fili  Woermann  Hamburg  BVurutu  am  2.  März  in  Las  Palmas.
„Vinda  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  7*7.  März  ab  Lagos.
Lothar  Bohlen=  Nio  Nuncz  HLamburg  am  1.  März  in  Conakry.
urie  Woermann-  Hamburg  Burutu  am  3.  März  ab  Lars  Palmag.
-zuln  eten  «.,  uala  Ham  nurg  am  13.  Januar  in  Lomc.
—8  Joermanne  Lamburg  Lüderipbucht  am  10.  Marz  in  Swalopmund.
#  an  Loermann“  Accra  Hamburg  ani  8.  März  ab  Sierra  Leone.
kelita  Bohlen“  Lamburg  Duala  am  28.  Februar  Dover  passiert.
vrro  wnverak  Hamburg  Assinie  am  10.  März  in  Dakar.
Laul.  Woermann“.  -  Rio  Nune;  am  9.  März  in  Madeira.
rofeisor  Perimm  *  p—  Hamburg  am  9.  März  in  Dalar
„TIhella  Bohl  in  nsrhae  Nordamerila  zur  Zeit  in  Bremerhaven.
„Frieda  nahenn..  Kotor  Hamburg  am  2.  März  in  Lagos.
„Arnold  Amsinck“  Ko  tonam  Hamburg.  am  5F.  März  in  Lome.
Hamburg  Mossamedes  am  7.  März  in  Sao  Thom".
        <pb n="348" />
        W  274  2d

Anzeigen.

 

*  S  □

Inserate  ünd  an  die  Geschäftaftelle  des.

Demichen  Kolonialblalnes.  Berlin  SW.  G.  Kochstraße  68.  71,  einzusenden.  —

–

 

Bekanntmachung.

In  das  hiesige  Handeleregister  A
ist  heute  unter  der  Nr.  41  die  ofsfene
Handelgesellschaft

E.  &amp;amp;  L.  Rascher  &amp;amp;  Co.

in  Swakopmund
eingetragen  worden.

Gesellschafter  sind:

1.  der  Kaufmann  Ernst  Louio  Nascher
in  Swakopmund,
2.  der  Kaufmann  Louis  Heury  George

Rascher  in  Swakopmund
3.  der  Kaufmann  August  Karl  Heinrich

Louis)  Nascher  in  Swakopmund,

der  Kaufmann  Ernst  Gottfried

Schurider  in  Hamburg.

Jeder  der  Gesellschafter  ist  zur  Vertretung
  berechtigt.  )

Swakopmund,  den  11.  Februar  1007.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

gez.  Kühnast.

 

Aufgebot.
Die  Kolonialgesellschaft  Neu-Gninea-Kompagnie
  zu  Berlin  hat  beantragt,
für  das  ihr  gehörige  Grundstück  am
Aleriohafen  mit  folgenden  Grenzen:
im  Osten:  der  Strand  von  der  Mündung
  des  soasfes  Gabas  bis  zum
Kap

im  Süden:  der  Ne#n  ishajen  vom  Map

Barschtsch  bis  zur  Grenze  des
Grundstückes  der  Katholischen
Mission  vom  Heiligen  Geiste,

1000  M  (undeinwat  mit  ihr  zusammenfallend,


im  Westen:  umbiegend  S8  N.  7305  „
Azimut  rechtweisend  159  51°,  sodann
  3627  iu  Azimut  178.207,

im  Norden:  4511  m  O.  W.  bio  zur
Mündung  des  Flusses  Gabas

mit  Ausnahme  der  in  dem  genannten
GGrundstück  liegenden  Eingeborenen-Reservate,
  Größe  I775  hu  20  a  18  m
ein  Grundbuchblatt  anzulegen.

Gemäß  §  11  der  Kaiserlichen  Verordnung
  vom  21.  November  1902  werden
alle  die,  welche  das  Eigenmum  oder  ein
anderes  zur  Eintragung  in  das  Grundbuch
  geeignetes  Necht  an  dem  Grundstück
  in  Anspruch  nehmen,  ausgefordert.
ihre  Necht#e  und  Ansprüche  spätesteno
in  dem  auf  den
1.  Juni  1907,  vormitt.  8  Uhr,
bestimmten  Termin  bei  dem  unterzeich
neten  Bezirksrichter  anzumelden  und
glaubhaft  zu  machen,  widrigenfallo  die
Anlegung  des  Grundbuchblaues  ohne
Rücksicht  auf  ihre  Rechte  und  Ansprüche
erfolgen  wird.

Friedrich-Wilhelmshafen,

den  11.  Januar  1906.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Nn
L

Da  beut  der  Rhein  sein
Gold
r#u————.

Fohnlein  &amp;amp;  G.  Schierstein  (Kheinqgao)

 

 

 

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wu  ie  Unltersuchuntk  und  Neltandsnr.  Ausführliches  im  Prospekt#  217
rutur:  Dr.  mei.  Ma  ##ch,  llerz-  u.  Nerrenlelden  u.  Ihre  Behandlunkg  mit
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Festellen.  hölzernen  und  eisernen  de

 

 

vorgeschrieben.  (Ulna
R'dort-Berin,  Uunner  wuhaussce  47.2
H.  Cohn,  farbenwerke,  rr  α

Beaste  Referenzen.  Cegr.  Worlitz  1796.

 

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Aktlengesellschaft  für  Felnmechanlk

 

 

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        <pb n="349" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Zfrikka  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Kbteilung  des  Kuswärtigen  Kmts

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  April  1907.  nummer  7.

 

7  Zeitschrift“  Escheint  in  der  Rege  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Belhefte.  ihcigelugt  die  mindeßcus
a  vlerici  ährut  ich  erschcinenden  litteilungen  ans  den  dentschen  Sehntzgelictehl  he  jrtr  Dr.  min-Posi

  Drtcll  lnltchc  Abonncmcntspms  für  das  Kolonialblati  mit  den  Beiheften  beträgt  o  n  c.r  ausd

—  rddr  dien  Bihhtenbinmen  Mrl.  r*  direkt  unter  Ereifbah  durch  die  tühhr  Mk.  4—  chland  Schpe

sid  eulschen  Schungebiete  und  Osterreich  Ungarn,  Mk.  5.—  für  die  Länder  weswe  iunient  rts-  Anfragen

#d  an  die  Königliche  Ksoeltaheansterer  von  Ernss  Nrelt  Mae  ernde  Scheln  ssct  es.  Kochstraße  68—71,  zu  richien.

 

A  In  nhalt:  Amtlicher  Teil:  Urlunde,  beir.  die  Suftung  einer  Denkmünze  für  die  an  der  Niederwerfung  der
#ufstände  in  Südwestafrila  beteiligt  gewesenen  deurschen  Streitkräfte.  Vom  19.  März  1907  S.  275.  Lerfügung  des
auech-  nzere,  beir.  die  Einführung  dunkel  gesärbter  Degen=  und  Säbelscheiden  für  die  Schutztruppen.  Vom  2.  Mär;

.  .  Veriügung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-  Abteilung,  betr.  Erteilung  einer  Sonderberechtigung  aui

Bergbau.  Vom  19.  Februar  1907  S.  2800.  —  Verordnung  des  Gouverneur=  von  Deutsch-  Südwestafrila.
S##lbandernn  des  Folltarifs.  Vom  13.  Februar  1907  S.  280.  —  Verordnung  des  Gounverneurs  von  '  Dentschmachue)
  afrika,  betr.  die  Auchoerkollung  der  Waren  des  freien  Verkehrs.  Vom  3.  Februar  1907  S.  280.  —  Belanntvom
  np  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  Ausnahme  von  dem  Verbot  des  Fischens  mit  Sprengstoffen.

Zeczember  1905  S.  282.  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  81  S.  283  ff

Nichtamtlicher  Teil:  Personal  Nachrichten  —.  285.  —  Patriotische  Gaben  S.  285.

Leutsch-  Neuguinca:  Die  Palau=  Juseln  S.  266.
Trutsch-Ostafrika:  Tsetse  Immunisierungsversuche  in  Deutsch-Ostafrika  S.  290.  —  Vom  Bahnbau  Daressalam-M.

  —  .
Mtlowftslo  -  2  —  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiet  Deutsch-  Ostafrika  im  dritten  Viertel
56  H#  vs.  Nachweisung  der  Brutto=  Einnahmen  der  Zollverwaltung  im  Monat  Dezember  1906  S.  302.
r•  2  Hinter-  Togo  S.  302.  UÜbersicht  über  die  Bewegung  des  Handels.  des  S  Schnteet  Togo  im  zweiten
Viertel  des  enderjahres  5n  B  eiche  Vorjahres  S.  302
Samoa:  Aus  vchnnt.  1  00  im  Vergleich  mit  dem  gleichen  zeitraum  des  Vo  jahre:
N

Anus  fremden

samoanischen  Schulwesen  S.  u##
olonien  und  Produktionsgebieten:  Eine  Reise  nach  Ceylon,  dien  und  Birma  (mir

6  .
lmnkbsbksltlsqnq  —  100.  Vorschriften  für  die  Einjuhr  von  Opium  in  branun  al  S.  315.—  Zollnachlaß  für
von  Waren  vor  v  asritanschen:  Zollvereins  erzeugien  Vranntwein  in  Transvaal  S.  315.  Vorfahren  bei  der  Einfuhr
bebung  der  zaue  er  Abgabe  einer  vollständigen  Cingangsanmeldung  ist  Süd-  A#geria  S.  315  –  Einftweilige  Auffür
  gewisse  Nanr  für  Fleisch  und  Schlachtvirh  und  gewisse  andere  Artilel  in  Süd  hodesia  S.  315.—.  Follnachlaß
der  Goldlüste.  1  *45*v  Nhodesia  S.  310.  Nolltarifänderungen  in  Gambig  .  310.  —  Zolltarifänderungen  in
Sidanrilanlchen  eaulbde  es  —  316.  Volliarifänderung  in  Sierra  reone  S.  i  317.  Zolitarifentscheidungen  im
zolls  auf  Tee  in  ,oilwerein  317.—  Erhöhung  der  Spirituosen  zölle  in  Süd-Nigeria  S.  317  —  Anderung  des  Auofuhrstigte
  Einfuhr  von  O#n  S.  *1.  olbegünstigte  Ginfuhr  von  Erzeugnissen  der  Zahnküfte  S.  317.  *)  Jollbegün-Nyasfagesensschaft
  sehseisee  de  znösil  hrn.  Rongogebiets  S.  318  Zoltarif  für  die  unter  der  V  Verwaltung  der
stoffen  sowie  von  multvon)iebien  in  Mozambique  S.  318.  —  Erschwerung  der  Audfuhr  von  Wassen  und  Sprenggeistigen

  Geträ  uustunhsgenenftanden  nach  den  Neu-Hebriden  S.  318.  —  Verbrauchsabgabe-  von

L  i  ¾r
Tollbefreinng.  in  ne  und  narikal  ls..Jolltarifierung  von  Waren.  in  Neuseeland  S.
arltlage  sur  Fi  318.  —  n-eii  in  Neuseeland  S.  319.  —  Marktlage  für  Mim-  Reis
8  ½  —  die  Kafsce:  Wenenen,  Teakholz  S  320.  autichnt-  Ausfuhr  aus  Para  und  Manaos  im  Jahre  1906
2.  120.  Ablürzung  des  Eisenbahn  Jabres  1905  00  S.  8  Goldausbeute  der  Bergwerke  des  Witwatersrand  1906

..  iweges  zwischen  Johann  den  Middelburg=  Kohlenfeldern  und  der  Delagoabai
bElscitrenn  uahne,  -isibattete“  in  se.  on  2.  902.  ohlenelde
Verkehr  deutscher  Schisse  in  nie  Der  Großberzog.  von  Sachsen  und  die  Vaumwollfrage  in  den  solonin  .  32
iteralur,  Ver  uichns“  .  3211  aus  wndischin  Häfen  während  de  Jahres  1900  S.  323.  eratur  S.  323.
24.  Verkehrs-Nachrichten  S.  324.  —  Schiffsbewegungen  S  a  —  Anzeigen.

“E&amp;amp;’xosGG————  —2—1.  II

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Urkunde

Fuoibtenrz  de  die  Situng  einer  Denkmünze  für  die  an  der  Niederwerfung  der

üdwestafrika  beteiligt  gewesenen  deutschen  Streitkräfte.

w  Vom  19.  März  1907.
haben  bochuneW  ilheln  —  Nottes  Guaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  usw.,
vond,eneschlasen,  de  9  r  Niederwerfung  der  Ausstände  in  Südwestafrika  beteiligt  gewesenen
henerhchen  Streit  Krüsten  in  nertennung  ihrer  hervorragenden  Tapferkeit  und  bewunderungswürdigen
Aus  #iim  Ertragen  von  Anstrengungen  und  Entbehrungen  eine  Auszeichnung  zu  verleihen.

3
        <pb n="350" />
        GW  276  20

Wir  haben  zu  diesem  Zwecke  eine  Denkmünze  gestifstet  und  bestimmen,  was  folgt:

1.  Die  Denkmünze  aus  Bronze  erhalten:

a)  alle  Offiziere,  Sanitätsoffiziere,  Zeng=  und  Feuerwerksosfiziere,  Marine-Ingenieurc,
Beamte  und  Mannschaften  der  nach  Südwestafrika  entsandten  oder  bei  Beginn  der  kriegerischen
Ereignisse  dort  bereits  anwesenden  deutschen  Streitkräfte,

b)  alle  sonstigen  Personen,  welche  an  der  Niederwerfung  der  Ausstände  in  Südwestafrika
mit  der  Waffe  beteiligt  waren.  Die  Bestimmung  darüber,  welche  Persönlichkeiten  in  Frage  kommen,
trifft  der  Gonverneur  von  Südwestafrika,

c)  die  Mitglieder  der  freiwilligen  Krankenpflege,  welche  als  solche  von  Unserem  Kommissar
und  Militär-Inspekteur  der  freiwilligen  Krankenpflege  legitimiert  und  während  der  Dauer  der
Niederwerfung  der  Aufstände  in  Südwestafrika  tätig  gewesen  sind,

die  Beamten  der  in  Südwestafrika  eingerichteten  Feld-Postanstalten,  sowie  diejenigen
sonstigen  Beamten  der  Reichspostverwaltung,  welche  in  Südwestafrika  in  erster  Linie  im  Interesse
der  Truppe  tätig  gewesen  sind.

2.  Zur  Verleihung  der  Denkmünze  aus  Stahl  können  Uns  vorgeschlagen  werden:

a)  Diejenigen  Angehörigen  der  Schutztruppen,  des  Heeres  und  der  Marinec,  sowie  alle  diejenigen
  Personen,  welche  an  den  Vorbereitungen  zur  Ausstellung  und  Entsendung  der  südwestafrikanischen
  Streitkräfte  oder  während  der  Dauer  der  Niederwerfung  der  Ausstände  in  außergewöhnlicher,
  besonders  anerkennenswerter  Weise  im  Interesse  der  nach  Südwestafrika  entsandten
Truppen  tätig  gewesen  sind.

b)  Angehörige  der  Besatzungen  derjenigen  Schiffe  deutscher  Reedereien,  welche  ausschließlich
zu  dem  Zweck  geschartert  waren,  Truppen  und  Kriegsbedarf  nach  Südwestafrika  oder  von  dort  nach
der  Heimat  zu  befördern.

3.  Die  Denkmünze  zeigt  auf  der  Vorderseite  den  Kopf  der  Germania  und  die  Juschrift:
„Südwestafrika  1904—06“,  auf  der  Rückseite  Unseren  Namenszug,  darüber  die  Kaiserkrone  und  bei
der  Denkmünze  aus  Bronze  darnnter  zwei  gekreuzte  Schwerter  sowie  die  Inschrift:  „Den  siegreichen
Streitern“,  bei  derjenigen  aus  Stahl:  unter  Unserem  Namenszuge  einen  Lorbeerzweig,  sowie  die
Junschrift:  „Verdienste  um  die  Expedition“.

4.  Die  Denkmünze  wird  auf  der  linken  Brust  an  einem  an  beiden  Rändern  mit  schwarzen
und  weißen  Längsstreifen  und  in  der  Mitte  mit  roten  und  weißen  Querstreifen  versehenen  36  mm
breitem  Bande  getragen  und  rangiert  an  der  Ordensschnalle  unmittelbar  vor  der  China-Denkmünze.

5.  Diejenigen  Besitzer  der  Denkmünze,  welche  während  der  Niederwerfung  der  Aufstände
in  Siwestafeen  an  den  in  der  Anlage  ausgeführten  Gefechten  usw.  Teil  genommen  haben,  sind
berechtigt,  auf  dem  Bande  dieser  Denkmünze  Spangen  mit  den  gleichfalls  aus  der  Anlage  ersichtlichen
  Namen  zu  tragen.  Die  Spange  besteht  aus  vergoldetem  Messing;  der  Rand  und  die  Inschrift
  sind  glatt  und  poliert,  die  Buchstaben  erhaben.  Die  Juschrift  ist  in  einer  Zeile  zu  fertigen.
Die  Spangen  sind  an  dem  Bande  so  zu  befestigen,  daß  sie  wagerecht  liegen.

Die  Spangen  „Hereroland“  und  „Groß-Namaland“  sind  auch  solche  Persönlichkeiten  zu
tragen  nesn  die  zwar  keines  der  aufgeführten  Gefechte  usw.  mitgemacht,  aber  als  Feldsignalisten,
Telegraphisten,  Funker,  im  Etappendienst  und  im  Reichspost=  und  Reichstelegraphendienst  mit  dem
Feinde  gekämpft  haben.

7.  Ausgeschlossen  von  der  Verleihung  der  Denkmünze  sind  diejenigen  Personen,  welche
während  der  Dauer  der  kriegerischen  Ereignisse  unter  der  Wirkung  von  Ehrenstrafen  standen  oder
seitdem  unter  dieselbe  getreten  und  bis  zum  heutigen  Tage  noch  nicht  rehabilitiert  sind.

8.  Die  für  den  Verlust  von  Orden  und  Ehrenzeichen  gegebenen  Bestimmungen  gelten  auch
für  diese  Denkmünze.

9.  Den  mit  der  Denkmünze  Beliehenen  wird  ein  Besitzengnis  nach  dem  von  Uns  genehmigten
  Muster  ausgefertigt.

Die  General-Ordenskommission  hat  die  namentlichen  Verzeichnisse  der  Inhaber  der
Denkmünze,  welche  Wir  derselben  zustellen  lassen  werden,  aufzubewahren.

11.  Nach  dem  Ableben  eines  Inhabers  der  Denkmünze  verbleibt  dieselbe  seinen  hinterbliebenen
  Angehörigen.

12.  Die  besonderen  Bestimmungen  über  die  Ausführung  dieser  Urkunde  sind  angeschlossen.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen
  Insiegel

Gegeben  Berlin,  den  19.  März  1907.

(1.  S  S.)  gez.  Wilhelm  I.  B.
gez.  v.  Bülow.
        <pb n="351" />
        W  277  20

Spangen  zur  Südwestafriha-denkmünze.

Die  Teilnehmer  an  den  nachstehenden  Gefechten  usw.  sind  berechtigt  zur  Anlegung  einer
Spange  am  Bande  der  Denkmünze.

 

 

—  —  —
Gefechte  usw.
-  Spange
—  —  Ort  Datum
Verte

Entsa
Verte

Gefechte
Entsatz  r
Namnuton
Verte

Entsatz  v

on  Oma
B  ruru
Otsihinamaparero
Kl.  Barmen-Outio

  und  Okowaknatsiwi

Okaharni

idigung  von  Windhnk
6  von  Windhuk
idigung  von  Okahandja  und  damit  zusammenhängende

von  Otahandja  und  Gesecht  a  am  T  #em  Vers

lignge  von  Omarur  .

nbctqnlthi  Banden

Otjituo  und  östlich  von  Okanquindi

Hudaob
Onganjira
Otjomaso-Waterberg

Omatupa

Verfolgung  in  die  nse

zur  Ostgrenze

Südlich  Guru
Packrienn
Kub

Alurisfontein
Warmbad.
Naris  und  Nietmont
Uibis  am  Hudup
Thannarob
Onams
Ganachab
Atis
Nubib

Gorabis
Fahlgras.

Koms

Aub

Toasis.  ..
Aribamsas  Pforte
Nakab
Fettklust

Vom  Roois  Vlei  cöstlich  Gapü#)

.Januar  1904
20.  Jannar  190.1

Januar  1901
27.  u.  28.Jannar  1904

28.  Januar  1904
.17.  Januar  bis

4.  Februar  1904

.  4.  Februar  1904

16.  u.  19.  Februar  1904

25.  Febrnar  1904
.  4.  März  19041

2.,  4.,  9.  Mai  und
Ende  Mai  1904

3.  April  1904
18.  Jannar  und

28.  April  1904
12.  Mai  1905

9.  April  1901

24.  Mai  1904
11.  Angust  1904

15.  August  1904
,  Züge  durch  die  Omaheke  und
SSecptember  1904  bis

Ende  Juni  1905
2.  April  1905

.  27.  Oktober  1904

.  22.  Noveniber  1904
25.,  26.  Nov.  1904
27,,28.,  30.  Nov.  1904
.  4.,  5.  Dezember  1904

21.  Dezember  1904
13.  April  1905

27.  April  1905
.8.,  9.  Mai  1905

.  9.  Juni  1905

13.  September  1905
24.  Oktober  1905
29.  Oktober  1905

2.  November  1905

ZS.  Dezember-  1905
17.  Dezember  1905

19.  Jannar  1906

26.  März  1906

8.  April  1906

.  4.  Mai  1906

l
l

 

Horeroland

Ouganjira

Waterberg

Omaheke

Groß-Namaland
        <pb n="352" />
        W  278  20

 

Gefechte  usw.

Ort

Datum

Spange

 

Gawachab  .
de  Villiers  Püts
Dakaib  ..
Nukais
Konas-Langhas
Gais  .
Hurub

Spitzkopp.  .
Garis  und  Uchauaris
Anams
Klipdam
Ganams

Leukopp

Narus

Wittmund
Gausobrevier
Groß-Nabas
Lidfontein

Koecs
Stamprietfontein
Stamprietfontein
Haruchas.

Gochas
Zwartfontein
Kowes

Aub,  Kosis,  Geibanes,  Nurndas

Aminnis
Südlich  Kowise  K  Kolk
Vorstoß  bis  45  km  südöstlich  Kowije  K  Kolt

Keidorus

Goabis

Dunrdrift

Norechab.

10  Foaon  südwestlich  ofe
Kl.  Pelladrift
Hartebeestmund
Sperlingspütz

5.  Mai  1906

21.  Mai  1906

3.  Mai  1906

25.  Mai  1906

.  30.  Aug.  u.  4.  Sep.  1904
21.  September  1904
5.  Oktober
.  14.  Noveniber  1904

.  19.  u.  22.  März  1905

1904

7.  April  1905

18.  April  1905
26.  U.  27.  April  1905

19.  Mai  1905

.117.  Juni  1905
50.  April  1906
5r  22.  April  1906

.  bis  4.  Januar  1905

.  29.  November  1904

15.  Dezember  1904

.  18.  Dezember  1904

1.  Jannar  1905

3.  Januar  1905

5.  Jannar  1905

7.  Jannar  1905

17.  Mai  1905

.10.  u.  11.  März  1905
.  25.  März  1905

7.  Mai  1905

bis  8.  April  1905
28.  Juui  1905
19.  August  1905
5.  Jannar  1906

14.  Februar  1906

8.  u.  9.  März  1906
.  11.  März  1906
12.  März  1906

Groß-Namaland

Käras-Berge

Groß-Nabas
Auob

Nurndas

Nossob

Oranje

 

3.  und  4.  Juni  1906

Ich  bestimme  zur  Ausführung  der  Urkunde,  betreffend  die  Stiftung  einer  Denkmünze  für
die  an  der  Niederwerfung  der  Aufstände  in  Südwestafrika  beteiligt  gewesenen  deutschen  Streitkräfte,

das  Nachstehende:

1.  Das  Oberkommando  der  Schutztruppen  überweist  den  Königlichen  Kriegsministerien  unter
Beifügung  von  namentlichen  Listen  die  erforderliche  Anzahl  Denkmünzen  aus  Bronze  nebst  Besitzzeugnisformularen
  für  diejenigen  ehemaligen  Angehörigen  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  welche
aus  dieser  vor  dem  vom  Oberkommando  zu  bestimmenden  Zeitpunkte  ansgeschieden  sind.

2.  Das  Kommando  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  das  Answärtige  Amt,  das  Reichs-
        <pb n="353" />
        W  279  20
Nerine-Amt,  das  Reichspostamt  und  der  Militärinspekteur  der  freiwilligen  Krankenpflege  reichen  dem
Gi  hskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  baldigst  summarische  Nachweisungen  der  zum
Impfange  der  Denkmünze  aus  Bronze  berechtigten  Personen  ihres  Geschäftsbereichs  ein.  In  diesen
sushwessungen  ist  die  Zahl  der  unter  Nr.  5  näher  bezeichneten  Personen  besonders  ersichtlich
·  en.
*  3.  Die  uamentlichen  Verzeichnisse  zur  Verleihung  der  Denkmünze  aus  Stahl  (Ziffer  2  der
Urkunde)  sind  Mir  von  den  zuständigen  Zentralstellen  —  von  Zeit  zu  Zeit  gesammelt  —  zur  Entscheidung
  vorzulegen.
Das  Oberkommando  der  Schutztruppen  hat  demnächst  den  unter  2  und  3  genannten
rforderliche  Anzahl  von  Denkmünzen  und  Besitzzeugnisformularen  zu  überweisen.
die  5.  Die  Vollziehung  der  Besitzzeugnisse  für  die  Generale,  Admirale,  Regimentskommandeure,
Fr  in  gleichem  Range  stehenden  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere,  Schiffsmmandauten,  Meine  Flügel-Odlntanten,
  die  Offiziere  Meines  Militär=  und  Marinekabinetts,  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen,
#  Kriegsministerien,  der  Generalstäbe,  bzw.  die  Seeoffiziere  des  Reichs-Marine-Amts  und  des
Admiralstabes,  für  die  Beamten  im  Range  der  Räte  I.  Klasse  sowie  für  die  höheren  Beamten  der
Feuraalbehörden  behalte  Ich  Mir  vor.  Die  Besitzzeugnisse  sind  Mir  —  bis  zur  Unterschrift  vollständig
  ausgefertigt  —  mit  namentlicher  Nachweisung  von  den  2  und  3  genaunten  Stellen  vorzulegen,
  diejenigen  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  durch  das  Oberkommado  der  Schutztruppen.
6.  Die  Beksitzzengnisse

a)  für  alle  übrigen  Offiziere,  Sauitäts-,  Zeug=  und  Feuerwerksoffiziere,  Marineingenieure,
  oberen  und  mittleren  Beamten  vollziehen  die  unter  1,  2  und  3  genannten
  beteiligten  Stellen;
für  die  Mannschaften  und  die  einem  Militär=  oder  Marinebefehlshaber  unterstellten
unteren  Beamten  die  nächstens  mit  der  Disziplinarstrafgewalt  eines  Regimentsoder
  selbständigen  Bataillonskommandeurs  beliehenen  Vorgesetzten,  für  die  einem
militärischen  Befehlshaber  nicht  unterstellten  unteren  Beamten  diejenigen  Dienstvorgesetzten,
  welche  die  Bestallungen  für  diese  Beamten  auszufertigen  haben;
für  sämtliche  Schutztruppenangehörige,  welche  vor  dem  vom  Oberkommando  der
Schutztruppen  zu  bestimmenden  Zeitpunkte  die  Heimreise  angetreten  haben,  der
Chef  des  Stabes  beim  Oberkommando  der  Schutzruppen  ausschließlich  der  unter
5  und  6a  Genannten.
Die  namentlichen  Listen  der  mit  der  Denkmünze  Beliehenen  sind  von  den  unter  1,  2
inten  Dienststellen  getrennt  nach  Denkmünzen  aus  Bronze  und  aus  Stahl  der  Generalkommission
  unmittelbar  zu  übersenden.
Für  abhanden  gekommene  Denkmünzen  wird  von  der  General-Ordenskommission  Ersatz

4.
Stellen  die  e

—
—

7.
und  3  genar
Ordens
gewährt.

-  Die  Dentmünze  führt  die  abgekürzte  Bezeichuung  „Südwestafrika-Denkmünze  (S.  W.  A.  D.)“.

Berlin,  den  19.  März  1907.
gez.  Wilhelm  I.  B.

gez.  v.  Bülow.

An  den  Rei
Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen).

Verfü  .  »  -
rfügung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  Einführung  dunkel  gefärbter  Degen-  und
Säbelschelden  für  die  Schutztruppen.
·  Aom  2.  März  1907.
gesärbter  Dil  Allerhöchste  Kabinetts-Order  vom  15.  Juni  1905,  betreffend  Einführung  dunkel
Vorschrift.  eegen-  und  Säbelscheiden  für  das  Preußische  Heer,  ist  entsprechend  der  Bekleidungs-Schnbtunnpli
  die  Koaiserlichen  Schutztruppen  in  Afrika,  Neudruck  1898,  Anlage  10  zu  §  30  der

.  "-Ol·d"llllg,ZifferI.A.9nnd1.0.9,aurl"i«n«da?ObcrkonmnndoderSclutrnpcn
und  die  Schutztruppen  maßgebend.  *  6  "  hubtrup

Berlin,  den  2.  März  1907.
Der  Reichskanzler.
gez.  v.  Bülow.
        <pb n="354" />
        W  280  20

Verfügung  des  AKuswärtigen  fmts,  Rolonial-Kbteilung,  betr.  Erteilung  einer
Sonderberechtigung  auf  Schürfen  und  Bergbau.
Vom  19.  Februar  1907.

Auf  Grund  des  §  93  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  363)  wird  dem  Fiskus  des  Inselgebiets  der  Karolinen,  Palau,  Marianen  und
Marschall-Inseln,  vorbehaltlich  wohlerworbener  Rechte  Dritter,  die  Sonderberechtigung  zum
ausschließlichen  Schürfen  und  Bergbau  auf  organische  und  unorganische  Phosphate  für  die  Inseln
Angaur,  Fais,  Grimes,  Mang,  Assongson,  Medinilla,  Saipan,  Rota,  Trnk,  Ponape  und  Kussaie  erteilt.

Berlin,  den  19.  Februar  1907.
Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
gez.  Dernburg.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  Abänderung  des
Solltarifs.
Vom  13.  Februar  1907.
Auf  Grund  des  §  6  der  Zollverordnung  für  das  deutsch-südwestafrikanische  Schutzgebiet  vom
31.  Jannar  1903  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:
§  1.  Der  zur  Zollverordnung  für  das  deutsch-südwestafrikanische  Schutzgebiet  vom
31.  Jannar  1903  gehörige  Tarif  nebst  sämtlichen  dazu  ergangenen  Abänderungen  und  Ergänzungen
wird  mit  Ablauf  des  28.  Febrnar  1907  ausgehoben.
§5  2.  Am  1.  Märg  1907  tritt  der  in  der  Anlage  enthaltene  Zolltarif  in  Krast.
Windhnk,  den  13.  Februar  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Hintrager.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Uachverzollung
der  Waren  des  freien  Verkehrs.
Bom  13.  Februar  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichsgesetzblatt  1900,  Seite  813)  und  des
§5  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betreffend  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee,  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

§5  1.  Die  mit  Ablauf  des  28.  Febrnar  1907  im  Schutggebiet  vorhandenen,  im  freien
Verkehr  befindlichen  ausländischen  Gegenstände  unterliegen  der  Nachverzollung  nach  Maßgabe  des
am  1.  März  1907  in  Kraft  tretenden  Zolltarifs.  Bei  der  Nachverzollung  von  Branntwein  wird  der
nach  dem  früheren  Zolltarif  c  gezahlte  Zollbetrag  in  Anrechunng  gebracht.

§J#  2.  Die  hachzuverzollenden  Gegenstände  sind  auf  dem  amtlichen  Formular  zu  Zolleingangsanmeldungen
  nach  Zahl,  Bezeichnung  und  Verpackungsart  der  Frachtstücke  sowie  nach  der
Gattung  und  Menge  anzumelden.  Die  Anmeldung  der  Menge  hat  nach  Gewicht,  Maß  oder  Stückzahl
  zu  erfolgen,  je  nach  dem  Erhebungsmaßstab  des  Zolltarifs.

5  3.  Zur  Anmeldung  verpflichtet  sind  die  Inhaber  zollpflichtiger  Gegenstände.  Die  Anmoldungen
  sind  ausgefüllt  bis  zum  Beginn  des  1.  März  1907  bei  der  nächsten  Zollstelle  aesusen

§  1.  Auf  die  Zollrevision,  die  an  Ort  und  Stelle  vorzunehmen  ist,  finden  die  88  23  bis  27
der  Zol#erorihnung  Anwendung.

§*  5.  Behnss  Nachverzollung  der  am  1.  März  1907  im  Schutzgebiet  unterwegs  befindlichen
Gegenstände  sind  die  Versender  von  Waren  verpflichtet,  alle  innerhalb  der  vorhergegangenen  acht

(Forisetzung  Seite  282.)
        <pb n="355" />
        G  281  20

 

 

 

 

 

 

 

Anlage.
Solltarif  für  das  deutsch-  südwestakritzanische  Schutgebiei.
Antliche
Tara-Tarif-
  B  r1  9
Nr.  Benennung  der  Gegenstände  Tarissatz  bei  Ver-  Bemerkungen
«  packung  in
Kisten  oder
—  Fässern
A.  Einfuhrzölle.
Alll.  Tabak  und  Tabakfabrikate.
a  Bigarren  und  Zigaretten  netto  1  kcg  3  MK,t0%
Plattentabak  rutto  1  kg  3  Mk.
vrohe  Tabakblätter  und  anderer  r  Rauch-  ,  ,
Kau-  und  Schnupftabak  netto  1  kg  3  Mf.  !#O%
All  II.  Getränke.
a  Bier  aller  Art  .  brutto  1kg#  0,  15  Mk.
stille  Weine  .  rutto  1kg0,  20  Mk.
Schaumweine.  boruttolkg,  50  Mk.
1|Branntwein  aller  Art  bis  einschl.  Zu  1  bis  ei  ver  Er-1
  3  Viter  3  mi  ung  de  ealerin  halts  on
5  70%  Alkoholgehalt  nach-  Fulest  1  Liter  4  Mk.  kidiiiung  des  iteriuhalts  an
ranntwein  aller  Art  über  (0%  jedes  angefangeneZehntelliter
koholgehalt  nach  Tralles,  alkohol-  einer  Asbir  Kruse  usw.  fiür
*--  1  Liter  6  Mk.  ein  volles  Zehntel  gerechnet
baltige  Essenzen  *-7  und  danach  der  gesamte  Literinhalt
  esigesiellt.  Branntwein
und  alkoholhaltige  Essenzen
zum  Medizinalgebrauch  sind
zollfrei,  desgl.  zum  menschlichen
  Genuß  unbrauchbar  -
machter  Spiritus  und  Spiritus
  in  konsistenter  Form,
jerner  Spiritus  zu  wissenschaftlichen
  Zwecken  auf  Antrag
  sowie  unter  Nachweirs
der  eigenen  Verwendung.
Alln  m.  Feuerwaffen  und  Munition.
àEin=  und  mehrläufige  Hinterladergewehre
  sowie  Läufe  zu  solchen  1Stück  20  Mk.
h  Sonstige  Feuerwaffen  einschl.  Teschins1  Stück  5  Mk.
HPulver  aller  Art,  Zündhütchen  brutto  1  kg#  1  Mk.
cl  Schrot.  brutto  1kgo,  10Mk.
DPatronen  und  Patronenhülsen  .  rutto  1kg#O,  20  Mk.
B.  Ausfuhrzölle.
Bi  Weibliches  Rindvieh  .  1  Stück  20  Mk.
2  Kleinvieh  (Schafe,  ieden  1  Stück  2  Mk.
3  Nobbenselle  Lobskins  1  Stück  1  Mk.
1  Guano.
Zoll  bei  einem  Ammoniakgehalte  von
Jahresausbeute  5½%  5½  7%  7.  9%  über  9%
über  0  Tonnen  und  darunter  fsür  die  Gewichtstonne  —  –
ver  5  500  bis  1000  Tenne1  -  1,25  Mk.  3,00  Mk.  4,00  Mk.  5,00Mkt.
1000  2000  -  -  2,50-  6,00-  -00-10,00-2000
  "  -  5,0()-12,00  16,00-20,00
        <pb n="356" />
        CG  282  20

Tage  von  ihnen  versandten  Gegenstände  nach  Vorschrift  des  §  2  anzumelden  und  die  Anmeldungen,
für  jeden  Empfänger  besonders  ausgesertigt,  bis  zum  1.  März  1907  gleichfalls  der  nächsten  Zollstelle
  abzugeben.

§*  6.  Zur  Entrichtung  des  Zolles  ist  der  Eigentümer  der  Waren  verpflichtet.  Der  Zoll
muß  spätestens  binnen  acht  Tagen  nach  Mitteilung  des  Betrages  durch  die  Zollstelle  bei  dieser  ontrichtet
  werden.  Kauflenten  können  die  Nachverzollungsbeträge,  falls  sie  1000  Mk.  übersteigen,  auf
eine  angemessene  Zeit,  jedoch  nicht  über  sechs  Monate  hinaus  gestundet  werden.

§  7.  Eine  Aufnahme  nachverzollungspflichtiger  Gegenstände  in  eine  Zollniederlage  sowie
eine  Versendung  solcher  Gegenstände  unter  Zollkontrolle  findet  nicht  statt.

§  8.  Unrichtige  Anmeldungen  oder  nicht  rechtzeitige  Anmeldungen  zur  Nachverzollung  und
sonstige  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  unterliegen  den  Strafbestimmungen  der  Zollverordnung.

§  9.  Von  der  Nachverzollung  und  der  Anmeldung  zur  Nachverzollung  befreit  bleiben
folgende  Mengen:
Zigarren  bis  1000  Stück,
Zigaretten  bis  1000  Stück,
Tabak  jeder  Art  bis  10  kg,
Bier  aller  Art  bis  zu  2  Kisten,
stille  Weine  bis  zu  50  Flaschen,
Schaumweine  bis  zu  20  Flaschen,
Branntwein  bis  zu  10  Liter.
Vorräte,  die  die  genannten  Höchstmengen  übersteigen,  sind  einschließlich  der  Höchstmengen
der  Nachverzollung  zu  unterwersen.
§  10.  Die  den  Militärpersonen  bisher  gewährten  Zollbefreiungen  werden  mit  Ablauf  des
28.  Febrnar  1907  aufgehoben.  Zollfrei  bleiben  noch  für  Kriegsdauer  Liebesgaben  und  Feldpostpatete.
Die  mit  Ablauf  des  28.  Febrnar  1907  vorhandenen  Bestände  gollpflichtiger  Gegenstände  in
Kasinos,  Kantinen  und  von  Truppenangehörigen  unterliegen  vorbehaltlich  der  in  §  9  bezeichneten
zollfreien  Höchstmengen  gleichfalls  der  Nachverzollung  nach  Maßgabe  der  vorstehenden  Bestimmungen.
Windhuk,  den  13.  Februar  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Hintrager.

Bekanntmachung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Meuguinea,  betr.  Rusnahme  von
dem  Verbot  des  Fischens  mit  Sprengstoffen  vom  13.  Dezember  1905.)
Auf  Grund  des  §  1  Abs.  2  der  Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Fischens  unter
Anwendung  von  Sprengstoffen,  vom  1.  Dezember  1904  wird  bestimmt,  daß  bis  auf  weiteres  das

Verbot  des  §  1  Abs.  1  Reser  Verordnung  in  den  Küstengewässern  der  „Lieblichen  Inseln“  keine
Anwendung  findet.

Herbertshöhe,  den  11.  Dezember  1906.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:  Krauß.

"„

)  Vergleiche  Deutsches  Rolonialblait  1905,  Seite  107.
        <pb n="357" />
        G  283  20

Dersonalien.

Raiserliche  Schutztruppen.
Oberkommando  der  Schutztruppen.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  27.  Februar  1907.
Das  Kommando  des  Zahlmeisters  Quidde  im  4.  Thüringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  72
zum  Oberkommando  endet  mit  dem  31.  März  d.  Is.
n  Der  Genannte  ist  durch  Verfägung  des  Königlichen  Kriegsministeriums  vom  10.  Februar  1907
teit  76%1.  07  B.  1  vom  1.  April  d.  Is.  ab  zum  X.  Armeekorps  versetzt  worden.  Der  Truppeneil,
  welchen  er  durch  dieses  Generalkommando  zugewiesen  werden  wird,  wird  später  namhaft
gemacht  werden.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  22.  März  1907.
Frhrn.  v.  Reitzenstein,  überzähligem  Hauptmann,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schuptruppe  auf
weitere  2½  Jahre  genehmigt.
Albiez,  Stabsarzt,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.
br.  Brückner,  Stabsarzt,  am  24.  März  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem
25.  März  d.  Is.  als  Bataillonsard  des  II.  Bataillons  Infanterie-Regiments  Graf  Schwerin
5  Pommerschen)  Nr.  14  angestellt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  22.  März  1907.
v.  Redern,  Oberstleutnant,  aggregiert  dem  Generalstabe  der  Schutztruppe,  aus  der  Schutztruppe
ausgeschieden  und  als  Abteilungs-Chef  im  Großen  Generalstabe  angestellt.
Am  31.  März  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  April  d.  Is.  im  Heere  angestellt:
die  Hauptleute:
Grübmacher,  als  Kompagnie-Chef  im  5.  Lothringischen  Infanteric-Regiment  Nr.  144,
Albrecht,  im  Generalstabe  der  Schutztruppe  unter  Uberweisung  zum  Großen  Generalstabe  im
NW  Generalstabe  der  Armec,  «  .
Wulff,  K  Kolonnenführer  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  als  Batterie-Chef  im  2.  Ober-Elsässischen
  Feldartillerie=  Regiment  Nr.  51  und
Meerwein,  Kolonnenführer  in  der  III.  (Proviant-)Kol  Abteilung,  als  Batterie-Chef  im  Altmärkischen
  Feldartillerie-Regiment  Nr.  40,
v.  Klüber  überzähliger  Rittmeister,  als  Estadron-Chef  im  2.  Großherzoglich  Meckleuburgischen
Dragoner-Regiment  Nr.  18;

 

die  Oberlentnants:
Volff,  im  10.  Nheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  161,

 

Jeres,  in  der  V.  (Proviant-)  9,  im  Hinterpommerschen  Feldartillerie-Regiment
Nr.  53  und  ·
Verku  hu,  in  der  III.  (Proviant-Kol  Abteilung,  im  3.  Schlesischen  Dragoner-Regiment  Nr.  15;

 

die  Leutnants:
Schauwecker,  in  der  II.  Feldielchrapben.  Abteilung,  im  Telegraphen-Bataillon  Nr.  2,
atzig,  in  der  V.  (Provian  ilung,  unter  Beförderung  zum  Oberleutnant,  vorläufig
ohne  Patent,  mit  einem  Dienstalter  vom  19.  Dezember  1905,  im  Ostpreußischen  Trainv.
  Bataillon  Nr.  1,
Stuckrad,  im  Infanterie-Regiment  Großherzog  Friedrich  Franz  II.  von  Mecklenburg-Schwerin
(4.  Brandenburgischen)  Nr.  21,
,  im  2.  Feldregiment,  im  Fülilier  Regiment  von  Gersdorff  (Kurhessischen)  Nr.  80,
*  der  4.  Eiappenkompagnie,  im  Infanterie-Regiment  Prinz  Louis  Ferdinand  von  Preußen
J  Magdeburgischen)  Nr.  27,
nenbonlsnh  in  der  III.  Srautnnt.  Kolonnen-Abteilung,  im  Kurmärkischen  Feldartilleric-Regiment
  Nr.  39,
r.  Vilae,  im  2.  Thüringischen  Feldartillerie-  Regiment  Nr.  55  und
Cossel,  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  2.  Hannoverschen  Dragoner-  Regiment  Nr.  16;
2

 

Wagner
Schmidt,
        <pb n="358" />
        W  284  20

die  Oberärzte:
Falk,  beim  Anhaltischen  JInfanterie=  Regiment  Nr.  93,
Dr.  Ziemßen,  beim  2.  Masurischen  Infanterie-  Regiment  Nr.  147  und
Dr.  Freyse,  bei  den  Sanitätsoffizieren  der  Reserve.
Ferner:
Am  31.  März  d.  JIs.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:
Messbauer,  Leutnant,  und
Dr.  Fritz,  Oberarzt,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Württembergische  Militärdienste.
Es  werden  befördert:
v.  Deimling,  Oberst  mit  dem  Range  eines  Brigade-Kommandeurs,  zum  Generalmajor  und  mit
dem  31.  März  d.  Is.  von  der  Stellung  als  Kommandeur  der  Schutztruppe  enthoben.
v.  Estorff,  Oberstleutnant  und  Kommandeur  des  2.  Feldregiments,  mit  dem  1.  April  d.  Is.  zum
Kommandeur  der  Schutztruppe  ernannt;
die  Oberärzte:
Dr.  Bremig  und  Dr.  Schulz,  zu  Stabsärzten.
Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:
Moraht,  Hauptmann,  unter  Verleihung  des  Charakters  als  Major,  mit  der  Aussicht  auf  Anstellung
im  Zivildienst  und  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Unisorm  und
Dr.  Schinke,  Stabsarzt.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  12.  März  1907.
Hantelmann,  Proviantamts-Assistent,  zum  Proviantamts-Kontrolleur  mit  einem  Dienstalter  vom
1.  Febrnar  1907  befördert.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  19.  März  1907.
Kirstein  (Karl),  Proviantamts-Assistent,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im
Bereiche  der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  etatsmäßigen  Assistentenstelle
beim  Proviantamte  in  Freiburg  i.  B.),  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  22.  März  1907.
Fabricius,  Hauptmann  und  Kompagnie-Chef,
Menzel,  Bertram  und  Schipper,  Oberleutnants,
v.  Puttkamer,  Leutnant,  und
Dr.  Pistner,  Oberarzt,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2  Jahre
genehmigt.

Verlustliste  Nr.  81

der  Kalserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  bel  den  Kämpfen  gegen  die
aufständischen  Eingeborenen.
An  Krankheiten  gestorben:
Im  Lazarett  Keetmanshoop:
1.  Reiter  Gustav  Heppner,  früher  im  Infanterie-Regiment  Markgraf  Karl  (7.  Brandenburgischen)
Nr.  60,  am  7.  März  an  Typhus.
2.  Militärkrankenwärter  Paul  Scholz,  früher  im  Königlich  Bayerischen  2.  Infanterie-Regiment
Kronprinz,  am  15.  März  an  Typhus.
In  der  Krankensammelstelle  Ramansdrift:
3.  Reiter  Hermann  Salzbrunn,  früher  im  Leib-Grenadier-Regiment  König  Friedrich  Wilhelm  III.
(1.  Brandenburgischen)  Nr.  8,  am  11.  März  an  Typhus  und  Malaria.
Im  Lazarett  Swakopmund:
4.  Gefreiter  Georg  Hentschel,  früher  im  Königlich  Sächsischen  Landwehrbezirk  Bauten,  am
19.  März  an  Herzschwäche  nach  Typhns  und  Lungenentzündung.
        <pb n="359" />
        W  285  20

 

NN&amp;amp;KNchtamtlicher  Teis##

Dersonal-Machrichten.
Nachruf.

Am  14.  Jannar  verstarb  in  Kalkfontein  an
Herzschwäche  infolge  Malaria  der  Kaiserliche  Feldgeistliche,
  katholische  Divisionspfarrer

Herr  Dr.  Iseke.

Die  Schutztruppe  betrauert  in  dem  Dahingeschiedenen
  einen  hervorragenden  Soldatenprediger,
  einen  wahren  Soldatenfreund,  dessen
prächtige  Charaktereigenschaften  und  dessen  geistsprühende
  Rednergabe  Vielen  über  schwere  Stunden
binweggeholfen  hat.

Ehre  seinem  Andenken.
Kub,  den  21.  Jannar  1907.
gez.  v.  Deimling,
Oberst  und  Kommandeur
der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika.

 

Deutsch  -Ostafrika.
g  In  Ostafrika  ist  am  2.  Jannar  1907  der
olonialeleve  Orth  neu  eingetroffen.
18  Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
„März  1907  angetreten:  Die  Lehrer  Ramlow
und  Brandt.

1  Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:
7.  März  1907  in  Neapel:  Oberleutnant
vaumstark,  Leutnant  Spiegel,  Stabsarzt

r.  Panse,  Oberarzt  Radloff  und  Unterzahlmeister

  Hugk;

am  22.  März  1907  in  Genna:  Feldwebel  Lemke,
Sergeant  Federowski,  Sanitätssergeant  Patriok
  und  Sanitätsunteroffizier  Haßelberg.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat

am  18.  März  1907  von  Neapel  aus  angetreten:
Hauptmann  Frhr.  v.  Reitzenstein.  9  en:

stiamerun.
Die  Wiederausreise  nach  Kamerun  hat  am
24.  März  1907  angetreten  Polizeimeister  Noack.

 

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Amtsrichter
br.  Pischel,  Gerichtsassessor  Dr.  Jacob  und  die
Materialienverwalter  Riese  und  Rüffer.

 

Am  9.  Febrnar  1907  sind  mit  Heimatsurlaub
abgereist:  Hauptmann  Dominik  und  die  Sekretäre
  Lutz,  Rintisch  und  Ritter.

Togo.
Der  Bautechniker  Wilhelm  Hoffmann  ist  am
27.  Jannar  1907  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

 

Der  kommiss.  Sekretär  Wirth  und  der
Stationsassistent  Dr.  Wirth  aus  Togo  haben  die
Heimreise  nach  Deutschland  angetreten.

Deutsch-Südwestafrika.  4

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
haben  angetreten:

Am  11.  März  von  Hamburg:  Kriegsgerichtsrat
Hugo  Bach,  Landmesser  Max  Schmidt,  geprüfter
  Lokomotivheizer  Joseph  Mnich,  die
Schlosser  Albert  Lartmanu,  Bruno  Zimmer-=mann,
  Karl  Kaschel,  Otto  Knoke,  Friedrich
Warnecke,  Emil  Bednarzik  und  Schmied
Paul  Koch;

am  16.  März  von  Hamburg:  die  Schlosser  Max
Schulze  und  Adolf  Kuchler.

Am  6.  April  werden  die  Ausreise  antreten:
Schutzmann  Gustav  Damrath,  die  geprüften
Lokomotivheizer  Johannes  Kloß  und  Heinrich
Kloke,  Amtsgerichtsdiätar  Besche  und  Zollamtsvorsteher
  Müller.

Auf  Urlaub  sind  in  Deutschland  eingetroffen:
Der  kommiss.  Bezirksrichter  Dr.  Forkel,  Landmesser
  Beermann,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  Gäbel,  Rechnungsbeamter  Faden  und
Eisenbahnverkehrskontrolleur  Gaebel.

 

Der  geprüfte  Lazarettgehilfe  Felix  Scholtz  ist
krankheitshalber  nach  Deutschland  heimgekehrt.

Der  Eisenbahnpraktikant  Glaser  ist  am

28.  Februar  1907  aus  dem  Schutzgebietsdienst
ausgeschieden.

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder
Erkrankung  sind  eingetroffen:

Am  6.  März  1907  in  Hamburg:  Rittmeister
v.  Gabain,  Oberleutnant  v.  Spankeren,
Zahlmeister  Schellack  und  Oberveterinär

rack;

am  7.  März  1907  in  Neapel:  Stabsapotheker
Dr.  Adlung;

am  22.  März  1907  in  Cuxhaven:
offiziere  und  Mannschaften.

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Niederwerfung
  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen
bzw.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht  worden,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Oberkommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Von  dem  Marine-Stabszahlmeister  a.  D.  und
Schatzmeister  der  Abteilung  Darmstadt  der

600  Unter-
        <pb n="360" />
        286

Deutschen  Kolonialgesellschaft  Herrn  W.  Sehad
in  Darmstadt  der  Erlös  zweier  von  Sr.  Exzellenz
  dem  Herrn  Wirklichen  Geheimen  Rat

Dernburg  und  Herrn  Oberstleutnant  Quade

gehaltener  Vorträge  mit  100  Mk.

Vom  Radfahrerverein  in  Roßlingen  30  Mk.

Vom  Gesangverein  „St.  Cäcilia“  in  Roßlingen

  24  Mk

4.  Vom  Herrn  Wachtmeister  Herbst  in  Rotenburg
durch  Vermittlung  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft

  in  Berlin  21,50  Mk.

Vom  Herrn  J.  Schröder  in  Süderau  i.  Holstein

  durch  Sammlung  18  Mk.

6.  Vom  Herrn  Dr.  Clages  in  Hannover  durch
Sammlung  7,50  Mk.

7.  Von  dem  Turnverein  „Frintrop“  durch  Vermittlung
  des  1.  Vorsitzenden  Herrn  Schürkötter
  in  Dellwig  4,40  Mk.

8.  Von  der  Buch-,  Kunst=  und  Musikalienhandlung

  von  Herrn  Karl  Stracke  in  Hagen

i.  W.  2000  Exemplare  des  Heftes  „Festlieder“.

Von  der  Firma  D.  Sandmann  in  Berlin  SW.

zwei  Kisten  Himbeersaft.

#

S
S

 

10.  Der  dirigierende  Arzt  und  Besitzer  des
Kaiserbades  in  Schmiedeberg,  Bezirk  Halle,
Herr  Dr.  Schuckelt,  hat  sich  bereit  erklärt,
die  für  Angehörige  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika  im  Jahre  1906  zugestandenen
Vergünstigungen  auch  auf  das  Jahr  1907
auszudehnen,  und  zwar  gewährt  der  Genannte:

Offizieren  usw.  völlig  freie  Kurmittel,  also
Moorbäder  und  jede  ärztliche  (einschl.  elektrische,
  medikomechanische  und  Röntgen-)
Behandlung.  Außerdem  kostenfreie  Zimmer
mit  voller  Pension.  Ferner  hat  Herr  Dr.
Schuckelt  sich  erboten,  für  Reiter  usw.,  sofern
Zimmer  in  der  Anstalt  selber  nicht  mehr
verfügbar  sind,  durch  seine  Vermittlung  geeignete
  billige  Unterkunft  in  der  Stadt  zu
beschaffen.

Es  beabsichtigen  zu  spenden:

11.  Herr  Carl  Seckel  in  Charlottenburg  20  000
Stück  Zigarectten.

12.  Frau  Regierungsrat  Marie  Jaeschke,  geborene
Stoeckel,  in  Wüstegiersdorf  i.  Schles.  eine
Anzahl  Flaschen  „Charlottenbrunner  Theresienquelle“.


Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestanet.)

Deutsch-UNeuguinea.
Die  Dalau-Insein.)

Die  Verhältnisse  auf  den  Palau-Inseln  sind
in  politischer  Beziehung  noch  nicht  konsolidiert.
Namentlich  durch  die  Kreise  der  „Rupaks“,  der
reichen  Bevölkerungsklasse,  geht  ein  heißes  Sehnen
nach  der  alten  Zeit,  nach  der  Zeit,  da  es  noch
keine  Bevormundung  durch  eine  fremde  Regierung
gab.  Diese  elegische  Stimmung  ist  sehr  erklärlich.
Die  Rupaks  schalteten  und  walteten  nämlich  früher
nach  Willkür,  beuteten  das  niedere  Volk  aus  und
häuften  Schätze  auf.  Solche  Privilegien  sind
ihnen  unn  genommen,  der  kleine  Mann  kann
wieder  aufatmen,  er  ist  von  dem  Drucke  befreit,
der  früher  auf  ihm  und  seiner  Familie  gelastet
hatte.  Genährt  wird  die  Unzufriedenheit  der
Rupaks  vor  allem  durch  die  sogenannten  »kalids«,
welche  neben  ihrer  priesterlichen  und  ärztlichen
vor  allem  auch  eine  politische  Stellung  einnehmen.
Sie  spielen  ihre  Rolle  aber  ganz  im  geheimnisvollen
  Dunkel  des  Volkslebens,  so  daß  die  Regierung
  fast  nie  von  ihrer  Agitation  früher  erfährt,
  als  bis  die  Ausführung  eines  Planes
beginnt.

Die  drei  einzigen  während  meines  Aufenthaltes
  auf  Palau  vorhandenen  Vertreter  Deutsch-"

  Aus  einem  Bericht  des  Regierungsarztes  in  Jap.

 

lands,  Stationsleiter,  Missionar  und  Arzt,  mußten
schon  wegen  ihres  Berufes  den  Kalids  als  Todfeinde
  gelten,  da  ja  diese  gerade  in  jenen  drei
Rollen,  in  derjenigen  der  Politik,  der  Religion
und  der  Medizin,  auf  der  Bühne  ihres  Volkes
anftreten.  So  war  um  die  Pfingstzeit  1906  die
Bevölkerung  von  Arekolong,  der  närdlichsten
Landschaft  von  Palan,  durch  einige  Kalids  aufgehetzt
  worden.  Bereits  waren  Boten  zu  den
mächtigen  Häuptlingen  Araklai  und  Fibasul  abgegangen,
  um  die  Erlaubnis  zu  einem  gewaltsamen
  Vorgehen  gegen  die  Regierung  einzuholen.
Nur  durch  das  rasche,  energische  Handeln  des
Stationsleiters,  der  mit  seiner  kleinen  Polizeitruppe
  wider  Erwarten  in  dem  aufsässigen  Dorfe
erschien  und  die  größten  Schreier  festnahm,  wurde
ein  Weitergreifen  der  Bewegung  verhindert.  Die
regelmäßigen  Besuche  des  deutschen  Kreuzers
sowie  die  immer  noch  bestehende  Eifersucht  der
einzelnen  Stämme  vermögen  allein  die  Lage
einigermaßen  zu  sichern.

1

Wie  bei  vielen  Naturvölkern,  so  ist  auch  in
Palau  der  Zauberer  gleichzeitig  Arzt.  Ich  sehe
hier  von  der  religiösen  Tätigkeit  der  Kalids  ab,
da  diese  ungemein  schwer  klarzulegen  ist  und  eingehendste
  Studien,  vor  allem  auch  der  Sprache,
erfordert,  zu  denen  vier  Monate  augestrengter
        <pb n="361" />
        W  287  20

praktischer  Tätigkeit  leider  nicht  viel  Zeit  ließen.
Hier  soll  nur  vom  „Kalid“  als  Arzt  die  Rede
sein.  Die  Zahl  der  Kalids  beiderlei  Geschlechts
ist  sehr  groß;  es  gibt  unter  ihnen  mehr  oder
weniger  berühmte  Leute.  Meist  an  einem  landschaftlich
  ausgesucht  schönen  Platze,  auf  steiler
Bergeshöhe,  oder  auf  einer  Klippe  am  Meere,
auch  auf  einer  lieblichen  Wiese  am  Bache  steht
das  Kalidhaus,  in  dem  der  Zauberer  aber  nicht
wohnt,  sondern  nur  Konsultationen  erteilt.  Das
Kalidhans  unterscheidet  sich  schon  äußerlich  von
den  anderen  öffentlichen  oder  privaten  Gebäuden
Es  ist  in  der  Regel  zweistöckig,  außen  mi
wunderbaren  Linien  und  Verzierungen  bemalt,
die  auf  die  Phantasic  des  Besuchers  berechnet
sind  und  ihn  in  die  richtige  Stimmung,  in  den
geheimmisvollen  Schauer  vor  dem  Übernatürlichen
dersetzen  sollen.  Im  unteren  Stockwerk  warten
155  sets  in  großer  Zahl  mitkommenden  Ange-Pb
  Zen,  während  der  Rat  Heischende  sich  in  das
obere  Stockwerk  begibt,  das  durch  Zwischenwände
im  mehrere  zZellen  geteilt  ist.  In  einer  dieser
Zellen,  in  einem  kastenartigen  Gehäuse,  sitzt  der
Kalid.  Nachdem  er  sich  durch  fortwährendes
Kauen  großer  Mengen  von  Betelnüssen  in  einen
rauschartigen  Zustand  versetzt  hat,  gibt  er  mit
kremdartig  klingender  Stimme  seine  Anweisungen;
diese  lauten  meist  dahin,  daß  der  „Kalid“,  der
Geist,  ein  Schwein  oder  sonst  eine  größere  Menge
Lebensmittel  wünscht.  Oft  tut  er  es  nicht  billig,
sondern  verlangt  bedeutende  Summen  in  Palaugeld,
  Summen,  die  nach  unserem  Werte  zwischen

10  und  500  Mark  variieren.  Eine  auch  für

senotische  Arzte  annehmbare  Taxe!  Die  gerderte
  Summe  wird  anstandslos  bezahlt.  Nun
verkündet  der  Kalid,  daß  der

werd  2  Kranke  gesund
berden  würde.  Stirbt  er  trotzdem,  so  ist  eben
ein  noch  mächtigerer  und  wahrscheinlich  von
Leuten,  die  aus  irgendwelchen  Gründen  ein
Interesse  an  dem  Tode  des  Betreffenden  hatten,
noch  besser  bezahlter  Kalid  an  der  Arbeit  gewesen.
Hier  möchte  ich  gleich  erwähnen,  daß  „Kalid“
sowohl  der  Ausdruck  für  die  Geister,  als  auch
für  den  Zauberer  ist,  der  den  Verkehr  mit  den
ersteren  vermittelt.  Der  Kalid  als  Arzt  führt
en  Beinamen  „Mangelil“.
Die  Laufbahn  der  Kalids  datiert  meist  von
einem  ganz  bestimmten  Zeitpunkte  ab.  Sie
werden  gewissermaßen  „erweckt".  Bei  einigen
beginnt  die  Praxis  mit  einem  wirklichen  oder
singierten  Deliriumsanfall.  Diese  mir  von  Eingeborenen
  gemachte  Angabe  stimmt  mit  Semper
überein,  dem  ein  alter  Häuptling  auf  Kaiangel
erzählte,  daß  die  Kalids  Menschen  seien,  welche
ihren  gewöhnlichen  Verstand  verloren  und  ein  wenig
von  dem  der  wirklichen  Kalids  bekommen  hätten.
Das  war  auch  bei  dem  Kalid  Ardial  von

 

Angkaklau  der  Fall,  mit  dem  ich  persönlich  in
Berührung  kam.  Er  ist  ein  brachycephaler  Mann
mit  auffallend  vornehm  geschnittenem,  sehr  intelligentem,
  aber  verschlagenem  Gesicht.  In  Natpang
hauste  während  meiner  Anwesenheit  auf  Palan
eine  Kalidfrau;  sie  erteilte  ihre  Weisungen  nur,
wenn  sie  in  einen  somnambulen  Zustand  verfallen
  war.  Leider  ist  es  mir  nicht  möglich  gewesen,
  diese  interessante  Frau  zu  besuchen,  da
eine  Reise  von  Mologejok  nach  Natpang  sehr
beschwerlich  und  zeitraubend  gewesen  wäre;  doch
hoffe  ich,  bei  meinem  nächsten  Aufenthalt  diesen
Besuch  nachzuholen.

Ganz  im  Gegensatze  zu  denen  von  Jap  befassen
  sich  die  „Mangelils“  in  Palau  nicht  mit
der  Ab=  oder  auch  nur  mit  der  Angabe  von
Medikamenten  an  die  Kranken.  Sie  erteilen
lediglich  Rat,  üben  gewissermaßen  nur  konsultative
Praxis  aus.  In  dem  Falle  einer  kranken  Rupakfrau
  in  Koros,  wo  es  sich  wahrscheinlich  um  ein
Uterusleiden  mit  wiederkehrenden  Blutungen
handelte,  bat  die  Frau  ihren  Mann,  mich  aufzusuchen.
  Dieser  aber,  ein  enragierter  Kaliddiener,
fuhr  sie  an:  Der  Kalid,  der  dich  krank  gemacht
hat,  wird  dich  auch  wieder  gesund  machen.  So
wurden  alle  möglichen  Kalids  konsultiert,  Feste
und  Tänze  veranstaltet,  um  die  Geister  zu  versöhnen.
  Doch  der  Zustand  der  Frau  verschlechterte
sich  immer  mehr.  Eine  Kalidfrau  gab  schließlich
folgende  Erklärung  des  Krankheitszustandes  ab:
Rings  um  das  Haus  der  Frau  schlichen  zahlreiche
Geister,  die  ihren  Körper  zerrissen  und  so  die
Blutung  erzeugten.  Diese  Geister  mußten  natürlich
verscheucht  werden  durch  zahlreiche  Sühnopfer,  die
wohl  alle  ihren  Weg  in  die  Schatz=  und  Speisekammer
  der  schlauen  Kalidfrau  gefunden  haben.

Die  Zahl  der  Arzneikräunter  und  Früchte  ist
sehr  groß,  ihre  Kenntnis  wie  ihre  Anwendung
sehr  verbreitet.  Hier  will  ich  nur  erwähnen,
daß  als  Adstringens  bei  blutenden  Wunden  der
Saft  der  Limonen  verwandt  wird  und  daß  auf
die  Wunde  selbst  gestampfte  Limonenblätter  gelegt
werden.  In  großem  Umfange  wurden  früher
von  den  Mädchen  Abtreibemittel  eingenommen,
als  die  noch  herrschende  „Mongol“-Sitte  (s.  u.)
eine  möglichst  lange  Erhaltung  jugendlicher  Reize
erheischte.

Interessant  ist  die  Anwendung  von  Knebeltourniquets
  bei  schmerzhaften  Kopf=  und  Bauchleiden;
  ich  sah  sie  oft  so  fest  gedreht,  daß  es  mir
unfaßbar  schien,  wie  die  Leute  den  Druckschmerz
aushalten  konnten.  Bei  Entzündungen  der  verschiedensten
  Art  wird  ein  Haarseil  angewendet,
man  bohrt  dabei  Kokosbindfaden  von  Streichholz-=dicke
  in  eine  Stichwunde  hinein,  um  eine  ableitende
  Eiterung  zu  erzeugen.  Der  gleiche  Brauch
herrscht  übrigens  auch  in  Jap.
        <pb n="362" />
        G  288  20

Bei  einem  Besuche  des  verfallenen  Kalidhauses
in  Angeklau  an  der  Ostseite  von  Palau  erwarb
ich  eine  Reihe  von  geschnitzten  und  bemalten
Holzsiguren;  sie  waren  an  den  Fenstern  des
oberen  Stockwerkes  aufgestellt  und  hatten  mit
ihren  starren  Gesichtern  dazu  beitragen  müssen,
den  Hilfesuchenden  in  die  richtige  gläubige  Stimmung
  zu  versetzen.

Leider  konnte  ich  bei  der  Abneigung  der  Palauer,
  Fremde  in  die  Mysterien  des  Kalidkultus
einzuführen,  nichts  Authentisches  über  die  Bedeutung
  der  Figuren  erfahren.  Ich  vermute  aber
aus  verschiedenen  Gründen,  daß  einige  kleinere
Holzfiguren,  schwangere  Frauen  darstellend,  in
Beziehung  standen  zu  der  Aufgabe  des  Kalids,
leichte  Entbindungen  bei  den  Geistern  zu  erbitten.
Ferner  befanden  sich  da  noch  die  etwa  einen
Meter  hohe  Statue  eines  Europäers  mit  Zylinder,
kurzer  schwarzer  Jacke,  weißen  Beinkleidern  und
erheblichen  O-Beinen,  sowie  die  Figur  einer
nackten  weiß  angemalten  europäischen  Frau.  Ich
bemerke  hierbei,  daß  die  Palaufrauen  darstellenden
  Figuren  bekleidet  waren.  Jene  beiden  Puppen
standen  offenbar  mit  der  politischen  Aufgabe  der
Kalids,  Palau  von  den  weißen  Eindringlingen
zu  befreien  im  Zusammenhang  und  wurden  wohl
bei  den  Bezauberungen  als  Fetische  benutzt.

*  r
*

Die  klassischen  Arbeiten  von  Kubary  und
Semper  gelten  für  das  heutige  Palau  noch  ebenso,
als  wären  sie  heute  verfaßt.  Eine  fast  zwanzigjährige
  Tätigkeit  der  Mission  hat  wenig  vermocht,
die  Palauer  ihren  alten  Sitten  und  Gebräuchen
zu  entfremden.  Aus  der  Fülle  des  interessanten
Volkslebens  greife  ich  nur  diejenigen  Beobachtungen
  heraus,  welche  zu  den  Gesundheitsverhältnissen
  des  Volkes  in  Beziehung  stehen.  Da  ist
vor  allem  das  einst  blühende,  seit  einem  Jahre
von  der  Regierung  aufgehobene  „Armongol“=Wesen
  zu  nennen.  In  jedem  Dorfe  existierten
(und  existieren  auch  heute  noch)  mehrere  Klubs,
die  ihre  eigenen  Versammlungshäuser  haben.
Diesen  Klubs  dienten  jeweils  eine  Anzahl  von
Mädchen  längere  Zeit.  Nach  Ablauf  ihrer  Zeit
kehrten  sie  reich  belohnt  in  das  Elternhaus  zurück.
Das  Motiv  der  Mädchen,  in  solche  Klubhäuser
zu  gehen,  war,  wie  mir  wiederholt  von  Palaufrauen
  versichert  wurde,  einzig  und  allein  das
Streben  nach  Geld,  das  Streben,  ihre  Familie
reich  zu  machen.  Die  Habgier  ging  so  weit,  daß
früher  bei  Geburt  eines  Kindes  der  Vater  ungehalten
  wurde,  wenn  es  ein  Knabe  war,  daß  er
deswegen  nicht  selten  die  Frau  sogar  verstieß,
während  ihn  die  Geburt  eines  Mädchens  hoch
erfreute.  Denn  dieses  brachte  später  viel  Geld

 

ins  Haus.“)  Leider  wurden  früher  auch  Mädchen
im  Kindesalter,  mit  8  bis  9  Jahren,  von  ihren
habgierigen  Vätern  in  die  „Bais“,  d.  h.  Klubhäuser,
  gegeben  —  angeblich  nur,  um  die  älteren
Mädchen  zu  bedienen.  In  vielen  Fällen  wurden
aber  auch  diese  Kinder  geschlechtlich  benutzt.  So
fand  man  in  den  „Bais“  alle  Altersklassen  zusammen,
  vom  Kinde  bis  zur  „Matrone“.  Hier
spielte  sich  dann  jenes  ungenierte  Leben  ab,  das
die  alten  Jesuitenmissionare  zu  einem  so  herben
Urteil  über  die  Palauer  veranlaßt  hat.  Namentlich
  Cautova  entwirft  ein  abschreckendes  Bild.

Außer  den  Mitgliedern  des  Klubs  hatte  aber
jedes  Mädchen  auch  noch  im  Dorfe  einige  Liebhaber,
  mit  denen  es  außerhalb  des  Bais  zusammenkam
  und  von  denen  es  später,  wenn  seine
Zeit  um  war,  ebenfalls  Geld  einkassierte.  Als
Folge  dieses  namentlich  in  den  letzten  Jahren
ausartenden  Zustandes  kam  es  vor,  daß  in
manchen  Dörfern  die  jungen  Männer  sämtlich
Junggesellen,  die  jungen  Mädchen  aber  alle
„Mongols“  (Klubmädchen)  in  den  Bais  eines
oft  weit  entfernten  Dorfes  waren.  Die  Kinderzahl
  ging  immer  mehr  herab,  zumal  auch  die
„Mongols“,  wenn  sie  schwanger  wurden,  meist
die  Frucht  abtrieben.  Der  Ausbreitung  geschlechtlicher
  Krankheiten  war  Tür  und  Tor  geöffnet.

Bald  zeigten  sich  die  guten  Folgen  der  im
Jahre  1905  erfolgten  Aufhebung  dieser  Landessitte.
  Es  wurden  wieder  Ehen  geschlossen,  zahlreiche,
  auch  ältere  Frauen  wurden  schwanger.
Heute  beginnt  sich  wieder  etwas  mehr  Familienleben
  auszubilden.

Eine  zweite  Volkssitte  von  weittragender
hygienischer  Bedeutung  ist  die  Benutzung  gemeinsamer
  nach  Geschlechtern  getrennter  Badeplätze.
Im  Gegensatze  zu  den  Japern  sind  die  Palauer
Fanatiker  für  körperliche  Sauberkeit.  Mehrmals
am  Tage  wird  ein  Bad  genommen,  außerdem
noch  nach  jeder  Anstrengung,  die  den  Körper
etwa  in  Schweiß  gebracht  hat.  Nach  jeder  Mahlzeit
  wird  der  Mund  gereinigt  und  gespült,  werden
  die  Hände  besonders  gewaschen.  Leider  hat
diese  an  sich  sehr  sympathische  Gewohnheit  ihre
großen  Schattenseiten.  Die  Badeplätze  sind  große
mit  Steinen  ausgelegte,  in  die  Erde  gegrabene
Bassins,  welche  meist  etwas  abseits  vom  Dorfe
in  reizender  Umgebung  liegen.  Diese  Bassins
sind  8  bis  10  m  im  Quadrat  groß  und  1½  bis
2  m  tief.  Wenngleich  nun  auch  der  Boden  dieses
Bassins  etwas  durchlässig  ist,  so  erfolgt  die  Erneuerung
  des  Wassers  doch  lediglich  an  der  Oberfläche
  durch  Uberlaufen  nach  starken  Regengüssen.
In  trockener  Zeit  sind  die  Badeplätze  geradezu
als  stagnierende  Sümpfe  zu  bezeichnen.  Da  nun

*)  Ugl.  Deutsch.  Kol.  Blatt  1906.  S.  206  ff.
        <pb n="363" />
        6  289

auch  die  Geschwürkranken  hier  baden,  so  ist  es
leicht  verständlich,  daß  mit  dem  abgespülten  Eiter
ahlreiche  infektiöse  Keime  in  das  Wasser  ge—
ngen  und  für  die  Gesunden  eine  große  Gefahr
ilden,  weil  sich  bei  Leuten  mit  kleinen  Wunden
und  Schrunden  aus  diesen  Keimen  leicht  spezifische
Geschwüre  entwickeln  können.  Vor  allem  besteht

die  Gefahr  der  lbertragt  A  «  i
—  gung  von  Augenkrankheiten

Ei  Abgesehen  von  der  nach  Jap  verpflanzten
bitte,  „Mongols“  in  den  Bais  zu  halten,  sind
ie  Sitten  beider  so  nahe  gelegener  Inseln  sonst
völlg  verschieden.  Von  der  Anlage  des  Dorfes,
dem  Baufil  der  Wohn=  und  Klubhäuser  an,  von
ninl  nallde  bis  zu  den  Einzelheiten  der  Familien=W*“
  "en  ich  fast  überall  diametrale  Unterschiede.
38  er  Umstand,  daß  die  große  Kluft,  welche
1  Jap  Freie  und  Hörige  trennt,  in  Palau  fehlt,
gibt  dem  ganzen  Volksleben  hier  etwas  viel
Freieres  und  Frischeres.  Die  Leute  werden  ihres
Lebens  viel  mehr  froh,  während  in  Jap  alles
unter  dem  dumpfen  Drucke  einer  —  wenigstens
nach  außen  —  prüden  und  starren  Sitte  steht.
Auch  die  völlig  verschiedene  Stellung  der  Frau
spielt  hier  mit.  Während  in  Palau  die  Frauen
dem  Manne  gleich  stehen  und  sich  zu  Klubs  zusammenschließen,
  die  sogar  Männer  bestrafen
können,  spielt  die  Frau  in  Jap  eine  ganz  untergeordnete
  Rolle.  Sie  ist  hier  ein  demütiges
Arbeitstier,  wenn  sie  ihren  Jugendreiz  und  ihre
Schönheit  verloren  hat.  Wenn  in  Jap  Frauen
und  Männer  zusammenkommen,  sitzen  sie  durch
einen  großen  Zwischenraum  nach  Geschlechtern
getrennt,  die  Frauen  mit  niedergeschlagenen
Angen.  Jedes  freie  Wort,  jeder  Scherz  ist  streng
verpönt.  In  Palau  dagegen  sitzt  alles  lachend
und  blandernd  durcheinander,  gerade  die  Frauen
sad  es  hier,  welche  die  Männer  oft  mit  recht
erben  Scherzen  necken.

2
u

Der  „Ngardot“-See  und  die  Sage  seiner
Entstehung.

S  An  der  Nordostseite  der  Hauptinsel  von  Palau,
aobelthaop,  einige  Kilometer  vom  Meere  entfernt,
  liegt  in  einem  Talkessel  der  Ngardolsee,
eine  Süßwasseransammlung  von  beträchtlicher
vorse.  Genauere  Messungen  über  die  Größenverhältaisse
  des  Sees  konnte  ich  nicht  anstellen,
doch  schätze  ich  seine  Länge  auf  800  bis  1000  m,
ie  größte  Breite  auf  300  bis  400,  die  größte
Beele  auf  5  bis  6  m.  Mit  seinen  zahlreichen
ruchten  und  den  dicht  bewaldeten,  ansteigenden,
von  unzähligen  Wildtauben  und  Enten  bewohnten
fern  gewährt  der  See  einen  idyllisch  schönen

 

 

Anblick.  Zwei  kleine  Flüsse  entspringen  aus  ihm,
von  denen  der  eine  mit  verschiedenen  kleinen
Wasserfällen  nach  Südosten,  der  andere  nach
Nordwesten  abfließt.  Die  Ufer  des  Sees  sind
namentlich  am  ganzen  Nordende  mit  dichtem
Röhricht  und  Binsen  bewachsen;  diese  Binsen
liefern  den  Frauen  von  Mologejok  das  geschätzteste
Material  zu  ihren  Grasschürzen.  Der  Grund  des
Sees  ist  an  einigen  Stellen  morastig,  an  anderen
fest  und  steinig,  hier  von  grauschwarzer  Farbe.
Groß  ist  der  Fischreichtum;  besonders  zahlreich
sind  schwarzbraun,  gefärbte  über  einen  Meter
lange  Aale.  Die  Höhen  rings  um  den  See
bilden  ein  Hauptjagdrevier  auf  Tauben  für  die
Leute  von  Mologejok.  Uberall  sieht  man  kleine
mit  grünen  Büschen  vom  „Agoiß"-Baum  bedeckte
Hütten.  Die  Früchte  dieses  Baumes  sind  die
Lieblingsnahrung  der  Tauben.  Auf  dem  Dache
der  Hütten  sitzen  zahlreiche  zahme  Tauben,  die
ihre  wilden  Genossen  anlocken.  Sehr  geschickt
wissen  dann  die  Eingeborenen  die  Vögel  mit
Blasrohren  zu  erlegen.

Über  die  Entstehung  des  Sees  erxistiert  in
Mologejok  eine  poesievolle  Sage.  Einst  lag  da,
wo  jetzt  der  Ngardoksee  blau  zwischen  den  Bergen
schimmert,  ein  großes  „Ammessêsi“,  ein  Tarofeld,
das  einer  Frau  mit  Namen  Diraörak  aus  dem
Dorfe  Plisan  gehörte.  Das  Dorf  Plisan  ist  schon
lange  ausgestorben;  nicht  einmal  Ruinen  oder
verfallene  Wege  zeigen  wie  bei  anderen  solchen
Dörfern  die  Stelle  an,  wo  es  einst  gestanden
hat.  Diraurak  ging  eines  Tages  mit  ihrer  kleinen
Tochter  über  die  Berge  nach  Ngardok,  um
„Gugau“  (Taro)  zu  holen.  Fleißig  stachen  sie
die  nahrhafte  Wurzel  aus  dem  Sumpf  und
häuften  sie  in  Kokosblattaschen.  Als  sie  sich  nun
auf  den  Heimweg  machten,  sprach  Diraurak  zu
ihrer  Tochter:  „Nimm  diese  Körbe  und  folge  mir.
Kehre  dich  aber  nicht  um  nach  dem  Felde,  wenn
du  auf  dem  Berge  angekommen  bist.“  Die
Tochter  versprach  es;  als  sie  aber,  mit  ihrer
schweren  Last  auf  dem  Kopfe,  oben  angekommen
war,  wo  man  auf  der  einen  Seite  das  unendliche
Meer  und  auf  der  anderen  den  See  sieht,  da
vergaß  sie  das  Verbot  der  Mutter.  Sie  blieb
stehen  und  kehrte  sich  um  nach  dem  Tarofeld,
das  tief  unten  zwischen  den  Bergen  lag.  Da
sanken  plötzlich  die  großen  grünen  Blätter  tiefer
und  immer  tiefer  und  waren  schließlich  ganz  im
Wasser  verschwunden.  An  der  Stelle  aber,  wo
das  reiche  „Gugan“-Feld  gelegen  hatte,  wogte
eine  weite,  klare  Wasserfläche.  So  kam  es,  daß  die
reiche  Frau  Diraurak  durch  den  Ungehorsam  ihrer
Tochter  ihren  ganzen  Besitz  verlor  und  verarmte.

75
        <pb n="364" />
        W  290  20

Deutsch-Ostafrika.
Tsetse-Immunisierungsversuche  in  Deutsch-Ostafriha.
Von  Dr.  Pansce,

Stabsarzt  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe.

Daressalam,  Dezember  1906.

Von  Januar  bis  Mai  1903  hatte  ich  mit
gütiger  Erlaubnis  des  Herrn  Geheimrat  R.  Koch
an  den  in  seinem  Auftrag  von  Marincoberstabsarzt
  Martini  im  Kgl.  Institut  für  Infektionskrankheiten
  in  Berlin  ausgeführten  Tsetse-Immnni-=sierungsversuchen
  teilgenommen.  Danach  beauftragte
  mich  das  Kaiserliche  Gonvernement  mit
der  Vornahme  derartiger  Versuche  im  Schutzgebiet.


Schwierigkeiten  entstanden  alsbald  aus  der
Frage,  wo  solche  Arbeiten,  bei  denen  in  erster
Linie  künstliche  Infektion  in  Betracht  kam,  unter
den  hiesigen  Verhältnissen  ausgeführt  werden
könnten.  Klare  Ergebnisse  waren  nur  dann  zu
erwarten,  wenn  eine  vorangegangene  oder  während
  der  Arbeiten  erfolgende  unbeabsichtigte
Ansteckung  der  Versuchstiere  mit  der  Krankheit,
die  den  Gegenstand  der  Versuche  bilden  sollte,
ausgeschlossen  war.  Also  mußte  der  Arbeitsplatz
selbst  tsetsefrei  sein  und  die  Versuchstiere  durften
weder  aus  einer  Tsetsegegend  stammen  noch  eine
solche  vor  ihrer  Verwendung  passiert  haben.

Praktische  Gründe  erforderten:  jederzeit  gesicherten
  Bezug  der  Versuchstiere  in  ausreichender
Zahl  und  zu  mäßigem  Preis,  das  Vorhandensein
eines  Tsetseherdes  in  der  Nähe  eines  tsetsefreien
Arbeitsplatzes  zur  Beschaffung  des  Infektionsstoffes
  und  zur  Exposition  vorbehandelter  Tiere,
und  endlich  die  Vermeidung  von  Störungen  durch
andere  Infektionskrankheiten.  In  dieser  Hinsicht
kam  damals  nur  Texasfieber  in  Betracht,  das  an
der  Küste  seit  Jahren  bekannt,  im  Innern  erst
an  einzelnen  Stellen  nachgewiesen  war.

Diesen  Anforderungen  entsprach  Kilwa,  das
vom  Gouvernement  für  die  Versuche  ausersehen
war,  nur  insofern,  als  der  Ort  mit  der  allernächsten
  Umgebung  tsetsefrei  ist,  sein  Hinterland
als  tsetseverseucht  bekannt  war  und  durch  meine
Untersuchungen  auch  auf  den  vorgelagerten  leicht
erreichbaren  Inseln  Kilwa  Kisiwani  und  Ssongo
Manara  Tsetse  nachgewiesen  wurde.  Aber  an
Vieh  fehlte  es.  Man  konnte  daran  denken,  die
Rinder  von  den  zu  Kilwa  gehörigen  ziemlich

viehreichen  Mafia-Inseln  zu  beziehen.  Aber  das
hätte  jedesmal  einen  umständlichen  und  kostspieligen
  Seetransport  erfordert.  Aus  dem

Inneren  kann  Vieh  nicht  nach  Kilwa  gelangen,
ohne  Tsetsegegenden  zu  passieren;  außerdem  hätte
man  dabei  noch  mit  Störungen  durch  Texasfieber
rechnen  müssen.  Mein  Plan  war  daher,  nachdem
  Kilwa  einmal  bestimmt  war,  in  diesem  Be- 



zirke  über  die  Tsetsezone  hinauszugehen  und  dort
Vieh  aus  dem  Inneren  zu  den  Versuchen  zu  benutzen;
  die  immunisierten  Rinder  mußten  dann
vor  ihrer  Verwendung  im  Küstengebiet  wahrscheinlich
  noch  der  schon  bekannten  Immunisierung
gegen  Texasfieber  unterzogen  werden.  Mittel
für  eine  größere  Expedition  waren  noch  nicht
disponibel,  es  konnten  zunächst  also  nur  Vorarbeiten
  in  und  bei  Kilwa  vorgenommen  werden.
Da  gingen  mir,  im  Anugust  1903,  die  ersten  Berichte
  R.  Kochs  aus  Rhodesia  zu.  Sie  brachten
die  Feststellung,  daß  die  auch  bei  unserem  Küstenvieh
  häufigen  kleinen  ring=  und  stäbchenförmigen
Parasiten  nicht  zum  Texasfieber  in  Beziehung
stehen,  wie  bis  dahin  angenommen  worden  war,
sondern  die  Erreger  einer  besonderen  Art  der
Rinderpiroplasmose  darstellen,  die  ihr  Entdecker
„Afrikanisches  Küstenfieber"  nannte.  Danach

hätten  also  Rinder  aus  dem  Innern  vor  ihrer

Verwendung  an  der  Küste  eventuell  gegen  drei
verschiedene  Krankheiten  immunisiert  werden
müssen  und  das  erschien  derartig  kompliziert  und
gewagt,  daß  ich  für  die  Tsetseversuche  doch  auf
Küstenvieh  zurückgreifen  zu  müssen  glaubte.  Als
einigermaßen  viehreich  konnte  nur  Mafia  in  Betracht
  kommen,  bei  dessen  Rindern  natürliche
Immunität  gegen  Texas=  und  Küstenfieber  anzunehmen
  war.  Meine  im  September  1903  dort
ausgeführten  Untersuchungen  erbrachten  nun  zwar
die  Bestätigung  dieser  Voraussetzung  zugleich  aber
den  überraschenden  Nachweis,  daß  auf  den  Mafia-Inseln
  nicht  nur  das  bis  dahin  in  Ostafrika  unbekannte
  Trypanosoma  Theileri,  sondern  auch  das
echte  Tsetsetrypanosoma  (Tryp.  Brucei)  vorkommt.
  Danach  war  auch  diese  Inselgruppe
nicht  mehr  als  geeigneter  Arbeitsplatz  oder  einwandsfreie
  Viehbezugsquelle  zu  betrachten.  Gerade
in  dieser  Zeit  konnte  ich  zufällig  feststellen,  daß
aus  Tabora  und  Uhehe  in  Kilwa  eingetroffene
Rinder  die  ring=  und  stäbchenförmigen  Parasiten
in  geringer  Zahl  im  Blute  aufwiesen,  ohne  bei
längerer  Beobachtung  Krankheitserscheinungen  zu
zeigen,  und  daraus  schließen,  daß  Küstenfieber
auch  im  Inneren  enzootisch  vorkomme.  Meine
Vermutung  wurde  bestärkt  durch  ähnliche  im
Laboratorium  Daressalam  gemachte  Beobachtungen,
  von  denen  das  Gouvernement  auf  meinen
Bericht  hin  mir  Keuntnis  gab.  Damit  fiel  das
Hauptbedenken  gegen  die  Verwendung  von  Vieh
aus  dem  Inneren  weg,  und  der  ursprüngliche
Plan  konnte  wieder  aufgenommen  werden.  Er
wurde  im  Dezember  1903  durch  den  Herrn
Gonverneur  genehmigt,  der  mir  die  Wahl  eines
Arbeitsplatzes  im  Kilwa=  oder  Ssongea-Bezirk
freistellte,  und  seine  Ausführung  durch  die  inzwischen
  durch  das  Kolonialwirtschaftliche  Komitee
dankenswerter  Weise  erfolgte  lberweisung  eines
        <pb n="365" />
        GW  291  2O

größeren  Fonds  aus  Mitteln  der  Wohlfahrtslotterie
  auch  finanziell  ermöglicht.

Am  6.  Jannar  1904  brach  ich  unter  Mitnahme
der  aus  den  ersten  Versuchen  noch  übrigen  und
anderer  Tiere  von  Kilwa  auf,  passierte  vom  7.
bis  14.  den  Tsetsegürtel  und  traf  am  17.  in
Liwale  ein.  Im  Interesse  der  besseren  Verbindung
  mit  der  Küste  wäre  die  Anlegung  der
Versuchsstation  hier  oder  nur  wenig  weiter  landeinwärts
  erwünscht  gewesen.  Das  Vieh  war
dann  aus  Ssongea  zu  beziehen.  Ich  mußte  also
zunächst  Klarheit  über  das  Verhalten  des  Ungoni-Viehs
  gegenüber  Texas=  und  Küstenfieber  haben
und  dazu  reichte  die  Untersuchung  der  wenigen
in  Liwale  stehenden  Ssongea-Rinder  nicht  aus.
Ich  ging  daher  gleich  nach  Ssongea  weiter  und
traf  dort  am  7.  Februar  ein.

Auch  Ungoni  gehört  nicht  zu  den
viehreichen  Landschaften  des  Schutzgebiets,  besitzt
aber  doch  so  viel  Groß=  und  Kleinvieh,  daß  es
zu  erheblich  niedrigerem  Preis  als  an  der  Küste
und  jederzeit  in  ausreichender  Zahl  zu  haben  ist.
Die  Tsetsefliege  fehlt  in  der  Umgebung  der
Station,  wie  im  eigentlichen  Ungoni  wohl  überhaupt.
  Ein  in  wenigen  Tagen  erreichbarer
Tsetseherd  konnte  nach  früheren  Erfahrungen  im
Tal  des  Rovuma  angenommen  werden;  er  ist
später  durch  Sammlung  von  Fliegen,  die  der
Zahlmeisteraspirant  Krause  gelegentlich  einer
Dienstreise  dorthin  übernahm,  nachgewiesen  worden.
  Gesunde  Rinder,  darunter  Zugochsen,  die
seit  Jahren  auf  der  Station  anstrengende  Arbeit
leisteten,  wiesen  in  ihrem  Blut  außer  Pirosoma
bigeminum  (Texasfieber)  dieselben  ring=  und
stäbchenförmigen  Parasiten  auf  wie  die  Rinder
an  der  Küste;  Störungen  von  dieser  Seite  waren
also  nicht  zu  befürchten.)  Da  Ssongea  somit
als  geeignete  Basis  für  die  Versuche  erschien,
blieb  ich  dort.  Räume  für  die  Laboratoriumsarbeiten
  und  vorläufig  genügende  Stallung
konnten  mir  gleich  zur  Verfügung  gestellt  werden,
so  daß  bauliche  Arbeiten  mitten  in  der  Regenzeit
erspart  blieben.  Später  wurde  mir  für  die  ereblich

  vergrößerten  Herden  ein  großer  Teil  der
von  der  Station  neuerbauten  massiven  Stallungen
überwiesen.  Auch  sonst  sind,  was  ich  dankbar
erwähnen  möchte,  meine  Arbeiten  wie  in  Kilwa
durch  den  Bezirksamtmann  von  Rode  so  in
Ssongea  durch  den  Stationschef  Hauptmann
Albinus  und  später  den  Bezirksamtmann  Hauptmann
  a.  D.  Richter  in  jeder  Weise  unterstützt
und  gefördert  worden.  Für  sachverständigen  Rat
in  Fragen  der  Viehhaltung  bin  ich  dem  landeswirklich



st  )  Nach  neueren  Untersuchungen  von  R.  Koch  gesiattet
  der  Nachweis  dieser  Parasiten  im  Blut  gesunder

inder  noch  nicht  den  Schluß  auf  Immunität  gegen
Küstenfieber.

 

kundigen  Herrn  John  Booth  zu  Dank  verpflichtet.


Während  der  Trockenzeit  bietet  die  nähere
Umgebung  der  Station  Ssongea  nicht  genügend
Weide.  Die  Arbeiten  mußten  daher  sowohl  1904
wie  1905  während  mehrerer  Monate  in  primitiven
  Anlagen  im  Lutukira-Tal,  vierzehn  Marschstunden
  von  der  Station,  fortgeführt  werden.
Hier  erfuhr  ich  im  August  1905,  daß  die  zur
Durchführung  der  Versuche  erforderlichen  Mittel
nicht  bewilligt  seien.  Im  Begriff,  daraufhin  die
Auflösung  der  Expedition  vorzubereiten  und  die
Versuchstiere  zunächst  nach  Liwale  zu  bringen,
um  von  dort  aus  die  schon  immunisierten  in
Tsetsegegenden  zu  exponieren,  wurde  ich  durch  die
Nachricht  von  den  bei  Liwale  ausgebrochenen
Unruhen  überrascht.  Bald  folgte  ihr  die  weitere
von  dem  nahe  bevorstehenden  Ausbruch  des
Wangoniaufstandes.  Der  Versuch,  mir  Träger
zu  verschaffen,  mißlang.  Ich  mußte  daher,  als
am  28.  August  aus  Ssongea  eine  zweite,  dringlichere
  Aufforderung  zur  schleunigsten  Rückkehr
einlief,  auf  die  Mitnahme  der  Laboratoriumseinrichtung,
  der  Zelte  usw.  wie  meiner  eigenen
Sachen  verzichten,  um  wenigstens  meine  Dienste
zur  Verfügung  stellen  und  der  schwachen  Abteilung
  in  Ssongea  die  mein  Begleitkommando
bildenden  zwei  Askari  eben  noch  zuführen  zu
können.  Während  des  nächsten  Halbjahres  gestattete
  meine  Beteiligung  an  der  Niederwerfung
des  Aufstandes  und  die  Lage  in  Ssongen,  wo
das  Vieh  auf  engem  Raume  innerhalb  der  improvisierten
  Befestigung  untergebracht  war,  nur
gelegentlich  einzelne  Beobachtungen.  Im  April
1906  wurde  ich  zur  Küste  beordert,  um  an  der
Deutschen  Expedition  zur  Erforschung  der
Schlafkrankheit  teilzunehmen  und  mußte  die
Bersuchstiere  in  Ssongea  zurücklassen.  Von  den
dank  der  Entschlossenheit  des  Masaioberhirten
und  der  Unentschlossenheit  der  gleich  dauach  Aufständischen
  seinerzeit  geretteten  Rindern  hatten
leider  nicht  wenige  zur  Verproviantierung  der
Besatzung  während  unserer  Einschließung  geopfert
werden  müssen,  so  daß  bei  meinem  Abmarsch
nur  noch  42  übrig  waren.

Die  Versuche  sind  somit  nicht  zum  Abschluß
gelangt.  Sie  haben  aber  doch  einige  bemerkenswerte
  Ergebnisse  gehabt  und  gestatten  Schlüsse  in
bestimmter  Richtung.  Ich  möchte  deshalb
summarisch  darüber  berichten,  ohne  auf  Einzelheiten
  von  rein  fachlichem  Interesse  hier  näher
einzugehen.“

*)  Auch  die  Fachliteratur  ist  in  diesem  Bericht
nicht  berücksichtigt.  Nur  die  grundlegenden  Versuche
und,  weil  von  der  größten  Bedentung  für  die  Trypanosomenfrage
  überhaupt,  die  späteren  Ausführungen
R.  Koch's  waren  zu  erwähnen.
        <pb n="366" />
        W  292  20

Die  Richtung  für  die  ersten  Arbeiten  war
gegeben  durch  den  bekannten,  von  R.  Koch  1897
hier  ausgeführten  Versuch  oder  doch  das  ihm  zugrunde
  liegende  Prinzip:  „Schutzimpfung  mit
lebenden  Krankheitserregern,  die  in  ihrer  Virunleuz
  für  die  zu  schützende  Tierart  mittels  Passage
durch  andere  Tierarten  abgeschwächt  sind.“
Solcher  Passageversuche  habe  ich  eine  ganze  Anzahl
  ausgeführt,  mit  sehr  verschiedenem  Erfolg.
An  Ausgangsmaterial  standen  mir  im  Lauf  der
zwei  Jahre  insgesamt  zehn  verschiedene  Trypanosomenstämme
  zur  Verfügung.  Für  Abschwächungsversuche
  wurden  selbstverständlich  nur  solche
Trypanosomen  verwandt,  deren  Virulenz  für  die
jeweils  in  Betracht  kommende  Tierart  festgestellt
war.

Die  Kombination  der  Passage  durch  graue
Ratten  und  Hunde  wurde  in  mancherlei  Variationen
  angewandt.  Einige  dieser  Versuche,
mit  denen  schon  in  Kilwa,  also  an  nicht  einwandsfreiem

  Material  begonnen  worden  war,
haben  keine  klaren  Resultate  ergeben.  Wiederholt

  ist  es  mir  nicht  gelungen,  die  von  granen
Ratten  weiter  verimpften  Tsetsetrypanosomen  im
Blut  der  Hunde  und  dann  der  Rinder  wieder
nachzuweisen.  Anfangs  vielleicht  mit  aus  dem
Grunde,  daß  ich  nicht  früh  oder  nicht  intensiv
genug  danach  gesucht  habe;  wenigstens  ließ  die
Temperaturkurve  in  der  Regel  darauf  schließen,
daß  die  beabsichtigte  Infektion  doch  erreicht  war.
Daun  mußten  die  in  Kilwa  geimpften  Tiere
ziemlich  bald  nachher  den  Tsetsegürtel  passieren,
was  zu  einer  weiteren  Verschleierung  des  Bildes
führte.  Immerhin  zeigte  sich,  daß  die  Schutzimpfung
  selbst  keine  schwere  Erkrankung  verursachte
  und  in  mehreren  Fällen  trat  eine  deutliche
  Schutzwirkung  hervor.  Aber  zehn  so  vorbehandelte
  Rinder  erwiesen  sich  gegen  später
erfolgende  virulente  Infektion  nicht  geschützt.
Daß  die  Passage  durch  graue  Ratte  und
Hund  nicht  immer  genügt,  um  Trypanosomen
zur  Schutzimpfung  von  Nindern  geeignet  zu
machen,  zeigte  sich  später,  als  ich  über  einen  zu
höherer  Virulenz  für  Rinder  angezüchteten  Stamm
verfügte.  Diese  Parasiten  wurden,  nachdem  sie
vier  Monate  in  der  ihnen  bald  darauf  erliegenden
grauen  Ratte  verweilt  und  dann  einen  Hund  in
zwölf  Tagen  getötet  hatten,  auf  zwei  Rinder
verimpft.  Nur  das  eine,  das  etwa  vier  Monate
lang  fieberte  und  Trypanosomen  im  Blute  aufwies,
  kam  durch  und  war  ein  Jahr  nach  der
Impfung  gesund,  während  das  andere  ihr  am
97.  Tage  erlag.  Auch  nach  Einschaltung  einer
zweiten  grauen  Ratte  vor  Überimpfung  auf  den
Hund  töteten  diese  Trypanosomen  noch  eines
von  zwei  Rindern  in  86  Tagen.  Die  Umkehr
der  Reihenfolge  gab  keine  besseren  Resultate.

 

Ich  ließ  die  Parasiten  zuerst  zweimal  durch  den
Hund  und  dann  einmal  resp.  zweimal  durch  die
graue  Ratte  gehen;  die  beiden  damit  geimpften
Rinder  erlagen  am  91.  resp.  92.  Tag.

Um  zu  sehen,  ob  der  mit  der  Verwendung
von  grauen  Ratten  und  Hunden  anderwärts  erreichte,
  zum  Teil  ja  auch  hier  bestätigte  Erfolg
gerade  auf  dieser  Kombination  beruht,  verwandte
ich  in  mehreren  anderen  Versuchen  nur  Ratten
oder  nur  Hunde.  Die  Resultate  der  Hundepassage
  waren  nicht  gleichmäßig.  In  einem  Versuch
  riesen  Trypanosomen,  die  ein  Rind  in  vier
Monaten  töteten,  nach  einmaligem  Durchgang
durch  den  ihnen  in  zwei  Monaten  erliegenden
Hund  bei  fünf  Nindern  nur  eine  leichte  Erkrankung
  hervor,  deren  Uberstehen  jedoch  gegen
eine  dreiviertel  Jahr  später  erfolgte  virulente
Infektion  nicht  schützte.  Nur  eines  dieser  Rinder,
bei  dem  erst  noch  eine  mildere  Infektion  eingeschoben
  war,  überstand  dann  auch  die  virulente.
Aber  Trypanosomen  des  oben  erwähnten  stärker
virulenten  Stammes  töteten  nach  zweimaligem
Durchgang  durch  Hunde  ein  Rind  in  46  Tagen,
nach  sechzehnmaligem  noch  sechs  von  sieben
Rindern  in  40  bis  122  Tagen;  nach  der
32.  Passage  wurde  der  Versuch  deshalb  nur  noch
an  einem  Rind  wiederholt  und  auch  dieses  verendete
  am  50.  Tag.  Ob  die  trotzddem  fortgesetzte
  Passage  durch  Hunde  doch  noch  Erfolg
gehabt  haben  würde,  konnte  wegen  des  Abbruchs
der  Arbeiten  nicht  mehr  geprüft  werden.

Bei  grauen  Ratten  waren  die  Ergebnisse
günstiger  aber  auch  ungleichmäßig.  In  einem
Versuch  zeigten  die  Trypanosomen  nach  sechsmaliger
  Passage  sich  noch  ziemlich  virulent  für
Rinder,  in  vier  anderen  Fällen  riefen  sie  schon
nach  zwei=  resp.  dreimaliger  Passage  keine  schwere
Erkraukung  bei  den  Rindern  mehr  hervor  und
zwei  von  diesen,  wahrscheinlich  sogar  drei  —

eines  konnte  nicht  mehr  darauf  untersucht
werden  —  haben  Immnnität  gegen  virulente
Jufektion  erlangt.  —  Eine  schon  weiter  gediehene

Rattenpassage  riß  leider,  ehe  Rinder  von  ihr
aus  geimpft  waren,  ab.

Ziegen  erwiesen  sich  als  unbrauchbar  zur
Abschwächung  der  von  einem  gefallenen  Rind
stammenden  Trypanosomen.  Diese  töteten,  nachdem
  sie  im  Laufe  von  anderthalb  Jahren  nacheinander
  zehn  Ziegen  passiert  hatten,  von  fünf
Rindern  vier,  zum  Teil  ziemlich  schnell,  darunter
ein  schon  anderweitig  vorbehandeltes.  Bei  dem
fünften,  ebenfalls  vorbehandelten,  führten  sie  zu
einer  etwa  ein  halbes  Jahr  dauernden  Erkrankung,
  nach  deren  Üüberstehen  Schutzstoffe  nachgewiesen
  werden  konnten.  Zwei  andere  Rinder,
die  mit  den  Trypanosomen  einer  „geheilten"“,
anderthalb  Jahr  vorher  infizierten  Ziege  (vierte
        <pb n="367" />
        W  293  20

Passage)  geimpft  worden,  gingen  am  101.  resp.
109  Tage  ein.

#.  Bei  entsprechender  Verwendung  von  Schafen
erkrankten  die  geimpften  Rinder  nur  mäßig  schwer
und  waren  ein  Jahr  später  gesund.  Ob  sie
Immunität  erlangt  hatten,  konnte  nicht  mehr
lestgestellt  werden.

t  Durch  Anpassung  an
Het  dagegen  ebenso  wie  an  Maskatesel  und
kaultiere,  die  aber  natürlich  zu  wertvoll  sind,
em  als  Passagetiere  geopfert  zu  werden,  scheinen
die  hiesigen  Trypanosomen  ihre  Virulenz  für
Rinder  durchaus  und  regelmäßig  zu  verlieren.
Ein  grauer  Esel,  der  auf  wiederholte  Einspritzungen
von  für  Rinder  virulenten  Trypanosomen  nur
mit  vorübergehendem  Auftreten  einzelner  Paraliten
  und  mäßiger  Temperatursteigerung  reagiert
hatte,  erkrankte  auf  die  sechste,  intraperitoneal
ausgeführte  Injektion  schwer  und  verendete  unter
starker  Vermehrung  der  Trypanosomen  und
sonstigen  typischen  Erscheinungen  in  dreieinhalb
Monaten.  Diese  Parasiten  wurden,  und  zwar
gleich  inm  größeren  Mengen  (bis  zu  100  cem
Blut)  auf  Rinder  zurückgeimpft  und  riefen  hier
nur  eine  leichte  rasch  ablaufende  Reaktion  hervor.
Dasselbe  war  der  Fall,  nachdem  sie  von  dem
ersten  aus  noch  einen  zweiten  grauen  Esel  passiert
und  in  zwei  Monaten  getötet  hatten.  Ob  die
so  geimpften  Rinder  einen  Schutz  gegen  virulente
Infektion  erlangt  hatten,  war  nicht  mehr  festzustellen;
  wahrscheinlich  ist  es  mir  nach  anderen
unten  zu  erwähnenden  Versuchen  nicht.

Die  Verwendung  von  Schweinen,  die  sich
pfanglich  aber  sehr  widerstandsfähig  zeigten,
L  nicht  über  Anfänge  hinausgekommen.
ie  Goviel  von  Passageversuchen.  Das  Ziel,  das
can  Berfolgten  —  lleichte  Erkrankung  mit  nachaicen
  em  Schutz  gegen  schwere  —  konnte  vielsol
  i  auch  erreicht  werden  durch  Infektion  mit
sünh  n  Trypanosomen,  die,  ohne  künstlich  beeinvirun
  #u  sein,  für  Rinder  nicht  oder  nur  wenig
genhtent  sind.  In  zwei  besonders  kräftigen,  gut
*  keten  Bullen  aus  Liwale,  deren  zweifellos
anger  Zeit  bestehende  „latente  Infektion“
Tiechsfallig  sand  und  dann  vor  Verwendung  der
zun  noch  ein  halbes  Jahr  beobachtete,  standen
W  solcher  „avirulenten  Stämme“  zur  Verfügung.

einheimische  graue

e  dritter  in  einem  anderen  Rind,  das  —  zur
herthafung  frischen  Infektionsstoffes  unvorbeldelt
  am  Rovuma

nur  eine
Mit  diesen
ich  eine  größere  Anzahl  von

*  m  exponiert  —
Lichte  Infektion  acquiriert  hatte.

tämmen  habe

Stem  behawdel,  ohne  daß  —  nach  einigen
roben  zu  urteilen  —  die  erzielte  leichte
Erkrankun  4  7  *

berbe  iug  einen  Schutz  gegen  schwere  Infektion
wiedeeführt  hätte.  Es  zeigte  sich  auch  hier
er,  daß  die  Träger  solcher  latenten  Infektionen

 

selbst  nicht  völlig  immun  zu  sein  brauchen,  denn
der  eine  darauf  geprüfte  Bulle  erkrankte  auf
künstliche  virulente  Infektion  sichtlich,  wenn  er  sie
auch  glücklich  überstand.  —  Einer  dieser  zunächst
harmlosen  Stämme  erlangte  übrigens  bei  weiteren
Übertragungen  eine  ziemlich  hohe  Virulenz  für
Rinder.

Es  war  selbstverständlich,  daß  neben  den  von
natürlich  infizierten  Rindern  stammenden  auch
Trypanosomen  anderer  Herkunft  auf  ihre  Brauchbarkeit
  zu  Schutzimpfungen  untersucht  wurden.
In  zwei  Maultieren  und  einem  Maskatesel,  die
natürlichen  Infektionen  erlagen,  erhielt  ich  drei
Stämme  von  virnlenten  „Equidentrypanosomen“,
die  sich  nicht  nur  in  ihrer  äußeren  Erscheinung,
sondern  vor  allem  in  ihrer  Wirkung  ganz  auffällig

  von  den  „Rindertrypanosomen“  unterschieden.
  Denn  sie  haben,  gleichgültig,  ob  sie

direkt  oder  erst  nach  Passage  durch  graue  Esel,
Ziegen,  Hunde  oder  Ratten  übertragen  wurden,
bei  Rindern  —  in  gegen  40  einzelnen  Fällen  —
nie  eine  eigentliche  Erkrankung  hervorgerufen,
sondern  nur  eine  durch  Temperatursteigerung  und
meist  spärliches  Auftreten  von  Parasiten  gekennzeichnete,
  rasch  ablaufende  Reaktion.  Das  Ergebnis
  entsprach  also  vollkommen  dem  des  Passageversuchs
  mit  grauen  Eseln.  Meine  Hoffnung,
daß  Rinder  mit  so  gestimmten  Trypanosomen
immunisiert  werden  könnten,  hat  sich  indessen
nicht  erfüllt;  es  stellte  sich  gleich  bei  der  ersten
Prüfung  heraus,  daß  auch  wiederholte  Impfungen
dieser  Art  keinen  Schutz  gegen  nachfolgende
Infektion  mit  für  Rinder  virnlenten  Trypanosomen
  herbeigeführt  hatten.  —  Ziegen  zeigten
sich,  nebenbei  bemerkt,  für  die  von  einem  der
beiden  Maultiere  stammenden  Parasiten  so  auffallend
  stark  empfänglich,  daß  der  Gedanke  nahe
lag,  durch  Ziegen-Passage  könnten  die  Trypanosomen
  in  ihrer  Virulenz  für  Equiden  abgeschwächt
werden.  Das  gelang  jedoch  nicht;  nach  achtmaliger
  Passage  durch  Ziegen,  in  die  aus  äußeren
Gründen  zweimal  ein  Hund  eingeschaltet  wurde,
töteten  sie  ein  kräftiges  Eselfohlen  in  40  Tagen.

Zu  diesen  von  tödlich  erkrankten  Eaquiden
entnommenen  Trypanosomen  stand  wieder  in  bemerkenswertem
  Gegensatz  ein  vierter  Stamm  von
einem  gleichfalls  natürlich  infizierten  Maskatesel,
der  aber  seine  Krankheit  überstand.  Diese
Parasiten  zeigten  sich  unschädlich  für  einen
grauen  Esel,  töteten  aber  alle  fünf  Rinder,  auf
die  sie  verimpft  wurden,  darunter  vier  vorbehandelte,
  und  zwar  zwei  in  kurzer  Zeit  (45  und
48  Tagen),  die  übrigen  im  Laufe  von  vier
Monaten.

Daß  Trypanosomen  von  ganz  verschiedener
Virulenz  bei  Tieren  derselben  Art  und  aus  derselben
  Gegend  vorkommen,  ist  bekannt,  wie  ja
        <pb n="368" />
        W  294  20

auch  die  künstliche  Varüerbarkeit  nach  Aussehen
und  Eigenschaften  längst  erwiesen  ist.  In  seinem
Vortrag  „Über  die  Trypanosomenkrankheiten“
(26.  Oktober  1904),  einem  von  Meisterhand  gezeichneten
  Bild  der  Trypanosomenforschung,  hat
R.  Koch  sich  eingehend  darüber  ausgesprochen
und  eine  Erklärung  dafür  gegeben.  In  der
interessanten  Annahme,  daß  es  innerhalb  der
einen  Gruppe  von  Trypanosomen,  zu  der  er  die
Erreger  der  Tsetsekrankheit,  der  Surra,  des  Mal
de  Caderas  und  des  Trypanosoma  des  Menschen
zusammenfaßt,  noch  nicht  zur  Entwicklung  fester,
an  bestimmte  Wirte  gebundener  Arten  gekommen
ist,  wie  sie  die  andere  Gruppe  in  dem  Trypano-=soma
  Lewisi  der  grauen  Ratte  und  dem  Trypanosoma
  Theileri  des  Rindes  aufweist.  Als  eine
weitere  Stütze  dieser  Annahme  können  meine
Beobachtungen  dienen.  Sie  helfen  auch  Tatsachen
erklären  wie  z.  B.  die,  daß  Reittiere  oder  Hunde,
die  so  und  so  oft  Tsetsegegenden  ungestraft  passiert
haben,  schließlich  doch  einmal  eine  tödliche  Erkrankung
  erwerben.  Wenn  man  sich  vergegenwärtigt,
  daß  ähnliche  Um=  und  Anzüchtungen
der  Trypanosomen,  wie  wir  sie  künstlich  bewirken
können,  unter  natürlichen  Verhältnissen  durch
Vermittlung  der  Tsetsefliege  fortgesetzt  erfolgen,
ist  es  klar,  welche  Rolle  der  Zufall  spielen  muß.
Daraus  geht  weiter  hervor,  daß  man  ein  empfängliches
  Tier,  wenn  es  in  einer  Tsetsegegend
auch  nach  nachgewiesener  Infektion  nicht  erkrankt,
nicht  ohne  weiteres  als  immun  ansprechen  darf;
es  ist  vielleicht  gar  nicht  mit  solchen  Trypanosomen
  infiziert  worden,  die  gerade  seiner  Art
angepaßt  waren.  Will  man  also  ein  immunisiertes
  Tier  auf  den  Erfolg  der  Schutzimpfung
prüfen,  so  ist  nach  meiner  Ansicht  die  künstliche
Infektion  mit  vollvirulentem  Material  unentbehrlich,
  bei  der  jede  erforderliche  Kontrolle  möglich
ist.  Ich  bin  deshalb  immer  bemüht  gewesen,
mir  für  jede  bei  meinen  Arbeiten  verwendete
Tierart  einen  virulenten  Trypanosomenstamm  zu
verschaffen  und  zu  erhalten.

Kurz  zusammengefaßt,  haben  meine  Versuche,
soweit  sie  auf  künstlicher  Infektion  beruhen,  ergeben,
  daß  es  auf  sehr  verschiedene  Weise  gelingt,
leichte  Tsetseerkrankungen  bei  Rindern  hervorzurufen,
  und  daß  sie  dadurch  einen  hinreichenden
Schutz  gegen  spätere  schwere  Infektion  erwerben
können,  aber  durchaus  nicht  regelmäßig  erlangen.

*

r—*
1

Nun  ist  aber  neuerdings  die  Frage  entstanden,
ob  es  überhaupt  ratsam  ist,  gegen  Tsetsekrankheit
Immunisierungen  dieser  Art,  d.  h.  Schutzimpfungen
mit  lebenden  Krankheitserregern,  in  größerem
Umfang  auszuführen.  R.  Koch  hat  sie  in  dem

 

erwähnten  Vortrag  (von  dem  ich  in  Ssongea
Ende  Jannar  1905  Kenntnis  erhielt)  aufgeworfen
und  verneint.  Denn  er  konnte  feststellen,  daß
ein  von  ihm  1897  so  immunisiertes  Rind  nach
sechs  Jahren  noch  Trypanosomen  beherbergte,
und  zog  daraus  in  Analogie  mit  anderen
Infektionskrankheiten  den  Schluß,  daß  wir  uns
durch  solche  Immunisierungen  im  großen  künstlich
  immer  neue  Infektionsquellen  in  den  geimpften
  Tieren  selbst  schaffen  würden.  Er  hat
deshalb  sein  Prinzip  der  Seuchenbekämpfung
nun  auch  auf  die  Trypanosomenkrankheit  übertragen
  und  an  Stelle  der  Schutzimpfungen  das
Vorgehen  gegen  den  Krankheitsüberträger,
die  Tsetsefliege,  oder  aber  gegen  die  —  im
Wild  wie  in  kranken  und  latent  infizierten
Haustieren  gegebenen  —  Infektionsquellen
vorgeschlagen.

Daß,  vom  Wild  abgesehen,  solche  versteckten
Infektionen  nicht  selten  sind  und  für  andere
Tiere  gefährlich  werden  können,  bestätigen  einige
zumeist  schon  oben  erwähnte  Beobachtungen  bei
den  hiesigen  Versuchen.  Zur  besseren  übersicht
hier  ihre  Zusammenstellung.  Ein  Bulle,  der  seit
Jahren  keine  Tsetsegegend  passiert  haben  konnte,
beherbergte  bei  vollkommener  eigener  Gesundbheit
Trypanosomen,  die  bei  fortgesetzter  Übertragung
andere  Rinder  töteten.  Ein  junger,  künstlich
infizierter  Hund  erschien  dauernd  gesund,  hatte
aber  Trypanosomen,  die  alle  damit  geimpften
Rinder  töteten.  Ein  Schaf,  das  im  April  1904
infiziert  worden  war  und  längst  keine  Krankheitserscheinungen
  mehr  darbot,  beherbergte  ein  Jahr
später  noch  Trypanosomen,  die  Rinder  krank
machten,  eine  im  November  1903  infizierte  „gesunde“
  Ziege  im  März  1905  noch  solche,  die
Rinder  töteten.  Der  genesende  Maskatesel  hatte
zu  einer  Zeit,  wo  er  selbst  schon  wieder  als
Reittier  benutzt  werden  konnte,  Trypanosomen  im
Blut,  die  sich  für  Rinder  tödlich  zeigten.  Daß
auch  die  von  mir  immnnisierten  Rinder  nicht  frei
von  Trypanosomen  waren,  ist  mir  nach  alledem
wahrscheinlich.  Darauf  geprüft  worden  sind  nur
drei,  deren  Serum  in  vitro  Trypanosomen  auflöste.
  Trotzdem  war  ihr  Blut  noch  infektiös,
in  zwei  Fällen  sogar  virulent  für  andere
Rinder.  Allerdings  habe  ich  auch  zweimal  feststellen
  können,  daß  die  Parasiten  aus  dem  Blut
künstlich  infizierter  Rinder  wieder  verschwanden,
wenn  Heilung  erfolgte  (zehn  bzw.  acht  Monate
nach  der  Infektion  waren  50  cem  Blut  nicht
mehr  infektiös),  aber  das  müssen  wir  wohl  als
Ausnahme  betrachten.

Es  scheint  also  in  der  Tat  notwendig,  daß
wir  die  Immunisierung  mit  lebenden  Trypanosomen
  ganz  ausgeben.  Etwas  muß  aber  zweifellos
  hier  geschehen  gegen  eine  Seuche,  die
        <pb n="369" />
        295  “

dauz  abgesehen  von  der  Höhe  der  unmittelbaren
Verluste  —  die  landwirtschaftliche  Nutzbarmachung
weiter  Landstriche  verbietet  und  jeden  Wagenverkehr
  über  große  Strecken  ebenso  unmöglich
macht  wie  eine  auf  Einführung  von  fremdem
Blut  angewiesene  Viehzucht  im  großen.  R.  Koch
hat  uns  den  Weg  gewiesen,  den  wir  früher  oder
[Häter  werden  gehen  müssen,  und  wir  können  nur
boffen,  daß  er  bald  eingeschlagen  wird.  Aber
selbst,  wenn  in  absehbarer  Zeit  damit  begonnen
werden  sollte,  wenigstens  die  Hauptverkehrswege
und  vielleicht  einzelne  Landschaften  durch  Verdrängung
  des  Wildes  und  Fernhaltung  infiierter
Haustiere  oder  durch  Maßnahmen,  die  sich  gegen
die  Fliege  richten,  allmählich  tsetsefrei  au  machen,
werden  wir  in  Deutsch-Ostafrika  doch  noch  lange
mit  dem  Vorhandensein  der  Infektionsgefahr  zu
rechnen  haben.  Es  fragt  sich  also,  ob  wir  jetzt
schon  auf  Schutzmittel  verzichten  sollen,  die  hoffentlich
  später  einmal  entbehrlich  sein  werden.  Brauchen
  wir  sie  jetzt  noch,  dann  müssen  wir  uns
freilich  nach  anderen  als  den  bisher  versuchten
  umsehen.

Wenn  die  jetzt  allenthalben  in  Angriff  genommene
  medikamentöse  Behandlung  der  Trypanosomiasis
  des  Menschen  den  erhofften  Erfolg
hat,  läge  der  Gedanke,  ihn  auch  den  Nutztieren
zugute  kommen  zu  lassen,  wohl  nahe.  Ist  auch
kaum  zu  erwarten,  daß  dadurch  die  Infektion  zu
verhüten  ist,  so  doch,  daß  die  Trypanosomen
im  Blute  eines  infizierten  Tieres  vernichtet  werden
  könnten,  ehe  sie  zu  schwerer  Erkrankung  führen.
  Ein  Verfahren,  das,  wie  anzunehmen,  sich
aus  vielen  einzelnen  Manipulationen  zusammensetzen
  und  auf  der  Anwendung  nicht  indifferenter
Mittel  beruhen  würde,  wäre  freilich  kaum  geeignet,
  wo  es  sich  um  große  Herden  oder  um
solche  Tiere  handelt,  die  dauernd  in  einer  Tsetsegegend
  leben  sollen.  Für  Reit=  und  Zugtiere
aber,  für  zu  importierendes  wertvolles  Zuchtvieh,
das  vielleicht  nur  einmal  einen  Tsetsegürtel  zu
passieren  hat,  könnte  die  medikamentöse  Behandlung
  doch  praktische  Bedentung  gewinnen.“)

*)  Daß  eine  am  irypanosomenkranken  Menschen  als
drlsam  erprobte  Behandlung  mutatis  wutandis  mit
aufolg  auf  Nutztiere  zu  übertragen  wäre,  darf  wohl
angenommen  werden  angesichts  der  großen  Ahnlichkeit,
ie  hinsichtlich  des  Krankheitserregers  wie  der  Krank-Mitserscheinungen
  zwischen  der  Trupanosomiasis  des
Menschen  und  der  der  Haustiere  besteht.  Eine  solche
Parallele,  die  bisher  anscheinend  nicht  beachtet  ist,  sei
hier  erwähnt.  Ich  sah  wiederholt  bei  künstlich  infi-K#erten
  Rindern  und  Ziegen  (von  anderen  Tieren  ist
mir  nicht  erinnerlich)  Aufregungszustände,  die  sich
.  blötzlichem  Ausbrechen  aus  der  Herde,  auffälligem
mherrennen,  Anstürmen  gegen  Pfosten  und  Wände
oder  in  scheinbar  unmotivierten  Angriffen  auf  andere
Tiere  äußerten.  ie  waren  den  Masecihirten  nicht
kremd  und  pflegten  von  ihnen  mit  den  Worten

wir

 

 

 

 

Aber  weiter:  Auch  die  Frage,  ob  es  nicht
möglich  ist,  gegen  Tsetse  zu  immunisieren,
ohne  zu  infizieren,  und  so,  daß  die  immunisierten
  Tiere  befähigt  werden,  auch  später
in  ihr  Blut  eindringende  Trypanosomen  zu  vernichten,
  daß  sie  also  nicht  als  Verbreiter  der
Krankheit  gefürchtet  zu  werden  brauchen,
scheint  mir  heute  noch  offen  zu  sein.  .

Zwei  Wege  kommen  in  Betracht.  Man  kann
versuchen,  die  Bildung  von  Schutzstoffen  im  Blute
des  zu  schützenden  Tieres  selbst  durch  Behandlung
mit  Krankheitsprodukten  oder  abgetöteten  Krankheitserregern
  zu  erzielen,  und  man  kann  ihm
Schutzstoffe  zuführen,  die  ein  anderer  Organismus
  gebildet  hat.

Über  einige  Versuche  in  diesen  Richtungen
möchte  ich  noch  berichten.  Sie  haben  ebensowenig
  wie  meines  Wissens  von  anderen  ausgeführte
  ähnliche  Arbeiten  einen  entscheidenden  Erfolg
  gehabt.  Sie  stellen  nur  erst  Anfänge  dar,
lassen  aber,  wie  ich  glaube,  doch  erkennen,  daß
so  überhaupt  etwas  erreicht  werden  kann.  Versuche
  mit  Übertragung  von  Schutzstoffen  wurden,
da  sie  ja  bereits  immunisierte  Tiere  zur  Voraussetzung
  haben,  erst  später  möglich,  und  gerade
ihretwegen  bedauere  ich  am  meisten  die  unfreiwillige
  vorzeitige  Aufgabe  der  Arbeiten.

Mit  der  Galle  tsetsekranker  Tiere,  die  in
vitro  Trypanosomen  auflöst  und  deshalb  schon
früher  wiederholt  Beachtung  gefunden  hat,  habe
ich  einige  Versuche  in  der  Weise  angestellt,  daß
Tiere  eine  Zeitlang  mit  Galleeinspritzungen  behandelt
  und  dann  infiziert  wurden,  andere  so,
daß  gleichzeitig,  aber  an  verschiedenen  Körperstellen,
  Trypanosomen  und  Galle  injiziert  wurden.
Es  ist  in  keinem  Falle  die  Erkrankung  verhindert
  worden.  Aber  es  haben  doch,  um  hier
nur  die  Rinderversuche  zu  erwähnen,  fünf  von
sieben  so  behandelten  Rindern  eine  virulente
  Infektion  überstanden  und  vermutlich
  Immunität  erlangt.  Nachgewiesen  ist  sie

„.  .  .  unawazimu  —  .  .  .  ist  besessen,  verrückt“  gemeldet  zu
werden.  Der  Gedanke,  sic  als  charakteristische  Tsetseerscheinung
  aufzufassen,  kam  mir  erst  später,  als  Herr
Geheimrat  Koch  uns  in  Uganda  mit  den  bei  der
„Schlaf“-Krankheit  so  häufigen  psychischen  Störungen
maniakalischer  Natur  bekannt  machte.

Vielleicht  ergibt  sich  noch  eine  andere  Parallele,
die  für  die  Frage  der  Tsetsebekämpfung  im
Sinne  R.  Kochs  von  Bedeutung  sein  würde.  Ich
meinc,  daß  die  zuerst  von  englischen  Forschern  mit  Erfolg
  zur  Diagnose  der  Trypanosomiasis  beim  Menschen
angewandte  Drüsenpunktion  auch  die  Erkennung
der  Infektion  bei  scheinbar  gesunden  Tieren
erheblich  erleichtern  und  vereinfachen  müßte.
Drüsenschwellung  ist  eine  regelmäßige  Erscheinung  bei
tsetseinfizierten  Rindern.  Da  mir  selbst  augenblicklich
die  Gelegenheit  zu  solchen  Untersuchungen  fehlt,  möchte
ich  hier  wenigstens  die  Anregung  dazu  geben.
        <pb n="370" />
        G  296  20

bei  einem,  das  mit  Galle  vor=  und  nachbehandelt
war;  es  wurde  später,  nach  Heilung  der  ersten
Infektion,  noch  fünfmal  virulent  infiziert,  ohne
wieder  zu  erkranken.  Ich  halte  es  nicht  für  ausgeschlossen,
  daß  durch  längere  oder  intensivere
Vorbehandlung  oder  sonstige  Anderung  der  Versuchsanordnung
  auch  ein  vollkommener  Schutz  zu
erreichen  wäre.  —  Die  Injektion  von  Galle  verursacht
  meist  Reizerscheinungen,  kann  auch  zu
Abszessen  und  selbst  umfangreichen  Gewebsnekrosen
führen,  doch  ist  dieser  Ubelstand  vielleicht  durch
intravenöse  Einführung  zu  vermeiden.

Mit  dem  Blut  kranker  oder  gefallener  Tiere,
dessen  Trypanosomen  durch  vorsichtiges  Erwärmen
  oder  Zusatz  chemischer  Mittel  abgetötet
  waren,  wurden  von  August  bis  November
1904  zwei  Rinder  behandelt,  die  auf  eine  im
Dezember  ausgeführte  virulente  Infektion
zwar  schwer  erkrankten,  sie  aber  beide  überstanden
  und  jetzt  ebenfalls  als  immun  betrachtet
werden  dürfen.  Es  wäre  danach  wohl  denkbar,
daß  durch  Anwendung  größerer  Blutmengen  oder
andere  Verbesserungen  ein  ausreichender  Schutz
erzielt  werden  kann.  Ob  dabei  dem  Serum,  den
Leukozyten  oder  den  toten  Parasitenleibern  die
Hauptrolle  zufallen  würde,  sei  dahingestellt.  Erst
später  eingeleitete  Versuche  der  Art  sind  nicht
mehr  zum  Abschluß  gekommen.

In  einem  anderen  Versuch  hatte  ich  nur  einmal
  eine  Mischung  von  trypanosomenhaltigem
Blut  und  Gakle,  in  der  also  die  Parasiten
durch  die  Galle  unschädlich  gemacht  waren,  injiziert
  und  ließ  schon  nach  wenigen  Wochen  die
Infektion,  und  zwar  gleich  eine  virulente,  folgen.
Beide  so  behandelte  Rinder  erkrankten  schwer.
Aber  nur  eines  ging  (im  Laufe  von  sechs  Monaten)
  ein,  das  andere  kam  durch,  erholte  sich
vollständig  und  hat  wohl  Immunität  erlangt;
sein  Serum  zeigte  acht  Monate  nach  der  Infektion
  spezifische  Wirkung.

Sobald  immunisierte  Rinder  zur  Verfügung
standen,  wurde  ihr  Blut  bzw.  Serum  auch  in
vivo  auf  das  Vorhandensein  und  die  Verwertbarkeit
  von  Schutzstoffen  geprüft.  Da  das  Blut
der  immunisierten  Rinder,  wie  erwähnt,  noch
Trypanosomen  von  durchaus  nicht  harmloser
Natur  enthielt,  wurde  es  nicht  frisch,  sondern
konserviert  oder  nach  Erwärmung  verwandt  und
so  eine  unerwünschte  Infektion  vermieden.

Hunde,  die  zunächst  benutzt  wurden,  weil  für
sie  ein  Trypanosomenstamum  von  hoher  und
gleichmäßiger  Virulenz  vorhanden  war,  also
schnelle  Entscheidungen  herbeigeführt  werden
konnten,  wurden  durch  solches  Rinderblut  oder
-serum  nicht  oder  wenig  geschützt.  Nur  bei
einem  Hunde,  der  virulentes  Blut  vermischt  mit
Immunblut  erhalten  hatte,  wurde  dadurch  das

 

Auftreten  der  Parasiten  bis  zum  15.  Tage,  der
Tod  bis  zum  44.  Tage  hinausgeschoben,  während
die  Kontrollen  schon  am  6.  özw.  7.  Tage  Parasiten
  aufwiesen  und  am  10.  bzw.  12.  Tage  eingingen.
  Bei  einem  Rinde  jedoch,  dem  virulentes
Blut  ebenfalls  vermischt  mit  Blut  eines  immunisierten
  Rindes  eingespritzt  wurde,  blieb  zwar  die
Infektion  auch  nicht  völlig  aus,  aber  es  kam
überhaupt  nicht  zu  merkbarer  Erkrankung.  Die
Trypanosomen  waren  stets  nur  vereinzelt,  nach
dem  30.  Tage  mikroskopisch  überhaupt  nicht  mehr
nachweisbar,  die  Temperatur  zeigte  nur  vorübergehend
  Steigerungen  und  das  Tier  erschien  bis
zum  Ende  der  Beobachtung,  ¾  Jahr  nach  der
Impfung,  völlig  gesund.  Das  Kontrollrind  wies
zahlreiche  Parasiten  auf,  fieberte  hoch  und  verendete
  am  50.  Tage.

Diejenigen  Versuche,  an  denen  mir  besonders
gelegen  war,  die  aber  erst  kurz  vor  Abbruch  der
Arbeiten  begonnen  wurden,  waren  in  der  Weise
angelegt,  daß  die  vorhandenen  immunisierten
Rinder  „hochgetrieben“  oder  „fortifiziert“,  d.  h.
durch  weitere  Injektionen  virulenten  Blutes  in

steigender  Menge  zu  vermehrter  Bildung  von
Schutzstoffen  gezwungen  werden  sollten.  Mit
ihrem  trypanosomenfrei  gemachten  Blut  oder

Serum  sollten  dann  andere  Rinder  behandelt
werden.  Wären  bei  diesen  nach  einer  später
vorzunehmenden  Infektion  doch  Trypanosomen
aufgetreten  und  nicht  bald  gänzlich  wieder  verschwunden,
  so  konnte  eine  der  Vorbehandlung
entsprechende  Nachbehandlung  zum  Ziele  führen.
Gelang  der  Versuch  damals  überhaupt  noch  nicht,
so  mußten  die  die  Schutzstoffe  liefernden  Tiere
erst  noch  weiter  fortifiziert  werden.

Ich  halte  es  für  sehr  wohl  möglich,  daß  man
schließlich  doch  zu  einem  Verfahren  gelangen
könnte,  das  von  dem  allen  bisherigen  Tsetse-Schutzimpfungen
  anhaftenden  Nachteil,  der  Krankheitsverbreitung
  Vorschub  zu  leisten,  frei  und
somit  unbedenklich  in  jeder  praktisch  erreichbaren
Ausdehnung  anwendbar  wäre.  Und  deshalb
scheint  mir  die  Wiederaufnahme  der  Arbeiten
unter  Weglassung  aller  Passage=  u.  dgl.  Versuche
  durchaus  wünschenswert.

Unter  den  in  Ssongea  zurückgelassenen  Rindern
sind  2,  die  zuletzt  auch  große  Mengen  virulenten
Blutes  anstandslos  vertragen  hatten,  ferner  15,
die  zum  Teil  mehrere  Infektionen,  mindestens
aber  eine  virulente  überstanden  haben  und  mit
großer  Wahrscheinlichkeit  als  immun  zu  betrachten
sind.“')  Auch  von  den  übrigen  25,  die  sämtlich

Das  Serum  von  zehn  dieser  Rinder  zeigte  schon
im  Sommer  1005  eine  ausgesprochene  spezifische  Wirkung
in  vitro.  Ich  habe  diese  Beobachtungen  nicht  allein  am
frischen  lebenden  Präparat  gemacht,  weil  man  dabeistets  Täuschungen
  ausgesetzt  ist,  sondern  vorzugsweise  am  gefärbten.
        <pb n="371" />
        W  297  20

vorbehandelt  sind,  dürfte  wenigstens  ein  Teil
Immunität  erlangt  haben.  Es  würde  also
eine  ziemlich  große  Anzahl  von  Nindern  sofort
zur  Verfügung  stehen,  die  voraussichtlich  nur
durch  weitere  Injektionen  von  virulentem  Blut,
eventuell  von  Trypanosomen-Kulturen,  fortifiziert
äzn  werden  brauchen,  um  den  Versuch  einer
bassiven  Immunisierung  von  Rindern  zu  ermöglichen.
  Ich  möchte  die  Aussichten  auf  Gelingen
  nicht  überschätzen.  Aber,  mögen  sie  auch
gering  sein,  so  halte  ich  den  Versuch  doch  für
gerechtfertigt,  weil  der  Einsatz  gering,  für  geboten,
  weil  der  mögliche  Gewinn  ein  bedeutender
  wäre.

Können  die  Arbeiten  in  Ssongea  oder  wenigstens
  unter  Verwendung  der  dort  gebliebenen
Rinder  wieder  ausgenommen  werden,  so  wären
die  bisherigen  Aufwendungen  an  Geld,  Zeit  und
Mühe  nicht  verloren,  sondern  aufs  beste  nutzbar
gemacht.  Stellt  sich  heraus,  daß  das  Ziel  —
Immunisierung  ohne  Schaffung  neuer  Infektionsquellen
  —  auch  auf  einem  der  hier  angedeuteten
Wege  4  nicht  zu  erreichen  ist,  dann  freilich  wäre
der  völlige  Verzicht  auf  Schutzimpfungen  gegen
Tsetsekrankheit  wohl  unvermeidlich.

 

Vom  Bahnbau  Daressalam  —  Morogoro.

(Vgl.  deutsches  Kolonialblatt  1906,  Seite  80.)

Einem  Berichte  der  Firma  Philipp  Holzmann
  &amp;amp;  Co.  über  den  Stand  der  Bauarbeiten
für  die  Eisenbahn  von  Daressalam  nach
Morogoro  am  1.  Jannar  1907  entnehmen  wir
sfolgende  Angaben:

Die  Erdarbeiten  sind  bis  Km  180  nahezu.
beendet.  Von  Km  180  bis  Morogoro  sind  diese
Arbeiten  im  vollen  Gange.

Fertig  sind  die  Brücken  bis  Km  45;  außerdem
  alle  größeren  Brücken  bis  Km  84  und  von
Km  144  bis  Km  178.  Bei  Eintritt  der  großen
Regenzeit  wird  voraussichtlich  der  größte  Teil
der  Brücken  bis  Km  100  fertiggestellt  sein.

Das  Gleisende  liegt  gegenwärtig  auf  Km  126.
Die  Ursache  des  verhältnismäßig  geringen
Fortschrittes  des  Oberbaues  waren  die  seit  Au-Gleiche

  nicht  zu  geringe  Mengen  frischen,  desibrinierten
trypanosomenreichen  Blules  und  des  zu  prüfenden  Serums
wurden  vermischt,  von  der  gegen  Verdunstung  geschützten
Mischung  sofort,  dann  nach  5,  10  usw.  Minuten  Ausstriche
  angefertigt  und  mit  Chromatinfärbung  behandelt.
Zur  Rontrolle  diente  das  Serum  nicht  immunisierter
Ninder  oder  Nochsalzlösung.  Dabei  zeigten  die  Trypanosomen,
  und  zwar  solche,  die  für  Rinder  virulent  waren,
in  wirksamem  Serum  meist  nach  ¼  Stunde,  oft  schon
nach  wenigen  Minnten  die  deutlichsten  Erscheinungen  des
Jerfalls  bis  zu  völliger  Auflösung;  Bilder,  ganz  ähnlich
denen,  wie  sie  Trypanosomen  in  vitro  unter  der  Einwirkung
  von  Arsen  zeigen.  —  Veränderungen,  die  nicht
imnerhalb  der  ersten  halben  Stunde  deutlich  waren,
wurden  nicht  berücksichtigt.

 

fang  Dezember  mit  kurzen  Unterbrechungen
niedergehenden  starken  Regengüsse,  die  das  Fahren
der  schweren  Oberbauzüge  auf  den  aufgeweichten
Dämmen  sehr  erschwerten  und  eine  regelmäßige
Zufuhr  von  Material  unmöglich  machten.

Die  Beschotterung  hatte  ebenfalls  stark
unter  der  schlechten  Witterung  zu  leiden.  Gegenwärtig
  ist  die  Strecke  bis  Km  32  fertig  beschottert.
  Von  da  aus  sind  zwei  Stopfkolonnen
an  der  Arbeit,  die  täglich  eine  Strecke  von  ctwa
300  Metern  fertigstellen.  Nachdem  die  Steinbrüche
  in  Upanga  und  bei  Km  27  aufgegeben
worden  sind,  wird  das  gesamte  Steinmaterial
für  die  Strecke  bis  Km  115  aus  dem  neuen
Steinbruche  bei  Km  67  gewonnen.  Die  Maschinen
  und  Steinbrecheranlagen  dieses  Steinbruchs
  sind  in  Betrieb  genommen  und  sollen
täglich  etwa  150  chm  Kleinschlag  liefern.

Der  Bahnhof  Daressalam  ist  bis  auf  das
Werkstättengebäude  fertig.  Dieses  ist  im  Rohban
hergestellt.  Sobald  das  Dach  vollständig  fertig
gedeckt  ist,  wird  mit  der  Montage  der  darin
zur  Aufstellung  kommenden  Werkzeugmaschinen
begonnen.  Die  Hochbauten  auf  den  Stationen
Soga  und  Ruvu  sind  im  Bau  begriffen.  Für
die  Arbeiten  zum  Bau  der  Stationen  Mikesse
und  Ngerengere  sind  alle  Vorbereitungen  getroffen,
  so  daß  in  nächster  Zeit  mit  dem  Bau
begonnen  werden  kann.

rl

ogo.

In  der  Broschüre  des  früheren  Bezirksleiters
in  Togo,  Geo  A.  Schmidt:  „Schmidt  contra
Roeren.  Unter  dem  kandinischen  Joch.  Ein
Kampf  um  Recht  und  Ehre“  ist  auf  Seite  44
gegen  den  amtierenden  Richter  der  Vorwurf  erhoben,
  daß  er  in  und  nach  der  Hauptverhandlung
gegen  den  Pater  Müller  wegen  Beleidigung  des
Schmidt  am  25.  Januar  1906  die  strafrechtliche
Verfolgung  des  als  Zeugen  vernommenen  Paters
Schmitz  wegen  Verdachts  des  Meineides  entgegen
dem  vom  Staatsanwalte  gestellten  Antrage  pflichtwidrig
  unterlassen  habe.  Demgegenüber  ist  zu
bemerken,  daß  der  Richter  an  die  Auffassung  des
Staatsanwalts,  wenn  dieser  auch  lediglich  pflichtgemäß
  seiner  Überzeugung  Ausdruck  gegeben  hat,
nicht  gebunden  war,  und  daß,  wie  eine  Nachprüfung
  des  Sachverhalts  ergeben  hat,  das  Verfahren
  des  Richters,  Gerichtsassessors  Schlettwein,
  der  Sach=  und  Rechtslage  durchaus
entsprach.
        <pb n="372" />
        W  298  20

üÜbersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Deutsch-Ostafriha  im  dritten  Viertelsahr  1906.
l  Aber  die  kustengrenze

In:

arengruppen

Im
III.  Viereel= 



—

—
—

III.
IV.  F.
Chemische  u.  pharmazeutische  Ergeugnisse  (außer  Schießbedarf
VI.  2
9

VII.
VIII.
J

A.  Einfuhr.

.  Ergeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der

zugehörigen  Nebengewerbe.

aj)  Korn=  und  Hülsenfrüchte

b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früch
Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  aei
4)  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflangenwachs
JP0)  Getränke  (außer  Mineralwasser)
s)  Simercen,
8)  Faserpfla
b  Ergerynens  der  Forstwirtschaft

Summe  I

Tiere  #und  tierische  Erzeugnisse.
)  de  Tie

b)  Fleisch  und  böoare  berische  Er  rzeugnisse  alller  Art
c)  Tierische  Rohstoffe  .
Summe

Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle
eabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen

Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.  (aufer
federwaren)  .  ..
Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  irichnerwaren.  .
siiiiiiiiiiinddimitschulwaicii

X.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwa  .
X.  Papier=  und  Pappwaren,  lterarische  und  Kunstgegenstände  .

XIII.
XIV.
XV.

—

—
—

III.
.  Gewerbliche  Erzengisse

—

Stein-,  Ton=  und  Glaswaren
XII.

 

Metalle  u.  Metallwaren,  außer  Justrument.,  Maschir  u.  Waffen:
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzen  g
l))kz(ibiil(ic..  .
Siiiiiiiie  Xll

Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  .
Waffen  und  Munition  .

Geld  .....
zumme  A.  Einfuhr
B8.  MRus  fuhr.
Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft,  sowie  der

zugebörigen  Nebengewerbe.
Korn=  und  Hülsenfrüchte
5  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früchte
5)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände  und  Genatmitte.
4)  Olfrüchte.  Pflanzenöle  und  Pflanzenwachs
e)  Getränke
!)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  zuuteriel
6)  Faserpflangzen
h)  Ergeugnisse  der  Forstwirtschaft

 

Zumme  l

.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.

Lebende  Tieren.
9  Tierische  Nahrungsmittel
D)  Tierische  Rohstoffe  .  .....
Summe  II
Mineralische  und  fossile  Nohstoffe  .
Geld
Summe  B.  Ausfuhr
Dazu  A.  Einfuhr
Gesamthandel  über  die  Küstengrenze

Im
III.  Tertel- 



ZunahmelAbnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

jahr  19086äahr  1905
Mk.  Mk.  Mk.  Mk.
353  023  224  9751128  018
65  421  39  394  26  027
249  130  121  199127971

1810  7337  —  2527
189  298  101  395  87903

1  465  1  537  —  72

2  634  397  2237  —-42808

  46093  —  3285
908  589  542  287866  302

33  242  21  306  111936
146  019  98011  48  008  —

1  600  1  191  406  –
180  861  120  511  60  350  —
193  504  80377  1113  127

G3  9.48  41  483  22  465
134  867  56  691  78  176
1  742  219149741744
126  173  84  863  41  610
4710  3  097  1  613
65  411  30  232  5  179
54  001  31  322  22  679
100  050  68  733  31  317
157  706  17  657  049
1  163  260441480T7  14  357  —-13209701166564154406

148  098  126  589  21  509
123  193  78  931  44  262  —

1819111  1015  388  —  833  477
5348  83859441  485  104  350

3095  26  143  —  23  048

3  660  5  739  —  2  079

11  819  42  973  —-  1154
172  151  324  028  3
934  880  54

3  433  1  018  2385
469  611  329  949  139  662
724  881  710  872  14  012  —

17195871441625277962  —
29  686  57  575  —  27889
14  101  34  706  —  20  605

158  606  120  390  38216
502393  512  671  10  278
36  935  52  824  —  15  889

330  671  20  214  —

.  —  241613  —  241613
W—————————
5348  8385494  485  404  350  —-79384217213432724989
  —
        <pb n="373" />
        W  299  2C

 

Wichtigste  Warenpositionen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Imlll.  Vierteljahr  Im  III.  Beerteljahr  Zunahme  Abnahme
1906  5  “
VBenennung  der  Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mk.  kg  Ml.  kg  Mk.  #kMil.
A.  Einfuhr.
Reio  ....  ..1131801s9.)0.31t775543153594362  268  86  728
T  abatfabrikaie  .  .....  42  107  113  566  10  4411  42  802  32  526,  1  186  —  89
Bau-  und  Rubbolz  1277  41  356  2966  45  264  —  9  20%  36
Stille  Weine  aller  Alt  55  2  54  27  330  288691  28390  26374  —
Branntweine  aller  Art.  .  26  928  45  361  7088,  15  09019  840  30  262  6
Dier  107  666  56  93180  869  144  164420799  12  767  Q
Fische,  Seetiere  und  Süßwassertiere  99752,  31  6460655  612  20  941144  140  10  705  —
Milch,  Butter,  Käse,  Eier,  Honig  1
und  onstige  tierische  Nahrungsmi
  35  224  65221421917.  49  71440  307  15  510  D.
r  itel  414127620|  73  112|  13  825  53  574  613  795,  19  538
l  ........398958I28015  7815  47|891  143.  27  168  n
1(  betroleum-  ...  ...260773i6099290906«;18  904  169  867,  42  038
eifen  aller  Ar  79  527)  44  10/59  937.  28  54319  590  155564  —
Drogen  und  Abthelerwaren  ..  43905T788252681723500  7088I55325
Baumwollgewebe  358  321  943  57J|828  420  830  218929901  113  359  "
DBaumwollcen  Detteihngsgehen  i  !
stände  aller  163  025.  620  275178  564  553  614  66  661  15  5390.
Glas  und  Elga#nen  .  S4604«519624009548648  3  314  5  491
Roheisen,  eiserne  Schienen,  .  «-Stangen,
  Blöcke  708  860,  153  8564  167.  14  998%644  693  1389  860
Alle  nicht  besonders  genannten  1
Eisenwaren  8  3  585  1  10  0  5  749  322,  909  750  10  325|1  815  739
Landwmirtchastlice  Maschinen  45  190  41  270  51  9400  41  86  6  750|  593
Maschinen  für  industrielle  Betriebe  34  0331  42  55  2  889  23  97821  194  18  573  ·-Transportmaschinen
  und  Fahr-  1
zeuge  aller  Art,  auch  Fahrräder  23  864,  22  9960/108  598,  40  652  84  784.  17656
Silbermünzen  .  .  129  554  981  622  852  068
Rupfermünzen  ...-.  48  458  33  766  11.  692  -
B.  Ausfuhr.
Kaffeen.  .  24054  186581  16  975  18476  7079  182  —
Kopra  ..  .  ..13847794135878-k9143197711535636215870
pcsmn.....  ..22072947992577862114614  3071893166622
Rohbaumwolle  ...  ..  2212  2494  35312  26  492  33  3100  23  998
Faser  von  Sisalagaven  .  1630  697  164  372  326  310  243  667  304  357  220  605
Kautschur  .  ..  106  372  716  501101  754  694  706  4618,  21  793  "  —
Elfenbein.  .....  ..  4884  110  355  2748  58  912  2136"  51  413
Häute  und  Felll  91  985  115  05573  6011  76  73021384  38  325  «
Jmektcmvachg.  ..  ..88459206185108411.330375  -  1995249190
Kopal  .  2549212806436074142725  10  582  14661
Silbermünzen  -  241618  241613
II.  Aber  die  Dinnengrenge.
Im  III.Im  III.
Viertel=  Viertel-  ZunahmeseAbnahme
Warengruppen  jahr  1906  Hjahr  1905
Mi.  ———“—
A.  Einfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
zugehörigen  Nebengewerbe.  5½  «
Korn=  und  Hülsenfrüchte  .  6  118  1288  1  830  *bma
l  Knollengewächse,  Gemüse  und  Frü  üchte  .  3  595  1641  1  046
c)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  47  .  25  810  15  961  9849
)  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwach  .  1084  526  508
*  Gewäuke  (daußer  Mineralwasser)  25  556810  703  5  855
f)  Säme  448  67  381
8)  Föferpfanzen  ..  .  948  215  *  733
h)  Erzeugnisse  der  Forstwirrschaft  .  157  901  3811157520  —
Summe  l  221  412  4578275630

 

 

 

 

4
        <pb n="374" />
        Im  1lI.Im  III.
Viertel-Viertel=  Zunahme#Abnahme
Warengruppen  jahr  1906/jahr  1905
M  Mk.  Mk.  Mk.
II.  Tiere,  und  tierscche,  Erzeugnisse.
a)  Lebende  –  2480  —  2  480
b)  Fleisch  *“  kröbare  tierijche  Erzengnifsee  aller  Art  3335  5  834  —  2499
I0)  Tierische  Rohstoffe  17688  9814  78744  —
Summe  II  21  023  18128  2895  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  7776  29P54  1822  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  OSlen  3  800  2  662  1  188
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Ergeugnisse  (außer  Schießbedar  11  245  7  207  4  038  —
VI.  Textil=  und  Filgwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.  (außer
8  ml’  784  082  440  126  343  F6  —
VII.  Leder=  und  Lederwaren,  Wachstuch,  Wirfchnerwaren  4905  5  54.  —  639
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  167  30  137  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnigzwaren  .  .  4686  1  680  3  0061  —
X.  Papier-  und  Pappwaren,  literarische  und  Kunstgegenstände  4750  3224  1  526  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  58  97925525  33448  —
XII.  Vetalle  und  Metallwaren,  außer  Instrumenten.  Maschinen  und
Waffe
keutrnwwese  Metalle  und  Halbzeng.  11  597  688  1  9  —
b)  Fabrika  .  78  8861  24411  54  476  —
Summe  XII  90  483  25049  65  434  —-XIII.
  Instrumente,  Maschinen  und  Fahr  zeuge  23  379  33366  9  987
XIV.  Salin  !  und  Munition  3  391  5602  2211
XV.  Geld.  424  3  428  —  2999
Summe  A.  Einfuhr  1240  496620  302  620  194  —
B.  Ausfuhr.
J.  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
17  726  19  193  —  1  767
282  177  105
und  46  4020  233  17170  —
132  311  36447
lebende  Pflanzen  und  Juitermittei  18  311  *  298.
.  886  3  794  -  2  908
der  Forstwirtschaft  666151  161721  50  4438  —
Summe  l  264  230127  54436  692  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a)  Lebende  Tiere.  .  43  710  3  62510  085  —
b)  Tierische  Nahrungsmittel  .  28  2551  25  193  —  1938
0)  Tierische  Rohstoffe  497  72  376  672  121  057  —
Summe  II  564  6041  4901  159  2044  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstofse  190  57|  389
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse  27  0441  414911  2255381  —
V.  Geld.  .  —  7  180  7  180
Summe  B.  Ausfuhr  856  1641  545  2841  310  880  —
Dazu  A.  Einfuhr  1240  4961  620  302  620  194  —
Handel  über  die  Binnengrenze  2  096  660|1  165  58631  074  —
IIl.  Gesamthandel.
Einfuhr  über  KRüsten=  und  Binnengrenze  6  589  3315  564  78711  024  544  —
Ausfuhr  über  Küsten=  und  Binnengrenge  48445  7502  814  2311631  619  —
Gesamthandel  10035  08118  379  01811  656  063  —
        <pb n="375" />
        Benennung  der  Waren

G  301  2O

Wichtigste  Warenpoitionen.

 

Im  III.  Viertel- 



Kautschuk
Baumwollengewebe
Baumwollene  Seileidungoftiae

ler  v
Glas  und  Glaswaren

Erdnüsse

Kautschuk

Rindvieh  Stictzabb

Micch,  ½7  sääse.  Eier

Elfenb

Häute  mo-  Felle

Insektenwachs
katten  und  sonstiges  Waren  aus
Gräsern,  VBast.  Faser

Metallwaren

I.  Viertel  1906
II  -

Iii.

Zus.  I.—III.  Viertel  1906.

Dagegen  im  I.—III.
Zunahme

I.  Viertel  1906
II.  #  *
III.  "  -
Jus-L-Dvgcgcniml.—-111.-




—Ill.Viert011906.

Jm  III.  Viereel- 



 

 

 

 

 

 

jahr  19006  jahr  190  Zunahme  Abnahme
Menge  WertMenge  Wert
#1#M.  —se  #g6M1.  ##Ml
A.  Ein  fuhr.
21  107  145  7  51  30724356  145  467  —
284  078  696  our  121  716  245  070162  362  451  590  —
16  709  55  275  177  569  —  51731  122294
39  622  57  75068  117  24718  13  505  33  002  —
B.  Rus  fuhr.
1072  787/  129  762/611  0Oö06  57  3821461  721  72380
9  453  66  605  2  4701  16  172  6983|  50  433  –
898  41  047  65  1  783  833!  39  264  —  —
37892  21  475001  22  133  5109  658
136  2;694  210  3456  -  104  762
232  373  381  643150  577  231  660)75  796  147013  —
50  419  107  50063  165  131  608  –  13016  24018
6  598  25  566  750  2819  5848  22  747  «-si7
  702205  1150  ·  1388  447
III.  Handel  Deutsch-Ostafrihas  in  den  ersten  drei  Vierteljahren  1906.
Einfuhr.
Über  die  Über  die  -
Küstengrenze  Binnengrenze  Zusammen
Mt.  Mk.  Mk.
5  625  011  709  537  6  334  518
439  861  763  631  5  203  492
5  348  835  1  240  496  6  589  331
15  413  707  2  713  664  18  127  371
1905  11  948  668  1  361  609  13  310  277
3  465  039  1  352  055  4  817  094
Ausfuhr.
1  641  088  659  671  2300  759
1  727  767  635  259  2  363  026
2  589  586  856  164  3  445  750
5  958  441  2  151  094  8  109  535
1905  6528  120  1  371  279  7  899  399
—  569  679  +  779  815  —+  210  136

Zunahme  —,  Abnahme—

Gesamthandel.

 

 

I.  Viertel  1906  7266  099  1  369  208  8  635  307
II.  -  6  167  628  1  398  890  7  566  518
III.  ......  7938421  2  096  660  10  035  081
Zus.  I.  —III.  Viertel  1906  21  372  148  4  864  758  26  236  906
Dagegen  im  I.—III.  O  1905  18  476  788  2  732888  21  209  676
Zunahme  2  895  360  2  131  870  5  027  230
        <pb n="376" />
        G  302  e□

nachweisung  der  Brutto-SEinnahmen  der

Jollverwaltung  im  ODonat  Dezember  1906.

 

Salz:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4  Einfuhr=  Ausfuhr--  Schiffahris-Holzschlag-,  Neben-  Insges
Zollamt  Zoll  Zoll  Abgabe  AbgabeGebührenEinnahmen  Insgesamt
Rup.  H.  Rup.  H.]  Rup.  I  H.]  Rup.  H.]  Rup.  H.]Rup.  .  Rup.  .  Mk.  Nl.
Tangg  20  823  c90  2  800  85,  30  34  65  16  16,5  24  126  102  168  21
Pangani  9  138  75  1  86900  1  2  15  —  137  6  11  161  :2A188233
Bagamofjo  15  907  17,.,6  18228  42,5  6  129  50  26  48  22256  7276½829·6
Daressalam  43  708  32  3  457  105  0235  0  —  —  432  os  48  572  2  61  762  93
Nilwmwaa  11  762  50  3  002  is  338  vo  41  112  bi,51  12  as,  6  15  300  110  100  23
Lindi.  5  329  70,5)  1334  4  9  —  56  Gr  62  (#l  6  791  e  9  055  85
Summe  in  Rup.  s106  67004  18647  20  167003  i175  208  ooo  6  2208  52
Sumime  in  Mark  14222792  24863  052226  7123  33  251  995  97  170  945  23
Dagegen  im  «  .  7
Dez.1905Mk-779742323  ö76  98  61  60  138  67  1113  81  2723  66  105  588115
Zun.  +,  Abn.  64  253  69+  1  286  07|C2165  11T  66  715  06  1727  69  4  65  356  78
fus  binter-Togo.  gierung,  die  jedem  Reisenden  zur  Verfügung  stehen.
Über  die  im  letzten  Frühjahr  durch  die  beiden  In  Sansanne-Mangu  sind  deren  mehrere  hundert,
Basler  Missionare  Mohr  und  Martin  aus-  hauptsächlich  um  den  durchreisenden  Hansahändlern
geführte  Kundschaftsreise  nach  Hinter-Togo  liegt  Unterkunft  zu  gewähren.

jetzt  ein  ausführlicher  Bericht  im  „Evangelischen
Heidenboten“  vor.  Es  heißt  darin:

„Dank  den  tadellosen  Straßen,  die  die  deutsche
Regierung  in  mustergültiger  Weise  planmäßig
durch  die  ganze  Kolonie  hin  aulegt,  konnten  wir,
abgesehen  von  eigentlichen  Gebirgsgegenden,  unsere
Reise  größtenteils  auf  dem  Fahrrad  ausführen,
was  eine  ungemeine  Erleichterung  und  Kostenersparnis
  bedentete.  Auch  unser  Begleiter,  Timoteo
Osce,  fuhr  mit  uns,  obschon  er  erst  etwa  zehn
Tage  vor  Antritt  der  Reise  das  Radfahren  gelernt
  hatte.  Unsere  Träger  brachen  jeweilen
morgens  in  aller  Frühe,  gewöhnlich  zwischen
zwei  und  drei  Uhr  auf.  Wenn  der  Tag  zu
grauen  begann,  schwangen  wir  uns  auf  die  Räder
und  holten  die  Vorausgegangenen  bald  ein.
Gegen  9  Uhr  vormittags  wurde  meist  die  Hitze
schon  so  unerträglich,  daß  man  weder  fahren  noch
gehen  konnte.  Unter  Bäumen,  wenn  es  solche
gab,  oder  im  Schatten  von  Negerhütten  pflegte
sich  unsere  Karawane  zur  Mittagsrast  zu  sammeln,
die  wegen  der  Hitze  oft  bis  gegen  Abend  ausgedehnt
  werden  mußte.  Dann  galt  es  noch
einige  Kilometer  vorwärts  zu  dringen  und  ein
Nachtquartier  aufzusuchen.  Oft  mußten  wir  mit
den  einfachsten  Negerhütten  vorlieb  nehmen,  die
so  eng  waren,  daß  man  nicht  ausgestreckt  darin
liegen  konnte.  Dann  streckte  man  eben  die  Beine
durch  die  Türe  ins  Freie  hinans  und  schlief
nichtsdestoweniger  ausgezeichnet.  Häufig  trafen
wir  auch  auf  die  überall  längs  der  Karawanenstraßen
  zweckmäßig  angelegten  Rasthäuser  der  Re- 



Den  Unterschied  gegenüber  einst  und  jetzt  im
Vorwärtskommen  konnten  wir  am  besten  in  den
ersten  Tagen  unserer  Reise  beobachten,  wo  wir
Gebiete  durchfuhren,  die  wir  vor  Jahren  zu  Fuß
hatten  durchwandern  müssen.  Jetzt  brauchen  wir
für  eine  Strecke,  die  wir  damals  in  einem  mühsamen
  Tagemarsch  durch  sumpfiges  Land  kaum
in  einem  Tage  hatten  zurücklegen  können,  auf
prächtiger  Straße  dahinfahrend  kaum  zwei
Stunden.  An  diesen  Straßen  haben  die  Beamten
eigenhändig  mitgearbeitet,  um  die  Eingeborenen,
die  den  Nutzen  solcher  Kunstbauten  zuerst  nicht
einsohen  wollten,  zur  Arbeit  anzuspornen.  Jetzt
seufzt  kein  Eingeborener  mehr  über  die  Fronarbeit,

  die  er  damals  hat  leisten  müssen,  denn
die  schönen  Straßen  kommen  nun  jedermann
zugut.

Im  allgemeinen  fanden  wir  den  westlichen
Teil  des  nördlichen  Hinterlandes  der  Kolonie  sehr
baumarm,  zum  Teil  baumlos  mit  Steppen=  ja
Wüstencharakter,  während  der  östliche  gebirgigere
Teil  feuchter  und  baumreicher  ist.  Trotdem  findet
sich  auch  im  westlichen  Teil  oft  in  überraschender
Weise  vorzügliches  Wasser.  Die  Regierung  tut
alles,  was  geschehen  kann,  um  die  Kultur  von
Nutzpflanzen  und  die  VBiehzucht  zu  heben.  Es
werden  auf  den  Regierungsstationen  Muster-=plantagen
  angelegt,  wo  sorgfältige  Versuche  mit
Nutzpflanzen  aus  allen  Weltteilen  gemacht  werden
und  von  wo  aus  die  Häuptlinge  Seslinge  erhalten,
  um  sie  und  ihre  Leute  zur  Anlegung
ähnlicher  Plautagen  aufzumuntern.  Sehr  eifrig
        <pb n="377" />
        W  303  20

wird  auf  den  Regierungsstationen  auch  die  Viehzucht
  betrieben.  Auf  einer  von  diesen  versagen
sich  die  Beamten  sogar  den  Genuß  der  Micch,
um  sie  der  Aufzucht  von  Jungvieh  zuzuwenden.
Daß  solche  opferfreudige  Hingabe  an  die  kulturelle
Förderung  der  Kolonie  von  Erfolg  gekrönt  wird,
beweist  der  von  Jahr  zu  Jahr  wachsende  Wohlstand
  derjenigen  Gebiete  Togos,  wo  der  segensreiche
  Einfluß  der  deutschen  Beamten  Zeit  gehabt
hat,  seine  heilsamen  Früchte  äu  zeitigen.

Auch  gegenüber  den  Eingeborenen  hat  die
Regierung  den  richtigen  Ton  getroffen.  Sie  hat
durch  rücksichtsvolle  und  freundliche  Behandlung
ihr  Vertrauen  gewonnen  und  sie  sich  zu  Dank
verpflichtet.  Vor  der  Besitznahme  durch  Deutschland
  herrschte  in  Togo  der  Krieg  Aller  gegen
Alle.  Uberfälle  und  Sklavenraub  war  an  der
Tagesordnung.  Diesen  Stammesfehden  hat  nun
die  Regierung  ohne  Blutvergießen  durch  einfaches
Verbot  ein  Ziel  gesetzt.  Die  Sklavenjagden  haben
aufgehört.  und  erst  jetzt  erfahren  die  Leute,  was
Freiheit  und  Sicherheit  ist.  Sie  wagen  sich  über
ihre  engsten  Landesgrenzen  hinaus,  und  Handel
und  Gewerbe  beginnen  zu  gedeihen.

Um  dem  ungerechten  Gerichtsverfahren  der
eingeborenen  Häuptlinge  ein  Ende  zu  machen,
hat  die  Regierung  es  ermöglicht,  daß  bis  ins
hinterste  Hinterland  Togos  jedermann  persönlich
und  unentgeltlich  bei  den  Stations=  oder  Bezirksleitern
  Recht  und  Schutz  finden  kann.  Dies  wird
der  Bevölterung  durch  die  öfteren  Reisen  der
Beamten  sehr  erleichtert.  An  wichtigen  Orten
halten  sich  diese  oft  wochenlang  auf  und  nehmen
sich  der  Leute  an.

Die  sonst  verpönten  Steuerarbeiten  werden
in  der  Hand  der  Beamten  Togos  zu  einem  vorzüglichen
  Erziehungsmittel  der  Eingeborenen.
Jeder  erwachsene  Bürger  hat  11  Tage  lang
jährlich  zu  fronen  und  erhält  nur  die  Beköstigung.
„Von  den  Dörfern  müssen  der  Reihe  nach  eine
bestimmte  Anzahl  Männer  für  die  genannte  Zeit
auf  die  Regierungsstation  kommen,  wo  sie  in  den
Versuchsfarmen  und  bei  Wegebauten  an  eine  geregelte
  Tätigkeit  gewöhnt  werden.  Abgesehen
davon,  daß  die  Leute  gemeinsam  arbeiten  lernen,
kommen  auf  diese  Weise  Bewohner  verschiedener
Dörfer  Susammen  und  lernen  einander  vertragen.
Was  alles  auf  diese  Weise  im  Hinterland  geleistet
  worden  ist,  ist  geradezu  erstaunlich.  Wie
oben  erwähnt,  durchziehen  gute  Verkehrswege  das
gauze  Land.  Es  genügt,  einen  Soldaten  oder
Polizisten  in  die  Dörser  mit  dem  Befehl  zu
senden,  es  sei  wieder  Zeit  zur  Wegereinigung,  so
geschieht's  sofort  und  pünktlich.  Auch  die  meisten
Stationsgebäude  sind  unter  Anleitung  der  Europäer
  von  den  Eingeborenen  hergestellt  worden.
Man  kann  geradezu  sagen,  es  herrscht  ein

 

 

 

 

 

patriarchalisches  Verhältnis  zwischen  den  Beamten
und  den  Eingeborenen.

Kein  Wunder  daher,  daß  auch  wir  auf
unserer  ganzen  Reise  überall  von  der  Bevölkerung
freundlich  aufgenommen  wurden.  Ganze  Scharen
von  Kindern  begleiteten  uns  oft  in  unsere  Wohnung,
  saßen  zutraulich  um  uns  herum,  wie  wenn
wir  ihnen  schon  längst  bekannt  wären.  Das
alles  beweist,  wie  freundlich  und  gerecht  diese
Leute  bisher  von  den  Beamten  behandelt  worden
sind.  Der  Religion  nach  sind  sie  meist  Heiden
und  werden  im  Westen  des  Hinterlandes  auf
300  000  Seelen  geschätzt,  im  Osten,  den  wir
aber  im  nördlichen  Teil  nicht  kennen  gelernt
haben,  auf  500  000.  Die  Sprache  des  alten
Dagomba-Reiches,  das  Dagbanne,  wird  weit  über
die  Grenzen  der  deutschen  Kolonie  bis  tief  in
das  Hinterland  der  Goldküste  und  in  den  französischen
  Sudan  hinein  verstanden,  und  man
rechnet,  daß  mit  ihr  etwa  1½  Millionen  Heiden
erreicht  werden  können.

Die  eigentliche  Verkehrssprache  des  ganzen
Hinterlandes  von  Togo  ist  das  Hausa.  Diese
Sprache  ist  schon  bearbeitet  und  ihre  Erlernung
nicht  schwierig.  Alle  Bezirksleiter  verstehen  sie
und  bedienen  sich  ihrer  im  Verkehr  mit  ihren
Soldaten  und  den  Händlern.  Die  Soldaten  aus
den  verschiedenen  Stämmen,  die  Hausa  gelernt
haben,  dienen  dann  den  Bezirksleitern  als  Dolmetscher
  für  die  verschiedenen  Sprachgebiete  ihrer
Bezirke.“

75

Samoa.

Aus  dem  samoanischen  Schulwesen.

Einen  interessanten  Einblick  in  das  Leben  auf
den  höheren  Schulanstalten  der  Mission  gewährt
ein  in  der  Zeitschrift  „Die  evangelischen  Missionen"
veröffentlichter  Artikel  „Bilder  aus  der  Christianisierung
  Samoas".  Wir  entnehmen  ihm  folgendes
aus  einer  Schilderung  der  Lehranstalten  auf  Upolu:

„Am  kräftigsten  pulsiert  das  christliche  Leben
der  Samoaner  in  Malua  und  Papauta,  den
nicht  weit  von  Apia  gelegenen  Instituten,  in  denen
die  hoffnungsvolle  Jugend  des  Landes  erzogen
wird.  In  Malua  handelt  es  sich  zugleich  um
die  Heranbildung  des  eingeborenen  Lehrstandes.
Das  dortige  Seminar  hat  in  dem  unfern  liegenden
Leulumoenga,  wo  die  tüchtigsten  Knaben  aus
den  einfachen  Volksschulen  der  Insel  weiter  gebildet
  werden,  seine  Vorschule.  Viele  der  Leulumoenga-Zöglinge
  gehen  nach  beendetem  Kursus
in  den  Regierungsdienst,  zu  Kaufleuten  oder
Plantagenbesitzern,  die  geistig  bedeutendsten  aber
lassen  sich  in  Malua  weiter  bilden,  um  dereinst
        <pb n="378" />
        G  304  20

Lehrer  oder  Pastoren  ihres  Volkes  zu  werden.
Es  ist  ein  großes  Anwesen,  das  ihrer  Ausbildung
dient.  In  einem  dicht  an  der  Seeküste  gelegenen
Hain  von  Brotfruchtbäumen,  Palmen  und  Bananen
liegen  gegen  30  Gebäude  zerstreut.  Die  Zahl
der  Insassen  übersteigt  nicht  selten  100,  wobei  zu

bemerken  ist,  daß  ein  Teil  der  Studenten  schon

in  reiferen  Jahren  steht  und  Frau  und  Kinder

bei  sich  hat.  Wenn  diese  Schar,  durch  auswärtige

Gäste  vermehrt,  in  der  schönen  Jubiläumshalle

versammelt  ist,  hört  man  volltönenden  Männer-(Fortsetzung
  Seite  306.)

 

übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Logo  im  zweiten  Viertel  des
Kalenderiahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorsahres.

I.  Eintuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gintee  im  Einfuhr  im  Zu-  Ab—
Viertel  I.  Viertel  «  ’«
Warengruppen  1905  nahmenahme
Wert  Wert  Wert  Wert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Korn=  und  Hülsenfrüchte.  10  754  12  583
U  Knollengewachse,  Gemüse  und  Frü  üchte  18718  6  751
)Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  binhiniitel  109  238  120  379
3  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwachs  157  13
0)  Getränke  (außer  Mineralwasser!t  136  383  83  187  —
f  Sämereien,  lebende  Pflanzen,  Fulermite  liebiere
soweit  unter  Ia  und  Ib  fallendd  515  660
5  Faserpflanzen.  .......  –  —
b)  Ergeugnisse  der  Forstwirtschaft.  ...  ...  17  167  15  049  —
Zusammen  1..·  292  932  238  622
II.  Tiere  und  tierische  Erzengnisse:
a)  Lebende  Tiere  ...  1  144
b)  Fleisch  und  tierische  Erzengnisse  aller  Art.  53  500  24  005
Zusammen  II  58  501  24  149  *
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  5V0  412  50  280  —
IV.  Fabrik  ate  aus  Wachs,  Fectten  und  0  ...  13  658  6  578
V.  Chemische  und  vcbarazemtishe  Ersengnisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmit  31  187  31  893
VI.  Textil=  und  Pelgwaren,  mitteln)  :  enstände  isw.
(außer  Lederwaren)  185  682  166  116
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch.  zilrichnerwaren  .  7002  41624
VIII.  Gummi=  und  Kautschulwaren  .  145  749
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwar  ren  10  608  62141
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  literarische  u.  Kunstgegenstände  8  021  11.560  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  15  519  23  947  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  kanßer  Instrumenten,  Maschinen
  und  Waffen):
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  d  Oalbzeug  5  457  130  901  —
b)  Fabrikate  54  792  307  539  —  —
Zusanmen  xñ  60  249  488  440  —  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  84  577  166  817
XIV.  Waffen  und  Munition  27  148  70  068  —  —
zzuiammen  1.  bis  xiv  ½%  #.  1  140  631  1  540  007
XV.  Geld.  161  072  75  339  —  —
Zusammen  I  bis  XV  (einschl.  Geld)  1  310  703  1  615  316  —  304  643
Dagegen  im  I.  Biertel.  1  538  876  2  0838  015  544  139

 

 

 

 

*  rn  Vis  zum  31.  Dezember  1905  sind  für  das  Schutzgebiet  Togo  den  handelsstatistischen  Anschreibungen
für  die  Einfuhr  die  Werie  loco  Einfuhrstelle  Hesprungspreis  zuzüglich  entstandener  Spesen)  unter  inzurechnung
  der  Beträge  des  fälligen  Einfuhrzolls,  vom  1.  nar  1906  ab  dagegen  ebenfalls  die  Werte  loe
Ssn  jedoch  ohne  diese  Zollbeträge  zugrunde  gelcg“  68  laeon  daher  für  die  korrespondierenden  ge#v
abschnitte  der  beiden  Jahre  vergleichbare  Wertziffern  nicht  vor.  Bei  den  wichtigsten  Warenpositionen  sind
daher  die  Werte  nur  nachrichtlich  nebeneinander  gesetzt,  zum  Vergleich  aber  nur  die  Mengen  herangegogen
worden.
        <pb n="379" />
        E  305  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

II.  Kusfuhr.
6  °·PPZC]]  *  Ausfuhr  im  Ausfuhr  iur  Ab-II.
  Viertel  ll.  Viertellnan  hme  nahme
Warengruppen  1906  905
Weri  Wert  Wert  Wert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  I  in  Mk.
I  Erzeqisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
#owie  er  zugehörigen  Nebengewerbe:  ..  ---Planzltchc
  Nahrungs=  und  Genußmittel  14898  6.  603.  gz  5  L
Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwachs  312  063  293  224  is  830
Sämereien,  aebende  Pflanzen  .  315  t  247
ch  Faserpflanz  35  837  23  397  12  410
D  Erzengnssise  der  Forstwirtschaft.  228  873  106  672  62201
Zufammen  J  1.  59s1  981  551  96.  10  017
Il.  Tiere  und  zerischr  Erzeugnifse:
a)  Lebende  Tie  11  761  24741  —  10  980
b)  Tierische  Erzeuanisse  ....  23  312  12  405  10  907  –
Zusammen  II  37  073  37  146  *3
III.  Mineralische  und  sossile  Stoffe.  -  —
IV.  Gewerbliche  Erzengnisse  10  6  27374  16.
4  *-  I  bis  IV  4½%½%  Ers  639  691  616  484,  23.207
V.  Geld.  232  180  180  763  51  717  —
Zufammen  1  bis  v  eghe  a  872171  797  247  74  924
Dagegen  im  I.  Vie  1  014  775  816  996  197  779  —
III.  Gesamthandel.
Im  II.  Miertel  Im  II.  Viertel
1906  1905
Wert  in  Mk.  Wert  in  Mk.
Einfuhr  1  310  703  1  615  346
Ausfuhr  872  171  797  247
Gesamthandel  im  II.  Wiertel  2  182  874  2  412  593
Dagegen  im  I.  Viertel  2  553  651  2  900  011
Mchtigste  Warenpositionen  bei  der  Sfuhr.
Jullc95  Viertel  1906  Inll.  Viertel1005  Zunahme  Abnahme
Beuennung  der  WarenMenge  WertMenge  Wert  s  Menge  Wert  Menge  Werr
Mm.  kn  Ml.  kg  Mk.  k  Mk.
Lolanüsse  30  482,  36  980I0  118  14  91320  864  —
Tabak  53731  50  119  55748,  80  339  2012
antwein  aller  Art.  (Liter))1  988.  88  534493  158  39  890  118  830  [
-  .  Witeri  4464824587226321549222016  ,
Unu-  und  Nubzbolz.  ..  1022921·720872791497415020
Salz.  256  0188  19  3417|]  95  117  8  141909160  901  :
Steinkohlen,  Braunkohlen,  Briletts  323201  14  359  50  000  33000273  291,
Petroleum  .  332144«  5998  75330  20  330  —  18  186
Jaumwollgarne  und  gewebe  .  150790438862114  099  384  2591  32  798
Leibwäsche,  Kleid.,  Hüte  u.  Mütz.,  Po-  ½*½  "
samentierwar.,  Schirme,  Filzwar.  6694  228781  10  22  47  452  4  128
Glas  und  Glaswaren.  3  698  101  %  12  168  6049.
Noheisen,  iserne  Schienen,  Stan-  315
gen,  Blöck  gonr  1250|  o  182  120  „H  646  045
Alle  nicht  besond.  genannt.  Eisenwar.  741  165.  10  8531  442  939  241,000  1  368.  4
Waren  aus  ander.  unedlen  Metallen  3357  8  555  309256  61  522  305  8
Landwirtschaftliche  Maschinen  2  651  207]]  %  2x  1
Maschinen  für  industrielle  Betriebe  73336  6915  7  377  8108  «
#alsportmaschinen  u.  Fahrgeuge  I  »  o-»,·k
aller  Art  10  %  6  do  ars  226  152  24|  U.  271  578,
Veuerwafen  ....  winktzahli  935s9217  209018052,  136,
Schießpulver  und  d  Zinohüchen  17045  13  693  25024  50  801  .  i9c.)»
Silbermünzen  160  332  75  108  —  —-
        <pb n="380" />
        306  20

Wichtigste  Warenpositionen  bei  der  Kusfuhr.

 

 

 

 

ImlII.  Viertel  1906|  Jm  I.  Viertel  1905  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert
kg  Mk.  kg  Mk.  ke  M.  ku  Mk.
Mais  118260  8§  542|1  250  9656  64  181  1  132  705  55  630
Kass  .  33  371  3  3361  2  637  "  699  7  647
Palmkerne.  45  910  201  1151  116  038  211  632  —  110  128  10  517
ö  2½6  102  528924  989  75  4551  58  4830  27073
Schibutter.  9  080  1605  4  473  3  640  4  607  965
Rohbaumwolle  41230  35  8337|9196  23200  12  084  12637
Kautschuk  ...  2542622852718847166526  6579  62001
Rindvieh  (Stück)  98  880  177  15010  79  653.)
Kleinvieh  -  623  41409  1179  9  086  556  4677
Silbermüngen  225  480  180  763  44717

 

 

 

 

 

gesang.  Es  sind  bis  jetzt  im  ganzen  weit  über
1000  eingeborene  Gehilfen  aus  Malua  hervorgegangen.
  Der  vor  einigen  Jahren  in  die  Londoner
  Mission  berufene  Pastor  Heider  ist  hier
angestellt  und  sorgt  dafür,  daß  neben  dem  christlichen
  auch  das  deutsche  Moment  in  ihrer  Ausbildung
  zur  Geltung  kommt.

Ein  anmutiges  Gegenstück  zu  diesem  Seminar
bildet  das  Mädchen-Institut  in  Papauta.
Es  liegt  dreiviertel  Stunden  von  Apia  an  einem
sanft  ansteigenden  Bergabhange  und  ist  von
Rasenplätzen  und  Palmenhainen  umgeben.  Hierher
schicken  die  wohlhabenden  Samoaner  ihre  Töchter,
um  ihnen  eine  Ausbildung  geben  zu  lassen,  bei
der  weder  Herz  noch  Verstand  zu  kurz  kommt,

 

und  wo  sie  zugleich  gesellschaftlichen  Schliff  erhalten.
  Viele  der  hier  erzogenen  Mädchen  reichen
später  den  aus  Malua  kommenden  Pastoren  oder
Lehrern  die  Hand  und  tragen  den  guten  Geist,
der  ihre  Jugendzeit  beherrschte,  hinaus  in  die
Dörfer  der  Inseln.  Der  Unterricht  berücksichtigt
namentlich  auch  die  Gesundheitslehre,  wie  sie  für
Kindererziehung  und  Krankenpflege  in  Betracht
kommt.  In  ihren  Dörfern  erkennt  man  die
früheren  Schülerinnen  dieser  Anstalt  leicht  an  der
sauberen  Kleidung  und  dem  wohlanständigen
Betragen,  ihre  Häuser  zeichnen  sich  durch  Ordnung
und  Reinlichkeit  aus.  Es  ist  deshalb  erklärlich,  daß
die  in  Papanta  erzogenen  Mädchen  die  geeignetsten
Frauen  für  die  eingeborenen  Pastoren  sind."“

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Drodutionsgebieten.

eEine  Reise  nach  Ceylon,  Indien  und  Birma.

Originalbericht  von  DO.  Sandmann-Berlin.
(Hierzu  8  Abbildungen.)
(Schluß.)
Kakno.

Der  Anbau  von  Kakao  auf  Ceylon  zeigt  zwar
eine  Zunahme,  doch  ist  diese  Zunahme  minimal
im  Verhältnis  zu  der  Kakaoproduktion  auf  Java
und  in  Südamerikan.  Im  Jahre  1904  sind
laut  Bericht  der  „Chamber  of  Commerce“
67  355  Zentner,  im  Jahre  1905:  69  163  Zentner
exportiert  worden.  Obgleich  auf  einer  gut  geleiteten
  Plantage  der  Ertrag  ziemlich  lohnend  ist,
erscheint  die  Gefahr,  daß  Schädlinge  ihn  herabmindern
  könnten,  zu  groß,  als  daß  man  mit
Vertrauen  an  den  Anbau  herantreten  wollte.  Vor
allem  ist  es  eine  Pilzart,  Nectria,  welche  die
Rinde  und  die  Früchte  angreift  (Canker),  und  ein
Insekt  Heliopeltis,  welches  die  Früchte  und

 

Blätter  beschädigt,  „Mosquito  Blight“.  Beide
Schädlinge  sind  geeignet,  die  Plantage  vollständig
zu  ruinieren.

Die  Pflanzung  wird  auf  Ceylon  aus  Samen
in  einer  Breite  von  etwa  fünf  zu  fünf  Fuß  angelegt,
  so  daß  etwa  1500  Bäume  per  Acre  kommen.
Als  Schattenbäume  sind  vielfach  Dadap  oder
Hevea  brasiliensis  (letztere  auch  als  Zwischenpflanzung)
  verwendet.  Die  hauptsächlich  angebauten
  Sorten  sind  Creolo  und  Caropano  Grande.
Am  besten  kommt  der  Kakao  auf  Ceylon  in  der
Höhe  von  etwa  2000  Fuß  in  der  Gegend  von
Kandy  und  Matale  fort.

Nach  fünf  Jahren  ist  auf  den  ersten  Ertrag
zu  rechnen.  Der  Durchschnittsertrag  beträgt  bei
fünfjähriger  Pflanzung  etwa  ½  Pfund,  bei  zehnjähriger
  Pflanzung  bis  2  Pfund  per  Baum.  Durch
geeignete  Düngung  wird  der  Ertrag  natürlich
entsprechend  gesteigert.

Zur  Erntezeit  werden  die  reifen  Früchte  ab-
        <pb n="381" />
        Zu:  Sandmann.  Eine  Reise  nach  Ceylon.  Indien  und  Birma.

 

 
 

9.  Bohosfibregewinnung  am  Mreresslrande  10.  Bohosül-Rlhlr  der  Eingeborenen
auf  Ceylon.  auf  Ceylon.
        <pb n="382" />
        Zu:  Sandmann,  Eine  Reise  nach  Ceylon.  Indien  und  Birma.

 

—

l

*

*

 

 

 
 

11.  Rohnsöl-Mühle  im  Belriebe.  12.  Rohospalmen,  ungedüngt,  15  Jahrr  alt.
        <pb n="383" />
        Zu:  Sandmann,  Eine  Reise  nach  Ceylon,  Indien  und  Birma.

 

1:5.  Rohospalme,  gedüngk,  10  Jahre  alt.  I.I.  Erkleltern  der  Bohospalme  zum  Ernten
der  Bülle.
        <pb n="384" />
        ind  Birma.

 

Zu:  Sandmann,  Eine  Reise  nach  Ceylon,.  Indien

 

15.  Brarbrilung  der  Manilasaler.  10.  CThinchonaplanlagr.
        <pb n="385" />
        W  307  2.C

genommen  und  nach  der  Faktorei  gebracht,  wo
man  sie  öffnet  und  die  Bohnen  herausnimmt.
Nachdem  die  Bohnen  in  der  Sonne  getrocknet
sind,  werden  sie  in  einem  Ofen  gedörrt.

Auf  der  Plantage  Greenwood  bei  Kandy
wurde  mir  gesagt,  daß  der  Ertrag  der  Caropano
Grande  insofern  vorzuziehen  sei,  als  nicht  allein
die  Qualität  des  Kakaos  besser,  sondern  auch  die
Ernte  billiger  sei.  Dort  wurden  aus  1800  Früchten
Caropano  Grande  gewöhnlich  100  Pfund  Kakaobohnen
  gewonnen  —  jede  Frucht  enthält  durchschnittlich
  60  Bohnen  —  während  von  Creolo  zu
dem  gleichen  Quantum  2200  Früchte  nötig  sind;
jede  dieser  Früchte  enthält  durchschnittlich  38Bohnen:
das  bedeutet  etwa  ein  Fünftel  Mehrarbeit  für
Pflücken  und  Offnen  der  Früchte.

Die  Unkosten  zur  Erhaltung  der  Plantage
betragen  für  Bearbeitung,  Beaufsichtigung  und
Düngung  per  Acre  etwa  100  Rupien.  Der  Ertrag
  kann  im  Durchschnitt  mit  15  Zentnern
trockenen  Kakaos  per  Acre  angenommen  werden;
der  Zentner  hat  in  Colombo  einen  Wert  von
32  bis  40  Mark,  je  nach  Qualität  und  Konjunktur.


Für  Pflücken,  Ausschälen,  Trocknen,  Verpacken
  und  Transport  sind  ungefähr  18  Rupien
per  Zentner  in  Abzug  zu  bringen,  so  daß  die
15  Zentner  einen  Reinerlös  von  etwa  270  Rupien
ergeben.  Rechnet  man  hiervon  die  Kosten  der
Unterhaltung  der  Plantage  mit  100  Rupien  per
Aere  ab,  so  bleibt  per  Acre  Kakaoplantage  ein
Nettoüberschuß  von  170  Rupien.

Kokosnuß.  4

In  den  niederen  Teilen  der  Insel,  hauptsächlich
  in  denen,  die  nicht  weit  von  der  Meeresküste
  entfernt  liegen,  findet  die  Kokosnuß  das
beste  Fortkommen.  Die  Pflanzungen  wurden
bisher  fast  ausschließlich  von  Singhalesen  und
für  deren  Rechnung  betrieben;  den  Europäern
war  der  Nutzen  zu  gering.  Erst  in  neuerer  Zeit
nachdem  festgestellt  worden,  daß  durch  geeignete

üngung  und  rationelle  Bearbeitung  der  Ertrag
erheblich  zu  steigern  ist,  findet  man  auch  Kokosplantagen
  unter  europäischer  Leitung.  Die
Kopra,  der  Kern  der  Kokosnuß,  bildet  einen  ganz
erheblichen  Teil  des  Exportes  von  Ceylon,  und
auf  Grund  der  Kopraproduktion  hat  sich  dort
auch  eine  besondere  Industrie  zur  Herstellung  von
Kokosnußöl  und  Olkuchen  etabliert.
Neben  Kopra  und  den  Produkten  daraus,
sowie  neben  den  ganzen  Kokosnüssen,  die  außer
für  den  Export  zur  Ernährung  der  Bevölkerung
gebraucht  werden,  sind  auch  die  übrigen  Teile
der  Kokospalme  für  den  Bedarf  der  Inselbewohner
  fast  unentbehrlich.  Die  Blätter  der
Palme  werden  geflochten  und  zu  Bedachungen

 

verwendet,  das  Holz  wird  vielfach  für  Bauzwecke
gebraucht  und  die  äußere  fibrehaltige  Umhüllung
der  Nuß  wird  zu  Geweben,  wie  Decken  usw.,
und  zu  Seilen  verarbeitet.  Um  die  Fibre  aus
der  Umhüllung  der  Nuß  (Husk)  zu  gewinnen,
werden  die  Nüsse  für  einige  Wochen  in  Wasser
gelegt,  mit  Steinen  beschwert,  damit  sich  die
einzelnen  Fasern  besser  trennen  lassen,  und  alsdann
  durch  Schlagen  gelöst.“!"  Zur  Gewinnung
des  Ols  aus  der  Kopra  bedienen  sich  die  Eingeborenen
  einer  Mühle,  die  durch  Büffel  getrieben
  wird.“")

Die  Kokospalme  kommt  auf  sehr  leichtem,
trockenem  Boden  fort  und  gibt  nach  etwa  zwölf
Jahren  die  erste  Ernte.  Nach  der  bisherigen
Wirtschaftsweise  der  Singhalesen  betrug  jedoch  der
Jahresertrag  nur  etwa  600  bis  700  Nüsse
per  Aerc.

Die  Düngung  des  Bodens  geschieht  jetzt  auf
verschiedene  Art:

1.  dadurch,  daß  man  die  abogeschlagenen
Zweige  der  Palme  und  die  bei  der  Offnung  der
Kokosnuß  abfallende  fasrige  Umhüllung  der  Nuß
(Husk)  nicht  mehr  von  der  Plantage  entfernt
und  verkauft,  sondern  sie  dem  Boden  zurückgibt
und  dort  verwesen  läßt;

2.  durch  Anpflanzung  von  Leguminosen
(Gründüngung),  welche  den  Stickstoff  der  Luft
binden  und  dem  Boden  nutzbar  machen.  Man
verwendet  hierfür  Erdnüsse,  Crotalaris  striata,
Vigna  Catiany  usw.;

3.  durch  Aufbringen  künstlichen  Düngers  und
Korallenkalks  (letzterer  wird  gewöhnlich  aus  der
in  der  Nähe  befindlichen  See  entnommen),  sowie
durch  Mischung  von  Torf  mit  dem  Boden.

Die  Kokospalme  braucht  ein  verhältnismäßig
  großes  Quantum  Kochsalz,  welches  durch
die  Seewinde  den  Bäumen  zugeführt  wird.
Es  wurde  mir  erzählt,  daß  man  mit  Erfolg
Kochsalz  in  die  Kronen  der  Bäume  schüttet,  wo
dies  nicht  der  Fall  ist.

Die  Differenz  des  Ertrages  ist  schon  nach
zweijähriger  Düngung  ganz  erstaunlich.

Man  pflanzt  gewöhnlich  70  Palmen  per
Acre;  die  Bäume  werden,  je  nachdem  ob  gedüngt
oder  ungedüngt,  mit  8  bis  12  Jahren  ertragsfähig.
Sobald  diese  Zeit  da  ist,  wird  jeden  zweiten
Monat  einmal  geerntet,  also  sechsmal  im  Jahre.

Von  einem  an  der  Ostküste  von  Ceylon  bei
Negombo  ansässigen  Pflanzer  habe  ich  folgende
Angaben:

Während  der  Ertrag  von  33  Aeres  ungedüngter
  Plantage  im  Monat  Februar  1700
Nüsse  war  (das  sind  51  Nüsse  per  Acre),  ergaben
in  demselben  Monat  70  Acres  gedüngter  Plan- 



*)  Siehe  Abbildung  9.“)  Abbildung  10  und  11.
        <pb n="386" />
        G  308  2

tage  von  gleichem  Alter  34  000  Nüsse  (gleich
485  Nüsse  per  Acre).

In  einem  anderen  Fall  ergaben  im  Juni
1905  38  Acres  ungedüngter  Plantage  2300
Nüsse  (gleich  60  Nüsse  per  Acre)  und  in  demselben
  Monat  war  der  Ertrag  von  70  Aeres
gedüngter  Plantage  70  000  Nücsse  (gleich  100
Nüsse  per  Acre).  Quantität  und  Qualität  der
Copra  sollen  bei  gedüngten  Palmen  auch  besser
sein,  da  die  Nüsse  sich  größer  und  kräftiger
entwickeln.

Diese  Zahlen  beweisen,  daß  eine  rationelle
Kokospalmenkultur  ganz  gute  Erträge  liefert.“)
Nach  vertrauenswürdigen  Angaben  betragen:

die  Kosten  der  Pflanzung  35  bis  45  Rup.  p.  Acre
Die  Unterhaltung  der

Pflanzung  nach  alter

Weise  ohne  Düngung,

während  der  elf  Jahre

bis  zum  ersten  Ertrag  82  =  110=—


Wenn  man  die  Landkosten

  nit  ..  20

hinzurechnet,  so  würde

dies  die  Summe  von  140  bis  175  Rup.  p.  Acre,
im  Mittel  157½  Rupien  und  die  Verzinsung
(mit  5  v.  H.  während  der  elf  Jahre  etwa  83
Rupien),  zusammen  insgesamt  240½  Rupien
ausmachen.

Je  nach  den  Ernten  stellt  sich  hierbei  der
Ertrag  auf  5  bis  50  Rupien,  im  Mittel  auf
27½  Rupien  per  Acre.  Wenn  man  aber  die
Plantagen  sachgemäß  düngt,  so  würden  sich  zwar
die  Düngungskosten  auf  etwa  22  bis  30  Rupien
stellen,  aber  der  erste  Ertrag  wäre  dann  auch
schon  im  achten  Jahre  zu  erwarten.  Die  Rechnung
stellt  sich  in  diesem  Fall  etwa  folgendermaßen:

Aupflanzung  35  bis  45  Rup.  p.  Acre
Landkosten  20  -  -
der  Unterhalt  während

sieben  Jahren.  .  .  50  -  70-Düngungskosten

  in  derselben

  Zeit.  1
so  daß  die  tragbare  Plautage

  nach  sieben  Jahren  259  bis  345  Rup.  p.  Acre,
im  Mittel  302  Rupien  per  Aere  oder  zuzüglich
Verzinsung  (von  5  v.  H.  während  der  sieben
Jahre  mit  etwa  66  Rupien)  —  368  Rupien  kostet.
Eine  so  gedüngte  Plantage  bringt  aber  einen
Ertrag  von  40  bis  100  Rupien,  also  im  Mittel
70  Rupien  per  Acre.  Stellt  man  diese  Zahlen
nebeneinander,  so  ergiebt  sich,  daß  240½  Rupien
27½  Rupien  und  368  Rupien  70  Rupien  an
Ertrag  liefern.  Das  bedeutet  einen  Ertrag  von
11½  gegen  19  v.  H.

*)  Siehe  Abbildung  12  und  13.

210  —

 

Das  Herabholen  der  Nüsse  geschieht  durch
Coolies.“)  Zur  Erleichterung  des  Kletterns  wird
eine  Schlinge  um  beide  Füße  gelegt;  sie  gewährt
einen  Gegenhalt,  wenn  sich  die  Füße  gegen  den
Stamm  pressen.  Mit  einem  großen  Messer
schlägt  der  Cooly  die  Nüsse  ab  und  läßt  sie  zu
Boden  fallen.  Die  Nüsse,  welche  zur  Koprabereitung
  verwendet  werden  sollen,  werden  nun
mittels  eines  in  den  Boden  gerammten  scharfen
Eisens  zuerst  von  der  faserigen  Hülle  (Husk)
befreit,  alsdann  wird  auf  demselben  Eisen  die
harte  Nuß  gespalten.  Der  wässerige  Inhalt
fließt  auf  die  Erde  und  die  Nußhälften  werden
in  die  Sonne  zum  Trocknen  ausgelegt.  Nachdem
  der  Nußkern  etwas  zusammengetrocknet  ist,
läßt  er  sich  leicht  aus  der  harten  Schale  nehmen.

Das  Herunterholen,  Abschälen,  Aufschlagen
der  Nüsse  geschieht  vielfach  im  Akkordlohn.  Für
das  Abschlagen  wird  per  Baum  ½  bis  1  Cent,
für  das  Abschälen,  Aufschlagen  und  Ausschälen
1,25  Rupien  per  1000  Nüsse  gezahlt.  Die
Nußkerne  (Kopra)  gelangen  teilweise  im  Naturzustand
  zur  Versendung  ins  Ausland,  teilweise
werden  sie  auch  in  den  auf  der  Insel  befindlichen
  Olmühlen  verarbeitet.  Zum  Zweck  der
Gewinnung  von  Kokosnußbutter  und  ähnlichen
Fabrikaten  wird  der  Kokosnußkern  sofort  nach
der  Offnung  verarbeitet.  Für  die  Herstellung
von  Kokosnußöl  und  Futterkuchen  sind  in  Colombo
Mühlen  mit  den  nenesten  technischen  Einrichtungen
vorhanden.  Die  bedeutendste  ist  die  der  Firma
Freudenberg  &amp;amp;  Co.,  welche  neben  der  Produktion
jener  Artikel  auch  die  Düngerfabrikation  in  sehr
großem  Maßstabe  betreibt.

Nach  den  Berichten  der  „Chamber  of  Commerce“
in  Colombo  wurden  exportiert:

An  Kokosnußöl:
im  Jahre  1896:  343  797
-  -15900:  443  959
:  665  357
4:  499  632
5:  594  821
An  Kopra:
1896:  50  049
1900:  362  467
-  -1903:721575  -
-  -1904:714295  -
-  -1905:393309  -
An  Desiccated-Kokosnuß:
im  Jahre  1896:  10  603  598  Pfund
1900:  13  604  913
*  1903:  17  485  369
-  15904:  18728915
-  15905:  20779236

Zentner

n  #

im  Jahre

Zentner

en  n

ue  na  n

*)  Siehe  Abbildung  14.
        <pb n="387" />
        309  2

An  Poonar  (Kokosnußölkuchen):
im  Jahre  1896:  138  358  Zentner
-  :  185  992  -
:  299  972
4:  245  789
270  703
An  Kokosnüssen:
im  Jahre  1896:  13  858  881
-  15900:  14995  909
-  .  1903:  13  129  349
r  1904:  16  957  621
.  1905:  18  047718  =
Die  Preise  schwanken  naturgemäß  je  nach  Ernte
und  Nachfrage;  sie  stellten  sich  in  Colombo  im
Januar  v.  J.  für:
Kokosnußöl  per  Ton  auf  etwa  362  Rup.  50  Cents

u  r  v  v
Uu  UI  #u

—

—

S

T

n½i

Stück

n  n

Kopra  per  560  Pfund  55
Desiccated-Kokosnuß  per

Pfund  ....-  16
Poonac  per  Ton  auf  830
Kokosnüsse  per  1000  Stck.

auf...  36  bis  58  Rupien.

Zimmt.

Die  Bedeutung  des  Zimmtbaues  auf  Ceylon
hat  mit  den  Jahren  nachgelassen.  Diese  Kultur
ist  fast  ausschließlich  im  Besitze  von  Singhalesen;
nur  diese  unterziehen  sich  der  Bearbeitung  des
Zimmt;  sie  erfordert  eine  gewisse  Geschicklichkeit.
Der  für  den  Zimmtbau  verwendete  Boden  ist
ganz  armer  Sandboden.  Einmal  angepflanzter
Zimmt  treibt  zwar  weidenartig  immer  wieder
aus  den  Wurzeln  heraus,  alte  Pflanzungen  lassen
aber  trotzdem  im  Ertrage  nach.  Die  jungen
Triebe  werden,  sobald  sie  eine  Dicke  von  1  bis
1½  em  erreicht  haben,  geschnitten.  Die  Rinde
wird  sofort,  noch  ehe  sie  an  Feuchtigkeit  verliert,
von  dem  Holze  getrennt.  Dies  geschieht  dadurch,
daß  die  Rinde  der  Länge  nach  mit  einem  Messer
geritzt  und  durch  geschicktes  Unterschieben  des
Messers  von  dem  Holze  gelöst  wird.  Die  jüngsten,
  noch  ganz  grünen  Triebe  ergeben  den
feinsten,  die  älteren  grauen  Teile  den  geringeren

immt.  Die  wenig  gerollte  Rinde  wird  in
Stücke  von  etwa  15  bis  20  cm  Länge  geschnitten
und,  nach  Qualitäten  geordnet,  zu  Stangen  ineinander
  geschoben.  Diese  werden  alsdann  zum
rocknen  in  die  Sonne  gelegt;  erst  hier  rollen  sich
die  Zimmtstangen  dann  vollends  zusammen.

Der  Arbeitslohn  bestimmt  sich  auf  der  Zimmtplantage
  gewöhnlich  nach  Leistung  und  zwar
werden  per  geliefertes  Pfund  Zimmt  besserer
Qualität  18  bis  20  Cents  und  für  die  geringere
Qualität  nur  etwa  5  Cents  bezahlt.  Der  Ertrag
  einer  alten  Pflanzung  beträgt  etwa  60
Pfund  per  Acre,  der  einer  neuen  und  gutgebflegten
  Pflanzung  100  bis  200  Pfund.

 

Bei  normalen  Ernten  werden  etwa  80  v.  H.
besserer  Qualität,  und  50  v.  H.  geringerer  Qualität
  sortiert.

Die  bessere  Qualität,  Ceylonzimmt,  bringt  in
Colombo  etwa  40  bis  50  Cents,  die  geringere
10  Cents  per  Pfund.

Die  Kosten  der  Unterhaltung  der  Pflanzung
betragen  etwa  5  bis  10  Rupien  und  der  Nettoertrag
  schwankt  zwischen  5  und  20  Rupien.

Nach  Veröffentlichungen  der  „Chamber  of
Commerce“  in  Colombo  wurden:

1903:  5  296  983  Pfund
1904:  5239  907  „
1905  5  303  676  „

Zimmt  exportiert.  Zimmtöl  wurde  bisher  nur
aus  der  Zimmtrinde  destilliert.  Der  Export  an
Ol  betrug:

1903:  80  932  Unzen
1904:  51748  „
1905:  114  162  „

Während  bis  vor  kurzem  die  Blätter  des
Zimmt  auf  dem  Boden  der  Plantage  verwesten,
ist  in  neuerer  Zeit  —  wie  es  scheint,  mit  Erfolg
—  versucht  worden,  diese  ebenfalls  zur  Gewinnung
  von  Zimmtöl  nutzbar  zu  machen.  Hierdurch
  würde  sich  die  Rentabilität  der  Zimmtpflanzung
  bedeutend  vergrößern.

Kampfer.
Seit  mehreren  Jahren  hat  der  Export  von
Kampfer  aus  Japan  besonders  aus  Formosa,

  die  Aufmerksamkeit  der  Versuchsstationen
in  Ceylon  erregt.  Dies  ist  namentlich  der  Fall,
seitdem  Japan  einen  Ansfuhrzoll  auf  Kampfer
erhebt.  Der  Export  betrug  im  Jahre  1904
8  Millionen  Pfund;  der  Preis  stellte  sich  auf
1  Schilling  4½  Pence.  Während  früher  die
Verwendung  des  Kampfers  verhältnismäßig  sehr
beschränkt  war,  wird  der  Kampfer  jetzt  nicht
mehr  bloß  für  die  Mottenvertilgung,  sondern
auch  zur  Fabrikation  von  rauchlosem  Pulver
und  von  Celluloid  in  sehr  großem  Maße  gebraucht.
  Da  letzteres  immer  größeren  Absatz
findet,  so  ist  anzunehmen,  daß  auch  die  Nachfrage
  nach  Kampfer  immer  größeren  Umfang  annehmen
  wird.

Kampfer  ist  das  Produkt  der  Cinnamonum
Camphora,  welche  sich  hauptsächlich  in  Ostasien
zwischen  dem  10.  und  34.  Breitengrade  findet.
Der  immergrüne  hohe  Baum  hat  dort  oft  einen
Stammdurchmesser  von  2  bis  3  Fuß.  In  Hakgala,
  wo  er  schon  1852  angepflanzt  wurde,  trifft
man  sehr  schöne  Exemplare.  Als  die  Aufmerksamkeit
  auf  die  Produktion  von  Kampfer  gelenkt
wurde,  sind  im  Jahre  1893  nochmals  Samen
von  Japan  nach  Hakgala  gebracht  und  ausgepflanzt
  worden.  Man  versuchte  durch  Abgabe
        <pb n="388" />
        G  310  20

von  Pflänzlingen  die  Weiterverbreitung  auf
Ceylon  zu  erreichen,  1895  wurde  bereits  eine
große  Anzahl  junger  Pflänzlinge  verkauft.  Zur
Zeit  findet  man  in  verschiedenen  Teilen  Ceylons
von  250  bis  6500  Fuß  Höhe,  in  Gegenden  mit
einem  Regenfall  von  54  bis  217  Zoll  und  auf
verschiedenartigstem  Boden  Kampfer  vor.  Der
geeignetste  Boden  ist  allerdings  tiefer  lehmhaltiger
Sandboden,  wenn  er  gut  drainiert  ist  und  einen
verhältnismäßig  reichen  Kalk=  und  Kaligehalt
besitzt.  Auf  solchem  Boden  wird  der  Kampfer
bei  einem  Regenfall  von  90  Zoll  innerhalb  fünf
Jahren  bis  zu  25  Fuß  hoch  und  erreicht  einen
Stammdurchmesser  von  etwa  7  Zoll  sowie  einen
Kronendurchmesser  von  8  bis  12  ß

Für  den  plantagenmäßigen  Anbau  und  die
kommerzielle  Ausbentung  scheint  jedoch  der  Weg,
hohe  Bänme  zu  ziehen,  nicht  der  geeignete,  denn
es  kommt  darauf  an,  Blätter  und  junge  Triebe
zu  gewinnen.  Zur  Erreichung  dieses  Ziels
ist  es  am  vorteilhaftesten,  den  Kampfer  in
Buschform  bis  zu  einer  Höhe  von  vielleicht
6  Fuß  zu  halten,  so  daß  man  bequem  mit
einer  Heckenscheere  Blätter  und  junge  Triebe
schneiden  kann.  Hierbei  ist  es  sehr  vorteilhaft,
  daß  der  Kampfer  geneigt  ist,  immer  neue
Wurzeltriebe  zu  entwickeln.  Wie  mir  von
Pflauzern  gesagt  und  in  Hakgala  bestätigt
worden  ist,  dürfte  es  deshalb  wohl  am  vorteilhaftesten
  sein,  Kampfer  in  Reihen  von  etwa  3  bis
5  zu  5  bis  6  Fuß  Entfernung  zu  pflanzen,
so  daß  auf  den  Arce  1300  bis  1400  Pflanz-=stellen
  kommen.  Auf  diese  Weise  lassen  sich
die  Blätter  und  Triebe  bequem  von  den  Büschen
schneiden  und  die  Reihe  entlang  transportieren.
Die  Anupflanzung  erfolgt  am  besten  von  Samen.
Dieser  muß  jedoch  möglichst  bald  nach  der  Reife
gesät  werden,  da  sonst  ein  großer  Prozentsatz
nicht  zur  Keimung  kommt.  Der  sopezifisch
schwerere  Samen  ist  im  allgemeinen  besser,
als  der  leichtere;  vor  dem  Aussäen  tut  man
gut,  ihn  24  bis  48  Stunden  in  Wasser  zu
weichen.  Die  Aussaat  erfolgt  am  besten  in
vorher  gut  zubereiteten,  dann  feucht  und  schattig
gehaltenen  Beeten.  Nachdem  die  Pflänzchen
etwa  15  Zoll  hoch  geworden  sind,  werden
sie  in  die  Plantage  ausgepflanzt.  Nach  zwei
bis  drei  Jahren,  während  deren  man  die
Plantage  lediglich  von  Unkraut  rein  zu  halten
hat,  ist  der  Kampfer  soweit  gediehen,  daß  er
geschnitten  werden  kann.  Jüngere  Pflanzen
zu  schneiden  verlohnt  sich  nicht,  da  diese
wenig  Kampfergehalt  haben.  Die  abgeschnittenen
jungen  Triebe  und  Blätter  werden  (entweder
ganz  frisch  oder  in  der  Sonne  getrocknet)
möglichst  klein,  etwa  in  Stücke  von  1  Zoll  Länge
geschnitten,  zur  Destillation  gebracht.

 

Der  Destillierapparat,  wie  er  jetzt  auf  Ceylon
verwendet  wird,  erfüllt  seinen  Zweck  nicht  vollkommen
  und  müßte  noch  große  Verbesserungen
erfahren.  Die  Hauptsache  ist,  daß  gut  gekühlt
wird,  damit  sich  sämtliche  Kampferdämpfe  kondensieren.
  Die  Kampferdämpfe  kristallisieren  sofort,
  nachdem  sie  auf  die  nötige  Temperatur
herabgesetzt  sind.  Man  hat  Glaskühler  benutzt,
um  sehen  zu  können,  ob  sich  Kampferkristalle
bilden.  Bei  einer  Vervollkommnung  des
Apparates  müßte  der  Kondensator  so  eingerichten
  werden,  daß  eine  Verstopfung  durch
die  kristallisierten  Kampfermassen  nicht  eintreten
kann.  Das  Resultat  der  Destillation  ist  ein
Gemisch  von  Kampfer  und  Kampferöl;  letzteres
haftet  den  Kristallen  selbst  an.

Die  Ausbente  beträgt  im  Durchschnitt  etwa
1  v.  H.,  und  zwar  sind  etwa  0,8  v.  H.
reiner  Kampfer  und  0,2  v.  H.  Kampferöl.
Bis  jetzt  macht  die  Abscheidung  des  Kampferöls
  von  dem  Kampfer  den  Pflanzern  noch
viele  Schwierigkeiten.  Bei  weiterer  Ansdehnung
des  Anbaues  dürften  die  Anwendung  einer
Zentrifuge  und  die  Herstellung  niederer  Temperatur,
wodurch  diese  Abscheidung  sehr  erleichtert  wird,
zu  empfehlen  sein.

Zur  Zeit  ist  der  Anbau  von  Kampfer  auf
Ceylon  noch  sehr  im  Anfangsstadium,  und  es  war
mir  nicht  möglich,  genauere  Zahlen  über  seine
Rentabilität  zu  erhalten.  Die  Angaben  über
den  Ertrag  der  einzelnen  Kampferbüsche  gingen
sehr  auseinander.  Aus  den  mir  zur  Kenntnis
gelangten  Zahlen  ergibt  sich  aber,  daß  man  bei
einem  dreijährigen  Busch  auf  einen  Jahresertrag  an
jungen  Trieben  und  Blättern  von  13  bis  15  Pfund
rechnen  kann.  Dies  bedeutet  per  Acre  (mit  1300
bis  1400  Kampferbüschen)  etwa  18000  Pfund
oder  einen  Destillationsertrag  von  180  Pfund,
davon  144  Pfund  Kampfer  und  36  Pfund
Kampferöl.  Rechnet  man  das  Pfund  Kampfer
zu  1,40  Mk.,  das  Pfund  Kampferöl  etwa  zu
1  Mk.,  so  ergibt  sich  ein  Jahresertrag  von  etwa
240  Mk.  Es  ist  schwer,  heute  die  Rentabilität
zu  berechnen,  da  es  noch  an  Erfahrungen  mangelt;
jedoch  kann  man  annehmen,  daß  sowohl  die  Anpflanzung
  wie  die  Herstellung  des  Kampfers
sich  billiger  stellt  als  die  des  Tees.  Wenn  auch
größere  Quantitäten  Triebe  und  Blätter  von  den
Büschen  entnommen  und  zur  Destillation  gebracht
werden  müssen,  so  geht  doch  das  Abschneiden  mit
der  Heckenscheere  leichter  und  schneller  vor  sich,
als  das  Pflücken  der  einzelnen  Blätter  mit  der
Hand.  Auch  die  Bearbeitung  des  Tees  ist  sicher
nicht  billiger  wie  die  Destillation  des  Kampfers.
Bei  der  Teeproduktion  rechnet  man  per  Acre
einen  Ertrag  von  500  Pfund,  der  bei  einem
Preise  von  30  Cent  per  Pfund  Tee  einen  Wert
        <pb n="389" />
        G  311  20

von  150  Rupien  (200  Mk.)  darstellt,  als  normale
Rentabilität.  Demgegenüber  würde  der  Kampferbau
  sich  nach  obiger  Berechnung  um  40  Mk.
bder  Aere  vorteilhafter  stellen,  d.  h.,  er  gäbe  einen
mehr  als  doppelt  so  großen  Reinertrag  wie  Tee.
Dem  Anbau  von  Kampfer  wird  jetzt  auf  Ceylon
die  allergrößte  Aufmerksamkeit  zugewendet,  und
es  dürfte  an  der  Zeit  sein,  auch  in  den  deutschen
olonien  Versuche  mit  dem  Kampferbau  zu
machen.
Zitronellagras.
Unter  den  zahlreichen  Riechstoffen,  die  auf
Ceylon  produziert  werden,  nimmt  das  Zitronellaöl
  einen  hervorragenden  Platz  ein.  Der  Export

betrug  nach  dem  Bericht  der  Chamber  of
Commerce:
1903  1  662  594  Pfund
1904  1  156  646  -
19050  1  309  416

Das  Ol  wird  durch  Destillation  aus  dem
Zitronellagras  gewonnen;  dieses  letztere  ist  besonders
  in  den  süd=  und  südwestlichen  Provinzen
in  der  Nähe  von  Matara,  Galle  usw.  vielfach
angebaut.  Es  verdient  insofern  besonderes
Interesse,  weil  es  auch  auf  ärmstem  Boden  bis
zu  2000  Fuß  Höhe  und  bei  einem  Regenfall
von  80  bis  100  Zoll  noch  gedeiht.  Der  Anbau
ist  sehr  einfach;  das  Gras  wird  in  Reihen  von
etwa  30  bis  40  cm  Breite  gepflanzt  und  drei
Jahre  hintereinander  geschnitten.

Die  Pflanzung  kostet  per  Acre  etwa  5  Rupien;
an  Unkosten  für  Beseitigung  von  Unkraut,
Schneiden  des  Grases,  Destillieren  usw.  sind  zu
rechnen  etwa  22  Rupien.  Der  größte  Ertrag
darf  auf  250  Zentner,  der  Durchschnittsertrag
auf  etwa  125  Zentner  geschätzt  werden.

Bei  Verarbeitung  des  Grases  ist  es  nötig,
daß  es  recht  frisch  auf  einen  mit  guter  Kühlvorrichtung
  versehenen  Destillierapparat  gebracht
wird.  Die  Destillation  geschieht  am  besten  mittels
Dampf.  Die  Ausbeute  ergibt  etwa  1  Pfund  Ol
aus  200  bis  250  Pfund  Gras;  man  kann  deshalb
  im  Durchschnitt  auf  einen  Ertrag  von  40
bis  50  Pfund  Ol  per  Aere  rechnen.  Der  Preis
des  Ols  schwankt  zwischen  75  und  80  Cent
leich  1  bis  1,10  Rupie  per  Pfund.  Die
Rentabilität  der  Kultur  ist  zur  Zeit  sehr  gering;
lahrelang  wurden  sehr  viele  Verfälschungen
dieses  Ols  durch  Zusatz  von  Ceresinöl  vorgenommen;
  infolgedessen  ist  der  Preis  sehr  herabgedrückt.
  Jetzt  wird  darauf  hingearbeitet,  durch
Lieferung  besserer  Qualität  den  Preis  zu  heben.
Das  Interesse,  auf  diese  Weise  den  sonst  unbenutzbaren
  Boden  durch  Anbau  von  Zitronellagras
  wieder  gewinnbringend  zu  machen,  ist  allgemein
  im  Wachsen.

 

Limongras  (Andropogon  Citratus).

In  neuester  Zeit  hat  diese  Kultur  die  besondere
  Aufmerksamkeit  in  Peradeniya  auf  sich
gezogen,  weil  das  aus  diesem  Gras  gewonnene
Ol  (Limon=  oder  Melissenöl)  ganz  außerordentlich
  im  Preise  gestiegen  ist  und  dem  Zitronellaöl
vorgezogen  wird.  Der  Preis  beträgt  jetzt  über
8  Mk.  pro  Pfund.

Bisher  wurde  das  Ol  hauptsächlich  in  Cochin
und  Travancore  von  wildwachsendem  Gras  gewonnen.
  Die  Produktion  und  der  Export  von
dort  gingen  aber  ständig  zurück,  weil  man  nicht
für  die  Fortpflanzung  des  Grases  sorgte.

Murdoch  gibt  in  seiner  Revue  über  den

Handel  in  Madras  folgende  Zahlen  für  den

Export  von  Limonöl  an:
1902/03:

5649  Gallonen  im  Werte  von  228701  Rupien,
1903/04:

3754  Gallonen  im  Werte  von  153914  Rupien,
1904/05:

2623  Gallonen  im  Werte  von  136396  Rupien.

Aus  diesen  Zahlen  treten  die  kleiner  werdende
Produktion  und  der  erheblich  steigende  Preis  vor
Augen.

Das  Limongras  gedeiht  nach  den  Versuchen
in  Peradeniya  ebenfalls  auf  sehr  armem  Boden,
läßt  sich  auch  sehr  gut  als  Zwischenpflanzung
verwenden,  besonders  da  es,  soviel  bis  jetzt  bekannt,
  von  Schädlingen  nicht  angegriffen  wird.

Die  Anpflanzung  geschieht  mit  jungen  Pflänzchen,
  die  vorher  von  Samen  in  Beeten  gezogen
werden;  sie  erfolgt  am  besten  in  der  feuchten
Jahreszeit.  Nach  sechs  Monaten  kann  das
Limongras  zum  ersten  Male  und  nach  weiteren
drei  bis  vier  Monaten  zum  zweiten  Male  geschnitten
  werden.  In  wieviel  Jahren  das  Gras
erneuert  werden  muß,  ist  mir  nicht  bekannt.

Der  Ertrag  an  Gras  beträgt  im  Jahr  ungefähr
  130  bis  140  Zeutner  per  Acre.  Das  Gras
wird  in  einfachem  Destillierapparat  möglichst  frisch
der  Destillation  unterworfen.  Die  Ausbeute  ergibt
etwa  1  Pfund  Ol  von  5  Zentner  Gras.

Hauptabnehmer  von  Melissenöl  ist
Deutschland.

Intefaser.

Die  große  Nachfrage  nach  Jutefaser  gerade
zu  derselben  Zeit,  die  den  Niedergang  des  Indigobaues
  in  Indien  brachte,  hat  dort  Veraulassung
gegeben,  dem  Anban  dieser  Faser  besondere  Aufmerksamkeit
  zu  widmen.

Von  den  hierfür  in  Frage  kommenden
Pflanzen  sind  mir  besonders  zwei  als  bemerkenswert
  erschienen,  nämlich  eine,  die  in  besonders
trockenen,  und  eine  andere,  die  in  besonders
seuchten  Gegenden  mit  gutem  Resultat  angebaut
        <pb n="390" />
        W  312  20

werden  kann.  Für  trockenen,  sandigen  oder
steinigen  Boden,  der  ohne  Schatten  dem  starken
Sonnenbrande  ausgesetzt  ist  und  nur  wenig
Regen  hat,  dürfte  die  Agave  Regida,  der  sogenannte
  Sisalhanf  oder  die  Sisalfibre,  am  geeignetsten
  sein.  Während  diese  in  feuchtem  Boden
einen  Hauf  von  nicht  so  guter  Qualität,  weil  von
leichterer  Zerreißbarkeit,  liefert,  ist  gerade  die  in
trockenem,  sandigem  Boden  gewonnene  Faser  von
außerordentlicher  Festigkeit.

Die  Agave  wird  in  Pflanzschulen  entweder
von  Samen  oder  von  Schößlingen  gezogen  und,
wenn  die  Pflänzlinge  etwa  13  Zoll  hoch  sind,
wird  sie  in  die  Plantage  ausgepflanzt.  Im  südlichen
  Indien  sieht  man  die  Agave  vielfach  zu
beiden  Seiten  der  Eisenbahnlinien  stehen;  sie  soll
dort  gute  Resultate  liefern.  Wo  es  sich  darum
handelt,  sie  in  gesonderten  Plantagen  zu  ziehen,
wird  sie  in  etwa  5  bis  11  Fuß  voneinander
entfernten  Reihen  gepflanzt.  Es  kommen  etwa
650  Pflanzen  per  Acre.  Nach  vier  Jahren  ist
die  Agave  zum  Schneiden  reif,  ohne  daß  in  der
Zwischenzeit  irgend  etwas  zu  ihrer  Kultur  getan
zu  werden  braucht.  Während  die  Agave,  wenn
sie  sich  selbst  überlassen  ist,  schon  nach  sechs  bis
sieben  Jahren  abstirbt,  erreicht  sie  bei  regelmäßigem
Schnitt  eine  Lebensdauer  von  etwa  fünfzehn
Jahren.  Zur  Ernte  gelangen  die  Stämme,
Triebe  und  Blätter,  sobald  sie  stark  genug  sind
und  eine  genügend  lange  Faser  liefern.  Der  Ertrag
  soll  per  Acre  etwa  10  000  bis  20  000
Blätter  ergeben;  von  diesen  bringen  je  1000
etwa  50  bis  70  Pfund  Fibre,  so  daß  auf  einen
Acre  etwa  500  bis  1500  Pfund  Fibre  zu  rechnen
sind.  Der  Wert  der  Sisalfibre  ist  per  100  Kilo
etwa  60  Mark.

Für  Gegenden  mit  hoher  Temperatur  und
stärkeren  Regenfällen  ist  die  Manilafaser,  eine
wilde  Banane  von  den  Philippinen,  genannt
Abaca  (Musa  textilis),  zum  Anbau  zu  empfehlen.

Der  Leiter  der  Versuchsanstalten  im  Nilgirigebirge,
  dem  ich  die  meisten  dieser  Angaben
verdanke,  hat  sich  mit  großem  Eifer  auf  den  Versuchsanbau
  dieser  Manilafaser  geworfen.  Er  behauptet,
  in  der  Versuchsplantage  Kallar  vorzügliche
  Resultate  zu  erzielen.

Die  wilde  Banane  wächst  vom  Samen  in
fünf  Jahren  oder  vom  Steckling  in  drei  Jahren
bis  zu  20  Fuß  Höhe  und  erreicht  einen  Stammdurchmesser
  von  etwa  1  Fuß.  Um  sie  von  Stecklingen
  zu  ziehen,  werden  Triebe  mit  5  bis  8  Fuß
geschnitten  und  verpflanzt.  Bei  einer  Pflanzung,
die  ausschließlich  wilde  Bananen  umfaßt,  werden
die  Bananen  auf  etwa  5  Fuß  Entfernung  voneinander
  gepflanzt,  so  daß  per  Acre  1742  Pflanzen
entfallen.  Die  wilde  Banane  läßt  sich  aber  auch

 

als  Zwischenpflanzung  verwenden,  besonders  da,
wo  für  eine  Kultur  Schatten  notwendig  ist.

Nachdem  die  Pflanzung  besorgt  ist,  bedarf  die
wilde  Banane  außer  dem  Entfernen  des  Unkrauts
  keinerlei  Pflege.  Sie  bietet  auch  insofern
besonderen  Vorteil,  als  sie  durch  ihre  reiche  Feuchtigkeit
  vor  der  Gefahr  einer  Zerstörung  durch  Feuer
und  durch  ihren  Saft  aber  auch  vor  dem  Angriff
  von  Insekten  geschützt  ist.  Außerdem  ist
bei  der  Manilafaser  die  Aberntung  insofern  sehr
bequem,  als  diese  sich  nicht  auf  einen  bestimmten
Zeitraum  beschränkt,  sondern  zu  jeder  Zeit  geschehen
  kann,  wenn  Arbeitskräfte  von  anderer  Arbeit
frei  sind.  Die  Stämme  werden  bei  genügender
Stärke  dicht  am  Boden  abgehauen  und  in  Längen
von  3  bis  4  Fuß  geschnitten.  Man  entfernt  die
äußeren  Blätter,  so  daß  der  glatte  feste  Teil  des
Stammes  verbleibt.  Die  aus  den  änußeren
Blättern  gewonnene  Faser  ist  zu  minderwertig,
als  daß  sich  ihre  Verarbeitung  lohnte.  Die
Stammenden  werden  alsdann  in  Streifen  von
etwa  2  Zoll  gespalten  und  möglichst  frisch  verarbeitet.


Sowohl  bei  Verarbeitung  der  Agave  wie
bei  der  der  wilden  Banane  muß  das  in  der  Pflanze
befindliche  Pflanzenmark  von  der  Faser  entfernt
werden.  Dies  geschah  bisher  in  primitiver
Weise  durch  Bearbeitung  mit  dem  Messer.
Der  Leiter  jener  Versuchsanstalt  hat  nun  eine
sehr  einfache  Maschine  konstruiert,  durch  die
er  jene  Bearbeitung  schneller  und  billiger  ausführt
  und  dabei  einen  Hauf  von  sehr  sanberer
Onalität  gewinnt.  Mit  dieser  Maschine  werden
die  geschnittenen  Pflanzenteile  zwischen  zwei
scharfkantigen,  aufeinander  gepreßten  Eisen
mehrmals  durchgezogen,  bis  das  Pflanzenmark
von  der  Faser  getrennt  ist.')  Die  reine  Faser

wird  dann  über  einen  ausgelegten  Bambusstab
  gelegt  und  in  der  Sonne  getrocknet.
Nach  wenigen  Stunden  wird  die  Faser  in
Docken  zusammengenommen  und  so  entweder

gelagert  oder  gleich  versandt.

Der  Manilahanf  bildet  eine  helle,  seidenglänzende
  Faser;  100  Kilo  sind  mit  80  Mk.
bewertet.  Der  Ertrag  an  Manilahanf  per  Acre
soll  etwa  650  Pfund  sein.

Chinarinde.

Ceylon  wie  in  Indien  ist
von  Chinarinde  sehr  zurückseitdem
  Java  Ware  zu  billigeren
und  mit  höherem  Gehalt  an  Chinin
liefert.  Viele  Chinarindenpflanzungen  sind
abgeholzt  und  werden  nicht  wieder  nachgepflanzt;
  andere  Produkte,  welche  bessere  Er-Sowohl

  auf
die  Produktion
gegangen,
Preisen

*)  Siehe  Abbildung  15.
        <pb n="391" />
        G  313  2

träge  liefern,  kommen  an  deren  Stelle.  In
Indien  dagegen  wird  die  Chinarindenpflanzung
zur  Deckung  des  Landeskonsums  noch  in
größerem  Maßstabe  durch  die  Regierung  betrieben.
  Sowohl  die  europäische  Bevölkerung
Indiens  wie  ein  großer  Teil  der  Eingeborenen
sind  darauf  angewiesen,  regelmäßige  Dosen
von  Chinin  zu  nehmen,  um  sich  vor  den
Fieberanfällen  zu  schützen.  Da  dieses  Bedürfnis
  in  so  großem  Maßstabe  bei  der  Bevölkerung
  besteht,  hat  die  Regierung  selbst
im  den  Postbureaus  Verkaufsstellen  von  Chinin
eingerichtet.

Eine  der  größten  Chinchonaplantagen  der
indischen  Regierung  ist  die  von  Dodabeta  im
Nilgirigebirge  (8600  Fuß  hoch).  Dodabeta
hat  eine  Durchschnittstemperatur  von  60°
Fahrenheit  und  einen  Regenfall  von  50  Zoll.
er  Boden  kann  als  gut  bezeichnet  werden,
wird  jedoch  alle  zwei  Jahre  durch  Zugabe
künstlicher  Düngemittel  aufgebessert.  Dodabeta
##st  1862  angepflanzt  worden  und  liegt  an
den  nördlichen  Abhängen  des  Nilgiri.  Die
Pflanzung  macht  den  Eindruck  eines  großen,
sehr  gesunden  Laubwaldes;")  Schädlinge  von
größerer  Bedentung  sollen  sich  dort  nicht  gezeigt
haben.

Früher  wurde  die  Chinarinde  dadurch  gewonnen,
  daß  man  in  der  Länge  des  Stammes
etwa  1  Zoll  breite  Streifen  aus  der  Rinde
herausschnitt  und  dazwischen  ebenso  breite
Streifen  wieder  stehen  ließ.  Diese  Gewinnungs-=art
  hatte  jedoch  den  Nachteil,  daß  dadurch
eine  Deformation  des  Stammes  entstand,  welche
eine  weiteres  Schneiden  der  Rinde  sehr  erschwerte.
  Auch  das  holländische  System  (Abschneiden
  der  äußeren  Rinde)  hat  sich  nicht
bewährt,  da  die  Rinde  nicht  in  dem  Maße
nachwuchs,  daß  eine  rentable  Arbeit  gesichert
schien.  Man  ist  jetzt  dazu  übergegangen,
die  Bäume  vollständig  zu  fällen  und  die  ganze
Rinde  des  Baumes  auszunützen.  Die  Bäume
in  den  tieferliegenden  Teilen  der  Plantage,
welch'  letztere  sich  bis  auf  etwa  5000  Fuß
berunterzieht,  sind  schon  in  sechs  bis  zehn  Jahren
so  weit,  daß  sie  gefällt  werden  können,
während  dies  in  den  höchsten  Teilen  (8600  Fuß),
meist  erst  nach  zwanzig  Jahren  der  Fall  ist.
Das  Fällen  wird  in  der  Weise  betrieben,
daß  man  immer  nur  eine  Reihe  der  Bäume
schlägt  und  die  dazwischenliegende  Reihe  stehen
läßt.  Aus  dem  Stumpf  des  gefällten  Baumes
schießen  dann  wieder  neue  Triebe  hervor,
von  denen  man  den  kräftigsten  stehen  läßt.
Wenn  dieser  weit  genug  entwickelt  ist,  fällt

)  Siehe  Abbildung  10.

 

man  die  vorher  stehengebliebene  Reihe,  so  daß
der  Bestand  der  Bäume  immer  in  sechs
bis  zwanzig  Jahren  vollständig  gewechselt  hat.
In  Dodabeta  sind  zwei  Sorten  Chinarinde
angepflanzt,  „Cinchona  Officinalis“  und  „Cinchona
  Suceirubra“.  Der  Gehalt  der  Rinde
an  Chinin  variiert  zwischen  4  und  13  v.  H.
als  Durchschnitt  sind  etwa  5  v.  H.  zu  rechnen.

ie  von  den  gefällten  Stämmen  geschälte
Rinde  wird  zerschnitten  und  in  einem  mit
Ventilatoren  versehenen,  erwärmten  Raum  auf
Darren  getrocknet.  Dann  erfolgt  die  Verpackung
  in  Säcken  und  die  Übersendung  an
die  Fabrik,  wo  die  Auslaugung  des  Alkaloids
Chinin  vorgenommen  wird.

Kaffee.

Während  man  auf  Ceylon  von  Kaffeeplantagen
  nicht  mehr  sprechen  kann,  hat  sich  in  Indien,
besonders  im  Distrikt  des  Nilgiri,  in  Coorg,  im
Staate  Mysore  usw.,  der  Kaffeebau  noch  erhalten,
trotzdem  hier  gleichfalls  viele  Schädlinge  auftreten.
Wenn  dort  auch  im  allgemeinen  keine  bedeutende
Rente  aus  dem  Kaffeebau  zu  erzielen  ist,  so  erklären
  sich  doch  einzelne  Pflanzer,  besonders  die
von  Schädlingen  verschont  gebliebenen,  mit  dem
Ertrage  zufrieden.

Für  den  Anban  von  Kaffee  sind  vorzugsweise
  Bergabhänge  gewählt.  Höhen  mit  etwa
4000  Fuß  über  See  ergeben  die  besten  Qualitäten.
Der  Kaffee  erfordert  einen  jährlichen  Regenfall
von  50  bis  70  Zoll  und  eine  Temperatur  nicht
unter  60°  Fahrenheit.

Die  Aussaat  erfolgt  am  besten  in  Beeten,
Körben  oder  Töpfen.  Nach  sechs  Monaten  werden
die  Pflänzlinge  in  die  Plantage  5  zu  5  Fuß
gepflanzt.  Auf  Entfernungen  von  etwa  25  Fuß
setzt  man  Schattenbäume  und  verwendet  hierzu
Ficus-Sorten,  den  Banientree  u.  a.  Im  ersten
Jahre  nach  dem  Pflanzen  wird  die  Plantage  tief
gegraben,  dann  mit  Rizinus=  oder  Palmölkuchen
und  Knochenmehl,  oder  mit  anderen  Stoffen  gedüngt.
  Im  zweiten  Jahre  wird  nur  umgegraben,
wenn  nötig,  werden  die  Kaffeebäume  geschnitten.
Im  dritten  Jahre  beginnt  bereits  der  Ertrag;
Vollertrag  ist  jedoch  erst  im  sechsten  oder  siebenten
Jahre  zu  erwarten.  Als  Durchschnittsertrag
rechnet  man  4  bis  5  Zentner  per  Aere.

Es  kommen  Jahre  mit  20  Zentnern,  aber  auch
solche  mit  2  Zentnern  Ertrag  vor.

Zur  Erntezeit  werden  die  Kaffeekirschen,  sobald
sie  rote  Färbung  angenommen  haben,  entweder
im  Akkord  oder  im  Tagelohn  gepflückt  und  in  die
der  Plautage  zugehörige  Faktorei  gebracht.  Dort
werden  sie  von  der  oberen  Etage  auf  eine  Maschine
  geschüttet,  die  aus  einer  mit  scharfen  Zähnen
besetzten  Trommel  besteht,  welche  sich  in  einem
        <pb n="392" />
        314  ꝛ

Troge  mit  fließendem  Wasser  dreht.  Die  über  die
Trommel  rollenden  Kaffeekirschen  werden  aufgerissen,
  und  das  Fleisch  trennt  sich  so  von  der
darin  befindlichen  Kaffeebohne.  Das  leichtere
Kirschfleisch  wird  von  dem  fließenden  Wasser  fortgetragen
  und  die  Bohnen  fallen  in  flache  Bassins,
wo  sie  24  Stunden  bleiben,  um  den  in  der
schleimigen  Umhüllung  der  Kaffeebohne  befindlichen
Zucker  zu  vergären.  In  diesem  Bassin  scheidet
sich  auch  die  geringwertige,  spezifisch  leichtere
Kaffeebohne  von  der  besseren,  der  spezifisch
schwereren  ab.  Danach  werden  die  Kaffeebohnen
auf  glatten  zementierten  Plätzen  oder  mit  Sackleinen
bedeckten  Tafeln  zum  Trocknen  an  der  Sonne
ausgebreitet.  Die  Kaffeebohne  befindet  sich  nun
noch  in  einer  dünnen  Hülse,  welche  durch  Bearbeitung
  in  einer  Mühle  entfernt  werden  muß.
Erst  dann  ist  der  Kaffee  für  den  Markt  vorbereitet.
Für  diese  Arbeit  ist  eine  gewöhnlich  an  der  Bahnstation
  gelegene  Mühle  etabliert;  sie  verarbeitet
den  Kaffee  einer  größeren  Anzahl  von  Plantagen.
Der  Quantumverlust  beträgt  hierbei  ungefähr
5  v.  H.  des  Gewichtes.  Jede  Kaffeesendung  muß
allein  verarbeitet  werden,  damit  keine  Verwechslung
der  verschiedenen  Qualitäten  vorkommt.  Das
Vertrauen  zu  dem  Mühlenbesitzer  ist  hier  die  einzige
Kontrolle.  Von  der  Mühle  wird  der  Kaffee
direckt  in  Säcken  an  den  Markt  versandt.

Ein  Pflanzer  von  Coonoor  gab  mir  eine
Reutabilitätsberechnung  seiner  Plantage,  danach
rentiert  diese  verhältnismäßig  gut.  Die  Jahreskosten
  stellen  sich  dort  per  Acre  auf  150  Rupien.
Hierin  ist  einbegriffen  die  Düngung,  das  Reinigen
von  Unkraut  für  9  Monate  à  1  Rupie,  das
Pflücken  der  Kaffeekirschen  mit  ½  Rupie  per
Bushel,  sowie  die  Verarbeitung,  Trocknen  der
Bohnen,  Zinsen,  Beaussichtigung  usw.  Der
Ertrag  dieser  Plantage  beträgt  im  Durchschnitt
7  Zentner  Kaffee  per  Acre.  Hierzu  kommen
noch  Mühlenkosten  und  Transport  mit  3  3/4  Rupien
per  Zentner,  das  sind  bei  einem  Ertrage  von  7  Zentnern
  26  ¼  Rupien,  so  daß  die  Unkosten  zusammen
rund  176  Rupien  betragen.  Nimmt  man  den  Preis
des  Kaffees  auf  45  Rupien  per  Zeutner  im  Durchschnitt
  an,  dann  ist  der  Ertrag  315  Rupien;
Nettoüberschuß  per  Acre  138¾  Rupien.

Wie  mir  jener  Pflanzer  selbst  äugestand,  ist
die  hier  geschilderte  jedoch  eine  ausnahmsweise
gut  rentierende  Plautage.  Ihr  Ertrag  wird  nur
durch  sachgemäße  Düngung,  sowie  dadurch  erreicht,
  daß  Schädlinge  bisher  im  geringen  Maße
auftraten.  (Ein  von  demselben  Herrn  mir  inzwischen
  zugegangener  schriftlicher  Bericht  sagt,
daß  jetzt  Schädlinge  „Black  bug“  und  „Green
bug“,  die  seinerzeit  nur  ganz  unbedeutenden
Schaden  verursachten,  in  bedrohlicher  Weise  auftreten,
  und  er  befürchtet,  daß  dadurch  die  Ren- 



tabilität  der  Plantage  vollständig  vernichtet  werden
könnte.)

Wie  auf  Ceylon,  so  kann  es  unter  Umständen
auch  in  Indien  mit  dem  Kaffeebau  gehen.  Denn
es  zeigen  sich  dort  nicht  nur  Insekten,  wie  die
oben  genannten,  sondern  auch  Pilzschädlinge,  wie
die  Hemileia  Vastatrir.  Von  der  Antwort  auf
die  Frage,  ob  es  gelingt,  diese  Schädlinge  dauernd
soweit  zu  bekämpfen,  daß  noch  eine  leidlich  reutable
  Wirtschaft  möglich  ist,  wird  es  abhängen,
ob  in  Indien  der  Kaffeeban  für  die  Dauer  weiter
betrieben  werden  kann.  Die  Meinung,  daß
tropischer  Plantagenbau  nicht  sehr  hohe  Ausgaben
zur  Bekämpfung  von  Schädlingen  tragen  kann,
ist  viel  verbreitet.  Verhältnismäßig  wenige
Pflanzer  verstehen  sich  dazu,  für  die  Bekämpfung
der  Schädlinge  größere  Ausgaben  zu  machen.
Während  in  dieser  Beziehung  auf  Ceylon  unter
dem  Einfluß  der  Leitung  der  botanischen  Gärten
in  den  letzten  Jahren  ein  Umschwung  zum  Besseren
eingetreten  ist,  scheint  dies  in  Indien  noch  nicht
der  Fall  zu  sein.

Erdnuß.

Von  den  vielen  zur  Gründüngung  verwendeten
Pflanzen  ist  die  Erdnuß  (Arachis  Hypogaea)
als  besonders  wertvoll  hervorzuheben.  Sie  kann
sowohl  zur  Verbesserung  des  Bodens,  wie  auch
als  Zwischenfrucht  oder  als  ausschließliche  Ertragsfrucht
  angepflanzt  werden.  Sie  wird  bereits  in
Indien,  in  Westindien,  in  Süd-Amerika  usw.  in
großen  Mengen  und  in  neuerer  Zeit  auch  auf
Ceylon  mit  Vorteil  gebaut.  Soweit  sie  zur  Gründüngung
  oder  als  Zwischenpflanzung  angebaut
ist,  bietet  sie  neben  der  Eigenschaft,  Stickstoff  aus
der  Luft  in  sich  aufzunehmen,  zugleich  durch  ihren
Ertrag  an  Erdnüssen  ein  wertvolles  Material.
Sie  hat  ferner  den  Vorteil,  daß  sie  das  Aufkommen
  von  Unkraut  verhindert  und  damit  die
Kosten,  welche  durch  die  Entfernung  desselben
entstehen,  herabmindert.  Die  Kultur  der  Erdnuß
ist  höchst  einfach:

Der  Boden  wird  etwa  6  Zoll  tief  gepflügt,
die  Nüsse  werden  auf  2  bis  3  Fuß  Entfernung
gesät  und  eingeeggt.  In  vier  bis  sechs  Monaten
ist  die  Erdnuß  erntereif;  bis  zu  dieser  Zeit  ist  es  —
kurz  nach  dem  Aufgehen  —  nur  nötig,  einmal  flach
durchzupflügen,  damit  die  Wurzeln  unter  der
Erde  gehalten  werden.

Es  kommen  verschiedene  Sorten  zur  Aupflauzung,
  und  zwar  indische,  Mauritius=  und  Brafsil=Varietäten.
  Die  Brasil-Varietät  hat  den  Vorteil,
daß  der  Nußansatz  mehr  in  der  Nähe  des  Zentrums
der  Pflanze  stattfindet  und  infolgedessen  die
Ernte  erleichtert  wird,  während  andere  Varietäten
die  Wurzelausläufer  weiter  treiben  und  darum
bei  ihnen  die  Nüsse  im  größeren  Umkreise  aus
der  Erde  zu  nehmen  sind.  Bei  der  Ernte  reißt
        <pb n="393" />
        GW  315  20

man  mit  einem  Pfluge  in  der  Nähe  der  Pflanze
den  Boden  auf,  legt  die  Wurzeln  bloß  und  nimmt
die  Nüsse  von  diesen  ab.  Die  Pflanze  selbst
verbleibt  als  Düngung  dem  Boden.

Der  Ertrag  schwankt  sehr,  je  nach  der  Art
des  Bodens  und  der  vorhandenen  Feuchtigkeit;
er  beträgt  per  Acre  zwischen  500  und  4000  Pfund.

ei  den  auf  Ceylon  gezahlten  Löhnen  kostet  die
Bearbeitung  eines  Acre  ungefähr  36  Rupien.
iese  Summe  setzt  sich  zusammen  aus  den  Kosten

für  Pflanzen  und  Eggen  etwa  5  Rupien
für  Säen  und  Eineggen  -  3
für  Ernte  25
für  Saatgnt  3

Die  Erdnuß  findet  sehr  vorteilhafte  Verwendung
zur  Herstellung  von  Ol;  sie  hat  einen  Olgehalt
von  30  bis  50  v.  H.  Es  verbleibt  ein  Kuchen,
der  sowohl  als  Futter,  wie  als  Düngemittel  gut
äu  brauchen  ist.  Die  Nuß  ist  auch  genießbar
und  von  angenehmem  Geschmack.  Die  besten
Qualitäten  kommen  für  diesen  Zweck  in  den
Handel.  Der  Preis  in  Colombo  beträgt  etwa
110  Rupien  per  Ton.  Auf  dem  Londoner  Markt
werden  je  nach  Qualität  8  bis  14  Pfund  per
Ton  gezahlt.

Der  Ertrag  der  Erdnuß  wird  aber  auch  von
Schädlingen  beeinflußt.  Sowohl  ein  Pilz  wie
ein  Insekt  greifen  sie  an.  Das  letztere  ist  ein
Bohrer;  es  höhlt  die  Nuß  aus  und  macht  sie
wertlos.  Zur  Zeit  sind  aber  diese  Schädlinge
noch  nirgends  in  so  großem  Maße  aufgetreten,
daß  der  Anbau  der  Erdnuß  dadurch  unlohnend
gemacht  würde.

Vorschriften  über  die  Einfuhr  von  Oplum  in
Transvaal.

Durch  eine  in  der  Transvaal  Government
Gazette  vom  31.  August  1906  veröffentlichte
Verordnung  vom  18.  August  1906  (Nr.  25/1906)
sind  unter  Aufhebung  der  Opium  importation
Ordinance  1905  für  den  Handel  mit  Opium
neue  Vorschriften  erlassen,  die  unter  anderem
solgende  Bestimmung  enthalten:

3.  (1.)  Vom  Inkrafttreten  dieser  Verordnung
ab  soll  niemand  außer  den  auf  Grund  der
Nedieal,  Dental  and  Pharmacy  Ordinance  vom
Jahre  1904  eingetragenen  Chemikern  und  Drogüten
  Opium  und  Opiumextrakt  einführen,  und
die  eingetragenen  Chemiker  und  Drogisten  sollen
solchen  Stoff  nur  auf  Grund  einer  besonderen,
vom  Kolonialsekretär  auszustellenden  Erlaubnis
einführen,  in  der  die  einzuführende  Menge  festgesetzt
  ist.  usw.

 

Auf  Grund  der  vorstehenden  Verordnung  sind
unterm  26.  September  1906  Ausführungsvorschriften
  erlassen,  welche  in  der  Transvaal
Government  Gazette  vom  12.  Oktober  1906
veröffentlicht  sind  und  unter  anderem  die  Bestimmung
  enthalten,  daß  die  auf  Grund  des  Abschnitts
  3  der  Verordnung  erteilten  Erlaubnisscheine
  vom  Tage  der  Ausstellung  ab  6  Monate
gelten.

Jollnachlaß  für  im  Gebiete  des  Südafrikanischen
Sollvereins  erzeugten  Branntwein  in  Transvaal.

Laut  Proklamation  des  Gouverneurs  von
Transvaal  vom  13.  September  1906  (Nr.  82,
1906)  wird  für  gewöhnlichen  Branntwein,  der
im  Gebiete  des  Südafrikanischen  Zollvereins  hergestellt
  ist,  wenn  er  ausschließlich  bei  der  Herstellung
  von  rein  medizinischen  Zubereitungen  in
der  Kolonie  gebraucht  wird,  eine  Vergütung  des
Zolles  abzüglich  1  Schill.  für  das  Gallon  von
Normalstärke  gewährt.

Orhe  Transvanl  Government  Guazette
vom  5.  Oktober  1906.)

Verkahren  bei  der  Einfuhr  von  Waren  vor  der
Kbgabe  einer  vollständigen  Eingangsanmeldung  in
Süb-Uigeria.

Nach  Bekanntmachung  der  Zollverwaltung  in
Lagos  vom  5.  Mai  1906  (Nr.  229)  haben  diejenigen
  Personen,  denen  künftig  die  allgemeine
Erlaubnis  erteilt  wird,  Waren  zu  löschen  und
einzuschiffen,  bevor  eine  vollständige  Zollanmeldung
  vorliegt,  den  Zollbehörden  von  ihnen  selbst
oder  von  ihren  Agenten  unterzeichnete  Verzeichnisse
  vorzulegen,  ehe  die  Ausladung  der  Ware
zugelassen  wird.

(The  Board  of  Trade  Journal  Nr.  518,  S.  212.)

Einstwellige  Kufhebung  der  Zölle  für  Fleisch  und
Schlachtvieh  und  gewisse  andere  Artikel  in  Süd-Rhodesia.


Laut  Bekanntmachung  der  Regierung  (Nr.
159/1906)  sind  die  Einfuhrzölle  auf  frisches,  gekühltes
  und  gefrorenes  Fleisch  sowie  auf  Schlachtvieh
  in  Süd-Rhodesia  bis  auf  weiteres  und  lant
Bekanntmachung  Nr.  160/1906  diejenigen  für
Lichte,  kondensierte,  eingedampfte  oder  haltbar
gemachte  Milch  oder  solche  Sahne  (außer  der
abgeschöpften  oder  abgeschiedenen,  deren  Einfuhr
verboten  ist),  Fische,  haltbar  gemachtes,  gesalzenes
  oder  gepökeltes  Fleisch  und  Ole,  mit
Ausnahme  der  flüchtigen  oder  parfümierten,  für
die  Dauer  des  bestehenden  Zollvereinigungsvertrags
  zwischen  den  Kolonien  Südafrikas  aufgehoben.


Orhe  Board  of  Trade  lournal  Nr.  520,  S.  307.)
        <pb n="394" />
        68  316

Jollnachlaß  für  gewisse  Waren  in  Süd-Rhodesia.

Laut  Bekanntmachung  der  Regierung  vom
30.  Juni  1906  (Nr.  161/1906)  wird  auf  folgende
  Gegenstände  bei  der  Einfuhr  nach  Süd-Rhodesia
  ein  Nachlaß  des  ganzen  Zolles  gewährt:


Denaturierter  Branntwein,  Spiritus,  der  ausschließlich
  zu  gewerblichen  oder  wissenschaftlichen
Zwecken  oder  zum  Heizen  eingeführt  wird,  sowie
Waren,  die  zum  Verbrauch  an  Orten  außerhalb
des  Zollvereins  bestimmt  sind.

(The  Board  of  Trade  Journal  Nr.  520.  S.  307.)

Jolltarlfänderungen  in  Gambia.

Laut  Verordnung  des  Gouverneurs  vom
19.  November  1906  (Nr.  12/1906)  sind  Gegenstände
  aller  Art,  die  von  dem  an  der  Spitze  der
Regierung  stehenden  Beamten  zum  persönlichen
Gebrauch  eingeführt  werden,  von  der  Freiliste
des  Zolltarifs  zu  streichen.

The  Board  of  Trade  Journal  Nr.  526,  S.  608.)

olltarifänderungen  in  der  Goldküste  (westlich
des  Volta).

Durch  Verordnung  Nr.  16  vom  Jahre  1906
—  Customs  Tariff  (Amendment)  Ordinance,
1906  —  ist  der  durch  die  Zolltarifverordnung
vom  Jahre  1904  für  die  Kolonie  Goldküste
(westlich  des  Volta)  festgesetzte  Zolltarif  unter  Aufhebung
  der  zur  Abänderung  des  Tarifs  erlassenen
Verordnung  vom  Jahre  1905  hinsichtlich  der
Zölle  für  Spirituosen  und  einige  andere  Artikel,
wie  folgt,  abgeändert:

Zollsat#
bisher  künftig
Schill.  Pce.  Schill.  Pce.
Branntwein,  Genever,  Rum,
Liköre  und  andere  Spiri-=tuosen,

  die  nicht  so  verfüßt
oder  mit  einem  anderen  Artikel
  derart  versetzt  sind,  daß
ihr  Stärkegrad  nicht  durch
Sgpkes  Hydrometer  festgestellt
werden  kann,  bei  einer  Stärke
von  höchstens  12½  Grad
unter  Normalstärke  Imperialgallon
  oder  ein
Bruchteil  davon  4  6  5
Und  für  jeden  Grad  oder
Teil  eines  Grades  über
12½  Grad  unter  Normalstärke
  ein  Zuschlag  Imperialgallon
  oder  ein
Bruchteil  davon  —  2  —

 

3o

bisher

llsat
künftig

Schill.  Pce.  Schill.  Pce.

Der  Zollkollektor  kann
mit  Zustimmung  des  Gouverneurs
  jederzeit  vorschreiben,
  daß  statt  des
Sykeschen  Hydrometers  zur
Feststellung  der  Stärke  von
Spirituosen  Tralles’  oder
ein  ähnliches  anderes  Hydrometer
  gebraucht  werden
kann.

Wenn  ein  derartiges
anderes  Hydrometer  benutzt
  wird,  so  können  die
vorstehenden  Zölle  durch
folgende  Bestimmung  ersetzt
  werden:

Branntwein,  Genever,
Rum,  Liköre  und
andere  Spirituosen,
die  nicht  so  versüßt
oder  mit  einem  anderen
  Artikel  derart
versetzt  sind,  daß  ihr
Stärkegrad  nicht  durch
Tralles  oder  ein  etwa
vorgeschriebenes  anderes
  Hydrometer  festgestellt
  werden  kann,
bei  einer  Stärke  von
höchstens  50  Prozentgraden
  reinen  Alkohols
  nach  solchem  Hydrometer
  i-D

perialgallon  oderein
Bruchteil  davon

Und  bei  größerer  Stärke
für  jeden  Grad  über
50  Prozentgrad  ein
Zuschlag  Im---perialgallon
  oderein

Bruchteil  davon

Bearbeiteter  Tabak,  Zigarren
oder  Schnupftabak  Pfund
Unbearbeiteter  Tabak  Pfund
Ol  —  Kerosin-,  Stein-,  Rangun=
  oder  Birmaöl  oder
aus  Petroleum,  Steinkohle,
Schiefer,  Schieferton,  Torf
oder  anderen  bituminösen
Stoffen  hergestelltes,  ferner
aus  Petrolenumerzeug-=nissen
  oder  aus  einem  der
obengenannten  Ole  durch
Raffinierung  so  bearbeitet,
daß  es  für  Leuchtzwecke  ge-
        <pb n="395" />
        W  317  20

Zollsatz
bisher  künftig
Schill.  Pce.  Schill.  Pce.
eignet  ist  Imperialgallon
  oder  ein  Bruchteil
davon  —  1  3

Feines  Mehl,  in  Fässern  verckt:


packt:
a)  mit  einem  Reingewichte
von  nicht  mehr  als
196  Pfund  Faß  2  —  —  —
b)  mit  einem  Reingewichte
von  mehr  als  196  Pfund
100  Pfund  oder  ein
Bruchteil  davon
a)  in  Halbfässern  mit  einem
Reingewichte  von  nicht
mehr  als  98  Pfund
Halbfaß  1
in  Fässern  von  mehr
als  98,  jedoch  nicht
mehr  als  196  Pfund
Reingewicht  Faß  —.
in  Fässern  von  mehr
als  196  Pfund  Reingewicht
  100  Pfund
oder  ein  Bruchteil
davon  —  —  1  3
Den  zollfreien  Artikeln  ist  Dünger  hinzugefügt
  und  der  Tarifartikel  der  Freiliste  „Schiefer,
Ziegel  und  galvanisiertes  Eisen  zum  ausschließlichen
  Gebrauche  zum  Dachdecken“  ist  durch
Streichung  der  Worte  „zum  ausschließlichen  Gebrauche
  usw.“  abgeändert.
The  Board  of  Trade  Journal.)

S

1
1

0
—

Solltarlfänderung  in  Sierra  Ceone.

Caut  Verordnung  Nr.  34  voi  Jahre  1906
ist  die  Freiliste  des  Zolltarifs  durch  Streichung
der  Tarifstelle  „Artikel  jeder  Art  für  den  Gebrauch
des  Gonverneurs  oder  des  die  Regierung  aus—
übenden  Beamten“  abgeändert.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

olltarlientscheidungen  im  Südafrikanischen

ollverein.

Laut  Bekanntmachung  des  Zollkontrolleurs
der  Kapkolonie  vom  30.  Jannar  d.  Is.  sind  im
Einvernehmen  zwischen  den  Kolonien  und  Gebieten
  des  Südafrikanischen  Zollvereins  folgende
Tarifentscheidungen  ergangen:

Asphaltplatten  —  T.-Nr.  81  v.  Wert  3  v.  H.
Bau-Papier  —  T.-Nr.  81  -  3v.H.
Kreosot  —  T.-Nr.  175  l'185  v.  H.

Naben,  Speichen  usw.:
Naben,  9  Zoll  und  da- 



runter  T.-Nr.  909.  v.  Wert  3  v.  H.
desgl.,  über  9  Zoll  —
T.-Nr.  15  15  v.  H.
Speichen,  2  Zoll  und  darunter
  —  T.-Nr.  90  3  v.  H.
desgl.,  über  2  Zoll  —
T.-Nr.  105  15  v.  H.
Invertzucker  in  Großhandelspackung
  T.-Nr.  74  3  v.  H.
Braunes  Schafleder  zu  Paneelbekleidung
  (panels),
als  bearbeitetes  Leder  —
T.-Nr.  15  15  v.  H.
Postmarken,  gebrauchte  —
r.  151.  .  .  ..  frei
desgl.,  in  Albums  eingeführt;
Zoll  nur  nach  dem  Werte
der  Albums  zu  erheben,  als
nicht  besonders  genannte
Waren  T.-Nr.  175  15  v.  H.
Gummiringe  für  Einmachegläser
  —  T.-Nr.  6  3  v.  H.
Tanks,  zum  Gebrauch  in  Bergwerken
  —  T.-Nr.  118.  3  v.  H.
desgl.,  andere  —  T.-Nr.  175  O  15  v.  H.

(The  Cape  ol  Good  Hope  Covernment  Gazettc.)

 

erhöhung  der  Spirituosen  zölle  in  Süd-Migeria.

Der  Zoll  auf  nichtversetzte  und  nichtgesüßte
Spirituosen  ist  am  22.  Dezember  1906  um  6  Pre.
für  das  Imperialgallon  erhöht  worden  und  beträgt
  nunmehr  für  dergleichen  Spiritnosen  bis
50%  Tralles  4  Schill.  für  1  Imnperialgallon
und  für  jeden  Grad  über  50%  Tralles  1  Puy.
für  das  Imperialgallon  mehr.  Für  versetzte
und  gesüßte  Spirituosen  wird  nach  wie  vor  ein
Zoll  von  4  Schill.  für  das  Imperialgallon  erhoben.


finderung  des  Ausfuhrzolls  auf  Tee  in  Cevion.
Laut  Proklamation  des  Gouverneurs  der
Kolonie  Ceylon  vom  24.  Jannar  1907  soll  der
durch  die  Verordnung  Nr.  4  vom  Jahre  1894
auf  Tee  gelegte  Ausfuhrzoll  von  20  Cent  für
100  Pfund  am  31.  Dezember  1908  außer
Kraft  treten.  (The  Board  of  Trade  Journal.)

Jollbegünstigte  Einfuhr  von  Erzeugnissen  der
-zahnküste.
Eine  Verordnung  der  Französischen  Regierung
vom  16.  Januar  1907  bestimmt:
Artikel  1.  Für  Kaffee  von  der  Zahnküste
wird  die  Menge,  die  unter  den  in  den  Verordnungen
  vom  30.  Juni  1892  und  25.  August
        <pb n="396" />
        W  318  20

1900  angegebenen  Bedingungen  während  des
Jahres  1907  nach  Frankreich  eingeführt  werden
kann,  auf  60  000  kg  festgesetzt.
Artikel  2.  usw.
(Tournal  oflicich  de  la  Republique  Française
om  20.  Jannar  1907.)

Jollbegünstigte  Sinfuhr  von  Etzeugnissen  des
französischen  Kongogeblets.
Eine  auf  Grund  der  Gesetze  vom  11.  Jannar
1892,  Artikel  3,  vom  24.  Februar  1900,  Artikel
  1  und  2,  und  vom  17.  Juli  1900,  Artikel

  1,  unterm  16.  Januar  1907  von  der
Französischen  Regierung  erlassene  Verordnung
lautet:

Artikel  1.  Für  Kaffee  und  Kakao  in  Bohnen
aus  dem  französischen  Kongogebiete  (konventio-=nelles
  Kongobecken)  werden  die  Mengen,  die
während  des  Jahres  1907  unter  den  in  den
Verordnungen  vom  22.  April  1899  und
25.  August  1900  angegebenen  Bedingungen  in

Frankreich  eingeführt  werden  können,  wie  folgt,
festgesetzt:
Kaffee  50  000  kg
Kakao  25  000
Artikel  2.  usw.

Clournal  oflicich  de  la  République  Française
vom  20.  Januar  1907.)

Jolltarli  für  die  unter  der  Verwaltung  der  Uyassagesellschaft
  stehenden  Geblete  in  Oozamblque.
Der  Nyassagesellschaft  ist  durch  Königliche
Verordnung  gestattet,  einen  neuen  Zolltarif  für
die  Einfuhr  von  Waren  in  die  unter  ihrer  Verwaltung
  stehenden  Gebiete  sowie  für  die  Ausfuhr
daraus  vorläufig  in  Kraft  zu  setzen.  Sobald
jedoch  ein  neuer  Zolltarif  für  die  Provinz  Mozambicque
  entworfen  ist,  hat  die  Gesellschaft  einen
endgültigen  Tarifentwurf  in  Ubereinstimmung  mit
jenem  auszuarbeiten  und  zur  Genehmigung  vorzulegen.
  (The  Board  of  Trade  Journul.)

Erschwerung  der  Kusfuhr  von  Waffen  und  Sprengstoffen
  sowie  von  milltärischen  AKusrüstungsgegenständen
  nach  den  Neu-Hebriden.

Laut  Proklamation  des  Generalgonverneurs
des  Australischen  Bundes  vom  28.  November  1906
ist  die  Ausfuhr  von  Waffen  und  Sprengstoffen
sowie  von  Heeres=  und  Marine-Ausrüstungsgegenständen
  nach  den  Neu-Hebriden  verboten,
sofern  nicht  vorher  von  dem  General-Zollkontrolleur
  eine  Erlaubnis  dazu  eingeholt  ist.

(Commonwealth  of  Australin  Guzettc.)

 

Verbrauchsabgabe  von  geistigen  Getränken  in  Dondicherv
  und  Karikal.

Gemäß  einem  von  dem  Generalrate  der
französischen  Besitzungen  in  Vorderindien  in  seiner
Sitzung  vom  14.  Januar  1906  gefaßten  Beschlusse,
  dem  die  französische  Regierung  durch
Verordnung  vom  19.  Februar  1907  zugatmmn
hat,  unterliegen  vom  28.  Februar  d.  Is  ab  in
den  Besitzungen  Pondichery  und  Karikal  Alkohol,
Spirituosen,  Liköre,  Likör=  oder  Kunstweine  europäischer
  Erzeugung  oder  Art,  die  in  der  Kolonie
hergestellt  oder  dort  eingeführt  werden,  einer
Verbrauchsabgabe  von  75  Rupien  für  1  hl  oder
von  6  Fanons  für  11  reinen  Alkohols.

Ebenso  unterliegen  in  den  gedachten  beiden
Besitzungen  Wein  und  gegorene  Getränke  europäischer
  Erzeugung  oder  Art,  die  in  der  Kolonie
hergestellt  oder  dort  eingeführt  werden,  folgenden
Verbrauchsabgaben:

für  1  hl
Rupien
Wein  in  Fässern  .  4
Wein  in  Flaschen  6
Apfelwein  und  Birneumost  4
Bier  in  Fässen  3
Bier  in  Flaschen  4
Weingeisthaltige  Riechmittel,  Weingeistfirnis,
Heilmittel  mit  weingeistiger  Grundlage  sowie

chemische  und  andere,  mittels  denaturierten  Weingeistes
  hergestellte  Erzeugnisse  sind  von  der  Verbrauchsabgabe
  frei.

Für  Weingeist,  Spirituosen,  Liköre,  Likörund
  Kunstweine,  Wein  und  gegorene  Getränke,
mit  Ausnahme  von  Rot=  und  Weißwein  in
Fässern  sowie  von  Bier,  Apfelwein  und  Birnenmost
  in  Fässern,  ist  bis  zu  ihrer  Entnahme  zum
Verbrauch  oder  zur  Wiederausfuhr  die  Einlagerung
  in  öffentlichen  oder  Privatniederlagen
gestattet.

(Tournal  oflicich  de  ln  Républidue  Fruncaisc.)

Jolltarifterung  von  Waren  in  Ueuseeland.

Laut  Verordnung  des  Gouverneurs  vom
3.  August  1906  (Nr.  176)  ist  Himbeersäure,  da
sie  zu  ähnlichen  Zwecken  wie  Tafelessig  gebraucht
werden  kann,  bei  der  Einfuhr  nach  Neuseeland
wie  dieser  mit  6  Pce.  für  das  Gallon  zu  verollen

(rne  Board  of  Trude  Journnl  Nr.  514.  S.  22.)

Jollbefrelung  in  Ueuseeland.
Laut  Verordnung  des  Commissioner  vom
6.  August  1906  (Nr.  817)  sind  eiserne  Ausrüstungsgegenstände
  für  Ortscheite  als  Material
        <pb n="397" />
        319  20

für  Wagen  und  Karren  zu  behandeln  und  demgemäß
  bei  der  Einfuhr  nach  Neuseeland  zgollfrei.
(The  Board  of  Trade  Journal  Nr.  514,  S.  22.)

Solltarifentscheidungen  in  Heuseeland.

Durch  eine  Verordnung  der  Zollverwaltung
(Commissioners  Order  Nr.  819)  vom  4.  September
  1906  sind  folgende  Tarifentscheidungen
erlassen:

Stiefelverlängerung  für  verkürzte

  oder  verunstaltete  Beine,

alschirurgische  Vorrichtungen  frei
Bändselangen  aus  Messing,  als

Messingwaren,  nicht  anderweit

  genan
Bleche  oder  Plateen  aus  Messing

oder  Kupfer,  auf  einer  oder
auf  beiden  Seiten  poliert,
als  Artikel  und  Stoffe,  die
nur  zur  Herstellung  von

Waren  innerhalb  der  Kolonie

geeignet  sind  und  lediglich

dazu  verwendet  werden  frei
Camera  obscura,  als  Artikel,
nicht  anderweit  genannt  frei

Figuren,  Büsten  oder  Gruppen
aus  Porzellan  oder  Parian,
als  Parianwaren.

Gestreiftes  Rockfutter  für  Schneider,
  weniger  als  zur  Hälfte
Seide  enthaltend,  als  Webewaren,
  nicht  aus  Baumwolle
oder  Seide

Filzkissen  zum  Glänzendmachen
von  Schuhzeng,  als  Artikel,
nicht  anderweit  genant  frei

Bedruckte  Etiketten  aus  Leinwand,
  als  fertige  Schreibund
  Papierwaren  .v.  Werte  25  v.  H.

Muster  von  eisernen  Rollen,
als  Metallwaren,  nicht  anderweit
  genannt

Schiffszwieback,  als  Zwieback

Armelfutter  aus  Satin,  karriert,
39  Zoll  und  darüber,  als
Gegenstände  und  Stoffe,  die
nur  zur  Herstellung  von
Waren  in  der  Kolonie  geeignet
  sind  und  lediglich  dazu
verwendet  werden  frei

Baumwollener  Flanell  Gwans
down),  gebleicht  oder  ungebleicht,
  als  Schuhfutter  frei

Weichen  und  Schienenkreuzungen
  für  Straßenbahnen,  als
Schienen  frei

Wetterräder,  als  Blasebälge  frei

v.  Werte  20  v.  H.

v.  Werte  20  v.  H.
Pfund  2  Pre.

v.  Werte  20  v.  H.

v.  Werte  20  v.  H.

 

Durch  eine  Verordnung  der  Zollverwaltung
(Commissioner's  Order  Nr.  820)  vom  3.  Oktober
  1906  sind  folgende  Tarifentscheidungen  entlassen:


Blut-Albumin  und  Ei-Albumin,

als  Lebensmittel,  nicht  anderweit

  genannt  #  v.  Werte  20  v.  H.
Silberne  Hutnadeln,  an  denen

Verzierungen  aus  Grünstein

angebracht  sind,  als  Juwelierwaren

  v.  Werte  20  v.  H.
Antomatische  Büsten,  zur  Schaustellung

  in  Schaufenstern,  als

Galanteriewaren  v.  Werte  20  v.  H.
Flaschenspülmaschinen  für  Milchwirtschaften,

  als  Maschinen

für  Meiereizwecke  auf  Anmeldung

  durch  den  Unternehmer

  frei
Spiralfedern  für  Türen  oder

Gittertore,  als  Kleineisenwarenn
  v.  Werte  20  v.  H.
Glasierte  irdene  Ziegel  für

Wandbekleidung,  als  Töpfer-.
  v.  Werte  20  v.  H.
Biegsames  Röhrenmaterial  aus
Metall,  als  Metallwaren,
nicht  anderweit  genannt  v.  Werte  20  v.  H.
Mit  Ausrüstung  versehene
Kautschukröhren,  als  Metallwaren,
  nicht  anderweit  genannt
  .  ...vWe1te«)0vV
(The  Board  of  Ir  ade  Journal  Nr.  519,  S.  266.)

Oarktlage  für  Birma-Reis.

Die  alte  Reisernte  in  Birma  war  bereits
Ende  Oktober  erschöpft,  nachdem  Assam  und
Bengalen  den  größten  Teil  der  Resternte  zu  sehr
hohen  Preisen  ausgekauft  hatten.  Infolge  der
hohen  Preise  war  der  Export  im  Jahre  1906
größer,  als  er  von  der  Regierung  geschätzt  worden
ist,  nämlich  2247000  Tonnen  gegen  die
Schätzung  von  2  125  000  Tonnen.

Die  neue  Reisernte  gestaltet  sich  sehr  günstig.
Die  Anbaufläche  ist  um  3,8  v.  H.  größer  als  im
Vorjahre.  Das  für  den  Export  von  allen  Häfen
Birmas  verfügbare  Quantum  wird  von  der  Regierung
  auf  2  374  000  Tonnen  geschätzt,  mithin
etwa  125.000  Tonnen  mehr  als  das  im  Jahre  1906
exportierte  Quantum.  Man  hält  jedoch  diese
Schätzung  im  allgemeinen  für  zu  niedrig.

Der  Markt  eröffnete  in  Anbetracht  der
schlechten  Reisernten  in  Japan,  Südchina,  Saigon
und  Indien  und  der  überall  in  Europa  und  im
Osten  stark  reduzierten  Lager  wesentlich  höher
als  im  Vorjahre.
        <pb n="398" />
        G  320  2S

Japan  hat  bereits  bedeutende  Quantitäten
von  Birma-Reis  für  Januar—März-Verschiffung
gekauft  und  sucht  noch  weiteren  Reis  für  spätere
Verschiffung  zu  erhalten.  Alles  deutet  auf  ein
stetiges,  weiteres  Steigen  der  Preise  hin,  und  es
hat  den  Anschein,  als  wenn  selbst  die  abnorm
hohen  Preise  des  letzten  Jahres  noch  übertroffen
werden  sollten.

Von  Europa  hat  bis  jetzt  nur  die  Levante
angefangen,  ihren  Bedarf  für  das  laufende  Jahr
einzukaufen.  Das  übrige  Europa  verhält  sich  abwartend.
  Es  wird  diese  Politik  mit  teuren  Reispreisen
  bezahlen  müssen.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Lalkutta

vom  7.  Februar  1907.)

 

Marktlage  für  Birma-Teakhols.

Die  Preise  für  Teakholz  sind  in  Birma  im
letzten  halben  Jahre  weiter  zurückgegangen,  trotzdem
  eine  gute  Nachfrage  herrschte.  Das  im
letzten  Jahre  exportierte  Quantum  steht  an  Güte
der  Qualität  der  Vorjahre  nicht  nach.  Man
schreibt  den  Preisrückgang  einer  stärkeren  Konkurrenz
  im  Lande  und  einer  größeren  Ausfuhr
von  Teakholz  von  Siam  und  Java  zu.  Letteres
Land  besonders  ist  stark  in  den  Vordergrund
getreten,  doch  glauben  Fachleute  nicht,  daß  es
von  Dauer  sein  wird,  da  die  Java-Qualität  der
Birma-Qualität  nachsteht.

Exportiert  wurden  im  Jahre  1906  28  721
Tonnen  nach  Europa  und  57  785  Tonnen  nach
anderen  Ländern  gegen  30  072  Tonnen  nach
Europa  und  50  126  Tonnen  nach  anderen  Ländern
  im  Vorjahre.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  Ralkutta  vom
Februar  d.  Ju.

Kautschukausfuhr  aus  Dara  und  Manaos  im
Jabre  1906.
Im  Jahre  1906  wurden  die  nachstehenden

Mengen  von  Kautschuk  aus  Para  und  Manaos
ausgeführt:

Nach  den
Sorten  Nach  Europa  V.  St.  v.  A.  Zusammen
ktz  ku  kg
Fine  9  298  310  7  406  171  16  704  481
Entrefine  1253  574  1  785  315  3  038  889
Sernamby  3223  944  5  469  419  8  693  363
Caucho  4799  623  1  531  399  6331  022

Der  Vorrat  betrug  n  Para  am  31.  Dezember
  1906:  500  000  k

(Informations  et  ——  de  Poffice
national  du  Commercc  cxtcricur.)

 

Die  Raffee-Weiternte  des  Jahres  1905/06.
Die  Kaffee-Weltproduktion  des  Jahres  1905
und  1906  wird  auf  900  000  Tonnen  geschätzt,
welche  sich  auf  folgende  Staaten  verteilen:
Progent  der

Land  Menge:  Gesamt-Tonnen
  produktion
Brasilien  690  000  76,66
Venezuela  30  000  3,33
Kolumbien  30  000  3,33
Gnatemala  30  000  3,33
San  Salvador  30000  3,33
Haiti  24  000  2,66
Mexiko  .  18  000  2,00
Niederländische  Kolonien  .  15  000  1,66
Portorico  .  12  000  1,33
Costa  Rica  12  000  1,33
Nicaragua  ..  .60000,66
MattiniqucuGuadeloupe3000033

(„Monthly  Bulletin  of  the  Internalional  Burcau

ol  the  Amerienn  Republics.“  Nach  dem  Österreichischen

  Wirtschaftspolitischen  Archiv  lvormals
„Austria“!.)

Goldausbeute  der  Bergwerke  des  Wlitwatersrand
1906.

Die  Zunahme  der  Goldausbeute  im  Jahre
1906  beläuft  sich  bei  den  Goldbergwerken  des
Witwatersrand  im  Vergleich  zu  der  Ausbeute
des  vorhergehenden  Jahres  auf  nicht  weniger
als  28%.  Diese  Steigerung  ist,  wie  in  südafrikanischen
  Blättern  ausgeführt  wird,  nicht  etwa
die  Folge  der  Verarbeitung  goldreicherer  Konglomerate,
  sondern  sie  ist  lediglich  auf  die  Verarbeitung
  größerer  Mengen  von  Erz  zurückzuführen.
Als  Faktoren,  die  es  ermöglicht  haben,  eine  derartige
  Steigerung  in  der  Menge  des  ausgearbeiteten
  Gesteins  herbeizuführen,  werden  angeführt
  einmal  eine  starke  VBermehrung  der  Pochstempel,
  ferner  die  Errichtung  von  etwa  60  neuen
Tube  Mills  (Trommelmühlen,  d.  s.  Maschinen,
durch  die  das  von  den  Pochstempeln  zu  einer
Art  Sand  verarbeitete  Erz  zu  einem  ganz  feinen
Pulver  zermahlen  wird,  und  schließlich  eine  erhebliche
  Erhöhung  der  Wirksamkeit  der  Chinesenarbeit.


Die  Anzahl  der  Pochstempel  hat  sich  von
Beginn  des  Jahres  1906  an  von  6930  auf
8070  erhöht.

Zwei  große  Bergwerke,  die  Cason  Mine  und
die  Luipaardspvlei  Mine,  haben  erst  im  Laufe
des  verflossenen  Jahres  begonnen,  Gold  zu  produzieren.
  Sie  allein  erzeugen  zusammen  eine
Goldmenge  im  Werte  von  nahe  an  100  000  à.
im  Monat.  Ihren  Betrieb  wieder  eröffnet  hat
im  Jahre  1906  die  Wolhuter  Mine  mit  einer
        <pb n="399" />
        CE  321  20

wurchschnituchen  Monatsausbeute  im  Werte  von
über  20  000  L.  Aber  auch  von  der  durch  die
Betriebsaufnahme  der  genannten  drei  Minen
herbeigeführten  Steigerung  der  Goldausbeute  abgesehen,
  ist  eine  erhebliche  Erhöhung  der  Bergwerkserträge
  zu  verzeichnen.

Von  den  übrigen  63  Goldbergwerken  des
Randes  weisen  45  Bergwerke  eine  Erhöhung
ihrer  Ausbeute  auf;  nur  17  Bergwerke  sind  in
ihrer  Ausbeute  zurückgegangen.  Ein  ungefähres
Bild  von  der  Steigerung  der  Erträge  der  Randbergwerke
  gibt  die  nachfolgende,  der  Wochenschrift
„The  South  African  Mines“  vom  19.  Jannar  1907
entnommene  Tabelle,  welche  die  Ausbente  der
einzelnen  Bergwerke  in  den  Monaten  Januar
und  Dezember  1906  einander  gegenüberstellt.
Die  Tabelle  läßt  zugleich  erkennen,  mit  wie
vielen  Pochstempeln  die  Bergwerke  in  den  beiden
Monaten  gearbeitet  haben.

 

 

 

Jannar  Dezember
Gesellschaften  Poch,  Aus  Poch  Aus
stempel  bente  stempel  beute
#  S

Angelo  105  35  103  175  56  801
Bonanza  ......  551979935  9526
Cason  ..—  220  77776
City  and  Suourban  .  160  41  320  160  40  D918
Champ  d'e  45  9256  50  12  981
Coafohnten  Langlaagte  120  22  934  110  28  685
Consol.  Main  Neef  .120  26  514  120  28238
Crown.  Der“  .  ..200486972005107-l
LiownRec....1204s42012()45689
Driesontein  160  32  287  165  31  900
Durban-  Noodepon  80  20  652  80  19  98
D  Furbam-Roodeport  D  eep  60  16  133  60  17556
Ferreira  ...  120  53  887  120  54312
Ferreira  Deev  120  51  355  120  57217
Freuch  Randd  115  23872  120  27874
Geldenhuis  Deep  200  40  867  200  01  857
Geldenhuis  E  Estate  120  32954  120  28778
Ginsberg.  z§60  12  153  60  10  0#80
Glencairn  100  17373  135  20  007
Glen  Deev  100  23  826  100  31336
Jubilee  50  7693  50  7149
Jumpers  90  20427  80  22998
Jumpers  Deep  100  25775  100  29  364
Auights  Deep  100  32  181  150  48  734
Lancaster  100  17161  100  21  018
Lancaster  #  West  40  10  577  40  11  363
Langlaagte  Deep  120  29  573  170  12677
Langlaagte  Estate  180  32  910  195  42812
Muipaardsvlei  Estare  ..  —  60  20  101
May  Consolidatte  100  25  110  100  21819
8  eyer  and  Charlton#  70  19782  70  213811
New  omet.  .  .  .  .  115  23915  155  32826
Rew  Goch  i186  21  613  120  31377
New  Herioc  v0  16222  70  15317
New  Kleinfontein  200  40  302  200  55  874
New  Modderfontein  .  .  60  15873  100  28099
New  Primrose  .  120  30  117  125  32006
New  Nietfontein  60  20  831  120  38  166
New  Uni  60  10  874  60  10623
North  8  100  26  463  90  236  416
Neurse  Mine  1390  43  726  180  54  396
ri  20  4001  20  2  425

on  k
Porges  Randfontein  100  20  4509  100  27211

 

Januar  Dezember
Gesellschaften  Poch  ·  Aus-  Poch-  Alus  ·
stempel  beute  stempel  beme
Princeß  Estate  10  12190  50  156695
Robinson  210  81  391  210  85  217
Robinson  Central  Deer  100  40  009  100  47  388
Robinson  Decep  200  55  359  300  85  978
Robinson  Randfontein  .  100  22  708  100  24  692
Roodepoort  Central  Deep  50  12  824  50  12688
Roodepoort  u.  M.  KW.  64  5  16  990  110  23  713
Rose  Deep  ...  200  37  508  200  42  668
——n.  .  50  7875  50  7  514
eimmer  and  Jack  320  83277  320  104  741
Simmer  and  Jack  East.  100  23549  250  18  050
South  Nandfontein  100  25  155  100  24221
Treafuryn  60  10859  60  12149
Van  Ryn  ·  .  160'34!36916041951
Village  Deep  .  120  27211  160  36  182
Village  Main  Reef  160  40  515  220  47  436
Vogelstrnis  Estate  15  10  003  55  12442
West  Rand  Cemrall  20  14153  20  3  419
Windsor  .  50  5752  50  59055
*  zitwatersrand  195  38918  220  45  421
Witwatersrand  D  Deep  190  43  607  210  51  457
Wolhuter  120  25  966

 

(Bericht  des  Loliserl.  Konsulats  in  Jobanesbria

Kbhürzung  des  Eisenbahnwegs  zwischen  Johannes---burg,
  den  [O#lddelburg-Kohlenfeldern  und  der  delagoo-Baoy.


Die  neuc  in  der  Transvaalkolonie  erbaute
Bahn,  die  von  dem  kleinen  Orte  Springs  im
Osten  von  Johannesburg  in  der  Richtung  Ost-Nordost
  geht  und  die  Bahnlinie  Pretoria—Lourenco
  Marques  bei  dem  Orte  Witbank  erreicht,
ist  für  die  Goldfelder  des  Witwatersrand  von
erheblicher  Bedeutung.

Witbank  ist  in  den  Middelburg-Kohlenfeldern
gelegen  und  war  schon  seit  geraumer  Zeit  der
wichtigste  Platz  für  die  Versorgung  der  Witwatersrand-Goldfelder
  mit  Kohlen.  Die  Kohlenzüge
  mußten  seither  den  Umweg  über  Pretoria
nehmen,  was  ebenso  zeitraubend  wie  kostspielig
war.  Durch  die  neue  Bahn  ist  eine  direkte
Verbindung  zwischen  den  Kohlenfeldern  und  den
Goldfeldern  geschaffen  worden.

Die  Bahn  ist  68  englische  Meilen  lang;  die
Schienen  haben  ein  Gewicht  von  80  Pfund  pro
Yard,  so  daß  sehr  schwere  Lokomotiven  und
Wagen  benutzt  werden  können.  Die  Spurweite
ist  die  normale  südafrikanische  von  3  Fuß  6  Zoll.
Es  sind  keine  scharfen  Kurven  und  erheblichen
Steigungen  vorhanden.

Da  die  Bahn,  die  über  Pretoria  nach  Johaunesburg
  führt,  sowohl  in  bezug  auf  Kurven
als  auf  Steigungen  weit  ungünstigere  Verhältnisse
hat  und  die  neue  Bahn  außerdem  etwa  30
Meilen  kürzer  ist,  so  darf  erwartet  werden,  daß
die  Frachten  auf  Kohlen  erheblich  herabgesetzt
werden  können.
        <pb n="400" />
        W  322  20

Die  Bedeutung  dieser  Bahn  liegt  aber  auch
darin,  daß  damit  die  Delagva-Bay  dem  größten
südafrikanischen  Markte,  nämlich  den  Goldfeldern,
nicht  unbedentend  näher  gerückt  ist;  ein  Umstand,
der  für  die  englischen  Küstenkolonien,  die  Kapkolonie
  und  Natal,  ins  Gewicht  fällt,  da  sie  schon
ohnehin  über  den  großen  und  fortgesetzt  steigenden
Anteil  der  Delagoa-Bay  am  Durchfuhrverkehr
nach  dem  Transvaal  im  höchsten  Grade  beunruhigt
  sind.  Allerdings  verbieten  es  zur  Zeit
die  bestehenden  interkolonialen  Abmachungen,  die
Bahnfrachtsätze  im  Durchfuhrverkehr  ohne  Einwilligung
  aller  Beteiligten  herabzusetzen,  und  die
kürzere  und  billigere  Bahnverbindung  wird  daher
den  Konsumenten  auf  den  Goldfeldern  vorerst
noch  nicht  zugute  kommen.

Natürlich  wird  der  Passagierverkehr  von  Johannesburg
  nach  der  Delagoa-Bay  künftig  über
die  neue  Verbindungsbahn  geleitet  werden,  wodurch
  sich  eine  Zeitersparnis  von  2½  Stunden
ergeben  wird.  Die  Dauer  der  Fahrt  von  Johannesburg
  nach  Lourenco  Marques  wird  sich
dann  auf  17  Stunden  erniedrigen.

 

Fortschritte  des  Eisenbahnbaues  in  Dortuglesisch
Westafrika.

Der  Verwaltungsrat  der  Benguella-Eisenbahngesellschaft
  hat  der  Ende  vorigen  Jahres  in
Lissabon  stattgehabten  Generalversammlung  einen
Bericht  für  das  Jahr  1905  vorgelegt,  dem
folgendes  zu  entnehmen  ist:

Die  englische  Firma  Griffiths  &amp;amp;  Co.,  welcher
im  April  1905  vertragsmäßig  der  Bau  der
Eisenbahn  zwischen  Lobito  und  Monte  Sahoa
und  die  Ausarbeitung  der  Trace  bis  zum
„Planalto“  übertragen  worden  war,  hat  ihre
Aufgabe  zur  Zufriedenheit  gelöst,  soweit  dies  die
Arbeiterverhältnisse  und  die  unerwarteten  Terrainschwicrigkeiten
  bei  Leugue  erlaubt  haben.  Die
letzteren  Schwierigkeiten  sind  in  Verbindung  mit
Wassermangel  und  ungesundem  Klima  als  die
größten  anzusehen,  die  auf  der  ganzen  Bahnstrecke
  zu  überwinden  sein  werden.

Um  einen  Tunneldurchstich  zu  vermeiden,
der  im  ursprünglichen  Projekt  vorgesehen  war,  ist
mit  Genehmigung  der  Regierung  eine  Variante
gewählt  worden,  die  überdies  eine  Verkürzung
der  Strecke  um  1968  m  in  sich  begreift.  Um
diese  Variante  zur  Ausführung  zu  bringen,  war
es  nötig,  ein  Stück  in  der  Länge  von  2120  m
als  Zahnradbahn  zu  bauen  mit  einer  Steigung
von  6%%.

An  der  60  km  langen  Strecke  Lobito-Sahoa
fehlen  gegenwärtig  nur  kleinere  Arbeiten,  wie
z.  B.  die  Wachthäuser.

Im  Hafen  von  Lobito  ist  eine  provisorische
Landungsbrücke  fertiggestellt,  an  der  große  Dampfer

 

anlegen  können;  denn  die  Tiefe  bei  Ebbe  beträgt
zwischen  13,20  m  und  14,85  m.  Der  Hafen
wird  bereits  regelmäßig  von  den  Woermann-Dampfern
  und  den  Dampfern  der  portugiesischen
Empreza  Nacional  angelaufen.  Um  dem  Wassermangel
  abzuhelfen,  ist  eine  Wasserleitung  von
Eisenröhren  in  der  Länge  von  14  km  vom  Catumbella-Fluß
  nach  Lobito  gebaut  worden  mit
Behältern  von  22  chm.  An  fahrendem  Material
sind  vorhanden:  6  Lokomotiven,  4  Wagen  für
Passagiere,  90  Güterwagen,  2  Zisternenwagen.
In  Betrieb  sind  die  Strecken  Lobito—Catumbella,
11  km,  und  Catumbella—  Benguella,  24  km.
Der  Genehmigung  der  Regierung  unterliegen
gegenwärtig  die  Pläue  für  die  Strecke  von  Monte
Sahoa  nach  Caconda  (etwa  200  km).

Der  Bericht  bemerkt  ferner,  daß  die  mit
Eifer  und  großen  Kosten  (800  000  Fr.)  gemachten
Nachforschungen  nach  Erzen  usw.  bisher  fruchtlos
geblieben  sind.

Durch  Buren,  die  dort  das  Gewerbe  als
„  transportdrivers“  betreiben,  beabsichtigt  die
Gesellschaft  von  Benguella  nach  Katanga  einen
Transportdienst  durch  Ochsenwagen  einzurichten,
um  nach  dem  Kongo  hin  eine  mehr  oder  weniger
regelmäßige  Verbindung  zu  haben,  bis  die  Bahn
dahin  gehen  wird.

Mit  der  englischen  Firma  Griffiths  &amp;amp;  Co.
ist  zum  Zweck  der  Fertigstellung  der  Eisenbahn
bis  zum  km  320  ein  Vertrag  abgeschlossen
worden.  Der  Preis  ist  aber  nicht  nach  km  berechnet
  worden,  sondern  nach  den  Einheiten  der
verschiedenen  auszuführenden  Arbeiten.  Die  Ausführung
  dieser  Arbeiten  hat  bereits  angefangen,
und  1500  Tounen  Material  sind  bereits  aus
England  eingetroffen.

Das  Aktienkapital  der  Benguella-Eisenbahngesellschaft
  beträgt  statutengemäß  2  000  000  L.
Davon  sind  zunächst  1  000  000  K  ausgegeben
worden.  Der  zehnte  Teil  dieser  Aktien  gehört
nach  den  Konzessionsbedingungen  (ohne  pekuniäre
Gegenleistung)  der  portugiesischen  Regierung;
11  075  Stück  hat  Herr  Robert  Williams,  785  375
die  Tanganyka-Konzessions  Ltd.,  3750  Stück
haben  die  Berwaltungsräte  usw.  gezeichnet.  Die
Generalversammlung  hat  nunmehr  die  Ausgabe
der  zweiten  Hälfte  des  Kapitals  beschlossen,
wovon  wiederum  ein  Zehntel  der  portugiesischen
Regierung  überlassen  werden  muß.

Da  die  ersten  60  km  1947  Contos  de  Reis,
d.  h.  pro  km  ungefähr  32½  Contos  de  Reis
—  104  400  Mark  gekostet  haben,  und  die  weitere
Strecke  bis  zu  km  300,  d.  h.  bis  die  Hochebene
erreicht  sein  wird,  dieselben  Schwierigkeiten  bieten
wird,  so  wird  die  zweite  Hälfte  des  Aktienkapitals
allerhöchstens  bis  zum  km  200  ausreichen.  Es
bleiben  dann  noch  1300  km  zu  bauen.
        <pb n="401" />
        W  323  20

Verschiedene  Mitteilungen.

Der  Großher  zog  von  Sachsen  und  die  Baumwollfrage
  in  den  siolonien.

In  einem  Schreiben  des  Kabinettssekretariats
des  Großherzogs  von  Sachsen  an  das  Kolonial=Wirtschaftliche
  Komitee  bekundet  der  Großherzog
seine  Genugtnuung  und  sein  lebhaftes  Interesse
darüber,  „wie  unermüdlich  das  Komitee  nach
jeder  Richtung  hin  für  die  Hebung  der  Baumwollkultur
  in  unseren  Kolonien  tätig  ist.“  Der
Großherzog  hofft,  daß  dem  Komitee  „bei  seiner
bewährten  Leitung  auch  künftig  die  verdienten
Erfolge  nicht  versagt  bleiben  werden,  und  begleitet
  die  Tätigkeit  des  Komitees  auch  für  die
Zukunft  mit  den  besten  Wünschen.“

Verkehr  deutscher  Schiffe  in  ausländischen  Häfen
während  des  Jahres  1906.

 

 

 

Eingang  Ausgang
!Raum-  dar-  dar-Häfen
  Zahlgehalt!  unter  BZahl  #unter
der  Re-  E  hiffe  der  in
gister=  in  La-Schiffel
  t  tons  Ladung  slan
Moß  7  3029  5  7  #
Odensee  181  17  *7½%  184  174  15
Struer  2  2  2  —
Lemvig  il  4  4
Svanete  7  276  7  7
Allinge  1  53  1  1  —
Nerö  23  987  21  23  3
Belfast  6  16202  1  6  —
Bristol  46  30  962  46  46  18.
Gloucester  15  13  437  15  15
—  31  11301  28  35  15
der  .  3  415.  3  3  1
urntisland  228  169  0922s  4  228  227
Lowestoft  7.  290641  3  7  1
Monrose  1  544  4  4.  —
Newporr  90  100  369  22  90  84.
Stornowan  .  20  5570  6  20  3
Delfzul  34  24318.  31  32
Brüssel  1!  58.  1!  1  1
Mahon  (Bale-  -
tuan  1  538  1  1.—
Kandia  (Krein).  2  2416  2  22
Beihom  o  1  790  1  1  1
.  2  3279  2  2  2
e  1460  252  992  160
Soerabafa  63  157  376.  59  64  60
Victoria  (Bri-  #
tischColumbien)  11  26022  ;  11  38
Grimto  (Nica-  :  4
ragua  .  12  113869  42  142  12
Anhin  (Neu-  «
seeland).  3  3856  1  3  3

 

(Nach  den  Schiffslisten  der  Kaiserlichen  Ronsulate.)

Nicht  nachgewiesen.

 

Citeratur.

erschienene  deutsche

karten.

Nr.  290:  Biafra-Bucht.  1
Mk.  2,80.

Nr.  335:  Kamerun-Küste  von  Rio  del  Rey  bis

Kap  Nachtigal.  1:  100  000.  Preis  Mk.  2,80.

Neu  Admiralitäts=:

  750  000.  Preis

Handbuch  der  Tropenkrankheiten,  unter
Mitwirkung  von  Prof.  Dr.  A.  Baelz-Tokio,
Prof.  Dr.  P.  W.  Bassett-Smith-Haslar,  Dr.
P.  van  Brero-Lawang,  Dr.  C.  L.  van  der
Burg-Utrecht,  Prof.  Dr.  A.  Calmette-Lille,
Dr.  J.  Carroll-Washington,  Sanitätsrat  Dr.
A.  Eysell-Kassel,  Privatdozent  Dr.  P.  Krause-Breslau,
  Dr.  W.  B.  Leishman-London,  Prof.
Dr.  A.  Looß-Kairo,  Privatdozent  Dr.  Max
Lühe-Königsberg,  Dr.  W.  G.  Mac  Callum-Baltimore,
  Hofrat  Dr.  L.  Martin-Dießen,
Prof.  Dr.  K.  Miura-Tokio,  Privatdozent  Dr.
A.  Plehn-Berlin,  Dr.  R.  Pöch-Wien,  Prof.
Dr.  F.  Rho-Neapel,  Marineoberstabsarzt  Prof.
Dr.  R.  Ruge-Kiel,  Prof.  Dr.  Th.  Rumpf-Bonn
  a.  Rh.,  Marinestabsarzt  a.  D.  Dr.  L.
Sander-Berlin,  Dr.  A.  van  der  Scheer-Haag,
  Dr.  K.  Schilling-Berlin,  Prof.  Dr.  G.
Sticker-Gießen,  Marineoberstabsarzt  Dr.  H.
Ziemann-Kamerun  herausgegeben  von  Dr.
Carl  Mense,  Kassel.  In  3  Bänden  gr.  80.

Mit  dem  Erscheinen  des  dritten  Bandes  ist
das  gewaltige,  besonders  in  den  letzten  Jahren
erforschte  Gebiet  der  Tropenkrankheiten  bis  auf  den
heutigen  Stand  der  wissenschaftlichen  Forschung  in
erschöpfendster  und  dabei  doch  übersichtlicher  Weise

im  Sinne  der  beiden  ersten  Bände  fortgeführt

und  damit  vorläufig  zu  einem  gewissen  Abschluß

gelangt.  In  diesem  dritten  Bande  sind  die  tropischen
  Protozoenkrankheiten  behandelt,  unter  denen
die  Arbeiten  über  Amvebenruhr  von  Marincoberstabsarzt
  Prof.  Dr.  Ruge-Kiel,  über  Malaria  und

Schwarzwasserfieber  von  Marincoberstabsarzt  Dr.

Ziemann  in  Kamernn,  über  die  tropischen  und

subtropischen  Viehseuchen  von  Marinestabsarzt  a.  D.

Dr.  Sander  und  Schlachthofdirektor,  Oberveterinär

  a.  D.  Dr.  Hennig  und  über  die  afrikanische

Schlafkrankheit  von  Dr.  C.  Mense,  Kassel,  im

Vordergrunde  des  Interesses  stehen.  Eine  genane

Übersicht  über  die  bisher  bekannten,  im  Blute

schmarotzenden  Protozoen  und  ihre  nächsten  Verwandten

  gibt  Privatdozent  Dr.  Mar  Lühe  in

Königsberg,  die  tropischen  Leberkrankheiten  behandelt

  Dr.  Mac  Callum,  Baltimore,  die  Käla

Azar  Dr.  W.  B.  Leishmann,  London,  das  Rückfallfieber

  Dr.  K.  Schilling,  Berlin,  die  Psittacosis
        <pb n="402" />
        G  324  20

Dr.  Filippo  Rho,  Venedig.  Zum  Schluß  bespricht  Citeratur-Verzeichnis.
Dr.  C.  Mense  einige  wenig  bekannte  Krankheiten  (Alle  eingegangenen  Bucher  werden  In  diesem  Teile  ausgctühct.  Besondere
(Onyalai,  Kafindo,  Akatama,  Boo-Hoo-Fieber).  Besprechung.  ke  diesleingem  Ermessen.  zacienhung  der  eingegangenen

Wi  :  d  frül  Bä  d  t  ch  ucher  findet  unter  keinen  Umständen  Katt.
1  .
unlenspusplenanen«mge"au)mchlaroosonåmt  üconomiquctsbcommorcinl

diesem  die  klaren  Abbildungen  sehr  zum  Verständnis  (Aission  du  AMinislore  du  commercc)  par  Albert
der  mannigfach  komplizierten  Vorgänge  bei.  Salmon.  Edmond  Charleville.  Berger-Levraulkps
&amp;amp;  Ciec.,  Editeurs,  Daris.—  5  seiht  des  hBenus-  Arts.

75  1906.  PDrix  de  vente:  Pr.

 

Verkehrs-Nachrichten.

Am  7.  März  d.  Is.  ist  in  Jaunde  in  Kamerun  eine  Reichs-Telegraphenanstalt  für  den
internationalen  Verkehr  eröffnet  worden.

Die  Worttaxe  für  Telegramme  nach  Jaunde  ist  dieselbe  wie  für  Duala.  Sie  beträgt  zur
Zeit  5  Mk.  30  Pf.

In  Brackwasser  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  1.  Januar  1907  eine  Postanstalt  eingerichtet
  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen
  Briefsendungen  sowie  auf  den  Postanweisungsdienst  im  Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets
  und  mit  Deutschland  erstreckt.

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  Arill  1907.

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  yriese  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  25.  April  Friedrich-  Wilbelus-(deuische
  Schiffe)  hafen  38  Tage
"  ,  Simpsonhafen  Tage.  23.  April  3.  Mai
1  beutsch-Neugulnea.  Brindisi  7.  April  5.  Mai  Simpsonhafen  38  Tage  abde
(engl.  Schiffe)  -  Friedrich  „Milhelms.
1  fen  41  Tage
2.  Genua  29.  April  Mombasa  O  21  Tage
2  beutsch-Ostafriha.  (beussche  Schift  -  In  2.  April
5  Dutoba.  Muanfa  undd  Reapel  15.  April  Mombasa  O  16  Tage  107  abds.

ape
««««««««  (deutsche  Schiffe)
e  basa  Wei  te  ..  .  .  ..-.  .  —
bec  kdcknnq  mlltl  dlxikau  aslidTI  Marseille  10.  jedes  Monats  Mombasa  O  17  Tage  B.  jed.  Mts.  9/0  abds.

2  von  de  Ena  Brindisi  14.  April  Mombasa  O  18  Tage2.  April  10  abds.
mungsorten.  (engl.  Schiffe)
b)  nach  Tan  *ie  Neapel  15.  April  13.  Mii  Tanga  17  Tage  97  Avri
Etle  t  boulckesa  181%  eir
Moschi,  Mubesa,  Pangani.  Genua  29.  April  Tanga  24  Tage
Wugiri  und  Wilhelmstal)  (deutsche  Schiffe)
Neapel  15.  April  Daressalam  17  Tage  ·
(deutsche  Schiffe)  p  |  13.  27.  April
Genua  29.  April  Daressalam  23  Tage  10  abds.
(deutsche  Schiffe)
1  ·
UnmäDmschOnaNm  Marseille  10.  jedes  Monats  JZanzibar  18  Tage  8.  jed.  Mts.  10  abds.
(ausschl.  der  unter  a  und  v  ib
Vdenannten  Postorte)  (Lan  Zanfiboe  ibar  ummmitelbar.
Daressalam  W  ouverne-=mentsdampfer
  in  6  Sennd.)
7  Brin  14.  April  Zanzibar  20  Tage  12.  April  10&amp;amp;  abds.

(engl.  ltn  nach  Daressalam  weliter
mit  nächster  Gelegenheit

 

Jap  38  Tage
Saipan  42  Tage  9.  April  105  abds.
Ponape  50  Tage

Neapel  11.  April
(demsche  Schiffe

 

—.

 

3.  den  Karolinen,  Palau=  Ponape  55  Tage  I  4
Inseln,  Marianen.  Reapel  9.  Juni  Saipan  66  Tage  7.  Juni  103  abds.
Cengl.  Schlife)  Jap  70  Tage
Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan

geleitet;  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.
        <pb n="403" />
        G  325

·

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

Nach  vom  Ein-  l  ·  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  überfahrt  abgesandt  werden  am:
s  Southampton  13.  20.  April  Swakopmund  22  bis  12.  19.  April  3.  Mai

4.  beutsch-Südwestafriha.  4.  Mai  25  Tage  12  abds.

*  Hach  Fhabte,  Gotteo,  i0amburg  .  13.  27.  Avrll  Swatopmund  22  bis  5.  12.  20.  April
#atein.  Haris,  dohe  warte  25  Tage  7½  abds.

Kins  zrer,  e  .  Küb  Antwerpen  18.  April  Swakopmund  20  Tage17.  April  1255  ums.
Hesehar  Ltal,  7  (deutsche  Wuii
l  wi  tsimbingwe.
  Le  ngo.  logne  19.  April  Swakopmund  19  Tage18.  April  125%  ums.
Outjo,  Owikok  „Rebo
Seeis,  Sbepmend  *izst  %
Mtr  Waldau,  Waterberg.  Southampton  6.  27.  April  Swakopmund  26  und  5.  26.  April
-  Tage  112  oms.
Southampton  6.  13.  20.  April  #berucht  u.  27  Tg.]  5.  12.  19.  April
ms.
Antwerpen  18.  April  Lüderitzbucht  22  Tage.  April  125s  ums.
teuihe  Schiffe)

b)  nach  Lüderitzbucht,  Kubub,  i  Lüderi  L.  April  1255  .

am  has  M  hbafhwk  MU·  manche  åchlfschl  19.  April  üderitzbucht  21  Tage  April  1255  ums
*  Southampton  17.  April  Mapstadt  17  Tage  16.  April  11  3/  oms.
«  drtwcstckmlt

—  n.  Lũde  entni

Hamburg  6.  18.  27.  April  Lüderitzbucht  2  5  5.  12.  Aprit  3.  Maie

1  4.  Mai  5  26  7½a
5  hech  aharm.  Southampton,  13.27.  April  11.  Mai  tapstadt  17  ½  age  12.  20.  o%%  10.  Mai

von  dort  weiter  auf  dem  112  ums.

*  ·  Landwege  über  Steinkopf

4  nach  Uromas  Southampton,  jeden  Sonnabend  Kapstadt  17  Tage  Freitag  118  oms.

von  dort  welter  mit  der
r  Eilsenbahn  bis  Upington
und  dann  durch  Botenost

nach  Ukamas

5.  Kamerun.  Hambur  10.  24.  jed.  Mts.Viktori  22  Te  .

a)  nach  Bamenda,  Banjo.  Bi-  6  jed  s  Altoria  10.2  -  B  kes.  Mus.  Roms.)
bundl,  Bipindihof,  Bonäberi,  Kribi  20  Tage  23.  jed.  Mts.  712  vms.
Buea,  Campo,  Duala,  Ebol-  .  .  .  .
wog,  Edea,  ndo  Bouloguen  11.  jedes  MonatsWiktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  12  5°  nachm.
dn  w  Tunde  dohann  Mer  Duala  18  Tage

*  deneio  r  deutsh  Saisd  Kribi  10  Tage
lo  oͤn,  Bittoria  Liverpool  20.  Ap  Duala  23  Tage  18.  April  10  abds.
Liverpool  6.  nt  4.  Mai  Viktoria  25  Tage  4.  April  2.  Mai
„  Duala  26  Tage  10½  abos.
br  nach  Zio  del  Rey  Hamburg  24.  jedes  Monats  Nio  del  Ney  82—33  Tage  2  jed.  Mts.  7½  abds.
Liverpool  6.  April  Rio  del  Rey  23  Tage  4.  Mai  105  abds.
J,)  nach  dem  Tschadsee=  GebletLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Ta  jeden  Donnerstag
(Garua,  Kusserh)  von-  vert  etwee  der  107  abds.
4  nach  Osstoma  Liverpool  jeden  Sonnabend  C  ##er  19  jeden  Donnerstag
von  vort  weiter  über  Obokum  107  abds.
Mai  Pcm  Ollsdiuge  nd  Set  fu)  ####
«  Antwerpen  18.  April  9.  Mai  ata  —  7.  Apri  ai
/  nach  Molund  p  p  von  da  dielle-  —*  W  t  12#  nachm
Bordeaur  25.  jedes  Monats  kahm  mi  z  au  23.  jed.  M-  10“  abds.

Dlah  bis  en

 

—

6.  Marshall-Inseln.  Neapel  11.  29.  April  Jaluit  58  Tage  9.  27.  April  10  5  abds.
(deutsche  Schiffe)

—  —  —

 

Klautschon.

 

r  9

*)i1  sehit.,
Marseille

(kranz.  Schiffe)
hiverpol

11.  25.  April
jeden  Sonntag
11.  28.  April

5.  April  3.  Mai

 

Tsingtau  32  Tage
Tsingtau  33—.36  Tage
Tsingtau  36  Tage

Tsingtau  31  Tage

9.  23.  April  10  3  abds.
jeden  Freitag  10  5  abds.
12.  26.  April
10½  abds

 

4.  April  2.  Mai  8½  ome.
        <pb n="404" />
        W  326  2e.C

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Vriefe  müssen  aus.
Nach  vom  Ein-  »  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Überfahrt.  abgesandt  werden  am:
Neapel  14.  April  Apia  54  Tage  A
8.  Samoa  (ua,.  *-  12.  18.  April  11*  vms.
·  J  21.  April  Apia  50  Tage-  .
Gi  Schiffe)
Hamburg  17.  27.  fer  Mts.  Lome  22,  16,  19  Tage  16.  26.  30.  April
2.  April  1.  Mai  717  abds.
Nordenham  4.  April  Lome  17  Tage  3.  April  112  abds.
3.  Mai  Lome  17  Tage  2.  Mai  956  abds.
Hamburg  10.  jedes  MonatsLome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  9°  oms.
Voulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1255  ms.
(deutsche  Schiffe)
Notterdam  21.  jedes  MonatsLome  18  Tage  20.  jed.  Mts.  9#  abds.
9.  Cogo.  (deutsche  Schiffe)  I  6  T
1  Marseille  12.  jedes  Monats  Coton  nou  19  Ta  10.  jed.  Mts.  10¼  abds.
on  da  ab  zaiurc
1  Bordeaur  25.  jedes  Monats  Erenan  14  Tage  23.  jed.  Mis.  107  abds.
von  da  ab  #nnde  lindun
sLiverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  15  Tage  Donnerstag  9358  abds.
von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tage
7  Hamburg  21.  jedes  Monats  Lome  20  Tage  23.  jed.  Mis.  71  abd.

)  Den  durch  f  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

Von  «  Landungs-  Die  Post  ist  fänig.  Von  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
hafen  in  Berlin  am  hafen  in  Berlin  am
Marseille.  4.  April  2.  Mai  den  Karolinen
beutsch-Reugumen,  Nepel.#  9  Vrril.  Mals  aianennINeel  ..  23*.  Mai
p  p
—  Marshall-Inseln  N
Neapel.....3:30".ApI-il  Neapel....’1()«.24".Apk,ss»y)kaj
.  GcsI1m----20-April  Brindisi  6.  20.  April  4.  Mai
beutsch-Ostafritg,  Haindis  6.  Ipril  1.  Mai  Marseille  1.  18.  April  2.  Mai
Marseille.  16.  jed.  Mts.  8m  #15.  April  üb.  Vancouv.
ymouth,
deutsch-Südwestafriha  ,  mamschou««vornimmt-tolll4.9«.14.18.
Antwerpen.  28“.  April  ⅜.  Le  Havre  oder  25.  April  2.  Mai
nördl.  Teil  d.  Schutgeb.  Hamburg  L4.  24.  April  Queenstown.=  1
1!  Southampton  13.7  21.  April  5.  Mai  Landweg  über
ñ  Southampton  7.  21.  April  5.  Mai  Sibirien  Diens  i
südl.  Tell  des  Schutgeb.  poanthuen“  21“7.  Ipuil  Sihbirien  jed.  Dienstag  u.  Freit.
samoa  Queenstown-.
Lamburg  7..  12“.  13.  Arri.“J++  od.  Plymouth  unbestimmt.
Kamer  Southampton  0“  .  April  41½  Mai  Cogo  Southampton  330*.  April  44  Mai
Plymouth  ..  14.  28.  Apr  99  Hamburg  7*.  127.  135.  22.  Apr.

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedentet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)
.  M.  S.  „Bussard"“  Lourenco  11/2.  —  17/2.  Kapstadt.
M.  S.  „Condor“  Numea  12  2.—  21/2.  Melbourne  6.3.  —  9  3.  Sydney.
S.  M.  S.  „Planet"  Manila  12,2.—  17/2.  Hongkong.

W
        <pb n="405" />
        G  327  20

S.  M.  S.  „Seeadler"  Daressalam  18/2.  —  19/2.  Lindi  26/2.  —  26/2.  Mikindani  28/2.  —
1/3.  Daressalam.
S.  M.  S.  „Sperber"  Duala  16/2.  —  16/2.  Viktoria  19/2.  —  27/2.  Swakopmund  27/2.  —
2/3.  Lüderitzbucht  83/3.  —  Saldannahbucht.
Ablösungstransporte:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Barbarossa“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  abgelösten
Besatzung  S.  M.  S.  „Planet"“:
Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  Schweppe.
Port  Said  8/2.  —  12/2.  Neapel  13/2.  —  14/2.  Genua  15/2.  —  22/2.  Southampton  22/2.  —
24/2.  Antwerpen  27/2.  —  1/3.  Bremerhaven.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Vorck“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  Ablösung  für  S.  M.
„Condor“:
Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  v.  Mohl.
Bremerhaven  20/2.  —  22/2.  Antwerpen  24/2.  —  28/2.  Gibraltar  28/2.  —
4/3.  Neapel  5/3.  —  8/3.  Port  Said  8/3.  —  Suez.

—Schissbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hanburg  u  und  nd  West—  und  Sũdwestafrila·

 

 

 

 

 

Postdampfer  e  i  f  e  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  28.  März  1907.
I
»AdolphWort-mann«...  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  März  in  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann!!..  Duala  mburg  am  23.  März  ab  Teneriffe.
„Aline  Woermann06""  Kapstadt  Swakopmund  a#m  27.  März  ab  Kapstadt.
„Anna  Woermannt  Hamburg  1  Calabar  am  141.  März  ab  Las  Palmas.
„Ascan  Dcermoanm“  ...  Mossamedes  Hamburg  am  15.  März  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“  ..  Hamburg  Assinie  am  27.  März  Curhaven  passiert.
„Eduard  —..2,nn)  Kapstadt  Z  Swakopmund  am  17.  März  in  Swakopmund.
„Eduard  Woermann"  Hamburg  Lüderitzbucht  am  19.  März  ab  Las  Palmas.
„Elconore  Moermann"#  Hamburg  Duala  am  27.  März  in  Lome.
„Ella  Woermann"  Assinie  Hamburg  am  27.  März  ab  Sierra  Leone.
„Emilie  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  26.  März  in  Lagos.
„Erich  Woerman"  Mossamedes  Hamburg  am  19.  März  in  Gabun.
„Erna  Woermann“  .  Lũderitzbucht  Hamburg  am  23.  März  in  Emdrn.
„Ernst  Woermann“  .  Duala  Hamburg  am  27.  März  in  Selondi.
.„Gertrad  Woermann“"  v  aderigbucht  «-  Hamburg  am  25.  März  in  Duala.
„Gretchen  Bohlen“.  Hamburg  Accra  am  241.  März  ab  Las  Palmas.
Dans  Woermann“.  ..  Hamburg  "/  Duala  am  18.  März  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann  ..  Hamburg  O  Nio  Nunez  am  26.  März  in  Antwerpen.
„Helene  Woermann  .  ..  Hamburg  Viltoria  am  26.  März  in  Kotonou.
Henriette  Woermann“  ..  Hamburg  Mossamedes  am  26.  März  ab  Las  Palmas.
„Irma  Woermann  Hamburg  Burutu  am  25.  März  Ouessant  passiert.
„Jeannette  Worrmann“  Accra  Hamburg  am  27.  März  in  Sierra  Leone.
„Kurt  MWoermann“  .  Hamburg  Burutu  am  17.  März  in  Lagos
Lil  Woermann“  ..  Burutu  Hamburg  am  20.  März  ab  Las  Palmas.
„Linda  Woermann“  .  Rio  Nunez  Hamburg  am  24.  März  in  Madeira.
„Lothar  Vohlen"  .  Hamburg  Kolonou  am  16.  März  in  Lome.
„Lucie  Woermann“.  .  Duala  Hamburg  am  16.  März  ab  Lome  und  Dakar.
„Lulu  Bohlen  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  März  in  Swakopmund.
„Marie  Woermann“  .  Accra  Hamburg  am  28.  März  in  Hamburg.
Wartha  Woermann“  .  Hamburg  Duala  am  22.  März  in  Vittoria.
ai  Vohlen  ,  Hamburg  Assinie  am  10.  März  in  Dakar.
tlo  Moermann“"“  .  Hamburg  Nio  Nunez  am  25.  März  in  Bissao

„Paul  Woermann“.  ...  Calabar  Hamburg  am  23.  März  in  Hamburg.
„Professor  Woermann-  ..  Hamburg  Nordamerika  am  17.  März  Portland  passiert.
„Thekla  Boh  hleu  ..  Kotonon  Hamburg  am  16.  März  ab  Lome.
„Frieda  Wortnann“  «,·  Kotonon  Hamburg  am  22.  März  in  Hamburg.
Mn  Amsinck“  ....  Hamburg  Mossamedes  am  21.  März  in  Mossamedes.
„Mar  Brock“  .  Hamburg  Mossamedes  am  7.  April  ab  Hamburg.
-Gonosskoa.  v.  Puttkamer“  .  Duala  Hamburg  am  17.  März  ab  Las  Palmas.
        <pb n="406" />
        W  328  20

Anzeigen.

 

i  Inserate  sind  an  die  Geschäftaftelle  des  „Demschen  Kolonialblattes“,  Berlin  SW  68,  Kochstraße  69—71,  einzusenden.  2Z:

 

Handels-Register  des  Königlichen
Amtsgerichts  Verlin-Mitte  (Abt.  B.)

Am  11.  März  1907  ist  eingetragen
unter  Nr.  4252:
Kamernn-Eisenbahn-Gesellschaft
mit  dem  Sitze  zu  Berlin.

Gegenstand  des  Unternehmens:

Bau,  Ausrüstung  und  Betrieb  einer
Eisenbahn  von  Duala  nach  dem
Manengubagebirge  im  deutschen  Schusgebiete
  Kamerun  auf  Grund  der  vom
Reichskanzler  am  13.  Juni  1906  erlassenen
  Konzession.

Vorstand:  Gerichtsassessor  a.  D.  Dr.
jur.  Eduard  Mosler,  persönlich  haftender
  Gesellschafter  der  Kommanditgesellschaft
  auf  Aktien  zu  Berlin,
Berliner  Handels-Gesellschaft,  Berlin.

Kolonialgesellschaft.  »

Der  Geellschaftgvertrag  ist  am
19  Juni  1906  festgestell

Nach  ihm  wird  die  euschau  vertreten,
  wenn  der  Vorstand  aus  mehreren
  Mitgliedern  besteht,  von  dem
Vorsitzenden  des  Vorstandes  allein,
oder  von  je  zweien  der  übrigen  Mitglieder
  des  Vorstandes  gemeinschaftlich
oder  von  einem  der  übrigen  Mitglieder
des  Vorstandes  und  einem  Prokuristen
gemeinschaftlich.  (81)

Berlin,  den  11.  März  1907.
Königliches  Amtsgericht  Berlin-Mitte.

Abteilung  89.

 

Bekanntmachung.
In  das  Handelsregister  Abteilung  A

ist  heule  unter  Nr.  2  bei  der  Firma

Fnctorin  Espupholn  Fernundez  y
IEu#zu  eingetragen  worden:  (iu)
Die  Gesellschaft  ist  aufgelöst.  Alleiniger
  Liquidator  ist  der  Gesellschafter
Miquel  Fernandez  in  Ponape.
Ponape,  den  22.  Jannar  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirkörichter.

 

Bekanntmachung.

In  das  Handeloregister  A  ist  heute
unter  Nr.  19,  betreffend  die  Firma
Alfred  Brückter.  in  Lomc  eingetragen
worden

Die  Firma  ist  erloschen.  (7#½)

Lome,  den  20.  Februar  1907.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister  A  ist  heute
unter  Nr.  3,  betressend  die  Firma
F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  in  Lome,  eingetragen
worden:

Dem  Kaufmann  Heinrich  Stierli
in  Lome  ist  Prokura  erteilt.  (uos)

Lome,  den  25  Februar  1907.

Der  kommiss.  Bezirksrichter.

 

 

 

br  #urn  gehört
in  jedes  Deutschen  Hund!

—ee

Sochen  erscheint:

Kfrikanischer  Lorbeer.

Kolonlalroman

Von

Mfred  Funke.

Hit  dem  Mute  der  Whrhelt  vereint
  dieses  Buch  die  Beseisterung  des
datrioten,  der  un  die  Zukunkt  selnes
Vaterlandes  und  seiner  Kolonlen  Slauht.
Es  Vird  bald  Im  Elttelpunkt  des  Tielnungsstreltes
  tehen,  Leine  dufklürende
([Orkung  und  selnen  Ilterarischen  Mert
abernicht  mit  dem  Interesse  des  Augenbllcks
  verlieren.

Wie  eine  dramatisierte  Kolonialgeschichtsschreibung
  lesen  sich  in  diesem  Roman  die
inneren  und  äußeren  Kämpfe,  denen  unsere
kolonialen  Pioniere  ausgesetzt  sind.

#“

Zu  bez'ehen  durch  alle  Buchhandlungen.
Vita,  Deutsches  Verlagshaus,  Berlin  WS,

550  Seiten.
        <pb n="407" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

herausgegeben  in  der  Kolonial-Kbteilung  des  Kuswärtigen  Kmts

 

 

18.  Lahrgang  Berlin,  den  15.  April  1907.  Nummer  8.

Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Desseiben  werden  als  Beiheste  beigeliggt  dee-  mindestens

nsal.  viertelsährlich  erscheinenen:  Mitteilungen  nur  den  deutschen  Sehutzge  eier.  herausgegeben  v  Freil  *
kelman  ceisniigẽ  Abb#mi##mentepon  für  das  Kolo-  nialblatt  mit  Beihe  uͤch  hetict  beim  Det  duuh

jos  ms  die  Sh  Mr.  3  Trekt  mn  Streifband  dur  rch  die  Ver  ub  d  Mk.  4—  für  Den  aischlau  e

der  demschen  Schutzgebiet  Oster  reich  freihue  M  5.—  für  e  Länder  des  Welwpo  onweruIhn,  -  Einscndnnqcn  und  Aufrag

sind  an  die  Königliche  goeterund  ltter.  von  Erust  Sicgfrie  detkün  und  Sohn,  Berlin  SWs,  Kochstraße  66#.  71,  zu  u  n

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Zogo—  betr.  —  von  Benzin,  Spiritus
und  Petroleum  bei  ihrer  Verwendung  zu  motorischen  zwecken.  Vom  16.  Jannar  1907  S.  .  Personalien  und
30.

*“y-Verlustliste

  Nr.  82  S.

 

Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  B333.  —  Patriotische  Gaben  S.  33.|.
Deutsch-Ostafrika:  Eisenbahn  Daredssalam—Morogoro  S.  34.  —  Bericht  über  die  Tätigkeit  des  Detachements
des  Majors  Johannes  vom  11.  März  bis  3.  August  1906  S.  335.  —  nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den
Fanuar  1907  S.  3A46.

Jollämtern  an  der  Rüste  des  deutsch  oftafrikanischrn  Schutggebiets  im  Monat  J

.  317.

Kamerun:  Die  Unruhen  im  Südbezirt  von  Namerun  190.  bis  1906  (mit  einer  Kartenstizze)  S.

Deutsch-Südwestafrika:  Von  der  Staatsbahn  Swakopmund  Windhul  S.  352.  —.  Die  Nämpfe  gegen  Morenga
von  März  bis  September  1905  S.  352.  —  Landmelioration  in  Deutsch-  Südwestafrika  S.  360.

Togo:  Das  Bernegausche  Togo-  Simaruba-Extralt  S.  361.  —  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
Schupgebier,  2o9  im  dritten  Aiertel  des  Kalenderjahres  190  im  Vergleich  mit  dem  gleichen  zeitraum  des  Vorlahres
  S.  36

Deutsch-Neuguinca:  Erdbeben  auf  den  Karolinen  S.  364.

us  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Reisernte  Britisch-Indiens  1900/07  S.  364.  —  Die
Nohrzuckerernte  Britisch=  Indiens  1906.  07  S.  365.—  VBaumwollernte  in  der  Landschaft  Sino  (Britisch=  Indien)  S.  366.
Die  indische  Baumwollernte  1906/07  S.  367.  Jutehandel  und  Ausdehnung  der  Intekultur  in  Briiisch=  J
S.  360.  —  Intevorräte  in  den  Jutefabriken  Bengalen  S.  370.  Die  kubanische  Tabakernte  1906  S.
Rakaomarkt  in  Guayaquil  Eeuador  im  4.  Viertel  1906  S.  371.  ARaffeemarkt  in  Santos  im  Dezember  16½  und
Januar  190“  S.  372.  Die  Olivenölproduktion  Aretas  S.  373.—  Der  Phosphatversand  von  Algerien  und  Tunis
in  den  leßten  zehn  Jahren  S.  374.  —  Ausfuhrzoll  für  Notesnüle  in  Panama  S.  374.  Bau  der  Eisenbahnteilstrecken
  Ghinda-  Nefasit  und  Nefasit-  As  zmara  (Erythräa)  S.  371.  Die  hawalischen  Jusem  S.  374.  —  Spanische
Auswanderung  nach  den  Hawaii=  Inseln  S.  377.
.  Terschieden  Mitteilungen:  Anophelesmoskiten  S.  377.  —  Kolonial=  Wirtschaftliches  S.  377.  —  Literatur
78.  —  Verkehrs  Nachrichten  S.  378.  Schiffsbewegungen  S.  381.—.  Kurse  deutscher  Kolonialwerte  S.  382.

 

ecchhmtcher  Teila
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  Jollfreiheit  von  Benzin,  Spiritus
und  Detroleum  bei  ihrer  Verwendung  zu  motorischen  -wecken.
Vom  16.  Jannuar  1907.

Auf  Grund  des  §&amp;amp;  15  des  Schutzgebietsgesetzes  in  Verbindung  mit  §  5  der  Verfügung
des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  wird  hiermit  in  Abänderung  der  Verordnung,  betreffend
die  Erhebung  von  Einfuhrzöllen,  vom  29.  Juli  1904,  verordnet,  was  folgt:

Benzin,  welches  zum  Antrieb  von  Motoren  jeder  Art  bestimmt  ist,  bleibt  vom

5  1
Eingangszoll  befreit.

#§#  2.  Die  mißbräuchliche  Verwendung  von  Benzin,  das  auf  Grund  der  Bestimmung  des
&amp;amp;  1  gollfrei  belassen  ist,  zu  anderen  als  motorischen  Zwecken  wird  als  Zollhinterziehung  angesehen

und  als  solche  bestraft.
        <pb n="408" />
        330  ꝛ

8  3.  Der  auf  Spiritus  und  Petroleum  gezahlte  Zoll  wird  insoweit  zurückvergütet,  als  der
Spiritus  oder  das  Petroleum  nachweislich  zum  Antriebe  von  in  landwirtschaftlichen  oder  gewerblichen
Betrieben  verwendeten  Explosionsmotoren  gedient  hat.

Die  Rückvergütung  erfolgt  auf  Antrag  an  den  Einführenden  unter  der  Voraussetzung
sorgfältiger  Beobachtung  der  für  jeden  einzelnen  Betrieb  vom  Gouverneur  vorzuschreibenden  Kontrollmaßregeln.


§  4.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  April  1907  in  Kraft.

Lome,  den  16.  Jannar  1907.

Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

 

Dersonalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  ständigen

Hilfsarbeiter,  Legationsrat  Gerstmeyer  zum  Wirklichen  Legationsrat  und  vortragenden  Rat  in  der
Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts  zu  ernennen.

Dem  Kassenvorstand  bei  der  südwestafrikanischen  Eisenbahnverwaltung,  Konrad  Salomon,
ist  der  Titel  „Kaiserlicher  Verkehrsinspektor“  für  die  Dauer  seiner  Verwendung  im  Kolonialdienst
des  Reichs  verliehen  worden.

Raiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  16.  März  1907.
Erhardt,  Oberveterinär,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  behufs  UÜbertritts  zu  den  Oberveterinären  des

Beurlaubtenstandes  (Bezirkskommando  Hannover)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  20.  März  1907.
Reske,  Oberveterinär,  mit  dem  15.  April  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich

Preußischen  Heeresverwaltung  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  22.  März  1907.

Sachtleben,  Zahlmeister,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (XV.  Armeekorps)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.


Zborowski,  Zahlmeister,  vom  1.  April  d.  Is.  ab  bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Oberkommando
  der  Schutztruppen  (Kammerverwaltung)  kommandiert.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  28.  März  1907.

Engst,  Proviantamtsassistent,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Sächsischen  Heeresverwaltung  (Proviantamt  Dresden)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.


Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  29.  März  1907.

Meyer,  Militär-Bauinspektor,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  eines  Intendantur=  und
Baurats,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Heeresverwaltung  (bei  der  Intendantur  des  X.  Armeekorps  in  Hannover)  aus
der  Schutztruppe  ausgeschieden.
        <pb n="409" />
        G  331  20Ö

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  30.  März  1907.

Borrmann,  Zahlmeister,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  freien  Unterzahlmeisterstelle  des  I.  Bataillons
Infanterie-Regiments  Nr.  143)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  4.  April  1907.
Dr.  Fuchs,  Königlich  Bayerischer  Oberarzt  beim  Infanterie-Leibregiment,  nach  erfolgtem  Ausscheiden
  aus  dem  Königlich  Bayerischen  Heere  mit  dem  6.  April  d.  Is.  als  Oberarzt  mit
Patent  vom  9.  März  1903  in  der  Schutztruppe  angestellt

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
Oberkommando  der  Schutztruppen:
des  Ehrenkreuzes  des  Großherzoglich  Hessischen  Verdienstordens  Philipps  des
Großmütigen:

dem  Oberstleutnant  Quade,  Chef  des  Stabes  beim  Oberkommando.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:
des  Ritterkrenzes  I.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großherzoglich  Badischen  Ordens  vom
Zähringer  Löwen:
dem  Major  Frhrn.  v.  Schleinitz,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  als  Stabsoffizier;

des  Ritterkreuzes  II.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großherzoglich  Badischen  Ordens  vom
Zähringer  Löwen:
dem  Oberarzt  Dr.  Schumacher.

Schutztruppe  für  Südwestafrika:
des  Kommandeurkreuzes  II.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großherzoglich  Badischen
Ordens  vom  Zähringer  Löwen:
dem  Obersten  Dame,  Etappenkommandeur:;

des  Ritterkreuzes  II.  Klasse  mit  Eichenlaub  und  Schwertern  des  Großherzoglich
Badischen  Ordens  vom  Zähringer  Löwen:
den  Hauptleuten  Brosig,  Kolonnenführer  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Bender,  Kolonnenführer  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  und
Barack,  Kompagniechef  in  der  3.  Etappenkompagnie,
dem  Rittmeister  v.  Klüber,  Eskadronchef  im  2.  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Dragoner-Regiment
  Nr.  18,  bisher  in  der  I.  Funkentelegraphen-Abteilung;

des  Ritterkreuzes  II.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großherzoglich  Badischen  Ordens
vom  Zähringer  Löwen:
den  Oberleutnants  Stach,  in  der  II.  Scheinwerfer-Abteilung  und
artenstein,  in  der  4.  Etappenkompagnie,
den  Leutnants  Frhrn.  v.  Wittenhorst-Sonsfeld  im  2.  Feldregiment,
Küentzle,  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  und
Deininger,  im  2.  Feldregiment,
        <pb n="410" />
        G  332  20

dem  Leutnant  der  Reserve  Voit,  des  Telegraphen-Bataillons  Nr.  2,  eingezogen  zur  Schutztruppe,  und
dem  Oberarzt  Dr.  Engel  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung;

der  kleinen  goldenen  Verdienstmedaille  am  Bande  des  Großherzoglich  Badischen
militärischen  Karl  Friedrich  Verdienstordens:

dem  Feldwebel  Kuder;

der  silbernen  Verdienstmedaille  am  Bande  desselben  Ordens:

dem  Unterzahlmeister  Roetig,

den  Feldwebeln  Stach  und  Peine,

dem  Wachtmeister  Deinert,

den  Vizewachtmeistern  Mankel  und  Körnich,

den  Sergeanten  Nakonz,  Eschberger,  Daeke,  Krause,  Walter  und  Stephan,

den  Sanitätssergeanten  Meier,  Fichter,  Haag  und  Schaar,

den  Unteroffizieren  Kaiser,  Scheidel,  Weißhaupt,  Großklaus,  Schneemann,  Vetter,
Klages,  Heinecke,  Wagner  und  Gimber,

den  Sanitätsunteroffizieren  Schwarzer  und  Wolfram,

den  Gefreiten  Alex,  Leßle,  Fehrenbach,  Schulz  (Gustav),  Walter,  Neff  und  Meier,

den  Reitern  Küster,  Kallenbach,  Wittmann,  Hettinger,  Wortmann,  Indlekofer,  Lang,
Heckmann,  Schindel,  Schuhmacher  und  Mayer:;

des  Ritterkreuzes  II.  Klasse  mit  Schwertern  des  Hergoglich  Sachsen-Ernestinischen
Hausordens:
dem  Oberleutnant  Krüger  im  1.  Feldregiment  und
dem  Leutnant  Lübben  im  2.  Feldregiment;
die  dem  Herzoglich  Sachsen-Ernestinischen  Hausordens  angereihte  Verdienstmedaille
in  Silber  mit  Schwertern:
dem  Unteroffizier  Spittel,M
den  Gefreiten  Raettig,  Koch  I.  und  Jäger;
die  Schwerter  zum  Fürstlich  Schwarzburgischen  Ehrenkreuz  III.  Klasse:
dem  Hauptmann  v.  Zwehl,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment;
der  Fürstlich  Waldeckschen  silbernen  Verdienstmedaille  mit  Schwertern:
dem  Unteroffizier  Backhaus.
Schutztruppe  für  Kamerun.
des  Ritterkrenzes  II.  Klasse  mit  Eichenlaub  und  Schwertern  des  Großherzoglich
Badischen  Ordens  vom  Zähringer  Löwen:
dem  Hauptmann  und  Kompagniechef  Zimmermann.

Verlustliste  Nr.  82  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
An  Krankheiten  gestorben:
Im  Lazarett  Windhuk:

1.  Gefreiter  Wilhelm  Junior,  früher  im  7.  Rheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  69,  am  1.  April
an  Herzschwäche  nach  Ruhr.

Auf  Transport  zwischen  Kuibis  —  Schakalsklippe:  —

2.  Sanitätsgefreiter  Friedrich  Karg,  früher  im  4.  Garde-Regiment  zu  Fuß,  am  2.  April  an

Lungenentzündung.
        <pb n="411" />
        W  333  20

Zusammenstellung  der  Verluste

der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  und  des  Marine-Expeditionskorps

sowie  der

gefallenen  bzw.  ermordeten  Weißen  (Missionsangehörige,  Ansiedler  usw.)  während  des  Eingeborenen-«
  aufstandes  1905/06.

 

 

 

 

4  Weiße  Hilfs=  Andere  Farbige
(Militärpersonen,  Askaris  krieger  (rräger.  Zusammen
webherh  An-  rieger  Diener  usw.)
Gefallen  und  ermordet  15  73  316  66  470
An  Krankheiten  gestorben  9  3  —  —  12
Vermißt  ..  -—  2  14  5  21
Ertrunken  2  1  —  —  3
Verwundet  13  98  152  39  302
Zusammen  .  39  177  482  110  808

 

 

 

 

 

 

EENKHMichtamtlicher  Teisa#cmc#

Dersonal-Machrichten.
Nachruf.
Am  9.  Februar  1907  verstarb  in  Soppo  an
Schwarzwasserfieber  der  Unterzahlmeister  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun
Otto  Zahn,
welcher  dieser  seit  1.  Oktober  1902  angehörte.
Ein  tüchtiger  Soldat  von  großer  Pflichttreue
und  unermüdlichem  Diensteifer,  war  er  infolge
seines  gefälligen  Wesens  bei  Vorgesetzten  und
Kameraden  gleich  beliebt  und  geachtet.
Stets  wird  ihm  die  Truppe  ein  ehrendes
Andenken  bewahren.
gez.  Mueller,
Oberst  und  Kommandeur.

Deutsch-Ostafrika.
Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:
Am  18.  März  1907  in  Genna:  Leutnant  Karnapky;


am  21.  März  1907  in  Neapel:
Merker;

Hauptmann

 

am  22.  März  1907  in  Neapel:  Leutnant  Gudovins;


am  31.  März  1907
Dobinsky;

am  5.  April  1907  in  Hamburg:  Sanitätsunteroffizier
  Pfand.

in  Neapel:  Unterzahlmeister

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  15.  April  1907  von  Neapel  aus  angetreten:
Die  Oberleutnants  Fischer,  Willmann  und
Abel  sowie  Leutnant  Keil.

Kamerun.
Die  Wiederausreise  nach  Kamerun  haben  am
9.  April  1907  angetreten:  Zolldirektor  Wertz,
Hafenmeister  Klein  und  Kesselschmied  Hoffmann.

 

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Buchhalter
Fahrenschon,  die  Maschinenschlosser  Hellfrisch
und  Tietze,  Maschinist  Herzog,  Grenzaufseher
Klinger  und  Gärtner  Schott.

 

Das  Schutzgebiet  haben  mit  Urlaub  verlassen:
Zollamtsverwalter  Bötefür,  Polizeimeister  Hoy-
        <pb n="412" />
        G  334  20

nemann,  Maurer  Hierl  und  Tischler  Wallrabenstein.


Mit  Heimatsurlaub  sind  am  31.  März  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Oberarzt  Eckhardt,
die  Feldwebel  Merz,  Schlieder,  Schenermann
  und  Heindel.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  9.  April  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Hauptmann  v.  Krogh  und  Oberleutnant  Menzel.

Togo.

Der  Dr.  med.  Günther  und  der  Zimmerpolier
  Kluckow  sind  im  Schutgebiet  eingetroffen.

Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Hauptmann  Doering,  Oberleutnant  Mellin,
Landmesser  Becker,  kommiss.  Sekretär  Beyer  und
kommiss.  Stationsleiter  Mühring.

Deutsch-Südwestafrika.

Der  Re  gier  T  tkassenb  Monski
ist  durch  den  Herrn  Negierungsprästdenten  in
Breslau  (mit  Genehmigung  des  Herrn  Finanzministers)
  zum  Regierungssekretär  ernannt  worden.
Derselbe  ist  am  20.  Februar  d.  Is.  in  Swakopmund
  eingetroffen.

V

Der  kommists.  Bureanafsitent  2.  Kl.  Remmers
ist  am  22.  März  d.  Is.  auf  Heimatsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder
Erkrankung  sind  eingetroffen:

Am  22.  März  1907  in  Cuxhaven:  die  Oberleutnants
  Christiani,  v.  Frantzius  und
v.  Dobschütz,  die  Leutnants  Göring,  Voigts,
Back,  Wendlandt,  Wandesleben,  Danneel,

  Frhr.  v.  Watter  (Ernst)  und  v.  Znaniecki,
  Stabsarzt  Dr.  Ahlenstiel,  die  Oberärzte
  Dr.  Wilde  und  Dr.  Bremig,  die
Oberveterinäre  Hoerauf,  Gust  und  Monmalle,
  Militär-Bauinspektor  Luedecke,  die
Feldlazarett-Inspektoren  Tonndorf  und  Wichmann,
  die  Zahlmeister  Kunzke  und  Kniepändel;


am  3.  April  1907  in  Hamburg:  Hauptmann
Wobring,  die  Leutnants  v.  Marées  und
v.  Schroetter  sowie  Unteroffizier  Leuschner.

Samoa.
Aus  Samoa  ist  Lehrer  Osbahr  mit  Heimats—
urlaub  eingetroffen.

 

 

Patriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  zur  Nieder—
werfung  des  Aufstandes  befehligten  Truppen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen
bzw.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht  worden,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Oberkommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Der  Erlös  einer  vom  Offizierkorps  des
Königlich  Sächsischen  Husaren-Regiments
Königin  Karola  Nr.  19  in  Grimma  veranstalteten
  Theater-Aufführung  mit  1666,89

ark.

2.  Vom  Herrn  Landrat  z.  D.  und  Kammerherrn
  Freiherrn  v.  Roöll  in  Berlin  W.  50
der  Erlös  eines  Festes  des  Roten  Krenzes
mit  1000  Mark.

3.  Vom  Herrn  Leutnant  d.  Res.
Bremen  20,70  Mark.  «

4.  Von  der  Firma  Thiele  &amp;amp;  Holzhause  in

Barleben-Magdeburg  25  Tafeln  Schokolade.

Frau  v.  Puttkamer  in  Colmar  i.  E.  beabsichtigt,

  zwei  Jahrgänge  der  „Woche“  als

Liebesgabe  zu  spenden.

F.  Kellner  in

-

 

Machrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch.  Ostafrika.
eElsenbahn  Daressalam—orogoro.

Nach  einem  aus  Daressalam  eingegangenen
Telegramm  ist  die  Vorstreckung  des  Gleises  der

Eisenbahn  Daressalam  —  Morogoro  bis  zu  Kilometer
  147  gediehen.
        <pb n="413" />
        E

Bericht
ũber  die  Tãtigneit  des  Detachements  des  Majors
Johannes  vom  I1.  Därs  bis  3.  Rugust  1906.)

Die  Truppenverteilung  im  Aufstandsgebiet  war
zu  Beginn  des  hier  zu  behandelnden  Abschnittes
jolgende:

M.  P.  Gumbiro,  Stab,  Gros  der  13.  Feld-Kompagnie
  und  Hilfskrieger  aus  Matumbi,  insgesamt
  9  Enropäer,  140  Askari,  40  Frreguläre,
ein  Maschinengewehr,  200  Hilfskrieger.

M.  P.  Mbeyera,  Gros  der  8.  Feld-Kompagnie,
5  Enropäer,  90  Askari,  10  Irreguläre,  etwa
1500  Hilfskrieger  unter  Sultan  Merere.

Ukinga-Posten  (südlich  Tandala),  1  Europäer
und  etwa  35  Hinterlader  der  Polizeiabteilung
Neu-Langenburg.

Ubena-Posten  (östlich  Kidugala)  1  Europäer,
erva  30  Askari  der  2.  Kompagnie  und  Hilfskrieger
  aus  Nord-Ubena.

M.  P.  Lukumburn,  2  Curopäer,  30  Askari,
10  Frreguläre  der  8.  Feld-Kompagnie  und  etwa
700  Hilfskrieger  aus  Nord-Ubena.

M.  P.  Kitanda,  1  Europäer,  25  Askari  der
13.  Feld-Kompagnie.  Bezirks-Nebenstelle  Wiedhafen,
  1  Europäer  und  etwa  20  Hinterlader  der
Polizeiabteilung  Neu-Langenburg.

Begleitkommando  der  Eisenbahnstudien-Kommission,
  1  Europäer,  20  Askari,  10  Irreguläre
der  13.  Feld-Kompagnie.

Am  Rovuma,  1  Europäer,  25  Hinterlader  der
Polizgeiabteilung  Ssongen  und  zahlreiche  Hilfskrieger
  des  Arabers  Raschid  bin  Mass'nd.

Ssongea,  Nest  der  Poligeiabteilung  (3  Europäer
etwa  70  OHinterlader).

Bei  der  vorstehenden  Truppenverteilung  kommt
zum  Ausdruck  die  Zusammenziehung,  die  ich  im
Hinblick  auf  die  Upangwa-Expedition  angeordnet
hatte.  Die  bisher  von  der  Polizeiabteilung  Neu-Langenburg
  gestellte  Besatzung  des  Militär-Postens
Ruanda  war  auf  dringende  Anträge  des  Bezirksamts
  Neu-Langenburg  nach  dort  zurückgesandt
worden.  Der  Militär-Posten  Njamtumbo  hatte
Ende  Februar  aufgegeben  werden  können,  nachdem
  die  Bewohner  der  Landschaft  Luwegu  unterworfen
  waren,  und  die  Karawanenstraße  hier
gesichert  erschien.  Es  war  eigentlich  meine  Absicht,
  an  der  Straße  Ssongea—Liwale  einen  Posten,
und  zwar  den  Militär-Posten  Likuyn  bestehen  zu
lassen.  Nachdem  mir  aber  der  Auftrag  geworden
war,  ein  Begleitkommando  für  die  Eisenbahnstudien-Kommission
  zu  stellen,  mußte  ich  auch
diesen  Posten  für  die  Daner  der  Reise  genannter
Kommission  aufgeben.  Später  —  und  zwar  beim

Beginn  der  Einschließungsbewegungen  gegen
)  Anschließend  an  den  Bericht  im  „Kol.  Bl.“  1906.
Nr.  18.  Seite  601  bid  611.

 

335  2□

Upangwa  —  sollte  das  vorerwähnte  Begleitkommando
  den  Militärposten  Ruanda  besetzen.
Es  war  nämlich  zu  befürchten,  daß  bei  Nichtbesetzung
  dieses  Postens  die  von  Osten,  Norden
und  Westen  aus  Upangwa  herausgedrängten  Aufständischen
  versuchen  würden,  nach  Süden  in  die
Landschaft  Matengo  einzufallen,  wodurch  sie  freien
Abzug  ins  portugiesische  Gebiet  gewonnen  hätten.

Die  Eisenbahnstudien-Kommission  ging  unerwartet
  früh  auf  der  Zambesironte  nach  der
Küste  zurück.  Dadurch  war  es  möglich,  den
Militärposten  Ruanda  schon  am  23.  März  mit
1  Europäer,  20  Askari,  10  Frregulären  der
13.  Feld-Kompagnie  zu  besetzen.

Der  Militärposten  Mkekenuri  war  mit  Rücksicht
auf  die  ruhigen  Verhältnisse  im  Postenbereich  von
Askari  geräumt  und  nur  mit  Hilfskriegern  besetzt
worden,  die  zum  Schutz  der  Ubergangsmittel  genügten.


Wie  im  vorigen  Bericht  erwähnt,  konnte  die
Upangwa-Expedition  erst  am  27.  März  beginnen,
um  der  Polizeiabteilung  Neu-Langenburg  die  zum
Anmarsch  nötige  Zeit  zu  geben.  Die  Zwischenzeit
  verstrich  nicht  ungenützt;  die  Postenbesatzungen
waren  ständig  offensiv.  Der  Lukumburn-Posten
und  der  Oberlentnant  Frhr.  v.  Wangenheim  brachte
dem  Gegner  bei  mehreren  glücklichen  Unternehmungen
  schwere  Verluste  bei  und  nahm  in
verschiedenen  Fluchtlagern  über  200  Weiber  fort.
Hauptmann  v.  Kleist  sandte  nach  seinem  Eintreffen
in  Mbeyera  die  bisherige  Postenbesatzung  unter
Leutnant  Lincke  in  das  Gebiet  des  immer  noch
sehr  unruhigen  Sultanats  Sistambandn  zwischen
Mbeyeras  und  Isinga.  Von  Gumbiro  aus  unternahm
  Oberleutnant  v.  der  Marwiß  einen  Zug
zum  Lukumburu-Posten.  Er  sollte  nochmals  die
angrengenden  Gebiete  der  Karawanenstraße  säubern,
einen  Ausbruch  Ausständischer  aus  dem  umschlossenen
  Gebiet  verhindern  und  auf  dem  Rückwege
  dem  Lukumburu  und  Ruhnuhn  folgend  das
von  ihm  Ende  März  zu  besetzende  Gebiet  erkunden.
  Gleichzeitig  sollte  er  für  seine  Abteilungen
einen  Teil  der  zahlreichen,  bei  Hauptmann  v.  Kleist
befindlichen  Hilfskrieger  erbitten.

Während  auf  dem  Schauplatz  der  Hauptoperationen
  das  allgemeine  Vorgehen  gegen
Upangwa  vorbereitet  wurde,  traten  neue  Verwickelungen
  im  Süden  und  Südosten  Ssongeas
ein.  Im  ersten  Teil  der  Operationen  in  Ungoni,
als  die  8.  Feld-Kompagnie  bei  Pembalioto  und
die  13.  Feld-Kompagnie  am  Likuyn  standen,
war  eine  größere  Anzahl  Wangoni,  die  sich
nicht  unterwerfen  wollten,  über  die  Südgrenze
ins  portugiesische  Gebiet  gegangen.  Wie  ich  bereits
  früher  berichtet  habe,  war  eine  Grenzbesetzung
  mit  den  mir  zur  Verfügung  stehenden
Machtmitteln  damals  nicht  möglich  gewesen.  Die

3
        <pb n="414" />
        W  336  20

Wangoni  hatten  jenseits  der  Grenze  Weiber  und
Kinder,  Hab  und  Gut  abgesetzt  und  begannen  in
den  ersten  Tagen  des  März  1906  Einfälle  in
das  deutsche  Gebiet  zu  machen.  Es  wurde  daher
nötig,  einen  Posten  der  Polizeiabteilung  Ssongea
an  den  Rovuma  zu  setzen,  um  wenigstens  die
regierungstreuen  Jumben  zu  schützen.  Anführer
der  einfallenden  Wangoni  war  Masese,  der  einflußreichste
  Sohn  des  Sultans  Ssongea.  Unterstützt
  wurde  er  durch  die  in  den  großen  Wäldern
am  Rovuma  zahlreich  sitzenden  Elefantenjäger.
Auf  Regierungsseite  leistete  hier  Gaschid  mit  seinen
Leuten  wieder  wichtige  Dienste.

Gleich  anfangs  hatten  die  Aufständischen  die
Ortschaft  des  Bwana  Ali,  des  vornehmsten  der
treu  gebliebenen  Jumben,  überfallen  und  abgebrannt.
  Weitere  Erfolge  zu  erlangen,  hinderte
sie  das  geschickte  Auftreten  der  Ssengea-Abteilung
unter  Sergeant  Utech.  Masese  hat  jetzt  scheinbar
bei  dem  jenseits  der  Grenze  sitzenden  Wajao-Sultan
  Mataka  einen  Unterschlupf  gefunden.

Es  hat  sich  in  diesem  Teile  des  Aufstandes
störend  bemerkbar  gemacht,  daß  die  Besitzverhältnisse
  an  der  portugiesischen  Grenze  zwischen  Njassasee
und  Rovuma  unklare  sind.  Gerade  dort  in  Tschiwongo
  hat  sich  Masese  lange  aufgehalten,  um
das  von  Mataka  für  Gewähr  einer  Freistatt  geforderte
  Elfenbein  zu  sammeln.  Ich  habe  mich
nicht  entschließen  können,  in  einem  Gebiet,  über
dessen  Zugehörigkeit  zwischen  der  deutschen  und
portugiesischen  Regierung  diplomatische  Verhandlungen
  gepflogen  werden,  Truppen  vorgehen  zu
lassen.  Auf  meine  Bitten  hat  das  Bezirksamt
Ssongea  damals  wegen  des  dem  strittigen  Gebiet
gegenüber  zu  beachtenden  Verhaltens  telegraphisch
Weisungen  vom  Kaiserlichen  Gouvernement  erbeten,
  doch  ist  ein  Bescheid  bis  heute  nicht  eingegangen.


Auch  die  unterworfene  Landschaft  Luwegn
wurde  Mitte  März  der  Schauplatz  neuer  Kämpfe.
Bei  Njamtumbo  erschien  eine  etwa  300  Mann
starke  Bande  von  Elefantenjägern  und  Wangoni,
unter  einem  Elefantenjäger  Mohamakiros,  Namens
Magewa,  tötete  die  männlichen  Bewohner,  raubte
Weiber  und  Kinder  und  brannte  die  eben  neuaufgebauten
  Ortschaften  wieder  ab.  Zum  Schutz
der  infolge  Waffenablieferung  Wehrlosen  wurde
der  M.  P.  Niamtumbo  von  Ssongea  aus  nen
besetzt.  Der  Postenführer,  Unteroffizier  Rohde,
hatte  an  den  Matogorobergen  nordwestlich  Niamtumbo
  ein  Gefecht  gegen  die  vorerwähnte  Bande,
die  mit  schweren  Verlusten  auseinandergesprengt
wurde.  Diesseits  zwei  Farbige  verwundet.

Gleichzeitig  kamen  aber  auch  beunruhigende
Nachrichten  aus  den  Gebieten  zwischen  dem
früheren  M.  P.  Likuyn  und  dem  Etappenposten
Mbarangandn  sowie  aus  der  Landschaft  Kitanda

 

(Mohamakiros).  Hier  war  es  Mohamakiro,  der
die  unterworfenen  und  bei  dem  Posten  zahlreich
angesiedelten  Wangoni  belästigte.

Mohamakiro  hatte  sich  nach  Ankunft  des  Expeditionskorps
  in  Ssongen  auf  Kämpfe  nicht  erst
eingelassen,  sondern  war  mit  seinem  eigenen  Besitz
und  mit  der  während  des  Aufstandes  gemachten
reichen  Beute  nach  der  Landschaft  Mgende  gezogen.


Mgende  im  weiteren  Sinne  ist  das  Gebier
östlich  und  südlich  des  Luwegn  von  der  Einmündung
  des  Horobo  bis  zum  Zusammenfluß  mit
dem  Mbarangandu.  Es  ist  ein  zerrissenes  Bergland
  von  350  bis  900  m  absoluter  Höhe.  Bewohnt
  wird  Mgende  von  einem  Bölkergemisch,
bestehend  aus  Wanduewe,  Wangindo  und  Wapogoro.
  Die  Ansiedlungen  sind  an  die  Flußtäler
gebunden  und  am  zahlreichsten  am  Luwegn  selbst
und  am  Luhanjandn.  Der  bekannteste  Jumbe
ist  Mponda,  wohnhaft  östlich  des  Luhanjandu,
kurz  vor  der  Mündung  dieses  Flusses  in  den
Luwegu.  Die  Bewohner  Mgendes  waren  vor
Einführung  der  deutschen  Herrschaft  nach  mehrjährigen

  erbitterten  Kämpfen  von  Schabruma
unterworfen  worden.  Sie  waren  seitdem  den

Wangoni  untertan  und  tributpflichtig.  Bei  Ein,
führung  der  deutschen  Herrschaft  mit  ganz  Ungondem
  Verwaltungsbereich  Ssongeca  zugewieseni
wurde  Mgende  bei  Anlage  der  Militärstation
Mahenge  von  Ssongea  losgetrennt  und  zu  dem
neuen  Bezirk  Mahenge  geschlagen.  Die  heute
lebenden  erwachsenen  Mgende-Leute  sind  äußerlich
als  Schabrumas  Untertauen  gezeichnet  und  haben
sich  innerlich  als  zu  seinem  Reiche  gehörig  gefühlt.
Schabruma  selbst  hat  wohl  stets  trotz  der  veränderten
  äußeren  Verhältnisse  Mgende  als  seine
eroberte  Provinz  betrachtet  und  jetzt  während  des
Aufstandes  die  Kriegsdienste  der  Mgende-Leute
für  sich  beansprucht.

Die  Mgende-Leute  hatte  nun  Mohamakiro
aufgeboten,  um  sie  gegen  Kitanda  zu  führen.

Als  Oberlentnant  v.  der  Marwitz  am  19.  März
vom  Ruhuhu  kommend,  nach  Gumbiro  zurückkehrte,
  waren  gerade  Nachrichten  eingetroffen,  daß
Mohamakiro  sich  mit  den  Mgende-Leuten  und
mit  den  Leuten  der  am  Mbarangandu  und  Nienje
östlich  Majimahuhn  sitzenden  Kopa-Kopa  und
Lituno  vereinigt  hatte,  die  Gebiete  nördlich  der
Straße  Mbarangandn-Posten  —Likuyn-Posten  verheerte
  und  einen  Angriff  auf  den  M.  P.  Kitanda
beabsichtigte.  Auf  dem  M.  P.  Kitanda  stand  z.  3.
Oberleutnant  Hudemann  mit  25  Askari  der
13.  Feld-Kompagnie.

Die  Aufständischen  hatten  sich  den  Umstand,
daß  die  Mehrzahl  der  verfügbaren  Truppen  gegen
Upangwa  aufgeboten  und  der  Osten  verhältnismäßig
  von  Truppen  entblößt  war,  zu  Nutze  ge-
        <pb n="415" />
        W  337  20

macht,  indem  sie  die  kaum  unterworfenen  Gebiete
von  neuem  insurgierten.  Ihr  Vorgehen  war
planmäßig  und  wohlüberlegt,  denn  auch  Schabruma
  war  anscheinend  zur  Teilnahme  aufgefordert
worden.  Ich  hatte  lezteren  absichtlich  in  einer
Stellung  in  Upangwa  nicht  beunrnhigen  lassen
und  doch  verließ  er  ohne  sichtlichen  Grund  am
16.  März  das  umschlossene  Gebiet  und  marschierte
auf  Kitanda.

Bei  dieser  dem  östlichen  Ungoni  drohenden
Gefahr  konnte  ich  den  Vormarsch  nach  Upangwa
nicht  eher  antreten,  als  die  Verhältnisse  bei  Likuyn
und  Kitanda  geklärt  waren.

Es  zeigte  sich  bald,  daß  die  Hauptkraft  des
leindlichen  Einfalles  gegen  den  M.  P.  Kitanda
gerichtet  war.  Den  Schutz  der  Landschaft  Likuyn
konnte  ich  also  der  inzwischen  auf  40  Hinterlader
verstärkten  Besatzung  des  M.  P.  Njamtumbo  überlassen.
  Der  Postenführer  —  Unteroffizier  Rhode  —
t  dieser  Aufgabe  auch  voll  gerecht  geworden.
Er  reinigte  die  Landschaft  Likuyn  vom  Gegner
und  sicherte  den  Verkehr  auf  der  Karawanenstraße.

Gegen  die  Hauptmacht  Mohamakiros  sandte
ich  Oberleutnant  v.  der  Marwitz  am  21.  März
von  Gumbiro  nach  Kitanda.  Es  traf  sich  belonders
  gut,  daß  die  13.  Feld-Kompagnie  von
Mbeyeras  den  Sultan  Merere  und  etwa  1200
seiner  Krieger  mitgebracht  hatte,  die  jetzt  die
Kompagnie  nach  Kitanda  begleiteten.  Der  Vormarsch
  gegen  Upangwa  wurde  also  vorläufig
aufgeschoben.
Der  Führer  des  M.  P.  Kitanda  hatte  durch
Hebende  Wangoni  am  Morgen  des  23.  März
Cchrichten  erhalten,  daß  Mohamakiro  mit  sehr
vielen  Donde=  und  Mgende-Leuten  am  22  des-&amp;amp;
  Bl  Monats  die  unterworfenen  Wangoni  überfertar,
  die  Männer  getötet,  die  Weiber  und  Kinder
durgsschlevpt  hätte.  Oberleutnant  Hudemann
"7  Ptoltreifte  daher  am  23.  die  Umgegend  seines
gefechns  und  hatte  dabei  kleinere  Patronillenwesente-
  Er  überzeugte  sich  hierbei  von  der  Anegnent
  eines  unternehmungslustigen  stärkeren
Mngris  und  ergrif  daher  in  Erwartung  eines
regelnk  kür  den  24.  März  alle  Vorsichtsmaß-Mohamakir—


nachmittcgwakike
Kitanda  entfe

ko.  E

 

 

lagerte  tatsächlich  am  23.  März
25  Wegminuten  von  dem  M.  P.
biro.  Er'#  oint  dicht  an  der  Straße  nach  Gumeigenen.
  hatte  am  22.  und  23.  über  500  seiner
genossen  letzt  von  ihm  abgefallenen  Stammesanscheine
  Lesangen,  fühlte  sich  nach  Gumbiro  zu
im  Mor  n  volltommen  sicher  und  beabsichtigte
Schabergengranen  des  24.  den  Posten  anzugreifen.
am  Pituna  saß  während  dieser  Zeit  abwartend
Gunbt  i  und  beunruhigte  die  Straße  Kitanda  —

ko.  Seine  Leute  rieben  eine  Patronille

 

von  Hilfskriegern  des  Bezirksamts  Ssongea  in
dieser  Zeit  auf.

Oberleutnant  v.  der  Marwitz  erreichte  am
23.  März  11  Uhr  vormittags  von  Gumbiro
kommend  den  Pitu.  Hier  erfuhr  er  durch  Patrouillen,
  daß  Mohamakiro  dicht  vor  Kitanda  stehe.
Er  setzte  daraufhin  den  Vormarsch  ungesäumt
fort  und  erreichte  kurz  vor  Einbruch  der  Dunkelheit
  das  feindliche  Lager.  Er  kam  mit  den  aufmarschierten
  Askari  bis  auf  30  Schritt  an  dieses
heran  und  kommandierte  einige  Salven.  Eine
wilde  kopflose  Flucht  der  Aufständischen  war  die
Folge.  Nur  mit  wenigen  Schüssen  wurde  das
diesseitige  Feuer  erwidert.  Leider  war  die  Durchführung
  einer  energischen  Verfolgung  mit  Rücksicht
  auf  die  inzwischen  hereingebrochene  absolnte
Dunkelheit  unmöglich.  Die  Kompagnie  lagerte
beim  Posten  und  nahm  am  nächsten  Tage  die
Verfolgung  auf,  bei  der  dem  Gegner  schwere  Verluste
  beigebracht  wurden.  Vor  allem  gelang  es,
die  größere  Hälfte  der  Gefangenen  wieder  zu
befreien.  Auf  unserer  Seite  blieb  in  diesen  Tagen
ein  Farbiger  tot,  einer  wurde  verwundet.

Entsprechend  den  ihm  gewordenen  Aufträgen
brach  Oberleutnant  v.  der  Marwitz  die  Verfolgung
am  Luwegu  ab  und  kehrte  über  Kitanda  nach
Gumbiro  zurück.

Es  war  anzunehmen,  daß  die  Aufständischen
nach  der  ihnen  jetzt  von  der  13.  Feldkompagnie
erteilten  Lektion  sich  eine  Zeitlang  ruhig  verhalten
würden.  Ich  beschloß,  diese  Panse  auszunutzen,
um  die  bereits  eingeleitete  Unternehmung  gegen
Upangwa  durchzuführen.  Aufschieben  durfte  ich
sie  nicht,  da  dann  die  Abteilungen  der  8.  Feld-Kompagnie
  und  der  Polizeiabteilung  Neu-Langenburg
  längere  Zeit  unnütz  in  ihren  für  die  Upangwa-Expedition
  bereits  eingenommenen  Stellungen
gestanden  hätten.  Diese  Expedition  ganz  aufzugeben,
  konnte  ich  mich  nicht  entschließen,  denn
erstens  wäre  die  von  der  8.  Feld-Kompagnie  und
der  Polizeiabteilung  Neu-Langenburg  auf  den
Anmarsch  in  die  eben  erwähnten  Stellungen  verwendete
  Zeit  unnütz  gewesen  und  zweitens  hätte
es  der  Gegner  sich  als  Erfolg  anrechnen  müssen,
durch  seinen  Einfall  in  Ost-Ungoni  das  durchgreifende
  Vorgehen  gegen  Upangwa  verhindert  zu
haben.  Wohl  aber  galt  es,  die  Upangwa-Unternehmung
  so  zu  beschleunigen,  daß  die  durch  sie
im  Westen  festgelegten  Truppen  wieder  im  Osten
verwendungsbereit  waren,  wenn  die  jetzt  zerstreuten
  Aufständischen  sich  gesammelt  hatten,  also
erneut  offensiv  auftreten  konnten.

Von  seiten  Schabrumas  glaubte  ich  mich
keiner  Üüberraschung  versehen  zu  müssen.  Die  Erfahrung
  hatte  gezeigt,  daß  Schabruma  selbst,  solange
  er  unbehelligt  blieb,  nichts  Ernstes  unternahm.
  Es  war  daher  anzunehmen,  daß  er  auch
        <pb n="416" />
        338  20

jetzt,  froh  der  ihm  gegönnten  Ruhe,  in  seinem
Fluchtlager  am  Pitu  stehen  bleiben  würde.  Ich
gab  daher  dem  M.  P.  Kitanda  den  Befehl,
Schabruma  vorläufig  nur  zu  beobachten,  ihn  aber
nicht  auszustören.

Die  Unternehmung  gegen  Upangwa  konnte
also  beginnen.  Am  ril  traten  die  Abteilungen
  der  13.  Feld-Kompagnie  von  Gumbiro
aus  den  Marsch  in  ihre  ersten  Einschließungsstellungen
  am  Ruhuhn  an.

Ich  erhielt  in  den  ersten  Tagen  des  April
Meldungen  aus  Kitanda,  die  besagten,  daß  Mohamakiro
  seine  Leute  in  Mgende  zu  erneutem
Vorgehen  sammle.  Auch  Schabruma  beginne  sich
zu  rühren,  um  sich  mit  Mohamakiro  zu  vereinigen.
Ich  hielt  es  jetzt  nicht  für  richtig,  Ungoni  noch
mehr  von  Truppen  zu  entblößen,  denn  ein  Einfall
  Schabrumas  und  Mohamakiros,  die  vereinigt
immer  noch  über  eine  recht  ansehnliche  Streitmacht
  verfügten,  in  die  unterworfenen  Landschaften
Likuyn  und  Kitanda  mußte  auf  jeden  Fall  vermieden
  werden.  Ich  betraute  daher  Hauptmann
v.  Kleist  mit  der  weiteren  Durchführung  der
militärischen  Maßnahmen  in  Upangwa  und  wies
ihn  an,  sein  Vorgehen  soviel  zu  beschleunigen,
als  es  ohne  Schädigung  des  Endzwecks  möglich
war.  Ich  selbst  blieb  vorläufig  in  Gumbiro,
denn  dort  erreichten  mich  die  Nachrichten  aus
Likuyn,  Kitanda,  Ssongea  und  Upangwa  gleichmäßig
  am  schnellsten,  und  ich  hatte  es  schlimmstenfalls
  in  der  Hand,  die  Bewegungen  in  Upangwa
zu  unterbrechen  und  Truppen  nach  dem  Osten  zu
werfen.

Sehr  bald  kam  ich  in  die  Lage,  besondere
Maßnahmen  zum  Schutze  des  Ostens  anzuwenden.
Oberleutnant  Hudemann,  der  mit  35  Hinterladern
auf  dem  M.  P.  Kitanda  zurückgeblieben  war,
hatte  erfahren,  daß  Schabruma  und  Mohamakiro
sich  am  Luwegu  vereinigen  wollten,  um  mit  ihren
Leuten  über  die  portugiesische  Grenze  zu  ziehen.

Ich  habe  schon  früher  ausgeführt,  daß  ich  es
für  einen  Nachteil  ansehen  würde,  wenn  es  den
Sultanen,  vor  allem  Schabruma,  gelänge,  auf
portugiesisches  Gebiet  überzutreten.  Sie  würden
dort  eine  ständige  Gefahr  für  den  südlichen  Teil
des  Schutzgebietes  sein,  und  ferner  würde  die
Stenerkraft  des  Ssongeabezirks  durch  Wegzug  eines
großen  Teils  der  arbeitsamen  kräftigen  Wangoni
orheblich  geschwächt.  Selbst  wenn  die  Sultane
allein  entkämen,  würde  ihnen  später  voraussichtlich
ein  großer  Teil  ihrer  Anhänger  folgen.

Unter  Berücksichtigung  dieser  meiner  ihm  bekannten
  Gedanken  wollte  sich  Oberleutnant  Hudemann
  zwischen  Schabruma  und  Mohamakiro
schieben,  um  ihre  Vereinigung  und  ihren  Abmarsch
nach  Süden  zu  verhindern.  Hierbei  kam  es  am
10.  und  11.  April  zu  Zusammenstößen  zwischen

 

Schabrumas  Leuten  und  der  Besatzung  des  Kitanda-Postens.
  Schabruma  wurde  nach  Nordosten
abgedrängt  und  blieb  auf  dem  rechten  Luweguufer
  sthen.  Ihm  dort  zu  folgen,  war  die  Besatzung
  des  Kitanda-Postens  vorläufig  zu  schwach.

Bei  Eingang  der  ersten  Meldungen  des  Oberleutnants
  Hudemann  über  die  Bewegungen
Schabrumas  und  Mohamakiros  hatte  ich  Sorge
getragen,  alle  in.  Ungoni  verfügbaren  Truppen
nach  dem  Osten  zusammenzuziehen.  Der  M.  P.
Ruanda  wurde  aufgegeben  und  seine  Besatzung
Oberleutnant  Hudemann  zur  Verfügung  gestellt,
der  vom  17.  April  ab  über  2  Europäer,  46  Askari,
20  Frreguläre  und  150  Hilfskrieger  verfügte.
Hauptmann  v.  Kleist  wurde  von  den  Vorgängen
im  Osten  benachrichtigt  und  nochmals  darauf  hingewiesen,
  wie  wichtig  eine  schnelle  Beendigung
der  Upangwa-Expedition  sei.

Gerade  im  richtigen  Angenblick,  am  11.  April,
traf  sehr  erwünscht  eine  im  Februar  d.  J.  beantragte
  Verstärkungs-Abteilung,  bestehend  aus  zwei
Europäern,  46  Askari,  unter  Führung  des  Leutnants
  v.  Blumenthal  in  Ssongea  ein.  Der
dortige  Bezirksamtmann  war  von  den  Vorgängen
im  Osten  unterrichtet  und  wußte,  wieviel  mir
darauf  ankam,  den  Wangoni  den  Weg  zum  Rovuma
  zu  verlegen.  Er  veranlaßte  daher  Leutnant
  v.  Blumenthal,  den  er  durch  die  Besatzung
des  Njamtumbo-Postens  unter  Unteroffizier  Rohde
verstärkte,  nach  der  Landschaft  Likuyn  zu  gehen,
um  einem  Durchbruchsversuch  Schabrumas  und
Mohamakiros  nach  Süden  entgegentreten  zu
können.

Leutnant  v.  Blumenthal  besetzte  den  Lmvegu-Posten
  und  ging  mit  einer  starken  Abteilung  von
dort  in  närdlicher  Richtung  auf  dem  rechten
Luwegunfer  vor.  Seine  Patronillen  klärten  bis
zum  unteren  Luhanjandn,  Mkupehi  und  Ligombe
auf.  Es  kam  zu  mehreren  heftigen  Zusammenstößen
  mit  den  Aufständischen,  die  beträchtliche
Verluste  erlitten.  Diesseits  wurden  zwei  Farbige
verwundet.  Schabruma  zog  den  Luwegu  abwärts,
  Mohamakiro  blieb  in  Mgende.  Die  Gefahr
  ihres  Entkommens  nach  Süden  war  abgewendet.


Die  vorgeschilderten  Ereignisse  hatten  mich  in
dem  Entschluß  bestärkt,  gegen  die  Landschaft
Mgende,  die  den  Führern  der  hiesigen  Aufstandsbewegung
  sicheren  Unterschlupf  bot  und  deren
Bewohner  durch  zu  erwartende  nenue  Einfälle  in
den  Ssongea-Bezirk  eine  ständige  Gefahr  für  die
mühsam  erkämpfte  Ruhe  in  Ungoni  bildeten,  nach

Beendigung  der  Upangwa-Expedition  energisch
vorzugehen.
Ich  habe  keinen  Anstand  genommen,  in

Mgende,  das  zum  Bezirk  Mahenge  gehört,  zu
operieren,  denn  meines  Erachtens  bildet  die
        <pb n="417" />
        W  339  20

Grente  cines  Verwaltungsbezirks  bei  kriegerischen
der  ehmungen  keine  Grenze  für  das  Vorgehen
muH  d#bpenabteilungen,  deren  Aufgabe  es  sein
wie  un  Ruhe  im  ganzen  Schutzgebiet  so  schnell
r  oglich  wiederherzustellen.
Abschlautmann  v.  Kleist  erhielt  Weisung,  nach
der  9  utz  seiner  Unternehmungen  in  Upangwa  mit
das  eldkompagnie  Süd-Ubena,  Upangwa  sowie
z  beugoni  westlich  und  nördlich  des  Rutukira
—n-  Die  13.  Feldkompagnie,  die  Abwollu
  Blumenthal  und  mein  Begleitkommando
&amp;amp;  ich  gegen  Mgende  ansetzen.
-  die  bei  Beginn  des  Aufstandes  über  die
sich  gienze  gegangenen  Wangoni  immer  noch  von
r  hake  machten,  befahl  ich,  daß  Oberleutnant
zunän-  Marwitz  mit  der  halben  13.  Feldkompagnie
um  einen  Sneifzug  zum  Rovuma  unternehme,
abteil  ort  wenigstens  einmal  eine  größere  Truppeneinrichunn
  zu  geigen.  Er  sollte  seinen  Marsch  so
komu  bten,  daß  er  etwa  am  20.  Mai,  von  Süden
1  balend,  bei  Ngeregere  an  der  Karawanenstraße
bereitengadn  —Likuyn  zum  Vorgehen  nach  Mgende
sollze  stand.  Der  Rest  der  13.  Feldkompagnie
von  Upangwa  direkt  nach  Kitanda  marschieren.

Ich  konnte  alle  diese  Anordnungen  treffen,
Wdi*ZW  das  Fortschreiten  der  Upangwa-Expedition
gute  Nachrichten  eingingen.  Diese  Unterda?



#ebmung  fand  am  23.  April  am  Lukalawa  ihren
Ebschluß.  Der  Wabena-Sultan  Mbeyera  war  zu

dode  gehetzt  worden,  sein  Sohn  Ngosingosi  aller-380..
  entkommen.  Sonst  verlor  der  Gegner
1550  %,  600  Gefangene,  560  Stück  Grohpieh,
gulärer  %  Kleinvieh.  Diesseits  fielen  1  Frreverwunder
  dilfskrieger  und  wurden  5  Hilfskrieger
vertder  Erfocg  der  Unternehmung  war  nicht  zu
ich  1600  denn  in  wenigen  Tagen  unterwarfen
Die  Eingeborene.
Ubena,  upa  Geldkompagnie  besetzte  jetzt  also  Süddie
  Posten  ##  und  Nordwest-Ungoni,  und  zwar
Es  standen:  ei  Mbeyera,  Milow  und  Gumbiro.

In  Mboyor
Eurauncennbevera:  Gros  der  Kompagnie  mit  fünf
In  60  Askari  und  1  Maschinengewehr.
In  *  ow:  1  Europäer,  30  Askari.
Am  Nm  iro  11  Europäer,  30  Askari.
□  ira  #  akn  :  *
Futenir  7  Neran  Miekenuri  (zum  Schut  der
u  Kigonser  «  -
Misson.  Ggera  zum  Schuptz  der  wiederbezogenen
Zur  Zeit  ließ  F  —-HI..«:
  Jz  Hauptmann  v.  Kleist  noch  eine
Furzuben  Abteilung  in  Upangwa  am  Lukalawa
ie  ua-  um  Unterwerfungen  anzunehmen  und  um
nterworfenen  äu  schützen.
sicherte  die  Polizeiabteilung  Neu-„

  leinga
Langenbur
Fugenburg,  Nord-Ubena  die  2.  Kompagnie.  Süd- 



Ungoni  war  und  blieb  vollkommen  ruhig.  Die
Missionare  des  Ordens  von  St.  Benedict  hatten
ihre  Tätigkeit  in  Peramiho  ungestört  und  ohne
militärischen  Schutz  wieder  aufnehmen  können.

Am  28.  April  traf  die  zur  Besatzung  des
M.  P.  Gumbiro  bestimmte  Abteilung  der  8.  Feldkompagnie
  dort  ein.  Dadurch  wurde  mein  Begleitkommando,
  das  diesen  Posten  bisher  besetzt
hatte,  zum  Vorgehen  nach  Osten  frei.

Am  3.  Mai  trat  ich  von  Gumbiro  aus  den
Marsch  nach  Kitanda  an.  Dort  wollte  ich  die
diesseitigen  Truppenabteilungen  gegen  Mgende
ansetzen  und  mit  der  Militärstation  Mahenge  und
der  11.  Feldkompagnie  zwecks  gemeinsamen  Vorgehens
  in  Verbindung  treten.

Der  3.  Mai  1906  war  für  den  Abmarsch
meines  Stabes  von  Gumbiro  nach  Kitanda  angesetzt.


Leutnant  v.  Blumenthal  war  auf  der  Straße
Ssongea—Mahenge  unter  täglichen  Zusammenstößen
  mit  dem  Gegner  bis  zum  Mkupeohi  vorgedrungen
  und  hier  stehen  geblieben.

Schabruma  sollte  sich  z.  Zt.  am  Luwegu  aufhalten,
  dort,  wo  auf  der  Karte  1:  300  000  der
Luhira,  in  Wirklichkeit  aber  der  Lirondo  mündet.
Bei  ihm  befand  sich  angeblich  Ngosingosi,  während
ich  Mohamakiro  mit  den  Wangindo-Führern  am
mittleren  Luhanjandu  annahm.

Im  Verlauf  des  Aufstandes  hat  sich  immer
mehr  gezeigt,  welche  überragende  Herrscherstellung
Schabruma  im  Südwesten  der  Kolonie  einnahm.
Er  war  der  Herr  von  Nord-Ungoni  und  der  Eroberer
  Upangwas,  Süd-Ubenas,  Matumbis,
Mgendes  und  von  Mpepos  Reich,  sowie  der  einzige,
  der  den  Angriffen  der  Wahehe  in  den  80er
und  Anfang  der  90er  Jahre  erfolgreich  widerstanden
  und  sie  zu  einem  langjährigen  Frieden
gezwungen  hatte.  Auch  von  den  Deutschen  hat
er  sich  anscheinend  nur  als  besiegt,  nicht  aber
als  unterjocht  gefühlt.  Tatsächlich  erkannte  er
s.  Zt.  die  deutsche  Herrschaft  nach  kurzem  Widerstand
  freiwillig  an,  beeinflußt  durch  Kwawas
Niederlagen  und  das  Zureden  des  Arabers
Raschid.

Schabruma  wur  in  gewisser  Weise  überlegen.
Die  tüchtigsten  Führer  der  Aufständischen  waren
Mohamakiro  und  Ngosingosi.  Ihre  Stellung  als
jüngerer  ungern  geduldeter  Bruder  des  Groß-Sultans
  bzw.  als  Sohn  eines  Vasallenfürsten
hinderte  sie  aber,  den  Einfluß  Schabrumas  auf
die  Eingeborenen  zu  gewinnen.

Die  abergläubische  Furcht  vor  Schabruma
war  so  groß,  daß  er  im  April  und  Mai  d.  Js.
vier  Wochen  lang  mit  wenigen  Leuten  nur  etwa
8  Wegstunden  von  der  Residenz  des  treugebliebenen
Sultans  Mpepo,  seines  Onkels  und  Todfeindes,
        <pb n="418" />
        W  340  2c

entfernt  sitzen  konnte,  ohne  von  Mpepo  und  seinen
Leuten  irgendwie  gestört  zu  werden.

Es  war  zu  befürchten,  daß  Schabruma,  der
bei  der  hervorragenden  Nachrichtenübermittlung
der  Ausständischen  auch  über  die  kleinsten  Truppenverschiebungen
  unterrichtet  ist,  durch  die  Truppen-=ansammlungen
  an  den  Grenzen  Mgendes  veranlaßt
  werden  würde,  der  ihm  drohenden  Einschließung
  durch  den  Abmarsch  nach  Süden  oder
Westen  zu  entgehen.

Ich  besetzte  daher  den  Likuyn-Posten  mit  zwei
Europäern  uund  50  Hinterladern  unter  Oberleutnant
  Hudemann,  den  ich  anwies,  in  der  Linie
Mbarangandu-Posten—  Mündung  des  Likuyn  in
den  Luwegu  einen  Durchbruch  der  Ausständischen
zu  verhindern.  Leutnant  v.  Blumenthal  erhielt
Befehl,  seine  Stellung  am  Mkupehi  aufzugeben
und  nach  Kitanda  zu  kommen.  Ich  wollte  dort
seine  Abteilung  neu  formieren  und  dazu  verwenden,
  den  Luwegu  von  der  Horobo=  bis  zur
Lirondomündung  gegen  einen  Durchbruch  des
Gegners  nach  Westen  zu  sperren.

Um  Schabruma  den  etwa  beabsichtigten  Abmarsch
  nach  Westen  noch  mehr  zu  erschweren,
machte  ich  den  Marsch  von  Gumbiro  nach  Kitanda
in  zwei  Kolonnen.  Ich  selbst  marschierte  auf  der
direkten  Straße  und  sandte  Leutnant  v.  Lindeiner
auf  einem  nördlichen  Wege  über  Mtumbikaya,
Majimahn  und  Homera.

Am  6.  Mai  traf  ich  in  Kitanda  ein,  zur  selben
Zeit  mit  dem  aus  Mgende  kommenden  Leutnant
v.  Blumenthal.  Die  Ankunft  des  Leutnants
v.  Lindeiner  erfolgte  erst  am  9.  Mai.  Es  war
ihm  geglückt,  das  Lager  des  Fundi  Mrefu,  des
Anführers  der  Elefantenjäger  Schabrumas,  zu
überfallen  und  den  Ausständischen  Verluste  beizubringen.


In  Kitanda  wollte  ich  das  beabsichtigte  Vorgehen
  gegen  die  Landschaft  Mgende  einleiten.
Da  die  Aufständischen  es  in  meisterhafter  Weise
verstehen,  dem  einseitigen  Vorgehen  von  zwei
oder  drei  Abteilungen  auszuweichen,  ohne  neunenswerte
  Verluste  zu  erleiden  (das  Abbrennen  ihrer
Ortschaften  hat  für  sie  nicht  die  Bedeutung  von
solchen),  beschloß  ich,  verschiedene  Abteilungen
gleichzeitig  von  Norden,  Osten,  Süden  und  Westen
den  Vormarsch  nach  Mgende  antreten  zu  lassen.
Das  gemeinsame  Marschziel  aller  Abteilungen
sollte  die  Ortschaft  Mpondas,  des  mächtigsten
Mgende-Jumben,  sein.

Es  liegt  in  der  schlechten  Wegsamkeit  des  hier
in  Betracht  kommenden  Landes  und  in  der
mangelnden  Nachrichtenübermittlung,  die  einzig
Fußgängerpatronillen  besorgen,  begründet,  daß
der  Führer  einer  größeren  Unternehmung  den
Einfluß  auf  eine  Abteilung,  die  zu  einem  bestimmten
  Zweck  eingesetzt  und  abgerückt  ist,  für

 

die  Dauer  der  Erledigung  ihrer  Aufgabe  verliert.
Will  er  sich  seinen  Einfluß  auf  diese  Abteilung
auch  für  die  Dauer  ihrer  Einzelunternehmung
sichern,  so  muß  er  ihr  bestimmte  Punkte  angeben,
die  sie  zu  einer  gewissen  Zeit  zwecks  Entgegennahme
  von  Nachrichten  und  Instruktionen  zu  erreichen
  hat.  Besonders  notwendig  wird  diese
Maßnahme,  wenn  mehrere  Abteilungen  nebeneinander
  gegen  das  gleiche  Ziel  operieren.

Aus  diesen  Erwägungen  heraus  war  die
Unternehmung  gegen  Upangwa  angelegt,  und
ich  wollte  jetzt  das  Vorgehen  gegen  Mgende  einleiten.


Zum  gleichzeitigen  Einmarsch  von  Norden,
Osten,  Süden  und  Westen  war  ich  zu  schwach,
auch  operierten  in  den  nördlich  und  östlich
Mgendes  gelegenen  Landschaften  andere  Detachements,
  auf  deren  Mitwirkung  ich  rechnen  zu
können  glaubte.

Von  der  14.  Feldkompagnie  hatte  ich  Nachricht
  erhalten,  daß  die  Gebiete  an  der  Karawanenstraße
  Kilwa—  Ssongea  bis  zum  Mbarangandn
von  Aufständischen  gesäubert  wären,  auf  die  Teilnahme
  dieser  Kompagnie  glaubte  ich  also  bestimmt
rechnen  zu  können.  Aus  dem  Mahenge-Bezirk
dagegen  hatte  ich  seit  dem  Februar  nichts  mehr
gehört,  nahm  aber  an,  daß  auch  dort  die
Operationen  weit  genng  gediehen  seien,  um  einen
Teil  der  12.  Feldkompagnie  und  der  Abteilung
Seyboltstorff  abkömmlich  zu  machen.  Mit  der
14.  Feldkompagnie  und  den  Truppenführern  in
Mahenge  wollte  ich  mich  in  Verbindung  setzen,
um  die  Landschaft  Mgende  bis  zu  einem  bestimmten
  Zeitpunkt  einzuschließen  und  dann  den
gleichzeitigen  Vormarsch  zu  beginnen.  Auf  diesem
Vormarsch  sollten  die  Abteilungen  zur  selben  Zeit
bestimmte  Punkte  erreichen  und  dort  einige  Tage
stehen  bleiben,  um  mit  den  Nachbarabteilungen
die  Verbindung  herstellen  und  etwa  eingetretene
Friktionen  beseitigen  zu  können.  Hierdurch  erschien
  mir  ein  übereinstimmendes  Handeln  aller
Abteilungen  während  der  ganzen  Unternehmung
gesichert.

Der  Beginn  der  Unternehmung  hing  ab  von
dem  Zeitpunkt,  zu  dem  der  unter  Oberlentnant
v.  der  Marwitz  zum  Rovuma  gesandte  Teil  der
13.  Feldkompagnie  bei  Ngeregere  an  der  Straße
Liwale—Ssongea  bereitstehen  konnte.  Erst  wenn
ich  diesen  Zeitpunkt  erfuhr,  war  ich  imstande,  der
14.  Feldkompagnie  in  Donde  und  den  im  Mahenge-Bezirk
  operierenden  Truppenführern  meine  Absichten
  mitzuteilen.  Mit  dem  endgültigen  Vormarsch
  der  Abteilungen  des  mir  unterstellten  Expeditionskorps
  mußte  ich  dann  so  lange  warten,
als  die  aus  Donde  und  Mahenge  kommenden
Truppen  zum  Marsch  in  die  ihnen  zugedachten
Stellungen  gebrauchten.
        <pb n="419" />
        V  341  20

v  dam  10.  Mai  erhielt  ich  von  Oberleutnant
1.  arwitz  Meldung,  daß  seine  Abteilung  am
fall  ai  bei  Ngeregere  eintreffen  würde.  Gleich-*
  am  10.  Mai  gab  ich  den  Befehl  zum  Vorgehen
  gegen  Mgende.
*7r*5  meinem  Begleitkommando,  der  13.  Feldnahnssie
  und  der  Abteilung  Blumenthal  über-S##re
  ich  die  Süd--  und  Westfront  Mgendes.  Die
Nord-  ut  überließ  ich  der  14.  Feldkompagnie,  die
Grapostkront  der  Abteilung  des  Oberleutnants
14  Sepboltstorf  (deren  Unterstellung  unter  die
die  Feldkompagnie  mir  nicht!  bekannt  war)  und
Nordfront  den  Truppenteilen  in  Mahenge.
w  ls  Datum,  zu  dem  die  Einschließung
30#ende  beendet  sein  sollte,  wählte  ich  den
"  Wai.  An  diesem  Tage  hatten  einzutreffen:
W  Abteilung  der  13.  Feldkompagnie  unter
Votrleutnant  v.  der  Marwitz  (4  Europäer,  60
mae.  I.  Maschinengewehr)  von  Ngeregere  kom-11#z#
  bei  Masimahn  (an  der  Mampjui-Straße
in  westlich  des  Mbarangandu).
O-  Eine  Abteilung  der  13.  Feldkompagnie  unter
*  erleutnant  Hudemann  (2  Europäer,  35  Askari,
zaf  Irreguläre)  vom  Likuyn-Posten  kommend  am
diem  mmenfluß  des  Luhanjandn  und  des  Nijahe,
ht  westlich  des  Mburumui-Berges.
beill-beine  Abteilung  (Begleitkommando  und  Ab-4
  ug  Blumenthal;  insgesamt  5  Europäer,  70
ari,  40  Jrreguläre)  am  Mkupehi  bei  Tangiros.
Die  Abteilungen  der  14.  Feldkompagnie  und
n  Hrafen  Seyboltstorff  von  Osten  bzw.  Nordüben
  kommend,  am  Übergang  der  Mgende-Straße
er  den  Mitondo.
mit  de-  12.  Kompagnie  hatte  vom  25.  Mai  ab
zn  rei  Abteilungen  den  Luwegu  von  der  Mün-9
  des  Lukula  bis  zur  Mündung  des  Ligombe
en  und  zwar  mit  je  einer  schwächeren
ann#ung  (etwa  1  Europäer,  25  Askari)  an  der
dritten  sceder  genannten  Flüsse  und  mit  einer
0  bis  50  eren  Abteilung  (etwa  2  Europäern  und
imlunn-m.  Ointerladern)  am  Lukula  südlich  des
Aus  diaces  bei  Mtundika  wanas.
ohne  besondler  ersten  Stellung  war  am  1.  Juni
in  eine  zweiten  Befehl  der  Vormarsch  anzutreten
Die  Abteil  engere  Stellung,  in  der  standen:
Ronte  vom  un  Marwiß  dort,  wo  die  Zenekesche
schreitet  Jannar  1901  den  Muhange  überdes

  die  Abteilung  Hndemann  am  Zusammenfluß
Hhanjandn  und  Matanda.
Zeine  Abteilung  bei  kwa  Libnka.
des  Seb  Abteilungen  der  14.  Feldkompagnie  und
die  Scherlentnants  Graf  Seyboltstorff  dort,  wo
den  abe  nach  Matomondas  zum  letzten  Mal
Diesewaht  überschreitet.
erreiche  Kisweite  Aufstellung  sollte  am  4.  Juni

des

 

Die  Abteilungen  der  12.  Kompagnie  an  der
Lukula=  und  Ligombe-Mündung  hatten  den  Vormarsch
  der  südlich  des  Luwegu  vorgehenden
Flügelabteilungen  auf  dem  nördlichen  Luweguufer
  zu  begleiten,  bis  sie  am  4.  Juni  gegenüber
den  Mündungen  des  Nawawaßi  und  Kiraunda
eintrafen.  Die  3.  Abteilung  der  12.  Kompagnie
südlich  des  Kitukutu-Berges  sollte  während  dieser
Bewegung  stehen  bleiben.

In  der  zweiten  engeren  Aufstellung  sollten  die
Abteilungen  Verbindung  aufnehmen.  Die  Nachrichtenübermittlung
  innerhalb  der  Einschließungslinie
  hatte  durch  Laufzettel  zu  erfolgen.

Die  Schlußbewegungen  gegen  Mpondas  beabsichtigte
  ich  am  8.  Juni  anzutreten.

Der  Zweck  des  konzentrischen  Vorgehens  war,
den  Gegner  südlich  des  Luwegu  einzukreisen.
Die  Marschrouten  waren  nur  allgemein  angegeben,
die  Marschzeiten  sehr  reichlich  bemessen.  Alles
Nähere  überließ  ich  den  im  Rahmen  des  Ganzen
und  auf  den  Endzweck  hin  zu  fassenden  Entschließungen
  der  Abteilungsführer.

Das  Vorgehen  starker  Abteilungen  gerade  am
Mbarangandu  erschien  mir  besonders  wichtig,
denn  diese  Gegend  war  bisher  von  Truppen  noch
nicht  berührt  worden,  und  hier  sollten  zahlreiche
Rebellenführer  aus  Matumbi,  Liwale,  Madaba,
Donde  und  Mahenge  sitzen.

Die  Abteilungen  der  12.  Kompagnie  wies  ich
an,  sich  zunächst  auf  einen  lebhaften  Patronillengang
  am  Luwegu  zu  beschränken  und  vorläufig
auf  dem  nördlichen  Luwegunfer  zu  bleiben,  da
bei  einem  vorzeitigen  Vorstoß  ihrerseits  über  den
Luwegu  es  den  in  Mgende  versammelten  Aufständischen
  ein  Leichtes  sein  müßte,  zwischen  den
am  30.  Mai  noch  räumlich  weit  getrennten  Abteilungen
  der  13.  und  14.  Feldkompagnie  hindurch
  nach  Süden  zu  entkommen.  Der  Likuynposten
  wurde  für  die  Dauer  der  Mogende-Expedition
  aufgegeben,  der  Kitandaposten  dagegen
blieb  mit  einem  Europäer  und  30  Askari  besetzt.

Für  den  Fall,  daß  die  Aufständischen  schon
im  Beginn  der  Einschließungsbewegungen  versuchen
  sollten,  nach  der  portugiesischen  Grenze  zu
entkommen,  postierte  ich  eine  Abteilung  der  Polizeiabteilung
  Ssongea  westlich  Ngerengere.

Die  aus  Mgende  eingelaufenen  Nachrichten
ließen  mich  befürchten,  daß  die  Truppen  dort  mit
erheblichem  Lebensmittelmangel  zu  kämpfen  haben
würden.  Ich  gab  den  Abteilungen  daher  auf,
sich  mit  Proviant  für  drei  Wochen  zu  versehen.
Um  auf  alle  Fälle  vorbereitet  zu  sein,  errichtete
ich  am  Luwegu  ostnordöstlich  Kitanda  vorübergehend
  einen  kleinen  Posten,  auf  dem  bis  zum
30.  Mai  250  Lasten  Reis  und  Mehl  bereit  lagen.

Am  12.  Mai  sandte  ich  Leutnant  v.  Blumenthal
  an  den  Luwegu  ab,  mit  der  Aufgabe,  bis
        <pb n="420" />
        342  20

zum  Beginn  meines  Vormarsches  den  Luwegu
für  die  in  Mgende  sitzenden  Rebellen  zu  sperren.
Leutnant  v.  Blumenthal  hatte  ferner  den  ebenerwähnten
  Posten  einzurichten  und  dort  den  Flußübergang
  vorzubereiten.  Bei  seiner  Abteilung
befand  sich  ein  Bootsbauer.

Um  den  nach  Mgende  geflohenen  Wangoni
eine  vorzeitige  Rückkehr  nach  Ungoni  noch  mehr
zu  erschweren,  sandte  ich  bis  zu  meinem  Abmarsch
eine  starke  Patronille  unter  Vizefeldwebel  Krella
nach  Mbekwani  und  trat  den  Marsch  zum  Luwegn
in  zwei  Kolonnen  an;  ich  selbst  mit  der  Hauptkolonne
  auf  dem  direkten  Wege,  Leutnant
v.  Lindeiner  mit  einer  schwächeren  Abteilung  auf
einer  nördlicheren  Route.

Am  21.  Mai  marschierte  Leutnant  v.  Lindeiner,
dessen  Abteilung  den  weiteren  Weg  hatte,  von
Kitanda  ab.  Ich  selbst  folgte  am  23.  Mai.

Am  25.  Mai  traf  ich  auf  dem  Posten  am
Luwegn  ein  und  vereinigte  mich  dort  mit  den
Abteilungen  Lindeiner  und  Blumenthal.  Das
Pori  zwischen  dem  Luwegu  und  Kitanda  war
voll  von  Wangoni,  die,  vom  Hunger  getrieben,
von  Mgende  in  ihre  Heimat  zurückkehren  wollten.
Der  Hunger  hatte  sie  gleichgültig  gegen  alles  gemacht,
  der  Tod  oder  die  Gefangennahme  erschien
ihnen  eine  Erlösung.  Es  war  ein  Jammer,  die
Gestalten  zu  sehen.  Kräftig  waren  sie  mit  Weib
und  Kind  und  ihrer  wertvollen  Habe  nach  Mgende
gezogen,  dem  Hungertode  nahe  kehrten  sie  zurück,
nachdem  sie  selbst  ihre  Weiber  und  Kinder  für
Lebensmittel  verkauft  hatten.

Leutnant  v.  Blumenthal  hatte  seine  Aufgabe,
Schabruma  am  Abmarsch  aus  Mgende  zu  hindern,
vortrefflich  gelöst.  Er  hatte  die  Aufständischen
vom  Luwegu  verdrängt,  mehrere  Lager  überfallen
und  dem  Gegner  erhebliche  Verluste  beigebracht.
Schabruma  war  den  Luwegn  abwärts  auf  kwa
Mageja  abgezogen.

Der  Luwegu-Posten  war  so  stark  befestigt,  daß
zu  seiner  Besatzung  und  zum  Schutze  des  aufgestapelten
  Proviants  15  marschunfähige  Askari
und  Irreguläre  unter  einer  farbigen  Charge  genügten.
  Mit  Hilfe  dieses  Postens,  dessen  Besatzung
  gleichzeitig  als  Relais  diente,  bin  ich
während  der  ganzen  Dauer  der  Mgende-Expedition
in  Verbindung  mit  Kitanda  und  Ssongea  geblieben.
  Er  liegt  an  einer  Stelle,  wo  sich  Stromschnellen
  im  Fluß  befinden  und  wo  auf  den  über
den  Wasserspiegel  ragenden  Steinen  auch  ein
Übergang  zu  Fuß  möglich  ist.

Auf  dem  Luwegu-Posten  verproviantierte  ich
meine  Abteilung  für  7  Tage  und  trat  am  27.  Mai
den  Marsch  nach  Tangiros  an.  In  meiner  linken
Flanke  sandte  ich  Leutnant  von  Blumenthal  mit
40  Hinterladern  und  20  Hilfskriegern  schon  am
26.  Mai  auf  dem  rechten  Luwegunfer  nord=  bzw.

 

nordostwärts.  Er  sollte  die  Aufständischen  weiter
nach  Osten  in  das  umschlossene  Gebiet  hereindrängen,
  die  Verbindung  mit  der  an  der  Ligombemündung
  supponierten  Abteilung  der  12.  Kompagnie
  herstellen  und  am  Mkupehi  wieder  zu  mir
stoßen.

Mit  den  Abteilungen  v.  der  Marwitz  und
Hudemann  hatte  ich  seit  ihrem  Abmarsch  von
Ngeregere  bzw.  Likuyn  keine  Verbindung.

Am  27.  Mai  erhielt  ich  etwa  10  km  östlich
des  Luwegu  eine  Nachricht  von  Hauptmann  Frhr.
v.  Wangenheim  aus  Mahenge,  den  meine  Aufforderung
  zur  Teilnahme  an  der  Mgende-Expedition
am  18.  oder  19.  Mai  einen  Tagemarsch  westlich
Mahenge  erreicht  hatte.  Er  teilte  mir  mit,  daß
er  mit  der  Durchführung  der  militärischen  Maßnahmen
  im  Mahengebezirk  betraut  und  eben  im
Begriff  sei,  mit  der  Expeditionskompagnie  und  der
12.  Kompagnie  gegen  Mgende  vorzugehen.  Am
30.  oder  31.  Mai  wollte  er  mit  der  Expeditionskompagnie
  von  Nordwesten  kommend  bei  kwa
Libuka  und  mit  der  12.  Kompagnie  bei  Mpondas
stehen,  um  von  dort  aus  das  Land  zu  unterwerfen.


Dieses  Vorgehen  störte  die  von  mir  ergriffenen
Maßnahmen,  ich  konnte  aber  keinen  Grund  darin
erblicken,  die  sorgfältig  eingeleiteten  Bewegungen
abzubrechen.  Erstens  dürfen,  wie  schon  bemerkt,
die  Grenzen  eines  Verwaltungsbezirks  dem  Vorgehen
  von  Truppenteilen  nicht  Halt  gebieten,
wenn  dies  Vorgehen  dazu  dient,  einem  Teil  des
Schutzgebietes  die  Ruhe  wieder  zu  geben;  zweitens
waren  die  Führer  der  aufständischen  Bewegung
in  Ungoni  z.  Z.  sämtlich  in  Mgenda  und  sie  unschädlich
  zu  machen,  mußte  mein  vornehmstes
Trachten  sein;  drittens  hatte  ich  es  garnicht
mehr  in  der  Hand,  die  Abteilungen  der  13.  Feld-Kompagnie
  aufzuhalten,  ehe  sie  die  ihnen  für  den
4.  Juni  zugewiesenen  Stellungen  erreicht  hatten.
Wohl  aber  lag  der  Gedanke  nahe,  daß  die  Aufständischen,
  durch  das  einseitige  Vorgehen  der
starken  Mahenge-Abteilungen  aus  Mgende  herausgedrängt,
  sich  auf  die  verhältnismäßig  schwachen
Abteilungen  der  13.  Feld-Kompagnie  werfen
würden,  ehe  diese  die  Verbindung  miteinander
hergestellt  hatten  und  sich  gegenseitig  unterstützen
konnten.  Auf  Grund  dieser  Uberlegung,  unter
Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  bei  kwa
Libuka,  wo  ich  am  4.  Juni  eintreffen  wollte,  bereits
  am  30./31.  Mai  die  Kompagni##  Wangenheim
stand,  und  in  dem  Gedanken,  mich  der  durch  das
Eingreifen  der  Mahenge-Kompagnie  geschaffenen
Lage  in  der  bestmöglichen  Weise  anzupassen,
faßte  ich  den  Entschluß,  die  Abteilung  Blumenthal
  sofort  an  mich  heranzuziehen  und  bei  meinem
Vormarsch  von  Tangiros  die  Richtung  auf  Ligambiro
  einzuschlagen.
        <pb n="421" />
        W  343  20

Leutnant  v.  Blumenthal  erhielt  am  27.  Mai
Deebe,  sofort  nach  Tangiros  zu  kommen.  Sein
*  eiben  bei  kwa  Mageja  war  überflüssig,  denn
9l  mußzte  die  Kompagnie  Wangenheim  den
Luwegu  überschreiten.
teili  m  29.  Mai  vereinigte  ich  mich  mit  der  Abv“
  W  Blumenthal  bei  Tangiros.  Leutnant
d0.  umenthal  war  am  27.  Mai  östlich  des  Lu-9e.
  Zu  von  Wangoni  und  Wangindo  heftig  anbabresfen
  worden.  Nach  längerem  Feuergefecht
neuer  er  den  Gegner,  der  sich  wiederholt  von
wor##n  festsetzte,  mit  Verlust  von  16  Toten  gekrie
  jen.  Diesseits  wurden  ein  Askari,  ein  Hilfsthaher
  und  das  Reittier  des  Leutnants  v.  Blumena#
  verwundet.  Schabruma  war  auf  Mageja,
W  gerade  auf  die  anmarschierende  Kompagnie
vangenheim  zurückgegangen.
Mit  Am  Mkupehi#  fand  sich  sehr  viel  eben  gereifter
*  ama  auf  den  Feldern,  den  die  Eingeborenen
9  meinem  Weitermarsch  voraussichtlich  sofort
krmtet  und  beiseite  gebracht  hätten.  Ich  blieb
U  so  am  30.  und  31.  Mai  —  wie  dies  in  den
Vrünglichen  Dispositionen  auch  vorgesehen  war
du  4  bei.  Tangiros  liegen,  um  zu  furagieren  und
en  y  starke  Patronillen  das  umliegende  Gelände
absuchen  zu  lassen.
Pan#m  30.  Mai  morgens  wurden  zwei  größere
mit  buillen  ausgesandt.  Leutnant  v.  Blumenthal
It  34  Gewehren  ging  den  Ligombe  abwärts  bis
#um  Luwegn  und  über  den  Luwegu  hinaus.  Er
rorte  am  31.  Mai  abends  zurück,  ohne  etwas
on  den  Ausständischen  getroffen  zu  haben,  hatte

9L

aber  ei  .
»Ist  ein  Lager  der  Kompagnie  Wangenheim  am
Zuwegu  fjestgestellt.  Leutnant  v.  Lindeiner  mit

Aniroffie  Seidel  und  36  Gewehren  klärte  gegen
zunt  mbeki  und  kwa  Libuka  auf.  Er  überraschte
brumleindliche  Lager  und  stellte  fest,  daß  Schagelagerin
  der  Nacht  zum  30.  Mai  bei  Mgombeki
mittleren  habe  und  am  30.  morgens  nach  dem
31.  Mai  Luhanyandu  abmarschiert  sei.  Am
Migohen  bielt  Leutnant  v.  Lindeiner  nordöstlich
v.  Wangene  Derbindung  mit  Hauptmann  Frhr.

genheim  und  kehrte  am  1.  Juni  abends

nach  Tangiros  zurück.

Am  ?  .  ..  .  .
südlichmLY  Juni  marschierte  ich  von  Tangiros
Am  1  igambiro  auf  den  mittleren  Luhanyandu.

bi  Jumi  wurde  am  Luhanyandun  die  Verung,
  mit  der  Abteilung  Hudemann  hergestellt.
M  nant  Hudemann  befand  sich  auf  dem
Matam  zum  Zusammenftuß  des  Luhanyandu  und
folgrelcha  Er  hatte  dem  Gegner  verschiedene  ersich
  *  atronillengefechte  geliefert  und  fühlte
G  t4t  Durchführung  seiner  Aufgabe  stark  genug.
ich  unn  3  nicht  zu  unterstützen  brauchte,  marschierte
der  wank.  Juni  nach  kwa  Mtote  (dem  westlichen
Kom  1  300  000),  mich  so  zwischen  die
agnie  Wangenheim  und  die  Abteilung  Hude

 

schiebend.  Von  hier  aus  wurde  das  Gelände
seitwärts  und  auch  rückwärts  meiner  Stellung
durch  zahlreiche  und  auch  mehrtägige  Patronillen
abgesucht.  Der  Gegner  leistete  nirgends  ernsthaften
  Widerstand.  Es  wurde  festgestellt,  daß
zahlreiche  Aufständische  aus  Donde  und  Ungoni
lange  Zeit  am  Luhanyandu,  Matanda  und  Kiruanda
  gesessen  hatten,  vor  den  anmarschierenden
Abteilungen  aber  nach  Osten  abgezogen  waren.
Durch  andere  Patronillen  wurde  die  Verbindung
mit  der  Kompagnie  Wangenheim  und  der  Abteilung
  Hudemann  aufrecht  erhalten.

Am  6.  Juni  war  die  Verbindung  innerhalb
der  ganzen  Einschließungslinie  hergestellt.  Ich
erfuhr,  daß  die  ganze  14.  Feld-Kompagnie  von
Donde  kommend  auf  Mamiga—Mpondas  vorging,
  und  daß  die  ihr  unterstellte  Abteilung  Seyboltstorff
  ihren  Vormarsch  am  Luwegu  begleitete.

Am  7.  Juni  konnte  ich  übersehen,  daß  dem
Antritt  der  Schlußbewegungen  nichts  mehr  im
Wege  stand,  und  gab  daher  die  Weisung  zum
endgültigen  Vormarsch  auf  Mpondas.

Am  10.  Juni  vereinigte  ich  mich  mit  den  Abteilungen
  Marwitz  und  Hudemann  bei  Mpondas,
wo  am  11.  Juni  Hauptmann  v.  Grawert  (G.)
mit  der  ganzen  12.  Kompagnie  und  die  Hauptleute
  Frhr.  v.  Wangenheim  und  v.  Schönberg  mit
Teilen  ihrer  Kompagnien  zu  mir  stießen.  Am
gleichen  Tage  fand  eine  Besprechung  der  anwesenden
  Truppenführer  über  die  Lage  in  den
verschiedenen  Aufstandsgebieten  statt.  Die  Resultate
  der  gemeinsamen  Expedition  wurden  zusammengestellt
  und  der  erfreuliche  Ausgang  dem
Kommando  der  Schutztruppe  telegraphisch  gemeldet.


Während  der  Operation  gegen  Mgende  hatte
der  Gegner  verloren  an  Toten  436  Männer,  an
Gefangenen  35  Männer,  431  Weiber  und  Kinder.
Erbentet  wurden  42  Gewehre,  12  Elefantenzähne
und  sehr  viele  Speere,  Bogen  und  Pfeile.  Diesseits
  fielen  3  Hilfskrieger,  2  Träger  und  wurden
verwundet  15  Askari,  2  Hilfskrieger.  Die  heftigsten
  Zusammenstöße  mit  dem  Gegner  ereigneten
sich  bei  der  14.  Feld-Kompagnie  und  der  Abteilung
  Seyboltstorff,  denn  tatsächlich  hatte  die
Hauptmasse  der  Aufständischen  nach  Osten  abrücken
wollen.

Die  Unterwerfungen  hatten  in  Mgende  begonnen,
  die  Jumben  Mponda,  Mageja  und
Ntulira  sich  gestellt.  Es  sollte  aber  Mgende  auf
jeden  Fall  von  einem  starken  Posten  besetzt
bleiben,  dem  die  Durchführung  der  Unterwerfung
oblag.  Diesen  mit  der  12.  Kompagnie  zu  übernehmen,
  erklärte  sich  Hauptmann  Frhr.  v.  Wangenheim
  bereit  und  in  der  Lage.

Die  bis  zum  11.  Juni  eingelaufenen  Nachrichten
  gaben  folgendes  Bild  der  Lage:  Die

4
        <pb n="422" />
        W  344  2

zahlreich  in  Mgende  versammelt  gewesenen  Aufständischen
  hatten  bei  dem  frühzeitigen  Vorstoß
der  Expeditionskompagnie  und  der  12.  Kompagnie
den  Abzug  nach  Osten  begonnen.  Trotzdem  die
14.  Feld-Kompagnie  und  die  Abteilung  Marwitz
seitlich  noch  weit  auseinanderstanden,  war  es
ihnen  —  vor  allem  der  14.  Feld-Kompagnie,  geglückt,
  den  Rebellen  erhebliche  Verluste  beizubringen.
  Die  Führer  der  Aufstandsbewegung
aus  Madaba,  Matumbi,  Liwale  und  Donde
waren  erneut  bei  Kopa-Kopa,  dem  Wohnsitz  des
kürzlich  verstorbenen  berüchtigten  Elefantenjägers
gleichen  Namens  am  Mbarangandu  östlich  Majimahn,
  wieder  zusammengekommen.  Bei  ihnen
sollten  sich  auch  einige  Wangoni-Große  befinden.

Die  Masse  der  Wangoni,  vor  allem  Schabruma,
  war  der  Kompagnie  Wangenheim  ausgewichen.
  Nach  Patronillenmeldungen  dieser
Kompagnie  sollte  er  sich  zur  Zeit  noch  im  Luwegugebiet
  nördlich  der  Mkulaberge  befinden.

Gegen  diese  beiden  Gruppen  von  Ausständischen,
am  Mbarangandu  und  am  Luwegu,  wurden
folgende  Maßnahmen  ergriffen.  Hauptmann  Frhr.
v.  Wangenheim  mit  einem  Teil  der  neuformierten
12.  Kompagnie  und  Hauptmann  v.  Schönberg  mit
der  14.  Feld-Kompagnie  und  der  Abteilung  Seyboltstorff
  gehen  gegen  die  Ansammlung  bei  Kopa-Kopa
  vor.  Um  den  Abzug  der  Rädelsführer  ins
portugiesische  Gebiet  zu  hindern,  sperrt  Oberleutnant
  Hudemann  mit  einem  Zug  der  13.  Feld-Kompagnie
  die  Straße  Liwale  —  Ssongea  von
Njeuje  bis  Ngerengere.  Dieser  Zug  der  13.  Feld-Kompagnie
  besetzt  nach  dem  22.  Juli  den  Likuyn-Posten.
  Die  Verfolgung  Schabrumas  und  der
hauptsächlich  aus  Wangoni  bestehenden  Ansammlung
  Aufständischer  am  Luwegu  übernimmt  die
13.  Feld-Kompagnie  (ohne  einen  Zug),  die  ich
eventuell  mit  meinem  Begleitkommando  unterstütze.

Die  14.  Feldkompagnie,  die  Abteilung  Seyboltstorff
  und  der  Zug  13.  Feldkompagnie  unter
Oberleutnant  Hudemann  traten  ihre  Bewegungen
sofort,  d.  h.  am  13.  Juni,  an.  Hauptmann
v.  Grawert  (G.)  war  bereits  am  12.  Juni  zwecks
anderweitiger  dienstlicher  Verwendung  mit  einem
Teil  der  12.  Kompagnie  nach  Mahenge  zurückgekehrt.
  Hauptmann  Frhr.  v.  Wangenheim
blieb  vorläufig  noch  bei  Mpondas  stehen,  um  den
anderen  Abteilungen  Zeit  zur  Umgehung  Kopa-Kopas
  zu  lassen.

Am  15.  Juni  rückte  die  13.  Feldkompagnie
zur  Verfolgung  Schabrumas  ab.  JIch  selbst
wollte  bei  Mpondas  stehen  bleiben,  um  zunächst
Nachrichten  von  der  Kompagnie  abzuwarten  und
danach  mein  Vorgehen  einzurichten.  Mit  meinem
Stehenbleiben  bei  Mpondas  verband  ich  auch  den
Zweck,  diesen  Platz,  an  dem  soeben  etwa  500
Askari  während  mehrerer  Tage  versammelt  waren,

 

nicht  sofort  ganz  preiszugeben,  umsomehr  als  hier
der  neue  Mgendeposten  angelegt  werden  sollte.
Hauptmann  Frhr.  v.  Wangenheim  marschierte  am
16.  Juni  gegen  Kopa-Kopa  und  ich  begann  mit
dem  Ausbau  des  Postens.

Während  des  Verlaufs  der  Mgende-Expedition
waren  mir  aus  Ssongea,  Kitanda,  Gumbiro,
Mbeyera  und  Milow  die  besten  Nachrichten  geworden.
  Dem  Kitandaposten  waren  bei  zahlreichen
  Patronillengängen  mehrere  gute  Fänge
geglückt.  Diesseits  wurde  hierbei  ein  Askari  verwundet.
  In  Ubena  und  Upangwa  war  alles
ruhig,  die  Unterwerfungen  schritten  fort.  Am
zahlreichsten  waren  sie  in  Gumbiro,  wo  sich
mehrere  wichtige  Jumben  stellten.

Am  17.  Juni  verfügte  der  aus  Mahenge  eingetroffene
  und  als  Führer  des  Postens  bei
Mpondas  bestimmte  Leutnant  Lang  über  etwa
40  Askari,  war  also  zur  Besetzung  Mpondas  stark
genug.  Gleichfalls  am  17.  Juni  erhielt  ich  Meldung
  von  der  13.  Feldkompagnie,  daß  Schabruma
im  Lirondo-Tal  nach  Nord-Ungoni  zurückmarschiere.
Da  mein  ferneres  Verbleiben  bei  Mpondas  nicht
mehr  nötig  war,  trat  ich  am  18.  Juni  den  Marsch
über  Ntulira  -  Tangiro—Luweguposten  nach  Litanda
  an.

Nachdem  die  Mgende-Expedition  erfolgreich
geendet  hatte,  war  in  der  letzten  unbotmäßigen
Landschaft  der  allgemeine  Widerstand  gebrochen
und  es  stand  nicht  mehr  zu  erwarten,  daß  eine
größere  gemeinschaftliche  Aktion  mehrerer  Truppenkörper
  nötig  werden  würde.  Das  Land  als
völlig  beruhigt  zu  bezeichnen,  würde  ich  allerdings
  nicht  für  richtig  halten,  so  lange  sich  noch
mehrere  wichtige  Führer  auf  freiem  Fuß  befinden.
  Die  Unschädlichmachung  dieser  Führer
wird  vielleicht  aber  sehr  lange  Zeit  in  Anspruch
nehmen.  Sie  hier  abzuwarten,  kann  ich  nicht
als  meine  Aufgabe  betrachten,  zumal  zur  Erreichung
  dieses  Zwecks  die  jetzt  im  Lande  stehenden
Abteilungen  genügen  dürften.  Ich  beabsichtigte
also,  von  Kitanda  aus  dem  Kommando  der
Schutztruppe  zu  melden,  daß  ich  meine  hiesige
Aufgabe  als  abgeschlossen  betrachte  und  mich
zwecks  anderweitiger  Verwendung  zur  Verfügung
stelle.

Da  erhielt  ich  am  23.  Juni  am  Mkupehi
Nachrichten,  die  mir  den  Wert  alles  bisher  Erreichten
  fraglich  erscheinen  ließen.  Hauptmam
v.  Kleist  meldete  aus  Ubena  und  Upangwa,  daß
er  auf  Grund  gewisser  Anzeichen  neue  Unruhen
befürchte.  Unterworfene,  die  sich  bei  den  Posten
angesiedelt  hatten,  waren  wieder  entlaufen  und
Postboten  wurden  erstochen.  Auch  am  Pitn,  also
in  Nord-Ungoni,  waren  Lebensmittel  suchende
Unterworfene  angegriffen  worden.  Gleichzeitig
meldete  ein  Mgoni  aus  der  Gegend  des  Likuyn-
        <pb n="423" />
        E

postens,  Schabruma  sitze  im  Pori  zwischen  der
Mampiuistraße  und  der  Straße  Ssongea  Mah  nr.
sammle  dort  seine  Leute,  suche  Lebensmittel  zulammen
  und  wolle  demnächst  zum  Rovuma  aufrechen

Einerseits  mußte  ich  schleunigst  nach  Ungoni
zurückkehren,  um  mich  über  die  Unruhen  in
Upangwa  näher  zu  informieren  und  sofortige
Gegenmaßregeln  zu  treffen.  Andererseits  durfte
Schabruma  sich  nicht  ungestört  verproviantieren
und  den  Marsch  zur  Grenze  antreten.  Ich  sandte
daher  am  24.  Juni  morgens  Leutnant  v.  Lindeiner
  mit  Stabsarzt  Dr.  Engeland,  25  Askari
und  15  Irregulären  gegen  Schabruma  und  setzte

selbst  den  Marsch  nach  Kitanda  fort.
er  Luwegu-Posten  wurde  ausgehoben,  die
dort  lagernden  Vorräte  gingen  nach  Kitanda
zurück.  Da  entgegen  den  ersten  Meldungen  in
Mgende  sehr  viel  Proviant  angetroffen  worden
war,  hatte  ich  auf  diese  Lebensmittelreserve  garnicht
  zurückgreifen  brauchen.  Die  Expedition  hätte
alerdings  in  Mgende  nichts  zu  essen  angetroffen,
un  sie  auch  nur  acht  Tage  später  stattgefunden
datte.  Den  Beweis  dafür  erhielt  ich  während
“§  Rückmarsches.  Beim  Einmarsch  in  Mgende
war  der  Mtama  gerade  reif  geworden  und  die
Eingeborenen  hatten  noch  keine  Zeit  gefunden,
ihn  äu  ernten.  Während  des  Aufenthaltes  der
Truppen  bei  Mpondas  waren  die  entfernter  gelegenen
  Felder  abgeerntet  und  das  Getreide  so
versteckt  worden,  daß  es  Mühe  machte,  während
des  Rückmarsches  die  Verpflegung  für  meine  große
mrawane  zusammen  zu  bekommen.  Es  erscheint
um  fraglich,  ob  die  Mgende-Leute  so  schnell  zur
ihre  #ersung,  bereit  gewesen  wären,  wenn  sie
Wide  ebensmittel  in  Sicherheit  und  bei  längerem
atand  nicht  fürs  nächste  Jahr  den  Hunger

Flürchten  gehabt  hätten.

Dort  nu-  Juni  erreichte  ich  den  Kitanda-Posten.
dem  Gras  ich  Oberleutnant  v.  der  Marwitz  mit
erwähnt  weder  13.  Feldkompagnie.  Wie  oben
abziehenden  Hddiese  Kompagnie  den  Spuren  des
hatte  die  Spurchabruma  im  Lirondo-Tal  gefolgt,
hatte  sich  von  1  aber  bald  völlig  verloren.  Es
möglich  it,  ei  neuem  bestätigt,  daß  es  fast  unwenn
  sie  “  n  euer  Abteilung  Eingeborener,  auch
marschiert  ut  allen  möglichen  Impedimenten
sich  der  Hür  folgen,  wenn  anders  sie  überhaupt
Verfolgter  erfolgung  entziehen  will.  Es  ist  den
unben#en  Ein  leichtes,  auch  mit  großen  Haufen
führenert  seitwärts  auszuweichen.  Die  Spuren
auseinen  dmahlich  nach  Hunderten  von  Richtungen
verlorcnn  er,  die  einzelnen  Spuren  werden  bald
wohin  und  während  der  Verfolger  nicht  weiß,
nach  vcbeiter  verfolgen,  treffen  die  Verfolgten
abredene  icht  10  Tagen  an  einem  vorher  veren
  Ort  zusammen,  50  oder  100  km  vor- 



345  20

wärts,  seitwärts  oder  auch  rückwärts  der  Stelle,
an  der  die  Verfolgung  eingestellt  werden  mußte.

Am  28.  Juni  sandte  ich  von  Kitanda  den
Vizefeldwebel  Krella  mit  21  Gewehren  zur  Verstärkung
  der  8.  Feldkompagnie  nach  dem  M.  P.
Gumbiro.  Am  gleichen  Tage  lief  von  Leutnant
v.  Lindeiner  die  erfreuliche  Nachricht  ein,  daß  er
am  25.  Juni  völlig  überraschend  Schabruma  angegriffen
  habe,  der  mit  800  bis  900  Menschen
etwa  3  km  westlich  des  Ligombe-Flusses  in  der
Höhe  des  Madibi-Berges  gelagert  hatte.  Schabruma
selbst  sollte  sicheren  Nachrichten  zufolge  verwundet

worden  sein.  Er  verlor  19  Männer  tot,  14
Männer,  165  Weiber  und  Kinder  gefangen.
Diesseits  war  ein  Ombascha  gefallen.  Erbentet

wurden  Schabrumas  letztes  Vieh,  2  Elfenbeinzähne,
  sämtliches  Hausgerät,  über  200  Lasten
Lebensmittel,  viele  Speere  und  Schilde.  Unter
den  Gefangenen  befanden  sich  die  6  Hauptfrauen
Schabrumas  sowie  7  Kinder,  mehrere  Nebenfrauen
  und  einige  nahe  Verwandte  von  ihm.
Leutnant  v.  Lindeiner  hatte  die  Verfolgung  fortgesetzt
  und  noch  zweimal  waren  Patrouillen  bis.
auf  wenige  100  m  an  Schabruma  selbst  heraitgekommen,
  der  aber  schließlich  doch  (von  etwa
fünf  Leuten  begleitet)  entkam.  Die  ganze  Nachricht
bedentete  entschieden  einen  großen  Erfolg  insofern,
als  es  endlich  gelungen  war,  Schabruma  direkt
zu  fassen  und  seinen  nächsten  Anhang  auseinanderzutreiben.
  Ich  traf  sofort  Maßnahmen,  um  es
ihm  unmöglich  zu  machen,  sich  von  neuem  festzusetzen
  und  zu  sammeln.  Da  die  Abteilung
Lindeiner  aus  dienstlichen  Gründen  zu  mir  zurückkehren
  mußte,  verstärkte  ich  die  Besatzung  des
Likuyu-Postens  und  sandte  eine  Patronille  der
13.  Feldkompagnie  an  den  Luwegu  östlich  Kitanda.

Zur  Erledigung  notwendiger  Arbeiten  mußte
ich  einige  Tage  in  Kitanda  bleiben,  wollte  dann
aber  nach  dem  Westen  gehen,  um  mich  über  die
Lage  bei  Gumbiro  und  in  Upangwa  und  Ubena
zu  orientieren.  Leutnant  v.  Lindeiner  kehrte  am
4.  Juli  nach  Kitanda  zurück.  Am  7.  Juli  erhielt
ich  Nachrichten,  daß  Mohamakiro,  Magewa,  Omari
Kingalla,  Soni  und  die  Mkomanire  sich  am  Luwira
anfhielten.  Es  befinden  sich  dort  große  Felder,
von  denen  ich  bisher  noch  nichts  gewußt  hatte,
und  zwar  die  Felder  des  Mzee  Maliwata.  Dessen
Sohn  Abdalla  Maliwata  ist  einer  der  führenden
Mohammedaner  beim  hiesigen  Aufstand  gewesen.
Weder  der  Luwira-Fluß  noch  die  Ansiedelung  des
Maliwata  sind  auf  den  Karten  zu  finden,  sie
liegen  auf  dem  Blatt  1:  300  000  G.  5  u.  H.  5
etwa  25  km  nordöstlich  des  Wortes  Mohesi.  Ich
traf  sofort  Anordnungen,  daß  der  inzwischen  zur
13.  Feldkompagnie  versetzte  Leutnant  v.  Blumenthal
  mit  40  Askari  dieser  Kompagnie  dorthin
aufbrach.
        <pb n="424" />
        Am  11.  Juli  marschierte  ich  selbst  von  Kitanda

ab  und  erreichte  Gumbiro  am  13.  Juli.

hier  aus  wollte  ich  nach  Rücksprache  mit  Hauptmann
  a.  D.  Richter,  dem  Bezirksamtmann  von
Ssongea,  und  mit  Hauptmann  v.  Kleist,
Führer  der  Truppen  in  Upangwa  und  Ubena,
mir  darüber  schlüssig  werden,
Anwesenheit  im  Ssongea-  Bezirk  nötig  sei  oder

nicht.

In  Gumbiro  fand  ich  die  Lage  so  günstig
wie  möglich.  Am  15.  und  16.  Juli  unterwarfen
sich  die  drei  ältesten  Söhne  Schabrumas,  der

Rest  seiner  Nebenfrauen  und

nächsten  Anhänger.  Sie  hatten  nach  dem  Überfall
  der  Abteilung  Lindeiner  vom  25.  Juni  den
Anschluß  an  Schabruma  nicht  mehr  gefunden.

ob  meine  längere

mehrere

Von  diesem  selbst  verlautete  nichts.

Am  17.  Juli  kam  Bezirtsaminam  Richter
nach  Gumbiro.  Er  stimmte  mit  mir  darüber
überein,  daß  für  Ungoni  nichts  mehr  zu  befürchten

  sei.
A

m  27.  Juli  hatte  ich  auf  dem  früheren
Lukumbru-Posten  eine  Zusammenkunft  mit  Hauptmann
  v.  Kleist.  Nach  dessen  Bericht  handelt  es
sich  bei  den  Unruhen  in  Upangwa  um  die  Unbotmäßigkeiten

  eines  Teils  der

keiten  gemacht  haben.

befürchten.

Die  Lage  erschien  mir  jetzt  derartig,  daß  ich
unterm  28.  Juli  dem  Kommando  der  Schutztruppe
längeres  Verweilen  im

melden  konnte,  mein

freiheitsliebenden
Bergbewohner  bei  Semelagas,  die  aber  auch  vor
dem  Aufstande  den  Behörden  ständig  Schwierig-Ihre
  Unterwerfung  wird
gelingen.  Der  Wiederausbruch  von  Unruhen  in
größerem  Maßstabe  ist  jedenfalls  z.  Zt.  nicht  zu

W  346  20

Von

dem

seiner

 

Ssongea-Bezirk  sei  nicht  nötig,  und  daß  ich  am
3.  August  den  Küstenmarsch  anträte.

Inzwischen  sind  weitere  wichtige  Persönlichkeiten
  wie  Soni,  Mkomerangani,  Pangatschuma
und  Kiminda  dingfest  gemacht.  Schabruma  wurde
am  Ruwari  von  nur  10  Leuten  begleitet  angetroffen
  und  wird  z.  Zt.  von  Patronillen  der
13.  Feldkompagnie  hart  verfolgt.

Der  nördliche  Ssongea-Bezirk  wird  noch  einige
Zeit  im  Kriegszustand  verbleiben  müssen,  ausgenommen
  die  Landschaft  Matumbi,  für  die  ich
das  Kriegsrecht  unlängst  aufhob.  Zur  militärischen
  Besetzung  und  Sicherung  des  Ssongea-Bezirks
  genügen  die  8.  Feldkompagnie,  13.  Feldkompagnie
  und  Polizeiabteilung  Ssongea  in  ihrer
jetzigen  Stärke.  Die  Polizeiabteilung  Ssongen
übernimmt  das  Gebiet  südlich  der  Linie  Lihowera—
Mahuguru  —Njamtumbo—  Mhangasi—  Hanga—
Ratuki—  Ruhuhn.  Die  13.  Feldkompagnie  besetzt
Ungoni  nördlich  dieser  Linie  (einschl.  von  Gumbiro),
die  8.  Feldkompagnie  Upangwa  und  Süd-Ubena.

Ich  möchte  meine  Berichterstattung  nicht  abschließen,
  ohne  nochmals  zum  Ausdruck  zu  bringen,
wie  hervorragend  sich  sämtliche  an  der  Niederwerfung
  des  Aufstandes  beteiligten  Truppenteile
stets  gezeigt  haben.  Nur  mit  Hilfe  der  unermüdlichen
  Pflichttreue  und  Tapferkeit  von  Europäern
und  Farbigen  war  es  mir  möglich,  mit  verhältnismäßig
  wenig  Truppen  in  der  bisher  verstrichenen
  Zeit  weite  völlig  insurgierte  Gebiete  zu
unterwerfen  und  den  fanatisierten  Rebellen  erhöhten
  Respekt  vor  dem  deutschen  Namen  beizubringen.
  Es  ist  anzunehmen,  daß  vor  Ablauf
von  10  Jahren  in  Ungoni  sich  niemand  mit  Aufstandsgedanken
  befassen  wird.

nachwelsung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Sollämtern  an  der  Küste  des  deutsch  ostafrikanischen
Schutzgeblets  im  Oonat  Januar  1907.

 

Salz= 



 

 

 

 

*-  Einfuhr--Ausfuhr=  Schiffahrts-Lolzschlag.  Neben-  Jusgesamt
Jollamt  Voll  Voll  Abgabe  Abgabe  GebührenEinnahmen  1007  1006
Rup.  H.]  Rup.  H.]  Rup.H.]Rup.  H.  Rup.  H.  !  Rup.  H.  Rup.  H.  Mt.  Pf.l  Mt.
l
Tanga  22  165  55,2011  66,5  201  78.5  40  3960  130  22.5324588  S852·785  10|0  100  55
Pangani.  ..  7571  45  1  605  0  526  5  —  —  82  29,  9269  or,512  358  77|6“4104
Bagamoio  11.929  0,5  4732  66  1  57,5  3  125  36  77  19  829  266  439  3323  581  72
Daressalnn2244437  35  1148  o0  80  —  —  —435  03,|38  295  7151  060  9051  494  72
Kilmm.  6  380  87  2515  10  18  6268  S,  6  11  SO
Lindd  7  105  88.51  87212  353  0%  19  —  —  9891  s  13  188  116SS25
Summe  in  Nup.0  156  1  816  e’  1710  58  1656  6857  67  2760  745  112  076  25,  149  435  -120  552  08
Summe  in  Mark
im  Jannar  19071120610  86  21498  82  2280  72201143  563680  991409  435  000  —  —J
Dagegen  im
Jan.  1906  Mf.  145  99  16  38647  33468]  184  59893  5602  011  120  552  08  —  —  —
Zun.  —,  Abn.  —23164  875  112  35  1%  GB1921  0228882,92  —
        <pb n="425" />
        W  347  20

Koamerun.

Die  Unruhen  im  Südbezirk  von  Romerun
1904  bis  1906.
Gierzu  einc  Kartenskizze.)
Bericht  des  Hauptmanus  Schennemann.

Die  aus  politischen  und  wirtschaftlichen  Gründen
notwendige  Eröffuung  des  Landweges  von  der
Kamerunküste  nach  dem  Kongobecken  hatte  zahlreiche
  kriegerische  Unternehmungen  gegen  feindliche
  Stämme  zur  Folge.  Von  beiden  Seiten,
sowohl  von  der  Kamerun=  (Batanga-)  Küste  als
vom  Kongo  strömten  Händler  in  das  gummi=  und
elfenbeinreiche  Land  am  Djah  und  warfen  in
gegenseitiger  Konkurrenz  große  Mengen  von
Waren,  vorzugsweise  Vorderlader  und  Handelsbulver,
  in  Gebiete,  die  von  den  kriegerifschen,
ihrer  Zahl  nach  unterschätzten,  aus  Zentralafrika
Gingewanderten  Kannibalenstämmen  der  Njem
und  Rdsimu  erst  unlängst  okkupiert  waren.

«  Der  erste  Angriff  der  Ndsimu-Njem  im
Jahre  1903,  dem  der  Kaufmann  Monier  der
Gesellschaft  Süd-Kamerun  bei  Lomie  zum  Opfer
siel,  wurde  durch  rechtzeitiges  Eintreffen  von  Verstärkungen,
  welche  seitens  des  Gouvernements  von

nala  über  Jaunde  in  Marsch  gesetzt  waren,
nachdrücklich  abgewiesen.  (Siehe  Kol.  Bl.  1904,
S.  765.)

d  Zur  endgültigen  Sicherung  und  Befriedung
es  Sanga-Ngokogebietes  wurde  die  Verwaltungsanutrale
  von  Molundu  nach  der  Gegend  am
ir  nin-  Diah  verlegt  und  die  neue  Hauptstation
ie  Nähe  des  Dorfes  Lomie  errichtet.

Die  Regierungsstation  Molund  blieb  als  Zollposten
  bestehen.
nddscshrenh  die  Hauptmasse  der  Truppe  noch  im
wurde.  lemgebiet  am  oberen  Djah  festgehalten
mordungerfolgte  im  November  1904  die  Erfellshaft
  Stes  Kaufmanns  Kundenreich  der  Ge-Molundu
  darKamern  in  der  Nähe  der  Station
Gleichzeitig  .“  h  Leute  des  Dorfes  Bokamonene.
kaduma  #b,  rden  bedenkliche  Unruhen  bei  Inder
  Verwal:  er  Ostgrenze  gemeldet.  Der  Chef
sofort  in  Eing  Hauptmann  Scheunemann,  rückte
baren  Kräftälmärschen  mit  den  wenigen  verfügzwön
  Tachen;  5  Mann)  von  Lomie  nach  dem
Ngato#  gemorsche  entfernten  Molundu.  Bei
angef  chwollor  ibn  der  übergang  über  den  stark
zwei  Soldaten  feloetesluh  tritüig  gemacht,  wobei

okamonene  (das  heiß  «  ·
«  Namonen  heißt  „großes  Dorf“)  war
dan  Gemeinwesen  eigenster  Art,  wie  es  9  nur
Eigen  die  unglücklichen  Grenzverhältnisse,  die
miliribe  der  Gkage  Cnd  die  unzureichende
mili  Macht  der  Station  Molundn  in  dieser
Gornm  entwickeln  konnte.  in  dieser

 

In  Bokamonene  hatte  sich  das  Raub=  und
Mordgesindel  der  gesamten  Umgegend,  sowohl  von
deutscher  wie  von  französischer  Seite,  zu  einer  Art
Republik  zusammengeschlossen.  Hier  waren  vertreten:
  Ndsimu,  Kunabembe,  Bombassa,  Missanga,
Bangala  vom  Kongo,  auch  Deserteure  vom  Senegal
  und  aus  Monrovia.  Das  etwa  1500  Meter
lange  Dorf  bestand  aus  zwanzig  Abteilungen,
jede  unter  einem  selbständigen,  sogenannten  Banjochef,
  die  sich  zu  Schutz  und  Trutz  gegen  ihre  gemeinsamen
  Hauptfeinde,  den  Weißen  und  die
Arbeit,  zusammengeschlossen  hatten.  Diese  Banjos
waren  große  palisadierte  Blockhäuser.  Mausergeschosse
  A/71  schlugen  nicht  durch.  Die  Einwohnerzahl
  betrug  etwa  1000  Köpfe,  darunter
zirka  300  professionsmäßige  Krieger.

Die  ganze  Einrichtung  dieses  Raubnestes,
das  sich  in  den  letzten  Jahren  zu  einer  seltenen
Blüte  entwickelt  hatte,  wies  auf  den  Krieg  hin.
Große  Mengen  von  Gewehren  und  Pulver  waren
angehäuft,  darunter  eine  Anzahl  ausgezeichneter
Kapgewehre,  von  französischer  Seite  eingeschmuggelt.


Die  Bokamonenelente  waren  der  Schrecken
der  ganzen  Umgegend.  Sie  bildeten  für  Karawanen
  und  selbst  für  die  Molundustation  eine
ständige  ernste  Gefahr.  Irgendwelche  Anordnungen
  der  Regierung  wurden  seit  Jahren
einfach  verlacht.  Soldaten,  die  das  Dorf
passierten,  wurden  die  Ausrüstungsstücke  vom
vom  Leibe  gerissen.  Dem  Stationschef  von  Molundn
  ließen  die  Bokamonenes  verschiedentlich
sagen,  man  warte  nur  auf  den  Krieg,  man  sei
bereit  und  werde  ihn,  den  Stationschef,  totschlagen
  wie  einen  Hund.

Mehrfache  Morde  wurden  von  den  Bokamonenes
  in  regierungsfreundlichen  Dörfern  verübt.
Ein  Arbeiter  der  Gesellschaft  Süd-Kamerun  wurde
in  Dschimbuli-Namei,  einer  Art  Brückenkopf  von
Bokamonene,  auf  dem  linken  Ufer  des  Bumbaflusses,
  im  Oktober  ormordet.

Nun  erfolgte  am  21.  November  1904  auf
der  Straße  Molundu-Nginda-Kumilla  die  Ermordung
  des  Agenten  Kundenreich  in  zunächst
völlig  unaufgeklärter  Weise  im  Bangandulande.

Die  Untersuchung  ergab  indes  bald,  daß  die
Täter  Bokamoneneleute  waren,  welche  den  Ort
der  Tat  nach  dem  ihnen  verfeindeten  Bangandulande
  verlegt  hatten,  um  diese  bisher  friedlichen
Stämme  mit  dem  Weißen  zu  entzweien.

Kundenreich  war  Faktoreileiter  in  Bokamonene.
Er  soll  nicht  verstanden  haben,  sich  mit  den  Eingeborenen
  zu  stellen.  Die  Verwaltung  hatte  nach
Beendigung  der  Rdsimn-Unruhen  die  Gesellschaft
darauf  aufmerksam  gemacht,  daß  Kundenreich
wohl  zweckmäßigerweise  keine  Verwendung  als
Faktoreileiter  fände.
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        W  348  20

So  lagen  die  Verhältnisse,  als  der  Chef  der
Verwaltung  Anfang  Januar  1905  vor  Bokamonene
  eintraf.  Eine  Stunde  vom  Dorfe  erwarteten
ihn  etwa  200  kampfbereite  Krieger  am  Hauptwege.
  Es  war  durch  Zufall  gelungen,  unterwegs
einen  angesehenen  Bokamonenemann  festzunehmen.
Dieser  redete  den  Leuten  noch  einmal  Vernunft
ein  und  veranlaßte  sie  zum  Zurückgehen  in  das

rf.

Hauptmann  Scheunemann  ließ  nichts  unversucht,
  um  die  Leute  auf  friedlichem  Wege  zu  gewinnen.
  Er  rückte  in  den  Ort  und  setzte  ihnen
in  einer  zweistündigen  Volksversammlung  das
Nötige  auseinander.  Anwesend  waren  nur
Krieger,  sämtlich  schwer  bewaffnet.  Die  Häuptlinge
  ließen  sich  nicht  sehen.  Das  Benehmen  der
Leute  war  unglaublich  frech.

Als  Mörder  des  Weißen  wurden  einstimmig
die  Bangandu  bezeichnet.  Scheunemann  warnte
die  Leute  eindringlich,  Lügen  hierüber  zu  verbreiten,
  und  setzte  ihnen  eingehend  auseinander,
daß  er  unbedingt  darauf  bestehen  müsse,  daß  die
Häuptlinge  sich  auf  der  Station  Molundu  einfänden.

  Nichtgestellung  der  Häuptlinge  bedeute
Krieg.

Darauf  marschierte  Scheunemann  nach  Molundn.
  An  dem  von  der  Gesellschaft  Südkamerun

  mit  großen  Kosten  und  vielem  Geschick
angelegten  Karrenwege  waren  aus  den  meisten
Brücken  von  Bokamonene  die  Nägel  ausgerissen
und  die  Kilometerpfähle  zerbrochen,  eine  unerhörte
  Frechheit  und  ein  Beweis  für  die  Beurteilung
  unserer  Kulturbestrebungen  durch  dieses
Gesindel.

Von  Molundu  aus  ließ  Hauptmann  Schennemann
  noch  mehrere  Male  Aufforderung  an  die
Bokamonenehäuptlinge  ergehen,  sich  zu  stellen.
Die  Uberbringer  wurden  einfach  ausgelacht  und
hinausgeworfen.

Die  Bangandus  dagegen  schickten  Botschaft
auf  Botschaft  und  arbeiteten  fleißig  am  Wege.

Diese  Tatsachen  bestimmten  Hauptmann
Schennemann,  nachdem  er  nunmehr  drei  Wochen
vergeblich  auf  die  Bokamonenehäuptlinge  gewartet
  hatte,  zu  einem  energischen  Einschreiten
gegen  dieses  Ränbernest.

Nach  reiflicher  Uberlegung  und  Besprechung
auch  mit  den  über  die  örtlichen  Verhältnisse
orientierten  Kanfleuten  in  Molundu  kam  Hauptmann
  Schennemann  zu  der  lberzeugung,  daß,
wem  gegen  Bokamonene  nichts  erfolgte,  eine
ernste  Gefahr  für  Leben  und  Eigentum  der
Europäcr  bei  Molundu  und  selbst  für  die  dortige
Station  dauernd  bestehen  bliebe.

Er  beschloß  daher,  Bokamonene  anzugreifen.

Das  befestigte  Dorf  wurde  am  4.  Februar  1905
nach  erbitterter  Gegenwehr  mit  einem  Verlust

 

von  drei  Toten  und  sechs  verwundeten  Soldaten
gestürmt.

Die  exemplarische  Bestrafung  der  Mörder  des
Weißen  machte  einen  derartigen  Eindruck  auf  die
übrige  Bevölkerung,  daß  die  Unruhen  bei  Jukaduma
  (Ndsimn-Unterstamm  Bomome)  auf  völlig
friedlichem  Wege  beigelegt  werden  konnten.

Die  Ermordung  des  Agenten  Kundenreich  ist
aller  Wahrscheinlichkeit  nach  auf  einen  persönlichen
Racheakt  der  Ndsimu  zurückzuführen.

Die  feindselige  Haltung  der  Bevölkerung  in
Bomome  (IJukaduma)  gegen  die  dort  ansässigen
Faktoristen  der  Gesellschaft  Süd-Kamerun  verdankt
  ihre  Entstehung  zum  guten  Teil  einem
zum  mindesten  wenig  geschickten  Verhalten  der
Letzteren.  Gegen  die  Regierung  machte  sich  keine
Mißstimmung  bemerkbar.  Die  Anordnungen  der
Verwaltung  wurden  pünktlich  befolgt.

Auch  die  Stämme  der  Bangandu  und  Kunabembe
  verhielten  sich  ruhig.

Eine  große  Anzahl  der  mit  der  Neuordnung
der  Verhältnisse  unzufriedenen  Ndsimn  hatte  sich
nach  Assobam-Allaman  am  oberen  Bumbafluß,
drei  Tagemärsche  nordöstlich  Lomie,  zurückgegogen.
Die  eingehenden  Bemühungen  der  Verwaltung,
diese  einflußreichen  Häuptlinge  auf  friedlichem
Wege  zu  gewinnen,  blieben  erfolglos.

Den  Interessen  der  Verwaltung  wurde  dort
von  verschiedenen  Firmen  stark  entgegengearbeitet.
Assobam  kanfte  große  Mengen  von  Pulver  und
Gewehren  und  hielt  die  Kaufleute  nur  zu  diesem
Zwecke.  Die  betreffenden  Firmen  hatten  ausdrücklich
  gebeten,  die  Verwaltung  möge  in  Rücksicht
  auf  den  Handel  nicht  nach  Assobam  kommen.
Von  einer  Expedition  dorthin  wurde  daher  zunächst
Abstand  genommen.

Die  Entwicklung  der  Dinge  war,  wie  vorauszusehen,
  die,  daß  die  Kaufleute  bereits  nach
einigen  Monaten  einen  fluchtartigen  Rückzug  von
Assobam  antraten.

Mit  den  südlich  des  Njongflusses  wohnenden,
zahlreichen  und  als  kriegerisch  bekannten  Makkastämmen
  hatte  die  Verwaltung  nähere  Fühlung
noch  nicht  gewinnen  können.  Es  fehlte  hierzu
auch  völlig  an  den  nötigen  personellen  und
materiellen  Mitteln.  Obwohl  nun  jene  Stämme
Fremden  gegenüber  im  allgemeinen  eine  feindselige
  Haltung  bewiesen,  wurde  auch  ihr  Land
entgegen  den  wiederholten  und  eindringlichen
Warnungen  der  Regierung  von  Händlern  durchsetzt,
  deren  Strom  sich  Ende  1904  unaufhaltsam
über  das  Sanga-Ngokogebiet  ergoß.

Das  Gebiet  wurde  teils  mit  einem  Heer
von  farbigen  Händlern  und  Einkäufern  überschwemmt,
  teils  kreuz  und  quer  mit  großen
Warenkarawanen  hausierend  durchzogen  (tradeback.)
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Das  Aufftamdsgebset  im  Süobezirk  Kamerun
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        W  350  20

Die  Waren  wurden  vorschußweise  verausgabt
(Trustsystem).  Sie  bestanden  sowohl  bei  der  Gesellschaft
  Süd-Kamerun  als  auch  bei  den  Bataugafirmen
  der  Hauptsache  nach  in  Pulver  und
Gewehren.  '

Die  Artikel  wurden  stark  entwertet,  da  sie  weit
über  den  Bedarf  der  Eingeborenen  eingeführt
wurden.

Diese  konnten  oder  wollten  die  Gegenwerte  nicht
liefern,  waren  aber  durch  das  in  unsinniger
Menge  eingeführte  Kriegsmaterial  in  Stand  ge—
setzt,  sich  ihrer  Gläubiger  mit  Gewalt  zu  ent—
ledigen.

Eine  Kontrolle  dieses  Handels  oder  ein  Schutz
durch  die  Regierung  war  nicht  möglich,  da  die
Händler  mit  Vorliebe  diejenigen  Gebiete  auf—
suchten,  welche  weder  unterworfen,  noch  in  Verwaltung
  genommen  waren,  eben  um  sich  der
lästigen  Kontrolle  durch  die  Verwaltung  zu  entziehen
  und  in  der  Hoffnung,  in  jenen  unberührten
Gebieten  die  ersten  Schatzgräber  zu  sein.

Dazu  kam  die  Verpflegungsfrage.  Hunderte
von  Händlern  und  Trägern  lagen  wochen-,  ja
monatelang  auf  den  Hauptkarawanenstraßen,  in
den  Dörfern,  stahlen  in  den  Farmen,  vergewaltigten
  die  Weiber  usw.  Das  verhältnismäßig
  noch  wenig  bebaute  und  auf  einen  derartigen
  Durchgangsverkehr  nicht  eingerichtete  Land
war  nicht  imstande,  derartige  Menschenmengen  zu
verpflegen.  Die  Eingeborenen  verlangten  daher
für  die  Lebensmittel  naturgemäß  hohe  Preise,
worüber  es  zu  fortgesetzten  Differenzen  mit  den
Händlern  kam.

Das  herrische  Auftreten  der  weißen  Kaufleute,
die  beliebte  Manier,  in  entlegenen  Gegenden  den
„governor“  zu  spielen,  war  keineswegs  dazu  angetan,
  das  Einvernehmen  mit  den  noch  gänzlich
rohen,  unkultivierten  und  kriegerischen  Kannibalenstämmen
  zu  fördern.

Dazu  kam  schließlich,  daß  die  militärische
Besatzung  des  ausgedehnten  Gebietes  unzureichend
war.  Vor  allem  fehlte  es  der  Verwaltung  an
weißem  Personal.

Alle  diese  Momente  mußten  zum  Aufstande
führen.

Hauptmann  Scheunemann  war  Ende  März1905
kaum  von  seiner  Reis  kad  nach
Lomie  zurückgekehrt,  als  ihn  Meldungen  über  die
Vorgänge  an  der  deutsch-französischen  Grenze
zu  sofortigem  energischen  Einschreiten  an  die  Südgrenze
  riefen,  wo  ihn  der  Streit  um  die  Besetzung
  von  Missum-Missum  bis  Mai  zurückhielt.

Inzwischen  war  seitens  der  Gesellschaft  Süd-Kamerun
  im  Oktober  1904  unter  Führung  ihres
tatkräftigen  Direktors  Grafen  v.  Schlippenbach
eine  Handelsexpedition  von  Kribi  an  den  Njong
in  Marsch  gesetzt,  um  einen  Dampfer  oberhalb

 

der  Tappenbeck-Schnellen  ins  Wasser  zu  bringen
und  von  dort  die  Erkundung  der  Schiffbarkeit  des
Njong  stromaufwärts  vorzunehmen.

Fast  gleichzeitig  folgte  auf  Befehl  des  Gouvernements
  unter  Führung  des  Hauptmanns
Freiherrn  v.  Stein  eine  militärische  Expedition
Niong  aufwärts,  mit  der  Weisung,  das  Unternehmen
  der  Gesellschaft  Süd-Kamernn  nach  Möglichkeit
  zu  unterstützen.

Nun  scheint  Graf  v.  Schlippenbach  das  Vorgehen
  der  Regierung  in  jene  völlig  unberührten
Gebiete  nicht  haben  abwarten  zu  können;  er  ist
vermutlich,  veranlaßt  durch  das  uUnauphaltsamc,
gleichzeitige  Vordringen  der  Konkurrenzfirmen
(der  Konkurrenzkampf  stand  damals  in  höchster
Blüte),  von  dem  sehr  erklärlichen  Wunsche  beseelt
gewesen,  als  erster  mit  seinem  Dampfer  das
Ende  der  Schiffbarkeit  am  oberen  Njong  zu  erreichen,
  seine  Handelsniederlassungen  in  Njem  und
Ndsimu  mit  den  in  großer  Menge  auf  dem
billigen  Wasserwege  heraufgeschafften  Waren  zu
versorgen  und  so  die  Konkurrenz  aus  dem  Felde
zu  schlagen.

Seine  Expedition  stieß  indessen  bereits  Ende
Dezember  1904  kurz  oberhalb  der  Einmündung
des  Longmapfog  auf  Schwierigkeiten  infolge  der
Haltung  der  Eingeborenen.  Graf  v.  Schlippenbach
  schrieb  am  24.  Dezember  1904  an  Hauptmann
  Scheunemann:

„Njong-Depot  Longmapfog.  Euer  Hochwohlgeboren
  erlaubt  sich  die  unterzeichnete  Gesellschaft
  sehr  ergebenst  mitzuteilen,  daß  wir
vorläufig  am  Longmapfog,  dem  linken  Nebenflusse
  des  Njong,  ein  Depot  errichtet  haben,
von  welchem  aus  wir  die  nördliche  Hälfte
unseres  Konzessionsgebietes  bearbeiten  wollen.
Das  Depot  ist  mit  der  Janndestraße  am  Orte
Onanabesse  am  Njong  durch  Dampfer  „Gonverneur
  v.  Puttkamer“  verbunden.

Was  nun  unsere  Verbindungen  von  hier
nach  unseren  Faktoreien  anbelangt,  so  haben
wir  einen  guten  Weg  über  Wollo-Batschongo
nach  Bakinekoe.

So  gut  nun  aber  unsere  Verbindungen
von  hier  nach  Süden  zu  sein  scheinen,  so
schlecht  und  traurig  sieht  es  mit  unserer  Verbindung
  nach  Osten  und  Nordosten  aus.
Diese  Verbindungen  werden  jedoch  in  nächster
Zeit  für  uns  die  wichtigsten  werden.

Wir  konnten  die  Schiffbarkeit  des  Njong
nicht  bis  zum  Ende  ausnutzen,  da  wir  in
Bidule-Bindna  bei  den  Eingeborenen  auf  kein
Entgegenkommen  stießen,  und  wir  mußten
bis  zum  Longmapfog  zurückgehen.  Diese  Leute
leben  mit  den  Makka,  besonders  mit  dem
Makka-Unterstamm  Akkoi,  welche  zwischen  dem
Jebekolle-Unterstamm  Bidule-Bindna  und  dem
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        G  351  20

Wege  Bakba-Moambienne  liegen,  in  Feindschaft
und  verweigerten  daher  von  vornherein  jeden
Trägerdienst.  Auch  unsere  Weyboys  konnten
von  Bidule-Bindna  nicht  nach  Bakba  durchkommen,
  da  sie  von  den  Akkoi  angegriffen
wurden.  Diese  haben,  nebenbei  bemerkt,  vor
eimigen  Tagen  zwei  Händler  der  Wollofaktorei
getötet.“

Bald  darauf  schlug  der  Aufstand  am  ganzen
ren  Njong  in  hellen  Flammen  auf.  Graf
v.  Schlippenbach  erreichte  zwar  mit  Hauptmann
v.  Stein  das  Ende  der  Schiffbarkeit,  starb  aber
hier  am  oberen  Njongdepot  am  24.  März  1905
am  Schwarzwasserfieber.

auptmann  v.  Stein  bekämpfte  von  dem  am
Eite  der  Schiffbarkeit  des  oberen  Njong  angeegten
  Posten  Abong-Mbang  aus  die  aufsässigen
Niong-Makka.

1  goder  Handel  der  Batangafirmen  nahm  Anfang
Nieu  zwei  Hauptrichtungen:  ein  Teil  zog  die
#ua  trabe  über  Ateke-Djahdorf-Lomie  ostwärts
*  Besam-Tinidi-Rgato-Jukaduma  in  Ndsimu,
eil  über  Wollo-Tunga  nordwärts  zum  Njongongmapfog
  nach  Makka.

Die  Firma  Randad  &amp;amp;  Stein  hatte  eine  große

Handelsniederlassung  von  Tunga  nach  Malogele
am  Longmapfog  vorgeschoben.  Die  Bremer
West-Afrika-Gesellschaft  hatte  eine  Faktorei  in
Massanga  im  Essogebiet  errichtet  und  handelte
über  Ebolobingon  nach  dem  Niong.
Von  einem  friedlichen  Handel  in  jenen  Gebieten
  war  schon  lange  keine  Rede  mehr.  Bereits
am  26.  November  1904  zeigte  der  Vertreter
ber#  dirma  Randad  &amp;amp;  Stein  in  Tunga,  Bunkvo
  st,  an,  daß  Händler  der  Firma  auf  dem  Wege
U  Malogele  nach  Jebekolle  von  den  Makka  erdordet
  seien.

Nun  schei  3
eweditionl  auld
diesem  Flusse  und

obe

Vordringen  der  Dampfer-Njong
  die  Stämme  zwischen
engere  .  u  dem  Djah  zu  einem
ue  Iusammenschluß  gegen  die  Weißen  überder
  friegerischt  zu  haben.  Es  hat  sich  im  Laufe
daß  die  Sirenr  Unternehmungen  klar  erwiesen,
Matta,  gsenn  ms  der  Jebekolle,  Jelinda,  Esso,
miteinen  darm  und  Jetsang  im  engsten  Konnex
unterschhten  sanden  und  sich  gegenseitig  kräftig
Nasfenseln,  sobald  es  gegen  den  gemeinsamen
anderaselnd,  den  Weißen,  ging.  Das  schließt  die

cre.  Tatsache  nicht  aus,  daß  sie  sich  früher
utereinander  befehdet  haben.
Stotachdem  nun  die  Expedition  der  Gesellschaft
vrkamernn,  wie  oben  erwähnt,  Ende  De-K#
  100  an  der  Mündung  des  Longmapfog
Gele  Shierigkeiten  gestoßen  war  und  das  ganze
sic,  #  längs  des  Flusses  bereits  gärte,  begab
5en  unvorsichtigerweise  der  Kaufmann  Hinrichsen
er  Bremer  West-Afrika-Gesellschaft  von  Sibbi- 



badde  über  Wollo  nach  Massanga-Ebolobingon.
Hinrichsen  wurde  am  5.  April  1905  von  den
Esso  ermordet.

ÜUber  den  Anlaß  seiner  Ermordung  kursieren
verschiedene  Berichte.  Nach  einer  Fassung  soll
er  bei  einem  Streite  um  die  Bezahlung  von
Produkten  mit  dem  Oberhäuptling  Ebolobingon
mehrere  Schreckschüsse  aus  seinem  Karabiner  in
die  Luft  gefeuert  haben.  Dieses  habe  der  Bruder
des  Häuptlings  als  Feindseligkeit  aufgefaßt  und
den  Hinrichsen  hinterrücks  mit  seinem  Vorderlader
  erschossen.

Alle  Berichte  stimmen  darin  überein,  daß  das
Benehmen  Hinrichsens  nicht  einwandfrei  war,
zum  mindesten  aber  sehr  unvorsichtig  gewesen  ist.

Seine  Ermordung  gab  das  Signal  zum  allgemeinen
  Aufstand  zwischen  Njong  und  Diah.
Die  Häuptlinge  von  Massanga,  Malögele,  Wollo
und  Tunga  standen  in  regen  Handelsverbindungen
und  waren  eng  befreundet.  Mit  knapper  Not

entkamen  die  Weißen  aus  jenen  Faktoreien.
Diese  selbst  wurden  zerstört,  die  zahlreichen

Waren,  Pulver  und  Gewehre,  fielen  in  die  Hände
der  Aufständischen.  Im  Westen  schlossen  sich  der
große  Bulustamm  der  Jetsang,  im  Osten  die
Njemstämme  der  Bamvelle,  Bandsjelle,  Jakoa,
Bamun,  Basieb,  Basiemtza,  Bamenguo,  Bandebe
zu  beiden  Seiten  des  Djahflusses  der  Bewegung
  an.

Die  Landschaften  von  Djahdorf  bis  Lomie
blieben  ruhig,  ebenso  der  ganze  Süden  und  Osten
des  Verwaltungsbezirks.

Nur  drei  Tage  nordöstlich  Lomie  bildete  die
feindselige  Haltung  der  Assobam-Allamanleute  eine
ständige  Gefahr  für  die  Station  Lomie  wie  für
die  Faktoreien  in  Besam-Tinidi  und  die  Verbindung
  nach  Inkaduma  und  Molundu.

Auf  der  Njemstraße,  wo  durch  die  Ubergriffe
der  Handelskarawanen  reichlich  Zündstoff  angehäuft
  war,  richtete  sich  die  Wut  der  Eingeborenen
  gegen  die  gerade  um  diese  Zeit  aus  dem
Inneren  zurückkehrenden,  mit  Gummi  beladenen
Träger.  Zwischen  Tugumedja  und  Wollo  wurden
in  kurzer  Zeit  an  zweihundert  Mann  ermordet
  und  gefressen.  Zwei  unbewaffnete
Postboten  der  Verwaltung,  welche  ahnungslos
von  Lomie  kommend,  die  Straße  passierten,
wurden,  da  sie  vermutlich  für  Träger  einer
Handelskarawane  gehalten  wurden,  etwa  am
24.  April  vom  Häuptling  Nietelle  ermordet.

Auffallenderweise  ließen  die  Eingeborenen  die
Post,  welche  am  28.  April  1905  von  Kam  durch
drei  Soldaten  der  Verwaltung  unter  Führung  des
Polizeisoldaten  Forbot  in  Marsch  gesetzt  wurde,
ungehindert  passieren.  Forbot  war  Anfang  April
allein  nach  Faktorei  Tunga  gesandt,  um  Lasten
für  die  Station  Lomie  abzuholen.  In  der  Nacht
        <pb n="430" />
        352

vom  15.  auf  16.  April  wurde  in  Faktorei  Tunga
eingebrochen.  Am  18.  April  ging  dem  Agenten
Hugo  Faasch  daselbst  von  Tungaleuten  die  Mitteilung
  zu,  daß  er  ermordet  werden  würde,  falls
er  in  Tunga  bliebe.  Gleich  darauf  kam  der
Häuptling  Malogele,  der  die  dortige  Faktorei
des  Herrn  Faasch  zerstört  hatte,  nach  Tunga,  um
den  Weißen  festzunehmen.  Der  Soldat  Forbot,
den  Faasch  zum  Schutze  zurückbehalten,  versicherte
sich  indes  kurz  entschlossen  der  Person  des  Häuptlings
  Malogele  und  brachte  Faasch  nach  dem
Militärposten  Kam  in  Sicherheit.  Von  hier
kehrte  Forbot,  ein  gewandter  alter  Soldat,  Sohn
des  Ngumbahäuptlings  Tunga,  mit  zwei  anderen
Soldaten  und  der  Hauptpost  nach  Lomie  zurück.

Bald  nach  Bekanntwerden  der  Ermordung
des  Kaufmanns  Hinrichsen  auf  dem  Militärposten
Kam  unternahm  der  Leiter  des  sehr  schwach  besetzten
  Postens,  Unteroffizier  Krämer  der  5.  Kompagnie,
  einen  Streifzug  nach  Massanga,  um  sich
eventuell  der  Mörder  des  Hinrichsen  zu  versichern.
  Dieser  an  sich  sehr  schneidige  Streifzug
war  natürlich  ohne  jeden  Erfolg,  da  er  mit
völlig  unzureichenden  Kräften  unternommen  werden
mußte.  Krämer  patronillierte  dann  später  noch
über  Wollo-Tunga  nach  Moenza.  Auf  dem  Rückwege
  wurde  er  bei  Tunga  heftig  angegriffen,
selbst  verwundet  und  hatte  schwere  Verluste.  Die
Faktoreien  in  Wollo  und  Tunga  wurden  nach
Krämers  Abzug  zerstört.

Nach  der  Zerstörung  der  Faktoreien  Wollo-Tunga
  war  die  Nijemstraße  für  den  Verkehr
gesperrt.

Ein  sofortiges  Eingreifen  der  Verwaltung  von
Lomie  aus  war  nicht  möglich,  da  zur  selben  Zeit
das  Rencontre  an  der  französischen  Grenze  in
Missum-Missum  stattfand.  Hauptmann  Schennemann
  brach  auf  die  Nachricht  von  den  am  Diah
ausgebrochenen  Unruhen  sobald  als  möglich  von
Missum-Missum  auf,  den  Polizeimeister  Herzog
mit  vierzig  Mann  als  Grenzschutz  zurücklassend,
und  erreichte  Ende  Mai  Lomie,  das  er  sofort
befestigen  ließ.  (Schluß  folgt.)

75

Deutsch-Südwestafrika.
Von  der  Staatsbahn  Swahopmund—-Windhuk.
Die  Staatsbahn  Swakopmund  —  Windhuk,
welche  während  des  Herero=  und  Hottentottenaufstandes
  in  die  militärische  Verwaltung  einbezogen
  war,  ist,  wie  vom  Gouvernement  telegraphisch
  gemeldet  wird,  am  1.  April  d.  Js.
wieder  in  die  Zivilverwaltung  übergegangen.

 

Die  Kämpfe  gegen  Oorenga  vom  März  bis
September  1905.“)

Wohin  Morenga  mit  seinen  Banden  nach
der  Niederlage  bei  Narudas  in  den  Karrasbergen
Mitte  März  1905  entkommen  war,  darüber
herrschte  bei  den  Deutschen  zunächst  völlige  Ungewißheit.
  Anfänglich  glaubte  man,  daß  sie  nach
allen  Richtungen  sich  zerstreut  hätten.  Allein
schon  die  Uberfälle  auf  die  Kolonne  Kamptz  am
18.  und  21.  März  hatten  diese  Annahme  als
irrig  erwiesen.  Wie  sich  später  durch  Gefangenenaussagen
  herausstellte,  hatte  der  Tag  von  Narndas,
diese  erste  unbestreitbare  Niederlage  des  Morenga,
dessen  Ansehen  empfindlich  geschadet.  Es  herrschte
Uneinigkeit  unter  den  Führern:;  Morenga  schob
dem  Morris  die  Schuld  an  der  Niederlage  zu,
weil  dieser  die  Stellung  bei  Garup  seiner  Ansicht
  nach  viel  zu  früh  aufgegeben  hätte.  Die
Folge  dieser  Streitigkeiten  war,  daß  der  ältere
Morris  (der  jüngere  war,  wie  erst  nachträglich
bekannt  wurde,  im  Gefecht  bei  Aob  gefallen)  mit
seinen  Leuten  sich  von  Morenga  wieder  trennte
und  nach  den  Oranjebergen  zog.  Morengas
Stellung,  die  für  den  Herero  unter  Hottentotten
immer  schwierig  gewesen  war,  hatte  durch  alle
diese  Vorgänge  einen  schweren  Stoß  erlitten,  zumal
  er  durch  die  Verwundung,  die  er  bei  Garis

erlitten  hatte,  zunächst  zur  Untätigkeit  verurteilt
  war.
Die  von  Kapstadt  kommenden  Meldungen

von  einer  Flucht  Morengas  auf  englisches  Gebiet
in  die  Gegend  von  Olifantskloof  erwiesen  sich
indes  als  falsch.  Aller  Wahrscheinlichkeit  nach
hat  er  sich  mit  den  bei  ihm  verbliebenen  Anhängern
  in  das  schluchtenreiche,  zahlreiche,  schwer
auffindbare  Verstecke  bietende  Gelände  der  nordöstlichen
  Ausläufer  der  Karrasberge  geflüchtet.
Auf  jeden  Fall  hatten  die  deutschen  Abteilungen
zu  dieser  Zeit  jede  zuverlässige  Spur  seines  Verbleibes
  verloren,  so  daß  sich  ihnen  kein  greifbares
Angriffsziel  bot.  Lange  sollte  die  Ungewißheit
jedoch  nicht  währen.

Schon  in  den  ersten  Tagen  des  April  traf  in
Keetmanshoop  durch  Leutnant  v.  Westernhagen

*)  Von  dem  in  der  Kriegsgeschichtlichen  Abteilung  l
des  Großen  Generalstabes  bearbeiteten  Werle  „Die
Kämpfe  der  deutschen  Truppen  in  Südwestaeikas
  (E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin)  wird  demnächst
  Heft  5  erscheinen.  Es  enthält  besonders  die
Dasteldeng.  der  Kämpfe  gegen  Cornelius  und  gegen
Morenga  bis  September  1905  sowie  die  des  Unterganges
  Hendrik  Witbois.  Dem  trefflichen  und  dabei
außerordentlich  billigen  Werke  (Preis  jedes  Heftes
durchschnittlich  10  Pfg.),  das  als  würdiges  Denkmal  der
Taten  unserer  braven  Südwestafrikaner  weiteste  Verbreitung
  im  deutschen  Volke  verdient,  ist  mit  Erlaubnis
der  Verlagsbuchhandlung  vorstehender  Abschnitt  entnommen.
  Der  Reinertrag  des  Buches  ist  für  den
Invalidenfonds  der  Afrikakrieger  bestimmt.
        <pb n="431" />
        G  353  20

die  Meldung  ein,  daß  drei  Stunden  nördlich
tarudas  eine  Bande  von  150  bis  200  Hottentotten
  den  südlichen  Rand  der  Kraikluft  besetzt
balte,  Der  mit  dem  Befehl  im  Süden  betraute
dajor  v.  Kamptz  brach  infolgedessen  am  7.  April
mit  der  halben  2.  Batterie  von  Kectmanshoop
nach  Wasserfall  auf,  um  mit  den  rings  um  die
Großen  Karrasberge  verteilten  Abteilungen  nochmals
  konzentrisch  gegen  die  Hottentotten  vorzugehen
  und  die  Südostecke  des  Schutzgebietes  von
allen  Banden  zu  säubern.

Ehe  er  jedoch  diese  Absicht  verwirklichen
konnte,  waren  die  Hottentotten  selbst  zum  Angriff
übergegangen  und  hatten  am  7.  April  die  Pferdewache
  bei  Anams  mit  etwa  200  Mann  überfallen.
  Hauptmann  d'  Arrest,  der  auf  den  Gekechtslärm
  hin  von  seinem  Standorte  Narundas
mit  der  Hälfte  seiner  Kompagnie  (58  Gewehre),
Einem  Geschütz  und  zwei  Maschinengewehren
herbeigeeilt  war,  hatte  den  Feind,  der  die  besetten
  Höhen  mit  äußerster  Zähigkeit  hielt  und
wiederholt  zum  Gegenstoß  vorging,  nach  fast
siebenstündigem  schwerem  Kampfe  zwar  geschlagen,
d  Hottentotten  waren  aber  schließlich  unter
Mitnahme  der  Pferde  nach  Nordosten  verschwunden.
  Sie  hatten  sechs  Tote  auf  dem  Gesechtsfelde
  gelassen,  aber  auch  die  Kompagnie,  die
ihren  Angriff  gegen  den  überlegenen  Gegner
mimmer  wieder  erneuert  hatte,  verlor  sieben

ote  und  vier  Verwundete.

Da  Major  v.  Kamptz,  der  sich  inzwischen
nach  Narndas  begeben  hatte,  in  der  augenblickichen
  Verteilung  der  Truppen  auf  weitem  Raum
zwsschen  den  Karrasbergen  und  der  englischen
Fernze  keine  Gewähr  erblickte,  jedem  Angriff  des
onnors  mit  überlegenen  Kräften  begegnen  zu
lunge,  ordnete  er  die  Vereinigung  aller  Abtei-Osthän
  in  der  Nähe  von  Narndas  an,  so  daß  die
nab-Vöfees  Gebirges  nach  Hafuur-Dawigausgänge
  bort  zu,  insbesondere  die  Gebirgsnur
  die  umen  allen  Truppen  entblößt  wurden;
sontein  und  „auptmann  v.  Koppy  in  Kalkwurden
  dort  benmöad  stehenden  Abteilungen
werdenden  Tr.  elassen.  Durch  die  notwendig
nächste  Zeit  kubenverschiebungen  trat  für  die
ein,  der  ein  Stillstand  in  den  Operationen
bandlungeg  u  benut  wurde,  mit  Morenga  Verzuknüpfene
  zum  Zweck  seiner  Unterwerfung  an-Boroii—



Parsbelpite  Aufang  April  batte  dieser  durch  den
sionsstation  mon  i  von  der  katholischen  Mism#t
  Heirachabis,  der  sich  für  kurze  Zeit
u  daer  der  Hottentotten  aufhielt,  seinen  Wunsch

anndgegeben,  mit  den  Deutschen  in  Verhandlungen
L  treten.  Mit  deren  Führung  beauftragte  Major
v.  Kamptz  den  Hauptmann  v.  Koppy,  der  durch
seine  genaue  Kenntnis  von  Land  und  Lenten

 

und  durch  seine  Erfahrung  hierfür  besonders  geeignet
  war.

Hauptmann  v.  Koppy  glaubte  einerseits  als
grundlegende  Bedingung  aller  Unterhandlungen
die  Abgabe  sämtlicher  Waffen,  der  Munition
und  des  geraubten  Viehes  seitens  der  Hottentotten
  aufstellen  zu  müssen,  anderseits  sollte  den
Aufständischen  das  Leben  zugesichert  werden,  sowie
  das  rechtmäßig  in  ihrem  Besitz  befindliche
Bieh.  In  diesem  Sinne  telegraphierte  er  noch
von  Warmbad  aus  an  den  das  Hauptauartier
vertretenden  Major  Gräser  in  Keetmanshoop;
dann  begab  er  sich  nach  Narudas  zu  Major
v.  Kamptz.  Dieser  hatte  inzwischen,  unabhängig
von  Hauptmann  v.  Koppy,  über  die  Unterwerfungsbedingungen
  in  demselben  Sinne  wie  Hauptmann
v.  Koppy  an  Major  Gräser  heliographiert.  Als
Antwort  erging  seitens  des  Generals  v.  Trotha,
dessen  Entscheidung  Major  Gräser  eingeholt  hatte,
die  heliographische  Weisung  ein,  die  bedingungslose
  Unterwerfung  des  Morenga  unter  alleiniger
Zusicherung  des  Lebens  zu  verlangen.

Unmittelbar  darauf  traf  der  Pater  Malinowski
aus  dem  Lager  des  Morenga  bei  Major  v.  Kamptz
ein.  Er  sei,  so  berichtete  er,  von  Morenga,  der
übrigens  noch  ernstlich  an  seiner  Verwundung
am  Unterleib  litte,  freundlich  ausgenommen
worden  und  sei  der  Überzeugung,  daß  die  Unterwerfung
  der  Bondelzwarts  unter  der  Bedingung
der  Belassung  ihres  eigenen  noch  vorhandenen
Viehes  erfolgen  werde.  Den  Hottentotten
ginge  es  offenbar  sehr  schlecht,  sie  seien  ziemlich
  abgerissen,  hätten  allerdings  noch  hinreichend
Vieh,  aber  fast  gar  keine  anderen  Lebensmittel,
wie  Reis,  Mehl,  Kaffee  usw.  Das  Vieh  gäbe  infolge
  der  langen,  raschen  Märsche  kaum  noch
Milch  und  sei  teilweise  wundgelaufen.

Wenn  auch  Hauptmann  v.  Koppy  wegen  der
vom  Hauptquartier  verlangten  Abgabe  sämtlichen
  Viehes  seitens  der  Aufständischen  keine
große  Hoffnung  für  ein  günstiges  Ergebnis  der
Unterhandlungen  hegte,  so  begab  er  sich  auf  Veranlassung
  des  Majors  v.  Kamptz  doch  in  das
Lager  Morengas,  um  zu  unterhandeln,

„Ich  begab  mich“,  so  schildert  er  selbst  seine
Erlebnisse,  „am  Morgen  des  24.  April  1905,  begleitet
  von  Pater  Malinowski,  Unteroffizier  Schütze
und  meinem  eingeborenen  Diener,  ins  Lager  der
Hottentotten,  nachdem  ein  eingeborener  Junge
des  Paters  Malinowski  Morenga  von  unserem
Kommen  benachrichtigt  hatte.  Meine  Absicht,  bewaffnet
  zu  Morenga  zu  gehen,  hatte  ich  auf
Bitten  meines  eingeborenen  Dieners  Omar  aufgegeben,
  wie  es  scheint,  zu  unserem  Glück,  denn
die  Hottentotten  haben  Omar  im  Lager  gesagt,
daß  sie  uns  erschossen  hätten,  wenn  wir  bewaffnet
gekommen  wären.  Schon  in  erheblicher  Ent-
        <pb n="432" />
        G  354  20

fernung  vom  Hottentottenlager  wurden  wir  auf
unserem  Ritte  zu  Morenga  von  Hottentottenpatrouillen
  begleitet.  Im  Lager  Morengas  angekommen,
  fand  ich  die  Angaben  Malinowskis
über  die  Lage  unseres  Gegners  vollauf  bestätigt;
im  übrigen  stellte  ich  fest,  daß  die  Hottentotten
durchweg  mit  modernen  Hinterladern  bewaffnet
waren  und  anscheinend  über  reichliche  Munition
verfügten.  Wir  hatten  unsere  Pferde  außerhalb
des  Lagers  stehen  lassen  und  waren  auf  einem
ziemlich  beschwerlichen  Fußsteig  immer  an  besetzten
Schanzen  vorbei  ins  Lager  gekommen.  Hier  kam
mir  Morenga,  dem  infolge  seiner  Wunde  das
Gehen  schwer  wurde,  entgegen  geritten,  während
die  bewaffneten  Hottentotten  uns  ziemlich  aufdringlich
  umstanden  und  teilweise  um  Tabak
bettelten.  Ich  setzte  mich  hin,  ohne  die  Hottentotten
  weiter  zu  beachten,  und  blieb  auch  absichtlich
  sitzen,  als  Morenga,  der  die  Aufdringlichen
  sofort  zurückiagte,  auf  mich  zukam.  Erst
als  er  mich  begrüßt  hatte  und  ich  merkte,  daß
ihm  das  Stehen  sichtlich  schwer  wurde,  erlaubte
ich  ihm,  sich  ebenfalls  zu  setzen,  und  gab  ihm  nun
den  Grund  meines  Kommens  und  die  mir  vom
Hauptquartier  vorgeschriebenen  Bedingungen  für
seine  Unterwerfung  bekannt.  Nachdem  Morenga
mich  angehört  hatte,  erklärte  er,  er  habe  mich
verstanden,  müsse  aber,  ehe  er  eine  derartige
wichtige  Entscheidung  treffe,  zuerst  mit  seinen
Großleuten  und  dem  Kapitän  Haus  Hendrik,
dem  Feldschuhträger,  der  sich  seit  der  durch
Major  v.  Lengerke  erlittenen  schweren  Niederlage
  bei  Morenga  au#hielt,  beraten.  Er  werde
binnen  24  Stunden  meinen  ihm  von  Warmbad
zugeschickten  Boten  in  das  Lager  des  Majors
v.  Kamptz  mit  der  Nachricht  über  das  Ergebnis
der  Beratung  senden.

Ich  erklärte  Morenga,  daß  er  einsehen  müsse,
daß  die  Hottentotten  auf  die  Dauer  doch  unterliegen
  müßten  und  daß  längerer  Widerstand  ihre
Lage  nur  verschlimmern  könne,  worauf  Morenga
entgegnete,  daß  es  ihm  vollkommen  klar  sei,  daß
die  Hottentotten  schließlich  bei  dem  Kampfe  zugrunde
  gehen  müßten,  daß  die  Entscheidung  über
die  Fortsetzung  des  Kampfes  aber  nicht  allein  bei
ihm  liege,  da  er  nicht  Kapitän  der  Bondels  sei.
Ich  hatte  den  Eindruck,  daß  Morenga  nicht  mehr
im  Vollbesitz  seines  Ansehens  und  der  Macht  über
seine  Leute  war.  Nicht  nur  der  Umstand,  daß
sein  Kriegsruhm  durch  die  Ereignisse  im  März
verblaßt  und  der  Glaube  der  Hottentotten,  daß
ihnen  unter  diesem  Führer  alle  Unternehmungen
glücken  sollten,  erschüttert  war,  sondern  auch  der
körperlich  leidende  Zustand  des  Morenga  hatte
seine  Stellung  unter  den  Hottentotten  erschüttert.
Es  ist  ja  überhaupt  ein  einzig  dastehender  Fall
und  beweist  mehr  als  alle  Erfolge  die  geistige

 

Überlegenheit  Morengas  über  alle  anderen  eingeborenen
  Führer  in  diesem  Kolonialkriege,  daß
die  Hottentotten  bei  ihrem  grenzenlosen  Dünkel
gegenüber  allen  anderen  Eingeborenen  sich  willig
der  Führung  dieses  Damarabastards  unterwarfen.
Diese  Macht,  die  sonst  nur  bei  dem  angestammten
Kapitän  denkbar  ist,  mußte  erschüttert  werden  in
dem  Augenblick,  wo  die  Gefolgschaft  den  unbedingten
  Glauben  an  den  Glücksstern  des  Führers
verlor  und  wo  die  Siegeszuversicht  ins  Wanken

geriet.

Ich  hatte  den  Eindruck,  daß  im  Lager  Morengas
  Hendrik  April,  der  Führer  des  von
alters  her  in  den  Karrasbergen  angesessenen
Teiles  des  Bondelstammes,  einen  bedenklichen
Einfluß  gewonnen  hatte.  Da  aber  die  Verluste
an  Vieh  bei  Narudas  im  wesentlichen  Morenga
und  seine  Leute  betroffen  hatten,  wogegen  die
Familie  der  April  noch  über  beträchtlichere  Bestände
  verfügte,  so  waren  naturgemäß  in  Hendrik
April  und  seinem  Anhange  die  Hauptgegner  der
bedingungslosen  Unterwerfung  zu  suchen.

Nach  Beendigung  der  Verhandlungen  begab
ich  mich  in  das  Lager  des  Majors  v.  Kamptz
zurück.  Ich  will  gestehen,  daß  es  mir  nicht  ganz
leicht  wurde,  vollkommen  unbefangen  durch  die
bewaffneten  Hottentotten,  an  deren  Unterwerfung
ich  nicht  glauben  konnte,  hindurchzugehen  und,
ohne  mich  umzusehen,  im  Schritt  fortzureiten.
So  wenig  ich  an  einen  Treubruch  Morengas
glaubte,  so  sehr  lag  doch  die  Gefahr  nahe,  daß
gerade  einer  der  Gegner  der  Unterwerfung  auf
den  Gedanken  kommen  konnte,  durch  ein  „zufällig“
abgefeuertes  Gewehr  die  Fortsetzung  der  Verhandlungen
  unmöglich  zu  machen.  Im  Lager
des  Majors  v.  Kamptz  traf  am  folgenden  Tage
mein  Warmbader  Bote  ein  und  brachte  die  Nachricht,
  daß  die  Hottentotten  nach  mehrstündiger
erregter  Beratung  ihr  Lager  abgebrochen  hätten
und  abgezogen  seien,  wohin,  wisse  er  nicht  anzugeben.
  Die  Verhandlungen  waren  somit  als
gescheitert  anzusehen,  und  Major  v.  Kamptz  beschloß
nunmehr  unverzüglich  anzugreifen.“

Er  erteilte  dem  Hauptmann  Winterfeldt,
dem  Chef  der  9.  Batterie,  den  Befehl,  von  Narudas
  und  Nukois  aus  mit  der  11.  und
12.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments,  zwei  Zügen
der  9.  Gebirgsbatterie  und  einem  Zuge  Maschinengewehre
  die  Verfolgung  aufzunehmen,  während
die  Abteilung  Kleist  (Ersatzkompagnie  Za,  la,
2.  Batterie,  ½  Maschinengewehr-Abteilung)  sich
über  Garis  auf  Nururus  in  Marsch  setzen
sollte.  Bald  nach  Abgang  dieses  Befehles  traf
vom  General  v.  Trotha  heliographisch  die  Ermächtigung
  ein,  unter  den  von  Major  v.  Kampt
und  Hauptmann  v.  Koppy  anfänglich  vorgeschlagenen
  Bedingungen  (also  der  Uberlassung  des
        <pb n="433" />
        W  355  5□

eigenen  noch  vorhandenen  Viehs  an  die  Aufständischen)
  die  Verhandlungen  mit  Morenga  abzuschließen.
  Doch  es  war  bereits  zu  spät,  der
Nampf  war  wieder  ausgenommen.

Noch  in  der  Nacht  zum  26.  war  eine  Pakrouille
  unter  den  Leutnants  v.  Scheven  und
v.  Detten  abgeritten,  um  den  Feind  aufzusuchen,
über  dessen  Verbleib  widersprechende  Nachrichten
einliefen.  Schon  um  10  Uhr  morgens  traf
Leutnant  v.  Scheven  wieder  ein  mit  der  Meldung,
  daß  sich  ein  Hottentottenlager  etwa  15  Kilometer
  östlich  der  Pavianspforte  befinde.  Leutnant
v.  Detten  war  zur  weiteren  Aufklärung  am
Feinde  verblieben.  Ihr  pflichttreues  Verhalten
sollte  die  Patrouille  in  eine  sehr  gefahrvolle  Lage
bringen.  Sie  wurde  am  selben  Tage  bei
Ganams  von  großer  feindlicher  Uberlegenheit
angegriffen  und  völlig  umkreist.  Trotz  heftigen
#renzfeners,  schwerer  Vorluste  und  mangelnder
Runition  hielt  die  kleine  Schar  während  des
ganzen  Tages  in  ihrer  schwierigen  Lage  tapfer
aus.  Im  Verlauf  des  Tages  war  es  indes
Einigen  Reitern  gelungen,  sich  mitten  durch  den
Feind  durchzuschleichen  und  den  Hauptmann
Winterfeldt  gegen  3  Uhr  nachmittags  zu  benachrichtigen,
  worauf  dieser  sofort  zur  Unterstützung
  der  bedrängten  Kameraden  mit  der  nunmehr
  versammelten  Abteilung  herbeieilte.  Als
er  sich  in  der  Frühe  des  27.  dem  Gefechtsfeld
näherte,  ließ  der  Feind  von  der  eingeschlossenen
Patrouille  Detten  ab.  Bei  der  Verfolgung  des
Mieebenden  Feindes  gelang  es  dem  Hauptmann
zu'nierseldt,  diesen  noch  einmal  zum  Kampfe
die  stellen;  nach  kurzem  Widerstand  flohen
m  Hottentotten  indessen  unter  Preisgabe  ihres
Nchres  teils  in  östlicher,  teils  in  nordwestlicher
Haupiuc  auf  Kosis.  Während  die  Schützen  unter
.  ann  v.  Erckert  ihnen  in  dem  von
mi  Wasserläufen  durchzogenen  und
E  bedeckten  Gelände  unmittelbar
deu“  in  wollte  Hauptmann  Winterfeldt,  mit
eschützen  und  Maschi  -  -
eilend,  sich  de  ·  Maschinengewehren  voraus
dorthin  vorle  mm  auf  Kosis  ausweichenden  Feinde
ohne  etwas  Ven-  Er  gelangte  nach  Gotzagaus,
v.  Erckert  dar  om  Gegner  zu  finden,  Hauptmann
fehr  überle  enen  stieß  bei  der  Verfolgung  auf
erhalten  r  Feind,  der  offenbar  Verstärkungen
Geschücze  wlhee  pue  die  Unterstützung  durch  die
auf  einen  neber  i|“  h  unter  diesen  Umständen  nicht
einlassen,  sondern  t  ausschtrrichen  Kamuf
überlegenen  feindlichen  bren  aäbteilung,  amkreist,
  stafele  den  charen  des  öfteren  umind
  staffelweise  zurück  und  vereinigte  sich  am
mann  bei  Gotagaus  wieder  mit  dem  Haupt-Deun
  Winterfeldt.  Der  Kampf  hatte  die
wiuschen  an  den  beiden  Tagen  sechs  Tote  und
zwölf  Verwundete  gekostet,  während  die  Ein- 



geborenen  neun  Tote  ldarunter  Hendrik
April)  auf  dem  Platze  gelassen  hatten.  ·

Die  Märsche  in  den  unwegsamen  Bergen
hatten  von  der  Truppe  wiederum  große  An—
strengungen  verlangt.  Ihre  Beweglichkeit  litt  in
dieser  Zeit  besonders  unter  dem  sehr  schadhaft
gewordenen  Schuhwerk,  für  das  bei  der  geringen
Leistungsfähigkeit  des  Baiweges  Ersatz  nicht  schnell
genug  beschafft  werden  konnte.  Die  Mannschaften
  trugen  zum  Teil  eine  selbst  gefertigte
Fußbekleidung.

Trotz  dieser  Schwierigkeiten  nahm  Major
v.  Kamptz,  nach  Vereinigung  der  Abteilung  Kleist
mit  der  Abteilung  Winterfeldt,  bereits  am  28.
die  Verfolgung  über  Kl.  Kosis-Narubis  nach
dem  Back-Revier  wieder  auf.  Hierbei  zeigte
es  sich  jedoch,  daß  der  Feind  sich  in  alle  Richtungen
  zerstreut  hatte.  Außer  einem  gelungenen
Uberfall  auf  eine  kleine  Hottentottenabteilung  bei
Oas  war  das  Ergebnis  der  weiteren  Verfolgung
die  Erbentung  zahlreichen  Viehs,  das  der  Feind
auf  der  Flucht  zurückgelassen  hatte.

Hauptmann  Winterfeldt  wurde  nunmehr  mit
der  11.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments  und
einem  Drittel  der  9.  Batterie  nach  Dawignab
entsandt  zum  Schutze  der  hier  und  in  Ukamas
neuangelegten  Magazinc,  der  Rest  der  Abteilung
Kamptz  rückte  wieder  nach  Narndas-Süd.

#

Für  die  nächste  Zeit  verschwanden  die  Hottentotten,
  deren  Führung  zu  dieser  Zeit  Morenga
persönlich  wieder  übernommen  zu  haben  scheint,
völlig  in  den  Bergschluchten  östlich  der  Großen
Karrasberge.  Alle  Spuren  liefen  östlich  Ganams
auseinander.  Das  Hauptauartier  wies  infolgedessen
den  Major  v.  Kamptt  an,  das  ganze  Grenzgebiet
südlich  Hafuur  zu  säubern,  und  setzte  zu  diesem
Zwecke  auch  die  8.  Kompagnie  2.  Feldregiments
von  Koes  nach  Hasuur  in  Marsch.

Erst  Anfang  Mai  gewann  man  wieder  die
Fühlung  mit  dem  Feind.  Auf  die  Nachricht,  daß
Morenga  seinen  ganzen  Anhang  bei  Kouchanas
wieder  zusammengezogen  habe,  zog  Major
v.  Kamptz  Mitte  Mai  die  12.  Kompagnie  des
2.  Feldregiments,  die  Ersatzkompagnien  3a  und
4a  sowie  fünf  Geschütze  und  drei  Maschinengewehre
  bei  Aob,  18  km  nordöstlich  Narudas,
zusammen,  während  Hauptmann  Siebert  alle  in
der  Gegend  von  Hasuur  verfügbaren  Truppen
bei  Kais  am  Schambockberge  sammeln  sollte,
um  gemeinsam  mit  der  Abteilung  Kamptz  zum
Angriff  gegen  den  Feind  bei  Kouchanas  vorzugehen.


Hauptmann  Siebert  traf  seinem  Auftrage  gemäß
  am  16.  Mai  mit  der  11.  Kompagnie  des
2.  Feldregiments  (Hauptmann  Anders),  der
        <pb n="434" />
        G  356  20

3.  Ersatzkompagnie  (Oberleutnant  Beyer),  der
halben  8.  Batterie  (Oberleutnant  Schönberg)
und  einem  Zuge  der  9.  (Gebirgs-)  Batterie
(Leutnant  Rohne)  in  Kais  ein;  hier  erfuhr  er
durch  Meldungen  der  Leutnants  v.  Detten  und
Eichhoff  sowie  durch  Kundschafternachrichten,  daß
Morenga  bereits  nach  Osten  abgezogen  sei  und
mit  150  bis  250  Mann  in  Bisseport  jenseit  der
englischen  Grenze  bei  seinem  alten  Vertranensmann
  Spangenberg  sitze,  wo  er  bestellte  Vorräte
  in  Empfang  nehmen  wollte.  Hauptmann
Siebert  verblieb  am  16.  bei  Kais,  um  am  17.
seinem  Befehle  gemäß  auf  Kouchanas  vorzugehen.
Er  wartete  den  ganzen  16.  über  vergeblich  auf
Nachrichten  von  der  Abteilung  Kamptz.  Diese
war  bereits  am  14.  Mai  von  Aob  auf  Kouchanas
vormarschiert  und  hatte  weder  hier  noch  bei  ihrem
weiteren  Vorgehen  bis  zum  Schambockberge  irgend
etwas  vom  Feinde  angetroffen.

Durch  Gefangenenaussagen  und  durch  das
Ausbleiben  jeder  Nachricht  von  der  Abteilung
Kamptz  gewann  Hauptmann  Siebert  die  Überzeugung,
  daß  bei  Kouchanas  kein  Feind  mehr
stehe.  Infolgedessen  entschloß  er  sich,  obwohl  er
nur  über  109  Gewehre  verfügte,  am  17.  auf
Sandpütz-Witpan  vorzugehen,  um  Morenga
bei  seiner  jedenfalls  zu  erwartenden  Rückkehr  über
die  Grenze  abzufangen.  Nur  die  halbe  8.  Batterie
  blieb  in  Kais  zurück.

Die  Abteilung  stieß  auf  ihrem  Vormarsch  über
Sandpütz  auf  Witpan-Klippdamm  auf  zahlreiche,
die  englische  Grenze  krenzende  Spuren  und  fand
diesseits  der  Grenze  ein  größeres  Pontoklager
verlassen.  In  der  Nacht  zum  19.  lagerte  sie
südlich  Klippdamm.

Beim  Marsch  auf  Lenkop  stellte  eine  Patrouille
  unter  Leutnant  d.  R.  Eichhoff  am  19.
fest,  daß  3  km  südlich  des  Lenkopfelsens  unmittelbar
  westlich  der  Grenze  eine  Hottentottenbande
  abgesattelt  hatte.

Hauptmann  Siebert  ließ  zunächst  bei  Lenkop
tränken  und  ging  dann,  durch  einen  nach  Südwesten
  verlaufenden  Kalkrücken  gedeckt,  gegen  die
von  Ost  nach  West  streichenden  Dünen  vor,  in
denen  er  selbst  vom  Leukopberge  aus  Hottentottengruppen
  und  weidende  Tiere  erkannt  hatte.  Er
beschloß,  den  Feind  in  der  Front  mit  schwächeren
Kräften  zu  fesseln,  während  der  Hauptangriff  in
der  Streichrichtung  der  Dünen  von  Ost  nach  West
geführt  werden  sollte.

Demzufolge  entwickelte  sich  der  unberittene
Teil  der  11.  Kompagnie  am  Südrand  des  Leukopfelsens,
  auf  dem  auch  das  eine  Geschüt  auffuhr,
  während  Oberleutnant  Beyer  die  3.  Ersatzkompagnie
  gegen  11  Uhr  vormittags  im  Galopp
in  das  Dünengelände  hineinführte,  hier  links
einschwenkte  und,  unterstützt  durch  das  auf  der

 

nördlichsten  Düne  auffahrende  zweite  Geschütz,
das  Feuer  gegen  die  überraschten,  aber  schnell
gefechtsbereiten  Hottentotten  eröffnete.  Rechtsrückwärts
  der  Kompagnie  Beyer  wurde  der  berittene
  Teil  der  11.  Kompagnie  aufgestellt.

Etwa  eine  Stunde,  nachdem  der  Feuerkampf
ausgenommen  war,  ging  Leutnant  v.  Knobelsdorff,
  dessen  Schützen  in  günstiger  Stellung  am
Fuße  des  Leukop  dem  Feinde  frontal  gegenüberlagen,
  mit  fünfzehn  Unberittenen  und  dem
Geschütz  aus  eigenem  Antrieb  näher  an  den
gut  gedeckten  Gegner  heran;  seine  Schüten
lagen  jetzt  in  der  deckungslosen  Ebene  zwischen
dem  Lenkop  und  den  Dünen.  Die  vorgeschobene
  Stellung  dieser  schwachen  Abteilung
benutzten  die  weit  überlegenen  Hottentotten,
um  ihrerseits  über  die  Dünen  hinaus  gegen
sie  zum  Angriff  vorzugehen.  Dadurch  kam
die  kleine  Abteilung  in  eine  sehr  bedrängte  Lage:
das  Geschütz  wurde  gleich  beim  ersten  Auffahren
bewegungsunfähig,  da  fünf  Maultiere  im  Gespann
erschossen  wurden,  mehrere  Leute  wurden  getroffen,
die  Bedienung  mußte  sich  mühsam  mit  dem  Karabiner
  den  kühn  vordringenden  Feind  vom  Leibe
halten.  Doch  gelang  es  nach  einiger  Zeit,  das
Geschütz  in  Tätigkeit  zu  bringen  und,  unterstützt
durch  dessen  Feuer,  vermochte  die  kleine  Gruppe
des  Leutnants  v.  Knobelsdorff  sich  im  weiteren
Verlauf  des  Kampfes  zu  behaupten.

In  den  Dünen  waren  sowohl  die  Kompagnie
Boyer  als  auch  die  berittenen  Schützen  der  11.  Kompagnie,
  die  in  dem  unübersichtlichen  Gelände  sich
in  südöstlicher  Richtung  entwickelt  hatten,  bei  ihrem
Vorgehen  bald  auf  lebhaften  Widerstand  gestoßen
und  zum  Stehen  gekommen;  mehrere  Hottentottengruppen
  suchten  den  deutschen  rechten  Flügel  zu
umfassen.  Die  Lage  wurde  hier  um  so  schwieriger,
  als  das  auf  der  Düne  aufgefahrene  Geschüt
schon  um  1  Uhr  nachmittags  seine  letzte  Munition
verschossen  hatte.  In  die  zwischen  beiden  Kompagnien
  entstandene  Lücke  wurde  gegen  1  Uhr
nachmittags  eine  Abteilung  von  zehn  Mann  eingeschoben,
  die  der  Unteroffizier  Hackbarth  von
Witpan,  wo  er  als  Besatzung  zurückgelassen
worden  war,  auf  den  zu  ihm  dringenden  Kanonendonner
  hin  in  anerkennenswerter  Selbsttätigkeit,
ohne  einen  Befehl  hierzu  abzuwarten,  auf  das
Gefechtsfeld  geführt  hatte.  Da  der  Angriff  der
Hottentotten  gegen  die  rechte  Flanke  der  Deutschen
zum  Stehen  gekommen  war,  zog  Hauptmann
Anders  einen  Teil  der  hier  fechtenden  berittenen
Schützen  aus  dem  Kampfe,  um  mit  ihnen  den
linken  Flügel  des  der  Kompagnie  Beyer  gegenüberliegenden
  Feindes  anzugreifen.  Dieses  Vorgehen
  hatte  Erfolg.  Bereits  nach  kurzem  Widerstande
  gab  der  Feind  diesem  Stoße  nach  und
räumte  seine  Stellung.  Auch  in  der  Front  nahte
        <pb n="435" />
        W  357  20

letzt  die  Entscheidung.  Um  halb  drei  Uhr  nachmittags
  gelang  es  nämlich  dem  Leutnant  v.  Knobelsdorff,
  unterstützt  von  einem  bisher  zur  Verfügung
des  Abteilungsführers  zurückgehaltenen  Halbzuge
der  11.  Kompagnie  unter  Vizefeldwebel  v.  Kamecke
und  dem  Geschütz,  dessen  Führung  Leutnant  Rohne
übernommen  hatte,  die  nördlichste  Düne  im  Sturm
zu  nehmen,  worauf  die  Hottentotten  ihre  Sache
verloren  gaben:  alles  eilte  der  englischen  Grenze  zu,
deren  Nähe  den  verfolgenden  Deutschen  Halt  gebot.
Zum  ersten  Male  war  Morenga  mit  seiner
Bande  durch  Waffengewalt  aus  dem  deutschen
Schutzgebiet  verdrängt  worden.  Es  sollte  sich
aber  bald  zeigen,  daß  damit  ein  entscheidender
Erfolg  nicht  errungen  war.  Von  den  150  bis
160  Hottentotten,  die  nach  Angabe  des  englischen
Polizeioffiziers  die  Grenze  überschritten,  befanden
uch  drei  Tage  später  nur  zehn  Großleute  und
105  Mann  in  englischer  Gefangenschaft.  Diese
sollten  nach  Mitteilung  des  Ministeriums  der  Kapkolonie
  entwaffnet  und  unverzüglich  ins  Innere
abgeführt  werden,  am  24.  Mai  sollen  jedoch  nur
noch  46  Hottentotten  in  Händen  der  Engländer
gewesen  und  von  diesen  nur  fünf  oder  gar  nur
zwei  in  Upington  angekommen  sein,  alle
anderen  sind  offenbar  entwischt  und  einzeln  auf
deutsches  Gebiet  zurückgekehrt.
So  beschränkte  sich  das  Ergebnis  des  mit
Cinem  Verlust  von  zwei  Toten  und  acht  Verwundeten
  erkauften  Sieges  auf  eine  vorübergehende
Ferstreuung  der  Morenga-Bande,  sowie  auf  eine
Beut  von  wenigen  Pferden  und  Mautltieren.
demscben  Hottentotten  wurden  zehn  Leichen  auf
ean  Gebiet  gefunden,  vier  weitere  auf
ben  -  gesehen.  Die  von  den  Hottentotten
age  em  Händler  Spangenberg  eingekauften  Ansormen
  gnzten  die  schon  sehr  schadhaften  Unisteifen,
  ens  deutschen  Reiter.  Mannschaften  mit
nicht  auf  arzen  Zivilhüten  fielen  damals  weiter
Wie  wenia  d
in  ihrer  Ensphdie-  Hottemkorten  durch  diesen  Schlag
schon  nach  wom  af  geschwächt  waren,  sollte  sich
23.  Mai  über  igen  Tagen  zeigen.  Bereits  am
erstelen  sie  in  der  Gegend  östlich  Oas
aus  fünf  Keer  11.  Kompagnie  und  machten  die
Am  folgendenr#  bestehende  Bedeckung  nieder.
mit  der  12  *  age  stieß  Hauptmann  d  Arrest
einem  Artilleno  ebagnie  und  Ersatzkompagnie  Za,
bei  Narus  zuge  und  einem  Maschinengewehr
und  geirue  im  Karebrevier,  einem  der  wildesten
kandss,  alrten  Felstüle-  det  südöstlichen  Namaügern,
  Bondase  sammlung  von  Feldschuhnach
  bage  ondels  und  Kaffern  und  vertrieb  sie
Schlupfwiert,  anstrengendem  Kampfe  aus  ihrem
Hauptmann  d'Arrest  rückte  demnächst  au
Befehl  des  Generals  v.  Trotha  mit  derl  gauf

 

pagnie  Z3a,  der  halben  9.  Batterie  und  dem
Maschinengewehr  nach  Kalkfontein,  um  von  dort
aus  den  Schutz  von  Warmbad  zu  übernehmen.
Eine  Bedrohung  dieses  wichtigen  Platzes
erschien  nicht  ausgeschlossen,  da  der  ältere
Morris,  der  sich  nach  dem  Gefecht  bei  Narndas
von  Morenga  getrennt  hatte,  mit  seiner  Bande
in  der  Gegend  herumstreifte.  Major  v.  Kamptz
zog  die  halbe  11.  Kompagnie  und  die  2.  Batterie
nach  Kais  am  Schambockberge,  während  die  Abteilung
  Siebert  die  Ostgrenze  zwischen  Hasfuur
und  Dawignab  sperren  sollte.  Hauptmann
v.  Erckert  übernahm  mit  der  12.  Kompagnie,
Teilen  der  Kompagnie  La  und  einem  Gebirgsgeschütz
  die  weitere  Verfolgung  der  Hottentotten
in  der  Gegend  von  Narus-Kouchanas.  Dieser
Gruppe  hat  sich  in  der  nächsten  Zeit  anscheinend
die  Mehrzahl  der  bei  Leukop  Geschlagenen  wieder
angeschlossen.  Morenga  selbst  soll  indes  angeblich
zunächst  noch  jenseits  der  Grenze  geblieben  sein.

Trotz  ihrer  Schwäche  und  trotz  der  großen
Geländeschwierigkeiten  gelang  es  der  Abteilung
Erckert,  mehrere  erfolgreiche  Unternehmungen
auszuführen.  Am  6.  Juni  verjagte  sie  die  Hottentotten,
  die  sich  unter  dem  Feldschuhträgerkapitän
Hans  Hendrik  wieder  im  Karebrevier  zusammengefunden
  hatten,  in  mehrstündigem  Kampfe  ohne
eigene  Verluste  aus  ihrem  Zufluchtsort.

Ein  noch  glänzenderes  Ergebnis  sollte  wenige
Tage  später,  am  15.  Juni,  ein  Uberfall  auf  denselben
  Feind  haben,  den  Hauptmann  v.  Erckert
auf  Grund  des  ihm  vom  Major  v.  Kamptz  zugegangenen
  Befehls  unternahm,  die  bei  Narus
gemeldeten  Hottentotten  anzugreifen  und  ihnen
dauernd  an  der  Klinge  zu  bleiben.  Dieses  Mal
ging  Hauptmann  v.  Erckert  nicht  von  Osten  her  vor,
sondern  holte  in  weitem  Bogen  von  Dewenischpütz
westlich  über  Oas  aus  und  erreichte  von  hier  aus
nach  mehrstündigem  Nachtmarsch  in  der  Frühe
des  15.  Juni  noch  bei  Dunkelheit  die  Bergwände,
die  das  Gamtoabrevier  im  Norden  begleiten  und
gegen  das  Karebrevier  Deckung  gewähren.  Hier
blieben  die  Pferde  zurück,  das  Geschütz  wurde
auf  ein  Maultier  gepackt,  und  lautlos  traten  die
Reiter,  alle  zu  Fuß,  früh  um  4  Uhr  den  Vormarsch
  an.  Weg  oder  Steg  war  nicht  vorhanden.
In  nördlicher  Richtung  mußte  die  Wasserstelle
Narus  liegen.  In  mühsamem  Aufstieg  erklomm
man  das  Hochplateau.  Den  Boden  bedeckte  loses
Geröll,  dichter  Bestand  von  Dornbüschen  und
Kakteen  erschwerten  das  Vorwärtskommen.  Erst
nach  siebenstündigem,  unnnterbrochenen  Marsche
erreichte  die  Abteilung  unbehelligt  den  erstrebten
Bergrücken.  Vom  Karebrevier  selbst,  das  sich  tief
unten  an  den  Steilabfällen  dieser  etwa  80  Mcter
aufsteigenden  Wand  hinziehen  mußte,  war  nichts
zu  sehen.
        <pb n="436" />
        W  358  20

Plötzlich  tauchte  auf  der  Hochfläche  etwa
300  Meter  links  seitwärts  in  gleicher  Höhe  eine
Viehherde  auf,  die  von  völlig  sorglosen  Hottentotten
  vorübergetrieben  wurde.  Die  deutsche  Abteilung
  selber  war  den  Blicken  des  Feindes  durch
die  dichten  Dornbüsche  verborgen.  Eine  Patronille
hatte  sich  so  weit  vorgeschlichen,  daß  sie  Einblick
ins  Revier  gewann.  Ringsumher  war  alles  still,
kein  Stein  rollte.  Der  Feind  schien  von  der
Anwesenheit  deutscher  Truppen  nichts  zu  ahnen.
So  verging  eine  erwartungsvolle  Viertelstunde,
da  kam  eine  Meldung  von  der  Patronille:  „Im
Revier  ziehen  zahlreiche  Hottentotten  mit  großen
Viehherden  zur  Tränke.“

Der  Zug  des  Leutnants  Kirchheim  kroch  jetzt
bis  zu  der  Patronille  heran,  der  des  Leutnants
v.  Detten  ging  rechts  davon  gegen  den  ausspringenden
  Winkel  des  Revierrandes  vor.  Leutnant
  Pavel  verblieb  mit  seinem  Zuge  links  dahinter,
  einem  steilen,  aus  dem  Revier  aufsteigenden
Bergklotz  gegenüber.  Gegen  diesen,  der  die
Stellung  der  Deutschen  überhöhte  und  flankierte,
mußte  unter  allen  Umständen  gesichert  werden.
Das  Geschütz,  seitwärts  in  Stellung  gebracht,
konnte  den  sichtbar  werdenden  breiten  Revierstreisen
  unter  Feuer  nehmen.

Da  fiel  auf  feindlicher  Seite  ein  Alarmschuß.
Die  Bewegungen  waren  trotz  aller  Borsicht  dem
scharfen  Ohr  der  Hottentotten  nicht  entgangen.
Nun  galt  kein  Zandern  mehr!  Leutnant  Kirchheim
  mit  seinen  Schützen  eilte  den  Abhang  hinunter,
  feuerte  in  die  durcheinander  drängenden
Hottentotten=  und  Viehhaufen  hinein,  sprang  in
das  Revier  herab  und  ging  den  nach  allen  Richtungen
  Auseinanderstiebenden  mit  dem  Bajonett
auf  den  Leib.  Der  Zug  Detten,  der  angewiesen
war,  oben  zu  bleiben,  eilte  an  den  Rand  vor
und  nahm  unter  Feuer,  was  sich  ihm  zeigte.  Das
Geschütz  sandte  Schrapnell  auf  Schrapnell  in  den
Revierstreifen,  auf  dem  sich  in  einer  Entfernung
von  2000  Metern  ein  großer  Menschen=  und
Viehhanfen  entlangschob.  Auf  diesen  konnte  auch
der  Zug  Pavel  von  seiner  vorgeschobenen  Stellung
aus  für  einige  Zeit  ein  lebhaftes  Feuer  richten.

Der  Schlag  kam  so  überraschend  und  erfolgte
so  einheitlich,  daß  der  Gegner  gar  nicht  zur  Besinnung
  kam,  sondern  einzig  und  allein  danach
trachtete,  sich  in  Sicherheit  zu  bringen.  Nur
einzelne  Leute  setzten  sich  im  Revier  hinter  Felsblöcken
  und  Kaktusstauden  zur  Wehr,  wurden
aber  vom  Zug  Kirchheim  schnell  vertrieben.

Aus  den  Nebenschluchten  des  jenseitigen  Revierrandes,
  die  die  Hauptmasse  des  Gegners
bergen  mußten,  wurde  allerdings  nach  einiger
Zeit  der  Versuch  gemacht,  den  vorerwähnten  Bergklotz,
  dem  Zug  Pavel  gegenüber,  zu  besetzen.  Die
dort  zuerst  eintreffenden  Hottentotten  eröffneten

 

auch  sofort  ein  heftiges  Flankenfener  auf  den  im
Revier  fechtenden  Zug  Kirchheim,  wobei  ein  Reiter
am  Kopf  leicht  verwundet  wurde.  Sobald  aber
der  Zug  Pavel  und  dann  auch  das  Geschütz  ihr
Feuer  gegen  die  feindliche  Stellung  richteten,  ergriff
  der  Gegner  die  Flucht.  Gegen  1  Uhr
mittags  war  der  letzte  Hottentott  außer  Sicht,  das
Vieh,  soweit  es  nicht  dem  Feuer  zum  Opfer  gefallen
  war,  außer  Schußweite.  Der  Feind  zerstreute
  sich  in  nördlicher  und  nordwestlicher  Richtung;

  er  hatte  zwischen  20  bis  30  Tote  verloren
  und  35  Reittiere  und  über  250  Rinder

eingebüßt.  Der  unter  erheblichen  Schwierigkeiten
mit  großer  Umsicht  und  Energie  durchgeführte
Überfall  war  glänzend  gelungen.  Nach  sechsstündigem
  Rückmarsche,  wiederum  quer  über  die
Berge,  traf  die  Abteilung  um  7  Uhr  abends  bei
den  Pferden  ein.  Sie  war  —  das  anderthalbstündige
  Gefecht  eingeschlossen  —  15  Stunden
ohne  Rast  und  Stärkung  im  schwierigsten  Gelände
unterwegs  gewesen.

Am  16.  Juni  früh  kehrte  Hauptmann  v.  Erckert
nach  Dewenischpütz  zurück,  wo  die  Tiere  nach
48  Stunden  das  erste  Wasser  erhielten.  Dem
Befehl,  am  Feinde  zu  bleiben,  hatte  Hauptmann
v.  Erckert  nicht  nachkommen  können,  da  dieser
nach  allen  Richtungen  auseinandergesprengt  war
und  die  Deutschen  sich  zunächst  wieder  mit  den
zurückgelassenen  Pferden  vereinigen  mußten.

1  1

Inzwischen  war  Major  v.  Kamptz  mit  der
wiedervereinigten  Abteilung  Siebert  (11.  Kompagnie,
  3.  Ersatzkompagnie,  halbe  2.  Batterie)  von
Kais  nach  Uib  gerückt,  wo  er  bereits  am  15.
eingetroffen  war.  In  der  Vermutung,  daß  die
Hottentotten,  falls  sie  von  der  Abteilung  Erckert
geworfen  würden,  wahrscheinlich  über  Uib  zurückgehen
  würden,  glaubte  er  hier  zu  ihrem  Empfange
günstig  zu  stehen.  Auf  die  Meldung  des  Hauptmanns
  v.  Erckert,  daß  der  Feind  bei  Narus  völlig
zersprengt  sei,  drang  Major  v.  Kamptz  am  16.
über  Kareb  vor,  um  die  Spuren  des  Feindes
wieder  aufzusuchen.  Die  Abteilung  lagerte  in
der  Nacht  zum  17.  Juni  in  der  tief  eingerissenen
Karebschlucht,  rechts  und  links  auf  den  Höhen
durch  Züge  unter  den  Leutnants  v.  Knobelsdorff
  und  Chales  de  Beaulien  gesichert,  als
der  Vizefeldwebel  Haßler  der  11.  Kompagnie
nur  einen  Kilometer  von  der  deutschen  Lagerstätte
entfernt  auf  steiler  Höhe  ein  Hottentottenlager
meldete.  Man  war  auf  den  von  Hauptmann
v.  Erckert  geschlagenen  Feind  gestoßen,  der  sich
wieder  zusammengefunden  und  bedentende  Verstärkungen
  durch  Morengaleute  erhalten  hatte.
Er  verfügte  nunmehr  über  erheblich  mehr  als
200  Gewehre,  war  also  der  deutschen  Abteilung,
        <pb n="437" />
        G  359  20

die  107  Gewehre  zählte,  um  das  Doppelte  überegen.


Noch  in  der  Dunkelheit,  um  4½  Uhr  morgens,
ordnete  Major  v.  Kampt  den  Angriff  auf  die  besetzte
  Höhe  an.  Der  an  der  Spitze  marschierenden
11.  Kompagnie  gelang  es,  den  Hang  ohne  Aufenthalt
  zu  ersteigen,  sobald  sie  aber  die  Hochfläche
betreten  hatte,  schlug  ihr  aus  der  Front  und  von
beiden  Flanken,  besonders  aber  von  links,  auf
nächste  Entfernung,  ein  mächtiges  Schnellfeuer
entgegen.  Man  war  auf  einen  überlegenen
Gegner  gestoßen,  der  sich  sofort  daran  machte,
die  deutsche  Kompagnie  in  beiden  Flanken  zu
umfassen,  ehe  sie  selbst  eine  breite  Front  hatte
cinnehmen  können.  Es  gelang  indessen,  durch
Einsetzen  der  3.  Ersatzkompagnie  die  Umklammerung
  des  linken  Flügels  zu  vereiteln,  während
die  halbe  2.  Batterie  rechts  zur  Unterstützung  der
hart  bedrängten  11.  Kompagnie  eingriff.  Trotzdem
  blieb  das  Feuer  des  hinter  Klippen  und
Kakteen  wohlgedeckten  Gegners  überlegen.  Die
Verluste  mehrten  sich  auf  deutscher  Seite,  besonders
  bei  den  Geschützen  und  bei  der  11.  Kompagnie.
  Um  8  Uhr  vormittags  wurde  Major
v.  Kampp  selbst  schwer  verwundet  und  mußte
das  Kommando  an  Hauptmann  Siebert  abgeben.


Ein  Versuch,  den  Leutnant  Chales  de  Beaulien,
der  tags  zuvor  mit  seinem  Zuge  als  Flankenschutz
links  herausgeschoben  war,  wieder  heranzuziehen,
war  erfolglos,  da  die  nach  ihm  ausgesandten
Patronillen  ihn  nicht  gefunden  hatten.  Das
nedpenartig  ansteigende  Gelände  hatte  Leutnant
5.  Beaulien  bei  Beginn  des  Gefechts  verleitet,
veiter  vorzugehen,  um  einen  besseren  Überblick
iu  Jewinnen.  Die  kleine  Abteilung  hatte  jedoch
vonn  den  Höhenkamm  erreicht,  als  sie  auch  schon
gegrink  em  vielfach  überlegenen  Feind  heftig  ansie
  vonn-  wurde.  Bereits  nach  kurzer  Zeit  war
5  chühn  Feinde  rings  umschlossen;  von  den  21

verlor  sie  in  kürzester  Frist  neun  Tote

und  acht  Verr  .  .  .  «
schluqm»  vundete.  Die  wenigen  Überlebenden
eSn-.  sich  entschlossen  unter  ihrem  tapferen
Führer  mit  dem  Ba  .--.  -
eine  Au  em  Bajonett  nach  rückwärts  auf
der  Gesche  am  Revier  durch.  Erst  als  eines
weg  .  hütze  das  Feuer  über  die  Karebschlucht
kleinch  d  den  Feind  aufnahm,  ließ  er  von  dein
wundet  däflein  ab.  Es  war  gelungen,  die  Vermußtenen,
  rechtzeitig  zurückzuschaffen,  die  Toten

Voi  zu  dem  Platze  gelassen  werden.
Wy  em  Abstieg  in  die  felsige  Schlucht  hatte
amJ  *  ant  v.  Beaulien  eine  schwere  Verletzung
Höbe  en  Fuß  zugezogen,  er  brach  auf  halber
Lohe  unterhalb  eines  steilen  Felsens  bewußtlos
zusammen.  In  seiner  hilflosen  Lage  wäre  er
rettungslos  verloren  gewesen,  wenn  ihm  nicht
sein  getreuer  Bursche,  Reiter  Prange,  obwohl

 

selbst  am  Arm  schwer  verwundct,  zu  Hilfe  geeilt
wäre.  Er  wollte  seinen  Leutnant  um  keinen  Preis
in  dieser  gefahrvollen  Lage  allein  den  Feinden
zur  Bente  zurücklassen.  „Wir  drückten  uns“,
schreibt  Leutnant  v.  Beanlien,  „immer  dichter  an
die  Felswand,  um  von  den  Bondelzwarts  nicht
gesehen  zu  werden;  wir  hörten  ihr  Freudengeheul,
wenn  sie  einen  Toten  fanden  und  ihm  die  Sachen
bis  aufs  Hemde  vom  Leibe  rissen.  Allmählich
hörten  wir  die  Stimmen  in  immer  weiterer  Ferne.
Hilfe  kommt  immer  noch  nicht.  Uber  mich  war
infolge  der  Anstrengungen,  Schmerzen,  von  Hunger
und  Durst  eine  gewisse  Wurstigkeit  gekommen.
Da  war  es  Prange,  der  mahnte:  Herr  Leutnant,
jetzt  müssen  wir  sehen,  zum  Detachement  zu
kommen.3  Mit  den  letzten  Kräften  und  unter
unsagbaren  Schmerzen  richte  ich  mich  auf,  verbinde
  mit  meinem  Taschentuch  den  stark  blutenden
Arm  von  Prange,  und  auf  ihn  mich  stützend,
trete  ich  die  Reise  an.  Alle  zehn  Minuten  wird
gehalten  und  dann  eine  ebensolange  Ruhepause
gemacht.  Prange  wurde  infolge  des  Blutverlustes
einmal  ohnmächtig,  Hunger  und  Durst  meldeten
sich  —  wir  hatten  seit  abends  vorher  keine  Nahrung
  zu  uns  genommen.  Prange  holte  in  seinem
Hut  Wasser  aus  einer  Pfütze,  ein  Stück  Brot
fand  er  auch  in  seiner  Tasche,  das  wir  brüderlich
  teilten.  So  ging  es  1½  Stunden,  bis  wir
deutsche  Stimmen  hörten.  Es  waren  Leute
meiner  Kompagnie,  die  mich  suchten,  mich  auf
einen  mitgebrachten  Esel  hoben  und  nach  dem
Verbandplatz  in  der  Schlucht  brachten.  Nun  war
alles  gut  und  keiner  froher  wie  Prange

Inzwischen  war  es  12  Uhr  mittags  geworden
und  die  deutschen  Kompagnien  standen  immer
noch  in  heißem  Kampfe;  wenn  nicht  bald  Hilfe
kam,  mußten  sie  der  großen  Ubermacht  erliegen.
Bange  Sorgen  beschlichen  den  Führer;  man  war
in  eine  gefahrvolle  Lage  geraten,  die  das
Schlimmste  befürchten  ließ.  Auf  Unterstützung
durch  die  Abteilung  Erckert  war  kaum  zu  hoffen;
sie  war,  wie  man  wußte,  nach  Dewenischpütz
zurückgegangen.  Ob  der  Gefechtslärm  bis  zu  ihr
dringen  würde,  erschien  bei  der  großen  Entfernung
  sehr  fraglich.  Troß  der  geringen  Hoffnung
  auf  Hilfe  hatte  der  Führer  während  der
Morgenstunden  wiederholt  nach  Osten  mit  seinem
Glase  geschaut,  doch  alles  Spähen  war  vergeblich,
keine  Hilfe  nahte.  Da  plötzlich  (es  war  gegen
1  Uhr  nachmittags)  bemerkte  Hauptmann  Siebert
in  weiter,  weiter  Ferne,  aus  der  Richtung  von
Dewenischpütz  nahend,  starke  Staubwolken;  das
mußte  die  Abteilung  Erckert  sein!  Alles  atmete
auf,  und  neue  Hoffnung  belebte  die  müden
Kämpfer.  Hilfe  nahte!

Hauptmann  v.  Erckert  hatte  von  dem  Vormarsch
  der  Abteilung  Kamptz  am  späten  Abend
        <pb n="438" />
        W  360  2

des  16.  Kenntnis  erhalten.  Als  er  in  der  Frühe
des  17.  schwachen  Kanonendonner  aus  der  Vormarschrichtung
  der  Abteilung  Kamptz  hörte,  entschloß
  er  sich,  trotzdem  Mann  und  Pferd  durch
die  außergewöhnlichen  Anstrengungen  der  vorangegangenen
  Tage  noch  sehr  mitgenommen  waren,
unverzüglich  dem  Gefechtsfelde  zuzueilen,  um,
wenn  möglich,  noch  am  Kampfe  teilzunehmen
oder  wenigstens  dem  Feinde  den  Rückzug  zu
verlegen.  Denn  ernsten  Widerstand  konnte  seiner
Meinung  nach  der  vorgestern  von  ihm  arg
geschwächte  Feind  kaum  leisten.  Wie  groß  war
jetzt  sein  Erstaunen,  als  er  durch  einen  ihm  vom
Hauptmann  Siebert  entgegengesandten  Offizier
über  die  ernste  Lage  bei  der  Abteilung  Kamptz
unterrichtet  wurde!  Sein  aus  echt  kriegerischem
Tatendrang  geborener  Entschluß,  trotz  aller  Ermattung
  dem  Kanonendonner  zuzueilen,  sollte
reiche  Früchte  tragen  und  seine  Kameraden  aus
schlimmer  Not  erretten.

Er  erhielt  den  Befehl,  gegen  den  feindlichen
rechten  Flügel  umfassend  vorzugehen.  Diesem
Druck  gab  der  Feind  bald  nach.  Gegen  3  Uhr
nachmittags  wich  er  hier  zurück;  nunmehr  konnten
auch  die  Schützen  der  Abteilung  Siebert  Fortschritte
  machen,  und  nach  weiteren  zwei  Stunden
heißen  Kampfes  gelang  es,  auch  den  übrigen  Teil
der  feindlichen  Stellung  im  Sturme  zu  nehmen.
Der  Gegner  entschwand  mit  großer  Schnelligkeit
in  die  Berge.  Da  eine  Verfolgung  bei  der
hereinbrechenden  Dunkelheit  und  der  großen  Erschöpfung
  der  Truppen  wenig  aussichtsvoll  war,
sammelte  Hauptmann  Siebert  seine  Abteilung  auf
der  zuerst  genommenen  Höhe,  während  Hauptmann
v.  Erckert  mit  seinen  Leuten  den  Schutz  der  linken
Flanke  übernahm.

Der  Sieg  war  mit  schweren  Verlusten
erkauft:  neunzehn  tote  Reiter  bedeckten  das
Gefechtsfeld,  vier  Offiziere  und  26  Mann  waren
verwundet  und  ein  Offizier  verunglückt.

Der  Gegner  hatte  sich,  wie  am  folgenden
Tage  festgestellt  wurde,  nur  wenige  Kilometer
von  dem  Gefechtsfelde  in  starker,  schwer  zugänglicher
  Stellung  wieder  gesetzt.  Ihn  in  dieser
anzugreifen,  hielt  Hauptmann  Siebert  wegen  der
Schwäche  seiner  Truppe  und  der  großen  Geländeschwierigkeiten
  nicht  für  angezeigt.  Er  ließ  das
vom  Feinde  zurückgelassene  Vieh  teils  zusammentreiben,
  teils  abschießen,  die  Wasserstellen  unbrauchbar
  machen  und  erwartete  in  beherrschender
Stellung  das  Eintreffen  der  zur  Verstärkung
heranbeorderten  8.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments
  aus  Hasuur  und  einem  Drittel  der
9.  Batterie  aus  Dawignab.  Auch  die  2.  Kompagnie
  des  1.  Feldregiments  wurde  von  Keetmanshoop
  über  Wasserfall  auf  Durdrift  in  Marsch
gesetzt,  um  bei  einem  neuen  Angriff  gegen  die

 

Hottentotten  mitzuwirken,  deren  Führung  jetzt
anscheinend  Morenga  selbst  wieder  übernommen
hatte.

Ehe  es  indessen  zu  einem  erneuten  Vorgehen
kam,  wich  der  Feind  in  nordwestlicher  Richtung
nach  den  großen  Karrasbergen  aus.  Er  erreichte
Anfang  Juli  die  Nordostecke  derselben  bei  Aob,
setzte  sich  dort  in  einer  Schlucht  fest  und  verschanzte
  die  umgebenden,  senkrecht  abfallenden
Felskegel,  die  das  flache  Vorgelände  weithin
beherrschten  und  von  wenigen  Schützen  selbst
großer  Überlegenheit  gegenüber  leicht  zu  behaupten
waren.  In  dieser  änßerst  starken  Stellung  den
Morenga  mit  Erfolg  anzugreifen,  genügte  die
Zahl  der  verfügbaren  Truppen  umsoweniger,  als
selbst  die  mit  großer  Energie  während  drei  Monaten
  unter  unsagbaren  Entbehrungen  und  Anstrengungen
  durchgeführte  Verfolgung,  bei  der  die
Truppen  oft  ihr  letztes  hatten  hergeben  müssen,
seine  Widerstandskraft  nicht  zu  brechen  vermocht
hatte.  Der  Erfolg  von  Narndas  im  März  1905
war  offenbar  überschätzt  worden;  so  leichten
Kaufes,  wie  damals  vielfach  geglaubt  wurde,
sollte  man  dieses  Gegners  nicht  Herr  werden;
ihn  völlig  niederzuwerfen,  bedurfte  es  neuer
Verstärkungen.

Es  kam  dem  General  v.  Trotha  deshalb
äußerst  gelegen,  als  Morenga,  anscheinend  veranlaßt
  durch  Mangel  an  Zufuhr,  Mitte  Juli
plötzlich  erneut  mit  den  Deutschen  Verhandlungen
anknüpfen  wollte.  Obwohl  der  Oberkommandierende
  allen  Grund  hatte,  diesem  Gegner  zu
mißtrauen,  glaubte  er,  in  diesem  Augenblick
umsomehr  darauf  eingehen  zu  sollen,  als  im
nördlichen  Namalande  Ereignisse  eingetreten
waren,  die  einen  weiteren  Aufschub  der  gegen
die  Witbois  schon  lange  geplanten  Unternehmung
verboten;  zu  dieser  bedurfte  man  jedoch  dringend
eines  Teiles  der  jetzt  im  Südbezirke  gefesselten
Truppen.  Durch  sich  hinziehende  Unterhandlungen
mit  Morenga  wurde  tatsächlich  erreicht,  daß  auf
diesem  Kriegsschauplatz  bis  zum  September
1905  völlige  Waffeuruhe  herrschte,  so  daß
außer  schwachen  im  Südbezirke  verbleibenden
Kräften  alle  Truppen  zu  dem  großen  Schlage
gegen  Witboi  eingesetzt  werden  konnten.

 

Candmelioration  in  Deutsch-Südwestafrika.

Dem  Briefe  eines  Offiziers  entnehmen  wir
folgenden  interessanten  Passus:

Neulich  machte  ich  per  Eselkarre  eine  zweitägige
  Tour  nach  der  40  km  von  Windhuk  auf
1800  m  Höhe  gelegenen  Regierungsfarm  Neudamm,
  welche  aus  verschiedenen  Gründen  sehenswert
  ist.  Dort  ist  nämlich  ein  leidlich  großer
        <pb n="439" />
        W  361  20

See  in  einem  Felsenbecken  aufgefangen,  durch
eine  Mauer  nach  der  abfallenden  Seite  geschützt
und  somit  eine  Anlage  geschaffen,  die  wohl  einzig
im  Schutzgebiet  dasteht.  Der  See  enthält  das
ganze  Jahr  hindurch  eine  bedentende  Wassermenge
und  beherbergt  eine  Masse  schöner  Karpfen.
Die  blanke  Fläche  hat  für  das  hier  nicht  verwöhnte
  Auge  etwas  ungemein  Wohltätiges,  abgesehen
  von  dem  hohen  Nutzen  für  die  auf  der
Farm  betriebene  bedentende  Gartenwirtschaft.
Aber  mein  Interesse  wurde  in  besonderem  Grade
in  Anspruch  genommen  von  einer  landwirtschaftlichen
  Melioration  daselbst,  welche  ein  süddeutscher
Kulturingenieur,  Herr  v.  Zwergern,  vorläufig
auf  eigene  Kosten  unternimmt,  um  den  Beweis
zu  erbringen,  daß  unter  Benutzung  der  denkbar
einfachsten  Mittel  hier  mit  Nachdenken  alles
erreicht  werden  kann.  In  der  Regenzeit  geht
nämlich  ein  Teil  der  ganz  ungeheuren  Wassermassen
  für  das  Erdreich  vollständig  nutzlos  verloren,
  weil  der  Strom  mit  kolossaler  Schnelligkeit
und  Gewalt  abfließt  und  dabei  gutes  Land
schädlich  übersandet.  Der  genannte  Herr,  der
diese  Erscheinung  lange  beobachtete,  hat  uun  auf
den  geneigten  Abflußflächen  Gräben  von  0,30  m
Tiefe  und  0,30  m  Breite  hergestellt,  dazwischen
Versickerungslöcher  von  je  rund  1,5  ehm  Inhalt.
Bzaehat  also  die  Regengüsse  aufgefangen  zur  Ermöglichung
  ihrer  Versickerung  im  Untergrund,
kurz  eine  höchst  einfache  und  billige  Bewässerungsanlage
  zur  Schaffung  eines  künstlichen  Grundwasserstromes
  in  Angriff  genommen.  Diese
räben  liegen  etwa  60  m  hinter=  oder  besser
untereinander,  und  das  Wasser,  das  sonst  ungenutzt
  über  die  Fläche  stürzt,  muß  sich  nun
zm  Vorteil  der  zu  beackernden  Oberfläche  unten
urch  seinen  Weg  suchen.  Die  Anlage  wird  von
balangenen  Hereroweibern  gemacht  und  geht  gut
nuarktatten.  Es  sind  bis  jetzt  (bis  zum  12.  Ja-263
  N90)  1386  laufende  Meter  Gräben  in
Arbeiteretstagen  hergestellt  (einschl.  Löcher).  Die
gabe  z#  erhielten  nur  volle  Kost;  demnach  Ausjedem
  dn  die  geleistete  Arbeit  Mk.  184,10.  Nach
Gräben  oegen  ist  die  gesamte  Wassermenge  in  den
worden  und  Versickerungslöchern  aufgefangen
en  Unttund  jeweils  nach  rund  zwölf  Stunden  in
Wam  12  ergrund  versickert.  Es.  waren  gepflügt
schon  P  a  5½  Morgen  mit  Luzerne,  welche
Monct  keimblätter  zeigt,  2  Morgen  bestellt,
dvs  *7  Gen  waren  Kartoffeln  gesteckt.  Die  Arbeit
geführte  gens  und  Eggens  ist  in  den  oben  anvon
  161#  263  Arbeitstagen  bzw.  in  der  Summe
künisun  4,10  Mk.  enthalten.  Oberirdische  oder
sondtliche  Bewässerung  ist  ausgeschlossen.  Es
sollen  noch  Mais,  Hafer,  Lupinen,  Raygras,
affernhirse  usw.  gesät  werden.
Ich  möchte  nur  noch  erwähnen,  daß  in  Zu- 



lunft  der  Anbau  von  Mais  in  größerem  Maßstabe
  von  großer  Bedeutung  sein  wird.  Die
Kost  der  eingeborenen  Arbeiter  ist  immer  noch
ausschließlich  Reis;  kann  diese  Kost  durch  Mais
ersetzt  werden  (den  sie  ebenso  gern  essen),  so
wird  auch  durch  Anbau  dieses  Landesproduktes
(Mais  wächst  überall  in  den  Gärten)  die  höchst
unerwünschte  Abhängigkeit  vom  Auslande  beseitigt.


*5

Togo.

Das  Bernegausche  Togo-Simarubao-Extrakht.
Gutachten  des  Regierungsargtes  Dr.  Krueger.

Das  vom  Korpsstabsapotheker  Bernegan
hergestellte  Togo-Simaruba-Extrakt  ist  eine  hellgelbbraune
  Flüssigkeit  von  angenehmem  Geschmack.
Die  erste  Probe  war  klar,  die  zweite  leicht
getrübt.  Sie  wird  von  den  Kranken  gern
genommen,  nie  erbrochen,  verursacht  keine  Nebenwirkungen
  in  einer  Einzeldosis  von  1  bis  58
und  in  einer  Tagesdosis  von  5  bis  15  g.

Der  einzige  üÜbelstand  ist  vielleicht  die  etwas
stark  obstipierende  Wirkung,  die  man  aber  durch
schwach  abführende  Wässer  bzw.  durch  ganz
geringe  Dosen  salinisches  Abführmittel  beseitigen
kann.

Die  behandelten  Fälle  waren  typische  Amöbendysenterie
  und  zwar  solche,  deren  Selbstheilung
in  kurzer  Zeit  man  ausschließen  konnte.

Es  wurden  mit  den  Proben  behandelt  7  Fälle:

a)  2  Europäer,  davon  ein  sehr  schwerer  Fall
mit  dauerndem  Fieber  und  schweren  peritonitischen
Erscheinungen,  der  zweite  Fall  zwar  mit  Fieber
beginnend,  aber  weniger  heftigen  Symptonen.

b)  5  Eingeborene,  vier  akute  Fälle  und  ein
chronischer  Fall,  von  jenen  ein  schwerer  mit
heftigen  Allgemeinerscheinungen,  ein  mittelschwerer
Fall  und  zwei  leichtere.  Bei  den  zwei  ersten
Fällen  sieht  man  keine  Besserung  von  der  zuerst
eingeschlagenen  Calomel-Bismutum-Behandlung,
dagegen  prompte  von  Togo-Simaruba-Extrakt.
Die  Fälle  3,  4,  6,  7  zeigen  die  heilende  Wirkung
  des  Extrakts  sehr  deutlich.

Der  Fall  5  verlief  sehr  schwer.  Doch  auch
bei  diesem  erschien  mir  gerade  die  Darreichung
von  Togo-Simaruba-Extrakt  wirkungsvoll,  was
in  dem  schnell  erfolgten  Schwinden  der  dysenterischen
  Entleerungen  seinen  Ausdruck  findet.
Wenn  sich  auch  aus  der  Behandlung  und  Heilung
        <pb n="440" />
        G  362  20

dieser  sieben  Dysenteriefälle  noch  kein  endgültiger  Bersuche  mit  diesem  Mittel.  Jedenfalls  habe  ich
Schluß  auf  den  Wert  dieses  Togo-Simarnba=  bei  schweren  Fällen  der  hier  recht  häufigen
Extraktes  ziehen  läßt,  so  ermutigen  diese  Erfolge  Dysenterie  nie  so  prompte  Erfolge  bei  den  bis-(ohne
  einen  Mißerfolg)  doch  zur  Fortsetzung  der  herigen  Behandlungsmethoden  gesehen.

Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Togo  im  dritten  Viertel  des
Kalendersahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres.

I.  Sinfuhr."“)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr  im  Hinfuhr  im  -  Vo--III.
  ViertelI.  Viertel  S#non  nn
Warengruppen  1906  1905  nahmenahme
Wert  Wert  Wert  Wert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowic  der  senderkan  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  11  739  190  011
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Frü  ichte  .  14  300  49029  —  —
)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Gewumiteel  .  165  441  106  191  —
*)  Olfrüchte,  Pflanzenölc,  Pflanzenwachs  .  270  326
)  Getränke  (außer  Mineralwasser)  279  085  114  630  —
s)  Sämereien,  lebende  Pflanzen,  Futermiinel  liebiere
soweit  unter  Ia  und  lb  fallend  ..  185  180  —
4)  Faserpflangen.  .  .......  —  —  —
h)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft.  ...  ...  30  480  33  505
Zusammen  l...  501  500  279072  —  —
II.  Tiere  und  Heeriiche  Ergengnisse:
a)  Lebende  ...  1286  87  —  —
b)  Fleisch  zun  erisoher  Erzeugnisse  aler  Arm..  52  053  32  450  —  —
3umnnncnll...  53  339  32  537  —  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  õ2  102  64  484  —  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  ...  9  617  9  912  --  —
V.  Chemische  und  siabnnageihe  Ersengnise  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmitteln).  44  750  28239  —
VI.  Tertil=  und  Pelzwaren,  ietem)  genstände  usw.
(außer  Lederwaren)  .  464310  468  146  —
VII.  Leder  und  Lederwaren,  W.  Wachstuch.  Urichneraren  .  8891  7  038
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  .  1526  672
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwar  .  13  284  31  034
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  lisrrarische  ¾  Kunsigegenstände  13  490  16  379
XI.  Stein-,  Ton-  und  Glaswaren  .  .  22  376  32601
XII.  Metalle  und  Mctallwaren  (außer  Instrumenten.  Maschinen
  und  Waffe
a)  Unbearbeitete  Me  und  d  dalbzeng  .....  2424  250  845  —
b)  Fabrikate  .....  95  800  97.628  —  -
-3usannncu  Xll...  98  224  3#8  473  —  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  .....  27265  69  562  —
XIV.  Waffen  und  Munition  .  66  223  63  913  —  —
aufammen  1  l  bis  xiv  ½  *  1376897  1152  062  —  —
XV.  Geld.  .  ..  .  121666  59248  —  -
Zusammen  I  bis  X  (einschl.  Geld)  140  568  1511310  —  12  747
Dagegen  im  II.  Viertel  .  1  310  703  1  615346  –  304  643

 

 

*)  Bis  zum  31.  Dezember  1905  sind  für  das  Schutzgebiet  Togo  den  handelsstatistischen  Anschreibungen
für  die  Einfuhr  die  Werte  loco  Einsuhrstelle  (lusprungepreis  amzäglich  entstandener  Spesen)  unter  Hinzurechnung
  der  Beträge  des  fälligen  Einfuhrzolls,  vom  1.  Jan  906  ab  dagegen  ebenfalls  die  Werte  loco
Einfuhrstelle,  jedoch  ohne  diese  Zollbeträge  zugrunde  gelegt.  66  nn  daher  für  die  korrespondierenden  Zeitabschnitte
  der  beiden  Jahre  vergleichbare  Wertziffern  nicht  vor.  Bei  den  wichtigsten  Warenpositionen  sind
daher  die  Werte  nur  nachrichtlich  nebeneinander  gesetzt,  zum  Vergleich  aber  nur  die  Mengen  herangezogen
worden.
        <pb n="441" />
        E  363  20

II.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausfuhr  im  Ausfuhr  ie  im  Zu-J  Ab—

III.  Viertel  III.  Biertel  nac  me  naͤh  me
Warengruppen  1906  1905  h  )

Wert  Wert  Wert  Wert

in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:

a)  Pflangliche  Nahrungs-  und  Genußmittel  109  697  241  836  132  139

b  Olfrüchte.  Pflangenöle.  Pflanzenwachs  -  138  515  166  386  —
c)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  .  430  —  410

d)  Faserpflanzer  60  (302%  40  259  20  434  —
c)  Ergeugnisse  der  Forstwirtschaft.  205  366  23B  474  —  28  108
Zufammen—  l  680  707  690  544  18  87

II.  Tiere  undo  tieriswe  Erzeugnisser

a)  Lebe  15  050  14  485  565  –
b)  Lhcbene,  Erzenanifse  .....  12219  13  799  1580
Zusammen  II  27269  28284  —  1  015

III.  Mineralische  und  fossile  Stoffe-  —  ——  —  —-IV.
  Gewerbliche  Erzeugnisse  18  930  20231  —  1301
Busammen  I  bis  IV  toone  Geld)  726  906  748  059  —  21  153
V.  Geld.  257  #24  292  615  –  35291
Zusonmen  l  bis  V  (Giwe,  Geld)  984  230  1040  674  —  56  444

Dagegen  im  II.  Vie  872171  797217  74921  —

III.  Wichtigste  Warenpositionen  bei  der  Einfuhr.

—  —  —  —  —  —  —  —
9  ImllI.  Viertel  1906|Im  III.Viertel  1905  Zunahme  Abnahme
ruennung  der  WarenMenge  Wert  Menge  Werl  Menge  Wert  Menge  Weit

k##Ml.  kksM.  kta  Mk.  kg  Mk.

..  —  —

olmnäffe  .  33  3090  51530  6  087  6  1727312  —  —

Lea  6665409  7700971752  82  993  —  S  2

l  ammwein  aller  Art.  (CLiter)  B3  73  166  —  —

di  (Liter)  33  013  16  329  15  855  10  793  17  158.  —

al  und  Auholz  195723  30  480191  308  33  45  1415

Sabz  297  241  23  69)#95  804  19  177/120  437  *

Sonheè  Brauntohlen.  urikens  19  520  73178219  10  862  58  723

Baum#en  Li  9  18  99]]|95917  23492  943

Laumwollgarne  und  gewebe  125  374  105  8380025  459  367  931  85

*  sewasche.  „Kleid.,  Hüte  u.  Mütz.,  Polosutherwar.

  Schime,  Filawar.  6  069  26  S32  18792  770987  12  723
Nohsiund  Glasn  7326  885|708  14256  182
*  ise  *  Sen  Stan-Allenscht

  löcke  d.  6126  2000|8095  282  244  871  dtzg  186

Waren  auso  udr  genannt.  Eisenwar.  93  137  64  5360/159660  75  5961  —  66  523

Landwirtschafier  1.  kunedlen  Metallen  12  197  2100]110  11474  1078

Maschinen  sü  i#  "  Maschinen  4544  5550  335  5681  4208  »

Tran  gu  industrielle  Betriebe  3  061  45281  11653  8  160  8592
n-  u.  oe

10  908.  13  964  50  283  50  714  -  —--  15  375

Juerwafeen  -  tck.mc)l)2458187331371200931087s-—  —

yllbc  Utvu  und  e  Ainlse  .  34531  43  760  22  328  11  847  12203  —  —
rmünzen  —  115  3144  59  21  —  50  098
        <pb n="442" />
        W  364  20

IV.  „Wichtissis  Warenpostitionen  bel  der  kuswtuhr.

 

 

 

-  Viertel  1006  ImlIlI.  Viertell  1905  Zuna  ih  me  Abnahme
Benennung  der  Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Mende  Wert  s  Menge  Wert
kg  Mk.  keMl.  ka  Mk.  kg  Mk.
Rohbaumwolle  .  72  692  60  6931  59  435  402591  13257  204344  —  —
Mais  .  .  ..  47  4  100  899|3  787  400  230  966  —  —  2  050  986  120  067
Kassada.  83  997  531071  87  414  8  062  —  —  3  417  2  955
Palmkerne.  1  188  287  227  861744  768  143  477|3  510  84  325—  —
Palmöl  144  793  59  5811  87906  31  232  56887  28340  —  —
Schibutter.  11  082  9  264  9886  6  182  1196  3  086  —
Kautschuk  ...  9294820490533480233033  —  —  2  2541  28  128
Rindvich  (Stück)  54  5230  87  7  360  —  —  33  2130
Kleinvie  -  1172  8593  731  6  347  141.  2216  —  —
Silbermünzen..  ...  —  256  8744  —  291  625—  —  —  34  751

 

 

 

 

V.  Gesamthandel.

Im  III.  Viertel  Im  III.  Viertel
905

 

1906
Wert  in  Mt.  Wert  in  Ml.
Einfuhr  1  498  563  1  511  310
Ausfureei  984  230  1  040  674
Gesamthandel  im  III.  Viertel  2  482  793.  2  551  984
Dagegen  im  II.  Viertel.  2  182  874  2  412  593
Deutsch-Neuguinea.  28.  August  1906  auch  die  Inseln  der  Otot-Eerdbeben

  auf  den  Ostkarolinen.

Wie  das  Bezirksamt  in  Ponape  berichtet,  sind,
nachdem  am  22.  September  1902  auf  der  Südseite
  der  Insel  Ponape,  wahrscheinlich  am
gleichen  Tag  auch  auf  der  Insel  Mantön  der
Mokil-Gruppe  und  dann  am  19.  April  1905,
am  Tage  des  Taifuns,  auf  der  Insel  Löllö  der

Kusaie-Gruppe  Erdbeben  beobachtet  waren,  am

Gruppe  von  einer  solchen  Naturerscheinung  berührt
  worden.  Auf  den  Inseln  Onôb  und
Onari  waren  die  Erschütterungen  gering,  auf
den  Inseln  Mager  und  Magererik  stark.  Mit
den  chilenischen  Erdbeben  können  diese  Erscheinungen,
  wie  der  Bericht  offenbar  annimmt,
nicht  in  Verbindung  gebracht  werden,  da  das
Valparaisobeben  bereits  am  16.  August  v.  Js.
stattfand.

Aus  fremden  RKolonien  und  Droduktionsgebieten.

Relsernte  Brltisch-Indiens  1906,07.

Das  Schlußmemorandum  über  die  gesamte
Reisernte  Britisch-Indiens  für  die  Saison  1906/07
ist  unter  dem  21.  Februar  d.  Is.  veröffentlicht
worden.  Die  Schätzungen,  die  diesem  Berichte
zugrunde  gelegt  sind,  umfassen  ein  Arcal  von
78  v.  H.  der  gesamten  in  Britisch--Indien  unter
Reiskultur  stehenden  Fläche.  Ausgeblieben  ist
von  den  einzelnen  Provinzialberichten  nur  der
Bericht  aus  Unterburma,  auf  das  9,7  v.  H.  der

 

gesamten  Reisfläche  entfallen.

Die  Gesamtanbaufläche  wird  jetzt  zu
54  535  400  Aecres  gemeldet,  die  die  vorjährige
Fläche  um  106  800  Aeres  oder  0,2  v.  H.  übertreffen.


Die  Gesamtausbeute  (mit  Ausnahme  von
Unterburma)  wird  auf  368  334  000  ewts  geschätzt;
  m  überragt  die  vorjährige  um  6  864  300  cwts
oder  1,8  v.

Einen  überblick  über  die  Anbaufläche  und
den  Ertrag  der  Reisernte  1906/07  in  den  einzelnen
  Provinzen  ergibt  die  folgende  Zusammenstellung:
        <pb n="443" />
        G  365  2

 

 

 

 

 

Provinzen  1000  07  1905  06  we
Bengalen:  Anbaufläche  in  Acres
Sommerreis  163  600  168  000  176  P00
Herbstreis  14309  000  4377  100  4  173  700
Winterreis.  20  033  600  20  605  500  19  713  400
zusammen  24  506  200  25  150  600  24  0641.000
Osibengalen  und  Assam:
Sommerreis  250  00  252  500  285  000
Herbstreis.  3  629  600  3574  700  I  nicht
Winterreis.  12226  000  12  133  000  belannt
zusammen  16  105  800  15  960  200  —
Madras  .  6  934  900  6  604  100  7  034.000
Unterburma  6988  500  6  713  400  6622  000
Insgesamt  54  535  400  34  428  600  —
Bengalen:  Ertrag  an  gereinigtem  Reis  in  ewts
Sommerreio  1  093  800  1  123200  1202500
Herbstreis  22  160  600  27013.  000  25  761  800
Winterreis  172207  200  199  B831  300  186  133  500
ausammen  195  461  600  227  967  500  213.097  800
Ostbengalen  und  Assam:
Sommerreis  1  617  600  1  713800  1  947  300
Herbstreis  .  16  938  100  18767200  nicht
Minterreis  103  921  000  80  886  600  bekannt
zusammen  122  476  700  101  397  600  —
Wadras  50  395  700  415  833  200  51  098  900
Unterhur  1  96  v.  H.  92  v.  S.
nterburma  einer  Normalernte  58  349  000

Jusgesamt  ohne

Unterburma  368  334  000  375  198  300  —

Aus  den  Einzelberichten  der  Provinzen,  denen
der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie  an  der  Gesamtanbaufläche
  Britisch-Indiens  beteiligt  sind,  in
Klammern  beigesetzt  ist,  mögen  folgende  Angaben
über  die  Ernte  hervorgehoben  werden:

Bengalen  (34,8  v.  H.).  Die  mit  Sommer-,
Herbst=  und  Winterreis  bestellte  Fläche  ist  hinter
er  vorjährigen  um  2,6  v.  H.  zurückgeblieben
vund  der  Ertrag  ist  gegen  das  Vorjahr  um
14,3  v.  H.  geringer  ausgefallen.
Ostbengalen  und  Assam  (23  v.  H.).  Hier
ist  die  Fläche  gegen  das  Vorjahr  um  0,9  v.  H.
gestiegen  und  der  Ertrag  hat  die  bedeutende  Zunahme
  von  20,7  v.  H.  aufzuweisen.
Nn  Madras  (10,5  v.  H.)  wird  die  in  den
mit  Latwaridörfern  (etwa  zwei  Drittel  der  Provinz)
gesc  Reis  bestellte  Fläche  auf  6934  900  Aeres
allolentt  gegen  6  601  400  im  Vorjahre;  sie  ist
Negenn  5  v.  H.  gestiegen,  was  dem  günstigen
Ernte  ist  Ingeschrieben  wird.  Der  Stand  der
und  man  im  allgemeinen  ziemlich  gut  bis  gut,
ents  ge  Eerwant  einen  Ertrag  von  50  395  700
woraus  u  i  5  833  200  cwts  im  Vorjahre,
Die  Nic-  7  eine  Steigerung  um  10  v.  H.  ergibt.
mit  *  ari  Dorser  haben  174  300  Aeres
unvollsänd)g.  „b  doch  sind  die  Angaben  hierüber
S  In  Unterburma  (9,7  v.  H.)  lassen  die
chäßungen  im  Dezemberbericht  eine  Vergrößerung

 

der  Anbaufläche  um  4  v.  H.  erkennen.  Der
Ertrag  wird  auf  96  v.  H.  einer  Normalernte  geschätzt
  gegen  92  v.  H.  im  Vorjahre.  Die  für  die
Ausfuhr  verfügbare  Menge  wird  zu  2  374  000
Tons  Kargoreis  angenommen,  die  40  237  000
ewts  gereinigtem  Reis  entsprechen.

In  den  letzten  fünf  Jahren  sind  an  enthülstem
  und  unenthülstem  Reis  nach  überseeischen
fremden  Ländern  folgende  Mengen  ausgeführt
worden:

.  Aus
Aus  Bengalen  Madras,
r  einschl.  Ost=  Bombay  Uberhaupt
Burma  bengalens  und
und  Assams  Sind
Mengec  in  emts
1902  30  250  813  6214511  3859  732  40  325  056
1908  .  34  407  598  63813  205  4  683  877  45  904  680
1904.  37  589  361  8003  699  4  130  310  49  723  370
1905  34200  758  8996  514  2553  832  45  751  104
1906.  28  093  470  6  095  023  4  261  931  338  450  421

Aus  Burma  sind  in  den  letzten  fünf  Jahren
nach  indischen  Hafenplätzen  folgende  Reismengen
verschifft  worden:

ewts  ewts
1902.  13  289  275  1005.  6  615  659
1903.  3  7904  673  1906  14  162  870
19041.  5793  429

Die  Rohrzuckerernte  Britisch-Indlens  1906  07.

Das  Schlußmemorandum  über  die  Rohrzuckerernte
  Britisch-Indiens  während  der  Saison  1906/07,
welches  am  21.  Febrnar  d.  Is.  veröffentlicht  ist,
basiert  auf  den  Berichten  aus  sechs  Provinzen,
auf  welche  im  Durchschnitt  der  fünf  mit  1904/05
abschließenden  Jahre  96,5  v.  H.  der  gesamten  in
Britisch-Indien  mit  Zuckerrohr  bestellten  Fläche
entfallen.

Das  Gesamtareal  in  den  sechs  Provinzen
wird  zu  2  348  800  Acres  gemeldet;  es  zeigt
gegen  das  Vorjahr  eine  Zunahme  von  237  800
Acres  oder  11,2  v.  H.

Der  Gesamtertrag  wird  auf  2  223  400
Tons  unraffinierten  Zuckers  geschätzt  und  ist  um
497  900  Tons  oder  28,9  v.  H.  höher  als  im
Vorjahre.

Die  Witterung  ist  im  allgemeinen  günstig
verlaufen.

Aus  den  Einzelberichten  der  sechs  Provinzen,
denen  der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie  an  der
Gesamtanbaufläche  Britisch-Indiens  beteiligt  sind,
in  Klammern  beigesetzt  ist,  mögen  folgende  Angaben
  über  die  Ernte  hervorgehoben  werden:

Vereinigte  Provinzen  (49  v.  H.).  Die
gesamte  Anbaufläche  wird  zu  1  386  700  Acres
gemeldet  gegen  1  228  900  Acres  im  Vorjahre;
sie  ist  also  um  nahezu  13  v.  H.  gestiegen.  Die
        <pb n="444" />
        W  366  20

Fläche  ist  die  größte  seit  dem  Jahre  1895,  in
welchem  1  388  900  Acres  mit  Zuckerrohr  bepflanzt
  wurden.  Die  Steigerung  der  Preise  für
Rohzucker  und  die  Wirkung  der  Niederschläge  im
Februar  und  März,  in  denen  das  Rohr  ausgepflanzt
  wird,  haben  zu  einem  vermehrten  Anbau
angeregt.  Die  Pflanzstücke  sprossen  gut  auf  bei
hinreichender  Bodenfeuchtigkeit.  Die  Monsunregen
  traten  zur  rechten  Zeit  ein  und  waren  hinreichend
  und  den  jungen  Pflanzen  wohltuend,
mit  Ausnahme  von  einigen  Teilen  von  Benares,
Gorakhpur  und  Fyzabad,  wo  lÜberschwemmungen
im  August  und  spärliche  Niederschläge  im  September
  und  Oktober  den  Pflanzungen  schadeten.
In  einigen  Gegenden  haben  auch  die  Heuschrecken
Schaden  angerichtet.  Im  großen  ganzen  ist  jedoch
die  Witterung  in  dem  größeren  Teile  der  Provinz
günstig  gewesen.  Der  Gesamtertrag  an  Rohzucker
(Gur)  wird  auf  1264  600  Tons  geschätzt  gegen
884  000  Tons  im  Vorjahre,  was  einer  Steigerung
von  43  v.  H.  gleichkommt.

Aus  Bengalen  (19  v.  H.)  wird  die  Anbaufläche
  zu  423  500  Aecres  gemeldet  gegen  421  500
Acres  im  Vorjahre.  Das  Wetter  war  zur  Pflanzzeit
  im  großen  ganzen  günstig,  wenn  auch  in
Nordbihar  die  Pflanzungen  unter  den  starken
Niederschlägen  und  darauf  folgenden  Uberschwemmungen
  im  Juli  und  August  sowie  unter  der
Dürre  im  September  und  Oktober  gelitten  haben.
Die  Gesamtausbente  an  Rohzucker  wird  auf
419  300  Tons  geschätzt  gegen  426  700  Touns  im
Vorjahre;  sie  hat  also  um  1,7  v.  H.  abgenommen.

Ostbengalen  und  Assam  (11,2  v.  H.).  Die
Gesamtanbaufläche  (mit  Ausnahme  der  Felder  in
den  Hügelbezirken,  für  welche  statistische  Angaben
nicht  erhältlich  sind)  wird  zu  199  900  Acres  angegeben
  gegen  201  500  Aeres  im  Vorjahre;  sie
hat  also  um  0,8  v.  H.  abgenommen.  Die
Witterung  ist  im  großen  ganzen  nicht  ungünstig
verlaufen.  Der  Ertrag  wird  auf  193  500  Tons
geschätzt  gegen  188  500  Tons  im  Vorjahre;  er
ist  also  um  2,6  v.  H.  gestiegen.

Aus  dem  Punjab  (13,7  v.  H.)  wird  das
Arcal  zu  257  600  Acres  gemeldet  gegen  172  700
Acres  im  vorhergehenden  Jahre;  es  ist  also  um
49  v.  H.  angewachsen.  Hinter  der  durchschnittlichen
  Anbaufläche  der  voraufgegangenen  fünf
Jahre  ist  es  immerhin  noch  um  21  v.  H.  zurückgeblieben.
  Die  Witterung  ist  entschieden  günstig
verlaufen  und  über  Insektenplagen  sind  Klagen
nicht  laut  geworden.  Der  Gesamtertrag  wird  auf
212  800  Tous  angegeben  gegen  89  000  Tons
im  Vorjahre  und  238  300  Tons  im  Jahre  zuvor.
Es  muß  in  Berücksichtigung  gezogen  werden,  daß
die  vorjährige  Ernte  vollkommen  fehlgeschlagen
ist,  so  daß  man  sie  zum  Vergleiche  nicht  heranziehen
  kann.

 

Madras  (2,5  v.  H.).  Die  gesamte  in  den
Raiyatwaridörfern  (etwa  zwei  Drittel  der  Provinz)
bis  Ende  Dezember  mit  Zuckerrohr  bestellte  Fläche
wird  zu  52  500  Aeres  angegeben  gegen  60  700
Acres  im  Vorjahre.  Die  Abnahme  betrug  also
13,5  v.  H.  Die  Ernte  wird  als  gut  oder  ziemlich
gut  gemeldet.  Der  Ertrag  wird  auf  100  400
Tons  geschätzt  gegen  114  500  Tous  im  Vorjahre,
woraus  sich  eine  Abnahme  um  12,3  v.  H.  ergibt.

Aus  der  Nordwestlichen  Grenzprovinz
(1  v.  H.)  wird  die  Anbaufläche  zu  28  600  Acres
angegeben  gegen  25  600  Acres  im  Vorjahre;  sie
ist  also  um  11,7  v.  H.  gewachsen.  Die  Witterung
ist  während  der  Pflanzzeit  im  allgemeinen  günstig
gewesen  und  die  Ernte  ist  im  großen  ganzen  gut
ausgefallen.  Die  Gesamtausbeute  wird  auf
32  800  Tons  geschätzt  gegen  22  800  Tons  im
Vorjahre;  sie  ist  also  um  44  v.  H.  gestiegen.

Einen  UÜberblick  über  die  Anbaufläche  und  den
Ertrag  in  den  einzelnen  Provinzen  ergibt  die
folgende  Zusammenstellung:
rsi-r

Anbaufläche  in  Acres-1
  386  700  1  228  900  1  181  300

Provingen  1906  07  1905.006

Vereinigte  Provinzen.

 

Bengalen  123  500  121  600  161  400
H#tbengalen  us  und  Aijani  199  900  201500  —
Punja  b  .  2576()()1--W:328400
Madra  52  500  60  700  50  000
B—  Greuzprovinz.
  2986000  25  600  25  900)
Zusammen  2348  900  2  111.000

Rohäuckerertrag  in  Tons
Dereinite  Provinzen  1  204  600  884  000  1  026  700

 

Bengale  119  300  426  70%0  467  900
Std  und  Asjani  193  500  188  500  —
Punjab  .  212  800  89000  237200
Madras  100  100  114500  94  100)
Nordwestliche  Grenzprovinz
  ..  32  800  22  800  23  100’)
Zusammen  2223  400  1  725  51)0)  —

Baumwollernte  in  der  Landschaft  Sino
(Britisch-Indien).

Bekanntlich  ist  die  Landschaft  Sino  diejenige
in  Indien,  in  der  man  bisher  die  meisten  Aussichten
  zu  haben  glaubte,  die  ägyptische  Baumwolle
  mit  Erfolg  zu  züchten.  Nun  ist  auch  dort
seit  November  der  Bollwurm  aufgetreten  und  hat
arge  Verwüstungen  unter  der  Ernte  angerichtet,
so  daß  der  Betrag  eines  Acre  durchschnittlich  nicht
mehr  als  2  Maund  (das  Maund  =  37,324  kg)
betrug.  Bis  zum  Auftreten  des  Schädlings  hatte
man  auf  einen  Ertrag  von  etwa  700  000  Rupien

)  ierjähriger  Durchschnit!.
        <pb n="445" />
        W  367  20

gehofft,  so  aber  wurden  bei  der  Versteigerung  trotz
guter  Durchschnittspreise  nur  150  000  Rup.  erzielt.
(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsuls  in  Kalkutta.)

Die  indische  Baumwollernte  1906,07.

Das  Schlußmemorandum  über  die  indische
Baumwollernte  für  die  Saison  1906/07,  welches
am  21.  Februar  d.  Is.  veröffentlich  ist,  baut  sich
auf  auf  den  aus  den  einzelnen  Provinzen  bis
äum  1.  Februar  d.  Is.  eingegangenen  Berichten
und  gibt,  soweit  es  möglich  ist,  Vergleiche  mit
der  Ernte  in  dem  voraufgegangenen  Jahre.  Mit
Ausnahme  von  Kishangarh  State  in  Rajputana
und  Malwa  Agency  in  Zentralindien  sind  die
Provinzialberichte  vollständig  eingegangen.  Die
ausgebliebenen  Berichte  fallen  aber  nicht  ins  Gewicht,
  und  es  sind  die  von  ihnen  für  den  Dezemberbericht
  gelieferten  Angaben  in  diesem  Schlußmemorandum
  angesetzt  worden.

Die  gesamte  mit  Baumwolle  bestellte  Fläche
wird  jetzt  zu  22  334  000  Acres  angegeben;  sie  ist
um  1272  000  Acres  oder  6  v.  H.  größer  als  die
vorjährige.  Der  Gesamtertrag  beläuft  sich  auf
4908  000  Ballen  von  je  400  engl.  Pfund  und
ist  um  1  482  000  Ballen  oder  um  43,3  v.  H.
größer  als  der  vorjährige.

Die  Witterung  ist  während  der  Saison  im
allgemeinen  günstig  gewesen,  wenn  auch  in  ver—
schiedenen  Gegenden  die  Ernte  durch  Krankheit
und  Insektenplage  gelitten  hat.  Der  Stand  der

Strnte  wird  im  ganzen  als  gut  gemeldet.

In  den  britischen  Gebietsteilen  wird  die  Fläche
auf  13  537  000  Acres  und  der  Ertrag  auf
2  935  000  Ballen  geschätt.  Hieraus  ergibt  sich
eine  Einschränkung  des  Anbaues  um  486000  Acres
oder  3,5  v.  H.,  die  allein  auf  den  im  Punjabgebiete
  durch  die  Verheerung  der  Baumwollbflanzungen
  während  der  Saison  1905/06  verursachten
  Rückgang  zurückzuführen  ist.  Im  Ertrage
hat  sich  eine  Zunahme  von  704  000  Ballen  ergeben,
  die  etwa  31,5  v.  H.  der  im  Vorjahre  in
den  britischen  Gebietsteilen  erzielten  Baumwollernte
  gleichkommt,  wobei  in  Berücksichtigung  zu
ziehen  ist,  daß  die  Ernte  im  Punjab  und  in
einigen  anderen  Provinzen  im  Jahre  1905/06
außerordentlich  klein  ausgefallen  ist.

l  In  den  Eingeborenenstaaten  sind  8  807  000
dirres  mit  Baumwolle  bepflanzt  worden,  auf  denen
Im  Verten  zu  1  973  000  Ballen  berechnet  wird.
en  ergleich  mit  dem  Vorjahre  ergibt  sich  hier
le  Zunahme  um  1758000  Acres  oder  24,9  v.  H.
und  um  778  000  Ballen  oder  65,1  v.  H.
Im  einzelnen  ergeben  sich  nach  dem  endhültigen
  Schätzungsberichte  für  die  einzelnen  Ge-Vietsteile
  Indiens  im  Vergleich  mit  dem  Vorjahre
folgende  Anbauflächen  und  Erträge:

 

1906/07
1000  1000
Acres  Ballen

1905/06
1000  1000
Acres  Ballen

Provinzen  und
Staaten
Bombay,  einschließlich

  der  Einge- 



borenenstaaten.  6  520  1516  5934  1009
Sind,  einschließlich

der  Eingeborenenstaaten

  245  155  283  84
Madras,  Raiyatwaridörfer

  1  544  157  1597  145
Zentralprovinzen

und  Berar  4  852  882  4  849  818
Vereinigte  Provinzen,

  einschließlich

der  Eingeborenenstaaten.

  1  489  638  1372  394
Pundjab,  einschließlich

  der  Eingeborenenstaaten

  1  408  357  2  020  192
Nordwestliche

Grenzprovinz  61  13  59  13
Aijmer-Merwara  40  58  29  15
Bengalen  ohne  Eingeborenenstaaten

  75  16  71  16
Ostbengalen  und

Assia  ..  57  14  61  17
Burmaa  ..  186  35  183  35
Baroda  .  .  .  .  ..  693  224  730  189
Hyderabad  .  .  3  480  430  2537  303
Mysore  .  .  .  .  .  .  89  10  76  5
Zentralindien  1  177  227  979  130
Rajputana  428  176  291  61

Zusammen  22  344  4908  21  072  3426

Aus  den  Einzelberichten  der  Provinzen,  denen
der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie  an  der  Gesamtanbaufläche
  Britisch-Indiens  beteiligt  sind,  in
Klammern  beigesetzt  ist,  mögen  noch  folgende  Angaben
  über  die  Ernte  hervorgehoben  werden:

Bombay  (27,1  v.  H.).  Die  gesamte  mit
früher  und  später  Baumwolle  in  den  britischen
Gebietsteilen  bepflanzte  Fläche  wird  zu  3752  000
Acres  gemeldet,  woraus  sich  eine  Zunahme  von
52  000  Aecres  oder  1,4  v.  H.  gegen  das  Vorjahr
ergibt.  Die  Eingeborenenstaaten  (mit  Ausnahme
von  Baroda)  haben  2  768  000  Acres  mit  Baumwolle
  bestellt  gegen  2  235  000  Acres  im  Vorjahre;
sie  haben  hiernach  das  Anbauareal  um  333  000
Acres  oder  23,8  v.  H.  vergrößert.  Seit  dem
Dezemberbericht  (vgl.  Nr.  6  der  „Nachrichten“  für
1907)  hat  die  Ernte  in  Nordgujarat  etwas  unter
der  ungünstigen  Witterung  gelitten  und  in  Teilen
des  Dekkan  unter  Krankheiten.  In  Karnatak
haben  das  trübe  Wetter  und  der  Regen  im  Dezember
  Krankheiten  mit  sich  gebracht,  und  aus
manchen  Gegenden  ist  berichtet  worden,  daß  die
        <pb n="446" />
        *

Blüten  und  Kapseln  abgefallen  sind.  Demgemäß
ist  die  Endschätzung  hinter  den  Angaben  der  Dezemberschätzung
  um  77000  Ballen  zurückgeblieben.
Der  Gesamtertrag  stellt  sich  jetzt  auf  1  516  000
Ballen  (670  000  Ballen  in  den  britischen  Gebietsteilen
  und  846  000  Ballen  in  den  Eingeborenenstaaten)
  gegen  1  009  000  Ballen  (543  000
Ballen  in  den  britischen  Gebietsteilen  und  466  000
Ballen  in  den  Eingeborenenstaaten)  im  Vorjahre,
er  ist  also  um  507  000  Ballen  oder  50  v.  H.
gestiegen.

Für  Baroda  (2,9  v.  H.)  wird  die  Anbaufläche
  auf  693  000  Aeres  angegeben  gegen
730  000  Acres  im  Vorjahre.  Die  Abnahme  von
5  v.  H.  wird  auf  die  überreichen  Regenfälle  im
Juli  zurückgeführt.  Späterhin  ist  indessen  die
Witterung  sehr  günstig  gewesen,  und  der  Ertrag
wird  auf  224  000  Ballen  geschätzt  gegen  189  000
Ballen  im  Vorjahre,  so  daß  hier  eine  Zunahme
von  18,5  v.  H.  zu  verzeichnen  ist.

Aus  Sind  (1  v.  H.)  melden  die  Berichte  eine
Gesamtfläche  von  245  000  Acres  gegen  283  000
Acres  im  Vorjahre.  Der  Rückgang  von  13,4  v.  H.
wird  der  späten  Offnung  der  Kanäle  zugeschrieben
und  der  Entmutigung,  die  die  vorjährige  Ernte
mit  sich  gebracht  hatte.  Von  den  Insektenschäden,
die  im  Dezemberbericht  gemeldet  wurden,  hat  sich
die  Ernte  wieder  erholt,  und  die  letzte  Schätzung
gibt  den  Ertrag  auf  155  000  Ballen  an,  mit
welchem  sie  die  84  000  Ballen  betragende  vorjährige
  Ernte  um  nahezu  85  v.  H.  übersteigt.
Etwa  5000  Acres  sind  mit  ägyptischer  Baumwolle
bestellt  worden,  die  aber  unter  dem  Bollwurm
mehr  gelitten  hat  als  die  einheimische  Abart;  es
sind  hierauf  1700  Ballen  geerntet  worden.

In  Madras  (9,2  v.  H.)  wird  die  in  den
Raiyatwaridörfern  (etwa  zwei  Drittel  der  ganzen
Provinz)  bis  Ende  Jannar  besäete  Fläche  zu
1  544  000  Acres  angegeben;  sie  überragt  die  vorjährige
  Fläche  um  53  000  Acres  oder  3,3  v.  H.
Der  Stand  der  Felder  ist  im  allgemeinen  gut.
Der  Rohertrag  wird  auf  157  000  Ballen  geschätzt
  gegen  145  000  Ballen  im  Vorjahre;  die
Zunahme  beträgt  somit  8,3  v.  H.  Die  Nicht-Raiyatwaridörfer
  haben  eine  Fläche  von  156  200
Acres  mit  Baumwolle  bepflanzt  gegen  158  000
Acres  im  Vorjahre;  doch  sind  die  Berichte  hierüber
unvollständig.

In  den  Zentralprovinzen  und  Berar
(23,6  v.  H.)  hat  sich  gegen  den  Dezemberbericht
keine  Abweichung  ergeben.  Die  Zunahme  im
Ertrage  beläuft  sich  auf  7,8  v.  H.

Aus  den  Vereinigten  Provinzen  (6,6  v.  H.)
wird  eine  Zunahme  der  Anbaufläche  von  8,5  v.  H.
gemeldet.  Das  Areal  ist  von  1  358  000  Aecres
im  Vorjahre  auf  1  473.000  Aeres  gestiegen.  Bei
den  anhaltend  günstigen  Witterungsverhältnissen

 

ist  der  Ertrag  auf  633  000  Ballen  angewachsen,
während  er  im  Vorjahre  nur  391  000  Ballen
betrug;  die  Steigerung  beläuft  sich  also  auf
62  v.  H.  In  Rampur  State  sind  16  000  Acres
bebaut,  von  denen  man  eine  Ernte  von  5000
Ballen  erwartet,  gegen  14  000  Acres  und  3000
Ballen  im  Vorjahre.

Aus  dem  Punjab  (7,3  v.  H.)  wird  die  Anbaufläche
  zu  1  254  000  Acres  gemeldet  gegen
1  836  000  Acres  im  Vorjahre.  Die  Abnahme
von  31,7  v.  H.  wird  dem  Fehlschlage  der  vorjährigen
  Ernte  zugeschrieben.  Seit  dem  Dezemberbericht
  ist  das  Wetter  günstig  gewesen,  und  die
Bollwurmplage  hat  mit  dem  Vorrücken  der  Saison
abgenommen.  Die  Pflücke  dauerte  bis  in  den
Januar  hinein.  Der  Gesamtertrag  wird  auf
303  000  Ballen  geschätzt  gegen  155  000  Ballen
im  Vorjahre,  wobei  zu  berücksichtigen  ist,  daß  die
Ernte  des  Jahres  1905/06  völlig  fehlschlug.
In  den  Eingeborenenstaaten  sind  154  000  Acres
mit  Baumwolle  bepflanzt  worden,  deren  Ertrag
auf  54  000  Ballen  geschätzt  wird.  Im  Vorjahre
wurden  184  000  Acres  bestellt  und  37  000  Ballen
geerntet.

Für  die  Nordwestliche  Grenzprovinz
(0,2  v.  H.)  ist  das  Baumwollarcal  zu  61  000
Acres  gemeldet  worden  gegen  59  000  Acres  im
Vorjahre.  Der  Ertrag  wird  wie  im  vorhergehenden
  Jahre  auf  13  000  Ballen  geschätzt.

In  Ajmer-Merwara  (0,3  v.  H.)  ist  seit
dem  Dezemberbericht  keine  Veränderung  zu  verzeichnen
  gewesen.

Aus  Bengalen  (0,6  v.  H.)  wird  die  Gesamtfläche
  jetzt  zu  75  000  Acres  gemeldet  gegen
71.000  Acres  im  letzten  Jahre.  Der  Ertrag  wird
wie  im  Vorjahre  auf  16  000  Ballen  geschätzt.
Daneben  wird  in  den  Eingeborenenstaaten,  für
welche  keine  statistischen  Angaben  erhältlich  sind,
auf  einen  Ertrag  von  800  Ballen  gerechnet.

Das  Areal  in  Ostbengalen  und  Assam
(0,3  v.  H.)  beläuft  sich  auf  57  000  Acres  gegen
71  000  Acres  im  Vorjahre.  Der  Ertrag  wird
auf  14  000  Ballen  geschätzt  gegen  17.000  Ballen
im  vorangegangenen  Jahre.

In  Burma  (0,9  v.  H.)  ist  die  Anbaufläche
gegen  die  Dezemberschätzung  um  6000  Acres
niedriger  angegeben.  Die  Gesamtfläche  stellt  sich
jetzt  auf  186  000  Aeres  gegen  183  000  Acres  im
Vorjahre.  Der  Ertrag  beläuft  sich  wie  im  Vorjahre
  auf  35  000  Ballen.

In  Hyderabad  (13,3  v.  H.)  hat  sich  in  der
Anbaufläche  gegen  die  Dezemberschätzung  keine
Anderung  ergeben.  Die  Ernte  hat  indessen  infolge
  der  Niederschläge  im  Dezember  und  Jannar
gelitten;  sie  wird  jetzt  auf  430  000  Ballen  angegeben
  gegen  673  000  Ballen  im  Dezemberbericht.
  Gegen  die  vorjährige  Ernte  von  303  000
        <pb n="447" />
        G  369  2C

Ballen  ergibt  sie  immerhin  noch  einen  Mehrertrag
von  127  000  Ballen  oder  nahezu  42  v.  H.

Aus  Mysore  (0,4  v.  H.)  wird  jetzt  eine  Anbaufläche
  von  89  000  Acres  und  ein  Ertrag  von
10  000  Ballen  gemeldet  gegen  76  000  Aeres
und  5000  Ballen  im  Vorjahre.

In  Zentralindien  (3,9  v.  H.)  sind  1  177.000
Acres  mit  Baumwolle  bestellt  worden  gegen
-979  000  Acres  im  Vorjahre,  woraus  sich  eine
Zunahme  von  20  v.  H.  ergibt.  Der  Ertrag  wird
auf  227000  Ballen  geschätzt  gegen  130000  Ballen
im  Vorjahre,  was  einer  Steigerung  von  75  v.  H.
gleichkommt.

Aus  Rajputana  (2,4  v.  H.)  wird  eine  Anbaufläche
  von  428  000  Acres  und  ein  Ertrag
von  176  000  Ballen  gemeldet  gegen  291  000
Acres  und  61  000  Ballen  im  Vorjahre.

Die  überseeische  Ausfuhr  von  Rohbaumwolle
hat  sich  in  den  letzten  Jahren  folgendermaßen
gestaltet:

#tw.
April  bis  Dezember  1902.  3  287  340
-  1903  4941  376
--  -  1904  3  615  046
-  -  1905  4  865  593
--  -  1906..3369678

Die  Preise  für  Broach-Baumwolle  in  Bombay
haben  in  den  letzten  Jahren  folgende  Schwankungen
  ergeben:

1902  1903  1904  1905  1906

Preise  in  Rupien  pro  Kandy

von  784  engl.  Pfund

September  215  225  270  250  235
Oktober  203  225  256  —  244,5
November  202  237,5  243  245  243
ezember  188  257  227  252  215

Jutehandel  und  gusdehnung  der  Jutekultur
in  Britisch  ·  Indien.

2  Obgleich  die  mit  den  Juteverschiffungen  1906
trandere  Juteernte  des  Jahres  1905  die  größte
bisher  dagewesene  war,  so  genügte  sie  dem  Welt—
onsum  nicht.  Die  Folge  war,  daß  außerordentlich
hohe  Preise  bezahlt  wurden  und  die  im  Angust
au  den  Markt  kommende  neue  Ernte,  die  von
sir  Regierung  auf  10  v.  O.  größer  als  die  vorräeißze
  geschäbt  wird,  die  Konsumenten  von  Vorzu
  entblößt  vorfand  und  deshalb  Preise  erüo
  ig,  die  50  v.  H.  höher  waren  als  im  Vorjahr.

erschwemmungen  im  September  schädigten  die
Qualität.  Feine  Jute  erzielte  bis  zu  85  Rs.  pro
Ballen  oder  den  doppelten  Preis  des  Jahres  1905.

BPreiia  .
Preise  von  sogenannten  »Cracks«  oder

Qualität  schwankten  im  Laufe  der  Saison  be-Segen

  gewesen,

 

deutend,  erholten  sich  aber  von  jedem  Fall  infolge
der  anhaltend  großen  Nachfrage  sehr  schnell.

Qualität  wurde  bezahlt  im
Aug.  1906  mit  70  Rs.  pro  Ballen  von  400  Pfund
66  OD  -.  -

Cracks  oder

Sept.  =  .  65  =  -  --  -
Okt.  -  -  60  -  -  -  -  -  -
Nov.  -  .  58  -  -  -  -
Dez.  *  -  67  -  -  -  -  -
u.  schließlich

zu  1906  --  6  -

Verschifft  wurden  in  der  Zeit  vom  1.  August
bis  31.  Juli
1905/06  3760  890  Ball.,  dav.  nach  Deutschl.  779000  Ball.
1904/05  3154000  -736000
1903  04  3411  450  =  --  -  72100()-Vom

  1.  August  1906  bis  30.  November  1906
wurden  2  323  650  Ballen  ausgeführt,  davon
nach  Deutschland  427  000  Ballen.

Nach  der  Regierungsschätzung  sollte  die  Ernte
9  Millionen  Ballen  ergeben  und  den  Jahreskonsum
  decken.

Der  außerordentliche  Bedarf  an  Jutefabrikaten,
der  sich  in  den  letzten  Jahren  entwickelt  hat,  ist
zwar  für  die  indische  Inteindustrie  ein  reicher
aber  auf  der  anderen  Seite
haben  sich  die  Schattenseiten  dieser  Marktlage  zu
deutlich  auch  in  Indien  selbst  gezeigt,  um  nicht
den  Gedanken  aufkommen  zu  lassen,  daß  man
alles  tun  müsse,  um  das  Angebot  an  Roh—
material  zu  steigern  und  damit  die  Industrie
wieder  auf  eine  gesunde  Grundlage  zu  stellen.
Solange  als  die  Nachfrage  das  Angebot  an  Rohjute
  in  der  Weise  übersteigt  wie  jetzt,  ist  der
Jutespinner  den  Verkäufern  des  Rohstoffes  ausgeliefert,
  und  die  Verkäufer  haben  sich  diese  Gelegenheit
  nicht  entgehen  lassen.  Die  Ermittlungen
über  die  Wässerung  von  Jute  haben  das  zur
Genüge  gezeigt.

Abgesehen  von  der  Einführung  von  Ersatzstoffen
  für  Jute  beschäftigt  man  sich  viel  mit  der
Erörterung  der  Frage,  inwieweit  man  in  Indien
mit  dem  Bau  von  Jute  über  die  bisherige  Anbaufläche
  (die  Alluvialgegenden  des  Ganges  und
des  Brahmaputra)  hinausgreisen  könnte.  In
amtlichem  Auftrag  hat  sich  ein  Regierungsbeamter
R.  S.  Finlow  mit  diesem  Problem  beschäftigt
und  zu  diesem  Zweck  weite  Teile  von  Indien
bereist  und  untersucht.  Nach  seinem  Urteil  ist  über
die  Ausdehnungsfähigkeit  der  Intekultur  in  Indien
noch  lange  nicht  das  letzte  Wort  gesprochen.
Namentlich  erscheinen  ihm  einige  Strecken  in  den
Präsidentschaften  Madras  und  Bombay  sowie  in
den  Zentralprovinzen  für  den  Jutebau  zukunftsreich.

(Bericht  des  Nais.  Generalkonsulats  in  Kalkutta.)
        <pb n="448" />
        W  370  20

Jutevorrdte  in  den  Jutefabriken  Bengalens.

Die  Kalkuttaer  Wochenschrift  „The  Capital“
veröffentlicht  in  regelmäßigen  Abständen  eine
Übersicht  über  die  in  verschiedenen  Jutemühlen
vorhandenen  Vorräte  an  Jute.  Im  ganzen  sind
in  der  nachfolgenden,  dem  Capital“  entnommenen
Zusammenstellung  die  Vorräte  von  21  Fabriken
aufgeführt,  die  insgesamt  etwa  16  000  Stühle
aufweisen.

Die  Vorräte  hatten  in  den  letzten  drei  Jahren
folgende  Werte:

1904  1905  1!  006
30.  Sektember  Rs.  Rs.
Kinnison  2.32.369  7.55.958  10.  50.  809

31.  Oktober

udge  Budge  19.31.285  17.51.605  21.02.899

National  .  9.23.309  -l.76.79912.98·457
30.  November

Alliance  .  .19.10.3;5019.82.68125.67.951

D  5.91.1141  2.16.221  5.88.972

Fort  Gloster  21.52.892  37.88.082  40.  79.  822

31.  Dezember

Alexrandpdea  —  7.19.710  20  7  st.)
Arathoon  18.15.687  15.81.087  97.313
Central  7.  89.  531  2.32.523  W-Dalhonsie
  3.81.097  8.77.308  17.89.473
Gondolpara.  7.75.000  522.000  11.75.049
Gourepore  32.76.2902  33.88.222  15.90.808
Hooghly.  19.57.067  12.95.000  32.96.80.1
Howrah  16.  16.  234  17.09.897  23.97.1407
Kamarhattu.  8.85.039  15.86.122  18.30.380,
Kanknarrah  17.67.311  22.85.077  34.48.198
Khardah.  19.72.751  20.75.000  416.76.870
Scebporc  26.16.378  41.67.413  56.79.034
Standard  9.87.  190  11.23.791  18.03.664
Unin  S.91.  171  16.27.203  22.30.227
B1.  Jannar  1907
Clivo  6.600.—8  14.20.504  24.5.817

 

 

zusammen  2.84.16.187  3.39.12.296  5.37.30.308
Man  hat  unter  schätzungsweiser  Hinzurechnung
der  Vorräte  der  übrigen  Mühlen  berechnet,  daß
die  gesamten  Jutefabriken  Bengalens  beim  Beginn
der  ersten  Hälfte  dieses  Jahres  etwa  für  fünf
Monate  Rohmaterialien  haben.  Man  will  daraus
die  Hoffnung  schöpfen,  daß  in  der  nächsten  Zeit
keine  so  große  Nachfrage  eintreten  und  die  Entwicklung
  der  Preise  natürlicher  werden  wird,  umsomehr,
  als  zunächst  noch  Aussicht  besteht,  daß
die  Ernte  in  diesem  Jahre  die  bisherigen  übertreffen
  wird.
(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats
in  Kalkutta  vom  12.  Februar  1907.)

Die  kubanische  Tabakernte  1906.

Die  kubanische  Tabakernte  ist  im  Jahre  1906
infolge  der  ungünstigen  Witterungsverhältnisse  zu
Anfang  des  Jahres  um  über  40  v.  H.  gegen  das
Vorjahr  zurückgeblieben.  Am  größten  ist  der
Ausfall  in  der  Vuelta  Abajo  gewesen,  wo  er
nahezu  50  v.  H.  erreicht  hat.  Gestiegen  ist  das
Erträgnis  nur  in  den  Ostprovinzen,  die  aber  für

 

die  Tabakkultur  nur  eine  untergeordnete  Bedeutung
  haben.  Die  Tabakproduktion  der  einzelnen
  Provinzen  im  Vergleich  zum  vorigen  Jahre
zeigt  die  nachstehende  bboeriche

 

905

Baln  zu  rund  100  r.r
Buelta  Abajo  269  661  139  346
Semi  Buelta-  25  704  11  886
Partidos  52  727  37  711
Matanzas.  363  614
Remedios.  .  119  998  87  851
Puerto  Principe  67  1  028
Sautiago  5  097  7  858
zusammen.  473  617  286  294

Der  kleinen  Ernte  entsprechend  sind  die  Preise
für  Rohtabak  abermals  erheblich  gestiegen.  Während
  sich  im  Vorjahre  der  Durchschnittspreis  für
ausgeführten  Rohtabak  auf  48  §  pro  Ballen
stellte,  beteng  er  im  Jahre  1906  etwa  70  S.
Demgemäß  ist  die  Ausfuhr  von  Rohtabak  nach
europäischen  Ländern,  insbesondere  nach  Deutschland
  und  Spanien,  außerordentlich  gefallen.  Die
Ausfuhr  von  Zigarren  hingegen  hat  sich  nach  fast
allen  Ländern,  die  Abnehmer  für  Havannazigarren
  sind,  gehoben.  Der  Hauptabnehmer  für
Rohtabak  blieb  auch  im  Jahre  1906  die  nordamerikanische
  Union  mit  257  000  Ballen  gegen
245  000  Ballen  im  Vorjahre.  Deutschland  folgt
noch  immer  in  zweiter  Reihe,  obgleich  es  nur  den
vierten  Teil  Rohtabak  gegen  das  Vorjahr  in
Kuba  gekauft  hat.  Der  beste  Käufer  für  Zigarren
  blieb  auch  1906  England  mit  92  Millionen
Stück  gegen  90  Millionen  im  Jahre  1905.  An
zweiter  Stelle  kommen  die  Vereinigten  Staaten
mit  80  Millionen  und  an  dritter  Stelle  Deutschland
  mit  28  Millionen  Zigarren.

Der  Durchschnittswert  für  den  Ballen  Tabak
ist,  wie  bereits  erwähnt,  mit  70  8  zu  verauschlagen;
  der  Durchschnittspreis  für  Zigarren  stellt
sich  nach  den  beim  Zollhaus  aufgegebenen  Exportwerten
  auf  rund  65  8  pro  Tausend,  der  für
Zigaretten  auf  25  3  für  1000  Päckchen,  der  für
Schnittabak  auf  1,20  *5  für  das  Kilogramm.
Unter  Zugrundelegung  dieser  Werte  stellt  sich  der
Wert  der  Ausfuhr  von  Rohtabak  und  Tabak—
fabrikaten  im  Vergleich  zum  Vorjahre,  wie  folgt:

Rohtabak:
1906  1905
Ballen  Wert  in  §  Ballen  Wert  in  s
Gesamterport
  277  426  19  419  820  617  OgV  15220  176
davon  nach
d.  Verein.
Staaten  257426  179.16  6.10  2150917  11803920
Deutschland
  9  352  654  6040  :36  355  1747  040
Spanien  797  5593  23  650  1  135200
Kanada  1192  314  440  1539  75312
        <pb n="449" />
        W  371

Zigarren:
Stück  Stück
Gesamterport
  256  738  029  16  688  571  227  028  521  14  756  853
davon  nach
d.  Verein.

Staaten  79  183  125  5  160  403  64  680  975  1174253

England  92  159  687  6009  879  90  505  906  5  828  883

Deutschland

  27  821  608  1  810  401  26  072228  1  694  694

(Frankreich

  12  821  512  801  217  9  455  603  614  619

Nanada  10  251  005  666  315  8212  127  453  890

Spanien  8283  402  538  421  14214  919  287  819
Zigaretten:

Päckchen  Päckchen

Gesami-=erport

  15  643  275  391  081  11  S829  075  295  726
Schnittabak:

kg  kg

Gesamierport

  169  260  203  112  119  337  113  201

Der  Inlandkonsum  ist  nach  der  Einführung
des  Verbrauchssteuergesetzes  mit  ziemlicher  Genauigkeit
  festzustellen.  Verbrauchssteuer  wurde
gezahlt  im  Jahre  1906  für:

196  515  975  Stück  Zigarren
gegen  214  975  515
217960  616  Päckchen  Zigaretten
gegen  200  908  743
321  606  kg  Schnittabal
gegen  650  816  -

Der  Wert  der  im  Inlande  verbrauchten  Zi—
garren  muß  im  Durchschnitt  etwas  niedriger  veranschlagt
  werden  wie  der  der  Ausfuhrzigarren,
und  zwar  dürften  40  8  für  1000  Zigarren,  20  S
kür  1000  Päckchen  Zigaretten  und  40  Cents  für
das  Kilo  Schnittabak  etwa  dem  Wert  gleichkommen.
  Danach  stellt  sich  der  Wert  der  im
Inland  verbrauchten

im  Vorjahre,

Zigarren  auf  7  845  100  S
Zigaretten  4  359  212
Schnittaboek  129  842=der
  Wert  der  Ausfuhr:
Rohtabak  auf  19  419  820  s
Zigarren  1  658  571.
Zigarettern  391  804.
Schnittabcak  203  112

br  Hierzu  kommt  der  Wert  der  im  Inland  ver-Gauchten
  und  nicht  versteuerten  Zigarren  sowie
eschenkzigarren,  die  von  Fremden  von  hier  mitgenommen
  werden,  ohne  daß  eine  Kontrolle
bglich  wäre,  mit  etwa  2  500  000  d,  so  daß  sich
379  Grsamtwert  der  Tabakproduktion  auf  etwa
de.  700  000  §  stellt.  Somit  würde  die  Ernte
U  Jahres  1906  trotz  des  großen  Ausfalls  um
ahezu  30  v.  H.  doch  den  Wert  der  vorfährigen
rute,  die  mit  43  275  113  8  geschätzt  wurde,  erheblich
  übersteigen.
(Bericht  der  Kaiserl.  Ministerresidentur
in  Havana.)

 

Rakaomarkt  in  Guavaquil  (Ecuador)
im  a.  Viertel  1906.

Die  Zufuhren  von  Kakao  nahmen  in  der  ersten
Hälfte  des  Monats  Oktober  1906  zu.  Die  Spekulanten
  zogen  sich  infolgedessen  vom  Markt  zurück,
und  schwankten  die  Preise  für  mittelgute  Qualitäten
  Arriba-Kakao  zwischen  22,50  Sucres  und
23  Sucres  pro  spanischen  Zentner  von  46  kg.
Gute  Partien  Arriba-Kakao  erzielten  bis  zu
23,50  Suocres.

Die  Zufuhren  betrugen:

in  der  1.  Hälfte  des  Oktober
190  5

Arriba  796  369  lbs.  94  973  lbs.
Balao  236  251  204  927
Machala  218  668  136  095

1  251  287  lbs.  435  995  lbs.
In  der  zweiten  Hälfte  des  Monats  Oktober
hielten  sich  die  Zufuhren  auf  derselben  Höhe,  und
waren  auch  die  Preise  ziemlich  unverändert;  sie
zogen  eher  etwas  an,  da  aus  den  Vereinigten
Staaten  Nachfrage  vorhanden  war.  Man  zahlte
bis  zu  23,50  Sneres  für  mittelguten  Arriba-Kakao.

Es  wurden  an  den  Markt  gebracht:
in  der  2.  Hälfte  des  Oktober

1906  1905
Arriba  690  349  lbs.  90  433  lbs.
Balao  350  181  138  566
Machala  223  780  124  728  =

 

 

1  264  310  lbs.  353  727  lbs.
Die  Zufuhren  in  der  ersten  Hälfte  November
hielten  sich  auf  gleicher  Höhe  wie  im  Monat
Oktober,  genügten  jedoch  nicht  der  Nachfrage  aus
den  Vereinigten  Staaten,  so  daß  höhere  Preise
bezahlt  wurden  und  gute  Partien  24  Sueres  pro
spanischen  Zentner  erzielten.
Die  Zufuhren  betrugen:
in  der  1.  Hälfte  des  November
1906  1905

Arriba  777  138  lbs.  240  563  lbs.
Balao  210  404  „  146  810  =
Machala  204  661  =  52  621

1  192  203  Ilbs.  439  994  lbs.
In  der  zweiten  Hälfte  des  November  fielen
die  Zufuhren  plötzlich  ab,  bei  unverminderter
Nachfrage  aus  den  Vereinigten  Staaten,  so  daß
die  Preise  jetzt  einen  entschiedenen  Sprung  nach
oben  machten,  und  mittelgute  Partien  Arriba-Kakao
  mit  27  Sucres  bezahlt  wurden.
Es  wurden  nach  Guayaquil  gebracht:
in  der  2.  Hälfte  des  November
1906  5

1905
854  703  lbs.

Arriba  560  346  lbs.

Balao  158  315=  136  568

Machala  86  451  72  086
805  112  lbs.  1  063  357  lbs.
        <pb n="450" />
        W  372  20

Im  Monat  Dezember  nahmen  die  Zufuhren
wieder  zu,  jedoch  hielt  die  Nachfrage  aus  den
Vereinigten  Staaten  immer  noch  an,  so  daß  die
ankommenden  Partien  Kakao  nicht  genügten  und
die  Preise  daher  von  den  Exporteuren  in  Guayaquil
  noch  weiter  getrieben  wurden,  bis  zu  28  Sucres
für  mittelgute  und  29  Sneres  für  gule  Qualitäten
Arriba-Kakao.

Die  Zufuhren  betrugen:

in  der  1.  Hälfte  des  Dezember
190  1905
1  175  598  lbs.

Arriba  1394  088  lhs.
Balao  118  969  —-  132  063  =
Machala  75  864.  54  638

 

1  400  431  lbs.  1  580  789  lbs.
In  der  zweiten  Hälfte  Dezember  blieben  die
Zufuhren  auf  der  gleichen  Höhe  wie  in  der  ersten
Hälfte  des  Monats.  Die  Preise  blieben  infolge
guter  statistischer  Nachrichten  aus  Europa  und  den
Vereinigten  Staaten  unverändert;  teilweise  wurden
für  besonders  schöne  Partien  Arriba-Kakao  sogar
mehr  als  29  Sueres  bezahlt.
Die  Zufuhren  ergaben:
in  der  2.  Hälfte  des  TIeakember

906  05
Arriba  E  086  Ilbs.  1  *  872  lbs.
Balao  156  419  =  180  883
Machala  65  225.  45  825

 

1  343  730  lbs.  1  977  580  lbs.
Das  Gesamtergebnis  der  Kakaozufuhren  in
Guayaquil  während  des  Jahres  1906  ist
45  692  507  lbs.  gegen  40  321  619  lbs.,  oder
etwa  13  v.  H.  mehr  als  im  Jahre  1905,  welch
letzteres  wiederum  ein  um  25  v.  H.  schlechteres

Ergebnis  geliefert  hatte  als  das  Jahr  1904.
(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Gunuayaquil

vom  30.  Jannar  1907.)

Raffeemarkt  in  Santos  im  Dezember  1906  und
Januar  1907.
Dezember  1906.
Vom  1.  Juli
Dezember  bis
1906  31.Dezember
1006

Vom  1.  Juli
Dezember  bis

1905  31.Dezeniber
1905

Säcke  von  60  kg
Zufuhren  1  579  722  9  532  510  508  581  5554  182
Verschißungen  1  245  62  7884  636  666  791  1991  925
Verkäufe  959  200  5  939  086  2411254  2923  032
Vorrat  am
31.  Dez.  2  156  014  1  341  012  ---Seit
  dem  1.  Dezember  1906  wird  in  Santos
auf  Grund  des  Taubaté-Abkommens  die  Sonderabgabe
  von  3  Fr.  in  Gold  für  jeden  zur  Ausfuhr
  gelangten  Sack  Paulista-Kaffee  erhoben.
Die  Einnahmen  aus  dieser  Sonderabgabe  be- 



trugen  im  Monat  Dezember  für  1  107  820  Sack:
3  323  460  Fr.  =  2  504  3618078.

Der  Markt  wurde  beherrscht  durch  die  Firma
Theodor  Wille  &amp;amp;  Co.,  die  für  die  Paulistaner
Regierung  als  Käuferin  auftrat.  Diese  Firma
kaufte  typ  4  (10  kg)  zu  43700—48800.  Die
von  anderen  Kaffee-Exporteuren  abgeschlossenen
Geschäfte  waren  unbedeutend.  Dabei  wurde  gekauft:
  typp  4  (10  kgp)  zu  48200  und  tJp#  7
(10  kg)  zu  38200—38700.

Dadurch,  daß  der  Handel  die  von  der  Firma
Theodor  Wille  &amp;amp;  Co.  und  von  der  Regierung  gezahlten
  Preise  nicht  einhielt,  war  der  Markt  sehr
irregulär.

Ausfuhr  aus  Santos:
Vom  1.  Juli
Dezember  bis

Vom  1  Juli
Dezember  bis

 

Bestimmung  1906  31.Dezember  19005  31.Dczember
1906  1005
Säcke  von  60  ka
ave  414  767  1  467300  89  062  210  237
Hamburg  .  .  .  395  280  2261  483  121  549  1216  721
New  Yort  .  ..  353  210  1608  629  112  919  1423  661
Rotterdam.  .  .  11755  610235  114827  100  307
Triest  .  .  .  ..  28  8346  565249  28375  45  251
Antwerpfen  1875  219  420  31  979  209  82.1
New-Orleans.  21  400  592  480  96  302  145  827
Vom  1.  Juli  Vom  1.  Juli
Dezember  bis  Dezember  i
Bestimnnmg  1906  31.  Dezember  1905  31.  Dezember
1906  1005
Säcke  von  60  kn
Londo  ..  5160  100  013  7500  103  116
Italien  2269  122  808  11514  105  963
Verschiedene  7514  302  617  52  404  30734X
Küstenhandel  ·  506  4342  360  3671
Zusammen  1  245  882  7  884  636  666  701  1991925
Der  Kaffeekonsum  betrug  vom  1.  Jannar
bis  30.  November  1906:
1000  1905

Sack  Sack
in  Europa  .  rund  5  603200  5326100
in  den  Vereinigten
Staaten  v.  Amerika
  -
Der  sichtbare
nuar  1907:
in  Europa  (einschließlich
der  nach  dort  verschifften
  und  schwimmenden
  Ware)
in  den  Vereinigten  Staaten
(einschließlich  der  nach
dort  verschifften  und
schwimmenden  Ware)  4  467  600  =
in  Brasilllen  28  830  500  =
zusammen  rund  14788  500  Sact
gegen  zusammen  rund  14025  100  Sack  am
1.  Dezember  1906  und  12675  200  Sack  am
1.  Jannar  1906.

5  807  200
1.  Ja-6

  497  740
Vorrat  betrug  am

rund  7  500  400  Sack,
        <pb n="451" />
        W  373  20

Januar  1907.

Bewegung  des  Kaffeemarktes  in  Santos.
Vom  1.  Juli  Vom  1.  Juli
1906  bis  1005  bis
31.  Januar  31.  Janrar

1006

Jannar
1906

Jannar
1907

Säcke  von  60  kg

Zufuhren  1432086  10963526  280  532  5833956
Verschiffungen  679736  8564373  5354218  5546  143
Verkäufe  1090501  —  23168  —
Vorrat  am
31.  Jan.  2850605  —  1059671  —

Die  Einnahmen  aus  der  Sonderabgabe
von  3  Fr.  betrugen  im  Monat  Januar  für
769  302  Sack:  2  307910  Fr.=  1  857  336  S
322  Bs.

Die  Firma  Theodor  Wille  &amp;amp;  Co.,  die  wie
im  Monat  Dezember  1906  so  auch  im  Monat
Januar  1907  den  Markt  beherrschte,  zahlte:  für
10  kg  des  t)p  4:  48800  Rs.

Die  von  den  anderen  Kaffee-Exporteuren  abgeschlossenen
  Geschäfte  waren  unbedeutend.  Dabei
  wurde  gezahlt:
für  10  kg  des  typ  4  48200  bis  43250  Rs
=  10  38200  -38400  =

Der  Markt  war  nach  wie  vor  irregulär.

Ausfuhr  aus  Santos.
Säcke  von  60  kg

Havbre  267  100
New  York  154  660
Hamburg  128  656
New  Orleaus  55  261
Bremen.  24  010
London.  13  475
Rotterdam.  8  750
Buenos  Aires.  5  919
Barcelona  3  750
Triest  3  000
Genna  3  004
Antwerpen.  .  2250
Verschiedene  .  7109
Küstenhandel  2  782

Zusammen  679  736

Die  Ernte  1906/07  wird  für  Santos  auf
15  Millionen  Sack  geschätzt.

Bezüglich  der  Ernte  1907/08  ist  die  frühere
chätzung  von  5  bis  6  Millionen  Sack  aufrecht
äu  erhalten.
bishedie  von  der  Paulistaner  Regierung  in  Santos
5her  aufgekaufte  Menge  Kaffee  wird  von  unterrichteter
  Seite  auf  3½  Millionen  Sack  angegeben.

6  Schwierigkeiten  bereitet  die  Unterbringung  des
Lalfees=  in  Santos,  da  die  dort  vorhandenen
vagerhäuser  nicht  mehr  ausreichen;  doch  sollen
in  letzter  Zeit  die  Zufuhren  aus  dem  Innern
etwas  nachgelassen  haben.

 

Die  zur  Hebung  der  Kaffeepreise  getroffenen
Maßnahmen  haben  den  erwarteten  Erfolg  bisher
nicht  gehabt,  und  die  Zahl  derjenigen,  die  ein

Mißlingen  des  Valorisationsunternehmens  voraussagen,
  hat  in  letzter  Zeit  erheblich  zugenommen.


Am  14.  Februar  d.  Is.  ist  in  Sä#o  Paulo
der  definitive  Kontrakt  über  die  Anleihe  von
3  Millionen  X  unterzeichnet  worden,  welche  die
Regierung  des  Staates  Säo  Paulo  bei  den
Londoner  Bankiers  E.  Schröder  &amp;amp;  Co.  und  der
New  VNorker  Firma  National  City  Bank  aufgenommen
  hat.  Das  Geld  dürfte  für  die  Valorisationszwecke
  bereits  aufgebraucht  sein.

Bis  zum  Abschlusse  der  von  der  Bundesregierung
  in  Rio  eingeleiteten  Verhandlungen
wegen  Unterbringung  einer  aus  Anlaß  des  Kaffeevalorisationsplanes
  aufzunehmenden  weiteren  Anleihe
  von  5  Millionen  L  sind  dem  Staate  Säo
Paulo  von  der  Banco  do  Brasil  in  Rio  Mitte
d.  Mts.  6000  Kontos  vorgestreckt  worden.

Die  Regierung  des  Staates  Säo  Paulo  trägt
fortgesetzt  volle  Zuversicht  zu  dem  schließlichen
Erfolg  ihrer  Maßnahmen  zur  Schan,  und  sie
scheint  entschlossen,  diese  um  jeden  Preis  durchzuführen.


(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  S#e  Paulo
vom  23.  Februar  1907.)

Die  Olivenölproduktion  Kretas.

Von  ganz  besonderem  Interesse  für  den  Exporthandel
  auf  der  Insel  Kreta  ist  das  Olivenöl.
Da  sich  die  dort  gewonnenen  Qnalitäten  als
Speiseöle  für  den  europäischen  Geschmack  nicht
eignen,  so  wird  das  von  Kreta  nach  Europa  exportierte
  Olivenöl  hauptsächlich  als  Maschinenöl
verwendet.  Der  bedeutendste  Abnehmer  darin  ist
England.  In  den  verflossenen  Jahren  hat  auch
Deutschland  sich  an  dem  Bezuge  beteiligt;  es
dürften  im  Jahre  1906  etwa  4000  bis  5000  Faß
von  Kreta  nach  Deutschland  verschifft  worden  sein,
teils  über  Triest,  teils  nach  Hamburg  direkt.

Die  Gesamtproduktion  an  Olivenöl  auf  der
Insel  Kreta  schätzt  man  bei  mittelmäßiger  Ernte

auf  15  bis  20  Millionen  kg.

Selbst  bei  Verwendung  des  Olivenöls  als
Maschinenöl  spielt  der  Säuregehalt  eine  große
Rolle.  In  England  z.  B.  verlangen  die  Käufer,
daß  das  Ol  nicht  über  6  bis  8  Grad  Olsäure
enthält.  Der  Säuregehalt  des  kretensischen  Oles
ist  nach  Lage  der  Pflanzungen  sehr  verschieden.
Im  östlichen  Teile  der  Insel  —  in  den  Provinzen
Kandia  und  Lassiti,  Mirabella  und  St.  Nicola  —
enthält  das  Ol  gewöhnlich  unter  8  Grad  Säure;
während  im  westlichen  Teile  —  in  den  Provinzen
Rettimo,  Sphakia,  Apokorona,  Canea,  Kissamo
        <pb n="452" />
        374  20

und  Sellino  —  der  Säuregehalt  viel  höher  ist
und  durchschnittlich  bis  auf  16  Grad  steigt.  In
einzelnen  Fällen  sind  auch  noch  höhere  Säuregehalte
  konstatiert  worden.  Derartige  Ole  mit
hohen  Säuregraden  lassen  sich  als  Schmieröle  nicht
gut  verwenden,  wo  es  sich  um  Metallager  handelt.

Die  verschiedenen  angestellten  Analysen  hatten
das  folgende  Ergebnis:

die  besten  Sorten  Olivenöl  enthielten  an
Olsäure  1,41  bis  3,66  Gra

die  gangbaren  Sorten,  die  im  Orient  als
Speiseöl  Verwendung  finden,  3,948  bis
15,51  Grad,

die  für  den  Handel  und  den  Export  nach
Europa  bestimmten  Maschinenöle  8,46  bis
15,51  Gra

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Canca.)

Der  Phosphatversand  von  Algerien  und  Tunis
in  den  letzten  zehn  Jahren.

Algerien  Tunis
über  über

Böne  Bongie  Zusammen  Gaisa  Zusammen
1897  207774  20  000  227  870  —
1898  223  429  16  143  269  572  —  —
1899  233  112  53  569  286681  65  209  65209
1900  2415  817  42079  287896  171  288  171288
1901  231  750  43  435  278  185  178  019  178019
1902  248  2514  17710  265.904  260  553  266  553
1903  278  191  227921  301  112  360  621  360  621
1901  301  8091  143  078  344969  457  133  45#  133
1905  319  305  28  442  347747  529  645  529  645
1906  285  875  16  687  302  562  598  233)  7  30

(I.  Engruis.)

Ausfuhr-oll  für  Kokosnüsse  in  Danama.

Laut  Beschlusses  der  Nationalversammlung
wird  von  je  1000  Stück  Kokosnüssen  oder
einem  Bruchteil  davon  ein  Ausfuhrzoll  von
0,50  Balboa“'"“)  Gold  erhoben.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

 

Der  Bau  der  Elsenbahnteilstrechen  Ghinda—Mefasit

und  Nefasit—Ksmar#  (erythräa)

soll  am  15.  Juni  1907,  vormittags  11  Uhr,  im
Ministerium  der  öffentlichen  Arbeiten  in  Rom
vergeben  werden.  Spurweite:  0,95  m.  Kaution:
400  000  Lire.  (Moniteur  des  Intérets  Materiels.)


*)  Einschl.  der  Einfuhr  über  Kalaa-Djerda  und
Kalag-ds-Senam

*)  1  Valbon  100  Centesimos  =  1  Dollar  amerikan.
  Gold.

 

Die  hawalischen  Inseln.

Die  acht  größeren  bewohnten  und  die  dreizehn
  unbewohnten  hawatischen  Inseln  haben  einen
Flächeninhalt  von  fast  17.000  Quadratkilometern.
Sie  haben  ihren  eigenen  regelmäßigen  Dampferverkehr,
  die  Inter  Island  Steam  Navigation
Company,  an  der  auch  Eingeborene  beteiligt  sind.
Die  Pazificdampfer,  die  zwischen  Amerika  und
Asien  sowie  zwischen  Amerika  und  Australien
fahren,  laufen  Honolulu  an,  das  gegen  40  000
Einwohner  hat  und  die  größte  Stadt  der  hawaiischen
  Inseln  ist,  etwa  dreimal  so  groß  wie  Hilo
auf  Hawaii.  Die  gesamte  Bevölkerung  der  Inseln
zählt  etwa  155  000  Köpfe.  Darunter  sind
40  000,  also  25  v.  H.  Kanaken,  Eingeborene  und
Mischlinge  von  Eingeborenen  und  Weißen,  7000
Koreaner,  7  bis  8000  Portugiesen,  30  000  Chinesen,
  60  000  Japaner  und  nur  10  000  Amerikaner
  und  Europäer.  Die  Portugiesen  werden
nicht  zu  den  Europäern  gerechnet,  da  sie  von
Macao  kommen  und  meist  Eurasier  sind.

Die  Eingeborenen  machen  den  Eindruck  sehr
gutmütiger  Menschen  und  sind  das  auch  tatsächlich
  nach  der  Erfahrung  aller  Europäer,  die  dort
leben.  Man  sagt,  Cook,  der  die  Inseln  1778
entdeckte  und  1779  auf  Hawal  ermordet  wurde,
habe  die  Häuptlinge  dadurch  erbittert,  daß  er
sich  für  einen  Gott  ausgab  und  in  herrischer
Weise  niedrige  Dienste  von  ihnen  verlangte.  Darauf
  habe  einer  der  Eingeborenen  einen  Stein
nach  ihm  geworfen;  der  Gott  sei  schreiend  zusammengezuckt
  und  als  Mensch  erkannt  worden.
Die  Kanaken  gehören  zum  polhnesisch-malalischen
Stamme,  sind  ziemlich  dunkel,  haben  aber  zum
Teil  einen  sehr  ansprechenden,  fast  europäischen
Gesichtsausdruck.  Vor  100  Jahren  soll  die  Einwohnerzahl
  200  000  oder  mehr  betragen  haben
und  dann  allmählich  zurückgegangen  sein.  Tatsache
  ist,  daß  bis  vor  zehn  Jahren  die  Bovölkerung
  stetig  abgenommen  hat.  Damals  kam  die
Cholera  über  die  Inselun,  dazu  Lungenschwindsucht,
  Lepra  von  Ostasien  und  diese  und  jene
andere  fremde  Krankheit.  Viele  Menschen  erlagen
  den  Seuchen,  dann  aber  ließ  die  Sterblichkeit
  nach,  und,  als  wären  nur  gesunde,  kräftige
Menschen  übriggeblieben,  vermehrte  sich  die  Kanakenbevölkerung
  wieder.  Seit  fast  zwei  Menschenaltern
  sind  die  Kanaken  Christen.  Es  wohnen
auf  den  Inseln  ein  katholischer  und  ein  anglikanischer
  Bischof.  Doch  sind  auch  zahlreiche  Sekten
vorhanden  sowie  zahlreiche  fremde  Prediger  und
Missionare.  In  Honolulu  allein  gibt  es  40  bis
50  Kirchen.  Die  eingeborenen  Prediger  haben
großen  Einfluß.

Honolulu  liegt  sehr  schön.  Der  Hafen  ist
durch  vorgelagerte  Korallenriffe  geschützt,  der  stille
Strand  idyllisch,  die  Stadt  von  Laub=  und  Frucht-
        <pb n="453" />
        W  375  20

wäldern  umrahmt  und  von  schön  geformten  Bergen
überragt.  Die  Stadt  ist  europäisch  gebaut  und
kann  sich  rühmen,  nächst  Berlin  im  Verhältnis
zur  Bevölkerungszahl  die  meisten  Telephonverbindungen
  zu  haben.  Auch  eine  schöne  elektrische
Straßenbahn,  die  weit  hinausfährt,  ist  vorhanden.
Die  Umgebung  ist  überaus  anmutig.  Herrlich
sind  die  Kokospalmen-Alleen,  noch  prächtiger  die
der  Königspalmen  mit  glatten  weißen  Stämmen.
An  die  Zedern  Japans  und  Kaliforniens  erinnern
  die  schönen  Eisenholzbäume,  die,  zu  beiden
Seiten  der  Landstraßen  gepflanzt,  einen  wunderbaren
  Anblick  gewähren.  Zwischen  ihnen  jagen
Antomobile  dahin,  deren  Honolulu  schon  etwa
200  zählt,  fahren  die  mit  Sonnendach  versehenen
leichten  Ein=  und  Zweispänner  und  bewegen  sich
auf  Traberpferden  Reiter  und  Reiterinnen,  wobei
letztere  zum  Teil  wie  die  eingeborenen  Damen
nach  Herrenart  sitzen.  Im  Wasser  blühen  Millionen
  von  Lotosblumen,  und  tausendfach  sieht  man
in  langen  Hecken  die  Königin  der  Nacht,  die
Perle  unserer  Gewächshäuser,  blühen.

Alle  Inseln  sind  schön.  Die  Vulkaue  der
nördlichen,  älteren,  zu  denen  Oahn  gehört,  sind
erloschen;  auf  Hawaii,  der  südlichsten  und  größten,
arbeiten  ihrer  zwei  noch  bisweilen.  Die  Flora
ist  sehr  reich  und  hat  der  Botanik  eine  Masse
neuen  Materials  geliefert.  Die  Inseln  liegen
etwa  auf  der  Höhe  Hongkongs  oder  der  Mitte
des  Roten  Meeres.  Sie  weisen  u.  a.  alle  Arten
von  Palmen  auf;  die  nicht  einheimisch  sind,  sind
angepflanzt.  Das  Klima  ist  fast  das  ganze  Jahr
dasselbe;  das  Thermometer  schwankt  zwischen  21
und  26  Grad  Celsins.  Neun  Monate  hindurch
weht  der  (Nordost-PPassat.  Ein  Arm  der  kalten
Alaskaströmung,  die  nach  San=  Francisco  Kälte
und  Nebel  bringt,  geht  nach  den  hawailschen
Inseln  hinüber;  es  wird  angenommen,  daß  aus
diesem  Grunde  die  Taifune  dort  ausbleiben.  Viel
Echwindsüchtige  suchen  dort  Heilung.  Die  an—
lässigen  Europäer  fühlen  sich  jahraus  jahrein
wohl.  Doch  leiden  die  Frauen,  wie  in  allen
südlichen  Ländern,  so  auch  dort,  während  eines
Krankenlagers  mehr  als  die  Männer.  Charakterhtisch
  für  Honolulu  ist  der  Sonnenregen;  bei
chönftem  Sonnenschein  fällt  feiner  Wasserstaub,
er  wie  Millionen  Perlen  glänzt.

t  Von  Honolulu  führt  eine  70  km  lange  Eisenbahn
  die  schöne  Küste  entlang  an  den  bedeutendkten
  Pflanzungen  vorüber.  Der  Rohrzuckerbau
Ut  der  wichtigste  landwirtschaftliche  Betrieb  auf
rn  hawalischen  Inseln.  Im  letzten  Jahre  sind
426  000  Tonnen  gewonnen  worden,  die  zum
Preise  von  76  Dollar  in  New  Nork  verkauft
worden  sind.  Die  Fracht  nach  dort  beträgt
12  Dollar  für  die  Tonne.  Da  das  Rohmaterial
und  die  Fabrikationskosten  für  die  Tonne,  je

 

nach  der  Ansrüstung  der  Werke,  auf  10  bis
50  Dollar  zu  veranschlagen  sind,  so  bleibt  für
die  Tonne  ein  Reingewinn  von  9  bis  24  Dollar.
Hawaii,  dessen  Ausbente  zu  Anfang  Oktober  beendet
  ist,  steht  in  Mitbewerb  mit  Kuba.  Sobald
die  kubanische  Ernte  (Dezember  bis  Mai)  auf  den
Markt  kommt,  sinkt  der  Zuckerpreis.  Die  kubanischen
  Pflanzer  arbeiten  Jahr  für  Jahr  mit  großen
Vorschüssen  der  New  Yorker  Banken,  müssen  ihre
Ernte  daher  rasch  auf  den  Markt  werfen,  um
die  Gläubiger  zu  befriedigen.  Infolgedessen  kauft
der  amerikanische  Zuckertrust  in  Kuba  sehr  billig
ein.  WMären  auch  die  Hawatier  Pflanzer  in
Finanznöten,  so  sänke  der  Preis  des  Rohrzuckers,
der  in  den  Vereinigten  Staaten  niedriger  ist  als
der  des  Rübenzuckers,  noch  mehr.  Obwohl  Klaus
Spreckels,  der  reichste  Mann  von  Kalifornien,
dort  den  Zuckerrübenbau  und  die  Rübenzuckerfabrikation
  in  großem  Umfang  eingeführt  hat,
wobei  er  so  reich  geworden  ist,  wird  der  Preis
des  Rübenzuckers  noch  immer  in  London  gemacht.
Dort  kostet  ein  Zentner  nicht  raffinierten  Zuckers
zur  Zeit  9  Schilling,  das  macht  3,84  Cents  für
das  Pfund  oder  76,80  Dollar  für  die  Tonne  in
den  Vereinigten  Staaten.  Dagegen  kostet  der
Rohrzucker  in  New  York  zur  Zeit  nur  3,58  Cents
das  Pfund  oder  71,60  Dollar  die  Tonne.  Den
Unterschied  von  5,20  Dollar  verdient  der  Zuckertrust,
  indem  der  Unterschied  der  Fracht  zwischen
Kuba  und  New  Vork  einerseits  und  Kuba  und
London  anderseits  noch  etwas  größer  sein  würde.
Die  Hawaiier  Pflanzer  arbeiten  mit  eigenem
Kapital  und  liefern  auf  Vertrag.  Andernfalls
wären  sie  übler  daran  als  die  Kubaner.  Das
Zuckerrohr  wird  2  bis  11  m  hoch  und  bis  8  cm
dick.  Da  es  nicht  auf  Hawaii,  wohl  aber
auf  Oahn,  wo  Honolulu  liegt,  an  Regen  fehlt,
so  sind  zahlreiche  große  Pumpwerke  angelegt.  Die
deutsche  Firma  Hackfeld  treibt  täglich  300  000  Ul
Wasser  bis  zur  Höhe  von  190  m  hinauf.  Drei
andere  Pflanzer  entnehmen  ihren  artesischen
Brunnen  täglich  bedeutende  Mengen  Wasser.
Die  Pumpwerke  werden  mit  Ol  geheizt,  das  von
San  Francisco  kommt  und  billiger  ist  als  Kohle.

An  zweiter  Stelle  steht  der  Reisbau,  den
fast  nur  Chinesen  betreiben.  Im  letzten  Jahre
wurden  2800  Tonnen  ausgeführt  und  wahrscheinlich
  mindestens  10  000  Tonnen  geerntet.
Doch  wird  auch  Reis  eingeführt.  Die  (60  000)
Japaner  ziehen  nämlich  ihren  heimischen  Reis
dem  der  hawaiischen  Inseln  vor,  dessen  Geschmack
sie  nicht  mögen.  Die  Japaner  sind  es,  die  den
Kaffeeban  auf  Hawait  betreiben.  Dort  haben  sie
kleine  Grundstücke  erworben  und  bepflanzt.  Die
Ausfuhr  betrug  im  letzten  Jahre  20  000  Sack
oder  Zentner  zum  Preise  von  10  bis  15  Dollar,
je  nach  Grad  und  Alter.  Wenn  auch  unsere
        <pb n="454" />
        W  376  2

deutschen  Landsleute  den  hawalischen  Kaffee  nicht
zu  sehr  loben,  ist  er  doch  wohl  so  gut  wie  der
arabische  Mokka.  Ich  könnte  das  selbst  beurteilen,
wenn  ich  sicher  wäre,  daß  der  Mokkakaffec,  den
ich  in  Aden  gekauft  habe,  echt  war.  Man  sagte
mir  aber  nach  dem  Kauf,  daß  der  Adener  Mokka
größtenteils  aus  Santos  käme.  Viertens  wachsen
Früchte  in  Masse.  Seit  langem  werden  Bananen
ausgeführt.  Neuerdings  hat  die  Ananaszucht
einen  großen  Umfang  angenommen;  im  Jahre
1906  wurden  über  120  000  Kisten  Konserven
verschickt,  und  von  Jahr  zu  Jahr  wird  der  Anbau
  und  die  Ausfuhr  der  Ananas  steigen,  da  in
den  Vereinigten  Staaten  alles  leicht  abgesetzt
wird.  Die  Frucht  ist  von  anßerordentlichem
Wohlgeschmack.

Vor  nicht  langer  Zeit  ist  die  Sisal-Agave
aber  auf  den  Inseln  heimisch  gemacht  worden,
aus  der  sogenannter  Manilahanf  hergestellt  wird.
Und  eben  jetzt  werden  Versuche  mit  Kautschukbäumen
  gemacht.  Bis  zur  Angliederung  wurden
sehr  viele  deutsche  Waren  nach  den  hawaiischen
Inseln  eingeführt.  Die  Firma  Hackfeld  hatte
auch  eigene  Schiffe.  Seit  1897  ist  das  anders
geworden.  Die  hohen  Schutzzölle  der  Vereinigten
Staaten  machen  den  Wettbewerb  des  Auslandes
fast  unmöglich.  Dieses  kann  daher  nur  noch  solche
Waren  liefern,  die  in  den  Vereinigten  Staaten
nicht  gewonnen  werden.  So  kommen  z.  B.  Kalisalze
  aus  Deutschland  (Staßfurt)  und  Ammoniak
(zur  Herstellung  künstlichen  Düngers  für  die
Pflanzungen)  aus  England.

Die  Japaner  sind  zum  größten  Teil  im
Pflanzungsbau  beschäftigt;  im  laufenden  Jahre
werden  mit  Genehmigung  des  Tokioer  Ministeriums
  2000  Auswanderer  auf  den  Inseln  eintreffen.
  Die  billigen  Arbeitskräfte  sind  unentbehrlich;
  bei  amerikanischen  Löhnen  würde  die  gesamte
Landwirtschaft  sofort  eingehen.  Doch  sieht  man
in  Honolulu  auch  viele,  zum  Teil  große  japanische
Ladengeschäfte.  Die  Japaner  verkaufen  Mannufakturwaren,
  Getränke  und  alle  japanischen  Bodenund
  Industrieerzeugnisse.  Vor  kurzem  war  das
japanische  Schulschiff  „Anegawa“  dort,  und  demnächst
  trifft  ein  Schulgeschwader  ein.

Zum  Schluß  sei  noch  auf  zwei  Sehenswürdigkeiten
  der  Stadt  Honolulu  hingewiesen.  Die  eine
ist  das  Muscum,  das  ein  vollständiges  Bild  der
Kanakenkultur  gewährt;  die  andere  ist  das  Aquarium,
  nächst  dem  von  Neapel  das  beste  in  der
Welt.  Man  sieht  dort  nicht  nur  die  ganze  Farbenpracht
  der  tropischen  Fische,  sondern  ist  auch  erstaunt
  über  die  Formen  der  Tiere,  die  vielfach
Ahnlichkeit  mit  Landtieren  haben  und  einen  Beitrag
  zur  Deszendenztheorie  liefern.  Einige  sind
gestreist  wie  unsere  bunten  Nattern,  andere  zart
rosa,  violett,  rot,  rotgrau,  grün,  sandfarbig,  silber- 



glänzend,  andere  haben  phosphoreszierende  Linien
oder  Flecke.  Ein  Fisch  ist  gefärbt  wie  eine  Kröte,
andere  haben  den  Kopf  einer  Kröte,  eines  Krokodils.
  Wieder  ein  anderer  hat  im  Profil  den
Kopf  eines  Schweines,  von  vorn  das  Gesicht
eines  Affen.  Hier  glaubt  man  einen  Bienenkorb
mit  horizontalem  Geflecht,  dort  eine  fliegende
Schwalbe,  einen  Ameisenbär  zu  sehen.  Der  eine
Fisch  hat  ein  kurzes,  der  andere  ein  langes  Horn
vor  dem  Kopfe,  ein  dritter  Fühler  wie  eine
Schnecke,  ein  vierter  gleicht  in  der  Form  einem
Torpedo.  Seeigel  sehen  aus  wie  große  Kletten,
Polypen  wie  Riesenspinnen.  Die  Hummer  machen
unaufhörlich  Fingerübungen  wie  fleißige  Konservatoristen.
  Der  Einsiedlerkrebs  sitzt  bekümmert
unter  seinem  Haus  (das  er  trägt  wie  eine  Schnecke),
denn  beständig  necken  ihn  seine  Zellenbrüder,  die
Fische,  die  über  sein  Haus  dahingleiten  oder  mit
dem  Maule  dagegen  stoßen;  man  kann  kanm  umhin,
  an  Fischhumor  zu  glauben;  denn  die  Fische
entfernen  sich  von  dem  Einsiedler  nach  ihrer  Tat
so  schnell  wie  böse  Buben,  die  etwas  ausgeheckt
haben,  und  kommen  doch  immer  wieder,  weil  sie
sehen,  daß  der  Angegriffene  sich  ärgert  und  von
der  Stelle  rückt.  Die  trägsten  unter  den  Fischen
liegen  auf  Steinen  oder  hängen  sich  mit  den
Flossen  daran.  Man  sieht  auch  Fische,  die  auf
den  Vorderflossen  kriechen.  Die  Riesenaale  zeigen
ihre  scharfen  Zähne  und  bedauern  offenbar,  daß
sie  keine  Arbeit  dafür  haben.  Anderswo  sind
kleine  Fische  beständig  auf  der  Flucht  vor  den
Schildkröten,  die  von  ihnen  leben.  Nahe  beim
Aquarium  am  Meeresufer  ist  eine  Zisterne  gebaut,
  in  der  eine  über  zwei  Meter  lange  Riesenschildkröte
  mit  einem  etwa  fünf  Meter  langen
Haisisch  zusammen  lebt.  Die  Kröte  sitzt  schon
jahrelang  darin,  der  Haifisch  ist  nicht  mehr  der
erste  seiner  Art.  Ein  Haißisch  erträgt  die  Gesangenschaft
  in  eugem  Raume  nicht  lange,  er
geht  nach  höchstens  vier  Wochen  ein.  Anfangs
hat  die  Kröte  vor  dem  Menscheufresser  Furcht
gehabt.  Nachdem  sie  aber  eingesehen,  daß  sie
respektiert  wird,  hat  sie  jeden  Neuankömmling
ignoriert.  Ihr  einziger  Kummer  ist,  daß  ihre
Ungelenkigkeit  ihr  nicht  gestattet,  über  die  niedrige
Mauer  in  das  geliebte,  freie  Meer  zurückzukehren,
in  das  sie  sehnsüchtig  hinausstarrt.

Freilich  hat  sie  recht.  Das  Meer  ist  schön
bei  Honolulu.  Spiegelglatt  liegt  es  da,  nur  eine
leichte  Brise  weht  erfrischend  zum  Lande  herüber.
Das  Auge  wandert  hin  und  her  zwischen  dem
wundervollen  Tiefblau  des  Wassers  und  dem
satten  Grün  der  Landschaft.  Wenn  die  scheidende
Sonne  ihr  Gold  weithin  über  die  Flut  ausschüttet
  und  Baumkronen  und  Berggipfel  noch
einmal  liebevoll  umspielt,  dann  kommt  einem  der
Gedanke  an  die  sagenhaften  Inseln  der  Seligen.
        <pb n="455" />
        W  377  20

Der  Aufenthalt  auf  den  hawalischen  Inseln  entschädigt
  für  die  sonstige  Ode  der  Überfahrt  über
den  Großen  Ozean.  (Köln.  Zeitg.)

Spanische  Kuswanderung  nach  den  bawait-Inseln.

Aus  London  wird  der  „D.  O.  K.“  geschrieben:
  Die  Nebenbuhlerschaft  der  Vereinigten
Staaten  und  Japans  im  Stillen  Ozean  hat  kürzlich
  in  Spanien  eine  ganz  unerwartete  Rückwirkung
  herbeigeführt.  Es  konnte  wohl  niemand
voraussehen,  daß  Amerika  nach  dem,  was
zwischen  beiden  Mächten  vorgefallen  ist,  jetzt  die
Spanier  zu  Hilfe  rufen  würde,  um  als  Kolonisten
auf  den  Hawaii-Inseln  der  friedlichen  Eindringung
  der  Japaner  Einhalt  zu  tun.  Tatsächlich
  ist  dies  aber  der  Fall,  denn  der  Vertreter
  des  Gonverneurs  von  Hawaii,  Frager,
hat  sich  zur  Zeit  in  Spanien  bemüht,  dort
Auswanderer  in  größerer  Anzahl  anzuwerben,
damit  auf  der  genannten  Inselgruppe  das  enurobäuische
  Element  verstärkt  werde.

Die  Auswanderer  sollen  ganz  unentgeltlich
nach  ihrem  neuen  Wohnsitz  transportiert  werden,

 

und  dort  bei  ihrer  Ankunft  ein  Wohnhaus  im
Wert  von  500  Dallar,  wie  eine  Bodenparzelle
mit  dem  entsprechenden  Feuerungsmaterial  nebst
freier  medizinischer  Behandlung  erhalten.  Zudem
wird  jeder  erwachsene  Mann  ein  Monatsgehalt
von  25  Pesos,  und  jede  Frau  und  jeder  Jüngling
  über  15  Jahre  15  Pesos  bekommen.  Nach
einer  Frist  von  drei  Jahren  können  die  Kolonisten
bei  guter  Führung  ihre  Parzellen  als  ihr  Eigentum
  betrachten,  sofern  sie  die  amerikanische  Staatsangehörigkeit
  annehmen  wollen.  Die  Kinder  sollen
die  Schule  besuchen,  um  dort  die  englische  Sprache
zu  erlernen.  Die  in  Aussicht  gestellten  Vorteile
haben  viele  arme  Leute  veranlaßt,  sich  behufs  der
geplanten  Kolonisation  bei  dem  Vertreter  des
Gonverneurs  von  Hawaü  zu  melden,  infolgedessen
kürzlich  850  Familien,  insgesamt  3823  Köpfe
zählend,  in  Malaga  eingeschifft  worden  sind,  und
zwar  zum  größten  Teil  aus  den  Provinzen
Malaga,  Grenada,  Asméria  und  Jacn.  Behufs
Transportierung  dieser  Auswanderer  hat  die  Regierung
  von  Hawaii  das  Dampfschiff  „Heliopolis“
der  Alliance-Gesellschaft  in  Glasgow  mit  einem
Ranminhalt  von  10  000  Tonnen  gechartert.

 

Verschiedene  Mitteilungen.

f#nophelesmoskiten.

In  der  „Geneeskundig  Tildschrift“  Band  46,
Lieferung  2,  1906,  behandelt  Dr.  W.  T.  de  Vogel
die  Frage  der  Existenz-  und  Fortpflanzungs-—
möglichkeiten  der  Anophelesmoskiten  in  Salzwasser.
  Er  kommt  im  Gegensatz  zu  den  bis—
herigen  Forschungsresultaten  zu  dem  Ergebnis,
daß  es  Anophelesarten  gibt,  welche  in  reinem
Scewasser  leben  und  sich  fortpflanzen  können.
Eine  Nachprüfung  der  Angaben  Dr.  de  Vogels
wäre  bei  der  Wichtigkeit  der  Frage  auch  in  den
deutschen  Kolonien  von  großer  Wichtigkeit.

Kolonial-Wirtschaftliches.

4  Das  Aprilheft  des  „Tropenpflanzer“,  Zeitschrift
  für  tropische  Landwirtschaft,  Organ  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees,  enthält  an
erster  Stelle  den  hier  bereits  mitgeteilten  Bericht
  VIII  der  Deutschkolonialen  Baumwollunternehmungen
  von  Karl  Supf,  Vorsitzendem  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees,  der  bekanntlich
eine  beträchtliche  Steigerung  des  Baumwollbaues
gegen  das  Vorjahr  (in  Togo  um  mehr  als  60  v.  H.)
konstatiert.

Heinz  Roß-Antwerpen  berichtet  über  die  teilweise
  schon  erfolgreichen  Versuche  zur  Zähmung

 

dos  Zebras  und  seine  Verwendung  im  Kongostaat,
  O.  Oehlerking-Hannover  über  die  im
Gegensatz  zu  den  deutschen  Versuchen  in  Ostafrika
recht  ungünstig  ausgefallenen  Bemühungen  der
Franzosen,  die  Kultur  des  Cearakantschuks  in
Madagaskar  einzubürgern.

In  dem  Abschnitt  über  „Koloniale  Gesellschaften“
  wird  unter  anderem  über  die  neu  gegründete
  Agu-Pflanzungsgesellschaft  in  Togo  und
die  Agavengesellschaft  für  Südwestafrika  berichtet.
In  dem  Kapitel  „Aus  deutschen  Kolonien“  findet
man  recht  günstig  lautende  Gutachten  über  Chinarinden
  aus  Deutsch-Ostafrika  und  Tabak  aus  dem
Banssoland  in  Kamerun,  während  die  folgenden
Kapitel  allerhand  über  Zuckerrohr,  Kautschuk  und
Kangummi,  Kakao  und  Kaffee,  Gerberakazien  und
dem  Mahwazuckerbaum  sowie  über  die  nene
brasilianische  Faserpflanze  Canhamo  brasiliensis
bringen;  beachtenswert  und  von  Bedeutung  für
unsere  Kolonien  ist  vor  allem  der  gelungene
Versuch,  junge  Parakautschukbäume  durch  Markotten
  fortzupflanzen.

In  dem  Beiheft  I  zum  „Tropenpflanzer“  berichtet
  Prof.  Dr.  Preuß  über  seine  im  Auftrage
des  Auswärtigen  Amtes,  Kolonialabteilung,  ausgeführte
  Reise  nach  den  Südseeinseln.  Nach
Mitteilungen  über  Zuckerrohrplantagen  sowie
        <pb n="456" />
        W  378  20

andere  Kulturen  auf  den  Fidschi-Inseln  bespricht
Verfasser  eingehend  die  auf  Samoa  kultivierten
Nutzpflanzen,  Kokospalme,  Kautschuk,  Kakao,
Kolanuß,  Kawa  und  Tabak,  wobei  er  von  neuem
auf  die  Notwendigkeit  eines  fachwissenschaftlich  geleiteten
  botanischen  Gartens  auf  Samoa  hinweist.

Wertvoll  sind  seine  Anregungen  in  bezug  auf
Auswahl  der  für  Samoa  geeignetsten  Pflanzenvarictäten.
  So  hält  er  für  besonders  aussichtsreich
  die  Hekea  brasiliensis,  die  schon  in  größerem
Umfange  von  den  verschiedenen  Pflanzungsgesellschaften
  und  auch  von  kleineren  Ansiedlern  angepflanzt
  ist.

Interessant  sind  seine  Ausführungen  über  die
Kakaokultur  mit  dem  besonderen  Hinweis,  daß
wohl  der  Kriollo  der  aussichtsreichste  Samoa-Katao
  werden  dürfte,  aber  nur  auf  gutem  Boden
in  geschützter  Lage;  bei  weniger  günstigen  Verhältnissen
  sei  dem  Forastero  der  Vorzug  zu  geben.

Einige  allgemeine  Mitteilungen  über  Kaffee,
Muskatnuß,  Vanille  beschließen  das  Heft,  das
auch  gute  Abbildungen  von  Kakaobäumen  und
Kokosplantagen  sowie  einige  Skizzen  zur  Anlegung
von  Anpflanzungen  der  Kokosplantagen  und  Einrichtungen
  für  Kakao=  und  Kopradarren  enthält.

 

Citeratur.

Hermann:  Viehzucht  und  Bodenkultur  in
Deutsch-Südwestafrika.  Dritte,  stark  ver- 



Die  sich  schnell  steigernde  Besiedlung  Deutsch-Südwestafrikas
  hat  es  nötig  werden  lassen,  das
Werk  des  ermordeten  Farmers  Hermann-Nomtsas
neu  aufzulegen.  Sein  Verwandter,  Herr  Haase,
der  16  Jahre  in  Südafrika  sich  aufgehalten  hat,
fügt  seine  Erfahrungen,  besonders  auf  dem  Gebiete
praktischer  Landwirtschaft,  denen  unseres  Pionierfarmers
  in  Deutsch-Südwestafrika  hinzu.  Eine
Anzahl  neuer  Kapitel  ist  der  neuen  Auflage  beigegeben
  worden,  so  über  Wein=  und  Obstbau,
über  Luzerne  als  Futterpflanze,  den  Anbau  von
Küchengewächsen,  Geflügelzucht  usw.

 

Preuß:  Kolonialerziehung  des  deutschen
Volkes.  Leitende  Ideen  und  Material.  Verlag
  von  Alexander  Duncker,  Berlin.  Geh.  1  Mk.

Die  Broschüre  geht  von  dem  Standpunkt
aus,  daß  Volk  und  Regierung  nur  dann  als
geschlossene  Einheit  wirken  können,  wenn  die  Ziele
und  Aufgaben  des  Reiches  im  Volk  verstanden
werden.  Demgemäß  müssen  die  staatlichen  Organisationen,
  vor  allem  Schule  und  Armeec,  die

Volksmassen  zum  Verständnis  der  nationalen

Aufgaben  in  systematischer  Weise  erziehen.  Hierfür

  werden  praktische  Vorschläge  und  Gesichtspunkte

  entwickelt.

Dr.  E.  v.  Halle:  Handelsmarine  und  Kriegsmarine.
  Zahn  &amp;amp;  Jaensch,  Dresden.  (4.  und
5.  Heft  der  von  der  Gehe-Stiftung  heraus- 



mehrte  Auflage.  Deutscher  Kolonialverlag  ,  ,  .-,  «.--..«
(G.  Meinecke).  Berlin  1907.  Preis  3  Mk.  gegebenen  „Neuen  Zeit=  und  Streitfragen“.)
Verkehrs-Nachrichten.

Postdampffchiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  April  1907.

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  »  Dauer  Berlin  spätestens
schissungshafen  am:  der  überfahrt  abgesandt  werden  am:
deutsch-  ika.  Genna  29.  April  Mombasa  O  21  Tage
|  1ct  N  ostaseiha  (deulsche  Schiffe)  1  |  27.  April
/  #eapnkobe.  Muansa  und  Reapelll  Mombasa  O  16  Tageee105  abos.

Neapel
(beutsche  Schiffe)
Marseille  10.  je
7  Brindisi
(engl.  Schlffe)

ombasa  Weiter-9“
  wi  de  Ugandavond
  fta  Endstation
ar  na#ch  bLen  Bestim-Mungoorten-


  nach  Tanga  (einschl.  A#  13.  Mai
ceru4

anganl
Wolit  M  #  Sllee  inugaul.

Neapel
#Mdenegehe  Schiffe)

l  Genua  29.  April
(deutsche  Schiffe)

Reapel  .......

(dentHcSchif-fc)
GcttttcL»29.April

u  nach  Deutsch  Ostafrika  ..  (beutsche  Schife)

usschl.  d  ter  a  und  b  Marseille

shen  Vonoert  e)

Brin
(engl.  #

 

10.  jedes  Monats

Mombasa  O  17  Tage
Mombasa  O  18  Tage

8.  jed.  Mts.  9#0  abd.
0  abds.

kanga  17  Lage  1  27.  orit
5  J
Tanga  24  Tage  I  10  abds.

Daressalam  17  Tage
27.  April
Daressalam  23  Tage  0  abds.

Zanzibar  18  Tage

(von  Iastor  itelhar

Welterbeförderun  Faeue
Daressalam  durch  gee-Mentsdaompe
  in  6  S

Janz  ibar  20  Tage

mr  weiter
1n  6  Inchierr  Gelegenheit

8.  jed.  Mts.  10#  abds.

.......  108  abds.
        <pb n="457" />
        G  379  20

 

 

Die  *  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am.  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  25.  April  Friedrich-Wilhelms-(deutsche
  Schiife,  afen  38  Tage
6Z  "  Simpsonhafen  41  Tage23.  April  3.  Mai
2  deutsch-Neuguinea.  Brindii  5.  Mai  Simpsonhafen  38  Tagesosabos.
(en#l.  Saßeh  Friedrich=  Wilhelmshafen

  41  Tage

 

 

n  Southampton  20.  April  4.  Mai  Swakopmund  2.  bis  19.  April  3.  Mai
3.  dentis  ·  udw  ·  ratrina  1  "  25  Tage  11  abds.
*)  4  5  äsltt.  Hamburg  6.  13.  27.  April  Swakopmund  22  bis  26.  April  7½  abds.
hen  ni  eri  d  8ohw  wart  25  Tage
l
Kuh  s  Mältahökipe  Rauche-s  Antwerpen  18.  April  Swalopmund  20  Tages7.  April  1255  ums.
lahandja.  Okasise.  (deuische  Schiffe).
babe  kiren  2  W.  *  10.  2  9  8.  Anrit  125,
üm  ft5.  iwarongo,  o  19.  April  Swalopmund  19  Tage  18.  April  128  nms.
8  Owilokorerc,  Reho-  8
40%  Gis.  Swatopmund,  (deutsche  *
sos  aldau,  Waterberg.  Southampton  27.  April  Swakopmund  25  und  26.  April  11  4  vmso.
32  Tage
Southampton  20.  April  Lüderitzbucht  22  u.  27  Tg.]  19.  April  11  2  vms.
Antwerpen  18.  April  Lüderitzbucht  22  Tage  17.  April  1255  ums.
(deutsche  Schiffe).
!)  nach  Liwerivbucht.  Kubub,  109.  April  Lüderitzbucht  21  TageApril  125  nms.

Zoul  e
-  nien.  Hasmu,  Keet-  w#oologue,
maushoop  *  Southamptoni  17.  April  Napstadt  17  Tage  16.  April  11  24  oms.
von  dort  wäner  mit  nächster
G  Mledenbel  n.  abih

Hamburg  27.  April  1.  Maie  vũderitzbucht  22  bis  20.  April  3.  Mai

25  Tage  712  abds.
nach  FRmanedrift.  Marm  southampton  27.  April  11.  MaiKapstadt  17  Tage  26.  Apri  Mai
S  27.  *  .  V  T  26.  April  10.  Mai

bad.  Kalkfomein  (Snd)  von  dort  weiter  auf  dem  vms.

*  Landwege  über-  Steinkopf

n  nach  UlamasSomthampton  jeden  Sonnabend  Kapitadt  17.  Lage,  *  Freitag  1121  oms.
von  weite

Eisenbahn  bis  #uinuen

und  dann  durch  h  leupost

 

 

nach  Ulk
4.  O.  24.  jed.  Mts  Viltori  22  Tage  .
Råmgtllllb  V  B  Hamburg  10.  24.  jed.  Mts.  ltoria.  102  sce  o.  jed.  Mts.  n*-amenda.
  Bau  —  s-»  23.  jed.  Mts.  712  om
gnn  ipindihofg.  n-  Kribi  20  Tage  |A  v  fed.  MtS.  vms.
nea,  Campo,  Duala  .  .  -  —  *
aroo  micmdorf,  Bonlognemg  11.  jedes  Monats  Viltoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  1265  nachm.
JabassG.  itn  ernn  er  Duala  18  Tage
ird  e  usotoe  .  —3  Aribi  19  Tage
Vlamation,  Viktoria  Liverpool  20.  April  Duala  23  Tage  18.  April  10  abds.
Mai  N  25  *-  I
Liverpool  1.  Mai  riltoria  25  Tage  92  Mai  7
Duala  26  Tane  2.  Mai  107  abd
nach  Rio  del  Rey  .  .  .  .  Hamburg  21.  jedes  MonatsNio  del  Ney  32—33  Tage23.  jed.  Mts.  712  abds.
Liverpollol  Nio  del  Rey  23  TageG.  10*7  abds.
nach  dem  Tschadsec-Gebiet  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcrados  17  Tage  jeden  Donnerstag
(Garna.  Kusseri)  von  dort  qm  über  10  ab
nach  Ossidnnge  Kiverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  Tann  jeden  Donnerstag
vou  —  0  über  Obokum  107  abds.
»  «  bis  Ol##inge  mnr  Goßt)
e)  nach  Molundn  Antwerpen  18.  April  9.  Mai  Matadi  19—20  T  17.  April  8.  Mai
«·  Bau  da  wettet  mit  dkkEict  1255  nachm
Vordeaur  25.  jedes  Monats  dam  nn  rr  daie  4an  23.  jed.  Ms-  107  abds.
Se  ugea  und
—  mge  b  bis  Molundn
5.  Samoa.  Brindisi  21.  April  Apia  50)  Tage  1p.  April  113“  oms.

 

 

 

i
rengl.  Schiffe)
        <pb n="458" />
        W  380

*

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen

  am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

6.

den  Narolinen,  Palau--Inseln,
  Marianen.

H.  Juni

Neapel
(engl.  Schiffe)

Ponape  55  Tage
Saipan  66  Kuge
ap  70  T

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  #ressenuno  nach  den

geleitet;  von  YNokohama  weiter

sechs=  bis  siebenmal  jährl

D  7.  Juni  103“  abds.

Marianen  auch  über  Japan
ch  mit  Segelschiffen.

 

 

23.  April  10  8  abds.
jeden  Freitag  105  abds.

26.  April  10  abds.

1.  April  2.  Mai  84  oms.

27.  April  10  55  abds.

 

*!  4  25.  April  Tsingtau  32  Tage
Brin  jeden  Sonntag  Tsingtau  33.—36  Tage
7.  Kiautschou.  (engl.  tuaih.
Marseille  28.  April  Tsingtau  36  Tage
(kranz.  Schiffe)  .
Liverpool  3.  Mai  Tsingtau  31  Tage
8.  Marshall-Inseln.  Neapel  29.  April  Jaluit  58  Tage
(deutsche  Schiffe)
Hamburg  17.  27.  jed.  Mts.  Lome  22,  16,  19  Tage
1.  Mai
Bremen  3.  Mai  Lome  17  Tage
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage
(deutsche  Schiffe)
9.  ·  Nottcrdam21.jcdc—5:llkonatizLomclsTcxc
Cogo  (deutsche  Schiffe,  6
Marseille  12.  jede:  Monat-  Gotonon  19  Tage
on  da  ab  Landverbindung
VBordeaur  25.  jedes  Monats  Cotonen  14  Ta

 

Liverpool  jeden  Sonnabend

age
von  da  ab  handvert  bindung

Akkra  1
von  dort  ewelter  auf  dem
Landwe-  5  Tager

 

Hamburg  24.  jedes  Monats

Lome  “  Dege

 

S.

16  30.  April
(ns  7

2.  Mai  9f(6  abds.

9.  jed.  Mis.  90  oms.
10.  jed.  MtS.  1255  nms#.
20.  jed.  Mts.  9#  abds.
10.  jed.  Mts.  10  abd?.
23.  jed.  Mi#S.  10“¼  abd#.

Donnerstag  936  abds.

23.  jed.  Mts.  712  abd  K.

)  Den  durch  öbezcichneten  Schiffsverbindungen  werden  Priefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

9  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
·  Mar·ciccc...2.kyeai  den  Kmlmeu  .
Deutsch-ueugalnea  NWIW  »»7«Mai  "Ncapct...2:k«·:ukai
ç-  Rersaan  Inseln
Neapel  30.  April  Neapel.  .  .  .  24.  Abril  9  Mai
"n  Genna  20“.  April  Brindisi  20.  April  4.  Mai
beutsch-Ostafrina#  Brindiss  4.  Mai-  Marseille.  138.  April  2.  Mai
Marseille.  16.  jed.  Mts.  Liverpool  15.  April  nb.  Vancouv.
'—çw..  .  4  »  --------.  Plymouth,
Deutsch-Südwestafriha  «  mannchoa·««  »outhampton9.,,»,»..,.1’».
Antwerpen.  .  28.  April  Te  Havre  oder  1§.  25.  April  2.  Mai
nördl.Tell  d.  Schutgeb.Hamburg  245.  April  «  Queenstown
Southampton  21.  April  5.  Mai  Landweg  über
Sonthampton.  21.  April  5.  Mai  Sibirien  jed.  Dienstag  u.  Freit.
füdl.  Tell  des  Schutzgeb.  *  *  21..  April  —  I  gu.  Freit.
—  —  —  E  Samoa  .  .  .  ...  Queenvstown
Hamburg  .  .  1*.  Mai  —  —  dd.  Plomouth  unbestimmt.
Kamer  Southampton,  11  —  April  Togo  Southampton  30“.  April
Plymouth  28.  April  6e999  Hamburg  22“.  April  15.  Mai

*  Fäligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="459" />
        W  381  25

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  Kapfstadt  26./3.  —  28/3.  Port  Elisabeth  1/4.  —  3/4.  East  London  9.4.
—  Durban.

S.  M.  S.  „Condor"  Spnydney.

S.  M.  S.  „Planet"  Hongkong  17/3.  —  20/3.  Amoy  23/3.  —  10/4.  Jap  14/4.  —  Palau-Inseln.


S.  M.  S.  „Seeadler".  Daressalam  2/4.  —  2/4.  Zanzibar  5/4.  —  5/4.  Tanga  15/4.  —  Bagamojo.

S.  M.  S.  „Sperber"  Lüderitzbucht  8/3.  —  10/3.  Saldannahbucht  12/3.  —  12/3.  Kapstadt.

Ablösungstransport:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Vorck“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  ablösenden  Besatzung
für  S.  M.  S.  „Condor
Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  v.  Mohl.
Port  Said  8/3.  —  9/3.  Suez  9/3.  —  13/3.  Aden  14/3.  —  20/3.  Colombo  21/3.  —
30/3.  Fremantle  31/3.  —  3/4.  Adelaide  4/4.  —  6/4.  Melbourne  8/4.  —  10/4.  Sydney.

Schiffsbewegungen  der  Woermann--Linie  „ichen  Ha#burg  und  West-  und  Südwestafrika.

 

 

 

Postdampfer  N  eise  Letzte  Nachrichten
von  nach,  bis  12.  April  1907.
1
„Adolph  Woermann“  .  ..  Hamburg  Lũderitzbucht  am  20.  März  in  Swafopmund.
„Alexandra  Woermann“  ..  Hamburg  Duala-  am  11.  April  ab  Boulogne.
„Aline  Woermam  .  ...  Swakopmund  »  Kapstadt  am  10.  April  ab  Swakopmund.
„Anna  Woermann"  Hamburg  Calabar  am  29.  März  in  Lagos
„Arnold  Amsind  .  .  Hamburg  Mossamedes  am  21.  März  in  Mossamedes.
„Ascan  N  goermann“  ...  Mossamedes  Hamburg  am  15.  März  in  Hamburg.
„Carl  Worermannm  Hamburg  Assinie  am  p.  März  ab  Las  Palmas.
„Eduard  VBohlen“  .---  Kapstadt  Swakopmund  am  10.  April  ab  Kapstadt.
„Eduard  Weoermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  April  ab  Swakopmund.
„Elconore  Woermann“  ..  Hamburg  Duala  am  10.  April  in  Lagos.
„Ella  Worrmanne#  Assinie  Hamburg  am  4.  April  ab  Las  Palmas.
„Emilie  W.  zoermann“  .  .  Calabar  Hamburg  am  1.  April  ab  Lagos.
„Erich  Woerman  .  .  .  Mossamedes  Hamburg  am  11.  April  ab  *  Palmas.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  p9.  April  Sssant.  sbasfiert.
Ernst  Woermann“  .  Duala  Hamburg  am  10.  April  ab  Mad
„Fieda  Woermann  »,»  Hamburg  ;-  Kotonou  am  8.  April  #  Seesfanr  affirrt.
»  Irr-nd  hockmamk··  Lüderitzbucht  Hamburg  am  6.  April  ab  Teneriffe.
vakeichen  Bo  ohlem  Hamburg  Accra  am  3.  April  in  Sierra  Leone.
-„Dedul  Woermann".  Hamburg  "  Gabun  am  11.  April  in  Madeira.
„Hebwig  Woermann“  ½  Hamburg  Nio  Nunez  am  10.  April  ab  Las  Palmas.
„Hemme  Woermann"#  Kotonon  Hamburg.  am  5.  April  in  Lomc.
„Irmakrdte  Woermann“  ..  Hamburg  Mossamedes  am  2.  April  in  Dakar.
„Jea  Woermann  ..  Hamburg  1  Burutu  am  2.  April  ab  Las  Palmas.
„Zurbiette  Woermann“  .  .  Accra  Hamburg  am  8.  April  ab  Dakar.
„Lili  eoerma  nann"  Burutu  Hamburg  am  9.  April  ab  Lagos.
„Linda'  vermann“  ....  Burutu  Lamburg  am  30.  März  in  Hamburg.
Lothar!  Lorrmann“  ...  Rio  Nunez  Hamburg  am  2.  April  in  Hanburg.
Lueier  e  hleu-  4  ..  Kotonou  «  Hamburg  am  2.  April  in  Lagos
8  ulu  Vo  cnann“.  ...  Duala  Hamburg  am  8.  April  ab  Dakar.
„Narie  hlen  en  Lüderitzbucht  Hamburg  am  1.  April  ab  Swakopmund.
„Nartb  Boermann  .  Hamburg  Assinie  am  12.  April  in  Rotterdam.
„Nar  Deermann-  ...  Hamburg  Duala  am  10.  April  in  Duala.
„Nelita  8  »·...  Hamburg  Mossamedes  am  3.  April  in  Rssinie.
Ouo  Pr  ohlen  ...  Hamburg  Zr  Assinie  am  3.  April  in  Assinic.
„Paul  #oermann  ...  Rio  Nunez  Hamburg  am  O9.  April  ab  Conakry.
»  kromsörvcärtuauu  ....  Hamburg  Calabar  am  10.  April  ab  Rotterdam.
»  Wenn  )  **-  Hamburg  Nordamerika  am  10.  April  in  Galveston.
ohlen"“  .  Motouou  Hamburg  am  11.  April  in  Hamburg.
        <pb n="460" />
        G  382  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolontalwerte,  Verlin  W.  64.

 

 

 

 

Telephon:  Amt  l  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  „Heydtbank“.  10.  April  1907.
—.  Ge=  vor=  eetzte  «..«
dungs-  Kapital  fchäfts-  Fkte  Divi-  Freibleibend  „Nachfrage,  Angebor
fahr  Mark  jahr  dende  dende  4  9%  #
1906  1  250  000  1.  10.  —  Alrikanische  Kompagnie  A.-GS.  108  115
1906  2000  000  1.  1.  —  4  Bornco-Kautschuk-Compagnie  A.-G.  ..  —  00
lxmä  1200  000  1.  .  —  (0  Centralafrikanische  Bergwerksgesellschaft  10  105
1905  600  000  1.  1.  0  5  Centralafrikanische  Seengesellschaftt.  100  105
1891  2  600  000  1.  10.  5  7  Chocald  Plantagen-Gesellschaft  .....  89  92
1900  418  000  1.  1.  ·0  7  Deutsche  Agaven-Gesellschaft  125  135
1878  2750  000  1.  1  12  12  Deutsche  Lundels=  und  l  Gesellschaft
der  Südsee-Juse  170  172
1885  2  000  000  1.  4  4r  0  20  Dedutsche  ebesn  Wejellichaf-  für  Sthweste  5%
.  .  u  ·.  l(  185
1907  2  500  000  1.  1.  s  Deutsche  Kautschut-  Mengesellchait  100  —
1902  1  000  000  1.  1.  0  Deutsche  Samoa-  Gesellschaf  ·  ....  80  gofr.  8Sõ  ʒoir.
1902  1  000000  1.  5)  0  1  Deutsche  Togogesellschaft  —  103
1885  3  721  000  1.  1.  2½  31u  Dentschesenheldelgisshh  Gesellschaft
4  Stamm-Anteile  1  298
3000  000  5  5  Vorzugs-Anteile  M850.—
1886  2  000  000  1.  1  0  0.  Deutsch-O  Onafrinische  Plantagengesellschaft  .  hzssss
19031149500011:ks«.  kl»Rauch-.-smsukamsche;,»  Schuldverschreibungen
  (vom  Reich  sichergestelltte.  .  95  56
1897  22500  000  1.  1.  7  1  Denutsch-Westafrikanische  dandelsgesellsh  .  —  98
1899  1000  000  1.  1  0  0  Gesellschaft  Nordwestkamerun  .  A.  —  A1175.—
360  000  0  6  do  do  ...  l«n.  B.  A  8.  —
1898  1()000()0.1.I...')  10  Gesellschait  Sũdigmerun  J1I44t.  A.  —  131
1  000  000  0  10  HLit.  B.  121
1889  2  000  000  1.  10.  0  0  —-r  Flankeen=  Gesellschaft  ...  34
1897  1  153000  1.  I1.  0  0  Hanseatische  Kolonisationogesellschat  –  10
1889  3  000  000  1.  10.  O  0  Hanseatische  Plantagengesellschaft#=  ....  26  :30
1887  1  200  000  1.  1.  15  15  Jaluit=  Gesellschaft..  295  :05
1898  1200  000  1.  7.  1  0  6°  asfee-Plantage  Salarre  ·  ..  15  20
1904  1000  000  1.  1..  —  0  A  sellschaf  30
1906  3  000  O000  1.  1.  4  Kamerun-Kautschuk-  Compagnie  ....  -——  95
1903  1.  000  000  1.  1.  —  ()0  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  *ö  *  .  –  85
1899  1  100000  1.  7.  0  Moliwe-Pflangungs-Gesellschaft  JN5  85
1885  6  000  000  1.  1.  0  0  Neu  Guinea  Compagnie  When  Antei  ..  92  98
0  0  Stamm-Anteile  18
1906  1200  000  1.  1  Spafrita-  Kompagnie  ..  95
1901  2  000000  1.  1  3  3  Ostafrikanische  Eisenbahngesellschait.  Anteile
tvom  Deutschen  Reiche  mit  300  ins  und
1200%  Rückzahlung  Karamiiert)“  .  94.  05.
1898  1  500000  1.  1I.  2  0  It  Asiatüche  Handelsgesellscha  ..  65
1900  20.000  000  1.  1.  0  (!1  Otavi-Minen=  und  Nd  ..  —  152
1897  2000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  92
1895  1  500  000  1.  1I.  0  0  Mheinische  dande#siamtngengeselibafe-  ..  35
1903  800  000  1.  1.  0  (0)  Safata-Samoa-Gesellschaft  .  ..  100
1905  2  000  000  1.  1.  4  4  Samoa-Kamischnk-  Compagnie..  —  100
1897  500  000  1.  1.  0  0  Sigi  Pflanzungs-Gesellschait  .100  —
1900  Z  500  000  1.  7.  0  0  HLguth  Africun  Terri  wor  1sh  3d  1rhg9a
16392  22000  000  1.  W.  P0  Somhb  W'  7  Amwihn7  22  h  64  23#h
1893  869  100  1.  1.  0  Ulsambara  sosechengesiant  Siamm-Anteile  2538fr.  3089#r.
112.200  0  0  Vorzugs-Anteile  P50  zofr.  —
1897  1  500  000  1.  1.  60  60  Vesiafrilanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi
Stamm-Anteile,  689  fr.,
600  000  «  »  Vorzugs-Anteile  4  Wzosjr.  soir
1897  1500  000  1.  1  6  0  Vestafeikantich  Pflangungogesellschaft  Victori  30
1895  1800  000  1.  1  0  0  Westdeutsche  Handels=  und  Plantagengesellichaft  «
Tsusscldots...  40
Selbsthändler  bei  allen  Abschlüssen.  Plovisionosrei.
Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Bankhaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="461" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Zfrika  und  in  der  Südsee

herausgegeben  in  der  KNolonial-Kbteilung  des  Kuswärtigen  mts

 

 

.38

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Mai  1907.  Nummer  9.
Dee  ese  gei  eitschrift  erscheint  in  der  Rege  em!  "  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden'  als  Helbeste  Weigesügt  dle  mindestens
v.  Wal  viertelsähriich  erscheinendenz  Uen  lungen  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  iherr

m  Der  vierteljährliche  L  für  d4%%  Kol  onielolatt  aot  den  eihthch  icha  zeun  255  u  ch  die
st  *  die  Bnhedree  ellee  3,  direlt  unter  Ftreilband  durch  die  Ver  caebuchhandlung  Mt.  guschl.
find  deutschen  Schutzgebiete  n  Osrerreich  Ungarn,  Mk.  Frostt-  die  Länder  S  ltpostvereins.  —  .t  und  Anfrag

#dan  die  Köntaliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Muee  Mittler  und  Sohn.  Bese  SW6s.  Kochstraße  68—71,  zu  clen

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Allerhöchste  Ordre,  betr.  die  Anrechnung  eines  Kriegsdienstjahres.  Vom  12.  April  1907

sn.  Verordnung  des  Reichskanzlers,  betr.  Schaffung  kommunaler  Verbände  in  den  Bezirken  Moschi,  Muansa
*  Tabora  (Deutsch=  Ostafrika).  Vom  30.  März  1907  S.  334.  —  Verfügung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolomial.
teilung,  betr.  Erteilung  einer  Sonderberechtigung  zum  Schürfen  und  Bergbau.  Vom  10.  Wril  1907  S.  334.

No  –
Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  das  Löschen  und  Laden  von  Seeschiffen  an  Sonn=  und  Feiertagen.

dom  19.  Januar  1907  S.  384.  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Besteuerung
bon.  deen.  Aom  23.  Februar  1907  S.  385.  Ielauntmachung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,
etr.  Besteuerung  von  Hnden.  Vom  21.  Februar  1907  S.  386.  —  Verordnung  des  Bezirksamts  Ponape,  betr.

ri
d7  der  Verordnung  vom  25.  August  1898,  betr.  Einführung  von  Steuern.  Vom  28.  Januar  1907  S.  386.
Sgleichen  betr.  Abänderung  der  Verordnung,  betr.  die  Anwerbung  und  die  Einfuhr  farbiger  Arbeiter.  Vom

.  Januar  1907  S.  387.  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  83  S.  387  ff.

#z1  Nichtam  *½½  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  389.—  Vatriotische  Gaben  S.  390.  4
iu  amerun:  Die  Unruhen  im  Südbezirk  von  Kamerun  1904  bis  1906  Schlß)  S.  391.  —  Zur  Pockenepidemie

tamerun  S.  399.  —  tteaka=  und  Obang-Land  (mit  einer  Kartenskizze)  S.  400  Der  Handel  des  Schutzgebiets

unernn  im  vierten  Viertel  des  Kalenderjahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  gleichen  2  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  402.
S.  400.

ogo:  Quarantãne  über  den  Bezirk  Anecho

Wrsg  Der  Vulkan  auf  Savaii  (mit  zwei  Karten)  S.  405.  —  Eingeborene  Bevölkerung  des  Schutzgebiets  S.  406.

.  Sstafrika:  Nachweisung  der  Brutto--  Gimmahmen  bei  den  Zollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutschoiastilanisch
  Schutzgebiets  im  Monat  November  1906  S.  407.

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgehleten-  Die  islamitische  Bewegung  in  Französisch-Westafrika
S.  407.  übereinlunft  zwischen  Frankreich  und  Großbritannien,  betr.  die  Neu-Hebriden.  Vom  27.  Februar  1906
108.  —  Verbot  der  Ausfuhr  von  Waffen  usw.  aus  Neuseeland  nach  den  Neu-Hebriden  S.  109.  —  Einfuhr  von
S  in  Neusüdwales  S.  110.  Jolltarifänderung  auf  Ceylon  S.  410.  —  Verzollung  der  mit  der  Post
n  ,  Preisverzeichnisse  in  der  Kapkolonie  S  S.  410.—  Aufhebung  des  Ausfuhrzolls  für  wiederausgeführte  Waren

scsunroie  S.  410.  —  Baumwollernte  1906  in  Meriko  S.  410.—  Der  Baumwollmarkt  Brasiliens  im  Jahre  1906

—  Kautschukgewinnung  in  Meriko  S.  411.—  Stntschukgewimung  am  Gabun  (Französisch-Kongogebict)  S.  412.
S.  i  Nautschukeinfuhr  Bordcaur’  im  Jahre  1906  S.  413.  —  Henecquen-=  Ausfuhr  aus  Yukatan  im  Jahre  1906
ausfuhr  der  Wafuhr  von  Seringa=  und  Caucho-=  chmme  aus  dem  Amazonasgebiet  im  Jahre  1900  S.  413.  —  Kakaowollerntee
  ominikanischen  Republik  im  Jahre  1906  S.  414.  —  Kakaobau  und  hhandel  auf  Haiti  S.  414.  —  Baum-Kasfeesorten
  in  der  Vereinigten  Staaten  von  rldes  nach  dem  letzten  Regierungsbericht  S.  414.  —  Klassisizierung  der
DSüden  Nußland=  rilien  415.—  Japans  Bezug  von  Rangoon-Reis  S.  416.  —  Entwicklung  der  Seidenzucht  i
gonibolt  am  Gabue  416.  Begünstigung  der  Seidenraupenzucht  in  Brasilien  S.  416.  —  Gewinnung  von  Nagatinien
  im  Novembe  s  Kongogebiet)  s  S.  416.  —  Ausfuhr  von  Quebracho  und  Quebrachoextrakt  aus  Argen-Chafarina-.
  11  K.  S.  Hafen=  und  Bahnbau  in  Südnigeria  S.  417.  —  Hofenbauarbeiten.  in  Melilla  und
der  .S0.  *  inmn  4  Mirals  hüsen.  Siams  S.  417.  —  Die  Bakovenkultur  in  Surinam  S.  418.  —  Zulassung

Verschiede  —*  9  Commerciale  Franco-  ercsilienne:  zum  Geschäftsbetrieb  in  Brasilien  8  2
Lafen  wahr  Fr  Kitteilungen:  10onial,  Wirtschaftliches  S.  419.  —  Verkehr  deutscher  Schiffe  in  neudlandiscen
Nachrich  "4n  en  5%  Jahres  1906  S.  420.  —  Literatur  S.  421.  —  Literatur:  Verzeichnis  S.  422.  Verkehrs

sten  S.  122  Schiffsbewegungen  S.  125.  —.  Kurse  deutscher  Kolonialwerte  S.  426.

Socsnr  I  Amtlicher  Teil  I
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

       

RKllerhöchste  Ordre,  betr.  die  Knrechnung  eines  Kriegsdienstiahres.
Ich  bestimme  im  Anschluß  an  Meine  Orders  vom  12.  Oktober  1905  und  27.  Februar  1906:

Ei  Den  im  Jahre  1907,  bis  zur  Beendigung  des  Kriegszustandes,  an  der  Bekämpfung  der
ugeborenenaufstände  in  Südwestafrika  beteiligt  gewesenen  Deutschen  wird  das  Jahr  1907  als  Kriegsjahr
  angerechnet,  sofern  in  diesem  Jahre  die  Beteiligung  mindestens  einen  Monat  betragen  hat  oder
        <pb n="462" />
        W  384  206

die  Teilnahme  an  einem  Gefecht  vorliegt.  Im  übrigen  findet  Meine  Order  vom  12.  Oktober  1905
sinngemäße  Anwendung.

Berlin,  den  12.  April  1907.  gez.  Wilhelm  I.  B.
An  den  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen).

Verordnung  des  Reichskanzlers,  betr.  Schaffung  rommunaler  Verbände  in  den
Bezirken  Ooschi,  Ouansa  und  Tabora  (Deutsch-Ostafrika).
Vom  30.  März  1907.

Auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betr.  die  Vereinigung  von  Wohnplätzen  in  den
Schutzgebieten  zu  kommunalen  Verbänden,  vom  3.  Juli  1899  (Reichs-Gesetzbl.  S.  366),  wird  hierdurch
  folgendes  bestimmt:

§5  1.  Die  Wohnplätze  der  in  Deutsch-Ostafrika  bestehenden  Bezirksämter  Moschi,  Muansa
und  Tabora  werden  zu  je  einem,  das  Gebiet  des  betreffenden  Bezirksamts  umfassenden  kommunalen
Verband  vereinigt.

Die  Namen  der  hiernach  gebildeten  Verbände  sind:

Moschi,
Muansa,
Tabora.

§  2.  Auf  die  kommunalen  Verbände  Moschi,  Muansa  und  Tabora  finden  die  Vorschriften
  der  §§  2  bis  11  der  Verordnung,  betr.  die  Schaffung  kommunaler  Verbände  in  Deutsch-Ostafrika,
  vom  29.  März  1901  (Kol.  Bl.  S.  217)  entsprechende  Anwendung.

§  3.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  April  1907  in  Kraft.

Berlin,  den  30.  März  1907.
Der  Reichskanzler.
In  Vertretung:
gez.  Graf  Posadowsky.

Verfügung  des  RKuswärtigen  fmts,  Kolonial-KAbteilung,  betr.  Erteilung  einer
Sonderberechtigung  zum  Schürfen  und  Bergbau.
6  Vom  10.  April  1907.

Auf  Grund  des  5  93  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  363)  wird  dem  Landesfiskus  des  Schutzgebietes  Kamerun  vorbehaltlich  wohlerworbener
Rechte  Dritter  die  Sonderberechtigung  zum  ausschließlichen  Schürfen  und  Bergbau  für  Kupfer,  Zinn
und  Glimmer  im  Bezirk  Ossidinge  erteilt.

Berlin,  den  10.  April  1907.
Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
Dernburg.

Verordnung  des  GCouverneurs  von  Togo,  betr.  das  Löschen  und  Laden  von
Heesschiffen  an  Sonn-  und  Feiertagen.
Vom  19.  Jannar  1907.

Auf  Grund  des  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  und
*l  15  des  Schutzgebietsgesetzes  wird  folgendes  verordnuet:

§  1.  Das  Löschen  und  Laden  im  Schiffsverkehr  ist  an  Sonn=  und  Feiertagen  verboten.
Ausgenommen  sind

1.  der  Passagier=  und  Postverkehr;

2.  das  Laden  von  Kautschuk  und  Elfenbein  nach  den  Dampfern  für  beschleunigten  Postund

  Passagierverkehr;
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        V  385  20

3.  das  Löschen  und  Laden  von  lebenden  Pflanzen,  lebendem  Vieh  und  Geldsendungen  von

und  nach  den  unter  2  genannten  Dampfern.

Als  Feiertage  gelten  der  erste  Weihnachtstag,  der  Charfreitag,  der  Himmelfahrtstag,  der
Neujahrstag  und  der  Geburtstag  des  Deutschen  Kaisers.

§  2.  Das  Kaiserliche  Gouvernement  kann  in  besonderen  Fällen  das  Löschen  und  Laden
auch  an  den  in  §  1  genannten  Tagen  gestatten.

Für  die  Erteilung  eines  diesbezüglichen  Erlaubnisscheins  ist  eine  Abgabe  von  100  Mark,
und  wenn  das  Löschen  und  Laden  bis  12  Uhr  mittags  beendet  oder  nach  diesem  Zeitpunkt  begonnen
wird,  eine  solche  von  50  Mark  an  die  Kasse  des  Kaiserlichen  Zollamtes  zu  zahlen.

In  dringenden  Fällen  kann  die  Abgabe  erlassen  werden.
§  3.  Zuwiderhandlungen  gegen  die  vorstehenden  Bestimmungen  werden  mit  Geldstrafe
bis  zu  1000  Mark  bestrat.

#§  4.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.

·  Die  Verordnung  vom  10.  November  1902,  betr.  das  Löschen  und  Laden  an  Sonn=  und
Feiertagen,  wird,  die  in  jener  VBerordnung  außer  Kraft  gesetzten  Verordnungen  vom  1.  Oktober  1891,
betr.  das  Löschen  und  Laden  an  Sonn=  und  Feiertagen  und  vom  15.  Juli  1894,  betr.  Lade=  und
Löschgebühren  auf  den  Reeden  Togos,  bleiben  aufgehoben.

Lome,  den  19.  Jannar  1907.
Der  Gouverneur.
gez.  Graf  Zech.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Besteuerung
von  Hunden.
Vom  23.  Februar  1907.

»  Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  und  des
5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betreffend  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee,  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

d  8  1.  Von  allen  Hunden,  welche  über  drei  Monate  alt  sind,  wird  in  sämtlichen  Ortschaften

des  Schutgebiets  eine  Steuer  erhoben.  Der  Gouverneur  bestimmt  durch  Bekanntmachung,  welche

Plätze  als  Ortschaften  im  Sinne  dieser  Verordnung  anzusehen  sind.

dreih  ndie-  Steuer  beträgt  für  das  Rechnungsjahr  (1.  April  bis  31.  März)  für  einen  Hund

den  W.  ark.  Diese  Steuer  steigt  für  den  zweiten  Hund  desselben  Besitzers  auf  vierzig  Mark,  für

ritten  auf  fünfzig  Mark  und  in  gleicher  Weise  für  jeden  weiteren  Hund  um  je  zehn  Mark.

n#  Steuerpflichtig  ist,  wer  am  1.  April  einen  über  drei  Monate  alten  Hund  hält.

Monats  ame  Utener  wird  am  1.  April  für  das  ganze  Steuerjahr  fällig  und  ist  bis  zum  30.  desselben
Ver  B  Bezirks=  oder  Distriktskasse  zu  entrichten.

beim  Bezirks-  dauh  dem  1.  April  in  den  Besitz  eines  Hundes  kommt,  hat  innerhalb  eines  Monats
In  gl  8  Distriktsamt  behufs  Versteuerung  Anzeige  hiervon  zu  machen.

pflichtige  Ie  eicher  Weise  ist  Anzeige  zu  erstatten.  wenn  ein  Hund  nach  dem  1.  April  das  steueranderen

  vond  erreicht.  Die  Versteuerung  unterbleibt,  wenn  ein  Hund  nur  an  die  Stelle  eines

kommenden  emselben  Besitzer  schon  versteuerten  Hundes  tritt.  Für  die  nachträglich  zur  Anzeige

ersten  Hen  Hunde  wird,  wenn  die  Anschaffung  oder  der  Eintritt  in  das  stenerpflichtige  Alter  in  der

Hälste  derlelbers  wechuungefahres  erfolgt  ist,  die  volle  Jahresabgabe,  in  den  übrigen  Fällen  die

gelieferte  der  Ausweis  über  die  Entrichtung  der  Steuer  wird  durch  eine  von  der  Verwaltungsbehörde

dieser  M  arke  geführt,  welche  am  Halsbande  des  Hundes  sichtbar  zu  befestigen  ist.  Bei  Verlust
arke  ist  eine  neue  gegen  Entrichtung  von  1  Mark  zu  lösen.

enthaltsd  3.  Hunde  von  vorübergehend  anwesenden  Personen  bleiben  steuerfrei,  wenn  die  Aufauer
  der  Hunde  in  den  in  §  1  genannten  Orten  vier  Wochen  nicht  übersteigt.

§  4.  Die  Steuer  wird  mittels  Zustellung  von  Steuerzetteln  angefordert.

Jeder  steuerpflichtige  Eigentümer  ist  verpflichtet,  den  am  1.  April  jeden  Jahres  vorhandenen

Besi  st  ..  .  -
anzuklltågcdnkan  Hunden  bei  dem  Bezirks=  oder  Distriktsamt  seines  Wohnortes  bis  zum  30.  April
        <pb n="464" />
        W  386  re

5  5.  Derjenige,  welcher  einen  bisher  versteuerten  Hund  zwar  am  1.  April  nicht  mehr
besitzt,  aber  nicht  in  der  Zeit  vom  1.  bis  30.  April  abmeldet,  hat  die  Steuer  weiter  zu  entrichten.
Abmeldung  außer  dieser  Zeit  befreit  nicht  von  der  Steuer.

Wer  die  Anzeige  eines  zu  versteuernden  Hundes  unterläßt,  hat  den  doppelten  Betrag
der  Steuer,  um  die  der  Fiskus  verkürzt  ist  oder  verkürzt  werden  sollte,  zu  zahlen.

Daneben  tritt  eine  Geldstrafe  von  5  bis  150  Mark,  wenn  die  Absicht  der  Stenerhinterziehung
  vorgelegen  hat.

7.  Für  die  von  Eingeborenen  zu  zahlenden  Steuern  und  Strafen  sind  die  Werftältesten
mithaftbar.

§5  8.  Hunde  ohne  Marke  sind  von  der  Ortspolizei  einzufangen.  Das  Einfangen  ist  in
ortsüblicher  Weise  bekannt  zu  machen.  Meldet  sich  der  Eigentümer  des  Hundes  binnen  einer  Woche
nicht,  so  kann  der  Hund  öffentlich  versteigert  oder  getötet  werden.

Die  Verbindlichkeit  zur  Nachzahlung  der  Steuer  verjährt  in  drei  Jahren,  ebenso  der
Anspruch  auf  Rückerstattung  zu  viel  gezahlter  Stenern.  Die  Verjährungsfrist  beginnt  mit  dem  Ablauf
des  Steuerjahres,  in  dem  die  Verbindlichkeit  oder  der  Anspruch  entstanden  war.

Diese  Verordnung  tritt  am  1.  April  1907  in  Kraft.  Mit  dem  gleichen  Tage  treten
die  Gouvernementsverordnungen  vom  24.  Dezember  1898  (K.  G.  G.  IV  Nr.  10),  vom  1.  Februar  1900
(K.  G.  G.  V  Nr.  20)  und  vom  28.  Oktober  1901  (K.  G.  G.  VI  Nr.  274)  außer  Kraft.

Windhuk,  den  23.  Februar  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
Hintrager.

1*  u

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Sũdwestafrika,  betr.  Besteuerung
von  Hunden.
Vom  24.  Februar  1907.

Gemäß  §  1  Absatz  1  der  Verordnung  vom  23.  Februar  1907,  betreffend  die  Besteuerung
von  Hunden  in  Deutsch-Südwestafrika,  wird  hierdurch  bekannt  gegeben,  daß  als  Ortschaften
im  Sinne  dieser  Verordnung  nachstehende  Plätze  anzusehen  sind,  an  welchen  demgemäß  Hundesteuer
erhoben  wird:

Swakopmund,  Usakos,  Karibib,  Otjimbingue,  Omaruru,  Otjiwarongo,  Otavi,  Tsumeb,
Grootfontein,  Outjo,  Okahandja,  Windhur  mit  Klein-Windhuk,  Rehoboth,  Gobabis,  Gibeon,  Keetmanshoop,
  Warmbad,  Bethanien,  Aus,  Lüderitzbucht.

Windhuk,  den  24.  Februar  1907.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
Hintrager.

Verordnung  des  Bezirksamts  Donape,  betr.  Hbänderung  der  Verordnung  vom
29.  Kugust  1898,  betr.  Einführung  von  Steuern.
Vom  28.  Jannar  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  in  Verbindung  mit  der  Verfügung  des
Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  wird  hiermit  verorduct:

Der  §  3  der  Verordnung  vom  29.  August  1898,  betreffend  Einführung  von  Steuern  (Kol.
Gesetzg.  Bd.  3  Nr.  48)  enthält  folgende  Fassung:

Jeder  männliche,  über  16  Jahre  alte  Bewohner  der  Marschall-Inseln,  welcher  nicht  als
Marschall-Eingeborener  zu  betrachten  ist,  hat  bei  einem  ununterbrochenen  Aufenthalt  von  mehr  als
drei  Monaten  eine  persönliche  Steuer  zu  entrichten,  welche  für  das  Jahr  beträgt:

a)  für  Weiße  und  ihnen  gleichstebende  Rassen  40  Mark,
b)  für  alle  übrigen  20  Mar
        <pb n="465" />
        W  387  00

·  Ausgenommen  sind  die  Angehörigen  der  Missionsgesellschaften  mit  ihren  Zöglingen  und
diejenigen  Chinesen,  für  welche  als  Kontraktarbeiter  (Kulis)  eine  Anwerbegebühr  erhoben  wird.
Diese  Bestimmung  tritt  mit  dem  1.  Oktober  1906  in  Kraft.
Ponape,  den  28.  Jannar  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann.
J.  V.:  Berg.

Verordnung  des  Bezirhsamts  Donape,  betr.  KRbänderung  der  Verordnung,  betr.  die
Knwerbung  und  die  Einfuhr  farbiger  RKrbeiter.
(Kol.  Gesetzg.  Bd.  6  Nr.  320.)
Vom  28.  Jannar  1907.
«  Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  in  Verbindung  mit  der  Verfügung  des
Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  wird  hiermit  verordnet:
Dem  §  5  der  Verordnung,  betreffend  die  Anwerbung  und  die  Einfuhr  farbiger  Arbeiter
(Kol.  Gesetzg.  Bd.  6  Nr.  320)  tritt  als  Absatz  2  hinzu:
Die  vorstehende  Gebühr  erhöht  sich  bei  chinesischen  Kontraktarbeitern  (Kulis)  auf  20  Mark,
lür  solche  mit  längerem  als  zweijährigem  Vertrag  auf  30  Mark.  Bei  Erneuerung  oder  Verlängerung
eines  Vertrages  werden  dieselben  Gebühren  entsprechend  erhoben.
Diese  Bestimmung  tritt  mit  dem  1.  Oktober  1906  in  Kraft.
Ponape,  den  28.  Jannuar  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann.
J.  V.:  Berg.

 

Dersonalien.

kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  14.  April  1907.

s.
Charisius,  Hauptmann  und  Kompagniechef,
arnapky,  Leutnant  und

br.  budee  Oberarzt  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre
hmigt.
v.  der  Marwitz,  überzähliger  Hauptmann,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  und  der

Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  bewilligt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
#  A.  K.  O.  vom  14.  April  1907.
*  30.  April  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Mai  d.  J.  im  Heere  angestellt:
ame,  Oberst  und  Etappenkommandeur,  unter  Ernennung  zum  Kommandeur  des  Niederrheinischen
v  Füsilier-Regiments  Nr.  39,
·  Kamptz,  Oberstleutnant  und  Bataillonskommandeur  im  2.  Feldregiment,  beim  Stabe  des
Infanterie-Regiments  von  Goeben  (2.  Rheinischen)  Nr.  28,
Major  und  Kommandeur  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  als  Abteilungskommandeur  im
2.  Nassanischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  63  Frankfurt;

Dony,

W  4  die  Hauptleute:
interfeldt,  Batteriechef  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  im  1.  Ober-Elsässischen  Feldartillerie=Regiment
  Nr.  15,
rhr.  v.  Gall  im  Generalstabe  der  Schutztruppe,  unter  Überweisung  zum  Großen  Generalstabe,  im
Generalstabe  der  Armee,

2
        <pb n="466" />
        W  388  20

v.  Lettow-Vorbeck,  Kompagniechef  im  1.  Feldregiment,  unter  Beförderung  zum  überzähligen
Major  mit  Patent  vom  22.  März  1907  und  Ernennung  zum  Adjutanten  des  Generalkommandos
  des  XI.  Armeekorps;  derselbe  hat  in  diesem  Dienstverhältnis  die  Uniform  des
Königin  Elisabeth  Garde-Grenadier-Regiments  Nr.  3  zu  tragen,  und

v.  Oertzen,  Batteriechef  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  als  Hauptmann  im  1.  Pommerschen
Feldartillerie-Regiment  Nr.  2,

v.  Tresckow,  Rittmeister  und  Kolonnenführer  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  als
Eskadronchef  im  1.  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Dragoner-Regiment  Nr.  17;

die  überzähligen  Hauptleute:

v.  Bentivegni  als  Kompagniechef  im  Garde-Füsilier-Regiment  und

Graf  v.  Schweinitz  u.  Krain  Frhr.  v.  Kander  in  der  2.  Ersatzbatterie  als  Batteriechef  im
2.  Garde-Feldartillerie-Regiment;

die  Oberlentnants:

v.  Winterfeld  im  Vorpommerschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  38,

Graf  v.  Saurma-Jeltsch  im  Garde-Jäger-Bataillon,

Welter  im  Schleswig-Holsteinschen  Fußartillerie-Regiment  Nr.  9,

Cruse  im  Grenadier-Regiment  König  Friedrich  I.  (4.  Ostpreußischen)  Nr.  5  und

Bartenstein  in  der  4.  Etappen-Kompagnie  in  der  4.  Ingenieur-Inspektion;

die  Leutnants:

LVilde  im  2.  Kurhessischen  Infanterie-Regiment  Nr.  82,

Reiser  im  Infanterie-Regiment  von  der  Marwitz  (8.  Pommerschen)  Nr.  61,

v.  Kalckreuth  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung  im  Infanterie-Regiment  Großherzog
Friedrich  Franz  II.  von  Mecklenburg-Schwerin  (4.  Brandenburgischen)  Nr.  24,

Kungze  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  im  Feldartillerie-Regiment  Nr.  72  Hochmeister  und

Wackerzapp  im  1.  Lothringischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  33,

Rosenhahn,  Feuerwerksleutnant,  beim  Artilleriedepot  in  Mainz;

die  Stabsärzte:

Dr.  Schlüter  bei  den  Sanitätsoffizieren  der  Landwehr  1.  Aufgebots  und

Dr.  Morgenroth  als  Bataillonsarzt  des  III.  Bataillons  6.  Rhein.  Infanterie-Regiments  Nr.  68,  sowie

Dr.  Friedrichs,  Oberarzt,  bei  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  bei  den  Sanitätsoffizieren
der  Reserve;

ferner:
Am  30.  April  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:

Fürst,  Oberleutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste  und

Sievert,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste.

Es  werden  befördert:
die  Leutnants  Back,  v.  Hanenfeldt  und  Pueschel  —  zu  Oberleutnants.

v.  Sydow,  Oberleutnant  in  der  2.  Etappenkompagnie,  im  Anschluß  an  den  ihm  durch  Order  vom
17.  Jannar  1907  gewährten  dreimonatigen  Nachurlaub  ein  weiterer  einmonatiger  Nachurlaub
  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  nach  Deutschland  bewilligt.

Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:

Kowala,  Oberleutnant  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,  mit  der  Aussicht  auf  Anstellung  im  Zivildienst
  und  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  und

v.  Kleist  (Rudolf),  Oberleutnant  im  2.  Feldregiment,  mit  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen
  Uniform.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  22.  April  1907.

Mauer,  Militär-Bausekretär,  mit  dem  30.  April  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Bauamt  Mainz  II)  aus  der  Schutztruppe
ausgeschieden.  "

Meier-Ewert,  Zahlmeister,  scheidet  mit  dem  31.  Mai  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche
der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  freien  Unterzahlmeisterstelle  des
II.  Bataillons  Infanterie-Regiments  Nr.  140  unter  gleichzeitiger  Kommandierung  zur
Intendantur  II.  Armeekorps)  aus  der  Schutztruppe  aus.
        <pb n="467" />
        W  389  20

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  23.  April  1907.

Gladau,  Zahlmeister,  mit  dem  30.  April  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  freien  Unterzahlmeisterstelle  der  I.  Abteilung  Torgauer
Feldartillerie-Regiments  Nr.  74)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamernn.
A.  K.  O.  vom  14.  April  1907.
Mueller,  Oberst  und  Kommandeur  der  Schutztruppe,  der  Charakter  als  Generalmajor  verliehen,
d.  Krogh,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere
2  Jahre  genehmigt.
Schniewindt,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  am  30.  April  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden
  und  mit  dem  1.  Mai  d.  Is.  im  Infanterie-Regiment  von  Courbieèere  (2.  Posenschen)
  Nr.  19  angestellt.

Verlustliste  Ur.  83  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
An  Krankheiten  gestorben:

In  der  Krankensammelstelle  Bethanien:
Gefreiter  Wilhelm  Wannags,  früher  im  Dragoner-Regiment  Prinz  Albrecht  von

(Litthanischen)  Nr.  1,  am  29.  März  an  Herzschwäche  nach  Typhus.

Im  Lazarett  Windhuk:
Unteroffizier  Johannes  Friedrich,  früher  im  1.  Lothringischen  Pionier-Bataillon  Nr.  16,  am
20.  April  an  Herzschwäche.

HecssseK  ßhtatlicher  Teil  D

Preußen

Dersonal-Machrichten.

Nachruf.

Am  15.  März  1907  starb  in  Agome-Palime

am  Gelbfieber  der
Regierungsarzt  Dr.  med.  Martin.

Stets  ein  Muster  treuester  Pflichterfüllung,
verstand  es  der  Verstorbene  mit  großem  Geschicke,
den  vechselvollen  schwierigen  Anforderungen,  die
ihn  rritliche  Beruf  und  die  Verwaltungstätigkeit  an
n  stellten,  in  vollstem  Maße  gerecht  zu  werden.
ei  Sein  Tod  ist  für  das  Gouvernement  Togo
i  schwerer,  schmerzlicher  Verlust.  Das  Andenken

dieses  tüchtigen  Beamten  wird  allezeit  in  Ehren
Hehalten  werden.

Nachruf.

16.  Jannar  d.  Is.  verstarb  auf  der
tion  Garna  an  Schwarzwasserfieber  der
d  Sergeant  Otto  Runge

er  Kaiserlichen  Schutztruppe  von  Kamerun.
der;  er  Entschlafene  gehörte  seit  7.  März  1904
er  Schutztruppe  an.
beli  r  war  ein  tuchtiger  Soldat  und  allgemein
Fliebter  Kamerad,  welchem  die  Angehörigen  der
ruppe  ein  ehrendes  Andenken  bewahren  werden.

Am
Militärsta

Muelle
Oberst  und  Kommandeur.

 

Deutsch-Ostafrika.

Der  Gerichtsassessor  Löhr,  der  Kolonialeleve
Gustav  Lauff  und  der  Wegebantechniker  Heinrich
Seiler  haben  am  15.  bzw.  29.  April  die  Ausreise
  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

In  Deutsch-Ostafrika  sind  am  9.  Februar  1907
neu  eingetroffen:  Landrichter  Dr.  Heim  und
Förster  Spennemann;  vom  Heimatsurlaub
wieder  eingetroffen:  Zolldirektor  Heller  und
Hilfsförster  Jungfer.

Mit  Heimatsurlaub  sind  aus  Ostafrika  eingetroffen:
  Bezirksamtssekretär  Schulz,  Vorstand
Dahlgrün  und  Kanzleigehilfe  Willy  Wiegand.

Deutsch-Ostafrika  haben  am  26.  März  1907
mit  Heimatsurlaub  verlassen:  Die  Bezirksamtmänner
  Zache  und  Richter,  Polizeiinspekteur
Frhr.  v.  Ledebour,  Tierarzt  Dr.  Lichtenheld,
Zollinspektor  Schwarze,  Bezirksamtssekretär
Bleich,  Bureauassistent  1.  Klasse  Stollowsky,
Bureauassistent  2.  Klasse  Mayr,  Tischler  Brühl,
Kanzlist  Schmidt,  Magazinausfseher  Wolf  und
Maschinenassistent  Wiener.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  14.  April  1907  in  Hamburg:  Sanitaätsfeldwebel
  Lwowski;

am  17.  April  1907  in  Genua:  Oberleutnant  Styx.
        <pb n="468" />
        G  390  20

Ramerun.

Die  Ausreise  nach  Kamerun  haben  am  9.  April
1907  angetreten:  Landmesser  Moldenhauer
und  Grenzaufseher  Dittrich

Die  Wiederausreise  nach  Kamerun  haben  am
24.  April  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Sanatorienverwalter  Staeck  und  Gärtner  Deistel.

 

Der  Kupferschmied  Kröhne  ist  am  30.  Dezember
  1906  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

 

Das  Schutzgebiet  haben  mit  Heimatsurlaub
verlassen:  Gerichtsassessor  Thurm  und  Sekretär
atter.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  14.  April  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Leutnant  Zipse  und
Feldwebel  Kröger.

Togo.
Der  Dr.  med.  von  der  Hellen  hat  am
9.  April  die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  Togo
angetreten.
Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Bauassistent  Eggers,  Bautechniker  Bretschneider
und  Schachtmeister  Schmetzpfennig.

 

Deutsch-Südwestafrika.

Mit  den  am  6.  und  13.  April  d.  Is.  von
Hamburg  abgegangenen  Dampfern  haben  die
Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten:
Der  geprüfte  Lokomotivheizer  Jakob  Brill,  der
Schlosser  Willi  Zepmeisel,  der  Regierungssupernumerar
  Arthur  Tormann,  die  Kesselschmiede
Emil  Kaden  und  Bruno  Rudolf  sowie  der
Schlosser  Karl  Klitzke.

Der  Gerichtsassessor  Dr.  Fehlandt  ist  am
20.  Februar  und  der  Landmesser  Hentschel  am
10.  März  d.  Is.  in  Swakopmund  eingetroffen.

Der  Gärtner  Zeitz  ist  in  den  Dienst  des
Schutzgebiets  Südwestafrika  eingestellt  worden.

Der  Werkmeister  beim  Hafenamt  Henneke  ist
auf  Heimatsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

Der  Distriktschef  in  Okahandja,  Oberleutnant
a.  D.  Strahler,  ist  mit  dem  1.  April  1907  aus
dem  Schutzgebietsdienst  ausgeschieden.

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder
Erkrankung  sind  eingetroffen:
Am  31.  März  1907  in  Neapel:
Wunsch
am  1.  April  1907  in  Neapel:  Leutnant  Kleeberg;

Hauptmann

 

am  13.  April  1907  in  Cuxhaven:  die  Oberleutnants
  v.  Boemcken,  Häublein,  Graf
v.  Carmer,  Graf  v.  Bredow,  v.  Schauroth
und  Müller  v.  Berneck,  die  Leutnants  Pavel,
  Bock  v.  Wülfingen,  Schultz  (Edgar),
Weiß,  Berlin,  Hähle,  v.  Hirschfeld,
Trenck,  Meinardus,  Renschhausen,  Lübben
  und  Clorer,  die  Stabsärzte  Berger  und
Dr.  Ambros,  die  Oberärzte  Dr.  Sowade,
Wünn,  Dr.  v.  Gosen  und  Dörrien,  die
Feldintendantursekretäre  Grobler  und  Ko.  lbitz,
der  Proviantamtsrendant  Pieper,  die  Proviantamtsassistenten
  Hille,  Schulze  und
v.  Gahlen,  die  Kaserneninspektoren  Temlitz
und  Neubauer,  Feldlazarettinspektor  Depner
und  628  Unteroffiziere  und  Mannschaften;

am  25.  April  1907  in  Cuxhaven:  Stabsarzt
Dr.  Bofinger  und  Beamtenstellvertreter
Castendyck  sowie  125  Unteroffiziere  und
Mannschaften.

Deutsch-MNeugulnea.
Der  kommiss.  Polizeimeister  Gumbert  hat  am
24.  April  die  Ausreise  nach  Deutsch-Neuguinen
angetreten.

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen  bzw.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht
  worden,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Oberkommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  dem  Königlichen  Gymnasialdirektor  Herrn
Professor  Dr.  Jonas  in  Cöslin  der  Reinertrag
einer  von  Schülern  des  Gymnasiums  veranstalteten
  Aufführung  mit  200  Mk.

2.  Von  dem  „Jugendverein“  in  Weltewitz  und
Umgegend  durch  Vermittlung  des  Schriftführers
  Herrn  Wötzel  in  Weltewitz  durch
Sammlung  53  Mk.

3.  Von  dem  Pfarrverweser  Herrn  P.  Stürner
in  Benzenzimmern  durch  Vermittlung  der
Deutschen  Kolonialgesellschaft  in  Berlin  5  Mk.

4.  Vom  Herrn  Rechtsanwalt  Kleinrath  in  Haunover
  durch  Sammlung  eine  größere  Anzahl
Pakete  mit  Liebesgaben.

5.  Vom  Herrn  Sanitätsrat  Dr.  Schenk  in  Gr.
Rosenburg  durch  Vermittlung  des  Preußischen
Landes-Kriegerverbandes  in  Berlin  mehrere
Jahrgänge  des  „Daheim“  als  Liebesgabe.

6.  Herr  Hermann  Voigt  in  Leipzig-Plagwit
beabsichtigt  eine  größere  Anzahl  Exemplarte
des  von  dem  Genannten  verfaßten  Buches
„Kronprinzjäger  in  Feindesland  1870/71“
zu  spenden.
        <pb n="469" />
        W  391

r

Uachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abvruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Kamerun.
Die  Unruhen  im  Südbezirk  von  Komerun
1904  bis  1906.
Bericht  des  Hauptmanns  Scheunemann.
(Schluß.)

Von  Hauptmann  v.  Stein  am  oberen  Njong
trafen  über  Sebulelume  Anfang  Juni  Nachrichten
ein,  welche  vermuten  ließen,  daß  er  den  Makka
gegenüber  einen  schweren  Stand  hatte.  Die
Wasserstraße  des  Niong  war  durch  die  Aufständischen
  gesperrt.  Dem  Hauptmann  v.  Stein
wurde  durch  Leutnant  Königs  auf  Befehl  des
Gouvernements  Munitionsersatz  von  Lolodorf  zugeführt.
  Dieser  traf  Mitte  August  nach  schweren
Kämpfen  gegen  die  Jebekolle  und  Makka  im
Lager  v.  Steins  ein.

*  Da  die  Ende  Mai  von  Kam  zu  erwartende
Küstenpost  nicht  eintraf,  entsandte  Hauptmann
Scheunemann  am  6.  Juni  den  Banausseher
Vetter  mit  zweiundzwanzig  Mann  auf  der  Niemstraße,
  um  Nachrichten  zur  Küste,  koste  es  was
es  wolle,  durchzudrücken  und  die  Verbindung  mit
Kam  wiederherzustellen.

!  Vetter  erreichte  unter  schweren  Verlusten  Kam.
Dort  war  der  Führer  der  5.  Kompagnie,  Oberleutnant
  v.  Sobbe,  eingetroffen,  welcher,  dem  Ersuchen
  Hauptmann  Scheunemanns  folgend,  über
Ateke—Djahdorf  nach  Lomie  marschierte.  Hierher
hatte  Hauptmann  Scheunemann  inzwischen  noch
cinen  Teil  der  Grenzbesatzung  als  Verstärkung
herangezogen.

Auf  Befehl  des  Kaiserlichen  Gouvernements
übernahm  Hauptmann  Scheunemann  das  Kommando
  über  die  nunmehr  formierte  Südexpedition,
  bestehend  aus  Teilen  der  5.  Kompagnie
  Ebolova  und  der  Polizeiabteilung  Sanga-Ngoko,
  sowie  aus  der  von  Kribi  über  Ebolova
in  Marsch  gesetzten,  nen  formierten  9.  Expeditionskompagnie
  (Oberleutnant  Bertran).

Anfang  Juli  brach  Hauptmann  Scheunemann
mit  Oberleutnant  v.  Sobbe  und  rund  hundert
Soldaten  von  Lomie  auf,  um  zunächst  die  Poststraße
  gründlich  von  den  Ausständischen  zu  säubern.

Am  24.  Juli  traf  er  fast  gleichzeitig  mit  der
von  Kam  kommenden  9.  Kompagnie  in  Ateke  ein.
Die  Südexpedition  war  nunmehr  in  der  Stärke
von  acht  Weißen  und  zweihundert  Farbigen  versammelt.


Hauptmann  Scheunemann  griff  zunächst  die
aufständischen  Niem  bei  Wollo—Tunga—Moenza
in  drei  Kolonnen  an;  der  Gegner  zog  sich  nach

 

Norden  zurück.  Am  12.  August  vereinigte  er
die  Truppen,  abzüglich  der  zur  Besetzung  der
Etappenstraße  Lomie—Kam  erforderlichen  Posten,
bei  Wollo.  Die  Expedition  (9.  Kompagnie,
5.  Kompagnie,  Polizeiabteilung,  acht  Europäer,
hundertachtzig  Farbige,  zwei  Maschinengewehre)
brach  am  18.  August  1905  von  Wollo  in  nördlicher
  Richtung  auf  dem  Njongwege  auf.

In  Wollo  und  Ateke  wurden  Depots  unter
je  einem  Europäer  (Unteroffizier  Kramer  9.  Kompagnie
  und  Polizeimeister  Heynemann)  zurückgelassen,
  die  Etappenstraße  Lomie—Djahposten—
Diahdorf—Ateke—Moenza—Tunga—Wollo—Kam
durch  farbige  Posten  der  Polizeiabteilung  und  die
9.  Kompagnie  besetzt.

In  Lomie  blieben  Bauaufseher  Vetter  mit
dreißig  Mann  der  Polizeiabteilung,  in  Kam
Unteroffizier  Krämer  der  5.  Kompagnie  mit
zwanzig  Mann  stationiert.

Alle  Posten  hatten  dauernd  Verbindung  miteinander
  zu  halten.

An  der  französischen  Grenze  (Eta—Missum-Missum)
  blieb  Polizeimeister  Herzog  mit  zweinndzwanzig
  Polizeisoldaten,  in  Molundu  Verwaltungsbeamter
  Preuß  mit  dreißig  Mann  Polizeitruppe,
in  Ebolova  Unteroffzier  Greca  mit  fünfzehn
Mann  der  5.  Kompagnie,  in  Lolodorf  Unteroffizier
  Bitzinger  mit  zehn  Mann  der  5.  Kompagnie.


Die  Straße  Lomie—Kam  südlich  des  oberen
Diah  wurde  bis  auf  weiteres  für  Handelskarawanen
  gesperrt  und  über  die  aufständischen
Stämme  der  Ndsimu,  Njem,  Makka  und  Bulu
zwischen  dem  oberen  Njong  und  Djah  einschließlich
  der  Jetsang  im  Westen  und  des  Assobamkomplexes
  im  Osten  der  Kriegszustand  verhängt.

Der  Herd  des  Aufstandes  war  in  der  von
dem  Essostamm  bewohnten  Landschaft  zwischen
Wollo  (Njem)  und  dem  Niongfluß  zu  suchen.
Das  Haupt  der  Bewegung  war  der  Essohäuptling
Ebolobingon.  Dieser  hatte  den  Kaufmann  Hinrichsen
  in  seinem  Dorfe  ermordet  und  in  Verbindung

  mit  den  Jebekolles  am  Niong  die
Kanutrausporte  der  Gesellschaft  Süd-Kamerun
beraubt.

Die  Esso,  ein  äußerst  starker,  kriegerischer
Stamm,  scheinen,  der  Sprache  nach  zu  urteilen,
ein  Unterstamm  der  Makka  zu  sein,  der  als  westlichster
  Vorposten  gegen  Njem  und  Bulu  vorgeschoben
  war.  Südlich  grenzen  an  die  Esso  die

ihnen  befreundeten  Njemstämme  der  Babien
(Wollo),  Bamelo  (Tunga)  und  Bamvelle
(Moenza),  westlich  der  starke  Bulustamm  der
        <pb n="470" />
        G  392  20

Jetsang  und  nördlich  zu  beiden  Seiten  des
Njong  der  Moellestamm  der  Jebekolle.

Die  genannten  Stämme  stehen,  obwohl  verschiedenen
  Völkerfamilien  angehörend,  hier  an  der
Grenze  des  Jaunde-,  Ebolova=  und  Sanga-Ngokobezirkes
  im  engsten  Konnex.  Die  Bewegung
  griff  nach  der  Ermordung  des  Kaufmanns
  Hinrichsen  sofort  nach  den  westlichen
Njemstämmen  und  den  Jetsang  über.  Ebolobingon
  wurde  als  ein  junger,  sehr  energischer
und  einflußreicher  Häuptling  geschildert.

Zweifellos  war  die  Habgier  der  Eingeborenen
nach  den  Schätzen  der  Kaufleute,  besonders  nach
den  auch  hier  wieder  in  unverständiger  Menge
in  den  Faktoreien  aufgestapelten  Gewehren  und
Pulver,  ein  Hauptmotiv  des  Aufstandes.  Ebenso
zweifellos  erscheint  aber  auch,  daß  zahlreiche
Ubergriffe  der  farbigen  Händler  und  zum  mindesten
  grobe  Unvorsichtigkeit  der  weißen  Kaufleute
  in  der  Behandlung  dieser  ihrer  Kraft  bewußten,
  kriegerischen  Kannibalenstämme  die  Katastrophe
  gezeitigt  haben.

Keincsfalls  kann  sich  die  Unzufriedenheit  dieser
Stämme  gegen  Maßnahmen  der  Regierung  gerichtet
  haben.  Die  Leute  hatten  —  lediglich  auf
die  vor  etwa  Jahresfrist  erfolgte  Aufforderung
der  Verwaltung  am  Ngoko  hin  —  den  Weg  von
Wollo  zum  Njong  sauber  ausgeschlagen  und  mit
Brücken  versehen:  die  Quittung  dafür,  daß  sie
die  Anordnung  der  Regierung  respektieren  wollten.
Der  verstorbene  Direktor  Lüdemann  der  Gesellschaft
  Süd-Kamerun  passierte  im  September  1904
unbehelligt  diesen  Weg.  Irgendwelche  Leistungen
bezüglich  Gestellung  von  Trägern  oder  Arbeitern
sind  hier  von  der  Regierung  nie  gefordert  worden.
Der  Vorwurf,  daß  etwa  durchziehende  Soldaten  sich
Ubergriffe  erlaubt  hätten,  wäre  durchaus  hinfällig,
da  es  der  Verwaltung  mangels  Personals  und
rücksichtlich  anderer  Aufgaben  nicht  möglich  war,
diesen  Landstrich  überhaupt  in  Verwaltung  zu
nehmen.  Es  handelte  sich  tatsächlich  um  ein  noch
nicht  unterworfenes  Gebiet,  das  trotz  wiederholter
  Warnungen  lediglich  vom  Kaufmann
betreten  wurde.

Das  Land  nördlich  der  Linie  Moenza—Tunga
—  Wollo  bis  zum  Nijong  ist  außerordentlich  dicht
bevölkert  und  gut  bebaut.  Um  Ebolobingon  und
nach  dem  Njong  zu  finden  sich  prächtige  Bestände
an  Olpalmen.  Das  Gelände  ist  hügelig,  geht
aber  nach  dem  Njong  zu  in  ein  sumpfiges  Überschwemmungsgebiet
  über,  das  durch  den  Nebenfluß
  des  Niong,  den  Longmapfog,  gebildet  wird.
Dieser  tritt  in  der  Regenzeit  meilenweit  aus  und
bildet  für  Expeditionen  ein  fast  unüberwindliches
Marschhindernis,  gewährt  dagegen  dem  Gegner
ausgezeichnete  Schlupfwinkel.

 

Die  Aufgaben  der  Südexpedition  waren  im
allgemeinen,  wie  folgt,  festgelegt:

1.  Bestrafung  und  Unterwerfung  der  aufständischen
  Eingeborenen,  Schutz  der  etwa
noch  dort  befindlichen  Europäer;

Schutz  der  deutschen  Grenze  gegen  den
französischen  Kongo,  Errichtung  eines  Offizierpostens
  an  der  Südgrenze,  letzteres  nach
Beendigung  der  derzeitigen  militärischen
Aktion.

Hieraus  ergaben  sich  zu  1.  folgende  Sonderaufgaben:



Unterwerfung  der  aufständischen  Njemstämme
zwischen  Djahdorf  und  Wollo  zu  beiden
Seiten  des  oberen  Djah,  Sicherung  der
Poststraße  Lomie  —Kam,

Bestrafung  der  Mörder  des  Kaufmanns
Hinrichsen  (Häuptling  Ebolobingon,  Stamm
Esso),  im  Anschluß  hieran  Unterwerfung  der
Esso  und  Jebekolle,

Umerwerfung  des  aufsässigen
der  Jetsang,

Unterwerfung  der  Makkastämme  zwischen  Njong
und  Djah,

Unterwerfung  der  Assobam=  und  Allamanlente
(Ndsimustamm  Atzelandsimu  nordöstlich  Lomie).

Die  erstgenannte  Sonderaufgabe  wurde  durch  die

Versammlung  der  Expedition  bei  Ateke  und  das

Vorgehen  der  Kompagnien  gegen  Atie—Djumjele  —

Moenza—Tunga—  Wollo  insoweit  gelöst,  als  der

Widerstand  der  aufständischen  Njem  gebrochen

und  der  Postverkehr  auf  der  Straße  Lomie  —  Kam

wieder  eröffnet  werden  konnte.  Die  Mehrzahl
der  aufständischen  Njemhäuptlinge  südlich  des
oberen  Diah  bat  um  Frieden.  Auch  Dijunjele
nördlich  des  oberen  Djah  und  der  Bruder

Wollos,  Häuptling  Makosse,  stellten  sich.

Für  die  weiteren  Operationen  waren  für  den

Führer  folgende  Erwägungen  maßgebend:

Schon  des  moralischen  Eindrucks  halber
mußte  zunächst  ein  Hauptschlag  gegen  die
Mörder  des  Weißen,  den  starken  Essostamm
zwischen  Diah  und  Njong,  geführt  werden.

Hierdurch  wurde  ferner  die  kürzeste  Verbindung
  (etwa  75  km)  zwischen  diesen  beiden
Hauptflüssen  hergestellt,  Fühlung  mit  Hauptmann
  v.  Stein  in  Abong-Mbang  östlich  und
mit  Posten  Akonolinga  (Jaunde)  westlich  aufgenommen.


Eine  neue  Etappenstraße  konnte  unter  Benutzung
  des  Wasserweges  auf  dem  Njong  von
Abong-Mbang  über  Akonolinga  nach  den
Tappenbeck-Schnellen  oder  über  Akonolinga
nach  Jaunde  für  die  weiteren  Unternehmungen
nutzbar  gemacht  werden.

8

Bulustammes
        <pb n="471" />
        G  393  20

Es  wurde  durch  den  Vorstoß  zum  Njong
eine  günstige  Operationsbasis  in  der  Linie
Wollo—-Ebolobingon  geschaffen,  welche,  das  Herz
des  am  dichtesten  bevölkerten  Aufstandsgebiets

schneidend,  ein  Vorgehen  nach  Osten  und
Westen  den  Umständen  gemäß  am  besten  ermöglichte.
  —bbnb

Die  Rücksicht  auf  die  rückwärtigen  Verbindungen

  bzw.  die  Sicherung  der  zu  den
Stationen  Kam  (Ebolova),  Akonolinga  (Jannde-Lolodorf),
  Ateke  (Lomie)  führenden  Etappenlinien,
  welche  hier,  weit  im  Innern  und  bei
sehr  schwierigen  Geländeverhältnissen,  besondere
Aufmerksamkeit  erforderte,  war  schließlich  ebenfalls
  bestimmend  für  die  Wahl  des  Weges
Wollo—Ebolobingon  —jongsluß  als  nächste
Vormarschstraße.

Nach  kleineren  Patronillengefechten  erreichte
die  Expedition  am  18.  August  Lobole-Gimbia.
Der  Gegner  hatte  die  Dörfer  an  der  Route
niedergebrannt,  um  der  Expedition  die  Unterkunft
  zu  erschweren.  Der  schwache  Widerstand
an  diesem  Tage,  der  nur  von  den  feindlichen
Vorposten  herrührte,  ließ  vermuten,  daß  der
Feind  sich  weiter  nördlich  sammelte.  Die  Avantgarde
  (9.  Kompagnie,  Oberleutnant  Bertran)
hatte  denn  auch  am  folgenden  Tage  (19.  August)
an  sämtlichen  Wasserläufen  heftigen  Widerstand
zu  brechen.

Die  Expedition  bezog  an  diesem  Tage  Lager
bei  Massanga.  Die  dort  befindliche  Faktorei  des
Kaufmanns  Hinrichsen  (Bremer  West-Afrika-Gesellschaft)
  war  von  Grund  aus  zerstört.

Hart  nördlich  Massanga  führen  zahlreiche
Routen  zum  Njong  und  Longmapfog.  Die  Meldungen
  der  Aufklärungspatrouillen  ließen  erkennen,
  daß  der  Gegner  zwischen  Massanga-Ebolobingon
  und  dem  Longmapfog  sich  zu  energischem
Widerstande  massierte.  Eine  der  in  der  Nacht
vom  20.  auf  21.  August  zu  Erkundungszwecken
vorgetriebenen  Offizierpatrouillen  der  9.  Kompagnie
  stieß  5  Kilometer  nordöstlich  Massanga  auf
starke  feindliche  Kräfte.  Der  Führer,  Oberleutnant
  Sandrock,  wurde  schwer  verwundet,  blieb
aber  in  der  genommenen  Stellung.  (Lager  A.)
Die  Expedition  warf  in  den  folgenden  Tagen
den  Gegner  in  verlustreichen  Gefechten  und  bezog
Lager  bei  A  (der  beigefügten  Kartenskizze).

Am  26.  August  ging  die  5.  Kompagnie
(Oberleutnant  v.  Sobbe)  und  die  Polizeiabteilung
Sanga-Ngoko  gegen  Ebolobingon  vor,  das  sie
am  27.  August  nach  heftiger  Gegenwehr  besetzte.
Die  9.  Kompagnie  säuberte  von  Lager  A  aus
die  Gegend  nach  dem  Longmapfog.  Am
30.  August  wurde  die  Expedition  in  Ebolobingon
versammelt,  in  Lager  A  ein  Lazarettdepot  zurück- 



gelassen.  Hier  starb  am  6.  September  der  verwundete
  Oberleutnant  Sandrock,  der  beste  Soldat
der  Expedition.

Mittlerweile  waren  Abteilungen  der  5.  Kompagnie
  und  die  Polizeiabteilung  bis  zum  Njong
vorgedrungen.

Von  dem  westlich  angrenzenden  Jelindastamm
erschienen  Abgesandte  und  meldeten,  daß  sie  nicht
am  Aufstande  beteiligt  seien.  Dies  erwies  sich
später  als  Lüge  und  Verrat.  Durch  Jelinda
wurde  Verbindung  mit  dem  fünf  Tage  nordwestlich
  von  Ebolobingon  gelegenen  Posten  Akonolinga
  am  Njong  aufsgenommen.  Der  Postenleiter,
Feldwebel  Liebert,  meldete  sich  am  31.  August
in  Ebolobingon.  Er  berichtete,  daß  der  Assistent
Schlieff  von  der  Njiongexpedition  des  Hauptmanns
v.  Stein,  der  sich,  von  Posten  Abong-Mbang
kommend,  seit  dem  31.  Juli  in  Akonolinga  befand,
  Anfang  September  die  Rückfahrt  Njong  aufwärts
  antreten  wolle,  ferner,  daß  Leutnant
Königs  am  29.  Juli  von  Akonolinga  aufgebrochen
  und  auf  starken  Widerstand  nördlich  des
Nijong  in  Jebekolle  gestoßen  sei,  aber  nunmehr
wohl  den  Hauptmann  v.  Stein  in  Abong-Mbang
erreicht  haben  werde.  Starke  Abteilungen  wurden
mit  gutem  Erfolge  Njong  aufwärts  nach  Jebekolle
  vorgetrieben.

Inzwischen  erhielt  der  Expeditionsführer,
Hauptmann  Schennemann,  den  Befehl,  sich  unter
Mitnahme  eines  Offiziers  zur  Regelung  der
Grenzaffäre  in  Missum-Missum  sofort  wieder
an  die  französische  Grenze  zu  begeben  (zwanzig
Tagemärsche  Entfernung).  Scheunemann  kommandierte
  hierzu  den  Oberlentnant  v.  Sobbe,
übertrug  den  Befehl  über  die  Expedition  dem
Oberleutnaut  Bertram  und  brach  am  4.  September
  mit  fünfzehn  Mann  der  5.  Kompagnie
und  dreißig  Mann  der  Polizeiabteilung  von
Ebolobingon  auf.  Er  erreichte  am  5.  September
Lager  A  und  deckte  am  7.,  8.  und  9.  den  Transport
  der  Leiche  des  Oberleutnants  Sandrock  nach
Wollo-Kam.  Am  8.  September  wurde  Schennemann
  auf  dem  Wege  Massanga—Wollo  von  den
Aufständischen,  die  sich  im  Rücken  wieder  gesammelt
  hatten,  auf  das  heftigste  beschossen,  wobei
  drei  Leute  fielen.

Da  die  schwachen  Etappenposten  in  Wollo—
Tunga—Moenza  gefährdet  waren,  war  Scheunemann
  genötigt,  mit  den  verfügbaren  Kräften  von
Wollo  aus  noch  einige  Tage  gründlich  nach
Norden  aufzuräumen.  Eine  auf  Malogele  (Fak.
torei  der  Firma  Randad  &amp;amp;  Stein)  am  Longmapfog
  vorgetriebene  Gefechtsabteilung  CTeile  der
5.  Kompagnie  und  der  Polizeiabteilung)  unter
Sanitätsunteroffzier  Niedermaier  fand  heftigen
Widerstand  auf  dem  Wege  Tunga—Malogele  und
hatte  starke  Verluste.  Faktorei  Malogele  war
        <pb n="472" />
        W  394  20

zerstört.  Der  Gegner  erlitt  eine  empfindliche
Niederlage  nördlich  Malogele.

Die  9.  Kompagnie  (verstärkt  durch  45  Mann
der  5.  Kompagnie)  verlegte  inzwischen  ihr  Depot
von  Ateke  über  Wollo  nach  Ebolobingon.  Zur
Sicherung  der  Etappenstraße  Lomie—Kam  beließ
Hauptmann  Scheunemann  den  Polizeimeister
Heynemann  mit  30  Mann  der  Polizeitruppe.

Durch  den  Abmarsch  des  Hauptmanns
Scheunemann  nach  der  Grenze,  der  aus  politischen
Gründen  notwendig  wurde,  verlor  die  Expedition
einen  Teil  ihrer  Gefechtskraft,  was  sich  in  der
nächsten  Zeit  bis  zum  Eintreffen  von  Verstärkungen
  bei  der  9.  Kompagnie  recht  fühlbar
machte.

In  Ateke  stellten  sich  dem  Hauptmann  Scheunemann
  dreizehn  aufständische  Njemhäuptlinge.
Über  die  Ursachen  des  Aufstandes  befragt,  führten
sie  etwa  folgendes  aus:

„Der  Streit  mit  den  zahlreichen  Händlern
und  Trägern,  welche  unser  Gebiet  durchzogen,
kam  in  Ateke  zum  Ausbruch.  Die  Händler
banden  einer  Wiiberstreitigkeit  halber  den
Bruder  des  Häuptlings  und  prügelten  ihn.
Ateke  sagte  hierauf:  -Ich  will  keine  Träger
mehr  in  meinem  Dorfe  sehen.  Wenn  ihr
wiederkommt,  schlage  ich  euch  tot!%  Bald  darauf
  wurde  die  Ermordung  des  Weißen  in
Esso  bekannt.  Da  sagten  wir:  „Versuchen  wir
es  wie  die  Esso  und  stehen  wir  alle  einmütig
gegen  den  Weißen  auf,  denn  wir  sind  stark.
Fremde  sind  in  unser  Land  gekommen,  schlagen
wir  sie  tot!4“

Die  Drohung  wurde  prompt  ausgeführt,  als
die  nächsten  Karawanen  kamen.  Zahlreiche  Knochen
und  Schädel  am  Wege  Wollo—Moenza—Titeke
legen  ein  beredtes  Zeugnis  ab  für  den  blutigen
Ernst  jener  Abrechnung.

Zur  Sicherung  der  Etappenstraßen  errichtete
Hauptmann  Scheunemann  einen  befestigten  Posten
bei  Moenza  am  Djahübergange  unter  Polizeimeister
  Heynemann.  Häuptling  Ntetelle  wurde
als  Mörder  der  Postboten  überführt  und  in
Lomie  gehängt.  Die  Sicherung  der  Etappenstraße
  Lomie—Kam  wurde  von  Polizeimeister
Heynemann  mit  Erfolg  durchgeführt.  Es  kam
bier  noch  zu  kleineren  Gefechten,  bei  denen  die
Häuptlinge  Ateke  und  Jongullo  erschossen
wurden.  Häuptling  Tugumedja  wurde  gefangen
nach  Lomie  eingeliefert.

Die  9.  Kompagnie  brach  von  Ebolobingon
aus  den  Widerstand  der  Jebekolle,  Jetsang,  Jelinda,
  Esso  und  der  am  Longmapfog  wohnenden
Makkastämme.

Das  energische  Vorgehen  dieser  Kompagnie
veranlaßte  eine  ganze  Reihe  von  Grenzstämmen

 

zwischen  Niem  und  Makka  von  der  Waseerscheide
des  Longmapfog,  dem  Hauptmann  v.  Stein  ihre
Unterwerfung  anzubieten.  Auch  seine  eigentlichen,
  bereits  niedergekämpften  Gegner,  die
Njong-Makka,  waren  infolge  des  Verlustes  ihres
Rückhaltes  sehr  kleimütig  geworden.

Die  Expedition  hatte  bis  zum  19.  Oktober  1905
einen  Verlust  von  zwei  Europäern  und
hundertunddrei  farbigen  Soldaten  an  Gefallenen,
  Gestorbenen  und  Verwundeten.  Höchstens
zweihundert  Mann  waren  ins  Gefecht  gekommen.
Hierin  sind  die  Verluste  der  Abteilung  Königs
und  der  Njongexpedition  des  Hauptmanns  v.  Stein
nicht  einbegriffen,  ebensowenig  die  bedeutenden
Abgänge  an  Trägern.

r  9  *

Mitte  Januar  von  Missum-Missum  zurückgekehrt,
  dessen  Lage  von  der  mittlerweile  eingetroffenen
  deutsch  -französischen  Grenz-)
kommission  übereinstimmend  auf  deutschem
Gebiete,  d.  h.  nördlich  2°  107  20“,  bestimmt  war,
übernahm  Hauptmann  Scheunemann  wieder  die
Führung  der  Expedition.

Die  5.  Kompagnie  war  inzwischen  auf  Befehl
  des  Gonvernements  infolge  unsicherer  Haltung
der  Bulustämme  aus  dem  Verbande  der  Expedition
  ausgeschieden  und  nach  Ebolova  zurückgekehrt.
  Ihr  bewährter  Führer,  Oberleutnant
v.  Sobbe,  starb  dort  im  April  1906  an  Gelenkrheumatismus,
  den  er  sich  infolge  übermäßiger
Anstrengungen  auf  den  Märschen  durch  das
sumpfige  Njemgebiet  zugezogen  hatte.

ie  9.  Kompagnie  hatte  Ende  Januar  unter
außergewöhnlichen  Schwierigkeiten  die  Unterwerfung
  der  Dibusungs,  eines  am  Longmapfog
sitzenden  Makkastammes,  durchgeführt.  Nach  zähem
Widerstande  am  Flusse  selbst  hatte  sich  der
Gegner  in  einen  ausgedehnten,  vom  Longmapfog
gebildeten  Sumpf  zurückgezogen,  wo  er  auf  einer
Menge  kleiner  Inselchen  Unterschlupf  fand,  die
durch  schmale,  aber  sehr  tiefe  Kanäle  voneinander
  getrennt  sind.  In  dieses  Inselgewirr
hinein  und  durch  zahllose  Wassersperren  hindurch
mußte  die  Verfolgung  ausgedehnt  werden,  wozu
ausschließlich  die  schmalen  Kanus  der  Eingeborenen
verfügbar  waren,  die  nur  wenigen  Leuten  Platz
boten  und  im  Gefecht  häufig  umschlugen.

Da  nach  übereinstimmenden  Nachrichten  die
Hauptmasse  der  Ausständischen  sich  bei  Malogele
konzentriert  hatte,  so  ordnete  Hauptmann  Scheunemann
  das  Vorgehen  der  9.  Kompagnie  in  diese
Gegend  in  möglichster  Stärke  an.  Die  Kompagnie
trat  den  Vormarsch  auf  Malogele  in  zwei  Kolonnen
  an,  der  fast  täglich  größere  oder  kleinere
Gefechte  mit  sich  brachte.  Unweit  von  Tungala,
etwa  dreieinhalb  Stunden  nordwestlich  Malogele
        <pb n="473" />
        vereinigte  Oberleutnant  Bertram  seine  Kompagnie
am  27.  Februar  im  Dorfe  Bat.

Die  in  Richtung  Malogele  vorgetriebenen
starken  Aufklärungspatronillen  fanden  überall  den
zähesten  Widerstand.  Wiederholt  gingen  die  Eingeborenen
  zum  Angriff  auf  das  Lager  derartiger
Patrouillen  vor.  So  am  7.  und  8.  März  bei
Tungala  und  besonders  am  15.  März  bei  Malogele.
  Hier  hatte  eine  Abteilung  von  fünfundvierzig
  Soldaten  unter  Führung  eines  Europäers
von  morgens  halb  sechs  bis  vormittags  11  Uhr
zahlreiche  Angriffe  einer  nach  Hunderten  zählenden
Eingeborenenschar  abzuwehren.  Trotz  großer
Verluste  erneuerte  diese  immer  wieder  den  Anlauf
  gegen  das  Lager,  mußte  aber  schließlich,
nachdem  Verstärkungen  von  der  Kompagnie  eingetroffen
  waren,  den  Rückzug  antreten.  Am
18.  März  besetzte  Oberleutnant  Bertram  Malogele
  und  ließ  daselbst  einen  befestigten  Posten
errichten.

Die  Verlustlisten  der  9.  Kompagnie  wiesen
bis  zum  März  1906  vierundnennzig  tote  und
verwundete  Soldaten  auf,  also  80  Prozent
Verluste.  Nicht  nur  waren  an  das  weiße  und
sarbige  Personal  der  Kompagnie  seit  vielen
Monaten  andauernd  die  höchsten  Anforderungen
gestellt  worden,  sondern  auch  die  Verluste  waren
so  groß,  daß  ein  Auffrischen  durch  neue  Kräfte
geboten  war.  Diese  waren  aber  zunächst  nicht
verfügbar.  4

Vielmehr  zwang  die  äußerst  drohende  Haltung
der  Assobam=  und  Allamanleute  nordöstlich  Lomie,
die  sehr  unsichere  der  Einwohner  von  Besam-Tinidi
  und  die  dadurch  mögliche  Gefährdung  der
Ctappenstraße  Lomie—Besam—MRgato—Molundu,
serner  die  Notwendigkeit,  Verbindung  mit  dem
Posten  Abong-Mbang  am  oberen  Njong  (Hauptmann
  v.  Stein)  zu  halten,  den  Expeditionsführer
Hauptmann  Scheunemann  dazu,  eine  stärkere
Abteilung  bei  Lomie  zu  konzentrieren.

Die  seit  einem  Jahr  unausgesetzten  Bemühungen
  der  Verwaltung,  Assobam-Allaman  auf
friedlichem  Wege  zur  Einsicht  zu  bringen,  waren
gänzlich  erfolglos  geblieben  und  steigerten  die
Frechheit  dieser  Häuptlinge  zum  äußersten.  Da
Assobam  Ende  Jannar  1906  direkt  die  Straße
Lomie  —Besam  bedrohte,  kam  Hauptmann  Schennemann
  ihm  durch  einen  überraschenden  Angriff  zuvor.
  Assobam  wurde  am  3.  Februar  1906
durch  Polizeimeister  Herzog  nach  heftiger  Gegenwehr
  besetzt.  In  kurzer  Zeit  wurde  der  Kompler
völlig  niedergekämpft.  Am  3.  März  bereits  ergaben
  sich  die  Häuptlinge  Assobam  und  Allaman,
urch  ihre  eigenen  Leute  gedrängt,  auf  Gnade  unds
Ungnade  und  wurden  in  Lomie  inhaftiert.
4  Die  Unterwerfung  dieses  gefürchteten  Stammes
eief  einen  großen  moralischen  Eindruck  in  ganz

 

Ndsimu  hervor.  In  Assobam  wurde  ein  Militärposten
  errichtet.

Dem  Hauptmann  v.  Stein  war  es  inzwischen
gelungen,  die  Njong-Makka  niederzuwerfen  und
den  Fluß  für  den  Verkehr  wieder  zu  eröffnen.
Die  Hauptverbindungen  zwischen  den  einzelnen
Abteilungen  und  Stützpunkten  waren  nunmehr
gesichert,  und  zwar:

Straße  Lomie—Kam,  südlich  des  Djahflusses,

Weg  Lomie—Mbong  (oberer  Njong),

Weg  Lomie—Besam—Ngato—Molundn,

Weg  Kam—  Wollo  —Akonolinga,

Wasserstraße  des  Njong  von  Abong-Mbang
über  Akonolinga  nach  Onanabesse  (Tappenbeck-Schnellen).


Am  31.  März  traf  die  aus  Polizeisoldaten
formierte  Sanga-Ngoko-Kompagnie  unter  Oberleutnant
  Kirch  in  Lomie  ein.  Sie  übernahm
an  Stelle  der  abzulösenden,  weil  kontraktfälligen
Polizeitruppe  die  Besetzung  von  Lomie,  Djahposten,
  Posten  Moenza,  Molundu,  Jukaduma,
Assobam  (Leutnant  v.  der  Marwitz)  und  Eta-Missum-Missum
  (Leutnant  Baldauf).  Die  Kompagnie
  des  Oberleutnants  Kirch  stellte  keineswegs
  eine  Verstärkung,  sondern  lediglich  eine
Ablösung  eines  Teiles  der  Truppen  dar,  was
ausdrücklich  betont  wird.

Als  nächste  Aufgabe  für  die  Südexpedition
ergab  sich  die  Unterwerfung  der  nördlich  des
Diahflusses  zwischen  dem  Djahposten  und  Wollo
sitzenden  Niemstämme.  Hierdurch  wurde  gleichzeitig
  eine  neue  Verbindung  zwischen  Lomie  und
Kam  geschaffen,  die  zur  Entlastung  der  durch  den
Krieg  stark  mitgenommenen,  südlichen  Diahstraße
von  Michtigkeit  war.  Mit  der  Lösung  dieser
Aufgabe  begann  Hauptmann  Scheunemann  gelegentlich
  des  Rückmarsches  der  urlaubsreifen
Polizeimannschaften.  Verstärkt  durch  eine  Abteilung
  der  Sanga-Ngoko-Kompagnie  brach  er
am  12.  April  1906  mit  Polizeimeister  Herzog,
Bauansseher  Vetter  und  100  Soldaten  von  Lomie
auf.  Die  9.  Kompagnie  war  angewiesen,  von
Malogele  aus  die  Fühlung  mit  der  Abteilung
Scheunemann  herzustellen.  Gleichzeitig  etwa  sollte
Hauptmann  Dominik  mit  einem  Teile  der  Jannde-Besatzung
  in  Jebekolle  und  Nordmakka  eingreifen
und  Hauptmann  v.  Stein  von  Abong-Mbong  her
in  Atok  am  Njong  eintreffen.

Letzterer  war,  nachdem  die  Njong-Schiffahrt
wieder  eröffnet  war,  Ende  Februar  nach  einer
Besprechung  mit  Hauptmann  Schennemann  auf
dem  Diahposten  von  Sebulelume  aus  in  östlicher
Richtung  an  den  Bumba  und  von  da  gquer  durch
das  Messimagebiet  nach  Bimba  marschiert.  Nirgends
  hatte  er  hierbei  Widerstand  gesunden  und

3
        <pb n="474" />
        G  396  20

berichtet,  daß  östlich  des  Abschnittes  Abong—
Mbong—Bakba—Djahposten  alles  ruhig  sei.

Der  Marsch  des  Hauptmanns  Schennemann
nördlich  des  Djahflusses  stieß  nur  in  der  Njem-Landschaft
  Bamvom  zwischen  Ndjo  und  Mvvofluß,
dort  allerdings  auf  heftigen  Widerstand.  Die
Bamvom  wurden  bei  Alunnu  geschlagen.  Vom
Mvoo-Fluß  weiter  westlich  vollzog  sich  der  Vormarsch
  friedlich.  Die  Häuptlinge  der  starken
Stämme  der  Bakom,  Bamsiemtza,  Bamrelle
stellten  sich  und  baten  um  Frieden.  Der  Weg
vom  Mwoo-Fluß  bis  Mempil,  wo  die  Vereinigung
  mit  der  9.  Kompagnie  erfolgte,  wurde
ausgeschlagen.

Bald  darauf  stellte  sich  auch  der  einflußreiche
Häuptling  Wollo.

Hauptmann  Scheunemann  trat  am  18.  Mai
1906  mit  den  abgelösten  Mannschaften  über
Kam—  Lolodorf  den  Marsch  zur  Küste  an  und
übertrug  den  Befehl  über  die  Expedition  dem
Oberleutnant  Bertram.

Die  beiden  einflußreichen  Häuptlinge  Taboa
von  Malogele  und  dessen  südöstlicher  Bamvelle-Nachbar
  Boanso  hatten  sich  zwar  gestellt  und
auch  die  Erfüllung  der  ihnen  auferlegten  Friedensbedingungen
  zugesagt.  Die  Nichterfüllung  ihres
Versprechens  sowohl  wie  der  Umstand,  daß  ihr
ganzes  Volk  wieder  über  den  Longmapfog  gezogen
  war,  machten  jedoch  neue  Maßnahmen
gegen  sie  notwendig,  welche  zu  einem  äußerst
günstigen  Ziele  führten,  insofern  als  es  gelang,
die  Malogele  wie  die  Boanso  mit  Patronillen  zu
überraschen  und  die  beiden  Häuptlinge  mit  zahlreichen
  Unterhäuptlingen  und  Großen  festzunehmen.


Gleichzeitig  glückte  es  auch  noch,  des  lange
gesuchten,  gefährlichen  Häuptlings  Tunga  habhaft
zu  werden,  der  eben  bei  seinem  Freunde  Boanso
Zuflucht  suchen  wollte.  Tunga,  ein  Häuptling
von  großem  Ansehen,  soll  die  Kämpfe  um  Malogele
  geleitet  und  nachher  die  Stämme  noch  zu
dauerndem  Widerstande  aufgereizt  haben.  Die
Festnahme  dieser  in  der  ganzen  Umgegend  Malogeles
  und  herunter  bis  zum  Djah  angesehensten
Häuptlinge  Tunga,  Taboa  (Malogele),  Atiabo,
Boanso  und  Nioe  ist  von  weittragender  Bedeutung
  für  die  fernere  Befriedung  dieser  Gebiete.

Am  26.  Juli  traf  Hauptmann  Schlossre  über
Akonolinga  in  Ebolobingon  ein  und  übernahm
die  Führung  der  Expedition.  Er  hatte  den  Weg
von  Akonolinga  bis  Ebolobingon  größtenteils  auf
dem  Wasserwege  zurückgelegt.  Diese  Verbindung
ist  recht  günstig.  Die  Kanufahrt  von  Akonolinga
bis  zu  der  Ebolobingon  nächst  gelegenen  Laudungsstelle
  am  Nijong,  Akodda-Wasser,  dauert  12

 

bis  15  Stunden.  Von  hier  führt  ein  schon  jeßzt
fast  durchweg  gut  gangbarer  Weg,  dessen  weiterer
Ausban  keine  Schwierigkeiten  macht,  in  3  ½  Stunden
  bis  Ebolobingon.

Der  Postenführer  von  Akonolinga,  Feldwebel
Liebert,  traf,  den  schwierigen,  durch  viele  Sümpfe
führenden  Uberlandweg  auf  dem  südlichen  Njong-Ufer
  benutzend  (drei  Tagemärsche),  einen  Tag  nach
Hauptmann  Schlosser  in  Ebolobingon  ein.  Er
war  durch  das  Jelindagebiet  in  vollstem  Frieden
durchmarschiert,  hatte  alle  Dörfer  voll  Menschen
gefunden  und  von  weither  Verpflegung  erhalten.
Über  die  friedliche  Gesinnung  der  Jelinda,  deren
Häuptlinge  sich  fast  sämtlich  auf  dem  Posten
Akonolinga  gemeldet  hatten,  konnte  jett  ein
Zweifel  nicht  mehr  bestehen.  Das  Jelindagebiet
konnte  somit  aus  dem  Rahmen  der  Expedition
losgelöst  und  der  Verwaltung  des  Postens  Akonolinga
  zurückgegeben  werden.  Ebenso  wurde  mit
dem  südlich  des  Njong  sitzenden  Teile  der  Jebekolle
  verfahren.  Diese,  ein  Fischer=  und  Kannfahrervolk,
  gehören  zu  dem  großen  Stamme
gleichen  Namens,  der  sich  vom  Njong  närdlich
bis  nahe  an  den  Sanaga  erstreckt.  Sie  haben
wohl  noch  neuerdings  Aufständischen  Unterschlupf
gewährt,  sind  aber  seit  längerer  Zeit  selbst  nicht
mehr  am  Kampfe  beteiligt  gewesen.  Seit  dem
durchschlagenden  Kriegserfolge  des  Hauptmanns
Dominik  gegen  ihre  Stammesbrüder  nördlich
des  Njong  sind  ihnen  die  Aufstandsgelüste  vollends
vergangen.  Ihre  Häuptlinge  sind  schon  vielfach
auf  dem  Posten  Akonolinga  gewesen  und  haben
Gehorsam  versprochen.

Die  Grenze  zwischen  dem  Wirkungsbereich
der  Südexpedition  und  dem  Posten  Akonolinga
böw.  dem  Bezirksamt  Jaunde  fällt  sonach  mit
der  Grenze  der  Jaunde-Sprache  einerseits  und
des  Sprachgebietes  der  Esso-Njem-Makka-Stämme
anderseits  zusammen,  eine  ethnographisch  wie
politisch  gleich  wünschenswerte  Scheidung.

Von  Ebolobingon  begab  sich  Schlosser  auf
der  Straße  nach  Wollo  zu  der  Offizierpatronille
des  Leutnants  v.  Puttkamer,  die  bei  dem  Dorfe
Kulujundu  ein  befestigtes  Lager  (genannt  Lager
Massanga)  bezogen  hatte.  Der  Weg  von  Ebolobingon
  bis  Kulujundn  ist  eine  Kette  von  Dörfern
und  einzelnen  Siedlungen,  von  nur  kurzen
Strecken  Urwaldes  unterbrochen.  Die  große  Anzahl
  frisch  angelegter  Farmen  und  frisch  grordneter
  Stellen  zeigt,  daß  nicht  nur  die  alten,
während  der  kriegerischen  Ereignisse  flüchtig
gewordenen  Bewohner  zurückgekehrt  sind,  sondern
auch  noch  eine  Anzahl  neuer  Ansiedler  mit  sich
gezogen  haben,  die  des  Herumliegens  in  Buschverstecken
  und  Sümpfen  und  der  ewigen  Unrast
müde,  in  Frieden  ihre  Kassada  bauen  wollen.

Die  Aufgabe  der  Abteilung  v.  Puttkamer  war
        <pb n="475" />
        W  397  0

t  wesentlichen  die  Durchführung  der  den  Esso
sibenden  Mien  der  Straße  Kulujundn  —  Wollo
Die  P  atronleln  auferlegten  Friedensbedingungen.
bingonsuoht  hatte  zwischen  dem  Wege  Ebolo=Hulu-
  Iamwoev  und  der  westlich  davon  gelegenen
geinndent  -Sprachgrenze  keinen  Widerstand  mehr

Dagegen  zeigten  die
grenze  sitzenden  Jetsang,  e
eine  herausfordernde  Hal
neuerdings  wieder  lber

.  jenseits  dieser  Sprachin
  Bulu-Stamm,  wieder
zunge  sie  hatten  sich  auch
in  g  griffe  gegen  die  nördlich
gurfeihwen  sitenden  Jelinda  erlaubt.  Ein  Ein
mehr  o  969en  die  JFetsang  fällt  indessen  nicht
dem  an  den  Nahmen  der  Südexpedition,  nachder
  ese  Aufgabe  ausdrücklich  der  Verwaltung

s  Ithits  Ebolowa  dugewiesen  war

Ostlich  der  Straße  Ebolo
nahe  an  die  Linie
hatte  die  Patronille

bingon—Wollo  bis
uelogele  Moenza  heran,
bane  die  Puttkamer  wohl  noch
i  arar,l8.
Aufständischen  nr  5  %
5½  Kulujr  8

Dörfern  besetzt  und  (5,  san
wohner  sind  fast  durchwe
murückgekehrt.  An  dem
der  .  ebenfalls  di
Wiederauf

begonnen.  sioan

·  ist  dicht  mit
imstande.  Die  Be-9
  in  ihre  Wohnstätten
Wege  Wollo  —  Malogele,
dicht  bevölkert  war,  hat
erst  an  wenigen  Stellen

9  "  -

zu  rs!n*½n  Verhalten  der  Esso  und  Njem  ist
brochen  und  %  daß  ihre  Widerstandskraft  ge-Prieg
  hart  mul  an  der  Zeit  ist,  dem  durch  den
zu  geben  stagenommenen  Lande  die  Möglichkeit
wecimafigurs  mihuelschaftih  zu  erholen.
des  Landes  e

zur  end  1
Mitt  r  endgültigen  Befriedun
ede  sccheint  die  Anlage  fester  Postanh
Fluß  Laim  Ebo  obingon,  Malogele  und  am  Mooo-*
  B.  ereits  begonnen  sind.  Mevoo—
Ein  Herausziehen  der  Tru  ·
Gcchn,bw0rd.»  ppen  aus  jenen
·  as  Land  auch  irtschaftli
wieder  in  Ordnung  gekommen  8  schaith
zweckmäßig.  Gerade  «  '.,clschemt  nicht
w  9.  ade  durch  die  Anlage.  fester
viten  wird  den  Eingeborenen  vor  n  eE
geführt.  daß  die  Regierung  nicht  gewillt  ist  g
wumaal  eroberte  Land  wieder  aufzugeben.  Dieser
n  n  Hoffnung  geben  sich  jene  Kannibalenstämme
die  ihte  Einfalt  immer  noch  hin.  Andererseits
ans  ennen  sie  das  Bestreben  der  Regierung,  geord-Fre
  und  friedliche  Berhältnisse  anbahnen  zu  wollen
1  lernen  verstehen,  daß  der  Krieg  nur  Mittel
zu  diesem  Endzweck  ist
*  er  Erfolg  der  Expedition  wird  im  wesentamen
  davon  abhängen,  wieweit  es  bei  dem  jetzt
woensschtiich  sich  geltend  machenden  Friedens-“
  rinis  der  Eingeborenen  gelingt,  der  Be—
olkerung  gegenüber  zwischen  Strenge  und  Milde

 

den  rechten  Mittelweg  zu  finden.  In  dem
ganzen  westlich  und  südlich  der  Linie  Moenza  —

alogele  —  Longmapfog  gelegenen  Landesteil
handelt  es  sich  im  wesentlichen  nicht  mehr  um
Krieg  und  Vergeltung,  sondern  um  geschickten
Wiederaufbau,  womit  zum  Teil  auch  schon  erfolgreich
  begonnen  ist.  Unterwürfigen  Elementen  ist
die  Hand  zu  reichen,  Schwankende  sind  auf  die
Seite  der  Gehorsamen  hinüberzuziehen,  die  verödeten
  Wege  sind  neu  zu  besiedeln,  das  Wegenetz
ist  auszubauen.  All'  das  sind  dankbare  Aufgaben,
die  aber  viel  Mühe  und  Geduld  erfordern  und  die
ohne  das  Geschick,  sich  in  die  Gedankenwelt  des
Unterworfenen  hineinzuversetzen,  gar  nicht  gelöst
werden  können.

Ein  in  Aufruhr  gewesenes  Volk  kann  erst
dann  als  unterworfen  angesehen  werden,  wenn
es  seine  Arbeitskraft  willig  in  den  Dienst  des
Uberwinders  stellt.  Dabei  müssen  Härten  vermieden
  werden,  wie  sie  die  Verschickungen  größerer
Mengen  von  Strafarbeitern  in  entfernte  Bezirke,
besonders  aus  dem  Inneren  an  die  Küste,  bedeuten.
  Die  Arbeitskraft  der  Bevölkerung  muß  in
erster  Linie  dem  eigenen  Bezirke  zugute  kommen.

Dadurch  werden  nicht  nur  die  Eingeborenenkulturen
  gehoben  und  wird  die  für  den  Durchgangsverkehr
  so  wichtige  Verpflegungsfrage  gelöst,
sondern  es  ist  auch  Kaufleuten  und  besonders
Pflanzern  im  Inneren  die  Möglichkeit  gegeben,
sich  das  nötige  Arbeitermaterial  durch  Anwerbung
zu  sichern.  Vorbedingung  für  die  Ausnutzung
der  Arbeitskraft  zu  kulturellen  Zwecken  im  Inneren
ist  allerdings  auch  hier  wieder  die  Lösung  der
Transportfrage.  So  lange  Tausende  von
arbeitsfähigen  Menschen  Jahr  aus  Jahr  ein  auf
grundlosen,  unsicheren  Urwaldpfaden  bei  dürftigster
  Unterkunft  und  Verpflegung  als  Träger
gehen,  kann  eine  ersprießliche  wirtschaftliche  Entwicklung
  des  Binnenlandes  nicht  erhofft  werden.
Nur  ein  Bahnbau  in  Süd-Kamernn,  der  in
Verbindung  mit  den  vorhandenen  schiffbaren
Wasserläufen  eine  schnell  und  verhältnismäßig
billig  herzustellende  Hauptetappenstraße  schafft,
kann  der  unseligen  Trägerkalamität  energisch
  abhelfen.  Die  an  Trägerlöhnen  zu
sparenden  Millionen  würden,  in  Dampf  umgesetzt,
dem  Südbozirk  bald  den  ersehnten  Frieden  und
dem  Schutzgebiete  die  finanzielle  Selbständigkeit
  bringen.

4  So  war  es  der  Truppe  in  mehrjährigen,
überaus  heftigen  und  verlustreichen
Kämpfen  gelungen,  die  Widerstandskraft  des
Gegners  zu  brechen  und  ein  üÜbergreifen  der
Bewegung  auf  benachbarte  Stämme,  besonders
auf  den  großen  Stamm  der  Bulu,  zu  verhindern.
        <pb n="476" />
        W  398  2

Die  Durchführung  der  Operationen  stellte  an
Weiße  und  Farbige  die  höchsten  Anforderungen
und  war  nur  möglich  durch  die  tadellose  Haltung,
gute  Schießausbildung  und  aufopfernde  Pflichttreue
  der  farbigen  Truppe.  Monatelang  litt
diese  hinsichtlich  Unterbringung  und  Verpflegung
die  größten  Entbehrungen,  da  der  Feind  Dörfer
und  Farmen  zerstört  hatte.  Eine  Handvoll  unreifer
  Kassada  ohne  Salz,  ein  Trunk  fauligen
Sumpfwassers  bildete  oft  die  einzige  Nahrung
und  pflanzte  den  Keim  des  Todes  in  manchen
Braven,  den  die  feindlichen  Geschosse  im  hinterlistigen
  Buschgefecht  verschont  hatten.  Aussichten
auf  Beute,  Spiel,  Suff  und  Weiber,  die  üblichen
Zugmittel  aller  Söldner,  ob  weiß,  ob  schwarz,
waren  in  diesem  finsteren,  blutdurchtränkten  Urschlamm
  nicht  zu  erhoffen.

Wenn  trotzdem  immer  neue  Scharen  jugendfrischer
  Gestalten  der  Werbetrommel  folgen  und
die  Lücken  füllen,  so  hat  dies  seinen  Grund  in
der  faszinierenden  Wirkung  deutscher  Erziehungsart
zum  Soldaten,  in  dem  kriegerischen  Geiste  und
den  ausgezeichneten  militärischen  Anlagen,  welche
im  Farbigen,  insbesondere  in  den  zahlreichen  einheimischen
  Stämmen  der  Jaunde  und  Bulu,
stecken.

Gerade  der  letztere  Umstand  muß  aber  zu
ernsten  Erwägungen  anregen.  Wir  dürfen
bei  den  nahen,  verwandtschaftlichen  Beziehungen
der  eingeborenen  Soldaten  zu  den  unterworfenen
Stämmen  die  Möglichkeit  nicht  außer  acht  lassen,
daß  letztere  mit  den  Soldaten  einmal  gemeinsame
Sache  gegen  den  Rassefeind  machen,  können  daher
auf  die  Anwerbung  ausländischer  Söldner  nicht
verzichten  und  müssen  dafür  sorgen,  daß  die  Kompagnien
  und  vor  allem  auch  die  zu  befestigenden
Stationen  ausreichend  mit  Europäern  besetzt
sind.  Wir  müssen  auch  aus  diesem  Grunde  durch
Heranziehung  moderner  Verkehrsmittel,  wie  Telegraph
  und  Eisenbahn,  die  Möglichkeit  schaffen,
eine  größere  Anzahl  von  Europäern  an
bedrohten  Punkten  schnell  zusammenzuziehen.


Die  vielleicht  auffällig  lange  Dauer  der
Kämpfe  im  Südbezirk  und  die  Schwierigkeit  ihrer
Durchführung  hat  verschiedene  Gründe:

Die  einheitliche  Leitung  der  Expedition  wurde
sehr  erschwert  durch  den  Umstand,  daß  dem  Expeditionsführer
  neben  der  militärischen  Tätigkeit
noch  die  gesamte  Verwaltung  des  ausgedehnten
Gebietes  oblag  und  er  sich  hierin  mangels  geeigneten
  Personals  nicht  vertreten  lassen  konnte.

Die  große  Ausdehnung  des  Gebietes  und  der
Mangel  an  Verkehrswegen  erschwerten  die  notwendige
  Verbindung  der  fechtenden  Abteilungen
und  den  Nachschub  an  Verpflegung,  Ausrüstung

 

und  Munition  außerordentlich.  Die  Beschaffung
der  hierzu  erforderlichen  Träger  stieß  überall  auf
die  größten  Schwierigkeiten  und  erregte  auch  bei
den  befreundeten  Stämmen  böses  Blut.  Die
Trägerkalamität  beim  Ausbruch  kriegerischer  Verwicklungen
  läßt  die  Notwendigkeit  einer  ständigen
Trägerkolonne  bei  den  Kompagnien  bzw.  Stationen
auch  in  Friedenszeiten  immer  dringlicher  erscheinen.


Die  zur  Sicherung  der  langen  Etappenlinie
erforderlichen  Posten  schwächten  die  Gefechtskraft
der  Truppe.  4

Die  zu  bekämpfenden  Stämme  sind  kriegerischer
  Natur  und  durch  ewige  Streitigkeiten
untereinander  kriegserfahren  und  im  Waffenhandwerk
  geübt.  Diese  gegenseitigen  Zwistigkeiten
hinderten  die  Eingeborenen  jedoch  nicht,  gegen
ihren  gemeinsamen  Feind,  den  Europäer,  gemeinsam
  vorzugehen.  Dazu  brachte  der  Handel
das  nötige  Kriegsmaterial  ins  Land.  Die  Angriffe
  der  Niem  bei  hellem  Tage  auf  stark  befestigte
  Lager,  das  erbitterte  Handgemenge  beim
Sturm  auf  Bokamonene  bewiesen,  daß  die  Zeiten
vorbei  sind,  wo  auch  eine  kleine  Truppenabteilung
unter  Europäerführung  in  offenem  Gefecht  keine
Übermacht  der  Feinde  zu  fürchten  hätte.  Es  wäre
eine  unverantwortliche  Selbsttäuschung,  wollte
man  sich  der  Erkenntnis  verschließen,  daß  die  Eingeborenen
  Kameruns  gelernt  haben,  den  Europäer
mehr  und  mehr  nach  seinem  wahren  Werte  einzuschätzen,
  nicht  aber  das  gottähnliche  Wesen  mehr
in  ihm  zu  sehen  wie  früher.  Dazu  haben  gerade
im  Aufstandgebiet  die  widerlichen  Steitigkeiten  der
weißen  Angestellten  von  Konkurrenzsirmen  sehr
beigetragen.  Wenn,  wie  es  vorgekommen,  ein
weißer  Kaufmann  einen  anderen  auf  offener  Landstraße
  vor  den  Augen  zahlreicher  Eingeborener
durchprügelt,  so  kann  das  unmöglich  zur  Hebung
des  Ansehens  des  Europäers  beitragen.

Mit  der  Tatsache,  daß  unsere  Eingeborenen
militärisch  ernster  zu  nehmen  sind  als  in
vergangenen  Jahren,  muß  gerechnet  werden.

Das  Gelände  war  äußerst  ungünstig.  Es  war
dichter  Urwald,  der  von  einer  Menge  von  Wasserläufen
  durchschnitten  wird,  die  zur  Regenzeit  über
ihre  Ufer  treten,  das  Land  weit  und  breit  überschwemmen
  und  in  Moräste  verwandeln.  Da  der
Verkehr  der  Eingeborenen  untereinander  sich  viel
auf  den  Wasserwegen  in  Kanus  abspielt,  so  sind
die  Wege  äußerst  mangelhaft  und  fehlen  zum  Teil
gänzlich.

Eine  weitere  Ursache  der  langen  Dauer  der
Unternehmungen  ist  darin  zu  suchen,  daß  einzelne
eingesetzte  Truppenteile  wieder  zurückgezogen  und
anderweitig  verwendet  werden  mußten.  So  mußte
die  5.  Kompagnie  in  ihren  Bezirk,  das  Bululand,
zurückkehren,  da  man  das  dortige  Gebiet  nicht
        <pb n="477" />
        W  399  20

von  Truppen  entblößen  konnte,  ohne  Unruhen  befürchten
  zu  müssen.  Hauptmann  Schennemann
mit  dem  größten  Teil  der  Sanga  Ngoko-Truppe
mußte  sich  aus  politischen  Gründen  zeitweise  nach
Missum-Missum  an  die  französische  Grenze  begeben.
  -

1*
Zur  Zeit  kann  mithin  ein  Teil  des
Südens  wohl  als  unterworfen,  aber  noch
nicht  als  befriedet  gelten.  Bis  zu  diesem
Endziele  wird  noch  geraume  Zeit  vergehen.
w  —  noch  nicht  unterworfen  muß  das
Ma  ka-Gebiet  südlich  des  Njong  gelten,  und  es
er  ansheschlosten,  daß  bei  einer  Unterwerfung
dieses  Gebietes,  wie  die  Verhältnisse  jetzt  liegen,
auf  die  im  Süden  stationierten  Truppen  zurückgegriffen
  werden  kann.

Das  Vordringen  des  Küstenhandels  in  die
gummireichen  Distrikte  an  der  Ostgrenze,  Bertna-Beri-Inkaduma,
  der  dadurch  notwendig  werdende
Schutz  des  Handels,  der  Eingeborenen  und  des
wirtschaftlichen  Reichtums  jener  Gebiete,  der
Grenzschut  gegen  Ubergriffe  französischer  Händler,
sowie  die  Sicherung  der  neuen  Wasserstraße  des
Niong  in  Verbindung  mit  derjenigen  des  Dume
lassen  es,  wenn  nicht  dies  Gebiet  überhaupt  gesperrt
  werden  kann,  als  unaufschiebbar  erscheinen,
daß  eine  Truppe  nach  dem  dortigen  Gebiete,  und
zwar  mit  dem  Hauptstationsorte  Bertna,  entsandt
wird,  um  ähnlichen  Vorkommnissen,  wie  sie  der
unzureichende  Schutz  des  Handels  und  der  Eingeborenenrechte
  im  Njemgebiete  gezeitigt  hat,
von  vornherein  vorzubengen.

Das  lann  aber,  wie  aus  dem  oben  Angeführten
  ersichtlich  ist,  zur  Zeit  nicht  geschehen,
da  keine  Truppe  vorhanden  ist.  Es  könnten  bedauerliche
  Eroignisse  eintreten,  wenn  nicht  beizeiten
  Gegenmaßregeln  getroffen  werden.  Diese
neeinnr  #n  Neuaufstellung  der  weiteren
·  effe  3  9  —
aumibrren  don  trefen,  welche  im  Etat  auf  1907

zur  Dochenepidemie  in  Kamerun.

Seit  langer  Zeit  herrschen  die  Pocken  im
Jnern  Afrikas  endemisch.  Längs  der  guuscken  in
foge  derbraieeten  sie  sich,  scheinbar  besonders  inweile
  5  erkehrs  der  Haussas,  nach  Gegenden,
warc  dahin  davon  mehr  oder  weniger  frei
ticher  ei  Zusammentreffen  ungünstiger  klimauh
  und  noch  unbekannter  Faktoren  kommt  es

u  stellenweise  zum  Ausbruche  einer  Epidemie.
solch  n  die  Jahre  1905  und  1906  hatten
66  pidemien  aufzuweisen.  Im  April  1905
seel.  es  im  Lomie-Gebiet,  und  zwar  in  Njem,

enweise  zu  einer  kleinen  Epidemie,  Juli,

 

August  1905  in  Bamum  und  Bamenda;  dort
erlosch  die  Epidemie  seit  Oktober  1905  allmählich
wieder.  Dagegen  traten  die  Pocken  November
1905  in  Tibati,  Ngaundere  und  im  Bailande
sehr  heftig,  Februar  1906  auch  in  Bamale  (Bezirk
Bamenda)  sporadisch  wieder  auf.

Im  Februar  1906  kam  es  zu  einem  explosionsartigen
  Ausbruch  im  Kribi=  und  Lolodorf-Bezirk,
  nachdem  schon  im  Dezember  1905  einige
Fälle  an  der  Jaundestraße  beobachtet  waren.

Fast  sofort  wurde  auch  der  ganze  Jaundebezirk

bis  zum  Sanaga  im  Norden  ergriffen.  Im  März
wütete  die  Seuche  stark  in  Deugdeng,  östlich  der
Straße  Jaunde—Joko,  im  Mai  und  Juni  in
Nanga  Eboko,  im  Mai  auch  auf  der  Strecke
Ankonolinga—Widemunge.  Im  März  wurden
auch  sporadische  Fälle  in  Eden  beobachtet.  Im
Mai  erlosch  die  Seuche  in  Joko;  im  Kribi=  und
Lolodorfbezirk  war  sie  im  April  stark  zurückgegangen
  und  im  Mai  ebenfalls  erloschen.

Der  ganze  Dualabezirk  aber  blieb  vollkommen
frei  dank  der  systematischen  früheren  mehrmaligen
Durchimpfung  der  gesamten  Bevölkerung.  Auch
der  sogenannte  Bulebezirk  (Ebolova)  blieb  1906
fast  ganz  verschont.

In  den  verseuchten  Gebieten  und  in  ihrer
Umgebung  fanden  1905  und  1906  außerordentlich
  zahlreiche  (mindestens  100  000)  Impfungen
statt.  In  der  zweiten  Hälfte  des  Januar  1907
kam  es  zu  einem  ernenten  Ausbruch  der  Pocken
im  Bezirk  Lomie  (Straße  Kam——Lomie)  und  auf
der  Jaundestraße  beim  Njong-Ubergang.  Es
wurden  sofort  größere  Lyomphemengen  bestellt  und,
wie  auch  in  früheren  Epidemien,  Kontrollstationen
errichtet;  ferner  wurde  eine  Karawanensperre  verhängt,
  die  nach  Eintreffen  der  Lymphe  für  geimpfte
  Karawanen  aufgehoben  wurde.  Außerdem
wurde,  wie  bei  früheren  Epidemien,  die  Bevölkerung
  bei  den  Häuptlingsversammlungen  auf
die  Gefahr  der  Pocken  und  auf  die  Prophylaxe
  (Notwendigkeit  eventneller  Quarantäne  und
Impfungen)  hingewiesen.

Anfang  Februar  wurden  die  Pocken  auch  nach
Akonolinga  eingeschleppt.  Ein  Regierungsarzt
ging  sofort  dahin,  um  umfangreiche  Impfungen
vorzunehmen,  ebenso  ein  zweiter  Regierungsarzt,
Leiter  der  Seuchenbekämpfung  im  Südbezirk,  nach
Lolodorf?  Ein  dritter  Arzt  übernahm  die  Bekämpfung
  im  Ebolova=  und  ein  vierter  im  Lomie-Bezirk.
  Um  ein  Ubergreifen  der  Pocken  nach  der
Küste  und  nach  den  anderen  Bezirken  zu  verhüten,
  wurde  sofort  veranlaßt,  daß  sämtliche
Handelsstraßen,  die  mit  den  infizierten  Gebieten
in  Beziehung  standen,  nur  für  solche  Karawanen
offen  blieben,  deren  Angehörige  mit  Erfolg  geimpft
  waren  und  die  sich  im  Besitze  eines  vom
Bczirksamt  ausgestellten  Passierscheins  befanden,
        <pb n="478" />
        W  400  2S

auf  dem  die  Zahl  der  Träger  und  der  Name  des
Führers  eingetragen  war.  Sämtliche  Karawanen
hatten  sich  vor  Abgang  zur  Küste  mit  ihren  Lasten
fertig  zum  Abmarsch  auf  der  betreffenden  Station
zwecks  Revision  und  Aushändigung  des  Passierscheins
  zu  melden.

Da  im  Akonolinga-Bezirk  die  Pocken  um  sich
griffen,  wurden  zwei  Quarantänestationen  daselbst,
eine  in  Akonolinga,  eine  in  Abongbang  am  Njong,

eingerichtet.  Auch  im  Jebekollegebiet  bestanden
einige  Senchenherde,  ferner  zwischen  Kam  und
Ebolova.

Im  Südbezirk  traten  die  Pocken  hauptsächlich
auf  der  Straße  Lomie—Besam—Ngato—Seke—
Jukaduma  auf.  Die  Pockenherde  reichten  bis

2  Tage  nach  Ebolova  herau.  Bis  jetzt  ist  dank
le  getroffenen  Maßnahmen  ein  lUbergreifen
der  Seuche  in  den  Bezirk  Lolodorf  und
nach  der  Küste  ganz  vermieden.  Auch  das
ganze  Bane-Gebiet  ist  jetzt  seuchenfrei.  Indessen
waren  alle  Berichterstatter  aus  den  verseuchten
Gebieten  darin  einig,  daß  größere  (3000  Extra-)
Portionen  Lymphe  nötig  seien,  um  die  Massenimpfungen
  mit  Erfolg  durchzuführen.  Der  Gouverneur
  hat  daher  schon  vor  mehr  als  Monatsfrist
  telegraphisch  extra  je  weitere  3000  Portionen
Lymphe  pro  Monat  für  ein  Vierteljahr  voraus
erbeten.  Auch  wurde  eine  Verordnung  zur  systematischen
  Bekämpfung  der  Pocken  erlassen.

kKe#ka-  und  Obang-Cond.')
(Hierzu  eine  Kartenfstizze.)

Der  Zweck  meiner  Reise  war  einmal  die  Erkundung
  des  bisher  unbetretenen  Gebietes  zwischen
der  Keaka=  und  Obang-Landschaft,  sodann  die
Einsetzung  eines  Gerichtstages  in  Kembon  (Grenze
Keaka-Banjangland)  und  endlich  der  Besuch  des
Obanglandes  selbst.

Da  es  wenig  wahrscheinlich  war,  daß  das
ganze  Gebiet,  welches  auf  der  Karte  von  Moisel
1:250  000  (1900  bis  1902)  in  dem  Rechteck
9°  bis  9°  20“  östl.  Länge,  5°  20“  bis  5  407
nördl.  Breite  als  weißer  Fleck  erscheint,  unbewohnt
  sein  sollte,  wurde  weder  der  östliche  noch
der  westliche  Weg  zum  Obangland  (5°  257°  n.  B.)
gewählt,  sondern  ein  direkter  Gebirgspfad,  der
von  Kembon  (Keaka)  in  südlicher  Richtung  nach
Bakore  (Obang)  führt.  Bei  dieser  Gelegenheit
stellte  sich  heraus,  daß  die  Hälfte  dieses  Gebietes
dicht  bevölkert  und  mit  großen  Farmen  kesetzt
ist,  die  andere  Hälfte  dagegen  aus  Urwald  besteht,
in  dem  sich  große  Bestände  von  Gummi  befinden.

*7  Bericht  des  Bezirlsamtmanns  Dr.  Mansfeld

in  O  ssidinge  über  eine  vom  10.  bis  23.  Jannar  1907
ausgeführte  Dienstreise.

 

Es  wurden  dreizehn  Orte  festgestellt,  von  denen  bisher
  nicht  eiumal  der  Name  bekannt  war.  Der  Pfad
wurde  sofort  zu  einem  5  Meter  breiten  Weg
ausgehauen;  auf  diesem  ist  das  Obangland  von
der  Station  aus  nunmehr  in  drei  Tagen,  stan
wie  bisher  von  Osten  oder  Westen  her  in  viereinhalb
  Tagen,  zu  erreichen.

Da  alle  dreizehn  Orte  in  einem  gewissen
Abhängigkeitsverhältnis  zu  Kembon  stehen,  so
wurde  durch  Wahl,  an  der  sich  sämtliche  Orte
zu  beteiligen  hatten,  ein  Oberhäuptling  eingesetzt.

Die  Annahme,  daß  die  sämtlichen  Gebirgswässer
  dieser  Gegend  sich  zu  dem  großen  Bach
Bakurum  in  nordwestlicher  Richtung  vereinigen
(auf  der  Karte  durch  punktierte  Linien  angegeben),
bestätigt  sich  nicht;  vielmehr  bilden  alle  Bäche
dieses  Gebirgszuges  den  Nebenfluß  Bafu,  der,  in
nordöstlicher  Richtung  mit  dem  Balifluß  vereinigt,
  bei  Mamfe  in  den  Croß  mündet.

Gelegentlich  der  linguistischen  Arbeiten  wurde
konstatiert,  daß  der  südlichste  Ort  des  Bezirkes
Bäru  nicht  mehr  zu  den  Obangs,  sondern  bereits
zu  den  Banjangs  gehört,  sodann,  daß  der  etwa
1½  Stunden  südwestlich  davon  hoch  im  Gebirge
isoliert  gelegene  Ort  Barika  lauf  der  Karte
fälichlich  mit  „Mukuri“  bezeichnet,  dun  Mukuri  —

Berg),  der  eine  Art  Sklavendorf  für  Barn  z
sein  scheint,  von  einem  versprengten  Bakwiristamm
gegründet  ist.  Sprachvergleichende  Studien  zeigten,
daß  dort  der  Dialekt  nur  wenig  von  dem  Buea-Dialekt
  abweicht.

Statistische  Aufnahmen  ergaben  ferner,  daß
bei  genauer  Zählung  die  Bevölkerungsziffer  bei
weitem  größer  ist,  als  früher  schätzungsweise  angenommen
  wurde.  So  stellte  sich  heraus,  daß
das  Keakaland  1168  erwachsene  Männer  besitzt
und  die  Gesamtbevölkerung  etwa  1000  beträgt,
während  frühere  oberflächliche  Schätungen  die
Zahl  2000  angenommen  hatten.

75

Togo.
Quarantãne  ũber  den  Besirk  Anecho.

Am  20.  März  d.  Is.  wurde  über  den  Bezirk
Anecho  in  Togo  eine  Quarantäne  durch  Verordnung
  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Togo
eröffnet.  Die  Veranlassung  dazu  war  ein  Todesfall,
  welcher  nach  seinem  Krankheitsverlauf  und
Sektionsbefund  als  Gelbfieber  angesprochen
werden  mußte.

7
        <pb n="479" />
        Skizze
zu  dem  Berichte  des  Bezirksamtmanns

OnMansfeld

über  seine  Dienstreise  nach  dem

0  8  ANC-LTAND- 



 

 

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Rec.v.  M.  M.

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        W  402  2#

Der  Handel  des  Schutzsgebiets  Ramerun  im  vierten  Viertel  des  KRalenderjahres  1906  im  Vergleich  mit
dem  gleichen  eitraum  des  vVorjahres.)
I.  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  über  die  fiüftengrenge  einschließlich  Garuas.

 

Beuennung  der  Warengruppen

1906
Wert  Mk.

Im  Im
IV.  Viertel  IV.  Viertel

1905

Wert  M.

Zunahme

Wert  Mk.

Abnahme

Wert  Mi.

 

A.  Einfuhr.
.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft

sowie  der  zugehörigen  Rebengewerber

 

 

 

 

 

 

 

 

a)  Korn=  und  Hülsenfrüchte  192  03.  222  287  10  253
b  Anollengewächse.  Gemüse  und  F.  Fr  rüchte  46  634  35  682  10  952
□#  Koloniale  dornsdboegeneid  Genusmittel.  233  351  165  65.1  67  697
h  Getränke  laußer  Mineralwasser)  .  260  006  213  294  16  712
.  Sämereien,  lebende  Pflangen  und  Futermiel  .  678  1  119  471
!)  Faserpflanzen  .  84  -  84
#  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  72  149  29  939  12210
Zusammen  I.  804  936  668  005  136  931
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse:
Lebende  Tiere  .  3  037  õ  194  —  2  157
u)  Fleisch  zu  tierische  Er-  zeugnisse  aller  Art  .  416  246  306  815  109  431  —
Zusammen  II  419  283  312000  107  274
III.  Mineralische  und  sossile  Rohstoffe,  W*  25  655  165  453  60  202
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  O  ...  *  360  27365  22  004  —
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzengnisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmittelm:.  128  413  95  079  33  3371
VI.  Tertil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  2
laußer  Lederwaren)  1  321  151  1  061  921  259.27
VII.  Leder  und  #s  Lederwaren.  Wachstuch.  zurrichnerwanen  51  437  39  041  12  396
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  39092  2  335  1  657
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren  .  98  950  18915  50  035
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  literarische  u.  Kunstgegenstände  :38  5607  3  225  18342
XlI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswa  .  108  700  3210  145  460  —
XII.  Metalle  und  Maeellwaren“  faußer-  Anstrumenten.  Maschinen
  und  Waffen
a#)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbszeug  4416090  10  788  33911
bl  Fabrikate  378  790  351  984  21  806
Zusammen  2  418  4689  362  772  55  717  —
XIII.  Insirmnente,  Maschinen  und  ahr  Feuge  153  548.  113  061  10  487
XIV.  Waffen  und  Munition  29  332  52  062  —  22  730
XV.  Geld  316  086  15  104  300  982  -
;1,uimnmc111bi-JXV..—11679()8  —
D(1,;ttdicEinfuhrübel-Gaum.  50  304  nicht  Lesonders  angegeben.
Summe  der  Einfuhr  1218212  3046590  1  1171  622
B.  MRusfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowic  der  zugehörigen  Nebengewer  —ss
al  Ergeugnisse  des  Landbaues  1  131  463  1178  706  *“  7243
b)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  812  025  773  543  68  182  —
««,uiannncnl.  19734881952249  21  239
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse  279  804  17J  637  42  167
III.  Mineralische  und  fossile  obstoise  716  1330  614
IV.  Grwerbüiche  Erzenguis  10  829  3035  7794  —
V.  Geld  —  1600  —  1  600
Zusammen  I  ois  2264  837  ·
Dazu  vie  Ausfuhr  über  Garta.  50  023  nicht  besonders  angegeben.

Summe  der  Ausfuhr

2314  860

 

Gesamthandel

6  533  072

e)  Vergleiche  Deutsches  Kolonialblatt  1907,  Seite  160  ff.

2  195  851
5212  441

119009
1200  631
        <pb n="481" />
        W  403  20

Wichtigste  Warenpositionen.

 

 

 

 

 

Beucenunn  Im  IV.  Viertellm  IV.  Viertel  2
der  6“  des  Jahres  1906|des  Jahres  1905  zunahme
Waren  Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert
kg  Mk.  kg  Ml.  kg  Mkl.
A.  Einfuhr.
R  «  652  797  1412  8900  875  244.  179  3568  —  —
Mehl  und  Bockwaren  8  959,  12915.71193  382387766  1677
.  abal  151  3531  179  627197555°  111  62553  798.  68  002
alahabrilate  .  ...  2286  50  371  2726  28278  —  2098
lille  Weine  Liter6895  29  62023931  26  6729  2953
Branntweine  aller  2  Liter333  284  164  111330  034  128  650)53250  35  152
Bier  Liter226  415  44005820  34  52446  022,  10  916
Hau=  und  Autzbon  533  240  72  140209  132  209  912223  817  12237
Fleisch,  Fische,  Eier,  Milch,  Honig  und
sonstige  tierische  Nahrungsmittel  24688  630  381:389  306  8151  107  241  108  989
Bement,  Kalk,  Kreide,  sonstige  Erden
—  und  Steine  791.006  580  266  27  195]  213  740  26326
K  1779  361  1  299  717  72  915|79  614  438  359
aälepten  Vrauntoblen.  Briteits  583  075  719  066  360  601  —  —
Petroleum  .  (»1«0"16-  75  904  17691  —  —
Seifen  aller  Art  76  722  25  ½:  58  754  16552  17968  9215
Gewebe  aller  AÄr-r  263180,  9413551  239  641  808  5661  23  839  132  789
Leibwäsche,  Kleider,  Hüte,  Mützen,  Posamentierwaren,
  Schirme,  Filzwaren  90  203  319  864451  672  232  339928  621.  117  525
Men.  eiserne  -Zchienen  Stangen.  «  ç
Blö  86  208  30  20  24  958.  8441  61  250  21  767
Gellblech  .  132  og8  56  1644  91  427.  26  628  41  511  29  536
Eisenwaren,  nicht  besonders.  genannt  4205  381  262  300  —  —
Waren  aus  anderen  unedlen  Metallen  4745122  752  30  035.  58717|/  54  710  64  035
Feuerwassen  (1  Maschinengewehr).  Stück  2261  11985  1  6144  32293  —  —
Goldmünzen  --  —I—-  «  30  —  —
Silbermüngen  305  086  14  804  200  282
B.  Ausfuhr.
Nalao  550  e  70r  529  2689]  70  275  687  479  –
Palmklerne  2  293  177  155  228/2  010  157  350  110|283  020  105  118
Palmöl  415  626  134  112  353  887  108  7471  91939  25  665
Bau-  und  zubol  1941  771  12  8644  51  655  –  —
nanuchnk.  175  335  5  799  109%  195  884  721  463  77646
Elfenbein  11  629.  2713127  16694  232  397  41  915

II.  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels.  über

 

 

 

 

die  Grenzen  des  Ssanga-Igokhogeblets.

Abnahme

Menge  Wert
#rg  Mr.

222  447i  36  468

10  —
–
136  011  4200
10  731  1136

1#20077  70  4
1418|  20  308
—  8000

220  245  158  211

109  178.  8  791
20  540
2005

 

 

 

 

 

Im  Im  #
Beunuennung  der  Waren  gruppen  IV.  Liertel  IV.  Viertel]  Zunahme  Abnahme
1906  1905
Wert  MI.  Wert  Mk.Wert  Mk.]  Wert  Mk.
A.  SEinkuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowic
  der  zugehörigen  Nebengewerbe  .
a)  Korn  und  Hülsenfrüchte.  .  .«  1919  2  586  —  667
bl.  Anollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  .  .  931  616  315  —
4)  Roloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genußmittel.  4132  3  751  381  —
4  Getränke  (außer  Mineralwasser)  2138  3  947  —  1809
(4)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Futterminet  —  —  –
)  Faserpflanzen  .  ...  -  —  —  —
8)  Erzeugnisse  der  Forstwirrschaft.  —  —
Zusammen  1  9120  10  900  —  1780
II.  Tiere  und  birrische  Erzeugnisse:
a)  Lebende  Tie  *ê  —  —
b)  Fleisch  und  nerische  Er  rzeugnisse  aller  Art  451  3295  1156  —-.,mmsmccnn
  4451  3  295  1156  —
        <pb n="482" />
        G  404  2
Im  Im
JVierte  NMier  ⁊  9
Benennung  der  Warengruppen  IV.  Viertel  IV.  Viertel  Zunahme  Abnahme
1906  1905

Wert  Mk.

Wert  Mk.

Wert  Mk.

Wert  Mk.

 

 

1024

 

 

 

 

III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  853  171
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen.  ...  475  339  136
V.  Chemische  und  pharmageutische  Erzeugnisse  (außer  «-Schießbedarf
  und  Sprengmitteln).  767  207  560
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  *
(außer  Lederware  19  361  11  638  4726
VII.  Leder  und  Leder  onen.  Wachsuuch.  ürichnerwaren  857  707  150
VIII.  Gummi=  und  Kautschulwaren  -  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren  .  40  40
X.  Papier=  und  Pappwaren,  literarische.  und  unstgegenstände
  .  67  339  «  292
XI.  Stein-,  Ton-  und  Glaswaren  487  113  374
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Instrumenten.  Maschinen
  und  Waffen):
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  Lalbzeng  —
b)  Fabrikate  14951  2241  12  710  —
Zusammen  XII.  14  951.  2241  12  710  "%
l
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahr  zeuge  316  170  146  I
XIV.  Waffen  und  Munition  484  327  157
XV.  Geld.  »  —
Gesamteinfuhr  52363  34  189  18  17.1
B.  Rusfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowic
  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Ergeugnisse  des  Landbaues  —  —  —
b)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  (nur  Kautschul)  44  600  41  440  3  160
II.  Tiere  und  tierische  Ergeugnisse  (nur  Elsenbein  22  105  19  243  2  862
III.  Mineralische  und  fossile  Nohstoffe  —  —  —
IV.  Hewerbliche  Erzeugnisse  80  100  20
V.  Geld  ——  —  —  —
Gesamtausfuhr  66  785  60  783  6002  —
Gesamthandel  119  148  91972  24  176

III.  Gesamthandel  des  gan

Einsuhr  über  die  Küstengreuze  leinschl.  Garna)
-.Biinnengrenze  (Ssanga-  Ngokogebiet).

Gesamteinfuhr

Musfuhr  über  die  Küstengrenze  (einschl.  Garna)
.  Ainnengrenze  (Ssanga-  Ngotogebiet).

Gesamansfuhr

Gesamthandel

zen  Schutzgebiets.

 

 

1218212  3016  590  1  1  171.622
52  363  34  189  18  174  —
1270  575  3080  77y)189790U
23141  860  2  195850%%%
66  785  60  783  6002
2381  005  2250  634|25011½

 

 

6652220

5337  413

 

1314  807

Vorläufige  Übersicht  über  den  Handel  des  Schutzgebiets  im  Kalenderjahre  1906  im  Vergleich

  mit  dem  Handel  im  Kalenderjahre  1905:

 

Im  Jahre  1906  Im  Jahre  1903  Zunahme  Abnahme
Einfuhr  13  262  513  13  467  113  —  204  600
Ausfuhr  9  945  903  9  315  187  630  716  —
Gesanithandel  23208  416  22  782  300  426  116
        <pb n="483" />
        G  405  20

Samoa.
Der  Vulkan  auf  Savall.
(Mit  2  Karten.)

Bezirksamtmann  Williams  gibt  unter  dem
10.  August  1906  einen  überblick  über  die  seitherige
  vulkanische  Tätigkeit  auf  Savaii,  soweit  sie
zu  unserer  Kenntnis  gelangt  ist.  Er  schreibt:
Seit  dem  Ansbruch  des  Vulkaus  ist  nunmehr
über  ein  Jahr  verflossen.  Ich  habe  von  Zeit
zu  Zeit  über  seine  Tätigkeit  berichtet  und  will
jetzt  die  Ergebnisse  meiner  Wahrnehmungen  zu—
sammenfassend  darstellen.

Während  infolge  des  vulkanischen  Ausbruchs
im  Jahre  1902  durch  Erdbeben  mauches  Besitztum
  zerstört  wurde,  zeichnet  sich  der  diesjährige
Ausbruch  durch  geringere  Erdbeben,  aber  längere
Dauer  und  erheblich  größeren  Lavaausfluß  aus.

Ich  habe  die  Entstehungszeit  des  Vulkans,
durch  den  Aopo  zerstört  worden  ist,  zu  ermitteln
versucht.  Was  ich  in  Erfahrung  bringen  konnte,
stammt  von  einem  sehr  alten  Manne,  der  im
Jahre  1830,  als  die  Mission  nach  Matantu  kam,
tätowiert  wurde.  Ihm  überlieferte  sein  damals
schon  sehr  alter  Vater  die  Geschichte  des  Vulkans,
wie  er  sie  von  seinen  Vorvätern  gehört  hatte.
Wir  können  daher  als  sicher  annehmen,  daß
dieser  Ausbruch  mehr  als  150  Jahre  zurückliegt,
während  die  beiden  letzten  Ausbrüche  nur  ein
Zeitraum  von  3  Jahren  trennt.

Die  Entfernung  zwischen  dem  Vulkan  unbekannten
  Datums  und  dem  von  1902  beträgt
rund  8,  zwischen  dem  von  1902  und  dem  von
1905  etwa  13  km.  Bei  allen  dreien  sloß  die
Lava  seewärts;  während  jedoch  die  Lava  des
VBultans  unbekannten  Datums  meist  nach  Westen
floß,  hat  der  Lavastrom  des  Vulkans  von  1902
die  entgegengesetzte  Richtung  genommen.  Der
Ausbruch  des  Vulkaus  unbekannten  Datums  muß
ein  bedeutend  hestigerer  gewesen  sein,  als  der
des  Vulkans  von  1905,  da  er  eine  viel  größere
Bodenfläche-  mit  Lava  bedeckt  hat,  und  ferner
auch  ein  viel  plötzlicherer,  wenigstens  nach  der
Beschaffenheit  des  Lavafeldes  zu  schließen,  auf
dem  diesmal  keine  so  mächtigen  Blöcke  in  so
weiter  Entfernung  von  der  Ausbruchstelle  zu
finden  sind,  wie  auf  dem  Lavafelde  des  alten
Vulkans.  Ich  spreche  von  „plötzlicherem  Ausbruch“,
  denn  ich  habe  beobachtet,  daß  Lava,  die
etwa  1  m  in  der  Sekunde  fließt,  ein  ebenes  und
gut  gangbares  Lavafeld  bildet  (so  wie  es  jetzt
nahe  der  Küste  ist),  sobald  sie  weit  genug  vom
Krater  entfernt  ist,  um  nicht  mehr  von  ausgeschleuderten
  Steinen  berührt  zu  werden.  Bei
dem  Vulkan  unbekannten  Datums  ist  jedoch  —
obwohl  die  Entfernung  von  der  Ausbruchstelle
größer  ist  —  das  Lavafeld  noch  nahe  der  See
it  starkem  Geröll  belegt.  Der  Krater  selbst

 

 

mißt  vom  Gipfel  bis  zum  Fuße  ungefähr  400  Fuß
und  ist  mit  Vegetation,  (zum  Teil  mit  kleinen
Bäumen)  bedeckt;  er  hat  die  Form  einer  Mulde,
ohne  an  irgend  einer  Stelle  seitliche  Ausflußstellen
  aufzuweisen.  Dem  Krater  nach  zu  schließen,
sollte  man  nicht  für  möglich  halten,  daß  er  eine
solche  Verwüstung  anrichten  konnte.  Ich  glaube
mit  Bestimmtheit  annehmen  zu  können,  daß  die
Krater  von  1902  und  1905  auf  ein  und  demselben
  Gebirgsgürtel  ruhen;  auch  bin  ich  der
Ansicht,  daß  der  Krater  von  1905  schon  früher
tätig  war.  In  einem  Umkreis  von  etwa  einer
Meile  trifft  man  nämlich  auf  Strecken  schweren
Lavagerölls,  das  unmöglich  von  dem  neuen  Ausbruch
  herrühren  kann.

Die  große  Schnelligkeit,  mit  der  die  Lava
auf  der  einen  Seite  des  heutigen  Vulkans  hinunterfloß,
  wäre  nicht  schwer  zu  bestimmen  gewesen;
um  sich  aber  ein  richtiges  Bild  davon  zu  machen,
denke  man  sich  eine  mächtige,  feurige  Meereswelle,
die  seitlich  dem  Krater  entströmt,  und  die  man
auf  den  ersten  200  Metern  ihres  Weges  gar  nicht
für  Lava  gehalten  hätte,  wenn  sie  nicht  so  viele
Steine  mit  sich  geführt  hätte,  und  wenn  nicht
späterhin  auch  flüssige  Lava  über  den  Kraterrand
geflossen  wäre.  Der  Lavastrom,  welcher  sich
gegen  Toapaipai  richtete,  begann  in  einiger  Entfernung
  vom  Krater  in  einem  Flußbett  abwärts
zu  fließen  und  verließ  es  trotz  der  vielen  Windungen
  nicht,  bis  er  sich  in  die  See  ergoß.  An
manchen  Stellen  war  die  Lava  breiter  als  2  bis
10  Fuß,  aber  nirgends  ließ  sie  sich  in  ihrem
Laufe  abbringen.  Die  Masse  der  Lava  des
Kraters  würde  schwer  anzugeben  sein,  doch  wurden
viele  Täler  mit  Lava  aufgefüllt,  von  denen
einige  tiefer  als  400  Fuß  und  beinahe  ½  km
breit  waren.  Der  Strom  in  die  See  stammt
zweifellos  von  keinem  neuen  Krater,  sondern  die
Lava  läuft  lediglich  vom  Krater  aus  unter  dem
erkalteten  Lavafeld  fort.  Da  wo  die  Lava  in
die  See  fließt,  ist  das  Meer  sehr  tief,  so  daß  die
Küstenlinie  noch  nicht  verschoben  wurde.  In  der
See  bilden  sich  übrigens  hier  eigenartige  brüchige

Lavaformationen.  Bis  jetzt  wurde  in  keiner
Weise  die  Küstenschiffahrt  beeinträchtigt;  nur

zwischen  dem  Außenriff  und  dem  Lande  von
Saleaula  hat  sich  so  viel  Lava  angesammelt,  daß
sowohl  die  Bootspassage,  als  auch  die  Fischereiplätze
  innerhalb  des  Riffs  zerstört  sind.

Die  verheerende  Wirkung  der  Asche  und  der  Gase
des  Vulkans  wurde  am  schwersten  in  dem  Gebict
Olonono  empfunden,  das  den  Windströmungen
besonders  stark  ausgesetzt  ist.  Auch  der  Lavaansfluß
  in  die  See  bei  Asuisui,  welche  kochende
Wassersäulen,  zuweilen  500  Fuß  hoch  emporsendet,
erzeugt  giftige  Gase,  welche  durch  den  Wind  auf
Matautu  zugetrieben  werden  und  hier  die  Bänme
schädigen.  Auf  diese  Weise  wurden  die  Blätter
        <pb n="484" />
        G  406  20

der  Brotfruchtbäume  und  der  Bananen  zerstört;
es  ist  nicht  ausgeschlossen,  daß  bei  längerer  Dauer
eine  große  Hungersnot  unter  den  Eingeborenen
entsteht.  Neuanpflanzungen  sind  zwecklos.  Die
Gase  sind  fast  schlimmer,  als  ein  Lavastrom,
denn  oft  fiel  die  Vegetation,  die  außerhalb  des
Bereichs  der  Lava  war  und  von  dieser  verschont
blieb,  nachträglich  den  Gasen  zum  Opfer.

Die  Eingeborenen  scheinen  sich  der  Hoffnung
hinzugeben,  daß  der  Vulkan  am  Ende  seiner
Wirksamkeit  angelangt  sei,  obwohl  der  Vulkan
gerade  noch  so  tätig  ist,  wic  vorher;  ich  befürchte
am  meisten  die  Wirkung  der  Gase  auf  die  umliegende
  Vegetation,  da,  wie  gesagt,  der  angenblicklich
  sehr  tätige  Vulkan  seine  Lava  an  einem
Platze  ausfließen  läßt,  wo  er  keine  Zerstörung

anrichten  kann,  die  vernichtende  Wirkung  der
Gase  aber  fortgesetzt  weiteren  Schaden  verursacht.


Nach  einem  späteren  Bericht  des  Amtmanns
Williams  (von  Ende  Dezember  v.  Js.)  über
die  Tätigkeit  des  Vulkans  fährt  der  letztere  unausgesetzt
  fort,  an  vier  verschiedenen  Stellen  der
Küste  Lava  in  das  Meer  zu  ergießen,  so  daß  das
Wasser  bis  1½  Seemeilen  vom  Strand  warm  ist.
Das  Dorf  Asuisui  ist  zerstört.  So  lange  diese
Lavaergüsse  andauern,  scheint  die  Gefahr  für  die
Nachbargebiete  vermindert  und  die  Bevölkerung
hat  sich  daher  auch  ziemlich  beruhigt.  Ua  sami
(Ua-Regen,  sami=  Salzwasser)  macht  sich  nicht
mehr  bemerkbar.  Unter  „us  sami“  verstehen  die
Samoaner  den  feuchten  Niederschlag  der  Wasserdämpfe,
  die  durch  die  Erhitzung  des  Meerwassers

 

seitens  der  einfließenden  Lava  entstehen,  und  die,
durch  den  Wind  landeinwärts  getrieben,  infolge
ihres  Gehaltes  an  Salz=  und  Schwefelsäure  auf
die  Vegetation  zerstörend  wirken.

 

b)  Übersicht  über  die  Stammeszugehörigkeit
der  auf  Samoa  lebenden  nichtsamoanischen

 

 

 

 

 

Südseeinsulaner  nach  dem  Stande  vom
1.  Oktober  1906.
*

2E  5  ZBZu—

Rasse  2  am-8
  E  E&amp;amp;  men

1.  Tongng63  55  38  2915
2.  FJi.  26  2  3  —;  31
3.  Niue  .  .  ...  94  39  17  171167

4.  Salomons-Inseln

  .  .  .  .  137  16  7  565

5.  Uea  u.  Fotuna  23  1  1  227
6.  Rotumoah  3  2  2  34
7.  Rarotonga  6  4  1  112
8.  Tokelan  4  4  2  —10
9.  Ellice-Inseln5  3  3  3
10.  Gilbert-Inselu  6  4  4  2  16
11.  Hawaii  1  —  —  —  1
12.  Tahiti  1  —  —  —11
13.  Java.  .  .  ..  1  —  —  —  1

Zusammen  314  131  78.  61584“)

*)  Mit  Ausnahme  von  4  Personen  ad  5  sämtlich

in  Upoln.

Eingeborene  Bevölkerung  des  Schutzgeblets  Samoa.

(Nach  dem  Stande  vom  1.

Oktober  1906).

a)  Gesamtbevölkerung  (Samoaner  und  andere  Südseeinfulaner).

 

 

 

 

 

 

Erwachsene  Kinder  Gesamtbevölkerung
Wohnort
*  Männer  Fr.  Zu-J  Kuab  Zu=  Männ=  Weib=  Zu-"
  anner.  Jrauen  sammen  na  en  id  sammen  lich  lich  sammen
I  .
Samoaner:
Upolu  (einschl.  Manono  E
und  Wolima)  6  185  5  888  12  0734365  »  4224  8  589  10  550  10  112  20  662
Savai  3  935  3  675,.  7610.2  663,  2543  5206|  6598  6  218  12  816
Summe  10  120  9  563  19  683  7028  6767  13  795  17  148  16  330  33  478
Nichtsamoanische  Südseeinsulaner"
  .  314  131  445  78  61.  139  392  192  584
Gesamisemise  10  131  9694  20  1n  7106  6  828  13  93417  540  16  522  34  062

*)  Mi##  Ansnahme  von  4  Personen  sämtlich  in  Upolu  wohnhaft.

sind  hierunter  nicht  mit  nachgewiesen.)

(Die  eingeborenen  Kontraktarbeiter
        <pb n="485" />
        Zu:  Deutsches  Kolonialblatt  Nr.  9,  1907.

Sosuno

 

 

        

———
Skizze  zum

Vulkan-Ausbruch  in  Sawaii
1906

von  Heaidlen.
1  1

 

     
        

 

é%imes

kem

It—[  ikM#####
AMNeue  Ausflubslellen,  lege
        <pb n="486" />
        <pb n="487" />
        W  407  20

nochwessung  der  Brutto-Sinnapmen  bei  den  Jollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch  -oftafrikanischen
Schutzgebiets  1  im  Oonat  Movember  1906.

 

 

Einfuhr=  Ausfuhr—  Sal  Neben-  Insgesamt

 

 

,  *  Herbrauchs  vs-b,.  Insgesamt  1906  Zunahme  Abnahme
Zolluelle  zoll  zoll  le  #Einnahmen,  1905  a)
Aup.  H.]  Rup.  O.]  Rup.  H.]  Rup.  O.]  Rup.  H.öMarf.]  Mark  Pf.]  Mark  Pf.  Mark  Pf.
Schirati.  1  15935  399  77  5  25  2  52  156680]  208919)  2728  451  —  —  639  26
Muansa-  120508  S,  5  33  1  27,  51  27.828  21727.7  623  0323  771  G|1351  333  —  —
Bukoba  1·  9045  45]  120  a1,5  3  323  S47%  1  796  0710  531  6521264  11  —
Moscch  7/20%  665  86  20  860,5  3  0os  1  161  85  1  949  112131  61  —  —  182  18
Usumbura  167,  -U.  —  —  —  12  16743,22325  67  67  155  5841  —  —
LE  51  –  —  —  —  60  12,5  6552,5  8737  —  —  87  37—  —
Bismarckburg  150  132  85  —  —  10  62,51  14457,5  19  30|16  862  888  —1669  53
Unjita-Posten  —  —  —  —  25  2  —  —  7—  —  —
Neu-  Zangenburg  112½  —  —  —  1  „5  11351#  n  J74  —  —  151741  —  —
Mwasa  501  15  31  —  13  „  56010  74720  297  36  419  311.  —
Wiedhaffern—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  ——  ——
Ssongen  —  —  —  —  —  —  —  —————  —  —
Summe  in  Nup.7  905  2318082  6651427  20,5  14  7,5)  56  150  46  74  867  2815669171118175  57—“  —  —
WMt.  15054031124  110201  186  94  19  8374  867  28

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten.

Die  Hlamitische  Bewegung  in  Fransöslsch-Westafriha.  Aber  kaum  waren  die  geschilderten  Ereignisse
In  seiner  Eröffnungsrede  bei  einer  im  De-vorbei,  als  ein  ähnlicher  Vorfall  unser  Ansehen
zember  1906  stattgehabten  Sitzung  des  Gonver=  in  einer  benachbarten  Gegend  bedrohte.  Der
nementsrats  gab  der  General-Gouverneur  vonSultan  von  Zinder,  Amedon,  schmiedete  zusam-Französisch-Westafrika
  eine  Schilderung  verschie“  men  mit  einigen  Häuptlingen  und  Marabuts  der
dener  Ereignisse,  welche  mit  der  islamitischen  benachbarten  Gebiete  und  in  stillschweigendem
Bewegung  im  westlichen  Sudan  in  Zusammen=  Einverständnis  mit  einem  unserer  Dolmetscher
hang  stehen.  Aus  der  bedeutsamen  Rede  geben  ein  Komplott,  um  Anfang  März  den  Posten
wir  nachstehend  den  wesentlichen  hier  interessieren=  von  Zinder  zu  erstürmen  und  so  das  ganze
den  Inhalt  wieder:  Sultanat  gegen  uns  aufzuwiegeln.  Die  Wach-Im
  vergangenen  Dezember  (1905)  geriet  in=  samkeit  unserer  Offiziere  vereitelte  jedoch  diesen
folge  der  Predigten  eines  Marabuts  von  Sokoto  Plan;  der  Sultan  und  seine  Mitschuldigen  wurein
  Teil  von  Dierma-Ganda  in  Aufruhr.  Zwei  den  festgenommen,  töteten  sich  selbst,  bevor  ihnen
Grenzwächter  und  der  Leutnant  der  Kolonial=  der  Prozeß  gemacht  und  zu  ihrer  Hinrichtung
infanterie  Fabre  wurden  ermordet;  ein  anderer  geschritten  werden  konnte.
Offizier,  Leutnant  Tailleur,  wurde  bei  der  Nieder-  Später  machten  die  Ereignisse  in  Tagant  ein
werfung  des  Aufstandes  getötet.  Dank  der  rasch  bewaffnetes  Einschreiten  unsererseits  erforderlich.
ergriffenen  Maßnahmen  des  militärischen  Kom-NSeit  unserem  Vordringen  in  Mauretanien,  insmandanten
  dieses  Gebietes  unterwarfen  sich  die  besondete  seit  unserer  Besetzung  von  Tidjikia,
Aufständischen  alsbald  und  erhielten  Ende  Januar  erregte  einer  der  angesehensten  Marabuts  von
die  Erlaubnis,  wieder  in  ihre  Dörfer,  die  sie  aus  Südmarokko,  der  Scheich  Ma-el-Alnin-ould-Mo-Angst
  vor  unseren  Streitkräften  verlassen  hatten,  hammed-el-Fadel,  welcher  vom  Maghzen  gern
zurückzukehren.  Die  Haupträdelsführer,  die  uns  gehört  und  in  der  Wüste  sehr  verehrt  wird,  fortin
  die  Hände  gefallen  waren,  wurden  vor  die  während  systematische  und  sehr  tätige  Opposition
ordentlichen  Gerichte  gebracht,  während  der  An--  gegen  unsere  Herrschaft.  Seine  Sendlinge  trieben
stifter  des  Aufstandes,  der  Marabut  Sai-Bou,  sich  sich  überall  im  Lande  zwischen  Segunt-el-Hamra,
nach  Sokoto  flüchtete,  von  wo  er  gekommen  war.  Adrar  T'mar  und  Tangant  umher,  sammelten
Dort  setzte  er  sein  Treiben  fort  und  bereitete  so  auch  die  Andersgläubigen,  zogen  Zögernde
unseren  englischen  Nachbarn  die  gleichen  Schwierig=  mit  sich  und  verschafften  außerdem  im  stillkeiten
  wie  uns.  Er  wurde  jedoch  von  ihnen  schweigenden  Einverständnis  mit  einigen  eurobald
  festgenommen  und  hingerichtet.  Seitdem  päischen  Abenteurern  den  Wüstennomaden  moderne
herrscht  Ruhe  in  Djerma.  Waffen.  Schon  im  Jahre  1905  schickte  der  Ge-=
        <pb n="488" />
        408  20

nannte  einen  Sendling  Namens  Monlai-Idriß
nach  Adrar.  Dieser  gab  sich  als  Scherif  und
als  Verwandter  des  Sultans  von  Marokko  aus,
stellte  sich  auch  als  von  diesem  gesandt  vor  und  legte
sich  die  Würde  eines  Kaid  bei,  während  doch  die
Emire  von  Adrar  seit  langen  Jahren  mit  uns
Berträge  geschlossen  und  sich  unserem  Schutze
anvertraut  hatten.

Monlal-Idriß  trieb  sehr  tätig  Propaganda
gegen  unsere  Verwaltung,  und  es  gelang  ihm,
eine  Anzahl  Andersgläubiger  der  Idaualh,  der
Trarza  und  der  Brakna,  welche  sich  seit  unserer
Festsetzung  in  Mauretanien  nach  Adrar  zurückgezogen
  hatten,  auf  seine  Seite  zu  bringen.  Zu
ihm  gesellten  sich  dann  noch  einige  Bou-Sba,  die
immer  auf  eine  Gelegenheit  zum  Rauben  lauern,
ferner  noch  einige  Meschdouf  und  Laghlal,  mit
welchen  er  dann  Ende  September  eine  Harka
bildete,  um  an  deren  Spitze  gegen  Tagant  zu
ziehen.  Ende  Oktober  kam  er  vor  die  Feste
Coppolani  und  richtete  an  den  Kommandanten
die  Anfforderung,  Tagant  zu  räumen.  Eine
durch  den  Hauptmann  Tissot  gegen  ihn  ausgesandte
  Aufklärungspatrouille  wurde  überrumpelt
und  wir  hatten  dabei  den  Verlust  von  zwei
Offizieren,  die  Herren  de  Franssu  und  Andrieux,
zwei  Unteroffizieren,  der  Sergeanten  Fleurette
und  Philippe,  und  einiger  Schützen  zu  beklagen.
Infolge  dieses  unerwarteten  Erfolges  ging  alles,
was  es  an  Räubern  in  der  Gegend  gab,
öu  den  Banden  des  Mounlai-Idriß  über,
und  der  Posten  Tidjikia  wurde  belagert.  Er
wurde  am  17.  November  angegriffen.  Der
Angriff  aber  wurde  enutschieden  zurückgewiesen
und  der  Feind  in  die  Flucht  geschlagen,  nachdem
er  70  Tote  am  Platze  gelassen  hatte.  Unterdessen
war  in  Saint-Louis  rasch  eine  Hilfstruppe  ausgerüstet
  worden,  welche  unter  der  Führung  des
Oberstleutnants  Michard  am  2.  Dezember  Tidjikja
glücklich  erreichte.  Bei  seiner  Annäherung  hatten
sich  übrigens  die  Banden  des  Moulai-Idriß  zurückgezogen,
  wobei  sie  sich  wieder  nordwärts  nach
Rachid,  ungefähr  30  km  von  der  Feste  Coppolani,
wandten.  Man  hat  unnn  allen  Grund,  anzunehmen,
  daß  es  den  Streitkräften,  die  dem  Oberstleutnant
  Michard  zur  Verfügung  stehen,  gelingen
wird,  Tagant  bald  ganz  von  den  Aufständischen,
die  uns  der  Scheich  Ma-el-Ainin,  im  Namen  und
unter  der  angeblichen  Obrigkeit  des  Sultans  von
Marokko,  auf  den  Hals  gehetzt  hat,  zu  säubern.

So  schmerzlich  auch  die  Ereignisse  infolge  des
Todes  unserer  Offiziere  und  Unteroffiziere  sein
mögen,  so  ist  doch  zu  bedenken,  daß  es  sich  nur
um  zwei  Fälle  von  Rebellion  handelt,  die  an
unserer  äußersten  Grenze  und  dazu  noch  in
Gegenden,  in  welchen  wir  noch  recht  wenig
Tätigkeit  entfaltet  hatten,  Platz  gegriffen  haben.
Es  ist  aber  von  Wichtigkeit,  die  Beobachtung  zu

 

machen,  daß  sie  im  übrigen  keine  Rückwirlung
auf  die  islamitische  Bevölkerung,  die  schon  länger
unter  unserer  Herrschaft  ist,  ausgeübt  haben.
Wenngleich  diese  Ereignisse  untereinander
keinen  tatsächlichen  Zusammenhang  haben,  so  verdienen
  sie  doch  in  einem  Punkte  unsere  Aufmerksamkeit.
  Sie  geben  ebenso  wie  die  Zwischenfälle,
welche  sich  in  den  letzten  Jahren  in  den  verschiedenen
  islamitischen  Ländern  im  afrrikanischen
Süden,  in  Agypten,  in  Tripolitanien  und  in
Marokko  ereignet  haben,  und  wie  die  Ereignisse,
welche  sich  im  verflossenen  Jahre  in  Banamba
und  in  Bondonkon  entwickelt  haben,  Zeugnis  für
eine  seit  etwa  zwei  Jahren  in  der  islamitischen
Welt  stattfindende  Gärung.  Es  würde  auch  zu
weit  führen,  an  dieser  Stelle  ihren  Ursachen  in
einer  Richtung  nachzugehen,  welche  mehr  in  das
Gebiet  der  europäischen  als  derjenigen  der  Lokalpolitik
  gehört.  Diese  Bewegung  muß  im  Ange
behalten  werden.  Zu  dem  Zwecke  hat  der  Gonverneur
  Roume  seinen  Untergouverneuren  aufgetragen,
  die  fremden  Marabuts  aufs  strengste  zu
beobachten  und  nur  den  Tolbas,  welche  zu  Mokkadem
  gehören,  und  den  Sekten,  die  für  unsere
Sache  gewonnen  sind,  das  Umherziehen  zu  erlauben.
  Er  läßt  ferner  gegenwärtig  durch  den
Administrateur  Arnand  eine  große  Umfrage  über
die  Lage  des  Islams  in  Französisch-Westafrika
veranstalten  und  hat  sich  eutschlossen,  bei  dem
Gencralgouvernement  eine  besondere  Abteilung  zu
schaffen,  welche  die  Ermittlungen  über  den  Islam
äu  ordnen  und  die  an  alle  Punkte  des  Landes
ergehenden  Befehle  gleichmäßig  zu  gestalten  hat.
Es  ist  in  der  Tat  sehr  wichtig,  daß  wir  in
Französisch-Westafrika  eine  zielbewußte
islamitische  Politik  treiben,  die  den  Glanben
der  einzelnen  Stämme  achtet,  die  ihn  aber  auch
in  Bahnen  lenkt  zum  Nutzen  des  Fortschrits  und
der  abendländischen  Zivilisation  und  ihn  mithelfen
läßt  an  der  Ausdehnung  und  Größe  Frankreichs.

Übereinkunft  zwischen  Frankreich  und  Großbritannien,
  betreffend  die  Neu-Hebriden.
Eine  zwischen  Frankreich  und  Großbritannien
unterm  27.  Februar  1906  abgeschlossene  Übereinkunft
  hat  das  nachstehende,  von  den  beiderseitigen
  Bevollmächtigten  am  27.  Februar  1906
unterzeichnete  Protokoll,  betreffend  die  Neu-Hebriden,
  bestätigt:
PDrotokoll.
usw.
Allgemeine  Bestimmungen.
Artikel  1.
Gemeinsame  Verwaltung.
1.  Die  Inselgruppe  der  Neu-Hebriden,  einschließlich
  der  Banks=  und  Torres-Inseln,  soll  ein
        <pb n="489" />
        W  409

gemeinsames  Einflußgebiet  bilden,  worin  die  Angehörigen
  und  Bürger  beider  Vertragsstaaten
gleiche  Rechte  hinsichtlich  der  Niederlassung,  des
persönlichen  Schutzes  und  des  Handels  genießen,

wobei  jede  der  beiden  Mächte  über  ihre
Staatsangehörigen  die  unumschränkte  Gewalt
behält  und  weder  die  eine  noch  die  andere

eine  besondere  Herrschaft  über  die  Inselgruppe
ausübt.

2.  Die  Angehörigen  dritter  Mächte  sollen
dieselben  Rechte  genießen  und  den  nämlichen
Verpflichtungen  unterliegen  wie  die  französischen
und  die  britischen  Staatsangehörigen.  Sie  haben
sich  innerhalb  eines  Zeitraums  von  sechs  Monaten
für  die  Behandlungsweise  zu  entscheiden,  die  auf
die  Angehörigen  der  einen  oder  der  anderen  Macht
Anwendung  findet.  Mangels  einer  solchen  Entscheidung
  haben  die  im  folgenden  Artikel  2  erwähnten
  Oberkommissare  oder  ihre  Vertreter  von
Amts  wegen  die  Regierung  zu  bestimmen,  der
jene  unterstellt  werden  sollen.

3.  Für  die  Angehörigen  beider  Vertragsmächte
  sowie  für  diejenigen  dritter  Staaten  bleiben
in  allem,  was  nicht  den  Bestimmungen  des  gegenwärtigen
  Abkommens  oder  den  zu  seiner  Ausführung
  zu  erlassenden  Vorschriften  zuwiderläuft,
die  auf  der  Inselgruppe  der  Neu-Hebriden  hinsichtlich
  der  Person  und  der  Grundstücke  erlassenen
Verordnungen  in  ihrem  ganzen  Umfang  in  Geltung.

4.  usw.

Artikel  57.
Verbot  des  Verkaufs  von  Kriegswaffen
und  Kriegsmunition  an  die  Eingeborenen.

1.  Vom  Zeitpunkte  des  Inkrafttretens  der
gegenwärtigen  Ubereinkunft  ab  ist  es,  abgesehen
von  den  nachstehend  aufgeführten  Ausnahmen,
untersagt,  auf  der  Inselgruppe  der  Neu-Hebriden,
einschließlich  der  Banks=  und  Torres-Inseln,  und
auf  den  zu  der  Inselgruppe  gehörigen  Gewässern
auf  irgend  eine  Weise  und  unter  irgend  einer
Form  den  Eingeborenen  Kriegswaffen  und
Kriegsmunition  jeder  Art  zu  verkaufen  oder  zu
liefern.

2.  Das  gegenwärtige  Verbot  bezieht  sich  nicht
auf  Jagdgewehre  und  die  zugehörige,  in  fertigen
Patronen  gelieferte  Munition.

3.  In  das  gegenwärtige  Verbot  sind  eingeschlossen
  Gewehre  mit  weiter  Tragfähigkeit,
Revolver  und  andere  Repetiergewehre  mit  mehr
als  zwei  Läufen,  die  zu  diesen  Waffen  passende
Munition,  ferner  einzelne  Teile,  vermittels  derer
Jagd=  in  Kriegsgewehre  umgewandelt  werden
können,  sowie  scharfe  Patronen  und  Sprengstoffe
aller  Art,  abgesehen  von  eigens  für  die  Jagdgewehre
  hergestellten  Patronen.

 

*

Artikel  59.
Verbot  des  Verkaufs  von
geistigen  Getränken  an  die  Eingeborenen.

1.  Vom  Zeitpunkte  des  Inkrafttretens  der
gegenwärtigen  Ubereinkunft  ab  ist  es  verboten,
auf  der  Inselgruppe  der  Neu-Hebriden,  einschließlich
  der  Banks=  und  Torres-Inseln,  und  auf  den
zu  der  Inselgruppe  gehörigen  Gewässern  den
Eingeborenen,  auf  welche  Weise  oder  unter  welchem
Vorwande  es  immer  soin  mag,  geistige  Getränke
zu  verkaufen  oder  zu  liefern.

2.  Das  gegenwärtige  Verbot  erstreckt  sich  nicht
auf  mit  Weingeist  zubereitete  Heil=  oder  Stärkungsmittel,
  die  im  Falle  einer  Krankheit  oder  eines
Unwohlseins  eingegeben  werden.

3.  In  das  gegenwärtige  Verbot  sind  eingeschlossen
  Spirituosen,  Bier,  Wein  und  im  allgemeinen
  alle  gegorenen  Getränke,  die  imstande
sind,  Trunkenheit  zu  erzeugen.

Artikel  68.
Dauer  des  Abkommens.

Die  durch  das  gegenwärtige  Abkommen  festgelegten
  Bestimmungen  sollen  in  Kraft  bleiben
bis  zu  dem  Tage,  wo  sie  auf  Grund  einer  Übereinkunft
  zwischen  den  Vertragsmächten  durch  nene
ersetzt  werden.

So  geschehen  in  doppelter  Ausfertigung  zu
London,  den  27.  Februar  1906.

(Unterschriften.)

Die  gegenwärtige  Ubereinkunft  soll  in  Wirksamkeit
  treten,  sobald  sie  auf  der  Inselgruppe
durch  die  beiden  Oberkommissare  oder  ihre  Vertreter
  gemeinschaftlich  bekannt  gemacht  ist.  Diese
Kundmachung  soll  sobald  als  möglich  erfolgen.

So  geschehen  in  doppelter  Ausfertigung  zu
London,  den  20.  Oktober  1906.

(L.  S.)  (Unterschriften.)

1  1#

u
Die  Übereinkunft  ist  ratifiziert,  und  die  Rati—
fikationsurkunden  sind  am  9.  Jannar  1907  in
London  ansgetauscht  worden.
(Journal  officiel  de  ln  Républiquc  Franenise
vom  15.  Januar  1907.)

Verbot  der  Kusfuhr  von  Walfen  usw.  aus  Ueuseeland
nach  den  Neu-Hebriden.
Nach  einer  Ratsverordnung  vom  21.  Jannar
d.  J.  ist  die  Ausfuhr  von  Waffen  und  Explosivstoffen
  sowie  von  Heeres=  und  Marine-Ausrüstungsgegenständen
  nach  den  Neu-Hebriden  verboten;
ausgenommen  sind  solche  Waffen  usw.,  die  mit
Erlanbnis  des  Zollministers  ausgeführt  werden.
he  Boaml  of  Trade  Lournal.)
        <pb n="490" />
        W  410  20

Einfuhr  von  Sxplosivstoffen  in  Neusüdwales.

Laut  Verordnung  des  Gouverneurs  vom
23.  Jannar  1907  darf  die  Einfuhr  von  Explosiv-=stoffen
  von  Orten  außerhalb  Neusüdwales  nur
über  die  Häfen  von  Sydney,  Newcastle  und
Willyama  (Broken  Hill)  erfolgen.  Über  andere
Häfen  dürfen  Explosivstoffe  irgendwelcher  Art,
mit  Ausnahme  von  Sicherheitspatronen,  Sicherheitszündern
  zum  Sprengen,  Eisenbahn-Nebel-Warnschlägen,
  ferner  von  Schießpulver  und  fertigen
Feuerwerkskörpern,  nicht  eingeführt  werden.  Alle
von  Orten  außerhalb  Neusüdwales  zur  Einfuhr
gelangenden  Explosivstoffe  müssen  so  verpackt,
bezeichnet,  mit  Brandzeichen  und  mit  Ausschrift
versehen  sein,  wie  es  in  den  Ausführungsvorschriften
  zu  dem  Gesetz  —  Explosives  Act  1905  —
vorgesehen  ist.

Jolltarifänderung  auf  Ceylon.

Laut  Verordnung  Nr.  30  vom  Jahre  1906
ist  der  durch  die  Verordnung  Nr.  13  vom  Jahre
1902  auf  die  Ausfuhr  von  Tee  gelegte  Zuschlagzoll
  von  10  Cent  für  100  Pfund')  vom  1.  Januar
  1907  ab  ausfgehoben.  Die  hiernach  in
Kraft  bleibenden  Ausfuhrzölle  für  Tee  sind
folgende:

Auf  Grund  der  Verordnung
Nr.  9  vom  Jahre  1882,
abgeändert  durch  Proklamation
  vom  Jahre  1884.

Auf  Grund  der  Verordnung
Nr.  4  vom  Jahre  1894  100  Pfund  20  Cent.

Dieser  letztgenannte  Zoll  soll  laut  einer  Proklamation
  des  Gouverneurs  vom  24.  Jannar  1907
am  31.  Dezember  1908  außer  Kraft  treten.

Zentner  10  Cent.

Verzollung  der  mit  der  Dost  eingehenden  Hreisverzeichnisse
  in  der  Kapkolonie.

Für  Preisverzeichnisse  usw.,  die  mit  der  Post
nach  der  Kapkolonie  versandt  werden,  kann  der
Zoll  nicht  im  voraus  entrichtet  werden.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

Aufbebung  des  Rusfuhrzolles  für  wiederausgeführte
Waren  in  Mozambique.

Der  in  Artikel  9  der  Vorbemerkungen  zum
Zolltarif  für  Mozambique  festgesetzte  Zoll  in
Höhe  von  2  v.  H.  des  Wertes  bei  der  Wiederausfuhr
  von  Waren  nach  fremden  Ländern  ist
aufgehoben.  Tlhe  Board  of  Tmde  Journal.)

*)  Dtsch.  Kolbltt.  1907.  S.  221.

 

Baumwollernte  1906  in  (Dexiko.

Die  Baumwollernte  im  Hauptanbaugebiet
Merikos,  bei  Gomez  Palacio  im  Staate  Durango,
fiel  im  Jahre  1906  ausnahmsweise  reichlich  aus.
Große  Schwierigkeiten  ergaben  sich  bei  der  Anwerbung
  der  zum  Einsammeln  der  Baumwolle
benötigten  großen  Zahl  von  Arbeitern.  Die  Löhne
für  diese  Tätigkeit  sind  im  Laufe  der  Jahre
derartig  gestiegen,  daß  die  Arbeiter  kaum  dazu
zu  bewegen  sind,  andere  Arbeit  zu  tun  als  das
Sammeln  der  Spinnfaser,  und  auch  oft  hierbei
nicht  ausharren,  bis  die  ganze  Ernte  bewältigt
ist.  Von  den  erhaltenen  Löhnen  haben  sie  reichlich
  genug  Geld,  um  ihre  Bedürfnisse  während
des  ganzen  Jahres  zu  bestreiten,  und  da  sie  das
Sparen  nicht  gewöhnt  sind,  arbeiten  sie  nicht
länger,  als  bis  sie  die  zu  ihrem  Unterhalt  nötige
Summe  verdient  haben.

Die  Baumwollspekulanten  hatten  anscheinend
von  der  Ernte  1905  beträchtliche  Mengen  in  der
Erwartung  weiterer  Preissteigerungen  zurückbehalten.
  Da  die  Preise  1906  sanken,  blieben
diese  Vorräte  großenteils  in  ihren  Händen.  Als
die  Größe  der  Ernte  von  1906  erkennbar  wurde,
suchten  die  Spekulanten  die  Baumwollpflanzer  zu
einer  Vereinigung  zu  bewegen,  die  zum  Zwecke
der  Preisregulierung  den  Verkauf  allein  bewerkstelligen
  sollte.  Ob  diese  Vereinigung  noch  zustande
kommt,  erscheint  zweifelhaft,  obgleich  in  mehreren
BVersammlungen  ihre  Gründung  erörtert  worden
ist.  Der  Preis  der  Baumwolle  in  den  Vereinigten
  Staaten  wird  so  lange  die  Bemühungen
um  Preiserhöhung  der  mexikanischen  Faser  vereiteln,
  bis  alle  Pflanzer  in  Mexiko  sich  zusammengeschlossen
  haben,  und  hierzu  scheinen  sie  sich  durch
die  zweifelhafte  Aussicht  auf  Vorteile  beim  Verkauf
der  letzten  Ernte  noch  nicht  bewegen  zu  lassen.

Auch  auf  Veranlassung  der  Spekulanten  zurückzuführen
  ist  der  Vorschlag,  die  Fracht  für
Baumwolle  in  Ballen  in  Mexiko  zu  erhöhen,  denn
seine  VBerwirklichung  wäre  eine  Verteuerung  der
amerikanischen  Baumwolle  für  den  mexikanischen
Markt  und  hätte  daher  die  Möglichkeit  eines
Preisaufschlags  für  inländische  Faser  zur  Folge.
Der  Ehrgeiz  der  mexikanischen  Pflanzer  geht  dahin,
den  einheimischen  Markt  völlig  selbst  mit  Baumwolle
  zu  versorgen;  aber  ob  das  erreichbar  ist,
erscheint  zweifelhaft,  weil  nicht  alle  Jahre  so
feucht  sind  und  darum  so  gute  Ernten  ermöglichen
  wie  die  letzten.  Die  Baumwollwarenfabrikanten,
  die  durch  verschiedene  Ausstände
empfindlich  geschädigt  sind,  widersetzen  sich  allen
Bemühungen  um  Verteuerung  des  Rohstoffes  und
würden  nur  durch  bedeutende  Erhöhung  des
Zollschutzes  gegen  fremde  Waren  zum  Ausgeben
ihrer  Politik  zu  bewegen  sein.

(Nach  Dailx  Consulur  und  Trade  Reports.)
        <pb n="491" />
        411  ꝛ

Der  Baumwollmarkt  Brasiliens  im  Jahre  1906.

Nach  der  kürzlich  erschienenen  Übersicht  des
vereideten  Maklers  da  Cunha  in  Rio,  betreffend
die  Lage  des  Rohbaumwollmarktes  in  Rio  de
Janeiro  während  des  Jahres  1906,  betrug  der
Vorrat  am  31.  Dezember  1905:  17  238  Ballen
zu  80  kg  gegen  15  931  Ballen  am  31.  Dezember
1904  und  die  Zufuhr  aus  Nordbrasilien  1906:
182  794  Ballen  gegen  181  350  Ballen  im  Jahre
1905  und  186  960  Ballen  im  Jahre  1904.
Von  der  letztjährigen  Zufuhr  kamen  aus  den
Staaten  Sergipe  29  103,  Alagôéas  16  559,  Pernambuco
  33  110,  Parahyba  21  236,  Rio  Grande
do  Norte  73.055,  Cearä  8519  und  Maranhao
und  Pianhy  1212.  Vorrätig  blieben  am  31.  Dezember
  1906  in  den  Lagerhäusern  8982  Ballen.

Wie  in  den  Vorjahren,  war  ein  deutscher  Kaufmann
  mit  30  885  Ballen  der  bedeutendste  Importeur
  am  Platze,  eine  zweite  deutsche  Firma
war  an  dem  Geschäft,  das  zum  größten  Teile  in
brasilianischen  Händen  liegt,  mit  2050  Ballen
beteiligt.  Die  Preise  sind  im  Jahre  1906  bis
zum  Februar  gefallen,  zogen  im  März  und  April
bedeutend  an,  fielen  wiederum  in  den  Monaten
Juni  bis  September,  um  dann  erneut  zu  steigen.
In  den  fünf  Hauptproduktionsstaaten  betrugen
die  Preise  pro  10  kg  in  Papiermilreis:

 

Monat  Sergipe  Alagôas
Jannar.  7,3—8,0  8,0  8,2
Februar  70,0  7,6  7,6-  7,9
-  7,6  8,4  8,0  8,1
April  7,8.9,5  8,5  9,6
Mai.  8,6  9,2  9,0—9,4
Juni  nominell  nominell
Juli  8,0  —8,4  -
August  .  nominell
September.  .  7,6—8,  2  -
Oktober  J—  8,,0—8,8  8,4—9,0
November  7,8—8,8  nominell
Dezember  8,  2—8,8  8,8—9,0

Nach  einer  im  „Diario  aofficialcvom  23.  Februar
  d.  Is.  veröffentlichten  Zusammenstellung
sind  aus  Brasilien  ausgeführt  worden  im  Jahre
1905:  24  082  Tonnen  im  Werte  von  17  111  817
Papiermilreis,  1906:  31  668  Tonnen  im  Werte
von  25  013  425  Papiermilreis.

Bezüglich  der  Ernteaussichten  in  Pernambunco
wird  im  laufenden  Jahre  angegeben,  datß  diese
im  dortigen  Staat  günstig  seien  und  auch  die
Qualität  befriedige.  Aus  Macei6  wird  gemeldet,
daß  die  laufende  Ernte  auf  60  000  —70000  Ballen
zu  75  kg  geschätzt  werde,  wovon  ?/3  zum  Export

gelangen  dürften.  4
Kais.  Generalkonsulats

 

(Bericht  des
in  Rio  de  Janeiro.)

kKautschungewinnung  in  Oeziko.

Den  Kautschukpflanzungen  in  Mexiko  ist  in
letzter  Zeit  erhöhtes  Interesse  zugewandt  worden.
Verschiedene  Gesellschaften,  die  sich  dort  mit  dem
Anbau  der  in  Mittelamerika  heimischen  Castillon
elastica  befaßt  haben,  fangen  nun  an,  die  Frucht
ihrer  Arbeit  zu  ernten,  da  die  Bäume  sechs  bis
sieben  Jahr  alt  geworden  sind  und  genügende
Erträge  an  Milch  ergeben.  Die  Zukunft  der
Castilloapflanzungen  wird  als  hoffnungsvoll  angesehen.
  Im  Anfang  bot  die  Aupflanzung  der
Bäume  erhebliche  Schwierigkeiten,  zumal  die
geeignetsten  Methoden  erst  ausprobiert  werden
mußten,  jetzt  ist  die  Arbeit  bedeutend  leichter  geworden.
  Im  Gegensatz  zu  der  Gepflogenheit  in
Indien  und  dem  Orient  überhaupt  befreit  man
in  Mexiko  nicht  den  zur  Pflanzung  ausersehenen
Boden  durch  Abholzen  und  Verbrennen  des
Urwaldes  gänzlich  vom  Baumwuchs,  sondern  legt
teilweise  Gassen  von  etwa  4  Fuß  Breite  frei,
indem  man  das  abgehauene  Holz  nur  bei  Seite
schiebt  und  als  Dünger  liegen  läßt,  oder  man
lichtet  den  Urwald,  so  daß  Platz  zur  Anpflanzung
geschaffen  und  doch  den  Pflanzen  Schatten  und
Feuchtigkeit  gesichert  wird.  Die  Arbeitskräfte  sind
in  Mexiko  sehr  teuer,  deshalb  beschränkt  man  sich
mit  der  Ausholzung  und  auch  später  mit  der

Rio  Grande

Pernambuco  Parahyba  do  Norte
8,6  9,1  8,0  8.6  8,0  9,.,2
8,3—  8,6  7,8—  8,0  7,7  —  8,8
8,7  9,4  8,3—  9,0  7,.7  9.,4
9,3.  10,5  8,9—10,2  8,5  —10,5
9,2  10,2  9,0  —  9,8  9,0  —10,2
9,2—  9,9  8,4  —  9,5  8,4—10,0
9,0  9,1  8,3—  8,8  8,.3  9,.40
8,2—  8.7  8,0  —  8,4.  7,7—  8.7
8,4  —  8,8  7,9—  8,3  7,.7  8,5
nominell  nominell  8.,.5—  9,3
9,2—10,0  8,7—  9,3  8,6—  9,5
9,4—  9,  8  9,0  —  9,3  8,8—  9,5

Beseitigung  von  Unkraut  und  Unterholz  auf  das
Notwendigste.  Immerhin  muß  die  Pflanzung
zweimal  im  Jahr  von  Unkraut  gereinigt  werden,
und  das  verursacht  erhebliche  Kosten.  Unter
diesen  Umständen  erfordert  eine  Pflanzung  mit
Castillog,  ehe  die  Bäume  zum  Anzapfen  reif
werden,  jetzt  eine  Ausgabe  von  20  Pffd.  Sterl.
pro  Acker,  während  für  die  ersten  Pflanzer  diese
Unkosten  erheblich  höher  waren,  zum  Teil  doppelt
so  hoch  gerechnet  werden  mußten.  Das  Klima
in  Mexiko  scheint  der  Castilloa  sehr  zuträglich  zu
sein;  in  Chiapas  fallen  im  Jahr  ungefähr  132  Zoll
Regen  bei  einer  Mitteltemperatur  von  86  Grad
Fahrenheit.
        <pb n="492" />
        G  412  20

Die  Castillog  scheint  nicht  so  reiche  Erträge
  an  Kautschuk  zu  geben  wie  der  Para=Kautschukbaum;
  in  den  Pflanzungen  Mexikos  hat
man  mit  dem  Anzapfen  erst  begonnen,  so  daß
man  ein  Urteil  über  den  Durchschnittsertrag  noch
nicht  gewinnen  konnte.  Von  300  durch  Indianer
gepflanzten  und  nur  sehr  wenig  gepflegten  Bäumen,
die  etwa  16  Jahre  alt  waren,  erbentete  man  bei
einer  Anzapfung  rund  1200  engl.  Pfund  Kantschuk,
  der  ziemlich  viel  Wasser  enthielt.  Nach  den
bisherigen  Erfahrungen  dürften  sich  die  Kosten
für  ein  Pfund  in  den  Pflanzungen  Mexikos  aus
Castillogn  gewonnenen  Kautschuks  auf  50  Cents
stellen;  da  der  mexikanische  Kautschuk  in  London
nur  wenig  niedriger  als  Parakantschuk  bezahlt
wird,  so  würde  der  Gewinn  bedeutend  sein.

Die  Entwicklung  der  Kantschukgewinnung  aus
der  sogenannten  Guaynlepflanze  in  Meriko  ist
in  schnellerem  Tempo  vor  sich  gegangen,  als  jemals
  bei  Ausbentung  einer  neuen  Kautschukpflanze
beobachtet  wurde.  Das  Interesse  des  Handels
an  diesem  Kautschuk  hat  einen  sehr  bedeutenden
Umfang  gewonnen.  Obgleich  das  Produkt  von
jedem  anderen  Kautschuk  verschieden  ist,  läßt  es
sich  doch  anscheinend  sehr  gut  verarbeiten,  und  in
Merxiko  ist  in  kurzer  Zeit  eine  große  Anzahl  von
Gunayulekautschukfabriken  entstanden.  Die  Konzentrierung
  der  Fabrikation  hat  bedeutende  Vorteile
  für  die  Verwertung  der  Pflanze  mit  sich
gebracht.  Der  Vorrat  der  wild  wachsenden  Pflanze
ist  jedoch  nicht  so  groß,  daß  eine  wesentliche
Beeinträchtigung  des  Preises  anderer  Kautschukarten
  durch  ihre  Ausbentung  zu  erwarten  stände.

Im  Jahre  1906  wurde  zuerst  allgemeiner
bekannt,  daß  sich  der  Guaynlekautschuk  vorteilhaft
verarbeiten  läßt,  und  die  Industrie  begann  seine
Verwertung  in  ausgedehntem  Maße.  Dadurch
wurde  die  Produktion  angeregt,  man  hielt  in
Mexiko  Umschau  nach  den  noch  verfügbaren  Beständen
  des  Guayulestrauches  und  suchte  diese
so  schnell  als  möglich  zu  erwerben,  soweit  sie  für
den  Transport  des  Produktes  nicht  zu  ungünstig
lagen.  Der  Strauch  gedeiht  in  Höhen  von  3000
bis  6000  Fuß,  am  besten,  wo  dem  Boden  Kalk
beigemengt  ist.  Das  Wachstum  geht  langsam
vor  sich,  man  schätzt  das  Alter  der  jetzt  verarbeiteten
  Pflanzen  auf  10  bis  20  Jahre.  Im
allgemeinen  wird  der  Strauch  1½  Fuß  hoch  und
wiegt  1  Pfund,  ausnahmsweise  kommen  Exemplare
von  3  Fuß  Höhe  im  Gewicht  von  3  bis  4  Pfund
vor.  Bei  der  Ernte  dürfen  jetzt  Stengel,  die
weniger  als  ¾  Zoll  Durchmesser  haben,  nicht
mitgenommen  werden.  Der  Kautschukgehalt  des
mexikanischen  Guayule  beträgt  8  bis  10  v.
Die  Pflanze  kommt  am  meisten  vor  in  PP.
Staaten  Zacatecas,  Nuevo  Leon,  Coahnila,  Durango,
  Chihnahna,  findet  sich  auch  in  Sonora

 

und  den  benachbarten  Gebieten  von  Texas.  Sie
wird  oft  verwechselt  mit  der  sehr  ähnlichen  Mariola,
  und  deshalb  kann  man  die  Schähungen  des
Es  mögen  in  Mexiko  etwa  900  000  bis  100  000
Tons  Guayule  zur  Verfügung  stehen,  die  mit
Ausnahme  von  etwa  20  000  Tous  in  festen
Händen  sind.

(Nach  ###e  Indina  Rubber  Worl#l  und  nach

he  India  Rubher  Journal.)

Kautschungewinnung  am  Gabun  (Französisches
Kongogebiet).

Im  Aungust  v.  J.  fand  in  Libreville  eine  landwirtschaftliche
  Ausstellung  statt,  auf  der  unter
anderen  interessanten  Gegenständen  die  ausgestellten
  Gummisorten  Erwähnung  verdienen.

Außer  den  von  den  Eingeborenen  gewöhnlich
in  den  Handel  gebrachten  Sorten  waren  auch
Proben  von  Gummielastikum  ausgestellt,  die  von
Weißen  oder  unter  deren  Anleitung  und  Aussicht
hergestellt  waren,  und  zwar  ohne  Beimischung  von
Substanzen,  die  das  Gewicht  erhöhen,  wie  Rindenteile,
  Erde  oder  andere  Pflanzensäfte.  Der  verwandte
  Gummisaft  stammte  teils  von  Lianen
(Landolphia-Arten),  teils  aus  Kickxia  africana
(Fortumia  clastica),  doch  war  auch  Gummi  aus
Wurzeln  vertreten.

Es  war  überraschend,  zu  sehen,  einen  wie
günstigen  Einfluß  eine  richtige  Bearbeitung  auf
die  Qualität  des  Gummis  ansgeübt  hatte.

Zur  Bereitung  von  Wurzelkautschuk  war  in
Brazzaville  ein  größeres  fabrikmäßig  eingerichtetes
Unternehmen  gegründet  worden.  Dieses  verarbeitete
  die  von  den  Eingeborenen  gegen  Bezahlung
  herbeigetragenen  Wurzeln  mit  Hilfe  von
Stampfmaschinen.  Auch  hatte  dieses  Unternehmen
etwa  500  Loangoträger  besonders  für  den  Transport
  der  angekauften  Wurzeln  engagiert.

Jetzt  haben  die  Eingeborenen  aber  angefangen,
in  Nachahmung  des  maschinellen  Betriebs  den
Kautschuk  durch  Ausstampfen  in  primitiven  Holzmörsern,
  die  sonst  zur  Bereitung  von  Manioecmehl
dienen,  zu  gewinnen.  Die  Träger  erhalten  nun
für  die  weit  wertvolleren  Lasten  fertigen  Gummis
hohe  Preise  und  die  Zufuhr  der  Wurzeln  ist  deshalb
  so  zurückgegangen,  daß  das  Unternehmen
jetzt  auch  die  eigenen  Träger  entlassen  hat,  da  es
sich  besser  steht,  den  von  den  Eingeborenen  hergestellten
  fertigen  Gummi  zu  kaufen.

(Aus  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Libreville.)
        <pb n="493" />
        W  413  20

Dle  siautschukeinfuhr  Bordeaufx’  im  Jahre  1906.

Die  Kautschukeinfuhr  Bordeanxz'7  wies  im
Jahre  1906  eine  Zunahme  um  385  524  kg
gegenüber  dem  Vorjahre  auf,  da  1  716  004  kg
gegen  1  330  480  kg  im  Jahre  1905  importiert
wurden.

Aus  die  verschiedenen  Kautschuksorten  verteilte
sich  die  Einfuhr  der  beiden  genannten  Jahre  in
folgender  Weise:

1906  1905
ke  ks

Twists  Sudan  53770  110963
Niggers  Sudan  610  565  484  593
Sikasso  5  145  56  672
Niggers  Conairy.  384  490  285  630
Ganibia,  Casamance  147729  120  502
Lahon  Twists.  5120  18  950
Lahon  Niggrrs  795810  61  700
Lahon  Cakes  (Baoulo!)  .  3255  1290
Lahon  Gouros  .  10  530  12950
Bassam  Lumps  ..  2530  8  050
Bassam  Niggerrs  33680  6250
Bassam  Cakes  .  3360  3100
Congosorten  37220  56  150
Java  und  Sumatra  71  870  6  700
Madagaskar  74  350  22  700
Zentral-Amerika  63  460  37  500
Neu-Caledonien  8245  4350
Tonkin  34  855  10  950
Rufisque  .  550  1  030
Congo  Sangha  42  140  7  150
Manicoba  15  330  —
Mangabeira  1  100  —

Am  31.  Dezember  1906  umfaßte  der  Kautschukvorrat

  die  folgenden  Mengen:

kg  kg
Sudan  11  880  Java  17  329
Casamance  9  127  Neu-Madagaskar
  10  365  Caledonien.  400
Bassam  1767  Zentral-Lahon.
  300  Amerika.  1  322
Congo  14  511

Einen  Beweis  für  die  wachsende  Bedeutung
Bordeaux'  als  Kautschukmarkt  gewähren  die  nachstehenden
  Einfuhrzahlen  der  letzten  Jahre:

kg  kg
1899  175  589  1903  1  **  000
1900  239  532  1904  1  182  703
1901  235  380  1905  1  330  480
1902  678  000  1906.  1  716  004

(I  Feuille  de  Nenscienement-)

 

HPenequen-Ausfuhr  aus  Vuhatan  im  Jahre  1906.

Die  Ansfuhr  von  Henequen  aus  BDnkatan  war
im  Jahre  1906  größer  als  in  jedem  Jahre  seit
1902  mit  Ausnahme  von  1904.  Die  Ausfuhr
erreichte  seit  1902  folgenden  Umfang:

Jahr  Ballen  Jahr  Ballen

1902  528246  1905  617  766
1903  611  939  1906  626  785
1904  627  700  Zus.  3  012  436

Die  Ausfuhr  geschieht  über  die  beiden  Häfen
Progreso  und  Campeche  und  richtet  sich  zum
weitaus  größten  Teil  nach  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.  Letztere  bezogen  im  vergangenen
Jahre  595  024  Ballen,  Kanada  kaufte  22  196
Ballen,  Kuba  5777  Ballen,  Großbritannien
1719  Ballen.  Die  Henequen-Preise  sanken  in
den  letzten  drei  Jahren  in  Ynkatan  beträchtlich,
denn  sie  stellten  sich  1904  auf  33,27  Centavos
(à  2  Pf.),  1905  auf  30,42  und  1906  auf  27,70
Centavos  für  das  Kilogramm.

(Nach  Dailh#  (onsular  und  Tinde  Reports.)

Kusfuhr  von  Seringa-  und  Caucho-Gummi  aus  dem
Amazonasgeblet  im  Jahre  1906.

Aus  dem  Amazonasgebiet  wurden  im  verflossenen
  Jahr  nachstehende  Mengen  von  Seringaund
  Caucho-Gummi  ausgeführt:

Menge  in  2
16  705

Seringa  fina.

entrefina  3  039
sernamby  8  693

Caucho  .  6331
Zusammen.  34  768

Davon  wurden  32  155  t  aus  den  brasilianischen
Häfen  Pará  und  Manäos  und  2613  t  direkt  aus
Jquitos  exportiert.  Die  diesjährigen  Ankünfte
haben  sich  infolge  niedrigen  Wasserstandes  verzögert;
  es  darf  indessen  angenommen  werden,
daß  die  Erträge  der  lanfenden  Ernte  —  vom
1.  Juli  1906  bis  30.  Juni  1907  —  denen  der
vorangegangenen  gleichkommen  werden.

Die  Preisschwankungen  für  Rohgummi  waren
im  Jahre  1906  gering;  es  wurden  in  Mandos
6000  bis  7000  Rs.  bezahlt.

Die  diesjährige  Gummiernte  in  Matto  Grosso
wird  infolge  des  durch  die  Unruhen  im  Juni  und
Juli  v.  Is.  über  zwei  Monate  verzögerten  Beginns
der  Erntearbeiten  nur  auf  etwa  50  v.  H.  der
vorigen  geschätzt.

(Nach  einem  Vericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats

n  Rio  de  Janeiro.)
        <pb n="494" />
        W  414  20

HKahaoausfuhr  der  Dominikanischen  Republik  im
Jahre  1906
Der  Kakavexport  der  Dominikanischen  Republik
betrug  im  IV.  Vierteljahr  1906

 

Bestimmungs=  Oktober  November  Dezember
länder  Pfund  Pfund  Pfund
Vereinigte  Staaten
von  Amerika  261  936  560  313  375  348
Deutschland  188  558  439  488  382  029
Frankreich  247  350  191  624  92  785
Zusammen  697  844  1  191  425  850  162
Die  Zollabrechnungen  für  die  ersten  drei

Quartale  vorigen  Jahres  ergaben  eine  Gesamtausfuhr
  von  28  821  119  Pfund,  das  letzte  Vierteljahr
  nach  vorstehendem  2  739  431  Pfund,  so
daß  also  im  ganzen  von  der  1906-Ernte
31  560  550  Pfund  ausgeführt  worden  sind.  Das
Resultat  der  1905-Ernte  betrug  27792  741
Pfund,  was  einem  Mehr  von  3767  809  Pfund

zugunsten  der  1906-Ernte  gleichkommt.
Preise  in  den  letzten  Tagen:  12,50  Dollar

pro  50  kg  hier  und  Umgegend.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  San  Domingo

vom  25.  Februar  1907.)

kMkkaobau  und  bhandel  auf  Haiti.

Kakao  wird  auf  Haiti  hauptsächlich  in  den
beiden  nach  Westen  sich  erstreckenden  Landzungen,
nämlich  zwischen  Port-de-Paix  und  Kap  Haitien
im  Norden,  Jérémie  und  Dame  Marie  im  Süden,
gewonnen,  außerdem  noch  in  kleineren  Mengen
in  Léogane,  Petit-Goave,  Port  au  Prince,  Aux
Cayes  und  Petite  Rivière  de  Nippes.

Bis  jetzt  besteht  erst  eine  größere  Kakaopflanzung
  im  Norden  bei  Port  Margot,  welche
von  F.  Herrmann  &amp;amp;  Co.  angelegt,  aber  noch  zu
jung  ist,  als  daß  jetzt  schon  ein  Urteil  über  ihre
Ertragsfähigkeit  abgegeben  werden  könnte.  Im
übrigen  wird  Kakao  im  Kleinbetriebe  von  den
Landleuten  (habitants)  erzeugt,  der  nach  den  in
den  Zeitungen  hierüber  gebrachten  Aufsätzen  ein
sehr  verbesserungsbedürftiges  Produkt  sein  muß,
denn  von  Beschneidung  der  Aste,  Düngung  u.  dgl.
scheinen  die  Bauern  keine  Ahnung  zu  haben,  und
ebenso  vollzieht  sich  der  Vorgang  nach  der  Ernte,
insbesondere  das  Trocknen,  in  der  denkbar  ursprünglichsten
  Weise.

Die  Regierung  empfiehlt  den  Anbau  des
Kakaos,  insbesondere  seitdem  durch  Versuche  nachgewiesen
  ist,  daß  zahlreiche  Ortlichkeiten  für  den
Anbau  geeignet  sind,  welche  bisher  nicht  als  solche
erkannt  waren;  sie  stellt  auch  Samen  zur  Verfügung
  und  veröffentlicht  Belehrungen;  aber  das
wird  wohl  wenig  nützen,  wenn  nicht  die  Regierungsorgane
  in  den  Provinzen  fördernd  eingreifen.

 

Die  Haupterute  fällt  in  die  Zeit  vom  September
  bis  Dezember,  eine  kleinere  Nachernte  in
die  Monate  Mai  und  Juni.

Auf  die  Zeit  vom  1.  Oktober  bis  30.  Septenb
  Frrechnet,  betung  die  jähriiche  Ausfuhr:

02/03  0  520  Pfund

190  5  920  615
190405  4924  383  -
die  Zeit  bis  Ende  Januar

19006  .  2  012255  -

Die  kommende  Ernte  wird  auf  5  Millionen
Pfund  geschätzt.  Der  Preis  für  100  Pfund
schwankte  in  den  Jahren  1903  zwischen  50  bis
60  Fr.,  1904  zwischen  54  bis  57  Fr.,  1905
zwischen  53  bis  54  Fr.,  1906  zwischen  64  bis  90  Fr.

Der  meiste  Kakao  geht  nach  Frankreich,  ein
geringer  Teil  nach  den  Vereinigten  Staaten  und
der  Schweiz.

(Bericht  der  Naiserl.  Miiniterrriidenu
n  Port  au  Prince.)

Baumwollernte  1906  der  Vereinigten  Staaten  von

Amerika  nach  dem  letzten  Regierungsbericht.

Der  letzte  von  der  Regierung  über  die  diesjährige
  (1906/07)  Baumwollernte  veröffentlichte
Bericht  schätzt  dieselbe  auf  13  290  677  Ballen.
Das  Durchschnittsgewicht  der  Ballen  beträgt
510  englische  Pfund,  so  daß  in  Ballen  zu
500  englische  Pfund  insgesamt  13  576  225  Ballen
geerntet  worden  wären.  Miteingerechnet  sind
bei  dieser  Schätzung  321  160  Ballen  Linters,
57  362  Ballen  Sea  Island  Baumwolle  und
155  704  Ballen  Rohbaumwolle,  die  noch  entkörnt
werden  müssen.

In  der  folgenden  Tabelle  ist  die  Ernte  der
einzelnen  Staaten  im  Vergleich  mit  dem  Vorjahr
verzeichnet:

1906  1905
Vereinigte  Staaten,  allen

insgesamt  13  290  677  10  735  602
Texas  4  063  901  2  490  128
Alabama  1  264  572  1249  635
Arkansas  913  947  615  337
Florida  62  632  80  180
Georgia  1  663  456  1  759  083
Indian  Territory  404  905  169  519
Kansse  —  15
Kentucky  3  424  2578
Louisiana  978  474  523  871
Mississippi.  1  5334  270  1  198  568
Missouri  53  799  41  612

New  Mexiko  148  —
North  Carolina  624  423  664  934
Oklahoma  474  871  328  044
South  Carolina  928  643  1  129  426
Tennesse  304  383  278  364
        <pb n="495" />
        W  415  20

Die  letztjährige  Ernte  ist  also  anscheinend  um
beinahe  3  Millionen  Ballen  größer  als  die  des
Vorjahres  und  fast  so  groß  wie  diejenige  des
Rekordjahres  1904/05.  Ob  die  von  der  Regierung
für  1906/07  gesammelten  Zahlen  der  Wirklichkeit
entsprechen,  ist  noch  nicht  gewiß.  Es  ist  in  den
früheren  Jahren  vorgekommen,  daß  die  Angaben
des  Landwirtschaftsministeriums  um  500  000  bis
1  Million  von  der  wirklichen  Ernte  abwichen,
man  müßte  daher  auch  jetzt  wieder  —  vielleicht
nicht  mit  Unrecht  —  mit  einem  solchen  Fehler
rechnen.  Gegen  eine  solche  Möglichkeit  wird
geltend  gemacht,  daß  die  Regierung  es  sich  im
letzten  Jahr  besonders  habe  angelegen  sein  lassen,
Erhebungen  anzustellen,  die  den  Tatsachen  entsprechende
  Zahlen  zutage  förderten.  Der  Baumwollenmarkt
  ist  von  diesen  Zweifeln  nicht  beeinflußt
  worden,  was  eher  ein  Zeichen  dafür  ist,
daß  die  Regierung  nach  Ansicht  der  Majorität
ungefähr  das  richtige  getroffen  hat.  Die  Voraussage
  einer  so  großen  Ernte  hätte  sicher  einen
Baisse-Einfluß  gehabt,  wenn  man  nicht  zu  gleicher
Zeit  über  die  Aufnahmefähigkeit  für  Rohmaterial
seitens  der  Baumwollindustrie  unterrichtet  gewesen
wäre.  Die  augenblicklichen  Preise  von  9  bis
10  Cents  für  das  Pfund  entsprechen  dem  Verhältuis
  von  Angebot  und  Nachfrage  und  gewähren
Pflanzern  wie  Spinnern  den  berechtigten  Nutzen.

Für  die  Frage  der  Versorgung  der  europäischen
und  insbesondere  der  deutschen  Baumwollindustrie
mit  Rohmaterial  und  ihrer  Abhängigkeit  von  dem
amerikanischen  Erzeugnisse  sind  diejenigen  Zahlen
in  dem  Berichte  von  Interesse,  die  die  Erzeugung
der  Baumwolle  in  dem  Staate  Texas  und  den
anstoßenden  beiden  Territorien  Oklahoma  und
Indian  Territory  betreffen,  d.  h.  in  demjenigen
Gebiete,  in  dem  die  Baumwollenkultur  die  größte
Zunahme  aufweist.  Die  Zahlen  sprechen  für  sich
selbst:

Baumwollerzeugung

(Ballen  handelsge-  Erntejsahr

bräuchlicher  Zählweise)  1906  1905  1904

Texas.  4063901  2490  128  3132503
Oklahoma  474871  328044  342  038
Indian  Territory  404905  347518  469519

 

zusammen  4943677  3165  690  3944060

Die  Erfolge  der  Ausdehnung  der  Baumwollenkultur
  nach  Westen  hin  sind  in  den  letzten
Jahren  derartig  gewesen,  daß  man  einer  Erweiterung
  der  Anbaufläche  von  Baumwolle  für
das  Pflanzjahr  1907  im  Staate  Teras  um
15  v.  H.  entgegensieht.

(Berichte  des  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  New  York
und  des  Kaiserl.  Konsulats  in  New  Orleans.)

 

Klossülzierung  der  Kaffeesorten  in  Brasilien.

Da  in  letzter  Zeit  seitens  der  Pflanzer  vielfach
  Ausstellungen  bei  den  Exporteuren  wegen
der  Klassisizierung  der  verkauften  Sorten  eingelaufen
  sind,  hat  die  Handelskammer  (Associacac
Commercial)  in  Santos  der  gleichartigen  Vereinigung
  in  Rio  die  dort  von  jetzt  ab  für  die
Bemusterung  maßgebenden  Grundsätze  mitgeteilt,
die  kürzlich  im  „Journal  do  Commercico“  in  Rio
veröffentlicht  sind.  Danach  sollen  die  an  der
Börse  von  New  Vork  gültigen,  in  Europa  bekannten
  Klassifizierungsarten,  die  aus  folgender

Aufstellung  ersichtlich  sind,  maßgebend  sein:
Quantität  der
Fehler  (schwarze
Bohnen)  auf
1  Büchse  von
Typ  450  Gramm

Außerdem  zugelassene  Fehler

6  etwa  6

1  .  25
29—30  40
57  —58  .  50
70

.  Bei  diesen  geringen  QOualitäten  ist
450  das  Aussehen  des  Kaffees  von
|A  Einfluß  auf  seine  Klassifizierung.

fehlerhafte  Bohnen
(grüne,  gebrochene  usw.)

N#  —
—
—
□O
—
!.—

Tabelle  für  die  Bewertung  der  einzelnen
ehler.

Es  werden  gerechnet:
3  Stück  halbe  Bohnen  mit  Haut

(conchas)  ..  —  1  Fehler
(schwarze  Bohne)
5  grüne  Bohnen  —  1  Fehler
5  gebrochene  Bohnen  —  1  -
5  sogen.  „Stinker“  (ardidos)  =  1  -
5  verkrüppelte  oder  schlecht
geformte  Bohnen  —  1
1  großer  Stein.  .  ..  —  2—3
1  gewöhnlicher  Stein  1
2  —3  kleine  Steine  ..  —  1  -
1  großes  Stück  Holz  (Stecken)  —  2—3
1  gewöhnliches  Stück  Holz  —  1  -
2—3  kleine  Stücke  Holz  —  1  -
1  große  Haut  ohne  Bohnen  (casca)  =  1  -
2—3  kleine  Häute  ohne  Bohnen  —  1
1Bohne  in  Pergamentschale  (eöeo)  —  1
2  Pergamentschalen  (marinheiras)  —  1  -
(rektifiziert!

Das  „Centro  de  Commercio  de  Café“  in
Rio  de  Janeiro  hat  sich  schon  bereit  erklärt,  zwecks
Erreichung  der  seit  langem  vermißten  Einheitlichkeit
  der  Bemusterung  die  vorerwähnte  Methode
anzunehmen  und  um  Zusendung  typischer  Muster
gebeten.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats
in  Rio  de  Janeiro  vom  2.  März  1907.)
        <pb n="496" />
        W  416  20

Jopans  Bezug  von  Bongoon-Reis.

Nach  aus  Rangoon  kommenden  Nachrichten
vom  18.  Februar  erfolgten  dort  zu  dieser  Zeit
große  Verschiffungen  von  Reis  nach  Japan.  Von
34  am  17.  Februar  im  Hafen  von  Rangoon
liegenden  Dampfern  haben  13,  einschließlich  fünf
japanischer  Dampfer,  Reis  nach  Japan  geladen.
Nachdem  die  japanischen  Handelsschiffe  von  dem
Transportdienst  aus  Anlaß  des  russisch-japanischen
Krieges  frei  geworden  sind,  sollen,  wie  nach
Rangoon  gelangte  Nachrichten  aus  Japan  besagen,
so  viele  japanische  Schiffe  wie  möglich  diesem
Reistrausport  gewidmet  werden.

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsuls
in  Calcutta  vom  20.  Februar  d.  Js.)

 

Entwichlung  der  Seldenzucht  im  Süden  Rußlands.

Nach  Angaben  der  Agenten  der  Oberverwaltung
  für  Landwirtschaft  und  Ackerbau  besitzt  die
Bevölkerung  des  südrussischen  Seidenzucht-Rayons
ausreichende  Keumtisse  für  eine  regelrechte  Belebung
  der  Grains  und  Pflege  der  Seidenraupen.
Die  meisten  Seidensüchter  liefern  dort  ihre  gewonnenen
  Kokons  nicht  mehr  an  die  Fabrik,
sondern  verwenden  sie  für  ihren  eigenen  Bedarf;
sie  haspeln  selbst  recht  grobe,  ungleichmäßige  und
verknotete  Seidenfäden  ab  und  verkaufen  diese
Seide  an  die  dortigen  Dorfbewohner.

Vor  zehn  Jahren  verkaufte  man  grob  abgehaspelte
  Seide  zum  Preise  von  8  bis  12  Rubel
das  Pfund,  was  darauf  zurückzuführen  ist,  daß
die  Zahl  der  Seidenzüchter  eine  sehr  beschränkte
war  und  die  Zucht  von  schlechten  Grains  nicht
rationell  betrieben  wurde.  Gegenwärtig  aber,
infolge  der  Vergrößerung  der  Maulbeerbaumanpflanzungen
  und  der  Zahl  der  Seidenzüchter
sowie  infolge  der  Verbreitung  der  Kenntnisse  in
der  Pflege  der  Seidenraupen,  ferner  durch  die
Einrichtung  von  Musterzüchtereien  hat  auch  die
Menge  der  erzielten  Kokons  merklich  zugenommen;
es  sind  daher  die  Preise  für  Rohseide  bis  auf
5  bis  8  Rubel  pro  Pfund  herabgegangen.  Seide
einheimischer  Produktion,  die  den  Anforderungen
der  russischen  Fabriken  nicht  entspricht,  wird  von
den  letzteren  nicht  mehr  gekauft,  Abnehmer  hierfür
sind  Leute  der  dortigen  Bevölkerung.

In  der  letzten  Zeit  haben  einige  Kreislandschaften
  des  Gonvernements  Bessarabien  ihre  Aufmerksamkeit
  auch  der  Verbreitung  der  regelrechten
Abhaspelung  der  Kokons  unter  der  Bevölkerung
zugewandt;  die  komplizierte  Konstruktion  und  die
großen  Kosten  der  Seidenhaspelmaschinen  haben
die  Bauern  bisher  von  dem  Abhaspeln  abgehalten.
Vor  zwei  Jahren  sind  im  Gonvernement  Bessarabien
  diese  Maschinen  wesentlich  vereinfacht  worden,
indem  die  teueren  Gußeisenteile  durch  hölzerne

 

ersetzt,  wodurch  die  Haspel  sich  weit  billiger  stellt.
Man  hofft,  daß  mit  Verbreitung  dieser  Seidenhaspel
  die  russische  Seidenproduktion  sich  bedeutend
verbessern  wird.  (Nach  Wiestn.  linanzow.)

Begünstigung  der  Seidenraupenzucht  in  Brastilien.

Der  brasilianische  Zolltarif  hat  durch  das  am
30.  Dezember  1906  verabschiedete  Budgetgesetz
unter  anderen  Anderungen  auch  solche  erfahren,
welche  die  Begünstigung  der  Seidenraupenzucht
und  Entwicklung  der  Seidenindustrie  in  der
Republik  zum  Ziele  haben.  Zollbefreiung  für
Seidenraupeneier  ist  vorgesehen,  und  durch  eine
besondere  Verordnung  werden  alle  Maschinen,
Instrumente  und  Apparate,  die  für  Seidenfabriken
und  die  Seidenraupenzucht  gebraucht  werden,  zollfrei
  eingelassen.

Der  brasilianische  Versuch  zur  Hebung  der
Seidenindustrie  verdient  die  Beachtung  aller
Seidenindustriellen  der  Welt.  Das  Klima  in
Brasilien  ist  allgemein  günstig  für  die  Raupenzucht,
  einige  Teile  der  Repnblik  bieten  die  denkbar
  günstigsten  Vorbedingungen  für  die  Seidengewinnung.
  Aber  die  wichtigste  noch  zu  lösende
Frage  ist  die  Arbeiterfrage,  denn  in  Brasilien
sind  Arbeiter  solten,  teuer  und  oft  nicht  sehr
leistungsfähig.

Vor  mehreren  Jahren  wurden  in  verschiedenen
südlichen  Staaten  Brasiliens  energische  Anstrengungen
  für  die  Einführung  der  Seidenraupenzucht
  gemacht,  die  im  allgemeinen  wegen
des  Arbeitermangels  scheiterten.  Aber  man  muß
im  Auge  behalten,  daß  das  Hauptelement  der
curopäischen  Einwanderung  nach  diesen  Staaten
Brasiliens  die  Italiener  sind;  daher  ist  es  nicht
ausgeschlossen,  daß  italienische  Seidenraupenzüchter
sich  die  Gelegenheit  zur  Anlage  von  Zuchten  in
Brasilien  zunutze  machen.  Auch  ist  es  nicht  unwahrscheinlich,
  daß  die  Frauen  und  Kinder  der
brasilianischen  Bevölkerung  sich  als  Arbeiter  für
die  Seidenraupenzucht  und  die  Seidenhaspelei  in
genügender  Zahl  gewinnen  lassen,  sobald  sie  erkennen,
  daß  sich  ihnen  dadurch  eine  lohnende
Beschäftigung  bietet.

(Nach  Duily  (’onsular  and  Trade  Reports.)

 

Gewinnung  von  ODahagoniholz  am  Gabun
(Eranzösisches  kiongogebiet).

Nach  einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Konsulats
in  Libreville  wurden  durch  den  Bevollmächtigten
einer  amerikanischen  Firma  in  Libreville  Einkäufe
von  Mahagoni  zwecks  direkter  Lieferung  nach
Nordamerika  gemacht.  Diese  Firma  will  das  Holz
zur  Fabrikation  von  Särgen  verwenden.
        <pb n="497" />
        G  417  20

Die  Eingeborenen  der  Kolonie  haben  infolge
der  großen  Nachfrage  nach  Mahagoni  andere
Produkte  sehr  vernachlässigt.

Ausfuhr  von  Quebracho  und  Quebrachoextraht  aus
Krgentinlen  im  Uovember  1906.

Quebracho  Quebra  choextrakt



Verschiffungsziel  Menge  in  t
England  –  1  380
Belgien  .  790  249
Deutschland.  3  320  451
Italien  1  300  130

An  Order  5  078  —.
Nordamerika  4  029  2261
Brasilien  —  30
Uruguasy  86  14
Verschiedene  Länder  —  108
Zusammen  14  603  4  623

(Bericht  des  Kaiserlichen  Generalkonsulats
in  Buenos  ANirco.)

HPafen-  und  Bahnbau  in  Südnigeria.

Der  Government  Gazette  zufolge  wurden
Ausgaben  zu  Hafen=  und  Bahnbauzwecken  in
Südnigeria  in  folgender  Höhe  genehmigt:
150.000  K  für  den  Bau  einer  3800  Fuß  langen
Mole  am  östlichen  Eingang  zum  Hafen  von  Lagos
Harbour;  50  000  K  für  die  Erweiterung  der
„Government  Customs  wharf“;  50  000  K  für
den  Ankauf  eines  Baggers;  350  000  K  für  den
Ausbau  der  Eisenbahn  nach  Ilorin.

Die  Hafenbauarbelten  in  Oelilia  und  chafarlnas
(Spanisch-Uordafrika)

sind  der  Compaüsa  Trasatläntica  espafßola  de

Navegaciön  (Sit  nicht  genannt)  endgültig  übertragen

  worden.  ((incetn  de  MMadrid.)

Der  Mineralrelchtum  Siams.

Aus  Singapore  wird  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
  geschrieben:  Es  ist  zweifellos,
daß  man  in  Siam  Gold,  Rubinen,  Saphire,  Zinn,
Kupfer,  Steinkohle,  Eisen,  Zink,  Mangan,  Antimon
  und  sogar  auch  Ouecksilber  vorfindet,  aber
zur  Zeit  sind  es  nur  die  Zinngruben,  die  mit
Rücksicht  auf  das  darin  aufgewandte  Kapital  eine
große  Aufmerksamkeit  verdienen.  Verschiedene
Goldminen,  die  man  seinerzeit  auszubenten  begonnen
  hat,  sind  gegenwärtig  wieder  ganz  verlassen.
  In  den  früheren  Goldminen  von  Tomoh,

 

auf  der  malalischen  Halbinsel,  befassen  sich  zur
Zeit  noch  400  bis  500  Chinesen  in  individueller
Arbeit  mit  der  Goldgewinnung.  Ein  Unternehmen,
  dem  eine  gewisse  Bedeutung  beizumessen
ist,  ist  aber  die  Goldgrubenkonzession  der  „Duff
Development  Cie.“  in  Kelantan.  Diese  Gesellschaft
  hofft  mit  ihren  Goldwäschereien  wie  mit
der  Grubenschürfung  große  Gewinne  zu  erzielen.
Das  Unternehmen  ist  aber  jetzt  noch  zu  jung,  als
daß  man  sich  ein  endgültiges  Urteil  über  seine
Aussichten  bilden  könnte.

Die  Rubin=  und  Saphirminen  von  Pailin,
deren  Konzession  von  einer  europäischen  Erwerbsgesellschaft
  erwirkt  wurde,  werden  von  Annamiten,
Shans  und  Birmanen  ausgebentet.  Den  statistischen
  Ausweisen  des  Zollamtes  zufolge  soll  die
Ausfuhr  dieser  Edelsteine  im  Jahre  1904  einen
Wert  von  145  000  Mk.  und  1905  105  000  Mk.
erreicht  haben,  aber  nach  zuverlässigen  Schätzungen
dürfte  das  Ergebnis  der  Ausbeutung  dieser  Minen
jährlich  eine  Summe  von  600  000  Mk.  übersteigen.
  In  letzter  Zeit  hat  sich  der  Stapelmarkt
für  Rubinen  und  Saphire  von  Bangkok  nach
Kalkutta  verschoben.  Die  Steine  werden  dann
meistens  durch  Karawanen  über  Mulmein  nach
letztgenannter  Stadt  befördert.

Vor  Jahresfrist  wurde  in  der  Gegend  von
Gherbi  in  der  Provinz  Puket  ein  Kohlenlager
entdeckt.  Die  vorgenommenen  Bohrungen  wurden
bis  zu  einer  Tiefe  von  13½  m  in  der  Kohlenschicht
  ausgeführt,  und  zwar  ohne  daß  man  dabei
den  Boden  der  Schicht  erreichte.  Dieses  Brennmaterial
  scheint  aber  nur  von  geringerer  Qnalität
zu  sein,  indem  es  größtenteils  lediglich  aus  Lignit
besteht.

Was  das  Zinn  anbetrifft,  so  wird  dieses  insbesondere
  in  den  Provinzen  Puket  und  Kedah
und  namentlich  von  zwei  englischen  und  einer
niederländischen  Gesellschaft  gewonnen.  Der  jährliche
  Betriebsertrag  erreicht  eine  Höhe  von  5000
Tonnen  mit  einem  Werte  von  12  Millionen  Mark.
Die  Einkünfte,  die  die  siamesische  Regierung  aus
diesem  Betrieb  erzielt,  übersteigen  die  Summe
von  1  200  000  Mk.  jährlich.

Es  gibt  in  Siam  noch  ausgedehnte  Landstrecken,
  die  noch  gar  nicht  untersucht  worden  sind;
aber  es  ist  anzunehmen,  daß  große  Mineralreichtümer
  vorhanden  sind.  In  diesen  Distrikten
werden  auf  Veranlassung  der  siamesischen  Regierung
neue  Wege  gebaut  und  die  bestehenden  ausgebessert,
  während  ein  von  der  Regierung  eingesetzter
  Ansschuß  von  Geologen  und  Minenbansachverständigen
  in  sachgemäßer  Weise  die  dafür
in  Betracht  kommenden  Gegenden  auf  ihren
Mineralreichtum  erforscht.
        <pb n="498" />
        W  418  20

Die  Bahovenkultur  in  Surinam.

Schon  lange,  bevor  die  sogenannte  Krüllotenkrankheit
  ihren  verderblichen  Einfluß  auf  die
Kakaokultur  fühlen  ließ,  wurde  durch  maßgebende
Persönlichkeiten  in  Surinam  auf  die  Gefahr  der
bisherigen  Gepflogenheit  hingewiesen,  den  Ertrag
des  Landbaues  hauptsächlich  von  nur  einem
Produkte  abhängig  zu  machen.  Die  Krisis  in  der
Kakaokultur,  eine  Folge  des  epidemischen  Auftretens
  der  Krüllotenkrankheit,  hat  diese  Gefahr
auf  empfindliche  Weise  dargetan.  Der  Landban
Surinams  schien  dem  Untergange  nahe.

Nach  Jahren  des  Kampfes  gegen  das  fortwuchernde
  Übel  war  die  Gefahr  nahe,  daß  die
Plantagen  nach  und  nach  völlig  ausgegeben  und
der  Verwilderung  überlassen  werden  würden.
Ein  in  Gebäuden  und  Eindeichungen  angelegtes
Kapital  von  Millionen  würde  damit  verloren  gegangen
  sein.  Dieser  kritische  Zustand  öffnete  endlich
die  Augen  der  Beteiligten.  Man  begriff,  daß  die
Einführung  neuer  Kulturen  dringend  nötig  war.

Jedoch  die  Mittel  waren  durch  den  Kampf
mit  der  Kakaokrankheit  erschöpft.  Ein  Ersuchen
um  finanzielle  Unterstützung  zum  Fortsetzen  des
Kampfes  wurde  durch  das  Gorvernement  abgewiesen,
  wobei  man  mit  Recht  anführte,  daß
nicht  mit  Sicherheit  zu  sagen  wäre,  ob  die  Krankheit
  der  Kakaokultur  zu  Ende  käme  und  mit
welchen  finanziellen  Mitteln  des  Gouvernements
geholfen  werden  könnte.  Darauf  wurde  der  Gedanke
  reif,  mit  Hilfe  des  Gonvernements  neue
Kulturen  anzulegen.  Schon  lange  hatte  sich  die
Aufmerksamkeit  auf  die  günstigen  Resultate  bei
der  Verschiffung  von  Bakoven  (Bananen)  von
den  Britisch-Westindischen  Inseln  gerichtet.  Nun
meinte  man  aber  in  Surinam,  daß  die  Kolonie
in  zu  großer  Entfernung  von  den  Vereinigten
Staaten  und  von  Europa  liege,  um  Bakoven  in
frischem  Zustande  dorthin  verschiffen  zu  können.
Durch  die  Landbauprobestation  wurden  im  Laufe
des  Jahres  1904  Proben  vorgenommen,  und
diese  bewiesen,  daß  der  Abstand  kein  Hindernis
der  Verschiffung  bildete.

Die  erste  öffentliche  Besprechung  der  Einführung
  der  Bakovenkultur  mit  finanzieller  Unterstützung
  des  Gouvernements  wurde  in  einem
Hauptartikel  der  Zeitung  „Onze  West“  vom
Oktober  1904  gedruckt.  In  derselben  Zeitung
wurde  wenig  später  vorgeschlagen,  unter  Beifügung
  eines  genauen  Kostenanschlages  eine
Petition  an  den  Gouverneur  zu  richten  wegen
finanzieller  Hilfe  für  die  Bakovenkultur.  Dieser
Gedanke  wurde  durch  die  Vereeniging  voor  den
grooten  Landbouw  aufgenommen  in  einer  Versammlung
  Ende  Oktober  1904.  Die  Petition
mit  dem  Kostenanschlage  wurde  von  der  Vereinigung
  im  Jannar  1905  eingereicht.

In  der  Zwischenzeit  wurden  Schritte  getan,

 

um  junge  Pflanzen  von  der  vorteilhaftesten  Sorte
Bakoven,  hauptsächlich  Groß-Michel=  oder  Bananen-Bakoven,
  von  Jamaika  kommen  zu  lassen,  und
zwar  durch  Privatleute  sowohl  als  auch  durch
das  Gouvernement.

Im  April  1905  reichte  der  Gouverneur  bei
der  Volksvertretung  einen  bedeutungsvollen  Entwurf
  ein,  in  welchem  vorgeschlagen  wurde,  durch
Vorschüsse  auf  die  Arbeitskosten  zum  Anpflanzen
von  3000  ha  mit  Bakoven  anzuregen,  um  dadurch
  den  Landbau  vor  drohendem  Untergange
zu  bewahren  und  namentlich  die  bestehenden
Plantagen  in  Stand  zu  erhalten.

Der  Entwurf  wurde  durch  die  Volksvertretung
(die  Kolonialen  Staaten  von  Surinam)  mit  allen
Stimmen  angenommen  in  der  Sitzung  vom  Juli
1905.

In  der  Zweiten  Kammer  der  Generalstaaten
in  Holland  fand  der  Entwurf  keine  ungeteilte
Zustimmung,  und  erst  nach  langen  Debatten
wurde  er  im  Dezember  1905  mit  65  gegen
8  Stimmen  angenommen,  aber  unter  dem  ausdrücklichen
  Vorbehalt,  daß  das  Geld  nicht  eher
dürfe  gebraucht  werden,  bis  die  Verschiffung  und
der  Verkauf  der  Früchte  richtig  geregelt  wären.
Einige  Tage  später  wurde  auch  durch  die  Erste
Kammer  der  Generalstaaten  der  Entwurf  mit
31  gegen  9  Stimmen  angenommen.

Der  Koloniale  Rat  trat  nun  in  Unterhandlung
  mit  dem  Kon.  West-Ind.  Maildienst  wegen
Verschiffung  der  Früchte  und  mit  der  Ned.  Handels-Maatschappy
  wegen  Gewährung  ihrer  Hilfe  bei
dem  Verkaufe.  Die  Unterhandlung  zwischen  dem
Rat  der  Kolonie  und  dem  Kon.  West-Ind.  Maildienst
  scheiterte  an  gewissen  Bedingungen,  welche
diese  Gesellschaft  wegen  der  Berschiffung  stellen
zu  müssen  meinte.  Durch  einen  Agenten  der
Ned.  Handels  My.  wurden  jedoch  in  Boston
Unterhandlungen  angeknüpft  mit  der  United  Fruit
Company,  welche  sozusagen  das  Monopol  in  den
Vereinigten  Staaten  für  den  Verkauf  von  Bakoven
hat.  Bei  diesen  Unterhandlungen  wurde  das
Gouvernement  von  Surinam  vertreten  durch
Dr.  C.  J.  J.  van  Hall,  Inspecteur  van  den
Landbouw  in  West  Indie.

Im  März  1906  teilte  Dr.  van  Hall  mit,  daß
die  Fruit  Company  im  allgemeinen  bereit  wärc,  die
Früchte  in  Surinam  anzukaufen  und  einen  Stellvertreter
  schicken  würde,  um  den  Zustand  in
Surinam  kennen  zu  lernen  sowie  die  Unterhandlungen
  mit  dem  Gouvernement  von  Surinam
fortzusetzen.  Der  Stellvertreter  der  Fruit  Comp.
besuchte  verschiedene  Plantagen  der  Kolonie,  und
es  wurde  ein  Kontrakt  entworfen,  welcher  später
beinahe  unverändert  durch  beide  Parteien  augenommen
  wurde.  Nach  diesem  Kontrakt  werden
die  Früchte  gegen  feste  Preise,  die  saisonweise
geändert  werden  können,  in  Paramaribo  gekauft,
        <pb n="499" />
        “i

und  die  Verschiffung  findet  für  Rechnung  und
Risiko  der  Fruit  Company  statt.  Es  scheint,  daß
die  Frnit  Company  auf  Drängen  der  Holländischen
Regierung  mit  dem  Kon.  West-Ind.  Maildienst
eine  Ubereinkunft  getroffen  hat  wegen  Verschiffung
der  Bakoven.

Nachdem  so  dem  Vorbehalt  der  Zweiten
Kammer  entsprechend  der  Verkauf  und  die  Verschiffung
  der  Bakoven  geregelt  war,  konnte  der
Gouverneur  von  Surinam  im  August  1906  bekannt
  machen,  daß  der  Gesetzentwurf  über  die
Bakovenkultur  mit  dem  11.  August  1906  als
Gesetz  in  Kraft  trete.

Von  seiten  der  interessierten  Plautagenbesitzer
wurden  gegen  die  Bedingungen,  unter  welchen
die  Gonvernementsunterstützung  verliehen  werden
sollte,  zahllose  Beschwerden  eingebracht.  Das
Gonvernemem  kam  den  geäußerten  Beschwerden
soviel  wie  möglich  entgegen.  Jedoch  kostete  es
große  Mühe,  die  Pflanzer  zu  bewegen,  sich  zu
verbinden,  um  die  geforderte  Fläche  in  Kultur
äu  bringen.  Verschiedene  Male  schien  es,  als  ob
die  Sache  wegen  nicht  genügender  Teilnahme  der
Interessenten  scheitern  würde.

Im  ganzen  haben  sich  nunmehr  30  Plantagen
verbunden,  um  in  drei  Jahren  mehr  als  3000  ha
mit  Bakoven  in  Kultur  zu  bringen.  Der  größte
Teil  des  Anbaus  geschieht  mit  finanzieller  Unterstützung
  des  Gonvernements.  Einzelne  Plantagen
arbeiten  mit  eigenen  Mitteln.

(Bericht  des  Raiserl.  Konsulals  in  Paramaribo

vom  Februar  1907.

Zulassung  der  „Société  Financière  et  Commerciale
Franco-Brésilienne“  Jum  Geschäftsbetrieb  in
Brasilien.

Im  „Diario  Official“  vom  10.  Februar  d.  Is.

ist  ein  Dekret  des  Präsidenten  der  Vereinigten

–—

 

Staaten  von  Brasilien  vom  31.  Jannar  d.  Js.
veröffentlicht  worden,  durch  welches  die  „Société
Financière  et  Commerciale  Franco-Brésilienne“
zum  Geschäftsbetrieb  in  Brasilien  zugelassen  wird.
Das  Unternehmen  hat  in  der  üblichen  Weise  einen
Bevollmächtigten  mit  unbeschränkter  Vollmacht  in
Brasilien  zu  bestellen  und  sich  bezüglich  aller
Handlungen  im  Gebiete  der  Republik  den  Gerichten
des  Landes  zu  unterwerfen.  Ferner  dürfen  die
Satzungen  nur  mit  Genehmigung  der  Bundesregierung
  geändert  werden,  und  die  Zulassung
erfolgt  ohne  Beeinträchtigung  des  Prinzips,  wonach
  die  Gesellschaft  den  Bestimmungen  des  brasilianischen
  Rechts  über  Aktiengesellschaften  untersteht.

Aus  den  gleichzeitig  veröffentlichten  Statuten
d.  d.  Paris,  den  28.  Juli  1906,  ergibt  sich,  daß
das  Kapital  der  Gesellschaft,  die  ihren  Sitz  in
Paris,  Rue  Chauchat  5,  hat,  jedoch  statutenmäßig
  berechtigt  ist,  Zweigniederlassungen  und
Agenturen  in  Brasilien  oder  anderen  Ländern  zu
orrichten,  5  Millionen  Franken  beträgt  und  in
10  000  Aktien  von  je  500  Franken  eingeteilt  ist.

Die  Gesellschaft  verfolgt  den  Zweck,  in  irgendwelchem
  Lande,  insbesondere  jedoch  in  Brafilien,
Handels-,  Geld-,  Minen-,  landwirtschaftliche,
Mobilien-,  Immobilien=  usw.  Geschäfte  zu  betreiben,
  hauptsächlich  aber  den  Geschäftsbetrieb  der
Handelsgesellschaft  Nathan  &amp;amp;  Co.  in  Säo  Paulo
nach  deren  Auflösung  fortzusetzen,  soweit  es  der
Verwaltungsrat  für  angemessen  hält.

Die  Firma  Nathan  &amp;amp;  Co.  gehört  zu  den
Geschäftshäusern,  die  zwecks  Erhöhung  der  Kaffeepreise
  mit  der  Regierung  des  Staates  Säo  Paulo
in  Verbindung  standen,  und  das  in  Rede  stehende
Unternehmen  erscheint  als  ein  Zeichen  des  lebhaften
Interesses,  das  französische  Kapitalisten=  usw.  Kreise
den  brasilianischen  Verhältnissen  in  nenester  Zeit
entgegenbringen.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  Nio  de  Janeiro.)

Verschiedene  (itteilungen.

Kolonial-Wirtschaftliches.
Afritanische  Baumwoll-Compagnie.

Der  natürlichen  Entwicklung  des  Baumwollbaues
  in  den  Kolonien  folgend,  erstrecken  sich
jetzt  die  Vorarbeiten  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  einerseits  auf  die  Fortführung
der  Baumwollschulen  und  Versuchsplantagen,  auf
Hebung  der  Eingeborenenkultur  und  auf  die
Pionierarbeit  im  Innern  der  Kolonien,  andererseits
  auf  die  Vorbereitung  der  Gründung  von
Erwerbsgesellschaften.

Der  Plau  einer  großen  „Afrikanischen
Baumwoll-Compagnie“  (Erwerbsgesellschaft)

 

ist  auf  die  Anregung  des  stellvertretenden  Kolonialdirektors
  Dernburg  zurückzuführen  und  hat
bereits  in  der  vom  Reichsamt  des  Innern  zum
6.  März  d.  Is.  einberufenen  Versammlung  der
Textilindustriellen  lebhafte  Zustimmung  gefunden.
Zur  Vorbereitung  der  „Afrikanischen  Baumwoll-Compagnie“
  stehen  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitee,  Berlin,  Unter  den  Linden  43,  seine  aus
den  Vertretern  der  Textilindustrie  und  kolonialen
Sachverständigen  zusammengesetzte  Baumwollbaukommission
  und  seine  von  landeskundigen  Baumwollexperten
  geleiteten  Organisationen  an  Ort
und  Stelle  in  den  Kolonien  zur  Verfügung.  Das
Grundkapital  der  Gesellschaft  soll  10  Millionen
        <pb n="500" />
        420  .

Mark  betragen.  Vorläufige  Zeichnungen  von
etwa  einer  viertel  Million  Mark  liegen  bereits  beim
Komitee  vor.  Wegen  Beteiligung  wendet  sich  das
Komitee  an  die  weitesten  Volksschichten,  vor  allem
an  die  deutsche  Industrie  und  den  deutschen  Handel.

Gegenstand  des  Unternehmens  der  „Afrikanischen
  Baumwoll-Compagnie“  ist:

Erschließung  und  Erweiterung  von  Baumwoll-Produktionsgebieten
  in  Deutsch-Afrika  durch:

1.  Landwirtschaftliche  Unternehmungen:

Erwerb  und  Verwertung  von  Baumwolland,
Betrieb  eigener  Baumwollplamagen  oder  Beteiligung
  an  solchen.  Förderung  des  Baumwollbaues
  von  Kleinbauern  und  Eingeborenen.

2.  Industrielle  Unternehmungen:

Betrieb  von  eigenen  Baumwollentkernereien
und  Pressen,  von  Olfabriken  zur  Verwertung  der
Nebenprodukte  und  von  Transportunternehmungen
und  Beteiligung  an  solchen  Unternehmungen.

3.  Handelsnuternehmungen:

Aufkauf  und  Verkauf  von  Baumwolle,  Kreditgewährung,
  Erntebevorschussung  u.  dgl.

Als  Betätigungsfeld  der  „  Afrikanischen  Baumwoll-Compagnie“
  kommen  vorläufig  in  Betracht:
in  Deutsch-Ostafrika:  die  an  den  Verkehr  angeschlossenen
  Küstengebiete  Saadani,  Kilwa  und
Lindi,  die  Interessengebiete  der  Daressalam  —.
Morogoro=  und  der  Tanga—Mombo-Eisenbahn
und  das  durch  die  englische  Uganda-Eisenbahn
erschlossene  deutsche  Gebiet  am  Viectoriasee;  in
Togo:  das  Interessengebiet  der  Togo-Innenlandbahn;
  in  Kamerun:  das  Interessengebiet  des
schiffbaren  Benue.

Für  die  weitere  Entwicklung  des  Unternehmens
ist  die  Schaffung  leistungsfähiger  und  billiger
Transportmittel  durch  das  Reich  Vorbedingung.
Die  Konkurrenzfähigkeit  von  Stapelartikeln  wie
Baumwolle  auf  dem  Weltmarkte  ist  bei  einer
Kalkulation  mit  dem  Transport  auf  den  Köpfen
der  Eingeborenen  (durchschnittlich  1  Mark  pro
Tonnenkilometer)  gegenüber  dem  Eisenbahntransport
  (auf  afrikanischen  Bahnen  durchschnittlich
30  Pfennig  pro  Tonnenkilometer)  so  gut  wie
ausgeschlossen.  Jedes  Kilometer  Eisenbahn=  und
Straßenbau  also  ermöglicht  es  der  Compagnie,
ihren  Tätigkeitsbereich  nach  den  großen  für
Baumwollbau  geeigneten  Gebieten  im  Innern
der  Kolonien  vorzuschieben.

Die  koloniale  Baumwollkultur  hat  zum  ersten
Male  in  einem  ganz  besonders  wichtigen  Einzelfall
  der  deutschen  Industrie  und  dem  deutschen
Handel  zum  Bewußtsein  gebracht,  wie  es  unter
Umständen  für  die  Sicherung  unserer  heimischen
Volkswirtschaft  notwendig  werden  kann,  auf  die
natürlichen  Hilfsquellen  unserer  Kolonien  zurückzugreifen.
  Zum  ersten  Male  hat  sich  ein  großer

 

Teil  der  deutschen  Industrie  und  des  deutschen
Handels  zu  einem  einheitlichen  Vorgehen  zusammengeschlossen,
  das  die  Nutzbarmachung  unserer  kolonialen
  Hilfsquellen  bezweckt.  Die  von  allen
politischen  und  wirtschaftlichen  Richtungen  anerkannte
  soziale  und  handelspolitische  Bedeutung
der  deutschen  kolonialen  Baumwollfrage  sichert
dem  Unternehmen  das  Interesse  des  gesamten
deutschen  Volkes.  .
Verkehr  deutscher  Schiffe  in  ausländischen  Häfen
während  des  Jahres  1906.

 

 

 

 

 

Eingang  Auogang
,  Raum=  dar-  dar-Häfen
  Bahl  gehalt  unter  Bahl  unter
der  Re-  „Schisie  s  der  in
Schiffe  Fister-  in  Schiffe  Latons
  Ladung  dung
Ahns  75  6  493  67  75  25
Helsingborg  82  8  415.  5  81  61
Karlshuuaum.  10  773  1)  176  172
Karlsfrona  .  10  7801  .  *n  5*
Ronnebl  15  19058  s  Its-Oh
Vultl  ....  1254348105  l  131  133
Oskarshamm  19  64690  12  19  13
Söderhamn  25  11  859  11  25  22
Stavanger  .  :-  1712  ;  3  2
F  .  .18743861  186  */r
erg  10  190908  67  10  4
aalnerg.  74  101714  *)  71  I
Perth  ...  4  431  4  4
Portomonh  ..  26  10287  21  26  10
Havre.  .  ..  259  612639  250  250  217
Calais  19  16  138  17  19  5
Dünkirchen  82  090  209  79  1  26
Gravelines  20  13  418  29  ;0  9
anter  38  31  348  (3  z2  3
St.  Nazaire  15  20  600  11  15  5
Almeraa  35  25  6.1  32  35  33
Garruch  17  14  751  14  18  15
La  Cornüa-  101  *)  *  101  *)
Tarragone  16  10  122  11  16  8
Valenecrcc2  110002  *  1628  *
Benedig  39  58362  4  37  *)
La  ValetteMatz)  279  414.793  271  278.  260
Noworossysk.  27  43867  12  27  20
St.  Petersburg87  305  880  *r)  ½87  *.
Port  Elizabeth.  65  193  859  5*i)  6¼4  50
Port  Lounis  7  8111  1  7  1g
Halifar  (Neu-  "  «
Schottland)  4  26561  2  4  3
New  Orleaus  76  129  719  51  76  56
Gulsport  13  17720.  *r)  13  13
Tacoma  29  706  135  22  28.  27
Ecam  de  Ter-  s
5  1  692  1  1  1
Mazatlan  "30  89  630  25  29  25
Aux  Cayhes  54  885052  54  54  341
Rio  Grande  do  ·
Sul..  .  40  70947  40  10  25
Santoss  130  351792  100  129  122
Tocopillne  67  202  2n½  61  66  66
Montevideo  374  1101086  *)  367  5P)

(Nach  den  Schiffslisten  der  Kaiserlichen  Lonsulate.)

*)  Nicht  nachgewiesen.
        <pb n="501" />
        G  421  0

Citeratur.

Die  Kämpfe  der  deutschen  Truppen  in
Südwestafrika.  Auf  Grund  amtlichen  Materials
  bearbeitet  von  der  Kriegsgeschichtlichen
Abteilung  1  des  Großen  Generalstabes.
Fünftes  Heft.  Preis  40  Pf.,  Verlag  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

In  dem  soeben  erschienenen  fünften  Heft
bfr  E#  lstabs-Veröffentlichungen  „Die  Kämpfe

der  deutschen  Truppen  in  Südwestafrika“,  aus
dem  wir  bereits  einen  interessanten  Auszug  zu
bringen  in  der  Lage  waren,  wird  die  Darstellung
des  Hottentottenkrieges  fortgesetzt.  Die
Kämpfe  gegen  Cornelius  und  gegen  Morenga
sowie  das  Ende  Hendrik  Witbois  und  seines
Stammes  bilden  den  Inhalt  der  mit  10  Skizzen
und  18  Abbildungen  ausgestatteten  voltstümlichen
Schrift.  Die  fesselnd  geschilderten  Unternehmungen
geigen  die  Zähigkeit  und  Tatkraft  der  deutschen
Führung,  die  von  einer  opferwilligen  Truppe
auf  das  hingebendste  unterstützt  wurde,  in  gläuzendem
  Lichte.  Die  außerordentlich  schwierigen
Märsche  durch  gänzlich  unbekanntes  und  unsicheres
Gelände,  über  Felsen  und  Steingeröll  oder  durch
unwegsames  Dickicht  stellten  ungewöhnliche  Anforderungen
  an  die  Mannschaften.  Bei  manchen
Abteilungen  fehlte  fast  jede  Art  von  Schuhzeng;
Röcke  und  Hosen  waren  zerrissen,  Pferde  und
Maultiere  völlig  heruntergekommen.  Um  so  erstaunlicher
  erscheinen  die  erfolgreichen  Taten
unserer  braven  Truppen.  Mit  der  fast  vollständigen
  Gefangennahme  der  Trümmer  der
Witbois  wurde  nach  tatkräftig  geführten  Schlägen
und  blutigen  Gefechten  die  Niederwerfung  des
einst  so  stolzen  Stammes  besiegelt,  die  der  Oberbefehlshaber
  General  v.  Trotha  neben  der
Eroberung  des  Hererolandes  stets  als  seine  vornehmste
  Aufgabe  angesehen  hatte.  Dem  unerschütterlichen
  Willen  der  kraftvollen  Persönlichkeit
des  Generals  v.  Trotha  ist  es  in  erster  Linic  zu
danken,  wenn  es  auf  einem  Kriegsschauplatz  von
solch  gewaltiger  Ausdehnung  überhaupt  möglich
wurde,  in  die  kriegerische  Tätigkeit  der  zahlreichen,
weit  im  Lande  zerstreut  stehenden  deutschen  Ableilungen
  zielbewußtes,  einheitliches  Handeln  zu
bringen  und  die  Macht  des  gefährlichsten  Gegners
der  deutschen  Herrschaft  zu  brechen.  Bei  der
Heimkehr  des  Generals  im  November  1905  war
bis  auf  den  südlichsten  Bezirk  das  Schutzgebiet
dem  deutschen  Vaterlande  von  neuem  erobert.
Das  im  Sommer  zu  erwartende  sechste  Heft
wird  die  Generalstabsschilderungen  der  „Kämpfe
in  Südwestafrika“,  die  in  jedem  deutschen  Hause
gelesen  zu  werden  verdienen  und  in  keiner  Schulund
  Volksbibliothek  fehlen  dürfen,  zum  Abs  chluß
bringen.

 

Das  Deutsche  Kolonial-Gewerberecht.  Von
Dr.  Edler  v.  Hoffmann.  Berlin  1907.
Wilhelm  Süsserott.

Das  Buch  ist  der  Abdruck  einer  in  der  „Zeitschrift
  für  Kolonialpolitik,  Kolonialrecht  und
Kolonialwirtschaft“  veröffentlichten  Arbeit.  Der
Verfasser  behandelt  zunächst  die  Frage,  inwieweit
das  Reichsgewerbe=  und  das  Reichsstrafrecht  in  den
Schutzgebieten  eingeführt  sind.  Den  Hauptteil
des  Werkes  bildet  eine  Einzeldarstellung  des
deutschen  Kolonial-Gewerberechts,  die  übersichtlich
nach  den  einzelnen  Materien  und  Schutzgebieten
geordnet  ist.

Schon  der  Umfang  des  Werkes  läßt  erkennen,
eine  wie  weit  verzweigte  Rechtsmaterie  das
koloniale  Verwaltungsrecht  darstellt,  von  dem
der  Verfasser  doch  nur  einen  Ausschnitt  behandelt.
Daß  es  einer  wissenschaftlichen  Bearbeitung  nicht
minder  bedarf  als  das  heimische  Verwaltungsrecht,
  ergeben  die  in  großer  Menge  auftauchenden,
vom  Verfasser  in  geschickter  Weise  entwickelten
Zweifelsfragen,  deren  Lösung  häufig  ein  Zurückgehen
  auf  grundsätzliche  Fragen  des  Staats=  und
Bölkerrechts  nötig  macht.

Es  erscheint  in  hohem  Maße  dantenswert,  daß
der  Verfasser  sich  einer  solchen  Mühe  gerade  bezüglich
  eines  für  die  Praxis  besonders  wichtigen
Teiles  jenes  Rechtsgebietes  unterzogen  hat.  Erheben
  sich  vielleicht  auch  Bedenken  gegen  manche
Ausführungen  des  Verfassers,  so  erscheinen  die
letzteren  doch  überall  beachtenswert;  ihre  Begründung
  legt  Zeugnis  davon  ab,  daß  der  Versasser
  mit  wissenschaftlicher  Gründlichkeit  und
kritischem  Siun  an  seine  Aufgabe  herangetreten
ist.  Die  Darstellung  ist  gleichwohl  klar,  auch  für
den  Nichtjuristen  verständlich.  Die  Arbeit  bedeutet
ohne  Zweifel  eine  wertvolle  Bereicherung  der
kolonialrechtlichen  Literatur,  und  es  ist  nur  zu
begrüßen,  daß  sie  nunmehr  durch  die  Buchausgabe
weiteren  Kreisen  zugänglich  gemacht  ist.

Grotewold:  Unser  Kolonialwesen  und  seine
wirtschaftliche  Bedeutung.  Bibliothek  der
Rechts=  und  Staatskunde  Bd.  18a.  Stuttgart.
Verlag  von  Ernst  Heinrich  Moritz.  Hierzu:
Wirtschaftsatlas  unserer  Kolonien.  Bearbeitet
von  Sprigade  und  Moisel.

Uber  die  Absichten,  die  den  Verfasser  des
verdienstvollen  Werkchens  bei  der  Beröffentlichung
leiteten,  spricht  er  sich  selbst  im  Vorwort  aus.
Er  hegt  den  Wunsch,  „weitere  Kreise  über  den
wirklichen  Wert  unserer  Kolonien  aufzuklären  und
einer  praktischen  und  wirtschaftlich  nützlichen  Kolonialpolitik
  Freunde  zu  werben  —  nicht  im  Sinne
einer  phantastischen,  uferlosens  Kolonialschwär-=merei,
  sondern  sine  ira  ct  studio  auf  Grund
einer  objektiven  Würdigung  der  realen  Tatsachen,
        <pb n="502" />
        W  422  e.

 

 

wie  sich  diese  aus  dem  vorliegenden  amtlichen  Deutschen“  Kolonialgesellschaft.  Berlin  1907.  Verlag
und  literarischen  Material  sowie  aus  den  persön-  von  Dietrich  Neimer  (E.  Vobsen)
lichen  Informationen  des  Verfassers  ergeben.“Professor  D#r.  S.  Passarge:  Die  Buschmänner  der
Seine  Exzellenz  der  stellvertretende  Herr  Kolonial-  Kalahari.  Berlin  1007.  Veibag  von  Dietrich  Reiner
:  .  .  .  ·'x  '.  Rrei  n  -
direktor  Wirkliche  Geheime  Rat  Dernburg  hat  (Ernst  Vohsen).  Preis  brosch.  3  Mk.,  geb.  4)
die  Zueignung  der  volkstümlich  gehaltenen,  mi  Ulrich  v.  Hassell:  Brauchen  wir  eine  Nolonialzahlreichen
  Abbildungen  versehenen  Schrift  ent-  reform:  nolonialpolitische  Betrachtungen.  Stungar
gegengenommen.  1906.  Verlag  Chr.  Belser.  Preis  30  Pf.
«  Graf  E.  Reventlow:  Weltfrieden  oder  Weltkrieg?
Citeratur·  Verʒeichnis.  Wohin  geht  Deutichlands  Weg?  Politisch-mili—
(Alle  eingegongenen  Bucher  werden  in  diesem  Telle  aulgefübrt.  Besondere  tärische  Betrachtungen  vor  der  Haager  Friedenskonferenz.
Beiprechung  ersolgt  nach  diesleingem  Ermessen.  Aiiendeng  der  eingegangenen  Berlin  1907.  Verlag  von  Karl  Curtius.
er  findet  unter  leinen  Umständen  sa#
Stabsarzt  Dr.  Ph.  Kuhn:  Die  Herero.  Vortrag,  gehalten
  in  der  Abteilung  Berlin-Charlottenburg  der

 

Verkehrs-Nachrichten.

In  Tsevie  (Togo)  ist  am  1.  April  1907  eine  Postagentur  mit  Telegraphenbetrieb  eingerichtet
  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen
  Briefsendungen  erstreckt.

ie  Worttaxe  für  Telegramme  nach  Tsevie  ist  dieselbe  wie  für  die  übrigen  Anstalten  des
Schunggebiets.

In  Agome-Klossu,  Agome-Sewa,  Awewe  und  Tokpli  (Togo)  sind  am  5.  April
1907  Reichs-Telegraphenanstalten  für  den  internationalen  Verkehr  eröffnet  worden.  —

Die  Worttaxe  für  Telegramme  nach  den  genannten  Orten  ist  dieselbe  wie  für  Telegramme
nach  Lome  und  den  übrigen  Anstalten  des  Schutzgebiets.

Am  16.  April  d.  Is.  ist  in  Keetmanshoop  ein  Ortsfernsprechnetz  in  Betrieb  genommen
  worden.  Soweit  bis  jetzt  bekannt,  sind  7  Teilnehmer  an  das  Nes  angeschlossen.

Die  Reichs-Telegraphenanstalt  in  Tsumis  in  Deutsch-Südwestafrika  ist  am  1.  März
d.  Is.  wieder  geschlossen  worden,  nachdem  das  militärische  Bedürfnis  für  sie,  das  bei  ihrer  Gründung
ausschlaggebend  war,  nunmehr  weggefallen  ist.

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.  für  den  Monat  Mai  1907.

Die  2  erfolgt  Ausschijsungshafen.  Vriefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:

 

 

1.  deutsch-Ostafriha.  Neapel
2  ch  Iutoba.  Muansa  und  (entsche  Schiffe)

besö  eesurn  Marseille  10.  jedes  Monats]  Mombasa  O  17  Tages.  jed.  Mts.  9/0  abds.

bahn  und  vond  r  Endstallon

3.  Mai  3.  Juni  Mombasa  O  16  Tage  11.  Mai  1.  Juni
10  abds.

se,  auch  s'de  deI4  Feiist  12.  Mai  Mombasa  0  20  Tagee⅛40.  Mai  10/  abds-(engl.
  Schiffe)
6U  n3  Neapel  13.  Mai  3.  Juni  Tanga  17  Tage  11.  Mai  1.  Juni
Mosch,  os  airesg.  anam,  (benssche  Schiffe)  10  abds.
1  iri  un  msta  *  .  .
ug  Neapel  13.  Mai  3.  Juni  Daressalam  18  Tage  11.  Mai  1.  Juni
(deutsche  Schiffe)  103  abds.
nach  Deutsch-Ostafrika  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  Tage  B.  jed.  Mts.  10  abds.
(ausschl.  der  unter  n  und  b  (u  z  ansihar  znkb
cenammten  Vostorte)  e  durch  Quwernementsdampsfer,
  ine  6  Siumnd.)
#Brindisi  12.  Mai  Za  nzibar  22  2  Tage  10.  Mai  105  abds.
(engl.  Schiffe  nach  Dar  cessa  lam  weiter

 

 

mit  uchlerr  Gelegenheit
        <pb n="503" />
        Die  Abfahrt  erfolgt

W  423

#

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  23.  Mai  Jriedrich  ·  Wilheln-(deutsche
  Schiffe)  hafen  38  Tage
Simpsonhafen  41  Tage  3.  21.  31.  Mai
2  deutsch-Neuguinea.  Brindisi  5.  Mai  2.  Juni  Simpfsonhafen  38  Tagbds.
(eugl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage
Hamburg  11.  18.  25.  29.  Mais  Swakopmund  22  bis  10.  17.  21.  28.  Mai
3.  deutsch-Südwestafriha.  25  Tage  71  abds.
n  nach  Abbabis,  Epukiro.  Gi-  Antwer  13.  Mai  3.  Juni  30  12.  Mai  2.
beon.Gobabis.  Gochas.  Wi  Antwerpen  3.  Mai  3.  Juni  Swalopmund  z  und  dn  Juni
sontein,  Haris.  Lobewart  (deutsche  Schiffe)  20  Tage  11  2  omse.
9  water,  ribib.
Halalsazer:  #nolp,  3  Boulogne  14.  Mai  4.  Juni  Swakopmund  29  und  13.  Mai  3.  Juni
Olahandja.  Okasise.  Olomedeutsche  Schiffe)  9  Tage  10
bahe,  Omarmr#,  Otawi,  Ot-  ·
tustlklnmoe,«Otilwaronao.Soitthanipton4.11.Mai  Swakopmund  22  bis  33.  10.  Mai  112  abds.
Outjo,  Owikokorero,  Reho  25  Tage
both.  Seeis,  Swakopmmi,  ge
Watos,.  aldan,  Vaterberg.  Southampton  25.  Mai  1.  Juni  Swasopmund  32  und21.  31.  Mai  1121  vmo.
25  Tage
Southampton  4.  18.  Mai  1.  JuniLüderitbbucht  22  Tage.  I  3  31.  Mai
.  1122  aus.
Antwerpen  13.  Mai  3.  Juni  Lüderitzbucht  21  und  12.  Mai  2.  Juni
ouc  (dbeutsche  Schlffe)  32  Tag  1122  vms.
b  59  adderiv  ucht.  Kubub.  Boulogne  14.  Mai  J1.  Juni  Lüderitzbucht  20  und  13.  Mai  3.  Juni
nien.  Hafmir,  Keet  (deutsche  Wifse  b  10  ums.

½  tben  o

 

.  Tage
Hamburg  8.  25.  Mai  vüderitzbucht  3  und
24  Tage
Southampton  11.  Mai  Lüderitzbucht  27  Tage
Southampton  25.  Mai  Kapstadt  1  7  71
von  dort  weiter  mit  nächster
Gelegenheit  n.  Lüderitzbucht
%  nach  ilt  Bar  Southampton  11.  25.  Mai  8.  Juni  Rapstadt  17  Tage
7  8  von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  über  Sieinkopf
14.  Kamerun.  Lamburg  10.  24.  jed.  Mts.  Viktoria  19,  22  Tage
2  22  2
)  nach  Bamenda.  Banjo,  Bi  Duala  19,  22  Tage
4  Bebinduo,  Hcheen.  Rribi  20  u.  26—28  Tage
X  ampo,.  Duala  ol-  :  *
a.Edea,  Fontemdorf,,  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  d
h
*  7  —  (bemssche  Schiffo)  Aribi  19  *-Ea
  tion,  Vikioria  Liverpool  18.  Mai  Duala  23  Tage
Liverpool  4.  Mai  1.  Juni  Viktoria  25  Tage
Duala  26  Tage
r  Rio  del  Rey-  Lamburg  21.  jedes  Monats  Nio  del  Rey  32—33  Tage
nach  Rio  Liverpool  41.  Mai  1.  Juni  Rio  del  Rey  23  Ta9
()  nach  dem  Tschadsee-GebietLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tag
(Garna,  Kusseri)  von  dert  weleüber
nach  Ossidinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  vo  alabar  19  Tage
on  dort  weiter  über  Oboku
Adng  (am  inh
Antwerpen  0.  30.  Mai  20.  Juni)  Matadi  20  Ta
5)  nach  Molundn  p  1  von  Aabbeg.  mit  znder  Mu.
«-..»»  ahn  bis  Vra  e  und
Bordeaur  25.  jedes  Monats  4  dann  mis  sabsnne  aus
em  Kongo,  Ssongea  un

Djiah  bis  Daden

J.  24.  Mai  7  ½  abds.

10.  Mai  1122  oms.
24.  Mai  1122  oms.

10.  21.  Mai  7.  Juni
112  oms.

 

I  9.  jed.  MtSs.  858  ums.
A  23.  jed.  Mts.  712  abde.

10.  jed.  Mts.  10  nachm.

16.  Mai  10  abds.
2.  10.  Mai  10  abds.
23.  jed.  Mts.  777  abds.
2.  30.  Mai  10  abds.
jeden  Donnerstag

10#  abds.

jeden  Donnerstag
10  abds.

8.  29.  9  19.  Juni
10  UM
23.  Nu.

ner.  10½  abds.

 

5.  den  Karolinen,  palau-Inseln,

  Marianen.

Neapel
(engl.  Schiffe)

 

9.

Juni

I  Ponape  55  Tage

 

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den
geleitet;  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

-  66  Tage
Jap  70  Tage

7.  Juni  10  abds.

l
l

 

Marianen  auch  über  Japan
        <pb n="504" />
        G  424

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen


am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahr!

Briefe  mussen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

6.  Niautschon.

Neapel
heufn  **"
Brin
(engl.  t.

Marseille  12.
(  franz.  Schlffe)

jeden  Sonntag

26.  Mai

9.  23.  Mai  6.  Juni

Tsingtan

Tsingtau

 

Tsingtau  32  Tage
33—3  Tage

36  Tage

7.  21.  Nai  4.  Juni
105  a
jeden  Reiaa  108  abds.

10.  24.  Mai  10*  abds.

 

 

Liverpool  :.  31.  Mai  Tsingtau  31  Tage  2.  30.  Mai  8#8  oms.
7.  Marshall-Inseln.  Neapel  9.  Juni  Jaluit  47  Tage  7.  Juni  105  abds.
(engql.  Schiffe)
Neapel  12.  Mai  H.  Juni  Apia  54  Tage
O.  Samoa.  (engl.  Schiffen  lio.  17.  Mai  7.  Juni
Brindisi  19.  Maie  Apia  51  Tage  105  umo.
Tengl.  Eumso)
Hamburg  17.  jed.  Mts.  1.  Juni  Lome  22,  19  Tage  16.  31.  Mai  7½  abds.
Nordenham  3.  Mai  Lome  17  Tage  2.  Mai  1122  oms.
Bremen  B.  Juni  Lomc  17  Tage  9#  Juni  9“  abds.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  .  jed.  Mts.  8*  vms.
Boulogne  j.  M.  11.  jedes  Monals  Lome  16  Tage  10.  sed.  Mi  1  ume.
(deutsche  Soiße)  .
ts·Tpgp»  Rotterdam  21.  jedes  Monats  Lome  18  Lage  20.  jed.  Mis.  9  abds.

 

7  Bordeaur
Liverpool

amburg  24.

(deutsche  Schiffe
*  Marseille  12.

S

jede

jedes  Monats
25.  jedes  Monats
jeden  Sonnabend

Monats

6  otonon

Akkra  1

Landwege
Lome  20

 

Cotonon  19  Ta
on  da  ab  Landverbindung

ge
on  da  ab  tandverbindung

von  dort  welter  gut  dem

10.  jed.  Mts.  10  abds.

23.  jed.  Mi.  10½  abd?.
Donnerstag  9  3  abds.

e  in  5  Tag
#  23.  jed.  Mts.  7  17  abde.

 

)Den  durch  z  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender

die  Beförderung  auf  diesem

Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Landungs-Die

  Post  ist  fällig

 

 

 

 

5n  «  »  ....-.
»  «  »  «  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
Marseille.  30.  Mai  den  Karolinen,  «
Vennspmnguma9kcqsit....7snk«»iss  Marianen,  lnene  23*.  Mai
pe  Mai  6.  Juni
Marshall-Inseln
Neapel  28°.  Mai  Neapel  *rv  237.  Mai  67.  Juni
.  Grimm-«18".9Jkai13·.  Juni  Brindiji.  ..  4.  19.  Mai  2.  Juni
deutsch-Ostafrita  Brindisi  1.  Mai  2  Juni  Marseille.  2.  16.  30.  Mai
Marseille.  16.  jed.  Mts.  Liverpool  15.  Mai  üb.  Vancouv.
Plymouth,  15
Deutsch-Südwestafrika  ·  4  kiautschon  Southampton,  #2.  10.  1  4.  177.21.2.
1  Antwerpen  26*.  Mai  Le  Havre  oder  2.  i  .  Mai  2.  Juni
nördl.  Teil  d.  Schutzgeb.  Lamburg  ..  14.  248.  Mai  Queenstown
Southampton  5.  19.  Mai  2.  Juni  Landweg  über
in  Southampton  5.  19.  Mai  2.  Juni  Sibirien  .  jed.  Montag  u.  Mitiw.
indl.Teil  des  Schnbgeb  Lamburg.  24.  Mai  Surenst.  "  au.  *
Samoa  .  .  .  ...  Queenstown
Lamburg  1*.  13*.  14*.  Mai  od.  Plymouth  unbestimmt.
Kamerln  Southampton  30.  jed.  Mts.  Coao  Southampton  30*.  Mai  131-.  Mai
Plymouth  12.  26.  Mai  2999  HLamburg  1*.  124.  13.227.

*

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="505" />
        W  425  20

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard"F  Kapstadt  26./3.  —  28/3.  Port  Elisabeth  1/4.  —  3/4.  East  London  9/4.
—  Durban.

S.  M.  S.  „Condor“  Spydney.

S.  M.  S.  „Planet"  Hongkong  17/3.  —  20/3.  Amoy  23/3.  —  10/4.  Jap  14  ·4.  —  Palau-Inseln.


S.  M.  S.  „Seeadler“  Daressalam  2/4.  —  2/4.  Zanzibar  5/4.  —  5,4.  Tanga  15/4.  —  Bagamojo.

S.  M.  S.  „Sperber"“  Lüderitzbucht  8/3.  —  10/3.  Saldannahbucht  12/3.  —  12/3.  Kapstadt.

Ablösungstransport:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Vorck“  des  Norddentschen  Lloyd  mit  der  ablösenden  Besatzung
für  S.  M.  S.  „Condor“:
Transportführer:  Oberleutnant  zur  See  v.  Mohl.
Port  Said  8/3.  —  9/3.  Suez  9/3.  —  13/3.  Aden  14/3.  —  20/3.  Colombo  21/3.  —
30.3.  Fremantle  31/3.——  3/4.  Adelaide  4/4.  —  6/4.  Melbourne  8/4.  —  10/4.  Sydney.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

Postdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  26.  April  1907.

„Adolph  Woermann“  .  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  April  in  Duala.
„Alerandra  Woermann“"“  Hamburg  Duala  am  22.  April  in  Conakry.
„Aline  Woermann“.  .  Kapstadt  Swakopmund  am  24.  April  ab  Kapstadt.
„Anna  Woermann“  .  Hamburg  Calabar  am  1p.  April  in  Egwanga.
„Arnold  Amsind"“  .  Mossamedes  Hamburg  am  16.  April  in  Gabun.
„Ascan  Woermann“  .  Mossamedes  Hamburg  am  15.  März  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“.  Hamburg  Assinie  am  13.  April  in  Dakar.
„Eduard  Bohlen“  ..  .  Swakopmund  Kapstadt  am  24.  April  ab  Swafopmund.
„Eduard  Woermann“.  .  Haniburg  Lüderitzbucht  am  17.  April  in  Swakopmund.
„Eleonore  Woermann“  .  Duala  Hamburg  am  24.  April  ab  Teneriife.
„Ella  Woermann“  .  .  Hamburg  Assinie  am  25.  April  Curhaven  passiert.
„Emilie  Woermann“.  .  Calabar  Hamburg  am  21.  April  in  Oamburg.
„Erich  Woermann“.  .  Mossamedes  Hamburg  am  19.  April  in  Hamburg.
„Erna  Verrmanu“  .  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  15.  April  ab  Las  Palmas.
-Aamerun  .  .  »  Hamburg  Gabun  am  27.  April  ab  Hamburg.
ndn  Woermanne  .  .  Hamburg  Kotonou  am  23.  April  in  Lome.
Fueirehnt  Nobt  b  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  29.  April  ab  Hamburg.
Lans!I  hleunt  -  Hamburg  Accra  am  24.  April  in  Sekondi.
„Oans  Woermann“.  .  Hamburg  Gabun  am  24.  April  in  Lome.
„Hedwig  Woermann“  .  .  Hamburg  Rio  Nunez  am  19.  April  in  Bissao.
delene  Woermann“  .  Kotonon  Hamburg  am  22.  April  in  Lamburg.
„Oenriette  Woermann“  .  Hamburg  Mossamedes  am  21.  April  in  Loanda.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  14.  April  in  Lagos.
„Jeaunette  Woermann“  ..  Accra  Hamburg  am  21.  April  ab  Lissabon.
„Kurt  Woermann“...  Burutu  Hamburg  am  25.  April  ab  Las  Palmas.
„Lili  Woermann“  .  Hamburg  Burutu  am  21.  April  Dover  passiert.
„Linda  Woermann“  "  HLamburg  Nio  Nunez  am  25.  April  in  Notterdam.
„Lothar  VBohlen“"“  .  Kotonon  Hamburg  am  16.  April  in  Lome.
„Lucie  Woermann“.  ·  Duala  Hamburg  am  21.  April  ab  Lissabon.
„Lulu  Bohlen“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  April  in  Hamburg.
„Marie  Woermann“  .  .  Hamburg  Accra  am  22.  April  ab  Las  Palmas.
„Martha  Woermann“  Duala  Hamburg  am  233.  April  in  Lagos.
„Mar  Brock“.  ·,..  Hamburg  Mossamedes  am  20.  April  in  Madeira.
Welita  Bohlen  ·  Hamburg  Assinie  am  23.  April  in  Sierra  Leone.
„Otto  Woerman  Nio  Nunez  Lamburg  am  26.  April  in  Madeira.
„Paul  Woermann“"  ..  Hamburg  Calabar  am  19.  April  ab  Las  Palmas.
„Professor  Woermannn  Nordamerika  Sncn  am  15.  April  ab  Galveston.
„Thekla  Bohlen"""  Hamburg  Kotonon  am  23.  April  Dover  passiert.
        <pb n="506" />
        W  426  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

 

 
      
       

Trlephon:  Amt  l  9229  und  9224.  Telegramm-  Weesse:  „Heydtbank“.  6  26.  April  1907.
Gom-  bapital  Ge-  vV*t  dre  lecte  Nachfrage  Angebo
dun  Kap##  schäfts-  e:  Divi-  Freibleibend  lachfrage  ngebot
jahr  Mark  jahr  dende  dende  90  %
½  v  «
1906  1250  000  1.  10.  —  I  —  9l.-G...  115
1906,  2000  000  1.  1.  —  4  A.-G.  100
1905  1200  000  1.  1.6  —  C0  102
1905  600  000  1.  1.  0  5  100  105
1891  2  600  000  1.  10.  5  7  89  92
1905  220  000  1.  1.  —  13  100
1900  1418  000  1.  1.  0  7  1#)
1878  2  750  000  1.  1.  12  12  n)
«  .:-  ......  170  172
1885  2  000  000  1.  1  0  20  Deutsche  für  Südwest-"1
  «  Afrika  180  185
1907  2  500  000  1.  1.  —  —  Deutsche  ianschnw  Aufengeellshof  100  n
1902  1  000  O000  1.  1.  0  0  Deutsche  Samoa-Ges  ascha  haft  ...·  82  i
1902  1000000  1.  5.  0  1  Deutsche  Fhgogesellsbaf  ..  —-1o:-1885,
  3  721  000  1.  1.  2½  at  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellchaf  -
:  «

t  mm--Anteile  103

   

3  000  000  5  5  do  Vorzugs-Anteile  M890.—
1886  2000  000  1.  1  0  #0  Deutich-Ostafrikanische  Plantagengesellschaft  .l1lõzsjr.
1903  11495  000  1.  1.  3½  3½  Deutsch-Ostafrikanische  3½00  Schuld  verschrei-  |
«  »  .  bungen  (vom  Reich  sicherg  estedhl  .  91  95
1897  2250  000  1.  1  7  1  Deuutsch-Westafrikanische  haldelsgeeischt  .  -  -98
1899  4000  000  1.  1.)  0  Gesellschaft  Nordwestkamerun  A.  –  X1175.—
360  000  „0  0  do  do  2  B.  8.—  —
1898  1  000  000  1.  1.  5  1  Griellchaft  Südkamern  Litt.  A.  —  l  131
1  000  000,  0  10  do  Lit.  3.  121
1880  2000  0O00  1.  10.0  0  .  —  34
1897  1  153  000  1.  1.  O  0  —  10
138809  3000  000  .1.  10.  0  0  26  30
887  100  000  1.  1.  15  1  15  295  310
1898  1200000/  1.  W.  0  0  Staunm-Aiuten  15  20
.  «  orgzugs-Aktien  —  17
1004  1000  000  1.  11  —  ·0  Kamernergwerlcd  Lie  relsn  13
1906  3000  000  1.  1.  —  4  Kamerun-Kautschuk-Compagnie  —  100
1903  1000000  1.  1.  —  0  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A#.S.  —  85
18099,  1  100  000  1.  7.  0  O  Moliwe-Pflangungs-Gesellschat  75  85
1885  6000  000  1.  4.  0  D  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Anteile  92  08
·0  0  Stamm-Auteile  48  —
19068  1200  000  1M.1.  —  —4  Ostafrika=  Kompagnie  .·.;--—  95
1904  21000000  1.  1.  3  38  Ostafrikanische  Eisenbahngesellschafe  Anteile
1  "((vom  Deutschen  Reiche  mit  3%  ••.  und  «

«  120%  Rückzahlung  garamtier,)  .  94.—«»s).
189815000001.1.2I0»It0(1mcnchcvandklogeicllscl  65
1900  20  000  000  1.  1.  0  „0  Otavi--Minen=  und  ahtt  –—  100
1897  2000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcio  .  —  92
1895  1  500  000  1.  1.  0  0  Rheinische  Handei  wug  angerneseiangn  35
1903  800  000  1.  1.  0  0  Safata-Samoa-Gesellschaft  100
1905  EIIIIIII  Wns  ......  100
1897  500  000  1.  1.  0  0  Sigi  Pflanzungs-  Gesellschaft  100
1900  2  500  000  1.  7.  0  0  Duth'  Alrican  Territoriies  1  2  60
1892  22000  000  1.  IW.  0  0  Sbhuth  Wesst  K#rten  Co.  21  eh  21  hn  6
1893  869  100  1.  4.  0  0  Ulsambara  Kaffeebaugesellschaft  Ztamin-Anteile  25zofr.  30zofr.

112200  0  0  do  Vorzugs-Anteile  50zofr.
1897  1  500  000  1.  1.  0  0  Weestafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi
Stamm-Anteile  70  ofr.
600  000  Vorzugs-Anteile  95  5  ir.  99°fr.
1897  1500  000  1.  1.  6  0  Vestofritanische  Pflanzung  ogeesellschaft  Victoria  30  35
1895  1  800  000  1M.  1.  0  0  Wecstdeutsche  Handels-  uud  Plantagengesellschaft
Düsseldorf

Zu  jeder  Art  von  Auslunjt  ist  obenstehendes  Bankhaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="507" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Hhetausgegeben  in  der  Kolonial--Abteilung  des  Auswärtigen  Amts

 

 

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  (Oai  1907.  Nummer  10.
eltschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  edes  is.  Dexkelben  werden  als  Belhefte  beigefügt  die  mndestens

Dieleus  h  erscheinenden:  doel.  „Mitteilungen  15.1  1  Meng  chen  ibi  zgebieten“-,  herausgegeben  vo  yr.

F.  Dunck  z  ma  warlhse  Abonnememspreis  für  das  Kolo  neuie,  %Ö  den  Belheften  rrrm  beim  Prsendn  d

Post  und  die  Lrocemert  Mk.  3.  -,  direlt  unter  —  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  4—  für  Deutschland  d

der  deutschen  Schungebieie  und  Osterreich  Ungarn.  M.  5.  für  die  bänder  tch  —  eltpostver  I-  Entfeudunchs  und  Anfrag

sind  an  die  Königliche  Fokpuuthhan  von  Gus  Sicofried  Mittler  mmd  Sohn.  Beriln  #.  Kochstraße  68—71,  zu  luh

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  rordnung  "es  Neichskanzlers,  betr.  die  allgemeinen  Feiertage  in  den  Schutzgebieten

Afrilar  und  der  Südser.  Vom  12.  April  1907  Verfügung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abteilung,
betr.  die  Aufhebung  des  Bezirksgerichts  in  Saipen  om  27.  April  1907  S.  428.  —  Verordnung.  des  Gouverneurs
von  Kamerun,  betr.  die  Gebühren  der  Rechtsanwälte.  Vom  27.  März  1907  S.  428.  —  Verordnung  des  Gouverneurs

von  Deutsch-Südwestafrila,  betr.  Bildung  von  Wildreservaten  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete.  Vom  22.  März
1907  S.  428.  —  Ausführungsbestimmungen  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa  zur  Kaiserlichen  Verordnung,  betr.
Zwangs=  und  Strafbefugnisse  der  Verwaltungsbehörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsec,  vom  14.  Juli

1905.  Vom  6.  Februar  1007  S.  429.  —  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  84  S.  431.  —  Allgemeine  Hestimmungen.
betr.  die  Vergebung  von  Leistungen  und  Lieferungen  im  Bereiche  der  Kolonialverwaltung,  gültig  vom  1.  April  1907  S.  432
Nichtamtlicher  Teil:  VPersonal=  Nachrichten  S.  142.  —  Patriotische  Gaben  S.  443.  —  Zur  Methodik  des

Ackerbaus  in  Vorderindien  und  in  Deutsch--O  stafrika  S.  413.
Kamerun:  Streifzüge  um  Jabassi  (mit  einer  Karte)  S.  455.
2  Togo:  Die  Eisenerzvorkommen  bei  Akpafu  und  eantrokofft  S.

Deutsch-Ostafrika:  Aus  dem  Bezirke  Tabora  S.  159.  |  der  Brutto-  Einnahmen  bei  den  Zollämtern
an  der  Küste  des  deutsch-  ostafrikanischen  Schutzgebiets  im  Monat  Februar  1  1907  S.  161.  —  Desgleichen  bei  den  Zollsiellen
  an  der  Binnengrenze  im  Monat  Dezember  1906  S.  462.  —  Die  Verkehrsstaliset  der  Usambara=  Gisenrahn  F

das.  J.  II.  und  III.  Vierteljahr  der  Nechnungsjahre  1  und  1906  (April  bis  Dezember  1905  und  1006)  S.  4
Deutsch=  Südwestafrika:  Verzeichnis  2  der  im  südwestafrikanischen  Schutzgebietel  tätigen  Gesellschaften,  gicsien  50
Handwerler  nach  dem  Stande  vom  1.  Jannar  1907  S.  469.

Aus  fremden  Rolonien  und  Produktionsgebieten:  Premier  (Tran-  sraal)  Diamond  Mining  Co.  S.  471.
—  Beteiligung  der  hauptsächlichsten  Importländer  am  Einfuhrhandel  Südafrikas  1905/06  S.  475.  —  Der  Handel
von  Brilisch=  Somaliland  im  Jahre  190506  S.  476.  —  Landel  Persiens  im  Jahre  1905·06  S.  117.  —  Ausfuhrhandel
Neuseelands  im  Jahre  1906  S.  478.  —  Oandel  Dahomeys  im  Jahre  1906  S.  179.  —  Handel  über  T  Dschibuti  im  Jahre
1905  S.  179.  —  Außenhandel  von  Britisch=  Neuguinea  im  Jahre  1905/06  S.  480.  —  Mauritius  im  Jahre  1905
S.  480.  Baumwollanbau  und  zausfuhr  Brasiliens  S.  180.  —  Der  Baumwollanban  in  Mittelasien  S.  482.  —  Das
Naumwoalfabrikation-geschnft  Manchesters  im  ersten  Vierteljahr  1997  S.  r**  —  Lage  der  Seidenzucht  im  Gebiet  Kutais
im  Jahre  1006  S.  483.  —  Agyptens  Bedarf  an  chemischen  D  Düngmitteln  S.  1.  Minengesetz  für  die  portugiesischen
Kolonien  S.  481.  —  Kupferfunde  in  Britisch=  Ostafrika  S.  185.—  Manganerzfunde  in  der  portugiesischen  Kolonie  Goa
und  in  Britisch=  Indien  S  S.  186.  —  Geplante  Abänderung  der  Vorschriften  für  die  Einfuhr  und  Lagerung  von  Petro-=leum
  in  Sierra  Leone  S.  186.

Verschiedene  Mitteilungen:  olonial=  Wirtschaftliches  S.  486.  —  Moliwe,  Pitanzungsgesellschaft  S.  187.  —

100

Literatur  S.  187.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  487.  Schiffsbewegungen  —  Kurse  deutscher  Kolonialwerte

  S.  191.  Anzeigen.

gEEEEGBEtlgdher  Teileced#  n

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  allgemeinen  Feiertage  in  den  Schutzgebieten
  Rfrikas  und  der  Südsee.
Vom  12.  April  1907.
Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  wird  für
die  Schutzgebiete  Afrikas  und  der  Südsee  folgendes  verordnet:
§5  1.  Als  allgemeine  Feiertage  im  Sinne  der  das  bürgerliche  Recht  sowic  das  Verfahren
in  bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten,  in  Konkurssachen,  in  Angelegenheiten  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit
  und  in  Strafsachen  betreffenden  gesetzlichen  Bestimmungen  gelten  der  Neujahrstag,  der  Kar-
        <pb n="508" />
        G  428  e

freitag,  der  erste  und  zweite  Ostertag,  der  Himmelfahrtstag,  der  erste  und  zweite  Pfingsttag,  der  erste
und  zweite  Weihnachtstag  sowie  außerdem  der  Geburtstag  Seiner  Majestät  des  Deutschen  Kaisers.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Oktober  1907  in  Kraft.
Berlin,  den  12.  April  1907.
Der  Reichskanzler.
Fürst  von  Bülow.

Verfügung  des  Ruswärtigen  Kmts,  Holonial-Rbteilung,  betr.  die  Kufhebung
des  Bezirksgerichts  in  Saipan.
Vom  27.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebictsgesetzes  (Reichs  Gesetzbl.  1900,  S.  813)  und  des
8  1  Ziffer  7  der  Verfügung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den  Schutzgebieten
Afrikas  und  der  Südsee,  vom  25.  Dezember  1900  (Kol.  Bl.  1901,  S.  1)  wird  bestimmt:

1.  Das  Bezirksgericht  in  Saipan  wird  aufgehoben  und  dessen  Bezirk  dem  Bezirksgericht
in  Jap  angegliedert.

2.  Diese  Verfügung  tritt  am  1.  Juli  1907  in  Kraft.

Berlin,  den  27.  April  1907.
Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abteilung.
Dernburg.

Verfügung  des  GCouverneurs  von  Kamerun,  betr.  die  Gebühren  der  Rechtsanwälte.
Vom  27.  März  1907.

Auf  Grund  des  §  3  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  28.  November  1901,  betr.  die
Regelung  des  gerichtlichen  Kostenwesens  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee  (Kolonialblatt
Seite  853),  bestimme  ich:

5  1.  Den  Rechtsanwälten  stehen  Gebühren  im  doppelten  Betrage  der  Sätze  zu,  die  in
den  im  8.  19  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  bezeichneten  Vorschriften  bestimmt  sind.

.  Diese  Verfügung  tritt  sofort  in  Kraft;  sie  findet  auch  Anwendung  auf  die  vor  dem
heutigen  Tage  einem  Rechtsanwalt  erteilten  Aufträge,  sofern  die  Liquidation  bisher  nicht  erfolgt  ist.
Buea,  den  27.  März  1907.

Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gonverneur:
Gleim.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  Bildung  von
Wildreservaten  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete.
Vom  22.  März  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  und  des
§  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betreffend  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee,  wird  verordnet,  was  folgt:

§&amp;amp;#  1.  Als  Wildreservate  werden  bestimmt:

1.  Das  Gebiet  östlich  Grootfontein,  welches  durch  folgende  Linien  begrenzt  wird:
Im  Westen  von  Buschmann-Püts  über  Nuragas  nach  Daster-Vlei  und  von  dort  bis  zu  einem
in  der  Fortsetzung  dieser  Linie,  30  km  nördlich  Daster-Vlei  gelegenen  Punkte.
Im  Norden  von  letzterem  Punkte  bis  Gasamas  und  daran  anschließend  die  Linie  Gasamas—
Numkanb.
Im  Osten  und  Süden  von  einer  10  km  südöstlich  des  Omuramba  und  Omatako  von  Numkanb
bis  Buschmann-Püts  verlaufenden  Linie.
        <pb n="509" />
        G  429  20

1!

Das  Gebiet  südlich,  westlich  und  nordwestlich  der  Etoscha-Pfanne  in  den  Bezirken  Grootfontein

und  Outjo,  welches  durch  folgende  Linien  begrenzt  wird:  4  ·

Im  Osten  und  Süden  die  Westgrenze  des  Ovambolandes  vom  Kunene  bis  Osohama.  Von
dort  nach  Koantsab  und  über  Ondowa,  Chudob,  Obab,  Aigab,  Vib,  Chorub  nach  Gub.

Von  Gub  über  Otjokaware  (Kowares)  bis  Oachab.  Von  Oachab  das  Hoarusib-Revier

bis  zum  Meere.

Im  Westen  vom  Meere.
Im  Norden  vom  Kunene  bis  zur  Grenze  des  Ovambolandes.
3.  Das  im  Bezirk  Swakopmund  gelegene  Gebiet,  welches  begrenzt  wird:

Im  Norden  von  einer  Linie  5  km  südlich  des  Swakop.

Im  Westen  vom  englischen  Walfischbai-Gebiet.

Im  Süden  von  einer  Linie,  welche  10  km  südlich  des  Kuiseb  verläuft.

Im  Osten  von  einer  Linie  von  Salem  nach  Onanis  und  von  dort  in  südlicher  Richtung  über
Bloomthal  bis  zum  Kuiseb,  von  dort  in  südwestlicher  Richtung  vom  Wege  zur  Hopemine
bis  zum  Kuiseb.

#§*  2.  Die  Ausübung  jeglicher  Jagd,  auch  auf  Springböcke  und  Kleinwild  ist  in  den  in
8  1  bezeichneten  Wildreservaten  nur  mit  schriftlicher  Genehmigung  des  Gonvernements  gestattet.

§5  3.  Der  Verkehr  mit  Fahrzeugen  aller  Art  in  den  Wildreservaten  ist  nur  mit  schriftlicher
Genehmigung  des  zuständigen  oder  nächsten  Bezirks=  oder  Distriktsamtes  gestattet.  Ausgenommen
hiervon  sind  die  öffentlichen  Wege,  die  zu  bewohnten,  innerhalb  der  Wildreservate  belegenen
Farmen  führen.

#  4.  Die  Genehmigung  zu  §  2  und  3  kann  von  der  Erfüllung  besonderer  Bedingungen
abhängig  gemacht  werden.  Bei  Nichterfüllung  der  Bedingungen  verliert  der  Erlaubnisschein  seine
Gültigkeit.

§*  5.  Der  Genehmigungsausweis  ist  mitzuführen  und  den  Polizeiorganen  auf  Verlangen
vorzugeigen.

5  6.  Zuwiderhandlungen  gegen  §  2  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  von  300
bis  5000  Mk.  oder  mit  Gefängnis  bis  zu  drei  Monaten  allein  oder  in  Verbindung  miteinander,
gegen  §  3  dieser  Verordnung  mit  Geldstrafe  bis  zu  150  Mk.  oder  Haft  bis  zu  sechs  Wochen  bestraft.

Zuwiderhandlungen  gegen  §  5  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  80  Mk.  oder  Haft  bis  zu
acht  Tagen  bestraft.

§  7.  Ausgenommen  von  den  Bestimmungen  des  §  2  sind  die  Besitzer  der  innerhalb  der
Reservate  gelegenen  Farmen  und  deren  Vertreter,  sofern  die  Farmen  bewohnt  und  in  Bewirtschaftung
  genommen  sind,  jedoch  nur  innerhalb  der  Grenzen  dieser  Farmen  und  soweit  es  sich  um
die  Erlegung  von  nicht  jagdbarem  und  zur  niederen  Jagd  gehörigen  Wild  für  den  eigenen
Wirtschaftsbedarf  handelt.
§  8.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Mai  1907  in  Kraft.

Windhnk,  den  22.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Gouvernenr.
In  Vertretung:

gez.  Hintrager.

Ausführungsbestimmungen  des  Couverneurs  von  Deutsch-Saomoa  zur  Kaiserlichen
Verordnung,  betr.  3wangs-  und  Stratbefugnisse  der  Verwaltungsbehörden  in  den
Schutzgebieten  Kfrikas  und  der  Südsee,  vom  14.  Juli  1905.

Vom  6.  Februar  1907.

Mit  Zustimmung  des  Reichskanzlers  wird  zur  Ausführung  der  Kaiserlichen  Verordnung,
betr.  Zwangs-  und  Strafbefugnisse  der  Verwaltungsbehörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der
Südsee,  vom  14.  Juli  1905  (Reichs-Gesetzbl.  S.  717),  folgendes  bestimmt:

51  Cu  §.  1  der  Kaiserlichen  Verordnung).

Zur  Zwangsvollstreckung  werden,  soweit  nicht  durch  bestehende  Vorschriften  ein  anderes
angeordnet  ist,  die  Vorsteher  der  Dienststellen  ermächtigt,  die  für  die  Feststellung  der  beizutreibenden
Geldforderungen  und  Ansprüche  auf  Herausgabe  von  Sachen  zuständig  sind.  Dem  Gouverneur
        <pb n="510" />
        W  40  2·

bleibt  vorbehalten,  die  Funktionen  der  Vollstreckungsbehörde  selbst  zu  übernehmen  (vgl.  §  3  dieser
Bestimmungen).

Wegen  anderer  als  öffentlichrechtlicher  Forderungen  und  Ansprüche,  insbesondere  zur  Beitreibung
  von  Forderungen  des  Fiskus  als  Privatunternehmers,  findet  das  Verwaltungszwangsverfahren
  (in  Ermangelung  der  Möglichkeit  einer  „Feststellung“  der  bezüglichen  Forderungen  im
Sinne  des  §8  1  der  Kaiserlichen  Verordnung)  nicht  statt.  Forderungen  für  amtliche  Vermessungen
dürfen  nur  mit  Zustimmung  des  Gouverneurs  auf  diesem  Wege  beigetrieben  werden.

Für  die  Gerichte  bleibt  hinsichtlich  der  Beitreibung  der  Geldstrafen  und  aller  Kosten,  einschließlich
  der  Kosten  der  Strafvollstreckung,  die  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  Regelung
des  gerichtlichen  Kostenwesens  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  28.  November  1901
Kol.  Bl.  S.  853,  L.  G.  I.,  S.  202)  maßgebend.

§5  2  (zu  §  2  der  Kaiserlichen  Verordnung).
Anwendung  finden  insbesondere  auch  die  Vorschriften  des  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,
  betr.  die  Ansübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom
25.  Dezember  1900  (Kol.  Bl.  1901,  S.  1).

§*  3  (zu  §  6  der  Kaiserlichen  Verordnung).
Die  Zwangsvollstreckung  ist  in  allen  Fällen  durch  Ersuchen  des  Bezirksrichters  auszuführen.
5  4  (zu  §  8  der  Kaiserlichen  Verordnung).

Zu  polizeilichen  und  anderen  obrigkeitlichen  Anordnungen  sowie  zur  Anwendung  von  Zwang
behufs  ihrer  Durchführung  (§§  9  bis  22  der  Kaiserlichen  Verordnung)  sind  nur  die  vom  Gonverneur
in  jedem  Fall  namentlich  benannten  Beamten  ermächtigt.

Unter  polizeiliche  Anordnungen  fallen  diejenigen,  bei  denen  die  Voraussetzungen  des  §  10
des  Preußischen  Allgemeinen  Landrechts,  Teil  II,  Titel  17,  zutreffen:

„Die  nötigen  Anstalten  zur  Erhaltung  der  öffentlichen  Ruhe,  Sicherheit  und  Ordnung  und
zur  Abwendung  der  dem  Publiko  oder  einzelnen  Mitgliedern  desselben  bevorstehenden  Gefahr  zu
treffen,  ist  das  Amt  der  Polizei.“

Anordnungen  polizeilicher  Art  sollen  zur  Vermeidung  von  Mißverständnissen  stets  als
„Polizeiverfügung“  ausdrücklich  bezeichnet  werden.

§*  5  (zu  §  23  der  Kaiserlichen  Verordnung).

Zum  Erlasse  polizeilicher  Strafverfügungen  ist  innerhalb  der  Inseln  Upolu,  Manono,  Apolima
  der  Polizeivorsteher  zu  Apia  mit  der  Einschränkung  ermächtigt,  daß  er  Geldstrafen  bis  zu
60  Mark  und  Haft  bis  zu  einer  Woche  sowie  Einziehung  festsetzen  kamm.  Die  Haft  darf  das  bezeichnete
  Strafmaß,  auch  wenn  sie  an  die  Stelle  einer  nicht  beizutreibenden  Geldstrafe  tritt,  nicht
übersteigen.

Die  polizeiliche  Strafverfügung  ist  auch  gegen  Beschuldigte  im  Alter  von  zwölf  bis  achtzehn
Jahren  zulässig.

Die  polizeiliche  Strafverfügung  hat  außer  der  Festsetzung  der  Strafe  die  strafbare  Handlung,
Zeit  und  Ort  derselben,  die  angewendete  Strafvorschrift  und  die  Beweismittel  sowie  die  Angabe  zu
enthalten,  daß  die  Geldstrafe  oder  die  eingezogene  Sache  an  den  Polizeivorsteher  abgeliefert  werden  soll.

Sie  hat  ferner  die  Eröffnung  zu  enthalten:

a)  daß  der  Beschuldigte  binnen  der  zweiwöchigen  Frist  des  §  23  Abs.  2  der  Kaiserlichen
  Verordnung  auf  gerichtliche  Entscheidung  antragen  kann;

b)  daß  der  Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  entweder  bei  dem  Polizeivorsteher  oder
bei  dem  Bezirksrichter  anzubringen  ist;

J)  daß  die  polizeiliche  Strafverfügung,  falls  innerhalb  der  Frist  zu  a  ein  Antrag  auf
gerichtliche  Entscheidung  nicht  erfolgt,  vollstreckbar  wird.

Wird  bei  dem  Bezirksrichter  auf  gerichtliche  Entscheidung  angetragen,  so  ist  dem  Antragsteller
  eine  Bescheinigung  darüber  kostenfrei  zu  erteilen.

§  6  u  §  28  der  Kaiserlichen  Verordnung).

Ist  ein  Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  bei  dem  Polizeivorsteher  nicht  fristgerecht  gestellt,
  auch  die  im  §  5,  Nr.  4  dieser  Bestimmungen  vorgesehene  Bescheinigung  nicht  vorgelegt,  so  ist
die  Strafverfügung  zu  vollstrecken.

Gebühren  werden  nicht  erhoben,  jedoch  fallen  bare  Auslagen  dem  Beschuldigten  zur  Last.
        <pb n="511" />
        W  431  20

Der  Polizeivorsteher  hat  die  eingezahlte  Geldstrafe  oder  abgelieferte  eingezogene  Sache  an
das  Bezirksgericht  abzuliefern.  4  ·

Er  hat  dem  Gericht  monatliche  Übersichten  der  Strafverfügungen  einzureichen.

§5  7  Gu  §  36  der  Kaiserlichen  Verordnung).

Hinsichtlich  der  Befugnis  zum  Erlasse  von  Strafbescheiden  wegen  Zuwiderhandlungen  gegen
die  Vorschriften  über  die  Erhebung  öffentlicher  Abgaben  und  Gefälle  bewendet  es  bei  den  Vorschriften
der  „Ordinance  concerning  the  collection  of  customs  1894.  ·

Diese  Ausführungsbestimmungen  treten  mit  dem  Zeitpunkte  ihrer  Verkündung  in  Kraft.
Gleichzeitig  treten  außer  Kraft:

.  die  Ordinance  to  enforce  the  payment  and  to  facilitate  the  recovery  of  rates  and

taxes  within  the  Municipal  District  of  Apia  1892;
die  Gouvernements-Verordnung  vom  15.  November  1900,  Gouvernements-Blatt,

Bd.  III,  Nr.  6  bzw.  vom  20.  Mai  1903,  Gouvernements-Blatt  Bd.  III,  Nr.  24
3.  die  Gouvernements-Verordnung  vom  1.  November  1901,  Gouvernements-Blatt,

Bd.  III,  Nr.  13.
Apia,  den  6.  Februar  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Solf.

1

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Geheimen  Legationsrat  und
vortragenden  Rat  im  Answärtigen  Amt,  Dr.  Theodor  Seitz  zum  Gouverneur  von  Kamerun
au  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ehemaligen
Bezirksamtmann  beim  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika,  Regierungsrat  Ludwig  Moyer,  den
Königlichen  Kronen-Orden  dritter  Klasse  zu  verleihen.

Kaise#liche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  30.  April  1907.
J  sekretär,  der  Charakter  als  Rechnungsrat  verliehen.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  29.  April  1907.
Seidenschnur,  Feldintendantursekretär,  mit  dem  30.  April  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im

Bereiche  der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (Intendauntur  II.  Armeekorps)  aus  der
Schutztruppe  ausgeschieden.

K  untz,  Ober  Militär-Intendant

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  nachstehenden
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen:
A.  K.  O.  vom  30.  April  1907:
dem  Hauptmann  v.  Brandenstein,  persönlichem  Adjutanten  Seiner  Königlichen  Hoheit  des  Prinzen
Joachim  Albrecht  von  Preußen,  und  #
dem  Stabsarzt  Dr.  Gérome  an  der  Kaiser  Wilhelms-Akademie  für  das  militärärztliche  Bildungswesen.

Persönlichkeiten

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
die  Königlich  Bayerische  Jubiläumsmedaille:
den  Stabsärzten  Professor  Ollwig  und  Dr.  Exner,  beide  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika;
des  Nitterkrenzes  des  Königlich  Württembergischen  Militär-Verdienstordens:
dem  Leutant  Frhrn.  v.  Crailsheim-Rügland  in  der  1.  Etappenkompagnie  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika.
        <pb n="512" />
        G  432  20

Verlustliste  Nr.  84  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
An  Krankheiten  gestorben:
In  Kub:

Reiter  Heinrich  Urban,  früher  im  2.  Ermländischen  Infanterie-Regiment  Nr.  151,  am  3.  Mai  an

Schwarzwasserfieber.

 

Allgemeine  Bestimmungen,  betreffend  die  Vergebung  von  Ceistungen  und  Cieferungen

 

im  Bereiche  der  Kolonialverwaltung,  gültig  vom  1.  Kpril  1907.

Inhaltsübersicht:
.  14

 

I.  Arten  der  Vergebung.  .  Jnhalt  und  Ansführung  der  Verträge.
II.  Verfahren  bei  Ausschreibungen.  1.  Zahlung.
1.  Gegenstand  der  Ausschreibung.  2.  Sicherheitsleistung.
2.  Fristen  für  die  Vertragverfüllung.  n.  Vertragsstrafen.
3.  Bekanntmachung  der  Ausschreibung.  1.  Uberwachung  der  Ausführung.
4.  Bewerbungfrist.  5.  Meinungsverschiedenheiten.
5.  Zuschlagofrist.  6.  Kosten  des  Vertragovabschlusser.
6.  Bedingungen  für  die  Bewerbung  um  Arbeiten  D  7.  Zeugnisse  für  die  Unternehmer.
und  Lieserungen.  8.  HReechnungslegung.
7.  Eröffnung  der  Angebote.  Anlagen:
B.  Zuschlagserteilung.  Bedingungen  für  die  Bewerbung  um  Arbeiten  und
III.  Abschluß  förmlicher  Verträge.  Lieferungen.
1.  Form  der  Verträge.  Vier  Muster  zu  den  in  Abschnitt  IV  vorgeschriebenen
2.  Fassung  der  Verträge.  Urkunden.
I.  Arten  der  Vergebßung.
1.  Leistungen  und  Lieferungen  sind  in  der  Regel  öffentlich  auszuschreiben.
2.  Mit  Ausschluß  der  OÖOffentlichkeit  können  zu  engerer  Bewerbung  ausgeschrieben
werden:

Leistungen  und  Lieferungen,  die  nach  ihrer  Eigenart  nur  ein  beschränkter  Kreis  von
Unternehmern  in  geeigneter  Weise  ausführt;

2.  Leistungen  und  Lieferungen,  bezüglich  deren  in  einer  öffentlichen  Ausschreibung  ein
annehmbares  Ergebnis  nicht  erzielt  worden  ist;

3.  sonstige  Leistungen  und  Lieferungen,  deren  überschläglicher  Gesamtwert  (frei  Werk  ohne
Verpackung)  rund  5000  Mark  beträgt,  sofern  besondere  Gründe  für  die  Ausschreibung  zu
engerer  Bewerbung  vorhanden  sind.  In  diesem  Falle  sind  in  der  Regel  mindestens
drei  und  höchstens  sechs  Bewerber,  bei  deren  Auswahl  nach  Möglichkeit  zu  wechseln
ist,  zur  Abgabe  von  Angeboten  aufzufordern.

3.  Unter  Ausschluß  jeder  Ausschreibung  kann  die  Vergebung  erfolgen:
1.  bei  Gegenständen,  deren  überschläglicher  Wert
a)  frei  Werk  ohne  Verpackung  den  Betrag  von  3000  Mark,
b)  frei  Bord  Schiff  Seehafen  einschließlich  seetüchtiger,  sachgemäßer  Verpackung  den  Wert
von  4000  Mark,
e)  frei  Land  Schutzgebiet  den  Wert  von  5000  Mark  nicht  übersteigt;
2.  bei  Dringlichkeit  des  Bedarfs;
3.  bei  Leistungen  und  Lieferungen,  deren  Ausführung  besondere  Kunstfertigkeit  erfordert
oder  unter  Patent=  oder  Musterschutz  steht;
4.  bei  Nachbestellung  zur  Ergänzung  des  für  einen  bestimmten  Zweck  ausgeschriebenen

Gesamtbedarfs,  sofern  kein  höherer  Preis  vereinbart  wird  als  für  die  Hauptlieferung
oder  leistung,  und  bei  Ersatzlieferungen  einzelner  Teile.
Bei  der  Auswahl  der  Unternehmer  ist  nach  Möglichkeit  zu  wechseln.
II.  Verfahren  bei  Ausschreibhungen.
1.  Gegenstand  der  Ausschreibung.
1.  Der  Gegenstand  der  Ausschreibung  ist  in  allen  wesentlichen  Beziehungen  bestimmt  zu

bezeichnen.
        <pb n="513" />
        G  433  2

2.  Uber  alle  für  die  Preisberechnung  erheblichen  Nebenumstände  sind  vollständige,  eine
zutreffende  Beurteilung  der  Bedentung  derselben  ermöglichende  Angaben  zu  machen.

Für  die  Ausführung  von  Bauten  sind  zur  Verabfolgung  an  die  Bewerber  bestimmte
Verdingungsanschläge  aufzustellen,  gegebenenfalls  unter  Zuziehung  besonderer  Sachverständiger.
In  den  Anschlägen  sind  sämtliche  Hauptleistungen  sowie  die  Nebenleistungen,  die  zwar  zur  planmäßigen
  Ausführung  der  Leistung  oder  Lieferung  nach  Verkehrssitte  mitgehören,  aber  für  die  Preisbemessung
  besondere  Bedeutung  besitzen,  ersichtlich  zu  machen.  Soweit  angängig,  sind  den  Verdingungsanschlägen
  die  zur  Klarstellung  der  Art  und  des  Umfangs  der  zu  vergebenden  Leistungen
und  Lieferungen  geeigneten  zeichnerischen  Darstellungen  und  Massenberechnungen  beizugeben.

Die  Verdingungsanschläge  dürfen  von  der  Behörde  ermittelte  Preisansätze  nicht  enthalten.

5.  Bei  umfangreicheren  Massenberechnungen  und  Zeichnungen,  von  denen  den  Bewerbern
  Vervielfältigungen  nicht  zur  Verfügung  gestellt  werden  können,  ist  ihnen  die  Einsichtnahme
u  gestatten.  6

6.  Die  Verdingung  von  Arbeiten  und  Lieferungen  zu  Bauausführungen  in  einer  Bauschsumme
  ist  nur  im  Ausnahmefalle  zulässig.  Auch  in  diesem  Falle  bedarf  es  eines  bei  der  Verdingung
  als  Baubeschreibung  dienenden  Kostenanschlags,  wobei  die  Vorschriften  unter  1.  bis  3.
sinngemäße  Anwendung  finden.  4  4

7.  Die  Ausschreibungen  sind  tunlichst  derart  zu  zerlegen,  daß  auch  kleineren  Gewerbetreibenden
  und  Handwerkern  die  Beteiligung  an  der  Bewerbung  ermöglicht  wird.  Bei  größeren
Arbeiten  oder  Lieferungen,  die  ohne  Schaden  für  die  gleichmäßige  Ausführung  getrennt  vergeben
werden  können,  hat  daher  die  Vergebung  in  der  Regel  den  verschiedenen  Gewerbs=  und  Handwerkszweigen
  entsprechend  zu  erfolgen,  auch  ist  in  geeigneten  Fällen  die  Verdingung  nach  den  Arbeiten
und  den  zugehörigen  Lieferungen  äu  trennen.  Bei  besonders  umfangreichen  Ausschreibungen  sind
die  auf  die  einzelnen  Gewerbs=  und  Handwerkszweige  entfallenden  Arbeiten  oder  Lieferungen  in
mehrere  Lose,  zu  teilen.

3.  Bezüglich  der  Beschaffenheit  zu  liefernder  Waren  und  der  Abmessung  zu  liefernder
Gegenstände  sind  ungewöhnliche,  im  Handel  nicht  übliche  Anforderungen  nur  insoweit  zu  stellen,  als
dies  unbedingt  notwendig  ist.

9.  Bei  Waren,  die  im  Deutschen  Reiche  hergestellt  werden  können,  ohne  daß  dadurch
Mehrkosten  entstehen,  soll  tunlichst  deutscher  Ursprung  zur  Bedingung  gemacht  werden.

10.  Ist  bei  Lieferungen  der  Kenntnis  der  Bezugsquelle  (der  Fabrik)  eine  besondere
Bedeutung  für  die  Beurteilung  der  Güte  beizumessen,  so  ist  von  dem  Bewerber  die  Namhaftmachung
  des  Fabrikanten,  von  dem  die  Waren  bezogen  werden  sollen,  zu  verlangen;  auch
können  gegebenenfalls  Angaben  über  die  zur  Herstellung  der  Waren  verbrauchten  Roh=  und  Hilfsstoffe
  erfordert  werden.  Die  Mitteilungen  werden  vertraulich  behandelt.

2.  Fristen  für  die  Vertragserfüllung.

1.  Für  die  Ausführung  der  Leistung  oder  Lieferungen  sind  ausreichend  bemessene  Fristen
unter  Berücksichtigung  der  Lage  des  Marktes,  der  Jahreszeit  und  der  Arbeitsverhältnisse  zu  bewilligen.

2.  Bei  fortlaufendem  Bedarf  sind  die  Lieferfristen  sachgemäß  zu  verteilen,  wobei
möglichst  dem  Bedürfnis  der  Lieferer  nach  gleichmäßiger  Beschäftigung  Rechnung  zu  tragen  ist.

3.  Muß  bei  dringendem  Bedarf  die  Frist  für  eine  Lieferung  ausnahmsweise  kurz  gestellt
werden,  so  ist  die  besondere  Beschleunigung  nur  für  die  zunächst  erforderliche  Menge  vorzuschreiben.
3.  Bekanntmachung  der  Ausschreibung.

1.  Die  Bekanntmachungen  öffentlicher  Ausschreibungen  durch  Zeitungen  und  Fachschriften
müssen  in  gedrängter  Form  diejenigen  Angaben  vollständig  enthalten,  die  für  die  Entschließung  zur
Beteiligung  an  der  Bewerbung  von  Wichtigkeit  sind.  Insbesondere  sind  darin  aufzuführen:

Gegenstand  und  Umfang  der  Leistung  oder  Lieferung  nach  den  wesentlichsten
Beziehungen,  wobei  die  Teilung  des  Gegenstandes  nach  Handwerkszweigen,  Losen  usw.
hervorzuheben  ist;

die  Frist  für  die  Vertragserfüllung;

Ort  und  Zeit  der  Eröffnung  der  Angebote;

die  Zuschlagsfrist;  ç  #  #

der  Preis  der  Verdingungsanschläge,  Zeichnungen,  Bedingungen  und  die  Stellen,
an  denen  sie  eingesehen  und  von  denen  sie  bezogen  werden  können.  4  «  «

2.  Bemerkungen  über  den  Vorbehalt  der  Auswahl  unter  den  Bewerbern  sind  in  die
Bekanntmachungen  nicht  aufzunehmen.  ***  4

Die  Bekanntmachungskosten  werden  von  der  ausschreibenden  Behörde  getragen.
        <pb n="514" />
        #  ,

W  434  20

4.  Bewerbungzfrist.

Um  den  Bewerbern  die  notwendige  Zeit  zur  sachgemäßen  Vorbereitung  der  Angebote  zu
gewähren,  ist  —  vorbehaltlich  einer  durch  besondere  Umstände  gebotenen  größeren  Beschleunigung  —
der  Zeitpunkt  der  Eröffnung  bei  kleineren  Arbeiten  und  leicht  zu  beschaffenden  Lieferungen  unter
Bestimmung  einer  Frist  von  mindestens  14  Tagen,  bei  größeren  Arbeiten  mit  einer  solchen  von
mindestens  4  Wochen,  vom  Tage  des  Erscheinens  der  Bekanntmachung  in  dem  zuletzt  zur  Ausgabe
gelangenden  Blatte  an  gerechnet,  festzusetzen.

Zuschlagsfrist.

1.  Die  Zuschlagsfristen  sind  in  allen  Fällen,  insbesondere  aber  bei  Lieferungen  solcher
Waren,  deren  Preise  häufigen  Schwankungen  unterliegen,  möglichst  kurz  zu  bemessen.

Die  Zuschlagsfrist  darf  in  der  Regel  den  Zeitraum  von  4  Wochen  nicht  übersteigen.
6.  Bedingungen  für  die  Bewerbung  um  Arbeiten  und  Lieferungen.

1.  Den  öffentlichen  Ausschreibungen  sind  die  in  der  Anlage  1  zusammengestellten,  von  Zeit

zu  Zeit  emiich  bekannt  zu  machenden  Bedingungen  zugrunde  zu  legen
2.  In  den  Ausschreibungen  selbst  ist  demnächst  nur  auf  diese  Bekanntmachungen  zu
verweisen.

3.  Auf  das  Verfahren  bei  engeren  Ausschreibungen  finden  diese  Bedingungen  mit  der
Maßgabe  entsprechende  Anwendung,  daß  für  die  Verdingungsanschläge,  Zeichnungen,  Bedingungen  usw.,
die  den  zur  Bewerbung  ausgeforderten  Unternehmern  zugestellt  werden,  eine  Erstattung  von  Kosten
nicht  beansprucht  wird.

7.  Eröffnung  der  Angebote.

1.  Zu  der  Verhandlung  über  die  Eröffnung  der  Angebote  werden  nur  die  Bewerber  und
deren  Vertreter,  nicht  aber  unbeteiligte  Personen  zugelassen.

Die  eingegangenen  Angebote  werden  im  Beisein  der  Erschienenen  eröffnet-  und  —  mit
Ausschluß  der  darin  enthaltenen  Angaben  über  Bezugsquellen  und  die  zu  verwendenden  Stoffe  —
verlesen,  soweit  dies  zur  Klarstellung  des  Verdingungsergebnisses  erforderlich  erscheint.  Bis  dahin
sind  die  Angebote  unter  Verschluß  zu  halten.

3.  Über  den  Gang  der  Verhandlung  wird  eine  Niederschrift  angefertigt,  in  der  die  Angebote
in  der  Reihenfolge  des  Eingangs  aufzuführen  sind.  Die  Angebotsschreiben  werden  mit  fortlaufender
Nummer  bezeichnet,  der  Niederschrift  beigefügt  und  von  dem  die  Verhandlung  leitenden  Beamten
mit  seiner  Namensaufschrift  versehen.

4.  Die  Niederschrift  wird  verlesen  und  von  den  erschienenen  Bewerbern  und  Vertretern
mit  vollzogen.  Eine  Veröffentlichung  der  Angebote  sowie  der  Niederschrift  ist  den  Beamten  nicht
gestattet,  jedoch  können  die  Bewerber  auf  ihre  Kosten  Auszüge  daraus  erhalten.

5.  Nachträgliche  Angebote  bleiben  unberücksichtigt.

6.  Gehen  Angebote  nach  dem  Beginn  der  Verhandlung  ein,  so  sind  sie  in  der  Niederschrift
als  verspätet  eingegangen  zu  bezeichnen.  Solche  Angebote  werden  nur  dann  berücksichtigt,  wenn  sie
noch  vor  der  Eröffnung  des  ersten  Angebots  dem  die  Verhandlung  leitenden  Beamten  von  dem
Bewerber  oder  seinem  Vertreter  persönlich  eingehändigt  worden  sind  oder  wenn  das  verspätete
Eintreffen  durch  Umstände  verursacht  ist,  die  außer  aller  Schuld  des  Bewerbers  liegen,  auch  die
Möglichkeit  ausgeschlossen  ist,  daß  das  Ergebnis  der  Verdingung  bei  Abfassung  des  Angebots
bekannt  war.

7.  Sofern  die  Feststellung  des  annehmbarsten  Gebotes  (vergleiche  unter  8.)  besondere
Ermittlungen  nicht  erfordert  und  der  die  Verhandlung  leitende  Beamte  zur  selbständigen  Entscheidung
über  den  Zuschlag  zuständig  ist,  kann  die  Erteilung  des  Zuschlages  in  der  von  dem  gewählten
Unternehmer  mit  zu  vollziehenden  Niederschrift  erfolgen.

8.  Zuschlagserteilung.

1.  Die  niedrigste  Geldforderung  als  solche  darf  für  die  Enscheidung  über  den  Zuschlag
keineswegs  den  Ausschlag  geben.

2.  Der  Zuschlag  darf  nur  auf  ein  in  jeder  Beziehung  annehmbares,  die  tüchtige  und
rechtzeitige  Ausführung  der  betreffenden  Leistung  oder  Lieserung  gewährleistendes  Gebot  erteilt  werden.

Es  sind  nur  solche  Bewerber  zu  berücksichtigen,  welche  für  die  bedingungsmäßige
Ausführung  sowie  für  die  Erfüllung  ihrer  Verpflichtungen  gegenüber  ihren  Handwerkern  und
Arbeitern  die  erforderliche  Sicherheit  bieten.  Bewerber,  von  denen  der  ausschreibenden  Behörde
bekannt  ist,  daß  sie  ihren  Beitragspflichten  bei  der  Kranken-,  Unfall=  und  Invalidenversicherung  nicht
nachzukommen  pflegen,  sind  ausgeschlossen.
        <pb n="515" />
        W  435  20

.  In  geeigneten  Fällen  sind  die  zuständigen  Interessentenvertretungen  (Handwerks-,
Handels-  *5  K  Landwirtschaftskammern)  um  Auskunft  über  die  Leistungsfähigkeit  nicht  hinreichend
bekannter  Unternehmer  zu  ersuchen.

5.  Ausgeschlossen  von  der  Berücksichtigung  sind  solche  Angebote:

a)  die  den  der  Ausschreibung  zugrunde  gelegten  Bedingungen  oder  Proben  nicht  entsprechen;

b)  die  nach  den  von  den  Bewerbern  eingereichten  Proben  für  den  vorliegenden  Zweck  nicht
geeignet  sind;

c)  die  eine  in  offenbarem  Mißverhältnis  zu  der  Leistung  oder  Lieferung  stehende
Preisforderung  enthalten,  so  daß  nach  dem  geforderten  Preise  an  und  für  sich  eine
tüchtige  Ausführung  nicht  erwartet  werden  kann.

6.  Nur  ausnahmsweise  darf  in  dem  letzteren  Falle  (zu  c)  der  Zuschlag  erteilt  werden,
sofern  der  Bewerber  als  zuverlässig  und  leistungsfähig  bekannt  ist  und  ausreichende  Gründe  für  die
Abgabe  des  ausnahmsweise  niedrigen  Gebotes  beigebracht  sind  oder  auf  Befragen  beigebracht  werden.

7.  Die  Bedürfnisse  an  landwirtschaftlichen  Erzeugnissen  sind,  soweit  dies  ohne  Schädigung
fiskalischer  oder  anderer  allgemeiner  Interessen  und  ohne  grundsätzliche  Ausschließung  des  Handels
ausführbar  ist,  mkichs  unmittelbar  von  den  Produzenten  zu  erwerben.

8.  Bei  der  Vergebung  von  Leistungen  und  Lieferungen  für  Bauten  sind  im  Falle  gleicher
Preisstellung  die  am  Orte  der  Ausführung  oder  in  dessen  Nähe  wohnenden  Gewerbetreibenden
vorzugsweise  zu  berücksichtigen,  wenn  sie  die  Arbeiten  im  eigenen  Betriebe  ausführen.

9.  Im  übrigen  ist  bei  öffentlichen  Ausschreibungen  der  Zuschlag  demjenigen  der  drei  als
Mindestfordernde  in  Betracht  kommenden  Bewerber  zu  erteilen,  dessen  Angebot  unter  Berücksichtigung
aller  Umstände  als  das  annehmbarste  zu  erachten  ist.

10.  Bei  engeren  Ausschreibungen  hat  unter  sonst  gleichwertigen  Angeboten  die  Vergebung
an  den  Mindestfordernden  zu  erfolgen.  Sind  ausnahmsweise  den  Bewerbern  die  näheren  Vorschläge
in  betreff  der  einzelnen  Anlagen  und  Einrichtungen  überlassen  worden,  so  ist  der  Zuschlag  auf  dasjenige
  Angebot  zu  erteilen,  das  für  den  gegebenen  Fall  als  das  geeignetste  und  zugleich  in  Abwägung
aller  Umstände  als  das  preiswürdigste  erscheint.

11.  Ist  keines  der  hiernach  bei  öffentlichen  und  engeren  Ausschreibungen  in  Betracht

kommenden  Mindestgebote  für  annehmbar  zu  erachten,  so  hat  die  Ablehnung  sämtlicher  Gebote  und
die  Einleitung  eines  neuen  Verfahrens  zu  erfolgen.

III.  RZöschlutz  förmlicher  Verträge.
1.  Form  der  Verträge.

1.  über  den  durch  die  Erteilung  des  Zuschlags  zustande  gekommenen  Vertrag  ist  der  Regel
nach  eine  schriftliche  Urkunde  zu  errichten.

Hiervon  kann  unter  der  Voraussetzung,  daß  die  Rechtsgültigkeit  des  Übereinkommens
dadurch  nicht  in  Frage  gestellt  wird,  abgesehen  werden:
A.  bei  Gegenständen  bis  zum  Wert  von
a)  3000  Mark  frei  Werk  ohne  Verpackunng,
b)  4000  Mark  frei  Bord  Schiff  Seehafen  einschl.  Verpackung,
c)  5000  Mark  frei  Land  Schutzgebiet,
einschließlich:
B.  bei  Zug  um  Zug  bewirkten  Leistungen  und  Lieferungen;
C.  bei  einfachen  Vertragsverhältnissen,  über  die  ein  alle  wesentli  Bedi  en  ent—
haltender  Brief-  oder  Telegrammwechsel  vorliegt.  sentlichen  Bedingungen  ent.
3.  Wird  in  solchen  Fällen  von  der  Aufstellung  einer  schriftlichen  Urkunde  Abstand  genommen,
  so  ist  in  anderer  geeigneter  Weise  —  z.  B.  durch  Bestellzettel,  schriftliche,  gegenseitig
anerkannte  Aufzeichnungen  —  für  die  Sicherung  der  Beweisführung  über  den  wesentlichen  Inhalt
des  Ubereinkommens  Vorsorge  zu  treffen.
2.  Fassung  der  Verträge.
1.  Die  Fassung  der  Vertragsbedingungen  muß  knapp,  aber  bestimmt  und  deutlich  sein.
2.  Den  Verträgen  sind  allgemeine  Vertragsbedingungen  zugrunde  zu  legen,  soweit
solche  ausgestellt  sind.
In  der  Vertragsurkunde  müssen  außer  der  Bezeichnung  der  vertragschließenden  Parteien
die  brsonbe  der  Verdingung  zugrunde  gelegten  Bedingungen  enthalten  sein.
4.  Der  Vertragsschluß  geschieht,  soweit  ein  Beamter  damit  beauftragt  ist,  namens  der  zuständigen
  Behörde.
        <pb n="516" />
        W  436  20

5.  Für  den  Bertragsschluß  kommen  namentlich  in  Betracht:

a)  der  Gegenstand  der  Verdiungung  unter  Bezeichnung  der  Bezugsquelle,  falls  eine  derartige
  Angabe  ausnahmsweise  verlangt  ist;

b)  die  Höhe  der  Vergütung  und  die  Kasse,  durch  welche  die  Zahlungen  zu  erfolgen
haben;

Jc)  die  Vollendungsfrist  und  die  etwaigen  Teilfristen;

d)  die  Höhe  einer  etwaigen  Vertragsstrafe  sowie  die  Voraussetzungen,  unter  denen  sie

fällig  wird;

die  Höhe  einer  etwa  zu  bestellenden  Sicherheit  unter  genauer  Bezeichnung  derienigen

Verbindlichkeiten,  für  deren  Erfüllung  diese  haften  soll,  sowie  derjenigen  Voraussetzungen,

unter  denen  die  Rückgabe  zu  erfolgen  hat;

das  Nähere  in  betreff  der  Abnahme  der  Leistungen  oder  Lieferungen  sowie  der  Dauer

und  des  Umfanges  der  von  dem  Unternehmer  zu  leistenden  Gewähr;

Bestimmungen  über  das  Austragen  von  Streitigkeiten,  wobei  in  der  Regel  ein  schiedsrichterliches

  Verfahren  vorzusehen  ist;

die  technischen  Vorschriften  wegen  der  Beschaffenheit  der  Lieferungsgegenstände,  Baustoffe,

  der  Art  der  Ausführung  und  der  dabei  zu  beachtenden  Gesichtspunkte,  soweit  diese

sich  nicht  bereits  aus  den  Anschlägen  und  Zeichnungen  ergeben.

6.  Soweit  der  Unternehmer  von  ihm  selbst  im  Inlande  erzeugte  Mengen  von  Sachen  oder
Waren  liefert,  ist  dies  nach  den  stempelrechtlichen  Vorschriften  in  der  Vertragsurkunde  zum  Ausdruck
zu  bringen.  Bei  Werkverträgen  über  nicht  bewegliche  Gegenstände  ist  nicht  nur  der  Gesamtpreis,
sondern  auch  der  Wert  der  Baustoffe  in  demjenigen  Zustande,  in  welchem  sie  mit  dem  Grund  und
Boden  in  dauernde  Verbindung  gebracht  werden  sollen,  im  Vertrage  anzugeben.

7.  Die  allgemeinen  Vertragsbedingungen  sind,  insofern  nicht  bei  einfachen  Vertragsverhältnissen
  zweckmäßiger  die  Aufnahme  der  wesentlichsten  Bestimmungen  in  den  Vertrag  selbst  erfolgt,
der  Vertragsurkunde  beizufügen.

8.  Verdingungs-Anschläge,  Zeichnungen,  allgemeine  und  besondere  Bedingungen  sind  durch
Anheften  mit  Schnur  und  Siegel  zu  Bestandteilen  des  Vertrages  zu  machen.  Umfangreichere
Zeichnungen  sind  als  Anlagen  lose  beizufügen  und  als  solche  beiderseits  anzuerkennen.

9.  Durchstreichungen,  Radierungen,  Einschaltungen  sind  in  den  Vertragsurkunden  zu  vermeiden.
  Werden  Berichtigungen  erforderlich,  so  sind  sie  am  Rande  durch  die  Unterschrift  beider
Teile  anzuerkennen.

.  Die  Seiten  der  Vertragsurkunden  sind  mit  fortlaufenden  Zahlen  zu  bezeichnen.

e

—  2

IV.  Inhalt  und  Ausfühbrung  der  Verträge.

Die  Verbindlichkeiten,  die  den  Unternehmern  auferlegt  werden,  dürfen  dasjenige  Maß  nicht
übersteigen,  welches  Privatpersonen  sich  in  ähnlichen  Fällen  auszubedingen  pflegen.  In  den  Verträgen
  sind  nicht  nur  die  Pflichten,  sondern  auch  die  ihnen  entsprechenden  Rechte  der  Unternehmer
zu  verzeichnen.

Im  einzelnen.
1.  Zahlung.

1.  Die  Zahlungen  sind  unter  tunlichster  Berücksichtigung  der  Verkehrssitte  aufs  äußerste
zu  beschleunigen.

Die  Abnahme  hat  alsbald  nach  Fertigstellung  oder  Ablieferung  der  Leistung  oder
Lieferung  zu  erfolgen.

Verzögert  sich  die  Zahlung  infolge  der  notwendigen  genauen  Feststellung  des  Geleisteten
oder  Gelieferten,  voer  erstreckt  sich  die  Ausführung  über  einen  längeren  Zeitraum,  so  sind  Abschlagszahlungen
  bis  zu  demjenigen  Betrage  zu  leisten,  den  der  abnehmende  Beamte  nach  pflichtmäßigem
Ermessen  zu  vertreten  vermag.

4.  Wird  dem  Unternehmer  von  der  Verwaltung  eine  Frist  für  die  Einreichung  der  Schlußrechnung
  gesetzt,  so  hat  die  Prüfung  und  Feststellung  der  richtig  befundenen  Schlußrechnung  innerhalb
  einer  anschließenden  gleichen  Frist  zu  erfolgen.

5.  Auf  Antrag  der  Unternehmer  sind  Zahlungen  an  sie  durch  Vermittlung  der  Reichsbank
  zu  leisten.

2.  Sicherheitsleistung.
1.  Die  Zulassung  zu  dem  Ausschreibungsverfahren  ist  von  einer  vorgängigen  Sicherheits-
        <pb n="517" />
        W  437  20

leistung  nicht  abhängig  zu  machen;  dagegen  kann  in  den  hierzu  geeigneten  Fällen  vor  der  Erteilung
des  Zuschlages  die  ungesäumte  Sicherheitsleistung  verlangt  werden.

2.  Die  Sicherheit  kann  durch  Bürgen  oder  durch  Pfänder  bestellt  werden.

3.  Bei  Bemessung  der  Höhe  der  Sicherheit  und  der  Bestimmung  darüber,  ob  sie  auch
während  der  Gewährleistungszeit  ganz  oder  teilweise  einbehalten  wird,  ist  über  dasjenige  Maß  nicht
hinauszugehen,  welches  geboten  ist,  um  die  Verwaltung  vor  Schaden  zu  bewahren.

4.  Der  Regel  nach  ist  die  Sicherheit  nicht  höher  als  auf  5  v.  H.  der  Vertragssumme
au  bemessen.

·  5.  Wenn  die  Vertragssumme  10  000  Mark  nicht  übersteigt,  oder  wenn  die  zu  hinterlegende
Sicherheit  den  Betrag  von  500  Mark  nicht  erreichen  würde,  ist  auf  Sicherheitsleistung  in  den  Fällen
au  verzichten,  in  denen  die  Unternehmer  als  leistungsfähig  und  zuverlässig  bekannt  sind.

6.  Die  Sicherheitsleistung  gemäß  Abs.  2  kann  nach  dem  Ermessen  der  Verwaltung  auch
ersezt  werden:

a)  durch  Hinterlegung  trockener  oder  gezogener  Sichtwechsel,  welche  der  Verwaltung  einen

wechselmäßigen  Anspruch  gegen  den  Aussteller  in  Höhe  der  Sicherheitssumme  gewähren;

b)  sofern  die  zu  bestellende  Sicherheit  den  Betrag  von  1000  Mark  nicht  übersteigen  würde,

durch  Einbehaltungen  von  Abschlagszahlungen  in  entsprechendem  Betrage.

4  7.  Zur  Hinterlegung  von  Sparkassenbüchern  als  Sicherheit  dürfen  nicht  nur  Abrechnungsbücher
  von  solchen  öffentlichen  Sparkassen,  die  behördlich  zur  Anlegung  von  Mündelgeld  für  geeignet
erklärt  sind,  sondern  auch  Abrechnungsbücher  von  anderen  öffentlichen  und  Privatsparkassen,  Banken,
Kreditgenossenschaften  und  sonstigen  privaten  Anstalten  angenommen  werden.  Bei  der  Sicherheitsbestellung
  durch  Abrechnungsbücher  der  letztgedachten  Art  ist  jedoch  zugleich  der  Nachweis  zu  erbringen,
  daß  die  betreffenden  Anstalten  nach  ihren  finanziellen  Grundlagen  und  organisatorischen
Einrichtungen  ausreichende  Sicherheit  bieten.

8.  Der  Bürge  hat  einen  Bürgschein  nach  dem  Muster  der  Anlage  2  auszustellen.  m

9.  Der  Unternehmer,  der  in  das  Reichs=  oder  Staatsschuldbuch  eingetragene  Forderungen,  ½½
Depotscheine  der  Reichsbank  oder  der  Königl.  Seehandlung  (Preußischen  Staatsbank),  oder  aber
Sparkassenbücher  zum  Pfande  bestellt,  hat  eine  Verpfändungsurkunde  auszustellen.  Diese  soll  bei
Forderungen,  die  in  das  Reichsschuldbuch  oder  in  das  preußische  Staatsschuldbuch  eingetragen  sind,
den  Wortlaut  der  Anlage  3,  bei  Verpfändung  von  Depotscheinen  der  Reichsbank  oder  der  Königl.  27
Seehandlung  (Preußischen  Staatsbank)  und  von  Sparkassenbüchern  den  Wortlaut  der  Anlage  4  haben.  ae  *v

10.  Der  Verpfänder  von  Depotscheinen  der  Reichsbank  oder  der  Königl.  Seehandlung  —
(Preußischen  Staatsbank)  4  hat  außerdem  eine  Erklärung  nach  Anlage  5  in  doppelter  Ausfertigung  3,
bushubringen.  Die  Ertlärungen  sind,  nachdem  unter  die  erste  Ausfertigung  das  darunter  stehende  86#5½#  S.
S  eiS  hen  gesetzt  ist,  an  die  Reichsbank  oder  die  Seehandlung  zu  senden,  welche  die  zweite  Ausfertigung
  mit  der  entsprechenden  Erklärung  zurücksendet.

11.  Bei  Verpfändung  von  Sparkassenguthaben  hat  der  Verpfänder  nachzuweisen,  daß  er

dem  Drittschuldner  (der  Sparkassenverwaltung)  die  Verpfändung  angezeigt  hat.  Bei  Verpfändung

von  in  das  Reichs=  oder  '  «  ·  --«  ist  -  s«

in  hs--  o  Staatsschuldbuch  eingetragenen  Forderungen  ist  von  ihm  der  Nachweis  zu
ebringen,  daß  die  iiintn  in  das  Schuldbuch  eingetragen  ist.

2.  Die  insscheine  der  Wertpapiere  für  denjenigen  Zeitraum,  während  dessen  voraussichtlich
  die  Leistung  oder  Lieferung  noch  in  der  Ausführung  begriffen  sein  wir  ö  i  *
neten  Fällen  den  Unternehmern  belassen  werden-  )xung  begriffen  seig  wird,  können  in  den  geeig—

13.  Die  Rückgabe  der  Pfänder  hat,  nachdem  die  Verpflichtungen,  zu  dere  icher  si
gedient  haben,  erfüllt  sind,  ohne  Verzug  zu  erfolgen.  pllichtung  ren  Sicherung  sie

3.  Vertragsstrafen.

1.  Vertragsstrafen  sind  nur  auszubedingen,  wenn  ein  erhebliches  Interesse  an  der  rechtzeitigen
  Vertragserfüllung  besteht.

Die  Höhe  der  Vertragsstrafen  ist  in  angemessenen  Grenzen  zu  halten,  zumal  sie  bei
überschreitung  dieser  Grenzen  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  auf  Antrag  des  Schuldners  durch
Urteil  auf  einen  verhältnismäßigen  Betrag  herabgesetzt  werden  können.

3.  Von  der  Vereinbarung  solcher  Strafen  ist  ganz  abzusehen,  wenn  der  Verdingungsgegenstand
  vorkommendenfalls  ohne  weiteres  in  der  bedungenen  Menge  und  Güte  anderweit  zu  beschaffen
  ist.

4.  Überwachung  der  Ausführung.

Die  Kosten  der  Überwachung  und  der  Abnahme  der  Leistungen  oder  Lieferungen  sind  von

der  Verwaltung  zu  tragen,  soweit  in  den  Vertragsbedingungen  nichts  anderes  bestimmt  ist.
        <pb n="518" />
        W  438  20

5.  Meinungsverschiedenheiten.

1.  Bei  der  Vergebung  von  Lieferungen  ist  es  nicht  zulässig,  daß  die  vertragschließende
Behörde  sich  die  alleinige  Entscheidung  über  die  vertragsmäßige  Beschaffenheit  des  gelieferten  Gegenstandes
  mit  Ausschluß  der  Anrufung  eines  Schiedsgerichts  vertraglich  vorbehält.

2.  Bei  allen  Streitigkeiten  über  die  durch  Verträge  über  Lieferungen  und  Leistungen  begründeten
  Rechte  und  Pflichten  hat  zunächst  die  vertragschließende  Behörde  eine  förmliche  Entscheidung
  zu  treffen  und  dem  Unternehmer  zuzustellen.  Der  Entscheidung  der  Behörde  soll  tunlichst  eine
mündliche  Erörterung  mit  dem  Unternehmer  vorausgehen.  Der  Unternehmer  ist  in  der  behördlichen
Entscheidung  auf  die  in  den  Bedingungen  für  die  Beantragung  der  schiedsrichterlichen  Entscheidung
festgesetzte  Frist  und  den  mit  deren  Ablauf  verbundenen  Rechtsnachteil  ausdrücklich  hinzuweisen.
Erst  gegen  die  Entscheidung  der  Behörde  kann  das  Schiedsgericht  angerufen  werden.

6.  Kosten  des  Vertragsabschlusses.

Zu  den  Kosten,  die  von  dem  Unternehmer  nach  dem  Vertrage  zur  Hälfte  mitgetragen
werden,  gehören  nur  diejenigen  Gebühren  und  Auslagen,  welche  durch  etwaige  notarielle  oder  gerichtliche
  Aufnahme  des  Vertrages  entstehen.

Bezüglich  der  Übernahme  von  Stempelkosten  auf  die  Verwaltung  sind  die  gesetzlichen
Vorschriften  maßgebend.

7.  Zeugnisse  für  die  Unternehmer.

Offeue  Zeugnisse  über  Leistungsfähigkeit  dürfen  Unternehmern  nicht  erteilt  werden,  dagegen
sind  ihnen  auf  Antrag  von  den  ausschreibenden  Behörden  Bescheinigungen  über  Art,  Zeit  und  Umfang
  der  ausgeführten  Leistungen  und  Lieferungen  und  über  die  Bewährung  der  gelieserten  Gegenstände
  auszustellen.

8.  Rechnungslegung.

1.  Bei  vertraglichen  Leistungen  und  Lieferungen  ist  in  der  Schlußrechnung  zu  vermerken,
ob  dem  Vertragsabschluß  ein  öffentliches  oder  engeres  Ausschreibungsverfahren  vorangegangen  und
ob  der  Unternehmer  Mindestfordernder  gewesen  ist.

2.  Soweit  Leistungen  und  Lieferungen  im  Werte  von  mehr  als

a)  3000  Mark  frei  Werk  ohne  Verpackung,

b)  4000  Mark  frei  Bord  Schiff  Seehafen  einschl.  Verpackung,

c)  5000  Mark  frei  Land  Schutzgebiet
freihändig  oder  auf  Grund  eines  engeren  Ausschreibungsverfahrens  vergeben  sind,  ist  zur  Schlußrechnung
  anzugeben,  aus  welchen  Gründen  von  jeder  Ausschreibung  oder  von  einer  öffentlichen
Ausschreibung  abgesehen  ist.  Außerdem  bedarf  es  in  diesen  Fällen  einer  Begründung  bei  der  Zuschlagserteilung
  an  Nichtmindestfordernde.

Anulage  1.

Bedingungen  für  die  Bewerbung  um  Kröbeiten  und  Cieferungen.
§*  1.  Persönliche  Tüchtigkeit  und  Leistungsfähigkeit  der  Bewerber.

Bei  der  Vergebung  von  Arbeiten  oder  Lieferungen  hat  niemand  Aussicht,  als  Unternehmer
angenommen  zu  werden,  der  nicht  für  ihre  tüchtige  und  pünktliche  Ausführung  die  erforderliche
Sicherheit  bietet.

§  2.  Einsicht  und  Bezug  der  Verdingungsunterlagen.

Verdingungsanschläge,  Zeichnungen,  Bedingungen  usw.  sind  an  den  in  der  Ausschreibung
bezeichneten  Stellen  einzusehen.  Vervielfältigungen  werden  auf  Ersuchen  gegen  Erstattung  der
Selbstkosten  verabfolgt,  soweit  sie  vorrätig  sind  oder  durch  die  verfügbaren  Hilfskräfte  neu  angefertigt
  werden  können.  Der  Name  des  Bewerbers,  an  den  die  Verdingungsunterlagen  verabfolgt
sind,  wird  nicht  bekannt  gegeben.

§  3.  Form  und  Inhalt  der  Angebote.

1.  Die  Angebote  sind  unter  Benutzung  der  etwa  vorgeschriebenen  Vordrucke,  von  den
Bewerbern  unterschrieben,  mit  der  in  der  Ausschreibung  geforderten  lberschrift  versehen,  verschlossen,
porto=  und  bestellgeldfrei  bis  zu  dem  angegebenen  Zeitpunkte  einzureichen.

2.  Die  Angebote  müssen  enthalten:

a)  die  ausdrückliche  Erklärung,  daß  der  Bewerber  sich  den  Bedingungen,  die  der  Ausschreibung

  zugrunde  gelegt  sind,  unterwirft;
        <pb n="519" />
        W  439  2

b)  die  Angabe  der  geforderten  Preise  nach  Reichswährung,  und  zwar  sowohl  der  Preise
für  die  Einheiten  als  auch  der  Gesamtforderung  in  Zahlen  und  Buchstaben;  stimmt  die
Angabe  der  Einheitspreise  in  Zahlen  mit  der  in  Buchstaben  nicht  überein,  so  soll  die
Angabe  in  Buchstaben  maßgebend  sein;  die  Gesamtforderung  wird  aus  den  Einheitspreisen
  rechnerisch  festgestellt;

e)  die  genaue  Bezeichnung  und  Adresse  des  Bewerbers;

d)  von  gemeinschaftlich  bietenden  Personen  die  Erklärung,  daß  sie  sich  für  das  Angebot  als

Gesamtschuldner  verbindlich  machen,  sowie  die  Bezeichnung  eines  zur  Geschäftsführung

und  zur  Empfangnahme  der  Zahlungen  Bevollmächtigten;  letzteres  Erfordernis  gilt  auch

für  die  Gebote  von  Gesellschaften  und  juristischen  Personen;

nähere  Angaben  über  die  Bezeichnung  der  etwa  mit  eingereichten  Proben.  Die  Proben

selbst  müssen  ebenfalls  vor  der  Verhandlung  zur  Eröffnung  der  Angebote  eingesandt

und  derart  bezeichnet  sein,  daß  sich  ohne  weiteres  erkennen  läßt,  zu  welchem  Angebot
sie  gehören;

k)  die  etwa  vorgeschriebenen  Angaben  über  die  Bezugsquellen  der  Waren  und  die  zu  deren

Herstellung  verwendeten  Roh=  und  Hilfsstoffe.

3.  Angebote,  die  diesen  Vorschriften  nicht  entsprechen,  insbesondere  solche,  die  bezüglich
des  Gegenstandes  von  der  Ausschreibung  selbst  abweichen  oder  das  Gebot  an  Sonderbedingungen
knüpfen,  haben  keine  Aussicht  auf  Berücksichtigung.

§  4.  Wirkung  des  Angebots.

1.  Die  Bewerber  bleiben  von  dem  Eintreffen  des  Angebots  bei  der  ausschreibenden
Behörde  bis  zum  Ablauf  der  festgesetzten  Zuschlagsfrist  an  ihre  Angebote  gebunden.

2.  Die  Bewerber  unterwerfen  sich  mit  der  Abgabe  des  Angebots  wegen  aller  für  sie
daraus  entstehenden  Rechte  und  Verbindlichkeiten  der  Zuständigkeit  der  Gerichte  des  Ortes,  an  dem
die  ausschreibende  Behörde  ihren  Sitz  hat.

§5  5.  Erteilung  des  Zuschlags.

1.  Der  Zuschlag  wird  von  dem  mit  der  Ausschreibung  beanftragten  Beamten  oder  von
der  ausschreibenden  Behörde  oder  von  einer  dieser  übergeordneten  Behörde  entweder  in  der  von
dem  gewählten  Unternehmer  mit  zu  vollziehenden  Verhandlungs-Niederschrift  oder  durch  besondere
schriftliche  Mitteilung  erteilt.

4  ⅜l  Letzterenfalls  ist  der  Zuschlag  mit  bindender  Kraft  erfolgt,  wenn  die  Benachrichtigung
hiervon  innerhalb  der  Zuschlagsfrist  als  Depesche  oder  Brief  dem  Telegraphen=  oder  Postamt  zur
Beförderung  an  die  in  dem  Angebot  bezeichnete  Adresse  übergeben  worden  ist.

E—  3.  Diejenigen  Bewerber,  die  den  Zuschlag  nicht  erhalten,  werden  benachrichtigt,  und  zwar
enboig  die  Nachricht  als  pvortopflichtige  Dienstsache.  Proben  werden  im  Falle  der  Ablehnung  des
Ingebots  nur  dann  zurückgegeben,  wenn  dies  in  dem  Angebotschreiben  ausdrücklich  verlangt  oder
En  dahin  gehender  Antrag  innerhalb  vier  Wochen  nach  Eröffnung  der  Angebote  gestellt  wird,
vorausgesetzt  daß  die  Proben  bei  den  Prüfungen  nicht  verbraucht  sind.  Die  Rücksendung  erfolgt
alodann  auf  Kosten  des  betreffenden  Bewerbers.  Eine  Rückgabe  findet  im  Falle  der  Annahme  des
Angebots  in  der  Regel  nicht  statt;  wertvolle  Proben  können  jedoch  auf  die  zu  liefernde  Menge
angerechnet  oder,  soweit  angängig,  nach  beendeter  Lieferung  dem  Unternehmer  auf  seine
Kosten  wieder  zugestellt  werden.

4.  Eingereichte  Entwürfe  werden  geheim  gehalten  und  auf  Verlangen  zurückgegeben.

Den  Empfang  des  Zuschlagsschreibens  hat  der  Unternehmer  umgehend  schriftlich  zu

26

5.
bestätigen.
§  6.  Beurkundung  des  Vertrages.

1.  Der  Bewerber,  der  den  Zuschlag  erhält,  ist  verpflichtet,  auf  Erfordern  über  den  durch
die  Erteilung  des  Zuschlags  zustande  gekommenen  Vertrag  eine  schriftliche  Urkunde  zu  vollziehen.

,  2.  Sofern  die  Unterschrift  des  Bewerbers  der  Behörde  nicht  bekannt  ist,  bleibt  vorbehalten,
ihre  Beglaubigung  zu  verlangen.

.  3.  Die  der  Ausschreibung  zugrunde  liegenden  Verdingungsanschläge,  Zeichnungen,  Bedingungen
  usw.,  welche  bereits  durch  das  Angebot  anerkannt  sind,  hat  der  Bewerber  bei  Abschluß
des  Vertrages  mit  zu  unterzeichnen.

§5  7.  Sicherheitsleistung.
Innerhalb  14  Tage  nach  Erteilung  des  Zuschlags  hat  der  Unternehmer  die  vorgeschriebene
        <pb n="520" />
        W  440  2e□

Sicherheit  zu  bestellen,  widrigenfalls  die  Behörde  befugt  ist,  von  dem  Vertrage  zurückzutreten  und
Schadenersatz  zu  beanspruchen.
§5  8.  Kosten  der  Ausschreibung.
Zu  den  durch  die  Ausschreibung  selbst  entstehenden  Kosten  hat  der  Unternehmer  nicht
beizutragen.

Anlage  2.
Bürgschein.

Für  die  Erfüllung  der  von  denn  in  dem  Vertrage  vom
übernommenen  Verbindlichkeien...  verbügeernrnrn  .  .  .  .  .  ...
hierdurch  selbstschuldnerisch  unter  Verzicht  auf  die  Einreden  der  Anfechtung,  der  Aufrechnung  und
der  Vorausklage  (§§  770,  771  des  Bürgerlichen  Gesetzbuches)  bis  zum  Betrage  von
(geschrieben  ).

Auf  Anzeige  gemäß  §  777  des  4(C  ’°5°-d  Gesetzbuches  wird  gerzichtet.

................  ,  den  ...
Angenommen:

Kaiserlihe

(Unterschrift)  (Unterschrift  des  Bürgen)

Anlage  3.
Verpfändungsurkunde.

Zur  Sicherheit  für  die  Forderungen,  welche  der  Verwaltung  aus  den  .
Vertrage  vom  ..  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  gegen  den  ...  etwa  erwachsen  möchten,  wird
dieser  hierdurch  diejenige  Forderung  odnv#  Mark  verpfändet,  welche  dem  Unterzeichneten

Hauptverwaltung  der  Staatsschulden
Reichsschuldenverwaltung
’ddiiaa  .  .  .  ...  ermächtigt,  den  Antrag  auf  gänzliche  oder  teilweise  Löschung  der
Forderung,  gegen  Ausreichung  von  Schuldverschreibungen  der  v.  H.  konsolidierten  Anleihe

an  sie,  selbst  zu  stellen  und  die  Zinsen  des  Kontos  zu  erheben.

gegen  die  laut  Konol  zusteht.  Zugleich  wird

...............  ,den-.-.tcn...............19.
Angenommen:
Kaiserliche.  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..
(Unterschrift)  (Umerschrift  des  Verpfänders)
(Diese  Unterschrift  ist  gerichtlich  oder  notariell  zu  beglaubigen.)
Anlage  4.
Verpfändungsurkunde.

Zur  Sicherheit  für  die  Forderungen,  welche  dern  Verwaltung  aus  de  .  .
Vertrage  vom  ...  .  .  ..  .  .  .  .  ...  gegen  deen  etwa  erwachsen  möchten,
wird  dieser  hierdurch  dieienige!t  Forderung  verpfändet,  welche  dem  Unterzeichneten  —  gegen  die  Deutsche
Reichsbank  laut  Depotschein  1r.  —  gegen  die  Königl.  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)
laut  Depotschein  9r.  —  gegen  die  Sparkasse  zu  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  .  laut  Sparkassenbuch
Nr.  —  auf  Herausgabe  —  der  —  des  —  im  letzteren  bezeichneten  Wertpapiere  —
Guthabens  —  zusteht.  Zugleich  wird  die  ..  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  ermächtigt,  das  vorstehende  —

Depot  bei  der  Reichsbank  Königl.  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)  —  Guthaben  bei  der
Sparkasse  —  zu  erheben  und  darüber  Ounittung  zu  erteilen.
................  ,dest....ten..............19....
Angenommen:
Kaiserliche  ....  ..  ..  .  ...
(Unterschrift)  (Unterschrift  des  Verpfänders)
        <pb n="521" />
        G  441  20

Erste  Ausfertigung.  Anlage  5.

An
das  Kontor  für  Wertpapiere
der  Reichshauptbank  —  der  Königl.  Seehandlung
(Preuß.  Staatsbank)

in
Berlin.  #
Die  Reichsbank  Königl.  Seehandlung  —  benuachrichtige  „  daß  .  .  .  .  .  .  .  ..  die
nach  dem  Depotschen
Nrr.  über  Mrkksksks
für  eigene  Rechnung  dort  in  Verwahrung  gegebenen  Wertpapiere  und  das  .  .  .  .  der  Reichsbank  —

Königl.  Seehandlung  —  gegenüber  zustehende  Rückforderungsrecht  d.  Kaiserlihen
als  Sicherheit  fur.........·.............................................
verpfäudethach  »

Die  Reichsbank  —  Königl.  Seehandlung  —  ersuche  ..,  die  vorbezeichneten  Wertpapiere
nebst  Zinsscheinen  und  Anweisungen  fortan  für  die  genannte  Behörde  zu  verwahren  und  nur  dieser
gegen  deren  Quittung  herauszugeben.

«  tllmcrichrifn
Urschriftlich
an  das  Kontor  für  Wertpapiere
der  Reichshauptbank  —  der  Königl.  Seehandlung
(Preuß.  Staatsbank)  —
in
Berlin

mit  dem  Ersuchen  zu  übersenden,  die  anliegende  zweite  Ausfertigung  des  obigen  Antrages,  welchem
wir  uns  anschließen,  nach  Abgate  der  darunter  befindlichen  Erklärung  an  uns  zurückzusenden.

..............  ,01119

Kaiseklichc..............

tllnccrschrifn

3weiteAquektigung.
...............  ,denl9
An
das  Kontor  für  Wertpapiere
der  Reichshauptbank  —  der  Königl.  Seehandlung
(Preuß.  Staatsbank)  —

in
Berlin.
Die  Reichsbank  —  Königl.  Seehandlung  —  benachrichtigge.  dad  die
Depotschhen
nach  dem  poisch  Nr.  über  Mark  .  .  .  .  .  .  .  .  .  ..
für  eigene  Rechnung  dort  in  Verwahrung  gegebenen  Wertpapiere  und  das  .  .  .  ..  .  ...  der  Reichsbauk

  —  Königl.  Seehandlung  —  gegenüber  zustehende  Rückforderungsrecht  d..  Kaiserlichen  .  .  ...

verpfändet  habe.  3  H
di  Reichsbauk  —  Königl.  Seehandlung  —  ersuche  .  .,  die  vorbezeichneten  Wertpapiere

nebst  Zinsscheinen  und  Anweisungen  fortan  für  die  genannte  Behörde  zu  verwahren  und  nur  dieser

gegen  deren  Quitt  herauszugeben.

en  Buittung  her  *9  (Unterschrift)

D.  .  Kaiserlihen
        <pb n="522" />
        442

bestätigen  wir,  eine  gleichlautende  Ausfertigung  erhalten  zu  haben.  Zugleich  erklären  wir  uns  bereit,

das  bezügliche  Depot  gegen  übernahme  d.  bezeichneten  quittierten  Depotschein
Bescheinigung  an  d.  Kaiserlicha

Berlin,  den

und  dieser

anszuhändigen.

Kontor  für  Wertpapiere
der  Reichshauptbank  —  Königl.  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)
(Unterschrift)

 

NKichtamtlicher  Teislmmm

Dersonal-Machrichten.
Nachruf.
Jolldirektor  Hugo  Heller  .

Telegraphischer  Nachricht  zufolge  ist  der  Zolldirektor
  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von
Ostafrika

Hugo  Heller
am  17.  April  1907  im  Alter  von  49  Jahren
an  Lungenentzündung  verstorben.

Heller  trat  im  August  1891  in  den  Kolonialdienst
  und  stand  seit  November  1899  an  der
Spitze  der  Zollverwaltung  von  Ostafrika.  Die
Kolonialverwaltung  verliert  in  dem  Dahingeschiedenen
  einen  hervorragend  pflichttrenen  Beamten,
welcher  sich  die  Anerkennung  seiner  Vorgesetzten
in  gleich  hohem  Maße  wie  die  Liebe  und  Achtung
seiner  Untergebenen  erworben  hat.  Sein  anspruchsloses,
  liebenswürdiges  und  stets  dienstbereites
Wesen  haben  ihm  auch  die  aufrichtige  Freundschaft
  aller  derer  gewonnen,  die  ihm  im  persönlichen
  Verkehr  näher  traten.

Sein  Andenken  als  das  eines  geraden,  selbstlosen
  Mannes,  der  in  treuer  Pflichterfüllung  aufging,
  wird  stets  in  Ehren  bleiben.

Nachruf.

Raortograph  Otto  Freier  f#.

Nach  Mitteilungen  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  von  Kamerunn  ist  der  Kartograph  Otto
Freier  aus  Berlin  am  22.  Februar  d.  Is.  in
Garna,  im  Hinterlande  von  Kamerun,  am  Schwarzwasserfieber
  gestorben.

Freier  trat  im  März  1906  in  den  Dienst
des  Schutzgebietes  und  wurde  der  Expedition  zur
Regelung  der  Ostgrenze  Kameruns  als  Zeichner
beigegeben.  Er  hat  als  solcher  vorzügliche  Dienste
geleistet  und  sich  die  Zufriedenheit  und  Anerkennung
seiner  Vorgesetzten  in  hohem  Maße  zu  erwerben
gewußt.

Sein  Andenken  wird  stets  in  Ehren  bleiben!

 

Deutsch  -Ostafrika.

Der  Apotheker  Max  Buchholz  hat  am  13.  Mai
die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
15.  bzw.  29.  April  angetreten:  Bezirksamtmann
Regierungsrat  Boeder,  Landmesser  Kayser,
kommiss.  Sekretär  Thiesen,  Bureauassistent  1.  Kl.
(Unterzahlmeister)  Verch  und  die  Kanzleigehilfen
Schlicke  und  Hadler.

 

Vom  Heimatsurlaub  sind  in  Ostafrika  wieder
eingetroffen:  am  9.  Februar  1907  Kanzleigehilfe
Friedrich,  am  27.  Februar  Bautechniker  Grafe
und  am  7.  März  Bezirksamtmann  Lambrecht.

Mit  Heimatsurlaub  haben  am  11.  April  1907
Ostafrika  verlassen:  Bezirksamtssekretär  Michels,
kommiss.  Sekretär  Kiene,  Wegemeister  Drescher,
kommiss.  Bureauassistent  2.  Kl.  Heinericei  sowie
die  Bureaugehilfen  Sauer  und  Rottmann.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  27.  April  1907
in  Neapel  eingetroffen:  Oberlentnant  Wendland,
Stabsarzt  Dr.  Exner,  Sanitätsfeldwebel  Ziegelmeier
  und  Sergeant  Scharfe.

stamerun.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  nach  Kamerun
haben  am  9.  Mai  1907  angetreten:  Amtsdiätar
Schweder,  die  Zollbeamten  Arnowitz  und
Böhme,  Polizeimeister  Ohnesorge,  Eisendreher
Harms,  Lehrer  Schmidt  und  Stationsbeamter
Gaab.

Am  29.  März  1907  sind  im  Schutzgebict  eingetroffen:
  Regierungsbaumeister  Nast,  Forstassessor
Schorkopf,  Gouvernementssekretär  Wilske  und
Steuermann  Iden.

 

Mit  Heimaturlaub  haben  das  Schutzgebiet
verlassen:  Hauptmann  Freiherr  v.  Seefried,
die  Gouvernementssekretäre  Guiß  und  Gehrts,
Regierungsbaumeister  Klammt  sowie  die  Gärtner
Greven  und  Hanke.
        <pb n="523" />
        W  443  2.0

Mit  Heimatsurlaub  ist  am  2.  Mai  1907  in
Hamburg  eingetroffen:  Unteroffizier  Faulborn.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  9.  Mai  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Oberarzt  Dr.  Pistner.

Togo.
Der  Hilfsjäger  Paries  hat  am  10.  Mai  die
Ausreise  nach  Togo  angetreten.
Die  Wiederausreise  nach  Togo  haben  am
9.  Mai  1907  angetreten:  Polizeimeister  Schulz
und  Stationsbeamter  Perl.

Der  kommiss.  Zollamtsvorsteher  Hörner  hat
mit  dem  am  13.  April  d.  Is.  von  Lome  abgefahrenen
  Dampfer  die  Heimreise  nach  Deutschland
angetreten.

Deutsch-Südwestafrika.

Der  Kanzlist  Ernst  Raschke  ist  zur  Beschäftigung
  beim  Bezirksgericht  Windhuk  angenommen
worden.  *-•.

Wiedereingestellt  ist  mit  dem  6.  Febrnar  d.  Js.
der  Banzeichner  Bauermeister  bei  der  Bau—
verwaltung  in  Windhuk.

Der  Tierarzt  Dr.  Lux  und  der  geprüfte  Lokomotivführer
  Bublitz  sind  am  20.  Februar  d.  Js.
und  der  Polizcibureauassistent  Lange  ist  am
12.  März  d.  Is.  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

Das  in  voriger  Nummer  gemeldete  Ausscheiden
des  Distriktschefs  Strahler  in  Okahandja  aus  dem
Schutzgebietsdienst  ist  nicht  am  1.,  sondern  am
30.  April  1907  erfolgt.

Aus  Südwestafrika  ist  der  Katasterzeichner
Paul  Barsch  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen.

 

 

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder

Erkrankung  sind  eingetroffen:

Am  14.  April  1907  in  Hamburg:  Kriegsgerichtssekretär
  Bönisch;

am  25.  April  1907  in  Cuxhaven:  Oberleutnant
Haupt  und  die  Leutnants  Diethold  und
Marschalk  v.  Bachtenbrock;

am  29.  April  1907  in  Hamburg:  Generalmajor
v.  Deimling,  Major  Buchholtz,  Hauptmann
Graf  v.  Zech  auf  Neuhofen,  Oberleutnant
v.  Kleist  (Detlef)  und  Leutnant  Blome;

am  30.  April  1907  in  Hamburg:  Wachtmeister

Ohm.

Samoa.
Die  Lehrerin  an  der  Regierungsschule  in  Apia,
Frl.  Schultze,  hat  am  15.  März  d.  Is.  die  Heimreise
  nach  Deutschland  angetreten.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  freiwillige  Gaben  eingegangen,
  für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank
des  Oberkommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,  Abteilung
  Tokiov,  durch  Vermittlung  der
Deutschen  Kolonialgesellschaft  in  Berlin
100  Mk.

Von  Herrn  Justizrat  Mücke  durch  Vermittlung

  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft

in  Berlin  10  Mk.

3.  Von  Herrn  Direktor  Artur  Weyda  in  Berlin
durch  Vermittlung  des  Kriegervereins  ehemaliger
  Kameraden  Badischer  Truppen
10  000  Stück  Zigarren.

4.  Von  der  Firma  A.  C.  Albert  Schulze  in
Altona  (Elbe)  4500  Ansichtspostkarten  und
1500  Bleistifte  als  Liebesgabe.

1

Kolonial-  Wirtschaftliches.

Zur  Methodik  des  Acherbaus  in  Vorderindien  und
in  Deutsch-Ostafrika.
Einc  vergleichende  Betrachtung.
Von  Regierungsrat  D#r.  Walter  Busse.

Aus  der  fortschreitenden  Erschließung  afrikanischer
  Steppenländer  ergibt  sich  für  die  kolonisierenden
  Nationen  die  zwingende  Notwendigkeit,
der  Hebung  der  Produktion  der  eingeborenen
  VBölkerschaften  jede  nur  mögliche  Förderung
angedeihen  zu  lassen.  Denn  es  darf  heute  als
feststehend  gelten,  daß  die  wirtschaftliche  Zukunft
solcher  Länder  zum  großen  Teil  auf  der  Ein- 



geborenenproduktion  basiert  ist.  Das  hat  sich
überall  dort  erwiesen,  wo  durch  Schaffung
moderner  Verkehrs=  und  Transportmittel  und  dadurch
  bewirkter  Vermehrung  der  Absatzmöglichkeiten
  die  landwirtschaftlich  begabten  Stämme  zur
Ausdehnung  ihres  Ackerbaus  angeregt  wurden.

In  vorher  niegeahntem  Umfange  weckt  der  Pfiff
der  Lokomotive  schlasende  Kräfte  aus  afrikanischer
Erde,  hebt  der  Verkehr  mit  Schienenwegen  latent
ruhende  Werte.

Aufgabe  einer  geschickten  Verwaltung  ist  es,
die  landwirtschaftlichen  Betriebe  neu  erschlossener

3
        <pb n="524" />
        W  444  T

Länder  beizeiten  zu  vervollkommnen  und  den  gesammten
  Anbau  in  moderne  Bahnen  zu  lenken.
Mächtig  treibende  Faktoren  kommen  hierbei  zur
Geltung:  die  Rohstoffversorgung  des  Mutterlandes
und  die  wirtschaftliche  Stärkung  der  Kolonien
selbst.  Dort  handelt  es  sich  um  die  für  unsere
Industrie  und  Volksernährung  unentbehrlichen
Produkte,  die  wir  heute  in  ungeheuren  Mengen
aus  dem  Auslande  beziehen  müssen  —  jedoch  nur
um  solche  Produkte,  die  sich  bei  Lohnarbeit
in  Plantagen-Unternehmungen  gewinnbringend
  nicht  erzeugen  lassen  —  hier  um
diejenigen  Erzeugnisse,  die  zur  täglichen  unentbehrlichen
  Nahrung  der  Eingeborenen  gehören.
Zum  mindesten  kann  gefordert  werden,  daß  eine
jede  tropische  Kolonie  ihren  eigenen  Bedarf  an
solchen  Produkten  selbst  deckt,  daß  sie  nicht  darauf
angewiesen  bleibt,  einen  gewissen  Teil  davon  aus
dem  Auslande  zu  beziehen;  sie  muß  aber  ihre
Produktion  auch  dauernd  auf  einer  solchen  Höhe
erhalten,  daß  sie  bei  etwaigen  unvorhergesehenen
Zwischenfällen  —  wie  z.  B.  bei  Dürreperioden  —
vor  Hungersnot,  einer  der  empfindlichsten
wirtschaftlichen  Störungen,  bewahrt  bleibt.  Selbst
die  sinnreichsten,  auf  afrikanischer  Erde
schon  erdachten  Methoden  stehen  weit  zurück
hinter  dem  Mindestmaß  der  Anforderungen,
  welche  die  Zukunft  an  den  Ackerbau
in  Afrika  stellen  muß.  Versagen  doch  alle  jene
Methoden  —  wie  allerdings  auch  in  großen  Gebieten
Indiens  —  sobald  im  flachen  Lande  eine  bei  der
Unbeständigkeit  des  Klimas  in  Steppenländern
häufiger  wiederkehrende  Periode  der  Dürre,
eine  Mißernte  eintritt  und  damit  das  Gespenst  der
Hungersnot  im  Hintergrunde  erscheint.  Dann
versagt  der  Ackerbau  bei  der  heutigen  Art  des
Betriebes  überall  dort,  wo  bei  dem  Mangel  an
Verkehrsmitteln  einzelne  Landschaften  von  der  Zufuhr
  an  Lebensmitteln  abgeschnitten  werden,  weil
die  üblichen  Vorräte  nicht  bis  zur  nächsten  Ernte
vorhalten.

Als  ich  im  Frühjahr  1901  während  der
Hungersnot  das  Gebiet  der  Wahiav  am  oberen
Rovuma  bereiste,  ist  es  mir  von  Tag  zu  Tag
immer  deutlicher  vor  Augen  getreten,  daß  hier
nur  die  Unkenntnis  rationeller  landwirtschaftlicher
Methoden  jenen  fruchtbaren  Strich  dem  Verderben
  ausgeliefert  hatte  —  ein  Gebiet,  dessen
natürliche  Bedingungen  die  Möglichkeit  einer
Hungersnot  eigentlich  ausschließen  sollten.

Zwei  Momente  sind  es,  die  sich  dem  Reisenden
beim  Studium  der  landwirtschaftlichen  Verhältnisse
in  Afrika  besonders  eindringlich  bemerkbar  machen:
einmal  die  Tatsache,  daß  der  Neger  im  allgemeinen
  nicht  gewöhnt  ist,  über  seinen  voraussichtlichen
  Jahresbedarf  hinaus  zu  prodnzieren,
und  zweitens  der  Umstand,  daß  in  großen,  von

 

der  Natur  nicht  gerade  stiefmütterlich  behandelten
Gebieten  ein  viel  zu  einseitiger  Anbau  betrieben
  wird.

Die  erstgenannte  Gepflogenheit  verschwindet  dort
in  kurzer  Zeit  von  selbst,  wo  die  betreffenden  Produktionsgebiete
  durch  Eisenbahnen  erschlossen  werden,
wo  neue  Absatzmöglichkeiten  geschaffen  werden,
die  naturgemäß  überall  eine  Steigerung  der
Produktion  zur  Folge  haben.  Die  Methodik
des  Ackerbaus  wird  dadurch  jedoch  nicht  beeinflußt,
  der  Neger  wird  nach  wie  vor  bei  der
alten  Väter  Sitte  bleiben;  alle  Mängel  und  Nachteile
  einer  antochthonen  Kultur  eingeborener
Naturvölker  werden  ihr  weiterhin  Jahrhunderte
hindurch  als  Hemmschuhe  anhangen,  wenn  nicht
Belehrung  und  praktische  Unterweisung  in  den
Methoden  eines  rationellen  Ackerbaus  Wandel
schafft.

Die  Forderung,  in  dieser  Richtung  tätig  vorzugehen,
  den  Neger  zum  Produzenten  zu
erziehen,  ihm  zu  zeigen,  wie  man  den  Ackerbau
  nicht  nur  zum  Zwecke  der  eigenen  Ernährung,
sondern  auch  als  Gewerbe  betreibt,  ist  selbstverständlich
  in  erster  Linie  eine  wirtschaftspolitische.
Hier  treffen  sich  auch  die  Interessen  der  kolonisierenden
  Nationen  mit  denen  der  produzierenden
Bölkerschaften.

In  Indien  hat  es  lange  Zeit  gebraucht,
bis  man  zu  dieser  Erkenntnis  gelangte,  bis  man
sich  anschickte,  systematisch  die  Produktion  der
Eingeborenen  auf  eine  höhere  Stufe  zu  heben
und  damit  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  des
großen  Besitzes  zu  verbessern.  Aber  in  den  letzten
Jahrzehnten  ist  dort  außerordentliches  geleister
worden,  namentlich  in  der  Anlage  von  Versuchsstationen
  und  Lehrfarmen  in  allen  Provinzen,  in
der  Vervollkommnung  der  landwirtschaftlichen
Methoden,  in  der  Einführung  rationeller  Betriebsformen.
  Wenn  auch  —  wie  die  amtlichen  Berichte
  immer  wieder  betonen  und  wie  aus  dem
Folgenden  ersichtlich  ist  —  noch  sehr  viel  dorrt
zu  tun  übrig  bleibt,  so  genügt  doch  das  Vorhandene
  schon,  um  für  afrikanische  Kolonisations-=arbeit
  manche  Lehren  daraus  zu  ziehen.

Von  unseren  Kolonien  ist  Deutsch-Ostafrika
  dasjenige  Land,  dessen  natürliche  Bedingungen
  mit  denen  Vorderindiens  die  größte
Verwandtschaft  aufweisen.

Gleiche  oder  ähnliche  klimatische  Verhältnisse
beherrschen  beide  Gebiete,  in  beiden  finden  wir
u.  a.  dieselbe  Unbeständigkeit  des  Klimas,  wir
treffen  über  weite  Strecken  die  gleichen  Bodenarten
  und  stoßen  auf  die  gleichen  Schwierigkeiten,
die  sich  der  Bearbeitung  und  Ausnutzung  des
Bodens  entgegenstellen.

Daher  liegt  es  nahe,  bei  den  verschiedensten
Aufgaben  der  Landeskultur  den  Blick  nach
        <pb n="525" />
        W  445  20

Vorderindien  zu  richten  und  zu  untersuchen,  ob
und  wie  weit  sich  die  dort  bestehenden  Einrichtungen
als  vorbildlich  für  unsere  Kolonie  verwenden
lassen,  wie  weit  man  hoffen  kann,  hier  mit  einer
allerdings  völlig  anders  gearteten  Bevölkerung
  ähnliche  Erfolge  zu  erzielen.

In  Ostafrika  war  bisher  eine  derartige  Ausgestaltung
  des  landwirtschaftlichen  Versuchswesens
kaum  erforderlich,  da  die  Küstenländer  nach
Art  ihrer  Bevölkerung  weniger  Aussichten  für
landwirtschaftliche  Massenproduktion  eröffnen  und
da  die  Rentabilitätszone  für  die  billigen  Produkte
  der  Eingeborenen  im  Küstengebiet  außerordentlich
  schmal  ist,  vor  allem  aber,  weil  bisher
die  Inlandbahnen  zur  Erschließung  bedeutender
Produktionsgebiete  mit  einer  in  landwirtschaftlicher
Hinsicht  höher  veranlagten  Bevölkerung  fehlten.
Nachdem  aber  nunmehr  die  Verlängerung
der  Mrogorobahn  bis  in  die  fruchtbaren
und  reichen  Landschaften  am  Ostabhange  des
Ussagaragebirges  beschlossen  ist  und  begründete
Hoffnung  besteht,  daß  endlich  auch  die  so  lang
ersehnte  Südbahn  zur  Tat  wird,  treten  neue  Anforderungen
  an  die  Verwaltung  heran.  In
den  Küstenbezirken  Ostafrikas  hat  seit  Jahr  und
Tag  das  Institut  der  Wirtschaftsinspektoren
segensreich  gewirkt,  und  es  ist  kaum  zu  zweifeln,
daß  man  mit  zunehmender  Erschließung  des
Landes  gleichartige  Inspektionen  auch  in  den
Julandbezirken  schaffen  wird.  Hiermit  allein  ist
es  aber  im  Innern  nicht  getan;  in  aussichtsvollen
  Produktionsgebieten  muß  auch  jeweils
  eine  landwirschaftliche  Kulturstelle
als  Basis  für  die  Schulung  und  Unterweisung
  der  Eingeborenen  geschaffen
werden.  Die  Inspizierung  in  den  Ortschaften
durch  besondere  Organe  verbleibt  als  notwendiges
  Korrelat.

Wer  jemals  die  reichen,  unübersehbaren  Getreidefluren
  in  der  Landschaft  Kondoa  (bei  Kilossa)
gesehen  oder  die  —  für  innerafrikanische  Verhältnisse
  —  hochentwickelte  Landwirtschaft  Ungonis
kennen  gelernt  und  endlich  die  Berichte  geradezu
klassischer  Zeugen,  wie  P.  Reichardt  und  O.  Baumann
  über  die  landwirtschaftliche  Begabung  der
Wanyamwesi  gelesen  hat,  wird  mir  ohne  weiteres
zugeben,  daß  die  Bevölkerung  dieser  Länder  als
absolut  reif  für  eine  moderne  Vervollkommnung
  ihrer  Kulturen  gelten  kann,  und  daß  es
keine  Utopie  ist,  wenn  man  sich  aus  der  Förderung
der  Landwirtschaft  in  derartigen  Distrikten  bleibende
  Erfolge  und  hohen  wirtschaftlichen  Gewinn
für  die  Kolonie  verspricht.

Als  konkretes  Beispiel  für  die  Behandlung
dieser  programmatisch  wichtigen  Frage  habe  ich  zunächst
  die  Kultur  der  Sorghumhirse  gewählt,

 

 

einmal,  um  die  nachstehenden  Betrachtungen  nicht
ins  Ungemessene  anwachsen  zu  lassen,  ferner
aber,  weil  dieses  Getreide  die  wichtigste  Feldfrucht
Ostafrikas  —  wie  des  ganzen  tropischen  Afrikas
—  und  nächst  dem  Reis  auch  die  wichtigste  in
Ostindien")  repräsentiert  und  endlich,  weil  die
jetzt  noch  so  bescheidene  Ausfuhr  des  Korns  aus
Ostafrika  hebungsfähig  und  hebungsbedürftig  ist.
Die  Nutzanwendung  auf  die  übrigen  Zweige  der
Eingeborenen-Kulturen  in  Ostafrika  ergibt  sich  von
selbst,  wenn  man  berücksichtigt,  daß  einer  der
wichtigsten  Faktoren,  nämlich  eine  rationelle
Fruchtfolge,  auch  die  meisten  sonstigen  Feldfrüchte
  der  Eingeborenen  mit  dem  Getreideban
zu  geregeltem  Turnus  vereinigt.  Vielleicht  bietet
sich  später  Gelegenheit,  einige  wichtigere  Fragen
der  Landwirtschaft  in  Ostafrika  von  allgemeineren
Gesichtspunkten  aus  zu  betrachten.

Die  nachstehenden  Mitteilungen  beziehen  sich
vorwiegend  auf  die  Präsidentschaft  Madras,  da
mir  für  dieses  Gebiet  aus  der  ersten  der  genannten
  Abhandlungen  besonders  reichhaltiges  und
detailliertes  Material  zu  Gebote  steht.

Um  Irrtümern  vorzubengen,  bemerke  ich  noch,
daß  ich  keineswegs  jede  der  in  Indien  gebräuchlichen,
  teilweise  höchst  primitiven  Kulturmethoden
für  nachahmenswert  oder  als  in  Ostafrika  durchführbar
  ansehe,  sondern  lediglich  bezwecke,  durch
ein  vergleichendes  Referat  die  Aufmerksamkeit  der
verantwortlichen  Stellen  auf  eine  meiner  überzeugung
  nach  überaus  wichtige  Materie  zu
lenken.

Soweit  die  landwirtschaftliche  Statistik  Britisch-Indiens
  reicht,  ist  festgestellt  worden,  daß  jährlich
—  einschließlich  Burmas  und  der  Eingeborenen-Staaten
  —  22  bis  25  Millionen  Acres  mit  Sorghum
  bestellt  werden.““)  Diese  Feldfrucht  nimmt

*)  In  neuester  Zeit  sind  zwei  eingehende  und  zuverlässige
  monographische  Abhandlungen  über  di
Hirsekultur  Indiens  erschienen:  C.  Benson  and
C.  K.  Subba  Rno,  The  Grent  Millet  or  Sonchum  in
AMladras.  Department  of  Agriculturc,  Aladras.  Vol.  III.
-Bull.  Tr.  55  (#lackrus  1900)  und  Sir  (corge  Watt,
Sorghum  vulgure  Pes.  The  (ircat  Millet  or  Juar
in  Indinn.  Agricultuml  Ledger  1905  Nr.  6  (Caleutta
000).

"“)  An  erster  Stelle  steht  die  Präsidentschaft  Bombay
  mit  7  bis  8  Millionen  Acres,  dann  solgen  Madras
(und  Mysore)  mit  4  bis  5  Millionen,  Berar  mit  2½
bis  3  Millionen,  die  vereinigten  Provinzgen  Agra  und
OQOudh  mit  eiwa  21:  Millionen,  die  Zentralprovinzen
  und  Punjab  mit  je  2  Millionen,  Ober-Burma
mit  etwa  1  Mill.  Acres  (1  Acre  40,5  Ar).  In  Nieder-Burma,
  Bengalen  und  großen  Teilen  von  Madras  als
Reis  produzierenden  Ländern  triti  die  Sorghumhirse  in
den  Hintergrund.  In  der  Präsidentschaft  Bombay  (einschl.
Sind)  nehmen  Getreide  überhaupt  70  bis  75  v.  H.  des
gesamten,  unter  Kultur  befindlichen  Arcals  ein  und
27  bis  29  v.  H.  davon  fallen  allein  auf  Sorghum.
        <pb n="526" />
        W  446  20

ein  größeres  Arcal  in  Anspruch  als  irgend  ein
anderes  Getreide,  ausgenommen  den  Reis.  Bei
der  Abschätzung  der  Bedeutung  des  Aubaus
dieser  beiden  Früchte  für  die  Landwirtschaft  und
die  Volksernährung  ist  allerdings  nicht  zu  übersehen,
  daß  einerseits  die  gleiche  Fläche  Reis
bedeutend  größere  Erträge  liefert,  als  Sorghum,
anderseits  letzteres  vielfach  nur  als  (allerdings
erstklassiges)  Biehfutter  angebaut  wird.  Immerhin
ist  die  Kultur  des  Sorghums  als  Getreide  von
größter  Wichtigkeit.

Klima  und  Witterung.  Ein  Grundzug
des  Klimas  in  den  wichtigsten  Getreidedistrikten
Vorderindiens  und  Ostafrikas  liegt  in  dem  Wechsel
mehrjähriger  Trockenperioden  mit  Perioden  regenreicherer
  Jahre.  In  der  Präsidentschaft  Madras  ist
die  Geringfügigkeit  der  Regenfälle  ständiger
Charakter  des  Klimas;  mit  wenigen  Ausnahmen
beträgt  die  Höhe  der  jährlichen  Niederschläge  nur
20  bis  25  englische  Zoll  =  508  bis  635  mm.
Schwere  Regen  während  der  Blütezeit  gelten  als
schädlich,  da  sie  oftmals  den  Pollen  mehr  oder
weniger  abspülen  und  damit  die  Befruchtung
verhindern.  Schwüles  und  wolkiges  Wetter  ohne
Winde  soll  während  der  Fruchtreife  die  Einnistung
  schädlicher  Insekten  begünstigen,  namentlich
einer  grünen  Motte,  welche  die  Ahre  gewisser
Sorten  befällt.  Auf  die  selbstverständlich  bestehende
Abhängigkeit  der  Methodik  des  Getreidebaus  von
Klima  und  Witterung  wird  im  Folgenden  wiederholt
  verwiesen  werden.

Bodenverhältnisse.  Die  Auswahl  der
Sorghumsorten  richtet  sich  in  erster  Linie
nach  der  Beschaffenheit  des  Bodens:  die
frühen  Sorten  werden  in  der  Präsidentschaft
Madras  gewöhnlich  auf  leichtere  Böden  gepflanzt,
auf  den  mittelschweren  und  lehmigeren  Böden
findet  man  gewöhnlich  die  „Middle  scason  rarieties“
  und  die  späten  Sorten  auf  den  schweren  Böden.
Reiche  Ernten  liefern  die  roten  und  schwarzen
„Baumwollböden“,  während  stark  sandige  Böden
nur  bei  Bewässerung  gute  Erträge  bringen,  im
übrigen  aber  versagen;  zudem  sollen  die  Sorghumpflanzen
  auf  leichtem  Sandboden  oft  den  Angriffen
der  weißen  Ameisen  und  gewisser  anderer  Insekten
  unterliegen.  Auch  gewisse  sandige,  aber
stark  verkrustende  Laterite  sollen  spärliche  Ernten
liefern.  Auf  Kalk  erzielt  man  ebenfalls  nur  bei
Bewässerung  reichliche  Erträge.

Wie  die  Verteilung  der  Regenfälle,  so  ist  auch
die  Beschaffenheit  des  Bodens  von  Einfluß  auf
die  Qualität  des  Korns  und  des  Strohs:  beide

doppelt  soviel  als  auf  Weizen,  Reis  und  Gerste  zusammen.

  Auch  in  Berar  nimmt  die  Hirse  eiwa  ein  ½

des  gesamten  Kuliurgeländes  in  Anspruch,  und  ihr

Anbau  übertrifft  an  Ausdehnung  den  sämtlicher  anderen
etreide.

 

Produkte  sollen  z.  B.  auf  den  roten  Böden  wohlschmeckender
  und  nahrhafter  ausfallen  als  auf
den  schwarzen  Baumwollböden,  und  leichtere
Böden  geben  größeres  und  volleres  Korn  als
die  letztgenannten.

Zuchtformen  und  Varietäten.  Die  botanische
  Kenntnis  und  Systematik  der  zahllosen
Sorghumformen  Indiens  scheint  noch  im
argen  zu  liegen,  so  daß  ich  darauf  verzichte,
einzelne  Varietäten  und  Formen  anzuführen.
Einige  Varietäten,  so  z.  B.  die  im  Küstenlande
Deutsch-Ostafrikas  weitverbreitete  lockerrispige  Varietät
  Roxburghii  Hack.  hat  übrigens  unsere
Kolonie  mit  Indien  gemein,  während  die  im
Zentrum  Ostafrikas  und  im  Seengebiet  bevorzugten
  kompaktrispigen  Formen  sich  jedenfalls  in
Afrika  selbst  herausgebildet  haben.  Wie  anderwärts,
  so  werden  auch  in  Indien  Varietäten  mit
lockeren  und  solche  mit  kompakten  Rispen,  zuckerreiche
  und  zuckerarme  Formen  angebaut.  Sämtliche
  Kulturformen  sind  von  den  Eingeborenen
mit  besonderen  Namen  belegt  worden.

Die  indischen  Früh=  und  Spätsorten  unterscheiden
  sich  in  der  Ausbildung  des  Wurzelsystems,
Größe,  Dicke  und  Härte  des  Halms  —  und  damit
in  ihrer  Verwertung  für  Futterzwecke  —  ferner
im  früheren  oder  späteren  Absterben  der  Blätter,
in  ihrer  Eignung  für  bestimmte  Bodenarten,  in
ihrer  Widerstandsfähigkeit  gegen  Trockenheit,  wie
gegen  Krankheiten  und  Schädlinge  und  selbstverständlich
  in  den  Erträgen  und  der  Güte  des
Korns.  Die  frühen  Sorten  geben  geringere
S  C„The  early  crop  produces  food  for  a

Die  Dauer  der  Entwicklung  bis  zur
Fruchtreife  schwankt  zwischen  3  und  6  Monaten,
ist  aber  kein  beständiger  Charakter  der  einzelnen
Varietäten,  sondern  richtet  sich  nach  dem  Termin
der  Aussaat.  So  kann  man  die  Entwicklungsdauer
  gewisser  Sorten  durch  späte  Aussaat  oder
durch  Bewässerung  um  einen  Monat  verkürzen.

Fruchtwechsel.  Bemerkenswerterweise  unterscheiden
  auch  die  Eingeborenen  Indiens  zwischen
den  Boden  stärkenden  („restorative  crops")  und
erschöpfenden  Feldfrüchten  Qexhaustive  crops“).
Zur  ersteren  Klasse  gehören  vornehmlich:  Tabak,
Paprika,  Rizinus,  Baumwolle,  Indigo,  italienische
Hirse  (Panicum  miliaceum),  Lein,  Dolichos
biflora  Ohorsegram“)  und  der  Korakan,  Eleusine
  coracana.7)

Die  wohltätigen  Einflüsse  dieser  Kulturen  auf
den  Boden  sind  verschiedener  Natur  und  kommen

*)  Sehr  auffallend  und  nur  durch  das  Attribur
stärkerer  Düngergaben  erklärlich  erscheint  die  Nennung
des  Korakans  an  dieser  Stelle.  In  Ostafrika  hat  man
die  Erfahrung  gemacht,  daß  dieses  Getreide  den  Boden
im  höchsten  Grade  erschöpft.
        <pb n="527" />
        W  447  20

teilweise  nur  indirekt  zur  Geltung:  beim  Anban
von  Tabak,  Paprika  und  Elensine  wird  reichlich
gedüngt;  die  tief  wurzelnde  Baumwolle  sangt  die
oberflächlichen  Bodenschichten  nicht  aus;  bei  der
Rizinuskultur  wird  der  Boden  durch  mehrfaches
Pflügen  gut  durchgearbeitet;  die  Leguminosen  endlich
  reichern  Stickstoff  an.

Sorghum  zählt  zu  den  erschöpfenden
Feldfrüchten  und  es  hat  sich  im  allgemeinen
nicht  als  vorteilhaft  erwiesen,  Jahr  für  Jahr  denselben
  Acker  mit  diesem  Getreide  zu  bestellen.
Abgesehen  von  der  Erschöpfung  des  Bodens
wird  dadurch  auch  das  Überhandnehmen  gewisser
Unkränter,  z.  B.  Striga  lutea,  gefördert.

Trotzdem  wird  übrigens  nicht  allenthalben
dementsprechend  verfahren,  sondern  man  hält  in
einigen  Distrikten  hartnäckig  an  der  von  den  Vorfahren
  ererbten  Sitte  der  Einfelderwirtschaft

est.

Auf  den  schwarzen  Baumwollböden  in  Madras
läßt  man  im  allgemeinen  auf  zwei  Sorghumbestellungen
  ein  Baumwolljahr  folgen;  eine  beträchtliche
  Anzahl  von  Kleinbanern  läßt  auch
Sorghum  und  Baumwolle  in  zweijährigem
Turnus  wechseln,  oder  aber  Sorghum,  Panicum
miliaceum  und  Indigo  bilden  nach  der  Baumwolle
  die  Fruchtfolge  einer  regelrechten  Vierfelderwirtschaft.
  In  anderen  Gegenden  wird
der  (regelmäßige)  Sorghumanbau  hier  und  da
einmal  durch  Ricinus  oder  Paspalum  serobiculatum
muerbrochen.  Sehr  gebränchliche  dreijährige
Rotationen  sind:  Baumwolle,  Sorghum,  Sesam;
Baumwolle,  Sorghum,  ('rotalarin  juncca,  letztere
oftmals  als  Gründung  untergepflügt;  endlich
Baumwolle,  Sorghum,  Brache.  Bei  der  Wahl
von  Baumwolle  als  Vorfrucht  soll  Sorghum
besonders  an  der  für  Baumwolle  üblichen

Bodenbearbeitung  und  Düngung  profitieren.


Auf  den  roten  Böden  wirkt  bei  guter
Düngung  die  kontinnierliche  Bestellung  mit

Sorghum  nicht  gerade  schädlich,  aber  ein  regelmäßiger
  jährlicher  Fruchtwechsel  führt  zu  den  besten
Erfolgen.  Außer  den  bevorzugten  Leguminosen,
wie  z.  B.  Dolichos  biflora  und  Indigo,  werden
Panicum  millaceum,  Baumwolle  und  Ricinus
zur  Wechselbestellung  verwendet.  Dagegen  wird
die  italienische  Kolbenhirse  (Sctaria  italica)  als
Vorfrucht  für  Sorghum,  wenn  irgend  möglich,
vermieden,  da  diese  zu  den  erschöpfendsten
Früchten  rechnet.

Daß  in  den  einzelnen  Bezirken  sich  verschiedene
Formen  der  Fruchtfolge  eingebürgert  haben  —
je  nach  Klima  und  Bodenverhältnissen  —  bedarf
kaum  der  Erwähnung.  Auch  in  Ostafrika  wird
man,  wenn  einmal  die  Hand  angelegt  wird,  den
jeweiligen  natürlichen  Bedingungen  und  den  Be- 



 

dürfnissen  der  einzelnen  Stämme  entsprechend
vorgehen  müssen,  um  für  jeden  Bezirk  oder  für
Teile  eines  solchen  die  zweckmäßigste  Rotation
zu  ermitteln.

Mischkulturen.  Wie  im  ganzen  tropischen
Afrika,  so  wird  auch  in  Indien  seitens  der  Eingeborenen
  dem  System  der  Mischkulturen
gehuldigt.  Diesem  jedenfalls  seit  uralter  Zeit  eingebürgerten
  System  darf  —  obwohl  es  häufig  mit
Nachteilen  verknüpft  ist  —  eine  sachliche  Berechtigung
  nicht  abgesprochen  werden.  In  der  Präsidentschaft
  Madras  ist  das  Mischkultursystem,  besonders
  beim  Anbau  der  frühen  Sorghumsorten,
das  gebräuchlichste  und  zwar  ohne  Fruchtwechsel
in  unserem  Sinne.

Nicht  ohne  Grund  sind  es  die  Leguminosen,
die  bei  der  Sorghum-Mischkultur  bevorzugt  werden
(Cajanus  indicus,  Vigna  catjang,  Dolichos
Lablab,  Phaseclus  aconitifolius),  da  sie  dem
Boden  Steckstoff  zuführen;  aber  auch  Hibiscus
cannabinus  und  Ricinus  werden  dabei  verwendet,
bei  späteren  Sorten  auch  Girken,  Safflor  (Carthamus
  tinetorius)  und  Lein.  Solange  die  verschiedenen
  Zwischensaaten  —  wie  es  in  einigen
Distrikten  gebräuchlich  ist  —  reihenweise  zwischen
die  Hirse  gebracht  werden,  läßt  sich  schwerlich
gegen  das  Mischsystem  etwas  einwenden:  anders,
wenn  die  Saaten  mit  der  Hirse  gemischt  ausgestreunt
  werden.  Dann  ist  ein  getrenntes  sorgfältiges
  Ernten  ausgeschlossen;  denn  eine  der
Früchte,  sei  es  die  Hirse  oder  die  Zwischenfrucht,
muß  so  lange  auf  dem  Stock  bleiben,  bis  die
später  reifende  geerntet  werden  kann.  Eine  Gewinnung
  der  Sorghumhalme  für  Futterzwecke  ist
anßerdem  unmöglich.

ie  Bodenbearbeitung  steht  in  Indien
durch  die  Anwendung  des  Pfluges  natürlich  auf
einer  ganz  anderen  Stufe  als  in  Ostafrika,  ist
aber  keineswegs  überall  gleichmäßig  vervollkommnet.
  Die  Beschaffenheit  des  Bodens,  die
ihn  besiedelnden  Unkräuter,  unter  denen  tiefwurzelnde
  Gräser  (Ischaemum  pilosum  und
Cynodon  daectylon)  stellenweise  eine  besondere
Rolle  spielen,  namentlich  aber  die  Fruchtfolge,  so
auf  den  Baumwollböden,  erfordern  eine  verschieden
  tiefgehende  Bodenlockerung  und  verschiedenartige
  Säuberung.

Als  besonders  vorteilhaft  für  die  Sorghumkultur
  hat  sich  das  in  einigen  Distrikten  von
Dekkan  übliche  „Magilisystem"“  bewährt,  bei
welchem  das  Land  unmittelbar  nach  der  Ernte
gepflügt  wird  und  dann  drei  (trockene)  Monate
hindurch  sich  selbst  überlassen  bleibt.  Vor  der
Bestellung  werden  dann  mit  dem  Pfluge  die
Saatfurchen  hergestellt.

In  Berar  und  den  Nizam-Dominions  wird
Sorghumland  nur  alle  vier  bis  fünf  Jahre  ein-
        <pb n="528" />
        W  448  20

mal  gepflügt  und  darauf  dreimal  geeggt,  das
letzte  Mal  nach  dem  ersten  Regen.  Anderwärts
wird  bei  dreijährigem  Turnus  nach  Sesam  einmal
tiefgepflügt.

Düngung  hat  bei  der  Hirsekultur  noch  nicht
allgemein  Eingang  gefunden  oder  sie  wird  in
manchen  Bezirken  nur  in  bescheidenem  Maße  angewendet,
  so  z.  B.  in  Berar,  wo  nur  alle  zwei
bis  drei  Jahre  gedüngt  wird,  wenn  es  überhaupt
geschieht.

In  der  Präsidentschaft  Madras  dagegen  wird
ohne  Ausnahme  für  die  Sorghumhirse  Dünger
gegeben,  je  nach  der  Beschaffenheit  des  Bodens
in  größeren  oder  kleineren  Intervallen.  Tierische
und  menschliche  Exkremente,  Asche  und  andere
Abfälle  des  Haushaltes  werden  gemeinsam  verwendet.
  Auch  Gründüngung  mit  verschiedenen
Leguminosen  ist  hie  und  da  im  Gebrauch,  z.  B.
mit  Thephrosia  purpurea,  Dolichos  biflora,
Indigo  usw.  Nicht  selten  werden  kümmernde
oder  von  Insekten  befallene  Hülsenfrüchte  über
die  ganze  Ausdehnung  des  Feldes  untergepflügt,
um  Sorghum  darauf  folgen  zu  lassen.

Auswahl  und  Behandlung  des  Saatgetreides.
  In  einigen  Gegenden  Indiens
widmen  die  Eingeborenen  der  Gewinnung  möglichst
  guter  Saat  für  die  Sorghumkultur  größere
Sorgfalt  als  beim  Anbau  irgend  einer  anderen
Feldfrucht.  Einige  gehen  dabei  so  weit,  eine
allen  modernen  Ansprüchen  genügende  künstliche
Zuchtwahl  zu  betreiben,  indem  sie  die  üppigsten
Ahren  mit  dem  größten  Korn  als  Saatgut  aussondern,
  für  sich  dreschen  und  aufsbewahren;
andere  beschränken  sich  darauf,  beim  Schwingen
der  gedroschenen  Hirse  die  schwersten  Körner  abzusondern.


Man  läßt  in  verschiedenen  Distrikten  das
Saatkorn  bis  zur  Aussaat  in  den  Ahren,  da  es
dann  weniger  von  Insekten  befallen  werden  soll.
Gefäße  zur  Aufbewahrung  des  Saatgutes  werden,
wie  ich  es  z.  B.  auch  in  Ugogo  sah,  häufig  mit
Kuhdung  ausgestrichen;  auch  werden  Asche  oder
gepulverter  Kuhdung  oder  die  stark  riechenden
Blätter  von  Sphacranthus  indieus  und  anderen
Pflanzen  der  Saat  beigemischt,  um  die  Kornkäfer
  und  weißen  Ameisen  abzuhalten.

Von  besonderem  Interesse  ist  die  mehrfach  gebräuchliche
  Anwendung  der  Saatbeize  zum  Zweck
der  Vernichtung  der  Brandsporen  und  anderer
schädlicher  Pilze.  Wie  es  in  früheren  Zeiten  auch
in  England  üblich  war,  wird  die  Saat  unmittelbar
vor  der  Bestellung  mit  Kuhurin  durchfeuchtet,
dann  wohl  auch  noch  allerhand  Zusätze  (3.  B.
Asa  foetida  oder  Curcuma-Pulver)  beigefügt
werden.  Auch  die  Warmwasserbehandlung  und
die  Kupfersulfatbeize  —  beides  durch  die  Engländer
  eingeführt  —  sind  hie  und  da  in  Gebrauch.

 

Bestellung  des  Feldes.  Der  geeignetste
Zeitpunkt  zur  Bestellung  wird  nicht  allein  durch
den  Beginn  der  Regenperiode,  sondern  auch  durch
die  Beschaffenheit  des  Bodens,  dessen  natürlichen
Feuchtigkeitsgehalt  (emother  moisture")  und  die
ihm  eigene  Kapillarkraft  bestimmt.  Die  Sorghmnsaat
  begnügt  sich  mit  einem  viel  geringeren  Maße
von  Feuchtigkeit,  als  gewisse  andere  Feldfrüchte,
z.  B.  Baumwolle  und  Indigo;  für  dieses  Getreide
ist  es  nicht  unbedingt  notwendig  —  und  auf  leichteren
  Böden  auch.  kaum  immer  erreichbar  —  daß
die  Saat  in  die  „Frische“  zu  liegen  kommt,  wie
der  Landmann  bei  uns  zu  sagen  pflegt.

Drillen  der  Saat  ist  noch  nicht  allerwärts
  im  Gebrauch.  Wo  gedrillt  wird,  geschieht
das  meist  mit  dreireihigem  Drillapparat,  seltener
mit  sechsreihigem,  der  sich  auf  unebenen  und
steinigen  Schlägen  und  auf  kräftigem  Boden  nicht
bewährt  hat.  Auf  den  schwarzen  Baumwollböden
dagegen  wird  der  sechsreihige  Drill  bevorzugt.
Der  Abstand  der  Drillreihen  schwankt  zwischen  9
und  20  engl.  Zoll;  man  rechnet  6  bis  8  108
Saatgut  pro  Acre.  Die  Sorghumhirse  wird  nur
dicht  gesät,  wenn  sie  zu  Futterzwecken  angebaut
wird,  im  übrigen  locker.  Diejenigen  Stämme,
bei  denen  das  Drillverfahren  noch  nicht  Eingang
gefunden  hat,  streuen  den  Samen  auf  sehr  feuchtem
Boden  breitwürfig  mit  der  Hand  aus,  auf
trockenen  und  leichten  Böden  wird  er  in  die
Pflugfurchen  ausgelegt.  Hierbei  wird  mehr  Saat
gebraucht  als  beim  Auswerfen.  Die  Saatfurchen
werden  durch  den  längsseit  laufenden  Pflug
wieder  geschlossen,  während  die  gedrillten  Schläge
längs  und  quer  durchgepflügt  werden.  Das
Unterbringen  der  breit  ausgeworfenen  Saat  erfordert
  natürlich  viel  Zeit  und  einen  größeren
Aufwand  an  Zugtieren.

Ein  eigenartiges  Verfahren  wendet  man  in
den  Distrikten  Trichinopolis  und  Madura  an
Stelle  des  Walzens  an,  wenn  nach  Ende  der
Bestellung  die  Regen  ausbleiben:  man  treibt  eine
Schafherde  streifemweise  erst  längs,  dann  quer  über
die  Schläge,  wobei  die  Tiere  den  Boden  festtreten.

Die  Sorghumhirse  keimt  im  allgemeinen  am
fünften  Tage  nach  der  Aussaat.  Wenn  schwere
Regen  innerhalb  der  ersten  drei  Tage  nach  der
Bestellung  niedergehen  und  den  Boden  verschlemmen,
  wird  das  Auflaufen  erschwert.  Um
dem  vorzubengen,  läßt  man  am  zweiten  Tage
eine  leichte  Egge  („Guntika#)  darüber  gehen.

Ausdünnen  und  Versetzen  der  jungen
Pflanzen  geschieht  fast  allgemein,  vorausgesetzt,
daß  sie  nicht  älter  als  einen  Monat  sind;  man
hat  allerdings  damit  zu  rechnen,  daß  die  versetzten
  Pflanzen  ungefähr  14  Tage  länger  zur
Reife  brauchen.  Seltener  pflegt  man,  wie  bei
der  Reiskultur,  die  Hirse  in  Keimbeeten  anzuziehen
        <pb n="529" />
        W  449  20

und  die  3  bis  4  Wochen  alten  Pflänzchen  auszupflanzen.


Die  Bodenlockerung  während  des  Wachstums
  der  Hirse  wird  überall  dort,  wo  das  Drillen
im  Gebrauch  ist,  mit  Ochsenhacken  verschiedenster
Art  bewerkstelligt.  Ic  nach  Beschaffenheit  des
Bodens  geht  die  Hacke  ein  oder  mehrere  Male
zwischen  den  Saatreihen  durch.  Die  erste  Hacke
erhält  das  Getreide  ungefähr  einen  Monat  nach
der  Aussaat,  die  zweite  und  dritte  gewöhnlich
vor  Ablauf  des  zweiten  Monats;  das  Hacken  soll
aber  beendet  sein,  bevor  die  Knoten  an  den
Halmen  deutlich  sichtbar  werden.  Wenn  die  Entwicklung
  der  Pflanzen  zu  wünschen  übrig  läßt,
kann  auch  noch  gehackt  werden,  bis  die  Pflanzen
4  Fuß  Höhe  erreicht  haben.  Wenn  gehackt  wird,
soll  der  Boden  reichlich  trocken  sein.  Sorghumformen
  von  kurzer  Entwicklungsdauer  erhalten
nur  eine  oder  zwei  Hacken.

Auf  steinigem  Boden  tritt  ein  leichter  Pflug
an  die  Stelle  der  Hacke.  Auch  wo  die  Saat
breitwürfig  ausgestreut  wird,  benutzt  man  den
Pflug  zur  Lockerung  und  gleichzeitig  zur  Auslichtung,
  indem  nunmehr  Reihen  geschaffen  werden,
zwischen  denen  der  Pflug  den  lberschuß  beseitigt.
Handhacken  sind  namentlich  auf  bewässertem  Land
in  Gebrauch.

Auf  die  Methoden  der  Bewässerung  hier
einzugehen,  halte  ich  für  überflüssig,  da  dieses
System  für  den  Sorghumbau  in  unserer  ostafrikanischen
  Kolonie  vorläufig  kaum  in  Frage
kommt.  Wo  die  natürlichen  Bedingungen  die
Irrigation  des  Geländes  es  zulassen,  wird  man
solches  Land  zweckmäßiger  für  die  Reis  kultur  ausnutzen.
  Uberhaupt  erscheint  es  recht  fraglich,  ob
die  Bewässerung  Vorteile  für  die  Sorghumkultur
mit  sich  bringt.  Zwar  sollen  nach  den  Erfahrungen
in  Indien  die  Erträge  an  Korn  dadurch  gesteigert
  werden,  aber  das  Korn  gilt  als  minderwertig
  gegenüber  dem  bei  Trockenkultur  gewonnenen.
  Ebenso  verringert  sich  der  Futterwert
der  Hirse,  weil  Bewässerung  ein  langes,  hartes
und  faserreiches  Stroh  erzeugt,  das  eher  für  technische
  Zwecke  verwendbar  ist,  denn  als  Viehfutter.

Ernte.  Zur  Zeit  der  Reife  werden  die  Halme
gewöhlich  4  bis  6  Zoll  über  dem  Erdboden  abgeschnitten.
  Längere  Stoppeln  läßt  man  stehen,
wenn  man  auf  eine  zweite,  durch  Stockausschlag
  erzeugte  Ernte  rechnet.  Letztere  liefern
einige  Sorten  da,  wo  alsbald  wieder  stärkere
Regenfälle  eintreten.  Auch  wird  bisweilen  der
Stockausschlag,  in  Blüte  geschnitten,  als  Viehfutter
geschätzt.

Ich  möchte  hierzu  bemerken,  daß  ich  in  Ostafrika
  am  Stockausschlag  der  Hirse  niemals  eine
üppigere  Vegetation  des  Krautes  und  stets  nur

 

dünne,  kümmerliche  Ahren  wahrgenommen  habe.')
Lange  Stoppeln  von  3  bis  sogar  6  Fuß  Länge
beläßt  man  auch  an  einigen  Orten,  wenn  die
Halme  besonders  stämmig  gewachsen  sind.  Im
allgemeinen  bilden  die  frühen  Sorten  härtere
Halme  als  die  späten.

In  jedem  Sorghumfelde  findet  man  zur  Erntezeit
  eine  reichliche  Zahl  von  Pflanzen  oder  Seitensprossen,
  die  noch  nicht  ausgereift  sind;  solche
werden  gern  zu  Futterzwecken  verwendet.

Einige  Sorghumsorten  werden  mit  der  Wurzel
ausgerodet,  wodurch  aber  das  vollständige  Trocknen
des  Strohs  und  Ausreifen  des  Korns  nicht  ganz
so  schnell  erreicht  wird  wie  beim  Schneiden.

Unter  gewissen  Umständen  werden  zunächst
die  Ahren  abgeschnitten  und  eingebracht  und  dann
allmählich  erst  das  Stroh;  so  z.  B.,  wenn  Diebstähle
  häusig  und  Verwüstungen  durch  Vieh  zu
befürchten  sind,  wenn  die  Ahren  ungleich  reifen
und  dementsprechend  geschnitten  werden  müssen,
wenn  (bei  Mischkulturen)  die  Halme  als  Stützen
rankender  Leguminosen  noch  eine  Zeitlang  erhalten
bleiben  müssen  usw.

Nachdem  das  Korn  genügend  getrocknet  ist,
werden  die  Ahren  in  kugelförmigen  Mieten  zusammengepackt,
  die  nur  bei  trockenem  Wetter
geöffnet  werden,  um  das  Korn  auf  einmal  auszudreschen.
  Bei  einigen  Varietäten  ist  es  nicht
leicht,  die  Körner  von  den  Spelzen  zu  trennen.

Beim  Dreschen  läßt  man  entweder  das  Korn
durch  Ochsen  austreten  oder  man  schlägt  die
Ahren  mit  Stöcken  oder  aber  man  benutzt  die
„Rollsteine“".  Diese  sind  ungefähr  3  Fuß  lang
und  haben  1½  Fuß  im  Durchmesser  und  ein
Gewicht  von  900  bis  1000  engl.  Pfund.  Die
Rollsteine  werden  von  Ochsen  gezogen,  wobei
2  bis  3  Leute  ständig  bemüht  sind,  mit  leichten
hölzernen  Gabeln  die  Ahren  unter  den  Roller  zu
bringen.  Um  zu  verhindern,  daß  die  Körner  bei
diesem  Verfahren  zermahlen  werden,  besprengt
man  die  Ahren  mit  etwas  Wasser.

Die  Erträge  an  Korn  schwanken  natürlich
in  sehr  weiten  Grenzen;  je  nach  Witterung,
Bodenbeschaffenheit,  Bearbeitung  und  nicht  zuletzt
nach  Ergiebigkeit  der  einzelnen  Sorghumsorten
werden  200  bis  1000  engl.  Pfund  vom  Aocre
geerntet.  In  den  Zentralprovinzen  rechnet  man
500  lbs  als  Durchschnittsernte.  Die  Unbestänudigkeit
  des  Klimas  in  Indien  führt,  ebenso
wie  in  Ostafrika,  bisweilen  zu  großen
Ausfällen;  solche  treten  z.  B.  bei  spätreifenden
Sorten  dann  immer  ein,  wenn  die  Regen  zu
frühzeitig  aufhören.

Sorghum  als  Viehfutter.  Das  Stroh

*)  Offensichtlich  findet  hierbei  ein  Rückschlag  zur
wilden  Aleppohirse  (Sorghum  halepensc),  der  Urform
unseres  Gertreides,  statt.
        <pb n="530" />
        W  450  2#

mehrerer  Sorten  ist  wegen  seiner  Härte  als  Biehfutter
  nicht  zu  gebrauchen;  höchstens,  wenn  das
Futter  knapp  ist,  wird  solches  Stroh  in  Stücke
geschnitten,  in  Wasser  geweicht  und  dann  verfüttert.

Andere  Sorten  liefern  wiederum  Stroh,  das
frisch  kein  Futter  abgibt,  sondern  erst  längere
Zeit  —  3  bis  4  Monate,  sogar  bis  zu  2  Jahren
hindurch  —  lagern  muß.  Auch  hat  die  Erfahrung
  gelehrt,  daß  Sorghumvarietäten,  die  im
allgemeinen  als  Futter  hoch  geschätzt  sind,  auf
gewissen  Böden  und  unter  gewissen  Witterungsverhältnissen
  für  diesen  Zweck  vollständig  versagen.

Wird  die  Hirse  ausschließlich  für  Futterzwecke
angepflanzt,  so  sät  man  sie  breitwürfig  und  dicht,
um  dünne  Halme  zu  erzeugen,  und  außerdem  zu
später  Jahreszeit,  da  auf  das  Reifen  kein  Wert
dabei  gelegt  wird.

Da  die  Hirse  in  Indien  im  allgemeinen  nicht
grün,  sondern  als  Trockenfutter  verwendet  wird,
scheint  auch  der  durch  einen  Blausäuregehalt  des
grünen  Krautes  bedingten  Giftigkeit")  keine  besondere
  Bedentung  beigemessen  zu  werden.

In  Dekkan  rechnet  man  bei  einem  Kornertrag
von  500  bis  900  lbs  per  Acre  350  bis  450,
in  Gujarat  bei  800  bis  1000  lbs  Korn  300  bis
400  Bündel,  das  Bündel  zu  4  bis  6  lbs,  Futterstroh.


1  #

Die  Regierung  ist,  wie  in  allen  Zweigen  der
Landwirtschaft,  so  auch  um  die  Hebung  des
Sorghumbaus  unter  den  Eingeborenen  eifrig  bemüht.,
  Versuchs=  und  Lehrfarmen  wurden  eingerichtet,
  von  denen  wiederum  genügend  geschulte
Leute  zwecks  Vervollkommnung  der  Pflugkultur
und  überhaupt  der  Bodenbearbeitung,  zwecks
Verteilung  hochwertigen  Saatguts  und  Unterweisung
  der  Eingeborenen  in  der  Bekämpfung
von  Krankheiten  (Saatbeizung  usw.)  in  die  einzelnen
  Distrikte  entsandt  werden.

Ehe  wir  aus  der  vorstehenden  Schilderung
diejenigen  Punkte  hervorheben,  deren  Beachtung
bei  der  zukünftigen  Gestaltung  des  Sorghumbaus
in  Ostafrika  uns  erwünscht  erscheint,  seien  einige
Angaben  über  den  heutigen  Stand  der  Hirsekultur
in  der  ostafrikanischen  Kolonie  eingeschaltet.

In  Ostafrika  wird  die  Sorghumhirse  zu  verschiedenen
  Zwecken  angebaut:  in  erster  Linie  als
Mehlkorn,  ferner  zur  Bier-(„Pombe“-)  Bereitung
und  endlich  als  Zuckerhirse.  Von  einer  nennens-*)

  Das  #  Auftreten  von  Blansäure  in  der  frischen
Sorghumpflanze  ist  jedenfalls  keine  konstante  Erscheinung,
  sondern  als  Folge  einer  chemischen  Variation“
anzusehen,  deren  Ursachen  nicht  nur  in  —  bisher  unerkannten
  —  Eigentümlichkeiten  des  Bodens,  sondern
auch  in  klimatischen  Bedingungen  zu  suchen  sind.  So
soll  bei  Dürrezeiten  grüne  Hirse  stets  ein  gefährliches
Viehfutter  sein.

 

werten  Verwendung  als  Viehfutter  ist  mir  nichts
bekannt  geworden,  desgleichen  fehlt  die  Kultur
der  rotstengligen  Varietäten  eigens  zur  Farbstoffgewinnung,
  wie  wir  sie  durch  Kersting  aus
dem  nördlichen  Togo  kennen.

Die  zahlreichen  ostafrikanischen  Kulturformen
unseres  Getreides')  sind  —  wenn  auch  längst
noch  nicht  vollständig  —  so  doch  schon  ungleich
besser  bekannt  geworden  als  diejenigen  anderer
Gebiete  im  tropischen  Afrika.  Sie  sind  in  ihrer
Vegetationsdauer,  ihren  Ansprüchen  an  das  Maß
der  Niederschläge,  ihren  Dimensionen,  in  der
Größe  und  Ausbildung  der  Fruchtstände  und  im
Kornertrage  außerordentlich  verschieden.  Gewisse,
mit  dem  gemeinsamen  Namen  „Zuckerhirse“  belegte
  Formen  sind  durch  hohen  Zuckergehalt  der
Stengel  ausgezeichnet.

Wir  wollen  hier  allein  die  Kultur  der  Korn

liefernden  Formen  ins  Auge  fassen.

Eine  erschöpfende  Darstellung  der  landwirtschaftlichen

  Betriebe  in  Ostafrika  besitzen  wir
leider  nicht.
Vom  Getreidebau  in  Unyamwesi  hat  uns

P.  Reichardt'')  eine  ebenso  gründliche  wie
lebensvolle  Schilderung  gegeben,  für  den  Bezirk
Kilossa  verweise  ich  auf  die  eingehende  Darstellung
  des  Bezirksamtmanns  Lambrecht,“)
für  den  Tangabezirk  auf  die  Mitteilungen  des
Regierungsrats  Meyer.k)

In  jedem  Distrikt  stoßen  wir  auf  mehr  oder
weniger  ausgeprägte  Differenzen,  die  sich  je  nach
den  natürlichen  Bedingungen  der  betreffenden
Distrikte,  nach  den  Überlieferungen  und  Gewohnheiten
  der  sie  bewohnenden  Stämme  und  nach
der  Stufe  der  Vervollkommnung  des  Ackerbaus
richten.
.  1  *

An  dieser  Stelle  moͤchte  ich  mir  eine  kurze
Abschweifung  vom  Thema  gestatten.

In  einer  Zeit,  in  der  die  Ethnologen  eifrig
bemüht  sind,  die  Sitten  der  Naturvölker  in  allen
Einzelheiten  für  die  Nachwelt  festzulegen,  in  einer
Zeit,  da  Phonograph  und  Kinematograph  für
diesen  Zweck  in  das  Innere  Afrikas  mitgeführt
werden,  sollten  die  in  unseren  Kolonien  stationierten
  Beamten  nicht  versäumen,  auch  über  den
Ackerbau  ihrer  Bezirke  möglichst  eingehende  No-)

  Val.  F.  Körnicke  bei  L.  Baumann:  Durch
Massailand  zur  Nilquelle,  1894.  S.  295  f.  und  W.  Busse
und  R.  Pilger:  Uber  Kulturformen  der  Sorghumhirse
aus  Deutsch-Ostafrika  und-  To  r  (Englers  Botan.
Jahrbücher  Bd.  32  (1902]  S.  182  ff.

**.)  P.  Reichardt:  Deutsch-  ia  1892,  S.  374  ff.

)Lambrecht:  Über  die  Landwirtschaft  der  Eingeborenen
  im  Bezirk  Kilossa.  (Berichte  über  Landund
  Vorkwirsschaft  in  Deutsch-Ostafrika  (Leidelberg.
Winter]  Bd.  1  Heft  03.)

5)  Ebenda  X  “  207  ff.
        <pb n="531" />
        W  451  20

tizen  zu  fertigen  und  damit  Material  zu  liefern
nicht  nur  für  die  Geschichte  der  Landwirtschaft,
sondern  für  die  Kulturgeschichte  des  Menschengeschlechts
  überhaupt.

Mit  dem  Vordringen  der  Kultur  werden  die
von  ungezählten  Generationen  auf  empirischer
Grundlage  allmählich  entwickelten,  oft  so  unendlich
  primitiven  und  dabei  doch  so  sinnreichen
Methoden  und  Gebräuche  durch  neueingeführte,
fremdartige  ersetzt,  und  schon  die  nächste  Generation
  wird  ein  gänzlich  verändertes  Bild  vorfinden.


Nach  meinen  Erfahrungen  geht  die  Sorghumkultur
  in  Ostafrika  über  1500  m  Meereshöhe
nicht  hinauf.  Die  ertragreichen  Formen  dürften
sogar  kaum  über  1300  m  noch  freudig  gedeihen.
Die  Negerhirse  ist  keineswegs,  wie  häufig  angenommen
  wird,  eine  „harte“  Pflanze;  sie  steht
darin  in  schroffem  Gegensatz  zum  Mais,  der  in
den  Tropenländern  von  der  Küste  des  Ozeans
bis  zu  Höhen  von  3500  m  angebaut  wird  und
der  in  Kanada  und  Patagonien  noch  in  Gebieten
gedeiht,  die  nahezu  an  der  Grenze  des  Obstbaus
liegen.  Diese  von  keiner  Kulturpflanze  der  heißen
Zone  erreichte  Anpassungsfähigkeit  fehlt  der  Hirse.

Geringere  Ansprüche  als  an  Temperatur  und
Niederschlagsmengen  stellt  sie  sicherlich  an  den
Boden  und  hierin  mag  sie  dem  Mais  überlegen
sein.  Einige  Formen  fand  ich  noch  auf  recht
dürftigen  Sandböden  im  Küstenlande  reichfrüchtig
gedeihen;  nur  auf  der  spärlichen  Lehmkrume  über
dem  Korallenkalk  der  Inseln,  z.  B.  auf  Kwale,
endet  begreiflicherweise  auch  ihre  Rentabilität.
Im  übrigen  liefert  die  Hirse  reiche  Erträge  auf  allen
für  die  Getreidekultur  überhaupt  geeigneten  Böden
des  Landes  von  der  Meeresküste  bis  zur  oben
bezeichneten  Höhenzone.  Bei  Lindi  sah  ich  10  m
oberhalb  der  Flutgrenze  unmittelbar  am  Strande
ausgezeichnete  Felder.  Dabei  ist  aber  zu  berücksichtigen,
  daß  die  Ansprüche  der  einzelnen  Kulturjormen
  unseres  Getreides  sehr  verschieden  sind,
da  sich  die  Hauptvarictäten  jedenfalls  den  klimatischen
  und  Bodenverhältnissen  ihrer  Anbaugebiete
  im  Laufe  einer  viele  Jahrhunderte  währenden
  Kultur  allmählich  angepaßt  haben.  So
würden  sich  die  Küstenvarietäten  und  die  Formen
von  Ugogo  und  Unyamwesi  kaum  willkürlich  mitcinander
  vertauschen  lassen,  ohne  wenigstens  anfänglich
  an  Erträgen  einzubüßen.

Die  Vegetationsdauer  der  afrrikanischen
Sorghumformen  schwankt  zwischen  vier  und  neun
Monaten;  soweit  ich  ermitteln  konnte,  reift  die
Zuckerhirse  durchschnittlich  schneller  als  die  Kornbirse.


Daß  in  Deutsch-Ostafrika  zweimal  im  Jahr
Sorghum  geerntet  wird,  wie  es  Emin  Pascha

 

 

aus  Latuka  berichtet,  wo  eine  vier=  und  eine
siebenmonatige  Form  hintereinander  gebautwerden,
ist  mir  nicht  bekannt  geworden.

Die  Sorghumkultur  steht,  wie  die  gesamte
  Landwirtschaft  des  tropischen  Afrikas,
  unter  dem  Zeichen  des  Hackfeldbaus,
und  in  diesem  Worte  allein  spricht  sich  ihre
ganze  Rückständigkeit  gegenüber  dem  indischen
Ackerbau  aus.  Wenn  man  die  kleine,  schmale
ostafrikanische  Hacke  betrachtet,  muß  man  allerdings
  immer  von  nenem  darüber  stannen,
was  alles  mit  diesem  kümmerlichen  Instrument
dem  Boden  abgerungen  wird;  Völker  aber,  die
mit  einem  solchen  Handwerkszeng  selbst  für  den
Export  ansehnliche  Werte  zu  schaffen  imstande
sind,  müssen  auch  die  Fähigkeit  besitzen,  mit  neuen
besseren  Methoden  ihre  Produktion  erheblich  zu
vermehren.

Die  Einführung  des  Pfluges  ist  längst
als  das  dringendste  Postulat  für  die
Hebung  der  afrikanischen  Kulturen  anerkannt,
  und  man  sollte  nicht  mehr  zögern,  den
landwirtschaftlich  hochentwickelten  Bölkern  des
Innern  den  Pflug  in  die  Hand  zu  geben!  Der
Zeitpunkt  dafür  ist  gekommen,  und  es  ist  nicht
zu  zweifeln,  daß  in  den  Hauptproduktionsgebieten
die  Unterweisung  in  der  Pflugkultur  von  den
allerbesten  Erfolgen  begleitet  sein  wird.  Ich
zähle  es  zu  den  wertvollsten  zukünftigen
Segunungen  der  vom  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitee  ins  Leben  gerufenen  Baumwoll-Unternehmungen,
  daß  hierdurch  die
Frage  der  Pfilugkultur  in  unseren  Kolonien
  ungleich  schneller  zur  Lösung  gelangen
wird,  als  es  unter  anderen  Umständen  der
Fall  gewesen  wärec.

Der  Termin  der  Aussaat  wird  wohl  allgemein
  in  Ostafrika  durch  den  Eintritt  der  „großen“
Regenzeit  bestimmt.

Von  Drillen  der  Saat  ist  natürlich  noch
nicht  die  Rede:  die  Körner  werden  mit  der  Hand
in  die  vorher  bereiteten  Löcher  gelegt.  Hier
stoßen  wir  auf  den  zweiten  Mangel  des  afrikanischen
  Ackerbaus.  Einfache,  leichte  und  billige
Drillapparate  für  den  Handgebrauch  oder
für  Gespanne  ausfindig  zu  machen,  kann  nicht
schwer  fallen  und  ihre  Einführung  sollte
Hand  in  Hand  gehen  mit  der  Einführung
des  Pfluges.  Das  fordert  schon  die  Okonomie
der  Arbeitskräfte,  ein  Moment,  das  bei  der
Erschließung  Afrikas  täglich  mehr  als  Leitmotiv
zur  Geltung  kommen  sollte.  Wo  z.  B.  die  Arbeit
der  Weiber  bei  der  Bestellung  des  Feldes  nicht
ausreicht,  sind  heute  und  zukünftig  in  noch  höherem
Grade  die  männlichen  Glieder  der  Familie  gezwungen
  mitzuhelfen,  da  der  Bestand  an  Sklaven
sich  von  Jahr  zu  Jahr  erheblich  verringert.  In
        <pb n="532" />
        W  452  20

demselben  Maße  nnn,  wie  wir  maschinelle  Vorrichtungen
  in  den  afrikanischen  Ackerbau  einführen,
werden  Arbeitskräfte  frei.  Wir  ahmen  damit  nur
denselben  Vorgang  im  kleinen  nach,  der  sich  in
den  Kulturländern  im  großen  bei  der  Einführung
elektrischer  Betriebe  abspielt.

Zwischenkulturen  sind  in  Ostafrika  nicht
überall  mit  dem  Hirseban  verbunden;  in  zahlreichen
  Landschaften  fand  ich  die  Sorghumhirse
in  Reinkultur,  anderwärts  in  geringfügigem
Maße  Gurken,  Kürbisse  und  Flaschenkürbisse  als
Zwischenfrüchte.  Die  Mischkultur  mit  Mais,
die  ja  auch  in  Unyamwesi  eine  Rolle  zu  spielen
scheint,  habe  ich  nur  in  Kilossa  kennen  gelernt.“)
Zweifellos  bringt  das  Mischkultursystem  für  die
Neger  viele  Vorteile  mit  sich,  und  ich  würde  es
als  verfehlt  ansehen,  wollte  man  in  dieser  Hinsicht
  gleich  radikale  Anderungen  einführen,  soweit
nicht  ein  wirkliches  Bedürfnis  vorliegt.““)  Gewisse
Reformen  werden  sich  allerdings  als  zweckmäßig
erweisen,  so  z.  B.  die  ausgedehntere  Verwendung
krantiger  Leguminosen  als  Zwischenfrüchte,
wie  sie  in  Indien  gang  und  gäbe  zu  sein  scheint.

Ich  darf  hier  auf  die  analoge  Verwendung
von  Lupinen,  Serradella,  Erbsen,  Ackerbohnen
und  Wicken  in  unserem  heimischen  Ackerbau  verweisen.
  Abgesehen  von  der  Bereicherung  des
Bodens  an  Steckstoff  ist  auch  die  dichtere  Beschattung
  des  Bodens  und  der  günstige  Einfluß
der  Zwischenfrüchte  auf  die  Wasserversorgung  der
Nachfrucht  nicht  zu  unterschätzen.  Allerdings  bringt
die  Durchführung  des  Zwischenfruchtbaus  in  größerem
  Maßstabe  eine  beträchtliche  Steigerung  des
Aufwandes  an  Arbeit  mit  sich.

Beseitigung  des  Unkrauts  geschieht  in
Ostafrika  keineswegs  überall;  die  Wassagara  hacken,
wie  Lambrecht  mitteilt,  zweimal,  und  zwar  zwei
und  sechs  Wochen  nach  der  Aussaat  das  Unkrant
aus  und  lassen  es  auf  dem  Felde  liegen.  In
anderen  Bezirken  findet  diese  Prozedur  nur  einmal
  statt,  und  die  Felder  bieten  in  späterem
Stadium  bisweilen  ein  Bild  unglanblicher  Verwilderung
  dar.  Auch  in  dieser  Beziehung  wird
sich  mit  Einführung  der  Pflugkultur  vieles  bessern,
allein  schon  deshalb,  weil  dann  überall  regelrechte
Pflanzreihen  in  geraden  Linien  geschaffen
werden,  wodurch  die  weitere  Bearbeitung  erheblich
erleichtert  wird.  Mit  dem  Pfluge  wird  natürlich
auch  eine  rationelle  Bodenlockerung  Eingang
finden,  die  sich  mit  der  kleinen  primitiven  Hacke
doch  nur  höchst  unvollkommen  bewirken  läßt.  Die
Erde  wird  nur  wenige  Zentimeter  tief  aufgelockert.

Näheres  bei  Lambrecht  a.  a.  O.

*.)  Für  den  Baumwollbau  z.  B.  halte  ich  die
Mischkulturen  nicht  für  zweckmäßig.  (Vgl.  meinen  Beuen
  über  die  Baumwollkultur  in  Togo.  Beihefte  zum

Tropenpflanzer",  1906,  J5.

 

Anders  bei  der  Kammkultur,  wie  sie  in  vielen
Gegenden  Ostafrikas  für  gewisse  stärkereiche
Knollengewächse,  z.  B.  Bataten  und  Maniok  benutzt
  wird,  in  Ungoni  und  namentlich  in  Unyamwesi
  aber  auch  für  den  Getreidebau  allgemein
im  Gebrauch  ist.  Höhe  und  Abstand  der  Kämme
wechselt;  die  Wanyamwesi  werfen  sie  40  bis  50  cm
hoch  auf  und  bemessen  den  Abstand  zwischen  den
Scheitelmitten  auf  1  m  oder  mehr.  Die  Kammkultur
  bringt  besondere  Vorteile  durch  die  erhöhte
Bodenlockerung  und  -durchlüftung  mit  sich,  gewährt
in  nassen  Lagen  den  Vorzug  einer  Drainage  und  den
eines  Schutzes  gegen  allzuheftige  Regengüsse  in  der
ersten  Zeit  der  Entwicklung  der  jungen  Pflängchen.
Für  die  flachwurzelnden  Getreide  aber  liegt  bei
Aussaat  in  Kämmen,  wenn  die  Regen  vorzeitig
nachlassen,  die  Gefahr  der  Austrocknung  nahe.
Manu  wird  also  von  Fall  zu  Fall  erwägen  müssen,
wie  weit  es  vorteilhaft  ist,  die  Kammkultur  durch
Flachkultur  zu  ersetzen  oder  aber  sie  durch  Anwendung
  des  Pfluges  zu  erleichtern  und  zu
verbessern.  Denn  das  Aufwerfen  der  Kämme
mit  der  Hacke  ist  selbstverständlich  ein  höchst  mühsames
  und  zeitraubendes  Geschäft.“)

Das  Ausdünnen  und  Versetzen  steht  im
ganzen  tropischen  Afrika,  wovon  ich  mich  auch  im
Westen  überzeugt  habe,  meist  auf  einer  recht
niedrigen  Stufe;  nur  wenige  Völkerschaften  halten
sich  von  dem  Fehler  frei,  zu  viele  Pflanzen  in
einem  Pflanzloch  stehen  zu  lassen.““)  Hierdurch
erklärt  sich  u.  a.  die  mangelhafte  Entwicklung  der
einzelnen  Pflauzen  auch  in  guten  Jahren  auf
Feldern,  deren  Bodenverhältnisse  ein  üppiges
Gedeihen  und  reichen  Fruchtansatz  gewährleisten
sollten.

Die  Erute  findet  in  einigen  Gegenden  Ostafrikas
  schon  vor  vollendeter  Reife  statt,  doch  ist
mir  niemals  zu  Ohren  gekommen,  daß  dieses
Verfahren  einen  Nachteil  mit  sich  brachte  ganz
im  Gegensatz  zum  Mais,  dessen  Exportfähigkeit
durch  das  in  Ostafrika  übliche  vorzeitige  Ernten
empfindlich  beeinträchtigt  wird.  In  dieser  Hinsicht
bleibt  für  die  Wirtschaftsinspektoren  noch  viel  zu
tun  übrig.

In  Kilossa,  wie  in  Ugogo  werden  die  abgeschnittenen
  Fruchtstände  auf  besonderen  Gestellen
  1  bis  1½  Monate  getrocknet;  bei  den
Wamus5ra  im  Hinterlande  von  Lindi  (Akidat
Ilulu)  wird  die  Hirse  über  dem  Boden  abgeschnitten
  und  bleibt  dann  auf  dem  Halm  etwa
einen  Monat  hindurch  auf  dem  Acker  liegen,
währenddessen  die  Sonne  das  Nachreifen  besorgt.
Dann  erst  werden  die  Rispen  abgetrennt;  das
Saatgetreide  für  die  nächstjährige  Bestellung

*)  Vgl.  P.  Reichardt  a.  a.  O.  S.  375  f.
")  Ugl.  Lambrecht  a.  a.  O.  S.  399.
        <pb n="533" />
        W  453  208

kommt  vor  dem  Ausdreschen  auf  die  Dächer  der
Häuser,  um  hier  nochmals  gründlich  ausgetrocknet
zu  werden.  Im  Ussagaragebirge,  wo  hin  und
wieder  ein  Regenschauer  die  Trockenperiode  unterbricht
  und  wo  dauernd  starke  Frühnebel  herrschen,
sah  ich  überdachte  Darren,  in  denen  die  Hirserispen
  über  schwachem  Holzfeuer  getrocknet  werden.
Hierbei  werden  gleichzeitig  die  Wärme  und  die
konservierenden  Eigenschaften  desRauches  ausgenuzt.

Die  Konservierung  der  Feldfrüchte
durch  Rauch  wird  als  Mittel  gegen  die  verheerende
  Tätigkeit  der  Insekten  im  tropischen
Afrika  vielfjach  benutt.  Ebenso  sind  die  Naturvölker
  dazu  gelangt,  das  Getreide  in  allerhand
sinnreich  erdachten  Speichern  vor  den  Angriffen
der  Nager  und  der  Insekten  zu  bewahren.  In
dieser  Beziehung  stehen  die  afrikanischen  Neger
den  Indern  sicherlich  nicht  nach.

Jene  Einrichtungen  sind  von  den  Reisenden
so  oft  beschrieben  worden,  daß  ich  füglich  darauf
verzichten  kann,  sie  hier  nochmals  einzeln  aufzuführen.


Auch  die  Erkenntnis,  daß  Feldfrüchte  leicht
degenerieren,  hat  der  Neger  gewonnen  und  sie
hat  ihn  dazu  geführt,  bei  der  Auswahl  des
Saatkorns  eine  wohl  durchdachte  Selektion  zu
betreiben.  Ob  das  für  alle  ostafrikanischen
Stämme  zutrifft,  will  ich  dahingestellt  sein  lassen;
für  die  Hauptproduktionsgebiete  im  Innern  ist
es  aber  einwandsfrei  erwiesen.  So  berichtete
Reichardt  aus  Unyamwesi,  daß  die  Leute  das
Saatkorn  aller  Getreidearten  höchst  sorgfältig  aus
den  besten  Fruchtständen  und  größten  Körnern
auswählen,  daß  sie  nach  einigen  Jahren  immer
wieder  aus  besonders  geschätzten  Gebieten,  oft
von  weit  her,  ihr  Saatgetreide  zu  holen  pflegen,
.  B.  den  Mais  aus  Umeba  im  Südwesten  des
Tanganyika  und  Sorghum  aus  der  Kornkammer
Ugogo.  Zn  der  Zwischenzeit  aber  tauschen  öfters
Nachbarn  und  entferuter  liegende  Ortschaften
gutes  Saatkorn  untereinander  aus.

Das  Dreschen  des  Korns  wird  noch  allgemein
  in  unglaublich  primitiver  und  zeitraubender
Weise  mit  Ruten  und  Stöcken  besorgt!  Auch  hier
müßte  der  Unterweisungsdienst  baldigst  einsetzen.

Zuverlässige  Angaben  über  die  Erträge  der
Sorghumkultur  in  Ostafrika  fehlen  noch.

Zwei  Punkte  sind  es  endlich,  deren  Besprechung
  ich  absichtlich  für  den  Schluß  meiner
Darlegungen  reserviert  habe,  da  sie  erhöhter
Aufmerksamkeit  bedürfen,  nämlich  die  Düngung
und  der  Fruchtwechsel.  Beide  Faktoren  der
Landwirtschaft  stehen  im  engsten  Zusammenhange
miteinander,  weil  die  Düngung  je  nach  der  Erschöpfung
  des  Bodens  durch  die  einzelnen  Kulturpflanzen
  geregelt  werden  muß.

 

Daß  die  Düngung  in  Indien  noch  nicht  zu
den  allgemein  eingeführten  Attributen  des  Ackerbaus
  gehört,  haben  wir  oben  bemerkt,  aber  auch
gesehen,  daß  wenigstens  in  gewissen  großen  Gebieten
  regelmäßig  mit  Dung  gearbeitet  wird.
In  Ostafrika  ist  davon  nirgends  die  Rede,
wenn  wir  von  der  Verwendung  der  Asche  absehen,
  ein  Verfahren,  das  sich  beim  Urbarmachen
von  Odland  oder  Neuroden  von  ehemaligem
Ackerland  von  selbst  ergibt.  Das  in  Ostafrika  und
in  anderen  Steppenländern  des  Kontinents  allgemein
  übliche  System  der  mehrjährigen  Brache
ohne  Düngung  ist  bei  geringer  Bevölkerungsdichte
  und  im  übrigen  nur  solange  durchführbar,
als  es  sich  darum  handelt,  allein  für  den  eigenen
Bedarf  der  betreffenden  Landschaften  zu  produzieren.
  In  dicht  bevölkerten  Gebieten  bringt  es
schon  jetzt  große  Nachteile  mit  sich.“)

Sobald  aber  ein  Gebiet  durch  die  Eisenbahn
erschlossen  und  seine  Bewohner  damit  zu  vermehrter
  Produktion  und  erhöhter  Ausnutzung  des
Bodens  angeregt  werden,  läßt  sich  mit  dem  alten
System  auf  die  Dauer  nicht  mehr  wirtschaften,
der  Boden  verlangt  gebieterisch,  selbst  zur  Deckung
der  bescheidenen  Bedürfnisse  der  meisten  afrikanischen
  Feldfrüchte,  eine  regelmäßige  künstliche
Zufuhr  der  ihm  entzogenen  Nährstoffe.

Jedem  Kenner  Ostafrikas  sind  die  Schwierigkeiten
  bekannt,  die  sich  der  Einführung  einer
derartigen,  den  Eingeborenen  völlig  fremden
Maßregel  in  die  Landwirtschaft  entgegenstellen.
Diese  Schwierigkeiten  werden  sich  am  leichtesten
dort  beseitigen  lassen,  wo  heute  schon  Großviehzucht
  möglich  ist  und  auch  betrieben  wird,
so  z.  B.  in  Ungoni,  Ussagara  und  Ugogo.  Ob
es  gelingen  wird,  die  Eingeborenen  Ostafrikas
zur  konzentrierten  Anhäufung  menschlicher  Fäkalien
  an  besonderen  Bedürfnisplätzen  zu  erziehen,
wie  das  im  Bezirk  Misahöhe  in  Togo  eingeführt
ist,  erscheint  mir  zweifelhaft,  weil  die  in  vieler
Beziehung  dort  als  Vorbilder  dienenden  Araber
hierin  eine  merkwürdige  Rückständigkeit  beweisen,
weil  den  ostafrikanischen  Negern  gewisse  ästhetische
  Begriffe  fehlen,  die  dem  kulturell  höher
stehenden  Eohe  eigen  sind,  weil  vielerorts  sich
das  Austreten  über  die  Peripherie  der  Ortschaften
bei  Dunkelheit  der  wilden  Tiere  wegen  verbictet
  usw.

Am  meisten  verspreche  ich  mir  auch  für
die  Förderung  der  Düngungsfrage  von
der  erzieherischen  Wirkung  der  jetzt  geplanuten,
  von  Europäern  im  Großen  zu

*)  So  liegen  z.  B.  in  der  Umgegend  der  Stadt
Atakpame  in  Togo  die  Felder  der  Einwohner  bis  acht
Marschstunden  weit  entfernt,  weil  der  Boden  eine
dauernde  Auonutzung  durch  den  Ackerban  nicht  verträgt!
        <pb n="534" />
        W  454  20

betreibenden  Baumwollkulturen,  wie  vom
Baumwollbau  überhaupt.

Man  hat  häufig  davon  gesprochen,  daß  die
Arbeit  in  Europäer-Plantagen  den  afrikanischen
Neger  zur  Vervollkommnung  seiner  eigenen  Landwirtschaft
  erziehen  solle,  eine  Anschauung,  der
ich  nur  mit  gewissen  Einschränkungen  beizupflichten
vermag.  In  den  Kulturen  von  Kaffec,  Kautschuk
und  Kakao  z.  B.  wird  der  Plantagenarbeiter  mit
zahlreichen  Funktionen  vertraut,  die  ihm  später
in  seinen  eigenen  Betrieben  recht  wenig  nützen
können,  ausgenommen  vielleicht  die  besseren  Verfahren
  des  Rodens,  des  Bäumefällens  und  der
Unkrantbeseitigung.  Was  sollte  er  sonst  davon
bei  seinem  feldmäßigen  Anbau  von  Getreide,  von
Hülsenufrüchten  und  Olfrüchten  verwerten?  Das
Meiste  bleibt  ihm  unverstanden,  ein  Ballast,
den  er  bei  Verlassen  der  Plantage  über  Bord
wirft.

Ganz  anders  bei  der  Beschäftigung  in  rationell
  betriebenen  Baumwollkulturen,  einer
Form  des  Ackerbaus,  für  die  er  von  vornherein
ein  gewisses  Verständnis,  gewisse  Vorkenntnisse
mitbringt,  kurz  einer  Betätigung,  die  ihm  „liegt".
Die  zweckmäßigsten  Verfahren  der  Düngung  und
der  Fruchtsolge  wollen  auch  für  den  Baumwollbau
  in  Ostafrika  erst  erprobt  werden;  beides

den  örtlichen  Verhältnissen,  den  jeweiligen.

Ansprüchen  des  Bodens  entsprechend  zu
regeln,  wird  eine  der  vornehmsten  Aufgaben
  des  Versuchswesens  in  Afrika  sein.

Wenn  auch  die  Großkultur  vielfach  mit  anderen
  Mitteln  arbeiten  muß,  als  sie  für  die
Landwirtschaft  der  Eingeborenen  in  Betracht

kommen,  wenn  sie  z.  B.  aus  Rentabilitätsgründen
andere  Rotationen  wählen  und  —  im  Küstenlande
  wenigstens  —  die  künstlichen  Düngemittel
  in  den  Vordergrund  treten  werden,  so
lassen  sich  doch  die  einschlägigen  Fragen  in
manchen  Gebicten  sehr  gut  gleichzeitig  für  beide
Betriebsformen  studieren.

Betrachten  wir  nun  kurz  die  Verhältnisse  der
Fruchtfolge  in  Ostafrika,  soweit  von  einer
solchen  überhaupt  die  Rede  ist.  In  den  meisten
Gegenden  wechselt  mehrjährige  Einfelderwirtschaft
  mit  mehrjähriger  Brache;  so
werden  in  Unyamwesi  Sorghum=  wie  Maisfelder
drei  Jahre  hintereinander  bestellt,  um  dann
erst  nach  dreijähriger  oder  noch  längerer  Brache
wieder  in  Angriff  genommen  zu  werden.  Auch
die  Wassagara  bauen  Sorghum  viele  Jahre
hintereinander  auf  demselben  Acker  und  hören
damit  erst  auf,  wenn  zur  Zeit  der  Blüte  ein  gewisses
  kleines  Unkraut?)  überhand  nimmt,  das
ihnen  die  Erschöpfung  des  Bodens  anzeigt.

*)  Die  Turneraree  Wormskjoldin  longepedunculata.

 

Darauf  folgt  zwei=  bis  dreijährige  Brache.  Bei
anderen  Stämmen  im  Bezirk  Kilossa  ist  es  sehr
beliebt,  Sorghum  nach  Bataten  als  Vorfrucht  zu
bauen,  ferner  wird  nicht  selten  zweijähriger
Fruchtwechsel  und  zwar  Sorghum  abwechselnd
mit  Korakan  (Eleusine  coracana),  Pennisetum--Hirse,
  verschiedenen  Bohnenarten  oder  Sesam  betrieben
  (Lambrecht).  Hier  sehen  wir  auch,  wie
in  Indien,  die  Leguminosen  als  nützliches
Mittelglied  benutzt:  ein  Verfahren,  das  hier  wie
dort  ursprünglich  zum  Zweck  der  Gewinnung
einer  abwechslungsreicheren  Ernährung  ersonnen,
später  jedenfalls  aber  auch  deswegen  besonders
ausgestaltet  wurde,  weil  man  den  wohltätigen
  Einfluß  der  Hülsenfrüchtler  auf  die  Ertragfähigkeit
  des  Bodens  erkannte.  Auch  den
Eingeborenen  des  Tanga-Bezirks  ist  bekannt,  daß
eine  richtige  Fruchtfolge  den  Boden  länger  ertragreich
  hält.  Die  Felder  können  durchschnittlich
fünf  Jahre  hintereinander  bebaut  werden;  als
erste  Frucht  wird  im  allgemeinen  Sorghum  gewählt,
  als  letzte  der  Maniok,  der  nach  Ansicht
der  Eingeborenen  auch  auf  einem  ermüdeten
Acker  noch  erfolgreich  angebaut  werden  kann.
Leider  gibt  Meyer  (a.  a.  O.)  über  den  Turnus
nichts  Näheres  an.

Noch  ließen  sich  zahlreiche,  auf  den  ostafritanischen
  Getreidebau  bezügliche  Notizen  mitteilen,
doch  wir  wollen  uns  nicht  in  Einzelheiten  verlieren,

  sondern  die  vorstehende  Betrachtung
hiermit  abschließen.
Bei  dem  Vergleich  zwischen  einem  alten

Kulturvolk,  das  noch  dazu  seit  langer  Zeit  unter
enropäischem  Einfluß  gestanden  hat,  und  einem
Komplex  von  Stämmen,  die  noch  bis  vor  wenigen
Jahren  im  wahrsten  Sinne  des  Wortes  als
„Wilde“  ihr  Leben  führten,  muß  von  vornherein
  auf  der  letzteren  Seite  ein  großes  Maß
von  Rückständigkeit  in  der  Methodik  des  Ackerbaus
erwartet  werden.  Nichtsdestoweniger  finden
wir  bei  den  Bewohnern  gewisser  aussichtsreicher
  Produktionsgebiete  in  Ostafrika
  ein  überraschend  hohes  Maß  von
Intelligenz,  Erfahrung,  Fähigkeiten  und
landwirtschaftlicher  Begabung  bereits  in
den  heutigen  Systemen  ihres  Ackerbaues
niedergelegt.  Diese  Feststellung  birgt  für  eine
kolonisierende  Nation,  wie  die  deutsche,  die  Verpflichtung
  in  sich,  überall  dort,  wo  ein  geeignetes
  Substrat  einerseits  und  für  die  nähere
Zukunft  die  Vermehrung  der  Absatzmöglichkeiten
gegeben  sind,  die  vorhandenen  Anlagen  des
Negers  mit  allen  geeigneten  Mitteln  wirtschaftlich
  aktiv  zu  machen.

Mit  dieser  Forderung  befinden  wir  uns
übrigens  in  völliger  Ubereinstimmung  mit  den
        <pb n="535" />
        W  455  2

berufensten  Fachmännern,  wie  O.  Warburg
und  F.  Wohltmann,  und  ich  wiederhole  gern,
was  letzterer  darüber  vor  fast  10  Jahren  in
seinem  Buch  über  Deutsch=  Ostafrika  aussprach:
„Wie  die  Verhältnisse  nun  einmal  liegen,  betrachte
  ich  es  als  eine  Hauptkulturaufgabe
Deutschlands,  den  an  sich  befähigten  Neger  in
Deutsch-Ostafrika  zur  selbständigen  Arbeit,  zum
landwirtschaftlichen  Gewerbe  und  zum  Handwerk
zu  erziehen."“

Zur  Durchführung  eines  solchen  Kulturwerks
bedarf  es  meines  Erachtens  vor  allem  der  Mitarbeit
  praktisch=  und  theoretisch  durchgebildeter
  Landwirte,  die  noch  dazu  imstande
sind,  die  auf  heimischem  Boden  erprobten  Methoden
der  Eigenart  des  Tropenlandes,  den  Fähigkeiten
des  afrikanischen  Negers  und  den  Bedürfnissen
der  Kolonic  entsprechend  umzuformen.

Ferner  bedarf  es  dazu  in  Ostafrika  einer  erweiterten
  Organisation  des  landwirtschaftlichen
  Versuchswesens.  Hierauf  näher

 

einzugehen,  liegt  außerhalb  des  Rahmens  dieser
Studie,  doch  möchte  ich  auf  Grund  meiner  in
Java  gemachten  Erfahrungen  —  einer  Kolonie,
in  der  das  landwirtschaftliche  Versuchswesen  bekanntlich
  auf  der  Höhe  steht  —  vor  einer
Dezentralisierung  warnen.  Vielmehr  erscheint
  es  mir  zweckmäßig,  das  Biologisch-Landwirtschaftliche
  Institut  Amani,  dessen  Verdienste
um  die  Förderung  der  Plautagenkultur  erfreulicherweise
  allenthalben  gerechte  Würdigung
finden,  im  erforderlichen  Umfange  auszugestalten,
ihm  die  zu  gründenden  Zweigstellen  anzugliedern
und  das  notwendige  technische  Personal  zu  unterstellen,
  um  es  damit  zu  befähigen,  jene  vorher
bezeichneten  Aufgaben  erfolgreich  in  Angriff  zu
nehmen,  Aufsgaben,  die  ihrer  hohen  wirtschaftlichen
Bedeutung  wegen  schon  vor  Jahren  für  die
Gründung  des  Instituts  mitbestimmend  waren.

Möchte  man  ungesäumt  an  die  Arbeit  gehen:
es  gilt  die  Erfüllung  einer  dringenden  „Forderung
des  Tages“!  «

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  zit  Quellenangabe  gestanet.)

Kamerun.

Streifzüge  um  Jabassi.“)
(Mit  einer  Karte.)

Nach  Auflösung  der  Bausso-Expedition  hatte
die  6.  Expeditions-Kompagnie  den  Auftrag,  die
Straße  Jabassi  —  Musche  zu  öffnen  und  die
dann  noch  unbotmäßigen  Stämme  der  Station
Jabassi  zu  unterwerfen.

Die  6.  Expeditions-Kompagnie  traf  am  15.  Juni
1906  in  Musche  ein.  Die  Erkundungen  ergaben,
daß  die  Straße  südlich  Musche  durch  die  Ngones
gesperrt  und  der  Nunübergang  dicht  nördlich
Musche  durch  Jambeta  und  Dabeta  bedroht  sei;
außerdem  war  die  Straße  von  dem  Höhenzug
südlich  Degenimagi  bis  zum  Inubu  unsicher.
Weitere  Unruhen,  die  auf  Erbschaftsstreitigkeiten
zurückzuführen  waren,  wurden  zwischen  den
Häuptlingen  Guyo  und  Menimbe,  die  westlich
der  Straße  Biongele—  Musche  —Jabassi  wohnen,
festgestellt.

Verlangte  schon  die  Unterwerfung  der  drei
weit  voneinander  liegenden  Gebiete  viel  Zeit,
so  wurde  die  Befriedung  dadurch  noch  mehr
erschwert,  daß  die  Gegner  teilweise  bei  befreundeten
  Eingeborenen  Unterschlupf  fanden.  Es

*)  Bericht  des  Oberlentnants  Menzel  über  die
Tätigkeit  der  6.  Erpeditions-Kompagnie  von  Mitte
Wuni  bis  Mitte  September  1906  südlich  Musche.

 

mußte  somit  ein  weites  Gebiet  zu  gleicher  Zeit
mit  Patronillen  überzogen  werden.

Eine  Abteilung  unter  Hauptmann  Dominik,
  der  sich  zufällig  in  der  Nähe  befand,
verhinderte  ein  Ausweichen  in  die  friedlichen
Bafia=  und  Bakoko-Gebiete  und  vereinfachte  dadurch
  die  Befriedung  ganz  außerordentlich.  Es
gelang  ferner,  Beledik,  den  angesehensten  Häuptling
  zwischen  Degenimagi  und  dem  Innbu,  zu
bewegen,  sich  zu  stellen.

Westlich  und  südlich  von  Musche  und  gegen
die  Verbündeten  des  Menimbe  folgte  eine  Anzahl
bartnäckiger  Patronillengefechte.  Als  Mitte
September  der  Befehl  zum  Abmarsch  nach
Duala  eintraf,  hatten  sich  sämtliche  Häuptlinge
zwischen  den  Bafia=  und  Bakoko-Landschaften
und  der  Straße  Jabassi—  Musche,  zum  Teil  auch
westlich  der  Straße,  gestellt.  Häuptling  Menimbe
hatte  seine  Unterwerfung  angezeigt,  sein  Erscheinen
  konnte  aber  nicht  abgewartet  werden.
Jedenfalls  kann  er  Guyo  nicht  mehr  gefährlich
werden,  und  somit  ist  die  Ruhe  auch  in  diesem
Gebiete  in  nächster  Zeit  gesichert.  Im  Waldland
nördlich  von  Inubu  haben  sich  die  Häuptlinge,
die  an  der  Straße  wohnen,  ebenfalls  gestellt.
Auch  hier  war  ein  Aufenthalt  bis  zur  Erfüllung
der  Friedensbedingungen  im  Hinblick  auf  den
Abmarschbefehl  nicht  mehr  möglich.

Als  Friedensbedingungen  wurden,  wie  vom
Gouvernement  befohlen,  Strafarbeiter  gefordert.
        <pb n="536" />
        G  456  20

Bei  zweifelhaften  Stämmen  verlangte  die  Kompagnie
  Träger,  die  an  der  Küste  bezahlt  wurden,
um  die  Leute  mit  der  Küste  und  vor  allen
Dingen  mit  den  Preisen  für  die  Bedürfnisse  der
Eingeborenen  bekannt  zu  machen.  Gelegentlich
wurden  auch  Häuptlinge  mit  Patronillen  zur
Station  Jabassi  gesandt,  um  Elfenbein  in  den
Faktoreien  zu  verkaufen,  damit  ihnen  die  Vorteile
  eines  direkten  Verkehrs  mit  den  Weißen  vor
Augen  geführt  würden.

Die  Straße  ist  geöffnet.  Allerdings  verlangt
die  Offenhaltung  einen  Posten  von  etwa  fünfundzwanzig
  Mann,  der  die  inneren  Streitigkeiten
schlichten  und  zugleich  das  ganze  Gebiet  bis  Bafia
und  Bakoko  hin  verwalten  kann.

Die  Kompagnie  traf  am  28.  September  nach
achttägigem  Marsche  in  Jabassi  ein  und  wurde
am  30.  desselben  Monats  auf  dem  Wasserwege
nach  Duala  übergeführt.  Eine  Abteilung  in
der  Stärke  von  40  Mann  unter  Leutnant
Weyse  verblieb  zur  Verfügung  der  Station
Jabassi  zur  Befriedung  weiterer  Stämme,  die
der  Station  Schwierigkeiten  bereiteten.

Das  Gelände  zwischen  Musche  nach  Süden
hin  ist  ein  Hügelland  von  etwa  700  Meter
absoluter  Höhe.  Es  ist  in  der  Hauptsache  Grasland,

  meistens  sind  nur  die  Berghänge  und
Flußniederungen  von  Busch  bewachsen.  Im

Süden  wird  das  Hochplateau  von  einer  hohen
Gebirgskette,  wahrscheinlich  der  Fortsetzung  des
Manengubagebirges,  abgeschlossen.  Südlich  der
Straße  Musche—  Biongele  erheben  sich  vier  Bergzüge,
  von  Norden  nach  Süden  laufend.  Diese
sind  abgeschlossen  gegen  die  Bafia=  und  Bakoko-Landschaften
  durch  weitere  unregelmäßige  Gebirgsstöcke.
  Die  dadurch  entstandenen  Täler
öffnen  sich  gegen  die  Straße  und  sind  leicht  zugänglich.
  Südlich  Degenimagi  führt  die  Straße
jäh  in  das  Waldgebiet  hinab.  Auf  der  Hochfläche
  bietet  der  Weg  einer  Marschkolonne  keine
besonderen  Schwierigkeiten.  Im  Waldgebiet  dagegen,
  wird  es  noch  großer  Arbeit  bedürfen,  um
die  Gangbarkeit  bei  bescheidenen  Ansprüchen  annehmbar
  zu  machen.  Das  Hochplatean  entwässern
Nebenflüsse  des  Nun  und  Mbam.  Die  Bäche
des  Waldgebietes  ergießen  sich  in  den  Inubu,
einen  Nebenfluß  des  Mukombi.

Die  Bevölkerung  dieses  Hochlandes  ist  der
Sprache  nach  mit  den  Stämmen  des  südlich
davon  gelegenen  Waldlandes  verwandt.  Die
Station  Jabassi  nennt  sie  Banen.  Der  Kompagnie
  wurde  der  Dialekt  vom  Waldlande  bis
Biongele  als  Mes-hia  bezeichnet.  Nördlich  der
Linie  Biongele  —  Guyo  wohnen  die  Stämme  der
Ngone,  Gone  oder  Guine.  Nördlich  davon
wohnen  die  sog.  Wonangleute  in  Musche,  die

 

den  Wutes  angehören.  Südlich  an  die  Ngone
schließen  sich  die  Stämme  der  Is-hio  oder  Meshio-Sprache
  an,  die  doch  den  Mes-hias  nicht  so
nah  verwandt  sind,  als  man  der  Sprachbezeichnung
  nach  annehmen  könnte.

Die  Bewohner  waren  in  der  Hauptsache  schön
gewachsen  und  gut  genährt.  In  Musche  war
eine  große  Anzahl  von  Syphiliskranken  auffällig;
auch  wurde  vielfach  Lepra  konstatiert.  Ferner
wurden  einzelne  Fälle  von  Himbeerkrankheit  beobachtet.
  Auffallend  groß  war  im  ganzen  Gebiet
die  Zahl  der  Geisteskranken.

Mit  Ausnahme  von  Musche,  Biongele  und
Djebem  wohnen  die  Eingeborenen  in  verstreuten
Gehöften,  in  losen  Stammesverbänden,  jeder  als
freier  Mann.  Nur  geringes  Interesse,  wie  zum
Beispiel  Anlage  gemeinsumer  Farmen,  Kämpfe
mit  Nachbarn,  teilweise  auch  innere  Streitigkeiten,
bewegt  sie  dazu,  sich  einem  Führer  oder
Häuptling  unterzuordnen.  Um  die  Produkte  der
Hauswirtschaft  zu  erweitern,  ist  die  Familie  durch
Vielweiberei,  weniger  durch  Sklaverei  vergrößert
worden.  Die  Männer  besorgen  wohl  die  schwere
Arbeit,  wie  das  Fällen  der  Bäume  für  die  Farmen
und  beschäftigen  sich  mit  der  Jagd;  im  übrigen
aber  lassen  sie  sich  von  den  Frauen  erhalten,
die  die  Farmen  bebauen  und  die  Feldfrüchte
für  den  Verbrauch  im  Haushalte  herrichten.
Jeder  Fremde,  der  das  Land  betritt,  wird  als
Feind  betrachtet  und  getötet.  Nur  die  Stämme,
die  einen  gemeinsamen  Markt  besitzen,  pflegen
einen  friedlichen  Verkehr.  Auf  den  Märkten
werden  die  wenigen  Bedürfnisse  gedeckt,  die  der
Eingeborene  außer  den  Produkten  seines  Landes
hat.  Gesuchte  Artikel  sind  Salz  und  Gewehre,
auch  Tuchstücke  als  Kleidung  fangen  an  Eingang
zu  finden.  Naturgemäß  sind  die  Preise  dieser
Waren  sehr  hoch,  da  die  Stämme  nach  der  Küste
hin  den  Durchzug  verwehren  oder  dem  Händler
einen  hohen  Durchgangszoll  auferlegen.  Der
Handel  liegt  vorläufig  in  den  Händen  der
Haussas.  Allerdings  wurde  erfreulicherweise  beobachtet,
  daß  einzelne  intelligente  Eingeborene
sich  durch  feindliche  Stämme  hindurchschleichen
und  direkt  mit  der  Küste  verkehrten.  Jedoch
kann  eine  Zunahme  dieses  Verkehrs  nur  mit  der
Unterstützung  des  Europäers  möglich  gemacht
werden.  Es  wird  künftighin  ganz  besondere
Aufmerksamkeit  dem  Haussaverkehr  zugewendet
werden  müssen.  Da  sie  in  großen  Karawanen
reisen,  sind  sie  den  Eingeborenen  weit  überlegen,
die  sich  schwer  zu  gemeinschaftlicher  Abwehr  aufraffen
  können.  Die  Haussas  nützen  ihre  Über—
legenheit  den  Eingeborenen  gegenüber  schonungslos
  aus  und  geben  dauernd  Anlaß  zu  immer
neuen  Reibereien.

Die  Häuptlinge  sind  vielfach  nicht,  wie  im
        <pb n="537" />
        —  —
Ubersichtskarte  5

for  den  Mer  sch  der

sechsten  Sepeditt  omnskompa  Smie

Oerember  1905  —  September  wo.
        <pb n="538" />
        W  458  20

Graslande  üblich,  durch  den  Vorgänger  bestimmt,
sondern  derjeuige,  welcher  durch  Reichtum,  Alter,
sowie  kühnes  Auftreten  oder  durch  besondere
Kenntnis  der  Medizin  sich  auszeichnet,  wird  als
Oberhaupt  betrachtet.  Sehr  hinderlich  für  die
Ausbildung  der  Häuptlingswürde  scheint  das
Erbrecht  zu  sein.  Jeder  frei  geborene  Sohn
pflegt  schon  bei  Lebzeiten  des  Vaters  selbständig
gemacht  zu  werden.  Dadurch  wird  der  Reichtum
und  somit  auch  die  Macht  und  das  Ansehen  des
Häuptlings  geschwächt.  Beim  Tode  des  Vaters
brechen  oft  Erbschaftsstreitigkeiten  und  Unbotmäßigkeiten
  gegen  den  Haupterben  aus,  der  sich  natürlich
  als  Nachfolger  betrachtet,  wie  das  Beispiel
des  Guyo  und  Menimbe  zeigt.

Von  tiefgehendem  Einflusse  auf  die  Entwicklung
  dieser  Stämme  scheinen  die  Eroberungszüge
des  Häuptlings  Sango  von  Bamum  gewesen  zu
sein,  die  etwa  in  den  Jahren  1895—98  stattgefunden
  haben  müssen.  Sango  war  gezwungen,
ein  weiteres  Vordringen  aufzugeben,  da  er  sein
Volk  gegen  die  Banssos  schützen  mußte,  die  in
Bamum  eingebrochen  waren.  In  diesem  Kampfe
fiel  Sango.“)

Sein  Sohn  und  Nachfolger,  der  jetzige  Häuptling
  Joja,  versuchte,  nachdem  er  seine  Herrschaft
gesichert  hatte,  die  Eroberungen  seines  Vaters  zu
erhalten.  Joja  befand  sich  mit  seinen  Bamumkriegern
  zur  Zeit  der  v.  Schimmelpfennigschen
  Expedition  1901  in  der  Nähe  von  Biongele.
Die  Bamumzüge  haben  im  Süden  etwa  die
Linie  Biongele-—  Guyo  erreicht.  Die  Annahme
scheint  berechtigt  zu  sein,  daß  die  jetzigen  Bewohner
  des  Hochlandes  das  Grasland  erstiegen
haben.  Dort  fingen  sie  gleich  den  Graslandbewohnern
  an,  feste  Stammesverbände  zu  bilden  und
die  Häuptlingswürde  zu  erweitern.  Beispiele
sind  dafür  Häuptling  Biongele-Tumbi  und  die
Landschaft  Diebem.  Dieser  Vorgang  wurde  durch
das  Vordringen  der  Bamums  gestört,  und  die
Stämme  sind  zum  Teil  in  das  Waldland  zurückgedrängt
  worden.

Geringeren  Einfluß  hatte  das  Vordringen
von  Wutes,  die,  von  Ngute  und  Ngila  gedrängt,
sich  westlich  des  Mbam  niedergelassen  haben.

Durch  diese  Vorgänge  sind  die  verschiedenen
Stämme  nicht  nur  auf  einen  engen  Raum  zusammengedrängt
  worden,  sondern  auch  durcheinander
  geraten.  Bei  der  verhältnismäßig  engen
Besiedelung  und  bei  der  bestehenden  Wechselwirtschaft
  wird  das  Gelände  für  bequemen
Farmenban  knapp.  Noch  mehr  wird  die  Erscheinung
  zutage  treten,  sobald  das  Gelände
in  Verwaltung  kommt,  die  den  inneren  Streitig-*)

  Siehe  Bericht  des  Hauptmanns  Glauning
„Bansso-Expedition“.  Kolonialblatt  1900,  Seite  705.

 

keiren  ein  Ende  macht  und  so  eine  Volksvermehrung
  herbeiführt.
er  Eingeborene  baut  in  gut  angelegten
Farmen:  Jams,  Koko,  Kassada,  Mais  und  Erdnüsse.
  Weiter  bringt  das  Land  am  Nun  und
seinen  Nebenflüssen  etwas  Lianengummi  hervor.
Gummibäume  wurden  in  der  Landschaft  Eling
südlich  Guyo  und  dicht  südlich  des  Steilabfalls
im  Waldlande  festgestellt.  Auch  ziemlich  große
Olpalmenhaine  wurden  auf  der  Hochfläche  gefunden.
  An  Haustieren  züchtet  der  Eingeborene
zahlreiche  Hühner,  Schafe  und  Ziegen.  Die
Flußuiederungen  und  die  weiten  Grasflächen
beleben  Perl=  und  Waldhühner,  Büffel  und
Antilopen.  Der  Nun  ist  reich  an  Flußpferden.
Der  Eingeborene  scheint  im  Besitze  von  bedentenden
  Elfenbein-Vorräten  zu  sein.  Der  Elfenbeinbestand
  muß  aber  trotzdem  noch  als  ganz
erheblich  eingeschätzt  werden.  Da  der  Eingeborene
den  Haussa-Händler  hauptsächlich  mit  Elfenbein
bezahlt,  ist  die  Folge,  daß  in  absehbarer  Zeit
der  Bestand  an  Elfenbein  empfindlich  verringert
wird.  Dazu  kommt  noch,  daß  sich  außerdem  die
Haussas  vielfach  selbst  an  der  Elefantenjagd  beteiligen
  und  so  den  Bestand  mehr  und  mehr  lichten.
Jedenfalls  hat  bei  dem  jetzigen  Handelsverkehr
  weder  der  Europäer  noch  der  Eingeborene
den  rechten  Nutzen.  Der  Haussa  kauft  Elfenbein
und  Gummi  für  Spottpreise  ein,  ohne  daß  der
Eingeborene  die  Mittel  für  höhere  Bedürfnisse

erhält,  und  anderseits  verkauft  er  die  Produkte
zu  hohen  Preisen  an  der  Küste  an  die  Europäer.
75
Togo.
Die  Eisenerzvorkommen  bei  Akpafu  und
Santrokoffi.

Einem  Berichte  des  Bezirksgeologen  Dr.  Koert
in  Togo  über  die  Eisenerzvorkommen  bei
Akpafu  und  Santrokoffi  ist  folgendes  zu  entnehmen:
  «

Das  Hauptergebnis  der  Untersuchung  war,
daß  bei  Akpafu  von  Eisenerzlagern,  wie  sie  beispielsweise
  bei  Banjeli  und  Bassari  (Mitteltogo)
vorkommen,  nur  schwache  Spuren  vorhanden  sind,
in  Gestalt  von  Roteisen  führenden  Zwischenlagen
in  einem  Komplex  von  Hornstein=  und  Eisenkieselschichten.
  Jedenfalls  sind  diese  Erzlagen  wertlos
und  wurden  von  den  Eingeborenen  des  hohen
Kieselgehalts  wegen  auch  nicht  ausgebentet.  Dagegen
  bauten  die  Eingeborenen  bis  vor  kurzem
einen  Brauneisenstein  ab,  welcher  in  nord-südwärts
  streichenden  Trümerzonen  in  den  Hornsteinschichten
  auftritt.  Wenn  nun  auch  das  Erz
siellenweise  in  einer  Mächtigkeit  von  mehreren
Metern  auftritt,  so  dürfte  doch  eine  Gewinnung
        <pb n="539" />
        E

durch  Europäer  in  absehbarer  Zeit  ausgeschlossen
sein,  da  bei  dem  gangartigen  Auftreten  des  Erzes
ein  kostspieliger  Tiesbau  nötig  sein  würde.  Erwähnt
  sei  noch,  daß  die  Eingeborenen  bereits
einen  primitiven  Bergbau  auf  die  Erze  betrieben
und  Tiefen  von  mehr  als  40  Metern  in  ihren
Schächten  erreicht  haben.  Durch  kartographische
Aufnahme  wurden  die  Abbaue  der  Eingeborenen
sowie  die  geologischen  Verhältnisse  festgelegt.

Ahnlich  liegen  die  Verhältnisse  in  Santrokoffi.
Hier  stellten  sich  der  Untersuchung  durch  den
dichten  Busch  und  das  mächtige  Eluvium  große
Schwierigkeiten  entgegen.  Nach  kartographischer
Aufnahme  des  in  Betracht  kommenden  Gebietes
wurden  drei  Schürfe  bis  zu  5  Metern  Tiefe  angesetzt,
  jedoch  nur  ein  Schurf  traf  anstehendes
Gestein,  und  zwar,  wie  bei  Akpafn,  Hornstein
mit  einem  Branneisengang.  Die  übrigen  Schürfe
klonnten,  trotzdem  in  der  Nähe  die  Eingeborenen
in  zahlreichen  flachen  Gruben  Brauneisenstein  aus
dem  Abhangsschutt  und  dem  Eluvium  gegraben
haben,  anstehendes  Gestein  nicht  fassen.  Doch
habe  ich  die  UÜberzeugung  gewonnen,  daß  auch
bei  Santrokoffi  das  Brauneisenerz  aus  gangartigen
Vorkommen  stammt  und  daß  daher  hinsichtlich
seiner  Abbauwürdigkeit  dasselbe  gilt,  was  oben
für  Akpafu  ausgesprochen  ist.

75

Deutsch-Ostafrika.
Aus  dem  Bezirke  Tabora.

Die  Reise  bezweckte  in  erster  Linie  eine
nähere  Orientierung  darüber,  ob  aus  dem  berührten
  Teil  des  Bezirks  die  Gewinnung  zahlreicher
  Arbeitskräfte  für  die  Plantagen  und  den
Eisenbahnbau  möglich  sei.  Des  weiteren  beabsichtigte
  ich  gleichzeitig  die  Bevölkerung  über
den  guten  Verdienst  auf  den  Plantagen  eingehend
zu  belehren,  sowie  die  Eingeborenen  dazu  zu
ermuntern,  derartige  Dienste  zu  nehmen.

Die  Bevölkerung  der  bereisten  Landschaften
(Unyanyembe,  Urambo,  Kwande,  Kirira,  Missenne,
Lukaya,  Utapisia,  Sirambo,  Ussonge,  Runsewe,
Wangoni-Reservat,  Utambara,  Uschirombo,  Ulangwa,
  Uyovu,  Ugomba,  Mbogwe,  Massumbwe,  Idahina,
  Mpunse,  Ukune,  Ukumbi,  Unyambewa,
Mtibu,  Magengati,  Uyni)  war  durchaus  friedsertig
  und  entgegenkommend.  Die  Bevölkerungsdichtigkeit
  in  der  Landschaft  Unyanyembe  nimmt
namentlich  an  der  Karawanenstraße  nach  Udjidji
in  den  Distrikten  Mwanakunec  und  Ussoke  von

*)  Nach  einem  Bericht  des  Lauptmann  Chari  fiu#s.
zeinveiligen  Uerwesers  des  Bezirfsamtse  Tabora  über
eine  vom  19.  Oktober  bis  3.  Dezember  1906  durch  den
Bzirk  Tabora  unternommene  Dienstreise.

 

 

459  20

Jahr  zu  Jahr  in  geradezu  auffallender  Weise  zu.
Dagegen  sind  die  sog.  Ussumbwa-Landschaften  im
allgemeinen  nur  wenig  bevölkert.

Mehrfach  beklagten  sich  die  Sultane  jener
abgelegenen  Gebiete  bei  mir  darüber,  daß  ihre
Leute,  wenn  sie  erst  einmal  auf  den  Geschmack
des  Geldverdienens  und  des  besseren  Lebens  an
der  Küste  oder  auf  den  Plantagen  gekommen
seien,  sehr  häufig  nicht  wieder  in  die  Einsamkeit
der  Wälder  zurückkämen,  sondern  sich  vielfach
anderweitig,  namentlich  auch  in  der  Nähe  von
Tabora  anfiedelten.  Auf  diese  Weise  seien  bereits
ziemlich  viele  Leute  aus  jenen  Landschaften  ausgewandert.
  Es  war  hierbei  bemerkbar,  wie
unerwünscht  den  Sultanen  jede  Aufklärung  ihrer
Leute  über  Geldverdienst  und  bessere  Lebensweise
ist.  Vom  Standpunkt  dieser  Häuptlinge  aus  ist
das  ja  auch  durchaus  zu  verstehen,  denn  je
weniger  aufgeklärt  die  Eingeborenen  bleiben,  um
so  willfähriger  und  dienstbarer  sind  sie  ihren
Sultanen  gegenüber.  Jede  Abwanderung  ihrer
Untertauen  bedeutet  für  die  Sultane  nach  altbergebrachter
  Auffassung  eine  erhebliche  Einbuße
an  Macht  und  Ansehen.  In  der  Landschaft
Uschirombo  ist  es  wohl  der  recht  bedeutende
Einfluß  der  katholischen  Missionare,  welcher  in
gewissem  Sinne  die  Eingeborenen  an  einer  zahlreicheren
  Abwanderung  verhindert.

Bei  den  fast  täglich  abgehaltenen  Schauris,
die  in  erster  Linie  zur  eingehenden  Aufklärung
und  Belehrung  der  Eingeborenen  dienten,  war
stets  eine  bedentende  Menschenmenge  versammelt.
Im  allgemeinen  waren  die  bisher  getroffenen
Auordnungen  der  Verwaltung  befolgt  worden.
Ein  besonderes  Interesse  scheinen  jedoch  die
Wassumbwa  für  derartige  Angelegenheiten  noch
nicht  zu  haben.  Sie  versuchen  es  auch  noch,  sich
nach  Möglichkeit  der  Aufsicht  zu  entziehen,  was
ihnen  in  Anbetracht  der  großen  Entfernung  vom
Sitz  des  Bezirksamts  natürlich  ziemlich  leicht
gelingt.

Einen  besonders  günstigen  Eindruck  machten
die  Wangoni  im  Wangoni-Reservat  der  Laudschaft
Runsewe.

In  jenen  abgelegenen  Gebieten  war  aber
überall  zu  erkennen,  daß  die  Leute  bisher  zu
wenig  in  direkte  Berührung  mit  der  Verwaltung
in  Tabora  getreten  sind.  Nur  durch  häufiges
Reisen  von  Europäern  des  Bezirksamts  nach  jenen
Landschaften  läßt  sich  eine  nähere  Verbindung
zwischen  der  Verwaltung  und  den  dortigen  Eingeborenen
  herstellen.

Bezüglich  der  Bekleidung  sind  die  Eingeborenen
selbst  der  entferntesten  Distrikte  ziemlich  weit  vorgeschritten.
  Ich  sah  fast  durchweg  Baumwollstoffe,
  nur  hin  und  wieder  waren  einige  alte
Lente  mit  Ziegenfellen  bekleidet.
        <pb n="540" />
        460  2

Von  eingewanderten  Eingeborenen  anderer
Negerstämme  traf  ich  in  den  Ussumbwa-Landschaften
eine  Anzahl  Watussi  und  Wabolongo  (Eisenschmiede)
  an.  Die  Watussi  haben  aber  mehr  das
Bestreben  nach  den  viehreichen  Gebieten  des
Taborabezirks,  also  ostwärts,  zu  ziehen.  Ussumbwa
ist  für  sie  gewissermaßen  nur  eine  Durchgangsstation,
  da  diese  Gebiete  infolge  der  dort  fast
überall  vorkommenden  Tsetse  sehr  vieharm  sind.

Die  Wabolongo  scheinen  sich  dagegen  in  den
eisenreichen  Landschaften  dauernd  niedergelassen
zu  haben  und  betreiben  dort  eifrig  ihr  Handwerk,
  welches  in  der  Hauptsache  in  der  Anfertigung
von  eisernen  Negerhacken  besteht.

Die  Kenntnis  des  Bargeldes  ist  bis  in  die
entferntesten  Distrikte  verbreitet;  das  Geld  wird
im  allgemeinen  gerne  in  Zahlung  genommen.
Nur  in  den  abgelegensten  Winkeln  nach  Uham
und  Ussuwi  hin  herrscht  der  Tauschwarenhandel
noch  vor.  -

Bezüglich  der  Hüttensteuer  lassen  die  Ussumbwa-Landschaften
  noch  manches  zu  wünschen  übrig.
Die  Erträge  dieser  Steuer  werden  aus  jenen
Landschaften  zum  Teil  erheblich  höher  sein  als
bisher,  wenn  später  eine  genaue  Zählung  der
Hütten  durch  Europäer  möglich  wird.  Jedenfalls
sind  alle  Eingeborenen  jener  Landschaften  sehr
wohl  in  der  Lage,  sich  den  geringen  Stenerbetrag
  zu  verdienen  und  in  barem  Gelde  zu
zahlen,  ohne  daß  dadurch  irgend  eine  Bedrückung
oder  Aussaugung  der  Leute  stattfindet.

Das  bereiste  Gebiet  ist  für  Eingeborenenkulturen
  aller  Art  durchaus  geeignet.  Namentlich
ließe  sich  der  Anbau  von  Reis  noch  ungeheuer
steigern.  Im  allgemeinen  sind  die  Eingeborenen
dort  recht  fleißige  Ackerbauer.

Merkwürdigerweise  wohnen  die  Leute  in  jenen
Landschaften  meist  nicht  in  geschlossenen  Dörfern,
sondern  weit  verstreut  und  versteckt  in  dem  ausgedehnten
  Waldgebiet.  Nur  bei  den  Sultansitzen
  trifft  man  größere  Dörfer  an.  So  kommt
es,  daß  man  nur  selten  auf  ausgedehnte  zusammenhängende,
  offene  Flächen  stößt.  Früher
hatten  sich  die  Leute  aus  Furcht  vor  kriegerischen
Überfällen  —  namentlich  der  Wangoni  und  des
Mirambo  —  in  großen  Dörfern  zusammengeschlossen.
  Nachdem  aber  unter  deutscher  Verwaltung
  das  Gefühl  der  Sicherheit  und  Ruhe
vorwiegt,  hat  man  die  gemeinsamen  Wohnplätze
verlassen,  und  die  einzelnen  Familien  haben  sich
tief  in  die  Wälder  zurückgezogen,  um  dort  abgesonderte
  Einzelsiedlungen  zu  gründen.  Die
bebauten  Flächen  sind  daher  auch  meist  nur  von
geringem  Umfang;  der  endlose  Myombowald
herrscht  vor.  Es  ist  dies  in  zweifacher  Hinsicht
wenig  günstig,  denn  erstens  entziehen  sich  die
Eingeborenen  so  der  Kontrolle  und  zweitens  ist

 

das  Gebiet  in  absehbarer  Zeit  für  die  Rindviehzucht
  absolut  unverwertbar,  weil  die  Myombowälder
  durchweg  dort  unzählige  Tsetsefliegen
beherbergen,  die  erst  dann  verschwinden,  wenn
ausgedehnte  zusammenhängende  Feldflächen  durch
radikales  Abholzen  der  Wälder  geschaffen  werden.
Letzteres  wird  aber  naturgemäß  durch  die  vereinzelten
  kleinen  Siedlungen  nicht  erreicht.

Mit  der  zunehmenden  Bevölkerung  ist  das
Land  im  Zuge  der  Karawanenstraße  nach  Udjidji
(bis  einschließlich  den  Distrikt  Ussoke)  in  den
letzten  Jahren  auffallend  stark  bebaut  worden.
Da  dort  der  Myombowald  infolge  des  starken
Anbaus  auf  weite  Strecken  hin  verschwunden  ist,
so  kommen  dort  auch  keine  Tsetsefliegen  mehr
vor  und  es  wird  in  ausgiebigster  Weise  Rindviehzucht
  betrieben.

In  den  Ussumbwa-Landschaften  ist  die  Viehzucht
  wegen  der  Tsetsefliege  gering;  selbst  Ziegen
und  Schafe  sind  daselbst  im  allgemeinen  nur  in
mäßiger  Zahl  vorhanden.  In  den  meisten  jener
Landschaften  gibt  es  überhaupt  keine  Rinder.
Trotzdem  wärc  aber  auch  dort  überall  die  Rindviehzucht
  im  großen  Maßstabe  sehr  wohl  möglich,
wenn  der  ausgedehnte  Waldbestand  und  damit
die  Plage  der  Tsetsefliege  verschwinden  würde.
Das  massenhafte  Vorkommen  der  Tsetsefliege  habe
ich  während  dieser  Reise  überhaupt  in  einem
geradezu  erschreckend  großen  Gebiet  feststellen
können.

Schon  früher  habe  ich  in  meinem  Bericht  den
Grundsatz  aufgestellt,  daß  im  Taborabezirk  überall
Tsetse  dort  vorkommt,  wo  keine  Rinder  gehalten
werden.  Dies  fand  ich  in  dem  mir  vorher  noch
nicht  aus  eigner  Anschauung  bekannten  Gebiet,
durch  welches  mich  die  Reise  nun  führte,  vollauf
bestätigt.

Die  ungehener  großen  zusammenhängenden
Myombowälder  scheinen  dem  Junsekt  die  günstigsten
Lebensbedingungen  zu  bieten.  Dort,  wo  die  Eingeborenen
  den  Wald  auf  einer  zusammenhängenden
Fläche  von  mindestens  einem  Quadratkilometer
vollständig  beseitigt  und  dies  Land  unter  dauernde
Kultur  genommen  hatten,  waren  Tsetsefliegen
nicht  mehr  anzutreffen.  Große  offene  Flächen
und  starken  Wind  können  diese  Insekten  offenbar
nicht  vertragen.

Am  auffallendsten  bestätigten  sich  diese  Wahrnehmungen
  in  dem  Wangoni-Reservat.  Als  die
Wangoni  seinerzeit  dort  von  Langheld  angesiedelt
wurden,  fanden  sie  fast  durchweg  Wald  vor.
Inzwischen  haben  sie  nun  das  Land  in  großen
äusammenhängenden  Flächen  unter  Kultur  genommen;
  damit  ist  dort  der  Wald  und  die  Tsetsefliege
  verschwunden.  Heute  sind  die  Wangoni
inmitten  eines  entsetzlichen  Tsetsegebiets  Becsitzer
von  zahlreichen  Rindern.  Die  Wangoni  wissen
        <pb n="541" />
        461  20

-

aber  ganz  genau,  daß  sie  ihr  Vieh  der  Tsetse
wegen  nicht  in  der  Nähe  der  das  bebaute  Gebiet
umgebenden  Wälder  hüten  dürfen.  Dasselbe  Bild

2793

Abnahme
Mi.

 

biean  sch  in  den  Landschaften  Urambo  und
rombo  sowie  in  der  Nähe  einiger  größerer
Sultansite.  ähe  einiger  größerer

Selbst  in  dem  Waldgebiet  zweiei  .
...  zweieinhalb  Stunden
nördlich  der  Stadt  Tabora  habe  das  Vor-Pi



ʒ  780
5  505
309

3

Zunahme

Ml.

7
06
L
30
44

L

23110

 

kommen  der  Tsetse  "eststellen  können.  Ebenso
tritt  die  Tsetse  auch  auf  den  Karawanenstraßen
nach  Muansa,  und  zwar  auf  der  westlichen  Ronte
zwischen  dem  Gombefluß  und  der  Landschaft
Unyambewa  sowie  auf  der  östlichen  Route  zwischen
Kasima  und  Uyni  beim  Dorf  Simbo  auf.  Es

Bi.
50
13
62
20

7
JIi

 
 

Februar
19006
Mk.
25  501
7553  97
32  131
61  853
187

10  5

8.

112  183

 

konnte  jetzt  auch  festgestellt  werden,  daß  einzelne
auf  diesen  Strecken  getriebene  Rinder  durch  Tsetse
infiziert  waren.  An  die  geplaute  Einrichtung
eines  Wagenverkehrs  mit  Zugtieren  zwischen

Mt.
3119
29340
68  163
9  612
11  076  :

l
1

34282

PfK
37
03
40
52
59

1

22

 

 

 

 

 

 

 

  

 

  
  
 

 

 

 

 

S
3
1·.—
□
rln
#
8
S
·
S
z
-.
2
2
—1
S
555  2
5  "2
Tabora  und  Muansa  ist  also  ni  I  -
solange  auf  den  bezeichnenen  mich,  *  deuten,  -  .  4  2  —
weite  Wald  stehen  bleibt.  5#  Err  ßEVB□b§.
Aus  allem  geht  hervor,  daß  der  weiteren  —  2  3
Ausbreitung  der  Rindviehzucht  nur  allein  die  S  *  Sessr#  *  3#
großen  Myombowälder,  welche  die  Tsetsefliegen  5  2  —  s
beherbergen,  eine  scharfe  Grenze  seten.  Da  dee..–.  —
hiesigen  Myombowälder  im  allgemeinen  doch  ur  3212  ——  &amp;amp;sx  -
ziemlich  minderwertiges  Holz  aufweisen,  so  könnt  “  4  2
man  sie  nach  und  nach  unbedenklich  dem  Unter-  2  lns  —  *  5
gange  wenigstens  zunächst  dort  weihen,  wo  große  2  —  —
Verkehrsstraßen  und  menschliche  Ansiedlungen  Z12  15  ir  S5  *
eutstehen  sollen.  s  1  2
Eine  einschneidende  Wirkung  werden  in  dieser  3  *  “
Beziehung  später  wohl  sicher  die  durch  den  Tabora=  l  —-bezirk
  zu  bauenden  Eisenbahnen  haben.  Es  e  *  *
empfiehlt  sich  dann,  den  Unternehmungen,  die  2  E——Edna  23  22
7  4  ut  v.  E  2
aus  dem  Holzhandel  ein  Geschäft  machen  wollens  K  *  Pb  *"
namentlich  im  Zuge  der  Eisenbahnlinien,  möglichst  B
freie  Hand  zu  lassen.  Daunn  wird  es  nicht  lange  *  2.  3
dauern,  bis  die  sehr  lichten  Myombowälder  samt  1  G  5½88(K.  3
der  Tsetse  dort  von  der  Bildfläche  verschwinden.  22  2  *  PJP„v"⅛"
Das  würde  für  die  wirtschaftliche  Entwickung  3  *—  E
dieses  Bezirks  von  großem  Nutzen  sein.  Für  die  2  —  —  —  —
Regulierung  der  Niederschläge  haben  die  sehes  *7
lichten  und  wenig  belaubten  Myombowälder  S  *  B27
m.  E.  doch  nur  einen  sehr  bedingten  Wert.  S  S  5  317  2  33
Der  Handel  mit  Fellen,  Häuten  und  Bienen—  –  *
wachs  ist  auch  in  den  abgelegenen  Landschaften  —  .  s5  8
recht  rege.  Selbst  von  Bukoba  aus  kommen  7  —ie  *m“
eingeborene  und  indische  Händler  bis  in  die  vd.  .8  *r  .—q1
Ussumbwa-Landschaften.  Die  Belehrungen  über  ½#
das  Anbringen  von  Bienenkörben  nach  ein—  —  —
geborener  Art  waren  im  allgemeinen  überall  gut  2  »
befolgt  worden.  Diese  Art  der  Bienenhaltung  2  *5  2.
gewinnt  immer  mehr  Anhänger  unter  den  Ein-  2  .  2
geborenen.  4  "E  2  25  "
An  der  Karawanenstraße  nach  Udsidji  sind  "  5  2
neuerdings  ganze  Händlerdörfer  entstanden.  Der  3  !  6S

 

 

 

 

Fortsetzung  Seite  462.)
        <pb n="542" />
        W  462  20

Verkehr  von  Karawanen  und  einzelnen  Personen
war  auf  dieser  Straße  ganz  auffallend  stark.  Es
hängt  dies  einerseits  mit  dem  sich  stetig  reger
gestaltenden  Handelsverkehr  mit  Udjidji  und  dann
mit  der  in  erfreulichster  Weise  zunehmenden  Besiedlung
  des  Landes  im  Zuge  dieser  Straße  durch
Eingeborene  zusammen.

Die  fortgesetzten  Belehrungen  über  die  günstige
Gelegenheit  zum  reichen  Geldverdienst  auf  den
Plantagen  und  beim  Eisenbahnbau  hatten  bisher
namentlich  in  den  Ussumbwa-Landschaften  wenig
Erfolg  gehabt.  Die  Leute  haben  dort  immer
noch  den  schweren  Dienst  als  Träger  mit  minimalstem
  Lohn  jeder  anderen  besseren  Arbeitsgelegenheit
  vorgezogen.  Die  von  mir  während
der  Reise  fast  täglich  gegebene  Aufklärung  schien
zwar  einigen  Eindruck  auf  die  Eingeborenen  zu
machen,  doch  ist  ein  tatsächlicher  Erfolg  bis  heute
noch  nicht  bemerkbar.

Dagegen  konnte  ich  feststellen,  daß  einige  von
den  Plantagen  zurückgekehrte  zufriedene  Arbeiter
einigen  Anhang  zusammenbrachten,  um  mit  diesen
Leuten  in  einiger  Zeit  wieder  auf  die  betreffenden
Plantagen  zurückzukehren.  Jedenfalls  ist  überall
bemerkbar,  daß  ein  erheblicher  Sinn  nach  Geldverdienst
  besteht.

Im  übrigen  wird  man  erst  dann  aus  dem
Taborabezirk  viele  Arbeitskräfte  für  die  Plantagen
und  andere  wirtschaftliche  Unternehmungen  im
Küstengebiet  bekommen,  wenn  das  leidige  Trägerwesen
  aufhört.  Dieses  wird  aber  erst  dann
erreicht  werden,  wenn  die  Morogorobahn  über
Tabora  bis  nach  dem  Tanganyika  durchgebaut
  wird.  Vorher  ist  hier  an  eine
Lösung  der  Arbeiterfrage  überhaupt  nicht
zu  denken,  da  der  täglich  regere  Handelsverkehr
zwischen  Udjidji—  Tabora—Muansa  immer  mehr
Träger  absorbiert.

 

Während  der  Reise  besuchte  ich  die  Missionsstationen
  Urambo  und  Uschirombo.  Die  erstere
Missionsstation  gehört  der  evangelischen  Herruhnter
Brüdergemeinde.  Bezüglich  der  Missionstätigkeit
solbst  äußerten  sich  die  dortigen  Missionare  dahin,
daß  sie  nur  sehr  langsam  in  der  Bevölkerung
vorwärts  kämen.  Es  liegt  dies  wohl  zum  Teil
auch  an  dem  durch  Krankheit  der  Missionare
häufig  erforderlich  gewordenen  Personalwechsel.
Die  katholische  Missionsstation  der  Weißen  Bäter
in  Uschirombo  hat  im  Laufe  der  Jahre  in  banlicher,
  wirtschaftlicher  wie  erziehlicher  Hinsicht
auffallend  Gutes  geleistet.  Allerdings  ist  diese
alte  Missionsstation  auch  dauernd  mit  zahlreichem
männlichem  sowie  weiblichem  europäischem  Personal
besetzt,  und  der  Bischof  Gerboin,  die  Seele  des
Ganzen,  ist  persönlich  ein  Mann  von  rastloser
Arbeitskraft.

Die  neueren  Gebände  der  Missionsstation  sind
fast  durchweg  ans  gebrannten  Ziegelsteinen  erbaut
und  mit  gebrannten  Dachziegeln  gedeckt;  sie
machen  einen  freundlichen  und  sehr  sauberen
Eindruck.  Unter  diesen  Gebäuden  befand  sich  ein
geräumiges  Schulgebäude  und  ein  kleines
praktisches  Lepraheim.  Der  große  Missionsgarten
weist  die  verschiedensten  Kulturversuche  auf.  Die
von  einem  Pater  geleitete  größere  Bienenzucht
nach  europäischem  Muster  gedeiht  vorzüglich  und
wirft  gute  Erträge  ab.  Um  die  Mission  herum
werden  ausgedehnte  Felder  zur  Ernährung  der
farbigen  Missionsangehörigen  bestellt.  Die  Zahl
der  in  der  Mission  und  um  dieselbe  herum
wohnenden  farbigen  Missionsangehörigen  ist  sehr
bedentend.  Die  Missionsschule  wird  andauernd
gut  besucht.  Wie  ich  mich  persönlich  überzeugen
  konnte,  wird  Kisnaheli  dort  eifrig  getrieben,
und  auch  mit  der  deutschen  Sprache  ist  bereits
ein  erfreulicher  Anfang  gemacht.

Uachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bel  den  Jollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch  -ostafrikanischen
Schutzgebiets  im  Oonat  Dezember  1906.

 

 

 

Fini  r  Au#  r-  Salz-  eben-  ·  Deze  #
Jollstelle  Einfuhr:Ausfuhr  werbrauchs-  Neben  Insgesanit  1906  Dezember  Zunahme  Abnahme
Jollstelle  zoll  zoll  Abgabe  Einnahmen  1905
Rup.  H.  Rup.  O.]  Rup.  O.]  Rup.  O.]  Nup.  O.]Mark  Pf.]  Mark  Pf.]  Mark  Pf.]  Mark  Pf.
Moschi  1  17431  1016  78  7  80  96  50  2  295  42  3  060  563600  11  §  —  539  55
Schirati.  659  18  896  30  17  05152  s488  „22996.  9038K  395  77
Muansa-  8  095%  3  32  —  —  78  18318  56042“Z25|2S5KR]  —  soss  zi
Bukoba  44141710614  —  —  —10  8S578814¼76  K2T5999065  S
Usumbura  —  1  —  —  —  —  —  24,5  —  24,51  —  33  587  5  51.
Udjüdjiek  375  —  —  —  —  33  87,5  7145  95  27  —  95271  —  —
Bismarckburg  -—-----  —  —  —  8  37,5  83,5  1117  .  ns  —34
Unjika-Posten.  —  2%  —  —  —  11420  —  21760  —  —  1700  —  —
Neu-  Hangenburg  —  —  —  —  —  —  1  à0  150  2  —  —  —
Mwa  .1281811  —  —  2  41  2  82055  3  760  73  302  10  7  63  —  —
Wieshafen  .  —  —  —  —  —  —  —  K  +  —  —  —  —  —1  —  —
Ssongea.  ——  —  —  —  ——————  —  —  —  —
Summe  in  Nup.7  220  81  5/17  393  88  21  95374  29,535  010  87/46  693  16|55  562  50%  T.  —89869  43
=  MI.22  909  1323  11  81  33  131990  0616  693  166  693  16
        <pb n="543" />
        Die  Ve  rhehrsstatistin  der  Usambara-Eisenbahn

Richtung

Anzahl  der  beförderten

Weiße

(Zpril  bis  dezember  1005  u.  1000).  #gl.  D.  Nolonialblatt  Nr.  8.  1906.)
I.  Verrtelsahr  der  Rechnungssahre  1905  u.  1906  (I.  April  bis  Ende  Junk  1905  und  1900).

Personen

Farbige  Jusgesam

Personen-Verkehr.
I.  Vierteljahr  1905.
Geleistete  Personen-Alilometer

Er  hardurchichnint
lich  zurücknelegt:

 

Für
Weiße

Für  ver
Farbige

der  der
Weiße

Inegesamt  Farbige

Auf  1km
Bahn
länge  kom
zmcn  Pers.=Kilometer


rund:

von
Weißen

7

Einnahme

von
Farbigen

Insgesamt



I

Cshardurchschnittlich
  au  Fahrgeld.
J  cis-kleinen

der

..  der
Weiße  Fuarbige

für  das  I.,  II.  u.  III.  Vierteljahr  der  Rechnungsjahre  1005  u.  1000

2

 

12  1

ↄbii

 

Füriedes
Pers.

unmmplma
EEIIIÌD.
q  qobiquꝑ  u

uouuuoj

K  un  1  InK
2“

nahmt:

 

 

TangaMombo
Mombo  —Tanga

501
394

13  573  14  074
12  998  13  392

 

km
529  269  15,25
531  153  56,  72

km
37,32
39,14

506  598
508  805

1  103
4117

Rupien
1  357,10  5
1  664,57  5

 

Rupien
7499,350
7211,13

Rupien
642,25  1.
546,86

Rupien
3,.71
4.22

7.

Rupien
0,12  0,014
0,13  0,014

Rupien
58,134
55,902

Rupien

 

Zusammen:

Tanga—Mombos  495
Mombo—  Tanga'  410

 

895

26  571  .27466

17  506  18  001
17  645  18  055

45  019  1  015  403  1  060  422  50,30  38,21

24  482  680  038
22  681  672  337

704  570  19,16
695  018  85,32

38,85
38,10

9220
I.  Vierteljahr  1966.
562
5,388

3521,67

1  616,905
1  369,50

11189.111

7  339
7  326,80

14  710,781,

39,15  38  986,10

8  695,80

3,93

3,33
3134

0,12  0,0138

0,12  0,013
0,42  0,013

 

111,036.

69,66
67,41

 

Zusammen:  905

Richaiung

35  151  36  056

 

Beförderte
Menge
in  Tonnen

47  163  1  352  125  1399  588  „22,11
Gepäck-Verkehr.

I.  Vierteljahr  1905.

38,47

Die  Tonne  ist
durchschnittlich
befördert  worden

Auf  1  km  Bahnlänge
  emfallen
Tonnen-Kilometer:



Geleistete
Tonnen-Kilometer

km

10  850

 

An  Gepäckfracht
4  ist
eingekommen:

Rupien

3  016,15  14  665,45  17  681,90

Einnakh
Jede  beförderte
Person  bezahlte
durchschnin#lich
an  Gepäckfracht#

Rupien

 

3,33

meen:

Für  jedes  Tonnen-Kilometer
  ist
durchschnittlich

vereinnahmt:
Rupien

0,12  0,013|137,07

Auf  1  Km  Bahnlänge
sind  an  Gepäckfracht
bei  einer  Betriebslänge
  von  120  Km
durchschninlich  ein
gekommen:
Rupien

 

Tanga--Mombo
Mombo-  Tanga

—

3  66,89  8,14
51,.18  5

287,13
132,07,

0,02
0,0098

0,27:
0,182

 

2,228

2,22

1,023

 

Zusammen

Tanga—Mombo
Mombo—Tanga

Sit#ß
„r  —
5

—  i1
]OI

 

9

1  776,2  59,60  13,77
I.  Vierteljahr  1906.
05.  12,22

3,21

 

—

498,15
172,20

0,015

0,027
0,009

0,236

0,316
0,411

3,251

3,861
1,335

 

Zusammen

 

 

 

S
*S

19946  15,16

670,35

0,018

0,336

5,196

W  463
        <pb n="544" />
        Güter-Verkehr.
Vierteljahr  1905.

 

Richtung

Beförderte  Güter
in  Tonnen
Regierungs=



Privatgut


Insgesamt


Geleistete  Tonnen-Kisometer

Regierungs=


  am

Inogesamt

Jede  Tonne  Auf  1  km
ist  durch-  Ba  mlänge
schninlich  be  entfallen  Tonfördert:
  neu-Kilomtr.:

Privatgut

Einnuahmen

Regierungsgut


 

Tanga-—  Mombo
Mombo——Tanga

 

942,9
397,0

945,2
148,0

 

58  086,8  260,5  58  347,3  61,7
24  703,2  1  580,7  29  283,9

 

km

1
65,36  227.

Rupien
0192,63
2  335,48

 

Rupien
62,65
böb,  15

Rupien
11  455,28
2  991,63

Für  jedes  Ton=  Auf  1  km  Bahn
nen  Kilometer  länge  sind  durch

Insgesamt  sind  durchschninl.  schnitrlich  eingevereinnahmt:

  kommen:

Rupien
0,19
0,10

Rupien
88,80
23,19

 

Zusammen

Tanga—Mombo
Mombo—Tanga

2,3
51,0
1339,9  33,3  1393,2

953,6  15,7
365,2  2,0

969,3
367,2

82  790,0  4  841,2  87  631,2

53  560,3
21  420,9

874,3  54  434,6
115,1  21  536,0

62,89  679,30

Vierteljahr  1906.
56,15  121,97
58,64  166,91

13  728,11.

11461,98
2211,41

718,80

318,20
21,00

14  446,91

11  810,18
2232

0,16  111,99

0.22

*—

41  0,10

91,55
17,31

 

Zusammen.

Richtung

 

1  318,8  17,7  1336,5

 

74,981,2

Tier-Verkehr.

Viertelj

Beförderte  Stückzahl

Groß=Klein=

  Insvich


vieh  gesamt

ahr  1905.

989,4  75  970,6

—

 

Einnahmen

Großvieh


Kleinvich


Ins=Auf

  1  km  Bahn
länge  sind  durch
schninlich  eingekommen:


 

Tanga—Mombo
Mombo—Tanga

 

37  28  65
244  297  541

Rupien  Rupien
171,95  50,90
23,94  211,83

13  673,  39

369,20

Zusammenstellung
1905

Rupien

Personen-Ver  kehr  11  710,78,

14  042,59  0,17

gesamt
Rupien
222,85

735,77

Rupien
1.73
5,70

 

Zusammen

Tanga  Mombo
Mombo—-Tanga

281  325  606

Vierte
42  14  56
624  11161

695,89  262,73

jahr  1906.
223,65  33,65
900,10  305,95|1

958,62  7,43

257,30  1,99
206,05

95,35

 

Zusammen

 

638  1217

 

1123,75

339,60  1  463,35

11,34

Gepäck-Güter-
  -
Tier-  -
Sonstige  Einnahmen

Insgesamt
Auf  1  km  Bahnlänge
  sind  eingekommen


119,50,

—
—

146.91
958,62

3  399,91,
33  935,73,U

263,07

108,86

der  Einnahmen.
1906  1906
mehr  weniger

Rupien  Rupien

17  681,00  2971,11,
250,  81,

670,35
11  012,59
1463,35

104,32
504,73

3229,62  —
37  087,81

287,50  24,43

170,29,,
3152,07,,

W  464  20
        <pb n="545" />
        ll.  vierteljahr  der  Rechnungsjahre  1905  und  1906  (1.  Juli  bis  Ende  Septemb

Personen-Verkehr.
II.  Vierteljahr  1905.

er  1905  und

1906).

 

Rich  lung

Weiße

Anzahl  der  beförderten

Personen

Farbige  Jusgejamt

eleistete  Personen-Rilomcter

Auf  1  Kkm
Bahnlängelom

men  Persf.
Kilometer

durch
Farbige  schnittlich

Enhatdurchschnin

lich  zurückgelegt:

für
Weiße

für  der
Farbige  Weiße

—  .  der
Insgeiam

 

718
473

Tanga  Mombo
Mombo-Tanga

13  138  13  856
13  182  13  655

 

km  km
519  219  57,80  38,65  1
509  706  61,92  40,99  4

41  497  507  722
29  291  540  415

von  von
Weißen  Farbigen
Rupien  Rupien  Rupien
5  656,60  9  174,3
5  938,55  8

3517,75
2305.25

258
416

JInegejamt

Einnahmen

Es  hat  durch
schninl  an  Fahr  ½
geld  eurrichtet:

der
Meiße

Rup.  Rupien
5  1,89
243,80

1,87

Farbige

m

mumicimo  alobogu#  ur

nommosobmo  (orn

-

Furiedes
VPeri.

der

EIIL

nahme

Rupien
0,016
0,014

Rupien
71,12
63,90

0,13
0,15

 

Zusammen:  1191

Mombo22

Tanga

Tanga
Mombo

435

26  320  27  511

17  607  18229
18  126  18  861

70  788  1  048  137  1  118  925  59,44  39,82  8

II.  Vierteljahr  1906.
709  641  48,13  38,60
710  556  57,22  38,84

29  937  679  707
24  889  715  667

711

674/  5823,00  11

501  9.

9:

1810,95
1533,70

115,05
793,00

I.

595,15  17  418,15

256,00
326,70

1,88

2,91
3,53

0,14  0,015|135,02

0,013
0,013

0,12
0,12

 

 

Zusammen:

1057  36  033  370090

 

5
5
1

54  326  1  395.3711  450  200  51,87  38,72  1

Gepächk-Verkehr.

II.  Vierteljahr  1905.

242

 

3344,65

5  238,05  18  582,70  3,

16

 

0,12  0,013

 

Richinng

Beförderte
Mengen  in
Tonnen

Di

e  Tonne  ist
durchschnittlich
befördert  worden

Auf  1km  Vahn—-länge
  entfallen
Tonnen-Nilometer


Geleistete

Tonnen=Kilomet#e##

km

An  Gepäckfracht!

Einnahmen

Jede  beförderte
VPerson  bezahlte
durchschninlich  an

Gepäckfracht:

ift
cingekommen:

Rupien  Rupien

Für  jedes  Tonnen

Kilometer  sind  durchschninlich

  ver
einnahmt:

Ruvien

Auf  1  km  Bahnlänge

sind  an  Gepäckfracht

diuchschnittlich  ein
dekommen:

Rupien

 

Tanga—Mombo
Mombo—Tangg

30,1
11,2

2076,7
1022,4

68,99
91,29

16,09
7,93

470,16
197,70

0,033
0,014

0,23
0,19

3,61
1,  :

 

Zusammen:

Tauga  —  Mombo  .  ..
Mombo  —  Tanga  .  .  .

41,3

14,5
44

3099,1  5,04

II.
65,29
76,59

24,02
orteljahr  1906.
7,34
2,62

Vi
946,8
337,0

667,86  0,024

308,55
88,00

0,017
0,005

0,21

5,17

2,39
0,68

 

 

Zusammen:

 

18,9

 

 

 

1283,8  68,93  9,96

396,55  0,011

 

3,07
        <pb n="546" />
        Richtung

Privatgut


in

Beförderte  Güter
Tonnen

Regierungs=






Insgesamt

  Privalgut

Geleisteie

Güter-Verkehr.
II.  Vierteljahr  1905.

Tonnen-Insgesamt

  schninlich  be=  entsallen  Tonilometer



Auf  1  km

Jede  Tonne  2
Bahnlänge

ag  Privaigui  *

fördert  nen  Kilomtr.

Einnahmen

Insgesamt

Für  jedes  Tonnen-Kilometer


sind  durchschniul.

Auf  1  km  Bahnlänge
  sind  durch:
schnittlich  ein
gekommen

 

Tanga--Mombo
Mombo—  Tanga

953,4

620,1.

gut

22,3
14,5

56  334,2
18  514,7

975.7
634,9

518,0
1419,0

56  352,2
19  933,7

Rupien
110,10
227,20

km
58,26
31,31

Rupien
11  022,39
2  017,91

440,71
154,52

Rupien

11  132,49

2245,11

Rupien
0,19
0,11

Rupien
86,30
17,40

 

Zusammen:

Tanga—Mombo
Mombo—Tanga

1573,8

981,5
375,3

36,8  1610,6

74  848,9

100  8,  %
377,622

1937,0

1  2214,3

76  785,9

II.  Vierteljahr  1906.
58289,4
22  800,8

595,23  13  040,30  337,30

47,67

57,79
60,38

451,86
176,75

11  415,18
2  331,68

644,50
19,60

13  377,60

12  059,68
2  351,28

0,17

103,70

93,48
18,23

 

 

Zusammen:

Richtung

Groß-=vieh


1357,3

27,1
1,8
28,9

1386,2

 

Tier-Verkehr.

II.  Vierteljahr  1905.

Kleinvieh


2294,3  81  090,2

628,61  23  716,86  664,10

 

58,19

14  410,96

E

Zusammenstellung  der  Einnahmen.

Beförderte  Stückzahl

Jusgesamt


Einnahmen

1905

Rupien

Grosvieh


Nleinvich


Jusgesamt


Auf  1  Rkm  Bahnlänge
  sind  durch
schninlich  ein
gekommen

Gepäck-  -

 

Tanga  —  Mombo
Monibo  —  Tanga

66
33

63
300

129
333

Rupien
641,05
192,8

Rupien
161,00
214,30

Rupien
805,05
107,15

Güter-  -
Tier-Sonstige


Rupien
6,24
3,16

 

Zusammen:

Tanga—-Mombo
Mombo—  Tanga

99

35
151

363

II.
13
687

462  833,90  378,30

Vierteljahr  1906.
78141,15  51,15
838  319,95  380,05

1212,20

192,30
700,00

Personen-Verkehr

Einnakhmen


17  418,15
667,86

13  377,60

3  67

9,10  *  .

Insgesamt  ..

Auf  1  Km  Bahnlänge

  sind  ein-1,19

  getommen
5,13

 

 

Zusammen:

186

730

 

916½%  431,20

892,30

6,92

36  347,58

212,20

2,4

1,77

281,76

—

14

1906

Rupien

8  582,70
396,55
410,96
8392,30

2  122,40

36  704,91

284,5

1906
mehr,  weniger
Mupien

1033.36
319,90
12249,37
357,33

2,77

466  2
        <pb n="547" />
        G  467

 

 

 

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2161  80.00  I9/64P#  6#%  8·80tr  TK  sao  „Oool#  66  0,696  olff  63  L9  /%  ,Peof  vbuv  e  —  aquiorch
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Die  Gesamteinnahme  der  drei  Vierteljahre
beläuft  sich  für  das  Rechnungsjahr  1905  auf
104  401,83  Rupien  (33  935,73  K+  36  347,58
34  11c.5  139  167,64  Mk.,  für  das
Rechnungsjahr  1906  auf  124  462,19  Rupien
(37  087,81  +  36  704,91  50  669,47)
165  908,10  M’.,  mithin  1906  mehr  rund
20  060  Rupien  oder  rund  26  740  Mkf.  An
dieser  Mehreinnahme  ist  in  erster  Linie  das
III.  Vierteljahr  (Oktober—Ende  Dezember  1906)
beteiligt,  welches  gegen  den  gleichen  Zeitranm
des  Vorjahres  eine  Steigerung  von  rund  16  550
Rupien  oder  rund  22  000  Mk.  zeigt.  —  Auch
das  IV.  Vierteljahr  1906  (Jonas  Ende  März
1907)  weist  nach  den  vorlänfigen  Feststellungen
im  Vergleich  zum  Vorjahr  gine  ansehnliche  Mehreinnahme
  letwa  33  000  Mk.)  auf,  so  daß  das
ganze  Rechnungsjahr  ——  mit  einem
Mehr  von  rund  59  700  Mk.  abschneiden  wird.

Der  weiteren  Entwicklung  der  Bahn  kann
mit  Vertrauen  entgegengesehen  werden,  da  die
demnächst  erfolgende  Betriebseröffnung  einer
großen  Sägereianlage  im  Usambara-Gebirge  sowie
die  weitere  Entwicklung  des  Pflanzungsbetriebs
und  der  Anban  weiter  Flächen  mit  Kautschuk

 

und  Sisal-Agave  (Hanf)  eine  stetige  Steigerung
des  Verkehrs  der  Usambara-Bahn  zur  Folge
haben  werden.

Zum  Schluß  seien  noch  die  Beförderungsmengen
  der  hauptsächlich  in  Betracht  kommenden
Güterarten  nachstehend  aufgeführt:

I.  Richtung  Tanga-Mombo.

1905  1906
Tonnen  Tonnen
Baumaterialien  aller  Art  1165,2  907,0
Nahrungsmittel  u.  Getränke  698,7  610,7
Gebrauchsgegenstände  298,3  698,3
Maschinen,  Geräte,  landwirtschaftliche
  Bedarfsartikel  212,2  337,6
Mais,  Mtama  36,5  61,7
Schnittholz  21,3  177,5
II.  Richtung  Mombo-Tanga.
Kaffee  288,4  320,6
Nahrungsmittel  u.  GOetränke.  128,3  162,4
Schnittholz.  71,1  209,0
Häute,  Felle  55,0  98,1
Mais,  Mtam  .  57,1  103,1
Kartoffeln,  Gemüse  76,9  97,2

Deutsch-Südwestafrika.

Verzeichnis  der  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  tätigen  Gesellschaften,  Kirmen

und  Handwerker

nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  *
Lide.  Name  der  Firma  Haupfsis  2  Zweig-  *  5
4  .  .  k  4  -  joderlass  —  Ar  *  schäf
Ar  eder  Handelsgeselllschaft  in  .  niederlassun)  *  Art  des  Geschäfts
Personal  in  Personal
A.  Gesellschaften:
1|Carl  Bödicker  &amp;amp;  Co.,  Kommandit  Oamburg  ?  Swalopmund  15  „B1  Warenhandel
gesellschaft  auf  Attien  1  1
«  Karibib  3  6
Olahandja  2  3
Bindhur  7  140
Lüderitzbuch  7  2
2  Damara=  und  Nam  Handel  Swakon  d26  122  n  2:
gesellschaft  m.  b.  S.  Okahandja  1!  2
Windhuk  6  23
Nehoboth  2  2
Omarurn  3  4
Outjo  2  5
Okankwejo  1
Tsumeb  2
Otavi  1  1
Grootfonten  9
n  Lüderitzbuch6  19
3Dentsche  Kolonialgesellschaft  für  Berlin  1  Swakopmund!  61
Südwestafrika  Cape  Croß
4Deuusche  Afrikabank.  Hamburg  Winddui  Banlzeschäft
Lüderitzoucht  1!
5  Wibeon  Schürf=  u.  Handelsgesellschaft  Berlin  Gibeon  —  Erschließungv.  Edelsteinen
Arthur  Koppel  A.  G.  Berlin  Swakopmund  550  1100  Otavibahnbau
7  1ofo-Land=  und  Hünengesellschait  Wart  1  —  an#  Minengesell-8Lüderitzbuchtgesellschaft
  L.  Schols  Lüderivbuch  8  8  Keetmanshoooß  2  Speditionn,  Warenhandel.
&amp;amp;  Co.
        <pb n="550" />
        W  470  2
2  4  *“  -  2
Lide.  Name  der  Firma  Hauptsit  SE  *  Zweig=  *  ,.
»  .»  «·,  ,  ZZ  nchcklamnth  Art  des  Geichäfts
Nr.  oder  Handelogesellschaft  in  2½  in  -.-Personal
  Personal
9sOtaviMincn-n.Eisenlmlmgesellfchaft  Berlin  Otavi  9  40  Bergbau  und  Eisen-Tsumeb
  100  400  bahnbetrieb
i10  South  African  Territoriecs  Limited..  London  —  Warmbad  3  2  HKaufgeschäft.  Land=  u.
Ramansdrifl???  2!  Minengesellschaft
1!1%  Swakopmunder  Buchhandlung  Berlin  —  —  Swakopmund  5
b.  H.  Lüderitzbucht  2  3
Windhnk  5  1
12%Spar=  u.  Darlehnskasse  G.  m.  b.  O.  Gibeon  1!  1  —  —
13  Schäfereigesellschaft?  .  Berlin  —  —  Orab  1  5  Wolllchafzucht
14Sttädtische  vollniederlage.  Windhut  2  17  —SSpedition
15  South  Wesi  Afric  Comp.  London  Grootfontein?  30  Land-  u.  Minengesellschaft
Rietf  Si  5
Nietsontein  D.  !  1  Versuchssarm
16  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.  G.  m.  b.  H.  Berlin  Swakopmund  6  3  Warengeschiift
17  Worihenn  Linie  Oamburg  Ewakopmund]  180  192  Neederei
Lüderitzbucht20  109
18.  Wirtschaits=  Verein.  Gibeon  1!  —  —  —
B.  Einzelfirmen  und  nRandwerber:
19  Hugo  Abraham  G  1126  Wearengeichäft.  Farmbetr.
20Gcorg  Ahrens  Swakopmund  1  8  —  —  Baufladen
21..  Ahrens  &amp;amp;  Co.  Karibi  1  8  -
22  Karl  Adler  .  Zwakopnnmd433  —Bau-unvMöoctnichtckci
23  ue  *  erüupier  -  —  —  —  --.naniladcn
24L  .  -  lilsOlontlnihe  1  lemntinem
Otavi  1  auodrüstungen
25  A.  Brunzgel  &amp;amp;  Scholz  Aminuis  2  —  —HMRaufladen
26|H.  W.  Burmester  .  neelnmnszhoopl  l  Itsawisis  2  ca.  40|  Kaufladen  u.  Farmbetrieb
27  Adolf  Busch  .  LiideriolnnlniiIIneetnianshoopSlZ  -
28Vomeninln  &amp;amp;  Co.  Windhuk  6  15Swakopmund  49  Warengeschäft
29  Th.  Briesemeister  Swakopmund  —  7  —  Kaufladen
30Franz  Blasajewsli.  -  1  1  —  —  1Gaitwirtschaft
31  TSiheim  Brodmann.  -  1  1  Schuhwarhdl.  u.  macherei
32  -  3  —  —  Jdotel  und  Gastwirtschaft
33  Vemnhard  Singers  Swakopmund!  3  3  —  Kaufl
31  Franz  Vo  -  1  4  —  SESchmiede
35  Willi  *  Nonidas  —  ESwakopmuind  Genmüsehandel
3zaussWilli  Blödorn  Swakopmund  —-  —  —  Ranfladen
ur  -  Browne.  -  —  1  «  --  «-kkslM«
  Vulkle  -  1  Friseur  re
39  Gebrüder  Bause  -  21  10  Lüderiubucht!  6  16  Bangeschäft
40Wilhelm  V#eckmanu  -  —  2  —  Casé  für  Eingeborene
41  Lelue  Jalalswarteor4  —  —  Bahnhofsrestaurant
42  KVaͤuer  Okahandja  —  3  —  —  —  Vierd  e  ed  Selter-13
  Bachran.  -  —  5  —  Selesserfaor
441Ifred  Berger  Windhuk  4  10  Lüderitzbuchtt  2  Kaufladen
4%Brockdorff  &amp;amp;  Schuster  -  2  4  —  Varengeschäft
46Waldemar  Braunschweig  —  2  —  —  Stommissior
4%.  Blödhorn  ·  Omaruru  1  1  Mner#ulfwasserfahrit
48Otto  Boesch  Tsumeb  2  2  SSpeisewirrschaft
410Brandt  iderishucht  1  „  Spediteur
50  Brandt  .  Ari  3  2  —  —  —  Schank-  u.  Kaufgeschäft
51..  Becker  rin-  2  3  —  —
52  Bochert  .  Nabitsaos  2  3  —  —  sanfinden
53  Caine  &amp;amp;  Strul  Swakopmuind  1  —  lilsalos  1
54  Meyer  Cohn  .  -  —  —  —  —  -
55  C.  F.  Erone  Goa-  T  Kollart)  -  —  —  —Barbier  u.  Friseurgeschäft
56.  Chia  Napstadt  6  3  Swakopmund  1  Früchte-  und  Gierhandel
57  Dauen  S  Swakopmund  —  2  —  Gastwirtsch-(Inh.  P.Funk)
58  Dirsuwei,  Emil  -  1!  3  —  —  Uhrmacher  —  Juwelier
59  JAlfred  Donw  &amp;amp;  Co.  Kapstadt  —  —  Swakopmund!  —  1|Warenhand
605.  Denker  .  Okahandia—-  4  —  —  —  gonennn  u.  Haulled.
61Franz  Dreweck  Swakopmund  —-  —40  —  —.  —  Wäschere
62|  K.  Denes  Omarurn  2  1  —  —  aslan  u.  Gastwirtsch.
63  Juliu  Otjiwarong  12  —  -
64  -  J-  .  Bethanien  2  —  Brackwasser  —  -
5|]  Dewet  &amp;amp;  Co.  .  Goreganas  2  2  —  —  —  -
        <pb n="551" />
        8
S

 

 

 

 

—  27*  *  --eie
  w  —  ..  Es  chw  Es
du«  Rame  der  Firma  Haupisitz  2  "ob“  niederlassung  r  Art  des  Geschäfts
Nr.  oder  Handelogesellschaft  in  E  in
Personal
66Ehrhardt  &amp;amp;  S  .  S  6  109  Karibib  7  21  Warengeschäft  u.  Spedit.
5  **  watopmnn  "  reibn!  1  1Raufladen  u.  Gastwirtsch.
E  do  Loelber  "Ür  1  —
68.  D.  Eggers  "b  1  1  Gastwirtschaft
th  8.  Chrhorn  .  -  1  Häute  und  Felle  engros
70  Danl  Eckleben  "  1!  1  Gastwirtschaft
71  Johannes  Engel  Gibeon  32  Hotelbetrieb
72  R.  Engel  .  Omaruru  1  1  Kaufladen  u.  Schuhmach.
73Evere  Lüderitzbuch  287  Baugeschäft
7!1Frommelt,  Hugo  Swalohmund  1!  Bäckerei
758ischer  &amp;amp;  Ko.  On  1  5  Brauerci
76Ednard  Fuchsberg  OD  1  Gastwirricha  u.  Schuh-77
  Lakob  Faber  -  1  4  lmachergeschäft
78  Dauvid  Fuche  -  —  Kauftaden
*9  v.  Finster  Okahandja  2  -
80  Frommann  .  -  -1  Barbier
81  Heinrich  Fenner  Warmbad  2  1  Maufladen
§2  P.  Grünbach  nectmanshoopf—  -  »
s:kL-to(830cdkc.  Swakopmund  -für  Eingeb.
8#Gericke  &amp;amp;  Hill  -  ——.
8Otto  Günther  -  «  Gastwirtschaft
80  Otto  Greiner.  -  Uhrmacher
87  Moses  Gilbert  -  Kaufladen
88  Ernst  Glose  Maltahöhe  Kaufladen  u.  Gastwirtsch.
80|  Robert  Guder  Windhuk  Selterwasserfabrik
90  Rudolf  Guder  Etiro  Gasuoirtsch.  u.  Jautmen
911  ilhelm  Güach.  Otavi  Selterwasserfabrik
#92  David  Grün  Kalt  ontein  Sũd  —.  Kaufladen
93Georg  J.  Lestelcea  Lüderitzbucht  Bethanien  IKauftaden  und
RNeetmanshoop  G.  8  tschaft.
Gibeon,  Maltah.  astwiris  lenen.
9..  Hälbich  Wwe.  Karibib  15  Otjimbingwe  Kaufladen  iugiern
95|Hotel  und  Cafe  Imernational  Swakopmund  —  -  Chinva  hen
96Hotel  zum  Fürsten  Bismarchk  -  «  3  (Inh.  A.  Kũhne)
99  Hotel  Kronpring.  -  2  "b  Greicc,
8Hotel  zum  kühlen  Ztrande  -  34
96  Hagemeister  -  *  5  Aanileden“  ###shae,
100  Hänische.  .  -  2  11  Spediteur
101  Maplan  Harry  -  —  Naufladen
102  Gottfried  HLänse  -  l  2  Gastwirtschaft  (Hotel  Ho-103
  Hänsgen  &amp;amp;  Vaumgarten  -  6  10  Kaufladen  lhenzollern)
104Wilhelm  Hamm  -  2  1  —  Gastwirtschaft
105Hansa-Hotel  -  43  Guh.  s.  Bohn)
106|Louis  Hauck  Nonidas  1  4  Swalopmund  Schlächterei
107/v.  C.  Hubrich  Swasopmund—  Kapstadt  Photograph
108  Rudolf  Herbor  -  1  4  Bahnhofsrestaurant
109  Hagedorn  .  Olahandja  2  auilaben  für  Eingebor.
110  Herbst  &amp;amp;  Rüger  -  1  u.  Buchhandlg.
111  Heinse  *  —  2  Schlächterei
112.  gerdinan  doiaidi  Windhul  1  13  Hoch=  und  Tiefbau
rtmmn]  Hübner  &amp;amp;  6  Lüderitbucht  2  2  Kaufladen
114  Herrmann  -  21  Handel  mit  gefror.  Fleisch
115  enckert  Rehoboth  2  2  Schaut-  und  Kaufgeschäft
116  Hülduan  .  -  2  1  Kaufla
117|]  Lochtrit  -  1  1  —  Schmied
Martin  Hurwit  Mapstadt  —Swakopmund  wnmbr
*'  Ramanedrift  Naufladen
119|  F.  D.  Jeary.  Keetmanshoopf  2  2  Küderibbucht  Kaufladen
120,  Carl  Joedicke  *  -  Kaufladen
1221  de  Jong  Swalopmund  5  Fleischerei
122  Rudolf  Jauch.  O  2  1  Brauerei
123  Junkerreit  -  o25  Müll=  und  Latrinen=11
  «  --  Bäckerei  labfuhr
1218.  Jednitzki  Omarurn  1  1  Bäckere  "1
55.0  *  -  1  1  Gastwirtschaft
125  ad.  Irschlinger
126K.  Jakob  -  Schlächterei
127  7.  Iben.  Rehoboth  2  1  Kaufladen
        <pb n="552" />
        2  2
Name  der  Firma  Hauptsitz  Zweig=  *  ..
»  ««»  «  nicderlammqsg«r-·Andcssoscscimniz
oder  Handelsgesellschaft  in  in  E
Personal
Heinrich  Klein  Gobabis  —  —  Wagenbau  und  Schmiede
F.  W.  Krabbeuhöft  Gibeon  Nectmanshoop  2  Kaufladen  u.  Gasnirtsch.
H.  Kahl.  Maribib  «  BierbmucreiundSelters
H.  Krämer  &amp;amp;  W.  vorang  Outjo  ·  Baugeschäft  lwasserfabrit
Kappe  &amp;amp;  Deubler  Swakopmund  3  Dampfbäckerei.  Konditorei
H.  Kösten.  -  I  «Gafnoiusmafc"qu
Vuolzmg  -  «  «  —  Brot-  und  Kuchenbacere
Kirst  .  -  2  2  Tischler
Franz  Kaiser  -  1  :43  Bäclerei
Georg  Laufhol  .  -  —  —  Tischlerci
Karl  Kritz  .  -  Schuhmacher
A.  Koch  Okahandia  2  Bädkerei  u.  Kondikorei
HOugo  Krieß  Gibcon  2  2  Rauflad.,  Gastwirtsch.
Richard  retfchwann  Windhul  4  18  Branerei
C.  Kötting  -  2.  7  Kaufladen
R.  Kindt  .  Omarurn  4  il  Gastwirtsch.
Kohnen  &amp;amp;  Zweuie  .  -  5  10  Baunnternehmer
C.  Murz  .  .  Otonibahe  1  2  Maufladen
G.  Klinghard".  .  Kl.  Kuibis  -
Max  Albert  ztawwethof  Lüderitzbucht  -
O.  Kraaz  Rehoboth  -
mun-  Awasab
King  &amp;amp;  Dre  Warmbad  Ramanodriftt5  5
Naufmann  &amp;amp;  Genthenn  -  1
.  4  Leußen  Olankweso  1  5  -
Franz  Larz  Swakopmin  ?  2  Baugeschäft
Adolf  Langberg  -  1  Klempnerei
Ludwmig  .  Waldau  1  2  Rantinenpächter
A.  Liebenstein.  Windhut  II  7  Maufladen
Var  Lube  ..  -  1
»O  -  Ludtom  -  5  11  —  cerei
Bent  r*s  Ihde  Omarurn  2  1Otcjiwarongo  2  Slden  n  Gastwirtsch
Laupenmühlen  Lüderitzboucht  7  —  Spedite
Zouis  Lange  Warmbad  —  1  Sausgeschäft
adegan  &amp;amp;  Fonoer  I  -  l  2  -  Selterwasserfabrik
Faeten,  Müller  Keennanshoobl  1  Kaufladen
Bruno  Müller  -  —  2  -
Adolf  Metzger  Swakopmund  1  -
Carl  Malchow  Bangeschäft
Mertens  &amp;amp;  Sichel  2  iRehoboth  2  2  aufladen
Mußmann  2  —  Gastwirtschaft
Berthold  Meisel  -  2
Fritz  Morck.  -  1!  Schneiderei
A.  Michels  Okahandja  1  5  Gastwirtschaft
J.  Müller  -  1  5  -
G.  Melchior  Otjisazu  —  5  —  -  Naufladen
Alberr  glzabn  .  Gibeon  3  6  Schmiede  u.  Wagenbauer.
J.  Micha  .  Omaruru  2  Gas#wirtsch.  u.Weißbierbr.
J.  Tichaddta  -  1  1  —  Kaufladen
A.  Matzkuhn  1  1  -
L.  Mercker  2  2  2  "
Metzler  2  2  .-Mehlhose
  riwsen  l  1  Backen-i
Müller  ...  Rohmspugmkml  --  unnfladcn
WMeißner  &amp;amp;  Ahrend.  Windhuk  ——  -  W  4  Wagenbauerei
Mostert  &amp;amp;  Schranke  Ramansdrift  2  Kaufladen  u.  Fracht#ahrer
Müller  &amp;amp;  Rathgeber  -  2  1  -  -
Nelson  &amp;amp;  Langer  Swalkopmund  9  Spedition
Moritz  Nobel.  -  1  —  Waufladen
Nivjche  &amp;amp;  Guische  Windhuk  4  9  -
*  Johannes  Lideribucht  4  3  Keennanshoopj  14  Brauerei  u.  Kauftad.
5.  .  Outjo  1!  3  —  —  Kaufladen
C  ensil  Pingbof  .  Zwakopnntnd—  1  —  -
Moritz  Picters  -  :3  Omarurn  1  1  -
Hans  Puttkamer  -  —  —  DNDrogerie
Ferdinand  Pusch=  -  1  5  Wäscherei
Petermann.  lisafos  Kolonialwaren  u.  Lizenz
        <pb n="553" />
        Name  der  Firma

oder  Handelsgesellschaft

Hauptsitz
in

Farbiges  .

Weißes  #

 

r
2
—
=
S.

Zweigniederlassung



in

Art  des  Geschäfts

 

 

 

Peaglowm.

A.  Pürainen

L.  Pieters  .
Bernhard  Philipp#  .
Paple  &amp;amp;  Derdan

M.  Quentin  &amp;amp;  Co.  .
Rothange  &amp;amp;  Wulif

Rösemann  K  Kronewiner
Harry  Ripley
Josef  Ritter
C.  u.  L.  Nascher  Co.
Gaun  Rieger
R.  Ritendorf.
F  &amp;amp;  Höhn.
noßhte  .
W.  Nichter
*  Radford
Reck  .
C.  Snückle  ....
Sagner  &amp;amp;  Schmidt.
Narl  Schröder
Hermann  Sei#
J.  Sailer
Alfred  Steckel.  .
Theophil  Schlichting
A.  Schmere  enbe
H.  C.  F.  Smith,  #ewoha
Tohn  Schwartz
chnelle
Swarr  4  Poleakoff:
Reimund  Suppanz
Robert  Schurig
Johanna  Schneider.
nurt  Simandel
Gustav  Schröder
Sachs  X&amp;amp;  Cohen
Sänger  &amp;amp;  Stürmer
Siegfried  &amp;amp;  Timle  .
Schwargenberg  &amp;amp;  Offen  .
klug-m  Schulsze
Gebr.  Stoermer
W.  Sapperr
O.  Schwargbach  .
N.  Smit  sen.  .
Heinrich  Speiger.
Willi  Schm
Stern  &amp;amp;  Lenter
H.  M.  Spatz  4  Go.  .
V  Siebers
F.  Schmidt.  .
C.  Coristian  Schmidt
M.  Sti  illger
H.  Sander.
Salemon  ..
Max  Schlechter
Fr.  Schmiedecke
Heinrich  F.  Thielecke
(früher  Th.  Glatz  &amp;amp;  Co.)
Thran  .
Wilhelm  Togmann
August  Thocren
Thiemann
B.  Templin
Tenner
Teresinoly  &amp;amp;  Adler.
Geo  Tatlow

 

Jakalswater
Omarurn

Ramaneodrift
Gobabis
Windhu!

Karibib
Swakopmund

—*.p.NVM2p–.

Omarurn
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Tsumeb
Gr.  Kuibis
Brackwasser
Epukiro
steennanshoop

Karibio
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Swakopmund

Windhul
Swakopmund

Swakopmund

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KAuis
Windhul
Omarurn

Okombahe
Brackwasser
Keßlersbrunnen
Rehoboth

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Swakopmund

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Okahandjia
Waterberg
Windhuk

 

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Swakopmund

Swakopmund

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–  ½

 

 

Gastwirtsch,  u.  Kaukladen
Kanfladen

twa  asserfabrit
Jäorm  unternehm.  u.  Selter
Kanflad.  u.  Farmbetrieb
Kaufladen

-  und  Hotel
Fischgeschäft
Gastwirtschaft
Kaufladen
chank  u.  Speisewirtsch.

rbier

Lagenbauerei
Selterwasserfabrik
peisewirtschaft
Kaufladen

Grortz  26
—

 

U.  Farmbetrieb
Wagenbauer
Rechtsagent  brinus,

Fnss-  (Gasth.  Gam-Kaufladen


Fruchtgeichäft
Speisewirtschaft
Kaufladen
Schlächterei
Eisenwarengeschäft
Schnitt#u.  Mazufakuer!y

Raufladen
Gastwirtschaft
Raufladen  tnachweis

Schneiderei  und  Arbelts
Uhrmacher  u.  Warenhand.
Spedition
Gastwirtschaft
Kaufladen
Gastwirtschaft
Kaufladen

.  Ul.  Gastwirtsch.

Wagenbanerei
Gastwirtschaft
Wagenbauerei
Maufladen

Gastwirtschaft
Bäckerei
Kaufgeschäft
Baunnternehmer

Gastwirtschaft

Naufladen
Photograph
Rolonialwaren
Bäckeret  und  Kaufladen
artsch  u.  Kaufladen
D  ro  ger

Launsaben
        <pb n="554" />
        W  474  2c0

—-ine  Zzweig  -ißM
-  Name  der  Firma  Hauptsi  ö  Iweig-  S  »
»  4  ...  .  gämcdcrlnmmggxArtdccsotmrtmnizi
In  oder  Handelogesellschaft  in  S  .  r-Personal

  in  Personal
2080)]  Milhelm  Tenner  .  1  2  Naufladen.
2081/  Edmund  Troost  Lüderitzbucht  -
202  DTaupitz  -  Tischler
203/¾  Uhlemann  Gr.  Barmen  1!  Gasuwirich.  u.  Store
204  W-  ·  !  1  Schauk  u.  Kaufgeschäft
2015M.  Vorreuter.  Swalopmund  1  Kaufladen
266  Vollbaum  .  .  Rehoboth  1  1!  -  -
267|C.  Walser  &amp;amp;  Co.  lilamas  2  4  Mabas  3  -
268  6G.  Wahl  .  .  .  Tsumis  2  -
260G.  Wiese  Rehoboth  1!
270  Weiler  .....  -  l  -  -
371Wollusttauml-both  Liidcriulmcht4  4  Zimmermeister
272Louis  Wormes  .  -  23  l  Kaufladen
273Mulff,  Lallna#“  A  Gubr  Windhul  Gobabio  2  1  -
27.4  Pichard  Wo  j  Keeumanshoop  1  Schlächter
2758.  W  Qutjo  1  VBaugeschäft
276  Weclse  R  di  is  Swakopmund  3  12  DOkahandj  :3  10  .

oigis  Wceu.  10  23  1  Kaufladen

277  Gebrüder  Sollmann  Llderi#bcht  —  —  Gaudel  m.  Straußenfedern
278.h.  Weilbäcko  Olahandja  5  10  Stellmach.  u.  Wagenbauer
279  Wiedmann  Owikoforeroo  1!  l(lbanmi  Gastwirtsch.  u.  Kaufladen
2#0  de  Wei  &amp;amp;  Co.  Windhnk  "  8  Sechstameel  4  Kaufladen  u.  Gastwirssch.
281  Wronki  Omarurn  1  1!  -.  -
282".’7k111..  "tjinmumgo«32  -  -
28Wolff  &amp;amp;  Rreft.  Olowaluatjiwij  2  3  Kaufladen
284TJohanncs  C.  Winller  Bethanien  l  -
285chcnt  —  -
286Fritz  Wa  Ramansdrift  2  —  -
287  Mar  Aiemerinene  &amp;amp;  Co.  Karibib  5  65  Uaugeschäft
288.  Zir  Swakopmund  —  Warenhandel
-  Vo#n-  Omarurn  1  1  —  Mineralwasserfabrik

 

Aus  fremden

Dremier  (Transvaal)  Dlamond  Oining  co.

Dem  4.  Jahresbericht  der  Premier  (Transvaal)
Diamond  Mining  Co.  sind  die  nachstehenden  bemerkenswerten
  Angaben  entnommen:

In  dem  mit  dem  31.  Oktober  1906  abgelaufenen
  Betriebsjahr  wurde  ein  Gesamterlös  an
Diamanten  von  etwa  25,5  Millionen  Mark  erzielt.
  Die  Gesamtausgaben  beliefen  sich  auf  etwa
12,1  Millionen  Mark,  darunter  6,2  Millionen
Mark  für  Betriebsanlagen,  von  welchem  Betrage
jedoch,  da  5,1  Millionen  Mark  durch  Reserven
aus  dem  Vorjahr  gedeckt  sind,  nur  1,1  Millionen

Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Der  Wert  des  Grundeigentums  der  Gesellschaft
  steht  mit  1,3  Millionen  Mark,  derjenige
der  Betriebsanlagen  mit  nur  1,7  Millionen  Mark
zu  Buche,  während  die  tatsächlichen  Gesamtausgaben
  für  letztere  seit  Bestehen  der  Gesellschaft
über  20  Millionen  Mark  betragen.

Diamanten  befanden  sich  am  Schlusse  des  Geschäftsjahres
  im  Werte  von  12,8  Millionen  Mark
im  Besitz  der  Gesellschaft.

Seit  Beginn  des  Betriebs  der  Gesellschaft  beträgt
  der  erzielte  Gesamtreingewinn  41,3  Millionen

Mark  in  Rechnung  zu  stellen  waren.  Abzüglich  Mark,  es  wurden,  wie  bereits  erwähnt,  insgedieser
  Ausgaben  9  Alammnen  13,2  Millenen  samt  verausgabt  für  kwwebsemrichmugen  (e-Mark
  ergibt  sich  demnach  —  bei  einem  Gesell-  bände,  Eisenbahn,  Inventar-  taschinen,  Wasserschaftskapital
  von  1,6  Millionen  Mark  —  ein  Pumpstation  u.  a  20,)  Millionen  Mark,  für
Reingewinn  von  12,3  Millionen  Mark.  Hiervon  Abgaben  an  die  Regierung  13,6  Millionen  Mart

waren  nach  dem  für  den  Transvaal  bestehenden
Berggesetz  60  v.  H.  mit  7,4  Millionen  Mark  an
die  Transvaalregierung  abzuführen,  während  40
v.  H.  mit  etwa  4,9  Millionen  Mark  als  Dividende
auf  die  preference  und  die  deferred  shares  verteilt
  werden  konnten.

Dabei  kommt  auf  die  Preference  Shareholders
ein  Anteil  von  250,  auf  die  Deferred  Shareholders
  ein  solcher  von  400  v.  H.

 

und  für  Dividenden  etwa  10,4  Millionen  Mark.
Die  Gesamtproduktion  des  Betriebsjahres  beträgt
899  746  carats,  wobei  sich  die  Kosten  per  carat
auf  11½  Mark  stellen;  ein  Karat  ist  durchschnittlich
  mit  28½2  Mark  bewertet.

Bezüglich  der  Besteuerung  ist  die  Tatsache
von  Interesse,  daß  die  De  Beers’  Gesellschaft,
deren  Produktion  an  Diamanten  sich  etwa  auf
das  Doppelte  beläuft,  an  die  Kapregierung  nur
        <pb n="555" />
        W  475  20

1,8  Millionen  Mark  Abgaben  zu  zahlen  hatte
gegen  7,4  Millionen  Mark  bgaben,  die  die
Premier  Diamond  Mining  Co.  an  die  Transvaalregierung
  entrichtete.  Die  Besteuerung  der
Minen  ist  in  den  verschiedenen  Teilen  von  Englisch-Südafrika
  sehr  ungleichmäßig.  Sie  beträgt
in  der  Kapkolonie  5  v.  H.,  in  der  Orange  River
Kolonie  40  v.  H.  und  in  Transvaal  60  v.  H.
des  Reingewinns.  Der  Wert  der  durch  die  Premier
  Diamond  Mining  Co.  gewonnenen  Diamanten
  hat  sich  in  den  Jahren  1903—1906  gesteigert
  von  jährlich  2,7  auf  17,3,  auf  19,9,  auf
25,5  Millionen  Mark;  die  Gesamtausbente  an
Diamanten  seit  Beginn  beläuft  sich  auf  2  591  260
carats  im  Wert  von  65,5  Millionen  Mark.

Das  Areal  der  Gesellschaft  umfaßt  etwa  817
Kapsche  Morgen.  An  Eingeborenen  =  Arbeitskräften
  hat  sich  während  des  Geschäftsjahres  ein
Mangel  nicht  gezeigt,  doch  scheint  die  Gesellschaft
zur  Herbeiführung  geordneter  Arbeiterverhältnisse
ziemlich  hohe  Aufwendungen  gemacht  zu  haben.
Nachdem  im  abgelaufenen  Jahr  verschiedene  im
Betrieb  eingetretene  Schwierigkeiten,  insbesondere
hinsichtlich  Beschaffung  des  erforderlichen  Wassers,
völlig  behoben  worden  sind,  glaubt  die  Gesellschaft
  die  Zukunft  als  sehr  aussichtsreich  betrachten
und  noch  höhere  Dividenden  erwarten  zu  dürfen.
Nach  den  für  das  am  31.  Jannar  1907  endende
Vierteljahr  beigefügten  Zahlen  scheint  diese  Hoffnung
  berechtigt.

Betelligung  der  hauptsächlichsten  mportländer  am
Einfuhrhandel  Südafrikas  1905/06.

Der  Gesamteinfuhrhandel  Südafrikas,  einschließlich
  der  Regierungsgüter,  belief  sich  im
Jahre  1905/06  auf  32  549  311  #.  Hiervon
entfielen  auf  Großbritannien  19  035  952  L,  auf
die  britischen  Besitzungen  4  013  053  L  und  auf
die  fremden  Länder  9  500  306  L.  Zu  den
fremden  Ländern,  die  neben  Großbritannien  und
seinen  Kolonien  auf  dem  südafrikanischen  Markte
als  beachtenswerte  Konkurrenten  aufstreten,  sind
in  der  Reihenfolge  ihrer  Bedeutung  die  Vereinigten
  Staaten  von  Anmerika,  Deutschland,
Belgien,  Holland  und  Frankreich  zu  zählen.
Die  Einfuhrzahlen  dieser  Konkurrenzländer  bezifferten
  sich  in  den  Jahren  1903,  1904  und
1905/06,  wie  folgt:

190  1904  1905/06
Vereinigte  Staaten.  6  669  383  3  445  530  2981  275
Deutschland  2  413379  1251  296  2  287  839
Belgien  710  626  5338  116  449  183
Holland.  365  960  283  083  332577
Frankreich  253  974  148  905  4141  455

Diese  Zahlen  geben  für  Deutschland  ein  erfreuliches
  Bild,  indem  sie  zeigen,  daß  sein  Im- 



port  von  1904,  wo  er  allerdings  gegen  das
Vorjahr  um  nahezu  die  Hälfte  gefallen  war,  auf
1905/06  wieder  einen  guten  Fortschritt  (von
3,5  v.  H.  am  Gesamtimport  auf  etwa  7  v.  H.)
gemacht  hat,  während  der  Anteil  der  Vereinigten
Staaten,  des  stärkeren  Mitkonkurrenten  Deutschlands,
  der  1904  gegen  1903  ebenfalls  fast  auf

die  Hälfte  gesunken  war,  auch  für  1905/06
wieder  einen  weiteren  Rückgang  —  um  etwa
eine  halbe  Million  Pfund  Sterling  —  erlitten

hat.  Die  deutschen  Exporteure  haben  sich  also  durch
die  schlechten  Zeiten  für  Südafrika  nicht  abschrecken
  lassen,  sondern  mit  Energie  an  der  Erweiterung
  des  Marktes  gearbeitet.  Es  hat  kürzlich
  in  Südafrika  einiges  Aufsehen  erregt,  daß
der  südafrikanische  Agent  für  Kanada  in  einem
Bericht  die  kanadischen  Exporteure  in  Anbetracht
der  gegenwärtigen  unsicheren  Handelsverhältnisse
zu  besonderer  Vorsicht  im  Geschäftsverkehr  mit
Südafrika  ermahnt  hat.  Eine  kluge  Vorsicht  ist
indessen  sicherlich  mit  Beibehaltung  und  eventueller
Erweiterung  der  Handelsbeziehungen  durchaus
vereinbar.  Der  Exporteur,  der  sich  besonders  auf
größere  Kreditgewährung  nur  solchen  Häusern
gegenüber  einläßt,  die  er  selbst  als  gut  erprobt
oder  über  deren  Qnalität  er  sich  zuvor  aus  zuverlässiger
  Quelle  genau  orientiert  hat,  wird  auf
die  Dauer  zweifellos  sich  mit  Nutzen  auf  dem
südafrikanischen  Markte  betätigen.  Die  erhebliche
Zunahme  des  deutschen  Imports  im  letzten
statistischen  Zeitraum  1905/06  trotz  des  Rückganges
  des  Gesamthandels  scheint  zudem  darauf
hinzudeuten,  daß  der  deutsche  Export  in  der  Anpassung
  an  die  Bedürfnisse  Südafrikas  und  hinsichtlich
  der  Exporttechnik  (Reklame,  Verpackung,
Raumausnützung  usw.)  energisch  fortgeschritten  ist.

Bei  Abschluß  der  südafrikanischen  Zollkonvention
von  1903  sind  Großbritannien  und  die  britischen
Kolonien  in  den  Einfuhrzöllen  günstiger  gestellt
worden  als  das  Ausland.  Der  Zolltarif,  der
—  abgesehen  von  einer  Reihe  von  Artikeln,
denen  entweder  gänzliche  Zollfreiheit  gewährt
wurde  oder  die  mit  besonders  hohen  Schutzzöllen
oder  besonders  niedrigen  Importbegünstigungszöllen
  belegt  worden  waren  —  einc  allgemeine
Wertzollrate  von  10  v.  H.  festsetzte,  gewährte
britischen  Gütern  eine  Präferenz  von  25  v.  H.
des  Zollbetrags  beziehungsweise  bei  der  Zollklasse

von  2½  v.  H.  Nachlaß  des  ganzen  Zolls.
Britischen  Kolonien  wurde  bei  vertraglich  zugesicherter
  Gegenseitigkeit  die  gleiche  Bevorzugung

  zugestanden.  Der  neue  Zolltarif,  der  am
1.  Juli  1906  endgültig  in  Kraft  getreten  ist,  hat
nach  zwei  Richtungen  hin  Abänderungen  eintreten
lassen;  einmal  sind  die  Zölle  (die  die  Haupteinnahmequelle
  der  südafrikanischen  Kolonien
bilden)  fast  durchgängig  erhöht  und  ferner  ist  auch
        <pb n="556" />
        W  476  20

die  Zollpräferenz  heraufgesetzt.  Was  die  Zollsätze
anlangt,  so  unterscheidet  der  neue  Tarif  6  Klassen.
In  den  Klassen  1  bis  3  werden  für  eine  Reihe
von  Gütern  besondere  Einfuhrzölle  festgesetzt,  und
zwar  im  allgemeinen  aus  Gründen  einer  Begünstigung
  der  inländischen  Produktion  oder  der
Industriebildung.  Klasse  4  legt  auf  eine  weitere
Reihe  von  Artikeln,  bei  denen  die  Einfuhr  unter
günstigen  Zollbedingungen  erwünscht  erschien  (wie
bei  landwirtschaftlichen  oder  industriellen  Maschinen
und  Requisiten,  Zaundraht,  Rohpapier  usw.),
einen  niedrigen  Zoll  von  3  v.  H.  Eine  Anzahl
von  Gütern  genießt  nach  Klasse  5  Zollfreiheit.
Die  allgemeine  Zollrate  beträgt  nach  Klasse  6
15  v.  H.  vom  Wert  gegen  10  v.  H.  bisher.  Die
Jollbevorzugung,  die  früher  im  allgemeinen  auf
2½  v.  H.  des  Wertes  hinauslief,  ist  jetzt  auf
3  v.  H.  erhöht,  so  daß  die  Güter  der  Klasse  4
bei  britischem  Ursprung  zollfrei  eingehen,  die  der
Klasse  6  12  v.  H.  vom  Wert  gegen  früher
7½  v.  H.  bahen.

Der  Umstand,  daß  der  neue  Zolltarif  die  Zollbevorzugung
  auf  britische  Güter  von  2½  v.  H.
auf  3  v.  H.  erhöht,  kann  zweifellos  nicht  dazu
angetan  sein,  den  deutschen  Export  im  Wettbewerb
  mit  Großbritannien  zu  fördern.  Immerhin
  scheint  aber  in  deutschen  oder  aus  Deutschland
  beziehenden  Importeurkreisen  Südafrikas  die
Auffassung  vorzuherrschen,  daß  der  neue  Tarif
der  Ausfuhr  nach  Südafrika  zwar  ungünstiger,
aber  im  allgemeinen  nicht  verhängnisvoll  ist  und
daß  es  auch  in  Fällen,  wo  ein  Verzicht  auf  einen
entsprechenden  Teil  des  Nutzens  nicht  angängig
sein  sollte,  den  deutschen  Exporteuren  gelingen
wird,  ihren  Waren  durch  deren  Qualität  einen
Absatz  auf  dem  südafrikanischen  Markt  zu  sichern.
Erwähnenswert  ist,  daß  in  einem  wichtigen
Ausfuhrartikel  der  neue  Tarif  eine  günstigere
Stellung  der  deutschen  Ware  auf  dem  südafrikanischen
  Markt  zur  Folge  haben  dürfte.  Es
ist  dies  der  Zucker,  der  einen  wesentlichen  Bestandteil
  der  deutschen  Ausfuhr  nach  Südafrika  bildet
(1904:  8  818  571  engl.  Pfund,  1905:  6  356  900
engl.  Pfund).  Der  alte  Zolltarif  unterschied  für
die  Verzollung  raffinierten  Zucker  (Zoll  5  sh  pro
100  engl.  Pfund)  und  nicht  raffinierten  Zurker
(Zoll  3  sh  6·(|  pro  100  engl.  Pfund).  Bei  der
Auslegung,  welche  die  südafrikanischen  Zollbehörden
dem  Begriff  der  Raffinierung  zuteil  werden  ließen,
kam  es,  daß  der  deutsche  Rübenzucker  bei  der
Einfuhr  stets  als  raffiniert  verzollt  werden  mußte,
während  der  Rohrzucker  von  der  Insel  Mauritius
(Einfuhr  1904:  77  019  991  engl.  Pfund,  1905:
68  610  809  engl.  Pfund)  als  unraffiniert  ins  Land
ging.  Der  neue  Zolltarif  dagegen  legt  den  Zoll
von  5  sh.  auf  festbestimmte  Sorten,  nämlich
Kandis-(candvy),  Hut-(loasZucker,  Puder-(castor)

 

Zucker,  sogenannten  Patent=  (icingz)  Zucker  und
Würfel=  (cube)  Zucker,  während  für  alle  anderen
Arten  der  Zoll  von  3  S.  6  (1  erhoben  werden
soll.  Da  auf  Grund  dieser  neuen  Zollbestimmungen
auch  der  Mauritius-Rohrzucker  mit  5  Sh  verzollt
werden  muß,  dürften  sich  die  Einfuhraussichten
für  Rübenzucker  wesentlich  gebessert  haben.

Au  dieser  Stelle  ist  auch  noch  eine  Bestimmung
  im  neuen  Zolltarif  zu  erwähnen,  die
dem  Importhandel  eine  Erschwerung  zu  bringen
schien.  Um  das  südafrikanische  Druckgewerbe  zu
fördern,  ist  in  den  neuen  Tarif  (Stelle  413  u)  die
Bestimmung  aufgenommen,  daß  alle  Druckerzeugnisse
  der  kaufmännischen  Reklame,  wie  Kataloge,
Preislisten,  Plakate  usw.,  einem  Eingangszoll  von
25  v.  H.  oder  mindestens  2  pro  engl.  Pfund
unterliegen  sollen.  Auf  Grund  dieser  Bestimmung
wurde  anfänglich  von  den  südafrikanischen  Zollbehörden
  jede  einzelne  Sendung,  auch  wenn  sie
als  kleine  Drucksache  durch  die  Post  einging,  nicht
nur  mit  einem  Zoll  von  mindestens  1  d,  sondern
auch  mit  einer  Abfertigungsgebühr  von  6  d  belegt.
  Die  Zollbehörden  haben  sich  nachträglich
veranlaßt  gesehen,  die  Maßregel  dahin  abzuändern,
daß  solche  Drucksachen  bis  zum  Gewicht  von
½  Pfund  (engl.)  wie  früher  gollfrei  eingelassen
werden.  Sofern  es  sich  also  nicht  um  Massenversendung
  ihrer  Kataloge  usw.  an  ihre  hiesigen
Agenten  handelt,  werden  deutsche  Exporteure  gut
daran  tun,  ihre  Postsendungen  von  Reklamedrucksachen
  so  einzurichten,  daß  deren  Gewicht
sich  unter  ½  Pfund  (engl.)  hält,  da  sie  sonst  auf
seiten  der  Adressaten  Annahmeverweigerung  zu
gewärtigen  haben.

(Nach  einem  Berichte  des  Mais.  Generallon##ulats
in  Napstadt.)

 

Der  Handel  von  Britisch-Somaliland
im  Jahre  1905/06.
Der  Handel  von  Britisch=  Somaliland  wies  im
Jahre  190  5/06  und  in  den  Vorjahren  folgende
Werte  auf:

Einfuhr  Ausfuhr  Zusammen

Jahr  Rupien  Rupien  Rupien
1901/02  4  616  961  1  664  300  9  281  261
1902/03  3  926  698  3  638  159  7  564  857
1903/04  5  621  817  2  995  483  8  617  300
1904/05.  4  481  072  2  861  369  7342  441
1905/066  3  927  414  3  040  980  6  968  391

Die  Einfuhr  des  Jahres  1905/06  verteilte
sich  auf  die  einzelnen  Häfen.

Berbera  2  129  168  Rupien
Bulhar  740  663
Heis  71  263

Karam  ..  14  818
Zaiii3l3a  971  502

Zusammen  3  927  414  Rupien.
        <pb n="557" />
        W  477  20

Dazu  kommt  noch  die

Einfuhr  von  Metallgeld  Rupien

über  Berbera-  ....  110710--Bulhcn
  956--3mla
  .  15  177

so  daß  die  Gesamteinfuhr  betrug

  1  084  257  Rupien.

Von  der  Ausfuhr  entfallen  auf

Produkte  des  Somalilandes  3  035  885  Rupien

Wiederausfuhrgüter  5095
zusammen  .  3  010  980  Rupien.

Dazu  kommt  noch  die

Ausfuhr  an  Metallgeld  mit  281010  =

3  321  990  Rupien

so  daß  die  Gesamtausfuhr
betragen  hat.

Zu  diesen  einer  britischen  Parlamentsdrucksache
  entnommenen  Angaben  ist  zu  bemerken,
daß  der  auffallende  Rückgang  des  britischen
Somalilandes  auf  den  Einfluß  der  benachbarten
Eisenbahn  in  Französisch-Somali  zurückzuführen
ist.  (Vergl.  die  Denkschrift:  „Die  Eisenbahnen
Afrikas“  S.  127  ff.)

HPandel  Dersiens  im  Jahre  1905/06.

Nach  der  von  dem  persischen  Zoll=  und  Postministerium
  veröffentlichten  Statistik  hat  der  Handel
Persiens  in  dem  Jahre  1905/06  (21.  März  1905
bis  20.  März  1906)  eine  recht  günstige  Entwicklung
  genommen.  Die  Choleraepidemie  und  die
Folgen  des  russisch-japanischen  Krieges,  welche  im
Vorjahr  einen  Rückgang  des  Handels  hervorgerufen
  hatten,  haben  sich  als  Ereignisse  von  vorübergehender
  Bedentung  erwiesen,  und  der  Gesamthandel
  hat  im  Berichtsjahre  die  höchste  Ziffer
seit  dem  Bestehen  der  Statistik  erreicht.  Dem
Werte  nach  betrug  derselbe  679  606  422  Kran,
wovon  auf  die  Einfuhr  386  463  0901
und  auf  die  Aunsfuhr  293  143  331  =
entfielen,  was  gegenüber  dem  Vorjahr  eine  Zunahme
  um  81  730  469  Kran  oder  13,67  %  bedeutet.


Wie  sich  die  Verhältnisse  im  einzelnen  und
namentlich  im  Vergleich  zu  den  Vorjahren  gestaltet
  haben,  ergibt  sich  aus  den  nachfolgenden
Zusammenstellungen,  die  der  jetzt  erschienenen  und
den  früheren  Statistiken  entnommen  worden  sind:

Es  betrug  der  Wert

 

190  3/04  1904,  05  1905/06
in  Kran
der  Einfuhr  1385  036  158  3719914  613  3986  463  091
der  Ausfuhr  254  774  504  247961  340  293  143  331
des  Gesamthdl.  639  810  662  597  876  953  679  606  422

An  dem  Gesanihandel  waren  beteiligt
903/04  1904/05  1905/06

55,  33%  58,52%  56,865  %

39,67  %  41,48  %  13,135  %

die  Einfuhr  mit
die  Ausfuhr  mit

Der  Gesamthandel  Persiens  hat  sich  in  den
letzten  6  Jahron  um  68,76  %  gehoben,  und
zwar  beträgt  die  Steigerung  bei  der  Einfuhr
51  0%,  bei  der  Ausfuhr  98,97  ½,  eine  Entwicklung,
  die  angesichts  der  passiven  Gestaltung  der
Handelsbilanz  und  nach  Lage  der  persischen  Verhältnisse
  im  allgemeinen  als  eine  außerordentlich

 

günstige  zu  betrachten  ist.

Die  Beteiligung  der  verschiedenen  Länder  an
dem  Handel  Persiens  stellt  sich  folgendermaßen:
An  der  Einfuhr:

Rußland
Großbritannien
Britisch-Indien
Frankreich
ürtei
Osterreichlingarn

Deutschland
Asghanistan
Italien
Niederlande
China
Belgien
Agypten
Schweiz
Schweden
Verein.  Staaten
von  Amerika

—

Griechenland

Rußland
Türkei
Gr  oßbritannien

 

100304
181  732  373
#ins  101  253
21  0P06  156
10  410  113
12  075  765
5914  810
6  126058
2  717279
589D  435
1102  921

2

?2

?

6  101  071

An  der
155.512  359
385  754  187
21  113  178

Aus

1901½05

in  Kran
169  979  355
119  695  710
17  142  870
10  773  700

10  709  766
6  608  983.
1913  867
:3533  778
147834
1  659  .574

129  213

1  531  839

81892

3  450
fuhr:

147  563  578

39  939  790
27554  048

|

—

1905.06

194  355  522
80  684  549
41  701  689
19  503  412
11.360  040

13222  761
6  069  790
6  108  989
½935  230
1  861  755

318  372

263  408
52  057
17150

197  179818
13  820  123
8  124  264

Britisch-Indien  «  --  17900  752
Frankreich  19  080  430  119.#3  401  12997944
Afghanistan  805  782  50#23s12  5  360  274
China  12  669  998  1827450
2  «  1546864  1883  070
Deutschland  178  6860  380  500  197  499
1903°04  1901/05  1905/006
in  Kran

Vereinigte  Staaten
von  Amerika  620006  380  930  182  260,
Italien  5  267  471  936  556  3  295
andere  Länder  13  424  547  3360  60  582
Deutschlands  Handel  mit  Persien  ist,  wie  die

obigen  Zahlen  zeigen,
immerhin  ist  aber  zu  bemerken,

bisher

nicht  bedeutend;
daß  ein  erheblicher

  Teil  desselben  über  Konstantinopel  geht

und  daß  somit  die  obigen

Wirklichkeit  zurückbleiben.
Die  Waren,  an  deren  Einfuhr  Deutschland
hauptsächlich  beteiligt  ist,  sind  folgende:

Einfuhr  aus

Zahlen

Deutschland

1903/04  1  901/05  1905.,00

Zucker  in
Broten  138  805  515  059  1  759  568
Puder  zucker  121  581  83  066  579  798
Drogen  109  505  570  517  196  735

hinter

der

Ges.-Einf.
1905/06

82  270  695

19  064  170
1101  625
        <pb n="558" />
        W  478  20

Feine  Silberarbeiten

  4038  317356  347  306
Baumwollge-198
  080  330  231  268  234  125  740  815
Baumwollene
Plüsche  und
Sammete  103  400  236263  351  370  1  672291
Reine  Wollgewebe
  810  644  814  097  633  520  9800  028
Wollgewebe
mit  Baumwolle
  141575  21l1  133  102  3301  5540  932
Seidengewebe
mit  Baumwolle
  1  015  730  306  38  967  669  3  106  219

lnechte  Goldund
  Silberfäden

  315  136  263  176  60  071  385  403
Kurzwaren  512  950  523  763  266  627  1385211
Indigo  und

Kermez  2  188  „85  980  3  315  1  720  722

Was  die  Ausfuhr  anlangt,  so  ist  der  Hauptartikel,
  den  Deutschland  aus  Persien  bezieht,
Gummi-Traganth;  in  einzelnen  Jahren  kommen
daueben  noch  Drogen  und  Därme  in  Betracht.

Ausfuhrhandel  Ueuseelands  im  Jahre  1906.

Im  Jahre  1906  und  in  den  beiden  vorhergehenden
  Jahren  wurden  aus  den  einzelnen  Häen
  Neuseelands  und  aus  der  ganzen  Insel
Waren  in  folgenden  Werten  zur  Ausfuhr  gebracht:


1906  1905  1904
Haupthäfen
Ausfuhrwerte  in  4
Nordinsel:
Auckland  3  153  287  2633  762  2504  660
Poverty
Bay  874  358  600  239  651  362
Napier  1  106  091  1  038  361  1  145  845
New  Plymonth
  and
Waitara  671  871  181  568  519  118
Wellington  3  325  418  3  035  803  2  779  684
Südinsel:
Lyttelton  2  837  953  2  458  207  2  156  288
Timarn  1  102719  1  042  463  917  375
Dunedin  1  604  175  1  333  814  1  387  263
Bluff  978  389  893  730  790  923

Die  Gesamtausfuhr  stellte  sich  in  den  drei
Jahren  1906,  1905  und  1904  ohne  Edelmetalle
auf  17992480  L,  15  642959  2  und  147387604,
einschließlich  der  letzteren  sowie  des  Paketpostverkehrs
  auf  18  095  137  L,  15  655  947  L  und
14  748  348  KL.

Für  die  wichtigeren  Exportwaren  gestalteten
sich  die  Ausfuhrwerte  für  die  bezeichneten  Jahre,
wic  folgt:

 

1906  1905  1904
Waren  Ausfuhrwerte  in  &amp;amp;

Lolle  6  765  653  5  381  333  4  673  826
Gefror.  Fleisch  2  877  016  2  700  614  2  796  113
Fleischkonserven  98  638  77  465  66  941
Desgl.,  gepökelt,

gesalzen  13  728  18  167  16  377
Talg  155  026  344  355  357974
Butter  1  560  235  1  408  557  1  380  460
Käse  341  002  205  171  185  486
Schaffelle  680  630  500  741  4101  737
Kaninchenfelle  50  686  66  983  40  822
Wurstdärme  58  537  47  135  56  442
Lebendes  Vieh  69  872  53  891  37  761
Hänte  143  682  98  826  53  479
Leder  41  339  60  966  67  957
Gold  2270  904  2  093  936  1  987504
Silber  143  572  120  542  112  875
Kaurigummi  522  486  561  444  501  817
Nutzholz  301  941  319  020  254  021
Kohle  122  614  107  062  139  898
Weizen  9891  144  371  126  035
Hafer  76  922  99  664  212  721
Gerste  19  512  11  409  13  322
Malz  —  —  96
Mais  198  136  53
Bohnen  u.  Erbsen  32  374  38  858  40  113
Mehl  2239  3  635  3  079
Khleien.  Hafergrütze  13  718  13  492  9  413
Grassamen  89  022  80  680  95  871
Kartoffeln  1  422  3  037  9  366
Hopfen  18  069  20  038  28  740
Neuseeländ.  Hanf  775  981  700  860  710281

ische  20  795  23  709  21  069
Schwammlkungus)  1  161  7  403  11  156
Kleider  2  167  2  816  2  159
Wollwaren  3  278  4163  4  117

Die  ausgeführten  Mengen  der  hauptsächlichsten
Exportwaren  sind  für  1906  und  die  beiden  Vorjahre
  die  folgenden:

Waren  Maßstab  1906  1005  1904
F  (englisch)  Auofuhrmenge
Wolle  Pfund  154  034908  139  902  737  144  681  196
Gefr.
Fleisch  -  2  015  656  1  701  850  1  933  8.12
alg  Tounen  18916  15831  16  056
Janker  zenmer  20  223  305  718  :311.36
Käse  -  131201  88558.  en
Kauri-Sgummi
  Tonnen  4  15L  10  882  9194
Weigen  Scheffel  61  199  967  151  13  535
Hafer  -  734  997  1  076918  2  684  418
Hanf  Tonnen  27768  28  668  26  935

(Nach  New  3calund  Tiuie  Reriew  and  Price  Current!.
        <pb n="559" />
        Handel  Dahomeys  im  Jahre  1906.

Der  Gesamthandel  der  französischen  Kolonie
Dahomey  bewertete  sich  im  Jahre  1906  auf
18  135  615  Franken  gegen  18  366  673  Franken
im  Vorjahre;  er  hat  somit  ein  Mehr  von
68  942  Franken  gegen  das  Jahr  1905  aufzuweisen.


Auf  die  Einfuhr  entfielen  hiervon  9  929  213
Franken  gegen  10  732  524  Franken  im  Jahre
1905  und  auf  die  Ausfuhr  8  506  402  Franken
gegen  7  634  149  Franken.  Der  Ausfall  in  der
Wertziffer  der  Einfuhr  im  Betrage  von  803  311
Franken  ist  also  durch  das  Mehr  der  Ausfuhr
in  Höhe  von  872  253  Franken  mehr  als  ausgeglichen
  worden.  Ermöglicht  wurde  dieser  Ausgleich
  durch  die  günstigen  Witterungsverhältnisse
des  Jahres  1906,  welche  eine  günstige  Ernte
nach  sich  zogen.

Die  Werte  der  hauptsächlichsten  Einfuhrartikel
  für  das  Jahr  1906  und  die  Anteile
Deutschlands,  Frankreichs  und  Englands  an
diesen  Lieferungen  ergeben  sich  aus  der  folgenden
Zusammenstellung:

Davon  aus
Deuisch=  Frankland
  reich
Werte  in  Franken

r  es.  1  -
Waren  Gesam  England

 

Mehlhaltige

Nahrungsmittel

  315  061  71706  63  726  15  476
Zucker  63  544  v  12251  331
Tabaf  (159  006  161  672  17305  172  966
Holz  102  205  28  204  ?  1680
Getränke:

gegorene  161  863  380  769  115  198  426

destillierte  40  597  712535  115904  64272
Zement  .  275099  27746  125  300  2  998
Petroleum  203  375  102312  598.  7  498
Metalle  208  061  32306  27  087  6  723

Zeesalz  —  1  90  03  -

Etciitfah  59709  19  910  4111  -
Parfümerien.  62018  23  097  6610  1201
Töpferwaren  114  181  19  863  7837  15.253
Glas  .  127885  18  449  20  601  2200
Garne  216  830  125326  26  108  47  959
Baumwollgewebe

  3421  716  1.006  658  76  578  7038K
Andere

Gewebe  183  051  104280  11651  26  983
nleider  106910  14098  32825  13  993
Schuhwerk  28  30  2  83)  9383  8  055
Maschinen

und  Geräte  826  269  5  660  ?  7  731
Handelegewehre

  19  065  8  930  76  850
Handelspulver

  169  359  -  158  554
Holzwaren  270372  25881  154261  64

Die  hauptsächlichsten  Ausfuhrartikel  und

die  Anteile  Deutschlands,  Frankreichs  und

Englands  an  der  Ausfuhr  bewerteten  sich  im
Jahre  1906,  wie  folgt:

 

Davon  nach

».»  Gesamt-Deutsch-Franks-.
Waren  ausfuhr  land  reich  England
Werte  in  Frantken
Lebende  Tiere  340  472  20  8096  315  778
Fische,  getrodnete
  usw.  416  743  -  433903
Kolanüsse.  70  058  —  295  689  615
Palmkerne  4237  767  1  389  555  1411  700  2436  109
Palmöl  .  710  672  116  915  2342991  250  437
#auschul  .  ()1())  1332  879  ½  95.4
64  000  157  633  225  204  458
Nchdammvolle
  55  346  30  250  515  28728

(Nach  dem  Journal  Officiel  de  Dahomer.)

 

Handel  über  Öschibuti  im  Jahre  1905.

Im  Jahre  1905  wurden  in  den  Hafen  von
Dschibuti  Waren  im  Werte  von  10  512  396
Franken  eingeführt,  um  528  198  Franken  mehr
als  im  Jahre  1904,  davon  7  115  929  Franken
mit  der  Bestimmung  nach  Abessinien.  Die
wichtigsten  Artikel  der  Einfuhr  sind  in  der
folgenden  Tabelle  dargestellt:

Warengattung  190  ante  1900
Baumwollfabrikate:

ungebleicht.  2599997  2598  269

gebleicht  .  252  387  642  020

gefärbt  und  bedruckt  247  167  233  092

geblümt  114  939  58595
Baumwolldecken.  33  323  54  447
Seidenfabrikate  17  355  75  902
Fertige  Kleider  107  263  91  135
Andere  Fertigfabrikate  143  892  132  646
Baumwollzwirrn  204  176  181  734
Kafferhirse  (Durrha)  .  31  323  213
Reis.  .  7300  113  110
Zucker  17  146  82  324
Wein  32  019  71  562
Spirituosen  55  240  82  453
Verzinktes  Eisenblech  19  646  81  232
Gußeiserne  Röhren  —  119.520
Emailwaren  76592  111  914
Rollend.  Eisenbahnmaterial  —  80  000
Petroleum  43  503  74592

Die  Ausfu  hr  über  Dschibuti  bewertete  sich  im

Jahre  1905  auf  9  563  586  Franken  gegen
7  936  254  Franken  im  Jahre  1904.

Die  wichtigsten  Ansfuhrartiie  waren:
Warengattung  #t  rnte  190
Kaffee  .  3451340  3547  434
Rohe  Häute  2194447  2261808
Elefantenzähne  1  076  425  1  835  800
Wachs..  .  53  457  1  163  238
Zibeträucherwertk  400  283  440

(Osterreichisches  niirui  .  Archiv  lvormals
#  stri  .
        <pb n="560" />
        W  480  2

Kußenhandel  von  Britisch  eu-Guineno  1905.06.
In  dem  Jahre  vom  1.  Juli  1905  bis  30.
Juni  1906  gestalteten  sich  der  Anßenhandel  von
Britisch  Neu-Guinea  und  die  Beteiligung  der  drei
Häfen  der  Kolonie  an  dieser  Handelsbewegung,

wie  folgt:  Einfuhr  Ausfuhr
1905/06  1905/06

#  #
Samarai  52  145  72  363
Port  Moresby  21  802  7  651
Darunu  3814  276
Zusammen.  79  761  80  290

Die  wichtigsten  Ein=  und  Ausfuhrartikel  waren
im  Jahre  1905/06  (und  1904/05)  dem  Werte
nach  die  folgenden:

Einfuhr:  Nahrungsmittel  26  176  (23095)  L
—  Zeugwaren  und  Kleidung  8577  (7893)  #
Tabak  und  Zigarren  7615  (6102)  &amp;amp;  —  Wein
und  Spirituosen  2853  (3555)  S.—  Eisenkurzwaren
  3426  (6526)  L  —  Maschinen  1414
(2012)  L  —  Baumaterial  5168  (3092)  KT.

Ausfuhr:  Gold  58  496  (56  362)  L  —.  Trepang
  3027  (1542)  S  Sandelholz  2522
(7873)  L  —  Kopra  9315  (5671)  K  Perlen
2478  (420)  S

(Annunal  Report  on  Britiseh  NXew  (iuinen.)

Mauritius  im  Jahre  1905.
(Nach  einem  Parlamentobericht.)

Die  eigenen  Einnahmen  der  Kolonie  beliefen
sich  im  Jahre  1904/05  auf  10  399554,91  Rupien
gegen  9  473  112,30  Rupien  im  Vorjahre,  die
Steigerung  belief  sich  also  auf  926  442,61  Rupien.
Von  dieser  Steigerung  entfallen  767491,82  Rupien
auf  die  Einnahmen  aus  Gouvernements-Eisenbahnen,
  welche  im  ganzen  von  1  890  104,18
Rupien  auf  2  657  596,00  Rupien  angewachsen
sind.  Die  Ausgaben  betrugen  1904/05
10  563  521,43  Rupien  gegen  10  663  115,94
Rupien  im  Vorjahre,  also  weniger  100  594,51
Rupien.  Zu  dem  Sinken  der  Ausgaben  hat  der
Umstand  mit  beigetragen,  daß  keine  Bahnbauten
stattgefunden  haben.  Die  Ausgaben  überstiegen
die  Einnahmen  im  ganzen  um  163  967  Rupien.

Der  Außenhandel  der  Kolonie  weist  im
Vergleich  mit  dem  Vorjahre  folgende  Ziffern  auf:

 

 

 

 

.  .  «-··  Ausfuhr

Herlunfts-  bezw.  Einfuhr  Ausfuhr
»  nnloooRupJsmlOOORupJ
Bestimmungsland  s  -  -
19041905190451900
VereiniatciriKönigreich11109735762892565
Britische  Besitzungen  17500  1354284701  31264
Fremde  Länder  6807  60160  16  899
Zusammen  35416  2694542006  371728.

 

 

üÜber  den  Wert  der  Einfuhr  aus  Deutschland
  emthält  der  Bericht  keine  vollständigen
Zahlen.  Die  Hauptausfuhrartikel  waren  auch
im  Berichtsjahre  Zucker,  Melasse,  Rum,  Kokosnußöl,
  Hauf  und  Vanille.  Deutschland  ist  nur
in  ganz  geringem  Umfange  an  den  Abnahmen
von  Rum  (11  861  Liter),  von  Hanf  (28  800  kg)
und  von  Vanille  (59  kg)  beteiligt.

Im  Jahre  1905  haben  die  Kolonie  212
Sceschiffe  mit  365  035  Tonnen  (davon  148
Dampfer  mit  335  606  Tonnen)  gegen  244  Seeschiffe
  mit  108  164  Tonnen  (davon  167  Dampfer
mit  367  826  Tonnen)  angelaufen.  Unter  den
Schiffen  befand  sich  kein  deutsches.

Baumwollanbau  und  ausfuhr  Brafsiliens.

Baumwolle  gedeiht  in  sämtlichen  20  Staaten
Brasiliens  und  wird,  außer  in  den  Südstaaten
Paranä,  Santa  Catharina  und  Rio  Grande  do
Sul  sowie  Amazonas  und  Parä,  überall  in  größerem
  Maßstab  gebaut.

In  Südbrasilien  hindern  das  in  der  Regel
zu  kühle  Klima  sowie  hohe  Löhne  die  Anlage
von  Baumwollkulturen,  während  in  den  Amagonasstaaten
  der  einst  blühende  Baumwollbau  durch
die  an  Bedentung  immer  zunehmende  Gummigewinnung,
  die  alle  Arbeitskräfte  absorbiert,  völlig
  zurückgedrängt  worden  ist.  Die  große  Nachfrage
  nach  Arbeitern  in  den  Gummistaaten  beeinträchtigt
  sogar  die  weitere  Ausdehnung  der  Baumwollkultur
  in  den  Nordoststaaten  Brasiliens,  woäu
  der  dortige  Mangel  an  Verkehrswegen  sowie
die  im  Innern  mit  ziemlicher  Regelmäßigkeit
auftretenden  Trockenperioden  als  hindernde  Momente
  kommen.  In  ganz  besonderem  Maße  trifft
dies  für  die  Staaten  Maranhäo,  Cearä  und  Piauhy
  zu,  in  denen  jedoch  projektierte  Eisenbahnbauten
  vielleicht  einen  nicht  unbedentenden  Aufschwung
  des  Baumwollbanes  herbeiführen  werden.

Ferner  dürfte  die  ausgedehnte  Verwendung

technischer  Hilfsmittel,  zu  welcher  sich  die  Pflanzer

in  Nordbrasilien  bisher  nicht  entschließen  konnten,
einen  bedeutenden  Einfluß  auf  die  Ausdehnung
der  Anpflanzungen  ausüben.  Da  die  landwirtschaftlichen
  Gesellschaften  des  Nordens  in  dieser
Beziehung  zur  Zeit  eifrig  tätig  sind  und  deren
Arbeiten  voraussichtlich  von  einigem  Erfolg  gekrönt
  sein  werden,  darf  man  wohl  annehmen,
daß  Brasilien  als  Baumwolle  exportierendes  Land
an  Bedeutung  gewinnen  wird.

Für  den  Export  nach  Europa  kommt  von  der
im  Jahresmittel  etwa  60—70  000  Tonnen  ergebenden
  Baumwollernte  nur  etwa  die  Hälfte  in
Betracht,  die  übrigen  etwa  30  000  Tonnen  werden
von  den  im  Lande  bestehenden  über  100  Baumwollspinnereien,
  von  denen  sich  die  größte  Zahl
in  den  Staaten  Minas  Geraes,  Säo  Paulo,  Rio
de  Janeiro  und  Bahia  befindet,  verbraucht.
        <pb n="561" />
        W  481  20

Die  Entwicklung  der  brasilianischen  Baumwollausfuhr  ergibt  sich  ans  folgender  Ausstellung:
Gesamtausfuhr:

1901  1902  1903  1904  1905  1906
Menge  in  t.  11765  32  138  28  236  13  263  27  082  31  668.
Wert  in  400½  Milreis  Papier  9349  24  337  26  657  16  357  17  112  25  013
10  Mk.  ..10006  24  292  26  709  16  677  23  617  33  796
an  vorstehender  Gesamtausfuhr  entfielen  auf:

1902

1903  1904  1905
Deutschland:  r*
Menge  in  t.  237  385  1  696  471  256
Wert  in  1000  Milreis  Papier  174  305  1593  589  190
Groß  britannien:  *rs**“—
Menge  in  t.  7  154  24  141  18  203  8  987  17  854
Wert  in  1000  Milreis  Papier  5741  18  305  17  610  11  206  12  868
Frankreich:
Menge  in  t.  1  244  296  19  1  013
Wert  in  1000  Milreis  Popier  1  192  291  60  765
Portugal:
Menge  in  t  4371  6941  6542  3  654  6  824
Wert  in  *.  Milreis  Papier  3  431  5  211  5  758  1403  2500
ußland:
Menge  in  —  163  131  94  1060
Wert  in  9  Milreis  Papier  —  129  107  91  751

Beteiligung  der  einzelnen  Häfen  an  der  Baumwollausfuhr
in  Tonnen:

Hafen  Staat  1901  1902  1903  1904  1905

S.  Luiz  Maranhão  ....  1  150  2  811  2  854  1  707  1  4c48
Ilha  do  Cajueiro  .  818  905  1  839  1  641  2  377
Natal  Rio  Grande  do  Norte.  400  1  955  786  193  646
Fortaleza  Cearãñ.  .  .  ...  676  3  126  2  002  1271  2961
Cabedello  Parahyhhyo  1  787  5  157  5  175  1  767  1750
Pernambneo  Pernambuco  .  6  283  15  269  14120  4762  9352
Maceiö  Alagöas  .  648  2762  1  188  1  835  2  497

Ansfuhr  aus  Pernambuco  1906:

nach  Großbritannien  J  8230  t  nach  Portugal  269  t
Frankreich  ..  31t  -Rnßland..  1  139  t
Denutschland  ..  182  t  -Spaniien  963  t

Wert  der  Baumwollausfuhr  Brasiliens  in  Pfund  Sterling
(Diario  Official,  18.  Oktober  1906):

Jahrgang  Januar  Februar  März  §sm  Mai  Juni  Juli
1901  5  69  33  126  71491  101  13  365  10  833  9766
1902  119  419  133  299  1380  984  20  105  1980  795  59  108  64  049
1903  161  248  204  478  174  516  168  040  173  544  44  075  63  190
1904  141  967  155  066  209  364  104  409  26  320  10  690  2  803
1905  23  055  33  279  31  901  61  211  30  281  37  414  56  612
1906  201  876  151  318  277  159  144  806  246  132  116  155  —

Jahrgang  August  September  Oktober  November  Dezember  Jahr
1901  8  696  55  643  56  482  51  398  114  527  450  897
1902  14  414  74  385  85  111  66  126  130  089  1  203  884
1903  67  357  41  076  37  173  38  588  150  380  1  323  665
1904  5  896  43  537  37  163  30  837  58  155  826  507

1905  91009  161  768  116  918  179  640  299  203  1  157  714
        <pb n="562" />
        W  482  2

Der  Hauptabnehmer  der  brasilianischen  Baumwolle
  ist  demnach  Großbritannien,  das  im  Durchschnitt
  etiwa  60  %  der  Gesamtausfuhr  aufnimmt.
Portugal  nimmt  die  zweite  Stelle  ein,  während
auf  Deutschland  nur  eine  verhältnismäßig  geringe
Menge  fällt,  die  überdies  nach  Angabe  des  Kaiserlichen
  Konsulats  in  Pernambuco  für  die  Schweiz
bestimmt  sein  soll.

Bemerkenswert  ist  die  Zunahme  der  Ausfuhr
nach  Frankreich  und  Rußland,  welch  letzteres  auch
im  Jahre  1906  aus  Pernambuco  über  1000  Tonnen
ausführte.

(Bericht  des  Rais.  Generalkonfsulats  in  Rio  de  Janeiro.:

Der  Baumwollanbau  in  OMittelasien.

Im  Ferghanagebiet  ist  man  mit  der  Aussaat
der  Baumwolle  beschäftigt.  Im  Syr-Darja-Gebiet,
  wo  in  einzelnen  Gegenden  die  Saat  schon
aufgegangen,  ist  ihr  Aussehen  vollkommen  befriedigend,
  und  der  in  letzter  Zeit  niedergegangene
Regen  wird  zum  schnellen  Aufgehen  aller  Saaten
in  nächster  Zeit  beitragen.  UÜbrigens  verläuft
der  Frühling  in  diesem  Jahr  im  Ferghanagebiet
nicht  überall  gleichmäßig.  Nach  einigen  warmen
Tagen,  die  einen  frühen  Eintritt  des  Frühlings
schon  im  März  anzukündigen  schienen,  fiel  ganz
unerwartet  Schnee,  der  die  Bearbeitung  der
ohnehin  schon  ziemlich  nassen  Felder  noch  auf
etwa  zwei  Wochen  verzögerte.

Infolge  der  vorteilhaften  Unterbringung  der
vorjährigen  Ernte  und  des  Uberflusses  an  Wasser
kann  man  eine  Erweiterung  der  Anbaufläche  in
diesem  Jahre  annehmen,  allerdings  dürften  die
ungewöhnlich  hohen  Preise,  die  für  das  Saatgut
gezahlt  werden  müssen,  einer  bedeutenden  Zunahme
  des  Areals  hinderlich  sein.

Das  kürzlich  eröffnete  Börsenkomitee  führt
energisch  verschiedene  Verbesserungen  im  Handelsleben
  Turkestans  ein.  Seine  besondere  Fürsorge
ist  auf  Baumwolle  gerichtet.  Gegenwärtig  ist
das  Börsenkomitee  mit  der  Einführung  einer
regelrechten  Sortierung  der  turkestanischen  Bamnwolle
  beschäftigt  und  wird  zusammen  mit  dem
Moskauer  Börsenkomitee  an  die  Ausarbeitung
von  Regeln  für  den  Börsenhandel  mit  Baumwolle
  gehen,  ähnlich  wie  sie  auf  den  ausländischen
Baumwollbörsen  bestehen.

In  diesem  Jahr,  wo  die  russische  Baumwolle
infolge  ihrer  guten  Qualität  sich  einer  sehr  großen
Nachfrage  erfreut,  machen  sich  die  Mängel  in  dem
Eisenbahntransport  recht  empfindlich  bemerkbar.
Obgleich  z.  B.  Baumwolle  aus  Taschkent  in
14  Tagen  nach  St.  Petersburg  gelangen  kann,
kommt  es  doch  nicht  selten  vor,  daß  Baumwolle
aus  dem  Gebiet  Samarkand  über  Krasnowodsk
vier  Monate  unterwegs  ist  und  die  Baumwoll= 



händler  durch  den  sehr  langen  Transport  sehr
bedeutende  Verluste  erleiden,  obwohl  die  Transportkosten
  über  Krasnowodsk  sich  erheblich  billiger
stellen.  Es  ist  daher  nicht  zu  verwundern,  daß
die  Orenburg—Taschkenter  Eisenbahn  sich  besonderer
  Sympathien  bei  Warenversendern  erfreut,
  trotzdem  der  Verkehr  auf  dieser  Linie
häufig  infolge  von  Unterwaschungen  des  Bahnkörpers
  unterbrochen  wird.

In  St.  Petersburg  hat  das  bei  der  Hauptverwaltung

  für  Landwirtschaft  kürzlich  neu
organisierte  Komitee  für  Baumwollbau  seine

Tätigkeit  begonnen.  Bei  diesem  Komitee  beabsichtigt
  man  alle  Nachrichten  und  Auskünfte
über  die  augenblickliche  Lage  der  Baumwollindustrie
  sowohl  in  Rußland  als  auch  im  Auslande

  zu  sammeln.  (Mach  Torg.  lerom.  (inz.)

*  IHEZLRRN

Das  schäft  Oanchesters  im
ersten  viertellahr  10907.

Der  Baumwollmarkt  begann  am  2.  Januar
mit  5,81  für  Middling  American.  Die  Preisveränderungen
  haben  sich  im  Januar  innerhalb
eines  Viertel-Penny  bewegt.  Der  höchste  Preis
war  6,04  am  7.  Jannar,  der  niedrigste  5,79  am
15.  und  22.  Jannar,  am  31.  waren  wir  mit
5,87  um  6  Points  über  Januar  Anfang.  Die
Stetigkeit  des  Preises  trotz  großer  Anfuhren  von
Baumwolle  wurde  durch  den  großen  Bedarf  und
den  großen  Verbrauch  der  Spinnereien  bedingt.
Die  Lage  des  Marktes  war  im  Janiar  so,  daß
9  374  000  Ballen  gegen  7  649  000  Ballen  im
Jahre  1906  und  8  683  000  Ballen  im  Jahre
1905  —  dem  Jahre  der  großen  13½  Millionen-Ernte
  —  in  Sicht  waren,  und  daß  ein  sichtbarer
Vorrat  von  4  271  000  Ballen  gegen  3  619  000
Ballen  im  Jahre  1905  vorhanden  ist.

Die  hohen  Preise,  besonders  der  besseren
Sorten,  die  sehr  schwer  zu  bekommen  sind,  machen
das  Geschäft  schwierig  und  riskant.  Ob  in  den
Baumwolldistrikten  des  Südens  der  Vereinigten
Staaten  irgendwelche  größeren  Ounantitäten  besserer
  Baumwolle  verheimlicht  und  absichtlich  zurückgehalten
  werden,  oder  ob  alles  nur  eine  Folge
der  gesteigerten  Nachfrage  für  bessere  Sorten  ist,
würde  schwer  zu  entscheiden  sein.

Auch  im  Februar  blieben  die  Preise  ohne
größere  Veränderungen.  Am  1.  Februar  war
Middling  American  5,87,  es  war  der  billigste
Moment  des  Monats,  am  28.  dem  tenersten

 

Moment  —  6,14;  zwischen  diesen  haben  die
Preise  kaum  1/1d  pro  lb.  geschwankt.  In  Sicht
waren  in  der  letzten  Woche  Februar
10848000  Ballen  Baumwolle
gegen  8615000  -  im  Jahre  1906
und  9425000  -  1905
        <pb n="563" />
        W  483  2S

so  daß  wir  um  1  423  000  Ballen  der  großen
1905er  Ernte  voraus  sind.  Es  ist  nicht  zu  verwundern,
  daß  man  von  einer  14  Millionen-Ernte
sprach.

Im  März  fielen  die  Preise  von  6,14  am
1.  auf  5,97  am  28.  März,  der  höchste  Preis  war
6,94  am  8.  Ende  März  sind  2½  Millionen
Ballen  mehr  in  Sicht  als  im  Jahre  1906  und
1½  Millionen  mehr  als  im  Jahre  1905.
Nieil  Bros.  hielten  Mitte  März  ihre  Ernteschätzung
  von  13  500  000  Ballen  aufrecht  und
rechneten  auf  einen  Verbrauch  von  12  500  000
Ballen,  was  einen  wünschenswerten  Vorrat  lassen
würde.

Man  nimmt  hier  allgemein  an,  daß  die  Nachfrage
  nach  Garnen  und  Waren  noch  immer  zu
groß  ist,  um  ein  schnelles  Fallen  der  Baumwollpreise
  möglich  zu  machen.  In  der  Tat  sind.  ja
auch  trotz  der  Börsenkrisis  in  den  Vereinigten
Staaten  und  trotz  der  schwierigen  Geldverhältnisse
in  fast  allen  Märkten  die  Baumwollpreise  kaum
gewichen.

Agyptische  Baumwolle  blieb  im  Jannar
unverändert  fest.  Die  Preise  stiegen  im  Februar
von  107/16  auf  11⅛  und  am  8.  März  sogar
auf  11⅜,  wichen  dann  bis  auf  11  zu  Ende  des
Monats.  Die  neue  Ernte  ist  allen  Berichten  nach
eine  gute,  es  ist  etwa  1  Million  Cantars  mehr
in  Sicht  als  im  vorigen  Jahre.  Spinner  besserer
  und  bester  Sorten  klagen  bitter  über  die
Schwierigkeiten,  die  sie  haben,  um  die  für  sie
passenden  Qualitäten  zu  finden.

Die  ostindische  Baumwollerute,  die  im
Dezember  von  der  ostindischen  Regierung  auf
5  105  000  Ballen  geschätzt  wurde,  wird  heute
offiziell  auf  4  908  000  Ballen  veranschlagt  gegen
3  640  000  Ballen  im  Vorjahre.  Also  ein  Mehrertrag
  von  43  v.  H.

Spinner  amerikanischer  Baumwolle  sind  sämtlich
  gut  engagiert  und  für  Monate,  manche  bekannte
  Spinner  für  ganz  1907  mit  Ordres  versehen.
  Die  Nachfrage  von  Deutschland  her  für
einfache  Garne,  die  seit  30  Jahren  kaum  mehr
bezogen  wurden,  ist  überraschend  groß  und  scheint
fürs  erste  anhalten  zu  wollen.

Garne  aus  ägyptischer  Baumwolle  sind  gefragt
  in  einem  Maße,  wie  es  wohl  noch  nie  der
Fall  war.  Die  Preise  sind  seit  30  Jahren  nicht
so  teuer  gewesen.  Es  ist  ganz  ausgeschlossen,
fertige  oder  schnell  lieferbare  Partien  Garne  zu
bekommen.  Alle  verläßlichen  Spinner  sind  bis
Dezember  mit  Ordres  versehen.  Manche  haben
Bestellungen  bis  weit  in  das  Jahr  1908  hinein.
Wie  nicht  anders  zu  erwarten,  suchen  die  Arbeiter
an  den  großen  Profiten  der  Industrie  teilzunehmen.
  Die  leitenden  Persönlichkeiten  der  verschiedenen
  Sektionen  der  Baumwollarbeiter  veröffent- 



lichten  ein  „Manifestov,  in  dem  die  Nachteile
und  Gefahren,  denen  ein  Arbeiter  in  der  Baumwollindustrie
  ausgesetzt  ist,  ausgeführt  und  unterstrichen
  sind.  Man  hört  auch  von  zahlreichen
Beschwerden  der  Arbeiter  über  ungenügende  Güte
der  Baumwolle  resp.  der  Garne.  Soweit  scheint
alles  auf  gütlichem  Wege  abgemacht  zu  sein.

Anfang  März  hat  die  „Operative  Weavers
Association“  eine  Lohnerhöhung  von  5  v.  H.  gefordert.


(Bericht  des  Kaiserlichen  Konsulato  in  Manchester

vom  30.  März  1907.)

Lage  der  Seidenzucht  im  Gebiet  fiutais  im

Jahre  1906.
Die  Seidenzuchtkampagne  1906  verlief  im
Gouvernement  Kutais  unter  verhältnismäßig

günstigen  Witterungsverhältnissen.  Infolge  der
reichen  Blätterernte  der  Manlbeerbäume  waren
die  Preise  für  die  Produkte  der  Manlbeerbaumzucht,
  und  zwar  Blätter,  Samen,  Pflänzlinge  usw.,
normal,  in  einzelnen  Gegenden  sogar  unter
normal;  der  Absatz  war  im  Vergleich  zu  den
vorhergehenden  Jahren  nicht  belebt  und  verlief
bei  schwachem  Angebot  und  Nachfrage.  Dagegen
war  die  Nachfrage  nach  Seidenwurmeiern  groß.
Viele  Grainszüchter  wollten  die  von  ihnen  nach
Turkestan  und  Persien  versandten  Eier  zurückfordern,
  doch  das  in  der  ersten  Hälfte  des  April
eingetretene  warme  Wetter  verhinderte  dies.  Im
ganzen  wurden  im  Gonvernement  Kutais  für
bares  Geld  gegen  40  000  Schachteln  mit  Grains
verkauft,  d.  h.  15  000  Schachteln  weniger  als  im
vorigen  Jahr.  Infolge  des  frühen  warmen
Frühlings  begann  die  Belebung  der  Grains  in
einigen  Niederungen  um  10  bis  15  Tage  vor
der  Zeit  und  war  zu  Anfang  der  zweiten  Hälfte
des  April  bereits  zu  Ende.

Das  erste  Ausschlüpfen  der  Raupen  fiel  in
die  kalten  Tage  bis  zur  zweiten  Hälfte  des  April,
beim  Übergange  in  das  dritte  Stadium  des
Wachstums  trat  besseres  Wetter  ein,  und  die
Raupen  erholten  sich  bedeutend.  Das  Einspinnen
erfolgte  rechtzeitig,  und  die  Periode  seit  Mitte  Mai
verlief  normal.

In  die  Spinnhütten  gelangten  die  Raupen  in
einigen  Gegenden  in  der  zweiten  Hälfte  des  Mai,
auf  den  Markt  kamen  jedoch  die  Kokons  erst  Anfang
  Inni.  Die  Seidenzüchter  beeilten  sich  gegen
die  Gewohnheit  nicht,  die  Kokons  vor  der  Zeit
einzusammeln,  da  die  Preise  noch  nicht  feststanden.
  Zu  Anfang  der  Kokon-Operationen
fehlten  entweder  die  Aufkäufer  vollständig,  oder
boten  nur  niedrige  Preise.  Der  Grund  für  das
Ausbleiben  der  exportierenden  Aufkäufer  lag  in
der  Weigerung  der  Kreditanstalten,  Vorschüsse  auf
        <pb n="564" />
        G  484  20

die  Kokons  zu  bewilligen,  was  die  Aufkäufer  in
eine  sehr  kritische  Lage  versetzte.  Einige  unter
ihnen  hatten  in  der  Hoffnung  auf  einen  Vorschuß
schon  mit  dem  Zusammenkaufen  begonnen,  und
die  Beziehungen  zwischen  den  Seidenzüchtern  und
den  Aufkäufern  spitzten  sich  aufs  äußerste  zu.
Die  Seidenzucht-Gesellschaften  und  einige  Exporteure
suchten  um  Kreditbewilligung  nach,  der  Konseil
der  Reichsbank  hielt  es  auch  für  möglich,  diesem
Ansuchen  stattzugeben,  und  die  Abteilung  der
Reichsbank  in  Batum  eröffnete  den  Gesellschaften
den  Kredit,  worauf  auf  den  Kokonmärkten  auch
sofort  eine  Belebung  eintrat.

Die  Kokonernte  war  im  Wirtschaftsjahr  1906
qualitativ  und  quantitativ  im  Vergleich  zu  früheren
Jahren  gut,  in  einzelnen  Gegenden  sogar  mehr
als  gut.  Im  ganzen  wurden  gegen  75  000  Pud
rohe  Kokons  geerntet,  was  ungefähr  11—12  Pfund
Kokons  auf  1  Solotnik  Grains  ausmacht,  d.  h.
2  Pfund  mehr  als  im  vorigen  Jahre.  Das
Trocknen  der  Kokons  verlief  unter  normalen
Verhältnissen;  in  der  ersten  Hälfte  des  August
waren  die  Kokons  bereits  trocken  und  fertig  zum
Versand,  die  Aufkäufer  und  Exporteurc  erschienen
jedoch  nicht,  infolge  der  Unsicherheit  der  dortigen
Gegend  und  schlugen  den  Seidenzüchtern  vor,  die
Kokons  nach  Batum  zu  liefern.  Einige  der
Seidenzuchtgesellschaften  wollten  ihre  Kokons  nicht
an  Ort  und  Stelle  verkaufen  und  sandten  sic  ins
Ausland.  Im  ganzen  gingen  aus  den  Seidenzucht-Rayons
  des  westlichen  Transkankasiens  ins
Ausland  24  000—25  000  Pud  trockener  Kokons
im  Werte  von  ungefähr  1250000—  1300000  Rol.

(Nach  der  Torg.  Prom.  Caz.)

AKgvptens  Bedarf  an  chemischen  Düngmitteln.

Aus  Kairo  wird  der  „Deutschen  Orient-Korresvondenz“
  geschrieben:

Dank  der  beständigen  Ausdehnung  der  von
der  künstlichen  Bewässerungswerken  Nutzen  ziehenden
  Landstrecken,  dank  auch  dem  Heranziehen
für  die  Landwirtschaft  von  Wüstengebieten  durch
Schaffung  von  artesischen  Brunnen,  wird  der
Flächeninhalt  des  für  landwirtschaftliche  Zwecke
in  Anspruch  genommenen  Bodens  stets  größer.
Bisher  bot  der  Schlamm  des  Nilflusses,  dessen
Fruchtbarkeit  sprichwörtlich  ist,  das  beste  und  ausgiebigste
  Düngmaterial.  Der  Schlammgehalt
des  Nilwassers  vermindert  sich  jedoch  erheblich,
und  zwar  im  gleichen  Verhältnis  zu  der  größeren
Entfernung  der  zu  bewässernden  Acker  vom  Strombett,
  weil  in  dessen  Nähe  eine  Niederschlagung
des  Schlammes  in  bedeutenden  Mengen  stattfindet.
  Zudem  haben  die  kürzlich  gebauten  Nildämme
  und  namentlich  der  große  Damm  bei
Assuan  neben  dem  günstigen  Ergebnisse  der  Aus- 



dehnung  des  kulturfähigen  Bodens  auch  den
Nachteil  gezeitigt,  daß  durch  die  Schaffung  von
unermeßlichen  stillen  Wasserflächen  das  Niederschlagen
  des  im  Wasser  schwebenden  Schlammes
gefördert  wird.

Alle  diese  Ursachen  haben  zu  dem  Ergebnis
geführt,  daß  Agypten  für  die  Fruchtbarmachung
seines  neugewonnenen  Ackerbodens  auf  das  Heranziehen
  von  chemischen  Düngmitteln  immer  mehr
angewiesen  worden  ist.

Der  eingeborene  Landwirt  bevorzugt  als
Düngmittel  für  seinen  Acker  den  aus  Kanälen
ausgeworfenen  Bagger  und  den  bei  niedrigem
Wasserstand  aus  dem  Nilbette  beschafften  Schlamm,
ebenso  auch  den  Stalldung,  der  aus  Reisstroh,
Maisabfällen  und  tierischem  Mist  zusammengestellt
  ist.

Obschon  dieses  Düngmaterial  als  ausgezeichnet
zu  betrachten  ist,  so  sind  die  zur  Verfügung
stehenden  Mengen  ungenügend,  da  für  den
Baumwollbau  wie  für  die  Maiskultur  mindestens
  10  Tonnen  dieses  Düngmittels  für  jeden
Feddan  (4200  Quadratmeter)  erforderlich  wären
und  der  Viehbestand  Agypteus  für  die  Erzeugung
der  entsprechenden  Mengen  unzulänglich  ist.

Mithin  ist  man  dazu  gezwungen,  künstliche
Düngmittel  in  Anwendung  zu  bringen.  Für
den  Baumwollenbau  verwendet  man  Superphosphate
  in  Mengen  von  100  bis  150  Kilo
für  jeden  Feddan,  unter  Hinzufügung  von  50  Kilo
Salpeter  oder  Ammoniaksulfat.  Die  Getreidefelder
erheischen  die  Anwendung  von  Salpeter  in  Mengen
von  100  Kilo  pro  Feddan,  unter  Hinzufügung
von  40  bis  50  Kilo  Superphosphat.  Durch
dieses  Düngmaterial  wird  der  Ertrag  des  Bodens
um  40  v.  H.  erhöht.

Der  Preis  dieser  chemischen  Düngmittel  beträgt
  in  Alexandrien  gegemwärtig,  franko  Waggon:
für  Ammoniaksulfat  1300  Piaster  (270  Markh,
für  Salpeter  1200  Piaster  (250  Mark),  Superphosphat
  300  Piaster  (62  bis  63  Mark)  pro
Tonne.

Die  Gesamteinfuhr  von  künstlichen  Düngmitteln,
  die  in  1903  16  417  äg.  Pfund  betrug,
stieg  in  1904  auf  28  625  äg.  Pfund  und  erreichte
  in  1905  einen  Wert  von  56  801  äg.
Pfund,  so  daß  sie  sich  in  zwei  Jahren  um  315
v.  H.  vermehrt  hat.

Olnengesetz  für  die  portuglesischen  fiolonlen.

Das  für  die  portugiesischen  Kolonien  erlassene
Minengesetz  hat  durch  Königliches  Dekret  vom
20.  September  v.  J.  gesetzliche  Gültigkeit  erlangt.
Das  Gesetz  darf  wohl  als  liberal  bezeichnet
werden.  Ausländer  sind  im  allgemeinen  den
portugiesischen  Staatsangehörigen  rechtlich  gleich-
        <pb n="565" />
        W  485  20

gestellt.  Ferner  ist,  um  Prospektoren  ins  Land
zu  ziehen,  die  Lizenz  zum  Prospektieren  auf
5000  Reis,  etwa  1  C  1  sh,  herabgesetzt  worden.

Diese  Lizenz  gilt  für  ein  Jahr  und  gibt  das
Recht  zu  prospektieren  in  einem  Umkreis  von
750  Metern,  von  dem  Mittelpunkte  des  Gebiets
aus  gerechnet,  das  der  Prospektor  erforschen  will.

Diese  Lizenz  kann  nach  Ablauf  des  Jahres
verlängert  werden.  Erweist  sich  der  Grund  als
mineralhaltig,  so  können  Claims  erworben  werden.
Ein  Claim  umfaßt  10  Quadratmeter,  wenn  es
sich  um  Edelsteine,  und  100  Quadratmeter,  wenn
es  sich  um  Edelmetalle  handelt.  Von  beiden
Arten  darf  der  Prospektor  10  Claims  erwerben,
und  er  darf  die  Zahl  verdoppeln,  falls  er  der
Entdecker  der  Mineralschätze  ist.

Kann  die  Gewinnung  der  Edelsteine  und
Metalle  nur  durch  Maschinen  erfolgen,  so  umfaßt
dagegen  jeder  Claim  2500  Hektar.  Handelt  es
sich  um  andere  Mineralien  wie  Edelsteine  oder
Metalle,  so  beträgt  der  Umfang  eines  Claims
100  Hektar.

Die  Erlaubnis  zum  Prospektieren  sowie  der
Erwerb  von  Claims  werden  vorläufig  registriert.
Ist  die  Zeit,  für  die  diese  Ansprüche  vorbehalten
worden  sind,  abgelaufen,  so  kann  der  Prospektor
vollgültige  Minenrechte  erwerben.  Er  hat  zu
diesem  Zweck  für  jeden  Claim  auf  Edelsteine
etwa  13  sh  und  für  jeden  Claim  auf  Edelmetalle
  22  L  zu  hinterlegen.

Es  hat  ferner  alsdann  die  Vermessung  zu
erfolgen,  die  entweder  durch  den  Regierungsingenieur
  oder  durch  einen  mit  Diplom  versehenen
  Vermessungsbeamten  auszuführen  ist.

Die  Regierung  hat  sich  schließlich  noch  das
Recht  vorbehalten,  auch  größere  Konzessionen  zu
verleihen.  Diese  dürfen  aber  nur  an  portugiesische
Untertanen  oder  solche  Gesellschaften  vergeben
werden,  die  unter  portugiesischem  Gesetz  registriert
worden  sind.  Diese  Personen  oder  Gesellschaften
haben  gleichzeitig  mit  ihrem  Gesuch  um  eine
Konzession  etwa  110  +  zu  hinterlegen.  Wird
das  Gesuch  genehmigt,  so  ist  das  Depot  je  nach
dem  Umfang  der  Konzession  auf  5  550  K  bis  zu
22  200  T  zu  erhöhen.  Die  Minensteuer  ist  eine
doppelte,  einmal  wird  der  Grund  und  Boden
und  zweitens  der  Rohertrag  besteuert.  Die
Grundsteuer  beträgt  für  Claims  auf  Edelsteine
5  L,  für  Claims  auf  Edelmetalle  11  sh,  für
Claims,  deren  Bearbeitung  Maschinen  erfordern,
22  &amp;amp;  pro  Claim  und  pro  Jahr.  Für  sonstige
Claims  sind  pro  Hektar  etwa  2  sh  zu  entrichten.

Die  Steuer  am  Ertrag  ist  für  Edelsteine  und
Edelmetalle  auf  2  v.  H.  und  für  sonstige  Mineralien
auf  ½  v.  H.  festgesetzt.

Ausgenommen  von  diesen  Besteuerungen  sind
Eisen=  und  Kohlenminen.  Ferner  sind  auch  die
Minen  von  Abgaben  befreit,  die  von  dem  Ent- 



decker  der  Mineralschätze  bearbeitet  werden  und
dessen  Claim  noch  nicht  abgetreten  oder  verkauft
worden  ist.

Schließlich  ist  auf  die  Mineralien  eine  Ausfuhrsteuer
  gelegt.

Außer  diesen  Bestimmungen  enthält  das  Gesetz
noch  eingehende  Vorschriften  darüber,  an  wen  die
Gesuche  zum  Prospektieren  zu  richten  sind,  über
die  Führung  der  Register,  Verwendung  von  Explosivstoffen,
  über  Löhne  und  über  Strafgelder.

Für  Interessenten  liegt  eine  englische  Übersetzung
  des  Minengesetzes  während  der  nächsten
Wochen  im  Reichsamt  des  Innern,  Berlin,
Wilhelmstraße  74,  im  Zimmer  174  zur  Einsichtnahme
  aus.

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Konsulats  in  Lourenço
Maraques.

Kupferfunde  in  Brltisch-Ostafrika.

Nach  einer  Meldung  des  „Commissioncr  of
Mines“  ist  in  Britisch-Ostafrika  im  Tale  des
Tsavoflusses,  der  vom  Kilimandscharo  aus  in  östlicher
  Richtung  fließt,  Kupfer  gefunden  worden.
Die  Entdeckung  ist  durch  einige  Prospektoren  gemacht
  worden,  die  schon  längere  Zeit  im  Gelände
der  Ugandabahn  nach  Metallen  suchten.  Die
Hauptfundstelle  liegt  ungefähr  70  km  westlich
von  der  Station  Tsavo  (Meile  133  der  Ugandabahn)
  und  besteht  aus  einem  parallel  der  Bahn
laufenden  großen  Quarzriffe,  in  dem  sich  das
Kupfer  teils  rein,  teils  in  Schwefelverbindungen
zoigt.  Das  Riff  erstreckt  sich  vom  Fuße  der
Kiuluberge  quer  durch  das  Tsavotal  in  der
Richtung  nach  Südosten;  seine  Ausdehnung  nach
Länge,  Breite  und  Tiefe  ist  noch  nicht  bestimmt,
jedoch  soll  auch  schon  östlich  von  der-  Bahn  Kupfer
festgestellt  worden  sein.

Neben  dem  Kupfer  enthält  der  Quarz  Gold
in  geringen  Mengen,  sowie  kleine  Beimischungen
eines  weißen  Metalls,  dessen  Natur  noch  nicht
festgestellt  ist.  Man  nimmt  an,  es  sei  Platin.

Eine  in  Nairobi  gemachte  Probe  hat  einen
Kupfergehalt  von  etwa  30  v.  H.  ergeben.  Die
Prospektoren,  meistens  erfahrene  Leute  aus  Südafrika,
  halten  den  Abbau  für  durchaus  gewinnbringend,
  was  schon  daraus  hervorgeht,  daß
einige  von  ihnen  Angebote  von  1000  K  für  ein
Schürffeld  (claim)  ausschlungen.  Ein  Bewerber
kann  nur  ein  Feld  von  600  Qnadratyards  belegen.
  Er  muß  dazu  vorher  einen  Erlaubnisschein
  haben,  der  5  Rupien  kostet,  ferner  muß  er
auf  dem  belegten  Feld  an  7  Tagen  im  Monat
arbeiten  lassen.

Gerüchte  über  Gold=  und  Diamantenfunde,
die  vor  einiger  Zeit  umliefen,  haben  sich  als
grundlos  erwiesen.

(Bericht  des  Kais.  Vizekonsulats  in  Mombassa.)
        <pb n="566" />
        W  486  20

Manganerzfunde  in  der  portugliesischen  Kolonie  Goa
und  in  Britisch-Indien.

Für  die  Weiterentwicklung  des  portugiesischen
Hafens  Mormugäo  der  Kolonie  Goa  kommt  der
Ausschwung  der  Manganerzgewinnung  im  westlichen
  Indien  sehr  erwünscht,  um  so  mehr,  als
der  Handel  dieser  Kolonie  mit  Europa  in  den
letzten  Jahren  eine  deutliche  Tendenz  zum  Zurückgehen
  gezeigt  hat.  Insbesondere  geht  der  größte
Teil  des  im  Staate  Mysore  gewonnenen  Erzes
über  den  genannten  Hafen.  So  sind  in  den
letzten  zwölf  Monaten  vom  1.  Dezember  1905
bis  30.  November  1906  etwa  40  000  Tous  über
Goa  verschifft  worden.  Nun  hat  man  aber  auch
auf  portugiesischem  Gebiet  Manganerze  gefunden,
und  bei  dem  allgemeinen  Interesse,  das  zur  Zeit
für  dieses  Mineral  in  Indien  herrscht,  hat  es
nicht  ausbleiben  können,  daß  man  sich  eifrig  um
Konzessionen  zur  Ausbentung  der  mineralhaltigen
Erde  bewarb.  Es  heißt,  daß  seit  Anfang  1906
an  250  Gesuche  dieser  Art  eingegangen  seien.
Zwanzig  Minen  seien  auf  Grund  dieser  Konzessionen
  jetzt  im  Betriebe.  Diese  befinden  sich
nicht  allzuweit  von  der  Küste  entfernt,  so  daß
bei  der  Verschiffung  keine  besonders  hohen  Beförderungskosten
  entstehen.  Bei  der  Bewilligung
der  Konzessionen  scheinen  die  portugiesischen  Behörden
  liberal  zu  verfahren.

Aus  dem  Staate  Mysore  und  den  auliegenden
Gebieten  kommen  immer  noch  neue  Meldungen
über  die  Auffindung  neuer  manganerzhaltiger
Stellen.  Ein  besonders  reiches  Lager  soll
6  Meilen  außerhalb  der  Grenzen  von  Mysore
im  Distrikt  Bellary  entdeckt  worden  sein.  Die
Metallproben  sollen  durchschnittlich  54  %  Metallgehalt
  ergeben  haben.  Was  nach  den  in  die
Offentlichkeit  dringenden  Mitteilungen  diese  Funde
so  wertvoll  macht,  ist  nicht  nur  die  Flächenansdehnung
  des  Metallvorkommens,  sondern  auch
ihre  günstige  Lage  zu  der  Southern  Mahratta
Railway,  deren  nächste  Station  Harihar  nur
11  englische  Meilen  von  den  Erzlagern  liegen
soll,  um  120  Meilen  näher  an  Marmugao  als

 

die  sonst  nächst  gelegene  Mine  in  Mysore.  Arbeitskräfte
  und  Transportgelegenheit  seien,  so  heißt
es,  in  der  Gegend  reichlich  vorhanden,  und  das
Klima  daselbst  sei  vorzüglich.

Es  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  daß  derartige
  Nachrichten  am  Anfang  denkbar  günstig
ausfallen.  Es  dürfte  jedoch,  wenn  man  dies  auch
in  Rechnung  zieht,  keinem  Zweifel  unterliegen,
daß  die  Gewinnung  von  Manganerzen  in  jenen
Gegenden  noch  bedeutend  zunehmen  kann  und
wird.  Dafür  sind  schon  jetzt  der  gesteigerte  Verkehr
  auf  den  in  Betracht  kommenden  Eisenbahnen,
die  allgemeinen  Klagen  über  die  unzureichende
Wagenstellung  und  die  Bemühungen  dieser  Eisenbahnen,
  ihren  Wagenpark  nach  Möglichkeit  zu
vermehren,  die  sichersten  Zeichen.  So  will  die
bereits  genannte  Southern  Mahratta  Railway
die  Fassungsfähigkeit  eines  Teils  ihrer  Güterwagen
  vermehren,  für  200  000  Rupien  nene
Wagen  anschaffen  und  eine  Anzahl  älterer  Wagen
nach  Ausbesserung  wieder  in  den  Dienst  einstellen.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Kalkutta.)

Geplante  Kbänderung  der  Vorschriften  für  die  Einfuhr
und  Cagerung  von  Detroleum  in  Sierrao  Leone.

Nach  einem  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebrachten
  Entwurf  einer  Verordnung  zur  Abänderung
  der  Petroleumverordnung  Nr.  1  vom
Jahre  1906  soll  der  Gonverneur  im  Rate  befugt
sein,  die  Einfuhr  und  Lagerung  auch  für  solches
Petroleum  zu  gestatten,  das  einen  unter  95°  F.
liegenden  Entflammungspunkt  hat,  sofern  ein
schriftlicher  Antrag  bei  dem  Zollkollektor  gestellt
wird.  Für  Petroleum,  das  als  Leuchtöl  verwendet
  werden  kann,  soll  indes  diese  Erlaubnis
nicht  erteilt  werden.

Der  Gouverneur  soll  ferner  ermächtigt  sein,
für  Petroleum,  das  zu  gewerblichen  Zwecken  eingeführt
  worden  ist,  die  gemäß  der  Petroleumverordnung
  vom  Jahre  1906  gezahlten  Einfuhr--zölle
  zurückzuzahlen.

.

The  Bourd  of  Trade  dournal.)

 

Verschiedene

Rolonial-  Wirtschaftliches.

Das  Maiheft  des  „Tropenpflanzer“,  Zeitschrift
  für  tropische  Landwirtschaft,  Organ  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees,  bringt  einen
Artikel  von  H.  L.  W.  Costenoble  über  Obst-,
und  Bast-Bananen,  in  welchem  er  auf
der  Erfahrungen,  die  mit  der  Bananen=Kultur

  und  -Ausfuhr  auf  Jamaika  und  den

Mitteilungen.

Kanarischen  Inseln  gemacht  wurden,  die  Kultur
der  Banane  für  Kamerun  empfiehlt.

In  einem  kurzen  Artikel  werden  darauf  Mitteilungen
  über  die  gegenwärtige  Lage  der  Baumwollkultur
  in  Argentinien  gemacht.

Einen  interessanten  längeren  Aufsatz  bringt
D.  Kirchhoff  über  den  Strauß  und  seine  Zucht
in  Afrika.  Schließlich  enthält  die  Nummer  noch
        <pb n="567" />
        487  20

einen  Aufsatz  von  Dr.  Stange  über  den  Kork,
seine  Verwendung  und  Produktion.

Di  Mollwe.  DfI  sellschaft
e  Moliwe  ·  p

hat  ihren  Sitz  von  Hamburg  nach  Berlin
(W.,  Taubenstr.  46  1)  verlegt.

 

Citeratur.

Dreißig  Jahre  in  der  Südsee.  Land  und
Leute,  Sitten  und  Gebräuche  im  Bismarckarchipel
  und  auf  den  deutschen  Salomonsinseln.
Von  R.  Parkinson.  Herausgegeben  von
Dr.  B.  Ankermann,  Direktorialassistent  am
Königl.  Museum  für  Völkerkunde  zu  Berlin.
Mit  zahlreichen  Tafeln,  Textbildern  und  lbersichtskarten.
  28  zehntägige  Lieferungen  à  50  Pf.
Lieferung  1.  Verlag  von  Strecker  &amp;amp;  Schröder,
Stuttgart.

In  vornehmer  Ausstattung  führt  sich  hier  ein
Werk  von  besonderer  Bedeutung  ein,  ist  es  doch
die  erste  allgemeine  Beschreibung  eines  der  interessantesten
  Teile  unserer  Schutzgebiete,  des  Bismarckarchipels.
  Von  einem  Manne  geschrieben,  der
drei  Jahrzehnte  in  der  Südsee  (zuerst  in  Samoa,
dann  auf  der  Gazellehalbinsel  von  Neupommern)
ansässig  ist,  darf  dieses  Werk  den  Anspruch  hohen
Wertes  erheben.  Wird  doch  über  einzelne  Teile
des  Archipels,  die  bisher  fast  gar  nicht  oder  nur
sehr  ungenügend  bekannt  waren,  wie  der  Westen
von  Neupommern,  die  Admiralitätsinseln,  die
Sankt-Matthias-Juseln  usw.,  viel  neues  Material
beigebracht,  ja  von  manchen  Gegenden,  wie  z.  B.
von  Saually  Island,  erhalten  wir  hier  überhaupt
die  ersten  Nachrichten.  Außer  einer  übersichtskarte
  des  Archipels  werden  mehrere  Spezialkarten
der  wichtigsten  Inseln  dem  Werke  beigegeben,  die
manches  bringen,  was  auch  die  neuesten  Karten
noch  nicht  enthalten;  außerdem  wird  eine
Anzahl  Kartenskizzen  die  Vorstellungen  veranschaulichen,
  die  man  sich  in  früheren  Jahr- 



hunderten  von  der  Gestalt  und  Lage  der  Inseln
machte.  Ein  reicher  Bilderschmuck,  eine  elegante
Ausstattung,  ein  künstlerisches  Umschlagbild  und
der  von  einem  hervorragenden  Kenner  des  Gebietes
  geschriebene  anregende,  lebendige  Text
zeichnen  das  populär  abgefaßte  Werk  aufs  vorteilhafteste
  aus.

Die  blutsangenden  Dipteren.  Leitfaden  zur
allgemeinen  Orientierung  mit  besonderer  Berücksichtigung
  der  in  den  deutschen  Kolonien
lebenden  Krankheitsübertrager.  Von  Dr.  Karl
Grünberg,  Assistent  am  zoologischen  Museum
zu  Berlin.  Mit  127  Abbildungen  im  Text.
Verlag  von  Gustav  Fischer  in  Jena  (1907).
Preis  4,50  Mk.

Der  Verfasser  gibt  in  diesem  Buche  (188  Seiten)
eine  knappe,  übersichtliche  Darstellung  aller  als
Blutsanger  bekannten  zweiflügligen  Insekten  mit
spezieller  Berücksichtigung  der  wichtigsten  in  den
deutschen  Kolonien  vorkommenden  Arten.  Während
bisher  erschöpfende  Beschreibungen  nur  bei  den
als  Krankheitsübertrager  schon  bekannten  Culiciden
und  Glossinen  vorlagen,  erstreckt  sich  im  vorliegenden
  Buche  die  nähere  Beschreibung  auch
auf  die  anderen  Arten  blutsangender  Zweiflügler,
welche  vielleicht  in  Zukunft,  wie  jetzt  schon  die
Gruppen  Tabanus  und  Hippobosca,  bei  genaueren
Forschungen  als  Krankheitsübertrager  eine  bedeutsame
  Rolle  spielen  werden.

Durch  die  in  den  Text  gedruckten  zahlreichen
klaren  Abbildungen  ist  das  Verständnis  sehr  erleichtert.


Dr.  Alfred  Forke,  Professor  des  Chinesischen  am
Orientalischen  Seminar  zu  Berlin:  Die  Bölker
Chinas.  Berlin,  Verlag  von  Karl  Curtius.

Professor  Dr.  O.  Hintze:  Die  Seeherrschaft
Englands,  ihre  Begründung  und  Bedentung.
Dresden,  Zahn  &amp;amp;  Jaensch  (Neue  Zeit=  und
Streitfragen  Nr.  9).  Preis  1  Mk.

Verkehrs-Nachrichten.
Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Mai  1907.

Die  Abfahrt  erfolgt

Nach  vom  Ein-Ausschiffungshafen.


Dauer

Briefe  müssen  aus
Verlin  spätestens

 

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  23.  Mai  Friedrich-Wilhelmsdeutsche
  Schiffe)  hafen  38  Tage
·  SimpfouhafcnsstlTagc21.31.Mni
1.  beutsch-Neuguinea.  Prindisi  2.  Juni  Simpsonhafen  38  Tage03abds.
(engl.  Schiffe)

g
Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage
        <pb n="568" />
        Die  Abiahrt  erfolgt

W  488  P

Ausichiiiungsharen.

Bri  nitisen  aus

eienn

 

  

 

 

   

 
 

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Verlin  iu#ztestene
am:  s-.
Nnnungidmnsn  der  Uberfahr:  abgesandt  werden  am:
2  :  i  .  .  .  .  —  .
2  deutsch-Ostafriha  Ncapel  3.  Juni  Mombasa  O  16  Tage  1.  Juni
*  ah  ##lobn“  Muania  und  eulsche  Schutfe)  10  abde.

n  o  W  ..  «.  .  „  -  -«  ,-  .
okspmctTitus-R-bsjclialsssxlklij  Marieille  10.  jedes  Monais  Mombasa  O  17  Lage  S.  sed.  Mie.  90½  abde.
bahn  und  von  der  Endnatiot  .  *
zu  Schif  nach  den  Bestim  1  Rrindifi  Mombafsa  On  Tage  J  .  .  .  .  .  .  160  abds.
mungsorten  —  „„::

rengl.  Schifie)
I  nach  Tanga  (einschl.  Amani,  #rnrnrneor  :  „„:  —  „  1.—  r  „
Aruscha,  Korogwe,  Mombo  Neapel.  Jui  Sanga  1“  Lage  1.  Juni
Moschi,  Mubesa.  Pangani  deutsche  Schiffe“  1%  abd.
Wugiri  und  Wilhelmsml  .  .  ,«  .
Neapel  .  Juni  Darer#salam  18  Tage  1.  Juni
(demiche  Schiffe)  I//%  abd
nach  Deutsch  Ostairita  Marieille  10.  jedes  Monats  zanzibar  18  Tage  S.  jed.  MI#.  10  ½  abd?
T  )  S  *?
(ausschl.  der  unter  u  und  b  (von.  Jair  unmittelbar,
cnannten  Poßtorte,  We  crung  nach
gene  Ronio  Daresialam  durch  Ganvberne
memsdampfer  in  0  Smnd.  *
*Vrindisi  3½  22  Te  ge  10°abde.
e  Schisfe  ressalam  weiter
(rugl.  Schiffr“  mit  nachster  Gelegenheit
»  «  Haniburg  18.  25.  20.  Mai  Swatopmund  22  bies  ——..--3.
  Deutsch-Südwestafriha.  25  Tage  v  abde.
:  Abbabis,  Cpuliro,  Gi  n  »  .  -
«  ZIIISIJIEBLIU  hzbujlkilslekssz  Antwerpen  3.  Juni  Swatopmund  ##0  und  2.  Juni
somein.  Haris.  1  (deulsche  Schiffe)  26  Tage  11%  ome
Jalalswater.  Karibib.  Kub.  »  «.  „  „9;
I:  -  Mallahöhe,  Nauchas,  Boulogne  1.  Juni  Swatopmund  25  und  #.  Juni
Okahandja.  Okasise.  Okom  (demsche  Schiffe  19  Tage  1  umxkZ.
1  babe.  Omarurn,  tawi,  Oiinn
  un  Olliwarongo,  Southampton  -  2  bis  ......  11·--.1.k
Omio,  Owikotor  rero,  Rebo  25  ag
botb.  Sseis.  Swalopmund,  25  Lage

X.  Mald  —  —  -  -  —  "  „  .-Hrnksz
  Waid  au,  Naterberg.outampton  25.  Mai  1.  Juni  Swatopmund  32  und  21.  B1.  Ma:  I11  Umrz.

6  25  Tage

Southampton  18.  Mai  1.  Juni  auderirbucht  22  Tage  17.  1.  M
1122  vms.
Antwerpen  3.  Juni  Lüderixbucht  21  und  2.  Juni
demsche  Schiffe  *#½d  Tage  11#m.
*  ugch  Lüderirbuchn,  Kubub,  Vonloane  1.  Juni  uderipxbucht  20  und  3.  Juni
Velhanien  Lainur.  Kec#t  (deutsche  Schiffe,  1  TLage  Ioume.
DHamburg  2.).  Mai  oOderitbucht  26  und  21.  Mai  F  kv
Tage
Southampto  vuderitbucht  27  Tage  .  .  .  ..  11  vmi.
Southampton  25.  Mai  KNapftadt  17  lage  2  1.  Mai  112  om.
von  dort  weiter  mit  nächtter
Gelegenheit  u.  Luderinbucht
c  nach  Raemansdrift.  W#  —  ..  .  .-uubinint
  dhns  Southampton  25.  Mai  8.  Juni  Kanstcd  17  Lage  21.  al  !45
2  dort  weiter  auf  dem  1122  um
2  n  über  Steinkodf
11.  Namerun.  Hamburg  10.  21.  jed.  Mis.  Vitioria  19,  22  Tage  1  jed.  Mis.  p
—  ¾  *  4  .  ...  -’.’-a)
  nach  Bamenda.  Banjo.  Bi  Duala  10.22  age  1I  23.  jed.  712  abd..
bundi,  Bipindihot#  Bonzbes,  Aribi  20  u.  260  2N  hage
Buea,  Campo,  D  .  »  m.  .  —  4  %
woa,  Ksss  nnndo,  Boulogne  1.  jedes  Monats  Viltoria  18  Tage  0.  jed.  MIK  10  nachm.
-  gabassi,  Jannde.  Johanne  fur  Mer  Duala  18  TLage
Rbre  echtsböbe,  er  li  deuusche  Schiffe)  Kribi  10  Tage
Koderf.  G#s  Liverpool  18.  Mai  Duala  23  Tage  16.  Mai  10  abds.

bi  nach  Rio  del  Rey

F)  nach  dem  Tschadsee  Gebiet
(Garna,  Kusseri)

(1)  nach  Offidinge

nach  Molundn

"
1r

 

Liverpool
Damburg
Liverpool
Liverpool
Liverpool
Antwerpen

Vordeaur

21.  jedes  Monats
1.

jeden  Sonnabend

jeden  Sonnabend

*)0.  Mai  20.

25.  jedes  Monats  38

1.

Juni

Juni

Juni

1

Viltoria:
Duala  26
Nio  del  Ney
Nio  del

25  Tage
Tage

.-«).Z««


Rey  23  Tage
Forcado?#  17  Tage
von  dort  weiter  uber
Lokodja  -cola

Calabar  19  Tage
von  dort  weiter  über  Obokum
bis  Oslidinge  lam  Croßfluß
Maladie  20  Tage

von  da  weiter  mit  der  Eisenbayn
  bis  Brazzaville  und
bann!  zui  Flußdampfern  auf
und

3  agr

I
13
23.  jed.
30.  Mai

½0.  Mai  10½  abd.

Mis.  7  abds.
10  abds.
jeden  Donnerotag
O01#  abde.
jeden  Donnerstag
10¼  abd?
29.  Mai  19.
10  nachm.
23.  jed.  M##

Juni

106  abde.

 

ango-  Stongea
—————  —
        <pb n="569" />
        Nach

5.  den  KRarolinen,  Palau-Inseln,

  Marianen.

 

6.  Kiautschou.

 

7.  Marshall-Inseln.

 

E

489

 

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Ein-Ausschiffungshafen.


Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätesten.

 

Auf  Verlangen  des.  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den?
geleitet;  von  Yokohama  weiter

Jap  70  Tage

schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Ponape  55  Tage  4  4
Neapel  9.  Juni  Saipan  66  Tage  7.  Juni  10#  abds.
(eng-.  Schlffe)

Marianen  auch  über  Japan
sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

Neapel
Gleutsae  Schiffe)
(franz.  Schiffe)
Liverpool

Neapel
(engl.  Schifee)

23.  Mai  6.  Juni

Brindisi  jeden  *
(enal.  jeden  Sonntag
Marfelle  26.  Mai

31.  Mai

9.  Juni

Tsingtau  32  Tage

Tsingtau  33—36  Tage

Tsingtau  36  Tage
Tsingtau  31  Tage

Jaluit  17  Tage

21.  Mai  4.  Juni
0%  abds.
jeden  Freitag  10  abd.
24.  Mai  10½  abds.
30.  Mai  88  oms.

7.  Juni  10  abds.

 

 

Neapel  9.  Juni  Apia  54  Tage
S.  Samoa.  Cengl.  Fiufe  In.  Mai  7.  Juni
Brind  19.  Mai  Apia  51  Tage  103  ums.
(engl.  Eilfe)
Hamburg  1.  Juni  Lome  22,  19  Tage  31.  Mai  7½  abds.
Nordenham  1.  Juni  Lome  17  Tage  31.  Mai  112  oms.
Bremen  3.  Juni  Lome  17  Tage  2.  Juni  93  abds.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  8  oms.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  19  ums.
(demsche  Wi-Notte
  21.  jedes  Monat  Lome  18  Tage  20.  jed.  Mts.  93  abdsa.
9.  Togo.  demsche  s  rPsr  6  |
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonon  19  Tage  10.  jed.  Mts.  10  abds.
von  da  ab  Landverbindung
*  Vordeaur  25.  jedes  Monats  Cotonon

 

Tiverpool

#*Oamburg

)  Den  durch  -  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitve

jeden  Sonnabend

21.  jedes  Monats

Tage
von  da  ab  Landverbindung
Allra  15  Tage
von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  i  r½  Tagen

 

 

Lome  20  T

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  eutschen  Schutzebieten.

23.  jed.  MtS.  10  abds.
Donnerstag  93  abds.

23.  jed.  Mts.  712  abds.

Briefsendungen  nur  Hann  zugeführt,  wenn  der  Absender
rmerk  verlangt  hat.

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fällig  *  Lardungs-  Die  Post  ost  ist  fäli
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  7m  am  6
Marseie  30.  Mai  den  Karolinen
beutsch-Neuguinea  -  6.  Juni  Marianen,.  deahel  2.  Mai
inarshaũ  ·  Inseln
Neapel.  .  ..  2.  Mai  Neelke  23.Mai  6  Juni
Gennaa  17.  Mat  15.  Juni  Brindisi  .  .  .  19.  Mai  2.  Juni
deutsch-Ostafribn  Brindisf.  2.  Jur  Marseille.  16.  30.  Mai
Marseille.  16.  "4  Mie  swern  .  15.  Mai  üb.  Vancom.
—  —  ——  th,
LRiautschou..  .  .Blymou  *
Deutsch=  estafrika  „  Southampton,  (175.  21.  26.  28.
sch-Südwestaf  C  Antwerpen.  20  !m  Le  Havre  oder  31.  Mai  2.  Juni
ördl.Tell  d.  b.,  Lamburg  Mai  Queenstown.
nordl  Te  chubae  Southampton  33  Rai2  2  dam  Landweg  über
Southampton  19.7  at  2.  Juni  Sibirien.  d.  M  Mi
füdl.  Teil  des  Schutzgeb.  Pttttt  **  Sbbr  jed.  Montag  u.#  ittw.
—  —  —  —  Samoa  ..  ...  Queenstown
Hamburg  od.  Plymouth  unbestimmt.
Kamern  Southaneon  30“.  jed.  Mts.  dogo  Southampton  0.  Mai
Plymouth  26.  MWM  s  Hamburg  31*.  Mai
*  J5

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintresfenden  Posten.
        <pb n="570" />
        ang#n

M.
M.
M.
M.

M.

Wi

C

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des

.  „Bussard“
.  „Condor“
„Planet“.
.„Seecadler“

„Sperber“

G  490  26
Schiffsbewegungen.

Schiffes.)
East  London  9/4.  —  10/4.  Durban  11/4.  —  20/4.  Daressalam.
Sydney.

Jap  13/4.  —  15/4.  Ululssi  16/4.  —  18/4.  Jap  20/4.  —  Palau.

Tanga  15/4.  —  15.  4.  Bagamojo  19/4.  —  19/4.  Daressalam  6  5.  —
Durban.

Kapstadt.

Ablösungstrausport:

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Vorck“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  ablösenden  Besatzung
für  S.  M.  ondor“:

Traneportfuren  ·
Sydney  20/4.

Oberlentnant  zur  See  Ludwig  Fischer.
§5*  Melbourne  23/4.  —  25/4.  Adelaide  26/4.  —  1/5.  Fremantle  1  5.
—  Colombo.

Schiffsbewegungen  der  Woermann  Linie  zwischen  Hamburgu  und  West  und  Südwestafrika.

 

 

Postdampfer  dne  eise  -  Nachrichten
"  von  nach  bis  10.  Mai  1907.

„Adolph  Woermann“  Lũderitzbucht  Hamburg  am  7.  Mai  ab  Tenerisse.
„Alexandra  Woermann“  Duala  Hamburg  am  p.  Mai  ab  Duala.

„Aline  Woermann“  Swakopmund  Napstadt  am  8.  Mai  ab  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Calabar  Hamburg  am  3.  Mai  ab  Lagos.

„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  4.  Mai  in  Lagos.

„Ascan  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  15.  März  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“.  Hamburg  Assinie  am  8.  Mai  in  Grand  Bassam.
„Eduard  Bohlen“  Kapstadt  Swalopmund  am  8.  Mai  ab  Kapsitadt.
„Eduard  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  1.  Mai  ab  Swakopmund.
„Elconore  Woermann“  Hamburg  Duala  am  10.  Mai  Cuxhaven  passiert.
„Ella  Wocrmann“  Hamburg  Assinie  am  7.  Mai  ab  Las  Palmas.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  30.  April  in  Swalopmund.
„Frieda  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  8.  Mai  in“

„Hans  Woermann“.  Hamburg  Gabun  am  24.  Aprilk  i
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Rio  Nunez  am  3.  Mai  in  mnco,
„Henriette  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  27.  April  in  Mossamedes.

„Irma  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  3.  Mai  in  Lagos.
„Jeannetle  Woermann“  Hamburg  Accra  am  9.  Mai  in  Notterdam.
„Kurt  Woermann“.  Burulu  Hamburg  am  5.  Mai  in  Hamburg.

„Lili  Woermann“  Hamburg  Aurutu  am  28.  April  ab  Las  Palmas.
„Linda  Woermann“  Hamburg  Nio  Nunez  am  9.  Mai  in  btannn
„Lothar  Vohlen“  Kotonon  Hamburg  am  10.  Mai  in  Hamburg.
„Lucice  Woermann“.  Duala  Hamburg  am  30.  April  in  Hamburg.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Accra  am  22.  April  ab  Las  Palmas.
„Martha  eermann  Duala  Hamburg  am  6.  Mai  in  Dalar.

„Max  Bro  Hamburg  Mossamedes  am  8.  Mai  in  Sao  Thomé.

„Melita  W  Assinie  Hamburg  am  9.  Mai  ab  Las  Palmas.
„Otto  Woermann“.  Nio  Nunez  Hamburg  am  7.  Mai  in  Hamburg.
„Paul  Woermann“.  Hamburg  Calabar  am  2.  Mai  in  Lagos.

„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  1.  Mai  ab  Las  Palmas.

„Gretchen  Bohlen“.  Accra  Hamburg  am  3.  Mai  in  Sierra  Leonc.
„Professor  Woermann“  Nordamerika  Hamburg  am  9.  Mai  in  Hamburg.

Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
„Edea“  Hamburg  Calabar  am  8.  Mai  ab  Rotterdam.
„Kamerun“  Hamburg  Gabun  am  7.  Mai  in  Las  Palmas.
„Lome“  Hamburg  Kotonon  am  3.  Mai  ab  Nordenham.

Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  9.  Mai  Alissingen  passiert.
„Windhut“  Hamburg  Lũderitzbucht  am  3.  Mai  Dover  passiert.
        <pb n="571" />
        W  491  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.

Mitgereilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  &amp;amp;  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

Telephon:  Amt  I  9229  und  9221.  —  ““  „Heydtbank“".  11.  Mai  1907.
J  I  -

Grün-  -  Ge-  2  letxzte  frugee  bo
dunge-  Kapital  schasts-  2  ¾  Freibleiben?  Nachfrage,  Angebot
jahr  Mark  jahr  dende  ee  IL

l
1906  1  250000  1.  10  A.-G.  108  115
1906  2000  000  1.  1I.  —  1  A.-G  100
1905  1200  000  1.  1.  ()  —  102
1905  600  000  1.  1.  0  5  —  102
1890  1  500  000  1.  1.  25  30  Compagnie  260  —
1801  2600000  1.  10.  5  7  89  92
1905  220  000  1.  1.  —  13  —  108
1900  418000  l.  1.  0  7  125  133
1978  2  750  000  1.  1.  12  12  170  172
1885  2  000  000  1.  1.  0  20  185  190
1907  2  500  000  1.  1L.  —  100  —
1902  1,000000  1.  1.  0  0  82  —
1902  1  000  000  1.  5.  6  1  —  103
1885  3  721000  1.  I.  21,  31½  101  —-3000000
  z·  5  do  M870.—
1886  2000  000  1.  1.  610  0  Deutsch-Ostafrikanische  1538sfr
1913  11  495  000  1.  1.  3½  3½  Deutsch-Ostafrikanische  .
bungen  (vom  Reich  93  91
1897  2  250  000  1.  1.  4  Deutsch-Westafrikanische  —2  98
1899  1000000  1.  1.  66„  Gesellschaft  Nordwesuamerun  -  Alls  5.—
360  000  0  P  B.  M  88.
1898  1  000  000  1.  1.  5  1)  Geriln  ins  .  A.  —  131
1  000  000  L  10  B  —  121
1889  2.000  000  1.  10.  0  0  Guadmala  plandzen-  Gesellschaft.  ....  --  3
1897  1  153  000  1.  1.  10  DHanseatische  Kolonisationsgesellschaft  —  40
1889  3  000  000  (1.  10.  0  )  Hanseatische  Flaunagengesellichaft?  ....  26  30
1887  1200  000  1l.  1.  15  15  Jalnit-Gesellschaf  20905  310
1898  1200  000  1.  7.  ·  0  asiee-Raniage  Laianie  Ziamm-Aktien  ..  15  20
Vorzugs-Altien  .  .  —  47
1904  1600  000  1.  1.  0  K#nernd  Vernwerted  Altiengesellschat  —  15
1906  5000  000  1.  1.  1  Kamernn-Kautschuk-Compagniiee  —  100
1903  1  000  000  1.  1.  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A--e.  85
1899  1  100  000  1.  7.  0  ·0  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  .  ..  75  85
18895  6000  000  1.  4.  0  0D  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs#-Anteile  ·.  90  96
·  0  0  Stamm-Anteill  18—
1906  1  200  000  1.  1.  —  —  Ostafrika-Kompagnie  ..  ——19.’)
190421000000  1.  1.  368  Ostafrikanische  Eisenbaongeselsshaft  Anteile  -
.-  :  (vom  Deutschen  Reiche  mit  3%  Zins  und
’·  120%  Rückzahlung  garantiert)  94.—  95.—
1898  1  500  0000  1.  1  2  0  Ost-  aichtische  Handelsgesellschaft  65  »  -
19002·)()00()001.4»0Il)0mv1-Mmcn-und  annbahntqcscllschait  ..151  1  153
1897  2  000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcio  —  92P22
1895  1  500  000  1.  1.  0  0  Rheinische  iignshemneseuiann  ..  —  35
1903  800  000  1.  1.  0  0  Safata-Samoa-Gesellsch  100
1905  2000  000  1.  1.  4  1  Samoa-Kautschuk-  Consmoshne  ..·...  —  100
1897  500  000  1.  1.  0  Sigi  Filanzunge=  Gesellschaat  100  —
1900  &amp;amp;  500  000  1.  7.  0  0  South  African  (enitorte-  ...,....  i-!  sh  4  #h  6  d
1892  22000  000  1.  W.  0  South  West  Africa  Co.  .  21  —  —  0
1893.  869  100  1.  4.  0  0  Ulsambara  Kafferbauggesellschaft  Stamm-Anteile  -  ZozskuI  Bozssp
I1142200  200  ddk  M  areen  50  r.
97.  5  Westafrikanische  Pflanzungsge
180  :  1  500  000  1.  1  estafr  sche  Pflanz  Stamm-Anteile  70zsfr.
",  000  000  «  do  vi  e  urencnintell  Zossr.  Nsojr.
7  45  i  Westafrik.  Pflanzungsges.  Vic  oria  Stamm-  -  35
1897  4500  000  1.  1.  6  0  Westafrik.  uf  asg  —  414
1895  1  800  000  1.  1.  0  0  "  Bwesche  Handels-  l-  4
·  s  :  u  -  —

 

 

    
    
    
 

   

 

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Bankhaus  stets  gern  bereit.
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        192  „—

Anzeigen.

 

Inserale  sind  an  die  Geschäftostelle  des  ,

Deuischen  Kolonialblatcc#z-,  Berlin  IW  6.  Kochstraße  68  71,  einzmienden  S  S#i

 

Aufgebot.

Die  offene  Handelsgesellschaft  Sagner
4  Schmitt  in  Keetmanshoop  hat  die
Anlegung  eines  Grundbuchblattes  für
ihr  in  Keetmanshoop  liegendes  Grundstuck,
  Flurkarte  von,  eeesmanshon
Blatt  1  Parzelle  10.  beantragt.  Das
Grundstück  hat  eine  0  ber  von  2010  m,
ist  bebaut  mit  je  einem  Geschäftshause,
Wohnhause,  Logierhause,  Lagerraum,
Pferdestall  und  zwei  massiven  Krälen
und  hat  folgende  Lage:  nördlich  des
Postamendstuck  zwischen  den  Parzellen

9,  11,  und  15  an  der  Straße
5  Khabu#.  (159))
Gemäß  §  11  der  Kaiserlichen  Verordnung

  vom  21.  November  1902  werden
hiermit  alle  diejenigen.,  welche  das
Eigentum  oder  ein  zur  Eintragung  in
die  zweite  und  dritte  Abteilung  des
Grundbucheo  geeignetes  Recht  an  dem
Grundstück  in  Anspruch  nehmen,  aufgefordert,
  ihre  Rechte  und  Ansprüche
bis  zum  1.  August  1907  bei  dem
Kaiserlichen  Bezirksgericht  in  Reetmanshe
  op  anzumelden  und  glaubhaft  zu
machen.  Im  anderen  Falle  erfolgt  die
Anlegung  des  Grundbuchblattes  ohne
Rücksicht  auf  diese  Rechte  und  Ansprüche.

Keetmanshoop,  den  23.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung.

In  Vand  ll  des  hiesigen  Handeloregisters
  Abteilung  B  unter  Nr.  7,  betressend
  die  Westlafrikanische  Plantungegesellsche
  Viktoria,  ist  einragen

  worden

*  6:  Prokuri

Nobert  nnsbene  in  Verlin,

1  Karl  Mai  in  Berlin.

Ein  jeder  derselben  ist  ermaächtigt,
in  Gemeinschaft  mit  einem  anderen
Prokursten  die  Gesellschaft  zu  vertret


Spalte'  2  Das  stellvertretende  Vorstandsmitglied,
  Pflanzungodirektor

Heinrich  Refior  zu  Viktoria,  ist  aus

dem  hurint  ausgeschieden.

Spalte  9:  II  H.  R.
196

Viltoria,  den  13.  März  1907.
Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

1
Appra  l  ,
XHI  u  Ite  Dann-nun  h
kührung  für  jeden

eh
anneer  anng  rer  Kupferw:  iren.

Oskar  Ed.  Hösselbarth.  Leipzig-  k.
Kupferworenfabrik.

(155)
13.  März  1907.

 

 

I
LL

i8t
nach  Kenner-Urten

Oualitat
Preiswürdigkeit

die  lohrende
deutsche  Sectsorie!

 

 

 

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Inh.  Dr.  F.  Lutze,

llollielerant  Sr.  Mujestüt  des  Kaisers  und  Konits.
Inhaber  der  silbernen  Staatsmedaille  des  Königlich  Preufs.  Kriegsministeriums,

  der  Königl.  Preufs.  Staatsmedaille  für  gewerbliche
Leistungen  u.  der  Kgl.  Sächs.  Staatsmedaille  für  gewerbl.  Verdienste.
Lielerant  der  Kolonial-Abtcilung  des  Auswärtigen  Amts  und  der
Kaiserlichen  Schutztruppen  für  den  gesamten  medizinischen  *
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        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Juni  1907.  #Üummer  11.

Diese  Zcitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Darselben  werden  als  Beihefte  beigetfügt  die-  mindestens
Inaatn  vuersetjähriich  Erlcheinenonn  „Mitteilungen  uns  den  deutschen  Schute  —*e  hornusgegeben  von

unckman.  Der  vie  eüsgmriine  Abonnememspreis  für  das  Peteabtan  mit  den  Beiheftn  babbetrt  beim  Dezt  7#  1
Post  1½  die  Shunossuel.  Mk.  3  direkt,  umer  Kireichann  durch  die  Verlagsbuchhandlung  M  ür  D  uchign  W
der  demschen  Schutzgebieie  und  Oserrreich  Ungarn,  Mk.  5.—  für  die  Länder  eln  Waepoer  ins.  —  Se  diutden  und  Aufragen
sind  an  die  Konsaene  Titondun  Dler  von  Wnst  M  Mittler  und  Sohn,  In#lar  SW6s8.  Kochstraße  68—71,  zu  vebgen

9  Inhalt:  Anttlicher  Teil:  Allerhöchste  Ordre,  beir.  Errichtung  des  Reichs-Nolonialamts.  Vom  17.  Mai  1907
S.  1  .  .  Allerhöchste  Ordre,  betr.  die  Stellvertretung  des  Reichskanzlers  im  Geschäftskreise  des  Keie  Kolonialamts.
Vom  17.  Mai  1907  S.  404.  —  Beschluß  de#  Bundesrats,  beir.  die  unter  der  Firma  „Debundscha-Pflanzung“  mil
dem  Sit  in  Berlin  gegründete  Kolonial=  Oleuichai  S.  404.  ·-  Belanntmachung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,  betr.
den  Gouvernementsrat.  Vom  19.  April  1  907  502.  2  des  Goubverr  von  D  tich  7  ns

Erhaliung  der  iim  unter  den  farbigen  nKhitern.  Vom  22.  Januar  1907  S.  502.  Desgleichen  ben-.  Gntreroang.
de  ar  p  betr.  die  Jagd  auf  Paradier  Sögel  in  Naiser-Wilhelmsland,  vom  27.  Dez.  1892.
Vom  15  W  1  S.  boun.  Verordnung.  des  Gouverneurs  von  Deutsch  Samoa,  betr.  die  Ernte  und  den  Verkauf

von  i*i  Vom  §.  März  1907  S#  503..  .  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  85  S.  503.  —  Kolonial  Hauptlasse  S.  508.

Pachtvertrag  S.  50§.

Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  513.  —  Patriotische  Gaben  S.  511.

Deulsch-RNeuguinea:  Eine  Reise  nach  Neu-  Mecklenburg  und  den  westlichen  Inseln  S.  511.  Die  Gazelle=Lalbinsel
  S.519.  »

ImmunnIunaesnnduninüchtcism——«1(ondc1  deusch-  --  Grenze  S.  520.

Togo:  Aufhebung  der  Quarantäne  über  den  Bez  irt  Anecho  S

Deutsch=  Südwestafrila:  Wissenschaftliche  Sammlung  S.  520.  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels

des  Schurgebiets  Deutich=  Südwestafrila  (ohne  Negierungsgüter)  im  I.  Viertel  des  Nalenderjahres  1906  im  Vergleich
mit  dem  Handel  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  521.

Nolonial=  Wirtichaftliches:  Frühjahrstagung  des  Kolonial  Wirtschaftlichen  Romitees  S.  523.  Aus  dem
Geichäftsbericht  der  Neu-Guinca=  Kompagnie  S.  520.  Jahresbericht  der  Jaluit.  Gesellschaft  für  1906  S.  529.
Chinarinde  und  Oansf  in  Deutsch-Ostafrika  S.  529.  —  Winke  für  Ananas  und  Bananenverwertung  S.  530.

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionagebieten:  Handel  Mogadord  (Marolko)  1906  S.  531.—  Einjuhrhandel
  der  Kaplolonie,  der  Orangeflußkolonie,  Natals  und  Transvaals  im  Jahre  1906  S.  532.  —  Der  Außenhandel
  Britiich  Weitairikas  im  Jahre  1905  S.  533.  Nord-Nigeria  im  Jahre  1905  06  S.  533.  —  Süd-Nigeria  im
Jahre  1805  5  S.  534..  Britisch-Neuguinea  im  Jahre  1905.  0  S.  535.  NReishandel  languns  (Burma)  1905  0  S.  5.
Die  Sesamernte  Britisch-Indien  19000,07  S.  536.  Kaffeemarkt  in  Santos  im  März  1907  S.  537.
Kautischulausyfuhr  aus  Para  und  Manaos  im  Jahre  1906  S.  538.—  Prämien  jür  Seidenzüchter  in  Brasilien  530.
Der  Baumwollanbau  und  die  Olfabrikation  im  Ferganagebiet  (Mintelasien)  S.  539.  —.  Aussichten  für  die  Kalavernte
in  *2  Dominikanischen  Republik  S.  540.—  Antkraftsetzung  der  neuen  Münzordnung  in  Britisch-O  stafrika  S.  5
And  derung.  der  bergbaulichen  Bestimmungen  in  Britisch  Ostafrika  S.  510.  —  Neue  Bergbaubestimmungen  in  Neusceland
  S.  540.  —  Beitimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen  in  Transbvaal  S.  510.  —  Herabsetzung  der  Zuschlagzolle
  fur  rumanischen  Zucker  im  Südafrikanischen  ollverein  S.  541.  —  Einfuhr#erbot  für  Kaurimuscheln  im  Uganda-Schurgebiel
  S.  541.  Vorschriften  für  die  Einfuhr  gewisser  Hiriknosen  in  Südnigeria  S.  511.

Verschiedene  Mitteilungen:  Verkehr  deutscher  Schisse  in  ausländischen  Häfen  währen  des  Jahres  1906
Alll  Zchifisverlehr  im  Hafen  von  ganzibar  1900  S.  *.  Literatur  S.  512.  —  Verkehrs-Nachrichten

7  Schiffsbewegungen  S.  515.  —  Kurse  deurscher  Kolonialwerte  S.47.—  Anzeigen.
erccccce  Amtlicher  Teilecccccc)
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

7“"

Qllerhöchste  Ordre,  betr.  Errichtung  des  Reichs-Kolonialamts.
Vom  17.  Mai  1907.

Ich  bestimme  hiermit,  daß  die  bisher  mit  dem  Auswärtigen  Amte  verbundene  Kolonial—
Abteilung  nebst  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen  fortan  eine  besondere,  dem  Reichskanzler
unmittelbar  unterstellte  Zentralbehörde  unter  der  Benennung  „Reichs-Kolonialamt“  zu  bilden  hat.

Wiesbaden,  den  17.  Mai  1907.
gez.  Wilhelm  I.  R.
An  den  Reichskanzler.  ggez.  Bülow.
        <pb n="574" />
        W  494  20

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  bisher  mit  der  Vertretung
des  Direktors  der  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts  beauftragten  Wirklichen  Geheimen  Rar
Dernburg  zum  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts  zu  ernennen.

Kllerhöchste  Ordre,  betr.  die  Stellvertretung  des  Reichskanzlers  im  Geschäftskreise
des  Beichs-Kolonialamts.
Vom  17.  Mai  1907.

Aif  Ihren  Antrag  will  Ich  den  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts,  Wirklichen
Geheimen  Rat  Dernburg,  mit  Ihrer  Stellvertretung  im  Geschäftskreise  des  Reichs-Kolonialamts
nach  Maßgabe  des  Gesetzes  vom  17.  März  1878  (Reichs-Gesetzbl.  Seite  7)  hierdurch  beauftragen.

Wiesbaden,  den  17.  Mai  1907.
gez.  Mlhelm  I.  B.
An  den  Reichskanzler.  ggez.  Bülow.

Beschluß  des  Bundesrats,  betreffend  die  unter  der  Firma  „Debundscha-Dflanzung“
mit  dem  Sitz  in  Berlin  gegründete  Rolonial-Gesellschaft.
In  Gemäßheit  des  §  11  des  Schuzgebietsgesetzes  vom  25.  Juli  1900  (Reichs-Gesetzbl.
1900,  Seite  813)  wird  nachstehendes  zur  öffentlichen  Kenntnis  gebracht:
Der  Bundesrat  hat  in  der  Sitzung  vom  11.  April  d.  Is.  beschlossen,  der  mit  dem  Sitze
in  Berlin  gegründeten  Kolonial-Gesellschaft  „Debundscha-Pflanzung“  auf  Grund  der  nachstehenden,
vom  Reichskanzler  genehmigten  Satzungen  die  Körperschaftsrechte  zu  verleihen.

Satzungen  der  Debundscha-Hflanzung.
1.  Allgemeine  Bestimmungen.
§5  1.  Unter  der  Firma  Debundscha-  Pflanzung  wird  auf  Grund  des  §  11  des  Schutgebietsgesetzes
  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  eine  Kolonialgesellschaft  errichtet.
§5  2.  Zweck  der  Gesellschaft  ist  die  Anlage,  Ubernahme  und  der  Betrieb  von  Land=  und
Plantagenwirtschaft,  der  Erwerb  und  die  Verwertung  von  Grundbesitz,  der  Betrieb  von  Handel  und
Gewerbe  sowie  der  Beteiligung  an  wirtschaftlichen  Unternehmungen  in  Kamerun  und  den  benachbarten
  Kolonien.
§5  3.  Die  Gesellschaft  hat  ihren  Sitz  und  allgemeinen  Gerichtsstand  in  Berlin.
§  4.  Die  Dauer  der  Gesellschaft  ist  nicht  beschränkt.
§*  5.  Die  Organe  der  Gesellschaft  sind:
der  Vorstand,
der  Aufsichtsrat,
die  Hauptversammlung.
§  6.  Die  Bekanntmachungen  der  Gesellschaft  erfolgen  rechtswirksam  durch  einmalige  Veröffentlichung
  im  „Deutschen  Reichsanzeiger".  Bei  bekannt  gemachten  Fristen  wird  der  Tag  der  Ausgabe
  des  Blattes  mitgerechnet.  ,
2.  Grundkapital.
8  7.  Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  beträgt  220  000  Mark,  eingeteilt  in  1100  Stamm—-—
anteile  der  Serie  A  über  je  200  Mark,  die  die  Nummern  1—1100  tragen.
Von  diesen  Anteilen  erhalten  die  Gründer  solche  im  Nominalbetrage  von  120  000  Mark.
Sie  bringen  für  diese  Anteile  die  ihnen  als  Miteigentümern  gehörigen,  am  Westabhange  des
Kamerun-Gebirges  in  Debundscha  im  Bezirk  Viktoria  belegenen  zwei  Grundstücke  nebst  Pflanzungen,
Baulichkeiten  und  Inventar  mit  allen  darauf  ruhenden  Rechten  und  Pflichten  und  allen  zu  dem  auf
ihre  gemeinschaftliche  Rechnung  geführten  Pflanzungsbetriebe  gehörigen  Aktiven  und  Passiven  nach
der  Bilanz  vom  30.  Juni  1905  in  die  Gesellschaft  ein.
Vom  1.  Juli  1905  ab  wird  der  Betrieb  als  auf  Rechnung  der  Gesellschaft  geführt  angesehen.
  Alle  seitdem  für  die  Gemeinschaft  der  Gründer  entstandenen  Aktiven  und  Passiven  gehen
auf  Rechnung  der  Debundscha-Pflanzung.
        <pb n="575" />
        W  495  20

Nach  der  Bilanz  vom  30.  Juni  1905  betragen  die  Aktiven,  nämlich
Wert  der  beiden  Grundstücke  mit  Pflanzungen,  Baulichkeiten  und  Inventar  1714  796,37  Mark,
der  Wert  der  vorhandenen  Bestände  an  Waren,  der  Barbestand  und  die

ausstehenden  Forderungen  ...........

—

8  388,97  -

zusammen  183  185,34  Mark,

die  Passiva  (Schulden)  6383  185,34
der  Reinwert  der  Einlgen  12206000—  Mark.

Von  den  Anteilen  erhält  ferner  Herr  Geyger  für  seine  Forderung  an  die  Firma
Linnell  &amp;amp;  Co.  in  Debundscha  zum  Ansgleich  49  446,05  Mark.  4

Die  übrigen  Anteile  in  Höhe  von  50  553,95  Mark  werden  binnen  8  Tagen  eingezahlt.

§*#  8.  Innerhalb  der  ersten  fünf  Jahre  nach  Konstituierung  der  Gesellschaft  kann  das  Grundkapital
  durch  Beschluß  des  Aufsichtsrats  bis  zum  Betrage  von  500  000  Mark  „Fünfhunderttausend
Mark“  erhöht  werden,  sofern  die  Erhöhung  lediglich  durch  Bareinlagen  geschehen  soll.  Im  übrigen
können  Erhöhungen  des  Grundkapitals  nur  im  Wege  der  Satzungsänderung  (§F§  41,  42,  51)  beschlossen
  werden.  Die  Erhöhung  des  Grundkapitals  geschieht  durch  Ausgabe  neuer  Anteilscheine  zu
200  Mark,  welche  als  Serie  B,  C  uff.  bezeichnet  werden.

*  9.  Auf  die  Anteile  der  späteren  Serien  sind,  soweit  nicht  etwa  andere  als  durch  Barzahlung
  zu  leistende  Einlagen  bedungen  sind,  25  v.  H.  zuzüglich  des  etwa  bedungenen  Aufgeldes
binnen  acht  Tagen  nach  Aufforderung  des  Aufsichtsrats  einzuzahlen.  Der  Rest  wird  in  drei  Raten  von
je  25  v.  H.  auf  Beschluß  und  Aufforderung  des  Aufsichtsrats  mit  vierwöchiger  Frist  und  der  Maßgabe
  eingefordert,  daß  zwischen  den  Zahlungsterminen  jedesmal  ein  Mindestzeitraum  von  einem
Jahre  liegt.  Wird  die  Zahlung  in  der  festgesetzten  Frist  nicht  geleistet,  so  kann  der  Säumige  zur
Zahlung  der  fälligen  Beträge  nebst  5  v.  H.  Zinsen  vom  Fälligkeitstermine  ab  im  Rechtswege  angehalten
  werden.  Statt  dessen  kann  nach  zweimaliger  Zahlungsaufforderung,  welche  in  gleicher  Frist
und  unter  Androhung  des  Ausschlusses  stattzufinden  hat,  durch  Beschluß  des  Aufsichtsrats  der  Säumige
leines  Anteils  zugunsten  der  Gesellschaft  für  verlustig  und  der  über  den  Anteil  ausgestellte  Schein
für  kraftlos  erklärt  werden.

Diese  Erklärung  wird  dem  Säumigen  schriftlich  mitgeteilt,  und  der  für  verfallen  erklärte
Anteil  wird  der  Gesellschaft  zugeschrieben;  die  letztere  ist  berechtigt,  ihr  zugeschriebene  Anteile  zu
verwerten.  Die  Geltendmachung  eines  weiteren  Schadens  ist  nicht  ausgeschlossen.

#§*  10.  Die  Inhaber  der  auszugebenden  Anteile  sowie  demnächst  deren  Rechtsnachfolger
bilden  die  Gesellschaft.

Die  Anteile  sind  unteilbar.

Einzelne  Mitglieder  können  nicht  auf  Teilung  klagen.

"  §  11.  Für  die  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  haftet  den  Glänbigern  nur  das  Gesellschaftsvermögen.


5  12.  Der  Zeichner  eines  Anteils  haftet  für  die  Zahlung  des  vollen  Nennbetrages,  falls
jedoch  der  Ausgabepreis  ein  höherer  ist,  dieses  Betrages.  Darüber  hinaus  haben  die  Mitglieder
der  Gesellschaft  keine  Verpflichtung.  «

Die  Zeichner  von  Auteilen  und  deren  Rechtsnachfolger  können  von  den  ihnen  obliegenden
Leistungen  nicht  befreit  werden  und  sind  nicht  besugt,  gegen  das  Recht  auf  diese  Leistungen  eine
Forderung  an  die  Gesellschaft  aufzurechnen.  !  #

#5  13.  Die  Urkunden  über  die  Anteile  der  Gesellschaft  (Anteilscheine)  lauten,  solange  dieselben
  nicht  voll  eingezahlt  sind,  auf  den  Namen  und  werden  mit  Angabe  der  Eigentümer  nach
Namen,  Stand  und  Wohnort  in  das  Stammbnch  der  Gesellichaft  eingetragen.

Nach  der  Vollzahlung  lanten  die  Anteilscheine  auf  den  Inhaber,  können  aber  auch  auf  den
Namen  umgeschrieben  werden  und  sind  dann  in  das  Stammbuch  der  Gesellschaft  einzutragen.

Mit  den  Anteilscheinen  erhält  der  Eigentümer  zugleich  die  Gewinnanteilscheine  auf  zehn
Jahre  und  einen  Ernenerungsschein  zur  Abhebung  neuer  Gewinnanteilscheine.

Die  Gewinnanteile  und  die  Ernenerungsscheine  lauten  stets  auf  dem  Inhaber.

&amp;amp;  14.  Solange  die  Anteile  nicht  vollgezahlt  sind,  gelten  nur  die  in  dem  Stammounch  der
Gesellschaft  Eingetragenen  der  Gesellschaft  gegenüber  als  Mitglieder.  4  ½*

Wenn  das  Eigentum  eines  Anteils  vor  der  Vollzahlung  auf  einen  anderen  übergeht,  so  ist
dies  unter  Vorlegung  des  Anteilscheines  bei  der  Gesellschaft  anzumelden  und  in  dem  Stammbuche
sowie  auf  dem  Anteilscheine  zu  vermerken.
        <pb n="576" />
        W  496  2O

5  15.  Durch  Zeichnung  oder  Erwerb  von  Anteilen  unterwerfen  sich  die  Mitglieder  für
alle  Streitigkeiten  mit  der  Gesellschaft  aus  dem  Gesellschaftsverhältnisse  dem  in  Berlin  zuständigen
Gerichte.

3.  Bilanz,  Ermittlung  und  Verwendung  des  Ertrages,  Reservefonds.

§  16.  Das  Geschäftsjahr  läuft  mit  dem  Kalenderjahr.  Das  erste  Geschäftsjahr  schließt
mit  dem  I1.  Dezember  1906.  Innerhalb  der  ersten  fünf  Monate  nach  Schluß  eines  Geschäftsjahres
wird  von  dem  Vorstand  die  Bilanz  für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr  gezogen.  Diese  muß  mit  der
Gewinn=  und  Verlustrechnung  und  mit  einem  den  Vermögenszustand  und  die  Verhältnisse  der  Gesellschaft
  entwickelnden  Bericht  des  Vorstandes  sowie  mit  dem  darüber  von  dem  Aufsichtsrate  zu  erstattenden
  Revisionsberichte  alljährlich  vor  dem  30.  Juni  der  Hauptversammlung  vorgelegt  werden.
Die  Bilanz  und  der  Bericht  des  Vorstandes  sind  nach  Prüfung  und  Genehmigung  durch  den  Aufsichtsrat
  mindestens  14  Tage  vor  der  Hauptversammlung  in  dem  Geschäftslokal  der  Gesellschaft  zur
Einsicht  der  Mitglieder  auszulegen.  Der  Hauptversammlung  ist  die  Genehmigung  der  Bilanz  sowie
die  Erteilung  der  Entlastung  für  die  Geschäftsführung  des  Vorstandes  und  des  Aussichtsrats
vorbehalten.

§*  17.  Der  durch  die  Bilanz  festgestellte  Reingewinn  wird  nach  Abzug  der  durch  den  Aufsichtsrat
  festgesetzten  Abschreibungen,  wie  folgt,  verwendet:

a)  5  v.  H.  werden  dem  ordentlichen  Reservefonds  zugeführt.

b)  Alsdaun  wird  auf  die  Anteile  ein  Gewinnanteil  bis  zu  5  v.  H.  verteilt.

c)  Von  dem  Überschuß  beziehen  die  Mitglieder  des  Vorstandes  und  die  Angestellten  der

Gesellschaft  die  etwaigenfalls  ihnen  vertraglich  zugesicherten  Gewinnanteile.

d)  Von  dem  verbleibenden  Betrage  sind  an  den  Aussichtsrat  10  v.  H.  als  Tantieme  Zu

zahlen.

#)  Der  Rest  wird  auf  die  Anteile  verteilt.

Die  Verteilung  des  Gewinnes  auf  die  Anteile  der  späteren  Serien  erfolgt  nach  Maßgabe
der  geleisteten  Einzahlungen.  Ist  eine  Einzahlung  im  Laufe  des  Geschäftsjahres  eingefordert  worden,
so  entfällt  auf  den  eingezahlten  Betrag  der  Gewinnanteil  nur  nach  Verhältnis  der  Zeit  von  der
Einzahlung  bis  zum  Ablaufe  des  Geschäftsjahres.

Die  Auszahlung  der  Gewinnanteile  erfolgt  spätesteus  am  1.  Juli  nach  dem  abgelaufenen
Geschäftsjahre.

Gewinnanteile,  die  innerhalb  4  Jahren  nach  der  Fälligkeit  nicht  erhoben  worden  sind,  verfallen
  zugunsten  der  Gesellschaft.

§*  18.  Der  ordentliche  Reservefonds  dient  zur  Deckung  eines  aus  der  Bilanz  sich  ergebenden
Verlustes  am  Gesellschaftskapital  sowie  zur  Bestreitung  von  anderen  unvorhergesehenen  und  anßerordentlichen
  Bedürfnissen  der  Gesellschaft.  Die  Uberweisungen  an  den  Reservefonds  hören  auf,  sobald
und  so  oft  er  die  Höhe  von  25  v.  H.  des  Grundkapitals  erreicht  hat.

Eine  besondere  Anlegung  des  Betrages  des  ordentlichen  Reservefonds  ist  nicht  erforderlich.

Das  bei  der  Ausgabe  neuer  Anteilscheine  der  Gesellschaft  etwa  zu  gewinnende  Aufsgeld
fließt  dem  ordentlichen  Reservefonds  zu.

4.  Verwaltung.
a.  Der  Vorstand.

5  19.  Der  Vorstand  vertritt  die  Gesellschaft  nach  außen  in  allen  Rechtsgeschäften  und
sonstigen  Angelegenheiten  einschließlich  derjenigen,  welche  nach  den  Gesetzen  eine  Sondervollmacht
erfordern.  Er  führt  die  Verwaltung  selbständig,  soweit  nicht  nach  dieser  Sagung  der  Aufsichtsrat
oder  die  Hauptversammlung  mitzuwirken  haben.  Dritten  gegenüber  ist  eine  Beschränkung  der  Vertretungsbefugnis
  des  Vorstandes  unwirksam.

5  20.  Der  Vorstand  wird  von  dem  Aufsichtsrat  zu  notariellem  Protokoll  bestellt.  Eine
Ausfertigung  des  notariellen  Protokolls  dient  als  Ausweis.

Besteht  der  Vorstand  aus  nur  einer  Person,  so  muß  diese,  besteht  er  aus  mehreren,  so  muß
die  Hälfte,  bei  ungerader  Zahl  die  Mehrheit  die  deutsche  Reichsangehörigkeit  besitzen.

Die  Bestellung  zum  Mitgliede  des  Vorstandes  ist  jederzeit  widerruflich,  unbeschadet  des
Anspruchs  auf  die  vertragsmäßige  Vergütung.
        <pb n="577" />
        W  497  20

*§  21.  Der  Vorstand  besteht  aus  einem  oder  mehreren  Mitgliedern;  wenn  der  Vorstand
aus  mehreren  Mitgliedern  besteht,  muß  der  Aussichtsrat  zu  notariellem  Protokoll  eines  der  Mitglieder
um  Vorsitzenden  des  Vorstandes  ernennen.

#§J#l  22.  Alle  Willenserklärungen,  welche  für  die  Gesellschaft  verbindlich  sein  sollen,  und  alle
Bekanntmachungen  der  Gesellschaft  sind,  wenn  der  Vorstand  nur  aus  einem  Mitgliede  besteht,  von
diesem  allein,  wenn  der  Vorstand  aus  mehreren  Mitgliedern  besteht,  von  zwei  Mitgliedern  des  Vorstandes
  und  einem  Prokuristen  abzugeben.  „  ·

Die  Firma  der  Gesellschaft  wird  in  der  Weise  gezeichnet,  daß  die'  Zeichnungsberechtigten
der  geschriebenen  oder  auf  mechanischem  Wege  hergestellten  Firma  der  Gesellschaft  ihre  Namensunterschrift
  hinzufügen,  und  zwar  die  Prokuristen  mit  einem,  das  Prokuraverhältnis  andentenden
Zusatz.  Ist  eine  Willenserklärung  gegenüber  der  Gesellschaft  abzugeben,  so  genügt  immer  die  Abgabe
gegenüber  einem  Mitgliede  des  Vorstandes  oder  dessen  zur  Abgabe  von  Willenserklärungen  für  die
Gesellschaft  berechtigten  Stellvertreter.

§  23.  Der  Vorstand  ernennt  und  entläßt  die  Beamten  der  Gesellschaft  mit  der  durch
*  30  Abs.  c)  und  2)  gegebenen  Einschränkung.  Zur  Erteilung  einer  Prokura  oder  einer  Gesamthandlungsvollmacht
  bedarf  er  der  Zustimmung  des  Aussichtsrats.  Diese  Beschränkung  hat  Dritten

gegenüber  keine  Wirkung.
.  b.  Der  Aufsichtsrat.

5  24.  Der  Aussichtsrat  besteht  aus  drei  bis  sieben  Mitgliedern.  Die  Mitglieder  müssen  wenigstens
zu  zwei  Dritteln  Angehörige  des  Deutschen  Reiches  sein.  Die  Mitglieder  des  Aussichtsrats  können  nicht
zugleich  Mitglieder  des  Vorstandes  oder  dauernd  Stellvertreter  von  Vorstandsmitgliedern  sein.  Nur
für  cinen  im  voraus  begrenzten  Zeitraum  kann  der  Aussichtsrat  einzelne  seiner  Mitglieder  zu  Stellvertretern
  behinderter  Vorstandsmitglieder  bestellen;  während  dieses  Zeitraumes  darf  dieser  eine
Tätigkeit  als  Mitglied  des  Aufsichtsrats  nicht  ausüben.

Die  Mitglieder  des  Aufsichtsrats  werden  durch  die  Hauptversammlung  gewählt.  Ihre  Wahl
erfolgt  auf  drei  Jahre.  Von  den  gewählten  Mitgliedern  scheidet  jährlich  ein  Drittel  aus.  Bis  die
Neihe  des  Austritts  durch  die  Amtsdauer  bestimmt  ist,  entscheidet  darüber  das  Los.  Die  Ausscheidenden
  sind  wieder  wählbar.

Scheidet  vor  Ablauf  der  Wahlzeit  ein  Mitglied  aus  irgend  einem  Grunde  aus,  so  können
die  verbleibenden  Mitglieder  eine  bis  zur  nächsten  ordentlichen  Hauptversammlung  gültige  Zuwahl
treffen.  Die  endgültige  Zuwahl  erfolgt  durch  die  Hauptversammlung  für  den  Rest  der  Wahlgeit
des  ausgeschiedenen  Mitgliedes.  Eine  Neuwahl  und  eine  Ersatzwahl  ist  nicht  erforderlich,  wenn
drei  Mitglieder  noch  vorhanden  sind.

Jedes  Mitglied  des  Aufsichtsrats  ist  berechtigt,  sein  Amt  jederzeit  durch  Erklärung  an  den
Vorstand  niederzulegen.  Die  Hauptversammlung  kann  die  Wahl  eines  Aussichtsratsmitgliedes  auch
vor  Ablauf  des  Zeitraumes,  für  welchen  die  Wahl  erfolgt  ist,  durch  einen  Beschluß,  welcher  einer
Mehrheit  von  drei  Vierteln  der  bei  der  Abstimmung  abgegebenen  Stimmen  bedarf,  widerrufen.

lber  die  Wahlen  zum  Aussichtsrat  ist  ein  notarielles  Protokoll  aufzunehmen.

§  25.  Der  Aufsichtsrat  wählt  jährlich  aus  seiner  Mitte  einen  Vorsitzenden  und  mindestens

einen  Stellvertreter,  und  zwar  unmittelbar  nach  der  ordentlichen  Hauptversammlung  durch  die  an
deren  Schluß  anwesenden  Mitglieder  des  Aufsichtsrats,  ohne  daß  es  dazu  der  Einberufung  einer
besonderen  Sitzung  des  Aufsichtsrats  bedarf.  4  #
Bei  Erledigung  eines  der  Amter  im  Laufe  des  Jahres  ist  unverzüglich  zu  einer  Neuwahl
"  schreiten?  Aufsichtsrat  hält  seine  Situngen  in  Berlin  ab  und  wird  von  dem  Vorsitzenden  durch
eingeschriebene  Briefe  unter  Angabe  der  Beratungsgegenstände  so  oft  berufen,  als  die  Geschäfte  es
erfordern.  Er  muß  binnen  einer  Woche  berufen  werden,  wenn  es  von  wenigstens  zwei  Mitgliedern
des  Aufsichtsrats  oder  von  einem  Vorstandsmitgliede  schriftlich  beantragt  wird.  #

Die  Mitglieder  des  Vorstandes  können  an  den  Sitzungen  des  Aussichtsrats  mit  beratender
Stimme  teilnehmen.  Auf  Beschluß  des  Aussichtsrats  sind  sie  zur  Teilnahme  verpflichtet  oder  von
der  Tei  ausgeschlossen.

t  veilnahme  ugelhosen  beschlußfähig,  wenn  mindestens  die  Hälfte  seiner  Mitglieder  anwesend

ist.  Alle  Mitglieder  des  Aufsichtsrats  haben  gleiches  Stimmrecht.  Die  Beschlüsse  werden  nach
Stimmenmehrheil  gefaßt.  Bei  Stimmengleichheit  gibt  die  Meinung  des  Vorsitzenden  den  Ausschlag.

lber  einen  in  dem  Berufungsschreiben  nicht  angegebenen  Gegenstand  kann  der  Aufsichtsrat
gültig  beschließen,  wenn  der  Beschluß  von  allen  anwesenden  Mitgliedern  genehmigt  wird.
        <pb n="578" />
        W  498  20

Auf  Aufforderung  des  Vorüitzenden  kann  der  Aussichtsrat,  auch  ohne  zu  einer  Sitzung  berufen
zu  werden,  durch  schriftliche  Stimmabgabe  beschließen;  jedoch  sind  solche  Beschlüsse  nur  wirksam,
wenn  sie  von  allen  Mitgliedern  übereinstimmend  gefaßt  werden.

§  26.  Der  Aufsichtsrat  beschließt  seine  Geschäftsordnung.

5  27.  Die  Erklärungen  des  Aufsichtsrats  sind  rechtsgültig  vollzogen,  wenn  sie  den  Namen
der  Gesellschaft  und  die  Worte  „Der  Aufsichtsrat“  unter  Beifügung  der  Namensunterschrift  des
Vorsitzenden  tragen.  Die  Unterschrift  des  Vorsitzenden  kann  durch  diejsenige  seines  Stellvertreters
und  eines  weiteren  Mitgliedes  des  Aufsichtsrats  ersetzt  werden.  Der  Aufsichtsrat  sowie  der  Vorsitzende
  desselben  und  sein  Stellvertreter  weisen  sich  durch  ein  auf  Grund  der  Wahlhandlung  ausgefertigtes
  notarielles  Zeugnis  aus.

5  28.  Der  Aufsichtsrat  überwacht  die  gesamte  Geschäftsführung  in  allen  Zweigen  der
Verwaltung  und  unterrichtet  sich  zu  diesem  Zweck  von  dem  Gange  der  Angelegenheiten  der  Gesellschaft.
  Er  kann  jederzeit  über  dieselben  Berichterstattung  von  dem  Vorstand  verlangen  und  durch
den  Vorsitzenden  oder  durch  einzelne  von  ihm  zu  bestimmende  Mitglieder  oder  auch  durch  dritte
Sachverständige  die  Bücher  und  Schriften  der  Gesellschaft  einsehen  und  prüfen,  sowie  den  Bestand
der  Gesellschaftskasse,  alle  sonstigen  Bestände  an  Wertpapieren,  Handelspapieren  und  Waren,  endlich
die  Betriebe  in  Kamerun  und  den  Nachbargebieten  an  Ort  und  Stelle  untersuchen.

§5  29.  Die  Mitglieder  des  Aussichtsrats  können  Ersatz  der  durch  Erfüllung  ihrer  Amtspflichten
  entstandenen  Auslagen  beanspruchen.  Über  die  Verteilung  der  ihnen  nach  §5  17  zustehenden
Tantième  entscheidet  der  Aussichtsrat.

§  30.  Dem  Aufsichtsrat  liegt  insbesondere  ob:

a)  Die  Prüfung  der  Bilanz  und  der  Gewinn=  und  Verlustrechnung  sowie  des  Geschäftsberichtes;



)  die  Feststellung  der  Grundsätze,  nach  welchen  die  Bilanz  aufzustellen  ist,  sowie  die  Feststellung

  der  Höhe  der  Abschreibungen  und  der  Rücklagen  nach  Maßgabe  des  §  17

der  Satzung;

die  Genehmigung  der  Verträge  bei  Erwerb,  Veräußerung  oder  Belastung  von  Grundstücken

  und  die  Genehmigung  der  Grundsätze  für  die  Ausnutzung  solcher  Liegenschaften;

die  Genehmigung  zum  Abschluß  von  Pacht=  und  Mietsverträgen  auf  länger  als  ein  Jahr
und  zu  einem  den  Betrag  von  5000  Mark  übersteigenden  jährlichen  Zins;

die  Genehmigung  zur  Erteilung  der  Prokura  und  einer  Gesamthandlungsvollmacht  sowie

zur  Anstellung  und  Entlassung  von  Beamten  mit  einem  Jahresgehalt  über  3000  Mark:

die  Entscheidung  über  die  Anlegung  des  Reservefonds  und  der  Gelder,  die  zum  Geschäftsbetrieb
  nicht  erforderlich  sind;

die  Genehmigung  aller  sonstigen  Verträge,  welche  der  Gesellschaft  Verpflichzungen  für

eine  längere  Zeit  als  drei  Jahre  auferlegen;

)  die  Überwachung  und  Entlastung  der  Angestellten  der  Gesellschaft  und  die  Genehmigung
allgemeiner  Vorschriften  für  die  Verwaltung,  insbesondere  das  Kassen=  und  Rechnungswesen
  der  Betriebe  im  Schuszgebiet;

i)  der  Erlaß  einer  Geschäftsordnung  für  den  Vorstand;

k)  die  Genehmigung  der  vom  Vorstande  vorzulegenden  Voranschläge  für  die  Einnahmen
und  Ausgaben  der  Verwaltung;

)  die  Befugnis,  die  Hauptversammlung  zu  berufen  und  deren  Tagesordnung  festzusetzen
und  die  Vorlagen  festzustellen;

m)  die  Abordnung  eines  oder  mehrerer  Mitglieder  des  Aufsichtsrats  zu  bestimmten  Geschäften,
insbesondere  zur  Revision  der  von  dem  Vorstande  geführten  Bücher  und  Kassen  sowie
zur  Revision  der  Jahresbilanz;

Mn)  die  Bestellung  eines  oder  mehrerer  engerer  Ausschüsse  aus  der  Mitte  des  Ausfsichtsrats
und  die  Ubertragung  einzelner  Geschäfte  oder  Gattungen  derselben  an  diese  Ausschüsse
durch  Sondervollmacht.

§*  31.  Der  Aussichtsrat  ist  befugt,  die  Gesellschaft  bei  der  Bornahme  von  Rechtsgeschäften
mit  den  Vorstandsmitgliedern  zu  vertreten  und  gegen  die  letzteren  die  von  der  Hauptversammlung
beschlossenen  Rechtsstreitigkeiten  zu  führen  (§  40  Abs.  4).

1v.

2  2
—  1  □
7  S

—
—

—
        <pb n="579" />
        W  499  20

»  5  32.  Über  die  Verhandlungen  und  Beschlüsse  des  Aussichtsrats  ist  ein  von  dem  Vorsibenden
  und  mindestens  einem  zweiten  Mitgliede  zu  unterzeichnendes  Protokoll  zu  führen.

[c.  Die  Hauptversammlung.

—  #5*  33.  Die  Hauptversammlung  vertritt  die  Gesamtheit  der  Gesellschaftsmitglieder.  Ihre
Beschlüsse  und  Wahlen  sind  für  alle  Mitglieder  verbindlich.

*  8:  Die  Hauptversammlungen  werden  in  Berlin  abgehalten.  Sie  werden  von  dem
Aussichtsrat  oder  dessen  Vorsitzendem  oder  von  dem  Vorstande  berufen.  Die  Einladung  zur  Hauptversammlung
  geschieht  durch  einmalige  Bekanntmachung  im  Deutschen  Reichsanzeiger.  In  allen
Hällen  ist  bei  der  Einladung  die  Angabe  des  Gegenstandes  der  Verhandlung  erforderlich.  Die
Bekanntmachung  muß  spätestens  am  zehnten  Tage  vor  dem  Tage  der  Hauptversammlung,  sofern
aber  dieser  Tag  ein  Sonntag  oder  staatlich  anerkannter  Feiertag  ist,  spätestens  an  dem  diesem  vorangehenden
  Werktage  erlassen  werden.  Mängel  der  Form  und  Frist  der  Berufung  gelten  als  geheilt,
sofern  sämtliche  Anteile  in  der  Hauptversammlung  vertreten  sind  und  die  Mängel  nicht  von  einem
anwesenden  Mitgliede  ausdrücklich  gerügt  werden.

Im  Handelsregister  eingetragene  Firmen,  welche  Mitglieder  sind,  werden  durch  eine  der
nach  dem  Handelsregister  zu  ihrer  Vertretung  befugten  Personen  in  der  Hauptversammlung  vertreten
auch  wenn  sonst  diese  nach  der  Eintragung  im  Handelsregister  nur  gemeinschaftlich  mit  einer  anderen,
Person  zur  Vertretung  befugt  ist.

Ein  Mitglied  kann,  soweit  nicht  gesetzliche  Vertretung  oder  Vertretung  durch  einen  Handlungsbevollmächtigten
  oder  die  Vertretung  von  Ehefrauen  durch  ihre  Ehemänner  und  von  Witwen  durch
ihre  volljährigen  Söhne  in  Frage  kommt,  durch  jeden  Dritten  in  der  Hauptversammlung  vertreten
werden.  Die  Vollmacht  bedarf  der  schriftlichen  Form.  Sie  ist  spätestens  am  Tage  der  Hauptversammlung
  dem  Vorstande  zur  Prüfung  vorzulegen.  ,

§35.NachVollzahlungderAntcilcköuncnInn-solcheMitglieder-inderHattptvcrfammlnng
dasStimmrechtausübt-n,derenAnteileaufdcananusnjunge-schriebenundindasStammbuchdcr
Gesellschaft  eingetragen  sind  (§  13  Abs.  2)  oder  welche  ihre  auf  den  Inhaber  lantenden  Anteilscheine
spätestens  am  dritten  Tage  vor  dem  Tage  der  Hauptversammlung  bis  4  Uhr  nachmittags,  sofern
aber  dieser  Tag  ein  Sonntag  oder  staatlich  anerkannter  Feiertag  ist,  spätestens  an  dem  diesem  vorangehenden
  Werktage  bei  dem  Vorstande  oder  bei  anderen  vom  Aufsichtsrat  zu  bestimmenden  und  in
der  öffentlichen  Bekanntmachung  zu  bezeichnenden  Stellen  unter  Beifügung  eines  doppelt  ausgefertigten,
  zahlenmäßig  geordneten  Verzeichnisses  der  Nummern  der  Anteilscheine  hinterlegt  haben
und“  die  Anteilscheine  bis  zur  Beendigung  der  Hauptversammlung  daselbst  belassen.  In  gleicher
Weise  können  statt  der  Anteilscheine  von  der  Reichsbank  öder  einem  deutschen  Notar  ausgestellte
Depotscheine  hinterlegt  werden.

36.  In  der  Hauptversammlung  berechtigt  jeder  Anteil  zu  einer  Stimme.
ê½m!)  8  37.  Den  Vorsitz  in  der  Hauptversammlung  führt  der  Vorsitzende  des  Aufsichtsrats  oder
im  Falle  seiner  Verhinderung  sein  Stellvertreter  oder,  wenn  auch  dieser  verhindert  ist,  ein  anderes
der  anwesenden  Mitglieder  des  Aussichtsrats,  von  denen  immer  das  an  Jahren  lteste  Mitglied  vor
den  übrigen  das  Vorrecht  zur  Übernahme  des  Vorsitzes  hat.  Der  Vorsitzende  leitet  die  Verhandlungen
bestimmt  die  Reihenfolge  der  Gegenstände  der  Tagesordnung  sowie  die  Art  der  Abstimmung  und
ernennt  die  Stimmzähler.  ·

Über  Gegenstände,  welche  nicht  auf  die  Tagesordnung  gesetzt  worden  sind,  können  Beschlüsse
nicht  gefaßt  werden;  hiervon  ist  jedoch  der  Beschluß  über  den  in  einer  Hauptversammlung  gestellten
Antrag  auf  Berufung  einer  anßerordentlichen  Hauptversammlung  ausgenommen.  2êçr•#

,  Mitglieder,  welche  in  der  Hauptversammlung  zusammen  mindestens  den  zwanzigsten  Teil
des  Gesamtbetrages  der  Stimmen  zu  führen  berechtigt  sind,  können  in  einer  von  ihnen  unterzeichneten
Eingabe  verlangen,  daß  Gegenstände,  die  zur  Zuständigkeit  der  Hauptversammlung  gehören,  zur
Beschlußfassung  angekündigt  werden.  Diese  Gegenstände  sind  auf  die  Tagesordnung  der  nächsten
Hauptversammlung  zu  seten.

Wird  das  Verlangen  nach  erfolgter  Einberufung  der  Hauptversammlung  gestellt,  so  müssen
solche  Anträge  auf  Erweiterung  der  Tagesordnung  mindestens  eine  Woche  vor  dem  Tage  der  Hauptversammlung
  bei  dem  Vorstande  eingereicht  sein.  Sie  sind  alsdann  nachträglich  auf  die  Tagesordnung
  der  anberaumten  Hauptversammlung  zu  setzen,  und  es  ist  dies  mindestens  am  vierten  Tage
vor  dem  Tage  der  Hauptversammlung,  sofern  dieser  Tag  ein  Sonntag  oder  staatlich  anerkannter
Feiertag  ist,  am  nächstvorhergehenden  Werktage  bekannt  zu  machen.
        <pb n="580" />
        W  500  20

§  38.  Zeder  Gesellschafter,  der  im  Stammbuch  (§  13  Abf.  2)  eingetragen  ist  oder  einen
Aneeisschein  bei  der  Gesellschaft  hinterlegt,  kann  verlangen,  daß  ihm  auf  seine  Kosten  die  Berufung
zur  Hauptversammlung  und  die  Tagesordunng,  sobald  deren  öffentliche  Bekanntmachung  erfolgt,
durch  eingeschriebenen  Brief  besonders  mitgeteilt  wird.  Die  gleiche  Mitteilung  kann  er  auf  seine
Kosten  über  die  in  der  Hauptversammlung  gefaßten  Beschlüsse  verlangen.

§5  39.  In  jedem  Jahre  findet  eine  ordentliche  Hauptversamlung  vor  Ablauf  des  Monats
Juni  statt.  Eine  anßerordentliche  Hauptversammlung  wird  berufsen,  so  oft  es  im  Interesse  der  Gesellschaft
  erforderlich  ist.  Sie  muß  unverzüglich  gemäß  den  Bestimmungen  des  §  34  Abs.  1  berusen
  werden:

1.  wenn  von  einer  Hauptversammlung  ein  dahingehender  Beschluß  gefaßt  ist  (§  37  Abs.  2);
2.  wenn  Mitglieder,  deren  Anteile  zusammen  den  20.  Teil  des  Grundkapitals  erreichen,
und  welche  diese  Anteile  bei  dem  Vorstande  hinterlegt  haben,  die  Einberufung  fordern
und  dem  Vorstande  zur  Vorlage  an  die  Hauptversammlung  einen  schriftlichen  Antrag
einreichen,  dessen  Gegenstand  innerhalb  der  Zuständigkeit  der  Hauptversammlung  liegt;
3.  wenn  die  Abänderung  des  Gegenstandes  des  Unternehmens,  die  Auflösung  der  Gesellschaft

  oder  die  Verwertung  des  Gesellschaftsvermögens  durch  Veräunßerung  des  Vermögens
im  ganzen  beschlossen  werden  soll.

§5  40.  In  der  ordentlichen  Hauptversammlung  werden  der  Geschäftsbericht  des  Vorstandes
und  die  Bemerkungen  des  Aufsichtsrats  über  den  Abschluß  des  abgelaufenen  Rechnungsjahres  Zur
Erörterung  gebracht.  Alsdann  wird  über  die  Genehmigung  des  Abschlusses  und  über  die  Vorschläge
  über  die  Verteilung  eines  Reingewinns  Beschluß  gefaßt.  Sodann  werden  die  fälligen
Wahlen  vollzogen.

Die  Bilanz  nebst  Gewinn=  und  Verlustrechnung  mit  dem  Geschäftsberichte  des  Vorstandes
und  den  Bemerkungen  des  Aufsichtsrats  muß  während  zwei  Wochen  vor  der  Versammlung  in  den
Geschäftsrehumen  der  Gesellschaft  zur  Einsicht  eines  jeden  Mitgliedes  ausgelegt  werden.

Die  Hauptversammlung  ist  berechtigt,  wenn  die  Bilanz  nicht  sogleich  genehmigt  wird,  einen
Ausschuß  zur  Nachprüfung  zu  ernennen.

Die  Hauptversammlung  ist  ferner  berechtigt,  über  die  Geltendmachung  von  Ansprüchen  der
Gesellschaft  aus  der  Verantwortlichkeit  der  Mitglieder  des  Vorstandes  oder  der  Mitglieder  des  Aufsichtsrats
  und  über  die  zu  diesem  Zwecke  einzuleitenden  Schritte  Beschlüsse  zu  fassen  und  zu  deren
Ausführung  bevollmächtigte  Vertreter  zu  wählen.  Ansprüche  dieser  Art  müssen  geltend  gemacht
werden,  wenn  es  in  der  Hauptversammlung  mit  einfacher  Stimmenmehrheit  beschlossen  oder  von
einer  Minderheit,  die  mindestens  den  zehnten  Teil  des  Grundkapitals  vertritt,  verlangt  wird.  Die
Ansprüche  m  in  5  Jahren  von  der  den  Anspruch  begründeten  Handlung  oder  Unterlassung  an.

Ist  die  Geltendmachung  des  Anspruchs  von  der  Minderheit  verlangt,  so  können  die  von
ihr  bezeichneten  Personen  durch  das  Gericht  als  deren  Vertreter  zur  Führung  des  Rechtsstreits  bestellt
  werden.

8  41.  Die  Hauptversammlung  beschließt  ferner  über  Abänderungen  und  Ergänzungen  der
Satzungen.

#*l  42.  Die  Beschlüsse  der  Hauptversammlung  bedürfen  der  Mehrheit  der  bei  der  Abstimmung
abgegebenen  Stimmen  (einfache  Stimmenmehrheit).  Bei  Stimmengleichheit  gibt  die  Stimme  des
Vorsitzenden  den  Ausschlag.

Die  Abänderung  des  Gegenstandes  des  Unternehmens,  die  Auflösung  der  Gesellschaft,  die
Verwertung  des  Gesellschaftsvermögens  durch  Veräußerung  des  Vermögens  im  ganzen  sowie  die
Herabsetzung  des  Grundkapitals  bedarf  einer  Vertretung  von  mindestens  drei  Vierteln  des  Gesellschaftskapitals
  in  der  Versammlung  sowie  einer  Mehrheit  von  wenigstens  zwei  Dritteln  der  in  der  Versammlung
  vertretenen  Geschäftsanteile.

Falls  in  der  Versammlung  drei  Viertel  des  Grundkapitals  nicht  vertreten  sind,  wird  innerhalb
  sechs  Wochen  eine  zweite  Hauptversammlung  einberufen,  welche  in  jedem  Falle  beschlußfähig
ist.  Bei  der  Einberufung  der  zweiten  Hauptversammlung  ist  auf  diesen  Umstand  besonders  hinzuweisen.
  Auch  hier  ist  eine  Stimmenmehrheit  von  zwei  Dritteln  zur  Gültigkeit  der  Beschlüsse
erforderlich.

Sonstige  Abänderungen  und  Ergänzungen  der  Satungen  bedürfen  ebenfalls  einer  Mehrheir
von  wenigstens  zwei  Dritteln  der  bei  der  Abstimmung  abgegebenen  Stimmen.

Die  Wahlen  finden,  sofern  sie  nicht  durch  Zuruf  einstimmig  erfolgen,  mittels  Abgabe  von
Stimmzetteln  nach  einfacher  Stimmenmehrheit  statt.  Ist  diese  bei  der  ersten  Wahlhandlung  nicht  zu
        <pb n="581" />
        V  501  20

erreichen,  so  findet  eine  engere  Wahl  unter  denjenigen  statt,  welchen  die  beiden  höchsten  Stimmzahlen
  zugefallen  sind.  Bei  gleicher  Stimmenzahl  in  der  engeren  Wahl  eutscheidet  das  Los.

§  43.  Ergibt  sich  bei  der  Aufstellung  der  Jahresbilanz  oder  einer  Zwischenbilanz,  daß  die
Hälite  des  Grundkapitals  verloren  ist,  so  ist  unverzüglich  eine  Hauptversammlung  zu  berufen  und
dieser  davon  Anzeige  zu  machen.  Glaubt  der  Vorstand,  daß  die  Voraussetzung  der  vorstehenden
Bestimmungen  vorliegt,  so  hat  er  unverzüglich  die  Berufung  einer  Aufsichtsratssitzung  zu  beantragen.
4  §5  44.  Das  Protokoll  der  Hauptversammlung  wird  von  einem  Notar  ausgenommen  und
ist  von  dem  Vorsitenden  und  den  Stimmzählern  zu  unterzeichnen.  In  dasselbe  werden  nur  die
Ergebnisse  der  Verhandlungen  ausgenommen.

5.  Auflösung  und  Herabsetzung  des  Grundkapitals.
15.  Die  Auflösung  der  Gesellschaft  erfolgt:
auf  Beschluß  der  Hauptversammlung;
bei  Eröffnung  des  Konkurses  über  das  Vermögen  der  Gesellschaft;
.  wenn  die  Zahl  der  Mitglieder  auf  weniger  als  drei  herabsinkt.
46.  Für  die  Liquidation  gelten  die  Vorschriften  der  §§  48  und  49  des  Bürgerlichen

„

8

Gesetzbuchs.

Der  nach  Tilgung  der  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  verbleibende  Betrag  wird  den  Mitgliedern
  nach  Verhältnis  ihrer  Einlagen  ausgezahlt.

5  47.  Die  Verteilung  darf  nicht  eher  vollzogen  werden,  als  nach  Ablauf  eines  Jahres,
von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem  die  Auflösung  der  Gesellschaft  unter  Aufforderung  der
Gläubiger,  sich  bei  ihr  zu  melden,  im  Deutschen  Reichsanzeiger  bekannt  gemacht  worden  ist.  Bekannte
  Gläubiger  sind  auch  dann  zu  befriedigen,  wenn  sie  sich  nicht  melden.  Im  übrigen  wird
nach  §  52  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  verfahren.  ,  ·

8  418.  Auf  Grund  einer  Herabsetzung  des  Grundkapitals  dürfen  Zahlungen  an  die  Mit—
glieder  der  Gesellschaft  nicht  eher  erfolgen,  als  nach  Ablauf  eines  Jahres,  von  dem  Tage  an  ge—
rechnet,  an  welchem  der  Beschluß  auf  Herabsetzung  des  Grundkapitals  unter  Aufforderung  der
Gläubiger  der  Gesellschaft,  sich  bei  ihr  zu  melden,  im  Reichsanzeiger  bekannt  gemacht  ist,  und  nachdem
  die  Gläubiger,  die  sich  gemeldet  haben,  befriedigt  oder  sichergestellt  sind.  Eine  durch  Herabsetng
  bs  anschhrcin  bezweckte  Befreiung  der  Mitglieder  von  der  Verpflichtung  zur  Leistung

u  Einzahlungen  von  ihnen  über  ne  ile  tritt  ni  de  «
Kam  zuungen  auf  die  von  ihnen  übernommenen  Anteile  tritt  nicht  vor  dem  begeichneten  Zeitder
  Geiechin.  Bis  zur  Beendigung  der  Liquidation  verbleibt  es  bei  der  bisherigen  Organisation

6.  Aufsichtsbehörde.

81050.  Die  Anssicht  über  die  Gesellschaft  wird  von  dem  Reichskauzler  (8  ärtiges
Kolonialabteilung)  geführt,  der  zu  diesem  Behe  einen  oder  mehrer  aierei  ginswürtiges  #n,
Die  Kommissare  sind  berechtigt,  auf  Kosten  der  Gesellschaft  an  den  Situngen  des  Ausfsichtsrats  und
an  den  Hauptversammlungen  teilzunehmen,  die  Aufnahme  bestimmter  Gegenstände  in  die  Tagesordnung
  der  Hauptversammlungen  (ordentlichen  wie  anßerordentlichen)  sowie  von  dem  Vorstande  boer
dem  Aussichtsrate  jederzeit  Berichterstattung  über  die  Angelegenheiten  der  Gesellschaft  zu  verlangen
auch  deren  Bücher  und  Schriften  einzusehen,  oder  durch  einen  Bevollmächtigten  einsehen  zu  lahen,
oder  —  gleichfalls  auf  Kosten  der  Gesellschaft  eine  Revision  der  Geschäftsführung  durch  einen
oder  mehrere  Sachverständige  anzuordnen,  sowie  auf  Kosten  der  Gesellschaft,  wenn  dem  Verlangen
dazu  berechtigter  Mitglieder  der  Gesellschaft  auf  Berufung  der  Hauptversammlung  gemäß  *  39  Nr.  2
nicht  entsprochen  wird,  oder  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  eine  Sitzung  des  Aussichtsrats  *
eine  außerordentliche  Hauptversammlung  zu  berufen.

⅜.  *  51.  Die  Anssicht  beschränkt  sich  daranf,  daß  die  Geschäftsführung  der  Gesellschaft  im
Einklange  mit  den  gesetzlichen  Vorschriften  und  den  Bestimmungen  der  Satzungen  erfolgt.  Die  Genehmigung
  der  Aussichtsbehörde  ist  erforderlich:

1.  zur  Aufnahme  von  Anleihen  und  zur  Ausgabe  von  Schuldverschreibungen;

2.  zu  allen  Abänderungen  oder  Ergänzungen  der  Satzungen,  zur  Auflösung  des  Unternehmens

  sowie  zur  Verwertung  des  Gesellschaftsvermögens  durch  Veräußerung  im  ganzen.

Wird  vom  Aufsichtsrat  eine  Erhöhung  des  Grundkapitals  gemäß  §  8  Absatz  1  beschlossen,
so  hat  er  von  diesem  Beschlusse  der  Aufsichtsbehörde  Anzeige  zu  erstatten.
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        502  206

7.  Ubergangsbestimmungen.

5  52.  Unmittelbar  nach  der  notariellen  Vollziehung  des  Gesellschaftsvertrages  konstituieren
sich  die  anwesenden  bzw.  vertretenen  Gesellschafter  ohne  weitere  Formalitäten  als  erste  Hauptversammlung,
  um  insbesondere  die  Mitglieder  des  Aussichtsrats  zu  wählen.  Dieser  hat  alsbald  die
Genehmigung  des  Gesellschaftsvertrages  beim  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonialabteilung)
und  die  im  Schutzgebietsgesetz  vorgesehene  Verleihung  der  Rechtsfähigkeit  durch  den  Bundesrat  nachzusuchen.
  Der  Aufsichtsrat  wird  ermächtigt,  Abänderungen  oder  Ergänzungen  dieser  Satzungen,
welche  etwa  von  der  Ausfsichtsbehörde  gefordert  werden  könnten,  rechtsgültig  vorzunehmen.

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,  betr.  den  GCouvernementsrat.
Vom  19.  April  1907.
Auf  Grund  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  24.  Dezember  1903,  betr.  die  Bildung
von  Gounvernementsräten,  werden  hiermit  für  die  Zeit  bis  zum  31.  März  1908  als  außeramtliche
Mitglieder  des  Gonvernementsrats  für  Kamerun  berufen:

A.  als  außeramtliche  Mitglieder:  B.  als  stellvertretende  außeramtliche

 

Mitglieder:
1.  Missionar  Stolz  in  Duala,  10.  Missionar  Gutbrod  in  Buca,
2.  Missionar  Pater  Gippert  in  Duala,  11.  Missionar  Pater  Banken  in  Groß-Batanga,
3.  Pfllanzungsdirektor  van  de  Loo  in  Viktorin,  12.  Pflanzungsdirektor  Röhricht  in  Viktoria,
4.  Pflanzungsdirektor  Weiler  in  Bibundi,  13.  Pflanzungsdirektor  Volley  in  Idenan-Sanje,
5.  Kaufmann  Enke  in  Duala,  14.  Kaufmann  Diehl  in  Duala,
6.  Kaufmann  Muth  in  Kribi,  15.  Kaufmann  Sonnenberg  in  Kridi,
7.  Kaufmann  Paschen  in  Longji,  16.  Kaufmann  Albrecht  in  Kribi,
8.  Kaufmann  Steinhausen  in  Viktoria,  17.  Kaufmann  Reimers  in  Viktoria,
9.  Kaufmann  Steyer  in  Duala.  18.  Kaufmann  Tietze  in  Duala.

 

Buca,  den  19.  April  1907.
Der  stellvertretende  Gonverneur.
Im  Auftrage:
Kalkmann.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Meuguinea,  betr.  Erhaltung  der  Dissiplin
unter  den  farbigen  Rrbeitern.
Vom  22.  Jannar  1907.
Auf  Grund  des  §  15  Absatz  2  und  3  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,
Seite  813)  in  Verbindung  mit  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  vom  27.  September  1903  (Kolonialblatt  Seite  509)  wird  für  das  Schutzgebiet
Deutsch-Neuguinca  mit  Ausschluß  des  Inselgebietes  der  Karolinen,  Palan,  Marianen,  Marschall-,
Brown=  und  Providence-Inselu  folgendes  bestimmt:
§5  1  der  Verordnung,  betreffend  die  Erhaltung  der  Disziplin  unter  den  farbigen  Arbeitern
vom  20.  Juni  1900  erhält  folgenden  Zusatz  (Absatz  III):
Farbige,  die  nicht  entsprechend  der  Verordnung,  betreffend  die  Ausführung  und
Anwerbung  von  Eingeborenen  als  Arbeiter  in  Deutsch-Neugninea  vom  31.  Juli  1901
angeworben  sind,  unterliegen  der  disziplinaren  Bestrafung  nur  denn,  wenn  der  Verwaltungsbehörde
  des  Arbeitsortes  die  Abschrift  eines  mit  ihnen  geschlossenen  Arbeitsoder
  Dienstvertrages  seitens  des  Arbeitgebers  vorgelegt  worden  ist.
Herbertshöhe,  den  22.  Jannar  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
gez.  Hahl.
        <pb n="583" />
        G  503  2c0

Verordnung  des  GCouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  Kbänderung  der
Verordnung  des  Landeshauptmanns,  betr.  die  Jagd  auf  Daradiesvögel  in  RKaiser-Wilhelmsland,
  vom  27.  Dezember  1892.

Vom  13.  März  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  seemannsamtlichen  und  konsularischen
Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,
vom  27.  September  1903,  bestimme  ich  hiermit  für  den  Bezirk  Kaiser-Wilhelmsland,  was  folgt:

·  §1.Dor§2bot-VerordnungdesLandcsl)auptmanns,bot1«.dicJagdaanamdiesvögcl
in  Kaiser-Wilhelmsland,  vom  27.  Dezember  1892  wird  abgeändert,  wie  folgt:

Für  den  Erlaubnisschein  sind  nachstehende  Gebühren  zu  entrichten:

für  ein  Kalenderahr.  1060  Mark,
2.  für  ein  halbes  Kalenderjlaahr  90
3.  für  ein  Kalenderviertellaahr.  50

Beträgt  die  Zahl  der  zugelassenen  eingeborenen  Gehilfen  mehr  als  einen,  oder  wird  die
Jagd  gewerbsmäßig  ausgeübt,  so  werden  die  Bedingungen,  unter  welchen  der  Erlaubnisschein  erteilt
wird,  in  jedem  Falle  durch  den  Gouverneur  oder  durch  den  von  ihm  ermächtigten  Beamten  festgesetzt.
8  2.  Diese  Verordnung  tritt  am  1.  April  1907  in  Kraft.
Herbertshöhe,  den  13.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Hahl.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa,  betr.  die  Ernte  und  den  Verkauf
von  Kopra.
Vom  8.  März  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §5  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betr.  die  seemannsamtlichen
  und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten
Afrikas  und  der  Südsee  (Kol.  Bl.  Seite  509),  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

5  1.  Kopra  darf  nur  aus  abgefallenen,  reifen  Kokosnüssen  hergestellt  werden.

*½*  #§*l  2.  Der  Kauf  und  Verkauf  von  Kopra,  die  nicht  nach  der  Vorschrift  des  §  1  hergestellt
ist,  sowie  der  Kauf  und  Verkauf  von  unreifen  Kokosnüssen  (niu  sami,  grüne  Nüsse)  ist  verboten.
·  «  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe
bis  zu  2000  Mark  oder  mit  Gefängnis  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.

Händlern,  die  dreimal  wegen  Zuwiderhaudlung  gegen  die  Vorschriften  dieser  Vo
bestraft  sind,  kann  die  Konzession  entzogen  werden.

Apia,  den  8.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Solf.

—2

rorduung

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  beim  Reichs-Kolonialamt
zu  ernennen:  Den  #bisherigen  Gouverneur  von  Deutsch-Südwestafrika  v.  Lindequist  zum  Unterstaatssekretär,
  den  bisherigen  Königlich  Preußischen  Geheimen  Ober-Finanzrat  Dr.  Conze  zum
Direktor  mit  dem  Range  eines  Rates  1.  Klasse,  den  bisherigen  Königlich  Preußischen  Regierungsund
  Baurat  Baltzer  zum  Geheimen  Baurat  und  vortragenden  Rat,  den  bisherigen  ersten  Referenten
beim  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  Geheimen  Regierungsrat  Haber  zum  Geheimen  Regierungsrat
  und  vortragenden  Rat,  den  früheren  kommissarischen  Oberrichter  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets,
  Hamburgischen  Amtsrichter  Dr.  Anton  Meyer  zum  Geheimen  Regierungsrat  und  vortragenden
  Rat,  den  bisherigen  ständigen  Hilfsarbeiter  Legationsrat  Dr.  Heinke  zum  Geheimen
Regierungsrat  und  vortragenden  Rat,  die  Regierungsräte  Oßwald  und  Brückner  sowie  den

3
        <pb n="584" />
        504  20

Privatdozenten  an  der  Königlichen  Universität  Berlin  Dr.  Zoepfl  zu  Regierungsräten  und  ständigen
Hilfsarbeitern,  sämtlich  in  der  Zivilverwaltung,

sowie  den  bisherigen  Kriegsgerichtsrat  Dr.  Ernst  vom  Generalkommando  des  dritten  Armeekorps
  zum  Geheimen  Regierungsrat  und  vortragenden  Rat,  den  bisherigen  Feldintendanten  der
Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  Nachtigall  zum  Geheimen  Regierungsrat  und  vortragenden
Rat,  den  bisherigen  Militär-Intendanturrat  Markmann  zum  Geheimen  Regierungsrat  und  vortragenden
  Rat,  den  bisherigen  Militär-Intendanturrat  Schmidt  und  den  bisherigen  Militär-Intendantur-Assessor
  Kuhn  zu  Regierungsräten  und  ständigen  Hilfsarbeitern,  sämtlich  in  der  Militärverwaltung
  (Kommando  der  Schutztruppen).

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  ferner  Allergnädigst  geruht,  den  bisherigen  Geheimen
Legationsrat  z.  D.  v.  Schuckmann  zum  Gouverneur  von  Deutsch-Südwestafrika  zu  ernennen.

Der  Wirkliche  Legationsrat  und  vortragende  Rat  Herr  Dr.  Schnee  ist  mit  Wahrnehmung
von  Direktorialgeschäften  beim  Reichs-Kolonialamt  beauftragt  worden.

Die  bisher  in  der  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts  beschäftigten  etatsmäßigen
Beamten  sind  zum  Reichs-Kolonialamt  in  Stellen  von  gleichem  Range  und  Diensteinkommen
versetzt  worden.  Neu  ernannt  sind:

Zum  Bureauvorsteher  Hofrat  Dollhardt,

zum  Rendanten  der  Kolonial-Hauptkasse  Geheimer  Hofrat  Lilienthal,

zu  Geheimen  expedierenden  Sekretären  und  Kalkulatoren  die  bisherigen  Geheimen  Sekretariatsassistenten
  Hintze,  Schulz,  Donecker  und  Mehling,  der  Bedzirksamtssekretär  Bauer,

zum  Geheimen  Registrator  der  bisherige  Geheime  Kanzleisekretär  Kanzleirat  Oito

zum  Buchhalter  in  der  Kolonial-Hauptkasse  der  bisherige  Barsstsonkostoonnsschem  Gustav  Krüger,

zum  Geheimen  Sekretariatsassistenten  der  bisherige  Eisenbahnsekretär  Weid

zu  Geheimen  Registraturassistenten  die  bisherigen  Bureaudiätare  Wenzel,  oosn  und  Reder,

zum  Assistenten  in  der  Kolonial-Hauptkasse  der  bisherige  Bureandiätar  Balschuß,

zu  Geheimen  Kanzleisekretären  die  bisherigen  Geheimen  Kanzleidiätare  Hübner,  Haase,  Kressin,

Strang,  Bergmann,  Otto  und  Fickler.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Geheimen
expedierenden  Sekretären  und  Kalkulatoren  Mann  und  Geiseler  bei  der  Kolonial-Zentralverwaltung
den  Charakter  als  Hofrat  zu  verleihen.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Kommando  der  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  21.  Mai  1907.
Aus  dem  bisherigen  Oberkommando  der  Schutztruppen  treten  mit  Wirkung  vom  1.  April  1907  zum
Kommando  der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt  über:

Quade,  Oberstleutnant,  bisher  Chef  des  Stabes,  unter  Belassung  in  dem  Verhältnis  als  außeretatsmäßiges
  Mitglied  des  Reichs-Militärgerichts,  als  Stabsoffizier  in  der  Stellung  eines
Regimentskommandeurs,

v.  Wolff,  Major,  bisher  2.  Stabsoffizier,

Schimmelfennig,  Major,  bisher  3.  Stabsoffizier,

Bethe,  Hauptmann,

Dr.  Steudel,  Oberstabsarzt,  und  Dr.  Kuhn,  Stabsarzt.

Mit  Wirkung  vom  1.  April  1907  werden  von  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  zum  Kommando

der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt  versetzt:

Maercker,  Major  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos,

Cramer,  Hauptmann  in  der  1.  Etappenkompagnie,  und

Jördens,  Oberleutnant  im  Eisenbahn-Bataillon,  dieser  unter  Beförderung  zum  Hauptmann,  vorläufig
  ohne  Patent,  mit  einem  Dienstalter  vom  heutigen  Tage.
        <pb n="585" />
        W  505  2

Von  den  zur  Dienstleistung  bei  dem  bisherigen  Oberkommando  der  Schutztruppen  kommandierten
Offizieren  scheiden  mit  Wirkung  vom  1.  April  1907  aus  dem  Heere  aus  und  werden  zugleich
beim  Kommando  der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt  angestellt:

Puder,  Major,  aggregiert  dem  10.  Rheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  161,
Lempp,  Hauptmann  im  1.  Nassauischen  Infanterie-Regiment  Nr.  87,  und
Pauli,  Hauptmann  im  Danziger  Infanteric-Regiment  Nr.  128.

In  ihrem  Kommando  zur  Dienstleistung  vom  bisherigen  Oberkommando  der  Schuszruppen
zum  Kommando  der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt  übergetreten:
Oehme,  Major,  Mitglied  des  Bekleidungsamts  des  Gardekorps,  sowie
Götze,  Hauptmann,  Mitglied  des  Bekleidungsamts  des  XVII.  Armeekorps,  und
Krant,  Hauptmann  im  1.  Ober-Elsässischen  Infanterie-Regiment  Nr.  167.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Mai  1907.
Es  werden  befördert:
Freiherr  v.  Wangenheim,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  zum  überzähligen  Major;
die  Leutnants  v.  Kornatzky,  Correk  und  Kramer  zu  Oberlentnants  sowie
Ullrich,  Oberarzt,  zum  Stabsarzt.
Ritter  u.  Edler  Herr  v.  Berger,  Oberlentnant,
v.  Kornatzky,  Linke,  Spiegel  und  Otto,  Leutnants,  sowie
Dr.  Schörnich  und  Dr.  Wittrock,  Stabsärzte,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf
weitere  2½  Jahre  genehmigt.
Gudowins,  Leutnant,  auf  sein  Ansuchen  für  die  Zeit  vom  1.  Juni  bis  31.  Juli  d.  Is.  zur  Dienstleistung
  beim  Garde-Pionier-Bataillon  kommandiert.
v.  Wiese  u.  Kaiserswaldau,  Leutnant,  vom  1.  Juni  d.  Is.  ab  ein  zweijähriger  Urlaub  ohne
Gehalt  bewilligt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Mai  1907.
Am  31.  Mai  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Juni  d.  Is.  im  Heere
angestellt:
Trott,  Major  beim  Stabe  des  Eisenbahn-Bataillons,  als  Bataillonskommandeur  im  Eisenbahn-Regiment
  Nr.  1;
die  Hauptleute:
v.  Zwehl,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment,  im  Infanterie-Regiment  Graf  Bülow  von  Dennewitz
(6.  Westfälischen)  Nr.  55,
v.  Koppy,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment,  als  Rittmeister  und  Eskadronchef  im  3.  Schlesischen
Dragoner-Regiment  Nr.  15,
Selklmann,  Kolonnenführer  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  als  Batteriechef  im  Feldartillerie-Regiment
  Großherzog  (1.  Badischen)  Nr.  14,
Brentano,  Kompagniechef  im  1.  Feldregiment,  im  Infanterie-Regiment  von  Goeben  (2.  Rheinischen)
Nr.  28  und  «  «  ·
Buchholz,  Kompagniechef,  im  Infanterie-Regiment  Prinz  Louis  Ferdinand  von  Preußen  (2.  Magdeburgischen)
  Nr.  27;
die  Oberlentnants:
Wernicke,  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Feldartillerie-Regiment  Nr.  71  Großkomtur
  und  *  *êç¼“
Block  im  Füsilier-Regiment  von  Gersdorff  (Kurhessischen)  Nr.  80;
die  Leutnants:
Moschner  im  1.  Oberrheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  97,
Eckhoff  im  5.  Großherzoglich  Hessischen  Infanterie-Regiment  Nr.  168,
Reith  in  der  Maschinengewehr-Abteilung  Nr.  3,
v.  Thun  im  4.  Garde-Feldartillerie-Regiment  und  **1.•
Sohn  im  2.  Unter-Elsässischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  67  sowie
        <pb n="586" />
        506  20

Eimler,  Stabsarzt,  als  Bataillonsarzt  des  II.  Bataillons  Infanterie-Regiments  Hessen-Oomburg
Nr.  166  und
Weitzenmiller,  Oberarzt  bei  der  5.  Etappenkompagnie,  beim  Leib-Garde-Husaren-Regiment.

Ferner:
Am  31.  Mai  d.  Is.  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste  aus  der  Schutztruppe
ausgeschieden:

Deuringer,  Oberleutnant,  und
Dr.  Wittmer,  Oberarzt,  dieser  bei  der  4.  Etappenkompagnie.
Es  werden  befördert:
Haegele,  Rittmeister,  Kolonnenführer  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  zum  überzähligen
ajor;
die  Oberleutnants:

Pabst,  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  und  Steinhausen  zu  überzähligen  Hauptleuten;

die  Leutnants:

v.  Damm  und  Schimmer  im  2.  Feldregiment,

Wandersleben  in  der  2.  Etappenkompagnie,

Frhr.  v.  Stein  zu  Nord  und  Ostheim  in  der  4.  Etappenkompagnie,

Berlin  in  der  II.  Feldtelegraphen-Abteilung,

Dunst  und  Zawada  in  der  II.  Funkentelegraphen-Abteilung,

Voigts  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

Schultz  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

Bock  v.  Wülfingen,  v.  Elpons,  Weiß,  Diethold,  Strödel  und  v.  Hirschfeld  zu  Oberleutnants;


die  Oberärzte:

Dr.  Willerding  bei  der  II.  Feldtelegraphen-Abteilung  und  Kalweit  zu  Stabsärzten  sowie

Dr.  Haeseler,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt.

v.  Mühlenfels,  Oberstleutnant  und  Kommandeur  des  1.  Feldregiments,  vom  21.  Mai  d.  Is.  ab
bis  auf  weiteres,  jedoch  nicht  über  den  Zeitpunkt  der  Beendigung  der  diesjährigen  Herbstübungen
  hinaus,  behufs  Beiwohnung  von  Ubungen  zum  Großherzoglichen  Artilleriekorps,
1.  Großherzoglich  Hessischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  25,  kommandiert.

v.  Lilienthal,  Leutnant,  im  Anschluß  an  den  ihm  durch  A.  K.  O.  vom  16.  Februar  d.  Is.  gewährten
  dreimonatigen  Nachurlaub  ein  weiterer  Nachurlaub  von  gleicher  Dauer  zur  Wiederherstellung
  der  Gesundheit  nach  Deutschland  bewilligt.

Ritter  und  Edler  v.  Rosenthal,  Oberleutnant  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  in  Genehmigung
seines  Abschiedsgesuchs  unter  Erteilung  der  Aussicht  auf  Anstellung  in  der  Gendarmerie,
mit  der  gesetzlichen  Pension  zur  Disposition  gestellt  und  zum  Bezirksoffizier  beim  Landwehrbezirk
  Torgau  ernannt.

Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:

Kosack,  Leutnant  im  Eisenbahn-Bataillon  und

Dr.  Schultz  (Botho),  Stabsarzt  —  letzterem  ausnahmsweise  mit  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner
bisherigen  Uniform.

A.  K.  O.  vom  21.  Mai  1907.

v.  Freyhold,  Major,  am  31.  Mai  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Juni  d.  Is.
im  Heere  als  Bataillons-Kommandeur  im  Anhaltischen  Infanterie-Regiment  Nr.  93  angestellt.


Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  18.  Mai  1907.
Es  werden  befördert:
Werner,  Leutnant,  zum  Oberleutnant,
Dr.  Fuchs  und  Dr.  Handl,  Oberärzte,  zu  Stabsärzten.

Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  4.  Mai  1907:
Glaesmer,  Oberveterinär,  am  31.  Mai  1907  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Heeresverwaltung  aus  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  ausgeschieden.
        <pb n="587" />
        G  507  20

Berichtigung  zum  Deutschen  Kolonialblatt  vom  1.  Mai  1907.
Verfügung  des  Reichskanzlers  (Oberkommando  der  Schutztruppen)  vom  9.  Mai  1907:
Meier-Ewert,  Zahlmeister,  als  Tag  des  Ausscheidens  aus  der  Schuztruppe  für  Südwestafrika  gilt
in  Abänderung  der  Verfügung  vom  22.  April  1907  der  30.  April  1907.

*  Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
der  Schutztruppen  folgende  Anszeichnungen  zu  verleihen:
A.  K.  O.  vom  15.  Mai  1907.
Schuptruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  1.  Klasse:
dem  Hauptmann  Charisius;
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  Frhru.  von  Reitzenstein;
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Oberleutnauts  Frhrn.  v.  Wangenheim,  Abel  diesem  unter  Belassung  des  ihm  unter  dem
6.  Januar  1906  verliehenen  Königlichen  Kronen-Ordens  4.  Klasse  und  Hudemann  sowie
den  Leutnants  Ruff  und  Schlüter;
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande  mit
schwarzer  Einfassung:
dem  Stabsarzt,  bisher  Oberarzt,  Dr.  Grothusen;
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse:
dem  Oberleutnant  Ritter  und  Edlen  Herrn  v.  Berger;
das  Militär-Ehrenzeichen  1.  Klasse:
dem  Unteroffizier  Stalder;
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:
dem  Oberfeuerwerker  Ringk,  den  Feldwebeln  Demmel,  Heindl  und  Krella,  den  Sergeanten
«  Scheffel,  Lutat  und  Winzer,  den  Unteroffizieren  Hofmann  (Walter),  Tost  (Ernst),
Hennemann,  Seidel  und  Graumann,  dem  Sanitätssergeanten  Teschner,  den  Sanitätsunteroffizieren
  Scholles,  Jenischewski  und  Mayer;
das  Allgemeine  Ehrenzeichen:
dem  Feldwebel  Faust,  dem  Sergeanten  Schneemann,  dem  Unteroffizier  Hermann  und  dem
Oberbüchsenmacher  Böhme.
Schutztruppe  für  Kamernn.

Das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:
dem  Feldwebel  Schlieder.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  farbigen
Angehörigen  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
die  Krieger-Verdienstmedaille  2.  Klasse  in  Gold:
dem  Betschausch  Achmed  Menni;
die  Krieger-Verdienstmedaille  2.  Klasse  in  Silber:
dem  Sol  Almas  Mohamed  ·
den  Beschauschen  Ali  singisi,  Raschid,  Murgan  Risk,  Mursal  Abdalla,  «  tu
den  Schauschen  Chalil  Salim,  Darausch  Achmet,  Pumilla,  Murgan  Ismain  Mufatisch,
Abdalla  Faragalla,  Araia,  Murgan  Osman,  ·  »«  .
den  Ombaschas  Makongoro,  Kata  mti,  Mgassa,  Mohamed  Bachit,  Simba"  Safiri,  Idris
Achmet,  Hamiß,  Maschaka,  Maganga,  Manzi  bin  Hamiß,  Anton,  Bajume  Ismael,
Breagob,  Haßani  Kiboko  und  Munimkun,  ·  ·
den  Askaris  Manterii,  Mwarabu,  Karunde,  Schindano,  Mohamed  bin  Said,  Mtulla,
Sefu,  Teremka,  Mwana  Habi,  Abdalla  Hußein,  Munikondo,  Uledi  Manjonga,
Magamba,  Sakrani,  Madjinga,  Ibrahim  bin  Ali,  Ali  und  dem  früheren  Askari
Bumbum.
        <pb n="588" />
        W  508  20

Verlustliste  Nr.  835  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
An  Krankheiten  gestorben:

1.  Gefreiter  August  Siwek,  früher  im  7.  Westpreußischen  Infanterie-Regiment  Nr.  155,  am
12.  Mai  im  Lazarett  Keetmanshoop  an  Typhus  und  Ruhr.
2.  Gefreiter  Helmuth  Schütt,  früher  im  8.  Westpreußischen  Infanterie-Regiment  Nr.  175,  am

15.  Mai  in  Kanus  an  Herzlähmung.
3.  Gefreiter  Wilhelm  Klesper,  früher  im  Infanterie-Regiment  von  Grolman  (1.  Posensches)
Nr.  18,  am  17.  Mai  in  der  Krankensammelstelle  Bethanien  an  Typhus.

 

Nach  Errichtung  des  Reichs-Kolonialamts  führt  die  Legationskasse,  Abteilung  II,
welche  bisher  die  Kassenangelegenheiten  der  Kolonial-Zentralverwaltung  besorgt  hat,  die  Bezeichnung
„Kolonial-Hauplkasse.“

 

Dachtvertrag.

Zwischen  dem  Fiskus  des  Schutzgebiets  Togo,  vertreten  durch  den  Reichskanzler,  dieser

vertreten  durch  die  Kolonialabteilung  des  Auswärtigen  Amts  zu  Berlin,
einerseits
und  der  Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung  Lenz  &amp;amp;  Co.  zu  Berlin
anderseits
wird  nachstehender  Vertrag  geschlossen.
§5  1.  Gegenstand,  Dauer  und  Kündigung  des  Vertrages.

1.  Der  Landesfiskus  des  Schutzgebiets  Togo  verpachtet  die  ihm  gehörige  „Verkehrsaulage“,
bestehend  aus  der  Eisenbahn  Lome  —Anecho,  der  Eisenbahn  Lome  —Palime  und  der
Landungsbrücke  in  Lome,  an  die  Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung  Lenz  &amp;amp;  Co.  Die  Pacht
beginnt  mit  dem  Tage,  an  dem  die  Eisenbahn  Lome  —Palime  dem  regelmäßigen  öffentlichen  Verkehr
nach  der  vertraglichen  Gesamtabnahme  übergeben  wird,  und  läuft  bis  zum  31.  März  1908

Während  der  Dauer  des  Vertrages  hat  die  Pächterin  die  Verkehrsanlage  unter  den
nachstehenden  Bedingungen  selbständig  und  auf  eigene  Rechnung  zu  betreiben  und  zu  unterhalten.
§  2.  Bestimmungen  für  den  Betrieb.

1.  Die  Pächterin  verpflichtet  sich,  die  Berkehrsanlage  während  der  Dauer  des  Pachtverhältnisses
  ordnungsgemäß  und  nach  Maßgabe  des  Verkehrsbedürfnisses  zu  betreiben  und  dabei  die  zur
Zeit  bestehenden  Vorschriften  zu  befolgen.  Als  solche  Vorschriften  gelten  insbesondere

I.  die  preußischen  Betriebsvorschriften  für  Kleinbahnen  vom  13.  August  1898,

II.  die  Verpflichtungen  gegenüber  der  Reichs-Post=  und  Telegraphen-Verwaltung,  wie  sie  sich
aus  den  Vorschriften  des  Eisenbahnpostgesetzes  vom  20.  Dezember  1875  und  den  dazu
gehörigen  Vollzugsbestimmungen  ergeben,  jedoch  mit  der  Erleichterung,  daß  an  Stelle
der  Artikel  2,  3  und  4  des  Gesetzes  auf  die  Dauer  von  20  Jahren  die  im  Erlaß  des
Reichskanzlers  vom  28.  Mai  1879  enthaltenen  Bestimmungen,  betreffend  „die  Verpflichtungen
  der  Eisenbahnen  untergeordneter  Bedentung  zu  Leistungen  für  die  Zwecke
des  Postdienstes“,  zu  gelten  haben;  ferner  die  Vereinbarung  vom  8./17.  Juni  1905,  die
zwischen  der  Reichs-Post=  und  Telegraphen-Verwaltung  und  der  Kolonialabteilung  über
den  Ban,  die  Unterhaltung  und  die  Überwachung  der  beiderseitigen  Telephon=  und
Telegraphenanlagen  längs  der  Bahn  Lome  —Anecho  getroffen  ist.

Der  Betrieb  umfaßt
die  Beförderung  von  Personen

a)  auf  den  beiden  Bahnen,

b)  zwischen  Landungsbrücke  und  Schiff  in  Lome;
die  Beförderung  von  Gütern  von  einer  öffentlichen  Verkehrsstelle  oder  einem  Privatanschlußgleise
  der  beiden  Bahnen  zu  einer  anderen  solchen  Stelle  oder  einem  anderen
solchen  Gleis  oder  bis  an  ein  auf  der  Reede  von  Lome  liegendes  Schiff  oder  die  letztere
Leistung  in  umgekehrter  Richtung.  Im  Sinne  dieser  Bestimmung  gilt  das  Gleisstück
vor  dem  Postamte  in  der  Hamburger  Straße  zu  Lome  als  dessen  Privatanschlußgleis;

22

II.

—
        <pb n="589" />
        509  0

III.  die  Beförderung  von  Privattelegrammen  nach  den  Vorschriften  und.  mit  den  Einschränkungen,
  die  die  Reichs-Telegraphenverwaltung  hierfür  festsetzen  wird.  Diese  Vorschriften
  der  Reichs-Telegraphenverwaltung  sollen  für  den  Bahneigentümer  oder  die
Pächterin  keine  Verpflichtung  zur  Beförderung  von  Privattelegrammen  ausstellen,  sondern
nur  die  Befugnis  zu  dieser  Beförderung  regeln.

#*  3.  Bestimmungen  für  die  Unterhaltung.

1.  Die  Pächterin  ist  verpflichtet,  die  gesamte  Verkehrsaulage,  insbesondere  den  Unter=  und
Oberbau,  die  zugehörigen  Baulichkeiten,  die  Fahrzeuge,  die  Ausrüstungsgegenstände  und  die  Inventarienstücke
  in  gebrauchsfähigem  und  betriebssicherem  Zustande  zu  erhalten  und  die  nötigen  Erneuerungen
  nach  den  heimischen  Grundsätzen  zu  bewirken,  sowie  die  erforderlichen  Ergänzungen  vorzunehmen.
  Zede  Strecke  der  Bahn  soll  ohne  Gefahr  mit  einer  Geschwindigkeit  von  10  km  in  der
Stunde  befahren  werden  können.  Soweit  das  Gouvernement  bei  der  Übergabe  der  Bahn  für  einzelne
Stellen  nur  eine  geringere  Höchstgeschwindigkeit  für  statthaft  erklärt,  gilt  diese  für  jene  Stellen  anstatt
der  10  km  in  der  Stunde.

2.  Uber  die  während  der  Pachtzeit  abgehenden  und  zugehenden  Gegenstände  sind  genaue
Aufstellungen  und  Verzeichnisse  von  der  Pächterin  zu  führen.

§5  1.  Ubergabe  der  Verkehrsanlage  beim  Pachtbeginn.

«  Mit  dem  Pachtbeginn  sind  der  Pächterin  die  ganze  Verkehrsanlage,  die  sämtlichen  zum
Betriebe  gehörigen  Baulichkeiten,  Fahrzeuge,  Materialvorräte,  Ausrüstungsgegenstände  und  Inventarienstücke
  in  gutem  und  leistungsfähigem  Zustande  zu  übergeben.  In  Zweifelsfällen  gilt  alles  das
als  zur  Verkehrsanlage  gehörig,  was  die  Pächterin  beim  Ablaufe  des  zwischen  denselben  Parteien
geschlossenen  Pachtvertrages  vom  4./10.  August  1905  und  bei  der  Bauabnahme  der  Bahn  Lome  —
Palime  abzugeben  hat.  Bei  der  Übergabe  ist  von  den  Vertretern  beider  Teile  über  die  Fahrzeuge,
Materialvorräte,  Ausrüstungsgegenstände  und  Inventarienstücke  ein  Verzeichnis  nebst  Wertschätzung
aufzunehmen  und  mit  einer  Nachweisung  des  Bestandes  an  Gleisen  und  baulichen  Anlagen  zu  vollziehen.
  Dies  bildet  die  Grundlage  für  die  Rückgabeverpflichtung  der  Pächterin  bei  Ablauf  des
Pachtverhältnisses.  Gegenstände,  welche  in  dem  Verzeichnis  nicht  aufgeführt  worden  sind,  gelten
nicht  als  der  Pächterin  übergeben.

8  5.  Benutzung  von  Anlagen  und  Fahrzengen.

Reichen  die  für  den  Brückenbetrieb  vorhandenen  Leichterfahrzeuge  und  sonstigen  Ausrüstungsgegenstände
  für  die  ordnungsmäßige  Bewältigung  des  Verkehrs  nicht  aus,  so  hat  die  Pächterin
weitere  Leichterfahrzeuge  und  sonstige  Ausrüstungsstücke  auf  eigene  Rechnung  in  dem  erforderlichen
Umfange  zu  beschaffen;  diese  Leichterfahrzeuge  und  Ausrüstungsstücke  bleiben  Eigentum  der  Pöächterin.
Brückenkrane  fallen  nicht  unter  diese  „Leichterfahrzeuge  und  sonstigen  Ausrüstungsstücke“.

5§5  6.  Erfüllung  bestehender  Verträge.

Etwa  bestehende  Verträge,  betreffend  den  Betrieb  der  Verkehrsanlage,  hat  die  Pächterin  an
Stelle  des  Verpächters  zu  erfüllen.  Sie  ist  berechtigt,  alle  dem.  Verpächter  oder  einem  seiner  Vertreter
  darin  eingeräumten  Rechte  selbst  auszuüben.  Sofern  die  Ausübung  dieser  Rechte  nur  aus
den  Namen  des  Gouvernements  von  Togo  geschehen  kann,  ist  der  Pächterin  rechtzeitig  eine  Vollmacht
  auszustellen.  Soweit  auf  Lieferungen  oder  Arbeiten,  die  im  Interesse  des  Betriebes  der
Verkehrsanlage  erst  nach  deren  lbergabe  an  die  Pächterin  ausgeführt  werden  und  nach  diesem  Vertrage
  als  Betriebsausgaben  gebucht  werden  müssen,  seitens  der  Kolonialverwaltung  Vorschüsse  gezahlt
worden  sind,  hat  die  Pächterin  diese  zu  erstatten.

§  7.  Ersatzleistungen  für  Schäden.

1.  Die  Bestreitung  von  Ausgaben,  die  durch  außergewöhnliche  Elementarereignisse  und
größere  Unfälle,  Tötungen  und  Körperverletzungen  von  Personen,  sowie  Beschädigungen  der  Verkehrsanlage
  nebst  Zubehör  und  fremder  Sachen  durch  den  Betrieb  hervorgerufen  werden,  ist  Sache
der  Pächterin,  soweit  die  Schäden  im  einzelnen  Falle  weniger  als  1000  Mark  Kapitalwert  haben.

2.  Von  der  Gesamtheit  der  während  der  Pachtdauer  fällig  werdenden  Ersatzleistungen  für
Schäden  derselben  Art,  die  aber  einzeln  1000  Mark  Kapitalwert  oder  mehr  haben,  trägt  die  Pächterin
die  ersten  10  000  Mark  und  der  Verpächter  den  etwaigen  Rest.  *:

3.  Von  allen  unter  2.  fallenden  Schäden  hat  die  Pächterin  dem  Gonvernement  unverzüglich
Anzeige  zu  erstatten.
        <pb n="590" />
        G  510  20

4.  Ersatzleistungen  nach  Ziffer  2  dieses  Paragraphen  bedürfen  der  Genehmigung  des  Verpächters.
  Die  Pächterin  hat  diese  letzteren  Ersatzleistungen  nach  ihrer  Genehmigung  zunächst  aus
eigenen  Mitteln  zu  erfüllen  und  erhält  die  hierfür  gemachten  Auslagen  alsbald  nach  Auflösung  des
Pachtvertrages  ohne  Zinsen  zurück.  Ist  es  zunächst  strittig,  ob  ein  Schaden  unter  Ziffer  1  oder  2
dieses  Paragraphen  fällt,  oder  wie  hoch  ein  unter  Ziffer  2  fallender  Schaden  zu  bewerten  ist,  so
hat  jedenfalls  die  Pächterin  auf  Verlangen  des  Gouvernements  unverzüglich  vorab  denjenigen  Teil
des  Schadenersatzes  auszuzahlen,  der  nach  der  übereinstimmenden  Meinung  des  Gonvernements  und
der  Paͤchterin  mindestens  fällig  ist.

5.  Die  Pächterin  verpflichtet  sich,  ihr  weißes  Personal  nach  Möglichkeit  gegen  Unfall  zu
versichern.

§5  8.  Substanzvermehrung.

Ausgaben  für  Neuanschaffungen  und  Neuanlagen,  welche  als  Substanzvermehrung  oder
Verbesserung  und  somit  nach  kaufmännischer  und  betriebstechnischer  Auffassung  als  Vermögenszuwachs
anzusehen  sind,  gehen  mit  Aunsnahme  der  im  §  5  genannten  Ausgaben  zu  Lasten  des  Verpächters
und  bedürfen  seiner  Genehmigung.

§*  9.  Betriebsausgaben  und  Betriebseinnahmen.

1.  Alle  aus  dem  Betriebe  der  Verkehrsanlage  entspringenden  Ausgaben,  die  nicht  ausdrücklich
  in  den  §§  7  und  8  als  zu  Lasten  des  Verpächters  gehend  genannt  worden  sind,  gelten
als  Betriebsausgaben.  Für  die  allgemeinen  persönlichen  und  sächlichen  Kosten  der  betriebs-,  bau-,
maschinen-  und  verkehrstechnischen  sowie  der  kaufmännischen  Oberleitung  des  Betriebes  von  Demschland
  aus  ist  die  Pächterin  berechtigt,  sich  die  Summe  von  8000  Mark  für  die  Pachtzeit  zu
berechnen  und  sie  als  Betriebsansgabe  zu  buchen.  In  diese  Summe  sind  auch  die  Kosten  der
Revisionsreisen  von  Deutschland  aus  einbegriffen.

lle  aus  dem  Betriebe  der  Verkehrsanlage  entspringenden  Einnahmen  gelten  als
Betriebseinnahmen.
§5  10.  Buchung  und  Rechnungslegung.

1.  Die  Pächterin  hat  die  Ausgaben  und  Einnahmen  des  Betriebes  nach  dem  Normalbuchungsformular
  der  Eisenbahnen  Deutschlands  zu  verbuchen,  falls  die  Kolonialabteilung  nicht  einer
anderen  Buchungsmethode  zustimmt.

2.  Die  Pächterin  hat  nach  Ablauf  eines  jeden  Kalendervierteljahrs  vor  Ablauf  des  nächsten
Kalendervierteljahrs  dem  Gouvernement  eine  üÜbersicht  über  die  Betriebseinnahmen  zuzusenden.  Aus
der  Übersicht  muß  die  Höhe  des  zu  §  11,  1  fälligen  Pachtzinses  ersichtlich  sein.

3.  Innerhalb  von  sechs  Monaten  nach  dem  Ablaufe  der  Pacht  hat  die  Pächterin  dem
Verpächter  einen  ordnungsmäßig  aufgestellten  Betriebsabschluß  zu  übersenden.

Zur  Prüfung  der  lUlbersicht  zu  2  und  des  Betriebsabschlusses  zu  3  steht  es  dem  Verpächter
  frei,  durch  von  ihm  zu  entsendende  Vertreter  Einsicht  in  die  Bücher  der  Pächterin  und  in
sämtliche  Ausgabe=  und  Einnahmebelege  zu  nehmen.

5.  Erinnerungen  gegen  die  Einstellung  der  Ausgaben  und  Einnahmen  sind  nur  bezüglich
ihrer  rechnerischen  Richtigkeit  und  ihrer  Verrechnungsstelle  zulässig.

§*  11.  Pachtzins.
1.  Als  Pachtzins  hat  die  Pächterin
a)  von  den  Bruttoeinnahmen  aus  dem  Personenverkehr,  soweit  er  über  die  Landungsbrücke
  geht,  die  Hälfte,  aus  dem  Güterverkehr  des  Landungsbrückenbetriebes  3  Mark
für  die  Tonne  und  von  den  übrigen  Bruttobetriebseinnahmen  ein  Drittel,
b)  mindestens  aber  den  über  110  v.  H.  der  Betriebsausgaben  aufkommenden  Teil
der  Betriebseinnahmen  zu  zahlen,
und  zwar  den  für  jedes  Kalendervierteljahr  fälligen  Betrag  zu  a  vor  Ablauf  des  folgenden  Vierteljahres
  an  das  Gouvernement  und  den  nach  b  etwa  fälligen  weiteren  Betrag  binnen  14  Tagen  nach
der  endgültigen  Feststellung  des  Betriebsabschlusses  an  die  Kolonial-Abteilung.

8  12.  Personal.

1.  Die  Pächterin  ist  verpflichtet,  einen  mit  den  nötigen  Vollmachten  ausgestatteten  technisch
gebildeten  und  im  Betriebsdienst  erfahrenen  Betriebsleiter  und  einen  Stellvertreter  für  diesen  zu
ernennen,  die  ihren  Wohnsitz  in  Lome  zu  nehmen  haben.  Der  Betriebsleiter  und  sein  Vertreter
müssen  Angehörige  des  Deutschen  Reichs  sein.
        <pb n="591" />
        511  20

2.  Die  sonstigen  bei  der  Unterhaltung  und  im  Betriebe  beschäftigten  Angestellten  müssen

eine  ihrer  Verwendung  entsprechende  Vorbildung  (die  weißen  Lokomotivführer  gemäß  den  Bestimmungen
des  Bundesrats  über  die  Befähigung  von  Eisenbahnbetriebsbeamten  vom  5.  Juli  1892  und  den
zugehörigen  Nachträgen,  die  anderen  weißen  Angestellten  gemäß  den  Betriebsvorschriften  für  Kleinbahnen
  mit  Maschinenbetrieb  vom  13.  August  1898)  und  guten  Leumund  besiten.

3.  Farbiges  Personal  darf  in  der  Unterhaltung  und  im  Betriebe  nur  mit  Zustimmung  des
Gouvernements  beschäftigt  werden.  Es  herrscht  Einverständnis  darüber,  daß  die  Bestrebungen
Förderung  verdienen,  farbiges  Personal  in  tunlichst  weitem  Umfange,  das  heißt,  soweit  es  unbeschadet
der  Betriebssicherheit  möglich  ist,  selbst  in  verantwortlichen  Stellungen  zu  verwenden.

"(4.  Untüchtige,  übel  beleumundete  Angestellte  sind  auf  Verlangen  des  Gouvernements  sofort
zu  entfernen.
§*  13.  Fahrplan.

1.  Die  Pächterin  hat  eine  den  jeweiligen  Verkehrsverhältnissen  entsprechende  Anzahl  von
Zügen  sahren  zu  lassen.  Die  Reisegeschwindigkeit  der  Züge  soll  mindestens  20  km  in  der  Stunde
betragen.  Die  Pächterin  setzt  den  Fahrplan  unter  Befolgung  dieser  Verpflichtungen  fest.  Zu  Anderungen
  muß  die  vorherige  Genehmigung  des  Gonvernements  eingeholt  werden.

2.  Die  Beförderungen  im  öffentlichen  Interesse,  insbesondere  von  Truppenteilen,  gehen
allen  anderen  vor  und  sind  nach  Möglichkeit  gemäß  den  Wünschen  des  Gonvernements  einzurichten.

3.  Die  Pächterin  ist  verpflichtet,  jederzeit  auf  Verlangen  des  Regierungsarztes  Kranke  mit
möglichster  Beschlennigung  nach  Anecho  zu  befördern.  Das  Ablassen  eines  Sonderzuges  zu  diesem
Zwecke  kann  der  Regierungsarzt  nur  in  Fällen  von  Lebensgefahr  verlangen.

5*s  14.  Tarife.
Die  Maximaltarife  setzt  die  Kolonial-Abteilung  fest.  Tarifänderungen  innerhalb  der
e  bedürfen  der  Zustimmung  des  Gouvernements.
2.  Die  Pächterin  darf  Bahndienstgut  frei  befördern  und  eine  Freifahrtordnung  erlassen.
Die  letztere  unterliegt  der  Genehmigung  des  Gouveruements.
3.  Als  Maximaltarife  gelten  für  die  Pächterin  die  Sätze  des  mit  dem  Pachtvertrag  vom
1./10.  August  1905  eingesührten  Landungsbrücken-  und  Eisenbahntarifs  in  Togo.

4.  Das  Gouvernement  ist  befugt,  Güter,  die  in  der  Anlage  2  des  eben  genannten  Landungsbrücken=
  und  Eisenbahntarifs  in  Togo  nicht  ausdrücklich  einer  den  Klassen  II,  III  oder  IV  zugeteilt
sind,  nachträglich  einer  dieser  drei  Klassen  zuzuweisen.

1.
Maximaltarif
9

8  15.  Ordnungsvorschriften  für  Fahrplan  und  Tarif.
1.  Die  Fahrpläne  und  die  Beförderungspreise  sowie  deren  Anderung  sind  vor  ihrer  Einführung
  öffentlich  bekannt  zu  machen.

2.  Die  angesetzten  Beförderungspreise  haben  gleichmäßig  für  alle  Personen  oder  Güter
Anwendung  zu  finden.  Ermäßigungen  der  Beförderungspreise,  welche  nicht  unter  Erfüllung  der
gleichen  Bedingungen  jedermann  zugute  kommen,  sind  unzulässig.

§  16.  Anschlüsse.

1.  Der  Verpächter  hat  das  Recht,  den  Auschluß  an  die  Bahn  mit  Privatanschlußgleisen
oder  Anschlußbahnen  zu  gestatten  oder  selbst  herzustellen,  sofern  der  Pächterin  die  ihr  daraus
erwachsenden  unmittelbaren  Kosten  ersetzt  werden.

2.  Die  Pächterin  ist  verpflichtet,  auf  den  Privatanschlußgleisen  den  Betrieb  gegen  angemessene
  Vergütung  zu  übernehmen  und  ferner  den  Übergang  geeigneter  Fahrzeuge  der  Anschlußbahnen
  ebenfalls  gegen  angemessene  Vergütung  zu  gestatten.

#*#  17.  Bahnbaugüter.

Falls  fiskalische  Bauten  zur  Erweiterung  der  Bahnanlagen  oder  zur  Einrichtung  von
Anschlußgleisen  oder  Anschlußbahnen  ausgeführt  werden,  hat  die  Pächterin  die  hierzu  erforderlichen
Baumaterialien  zu  Frachtsätzen  zu  befördern,  welche  über  die  Selbstkosten  nicht  hinausgehen  dürfen.
Die  Höhe  dieser  Sätze  hat  das  Gouvernement  nach  Anhören  der  Pächterin  festzusetzen.

§  18.  Ausfsicht.

1.  Die  landespolizeiliche  und  technische  Aufsicht  liegt  dem  Gonvernement  durch  seine
Beamten  ob.  .

mm  Das  Gonvernement  ist  berechtigt,  jederzeit  durch  von  ihm  zu  beauftragende  Beamte
die  Verkehrsanlage  zu  besichtigen.  Die  Pächterin  ist  berechtigt,  zu  verlangen,  daß  bei  derartigen
4
        <pb n="592" />
        W  512  2

Besichtigungen  ein  von  ihr  zu  bestimmender  Beamter  zugegen  ist  und  daß  etwaige  Mängel  unter
seiner  Mitwirkung  festgestellt  werden.  Beamte  des  Gounvernements,  welche  in  ihrer  aufsichtsbehördlichen
Diensttätigkeit  in  bezug  auf  die  Verkehrsanlage  auf  dieser  verkehren,  sind  von  der  Pächterin  mit
ihrem  Gepäck  und  ihren  Dienern  gebührenfrei  zu  befördern.

§5  19.  Rückgabe.

1.  Bei  Beendigung  des  Pachtverhältnisses  findet  die  Rückgabe  aller  gepachteten  Gegenstände
auf  Grund  des  bei  Beginn  des  Pachtverhältnisses  gemäß  §  4  ausgenommenen  Verzeichnisses  und
der  gemäß  §  3  geführten  Aufstellung  über  abgegangene  und  zugegangene  Gegenstände  statt.  Die
Gegemstände  müssen  sich  im  betriebsfähigen  und  ordnungsmäßigen  Zustande  befinden.

2.  Bei  Rückgabe  der  Verkehrsanlage  sind  Materialien  von  gleichem  Werte  in  natura  oder
Geld  zu  erstatten,  wie  sie  beim  Pachtbeginn  übernommen  sind,  soweit  sie  nicht  während  der  Pachtzeit
mit  Genehmigung  des  Gouvernements  zu  Neuanlagen  gemäß  §  8  verwendet  sein  werden.  Im
übrigen  leistet  die  Pächterin  für  naturgemäße  Wertverminderung  der  Gegenstände  infolge  ordnungsmäßigen
  Gebrauchs  keinen  Ersatz.

8  20.  Überlassung  und  Ausbildung  von  Personal.

1.  Die  Pächterin  verpflichtet  sich,  ihre  bei  der  Verkehrsanlage  beschäftigten  Bediensteten,
soweit  sie  ihrer  nicht  mehr  zur  Abwickelung  dieses  Vertrages  bedürfen  wird,  mit  deren  Einverständnis
auf  Wunsch  des  Verpächters  am  Tage  der  Rückgabe  der  Verkehrsanlage  aus  ihren  Diensten  zu
entlassen,  um  ihnen  den  Eintritt  in  die  Dienste  des  Gouvernements  zu  ermöglichen.

Auch  ist  sie  verpflichtet,  vom  1.  Januar  1908  ab  auf  Wunsch  des  Gouvernemens  eine
für  den  Betrieb  und  die  Unterhaltung  der  Verkehrsanlage  ausreichende  Zahl  von  Bediensteten  des
Gouvernements  in  allen  Dienstzweigen  des  Betriebes  und  der  Unterhaltung  kostenlos  und  gründlich
auszubilden.  Die  Bezüge  dieses  letzteren  Personals  und  seine  Versicherung  zahlt  das  Gouvernement.

3J  21.  Übergabe  und  Rückgabe.

1.  Die  Übergabe  bei  Beginn  und  die  Abnahme  bei  Beendigung  der  Pachtzeit  erfolgt  durch
eine  Kommission,  bestehend  aus  einem  Vertreter  der  Pächterin  und  zwei  Vertretern  des  Verpächters.
Von  den  letzteren  muß  einer  technisch  gebildet  sein.

2.  Über  die  Verhandlungen  der  Kommission  ist  ein  Protokoll  aufzunehmen  und  in  je  einer
Ausfertigung  jeder  Vertragspartei  einzusenden.

3.  Findet  eine  Einigung  der  Kommissare  über  einzelne  Punkte  nicht  statt,  so  sind  diese
Punkte  im  Protokoll  auszuscheiden.  Die  Sondergutachten  der  Kommissare  sind  dem  Protokoll  beizufügen.

Die  Kosten  der  Tätigkeit  der  Kommission  trägt  jede  Partei  an  ihrem  Teil  außerhalb
dieses  Vertrages.
§  22.  Schiedsgericht.

1.  Alle  Meinungsverschiedenheiten  zwischen  der  Pächterin  und  dem  Verpächter  hinsichtlich
der  Rechte  und  Pflichten  aus  diesem  Vertrage,  so  namentlich  auch  nach  Beendigung  des  Pachtverhältnisses,
  werden  unter  Ausschluß  des  ordentlichen  Rechtsweges  durch  ein  Schiedsgericht  geschlichtet.

2.  Der  Teil,  welcher  ein  Schiedsgericht  anrufen  will,  hat  dem  anderen  Teil  eine  darauf
hinzielende  Erklärung  zugehen  zu  lassen,  in  welcher  er  selbst  einen  Schiedsrichter  benennt.  Innerhalb
zweier  Wochen  nach  Empfang  hat  der  andere  Teil  einen  zweiten  Schiedsrichter  zu  benennen.  Diese
Frist  wird  auf  8  Wochen  verlängert,  sofern  sich  die  zur  Ernennung  der  Schiedsrichter  nach  dem
Vertrage  oder  kraft  besonderer  Vollmacht  berufenen  Vertreter  beider  Parteien  nicht  im  selben  Erdteil
befinden.  Läßt  der  andere  Teil  die  Frist  verstreichen,  ohne  sich  zu  erklären,  so  ist  der  erste  Teil
befugt,  den  Präsidenten  des  Hanseatischen  Oberlandesgerichts  zu  Hamburg  um  Ernennung  eines
zweiten  Schiedsrichters  für  den  anderen  Teil  anzugehen.  Die  beiden  benannten  Schiedsrichter  haben
sich  alsbald  über  einen  dritten  Schiedsrichter,  der  zugleich  die  Stellung  eines  Obmanns  einnehmen
soll,  zu  einigen.  Sofern  sie  sich  nicht  einigen  können,  hat  der  Präsident  des  Hanseatischen  Oberlandesgerichts
  zu  Hamburg  den  Obmann  zu  ernennen.

3.  Die  Schiedsrichter  sind  berechtigt,  Erhebungen  anzustellen,  auch  Sachverständige  und
Zeugen  zu  vernehmen.  Den  Erhebungen  und  Vernehmungen  der  Sachverständigen  und  Zengen
können  Vertreter  beider  Teile  beiwohnen.

4.  Der  Schiedsspruch,  der  auch  über  die  Kosten  des  Verfahrens  und  ihre  Verteilung  zu
entscheiden  hat,  ist  schriftlich  abzufassen  und  von  den  drei  Schiedsrichtern  zu  vollziehen.

5.  Das  schiedsrichterliche  Verfahren  regelt  sich  im  übrigen  nach  den  Vorschriften  der  Zivilprozeßordnung.
  Bei  Stimmengleichheit  im  Schiedsgericht  entscheidet  der  Obmann;  in  Fällen  der
Paragraphen  1045  und  1046  der  Zivilprozeßordnung  ist  das  Gericht  Berlin  zuständig.
        <pb n="593" />
        W  513  2

*  23.

Kantion.

Die  Kaution,  welche  die  Pächterin  auf  Grund  des  Vertrags  über  den  Bau  der  Bahn  Lome
—  Palime  bei  der  Legationskasse  des  Auswärtigen  Amtes  hinterlegt  hat,  haftet  zugleich  für  die  Verpflichtungen

  der  Pächterin  aus  de
Pächterin  neben  den  Beihre
  Pflichten  aus  de

in.  gegenwärtigen  Vertrage  und  wird  erst  zurückgegeben,  wenn  die
dingungen,  die  in  jenem  Bauvertrage  für  die  Rückgabe  festgesetzt  sind,  auch
m  gegenwärtigen  Vertrage  erfüllt  hat.

§5  24.  Kosten  des  Vertragsabschlusses.

Die  Kosten  des  Abschlusse
hat  die  Pächterin  zu  tragen.
Dieser  Vertrag  wird  in  eine
ausfertigung  für  die  Pächterin  abge
Reichstags  zu  den  aus  dem  Ve
Folgen.
Berlin,  den  5.  Februar  1907.
Auswärtiges  Amt,
Kolonial-Abteilung.
Dernburg.

s  dieses  Vertrages  und  insbesondere  etwaige  Stempelsteuergebühren

Ausfertigung  des  Vertrages.

fzr  Hauptausfertigung  für  den  Verpächter  und  in  einer  Nebenschlossen
  vorbehaltlich  der  Zustimmung  des  Bundesrats  und  des
ertrage  für  den  Landesfiskus  von  Togo  sich  ergebenden  finanziellen

Berlin,  den  12.  Februar  1907.

Lenz  &amp;amp;  Co.,
Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung.

F.  Leng.

se  nchtamtlicher  Teill

Dersonal-Nachrichten.
Nachruf.
Bezirksamtmann  Otto  Gelshorn  #.

In  Deutsch-Ostafrika  verschied  infolge  Schwarzwasserfieber
  der  Bezirksamtmann  von  Gibeon
(Deutsch-Südwestafrika)

Herr  Otto  Gelshorn
nach  fast  vierjähriger  anstrengender  Tätigkeit,  zuletzt
  als  Bezirksamtmann  unter  besonders  schwierigen
  Verhältnissen.  Er  hat  sich  sowohl  als
Beamter  wie  auch  während  des  Aufstandes  als
Soldat  in  jeder  Weise  hervorragend  bewährt.
Auf  der  Heimreise  erlag  er  dem  tückischen  Fieber.
Sein  Tod  ist  ein  schwerer  Verlust  für  die  Verwaltung
  des  Schutzgebiets,  das  ihm  stets  in  Anerkenumg
  seiner  vielen  Tugenden  als  Beamter,
Soldat  und  Kamerad  ein  ehrendes  Andenken
bewahren  wird.

Berlin,  17.  Mai  1907.

v.  Lindequisstt
Kaiserlicher  Gonverneur  für  Deutsch-Südwestafrika.

Deutsch-Ostafriko.

Der  Regierungsbaumeister  Kurt  Popcke  hat
am  10.  Mai  1907  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
  angetreten,  und  der  Notariatskandidat
August  Mauck  sowie  der  Elektrotechniker  Ludwig
Klug  werden  am  3.  Juni  d.  Is.  die  Ausreise
dorthin  antreten.

 

In  Ostafrika  vom  Heimatsurlaub  wieder  eingetroffen:
  Am  6.  März  Förster  Schmidt,  am
27.  März  Kapitän  Berndt  und  Bureaugehilfe
Max  Nippgen;  neu  eingetroffen:  am  5.  März
kommiss.  Sekretär  Schön.

Aus  Ostafrika  ist  der  Gouvernementssekretär
Brandenburg  mit  Heimatsurlaub  in  Deutschland
  eingetroffen.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  10.  Mai  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Oberfeuerwerker  Ringk
und  Feldwebel  Thiem.

samerun.

Im  Schutzgebiet  Kamerun  sind  eingetroffen:
Am  2.  März  d.  Is.  Kesselschmied  Hornberger;
am  29.  März  d.  Is.  Sekretär  Kurtzahn  und
Polizeimeister  Seiler.

Berichtigung  zum  Deutschen  Kolonialölatt
für  15.  Mai  1907.

Oberarzt  Dr.  Pistner  ist  krankheitshalber  nicht

ausgereist.

Deutsch  -Südwestafrika.
Der  Stabsarzt  Dr.  Schlüter  hat  am  11.  Mai

die  Ausreise  zwecks  Ubernahme  der  Geschäfte  eines
Regierungsarztes  in  Südwestafrika  angetreten.
        <pb n="594" />
        W  514  20

Beim  Gouvernement  Windhuk  ist  der  Schreiber
Franz  Schmidt  und  der  Techniker  K.  Eschen
mit  Vertrag  angenommen  worden.

Der  Polizeisergeant  Tetzlaff  ist  am  28.  Sept.
v.  Is.,  der  Eisenbahnpraktikant  Michaelis  am
12.  März  d.  Is.,  der  Eisenbahnpraktikant  Pezel
am  21.  März  d.  Is.  und  der  geprüfte  Lokomotivheizer
  Kottus  am  20.  Februar  d.  Is.  im  Schutzgebiet
  Südwestafrika  eingetroffen.

Mit  Heimatsurlaub  sind  aus  Südwestafrika
in  Deutschland  eingetroffen:  Der  kommiss.  Kanzleivorsteher
  Marold,  die  Gouvernementssekretäre
Bickel,  Link,  Vogler,  Gühloff,  Widmann,
der  Geheime  Sekretariatsassistent  Mettke,  der
Leuchtfenerwärter  Beirer,  der  Großherzoglich
Badische  Betriebsassistent  Paschasius,  die  Polizeisergeanten
  Stark  und  Albrecht,  Gärtner  Hoffmann,
  Werkmeister  Wiese,  Zimmermann  Jacobson,

  die  Schlosser  Lüdicke,  Knäble  und

Fischer.

 

Deutsch-MNeugulnea.

Der  kommiss.  Polizeimeister  Paul  Heyer  hat
am  22.  Mai  d.  Is.  die  Ausreise  nach  Deutsch-Neuguinea
  angetreten.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befehligten
Truppen  bzw.  für  Angehörige  und  Hinterbliebene
von  gefallenen  Schutztruppenangehörigen  sind
weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben  eingegangen,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des
Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Firma  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  hier
weiterer  Erlös  aus  dem  Vertriebe  der
Reden  des  Herrn  Staatssekretärs  des  Reichs-Kolouialamts
  mit  600  Mk.

2.  Von  dem  deutschen  Kriegerverein  für  Schmölln
S.-A.  durch  Vermittlung  des  Vorsitenden
Herrn  Dr.  mel.  Hase  eine  Anzahl  Pakete
mit  Liebesgaben.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Onellenangabe  gestauet.)

Deutsch-Meuguinea

Eine  Reise  nach  Ueu-Mechlenburg  und  den

westlichen  Inseln.“)

Am  Sonntag,  den  11.  November  1906,  trat
ich  eine  Dienstreise  nach  Neu-Mecklenburg
und  den  westlichen  Inseln  an.  Der  Zweck  der
Reise  war  zunächst  ein  Besuch  der  Regierungsstationen
  Namatanai  (Neu-Mecklenburg  Süd)
und  Käwieng  (Neu-Mecklenburg  Nord).  Sodann
wollte  ich  die  nördlich  von  Neu-Mecklenburg
gelegene,  schon  seit  über  zwei  Jahren  nicht  mehr
besuchte  Jnsel  St.  Mathias  anlaufen  und  hieran
noch  eine  Rundfahrt  durch  die  westlichen  Inseln,
die  Admiralitäts-Inseln,  Hermits-Inseln,
Matty  und  Durour  anschließen.

Von  den  Admiralitäts-Inseln  sind  wieder
mehrfach  Klagen  über  Ausschreitungen  Eingeborener
  laut  geworden.  Hier  sollten  an  Ort  und
Stelle  nähere  Erhebungen  gemacht  und  gegen  die
schuldigen  Eingeborenen  gegebenenfalls  die  ersorderlichen
  Maßnahmen  ergriffen  werden.

Der  Besuch  der  Hermits-Inseln  sowie  von
Matty  und  Durour  galt  der  Regelung  von  Landangelegenheiten.


Der  „Seestern“  verließ  die  Reede  von  Herbertshöhe
  am  Sonntag,  den  11.  November,  abends.

“)  Amtlicher  Bericht  des  stellverrretenden  Gonverneurs
  von  Deutsch-Neuguinea.

 

Da  die  für  die  ganze  Reise  zur  Verfügung  stehende
Zeit  ziemlich  knapp  war,  so  konnten  auf  dem
Wege  nach  Namatanai  andere  Orte  nicht  besucht
werden.  Wir  kamen  nach  einer  für  die  Jahreszeit
  sehr  ruhigen  Fahrt  am  Montag  Nachmittag
  in  Namatanai  an.  Der  Polizeimeister
erschien  alsbald  an  Bord  und  meldete,  daß
sich  auf  der  Station  nichts  Besonderes  ereignet
habe.  Die  Zeit,  in  welcher  der  „Seestern“
die  Ladung  für  die  Station  löschte,  wurde  zu
einer  Besichtigung  der  Station  und  der  Umgebung
benutzt.  Wir  ließen  uns  zunächst  nach  der  nördlich
  von  Namatanai  gelegenen  „Nabutobucht"“
rudern.  Dort  baut  die  Station  über  die  Bucht
eine  Brücke,  die  fast  einen  Kilometer  lang  ist,  um
eine  Verbindung  der  Station  mit  dem  nach  der
Westküste  sowie  auch  dem  Norden  führenden  Wege
herzustellen.  Die  Umgehung  der  Bucht  hätte
größere  Schwierigkeiten  gemacht,  weil  das  Vorland,
  das  durch  den  an  Krokodilen  reichen  „Nabutofluß“
  bewässert  wird,  sehr  sumpfig  und  dadurch
unzugänglich  ist.  Die  Brücke  ist  etwa  zu  drei
Vierteln  fertig.  Sie  besteht  aus  einer  ungefähr
vier  Meter  breiten  Steinausschüttung.  Diese  ist
oben  mit  einer  Humusschicht  bedeckt  und  zwecks
größerer  Haltbarkeit  mit  Gras  bepflanzt.  Die
Aufführung  der  Brücke  aus  Steinen  war  der
Herstellung  einer  Holzbrücke  vorzuziehen.  Das
asser  ist  an  der  Übergangsstelle  kaum  irgendwo
        <pb n="595" />
        G  515  20

tiefer  als  einen  Meter,  und  Steine  sind  teils  von
den  dort  befindlichen  Riffen,  teils  vom  benachbarten
  Lande  in  hinreichender  Menge  zu  beschaffen.
  Um  dem  aus  dem  Nabuto  strömenden
Wasser  Abfluß  zu  gewähren  und  den  Anprall  der
Wogen  von  der  See  her  zu  brechen,  sind  drei
Durchlässe  vorgesehen,  welche  Holzbrücken  erhalten.
Die  mühsame  Arbeit  des  Steinbrechens  und  Herbeitragens
  wird  von  den  Eingeborenen  geleistet.
Sie  erhalten  wöchentlich  nur  eine  Stange  Tabak
pro  Person.  Der  Stationschef  erklärte  mir,  er
brauche,  um  die  nötigen  Arbeiter  zu  erhalten
gar  keinen  Druck  auszuüben.  Die  Leute  meldeten
sich  im  Gegenteil  von  weit  her  freiwillig,  so  daß
er  oft  beinahe  in  Verlegenheit  käme,  sie  alle  zu
beschäftigen.  Leutemangel  sei  in  seinem  Bezirke
auf  absehbare  Zeit  nicht  zu  befürchten.  Ein
Fllanzer  kömmmte  *  soviele  Leute  bekommen,
als  er  für  die  Anlage  einer  gr

benötigen  würde.  roßen  Pflanzung

Nach  Besichtigung  der  Brücke  fuhren  wir  eine
Strecke  weit  den  Nabuto  hinauf.  Das  Landschaftsbild
  ist  sehr  malerisch.  Auf  beiden  Seiten
steht  dichter  Busch,  und  verschiedene  Bäche  stürzen
über  steile  Felswände  in  den  Fluß  hinab.

Sodann  gingen  wir  zu  Fuß  nach  der  von
der  Nabutobucht  etwa  eine  halbe  Stunde  entfernten,
  auf  einem  Hochplatean  gelegenen  Station.
Dort  ist  jetzt  ein  weiteres  Gebäude  erstellt,  das
sogenannte  Polizeimeisterhaus.  Das  Haus  hat
zwei  große  geräumige  Zimmer  und  die  nötigen
Nebenräume.  Eine  breite  Veranda,  von  der  man
einen  herrlichen  Ausblick  auf  das  vorliegende  Land
und  die  See  genießt,  führt  um  das  ganze  Gebände
  herum.  Die  Lage  des  Hauses  ist  sehr  frei.
Es  ist  sowohl  der  Ser=  wie  der  Landbrise  ausgesetzt
  und  läßt  deshalb  auch  in  gesundheitlicher
Beziehung  nichts  zu  wünschen  übrig.  Die  Polizeisoldaten
  wohnen  in  geräumigen  Häusern  aus
Buschmaterial,  die  sie  den  nach  enropäischem
Muster  erstellten  Gebäuden  vorziehen.  Der  Gesundheitszustand
  der  Leute  darf  als  recht  günstig
bezeichnet  werden.

Gegen  Einbruch  der  Dunkelheit  kehrten  wir
wieder  an  Bord  zurück.  Der  „Seestern“  lichtete
den  Anker,  und  am  anderen  Morgen  (Dienstag,
den  13.  November)  kamen  wir  vor  Käwieng  an.
Hier  wurde  die  Post  abgegeben  und  die  nicht
unerhebliche  Ladung  für  die  Station  und  den
Regierungsarzt  gelöscht.  Nach  Vornahme  der
Kassenrevision  und  Erledigung  der  vorschiedenen
dienstlichen  Rücksprachen  mit  dem  Stationschef
wurde  der  Regierungspflanzung,  die  etwa  400
Hektar  groß  ist,  ein  Besuch  abgestattet.  Die  Wege
durch  die  Pflanzung  sind  ausgezeichnet;  die
Pflanzung  selbst  ist  sehr  sauber  gehalten.  Wo  es
noch  nicht  möglich  war,  das  gesamte  Unkraut  zu

 

entfernen,  sind  wenigstens  überall  große  Scheiben
um  die  Bäume  angelegt,  innerhalb  welcher  der
Boden  gejätet  und  gelockert  ist,  so  daß  die  Palmen
Luft  und  Licht  in  hinreichender  Menge  erhalten.

Die  Palmbäume  haben  auch  fast  durchgehends
ein  recht  erfreuliches  Aussehen  und  versprechen
bei  fortgeseßt  guter  Pflege  in  einigen  Jahren
ansehnlichen  Ertrag.  Die  erforderlichen  Pflanzungsarbeiten
  läßt  der  Stationschef  durch  Eingeborene
aus  der  näheren  und  weiteren  Umgebung  vornehmen.
  Bezahlung  außer  dem  üblichen  Tabak
erhalten  auch  diese  Leute  nicht.

Nach  der  Besichtigung  der  Pflanzung  besuchten
  wir  den  Regierungsarzt,  der  eben  damit
beschäftigt  ist,  die  für  dieses  Etatsjahr  genehmigten
umfangreichen  Neubauten  für  ein  Eingeborenenhospital
  erstellen  zu  lassen.  Die  Bauarbeiten
selbst  werden  von  einem  Techniker  geleitet.  Das
für  die  Apotheke  bestimmte  Gebäude  war  im
Rohbau  fertig,  das  Gelände  für  die  Eingeborenenkrankenhäuser
  nahezu  geklärt  und  planiert.  Diese
Arbeiten  nahmen  infolge  des  steinigen  Untergrundes
  und  der  dadurch  notwendig  gewordenen
Sprengungen  sehr  erhebliche  Zeit  in  Anspruch.
Die  eigentlichen  Bauarbeiten  werden  nun  schneller
vor  sich  gehen.

Den  Nachmittag  benutzten  wir  zu  einer  Fahrt
nach  der  etwa  drei  Meilen  von  Käwieng  entfernt
liegenden  Insel  Ussein.  Auf  dieser  im  Eigentum
des  Gouvernements  stehenden  Insel,  die  etwa
45  Hektar  groß  ist,  hat  der  Stationschef  ebenfalls
  eine  Palmenpflanzung  angelegt.  Die  Palmen
gedeihen  hier,  wie  meist  auf  solchen,  der  Seebrise
von  allen  Seiten  zugänglichen  Koralleninseln,
ausgezeichnet.  Es  steht  zu  erwarten,  daß  sie  schon
in  einem  Jahre  zu  tragen  anfangen.  Die  Reinhaltung
  der  Pflanzung  verursacht  keine  besonderen
Kosten.  Die  auf  der  Insel  noch  wohnenden  Eingeborenen,
  etwa  siebzehn  an  der  Zahl,  besorgen
diese  Arbeit.  Sie  dürfen  dafür  die  auf  der  Insel
in  großer  Menge  gepflanzten  Süßkartoffeln  ernten.

Erwähnenswert  ist  noch,  daß  auch  die  Viehzucht
  in  Käwieng  sehr  erfreuliche  Ergebnisse
aufzuweisen  hat.  Die  Schafe  gedeihen  vorzüglich;
der  Bestand  hat  sich  in  kurzer  Zeit  mehr  als  verdoppelt.
  Ebenso  aussichtsreich  entwickelt  sich  unter
dem  verständnisvollen,  unermüdlichen  Stationschef
und  seinen  Assistenten  die  Pferdezucht.  Erst  kürzlich
  sind  wieder  drei  Fohlen  gefallen;  in  Bälde
werden  weitere  erwartet.  Schon  jetzt  beträgt  der
Bestand  mit  den  Fohlen  neunzehn  Pferde.  Es
steht  zu  hoffen,  daß  die  Station  in  nicht  ferner
Zeit  die  übrigen  Regierungsstellen  mit  dem  nötigen
Pferdematerial  wird  versorgen  können.

Käwieng  verließen  wir  am  Mittwoch  früh,  um
nun  der  etwa  neunzig  Seemeilen  entfernten
St.  Mathias-Insel  einen  Besuch  abzustatten.
        <pb n="596" />
        G  516  2O

Wir  kamen  daselbst  nachmittags  an.  In  der  Nähe
der  Insel,  auf  welcher  Bruno  Menke,  der  in
St.  Mathias  ermordete  Führer  der  „ersten  deutschen
Südsee-Expedition",  begraben  liegt,  ging  der  „Seestern“
  vor  Anker.  Die  Insel  wurde  von  einem
Ende  zum  anderen  durchstreift,  Menkes  Grab  aber
nicht  mehr  gefunden.  Die  Insel  ist  anscheinend
unbewohnt.  In  ihrer  Mitte  liegt  eine  nicht  unbedeutende
  Taro=  und  Bananenpflanzung;  ein
gut  ausgetretener  Pfad  zeigt  an,  daß  die  Eingeborenen
  von  der  gegenüberliegenden  Insel
herüberkommen,  um  von  hier  Taro  und  Bananen
zu  holen.  Als  wir  uns  anschickten,  die  Insel  zu
verlassen,  kamen  von  der  anderen  Seite  einige
Kanus  herbei.  Da  die  Eingeborenen  jedoch  nicht
zu  uns  heran-,  sondern  auf  den  „Seestern“  zuruderten,
  kehrten  wir  an  Bord  zurück,  um  dort
mit  den  Eingeborenen  in  Verbindung  zu  treten.
Sie  auf  der  größeren,  gegenüberliegenden  Insel
aufzusuchen,  dazu  reichte  die  Zeit  nicht,  weil  wir
vor  Einbruch  der  Dunkelheit  die  Weiterfahrt  nach
den  Admiralitätsinseln  antreten  wollten.  Es  dauerte
nicht  lange,  da  kam  noch  eine  größere  Anzahl
Eingeborener  in  Kanus  herbei.  Sie  zeigten  sich
keineswegs  scheu,  sondern  fuhren  dicht  an  das
Schiff  heran.  Einzelne  kletterten  auch  an  Bord.
Die  Leute  gehen  vollkommen  nackt.  Haarpfeile
und  Perlen,  die  sie  von  den  Anwerbeschiffen  bekommen,
  sind  ihr  einziger  Schmuck.

Bald  nachher  verließen  wir  die  landschaftlich
sehr  reizvolle  Inselgruppe.  Auf  der  Hauptinsel
erheben  sich  Berge  bis  zu  500  Meter  Höhe.  Die
übrigen  Inseln  weisen  nur  ganz  geringe  Erhöhungen
  auf.  Riffe  von  außergewöhnlicher  Ausdehnung
  umgeben  die  Inseln  und  erschweren  die
Annäherung.

Am  Donnerstag  wurde  in  der  Frühe  die
Gruppe  der  Admiralitäts-Inseln  gesichtet.  Wir
kamen  gegen  neun  Uhr  vor  dem  Dorfe  Lonin
an,  das  im  Südosten  der  großen  Manusinsel
liegt.  Die  Einwohner  dieses  Dorfes  hatten  sich
anläßlich  der  Ermordung  des  Händlers  Schlehan
im  vorigen  Jahre  an  der  Plünderung  der  Station
St.  Gabriel  beteiligt.  Bei  Ausführung  der  zu
Anfang  dieses  Jahres  deshalb  unternommenen
Strafexpedition  waren  vom  Kaiserlichen  Bezirksamtmann
  einige  Geiseln  mitgenommen  worden.
Diese  sollten  nunmehr  zurückgebracht  werden.  Bei
der  Ankunft  des  „Seestern“  begann  in  dem  Dorfe
ein  großes  Leben  und  Treiben.  Nachdem  die
Bewohner  ihre  vom  „Seestern“  herüberwinkenden
Landsleute  erkannt  hatten,  erhoben  sie  ein  großes
Freudengeheul;  binnen  kürzester  Zeit  umschwärmten
zahllose  Kanus  das  Schiff.  Ich  ließ  den  Leuten
durch  die  mitgebrachten  Geiseln  sagen,  daß  wir
in  friedlicher  Absicht  gekommen  seien  und  daß  wir
an  Land  gehen  würden,  um  das  Dorf  zu  be- 



sichtigen.  Bereitwillig  wurde  uns  der  Weg  zu
der  für  einen  Kutter  schon  recht  kleinen  Passage
gezeigt;  auch  unserer  Landung  setzten  die  Leute
keine  Schwierigkeiten  entgegen.  Wir  durchwanderten
  das  Dorf  von  einem  Ende  zum  anderen.
Die  Bevölkerung  ist  im  Vergleiche  zur  Zahl  der
Hütten  außerordentlich  stark.

Um  Mittag  verließen  wir  Lonin  und  fuhren
weiter  nach  Komuli.  Dort  hat  die  Firma
Hernsheim  und  Co.  eine  Handelsstation,  die  von
einem  früheren  Steuermann  verwaltet  wird.  Wir
kamen  gegen  drei  Uhr  vor  Komuli,  einer  kleinen
mit  Kokosnüssen  bestandenen  Insel  an.  Die
Insel  ist,  wie  die  anderen  in  der  Nachbarschaft
liegenden  kleinen  Eilande,  von  Eingeborenen  nicht
bewohnt.  Der  Handel  erstreckt  sich  hier  außer
auf  Kopra  auf  Trokas=  und  die  wertvolleren
Burgosmuscheln.  Die  Kopraernte  war  nach  Angabe
  des  Stationsverwalters  im  letzten  Jahre
nicht  besonders  groß;  sie  betrug  monatlich  etwa
10  bis  12  Tonnen.

Die  Eingeborenen  verhalten  sich  nach  Mitteilung
  des  Stationsleiters  den  Weißen  gegenüber
zur  Zeit  friedlich,  doch  leben  sie  untereinander  in
steten  Fehden.  Namentlich  sind  die  Mokleute
immer  noch  sehr  gefürchtet.  Nach  der  Ermordung
des  Händlers  Mätzke  haben  sie  ihre  Insel  verlassen
  und  schlagen  nun  bald  da,  bald  dort  ihren
Wohnsitz  auf.  Zur  Zeit  sollen  sie  auf  den  sogenannten
  Green-Inseln  wohnen  und  von  da  aus
Raubzüge  unternehmen.

Es  muß  einer  später  zu  errichtenden  Polizeistation
  vorbehalten  bleiben,  den  Landfrieden  auf
diesen  Inselgruppen  herzustellen.

Vor  Komuli  blieb  der  „Seestern“  die  Nacht
über  liegen.  Am  Freitag,  den  16.  November,
wurde  nach  Sonnenaufgang  weitergefahren;  zunächst
  sollte  dem  Eingeborenendorfe  Papitalei
ein  Besuch  abgestattet  werden.  Auf  dem  Wege
dahin  liefen  wir  aber  nochmals  vor  Lonin  vor.
In  Komuli  war  uns  nämlich  mitgeteilt  worden,
daß  die  Loninleute  ein  von  der  Insel  Baluan
abgetriebenes  Kanu  überfallen,  die  Männer  in
dem  Kann  getötet  und  die  Weiber  in  Gefangenschaft
  weggeführt  hätten.  Ich  wollte  versuchen,
die  Herausgabe  der  beiden  Weiber  durchzusetzen.
Die  Eingeborenen  kamen  auch  bei  unserer  zweiten
Anfahrt  ohne  Schen  an  das  Schiff  heran.  Einem
der  Geiseln,  den  wir  Tags  vorher  hier  abgesetzt
hotten  und  der  auch  wieder  an  Bord  kam,  erklärten
  wir,  weshalb  wir  wieder  zurückgekommen
seien.  Er  gab  zu,  daß  zwei  fremde  Weiber  im
Dorfe  gewesen  seien;  der  Häuptling,  welcher  auch
gestern  schon  nicht  da  war,  habe  sie  aber  mit  in
den  Busch  genommen.  Darauf  ließ  ich  den
Leuten  sagen,  sie  sollten  die  Weiber  sofort  bringen.
Nach  einiger  Zeit  kamen  sie  wieder  mit  ihren
        <pb n="597" />
        W  917  20

Kanus  an  und  brachten  ein  großes  Schwein
sowie  eine  größere  Menge  Muschelgeld.  Auch
boten  sie  weitere  Geiseln  an.  Das  Anerbieten
wurde  jedoch  abgelehnt.  Darauf  fuhren  die  Eingeborenen
  wieder  an  Land.  Durch  den  bis  dahin
auf  dem  Schiffe  festgehaltenen  Eingeborenen  ließ
ich  nunmehr  den  Leuten  mitteilen,  daß  sie  bei
Wiederholung  derartiger  Vorgänge  strenge  Bestrafung
  zu  gewärtigen  hätten  und  daß  ich  ihnen
im  übrigen  Bedenkzeit  gäbe,  die  gefangen  gehaltenen
  Weiber  zurückzubringen.  Sie  sollten  die
Weiber  in  Komuli  abliefern.  Falls  bis  zur
nächsten  Ankunft  des  „Seestern“  der  Befehl  nicht
ausgeführt  sei,  würden  wir  auf  das  schärsste
gegen  sie  vorgehen.

Es  erschien  mir  angezeigt,  mich  für  diesmal
mit  diesen  Schritten  zu  begnügen.  Das  Dorf
liegt  sehr  exponiert  am  Strande.  Tiefes  Wasser
ermöglicht  das  Heranfahren  bis  auf  hundert  Meter.
Somit  wäre  es  ein  Leichtes,  das  Dorf  unter
Geschütz=  wie  auch  unter  Gewehrfeuer  zu  nehmen.
Auch  kann  man  von  Papitalai  aus  das  Dorf  zu
Lande  erreichen  und  damit  den  Leuten  den  Rückzug
  abschneiden.  Da  die  Loninleute  aber  erst
vor  etwa  zwei  Jahren  schwer  bestraft  worden
sind,  wollte  ich  mir  ein  Vorgehen  mit  Waffengewalt
  für  den  äußersten  Fall  vorbehalten.  Zeigt
sich,  daß  die  Leute  trotz  der  wiederholten  Warnung
ihr  Treiben  fortsetzen,  dann  kann  bei  der  nächsten
Anwesenheit  des  „Seestern“  oder  eines  Kriegsschiffes
  Bestrafung  erfolgen.

Vor  Papitalei,  das  im  Südosten  der  großen
Manusinsel,  inmitten  einer  ausgedehnten  Lagune
liegt,  kamen  wir  nachmittags  an.  Die  Einfahrt
ist  wegen  der  vielen,  meist  kaum  sichtbaren  Riffe
nicht  ungefährlich,  doch  sind  bereits  von  S.  M.
Schiffen  „Seeadler“  und  „Kondor“  aufgenommene
Skizzen  da,  die  eine  Orientierung  wesentlich  erleichtern.
  Auch  hier  kamen  die  Eingeborenen  alsbald
  in  großer  Zahl  an  den  „Seestern“  heran.
Unter  ihnen  befand  sich  der  Missionszögling  Po
Minis,  der  gegenwärtig  in  seiner  Heimat  weilt,
um  für  die  katholische  Mission  anzuwerben.  Da
er  sowohl  Pidgin-Englisch,  wie  auch  ziemlich  viel
Deutsch  spricht,  so  ist  er  als  Dolmetscher  und
Führer  sehr  gut  zu  gebrauchen.  Ich  nahm  deshalb
  auch  seine  Dienste  in  Anspruch,  um  die  auf
beiden  Seiten  der  flußartig  sich  dahinziehenden
Lagune  gelegenen  Eingeborenen-Niederlassungen
zu  besuchen.  Dank  der  Vermittlung  Po  Minis,
welcher  hier  einen  ziemlichen  Einfluß  ausübt,
wurden  wir  überall  gut  aufgenommen,  wiewohl
die  Leute  ein  sehr  scheues  Wesen  an  den  Tag
legten  und  sich  erst  nach  längerem  Hin=  und  Herverhandeln
  in  größerer  Zahl  heranwagten.  Alte
Leute,  die  man  sonst  selten  sieht,  bekamen  wir
hier  mehrfach  zu  Gesicht.  Bei  ihrem  Anblick

 

fragt  man  sich  unwillkürlich  im  Stillen,  wieviele
Menschen  wohl  jeder  von  ihnen  schon  verzehrt
und  sonst  auf  dem  Gewissen  habe,  denn  dem  Kannibalismus
  wird  im  ganzen  Gebiete  der  Admiralitäts-Inseln
  nach  wie  vor  noch  stark  gefröhnt.
Ein  gründlicher  Wandel  wird  hierin  erst  zu
schaffen  sein,  wenn  diese  Gebiete  eine  eigene
Polizeimacht  besitzen.

Am  Sonnabend,  den  17.  November,  verließen
wir  in  der  Frühe  Papitalei  und  besuchten  am
gleichen  Tage  noch  die  Carpenter-Insel  (im
Nordwesten  von  Manus)  auf  welcher  die  Firma
Hernsheim  &amp;amp;  Co.  eine  Station  besitzt.  Infolge
des  regnerischen  Wetters,  das  den  ganzen  Tag
geherrscht  hatte,  konnten  wir  uns  jedoch  kaum
eine  halbe  Stunde  aufhalten,  da  wir  noch  vor
Einbruch  der  Dunkelheit  wieder  die  hohe  See
gewinnen  wollten,  um  am  nächsten  Morgen  in
der  Gruppe  der  Hermits-Inseln  anzukommen.
Nach  dem  Berichte  des  Vertreters  der  Firma
Hernsheim  &amp;amp;  Co.  lag  Anlaß  zu  Klagen  wegen
Ausschreitungen  von  Eingeborenen  der  Carpenter-Inseln
  nicht  vor;  doch  ist  auch  hier,  wie  auf
allen  anderen  Inseln  der  Gruppe,  äußerste  Vorsicht
  geboten.  Daß  wir  nur  kurzen  Aufenthalt
nehmen  konnten,  war  um  so  bedauerlicher,  als
während  der  Zeit  unserer  Anwesenheit  von  allen
Seiten  mindestens  zwanzig  große  Kanoes  mit  je
zehn  bis  zwölf  Eingeborenen  angesegelt  kamen.
Die  Leute  hier  gehören  mit  zu  den  schönsten
und  kräftigsten  Gestalten,  welche  mir  je  in  der
Südsee  begegnet  sind.  Ihre  vielen,  zum  Verkaufe
  angebotenen  Holzschnitzereien  und  sonstigen
Arbeiten  zeugen  von  großer  Geschicklichkeit.  Die
Leute  sollen  auch,  wie  mir  verschiedentlich  mitgeteilt
  wurde,  recht  fleißig  sein.  Da  die  Inselgruppe
  angenscheinlich  sehr  stark  bevölkert  ist,  so
öffnet  sich  hier  für  späterhin  noch  ein  reiches
Feld  der  Arbeiteranwerbung.

Am  Sonntag,  den  18.  November,  kamen  wir
morgens  gegen  sieben  Uhr  vor  Maronn  an.
Hier  hat  der  Kaufmann  und  Pflanzer  Heinrich
Rudolf  Wahlen,  dem  die  Gruppe  der  Hermits-Inseln
  mit  Ausnahme  der  etwa  1000  Hektar
großen  Insel  Luf  und  der  kleinen  Insel  Zet
gehört,  seine  Hauptniederlassung.  Die  Schiffe
liegen  infolge  der  vielen  vorgelagerten  Riffe  vor
Maronn  einigermaßen  geschützt,  doch  ist  wegen
allzu  tiefen  Wassers  der  Ankergrund  nicht  besonders
  günstig.  Die  Insel  Maronn  ist,  wie
auch  Luf  und  Akeb,  hügelig;  hoch  oben  auf  der
Anhöhe  hat  sich  Wahlen  ein  stattliches  Haus  im
modernen  Stile  errichtet.  Man  staunt,  in  diesem
abgelegenen  Teile  der  Südsee  ein  solches  Besitztum
  vorzufinden.  Von  den  Veranden  des  Hauses
genießt  man  eine  herrliche  Rundsicht  über  die
Inseln  und  das  infolge  der  vielen  Riffe  in
        <pb n="598" />
        GV  518  20

wundervollem  Grün  erstrahlende  Meer.  Zwei
von  den  Inseln,  Maronn  selbst  und  Akeb  (zusammen
  etwa  200  Hektar  groß),  sind  ganz  mit
Kokosnüssen  bepflanzt.  Ebenso  wurden  bereits
angepflanzt  die  den  Ring  des  Atolls  bildenden
Inseln:  Amot,  Kocherau,  Pianau,  Makau,  Pukue,
Leabon,  Monow  und  Peme,  zusammen  ein  Areal
von  etwa  100  Hektar.  Wie  auf  allen  Koralleninseln,
  so  gedeihen  auch  hier  die  Palmen  recht
gut.  Nicht  bearbeitet  ist  bis  jetzt  die  etwa
30  Hektar  große  Insel  Arum  oder  auch  Jelum
genannt.  Doch  auch  diese  Insel  soll  bald  in
Angriff  genommen  werden.  Ebenso  will  Wahlen
nunmehr  Land  auf  der  großen  Insel  Luf  erwerben,
  um  auch  dort  Kokosbaumpflanzungen
anzulegen.

Die  Bevölkerung  der  Hermits-Inseln  ist  dem
Aussterben  nahe.  Auf  Luf  wohnen  etwa  noch

35  Menschen  und  auf  Maronn  etwa  15.  Die
übrigen  Inseln  sind  völlig  menschenleer.  Auf

Maronn  und  Aleb  besichtigten  wir  die  Pflanzungen.
  Auch  statteten  wir  den  Eingeborenen
Maronns,  die  meist  einen  schwächlichen,  kranken
Eindruck  machen,  einen  Besuch  ab.  Die  Inseln
sind  zum  Teil  sumpfig,  jedoch  durch  Gräben  und
Aufschüttungen  nach  Möglichkeit  trainiert.

Am  Montag  (19.  November)  verließen  wir
in  der  Frühe  Maronn,  um  auf  dem  Wege  nach
Matty  und  Durour  noch  die  sogenannten
Schachbrett-Inseln  anzulaufen.  Diese  Gruppe
besteht  aus  56  flachen  Inseln  und  Inselchen;  sie
zerfallen  in  folgende  Hauptgruppen:  Hehna,
Pelleluhn,  Ninigo,  Sama,  Hani,  Awinn
und  Liot  (La  Boudeuse).  Die  bedeutendsten
Inseln  sind  wohl  die  der  Ninigogruppe.  Auf
der  zu  ihr  gehörigen  Insel  Longam  besitzt
Wahlen  eine  Handelsstation,  die  ein  gewisser
James  Devlin  leitet.  Der  Haupthandel  war
früher  Trepang,  jetzt  sind  aber  die  Bestände
erschöpft.  Kopra,  Muscheln  und  Schildpatt  bilden
die  hauptsächlichsten  Artikel.  Die  Eingeborenen
haben  die  gleiche  hellbraune  Hautfarbe,  wie  die
der  Hermits.  Sie  gehören  offenbar  ein  und  derselben
  Rasse  an,  wenngleich  ihre  Sprache  nicht
die  gleiche  ist.  Die  Zahl  der  eingeborenen  Bewohner
  der  Schachbrettgruppe  ist  sehr  zurückgegangen.
  Ganze  Inselgruppen,  wie  die  von
Hehna  und  Sama  sind  vollkommen  menschenleer.
  Nach  Angabe  des  Händlers  Devlin,  der
alle  Inseln  genau  kennt,  leben  kaum  noch  mehr
als  zweihundert  Menschen  auf  den  sämtlichen
Inseln.  Diese  werden  unter  dem  Namen  Echiquiers
  zusammengefaßt.  Wahlen,  dem  die
Gruppe  gehört,  will  sie  allmählich  ganz  bepflanzen.


Gegen  Abend  verließ  der  „Seestern“  Longam
und  dampfte  weiter  nach  der  Insel  Durour,

 

welche  den  Eingeborenen-Namen  Ana  hat.  Die
Entfernung  zwischen  Longam  und  Aua  beträgt
etwa  70  Seemeilen.  Wir  fuhren  die  Nacht  über
langsam  weiter  und  kamen  morgens  vor  Aua
an.  Ein  Ankerplatz  ist  um  die  ganze  510  Hektar
große  Insel  herum  nirgends  vorhanden.  Sie
wird  vollkommen  von  einem  Riffkranze  umsäumt
und  der  Meeresboden  fällt  so  schroff  und  unvermittelt
  ab,  daß  ein  Ankern  unmöglich  erscheint.
In  der  Nordwestzeit  ist  bei  der  Landungsstelle
gewöhnlich  ruhiges  Wasser,  während  im  Südost
oft  kaum  ein  Boot  an  Land  geschickt  werden
kann.  Die  Insel,  welche  früher  einige  tansend
Menschen  beherbergt  hat,  zählt  heute  noch  etwa
vierhundertsiebzig  Eingeborene.  Bei  der  vor
drei  Jahren  erfolgten  Ermordung  des  Händlers
Reimers  waren  die  Eingeborenen  nach  Matty  geflüchtet;
  hierbei  fanden  etwa  elfhundert  Menschen
auf  hoher  See  ihr  Grab.  Wir  durchstreiften  die
Insel  auf  einem  von  dem  Händler  Maathies
angelegten  bequemen  Wege,  und  besuchten  hierbei
  verschiedene  Niederlassungen  der  Eingeborenen.
Ihre  immer  nur  aus  wenigen  Häusern  bestehenden
  Dörfer  machten  durchweg  einen  sauberen
Eindruck.  Die  Häuser  sind  nicht,  wie  sonst  meist,
aus  gewöhnlichem  Buschmateriale  hergestellt,
sondern  aus  Brettern  zusammengezimmert.  Es
ist  wunderbar,  wie  die  Leute  mit  ihren  unzureichenden
  Werkzeugen  imstande  sind,  die  Bretter
aus  dem  Hartholze  herauszuschneiden,  sie  zusammenzusügen
  und  mit  Holznägeln  an  die
Pfosten  anzuschlagen.

Die  Nahrung  der  Eingeborenen  besteht  teils
aus  Fischen,  welche  sie  mit  großer  Geschicklichkeit
fangen  sollen,  teils  aus  Kokosnüssen,  und  vor
allem  aus  einer  Art  Wassertaros,  welche  sie  in
besonders  angelegten  und  gut  ausgemauerten
Wasserlöchern  ziehen.  Für  Trinkwasser  ist  überall
  reichlich  gesorgt.  Die  Eingeborenen  haben
bei  jedem  Dorfe  mehrere  Meter  tiefe,  ebenfalls
ausgemanerte  Brunnen  gegraben.  Durch  an
langen  Stangen  befestigte  Kokusnußschalen  wird
das  Wasser  aus  diesen  Brunnen  geschöpft.

Die  Bewohner  der  Jusel  sind  freundliche,
friedfertige  und  auch  arbeitsame  Leute.  Der
Gesundheitszustand  scheint  hier  augenblicklich  gur
äu  sein.  Seit  den  letzten  anderthalb  Jahren  ist
nach  Angabe  des  Händlers  kein  Eingeborener
gestorben.

Von  Durour  aus  besuchten  wir  dann  noch
die  20  Seemeilen  entfernte  Insel  Matty,  in  der
Eingeborenensprache  Wuwula  genannt.  Die
Insel  ist  nahezu  dreimal  so  groß,  als  Aua;  sie
umfaßt  ein  Areal  von  1368  Hektar.  Auch  hier
hat  die  Bevölkerung  unverhältnismäßig  stark  abgenommen.
  Die  letzte,  im  Angust  dieses  Jahres
vorgenommene  Zählung  ergab  hundertfünfzehn
        <pb n="599" />
        E  519  20

Männer,  hundertundnenn  Frauen  und  zweihundertneunzehn
  Kinder.  Dazu  kommen  noch
neunundvierzig  Leute  von  Ana,  die  nach  der

mordung  Reimers'  hierher  geflüchtet  waren.
Sprache,  sowie  Sitten  und  Gebräuche  der  Leute
auf  Matty  sind  die  gleichen,  wie  auf  Durour.
Die  Landungsverhältnisse  sind  ebenso  schlecht;
auch  hier  kann  nirgends  ein  Schiff  ankern.

Wir  durchquerten  die  Insel  an  zwei  verschiedenen
  Stellen.  Je  mehr  man  in  das  Innere
  kommt,  desto  geringer  werden  die  Palmenbestände;
  schließlich  steht  nur  noch  dichter  Busch.
Das  Gelände  war  teilweise  sehr  sumpfig,  oft
mußte  man  bis  an  die  Knice  im  Schlamm  waten.
Der  Gesundheitszustand  auf  Matty  ist  infolgedessen
  auch  nicht  günstig.  Es  steht  jedoch  zu
hoffen,  daß  bei  der  planmäßigen,  von  Kaufmann
Wahlen  beabsichtigten  Bepflanzung  der  Insel,
ähnlich  wie  auf  den  Hermits  das  Land  durch
sachgemäße  Trainierung  entwässert  wird  und
daß  dadurch  die  gesundheitlichen  Verhältnisse  sich
heben.

Noch  am  gleichen  Abend  traten  wir  die
Heimreise  an.  Nach  einer  gut  verlaufenen  Fahrt
lief  der  „Seestern“  am  Freitag,  den  23.  November,
  nachmittags  wieder  auf  der  Reede  von
Herbertshöhe  ein.

Die  Gazellehalbinsel.)

Die  Gazellehalbinsel  im  Bismarckarchipel  blüht
wirtschaftlich  immer  mehr  empor  und  wird  noch
auf  lange  Jahre  in  dieser  Richtung  ihre  Bedeutung
  behaupten.  Durch  ihre  zentrale  Lage
ist  sie  vorzüglich  geeignet,  als  Ausgangspunkt  für
kulturelle  Unternehmungen  in  anderen  Teilen  des
Archipels  zu  dienen;  ihre  Häfen  bilden  wichtige
Stützpunkte  der  Schiffahrt.  Die  Bedeutung  der
Reede  von  Herbertshöhe  und  des  kleinen  Hafens
von  Matupi,  sowie  des  Simpsonhafens  ist  andauernd
  im  Wachstum.  Die  imaginären  Gefahren
  für  die  Schiffahrt,  welche  auf  früheren
Karten  dieser  Gegend  verzeichnet  waren,  veranlaßten
  die  Schiffsführer,  sie  in  weitem  Bogen
zu  umgehen.  Bei  den  Rekognoszierungen  der
Kaiserlichen  Kriegsmarine  hat  sich  jedoch  herausgestellt,
  daß  der  größte  Teil  der  angeblichen  Ge-*)

  Die  vorstehenden  Ausführungen  entnehmen  wir
mit  Erlaubnis  der  Verlagshandlung  Strecker  &amp;amp;
Schröder  in  Stuttgart  der  ersten  Lieferung  des
soeben  im  Erscheinen  begriffenen,  jüngst  auch  hier  angelündigten
  Buches.  Land  und  Leute,  Sitten  und  Gebräuche
  im  Bismarckarchipel  und  auf  den  deutschen
Salomoinseln.  Von  R.  Parkinson.  Herausgegeben
von  Dr.  B.  Ankermann,  Direktorialassistent  am  Königl.
Museum  für  Völkerkunde  zu  Berlin.

 

fahren  nicht  vorhanden  ist,  und  da  der  Archipel
auf  dem  direkten  Wege  zwischen  Australien  und
Ostasien  liegt,  so  wählen  immer  mehr  Schiffe
diesen  näheren  Weg,  statt  durch  die  gefährliche,
an  Riffen  und  anderen  Schiffahrtshindernissen
reiche  Torresstraße  zu  gehen.  Die  Kohlendepots
auf  der  Insel  Matupi  bilden  einen  wichtigen
Stützpunkt  für  den  Dampferverkehr  auf  dieser
Strecke.  Dieser  hat  sich  von  Jahr  zu  Jahr
gehoben,  proportional  mit  dem  Aufschwung  der
Kolonie  und  mit  dem  Wachstum  des  jungen
Anstralischen  Staatenbundes.  Aus  den  neueren
Volkszählungen  darf  man  den  Schluß  ziehen,
daß  Australien  nach  etwa  hundert  Jahren  eine
Bevölkerung  von  etwa  30  Millionen  Menschen
haben  wird;  dieser  Umstand,  wie  der  enorme
Verkehr  mit  dem  an  Bedeutung  ebenfalls  fortwährend
  zunehmenden  Ostasien  muß  unbedingt
auch  eine  günstige  Rückwirkung  auf  den  Bismarckarchipel
  ausüben.  Es  werden  nene,  leicht  zugängliche
  Absatzgebiete  für  tropische  Erzengnisse
geschaffen  werden,  und  der  Archipel,  von  dem
aus  Australien  in  wenigen  Tagen  zu  erreichen
ist,  wird  imstande  sein,  einen  großen  Teil  des
Bedarfes  zu  decken.

Alles  dies  liegt  heut  noch  in  weiter  Ferne,
aber  von  einem  Jahrzehnt  zum  anderen  ändern
sich  die  Verhältnisse  zum  Besseren.  Im  Jahre
1882  beschränkte  sich  der  Verkehr  mit  der  Außenwelt
  auf  die  Fahrten  einiger  kleiner  Segelschiffe,
welche  die  ansässigen  Firmen  für  ihre  Handelsunternehmungen
  unterhielten;  dann  und  wann
in  langen  Zwischenräumen  erschien  auch  wohl  ein
größeres  Segelschiff,  um  die  gesammelten  Produkte
zu  verschiffen;  Kriegsschiffe  sprachen  gelegentlich
vor  und  waren  nur  zu  froh,  wenn  sie  wieder
fortdampfen  konnten.  Postverbindung  über  Australien
  bestand  drei=  bis  viermal  im  Jahre.  Alles
dies  hat  sich  bereits  geändert.  Regelmäßig  fahrende
Salondampfer  des  Bremer  Lloyd  und  einer  australischen
  Linie  vermitteln  den  Post=  und  Frachtverkehr
  zwischen  dem  Archipel,  Sydney,  Singapore,
Hongkong  und  Japan;  Ansiedler  und  Ansiedlungen
mehren  sich,  und  die  Einfuhr  von  Waren  wie
die  Anusfuhr  von  kolonialen  Erzeugnissen  ergibt
von  Jahr  zu  Jahr  immer  höhere  Zahlen.

Trotzdem  hat  der  deutsche  Unternehmergeist,
der  sich  sonst  allen  neuerschlossenen  Gebieten  der
Erde  mit  Eifer  zuwendet,  bisher  die  Inseln  des
Bismarckarchipels  nicht  der  Beachtung  gewürdigt,
die  sie  in  so  hohem  Maße  verdienen.

722
        <pb n="600" />
        520  2

Koamerun.
Ueugefundene  ölfrüchte.

Der  Bezirksamtmann  von  Ossidinge,  Dr.
Mansfeld,  hat  dem  hydroStherapeutischen  Institut
  die  Früchte  eines  etwa  fünfzehn  Meter
hohen,  wildwachsenden  Baumes  eingesandt.  Diese
Früchte  werden  von  den  Eingeborenen  zur  Bereitung
  eines  das  beste  Palmöl  an  Güte  übertreffenden
  Speiseöles  benntzt.

Über  das  Ergebnis  der  Untersuchung  schreibt
der  Leiter  des  hydroztherapentischen  Instituts,
Geheimer  Medizinalrat  Dr.  Brieger:  „Die  uns
übermittelten  Früchte  von  Mimusops  djave,  einer
Sapotacee,  wurden  von  uns  eingehend  untersucht.
Dabei  wurde  festgestellt,  daß  die  Früchte  67  v.  H.
Fett  enthalten;  Palmkerne  enthalten  nur  48  v.  H.,
Erdnuß  42  v.  H.  Fett.  Das  Fett  aus  reifen,
früh  vom  Baum  geernteten,  also  nicht  von  der
Erde  aufgelesenen  Früchten  ist  zur  Nahrungsmittelfabrikation
  geeignet.  Die  für  Nahrungsmittel
  zu  verwendenden  Früchte  sind  fast  weiß;
das  hieraus  mit  Hilfe  warmer  Pressen  gewonnene
Fett  ist  ebenfalls  weiß  und  fest,  ohne  unangenehmen
  Geschmack  und  Geruch.  Es  wurden
auch  verschiedene  Fütterungsversuche  mit  ranzigen,
braungefärbten  Fruchtkernen  vorgenommen,  ohne
daß  schädliche  Wirkungen  beobachtet  worden
wären.  Der  entfettete  Rückstand  der  Früchte
zeigte  einen  hohen  Gehalt  an  Rohprotein,  bis
zu  39  v.  H.,  berechnet  aus  der  Stickstoffzahl.
Palmkernmehl  enthält  nur  17,4  v.  H.  Rohprotein.
Der  Rückstand  der  nicht  ranzigen,  entfetteten
Früchte  würde  sich  vorzüglich  als  Futtermittel
verwenden  lassen.“

Von  der  deutsch-spanischen  Grenzge.

Spanische  Blätter  brachten  vor  einigen  Wochen
die  Nachricht  von  erheblichen  Grenzverletzungen
seitens  der  Kameruner  Schutztruppe  im  spanischen
  Batagebiet.  Unter  anderm  sollten  spanische
  Flaggen  deutscherseits  niedergeholt  worden
sein.  Diese  Nachrichten,  welche  auch  in  deutschen
Blättern  Aufnahme  gefunden  hatten,  wurden  kurz
darauf  durch  die  spanische  Regierung  dementiert.
Zur  völligen  Klarstellung  der  Angelegenheit  wurde
das  Gouvernement  von  Kamerun  zu  einem  telegraphischen
  Bericht  in  der  Angelegenheit  aufgefordert.


Nach  dem  inzwischen  eingetroffenen  Bericht
handelt  es  sich  um  folgendes:  Im  November
vorigen  Jahres  benutzten  einige  eingeborene
Soldaten  des  dem  deutschen  Grenzkommissar
Hauptmann  Förster  zugeteilten  Begleitkommandos
ohne  Vorwissen  ihres  europäischen  Vor- 



gesetzten  einen  Patrouillengang  zu  Räubereien
im  spanischen  Grenzgebiet.  Die  Beteiligten  wurden
bestraft.

Es  liegt  also  lediglich  ein  gemeines  Verbrechen
vor,  welches  die  erforderliche  Sühne  gefunden  hat,
und  welchem  keinerlei  politische  Bedentung  beizumessen
  ist.

r*El'

Togo.
Aufhebung  der  Quarantäne  über  den  Bezich  Anecho.

Die  am  20.  März  d.  Is.  wegen  Gelbfieber
über  den  Bezirk  Anecho  errichtete  Quarantäne
(D.  Kol.  Bl.  vom  1.  Mai)  ist  nach  einem  Telegramm
  des  Gouverneurs  vom  18.  Mai  d.  Js.
wieder  aufgehoben  worden.

Außer  dem  einen  Todesfall  an  Gelbfieber  bei
einem  Europäer,  welcher  die  Ursache  für  die
Quarantäne  gebildet  hat,  ist  noch  ein  zweiter,
ebenfalls,  und  zwar  am  11.  April,  tödlich  verlaufener
  Fall  bei  einem  Eingeborenen  in  Anecho
beobachtet  worden.

Oeutsch-Südwestafrika.
Wissenschaftliche  Jammlung.

Redakteur  F.  Seiner  in  Graz  hat  dem
Zoologischen  Museum  in  Berlin  eine  kleine,  aber
wertvolle  Sammlung  von  Insekten  und  Arachnoiden
  aus  Südafrika  überwiesen.  Sie  enthält  von
Orthopteren  16  Blattiden,  5  Mantiden,  4  Termiten-Soldaten,
  2  Grylliden,  3  Phasmiden,  von
Dipteren  1  Tabanus,  3  Haematopota  vittata,
1  Spilogaster,  1  Tachinide,  1  Ephydrinide,  von
Rhynchoten  6  Pentatomiden,  3  Coreiden,  8  Lygaeiden,
  5  Reduviden,  1  Capside,  1  Stridulantie,
von  Arachnoiden  5  Epeira,  1  Ereside,  3  Salticiden,
Aysticus,  1  Heteropoda  venatoria,  1  Oxyopus,
4  Ixodiden  und  1  Solifuge.

Leider  läßt  sich,  da  aus  dem  von  Seiner
bereisten  Gebiet  bisher  sehr  wenig  bekannt  ist,
eine  genauere  Bestimmung  der  Tiere  noch  nicht
durchführen.  Es  sind  aber  sicher  einige  Arten
neu,  und  faunistisch  ist  die  Sammlung  von  großem
Wert;  dieser  kann  aber  erst  dann  richtig  geschätzt
werden,  wenn  ein  größeres  Material  aus  jenen
Gegenden  vorliegt.
        <pb n="601" />
        W  521  2

übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Deutsch-Südwestafrika  (lohne  Regierungsgüter)
im  I.  Viertel  des  Kalendersahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen  Zeltraum  des  Vorjahres.

 

Im  Im

Beuennung  der  Warengruppen  J.  Verrtel  I.  Viertel  Zunahme  Abnahme
1  *

Wert  Mtk.  Wert  Mk.  Wert  Mkt.  Wer  Mk.

 

A.  Einfuhr.

 

 

 

 

 

 

I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowir  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
Körner=  und  Hülsenfrüchte  .  .  359  383  182  297  177  086  —
5  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früch  287  744  166  094  121  650  —
e)  Koloniale  Vergehrungsgegenstände,  Wenußmitel  708  886  103  977  304  909  —
d)  Getränule  (außer  Mineralwasser).  1349  178  873  595  475  583  —
c)Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  dZuitermitei  18  017  9432  8  585  —
f)  Ergeugnisse  der  Forstwirtschaft  712  602  163  417  549  185  —
Zusammen  l  3  435  81179812636  998  —
II.  Tiere  und  terische  Erzeugnisse:
a)  Lebende  Tiere  160  980  61251  99  729  —
b)  Fleisch  und  tierische  Erzeugnisse  aller  Art  694  148  481  219  212  929  —
Zusammen  1I.  855  128  542  470  312  658  —-III.
  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöke  445  932  182256  263  676  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  42347  30  0149  12298  —
V.  Chemische  und  pharmageutische  Erzeugnisse  lauder
Schießbedarf  und  Sprengmitteln)  145  679  92  954  52  725  —
VI.  Textil-  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  uin
(außer  Lederwaren)  58.1  055  301  293  282  762  —
VII.  Leder  und  Lederwaren,  *-  iirichnervaren  .  190  930  80  606  113  324  —
VIII.  Gummi--  und  Kautschukwaren  .  6  128  3  169  2954  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzw  vare  240  395  960  927  148  468  —
X.  Papier-  u.  Pappwaren,  isrraniche  .  Kasigegenständs  79  951  40  914  39  037  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glasware  75  025  35  098  39  927  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  tußer-  Instrumenten,  Maschinen
  und  Waffen):
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeug  ....  372627  26  163  346  464  —
b)  Fabrikate  .  .  1476  015  639  415  886  600  —
Zusammen  An.  .  1848  642  665  578  064  —
XIII.  Instrumente.  Maschinen  und  Fahrzeuge  ...  .  300  125  501  328  —-  201  203
XIV.  Waffen  und  Munition  .....  65  658  21  967  43  691  —
XV.  Geld.  ...  —  —  —  —
Summe  der  Einfuhr  im  I.  Viertel  106  8  324800  4399  421  925379  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Viertellahr  7182  416  —  —  —
Zunahme  +.  Abnahme  .  .4  1142  384  —  —  —

B.  Ausfuhr.

 

 

 

 

J.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe  40  —  49  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzengnisse
a)  Lebende  Tiere  ........  —  235  —  235
b)  Tierische  Erzeugnisse  ..  80  448  29  803  50  645  —
2  Mn.  80  448  30  038  50  410  —
III.  Mineralische  und  fossile  Nohstoffe-  .  ·.  11  60  —  19
IV.  Gewerbliche  Erzeugnifse  ...  .......  13  247  10  582  2  665  —
V.  Geld  .  ..  —  —  —
Summe  der  ausfuhr  im  l  Viertel  1906.  ..  933  755  40  680  53  075  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Viertellahr  79  313  —  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  —.  .  14442  —  —  —
C.  Gesamthandel.

Summe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  I.  Viertel  1006  9418  555  4440  101  3  978  454  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Viertellahr  ·.  7261  729  —  —  —
Zunahme  Abnahme.  —  1156826  —  —  —

Der  Handel  des  Schutzgebiets  einschließlich  Negierungsoiter  *se
im  I.  Viertel  1906  hat  betragen:  Einfuhr  13274  656  —  —  —
Ausfuhr  93  755  «  —  —

 

 

 

 

 

Zusammen  13368  411  —  —  —
        <pb n="602" />
        Wichtigste  Warenpositionen.

W  522  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  I.  Viertel  Im  I.  iertel
es  Zunahme  Abnahme
Beuennung  der  Waren  hlenderfahres  1906  Aalendersähres  1905
Menge  .  Wert  Menge  .  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
u#u—  kr  1  Mt.  ku  M.  I  ##Mt
A.  Einkuhr.
Weizen,  Roggen  und  sonstige  1

Körnerfrücchte,  außer  Reis  und  1  |  v

Mai  .  110643  29  854  54603  18  662  56  040  11  192  —  —
Mehl  und-  Backwaren  603  889  204  89681  855  46  128  889)  247  902  76  5091  —  —
Gemüse=  und  Oöstlonserven,  ein-  .  l

gemachtes  Obst  218  550.  172  585107  50  90  873105  5811  75  7110—  —
Kaffee  79940.  98  381  26210  37138  53  730  61  2134  —
Tabak  41389  95  958  14  941.  34  813  29  418  51  1456  —  —
Tabakfabrikate.  49790  346  645  31  542  217567  18  248°  129  078—  —
Stille  Weine  .  .  211  5161  212  023  86  528  80  3499  124  988  131  6744—  —
annttvcme  aller  Art.  Liter  88  880  256  567  56  236,  142  253  35  644  114  314  —
Bie  .  2194  900  751  19014  7  064|  558  108697  905  193  082  C
Hi  und  Rubholz  ...  2  412  405709  891  52  717  163  247/1  539  688/  546  1441  —
Rindvieh  ..  Stück  211  73320  86  43  300  125  29  520  —
Fleischkonseron  198  271,  257  620  111  727  164  88  86544  92741
Milch,  Eier,  Butter,  näse,  Honig  1

und  sonstige  tierische  Nahrungs-  E  ,

mittcc........206035-25434215780520464748230"49695—

Zement,  Kalk,  Kreide,  sonstige

Erden  und  Steine  1  030  006  90  914¼,  50  5,  25  1400  588  501.  71  804SQt  —
Steinkohlen,  -N  5  531  914.  315  937/2057  317  140  910|  38  474  627  175  027  —  —
Petroleum  95  900  21.2  35  815.  12  077  60  09.4  9347  —
Seifen  aller  Art  31  158  21.004  39  716.  22325  —  16791  8558  —

Hewebe  aller  Art.  65  369  172  467  87  027  122931  28342  19  536  —
Leibwäsche,  Kleider,  Hüte,  Münzen,  ·-  «  ;

Pommcnncuvarcn,  Uhu-me  i  .-  "  .

Filzwar  .  )-69645074l  26  884  162  968  45  802  28777—  —-Schuhe
  ant  Stiefel.  .  Paar  21  4  137089  8  006.  49571  13325  87  5151  —  —
Sonstige  Leder=  u.  Sattlerwaren  20  254  51.181  7721  29175  12  533.  22  00—  —
Möbel  und  sonstige  Tischlerwaren  230  912  204  385  70  789  74  773  160  123  129  612  —
Glas  und  Glaswaren  10  1406  54  1444  2  30  91015  085  —
Roheisen,  eiserne  ESchienen.  "

Stangen,  Blöcke  usw.  1  919  974  366  862  53  0007  25  2231866971  311  6399—
Wellblech  1  575  273  221  9700185  868  52  855|1389  410  169  121|„.
Eisenwaren,  nicht  bejonders  genannt

  .  401760711893002376958534881640649633812—  —
Waren  aus  anderen  unedlen

Metallen  15  654  30  779  15  215.  26  477  430  4302  —-Landwirtschaftliche
  Maschinen  144  380  1978.  4620  —  —  1  834  4210
Maschi  für  industrielle  Betrieb  20  514|  38  450  1  954r  4729  18  560“  33  721
Transportmaschinen  und  Fahr-  ·  -  »-zeuge

  aller  Art,  auch  Fahrräder

Stück  140.  178  623  123  455390  17  —  —  276767
Feuerwaffen  .  .  .  .  Stück  4000  27  100  216,  14379  184,.  127211—  —
i
B.  Ausfuhr.
Hänte!  ven  Ochsen,  Viegen,  Schafen  13  8411  21  372  6  673,  10  594  7168  107781—  —
Robbe  1  642  33  389  33  661  1609  827281  —  —
Aoobbelele  86  13743  107  9  121.  —.  1  1622  21  —
        <pb n="603" />
        W  523  20

Kolonial-Wirtschaftliches.

Frühlahrstagung  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitees.

(Offizieller  Bericht  des  Komitec).

Unter  Beteiligung  der  Vertreter  von  indnstriellen
  und  kaufmännischen  Körperschaften,  der
kolonialen  Wissenschaften  und  des  Reichstags  hat
unter  dem  Vorsitz  von  Karl  Supf  am  8.  Mai
die  Frühjahrstagung  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitces  stattgefunden.

Der  Etat  für  das  Jahr  1907  balanciert  mit
430  000  M.  An  Beiträgen  sind  u.  a.  veranschlagt:
  von  den  Kaiserlichen  Gonvernements
120  000  M.,  von  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  32  000  M.,  von  den  industriellen  und  kaufmännischen
  Körperschaften  130  000  M.,  von  persönlichen
  Mitgliedern  20  000  M.,  ferner  aus
Baumwollverkäufen  und  zurückfließenden  Baumwollvorschüssen
  40  000  M.  An  Ausgaben  sind
veranschlagt:  für  die  B  llb  terneh  g
235  000  M.,  für  das  Guttapercha=  und  Kautschuk-Unternehmen
  in  Neugnuinea  60  000  M.,  für  Veröffentlichungen
  („Der  Tropenpflanzer",  „Wirtschafts-Atlas
  der  deutschen  Kolonien“,  „Kolonial-Handels-Adreßbuch“
  usw.)  30  000  M.,  welchen
ein  Einnahmeposten  von  25  000  M.  gegenübersteht,
  für  Eisenbahn-Erkundungen  und  Studienreisen
  nach  fremden  Ländern  30  000  M.

Von  einer  Beteiligung  an  der  Doutschen
Armee-,  Marine=  und  Kolonial-Ausstellung  1907
ist  abgesehen  worden,  da  die  Beihilfen  der  Reichsregierung,
  des  Handels  und  der  Industrie  und
der  Kolonialgesellschaft  für  bestimmte  in  den
Kolonien  selbst  anuszuführende  Unternehmungen
sestgelegt  sind,  für  Ausstellungszwecke  in  Deutschland
  also  nicht  verwendet  werden  können.

Die  Ergebnisse  der  wichtigeren  Verhandlungsgegenstände
  lassen  sich,  wie  folgt,  zusammenfassen:

Eisenbahnerkundungen  im  mittleren  und
nördlichen  Deutsch-Ostafrika.

Paul  Fuchs  erstattete  Bericht  über  die  Ergebnisse
  seiner  Erkundung  der  wirtschaftlichen
Verhältnisse  des  nördlichen  und  mittleren  Teiles
von  Deutsch-Ostafrika  mit  Rücksicht  auf  die  projektierten
  Eisenbahnlinien.  Die  Erkundung,  die
reiches  Material  zur  Kenntnis  der  wirtschaftlichen
Werte  Deutsch-Ostafrikas  gesammelt  hat,  erstreckt
sich  auf  die  Untersuchung  der  an  die  Daressalam
—  Morogoro-Eisenbahn  anschließenden  Gebiete
nach  dem  Tanganjikasee  zu,  die  Bereisung  der
Reiche  Urundi  und  Ruanda  westlich  des  Viktoriasees
  und  die  Feststellung  der  wirtschaftlichen  Aussichten
  der  zwischen  dem  Viktoriasee  und  der
Küste  gelegenen  Gebiete.  Aus  den  eingehenden

 

Mitteilungen  von  Fuchs,  die  im  Laufe  des
Sommers  veröffentlicht  werden  sollen,  sind  besonders
  die  interessanten  Schilderungen  von
Urundi  und  Ruanda  hervorzuheben.  Beide
Länder  sind  Grasländer,  die  von  Ost  nach  West
von  1500  bis  2500  m  ü.  d.  M.  ansteigen,  sie
sind  reich  an  Flüssen  und  außerordentlich  fruchtbar.
  Die  ungewöhnlich  dichte  Bevölkerung,  die
für  beide  Länder  auf  zusammen  4  Mill.  Menschen
geschätzt  wird,  besteht  zu  95  v.  H.  aus  Ackerbauern,
  während  nur  5  v.  H.  auf  die  herrschenden
  Watussi  kommen.  Der  Ackerbau  steht  auf
verhältnismäßig  hoher  Stufe;  Hauptkulturen  sind
Erbsen  und  Bohnen,  ferner  Bananen.  Bienenzucht
ist  weit  verbreitet,  am  Kivusee  (Landschaft  Bugoie)
wird  ein  hervorragender  Tabak  gebaut.  In  den
Landschaften  Kissaka  und  Bugufi,  die  zu  den
bevölkertsten  und  fruchtbarsten  Provinzen  gehören,
ist  der  Anban  der  Erdnuß  mit  gutem  Erfolge
eingeführt  worden.  Beide  Länder  sind  Viehzuchtländer
  erster  Klasse,  und  zwar  wird  das  langhörnige
  Watussirind  gezüchtet,  von  dem  etwa
400  000  Häupter  vorhanden  sein  mögen.  Das
wichtigste  an  den  Fuchsschen  Feststellungen  ist
aber  hinsichtlich  der  Erschließung  dieser  reichen
Länder  und  ihrer  Heranbringung  an  den  Weltverkehr,
  daß  sie  mit  Ausnahme  des  südlichen  Teiles
von  Urundi  nicht  zum  Wirtschaftsgebiet  des
Tanganjikasees  gehören,  sondern  daß  sie  geographisch
  und  wirtschaftlich  vom  Viktoriasee  abhängig
  und  demgemäß  am  vorteilhaftesten  von  hier
aus  zu  erschließen  sind.

Im  Anschluß  an  die  Fuchssche  Erkundung
hat  der  Wirtschaftsinspektor  A.  Hauter  eine  Erkundung
  der  Gebiete  von  Uhehe,  Ubena  und
Ussangu  ausgeführt,  über  die  Regierungsrat
Meyer  etwa  folgendes  berichtet:  Hauter  hält  die
eigentlichen  Hochländer  von  Uhehe  zur  Besiedelung
durch  Weiße  für  geeignet,  es  sei  aber  die  Bekämpfung
  von  Malaria  und  Viehseuchen  nach  wie
vor  im  Ange  zu  behalten.  Viehzucht,  namentlich
Pferde=  und  Maultierzucht  böten  gute  Aussichten,
Rindvieh=  und  Schweinezucht  kämen  erst  in  zweiter
Linic  in  Betracht,  ebenso  Ackerbau,  und  dieser
nur  für  den  eigenen  Bedarf.  Für  Pflanzungs-Unternehmungen
  empfiehlt  Hauter  die  Kultur  von
Chinarinde,  Kampher  und  Gerberakazie.  Unter
den  Uhehe  umgebenden  Gebieten  schließt  Hauter
die  Uschungweberge  von  der  Besiedelungsmöglichkeit
  aus,  hält  sie  hingegen  für  Aufforstungen  ganz
besonders  geeignet.  Ubena,  das  sonst  gute  Aussichten
  bietet,  habe  leider  sehr  viel  Malaria.  Ganz
besonders  günstig  äußert  sich  Hauter  über  die
Tiefländer,  die  Uhehe  umgeben,  besonders  über
        <pb n="604" />
        524  20

die  Landschaft  Ussangr.  Die  an  Schwemmböden
  vom  Ruaha  und  seinen  Nebenflüssen
reiche  Landschaft  bezeichnet  er  als  die  Kornkammer
des  Uhehebezirkes.  Sie  sei  stark  bevölkert,  und
ihre  Einwohner  sind  fleißige  Leute,  die  bei  europäischen
  Pflanzungs-Unternehmungen  willig  arbeiten
  würden.

In  der  Besprechung  wurde  auf  die  vom
Kolonialamt  veröffentlichte  „Denkschrift  über
die  Eisenbahnen  in  Afrika“  hingewiesen,  die
eine  vorzügliche  Unterlage  für  einen  umfassenden
und  zweckmäßigen  Eisenbahnbauplan  in
Deutsch-Ostafrika  bilde.  Bezüglich  der  Leitsätze
  für  diesen  Eisenbahnbauplan  spricht  sich  das
Komitee  dahin  aus,  daß  bei  sonst  gleichartigen
Verhältnissen  diejenigen  Eisenbahnlinien  den  Vorzug
  verdienen,  welchen  eine  Konkurrenz  seitens  der
Nachbarkolonien  droht.

Das  Komitee  beschließt,  den  Generalbericht
über  die  Erkundungen  von  Fuchs  und  Hauter
dem  Kolonialamt  als  Unterlage  für  die  Aufstellung
  eines  Eisenbahnbauplanes  in  Deutsch-Ostafrika
  zur  Verfügung  zu  stellen  und  zur  Zeit
der  Vorlage  dieses  Eisenbahnbauplanes  durch  die
Kolonialverwaltung  seinerseits  eine  volkstümliche
Propaganda-  durch  Volksschriften,  Karten  und
graphische  Darstellungen  zu  veranstalten.

 

Errichtung  von  Palmölwerken  in  Kamerun
und  Togo.

Angesichts  der  großen  Aufnahmefähigkeit
Deutschlands  an  Olprodukten  (im  Jahre  1906
bezog  Deutschland  Olprodukte  im  Werte  von  über
150  Mill.  Mark  vom  Auslande)  und  im  Hinblick
auf  die  bisherige  verlustreiche  Bereitungsweise
des  Palmöls  durch  die  Eingeborenen  hat  das
Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  die  Erfindung
eines  Palmölwerkes  mit  einem  Preise  ausgezeichnet,
  durch  welches  die  Palmfrüchte  leicht  und
billig  verarbeitet  werden  können.  Der  aus  Westafrika
  zurückgekehrte  Experte  Dr.  Soskin  hat  an
Ort  und  Stelle  in  Kamerun  feststellen  können,
daß  bei  Verwendung  des  Palmölwerks  die  Herstellung
  eines  Kilogramm  Oles  auf  etwa  11  Pf.
zu  stehen  kommt,  während  die  Olbereitung  auf
Eingeborenenweise  über  50  Pfennig  per  Kilogramm
  kostet.  Diese  Feststellung  ergibt,  daß  die
Ausfuhr  eines  der  für  Westafrika  wichtigsten
Produkte  durch  maschinelle  Ausbeute  ganz  erheblich
  zu  steigern  wäre.  Die  maschinelle  Aufbereitung
  der  Palmfrüchte  bietet  Europäern  ein
einträgliches  Geschäft.

Das  Komitee  beschließt  zur  Förderung  der
maschinellen  Ausbeute  der  Olpalme  analog  dem
Vorgehen  mit  den  Baumwoll-Entkernereien  in
Togo  und  Deutsch-Ostafrika  Palmölwerke  in
Kamerun  und  Togo  zu  errichten  und  zu  betreiben.

 

Zunächst  soll  eine  solche  Anlage  am  schiffbaren
Wuri  (Kamerun)  Aufstellung  finden.  Weitere
Palmölwerke  sollen  dann,  mit  dem  Ausbau  der
Verkehrsverhältnisse  Schritt  haltend,  nach  dem
weiteren  Innern  der  Kolonien  vorgeschoben
werden.

Das  Guttapercha=  und  Kautschuk-Unternehmen
  in  Neugninea.

Über  die  im  Interesse  der  wirtschaftlichen
Erschließung  Neuguinecas  und  im  Interesse  der
Guttapercha  und  Kautschuk  verarbeitenden  Industrien
  unternommene  Expedition  berichtet  Professor
  Dr.  Preuß:

Die  gründliche  Vorbereitung  des  Unternehmens

  ist  nunmehr  abgeschlossen.  Dr.  Schlechter
hat  eingehende  Studien  über  den  gegenwärtigen
Stand  der  Hevea-Kultur  auf  Singapore  und  der
Guttapflaunzen  in  Tjipetir  und  Buitenzorg  gemacht.,.
  Zur  Anwerbung  von  guttakundigen  Malayen
  bereiste  er  Sarawak,  jedoch  ohne  Erfolg;
zum  gleichen  Zweck  schiffte  er  sich  im  Jannar
nach  Padang  ein.  In  den  Bovenlanden  und
Padang-Pandjang  gelang  es  ihm  mit  Unterstütung
des  deutschen  Konsuls  und  der  Behörden,  fachkundige
  Leute  anzuwerben.  Nach  seinem  letzten
an  Bord  des  „Prinzen  Ludwig“  verfaßten  Bericht
  vom  26.  Februar  befand  sich  Schlechter  mit
den  Malayen  und  einer  größeren  Menge  Pflanzen
und  Sämereien  (darunter  2  Kisten  Palaquium
gutta),  unterwegs  nach  Neuguinea,  wo  er  Mitte
März  eingetroffen  sein  dürfte.
Inzwischen  hat  W.  C.  Dammköhler  im
Schutzgebiet  selbst  die  notwendigen  Vorkehrungen
getroffen,  er  hat  Bullu  für  den  Ausgangspunkt
der  Expedition  ausgesucht,  die  in  der  Kolonie  angeworbenen
  etwa  sechzig  Leute  dorthin  überführt
und  in  einem  für  etwa  hundert  Mann  ausreichenden
  Arbeiterhause  untergebracht;  auch  ein  Lagerhaus
  und  Europäerhaus  sind  dort  errichtet.  Die
Station  Bullu  liegt  auf  einer  zwei  Hektar  großen
Landzunge  nahe  Bongu  am  Fuße  des  Konstantinberges.
  Von  dort  kann  man  die  Täler  des
Minjem,  Kioria  und  Kabenan  gut  erreichen.

Inzwischen  ist  auch  der  zur  topographischen
Aufnahme  des  Expeditionsgeländes  vom  Kaiserlichen
  Gouvernement  zur  Verfügung  gestellte
Landmesser  Wernicke  zur  Expedition  gestoßen.

Dammköhler  ist  beauftragt  unter  Benutzung
des  alten  Ramuweges  durch  das  Minjemtal  einen
Weg  auf  die  Sattelhöhe  zwischen  Finisterre=  und
Oertzen-Gebirge,  der  auch  für  Saumtiere  gangbar
ist,  zu  schlagen  und  oben  eine  zweite  Station
anzulegen.  Diese  sollte  so  weit  vorgeschoben
werden,  daß  man  von  dort  aus  sowohl  die  Nordals
  die  Südhänge  des  Finisterre-Gebirges  bearbeiten
  und  daß  auch  der  Vorstoß  zum  Ramu
        <pb n="605" />
        G  525  20

ohne  Schwierigkeit  bewerkstelligt  werden  kann.
Die  Meereshöhe  wird  dort  auf  1400  m  angenommen.
  Dr.  Schlechter  sollte  gleich  nach  seiner
Ankunft  seine  Forschungen  von  Bullu  aus  beginnen
  und  im  Juni  den  Platz  für  die  Stationen
aussuchen.

Hier  soll  er  seine  Forschungen  bis  zum
Anbruch  der  Regenzeit,  im  November,  fortsetzen;
während  Dammköhler  den  Weg  bis  zum  Ramu
und  wenn  möglich  gleich  zum  Bismarckgebirge
weiter  baut,  wo  wieder  eine  Station  zu  errichten
  ist.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  Dr.  Hahl,  der
im  Einverständnis  mit  dem  Reichs-Kolonialamt
zur  Leitung  des  Unternehmens  im  Schutzgebiet
bevollmächtigt  ist,  beabsichtigt  im  Juni  nach  Bullu
zu  kommen,  um  das  Unternehmen  zu  kontrollieren.
Er  hat  das  Bezirksamt  in  Friedrich-Wilhelmshafen
  angewiesen,  der  Expedition  sowohl  militärischen
  Beistand  als  auch  solchen  beim  Wegebau
  durch  Fronarbeiter  zu  leisten.  Auch  die
finanzielle  Kontrolle  wird  durch  den  Gonverneur
ausgeübt.

1#  *

Wertvolle  Anregungen  gaben  die  Referate
von  Regierungsrat  Dr.  Walter  Busse,  Dr.  Hindorf,
  Professor  Dr.  Passarge  und  Professor
Dr.  Warburg,  über  die  pflanzenpathologische
Expedition  nach  Westafrika,  über  die  Studienreisen
nach  dem  Westen  Nordamerikas,  nach  Nordafrika
und  nach  Java  und  Britisch-Indien.  Ingenieur
Sorge  führte  die  Ducheminschen  Apparate  zur
Gewinnung  der  Faser  von  Sansevieren  vor.
Nach  Erörterung  der  Petroleumfrage  beschloß  das
Komitee  das  Petroleumunternehmen  in  Kamernn
grundsätzlich  zu  fördern.

Im  Anschluß  an  die  Frühjahrstagung  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees  haben  unter
Beteiligung  der  Vertreter  der  Textilverbände,
Sachverständiger  aus  den  Kolonien  und  Agypten
Verhandlungen  der  Baumwollbau-Kommission
  stattgefunden.  Als  Vertreter  des  Reichsamtes
  des  Innern  wohnte  Geheimer  Regierungsrat
  Delbrück  den  Verhandlungen  bei.

Die  Aufbringung  von  Mitteln  für  die  Deutschkolonialen
  Baumwollunternehmungen  für  die
Jahre  1907/09  im  Verhältnis  zu  einem  Satz
von  10  v.  H.  des  Beitrags  zur  Berufsgenossenschaft
  ist  von  den  Textilverbänden  erst
eingeleitet  und  hat  bis  zum  1.  Mai  90  000  M.
gebracht.  Die  Mitbestimmung  der  Industrie  über
die  Mittel  ist  durch  die  Vertretung  der  Verbände
in  der  Baumwollbaukommission  gewährleistet.

Der  Vorsitzende  der  Kommission  Karl  Supf
berichtet  über  den  Fortgang  der  Baumwollbau-Unternehmungen
  unter  anderem:

 

In  den  Voranschlag  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  sind  für  Baumwollbau-Unternehmungen
  pro  1907  insgesamt  235  000  M.
eingesetzt  und  zwar  für  Deutsch-Ostafrika  160  000  M.
für  Togo  55  000  M.  und  für  Kamerun  und
eventuell  Südwestafrika  20  000  M.

Der  Bericht  über  die  Ausführung  des  Arbeitsprogramms
  1907/09  ergibt,  daß  trotz  der  verhältnismäßig
  kurzen  Zeit  bereits  ein  Teil  des
Programms  verwirklicht  werden  konnte:  Die  geplante
  Versuchsplantage  mit  Dampfpflugbetrieb
in  Saadani  (CDeutsch-Ostafrika)  ist  eingerichtet
und  im  Gange,  die  Versuchsplantage  in  Panganja
(Deutsch-Ostafrika)  am  oberen  Rufidji  ist  vergrößert
die  geplante  Entkernerei  in  Sagada  (Togo)  ist
eingerichtet.

Für  den  Fall,  daß  genügende  Mittel  zur  Verfügung
  stehen,  beschließt  die  Kommission,  das  für
die  Jahre  1907/09  aufgestellte  Arbeitsprogramm
zu  erweitern  durch  Errichtung  von  neuen  Entkernereien
  in  Pessi  nördlich  von  Atakpame  (Togo),
in  Garna  am  schiffbaren  Benue  (Kamernn),  an  der
Daressalam—Morogoro-Bahn,  im  Kilimandjaro-Mern-Gebiet
  und  in  Muanza  (Deutsch-Ostafrika).

Zur  Vorbereitung  der  Begründung  einer
„Afrikanischen  Baumwoll-Compagnie“  wird
ein  engerer  Ausschuß  eingesetzt,  bestehend  aus
einem  Vertreter  der  Bremer  Baumwoll-Börse,
dem  Direktor  der  Leipziger  Baumwoll-Spinnerei
A.  G.  E.  Hertle-Leipzig-Lindenau,  dem  Vorsitzenden
  des  Verbandes  Rheinisch-Westphälischer
Baumwollspinner  C.  O.  Langen-M.-Gladbach,
dem  Vorsitzenden  des  Verbandes  Deutscher  Garn-Konsumenten,
  Generaldirektor  Kommerzienrat
Marwitz-Dresden,  dem  Vorsitzenden  des  Vereins
Süddeutscher  Baumwollindustrieller  Kommerzienrat
  Semmlinger-Bamberg,  dem  Vorsitzenden
des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees,  Karl  Supf-Berlin,
  (Vorsitzender),  dem  Vorsitzenden  des  Verbandes
  der  Textilindustriellen  von  Chemnitz  und
Umgegend,  Geh.  Kommerzienrat  Hermann  Vogel-Chemnitz,
  dem  Direktor  der  Ostafrikanischen  Bank
J.  J.  Warnholtz-Berlin,  mit  dem  Recht  der
Zuwahl.

Den  Beschlüssen  der  Kommission  wurde  von
dem  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee  zugestimmt.

Für  die  weitere  Entwicklung  des  Baumwollbaues
  in  den  Kolonien  stellt  die  Baumwollbau-Kommission
  die  folgenden  Leitsätze  auf:

1.  Das  vorteilhafteste  Mittel  zur  Ausbreitung
des  Baumwollbaues  von  Kleinbauern  und

Eingeborenen  ist  die  Errichtung  von  Entkernereien

  und  Aufkaufmärkten,  da  das

sichtbare  Vertrauen  des  Europäers  auf  das

Baumwollgeschäft  das  Vertrauen  des  Kleinbauern

  und  Eingeborenen  zur  Baumwollkultur

  stärkt.
        <pb n="606" />
        526  20

2.  Für  den  Baumwollplantagenbau  im  größeren
Stile  kommen  vornehmlich  bewässerungsfähige,
  volkreiche  Gebiete  mit  Viehbestand  in
Deutsch-Ostafrika  in  Betracht.  Bei  der  Bedeutung
  der  Bewässerungsfrage  für  sichere
Ernten  und  langen  Stapel  der  Baumwolle
sind  vor  Inangriffnahme  von  Plantagen
fachkundige  Erhebungen  über  die  Möglichkeit
der  Bewässerung  empfehlenswert.

3.  Gegenüber  den  Baumwollbauplänen  sind
die  Verkehrsverhältnisse  in  unseren
Kolonien  weit  im  Rückstande.  Ein
rascheres  Tempo  im  Eisenbahnbau

nach  einem  Plan,  welcher  auch  die  für  den
Baumwollbau  geeigneten  Gebiete  berücksichtigt,
  ist  Vorbedingung  für  die  Produktion
von  Quantitäten,  welche  die  Preisbildung
des  Weltmarktes  zu  beeinflussen  imstande  ist.

Kus  dem  Geschäftsbericht  der  Ueu-Guinea-Kompagnie.


Die  Neu-Guinea-Kompagnie  veröffentlicht  soeben
  ihren  Geschäftsbericht  für  das  Geschäftsjahr
  1.  April  1905  bis  31.  März  1906.  Die
wirtschaftlichen  Unternehmungen  der  Kompagnie
im  Schutzgebiete  haben  dauach  während  des  verflossenen
  Geschäftsjahres  einen  im  allgemeinen
ungestörten  und  normalen  Fortgang  gehabt.  Auch
haben  die  Plantagen,  wie  der  Bericht  der  Direktion
  näher  ersehen  läßt,  abermals  eine  beträchtliche
  Vergrößerung  erfahren.  Der  damit
erreichte  Umfang  des  bepflanzten  Areals  läßt  es
in  Anbetracht  der  verfügbaren  Arbeitskräfte  und
Geldmittel  der  Gesellschaft  geboten  erscheinen,  den
weiteren  Anbau  einstweilen  auf  die  beiden  wertvollsten
  Gewächse,  Kakao=  und  Parakantschukbäume,
  zu  beschränken.

Der  Handel  hat  sich  im  Jahre  1905/06  auf
derselben  Höhe  wie  im  Vorjahre  gehalten,  dementsprechend
  sind  auch  die  Einnahmen  aus  dem
kaufmännischen  Betriebe  annähernd  die  gleichen
geblieben.

Dagegen  hat  sich,  begünstigt  durch  ein  gutes
Erntejahr,  der  Kopraexport  weiter  gehoben.  Im
ganzen  wurden  ausgeführt  1243  Tonnen  gegen
843  des  Vorjahres  und  573  des  Jahres  1903/04.

Der  Archipel  lieferte:

 

1905/06  1904/05  1903/04
Pflanzungskopra  307  237  211
Handelskopra  421  306  199

7  543  410
Kaiser  Wilhelmsland  einschl.  der  French-Inseln
  entstammten:

1905/06  1904/05  1903/04
Pflanzungskopre  358  90  —
Handelskopra  157  210  163

515  300  163

 

 

Zusammen:
Pflanzungskopra  665  327  211
Handelskopra.  578  516  362
1243  843  573

Gegen  Ende  des  Geschäftsjahres  kam  Kautschuk
  in  geringer  Menge  zur  Versendung,  der
in  Hamburg  zu  befriedigenden  Preisen  verkauft
wurde.

Der  Export  von  Trepang  und  Muschelschalen
ist  wegen  Erschöpfung  der  natürlichen  Hilfsquellen
in  fortwährendem  Rückgang  begriffen.  Die
steigenden  Exportzahlen  sind  daher  nur  durch  den
vermehrten  Kopraexport  hervorgerufen  worden.

Die  Erträgnisse  aus  Kakao  und  Kaffee  waren
im  Jahre  1905/06  noch  gering.

Die  Anzahl  der  Plantagen  betrug  wie  im
Vorjahre  28.  Neben  der  Kokospalmenkultur,
welche  auf  sämtlichen  Plantagen  vorherrscht,  fand
der  Anban  von  Kautschukbäumen  weitere  Verbreitung,
  so  daß  jetzt  nur  noch  17  reine  Kokospalmenpflanzungen
  vorhanden  sind,  während  auf
den  übrigen  11  auch  der  Anbau  von  Kautschuk,
darunter  auf  2  der  Anbau  von  Kakao  als  Hauptkultur
  betrieben  wird.  Alle  übrigen  Gewächse
sind  nur  noch  als  Zwischenkulturen  anzusehen.

Das  ganze  bepflanzte  Areal  betrug  am

März  1906:  6446  ha.  Diese  Fläche  setzt
9  folgendermaßen  zusammen:

Kokospalmen  5510  ha
Kautschukbäume  839.
Kakao  .  58-Kapok
  341
Kaffce,  Pfesfer,  Vanille,  Teat  ufw.  5-—

zusammen  6416  ha.

Die  Zunahme  der  Kokospalmen  gegen  das
Vorjahr  beträgt  676  ha  mit  67  643  Palmen.
Die  bepflanzte  Fläche  von  5510  ha  enthält
573  826  Palmen  in  folgenden  Altersklassen:

1  jährig  75271  4  jährig  114  020

2  jährig  94  165  5  jährig  40  701

3jährig  83  715  6jährig  32  598
7  jährig  4292
schwachtragend  53  609
volltragend  55  455.

Außer  diesen  in  den  Plantagen  befindlichen
besitzt  die  Neu-Guinca-Kompagnie  auf  den  French-Inseln
  noch  viele  Tausende  von  zerstreut  wachsenden
  Palmen,  welche  bereits  abgeerntet  werden
und  allmählich  in  die  schon  bestehenden  Pflanzungen
einbezogen  werden  sollen.  Die  Anzahl  dieser
Palmen  wird  auf  36  000  geschätzt.  Die  Gesamtzahl
  beläuft  sich  also  auf  609  800  Stück.  In
dem  laufenden  Geschäftsjahre  waren  bis  Oktober
1906  fernere  22  944  Palmen  auf  229  ha  angepflanzt
  worden,  so  daß  damals  5739  ha  mit
rund  596  770  Palmen  bestanden  waren,  wozu
noch  die  36  000  wild  wachsenden  Bäume  kommen.
Eine  weitere  Vergrößerung  der  Kokosplantagen
        <pb n="607" />
        G  527  20

ist  nicht  beabsichtigt.  Das  laufende  Geschäftsjahr
wird  mit  einer  Anzahl  von  etwa  650  000  Bäumen
den  vorläufigen  Bestand  an  Kokospalmen  darstellen.

  Zu  vollem  Ertrage  gelangt,  können  diese
Bäume  rund  5000  Tonnen  Pflanzungskopra
liefern.  —

Die  Entwicklung  der  Kokosplantagen  verlief
ohne  bedeutende  Störungen.  Grasbrände  und
Schädlinge  wie  Wildschweine,  Ratten  und  Käfer
richteten  in  Jomba  bzw.  Finschhafen,  Konstantinhafen,
  Stephansort  und  Seleo  einigen  Schaden  an.

Die  Kopraernte  war  eine  sehr  gute  zu  nennen.
Die  lange  und  sehr  ausgesprochene  Trockenzeit
begünstigte  die  Aufbereitung  derselben.  Leider
hatte  sie  auf  die  Ernte  des  laufenden  Jahres
einen  ungünstigen  Einfluß  und  setzte  die  Erträge
der  Palmen  stark  herab.  Der  Ausfall  in  der
Quantität  dürfte  aber  zum  größten  Teil  durch
die  höheren  Koprapreise  wieder  ausgeglichen
werden.

In  der  Qualität  der  Pflanzungskopra  wurde
mit  Hilfe  der  auf  verschiedenen  Pflanzungen  erbauten
  Kopradarren  eine  ganz  bedeutende  Verbesserung
  erzielt.  Als  ein  großer  Erfolg  ist  es
zu  bezeichnen,  daß  auf  dem  Markte  in  Hamburg
verschiedene  Preisnotierungen  für  Pflanzungsund
  Handelskopra  eingeführt  wurden.  Während
früher  die  gesamte  Kopra  von  Neu-Guinea  als
„Südseekopra“  bezeichnet  und  um  40  bis  50  Mk.
pro  Tonne  niedriger  bewertet  wurde  als  die
Ceylonkopra,  kommt  jetzt  die  Pflanzungskopra  im
Preise  der  Ceylonkopra  sehr  nahe  und  hatte  Anfang
  1907  die  beste  Ceylonkopra  tatsächlich  erreicht.

Die  mit  Kautschukbäumen  bepflanzte  Fläche
erreichte  eine  Ausdehnung  von  839  ha.  Hierin
ist  allerdings  die  ganze  Liberiakaffeepflanzung  von
Gunanur  und  Tobera  mit  einbegriffen,  da  dieselbe
  vollständig  mit  Heven  und  Castilloa  durchpflanzt
  worden  ist.  Die  Kautschukbäume  stellen
hier  den  bleibenden  Bestand  dar,  während  der
Kaffee  gleichsam  nur  noch  als  Zwischenkultur  betrachtet
  wird.  Er  wird  noch  so  lange  unterhalten
und  abgeerntet  werden,  bis  er  von  den  Kautschukbäumen
  unterdrückt  werden  wird,  die  dann  ihrerseits
  in  vollem  Ertrage  stehen  werden.

Die  839  ha  waren  mit  338  263  Kautschukbäumen
  bestanden,  nämlich  16  449  Hevea  brasiliensis,
  165  251  Ficus  elasticu  und  356  563
Castilloa  elasticle.  In  der  ersten  Hälfte  des
laufenden  Geschäftsjahres  sind  weitere  21  000
Bäume  derselben  Arten  hinzugekommen.  Außerdem
  waren  mehrere  Tausend  Kickxia  clastica
ans  Kameruner  Saat  angezüchtet  worden.  Eine
weitere  Ausdehnung  der  Kautschukbestände  ist  nur
noch  für  Hevea  brasiliensis,  der  erfahrungsmäßig
rentabelsten  Art,  vorgesehen.  Dieselbe  wird  sowohl
in  reinen  Beständen  als  auch  besonders  in  Ver- 



bindung  mit  Kakao  angepflanzt,  ebenso  wie  die
Kickxia  elastica,  soweit  sie  bereits  vorhanden  ist.
Die  Vermehrung  der  Hevea  ist  notwendig,  um
einen  eventuellen  Ausfall  der  Castilloa  zu  decken,
über  deren  Lebensdauer  und  Ertragfähigkeit  noch
nicht  so  sichere  Erfahrungen  gesammelt  worden
sind,  wie  es  in  bezug  auf  Hevea  in  Ceylon  und
den  Straits  Settlements  der  Fall  ist.

Von  Castilloa  alba  wurden  einige  Bäumchen
durch  Käferfraß  getötet.  An  anderer  Stelle  entwickelte
  sich  dieselbe  Art  sehr  gut  und  zeigte  ein
überraschend  üppiges  Wachstum.

Die  in  Stephansort  und  Jomba  angestellten
Zapfversuche  lieferten  gute  Resultate.  Hevea,
Ficus  und  Castilloa  ergaben  bei  sachgemäßer  Behandlung
  hochwertigen  Kautschuk.  Das  Anzapfen
hat  alsdann  in  dem  laufenden  Geschäftsjahre
seinen  Fortgang  genommen,  und  es  sind  bis  jetzt
über  600  Kilo  in  Hamburg  zum  Verkauf  gelangt.
Folgende  Preise  pro  Kilo  wurden  erzielt:  Hevea
I.  Qual.  12,50  Mk.;  Hevea  Serap  8,50  Mk.;
Ficus  I.  Qual.  von  9,50  bis  11,50  Mk.,  im
Durchschnitt  10,64  Mk.;  Ficus  Scrap  von  8,50
bis  9,50  Mk.,  im  Durchschnitt  8,80  Mk.;  Castilloa
I.  Qual.  von  9,20  bis  10,50  Mk.,  im  Durchschnitt
  9,52  Mk.;  Castillon  Serap  von  8,50  bis
9,10  Mk.,  im  Durchschnitt  8,74  Mk.

Über  den  Jahresertrag  der  einzelnen  Arten
kann  noch  kein  Urteil  abgegeben  werden,  da  erst
durch  Versuche  festgestellt  werden  muß,  wie  oft
im  Laufe  eines  Jahres  die  Anzapfungen  wiederholt
  werden  können.

Die  Schwarzen  erwiesen  sich  für  die  Arbeit
des  Anzapfens  als  wenig  geeignet.  Auch  die
Chinesen  zeigten  sich  nicht  sehr  anstellig.  Am  geschicktesten
  waren  die  Javanen,  und  es  sind
Schritte  getan  worden,  eine  Anzahl  Javanen  anzuwerben,
  damit  der  Kleinbetrieb  beim  Zapfen
ohne  Schwierigkeit  in  den  Großbetrieb  übergeführt
werden  kann.

Der  Anbau  von  Kakgo  ist  besonders  auf  den
French-Inseln  nach  Maßgabe  der  verfügbaren
Arbeitskräfte  und  des  vorhandenen  Saatgutes  betrieben
  worden,  und  zwar  bei  Peterhafen.  Die
edle,  sonst  als  schwachwüchsig  bekannte  Spielart
Kriollo  zeigt  hier  ein  ganz  erstaunlich  üppiges
Wachstum,  welches  zu  den  besten  Hoffnungen  berechtigt.
  Als  Schattenbaum  dient  Hevea  brasiliensis.
  Da  eine  Mischpflanzung  von  Kriollokakao
  mit  Parakautschuk  zwei  erstklassige  Produkte
liefert  und  zur  Zeit  als  die  rentabelste  aller
Pflanzungen  angesehen  werden  muß,  zumal  schon
im  vierten  Jahre  von  dem  Kakao  eine  Ernte  erwartet
  werden  kann,  so  erscheint  eine  weitere  Ausdehnung
  dieser  Pflanzung  unbedingt  geboten.

In  Massawa  auf  Neu-Pommern  sind  leider
die  schon  tragenden  Kakaobäume  von  Bohrkäfern
        <pb n="608" />
        G  528  20

befallen  worden.  Infolgedessen  werden  hier  die
Kautschukbäume  in  dem  Kakao  dichter  gepflanzt,
als  es  sonst  bei  Schattenbäumen  üblich  ist,  so  daß
der  Kakao  eventuell  nur  als  Zwischenkultur  zu
betrachten  ist.

Die  dreijährigen  Liberia-Kaffeebäume  in
Tobera  und  Gunanur  lieferten  ihre  Jungfernernte.
  Es  wurden  bis  Ende  März  1906  etwa
1700  kg  Kaffee  aufbereitet,  wovon  696  kg  in
dem  Lokalkonsum  Verwendung  fanden.  Die  Ernte
nahm  im  laufenden  Geschäftsjahre  unnnterbrochen
ihren  Fortgang  und  bis  Ende  September  waren
über  3  Tounen  aufsbereitet  und  zum  Teil  versandfähig.
  Der  Kaffee  läßt  in  seiner  Entwicklung
nichts  zu  wünschen  übrig.  Obgleich  auf  eine
Rentabilität  dieser  Kultur  für  sich  allein  bei  der
schlechten  Marktlage  nicht  zu  rechnen  ist,  so  kann
sie  doch  als  Zwischenkultur  mit  Kautschuk  gewinnbringend
  werden.

Der  Anbau  von  Lemongras  wurde  in
mehreren  jungen  Kokosplantagen  ausgedehnt.
Auch  das  Zitronellgras  wurde  vermehrt.  Eine
in  Jomba  gewonnene  Probe  von  ätherischem  Ol
lieferte  den  Beweis,  daß  man  es  dort  mit  echtem
Lemongras  zu  tun  hat.  Im  laufenden  Geschäftsjahre
  sind  Schritte  zur  Ausnutzung  der  Lemongrasbestände
  getan  worden.

Die  sogen.  japanischen  Chillies  wurden  gleichfalls
  in  mehreren  jungen  Kokosplantagen  sowie
auch  in  jungen  Ficusbeständen  ausgepflanzt.  Die
zuerst  kultivierte  Art  erwies  sich  nicht  als  die  am
Markte  begehrteste,  und  es  wurden  daher  zwei
andere,  besser  bewertete  Arten  in  Kultur  genommen.
Da  die  Ernte  der  Pfefferschoten  viele  Arbeitskräfte
  erfordert  und  außerdem  künstliche  Trockuung
nötig  ist,  so  ist  es  nicht  ganz  sicher,  ob  diese
Zwischenkultur  sich  als  rentabel  erweisen  wird.
Zu  beachten  ist  jedoch  hierbei,  daß  die  Pfeffersträucher
  das  gefürchtete  Alang-Alang  unterdrücken
und  somit  auch  die  Feuersgefahr,  die  während
der  Trockenzeit  bei  den  dürren  Gräsern  in  hohem
Maße  vorhanden  ist,  vermindern.  Dieser  Nutzen
ist  nicht  zu  unterschätzen.

Der  Anbau  von  Knollenfrüchten,  Mais,
Bananen  usw.,  welche  zur  Verpflegung  der  Arbeiter
  dienen,  wurde  in  gleichem  Maße  wie  in
früheren  Jahren  betrieben.  Ein  mit  Sumpfreis
  angestellter  Versuch  fiel  ziemlich  gut  aus.
Zur  Einführung  der  Kultur  von  Bergreis
wurden  Schritte  getan.

Besonders  zu  erwähnen  ist  die  zu  Anfang
des  laufenden  Geschäftsjahres  wiederausgenommene
Kultur  der  Sisalagave,  von  welcher  sich  in
Konstantinhafen  eine  Versuchsplantage  von  9000
Pflanzen  befand.  Mit  Hilfe  eines  in  Erimahafen
selbst  angefertigten  Raspadors  wurde  eine  Partie
Sisalhanf  hergestellt,  welcher  am  Markte  in  Ham- 



burg  den  sehr  hohen  Preis  von  90  Mk.  für
100  kg  erzielte  und  sich  somit  als  eine  vorzügliche
  Qualität  erwies.  Die  Sisalagave  wird  nunmehr
  als  Zwischenkultur  zwischen  Kokospalmen
zunächst  auf  der  ganzen  Pflanzung  Konstantinhafen
  ausgepflanzt.  Auf  den  Hektar  kommen
1200  bis  1800  Pflanzen.  Pflanzenmaterial  ist
in  genügender  Menge  vorhanden,  desgleichen  auch
eine  zum  Treiben  von  Maschinen  ausreichende
Wasserkraft.  Die  Aussichten  für  die  Sisalkultur
müssen  als  sehr  günstige  bezeichnet  werden.

Von  Kapok  wurde  noch  eine  kleine  Ernte
gewonnen,  welche  als  die  letzte  überhaupt  zu  betrachten
  ist,  da  die  Kapokbäume  in  großer  Anzahl
niedergeschlagen  werden  mußten,  um  den  heranwachsenden
  Palmen  Platz  zu  machen.

*#
r—-Im

  Laufe  des  Berichtsjahres  hat  sich  der
Grundbesitz  der  Neu-Guinea-Kompagnie  durch
Zukauf  von  236  ha  bei  Fissoa  an  der  Nordküste
von  Neu-Mecklenburg  und  von  etwa  100  ha  auf
der  südlichen  Gardener  Insel  im  Bismarck-Archipel
vergrößert.  Das  gesamte  Unternehmen  wurde
von  Anfang  September  1905  bis  Ende  März  1906
durch  Direktor  Dr.  Preuß  inspiziert.  Abgesehen
von  einigen  unerfreulichen  Vorkommnissen  unter
dem  enropäischen  Personal  konnte  der  allgemeine
Eindruck  als  ein  befriedigender  erklärt  werden.
Die  Entwicklung  der  Plantagen  schreitet  stetig
vorwärts.  Die  älteste,  von  der  Neu-Guinen-Kompagnie
  angelegte  Kokospflanzung,  Kenabot,  ist
nunmehr  in  ihrem  größten  Teile  ertragsfähig  geworden
  und  hat  15  Tonnen  Kopra  monatlich  geliefert.
  Die  nächstältesten  Pflanzungen,  Stephansort
  und  Raniolo,  haben  gleichfalls  angefangen  zu
tragen  und  in  einer  ganzen  Anzahl  der  jüngeren
Pflanzungen  fangen  die  ersten  Früchte  an,  sich  zu
zeigen.  Jedoch  lassen  die  bisherigen  Erträge  schon
jetzt  den  Schluß  ziehen,  daß  im  Durchschnitt  von
sieben=  bis  achtjährigen  Beständen  nur  ein  Ertrag
von  ½/10  bis  ½,  Tonne  Kopra  vom  Hektar  zu
erwarten  ist,  und  daß  volltragende  Bestände  im
Alter  von  14  bis  15  Jahren  durchschnittlich  3/4  bis
4%  Tonne  Kopra  liefern  werden.  Die  Kokospalmenkultur
  erfordert  außergewöhnlich  viel  Geduld,
  welche  aber  durch  die  lange  Ertragsfähigkeit
der  Bäume  schließlich  wieder  belohnt  wird.

In  einer  Anzahl  von  Pflanzungen  sind  Kopratrockenhäuser
  errichtet  worden  und  es  ist  überall
die  Herstellung  einer  besseren  Kopraqualität  sowie
die  Trennung  in  Pflanzungs=  und  Handelskopra.
angestrebt  worden.

Die  Grasschneidemaschinen,  mit  welchen  die
Kokosplantagen  vom  Alang-Alang  gereinigt  werden,
haben  vielfach  Eingang  gefunden  und  ihr  Einfluß
auf  das  Gedeihen  der  Palmen  ist  ein  offensicht-
        <pb n="609" />
        W  529  20

licher.  Die  Bearbeitung  der  Plantagen  ist  im
allgemeinen  eine  intensivere  geworden.

Von  den  Kautschukpflanzungen  gedeihen  die
jüngeren  bedeutend  besser  als  die  älteren.  Bei
der  Anlage  der  letzteren  sind  früher  offenbar  viele
Fehler  gemacht  worden.  Auf  dem  durch  die
Tabakskultur  in  früheren  Jahren  ausgesogenen
Lande  in  Stephansort  gedeihen  sowohl  Kautschukbäume
  als  auch  Kokospalmen  nicht  sonderlich  gut.
Bei  sachgemäß  angelegten  und  gut  gepflegten  Beständen
  kann  das  Anzapfen  bereits  nach  vollendetem
sechsten  Jahre  beginnen.  Jedoch  kann  man  schon
jetzt  sehen,  daß  die  Erträge  so  junger  Bäume
noch  keine  großen  sein  werden.  Übrigens  darf
überall  nur  sehr  vorsichtig  angezapft  werden,  um
die  jungen  Bäume  nicht  zu  stark  zu  schädigen.
Das  regelmäßige  Anzapfen  hat,  wie  schon  erwähnt,
  im  laufenden  Geschäftsjahre  im  Anschlusse
an  die  durch  Direktor  Dr.  Preuß  vorgenommenen
Probezapfungen  begonnen.

Eine  besonders  rasche  Entwicklung  hat  der
Betrieb  auf  den  Frenuch-Inseln  genommen.
Das  Verhältuis  zu  den  Eingeborenen  hat  sich  allmählich
  gebessert.  Bei  Wachsamkeit  und  Vorsicht
braucht  man  keine  weiteren  Aufstände  zu  fürchten.
Die  Ausnutzung  der  reichen  Palmenbestände  wurde
energisch  in  die  Hand  genommen.  Eine  große
Kopradarre  wurde  erbaut  sowie  mehrere  Koprasammelstationen
  eingerichtet.  Die  Freuch-Inseln
allein  lieferten  in  dem  Jahre  über  400  Tonnen
Kopra.

Der  vulkanische  Boden  auf  Garowe  erwies
sich  an  mehreren  Stellen  als  für  die  Kakaokultur
hervorragend  geeignet,  und  die  Entwicklung  der
jungen  Kakaopflanzung  und  das  Wachstum  der
Bäume  war  ein  so  vorzügliches,  wie  man  es  nur
in  den  besten  Kakaoländern  der  Welt  sehen  kann.
Infolgedessen  wurde  eine  möglichst  energische  Ausdehnung
  der  Kakaopflanzung  angestrebt.  Der  Kakao
wird  mit  Parakantschuk  und  neuerdings  auch  mit
Kickxia  elasticae  zusammen  angepflanzt.  Als
Windbrecher  dienen  Streifen  von  Ficus  elastica.
Die  für  Kakao  nicht  geeigneten  Landstrecken  werden
mit  Kokospalmen  ausgepflanzt.  Sie  enthalten
vielfach  wildwachsende  Palmen,  welche  so  in  die
Pflanzung  einbezogen  werden.

Außer  auf  Garowe  und  Mundna  sind  auch
auf  der  Nordinsel  und  auf  Unea  Stationen
errichtet  worden,  so  daß  sich  die  ganze  Gruppe
der  Freuch-Inseln  in  Bearbeitung  befindet.  Sämtliche
  Inseln  sind  vermessen  und  die  Reservate  der
Eingeborenen  abgegrenzt  worden,  so  daß  einer
gedeihlichen  Entwicklung  dieses  wertvollsten  Besitzes
  der  Neu-Guineca-Kompagnie  nichts  mehr  im
Wege  steht.

 

Jalult-Gesellschaft.

Dem  Jahresbericht  der  Jaluit-Gesellschaft  für
1906  entnehmen  wir  nachstehende  Einzelheiten:

„Günstiger  als  wir  erwarten  durften,  hat  sich
das  Ergebnis  des  abgelaufenen  Geschäftsjahres
gestaltet.  Allerdings  haben  wir  dieses  gute  Resultat
  vornehmlich  den  anßergewöhnlich  hohen
Koprapreisen  und  unserer  Beteiligung  bei  dem
Abbau  der  Phosphatlager  zu  danken.

Die  Abladungen  von  Phosphat  haben  in  dem
verflossenen  Jahre  bereits  eine  recht  beträchtliche
Höhe  erreicht,  und  nachdem  beschlossen  worden
war,  auch  den  Abbau  der  Naurulager  in  Angriff
  zu  nehmen,  wurde  mit  der  Errichtung  umfangreicher
  Anlagen  vorgegangen.  Diese  waren
Ende  Jahres  so  weit  vorgeschritten,  daß  die  erste
Sendung  Kulis  von  China  abgehen  konnte  und
die  Verschiffungen  somit  bald  ihren  Anfang  nehmen
werden.

Von  Orkanen  sind  unsere  Inselgebiete  glücklicherweise
  nicht  wieder  heimgesucht  worden,  und
wir  wollen  hoffen,  daß  wiederum  eine  lange  Reihe
von  Jahren  vergehen  wird,  ohne  daß  wir  von
Naturereignissen  wie  der  verheerende  Wirbelsturm
von  1905  betroffen  werden.

Auch  der  friedliche  Verkehr  mit  den  Eingeborenen
  hat  keinerlei  Störung  erfahren.“

Chinarinde  und  HBanf  in  Deutsch  --Ostafrika.

Der  Frankfurter  Wirtschaftsbericht  für  das
Jahr  1906  enthält  hinsichtlich  der  Anbaufähigkeit
  unserer  ostafrikanischen  Kolonie  folgende
Mitteilungen:  „Die  Anpflanzungen  von  Chinarinden
  in  Deutsch-Ostafrika  beginnen  allgemeines
Interesse  zu  erregen.  Speziell  in  der  Versuchsstation
  Amani  befinden  sich  an  die  30000  Exemplare
  von  Chinchonen  in  Kultur,  sie  gedeihen  gut
und  haben  wenig  von  Insekten  zu  leiden.  Eine
hiesige  Fabrik  konnte  an  zwei  Proben  einen  Gehalt
  von  6,80  und  6,48  v.  H.  Chininsulfat  feststellen;
  die  Rinden  kommen  damit  den  besten  auf
Java  gezogenen  Chinarinden  mindestens  gleich
und  eignen  sich  vorzüglich  zur  Chininfabrikation.
Es  ist  daher  anzunehmen,  daß  mit  der  Zeit  die
Chinarinden  aus  den  in  Ostafrika  bereits  angelegten
  Plautagen  einen  wichtigen  Exportartikel
unserer  dortigen  deutschen  Kolonie  abgeben  werden.
Bei  Gelegenheit  der  Ausstellung  der  Naturforscherversammlung
  in  Stuttgart  waren  Proben  solcher
Chinarinden  sowie  daraus  hergestellter  Chininsalze
ausgestellt,  die  sich  allgemeiner  Beachtung  erfreuten.


Neu  kam  an  den  Markt  Hauf  aus  unserer
ostafrikanischen  Kolonie,  der  sich  wohl  mit  der
        <pb n="610" />
        W  8330  20

Zeit  sehr  gut  einführen  wird  und  bereits  gern
Abnehmer  zu  guten  Preisen  fand.“

Winke  für  Knanas-  und  Bananenverwertung.)

(Bon  Ludwig  Bernegau,  Korpsstabsapotheker  a.  D
Halensec.)

Die  Einfuhr  von  Ananas=  und  Bananenfrüchten
  über  Liverpool,  Marseille,  Hamburg  ist
während  der  letzten  fünf  Jahre  in  stetem  Steigen
begriffen.  Ebenso  die  Einfuhr  von  Ananaskonserven
  über  Singapore,  unter  denen  besonders
die  Ananaskonserven  von  Johove  wegen  ihres
Aromas  geschätzt  werden.

Bananenkonserven  aus  vollreisen  Bananen  in
Ananassaft  bereitet,  sind  bislang  nicht  am  Markt
erschienen;  sie  werden  meiner  Ansicht  nach  wegen
ihres  Wohlgeschmacks  voraussichtlich  schnell  Konfumenten
  finden  und  den  europäischen  Speisezettel
um  ein  schmackhaftes  Fruchtgericht  bereichern;
serner  werden  sie  dem  Konditoreigewerbe,  den
Kakes-,  Biskuit-,  Zuckerwaren-,  Likörfabriken  ein
vorzügliches  Fruchtaroma  liefern.

Grundbedingung  für  die  Herstellung  von
Ananas=  und  Bananenkonserven  ist  die  Verarbeitung
  hochwertiger  aromatischer  Früchte.

Für  die  Konservenfabrikation  sind  nur  edelste
Ananas,  Bananen,  Mangoarten  anzupflanzen  und
fortzuzüchten.  (Vgl.  L.  Bernegan,  über  die
Ananaskultur  auf  den  Azoren,  Tropenpflanzer
Nr.  8,  Jahrgang  1902,  und  Reisebriefe  aus  den
Subtropen,  Tropenpflauzer  Nr.  5,  1904,  Mitteilung
  über  die  Kanarischen  Bananen.)

Von  Ananasfrüchten  sind  für  Pflanzzwecke
empfehlenswert  die  Sao  Migquel-,  Trinidad-,
Florida-,  Cuba-Ananas,  von  Bananen  die  Cavendish-,
  Apfel=  und  Silberbananen,  sowie  die  Pfirsichbanane
  der  Oase  Gabes  in  Tunesien.  Von  Mangos
ist  die  Pfirsichmango  von  Conakry  wegen  ihres
Fruchtaromas  bemerkenswert.

Bedingung  ist  die  Verwendung  von  Konserven-=dosen,
  die  aus  bestem  Material  angefertigt  werden.
Die  Dosen  dürfen  nur  aus  Blech  bester  Qualität
bergestellt  sein  und  müssen  im  Innern  der  Dose
mit  einem  säurefesten  Lack  verniert  sein.  Für
meine  Versuche  verwandte  ich  Konservendosen  aus
der  Konservenfabrik  A.  Rehse  Sohn,  Wülfel,  Hannover.


Von  Früchten  wurden  Ananas,  die  auf  meinem
Versuchsfelde  selbst  gezogen  waren,  ferner  Ananas
aus  dem  Botanischen  Garten,  Viktoria,  und  der
Westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft  Viktoria

)  —  aus  dem  Amtsblatt  für  das

Schutzgebiet
  Togo

 

verarbeitet.  Zur  Herstellung  von  Bananenkonserven
wurden  Apfel=  und  Silberbananen  aus  dem
Botanischen  Garten  bezogen.  Die  Fruchtkonserven
wurden  in  fahrbaren  Dampfkochkesseln  (System
Bergedorf)  gekocht.  Von  diesen  Kesseln  hatte  ich
in  meiner  Versuchsanstalt  in  Viktoria-Kamernn
einen  zu  2  Zentnern  und  2  Stück  zu  einem
Zentner  Fassungsvermögen  aufgestellt.

Die  Kessel  funktionierten  tadellos  bei  den  Versuchen
  mit  Ananas-,  Bananen-,  Kakao=  und  Kolaverarbeitung.
  Geheizt  wurden  die  Kessel  mit
Kohle  und  Holz.  Der  Kohlenverbrauch  war  mäßig.

Herstellung  von  Ananaskonserven  in
Ananassaft.

Reife,  gesunde  Ananasfrüchte  wurden  geschält,
vom  innern  Kern  befreit,  in  Scheiben  oder  Würfel
geschnitten,  dann  in  Dosen  gefüllt  und  mit  zuckerhaltigem")
  Ananassaft  übergossen.  Die  gefüllten
Dosen  wurden  dann  allmählich  verschlossen  durch
Verlötung  des  Deckels.  Im  Großbetriebe  würde
man  Falzverschlüsse  anzuwenden  haben.  Die
Dosen  wurden  dann  in  einen  Siebkorb  gesetzt,
und  dieser  in  das  kochende  Wasser  des  Kessels
gebracht.  Der  Kessel  wurde  jetzt  hermetisch  verschlossen.
  Gekocht  wurde  40  Minuten  unter  Druck.
Die  Dosen  wurden  dann  herausgenommen  und
allmählich  zum  Erkalten  gebracht.  Nach  dem  Erkalten
  hat  man  die  Dosen  auf  Dichtigkeit  zu
prüfen.  Nur  Dosen,  welche  die  Dichtigkeitsprüfung
  aushalten,  sind  exportfähig  und  werden
in  Kisten  verpackt.

Zur  Bereitung  des  zuckerhaltigen  Ananassaftes
  werden  geschälte,  vollreife,  saftige  Ananasfrüchte
  ausgepreßt.  Der  Preßsaft  wird  filtriert.
In  1  kg  des  filtrierten  Ananassaftes  werden  ein
Kilo  Rüben=  oder  Rohrzucker  gelöst  und  aufgekocht.
  In  dem  Saft  löst  man  10  g  reine
Zitronensänre.  Sodann  wird  filtriert.

Als  Filtriermaterial  verwandte  ich  zum  Klären
des  reinen  Saftes  die  bekannten  Weintrubsäcke
und  chemisch  reine  Filtriermasse.  Zum  Filtrieren
des  zuckerhaltigen  Saftes  wurden  Emailleglanzfilter
  und  Filtrierfilzhüte  aus  reinem  Wollfilz
benutzt.  Zum  Auspressen  kann  man  die  bekannten
Fruchtpressen  verwenden.

Herstellung  von  Bananen  in  Ananassaft.

Vollreife  Bananen  werden  geschält,  von  der
oberen  weißhäutigen,  zellulosehaltigen  Hautschicht
befreit  und  in  Würfel  geschnitten.  Die  Bananen--würfel
  werden  in  die  Dosen  gefüllt  und  mit

*)  Für  Einführung  in

Zuckerzusatz,
  da  sonst  gollpflichtig.

Deutschland  kein
        <pb n="611" />
        W  531  20

reinem  Ananassaft  übergossen.  Manläßt  12  Stunden
den  Ananassaft  auf  die  Bananenwürfel  einwirken,
wobei  das  Ferment  des  Ananassaftes  eine  aufschließende
  Wirkung  auf  die  Bananenstärke  und
das  Aroma  ausübt.  Jetzt  wird  Zucker=  und
Zitronensäure  zugesetzt,  auf  1  kg  Frucht  100  g
Zucker,  2  g  Zitronensäure.  Die  Dosen  werden
dann  verschlossen  und  nach  Art  der  Ananaskonserven
  40  Minnten  gekocht.

Aus  den  so  bereiteten  Ananaskonserven  lassen
sich  in  Europa  Bananensaft  und  Bananenpasta
bequem  herstellen  für  Zwecke  der  Kakes-,  Biskuit-,
Zuckerwaren=  und  Likörfabrikation,  sowie  zur  Verwendung
  im  Bäckereigewerbe.  Die  unreif  abgepflückte
  Banane,  die  auf  dem  Transport  nach
Europa  nachreift,  hat  nicht  das  Fruchtaroma  einer
aus  vollreifen  Bananen  hergestellten  Konserve.

 

Herstellung  von  Dörrananasscheiben.

Die  Versuche  betreffend  Herstellung  von  Dörrananas
  führte  ich  in  der  Konservenfabrik  A.  Rehse
Sohn,  Wülfel,  aus  unter  Benutzung  des  bei  der
Fabrikation  von  Dörrgemüse  vorzüglich  bewährten
Heizkanaltrockensystems.

Geschälte  Ananasscheiben  wurden  auf  besonderen
  Trockenhürden,  um  eventuell  abfließenden
Ananassaft  aufzufangen,  im  Heizkanal  bei  50°  C
in  heißer  Luft  getrocknet.  Das  Ergebnis  war
sehr  befriedigend.  In  den  gedörrten  Ananasscheiben
  war  das  Fruchtaroma  erhalten  geblieben.
Dörrananasscheiben,  in  Wasser  oder  Wein  gequellt,
gaben  aromareiche  Ananassäfte.

Für  Ananasgroßkulturen  empfiehlt  sich  daher
die  Fabrikation  von  Dörrananas  nach  dem  Vorbild
  der  Kalifornischen  Dörrfrüchte.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Handel  Oogadors  ((arohkho)  1906.

Der  Handel  des  marokkanischen  Hafens  Mogador
  bewertete  sich  im  Jahre  1906  in  der  Einfuhr
  auf  7  498  425  Mk.  gegen  7  175  685  Mk.
im  Jahre  1905;  er  ist  also  gegen  das  Vorjahr
um  322  740  Mk.  gestiegen.  Das  Mehr  der  Einfuhr
  ergibt  sich  insbesondere  aus  den  gesteigerten
Bezügen  von  Baumwollwaren  (—+  176  557  Mk.),
Zucker  (#  565  905  Mk.)  und  Tec  (7  289  534
Mark).  Ein  Rückgang  der  Einfuhr  tritt  namentlich
  bei  den  Lebensmitteln  hervor;  er  findet  seine
Erklärung  darin,  daß  die  letztjährige  Ernte,  obgleich
  klein,  immerhin  die  Bevölkerung  bis  in
den  Herbst  hinein  zu  ernähren  vermochte.

Die  wichtigeren  Einfuhrartikel  und  der
Anteil  Deutschlands  an  denselben  bewerteten  sich,
wie  folgt:  Davon

1905  1006  aus

Werte  in  Mark

Baumwollwaren  1  891491  2068048  2285
Wollwaren  54318  10016  4200
Tuche  ..  30  438  61  404  1688
Säcke  u.  Sackleinen  18809  5283  3833
Seidenwaren  75750  4775  165
Bekleidungsgegenstände

  1427  9152  406
Eisen  36234  82224  —
Stall  13784  8600  2697
Eisen  und  Metallwaren

  91  692  61  870  13851
Glaswaren  58248  45213  4737

 

Davon

1905  1906

aus
Deutschland

Werte  in  Mark
Porzellan  u.  Steingut.

  .  .  .  .  ..  69967  33584  1511
Lebensmittel  956111  80000  1084
Getränkkkk  18  3859  32246  5180
Sprit  15328  11206  6346
Zucker  2003  480  2569385  4859

e  531300  820  834  37493
Reis  761  601  391032  149528
Kolonialwarten.  17536  19101  1915
Farben,  Drogen  18  612  12430  1456
Seife,  Parfümerien  14323  10975  453
Kerzen  70014  192514  —
Papier  12  416  13866  3000
Holz  u.  Holzwolle  77077  46494  4456

Grieß  und  Mehl.  ee  633  3415.  —
mrenthalten

Deutschlands  Anteil  tritt  mit  größeren  Werten
nur  bei  Reis  und  Tee  hervor,  bei  ersterem  mit
38  v.  H.,  bei  letzterem  mit  4,5  v.  H.  des  Gesamtwertes
  dieser  Einfuhrartikel.  41  v.  H.  der
Reiseinfuhr  und  85  v.  H.  der  Teeeinfuhr  wurden
durch  England  gedeckt,  das  auch  bei  der  Anlieserung
  von  Kerzen  mit  90  v.  H.  und  von
Baumwollwaren  mit  68  v.  H.  die  führende  Stelle
einnahm.  Frankreich  deckte  83  v.  H.  des  Zuckerbedarfs,
  75  v.  H.  der  Einfuhr  von  Mehl  und
Gries  und  23  v.  H.  der  Baumwollwareneinfuhr.
Belgien  war  an  der  Reiseinfuhr  mit  17  v.  H.
und  an  der  Zuckereinfuhr  mit  11  v.  H.  beteiligt.
        <pb n="612" />
        W  532  20

Von  dem  Gesamteinfuhrwerte  Mogadors
während  des  Jahres  1906  entfielen  auf  Frankreich
  3  247  949  Mk.,  auf  England  2  688  853  Mk.,
auf  Belgien  382  049  Mk.  und  auf  Deutschland
269  642  Mk

Die  Ausfuhr  Mogadors  bewertete  sich  im
Jahre  1906  auf  7  403  949  Mk.  gegen  6  831  976
Mark  im  Jahre  1905  sie  ist  also  um  571  973  Mk.
gestiegen.

Die  hauptsächlichsten  Ausfuhrartikel  und  der
Anteil  Deutschlands  an  denselben  bewerteten  sich,

wie  folgt:

Davon
na
1905  1000  Deartth
land
Werte  in  Mark

Eier  1298430  656430  —
Gerssstt  67009  31260  —
Gummi  .  .  .  .  .  .  80907  50040  8312
Sandarakgummi  429638  489898  274799
Haare  .  .  .  18364  28031  20053
Mandeln  .  .  .  .  .  1572471  1033798  825192
Ochsenfelle  .  .  335018  743308  95614
Schaffellel  226149  614385  296471
Ziegenfelle  1  908525  2656619  229185
Oliven  87856  7619  —
ODlivenöl  .  .  .  ..  67938  75256  —
Wachs  196607  469372  445  455
Wolle,  gewaschen  20557  22316  3318
-  im  Schweiß  46060  207340  47547

Von  dem  gesamten  Ausfuhrwerte  des  Jahres
1906  entfielen  auf  Deutschland  2  266  559  Mk.,
auf  Amerika  1  495  290  Mk.,  auf  England
1.276  767  Mk.  und  auf  Frankreich  1  089  809  Mk.

Der  Handel  litt  im  Berichtsjahre  noch  unter
den  Folgen  des  Hungerjahres  1905,  unter  den
Unruhen  und  Wegeunterbindungen  sowie  unter
der  Unsicherheit  im  Lande.  Dazu  trat  der  Ausfall
  der  Mandel=  und  Olivenernte  und  der  Eierausfuhr.
  Allein  der  Umstand,  daß  Ochsenfelle,
Schaf=  und  Ziegenfelle,  Wachs,  Wolle  erhebliche
lberschüsse  sowohl  ihrer  Menge  als  auch  ihrem
hohen  Marktwerte  nach  ergaben,  hat  einen  Rückgang
  des  Ausfuhrwerts  aufzuhalten  vermocht.

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Vizekonsulats

in  Mogador.)

Einfuhrhandel  der  Kapkolonle,  der  Orangeflußkolonie,
  Natals  und  Transvaals  im  Jahre  1906.

Nach  den  Veröffentlichungen  des  South
African  Customs  Statistical  Bureaus  wies  der
Einfuhrhandel  der  Kapkolonie,  der  Orangeflußkolonie,
  Natals  und  Transvaals  im  Jahre  1906,
verglichen  mit  dem  Vorjahre,  die  folgenden
Werte  auf:

 

Kapkolonie  —  rangestußn

Haupteinfuhrartikel  1905  1906  1905  1906
Tausend  ##

Alkohol.  Getränke  338  264  100  103
Lebende  Tiere  308  374  254  367
Kleider  u.  Wäsche  881  1235  104  181
Sprengstoffe  93  151  13  23
Lichte  .  86  77  12  18
Zement  102  97  10  9
Kohlen  und  Koks  193  265  36  42
Getreide  usw.  1  669  1  503  265  245
Baumwollwaren  1  123  1334  89  178
Drogen,  Chemikalien,

  Apothekerwaren

  246  210  24  39
Nahrungsmittel

und  Getränke

(ausschl.  Alkoholika

  u.  Getreide).

  3  476  3  120  408  485
Möbel,  Hausrat  469  380  70  81
Posamentier=  u.

Putzwaren  1  501  884  289  231
Eisenkurzwaren  815  621  145  124
Eisen=  u.  Stahlwaren

  484  487  40·)  123
Juwelen  u.  plattierte

  Waren,

Uhren  171  177  69*)  81
Leder=  u.  Lederwaren.

  992  1  019  126“)  180
Maschinen  888  831  345  120
Mineralöle  und

andere  Ole  276  283  23  26
Farben,  Terpentin,

Lack,  Firnis  usw.  93  89  9  9
Papier,  Papierwaren,

  Bücher

und  Schreibwaren

  607  581  *  52
Gewöhnl.  Seife  148  145  19  23
Tabak,  Zigarren

u.  Zigaretten  283  226  36  66
Wagen  aller  Art  231  231  66  127
Holz=  und  Holzwaren

  428  229  97  99
Wollenwaren  323  406  47  93

 

Zusammen  (ein- 



schließl.  anderer)  19  501  19  361  3222  3591
Geld..  240  612  1.  169
Regierungsgut.  467  307  15  101
Insgesamt  (ausschließl.
  Gold  u.
Diamanten  im
Transitverkehr)  20  208  20  280  —  3861

 

 

*)  Unvollständige  Zahlen

)  Zahlen  liegen  nicht  vor.
        <pb n="613" />
        W  533  20

 

 

 

 

 

 

Natal  4  Transvaal  Der  Rußenhandel  Britisch-Westafrikas  im  Jahre  1905.
Haupteinfuhrartitel  i  20%  **r#  Nach  einer  Veröffentlichung  des  englischen
Alkohol.  Getränke  324  252  403  366  Handelsamts  belief  sich  der  Wert  der  Ausfuhr
Lebende  Tiere  159  197  793  958  der  britischen  Besitzungen  Westafrikas  nach  Groß-Kleider
  u.  Wäsche  428  415  671  829  britannien  im  Jahre  1905  auf  3  097  701  L  und
Sprengstoffe  34  51  399  549  der  des  Exports  dieser  Besitzungen  nach  fremden
Lichte  50  56  199  173Ländern  auf  2  127  000  K,  so  daß  ein  Gesamt-Zement
  38  21  56  31  ausfuhrwert  von  5  224  701  L  erzielt  wurde.  Die
Kohlen  und  Kors  2  —  39  39Einfuhr  der  westafrikanischen  Besitzungen  wies
Getreide  usw.  631  622  952  985  im  Jahre  1905  einen  Gesamtwert  von  4  578297  &amp;amp;
Baumwollwaren  155  179  338  515  uf.  Hiervon  entfielen  3  232  297  auf  die  Ein-Drogen,
  Chemi-  fuhr  britischer  Erzeugnisse  und  1  346  000  K  auf

kalien,  Apo-  Produkte  fremder  Länder.
thekerwaren  183  153  538  471  Die  fünf  westafrikanischen  Kolonien  waren  an
Nahrungsmittel  diesem  Außenhandel  in  folgender  Weise  beteiligt:
und  Getränke  Ansfuhr  Einfuhr
(ausschl.  Alko-  Nach  Nach  Aus  Aus
holika  u.  Ge-  Besitzungen  Groß=  fremden  Groß-  fremden
treide)  2  102  1792  3000  2  904  brit  itannien,  Ländern  britannien  Ländern
—ILBEE  397-00
Posamentier=  u.  Lagos  333  152  605.000  733  768  308000
Putzwaren  718  689  870  661%¼oldküste  1  188  411  321  000  339  476  395  000
Eisenkurzwaren.  433  339  676  529  Sierraeone  211  0091  301  000  340  663  155  000
Eisen=  u.  Stahl-  gambia  24285  236  000  113  078  151.000
waren  271  177  387  417  Zufammen  3  097  701  2  127  000  3  232  297  1  346  000
Juwelen  u.  plat-  Nach  fremden  Ländern  gestaltete  sich  die  Austierte
  Waren,  fuhr  der  westafrikanischen  Besitzungen  in  den
Uhren  129  103  210  215Jahren  1904  und  1905,  wie  folgt:

Leder=  u.  Leder-  1904  1905
waren.  443  354  575  484  ##
Maschinen  776  704  1549  1  492  Deutschland  1  640  572  1641  672
Mineralöle  und  Deutsche  Vesibungen  4036  15  841

andere.  143  123  149  134  Niederlande  62  065  34  898
Farben,  Terpentin,  Frankreich  414563  271879
Lack,  Firnis  usw.  51  38  48.  42  zuuaie  Besitzungen  74  659  92  869
Papier,  Papier-  .  v  962  10  703
waren,  Bücher  Fbich  Staaten  von
und  Schreib-  Amerika  6  628  —
waren  232  235  262  305  Spanien  ·  16  107
Gewöhnl.  Seife  66  43  84  81  Brasilien  507  509
Tabak,  Zigarren  (TLa  Dépöäche  Coloniaule.)
u.  Zigaretten  144  147  244  268
Wagen  aller  Art  195  156  344  270
Holz=  und  Holz-  Nord  ·  Nigeria  im  Jahre  190s  /  o6.
waren  243  142  556  22  (Nach  dem  englischen  Parlamentsbericht.)
FSianeene  -„  100  96  1  Die  Erforschung  der  wirtschaftlichen  Hilfsnsammen
  (ein-  -  quellen  des  Nord-Nigeria-Protektorats  wurde  im
schließl.  anderer)  10  398  9052  15  850  15  561  Berichtsjahre  durch  einen  Forstbeamten  und  zwei
Geld  346  270  996  1404  Mineralogen,  die  ihre  Tätigkeit  in  Verbindung
Regierungsgut  573  651  1  734  mit  dem  Imperial-Institute  (Kolonial=  Akademie)
Insgesamt  (aus-  ausübten,  fortgesetzt.  Eine  Anzahl  neuer  Pflanzenschließl.
  Gold  u.  arten  und  -Varietäten  wurde  ermittelt.  Am
Diamanten  im  Fuße  des  Monnt  Patti,  unmittelbar  hinter  Lokoja,
Transitverkehr)  11  317  9973  —  17699  ist  ein  Areal  von  250  Acker  guten  Waldes,  voll
(rhe  Board  of  Trade  Journal.)  von  verschiedenen  Arten  von  Kautschukpflanzen,
"  Fahlen  liegen  nicht  vor.  als  Waldreservat  erklärt  worden.  Die  Fürsorge
        <pb n="614" />
        W  534  2

hierfür,  die  Beaufsichtigung  einer  Pflanzung  von
Kautschukbäumen  und  anderen  wirtschaftlich  bedeutungsvollen
  Gewächsen  erforderte  die  ganze
Kraft  des  Forstbeamten.  Wertvolle  Mahagoniwaldungen
  wurden  an  den  Ufern  des  Guraraflusses
  ausgefunden;  5000  Kubikfuß  Holz  sind
bereits  nach  Lokoja  geflößt.  Die  Bäume  hatten
teilweise  einen  Umfang  von  9  bis  15  und  eine
Länge  von  20  bis  40  Fuß.  Die  Errichtung
eines  Sägewerks  ist  in  Aussicht  genommen.
Viele  Tausende  von  Mahagonipflänzlingen  sowie
von  anderen  Samen  sind  in  die  Pflanzung  bei
Lokoja  verbracht.  Eine  Forstverordnung  regelt
den  Schutz  der  Wälder  und  besonders  wertvoller
Baumarten.

Der  Baumwollkultur  in  Nordnigeria  werden
die  günstigsten  Aussichten  zugesprochen.  So  hat
sich  die  Cotton  Growing  Association  folgendermaßen
  geäußert:

„Wir  haben  unsere  Untersuchungen  durch
das  britische  Reich  fortgesetzt.  Der  einzige
Platz,  welcher  die  größte  Möglichkeit  bietet,  die
nötigen  Millionen  von  Ballen  Baumwolle  zu
produzieren,  ist  Nord-RNigeria;  in  Nord-Nigeria
allein  liegt  die  Erhaltung  von  Lancashire
Es  ist  nicht  unwahrscheinlich,  daß  Nord-Nigeria
wohl  7  Millionen  Ballen,  also  den  ganzen
Bedarf  Großbritanniens,  decken  und  noch  ebensoviel
  an  andere  Länder  abgeben  kann.“

Vom  Gouverneur  des  Protektorats  wird
dieses  Urteil  indes  als  zu  günstig  bezeichnet,
schon  weil  die  Bevölkerung  für  eine  derartige
Baumwollkultur  und  -Produktion  zu  schwach  ist.
Im  Berichtsjahre  wurden  87  t  Rohbaumwolle
ausgeführt;  das  kommt  etwa  26  t  „Lint“  im
Wert  von  1041  L  gleich.  Im  Februar  1906
ist  die  Dampfgin  in  Lokoja  mit  dem  Ergebnis
fertiggestellt  worden,  daß  in  drei  Monaten
261  t  Rohbaumwolle  gegint  und  70t  (743  Ballen)

 

Gin  soll  in  Shonga  nigeraufwärts  aufgestellt
werden.  Die  Cotton  Growing  Association  hat
ein  Areal  von  50  Acker  bei  Lokoja  für  Versuchskulturen
  erworben.

Die  Kautschukausfuhr  beträgt  dem  Werte
nach  dreiviertel  der  Gesamtausfuhr,  aber  es  besteht
  infolge  Raubbaus  die  Gefahr  eines  bedeutenden
  Rückgangs  der  Kautschukausfuhr;  auch
ist  der  im  Raubbau  aus  den  Wurzeln  gewonnene
  Kautschuk  bis  zu  67  v.  H.  voll  Unreinigkeiten.
  Durch  die  schon  erwähnte  Forestry
Proklamation  sind  Bestimmungen  getroffen,  welche
dem  Raubbau  Einhalt  tun  sollen.

Nord-Nigeria  enthält  bedeutende  Salzlager,
so  daß  der  Bedarf  an  Salz  —  die  Einfuhr  beträgt
  jährlich  etwa  8000  t  im  lokalen  Werte  von
104  000  L  —  im  Lande  gedeckt  werden  könnte.
Die  Aufstellung  der  für  die  Produktion  nötigen
Maschinen  ist  in  die  Wege  geleitet.  Auch  vorzüglicher
  Kalkstein  zur  Mörtelbereitung  ist  in
vielen  Teilen  des  Protektorats  vorhanden.  Das
Vorkommen  von  Monazitsand  wurde  festgestellt,
die  Aussichten  der  begonnenen  Förderung  von
Zinn  sind  günstig.

Nord-Nigeria  hat  keine  eigene  Zollgrenze  im
Verkehr  mit  der  Küste,  es  fehlt  daher  jede
Statistik  über  die  Ein=  und  Ausfuhr.  Nach  den
Angaben  der  beiden  bedeutendsten  Firmen  sind
1905  für  148  258  C  Landesprodukte  ausgeführt
worden,  von  denen  allein  auf  Kautschuk  101  207  #.
entfallen.

Die  Finanzen  des  Protektorats  haben  sich
folgendermaßen  gestaltet:  Die  Einnahmen  betrugen
  1904/05  559  526  &amp;amp;  (davon  sind  eigene
Einnahmen  nur  94  026  é4,  das  übrige  Reichszuschuß
  und  Beiträge  der  Nachbarkolonien  Lagos
und  Süd-Nigeria),  1905,06  505  203  k  (davon
eigene  Einnahmen  85  400  #L).  Diesen  Einnahmen
stehen  für  1904/05  Ausgaben  in  Höhe  von
520  545  L  und  für  1905/06  in  Höhe  von

„Lint“  exportiert  werden  konnten.  Eine  zweite  497  918  K  gegenüber.
Süd-Tgeria  im  Jaohre  1905.
(Nach  dem  englischen  Parlamentsberichte.)
Die  Einnahmen  Süd-Nigerias  haben  in  den  Jahren  1901  bis  1905  betragen:
1901  279  362  E,  davon  betrugen  die  Einnahmen  der  Zollverwaltung  261  744  &amp;amp;
1902  437  583  =  -  -  -  -  -  -  405  689
1903  426  860  --  -  -  -  -  -  -  399  118.
1904  550  012  „=  -  -  -  -  -  -  519  676
1905  572065=  -  -  -  -  -  -  535  825-Diesen
  Einnahmen  standen  folgende  Ausgabebeträge  gegenüber:
1901  1902  1903  1904  1905
339  890  S  394  197  S  447  862  #0  538  728  #L.  581  927
        <pb n="615" />
        Die  Ausgaben  des  Jahres  1905  überstiegen  also  die  des  vorhergehenden  Jahres  um
43  199  E  und  die  Einnahmen  des  Jahres  1905  um  9862  E.
Der  Außenhandel  betrug:

Einfuhr  Ausfuhr  Im  ganzen
1904  1905  1904  1905  1904  1905
v  +  #  C  4  1+
Im  Kalabar-Gebiet  360  765  386  640  351  594  318  042  712  359  704  682
é,  östlichen  O  .  570  302  534  432  691  233  653  978  1261  535  1  188  410
é",  westlichen  861  402  832  464  675  890  738  920  1537  292  1571  384

 

Zusammen  1  792  469  1  753  536  1718717  1  710  940  3  511  186  3  464  476

Der  Rückgang  ist  hauptsächlich  auf  eine  Mindereinfuhr  in  gemünztem  Gelde  im  Betrage
von  39  563  L  zurückzuführen.  An  dem  Handel  (unter  Abrechnung  des  gemünzten  Geldes)
waren  beteiligt.

 

 

 

 

..  1904  1905  ·  .  1904

Bei  der  Einfuhr:  *  Bei  der  Ausfuhr:  180s
Großbritannien  .  .  .  mit  1214  820  1204545  Großbritannien  .  .  .  mit  1112  966  1117  264
Deutschland  -  168  056  160  654  Deutschland  -  496  647  523  678
Holland  147  245  150  146  Frankreich  -  66  531  34  372
Andere  Länder  24  609  40  015  Andere  Länder  42  393  33  518
Zusammen  1  554  730  1555  360  Zusammen  1718  537  1  708  832

Die  Häfen  von  Süd-Nigeria  haben  angelaufen:
1904  1905

Anzahl  Tonnen  Anzahl  Tonnen

Dampfer:  Britische  .  349  444  131  381  485  606

Fremde  ....  97  91  960  89  82  768

Zusammen  446  536  091  470  568  374

Segelschiffe:  Britische  ....  4  1916  5  1  7p9

Fremde  ....  1  60  —  —

Zusammen  5  1976  5  1  799

Im  ganzen  Fahrzeuge.  151  538  067  175  570  173
Britisch-Neuguinen  im  Jahre  1905,06.  Einfuhr  Ausfuhr  Tauan  Zusammen

(Nach  einem  australischen  Parlamentsbericht.)  #  9  9
Die  ei  .  ...  1900/001  71  618  49  659  32926  12127
ie  eigenen  Einnahmen  von  Britisch-Neu-  O  412  205
·  .  ,  ,  1901/02  70  817  68  300  42  205
guinea  betrugen  im  Jahre  1905/06  20  236  L  1902,03  62  367  62  891  411  139  125  258
das  bedeutet  gegen  das  Vorjahr  eine  Zunahme  190  304  77  631  75  506  55  686  Ds
von  1339  S.  Unter  Hinzurechnung  eines  vom  90405  67  188  76  135  56  362
Parlament  bewilligten  Zuschusses  von  20  000  k,  1905/06  79  761  80  290  58  496  190  031
eines  Restes  aus  dem  Vorjahre  von  2739  &amp;amp;  und  Außer  Gold  sind  als  Exportprodukte  auch  zu
einer  besonderen  Bewilligung  zur  Unterhaltung  erwähnen:  Sandelholz,  Kopra,  Perlschalen  und
der  Hospitäler  in  Samarai  und  Trobriands  aus  Perlen.

dem  Jahre  1903/04  in  Höhe  von  1600  ¶  betrug  Die  Häfen  des  Gebiets  sind
die  Gesamteinnahme  des  Gebiets  14  575  E.  im  Jahre  19041/05  von  268  Schiffen  mit  109  560  4,
Dieser  Einnahme  steht  eine  Ausgabe  von  davon  10  deutsche  mit  26  666  t,
41  803  k  gegenüber,  so  daß  das  Gouvernement  im  Jahre  1905,06  von  22Schiffen  mit  104  983  4,
einen  UÜberschuß  von  2772  4  zur  Verfügung  davon  16  deutsche  mit  64  480  t
behält.  angelanfen  worden.

Der  Handel  Britisch-Neugnineas  gibt  aus  den  Die  weiße  Bevölkerung  Britisch-Neugnincas

 

letzten  6  Jahren  folgendes  Bild:  betrug  687  Personen.
        <pb n="616" />
        W  536  20

Reishandel  Ranguns  (Burma)  1905.06.

Reis  ist  bei  weitem  der  wichtigste  Ausfuhrartikel
  Ranguns.  Es  wurde  davon  im  Jahre
1905/06  ausgeführt:

Zu=  oder  Abnahme

Tonnen  Rupien  Tonnen  Rupien

Reis  2045276  158  108439  —  112489  1380  151
Reismehl  185966  5435473  —  20795  1104178
zuj.  2231242  163543912  —  121  694  +  2484329.

Der  Ausfall  im  Quantum  ist  den  llberschwemmungen
  in  Moulmein  im  Jahre  1904
zuzuschreiben.  Die  Preise  waren  12  bis  15  v.  H.
höher  als  im  Vorjahre.  Von  April  bis  August
schwankten  die  Preise  zwischen  99  und  108  NRup.,
erreichten  im  September  1905  mit  120  Rup.
ihren  Höhepunkt  und  hielten  sich  bis  zum  Schlusse
des  Kalenderjahres  zwischen  115  und  118  Rup.
Für  die  neue  Ernte  des  Jahres  1906  betrugen
die  Preise  anfangs  103  bis  107  Rup.  Die
Witterung  war  im  Jahre  1905  der  neuen  Ernte,
wovon  nur  ein  Teil  im  Jahre  1905/06  zur
Ansfuhr  gelangt,  günstig.

Die  Reisausfuhr  Ranguns  verteilt  sich  in  der
Hauptsache  auf  folgende  Länder:

Tonnen
Ab=  oder  Zunahme
Indien  468  203  163  074
Japan  329  657  134  188
Straits  Settlements  251  2607  19290
Deutschland.  231  124  25  178
Großbritannien  131  217  —  50  628
Niederlande.  .121503  42  571
Österreich=  Ungarn  .120870  75  402
Java.  .  .94708  74749
Agypten.  64  437  37  937
Ceylon  50  259  19  759
Belgien.  35  370  —  3639
Südamerika.  35  128  29926.

Japan  nahm  nach  einem  außergewöhnlichen
Jahre  ein  gleiches  Quantum  wie  1903/04  ab;
selbst  dieses  Quantum  ist  größer  gewesen  als  in
den  vorhergehenden  Jahren.  Es  wird  angenommen,
  daß  Japan  wegen  ungenügender  Produktion
  auch  in  Zukunft  auf  größere  Importe
angewiesen  ist.

Indien  litt  wieder  unter  einer  schlechten  Ernte.
Deutschlands  Anteil  an  der  europäischen  Einfuhr
beträgt  32,52  v.  H.  gegen  28½⅛  v.  H.  in  1904/05
und  34  v.  H.  in  1903/04.  Erhöhte  Einfuhrzölle
zur  Hebung  der  Landesproduktion  in  Brasilien
erschweren  den  Export  nach  Südamerika.  Niedrigere
  Preise  für  Burma=  wie  für  Saigon-Reis
begünstigten  das  Geschäft  mit  Java.

Die  Ausfuhr  von  Reismehl  verteilt  sich,  wie
folgt:

 

1903/04  1904/05  1905-06

Tonnen  Tonnen  Tonnen

Großbritannien.  94  687  100  291  124  181
Straits  u.  China  57  496  38272  35  191
Deutschland  2979  26  154  23  195
Belgien  .  ——  248  3016.
Das  von  Deutschland  weniger  importierte
Quantum  nahm  Belgien.  Die  Preise  stiegen

von  26,22  Rup.  auf  28,23  Rup.  pro  Tonnoe.
Der  Handel  nach  dem  Osten  ging  weiter  zurück
zugunsten  Europas.  Trotz  der  kleineren  Reisernte
nahm  die  Produktion  von  Mehl  zu.

(Nach  einem  Berichte  des  Nais.  Konsulat  in  Rangun.)

Die  Sefamernte  Britisch-Indiens  1906  07.

Zu  dem  Schlußmemorandum  über  die  Sesamernte
  Britisch-Indiens  während  der  Saison  1906/07
(ogl.  Nr.  14  der  „Nachrichten“  vom  13.  Februar
  d.  Is.)  ist  unter  dem  25.  April  d.  Js.  ein
Nachtrag  erschienen,  der  die  am  Tage  der  Veröffentlichung
  des  Schlußmemorandums  noch
fehlenden  Berichte  aus  Bengalen  und  Ostbengalen
sowie  die  endgültigen  Schätzungen  aus  Madras
und  Hyderabad  mitberücksichtigt.

Für  Madras  (17,2  v.  H.)  wird  in  dem  Nachtrag
  die  gesamte  in  den  Raiyatwaridörfern  (etwa
2R#  der  Provinz)  mit  Sesam  bestellte  Fläche  auf
585  000  Aeres  geschätzt  gegen  723  300  Acres  im
Vorjahre.  Hieraus  ergibt  sich  ein  Ausfall  von
19  v.  H.,  der  teils  dem  Mangel  an  rechtzeitigem
Regen,  teils  dem  Anbau  von  Erdnüssen  zugeschrieben
  wird,  welcher  an  die  Stelle  der  früheren
Sesamkultur  getreten  ist.  Der  Stand  der  Saaten
war  im  allgemeinen  ziemlich  gut  bis  gut.  Der
Ertrag  wird  auf  48  000  Tons  geschätzt  gegen
55  000  Tons  im  Vorjahre;  er  ist  also  um  nahezu
13  v.  H.  geringer  ausgefallen.  Aus  den  übrigen
nicht  zu  den  Raiyatwaridörfern  zählenden  Ortschaften
  ist  eine  Fläche  von  20  800  Acres  gemeldet
  worden,  welche  hinter  der  vorjährigen
Sesamfläche  um  17  v.  H.  zurückbleibt;  die
Schätzungen  sind  indessen  ungenau.

In  Bengalen  (5,9  v.  H.)  sind  292  100
Acres  mit  Sesam  besäet  worden  gegen  293  400
Acres  im  Vorjahre.  Der  Gesamtertrag  wird  auf
39  600  Tons  geschätzt  gegen  34  700  Tons  im
Vorjahre,  so  daß  sich  eine  Mehrausbente  von
14  v.  H.  ergibt.

Für  Ostbengalen  (4,2  v.  H.)  beträgt  die
mit  Sesam  bebaute  Fläche  221  800  Aecres  gegen
231  800  Acres  im  Vorjahre;  sie  ergibt  also  einen
Ausfall  von  4,3  v.  H.  Der  Rohertrag  wird  auf
25  400  Tons  geschätzt  gegen  28  300  Tons  im
Vorjahre;  er  ist  also  um  10  v.  H.  kleiner  ausgefallen.
        <pb n="617" />
        G  537  20

In  Hyderabad  wird  die  Sesamfläche  zu
493  700  Acres  gemeldet  gegen  465  600  Aeres
im  Vorjahre,  woraus  sich  eine  Zunahme  des  Anbaues
  um  6  v.  H.  ergibt.  Der  Regenfall  war
gut  verteilt,  und  der  Ertrag  wird  auf  27  300
Tons  geschätzt  gegen  18  400  Tons  im  Vorjahre;
er  hat  also  um  48  v.  H.  zugenommen.

Durch  diesen  Nachtrag  erfährt  auch  die  über
Anbaufläche  und  Ertrag  in  dem  Schlußmemorandum
  gebrachte  Zusammenstellung  eine  Anderung.
  Endgültig  stellen  sich  Anbaufläche  und
Ertrag  für  1906/07  jetzt,  wie  folgt:

Aubausläche

 

 

Laufende  Vorjährige  Fünfjährige  Zehnjährige
Provinzen  Ernte  Durchschnittsfläche
Acres
Vereinigte  Provinzen:
Reine  Saat  309  200  278  200  297  200  231  900
Mischsaat  775  000  700  000  659  400  634  300
Bengalen  292  100  293  100|  n
Ostbengalen  221  800  231  800  122  800  393  600
Zontralprovinzen  und  Berar  783  900  792  900  960  300  841  500
Madras  .  585  500  723  300  778  900  763  700
Bombay  mit  Eingeborenenstaaten  .  1  020  400  908  100  869  200  770  500
Sind  mit  Eingeborenenstaaten  62  100  84  400  106  700  128  900
Punjab  ....  94  400  146  300  173  100  176200
Hyderabad  .  193  700  465  600  525  000  453  100
Zufammen  Reine  Saat  3  863  100  3  924  000  1133  200  3  759  500
G  Mischsaat  775.000  700  000  659  400  634  300
CErirag
Tons  Tons
Vereinigte  Provinzen:
Reine  Saat  36  200  17  500  27  000  21  500
Mischsaat  90  000  45  000  61  000  61  000
Bengalen  39  600  34  7001  "  «
Ostbengalen  25  400  28  300|  52100  48  000
Zentralprovinzen  und  Berar  69  600  66  900  71  400  60  700
Madras  .  .  48  000  55  000  68  000  65  500
Bombay  mit  Eingeborenenstaaten  .  182  400  105  100  129  800  103  800
Sind  mit  Eingeborenenstaaten  4700  6  300  5  800  7  700
Punjab  .....  8  600  13  900  16  700  16  500
Hyderabad  ...  27  300  18  400  26  000  19  000
Zusammen  Reine  Saat  441  800  346  100  397  100  342  700
"  Mischsaat  90  000  45  000  64  000  61  000

Kaffeemarkt  in  Santos  im  März  1907.
Boml.  Juli  Voml  Juli

März  bis  März  bid
1907  31.  März  1906  31.  März
1907  906

Säcke  von  60  kg
894  151  12  651.060  232  000  6  298  796
1925  5#  10  307  211  506  238  6397  400
2  —  287  518

Zufuhren.
berschißungen
Verkäufe
Vorratamletztend.
  Monats  2694  780  —  665  962

Die  Regierung  ließ  die  Ankäufe  durch  die
Firma  Theodor  Wille  &amp;amp;  Co.  fortsetzen;  sie  zahlte
je  nach  Qualität  des  Kaffees  für  10  kg  Preise
von  48370  bis  48800.  Im  ganzen  soll  sie
bis  jetzt  ungefähr  6  000  000  Sack  aus  dem  Markt
gezogen  haben.

 

Im  offenen  Markt  waren  die  Kaufangebote
in  Santos  während  des  Berichtsmonats  schwach.
Es  wurden  gezahlt  für  10  kg  gemischt  aus  Typ  4,
5  und  6  Preise  auf  der  Basis  von  48000  bis
18200  für  Typ  4;  ferner  für  10  kg  des  Typ  7:
38000  bis  38100,  für  10  kg  des  Typ  8:  28700
bis  28800,  und  für  10  kg  des  Typ  9:  28400
bis  23500.  Der  Durchschnittskurs  betrug  15  7/92  d.

Die  Ausfuhr  aus  Santos  betrug:

Nach  Hamburg.  217  005  Sack  von  60  kg

New  Dork  160  676  =  -
-Rotterdam  128  203  „=  -
London  124  157  -
-Antwerpen  104  780  =

New  Orleans  71  757
        <pb n="618" />
        538  ꝛ0

Nach  Triest  39  207  Sack  von  60  o  ks

Bremen  30979

-Havre  16  800  -

-  verschied.  Häfen  *  734  =  -
Im  Küstenhandel  2745  —-  -

 

Zusammen  925  943  Sack  von  60  kg
Die  Einnahme  ausder  Sonderabgabe  von  3  Fres.
pro  Sack  betrug  im  Monat  März  für  1  107  511
Sack  —  3  322  533  Fres.  —  2641:  5228872  Rs.
Der  Kaffeekonsum  betrug  im  Monat
Jannar  1907:
in  Europa  .rund  763  300  Sack,
in  den  Verein.  Staaten  =  778280  =
gegen  690  200
und  gegen  .  731  000
im  gleichen  zeitraum  des  Vorjahres.

Der  sichtbare  Vorrat  betrug  am  1.  März

*

in  Enopn  (einschl.  der  nach
dort  verschifften  u.  schwimmenden
  Ware)  .  rund

in  den  Vereinigten  Staaten
(einschl.  der  nach  dort
verschifften  u.  schwimmenden
  Ware)  .rund

in  Brasilien

7  517  400  Sack,

4370  700  =
3  488  400  =

15  376  500  Sack,
15  252  400

zusammen.
gegen.

am  1.  Februar  d.  Is.

und  gegen  11  442  700

am  1.  Februar  des  Vorjahres.

Die  Ernte  1906/07  wird  für  Santos  nach
wie  vor  auf  16  Millionen  Sack,  die  Ernte  1907/08
wird  neuerdings  auf  6  bis  8  Millionen  Sack
geschätzt.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Süo  Panlo
vom  12.  April  1907.)

Kautschukausfuhr  aus  Dara  und  Oanaos  im
Jahre  1906.

und  Mangos  wurden  im  vernachstehende

  Mengen  Kautschuk

Aus  Para
flossenen  Jahr

 

ausgeführt:
Nach  den
Sorten  Nach  Europa  V.  St.  v.  A.  Zusammen
kx  kg  kg

Fine  .  .  .  9298310  7406171  16704481
Entrefine  1253574  1785315  3038889
Sernamby  3223914  3469419  8693363
Caucho  4799623  1331399  6331022
1906  zus.  18575  451  16192304  34767755
1905  18656543  15260345  33916888
Der  Gummiexport  aus  Pard  und  Manäos

inkl.  Jquitos  betrug  also  im  Jahre  1906  zu- 



sammen  34  767  t  gegen  331916  t  im  Jahre
1905.  Es  hat  somit  gegenüber  dem  Vorjahre
eine  Zunahme  der  Ausfuhr  um  851  t  stattgesunden.


Diese  Zunahme  erklärt  sich  zunächst  aus  dem
Umstande,  daß  der  Ende  des  Jahres  1905  vorhandene
  Stock  von  1300  t  im  Laufe  des  Jahres
1906  zur  Verladung  gelangte,  während  Ende
1906  nur  ein  solcher  von  500  t  verblieb.

In  einem  früheren  Bericht  über  die  Gummiernte
  1905/06  (vgl.  Nr.  136  der  „Nachrichten“
vom  30.  November  1906)  ist  mitgeteilt  worden,
daß  das  II.  Semester  der  Ernte,  also  Januar/  Juni
1906,  gegen  die  gleiche  Periode  des  Vorjahres
eine  Zunahme  von  417  t  aufweist.  Es  ist  dabei
darauf  hingewiesen  worden,  daß  diese  Zunahme
der  Produktion  damit  erklärt  werden  könne,  daß
die  allgemein  hier  und  in  Manscos  herrschende
Geldknappheit  viele  Zwischenhändler  veranlaßt
hat,  während  des  größten  Teils  der  Ernte  die
Arbeiten  in  den  Gummiwäldern  persönlich  zu
überwachen,  um  ihre  hiesigen  Häuser  möglichst
vor  pekuniären  Schwierigkeiten  zu  bewahren.
Daß  ferner  die  im  Acregebiet  wieder  hergestellte
Ruhe  bedeutend  dazu  beigetragen  hat,  die  Produktion
  zu  vergrößern,  ist  s.  Z.  statistisch  nachgewiesen
  worden.

Diese  für  Januar/Juni  1906  geltenden  Betrachtungen
  hätten  auch  auf  den  Zeitraum
Juli/Dezember  1906  ausgedehnt  werden  können,
wenn  nicht  Ereignisse  eingetreten  wären,  die  nicht
vorausgesehen  werden  konnten.

Mährend  die  Monate  Juli  und  August  noch
eine  Zunahme  der  Ankünfte  aufweisen,  fallen  dieselben
  von  diesem  Zeitpunkt  an  ab,  bis  sie
während  des  Monats  Dezember  den  höchsten
Ausfall  von  etwa  700  t  aufweisen.  Dieses  unerwartete
  Vorkommnis  hatte  seinen  Grund  darin,
daß  die  oberen  Flußläufe,  die  in  früheren  Jahren
bereits  im  Oktober  und  November  anfingen  zu
steigen,  im  Dezember  1906  noch  völlig  ausgetrocknet
  waren,  so  daß  die  Schiffahrt  vollkommen
  stockte.

Der  Wert  des  gesamten  Gummis  vor  der
Verschiffung,  d.  h.  ohne  Zölle,  dürfte  den  Betrag
von  190  Millionen  Mark  überschreiten.

Der  am  31.  Dezember  1906  in  Parä  Mandos
vorhandene  unverschiffte  Vorrat  belief  sich  auf
500  t.

Das  mit  dem  31.  Dezember  1906  abgeschlossene
  I.  Semester  der  Gummiernte,  die
bekanntlich  von  Juli  bis  Juni  gerechnet  wird,
weist  im  Bergleich  zum  Vorjahr  das  folgende
Ergebnis  auf:
        <pb n="619" />
        “m

1905  1906
t  t
Inil  1339  1  573
August  1  756  1  800
September  2  832  2  351
Oktober  3  140  3  004
November  3  196  3.550
Dezember.  3  957  3  208
Zusammen  16220  15  486

Von  der  Menge  1906  entfallen  auf  die  verschiedenen
  Flüsse:
a)  im  Staate  Amazonas  Freistaat  Acre,
b)  im  Staate  Parä,

 

)  Perü.  »
Menge-tut
Gummi  Caucho
a)  Purüs  2369  199
Madeira  1  658  201
JIuruä  .  ..  1295  75
Rio  Negro  201  8
b)  Tapajsz.  .
Ting#  62388  107
Inselgebiet
c)  Perü  2  580  505
Zusammen  14  391  1095
15  486

Was  den  Preis  aubelangt,  welchen  die  verschiedenen
  Sorten  erzielten,  so  ergibt  sich  derselbe
aus  den  folgenden  Notierungen  für  fein  Parä:

Jnsel  sein  Sertdo  fein

Juli  1906  58300  68100
August  -  58350  68458
September  55600  65800
Oktober  55700  68950
November  58750  68900
Dezember  58750  68800

Die  Differenz  zwischen  Pard,  Insel  und
Sertäo  und  Enterfine  (Mittelsorte)  betrug  700  Reis,
diejenige  zwischen  Sertäo  Fine  und  Sertäo  Sernamby
  (geringe  Qualität)  28100,  dagegen  zwischen
Insel  fein  und  Sernamby  23900.

Das  zweite  Semester  der  Ernte  1906/07
hat  unter  denselben  anormalen  Umständen  begonnen
  wie  das  vorhergehende  Semester  geendet
hat,  d.  h.  die  oberen  Flüsse  sind  noch  äußerst
wasserarm  und  von  manchen,  z.  B.  vom  Jurua
und  seinen  Nebenflüssen,  Tarauacä  und  Envira,
sowie  vom  Aere  fehlen  alle  zuverlässigen  Nachrichten;
  nur  soviel  ist  bekannt,  daß  der  größte
Teil  der  im  Oktober  und  November  heraufgegangenen
  Dampfer  seine  Bestimmungsorte  noch
nicht  erreicht  hat,  vielmehr  noch  auf  halbem
Wege  auf  einen  höheren  Wasserstand  wartet.

Es  dürfte  wohl  ausgeschlossen  sein,  daß  die
Flüsse  in  diesem  Jahre  überhaupt  nicht  weiter
steigen,  aber  nach  dem  Urteil  Eingeweihter  zu
schließen,  deuten  alle  Anzeichen  darauf  hin,  daß

 

die  Flüsse  zu  gleicher  Zeit  wie  in  früheren
Jahren,  d.  h.  in  den  Monaten  April/Mai  wieder
anfangen  werden  auszutrocknen.  Sollte  diese
Vermutung  sich  bewahrheiten,  so  werden  die  jetzt
noch  nicht  eingetroffenen  Dampfer  von  den  oberen
Flüssen  kaum  in  der  Lage  sein,  eine  zweite  Reise
unternehmen  zu  können,  wie  dies  bislang  alljährlich
  geschah,  und  die  Gummiarbeiter  werden
folglich  für  die  nächste  Ernte  nicht  genügend  mit
Nahrungsmitteln  versehen  sein.  Da  die  an  den
oberen  Flußläufen  arbeitende  Bevölkerung  für
ihre  Verproviantierung  auf  die  Plätze  Parä/  Manäos
angewiesen  sind,  so  würde  das  Ausbleiben  der
zweiten  Lebensmittelzufuhr  an  manchen  Stellen
Hungersnot  und  Krankheit  zur  Folge  haben,
deren  Tragweite  in  vollem  Umfange  vorlänfig
nicht  ermessen  werden  kann.
(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Par.)

Drämien  für  Seiden  züchter  in  Brasilien.

Laut  einer  Verordnung  des  Präsidenten  der
Republik  vom  11.  April  d.  Is.  ist  dem  brasilianischen
  Ministerium  für  Industrie,  Verkehrswege
und  öffentliche  Arbeiten  ein  Kredit  von  10  000
Milréis  zu  Prämien  für  die  inländische  Seidenzucht
  eröffnet  worden.  (Diario  official.)

Der  Baumwollanbau  und  die  ölfabrikation  im
Fen-Gebiet  (Oittelasien).

Die  Verarbeitung  von  Baumwollsamen  nimmt
im  Ferghanagebiet  einen  immer  größeren  Umfang
  an.  Außer  den  dort  bereits  bestehenden
Olmühlen  beabsichtigt  man,  in  nächster  Zeit  noch
zwei  neue  in  Andishan  und  eine  in  Kokand  zu
erbauen.  Außerdem  soll  die  Produktion  der  Olfabrik
  in  Namangan  verdoppelt  werden.  Dadurch
  vergrößert  sich  die  Nachfrage  nach  Baumwollsamen
  bedeutend,  und  gleichzeitig  steigt  der
Preis  für  Samen.

Für  die  dortige  Baumwollkultur  hat  die  Olschlägerei
  eine  doppelte  Bedeutung.  Einerseits
verbilligt  sie  infolge  der  Steigerung  der  Preise
für  die  Nebenprodukte  dieser  Fabrikation  die
Kosten  der  Faser,  anderseits  bewirkt  sie  durch
die  Steigerung  der  Preise  für  Samen,  daß  die
Eingeborenen  auf  ihren  Baumwollplantagen  ein
Saatgut  von  geringerer  Qualität  verwenden  als
früher,  wo  reichliche  Vorräte  von  Baumwollsamen
auf  Lager  sich  befanden.  Die  Frage  bezüglich
der  Verwendung  eines  guten  Saatmaterials  ist
daher  jetzt  für  die  dortige  Gegend  von  großer
Wichtigkeit.  (Nach  d.  Torg.  Prom.  Gaz.)
        <pb n="620" />
        3540

Aussichten  für  die  Rakaoernte  in  der
Dominikanischen  Republik.

Zuverlässigen  Mitteilungen  zufolge  hat  die
auhaltende  Dürre  auch  in  den  reichsten  Kakao—
distrikten  der  Dominikanischen  Republik,  wie  Moca,
La  Vega,  Ivana  Nuñez  und  San  Francisco  de
Macons  der  Blütenentfaltung  einen  solchen
Schaden  zugefügt,  daß  für  die  diesjährige  Erute
im  Vergleich  zur  vorigen  eine  Minderproduktion
von  etwa  60  v.  H.  befürchtet  wird.  Wenn  auch
vielleicht  letzterer  Prozentsatz  allzu  pessimistisch  angenommen
  ist,  so  ist  doch  nicht  in  Abrede  zu
stellen,  daß  die  große  Trockenheit,  welche  sich  fast
über  die  ganze  Republik  erstreckt  hat,  das  Gesamtergebnis
  der  Ernte  1907  um  ein  Bedeutendes
  verringern  oder  beeinträchtigen  wird.
Die  Ausfuhr  von  Kakao  nach  den  Vereinigten
Staaten  nimmt  in  allen  Häfen  erheblich  zu.
(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  San  Domingo.)

Iinkraftsetzung  der  neuen  Oünzordnung  in  Grltisch-Ostafrika.


Durch  Verfügung  des  stellvertretenden  Commissioner
  für  Britisch-Ostafrika  vom  15.  März  d.  Js.
ist  die  neue  Münzordnung  für  Britisch-Ostafrika,
wie  sie  durch  die  „East  Africa  and  Uganda
(Currenex)  Order  in  Council  1905“  und
die  gleichnamige  Verfügung  vom  Jahre  1906
festgestellt  ist,  vom  1.  April  d.  Is.  ab  in  Kraft
gesetzt  worden.

fünderung  der  vergbaulichen  Bestimmungen

in  Britisch-Ostafrika.

Durch  eine  in  der  Offieial  Gazettes  für
das  ostafrikanische  Schutzgebiet  vom  21.  März  1907
veröffentlichte  Verordnung  Nr.  2  vom  Jahre  1907
sind  die  ostafrikanischen  Bergbauvorschriften  vom
Jahre  1902  in  einigen  Punkten  abgeändert  worden.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

Neue  Bergbaubestimmungen  in  Neuseeland.

In  der  „New  Zealand  Gazette,  Supplement,
vom  18.  Februar  1907  sind  auf  Grund  des
Bergbaugesetzes  vom  Jahre  1905  erlassene  neue
Bergbaubestimmungen  veröffentlicht,  die  an  dem
gleichen  Tage  Wirksamkeit  erlangt  haben.

(Ebenda.)

Bestimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen
in  Transvaal.
Laut  Bekanntmachung  des  Commissioner  of
Lands,  Nr.  180  vom  9.  Febrnar  1907,  hat  der

 

Gouverneur  die  durch  die  Bekanntmachung  Nr.  1197
vom  10.  November  1904  erlassenen  Bestimmungen
über  die  Einfuhr  usw.  von  Pflanzen  aufgehoben
und  durch  neue  Vorschriften  ersetzt,  die  im  wesentlichen
  folgendes  bestimmen:

Die  Einfuhr  von  Pflauzen  aus  anderen
Ländern  als  Südafrika  muß  durch  die  Post  oder
über  die  Häfen  Beira,  Lourenco  Marques,  Durban,
East  London,  Port  Elizabeth,  Mossel  Bay  und
Kapstadt  geschehen.

Folgende  Artikel  dürfen  aus  Plätzen  außerhalb
  Südafrikas  nicht  in  die  Kolonie  eingeführt
werden:

a)  Enkalyptus-,  Akazien=  oder  Koniferenpflanzen
  oder  deren  Teile,  außer  Samen;
Kaffeepflanzen  oder  deren  Teile,  außer
Samen,  die  frei  von  Fruchtfleisch  sind;
Steine,  Früchte,  Bäume  oder  lebende
Teile  davon,  die  das  Wachstum  oder
Erzeugnis  eines  Teils  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  oder  eines  anderen
von  Zeit  in  der  „.  Gazette“  bekannt  zu
machenden  Landes  sind,  in  dem  eine  von
den  unter  dem  Namen  peach  vyellows
(Krankheit  der  Pfirsichbäume)  oder  peach
rosette  bekannten  Krankheiten  herrscht;
d)  Pfirsichsteine  und  Pfirsichstämme;

e)  Stämme,  außer  Apfelstämmen,  aus  Wurzeln
der  Northern  Spy  (Apfelsorte)  oder  aus
anderen  Wurzeln  gezogen,  die  von  dem
Commissioner  of  Lands  als  gegen  den
Anfall  der  behaarten  Blattlaus  (Schizoneura
  lanigera)  widerstandsfähig  angenommen
  sind,  sowie  Birnen-,  Pflaumen-,
Aprikosen-,  Kirschen-,  Mango-,  Rosen-,
Dattelpflaumen=  und  solche  anderen,  von
Zeit  zu  Zeit  in  der  Gazette  bekannt
zu  gebenden  Stämmec,  die  unverpackt  eingeführt
  werden  können;

Nutzholz  mit  der  Rinde,  außer  Rüststangen
von  der  Ostsee  und  aus  Kanada  sowie
außer  Pfählen  aus  dem  Terpentinbaum
(Syncarpia  laurifolia).

Die  Einfuhr  aller  anderen  Pflanzen  ist  an
eine  besondere  Erlaubnis  geknüpft,  mit  Ausnahme
der  Einfuhr  von  Reben,  Zuckerrohr  und  Gummipflanzen,
  die  zwar  allgemein  gestattet  ist,  aber
nur  unter  besonderen  Vorsichtsmaßregeln  stattfinden
  darf,  was  in  der  Praxis  ebenfalls  auf  das
Erfordernis  einer  besonderen  Erlaubnis  hinausläuft.


Alle  eingeführten  Pflanzen  und  Pflanzenteile
sollen  von  einem  Juspektor  untersucht  werden.

Für  die  Einfuhr  von  Pflanzen  usw.  aus
Südafrika  nach  dem  Tranusvaal  sind  besondere
Vorschriften  gegeben.

b

—

.

—

—
        <pb n="621" />
        541  20

Herabsetzung  der  Juschlagzölle  für  rumänischen
ucher  im  Südbafrikanischen  Sollverein.

Laut  Bekanntmachung  des  High  Commissioner
für  Südafrika,  Nr.  52  vom  9.  April  d.  Is.,  sind
die  Zuschlagzölle  auf  Zucker,  der  aus  Rumänien
in  das  Gebiet  des  Südafritanischen  Zollvereins
eingeführt  wird,  vom  Tage  der  Bekanntmachung
ab  ermäßigt  und,  wie  folgt,  festgesetzt:
Rohzucker  100  Pfund  5  Schill.  6  Pec.
Raffinierter  Zucker  -  7.  3

(Officin!  (inzette  of  the  High  (ommissioner
or  Somh  Abfrica.)

Einfuhrverbot  für  Kaurimuscheln  im  Uganda-Schutzgebiet.

Nach  einer  Bekanntmachung  vom  19.  März
d.  Is.  ist  die  Einfuhr  von  Kaurimuscheln  in  das
Uganda-Schutzgebiet  verboten.
(rhe  Official  Gazette  of  the  East  Africa
and  Uganda  Protectorates.)

 

Vorschriften  für  die  Einfuhr  gewisser  Spirituosen  in
Südnigerla.

In  Ausführung  der  Verordnung,  betreffend
die  Behälter  von  Spirituosen  —  Trade  Spirits
(Regulation  of  Receptacles)  Ordinance,  1906
(Nr.  10/1900)  —  sind  mittels  Ratsverordnung
vom  22.  Jannar  d.  Is.  bestimmte  Vorschriften
erlassen  worden,  die  bei  der  Einfuhr  von  Handelsspirituosen
  in  Blechgefäßen  in  die  Kolonie  Südnigeria
  zu  beobachten  sind.  Die  Blechbehälter
sollen  3⅛½  Gallons  und  höchstens  3  5/8  Gallons
„Trade  Spirits“  enthalten;  nicht  mehr  als  je
zwei  dieser  Behälter  sollen  in  einer  Kiste  verpackt
oder  eingeschlossen  sein.  Ein  solches  Packstück  mit
zwei  Blechgefäßen  soll  7  Gallons  oder  höchstens
7  1¼/  Gallons  „Trade  Spirits“  enthalten.  7  Gallons
sollen  als  Normalinhalt  einer  Kiste  mit  2  Blechbehältern
  angesehen  werden.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

 

 

Verschiedene

Verhehr  deutscher  Schiffe  in  ausländischen  Häfen
während  des  Jahres  1906.

 

Mitteilungen.

Schiffsverhehr  im  Hafen  von  Sanzibar  1906.
Die  Schiffahrt  im  Hafen  von  Zanzibar  hat

 

 

 

 

Eingang  Ausgang  sich  im  Jahre  1906,  wie  folgt,  gestaltet:
öin  d  Anzahl  Summe  Netto-Raumgeh.
„„  Raum=  dar-  ar=  Nationalität  der  Schiffe  er  in  Reg.-Tons
Häsen  Zahl  gehalt  umer  Bahl  unter  “##  rns  Me  Sder  *rd  beg  Snt
der  Re-  Schifje  der  in  Dampfer  Segler  Schisse  Dampfer  Segler
Schiffe  gister-  —  —  Oi  La-  Deursche  110  110  23L1  615  –
Gbife  tons  Ladung  Schiffe  dung  Britische  67  61  112
Frauz  sische  25  —  25  58  422
Österreichische  21  —  21  65  577
Malm205  49045%  Torwensche'  —  3  3  23
Trellebor1  1  S  109  19  1  Oolländische  4  2308
Stellefes  1  „2  „  Dolländische  n  rs
Umeñ  .  ..  24  15  68  5)  21.  *)  Summe  221  3  227  170  710  2633
Vales  2  2  28  Schifi
SIEILEIä  grater  Fabt
Grangemomh  124618  6114144  ist  von  214  Schiffen  zu  421  989  Netto-Reg.-Tons
Allooaoac  13701  20  143  33  im  Jahre  1905  auf  227  Schiffe  zu  473  373  Reg.-=Bonez
  15  3  120  21  15  7*2  Tons  gestiegen.  Deutschland  steht  mit  110  Schiffen
Swansens  l1i8  5204#  5)  110  „  zzu  231  645  Reg.-Tons  (im  Vorjahre  94  Schiffe
Genun60  1  157227  1  4  1  u  188  482  Rec  -Tous  Kon  z
Beme  2  110  %  25  „  zu  18  2  Reg.-Tons)  an  erster  Stelle.  106
Salonik  66  80  433  *  66  5rlh)  Schiffe  gehörten  der  Deutschen  Ostafrikalinie,
Batum  56  94293  *)  zweimal  ist  der  Dampfer  „Zanzibar“  der  Firma
Ihiin  19  2|2  10½%  12  E  88  Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.  in  Hamburg  vertreten,
9  c  -  21  9  2
saban.  2  2  2#5  23  27  22  weitere  Schiffe  waren  „Angelica  zum  Bach“  und
Cay  Hatti  66  6715  1.4  61  55  „Capt.  W.  Menzel“,  beide  in  Hamburg  beheimatet.
Bahia  123  359  957  12323  122  Großbritannien  ist  mit  seinem  Anteil  der  Zahl
Santa  Elena  6  1052  5  4  1  und  Tonnage  nach  gegen  das  Vorjahr  nur  un-Puerto
  Momt  8942  "1  ;  sentlich  gestiege  ,
Calbnc  2  1786  „  2  .)  wesentlich  gestiegen  (64  Schiffe  zu  112  791  Reg.-Tons
  gegen  62  Schiffe  zu  111  427  Reg.-Tons

(Nach  den  Schiffslisten  der  Raiserlichen  Konsulate.)
")  Nicht  nachgewiesen.

 

in  1905),  hat  aber  um  die  Mitte  des  Jahres
einen  bemerkenswerten  Anlauf  genommen,  künftighin
  mehr  von  dem  Schiffsverkehr  an  sich  zu
        <pb n="622" />
        W  542  20

bringen.  Bisher  war  die  einzige  Linie  die  British
India  Steam  Navigation  Company,  die  zunächst
eine  regelmäßige  Linie  Bombay—.Zanzibar—Aden
derart  unterhält,  daß  monatlich  ein  Dampfer  von
Bombay  nach  Zanzibar  und  von  dort  nach  Aden
fährt,  wo  er  Anschluß  an  die  von  Europa  kommende
  Post  hat.  Mit  der  Post  fährt  er  nach
Zanzibar  zurück  und  geht  dann  wieder  nach
Bombay.  Zwischen  Zanzibar  und  Aden  werden
Mombasa  und  Lamu  angelaufen;  für  die  Postbeförderung
  erhält  die  Gesellschaft  eine  Subvention
von  9000  L  jährlich.  Außerdem  läßt  sie  ohne
bestimmten  Fahrplan,  aber  ungefähr  jeden  Monat
einmal,  unmittelbar  von  London  Schiffe  kommen,
die  südlich  bis  Beira  gehen  und  von  dort  über
Indien  nach  England  zurückgehen.  Da  ihre
Schiffe  nicht  reichen,  pflegte  sie  zu  diesem  Zwecke
Schiffe  von  anderen  Reedereien  zu  chartern,  und
zwar  bisher  zumeist  von  der  sogen.  Dale  Line.

Diese  Linie  nun  ist  in  der  zweiten  Hälfte
vorigen  Jahres  unter  dem  Namen  British  East
African  Line  als  selbständiges  Unternehmen  in
den  Wettbewerb  getreten.

Ihre  Schiffe  laufen  monatlich  einmal  von
Middlesbrongh  über  London,  Port  Said,  Suez,
Port  Sudan,  Aden  und  Mombasa  bis  Zanzibar
und  gehen  über  Indien  nach  Europa  zurück.
Das  erste  Schiff  traf  am  17.  September  in
Zanzibar  ein.

Die  Linie  ist  eine  Abzweigung  der  Lang  Line,
die  neuerdings  an  Stelle  der  von  ihr  unterbotenen
Peninsular  and  Oriental  Line  die  Subvention
für  den  Postverkehr  nach  dem  Osten  erhält.

Eine  weitere  regelmäßige  britische  Linie  wird
von  der  indischen  Firma  Cowsjee  Dinshaw  &amp;amp;  Co.
betrieben.  Sie  läuft  von  Zanzibar  über  Kismaju,
Barawa,  Merka,  Mogdishun  und  Makalla  nach
Aden  und  zurück,  monatlich  einmal  kommend  und
gehend.  In  den  Monaten  Juni  bis  September,
wo  des  Seegangs  wegen  die  Häfen  der  Benadirküste
  nicht  angelaufen  werden  können,  setzt  sie
jedoch  ihre  Fahrten  aus.  Die  Linie  erhält  von
der  italienischen  Regierung  eine  Subvention  von
260  &amp;amp;  für  die  Reise.

Von  den  französischen  Schiffen  gehörten  24
den  monatlich  einmal  ein=  und  auslaufenden
Messageries  Maritimes  an.

Die  österreichischen  Schiffe  gehörten  sämtlich
  dem  ÖOsterreichischen  Lloyd  an,  der  auf  der
Fahrt  von  Triest  nach  Südafrika,  monatlich  je
einmal  kommend  und  gehend,  Zanzibar  berührte.
Die  Linie  hat,  da  die  Regierung  die  bisherige
Subvention  nicht  weiter  bezahlt,  Anfang  dieses
Jahres  die  Fahrten  eingestellt.  Ihr  letzter
Dampfer  hat,  heimkehrend,  am  9.  Februar  Zanzibar
  verlassen.

 

Das  holländische  Schiff  „Sultan  von  Langkat“,
  2308  Reg.-Tons,  brachte  Petroleum.

Im  Küstenverkehr  ist  die  britische  Flagge
im  Berichtsjahr  ganz  ausgeschaltet.  Der  britische
Regierungsdampfer  „Juba“,  der  früher  gelegentlich
zwischen  Zanzibar  und  Mombasa  verkehrte,  macht
jetzt  regelmäßige  Fahrten  zwischen  den  einzelnen
Hafenstädten  Britisch-Ostafrikas.

Die  Fahrten  der  zanzibaritischen  Schiffe  wurden
von  zwei  Regierungsdampfern  ausgeführt,  die
nach  bestimmtem  Fahrplan  zwischen  Zanzibar  und
Pemba  laufen  und  bei  besonderer  Veranlassung
gelegentlich  nach  Mombasa  und  anderen  Häfen
des  Festlandes  geschickt  werden.

Von  den  98  deutschen  Fahrten  entfallen  88
auf  Schiffe  des  deutsch-ostafrikanischen  Gonvernements,
  die  übrigen  10  auf  Touren  von  4  der
Deutschen  Ostafrikalinie  gehörigen  Leichterdampfern.

Der  Dhauverkehr  ist  auch  im  Jahre  1906
wieder  erheblich  —  um  20  v.  H.  —  zurückgegangen.
  Die  deutsche  Flagge  ist  im  Vergleich
zum  Vorjahr  der  Zahl  nach  um  30  v.  H.,  dem
Tonnengehalt  nach  um  85  v.  H.  zurückgegangen.
Im  Jahre  1903  waren  noch  2192  deutsche  Dhaus
mit  17226  Reg.-Tons,  1904:  200  mit  20  369
Reg.-Tons  zu  verzeichnen.  Der  Rückgang  ist  verursacht
  durch  die  Sperrmaßregeln,  die  Deutsch-Ostafrika
  bei  dem  Ausbruch  der  Pest  im  September
  1905  verfügte.

(Nach  einem  Berichte  des  Nais.  Konsulats  in  Zanzibar.)

 

Citeratur.

Rangliste  der  Königlich  Preußischen  Armece
und  des  XIII.  (Königlich  Württembergischen)
Armeekorps  für  1907.  Verlag  von  E.  S.
Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
Kochstr.  68—71.

Rangliste  der  Kaiserlich  Deutschen  Marine
für  das  Jahr  1907.  Verlag  von  E.  S.
Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
Kochstr.  68—71.

Über  Beri--Beri  und  ihre  Bedeutung  für
wirtschaftliche  und  kriegerische  Unternehmungen
  in  den  warmen  Ländern.
Von  Professor  Dr.  Albert  Plehn.  Berlin  1907.
Verlag  von  Karl  Curtius.  Preis  60  Pf.

Mit  der  von  Jahr  zu  Jahr  steigenden  Bedeutung
  unseres  Kolonialbesitzes  geht  in  durchaus
erklärlicher  Folge  Hand  in  Hand  ein  stetig
wachsendes  Interesse  für  die  innere  Beschaffenheit
derjenigen  Landbezirke,  welche  zur  wirtschaftlichen
Nutzbarmachung  der  Kultur  erschlossen  werden.
Bei  diesem  Vordringen  der  Kulturnationen  treten
Schwierigkeiten  mannigfachster  Art  zutage,  und
        <pb n="623" />
        W  543  5D

da  sind  es  ohne  Zweifel  diejenigen  sanitären
Ursprungs,  denen  mit  Recht  die  lebhafteste  Beachlung
  zu  schenken  ist.  Dr.  Albert  Plehn,
Professor  der  Berliner  Universität  und  Dirig.  Arzt
der  Jnn.  Abt.  des  Berliner  Urbankrankenhauses,
der  als  deutscher  Regierungsarzt  lange  Zeit  in
den  Tropen  lebte  und  Studien  über  die  dort
heimischen  Krankheiten  anstellte,  gibt  uns  hier  in
einem  kleinen  Heftchen  Aufklärung  über  eine  der

unheimlichsten  Krankheiten  der  warmen  Länder,
der  Beri-Beri.  Wie  der  Verfasser  im  Titel

der  auregend  geschriebenen  kleinen  Abhandlung
andentet,  handelt  es  sich  besonders  darum,  auf
die  Bedeutung  dieser  mörderischen  Krankheit  hinzuweisen,
  die  sie  für  alle  Unternehmungen,  wirtschaftliche
  und  kriegerische,  in  den  warmen
Ländern  hat.  Wenn  Plehn  daran  erinnert,  daß
im  russisch-japanischen  Kriege  150  000  Japaner
der  Beri-Beri  zum  Opfer  fielen,  so  dürfte  diese

Tatsache  allein  schon  eine  besonders  eingehende
Beschäftigung  mit  diesem  Leiden  rechtfertigen.

Die  Wasserversorgung  in  Deutsch-Südwestafrika.

  Von  Friedrich  König,  Ingenieur  und
Hydrotekt.  Leipzig  1907.  Verlag  von  Otto
Wigand.

Belehrungen  für  Europäer  an  Orten  ohne
Arzt.  Für  Kamerun  verfaßt  von  Professor
Dr.  Hans  Ziemann-Duala,  Marine-Oberstabsarzt
  à  la  suite.  Berlin  NW.  7.  Verlag  von

Hennig,

 

G.  Heinicke.

Zum  Kampf  um  die  Negerseele.
Missionsdirektor  der  Brüdergemeine.
Hanseatisch-Oldenburgischen
Bremen

(Flugschrist  der
Missions-Konferenz.)

Von  P.  O.

1907.  In

Kommission  bei  J.  Morgenbesser.

 

Verkehrs-Nachrichten.
Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Jnni  1907.

 

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen


Nach
am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  überfahrt

Briefe  müssen  au-Berlin
  spätesten
abgesandt  werden  am:

 

Neapel
(deutsche  Schiffe:

20.  Juni  18.

Juli  Friedeic,  #esthalne-38

  Tage
einpfonbaten  41  Tage
Simpsonhafen  38  Tage
Friedrich-  Wilhelmshafen
  41  Tage

 

1.  deutsch-Neuguinea.  Vrindisi  Z.  Juni
(enql.  Schiffe)

2.  deutsch-Ostafrika.  Neapel  3.  13.  21.  Juni

Wi  E*s  iloba.  Muansa  und,sche  Schikfe)

n*  Marseille  10.  jedes  Monats
bahn  und  r  Endstalon

zu  Schiff  ?  hases  BestmBrindisi  9.  Juni

lice  eda  (engl.  Schiffe)

#  nach  Tanga  gucht.  be  Pn,  Neapel  3.  13.  24.  Juni
Nuß  54.  r  krohe  Pangani.]  entsche  Schiffe)  n  dant
Wugiri  zuan  Wllhenndidh  Neapel  3.  13.  24.  Juni

(deutsche  Schiffe)
nach  Demisch-  Sstafri  ..  Marseille  10.  jedes  Monats

(ausschl.  der  unter  u  und  b
14  Wontorn)

7  Brindisi  9.  Juni

(engl.  Schiffe)

Mombasa  O  16  Tage

Mombasa  O  17  Tage
Mombasa  O  20  Tage

Tanga  17  Tage

Daressalam  18  Tage

Zanzibar  18  Tage
(voni  r  unmilelbar
eförderung  nach

memsdampfer  in  6  Stund.)
Janzibar,  22  (Tage

mach  Daressalam  weiter

Prl0  “  Gelegenhelt

Daressclarn  durch  Gonverne=18.

  28.  Juni  16.  Juli

10  abds.

*’  *  Juni

8.  jed.  Mts.  90  abds.

7.  Juni  10  abds.

1.  11.  22.  Juni  13.  Juli
105  *

11.  22.  Juni
ich  “9#

8.  jed.  Mts.  10“  abds.

7.  Juni  10  abds.

 

Neapel  9.  Juni
3.  den  Karolinen,  Palau-=  (enal.  Schiife)
Inseln,  Marianen.  Ne

l
(beuusche  Schiffe)  15.  Aug.

 

1|  Ponape  55  Tage
Saipan  66  Tage

I  Jap  70  T  Tage

I  Jap  38  Tage
Saipan  12  Tage
Ponape  50  Tage

 

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briesfsendungen  nach  den
geleitet  von  Yolohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährl

D

D  7.  Juni  10  abds.

I  13.  Aug.  10  5  abds.

Marianen  auch  über  Japan

 

ch  mit  Segelschiffen.
        <pb n="624" />
        W  544  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Auoschiffungshafen.

Briefe  müssen  au.

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spatesten
schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Hamburg  11.  25.  Juni  11.  Juli  Swakopmund  21  bis  10.  21.  Juni  10.  Juli
23  Tage  7½  abds.
,  Antwerpen  3.  Juni  Swalopmund  20  Tage  2.  Juni
*  beutsch  Südwestafrina.]veutsche  Schiffe)  &amp;amp;oms
u)  nach  Abbabis,  ECpukiro.  Gi  Boulogne  4.  25.  Juni  Swakopmund  24  und  3.  21.  Juni
beon.  #ogbts,  Gochas,  Groot=  Schiff  t  «-  o«
mittelst-v  warte,  (demsche  Schiffe)  19  Tage  10  ums.
Bgteangeb,  #bih.  #.  Southampton  8.  15.  29.  Juni  Swakopmund  20  bis  1  28.  Juni
—  Okasise,  Okom-  25  Tage  l12  unn,  ·
bahe,  Owarurn  Oiawi.  Ot-  FSouthampton  22.  Juni  6.  Juli  Swakopmund  27  und  21.  Juni  5.  Juli
jimbingwe,  Otfiwa  arongo.  Tage  112  v
zane,  Owikokorero,  Reho-  *  .  ge  «
Hamburg  19.  Juni  Swakopmund  30  Tage  Juni  5  2  ume.
Usakos,  Waldau,  Waterberg  .  .  .
Tsjmdl  Ul  rAntwerpen  24.  Juni  Swasopmund  25  Tage  23.  Juni  85  oms.
tdeutsche  Schiffe
Boulogne  25.  Juni  Swakopmund  24  Tage24.  Juni  1°  nme.
(deussche  Schiffe)
Southampton  8.  15.  29.  Juni  Lüderitzbucht  22  bis  14.  .  „Juni  5.  Juli
6.  Juli  20  Tage  i1ndo
Antwerpen  3.  24.  Juni  Lüderitzbucht  32  und  23.  Juni
1)  nach  Lüderiphucke,  Kuhn,  (deutsche  Schiffe)  21  Tage  2.2  vmo
Bechamen.  Hasmur,  Keet3,Boulogne  1.  25.  Juni  üüderirbucht  3  1  und  #.  21.  Juni
Oentsche  Schiffe)  20  Tage  10  ums.
Hamburg  19.  25.  Juni  Lüderitzbucht  26  und  18.  24.  Juni  7½  abds.
23  Tage
Southampton  22.  Juni  Lüderitzbucht  29  Tage  21.  Juni  112  oms.
Hamburg  11.  Juni  Lüderigbucht  38  Tage  10.  Juni  71  abd.
e  nach  Rumansdrift,  Warm-  —  99  „G  Jn  -  -—.  -.  -8---
  Southampton  8.  22.  Juni  6.  Julis  Kapstadt  17  Tage  7.  21.  Zum  5.  Juli
I#e  alkfontein  (Süd)  und  von  dort  weiter  auf  dem  112  v
Landwege  über  Sielnkopf
-  -.q.  Viktori  22  Tage  .  -
R:m;kllu.d  BIB  Hamburg  10.  24.  jed.  Mts.  hentre  le#.  jed.  Mis.  vnis.
na  amenda.  Bau  »  Tage  23,  jed.  Mi#S.  7i2  .
"  bund  Bipindihof,  Bonaberi,  Nribi  20  u.  26—28  Tage  1  jed.  M.  abds
Buea,  Campo,  Du  aln.  Gbol  .  Mirtari  »
woa,  Edea,  Fontemdork,  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
Jabassl,  Jaunde,  Wit  fur  Me  Duala  18  Tage
Abremtshöhe,  nolo  2  benwiche  Schth  ribi  19  Tage
Plamation,  Wiuosa  **-’'  5  -  lDualaZtsTagc  I  «
uocrpool  29.  Juni  Viktoria  25  Tage  1“  Juni  106  abd.

5)  nach  Rio  del  Rey.

Liverpool

amburg

15.  Juni
24.  jedes  Monats

—

Duala  23  Tage
Nio  del  Rey  32—33  Tage

13.  Juni  106  abds.
23.  jed.  Mis.  7  abds.

 

 

 

 

1  Liverpool  29.  Juni  Nio  del  Rey  23  Tage.  Juni  106  abds.
c)  nach  dem  Tschadsee=  GebieiLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tage  jeden  Donners#ag
(Garna,  Kusseri)  von  w-  über  10“  abds.
#  nach  Osstdinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  19  Tage  jeden  Donnersiag.
#tzhiuse  über  Obolum  10½  abda.
bis  Dhie  (am  Croßsluß)
r)  nach  Molundu  Antwerpen  20.  Juni  11.  Juli  Matadi  19—20  Ta  19.  Namn  10.  Juli
von  da  wettet  mit  bse  Elsen-  10  n  achm
Vordeaur  25.  jedes  Monats  bahn  oie  asabie  und  23.  7“  Ms.  10  abds.
eem  Kongo,  Ssongea  un
«  thIsMolImdu
-  —  -«»--  ..—  4.  18.  Juni  2.  Juli
u  *  6.  20.  Juni  4.  Julissingtau  32  Tage  105  n  unt  "
..  Brin  jeden  Sonntag  Tsingtau  33—36  Tage  jeden  Freitag  10*  abdo.
6.  Kiantschou.  (engl.  krisn
Marseille  D.  23.  Juni  7.  Juli  Csingtau  36  Tage  s—  Jumi  5.  Juli
(ranz.  Schffe)  »  »  10
Liverpool  28.  Juni  Tsingtau  31  Tage  10  vmis.
        <pb n="625" />
        Nach

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen


am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

7.  Marshall-Inseln.

Neapel
Cengl.  Schiffe)

9.  Juni

30.  Juni

Jaluit  47  Tage

Jaluit  56  Tage

7.  Juni  10  abds.

28.  Juni  103°  abds.

 

 

(deutsche  Schiffe)
Neapel  9.  Juni  7.  Juli  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  (eugl.  Schiffe)  .  14.  Zuni  5.  Juli
Brindisi  16.  Juni  Apia  51  Tage  !  10  um
(engl.  Schiffe)
Hamburg  1.  11.  21.  Juni  Lome  19,  16,  20  Tage  10.  23.  30.  Juni  7abds.
Nordenham  3.  Juni  Lome  17  Tage  2.  Juni  11n  vmis
Bremen  3.  Juli  Lome  17  Tage  2.  Juli  981  abd.m
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  8°  oms.
Boulogne  f.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1°  ms..
.  Togo.  icheish  I  6  !
7  Marseille  12.  jedes  Monats  Cotononu  19  Ta  10.  jed.  Mis.  10/  abd.
von  da  ab  zrien
Bordeaux  25.  jedes  Monats  Cotonon  1  23.  jed.  MtS.  10½  abds.

 

Liverpool

jeden  Sonnabend

 

age
on  da  ab  Lanpveteindung
urnn  15  Tage

 

von  dort  welter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tager

Donnerstag  9  3  abds.

)  Den  durch  hbezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  ngefühn,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Eintreffen  der  Post  aus  den

dentschen  Schutzgebicten.

 

 

 

 

 

 

n„  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  jällig
9  «  ·  .  N
Von  hafen  in  Verlin  am  on  hafen  in  Berlin  am
;  Marseille.  ..  27.  Juni  Marshall-Inseln  Neapel  9.  28.  Juli
beutsch-Neuguinea  Neapel.  .  6.  Juni  1.  Juli
..  Neapel  6“.21#.  Juni  5°.  Juli
-  25*  y  *+*
alel  *  73  Zin  13.  Juli  Brindisi  .  .  2.  16.  30.  in
Deutsch-Ostafrikta  Brindit  2.  50.  Junü  V  Marseille.  ..  13.  27.  Juni
«··-’«  Liver  9.  Juni  7.  Juli
Marseille.  156.  jed.  Mts.  iverpool  Jum  gu
%  "  ed  Mts  uc.  Vancouv.
deutsch-SÜdwestafrika  Kiautchon  Plymouth,  2  I18  138
##twerpen.  237.  Jum  Southampton,  11r  58  205  25.
nördl.  Teil  d.  Schutgeb.  Qambur  14.  Juni  Ddabre  oder  Juni
Southampton  2.  16.  30.Juni  14.  Juli  Sacenstonn’  n(
füdl.  Teil  des  Schutgeb.  Southampton  2.16.30.Juni  1.1.Juli  Landweg  über
.,,  »  «  «  Sibirien.  jed.  Montag  u.  Mittw.
Hamburg  l“.  137.  145.  Juni  5
Kamern  Southampton  307.  jed.  Mts.  samogn  Qucenstown  unbestimmt,  voraus-Plymouth
  .  23.  Juni  od.  Plymouth  sichtlich  22.  Juni
den  Karolinen  *½#  Southampton  10.—  Zuni
arianen,  Neapel  .  .  .  28.  Juli  Togo..  Hamburg  *.  12½  13.  22.  Juni
Palau-Inseln  *.  Juli
Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Poiten.
Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schifjes.

M.  S.

27

„Bussard“
M.  S.  „Condor“

East  London  9/4.  —  10/4.  Durban  11/1.  —  20/4.  Daressalam.
Sydney.
        <pb n="626" />
        S.  M.
S.  M.

S.  „Planct“.
S.  „Seeadler“

S.  M.  S.  „Sperber“

W  546  20

Jap  13/4.

Tanga  15/4.  —
Durban.

Kapstadt.

Ablösungstransport:

15/4.  Ululssi  160  4.

18/4.  Jap  20/1
15/4.  Bagamojo  19/1.

Palau.
19/4.  Daressalam  6  5.

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „VYorck“  des  Norddentschen  Lloyd  mit  der  ablösenden  Besatzung

für

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und

M.  S.  „Condor“:
Transportführer:
Sydney  204.

Colombo.

Adelaide  26/1.

West-Oberlentnant

  zur  See  Ludwig  Fischer.
22/4.  Melbourne  23/4.  25/1

1/5.  Fremantle  15.5.

und  Südwestafrika.

 

Postdampfer

Reise

Letzte  Nachrichten

 

 

 

von  nach  bis  28.  Mai  1907.
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  27.  Mai  Dover  passiert.
„Alerandra  Woermann“  Duala  Hamburg  am  24.  Mai  ab  Teneriffe.
„Aline  Woermann“  Kapstadt  Swakopmund  am  27.  Mai  in  Swaksopmund.
„Anna  Woermann“  Calabar  Hamburg  am  26.  Mai  in  Hamburg.
„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  19.  Mai  ab  88.
„Ascan  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  15.  März  in  Hamb
„Carl  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  8.  Mai  in  Grand  MWien.
„Eduard  Vohlen“  Swakopmund  Kapstadt  am  26.  Mai  in  Kapstadt.
„Eduard  Woermann"“  Luderitzbucht  Hamburg  am  23.  Mai  in  Hamburg.
„Eleonore  Woermann“  Hamburg  Duala  am  22.  Mai  in  Conakry.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  12.  Mai  in  Dakar.
„Erna  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  28.  Mai  in  Lome.
„Frieda  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  20.  Mai  ab  Lome.
„HOans  Woermann“.  Hamburg  Duala  am  16.  Mai  in  Duala.
„Hedwig  Woermann“  Rio  Nunez  Hamburg.  a#m  21.  Mai  ab  Las  Palmas.
„Henriette  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  20.  Mai  in  Gabun.
„Irma  Woermann!  Burutu  Hamburg  am  24.  Mai  ab  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“  Hamburg  Accra  am  27.  Mai  in  Sierra  Leone.
„Nurt  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  24.  Mai  Dover  passiert.
„Lili  Woermann“  Burutu  Damburg  am  27.  Mai  in  Lagos.
„Linda  Woermann“  Hamburg  Nio  Nunez  am  27.  Mai  in  Zighinchor.
„Lothar  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  10.  Mai  in  Damburg.
„Lucie  Woermann“.  Duala  Hamburg  aw  30.  April  in  Hamburg.
„Marie  Woermann“  Accra  Hamburg  am  25.  Mai  in  Sekondi.
„Martha  Woermann“  Hamburg  Gabun  am  31.  Mai  ab  Hamburg.
„Mar  Brock“  Hamburg  Mossamedes  am  18.  Mai  in  Mossamedes.
„Melita  Vohlen“  Hamburg  Assinie  am  26.  Mai  ab  Hamburg.
„Otto  Woermann“.  Hamburg  Rio  Nunez  am  25.  Mai  in  Antwerpen.
„Paul  Woermann"“.  Calabar  Hamburg  am  27.  Mai  in  Lagos.
„Thekla  Bohlen“"“  RNotonon  Hamburg  am  27.  Mai  in  Lagos.
„Gretchen  Bohlen“.  Accra  Hamburg  am  21.  Mai  ab  Madeira.
Hamburg-Amerika  Linic,  Afrika-Dienst.
„Edea"  Hamburg  Calabar  am  18.  Mai  ab  Las  Palmas.
„Kamerun"  Hamburg.  Gabun  am  24.  Mai  in  Duala.
„Lome“  Hamburg  Kotonou  am  27.  Mai  in  Kotonon.
Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  20.  Mai  Ouessant  passiert.
„Windhuk“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  Mai  in  Swakopmund.
„Dortmund“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  25.  Mai  ab  Las  Palmas.
        <pb n="627" />
        W  547  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Miegeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  3  Co.,  Abtellung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

        
 
   
   
    

 

 

 

 

Telephon:  Amt  1  9229  und  9221.  Telegramm-Adresse:  „Heydtbank“.  25.  Mai  1907.
1  vor-  I
Grün-,  -  G  letzte  Poalchin.
dungs=  Aupital  schäft=  lebte  Diri-  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  ·  Mark  jahr  dende  dende  %  r40%
1906  1  250  000  1.  10.  A.-S.  108  112
10906  2  000  000  1.  1..  A.-G.  –  r  98
1905  1200  000  1.  4  ()  100
1905  600  000  1.  1  0  5  ....  --  100
1890  1  500  000  1.  1.  30  22  -Compagnie  260  —
1891  2600000  1.  10.  5  7  .....  8  86
1905  220  000  1.  1.  13  —  108
1900  418  000  1.  1  0  7  130
18768  2  750000  1.  1.  12  12  173  176
1885,  2.  000  000  1.  1.  0  20  185  190
1907,  2500  000  1.  1.  100  —-1902
  1  000  000  1.  1.  ()  0  82  I
«9()2:L10000001.)0  i  100
1885  3721  000  1.  1.  2½  3½  101  1005
3u000  000  56  5  do  NM870.  91920.
1886  2000  000  1.  1.  („  Deutsch-Ostafrikanische  1233fr.,  1630fr
1903  11  495  000  1.  1.,  3½  3½  Deutsch-Ostafrikanische  D
»  boungen  (vom  Reich  .  93  94
1897  2250  000  1.  1.  7  14  Daeutsch-  Vestafikazuse  998
1899  4000  000  1.  1.  060  Gesellschaft  Nordwestkamerun  A.  A175.—
360  000  0  60  B.  —  8.
1898  1  000  000  1.  1.  5  10  Gesellchafe  Sidtamerun  .  ——  131
1.  000  000  -  10  do  .  B  121
1889  2000  000  1.  10.  0  0  Guatemala  plandoen=  Gesellschaft  ...."  34
1897  1  153  000  1.  1.  0  0  Hanseatische  Kolonisationsgesellschaft.  .  —  10
1889  8  000  000  1.  10.  0  Hanseatische  Plantagengesellschat  26  30
1887  1  200  000  1.  1.  12  20  Jaluit-Gesellschat.  2095  310
1896  1200  000  1.  7.  0  60  Laffer-Plantage  Salarre  S#tmm-Aktien  ..  -—  20
do  do  sr  ..  47
1904  1  000  000  1.  1  ()  K  ks-Alti  *“  0
1906  3000  000  1.  1  4  Kamerun-Kautschuk-Compagniie  .  100
1903  1  000  000  1.1.  .  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A.  *  ....»  85
1899  1  100  000  1.  7.  0  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschat  78  83
1885  6  000  000  1.  4.  0  0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugo-Anteile  90  96
#  0  15  Stamm-Anteile  47  -
1lMI11200000j1-1.«»s—5-Osmsukas«ompag  ...;---  95
1904  21.000  000  1.  1.  3  3  Dstafrikanische  Olenbahngeseulschaf“  Anteile
(vom  Deutschen  Reiche  mit  5%  Zins  und  .
,  1900X  Rückgahlung  garantiert)  .  93.  94.—
1900  20  000  000  1.  1.  6  0  Otavi--Rinen-  und  Gsnkahnarsesschafe“  ..:—-  1148
1897  2  000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  ..«  —  92
1895  1500  000  1.  1.  0  NMiheinische  Son  tengeseufcnanB  35
1903.,  800  000  1.  1.  0  0  Safata-Samoa-Gesellsch  100
1905  2000  000  1.  1.  4  4  Samoa-Kautschuk-  Vomieiie  .....  -—  100
1897  500  000  1.  1.  0  0  Sigi  Pilanzungs-Gesellschaft  .  100  —-1900
  2&amp;amp;  500  000  1.  7.  6  6  South  :iu  Territories  4#8  4  sh  6  d
1892  22000  000  1.  7.  0  0  South  ¾  ½un  Ant##-  Co.  20  alr
1893  869  100  1.  4.  0  00  Usambara  Kaffeebaugesellschaft  Stammzureite  23539  fr.  303zsfr.
142  200  6  0  do  Vorzugs-Anteile  50gefr.
1897  1500  000  1.  1  60  0  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi
#  Stamm-Anteile  76  zöfr.
600  000  60  6  Vorzugs-Anteile  9ögofr.  99zsfr.
1897  4500  000  1.  1.  0  0D0  Vestafrilaniscie  Pflanzungageselschaft  Victoria  «
onvertierte  Stamm-Aktien  50
s  d  Vorz.-Aktien  100
1895  1  800  000  1.  1.  0  90  Westdeutsche  Handels-  und  dlantagengesellshaft.
Düsseldorf  10

zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Kanthaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="628" />
        548  2

Anzeigen.
*

E  Inserate  sind  an  die  Geschäftsstelle  des  „Demschen  Kolonialblaltes“,  Berlin  SW.  .  Kochstraße  68—71,  einzusenden.  S  ###
Handels-Register  des  Königlichen  —  —
Amtsgerichts  Berlin-Mitte  (Abt.  B.)  Uachruf.  rele-Adr.:  Porosltät,  Berlin.

Am  22.  Mai  1907  ist  eingetragen  Am  17.  Aprt  -  ·  -
,»  »  .pttlvcrschtedmknngen
unter  Nr.  4420;  entzündung  hier  plöszich  der  Katser-  Sauberste  Konfektion

 

 

 

Ostafrika-Kompanie  liche  Zolldirektor  erprobte  Stoffe.
mit  dem  Sitze  zu  Verlin.  h  Anzug  weifs  Crolsé
Gegenstand  des  Unternehmens:  err  Hugo  Peiler.  ·  (Baumwollköper.
Erwerb  und  Verwertung  von  Grund-  Herr  Heller  ist  seit  1891  im  l  Toppe,  vie  Abbild.,
besitz,  Betrieb  von  Land=  und  Plan-  Dienste  des  Schutgebietes  tätig  ev.  Jaquet  u.  lunge
tagenwirtschaft,  Betrieb  von  Vergbau,  gewesen.  Er  ist  aus  der  Zollver=  LHose  komplett  6.75
Handel  und  Gewerbe  und  allen  dem  waltung  hervorgegangen  und  hat  Pn.  incl.  Knôpfe  9.50
Handel  und  Verkehr  dienenden  Unter-  in  diesem  Zweige  der  Verwaltung  bezw.  NMk.  8,75
nehmungen  in  deutschen  Schutzgebieten.  einen  regen  Anteil  an  der  Ent=  EExtra  Pr.  Mk.  12
Vorstand:  wicklung  *  Ichubgebien  gehabt.  Jeul!  Kammgarn-1.
  Walter  v.  St.  KPea  Illaire,  zur  Seit  1899  er  den  verantwor-  buumwollunzus,
Zeil  in  Ostafr  Pel  beat  er  den  erantworn  hellgestreift.  Juquet.
2.  Wilhelm  uuseika,  nn,  Direktor,  bekleidet.  Mit  nie  rastendem  Eifer  u.  lunge  Hose,  A.  16,
Zehlewor,  erster  Stellvertreter  des  hat  sich  dieser  vielseitig  gebildete  do.  Hulhwolle,  Fla-Vorstand
  Beamte  bis  zum  letzten  Augenblick  nell  M.  25,  mitweste,
3.  Arthur  .  Dt.  Wilmersdorf,  seinen  Dienstgeschäften  hingegeben.  grangestreift  M.  29,
zweiter  Stellvertreter  des  Vorstandes.  Zu  seinem  stets  wachen  Pflichtgefühl,  rveis,reine  Wolle
Kolonialgesellschaft.  das  ihn  auch  jetzt  wieder  trotz  seiner  —  Nl.  30,  Juqucts.  Roh-..
  «.  ..  geschwächten  Gesundheit  seinem  seide,  federleicht,
Der  Gesellschaftsvertrag  ist  auicssal  entgegen  in  die  Kolome  AI.  18.—.  Lüstrebordanzüge  und
1.  August  1906  festgestellt.  am  6.  No-  geführt  hat,  hat  sich  eine  große  Jaquets.  Braune  u.  veilse  Segelr—e
  und  30.  Januar  1907  Herzensgüte  und  unantastbare  Lau-  hehe  und  10ehchube,  Guytel
.  terkeit  der  Empfindung  gesellt.  Diese  charpen,  Kameelhaar-  un  .
d  eh  sum  wid  die  Gesellschaft  durch  seine  Charalspreigenphalnen-  lassen  Schlaf-  und  Reisedecken.
en  Vorstand  bei  seinen  Vorgesebzten,  Kollegen  Weisse  Wäsche.  Badewäsche.  Sveaters.

Willenserklärungen  sind  für  die  Ge-  und  Untergebenen  in  gleicher  Weise

##  20
sellschaft  verbindlich,  wenn  sie,  wofern  dag  Gefühl  der  tiefen  Trauer  über  „Bazar  Nürnberg,

nur  ein  ordentliches  Vorstandsmitglied

 

 

das  zu  frühe  Hinscheiden  zurück.  W.,  zösischestr.  20.
besteht.  on  diesem,  wolerne  mehrere  Seine  Taten  werden  ihm  ##6  ein  Verlin  -  Brunsele
bestehen,  ehrenvolles  Andenken  in  der  Ko-  Speclalität.  Vollständige  Tropen-,
von  zwei  derselben  unter  der  Firma  lonie  sichern  1  Jagd-,  Reit-  u.  Sportausrüstungen.
der  WGeseuschan"  abgegeben  werden.  M  (19  Achsan:  auch  nach  Nass-Der
  Zeichnung  des  ordentlichen  Vor-  Daressalam,  den  29.  Mai  1907.  Der  neue  Cennlskatalog  “  erschlenen.
stanv#ens#tglledes  oder  von  zwei  ordent-  Der  Kaiserliche  Gouverneur.  Oeutsche  Armee-,  Marine-  und
lichen  Vorstandsmitgliedern  kommt  die  Freiherr  v.  Rechenberg.  olonialausetellung  Stand  Nr.  664.

 

 

 

Zeichnung  von  zwei  stelloertretenden
Vorstandomitgliedern  gleich.  Zur
Empfangnahme  gewöhnlicher  Briefsendungen
  jeder  Art,  von  BVegleitadressen
  zu  gewöhnlichen  Paketen  und
von  Paketen  selbst,  von  Ablieferungs.  —,,.,«,.-,-»  :
scheinen  oder  Begleitadressen  zu  Ein-  In  Santa  (atharinn  (Brausilicn)  verschicd  am
schreibsendungen  und  zu  Sendungen  10.  Alai  u.  C.  nach  kurzem  Krankenlager

mit  Wertangabe,  von  Postanweisungen  ·
und  Anlagen  der  Poslaufträge,  zur
Einziehung  von  Geldbeträgen  sowie  Herr  Oberingenieur

zur  Quittungsleistung  über  die  Sendungen

  selbst  und  die  baren  Geldbeträge
ist  beim  Vorhandensein  mehrerer  Vor-  U  O  e  S
standsmitglieder  Jedes  allein  berechtigt.  n  .

Wilhelm  Hollmann  ist  aus  dem

 

 

 

 

Aufsichtsrate  zur  Stellvertretung  des  Einc  rastlosc  und  crlolgrciche  läligkeit  lindei  damit
W.  .  -..  .
aesxldeäetv  StPaul  Juaspleusb  cinen  allzu  frühen  Abschlub.  Erschüttert  trauern
Berlin,  den  22.  Mai  1907.  wir  um  einen  durch  lange  #uhre  bewährten  Alit-Königliches
  Amtsgerichte  Verlin=  Mitte.  arbeiter  und  treucn  lercund.
Abteilung  8
Berlin,  Arth  1
Doreiheenstiraße  18.  ur  Koppe
Cuc  Aktiengesellschaft.

 

 

 

 

*  en
CARL  MEISSNER,  Hamburg  27
        <pb n="629" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Berausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jabrgang  Berlin,  den  15.  Juni  1907.  Uummer  12.

 

Diese  Zeitschrift  ericheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beioelugt  die  mindestens
eptcn  vierteljährlich  erisheine  enden:  „Mitteilungen  aus  den  deutschen  Schutz  Fst  keten  herausgegeben  l
v.  Dan  97  man.  Der  rrneliehtse  V  für  das.  Kolonialblatt  mit  Beiheften  betragt  bein  Bezn  ge  d
Post  und  die  enne  Mk.  direkt  unter  Streifband  durch  die  Ver  hh  Mk.  für  Deutschland  Schgde
der  deutschen  Schungebietc  und  Osterreich  Ungarn,  Mk.  5.—  für  die  Lade  bes  Weltpostvereins.  Eintelrochre  und  Anfragen

sind  an  die  Königliche  gAa#koniinhn  ere  von  Ernit#  Siegfried  Mittler  und  Sohn,  8  SWes.  Kochstraße  69—71,  zu  richien.

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Veschluß  des  Bunvesrats,  betr.  die  Savungen  der  Ostafrika-Kompagnie  in  Berlin

S.  510.  —  Verordnung  des  Gouverneurs  von  nhamerun,  betr.  die  Verabfolgung  von  geistigen  Getränken  an  die
farbigen  Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  und  Polizeitruppe.  Vom  21.  März  1907  S.  550.  —.  Desgleichen
betr.  den  Anmeldezwang  von  Erwerb#niederlassungen.  Vom  23.  März  1907  S.  557.—  Verordnung  des  Gouverneurs
von  Togo,  belr.  Ausdehnung  der  Verordnung  über  Rleinverkauf  und  Ausschank  von  Branntwein.  Vom  2.  Mai  1907
E.  558.  —  Bekannmmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  den  Gouvernementsrat.  Vom  16.  April  1907  S.  558.
—  Personalien  und  Verlustline  Nr.  86  S.  558.
Nichtamtlicher  Teil:  Personal-N  achrichten  S.  565.  —  Patriotische  Gaben  S.  567.

Deutsch-Neuguinea:  Ein  Taifun  in  den  West-Karolinen  (mit  einer  Narte)  S.  567.  —  Außenhandel  der
Ost-Narolinen  für  das  Kalenderiahr  1906  S.  571.

Kamerun:  Eine  Probe  Saffilanischer  Intelligenz  S.  577.  —  Die  Verwertung  von  tropischen  Früchten,  insbesondere

von  Ananas,  in  amerun  S.  575
Deutsch-  On#afrika:  Vom  Eisenbahnbaue  Daressalam--Morogoro  S.  200.

eutsch-  Südwetafrika:  Wasseruntersuchungen  in  Deutsch=  Südwestafrika  S.  581.  —  Der  Swalop  „kommt  ab“
(mit  1  Abbildung  und  skegetationsbilvernl.  S.  592.
onial  Wirtschaftliches:  Der  Internationale  Baumwollkongreß  und  das  Kolonial-Wirtschaftliche

Romitee  S.  592.
Aus  fremden  Nolonien  un  Provuktionsgebieten:  Tabakhandel  und  Invustric  AKubas  1906  S.  593.
4

Die  Baumwollindustrie  in  Bombay  S.  594.  —  ISa#woslba  in  Britisch=  Westindien  S.  594.  —  Kalaoausfuhr  aus.
der  Dominitanischen  Nepublik  im  Jannar  und  Februar  190  S.  595.  —  Kalaomarkt  in  Guayaquil  (Ecuador)  im
ersten  Vierleljahr  1907  S.  505.  —  Der  Ralaomarkt  auf  Ceylon  S.  596.  —  Kasseemarkt  in  Rio  de  Janeiro  und  Santos
im  April  1907:  Ernteschätung  S.  0.  Der  Kautschulmarlt  auf  Cenlon  S.  5997.  —  Inte=  Ernte  und  Verschiffungen
Britisch=  Indiens  1906  07  S.  597.  Lage  der  schweizeriichen  Seidenindustrie  im  Jahre  1906  S.  597.  —  Der  Handel
Agyptens  mit  Gummiarabilum  im  Jahre  1906  S.  5908.—  Ausfuhr  von  Juebracho  und  Onebrachvertrann  aus
Argentinien  im  Dezember  19/14  sowie  Januar  und  Februar  1907  S.  508.  Vorschriften  für  die  Ausfuhr  von
Nautschul  aus  Liberia  S.  5099.  Vorschriften  für  die  Einfuhr  von  denaturiertem  Dranntwein  in  den  Auftralischen
Bund  S.  599.  Ausuchen  und  Gewinnung  von  Gold,  Edelmetallen  und  Edeliteinen  in  Madagaskar  S.  599.
Französisch=  Guinea  S.  59

Verschiedene  Hilellungen  Kolonial=  Wirtschaftliches  S.  599.  —  Verkehr  deutscher  Schisse  in  auslandischen
Häfen  tren  des  Jahres  1906  S.  600.  —  Literatur  S.  600.  —  Verlehrs-Nachrichten  S.  60|1.  Schiffsbewegungen
  S.  603.  —  Kurse  deutscher  Kolonialwerte  S.  04.—  Anzeigen.

 

D

 

(GEccssschchnmtliheTeill

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Beschluß  des  Bundesrats,  betr.  die  Satzungen  der  Ostafrika-siompagnie  in  Berlin.
Vom  14.  März  1907.
Der  Bundesrat  hat  in  seiner  Sitzung  vom  14.  Märs  d.  Js.  beschlossen,  der  Ostafrika-Kompagnie
  in  Berlin  auf  Grund  ihrer  vom  Reichskanzler  genehmigten  Satzungen  gemäß  §  11  des
Schutzgebietsgesetzes  die  Rechtsfähigkeit  zu  verleihen.

Satzungen  der  Estafriha-Nompagnie.
I.  Allgemeine  Bestimmungen.
Name  und  Sist  der  Gesellschaft.
&amp;amp;#  1.  Unter  der  Firma  Ostafrika-  Kompagnie  wird  auf  Grund  des  Schutzgebietsgesetzes
vom  24.  Juli  1900  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  eine  Kolonial-Gesellschaft  errichtet,  die  ihren
Sitz  in  Berlin  hat.
        <pb n="630" />
        G  550  20

Gegenstand  des  Unternehmens.

§  2.  Die  Gesellschaft  hat  zum  Gegenstand  ihres  Unternehmens  den  Erwerb  und  die  Verwertung
  von  Grundbesitz,  den  Betrieb  von  Land=  und  Plantagen-Wirtschaft,  den  Betrieb  von  Bergbau,
  Handel  und  Gewerbe  und  allen  dem  Handel  und  Verkehr  dienenden  Umernehmungen  in
deutschen  Schutzgebieten.

5  3.  Die  Gesellschaft  ist  bur  Ptigt,  Zweigniederlassungen  auch  außerhalb  der  Deutschen
Schutzgebiete  zu  begründen  und  zu  betreiben.

Dauer  detmalnternehmens.

§  4.  Die  Dauer  der  Gesellschaft  ist  unbeschränkt.

II.  Grundkapital,  Haftbarkeit,  Mitgliedschaft  und  Anteilscheine.
Grundkapital.

§5  5.  Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  beträgt  Mk.  1200  000  —  eine  Million  zweimalhunderttausend

  Mark  —  und  ist  eingeteilt  in  Anteile  zu  je  Mk.  500.
uf  die  Anteile  ist  sofort  eine  Anzahlung  von  30  vom  Hundert  zu  leisten.

Über  Höhe  und  Termin  der  späteren  Teilleistungen  hat  der  Aussichtsrat  Bestimmung
zu  treffen.

Die  Zahlung  erfolgt  an  die  Direktion  und  auf  deren  Aufforderung.

Durch  Beschluß  des  Aufsichtsrats  kann  innerhalb  einer  Frist  von  fünf  Aaen  nach  der
Gründung  das  Grundkapital  durch  Bareinlagen  bis  auf  den  Betrag  von  Mk.  2  000  000  —  zwei
Millionen  —  erhöht  werden.  Weitere  Erhöhungen  kann  die  Hauptversammlung  beititeten  Das
Grundkapital  soll  jedoch  um  mehr  als  Mk.  800  000  nicht  eher  erhöht  werden,  als  bis  23  der  auf
die  schon  begebenen  Anteile  gezeichneten  Leistungen  bewirkt  sind.

Haftbarkeit.

5*s  6.  Für  die  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  haftet  den  Gläubigern  derselben  nur  das
Gesellschaftsvermögen.

Mitgliedschaft  und  Anteilscheine.

8  7.  Über  die  Anteile  werden  Anteilscheine  ausgegeben;  dieselben  lauten  auf  den  Inhaber.

§8  8.  Die  Zeichner  der  Anteile  und  demnächst  deren  Rechtsnachfolger  bilden  die  Gesellschaft.
Die  Anteile  find  unteilbar.

Die  Zeichner  von  Anteilen  und  deren  Rechtsnachfolger  sind  für  die  Zahlung  des
vollen  Nennbetrages  der  gezeichneten  Anteile  der  Gesellschaft  haftbar.  Sie  können  von  den  ihnen
obliegenden  Leistungen  an  die  Gesellschaft  nicht  befreit  werden  und  sind  nicht  befugt,  gegen  das
Recht  auf  diese  Leistungen  eine  Forderung  an  die  Gesellschaft  aufzurechnen.  Eine  Ubertragung  der
Anteile  vor  deren  Vollzahlung  kann  nur  mit  Genehmigung  des  Vorstandes  erfolgen.

Die  Namen  der  ersten  Zeichner  sowie  ihrer  Rechtsnachfolger  im  Besitze  nicht  voll  eingezahlter
  Anteile  werden  in  ein  Verzeichnis  eingetragen.

§5  10.  Die  Urkunden  über  die  Anteile  werden  erst  nach  Einzahlung  des  vollen  Neunbetrages
ausgehändigt.  Über  die  einzelnen  Teilzahlungen  wird  auf  cinem  Zwischenschein,  welcher  auf  den
Namen  ausgestellt  ist,  eine  Bescheinigung  erteilt.

Die  Zwischenscheine  sind  vorbehaltlich  der  Beschränkung  des  §  9  Absatz  1  durch  schriftliche
Abtretungserklärung  übertragbar,  unbeschadet  der  dem  Zeichner  des  Anteils  daselbst  auferlegten
weiteren  Haftbarkeit.

Wo  in  diesen  Satzungen  von  Anteilen  der  Gesellschaft  gesprochen  wird,  treten  die  Zwischenscheine
  an  deren  Stelle,  bis  die  Urkunden  über  die  Anteile  ausgegeben  sind.

11.  Zu  den  Anteilscheinen  sind  je  20  Gewinnanteilscheine  und  je  ein  Erneuerungsschein
ausgegeben,  sobald  die  Verteilung  von  Gewinn  beginnt.

;  12.  Nach  Einlösung  des  letzten  Gewinnanteilscheins  werden  gegen  Einlieferung  des  Er—
neuerungsscheins  weitere  20  Gewinnanteilscheine  und  so  fort  ausgegeben.

5  13.  Verpflichtete,  welche  fällige  Teilleistungen  nicht  entrichten,  sind  dazu  und  zur  Zahlung
von  Zinsen  zu  vier  vom  Hundert  des  geschuldeten  Betrages  durch  den  Vorstand  aufzufordern.  Dabei
  ist  ihnen  eine  Frist  von  mindestens  zwei  Monaten  zu  bestimmen.

Wer  diese  Frist  verstreichen  läßt,  verfällt  in  eine  Vertragsstrafe  von  zehn  vom  Hundert  des
fälligen  Lerrages  und  haftet  auch  außerdem  für  allen  durch  seine  Säumnis  entstehenden  Schaden.

Statt  der  Geltendmachung  dieser  Rechte  ist  der  Aussichtsrat  oder  mit  seiner  Genehmigung
der  Vorstand  befugt,  den  Säumigen  seiner  Anrechte  aus  der  Zeichnung  und  den  bereits  darauf  be-
        <pb n="631" />
        G  551  2O

wirkten  Leistungen  zugunsten  der  Gesellschaft  für  verlustig  zu  erklären,  jedoch  nur  nach  vorheriger
Androhung  unter  Stellung  einer  zweiten  Erfüllungsfrist  von  mindestens  vier  Wochen.

Die  Erklärung  ist  öffentlich  und  außerdem  dem  davon  Betroffenen  persönlich  bekannt  zu
machen.  Damit  ist  die  Kraftloserklärung  des  über  den  Anteil  ausgegebenen  Zwischenscheines  zu
verbinden.  An  Stelle  des  letzteren  wird  ein  neuer  Zwischerschein  zur  Verfügung  der  Gesellschaft
ausgefertigt.  Für  einen  Ausfall,  den  die  Gesellschaft  bei  de.  „eräußerung  des  neuen  Zwischenscheins
erleidet,  bleibt  der  Säumige  verhaftet.

Die  auf  den  für  kraftlos  erklärten  Zwische  Hein  bereits  geleisteten  Zahlungen  werden  dem
Reservefonds  überwiesen.

§  14.  Sind  Anteile  oder  andere  von  der  Gesellschaft  nach  den  Bestimmungen  der  88  10
und  11  ausgefertigte  Urkunden  beschädigt  oder  unbrauchbar  geworden,  jedoch  in  ihren  wesentlichen
Teilen  noch  dergestalt  erhalten,  daß  dem  Aufsichtsrate  über  ihre  Richtigkeit  kein  Zweifel  obwaltet,
so  ist  der  Aufsichtsrat  ermächtigt,  gegen  Einreichung  der  beschädigten  Papiere  diese  auf  Kosten  des
Inhabers  gegen  neue  gleichartige  Papiere  umzutauschen.  Außer  in  diesem  Falle  ist  die  Ausfertigung
und  Ausreichung  neuer  Anteile  und  Zwischenscheine  an  Stelle  der  beschädigten  oder  verloren  gegangenen
  nur  nach  gerichtlicher  Kraftloserklärung  der  letzteren  zulässig.
§5  15.  Die  Mitglieder  können  ihre  Einlagen  nicht  zurückfordern;  sie  haben,  solange  die
Gesellschaft  besteht,  nur  Anspruch  auf  den  Reingewinn,  soweit  dieser  nicht  nach  dem  Gesellschaftsvertrage
  von  der  Verteilung  ausgeschlossen  ist.

*  16.  Die  Gesellschaft  soll  unbeschadet  der  in  §  13  enthaltenen  Vorschriften  eigene  Anteilsrechte
  im  regelmäßigen  Geschäftsbetriebe  weder  erwerben  noch  zum  Pfande  nehmen.

Die  Einziehung  von  Anteilen  ist  nur  zulässig,  wenn  und  soweit  sie  im  Gesellschaftsvertrage
  angeordnet  oder  gestattet  ist.

5  18.  Bei  einer  Erhöhung  des  Grundkapitals  muß  jedem  Mitglied  auf  sein  Verlangen
ein  seinem  Anteil  an  dem  bisherigen  Grundkapital  entsprechender  Teil  an  dem  die  Erhöhung
bildenden  Kapital  gewährt  werden,  soweit  nicht  in  dem  Beschluß  über  die  Erhöhung  ein  anderes
bestimmt  ist.

r  üür  die  Geltendmachung  des  Bezugsrechts  der  bisherigen  Mitglieder  kann  durch  öffentliche
Bekanntmachung  eine  Frist  von  mindestens  zwei  Monaten  bestimmt  werden.
Der  Beschluß  über  die  Erhöhung  ist  öffentlich  bekannt  zu  machen.

III.  Organisation  und  Verwaltung.
§*  19.  Die  Organe  der  Gesellschaft  sind
a)  der  Vorstand,
b)  der  Aufsichtsrat,
JPc)  die  Hauptversammlung.

a.  Der  Vorstand.

.  §20.DerVorstandbcftehtauseinemodcrmehrercnvomAussichtsratcinnotarieller
Verhandlung  zu  bestellenden  Direktoren.  Die  Mehrheit  der  Mitglieder  des  Vorstandes  muß  die
Reichsangehörigkeit  besitzen.  Auch  können  stellvertretende  Mitglieder  in  gleicher  Weise  ernannt  werden.
Mitglieder  des  Vorstandes  dürfen  nicht  Mitglieder  des  Aufsichtsrates  sein.  Die  Mitglieder  des  Vorstandes
  können  durch  den  Aussichtsrat  jederzeit  abberufen  werden,  jedoch  unbeschadet  des  Anspruchs
auf  die  vertragsmäßige  Vergütung.  ·  ,,..  -

§21.DerVorftandvert1-itt  die  Gesellschaft  Dritten  gegenüber  in  allen  Rechtsgeschäften
und  sonstigen  Angelegenheiten.  Er  führt  die  Verwaltung  selbständig,  soweit  nicht  nach  dem  Statut
der  Aufsichtsrat  oder  die  Hauptversammlung  mitzuwirken  hat.  Gegen  Dritte  hat  eine  Beschränkung
des  Vorstandes  keine  rechtliche  Wirkung.  **“-°  !ê5:5P½/

§  22.  Willenserklärungen  sind  für  die  Gesellschaft  verbindlich,  wenn  sie,  wofern  nur  ein
ordentliches  Vorstandsmitglied  besteht,  von  diesem,  wofern  mehrere  ordentliche  Vorstandsmitglieder
bestehen,  von  zwei  derselben  unter  der  Firma  der  Gesellschaft  abgegeben  werden.  Der  Zeichnung
des  ordentlichen  Vorstandsmitgliedes  oder  von  zwei  ordentlichen  Vorstandsmitgliedern  kommt  die
Zeichnung  von  zwei  stellvertretenden  Vorstandsmitgliedern  gleich.  Zur  Empfangnahme  gewöhnlicher
Briefsendungen  jeder  Art,  von  Begleitadressen  zu  gewöhnlichen  Paketen  und  von  Paketen  selbst,  von
Ablieferungsscheinen  oder  Begleitadressen  zu  Einschreibsendungen  und  zu  Sendungen  mit  Wertangabe,
von  Postanweisungen  und  Anlagen  der  Postaufträge,  zur  Einziehung  von  Geldbeträgen,  sowie  zur
Onittungsleistung  über  die  Sendungen  selbst  und  die  baren  Geldbeträge  ist  beim  Vorhandensein

2
        <pb n="632" />
        552  20

mehrerer  Vorstandsmitglieder  Jedes  allein  berechtigt.  Der  Vorstand  ist  auch  befugt,  für  die  Empfang-=nahme
  aller  Postsendungen,  insbesondere  der  vorerwähnten,  einen  Bevollmächtigten  zu  bestellen.

Ist  eine  Willenserklärung  gegenüber  der  Gesellschaft  abzugeben,  so  genügt  die  Abgabe
gegenüber  einem  Mitgliede  des  Vorstandes.

b.  Aufsichtsrat.

§  23.  Der  Aufsichtsrat  besteht  aus  wenigstens  5  und  höchstens  9  von  der  Hauptversammlung
  zu  wählenden  Mitgliedern.  Die  Hauptversammlung  setzt  auch  die  Zahl  der  Aussichtsrats-Mitglieder
  fest.  Mindestens  3½  der  Mitgleder  des  Aufsichtsrates,  bei  ungerader  Zahl  die  Mehrheit
der  Mitglieder,  muß  die  Reichsangehörigkeit  besitzen.  Auch  müssen  mindestens  ⅜/8  der  Mitglieder
zugleich  Mitglieder  der  Gesellschaft  sein.

Die  Wahl  erfolgt  für  die  Zeit  vom  Schlusse  derjenigen  Hauptversammlung,  in  der  sie
vorgenommen  wird,  bis  zum  Schluß  der  fünften  auf  die  Wahl  folgenden  ordentlichen  Hauptversammlung.
  Mit  jeder  ordentlichen  Hauptversammlung  scheidet  ein  Mitglied  aus  und  wird
durch  Neuwahl  ersetzt.  Bis  die  Reihe  im  Austritt  gebildet  ist,  bestimmt  das  Loos.  Bei  Vorhandensein
von  mehr  als  5  Aufssichtsrats-Mitgliedern  scheiden  vom  6.  Geschäftsjahre  ab  jedesmal  alle  die,
Mitglieder  aus,  deren  Amtsdauer  von  5  Jahren  abgelaufen  ist,  und  werden  durch  Neuwahl  ersetzt.

Die  Ausscheidenden  sind  wieder  wählbar.  Scheidet  in  der  Zwischenzeit  ein  Mitglied  aus.
so  können  die  übrigen  Mitglieder  eine  bis  zur  nächsten  Hauptversammlung  gültige  Zuwahl  treffen-Die
  endgültige  Ersatzwahl  für  den  Rest  der  Amtsdauer  des  Ausgeschiedenen  ist  in  dieser  Haupt,
versammlung  vorzunehmen.  Solange  die  Zahl  der  Mitglieder  des  Aufsichtsrates  noch  5  beträgt
kann  die  Zuwahl  für  ein  außer  der  Zeit  ausscheidendes  Mitglied  unterbleiben.

Die  Bestellung  zum  Mitgliede  des  Aussichtsrates  kann  auch  vor  dem  Ablaufe  des  Zeitraumes,
für  welchen  die  Wahl  erfolgt  ist,  durch  die  Hauptversammlung  widerrufen  werden.  Dieser  Beschluß
bedarf  einer  Mehrheit,  die  mindestens¾  des  bei  der  Beschlußfassung  vertretenen  Kapitales  umfaßt.

§5  24.  Die  Mitglieder  des  Aussichtsrates  können  nicht  gleichzeitig  oder  dauernd  Stellvertreter
von  Vorstandsmitgliedern  sein,  auch  nicht  als  Beamte  die  Geschäfte  der  Gesellschaft  führen.  Nur
für  einen  im  voraus  begrenzten  Zeitraum  kann  der  Aufsichtsrat  einzelne  seiner  Mitglieder  zu
Stellvertretern  behinderter  Vorstandsmitglieder  bestellen.  Während  dieses  Zeitraumes  und  bis  zur
Entlastung  des  Vertreters  darf  dieser  eine  Tätigkeit  als  Mitglied  des  Aufsichtsrates  nicht  ausüben.

Scheiden  aus  dem  Vorstande  Mitglieder  aus,  so  können  sie  nicht  vor  der  Entlastung  in
den  Aussichtsrat  gewählt  werden.

25.  Die  Mitglieder  des  Aufsichtsrates  sind  unter  sich  koordiniert  mit  der  Maßgabe
indes,  daß  der  Aussichtsrat  in  jedem  Jahre  sofort  nach  der  ordentlichen  Hauptversammlung  in
einer  Sitzung,  zu  welcher  die  anwesenden  Mitglieder  ohne  besondere  Berufung  zusammentreten,
einen  Vorsitzenden  und  dessen  Stellvertreter  wählt.

Der  Vorsitzende  beruft  den  Aufsichtsrat  unter  Angabe  der  Tagesordnung,  sobald
die  Geschäfte  dazu  Anlaß  geben,  oder  wenn  wenigstens  zwei  Mitglieder  es  beantragen.  Der
Aufsichtsrat  beschließt  seine  Geschäftsordnung  selbst,  soweit  sie  nicht  in  diesen  Satzungen  festgelegt  ist.

Der  Anssichtsrat  ist  beschlußfähig,  wenn  mindestens  drei  Mitglieder  anwesend  sind.  Die
Beschlußfassung  erfolgt  durch  einfache  Stimmenmehrheit.

Die  Mitglieder  haben  gleiches  Stimmrecht.  Bei  Stimmengleichheit  entscheidet  die  Stimme
des  Vorsitzenden  der  Sitzung.  Bei  Stimmengleichheit  bei  vom  Aufssichtsrat  vorzunehmenden  Wahlen
entscheidet  das  Los.

Die  Beschlüsse  des  Aufsichtsrates  werden  in  der  Regel  in  Sitzungen  gefaßt.  Nach  dem
Ermessen  des  Vorsitzenden  kann  ausnahmsweise  ein  Beschluß  auch  durch  briefliche  oder  telegraphische
Abstimmung  herbeigeführt  werden.  Geschieht  dies,  so  ist  Stimmeneinheit  der  sämtlichen  in  Europa
anwesenden  Aufsichtsrats-Mitglieder  erforderlich  mit  der  Maßgabe,  daß  jedenfalls  die  Mehrheit  der
Aufsichtsrats-Mitglieder  befragt  werden  muß.  Auch  hat  im  Falle  der  brieflichen  oder  telegraphischen
Abstimmung  der  Vorsitzende  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  der  gemäß  §  52  bestellte  Kommissar  seine
Aussicht  wahrzunehmen  vermag.

Über  die  Verhandlungen  und  Beschlüsse  des  Aufsichtsrates  ist  ein  Protokoll  aufzunehmen,
welches  wenigstens  der  Vorsitzende  der  Sitzung  und  ein  Mitglied  zu  unterzeichnen  haben.

8  Die  Mitglieder  des  Vorstandes  sind  auf  Beschluß  des  Aufsichtsrates  verpflichtet,  an
seinen  Sibungen  teilzunehmen.

§5  28.  Der  Aussichtsrat  hat  die  gesamte  Geschäftsführung  zu  überwachen.  Er  kann  insbesondere
  jederzeit  von  dem  Vorstande  Bericht  über  die  Angelegenheiten  der  Gesellschaft  verlangen
        <pb n="633" />
        W  553  20

und  durch  den  Vorsitzenden  oder  einzelne  von  ihm  zu  bestimmende  Mitglieder,  auch  durch  dritte

Sachverständige,  die  Bücher  und  Schriften  der  Gesellschaft  einsehen  und  prüfen  sowie  den  Bestand

der  Gesellschaftskasse  und  die  sonstigen  Bestände  an  Aktiven  untersuchen.

Der  Aussichtsrat  ist  befugt,  die  Gesellschaft  bei  der  Vornahme  von  Rechtsgeschäften  mit  den

Vorstandsmitgliedern,  sowie  bei  Rechtsstreitigkeiten  mit  diesen  zu  vertreten.

Insbesondere  steht  dem  Aussichtsrate  Beschluß  zu:

.  über  die  Aufstellung  der  zusammen  mit  dem  jährlichen  Geschäftsberichte  der  ordentlichen
Haupt-Versammlung  vorzulegenden  Jahres-Bilanz,  die  Vorschläge  über  die  Verwendung
und  Verteilung  von  Überschüssen  unter  Berücksichtigung  der  Bestimmungen  des  §  46
sowie  die  Anlegung  und  Verwaltung  von  Reservefonds  und  von  Geldern,  die  zum
Geschäftsbetriebe  nicht  erforderlich  sind;

.  über  Voranschläge  der  laufenden  Ausgaben  und  Einnahmen  der  Gesellschaft  sowie  über
besondere  Ausgaben,  so  weit  diese  im  einzelnen  Falle  mehr  als  Mk.  5000  betragen;

.über  Einforderung  von  Einzahlungen  auf  die  Anteile  der  Gesellschaft;

über  die  Grundsätze,  nach  welchen  Ländereien  zu  erwerben,  nutzbar  zu  machen,  zu  veräußern

  oder  zu  verpachten  sind:

über  die  Errichtung  von  Neuanlagen  und  Zweigniederlassungen;

über  die  Ernennung  und  Anstellung  von  Vorstandsmitgliedern,  Prokuristen  und  solchen

Beamten,  welche  eine  jährliches  Gehalt  von  mehr  als  Mk.  5000  oder  Tautieme  bzw.

Prämien  erhalten,  oder  auf  länger  als  vier  Jahre  angestellt  werden  sollen,  und  über

die  mit  solchen  abzuschließenden  Verträge  sowie  über  deren  Entlassung.

§5  29.  Alle  schriftlichen  Erklärungen  des  Aussichtsrates  sind  rechtsgültig,  wenn  sie  die
Unterschrift  „Der  Aufsichtsrat  der  Ostafrika-Kompanie“  und  die  Namensnnterschrift  des  Vorsitzenden
oder  eines  Stellvertreters  tragen.

§  30.  Jedes  Aufsichtsratsmitglied  bezieht  eine  feste  jährliche  Vergütung  von  Mk.  500,
der  Vorsitzende  das  Doppelte.  Außerdem  werden  den  Aussichtsratsmitgliedern  die  aus  der  Wahrnehmung

  ihres  Amtes  entspringenden  Auslagen  ersetzt.  Ferner  erhält  der  Aufsichtsrat  den  in  §  46

festgesetzten  Gewinnanteil,  über  dessen  Verteilung  unter  die  einzelnen  Mitglieder  er  selbst  (mit  Berücksichtigung

  der  von  den  einzelnen  Mitgliedern  geleisteten  Arbeit  für  die  Gesellschafts-Interessen)
beschließt.

Für  eine  außerordentliche  Tätigkeit  einzelner  Mitglieder  z.  B.  bei  Vertretung  abwesender
oder  behinderter  Vorstandsmitglieder  kann  der  Aufsichtsrat  die  Gewährung  einer  besonderen  Vergütung
beschließen.

—

2

—*

n

c.  Hauptversammlung.  «

5  31.  Die  Hauptversammlung  vertritt  die  Gesamtheit  der  Gesellschaftsmitglieder.  Ihre
Beschlüsse  und  Wahlen  sind  für  alle  Mitglieder  verbindlich.

32.  Die  Hauptversammlungen  finden  in  Berlin  statt,  sofern  nicht  durch  Beschluß  des
Aufssichtsrates  ausnahmsweise  ein  anderer  Ort  bestimmt  wird.

Die  Einberufung  geschieht  durch  den  Vorsitzenden  des  Aussichtsrates  oder  durch  den  Vorstand.

Die  Einladungen  erfolgen  mittels  öffentlicher  Bekanntmachung,  welche  mindestens  21  Tage,
die  Tage  der  Bekanntmachung  und  der  Versammlung  eingerechnet,  vorher  zu  erfolgen  hat.

Die  Bekanntmachung  bzw.  Einladung  hat  die  zu  verhandelnden  Gegenstände  sowie  die
Form  und  die  Stellen  für  Hinterlegung  der  Anteilscheine  anzugeben.  Falls  ein  Mitglied  es  beantragt,
muß  ihm  die  Berufung  der  Hauptversammlung  und  die  Tagesordnung,  sobald  deren  öffentliche
Bekanntmachung  erfolgt,  durch  eingeschriebenen  Brief  auf  seine  Kosten  mitgeteilt  werden.

Anträge  von  Gesellschafts-Mitgliedern,  welche  auf  die  Tagesordnung  der  Hauptversammlung
kommen  sollen,  müssen  mindestens  sechs  Wochen  vorher  dem  Ausfsichtsrate  mitgeteilt  werden  und  von
r  i  «  Mark  Anteilen  unterstützt  sein.
zwansgtausen  In  der  Hauptversammlung  berechtigt  jeder  Anteil  von  Mt.  500  zu  einer  Stimme.

Für  vollbezahlte  Anteile  kann  das  Stimmrecht  nur  dann  ausgeübt  werden,  wenn  dieselben
mindestens  acht  Tage  vor  der  Hauptversammlung  an  einer  der  in  der  Einberufung  angegebenen
Stellen  hinterlegt  worden  sind.  Der  Beifügung  der  Gewinnanteilscheine  und  Ernenerungsscheine
bedarf  es  nicht.  Der  Hinterlegung  der  Anteile  steht  eine  amtliche  Bescheinigung  einer  Behörde,  der
Reichsbank  oder  eines  Notars  über  die  bei  ihnen  hinterlegten  Anteilscheine  gleich.  Der  Aussichtsrat
oder  ein  Ausschuß  desselben  kann  auch  die  Bescheinigung  von  Bankhäusern  und  anderen  Stellen
oder  Personen  über  die  bei  ihnen  hinterlegten  Anteilscheine  für  gleichwertig  erklären.
        <pb n="634" />
        W  554  0

Bei  Hinterlegung  der  Anteilscheine  und  der  ihnen  gleichstehenden  Bescheinigungen  erhalten
die  Hinterleger  einen  Ausweis  über  die  Zahl  und  den  Betrag  ihrer  Anteilscheine,  der  als  Teilnahmekarte
  für  die  Hauptversammlung  gilt.

Gegen  Aushändigung  der  Teilnahmekarten  werden  demnächst  die  hinterlegten  Anteilscheine
und  Bescheinigungen  zurückgegeben.

34.  Zur  Teilnahme  an  den  Hauptversammlungen  sind  die  Gesellschaftsmitglieder
beziehungsweise  deren  gesetzliche  Vertreter  berechtigt.  Dieselben  können  sich  auch  durch  Bevollmächtigte
vertreten  lassen,  welche  jedoch  Mitglieder  der  Gesellschaft  sein  müssen.  Schriftliche  Vollmacht  ist
erforderlich  und  ausreichend.

Die  Zahl  der  Stimmen,  welche  ein  Bevollmächtigter  für  andere  vertreten  darf,  ist  nicht
beschränkt.

§  35.  Wer  durch  die  Beschlußfassung  entlastet  oder  von  einer  Verpflichtung  befreit  werden
soll,  hat  hierbei  kein  Stimmrecht  und  darf  solches  auch  nicht  für  andere  ausüben.  Dasselbe  gilt
von  einer  Beschlußfassung,  welche  die  Vornahme  eines  Rechtsgeschäftes  mit  einem  Mitgliede  oder
die  Einleitung  oder  Erledigung  eines  Rechtsstreites  zwischen  ihm  und  der  Gesellschaft  betriftt.

§  36.  Den  Vorsitz  in  der  Hauptversammlung  führt  der  Vorsitzende  oder  ein  anderes
vom  Aussichtsrate  dazu  bestimmtes  Mitglied  des  Aufsichtsrates,  in  Ermangelung  eines  solchen  ein
von  der  Hauptversammlung  zum  Vorsitz  berufenes  Mitglied  der  Gesellschaft.

Der  Vorsitzende  leitet  die  Verhandlungen  und  ernennt,  falls  dies  erforderlich  ist,  die
Stimmzähler

Die  Beschlüsse  der  Verhandlungen  sind  zu  notariellem  Protokoll,  welches  vom  Vorsitzenden
zu  unterschreiben  ist,  zu  beurkunden.

§5  37.  lber  Gegenstände,  die  nicht  auf  der  Tagesordnung  stehen,  darf  kein  Beschluß  gefaßt
werden,  außer  über  einen  in  der  Hauptversammlung  gestellten  Antrag  auf  Berufung  einer  außerordentlichen
  Hauptversammlung.

§5  38.  Die  Hauptversammlung  ist  entweder  eine  ordentliche  oder  außerordentliche.  Die
ordentliche  Hauptversammlung  findet  in  jedem  Jahre,  zuerst  im  Jahre  1908,  spätestens  im  Monat
Oktober  statt.  In  ihr  werden  insbesondere  folgende  Gegenstände  verhandelt:

1.  Bericht  des  Vorstandes  und  Aufsichtsrates,  Vorlegung  und  Genehmigung  der  Bilanz

nebst  Gewinn=  und  Verlustrechnung  für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr.

2.  Beschlußfassung  über  die  Genehmigung  der  zu  1  bezeichneten  Vorlagen  und  die  Gewinnverteilung

  sowie  über  die  Entlastung  des  Vorstandes  und  Aussichtsrates.

3.  Wahlen  zum  Aufsichtsrate.

Wird  die  Bilanz  nicht  sogleich  genehmigt,  so  kann  die  Haupt-Versammlung  einen  Ausschuß
zur  Nachprüfung  ernennen.

Außerordentliche  Hauptversammlungen  können  von  der  ordentlichen  Hauptversammlung
  und  dem  Aussichtsrate  jederzeit  einberufen  werden.

Die  Berufung  muß  außerdem  erfolgen  auf  Verlangen

1.  der  Aufsichtsbehörde  oder  des  von  ihr  bestellten  Kommissars,

2.  von  Gesellschaftsmitgliedern,  welche  mindestens  ein  Zwanzigstel  des  Gesamtkapitals  der

Gesellschaft  besitzen  oder  vertreten.

Diese  Mitglieder  haben  unter  gleichzeitiger  Hinterlegung  ihrer  Anteilscheine  dem  Aussichtsrate
  zur  Vorlage  an  die  Hauptversammlung  einen  schriftlichen  Antrag  einzureichen.

Auf  ein  derartiges  Verlangen  ist  die  Versammlung  binnen  zehn  Tagen  unter  Bekanntgabe
der  zu  verhandelnden  Gegenstände  einzuberufen.  .

40.  Die  Beschlüsse  der  Hauptversammlung  werden,  abgesehen  von  den  Bestimmungen
des  §  41,  durch  einfache  Stimmenmehrheit  der  abgegebenen  Stimmen  gefaßt.  Im  Falle  der
Stimmengleichheit  gilt  der  gestellte  Antrag  als  abgelehnt.

Die  Wahlen  finden,  falls  gegen  eine  andere  vorgeschlagene  Abstimmungsart  Einspruch
erhoben  wird,  durch  Abgabe  von  Stimmzetteln  statt  und  werden  nach  relativer  Stimmenmehrheit
entschieden,  so  daß  die  Personen  als  gewählt  gelten,  welche  die  meisten  Stimmen  erhalten  haben.
Bei  Stimmengleichheit  findet  eine  engere  Wahl  zwischen  denen,  welche  die  gleiche  Anzahl  von
Stimmen  erhalten  haben,  statt.  Beim  eventl.  zweiten  Falle  entscheidet  das  Los.

41.  Über  folgende  Gegenstände:

1.  die  Auflösung  der  Gesellschaft  oder  die  Umwandlung  ihrer  rechtlichen  Form,

2.  die  Abänderung  des  Gegenstandes  des  Unternehmens,

3.  die  teilweise  Zurückzahlung  oder  die  Herabsetzung  des  Grundkapitals
        <pb n="635" />
        555  20

kann  nur  mit  einer  Mehrheit  von  mindestens  zwei  Dritteln  der  in  der  Hauptversammlung  vertretenen
  Stimmen,  welche  mindestens  die  Hälfte  des  Grundkapitals  ausmachen  müssen,  Beschluß  gefaßt
  werden.

Falls  in  dieser  Versammlung  die  Hälfte  des  Grundkapitals  nicht  vertreten  ist,  muß  eine
zweite  Hauptversammlung  innerhalb  4  Wochen  einberufen  werden,  welche  ohne  Rücksicht  auf  die
Höhe  des  vertretenen  Grundkapitals  über  die  betreffenden  Vorlagen  Beschluß  fassen  kann.  Bei  der
Einberufung  der  zweiten  Versammlung  ist  hierauf  ausdrücklich  hinzuweisen.

rl42.  Ansprüche  der  Gesellschaft  gegen  ihre  Organe  aus  deren  Geschäftsführung  müssen
geltend  gemacht  werden,  wenn  es  in  der  Hauptversammlung  mit  einfacher  Stimmenmehrheit  beschlossen
  wird.  Zur  Führung  des  Rechtsstreites  kann  die  Haupt-Versammlung  besondere  Vertreter
wählen.  Die  Vorschriften  der  §§  269,  270  H.  G.  B.  finden  entsprechende  Anwendung.  Alle  derartigen
  Ansprüche  verjähren  jedoch  in  5  Jahren,  beginnend  mit  derjenigen  Handlung  und  Unterlassung,
  auf  welche  der  Ersatzanspruch  begründet  wird.

IV.  Abschluß,  Ermittlung  und  Verteilung  des  Gewinnes  und  Rücklagen.

§  43.  Das  Geschäftsjahr  ist  das  Kalenderjahr.  Das  erste  Geschäftsjahr  umfaßt  den  Zeitraum
  bis  zum  31.  Dezember  1907.

§  44.  Der  Vorstand  hat  für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr  die  Bilanz  nebst  Gewinn=  und
Verlust-Rechnung  aufzustellen  und  mit  einem  den  Vermögensstand  und  die  Verhältnisse  der  Gesellschaft
  entwickelnden  Berichte  dem  Aussichtsrate  vorzulegen.  Diese  Schriftstücke  sind  demnächst  mit
den  Bemerkungen  des  Aufsichtsrates  versehen,  vierzehn  Tage  vor  der  Hauptversammlung  im  Geschäftslokale
  der  Gesellschaft  zur  Einsicht  der  Mitglieder  auszulegen.  4

#§  45.  Die  den  Mitgliedern  des  Vorstandes  und  den  Beamten  der  Gesellschaft  vertragsmäßig
  zugestandenen  Tantiemen  oder  Prämien  und  die  feste  Vergütung  des  Aufsichtsrates  werden
als  Geschäftsunkosten  vor  Abschluß  gebucht.

§  46.  Der  aus  der  festgesetzten  Bilanz  sich  ergebende  Überschuß  der  Aktiva  über  die  Passiva
bildet  den  Reingewinn  der  Gesellschaft.

Der  Reingewinn  wird  wie  folgt  verteilt:

a)  Zunächst  werden  mindestens  5  vom  Hundert  der  ordentlichen  Rücklage  zugeführt,  bis
diese  eine  Höhe  von  25  vom  Hundert  des  eingezahlten  Grundkapitals  erreicht  bezw.
wieder  erreicht  hat,  nachdem  sie  angegriffen  war.

b)  Sodann  erhalten  die  Mitglieder  der  Gesellschaft  bis  zu  5  vom  Hundert  auf  das  einbezahlte
  Grundkapital.  «

c)VomverbleibendenRefterhältderAnffichtsratzchnvomHundertalsGewinnanteil·

d)  Ein  etwa  verbleibender  Rest  wird  unter  die  Mitglieder  als  weitere  Dividende  verteilt,
soweit  nicht  die  Hauptversammlung  anders  bestimmt.

8  47.  Die  ordentliche  Rũcklage  dient  zur  Deckung  etwaiger  Verluste.

8  48.  Die  Auszahlung  der  Dividende  erfolgt  in  bezug  auf  die  nicht  vollgezahlten  Anteile
an  die  zur  Zeit  im  Mitgliederverzeichnis  eingetragenen  Mitglieder.  Auf  die  vollgezahlten  Anteile
erfolgt  die  Auszahlung  einer  Dividende  spätestens  einen  Monat  nach  der  Hauptversammlung,  welche
die  Dividende  beschlossen  hat,  gegen  Einlieferung  der  Gewinnanteilscheine.  Der  Beschluß  über  Verteilung
  einer  Dividende  ist  zu  veröffentlichen.  Dividenden,  welche  vier  Jahre  nach  dem  Zeitpunkte
der  Fälligkeit  nicht  abgehoben  sind,  verfallen  zugunsten  der  Gesellschaft.

 

V.  Bekanntmachungen.

8  49.  Die  nach  diesen  Satzuugen  erforderlichen  Bekanntmachungen  erfolgen  im  „Deutschen
Reichsanzeiger  und  Königlich  Preußischen  Staatsanzeiger“".  Der  Ausiichtsrat  kamn  noch  andere
Blätter  bestimmen,  jedoch  ist  die  Bekanntmachung  im  Reichsanzeiger  allein  stets  ausreichend  und  für
den  Lauf  der  von  der  Bekanntmachung  ab  zu  rechnenden  Fristen  entscheidend.

VI.  Auflösung  der  Gesellschaft.
*  50.  Die  Auflösung  der  Gesollschaft  erfolgt:
a)  auf  Beschluß  der  Hauptversammlung,

b)  bei  Eröffnung  des  Konkurses  über  das  Vermögen  der  Gesellschaft,
c)  wenn  die  Zahl  der  Mitglieder  auf  weniger  als  fünf  herabsinkt.
        <pb n="636" />
        W  556  20

§5  51.  Für  die  Liquidation  gelten  die  Vorschriften  der  §§  48—52  des  B.  G.  B.  Die
Hauptversammlung  ernennt  die  Liquidatoren.

Bis  zur  Beendigung  der  Liquidation  verbleibt  es  bei  der  bisherigen  Organisation  der  Gesellschaft
  und  ihrem  Gerichtsstande.

VII.  Aufsichtsbehörde.

§5  52.  Die  Ausfsicht  über  die  Gesellschaft  wird  von  dem  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,
Kolonial-Abteilung)  oder  der  etwa  durch  Reichsgesetz  oder  Verordnung  zu  bestimmenden  sonstigen
Reichsbehörde  geführt.  Die  Aufsicht  beschränkt  sich,  soweit  nicht  in  diesen  Satzungen  etwas  anderes
bestimmt  ist,  darauf,  daß  die  Geschäftsführung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Vorschriften  und  den
Bestimmungen  der  Satzungen  erfolgt.

Der  von  dem  Reichskanzler  bestellte  Kommissar  ist  berechtigt,  auf  Kosten  der  Gesellschaft  an
jeder  Verhandlung  des  Aussichtsrates  und  jeder  Hauptversammlung  teilzunehmen,  die  Aufnahme  bestimmter
  Gegenstände  in  die  Tagesordnung  der  Hauptversammlung  (ordentlichen  wie  außerordentlichen)
  sowie  von  dem  Aussichtsrate  der  Gesellschaft  jederzeit  Bericht  über  die  Angelegenheiten  zu
verlangen,  die  Bücher  und  Schriften  derselben  einzusehen,  oder  auf  Kosten  der  Gesellschaft  eine
Revision  der  Geschäftsführung  durch  einen  oder  mehrere  vereidete  Sachverständige  anzuordnen,
schließlich  auf  Kosten  der  Gesellschaft,  wenn  dem  Verlangen  der  dazu  berechtigten  Mitglieder  nicht
entsprochen  wird  (§  39),  oder  aus  sonst  wichtigen  Gründen,  eine  Sitzung  des  Aufssichtsrates  oder
eine  außerordentliche  Hauptversammlung  zu  berufen.

§5  53.  Der  Genehmigung  der  Aufsichtsbehörde  sind  die  Beschlüsse  der  Gesellschaft  unterworfen,
  nach  welchen  eine  ÄAnderung  oder  Ergänzung  der  Satzungen  oder  die  Aufnahme  von  Anleihen
  oder  die  teilweise  Zurückzahlung  des  Grundkapitals  oder  die  Vereinigung  der  Gesellschaft  mit
einer  anderen  oder  die  Umwandlung  ihrer  rechtlichen  Form  oder  die  Auflösung  des  Unternehmens
oder  die  Verwertung  des  Gesellschafts-Vermögens  durch  Veräußerung  im  ganzen  erfolgen  soll.

§5  54.  Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann  a.  D.  Walter  von  St.  Paul-Illaire  zu  Köln  überträgt
  seine  ihm  durch  Erbschaft  von  seinem  verstorbenen  Vater,  dem  Hofmarschall  a.  D.  Ulrich
von  St.  Paul-Illaire  zu  Fischbach,  Riesengebirge,  überkommenen  Besitzungen  in  Deutsch-Ostafrika,
ebenso  wie  diejenigen  Pachtrechte  in  bezug  auf  Land  im  Süden  des  Schutzgebietes,  welche  das
Kaiserliche  Gouvernement  ihm  nach  den  jetzt  im  Schutzgebiete  geltenden  Bestimmungen  zugesagt  hat,
mit  allen  Rechten  und  Pflichten  auf  die  Gesellschaft  gegen  eine  Zahlung  von  Mk.  75  000  in  bar
und  Mk.  225  000  in  Anteilen,  welche  als  voll  bezahlt  gelten.  Die  Gesellschaft  tritt  in  seine  sämtlichen
  auf  den  genannten  Objekten  ruhenden  Rechte  und  Pflichten  ein.  Herr  von  St.  Paul-Illaire
übernimmt  es  indes,  die  auf  dem  Lande  am  Kihuhwi  stehende  Hypothek  sofort  zur  Löschung  zu  bringen.

VIII.  Ubergangsbestimmungen.

#§*  55.  Nachdem  die  Gesellschaft  durch  Annahme  dieses  Gesellschafts-Vertrages  errichtet
worden  ist,  wird  im  Anschlusse  an  die  Errichtung  von  den  anwesenden  bzw.  vertretenen  Gesellschaftern
  der  erste  Aussichtsrat,  ohne  daß  es  der  Beobachtung  weiterer  Förmlichkeiten  bedarf,  gewählt.

Die  anwesenden  gewählten  Aufsichtsrats-Mitglieder  treten  im  Anschluß  hieran  zur  ersten
Sitzung  des  Aussichtsrates  zusammen.  Sie  sind  ohne  Rücksicht  auf  ihre  Zahl  beschlußfähig  und
wählen  den  Vorsitzenden  des  Aufsichtsrates  und  dessen  Stellvertreter  sowie  den  Vorstand.

Der  erste  Aussichtsrat  wird  ermächtigt,  durch  seinen  Vorsitzenden  die  Genehmigung  dieser
Satzungen  bei  dem  Reichskanzler  und  die  im  §  11  des  Schutzgebietsgesetzes  vorgesehene  Verleihung
der  Rechte  einer  juristischen  Person  beim  Bundesrate  nachzusuchen.

Der  Vorsitzende  des  ersten  Aussichtsrates  wird  ferner  ermächtigt,  Abänderungen  oder  Ergänzungen
  der  Satzungen,  die  von  Reichsbehörden  gefordert  werden,  rechtsgültig  vorzunehmen.

Verordnung  des  GCouverneurs  von  Ramerun,  betr.  die  Verabfolgung  von  geistigen
Getränken  an  die  farbigen  Angehörigen  der  Kalserlichen  Schutztruppe  und  Dolizeitruppe.
Vom  21.  März  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)
wird  verordnet,  wie  folgt:
        <pb n="637" />
        W  557  20

§  1.  Die  Verabfolgung  von  Wein,  Bier,  Branntwein  und  ähnlichen  berauschenden  Getränken
  an  die  farbigen  Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  und  Polizeitruppe  ist  nur  gegen
Vorzeigung  einer  schriftlichen  Erlaubnis  eines  weißen  Vorgesetzten  derselben  gestattet.

5  2.  Die  Verabfolgung  der  im  §  1  genannten  Getränke  an  solche  Personen,  von  denen
der  Verabfolger  weiß,  daß  sie  Familienangehörige  oder  Bediente  eines  Angehörigen  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  oder  Polizeitruppe  sind,  ist  verboten,  es  sei  denn,  daß  dieselben  als  Beauftragte
handeln  und  im  Besitze  der  Erlaubnis  sind.

§  3.  Zuwiderhandlungen  gegen  die  vorstehende  Bestimmung  werden  an  Nichteingeborenen
mit  Geldstrafe  bis  zu  150  Mark,  im  Wiederholungsfalle  bis  zu  500  Mark,  im  Nichtbeitreibungsfalle
mit  Haft  oder  Gefängnis  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  des  Strafgesetzbuchs,  an  Eingeborenen
nach  den  Bestimmungen  der  Reichskanzler-Verfügung  vom  22.  April  1896  (Kol.  Bl.  S.  241)  bestraft.

§5  14.  Die  Bekanntmachung  für  die  Dualadörfer  Tokoto,  Joßdorf,  Belldorf  und  Akwadorf,
betreffend  den  Verkehr  der  Eingeborenen  mit  den  Gouvernementssoldaten,  vom  24.  Mai  1894  sowie
der  Gouvernementsbefehl,  betreffend  den  Verkauf  geistiger  Getränke  an  farbige  Schutztruppenangehörige,
vom  19.  April  1901  werden  aufgehoben.

§  5.  Vorstehende  Verordnung  tritt  am  1.  Juni  1907  in  Kraft.

Buca,  den  21.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Gleim.

Verordnung  des  Couverneurs  von  KRamerun,  betr.  den  K#melde  zwang  von
Erwerbsniederlassungen.
Vom  23.  März  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  Seite  509)
wird  verordnet,  wie  folgt:

#5s  1.  Erwerbsgesellschaften  jeder  Art,  ebenso  Erwerb  jeder  Art  treibende  einzelne  Personen
sind  verpflichtet,  von  der  Errichtung  von  allen  Niederlassungen  im  Schutzgebiete  der  Verwaltungsbehörde
  (Bezirksamt,  Residentur,  Station)  Anzeige  zu  erstatten,  in  deren  Bezirke  die  Niederlassung
belegen  ist.  Diese  Vorschrift  findet  auf  Wanderhändler  keine  Anwendung.

Die  Anzeige  muß  binnen  einer  Woche  nach  erfolgter  Niederlassung  bei  d  3  Verwaltungsbehörde
  eingehen,  sofern  die  Niederlassung  am  Sitze  dieser  Behörde  belegen  ist.  Andernfalls  verlängert
  sich  die  Frist  um  die  Zeit,  in  der  eine  Nachricht  vom  Orte  der  Niederlassung  dorthin
gelangen  kann.

Der  Anmeldung  ist  ein  Verzeichnis  des  in  der  Niederlassung  beschäftigten  Personals  beizufügen;
  bei  dem  eingeborenen  Personal  ist  auch  die  Stammesangehörigkeit  anzugeben.  Am  1.  Jannar
jeden  Jahres  ist  das  Verzeichnis  von  neuem  aufzunehmen  und  der  im  Absatz  1  genannten  Berwaltungsbehörde
  zuzusenden.

8  2.  Zuwiderhandlungen  gegen  §  1  werden  an  Nichteingeborenen  mit  Geldstrafe  bis  zu
150  Mark,  im  Wiederholungsfalle  bis  zu  1000  Mark,  im  Nichtbeitreibungsfalle  mit  Haft  oder  Gefängnis
  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  des  Strasgesetzbuchs,  au  Eingeborenen  nach  den  Bestimmungen
  der  Reichskanzler-Verfügung  vom  22.  April  1896  (Kol.  Bl.  Seite  241)  bestraft.

3.  Die  Verordnung,  betreffend  den  Anmeldezwang  der  Zweigfaktoreien  und  Zweigniederlassungen
  in  Kamerun,  vom  22.  März  1902  (Kol.  Bl.  Seite  211)  wird  aufgehoben.

8  4.  Diese  Verordnung  tritt  an  dem  Tage  ihrer  Verkündung  in  Kraft.

Buea,  den  23.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

Ju  Vertretung:  Gleim.
        <pb n="638" />
        558  20

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  Rusdehnung  ber  Verordnung  über
Kleinverkauf  und  Kusschank  von  Branntwein.)
Vom  2.  Mai  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  und  des
5  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  seemannsamtlichen  und  konsularischen  Befugnisse
und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom
27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)  wird  folgendes  verordnet:

§  1.  Die  Bestimmungen  der  Verordnung,  betreffend  die  Neuregelung  des  Kleinverkaufs
und  Ausschanks  von  Branntwein  im  Togogebiet,  vom  28.  März  1900  (Kol.  Bl.  S.  535)  finden  auch
auf  die  an  den  Bahnstrecken  des  Schutzgebietes  oder  in  einer  Entfernung  bis  zu  5  km  von  der
Eisenbahnhaltestelle  gelegenen  Orte  Anwendung.

§5  2.  Die  unmittelbare  Umgebung  einer  Ortschaft  im  Sinne  des  §  1  der  Verordnung  vom
28.  März  1900  umfaßt  einen  Kreis  von  5  km  Halbmesser.

Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Juli  1907  in  Kraft.

Lome,  den  2.  Mai  1907.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Bekanntmachung  des  GCouverneurs  von  Togo,  betr.  den  Gouvernementsrat.
Vom  16.  April  1907.
Zu  außeramtlichen  Mitgliedern  des  Gonvernementsrates  für  das  Rechnungsjahr  1907/08
sind  ernannt  die  Herren:

Kaufmann  Armerding,  Kaufmann  Richers  und
Kaufmann  Freese,  Prflanzungsleiter  Woekel;
Kaufmann  Grunitzky,

zu  außeramtlichen  stellvertretenden  Mitgliedern  die  Herren:
Kaufmann  Ebner,  l  Kaufmann  Lutze  und

Kaufmann  Hundt,  «  Pflanzungsleiter  Schleinitz.
Kaufmann  Klingler,

Lome,  den  16.  April  1907.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

 

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Leiter  der  Forstverwaltung
des  ostafrikanischen  Schutzgebiets,  Königlichen  Oberförster  Otto  Eckert  in  Daressalam,  den  Charakter
als  Kaiserlicher  Regierungs=  und  Forstrat  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  König  von  Württemberg  hat  geruht,  dem  Bezirksrichter  Adae
beim  Gouvernement  von  Kamerun  das  Ritterkrenz  1.  1.  Klasse  des  Friedrichsordens  zu  verleihen.

Im  Reichs-Kolonialamt  sind  mit  Wirkunger  vom  1.  April  d.  Is.  ernannt  worden:

Zu  Geheimen  expedierenden  Sekretären  und  Kalkulatoren  die  bisherigen  Militär-Intendantursekretäre
Elste,  Beck,  Wienstein,  Schulz  (Franz),  Kutzner  und  Fleischmann;

zum  Geheimen  Registrator  der  bisherige  Ober-Militär-Intendantursekretär  Meyer  (Franz).

*)  Vom  28.  März  1900  (Kol.  Bl.  S.  535
        <pb n="639" />
        559  20

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schuttruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  28.  Mai  1907.
Freiherr  v.  Schleinitz,  Major,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  als  Stabsoffizier,  zum
Kommandeur  der  Schutztruppe  ernannt.
Johannes,  überzähliger  Major  beim  Stabe  der  Schutztruppe,  das  Gehalt  seines  Dienstgrades  erhalten.

F  A.  K.  O.  vom  6.  Juni  1907.
Am  17.  Juni  scheiden  aus  dem  Heere  ans  und  werden  mit  18.  Juni  d.  Is.  in  der  Schutztruppe
angestellt:
die  Oberleutnauts:
v.  Trotha  im  2.  Garde-Regiment  zu  Fuß  und
v.  Diezelsky  im  Kürassier-Regiment  Kaiser  Nikolaus  I.  von  Rußland  (Brandenburgischen)  Nr.  6;
die  Leutnants:
Braunschweig  im  1.  Nassanischen  Jufanterie-Regiment  Nr.  87,
Bock  v.  Wülfingen  im  Infanterie-Leibregiment  Großherzogin  (3.  Großherzoglich  Hessischen)  Nr.  117,
Rothert  im  Infanterie-Regiment  Prinz  Friedrich  der  Niederlande  (2.  Westfälischen)  Nr.  15,
Rabe  v.  Pappenheim  (Burkhard)  im  2.  Garde-Regiment  zu  Fuß  und
Winterer  (Wilhelm)  im  5.  Badischen  Infanterie-Regiment  Nr.  113.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  28.  Mai  1907.
Dr.  Jacobs  und
Zweigert,  Feldintendanturräte,  früher  Königlich  Preußische  Militär-Intendant  i,  zu  Intendanturräten
  unter  Beilegung  eines  Dienstalters  vom  17.  Mai  1907  ernannt.

Verfügung  des  Reichs-Kolouialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  22.  Mai  1907.

Venth,  Oberapotheker,  mit  dem  31.  Mai  d.  IJs.,  behufs  Übertritts  zu  den  Oberapothekern  der  Reserve
  (Bezirkskommando  Ratibor),  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Voit,  Leutnant  der  Reserve,  eingezogen  zur  Verstärkung  der  Schutztruppe,  mit  dem  31.  Mai  d.  Is.
aus  dem  dienstlichen  Verhältuis  zur  Schutztruppe  ausgeschieden.

Iwißki,  Oberveterinär,  mit  dem  31.  Mai  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Prenßischen  Heeresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  27.  Mai  1907.

Jacobsen,  Oberveterinär,  mit  dem  31.  Mai  d.  Is.,  behufs  Rücktritts  zu  den  Oberveterinären  der
Reserve  (Bezirkskommando  1  Hamburg),  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  31.  Mai  1907.
Widdecke,  Leutnant  der  Seewehr  I.  Aufsgebots,  eingezogen  zur  Verstärkung  der  Schutztruppe,  mit
dem  31.  Mai  d.  Is.  aus  dem  dienstlichen  Verhältnis  zur  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichs-Nolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  3.  Juni  1907).

Stücker,  Feldintendantursekretär,  der  Titel  Ober-Intendantursekretär  mit  einem  Dienstalter  als  solcher
vom  29.  Mai  1907  verliehen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
der  Schutztruppen  sfolgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
Schuttruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  21.  Mai  1907.
Das  Militär-Ehrenzeichen  1.  Klasse:

N  .--dem
  Sanitätsunteroffizier  Patriok.
        <pb n="640" />
        6  560  2e.C

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  21.  Mai  1907.
Den  Roten  Adler-Orden  3.  Klasse  mit  der  Schleife  und  Schwertern:
dem  Oberst  van  Semmern,  Kommandeur  des  2.  Ermländischen  Infanterie-Regiments  Nr.  151,
bisher  in  der  Schutztruppe;
die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Hauptleuten:
v.  Klitzing  im  7.  Badischen  Infanterie-Regiment  Nr.  142,  bisher  in  der  Schutztruppe,
Brentano  im  1.  Feldregiment,
v.  Rappard  in  der  1.  Etappenkompagnie  und
dem  Hauptmann  der  Reserve  des  Infanterie-Regiments  Freiherr  von  Sparr  (3.  Westfälischen)  Nr.  16
Frhrn.  v.  Wangenheim;
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Hauptleuten:
Frhru.  v.  Gall  im  großen  Generalstabe,
v.  Mülmann  im  Garde-Füsilier-Regiment,
Wulff  im  2.  Ober-Elsässischen  Feldartillerre-Regiment  Nr.  51,  sämtlich  bisher  in  der  Schutztruppe,
v.  Puttkamer  im  Eisenbahn-Bataillon,
Blume  in  der  2.  Etappenkompagnie  und
v.  der  Oelsnitz  in  der  5.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Strercius,  Oberleutnant  im  1.  Feldregiment  und
Clemm,  Königlich  Bayerischer  Hauptmann  a.  D.,  zuletzt  im  1.  Bayerischen  Feldartillerie-Regiment
König,  früher  in  der  Schutztruppe;
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande  mit  schwarzer
Einfassung:
dem  evangelischen  Divisionspfarrer  Seewald  beim  Kommando  der  Schustruppe,
den  Stabsärzten  Dr.  Maillefort  und  Dr.  Nägele  bei  den  Feldlazaretten,
Dr.  Schlüter  in  der  Landwehr  1.  Aufgebots  (III  Berlin),
Dr.  Heckenlauer,  Königlich  Bayerischer  Stabsarzt,  Bataillonsarzt  beim  9.  Bayerischen  Infanterie-Regiment
  Wrede  und
Kaumann,  Königlich  Sächsischer  Kriegsgerichtsrat,  bei  der  3.  Sächsischen  Division  Nr.  32,  kommandiert
  beim  Sächsischen  Kriegsministerium,  diese  letzten  drei  bisher  in  der  Schustruppe;
die  Schwerter  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse:
den  Majors  Sieberg  und  Rentel  im  2.  Feldregiment,
den  Hauptleuten  Heye  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos,
Heuck  in  der  5.  Etappenkompagnie  und
Schmidtborn  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung;
den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Majors  Langer  im  1.  Feldregiment,
v.  Freyhold  im  2.  Feldregiment,
Friedrich,  Kommandeur  des  Eisenbahn-Bataillons  und
Maercker  im  Reichskolonialamt,  bisher  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos;
die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse:
dem  Major  Scherbening,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Chefs  des  Generalstabes;
den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande  mit
schwarzer  Einfassung:
dem  Geheimen  Regierungsrat  Nachtigall  im  Reichskolonialamt,  bisher  Intendanturrat  und  Intendanturvorstand
  der  Schutztruppe;
den  Königlichen  Kronen-Orden  1.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Oberleutnants  Döring  im  Feldvermessungstrupp,
Freiherrn  v.  Elverfeldt  in  der  Feldsignal-Abteilung,
        <pb n="641" />
        G  561  20

Graf  v.  Carmer,

Claus  und  Metz  im  1.  Feldregiment,

Rohe  in  den  Ersatzkompagnien  des  1.  Feldregiments,

Molidre,  Christiani,  Goetz,  v.  Bismarck  und  Weiß  im  2.  Feldregiment,

Deuringer  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,

Randt  im  Eisenbahn-Bataillon,

Raabe  in  der  2.  Etappenkompagnie,

Rudolph  und  Häublein  in  der  5.  Etappenkompagnic,

Emmerling  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

Block  in  der  IV.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,

Rechtern  und  Schuls  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  und

dem  Hauptmann,  bisher  Oberlentnant,  Strehlke  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,

den  Leutnants  Fritsche,  v.  Saldern,  Gaede  und  Bullrich  im  1.  Feldregiment,

v.  Raven,  Braun,  v.  Kathen,  Kalan  vom  Hofe,  Kleeberg  und  Schwink  im  2.  Feldregimen

Hähle,  Leutz,  Genschow  und  Zollenkopf  in  den  Ersatzkompagnien  des  2.  Feldregiments,

Klausa  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,

Halske  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,

Clorer  und  Bernhardt  im  Eisenbahn-Bataillon,

Motschenbacher,  Schmidt  und  v.  Sichart  in  der  1.  Etappenkompagnie,

Nörr  in  der  l.  Feldtelegraphen-Abteilung,

Jochmann  in  der  I.  Funkentelegraphen-Abteilung,

Zinken  in  der  II.  Funkentelegraphen-Abteilung,

Sohn  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,

Mayr  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

Kloecmann  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

Blome  und  Kempe  in  der  IV.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,

Elschner,  Schrewe  und  Ritter  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung.

Ferner:
den  früheren  Angehörigen  der  Schutztruppe:

dem  Hauptmann,  bisher  Oberleutnant,  Doering  in  der  1.  Ingenieur-Juspektion,  diesem  unter
Belassung  des  ihm  unter  dem  29.  Mai  1904  verliehenen  Königlichen  Kronen-Ordens  4.  Klasse,

den  Oberleutnants  Cruse  im  Grenadier-Regiment  König  Friedrich  I.  (4.  Ostpreußischen)  Nr.  5  und

Oammann  im  Ostfriesischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  60.

den  Leutnants  v.  Stuckrad  im  Jufanterie-Regiment  Großherzog  Friedrich  Franz  II.  von  Mecklenburg-Schwerin
  (4.  Brandenburgischen)  Nr.  21,

v.  Oppen  im  1.  Brandenburgischen  Dragoner-Regiment  Nr.  2  und

Rahn  im  Feldartillerie-Regiment  Prinz  August  von  Preußen  (1.  Litthauischen)  Nr.  1,

den  Königlich  Sächsischen  Leutnants  Sievert  im  10.  Sächsischen  Infanterie-Regiment  Nr.  134  und
Frhr.  von  und  zu  Mannsbach  im  2.  Sächsischen  Husaren-Regiment  Königin  Carola  Nr.  19

dem  Königlich  Württembergischen  Lentnant  Meßbauer  im  Füsilier-Regiment  Kaiser  Franz  Joseph
von  Osterreich,  König  von  Ungarn  (4.  Württembergischen)  Nr.  122,  "n

den  Leutnants  der  Reserve  Krause,  des  Kaiser  Franz  Garde-Grenadier-Regiments  Nr.  2  (III.  Berlin)

v.  Kameke,  des  Jufanterie-Regiments  Graf  Schwerin  (3.  Pommerschen)  Nr.  14  (I.  Darmstadt)  und

Krneger,  des  Telegraphen-Bataillons  Nr.  1  (III.  Berlin),

dem  Königlich  Bayerischen  Leutnant  der  Reserve  Frhr.  v.  Reitzenstein,  des  7.  Bayerischen
Infanterie-Regiments  Prinz  Lcopold,

dem  Leutnant  der  Seewehr  1.  Aufgebots  Widdecke,

dem  Oberlentnant  a.  D.  v.  Harder,  zuletzt  im  8.  Ostprenßischen  Infanterie-Regiment  Nr.  45,  und

dem  Königlich  Sächsischen  Oberleutnant  a.  D.  Daubenkropf  in  Bautzen,  zuletzt  Leutnant  in  der
II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  der  Schutztruppe;

die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse:
dem  Hauptmann,  bisher  Oberleutnant,  Ehrenberg  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  1,  bisher  in  der
Schustruppe,  ·
dem  Oberleutnant  Krueger  im  2.  Feldregiment,
dem  Leutnant  Meier  im  Eisenbahn-Bataillon,
        <pb n="642" />
        W  562  20

dem  Königlich  Sächsischen  Oberleutnant  v.  Römer  im  6.  Sächsischen  Infanterie-Regiment  Nr.  105
„König  Wilhelm  II.  von  Württemberg“  und
dem  Oberlentnant  der  Landwehr-Infanterie  1.  Aufgebots  Köhler  (I.  Berlin);

den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande  mit
schwarzer  Einfassung:
den  Oberärzten  Dr.  Dreist  bei  der  Unteroffiziervorschule  in  Neubreisach,  bisher  in  der  Schutztruppe,
Wün  luu  bei  der  I.  Feldtelegraphen-Abteilung,
Schwengberg  und  Lindner  bei  den  Feldlazaretten,
rn  Oberarzt  a.  D.  Dr.  Andresen,  bisher  bei  den  Feldlazaretten,
dem  Zahnarzt  Koester,
dem  Oberapotheker  Kittel,
den  Feldlazarett-Rendanten  Neumann  und  Nuhn,  letzterer  beim  Etappenlazarett  Okahandjia,
dem  Stabsveterinär  Hancke  beim  Stabe  des  Etappenkommandos  Süd,
den  Oberveterinären  Reske  beim  3.  Garde-Feldartillerie-Regiment  und
Gesch  beim  Feldartillerie-Regiment  Großherzog  (1.  Badischen)  Nr.  14,  bisher  in  der  Schutztruppe,
dem  Oberveterinär  a.  D.  Neumann,  bisher  beim  1.  Feldregiment,
den  Zahlmeistern  Lindner  beim  1.  Feldregiment,
Buhrow  beim  Eisenbahn-Bataillon,
Kniepändl  bei  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Heitzmann  bei  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen--Abteilung,
Stiel  bei  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Habrich  bei  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Auffahrt  bei  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Meyer-Ewert  bei  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,
Sachtleben  beim  Infanterie-Regiment  Markgraf  Karl  (7.  Brandenburgischen)  Nr.  60  und
Borrmann,  zugeteilt  dem  4.  Unter-Elsässischen  Infanterie-Regiment  Nr.  143,  bisher  bei  der
Schutztruppe;
das  schwarze  Band  mit  weißer  Einfassung  zum  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse
mit  Schwertern  an  Stelle  des  früher  verliehenen  weißen  Bandes  mit  schwarzer
Einfassung:
dem  Oberveterinär  Borowski  im  1.  Feldregiment;
das  Militär-Ehrenzeichen  1.  Klasse:
dem  Sergeanten  der  Seewehr  Heyer,
den  Feldwebeln  Koch,  Neumann,  Hassel,  Haßforth,  Köhler,  Rickert,  Schuldt,  Rüdiger,
Ihling,  Bernhardi,  Schlink  und  Firlus,
dem  Wachtmeister  Henkelmann,
den  Bizefeldwebeln  Meyen  und  Rinkleib,
dem  Bizefeldwebel  der  Reserve  Stauffert,
den  Sergeanten  Hackbarth,  Kintscher  und  Vogel,
dem  Sanitätssergeanten  Pack,
den  Unteroffizieren  Walkhoff,  Luchterhand,  Bethge  und  Buchholz,
dem  Unteroffizier  der  Reserve  Painczyk  und
dem  Gefreiten  Osterreich;
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:
dem  Oberfenerwerker  Heinrich,
den  Unterzahlmeistern  Pankert,  Nowack,  Biedebach,  Schulze,  Lange,  Hintze,  Leist,  Giesler,
Molling,  Lindner,  Behrendt,  Freye,  Thumstätter,  Leopold,  Rothenbacher
und  Schreiber,
dem  Waffenmeister  Klesse,
den  Feldwebeln  Kiep,  Wieja,  Biersohn,  Leiser,  Wiedemann,  Bossenberger,  Prüfer,
Wohlfahrt,  Wotzka,  Bünz,  Senk,  Neumann,  Mehnert,  Kelnhofer,  Wiesc,
Kmelisch  und  Beier,
den  Sanitätsfeldwebeln  Moch,  Schwardt,  Möhle  und  Kenneke,
dem  Lazarett-Berwaltungsaspiranten  Roddewig,
den  Vizefeldwebeln  Wolcke,  Krakies,  Jüttemann,  Schaub,  Nüske  und  Helkriegel,
        <pb n="643" />
        563

dem  Vizefeldwebel  der  Reserve  Nohturfft,

den  Vizewachtmeistern  Schwedt,  Maier,  Keßler  und  Schwinning,

den  Sergeanten  Rietz,  Heinz,  Loos,  Lüth,  Röhm,  Kurbjuhn,  Schneider,  Kugland,  Hupel,
Hagen,  Wrobel,  Paland,  Peters,  Lindemann,  Rentel,  Porath,  Kindel,
Ahlers,  Knorr,  Streibel,  Michalek,  Ebermann,  Lemmin,  Thiel,  Krehe,
Kwiatkowsky,  Hoffmann,  Butter,  Laubinger,  Kadur,  Schmidt,  Eltze,  Manischewski,
  Eggersglüß,  Diener,  Rispeter,  Kuchenbäcker,  Lehnung,  Hoewert,
Wiesemann,  Carstensen,  Schulz,  Schmid,  Schmidt,  Lippold,  Böckling,  Göhrs,
Palm,  Grahlmann,  Windheuser,  Morawietz,  Hoffmeyer,  Hoeppner,  Döpel,
Hucke,  Augar,  Palm  und  Harms,

den  Sergeanten  (Trompeter)  Edling  und  Holzhüter,

den  Sanitätssergeanten  Kuhn,  Schlesok,  Petschick,  Harms,  Breitwieser,  Dronia,  Honig,
Stuck,  Bartels,  Rühl,  Herrmann,  Pofahl,  Tietz,  Ackermann,  Pillack,  Schmit,
Heldmaier,  Stasch  und  Volkert,

den  Unteroffizieren  Hartwig,  Wenzel,  Sitzler,  Rabehl,  Rudat,  Oberßeit,  Werner,  Fölisch,
Kielhorn,  Reddig,  Zelt,  Maletz,  Lisiecki,  Karthäuser,  Wernicke,  Staudinger,
Szewzyk,  Gentz,  Groß,  Jordan,  Kollatz,  Müller  II  (9.  Kompagnie  1.  Feldregiments),
Otto,  Werner,  Maslowski,  Hartmann,  Wollmann,  Buchheister,  Giere,  Lichterfeldt,
  Hennig,  Schramme,  Buhl,  Duda,  Franke,  Gehrig,  Warthemann,
Krüger  II  (1.  Kompagnie  1.  Feldregiments),  Endl,  Lippert,  Schönbrunn,  Balschmiter,
  Zieger,  Palki,  Bommel,  Württemberger,  Matheisen,  Schulz,  Bock,
Müller,  Regenbein,  Esser,  Schauf,  Säbel,  Biener,  Sahling,  Dolisy,  Hagemann,
  Kucharski,  Klupsch,  Zug,  Buck,  Kaiser,  Kirsch,  Gölfert,  Bertram,  Kurth,
Szkudelski,  Walter,  Potschin,  Misch,  Gehrmann,  Standinger,  Müller,  König,
Weimert,  Fricke,  Geipel,  Köckritz,  Winkler,  Gasch,  Eberlein,  Endesfelder,
Schaal,  Laasch,  Zweber,  Zimmermann,  Ilse,  Röder,  Sonntag,  Weiler,  Kirch,
Schulze,  Hoppe,  Gehlhoff,  Kammert,  Schütt,  Remus,  Fuchs,  Heider,  Teutscher,
Mohr,  Knoff,  Weißmann,  Nötzold,  Klamt,  Heinz,  Neumann,  Kobert,  Glockmann,
  Schultz,  Gläser,  Magdeburg,  Kersting,  Höfer,  Vollbrecht,  Slupina,
Precht,  Böltz,  Schulze,  Stannick,  Neumann,  Drews,  Jacobs,  Pellmann,  Voß,
Schorpp,  Beyersdorff,  Stipp,  Jacobs,  Wirth,  Mahnkopf,  Simon,  Arnold,
Scholler,  Hartge,  Wilhelmi,  Goralezyk,  Hüttig,  Klein,  Kabath  und  Meier,

den  Sanitätsunteroffizieren  Spörlein,  Zeiser,  Jorde,  Stener,  Krause,  Messerschmidt,
Knaak,  Schulz,  Fischer,  Heinzel,  Matschke,  Graf,  Nafroth,  Bodenstein,  Hahn
und  Kiefmann,

den  Gefreiten  Barz,  Fischer,  Bode,  Bulang,  Luckner,  Schmid,  Stöber,  Schmidt  (7.  Kompagnie
  1.  Feldregiments),  Wende,  Uhde,  Brauns,  Stüssel,  Lieske,  Fröhlich,
Krause,  Maaß  II  (9.  Kompagnie  1.  Feldregiments),  Wagner,  Wenzel,  Höhe,
Kretschmar,  Peisch,  Fuchs,  Fehlert,  Glaser,  Gradaus,  Schmidt  (7.  Kompagnie
1.  Feldregiments),  Eckstein,  Wolfarth,  Theißen,  Butterbrodt,  Volkmer,  Gnamm,
Amendt,  Menzel,  Herzog,  Wuttig,  Gruschinsky,  Heyde,  Metz,  Lehmann,  Drumm,
Breitkopf,  Blank,  Köhler  (Franz),  Köhler  (Bruno),  Schenk,  Wieland,  Gut,  Haußer,
Kriegel,  Kersting,  Laschowsky,  Schneider,  Rentmeister,  Baumann,  Ebersmann,
Krause,  Stumpf,  Grothuesmann,  Senick,  Tesche,  Wipper,  Janßen,  Braun,
Bautz,  Pomga,  Marx  1  (10.  Kompagnie  1.  Feldregiments),  Vogelsang,  Kriobel,
Persch,  Graf,  Lehmann,  Zieroth,  Marann,  Lemnitz,  Kumiß,  Mescher,  Wiatrowski,
Schulte,  Swade,  Nagel,  Sell,  Kirchner,  Busch,  Lutz,  Neldner,  Schiburr,  Link,
Hölbing,  Jowy,  Bereswill,  Sauerschell,  Markefka,  Eberhardt,  Schwingr,
Weishaar,  Loest,  Lüdicke,  Eberbach,  Ehrnthaler,  Többe,  Fuchs,  Böhmer,
Ziegler,  Klunter,  Thümmel,  Roschert,  Triebel,  Andrac,  Zeller,  Fehnes,
Bohnenberg,  Knöpke,  Feil,  Thuleweit,  Böttger,  Poredda,  Becker,  Beckmann,
Kotzyba,  Mette,  Appel,  Springer,  Storsberg,  Wilhelm,  Mecklenburg,  Glenz,
Schwarz,  Piosik,  Funk,  Lepel,  Schäfer,  Klau,  Kiefner,  Knnick,  Bernhard,
König,  Quell,  Große,  Bruckmann,  Säuberlich,  Schwarz  1  (6.  Kompagnie  2.  Feldregiments),
  Schulz  gen.  Kütter,  Zimmermann,  Derr,  Präytulla,  Dietrich  II
(6.  Kompagnie  2.  Feldregiments),  Brömme,  Wolff,  Conrad,  Mathäus,  Howey,
Baiboks,  Grigoleit,  Feldmann,  Nobbe,  Dummel,  Myrczik,  Mehl,  Kramer,
        <pb n="644" />
        G  564  20

Ropohl,  Resch,  Greif,  Napiralla,  Steinhäuser,  Rahm,  Weber  II  (10.  Kompagnie
2.  Feldregiments),  Rieß,  Wendler,  Jakobeit,  Bley,  Krausmann,  Schikorra,
Ruckdeschel,  Klarzinski,  Fessel,  Zachert,  Dickehut,  Nötold,  Gruschwitz,  Kasper,
Haber,  Cramer,  Abele,  Seeger,  Brahm,  Wegner,  Hallerberg,  Fahl,  Butterweck,
  Schleibhuber,  Krienke,  Hildebrandt,  Vogler,  Dobbermann,  Fuchs,
Konetzny,  Zenker,  Harmann,  Giersch,  Meyer  I  (3.  Ersatzkompagnie  2.  Feldregiments),
  Gallocke,  Tümena,  Schmidt,  Büttner,  Seidler,  Hülff,  Hasler,
Lehmann,  Etterer,  Kalk,  Leuschner,  Rietschel,  Schmaleit,  Birk,  Brandes,
Fauser,  Rösner,  Schulz,  Schuhmacher,  Bartikowski,  Faust,  Anker,  Boehm,
Gomon,  Schmidt  (l.  Feldtelegraphen-Abteilung)  Otte,  Pazurek,  Schröder,  Bedürftig,
Heisinger,  Lorenz,  Koch  III  (II.  Feldtelegraphen-Abteilung),  Trautmann,  Kuhn,
Lamisch,  Tetsch,  Schwesinger,  Mittelstädt,  Littwitz,  Trunzer,  Saager,  Krauß,
Breunecke,  Lauterfing,  Theiler,  Hempel,  Ehlert,  Lemke,  Beier,  Landmann,
Lambka,  Böhning,  Pritzen,  Rosinsky,  Haß,  Burkert,  Wehking,  Schulz,  Bölker,
Platz,  Seelig,  Eckardt,  Cleemann,  Folger,  Hemprich,  Wacker,  Seifert,
Schlenzig,  Heimann,  Teich  und  Otto;

den  Sanitätsgefreiten  Herbst,  Kindler  und  Kloeckner;

den  Reitern  Breitzke,  Zielinsky,  Lenz,  Zielich,  Doll,  Baumgart,  Ließau,  Barir,
Milutzki,  Weigold,  Korsch,  Ertens,  Pooch,  Rutz,  Richard  Buchholz  I  (7.  Kompagnie
  1.  Feldregiments),  Müller,  Blöd,  Haltermann,  Volkmar,  Körting,  Wilbers,
Hoffmann,  Jastrzemski,  Vogelgesang,  Gläser,  Beckhausen,  Rosteck,  Bußmann,
Neumann,  Kronenberger,  Tutschke,  Weig,  Klose,  Dietrich,  Krausch,  Schoppan,
Kropp,  Jaschke,  Gruben,  Lehmann,  Beyer,  Burgwinkel,  Höger,  Lehrer,  Steinkamp,
  Brück,  Eunen,  Hösel,  Niemann,  Schubert,  Hellbach,  v.  der  Heiden,
Breest,  Rick,  Schlapp,  Meyer,  Schäfer,  Hamann,  Harward,  Schoenewergk,
Bohlen,  Zinke,  Spiegel,  Göbel,  Waffenschmidt,  Brüll,  Barby,  Reinacher,
Schönnerstedt,  Schaar,  Funke,  Neffersdorf,  Gärtner,  Misch,  Almstadt,  Felber,
Stoppa,  Dlugosch,  Kammerlehner,  Kißel,  Meyn,  Lange,  Thormann,  Briesemeister,
  Cornelius,  Firle,  Wider,  Busch,  Hausmann,  Göhl,  Beyer,  Kunkel,
Friedrich  und  Dittmann,

dem  Sanitätssoldaten  Krüger,

den  Militärkrankenwärtern  Steinhäuser,  Gefreiten  Seifert,  Conrad  und  Beyer,  Labudda,
Steinmeister,  Mitschka  und  Reiter  Moyer.

Ferner:

dem  Büchsenmacher  Mühlich;

dem  Unteroffizier  der  Landwehr  Jacobs,

den  Kriegsfreiwilligen  Melchior,  Buren  Mardonald  und  Kemedy;

das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse  am  weißen  Bande  mit  schwarzer  Einfassung:
den  Büchsenmachern  Tschepe,  Fuhrberg  und  Ohring;
das  Allgemeine  Ehrenzeichen:
dem  Militärbäcker,  Gefreiten  Krause.
Das  Dienstauszeichnungskreuz  haben  erhalten:
A.  K.  O.  vom  6.  Juni  1907.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

die  Hauptleute  Nigmann,  v.  Fiedler,  Göring  und  Frhr.  v.  Reitzenstein,

Oberstleutnant  Baumstark  und

Stabsarzt  Hösemann;

Schutztruppe  für  Südwestafrika:

der  Major  Pierer,

die  Hauptleute  Hinsch,  Siebert,  Wehle,  Meydam,  v.  Rappard,  Anders,  Schmidtborn
und  v.  Zülow,

Oberleutnant  Graf  v.  Kageneck,

Oberstabsarzt  Dr.  Duden  und

Stabsarzt  Dr.  Eggel;
        <pb n="645" />
        565  20

Schutztruppe  für  Kamernun:
die  Hauptleute  Fabricius  und  Scheunemann.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen  und  zwar:
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:
des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse
am  roten  Bande:

dem  Unterzahlmeister  Schepler;
Schutztruppe  für  Südwestafrika:

des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse:
dem  Leutnant  Reith  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,
dem  Vizewachtmeister  Schult,
dem  Sergeanten  Stoll  und
dem  Unteroffizier  Schneidereit;

des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse

am  roten  Bande:
dem  Sanitätsfeldwebel  Schmidt  und
dem  Magazinaufseher  Hinrichs;
Schuttruppe  für  Kamerun:

des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse:

dem  Hauptmann  und  Kompagniechef  Fabricius.

Verluftliste  Nr.  86  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
An  Krankheiten  gestorben:
In  der  Krankensammelstelle  Aus:

1.  Unteroffizier  Paul  Oudetz,  früher  im  Fußartillerie-Regiment  Encke  (Magdeburgischen)  Nr.  4,

am  23.  Mai  an  eitriger  Bauchfellentzündung.
Im  Lazarett  Keetmanshoop:

2.  Gefreiter  Bartholomäus  Büchs,  früher  im  Pommerschen  Jäger-Bataillon  Nr.  2,  am  23.  Mai
an  Herzlähmung  nach  Typhns.

—  Außerdem:

Stabsarzt  Dr.  Georg  Wienecke,  früher  im  Königlich  Sächsischen  4.  Infanteric-Regiment  Nr.  103,
am  25.  Mai  auf  dem  Wege  Station  —  Lazarett  Gobabis  tot  —.  anscheinend  ermordet  —  aufgefunden.



Eeeiichtamtlicher  Teilseccccccen#

 

Dersonal-Nachrichten.  Weidner,  Bureangehilfe  Störzbach,  Kanzlei=Deutsch.
  Ostafrika.  gehilfe  Marschner  und  Maschinist  Rohleder.
Der  Diplom-Ingenieur  Denninger  und  der  m  «  «
Ingenieurkandidat  Buek  haben  am  13.  Mai  d.  Is.,  In  Ostafrika  sind  neu  eingetroffen:  am  7.  März

und  der  Königliche  Polizeiwachtmeister  Eschberger  der  Steuermann  Schnieders;  am  5.  April:  die

hat  am  3.  Juni  d.  Is,  die  Ausreise  nach  Deutsch-  kommiss.  Sekretäre  Regner,  Schön  und  Mathis.

Ostafrika  angetreten.  Der  Großherzogl.  badische

Referendär  Karl  Schlimm  wird  am  24.  Juni  Deutsch-Ostafrika  haben  mit  Heimatsurlaub

die  Ansreise  dorthin  antreten.  verlassen:  Am  23.  April  1907:  Werkstättenvor-Die
  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am  |  steher  Feddern  und  Gelbgießer  Hanusch;  am

3.  Juni  d.  Js.  angetreten:  Bureauassistent  2.  Kl.]  9.  Mai  1907:  Tierarzt  Ochmann,  Apotheker
        <pb n="646" />
        *1

Greve,  Sekretär  Engel,  Förster  Mehrhardt,
Vermessungsgehilfe  Ruprecht,  Gärtner  Rathke.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  27.  April  1907  in  Neapel:  Stabsarzt  Dr.
Exner:;

am  10.  Mai  1907  in  Hamburg:  Oberfeuerwerker
Ringk  und  Feldwebel  Thiem;

am  14.  Mai  1907  in  Genna:  die  Hauptleute
Charisius  und  Fonck  (August),  Stabsarzt
Dr.  Stierling  und  Feldwebel  Kummer:;

am  26.  Mai  1907  in  Neapel:  Hauptmann  Nigmann,
  Leutnant  Otto,  Feldwebel  Röser,  die
Sergeanten  Schiele  und  Ernst.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben

von  Neapel  aus  angetreten:

Am  3.  Juni  1907:  Stabsarat  Dr.  Grothusen
und  Oberarzt  Dr.  Leupolt

am  10.  Juni  1907:  Oberleutnant  Bock  v.  Wülfingen.


Kamerun.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  nach  Kamerun
haben  am  30.  Mai  und  9.  Juni  1907  angetreten:
Assessor  Dr.  Schumacher,  Bezirksrichter  Lammermann,
  Stationsleiter  Oberleutnant  Buthut,
Gonvernementssekretär  Mühling,  Sekretär  Wittek,
  die  Polizeimeister  Schulz  und  Runge  und
Gärtner  Frommhold.

 

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen  bzw.  wiedereingetroffen:
  Die  Regierungsräte  v.  Brauchitsch
und  Steinhausen,  Stationsleiter  v.  Krosigk,
Regierungsarzt  Dr.  Waldow,  Zollamtsverwalter
Lippe,  Bureauvorstand  Peters,  Sekretär  Scheer,
Kassenassistent  Kessinger,  Stationsassistent  Schlief,
Polizeiinspektor  Biernatzki,  Polizeimeister  Her-3oß,
  Hafenmeister  Klein,  Vorstand  des  Hauptmagazins
  Fickel,  Materialienverwalter  Scholler,
Bautechniker  Vetter,  Techniker  Holstein,  die
Wegebauer  Behrenus  und  Schorß,  Zimmermann
Camplair,  die  Maschinisten  Engelke  und
Krienke,  die  Maschinenschlosser  Jacobs  und
Müller  und  Kesselschmied  Hoffmann.

Mit  Heimatsurlaub  sind  aus  Kamerun  abgereist:
  Gerichtsassessor  Meyer,  Sekretär  Sertorius,
  Zollverwalter  Seiffarth,  Zollassistent
Wendt,  Vermessungstechniker  Ehlert,  Materialienverwalter
  Siegert,  Werkmeister  Vetterlein,
Kesselschmied  Nowarra  und  Gärtner  Mattner.

Mit  Heimatsurlaub  sind  in  Hamburg  eingetroffen:
Am  22.  Mai  1907:  Oberlentnant  v.  Stephani;

 

am  1.  Juni  1907:  die  Hauptleme  Fabricius
und  Hirtler,  Leutnant  v.  Wenckstern,  Oberarzt
  Freyer,  Unterzahlmeister  Kehm,  Feldwebel
  Rossa,  Sanitätssergeant  Gillis,  die
Unteroffiziere  Buchholz,  Kramer  und  Kladeck
und  Sanitätsunteroffizier  Tipzec.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  9.  Juni  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Oberarzt  Dr.  Pistner.

Togo.
Der  Regierungsbaumeister  Steiner  und  der
Rentamtsoffiziant  Wüst  haben  am  9.  d.  Mts.  die
Ausreise  nach  Togo  angetreten.

Der  Regierungsarzt  Dr.  med.  v.  der  Hellen
ist  am  27.  April  1907  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
die  Stationsassistenten  Sonntag  und  Wiesch
sowie  Maurerpolier  Romy.

Oeutsch-Südwestafrika.
Landmesser  Max  Schmidt  ist  am  4.  April
d.  Is.  zur  Dienstleistung  beim  Gonvernement
Südwestafrika  eingetroffen.

Hilfsschreiber  Schako,  Schreiber  Rumpf  und

Zollaufseher  Koch  sind  beim  Gonvernement  Windhuk

  auf  Vertrag  eingestellt.

Gerichtssekretär  Gilsonl  ist  am  14.  Mai  und
Streckenwärter  Palm  am  24.  Mai  mit  Heimaturlaub
  aus  Südwestafrika  eingetroffen.

Mit  Heimatsurlaub  infolge  Verwundung  oder

Erkrankung  sind  eingetroffen:

Am  16.  April  1907  in  Konstantinopel:
mann  Siebert;

am  19.  April  1907  in  Genna:  Major  Macerchker
und  Leutnant  Mayer  (Georg);

am  2.  Mai  1907  in  Triest:  Oauptmann  Brosig:;

Hauptam

  14.  Mai  1907  in  Cuxhaven:  Hauptmann
Gundel,  Oberlentnant  Claus,  die  Leutnants
Strödel,  Mayr  (Maximilian),  Schultze-Moderow,

  Axt,  Fritsche,  Kaufmann  (Hans)
und  Runge,  die  Stabsärzte  Dr.  Eggel,
Dr.  Franz,  Dr.  Dansauer  und  Dr.  Liesegang,
  die  Oberärzte  Dr.  Schwengberg,
Dr.  Fleischer,  Geisler  und  Schachtmoyer,
die  Oberveterinäre  Galke,  Borowsky,  Wickel,
Wolff  und  Hausmann,  Zahlmeister  Kloy,
Proviantamts=  Kontrolleur  Breitfeld,  die
Proviantamts-Assistenten  Kießling  und  Funke,
die  Feldlazarett=  Rendanten  Pfeiffer  und
Nuhn;
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        GV  567  20

am  23.  Mai  1907  in  Cuxhaven:  Hauptmann
Schmidtborn,  Leutnant  Knaths,  Oberarzt
Stuller,  Proviantamts-Kontrolleur  Zimmer,
die  Proviantamts-Assistenten  Ignée  und
Kunert,  sowie  109  Unteroffiziere  und  Mannschaften;


am  29.  Mai  1907  in  Hamburg:  Major  Scherbening,
  die  Leutuants  v.  Vethacke  und  Mayr
(Josef),  Unterzahlmeister  Wild  und  Gefreiter

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  dem  Postverwalter  Herrn  Friedrich
Beyer  in  Steinan,  Kr.  Schlüchtern,  200  Mk.
2.  Von  dem  „Soldaten-Verein“  in  Mondelingen,

 

Lamoczyk;  Gemeinde  Reichersberg,  7  Mk.
am  9.  Juni  1907  in  Hamburg:  Unteroffizier  3.  Von  den  Knaben  des  Kinderhorts  in  Cassel
Schneider.  selbstgefertigte  50  Notizbücher  als  Liebesgabe.
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)
Deutsch-Neuguinea.  bei  fast  völliger  Windstille  und  herrlichem  Mond-Ein

  Talfun  in  den  West-Karolinen.
(Die  Verwüstung  der  Oleai-Inselgruppe.)
(Mit  einer  Karte.)

I.  Bericht  des  Regierungsarztes  Dr.  Born  in  Jap.

Am  27.  März  traf  der  Regierungsschoner
„Ponape“  in  Oleai  von  einer  Reise  nach  Ifaluk
wieder  ein,  wohin  er  am  Sonntag,  den  24.  März
abgefahren  war,  weil  ich  angebliche  Ausschreitungen
  fremder  Matrosen  gegen  die  Eingeborenen
dieses  Atolls  untersuchen  wollte.  Schon  bei  der
Abfahrt  begann  das  Wetter,  das  bis  dahin
wochenlang  schön  gewesen  war,  sich  zu  ändern;
widrige  Winde  mit  Gewitterböen  brachten  es  dahin,
  daß  wir  zu  der  Reise  nach  der  fünfunddreißig
  Meilen  von  Oleai  entfernten  Inselgruppe
5weinndvierzig  Stunden  branchten.  Indessen  gelang
  es  doch,  die  sehr  schwierige  Einfahrt  in  die
Lagune  des  Atolls,  welche  sich  zwischen  großen
Korallenblöcken  durchwindet,  zu  bewerkstelligen.
Auf  der  Karte  ist  nur  eine  Bootsdurchfahrt  verzeichnet,
  und  die  Schiffe  pflegen  außerhalb  des
Riffes  auf  9  bis  16  Faden  Wassertiefe  zu  ankern.
Nach  Erledigung  meiner  dienstlichen  Obliegenheiten
  auf  der  Insel,  die  ich  zum  ersten  Male
besuchte,  fuhr  die  „Ponape“,  wie  gesagt,  am
Mittwoch,  den  27.  März  vormittags,  nach  Oleai
zurück,  wo  sie  bei  günstigem  Wind  nach  fünfeinhalbstündiger
  Reise  am  Nachmittag  eintraf.  Ich
begab  mich  an  Land,  in  der  Absicht,  noch  am
Donnerstag  die  letzte  Sprechstunde  für  die  Eingeborenen
  abzuhalten,  Medikamente  zu  verteilen
und  betreffs  der  Instandhaltung  der  von  mir
erbauten  Station  den  Polizeisoldaten  Anweisungen
zu  erteilen.  Die  Abfahrt  nach  Jap  war  auf
den  28.  festgesetzt.  Der  Mittwoch  Abend  verlief

 

schein  ruhig.  In  der  Frühe  des  andern  Tages
zogen  aus  Nord  und  Ost  mehrere  starke  Gewitter
über  die  Inseln,  und  ein  heftiger  Wind  mit
Regenböen  setzte  stoßweise  ein.  Der  Wind  ließ
immer  wieder  nach  kurzer  Zeit  nach,  und  es
herrschte  dann  fast  völlige  Windstille.  Eine  auffallende
  Erscheinung  bildete  schon  vom  Morgen
an  das  Auftreten  einer  sich  aus  Ost  und  Süd
immer  mehr  verstärkenden  Brandung  die  in  keinem
Verhältnis  zu  der  Heftigkeit  des  Windes  stand.
Ebenfalls  schon  am  frühen  Morgen  erschienen
zahlreiche  riesige  Fregattvögel,  die  ziellos  hin
und  her  über  der  Jnsel  schwebten.  Bisher  hatte
ich  diese  Vögel  in  Oleai  nicht  bemerkt.  In  der
sonst  so  stillen  Lagune  stand  schon  am  Mittag
eine  schwere  in  mächtigen  Brechern  auf  den  Sandstrand
  aufrollende  See.  Der  erste  Offizier  der
„Ponape“  erklärte  mir  diese  Erscheinung  aus  dem
Eintreten  einer  Springflut,  die  für  die  nächste
Nacht  (Vollmond)  zu  erwarten  sei.  Gegen  1  Uhr
mittags  fuhr  ich  an  Bord  der  „Ponape“,  um
mit  dem  Kapitän  Rücksprache  wegen  des  Wetters
zu  nehmen.  Er  sagte  mir,  daß  unter  diesen
Umständen  an  eine  Abfahrt  für  heute  nicht  zu
denken,  das  Barometer  sei  stark  im  Fallen;  die
Möglichkeit  eines  herannahenden  Taifuns  liege
vor.  Weiter  erklärte  er  mir,  daß  er  in  einem
solchen  Falle  versuchen  würde,  sich  so  lange,  als
irgend  möglich,  in  der  Lagune  zu  halten.  Schließlich
  forderte  er  mich  auf,  an  Bord  zu  bleiben,
da  ich  hier  sicherer  aufgehoben  wäre,  als  an
Land.  Im  Hinblick  auf  die  Unmöglichkeit,  mein
umfangreiches  Gepäck  in  der  immer  stärker
werdenden  See  noch  jetzt  an  Bord  zu  bringen,
zog  ich  es  indes  vor,  wieder  an  Land  zu  gehen.

Trotzdem  auffallender  Weise  fast  gar  kein
Wind  vorhanden  war,  stand  gegen  2½  Uhr

4
        <pb n="648" />
        G  568  2e□

mittags,  als  ich  das  Schiff  verließ,  sowohl  am
Außenriff  wie  in  der  Lagune  eine  furchtbare
See,  so  daß  die  „Ponape“  ihren  Ankerplatz  verlegen
  mußte.  Kurz  nach  meiner  Abfahrt  von
Bord  sauste  urplötzlich  aus  Nordnordost  eine  starke
Regenböe  daher,  die  das  Kann,  in  dem  ich  fuhr,
voll  schlug,  so  daß  wir  dem  Sinken  nahe  waren.
Mit  Ausbietung  aller  Kräfte  gelang  es  den  Eingeborenen,
  das  Kann  zu  halten  und  an  Land  zu
bringen.  Hier  fand  ich  mein  Haus  bereits  geräumt,
  da  während  meiner  Abwesenheit  eine
mächtige  See  über  die  80  bis  100  Meter  lange
Düne  bis  an  das  Haus  gekommen  war.  Im
Verlauf  der  nächsten  zweieinhalb  Stunden  war
diese  ganze  Düne,  die  Ostspitze  der  Insel
Oleai,  weggewaschen;  eine  breite  Passage  bestand
  nunmehr  zwischen  den  Inseln  Oleai  und
Talian,  durch  diese  stürzten  die  über  das  Außenriff
von  Nordost  gelangenden  Wellen  in  rasender
Strömung  in  die  Lagune,  wo  sie  mit  einer  ebenfalls
  schweren  Brandung  aus  Südwest  zusammenprallten,
  so  daß  die  Wellen  turmhoch  emporspritzten.
  Um  5  Uhr  brach,  als  ich  gerade
schreibend  auf  der  Veranda  saß,  eine  schwere  Ser
wieder  bei  flauem  Winde  über  das  Riff  und,
gegen  mein  Haus  schlagend,  schleuderte  sie  mich
durch  die  zersplitternden  Verandasprossen  hindurch
mehrere  Meter  weit  fort.  Ich  erlitt  dabei  durch
fallende  Balken  eine  heftige  Quetschung  des  linken
Oberschenkels,  die  mir  das  Gehen  sehr  erschwerte
und  am  nächsten  Tage  fast  verhängnisvoll  geworden
  wäre.  Um  5¼  Uhr  sandte  ich  ein
Schreiben  an  den  Kapitän  der  „Ponape“,  in
welchem  ich  ihm  den  Rat  eines  bei  mir  befindlichen
  Spaniers  übermittelte,  den  Ankerplatz  der
„Ponape“  unter  den  Schutz  der  Nordwest-Spitze
von  Oleai,  bei  dem  Dorfe  Isang,  zu  verlegen.
Ich  erhielt  darauf  ein  Schreiben  des  Inhalts,
daß  der  Barometer  stände  und  ein  Abflauen  des
Windes  zu  erwarten  sei,  daß  dagegen  die  Brandung
  noch  zunehmen  würde.  Kurz  vor  6  Uhr
mußte  ich  die  zur  Hälfte  bereits  eingestürzte
Station  verlassen;  ich  zog  mich  in  das  angrenzende
  Dorf  Leuleperik  zurück,  wo  ich  in
einem  kurz  zuvor  fertiggestellten  schön  gearbeiteten
Eingeborenenhause  Quartier  nahm.  Am  späten
Abend  begann  der  Wind  aus  Nordnordost  noch
stärker  zu  werden,  so  daß  bereits  Aste  von  Bäumen
  niederbrachen.  Von  1  Uhr  nachts  an  hörte
man  durch  das  Sausen  des  Windes  ununterbrochen
  wie  Kleingewehrfeuer  das  Knacken  der
Aste  und  wie  Geschützdonner  das  Krachen  der
brechenden  Baumriesen,  alles  übertönte  der
Donner  der  Brandung,  doch  hielten  die  Häuser
während  der  ganzen  Nacht  stand.  Gegen  5  Uhr
morgens  wurden  wir  (der  spanische  Händler
Villagon  und  ich)  von  der  ausgestellten  Wache

 

mit  der  Nachricht  geweckt,  daß  die  Wellen  bereits
bis  in  das  Dorf  Leuleperik  schlügen  und  daß
auch  schon  um  unser  Nachtquartier  Wasser  stehe.
Leuleperik  liegt  vom  Nordost-Strande  etwa  800
bis  1000  Meter  entfernt.  Das  Wasser  stieg  so
schnell,  daß  wir  kaum  Zeit  hatten,  die  nötigsten
Anweisungen  zur  Rettung  der  Sachen  zu  geben.
Wir  eilten  zur  japanischen  Station,  welche  im
Dorfe  Jaur,  an  der  breitesten  Stelle  der  Insel
Oleai  und  in  ihrer  Mitte  liegt.  Der  Weg  war
bereits  versperrt  durch  kreuz  und  quer  niedergebrochene
  Kokospalmen  und  andere  Bäume,  die
an  einzelnen  Stellen  förmliche  Barrikaden  bildeten.
  Trotz  der  links  und  rechts  von  uns
niedersausenden  Kokosnüsse,  Zweige  und  Bäume,
erreichten  wir  ohne  Unfall  die  japanische  Station,
wo  wir  einen  freien  Blick  auf  die  Lagune  nach
Süden  hatten.  Vom  Schoner  „Ponape“  war
nichts  zu  sehen.  Am  Horizont  im  Westen  blitzte
grelles  Wetterleuchten  auf.  Die  Brandung  in
der  Lagune  schlug  schon  bis  an  die  Häuser  des
Dorfes  heran.  Wir  verließen  bald  die  japanische
Station  und  begaben  uns  zu  dem  westlichsten
Kannhause  des  Dorfes  Jaur,  wo  sich  ein  großer
Teil  der  Einwohner  der  Insel  zusammengefunden
hatte.  Die  Leute  waren  vollkommen  rat=  und
kopflos.  Wie  Tiere  in  einem  Käfig,  die  keinen
Ausweg  mehr  wissen,  liefen  sie  ziellos  hin  und
her,  angstvoll  auf  das  Brüllen  der  Brandung
horchend.  Alles  Zureden,  Trösten  half  nichts.
Jeder  glaubte,  der  Untergang  der  Inseln  sei
herangekommen  und  die  alte  Prophezeiung  erfülle
  sich  nuun,  daß  die  See  einst  Oleai  wegwaschen
  würde.  Als  das  Meer  nun  auch  von
der  Lagunc  her  weiter  und  weiter  landeinwärts
vorzudringen  begann,  mußten  wir  auch  diesen
Posten  aufgeben.  Die  japanischen  Händler  erschienen
  und  meldeten,  daß  eine  Welle  aus  dem
Innern  der  Insel  kommend  ihre  Handelsstation
in  einem  Augenblick  weggewaschen  habe.  So
mußten  wir  uns  in  das  Innere  der  Nordwest-Spitze
  von  Ifang  zurückziehen.

Das  war  unsere  letzte  Zuflucht.  Erreichte  die
Sce  auch  diesen  Teil  der  Insel,  so  waren  wir
verloren.  Auf  einer  kleinen  Anhöhe  stand  hier
ein  Haus,  in  welchem  eine  große  Menge  schreiender
und  weinender  Eingeborener  Zuflucht  gesucht  hatte.
Einige  Frauen  sangen  in  ihrer  Angst  Totenklagen.
Als  plötzlich  ein  Mann  meldete,  daß  nun  auch
von  Nordnordost  die  See  aus  dem  Busch  herkäme,
  erreichte  die  Verwirrung  ihren  Höhepunkt.
Ich  erkletterte  eine  niedergebrochene  Kokospalme
und  sah  nun,  wie  die  Wellen,  gleich  weißen
Katzen,  von  Nordost  her  durchs  Gehölz  sprangen.
Als  ich  von  der  Kokospalme  herunterkam,  reichte
mir  das  Wasser  bereits  bis  über  die  Hüften.
Wir  versahen  uns  mit  Holzplanken  und  starken
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        569

E

 

 

 

 

 

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—22

 

 

KILM
        <pb n="650" />
        G  570  2O

Seilen  und  wandten  uns  wieder  nach  der
Lagunenseite  der  Insel.  Das  Wasser  stieg  glücklicherweise
  nur  langsam;  der  Wind  war  schwächer
geworden.  Da  erblickten  wir  einen  gewaltigen
Brotfruchtbaum,  der  mit  seinem  ganzen  Wurzelwerk
  aus  der  Erde  gehoben  war.  Dieses  Wurzelwerk,
  das  einige  Meter  hoch  emporragte,  erkletterten
wir  und  fanden  uns  hier  verhältnismäßig  gut
geborgen.  Kaum  hatten  wir  dies  Obdach  gefunden
  (es  mag  gegen  9  Uhr  morgens  gewesen
sein),  als  der  eigentliche  Taifun  aus  Ostsüdost
einsetzte.  Die  Stärke  dieses  Windes  zu  beschreiben
ist  unmöglich.  Es  war  als  wenn  tausend  Schnellzüge
  dicht  an  unserem  Baum  vorbeirasten.  Die
Lust  war  so  voller  Regen  und  Mceresstaub,  vermischt
  mit  Sand,  daß  es  nicht  möglich  war,  auch
nur  einige  Meter  weit  zu  sehen.  So  tobte  der
Sturm  ununterbrochen  bis  gegen  3  Uhr  nachmittags,
  von  Ostsüdost  nach  Südost  springend.

Um  diese  Zeit  wurde  es  ein  wenig  stiller.
Die  Sonne  brach  sogar,  wenn  auch  verschleiert,
auf  einige  Augenblicke  hervor  und  es  war  nun
eine  Orientierung  möglich,  wo  wir  uns  eigentlich
befanden.  Dabei  stellte  sich  heraus,  daß  wir  ziemlich
  dicht  am  Strande  der  Lagune  in  der  Nordwestecke
  der  Jnsel  waren.  Das  Wasser  war  wieder
gefallen.  Um  uns  herum  breitete  sich  eine  große,
trostlos  aussehende  Wüste  aus,  der  Boden  war
meterhoch  mit  gestürzten  Bäumen  bedeckt.  Nur
ab  und  zu  ragten,  wo  einst  ein  blühender,  paradisisch
  schöner  Garten  gewesen  war,  der  nackte
Stumpf  eines  Brotfruchtbaumes  und  einige  verdorrte
  Palmen  hervor.  Von  menschlichen  Ansiedlungen
  weit  und  breit  keine  Spur.  Am  Strande
bezeichneten  nur  einige  wüste  Trümmerhaufen  die
Stellen,  wo  vorher  die  mächtigen  Kannhäuser,
gefüllt  mit  dem  Stolz  der  Eingeborenen,  den
kunstvollen  Hochseekamus,  Fischreusen  und  Netzen
gestanden  hatten.  Keine  menschliche  Seele  war
zu  sehen.  Als  wir  uns  dem  Dorfe  Jaur  näherten,
fanden  wir  hier  das  Wasser  meterhoch  stehen.
Plötzlich  erblickten  wir  zwei  phantastische  Gestalten,
grellrot  am  ganzen  Körper  eingeriebene  Jünglinge,
die  ein  Schwein  trugen.  Ihnen  folgten  wir  und
bis  an  die  Hüften  im  Wasser  watend  erreichten
wir  nach  schwierigen  Kletterpartien  den  Ort  ziemlich
  im  Mittelpunkt  der  Insel,  wo  sich  die  Eingeborenen
  schon  zum  Teil  wieder  gesammelt  hatten.
Es  stellte  sich  heraus,  daß  zum  Glück  von  allen
Einwohnern  der  Insel  Oleai  niemand  umgekommen
  war.  Es  wurde  rasch  ein  Biwak
aufgeschlagen,  Hütten  aus  Buschwerk  wurden  aufgestellt
  und  Feuer  angezündet.  In  diesem  Biwak
verbrachten  wir  bei  strömendem  Regen  die  erste
Nacht.

Am  Sonnabend,  den  30.  März  früh,  hatte
der  Wind  bedeutend  nachgelassen.  Wir  begaben

 

uns  an  den  Strand  und  hielten  Umschau.  In
der  Lagune  wirbelte  und  kochte  die  See  noch  wild
durcheinander;  vom  Schoner  „Ponape“  war  keine
Spur  zu  sehen.  Eingeborene  brachten  uns  die
Nachricht,  sie  hätten  die  Lichter  des  Schiffes  noch
am  Morgen  des  29.  bemerkt;  wir  wurden  auch
auf  zwei  Masten  aufmerksam  gemacht,  die  aus
dem  Wasser  ragten,  ungefähr  1½  bis  2  Seemeilen
vom  Ufer  entfernt.  Von  den  Eingeborenen  wurden
sie  allgemein  als  die  Mastspitzen  der  gesunkenen
„Ponape“  angesehen.  Mir  erschienen  diese  Spitzen,
durch  das  Fernglas  beobachtet,  aber  mehr  Baumstämmen
  ähnlich  zu  sein.  Immerhin  mußten  wir
annehmen,  daß  die  „Ponape“  mit  Mann  und
Maus  untergegangen  sei,  da  sie  am  Morgen  des
29.  März  noch  im  Hafen  gewesen  war  und  unmöglich
  den  Taifun  in  der  Lagune  überstanden
haben  konnten.  Ein  Gang  am  Ufer  der  Insel
zeigte  uns  überall  das  gleiche  Schreckensbild  der
Verwüstung.  Ganz  besonders  schlimm  schienen
die  Inseln  Palian  und  Raur  gelitten  zu  haben.
An  der  Stelle,  wo  gegenüber  Oleai  die  herrliche
Insel  Raur  gelegen  hatte,  war  nur  eine  lange
weiße,  mit  ganz  wenigen  Palmen  und  Baumstümpfen
  bestandene  Sandbank  zu  sehen.  Am
Strande  von  Leuleperik  fanden  wir  das  erste
Opfer  der  Katastrophe,  die  Leiche  eines  etwa  fünfjährigen
  Knaben.  Mit  weit  ausgerissenen  Augen
und  schrecklich  verzerrten  Gesichtszügen  lag  er
zwischen  den  Korallensteinen  am  Ufer.  Als  wir
in  das  Lager  zurückkehrten,  scholl  uns  lautes  Weinen
und  Klagen  entgegen,  das  den  ganzen  Tag  nicht
mehr  verstummen  sollte.  Die  ersten  Hiobsposten
waren  eingetroffen  und  immer  neue  kamen  hinzu.
Von  den  Einwohnern  der  Inseln  Raur  waren
nur  zwei  am  Leben  geblieben,  ein  Mann  und
eine  Frau.  Der  Verlust  an  Menschenleben
belief  sich  hier  auf  hundertdreißig.  Neun
Einwohner  dieser  Insel  waren  während  des  Taifuns
  auf  anderen  Inseln  gewesen  und  so  gerettet
worden.  Auf  Paliau  waren  von  neunzig  Einwohnern
  fünfzig  umgekommen,  darunter  auch
der  tüchtige  Polizeisoldat  Jenloch,  der  bei  dem
Versuch,  Frau  und  Kind  zu  retten,  mit  seiner
ganzen  Familie  ertrunken  war.  Auf  Tageulap
war  eine  Fran  durch  ein  zusammenstürzendes  Haus
erschlagen  worden.  Von  der  Insel  Saliap  waren
vier  Frauen  umgekommen,  die  während  des  Taifuns
  sich  auf  Raur  befunden  hatten,  von  der  Insel
Utagal  zehn  Einwohner,  von  Falalis  fünf,  so
daß  sich  der  Gesamtverlust  an  Menschenleben
auf  zweihundert  belief.  Die  Zahl  der  Verletzten
  war  sehr  groß;  doch  waren  die  Verwundungen
  zum  Glück  meist  leichter  Natur.  Auch
diesen  leicht  Verletzten  konnte  ich  keine  Hilfe  bringen,
da  meine  gesamten  Vorräte  an  Medikamenten  und
Verbandmitteln  sowie  alle  Instrumente  verloren
        <pb n="651" />
        W  571  20

gegangen  waren.  Im  Laufe  des  Sonnabend  und
am  Ostersonntag  trieb  die  See  eine  Menge  zum
Teil  schauerlich  verunstalteter,  meist  von  der  Insel
Paliau  stammender  Leichen  an  Land,  zu  deren
Bestattung  die  Eingeborenen  nur  mit  Mühe  bewogen
  werden  konnten.  Einige  ans  sonderbare
streifende  Rettungen  möchte  ich  erwähnen;  so
schwammen  von  der  Insel  Palian  zwei  Kinder,
ein  Knabe  von  fünf  und  ein  Mädchen  von  acht
Jahren,  über  die  Lagune  durch  die  Taifunsee
anderthalb  Seemeilen  weit  nach  Marijong.
Mehrere  Eingeborene  von  Palian  wurden  nach
Saliap,  vier  von  Raur  4½  Seemeilen  weit
nach  Utagal  getrieben,  darunter  zwei  Frauen  und
zwei  Männer.  Die  Zahl  der  so  Geretteten  belief
sich  auf  zwölf.
1#

Die  Erzählungen  der  von  Raur  und  Palian
Geretteten  ergaben  mit  Übereinstimmung  folgendes
Bild  der  Ereignisse  auf  diesen  Inseln:  Schon  am
Abend  des  28.  März  schlossen  die  erfahrenen
Leute  aus  dem  besonderen  Tosen  der  Brandung,
daß  eine  Flutwelle  im  Anzuge  sei.  So  wurden
denn  alle  Vorkehrungen  zur  Rettung  der  Frauen
und  Kinder  getroffen  und  diese  mit  Stricken  im
Gezweige  der  Brotfruchtbäume  festgebunden.  Am
29.  März  gegen  8  Uhr  morgens  erschien  dann,
nachdem  das  Wasser  auf  den  Inseln  nachts  schon
anderhalb  Meter  hoch  gestanden  hatte,  unter
schrecklichen  Sausen  über  den  Gipfeln  der  höchsten
Brotfruchtbäumc,  also  über  40  m  hoch,  eine  dunkle
Wolke:  die  Flutwelle.  Diese  brach  in  der  Mitte
der  Inseln  wie  ein  gigantischer  Wasserstrahl  zusammen
  und  ergoß  sich  mit  furchtbarer  Strömung
in  die  Lagune.  Diese  erste  Flutwelle  hatte  indes
die  festgebundenen  Menschen  noch  nicht  fortgerissen;
unmittelbar  nach  der  ersten  kam  aber  eine  zweite
noch  höhere  Welle,  die  nun  alle  Bäume,  Häuser,
Menschen  wegspülte.  Die  Lagune  war  in  diesem
Angenblick  ein  großer  drehender  Wirbel,  in  welchen
die  mit  Menschen  dicht  besetzten  Bäume  hineingerissen
  wurden.  Was  nicht  ertrank,  wurde  in
der  Brandung  auf  den  Riffkanten  von  den  Bäumen
germalmt.  6„

Bei  der  Frage  nach  der  Ursache  dieser  schrecklichen
  Katastrophe  möchte  ich  einige  Beobachtungen
mitteilen,  die  ich  nach  dem  Taifun  gemacht  habe,
ohne  indes  daraus  Schlüsse  ziehen  zu  wollen.
Mir  scheint  die  Frage  diskutabel,  ob  nicht  vielleicht
  vulkanische,  unterseeische  Eruptionen  mit  im
Spiel  gewesen  sind.  Während  des  Taifuns  um
10  Uhr  morgens  waren  Erderschütterungen  zu
spüren;  am  Strande  fanden  sich  zahlreiche  Bimssteine
  augeschwemmt,  die  allerdings  von  sachverständigeren
  Leuten  als  alte  Lava  angesprochen
wurden.  Das  ganze  Atoll  schien  selbst  den  Ein- 



geborenen  gehoben  zu  sein,  da  die  Hochwassergrenze
  bedeutend  zurückgewichen  war.  Eine  neue
Insel  ist  zwischen  Falalis  und  Motogosu  emporgetaucht,
  dort,  wo  früher  allerdings  schon  ein  Riff
gewesen  war.  Diese  Insel  heißt  Mét  und  soll
vor  undenklichen  Zeiten  bewohnt  gewesen  sein.
Eine  Flutwelle  habe  sie  damals  weggespült,  so
erzählt  die  Eingeborenensage.  Zwischen  den  Inseln
Paliau  und  Oleai  bestand  früher  nur  eine  schmale
Passage,  die  bei  niedrigem  Wasser  fast  trocken  lag.
Diese  Passage  ist  nun  nach  dem  Taifun  ganz  bedeutend
  verbreitert  und  vertieft.  Die  Riffplatte
zwischen  diesen  beiden  Inseln  war  zersprungen
wie  eine  Marmorplatte,  die  man  auf  den  Boden
wirft;  große  Stücke  waren  aus  ihr  herausgesprengt.
Auch  der  Boden  der  Inseln  Paliau  und  Raur
sah  wie  zerplatzt  aus.  Am  Außenriff  von  Raur,
dort,  wo  die  Flutwelle  herüber  gebrochen  war,
zeigten  sich  wie  kleine  Eilandinseln  drei  längliche
Korollenschuttaufhänfungen.  Die  früher  mit  dichtem
Busch  bestandene  Außenriffseite  der  beiden  genannten
Inseln  zeigte  sich  dort,  wo  sie  der  Flutwelle  ausgesetzt
  gewesen  war,  glatt  und  eben  wie  ein  Tisch,
eine  mit  Korallenkies  bestreute  wagerechte  Fläche.
Die  Richtung  der  Flutwelle  war  vermutlich  von
Ostnordost  nach  Westsüdwest;  ihre  Höhe  ist  nicht
mit  Sicherheit  anzugeben.
1*  #

Die  erste  Sorge  nach  dem  Taifun  war,  die
Uberlebenden  von  den  völlig  vernichteten
Inseln  Raur  und  Palian  auf  Oleai  im  gemeinschaftlichen
  Biwak  zu  sammeln.  Hier  herrschte
eine  bewunderungswürdige  Ordnung  und  Disziplin
unter  den  Eingeborenen,  so  daß  nach  dieser  Richtung
  keinerlei  Maßnahmen  getroffen  zu  werden
brauchten.  Ich  will  hier  auch  gleich  hervorheben,
daß  die  Eingeborenen  auf  das  willigste  allen
meinen  Anordnungen  Folge  leisteten  und  daß  in
den  vierzehn  schweren  Tagen  nach  dem  Taifun
kein  Fall  von  Ungehorsam  oder  irgend  eine  Ausschreitung
  vorgekommen  ist.

Wie  ein  drohendes  Gespenst  hing  über  uns
allen  die  Sorge  einer  Hungersnot;  die  Sorge
war  um  so  schwerer,  als  wir  bei  unserer  Ungewißheit
  über  das  Schicksal  der  „Ponape“  erwarten
mußten,  bis  zum  25.  oder  26.  Mai  (d.  h.  3  bis
4  Tage  nach  dem  Eintreffen  des  Reichspostdampfers
„Germania“  von  Hongkong  in  Jap  ohne  Hilfe  zu
bleiben.  Sofort  wurde  darum  an  die  Sammlung
dermassenhaft  umherliegendens
der  noch  brauchbare:  Taro  wurde  aus  den  Feldern
geholt,  wobei  die  Frauen  tauchen  mußten,  um
die  Wurzeln  herauszufischen.  Noch  tagelang  nach
dem  Taifun  stand  die  See  im  großen  Tarofelde
von  Oleai  zweieinhalb  bis  drei  Meter  hoch.  Sämtliche
  brauchbaren  Lebensmittel  wurden  in  besondere
        <pb n="652" />
        G  572  e□

Hütten  gebracht  und  unter  die  Aufsicht  der  Häuptlinge
  gestellt;  die  letzteren  verteilten  täglich  mehrmals
  an  jeden  einzelnen,  Männer,  Frauen,  Kinder
die  nötige  Ration.

Während  die  Leute  so  alle  fleißig  damit  beschäftigt
  waren,  die  Lebensmittel  zu  sammeln,
machte  ich  mich  daran,  das  umfangreiche  Warenlager
  der  Firma  Okcefe,  die  auf  der  Insel  Marijong
  eine  Handelsstation  unterhielt,  zu  bergen.
Die  Station  selbst  war  völlig  dem  Erdboden  gleich
gemacht.  Ein  eiserner  neben  dem  Wohnhause  des
Händlers  einzementiert  gewesener  Wassertank  von
dreieinhalb  Quadratmeter  Inhalt  war  hundert
Meter  weit  fortgeschleudert  worden.  Die  Waren
waren  zum  Teil  im  Sand  vergraben,  teils  lagen
sie  unter  den  Trümmern  des  Hauses,  teils  waren
sie  ins  Meer  geweht.  Zum  Glück  gelang  es,
einen  großen  Teil  des  Lagers,  vor  allem  fast
sämtlichen  Proviant  zu  bergen,  so  daß  wir  für
sechs  bis  acht  Wochen  genügend  Lebensmittel
hatten.  Der  durch  das  Seewasser  verdorbene  Reis
wurde  gewaschen,  dann  in  der  Sonne  getrocknet
und  mußte  gegessen  werden,  trotz  der  Beri--Beri-Gefahr.


Die  Trümmer  der  Handelsstation  banden  wir
zu  einem  Floß  zusammen  und  fuhren  damit  nach
Oleai  hinüber,  wo  wir  in  Isang  rasch  ein  Haus
zusammen  banden.  Einen  großen  Teil  des  Warenlagers
  sowie  den  gesamten  Proviant  übernahm
ich  für  Rechnung  des  Bezirksamtes  und  verteilte
davon  nach  Bedarf  an  die  Bewohner  der  am
schwersten  geschädigten  Inseln  Falalis,  Raur  und
Palian,  Zeug  als  Decken,  Lendentücher,  Axte,
Messer,  Kochtöpfe.  Auch  das  unentbehrliche  Genußmittel,
  den  Tabak,  spendete  ich  den  bedauernswerten
  Menschen  so  reichlich  als  möglich.

*

Eine  weitere  schwere  Heimsuchung  war  nach
dem  Taifun  die  eintretende  Trockenheit.  Bis
zum  Eintreffen  der  „Germania“  am  11.  April
fiel  kein  Regen.  Die  Sonne  brannte  Tag  für
Tag  erbarmungslos  auf  die  zerstörten  Inseln
nieder.  So  begrüßten  wir  den  am  11.  April
unverhofft  von  Saipan  mit  großen  Lebensmittelvorräten
  eintreffenden  Reichspostdampfer  „Germania“
  als  einen  wahren  Retter  aus  der  Not.
Der  brachte  zugleich  auch  die  hocherfreuliche  Nachricht,
  daß  die  „Ponape“  wohlbehalten,  wenn  auch
nach  Uberstehung  einer  sehr  gefahrvollen  Reise,
am  4.  April  in  Saipan  angekommen  war.

1
*

II.  Aus  dem  Bericht  des  Kapitäns  Martens
von  der  „Ponape“.
Vom  8.  April  1907.
Am  14.  März  1907  wurde  die  Reise  von
Jap  nach  Oleai  angetreten.  Zwei  Tage  darauf

 

sichteten  wir  des  Morgens  Sorol.  Der  Häuptling
  Afulärung  kam  an  Bord;  auf  Befragen  erklärte
  er  mir,  daß  auf  Sorol  alles  gesund  und
in  Ordnung  sei.  Ferner  meldete  er,  daß  vor
acht  Monaten  zwei  große  Kanus  mit  sechs  Mann
abgetrieben  worden  und  nicht  wieder  zurückgekehrt
seien.  Auf  die  Frage,  wie  viele  Leute  auf  der
Insel  seien,  gab  der  Häuptling  an,  daß  zweiunddreißig
  Männer,  zwanzig  Frauen  und  zehn
Kinder  dort  lebten;  es  scheinen  aber  mehr  Leute
zu  sein.  Die  Insel  war  mit  Bäumen  (Palmen,
Brotfrucht  u.  a.)  gut  bestockt.  Die  Leute  sahen
gesund  und  wohlgenährt  aus.  Es  wurden  Kokosnüsse
  gegen  Tabak  eingetauscht.  Wir  verweilten
einige  Stunden  und  setzten  dann  unsere  Reise
fort.  Nach  unseren  Beobachtungen  fanden  wir
die  Insel  etwa  10  Minnten  nördlicher,  als  in  der
Karte  angegeben.

Am  19.  März  erblickten  gegen  4  Uhr  nachmittags
  Oleai  und  ankerten  bald  darauf  in  der
Lagune  unter  der  Insel  Raur.  Dr.  Born  kam
abends  noch  an  Bord.  Nach  unseren  Beobachtungen
liegt  die  Lagune  in  der  Karte  12  bis  14  Minuten
zu  östlich.

Am  26.  März  liefen  wir  morgens  Ifalnk
an.  Des  nachmittags  ging  ich  mit  Dr.  Born  an
Land,  um  in  Sachen  der  fremden  Matrosen
Untersuchung  und  Verhör  vorzunehmen.  Nach
astronomischen  Beobachtungen  liegt  Ifaluk  in  der
Breite  richtig,  jedoch  die  Länge  ist  in  der  Karte
uUum  14  Minuten  zu  östlich  angegeben.

Mittwoch  den  27.  März  1907  nachmittags
erreichten  wir  wieder  Oleai  und  ankerten  auf
dem  früheren  Ankerplatz.  Herr  Dr.  Born  ging
an  Land,  um  seine  zurückgelassenen  Medikamente
einzupacken  und  dann  an  Bord  zu  nehmen.  Am
folgenden  Nachmittag  kam  Dr.  Born  an  Bord
und  fuhr  dann  wieder  an  Land;  auf  meine  Bitte
an  Bord  zu  bleiben,  meinte  er,  er  sei  an  Land
gut  aufgehoben;  auch  sei  er  aus  seinem  früheren
Hause  ausgezogen  und  wohne  für  heute  Nacht
im  Dorf.  Es  war  etwa  3  Uhr,  als  Herr  Dr.  Born
an  Land  fuhr.  Von  da  an  wurde  Seewache
gegangen,  weil  das  Wetter  nicht  gut  aussah.  Um
5  Uhr  15  Minuten  ließen  wir  den  zweiten  Anker
fallen.  In  der  Lagune  kam  eine  heftige  Schwell
und  Dünung  auf;  von  Land  kamen  von  den
Ecken  der  Inseln  Bäume  und  Häuserteile  am
Schiff  vorbeigetrieben,  die  von  den  Brechseen
niedergerissen  waren;  es  schien  sich  eine  Flutwelle
bemerkbar  zu  machen,  denn  Wind  war  nicht  viel.
Rapides  Sinken  des  Barometers  ließ  mich  aber
nichts  Gutes  erwarten,  auch  nahm  der  Wind
und  See  nach  und  nach  doch  bedenklich  zu.

Freitag  den  29.  März  wehte  von  ½8  Uhr
abends  an  voller  Taifun.  Die  Windstärke  zu
beschreiben  ist  keinem  von  uns  möglich.  Wir
        <pb n="653" />
        V  573  20

nahmen  alle  an  Bord  befindlichen  Ankerketten
an  Deck  und  steckten  nach  Bedarf  und  Zunahme
vom  Wind  entsprechend  Kette.  Vom  Land  haben
wir  dann  nichts  mehr  gesehen,  obgleich  Vollmond
war.  Eine  Bö  ersetzte  die  andere.

Es  muß  gegen  ½9  Uhr  gewesen  sein,  als
wir  an  zu  treiben  fingen;  eben  vordem,  etwa
8  Uhr,  wurden  durch  eine  Sturzsce  sämtliche
Boote,  das  in  galvanisierten  Tanks  befindliche
Gasolin  und  alle  Decktreppen,  das  Hühnerhaus
und  die  Tischlerbank  von  Deck  gespült.  Wie  und
welchen  Weg  wir  aus  der  Lagune  genommen
haben,  kann  keiner  angeben,  das  Schiff  ging
schrecklich  zu  kehr;  kein  Mensch  konnte  sich  auf
den  Beinen  halten.  Wir  saßen  mit  Korkjacken
bekleidet  in  der  Kajüte  und  erwarteten  das
Schlimmste.  An  Deck  stürzten  von  beiden  Seiten
die  schweren  Sturzseen  nieder;  jeder  würde  ohne
weiteres  über  Bord  geworfen  worden  sein.  Um
uns  herum  trieben  Bäume,  Kokosnüsse  und
Pflanzen  aller  Art  und  wurden  zum  Teil  aufs
Schiff  geworfen.  Von  10  Uhr  morgens  an  (den
29.)  begann  das  Barometer  zu  steigen;  der
Taifun  tobte  jedoch  weiter.  Die  Segel  wurden
in  Fetzen  zwischen  den  Zeisingen  herausgeweht.
Nur  das  Schunersegel  blieb  ganz.  Nach  dem
Aussehen  des  Wassers  mußten  wir  uns  um  10  Uhr
schon  außerhalb  der  Lagune  befunden  haben;  es
durch  Lot  festzustellen  war  nicht  möglich.

Unser  kleines  Schiff  hat  sich  sehr  gut  gemacht,
und  dank  seiner  außerordentlichen  Seetüchtigkeit
haben  wir  dieses  schwere  Unwetter  überstanden.
Mehrere  Male  wurde  das  Schiff  40  bis  45
übergeworfen  und  war  vollständig  von  Wasser
eingehüllt,  aber  nach  einigen  Sekunden  hob  es
sich  immer  wieder  auf,  um  dann  erneut  übergeworfen
  zu  werden.  Wir  gebrauchten  Ol  in
Mengen  um  die  See  zu  beruhigen.  Gegen  Mittag
wurden  wir  gewahr,  daß  viel  Wasser  im  Schiff
sein  mußte;  von  der  Kajüte  aus  wurde  das
Maschinenschott  eingeschlagen,  und  jetzt  sahen  wir,
daß  das  Wasser  bis  über  die  Maschinenplattform
stand.  Nun  wurden  von  mir  Freiwillige  an  die
Pumpe  beordert,  denn  jemand  direkt  zu  kommandieren,
  wäre  Frevel  gewesen;  die  Sturzseen
schlugen  immer  noch  unaufhaltsam  an  Deck  nieder.
Die  Maschinenpumpen  konnten  nicht  gebraucht
werden,  weil  die  Zündbatterien  vollständig  zerstört
waren.  Das  Wasser  war  hauptsächlich  durch  den
an  Deck,  an  Steuerbord  befindlichen  Ventilator
eingedrungen.  Um  4  Uhr  war  das  Barometer
bis  29  10  gestiegen,  hatten  immer  noch  hohe
und  grobe  See,  der  Taifun  wehte  nach  wie  vor
mit  voller  Stärte.  Ich  glaube  annehmen  zu
können,  daß  von  Oleai  nichts  übrig  geblieben  ist,
denn  die  Bäume,  welche  an  uns  vorbeitrieben,
waren  alle  sehr  groß  und  stammen  aus  dem
Innern  der  Inseln.

 

Sonnabend  den  30.  März  war  es  böig,  aber
etwas  handiger.  Den  Schiffsort  zu  bestimmen
war  mir  nicht  möglich,  denn  die  Sonne  kam  nicht
durch.  Des  Nachmittags  klarten  wir  den  Schiffsraum
  notdürftig  auf  und  fanden  hierbei  noch
etwas  trockenen  Reis.  Um  2½  Uhr  trieb  dicht
hinter  unserem  Schiff  die  Leiche  eines  Eingeborenen
  auf  dem  Rücken  schwimmend  vorbei.
Der  Wind  nahm  nun  immer  mehr  ab;  das
Barometer  stieg  langsam.  Es  war  immer  noch
hoher  Seegang.  Am  Sonntag  mittag  hielt  ich
mit  meinen  Offizieren  eine  Unterredung  ab,  in
welcher  wir  uns  entschlossen  nach  Saipan  oder
eventuell  nach  Guam  zu  fahren.  Denn  Jap  zu
erreichen  war  nicht  möglich,  weil  der  Strom  arg
nach  Nordwest  setzte  und  wir  nicht  genügend
Segelfläche  hatten.  Die  Maschine  war  nicht  beschädigt
  und  eventuell  gebrauchsfähig.

Vom  1.  bis  zum  4.  April  hatten  wir  moderates
Wetter.  Am  4.  morgens  bei  Tagesanbruch  erblickten
  wir  Tnian  und  Agiguan.  Segelten  und
dampften  zugleich  nach  Garapan.  Saipan  sichteten
wir  kurz  darauf.  Um  die  Mittagsstunde  ankerten
wir  mit  unserem  Stromanker  im  Tanapaghafen.
Unser  Schiff  kann  vorläufig  keine  Reise  antreten,
da  wir  erst  wieder  Anker  und  Ketten  sowie  ein
Rettungsboot  und  diverse  Segel  von  Hongkong
beziehen  müssen.

III.  Bericht  des  Begirksamtmanns  Frit#

in  Saipan.
Vom  15.  April  1907.

Am  9.  April  traf  der  Reichspostdampfer
„Germania“  in  Saipan  ein.  Ich  ließ  bei  den
Geschäften  für  etwa  2000  Mark  Lebensmittel,
Reis,  Zwieback,  einige  Konserven  kanfen,  ferner
Süßkartoffeln,  Melonen,  Bananen  bei  den  Eingeborenen.
  Noch  am  Abend  desselben  Tages  fuhr
ich  mit  der  „Germania“  ab;  an  Bord  befindet
sich  auch  Kapitän  Martens  von  der  „Ponape“,
der  mit  seiner  Frau  in  Urlaub  geht.

Am  11.  April  abends  ging  der  Dampfer  in
der  Lagune  von  Oleai  vor  Anker.  Dr.  Born
kam  alsbald  an  Bord.

Einige  der  Inseln,  die  ich  vor  drei  Monaten
noch  im  vollen  Schmuck  ihrer  reichen  Kokosbestände
gesehen,  sind  gänzlich  vernichtet;  aus  den  Trümmerhaufen
  der  gestürzten  Bäume  ragen  nur  wenige
hervor,  die  stehen  geblieben,  aber  ihrer  Kronen
beraubt  sind;  kein  grünes  Blatt  ist  zu  sehen.
Im  ganzen  verloren  auf  Oleai  und  Ifaluk
225  Menschen  ihr  Leben.  Europäer  kamen
nicht  um.

Die  von  der  Flutwelle  verschonten,  „nur“
vom  Taifun  heimgesuchten  Inseln  gewähren  einen
kaum  weniger  traurigen  Anblick:  aus  dem  gelben,

(Fortsetzung  S.  576.)
        <pb n="654" />
        S

574

·

—  der  Ost-Karolinen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamteinfuhr  Gesamteinfuhr  Zunahme  Abnahme
1906  905
Benennung  der  Waren  hr
Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  M.  kg  M.  kg  M.  kg  M.
a.  Einfuhrt:
I.  1.  Körner=  u.  Hülsenfrüchte,  Gemüse,  1
Obst  und  Stabfrüchte,  Mehl  «-  .
und  Backwaren  184  54  44059|176  315,  46  561  8  139  2  502
2.  Koloniale  Verzehrungsgegen=  l  '-Iiandalvtcsmnccchlkakao
  ;  «  «
und  Schokolade,  Zucker  11  221  9  069  8  859“  8096  5  367  973
3.  Gewür.  46  und  Materialwaren
aller  379  385  253  557  126  -  172
4.  Torat  rrnD  Tabakfabrikate  .  4650I19449  7997  18  196  –  —  3  3417  5  7514
5.  Alkoholhaltige  Getränke  aller  Art1  15  535]  12234  13  915  1435  1620
6.  Fruchtsäfte,  Mineralwasser  und  «
sonstige  nicht  altoholhaltige  Ge-.
  tränke,  1  715  636  409  283  306  353
7.  Bau-  8  2  Blennbol  s
Volkhl  369043153789188283Z9089J18076026896  —
8.  Oee  Vieh.  St.  175  131  2  1  697  173.  1266
9.  Fleisch,  Fische  und  tirisae  Pro-  Z
dukte  aller  Art  7  407  9989  18995  22580  11588  12  591
10.  Lebende  Pflanzen  St.  1680  548  D  1  680  58
Summe  I  146  883  138  8  10)
II.  1.  Erden  und  Steirnr31  8  10501  83  ze  3398
2.  Salz  .....  9784  1094  415  6567  67.
3.  hlen,  B  kohlen,  Briketts!1  048  512  46  872  -un  )  33  380  56  522  13  492
4.  Teer  und  Pech.  Aspha  l.  .  1088  1581  904  1  4195  67
5.  Petroleum  u.  sonstige  Mineralöle  #  33  210  9606  7  2½  8  067  —  1  539|  46  502  —
Summe  II  63  601  43816  19  785
III.  1.  Lichte.  Lerzen,  Seifen  und  andere
Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und
Olen  ..  8  105  6201  9  476  7893  1  1  1692
2.  D  Drogen,  Apotheterwaren.  Farbwaren
  und  sonstige  chemische  Er-  "
zeugnisse  15.951  15  492  9  108  9001  6  848  6191  )
n.  Garne  und  Gewebe  aller  Art  19397  34  1113  50  583  —  19  417  16  442
4.  Bekleidungsgegenstände,  Posamentier=
  u.  Putzwaren,  Schirme  usw.  3118  14  976  4121  13  943  10331  16003
5.  Leder,  Lederwaren,  Kürschnerwaren.
  360  1326  167  957  1903  369
U.  Waren  aucs.  Gummi  Kautschut
und,  Gtaperch  .....  73  412  122  323  119  49
7.  Bo  6  456  25231  1Stück)  500  6456  2  023
—  G  St.  ¶  St.)
J.  Sonstige  Gegenstände  aus  Holz,
sowie  Flecht=  und  Schnitzwaren
aller  Art.  16  252  11  636  11154  7798  35  098  3838
H.  Papier=  und  Pappwaren,  literarische
  und  Kunstgegenstände  2  012  6  687  782  2715  12830  3972
10.  Stein-,  Glas=  und  Tonwaren  1648  4  405  909  1491  3739  2914
11.  Metalle  und  Metallwaren  105  161  647671  36  683  274711  68  478  37296
12.  Instrumente.  Maschinen,  Fahrzeuge
  und  1  Transportmitrel  ..  1014  2  6370100  7985  19  086  5348
13.  Schußwaffen  St.  5  3  166  123  604  2562  118
14.  Sonstige  Waffen.  ..  --  —-  ·
15.  Schießbedarf  und  Swrengstefe  12  211  2122  155  127  i20  56  1995
16.  Sonstiges  .....  –  -  But  --  :le
S..»»..«11--  WI□JNN1
IV.  Geld  ...  -  10  000  -:  ---»10()00-  -
umumm()(.  —  »:-;91305—l!;14634  7607!
Einfuhr  im  Jahre  1905“  —  314  634  —  3314634  —  —
Zunahme  —  Abnahme  5  766711  —  76671--
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        Gesamtausfuhr.  im  Ausfuhr  im  "  r
Kalenderjahr  1906  Kalenderjahr  1905  Zunahme  Abnahme
Beuennung  der  Waren
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
**-  ku  M.  kg  M.  kaK  M.
b.  Ausfubr.
1.  Konrean  6225·770  12374164  378  91  3191161  392  32  425  —  —
2.  Steinnüsse  .  182  66  46  968  5  38  —  16  186  5372
3.  Holl  25  000  480  –  —  25  000  480  —
4.  Trepang  533  285  1568  607  —  —-  1  1  322
5.  Schildpatt.  109  1  550  125  3  075  —  16  1525
6.  Muscheln  .....  950  380  119  70  831  3100  —  —
7.1cco...........—«z9364  —  —  Win—
8.Vcrschicdcnci:i·........  —  348  1  082  —  —  531
Ausfuhr  1906  —  MD  —  107  591  H  2  ———
Ausfuhr  1905  ..  —51()1591  —  101  591  —  —  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  —  34  826  —  —  31  820  —  —
Einfuhr  1906  —  391  305  314634½  76671  —
Ausfuhr  1906  —  136  417  101  591  —  31  826  —  –
Gesamthandel  1906  —  527722  —  ·116225  111  1977  —  —
Gesamthandel  1905  —  116225  +  416  225  —  —  —
Zunahme  —+,  Abnahme  —  111  197  —  —  111  9„  —
hochangefchwennntenStrandragenbrasmundmöglichstvieleMenfchennachdenMariancn

grau  die  trauernden  kahlen  Stämme  empor,  enthauptet,
  flügellahm  oder  bestenfalls  mit  einem
dünnen,  zerzausten  Schopf.

Nach  meinen  leider  recht  reichlichen  Taifunerfahrungen
  wird  aus  diesen  Beständen  nur  der
kleinere  Teil  der  Palmen  sich  wieder  erholen  und
nicht  vor  dem  Ablauf  von  zwei  bis  drei  Jahren
wieder  Früchte  geben.  Auf  hohen  Inseln  (Saipan,
Ponape,  Jap)  sind  die  Eingeborenen  nicht  so
ausschließlich  auf  die  Kokospalme  als  Nährmittel

angewiesen;  große  Strecken  sind  mit  Knollengewächsen,
  Mais  bestellt;  an  geschützten  Orten
überdauert  der  Brotfruchtbaum  den  Sturm,

meistens  ist  animalische  Nahrung  daneben  vorhanden
  (Saipan).  Aber  auf  den  niedrigen  Koralleninseln
  hängt  das  Leben  der  Bewohner  fast
einzig  an  der  Kokospalme,  die  Brotfruchtbäume
brechen  im  Sturme  nieder,  die  Taropflanzungen
werden  fortgewaschen.  Für  die  nächsten  Monate
sind  ja  die  abgefallenen  reisen  und  unreifen  Nüsse,
das  Mark  der  gestürzten  Palmen  vorhanden,  aber
dann  droht  ein  Notstand.  Ich  beabsichtigte  eine
möglichst  große  Anzahl  der  Bevölkerung
nach  den  Palau  und  Marianen  zu  verpflauzen
  und  zwar  mit  der  jetzigen  „Germania“,
200  bis  300  von  Ifaluk  (im  ganzen  über  400  Bewohner,

  25  Taifunopfer)  nach  Palau,  auf  der

Rückreise  200  bis  300  von  Oleai  (im  ganzen
früher  an  1000  Bewohner)  nach  Saipan.  Der
für  Juli  erwartete  „Seestern“  sollte  dann  die
übrigen  Inseln  im  Osten,  die  vermutlich  auch
von  dem  Orkan  erfaßt  wurden,  besuchen  und

 

bringen.

Am  12.  April  liefen  wir  Ifaluk  an  und
brachten  den  Leuten  den  für  sie  bestimmten  Teil
der  Nahrungsmittel.  Aber  keiner  wollte  seine
zerstörte  Heimat  verlassen;  vielmehr  lehnte  der
gebietende  Häuptling  meinen  Vorschlag  ab.  Alle
Schilderungen  der  kommenden  Not  halfen  nichts;
der  Häuptling  befürchtet  offenbar  und  mit  Recht
von  der  Auswanderung  eines  großen  Teils  seiner
Untertanen  eine  Machtminderung.  Ich  bin  aber
überzeugt,  daß,  wenn  erst  nach  wenigen  Monaten
die  bittere  Not  anklopft,  der  Eigensinn  dieses
Herrn  von  selbst  weichen  wird.

Auf  Oleai  habe  ich  auf  die  Empfehlung  von
Dr.  Born  einen  mir  als  anständig  bekannten
Spanier  aus  Jap,  Julio  Villagon  als  Beauftragten
  der  Regierung  eingesetzt  und  ihm  die
Durchführung  der  folgenden  Maßnahmen  aufgegeben:


Die  Verteilung  der  mitgebrachten  und  der
durch  Dr.  Born  von  den  Händlern  requirierten
Nahrungsmittel,

die  Herrichtung  von  Pflanzland  für  die  mit
der  rückkehrenden  „Germania“  eintreffenden  Saaten
(Süßkartoffeln,  Taro  u.  a.

die  Bereithaltung  von  200  bis  300  nach
Saipan  mitzunehmenden  Auswanderern  bis  zur
Rückkehr  der  „Germania“,

das  Verbot  für  Händler  und  Eingeborene,
Kopra  oder  Kokosnüsse  zu  kaufen,  zu  verkaufen,
oder  auszuführen,  da  alle  noch  vorhandenen
Früchte  zur  Ernährung  nötig  sind,
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Für  Rechnung  Länvder  der  Bestimmuna;
der  Regierung  Deutschland  lsen  sle  Mien  #mnerika  Ülbrige  Länder
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  [Menge  Wert  Menge!  Wert
ku  M.  kgvM.  k  M.  k  M.  k  M.  kM.

b.  Ausfuhr:

—  609  600  120  000  16  170  3744  —  —  —  —
—  —  82  66  S  —  —  —  —  —
—  —  25000  43ö0  —  —  —  —  —
—  —  —  —  533  285  —
—  s86  11323  —  23  418.  —  —  —
-  —  950  3No  —  —  —  —
—  —  —  —  —  5000  —  4364  —  —  —
—  —  257  —  100  —  191  —  —  —  —
—  —  7TTNS  —  —  5  259  —  —
—  —  —  92915  —  1490  —  7182  —  4.  —
—  —  —2  nln:'  97  1  —  —
—  121  6660  11  —  155024  —  099377  —  1713  P916
—  —  —  21  835  —  9324  —  5258  —  +  «  —.
———  W  W  #  106165  0
519161  —  210  100  —  92  M  56  727  —  362717  341
6  Jöi#  51558  W55  *

 

 

das  Verbot  für  Händler,  Eingeborenen  Waren
oder  andere  Gegenstände  zu  kreditieren,  um  zu
verhindern,  daß  die  Leute  in  die  Schuldknechtschaft
  der  ihre  Notlage  ausbentenden  fremden
Händler  geraten.

Die  Vernichtung  des  Koprahandels  für  die
Dauer  mehrerer  Jahre  wird  wohl  die  Wiederaufhebung
  der  japanischen  Niederlassungen  auf
diesen  Inseln  zur  Folge  haben.  Es  handelt  sich
um  die  Zweiggeschäfte  der  Japfirma  Marutani
und  der  Saipanfirma  Muragama.  Auch  O'Keefe
hat  auf  Oleai  eine  Handelsstation.

Die  außerordentlichen,  aus  den  Folgen  dieses
Orkaus  erwachsenden  Kosten  (soweit  ich  sie  bis
jett  überblicken  kann,  denn  es  mögen  noch  andere
Inseln  betroffen  sein)  dürften  auf  etwa  25  000
Mark  zu  veranschlagen  sein.

Dieser  Betrag  kann  aber  durch  Arbeitsleistung
der  nach  Palau  und  den  Marianen  zu  überführenden
  Eingeborenen  im  Laufe  dieses  und
des  nächsten  Jahres  teilweise  wieder  eingebracht
werden.

rEJ—

Kamerun.

eEine  Probe  afrlkanischer  Intelligenz.

Der  junge  Häuptling  Joja  von  Bamum
macht  neuerdings  viel  von  sich  reden.  Nachdem
kürzlich  ein  militärischer  Berichterstatter  hier  bekannt
  gegeben  hat,  unter  welchem  Zeremoniell
der  Schädel  des  alten  Häuptlings  Sango  an  den

 

jetzt  herrschenden  Sohn  ausgeliefert  wurde,  berichtet
  der  „Evangelische  Heidenbote“  in  seiner
Inninummer  über  die  in  Jojas  Residenz  Fumban
nach  seiner  Thronbesteigung  stattgefundenen  Veränderungen.
  Diese  Veränderungen  lassen  auf
einen  starken  Willen  und  eine  ungewöhnliche  Intelligenz
  schließen.

Joja  war  erst  sechzehn  Jahre  alt,  als  er
zur  Regierung  kam.  Er  übernahm  Bamum  in
einem  traurigen  Zustande,  denn  beim  Tode  seines
Vaters  hatte  ein  Bürgerkrieg  gewütet.  Aber  er
ließ  mit  fieberhafter  Eile  bauen  und  seine  Residenz
  aus  Schutt  und  Asche  wiedererstehen.  Der
von  ihm  gegründete  Markt  zog  1903  auch  die
ersten  Europäer  nach  Fumban.  Seine  besondere
Gunst  aber  wandte  er  den  Haussa  zu,  denn  die
mohammedanischen  Fulla  hatten  ihm  nach  dem
Tode  seines  Vaters  zum  Throne  verholfen.  Er
errichtete  ihnen  auf  dem  Marktplatze  eine  Moschec.
Infolge  von  Streitigkeiten,  welche  die  Mohammedaner
  mit  seinen  Leuten  anfingen,  verbot  er
ihnen  aber  bald  darauf  das  Wohnen  in  der
Stadt  und  wies  ihnen  —  ein  modernes  Gegenstück
  zum  mittelalterlichen  Ghetto  —  außerhalb
des  inneren  Wallgrabens  einen  Platz  an,  wo
jetzt  das  etwa  2000  Köpfe  zählende  Haussadorf
steht.  Als  die  Basler  Mission  vor  einigen  Jahren
in  Fumban  einzog,  wurde  auch  die  Moschec  entfernt
  und  außerhalb  der  Stadt  errichtet.

Joja  ist  für  zweckmäßige  Neuerungen  nicht
unzugänglich.  Kürzlich  hat  er  mit  Missionar
Göhring  den  Kalender  verbessert.  Die  Bamum-Woche
  zählte  bisher  acht  Tage,  von  denen  einige
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        578  20

für  regelmäßig  abgehaltene  Märkte  bestimmt
waren.  Infolgedessen  kam  es  vor,  daß  monatlich
  einmal  der  große  Markt  auf  den  Sonntag
der  Europäer  fiel.  Nun  wurde  die  siebentägige
Woche  eingeführt  und  alle  Märkte  auf  Wochentage
  gelegt,  so  daß  der  Sonntag  frei  bleibt.
Sämtliche  sieben  Wochentage  tragen  eigene  Bamum-Namen.


Besonders  interessant  ist,  was  der  „Heidenbote“
  über  die  vom  Häuptling  selbst  erfundene
Schrift  erzählt:  „Schon  unter  der  Regierung
seines  Vaters,  des  im  Kampf  mit  den  Bansso
gefallenen  Sango,  hatten  sich  einige  Haussahändler
aus  dem  Innern  in  Fumban  niedergelassen.  Sie
brachten  uralte  Bücher  mit,  die  aus  Mekka
stammen  und  in  arabischer  Schrift  geschrieben
sind.  Der  Anblick  der  Bücher  und  die  Kunst  des
Schreibens  erregte  das  Interesse  des  Häuptlings
und  des  damals  sechzehnjährigen  Joja  aufs
höchste.  Um  schweres  Geld  kaufte  Sango  den
Haussa  sieben  solcher  Bücher  ab.  Sie  enthalten
Gebete  und  Zaubersprüche.  Auch  der  vollständige
Koran  befindet  sich  darunter.

Es  hätte  nun  nahegelegen,  wenn  der  junge
Joja  die  moderne  arabische  Schrift,  wie  sie  viele
der  Haussahändler  schreiben,  von  diesen  erlernt
hätte.  Das  verbot  ihm  aber  sein  Stolz,  besonders
  seit  er  nach  dem  Tode  seines  Vaters  selbst
den  Häuptlingsthron  bestiegen  hatte.  Er  wollte
nicht  als  Schüler  der  hergelaufenen  fremdländischen
  Krämer  gelten.  Gleichzeitig  empfand  er
aber  als  gescheiter  Mensch  die  Unkenntnis  der
Schrift  als  einen  Mangel.  Doch  konnte  er  sich
ja  damit  trösten,  daß  die  Schreibkunst  eine  Besonderheit
  der  Haussa  sei.  Als  er  aber  nun  auch
bei  den  Europäern,  die  inzwischen  nach  Fumban
vorgedrungen  waren,  die  Kunst  des  Lesens  und
Schreibens  wahrnahm,  sah  er  sich  von  allen
Seiten  her  übertroffen,  was  ihn  in  seinem  Häuptlingsstolz
  aufs  tiefste  kränkte.  Die  Haussaschrift
wollte  er  nicht  annehmen,  und  daß  man  mit  der
Europäerschrift  auch  die  Bamumsprache  schreiben
könne,  erschien  ihm  unglaublich.  Da  faßte  er
den  Gedanken,  eine  eigene  Schrift  zu  schaffen.
Er  gab  jedem  seiner  Soldaten  Wörter  auf  mit
dem  Befehl,  für  jedes  einsilbige  Wort  ein  besonderes
  Zeichen  zu  erfinden,  für  mehrsilbige  Wörter
soviel  Zeichen,  als  das  Wort  Silben  habe.  Die
eingelaufenen  Zeichnungen  prüfte  er  genan;  er
vereinfachte  oder  vervielfachte  sie,  je  nachdem  er
(s  für  gut  fand.  So  entstand  eine  vollständige
Bamumschrift,  eine  neue  Zeichenschrift,  die  an  die
Hieroglyphen  der  alten  Aegypter  oder  an  das
Gepinsel  der  Chinesen  erinnert.  Man  kann  damit
  seine  Gedanken  vollständig  zum  Ausdruck
bringen,  wie  z.  B.  das  von  Missionar  Göhring
mitgeteilte  Vater  Unser  in  Bamumschrift  beweist.

 

Die  Entstehung  dieser  Schrift  ist  kulturgeschichtlich
  außerordentlich  interessant,  ebenso  der
Umstand,  daß  der  Häuptling  gerade  auf  die
Silbenschrift  geraten  ist.  Es  hätte  ja  eigentlich
noch  näher  gelegen,  einfach  für  jedes  Wort  ein
besonderes  Zeichen  zu  setzen.  Joja  ist  sehr  stolz,
der  Erfinder  einer  Schrift  zu  sein.  Er  hat  das
Gefühl,  sich  durch  eigene  Kraft  auf  eine  höhere
Kulturstufe  gehoben  zu  haben.  Um  auch  seine
Untertanen  an  der  Wohltat  der  Schrift  teilnehmen
zu  lassen,  gibt  er  selber  Unterricht  in  seiner  Erfindung
  und  hat  zu  diesem  Zwecke  kürzlich  dem
Missionar  Göhring  66  Schiefertafeln  für  seine
eigene  Palastschule  abgekauft,  wo  er  zunächst
seinen  Vertrauten  Schreibunterricht  in  der
Bamumschrift  erteilt.  Seinen  Schülern  ist  es
Ehrensache,  möglichst  bald  und  richtig  die  Schrift
ihres  Fürsten  zu  erlernen,  und  sie  rühmen  es
dann  ftolz:  „König  Joja  hat  uns  diese  Schrift
gegeben.“

Jetzt  wechselt  der  Häuptling  täglich  Briefe
in  der  eigenen  Schrift  mit  seinen  Untertanen.
Es  werden  wohl  etwa  200  Schreibkundige  in
Bamum  sein,  die  ihm  ihre  Kunst  verdanken.
Auch  führt  Joja  ein  dreifaches  Tagebuch,  worin
er  abends  seine  Einnahmen  und  Ausgaben  registriert,
  allerhand  Rezepte  aufzeichnet  und  die
von  dem  Missionar  oder  von  anderen  Europäern
vernommenen  Mitteilungen,  auch  biblische  Geschichten,
  festhält.  Joja  ist  jedenfalls  ein  Ori—
ginal,  das  seinesgleichen  sucht.  Missionar  Göhring
  hat  ihm  gezeigt,  daß  er  auch  mit  der  Enropäerschrift
  alles  zu  schreiben  imstande  sei,  was
man  spreche,  auch  die  Bamumsprache.  Er  hat
schon  oft  beim  Unterricht  in  der  Missionsschule
zugehört  und  zugesehen,  und  es  leuchtet  ihm  sehr
ein,  wie  wir  lesen  und  schreiben;  aber  seinen
Ruhm,  der  Erfinder  einer  eigenen  Schrift  zu
sein,  will  er  sich  nicht  nehmen  lassen.  Und  der
soll  ihm  auch  bleiben.“

Die  Verwertung  von  tropischen  Früchten,  insbesondere
  von  Ananas  in  Ramerun.“)
Vou  Korpostabsapotheker  a.  D.  Berneganu-Halensee.
Die  Ananaskultur  auf  der  Insel  Sao  Miguel
(Azoren)  ist  verhältnismäßig  kostspielig  durch  die
Glashauskultur.  Deshalb  können  die  Ananaspflanzer
  von  dort  nur  Ananasfrüchte  als  Dessertananas

  ausführen,  nicht  aber  als  Ananaskonserven.

Ananasfrüchte  werden  in  besonderen  Fruchtdampfern
  nach  Liverpool  verschifft  und  dort  nach
Hamburg  umgeladen,  wo  sie  sofort  nach  dem

*)  Va  l.  auch  den  Artikel  Bernegaus  in  der  vorigen
Nummer  ber-  Kolonialblattes.
        <pb n="659" />
        G  579  20

Eintreffen  in  der  Fruchtbörse  durch  Auktion  verkauft
  werden.

Ananas-Konservenfabrikation  würde  bei  der
Kostspieligkeit  der  Kultur  auf  der  Insel  nicht
lohnend  sein.  Nur  Ananasfrüchte,  welche  sich
nicht  zum  Export  eignen,  wie  zu  reife  Früchte
oder  beschädigte  Ananas,  werden  zu  Konserven
und  zwar  zu  einem  wohlschmeckenden  Ananasgeleekrant
  verarbeitet.

In  Kamerun  liegen  die  Berhältnisse  für  eine
voraussichtlich  rentable  Ananaskultur  mit  Ananas-Konservenfabrikation
  weit  günstiger.  Dort  gedeihen
  aroma=  und  saftreiche  Ananasfrüchte  im
Freien  ebenso  wie  in  Florida,  Kuba,  auf  den
Philippinen,  in  Jamaika,  Westindien,  wo  (z.  B.
in  Johore)  Ananaskonserven  in  größerem  Maßstabe
  erzeugt  und  über  Singapore  dem  Weltmarkt
zugeführt  werden.  In  Kamerun  kann  die  Ananaskultur
  in  den  Pflanzungen  intensiv  betrieben
werden.  Die  Rentabilität  der  Kakaopflanzungen
würde  dadurch  beträchtlich  erhöht  werden  können;
ebenso  dürfte  jene  Kultur  im  Interesse  der  Bekämpfung
  der  Pflanzenschädlinge  liegen;  ferner
müßte  in  den  Pflanzungen  steiniges  Gelände,
welches  sich  für  Kakao  nicht  geeignet  erwiesen
hat,  für  Ananaskultur  wirtschaftlicher  ausgenützt
werden.

Die  Ananaskultur  könnte  mit  Nutzen  auch
von  den  Eingeborenen  in  den  Reservaten  betrieben,
  beispielsweise  könnten  die  Wege  mit
Ananas  eingefaßt  werden.  Grundbedingung  dafür
  ist  die  Errichtung  einer  Fruchtkonservenfabrik,
  welche  die  Früchte  zu  guten  Preisen  den
Eingeborenen  abkauft.

Die  Kameruner  Ananasfrucht,  von  Professor
Dr.  Preuß  im  Botanischen  Garten  zu  Victoria
aus  Westindien  eingeführt,  fand  ich  an  Onalität,
Aroma  und  Geschmack  der  Sao  Miguel-Ananas
mindestens  gleichwertig,  aber  aromatischer  und
fruchtzuckerreicher  als  die  westindische,  Florida-Jamaika-Ananas,
  welche  ich  auf  meinen  Reisen
in  Amerika  und  England  kennen  lernte.

Die  Ananas  gedeiht  in  Kamerun  vorzüglich
bei  relativer  Leichtigkeit  der  Kulturarbeit.  Versuchsweise
  wurden  auf  dem  Grundstück  meiner
Versuchsanstalt  in  Victoria,  auf  steinigem  für  K  Kakao
nicht  geeigneten  Gelände,  Ananas  ausgepflanzt,
die  nach  dreizehn  Monaten  die  erste  Ernte  saftund
  aromareicher  Früchte  brachten.

Mit  den  Victoria-Ananasfrüchten  stellte  ich
versuchsweise  Dosen-Ananaskonserven  in  fahrbaren
Dampfkochkesseln  her.  Diese  Konserven  waren
aromatischer  und  schmackhafter  als  die  Johore-Ananaskonserven,
  wie  man  sie  in  Scheiben=  und
Würfelform  in  Berliner  Warenhäusern  kauft.

Die  Ananaskultur  könnte  in  Kamerun  zunächst
  an  der  Küste  in  den  Pflanzungen  und  von

 

den  Eingeborenen  in  den  Reservaten  betrieben
werden.  Ferner  möchte  ich  die  Frage  zur  eingehenden
  Prüfung  empfehlen,  ob  sich  nicht  das
Eisenbahngelände  von  Duala  nach  Manenguba
zur  Rechten  und  Linken  des  Schienenstranges  für
Ananasaupflanzungen  eignet.

Die  Eisenbahn-Bau=  und  Betriebsgesellschaft
könnte  dann  mit  hygienischem  und  wirtschaftlichem
Nutzen  einen  Teil  ihres  Geländes  unter  Ananaskultur
  setzen  und  Eingeborene  als  Kolonisten  ansiedeln,
  wie  es  die  großen  Kaffeepflanzer  in
Sao  Paulo  (Brasilien)  tun,  um  jahraus-ahrein
Arbeitspersonal  zur  Unterhaltung  ihrer  Kaffeepflanzungen
  und  zur  Aufbereitung  der  Ernten  zu
haben.

In  Verbindung  mit  der  Ananaskultur  würde
dann,  wie  gesagt,  in  Duala  der  Bau  einer  den
tropischen  Verhältnissen  angepaßten,  mit  modernen
technischen  Einrichtungen  versehenen  Fruchtkonservenfabrik
  mit  Kühlanlage  und  Eismaschinenhaus
  erforderlich.  Damit  würde  gleichzeitig  die
für  Duala  wichtige  Eismaschinenfrage  und  die
Frage  eines  Kühlhauses  für  Konservierung  von
Nahrungsmitteln,  wie  Fleisch,  Eier,  Kartoffeln,
Gemise  (letzteres  außerordentlich  wichtig  für  die
Verpflegung  der  Europäer)  gelöst  werden  können.

Die  Fruchtkonservenfabrik  in  Duala  müßte
mit  der  Zeit  in  besonderen  Fruchtdampfern  mit
Kühlräumen  nach  dem  Vorbilde  der  Jamaikafruchtdampfer,
  welche  nach  England  und  Amerika
frische  Jamaikafrüchte  trausportieren,  Ananas  und
Ananaskonserven,  Bananen,  Limonen,  Mangopflaumen
  nach  Deutschland  ausführen.  Die
Fabrik  würde  nach  dem  Vorbilde  der  deutschen
Zuckerfabrik  für  ihre  Fruchtkampagne  nicht  nur
die  im  Eisenbahngelände  von  den  Kolonisten  anzubauenden
  Ananasfrüchte  kaufen,  sondern  auch
die  im  Victoria=  und  Kamerunbergbezirk  von  den
Pflanzungen  und  den  Eingeborenen  erzeugten
Früchte.  In  der  Fabrik  müßten  dann  die
Ananasfrüchte  sortiert  und  zu  Dosenkonserven,  zu
Dörrananasscheiben,  zu  Ananasgeleekraut,  zu
kohlensäurehaltigem  Ananassaft  verarbeitet  werden.
Die  Ausfuhr  auserlesener  frischer  Früchte  wird
erst  möglich,  wenn  Kühlanlagen  und  Dampfer
mit  Kühleinrichtungen  beschafft  werden.

a  in  Kamerun  kohlensäurehaltige  Qnellen
vorhanden  sind,  würde  ich  auf  Grund  meiner
Untersuchung  des  kohlensäurehaltigen  Quellwassers
vom  Kriegsschiffhafen  bei  Victoria  dringend
raten,  neben  den  Tiefbohrungen  auf  Petroleum
auch  auf  Kohlensäure  zu  bohren.  In  dem  Gutachten
  über  die  Tiefbohrungen  der  Kamerun-Bergwerks-Aktiengesellschaft
  nach  Petroleum  berichtet
  ja  Herr  Dr.  Monke  über  reiches  Vorkommen
  von  Kohlensäure.  Wenn  es  glückt,  bei
den  Bohrungen  auf  Petroleum  auch  eine  ergiebige
        <pb n="660" />
        W  580  2

Kohlensäurequelle  aufzuschließen,  so  wäre  das  für
die  Sanierung  der  Westküste  von  großem  Nutzen,
weil  dann  Eismaschinen  und  Kühlanlagen  nach
dem  Kohlensäuresystem  an  allen  wichtigen  Plätzen
der  Westküste  errichtet  werden  können.

Die  Eisenbahn-Baugesellschaft  könnte  bei  Errichtung
  der  Fruchtkonservenfabrik  eventuell  die
Mitwirkung  großer  deutscher  Geschäftshäuser  heranziehen,
  welche  die  ganze  Jahresproduktion  der
Ananas-Konservenfabrik  übernehmen  würden.  Hierdurch
  wäre  der  Absatz  gleich  sichergestellt.

Zum  Schlusse  sei  in  diesem  Zusammenhange
auf  eine  andere  Möglichkeit,  die  Gründung  einer
Fruchtverwertungsgesellschaft  für  die  Kakaopflanzungen
  in  Kamerun  hingewiesen.  Wenn
diese  Gesellschaft  ihre  Kakaofrüchte  an  eine  im
Schutzgebiet  zu  errichtende  Fabrik  verkaufte,  erhielte
  der  Kakaomarkt  eine  einheitliche  Kameruner
Kakaobohne.  Der  Pflanzer  hätte  mit  der  Aufbereitungstechnik
  nichts  zu  tun  und  könnte  sich
deshalb  um  so  eingehender  mit  der  Züchtung  guter
Kakaopflanzen  beschäftigen.  Hier  müßte  der
Grundsatz  „Zentralisation“,  nicht  „Arbeitszersplitterung“
  Geltung  finden.

75

Deutsch-Ostafrika.

Vom  eEeisenbahnbau  Daressalam—c(Dorogoro.

Einem  von  der  Firma  Ph.  Holzmann  &amp;amp;  Co.
dem  Gouvernement  in  Daressalam  über  den
Stand  der  Bauarbeiten  für  die  Eisenbahn  von
Daressalam  nach  Morogoro  am  1.  April
1907  eingereichten  Berichte  entnehmen  wir  folgende
  Angaben:

Die  Erdarbeiten  sind  bis  auf  die  Ausführung
  von  rund  108  000  ebm  beendet.  Das
Planum  wird  bis  September  d.  Is.  auf  der  ganzen
Strecke  bis  Morogoro  fertiggestellt  sein.  Fertig
gemauert  und  montiert  sind  die  Brücken  bis
Kilometer  92  mit  Ausnahme  einiger  Rohrdurchlässe.
  Ferner  sind  alle  Brücken  bis  auf  die  Aufstellung
  der  Eisenkonstruktionen  fertig  von  Kilometer
  144  bis  Kilometer  182.  In  Arbeit  sind
die  Brücken  von  Kilometer  92  bis  Kilometer  144
sowie  diejenigen  von  Kilometer  182  und  darüber
binaus.

Das  Gleisende  liegt  gegenwärtig  auf  Kilometer
  153.  Sobald  der  Oberbau  die  Station
Ngerengere  (Kilometer  157)  erreicht  hat,  wird
eine  Pause  im  Vorstrecken  eintreten,  da  Lokomotiven
  und  Wagen  einer  notwendigen  Reparatur
bedürfen.  Ende  Mai  wird  das  Vorstrecken  wieder
aufgenommen  werden  und  Ende  September
d.  Is.  wird  die  Gleisvorlage  voraussichtlich  den
Bahnhof  Morogoro  erreicht  haben.

 

Die  Strecke  ist  fertig  beschottert  bis  Kilometer
  40  und  von  Kilometer  50  bis  Soga.
Nach  unseren  Dispositionen  wird  die  Strecke  bis
Kilometer  190  bis  Ende  d.  Is.  fertig  beschottert
sein;  der  Rest  der  Beschotterung  wird  in  der
ersten  Hälfte  des  Jahres  1908  erfolgen.

Auf  Bahnhof  Daressalam  sind  alle  Hochbauten
  bis  auf  die  Installationsarbeiten  des  Übernachtungs=
  und  Badehauses  fertiggestellt.  Die
Werkstätte  ist  in  Betrieb  genommen.  Fertig  sind
ferner  die  Hochbauten  auf  Bahnhof  Pugu,  während
  die  Hochbauten  auf  den  Bahnhöfen  Soga
und  Ruvu  binnen  vier  Wochen  ihrer  Fertigstellung
  entgegensehen.  Für  das  Empfangsgebäude
  in  Ngerengere  sind  die  Fundamente
gemauert.

#  1
1*

In  dem  dritten  Geschäftsbericht  der  Ostafrikanischen
  Eisenbahngesellschaft  für  1906
heißt  es  u.  a.:

„Die  Schwierigkeiten  der  Bauausführung
wirkten  auch  im  größten  Teile  des  abgelaufenen
Geschäftsjahres  weiter  störend  auf  den  Fortgang
der  Arbeiten  ein.  Dennoch  konnten  wir  nicht  nur
eine  Teilstrecke  dem  öffentlichen  Verkehr  übergeben,
sondern  auch  auf  den  im  Bau  befindlichen  Strecken
die  Arbeiten  so  fördern,  daß  es  sich  wahrscheinlich
ermöglichen  lassen  wird,  gegen  Ende  dieses  Jahres
den  öffentlichen  Betrieb  bis  Morogoro  weiterzuführen.


Der  Aufstand  in  Deutsch-Ostafrika,  der  erst
in  der  zweiten  Hälfte  des  Berichtsjahres  sein
Ende  erreichte,  hinderte  uns,  einen  ausreichenden
Stamm  von  ständigen  Arbeitern  zu  halten.  Mit
den  in  Tabora  und  Muansa  angeworbenen  Leuten
hatten  wir  zu  Anfang  des  Berichtsjahres  ungefähr
5500  Arbeiter  zur  Verfügung.  Für  unser  Bedürfnis
  wäre  neuer  Zuzug  nötig  gewesen:  statt
dessen  trat  aber  bald  wieder  infolge  des  unzuverlässigen
  Charakters  der  Neger  eine  Verminderung
ein.  Es  dauerte  wieder  längere  Zeit,  um  die
Arbeiter  auf  die  notwendige  Zahl  zu  bringen.
Unter  solchen  Umständen  war  es  unmöglich,  das
Arbeitsprogramm  genau  innczuhalten.  Die  Arbeiterfrage
  beschäftigte  unsere  Bauleitung  beständig,
  und  es  wurde  kein  Versuch  gescheut,  des
Landes  und  der  Sprache  kundige  Leute  zu  bewegen,
  als  ständige  Arbeiteranwerber  nach  dem
Innern  zu  gehen  und  Arbeiter  zu  beschaffen.
Leider  wurden  geeignete  Leute  hierfür  nur  selten
gefunden.  In  dankenswerter  Weise  hat  uns  das
Gouvernement  Unterstützung  durch  Überweisung
von  800  Strafarbeitern  im  Oktober  gewährt,  wo
wieder  ein  großer  Teil  der  anderen  die  Arbeitsstätten
  verließ,  um  ihre  Felder  zu  bestellen.
        <pb n="661" />
        W  581  2

Die  Gesundheitsverhältnisse  unserer  Beamten
  waren  dank  der  weitgehenden  Organisation
des  Gesundheitsdienstes  als  sehr  befriedigend  zu
bezeichnen.  Einige  der  Beamten,  die  sich  bereits
längere  Zeit  draußen  befanden  und  der  Erholung
bedurften,  zogen  es  vor,  statt  nach  Hause  zu
fahren,  in  die  Höhenwälder  von  Uluguru  und
Usambara  zu  gehen.

Die  von  uns  vorgenommenen  Untersuchungen
zwecks  Verlängerung  unserer  Bahn  von
Morogoro  bis  Kilossa  gelangten  im  Vorjahre
zum  Abschluß  und  im  Oktober  zur  Vorlage  an
die  Kolonial-Abteilung.  Ferner  wurden  im  November
  technische  Ermittlungen  über  die  Führung
einer  Bahnlinie  von  Kilossa  bis  nach  Tabora
eingeleitet.“

D

Deutsch-Südwestafrika.

Wasseruntersuchungen  in  Deutsch-Südwestafrika.
Ausgeführt  im  chemischen  Laboratorium  des  Sanitätsamts
  der  Schutztruppe.

Gleich  zu  Anfang  des  Feldzuges  in  Deutsch-Südwestafrika
  hatte  sich  das  Bedürfnis  geltend
gemacht,  über  die  Wässer  des  Schutzgebietes
einige  Aufschlüsse  zu  bekommen.  Zwei  Gesichtspunkte
  waren  hierfür  in  erster  Linie  maßgebend.
Zunächst  galt  es,  das  Wasser  wegen  seines  durchweg
  „brakigen“  Geschmackes  auf  seinen  Salzgehalt
zu  untersuchen,  besonders  da  nach  Gennß  verschiedener
  Wässer  schädliche  Wirkungen  beobachtet
worden  waren.

Der  zweite  Gesichtspunkt,  der  bei  der  Untersuchung
  der  Wässer  von  Wichtigkeit  war,  lag  im
allgemeinen  Interesse  der  Kolonie  und  berührte
speziell  die  technische  Verwendbarkeit  der  im
Schutzgebiet  befindlichen  Wässer.  Es  war  daher
wichtig,  genaue  Bestimmungen  des  Gehaltes  an
Kalzium,  Magnesium  und  der  Kieselsäure  auszuführen
  sowie  die  Zahlen  für  Gesamthärte  und
bleibende  Härte  aufzustellen.

Im  Anfang  des  Krieges  mußten  sich  alle
diese  Untersuchungen  in  bescheidenen  Grenzen  bewegen,
  war  es  doch  zunächst  die  Aufgabe  der
Militärapotheker,  für  die  Beschaffung  und  Herstellung
  von  Sanitätsmaterial  Sorge  zu  tragen.
Erst  später,  als  eine  genügende  Menge  der  unbedingt
  nötigen  Reagentien  und  Apparate  hinausgesandt

  war  und  besonders,  als  einige  von
Giemsa  für  tropenhygienische  Untersuchungen
konstruierte  Reagentienkästen  zur  Verwendung

kamen,  konnten  Wasseruntersuchungen  ausgeführt
werden.

Es  sei  bemerkt,  daß  diese  Reagentienkästen
nach  Giemsa  sich  für  den  Feldgebrauch  in  den

 

Tropen  außerordentlich  gut  bewährt  haben.  Ihr
wesentlicher  Vorzug  besteht  darin,  daß  man  in
der  Lage  ist,  sich  innerhalb  kurzer  Zeit  ohne  eine
chemische  Wage  Normallösungen  herzustellen,  die
durchaus  für  den  bestimmten  Zweck  genügen  und
dadurch  erhalten  werden,  daß  man  kleine  zugeschmolzene
  Röhrchen  aus  dünnem  Glas,  gefüllt
mit  der  konzentrierten  Normallösung,  in  eine  mit
einer  Marke  versehene,  aus  dickem  Glase  bestehende
  Flasche  wirft.  Hierdurch  zerspringt  das
Röhrchen.  Man  füllt  dann  mit  destilliertem  Wasser
bis  zur  Marke  an  und  hat  nun  eine  genaue
Normallösung.

Eingehende  Untersuchungen  von  Wasserproben
konnten  jedoch  auch  erst  dann  ausgeführt  werden,
als  auf  Anregung  des  Kommandos  der  Schutztruppe
  ein  chemisches  Laboratorium  beim
Sanitätsamt  errichtet  worden  war.  Jetzt  war  es
möglich,  außer  Wasseranalysen  Untersuchungen
von  Nahrungs=  und  Genußmitteln  auszuführen,
sowie  solche  Analysen,  die  sich  auf  das  Gebiet
der  forensischen,  technischen  und  pharmazeutischen
Chemie  erstrecken.

Ehe  mit  dem  eigentlichen  Bericht  der  Untersuchungsergebnisse
  begonnen  werden  kann,  dürfte
es  nötig  sein,  kurz  zu  erwähnen,  welcher  Art
die  sog.  Wasserstellen  sind.  Unter  Wasserstellen
  versteht  man  vielerlei.  In  erster  Linie
sind  die  leider  recht  wenig  zahlreichen  Quellen
zu  neunen.  Ihr  Wasser  ist  fast  durchweg  gut.

Quellen  finden  sich  im  Süden  des  Schutzgebietes

solten,  häufiger  trifft  man  sie  im  Norden,  wie  in
Windhnk,  Groß-Barmen  und  am  Waterberg.

Wie  allenthalben  bekannt  ist,  gibt  es  im
Schutzgebiet  ständig  fließendes  Wasser  fast  gar
nicht.  Die  großen  Flüsse,  wie  der  Swakop,
Kuisep  und  Fischfluß  führen  fast  nur  während
der  Regenzeit  fließendes  Wasser.  Es  sind  dann
allerdings  die  Wassermengen  so  groß,  daß  durch
die  plötzlich  andringenden  Wassermassen  alles,  was
sich  in  den  Flußbetten  (Rivieren)  befindet,  weggeschwemmt
  wird.  „Der  Fluß  ist  abgekommen.“
Ein  großer  Teil  dieses  Wassers  sickert  in  den
Boden  ein  und  fließt  unterirdisch  strömend  weiter,
wenn  auch  die  Oberfläche  schon  seit  langer  Zeit
kein  Wasser  mehr  führt.  Wie  aus  angestellten
Bohrungen  ersichtlich  ist,  findet  man  selbst  in  der
trockenen  Zeit  besonders  in  den  Rivieren  in  einer
mehr  oder  weniger  großen  Tiefe  fast  immer  Wasser.
Sehr  häufig  trifft  man  Wasser  unter  einer  bis  zu
20  m  hohen  Granitschicht.

Um  Wasser  zu  Tage  zu  befördern,  sind  verschiedene
  Einrichtungen  getroffen  worden.  Abgesehen
  von  den  oben  erwähnten  Bohrungen,
erhält  man  es  auf  die  einfachste,  aber  nicht  immer
ausreichende  Weise  durch  Graben  von  mehreren
Metern  tiefen  Löchern  in  oder  dicht  neben  den
        <pb n="662" />
        582  20

Rivieren.  Diese  Wasserstellen  haben  aber  den
großen  Nachteil,  daß  sie  beim  Abkommen  des
Flusses  meist  wieder  zugeschwemmt  werden.

Werden  sie  jedoch  an  einer  geschützten  Stelle  angelegt
  und  womöglich  ausgemauert,  so  sind  sie
nicht  mehr  so  leicht  den  Gefahren  der  Zerstörung
ausgesetzt.  Aus  hygienischen  Gründen  empfiehlt
es  sich  jedoch,  diese  Brunnen,  die  meist  zum
Heraufbringen  des  Wassers  mit  einer  Holzwelle
versehen  sind,  zu  decken,  da  andernfalls,  besonders
  in  etwas  verlassenen  Gegenden,  die
Brunnen  durch  Hineinfallem  von  Tieren  unbrauchbar
  werden.

Das  Heraufschaffen  des  Wassers  geschieht  auch
an  manchen  Plätzen  durch  Windmotore,  hin  und
wieder  findet  man  auch  Schöpfmaschinen  (Baggerpumpen),
  die  mit  Hilfe  eines  Göpelwerkes  in
Bewegung  gesetzt  werden.  Bewährt  haben  sich
auch  die  Handpumpen.

Als  Wasserstellen  gelten  auch  die  Reste  des
in  den  Rivieren  von  der  Regenzeit  zurückgebliebenen
  Wassers,  ebenso  auch  das  Wasser,  welches

 

sich  an  tiefer  gelegenen  Plätzen  angesammelt  hat.
Eine  derartige  Wasserstelle  neunt  man  ein  Vley.

Außerdem  sei  bemerkt,  daß  selbst  in  der
Namibwüste,  die  in  einer  Breite  von  etwa  100  km
an  der  südlichen  Küste  des  Schutzgebietes  entlang
läuft,  sich  während  der  kurzen  Regenzeit  in  Felsspalten
  Wasser  ansammelt,  das  sich  dort,  weil  es
gut  geschützt  ist,  längere  Zeit  hält.

Wasseruntersuchungen.

Wie  bereits  erwähnt,  zeichnen  sich  fast  alle
Wässer  des  Schutzgebietes  durch  einen  sehr  hohen
Salzgehalt  aus.  Häufig  enthalten  sie  auch  mehr
oder  weniger  große  Mengen  von  Schwefelwasserstoff.
  Es  sei  allerdings  bemerkt,  daß  dieser  in
vielen  Fällen  nur  ein  nachträgliches  Zersetzungsprodukt
  ist.  Einige  Wässer  besitzen  auch  verhältnismäßig
  hohe  Temperatur.

Windhuk.  Von  besonderem  Interesse  sind
die  Wasserverhältnisse  Windhuks.  Im  Osten  von
Windhuk  erhebt  sich  ein  Höhenzug,  dem  zahlreiche
Quellen  entspringen.

Quellenspalte  Windhnk.

 

 

1  2  3  4  6  5
ern  ju  die  ern  5  Quelle  Quelle  Quelle  beim
ilitär=  alten  Quelle;  .
Selterswasser=  imchefärztlichen,  im  Pahlschen  hinter  der  Gonvernefabrik
  Garten  Garten  Hauptkasse  mentsgebäude
Temperatur  48°  33  71,5  60  67°
Farbe  hell  hell  hell  hell  hell
Geruch  normal  „  normal  normal  normal  normal
Geschmack  1  -  -
Trübung  nicht  vorhanden  nicht  verbanden  nicht  vorhanden
Niederschlag  ·
Reaktion  alkalisch  alkalisch  alkalisch  alkalisch  alkalisch
Härte  .  ,2  ,.5  7,70  .  .
Bleibende  Härte  2,39  2,39  2,51
Temp.  Härte  .  4,96  5,19  ·  .  .
Abdam  pfrückstand  89.2  838,  53  89,30  D  89,01  «  89,02
Ges.  Alkalien  als  1  "
Chloride  67,60  67,71  I
Aluminium  u.  Eisen-  "
ordd  Spuren  Spuren  Spuren  "„
Kalziumordd  5,80  5,95  6,00
Magnesiumoryd.  1,00  1,03  1,22  «  .  .
)lor....  560  5,60  5,60  5,60  T  5,60
Schwefelsäure.  14,65  14,65.  14,45  14,82  14,15
Kieselsäure  9,78.  9,78
Kohlensäure  17,20  s  17,20  17,82
Salpetersäure.  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  Die  Wässer  sind  hinsichtlich
Salpetrige  Säure  -  -  «  -  ihrer  physikalischen  und  che-Ammoniak.
  -  -  -  mischen  Eigenschaften  identisch
Schwefelwasserstof  -  -  -  mit  den  vorhergehenden.
Organ.  Substanz.  0,31  K.  Mn=  O;  0,234  0,234  ·
Mikroskop.  Befund
        <pb n="663" />
        583

Diese  Quellenspalte  reicht  vom  Gebäude  des
Lazaretts  bis  zum  Gouvernementsgebäude.  Sämtliche
  Quellen  besitzen  eine  mehr  oder  weniger
hohe  Temperatur.  Trotzdem  in  dem  Wasser  mit
Reagentien  sich  kein  Schwefelwasserstoff  nachweisen
läßt,  tritt  in  der  Nähe  der  Quellen  ein  Schwefelwasserstoffgeruch
  auf,  der  zeitweise  recht  stark  ist.
Es  ist  anzunehmen,  daß  der  Schwefelwasserstoff,
der,  wie  sein  Verhalten  gegen  Bleipapier  zeigt,
nur  in  verhältnismäßig  geringer  Menge  im
Wasser  enthalten  ist,  infolge  der  hohen  Temperatur
  des  Wassers  sofort  an  der  Oberfläche  verschwindet.


Die  Analyse  ergab,  daß  das  Wasser  sämtlicher
Quellen  eines  Ursprungs  und  trotz  seines  für
heimische  Verhältnisse  hohen  Gehaltes  an  Chlor
(CI)  und  Schwefelsäure  (80.)  als  sehr  brauchbar
zu  bezeichnen  ist.  Die  hohe  Temperatur,  wie
auch  die  gute  Beschaffenheit  der  Quellfassungen
bewirkt,  daß  nur  geringe  Mengen  organischer
Substanz  darin  enthalten  sind.

Daß  die  Windhnker  Quellwässer  trotz  ihres
hohen  Alkaligehaltes  noch  als  Kesselspeisewasser
Verwendung  finden  können,  verdanken  sie  dem
Umstand,  daß  ihr  Gehalt  an  Kalzium,  Magnesium
und  Kieselsäure  (16,75  Teile  auf  100  Liter)  noch
nicht  die  für  technische  Zwecke  bestehende  Grenze
überschritten  haben.  Eine  Bestimmung  der  Alkalien
hatte  ergeben,  daß  diese  aus  60,07  Chlornatrium,
31,88  Natriumoryd  und  7,53  Teilen  Kaliumchlorid,
  4,76  Kaliumoryd  bestanden.

Rechnet  man  die  erhaltenen  Zahlen  auf  die
entsprechenden  Salze  um,  so  bekommt  man  für
das  Windhuker  Wasser  folgende  Zusammensetzung:

Chlornatrium  9,24  Teile  auf  100  1
Natriumsulfat  12,78  -  -
Kaliumsulfat  8,80  -  -
Magnesiumsulfat  3,08  -  -
Kolzimniulfat.  2,31-  -  -
Natriumkarbonat.32,01-  -  -
Kalziumkarbonat.8,93-  -  -
Kicfcliänrcanhydrid9,78-  -  -

DasunterNI-.1aufgcfiihrthnsscrwird
zur  Herstellung  des  in  der  Militärselterswasser—
fabrik  gewonnenen  Selterwassers  benutzt.  Die
Quelle  ist  mit  der  Fabrik  durch  ein  etwa  100  m
langes  Wasserleitungsrohr  verbunden.  Um  den
Geschmack  des  Selterwassers  zu  verbessern,  erhält
es  einen  Zusatz  von  Chlornatrium  und  Natriumkarbonat
  und  zwar  auf  100  1  104,8  Chlornatrium
  sowie  46,7  Natriumkarbonat.

Windhuker  Rivier.  Eine  wesentlich  andere
Zusammensetzung  haben  die  Wässer  der  im  Windhuker
  Rivier  gelegenen  Brunnen.  Sie  sind  bedeutend
  reicher  an  Chloriden,  Sulfaten  und
Alkalisalzen,  dagegen  verhältnismäßig  arm  an

gehaltes  besser.

 

Kalzium  und  Magnesium.  Außerdem  enthalten  sie
fast  durchweg  salpetrige  Säure,  meist  auch  große
Mengen  an  organischer  Substanz.  Trotzdem  muß
angenommen  werden,  daß  ein  großer  Teil  des
Rivierwassers  von  den  heißen  Quellen  stammt.
Durch  Verdunsten  ist  einerseits  der  Salzgehalt
höher  geworden,  anderseits  haben  sich  die  schwerer
löslichen  Bestandteile  des  Wassers  vorher  ausgeschieden;
  teilweise  hat  wohl  auch  eine  Art
Filtration  stattgefunden,  wobei  die  schwerlöslichen
Kalk=  und  Magnesiumsalze  zurückbehalten  wurden.
Wegen  des  Gehaltes  an  salpetriger  Säure  sowie
wegen  der  großen  Mengen  darin  vorhandener
organischer  Substanzen  und  Alkalien  mußten  diese
Wässer  zum  Teil  beanstandet  werden.  Die
Alkalien  sind  hauptsächlich  an  Kohlensäure  (CO),
Chlor  (Cl)  und  Schwefelsäure  (80.)  gebunden,
teilweise  aber  auch  an  salpetrige  Säure  (Ne  O.)
und  Salpetersäure  (N  O,).

Das  Wasser  des  unterhalb  des  Gefangenenkraals
  gelegenen  Brunnens  ist  so  reich  an  Salzen
und  organischen  Stoffen,  daß  es  als  Trinkwasser
vollständig  ungeeignet  erscheint.  Seine  Härte  ist
sehr  gering,  als  Kesselspeisewasser  könnte  es  daher
wohl  Verwendung  finden.  Zu  bemerken  ist  außerdem,
  daß  das  Wasser  von  Brunnen,  die  längere
Zeit  nicht  gebraucht  werden,  ständig  schlechter
wird,  da  einerseits  der  Boden  andauernd  ausgelangt,
  anderseits  die  dadurch  entstandene  Salzlösung
  bei  der  starken  Verdunstung  des  Wassers
immer  konzentrierter  wird.

Besser  ist  der  unterhalb  der  katholischen
Mission  gelegene  Brunnen.  Das  Wasser  wird
hier  mit  Hilfe  eines  Windmotors  aus  der  Tiefe
emporgehoben.  Sein  hoher  Gehalt  an  organischer
Substanz  und  die  Anwesenheit  der  salpetrigen
Säure  macht  es  für  Trinkzwecke  ungeeignet.  Es
wird  daher  auch  nur  zum  Tränken  von  Bieh
und  zu  gärtnerischen  Zwecken  benutzt.

Der  Brunnen  in  der  Nähe  des  Gebändes
des  Feldvermessungstrupps  hatte  zur  Zeit  der
Untersuchung  einen  so  hohen  Gehalt  an  organischen
Substanzen,  daß  seine  Verwendung  als  Trinkwasser
  gar  nicht  in  Frage  kommen  konnte.

Der  in  der  Nähe  des  Mietshauses  von  Karsunke
  gelegene  Brunnen  ist  hinsichtlich  seines  Salz-Infolge
  der  Anwesenheit  von
salpetriger  Säure  und  der  die  normale  Grenze
wesentlich  überschreitenden  Menge  des  zur  Bestimmung
  der  organischen  Substanz  nötigen  Kaliumsupermanganates
  stehen  seiner  Verwendung  als
Trinkwasser  wesentliche  Bedenken  entgegen.

Ahnlich  verhalten  sich  die  anderen  im  Windhuker
  Rivier  gelegenen  Brunnen.  Die  bei  der
Untersuchung  erhaltenen  Zahlen  stimmen  im  allgemeinen
  überein.  Die  Härte  ist  gering,  der
Alkaliengehalt  auch  hier  ziemlich  hoch.
        <pb n="664" />
        584

Windhuker  Revier.

 

 

 

6  7  -  8  9
Brunnen  unter-  BBrunnen  bein  Brunnen  unter-  Brunnen  hinter
9  Gebäude  des  Feld-  nn.
4  halb  des  vermessungs-  "  halb  der  dem  Mietshause
Gefangenenkraals  trupps  kath.  Mission  Karsunke
Temperatur  21°  .  21  .
Farbe  gelblich  schwach  gelblich  schwach  gelblich  hell
Geruch  normal  normal  normal  normal
Geschmack  etwas  brakig  --  -  -
Trübung  nicht  vorhanden  starke  Trübung  gering  vorhanden
Niederschlag  gering  starker  Niederschlag  -  i  -
Reaktion  stark  alkalisch  stark  alkalisch  alkalisch  schwach  alkalisch
Härte  .  1,86  0,56  6,43  12,5
Bleibende  Härte  .  1,31  0,26  1,39  «  1,4
Temp.  Härte  .  .  ;  5,04  i  ·
Abdampfrückstand.  516,88  404,00  204,64  170,00
Glührückstand  ·  388,80  .  158,00
Aluminium=  u.  Eisenoxyd  1,28  vorhanden  0,80  vorhanden
Ges.  Alkalien  als  Chloride  486,50  .  173,95  .
Kalziumoxyd  1,36  geringe  Mengen  4,08  5,20
Mngnesiumop  0,44  .  1,68  5,22
Chlor  ...  24,99  35,50  14,24  15,62
Schwefelsäure  114,45  85,05  ·  44,07  I  84,05
Salpetersäure  5,45  .  9,20  .
Kiesclsänre.  6,24  5,45  nicht  vorhanden
Salpetrige  Säure  vorhanden  große  Mengen  vorhanden  vorhanden
Ammoniak  ..  frei  frei  frei  frei
Schwefelwasserstoff  ..  -  -  -  -
Kohlensäure  ..  90,20  5,39  3,65  (  -
Organ.  Substanz.  4,86  K2  Mna  Og  31,60  3,03  1,614
Mikrosk.  Befund  Sand,  Pflanzenreste.  Sand,  Lehm  Quarz,  Lehm,  Kalk  Sand,  Pflanzen-1
  fasern

 

Zum  Vergleich  dürfte  es  interessant  sein,  auf
Grund  der  erhaltenen  Zahlen  auszurechnen,  in
welcher  Weise  die  darin  befindlichen  Säuren  und
Basen  gebunden  sind.

Der  Brunnen  unterhalb  der  katholischen
Mission  besitzt  hiernach  folgende  Zusammensetzung:

Natriumsulfat  78,28  auf  100  1
Natriumchlorid  23,40
Natriumkarbonat  75,91  -
Natriumnitrat  .  5,45  -
Magnesiumkarbonat  3,51  —  -
Kalziumkarbonat  7,29  —  -
Eisen  (Fl.  O.)  0,29  —-  -

Kieselsäure  (§i00)  9,20
Organische  Substanz  15,35  (K.  MnO  5)

Klein-Windhuk.  Sehr  reich  an  Quellwasser
ist  das  in  der  Nähe  von  Windhuk  (Groß-Windhuk)
gelegene  Klein-Windhuk,  welches  am  Abhange  des
Wasserberges  liegt,  dem  zahlreiche  Qnellen  ent- 



springen,  die,  wie  die  Quellen  von  Groß-Windhuk,
den  Vorzug  haben,  selbst  während  der  trockenen
Jahreszeit  recht  ergiebige  Mengen  Wasser  zu
liefern.

Die  Beschaffenheit  der  Wässer  ist  die  gleiche.
Einer  genaueren  Untersuchung  wurde  das  Wasser
unterzogen,  welches  unterhalb  des  Ludwigschen
Hauses  entspringt.  Es  befindet  sich  dort  ein
unterirdischer  Gang,  der  bis  zu  den  Wasser  enthaltenden
  Schichten  des  Wasserberges  führt.  Mit
Hilfe  einer  Rohrleitung  können  sämtliche  Gärten
Klein-Windhuks  von  dort  aus  bewässert  werden.
Die  Temperatur  der  einzelnen  Quellen  ist  verschieden.
  Während  die  des  Ludwigschen  Brunnens
44°  mißt,  ist  die  der  übrigen  Quellen  durchschnittlich
  10°  niedriger.

Es  liegt  die  Vermutung  nahe,  daß  die  Quellen
Klein-Windhuks  den  gleichen  Ursprung  haben,  wie
die  nur  einige  Kilometer  davon  entfernt  liegenden
Quellen  von  Groß-Windhuk.  Dem  dürfte  aber
        <pb n="665" />
        G  585  20

Windhunker  Revier.

 

 

 

10  11  12
Brunnen  Eisenbahnbrunnen  Eisenbahnbrunnen
hinter  Hotel  Prüshaver

  1  II
Temperatur  .  «  .  .
Farbe.  schwach  gelblich  schwach  gelblich  gelblich
Geruch.  normal  normal  normal
Geschmack  schwach  salzig  schwach  salzig  schwach  salzig
Trübung  gering  gering  vorhanden
Niederschlag  O  -  -
Reaktion  alkalisch  alkalisch  alkalisch
Härrte  5,25  8,53  6,29
Bleibende  Härte  4,94  3,60  3,57
Temp.  Härte  0,31  4,93  3,32
Abdampfrückstand  358,15  330,10  313,10
Glührückstnd  .  .  -
Aluminium=  und  Eisenoxyd  .  Spuren  Spuren
Ges.  Alkalien  als  Chloride  346,81  316,35  290,67
Kalziumoryd  .  2,00  3,50  4,10
Magnesiumoxyd  2,32  3,59  1,99
Chlor  25,24  27,65  24,46
Schwefelsäure.  88,35  76,45  67,70
Salpetersäure.  4,65  5.75  8,45
Kieselsäure.  .....  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  geringe  Spuren
Salpetrige  Suurrer  Oü  -  nicht  vorhanden
Ammoniak..  .  .  ..  -
Schwefelwasserstof  -  -
Kohlensärer  57,2  54,35  52,14
Organ.  Substanz  1,65  2,36  2,92
Mikrosk.  Befund  .  Sand
wohl  die  Tatsache  gegenüberstehen,  daß  die  Eisenbahnbrunnen.

Quellen  Klein-Windhuks  keinen  Schwefelwasserstoff
enthalten  und  auch  weniger  reich  an  Salzen  sind.

Okaikas.  14  km  von  Windhnk  entfernt  liegt
der  Pferdeposten  Okaikas.  Von  den  dort  befindlichen
  drei  Quellen  wird  eine  ausschließlich
als  Trinkwasser  benutzt.  Sie  entspringt  aus  einem
Felsen  und  ist  durch  eine  Röhre  gefaßt.  Die
zweite  Quelle  quillt  im  Rivier  gleichfalls  aus
einem  Felsen,  dient  jedoch  nur  als  Tränke.  Die
Entfernung  von  der  ersten  beträgt  etwa  100  m.

Nach  weiteren  100  m  findet  man  noch  eine
Quelle,  die  weniger  reichlich  fließt  und  auch  nur
als  Tränke  Verwendung  findet.

Von  allen  drei  Quellen  wurden  Proben  entnommen
  und  untersucht.  Die  Beschaffenheit  der
Proben  war  die  gleiche.  Das  Wasser  ist  etwas
reicher  an  Alkalien  als  das  von  Klein-Windhuk,
die  Temperatur  nicht  auffallend  hoch.  Auf  Grund
der  Analyse  ist  das  Wasser  eines  Ursprungs  und
als  ein  gutes  Trinkwasser  zu  bezeichnen.

 

Außer  den  Wässern  der  beiden  in  Windhuk
befindlichen  Brunnen,  welche  bei  einem  hohen
Alkaligehalt  eine  normale  Härte  besitzen,  wurden
auch  die  Wässer  der  Stationen  Brakwater,
Otjihavera,  Okasise  und  Johann-Albrechtshöhe
  untersucht,  sowie  die  von  Okahandja  und
Karibib.

Die  Eisenbahnbrunnen  sind  in  sehr  gutem
Zustande;  sie  sind  überall  gedeckt  und  mit  Handpumpen
  versehen.

Brakwater.  Die  Station  besitzt  einen  13  m
tiefen,  in  schräg  gelagertem  Granit  eingesprengten
Schachtbrunnen.

Das  Wasser  ist  stark  alkalisch  und  reich  an
gebundener  bzw.  halbgebundener  Kohlensäure.
Die  für  Kalzium  und  Magnesium  gefundenen
Zahlen  sind  niedrig,  machen  daher  das  Wasser
für  den  Eisenbahnbetrieb  recht  geeignet.  Bedauerlicherweise
  ist  der  Brunnen  wenig  ergiebig.
        <pb n="666" />
        586

Klein-Windhuk.

 

13  14

Brunnen  der  Handelsgesellschaft
  C.  Bödiker

Klein-Windhuk
Ludwigsbrunnen

 

Temperatur

Farbe

Geruch

Geschmack.
Trübung
Niederschlag.
Reaktion

Härte

Bleibende  Härte
Temp.  Härte
Abdampfrückstand
Glührückstand
Aluminium  und  Eisenoyd
Ges.  Alkalien  als  Chloride
Kalziumoryd.
Magnesiumoryd.
Chlor  .
Schwefelsäure
Kieselsäure
Salpetersäure
Salpetrige  Säure
Ammoniak
õchwefelwasserstoff  .
Kohlensäure
Organische  Substanz
Mikroskopischer  Befund

Otjihavera.  Der  Brunnen  ist  12  m  tief.
Der  Boden  besteht  aus  Gneis  mit  Glimmerschiefer.

  Das  Wasser  enthält  auffallend  wenig
Chlor.  Die  Härte  ist  normal.
Okasise.  Die  Zusammensetzung  des  Wassers

in  Okasise  entspricht  dem  von  Otjihavera.  Der
Trockenrückstand  ist  sehr  gering,  die  Härte  ungefähr
  die  gleiche.  Der  Brunnen  befindet  sich  in
der  Nähe  des  Bahnhofs,  er  ist  20  m  tief  und
besaß  zur  Zeit  der  Entnahme  einen  Wasserstand
von  3  m.  Der  Boden  besteht  aus  Granit,  der
von  Sand  und  Glimmer  durchsetzt  ist.

Johann  Albrechtshöhe.  Der  Eisenbahnbrunnen
  liegt  3  km  von  der  Station  entfernt
und  hat  eine  Tiefe  von  35  m.  Der  Wasserstand
beträgt  4m.,  der  Wasserzufluß  ist  sehr  reichlich.
Der  Boden  besteht  aus  Kalk  und  Granit,  welcher
viel  Glimmer  und  Schiefer  enthält.  Die  Härte
des  Wassers  ist  für  einen  technischen  Betrieb  etwas
zu  hoch,  gering  ist  jedoch  der  Chlorgehalt.

Okahandja.  Das  Wasser,  welches  für  die
Maschinen  Verwendung  findet,  ist  Rivierwasser

 

 

·  440
hell  und  klar  hell  und  klar
normal  gut
klar  nicht  vorhanden

alkalisch

schwach  alkalisch
6,84  12,19
5.73  6,37
1,11  5,82
255,00  41,83

Spuren  .

255,50  18,34
4.00  8,20
2,.03  2,82
17,12  1,13
53,81  4,79
10,90  4,76

vorhanden  nicht  vorhanden

nicht  vorhanden

K  àK  ½

4266  11,04
1,09  0,4208
Sand  .

und  wird  vom  Swakoprivier  bis  zu  dem  1½  km
weit  entferntt  liegenden  Bahnhof  geleitet.  Der
Brunnen  ist  2  m  tief  und  mit  Wellblech  abgesteift.
Die  Umgebung  besteht  aus  kalkhaltigem  Kies.
Ganz  in  der  Nähe  befindet  sich  auch  der  zweite
Brunnen,  dessen  Wasser  untersucht  wurde.  Wie
die  Analyse  zeigt,  ist  das  Wasser  beider  Brunnen
eines  Ursprungs.  Es  ist  sehr  weich  und  infolgedessen
  für  technische  Zwecke  wohl  geeignet.  Salze,
die  auf  den  menschlichen  Organismus  schädlich
wirken,  sind  darin  nicht  enthalten.

Karibib.  In  Karibib  befinden  sich  drei
Brunnen,  deren  Wässer  einer  chemischen  Analyse
unterzogen  wurden.  Wie  aus  umstehenden  Zahlen
ersichtlich  ist,  zeichnen  sich  die  untersuchten  Wässer
durch  einen  sehr  hohen  Gehalt  an  Kalk  und
Magnesia  aus.  Die  Schwefelsäure  ist  an  diese
Basen  gebunden.  Die  Folge  davon  ist  auch,  daß
die  Karibiber  Wässer  durchweg  abführend  wirken.

Wilhelmstal.  Die  Station  Wilhelmstal  liegt
an  der  Strecke  Karibib—Okahandja.  Für  technische
  Zwecke  dürfte  das  dortige  Wasser  recht  ge-
        <pb n="667" />
        587

 

 

 

Okaikas.
15  16  17

Okaikas  Okaikas  Okaikas

Quelle  Viehtränke  Quelle
Temperatur  21°  22°  22°
Farbe  hell  hell  hell
Geruch.  gut  gut  gut
Geschmack  -  -  -
Trübung  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden
Niederschlag  OD  -  OD
Reaktion  schwach  alkalisch  schwach  alkalisch  schwach  alkalisch
Härtet  7,92  «  7,92  I  7,92
Bleibende  Härte.  1,3  1,39  1,39
Temp.  Härte  6,53  6,53  6,51
Abdampfrückstand  63,86  63,86  «  63,76
Glührückstand  .  .  ..  ·  ·  .
Aluminium  und  Eisenoxyd  0,24  0,20  0,20
Ges.  Alkalien  als  Chloride  52,20  .  .
Kalziuntoxyd.  ...  3,36  3,36  3,21
Magnesiumoryd.  2,03  2,02  2,02
Chlor  .  3,19  3,19  3,19
Schwefelsäure  2,45  2,45  2,15
Kieselsäure  5,08  5,08  5,32
Kohlensäure  20,12  21,00  »  21,50
Salpetersäure  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden
Salpetrige  Säure  -  -  I  -
Ammoniak  -  -  -
Schwefelwasserstoff  -
Organische  Substanz  0,121  0,421  0,289
Mikroskopischer  Befund.  Sand,  Algen

eignet  sein,  als  Trinkwasser  ist  es  jedoch  vollständig
ungeeignet.  Es  enthält  Schwefelwasserstoff,
Ammoniak  und  große  Mengen  stickstoffhaltiger
Substanzen.

Friedrichsfelde.  In  Friedrichsfelde  sind  zwei
Brunnen,  der  Stationsbrunnen  und  der  zur
Hälbichschen  Farm  gehörige  Brunnen.  Das  Wasser
beider  Brunnen  hat  eine  ziemlich  gleiche  Zusammensetzung,
  ist  jedoch  recht  hart  und  infolgedessen  für
technische  Zwecke  wenig  geignet.  Seiner  Verwendung
  als  Trinkwasser  stehen  keine  Bedenken
entgegen.

Otjosondu.  Nach  einer  Meldung  der  8.  Kompagnie
  des  1.  Feldregiments  soll  das  in  Otjosondn
befindliche  Wasser  nach  dem  Kochen  mit  Kaffee
eine  grauschwarze  Farbe  annehmen.  Die  chemische
Untersuchung  ergab,  daß  das  Wasser  eine  normale
Zusammensetzung  besaß.  Da  es  sich  in  schlecht
gereinigten  Flaschen  befand,  war  die  verbrauchte
Menge  Kaliumpermanganat  sehr  groß.  Die  Veränderung
  der  Farbe  beim  Kaffeekochen  dürfte
wohl  auf  die  Verwendung  von  eisernen  Töpfen

 

und  auf  eine  mangelhafte  Reinigung  zurückzuführen
  sein.

Etaneno.  Vom  Lazarett  Onutjo  wurden  zwei
Wasserproben  von  der  südlich  von  Outjo  gelegenen
Station  Etaneno  zur  Untersuchung  übersandt.  Die
beiden  Brunnen  liegen  innerhalb  des  Riviers  und
sind  8  bis  10  m  tief,  zum  Teil  ausgemauert.
Das  Wasser  ist  für  Trinkzwecke  ungeeignet.

1#
Anichab.  12  km  nördlich  von  Lüderitzbucht
liegen  mehrere  Wasserstellen,  die  den  Namen

Anichab  führen.  Es  lag  die  Absicht  vor,  von  dort
aus  Lüderitzbucht,  welches  kein  Süßwasser  besitzt,
durch  eine  Wasserleitung  mit  Wasser  zu  versehen.
Zu  diesem  Zwecke  wurden  von  den  beiden
Wasserstellen  Klein=  und  Groß-Anichab  Wasserproben
  entnommen  und  untersucht.
Klein-Anichab,  welches  40  bis  50  m  von  der
Hochwassergrenze  entfernt  liegt,  ist  reich  an  Wasser.
Die  chemische  Zusammensetzung  ergab,  daß  es  als
Trinkwasser  nur  im  Notfalle  in  Frage  kommen
        <pb n="668" />
        G  588  20

Brunnen  an

1

 

 

 

Ges.  Alkalien  als  C  Cyloride
Salpetersäure  .
Salpetrige  Säure

nicht  vorhanden

nicht  vorhanden

nicht  vorhanden

n  n

nicht  vorhanden

18  19  20  21
l
t
Brakwater  Otjihavera  Okasise  Johann  Abrechts

höhe
Temperatur  .  .  .  .
Farbe  hell  hell  hell  hell
Geruch  normal  normal  normal  normal
Geschmack  -  -  -  -
Trübung  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden
Niederschlag  -  gering  -  -
Reaktion  alkalisch  schwach  alkalisch  neutral  neutral
Härte  .  9,38  10,89  8,76  25,81
Bleibende  Härte  .  0,84  3,10  2,80  14,00
Temp.  Härte  8,54  5,60  6,92  11,20
Abdampfrückstand.  75,40  52,40  22,60  53,60
Glührückstand  .  .  .  .
Chlor  4,97  0,71  1,12  2,18
Schwefelsäure  12,14  Spuren  0,63  0,85
Kieselsäure  .  .  .  .
Kohlensäure  25,30  8,14  7,7  14,10
Eisenoxyd  frei  frei  frei  .
Aluminiumoxyd  .  .  .  .
Kalziumoxyd  5,60  9,24  5,32  11,36
Magnesiumoxyd  2,70  1,18  2,53  11,04

 

 

Glührückstand

 

 

Ammoniak.  -  -  -
Schwefelwasserstof  -  -  -  Oü
Organ.  Substanz.  0,540  0,180  0,316  0,300
Mikroskopischer  Befund  .  ·
2  29  30  31
Friedrichsfelde
4  .-»,  IOtjosondn  Namutoni
Stationsbrunnen  Hälbigsbrunnen

Temperatur  .  .  .  .
Farbe  klar  klar  schwach  gelblich  gelblich
Geruch  normal  normal  Geruch  u  heschmack  nach  H.  S.
Geschmack  -  -  ..«"""J,’Ic-  schlecht
Trübung  gering  nach  Absetzen  klar  küamnt  werden  da  gering
Niederschlag  -  starker  Bodensatz  vorlagen  starker  Bodensatz
Reaktion  alkalisch  alkalisch  stark  alkalisch  alkalisch
Härte  .  31,92  31,37  „95  32,27
Bleibende  Härte  .  12,32  2,65  23,96
Temp.  Härte  19,60  .  .  8,31
Abdampfrückstand.  74,10  64,24  51,6

216,00
        <pb n="669" />
        G  589  20
der  Eisenbahn.
22  23  24  25  26  27
Okahandja  Karibib  «
.  Station
Brunnen  --  ·  ,  ----Eisenbahn-
  nebendem  ause2  Eisenbahn=  Etappen-  1  Hälbichs  Milhelmstal
brunnen  von  Wecke  brunnen  brunnen  "  brunnen
20  12=  .  .
hell  klar  klar  «  klar  «  klar  opalisierend
normal  normal  normal  normal  normal  nach  He,  S
-  -  schlecht
nicht  vorhanden  nicht  porbanden  nicht  vorbanden  nicht  vorhanden  gering  vorhanden
gering  -  -  -
schwach  #altalisch  schwach  altalisch  alkalisch  alkalisch  scchwach  alkalisch  alkalisch
4,  28  4,39  50,0.  44,71  22,02  "  9,64
4,20  D  4,31  32,44  24,84  0,74  .
0,08  0,08  1750  19,88  21,28  .
13,96  15,42  122,35  ·  10,510  108,7  25,64
Los  1,06  23,07  1e0,8383  10,82  2,80
0,51  0,67  146  9,57  9,94  frei
2,36  2,70  3,30  .  4.0  4,30  3,20
2,64  I  3.6  21,21  21,21  1  2,83  8,36
0,56  .  .  1,5  "%  14,80
2/384  2,80  19,20  20,10  18,10  7,23
*  1,10  22,08  16,16  2,83  1,71
-  8,70  10,53  I  31,50  28,47  4,99
nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  1,86  9,15  nicht  vorhanden
-  -  vorhanden  Spuren  -
-  -  frei  frei  -
-  -  -  -  -  vorhanden
0,316  0,095  0,379  D  0,26  0,316  stickstoffhaltige
·  «  Sand,  Algen,  Sand,  Pflanzen=  .  Substanzen
Pftanzenreste  reste
32.  33  34  335  36  37  383
eh  oboth  Ablabis
deh  *  Faanlsns  Klein-  Groß-  Etaneno  Etaneno
Heißwasser-  Stations-  ahnhofs-  ."  Brunnen
quelle  brunnen  brunnen  Anichab  Brunnen  I.  III.
125  23  20  .  .  ,  ·
farblos  farblos  farblos  hell  gelblich  opalisierend  opalisierend
normal  normal  normal  nach  H.,  S  normal  nach  H  S  1  muffig
schwach  salzig  salzig  schlecht  widerlich
nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  schwache  O  Opalesz=  klar  vorhanden  vorhanden
gering  gering  gering.  Bodenf.  starker  Bodensatz  starke  Flocken  Flocken
alkalisch  schwach  altalisch  441%  Alsmlisch  schwach,  alkalich  alkaliss  alkalisch  alkalisch
,77  „93  49,22  365,18  0,2  3
2,71  3,93  ·  .  15  49,12  0,1  0,2
14,06  .  .  .  "
184,56  83,04  131,88  174,00  1901,00
78,08  128,22  162,40  4413,00
        <pb n="670" />
        590  20

 

 

28  29  30  31
Friedrichsfelde
Stationsbrunnen  Hälbigsbrunnen  Otjosondu  Namutoni
i

Chlor...  6,74  6,39  3,55  19,.83
Schwefelsäure  5,602  1,68  2,65  22,55
Kieselsäure.  3,88  3,92  41,44
Kohlensäure  25,08  23,32  .  26,84
Eisenoxyd  0.21  0,56  Spuren  Spuren
Aluminiumoxyd  .  .  4,80  0,76
Kalziumoxyd  11,60  10,54  5,33  10,80
Magnesiumorydd  14,52  14,88  11  15,34
Ges.  Alkalien  als  chlorde  .  ,  .  175,36
Salpetersäure  1  )9  0,25  nicht  vorhanden  Spuron
Salpetrige  Säure  nicht  vorhanden  nicht  vorhanden  -  frei
Ammoniak.  .  .  .  .  -  -  -  -
Schwefelwasserstoff  ..  -  -  -  vorhanden
Organ.  Substaz  0,538  0,863  18,00  »
MikroskopiichcrBcftmd.  Flocken  Sand

 

konnte,  da  sein  Gehalt  an  Chlor  ein  außerordentlich
  hoher  ist  und  außerdem  große  Mengen
Schwefelwasserstoff  darin  enthalten  sind.

Die  Verwendung  des  in  Groß-Anichab  gefundenen
  Wassers  zu  Trinkzwecken  ist  vollständig
ausgeschlossen.  Das  dort  befindliche  Wasser  wurde
selbst  von  den  Pferden  zurückgewiesen.

Namutoni.  Namutoni  liegt  in  der  Nähe  der
Etoschapfanne  und  besitzt  infolgedessen  ein  sehr
salzreiches  Wasser.

Die  übersandte  Probe  roch  stark  nach  Schwefelwasserstoff.
  In  ungekochtem  Zustande  ist  das
Wasser  ungenießbar.

Rehoboth.  Von  den  in  Rehoboth  befindlichen
  Brunnen  wurden  zwei  Wasserproben  einer
eingehenden  Untersuchung  unterzogen.

s  Wasser  der  Heißwasserquelle  besitzt  eine
Temperatur  von  42°9.  Der  Brunnen  besteht  aus
mehreren  Quellen.  Die  ergiebigsten  sind  eingefaßt.
  Der  Brunnen  ist  in  felsigem  Boden  eingesprengt,
  gemauert,  mit  Wellblech  bedeckt  und
mit  zwei  Saugpumpen  versehen.  Das  Wasser  ist
reich  an  Alkalien.  Es  enthält  auf  100  1  24,13  Teile
Chlornatrium  und  112,65  Teile  schwefelsaures
Natrium,  außerdem  auffallend  viel  Kieselsäure.
Zeitweise  soll  das  Wasser  auch  einen  schwachen
Geruch  nach  Schwefelwasserstoff  besitzen.  Der
Stationsbrunnen  liegt  im  Rivier  und  ist  9#m  tief.
Seine  Wände  sind  mit  Wellblech  verstärkt.  Das
Wasser  dieses  Brunnens  enthält  bedeutend  ge- 



ringere  Mengen  Natriumsulfat  und  ist  recht  weich.

Zu  technischen  Zwecken  könnte  es  daher
gute  Verwendung  finden.

Abbabis.  Abbabis,  wo  sich  das  Genesungsheim
  für  die  Schutztruppe  befindet,  besitzt  einen
D#  mtiefen,  in  den  Felsen  eingesprengten  Brunnen,
der  mit  Holz  abgedeckt  und  mit  einer  großen
Handpumpe  versehen  ist.

Das  Wasser  ist  sehr  hart  und  infolgedessen
für  technische  Zwecke  wenig  geeignet.  Im  Verhältnis
  zum  Chlorgehalt  ist  die  Menge  der  darin
befindlichen  Akalien  sehr  gering.  Es  ist  daher
anzunehmen,  daß  das  Chlor  an  Kalzium  bzw.
Magnesium  gebunden  in  dem  Wasser  vorkommt.
Als  Trinkwasser  ist  es  trotzdem  geeignet.

Gobabis.  Die  Wässer  von  fünf  in  Gobabis
gelegenen  Brunnen  wurden  einer  eingehenden
Untersuchung  unterzogen.

Die  chemische  Zusammensetzung  der  von  den
Brunnen  Distriktsgebände,  Feste,  Magazin  und
Schramm  entnommenen  Wässer  ist  normal.  Das
Wasser  des  im  Distriktsgarten  befindlichen  Brunnens
muß  wegen  seines  hohen  Gehaltes  an  salpetriger
Säure  beanstandet  werden.  Als  einwandfrei
können  aber  auch  nicht  die  Wässer  der  Brunnen
in  der  Feste  und  beim  Magazin  bezeichnet  werden,
da  der  Bodensatz  dieser  Wässer  eine  große  Anzahl
der  verschiedenartigsten  Protozoen  enthält.

Es  ist  daher  unbedingt  erforderlich,  daß  das
Wasser  vor  dem  Gebrauch  abgekocht  wird.  Die
beiden  anderen  Wässer  sind  normal.

recht
        <pb n="671" />
        32  l  33  34  35  36  37  l  38
Rehoboth  Ablabis  ·  »  Etaneno
Heißwasser  Statious  Bahnhofs  Klein-  Grot-  Etauene  Brunnen
He  er-  -  -  -
quelle  brunnen  brunnen  Anichab  Brunnen  I.  III.
«
14,67  7,10  53,96  78,00  3635,20  5,68  5,68
63,44  26,06  13,74  13,20  233,10  große  Mengen
12,24  6.56  5,20  .  .  .
17,60  3,12  14,98  .
Spuren  0,40  0,40  2,00
5,76  2,80  30,76  3,50  80,00
0,72  0,81  13,19  6.16  203,70
6,  63830,00  53,98  -  ·  -
nicht  vorhanden.  Spuren  1,51  frei  vorhanden  frei  frei
-  nicht  vorhanden  frei  -  frei  -  vorhanden
-  -  -  vorhanden  l  frei
-  vorhanden  -  -  -
0,253  0,406  6,67  7,60  2,10  1,706
.  Sand  Sand  Sand,  Lehm  reich  an  Pilzen  Pilze
39  10  41  42  43
Gobabi  s
Brunnen
Feste  Magazin  beim  Distrikts=  Distriktsgarten  Schramm
gebäude
Farbe  farblos  farblos  farblos  farblos  farblos
Geruch.  normal  normal  normal  normal  normal
Geschmack  -  OD  »  Oq
Trübung  Nach  demssbseen  klar  nach  dem  Absetzen  klar
"  «  starker  Bodensatz  "
Niederschlag  -  starker  Bodensatz;  Bodens.  gering  starker  Bodensatz  starker  Bodensatz
Reaktion  alkalisch  alkalis  allkalisch  altalisch  alkalisch
Härte  18,01  22,51  18,17  18,00  „22
Bleibende  Härte  7,04  10,64  6,97  7,92  6,71
Temp.  Härte  10,97  11,87  11,20  10,08  10,51
Abdampfrückstand  49,48  60,24  48,70  44,62  45,52
Glührückstand.  40,28  52,60  -  40,01  39,85
Chlor  4,20  4,25  2,84  4,4  4,4
Schwefelsäure.  0,79  1,31  0,356  0,548  0,52
Salpetersäure.  4,3  4,2  frei  vorhanden  vorhanden
Salpetrige  Säure  frei  frei  "O  große  Mengen  frei
Kohlensäure  12,32  12,76  12,76  11,22  12,54
Ammoniak  .  frei  frei  frei  frei  frei
Schwefelwasserstoff  -  -  -  J  O
Kalziumordd  12,84  15,20  13,20  12,56  12,56
Magnesiumoryd  3,69  5,22  3,  55  3,94  3,56
Kieselsäure  8,84  9,36  9,30  7,76  10,40
Eisenordd  0,20  0b40  0,40  0,46  0,48
Organ.  Substanz  0,63  5  »  0,46  0,63  0,53
Mikroskop.  Befund  Sand,  Lehm,  Sand,  Pflaugen=  Sand  und  #i  «
Pflanzenfasern,  fasern,  Protozoen  Protozoen
Protozoen  viel=  verschiedenster
facher  Art  Ar
        <pb n="672" />
        W  592  20

Der  Swakop  „RKommt  ab“.
(Mit  einer  Abbildung.)

Tiefblauer  wolkenloser  Himmel  lagert  den
größten  Teil  des  Jahres  über  dem  weiten  Bereich
des  Swakop,  des  Vaters  unserer  Ströme  in
Deutsch-Südwestafrika.  Nur  selten  wird  in  der
trockenen  Zeit  die  Sonne  von  Wolken  verdunkelt,
bis  Ende  September  die  ersten  Vorboten  der
Regenzeit  erscheinen.  Die  kalten  Nächte  hören
allmählich  auf;  hin  und  wieder  fällt  ein  kleiner
Regenschauer,  die  ersten  Sträucher  und  Bäume
beginnen  Blätter  und  Blüten  zu  treiben.  Der
häufigste  strauchartige  Baum  des  Landes,  der
Hackisdorn,  der  als  dichtes  Gebüsch  riesige  Flächen
bedeckt,  entwickelt  als  erster  einen  dichten  weißen
Blütenflor  und  erinnert  uns  an  den  Schwarzdorn
in  Norddeutschland  und  die  blühenden  Obstgärten
unseres  südlichen  Heimatlandes.  Ein  Regenguß
bringt  später  den  massenhaft  am  Boden  liegenden
Samen  von  Gras  und  Kräutern  zum  Keimen,
und  im  Januar  erscheint  das  Feld,  so  weit  das
Auge  reicht,  in  saftigem  Grün.  Die  Höhenzüge,
besonders  bei  Okahandja,  erinnern  dann  an  die
deutschen  dicht  bewaldeten  Mittelgebirge.  Aber
noch  immer  sind  die  beiden  Flußbetten  (Riviere)
ohne  Wasser;  nur  hin  und  wieder  kommt  ein
kleines  Rivier  aus  den  Bergen  ab,  das  aber  bald
nach  Erreichen  des  Hauptriviers  im  Sande  verschwindet.
  Um  dieses  zum  Fließen  zu  bringen,
müssen  erst  die  starken,  oft  14  Tage  ohne  Unterbrechung
  anhaltenden  Regen  des  Januar  einsetzen.
Der  Boden  des  Landes  und  die  Rivierflächen
müssen  sich  erst  bis  zur  Ersättigung  mit  Wasser
vollsaugen,  um  ein  Abkommen  der  großen  Riviere
zu  ermöglichen.

Die  Abbildung  zeigt  den  abkommenden  Swakop
bei  der  Forststation  Ukuib  etwa  120  km  östlich
des  Mecres.  Am  5.  und  6.  März  zogen  sich

 

drohende  Gewitterwolken  lm  Norden  über  den
Bergen  von  Ababis  und  im  Osten  über  dem
Komashochlande  zusammen,  gewaltige  Wassermassen
stürzten  vom  Himmel  herab.  An  einzelnen  Beobachtungsorten
  fielen  in  einer  Nacht  83  mm.
Am  Abend  des  7.  hörte  man  in  Ukuib,  das  etwa
300  m  vom  Swakop  entfernt  liegt,  schon  auf
viele  Kilometer  das  Donnern  und  Toben  der
andrängenden  Wassermassen.

In  ähnlicher  Weise  kam  der  Swakop  im
Jannar  14  Tage,  im  Februar  drei  Tage  und
im  März  acht  Tage  lang  ab;  die  Küste  erreicht
er  nur  selten.  Also  nur  eine  sehr  geringe  Zeit
im  Jahre  führt  der  Strom  an  der  Oberfläche
Wasser;  dafür  bleibt  aber  das  ganze  Jahr  hindurch
  das  Wasser  unterirdisch  im  Fließen.  Die
breiten  Schwemmlandflächen  in  der  Nähe  des
Stroms  ziehen  hiervon  Vorteil,  da  dort  das
Grundwasser,  welches  vor  der  Regenzeit  fast
überall  auf  6  bis  7  m  ansteht,  nach  dem  Abkommen
  des  Swakop  allmählich  bis  auf  5  m  und
noch  höher  steigt.

Mit  diesem  Wasser,  das  so  leicht  zu  beschaffen
ist,  könnte  man  über  tausend  Hektar  Schwemmland,
  das  als  jungfräulicher,  unerschlossener  Boden
daliegt,  in  Maisfelder,  Dattelplantagen,  Nutwälder
  usw.  verwandeln.  Ein  Anfang  ist  erst
auf  der  Forststation  Ukuib  gemacht,  woselbst  die
dort  seit  etwa  1½  Jahren  in  Angriff  genommenen
Dattelkulturen  sehr  günstig  gediehen  sind  und
guten  Erfolg  versprechen,  da  die  tiefwurzelnden
Dattelbäume  in  wenigen  Jahren  das  Grundwasser
erreichen  können.

Wir  geben  in  der  heutigen  Nummer  aus  verschiedenen
  Gegenden  Deutsch-Südwestafrikas  Vegetationsbilder,
  welche  uns  namentlich  prächtige
Dattelpalmen-Bestände  zeigen.

 

Kolonial-Wirtschaftliches.

Der  IV.  Internationale  Baumwoll-Kongreß  und  das
Kolonlal-Wirtschaftliche  Komitee.

Dem  IV.  Internationalen  Baumwoll-Kongreß
  zu  Wien  wurde  der  Bericht  VIII  über  die
„Deutsch-kolonialen  Baumwoll-Unternehmungen“
von  Karl  Supf  unterbreitet.  Einem  Vorschlag
des  Delegierten  des  Komitees,  Herrn  Moritz
Schanz-Chemnitz,  die  Erfahrungen  der  fremdländischen
  und  deutschen  Baumwolländer  auf  dem
Gebiete  der  künstlichen  Bewässerung  gegenseitig
auszutanschen,  wurde  zugestimmt.  Auch  eine  Anregung
  zur  finanziellen  Beteiligung  der  österreichischen
  und  Schweizer  Baumwollinteressenten  an

 

den  deutsch-kolonialen  Baumwoll-Unternehmungen
wurde  mit  lebhafter  Sympathie  aufgenommen.
Der  Behauptung  der  amerikanischen  Delegierten,
  daß  Amerika  trotz  seines  zunehmenden
eigenen  Verbrauchs  durchaus  in  der  Lage  sei,  den
gesamten  Weltbedarf  an  Baumwolle  zu  decken,
wurde  von  dem  Vertreter  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  entgegengehalten,  daß,  die  Richtigkeit
  dieser  Behauptung  vorausgesetzt,  man  trotzdem
  nicht  über  die  schweren  Bedenken  und  Gefahren
hinweg  kommen  könne,  die  darin  liegen,  daß
Europa  im  Bezug  seines  größten  und  wichtigsten
Rohstoffes  für  Bekleidung  ganz  überwiegend  auf
        <pb n="673" />
        Zu:  Deutsches  Kolonialblalt  Nr.  12,  1907.

Vegetationsbilder  aus  Deutsch-Südwestafrika.

 

 

2
2

ReSwahop  „homml  ab'.

 

Pallelpalmen  im  Garlen  der  Milssion  zu  Uljimbingue.
        <pb n="674" />
        Ans  dem  Gonvernrmenls-Garlen  zu  Windhuh.  Gruppe  15  jähriger  Dallelpalmen.

(ZQm  bintergrunde  Windmotor  der  Wanerleitung

 

 

.

 

 

 

Dallelhalmen  im  (Garlen  des  Stlalionsgebändes  zu  Uljimbingur.
        <pb n="675" />
        IAm  Hinterarnnde  Dattelpalmen  und  ein  Hort  Auchson  Bunm  mil  rie  Krtone

 

Aus  dem  Gouvernemenls-Garlen  Windhuk.  2  Uünllährigr  Hallelpalmen-.
        <pb n="676" />
        Ans  dem  Gonvernemruts-Garken  in  Dinodhun.

UIm  Feb#a1002  it  2  Seninern  Früchten.)
        <pb n="677" />
        593  20Ö

ein  einziges  Produktionsgebiet  angewiesen  wäre;
der  Baumwollbau  müsse  auf  eine  breitere  Grundlage
  gestellt  werden  und  dürfe  nicht  von  den  Zufälligkeiten
  der  verschiedensten  Art,  die  ein  einzelnes
Produktionsgebiet  treffen  können,  abhängig  sein.
Demgemäß  hat  der  Kongreß,  der  von  Vertretern
sämtlicher  Kulturstaaten  besucht  war,  eine  Resolution
  angenommen,  daß  der  koloniale  Baumwollbau
  absolut  notwendig  sei  und  daß  jede  nur  mögliche
  Unterstützung  desselben  dringend  empfohlen
werden  müsse.

Der  Kaiser  von  Osterreich  äußerte  sich  den
Vertretern  des  Kongresses  gegenüber,  wie  folgt:

„Ich  freue  mich,  die  Vertreter  der  für  die
„Volkswirtschaft  aller  Staaten  so  wichtigen
„Baumwoll-Industrie  begrüßen  zu  können,  und
„habe  mit  Befriedigung  vernommen,  daß  es
„Ihr  Bestreben  ist,  durch  gemeinsame  Arbeit
„die  Interessen  der  Industrie  und  der  kon-„jumierenden
  Bevölkerung  zu  fördern.“

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Drodutionsgebieten.

Tabak-.-Handel  und  Industrie  fubas  1906.

Aus  Kuba  wurden  im  Kalenderjahre  1906
nach  den  Vereinigten  Staaten  von  Anmerika,
nach  Deutschland,  Kanada,  Argentinien,  Frankreich,
  Osterreich,  England,  Chile,  Holland  und
Australien  insgesamt  277  426  Ballen  Blättertabak
  im  Gesamtgewicht  von  12  636  836  kg
zur  Ausfuhr  gebracht  gegenüber  317  087  Ballen
im  Gewicht  von  14  766  139  kg  im  Jahre  1905.
Es  war  demnach  eine  Minderausfuhr  von  39  661
Ballen  und  2139  303  kg  zu  verzeichnen.  Märkte,
die  sonst  kubanischen  Tabak  bezogen,  1906  aber
keinen  kanften,  waren  Miquelon,  Honduras,
Gibraltar,  die  Kanarischen  Inseln,  Holländisch-Indien,
  Dänemark,  die  britischen  Antillen  und
Französisch  -Afrika;  1905  gingen  nach  diesen
Absatzgebieten  706  Ballen  im  Gewichte  von
35  385  kg.  Neue  Bestimmungsländer  für  Kubatabak
  waren  im  letzten  Jahre  San  Domingo,
China  und  Brasilien,  wohin  im  ganzen  111
Ballen  mit  4875  kg  geliefert  wurden.

Von  Zigarren  wurden  256  738  029  Stück
im  Jahre  1906  nach  England,  den  Vereinigten
Staaten,  Deutschland,  Frankreich,  Kanada,  Belgien,
Britisch-Afrika,  Ungarn  und  Italien  ausgeführt
gegen  227  028  621  Stück  im  Vorjahr,  wonach
hier  eine  Exportsteigerung  um  29  709  408  Stück
stattfland.  Die  Bermudas,  die  Azoren,  Französisch=Ozeanien,
  Korea  und  Portugiesisch-Afrika,  dei
1905  zusammen  107  871  Zigarren  von  Kuba
entnommen  hatten,  traten  1906  nicht  als  Käufer
auf,  während  als  neue  Kunden  für  insgesamt
329  930  Zigarren  zu  verzeichnen  waren:  die
europäische  Türkei,  Schweden,  Trinidad,  Britisch-Columbia,
  verschiedene  asiatische  Gebiete,  China,
Rußland,  Britisch-Indien,  die  asiatische  Türkei,
Deutsch-Afrika,  Norwegen,  Ecnador  und  Spanisch=Afrika.


Die  Versendung  von  Zigaretten  belief  sich
auf  15  643  275  Pack  gegen  3  814  199  Pack  im

 

Vorjahre.  Günstige  Zollsätze  in  Kolumbien,  einem
bedeutenden  Absatzgebiet  für  Zigaretten,  hatten
großen  Einfluß  auf  die  Hebung  der  Ausfuhr
aus  Kuba.  Auch  stieg  der  Export  nach  Mexiko,
Chile,  den  holländischen  Antillen,  den  Kanarischen
Inseln,  Venezuela,  den  britischen  Antillen,  den
Vereinigten  Staaten,  Pern,  England,  Costa  Rica,
Panama  und  Gibraltar.  Neue  Märkte  für
kubanische  Zigaretten  wurden  erschlossen  in  Trinidad,
  Agypten,  verschiedenen  asiatischen  Gebieten,
Australien,  Japan,  Britisch-Ostindien  und  Guayaquil.
  Nach  diesen  Gebieten  wurden  insgesamt
36  360  Pack  geliefert.  Neuseeland,  Rumänien,
Britisch-Afrika  und  Dänemark,  die  1905  50  822
Pack  kubanische  Zigaretten  erhalten  hatten,  wurden
1906  in  der  Ausfuhrstatistik  nicht  verzeichnet.

Geschnittener  Tabak  wurde  1906  nach
den  Vereinigten  Staaten,  Kolumbien,  Frankreich,
England,  Chile  und  Französisch-Afrika  in  einer
Gesamtmenge  von  169  260  kg  exportiert;  gegenüber
  der  entsprechenden  Ausfuhr  für  1905  mit
119  337  kg  ergab  sich  eine  Zunahme  um
49923  kg.  Neue  Bestimmungsländer  für  Schnitttabak
  wurden  Bolivien,  Panama,  verschiedene
afrikanische  Gebiete,  Mexiko,  Salvador  und  Ernador.

Die  Produktion  aller  Tabakedistrikte  der
Republik  stellte  sich  1906  auf  286  288  Ballen
gegen  473  617  Ballen  im  Vorjahr,  sie  nahm
also  um  187  329  Ballen  ab.  Von  dem  Rückgang
  entfielen  auf  die  Sorten:  Vuelta  Abajo
130  315  Ballen,  auf  Semi  Vuelta  13  818,  auf
Billas  oder  Remedios  32  147  und  auf  Partidos
15  016  Ballen.  Zugenommen  hat  die  Produktion
in  folgenden  Distrikten:  Sautiago  de  Cuba  um
2755  Ballen,  Puerto  Principe  um  961  Ballen
und  Matanzas  um  251  Ballen.

Der  Wert  des  zur  Ausfuhr  gelangten  Tabaks
war  für  1906  der  folgende:
        <pb n="678" />
        594  20

Einheitsw.  Gesamtw.

Blättertabal  277426  Ballen  70  19  419  820
Zigarren  256  738  Tausend  65  16  688  572
Zigaretten  15  643  Taus.  Pack  25  391  082
Geschn.  Tabak  169  260  kg  1.20  203  112

Summe  1906.  36  702  586
1905.  29  415  961
Die  Wertsteigerung  der  Ausfuhr  betrug  also  7286  625
Verbraucht  wurden  auf  der  Insel  Kuba  im
letzten  Jahre  verkaufte  Tabakfabrikate  im  Werte
von  12  334  155  8S.  Für  die  Ausfuhr  und  den
inländischen  Verbrauch  ergibt  sich  also  eine  Wertsumme
  von  49  036741  3  gegenüber  einer  solchen
von  412.275  113  &amp;amp;8  im  Jahre  1905,  so  daß  die
Summe  sich  um  6  761  628  8  vergrößert  hat.
Zieht  man  auch  die  Mengen  in  Betracht,  welche
in  den  Faktoreien  und  von  den  Produzenten
nebst  ihren  Familien  auf  den  Pflanzungen
aufgebraucht  wurden,  so  kann  man  den  Gesamtwert
  der  Erzeugung  der  kubanischen  Tabakindustrie
  mit  rund  51  Millionen  Dollar  für  das
Jahr  1906  veranschlagen.
(Nach  Jlonthly  Bulletin  of  the  Internationnl
Burenu  of  the  American  Republics.)

Die  Baumwollenindustrie  in  Bombay.

Die  Baumwollenindustrie  in  Bombay  hat  sich
in  den  Jahren  1905  und  1906  in  einer  sehr
günstigen  Lage  befunden.  Die  Fabriken  sind  voll
beschäftigt  gewesen  und  haben  bei  guten  Preisen
und  starker  Nachfrage  hohe  Gewinne  erzielt.  Seit
Anfang  dieses  Jahres  haben  sich  die  Verhältnisse
verschlechtert.  Infolge  der  Ansammlung  zu  großer
Vorräte  an  Garn  auf  den  chinesischen  Märkten
ist  seit  einigen  Monaten  die  Ausfuhr  von  Garn
nach  China  nur  sehr  gering  gewesen.  Es  liegen
zur  Zeit  hier  125  000  Ballen  zu  100  lbs  (1  lb
—  433,59  g)  auf  Lager,  und  die  in  China  vorhandenen
  unverkauften  Mengen  indischen  Garns
werden  auf  225  000  Ballen  geschätzt,  während
jährlich  nur  600  000  Ballen  von  hier  dorthin
verschifft  werden.  Ferner  sind  die  dortigen  Preise
gefallen,  so  daß  jetzt  etwa  25  bis  30  Rupien  auf
den  Ballen  verloren  werden.

Um  eine  Besserung  dieser  schwierigen  Lage
herbeizuführen,  hat  die  Mehrzahl  der  hiesigen
Spinnereien  beschlossen,  ihre  Fabriken  von  April
bis  Mitte  Juni  an  3  Tagen  der  Woche,  Freitags,
  Samstags  und  Sonntags,  zu  schließen.
Von  den  37  Spinnereien  sind  20  in  der  ersten
Aprilwoche  diesem  Beschlusse  nachgekommen.  Wenn
es  auch  zweifelhaft  ist,  ob  sich  alle  Spinnereien
diesem  Vorgehen  anschließen  werden,  so  hofft
man  doch  schon  von  einer  geringen  Verminderung
der  Verschiffungen  einen  günstigen  Einfluß  auf
das  chinesische  Garngeschäft,  für  dessen  baldige

 

Besserung  Aussicht  vorhanden  sein  soll.  Außerdem
  wenden  sich  immer  mehr  Spinnereien  der
Versorgung  des  inländischen  Marktes  zu,  stellen
feinere  Garne  über  Nr.  20  her,  wonach  hier  große
Nachfrage  herrscht,  und  machen  sich  dadurch  nach
und  nach  von  dem  stets  schwankenden  chinesischen
Markte  unabhängiger.  Jedenfalls  sind  die  Spinnereien
  gegen  die  gegenwärtige  ungünstige  Lage
besser  gerüstet  als  früher,  weil  ihre  Kapitalkraft
durch  die  guten  Erträgnisse  der  beiden  letzten
Jahre  gestärkt  worden  ist.

Die  Webereien  haben  unter  den  gegenwärtigen
Verhältnissen  nicht  zu  leiden.  Sie  sind  voll  beschäftigt
  und  finden  für  ihre  Fabrikate  lohnenden
Absatz.  Die  Zahl  der  Webstühle  hat  sich  von
23  000  im  Jahre  1903  auf  29  000  im  Jahre
1906  vermehrt,  während  die  Zahl  der  Spindeln
in  den  Spinnereien  in  der  gleichen  Zeit  nur  von
2,5  auf  2,6  Millionen  gestiegen  ist.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Bombayn
vom  12.  April  1907.)

Baumwollbau  in  Britisch-Westindien.

Aus  London  wird  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
  geschrieben:

Die  zum  britischen  Reich  gehörigen  westindischen
  Inseln,  die  bisher  für  den  allgemeinen
Handelsverkehr  nur  wegen  ihrer  Ausfuhr  von  Obst,
Gewürzen,  Kakao,  Nutzhölzern  und  in  geringeren
Mengen  auch  von  Kaffee  und  Zucker  eine  gewisse
Bedentung  hatten,  werden  sich  in  Zukunft  nunmehr
  auf  dem  Baumwollmarkt  einen  nicht  unbedeutenden
  Platz  erringen.

In  der  kürzlich  abgehaltenen  Jahresversammlung
  der  Handelskammer  in  Liverpool  hob  der
Vorsitzende  Sir  Alfred  L.  Jones  hervor,  beim
Überblick  über  die  Ereignisse  auf  wirtschaftlichem
Gebiete  sei  die  Tatsache  als  die  wertvollste  und
bedeutendste  Errungenschaft  zu  betrachten,  daß  im
abgelaufenen  Jahre  der  englische  Baumwollmarkt
einen  Import  von  aus  dem  Gebiete  des  britischen
Reiches  stammender  Baumwolle  zu  verzeichnen
gehabt  hatte.  Es  ist  das  erstemal,  daß  Lancashire
  durch  den  Import  von  Baumwolle  aus
den  westindischen  Inseln  und  somit  aus  dem
britischen  Reiche  selbst  mit  Rohmaterial  versehen
wurde.

Die  Einfuhr  von  Baumwolle  aus  Westindien
wird  in  diesem  Jahre  einen  Wert  von  4  Millionen
Mark  aufweisen  und  für  das  nächste  Jahr  eine
Höhe  von  10  Millionen  Mark  erreichen.

Die  Inseln,  in  welchen  die  Baumwollkultur
betrieben  wird,  sind  die  Bahama-Inselgruppe,
die  Virgininseln,  die  Leewardinseln  und  in
erster  Reihe  die  Insel  Antigua,  ferner  die  Inseln
        <pb n="679" />
        &amp;amp;  595  2O

Barbuda,  Nevis  und  Anguilla,  und  schließlich
  die  Inseln  Grenada  und  St.  Vincent  der
Windward-Inselgruppe.

kkacausfuhr  aus  der  Dominikanischen  Republik
im  Januar  und  Februar  1907.

 

u  Januar  Februar
Aus  u  yr  Menge  Weri  Menge  Wert
nach  Pfund  S  Pfund  8
Deutschland  1  203  413  141  213  682  432  79  419
Ver.  Staaten
v.  Amerika  808  505  090  088  406  568  47  045
Frankreich.  188  203  24.037  275  828  34543
Zusammen  2200  211  255  368  1  364  828  161.007

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  San  Domingo.)

 

kkaomarkt  in  Guayaqull  (Ecuador)  im  ersten
Vierteljahr  1907.

Die  Zufuhren  von  Kakao  nach  Guayaquil  in
der  ersten  Hälfte  des  Monats  Januar  1907
waren  klein  und  die  Preise  hielten  sich  daher  bei
der  vorhandenen  guten  Nachfrage  auf  derselben
Höhe  wie  im  Monat  Dezember.  Man  bezahlte
29,50  Sucres  für  mittelguten  Arriba=  Kakao,
28,00  Sucres  für  Balao-Kakao,  27,50  Sucros
für  Machala-Kakao,  pro  spanischen  Zentner  von

kg.
Die  Zufuhren  betrugen  in  der  ersten  Januarhälfte


1907  1906
Arribb  880  660  lbs  gegen  1  199  988  lbs
Balao  149  758  =  -  148  158  =
Machala  78  184  =  -  23557  —
1  108  602  lbs  gegen  1  71  7053  Tb
In  der  zweiten  Hälfte  des  Jannar

blieben  die  Zufuhren  ungefähr  auf  der  gleichen
Höhe,  genügten  jedoch  nicht  der  Nachfrage,  so
daß  die  Preise  höher  gingen,  und  man  für  mittelguten
  Arriba-Kakao  Ende  des  Monats  31,50
Sucres,  für  schöne  Partien  sogar  bis  zu  32,40
Sucres  bezahlte.  Die  anderen  Sorten  erzielten
entsprechend  niedrigere  Preise.

Die  Anfuhr  der  zweiten  Hälfte  des  Monats
Januar  erreichte  folgenden  Umfang:

1907  1906
828  470  lbs  gegen  1744  587  lbs

Arriba  .  ..
Balao  332  049  -  166  209  -
Machala  181  672  =  -  89  938  —

 

1  302  191  lbs  gegen  2  000  734  lbs.

Im  Februar  gingen  die  Zufuhren  von
Kakao  noch  mehr  zurück;  die  Preise  hielten  sich
auf  gleicher  Höhe,  trotzdem  dieselben  über  die  in
Europa  bezahlten  hinausgehen  sollten.  Die
hiesigen  Häuser  kauften  auf  in  der  Erwartung,
daß  die  Preise  später  noch  mehr  anziehen  würden.

 

Die  Zufuhren  in  der  ersten  Hälfte  des
Februar  betrugen:

1907  1906
Arribb  591  722  lbs  gegen  1  527  383  lhs
Balao  193  422  -  168  244  „
Machala  173  811  -  30  577

 

958  955  lbs  gegen  1  726  204  lbs.
In  der  zweiten  Hälfte  des  Monats  blieben
die  Zufuhren  klein,  jedoch  gingen  die  Preise
allmählich  etwas  herunter,  da  anscheinend  in
Europa  und  in  den  Vereinigten  Staaten  die
hiesigen  hohen  Preise  nicht  bewilligt  wurden.
Man  bezahlte  für  mittelguten  Arriba-Kakao  nur
noch  31  Sucres,  und  selbst  für  sehr  schöne  Partien
wurden  nur  32  Sueres  erzielt.
Die  Zufuhren  der  zweiten
Februar  stellten  sich  auf:

Hälfte  des

1907  1906
Arribb  399  000  lbs  gegen  1  654  129  lbs
Balao  136  961  -  131240  -—
Machala  45  917  40  647

 

581  878  lbs  gegen  1  826  016  lbs.
Im  Monat  März  waren  die  Zufuhren  im
Vergleich  zum  Vorjahre  verhältnismäßig  noch
kleiner  als  in  den  Monaten  Jannar  und  Februar.
Die  Preise  hielten  sich  auf  derselben  Höhe,  für
besonders  schöne  Partien  wurde  sogar  mehr  als
32  Sneres  bezahlt,  denn  die  Exporteure  waren
der  Ansicht,  daß  die  Preise  in  den  Haupterntemonaten
  April  bis  Juni  noch  mehr  in  die  Höhe
gehen  würden.
Die  Zufuhren  in  der  ersten  Hälfte  des
März  betrugen:

1907  1906
Arribt  9PD07  061  lbs  gegen  1  980  549  lbs
BalaoN  79  193=  -  173  701
Machala  48  167  -  45  579

 

1  034  421  lbs  gegen  2  199  829  lbs.
In  der  zweiten  Hälfte  des  Monats  kam
endlich  mehr  Kakao  aus  den  Arriba-Distrikten  an,
jedoch  erreichten  die  angebrachten  Partien  immer
noch  nicht  die  im  Vorjahre  gelieferte  Menge.
Da  mehr  Nachfrage  von  Europa  eintrat,  blieben
die  Preise  fest  und  gingen  eher  etwas  herauf,
wenn  es  sich  um  schöne  Partien  Arriba-Kakao
handelte,  die  es  bis  zu  32,80  Sneres  brachten,
während  der  Durchschnittspreis  Ende  des  Monats
31,60  Sueres  war.
In  der  zweiten  Hälfte  des  März  kamen
auf  den  Markt:

1907  1906
Arrib  1  634  210  lbs  gegen  1  866  801  108
Balao  43  516  -  156  802
Machala  32  874  -  86  219.

1  710  600  lbs  gegen  2  109  822  lbs.
        <pb n="680" />
        G  596  2O

Die.  Gesamtzufuhren  von  Kakao  im  ersten
Vierteljahr  betrugen  daher  1907:  6  696  647  lbs
gegen  11  234  308  lbs  im  Jahre  1906,  d.  h.  die
Ernte  der  ersten  drei  Monate  dieses  Jahres  ist
ungefähr  40  v.  H.  kleiner  als  diejenige  im  gleichen
Zeitraum  des  Vorjahres.  Der  Unterschied  im
Preis  ist  entsprechend,  denn  im  Vorjahre  bezahlte
man  nur  23  Sucres  für  mittelguten  Arriba-Kakao,
  während  man  jetzt  31,60  Sucres  anlegen,
d.  h.  fast  30  v.  H.  mehr  bezahlen  muß.

(Bericht  des  *sm  ½  A#ickatsg  in  Guayaquil
om  1.  April  1907.)

Der  KRokoomarkht  auf  Ceylon.

Der  Kakaomarkt  auf  Ceylon  war  in  den
Monaten  Jannar  bis  März  d.  Is.  infolge  des
zufriedenstellenden  Angebots  und  der  anhaltend
guten  Preise  recht  lebhaft.

Bis  zum  15.  April  1907  betrug  die  Ausfuhr
11220  ewts.  Gegen  die  gleiche  Zeit  des  Vorjahres
  bedentet  dies  eine  Zunahme  von  8000  ewts.,
die  zum  größten  Teil  von  London  ausgenommen
wurde.  Auf  dem  Colomboer  Markt  wurde  ungefähr
  ein  Drittel  der  zur  Verschiffung  gelangten
Mengen  angeboten,  während  der  Rest  wieder,  wie
üblich,  auf  Rechnung  der  Pflanzungen  nach  England
  konsigniert  wurde.  Die  in  Colombo  gehandelten
  Qualitäten  waren  nur  zum  kleineren
Teil  gut,  zum  weitaus  größten  Teil  waren  es
mittlere  und  geringere  Kakaos.  Die  Preise  haben
sich  auf  ihrer  Höhe  gehalten  und  sind  für  die
geringeren  Sorten  sogar  noch  um  ungefähr  1  Bs.
weitergestiegen.  Die  zur  Zeit  gezahlten  Preise
bewegen  sich  zwischen  46  und  51  Rs.  pro  ewt.

Die  Vorräte  in  Colombo  werden  für  nicht
sehr  bedentend  geschätzt.  Der  feste  Ton  des  Marktes
wird  auch  noch  für  die  nächste  Zukunft  vorausgesagt,
  da  anscheinend  die  Kakavernten  anderer
Länder  hinter  den  Erwartungen  zurückgeblieben
sind.

Über  den  Ausfall  der  in  den  Monaten  Juni
und  Juli  hereinkommenden  Sommerernte  läßt
sich  noch  nichts  Bestimmtes  sagen.

Die  Ausfuhrzahlen  für  die  Zeit  vom  1.  Januar
  bis  15.  April  der  Jahre  1906  und  1907
vergleichen  sich,  wie  folgt:

1906  1907

ewts.  Swts.
Nach  England  23  670  28593
Deutschland  4  131  5  358
-Holland.  350  2  141
Frankreich  1  411  1  605
-Amerika  400  951
-China  100  700

Bericht  des  Wais.  Generalsonsulats  in  Calcutta
1  3.  Mai  7.)

 

Raffeemarkt  in  Rio  de  Janeiro  und  Santos  im
Aprii  1907;  Ernteschãtzung.

Im  Erntejahr  1906/07,  welches  am  1.  Juli
v.  Is.  seinen  Anfang  genommen  hat,  wurden  bis
zum  26.  April  d.  Is.  in  Rio  de  Janeiro  (einschl.
des  Transitverkehrs)  3939250  Sack  und  in  Santos
13  440  499  Sack,  zusammen  17379  749  Sack,
angefahren.  Die  Kaffeevorräte  in  beiden  Häfen
beliefen  sich  an  diesem  Tage  auf  3  626  560  Sack
gegen  612  681  Sack  am  entsprechenden  Tage  des
Vorjahres.  Die  Kaffeeverladungen  betrugen  in
Rio  de  Janeiro  3344  985  und  in  Santos
11  415  493  Sack,  in  beiden  Häfen  zusammen
14  760  478  Sack.  Die  Kaffeeausfuhr  umfaßte  bis
zu  dem  genannten  Tage  in  Rio  de  Janeiro
3219  393  Sack  und  in  Santos  11276  893  Sack,
zusammen  also  14  496  286  Sack  gegen  9637  635
Sack  am  entsprechenden  Tage  des  Vorjahres.  In
der  Zeit  vom  1.  Juli  1906  bis  26.  April  1907
waren  die  Ankünfte  in  Rio  und  Santos  um
8  008  544  Sack  und  die  Ausklarierungen  um
4  827  016  Sack  größer  als  während  des  entsprechenden
  Zeitraums  des  Vorjahres.  Die  in
den  ersten  10  Monaten  des  Erntejahres  1906/07
ausklarierte  Menge  brachte  etwa  9  208  000  8.
mehr  als  die  im  entsprechenden  Zeitraum  des
Vorjahres  ausklarierte.

Die  Vorräte  in  beiden  Häfen  waren  Ende
April  d.  Is.  um  fast  110  000  Sack  größer  als
Ende  März  d.  Is.  und  um  über  3  000  000  Sack
größer  als  Ende  April  v.  Is.

Die  Preise  betrugen  im  Durchschnitt  der  mit
dem  26.  April  abgeschlossenen  Woche  für  Rio
Syndikat  Nr.  7  pro  10  kg  48667  Rs.  (ebenso
in  der  Vorwoche)  und  für  Rio  Nr.  7  im  offenen
Markt  38639  Rs.  (gegen  38799  Rs.  in  der  Vorwoche),
  für  Santos  Syndikat  Nr.  1  18300  Rs.
(48450  Rs.  in  der  Vorwoche);  ein  Marktpreis
für  diese  Sorte  war  nicht  festzustellen.  Santos
Syndikat  Nr.  7  kostete  durchschnittlich  3  8700  Rs.
(in  der  Vorwoche  38900  Rs.)  und  im  offenen
Markt  23850  Rs.  (in  der  Vorwoche  28950  Rs.).
Der  Bankkurs  für  90  Tage  stellte  sich  in  Rio  de
Janeiro  am  30.  April  d.  Is.  auf  157/32  Pence.

Die  Ernte  1906/07  wird  gegenwärtig  für  Rio
und  Santos  auf  19  bis  20  Millionen  Sack  geschätzt.

Die  Ernte  1907/08  wird  für  Rio  nach  der
neuesten  Veröffentlichung  der  Schätzungskommission
der  Kaffee-Interessenten  in  Rio  (Centro  do  Commercio
  de  Café)  bereits  auf  4  Millionen  Sack
veranschlagt,  während  die  Santos-Ernte  1907/08
nach  den  vorliegenden  Nachrichten  9  Millionen
Sack  übersteigen  dürfte.

(Bericht  des  Kais.  Lesassa,  in  Rio  de  Janeiro
vom  3.  Mai  1907.)
        <pb n="681" />
        W  597  20

Der  RKautschuhmarkt  auf  Ceyvion.

Die  Preise  für  Gummi  haben  in  der  letzten
Zeit  auf  Ceylon  um  ungefähr  10  Cents  pro  lbs
nachgegeben,  und  man  bezahlt  heute  für:

Feinen  Biscuit-Rubber  3,75  bis  3,85  Rs.
Scrap-Rubber  2,50  3,20

Nach  wie  vor  geht  der  größte  Teil  der  Ernte
nach  London  in  Konsignation,  während  fast  aller
in  Colombo  an  Ort  und  Stelle  feilgebotene  Gummi
für  amerikanische  Rechnung  ausgenommen  wird.
Die  Ausfuhr  während  der  Zeit  vom  1.  Jannar
bis  15.  April  1907  vergleicht  sich  mit  der  gleichen
Zeit  im  Vorjahre,  wie  folgi-1



06  1907
England  60  000  lbs  75  000  lbs
Amerika  11  000  =  29  360
Deutschland  7  000  8  900

Die  Erzeugung  ist  beträchtlich  gewachsen  und
zeigt  am  15.  April  eine  Zunahme  von  40  000  lbs
gegen  das  vorhergehende  Jahr.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Calcutta

vom  3.  Mai  1907.)

Jute-ernte  und  Terschiffungen  Britisch-Indiens
1906/1907.

Die  Verschiffungen  von  Jute  aus  Britisch-Indien
  während  der  Saison  vom  1.  Juli  1906
bis  30.  Juni  1907  sind  auf  dem  besten  Wege,
einen  Umfang  anzunehmen,  wie  sie  bislang  noch
nicht  stattgefunden  haben.

Nach  den  sveben  veröffentlichten  Zahlen  wurden
während  der  ersten  9  Monate  dieser  Saison  bereits
  4  154  438  Ballen  im  Vergleich  zu  3746  164
Ballen  für  die  nämliche  Periode  des  Vorjahres
verladen.  Die  Annahme  des  Direktors  der
Handelsabteilung  (Director  of  Commercial  Intelligence),
  nach  welcher  die  diesjährige  Ernte  ein
Ergebnis  von  9  000  000  Ballen  bringen  sollte,
dürfte  sich  daher  wohl,  wie  aus  nachfolgender
Ausstellung  ersichtlich,  unter  der  Annahme,  daß
etwa  500  000  Ballen  im  Inlande  verbraucht
werden,  verwirklichen,  falls  die  Zufuhren  im
gleichen  Umsange  wie  während  der  letzten
3  Monate  (393  387  Ballen)  des  Vorjahres  hereinkommen,
  was  nach  den  letzten  vorliegenden
Berichten  wohl  anzunehmen  ist.

Von  Calcutta  und  Chittagong
wurden  bislang  verladen  4  154  438  Ballen

Von  einheimischen  Fabriken

wurden  ausgenommen  3  601  258
Vorräte  in  Basar,  Preßhäusern

  usw.  150  000  =

7  905  696  Ballen

Angeblicher  Verbrauch  im
Inlane
Zusammen.

500  000  -
.  8  405  696  Ballen.

 

Europa  dürfte  trotz  seiner  bisherigen  großen
Abnahme  noch  weiter  Käufer  bleiben  und  zwar,
falls  sein  Konsum  noch  nicht  gedeckt  sein  sollte,
schon  um  wenigstens  einen  kleinen  Vorrat  im
Falle  der  Not  zu  haben.

(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem
Kais.  Generalkonsulat  in  Calcutta.)

 

Lage  der  schweizerlschen  Seldenindustrie
im  Jahre  1906.

Der  Geschäftsgang  der  schweizerischen  Seidenstoffweberei
  ist  im  Jahre  1906  nicht  nur  durch
die  Mode,  sondern  wohl  ebensosehr  durch  Einflüsse
  äußerer  Art  bestimmt  worden.  Der  Rohseidenaufschlag,
  der  im  vierten  Quartal  einen
ungeahnten  Umfang  annahm,  hat  zwar  in  den
letzten  zwei  Monaten  belebend  auf  den  Verkauf
der  Stoffe  gewirkt;  umgekehrt  haben  aber  die
Schwierigkeiten,  die  sich  einer  Verständigung  mit
Frankreich  entgegenstellten,  im  Verein  mit  der
Erhebung  des  Minimalzolles  während  des  ganzen
Jahres  der  Ausfuhr  schweren  Abbruch  getan.
Diese  anormalen  Verhältnisse  treten  denn  auch
mit  aller  Deutlichkeit  in  den  Exportziffern  zutage,
die  von  unbedeutenden  Rückschlägen  in  den
Jahren  1896  und  1903  abgesehen  seit  dreizehn
Jahren  sich  in  aufsteigender  Richtung  bewegten
und  nunmehr  eine  ganz  erhebliche  Einbuße  zu
verzeichnen  haben.  Laut  Ausweis  der  schweizerischen
  Handelsstatistik  belief  sich  die  Ausfuhr
von  ganz=  und  halbseidenen  Geweben  und  Tüchern
im  Jahre
1906  auf  1  988  300  kx  im  Wert  von  104  220  100  Fr.
1905  =  2  153  80  =  -  -112149  100  =
1904  =  2216  500  110  887  400

Der  Minderausfuhr  entsprechend  ist  auch  das
geschäftliche  Ergebnis  hinter  andern  Jahren  zurückgeblieben,
  wenn  auch  die  Beschäftigung  im
großen  und  ganzen  eine  zufriedenstellende  war.
Die  Ausfuhrziffer  darf  zwar  nicht  zum  alleinigen
Wertmesser  für  den  Geschäftsgang  gemacht  werden,
sie  erbringt  aber  doch  den  untrüglichen  Beweis,
daß  die  Fabrikation  an  der  Grenze  ihrer  Produktions=
  und  Ausdehnungsfähigkeit  angelangt  ist;

der  teilweise  Abfall  eines  bedeutenden  Marktes

genügt,  um  eine  Verringerung  des  Umschlages
herbeizuführen,  da  es  nicht  gelingt,  vollwertigen
Ersatz  auf  anderen  Absatzgebieten  zu  finden;  in
anderer  Hinsicht  setzt  die  Schwierigkeit  der  Beschaffung
  tüchtiger  Arbeiter  jeder  Vergrößerung
oder  Vermehrung  der  Betriebe  außerordentliche
Hindernisse  in  den  Weg,  ob  zum  Nachteil  der
Industrie  bleibe  dahingestellt,  denn  es  fehlt  nicht
an  Stimmen,  die  behaupten,  daß  infolge  der
ausgesprochenen  Einseitigkeit  der  Produktion  und
der  Absatzschwierigkeiten  die  Produktionskraft  der
        <pb n="682" />
        W  598  ec0

schweizerischen  Seidenstoffweberei  nicht  vergrößert
werden  könne.  Was  der  Weberei  nottut,  scheint
in  der  Tat  weniger  eine  Ausdehnung  als  eine
Reorganisation  zu  sein.

eer  Verlauf  des  Krawattenstoff-Geschäftes  wird
als  wenig  befriedigend  geschildert,  da  auf  dem
Hauptabsatzgebiet,  England,  die  Verhältnisse  sehr
zu  wünschen  übrig  lassen.  In  London  mehrten
sich  die  Betriebseinstellungen  und  Zahlungsstockungen,
  und  der  Umschlag  geht  zurück,  weil
nur  kleinere  Krawatten  begehrt  sind.  Aus  der
Vorliebe  für  stückgefärbte,  rasch  lieferbare  Krawattenstoffe
  konnte  die  Fabrik  nur  geringen  Nutzen
ziehen,  da  sie  für  deren  Herstellung  nicht  genügend
  eingerichtet  ist.

Nach  Cachenez  herrschte  im  letzten  Jahre  gute
Nachfrage,  und  billige  Qualitäten  konnten  kaum
in  genügender  Menge  geliefert  werden,  da  die
Zahl  der  verfügbaren  Handstühle  nicht  mehr  ausreicht;
  dasselbe  gilt  für  die  schweren  und  reichen
Tücher,  die,  einst  eine  Spezialität  der  schweizerischen
  Hausindustrie,  wegen  Webermangel  nicht
nach  Bedarf  fabriziert  werden  können.  Die  Ausfuhr
  steht  mit  62  900  kg  im  Werte  von
3  455  100  Fr.  hinter  der  letztjährigen  um  etwa
10  vH.  zurück.

(Schweizerisches  Handelsamtsblatt.)

 

Der  Handel  ##gvptens  mit  Gummiarabikum  im
Jahre  1906.

Die  Ausfuhr  von  Gummiarabikum  aus  Agypten
wies  im  Jahre  190é6  einen  erheblichen  Rückgang
gegenüber  dem  Vorjahre  auf.  Während  im  Jahre
1905  8  838  483  kg  im  Werte  von  217  132  20E
ausgeführt  wurden,  stellte  sich  der  Export  des
verflossenen  Jahres  auf  7  689  940  kg  im  Werte
von  157  330  LE.

Die  hauptsächlichsten  Bestimmungsländer  waren
hierbei  mit  den  folgenden  Mengen  und  Werten
an  diesem  Exportzweig  Agyptens  beteiligt:

19

1906
Veitimmungs-  Menge  Wert  Menge  Wert
lä  k  —  k  *

Grotbritannzen  1  374  155  34  159  985  343  20  000
Trankreich  77517  40  471  1  513314  30  834

Österr.-Ungarn  664  936  16364  672  644  15  752
Verein.  Staaten

von  Amerika  1  230  880  30  518  1  9142  016  30  823
Deutschland  2  139  827  52  551  ;  114164  23392
Belgien  910  917  23  15.  —  —
Italien  849  104  8  1  7  289  135  5860

Die  Wälder,  aus  deren  Beständen  Gummiarabikum
  gewonnen  wird,  befinden  sich  in  der
Provinz  Kordofan  sowie  in  der  Umgegend  von
Djédid  im  Gebiet  des  Weißen  Nil.  Die  Erntezeit
erstreckt  sich  auf  die  Zeit  von  Dezember  bis  Mai.
Es  gibt  zwei  Sorten  Gummi.  Die  eine,  die

 

Bernsteinfarbe  besitzt,  die  andere  von  weißer  Farbe.
Letztere  rührt  daher,  daß  der  Gummi  längere  Zeit
der  unmittelbaren  Einwirkung  der  Sonne  ausgesetzt
worden  ist,  wie  dies  insbesondere  in  Omdurman
geschieht.  Der  bessere  Gummi  kommt  aus  Kordofan,
  welches  auch  die  bedeutendere  Produktion
aufweist.  Der  geerntete  Gummi  wird  in  die
Dörfer  gebracht  und  gegen  Barzahlung  von  den
Eingeborenen  an  sudanesische  Zwischenhändler,
hauptsächlich  in  Dueim,  verkauft.  Von  dort  wird
der  Gummi  auf  dem  Wasser  nach  Omdurman,
dem  Hauptgummimarkt  im  Sudan,  gebracht.  Dort
wird  er  für  den  Versand  nach  den  enropäischen
Märkten  in  feste  Säcke  zu  je  etwa  300  Pfund
verpackt  und  an  die  Ausfuhrhäfen  Kairo  und
Alexandrien  weitergeleitet,  von  wo  er  den  Hauptmärkten
  Europas,  Amerikas  und  Australiens  wie
Marseille,  Le  Havre,  Hamburg,  New  York,  London,
Liverpool,  Antwerpen,  Barcelona,  Melbourne  und
Triest  zugeht.  (Jloniteur  Officiel  du  Commercc.)

RKusfuhr  von  Quebracho  und  Quebrachoextraht  aus
frgentinien  im  Dezember  1906.

Qnebracho  Luebracho-Verschiffungsziel


enge  in  1
—  95

England  ..
Frankreich....—--  10
Deutschland  3770  1187
Italien.  600  –
An  Order  9281  -—
Nordamerika  1207  3590
Brasilin  —  1
Uruguay  31  —
Verschiedene  Länder.  —  138
Zusammen  14889  5021

Im  Januar  und  Februar  1907.

 

Januar  Februar  Januar  Februar
g  7  *7#  ,  1907  1907  1907  1907
Verschiffungsziel  Quebracho  Quebrachoextrakt
Menge  int
England  20  -—  226  95
Frankreich  —  —  50  55
Belgien  —  —  85  100
Deutschland  3  906  4  139  984  188
Italien  2380  128  —  49
Niederlande  —  —  —  10
rder  .  15750  22302  —  —
Nordamerika.  3008  1378  13817  4662
Brasilien  —.  —  15  2
Chilel  —  10  —
Uruguay.  310  185  20  15
Versch.  Länder  —  —  268
Zusammen  27  374  28  132  3475  5176.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Buenos  Aires.)
        <pb n="683" />
        W  599  ꝛ

Vorschriften  für  die  Kusfuhr  von  kautschuh

aus  Clberia.

Durch  eine  Bekanntmachung  der  Liberianischen
Regierung  in  der  Sierra  Leone  Royal  Gazette:
vom  30.  März  1907  sind  für  den  Kautschukhandel
  mit  Wirksamkeit  vom  1.  April  d.  Is.
Bestimmungen  erlassen,  wonach  für  die  Ausfuhr
von  Kautschuk  keine  Beschränkung  oder  kein
Monopol  mehr  bestehen  soll.  Jedermann  ist
hinfort  berechtigt,  Kantschuk  aus  Liberia  über  die
Zollämter  der  für  die  Einfuhr  geöffneten  Häfen
gegen  Zahlung  von  12  Cent  für  1  Pfund  auszuführen.
  Aller  zur  Ausfuhr  gelangende  Kantschuk
  ist  der  Untersuchung  durch  die  Zollbehörden
unterworfen;  mit  fremden  Stoffen  stark  verfälschter
  Kantschuk  wird  nicht  zur  Ausfuhr  zugelassen.
  The  Beurd  of  Trade  lournal.)

Vorschriften  für  die  Sinfuhr  von  denaturiertem
Branntwein  in  den  Kustralischen  Bund.

Von  der  Regierung  des  Anstralischen  Bundes
sind  unterm  27.  März  d.  Is.  auf  Grund  des
Branntweingesetzes  vom  Jahre  1906  besondere
Vorschriften  —  Statutory  Rules  (Nr.  29/1907)
—  erlassen,  wonach  unter  anderem  bei  der  Einfuhr
  von  denaturiertem  Branntweine  vor  der
Ablassung  aus  der  Zollkontrolle  Proben  zu  entnehmen
  und  zur  Analysierung  an  einen  vom
Kollektor  bestätigten  Analytiker  einzusenden  sind.
Wenn  der  Analytiker  bescheinigt,  daß  derartig
denaturierter  Branntwein  nicht  genügend  denaturiert
  ist,  so  darf  dieser  nicht  in  den  freien
Verkehr  gesetzt  werden,  bevor  er  ausreichend  denaturiert
  ist.  „he  Boanl  of  Trade  ournal.)

 

Aufsuchen  und  Gewinnung  von  Gold,  Sdelmetallen
und  Sdelsteinen  in  Oadagaskar.

Eine  von  der  Französischen  Regierung  unterm
23.  Mai  1907  erlassene  Verordnung  regelt,  unter
Aufhebung  der  früheren  Bestimmungen,  von
neuem  das  Aufsuchen  und  die  Gewinnung  von
Gold,  Edelmetallen  und  Edelsteinen  in  Madagaskar.
  Die  Verordnung  ist  im  „Journal  officiel
de  la  République  Française“  vom  21.  Mai  1907
bekannt  gemacht.

Französisch-Guinea.

Das  „Journal  officiel  de  I’Afrique  oceidentale
francaise“  veröffentlicht  in  seiner  Ausgabe  vom
4.  Mai  1907  einen  Artikel  „Voyage  du  Gourerneur
  général  en  Guinée  française“,  aus  welchem
sich  über  die  Fortführung  der  projektierten  Eisenbahnlinie
  von  Conakry  bis  zum  Niger  folgendes
  ergibt:

Durch  die  im  April  erfolgte  Eröffnung  einer
weiteren  Teilstrecke  von  53  km,  von  Kolonbé  bis
zum  Konkouréfluß,  hat  die  Linie  eine  Gesamtlänge
  von  253  km  erreicht;  bis  Ende  1907  soll
sie  auf  310  km,  bis  zum  Kouniberg,  verlängert
sein,  so  daß  dann  die  Hälfte  der  in  Ban  genommenen
  Eisenbahnlinie  fertiggestellt  wäre.

Die  ganze  Strecke  in  Länge  von  595  km,
von  Conakry  bis  Kouroussa,  soll  1910  vollendet
werden.  Es  wird  jedoch  schon  jetzt  mit  einer
Verlängerung  der  Strecke  bis  zur  Vereinigung
mit  der  von  der  Elfenbeinküste  ausgehenden  Linie
cinerseits  und  mit  der  Verbindungsbahn  vom
Senegal  zum  Niger  andererseits  gerechnet.

 

Verschiedene  (Mitteilungen.

Kolonial-Wirtschaftliches.

Die  soeben  erschienene  Nr.  6  (Juni  1907)  des
„Tropenpflanzer“",  Organ  des  Kolonialwirtschaftlichen
  Komitees,  bringt  an  erster  Stelle  einen
längeren  Aufsatz  von  Regierungsrat  Dr.  W.  Busse
über  „Zeitfragen  der  Landwirtschaft“  im  tropischen
Afrika“,  mit  besonderer  Berücksichtigung  des  Baumwollbaues.
  Busse  betont  den  besonderen  landwirtschaftlichen
  Charakter  des  Baumwollbaues,
der  es  ermöglicht,  in  der  Aquatorialzone  jenen
wertvollen  Schatz  von  Erfahrungen  zu  verwerten,
den  der  heimische  Ackerbau  in  langer,  emsiger
Arbeit  von  Generationen  erworben  hat.  Es
müssen  selbstverständlich  für  die  tropische  Landwirtschaft
  neue  Formen  gefunden  werden,  wozu
ausländische  Baumwollgebiete  zum  näheren  Ver- 



gleich  herangezogen  werden  sollen;  u.  a.  weist
Verfasser  auf  Vorderindien  hin,  ein  Land,  dessen
klimatische  und  Bodenverhältnisse  zu  denen  Ostafrikas
  und  Togos  weitgehende  Analoga  zeigen.
Am  Schluß  seines  Artikels  tritt  Verfasser  noch
für  die  Errichtung  von  Versuchsstationen  ein,  in
welchen  die  rationellen  Methoden  des  Ackerbaues
in  ihrer  Verwendung  auf  die  Tropen  studiert
werden  sollen.

In  einem  Artikel  über  „Oasen-Kultur  in  der
chilenischen  Wüste  Atavama“  schildert  Dr.  Krische
nach  einem  Reisebericht  von  Dr.  Simon  in  Santiago
  die  Eigenheiten  der  Kultur  dieser  in  der
Mitte  von  Salzsteppen  gelegenen  Oase.  C.  Bolle
berichtet  über  die  Bekämpfung  der  Ameisen=  und
Heuschreckenplage  in  Südamerika.  Eine  kleine
        <pb n="684" />
        GV  600  2O

gelbbraune  Ameise  überfällt  sowohl  andere  Insekten
  und  kleinere  Tiere,  wie  auch  die  größeren,
sogenannten  Schlepper-Ameisen.  Verfasser  konnte
beobachten,  mit  welchem  Erfolg  diese  gelb-braune
„Zigeunner“-Ameise  mit  den  für  die  Landwirtschaft
schädlichen  Insekten  Krieg  führt.  Es  dürfte  sich
empfehlen,  mit  der  Einführung  dieser  Ameise  nach
anderen  Länderstrichen,  die  unter  Insektenplagen
zu  leiden  haben,  versuchsweise  zu  beginnen.

Verkehr  deutscher  Schiffe  in  ausländischen  Häfen
während  des  Jahres  1906.

 

 

 

 

Eingang  Ausgang
Raum=  dar-  dar-Häfen
  Bahl  gehalt  unter  Bahl  unter
der  Re-  SchiffeBs  der  in
Schiffe  gister-  i  Schiffe  Lachiffe
  tons  Ladung  vife  dung
Bergen  35  14  532  34  35  3.
Bob  ..  1  571  1!  1  —
Christiansund  7  518  5  7  3
Mandall  1  242  1  1
Glasgow  33  21  107  24  33  20
Ardrossan.  5  3  913  5  5  —
Ostende  .  53  32  012  53  53  )
verbrüggge  und
Brügge  6  3126  6  6)
Cadiz.  .  451044191  10  15  41
La  Edruna  .  102  332537  *)  102  *)
Palma  de
Mallorca.  7  14642  o  7  *)
Calamata  9  10  031.  *r  95).15
Corie  8  16  459  8  8  8
Vathy  (Samos)  12  16270  *"/  12  *
Karlovasi  .  1  1222  *  1  *)
Marathocampos  1!  17  *)  1  Prö
Magagaun  50  41911  28  50  24
Savannah
(Georgia!  26  641292  18  26  26
Limon  (Costai
  .  .  112  198330  7)  112  *
Barranquilael  15  199832  *)  115  )

(Nach  den  Schiffslisten  der  Kaiserlichen  Konsulatc.)

 

Citeratur.

Kolbe,  Oberst  a.  D.:  Unsere  Helden  in  Südwestafrika.
  I.  Die  Kämpfe  mit  den  Hereros.
Mit  einer  Übersichtskarte,  12  Abbildungen  von
Mitkämpfern  und  6  Abbildungen  vom  Kriegsschauplatz.
  Verlag  von  Friedrich  Engelmann
in  Leipzig.  Preis  2,50  Mk.

In  frischer  und  patriotischer  Weise  schildert
uns  der  Verfasser,  nachdem  er  in  aller  Kürze
Land  und  Leute  Deutsch-Südwestafrikas  einer
Betrachtung  unterzogen,  die  Kämpfe,  welche  unsere

*)  Nicht  nachgewiesen.

 

braven  Truppen  dort  draußen  unter  den  schwierigsten
  örtlichen  und  klimatischen  Verhältnissen  zu
führen  hatten.  Mit  gerechtem  Stolze  ersehen  wir
auch  aus  diesen  Schilderungen,  welch  selbstloser
Hingabe,  welch  hervorragender  Tapferkeit  unsere
Leute  fähig  sind,  und  welch  tiefes  Pflichtgefühl
vom  ältesten  Führer  bis  zum  jüngsten  Soldaten
alle  gleichmäßig  beseelte.  Das  Buch  ist  trefflich
ausgestattet;  es  enthält  neben  einer  llbersichtskarte
Abbildungen  einiger  Führer  sowie  solche  vom
Kriegsschauplatze  und  kann  allen  empfohlen  werden,
  die  sich  an  den  hervorragenden  Taten  unserer
wackren  Truppen  erfreuen  wollen.

Medizinal-Berichte  über  die  deutschen
Schutzgebiete  für  das  Jahr  1904/05.  Herausgegeben
  von  der  Kolonial-Abteilung  des
Auswärtigen  Amtes.  Berlin  1907.  Verlag
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
  Kochstr.  68—

Dr.  Stenber,  Oberstabsarzt  und  Regimentsarzt
des  Feldartillerie-Regiments  Oranien:  UÜber
die  Verwendbarkeit  euro  päischer  Truppen
in  tropischen  Kolonien  vom  gesundheitlichen
Standpunkte.  Berlin  1907.  Verlag  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
  Kochstr.  68—71.

Viehseuchen  und  Herdenkrankheiten  in
Deutsch-Südwestafrika  und  ihre  Bekämpfung.
  Ein  Leitfaden  für  Teierärzte,
Offiziere  und  Farmer.  Von  H.  Jacobsen,
Oberveterinär  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe.
Berlin  1907.  Verlagsbuchhandlung  von
Richard  Schoetz,  Wilhelmstr.  10.

Aus  unserem  Kriegsleben  in  Südwestafrika.
  Erlebnisse  und  Erfahrungen  von  Lic.
Max  Schmidt,  Diovisionspfarrer  der  1.  Garde-Division
  in  Potsdam.  14.  bis  20.  Tausend.
Verlag  von  Edwin  Runge  in  Groß-Lichterfelde-Berlin.


Rud.  Schmid  v.  Schwarzenhorn:  Künstliche
Depeschenwörter.  Silbentabellen  zur  Bildung
von  je  40  000  fünfbuchstabigen  Codewörtern.
Preis  30  Mk.

Derselbe:  Ame-Tafel.  Chiffrier-Tafel  zum  Gebrauch
  für  sämtliche  Telegraphen-Codes  und
Chiffrierwörterbücher.  Preis  10  Mk.

Derselbe:  Universal-Geheimschrift.  Allgemeine
Depeschenverkehrsschrift,  Depeschenkürzung  usw.
Preis  5  Mk.

Verlag  von  Gustav  Fock  G.  m.  b.  H.,
Leipzig  1907.
        <pb n="685" />
        W  601  2c

Verkehrs-Nachrichten.
Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  Juni  1907.

 

Nach

vom  Einschiffungehafen


Die  Abfahrt  erfolgt

am:

Ausschissfungshafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

1.  Deutsch-Neuguinea.

Neapel
(deutsche  Schiffc.

20.

Juni  18.  Juli

Friedrich-Wilhelmshafen
  38  Tage
Simpsonhafen  41  Tagr

 

Brindisi  30.  Juni  Simpsonhafen  38  Tage
(engl.  Schiffe)  Friedrich-  Wilheh  nshafen
  41  Tage
2  deutsch-Ostafriha.  Neapel  21.  Juni  Mombasa  O  16  Tage
r  —  Bukoba,  Muansa  und  (deuische  Schiffe)
g  „  .  .
e  in  Marseille  10.  jedes  Monats  Mombasa  O  17  Lage
bahn  und  votcthdcdt  Etgftsälon
ncm  -«-«1«  -  -  20  Taae
—  Brindisi  Mombasa  O  20  Tage
(engl.  Schiffe)
7  "Psn  n3  Neapel  24.  Juni  15.  JuliTanga  17  Tage
Moschi,  Muhesa,  Pangami,/  (deutsche  Schiffe)
Woschr  un-  Wgßenmug  ·  .
Nea  24.  Juni  Daressalam  18  Tage
(deutsche  Schiffe)
nach  Teusch  Sstafeit  .  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  Tage
(ausschl.  d  ter  n  und  b  (von  Zan  that  unmittele
genannten  Postorte  IRS-TM  ch(  Wort-Zuc-««
  mentsdasnpfek  lnSSIniId.)
TVnndtn  Zanzibar  22  Tage

(engl.  Schiffe)

nach  Daressalam  weiter
mit  nächster  Gelegenheit

18.  28.  Juni  16.  Juli
10  abds.

1

 

22.  Juni
10  abds.
9#0  abds.

.  jed.  Mts.

22.  Juni  13.  Juli
0  abds.
22.  i
0  %  abds.
8.  jed.  Mts.  10“  abds.

10  5  abds.

 

3.  deutsch-Südwestafriha.

#oxp)  nach  Abbabis,  Epmliro,  Gibeon,
  Gobabis,  Go  *—
sontein,  *B  oh  m-,


½m2  Gaht
arurn.
Gell  E  k
—  Divitol  Rebo-Sceis.
  57  mund,
Gübe  Weidal,  Walerberg.
dhut

4)  898  Lüderitzbucht,  Kubub,
Bethanien,  Hasuur,
anshoop

c)  nach  Rumansdrist,  WarmbKon.

  „Kaltfontein  (Süd)  und

,  Grootgae.



Keet-Hamburg



Antwerpen

Boul

Southampton

7Pamburg

Antwerpen
(deutsche  Schiffe

Boulogne
(deutsche  Schiffe)

Southampton
Antwerpen
sgenuch  doilo

E  ug.
Hamburg

1#Southampton
DLamburg

Southampton

 

(deutsche  Schlffe),
ilogne
(deutsche  Schiffe)
Southampton

25.  Juni  11.  Juli

20

19.
24.

25

20.

29

24.

25.

19.

22

20

u.Juni

Juni  6.  Juli
Juni
Juni

Juni

Juni  6.  Juli

Juni
Juni
25.  Juni

Juni

Juni  6.  Juli

 

Swakopmund  21  bis
23  Tage

Swakopmund  20  Tage

und

Swakopmund  24
19  Tage

Swakopmund  20  bis
25  T
Swakopmund  27

Swakopmund  30
Swakopmund  25

Tage
Tage
Swakopmund  24  Tage
Lüderitzbucht  22  bis

29  Tage

Lüderi#bucht  32  und
21  Tage
Lüderitzbucht  31  und
20  Tage
Lüderitzbucht  26  und
23  Tage
Lüderitzbucht  29  Tage
Lüderitzbucht  38  Tage
Napstadt  17  Ta

von  dort  weiter  4  dem
Landwege  über  Steinkopf

24.  Juni  10.  Juli
1

8  oms.

24.  Juni
10  ums.
28.  Juni

5%  ums#.
85  oms.

18.  Juni
23.  Juni

2.1.  Juni  1°  ums.

28.  i

.  «x1tlt
1199  .

23.  Juni

18.  24.  Juni  Innabd

.  Juni  112  oms.
7½  abds.

21.  Juni  5.  Juli
112  vms.
        <pb n="686" />
        CEG  602  2e□

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  au

 

 

Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Verlin  spätestenschiffungshafen
  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
4.  Kamerun.  Lamburg  10.  24.  jed.  Mts.  Atoria,  19.  22  Tage  11  jed.  Mts.  8'#  oms.
Stach  Bamenda,  Banso,  Bi-  22  2.  jed.  Mi5.  J1  abd-*7n
  Siel  Fo  chre  Kribi  20  u.  20——28  Tages23.  ied.  Ms.  abos.
ol-  .  .
bea,  uontemdorß  Bonlognc  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts#.  10  nachm.
"  öls.  Jaunde,  Johann.  Duala  18  Tage
lbrei  eesböne.  Ho  gh  Gwentslt  —  Aribi  19  Tage
Hloder  oͤn,  Vilioria  «  (-..  ««-  (Duala  20  Tage  1  5
Liverpool  20.  Juni  I#Fitoria  2  **“  127  7.  Juni  106  abde.
FLiverpool  Duala  23  Tage  .  .  .  .  ..  10½  abds.
8  32  23.  jed.  Mts.  712
0)  nach  Rlo  del  Rey.  Oamburg  24.  H##e  Monats  NRio  del  Ney  |n  ge  2.1.  jev.  Mts.  7u  abds.
*  .  —  Liverpool  29.  J  Nio  del  Ney  23  Tages7.  Juni  10/  abds.
c)  nach  dem  Tschadsee-GebietLiverpool  je#n  -  Forcados  17  Tag  jeden“  Donnerstag
(Garna,  Kussert)  von  en#  Fbaen  über  10½  abds.
nach  Ossidinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  *“  19  Tage  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über  Obolum  107  abds.
«  «  bis  besdin  13  Lan  SSeh  kr
e)  nach  Molundu  Antwerpen  20.  Juni  11.  Juli  Matad  0  Ta-  19.  Juni  10.  Juli
von  bad  Halern  daun  a  E  .  lo  nachm.
Vordeaur  25.  jedes  Monats.  oen  noh  H  mss3.  jed.  Mts.  10,  abds.
dem  K  ,  ngcann
D  jah  bis  Moll#n
.  38  Tage
Neapel  39  5  2u  !|  3.  2
5.  den  Karolinen,  palau=  (demssche  chllse)  15.  Aug.  Saipan  42  Tage  1.  Aug.  108  abds.

Inseln,  Marianen.

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den
geleitet:  von  Yokohama  weiter

Marianen  auch  über  Japan

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

6.  Niautschou.

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)

Brindisi
(engl.  Schife

Liverpool

20.  Juni  1.  Juli

jeden  Sonntag

23.  Juni  7.  Juli

28.  Juni

Tsingtau  32  Tage
Tsingtau  33—36  Tage
Tsingtau  36  Tage

Tsingtau  31  Tage

18.  Jm  2.  Juli
10  abds.
jeden  Freitag  103  abds.

21.  Juni  5.  Juli
10“  abds
27.  Juni  888  omcs.

 

 

 

7.  Marshall-Inseln.  Brindisi  30.  Juni  Jaluit  56  Tage  28.  Juni  103  abd.
(deutsche  Schiffe)
rapel  7.  Juli  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  8  **-'  14.  Juni  5.  Juli
Brindif  16.  Juni  Apia  51  Tage  10%  ums.
vengl.  Siieh
Hamburg  21.  Juni  Lome  19,  10,  20  Tage.  Juni  71  abds.
Nordenham  .  .  .  .  ..  vome  17  Tangne  .  .  .  ...  112=  omn
Bremen  .  Juli  Lome  17  Tage  2.  Juli  9  abd-Hamburg
  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  3  jed.  Mts.  ro.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monat-  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1  ms.
9.  Togo.  (deutsche  Schiffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonon  19  Tage  10.  jed.  Mts.  105  abds.
nu  da  ab  Landverbindung
Bordeaur  25.  jedes  Monats  Lotonon  14  Tage  23.  jed.  Mt#.  10½  abds.

Liverpool

 

jeden  Sonnabend

von  da  ab  Landverbindung
Akkra  15  Tage
von  dort  weiter  auf  dem

 

Landwege  in  4—5  Tage

Donnerstag  94  abd?.

 

7)  Den  durch  +  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerl  verlangt  hat.
        <pb n="687" />
        W  603  20

Eintressen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten.

 

Die  Post  ist  fällig.

 

 

«  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  *-  Landungs-.
  .  .
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
·  Marseile.  27.  Juni  Marshall-Inseln  Neapel  .  .  28.  Juli
Deutsch-Neuguinea  Neapel.  Sant
Neapel  25".  Juni  Neapel  .  217°.  Juni  57.  Juli
·  Genua....101111111301111  Vrindifi«.Miso-Juni
Deutsch-OWMM«  ijndjsj»qu«  Makiciklc...27.fxuni
Marseille.  ..  16.  jed.  Mts.  Liverpool  7.  Juli  üb.  Vancouv.
*  Kiant  Plymouth,
beutsch-Südwestafriha  iautschon  Southampton,  I  14:  187.  20.  25.
Autwerpen.  234.  Juni  Le  Pavre  oder  274.  Juni
nördl.Teil  d.  Schutzgeb.  Lamburg  ..  14*.  Juni  Queenstown  1
Southampton  16.  30.  Juni  14.  Juli  Landweg  über
südl.  Teil  des  Schutzgeb.  Sonthampton  16.  30.  Juni  14.  Juli  Sibirien  ..  jed.  Montag  u.  Mittw.
Hambureg  ,.
Rametllu---s--  Southampton  30“.  jed.  Mts  Qucenstown.  zube  voraus-Plymouth
  .  23.  Juni  —  od.  Plymouth.  chtlich  22.  Juni
den  Karolinen  —  «
Marianen,  v  |  Neapel  28.  Juli  logo  Southampton  20.#  6
Palau-Inseln  |  Hamburg  .  zum  1*.  Juli

 

 

*  Fälligleitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffebewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  u  und  d  West  und  Südwestafrika- 



 

 

Postdanyfer  Reise  vLeute  Nachrichten
von  nach  bis  11.  Juni  1907.
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  4.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Alexandra  Woermann“  Duala  Hamburg  am  1.  Juni  in  Hamburg
„Aline  Woermann“  Swakopmund  Napstadt  am  p.  Juni  in  Kapstadt
„Anna  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  7.  Juni  Ouessant  passiert.
„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  11.  Juni  in  Hamburg.
„Ascan  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  10.  Juni  in  Antwerpen.
„Carl  Woermann“  Afsinie  Hamburg  am  3.  Juni  in  Sierra  Leone.
„Eduard  Bohlen“  .  Kapstadt  Swakopmund  am  5.  Juni  ab  Kapfstadt.
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  Juni  in  Snalopmund.
„Eleonore  Woermann“  Duala  HLamburg  am  11.  Juni  in  Lagos.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  2.  Juni  in  Assinic.
„Erna  Woermann  Lüderipbucht  Hamburg  am  10.  Juni  Oucssant  passiert.
„Frieda  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  8.  Juni  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  11.  Juni  in  Lagos.
„Hedwig  Woermann“  Rio  Nunez,  Hamburg  am  2.  Juni  in  Oamburg.
„Henriette  Moermann“  Mossamedes  Hamburg  am  8.  Juni  in  Lagos.
„Irma  Woermann!  Burutu  HLamburg  am  2.  Juni  in  Lambung.
„Jeannette  Woermann“  Oamburg  Accra  am  9.  Juni  in  Sekon
„urt  Woermann“  HLamburg  Burutu  am  2.  Juni  ab  Las  Fans.
„Lili  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  pP.  Juni  ab  Sekondi.
„Linda  Woermann“  Hamburg  Nio  Nunez  am  5.  Juni  in  Conakry.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  8.  Juni  Dover  passiert.
„Lucie  Woermann.  HLamburg  nala  am  10.  Juni  Curhaven  passiert.
„Marie  Woermann“  Acera  Hamburg  am  10.  Juni  ab  Sierra  Leone.
„Martha  Woermann“  DHamburg  Gabun  am  9.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Mar  Bro•ck“  Mossamedes  Lamburg  am  5.  Juni  in  Gabun.
„Melita  Vohlen-  Hamburg  Assinie  am  §.  Juni  ab  Las  Palman-„Otto
  ooermann“  Hamburg  Rio  Nunez  am  10.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Paul  Woern  uin“.  Calabar  Hamburg  am  31.  Mai  ab  Lagos.
„Thekla  Vohlen.  Kotonon  Hamburg  am  7.  Juni  ab  Lagos.
Hamburg-Amerika  Linie,  Afrika-  Dienst.
*“  Hamburg  Acera  am  11.  Juni  in  Antwerpen.
*  Oamburg  Calabar  am  31.  Mai  in  Lago
nanerun-  Oamburg  Gabun  am  24.  Mai  in  Duala.
Lome  Rotonon  Hamburg  am  5.  Juni  in  Lomc.
„Togo“  Lamburg  Mossamedes  am  2.  Juni  in  Bissao.
„Windhul“  Hamburg  Lüderipbucht  am  26.  Mai  in  Swakopmund.
„Dortmund“  Hamburg  Ollderipbucht  am  10.  Juni  in  Mossamedes.
        <pb n="688" />
        G  604  2O

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

     
 
   
      

 

Telephon:  Amrt  I  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  „Oeydtbank“.  11.  Juni  1907.
Grün-  Ge-  letzte  #sdne.  4
dungs-  Kapital  schäfts-  444  Divi-  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  Mark  jahr  dende  dende  o  5
1906  1  250  000  1.  10.  —  N.--.  110
1906  2000  000  1.  1.  —  4  A.-G.  —  98
1905  1200  000  1.  4.  —  0  —  95
1905  600  000  1.  1.  0  5  ....  —  95
1890  1  500  000  1.  1.  30  22  Compagnir  260  –
1891  2600  000  1.  10.  5  7  .....  8  86
1905  220  000  1.  1.  —  13  —  108
1900  418  000  1.  1.  0  7  –  120
1878  2  750  000  1.  1.  12  20
190
1885  2  000  000  1.  1.  60  20  185  190
1907  2  500  000  1.  1.  —  —  100
1902  1  000  000  1.  1.  0  0  82
1902  1  000  000  1.  5.  0  1  —  95
1885  3  721  000  1.  1.  3½  5  100  104
3  000  000  5  5  101  105
1886  2  000  000  1  1!  ()  )  123sir  16  gofr
1903  11495.000  1.  1.  3½  3½
sähriedel!  .  M  91
1897  2250  000  1.  1  7  4  bandelsgeieiscas  .  --  98.
1899  1000  000  1.  1.  "0  0  Lit.  A.  —  A1150.
360  000  0  0  do  ..  l«n  li.Jlt().  —
1898  1000  000  1.  1.  5  10  d  iltamernn  ...  .  .  .  Lit.  A.  130  133
1  000  000  0  10  do  HLil.  B.  120  123
1889  2  000  000  1.  10.  0  Guatemala  plantnen=  Gesellschaft“  ....  —  234
1897  1153  000  1.  1.  60  (0)  Hanseatische  Kolonisationogesellschaft.  .  —  40
1889  3  000  000  1.  10.  0  0  Hanseatische  Rlautagengeselljchait  ...  26  30
1887  1200  000  1.  1.  15  20  Jaluit-Gesellschafti  .  205  310
1898  1200  000  1.  7.  0  RBaffee-Plantage  Sakarre  Stamm-Aktien  ..  18
do  do  *  Aktien  47
1904  1000  000  1.  1  —  K  B  k#S  -Akti  1  40
1906  3.000  000  1.  1  —  4  Kamerun-Kautschuk-  Compagnie  ....  100
1903  1  000  000  1.  1.  —  Rautschul-Pflanzung  Meanja  A.  G.  ....  «  85
1899  1  100  000  1.  7.  0  0  Moliwe-Pflanzung-Gesellschaaat  75  83
1885  6  000  000  1.  4  0  0.  Neu  Guinca  Compagnie  Vorzugs-Anteile  5  9#
0  50  Stamm-Anteile  .  48
1906  1200  000  1.  1I.  —  Ostafrika=  LKompagnic  ...  --  III
1904  21000  000  1.  1  3  3  Ostafrikanische  Eisenbahngesellschaft.  Anteile
(vom  Deutschen  Reiche  mit  3%  Zind  und
120%  Rückzahlung  garantiert)  92.—  5½m.
1900  20  000  000  1.  1.  0  60.  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschafte  .  -—  110
1897  2000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Conrepcion  .  —  92
1895  1  500  000  1.  1.  0  0  Mheinische  Hades-ktantagengesellshasn“Z  .  35
1903  800  000  1.  1.  0  ()  Sasata-Samoa-Gesellschaft  »  --—  100
1905  2000  000  1.  1.  4  1  Samoa-Kautschuk-  Compagnie  ....  .  —  100
1897  500  000  1.  1.  ()  (.  Sigi  Pflan.  zungs-Gesellschaft  ....  .  100  105
1900  2  500  000  1.  7.  0  o)  South  African  7  erricrie-  ...-...  Jsh  Isslitid
1892I:Z()000001.7.  0  USOUIIIUAIUIU  18  xh
1893  869  100  1.  1.  (  0  Ilsambara  Kafferbangesellshaft  Stamm-Ameile  28g4  fr.  32305r.
142  200  0  0  do  Vorzugs-Anteile  47  ʒofr.  —
1897  1  500  000  1.  1.  0  Wesstafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi
Stamm-Anteile  75
600  000  60  6  Vorzugs-Anteile  55  99
1897  1500  000  1.  1  0  #.  Weefriiemiger  Pflauzunge  ogesellschaft  Victoria
musammengelegte  —  —  50
rz.-Altien  —  100
1895  1  800  000  1.  1  0  0  Westdeutsche  vendet—  und  l–
Düsseldorf  42  —-Zu

  jeder  Art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Vanthaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="689" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Juli  1907.  Nummer  13.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die.  mindesteneimnmal
  vierteljährlich  erscheinenen  .Mitteilungen  aus  den  deutschen  Schutzkchicten.-  herausgegeben  vo  Freiher
r.  Dancik.5  1  an.  Der  vier  ertellährüiche  A#bommementspeges  für  das  Kolonialblatt  mi  den  Beiheften  Ferit  beim  Vezu  dur

 

Post  und  die  Schabianngen  rell  unter  Prsiban  durch  die  Verlagsbuchhaudlung  Mk.  4—  für  Demschland  Qiai
der  deutschen  Schurgebiete  und  Öserre.  eich  ee#hainne  Mk.  5.—  für  die  Länder  des  Weltpo  #brrunge  -  Estsirndmmcn  und  Lhieaen
sind  an  die  Königliche  sbulhbandluann  von  Gag  Morel  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SWos.  Kochstraße  69—1,  richien.

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung  des  Neichs-  Nolonialamt,,  betr.  die  Verwertung  fiskalischen  Farmlandes
in  Deutsch=  Südwestafrika.  Vom  28.  Mai  1907  S.  605.  —  Verordnung  des  Gouverneurs  von  r*m  betr.  die
Sperrung  unruhiger  oder  noch  nicht  verkehrreifer  Gebiete  in  Schutzgebiete  Kamerun.  Vom  13.  April  1907  S.  606.—
Desgleichen  betr.  die  Barlohung  Farbiger.  Vom  17.  April  1907  S.  608.  —  Baupolizeiverordnung  Gollvermrs
von  Togo.  Vom  8.  Mai  1907  S.  608.  —  Velanmmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Durchführung  der
Baupolizeiverordnung.  bem  §.  Mai  1907  S.  600.  —  Verordnung  des  Gonverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.
den  Einkauf  von  Rokosnuisen.  Vom  11.  April  1907  S.  610.  —  Verlegung  der  Verwaltung  des  Bezirke  Fontemdorf
(Ramerun)  nach  Dschang  S.  610.  —  Personalien  und  Verlustliste  Nr.  87  S.  610.

Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  614.  —  Patriotische  Gaben  S.  615.

Kamerun:  Die  Njong-Expedition  1904.05  (1)  S.  615.  —  Unterwerfung  der  Maka  am  oberen  Njong  (mit  einer
Nartenskizze)  S.  G18.  —  Au?  dem  Bezirk  Zaunde  S.  624.  —  Die  Offnung  des  direkten  Weges  Nanga-Eboko—Dendeng
(mit  einer  Übersichtsftizge)  8  625.  —  Die  astronomischen  Arbeiten  der  deutsch-französischen  Grenzkommission  Ostlameruns
  S.  627.

Deutsch.  Tüdwestafrika:  Vom  Bau  der  Südbahn  S.  628.  —  Amtlicher  Natgeber  für  Deutsch-Südwestafrika
629.  —  Deutscher  Sprachunterricht  für  Eingeborene  S.  629.  —  Blaugrunduntersuchungen  im  Bezirk  Gibeon  S.  629.
Togo:  Die  Gebirgsstraße  Jo-Rame  (mit  8  Abbildungen)  630.

Deutsch-Ostafrika:  Ackerbau  und  Viehzucht  in  Ungoni  S.  632.  —  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Ha  andels

des  Schutzgebiets  Deutsch-Ostafrika  im  vierten  Vierteljahr  1906  S.  633.

Kolonial=  Wirtschaftliches:  Von  der  Deutschen  Armee-,  Marine=  und  Kolonial-Ausstellung  S.  638.  —  Deutsch-Ostafrilanische
  Gesellschaft  S.  639.  —  Deutsche  Handels=  und  Plantagen-Gesellschaft  der  Südsee:  Inseln  S.  610.  —
Bremer  Kolonial-Handelsgesellschaft  S.  640.

Aus  fremden  olonien  und  Produktionsgebieten:  Der  Kautschukanbau  auf  Ceylon  S.  641.  —  Rautschulausfuhr
  über  Calcutta  1906  S.  6.]2.  —  Guttapercha=  und  Kautschukhawel.  in  Singapore  S.  642.  —  Rakaomarkt  in
Sanchez  (Dominikanische  Republil)  im  ersten  Vierteljahr  1907  S.  615.  —  Ölgehalt  der  indischen  Slsaaten  S.  615.—

Baumwollhandel  Alerandriens  S.  616
Wichiedenn  Mitteilungen:  Die  Zentral-  —  #7  für  ##wanderer  S.  646.  —  Gvangelische  Missionen

9  atur  S.  648.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  Schiffsbewegungen  S.
S#uhe-  Lierd  S.  652.  —  Anzeigen.

E——  ——N—NG[]  NN***.“.!
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verfügung  des  Reichs-  kiolonialamts,  betr.  die  Verwertung  fiskalischen  Farmlandes
in  Deutsch-Südwestafrika.
Vom  28.  Mai  1907.

Hiermit  wird  bestimmt:

§  1.  Der  Gouverneur  wird  ermächtigt,  unter  Beobachtung  nachstehender  Vorschriften
fiskalisches  Farmland  zu  verkaufen  oder  zu  verpachten.

§  2.  Fiskalisches  Farmland  darf  nur  an  solche  Personen  verkauft  oder  verpachtet  werden,
die  sich  verpflichten,  auf  dem  verkauften  oder  verpachteten  Grundstück  ihren  Wohnsitz  zu  nehmen  und
dasselbe  zu  bewirtschaften.  Die  Erfüllung  dieser  Verpflichtung  ist  im  Vertrage  sicherzustellen.

§  3.  Das  einzelne  zum  Verkauf  oder  zur  Verpachtung  gelangende  Farmgrundstück  darf
den  FIlicheninhatt  von  20  000  ha  nicht  übersteigen.

«  Das  Grundstück  soll,  sofern  nicht  durch  die  örtlichen  Verhältnisse  oder  durch  andere
wichtige  Gründe  etwas  anderes  bedingt  wird,  die  Form  eines  Rechtecks  haben.
        <pb n="690" />
        G  606  20

Stößt  das  Grundstück  an  einen  Flußlauf,  so  soll  die  an  den  Flußlauf  grenzende  Seite
nicht  mehr  als  die  Hälfte  der  Längsseite  betragen.
5.  Niemand  soll  vom  Fiskus  mehr  als  insgesamt  20  000  ha  Farmlandes  käuflich  erwerben.
§5  6.  Der  Verkauf  oder  die  Verpachtung  fiskalischen  Farmlandes.  hat  in  der  Regel  aus
freier  Hand  zu  erfolgen.  Sind  für  dasselbe  Farmgrundstück  mehrere  Bewerber  vorhanden,  so  kann
der  Gouverneur  eine  öffentliche  Versteigerung  desselben  anordnen.

Der  Gouverneur  wird  ermächtigt,  einem  Käufer  fiskalischen  Farmlandes  bei  unverschuldeten

  unglückssälen  im  Wirtschaftsbetrieb  einzelne  Kaufgeldraten  zu  stunden.

8  Die  nähere  Regelung  der  Vertragsbedingungen  bei  Verwertung  fiskalischen  Farmlandes
bleibt  dem  Gouverneur  überlassen.

Berlin,  den  28.  Mai  1907.
Der  Staatssekretär.
Dernburg.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Ramerun,  betr.  die  Sperrung  unruhiger  oder
noch  nicht  verkehrsreifer  Gebiete  im  Schutzgebiete  Kamerun.
Vom  13.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)
und  mit  §§  20  und  34  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  Zwangs=  und  Strafbefugnisse  der
Verwaltungsbehörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  14.  Juli  1905  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  717)  wird  hierdurch  verordnet,  was  folgt:

§  1.  Durch  öffentliche  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  können  bestimmte,  ihrer  Lage
und  ihren  Grenzen  nach  näher  bezeichnete  Teile  des  Schutzgebietes,  deren  eingeborene  Bevölkerung
für  die  unbeschränkte  Aufnahme  des  öffentlichen  Verkehrs  nicht  reif  oder  zeitweise  nicht  geeignet
erscheint,  als  gesperrtes  Gebiet  erklärt  werden.

Die  Bekanntmachung  kann,  wenn  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ruhe  dringend  gefährdet
erscheint,  von  der  örtlichen  Berwaltungsbehörde  vorläufig  bis  zur  Bestätigung  durch  den  Gouverneur
erlassen  werden.

In  den  gesperrten  Landesteilen  unterliegt  der  Verkehr  einer  Beschränkung  nach  Maßgabe
folgender  Vorschriften:

§  2.  Nichteingeborenen  und  Angehörigen  anderer  als  der  in  dem  gesperrten  Gebiet  ansässigen
farbigen  Stämmec  ist  der  Aufenthalt  in  dem  als  gesperrt  erklärten  Gebiete  nur  nach  persönlicher  Einholung
  einer  schriftlichen  Erlanbnis  der  für  diesen  Landesteil  zuständigen  Verwaltungsbehörde  gestattet.

Hat  die  Verwaltungsbehörde  ihren  Sitz  innerhalb  der  Grenzen  des  gesperrten  Gebietes,  so
ist  der  Antrag  auf  Erteilung  der  Erlaubnis  vor  dem  Betreten  der  Landschaft  auf  schriftlichem  Wege
anzubringen,  es  sei  denn,  daß  die  Benutzung  eines  öffentlichen  Weges  zum  Sitze  der  Verwaltungsbehörde
  in  der  Bekanntmachung  (§  1)  freigegeben  ist.

5  3.  Diejenigen  Nichteingeborenen  und  Angehörigen  anderer  als  der  in  dem  gesperrten
Gebiet  ansässigen  farbigen  Stämme,  welche  sich  bei  Erlaß  der  Bekanntmachung  (§8  1)  in  dem  gesperrten
  Gebiete  aufhalten,  haben  die  Erlaubnis  (§F  2)  unverzüglich  einzuholen,  widrigenfalls  die
örtliche  Verwaltungsbehörde  ihre  sofortige  Entfernung  aus  dem  gesperrten  Gebiete  zu  verfügen
befugt  ist.

Die  örtliche  Verwaltungsbehörde  kann  bei  Weißen  auf  Antrag  von  einer  persönlichen  Einholung
  der  Erlaubnis  absehen.

5*s  4.  Bei  Stellung  des  Antrages  auf  Erteilung  der  Erlaubnis  (§§  2,  3)  sind  seitens  eines
jeden  Ncchteingeborenen  schriftlich  oder  zu  Protokoll  folgende  Angaben  zu  machen:

.  Name,  Stand  oder  Beruf,  Staatsangehörigkeit,  Alter  und  Wohnsitz;

¾  Dauer  des  bisherigen  Aufenthalts  in  Afrika  und  im  Schutzgebiet  Kamerun,  hinsichtlich

des  letzteren  getrennt  nach  den  Bezirken,  in  welchen  der  Aufenthalt  stattgefunden  hat;

3.  Zweck  und  gewünschte  Dauer  des  Aufenthalts  in  dem  gesperrten  Gebiet;

4.  Anzahl  und  Herkunft  der  zur  Dienstleistung  verpflichteten  Eingeborenen,  getrennt  nach

Trägern  oder  Tierwärtern,  Arbeitern  persönlicher  Dienerschaft  und  Schutzmannschaften
einerseits  sowie  Handlungsgehilfen  andererseits;
        <pb n="691" />
        W  607  200

Anzahl  und  Art  der  mitgeführten  Feuerwaffen  sowie  Art  und  Menge  des  Schießbedarfs
getrennt  nach  ihrer  Bestimmung  zum  Gebrauche  durch  Nichteingeborene  oder  durch
Eingeborene;

6.  Art  und  Menge  mitgeführter  Handelswaren;

7.  Etwaige  weitere  von  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  verlangte  Angaben.

Die  Verwaltungsbehörde  kann  verlangen,  daß  ihr  die  Richtigkeit  der  Angaben,  insbesondere
auch  hinsichtlich  der  persönlichen  Verhältnisse  jedes  Nichteingeborenen,  glaubhaft  gemacht  wird.

8  5.  Farbige  können  den  Antrag  auf  Erteilung  der  Erlaubnis  nur  persönlich  zu  Protokoll

Sie  haben  hierbei  die  im  §  4  unter  Ziffer  1,  3  bis  7  bezeichneten  Angaben  zu  machen.
§  4  Absatz  2  findet  entsprechende  Anwendung.

§  6.  Die  Erteilung  der  Erlaubnis  (§§  2,  3)  kann  an  die  Bedingung  der  Einhaltung
gewisser  Verkehrswege,  der  Beschränkung  des  Aufenthalts  auf  bestimmte  Ortlichkeiten  und  der  Erfüllung
besonderer  Auflagen  hinsichtlich  des  Verkehrs  mit  den  eingeborenen  Stämmen  und  ihren  angestammten
Oberen  geknüpft  werden.  -

’7·Vol-Antri«einer-Reiseindemgesperrtetthbietehatfichderllntcrnehmerder
Reise  und,  wenn  dieser  in  dem  Dienst  eines  Dritten  steht,  neben  ihm  der  Dienstberechtigte  unbeschadet
der  Vorschriften  des  §  6  vor  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  dem  Landesfiskus  gegenüber  vertragsmäßig
  zur  Tragung  jedes  von  den  eingeborenen  Reiseteilnehmern  in  der  Landschaft  vorsätzlich
oder  fahrlässig  verursachten  Schadens  zu  verpflichten.

8  Für  die  Erfüllung  der  auf  Grund  von  §  6  festgelegten  Bedingungen  sowie  für  die
Erfüllung  der  gemäß  §  7  eingegangenen  Verpflichtungen  ist  bei  einer  Behörde  des  Schutzgebiets  eine
Sicherheit  von  fünfhundert  Mark  mit  der  Maßgabe  zu  bestellen,

1.  daß  diese  Sicherheit,  wenn  die  Nichterfüllung  einer  Bedingung  (§  6)  amtlich  festgestellt

wird,  ohne  weiteres  an  den  Landesfiskus  verfällt,

2.  daß  diese  Sicherheit  ohne  weiteres  in  der  erforderlichen  Höhe  zugunsten  der  Geschädigten
  verfällt,  sobald  der  Gouverneur  eine  Schadensersatzpflicht  gemäß  §  7  für
vorliegend  erachtet,

3.  daß  die  Rückzahlung  der  nicht  in  Anspruch  genommenen  Sicherheit  frühestens  nach  drei
Monaten  seit  dem  Verlassen  der  gesperrten  Landschaft  verlangt  werden  kann.

Verfällt  die  Sicherheit  auf  Grund  einer  Schadensersatzpflicht  gemäß  §  7,  so  wird  hierdurch

die  Pflicht  zum  Ersatze  eines  die  geleistete  Sicherheit  übersteigenden  Schadens  nicht  berührt.

§  9.  Die  Erteilung  der  Erlaubnis  erfolgt  widerruflich  und  außer  dem  Falle  der  festen
Niederlassung  nur  auf  bestimmte  Zeit.  Ihre  Geltungsdauer  kann  auf  den  vor  ihrem  Ablauf  gestellten
Antrag  auf  bestimmte  Zeit  verlängert  werden.

§  10.  Die  Erlaubnis  ist  zu  versagen  und  die  erteilte  Erlaubnis  zu  widerrufen,  wenn  dies
nach  freiem  Ermessen  behufs  Aufrechterhaltung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ruhe  in  dem  gesperrten
Gebiete  erforderlich  erscheint.

§5  11.  Durch  die  Erlaubnis  (§8  2,  3)  wird  eine  obrigkeitliche  Gewährleistung  für  die
Sicherheit  der  in  dem  gesperrten  Gebiete  sich  aufhaltenden  Personen  und  ihres  Eigentums  nicht
begründet.

6  §5  12.  Die  Vorschriften  der  §§  2  bis  10  finden  keine  Anwendung  auf  Beamte,  Militärpersonen
  und  farbige  Angehörige  der  Schutz-  und  Polizeitruppe  bei  der  Verrichtung  ihres  Dienstes.

8  13.  Die  in  den  88  17,  19  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betr.  Zwangs=  und  Strafbefugnisse
  der  Verwaltungsbehörden  in  den  Schutzgebieten  Mrikas  und  der  Südsce,  vom  14.  Juli  1905
(Reichs-Gesetzbl.  S.  717)  vorgesehenen  zweiwöchigen  Fristen  für  die  Beschwerde  an  den  Gouverneur
und  für  den  Antrag  auf  Wiedereinsetzung  in  den  vorigen  Stand  werden  für  die  Zwecke  dieser  Verordnung
  auf  drei  Monate  verlängert.  Den  Vorschriften  der  bezeichneten  Kaiserlichen  Verordnung
sind  in  den  Grenzen  der  gegenwärtigen  Verordnung  die  Eingeborenen  gleich  den  Nichteingeborenen
unterworfen.  ·  ,  *

§&amp;amp;#  14.  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Vorschriften  der  §§  2,  3  werden  gegenüber  Nichteingeborenen
  mit  Geldstrafe  bis  500  Mark  (fünfhundert  Marfh),  an  deren  Stelle  im  Nichtbeitreibungsfalle
  Haft  tritt,  im  Wiederholungsfalle  mit  Geldstrafe  bis  zu  3000  Mark  (dreitausend  Mark)  allein
oder  in  Verbindung  mit  Gefängnis  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.

Nichteingeborene,  die  im  Wiederholungsfalle  mit  Freiheitsstrafe  bestraft  worden  sind,  haben
außerdem  die  polizeiliche  Beschränkung  ihres  Aufenthalts  oder  die  Ausweisung  aus  dem  Schutzgebiet
zu  gewärtigen.

Oi

erklären.
        <pb n="692" />
        W  608  2

§  15.  Nichteingeborene,  die  den  Vorschriften  dieser  Verordnung  zuwider  einer  amtlichen
Aufforderung,  sich  mit  den  ihnen  zur  Dienstleistung  verpflichteten  Eingeborenen  aus  dem  gesperrten
Gebiet  zu  entfernen,  binnen  der  in  der  Aufforderung  gesetzten  Frist  nicht  Folge  leisten,  haben  ihre
und  der  Eingeborenen  zwangsweise  Entfernung  zu  gewärtigen  und  werden  mit  Gefängnis  nicht  unter
einem  Monat  sowie  mit  Geldstrafe  bis  zu  3000  Mark  bestraft.

Nichteingeborene,  die  einem  zuständigen  Beamten  oder  einer  zuständigen  Behörde
die  in  dieser  Verordnung  oder  zu  deren  Ausführung  vorgeschriebenen  Angaben  verweigern  oder  in
Angelegenheiten,  auf  welche  sich  diese  Verordnung  bezieht,  wissentlich  unrichtige  Angaben  machen,
werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  100  Mark  (hundert  Mark)  oder  mit  Haft  bestraft,  sofern  nicht  nach
den  allgemeinen  Strafgesetzen  auf  eine  härtere  Strafe  zu  erkennen  ist.

§5  17.  Eingeborene,  die  dieser  Verordnung  oder  den  im  Anschluß  an  sie  erlassenen  behördlichen
  Anordnungen  zuwiderhandeln,  werden  nach  Maßgabe  der  Verfügung  des  Reichskanzlers
vom  22.  April  1896  (Kol.  Bl.  S.  241)  bestraft.  Die  entgegen  den  Vorschriften  dieser  Verordnung
bei  ihnen  vorgefundenen  Feuerwaffen  und  der  Schießbedarf  können  eingezogen  werden.

Auch  kann  schon  bei  der  ersten  Zuwiderhandlung  die  Ausweisung  verfügt  werden  (§  14
Absatz  2

§  18.  Vorstehende  Verordnung  tritt  sofort  in  Kraft.

Buea,  den  13.  April  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Gleim.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Ramerun,  betr.  die  Barlöhnung  Farbiger.
Vom  17.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  in  Verbindung
  mit  §5  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)
wird  verordnet,  was  folgt:

§5  1.  Jeder  Arbeitgeber  ist  verpflichtet,  die  Löhne  der  Farbigen,  die  zu  ihm  in  einem
Dienst=  oder  Arbeitsvertragsverhältnis  stehen  (Arbeiter,  Diener,  Träger  uUsw.),  in  barem  Gelde  auszuzahlen.
  Der  Arbeitgeber  kann  vereinbaren,  daß  diese  Farbigen  freien  Unterhalt  bekommen;  er  darf
ihnen  aber  keine  Waren  unter  Anrechnung  auf  die  Lohnzahlung  kreditieren.

§5  2.  Zuwiderhandlungen  gegen  die  vorstehende  Bestimmung  werden  an  Nichteingeborenen
mit  Geldstrase  bis  zu  150  Mark,  im  Wiederholungsfalle  bis  zu  1000  Mark,  im  Nichtbeitreibungsfalle
mit  Haft  oder  Gefängnis  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  des  Strasgesetzbuches,  an  Eingeborenen
nach  den  Bestimmungen  der  Reichskansler-  Verfügung  vom  22.  Aprit  1896  (Kol.  Bl.  S.  241)  bestraft.

§  3.  Diese  Verordnung  tritt  in  den  Bezirken  Kribi,  Lolodorf,  Ebolova,  Lomie,  Bertna
und  Jaunde  am  1.  April  1908,  in  den  übrigen  Bezirken  am  1.  Juli  1907  in  Kraft.

Buca,  den  17.  April  1907.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur.
Gleim.

Baupolizeiverordnung  des  Couverneurs  von  Togo.
Vom  8.  Mai  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  in  Verbindung
mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  509)  wird
folgendes  verordnet:

.In  den  vom  Gouverneur  durch  öffentliche  Bekanntmachung  zu  bezeichnenden  Ortschaften
  oder  Teilen  derselben  unterliegt  die  Bautätigkeit  den  in  den  nachfolgenden  Paragraphen  enthaltenen
  Beschränkungen.

.  Wer  beabsichtigt,  einen  Neubau  zu  errichten  oder  einen  Umbau  auszuführen,  hat
hierzu  vor  Beginn  der  diesem  Zweck  dienenden  Arbeiten  die  schriftliche  Genehmigung  der  örtlichen
Verwaltungsbehörde  einzuholen.  Dieser  sind  auf  Erfordern  noch  Skizzen  oder  Pläne  der  beabsichtigten
Anlagen  vorzulegen.
        <pb n="693" />
        W  609  20C

Der  Einholung  der  nach  Abs.  1  erforderlichen  Genehmigung  bedarf  es  nicht  für  Bauten,  welche
für  Rechnung  des  Reichs  oder  des  Schutzgebiets  ausgeführt  werden.

r  3.  Die  örtliche  Verwaltungsbehörde  ist  berechtigt,  der  Anlage  aus  bau-,  feuer=  oder
gesundheitspolizeilichen  Gründen  oder  mit  Rücksicht  auf  die  Innehaltung  der  Straßenzüge  und  den
weiteren  Ausbau  des  Straßennetzes  die  Genehmigung  zu  versagen  oder  sie  an  die  Beobachtung  der
notwendigen  Abänderungen  zu  knüpfen.

4.  Der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  bleibt  es  überlassen,  die  Genehmigung  zur  Ausführung
  der  Anlage  nur  für  eine  bestimmte  Frist  zu  erteilen,  welche  auf  Antrag  aus  besonderen
Gründen  verlängert  werden  kann.

§  5.  Von  der  Fertigstellung  der  Anlage  ist  innerhalb  eines  Monats  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde
  Anzeige  zu  machen.

§  6.  Gras=  oder  Strohhäuser  und  sonstige  bauliche  Anlagen  mit  Wänden  oder  Dächern
aus  Gras,  Stroh  oder  ähnlichem  feuergefährlichen  Material  dürfen  nicht  errichtet  und  Reparaturen
an  den  bestehenden  derartigen  Baulichkeiten  ohne  Genehmigung  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde
nicht  vorgenommen  werden.

Die  örtliche  Verwaltungsbehörde  ist  berechtigt,  Ortschaftsteile  durch  öffentliche  Bekanntmachung
zu  bezeichnen,  auf  welche  vorstehende  Bestimmungen  nicht  Anwendung  finden.

§*  7.  Die  örtliche  Verwaltungsbehörde  ist  befugt,  die  Besitzer  unfertig  liegen  gebliebener
oder  verwahrloster  Häuser  zum  Ausbau  oder  Niederreißen  ihrer  Häuser  unter  Bestimmung  einer  angemessenen
  Frist  anzuhalten.

8  Die  Errichtung  von  Zäunen  aus  Gras  oder  Stroh  und  die  Reparatur  derartiger
noch  bestehender  Zäune  ist  verboten,  desgleichen  das  Anbringen  von  Hecken  aus  Kaktus  oder
Euphorbien.  Bestehende  derartige  Hecken  sind  zu  beseitigen.

«  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  dieser  Verordnung  werden  an  Nichteingeborenen,
  soweit  nicht  Bestimmungen  des  Reichs-Strafgesetzbuchs  Platz  greifen,  mit  Geldstrafe  bis
zu  150  Mk.,  an  deren  Stelle  im  Nichtbeitreibungsfalle  entsprechende  Haftstrafe  tritt,  an  Eingeborenen
unter  analoger  Anwendung  des  vorstehenden  Strafrahmens  nach  Maßgabe  der  Verfügung  des  Reichskanzlers
  vom  22.  April  1896  (Kol.  Bl.  S.  241)  bestraft.

10.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.  Gleichzeitig  tritt  die
Verordnung,  betreffend  die  Gründung  neuer  Niederlassungen,  die  Errichtung  von  Neubauten  und  die
Ausführung  von  Umbauten  in  Küstenplätzen  des  Togogebietes,  vom  10.  August  1899,  außer  Kraft.

Lome,  den  8.  Mai  1907.

Der  Gouverneur.

Graf  Zech.

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Durchführung  der
Baupolizelverordnung.
Vom  8.  Mai  1907.

Die  Baupolizeiverordnung  vom  heutigen  Tage  erhält  von  heute  ab  für  folgende  Ortschaftsteile
  Geltung:

1.  Für  den  inneren  Bezirk  der  Stadt  Lome  mit  Ausnahme  des  Soldatenlagers.

Dieser  Bezirk  wird  begrenzt  im  Süden  von  der  See,  im  Westen,  Norden  und  Osten  von
dem  Umkreis,  welcher  durch  folgende  Punkte  bezeichnet  ist:  Treffpunkt  des  vom  Gouverneurhaus  nach
Süden  führenden  Weges  mit  dem  Kaiser-Staden,  Gouverneurhaus,  Isolierbaracke,  Schnittpunkt  der
Südgrenze  der  Küasplantage  mit  der  Amntivestraße.  Friedhof,  Treffpunkt  des  vom  Friedhof  nach
Süden  führenden  Weges  mit  der  Strandstraße.

2.  Für  folgende  Stadtteile  von  Anecho:  Kodji,  Aplayiho,  Agbodji,  Manya,  Sosime,  Fantekome,
  Legbann,  Flamani,  Bokotikponn,  Ela,  Djamadji  und  Kpota.

Lome,  den  8.  Mai  1907.

Der  Gouverneur.
Graf  Zech.
        <pb n="694" />
        G  610  2O

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  den  Einkauf  von
Kohosnüssen.
Vom  11.  April  1907.

Auf  Grund  des  §&amp;amp;  15  des  Schutzgebietsgesetzes  vom  10.  September  1900  (Kol.  Bl.  1900,
S.  699)  und  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  1903,  S.  509)
wird  folgendes  bestimmt:

Im  Anschluß  an  die  Verordnung  vom  16.  März  1906,  betreffend  den  Einkauf  von  Kokosnüssen
  (Kol.  Bl.  1906,  S.  390),  wird  die  Verordnung,  betreffend  das  Verbot  des  Einkaufs  von
Kokosnüssen,  vom  18.  Oktober  1900  (Kol.  Bl.  1901,  S.  709)  auch  für  das  Gebiet  der  Admiralitätsinseln
  außer  Kraft  gesetzt.

Herbertshöhe,  den  11.  April  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Hahl.

Die  Verwaltung  des  Bezirks  Fontemdorf  (Kamerun)  ist  nach  Dschang  verlegt  worden.
Der  neuen  Station  unterstehen  die  Posten:  Tinto,  Mbo  und  Bare.

 

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ehemaligen
Stationsleiter  beim  Gouvernement  von  Kamerun,  Oberleutnant  Oskar  Schmidt,  den  Königlichen
Kronen-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

 

Seine  Majestät  der  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  vortragenden  Rat  in  der
bisherigen  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts,  Geheimen  Oberbaurat  Wiskow,  anläßlich
seiner  Versetzung  in  den  einstweiligen  Ruhestand  den  Roten  Adler-Orden  3.  Klasse  mit  der  Schleife
zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  der  Frau
Veterinärrat  Gertrud  Rickmann  geborenen  Hennecke  die  Rote  Kreuz-Medaille  3.  Klasse  zu  verleihen.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  15.  Juni  1907.

v.  Trzaska,  Oberleutnant,  am  30.  Juni  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Juli
d.  Is.  im  Infanterie-Regiment  Freiherr  von  Sparr  (3.  Westfälischen)  Nr.  16  angestellt.

Radloff,  Oberarzt,  scheidet  am  4.  Juli  aus  der  Schutztruppe  aus  und  wird  mit  dem  5.  Juli  d.  Js.
beim  Infanterie-Regiment  von  Wittich  (3.  Kurhessischen)  Nr.  83  angestellt.

Nigmann,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere

2½  Jahre  genehmigt.

Dr.  Fülleborn,  Stabsarzt,  von  dem  Kommando  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  enthoben
  und  zugleich  bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Reichs-Kolonialamt  kommandiert;
  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.

Es  werden  befördert:

Hösemann,  Stabsarzt,  zum  überzähligen  Oberstabsarzt,

Dr.  Kudicke,  Oberarzt,  zum  Stabsarzt,  dieser  mit  Patent  vom  18.  Mai  1907,  und

Dr.  Fabry,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt.
        <pb n="695" />
        G  611  2C

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  14.  Juni  1907.

Klinkert,  überzähliger  Zahlmeister,  die  mit  dem  22.  Juni  d.  Is.  abgelaufene  Dienstverpflichtung
auf  weitere  2½  Jahre  verlängert.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  15.  Juni  1907.

Fritsch,  Zahlmeister,  die  mit  dem  25.  Juni  1906  abgelaufene  Dienstverpflichtung  nachträglich  auf
weitere  2½  Jahre  verlängert.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  15.  Juni  1907.
Am  30.  Juni  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Juli  d.  Is.  im  Heere  angestellt:
Sieberg,  überzähliger  Major,  als  aggregiert  beim  Infanterie-Regiment  Prinz  Carl  (4.  Großherzoglich
  Hessischen)  Nr.  118,  derselbe  bezieht  sein  Gehalt  vom  1.  August  d.  Is.  ab  für
Rechuung  des  Kapitels  21,  Titel  3,  des  Militär-Etats:

die  Oberleutnants:

Döring  im  Feldvermessungstrupp,  unter  Beförderung  zum  Hauptmann  mit  Patent  vom  15.  Juni
d.  Is.,  als  Kompagniechef  im  Infanterie-Regiment  Herzog  Friedrich  Wilhelm  von  Braun-«

  schweig  (Ostfriesischen)  Nr.  78,

Stach,  Führer  der  II.  Scheinwerfer-Abteilung,  unter  Beförderung  zum  Hauptmann,  vorläufig  ohne
Patent  mit  einem  Dienstalter  vom  29.  Mai  1906,  als  Kompagniechef  im  Niederschlesischen
Pionier-Bataillon  Nr.  5,

Beckherrn  im  Infanterie-Regiment  von  Boyen  (5.  Ostpreußischen)  Nr.  41,

Lindemann,  Adjutant  des  Etappenkommandos,  im  Pionier-Bataillon  von  Rauch  (Brandenburgischen)
  Nr.  3,

Graf  v.  Bredow  im  1.  Garde-Ulanen-Regiment  und

Haupt  im  3.  Lothringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  135;

die  Leutnants:

Marschalck  v.  Bachtenbrock  im  3:  Lothringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  135,

Haniel  im  2.  Großherzoglich  Hessischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  61,

Zinken  im  Rheinischen  Fußartillerie-Regiment  Nr.  8,  dieser  wird  gleichzeitig  auf  ein  Jahr  zur
Dienstleistung  beim  Trierschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  44  kommandiert,

Dippe-Bethmar  in  der  Feldsignal-Abteilung,  im  Jäger-Regiment  zu  Pferde  Nr.  2,

v.  Hauenschild  in  der  IV.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Feldartillerie-Regiment  von  Scharnport
  61.  Sansverschen)  por.  10,  deeler  u  gleichzeitig  aus  ei  Jahr  zur  Dienstleistung

eim  2.  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Dragoner-Regiment  Nr.  ommandiert,

v.  Düring  im  Oldenburgischen  Dragoner-Regiment  Nr.  19,

Kleemann  in  der  III.  (Proviant=  Kol  Abteilung,  im  Mansfelder  Feldartillerie-Regiment  Nr.  75,

Creutzburg  im  1.  Ostpreußischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  16  und

Lehmann  im  Feldartillerie-Regiment  von  Holtzendorff  (1.  Rheinischen)  Nr.  8,

Enk,  Feuerwerksleutnant,  beim  Artilleriedepot  in  Wesel;

die  Stabsärzte:

Dr.  Ablenstiel  als  Italllonser  Csplllthemsaille  fanterie-Regiments  Herzog  Friedrich
Wilhelm  von  .  -

Dr.  Sremig  bei  der  Unteroffizierschule  in  Jülich,  -

Dr.  Eichholz,  Oberarzt  beim  Erenadier  Regimem  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  (1.  Pommerschen)
Nr.  2,  mit  Patent  vom  15.  März  1905,  und

Hahlweg,  Assistenzarzt,  beim  1.  Garde-Regiment  zu  Fuß.

Ferner:
Am  30.  Juni  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:

Dr.  Brüggemann,  Oberarzt,  behufs  übertritts  zu  den  aktiven  Sanitätsoffizieren  der  Marine,

Raila,  Hauptmann  und  Kolonnensührer  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  behufs  Uübertritts
in  Königlich  Bayerische  Militärdienste;
        <pb n="696" />
        W  612  20

die  Oberleutnants:

Häublein  in  der  5.  Etappenkompagnie  und
Sertorius  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste;

die  Leutnants:
Fahnert  im  Eisenbahn-Bataillon,
Hähle  und  v.  Portatius  sowie
Dr.  Krönig,  Stabsarzt,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste.

Es  werden  befördert:
v.  Heydebreck,  Hauptmann  und  Batteriechef  in  der  I.  Feldartillerie-Abteilung,  zum  überzähligen
Major;
die  Leutnants:
Heinrich  im  Eisenbahn-Bataillon,
Hosemann  und  Keil  —  zu  Oberleutnants,
Dr.  Eggel,  Stabsarzt,  zum  überzähligen  Oberstabsarzt  und
Dr.  Schmidt,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt.

Nachurlaub  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  nach  Deutschland  bewilligt:
Steinhausen,  Hauptmann,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der
Schutztruppen)  bis  zum  30.  Juni  d.  Is.  gewährten  neunmonatigen  Urlaub  ein  viermonatiger
Nachurlaub,  und
Gaede,  Leutnant,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der  Schutztruppen)
bis  zum  19.  Juni  d.  Is.  gewährten  neunmonatigen  Urlaub  ein  dreimonatiger  Nachurlaub.

Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:

Friedrichs,  Oberleutnant,  Mitglied  des  Bekleidungs=  und  Ausrüstungsdepots  der  Schutztruppe,  unter
Verleihung  des  Charakters  als  Hauptmann  und  Erteilung  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner
bisherigen  Uniform,  und

Braun,  Leutnant,  unter  Erteilung  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform.

A.  K.  O.  vom  23.  Juni  1907.
Es  werden  befördert:
die  Oberleutnants:
Freiherr  v.  Gaisberg-Helfenberg  im  2.  Feldregiment,
Bischoff  und  v.  Wittenburg,  —  zu  überzähligen  Hauptleuten;
die  Leutnants:
Trainer  und  v.  Billerbeck,  —  zu  Oberleutnants.

Ein  vordatiertes  Patent  ihres  Dienstgrades  erhalten:

die  Hauptleute:
Siebert,  vom  7.  März  1898.
v.  Rappard,  Kompagniechef  in  der  I.  Etappenkompagnie,  vom  16.  Juni  1898,
Bender,  Kolonnenführer  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  vom  19.  März  1899  und
Hälbig,  beim  Etappenkommando,  vom  19.  Oktober  1905;

die  Oberleutnants:

a.  Lengerke,  im  Feldvermessungstrupp,  vom  17.  Februar  1901,

Holtz,  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  vom  15.  September  1902,
Müller  vom  21.  Juli  1904,

Degenkolb  vom  16.  September  1904  und

Strödel  vom  18.  Mai  1905  sowie

Heinsius,  Leutnant  im  Eisenbahn-Bataillon,  vom  18.  August  1898.
        <pb n="697" />
        W  613  20

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  7.  Juni  1907.

Lindbeck,  Garnison-Verwaltungsaspirant,  mit  einem  Dienstalter  vom  1.  Juli  1907  zum  Kaserneninspektor
  ernannt.

 

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  14.  Juni  1907.

Dr.  Bothe,  Feldintendanturrat,  mit  dem  14.  Juni  d.  Is.,  behufs  Rücktritts  in  den  Königlich
Sächsischen  Militärverwaltungsdienst,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamerunn.
A.  K.  O.  vom  15.  Juni  1907.
Scheunemann  und  Stieber,  Hauptleute  und  Kompagniechefs,
Strümpell,  Oberleutnant,
Zipse,  Leutnant  und
Freyer,  Oberarzt,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  zwei  Jahre  genehmigt.
Dominik,  Hauptmann  à  la  suite  der  Schutztruppe,  kommandiert  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen
Amt,  ein  Patent  seines  Dienstgrades  vom  19.  Februar  1902  erhalten.
v.  der  Marwitz,  Leutnant,  zum  Oberlentnant  befördert.
Kund,  Leutnant,  der  Abschied  bewilligt.

Am  5.  Juli  scheiden  aus  dem  Heere  aus  und  werden  mit  dem  6.  Juli  d.  Is.  in  der  Schutztruppe
angestellt:
die  Leutnants:
v.  Rheinbaben  im  2.  Garde-Ulanen-Regiment  und
Reuter  im  Jufanterie-Regiment  von  der  Goltz  (7.  Pommerschen)  Nr.  54.
A.  K.  O.  vom  23.  Juni  1907.
Am  5.  Juli  scheiden  aus  dem  Heere  aus  und  werden  mit  dem  6.  Juli  d.  Is.  in  der  Schutztruppe
angestellt:
die  Assistenzärzte:
Range,  beim  Grenadier-Regiment  König  Friedrich  Wilhelm  I.  (2.  Ostpreußischen)  Nr.  3  und
Stechele,  beim  4.  Lothringischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  70.
Ferner:
Nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem  Königlich  Bayerischen  Heere:
Wegelin,  Königlich  Bayerischer  Oberleutnant  im  12.  Infanterie-Regiment  Prinz  Arnulf,  als  Oberleutnant
  mit  Patent  vom  28.  Oktober  1905;
nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  der  Königlich  Sächsischen  Armee:
Lessel,  Königlich  Sächsischer  Leutnant  im  4.  Feldartillerie-Regiment  Nr.  48,  als  Leutnant  mit
Patent  vom  22.  August  1902;
nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem  XIII.  (Königlich  Württembergischen)  Armeekorps:
ickwolff  Königlich  Württembergischer  Leutnant  im  Jufanterie-Regiment  König  Wilhelm  I.
8  (6.  Württembergischen)  Nr.  124,  bis  zum  5.  Juli  d.  Is.  nach  Preußen  behufs  Dienstkeihung
beim  Telegraphen-Bataillon  Nr.  1  kommandiert,  als  Leutnant  mit  Patent  vom  18.  August
1900  z.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  13.  Juni  1907.
Ammon,  Zahlmeister,  die  mit  dem  5.  Juli  d.  Is.  ablaufende  Dienstverpflichtung  auf  weitere  zwei
Jahre  verlängert.

A.  K.  O.  vom  11.  Juni  1907.
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Sergeanten  Glatzel  in  der
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  die  Rettungsmedaille  am  Bande  zu  verleihen.
Ferner:  dem  Askari  Abdel  Cher  Achmed  in  derselben  Schutztruppe  die  Kronen-Orden-Medaille.
        <pb n="698" />
        614  2O0

Verlustliste  Ur.  87  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
An  Krankheiten  gestorben:

Im  Lazarett  Aminnis:
Reiter  Wilhelm  Franz,  früher  im  Grenadier-Regiment  Graf  Kleist  von  Nollendorf  (Westpreußischen)
Nr.  6,  am  13.  Juni  infolge  Herzschwäche  nach  Malaria  und  Typhus.

Verunglückt:
Reiter  Kamill  Schneider,  früher  Eskadron  Jäger  zu  Pferde  Nr.  14,  am  12.  Juni  1907  in  der

Krankensammelstelle  Aus  infolge  Schußverletzung  durch  Fahrlässigkeit

verstorben.

eines  Kameraden

 

I  EGGAGGGEGGG)  Nnichtamtlicher  Teil  EGGGGOGOGG

 

Dersonal-Nachrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

Der  Gärtner  Heinr.  Brönnle  hat  am  8.  Juni
und  der  Polizeimeister  Friedrich  Schmieder
am  19.  Juni,  der  Tierarzt  Dr.  Sommerfeld,
die  kommiss.  Gouvernementssekretäre  Heß  und
Scharlau  sowie  der  Forstaufseher  Felix  Jahn
haben  am  24.  Juni  1907  die  Ausreise  nach
Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
24.  Juni  1907  angetreten:  Hauptzollamtsvorstand
Maier  und  Steuermann  Haasenritter.

Der  Kolonialeleve  Friedrich  Weidner  wird
am  15.  Juli  d.  Is.  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
  antreten.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  26.  Mai  1907  in  Neapel:  Feldwebel
Münzner;

am  11.  Juni  1907  in  Genna:  Stabsarzt  Dr.  Lott,
die  Unterzahlmeister  Wagner  und  Hüttig,
die  Feldwebel  Hoenicke  und  Winkler,  die
Sergeanten  Lutat,  Haugg  und  Holzhausen,
Unteroffizier  Dornseiff  und  Sanitätsunteroffizier
  Lauer;

am  23.  Juni  1907  in  Neapel:  die  Unteroffiziere
Kröger  und  Koch  und  Sanitätssergeant
Steinberg.

Die  Wiederausreise  hat  am  24.  Juni  1907  von
Neapel  aus  angetreten:  Oberarzt  Dr.  Neubert.

Ramerun.
Der  Hauptmann  à  la  suite  der  Schutztruppe

für  Kamerun  Freiherr  v.  Stein  ist  mit  Heimatsurlaub
  hier  eingetroffen.

 

Der  kommiss.  Sekretär  Mülling  und  der  Vermessungsgehilfe
  Ackermann  haben  am  24.  Juni
1907  die  Ausreise  nach  Kamerun  angetreten.

Der  Vermessungstechniker  Köster,  der  kommiss.
Sekretär  Hörth  und  der  Arbeiterkommissar
Adams  werden  am  9.  Juli  1987  die  Ausreise
nach  Kamernn  antreten.

Logo.
Aus  Togo  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Bausekretär  Schellens.

Deutsch-Südwestafrika.

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
haben  angetreten:  Am  29.  Mai  d.  Is.  Maschinentechniker
  Josef  Weis  und  am  11.  Juni  d.  Is.
Regierungs-Bureaudiätar  Krafft.

Streckenwärter  Küster  ist  am  20.  Februar  in
Südwestafrika  wiedereingetroffen.

Aus  Südwestafrika  sind  mit  Heimatsurlaub  in
Hamburg  eingetroffen:  Am  23.  Mai:  Krankenwärter
  Lehmphul,  Polizeisergeant  Leß  und
Depotverwalter  Krüger;  am  14.  Juni:  Streckenwärter
  König,  Zollassistent  2.  Kl.  Kübart  und
die  Gonvernementssekretäre  Frantz  u.  Habeney.

Mit  Heimatsurlaub  sind  infolge  Verwundung
oder  Erkrankung  eingetroffen:

Am  11.  Juni  1907  in  Genna:  Hauptmann
Stark;

am  12.  Juni  1907  in  Cuxhaven:  die  Hauptleute
Meydam,  Schulz  und  Gräff,  die  Oberleutnants
  Degenkolb  und  Sixt  v.  Armin,
die  Leutnants  Kaufmann  (Lukas)  und
v.  Hundelshausen,  Feuerwerks-Oberleutnant
        <pb n="699" />
        W  615  eo

Engelhardt,  Oberveterinär  Fontaine,  Zahlmeister
  Schurig  und  Lazarettinspektor  Musold
sowie  10  Unteroffiziere  und  Mannschaften;

außerdem  in  Hamburg:  Hauptmann  à  la  suite
Freiherr  Stein  v.  Lausnitz.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  19.  Juni  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Oberleutnant  v.  Usedom.

Deutsch-MNeugulnea.
Der  Wegemeister  Emil  Kill  ist  am  17.  Februar
  1907  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  freiwillige  Gaben  eingegangen
  bzw.  nachstehende  Anerbietungen  gemacht
worden,  für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank
des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

 

1.  Von  den  Reserve-Offizieraspiranten  des  Infanterie-Regiments
  Vogel  von  Falckenstein
(7.  Westfälischen)  Nr.  56  in  Wesel  40  Mk.

Von  dem  Vorsitzenden  des  Gesangvereins  in

Waldkirchen,  Herrn  Adolf  Lange,  durch  Vermittlung

  der  Königlich  Sächsischen  Amtshauptmannschaft

  in  Flöha,  der  Erlös
eines  veranstalteten  Subskriptionsballes  mit

18,50  Mk.

3.  Herr  Reinhold  Jaeger,  Badebesitzer  in  Bad
Marienborn-Schmeckwitz  bei  Kamenz  i.  Sa.
hat  die  in  früheren  Jahren  überwiesenen
fünf  Freistellen  auch  in  diesem  Jahre  den
Rekonvaleszenten  der  Schutztruppen  zur  Verfügung
  gestellt.

4.  Der  Besitzer  des  Kaiserbades  in  Kolberg,
Herr  Pleus,  hat  sich  erboten,  für  die  Monate
Juni  und  September  d.  Is.  15  Freisolbäder
und  zwei  Freistellen  für  erholungsbedürftige,
ehemalige  Angehörige  der  Schutztruppen  zur
Verfügung  zu  stellen.

1#

 

Uachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestatiet.)

Koamerun.

Die  Miong-Sxpedition  1904.05.
1.)

Bericht  des  Hauptmanns  Frhrn.  v.  Stein  zu  Lausnis.

Zur  Herstellung  einer  sicheren  Basis  für  die
spätere,  weiterausgedehnte  topographische  Reiseaufnahme
  durch  Herstellung  einer  Routenverbindung
  zwischen  der  Sanaga-Njong--Lokundje-Mündung
  und  der  Ansegelungsbake  von  Longji,
dann  aber  auch,  um  bei  Gelegenheit  der  mehrtägigen
  Märsche  über  das  offene  Dünenterrain
die  aus  den  mannigsachsten  Elementen  zusammengewürfelte,
  ganz  neu  angeworbene  Expedition
durch  fortgesetzte  ÜUbungen  zu  einem  einheitlichen,
brauchbaren  Instrument  auszubilden,  wurde  der
Landweg  am  Strande  entlang,  ab  Malimba  bis
Longji,  benutzt.  Dieser  Weg,  der  zum  ersten
Male  von  einer  Expedition  begangen  worden  ist,
bot  wenig  neues.  Der  Strand  zeigt  auf  der

)Bgl.  Karte  des  südlichen  Teiles  von  Kamerm
von  M.  Moisel  1  500  00

 

begangenen  Strecke  eine  ganz  neue,  fortwährend
westwärts  im  Vorrücken  begriffene  Dünenbildung
und  wird  erst  südlich  der  Lokundje-Mündung  nahe
Longji  etwas  abwechselungsreicher.  Dort  tritt
aus  Nordost  das  ursprünglich  von  den  Dibongo-Höhen
  am  Sanaga-Unterlauf  über  die  Dehane-Fälle
  des  Njong  und  die  Lokundje-Schnellen  bei
Ebea  sich  hinziehende,  meist  nur  aus  Gneis  mit
starken  Auflagerungen  von  allen  möglichen  Lateritformationen
  bestehende  Festlandsufer  in  einer
durchschnittlichen  Meereshöhe  von  40  bis  80  m
dicht  an  die  nunmehr  felsige  Küste  heran.  Das
Festlandsufer  bildet  dann  ohne  bedeutende  Vorlagerungen
  im  weiteren  Verlauf  nach  Süden  die
Küste.  Das  gesamte  Gelände,  etwa  von  Bimbia
bis  an  diese  Steilküste  nahe  Longji,  stellt  offenbar
eine  in  noch  fortwährender  Neubildung  begriffene
Dünen-,  Lagunen=  und  Mangrovenlandschaft  dar,
mit  der  Tendenz,  sich  nach  Westen  auszudehnen.
Diese  Bewegung  hat  indessen  häufig  durch  die
hier  meist  herrschende  Süd—Nordströmung  der
See  eine  deutlich  erkennbare  Ablenkung  nach
Norden  erfahren.  Die  Entstehung  der  geschilderten
Gegend  ist  viele  Meilen  landeinwärts  —  bis
        <pb n="700" />
        W  616  20

dicht  an  den  erwähnten  Steilstrand  heran  —
durch  abgesprengte  Mangrovenbestände,  soweit
zur  hohen  Flutzeit  das  Brackwasser  noch  bis
dahin  dringen  kann,  durch  deutliche  allmähliche
Ülberwucherung  dieser  Bestände  mit  zunächst  ausgesprochenem
  Sumpfurwald  (massenhafter  Raphia),
wo  das  Brackwasser  fällt,  durch  überwachsene
Dünenreihen,  und  vor  allem  durch  ausgedehnte,
versandete  und  versumpfte  Reste  von  Lagunenbildungen
  und  alten  Mangrovekreeks  außerordentlich
  leicht  zu  verfolgen.

Ich  ging  auf  diese  Verhältnisse  näher  ein,
weil  sie  meines  Erachtens  in  Verbindung  mit
früheren  von  mir  unternommenen  Explorationen
versumpfender  und  versandender  Wasserverbindungen
  (wie  derjenigen  des  Jasukukreeks  und  des
Titsongo)  immerhin  die  Möglichkeit  offen  lassen,
daß  vielleicht  vom  Mungo  im  Nordosten  bis  sehr
nahe  an  Longji  im  Süden  heran  eine  für  kleine
Heckraddampfer  oder  auch  für  Barkassen  benutzbare
  Inlandwasserstraße  aufgefunden  werden
könnte.  Diese  Straße  würde  bei  den  Verbindungsverhältnissen
  über  See  für  den  Küstenverkehr  von
hohem  Wert  sein.

Jedenfalls  sind  die  einschlägigen  Verhältnisse
großenteils  noch  gar  nicht  oder  nur  nebenher
erforscht;  insbesondere  fehlt  in  dieser  Richtung
ein  planmäßiges  Vorgehen,  das  vielleicht  noch
Überraschungen  bringen  könnte.  Dabei  ist  die
Tatsache  von  Wert,  daß  —  ohne  größeren  Aufwand
an  technischen  Kräften  oder  Hilfsmitteln  —  nur
eine  nicht  einmal  sehr  hohe  Arbeitsleistung
der  eingeborenen  Bevölkerung  erforderlich  sein
würde,  um  versandete,  versumpfte  oder  verwachsene
  Lagunen=  und  Kreekstrecken  selbst  auf
größere  Strecken  für  kleine  Fahrzeuge  wieder
benutzbar  zu  machen.  Eine  solche  Aushebung
von  Sumpf  und  Sand  auf  etwa  1  m  Tiefe  (in
einer  Länge  von  etwa  10  km  von  Ndogunbnang
am  Sanaga  längs  der  jetzt  nur  in  hoher  Regenzeit
  benutzbaren  nördlichsten  Strecke  des  Jasukukreeks)
  würde  z.  B.  sicher  die  Möglichkeit  geben,
mit  einer  Barkasse  von  Duala  in  den  Njong  zu
fahren.  Das  ist  aber  nur  eine  mir  zufällig  bekannte
  Möglichkeit,  deren  es,  wie  ich  glaube,
noch  mehr  gibt.

Von  der  Longji-Faktorei  der  Firma  Randad  &amp;amp;
Stein  aus,  auf  deren  Grundstücken  auch  die  angeführte
  Bake  belegen  ist,  sollte  die  reisefertig
zusammengestellte,  auf  etwa  ein  Jahr  berechnete
Expedition  ihre  Aufgabe  in  Angriff  nehmen.

Die  Hauptexpedition  führte  ich  am  10.  November
  1904  bei  sehr  hohem  Wasserstand  auf
einem  recht  wenig  benutzten  und  ab  Ebea  an
den  untersten  Lokundje-Schnellen  noch  unbekannten

 

Wege  zunächst  nach  Dehane,  um  von  dort  aus
das  schiffbare  Mündungsstück  des  Njong  möglichst
eingehend  zu  erforschen.  Die  Expedition  hatte
dabei  die  Stärke  von  40  Soldaten  und  etwa
ebenso  vielen  Trägern.

Der  Marsch  Longi—Dehane  bot  wenig  Bemerkenswertes.
  Nördlich  Longji  führte  der  Weg
auf  den  Randhöhen  der  früheren  Festlandsgrenze
(Gneis  mit  Lateritauflagerungen)  in  einer  Meereshöhe
  von  50  bis  80  m  zunächst  nach  der  Mabealandschaft
  Ebea  durch  hohen,  sehr  elefantenreichen
Urwald.  Außer  wenigen  aus  dem  Süden  vorgeschobenen
  Fangdörfern  wurden  nur  nahe  Ebea
einige  Mabea-Ansiedlungen  getroffen;  nordöstlich
von  dem  genannten  Platze  wurde  die  Südwestbakokogrenze
  überschritten.  Die  Batanga-Ansiedlungen
  am  untersten  Njong  blieben  nördlich
liegen;  sie  scheinen  sich  nur  direkt  am  Njong-Ufer
vorzufinden  und  vielleicht  noch  längs  des
Dongokreeks,  der  nordwestlich  eine  längere  Streocke
den  begangenen  Festlandsrand  vom  Njong  bis
zum  Lokundje  begleitete.

Trot  vieler,  teilweise  auch  wiederaufgegebener
kleiner  Faktoreianlagen  in  den  Dörfern  längs
dieses  Wegestückes  war  von  Handel  wenig  mehr
bemerkbar.  Die  früher  großen  Landolphiavorräte
sind  fast  verschwunden;  die  Kickxia  elastica  konnte
im  Gegensatz  zu  der  ziemlich  reichlichen  africana
hier  nicht  nachgewiesen  werden.  Trotzdem  hier
so  nahe  an  der  Küste  mehrere  kleine  Bagielli-(Elefantenjäger-)
  Niederlassungen  vorhanden  sind,
beschränkt  sich  auch  der  Elfenbeinhandel  offenbar
auf  wenige  Zähne,  während  andere  Produkte  für
diese  Wegestrecke  überhaupt  wohl  nicht  in  Frage
kommen.  Die  Bevölkerung  erwarb  hier  anscheinend
  ihren  geringen,  über  die  eigenen  Erzeugnisse
  hinausgehenden  Bedarf  nur  durch  gelegentliche
  Träger=  oder  Arbeiterdienste  bei  einer  der
Küstenfirmen.  Ich  muß  allerdings  bemerken,  daß
zur  Zeit  des  Durchmarsches  der  Expedition  sehr
viele  Kräfte  gerade  zur  Herstellung  der  Telegraphenleitung
  Malimba—Kribi  längs  der  Küste
herangezogen  waren.  Die  einst  recht  bedeutende
Handelsniederlassung  Ebea  am  Ende  des  schiffbaren
  Lokundjemündungsstückes,  beim  Durchbruch
dieses  Flusses  durch  den  (hinteren  Küsten-)  Steilrand,
  machte  jedenfalls  mit  ihren  großen  nur
noch  farbigen  Clercs  zu  kaum  mehr  lohnendem
Aufenthalt  dienenden  Faktoreianlagen  einen
völlig  toten  Eindruck.

Jenseits  der  Südwestbakokogrenze  änderte  sich
schon  nahe  Dehane  das  Bild.  Zunächst  fielen,
wie  überall  in  Bakoko,  die  ausgezeichnet  im  Stand
gehaltenen  Wege  auf.  Auch  die  von  fast  allen
Bakokonnterstämmen  lange  Zeit  fortgesetzt  vermehrten
  Olpalmbestände  verliehen  der  Gegend  ein
        <pb n="701" />
        W  617  20

verändertes  Aussehen.  In  Dehane  kommt  eine
ziemliche  Menge  von  Palmöl  und  Palmkernen
zur  Verschiffung;  diese  Produkte  gestatten  dort
neben  Kopal,  wenig  aus  dem  Hinterland  stammendem
  Landolphiagummi  und  etwas  Elfenbein
einen  immerhin  noch  lohnenden  Handel.  Gegen
früher  ist  allerdings  auch  hier  die  Produktion
wesentlich  zurückgegangen;  eine  Reihe  größerer
Faktoreianlagen  am  untersten  Njong  steht  derzeit
verlassen.  Diese  Erscheinung  erklärt  sich  aus  einer
ganz  offenbaren  Degeneration  der  westlichen
Bakokostämme,  welche  ohne  Dazwischentreten  des
Enropäers  wohl  schon  längs  dem  Druck  der
kräftigen  Mpangwe-(Fang)stämme  aus  Süd  und
Südost  hätten  weichen  müssen.  In  gewissen,  abseits
  von  den  Hauptverkehrsadern  liegenden
Landschaften  ist  denn  auch  das  Zurückdrängen
der  Bakoko  durch  die  genannten  Stämme  recht
auffällig  geworden  (Eonnsog  und  Jesum).  Oftere
Pockenepidemien,  Heiraten  zwischen  nächsten  Verwandten
  und  ständiger  Alkoholmißbrauch  tragen
das  Ihrige  dazu  bei,  daß  diese  Bakokostämme  an
Kopfzahl  ständig  abnehmen.  Dabei  handelt  es
sich  allerdings  hauptsächlich  nur  um  die  den
Malimba  und  Duala  näherstehenden  westlichen
Grenzstämme;  sie  sind  auch  im  Dialekt  von  der

das  sog.  „Bassa-  sprechenden  Hauptmenge  der
übrigen  sehr  lebenskräftigen  Bakoko  wesentlich
verschieden.

Die  Dehane-Faktorei  der  Firma  Randad  &amp;amp;  Stein
bildete  den  Ausgangspunkt  zur  Durchforschung
der  schiffbaren  Mündungsstrecke  des  Niong.  Diese
Strecke  ist  nur  kurz,  da  sie  schon  mit  dem  Durchbruch
  des  Flusses  durch  den  mehrerwähnten  Steilrand
  östlich  in  den  Dehane-Fällen  (oder  besser
-Schnellen)  abgeschlossen  wird  und  erscheint  als
sehr  junge  noch  immer  im  Umformen  begriffene
geologische  Bildung.  Genau  wie  im  Sanaga  bei
der  früheren  Woermannschen  Malimbafaktorei,  so
schiebt  auch  hier  eine  weite  Dünenreihe  infolge
der  Süd-Nord-Meeresströmung  die  Flußmündung
immer  weiter  nordwärts  vor  —  bis,  wie  in  Malimba,
  ein  plötzlicher  Durchbruch  in  grader  Westrichtung
  und  einige  100  m  weiter  westlich  durch
Anlage  neuen  Schwemmlandes  und  neuer  Dünen
dem  Meere  wiederum  eine  Landstrecke  abgenommen
wird.  Die  an  der  bei  einem  Durchbruche  gefährdetsten
  Stelle  liegenden  Faktoreien  des  früheren
Kleinbatanga  sind  (allerdings  auch  infolge  Rückgangs
  des  Handels)  bereits  ausgegeben.  Zur
Charakterisierung  des  Mündungsstücks  von  den
Dehaneschnellen  bis  zur  See  ist  wenig  zu  bemerken,
  da  die  Entstehung  dieser  Landstrecken  alle
weiteren  Schlüsse  nahe  legt.  Hinter  schmalen
Laterit-Steilufern  oder  Sandanschwemmungen  an
beiden  Stromufern  breiten  sich  große,  fast  völlig
unbewohnte  Urwaldstrecken  aus,  deren  sumpfige,

 

stagnierende  Gewässer  und  vereinzelte  Dünenreihen
  noch  deutlich  ihren  Ursprung  erkennen
lassen.  Wenige  isolierte  Erhöhungen,  wie  die  bei
der  Elesa-Niederlassung  am  Yasukukreek,  sind  wohl
als  ursprüngliche  Inseln  anzusehen.

Näher  aufgenommen  wurde  (außer  dem  Strom
selbst)  der  Basukukreek  oder  Onge=  und  Eoumrekreek
und  die  Region  der  Dehaneschnellen.  Der  Dongokreek
  mußte  —  trotz  seiner  Wichtigkeit  als  eventueller
  Verbindung  Njong—Lokundje  —  wegen
der  vielen  gestürzten  Stämme  zunächst  unberücksichtigt
  bleiben.

Die  Bevölkerung  dieser  Mündungsregion,  die
dem  Meere  benachbarten  dem  Batangastamme  angehörenden
  und  teilweise  auf  alten  Dünen  mitten
im  Mangrovegebiet  sitzenden  Flußanwohner  erscheinen
  infolge  ihrer  Vertrautheit  mit  den  Barreund
  Brandungsverhältnissen  sehr  wohl  geeignet,
die  sonst  allgemein  verwandten  Kruleute  innerhalb
gewisser  Grenzen  zu  ersetzen.

Die  Zukunft  dieser  Mündungslandschaft  liegt
meines  Erachtens  in  einer  noch  weiteren  rationellen
  Vermehrung  und  Ausbeutung  der  schon
sehr  erheblichen  Olpalmbestände.  Als  äußerst
aussichtsreich  sind  ferner  Reiskulturen  in  großem
Stile  anzusehen.  Die  kleinen  Kakao-Anpflanzungen
am  Vasukukreek  und  bei  Dehane  dürften  dagegen
infolge  der  Bodenqualität  ein  mit  dem  der
Pflauzungen  am  Kamerunberge  zu  vergleichendes
Danerresultat  kaum  erzielen.  Auch  die  Kickxia-Pflanzung
  der  Firma  Randad  &amp;amp;  Stein  bei  Dehane
scheint  große  Resultate  nicht  zu  versprechen.  Die
Pflanzen  entwickeln  sich  mehr  strauch=  als  baumartig
  und  verstärken  das  schon  öfter  geäußerte  Bedenken,
  ob  die  Kickria  sich  überhaupt  für  den
Betrieb  einer  gut  gerodeten  und  geordneten
Plantagenwirtschaft  eignet.  In  dem  an  Kickxia
überreichen  Südostbezirk  wächst  sie  jedenfalls  mit
ganz  besonderer  Vorliebe  als  erster  Wald-Nachwuchs
in  dicht  verwucherten,  ausgegebenen  Eingeborenen-Pflanzungen,
  die  noch  wenige  Schattenbäume  des
ursprünglichen  Urwaldes  enthalten.

Was  die  Tierwelt  anlangt,  so  ist  zuerst  —
wohl  als  Folge  der  vom  Gouvernement  geschaffenen
Reservation  zwischen  Sanaga=  und  Nijongmündung
—,  das  massenhafte  Auftreten  von  Elefanten
hervorzuheben.  Die  Tiere  haben  schon  öfters
Bakoko-Ansiedler  zur  Auswanderung  und  zur
Aufgabe  ihrer  Anpflanzungen  gezwungen.  Auffällig
  ist  die  außerordentliche  Seltenheit  der  Flußpferde;
  sie  wurden  in  wenigen  Paaren  und  merkwürdigerweise
  in  bei  Flut  brackig  werdendem
Wasser  beobachtet.  Oberhalb  der  Dehaneschnellen
kommen  sie  bis  an  die  Quellen  überhaupt  nicht
mehr  vor,  sind  aber  nur  zwei  Tage  von  diesen
        <pb n="702" />
        618  .

Quellen  im  Dume  unter  ganz  gleichen  äußeren
Bedingungen  wieder  stark  vertreten.  Der  Merkwürdigkeit
  halber  führe  ich  schließlich  das  Vorkommen
  eines  dritten  noch  unbekannten  Menschenaffen
  an,  der  mir  dicht  an  der  Njongmündung,
wie  nahe  bei  Ngoko  zu  Schuß  kam  und  gar  nicht
selten  auftritt.

Während  der  Durchforschung  der  westlich  von
Dehane  gelegenen  Flußstrecke,  des  Mündungsstücks
  des  Niong,  waren  die  Wasser,  welche  zeitweise
  sogar  die  Dehane-Faktorei  überflutet  hatten,
etwas  gefallen.  So  konnte  denn  die  Untersuchung
des  Mittellaufes  im  eigentlichen  Bakoko-Gebiet
begonnen  werden.  Da  das  Gefälle  des  Flusses
auf  der  kurzen  Strecke  von  Dehane  bis  zur
Janndestraße  fast  650  m  beträgt,  so  war  auf
größere  schiffbare  Flußstrecken  innerhalb  des
Bakoko-Gebiets  kaum  zu  rechnen.  Durch  Mitnahme
  von  ganz  kleinen,  leichten  Kanus  trug  ich
jedoch  auch  dieser  unwahrscheinlichen  Möglichkeit
Rechnung.  Eine  kurze  Fahrstrecke  auf  dem  offenen
Flusse  konnte  immerhin  zur  Kenntnis  der  Geländeformation
  wesentlich  beitragen.  Auch  hatte  die
eingehende  Untersuchung  der  vielarmigen  Dehaneschnellenregion
  die  Wahrscheinlichkeit  einer  kurzen
ruhigen  Flußstrecke  weiter  oberhalb,  ja  sogar  die
Möglichkeit  einer  Umgehung  der  Schnellen  auf
dem  Wasserweg  in  Aussicht  gestellt.  Die  letztere
Annahme  bewahrheitete  sich  nicht,  führte  vielmehr
zu  dem  Verlust  eines  Kanus.  Dagegen  hat  die
erstere  Annahme  für  eine  allerdings  recht  gefahrvolle,
  mit  Felsbarren  und  kleinen  Schnellen  durchsetzte
  Strecke  von  etwa  zwei  Tagemärschen  ihre
Bestätigung  gefunden.  Dann  ging  aber  auch
hier  in  einer  stärkeren  Schnelle  das  Kann  verloren;
  zwei  des  Schwimmens  unkundige  Leute
konnte  ich  nur  mit  erheblicher  Anstrengung  an
Land  bringen.  Insbesondere  aber  ist  gerade
diese  Schnellenregion  —  bis  fast  an  die  Jaunde-Kribistraße
  heran  —  durch  das  massenhafte  Vorkommen
  größter  Alligatoren  gefährdet,  die  bereits
von  der  Bakoko-Expedition  1895  zwei  Soldaten
gefressen  haben.

Am  24.  November  1904  wurde  der  Vormarsch
nach  Westen  zunächst  auf  dem  Süd-,  dann  auf
dem  Nordufer  des  Njong  angetreten.  Die  Verpflegungsschwierigkeiten
  waren  namentlich  beim
Übergang  der  Verbindung  Edea—Lolodorf  über
den  Fluß  recht  erheblich.  Am  27.  November
mußte  wegen  des  nahen  Herantretens  der  Randberge
  wieder  ein  Wechsel  zum  Südufer  vorgenommen
  werden.  Am  28.  November  ging  das
letzte  Kanu,  welches  seither  fast  ohne  Weg  um
alle  Schnellen  stärkerer  Natur  hatte  herumgetragen
werden  können,  verloren.  Für  spätere  Uferwechsel
standen  von  da  ab  nur  das  Faltboot  und  meist
recht  erbärmliche  Floßfähren  zur  Verfügung.

 

Immer  unter  denselben  Stromverhältnissen  wurde
am  3.  Dezember  der  östliche  Ubergang  der  Bakoko-Expedition
  von  1895,  die  Fähre  von  Mbebayang
(Ndogabessol),  erreicht.

Das  Flußstück  von  Dehane  bis  Mbebayang
zeigt  eine  meist  breite  Niederung  mit  nur  stellenweise
  näher  herantretenden,  mittelhohen  Bergen.
Die  Bevölkerung  ist  ziemlich  gering  und  nur  in
einzelnen  Landschaften  etwas  dichter.  Ihrer
Stammesangehörigkeit  nach  ist  sie  hier  noch  immer
den  Westbakokos  zuzurechnen.  Gummi  gibt  es
wenig,  Elefanten  dagegen  massenhaft,  ebenso  viele
Olpalmen  und  Kopal.  Von  Handel  war  an
diesem  Abschnitt  wenig  zu  merken.  Das  geologische
Bild,  das  bis  nach  Jembame  (nahe  Akonolinga)
dasselbe  bleibt,  ist  sehr  eintönig.  Die  Berge  bestehen
  meist  aus  Gneis,  selten  aus  Granit.  Sie
sind  bis  auf  wenige  Stellen  mit  mehr  oder
weniger  starken  Lateritauflagerungen  bedeckt,  die
Niederungen  mit  mächtigen  Schichten  von  Verwitterungsprodukten
  ausgefüllt.

An  eine  Nutzbarmachung  des  behandelten
Flußabschnittes  ist  nicht  zu  denken,  da  die  wenigen
aufbesserungsfähigen  Stellen  praktisch  gar  nicht
in  Betracht  kommen.  Infolge  des  allmählichen
Trockenfallens  der  Überschwemmungsgebiete  und
der  teilweise  recht  beträchtlichen  Marschhindernisse
hatte  die  Expedition  vielfach  unter  Krankheiten
(Fußkrankheiten,  Lungenentzündungen,  Gelenkrheumatismus,
  Fieber,  Dysenterie  usw.)  zu  leiden.
Unter  Führung  des  Häuptlings  Makasso  ging
mehrere  Stunden  landeinwärts  auf  den  besiedelten
Eingeborenenwegen  ständig  eine  größere  Krankenabteilung
  nebenher;  sie  konnte  den  ganzen  Marsch
ohne  Zwischenfall  zurücklegen.

Vom  3.  bis  6.  Dezember  rastete  die  Expedition
an  der  Mbebayangfähre,  einmal,  um  den  Anschluß
  an  die  alte  Bakokoronte  1895  zu  nehmen,
daun  aber  auch,  um  Makasso  Zeit  zu  lassen,  die
Uferwege  weiter  östlich  fortzusetzen.  Die  neue
Straße  Edea—Jaunde  führ  hier  nördlich  nahe
vorbei.  Ich  habe  durch  Erkundungen  von  verschiedenen
  Stellen  aus  versucht,  die  von  ihr  berührten
  Gebiete  kartographisch  festzulegen.

Unterwerfung  der  (Oaka  am  oberen  Miong.

ierzu  eine  Kartenskizze.)

Nach  den  übereinstimmenden  Meldungen  der
Hauptleute  Dominik  und  Schlosser  vom  September
  und  Oktober  vorigen  Jahres  waren  die
Makas  rechts  vom  Njong  und  die  Bakele  links
vom  Njong  noch  durchaus  nicht  als  pazifiziert
anzusehen;  vielmehr  ließen  einzelne  Stämme  sich
große  Unbotmäßigkeiten  und  Räubereien  zu  schulden
kommen,  so  daß,  falls  nicht  sofort  energisch  ein-
        <pb n="703" />
        G  619  20

gegriffen  wurde,  ein  allgemeiner  Aufstand  zu  befürchten
  war.  Daher  wurde  nach  Auflösung  der
von  Steinschen  Makaexpedition  den  genannten
beiden  Hauptleuten  gestattet,  ihrem  Antrag  gemäß
  gemeinschaftlich  gegen  die  unbotmäßigen
Stämme  einzuschreiten.

Wie  aus  den  folgenden  Berichten  hervorgeht,
hat  die  Expedition  mit  der  Unterwerfung  des
Häuptlings  Ngele  Menduge  vollen  Erfolg  gehabt
  und  zur  Errichtung  des  neuen  Verwaltungsbezirks
  Bimba-Beri  Bertua  geführt.  Nach
einer  Meldung  des  Obersts  Müller  ist  dem
Vorschlag  Schlossers  entsprechend  die  Südexpedition
inzwischen  aufgelöst  worden.  Die  9.  Kompagnie
wird  zur  Besetzung  des  Bimba-Beri-Bertua-Bezirks
  verwendet.

1.  Bericht  des  Oauptmanus  Schlosser.
Vom  27.  Dezember  1906.

Am  9.  Dezember  trat  ich  den  Vormarsch  von
Ngele-Menduge  nach  Osten  an  und  erreichte  am
folgenden  Tage  unter  schwachem  Widerstand  der
Bevölkerung  den  Ort  Baguna.  Hier  erhielt  ich
Fühlung  mit  dem  etwa  sechs  Stunden  östlich
Baguna  in  Malaman  ansässigen  Händler  Zampa
von  der  Firma  Randad  und  Stein,  der  auf
vorherige  Weisung  Hauptmann  Dominiks  einem
großen  Teil  der  Maka-AUnterstämme  im  Norden
und  Osten  von  dem  Widerstand  gegen  die  Regierung
  abgeraten  hatte.  Zampa  brachte  es  zu
Wege,  daß  sich  am  11.  und  12.  dreizehn
Häuptlinge  der  Nord=  und  Ost-Makas  bei  mir
stellten.  Sie  versicherten  glaubhaft,  daß  der
eigentliche  Urheber  des  Widerstands  Ngele-Menduge
  sei,  der  rücksichtslos  jeden  europäerfreundlichen
  Eingeborenen  getötet  und  auch  sonst  Grausamkeiten
  aller  Art  verübt  habe.  Unter  andern
habe  Ngele-Menduge  zur  Feier  der  jetzigen  bewaffneten
  Erhebung  ein  großes  Menschenschlachten
und  -Fressen  veranstaltet.  Dies  wurde  bestätigt
durch  die  in  durchzogenen  Dörfern  vielfach  vorgefundenen
  Teile  frisch  getöteter,  menschlicher
Körper.  Einige  Male  wurden  die  Eingeborenen
geradezu  beim  Festschmause  überrascht.

Auf  die  Nachricht  hin,  daß  Ngele-Menduge,
dessen  Spuren  zunächst  nach  Osten  wiesen,  nunmohr
  in  südwestlicher  Richtung  geflohen  sei,  nahm
ich  dorthin  die  Verfolgung  auf,  verständigte  Dominik
  von  der  veränderten  Sachlage,  und  marschierte,
  die  noch  unbotmäßigen  Dorsschaften  vor
mir  hertreibend,  auf  den  Njong  zu.  In  dem
Dorfe  Badjische,  neun  Stunden  nordwestlich
Abong-Mbang,  wurde  wieder  friedliche  Berührung
mit  den  Eingeborenen  gewonnen.  Hier  ließ  ich
Oberleutnant  Kirch  mit  vierzig  Mann  zrrück.
Ngele-Menduge  war  wieder  nach  Westen  ausge- 



wichen.  Weitere  Versuche,  seiner  mit  Gewalt
habhaft  zu  werden,  hielt  ich  zunächst  für  zwecklos,
da  in  diesem  nur  den  Einheimischen  voll  vertrauten
  Sumpfgelände  jeder  einigermaßen  gewandte
  Eingeborene  sich  einer  verfolgenden  Patrouille
  entziehen  kann.  Es  sind  Verhandlungen,
zu  deren  Führung  sich  geeignete  Persönlichkeiten
fanden,  eingeleitet.

Die  Hauptsache  bleibt,  daß  die  Makas  die
Aussichtslosigkeit  des  Widerstandes  eingesehen
haben,  wofür  die  überaus  laue,  immer  mehr  abflanende
  Fechtweise  ein  Beweis  war,  und  daß
der  politische  Einfluß  Ngele-Menduges  gebrochen
ist.  Alles  weitere  kann  man  getrost  der  Zukunft
überlassen.

Oberleutnant  Kirch  hat  Auftrag,  sich  demnächst
  an  den  oberen  Dume  zu  begeben,  wo,
etwa  am  Schnittpunkt  der  Engelhardtschen  Njong-Bertua-Route
  mit  dem  Dume,  sich  noch  unbotmäßige
  Maka-Unterstämme  befinden.  Von  hier
aus  soll  Kirch  Verbindung  mit  Dominik  beziehungsweise
  der  von  diesem  zurückgelassenen
Abteilung  suchen.  Ich  selbst  habe  mich  von
Badjische  über  Abong-Mbang  (am  Ober-Niong)
nach  Lomie  zurückbegeben,  wo  ich  am  24.  Dezember
  wieder  eintraf.

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2.  Bericht  des  Hauptmanns  Dominik.

Vom  26.  Dezember  1906.

Am  9.  Dezember  trat  ich  von  Ngele-Menduka
aus,  das  unter  Professor  Dr.  Haberers  Leitung
als  Krankensammelstelle  und  Depotplatz  eingerichtet
  wurde,  mit  Polizeimeister  Müller  und
fünfzig  Mann,  sowie  mit  zweihnndertfünfzig
Mwele-Hilfskriegern  den  Vormarsch  in  das  nördlichste
  Makagebiet  in  der  Richtung  auf  Bertna
an.  An  demselben  Tage  rückte  Hauptmann
Schlosser  von  Ngele-Menduka  zu  den  Makas
in  der  Richtung  auf  den  Dume  ab.

Zwei  starke  Patronillen  mit  den  gesamten
Jekoabba=  und  Esum-Hilfskriegern  spürten  dem
Oberhäuptling  Ngele-Mendnka  und  seinen  Omwangs
  von  der  Jebekole-Grenze  Njong-aufwärts
in  den  großen  Urwald=  und  Sumpf-Distrikten  nach.

Eine  Abteilung  unter  dem  farbigen  Unteroffizier
  Gomo  stand  bereits  im  nördlichen  Zentral-Maka
  bei  dem  Ort  „Kabom“,  wo  der  ehemalige
farbige  Feldwebel  Zampa  vor  zwei  Monaten  eine
Niederlassung  der  Firma  Randad  &amp;amp;  Stein  zum
Kautschuk-Ankauf  begründet  hat  (s.  o.).

Der  Vormarsch  meiner  Abteilung  bis  nach
Schimekoa,  einem  großen  Siedlungskompler
ungefähr  40  Kilometer  südwestlich  Bertua,  folgte
im  wesentlichen  der  Grenze  zwischen  geschlossenem
Urwaldgebiet  und  Savanne.  Ulberall  zeigen  sich

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        W  620  20

Spuren  früherer  Menschensiedlungen  in  dem  unendlichen
  Grasmeer,  das  man  von  den  Hügeln
überblickt.  Das  Land  ist  gewellt,  die  einzelnen
Schilfstanden  sind  oft  3  Meter  hoch  und  stehen,
eine  fast  undurchdringliche  Mauer  bildend,  geschlossen
  beieinander.  Auf  engem  Pfade,  über
dem  sich  das  Riesengras  schließt,  ist  das  Vorwärtskommen
  um  so  schwieriger,  weil  sich  in  jeder
Geländesenke  Sumpfland  mit  dichtverwachsener
Palmenvegetation  gebildet  hat.  Diese  Dschungeln
sind  in  der  Regenzeit  selbst  für  die  Eingeborenen
Unpassierbar;  die  eigentliche  Verkehrsstraße  führt
vom  Messina  Mawede  in  sieben  Stunden  nach
Gumfok  und  von  dort  über  Bissoke  in  dreizehn
Marschstunden  nach  Bengalong,  wo  schon  seit
Jahresfrist  mehrere  Faktoreien  unter  europäischer
Leitung  bestehen.

Seit  zwei  Monaten  hatte  sich  ein  sehr  rühriger
Accra-Händler  der  Firma  Lubcke,  um  den  Gummiquellen,
  die  das  Waldgebiet  am  Njong  und  Dume
bildet,  recht  nahe  zu  sein,  südlich  Bengalong,  in
Schimekoa,  seßhaft  gemacht,  von  wo  er,  ebenso
wie  der  Händler  Zampa  von  Kabom  aus,  durch
die  Makasperre  hindurch,  Händler  nach  Bertua
vorzutreiben  suchte.

Bertua  wurde  bisher  vom  Süden  her,  also
vom  oberen  Njong  aus,  von  der  Gesellschaft
Südkamerun  und  vom  Norden  her,  von  Dendeng
aus,  von  den  meisten  Firmen  des  Südbezirks
bearbeitet.  Der  Verkehr  nach  Dendeng  geht  über
Bengalong,  oder  von  Nanga-Eboko  über  Mole
mit  zweimaligem  Übersetzen  über  den  Sanaga
vor  sich.  Die  direkte  Straße  Bengalong-Bertua
sperrten  bisher  die  Makas  des  Häuptlings  Betuge-Rsana,
  gegen  die  Sekretär  Mühling  im
Dezember  1905  seinen  Nachschubtransport  für  die
Ost-Grenzexpedition  durch  mehrere  Gefechte  decken
mußte.  Den  Weg  Schimekoa  —Bengalong,  der
aber  als  Handelsstraße  kaum  in  Frage  kommen
wird,  weil  er  oft  Kilometer  weit  durch  mannestiefe
  in  der  Regenzeit  überhaupt  unpassierbare
Sümpfe  führt,  beherrschte  der  regierungsfeindliche
Schname.  Gegen  Timbi,  der  acht  Haussas  hatte
ermorden  lassen,  gegen  Schuame  und  Betuge
Nsana  richteten  sich  also  von  Schimekoa  aus  meine
weiteren  Operationen.

Schimekoa  (Häuptling  und  Ort  führen  den
gleichen  Namen)  wird  von  Beles  und  Makas
bewohnt.  Letztere  sind  überall,  wo  sie  nicht
mitten  im  Urwald  sitzen,  von  den  Beles  unterworfen;
  diese  ihrerseits  sind  ein  Sudanstamm,
den  Wutes  und  Jekabas  eng  verwandt;  sie  erkennen
  den  Jekaba-Oberhäuptling  Nanga-Eboko
als  ihren  Herrn  an.  Die  Beles  bauen  Rundhäuser,
  während  die  Makas,  auch  wo  sie  unter
Herrschaft  von  Sudanstämmen  leben,  die  Bantu-Gewohnheit
  des  eckigen  Hüttenbaues  beibehalten

 

haben.  Während  die  Makas  im  Urwald  von
Ngele-Mendnka  bis  Bertua,  in  der  Parallelrichtung
  zum  Njong  und  in  dem  Kickriawald
zwischen  Bengalong-Schimekoa  und  Berta  regellos
  verstreut  in  zahlreichen  Siedlungen  leben,
sind  in  der  Grassavanne  kilometerweite  Strecken
menschenleer.  Wo  aber  fruchtbarer  Ackerboden
ist,  finden  sich  geschlossene  Dorfschaften  und  reicher
Feldbau.  Die  spitzen  Rundhütten  der  Beles  sind
in  solchen  Mischdörfern  von  Mais  und  Durrahfeldern,
  die  Rindenhäuser  der  Makas  in  der
Regel  von  Bananenhainen  umgeben.

Großvieh  fehlt  überhaupt,  und  auch  an  Ziegen
und  Schafen  herrscht  auffallender  Mangel.

Das  hohe  Schilfgras  scheint  selbst  dem  Büffel
nicht  zuzusagen;  auch  Elefantenfährten  spürten
sich  nur  vereinzelt.  Den  durchaus  falschen  Anschauungen
  gegenüber,  die  auch  in  den  leitenden
Kreisen  über  den  Wildreichtum  der  Kolonie
herrschen,  führe  ich  auch  hier  wieder  an,  daß  ich
auf  dem  Hunderte  von  Kilometern  langen
Marsch  von  Jannde  bis  zum  heutigen  Tage
kein  einziges  Stück  Wild  auf  Läufen  angetroffen
  habe.

Dieser  Fleischmangel  mag  die  Ursache  sein,
daß  die  Makas  selbst  ihre  eigenen  getöteten
Stammesgenossen  mit  Gier  auffressen;  ja  sie  haben
bereits  in  der  Verwesung  begriffene  Leichen  ausgegraben
  und  einen  mit  Petroleum  übergossenen
beerdigten  Gefallenen  verzehrt.

Kämpften  die  Omwangs  des  Häuptlings
Ngele-Menduka  mit  der  Muskete,  so  herrscht  um
Bertua  Bogen  und  Pfeil  vor.  Da  die  Makas
sich  im  hohen  Grase  oder  hinter  dicken  Bäumen
sehr  geschickt  decken  und  den  Gegner  auch  furchtlos
so  nahe  kommen  lassen,  bis  sie  ihn  treffen,  sind
die  Verluste  meiner  Abteilung  gegen  Timbi,
Schuame  und  Nsang  bedeutend  gewesen.

Am  13.  Dezember  ging  ich  von  Schimekoa  in
den  dichten  Urwald,  wo  gefällte  Kickriabäume
überall  zur  Evidenz  den  Unverstand  der  Kaufleute
  und  Eingeborenen  zeigten,  mit  starken  Patrouillen
  gegen  Timbi  und  gegen  Schuame  an
der  Hauptstraße  vor.  Im  letzten  Ort  wurde  eine
Gummikarawane  der  Firma  Randad  &amp;amp;  Stein,
die  aus  Bertua  kam,  kurz  vor  dem  Eintreffen
meiner  Spitze  zersprengt,  zwei  abgeschlachtete
Etumträger  lagen  im  Dorfe,  ein  Teil  der  geflohenen
  Träger  fand  sich  abends  beim  Zapfenstreichblasen
  im  Lager  ein;  sie  hatten  sich,  bis
zum  Halse  im  Sumpf  versteckt,  vor  den  Makas
geborgen.  Diese  leisteten  an  beiden  Plätzen,
geschlossen,  überhaupt  keinen  Widerstand,  wohl
wissend,  daß  Wald  und  Sumpf  ihr  bestes  Kampfmittel
  sind.  Unausgesetzt  arbeitete  ich  mit  Patrouillen,
  deren  Erfolge  in  erster  Linie  den  Hilfsvölkern
  zuzuschreiben  sind.
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        Wendeng

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zu  den  Berichten  der  Hauptleute
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Dominik  und  Schlosser

über  die
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Maka-E#pedition.
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        G  622  20

In  Bertna  (Ort  Gamaue),  wo  sämtliche
Firmen  des  Südbezirkes  Niederlassungen  haben,
traf  ich  auf  Zustände,  welche  die  Einrichtung
einer  Verwaltung  unbedingt  nötig  machten.  Der
Häuptling  Diba  ist  völlig  einflußlos  und  lebt  in
beständiger  Angst  vor  seinen  Nachbarn;  er  vermag
  weder  die  weißen  und  die  zahlreichen
farbigen  Händler,  die  den  Gummireichtum  des
Kadaigebietes  ausbeuten,  zu  schützen,  noch  ihren
Übergriffen  gegenüber  den  Eingeborenen  zu  begegnen.
  Niemand  schützt  die  herrlichen  Gummibestände,
  so  daß  die  Kolonie  hier  von  Tag  zu
Tag  eine  gewaltige  Einbuße  an  Materialvermögen
erlitt.

Ich  habe  sofort  das  nötigste  getan,  um  diesen
Ubelständen  abzuhelfen.  Am  20.  Dezember  ging
ich  nordwestlich  Bertua  in  den  Urwald  und  gegen
die  Makas  unter  Betuge  Nsana  vor.  Die  Makas
haben  die  direkten  Wege  nach  Bengalong  über
Danola  zwanzig  Stunden  und  über  Dschomi
zweiundzwanzig  Stunden  weit,  wo  Sekretär
Mühling  gefochten  hat,  verlassen  und  sich  nördlich
  davon,  aber  nirgends  geschlossen,  seßhaft  gemacht.
  Sie  waren  über  das  Eintreffen  der
Expedition  natürlich  längst  unterrichtet,  hatten
ihre  Weiber  und  ihre  Habe  in  den  Sümpfen
versteckt  und  erwarteten  mit  gut  gedeckten  Schützen
die  Patrouillen.  Die  Arbeit  war  infolgedessen
besonders  schwierig;  es  bedurfte  aller  Energie,
um  die  Patronillen  und  Hilfsvölker  immer  wieder
in  den  Sumpf  und  Wald  hineinzutreiben.

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II.
Vom  20.  Januar  1907.

Schließlich  gelang  es,  die  Makas  des  Betuge-Nsana
  in  den  dichten  Waldungen  nördlich  und
nordöstlich  Bertua  so  zu  erschüttern,  daß  sic  den
Wald  räumten  und  sich  in  die  Grassteppen  nach
Dendeng  zu  wandten.  Mit  der  dortigen  Baia-Bevölkerung
  verbindet  sie  vielfach  Heirat,  wie  die
Makas  nördlich  Bertua  überhaupt  längst  nicht
mehr  unter  den  primitiven  Verhältnissen  leben
wie  die  Wald-Makas  im  Njong=  und  Dume-Gebiet.
Durch  die  Kämpfe  mit  den  Fullahs  und  Baias
haben  die  Nord-Makas  gelernt,  sich  bessere  Waffen
zu  verfertigen  und  sich  überhaupt  eine  höhere
Lebenshaltung  angewöhnt.

Hätten  mir  nicht  Hunderte  von  Jekaba=  und
Esum-Kriegern  zur  Verfügung  gestanden,  dann
wäre  es  gar  nicht  möglich  geworden,  den  hartnäckigen
  Gegner  in  den  weiten  Grassavannen
aufzufinden  und  Betuge  von  der  Nutzosigkeit  eines
weiteren  Widerstands  zu  überzengen.  Als  am
25.  Dezember  auch  die  Patronillen,  welche  bis
auf  30  km  im  Umkreise  von  Betuge-Nsana  die
Gegend  abgesucht  hatten,  von  den  Makas  nichts

 

mehr  auffinden  konnten,  hielt  ich  es  für  überflüssig,
  mit  der  gesamten  Expedition  hier,  wo  kein
Widerstand  mehr  zu  erwarten  war,  zu  bleiben.
Ich  beschloß,  selbst  nach  Südwesten  zurückzumarschieren,
  um  einmal  mit  der  Dume-Station,
an  der  sich  die  friedlichen  Zentral-Makas  zusammengeschlossen
  hatten,  Fühlung  zu  nehmen,  dann  aber
auch,  um  endlich  den  Omvangs,  die  unter  Gele-Menduka
  immer  noch  im  Felde  standen  und  die
Kranken-Sammelstelle  des  Professors  Haberer
dauernd  beunruhigten,  energisch  auf  den  Leib  zu
rücken.

Wenn  die  Expedition  einen  bleibenden  Erfolg
haben  sollte,  erschien  es  unmöglich,  die  Umgegend
von  Bertua  ohne  Zurücklassung  einer  Truppen-Abteilung,
  die  das  Gewonnene  festhielt,  zu  verlassen.
Die  Makas  würden  das  Verschwinden  der  Expedition
sofort  als  einen  Erfolg  ihrerseits  gedeutet  und  der
Regierung  ein  Nachgeben  angedichtet  haben.  Auf
jeden  Fall  mußte  sie  unser  Abmarsch  verleiten,
sofort  wieder  mit  ihren  Räubereien  einzusetzen;
die  Karawanenstraße  von  Bengalong  nach  Bertna
und  weiter  nach  Beri  wäre  aufs  neue  bedroht
gewesen.  Trotzdem  das  Bezirksamt  Jaunde  mit
seiner  eigenen  schwachen  Besatzung  auf  die  Dauer
naturgemäß  nicht  in  der  Lage  ist,  in  der  Nähe
von  Bertua,  also  rund  300  km  östlich  von  seinem
Sitz,  eine  Sicherung  durchzuführen,  glaubte  ich
im  Hinblick  auf  die  augenblickliche  Lage  diese
Stationsanlage  durchführen  zu  sollen  und  bin
auch  entschieden  der  Ansicht,  daß  das  Gouvernement,
  ganz  abgesehen  von  militärischen  Interessen,
sich  in  Rücksicht  auf  das  Land,  die  Europäer  und
die  Eingeborenen  wird  entschließen  müssen,  eine
dauernde  Verwaltungseinrichtung  in  der  dortigen
Gegend  zu  etablieren,  einer  Gegend,  die  ja  mit
ihren  Gummischätzen  ein  Zentrum  des  produktiv
nutzbargemachten  Teiles  der  Kolonie  darstellt.
Von  diesen  Erwägungen  ausgehend,  setzte  ich  mich
sofort  mit  dem  Chef  der  Verwaltung  des  Südbezirks
  ins  Benehmen  und  bat  ihn,  zu  beantragen,
daß  die  provisorischen  Einrichtungen,  welche  ich
zur  Festhaltung  des  Landes  getroffen  habe,  seitens
des  Gouvernements  zu  einer  wirklichen  dauernden
Verwaltungseinrichtung  erweitert  würden.

Ich  ließ  den  Polizeimeister  Müller  in  Betuga-Nsana
  am  Ndo,  einem  Nebenfluß  des  Sanaga,
mit  30  Soldaten  und  150  Jekaba-Hilfskriegern
ein  festes  Lager  beziehen.  Er  erhielt  eingehende
schriftliche  Instruktion,  daß  es  sein  Bestreben  sein
müsse,  zunächst  die  Unterwerfung  Betuges  dadurch
zu  einer  definitiven  zu  machen,  daß  er  ihn  zur
Gestellung  veranlasse,  daß  er  ferner  mit  fortwährenden
  Patronillen  die  Karawanenstraßen
von  Bertua  nach  Bengalong  und  Schimekoa
(Maka)  sichern  und  die  Makas  bestimmen  solle,
sich  durch  Vernichten  der  Gummiwaldungen  nicht
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        W  623  20

mutwillig  an  ihrem
schädigen.

Es  ist  meine  feste  Überzeugung,  daß  der
Posten  durch  seine  Anwesenheit  einen  wesentlichen
Faktor  für  die  Sicherheit  der  Europäer  in  den
bisher  jeder  Verwaltung  entrückten  Gummidistrikten
Einerseits  bietet,  andererseits  aber  auch  den  Eingeborenen
  und  Gummiwäldern  einen  gewissen
Schutz  gegen  unverständige  und  schädliche  Ausbeutung
  gewährt.

Hauptmann  Schlosser  gegenüber  habe  ich  die
bestimmte  Hoffnung  zum  Ausdruck  gebracht,  daß
er  spätestens  innerhalb  von  zwei  Monaten  das
Bezirksamt  Jaunde  von  der  Besatzung  des  Betuge-NRsana-Postens
  werde  entlasten  können.

Am  28.  Dezember  traf  ich,  von  der  Straße
Bertna—Bengalong,  durch  den  Urwald  nach  Süden
abbiegend,  wieder  in  Schimekoa  ein,  wo  sich
sämtliche  Maka-Häuptlinge  der  Umgegend,  die
seinerzeit  —  unter  Führung  des  farbigen  Kaufmanns
  Zampa  —  bereits  bei  Hauptmann
Schlosser  gewesen  waren,  bei  mir  zur  Begrüßung
  einfanden.  Mit  ihnen  marsschierte  ich
nach  Süden,  wo  mich  in  Malaman  Oberleutnant
Kirch  erwartete,  der  inzwischen  von  Hauptmann
Schlosser  am  Dume  stationiert  worden  ist.

Dort,  wo  der  Dume  in  einer  Breite  von
20  mr  schiffbar  zu  werden  beginnt,  ist  Oberlentnant
Kirch  mit  der  Stationsanlage  beschäftigt;  nen
befriedete  Makas  gehen  ihm  tüchtig  an  die  Hand
und  erweisen  so,  daß  es  ihnen  mit  der  Unterwerfung
  ernst  ist;  das  ist  meiner  Uberzugung  nach
immer  erst  der  Fall,  wenn  ein  Stamm  freiwillig
Arbeiter  in  angemessener  Zahl  gestellt  hat.

Eine  solche  Gestellung  hatte  ich  aber  den
Zentral-Makas,  die  ja  nicht  gekämpft,  sondern
sich  freiwillig  unterworfen  hatten,  natürlich  nicht
anferlegt  und  war  deshalb  besonders  erfreut,  in
Malaman  feststellen  zu  können,  daß  sie  es  mit
ihrer  Unterwerfung  ehrlich  meinten.

Die  Makas  hatten  trotz  des  dichten  Urwaldes
wie  der  vielen  Sümpfe  durch  ihr  ganzes  Gebiet
eine  breite  Straße  angelegt  und  so  schnell  gearbeitet,
  daß  ich,  am  2.  Jannar  von  Malaman  abrückend,
  auf  diesem  Wege,  bereits  am  4.  d.  Mts.
das  Omvang-Gebiet  erreichen  konnte.  Dort  erfuhr
ich,  daß  der  Häuptling  Onndi,  der  sich  beim
Herannahen  der  Expedition  freiwillig  gestellt  hatte,
mit  den  ihm  aufgegebenen
bereits  nach  Jaunde  abmarschiert  sei.

Ngele-Menduka  war  mit  Professor  Haberer
des  öfteren  in  Verhandlungen  eingetreten,  die
aber  zu  keinem  Abschluß  geführt  hatten.  Als  ich
in  Omvang  eintraf,  hielt  er  sich  mit  dem  Gros
seiner  Leute  in  den  dichten  Waldungen  um  Ngelenatürlichen

  Reichtum  zu

100  Strafarbeitern

 

Gabbo,  sechs  Stunden  östlich  von  seinem  früheren
Wohnsitze  auf.  Ich  stellte  das  durch  friedliche
Makas  fest,  kreiste  ihn  am  6.  Januar  ein,  wobei
annähernd  2000  Krieger  zur  Verwendung  kamen,
und  griff  ihn  am  7.  energisch  an.  Seine  Makas
leisteten  verzweifelten  Widerstand  und  brachen
durch  die  Jekabas  nach  Norden  durch.

Ich  selbst  war  mit  den  Wutes  auf  der  Straße
Ngele-Menduka—MNgele-Gobo  vorgegangen  und
hatte  an  dem  ganzen  Gefechtstage  überhaupt  keine
Makas  zu  Gesicht  bekommen;  schon  glaubte  ich
in  die  Luft  gestoßen  zu  haben,  als  gleich  nach
meinem  Eintreffen  in  Ngele-Gobo  Boten  von
Ngele-Menduka  kamen,  die  seine  Unterwerfung
melden  sollten.  Zwei  Stunden  später  stand  er
selbst  mit  ungefähr  200  Makas  vor  mir.

Zum  Zeichen  seiner  Unterwerfung  verlangte
ich  von  Ngele-Mendnka,  daß  er  sofort  mit  allen
seinen  Leuten  die  Dume-Straße  durch  sein  Gebiet
ausbaue,  100  Strafarbeiter  auf  ein  Jahr  stellen
und  die  Kriegskosten  mit  zehn  großen  Elefantenzähnen
  erstatten  solle.  Tag  und  Nacht  arbeiteten
die  Makas  an  der  Straße,  die  bereits  am
9.  Januar  fertiggestellt  war;  an  demselben  Tage
wurden  auch  die  Strafarbeiter  voll  gestellt.  Ich
ließ  sie  Hauptmann  Schlosser  in  Lomie  zugehen,
der  im  Südosten  der  Kolonie,  wo  die  Bevölkerung
nur  sehr  schwach  ist,  Wegebauten  und  wirtschaftliche
  Meliorationen  vorzunehmen  beabksichtigt.
Den  Oberhäuptling  selbst  nahm  ich  bis  zur
Zahlung  der  Kriegsentschädigung  nach  Jaunde
mit,  weil  ich  es  für  gut  hielt,  daß  er  einmal
einen  größeren  Regierungs=  und  Handelsplatz
kennen  lerne.

Im  Gefecht  bei  Ngele-Gobo  verloren  die
Makas  viele  Krieger,  aber  auch  unserseits  sind
1  Soldat  und  3  Hilfskrieger  gefallen.  Professor
Haberer  hatte  zeitweilig  über  40  Verwundete  in
Behandlung.  Unsere  Verluste  während  der  gesamten
  Expedition  betrugen:  3  Soldaten  und
17  Hilfskrieger  tot,  14  Soldaten  und  57  Hilfskrieger
  verwundet.  Die  als  Kriegsentschädigung
gezahlten  Elefantenzähne  repräsentieren  einen
Wert,  der  die  Expeditionskosten  erheblich  übertrifft.

Am  14.  Jannar  übergab  ich  dem  Feldwebel
Liebert  in  Ajibiduma  die  zu  seinem  Posten  gehörenden
  Soldaten  und  traf  am  20.  d.  Mts.  mit
der  Jaunde-Besatzung  wieder  am  Bezirksamtssitze
ein.  Der  ganze  Marsch  vom  Dume  bis  nach
Jaunde  führt  über  300  km  durch  Jengone-,
Jebekole=  und  Maka-Land,  das  vor  Jahresfrist
noch  nicht  unterworfen  war.  Die  Eingeborenen
haben  auf  der  ganzen  Strecke  trotz  schwieriger
Geländeverhältnisse  eine  Straße  ausgebaut,  die
allen  Anforderungen  eines  afrikanischen  Verkehrsweges
  vollanf  genügt.
        <pb n="708" />
        624

Die  Jebekoles  legten  nach  dem  Kriege  im
Mai  vorigen  Jahres  überall  neue  stattliche  Dörfer
an;  sie  arbeiten  fleißig  in  ihren  Kulturen  und
schaffen  nach  Anleitung  des  Feldwebels  Liebert,
dessen  verständige  Einwirkung  viel  zu  dem  schnellen
Aufschwung  beigetragen  hat,  neue  Verkehrswege.
Ihre  Haltung  bei  Unterwerfung  der  Omvangs,
deren  Überläufer  sie  auslieferten,  trotzdem  sie  zum
Teil  mit  ihnen  verschwägert  sind,  war  der  beste
Prüfstein  ihrer  Loyalität.

Mit  der  Anlage  der  Dume-Station  ist  der  bedeutendste
  Schritt  vorwärts  auf  der  Bahn  der
Erschließung  und  der  wirtschaftlichen  Nutzbarmachung
  Südkameruns  in  Verbindung  mir  der
Jebekole-Unterwerfung  im  Frühjahr  1906  getan.

Durch  die  Jebekole-Expedition  wurde  der
Njong  tatsächlich  zur  sicheren  Handelsstraße  in
das  Gummizentrum  Südkameruns.  In  zzwei
Marschtagen  führt  die  Straße  von  Abong-bang,
der  Endstation  am  schiffbaren  Njong,  zur  Station
am  Dumej;  dieser  bildet  nun  den  natürlichen  Zugang
  bis  in  den  äunßersten  Osten  der  Kolonie,
die  Verbindung  zum  Kadei  und  Kongo.

In  zwei  Marschtagen  ist  von  der  Dume-Station
aus  Bertua  zu  erreichen,  das  mit  Beri  die  östlichsten
  Handelszentren  in  dieser  Gummizone
darstellt.

Von  Jannde  über  Nanga-Eboko  mit  zweimaligem
  Sanaga-Ubergang  nach  Dendeng  führte
bisher  der  Handelsweg  in  den  Bertua-Beri-Bezirk,
  weil  in  Bengabong  und  Schimekoa  die
direkten  Straßen  nach  Osten  ein  Ende  hatten;
die  Betuge-Makas  sperrten  sie.  Die  Nord-Maka-Expedition
  hat  auch  hier  der  Entwicklung  ganz
neue  Wege  geschaffen;  Nanga-Eboko  wird  nunmehr
  wesentlich  entlastet  werden.

Der  nächste  Weg  nach  Osten  ist  die  große
neue  Straße  durch  Jebekole-Omvang  nach  Dume,
auf  der  ich  marschiert  bin;  die  nördlichere  Straße
führt  über  Sembe  (Semikoa)  Semini,  Oundi,
über  Malaman,  Schimekoa  nach  Bertua;  die
dritte  schließlich  geht  über  Bengalong,  Posten
Betuge-Rsana  dorthin.  Die  Hauptader  jedoch
wird  jetzt  immer  mehr  der  Njong  und  mit  ihm
der  Dume  bilden.  Die  Wasserkräfte  machen
Menschenkräfte  frei  und  diese  können  dann  der
Landeskultur  dienstbar  gemacht  werden.

Kus  dem  Bezirk  Jaunde.
Die  Ermordung  des  Pflanzers  Voß.
Über  die  im  März  d.  Is.  erfolgte  Ermordung
des  Pflanzers  Voß  sind  jetzt  durch  einen  Bericht
des  Goivernements  in  Buca  nähere  Einzelheiten
bekannt  geworden.

 

Voß,  der  mit  Anwerbung  von  Arbeitern  für
die  Bimbia-Pflanzung  beauftragt  war,  traf  am
11.  März  in  Begleitung  von  etwa  hundert  angeworbenen
  Arbeitern,  vor  dem  Dorfe  Wondesana
(zwei  Tagreisen  von  Jaunde)  ein.  Er  wollte
aus  diesem  Dorfe  Verpflegung  für  seine  Leute
requirieren,  erhielt  aber  von  dem  Vertreter  des
abwesenden  Häuptlings  nur  sieben  Bündel  Planten
  und  ein  Huhn.  Da  dies  für  die  große  Karawanc
  nicht  genügte  und  alle  Bemühungen,  aus
Wondesana  mehr  Nahrungsmittel  zu  erhalten,
erfolglos  blieben,  brach  Voß  mit  sechs  Mann
nach  einem  Nachbardorf  auf,  um  dortselbst  Eßwaren
  zu  kaufen.  Sein  Weg  führte  ihn  an  dem
Dorfe  Endo  vorbei,  wo  der  Häuptling  Esamenomo
und  viele  andere  Leute  beim  Glücksspiel  saßen.
Als  diese  von  der  Annäherung  eines  Weißen  erfuhren,
  beschlossen  sie,  ihn  nicht  in  das  Dorf  zu
lassen;  die  ganze  Gesellschaft  strömte  ihm,  mit
Knütteln  und  Stöcken  bewaffnet,  entgegen  und
verlangte  unter  Drohungen,  daß  er  sofort  umkehren
  solle.  Obwohl  ihnen  Voß  erklärte,  daß
er  nur  gekommen  sei,  um  Nahrungsmittel  zu
kaufen  und  nicht,  um  Streit  zu  suchen,  ließen  sich
die  Leute  nicht  beruhigen.  Voß  kehrte  deshalb
mit  seinen  Leuten  sofort  um,  die  Eingeborenen
folgten  ihm.  Hierbei  erhielt  Voß,  der  als  letzter
ging,  mehrere  Schläge  und  zuletzt  beim  Passieren
eines  Steges  einen  Hieb  mit  einem  Knüppel  auf
den  Hinterkopf.  Der  leichte  Filzhut,  den  Voß
trug,  war  nicht  imstande,  den  Hieb  genügend
abzuwehren;  Voß  stürzte  sofort  tot  zu  Boden.
Die  Eingeborenen  zogen  sich  hierauf  zurück.  Die
Leiche  wurde  von  den  Leuten  des  Ermordeten
nach  Jannde  gebracht  und  auf  dem  dortigen  Friedhof
  beerdigt.

Schon  vorher  aber,  am  13.  März,  war  das
Gerücht  von  dem  Morde  nach  Jaunde  gedrungen.
  Bezirksamtmann  v.  Krosigk  brach  unverzüglich
  zur  Feststellung  des  Sachverhalts  nach
Wondesang  auf.  Bei  seiner  am  16.  März  erfolgten
  Ankunft  meldeten  sich  bei  ihm  sofort  der
Häuptling  des  Dorfes  und  mehrere  benachbarte
als  zuverlässig  bekannte  Häuptlinge,  sie  gaben
ihm  über  den  Hergang  genaue  Auskunft.  Nach
den  Feststellungen  des  Bezirksamtmannes  hatten
sich  an  der  Mißhandlung  beteiligt  die  Häuptlinge
Esamenono  aus  Endo,  Essindi  aus  Edama,  Ottitie-Beloa
  aus  Jebbekolle  und  der  Eingeborene  Ondna
aus  Ehinballa.  Der  tödliche  Schlag  war  von

Essindi  geführt  worden.

Die  vier  Täter  waren  nach  einigen  Tagen
eingefangen  und  wurden  nach  Jaunde  geschafft.
Am  26.  März  wurden  Esamenono,  Essindi  und
Ottitie-Beloc,  von  denen  die  beiden  letzteren  geständig
  waren,  während  Esamenono  durch  die
andern  überführt  wurde,  wegen  Mordes  zum
        <pb n="709" />
        G  625  20

Tode  verurteilt  und  am  12.  April,  nach  Bestätigung
  des  Urteils  durch  den  stellvertretenden  Gouverneur,
  hingerichtet.

An  Stelle  des  vierten  Täters  Ondna  war,
wie  sich  erst  in  Jaunde  herausstellte,  dem  Bezirksamte
  ein  Sklave  in  die  Hände  gespielt  worden,
der  von  seinem  Herrn  Ondua  den  Befehl  erhalten
hatte,  sich  für  Ondua  auszugeben.  Nachdem  der
Sklave  in  Jaunde  aber  doch  den  wahren  Sachverhalt
  aufgeklärt  hatte,  wurde  seitens  des  Bezirksamtes
  sofort  Maßregeln  zur  Ergreifung  Ondnas
  getroffen.  ·

Die  Bevölkerung  verhielt  sich  nach  dem  Morde
vollkommen  ruhig  und  leistete  dem  Bezirksamte
bei  der  Ergreifung  der  Mörder  tatkräftige  Hilfe.
Wenn  sonach  auch  eine  weitergehende  politische
Bedeutung  dem  Vorfall  nicht  beizumessen  ist,  so
darf  dieser  doch  als  ein  bezeichnendes  Symptom
für  die  Stimmung  eines  Teils  der  Bevölkerung
gegenüber  den  Weißen  angesehen  werden.

2.  Ein  vereitelter  Anschlag.

Weit  ernster  und  nicht  ohne  politischen  Hintergrund
  war  ein  Vorgang,  der  sich  um  dieselbe
Zeit  im  Bezirk  Jaunde  abspielte.

Der  Dolmetscher  Attangana  aus  Jannde
und  der  Häuptling  Eivambedde  aus  Emombo
bei  Jaunde  begleiteten  im  Jannar  d.  Is.  den
Hauptmann  Dominik,  welcher  die  Heimreise  antrat,
  zur  Küste.  Die  beiden  der  Regierung  treu
ergebenen  Eingeborenen  waren  den  Häuptlingen
des  Bezirks  Jaunde  schon  längst  verhaßt,  weil  sie
nach  Ansicht  der  letzteren  das  Bezirksamt  stets
über  die  Verhältnisse  und  die  Stimmungen  der
Eingeborenen  auf  dem  laufenden  erhielten  und
so  zur  Durchführung  einer  geordneten  Verwaltung
  viel  beitrugen.

Der  Häuptling  Onambellenka  aus  Jankula
benutzte  die  Abwesenheit  der  beiden,  um  in  dem
bei  seinem  Dorfe  gelegenen  Wald  eine  geheime
Versammlung  einzuberufen.  In  dieser  Versammlung,
  an  welcher  eine  größere  Zahl  Häuptlinge
und  sonstige  angesehene  Eingeborene  des  Bezirks
teilnahmen,  wurde  zunächst  beschlossen,  Attangana
und  Ejoa-mbedde  zu  vergiften.  Waren  sie  erst
tot,  war  ein  Verrat  von  ihrer  Seite  nicht  mehr
zu  befürchten,  dann  sollte  eine  günstige  Gelegenheit
  abgewartet  werden,  um,  wenn  die  Truppe
von  Jannde  auf  Expedition  und  die  Station  von
Soldaten  entblößt  sei,  das  Bezirksamt  samt  den
Faktoreien  zu  erstürmen  und  die  Weißen  zu  ermorden.
  In  der  Versammlung  wurde  unter
allerlei  Zeremonien  (Ausgraben  und  Kochen  von
Schädeln  verstorbener  Angehöriger)  aus  Blättern
von  Giftbäumen  ein  Gift  bereitet  und  sofort  an
einer  Ziege  erprobt,  die  alsbald  verendete.  Das
Gift  wurde  dem  Häuptling  Mbala-befolo  über- 



geben,  welcher  sich  erboten  hatte,  es  mit  Eßwaren
zu  vermengen  und  diese  dann  den  Opfern  un—
auffällig  anzubieten.

Den  Plan  teilte  aber  ein  Teilnehmer  der
Versammlung  dem  Attangana  mit,  und  der  letztere
erstattete  dem  Bezirksamt  Meldung.  Die  Verschwörer
  wurden  sofort  in  Haft  genommen,  in
der  am  27.  März,  unter  dem  Vorsitz  des  Bezirksamtmanns
  v.  Krosigk,  stattgefundenen  Hauptverhandlung,
  an  welcher  als  Belistzer  zwei
Missionare  und  zwei  Häuptlinge  teilnahmen,
wurden  auf  Grund  von  Zeugenaussagen  und
teilweisem  Geständnis  sechs  Eingeborene,  darunter
Onambellenka  und  Mbala-befolo,  wegen  versuchten
  Hochverrats  und  versuchten  Gistmordes  zum
Tode  und  zwei  weitere  Eingeborene  zu  fünfjähriger
  Kettenhaft  verurteilt.  Fünf  der  zum
Tode  Verurteilten  wurden  am  11.  April,  nach
Bestätigung  des  Urteils  durch  den  stellvertretenden
Gouverneur,  hingerichtet,  während  es  einem
gelang,  zu  entfliehen.

Daß  die  Absicht  der  Verschwörer,  Attangana
und  Ejoa-mbedde  zu  ermorden,  auch  ausgeführt
worden  wäre,  ist  nicht  zu  bezweifeln.  Dagegen
spricht  bei  den  weiteren  Verabredungen  über  die
Erstürmung  von  Jaunde  nach  Auffassung  des
Gouverneurs  der  prahlerische  Charakter  des  Negers
mit,  es  ist  keineswegs  als  sicher  anzunehmen,  daß
auch  dieser  Plan  später  tatsächlich  verwirklicht
worden  wäre.  Jedenfalls  darf  nach  dem  energischen
  Vorgehen  des  Bezirksamtes  und  nach  der
raschen  und  strengen  Bestrafung  der  Verschwörer
erwartet  werden,  daß  die  Eingeborenen  sich  nicht
so  leicht  wieder  in  solche  geheimen  Machenschaften
einlassen.

Die  ÖOffnung  des  direkten  Weges  Uanga-Eboko  —
Dendeng.
Bericht  des  Leutnants  v.  Oertzen.
(Mit  einer  Ubersichts#kizge.)

Die  Orte  Nanga-Eboko  und  Dendeng  gehören
zu  den  bedeutendsten  Handelsplätzen  des  Schutzgebietes
  Kamerun.  Dort  haben  neun  Firmen
ihren  Sitz,  welche  den  großen  Gummireichtum
des  Baia=  und  Beri-Landes  ausbeuten.  Zwischen
den  beiden  Orten  findet  im  Durchschnitt  monatlich
ein  Karawanenverkehr  von  16  Karawanen  mit
1200  Trägern  statt.  Der  direkte  Weg  von
Nanga-Eboko  nach  Dendeng  führt  entlang  dem
linken  Sanaga-Ufer  durch  Wute=  und  Mwele-Gebiet.
  Dieser  Weg  war  durch  die  Leute  von
Idongo,  Jem  und  Baka  gesperrt.  Die  Firmen
waren  gezwungen,  ihre  Karawanen  auf  die  rechte
Sanaga-Seite  überzusenen  und  sie  den  Umweg
über  Idutschaba  machen  zu  lassen.  Bei  dem
        <pb n="710" />
        G  626  20

Orte  Gujimu  mußte  der  Sanaga  abermals  überschritten
  werden.  Die  Zurücklegung  dieses  Weges
dauerte  14  Tage,  die  Verpflegungsschwierigkeiten
waren  erheblich,  und  die  Unzuträglichkeiten  beim
Ülberschreiten  des  Sanaga  nahmen  kein  Ende.

Das  Gouvernement  beauftragte  daher  die
Station  Joko  mit  der  Offnung  des  geraden  Weges
Nanga--Eboko—Dendeng.  Diese  Aufgabe  wurde
durch  Leutnant  v.  Oertzen  in  der  Zeit  vom
19.  Oktober  bis  14.  November  1906  gelöst.  Die
Patrouille  bestand  aus  1  Offizier,  1  Sanitätsunteroffizier,
  58  Soldaten  und  90  Trägern.

Der  Weg  führte  über  Tina,  Mane,  Batarre;
bei  Molle  wurde  der  Sanaga  erreicht.  Seitdem
Batarre  und  Mane  an  den  Weg  herangezogen
wurden,  sind  zwei  saubere  Dörfer  entstanden,  die
den  Karawanenverkehr  durch  Verpflegungslieferung
wesentlich  erleichtern.  Bei  Tina  geht  der  Weg
durch  Hügellandschaft,  wird  aber  später  bis  nach
Molle  hin  fast  ganz  eben  und  zieht  sich  dann
abwechselnd  durch  Wald  und  Grasland  hin.
Obwohl  zahlreiche  Sumpsstrecken  von  teilweise
kilometerlanger  Ausdehnung  auf  der  Route  liegen,
war  die  Straße  in  beste  Ordnung  gebracht;  die
Flüsse  und  Sümpfe  waren  mit  großem  Fleiß
durch  lange,  solide  Dämme  überbrückt  worden,
so  daß  selbst  die  Pferde  überall  mit  Sicherheit
passieren  konnten.

Am  22.  Oktober  war  Mole  erreicht.  Mole
ist  ein  Mwele-Ort,  der  vor  fünf  Jahren  auf  dem
rechten  Sanaga-Ufer  entstanden  ist,  als  sich  der
damalige  Häuptling  vor  den  Verfolgungen  Nanga-Ebokos
  auf  die  nördliche  Sanaga-Seite  zurückzog.
Mole  (Häuptling  und  Ort  führen  den  gleichen
Namen)  stellte  bis  vor  kurzem  ein  zweifelhaftes
Element  des  Bezirks  dar.  Häufig  flüchteten  die
Leute  auf  seine  Veranlassung  aus  dem  Dorfe,
wenn  die  Station  irgend  welche  Anforderungen
an  ihn  stellte.  Außerdem  bereitete  Mole,  in
dessen  Händen  der  Fährverkehr  lag,  den  Trägerkarawanen
  wiederholt  Schwierigkeiten,  um  hohe
Bezahlung  zu  erpressen.  Uberraschend  war  es
daher,  daß  auch  die  zu  Mole  gehörende  Wegstrecke
  in  tadellosen  Zustand  gesetzt  war,  und  daß
reichliche  und  gute  Verpflegung  geliefert  wurde.

Der  Sanaga  wurde  am  23.  Oktober  etwas
oberhalb  der  Mole  vorgelagerten  Insel  Elmo
überschritten.  Der  Fluß  ist  an  der  Ubergangsstelle
  etwa  500  m  breit.  Das  Ubersetzen  erfolgte
in  einem  Faltboot  und  fünf  Kanus.  Es  wurde
dadurch  erschwert,  daß  an  beiden  Ufern  ein  breites
lberschwemmungsgebiet  vorgelagert  war,  so  daß
Leute  und  Lasten  im  Wasser  die  Ankunft  der
Fahrzeuge  erwarten  mußten.

Unmittelbar  an  dem  jenseitigen  Ufer  wurde
der  nach  Dendeng  führende  Weg  erreicht,  der
bis  zu  dem  Orte  Idongele  fast  parallel  mit  dem

 

Sanaga  läuft.  Bis  Idongele  sind  es  von  der
Mole-Fährstelle  drei  Tagemärsche;  auch  hier  war
der  Weg  sehr  sauber  ausgebaut.  Er  führt  durch
die  Gebiete  der  Häuptlinge  von  Sassu  (Sakpam),
Wam,  Jamiad  (Senge,  weiblicher  Häuptling)
und  Pabla.  Die  Gegend  ist  reich  bevölkert;  es
wurden  an  20  Farmdörfer  durchschritten.
Idongele  ist  eine  Idute-Enklave  im  Mwele-Gebiet.
  Es  gehörte  früher  zu  Ndo  auf  der  rechten
Sanaga-Seite,  hat  sich  aber  seit  längerer  Zeit
selbständig  gemacht.  Das  Gebiet  von  Idongele
wurde  am  27.  Oktober  durchzogen  und  bei  dem
Orte  Dubu  der  Niong  erreicht,  der  hier  etwa
30  m  breit  ist  und  noch  an  demselben  Tag  überschritten
  wurde.  Am  Njong  beginnt  das  Gebiet
des  Häuptlings  Idongo,  in  dessen  Hauptdorf  die
Truppe  am  28.  Oktober  nach  zweistündigem
Marsch  anlangte.

Tags  darauf  wurde  in  dem  Idongodorfe
Makei  Lager  bezogen.  Der  Weg  führte  fast  in
östlicher  Richtung  und  bog  nur  in  der  letzten
Strecke  nach  Süden  um.  Die  Gegend  wies  die
Spuren  reicher  Bevölkerung  auf.  Es  wurden
acht  kleine  Dörfer  passiert,  wobei  große  Farmaulagen
  zu  bemerken  waren.  Die  Waldstrecken
wurden  nach  Osten  immer  zusammenhängender
und  dichter.  Der  Marsch  am  29.  war  ohne
Führer  nach  dem  Kompaß  erfolgt.  Da  bei  den
zahlreichen  sehr  ausgetretenen  Wegen  die  Befürchtung
  nahe  lag,  daß  die  Patronille  von  der
geraden  Route  schließlich  abkommen  würde,  so
muß  es  als  ein  günstiger  Zufall  bezeichnet  werden,
daß  es  gelang,  ein  Mädchen  aufzufinden,  das  in
der  Folge  wertvolle  Führerdienste  leistete.

In  den  nächsten  Tagen  wurde  die  Landschaft
Idongo  verlassen  und  die  Landschaft  Jem  zum
größten  Teil  durchquert.

Das  llbersetzen  über  den  Fluß  Jesse  am
2.  November  nahm  den  ganzen  Tag  in  Anspruch.
Der  Jesse  heißt  in  seinem  Oberlauf  Njan-Hamo
und  ist  einer  der  Qnellflüsse  des  Sanaga.

In  Dangari  wurde  vom  3.  bis  zum  11.  November
  Lager  bezogen,  denn  dieser  Ort  erwies
sich  als  wirksamster  Ausgangspunkt  für  Patronillen.
Der  Gegner  war  bisher  ständig  ausgewichen  und
hielt  sich  nun  in  dieser  Gegend  auf.  Die  Patrouillen
  hatten  guten  Erfolg,  obwohl  der  Sanaga
und  der  Sesse  sehr  störende  Hindernisse  bildeten.
Einmal  waren  die  Mwele  auf  dem  rechten,  dann
wieder  auf  dem  linken  Ufer  dieser  Flüsse.

Am  7.  November  suchte  ich  durch  einen  Gefangenen
  mit  dem  Häuptling  Idongo  Verbindung,
kurz  darauf  stellte  sich  der  Häuptling  und  bat  um
Frieden.  Ich  nahm  Idongo  nicht  fest,  sondern
beauftragte  ihn,  den  Häuptling  Dam  von  Jem
herbeizuschaffen  und  mir  nach  Dendeng  zu  folgen,
was  er  nach  längerem  Sträuben  versprach.  Die
        <pb n="711" />
        W  627  2Ö

Patrouille  marschierte  am  11.  weiter  und  kam  gemischte  Kommission  mit  dem  Auftrag  an  die
nach  zwei  anstrengenden  Märschen  in  Dendeng  an.  Ostgrenze  Kameruns  geschickt,  den  zuständigen

Am  14.  November  1906  traf  der  Häuptling  Ministerien  genauere  kartographische  Unterlagen
Idongo  mit  dem  Häuptling  Dam  hier  ein.  Die  für  eine  beabsichtigte  Neufeststellung  der  durch  den
Ausgabe,  den  Weg  Nanga-Eboko  —Dendeng  zu

.  Vertrag  vom  15.  März  1894  vorläufig  geschaffenen
öffnen,  war  damit  als  gelöst  anzusehen.  Grenze  zu  liefern.
Ubersichts-Skizze  *
der  alten  und  neuen  Dendeng:strabe  *
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nach  den  Aufnahmen  des  Leutnants  von  Oerten  .  1
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7  1000000
0  10  20  2  m—i
Red.  v  M.M

 

 

Es  gelang,  ohne  wirtschaftliche  Schädigung
des  Landes  eine  reich  bevölkerte  und  sehr  frucht=  ihre  Geländeaufnahmen  zu  Ende.  Es  waren
bare  Gegend  dem  Verkehr  zu  öffnen.  Die  Strecke  kommandiert:  vom  Reichs-Kolonialamt  Hauptmann
von  Nanga-Eboko  ist  jetzt  nur  noch  zehn  Tage=  Freiherr  v.  Seefried,  Oberleutnant  Winkler,
märsche  lang,  und  die  Möglichkeit,  in  zahlreichen  Leutnant  Freiherr  v.  Reitzenstein,  Karto-Ortschaften
  Nachtlager  zu  beziehen,  ist  gegeben.  graph  Freier,  Feldwebel  Kroeger,  Sergeant
nei  Unteroffizier  Bernhardt  und  für

kurze  Zeit  Unteroffizier  Güttler;  vom  französischen
bie  astronomtschen  Arbelten  der  deutsch-kranzösl-  sirte  delnrosu  Major  Moll  5•2  ber
#schen  Grenzhommission  osthameruns.  leutnants  Mailles,  Dartignae

Im  September  1905  wurde  bekanntlich  von  S

der  deutschen  und  französischen  Regierung  eine

Die  Kommission  führte  Anfang  dieses  Jahres

t  Georg,
Tournier,  Oberarzt  Ducasse,  Richter  Muston,
der  Forschungsreisende  Brussaux  nebst  fünf  Unter- 



15
        <pb n="712" />
        628

offizieren  und  Unterbeamten.  Kartograph  Freier
und  Unteroffizier  Bernhardt  erlagen  in  Gorna
bzw.  Kunde  dem  Schwarzwasserfieber.

Die  astronomischen  Arbeiten  wurden  von  v.  Seefried,
  Winkler,  v.  Reitzenstein,  Mailles,  Dartignac
und  Georg  ausgeführt.

Wie  dies  schon  der  Fall  war  bei  allen  früheren
internationalen  Grenzverträgen,  welche  sich  auf
geographisch  wenig  erforschtes  Gebiet  beziehen,  so
erschien  es  bei  der  damaligen  Unkenntnis  der
Geographie  des  Grenzgebietes  auch  der  1894  zur
Festsetzung  einer  Grenze  zwischen  Kamerun  und
dem  oberen  französischen  Kongo-Gebiet  eingesetzten
Kommission  als  das  Zweckmäßigste,  Breiten=  oder
Meridian-Grade  und  gerade  Verbindungslinien
zwischen  einzelnen  in  ihrer  geographischen  Lage
einigermaßen  bekannten  Orten  als  Grenze  zu
nehmen.

Die  Hauptaufgabe  der  neuen  Kommission  war
nun  in  Rücksicht  auf  die  Bestimmungen  des
Artikel  1  und  des  Paragraphen  III  des  Abkommens
  von  1894  (Kolonialblatt  vom  16.  März
1894)  den  15.  Grad  östlicher  Länge  von  Greenwich
  und  den  10.  Breitengrad  im  Grenzgebiet
sowie  die  geographischen  Koordinaten  der  Orte
Bania,  Gasa,  Kunde  und  des  Schari-Flusses  am
10.  Breitengrad  und  an  seiner  Mündung  in  den
Tschad-See  zu  bestimmen.

Für  die  astronomischen  Bestimmungen  hatte
die  französische  Abteilung  u.  a.  zwei  Clandesche
Prismen-Astrolabe  zur  Benutzung.  Diese  noch
wenig  bekannten  Instrumente  haben  sich  sehr  gut
bewährt.

Die  Chef-Kommissare  kamen  überein,  eine
Triangulierung  im  Grenzgebiet  zu.  unterlassen,
vielmehr  unter  Ausnützung  der  vorzüglichen  astronomischen
  Instrumente  und  der  zahlreichen  im
Beobachten  und  Berechnen  astronomischer  Ortsbestimmungen
  ausgebildeten  Offiziere  die  für  die
Kartenkonstruktion  notwendigen  Hauptkoordinaten
lediglich  durch  astronomische  Beobachtungen  zu
gewinnen.  So  wurden  im  Laufe  der  Expedition
für  eine  dichte  Reihe  von  Orten  längs  der  Grenze
die  geographischen  Koordinaten  durch  Längenund
  Breitenbeobachtungen  bestimmt.  Das  Gelände
zwischen  diesen  astronomischen  Stationen  wurde
dann  nur  mit  dem  Kompaß  aufgenommen.

Diese  Methode  der  vorwiegend  astronomischen
Landesaufnahme  empfiehlt  sich  wegen  der  verhältnismäßig
  geringen  Kosten  und  der  Zeitersparnis
  in  allen  nicht  besonders  wertvollen
Kolonialgebieten,  für  welche  auf  Jahrzehnte  hinaus
  Karten  im  Maßstab  1:  300  000  oder  in
noch  kleinerem  Maßstab  genügen.

Absolute  Längenbestimmungen  wurden  in
Bania,  Gasa,  Kunde,  Mbone,  Kogboi  (bei  Koloi
der  Karte),  Tara  und  Lere  beide  bei  Bipare

 

(Bifara  des  Grenzvertrages),  Miltu  und  Dumran
bei  Miltu  sowie  in  Fort  Lamy  ansgeführt.  An
diese  Stationen  „absoluter  Länge“,  deren  Werte
eine  Genauigkeit  von  1  bis  3  Zeitsekunden  haben,
schlossen  sich  dann  zur  Erlangung  von  Breitenund
  relativen  Längenwerten  zahlreiche  Nebenund
  Grenzorte  an.

Die  Zeitübertragungen,  für  welche  den  Offizieren
  je  4  bis  10  Präzisions-Taschenuhren  zur
Verfügung  standen,  wurden  für  gewöhnlich  in
kurzen  Rundtouren  oder  derart  ausgeführt,  daß
nach  etwa  viertägigem  Hin=  und  Rückmarsch  auf
demselben  Wege  der  Ausgangsort  wieder  erreicht
war.  Solche  Schleifen  reihten  sich  im  allgemeinen
netz=  oder  kettenförmig  aneinander.  Der  mittlere
Fehler  des  Resultats  einer  solchen  Uhrenreise  war
stets  nahe  einer  Zeitsekunde.

Die  Differenzen  zwischen  den  deutschen  und
den  französischen  Resultaten  der  mit  verschiedenen
Instrumenten  angestellten  astronomischen  Beobachtungen
  erwiesen  sich  immer  als  ganz  gering.
So  wurden  beispielsweise  bestimmt:

deutscherseits  französischerseits

nördl.  östl.  Breite  nördl.  östl.  Länge

Breite  von  Paris  Breite  von  Paris
Kunde  65°  Z3“  1“  128  7.8  69  3“  2“  122  V.5
Lame  95  13’°52“  125  12.3  9  13°52“  12=  12·0
Bipare  99  38°  49“  11939./6  99  38°  49“  11839./2

Das  gesamte  Material  der  astronomischen
Ortsbestimmungen  der  Kommission  wird  zur  Zeit
unter  Leitung  des  Observators  an  der  Göttinger
Königlichen  Sternwarte,  Universitätsprofessor  Dr.
Ambronn,  dem  auch  die  Ausbildung  der  deutschen
Offiziere  zu  verdanken  ist,  sowie  unter  Mitwirkung
des  Bureau  des  Longitudes  in  Paris  nachgeprüft.
Die  für  später  zu  erwartende  ausführliche  Publikation
  soll  dann  als  Grundlage  bei  Herstellung
einer  deutsch-französischen  Ostkamerun-Grenzkarte
dienen.

7

Deutsch-Südwestafrika.

Vom  Bau  der  Südbahn.

Nachdem  der  Reichstag  am  12.  März  d.  Js.
der  Fortführung  der  Eisenbahn  Lüderitzbucht-Aus
  bis  Keetmanshoop  zugestimmt  hatte,  sind
die  weiteren  Bauarbeiten  unverzüglich  in  Angriff
genommen  worden.  Nach  einem  soeben  eingetroffenen
  Telegramm  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  in  Windhuk  hat  in  diesen  Tagen  bereits
die  etwa  34  Kilometer  lange  Teilstrecke  Aus-Schakalskuppe
  für  Militärtransporte  eröffnet
werden  können.
        <pb n="713" />
        S#

tlicher  Ratgeber  für  Deutsch-Südwestafrika.

Der  amtliche  Ratgeber  für  Deutsch-Südwestafrika,
  der  den  Zweck  verfolgt,  solchen  Personen,
  die  sich  in  dem  genannten  Schutzgebiet
niederzulassen  gedenken,  mit  Auskunft  über  die
Ansiedlungsverhältnisse  zu  versehen,  ist  nunmehr
  im  Druck  fertiggestellt  und  im  Verlage  von
Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen)  erschienen.  Er
ist  durch  den  Buchhandel  zum  Preise  von  1  Mark
zu  beziehen.  Ihm  sind  31  auf  das  Schutzgebiet
bezügliche  Bilder,  eine  Gesamtansicht  von  Windhuk
und  eine  farbige  Karte  beigegeben.  Im  Hinblick
auf  diese  Ausstattung  war  der  billige  Bezugspreis
  nur  durch  einen  staatlichen  Zuschuß  zu
ermöglichen.  Das  107  Seiten  umfassende  Buch
enthält  in  seinem  ersten  Kapitel  eine  gedrängte
Beschreibung  des  Landes,  um  den  Auswanderungslustigen
  ein  Bild  von  der  Beschaffenheit
  des  Schutzgebiets  zu  geben.  Das  zweite
Kapitel  verbreitet  sich  über  die  Ansiedlungsverhältnisse,
  wobei  der  Farmwirtschaft  in  eingehender
Weise  gedacht  wird.  Es  enthält  Mitteilungen
über  den  Erwerb  fiskalischen  Farmlandes,  über
die  Zeit  des  Eintreffens  im  Schutzgebiet,  die  Mitnahme
  von  Wirtschaftsgegenständen,  über  die
Transportmittel,  Arbeiterfrage,  Mitnahme  von
Proviant,  Handwerkszeng  und  Hausrat  aus  der
Heimat.  Dabei  wird  in  einem  besonderen  Abschnitte
  der  Viehwirtschaft  gedacht  und  das  auf
Kleinvieh,  Rindvieh,  Pferde  und  Straußenzucht
Bezügliche  mitgeteilt.  Das  letzte  Kapitel  gibt
eine  kurze  Ubersicht  über  die  Schutzgebietsverwaltung.
  Als  Anlagen  sind  dem  Ratgeber  beigefügt:


Die  Bestimmungen  für  Gewährung  staatlicher

  Ansiedlungsbeihilfen,
die  Bestimmungen,  betreffend  Verwaltung
fiskalischen  Farmlandes,
ein  Plan  für  den  Hausbau,
eine  Liste  der  notwendigsten  Baumaterialien
und  Sämereien,

eine  Aufstellung  des  für  eine  Familie  nötigen
  Jahresproviants,

ein  Verzeichnis  des  zur  Mituuhme  geeigneten
  Handwerkzeugs,  Geräts  und  dergl.,

die  Bestimmungen  für  Gewährung  von  Prämien
  zur  Umzäunung  von  Farmen  und
Heimstätten,

sowie  ein  Verzeichnis  der  auf  Südwestafrika
bezüglichen  Literatur,  Karten  und  Zeichnungen.


Da  der  Ratgeber  nur  in  Kürze  das  für  den
Ansiedler  Wissenswerte  geben  kann,  wird  behufs
eingehender  Information  auf  das  Studium  der
Literatur  nicht  verzichtet  werden  können.  Eine
gute  Ubersicht  über  diese  gibt  die  Zusammen-629



 

—

stellung,  in  der  auch  die  Bezugspreise  angegeben
werden.  Die  in  fünf  Farben  ausgeführte  Übersichtskarte
  enthält  alle  wichtigen  Ortschaften,  ebenso
sind  auch  die  Eisenbahnlinien  eingezeichnet.  Des
weiteren  ergibt  die  Karte  ein  anschauliches  Bild
über  die  Land=  und  Bergwerksgebiete  der  Gesellschaften.


Deutscher  Sprachunterricht  für  SEingeborene.

Die  zur  Verbreitung  der  deutschen  Sprache
unter  den  Eingeborenen  durch  Pfarrer  Anz  seit
1901  entfaltete  Tätigkeit  hat  durch  seinen  im
August  1903  erfolgten  Urlaubsantritt  und  den
Ausbruch  der  Unruhen  eine  fast  1  1/2jährige  Unterbrechung
  erlitten.

Seit  Jannar  1905  hat  der  genannte  Geistliche
den  Einzelunterricht  wieder  ausgenommen.  Der
Unterricht,  welcher  durchschnittlich  eine  Besucherzahl
  von  zehn  bis  zwölf  Eingeborenen  aufweist,
wird  zur  Zeit  in  fünf  Wochenstunden  von  2  bis
3  Uhr  nachmittags  erteilt.

Die  Erfolge  im  Lesen,  Schreiben  und  Deutschsprechen
  sind  trotz  des  vielfach  lückenhaften  Besuches
  als  befriedigend  zu  bezeichnen.

Blaugrunduntersuchungen  im  Bezirk  Glbeon.

Einem  unter  dem  6.  Juni  d.  Js.  erstatteten
Berichte  der  Gibeon-Schürf=  und  Handelsgesellschaft,
  die  sich  mit  der  Untersuchung  der
Diamantmuttergesteinslager  im  Bezirk  Gibeon  befaßt,
  entnehmen  wir  folgende  Mitteilungen:  „Die
Arbeiten  im  Schutzgebiet  sind  am  2.  April  aufgenommen
  worden.  Fünfzig  vom  Gouvernement
überlassene  Herero-Familien  sind  glücklich  nach
Gibeon  überführt;  die  Leute  arbeiten  sich  allmählich
  gut  ein.

Zunächst  wurden  zwei  Blaugrundstellen  in
Angriff  genommen.  Die  eine  in  Gibeon  und
als  zweite  die  Freistatt-Blaugrundstelle  (zwei
Kilometer  nördlich  von  Gibeon).  Auf  jeder  Blaugrundstelle
  ist  eine  Abteilung  unter  sachverstäudiger
  europäischer  Leitung  gebildet,  so  daß  stets
zwei  Blaugrundstellen  zu  gleicher  Zeit  untersucht
werden.

Aus  den  praktischen  Erfahrungen,  die  Dr.
Hartmann  in  Südafrika  sammeln  konnte,  ergab
sich,  daß  die  Untersuchungen  der  Blaugrundstellen
einfacher  und  schneller  durchzuführen  sind,  als
ursprünglich  angenommen  worden  ist.  Ende  April
waren  auf  der  Gibeon-Blaugrundstelle  27  Schächte
von  etwa  zweieinhalb  bis  drei  Meter  Tiefe  ab-
        <pb n="714" />
        G  630  2C

geteuft.  Der  geförderte  Gelbgrund  liegt  aufbereitet.
  Das  Waschen  sollte  Anfang  Mai  beginnen,
  so  daß  Mitte  Mai  die  Untersuchung  der
einen  Blaugrundstelle  voraussichtlich  beendet  war,
und  jetzt  auch  die  Untersuchung  der  Freistatt=Blaugrundstelle
  beendet  sein  wird."“

MD

Togo.

Die  Gebirgsstraße  Jo-Hame.
(Mit  8  Abbildungen.)

Die  Hauptverbindung  zwischen  Süd-Togo  und
seinem  westlichen  Hinterlande  führt  im  Anschluß
an  die  alte  Fahrstraße  Lome  —Palime  und  neuerdings
  im  Anschluß  an  die  Inlandsbahn  von
Palime  aus  über  Jo,  Misahöhe,  den  Frangois=Paß
  und  über  Tongbe  weiter  nach  Kame.  Kurz
hinter  dem  Dorfe  Kame  gabelt  sich  der  Weg,  die
eine  Linie  führt  nach  Kpandu,  die  andere  nach
Kete-Kratschi  und  weiter  nach  Jendi  und  Sansanne-Mangu.
  Iunsbesondere  zwischen  Kame  und
Palime  weist  der  Weg  schon  seit  langer  Zeit
einen  erheblichen  Lastenverkehr  auf,  der  stetig  zunimmt,
  und  der  sich  seit  Inbetriebnahme  der
Bahn  Lome—Palime  noch  mehr  steigert.

Die  Beförderung  sämtlicher  Waren  bezw.  Produkte
  von  Palime  nach  dem  Hinterlande  bzw.
in  umgekehrter  Richtung  geschieht  bisher  ausschließlich
  durch  Träger,  da  die  Gebirgsstrecke  des
Weges  von  Jo  bis  Kame,  infolge  ihrer  sehr
ungünstigen  Steigungsverhältnisse  nur  für  Fußgängerverkehr
  gebaut,  für  Wagen  aber  nicht  fahrbar
  ist.

Nachdem  sich  nun  in  den  letzten  Jahren  gezeigt
  hat,  daß  sich  der  Wagenverkehr  auf  den
Straßen  Lome  —Palime  und  Lome—  Atakpame
gegenüber  dem  Lastträgerverkehr  als  ein  wesentlicher
  Fortschritt  erwiesen  hat,  erschien  es  zweckmäßig
  und  erforderlich,  Wagen  und  möglichst
auch  Selbstfahrer  von  Palime  aus  im  Verkehr
mit  dem  Hinterlande  einzuführen;  der  Transport
der  Produkte  und  Waren  sollte  dadurch  verbilligt
und  erleichtert  werden.

Hierzu  bedurfte  es  einer  Fahrstraße;  die  nicht
fahrbare  Wegstrecke  Jo—Kame  mußte  daher  zunächst
  in  eine  Fahrstraße  ausgebaut  werden.

Eingehende  Vorarbeiten  lagen  für  den  Ausbau
  der  Fahrstraße  nicht  vor;  es  mußte  daher
zunächst  mit  Vorarbeiten  begonnen  werden.  Von
Jo  ausgehend  bildete  der  Francois-Paß  oberhalb
der  Station  Misahöhe  den  ersten  Hauptzwangspunkt.
  Auf  einen  unmittelbaren  Anschluß  der
Station  Misahöhe  wurde  verzichtet,  da  derselbe
Schwierigkeiten  in  der  Linienführung  ergeben

 

hätte  und  auch  vom  Bezirksamt  Misahöhe  nicht
für  dringend  erforderlich  erachtet  wurde.  Eingehende
  Untersuchungen  ergaben,  daß  bis  zum
Frangois-Paß  der  Weg  am  Hange  des  sogen.
Hausberges  entlang  zu  führen  sei.  Auf  der
Strecke  zwischen  Jo  und  dem  Frangois-Paß  ergaben
  sich  als  weitere  Zwischenzwangspunkte  einzelne
  tiefe  Schluchten  mit  schroffen  Wänden  am
Abhange  des  Hausberges,  die  so  geschnitten  werden
mußten,  daß  zu  große  Erdarbeiten  vermieden
wurden.  Bei  einer  Höhendifferenz  von  rund
257  Metern  zwischen  dem  Anfangspunkte  der
Straße  in  Jo  und  dem  Frangçois-Paß  war  es
möglich,  die  Trace  mit  einer  durchschnittlichen
Steigung  von  1:20  am  Hange  des  Hausberges
entlang  bis  zum  Francois-Paß  führen.  An  einzelnen
  Stellen  mußte  diese  Steigung  mit  Rücksicht
auf  die  JSchluchten  erhöht  werden,  einmal  bis
auf  1:17,

7  Strecke  von  Jo  bis  zum  Francois-Paß
ist  5  Kilometer  lang.  Nachdem  die  Straße
auf  dem  Francois-Paß  ihren  Höhepunkt  erreicht
hat,  fällt  sie  im  Maximum  1:20  zuerst  nach
Tongbe  ab,  wo  sie  den  Aka-Bach  schneidet.

Bis  nach  Tongbe  waren  die  speziellen  Vorarbeiten
  zu  Anfang  dieses  Jahres  beendet.  Weiterhin
  wird  die  Trace  voraussichtlich  am  Jometoe
und  am  Tüf  entlang  nach  Kame  geführt  werden,
wo  sich  die  neue  Fahrstraße  mit  dem  alten  bestehenden
  Wege  vereinigen  wird.  Verlorene  Steigungen
  werden  sich  mit  Ausnahme  einer  kleinen
hinter  Tongbe  vollständig  vermeiden  lassen.

Eingehende  Erwägungen  haben  dazu  geführt,
den  Weg  nicht,  wie  zuerst  beabsichtigt  war,  in
4,  sondern  in  5  Meter  Breite  auszrführen.
Der  Weg  führt  nämlich  zum  größten  Teile
an  steil  abfallenden  Hängen  entlang,  so  daß
es  mit  Rücksicht  auf  die  in  manchen  Fällen  nicht
sehr  große  Geschicklichkeit  der  Wagenzieher  nicht
angebracht  erschien,  die  zuerst  angenommene  Breite
von  4  Meter  beizubehalten,  insbesondere  da
auch  in  Aussicht  genommen  ist,  später  Selbstfahrerverkehr
  auf  der  Straße  einzurichten.

Die  Krümmungen  sind  mit  möglichst  großen
Radien  ausgeführt  worden;  als  Minimum  ist
mit  einer  Ausnahme  R  gleich  30  Meter  innegehalten.


Die  Wegekrone  ist  einplaniert  und  dann  gut
festgestampft  worden.

Die  Böschungen  sind  mit  Bermuda-Gras  bepflanzt
  worden,  das  an  den  meisten  Stellen  gut
angewachsen  ist.  Aus  einzelnen  Wegestrecken  sind
die  Böschungen  in  ihrem  unteren  Teile  mit  Stützmauern
  in  Trockenmauerwerk  versehen  worden.
Auf  der  Talseite  sind  an  der  Straße  in  je  4  Meter
Entfernung  Mangobäumchen  angepflanzt  worden,
die  größtenteils  gut  angewachsen  sind.
        <pb n="715" />
        Zu:  Demsches  Kolonialblau  Nr.  13.  1007.

Oie  Gebirgsstraße  Jo-Rame.

 

 

Slalion  Milahöhe.

(Am  Finterarunde  Hausbers

 

 

 

Hüllen  in  BRamr.
        <pb n="716" />
        Slrakr  bri  Rilomeler  2.5.

 

Damm  am  Schmeinlurl-Fall.
        <pb n="717" />
        Slralie  in  Bilomelere  3,9.

 

 

 

Slrahir  in  Bilomelerr  i.0.
        <pb n="718" />
        Dinler  dem  Franrois-Pah

 

 

Arbeilerdor'am  François-Pali.
        <pb n="719" />
        631  20

Der  Weg,  der  fast  auf  seiner  ganzen  Länge
bisher  am  Hange  der  Berge  entlang  zu  führen
war  und  weiterhin  zu  führen  sein  wird,  weist
den  Charakter  einer  Gebirgsstraße  auf.  Der  Anschnitt
  der  steilen  Berghänge  (Neigungen  von
1:1  kommen  mehrfach  vor)  bedingte  viel  Erdarbeit,
  die  zum  Teil  sehr  schwierig  war,  da  fast
überall  das  Erdreich  stark  mit  Felsen  durchsetzt
ist;  öfters  mußten  auch  Felsen  durchbrochen
werden.

Es  waren  bei  insgesamt  52  908  Kubikmeter
Erdarbeit  12  011  Kubikmeter  Felsarbeit  zu  leisten.
Große  Erdarbeit  erforderten  die  Dämme  in  den
verschiedenen  Schluchten,  insbesondere  aber  der
Damm  in  der  Schlucht,  durch  welche  der  Schweinfurth-Fall
  abläuft  (Abb.  Nr.  4);  dieser  Damm
hat  allein  12  000  Kubikmeter  Inhalt.

Nach  der  Bergseite  zu  hat  die  Straße  einen
Graben.  An  geeigneten  Stellen  wird  das  im
Graben  abfließende  Wasser  durch  Sickerschlitze  und
durch  Durchlässe,  die  in  Trockenmauerwerk  als
Plattendurchlässe  hergestellt  sind,  nach  der  Talseite
abgeleitet.  Das  in  zwei  Schluchten  kommende
Wasser  wird  durch  Plattendurchlässe  in  Trockenmauerwerk
  abgeführt.  Bei  den  anderen  Schluchten,
die  weniger  wasserreich  sind,  ist  auf  die  Anordnung
  von  besonderen  Durchlässen  verzichtet  worden.
Um  dem  Wasser  hier  den  Durchtritt  durch  den
Damm  zu  ermöglichen,  ohne  eine  Beschädigung
des  Dammfußes  und  des  Damnkkörpers  befürchten
zu  müssen,  sind  auf  der  Sohle  der  Schluchten
unter  dem  Damm  große  Steine  unregelmäßig
verlegt  worden,  so  daß  das  Wasser  zwischen  den
bestehenden  Offnungen  durchsickern  kann.  Diese
Anordnung  hat  sich  bis  jetzt  auch  bei  starken
Regenfällen  gut  bewährt.

Bei  der  Arbeit  sind  fast  ausschließlich  Leute
des  Bezirks  Misahöhe  verwandt  worden,  die  teilweise
  vom  Bezirksamt  gestellt  wurden,  teilweise
sich  freiwillig  zur  Arbeit  meldeten.  Die  vom
Bezirksamt  gestellten  Arbeiter  wurden  zuerst  vierwöchentlich,
  nachher  dreimonatlich  gewechselt.  Die
Arbeitslöhne  schwankten  zwischen  50  und  75  Pf.
für  den  Tag.

Im  Juli  wurde  zuerst  probeweise  an  einer
kurzen  Wegestrecke  der  Versuch  gemacht,  Akkordarbeit
  einzuführen.  Der  Versuch  gelang  gut,  und
es  wurden  dann  weiterhin  die  Strecken  des
Weges,  auf  denen  nur  Quertransport  zu  leisten
war,  und  die  nicht  zu  stark  mit  Steinen  durchsetzt
  waren,  stückweise  an  einzelne  Dorf=  oder
Landschaften  in  Akkord  vergeben.  Im  ganzen
sind  3690  laufende  Meter  Weg  für  8875  Mark
in  Akkord  fertiggestellt  worden.  Diese  Tatsache
ist  mit  Freude  zu  begrüßen,  denn  sie  zeigt,  daß
die  Eingeborenen  anfangen,  den  Nutzen  einer
intensiven  Arbeitsleistung  einzusehen.  Der  An- 



drang  freiwilliger  Arbeiter  zur  Akkordarbeit  war
zuletzt  so  groß,  daß  viele,  die  nach  solcher  Arbeit
verlangten,  zurückgewiesen  werden  mußten,  da
die  Möglichkeit,  Akkordarbeit  zu  vergeben,  nicht
mehr  vorlag.

Die  beim  Wegebau  beschäftigten  Arbeiter
wohnten  zum  Teil  in  den  benachbarten  Dörfern
Jo  und  Tongbe,  zum  Teil  in  den  Arbeiterlagern
auf  dem  Francois-Paß  und  in  der  Nähe  von
Jo  in  selbstgebauten  Hütten.  Für  Verpflegung
trugen  die  Leute  selbst  Sorge.  Nahrungsmittel,
Yams,  Reis  usw.  wurden  den  Arbeitern
meistens  von  ihren  Angehörigen  aus  den  Heimatsdörfern
  wöchentlich  oder  in  gewissen  Zeitabständen
zugetragen.  Viele  Arbeiter  hatten  ihre  Frauen
bei  sich,  die  dann  für  die  Zubereitung  der  Speisen
sorgten.  Mangel  an  Nahrungsmitteln  hat  sich
trotz  der  teilweise  sehr  hohen  Arbeiterzahl  (bis
zu  tausend  Leute),  welche  auf  eine  kurze  Strecke
zusammengedrängt  waren,  nie  bemerkbar  gemacht.
Arbeiterschwierigkeiten  sind  ebenfalls  nie  eingetreten.
Die  Arbeitszeit  war  auf  9  Stunden,  von  6  Uhr
morgens  bis  4  Uhr  nachmittags  mit  zwei  Eßpausen
von  8  bis  8⅛½  Uhr  und  von  12  bis  12½  Uhr
bemessen.  Diese  Arbeitszeit  hat  sich  beim  Wegebau
  als  zweckmäßig  erwiesen,  weil  bei  dieser
Zeiteinteilung  den  Leuten  Gelegenheit  gegeben
ist,  noch  vor  Eintritt  der  Dunkelheit  ihre  Wohnungen
  aufzusuchen,  ihre  Waschungen  zu  verrichten
  und  auch  ihre  Hauptmahlzeit  vorzubereiten.

Der  Arbeitslohn  wurde,  wie  auch  sonst  hier
üblich,  den  Leuten  zu  einem  Teile  als  Vorschuß,
als  Eßgeld  gezahlt,  während  der  Restlohn  am
Schlusse  des  Monats  ausgehändigt  wurde.

Die  fertige  Wegestrecke  betrug  Anfang  des
Jahres  7100  Meter,  deren  Ausführung  einen
Kostenaufwand  von  rund  125000  Mark  verursacht
hat.  In  dieser  Summe  sind  einbegriffen  die
Gehälter  und  Tagegelder  der  europäischen  Aufsichtsbeamten
  und  die  Anschaffungskosten  für  die
Werkzeuge  und  Geräte.

Die  Ausführung  der  Straße  war  dem  Bauamt
  unterstellt.  Mit  der  Ausführung  der  Erdarbeiten
  wurde  am  26.  Oktober  1905  begonnen.
Am  31.  Oktober  1906  mußten  die  Ausführungsarbeiten
  eingestellt  werden,  da  die  im  Etat  vorgesehenen
  Mittel  für  den  Wegebau  verbraucht
waren.  Es  ist  in  Aussicht  genommen,  im  August
1907  mit  den  Arbeiten  wieder  zu  beginnen.  Die
Arbeit  war  so  geteilt,  daß  jeder  der  Baubeamten
einen  Schacht  von  etwa  150  bis  200  Mann
Stärke  beaussichtigte,  mit  dem  er  eine  ihm  überwiesene
  Wegestrecke  auszuführen  hatte.

M
        <pb n="720" />
        W  632  20

Deutsch-Ostafrika.
A#kerbau  und  Viehsucht  in  Ungonl.)

Hauptkultur  in  Ungoni  ist  die  Eleusine,  also
eine  ziemlich  minderwertige  Frucht.  Sie  dient
nicht  nur  zur  Zubereitung  der  massenweise  genossenen
  Pombe  (Bier),  sondern  wird  auch  vielfach
  in  der  Form  von  Ugali  (Mehl)  verzehrt.
Ulesi  saugt  den  Boden  offenbar  stark  aus.  Der
Anbau  verlangt  große  Flächen.  Die  übliche  Vorbereitung
  des  Ulesifeldes  im  eigentlichen  Ungoni
ist  folgende:  Zu  Anfang  der  Trockenzeit  wird  in
einem  Stück  Hochwald  das  Unterholz  gerodet
und  der  Boden  umgegraben.  Dann  schlägt  man
von  den  großen  Bäumen  die  Aste  ab,  häuft  sie  um
den  Stamm  herum  auf  und  läßt  sie  bis  Beginn
der  Regenzeit  liegen.  Dann  verbrennt  man  den
mittlerweile  trocken  gewordenen  Holzhaufen  da,  wo
er  liegt.  Man  sucht  hierdurch  den  Baum  zum  Absterben
  zu  bringen,  was  auch  meistens  gelingt.
Etwa  drei  Viertel  der  so  behandelten  Bäume  gehen
ein.  Die  Asche  der  Aste  wird  bei  beginnendem
Regen  im  Erdreich  verteilt,  und  um  den  abgestorbenen
  Baum  herum  wächst  die  Eleusine
besonders  üppig.  Die  kleinen,  astlosen  Bäume
werden  einfach  abgehauen.  Man  kann  Ulesi
meist  nur  zwei-,  eventuell  auch  dreimal  auf  demselben
  Felde  mit  Erfolg  pflanzen  und  läßt  dann
in  der  Regel  etwa  drei  Jahre  lang  Mais  oder
Mtama  oder  beides  folgen,  während  schon  rechtzeitig
  vorher  neues  Ulesiland  vorbereitet  wird.

Bei  Neugründung  einer  Ansiedlung  wird  meist
alles  in  Kultur  genommene  Land  zunächst  mit
Ulesi  besät.  Für  eine  Familie  von  vier  bis  sechs
Köpfen  kann  man  etwa  3  ha  Ackerland  rechnen.
Nach  zwei  Jahren  muß,  wie  gesagt,  beim  Ulesifeld
  Fruchtwechsel  eintreten.  Es  sind  dann  unter
Kultur  die  alten  Ulesifelder,  jetzt  mit  Mais  usw.
bestanden,  und  etwa  1½  ha  neues  Ulesifeld  (diesmal
  weniger,  da  ja  Mais  usw.  zum  Unterhalt
vorhanden),  zusammen  also  etwa  4½  ha.  Ungefähr
  alle  zwei  Jahre  müssen  neue  Ulesifelder
geschaffen  werden,  die  stets  nach  etwa  fünf  Jahren
(nach  zwei  Ulesi=  und  drei  Maisernten)  endgültig
brach  liegen  und  allmählich  wieder  Wald  werden.
Ich  habe  in  zahlreichen  Fällen  alte  Ackerfurchen
im  Walde  gefunden.

Die  Zeit,  welche  verstreichen  muß,  bis  ein  mit
Ulesi  bebaut  gewesenes  Land  von  neuem  in  Ulesikultur
  genommen  werden  kann,  beträgt  im  Durchschnitt
  etwa  20  bis  30  Jahre.  Nach  dieser  Zeit
könnte  also  das  ursprünglich  erste  Feld  wieder
gerodet  und  mit  Ulesi  bebaut  werden.  Während
dieser  Beit  hat  eine  Familie  etwa  20  bis  30  ha

*)  Aus  einen  exicht  des  Bezirksamtmanns  Hauptmann
  a.  D.

 

Landes  unter  Kultur  genommen  bzw.  nach  Erschöpfung
  des  Bodens  brach  liegen  lassen.  Für
jeden  Haushalt  müßten  also  im  Durchschnitt
25  ha  vorhanden  sein,  falls  sich  alles  Land  zur
Kultur  eignen  würde.

Ungoni  umfaßt  etwa  46  300  Quadratkilometer
oder  400  000  ha;  vor  dem  Aufstande  waren  etwa
15  000  erwachsene  Männer  oder  annähernd
ebensoviele  Familien  vorhanden.  Demnach  wäre
bei  der  oben  beschriebenen  Kulturmethode  Platz
für  (4630  000:  25  -)  145  200  Familien.  Das
würde  eine  neunfache  Bevölkerungsdichtigkeit  im
Vergleich  zu  der  vor  dem  Aufstande  vorhandenen
ergeben.

Die  Wangoni  sind  tüchtige  Ackerbauer.  Besonders
  der  Süden  des  Landes  zeichnet  sich  darin
aus.  Mischkulturen  sind  dort  sehr  beliebt.  Hier
kann  auch  während  der  Trockenzeit  gesät  werden.
Die  zahlreichen,  das  ganze  Jahr  fließenden  Bäche
mit  ihren  zum  Teil  sumpfigen  Rändern  ermöglichen
dies.  Man  nennt  solche  Felder  #madinbac.

Viehdüngung  ist  überall  unbekannt  und  bei
dem  hiesigen  Viehbestande  auch  nicht  möglich.

Die  aussaugende  Wirkung  der  Ulesikultur
bringt  es  mit  sich,  daß  die  Wangoni  sehr  viel
wandern  müssen.  Reist  man  kurz  nach  der  Regenzeit
  durch  das  Land,  so  sieht  man  eine  Menge
verlassener  Dörfer  inmitten  von  Feldern,  die  noch
nicht  abgeerntet  sind.  Gleich  nach  der  Regenzeit
wird  umgezogen,  weil  dann  der  Boden  der  neuen
Ansiedlung  noch  einigermaßen  leicht  zu  bearbeiten
ist.  Dort  wohnen  die  Leute  einstweilen  in  Lagern.
Hütten  werden  erst  später  gebaut.

Wenn  auf  dem  früheren  Wohnsitz  die  Ernte
reif  ist,  dann  werden  zum  Zwecke  des  Einbringens
die  alten  Hütten  vorübergehend  wieder  bewohnt.
Das  häufige  Umziehen  ist  die  Ursache  davon,
daß  man  im  Lande  fast  stets  vergeblich  nach  den
Namen  von  Dörfern  fragt.  Man  erhält  als
Antwort  entweder  den  Namen  des  Jumben  oder
den  des  nächsten  Baches  oder  Berges.

Die  Hauptpflanzzeit  sind  Dezember  und  Jannar,
also  der  erste  Teil  der  Regenperiode.  Die  Leute
sagen:  Wer  Mtama  pflanzen  will,  muß  dies  schon
im  Dezember  tun,  für  Ulesi  ist  auch  Ende  Jannar
noch  Zeit  und  Mais  wird  auch  bei  noch  späterer
Aussaat  reif.  An  der  Feldarbeit  sind  Männer
wie  Weiber  beteiligt.  Das  Fällen  der  Bäume
gehört  dabei  zur  Arbeit  des  Mannes.  Die
sonstigen  Verrichtungen  des  Ackerbaues  werden
von  beiden  Geschlechtern  gemeinsam  besorgt.  Hat
ein  Mann  mehrere  Weiber,  dann  pflegt  er
die  Felder  entsprechend  zu  verteilen  und  abzugrenzen,
  so  daß  für  jedes  Weib  ein  gesondertes
Feldstück  vorhanden  ist.  Jedem  Weibe  kommt
auch  eine  besondere  Vorratshütte  zu.

(Fortsetzung  S.  637.)
        <pb n="721" />
        W  633  20Ö

Übersicht  über  die  Bewegung  des  Hbandels  des  Schutzgebiets  Deutsch-Ostakrika  im  vierten  Vierteljahr  1906.

I.  über  die  Küstengrenze.

 

Im
IV.  Viertel=Im


IV.  Viertel= 



 

 

 

 

 

 

W  "  "  ZunahmeAbnahme
Warengruppen  jahr  1006  fahr  1905  3  )
Ml.  Mk.  Mk.  Mk.
A.  Ein  fuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowic  der
zugehörigen  Nebengewerbe.
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  ’  640  806  473  560  167  836
bl  Kuollengewächse.  Gemüse  und  Früchte  .  62  457  57  4422  50299  —
J)  Koloniale  Vergehrungsgegenstände,  6Gonachmitntt  206  467  154  048  —
DOlfrüchte,  Pflanzenöle,  #Pflanzenwachs  19  936  6172  18  76—
)  Getränke  (außer  Mineralwasser)  168  644  122383  46  261
Sämereien  49109  6  030  —  1  111
2)  Faserpflanz  1  600  152  1454  —
b)  Erserhnssss  er  Forstwirtschaft  ....  63  760  24  746  39  0111  —
Summe  l  1  168  679  811  513324  16606  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a)  Lebende  Tie  6328  11331  —  W
b)  Fleisch  und  ebbare  nieriihe  Etzeugnisse  a  aller  Art  132  741  125  994  6  717
I)  Tierische  Rohstoffe  .  1367  490  8771  —
Summe  I  .  140  436  137  815  2621  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  306  217  82  663223  55—
IX.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  65  660  39  833825  821
V.  Chemische  u.  Pha#nazentische  Erzeuguhse.  (außer  Schießbedarß)  78  675  58  440  20  235  —
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.  (außer
Lederwaren)  -  .  1  625  676  907711  627  965  —
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  Kürschnerwaren  .  51777  74  115  22  338
VIII.  Gummi=  und  Kautschulwaren  .  7334  1784  5  550  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwa  19  698  34  571  15  127  —
X.  Papier=  und  Pappwaren,  suartwn  und  Nunftgegenstände  »  68  993  38  621  30  372  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  71  112  53.003  18  139
XII.  Metalle  u.  Metallwaren,  außer  Instrument.  ,  lllmchtn  u  Wancn
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeng  .  58914  109  949  —  51  035
b)  Fabrikate  19897  8833  12  —  450  259
Summe  An  546  707011048  091  —  501  294
Tll.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  .  283  808  141  30512  50—
XIV.  *  und  Munition  ....  56  168  96  581  —  40  413
XV.  Ge  (d  ........  1  245  487  105  838  1  139  649  —
Summe  A.  Einfuhr  5  766  5473  754  889  2  011  658  —
B.  Rus’fuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
zugehörigen  Nebengewerbe.
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  .  1  607  4261  —  2654
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  2412  1192  —  1780
e)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände  und  Gemuhmitee.  160  169  153  607  6562  —
d)  Olfrüchte,  Pflanzenölec  und  Pflanzenwachs  158  169  151  114  7055
JP)  Gerränke  880  1014  —  8184
s)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Iunermitel  8  539  2964  5751  —
6)  Faserpflanzen  505  62577  0571  ö66
D)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  .  -  ,  404214  214  697189  517  —
Summe  1.  1236  615  911  906/  324  709  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a)  Lebende  Tie  14  268  11  õ83  26851  —
b)  Tierische  htineminel  8  547  14251  —  5  704
c)  Ticrische  Rohstoffe  .....  477  067  212544  2645431  —
Summe  II  490  902  238  378261  52X
III.  Mineralische  und  fossile  Nohstoffe  65  365  30  858  34  5010—
IV.  Gewerbliche  Erzengnisse:  .  18  783  11  676  37  10
V.  Gel  .  973  1128  —  155
Sunnmne  B.  Ausfuhr  1  851  6381  193  946

»  ,  Dazu  A.  Einfuhr
Gesamthandel  über  die  Küstengrenze

5  766  547

38  754  889

657  692  —
20116581  —

 

 

 

7618  185

1948  835

 

2669  350|
        <pb n="722" />
        G  634  20

 

 

 

 

  
     
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  IV.1  Im  1
Viertel-Viertel-  ZunahmesAbnahme
Warengruppen  jahr  1900|jahr  1905
Mk.  Mk.  Mk.  Mi.
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a)  Lebende  Tiere  —  —  —  —
b)  Fleisch  und  eßbare  ierische  Erzeugnisse«  aller  Art  4928  1810  31181  —
c)  Tierische  Rohstoffe  14  085  34471  106381  —
Summe  II  19  018  5257G
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  7384  2311  507—
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  6661  4365  2  226—
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse  (außer  Schießbedarf  12  818  5  533  7  2851  —
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.  (außer
Lederwaren)  .  .  864189436469470—
VII.  Leder=  und  Lederwaren,  Wachsiuch,  Kürchnerwanten  10  665  5  16  5  203  —
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  379  72  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren  .  5270  1  780  3  20%  —
X.  Papier-  und  Pavpwaren,  Aiterarische  und  Kunstgegenstände  12  150  3311  88391  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  21  676211  23  —
XII.  2  Fetdes  und  Mobnllware  außer  Instrumenten.  Maschinen  und
Wa
ir  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeug  13  111  10  416  2;695  —
b)  Fabrik  78  120|39  39538  72  —
Summe  XII  91  2311  49  81111  4220—
XIII.  Instrumente.  Maschinen  und  Fahrzenge  10  778  8681  20971  —
XIV.  Waffen  und  Munitio  4  586  1  036  3  55—
XV.  Geld  .  —  —  —  —
Summe  A.  Einfuhr  1258  933|  590  1844  668  719  —
B.  Ausfuhr.
IJ.  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
273521  23987  3  365  —
40  1  39  —
17  4691  24303  —  6894
191  421½¼  68  522  132899  —:
—  20  *
lebende  Pflanzen  und  duitecmittei  —  3  —
2954  5  —  2  122
der  Forstwirrschaft  .  102636143120—  40  484
Summe  I  341  872255  O009  86  780  —
II.  **2  zund  tiericche,  Erzeugnisse
a)  Lebende  Tier  19  389  30  898  —  11  559
b)  Tierische  glrungewiieh  21  852  14534  73188  —
JP)  Tierische  Rohstoffe  623  8860  9  799
Summe  II  665  077|  89  519)  75558  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe  13  549  5113  498  —
IV.  Gewerbliche  Erzeugnißse  ...  18  041  4767  8274  —
V.  Geld.  .  —  6  887  —  68387
Summe  B.  Ausfuhr  1  033  539856  316117722
Dazu  A.  Einfuhr  1258  933590  184y99  —
Handel  über  die  Binnengrenze  2292  172|11  4416  500845  971  —
III.  Gesamthandel.
Einfuhr  über  Küsten=  und  Binnengrenze  7  025  480|4  345  0732  680  407  —
Ausfuhr  über  Küsten=  und  Binnengrenze  2  885  1772  050  262831911  —
Gesamthandel  9910  657|6  395  3358  515  321  —
        <pb n="723" />
        e

635  20

Wichtigste  Warenposttionen.

Im  IV.  Vierteljahr
1906

Im  IV.  Vetelahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zunabme  Abnahme
enenn
Venenmung  der  Waren  Menge  Wert  Menge  #  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
keMl.  ke9  Ml.  kir  Mk.  ke  M.
A.  Einfuhr.
Reis#  1  963  108.  173  255|1  745  166  370  800)  217942  102  455  —  —
Tabakfabrikate  28  939  94  300|]  16  905  81  566  12  034  13  734  —  —
Stille  Weine  aller  Art  228  216  63  334450  390  24  327|  2  S826.  39  007  —  —
Branntweinc  aller  Art.  41  926  4126639  277  34  128  2649  71381  —  —
Bier  30  627  43  00  14898  275181  15729  15  491  —  —
Bau-  und  Nutzholz  91  780  47350%  733339  41  6500  18  441  5700  —  1  —
Fische,  Seeticre  und  Sühwassertier-  81  610,  28  501  20  284  11  885  64  326  16619  —  —
Milch,  Butter,  Käse.  Eier,  Honig  #
und  sonstige  tirrische  Nahrungs-  »
mittel  39  381  72  194  33  125.  64228  6256  7  966  —  —
Zement  2  039  054  140  802  525  4511  35  063|1  513  603  105  829  —  —
Salz  ..  194  509  10355  5  723s  1  52188  786  8834  —  —
Petroleum  ..  601  984  135  575|70  418  39  616431  566  95  959  —  —
Seifen  aller  Art  .  100369)14573892220134  bl  31  323  —
Drogen  und  Apothekerwaren  .  39921  36  867/29  180  12355  —  —  5  488
Baumwollgewebe  278  405  768  402|193  182  525  672  6  2  212  73|
Baumwollene  Vekeihongseger-  i  «
stände  aller  #  163  600  673  396/  105  895  369  97  57711  303  424  —  —
Glas  und  Ekankot  26  187  18  91438822  16  792  —.  212212635s—
Roheisen,  eiserne  Schienen,  .  i
Stangen,  Blöcke.  240  560)  38  504003  978  108  39911I.  —  663  418.  69  802
Alle  nicht  besonders  lenannten  s
Eisenwaren  14443  294/  364  904|3  918  872  362  296  —  —  2505  **“  497  392
Landwirtschaftliche  Maschinen.  36  695.  49  587H7B  60  380)  12  122  —  —  10  793
Maschinen  für  industrielle  Betriebe  27284  12  738  2  125  6  180  25  159,  36258  —  —
Transportmaschinen  und  Fahr-  -  .
zeuge  aller  Art,  auch  Fahrräder  195  283  157  3971  62252  46261  133031  111  136  —  —
Silbermünzen  —  1244319  —  1386  –  242  933  —  —
Kupfermünzen  —  1  168  —  70  852  —  —  69  684
B.  Ausfuhr.
Kaffee  162  106  131  0360  154  572  131  020  753.1  16  —  —
Kopra  313907  10198288  599  121  685  —  174  692  16  703
Sesam  .  192280414441261132735466167  14  090  —-  —
Rohbaumwol  ie  .  74865»72()25478s133921l2702232814  —  —
Faser  von  Sjalagaven  .  585  516,  431  175342  210  288  3831  248  306  142  792  —  —
Kautschuk  .  57270  393  498  30  724  207  83446  56  185  664  —  –
Elfenbein  5  752  145  625  2113,.  44250  3  639  101  375  —  —
Häute  und  Felle  89  710  125  503)1  65  174  697171  24536.  55  786  —  —
Insektenlvachö  69057Ys16329639  19301  75  862  36  327  87  434  —  —
Kopal  38  130  460  3267  26351  27  760)  12079  138  566  —  —
II.  Über  die  Binnengrenze.
Im  I.  #  IV
iertel=  Viertel-  [ZunahmelAbnahme
Warengruppen  jahr  1906  jahr  1905  8
Mk.  Mk.  Mk.  Mk.
A.  Einfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  sowie  der
zugehörigen  Nebengewerbe.
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  11  823  7875  3918  —
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früch  chte  6210  3  105  3105  —
e)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genmnminelk  2439813776  10622  —
d)  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwa  2228  515  1  713  —
e)  Getränke  (außer  Mineralwasser)  18  66215  167  3  495  —
)  Sämereien  .  209  30  179  —
g)  Faserpflanzen.  .  243  74  169  —-b)Er«zengrnneder
  Forstwirtschaft  .  128  360  4410  123  950  —-Snnnnel
  19213344952147181  —
        <pb n="724" />
        G  636  e□

Wichtgste  Warenpositionen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  IV.  Viertel-JIm  IV.  Viertel-·#
  ,
Venennung  der  Waren  jahr  1906  jahr  1  905  Zunahme  Abnahme
Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  Mk.  kg  Ml.  kg  Mk.
A.  Einfuhr.

Kautschuk  .  21165s125945  6251  2933  20540  128  012  —  —
Baumwollengewebe  2065  556  621  79253  957  381  411411  590  243  381  —  —
Baumwollene  Bekleidungsstücke  L  «

aller  Art  .  61  572  211  5814908  39  6741  46669  171864
Glas  und  Glaswaren“  —.  —  —  —  —  —  —  —

B.  Rus  fuhr.

Erdnisse  ....  1288859Z185264541317154879  747  542  130  385  —  —
Ratteennt  .  .  15024z102636199485143120  —  1919  10  48.1
Rin  -  38817907  1  252  29897  —  —  864  11990

Miht  FSr  Käse,  Eier  35  497  21  2029000|  13  895  6  407  7310  —
Elfenbein  ...  18  2812  528  9719  —  —  348  6  907
Häute  zind-  Felle  290  929/  524  192  265  604%350  890625325  167  296  —
Insektenwachs  .  4589719518181487l168001  —  —  35  500  72820
Matten  und  sonstige  Baren  aus

Gräsern,  Bast,  Faser  2  7911  12130  1170  2817  1621  93313  —  —

III.  Stellt  man  aus  den  bisher  veröffentlichten  Quartalsausweisen  die  Gesamtziffern  für  1906  zusammen,  so  würde  sich
die  folgende  vorläufige  Übersicht  über  den  Außenhandel  Deutsch-Ostafrikas  im  Lalenberiahre  1000  etgeben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über  D  *  Zu  U-Einiuhr
  über  die  Küsten-  Tanga  1  Pangani  Saadani  agamofo  essalam  Kilwa  Lindi  Muitdan  sammen
grenze  im  Jahre  1906.3601  014  933  627  44806  2510  430  12  125  620  916  8900  769  386.  278  451  21  180  254
Dagegen  im  Jahre  190512  400  205  683  847  104  563.  2  607  384  8.053  016  683  097.  873717  201  698  15  703  557
Zunahme  -,  Abnahme  —1  104  839  249  780  59  757  96  9544  072  574  7233  793.  104  331  76  753  5  476  697
nHberrfe  1  ê  Ulsum-  Bismarck-  ·  Zu=Einfuhr
  über  die  Binnen-  MoschiSchirati  1  Muansa  Bukoba  bura  lldjiji  butca  Mwaja  sammen
„reuze  im  Jahre  1906.  2471144  F  8  339  500  2##  186  92294  3972597
Dagegen  im  Jahre  1905  169  534  93  585  1  125  423  509  266  1140  2343.  25  382s  25  111  1051  793
Zunahme  -,  Abnahme  17580  249171269  400  245  493  3  26-3  157  1190  67  180-2020  804
Gesamteinfuhr  1906  —  —  —  —  —  —  —  —  235  132851
-  1905  —  —  —  —  —  —  —  17  655  350
Zunahme  ,  Abnahme  —  —  —  ———  —  —  7497  501
Über  4  "  ;  Dar-  I  J  Zu-Ausfuhr
  über  die  Küsten-  Tanga  Pangani  ç  Saadani  Vagamojo  essalam  Kilwa  "  Lindi  Milindani  sammen
-hrenze  im  Jahre  1906|1794631413  5089  41  316  1527  078.  1  709  508  628  276  113  333  282  592  7810  079
Dagegen  im  Jahre  1005  237  470  1  184  743  89  013  2  137  710.  1  603231  682  311  337  057  250  528  7  722  066
Zunahme  S  Abnahme.56  993  228  705.47  6  610  632  106  274  54  035  128  71%  932064  88  013
Über  !½  "  AUsum-  *ç  Vismarck-  Zu-Ausfuhr
  über  die  Binnen-  Moschi  Schirati  Muansa  6  Bukoba  bura  udjiji  burg  Mwaja  sammen
Preuze  im  Jahre  1906.  163  10184  643  1  957  959  762  189.  559  100  70  352  15  334  3  184  633
Dagegen  im  Jahre  1905  140  018  150  958  1  353  326.  511  834  1238  5220  50  603.  2398  2227595
Zunahme  ,  Abnahme  ++  14479  33  685.604  633|  1  250  3553670|  5  120  (C  19  749  —42  936  —  957  038
Gesamtausfuhr  1906  —  —  —  —  —  I  10994  712
-  1905.  —  —  —  —  —i  —  —  —  9  919  661
Zunahme  ,  Abnahme  —  —  1  —  —  —  —  —  11  045  051
Über  4  4  4  D  "  Zu-Gesamthandel
  über  die  Tanga  Pangani  Saadani  Bagamoso  essalam  Kilwa  Lindi  Mikindani  sammen
Küstengrenze  19000  5395  507  2347  135  86  122  1.037  508  13  835  128  1  545  166  1  182  724  561  043.28  990  333
Dagegen  1905.  3  733  675  1  868  590  193  576  4  745  004  9  6566  280  1  365  408  1  410  774  452.226-23  425  623
Zunahme  .,  Abnahme  —1  661  832)  479  545  107  45407  56  1  1  7  228  050  108  8175  564  710
        <pb n="725" />
        W  637  2

 

Über  "  1  lisum-  Biomarck-  Zu-4
  4  4  schi  Schirati  .  V  ·  :  Mwaja  „
Gesamthandel  über  die  Moschi  Schirati  Muansa  nloba  bura  Uldsiji#  6  burg  Mwaja  sammen
Binnengrenze  1906  410  611  803  175,  1352  782  15160918  198  339  600.  91  538  1376628  7157230
Dagegen  19005  318  552  214  543.  2  478  710  1  021  100  538x.  7563  75  985  27512  1179388

 

2059  (58  632/1  874  033.  495  81
Gesamthandel  des  Schutz  D"  "„

gebiets  190  .  .  ..  —  —  —  —
Dagegen  1905  ..  .  ...  —  —  —  —

Zunahme  —,  Abnahme  —  1363327

 

Zunahme  —,  Abnahme  —  —  —  —-  —  —

4175521H110116-i-2977842

l
--  ——»:;6147563
-—27605(«1

542552

Der  Gesamthandel  Demsch-Ostafrikad  ist  also  nach  der  vorläufigen  Ubersicht  im  Jahre  1906  gegen  den  Gesamthandel

im  Jahre  1905  um  31  v.  H.  gestiegen.

 

In  Gegenden,  wo  Wild,  besonders  Schweine
häufig  sind,  schützt  man  die  Felder  durch  Zäune.
An  diesen  Zäunen  läßt  man  mit  Fallgruben
versehene  Lücken  offen.  Im  übrigen  sind  zum
Schutze  von  Feldern  Wachthütten  für  die  Nacht
(Kdlindo)  aufgestellt.  Die  Vorräte  bewahrt  man
nicht  in  den  Wohnhäusern,  sondern  in  den  erwähnten
  besonderen  Vorratshütten  (Kibana
angoko)  auf.

Die  Wangonisultane  produzieren  mit  ihren
Sklaven  meist  nicht  genügend  Feldfrüchte  für  sich
und  ihre  Angehörigen;  sie  nehmen  daher  Arbeitssowie
  Naturalleistungen  ihrer  Untertanen  in
Anspruch.

Die  vorstehende  Darstellung  bezieht  sich  auf
das  eigentliche  Ungoni.  Zu  diesem  Bezirke  gehören
  aber  außerdem  noch  ganz  oder  zum  Teil
die  Landschaften  Matumbi,  Ubena,  Upangwa
und  Matengo.  Die  Ulesikultur  ist  dort  nicht  so
vorherrschend  wic  in  Ungoni.  Der  Charakter
des  Landes  ist  anders  geartet.

Matumbi  weist  dichte  Gummi=  und  Bambusbestände
  auf  und  ist  sehr  sumpfig.  Ubena  hat
baumloses,  sehr  gut  bewässertes,  hochgelegenes
Weideland  mit  vereinzeltem  Regenwald,  Upangwa
weist  ein  ähnliches  Bild,  nur  mit  schrofferen
Bergformen,  auf.  Der  westliche  Teil  Matengos
ähnelt  seinerseits  wieder  Upangwa;  der  Osten
und  Süden  stellen  sich  als  Bergland  mit  Trockenwald
  dar.  ç

In  Matumbi  wandert  die  Bevölkerung  infolge
  des  Feldwechsels  ebenso  wie  in  Ungoni,  und
in  den  Talgründen  finden  sich  auch  hier  Sommerkulturen.
  Es  wird  viel  Reis  gebaut,  im  ganzen
jedoch  nichts  über  den  eigenen  Bedarf  produziert.
Beim  Anbau  von  Ulesi  beschränkt  man  sich  nicht

 

 

auf  das  Ausästen  und  Anbrennen  der  großen
Bäume,  sondern  man  schlägt  sie  ganz  nieder.
Angebaut  werden  die  gleichen  Früchte  wie  in
Ungoni.

Auch  in  Ubena  finden  die  gleichen  Wanderungen
  statt  wie  in  Ungoni.  Der  Ackerbau
zeigt  ähnlichen  Charakter  wie  dort,  nur  ist  Ulesi
nicht  so  vorherrschend;  dagegen  werden  viel
Hülsenfrüchte  und  Kartoffeln  angebaut.  Da  es
fast  keinen  Wald  gibt,  so  wird  Ulesi  nicht  nach
dem  in  Ungoni  üblichen  Verfahren,  jedoch  mit
gutem  Erfolge  kultiviert.  Die  Gesamtproduktion
deckt  gerade  den  eigenen  Bedarf.

Die  Bevölkerung  Upangwas  ist  im  Gegensatz
  zu  derjenigen  Ubenas  sehr  seßhaft.  Die
Felder  liegen  dabei  unter  Umständen  ziemlich
entfernt  von  den  Wohnstätten.

Die  Bewohner  von  Matengo  sind  außerordentlich
  tüchtige,  fleißige  Ackerbauer;  sie
produzieren  über  den  eigenen  Bedarf  hinaus.
Hauptkultur  ist  Mais,  doch  wird  in  dem  waldreichen
  Osten  und  Süden  Ulesikultur  nach  Ungoni-Muster
  betrieben.  Hier  wandern  die  Leute  auch
wie  in  Ungoni;  in  dem  eigentlichen  baumlosen
Hochlande  sind  sie  jedoch  seßhaft.  In  den  höheren
Lagen  der  Berge  reifen  auch  zur  Trockenzeit
Hülsenfrüchte.

Was  die  Viehzucht  anlangt,  so  war  das
eigentliche  Ungoni  schon  vor  dem  Aufstande  vieharm.
  Das  ganze  Großvieh  befand  sich  im  Besitze
  der  Vornehmen.  Man  hält  Rinder  im  Freien
in  unüberdachten  Einzäunungen,  Ziegen  in  besonderen
  Hütten.  Außer  Großvieh  werden  Hunde
zu  Jagdzwecken  gezüchtet,  dann  auch  Hühner  und
Tauben.  Die  Bestände  an  Geflügel  sind  aber
infolge  des  Aufstandes  fast  ganz  vernichtet.
        <pb n="726" />
        W638  20

Kolonial-Wirtschaftliches.

Von  der  Deutschen  Krmee-,  Oarine-  und  Kolonlal-Ausstellung.


Ülber  ihre  Beteiligung  an  der  Deutschen  Armee-,
Marine=  und  Kolonial-Ausstellung  Berlin  1907
schreibt  uns  die  „Neu-Guinea-Compagnie“
u.  a.:  „Die  N.  G.  C.  bietet  mit  ihrer  Ausstellung
  in  der  Kolonialhalle  ein  anschauliches  Bild
ihrer  Organisation  und  ihrer  Tätigkeit  in  der
Kolonie.  Einer  Darstellung  des  Gesamtbetriebes
anf  einer  Tafel  ist  folgendes  zu  entnehmen:  Der
Zentralleitung  in  Berlin  unterstehen  vier  Administrationen
  in  Deutsch-Neu-Guinea,  deren  jede
eine  Anzahl  von  Stationen  und  Pflanzungen  verwaltet.
  Die  Tafel  zeigt,  daß  die  Gesellschaft  in
Deutsch-Neu-Guinea  34  Stationen  besitzt,  wovon
32  Pflanzungen  unterhalten.  Auf  letzteren  ist
zur  Zeit  eine  Bodenfläche  von  7215  ha  unter
Kultur  genommen,  d.  h.  mit  tropischen  Nutzpflanzen
  bepflanzt.  Zwei  im  gleichen  Maßstabe
konstrnierte  Quadrate  —  ein  großes  und  ein
kleines  —  zeigen  die  Größenverhältnisse  der  bepflanzten
  Bodenfläche  im  Vergleich  zum  Berliner
Tiergarten  (252  ha),  der  nur  etwa  den
30.  Teil  davon  einnimmt.  Danach  hat  jede  der
30  Pflanzungen  der  Gesellschaft  durchschnittlich  die
Größe  des  Berliner  Tiergartens.

In  ihrer  Ausstellung  einer  reichhaltigen  Produkten-Sammlung
  zeigt  die  Compagnie,  was  sie
aus  ihren  Pflanzungen  zum  Export  bringt:  Kopra,
verschiedene  Arten  von  Kautschuk,  Kakao,  Sisalhanf,
  Chillies  (japanischer  Pfeffer),  schwarzer
Pfeffer,  Kaffee,  Kapok,  Vanille,  Citronellgras,
Lemongras  nebst  den  daraus  destillierten  Olen
und  aus  dem  Handel:  Kopra,  Burgosmuscheln,
Perlschalen  und  Schildpatt.

Den  ersten  Platz  unter  diesen  Produkten  nimmt
die  Kopra  ein.  Riesige  Kokosnüsse  liefern  den
Beweis,  daß  Neu-Guinea  mit  Recht  den  Ruf
eines  Palmen-Eldorados  genießt,  und  die  schöne
weiße  Kopra  zeigt,  daß  auch  die  Zubereitung  auf
der  Höhe  steht.  Besonderes  Interesse  darf  die
reichhaltige  Sammlung  von  Kautschukproben  beanspruchen.
  Die  Gewinnung  des  wichtigen  und
unentbehrlich  gewordenen  Kautschuks  durch  regulären
  Plantagenbau  befindet  sich  in  allen  Kolonien,
  sowohl  in  den  deutschen  wie  in  den  fremden,
noch  im  Anfangsstadium.  Um  so  überraschender
wirkt  daher  die  Ausstellung  so  zahlreicher  und
verschiedensortiger  Proben,  wie  sie  in  Deutschland
überhaupt  von  einer  Plantagen-Gesellschaft  noch
nicht  gezeigt  worden  sein  dürften.  Die  etwa  zwei
Zentner  wiegenden  Proben  —  das  Resultat
jahrelanger  Versuche  mit  verschiedenen  Zapf=  und
Zubereitungsmethoden  —  umfassen  Kautschuk  von

 

Hevea  brasiliensis  (Parakautschuk),  in  hellen,
durchsichtig  reinen  Platten,  Fellen  usw.,  Castilloa
elastica  (Caucho)  in  großen  Blöcken  von  etwa
40  Pfund,  Kugeln,  Fellen,  Platten,  aus  Ficus
elastica  gleichfalls  in  schweren  Blöcken,  Platten

isw.

Nach  den  ausgestellten  Proben  von  Kakao
(Spielarten  Criollo  und  Forastero)  und  von  Sisalhauf
  dürften  auch  diese  Produkte  dazu  bestimmt
sein,  eine  wichtige  Rolle  im  Export  von  Neu-Guinea
  zu  spielen.

Das  Wachstum  der  Pflanzen,  Erntevorgänge,
usw.  sind  durch  photographische  Abbildungen  dargestellt.
  Interessant  ist  ein  Bild:  „Kokosnußernte
in  Stephansort“,  welches  zeigt,  wie  die  geernteten
  Kokosnüsse  am  Schienengeleise  gesammelt
und  den  Trockenanlagen  zur  Zubereitung  von
Kopra  zugeführt  werden.  Sechs  Kokosnüsse  ergeben
  in  Neu-Guinea  etwa  ein  Kilo  Kopra.  Die
Gesellschaft  exportiert  bereits  1,2  bis  1,5  Millionen
Kilo  Kopra  und  kann  später  bei  fortschreitender
Entwicklung  ihrer  auf  der  Tafel  verzeichneten
Palmenpflanzungen  5  bis  6  Millionen  Kilo  Kopra
zum  Export  bringen.  Sie  hat  also  bereits  jetzt
etwa  sieben  Millionen  Nüsse  zu  ernten,  zu  entkernen,
  zu  zerkleinern  und  zu  dörren,  ein  Quantum
  das  sich  in  den  nächsten  Jahren  auf  etwa
36  Millionen  Nüsse  steigern  wird.

Eine  andere  Abbildung  zeigt  die  Anzapfung
von  Kautschukbäumen  (Einschnitte).  Zur  Erzeugung
  von  einem  Kilo  Kautschuk  sind  etwa  800  Einschnitte
  erforderlich.  Die  Arbeitsleistung  geht  also
für  nur  1000  Kilo  Kautschuk  in  die  Hunderttausende
  von  Einschnitten  —  bei  größeren  Quantitäten,
  welche  die  Gesellschaft  aus  ihren  Baumbeständen
  noch  zu  erwarten  hat,  in  die  Millionen.

Diese  Zahlen  kennzeichnen  den  umfangreichen
Betrieb,  der  noch  einen  erheblichen  Import=  und
Export-Handel  in  der  Kolonie,  wie  in  Deutschland
  umfaßt,  und  zeigen,  welchen  Anforderungen
ein  großes  überseeisches  Unternehmen  bezüglich
seiner  Organisation,  seiner  Ausrüstung  mit  technischen
  Hilfsmitteln,  Maschinen,  Schiffen  usw.  gewachsen
  sein  muß,  um  solche  Ernten  bewältigen
und  ihre  Produkte  dem  Deutschen  Konsum  zuführen
  zu  können.

Die  Eigenartigkeit  der  Fauna  des  Landes
wird  durch  eine  Sammlung  seltener  Vögel  dargestellt,
  worunter  der  prächtige,  buntbefiederte
Paradiesvogel  in  mehreren  Arten  auftritt.
        <pb n="727" />
        W  639  20

Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft.

Die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  veröffentlicht
  soeben  ihren  Jahresbericht  für  1906.  Wir
entnehmen  demselben  die  nachstehenden  Einzelheiten:
  Das  Geschäftsjahr  brachte  einen  Uberschuß  von
rund  492  082  Mark,  wodurch  wir  in  der  Lage
sind,  eine  Dividende  von  5  v.  H.  zur  Verteilung
zu  bringen.  Wir  verdanken  das  bessere  Resultat
in  erster  Linic  dem  bedeutenden  Aufschwunge
unseres  Handelsgeschäfts.  Durch  die  günstige
Konjunktur  in  Europa  haben  die  Produkten-Rimessen
  von  Afrika  meist  einen  sehr  lebhaften
Markt  angetroffen  und  zu  guten  Preisen  Absatz
gefunden.  Von  größeren  Verlusten  in  Afrika  sind
wir  im  Berichtsjahr  verschont  geblieben.  Der
gesteigerte  Umsatz  und  die  Ausdehnung  unserer
Unternehmungen  hatte  eine  Erhöhung  des  Debet-Saldos

  unserer  Generalvertretung  um  rund
400  000  Mark  zur  Folge.
Unsere  Niederlassungen  auf  Madagascar

konnten  ihre  Verzinsung  herausarbeiten,  den
darüber  hinaus  erzielten  Gewinn  von  22  400
Francs  schrieben  wir  dem  Deleredere-Conto  gut,
um  gegen  nicht  vorherzusehende  Verluste  gedeckt
zu  sein.  Wenn  sich  die  Verhältnisse  auf  Madagascar
  auch  gebessert  haben,  so  halten  wir  eine
zurückhaltende  Politik  doch  noch  für  geboten  und
sind  weiter  bestrebt,  unsere  Engagements  dort  zu
verringern.  Der  Debet-Saldo  von  Madagascar
ist  am  31.  Dezember  1906  nur  zufällig  gegen
das  Vorjahr  größer  gewesen,  da  im  Dezember
Warensendungen  im  Betrage  von  142  000  Francs
schwimmend  waren,  die  noch  im  alten  Jahr  belastet
  wurden,  jedoch  erst  im  Jahre  1907  die
Niederlassungen  erreichten.

Unsere  Beteiligung  an  fremden  Unternehmungen
  hat  im  Betriebsjahr  die  neugegründete  Ostafrika-Kompanie
  und  die  Lindi  Handels=  und
Pflanzungs-Gesellschaft  betroffen.

Wir  müssen  auch  diesmal  unsere  Sorgen
wegen  der  Arbeiterverhältnisse  zum  Ausdruck
bringen;  erst  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres
1906  gelang  es,  genügend  Arbeiter  zu  erlangen,
um  die  Felder  wieder  zu  reinigen.  Durch  das
Unkraut  sind  die  jungen  Pflanzen  im  Wachstum
zurückgeblieben,  und  ein  Rückgang  des  erntefähigen
  Materials  in  den  Jahren  1908/09  ist
zu  befürchten.  Nach  wie  vor  finden  die  Pflanzungen
  bei  der  Lösung  der  Arbeiterfrage  die
Unterstützung  der  Behörden,  und  es  ist  zu  hoffen,
daß  es  den  ernsten  Bemühungen  aller  Interessenten
  gelingen  wird,  schließlich  eine  befriedigende
  Lösung  dieser  Lebensfrage  der  Pflanzungskulturen
  zu  finden.

Die  Ernte  der  Kaffeepflanzung  Union  hat
1906  nur  das  kleine  Quantum  von  47  500  Kilo
Kaffee  ergeben,  so  daß  die  Unkosten  wieder  nicht

 

gedeckt  wurden.  Da  wir  nur  geringe  Hoffnung
haben,  durch  die  Kaffeekultur  die  Pflanzung  rentabel
  zu  machen,  so  haben  wir  die  schlechtstehenden
Teile  der  Pflanzung  aufgegeben  und  dafür  die
Auspflanzung  von  Manihot  Glaziovii  weiter  betrieben.
  Am  Ende  des  Betriebsjahres  waren  vorhanden
  617  000  Kaffeebäume  und  89  600  Kautschukbäume.
  Die  letzteren  entwickeln  sich  ausgezeichnet,
  und  wir  hoffen,  daß  diese  Kultur,  was
nach  den  bisherigen  Erfahrungen  zu  erwarten  ist,
eine  Zukunft  in  Ostafrika  haben  wird.  Wir
hielten  eine  weitere  erhebliche  Abschreibung  auf
die  Kaffeepflanzungen  für  dringend  erforderlich.

Wenngleich  wieder  eine  große  Anzahl  von
Palmen  (10  000  Stück)  auf  der  Pflanzung
Muoa  eingegangen  ist,  so  hat  sich  doch  die  Zahl
der  tragenden  Palmen  auf  25  000  erhöht.  Der
Ertrag  der  Nüsse  ergab  die  Summe  von  23  600
Rupien,  so  daß  diese  Kultur  voraussichtlich  keine
weiteren  Zuschüsse  erfordern  wird.  Der  Bestand
an  Palmen  beläuft  sich  auf  150  000  Stück.  Ende
des  Jahres  standen  unverändert  1775000  Sisal-Agaven
  im  Felde.  Die  Ernte  konnte  bereits  in
größerem  Maße  durchgeführt  werden,  so  daß  wir
das  vorgesehene  Quantum  von  325  To.  Hauf
trotz  des  Arbeitermangels  nahezu  fertigzustellen
vermochten.  Die  Ware  ist  ausgezeichnet;  die  verkauften
  2991  To.  erbrachten  einen  Erlös  von
194  500  Mark.  Wenn  die  schwierigen  Arbeiterverhältnisse
  unsere  Arbeit  nicht  brach  legen,  so
sollten  wir  für  1907  auf  eine  Ernte  von  etwa
500  To.  rechnen  dürfen.

Unsere  älteste  Pflanzung  Kikogwe  erbrachte
wieder  ein  sehr  befriedigendes  Resultat,  wenngleich
auch  hier  durch  Arbeitermangel  die  Haufgewinnung
  zurückblieb,  und  vor  allem  den  Feldern  die
nötige  Pflege  nicht  werden  konnte.  Im  Betriebsjahr
  kamen  986  To.  Hauf  zur  Ablieferung  mit
einem  Erlös  von  645  000  Mark.  Die  Preise  in
Europa  hatten  fast  das  ganze  Jahr  hindurch  eine
steigende  Tendenz,  so  daß  wir  stets  einen  guten
Markt  trafen;  gerade  diese  besonderen  Verhältnisse
  veranlaßten  uns  zu  sehr  reichlichen  Abschreibungen,
  um  auch  in  weniger  günstigen  Zeiten  auf
überschüsse  rechnen  zu  dürfen.  Es  waren  1  600  000
schnittreife  Agaven  vorhanden.

Mit  dem  Ausbau  der  Pflanzung  Kange  sind
wir  fortgefahren;  es  standen  am  Ende  des  Jahres
360  000  Sisal-Agaven  im  Felde.  Inzwischen
sind  47.000  Kautschukbäume  ausgepflanzt.  Die
Entwicklung  der  Pflanzung  ist  zufriedenstellend.
Die  Aberntung  der  Mauritius-Agaven  hat  sich
nicht  gelohnt,  denn  die  Pflanzen  ergaben  kaum
/s  v.  H.  Faser,  so  daß  die  Unkosten  der  Gewin—
nung  nur  eben  durch  den  Erlös  beim  Verkauf
gedeckt  wurden.  Mauritius-Agaven  sind  nun  nicht
mehr  vorhanden.
        <pb n="728" />
        W  640  20

Von  dem  Reingewinn  von  rund  492082  Mark,
mit  welchem  das  Gewinn=  und  Verlust-Konto  abschließt,
  beantragen  wir  zu  verwenden:

Zur  ordentlichen  Rücklage  10  v.  H.
von  den  Erträgnissen  des  Jahres
1906,  also  abzüglich  des  Vortrages
  aus  1905  (23  640.70
Mark)  .

Zum  Delcredere-  Konto
Pensions=  und  Unterstühungssonds
der  Angestellten.
5  v.  H.  Dividende  auf
in  Höhe  von
2550000.—  Mark
eingezahlte  Vorzugsanteile
  127500.—

4  v.  H.  Dividende  auf
3721000.—  Mark
Stammteile  148840—

Gewinn-Anteil  des
Aufsichtsrats  laut
#§  21  der  Satzungen
10  v.  H.  vom  verbleibenden
  Rest
von  58  897.82
Mark.  .

Stipe1-Dtv1dendevon
1  v.  H.  auf  die
Stammanteile  37210.—

Gesamtdividende

Vortrag  auf  nene

Rechnung

Mark

46  844.13
100  000.—

10  000.—

Mark

5  889.78

313  550.—

15  798.04
492  081.95

Deutsche  Handels-  und  Hlantagen  Gesellschaft  der
Südsee-Inseln.)

Im  verflossenen  Jahre  blieb  die  Kopraernte
auf  Samoa  wesentlich  hinter  der  guten  Ernte
des  Jahres  1905  zurück,  und  die  Konkurrenz  im
Kopraeinkauf  von  den  Eingeborenen,  ebenso  wie
im  Warengeschäfte,  machte  sich  sehr  fühlbar,  aber
durch  die  sich  über  das  ganze  vorige  Jahr  erstreckende
  Aufwärtsbewegung  des  Kopramarktes
lieferten  die  Abladungen  von  den  Inseln  ein  bedeutend
  günstigeres  Ergebnis,  auch  für  unsere
Agenturen  auf  den  Tonga-Inseln.

Unsere  neuen  Kakaokulturen  ergaben  eine
kleine  Anfangsernte,  die  im  laufenden  Jahre  anwachsen
  dürfte,  da  die  Bäume  sich  im  allgemeinen
zufriedenstellend  entwickeln.

*)  Aus  dem  Bericht  der  Deutschen  Handels=  und
Plantagen-Gesellschaft  der  Südsee-Inseln  zu  Hamburg
über  das  Geschäftsjahr  1906  1.3  die  ordentliche  General-=versammlung
  am  22.  Juni  1907

 

Über  unsern  unbebauten  Landbesitz  auf  Samoa
können  wir  leider  nichts  Besseres  berichten  als
im  Vorjahre.  Verkauft  wurden  nur  für  27  000
Mark,  welche  zusammen  mit  ausgelosten  200  000
Mark  von  unserer  Vorrechtsanleihe  amortisiert
wurden.

Auf  die  Kriegsentschädigung  ist  ein  weiterer
Betrag  von  rund  20  600  Mk.  eingegangen  und
unserm  Gewinn=  und  Verlustkonto  gutgebracht.
Der  Rest  von  etwa  6000  Mk.  wurde  in  diesem
Jahre  bezahlt.

Der  auf  der  Insel  Savaii  im  August  1905
entstandene  Vulkan  hat  während  des  ganzen
letzten  Jahres  seine  Tätigkeit  ununterbrochen  fortgesetzt.
  Wenn  auch  die  Lava  sich  auf  dem  von
ihr  gebahnten  Wege  ins  Meer  ergießt  und  seit
unserm  letzten  Bericht  nur  geringe,  weitere  direkte
Zerstörungen  angerichtet  hat,  so  üben  doch  die
sich  weithin  ausbreitenden  Dämpfe  und  Gase  des
Auswurfs  einen  schädlichen  Einfluß  auf  die  von
ihnen  erreichte  Vegetation  aus.  Die  Kopraproduktion
  der  Insel  war  sehr  gering.

Der  Beginn  dieses  Jahres  zeichnete  sich  durch
starken  Regen  aus,  unter  dessen  Wirkung  auf  eine
bessere  Ernte  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres
gehofft  wird.  Die  Ruhe  auf  den  Inseln  wurde
in  keiner  Weise  gestört.

Neben  dem  Gewinnsaldo  aus  1905  von
80  611,60  Mk.  beträgt  der  erzielte  Gewinn
unserer  Unternehmung  in  1906  952  234,23  Mk.
Davon  sind  die  erforderlichen  Abschreibungen  mit
184  150,83  Mk.  gekürzt,  sodann  dem  Reservefonds
  5  v.  H.  mit  38  404,17  Mk.  überwiesen
und  110  000  Mk.  für  4  v.  H.  Dividende  auf  das
Aktienkapital  abgezogen.  Auf  den  Saldo  von
619  679,23  Mk.  erhält  der  Aufsichtsrat  7½  v.  H.
Tantieme  mit  46  475,94

Wir  schlagen  4%  vor,  weitere  16  v.  H.
Dividende  auf  das  Aktienkapital,  im  ganzen  also
20  v.  H.,  zu  verteilen,  100000  Mk.  auf  Dividenden
Ergänzungskonto  zu  stellen  und  den  Rest  von
113  814,89  Mk.  auf  Gewinn=  und  Verlustkonto
vorzutragen.

Bremer  Kolonlal-Handelsgesellschaft“
(vorm.  F.  Oloff  &amp;amp;  Co.,  Aktiengesellschafn.

Die  ungünstigen  Verhältnisse  in  den  von  uns
bearbeiteten  westafrikanischen  Gebieten  hielten
infolge  enorm  kleiner  Ernteerträge  der  Olpalme
auch  im  Berichtsjahre  noch  an.  Das  Jahr  1906
war  das  vierte  seit  1902,  in  dem  der  Export
von  Palmöl  und  Palmkernen  nur  etwa  ½  bzw.
½  des  Quantums  guter  Jahre  betrug.

)  Aus  dem  Bericht  des  Vorstandes  für  die  zweite

ordentliche  Generalversammlung  der  Aktionäre  am
17.  Juni  190
        <pb n="729" />
        G  641  20

Dies  ungünstige  Verhältnis  zu  niedriger  Verkanfspreise
  für  Importgüter  und  zu  hoher  Einkanfspreise
  für  Produkte  hielt  auch  während  des
Berichtsjahres  noch  an.  Unser  Prinzip,  uns  in
schlechten  Zeiten  größte  Beschränkung  im  Einund
  Verkaufsgeschäft  aufzuerlegen  und  möglichst
auf  gute  Preise  zu  halten,  das  allerdings  einen
beträchtlichen  Rückgang  unseres  Gesamtumsatzes
zur  Folge  gehabt  hat,  hat  auch  im  Berichtsjahre
noch  einen  im  Verhältnis  zu  den  verringerten
Umsätzen  zufriedenstellenden  Bruttogewinn  ermöglicht,
  der  ausschließlich  an  Importen  erzielt
wurde.  Der  Nettogewinn  wurde  dadurch  ganz
erheblich  beeinträchtigt,  daß  wir  infolge  ungünstiger
Kontrakte  auf  Palmöl  und  Palmkerne  während
des  ganzen  Jahres  schweres  Geld  an  Retouren
verloren  haben.  Der  Preis  für  Palmkerne
stieg  im  Berichtsjahre  auf  die  niemals  dagewesene
Höhe  von  19  Mk.  für  50  kg,  während  wir
große  Quantitäten  zu  weit  niedrigeren  Preisen
zu  liefern  hatten.

Das  Geschäft  wird  an  der  Küste  und  im
Innern  immer  mehr  zersplittert  durch  die  vielen
kleinen  Außenstationen.  Dadurch  wird  die  Übersicht
  und  die  Kontrolle  enorm  erschwert,  die  auszuüben
  es  dann,  infolge  des  durch  das  Klima
verursachten  häufigen  Wechsels,  auch  noch  oft  an
den  genügend  altangesessenen  älteren  Herren
sehlt.  Darin  liegen  viele  große  Verlustchancen,
und  die  zu  erzielenden  Gewinne  sind  viel  zu

 

klein,  um  solche  Extraverluste  gutmachen  zu
können.  Der  Gewinn  in  Westafrika  steht  eben
oft  in  keinem  Verhältnis  zum  Risiko.  Hier  ließe
sich  vielleicht  durch  allgemeines  besseres  Aufpreishalten
  Wandel  schaffen,  doch  wäre  dazu  erforderlich,
daß  allgemein  von  dem  da  und  dort  verfolgten
Streben,  die  Umsätze  durch  niedrige  Verkaufspreise
und  hohe  Einkaufspreise  erzwingen  zu  wollen  —
was  besonders  in  schlechten  Jahren,  wie  1903  bis
1906,  nur  einen  sehr  bedingten  Erfolg  haben
kann  —  abgegangen  würde.

Die  Ausgabe  von  Krediten  haben  wir  ebenfalls
  auf  das  äußerste  beschränkt,  und  obgleich
solche  nur  an  einwandfreie  Kundschaft  gewährt
werden,  stehen  der  in  der  Bilanz  angeführten

Summe  von  104  943  Mk.  außerdem  noch
52  909  Mk.  an  Kautionen  und  Spezialreserve
gegenüber.

Unsere  vielen  Faktoreien  befinden  sich  in

baulich  tadellosem  Zustande  und  repräsentieren
einen  um  ein  Mehrfaches  höheren  Wert,  als  wie
sie  zu  Buch  stehen.

Der  ausgewiesene  Reingewinn  beträgt
84  596,27  Mk.  Nach  Dotierung  des  Reservefonds
  mit  4000  Mk.  und  einer  Verteilung  von
13  150  Mk.  an  Tantiemen  und  Gratifikationen
gelangte  eine  Dividende  von  8  v.  H.  zur  Ausschüttung.
  Der  verbleibende  Rest  von  7446,27  Mk.
wurde  auf  neue  Rechnung  vorgetragen.

 

Aus  fremden  Kkolonien  und  Droduktionsgebieten.

Der  kautschukanbau  auf  Ceylon.

Im  Kautschukbau  ist  auf  Ceylon  eine  regelrechte
  Gründerperiode  eingetreten.  Viele  neue
Plantagen  sind  angelegt  und  neue  Gesellschaften
mit  zum  Teil  recht  hochgespannten  Erwartungen
gegründet  worden.  #

Die  Nachfrage  nach  Land  war  im  Jahre  1906
anßerordentlich  groß.  Vom  1.  Jannar  bis
31.  Oktober  verkaufte  die  Regierung  für  etwa
1  800  000  Rs.  unbebantes  Land  fast  ausschließlich
für  Kantschukplantagen.  Man  schätzt  das  zu
diesem  Zwecke  bereits  bebaute  Gelände  auf
100  000  Aeres.

Das  schnelle  Wachsen  der  bebauten  Flächen
tritt  durch  den  Vergleich  mit  den  Vorjahren  sehr
deutlich  hervor.

1903  waren  unter  Kautschuk  7.500  Acres

19094  11000
1906  -  40  000
1906  100  000

 

Die  Gummiausstellung,  die  im  September
1906  in  Peradeniya  stattfand,  übertraf  an  Ausstattung
  und  Besucherzahl  die  gehegten  Erwartungen
  ganz  erheblich.  Es  wurde  recht  wertvolles
Material  an  Erfahrungen  des  Anbaues,  der  Zapfmethoden
  und  Instrumente  u.  a.  m.  zutage  gefördert.


Die  Ausstellung  hat  dargetan,  daß  die  bishor
übliche  Form  des  Kautschuks,  die  sogenannten
Biskuits,  sich  nicht  der  unbedingten  Anerkennung
der  Gummifabrikanten  erfreut,  sondern  daß  die
in  den  Straits  beliebte  Form  des  Blockrubber  vorzuziehen
  sei.  Es  ist  daher  das  Bestreben  der
Pflanzer,  die  Biskuitform  allmählich  abzuschaffen
und  den  Münschen  des  Londoner  Marktes  nach
Möglichkeit  Rechnung  zu  tragen.  Auch  auf  die
Reinheit  des  Produkts  wird  großer  Wert  gelegt,
da  der  gute  Ruf  des  Ceylon-Kautschuks  zeitweise
etwas  zurückgegangen  war.  Blockrubber  hat  den
großen  Vorzug,  im  Verhältnis  zu  seinem  Gewicht
eine  sehr  geringe,  der  Luft  ausgesetzte  Fläche  zu
        <pb n="730" />
        W  642  20

besitzen.  Zudem  ist  die  Verpackung  erheblich  einfacher.
  Die  Herstellung  der  Biskuits  nimmt  zu
viel  Zeit  in  Anspruch,  um  später  im  großen
rentabel  zu  sein,  und  die  Fabrikation  des  Blocks
ist  ihr  in  jeder  Beziehung  überlegen.

Dieselbe  ist  in  kurzen  Zügen  etwa  folgende:

Die  abgezapfte  Milch  wird  gesammelt,  durchgesiebt
  und  in  einer  Zentrifuge  unter  Zusatz  von
Säure  koaguliert,  danach  gewaschen  und  in  dünne
Lagen  ausgewalzt,  die  im  Vakuum  getrocknet
werden.  Wenn  dies  geschehen  ist,  werden  die
einzelnen  Lagen  zusammengefaltet  übereinandergelegt
  und  einem  starken  Druck  in  einer  Presse
ausgesetzt.  Der  dadurch  entstehende  Block  ist
eine  reine,  homogene  Masse,  deren  Kautschukgehalt
  zwischen  93  und  95  v.  H.  liegt.

Wenn  der  Ceylon-Kautschuk  auch  große  Reinheit
  für  sich  in  Anspruch  nehmen  kann,  so  steht
er  doch  an  Elastizität  hinter  dem  brasilianischen
Para  zurück.  Man  glaubt  dies  durch  die  jungen
Anpflanzungen,  deren  Ertrag  liefernde  Bäume
nur  5  oder  6  Jahre  alt  sind,  erklären  zu  können,
während  man  in  Brasilien  mit  sehr  alten  Bäumen,
zum  mindesten  solchen  von  über  30  Jahren  zu
rechnen  hat.

Ganz  kürzlich  hat  man  nun  in  dem  Bestreben,
die  Elastizität  zu  erhöhen,  Versuche  mit  ungetrockneten
  Blocks  gemacht,  die  augenscheinlich  erfolgreich
  gewesen  sind  und  wiederum  eine  Umwälzung
  in  der  Herstellungsweise  bedeuten  dürften.

Nach  dem  neuen  Verfahren  wird  die  Latex,
nachdem  sie  in  der  üblichen  Weise  durchgesiebt
ist,  und  geeignete  Quantitäten  von  Essigsäure  und
Kreosot  zugesetzt  sind,  in  der  Zentrifuge  (System
Michie-Golledge)  koaguliert  und  dann  in  Streifen
geschnitten.  Letztere  werden  ungetrocknet  unter  eine
hydraulische  Presse  gebracht  und  2  bis  3  Stunden
unter  Druck  gesetzt.  Der  dadurch  entstehende
Block  enthält  etwa  10  v.  H.  Feuchtigkeit  gegenüber
  0,6  v.  H.  bei  der  alten  Methode,  dafür  ist
aber  die  Elastizität  größer  als  früher.  Der  ganze
Prozeß  vom  Sieben  der  Latex  bis  zum  fertigen
Block  nimmt  weniger  als  5  Stunden  in  Anspruch
und  ist  einfach  und  billig,  da  komplizierte  Waschmaschinen
  und  Vakuumtrockner  fortfallen.  Man
macht  weitere  Versuche  in  der  angedeuteten  Richtung,
  um  festzustellen,  welcher  Grad  von  Feuchtigkeit
  das  wünschenswerteste  Produkt  liefert.

Es  hat  eine  amtliche  Sammlung  alles  auf
der  Ausstellung  zutage  geförderten  Materials  stattgefunden,
  die  in  Buchform  unter  dem  Titel
„Official  Account  of  the  Ceylon  Rubber  Exbibition“
  erschienen  ist.  Sie  dürfte  auch  die  Aufmerksamkeit
  der  Kautschukpflanzer  in  den  deutschen
Kolonien  auf  sich  ziehen,  da  sie  wertvolle  praktische
  und  wissenschaftliche  Winke  enthält.  Es  sind
bereits  große  Mengen  von  Kautschuksaat  von

 

Ceylon  nach  den  deutschen  Kolonien  in  Afrika,
Neuguinea  und  Samoa  versandt  worden.  An
Stelle  der  Samen  sind  auch  vielfach  Schößlinge
zum  Versandt  gekommen.  Soviel  bis  jetzt  bekannt,
  sind  diese  Sendungen  sehr  gut  angekommen.

Um  den  Anbau  von  Baumwolle  und  Kautschuk
  in  Gegenden,  wo  bis  jetzt  diese  Kulturen
unbekannt  waren,  zu  fördern,  wurden  von  der
Regierung  Landparzellen  gegen  einen  nominellen
Betrag  50  Cts.  pro  Acre  per  annum)  auf
50  Jahre  verpachtet.  Von  dieser  Gelegenheit
wurde  vornehmlich  in  den  Uva-,  Nordwest-,
Nordzentral=  und  den  südlichen  Provinzen  Gebrauch
  gemacht.

Die  Ausfuhr  von  Kautschuk  ist  trotz  der  Jugend
der  Anpflanzungen  nicht  unbeträchtlich  gestiegen.
Mit  417  661  lbs.  für  1906  hat  sich  die  Ausfuhr
mehr  als  verdoppelt  (168  547  lbs.  im  Jahre  1905).
Für  das  Jahr  1907  wird  eine  weit  größere
Steigerung  erwartet.  In  der  Hauptsache  ging
das  Erzeugnis  nach  England,  welches  285  722  lbs.
einführte.  An  zweiter  Stelle  kommt  Amerika  mit
105  172  lbs.,  dann  Deutschland  mit  12  522  lbs.
Ein  Teil  der  belgischen  Einfuhr  von  4672  lbs.
ist  wohl  auch  auf  Rechnung  Deutschlands  zu  setzen.

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Konsulats  in  Colombo.)

Kautschukausfuhr  über  Calcutta  1906.

Die  Zufuhren  von  Kautschuk  in  Calcutta  blieben
auch  im  Jahre  1906  mäßig  und  hörten  im  August
des  Jahres  ganz  auf.  Die  Preise  waren  hoch,  80
bis  180  Rs.  pro  Maund  (—  37,324  kg),  je  nach
Qualität.  Die  neue  Ernte  kommt  seit  Jannar  in
sehr  kleinen  Quantitäten  an  den  Markt,  ohne
Käufer  zu  finden,  da  die  Preise  in  Europa  sehr
gefallen  sind  und  die  Forderungen  von  150  Rs.
pro  Maund  weit  über  dem  Exportwert  stehen.

Verschifft  wurden:

1906  3152  ewt  im  Werte  von  90  000  Rs.
1905  3285  755  666  =
davon  nach  Deutschland:
1906  66  cewt  im  Werte  von  15  290  --19006
  99  .  22  869
(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Caleutta.)

Guttapercha-  und  Kautschukhandel  in  Singapore.
I.  Guttapercha.

Die  Einfuhr  von  Guttapercha  in  die  Kolonie
Straits  Settlements  im  Jahre  1905  weist  nach
der  amtlichen  Statistik  gegen  1904  eine  erhebliche
Zunahme  auf.  Sie  betrug:
        <pb n="731" />
        W  643  20

 

dz  Wert:  8
1905  12  091,7  2  608  582
1904  9  197,5  2  026  125
1905  mehr  2  894,2  582  457

(—  31,4  v.  H.)  (—  28,7  v.H.).
Die  drei  Straitshäfen  waren,  wie  folgt,  daran
beteiligt:

d2  Wert:  8
Singapore  mit  9909,2  2  112  844
Penag  2181  2  495  579
Malakka  15

9.
Singapores  Zunahme  aleil  baun  2369,4  dz,
der  Rest  entfällt  auf  Penang.
Die  an  der  Einfuhr  hauptsächlich  beteiligten
Länder  sind:

dz  Wert:  8
Sumatra  mit  5312,5  1  115  100
Holl.  Borneo  -3645,8  878  908
Sarawak  778,0  186  176
Pahang  -708,2  179301.

Gegenüber  1904  hat

Pahang.  70,0  v.  H.  (708,  2  gegen  415,4  d)
Holl.  Borneo  34,8  =  (3645,5  .  2703,5  )
Sumatra  34,6  (5312,5  =  4946,4  )
Sarawak  20,0  =  (778,0  =  650,6

mehr  importiert.

Guttapercha  ist  ferner  nochi  in  kleineren  Mengen
aus  dem  Sulu-Archipel,  Johore,  Kelantan,  dem
Niederländischen  Archipel,  Labnan,  Java,  Tringganu,
  Patani,  Selangor,  Perak,  Siam-Westküste
und  Sungei  Ujong  eingeführt  worden.

Die  Ausfuhr  von  Guttapercha  aus  der  Kolonie
Straits  Settlements  hat  ebenfalls  bedeutend  zugenommen.

  Sie  betrug:
d2  Wert:  8
1905  21  044,2  2  796  104
1904  16  631,5  3  124  648
1905  mehr  4  412,7  —  328544
(J  26,5  v.H.)  (—  10,6  v.H.).

Die  Ausfuhr  verteilt  sich  auf  Singapore  und
Penang,  wie  folgt:
d2

d2  Wert:  8

Singapore  20  850,7  (+  4  620,4)  2  758  332
Penang  193,5  (—  207,7)  37772.

Es  wurden  ausgeführt  nach:

32  Wert:  8

Großbritannien  10  215,8  1521  553
Deutschland  6  490,0  761  562

den  Vereinigten  Staaten

von  Amerika  3  443,0  401  103
Frankreich  600,0  40  584.

Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  und  Frankreich
ist  bedeutend  zurückgegangen,  und  zwar  um  3000dz
(6490  gegen  9490)  bei  Deutschland  und  um
1416  dz  (600  gegen  2046)  bei  Frankreich,
während  nach  Großbritannien  und  den  Vereinigten

 

Staaten  von  Amerika  7606,5  dz  (10  215  gegen
2608,5)  bzw.  1380  dz  (3443  gegen  2063)  mehr
ausgeführt  worden  sind.

Außerdem  wurden  noch  kleinere  Mengen  ausgeführt
  nach  Dänemark,  Holländisch-Borneo,
Holland,  Italien,  Japan,  Sarawak  und  Sumatra.

Von  minderwertigem  Guttapercha  wurden  im
Jahre  1905  137  605,9  dz  zum  Werte  von
1727  523  8  in  die  Straits  Settlements  eingeführt,
  gegenüber  dem  Vorjahre  6549,3  dz  und
78  310  3  mehr.

Minderwertiges  Guttapercha  wird  nur  nach
Singapore  eingeführt.

Die  Haupteinfuhrländer  sind:

d2

Wert:  s
Holländisch  Borneo  .  mit  77  453  998  364
Sarawak  49  819  613  860
Niederl.  Archipel  .  6  167  65  549
Sumatra  .  3  189  38  185.

Ausgenommen  Holländisch-  Borneo,  dessen  Einfuhr
  von  80  966  dz  im  Jahre  1904  auf?7  453  dz
im  Jahre  1905  zurückgegangen  ist,  hat  sich  bei
den  drei  anderen  Haupteinfuhrländern  die  Einfuhr
bedentend  gesteigert,  so  aus
dem  Niederl.

Archipel  um  5686  dz  (6  167  gegen  481)
Sarawak  4381  (49  819  45  438)
Sumatra  2052-(  3189  1  137).

Kleinere  Quantitäten  von  minderwertigem
Guttapercha  wurden  ferner  aus  Britisch-Nordborneo,

  Java,  Labuan,  den  Natuna-Inseln,  Rhio,
Selangor,  Siam-Westküste  und  dem  Sulu-Archipel
eingeführt.

Die  Gesamtausfuhr  von  minderwertigem
Guttapercha  aus  den  Straits  Settlements  belief
sich  auf  122  957  dz  zum  Werte  von  1  617777  8
(—+  13  413  dz  und  —  71  543  s

Von  der  Gesamtausfuhr  gingen  104  275  dz
zum  Werte  von  1  342  509  8  nach  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  (—  24  704  dz  und
184  553  5).

Außerdem  wurden  verschifft  nach:
Großbritannien  9518  dz  zum  Werte  von  146  895  3

1459  dz  und  48  404  3),
Frankreich  4652  dz  zum  Werte  von  62  495  6
(—  3382  dz  und  67  383  8),
Deutschland  3724  dz  zum  Werte  von  55  825  8
(—  6418  dz  und  137  361  8s)
und  kleinere  Posten  nach  Japan,  Belgien,  Italien,
Hongkong  und  Holland.

Das  Geschäft  in  Guttapercha  ist  zur  Zeit  im
allgemeinen  ruhig  zu  nennen.

Orders  auf  bessere  Qualitäten  zur  Herstellung
von  Kabeln  gehen  nur  vereinzelt  ein.  Die
Marktlage  für  bessere  Qualitäten  wird  in  Interessentenkreisen
  als  prekär  bezeichnet,  da  die  Vorräte
  sehr  klein  sind  und  auf  größere  Zufuhren
        <pb n="732" />
        W  644  2

nicht  gerechnet  werden  kann.  Die  besseren  Sorten
werden  mit  der  Zeit  schwerer  erhältlich;  man  soll
jedoch  auf  der  malayischen  Halbinsel  schon  Maßregeln
  ergriffen  haben,  die  der  Erhaltung  der
Bäume  und  somit  der  Qualität  dienen  sollen.
Von  der  Halbinsel  kommt  jedoch  nur  ein  kleiner
Prozentsatz;  der  größte  Teil  des  ausgeführten
Guttaperchas  wird  auf  Sumatra  und  Borneo
gewonnen.

In  den  geringeren  Sorten,  die  für  mannigfaltige
  technische  Zwecke  Verwendung  finden,  findet
zur  Zeit  ein  regelmäßiges  und  ziemlich  umfangreiches
  Geschäft  statt.  Die  regelmäßige  Nachfrage
wird  durch  reichliche  Zufuhren  gedeckt.

Die  Mitte  März  1907  für  die  verschiedenen
Sorten  gezahlten  Preise  sind:

300  bis  400  8  pro  Pikul  für  fine  genuine  I
II

200  300  8  -  mixed

100  200  8  -  -  III
80  130  3  white

17“-  255  -  low  reboiled.

II.  Kautschuk  (Rubber).

Die  Einfuhr  von  Borneo  Rubber  in  die
Straits  Settlements  im  Jahre  1905  betrug  nach
der  amtlichen  Statistik  18  344,5  dz  zum  Werte
von  3  449  890  8(—  6795  dz  und  1  377  830  8).

Die  gesamte  Einfuhr  entfällt  fast  ausschließlich
auf  Singapore.

Borneo  Rubber  kommt  hauptsächlich  aus
Sumatra  (7504  dz  zum  Werte  von  1  333  253  8
1905  gegen  4638,7  dz  zum  Werte  von  743  626  58
1904),  aus  Holländisch-Borneo  (6917,5  dz  zum
Werte  von  1  299  624  3  1905  gegen  5142  dz
zum  Werte  von  960  170  5  1904)  und  aus
Sarawak  (2231  dz  zum  Werte  von  485  103  S
1905  gegen  597  dz  zum  Werte  von  125  836  dz
1904).  In  diesen  drei  Ländern  scheint  sich  demnach
  die  Produktion  erheblich  gesteigert  zu  haben.

Außer  den  genannten  Ländern  kommen  noch
Britisch-Nordborneo  und  die  Staaten  der  malayischen
  Halbinsel  für  die  Einfuhr  von  Borneo
Rubber  in  Betracht;  die  Einfuhr  aus  diesen  Gebieten
  ist  jedoch  nicht  bedentend.

Die  Ausfuhr  von  Borneo  Rubber  belief  sich
auf  21  125  dz  zum  Werte  von  3  601  029  8,
was  eine  Zunahme  von  65  v.  H.  der  Menge  und
über  56  v.  H.  dem  Werte  nach  bedenutet.

Die  Ausfuhr  verteilte  sich  auf  die  verschiedenen
  Länder,  wie  folgt:

d  Wert:  8  d2
Verein.  Staaten
von  Amerika

8943,5  1  425  443  (—13799)

Frankreich  1741,4  792  501  (—1464,5)
Großbritannien  3238,4  560  771  (—1393,8)
Deutschland  2182,4  397  640  (—+1545,8)

 

dz  Wert:  8  42
Japan  .  .  .  .  .  1451,4  322  047  (—  162),0)
Osterreich  220,8  41  620  (+  155,6)
Italien  171,0  28  676  (—  96)
Belgien  127,8  21  459  (öS.  4#,8)
Holland  39,9  9292  (—  39,9)
Sarawak  3,6  780  (=  3,6)
Sumatra  3,6  600  (—  3,6)

Holländ.  Borneoo  1,2  200  (J„  1,)

India  Rubber  ist  in  der  Einfuhr  etwas  zurückgegangen.
  Es  wurden  2592,8  dz  zum  Werte  von
547  122  8  eingeführt  gegen  3543,4  dz  zum  Werte
von  790  068  8  im  Jahre  1904.

Singapore  und  Penang  sind  an  der  Einfuhr
zu  gleichen  Teilen  beteiligt.

Die  Haupteinfuhrländer  sind  Sumatra  und
Holländisch-Borneo,  und  zwar  ist  ersteres  mit
1512  dz  zum  Werte  von  325  909  5  (—  473  dz),
letzteres  mit  733,6  dz  zum  Werte  von  129  674  *
(+  81,2  dz)  an  der  Einfuhr  beteiligt.  Kleinere
Mengen  wurden  ferner  noch  eingeführt  aus  Acheen,
Britisch-Nordborneo,  den  Birma-Häfen,  Java,
Johore,  Labuan,  dem  Niederländischen  Archipel,
Patani,  Sarawak,  Selangor,  Siam  und  dem
Sulu-Archipel.

Die  Ausfuhr  ist  der  Menge  nach  stationär
geblieben  (5897,2  dz),  dem  Werte  nach  dagegen
um  101  744  5  zurückgegangen  (1  441  190  3).

Etwa  85  v.H.  der  Gesamtausfuhr  entfallen
auf  Penang.

Von  der  Ausfuhr  gingen  nach:

d2z  Wert:  *  dz
Großbritannien.  5529,5  1  326  481  (—280,9)
Frankreich  .  .  .  103,9  32  475  (+  99,1)
Belgien  84,  5  23  400  (—+  84,5)
Japan  .  .  .  ..  81,5  28  691  (—  7,4)
Deutschland  78,0  23  300  (J—  27,7)

den  Ver.  Staaten

von  Amerika  16,3  5  400  (—  16,3)
Holland  2,4  1  100  (—  1,3)
In  der  Einfuhr  des  sogenannten  Para

Rubbers  war  während  des  Jahres  1905  ein
großer  Aufschwung  zu  verzeichnen.  Die  Gesamteinfuhr
  belief  sich  auf  1012,1  dz  zum  Werte  von
656  562  8  gegen  62  dz  =  (—+  1332,4  v.  H.)
zum  Werte  von  32  579  8  =  (—  1915,2  v.  H.)
im  Jahre  1904.

Die  Einfuhr  erfolgt  ausschließlich  aus  Staaten
der  Halbinsel  Malakka,  davon  aus:

dz  Wert:  3  d2
Selangor  642,6  436  285  (—616,4)
Perak  163,6  96  849  (—161,9)
Sungei  Ulong  112,0  65  998  (+  91,0)
Johore  91,0  55  910  (—  78,3)
Pahang  2,4  1520  (—  2,4)
        <pb n="733" />
        W  645  20

Die  Gesamtausfuhr  von  Para  Rubber  aus  der
Kolonie  belief  sich  auf  987,2  dz  zum  Werte  von
622  335  8,  das  sind  gegenüber  dem  Vorjahre
934,6  dz  und  595  958  5  mehr.  Es  wurden  ausgeführt
  nach:

dz  Wert:  *  dz

Großbritannien  367,6  551  928  (5832,60)
Ceylon  50,  7  30  937  (—  35,  5)
Dänemark  .  22,9  12  962  (+  22,9)
den  Ver.  Staaten

von  Amerika.  22,6  13  236  (7  22,5)
Belgien  8,4  5132  (—  6,  2)
Deutschland  5,9  2  850  (—  5,9)
Japan  .  .  .  .  ..  5,5  3  285  (—  5,  5)
Australiin  2,2  1  380  (#  2,2)
Frankreich  1,4  625  (-  1,4)

Kautschuk  ist  zur  Zeit  in  allen  Sorten  sehr
gefragt.  Das  Angebot  entspricht  aber  meistens
nicht  der  Nachfrage  trotz  der  bedentend  größeren
Produktion.  Besonders  die  besseren  Sorten  sollen
willige  Aufnahme  finden.  Es  wurden  Mitte
März  1907  bezahlt  für:

Borneo  Rubber  Nr.  1.125  bis  135  S  pro  Pitul
Nr.  2  95  105  5
Nr.  3  70-  80

Rambong  (India)  Rubber  wurde  notiert:

170  bis  180  S  für  Nr.  7  kr  Pitul
100  =  110  B¾-  --Plantagen-Para

  Rubber  erfreut  sich  einer  vermehrten
  Aufmerksamkeit  seitens  der  größeren
Rubber-Werke,  die  heute  für  das  Produkt  etwa
10  v.  H.  mehr  anlegen  sollen  als  für  feinsten
brasilianischen  Para  Rubber

Kultivierter  Para  Rubber  wird  jetzt  regelmäßig
  angefahren,  aber  zum  größten  Teil  von
den  Produzenten  oder  deren  Agenten  direkt  nach
Europa  weitergesandt.  Es  soll  darin  auch  ein
regelmäßiges  und  anscheinend  zunehmendes  Geschäft
  nach  Japan  stattfinden.

Mitte  März  1907  sind  notiert  worden  (pro
Pikul):

290  bis  300  F  für  gute  sheets  und  crepe

100  260  §.  abfallende  Waren,  je  nach

Qualität.

(Bericht  des  Wan  Generalkonsulens  in  Singapore
m  15.  April  1907

Kahüomarkt  in  Sanchezx  (Oominihanische  Republik)
im  ersten  Vierteljahr  1907.

Die  Ausfuhr  von  Kakao  über  den  Hafen

Sanchez  in  der  Dominikanischen  Republik  gestaltete

sich  im  ersten  Vierteljahr  1907  folgendermaßen:

 

Nach
New  vork
ka  Roh-Nach

  Havrc,
Ordre  für  Hamömg

kux  Roh-Sack

  Sack

 

gewicht  gewicht

Jannar  3  104  293  368  1  871  150  406
Februar  2  73|  225  089  1191  101  099
Märg  2  644  216  492  2818  236  191
Zumme  8872  734949  5  883  187  786.

Der  größte  Teil  des  auf  Ordre  für  Hamburg
nach  Havre  versandten  Kakaos  ist  angeblich  in
Havre,  in  England  und  Spanien  verkauft  worden,
weil  diese  Märkte  größere  Vorteile  boten  als  die
deutschen.

Insgesamt  gelangten  aus  Sanchez  also  zur
Ausfuhr  14  755  Sack  im  Bruttogewicht  von
1222  735  kg.  Während  der  letzten  sechs  Monate
hat  sich  die  Ausfuhr  nach  New  Vork  erheblich
vergrößert,  weil  dort  bessere  Preise  als  in  Europa
gezahlt  wurden,  und  weil  auch  im  übrigen  die
Exporteure  lieber  nach  New  York  verkaufen,  da
sie  von  dort  ihre  Verkaufsabrechnungen  jeden
20.  oder  30.  Tag  bekommen  und  deshalb  ihren
Kredit  besser  ausnützen  können  sowie  an  Zinsen
sparen.  Nach  Deutschland  wurde  viel  weniger
verkauft  als  im  entsprechenden  Vorjahrsabschnitt.

Infolge  großer  Trockenheit  erleidet  die  diesjährige
  Ernte  eine  bedeutende  Einbuße,  und  die
Knappheit  der  Ware  führt  eine  Preiserhöhung
herbei.  Die  Exporteure  hatten  in  dem  Glauben
an  eine  große  Ernte  im  laufenden  Jahr  sich  bemüht,
  Abschlüsse  auf  möglichst  bedeutende  Mengen
zu  machen,  um  aus  den  günstigen  Preisen,  die
seit  einigen  Monaten  herrschten  und  sich  in  Europa
auf  93  bis  95  Fr.  oder  73  bis  76  Mk.,  in
Amerika  auf  16  bis  17  8  für  45  kg  stellten,
möglichsten  Nutzen  zu  ziehen.  Um  ihren  Verpflichtungen
  nachzukommen,  sehen  sie  sich  nunmehr
gezwungen,  für  den  Kakao  Einkaufspreise  anzulegen,
  die  ihnen  sicher  Verluste  bringen.  In
San  Nraneisco  de  Macoris  müssen  sie  jetzt  bis  zu
13½  8  für  45  kg  zahlen;  dazu  kommen  noch
etwa  0,60  &amp;amp;  Eisenbahn-Frachtkosten  usw.  und
außerdem  die  Versandkosten  für  die  leeren  Säcke,
die  Arbeitslöhne  und  die  Gewichtsverluste  von
3  bis  4  b

(Nach  Loricht  des  Kais.  Vizekonsulats  in  Sanchez

vom  19.  April  1907.)

ölgehalt  der  indischen  ölsaaten.

Bei  der  Bedeutung,  die  unter  den  landwirtschaftlichen
  Produkten  Indiens  den  ÖOlsaaten  zukommt,
  ist  es  auffallend,  daß  man  in  Indien
wenigstens  bisher  über  den  Olgehalt  der  einzelnen
in  Betracht  kommenden  Pflanzen  noch  ziemlich
wenig  wußte.  Zwar  wird  behauptet,  daß  die
bedeutenden  Olmühlen  in  Europa  und  Amerika
        <pb n="734" />
        646

ziemlich  genau  über  die  Zusammensetzung  der
Saaten,  mit  denen  sie  zu  tun  haben,  unterrichtet
sind,  jedoch  ist  von  diesem  Wissen  wenig  in  die
Offentlichkeit  gedrungen.

Ein  in  Diensten  der  indischen  Regierung
stehender  Chemiker,  Dr.  J.  W.  Leather,  hat  sich
nun  der  Aufgabe  unterzogen,  11  der  wichtigsten
ölliefernden  Produkte  auf  ihre  chemischen  Bestandteile
  zu  untersuchen.  Das  Ergebnis  seiner
Analysen  hat  er  in  einem  Hefte  der  Veröffentlichungen
  des  Agricultural  Research  Justitute
herausgegeben.

Diese  Schrift  liegt  für  die  mit  der  Einfuhr
von  Olsaaten  aus  Britisch-Indien  sich  befassenden
Handels=  und  Industriekreise  während  der  nächsten
Wochen  im  Reichsamt  des  Innern,  Berlin  W.,
Wilhelmstraße  74  zur  Ansicht  aus.

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Generalkonsulats

in  Calcutta.)

 

Baumwollhandel  Rlexandriens.
1.  September  1906  Dieselbe  geir
bis  31.  Mai  1907  im  Vorjahre
Menge  in  Kantar

 

Ankünfte  6  849  917  5  864  795
Ausfuhr  nach
Großbritannien  2  986  528  2  682  642
dem  Kontinent  2  385  709  2  282  892
den  Ver.  Staaten  806  156  529  055
Insgesamt  6  178  393  5  194  589
Bestände  am  1.  Septbr.
1906  bezw.  1905  220  400  346  000
Vorräte  am  31.  Mai
1907  bezw.  1906  891  924  716  206.

(Nloxandrin  (ienerel  D’rollnec  Association
vom  31.  Mai  1907.

 

Verschiedene  Mitteilungen.

Die  Sentralauskunftsstelle  für  Auswanderer.

Die  Zentral-Auskunftsstelle  für  Auswanderer
  (Berlin  W,  Schellingstraße  4)  hat  in
der  Zeit  vom  1.  April  1906  bis  zum  31.  März
1907,  d.  h.  in  ihrem  fünften  Geschäftsjahre
in  4357  Fällen  (gegen  2181  im  Vorjahre)  schriftliche
  und  in  1078  (665)  Fällen  mündliche,  im
ganzen  also  in  5435  Fällen  (2846)  Auskunft  an
Auswanderungslustige  erteilt.  Die  Zahl  der
schriftlichen  Eingänge,  die  zur  Erledigung  kamen,
betrug  5217  (2867).

Von  den  Auskunftbegehrenden  wurden  insgesamt
  8975  (gegen  3879  im  Vorjahre)  Anfragen
  über  die  verschiedenen  Auswanderungsgebiete
  gestellt,  von  denen  sich  6801  (2207)  auf
die  deutschen  Kolonien  bezogen.  Davon
entfielen  auf  Deutsch-Südwestafrika  2977  (599),
Deutsch-Ostafrika  1096  (361),  Kamerun  426  (114),
Togo  372  (86),  die  Marianen  239  (18),  Samoa
236  (71),  Deutsch-Nen-Guinea  170  (27),  Kiantschon
  40  (25),  den  Bismarck-Archipel  6  (7),  die
Salomon-Inseln  1  (1),  die  deutschen  Südsceinseln
  im  allgemeinen  28  (30),  die  deutschen
Kolonien  im  allgemeinen  1259  (859).

Die  Zahl  der  unbemittelten  Auswanderungslustigen,
  die  bei  der  Zentral-Auskunftsstelle
anfragten,  ist  gegen  früher  erheblich  zurückgegangen.
  Insbesondere  rührten  die  Anfragen
über  Deutsch-Südwestafrika  und  Deutsch-Ostafrika
vielfach  von  Personen  her,  die  im  Besitz  ausreichender
  Mittel  zur  Ansiedlung  waren.  So  besaßen,
  soweit  es  sich  aus  den  gemachten  Angaben

 

entnehmen  ließ,  von  den  Auswanderungslustigen,
die  im  letzten  Viertel  des  Geschäftsjahrs  (Jannar
bis  März  1907)  Auskunft  über  Deutsch-Südwestafrika
  erhielten,  215  die  Mittel  zur
Niederlassung  als  Kleinsiedler  und  116
zur  Einrichtung  einer  VBiehfarm.  Von  den
letzteren  verfügten  17  über  mehr  als  50  000  Mark
und  3  über  mehr  als  100  000  Mark,  einer  über
mehr  als  200  000  Mark.

Im  gleichen  Zeitraum  besaßen  von  den  über
Deutsch-Ostafrika  Anfragenden  65  die  Mittel
zur  Ansiedlung  d.  h.  mindestens  10  000  Mark,
und  13  verfügten  über  mehr  als  30  000  Mark,
6  über  mehr  als  50  000  Mark,  einer  über
300  000  Mark.

Von  den  verschiedenen  Berufen  waren  unter
den  Anfragenden  die  Kaufleute  mit  1112  (594)
am  zahlreichsten  vertreten.  Dann  folgen  die
Landwirte  und  Gärtner  mit  1080  (468),  die
Handwerker  mit  928  (388),  die  Architekten,
Ingenieure  und  Techniker  mit  292  (155),  die
Arbeiter  mit  138  (96),  die  Lehrer  mit  40  (33),
die  Arzte  mit  23  usw.  230  (118)  Anfragen
rührten  von  Personen  weiblichen  Geschlechts,  meist
Lehrerinnen,  Erzieherinnen  und  Dienstboten  her.

Bei  der  Beantwortung  der  Anfragen  wurden
als  leitende  Grundsätze  festgehalten,  die  Auskunftserteilung
  möglichst  individuell  zu  gestalten,  alle
gestellten  Fragen  tunlichst  ausführlich  zu  beantworten
  und  alles  zu  vermeiden,  was  an  Schema
und  Formel  erinnern  könnte.  Auch  bei  der
mündlichen  Auskunftserteilung  wurde  stets  nach
        <pb n="735" />
        G  647  20

diesen  Grundsätzen  verfahren,  und  es  konnte  die
Wahrnehmung  gemacht  werden,  daß  das  Vertrauen
  der  Auskunftsbegehrenden  zu  der  Zentral-Auskunftsstelle
  für  Auswanderer  stetig  wächst.  In
nicht  seltenen  Fällen  wurde  die  Annahme  von
Engagements  in  den  Kolonien  oder  im  Auslande
von  der  Auskunft  der  Zentral-Auskunftsstelle  für
Auswanderer  abhängig  gemacht.

Evangellsche  Missionen.

Der  Ausschuß  der  Deutschen  Evangelischen
  Missionen  wählte  an  Stelle  des  verstorbenen
  Missionsdirektors  D.  Buchner  den  Leiter
der  Basler  Mission  D.  Oehler  zu  seinem  Vorsitzenden.


Inspektor  Spiecker  von  der  Rheinischen
Mission  kehrte  in  der  Osterzeit  von  einer  längeren
Visitationsreise  durch  die  afrikanischen  Arbeitsfelder
  seiner  Gesellschaft  nach  Barmen  zurück.  Er
hat  sich  ein  ganzes  Jahr  in  Deutsch-Südwestafrika
aufgehalten,  wo  er  neben  der  Herero=  und  Nama-Mission
  auch  die  im  Ovambolande  in  Augenschein
nahm.  Nach  seinen  Vorschlägen  erfolgt  der  Wiederaufbau
  der  zerstörten  Mission  in  unserm  Schutzgebiet.


Am  17.  April  legte  D.  Brown  sein  Amt  als
Generalsekretär  der  Wesleyaner-Mission  in  Sydney
nieder.  Er  ist  lange  Zeit  auf  den  deutschen
Inseln  der  Südsee  tätig  gewesen.  Erst  wirkte  er
als  Missionar  in  Samoa,  später  gründete  er  unter
besonderen  Schwierigkeiten  die  ersten  evangelischen
Niederlassungen  im  Bismarck-Archipel.

Die  Brüdergemeinde  entsandte  einen  Schulmann,
  O.  Gemuseus,  nach  Deutsch-Ostafrika.
Er  soll  das  Schulwesen  in  ihrer  Nyassa-Mission
leiten.  Unterwegs  konnte  er  zu  seiner  Information
die  Schulen  in  Daressalam,  Blantyre  und  Livingstonian
  besichtigen.  Welchen  Aufschwung  die
Schulen  der  Brüdermission  in  jenem  Teile  von
Deutsch-Ostafrika  nehmen,  ersieht  man  aus  folgender
  Bemerkung  im  „Herruhuter  Missionsblatt“:
„Von  Isoko  aus  revidierte  Br.  Meyer  verschiedene
Gehilfenplätze  und  deren  Schulen;  so  in  Mbembela
  (wo  von  190  eingeschriebenen  Kindern  100
amvesend  waren),  Mwenibungn  (100,  Hochstzahl
210),  Kolobosya  (175,  Höchstzahl  400),  Nyembele
(170,  Höchstzahl  200),  Mwasulama  (150,  Höchstzahl
  250).  In  Ilondo,  Mwakatapamya  und
MzZomba  war  nur  vereinzelt  Schule  gehalten
worden.  Auf  der  Station  und  im  Nachbardorf
Mboma  ruht  die  Schule  gegenwärtig  wegen  vermehrter
  Arbeit  des  Missionars.  Die  Ergebnisse
in  den  Schulen  waren  erfreulich.  In  jeder
Schule  gab  es  schon  Monitoren;  können  diese
eine  Ausbildung  erhalten,  so  ist  in  wenigen

 

Jahren  das  ganze  Bundali  mit  Schulen  durchsetzt.
  Wir  schaffen  schon  von  den  Gehilfenzentren
aus  Nebenzentren,  die  unter  Aufsicht  der  Gehilfen
von  den  Monitoren  bedient  werden  sollen.“

Die  Leipziger  Mission  eröffnete  eine  Handwerkerschule
  in  Marangu  am  Kilimandscharo,
die  unter  der  Leitung  ihres  Missionars  v.  Lany
steht.  Die  Zöglinge  kommen  aus  dem  Dschaggalande,
  Nord-Pare,  Aruscha  und  vom  Meru.  Auf
der  Marangu  benachbarten  Station  Mamba
wird  zur  Zeit  eine  größere  Kirche  gebant.

Die  Rheinische  Missionsgesellschaft  ordnete  zu
Pfingsten  zwei  Landwirte  als  Laienbrüder  ab,
die  auf  dem  Hansemannberg  in  Kaiser  Wilhelmsland
  die  Gesundheitsstation  Nobonob  ausbauen
  sollen.  Im  Herbst  werden  zwei  neue
Missionare  zu  ihnen  stoßen.  Während  diese  Mission
bisher  fast  gar  keine  sichtbaren  Erfolge  aufzuweisen
hatte,  entsteht  ihr  jetzt  auf  einmal  Arbeit  in  Hülle
und  Fülle.  Die  Papua  an  der  Astrolabe-Bai,
die  früher  ganz  unzugänglich  schienen,  kommen
plötzlich  in  Scharen  herbei  und  wollen  Christen
werden.  Sie  reden  von  wunderbaren  Erscheinungen,
  die  sie  in  ihren  Dörfern  gehabt  hätten.
Sie  sind  bereit,  mit  ihrem  Aikult  zu  brechen  und
ihn  mit  dem  Christentum  zu  vertauschen;  ja  viele
haben  schon  die  Gegenstände  dieses  Geheimkults
herbeigebracht  und  freiwillig  zur  Vernichtung  ausgeliefert.
  So  schreibt  z.  B.  Missionar  Hanke,
daß  am  18.  Dezember  die  Bonguleute  in  Gegenwart
  der  Frauen  die  bisher  sorgfältig  gehüteten
Ai-Instrumente  verbrannt  hätten.  „Es  war,“  so
berichtet  er,  „eine  für  die  Bonguleute  denkwürdige
Viertelstunde,  als  die  Männer  mit  den  Instrumenten
  ankamen,  noch  einmal  darauf  bliesen,  um
sie  darauf  zu  zerschlagen  und  ins  Feuer  zu  werfen.
Die  Frauen,  die  von  den  Männern  herbeigerufen
waren,  zitterten  vor  Furcht  am  ganzen  Leibe.
Eine  alte,  prachtvolle  Maske,  die  den  Kopf  des
A  darstellen  soll,  haben  die  Leute  mir  übergeben.
Wogegen  ich  jahrelang  gekämpft  habe  in  unversöhnlichem
  Streit  und  scheinbar  ohne  Erfolg,  das
ist  nun  ohne  mein  Zutun  geschehen.“

Die  Basler  Mission  schickt  einen  Arzt,
Dr.  Häberlin  (bisher  in  Davos),  der  zunächst
für  drei  Jahre  in  den  Missionsdienst  tritt,  nach
Kamerun.  Er  besucht  unterwegs  die  ärztliche
Station  der  Mission  auf  der  Goldküste.  Die  Norddeutsche
  Mission  bereitet  auch  die  Aussendung
eines  Arztes  für  ihr  Arbeitsfeld  in  Togo  vor.

In  Isoko  (Bundaliland)  in  Deutsch-Ostafrika
ward  von  der  Brüdermission  eine  Aussätzigenkolonie
  angelegt;  die  Missionsgesellschaft  hat
solche  Asyle  schon  in  Rungwe  und  Rutenganio.

Die  von  der  Norddeutschen  Mission  in  Lome
erbaute  evangelische  Kirche  ist  vollendet  und  soll
Mitte  Juli  eingeweiht  werden.  Da  sie  auch  von
        <pb n="736" />
        W648  20

der  evangelischen  Ortsgemeinde  benutzt  werden
wird,  erhielt  die  Missionsgesellschaft  mehrere  namhafte
  Beiträge  auch  von  außenstehenden  Kreisen.
So  gewährte  Ihre  Majestät  die  Kaiserin  ein
Gnadengeschenk  zur  Beschaffung  bunter  Fenster.
Der  deutsche  evangelische  Kirchenausschuß  gab
5000  Mk.,  der  preußische  Oberkirchenrat  1000  Mk.
Die  bedeutendste  Beihilfe  zum  Bau  aber  leisteten
dentsche  Kinder,  die  durch  Pastor  Zauleck  in
Bremen  16  781  Mk.  als  Ertrag  einer  Sammlung
überreichen  ließen.

Die  Basler  Mission  läßt  für  ihre  Schulen  in
Kamerun  eine  revidierte  Auflage  der  Duala-Fibel
  herstellen.  Nach  dem  von  ihrem  Schulinspektor
  Dinkelacker  gemachten  Vorschlag  wird
sie  in  15  000  Exemplaren  gedruckt.

In  der  Kondesprache  (Deutsch-Ostafrika)
wird  demnächst  zum  ersten  Male  das  Neue  Testament
  erscheinen.  Die  letzte  Durchsicht  des  Textes
besorgt  Missionar  Nauhaus  von  der  Berliner
Missionsgesellschaft  in  Gemeinschaft  mit  Missionar
Klautzsch  von  der  Brüdergemeinde.  Um  die
Drucklegung  soll  die  Preußische  Haupt-Bibelgesellschaft
  gebeten  werden.  Es  ist  die  erste  größere
literarische  Frucht  einer  nur  fünfzehnjährigen
Missionstätigkeit  unter  dem  Kondevolke.

 

Literatur.

Stabsarzt  Dr.  Ph.  Kuhn:  Gesundheitlicher
Ratgeber  für  Südwestafrika.  Mit  Abbildungen
  im  Text  und  einer  Bildertafel.  1907.
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche
Hofbuchhandlung,  Berlin  S8W.,  Kochstr.  68/71.
Preis  geb.  3  Mk.  60  Pf.

Der  Verfasser  kommt  mit  diesem  Buche  dem
schon  oft  hervorgehobenen  und  gewiß  von  vielen
Südwestafrikanern  empfundenen  Bedürfnis  nach
einem  eigenen  Ratgeber  für  Südwestafrika  entgegen;
  bei  der  Eigenart  Südwestafrikas  und  den
besonderen  Lebensbedingungen  daselbst  passen  ja
alle  bisher  erschienenen  Ratgeber  für  die  Tropen
auf  dieses  Land  nur  in  bedingtem  Maße.  Einen

 

besonderen  Wert  erlangt  das  Büchlein  dadurch,
daß  der  Verfasser  lange  Jahre  im  Schupgebiet
tätig  war  und  Land  und  Leute  mit  allen  Eigenheiten
  genau  kennt.  Ausführlich  werden  die  im
Schutzgebiet  vorkommenden  Krankheiten  nach
Symptomen,  Vorbeugung  und  Behandlung  —
sofern  ärztliche  Hilfe  nicht  erreichbar  ist  —  geschildert;
  eingehende  Erörterung  findet  die  gerade
in  jüngster  Zeit  viel  ventilierte  Frage  der  Besiedlung
  des  Schutzgebiets  mit  Lungenschwindsüchtigen;
  das  Gebiet  der  Malaria  wird  dem
jetzigen  Stande  der  Wissenschaft  entsprechend  nach
Behandlung,  Prophylaxe  und  Bekämpfung  erschöpfend
  besprochen.  Aber  nicht  nur  auf  das
rein  ärztliche  Geviet  beschränkt  sich  der  Verfasser,
sondern  er  macht  auch  interessante  Angaben  über
die  verschiedenen  Eingebornenstämme,  die  Behandlung
  der  Eingebornen,  gibt  praktische  Winke
für  die  Ausrüstung  und  für  die  Art  der  Ausführung
  von  Reisen  usw.  Das  Büchlein  sei
darum  allen  Südwestafrikanern  und  denen,  die
es  werden  wollen,  warm  empfohlen.

Wie  wandere  ich  nach  deutschen  Kolonien
aus?  Natgeber  für  Auswanderungslustige
von  Dr.  Oscar  Bongard.  Berlin,  Verlag
von  Wilhelm  Süsserott.  Preis  60  Pf.

 

„Die  Heldentaten  des  Dom  Christoph  da
Gama  in  Abessinien.“  Nach  dem  portugiesischen
  Berichte  des  Miguel  de  Castanhoso
übersetzt  und  herausgegeben  von  Enno  Littmann,
  odentlicher  Professor  an  der  Universität
Straßburg.  Karl  Curtius,  Buchhandlung,
Berlin.  Preis  3  Mk.  20  Pfo.

Enno  Littmann  bietet  in  dem  Buche  eine
treffliche  Übersetzung  jener  Expedition  nach
Abessinien,  welche  ein  christliches  Reich  nach  jahrhundertelangem
  Kampfe  gegen  Islam  und  Heidentum
  vom  Untergange  rettete.  Bei  dem  regen
Interesse,  welches  seit  Jahren  auch  im  politischen
Leben  für  Abessinien  herrscht,  dürfte  diesem  Buche
eine  freundliche  Aufnahme  beschieden  sein.

 

Verkehrs-Nachrichten.

In  Warmbad  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  5.  Juni  d.  Is.  eine  Reichs-Telegraphenanstalt
  für  den  internationalen  Verkehr  eröffnet  worden.
Die  Worttaxe  für  Telegramme  nach  Warmbad  ist  dieselbe  wie  für  Telegramme  nach  Windhuk

und  den  übrigen  Anstalten  des  Schutzgebiets.

Sie  beträgt  zur  Zeit  2  Mk.  75  Pf.

Die  Postanstalt  in  Waterberg  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  9.  Mai  aufgehoben  worden.
        <pb n="737" />
        W  649  2#

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  Juli  1907.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen


Die  Abfahrt  erfolgt

am:

Aus  sschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefe  müssen  au.
Berlin  spätesten
abgesandt  werden  am:

 

 

16.  26.  Juli  13.  Aug.
10  abds.

1

13.  23.  Juli  3.  Aug.
10  abds.

8.  jed.  Mts.  9/0  abds.

5.  Juli  1035  abds.

13.  23.  Juli  3.  Aug.
10  8  abds.

13.  23.  Juli  3.  Aug.
10  abds.

8.  jed.  Mts.  10½  abds.

5.  Juli  10  5  abds.

 

Neapel  18.  Juli  15.  Ang.  Jrutich,nbem.  v-(beutsche
  Schiffe)  1  38.  Tage
Simpfone  41  Tage
1.  deutsch-Neuguinea.  Brindisi  28.  Juli  Simpsonhafen  38  Tage
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage
2  deutsch-Ostafrika.  Neapel  15.  25.  Juli  5.  Ang.  Mombasa  O  16·18  Tage
u)  .  Zuloba.  Muansa  und  (deutsche  S  Schiffe)
338  h  Marseille  10.  jedes  Monats  sMonibasa  O  17  Tage
ahn  und  von  d  mdstation
zu  Schifl,ach  den  BesmBriwdifi  J.  Juli  Mombasa  O  20  Tage
mung  (engl.  Schiffe)
5  nach  66ereAhetengnün  Neapel  15.  25.  Juli  5.  Aug.  Tanga  17—19  Tag
Moche  Muhesa.  Pangami,  eursche  Schiffe)
Wuatri  und  Wilhelmstal)  -sie  ê!“  «
Neapel  15.  25.  Juli  5.  Aug.  Daressalam  18-21  Tage
(deutsche  Schiffe)
c)  nach  Demsch-Ostafrika  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  Tage
(ausschl.  der  unter  a  *  b  (#  ansibor  mumireelbar.
iter!  I1  ung  na
denanmen  Vostorte)  aressalam  durch  #  #
·.  ·  memsdanwfck  116S1)
TVrmdm  7.  Juli  Zan  ibar  22  Tage
s«  ncsl  weit
lenol.  Schiffe)  un  "n  e,l  we
1
Hamburg  10.  25.  Juli  Swakopmund  25  und
22
Tage
Antwerpen  15.  Juli  5.  Aug.  Swalopmund0,25  Tage
3.  deusch  Sühmessafrine.  (deutsche  Schiffe)  *  9
a)  7mi  Abbabis,  Eputiro.  c  Boulogne  16.  Juli  6.  Aug.  Swalopmund  19  und
beon,  Gobabis,  Gochas.  01.  sche  Schif  "„
fontein.  Haris.  Hohewarte,  (deuische  Schife)  24  Tage
Sa  h  Southampton  27.  Juli  3.  Aug.  Swakopmund  25  und
Okahandja.  Okasise,  Okom-  6  4  27  Tage
bahe,  Omarurn.  Otawi.  Ot..  Southampton  6.  13.  20.  Juli  Swalopmun  32,  25
U#mblugwe.  Swarongo,  «  d  32  Tage
Outto,  Owikokorero,  Reho-  .  -  ·ag«
kohh.  cels.  Swakopmund,  Hamburg  11.  31.  Juli  swatopminn  25  und
1#6  ezi:  Waldan,  Waterberg.  30  Tage
I
I
Southnmptou6.13.20.27.JuliLüdctiybuchtLObiis
2  Tage
Antwerpen  ö.  Aug.  Lüderitzbucht  21  Tage
(demsche  Schiffe)
Voulogne  6.  Ang.  Lüderitzbucht  20  Tage
(deutsche  Schiffe)
23:  Xuli  ½  2.
b)  #ch  Lüderitbucht,  Kubub,  Hamburg  25.  31.  Juli  rũderitzbucht  3  und
anen,  Hafuur,  Keet-  Tage
*  oop  (Southampton  3.  Aug.  Lüderiybucht  20  Tage
Hamburg  10.  11.  Juli  Lüderitzbucht  zo  und
36  Tage
i#  Antwerpen  15.  Juli  Luderitzbucht  25  Tage
(deutsche  Schiffe)  ·
fBoulognchJuli  ũderitzbucht  24  Tage
(deutsche  Schiffe)
c)  nach  Rumansdrift.  Warm,  Southampton  6.  20.  Juli  3.  Aug.]  Kapsradt  1  Ta

m
bad,  Kalkfontein  (Süd)  und
Ukamas

 

 

von  dort  wei  a  uf  dem

9.  Juli  52  nmis.
24.  Juli  7½  abds.

14.  Juli  4.  Aug.
88

ms
s  Jun  5.  K  Aug.

30.  Juli  5½  ums.
10.  Juli  712  ums.

5.  19.  20.  Juli
1122  v
4.  Aug.
8  oms.

55  ums.
2.  Aug.  1122  oms.
.Juli  52°5  ms.
.Juli  72  abds.
Juli  8  8  oms.

5.  Juli

30.  Juli

1°  ums.

5.  19.  Juli  2.  Aug.
112  oms.

 

Landwege  ut.  Steinkopf
        <pb n="738" />
        GE  650

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
4.  Kamerun.  Hamburg  10.  23.  jed.  Mts.Viktoria  19,  24  Tage  W/  n]!-t
)  nach  Bamenda,  Banso.  Bl-  .  Duala  19,  24  Tage  22  5r  u  abd
“  hain  w#  Iiindibel  dd  I  Kribi  20  u.  28—30  Tage  1  **  66  Mis.  /  abds.
nea,  Cai  o,  ala,  *  7¾:  -
woa.  Vch  9w„  Kandu  aufogne  11.  jedes  Monatsiktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
Jabasst,  Jannde,  Johann  r  Duala  18  Tage
—  iies  Kribi  19  Tage
Plamakion,  Viktoria  Liverpool  #  13.  Juli  Duala  23  Tage  11.  Juli  10“45  abds.
ziktoria  25  Tage  ..
Liverpool  27.  Juli  (Ibtoriaos  2%  12T5.  Juli  10  abos.
T  .  .  ».-  «.  “
h)  nach  Rio  del  Rey  .  .  .  .  Hamburg  23.  jedes  Monats  Nio  del  Rey  34—35  Tage  22.  jed.  Mts.  71  abds.
nach  Rio  del  Rey  Liverpool  27.  Juli  24.  Aug.  Rio  del  Ney  23  Tage25  Jis  22.  Aug.
.
e)  nach  dem  Tschadsee-GebietLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tag  jeden  r
(Garna,  Kussert)  von  dort  o  #Werr  10|½  abds.
4)  nach  Ossidinga  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  *d  jeden  Donnerstag
|  von  dort  erut  "  bokum  10  abds.
-b  bis  iu  (am  Crohsiib)
e)  nach  Molmd  Antwerpen  11.  Juli  1.  Aug.  I  Matad  #an  *—  320  Tage  Wen  10.  31.  Juli  10  nachm.
Bordeaur  25.  jedes  Monats  s  bahm  bie  Jrasaole  uds  23.  jed.  Mts.  10  abds.
gem  Kongo,  Ssongea  un
Djah  bis  Molundn
Jap  38  Tage
Neapel  |  13.  Aug.  10*  abds.

Z1

Inseln,  Marianen.

l  den  Narolinen,  Palau-15.

  Aug.

(beutsche  Schiffe)

geleitet;  von  Yokohama  weiter

Saipan  42  Tage
Ponape  50  Tage

l
l

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den?

sechs=  bis  siebenmal  jährl

Marianen  auch  über  Japan
ch  mit  Segelschiffen.

 

Moekgebel,  4.  18.  Juli  1.  Aug.

Tsingtau  32  Tage

 

2.  16.  30.  Juli
9

abds.
jeden  Freitag  108  abds.

 

 

Brindisi  jeden  Sonnta  Tsingtau  33—36  Tage
6.  Kiautschou.  (engl.  Schiffe)  I  *  6
Marseille  7.  21.  Juli  4.  Ang.  Tsingtau  30  Tage  5.  19.  dieie  2.  Aug.
(franz.  Schiffe)  ,  10½
#Liverpool  20.  Juli  Tsingtau  31  Tage  25.  Zult  2  vms.
Neapel  15.  Ang.  Jaluit  58  Tage  13.  Aug.  10  3  abds.
(engl.  Schiffe)
7.  Marshall--Inseln.  Brindisi  25.  Aug.  Jaluit  56  Tage  23.  Aug.  103  abds.
(deutsche  Schiffe)
Neapel  7.  Juli  4.  Aug.  Apia  54  Tage
S.  Samoa.  Cengl.  Zne  5.  12.  Juli  2.  9.  Aug.
Brind  11.  Juli  11.  Aug.  Apia  51  Tage  10  2  ums
(engl.  Siife)
Hamburg  1.  11.  23.  jed.  Mts.]  Lome  19,  18,  22  Tage10.  22.  31.  Juli  72abds.
Nordenham  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mis.  112  oma.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mis.  88  oms
Voulogne  f.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nms.
9.  Logo.  (deutsche  Schiffe)
7  Marseille  12.  jedes  Monats  Coton  rou  19  Tage  10.  jed.  Mts.  104  abds.
on  da  ab  zsr
Vordeaur  25.  jedes  Monats  *  114  Tage  23.  jed.  MtS.  10  abds.
i  da  6  Lndorhndung
Liverpool  jeden  Sonnabend  A  15  Tage  Donnerstag  9  3  abds.
von  dor!  weiter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tagen
7)  Den  durch  #x  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="739" />
        651

*—

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fanig  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
·  Marseille.  25.  Juli  Marshall-Inseln  Neapel  ..  p.  28.  Juti  3.  Sept.
Deutsch·  Neuguinea  Neapel  1.  Juli  1*.  Aig.—  *  —
Neapel:  19•.  Juli  9*.  Aug.  Neapel  5.  Zuli  2“.Aug.
Genua  13“.  l  Brindi"i...I4...«.-ui11.Au.
ventich-0si0stkk««Vkindisi..W  Marscin  ..11.  8.  ug
Marseille.  ..  16.  o  Mts.  Liverpooll  7.  Juli  4.  Aug.  über
*m  -  --——-  lymouth.  ancouv.
beutsch-  südwestafrika  Antwerpen.  9  Juli  10.  Ang.  Kiautschen  e  1.  9“  12.  21.  23.
nördl.  Teil  d.  Schuzgeb.  Lamburg  167.  24—  Juli  12,  .  Havre  oder,  26.  28.  Juli
·  ·  «  1  Southampton  10  38.  Juli  11.  Aug.  ##e  Baure  aer  4.  6“.  Aug.
südl.  Teil  des  Schuggeb.  Southampton  14.  38.  Juli  11.  Aug.  Landweg  über
DHamburg  24  Juli  Sibirien.  jed.  Montag  u.  Mittw.
Hamburg  .  .  2*.  13*.  16*.  Juli  1*.  A.  —  —
Kamern  Southampton  30"“.  jed.  Mts.  samoa  Oucenstown-  aresen  voraus-Plymouth
  ..  27.  Juli  4.  Aug.  ss  inonn  od.  Plymouth  sich  4Ö  tlich  217.  Juli
den  1  Karolinen  —  Southam  mpton  3  **  )  uni
Marianen.  lnene  .  208g.  Juli  26.  Sept.  looo  Southanip  g  i3*.  16*
Palan!  Tusfeln  1  Lamburg  23“.  Juli

 

*  S□—.

 

 

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Sthisfsbewegungen?  der  Woermann.  Linie  zwifter  Hamburg!  und  d  West.  und  Sü  dwestafrila

 

 

 

Posidampfer  Reise  Letzte  Nachrihten
von  nach  bis  28.  Juni  1907.
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  Juni  ab  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Gabun  m  26.  Juni  Dover  passiert.
„Aline  Woermann“  Rapstadt  Swakopmund  am  23.  J  Juni  in  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  15.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  11.  Juni  in  Hamburg.
„Ascan  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  25.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Assinie  HLamburg  am  22.  Juni  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Swakopmund  Kapstadt  m  23.  Juni  in  Kapstadt.
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderipbucht  am  19.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Eleonore  Woermann“  Duala  HLamburg  am  24.  Juni  ab  Teneriffe.
„Ella  Woermann“  Assinie  Hamburg  am  26.  Juni  in  Sierra  Leone.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  28.  Juni  ab  Hamburg.
„Frieda  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  8.  Juni  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  21.  Juni  in  Lome.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Assfinie  am  27.  Juni  Dover  passiert.
„Lenriette  Woermann“  Mossamedes  —  Hamburg  am  20.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Irma  Woermann“  -  Hamburg  ·  Burutu  am  23.  Juni  Ouessant  passiert.
„Jeannette  e  .  Accra  Hamburg  am  20.  Juni  in  Sekondi
„Rurt  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  22.  Juni  in  Viktoria.
„Lili  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  28.  Juni  in  Hamburg.
„Linda  Woermann“  Nio  Nunez  Hamburg  am  27.  Juni  in  Madeira.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  16.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Lucie  Woermann“.  Hamburg  nala  am  28.  Juni  in  Lome.
„Marie  Woermann“  Accra  Hamburg  am  27.  Juni  Dover  passiert.
„Martha  ermann“  Hamburg  Gabun  am  22.  Juni  in  Viktoria.
„Max  Brock“.  Mossamedes  Hamburg  am  22.  Juni  in  Lagos.
„Melita  n-  Hamburg  ssinie  am  12.  Juni  in  Dakar.
„Otto  Woermann“  Hamburg  Nio  Nunez  am  20.  Juni  in  Bissao.
„Paul  Woermann“.  Calabar  Lamburg  am  24.  Juni  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“  .  Notonon  Hamburg  am  18.  Juni  in  Addah.
„Gouverneur  v.  Puttkamer"  .  Hamburg  Rio  Nunez  am  27.  Juni  Curhaven  passiert.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
*  Duala“  Hamburg  Accra  am  22.  Juni  ab  Las  Palmas.
„Edea“  Calabar  Hamburg  am  22.  Juni  in  Lagos
„Kamerun“  Gabun  Hamburg  am  22.  Juni  ab  Lagos.
ome“  Kotonon  Hamburg  am  23.  Juni  in  Hamburg.
„Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  17.  Juni  in  Loanda.
„Windhut“  Lüderitzbbucht  Hamburg  am  27.  Juni  in  Duala.
„Dortmund“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  Juni  ab  Swakopmund.
        <pb n="740" />
        W  652  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

  
   
    
 
 
     
  

 

 

 

Telephon:  Amt  1  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  „Heydtbank“.  25.  Juni  1907.
Gein,  acpil  Ger  vori  lebhte  Nachfrage  Angebot
dungs-=  Nap  schäfts=  Eßte  Divi-  Freibleibend  VNachirage  Angebo
jahr  Mark  jahr  dende  dende  5%  %
1
1906  1250  000  1.  10.  —  A.-G.  105  110
1908  2000  000  1.  1.  —  4  A--G.  —  ods
1905  1  200  000  1.  1  —  0  —  95
1905  600  000  1.  1  0  5  —  95
1890  1  500  000  1.  1  30  22  260  —  *
1891  2  600  000  1.  10  5  7  84  86
1905  220  000  1.  1  —  13  —  108
1900  418  000  1.  1  7  7  —  120
1878  2  750  000  1.  1  12  20
220
1885  2  000  000  1.  4.  0  20  188  194
1907  2500000  1.  1.  —  —  .100
1902  1  000  000  1.  1.  0  0  .  82  —
1902  1  000  000  1.  5.  0  1  .  —-  95
1885  3  721  000  1.  1.  3½  5  1100  101
3.000  000  5  5  101  105
1886  2000  000  1.  1.  0  P  12efr.  16zofr
1903  11  495  000  1.  1  3½  31½
sichergestell)  .  ..93  94
1897  2250  000  1.  1  7  4  Dandelsgeselsch  .  —  98
1899  1000  000  1.  1.  0  0  Lit.  A.  —  MIGO.  —
360  000  0  0  do  Lit.  B.  A  10.—  —
1898  1  000  000  1.  1.  5  10  Südkamerun.  Lit.  .  130  133
1  000  000  ·  10  do  I.  it.  B.  120  123
1889  2  000  000  1.  10.  0  0  ...»  —  34
1897  1153  000  1.  1.  0  0  —  10
1889  3  000  000  1.  10.  0  0  26  30
1887  1200  000  1.  1.  15  20  .......  205  310
1898  1200  000  1.  7  ·0  0  Stamm-Aktien  —  18
do  Vor  zaist  itien  ..  —  47
1904  1  000  000  1.  1.  —  0—  ks-Akti  f  ..  —  40
1906  3  000  000  1.  1  —  1—8  S  .....  —  100
1003  1  000  000  1.  1.—  0  Kautschuk-Pflar  anzung  Meanja  —  85
1899  1  100  000  1.  7.  0)  Moliwe-Pflanzungs-  oe  G  .  .  75  883
1885  6000  000  1.  1.  0  .Ne#  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Ameeile  00  96
l.  0  Stamm-Anteilel  17  —
1906  1  200  000  1.  1  —  —  Ostafrika-Kompagnice  —  95
1901  21.000  000  1  3  3  Ostafrikanische  Eisenbahngeselschafte  ait
(vom  Deutschen  Reiche  mit  3%  Zins  un
120%  Rückzahlung  garantiert)  93  94
1900  20000000  1.  1.  60  „„  Otavi-Minen=  und  Etenbahngeselschaft  ..!—  135
1897  2  000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  —  92
1895  1  500  000  1.  1.  0  0D0D  Abeinische  Handei-  Flantagengeselihalt.  ..  25  35
100  3  800  000  1.  1.  0  0□0  Safata-Samoa-Gesellschaft  —  100
1905  2  000  000  1.  1.  4  1  Samona-Kautschuk-Compagnie  ......  —  100
1897  500  1.  1.  0  0  Sigi  Pllanzungg-  Gesellschaft  *  5
1900  500  000  1.  7.  0  0  Scouth  African  ....  »qsh6(l  4811
1892»L-2000000’1.7.010  Noth  West  At  (-  ..  —  18  sh
1803  869  100  1.  4.  0  „)  Usambara  baffevangesellihast  Simm-  Anteile  28zefr.  3235fr.
142  200  0  ·  orzugs-Anteile  47  zöfr.
1897  1  500  000  1.  1.  0  0  Westafrikanische  Filanzungsgeilicsien  Bibundi
1  1  Stamm-Anteile  —  75
600  000  0  6  Vorzugs-Anteile  95  99
1897  4  500  000  1.  1.  0  0  Wesasrilanise  Pflanzungsgesellschaft  Victoria
zusammengelegte  Stamm-Aktien  48.  52
i  d  Vorz.-Altien  —  100
1895  1  800000  1.  1.  0.  I  0  eOItdcntIchc  Handels-  und  Plantagengesellschaft
Düsseld  42  —

Zu  jeder  Art  von  Auslunft  ist  obenstehendes  Lanthaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="741" />
        Deutsches  Kolonialblatt

KAmtsoblatt  für  die  ÖSchutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

Derausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  Juli  1907.  Uummer  14.

Diese  Zeilschrift  Echeim  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens

AUnmai  vierteljähr  erscheinenden:  .  A##teilunzen  ans  den  dentschen  Sch  utzkehiet.  75  rehen  v  l  tuli  IIlnik
  im  in  2  vierteljährliche  Abonnememtspreis  für  das  Ko  lonialblau  mit  den  B.  atesn  enn  beim  We  durch

os  und  die  Duchhandllungeen  M.  9  .n  direkt  umer  Srsftonn  durch  die  ebchh  ndl  31)  M.  11.  für  Heukssastean  i4

der  deutschen  Schuvgebiet  und  Osterreich  Ungarus,  E#  M.  5.  =  für  dic  Länder  des  Welipostvereins.  -  Einsendungen  und  Anfrage

sind  an  die  Königliche  Wn  von  Eruss  Siegkried  Mittler  und  Sohn.  Berlin  SWos.  Kochstraße  63.  71,  zu  Fachsen

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung  des  Neichskanzlers,  betr.  die  Erteilung  einer  Sonderberechtigung  zur
ausschließlichen  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Salzen  in  einem  den  Magaosee  einschließenden  Gebiete  von  Deutcch-Oitafrila.
  Vom  4.  Juni  1907  S.  65:33.  —  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Kamerun,  betr.  Abänderung  des  Zolltarifs
  für  die  zur  westlichen  Zone  des  konventionellen  Kongobeckens  gehörigen  Gebietoteile  des  Schutzgebiets  namernn.
Vom  2.  April  1907  S.  654.  De%gleichen  betr.  Abänderung  des  Zolltarifs  vom  5.  Oktober  1904  und  Erhebung
eines  Ausfuhrzolles  von  Elfenbein.  Vom  15.  April  1907  S.  655.  —  Personalien  S.  656.  —  Bekanntmachung,
betr.  die  Auszahlung  von  Zinsen  und  Tilgungobeträgen  auf  Stammanteile  der  Reihe  B  der  Kamerun-Eisenbahngesellschaft
  S.  657
Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  657.  —  Patriotische  Gaben  S.  658.
Deutsch-Neuguinea:  Eine  Reise  nach  Palau,  Sonsol  und  Tobi  (mit  vier  Abbildungen)  S  S.  65#

Deutsch-  Südwestafrika:  Errichtung  genossenschaftlicher  Verbände  S.  6668.  —  Der  Aufstand  d  das  Eisenbahn-Bataillon
  S.  671.

Deutsch-Ostafrika:  Rechtsgewohnheiten  der  Wangoni  S.  672

Kamerun:  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schusgebiets  Kamerun  im  I.  Viertel  des  Kalenderfahres
1907  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  676.

Kolonial-W.  irtschaftlichee  :  Eine  botanische  Studienreise  nach  Java  S.  678.  —  Deutsche  Agaven-Gesellschaft
S.  680.  —  Sasata-Samoa=  Gesellschaft  S  S.  680.

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktion  ogebieten:  Stand  der  gpptischen  Aaumwollernte  im  Mai  1907
S.  682.  —  Handel  Britisch-Südafrikas  1906  S.  682.  —  Handel  Abessiniens  S.  681.  fta  Handel  der  französischen
Kolonien  1905  S.  687.  —  Außenhandel  une  Kaffeemarkt  Guatemalas  im  Jahre  1906  S  S.  ee.:  —  Der  NMutehandel
Dundees  im  Jahre  1906  S.  691.—  Wirtschaftliche  Verhältnisse  der  Hawaiischen  Inseln  im  Jahre  1905/06  S.  691.
Pflanzungs  und  ioss  ng  kilihn  auf  Ceylon  S.  692.  .  Aufhebung  der  Exterritorialitätsrechte  in  Jansibar  leitens
des  Deutschen  Reichs  S.  692.  —  Bejtimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen  in  die  Kapkolonie  93  Bestimmungen
  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen  in  die  Oranjeflußkolonie  S.  693.  Vorschriften  für  die  S-  und  den
Verkauf  von  Giften  im  Somaliland  S.  693.

Verschiedene  Mitteilungen:  nolonialwissenschaftlichee  Vorlesungen  S.  693.  —  RKolonial=  Wirtschaftliches  S.  693.
—Eingeborene  im  kolonialen  andesvermessungsdienst  S  S.  694.  —  Verkehr  deutscher  Schiffe  in  aulindischen  W
während  des  Jahres  1906  S.  695.  —  Shiffsverteyr.  auf  den  Hawaschen  Inseln  im  Jahre  1905/06  S
Schiffsverkehr  der  Kapkolonie“  und  Natals  1906  S.  696.  —  Druckfehler-Berichtigung  S.  697.  —  Literatur  S.  —2

Koloniale  Preßitimmen  S  698.  —  Verkehrs-  *  S.  700.—  S  2.  —
Kolonialwerte  S.  703.  Anzeigen.  !  hrichten  S.  70  Schiffsbewegungen  S.  702.  Kurse  deutscher

EEEæNILLI

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

W

 

Verfügung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  Erteilung  einer  Sonderberechtigung  zur
ausschließlichen  Kufsuchung  und  Gewinnung  von  Salzen  in  einem  den  (agadsee
einschließenden  Gebiete  von  Deutsch-Ostafrika.

Vom  4.  Juni  1907.

Auf  Grund  des  §  93  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und  Südsee-Schutzgebiete
  mit  Ausnahme  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzbl.
S.  363)  wird  dem  Fiskus  des  deutsch  ostafrikanischen  Schutzgebietes  die  Sonderberechtigung  zur
ausschließlichen  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Kochsalz,  Soda  und  anderen  Salzen,  welche  mit
den  ersteren  vergesellschaftet  in  dem  Magadsee  und  in  den  in  diesem  See  und  seiner  Umgebung
        <pb n="742" />
        W  654  20
auftretenden  Soolquellen  vorkommen,  innerhalb  eines  in  dem  ostafrikanischen  Graben  belegenen
Gebietes  vorbehalten,  welches  begrenzt  wird

im  Westen  und  Osten  von  dem  Fuße  der  den  Grabenrand  bildenden  Steilabhänge,
im  Norden  von  der  deutsch-britischen  Landesgrenze,
im  Süden  von  einer  Linie,  welche  dem  Breitengrad  parallel  durch  einen  Punkt  gezogen
wird,  der  10  km  südlich  des  Südendes  des  Magadsees  liegt.
Innerhalb  des  vorbezeichneten  Gebietes  finden  hinsichtlich  der  Aufsuchung  und  Gewinnung
der  in  Absatz  1  bezeichneten  Salze  die  Vorschriften  der  §§  10,  22  bis  51,  55  bis  57,  62  bis  75
der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906  keine  Anwendung.
Berlin,  den  4.  Juni  1907.
Der  Reichskanzler.
J.  V.:

Dernburg.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Ramerun,  betr.  Rbänderung  des  Jolltarifs  für
die  zur  westlichen  Sone  des  konventionellen  Kongobeckens  gehörigen  Gebietsteile
des  Schutzgebiets  Kamerun.

Vom  2.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  und  des
§  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  seemannsamtlichen  und  konsularischen  Befugnisse
und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom
27.  September  1903  wird  hierdurch  verordnet,  was  folgt:

§*  1.  Die  zur  Verordnung,  betreffend  die  Erhebung  von  Ein=  und  Ausfuhrzöllen  in  den
zur  westlichen  Zone  des  konventionellen  Kongobeckens  gehörigen  Gebietsteilen  des  Schutzgebiets
Kamerun,  vom  1.  April  1899  gehörigen  Tarife  A  und  B  nebst  sämtlichen  dazu  ergangenen  Abänderungen
  und  Ergänzungen  werden  mit  Ablauf  des  31.  März  1905  aufgehoben.

§*  2.  Mit  dem  gleichen  Zeitpunkte  tritt  für  den  Geltungsbereich  der  im  §  1  genannten
Verordnung  vom  1.  April  1899  der  nachfolgende  Zolltarif  in  Kraft.

A.  Einfuhrzölle.

1.  Spirituosen:  Rum,  Genever,  Spiritus  und  sonstige  alkoholhaltige  Flüssigkeiten,  welche  weder
süß  noch  mit  einer  Substanz  gemischt  sind,  durch  welche  die  Feststellung  des  Alkoholgehalts
durch  den  Alkoholometer  verhindert  ist,

a)  bis  einschließlich  50  %  Tralles  für  ein  Liter.  0/75  Mk.
b)  für  jedes  weitere  Prozent  Tralles  ein  Zuschlagzoll  v  0,05=2.

  Spirituosen:  Rum,  Genever,  Spiritus  und  sonstige  alkoholhaltige  Flüssigkeiten,  welche  gesüßt
sind  oder  Zusätze  enthalten,  die  die  Feststellung  des  Alkoholgehalts  durch  den  Alkoholometer
verhindern,  also  z.  B.  alle  Liköre,  für  ein  Liter  1,00  Mk

3.  Alle  übrigen  Gegenstände,  soweit  sie  nicht  auf  Grund  der  folgenden  Zusammenstellung  gollfrei
sind,  vom  Wert  10  %.  Als  Wert  der  zur  Einfuhr  kommenden  Gegenstände  gilt  der  Fakturenwert
  des  Seeinfuhrhafens  einschließlich  Fracht  und  Spesen.  Kann  über  die  zur  Einfuhr
kommenden  Waren  eine  Faktura  nicht  vorgelegt  werden,  so  ist  ihr  Verzollungswert  vom  Verzoller
  im  Einvernehmen  mit  der  Zollstation  zu  ermitteln  und  zu  deklarieren.

Zusammenstellung  der  vom  Einfuhrzoll  befreiten  Gegenstände.

Schiffe,  Boote,  Dampfmaschinen,  mechanische  Vorrichtungen,  welche  der  Industrie  oder  dem
Ackerbau  dienen,  sowie  Werkzeuge  für  gewerbliche  oder  landwirtschaftliche  Zwecke  sind  bis  auf  weiteres
frei  vom  Einfuhrzoll.

Lokomotiven  sowie  Eisenbahnwagen  und  -material  sind  während  des  Baues  der  Linien  und
bis  zum  Tage  der  Eröffnung  des  Betriebes  gollfrei.

Wissenschaftliche  und  Präzisionsinstrumente,  die  dem  Gottesdienst  und  humanitären  Zwecken
dienenden  Gegenstände  sowie  Reisegerät  für  den  persönlichen  Gebrauch  der  Reisenden  und  der
Personen,  welche  sich  im  Schutzgebiete  niederlassen,  sind  gollfrei.
        <pb n="743" />
        G  655  20

B.  Ausfuhrzölle.

Elfenbein,  Kautschuk  10  %  vom  Wert.
1  Arachiden,  Kaffee,  roter  2  iie  aopat  (geringere.  ualicah  T
Palmnüsse,  Sesir  5  %%  vom  Wert.

Die  Ausfuhrzölle  auf  Elsenbein  und  Kausschut  werden  unter  Zugrundelegung  folgender
Werte  erhoben:

Elfenbein  in  Stücken,  Enden  us.  8,00  Mk.  das  Kilogramm,
-  Zähne  von  einem  Gewicht  unter  6  #g  .  12,80
-  -  von  6  kg  und  mehr  16,80  =  -  -
Kautschur  ...  3,20-  -  -

Die  Wertgrundlage  kam  von  Jahr  zu  Jahr  entsprechend  dem  Marktwert  an  der  Küste
Afrikas  und  unter  Bedingungen,  welche  dem  Handel  jede  Garantie  bieten,  einer  Revision  unterworfen
  werden.
3.  Die  vorstehenden  Vorschriften  treten  an  die  Stelle  der  gleichlautenden,  am  24.  Oktober
  1904  erlassenen  Vorschriften  mit  Wirkung  von  dem  darin  angegebenen  Zeitpunkt  ab.
Buea,  den  2.  April  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:  Gleim.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Ramerun,  betr.  Rbänderung  des  Jolltarifs  vom

5.  Oktober  1904  und  erhebung  eines  Ausfuhr  olles  von  elfenbein.

Vom  15.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  das  Verordnungsrecht  der  Behörden
in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  97.  September  1903  wird  verordnet,  was  folgt:

#*#  1.  Der  der  Verordnung  vom  5.  Oktober  1904,  betreffend  den  Zolltarif,  als  Anlage
beigegebene  Tarif  der  Einfuhrzölle  erhält  folgende  Fassung:

1.  Spirituosen  mit  Ausnahme  von  Wein,  Schaumwein  und  Bier:

a)  unversetzte  Spirituosen  im  Werte  von  weniger  als  1  Mark  für  das  Liter:  Rum,  Genever,
Spiritus  und  sonstige  alkoholhaltige  Flüssigkeiten,  welche  weder  süß,  noch  mit  einer
Substanz  gemischt  sind,  durch  welche  die  Feststellung  des  Alkoholgehalts  durch  das
Alkoholometer  verhindert  ist,  mit  einem  Altoholgehalt  bis  einschließlich  50  0/  Tralles,

das  Liter  .  1,00  Mark,
Zuschlag  für  jedes  Prozent  Alkoholgehalt  mehr  .  .  000  -
b)  versetzte  Spiritnosen  im  Werte  von  weniger  als  1  Mart  für  das  Liter:
Rum,  Genever,  Spiritus  und  sonstige  alkoholhaltige  Flüssigkeiten,  welche
gesüßt  sind  oder  Zusätze  enthalten,  welche  die  Feststellung  des  Alkoholgehalts
  durch  das  Alkoholometer  verhindern,  das  Liter  1,25
F0)  Spirituosen  im  Werte  von  1  Mark  und  mehr  für  das  Liter  in  a
mit  einem  Inhalt  bis  zu  0,50  Liter,  die  Flasche  0,75
in  Flaschen  mit  0,50  bis  1  Liter  Inhalt,  die  Flasche  1950
in  Gebinden  von  mehr  als  1  Liter  Inhalt,  das  Litrr  20100
2.  Schaumwein:
in  Flaschen  mit  einem  Inhalt  bis  zu  0,50  Liter,  die  Flasch  505,50
in  Flaschen  mit  0,50  bis  1  Liter  Inhalt,  die  Flasche  19,00
in  Gebinden  von  mehr  als  1  Liter  Inhalt,  das  Litrr.  19,30
3.  Bier:
in  Flaschen  mit  einem  Inhalt  bis  zu  0,  50  Liter,  die  Flashe  0005
in  Flaschen  mit  0,50  bis  1  Liter  Inhalt,  die  Flasche  00,10
in  Gebinden  von  mehr  als  1  Liter  Inhalt,  das  Litier  0,13
4.  Feuerwaffen  jeder  Gattung,  das  Stükk  .  .......2,50
5.  Pulver,  gewöhnliches  und  anderes,  das  Kilogramm  ..·.....  0,50
6.  Salz,  die  Tonee  .........·.....  20,  00
        <pb n="744" />
        W  656  20

7.  Tabak,  uunverarbeiteter,  das  Kilogramm—n.  00,50  Mark,
8.  Zigarren,  das  Tausend6  10,00
9.  Zigaretten  und  Zigarillos,  das  Tausend  ..  200-10.
  Alle  übrigen  Gegenstände,  soweit  sie  nicht  ausdrücklich  für  zollfrei  erklärt  sind,  10%  vom  Wert.

Die  dem  Zolltarif  vom  5.  Oktober  1904  beigegebene  Freiliste  bleibt  unverändert.
§  2.  Die  Ausfuhr  von  Elfenbein  unterliegt  einem  Zolle  von  2,00  Mark  für  das  Kilogramm.
Auf  die  Ausfuhr  von  Elfenbein  finden  die  für  die  Ausfuhr  von  Gummi  erlassenen  Vorschriften
  siungemäße  Anwendung.
8  Diese  Verordnung  tritt  am  20.  April  1907  in  Kraft.
Buca,  den  15.  April  1907.

Der  stellvertretende  Gonverneur.
Gleim.

 

Dersonalien.

Seine  Königliche  Hoheit  der  Großherzog  von  Sachsen-Weimar  haben  Allergnädigst
geruht,  dem  Bezirksamtmann,  Regierungsrat  Senfft  in  Jap  das  Ritterkreuz  I.  Abteilung  Höchstseines
Hausordens  der  Wachsamkeit  oder  vom  weißen  Falken  zu  verleihen.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Kommando  der  Schutztruppen.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  21.  Juni  1907.

Pinzke,  Zahlmeister  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  zum  Zahlmeister  für  die  Kassenverwaltung
der  Schutztruppen  mit  einem  Rangdienstalter  vom  3.  April  1907  ernannt.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  31.  Mai  1907.
v.  Lagiewski,  Feldintendanturrat  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  mit  dem  31.  Mai  aus
dieser  Schutztruppe  ausgeschieden  und  vom  1.  Juni  d.  Is.  ab  als  Intendanturrat  und
Vorsteher  der  Intendantur  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.
Die  Militär-Intendantursekretäre:
Scheffler,  von  der  Intendantur  des  Gardekorps,  und
Bohn,  von  der  Intendantur  der  17.  Division,  mit  dem  1.  Juni  d.  Is.  als  Intendantursekretäre
in  die  Schutztruppe  übernommen.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  23.  Juni  1907.
Rudolphi,  Zahlmeister,  mit  dem  23.  Juni  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
  Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  freien  Unterzahlmeisterstelle  I.  Bataillons  Infanterie-Regiments
  Nr.  132)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
der  Schutztruppe  für  Kamerun  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
A.  K.  O.  vom  11.  Juni  1907.
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Leutnant  v.  Puttkamer;
den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  mit  Schwertern  am  zweimal  schwarz  und

dreimal  weißgestreiften  Bande:

dem  Hauptmann  Scheunemann;
        <pb n="745" />
        657

den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Oberlentnant  Bertram;
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:
dem  Sergeanten  Krämer,  dem  Sanitätssergeanten  Niedermaier,  dem  Unteroffizier  Kramer,  dem
Sanitätsunteroffizier  Polke  und  dem  Büchsenmacher  Strobach.

 

Bekanntmachung,  betr.  die  Ruszahlung  von  zinsen  und  kilgungsbeträgen  auf
Stammanteile  der  Reihe  B  der  Ramerun-Eisenbahngesellschaft.

Die  Auszahlung  der  gemäß  §  18  der  Bau=  und  Betriebskonzession  für  die  Kamerun-Eisenbahngesellschaft
  den  Inhabern  von  Stammanteilen  der  Reihe  B  zustehenden  Zinsen  und
Tilgungsbeträge  wird  an  folgenden  Stellen  stattfinden:

In  Berlin:
bei  der  Berliner  Handels-Gesellschaft,

In  Hamburg:
bei  der  Norddeutschen  Bank  und

der  Bank  für  Handel  und  Industrie,
dem  Bankhaus  S.  Bleichröder,

der  Direktion  der  Disconto-Gesellschaft,
dem  Bankhaus  von  der  Heydt  &amp;amp;  Co.,
der  Nationalbank  für  Deutschland,

dem  A.  Schaaffhausen'schen  Bankverein;

Berlin,  den  25.  Juni  1907.

dem  Bankhaus  M.  M.  Warburg  &amp;amp;  Co.;
"“  in  Stettin:
bei  dem  Bankhaus  Wm.  Schlutow;
in  Frankfurt  a.  M.:
bei  der  Direktion  der  Disconto-Gesellschaft  und

der  Filiale  der  Bank  für  Handel  und  Industrie.

Der  Reichskanzler.
J.  A.:  Conze.

 

EengercssHMichtamtlicher  Teis

Dersonal-Nachrichten.
Nachruf.

Am  19.  April  1907  verstarb  auf  dem  Marsche
zur  Küste,  im  Begriff,  seinen  Heimatsurlaub  anzutreten,
  infolge  Unglücksfalles  plötzlich  der  Oberleutnant
  in  der  Schutztruppe  für  Kamerun

Herr  Otto  Baldauf.

Von  Vorgesetzten  geachtet,  bei  Untergebenen
beliebt,  war  er  ein  tüchtiger  Kolonialoffizier  und
ein  guter  Kamerad,  dem  wir  stets  ein  treues
Andenken  bewahren  werden.

Im  Namen  der  Offiziere  und  Beamten  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun:
gez.  Mueller,

Generalmajor  und  Kommandeur.

Deutsch-Ostafrika.
Der  Ingenieur  Neuschaeffer,  die  kommiss.
Polizeiwachtmeister  Pursche,  Bergmann,  Bur- 



wig,  Preetz,  Eggert,  Költzsch,  Beer  und
Schilder  haben  am  15.  Juli  d.  Is.  die  Ausreise
  nach  Ostafrika  angetreten.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
15.  Juli  d.  Is.  angetreten:  Vorstand  des  Zentralmagazins
  Cohrs  sowie  die  Gouvernementssekretäre
Scherf,  Vollmering  und  Kielich.

Mit  Heimatsurlaub  sind  aus  Ostafrika  eingetroffen:
  Botaniker  Dr.  Brann,  Lehrer  Lorenz,
Vorstand  Schenk,  die  kommiss.  Sekretäre  Meyer
und  Kern,  Kanzlist  Kuhne,  Bureaugehilfe  Gras-=böck,
  kommiss.  Bureauassistent  2.  Kl.  Dietz,  Vollziehungsbeamter
  Fritz,  Aufseher  Huber  und
Hilfsförster  Reich.

Kaomerun.

Der  zur  Verwendung  im  Stationsdienst  augenommene
  Oberlentnant  Achenbach  und  der
        <pb n="746" />
        658  20

Materialienverwalter  Petzold  haben  am  9.  Juli
d.  Is.  die  Ausreise  nach  Kamerun  angetreten.

 

Sanatoriumsverwalter  Staeck  ist  am  23.  Mai
d.  Is.  in  Kamerun  wiedereingetroffen.

Landmesser  Gehlen  ist  aus  Kamerun  am
2.  Juli  in  Hamburg  eingetroffen.

Am  9.  Juni  sind  aus  Kamerun  mit  Heimatsurlaub
  hier  eingetroffen:  Regierungsarzt  Professor
Dr.  Ziemann,  Regierungsrat  Knake,  Polizeimeister
  Tannenberger,  Lehrer  Haas,  Sekretär
Nagel,  Landwirt  Godtknecht  und  Wegebauer
Dorn.

Am  9.  Juni  sind  aus  Kamerun  ferner  eingetroffen:
  Geologe  Dr.  Guillemain,  Hülfssteiger
Lonsdorf,  Dreher  Rickrath  und  Banutechniker
Dallabetta.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  2.  Juli  1907  in
Hamburg  eingetroffen:  Feldwebel  Liebert,  Sanitätsfeldwebel
  Oertel,  Unteroffiziere  Jensen,
Schultz  und  Rims.

Togo.
Die  Wiederausreise  nach  Togo  haben  am
9.  Juni  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Sekretär  Sauerwein  und  Bauassistent  Wagner.

Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  die  Stationsassistenten  Voß  und  Fritz
Dehn.

Deutsch-Südwestafrika.

Eingetroffen  sind  im  Schutzgebiet:  Am  12.  Februar
  d.  Is.  Gerichtsaktnar  Dohrs;  am  20.  März
die  geprüften  Lokomotivheizer  Karl  Schüngel
und  Theodor  Schulte;  am  11.  April  Kriegsgerichtsrat
  Hugo  Bach.

Der  Rechnungsbeamte  Faden  hat  am  10.  Juli
1907  von  Hamburg  die  Rückreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
  angetreten.

Polizeisergeant  Paffrath
wachtmeister  ernannt  worden.

ist  zum  Polizei- 



Generalkommissionszeichner  Trümper  ist  am
1.  Juni  aus  dem  Dienste  des  Schutzgebiets  Südwestafrika
  aus=  und  zu  seiner  Heimatbehörde  zurückgetreten.


 

 

Finanzdirektor  Pahl  ist  am  18.  Juni  mit
Heimatsurlaub  von  Swakopmund  abgefahren.

 

Der  Gerichtsaktuar  Fraut,  der  Telegraphenaufseher
  Wossidlo,  die  Lokomotivführer  Panteleit,
  Kurz  und  Schorck,  der  Zugführer  Wernicke
und  der  Streckenaufseher  Vender  sind  am
28.  Juni  aus  Südwestafrika  auf  Heimaturlaub
hier  eingetroffen.

Ausgeschieden  ist  mit  dem  25.  Oktober  1906
der  Bureaugehilfe  beim  Hafenamt  Mücksch.

Deutsch-Meugulnea.
Der  Obergärtner  Rudolph  hat  am  3.  Juli
d.  Is.  die  Ansreise  nach  Neuguinea  ab  Bremerhaven
  angoetreten.
Der  Heilgehilfe  Buhr  wird  am  17.  Juli
d.  Is.  die  Ausreise  nach  Neuguinea  antreten.

 

Gerichtsassessor  Dr.  Scholz  ist  am  18.  Januar
d.  Is.,  und  der  Bureaugehilfe  Wiegmann  und
der  Lehrer  Paul  Barschdorff,  beide  dem  Gouvernement
  von  Neuguinea  zur  Dienstleistung  überwiesen,
  sind  am  17.  Februar  bzw.  10.  April  1907
im  Schutzgebiet  eingetroffen.

Samoa.

Die  Wiederausreise  nach  Samoa  hat  Lehrer
Osbahr  mit  dem  am  12.  Juli  1907  von  Marseille
  abgefahrenen  Dampfer  angetreten.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  freiwillige  Gaben  eingegangen,
  für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank
des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Ortsgruppe  Stettin  des  Deutschen
Flottenvereins  5000  Mk.  zum  Besten  der
aus  Pommern  stammenden  Südwestafrikakrieger.
  -

Von  Frau  Marianne  Postpischil  in  Mittel-Bielau
  bei  Haynau  i.  Schl.  durch  Sammlung
115  Mk.

rii-(7“
        <pb n="747" />
        G  659  20
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-UNeuguinea.

eine  Relse  nach  PDalau,  Sonsol  und  Tobl##)
(Oktober  bis  Dezember  1906.)
(Mit  4  Abbildungen.)

Der  Regierungsmotorschuner  „Ponape“  war
am  23.  August  1906  von  Ponapc  in  Saipan  angekommen.
  Er  stand  mir,  zum  ersten  Male  seit
seiner  Indienststellung,  auf  drei  Monate  für  die
Marianen  und  auf  weitere  drei  Monate  für  die
Westkarolinen  zur  Verfügung.  Ich  befand  mich
indessen  zu  jener  Zeit  in  YDap  und  kehrte  erst  am
15.  September  mit  S.  M.  S.  „Condor“  nach
Saipan  zurück.

Es  erschien  mir  nicht  ratsam,  das  Schiff  während
  dieser  ungünstigsten,  von  Taifunen  bedrohten
Jahreszeit  den  Gefahren  einer  längeren  Dienstreise
  nach  den  Nordmarianen  auszusetzen,  zumal
der  Kommandaut  S.  M.  S.  „Condor“  sich  bereit
erklärt  hatte,  Pagan  und  die  nördlichsten  Inseln
anzulaufen.  Diese  Reise  wurde  in  meiner  Vertretung
  durch  den  Stationsleiter  Reichel  ausgeführt.


Während  seines  Aufenthalts  in  Saipan  hatte
Kapitän  Martens  den  Hafen  und  die  Reede  vermessen
  und  kartographisch  festgelegt.  Die  unter
seiner  Mitwirkung  von  S.  M.  S.  „Condor“  vorgenommenen
  Lotungen  ergaben,  daß  die  Einfahrt
zu  dem  sehr  geräumigen  und  geschützten  Hafen
von  Tanapag  in  ihrem  jetzigen  Zustand  vorläufig
  leider  nur  für  kleinere  Schiffe  von  weniger
als  fünf  Meter  Tiefgang  befahrbar  ist;  ich  hoffe
aber,  daß  es  dem  Vermessungsschiff  „Planet“,
dessen  Besuch  bevorsteht,  gelingen  wird,  durch
Sprengung  eine  bessere  Einfahrt  und  damit  einen
wertvollen  Hafen  zu  schaffen.

In  den  Monaten  Oktober  und  November  bis
zur  Mitte  des  Dezember  ist  auf  den  Marianen
die  Sturmgefahr  am  größten.  Sobald  es  daher
der  Dienstbetrieb  in  Saipan  erlaubte,  fuhr  ich
mit  der  „Ponape“  nach  den  Westkarolinen.

Am  10.  Oktober  1906  verließ  die  „Ponape“
den  Hafen  von  Saipan  und  erreichte  nach
7½  Dampf=  und  acht  Segelstunden  das  achtzig
Seemeilen  entfernte  Rota  —  eine  Leistung,  die
von  den  vier  oder  fünf  japanischen  Segelschiffen
ohne  Motor,  auf  denen  ich  die  gleiche  Reise  seither
zurücklegte,  übertroffen  wurde;  denn  diese  brauchten
und  brauchen  in  der  Regel  nur  zwölf  Segelstunden
  bis  zur  Westreede,  wo  die  „Ponape“
ankerte.  In  Rota  landeten  wir  sechzehn  eingeborene
  Passagiere,  welche  zum  Teil  als  Zeugen

?)  Bericht  des  Bezirksamtmanns  Fritz  in  Saipan.

 

und  sonst  Beteiligte  in  einem  Diebsbandenprozesse
vor  dem  Gericht  in  Saipan  erschienen  waren,  zum
Teil  von  ihrer  Besuchs=  und  Erholungsreise  zurückkehrten.
  Derartige  mehrmonatige  Ausflüge  sind
bei  den  Chamorros  sehr  beliebt.  Sobald  der  geduldige
  und  fleißige  Ehegatte  einige  Mark  verdient
  und  gehorsam  der  Hausfrau  oder  Schwiegermutter
  abgeliefert  hat,  erinnert  sich  diese  eines
frommen  Gelübdes,  dringend  notwendiger  Einkäufe,
  einer  beizutreibenden  Schuld  oder  eines
alten  Leidens  —  und  sucht  mit  Kind  und  Kegel
für  einige  Monate  die  Verwandten  in  Guam  oder
Saipan  heim.  Meistens  bleibt  —  zu  beiderseitiger
  Befriedigung  —  der  andere  Eheteil  zu  Hause.
Ich  habe  jetzt  den  Unfug  gehemmt  und  erteile
nur  noch  in  dringenden  Fällen  Reiscerlaubnis.

Der  seitherige  Stationsleiter  Reichel  ist  nach
Deutschland  beurlaubt;  ich  beauftragte  daher  den
Ortsschulzen  mit  der  Fortführung  der  begonnenen
Wegebauten  und  Pflanzungen.

lber  die  Insel  Rota  selbst,  ihre  Fruchtbarkeit,
  die  geringe  Zahl  und  die  Eigenschaften  ihrer
Bewohner,  den  terrassenförmigen  Aufbau  und  die
hierdurch  bedingte  Schwierigkeit  der  Wegeanlage,
die  sonstigen  Bedingungen  einer  künftigen  Besiedlung
  und  die  Hafenverhältnisse  habe  ich  schon
früher  berichtet.')  Die  früher  sehr  schwierige
Bootseinfahrt  im  Südosthafen  ist  während  der
Anwesenheit  S.  M.  S.  „Condor"  am  13.  und
14.  September  1906  durch  Sprengungen  geöffnet
worden.  Korvettenkapitän  Begas  hält  den  nach
Osten  und  Südosten  offenen  Hafen  für  nicht  besonders
  gut.  Wohl  aber  gewähre  die  ausgedehnte
Reede  auf  der  (nur  durch  eine  200  Meter  breite
Landzunge  vom  Hafen  getrennten)  Südwestküste
Schutz  gegen  östliche  Winde  und  guten  Ankergrund.
  Rota  bietet  m.  a.  W.  den  Vorzug  eines
Hafens  und  einer  geschützten  Reede,  die  je  nach
der  Windrichtung  und  den  Verhältnissen  des  Seecgangs
  ihre  Vorteile  haben.

Nach  achtstündigem  Aufenthalt  auf  der  Südwestreede
  von  Rota  fuhr  die  „Ponape“  weiter
mit  Kurs  auf  Dap.  Wind  und  Strom  setzten
indessen  das  Schiff  östlich,  so  daß  wir  am  17.  Oktober
  die  zum  Bezirk  Yap  gehörige,  382  Seemeilen
  von  Rota  entfernte  Insel  Feis  erreichten.
Feis  ist  eine  nur  etwa  zwei  Quadratkilometer
große  Riffinsel,  die  von  einer  allgemeinen  Erhebung
  (6  bis  10  Meter  über  dem  Meerc)  im
Nordwesten  zu  schätzungsweise  30  Metern  ansteigt.
Dort  und  auf  der  Südküste  befinden  sich  hohe

*  ##

issenschaftl.  Beihefte  zum  Kolonialblatt  1901.
XIV.  3.  Heft.
        <pb n="748" />
        660  20

Kalkfelsen  und  Höhlen,  würdig  der  fachmännischen
Untersuchung  auf  Phosphate.  Bei  einer  durch
Bezirksamtmann  Senufft  eingesandten  Gesteinsprobe
  wurde  ein  mehr  als  sechzigprozentiger
Phosphorsäuregehalt  ermittelt.  Es  wurde  eine
Schürftafel  errichtet.  Im  Norden  liegt  ein  kurz
vorgelagertes,  sanft  ansteigendes  Riff  mit  sehr
gutem  Ankergrund  und  leichter  Bootslandung  an
einem  langgestreckten  weißen  Strand,  im  Süden
ein  kürzeres  Riff.  Dort  bemerkte  Kapitän  Martens
viel  Trepang  der  besseren  Sorten.  Die  Hauptniederlassung
  der  Eingeborenen  befindet  sich  an
jenem  Nordstrand.  Zahlreiche  Auslegerboote  derselben
  Bauart  wie  in  Yap  und  Oleai  kamen  dem
Schiff  entgegen;  große  Hochseeboote  aus  Calo-=phyllum
  bemerkten  wir  später  in  den  Bootsschuppen.
  Die  Feis-Karoliner  stehen  wie  die  des
benachbarten  Ululsi-Atolls  unter  der  Oberhoheit
des  Häuptlings  Follebn  auf  Dap  und  müssen
ihm  von  Zeit  zu  Zeit  Tribut  bringen;  sie  segeln
dann  über  Mogmog  (Ululsi),  wo  sie  sich,  wenn
möglich,  mit  der  dortigen  Tribntflotte  vereinigen,
nach  dem  hundertfünfzig  Seemeilen  entfernten
Yap.  Viele  Kanus  gehen  auf  diesen  tollkühnen
Fahrten  mit  ihrer  Besatzung  verloren;  manche
wurden  noch  in  den  letzten  Jahren  nach  den  Philippinen
  verschlagen.  Fünf  Monate  vor  unserer
Ankunft  ging  ein  solches  Kann  von  Feis  nach
Yap  ab,  wo  es  aber,  wie  sich  später  herausstellte,
nicht  ankam.  Diese  verhängnisvollen  Tributfahrten
sind  nicht  der  einzige  Nachteil  des  Suzeränitätsverhältnisses.
  Hier  wie  in  Ululsi  erklären  die
BYap-Häuptlinge  einzelne  Kokosbestände  und  ganze
Inseln  einfach  für  "tabun;  die  Folge  ist,  daß  die
überreichlichen  Kokosnußbestände  unter  den  Bäumen
verderben,  statt  daß  sie,  zu  Kopra  verarbeitet,

den  Eingeborenen  und  dem  Handel  Gewinn
bringen.  Diesem  Unfug  wird  demnächst  gesteuert
werden.

Die  Feis-Eingeborenen  sprechen  mit  dialektischen
  Abweichungen  die  Sprache  der  Zentralkarolinen;
  meine  Saipan-Soldaten  verstanden  sich
mit  ihnen  mühelos.  Es  sind  auffallend  kräftige,
wohlbeleibte  Menschen.  Die  Männer  tragen  als
einzige  Kleidung  einen  um  die  Hüften  und  zwischen
die  Beine  geschlungenen  Gürtel  aus  einheimischem
Gewebe  von  Bananenfaser.  Die  Weiber  tragen
zum  Teil  das  gleiche  sehr  schöne  schwarz-weiße,
violette  oder  rot-weiße  Gewebe  in  breiteren,  von
der  Hüfte  bis  zum  halben  Oberschenkel  reichenden
Stücken  oder  dicke,  bis  zum  Knie  reichende
Grasröcke.

Das  dichte  wollige  Haar  der  Männer  wird
lang  getragen  und  (wie  in  Yap)  zu  einem  Knoten
geschlungen,  in  welchem  der  langstielige  Holzkamm
als  Zeichen  des  freien  Mannes  steckt;  ein  Korb
aus  geflochtenem  Kokosblatt,  in  dem  er  seine

 

Schätze  an  Tabak  und  Betel  aufbewahrt,  ist  auch
hier  sein  unvermeidlicher  Begleiter.  Viele  Männer
sind  tätowiert.  Beide  Geschlechter  färben  den
Körper  mit  Gelbwurz  und  schmücken  sich  mit  Armund
  Ohrringen  aus  Perlmutter,  Schildpatt  und
Kokos.  Als  Halsschmuck  waren  auch  Ketten  aus
rundgeschliffenen  Stücken  jener  kostbaren  gelben
Muschel  zu  sehen,  die  in  Yap  unter  dem  Namen
„Gau“  den  Stolz  und  Reichtum  ihrer  Besitzer
bildet.  Die  Insel  ist  offenbar  sehr  stark  bevölkert.
Eine  erfreulich  zahlreiche  Kinderschar  aller  Altersstufen
  bestannte  uns  seltene  Gäste,  stob  aber  bei
der  Annäherung  auseinander.  Die  teilweise  recht
hübschen  Frauen  zeigten  weniger  Schen  als  die
erwachsene  männliche  Jugend,  welche  sich  wohl
vor  der  Rekrutierung  für  die  Polizeitruppe  in  Ya#
fürchtete.  Ein  alter  zahnloser  und  etwas  stumpfsinniger
  Mann  wurde  mir  als  der  Landeshäuptling
  vorgestellt.  Uberhaupt  fielen  mir  die  zahlreichen
  alten  Männer  auf,  die  sonst  unter  Karolinern
  selten  sind.  Dies  läßt  neben  dem  Kindergewimmel
  trotz  mancher  Schönheitsfehler  auf  gute
Ernährungs=  und  Gesundheitsverhältnisse  schließen.

Auf  einem  Gange  von  einem  zum  anderen
Ende  der  Insel  sahen  wir  denn  auch  die  reichen
Kokosbestände  in  bestem  reichtragenden  Zustand;
einige  Palmen  waren  zwar  —  wohl  infolge  zu
dichten  Standes  —  gelb,  aber  die  zerstörende
Schildlaus  fand  ich  nirgends.  Zum  Schutz  gegen
die  zahlreichen  Ratten  wird  jede  Palme  mit  einem
glatten,  frischen  Pandanusblatt  umwickelt,  über
das  die  Tiere  nicht  hinwegkommen.  Die  geernteten
  Früchte  werden  in  eigenartigen,  auf  senkrecht
  stehenden  Steinplatten  errichteten  Häuschen
aus  Calophyllumplanken  aufbewahrt,  deren  Umgebung
  sehr  rein  gehalten  wird.  Früher  war  ein
Händler  für  die  Yhap-Firma  O'Keefe  auf  Feis.
Jetzt  wurde  mir  von  den  Eingeborenen  versichert,
daß  alle  Kokosnüsse  zur  eigenen  Nahrung  dienten.

Ausgedehnte  Pflanzungen  von  Süßkartoffeln,
Jam,  Taro,  Tabak  bedecken  das  Innere  der
Insel,  Mais  aber  ist  unbekannt.  Von  Haustieren
bemerkte  ich  nur  Hühner;  Schweine  und  Hunde
fehlen.  Große  Calophyllum=  und  Brotfruchtbäume
überragen  den  sonst  niedrigen  Busch.

Die  Häuser  der  Eingeborenen  sind  mit  Kokosblättern
  gedeckt  und  haben  niedrige  Wände  aus
dicken  Calophyllumplanken;  die  vorspringenden
Dachgiebel  erinnern  an  die  Banart  in  Yap.

Selten  läuft  ein  Schiff  die  einsame  Insel  an,
und  die  weltverlassenen  Eingeborenen  zeigen  ein
lebhaftes  Handelsbedürfnis.  Sie  überschwemmten
unser  Schiff  und  brachten  zahlreiche  Hühner,
Schmucksachen  und  heimische  Gewebe,  um  dafür
Kleiderstoffe,  Angelhaken,  Messer  u.  a.  einzutauschen.


Nach  einem  fünfstündigen  Aufenthalt  vor  Feis
        <pb n="749" />
        zu:  Deutsches  Kolonialblatt  Nr.  I4,  I07.

Eine  Reise  nach  Palau,  Sonsol  und  Tobi.

 

 

 

 

Der  alle  Bänptlina  Malh  (Arahtaluck.
        <pb n="750" />
        Dir  bänpllinne  von  Arrhkolong.
        <pb n="751" />
        G  661  20

setzten  wir  unsere  Fahrt  nach  Yap  fort,  wo  die
„Ponape“  am  Nachmittag  des  19.  Oktober  vor
Anker  ging.

Der  geräumige  Hafen  von  Tomil  wird  durch
die  Hauptinsel  im  Westen  und  Norden,  die  Insel
Tomil  im  Osten  und  durch  ein  der  offenen  Südostseite
  weit  vorgelagertes,  im  übrigen  die  ganze
Gruppe  umfassendes  Riff  eingeschlossen.  Die
breiten  Tiefwasserarme  greifen  weit  in  die  dem
zerklüfteten  Land  vorgelagerten  Korallenbänke
hinein  und  gestatten  den  Schiffen,  an  vielen
Stellen  bis  dicht  an  die  Küste  heranzukommen.
Die  genügend  breite  Einfahrt  ist  durch  Baken
gekennzeichnet.

Vom  Schiffe  aus  genioßt  der  ankommende
Reisende  ein  schönes  Landschaftsbild:  wellige
Hügel,  teils  bewaldet,  teils  mit  Steppe  und
Gruppen  von  Pandanus  bedeckt,  hoher  dunkelgrüner
  Wald  in  den  Schluchten  und  Bergfalten,
tief  ausgebuchtete  Ufer,  umsäumt  von  Mangrovenbusch,
  hier  und  da  am  Strande  große  Eingeborenenhäuser
  mit  hohem,  weit  vorspringendem
Giebel  und  Niederlassungen  der  Händler,  überall
in  den  Niederungen  und  auf  den  kleinen  im  Hafen
zerstrenten  Inseln  ausgedehnte  Kokosbestände.
Leider  sind  sie  fast  alle  vergilbt,  krank,  von  der
Schildlaus  befallen.

Auf  einer  schmalen  Landzunge  liegt  das  Bezirksamtsgebäude,
  das  alte  spanische  Fort,  die
Kabelstation,  und  auf  dem  ansteigenden  Höhenrücken
  hinter=  und  übereinander  die  weißen  Gebände
  der  Telegraphenbeamten,  die  Kapuzinermission,
  die  Arztwohnung.

Die  Spanier  müssen,  als  sie  seinerzeit  diese
dürftigen  Felsen  zum  Regierungssitz  wählten,
lediglich  von  strategischen  Rücksichten,  d.  h.  durch
das  Mißtrauen  gegen  die  Eingeborenen,  bestimmt
worden  sein;  und  da  ihre  Eingeborenenpolitik
allerwärts  und  jederzeit  den  Charakter  eines  Kreuzzuges
  trug,  die  Yaper  indessen  der  Mission  gegenüber
  sehr  kühl  blieben,  so  entstand  ja  auch  in  der
Tat  zwischen  Herrschern  und  Beherrschten  ein  nicht
eben  vertrauenerweckendes  Verhältnis.  Das  wurde
sofort  anders,  als  die  deutsche  Herrschaft  einzog.

Nachdem  nun  auch  die  Kabelstation  statt  nach
dem  wirtschaftlich  viel  wertvolleren  und  zukunftsreicheren
  Palan  nach  Yap,  und  zwar  ebenfalls  auf
jenen  kümmerlichen  Zipfel,  gelegt  worden  ist,  so
wird,  wenn  in  nicht  ferner  Zeit  das  morsche
Amtsgebäude  zu  erneuern  ist,  die  Frage  der  Verlegung
  zu  erwägen  sein.  Am  besten  würde  sich
für  diesen  Zweck  eine  in  den  Hafen  vorspringende
langgestreckte  Halbinsel  der  Landschaft  Tomil  mit
einer  ausgedehnten  Hochebene  und  fruchtbarem,
bisher  unbebautem  Hinterland  eignen.  Die  von

.  S.  „Condor“  vorgenommenen  Lotungen
ergaben  auch,  daß  große  Schiffe  dicht  unter  jener

 

Halbinsel  gute  Ankerplätze  finden.  Gegenüber
liegt  die  Insel  Tarang  und  das  eben  im  Bau
begriffene  neue  Krankenhaus.

Der  einst  blühende  Koprahandel  von  Yap  hat
infolge  der  zerstörenden  Schildlausplage  ganz  aufgehört.
  Die  hier  ansässigen  drei  Firmen  (eine
amerikanische,  spanische,  japanische)  und  einige
Unterhändler  haben  in  dem  Sammeln  und  der
Ausfuhr  von  Perlmuttermuscheln  einen  dürftigen,
das  frühere  Koprageschäft  nicht  erreichenden  Ersatz
gefunden.  In  dem  gleichen  Verhältnis  ist  natürlich
  auch  die  Kaufkraft  und  der  Verbrauch  der
Eingeborenen  gesunken.  Auch  sie  gehen  trüben
Zeiten  entgegen.  Denn  wenn  es  auch  an  anderen
Nährfrüchten,  insbesondere  an  Taro,  nicht  mangelt,
so  werden  sie  doch  bei  ihren  Lebensgewohnheiten
die  Kokosnuß  dauernd  kaum  entbehren  können.
Eine  Verminderung  der  jetzt  schon  stillstehenden
Bevölkerungsziffer  wäre  naturgemäß  die  weitere
Folge.  Ich  habe  daher  im  abgelaufenen  Jahre
wiederholt  einer  größeren  Zahl  von  Vap-Eingeborenen
  Gelegenheit  gegeben,  die  viel  fruchtbareren
  Marianen  kennen  zu  lernen,  wo  jungfräuliches
  Land  und  Nahrung  in  Fülle  vorhanden
ist.  Dasselbe  ist  auf  den  Palau  der  Fall.  Dort
laufen  eingeborene  Ansiedler  aber  Gefahr,  in  ein
Abhängigkeitsverhältnis  zu  den  jetzigen  Herren
des  Bodens,  den  Palan-Rupaks,  zu  geraten.  Ich
fürchte  nicht  zu  schwarz  zu  sehen,  wenn  ich  alle
Kokosbestände  Yaps  für  verloren  halte.

Am  24.  Oktober  lichtete  die  „Ponape“  Anker,
lief  am  27.  Palan  an  und  fuhr  am  28.  weiter
nach  den  seit  fünf  Jahren  von  keinem  Schiff  besuchten
  Südinseln.  In  Bap  und  in  Palau  hatten
wir  zusammen  fast  hundert  Eingeborene  jener
Inseln  (Sonsol,  Pulo-Anna,  Pulo-Merir,  Tobi)
eingeschifft;  vor  Jahren  als  Arbeiter  angeworben,
hatten  sie  bis  jetzt  keine  Gelegenheit  gefunden,
nach  ihrer  Heimat  zurückzukehren.  Die  Reise  war
vergeblich.  Widrige  Strömungen  und  Winde,  ein
orkanartiger  Sturm  —  Verhältnisse,  denen  die
unter  normalen  Umständen  schon  sehr  mangelhaften
  Segelleistungen  des  Motorschuners  nicht
gewachsen  waren,  nötigten  uns  zur  Rückkehr  nach
Palau.  Kapitän  Martens  hat  über  diese  Reise
und  seine  fachmännischen  Erfahrungen  mit  dem
Schiff  einen  besonderen  Bericht  erstattet.

Am  3.  November  fuhren  wir  durch  die  gut
ausgebakte  Südosteinfahrt  in  den  großen  und  geschützten
  Hafen  von  Korror  ein.  Rühmte  ich
oben  die  landschaftliche  Schönheit  von  Yap,  so
muß  ich  hier  den  eigenartigen  Reiz  der  Palau=Inseln
  besonders  hervorheben.

Düstere  zackige  Gipfel,  hohe  bewaldete  Kuppen
wunderlichster  Form  stürzen  fast  senkrecht  und  unvermittelt
  zum  Meere  ab.  In  den  tiefen  blaugrünen
  Buchten  wachsen  kuglige,  waldbedeckte

2
        <pb n="752" />
        662

Kalkfelsen  empor,  deren  Fuß  von  der  Brandung
so  ausgehöhlt  ist,  daß  sie  wie  kurzstielige  Pilze
aussehen.  Hinter  dieser  dunklen  Umrahmung
leuchten  die  hellgrünen,  saftigen  Wiesen  und  die
Kokoshaine  des  vulkanischen  Hauptlandes  hervor.
Wir  ankerten  nahe  bei  der  kleinen  Insel  Malakal,
wo  einst  der  berüchtigte  Kapitän  Cheyne  hauste
und  wo  sich  jetzt  die  Stationen  der  zwei  japanischen
  Händler  und  der  Firma  O'Keefe  befinden.
Zwischen  den  Pilzinseln  hindurch  gelangt  das
Boot  in  den  westlichen  Teil  des  Korror-Hafens.
Dort  liegt  auf  einer  an  hundert  Hektar  großen
Ebene  die  Regierungsstation.  Ein  280  Meter
langer  Steindamm  ermöglicht  die  Landung  der
Boote  auch  bei  niedrigstem  Wasserstande.  Gleich
am  Lande  fällt  eines  jener  großen  Palanhäuser
in  die  Augen:  Es  ruht  auf  dicken,  aufrechtstehenden
Calophyllumplanken,  die  niedrigen  Wände  bestehen
  aus  dem  gleichen  Holz,  das  hohe  spitze
Dach  aus  Pandanusblättern.  Die  beiden  geschlossenen
  Giebelseiten  und  das  Balkenwerk  im
Innern  sind  mit  menschlichen  Gestalten,  Tieren,
Häusern,  Schiffen  reich  bemalt.  Sie  stellen  die
zusammenhängende  Geschichte  der  Ortschaft  oder
des  Männerklubs  dar,  dem  das  Haus  früher
gehörte.  Jetzt  ist  es  Eigentum  der  Station  und
dient  der  Polizeitruppe  als  Unterkunft.  Auf  der
freien  Ebene  liegen  die  Haupt=  und  Nebengebäude
der  Station,  einfach,  wohnlich.  Von  hier  aus
genießt  man  einen  schönen  Blick  auf  die  benachbarten
  Inseln.  Sie  sind  jetzt  unbewohnt  oder
ganz  spärlich  bevölkert.  Aber  eigentümliche,  übereinauderliegende,
  schanzenartige  Terrassen  auf  den
Höhen  bezeichnen  die  Plätze  früherer  großer  Dorfschaften.
  Dieser  Ursprung  der  Terrassen,  denen
man  überall  im  ganzen  Lande  begegnet,  unterliegt
  keinem  Zweifel;  sie  waren  teilweise  noch  zu
Zeiten  heute  lebender  Eingeborenen  besiedelt,  und
ich  besuchte  während  meines  Aufenthaltes  manches
Dorf,  das  in  ganz  gleicher  Art  an  solchen  Terrassen
aufgebaut  ist.

Während  meines  zweiwöchigen  Aufenthalts
auf  Palau  besuchte  ich  die  Oberhäuptlinge  und
machte  mit  dem  Stationsleiter  eine  mehrtägige
Reise  nach  Arekolong,  dem  nördlichsten  Teil
von  Baobelthaop.  Dort  hatten  die  um  ihren
schwindenden  Einfluß  besorgten  Kalids,  die  geistlichen
  Häupter,  Zauberer  und  Wunderdoktoren
von  Palan,  Unruhen  zu  stiften  gesucht.  In  höchst
anerkennenswerter  Weise  ging  der  Stationsleiter
Winkler  trotz  der  Warnungen  befreundeter  Oberhäuptlinge
  mit  seiner  kleinen  Polizeitruppe  sofort
nach  Arekolong,  legte  das  seinem  Befehl  zuwider
errichtete  Kalidhaus  nieder  und  fing  auch  glücklich
  die  sechs  Rädelsführer  ein.  t.
„Condor"“  brachte  sie  nach  Yap,  von  da  auf
meine  Veranlassung  nach  Saipan,  wo  sie  auf

 

einige  Zeit  bei  nützlichen  Wegebauten  und  Pflanzungsarbeiten
  beschäftigt  sind  und  ihren  Zaubererhochmut
  hoffentlich  bald  verlieren  werden.  Die
weltlichen  Rupaks,  die  ihren  geistlichen  Mitbewerbern
  in  der  Ausbeutung  des  Palauvolkes
durchaus  nicht  hold  sind,  freuten  sich  ungemein
über  diesen  Ausgang  der  Sache.  Aber  die  Rupaks
von  Arekolong,  die  von  den  Kalids  aufsgefordert
worden  waren,  sich  ihnen  anzuschließen,  um  die
Weißen  aus  Palau  zu  vertreiben,  hatten  erst  geschwankt,
  und  nur  das  energische  Vorgehen  Winklers
gab  den  Ausschlag  für  ihre  Haltung.  Ich  hielt
es  daher  für  zweckmäßig,  ihnen  in  Begleitung
des  Stationsleiters,  der  Polizeitruppe  und  meiner
neun  Saipan-Soldaten  einen  Besuch  zu  machen,
um  ihnen  für  die  Zukunft  die  Wahl  zwischen
Unruhestiftern  und  ihrer  gesetzmäßigen  Obrigkeit
zu  erleichtern.  Der  Besuch  verlief,  wie  ich  gleich
vorausschicken  will,  durchaus  friedlich.  Die  Rupaks
übernachteten  mit  uns  in  einem  der  großen  Häuser.
Ich  ließ  die  Soldaten  Wache  gehen,  blieb  zunächst
  schweigsam  und  hielt  die  Häuptlinge  bis
zum  letzten  Angenblick  in  Ungewißheit  über  meine
Absichten.  Dann  stellte  ich  ihnen  ihr  Unrecht
vor,  daß  sie  hätten  abwarten  wollen,  wer  der
Stärkere  sei,  Stationsleiter  Winkler  oder  die
Kalids;  sie  hätten  für  ihre  Unzuverlässigkeit  eigentlich
  Strafe  verdient,  doch  da  sie,  wie  mir  Winkler
sage,  sonst  anständig  seien,  wolle  ich  sie  dieses
Mal  laufen  lassen.  Der  Oberhäuptling,  welcher
sich  nach  dem  „großen  deutschen  Rupak“  den
Namen  Bismarck  beigelegt  hat,  war  abwesend  —
wie  die  anderen  erklärten,  zufällig,  wie  ich  aber
glaube,  aus  Angst.  Er  kam  später  zu  mir  auf
die  Station  und  entschuldigte  sich.
Die  Station  liegt  aufs  Korror,
des  zur  Zeit  mächtigsten  „Königs“,  welcher  als
solcher  den  Namen  Aibathul  führt.  Den  Arekoko
(d.  h.  Thronfolger)  hatten  die  Spanier  aus  irgendwelchen
  Gründen  nach  Yap  verbannt.  Bezirksamtmann
  Senfft  schickte  ihn  wieder  nach  Palau,
wo  er  der  deutschen  Verwaltung  in  den  ersten
Jahren  wertvolle  Dienste  leistete.  Als  zweitmächtigster
  Oberhäuptling  ist  der  Araklai  von
Malegojok,  als  dritter  der  Math  von  Naibukes
  auf  der  Hauptinsel  Baobelthaop  anzusehen.
Math  ist  der  unter  seinem  alten  Namen  Arakalulk
bekannte  treue  Diener  des  deutschen  Forschers
Semper,  der  sich  in  den  Jahren  1861  und  1862
neun  Monate  auf  Palau  aufhielt  und  dem  wir
die  neben  dem  Kubaryschen  Werke  wichtigsten
Nachrichten  über  das  interessante  Land  und  Volk
der  Palauer  verdanken.  Arakalulk  ist  heute  ein
alter  Mann  von  über  achtzig  Jahren,  aber  die
Freundschaft  zu  Semper  hat  er  auf  alle  Deutschen
übertragen.  Es  ist  rührend,  wie  sein  Blick  in
Träume  versinkt  und  wie  er  leise  den  Namen

der  Insel
        <pb n="753" />
        G  663  20

Semper  wiederholt,  wenn  die  alten  Erinnerungen
geweckt  werden.  Von  ihm  erhielt  Winkler  die
ersten  Nachrichten  von  den  Quertreibereien  der
Kalids;  er  bot  ihm  seine  Mannschaft  zur  Begleitung
  an,  die  Winkler  aber  ablehnte,  um  das
Aufleben  der  alten  Fehden  unter  den  Eingeborenen
zu  verhindern  und  um  zu  zeigen,  daß  er  auch
allein  den  Ränkeschmieden  gewachsen  sei.

Im  übrigen  ist  keinem  der  Häuptlinge,  Rupaks
und  keinem  Palauer  allzusehr  zu  trauen.  Die
Gier  nach  Reichtum  und  Einfluß,  nach  jenen
sonderbaren  uralten,  äum  Teil  mit  aufgebrannten
Arabesken  verzierten  Geldstücken  aus  Glas  und
Ton  beherrscht  ihr  Sinnen  und  Trachten.  Die
kleineren  runden  Stücke  von  Linsen=  bis  Haselnußgröße
  sind  zumeist  in  der  Mitte,  die  größeren
dreikantigen  sind  an  beiden  Enden  durchbohrt
und  werden  von  den  vornehmen  Frauen  zuweilen
offen  als  Schmuck  am  Halse  getragen,  meist  aber
sorgfältig  verborgen.  Math  zeigte  mir  auf  meine
Bitte  einige  seiner  großen  Familienstücke.  Bei
den  Eingeborenen  von  Borneo  soll  genau  das
gleiche  Geld  in  Umlauf  sein.  Sein  Wert  schwankt
von  einigen  Körben  Taro  bis  zu  über  tansend
Mark  nach  unserem  Gelde;  die  großen  Stücke
sind  übrigens  den  Besitzern  um  keinen  Preis  feil.
Nur  die  Stationskasse  besitzt  aus  Strafen,  Einziehungen
  usw.  für  einige  tausend  Mark  Palangeld.

Durch  die  Errichtung  der  Regierungsstation
auf  Korror  ist  das  Ansehen  des  Aibathul  und
entsprechend  die  Eifersucht  des  Araklai  sehr  gestiegen.
  Ich  versprach  daher  dem  letzteren,  daß
der  Stationsleiter,  wenn  er  ihm,  wie  es  auch
Math  getan,  ein  schönes  Haus  bane,  jedes  Jahr
einige  Zeit  in  Malegojok  bleiben  werde.  Dort
hatte  übrigens  auch  der  Regierungsarzt  Dr.  Born
während  seines  mehrmonatigen  Aufenthaltes  sein
Behandlungshaus  aufgeschlagen.  Die  deutsche
Kapuzinermission  besitzt  je  eine  Station  in  Korror
und  Malegojok.  Wenn  auch  die  Bekehrungserfolge
nicht  bedeutend  sind,  so  wünschen  doch  die  Palauer,
daß  ihre  Kinder  etwas  lernen,  und  Aibathul  hat
neben  der  Mission  auf  eigene  Kosten  eine  schöne
Schule  erbaut.

Bei  meiner  Ankunft  versammelten  sich  alsbald
alle  Rupaks  um  den  Oberhäuptling.  Sämtliche
aktuellen  Angelegenheiten  wurden  besprochen,  die
Befolgung  der  Anordnungen  des  Stationsleiters
wurde  den  Rupaks  ans  Herz  gelegt,  und  schließlich
  gelangten  Geschenke  zur  Verteilung:  Fischhaken,
  Messer,  Stoffe,  Tabak,  Perlen.  Dafür
gaben  die  Rupaks  Gegenstände  aus  Schildpatt.

Der  Aibathul  ist  ein  dicker,  achtzigjähriger
Mann  mit  sympathischem  Gesicht.  Er  sitzt,  da
er  nicht  mehr  gehen  kann,  den  ganzen  Tag  in
seinem  halbenropäischen,  nicht  eben  reinlichen
Hause,  umgeben  von  seinen  Angehörigen.  Zur

 

Besprechung  wurde  er  in  seinem  hölzernen,  mit
Perlmuttereinlagen  verzierten,  einem  Schweinetrog
nicht  unähnlichen  Thronsessel  von  vier  Untergebenen
  nach  dem  Platz  vor  den  großen  Häusern
getragen.  Neben  ihm  saß  der  Arekoko,  ein  etwa
fünfzigjähriger  stattlicher  Mann  mit  langem,  ergrauenden
  Vollbart  und  gleichfalls  recht  ansprechenden,
  schlauen  Gesichtszügen.  Im  Halbkreise
  nahmen  je  nach  ihrem  Rang  die  Rupaks,
im  Hintergrunde  die  übrigen  erwachsenen  Mannschaften,
  zusammen  etwa  hundert  Leute,  Platz.
Dem  Aibathul  gegenüber  war  für  mich  ein  mit
Matten  bedeckter  Sitz  hergerichtet.  Nach  der  Begrüßung
  fragte  ich  den  Aibathul,  ob  dies  seine
ganze  Mannschaft  sei;  ich  wisse  doch,  daß  1783,
zu  Zeiten  des  Kapitäns  Wilson  —  sein  Andenken
  und  das  des  in  England  gestorbenen
Aibathul-Sohnes  ist  noch  nicht  erloschen  —  Korror
fünfzehnhundert  Krieger  stellte,  woher  wohl  dieser
auffallende  Rückgang  der  Bevölkerung  kommc,  den
man  ja  auch  deutlich  überall  an  den  verlassenen,
ausgestorbenen  Ortschaften  sehen  könne?  „Das
kommt,“  meinte  Aibathul,  „von  den  fremden
Schiffen;  sie  brachten  Krankheiten  aller  Art  ins
Land.“  In  der  Tat  mögen  die  Walfänger  und
andere  Schiffe  früher  Krankheiten  eingeschleppt
haben,  aber  jetzt  hat  das  aufgehört;  heute  werden
alle  ankommenden  Schiffe  erst  untersucht,  und
kranke  Leute  dürfen  nicht  ans  Land.  „Aber
warum  bekommen  eure  Weiber  so  selten  und  so
wenig  Kinder?“  Da  meldete  sich  einer,  dessen
Frau  sieben  oder  acht  Kinder  habe.  „Du  bist,“
erwiderte  ich,  „ein  tüchtiger  Mann  und  deine
Frau  ist  ein  braves  Weib,  doch  ihr  seid  Ausnahmen.
  Ihr  anderen  habt  wenig  Kinder,  und
ich  will  euch  sagen,  woher  das  kommt:  Ihr  führt
kein  Familienleben;  bis  vor  kurzem  lebten  die
Männer  in  den  Klubhäusern,  dort  wurden  eure
Mädchen.  verdorben.  Jetzt  ist  das  verboten  zu
eurem  und  eures  Volkes  Wohl.  Das  Palauvolk
soll  wieder  stark  werden  an  Zahl.  Ihr  sollt  auch
eure  Kinder  nicht  fremden  Leuten  geben,  sie  sollen
bei  ihren  Eltern,  bleiben.  Ihr  sollt  ein  gutes
Familienleben  führen,  dann  werden  auch  eure
Frauen  wieder  fruchtbarer  sein.“

„Ich  habe  mit  Freude  gehört,  Aibathul,  daß
du  das  schöne  Schulhaus  hast  bauen  lassen  und
daß  ihr  alle  wollt,  daß  eure  Kinder  Deutsch  lernen
(so  wie  es  der  Otto  hier,  des  Arekok  Sohn,
spricht)  und  Lesen,  Schreiben,  Rechnen.  Dann
haltet  die  Kinder  nur  an,  daß  sie  regelmäßig  in
eure  Schule  gehen  und,  wenn  der  Unterricht  zu
Ende,  daß  sie  nach  Hause  kommen  und  euch  bei
der  Arbeit  helfen.  Es  ist  nicht  nötig,  daß  sie  den
ganzen  Tag  saulenzen.  Im  übrigen  stört  euch
niemond  in  euren  alten  Sitten,  soweit  sie  gut
sind.“
        <pb n="754" />
        G  664  20

„Und  die  Rupaks  sollen  auf  den  togpog  (die
Schildlaus)  achtgeben,  die  kranken  Blätter  abhauen
und  verbrennen.  Wenn  Stationsleiter  Winkler
die  nachlässigen  Rupaks  straft,  so  geschieht  das
nur  zu  eurem  Besten.  Denn  hier  ist  die  Krankheit
  noch  nicht  schlimm  und  nur  an  wenigen
Stellen  aufgetreten.  Aber  wenn  ihr  nicht  achtgebt,
dann  wird  die  Krankheit  groß  und  ille  Kokosbäume
  sterben  wie  in  Yap,  und  ihr  habt  dann
keine  Kokos  mehr.  Darum  folgt  Winlkler;  ihr
Palauer  seid  ja  alle  vernünftige  Leute  und  wißt,
daß  wir  nur  ener  Wohl  im  Auge  haben.“

Auf  den  Palau  befinden  sich  ausgedehnte,  mit
vorzüglichem  Futtergras  bedeckte  Flächen,  die  sich
sehr  für  Viehzucht  im  großen  Stil  eignen  würden;
besonders  der  nördlichste  Teil  von  Baobelthaop,
die  Halbinsel  Arekolong,  die  nur  auf  eine  etwa
zweihundert  Meter  breite  Strecke  mit  der  Hauptinsel
  verbunden  ist,  wäre  dafür  wie  geschaffen.
Die  Landenge  wird  soeben  für  den  Kannverkehr
durchstochen.  Auch  fruchtbares  Land  für  Pflanzungen
  ist  reichlich  vorhanden.  Nicht  nur  Kokospalmen
  gedeihen  hier  und  die  überall  gebauten
Knollengewächse.  Ich  begegnete  auf  Korror  und
anderen  Plätzen  kräftigen,  gesunden  Kakaobäumen,
bedeckt  mit  Früchten,  wie  ich  sic  schöner  und  reicher
auch  in  Westindien  nicht  gesehen  habe.

Da  Palau  jetzt  regelmäßig  von  dem  Jalnitdampfer
  angelaufen  wird,  so  wäre  die  Besiedlung
mit  anspruchslosen,  arbeitsamen,  deutschen  Ansiedlern
  ins  Auge  zu  fassen.

Trotz  der  zahlreichen  und  gesunden  Kokosbestände
  ist  die  Kopra-Ausfuhr  ganz  gering.  Die
japanischen  und  amerikanischen  Firmen  führen
wie  in  VYap  fast  nur  Perlschalen  und  etwas  Schildpatt
  aus.

Über  die  Mineralschätze  der  Palau-Inseln
wurde  wiederholt  berichtet.  Die  eingehende  Erkundung
  der  Palau,  Marianen  und  gewisser  Karolinen-Inseln
  durch  einen  Geologen  wäre  eine
Maßnahme,  deren  Kosten  zu  dem  wahrscheinlichen
  Erfolg  vielleicht  in  gar  keinem  Verhältnis
stehen  würden.

Endlich  setzte  der  ersehnte  Nordwind  ein,  und
am  16.  November  ging  die  „Ponape“  mit  insgesamt
  hundertzwanzig  Mannschaften  und  Passagieren
  wieder  unter  Segel.  Am  19.  erreichten
wir  Sonsol.  Diese  westlichsten  unserer  Karolinen:
Sonsol-Fanna,  Pulo-Anna,  Pulo-Merir,  Tobi  und
das  Helenen-Riff  stellen  sich  als  niedrige  Riffinseln,
  Sandbänke  auf  einer  Unterlage  von  Korallen
dar.  Sie  schließen  das  mikronesische  Inselreich
wie  eine  Vorpostenkette  gegen  die  Molukken  ab
und  bilden  (mit  Ausnahme  von  Tobi)  auch  ethnologisch
  die  Grenze  Mikronesiens.  Sonsol  wurde
nach  den  Uberlieferungen  der  Eingeborenen  von

 

verschlagenen  Bewohnern,  und  zwar  von  einem
Weibe  und  drei  Männern,  der  510  Seemeilen
entfernten  Karolinen-Insel  Sorol  bevölkert.  Von
Sonsol  aus  sollen  dann  Pulo-Anna  und  Pulo-Merir,
  auch  Tobi  von  den  Nachkommen  jener
Sorol-Leute  besiedelt  worden  sein.  Das  ist  schon
lange  her.  Denn  bereits  1721  berichtet  der
Pater  Cantova  von  einer  bewohnten  Jusel
Sourrol  südlich  von  Palau,  die  einigen  von  Ulea
nach  Guam  verschlagenen  Karolinern  bekannt
war.')  Wir  sehen  daraus,  daß  die  Mikronesier
bereits  vor  Jahrhunderten  auf  ihren  kleinen,
offenen  Kanus  unerhörte,  tollkühne  Fahrten  ausführten,
  daß  ihnen  die  auf  einer  Fläche  von  der
mehrfachen  Größe  Deutschlands  zerstreute  Inselwelt
  wohlbekannt  war.  Wir  Kulturmenschen
wundern  uns  über  die  durch  Jahrhunderte  erhaltene
  Überlieferung.  Aber  das  Leben  dieser
Eingeborenen  auf  ihren  Inseln  im  unendlichen
Weltmeer  verläuft  Tag  für  Tag,  Jahr  für  Jahr
in  ewig  gleicher  Eintönigkeit,  ereignislos,  sorgenlos.
Eine  Sturmflut,  ein  gewaltiger,  zerstörender  Orkan,
ein  fremdes  Schiff  —  das  sind  Ereignisse,  die  in
Gesängen  festgehalten  und  durch  Generationen
vererbt  werden.  Da  bleibt  in  urwüchsigen,  durch
keine  „Tagesneuigkeiten“  verwirrten  Köpfen  Raum
und  Halt  für  die  Geschichte  der  Familie,  des
Stammes,  für  die  Erlebnisse  der  Urahnen.

Sonsol  ist  nicht  ganz  hundert  Hektar  groß
und  durch  einen  breiten,  tiefen  Kanal  von  einer
zweiten  kleineren  Insel  Fanna  geschieden,  an  deren
Nordküste  sich  (nach  Kapitän  Martens)  vielleicht
eine  Ankermöglichkeit  bietet.  Die  „Ponape“
ankerte  nicht,  die  Bootslandung  war  unbequem;
wir  mußten  fast  hundert  Meter  durch  seichtes
Wasser  waten.

Auf  Sonsol  zählte  ich  hundertvierzehn  Männer
und  hundertzehn  Weiber,  bin  aber  überzeugt,  daß
mehr  Bewohner  vorhanden  sind;  besonders  Weiber
und  Kinder  werden  sich  der  Zählung  entzogen
haben.  Fanna  sollte  #tabus  und  unbewohnt  sein;
auf  meiner  späteren  Reise  mit  dem  „Seestern“
besuchte  ich  Fanna  und  fand  eine  Anzahl  Frauen
und  einige  alte  Männer  vor.

Die  Sonsoler  haben  mit  gewissen  Abweichungen
die  Sprache  und  Sitten  der  Zentral-Karolinen
bewahrt;  meine  Saipan-Karoliner  konnten  sich
ohne  weiteres  mit  ihnen  verständigen.  Die
Männer  zeigen  weiche,  fast  weibliche  Gesichtszüge
und  (wie  die  Rukleute)  kleine,  wohlgeformte
Gliedmaßen.  Das  Haar  tragen  sie  lang,  Kämme
bemerkte  ich  nur  selten.  Hals=  und  Ohrketten
aus  Ringen  der  harten  Kokosschale,  Arm=  und
Fingerringe  aus  Schildpatt  vervollständigen  das

*)  J.  P.  Horkinso  Bericht  über  die  Pelew-Inseln,
heranogegeben  von  Theophil  Friedrich  Ehrmann.
Weimar  1805.
        <pb n="755" />
        G  665  20

Bild.  Die  Frauenkleidung  besteht  aus  einem
groben,  um  die  Hüften  geschlagenen  und  bis  zum
halben  Oberschenkel  reichenden  Pandanusgeflecht,
der  schmale  Schamgürtel  der  Männer  aus  einem
feinen  Bananengewebe.  Von  einigen  Männern
werden  auch  recht  kunstvolle,  weitmaschige  Pandannshüte,
  in  der  Regel  aber  weniger  kunstvolle
Kulihüte  aus  übereinandergelegten  Pandannsblättern
  getragen.  Außer  diesen  Bekleidungsund
  Schmuckgegenständen  bieten  die  Eingeborenen
gutes  Tauwerk  aus  Kokosnußfaser  und  (teilweise
recht  brauchbare)  Badeschwämme  zum  Tausch  an.
Tabak,  eiserne  Fischhaken  und  Zeuge  waren  sehr
begehrt.  Die  Häuser  sind  schlecht,  unreinlich  wie
dic  fast  aller  Zentral-Karoliner  und  bestehen  nur
aus  einem  auf  der  Erde  befestigten,  mit  Kokosblättern
  gedeckten  Dach.  Doch  ist,  wie  ich  in  den
Taifunen  auf  Saipan  erfuhr,  dieses  wändelose
Haus  sturmsicher.  Die  schräg  in  die  Erde  eingelassenen
  Sparren  der  Lang=  und  der  Giebelseiten
  schützen  es  nach  allen  vier  Richtungen  gegen
den  unter  stumpfem  Winkel  anprallenden  Wind.

Die  aus  Calophyllum  hergestellten  Doppelenderboote
  mit  Ansleger  und  Dreiecksegel  aus
Pandanusgeflecht  gleichen  denen  auf  Feis  und  Yap.

Die  Ernährungsverhältnisse  sollen  günstig  sein.
Die  spärlichen  Taropflanzungen,  denen  ich  auf
meiner  Wanderung  durch  die  Insel  begegnete,
die  schwach  behangenen,  zahlreichen  Brotfruchtbäume,
  die  seltenen  Bananen  lassen  mich  aber
fast  an  diesen  Angaben  der  Eingeborenen  zweifeln.
Von  Nährpflanzen  bemerkte  ich  sonst  noch:  Papaya,
Pandanus,  viel  verwilderten  Arorn,  eine  dem
Apfel  im  Geschmack  ähnliche  Frucht  und  eine
Feigenart.  Als  Haustiere  werden  Hühner  und
Schweine,  aber  keine  Hunde  gehalten.  Der  Strand
ist  von  einem  Kranz  gut  tragender  Kokospalmen
umgeben,  allein  diese  sind  von  der  Schildlaus
stark  befallen.  Ich  klärte  zwar  den  Häuptling
Moses  über  die  drohende  Gefahr  auf  und  befahl
ihm,  alle  kranken  Blätter  abhauen  und  verbrennen
zu  lassen,  verspreche  mir  aber  selbst  für  den  unwahrscheinlichen
  Fall  nur  geringen  Erfolg,  daß
meine  Anordnungen  mit  der  erforderlichen  Sorgfalt
  und  Geduld  ausgeführt  werden.

Auf  Sonsol  trafen  wir  den  Häuptling  Maier
mit  10  Leuten  von  Pulo-Anna  und  den  Häuptling
  Susak  mit  33  Leuten  von  Pulo-Merir.
Sie  berichteten,  im  Oktober  1904  seien  beide
Inseln  von  einem  furchtbaren  Orkan  heimgesucht
und  vom  Mere  fortgespült  worden.  Nur  sie
selbst  mit  ihren  Leuten  hätten  sich  nach  Sonsol
retten  können,  alle  übrigen  seien  umgekommen.
Das  war  eine  traurige  Nachricht  besonders  für
die  armen  Leute,  die  nach  jahrelanger  Abwesenheit
von  Yap  und  Palau  in  ihre  Heimat,  zu  ihren
Familien  zurückkehren  wollten.  Sie  blieben  denn

 

auch  zunächst  in  Sonsol,  als  die  „Ponape“  nach

dem  Süden  weitersegelte.

Am  20.  November  erreichten  wir  Pulo-Anna.
Zunächst  bemerkten  wir,  daß  die  Insel  nicht,  wie
uns  in  Sonsol  erzählt  worden,  völlig  untergegangen
  war.  Dann  sahen  wir  zu  unserer
Freude,  daß  ein,  zwei,  schließlich  drei  Kanus  uns
entgegenruderten.  Ein  Ankerplatz  fand  sich  nicht.
Das  weit  vorgelagerte,  die  ganze  Insel  umfassende
Riff  schloß  große  Flächen  seichten  Wassers  ein,
auf  denen  mächtige  umgestürzte  und  abgestorbene
Calophyllumbäume  die  frühere  Ausdehnung  des
Landes  bezeichneten.  Auch  in  den  übriggebliebenen
Rest  hatte  das  Meer  tiefe  Gräben  gerissen.  Den
Anblick  der  so  verkleinerten  Insel,  deren  Durchmesser
  kaum  600  m  beträgt,  möchte  ich  mit  dem
eines  deutschen  Laubwaldes  im  Vorfrühling  vergleichen:
  gänzlich  kahle  Bäume  mit  grünem  Unterwuchs.
  Der  Unterwuchs  bestand  aus  wuchernden
Schlingpflanzen  und  niedrigem  Gebüsch.  Nicht
eine  einzige  Kokospalme  war  zu  sehen;  es  wird
wohl  auch  vor  dem  Sturm  nur  wenige  gegeben
haben.  Hier  und  da  standen  einige  Bananen,
Papaya,  viele  Kürbisse,  an  tiefen  Stellen  reichlich
Taro  und  Zuckerrohr.  Während  das  Schiff
manövrierte,  liefen  die  Bewohner  schreiend  und
winkend  am  Strande  hin  und  her;  sie  fürchteten,
wir  möchten  weiterfahren.  Ich  fand  ihre  dürftigen,
halbverfallenen  Wohnungen  auf  einer  kleinen  Erhebung.
  Männer  und  Weiber  kamen  uns  entgegen,
  faßten  unsere  Hände  und  wollten  uns
kaum  wieder  loslassen.  Ein  älterer  Mann  wollte
mir  eine  Banane,  wohl  das  Kostbarste,  was  er
hatte,  uufnötigen.  Es  waren  noch  18  männliche
und  25  weibliche  Wesen  auf  der  Insel.  Vor
dem  Taifun  sollen  50  Männer  und  100  Frauen
hier  gelebt  haben.  Auffallend  ist  dieses  Mißverhältniß
  zwischen  den  Geschlechtern,  auffallend
auch  die  geringe  Zahl  der  Kinder;  männliche
unter  zehn  Jahren  sah  ich  nicht,  auch  keine  weiblichen
  unter  zwei  Jahren.  Jungen  von  12  bis
14  Jahren  wurden  von  mehr  oder  minder  bejahrten
  Weibern  gehätschelt;  das  waren,  wie  ich
erfuhr,  nicht  etwa  ihre  Mütter,  sondern  ihre
Frauen.  Ich  teilte  den  Armen  mit,  daß  wir
jetzt  erst  nach  Merir  und  Tobi  fahren  und  sie
dann  auf  der  Rückreise  alle  mit  nach  Palau
nehmen  würden.  Darüber  freuten  sie  sich  sehr.
Wir  gaben  ihnen  einige  Kokosnüsse  und  andere
kleine  Geschenke,  vor  allem  den  heißbegehrten
Tabak.  Da  sie  an  ihren  gewohnten  Nahrungsmitteln
  keinen  Mangel  litten  und  wir  in  höchstens
zehn  Tagen  wieder  anlaufen  zu  können  hofften,
um  sie  mitzunehmen,  so  sahen  wir  davon  ab,  sie
mit  Reis  zu  versehen.  Doch  ließ  ich  an  verschiedenen
  Stellen  der  Insel  durch  die  Soldaten
Kokosnüsse  auspflanzen.  Am  Strande  fanden  wir
        <pb n="756" />
        b666  ꝛ

zahlreiche  Menschenknochen  und  acht  Schädel,
ferner  ein  fremdes,  der  Bauart  nach  von  den
Philippinen  stammendes  Kanu,  das  vor  Monaten
hier  angetrieben  sein  soll.

Am  nächsten  Tage,  dem  21.  November,  befanden
  wir  uns  vor  Pulo-Merir,  wohin  uns
mehr  die  starke  Strömung  als  die  Segel  und
die  Maschine  getragen  hatten.  Das  gleiche  Bild
schrecklicher  Verwüstung!  Hier  muß  das  Meer
die  ganze  Insel  mit  Ausnahme  einiger  höher
gelegenen  Punkte  überflutet  haben;  noch  jetzt  ist
mitten  im  Lande  eine  Salzwasserlagune  zurückgeblieben.
  Merir  muß  nach  meiner  Schätzung
doppelt  so  groß  wie  Pulo-Anna  sein.  Wir  fanden
dort  20  Frauen  und  7  Männer,  die  wir  alsbald
an  Bord  nahmen.  Zwischen  den  schlechten,  unreinlichen
  Hütten  befand  sich  ein  größeres  Gebäude
  in  besserem  Zustande,  mit  gutem  Dach  auf
stattlichen  Calophyllumpfeilern.  Am  Mittelpfeiler
war  ein  eigentümliches  Gerät  angebracht.  Auf
dem  Boden  unter  dem  Gerät  lagen  einige  Korallensteine.
  Das  Gebände  war  das  Versammlungshaus,
  die  erwähnte  Vorrichtung  diente  Kultuszwecken,
  die  Steine  sollen  vom  Himmel  gefallen
sein.  Von  unseren  neuen  Mitreisenden  erfuhr  ich
dann  folgendes:  Jener  Taifun  begann  bei  Sonnenuntergang
  mit  Nordsturm,  der  über  Osten  sich
nach  Süden  drehte.  Das  Meer  überschwemmte
die  Insel  von  Osten  her,  erreichte  aber  nicht  das
Dorf,  weil  es  etwa  10  m  über  dem  Meeresspiegel
  liegt.  Vor  dem  Ereignis  sollen  etwa
200  Menschen  hier  gewohnt  haben.  Im  Taifun
kam  niemand  um,  aber  nachher  entstand  Hungersnot.
  Viele  Leute  starben;  einige,  die  sich  an
fremden  Nahrungsmitteln  vergriffen,  wurden  getötet,
  auch  soll  durch  den  reichlichen  Genuß  von
Landkrebsen  eine  Seuche  aufgetreten  sein  und
viele,  besonders  Kinder,  hingerafft  haben.  Sechs
Monate  nach  dem  Sturm  verließen  neue  Boote
mit  insgesamt  50  Menschen  Merir  und  segelten
nach  Sonsol.  Es  kamen  dort  nur  fünf  Boote
mit  34  Insassen  an.  Ein  Zauberer  hat  im  Zorn
den  Sturm  verursacht.

Auch  die  Leute  aus  Pulo-Anna,  die  wir  in
Sonsol  getroffen,  waren  erst  sechs  Monate  nach
dem  Taifun  dahin  abgesegelt;  sie  wußten  also,
daß  noch  Menschen  auf  ihrer  Insel  waren.  Ihr
Schweigen  erklärt  sich  vielleicht  durch  die  Befürchtung,
  die  an  der  erwähnten  Tötung  von
Leidensgefährten  auf  Pulo-Anna  und  Merir  Beteiligten
  könnten  bestraft  werden.  Ich  hielt  es
natürlich  in  Anbetracht  der  Umstände,  unter  denen
diese  Tötungen  stattfanden,  der  furchtbaren  Notlage
  dieser  armen  Menschen,  die  ihre  Nahrung
verteidigten,  um  sich  selbst  vor  dem  Hungertode
zu  retten,  nicht  für  angezeigt,  strafend  vorzugehen.


 

Unter  den  Merirleuten  befand  sich  gleichfalls
nur  ein  Kind,  das  noch  nicht  laufen  konnte.  Die
Frauen  gestanden  mir  schließlich  auf  meine  Fragen
nach  ihren  kleinen  Kindern,  daß  sie  mit  dem
Absud  von  Pandanuswurzeln  ihre  Leibesfrucht
abtrieben;  so  geschehe  es  in  Sonsol,  Merir  und
Pulo-Anna.  Auch  die  Tötung  bereits  geborener
Kinder  soll  hier,  wie  mir  die  von  Yap  zurückkehrenden
  Frauen  sagten,  vielfach  vorkommen.
So  würde  sich  das  auffallende  Mißverhältnis
zwischen  Männern  und  Weibern  als  gewollt  und
absichtlich  herbeigeführt  erklären.  Ich  entgegnete
den  Weibern,  daß  sie  nun  samt  den  Ihrigen  mit
nach  Palau,  Yap  oder  Saipan  genommen  würden,
wo  sie  Land  und  alles  zum  Leben  Nötige  hätten;
aber  ich  erwartete  von  ihnen,  daß  sie  jene  verbrecherischen
  Handlungen  künftig  unterließen.
Leider  stellte  später  die  ärztliche  Untersuchung  bei
mehreren  Frauen  von  Sonsol,  Pulo-Anna  und
Merir  Krankheiten  fest,  die  wohl  auch  an  dem
Kindermangel  schuld  sein  mochten.

Nach  Merir  versuchten  wir  vergeblich,  Tobi
zu  erreichen.  Das  Petrolenum  war  zu  Ende  und
ein  Rest  von  Gasolin  mußte  für  alle  Fälle  aufgespart
  werden.  Dazu  kam  eine  Strömung,  die
uns  immer  weiter  von  unserem  Ziele  ab  nach
Osten  trieb.  Zehn  Tage  lang  versuchte  der
Kapitän  dagegen  anzukämpfen,  bis  wir  uns
schließlich  zur  Umkehr  direkt  nach  Yap  genötigt
sahen.

Wir  begegneten  riesigen  Schwärmen  von  Walsischen
  und  Tümmlern;  mehrere  Haie  und  viele
kleine  und  größere  Fische  wurden  gefangen.
Schließlich  liefen  wir  am  10.  Dezember,  also
20  Tage  nach  der  Abfahrt  von  Merir,  mit  dem
letzten  Rest  von  Gasolin  in  den  Hafen  von
Tomil  ein  unter  schweren  Sorgen  um  das
Schicksal  der  armen  Bewohner  von  Pulo-Anna,
die  vielleicht  in  der  sicheren  Erwartung  unserer
Rückkehr  ihre  letzten  Lebensmittel  verzehrten,
und  um  das  Schicksal  der  Eingeborenen  von
Tobi,  die  nach  dem  Verlauf  jenes  Taifuns  vermutlich
  ebenfalls  von  ihm  heimgesucht  worden
waren.

Da  traf  am  12.  Dezember  unvermutet  der
Gouvernementsdampfer  „Seestern“  mit  dem  stellvertretenden
  Gouverneur  in  Yap  ein.  Nach
meiner  Schilderung  waren  er  und  der  Kapitän
Möller  sogleich  bereit,  die  Reise  nach  dem  Süden
anzutreten.  Am  14.  Dezember  dampften  wir  mit
den  von  Merir  mitgebrachten  Leuten  ab,  landeten
diese  am  15.  in  Palan,  wo  sie  angesiedelt  werden
sollen,  liefen  am  16.  Sonsol  und  Pulo-Anna  an
und  nahmen  von  jener  Insel  59  Leute,  von
dieser  alle  zurückgebliebenen  43  mit  und  trafen
am  17.  vor  Tobi  ein.  .

Auch  Tobi  ist  eine  Riffinsel,  bestehend  aus
        <pb n="757" />
        C  667  20

angeschwemmtem  Sand  und  Muschelresten  auf
einer  Unterlage  von  Korallen  und  hartem  durch
Organismen  zusammengebackenem  Sand.
fand  sich  kein  Ankerplatz;  auch  die  Bootslandung
ist  schwierig.  Bei  Ebbe  können  wohl  die  flachgehenden
  Kanus,  nicht  aber  Boote  den  Rand  des
Riffes  passieren.  Das  seichte  Wasser  bis  zum
Land  mußten  wir  durchwaten.

Zahlreiche,  in  ihrer  Form  den  oben  geschilderten
  ähnliche  Kanus  kamen  uns  entgegen.
Die  Insassen  boten  schreiend  und  winkend  ihre
heimischen  Tauschwaren:  Kokosnüsse,  Taue  und
Stricke  aus  Kokosfaser,  Kulihüte  aus  dünnem
Schildpatt,  geschnitzte  Figuren  an.  Das  Allrighte
und  »very  good«-Geschrei  zeigte  uns,  daß  wir
die  Heerstraße  des  Pitschin  erreicht  hatten.  In
der  Frühe  des  gleichen  Tages  bemerkten  wir
einen  großen  Dampfer.

Am  Lande  wimmelte  es  von  Menschen.  Unter
der  Annahme,  daß  die  gesamte  Bevölkerung  versammelt
  war,  schätze  ich  ihre  Zahl  auf  über  1000
darunter  eine  Unmenge  von  Kindern  aller  Altersstufen.
  Aber  was  waren  das  für  Menschen,  was
für  Kinder!  So  klapperdürre,  buchstäblich  aus
Haut  und  Knochen  bestehende  arme  Wesen;  ein
so  schreiendes,  hungerndes  Elend  hatte  ich  nie
für  möglich  gehalten.  Dazu  blöde,  häßliche  Gesichter,
  Schmutz  und  Gestank.  Die  Hautfarbe  ist
schmutzig  gelb.  Viele  Männer  und  Weiber  waren
zwerghaft  klein  und  verkümmert,  die  Masse  von
mittlerer  Größe.  Das  schwarze,  straffe  Haar,  die
breiten,  knochigen  Gesichter  mit  ihrem  stumpfen
Ausdruck  erinnerten  mich  lebhaft  an  die  Indianer
Südamerikas.  Dieser  Eindruck  verstärkte  sich  später
noch,  als  ich  an  Bord  des  „Seestern“  eine
größere  Anzahl  der  Leute  in  ihrer  Apathie  tagelang
  beobachten  konnte.  Mit  den  Indianern
sind  sie  natürlich  nicht  verwandt,  aber  ganz  bestimmt
  nach  ihrem  Wesen  und  Aussehen  auch
nicht  mit  den  Karolinern.  Ein  schwacher  Einschlag
  karolinischen  Blutes  mag  immerhin  vorhanden
  sein.  Die  Tobisprache  ist  nicht  mehr  die
gleiche  wie  auf  Sonsol  und  Merir;  meine
Saipanleute  konnten  sich  nicht  mit  ihnen  verständigen.
  Auffallend  war  auch  das  Vorhandensein
  einer  Anzahl  kräftiger,  wohlgenährter,  sogar
setter  Männer,  offenbar  der  Vornehmen,  Reichen,
vielleicht  einer  herrschenden  Kaste  fremden
Stammes.

Ich  ließ  sie  Tänze  aufführen,  an  denen  sich
besonders  die  Fetten  beteiligten.  Männer  und
Weiber  stellten  sich  gegenüber  in  je  zwei  Reihen
auf  und  bewegten  nach  dem  Rhythmus  ihres  Gesanges
  ihre  Körper  und  Gliedmaßen  bald  stehend,
bald  hockend,  ohne  sich  im  übrigen  vom  Platz  zu
bewegen.

Tanz  und  Gesang  dienen  offenbar  Kultus- 



 

zwecken.  Denn  bevor  er  begann,  versammelten
sich  einige  Leute  in  einem  großen  Hause;  die
Menge  vor  dem  Hause  verhielt  sich  schweigsam.
Plötzlich  schritt  ein  Mann  schnell  durch  die  Menge,
die  ihm  ängstlich  Platz  machte,  auf  das  Haus  zu;
sein  Blick  war  ins  Leere  gerichtet;  er  schnaubte
hörbar  durch  die  Nase.  Eine  Weile  nachdem  er
in  das  Beratungshaus  eingetreten  war,  kamen
alle  heraus,  und  der  Tanz  begann.

Die  Kleidung  der  Männer  besteht  wie  auf
Sonsol  aus  einer  schmalen  Binde;  die  Weiber
tragen  kurze  Röcke  aus  dürren  Blättern,  Kinder
gehen  ganz  nackt.  Die  Frauen  schmücken  sich
mit  neunreihigen,  schwarzweißen,  durch  Querleisten
von  Schildpatt  gehaltenen  Gürteln  aus  kleinen
rundgeschliffenen  Scheibchen  von  Kokosnußholz
und  Muscheln,  mit  Armringen  aus  Schildpatt
und  Perlmutter,  mit  Halsketten  aus  den  abgeschliffenen
  Verschlußstücken  einer  Muschel,  aus
den  violetten,  porzellanartigen  Gliedern  des  Seeigels
  oder  aus  eigentümlich  stilisierten  Angelhaken
von  Schildpatt,  wie  sie  auch  auf  Oleai  getragen
werden.  .

Die  Eingeborenen  verfertigen  aus  Kokosblatt

ganz  vorzügliche  Stricke  und  Tauc,  wie  sie  ein
berufsmäßiger  Seiler  nicht  besser  herstellen  kann.
Ferner  bieten  sie  merkwürdige,  weißgestrichene
Schnitzereien  zum  Tausch  an:  Männer  mit  Hüten
und  Pfeifen,  ein  vollständiges  Dampfschiff  mit
Kompaß,  Steuerrad,  Signalpfeife  und  sonstigen
Einzelheiten,  rohe  Arbeiten,  die  aber  auf  gute
Beobachtung  schließen  lassen.
4  Die  schlechten  Hütten  stehen  am  Strand  und
sind  wie  ihre  Umgebung  sehr  schmutzig.  Die
Insel  ist  von  einem  breiten  Kranz  zahlreicher
Kokospalmen  umgürtet.  Sie  stehen  aber  zu  dicht
und  tragen  sehr  spärlich.  Das  Innere  von  Tobi
zeigte  uns  ausgedehnte,  sorgfältig  angelegte  Taro--und
  Batatenfelder.  Um  den  Taropflanzen  dauernd
die  nötige  Bodenfeuchtigkeit  zu  verschaffen,  waren
große  Flächen  bis  zum  Meeresniveau  vertieft,  die
ausgehobene  Erde  war  zu  Hügeln  aufgeworfen
und  mit  Steinreihen  befestigt.  Sonst  bemerkte
ich  noch  eine  Pandanusart  mit  eßbaren  Früchten,
schöne  Calophyllumbäume,  Hühner,  aber  keine
Hunde  und  Schweine.

Alle  Anlagen  lassen  auf  Fleiß,  eine  gewisse
Intelligenz  und  auf  Ubervölkerung  schließen.
Meine  Frage,  ob  es  denn  für  die  vielen  Menschen
genug  zu  essen  gebe,  beantworteten  sie  mit  Ja;
jetzt  gäbe  es  wieder  Kokos  und  genug  Nahrung.
Mehr  brachte  ich  aus  den  Menschen  nicht  heraus.
Ich  glaube  nicht  fehlzugehen  mit  der  Vermutung,
daß  das  Zentrum  jenes  Taifuns  von  1904
zwischen  Merir  und  Tobi  durchging  und,  wie
1905  auf  Saipan,  die  Kokospalmen  ihrer  Blüten
und  Fruchtansätze  beraubte,  so  daß  sie  sich  erst
        <pb n="758" />
        W  668  20Ö

jetzt  wieder  erholt  haben.  Daher  die  fürchterlichen
Hungergestalten,  die  zahlreichen  Kindergräber,
denen  wir  mitten  zwischen  den  Wohnungen  begegneten:
  mit  Korallen  und  weißem  Sand  bestrente
  Gräber,  bedeckt  von  einem  kleinen,  niedrigen

ache.

Ich  stellte  den  Leuten  vor,
sie  hier  doch  lebten;  sie  sollten  mit  mir  kommen
nach  Palau,  Yap  oder  Saipan.  Dort  bekämen
sie  Land,  dort  sei  Nahrung  im  üUberfluß  für  alle
vorhanden.  Besonders  die  armen  Kinder  wollte
ich  mitnehmen.  48  Männer  folgten  mir;  ich  sah,
daß  sie  es  zum  Teil  heimlich  taten  und  daß  sie
gegen  die  Befehle  ihrer  Eltern  oder  Herren
handelten.  Kinder  kamen  nicht  und  auch  nur
zwei  Frauen.  Für  jede  mußte  ich  aber  acht
Stangen  Tabak  zahlen.

Es  ist  höchste  Zeit,  daß  möglichst  viele  der
verkommenden  Menschen  von  Tobi  fortgeschafft
werden.  Es  ist  ein  Rettungswerk.  Eine  Mißernte,
  ein  Sturm,  der  die  Kokosblüten  beschädigt,
die  Einschleppung  der  Schildlaus  (die  ich  übrigens
hier  nicht  vorfand)  würde  die  Mehrzahl  zum
Hungertode  verurteilen.  Einer  eingeschleppten
ansteckenden  Krankheit  würden  diese  geschwächten
Körper  sicher  erliegen.

Ich  habe  daher  den  Gonverneur  alsbald  gebeten,
  auch  den  „Seestern“  von  Tobi  so  viel
Menschen  als  nur  irgend  möglich  nach  Palau
oder  Saipan  schaffen  zu  lassen.  Noch  an  demselben
  Tage  fuhr  der  „Seestern“  zurück  über
Sonsol,  wo  wir  noch  zahlreiche  Eingeborene  einschifften,
  so  daß  schließlich  114  Männer  und
73  Frauen  an  Bord  waren.

Von  diesen  ließen  wir  56  Männer  und  ebensoviel
  Frauen,  die  Mehrzahl  der  Leute  von
Merir  und  Pulo-Anna,  in  Palau  zurück;  sie
sollen  in  Eimelik  angesiedelt  werden.  Dem
Wunsche  der  dortigen  Händler,  sie  als  Arbeiter
anwerben  zu  dürfen,  gab  ich  zunächst  nicht  statt.
Auch  die  Palauer,  die  sie  in  ihre  Familien  aufnehmen
  wollten,  wies  ich  natürlich  ab,  denn  dort
wären  sie  Haussklaven  geworden.  Die  Leute  sollen
sich  erst  ein  neues  Heim  schaffen.

In  Palau  hielt  sich  der  „Seestern“  nur  einen
halben  Tag  auf.  Der  stellvertretende  Gonverneur
und  ich  besuchten  den  Aibathul;  auch  andere
Häuptlinge,  Araklai,  Math  und  Bismarck,  waren
nach  Korror  zur  Begrüßung  gekommen.  Am
20.  Dezember  traf  der  „Seestern“  in  Vap  ein,
um  am  22.  die  Rückreise  nach  Herbertshöhe  anzutreten.


Von  den  Tobileuten  blieben  39  in  Vap,
ebenso  Eingeborene  von  Sonsol.  Sie  werden
zum  Teil  bei  den  Arbeiten  des  Bezirksamts  beschäftigt,
  andere  traten  als  Arbeiter  in  die  Dienste
von  Europäern.  24  Leute  aus  Merir  und

in  welcher  Not

 

Pulo-Anna  nahm  ich  am  15.  Januar  mit  der
„Germania“  nach  Saipan,  wo  ich  sie  ansiedeln
werde.  10  Tobileute  folgten  einem  spanischen
Ansiedler  als  Arbeiter  nach  Saipan.  So  hatte
ich  schließlich  die  eine  Aufgabe,  die  die  „Ponape“
nicht  ganz  zu  leisten  vermochte,  mit  der  unerwarteten
  Hilfe  des  „Seestern“  zu  lösen  vermocht.

75

Deutsch-Hüdwestafrika.
Errichtung  genossenschaftlicher  Verbände.

Der  vom  Reichsverbande  der  Deutschen
landwirtschaftlichen  Genossenschaften  nach
Deutsch-Südwestafrika  entsandte  Sachverständige
  Dr.  Nolden,  dem  die  Aufgabe  gestellt
worden  ist,  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  im
Hinblick  auf  die  Errichtung  genossenschaftlicher
  Verbände  im  Schutzgebiete  zu  studieren
und  dahingehende  Bestrebungen  zu  fördern,  berichtet
  über  seine  bisherige  Tätigkeit,  wie  folgt:

Am  4.  April  fand  eine  Versammlung  des
Farmvereins  zu  Windhuk  statt,  in  welcher  u.  a.
auch  die  Frage  des  genossenschaftlichen  Zusammenschlusses,
  im  besonderen  die  Gründung  einer  Genossenschaftsschlächterei,
  zur  Beratung  stand.

Schon  vorher  hatte  der  Unterfertigte  in
mancherlei  Besprechungen  Gelegenheit  gehabt,
sich  einigermaßen  über  die  in  Frage  kommenden
Verhältnisse,  zumal  die  Möglichkeit  und  Zweckmäßigkeit
  der  genossenschaftlichen  Organisicrung
namentlich  des  Farmerstandes,  zu  unterrichten.

Als  Wesentlichstes  ergab  sich  in  erster  Linie
die  Organisierung  des  Personalkredites,  und  alsdann,
  je  nach  Bedarf,  die  Organisation  des  genossenschaftlichen
  Einkaufes  von  Bedarfsartikeln
der  Wirtschaft  und  des  Haushaltes  und  der  Verkauf
  wirtschaftlicher  Erzeugnisse.

Der  Unterfertigte  fand  in  jener  Versammlung
eine  sehr  verständnis=  und  interessevolle  Zuhörerschaft,
  und  es  gelang,  zwei  Genossenschaften  zu
gründen.

Während  die  zeitlich  in  dieser  Versammlung
zuerst  gegründete  Genossenschaft  mehr  eine  lokale
Bedeutung  hat  und  den  Kreis  ihrer  Mitglieder
auf  den  Bezirk  Windhuk  und  den  Distrikt
Rehoboth  beschränkt,  ist  die  Deutsch-Südwestafrikanische
  Genossenschaftsbank  als  ein  die
ganze  Kolonie  umfassendes  Institut  gedacht.

Die  Grundlage  und  der  Anfang  aller  genossenschaftlichen
  Arbeit  ist  die  Organisierung  des
Kredits,  die  Schaffung  der  Finanzaquelle  sowohl
direkt  für  die  Einzelmitglieder  wie  indirekt  für
die  mit  anderen  Aufgaben  ins  Leben  gerufenen
        <pb n="759" />
        M  669  20

lokalen  Genossenschaften;  und
Organisation  die  Darbietung  einer  sicheren  und
leistungsfähigen  Anstalt  zur  Deponierung  und
Aufnahme  der  überschüssigen  Mittel  von  Mitgliedern
  sowohl  wie  auch  von  Nichtmitgliedern.

Je  stärker,  je  umfassender,  je  unangreifbarer
dieses  dem  Ganzen  in  allen  seinen  Gliedern
dienende  Geldinstitut  ist,  um  so  sicherer  und  ruhiger
wird  sich  auch  die  Arbeit  in  allen  Gliedern  vollziehen.


Nur  ist  in  Deutschland  stets  zunächst  mit  der
Bildung  von  einzelnen  lokal  beschränkten  Sparund
  Darlehnskassen  auf  der  Grundlage  der
unbeschränkten  Haftpflicht  begonnen  worden,
und  diese  sind  alsdann  in  einem  zentralen
Institut  als  ihrer  Geldausgleichsstelle  vereinigt
worden.

Was  die  dichte  Besiedlung  des  deutschen
Mutterlandes  ohne  weiteres  als  naturgemäßen
Aufbau  gebot,  das  schlossen  die  cigenartigen  Verhältnisse
  der  Kolonic  —  namentlich  die  dünne  und
vereinzelte  Besiedlung  —  von  vornherein  aus.

Es  wäre  vielleicht  möglich  gewesen,  an  vier
oder  fünf  Plätzen  lokale  Kreditkassen  ins  Leben
zu  rufen;  zunächst  aber  hätte  auch  in  diesen  Fällen
die  unbeschränkte  Haftpflicht  —  darin  sind  die
Interessenten  und  Kenner  einig  —  größte  Schwierigkeiten
  gemacht;  ferner  wären  aber  bei  solchen
wenigen,  auf  die  dichter  besetzten  Bezirke  beschränkten
  Kreditgenossenschaften  alle  außerhalb
solcher  Bezirke  angesiedelten  Farmer  unberücksichtigt
  geblieben,  und  schließlich  wäre
—  namentlich  im  Hinblick  auf  die  schwer  zu
beschaffenden  geeigneten  Verwaltungsorgane  —
das  Wirken  und  der  Fortbestand  solcher  Einzel-Kreditgenossenschaften
  sehr  in  Frage  gestellt  gewesen;
  das  zeigt  mit  schärfster  Klarheit  die
Gibeoner  Spar=  und  Darlehnskasse,  wo  die  Verwaltungsorgane
  versagten.

Außerdem  kann  man  wohl  von  einer  gewissen
Gleichmäßigkeit  der  ländlichen  Verhältnisse  in  der
Kolonie  reden;  jedenfalls  bestehen  zwischen  den
ländlichen  Berufsklassen  sowohl  wie  zwischen
den  Angehörigen  dieser  Klassen  keinerlei  Gegensätze
  von  der  Art,  wie  sie  in  Deutschland  die
Landwirte  in  der  mannigfachsten  Hinsicht  voneinander
  unterscheiden.

Aus  all  diesen  Erwägungen  heraus  tat  sich
der  Plan  auf,  hier  zunächst  mit  einem  großen,
zeutralen,  die  Interessenten  einzeln  zusammenschließenden
  Kreditinstitut  vorzugehen.  Naturgemäß
  mußte  sich  dieses  aber  auf  der  Grundlage
der  beschränkten  Haftpflicht  aufbauen.

Der  am  4.  April  gegründeten  Deutsch-Südwestafrikanischen
  Genossenschaftsbank
können  sich  nunmehr  alle  Interessenten  in  der
ganzen  Kolonie  —  also  namentlich  die  Farmer

in  der  gleichen.

 

 

und  Ansiedler  —  als  Einzelmitglieder  anschließen.
Die  Zentralverwaltung  wird  in  Windhuk  ihren
Sitz  haben.  Je  nach  der  Beteiligung  der  einzelnen
  Bezirke  wird  man  für  diese  an  den  in
Frage  kommenden  geeigneten  Plätzen  Zweigniederlassungen
  errichten  und  in  diesen  Bezirken  Vertrauensmänner,
  etwa  in  Gestalt  von  Aufsichtsratsmitgliedern,
  bestellen,  welche  mit  den  Verhältnissen
  vertraut  und  imstande  sind,  sich  gutachtlich
zu  Kreditanträgen  usw.  zu  äußern.  Der  Gesamtaussichtsrat
  wird  dabei  zweckmäßigerweise  die
laufende  Arbeit  durch  eine  aus  seiner  Mitte  von
der  Generalversammlung  bestellte  Kommission  erledigen
  lassen  und  wird  sich  den  Verhältnissen
entsprechend  auf  eine  ein=  bis  zweimalige  Plenar-=sitzung
  im  Jahre  beschränken.  Ganz  abgesehen  von
der  gewiß  sehr  erwünschten  Möglichkeit,  daß  sich  nun
sofort  alle  Interessenten  an  der  Kreditorganisation
beteiligen  können  und  infolgedessen  der  Ausbau
des  Ganzen  sich  auf  ruhig  fortschreitender
Linie  bewegen  kann,  gewährt  die  Bildung  dieses
zentralen  Instituts  gegenüber  der  Schaffung  der
einzelnen  Kreditkassen  im  Hinblick  auf  die  besonderen
  Verhältnisse  des  Landes  noch  weitere
Vorzüge,  von  welchen  kurz  folgende  bezeichnet
seien:

1.  Statt  vieler  —  jedenfalls  schwer  zu  beschaffender
  und  noch  schwerer  dauernd  zu  erhaltender
  —  Verwaltungsapparate  in  Einzelkassen
ist  ein  einziger,  geschlossener  Verwaltungsapparat
geschaffen.  In  Gibeon  ging  es  gut,  solange
Herr  v.  Burgsdorff  die  Zügel  hielt.  Jetzt
versagt  —  wie  Herr  Dr.  Kacmpfer  berichtet  —
der  Bezirk  in  der  Personenfrage  vollständig,  und
die  Kasse  leidet  darunter  natürlich  sehr.  Ein
solches  Unternehmen  muß  aber  über  die  Personal-=Wechselfälle
  hinausgehoben  sein,  darf  ganz  gewiß
nicht  in  der  Hauptsache  oder  lediglich  auf  zwei
Augen  gestellt  sein.

2.  Statt  vieler  vereinzelter,  selbständig  arbeitender
  Verwaltungen  ist  eine  einheitliche  Verwaltung
  geschaffen.  Sie  garantiert  auch  eine
einheitliche,  zweckmäßige  Geschäftsführung,  stete
UÜbersicht  über  die  Gesamtanlage  und  eine  durchgreifende
  Kontrolle  —  diese  namentlch  auch  beie
den  Zweigniederlassungen.  Sie  garantiert  ferner
auch  größere  Billigkeit  auf  Konto  Verwaltungskosten.


3.  Das  zentrale  Institut  verhütet  schlechte
Erfolge  vereinzelter  Lokal-Kreditkassen,  zumal
wenn  bei  anderweitigem  Vorgehen,  um  überhaupt
die  Beteiligung  an  den  genossenschaftlichen  Vorzügen
  zu  ermöglichen,  zur  Gründung  von  allzu
kleinen,  nicht  lebensfähigen  Genossenschaften  geschritten
  worden  wäre.  Nichts  schadet  aber  dem
Prinzip  und  der  Bewegung  in  ihrer  Totalität
mehr  als  das  Versagen  und  Eingehen  einzelner

3
        <pb n="760" />
        W  670  20

Glieder,  zumal  da  die  Kritik  stets  die  wahren
Gründe  übersieht  oder  entstellt.

4.  Die  zentrale  Zusammenfassung  baut  ohne
weiteres  allen  Verstößen  von  gegnerischer  Seite
einen  wirksamen  Damm  vor.  Einzelne  Kassen
wären  vielleicht  oft  gefährdet  gewesen,  auch  hier
können  einzelne  Mitglieder  wohl  abgesprengt
werden.  Das  Ganze  bleibt  darum  aber  doch  und
stets  lebenskräftig  bestehen.

5.  Bei  der  zentralen  Zusammenfassung  der
Einzelpersonen  wird  die  Zufuhr  des  Geldes  verbilligt
  insofern,  als  nicht  —  wie  sonst  —  zwischen
der  eigentlichen  Kreditgeberin  und  den  Kreditnehmern
  noch  ein  weiteres  Glied  steht:  entweder
in  Deutschland  die  Zentrale  der  Spar=  und
Darlehnskassen  oder  hier  die  besondere  Sparund
  Darlehnskasse  selbst.

6.  Schlechte  Wirtschaft  von  Einzelkassen  —
wie  sic  in  Deutschland  leider  so  oft  zum  Schaden
der  einzelnen  Genossenschaften  und  des  Ganzen  sich
bemerkbar  gemacht  hat  —  ist  von  vornherein
ausgeschlossen;  auch  fällt  bei  der  Zentrale  jede
un  angebrachte  persönliche  Rücksichtnahme  gegenüber
  Kreditsuchern  und  säumigen  Rückzahlern  fort,
wie  sie  im  engen  Kreise  von  Einzelkassen  leider
oft  —  zum  Schaden  der  Kasse  selbst  —  nicht
vermieden  wird.  Für  eine  vorsichtige  und  zweckentsprechende
  Verwaltung  dieses  zentralen  Institutes
  an  Haupt  und  an  Gliedern  und  für  eine
zuverlässige  Ubersicht  über  das  Ganze  kann  jedenfalls
  verhältnismäßig  bedeutend  bessere  Vorsorge
und  Garantie  geschaffen  werden.

7.  Die  Einheitlichkeit,  die  Gleichmäßigkeit
und  der  Zusammenhalt  sind  ohne  weiteres  garantiert.
  Sonderbündelei  ist  ausgeschlossen.  Das
Ganze  aber  wird  Verluste,  die  es  trifft,  eher
tragen  und  ausgleichen  als  eine  lokale  Kasse.

8.  Der  Scheckverkehr,  diese  gerade  hier  in
der  Kolonie  gewiß  überaus  zweckmäßige,  ja  direkt
naturnotwendige  Zahlungsart,  wird  durch  das
zentrale  Institut  mit  seinen  Zweigniederlassungen
in  ganz  wesentlichem  Maße  erleichtert  und  vereinfacht.


Bei  solchem  Vorgehen  und  solcher  Organisation
  steht  aber  auch  nichts  dem  im  Wege,  daß
sich  jederzeit  allenthalben,  wo  die  Verhältnisse
das  tatsächlich  zulassen  und  wo  besondere  Neigung
hierzu  vorhanden  ist,  Einzelkassen  bilden,  welche
dann  als  solche  der  Genossenschaftsbank  als  ihrer
Geldausgleichsstelle  sich  anschließen  würden.  Dabei
  würden  dann  zweckmäßigerweise  alle  die  bisher
aus  diesem  Bezirk  der  Bank  direkt  angeschlossenen
Mitglieder  unter  gleichzeitigem  Ausscheiden  bei
dieser  an  jene  Kasse  zu  verweisen  sein.  So
könnten  dann  später  auch  —  wenn  dies  zweckmäßiger
  orscheinen  sollte  und  wenn  die
Besiedlungsverhältnisse  des  Landes  das

 

erlauben  —  allmählich  allenthalben  Einzelkassen

gegründet  werden,  und  die  Genossenschaftsbank
würde  alsdann  für  diese  die  Geldausgleichsstelle
werden,  ohne  daß  an  ihr  wesentlich  zu
ändern  wäre.  Wir  hätten  dann  die  gleiche
Organisation  wie  in  Deutschland;  nur  der  Weg
zu  ihr  wäre  ein  anderer  gewesen.  Vielleicht  aber
—  fast  möchte  man  sagen  sicherlich  —  bewährt
sich  für  dieses  Land  die  jetzt  geschaffene  Form  als
dauernde  Einrichtung,  und  man  verlegt  die  allgemeine
  genossenschaftliche  Kleinarbeit,  die  Vertretung
  der  Berufsinteressen  und  die  erzieherische
Tätigkeit  entweder  auf  irgend  eine  Art  in  die
Gruppen  der  einzelnen  Zweigniederlassungen  oder
in  die  vorhandene  Ein-  oder  Verkaufsgenossenschaft
  oder  in  besond  (Farmerverein  usw.),
welche  dann  sich  wieder  zweckmäßig  zu  einem  das
ganze  Land  umfassenden  Bund  zusammenschließen
müßten.

Die  Genossenschaftsbank  beruht  auf  der  beschränkten
  Haftpflicht.  Der  Geschäftsanteil  beträgt
250  Mk.,  die  Haftung  darauf  z.  Zt.  1000  Mk.;
diese  soll  aber  von  der  am  8.  Mai  staufindenden
Generalversammlung  auf  5000  Mk.  erhöht  werden.
Die  beschränkte  Haftpflicht  war  hier  die  einzige
Möglichkeit,  sie  gibt  auch  Finanz=  und  Kreditkraft
genug,  und  die  Bank  hat  hierbei  stets  die  Möglichkeit
  —  falls  die  Verhältnisse  der  Mitglieder
dazu  herangewachsen  sind  —  ihre  Kraft  zu  erhöhen
  durch  G  hlüsse,  welche
weitere  Erhöhungen  der  Haftsumme  und  dann
vielleicht  auch  des  Geschäftsanteils  herbeiführen.

Die  Genossenschaftsbank  wird  ferner  sogleich
auch  die  Kreditgeberin  für  etwa  sich  bildende  und
ihr  als  Mitglieder  unter  Übernahme  von  Haftsummen
  beitretende  Ein=  und  Berkaufsgenossenschaften
  oder  Gesellschaften  sein;  zunächst  also  schon
für  die  in  Windhuk  mit  jener  Aufgabe  gegründete
Genossenschaft.  Derartige  genossenschaftliche  Aufgaben
  bleiben  aus  allgemeinen  Gründen,  namentlich
  aber  auch  wegen  der  Berschiedenartigkeit  der
in  den  einzelnen  Bezirken  hinsichtlich  der  Wirtschaftserzeugnisse
  zu  lösenden  Fragen,  besser  lokalisiert
  und  auf  einzelne  selbständig  arbeitende
Unternehmungen  beschränkt.  Jedenfalls  aber  hat
die  Genossenschaftsbank  sich  satzungsgemäß  für  alle
Fälle  —  entsprechend  der  Reichs-Genossenschaftsbank
  in  Darmstadt  und  der  Landwirtschaftlichen
Zentral-Darlehnskasse  für  Deutschland  —  die  Möglichkeit
  geschaffen,  kommissionsweise  als  Sammelstelle
  für  den  Ein=  und  Verkauf  ihrer  Mitglieder
tätig  zu  sein.  Sie  soll  gegebenenfalls  im  großen
die  Aufträge  der  einzelnen  Verkaufsgenossenschaften
im  Ein=  wie  im  Verkauf  ausführen  und  wird
also  späterhin  namentlich  auch  bei  dem  Absatz  von
Exportartikeln  (Wolle,  Hänte  usw.)  nützliche  Dienste
verrichten  können.
        <pb n="761" />
        W  671  20

Nicht  zu  verkennen  ist,  daß  gerade  auf  diesem

Gebiete  größte  Vorsicht  geboten  ist.  Auch  wirken
ja  manchmal  schon  allein  die  Organisation  und
der  feste  Wille  auf  einem  Gebiete  heilsam  und
ernüchternd  auf  überspannte  Forderungen  und
Verhältnisse  des  gleichen  Gebietes  ein  und  gleichen
dem  Wesen  einer  Demonstration,  welche  für  alle
Fälle  die  jederzeitige  Bereitschaft  anzeigt;  oder
die  organisierten  Interessenten  schaffen  keine  eigenen
Einrichtungen,  sondern  führen  sich  auf  Grund  besonderer
  Abkommen  mit  einzelnen  Lieferanten
auch  besondere  Vorteile  zu,  ohne  dabei  also  irgendwelches
  geschäftliches  Risiko  zu  laufen.

Zunächst  und  vor  allen  Dingen  ist  das  Hauptaugenmerk
  auf  die  Organisierung  des  Kredits  und
der  Finanzkraft  der  Farmer  zu  richten.  Ist  hier
eine  große  und  sichere  Grundlage  geschaffen,  dann
können  andere  genossenschaftliche  Aufgaben  mit
weit  größerer  Zuversicht  und  Aussicht  auf  Erfolg
zur  Hand  genommen  werden.

Die  Genossenschaftsbank  zählt  heute  27  Mitglieder,
  und  sie  tritt  jetzt  sowohl  mit  Prospekten
wie  mit  Zeitungsaufrufen  an  die  Interessenten
heran.

Stille  Arbeit  war  auf  diesem  Gebiete  in  der
Kolonie  nicht  zu  verrichten;  diese  Möglichkeit  war
im  Hinblick  sowohl  auf  die  Eigenart  der  Landesbevölkerung
  und  die  Gegensätlichkeit  einzelner
Berufskassen  wie  auch  die  Bedeutung  der  in
Angriff  genommenen  Aufgabe  für  alle  Kreise
von  vornherein  ausgeschlossen.

Erfreulicherweise  fehlt  es  auch  nicht  an  Kritik
des  Begonnenen  und  an  dem  Streben,  die  Bewegung
  im  Keime  zu  ersticken.  Solche  Gegenbewegung
  schafft  größere  Aufmerksamkeit  und  die
Gelegenheit  zu  immer  weiter  gehender  Aufklärung;
  sie  erweckt  auch  bei  den  Interessenten
oft  gerade  das  Gegenteil  von  dem,  was  die
Kritik  erreichen  will.

Außer  in  der  Versammlung  des  Farmervereins
  sprach  der  Unterfertigte  auf  besondere
Einladung  hin  am  9.  April  in  einer  Versammlung
  des  Windhuker  Bezirksvereins  vor  der
städtischen  Bevölkerung.  Die  Versammlung  war
sehr  stark  besucht  von  Angehörigen  des  der  Genossenschaftssache
  zunächst  prinzipiell  abgeneigten
Kaufmannsstandes.  Das  zeigte  sich  namentlich
in  der  Debatte.  Doch  hat  auch  diese  Versammlung
  bei  anderen  städtischen  Kreisen,  namentlich
den  Handwerkern,  großes  Interesse  für  die  Genossenschaftsbank
  erweckt,  und  die  Beteiligung
dieser  Kreise  ist  zu  erwarten.

Am  10.  April  fand  alsdann  noch  eine  Zusammenkunft
  der  Ansiedler  von  Klein-Windhuk
statt,  in  der  der  Unterfertigte  mit  Erfolg  zum
Anschluß  an  beide  Genossenschaften  auffordern
konnte.

 

Der  Unterfertigte  wird  nun  zunächst  nach
Gibeon  reisen  und  dort  am  22.  Mai  an  einer
Generalversammlung  der  Spar=  und  Darlehnskasse
  teilnehmen.  Je  nach  Lage  der  Verhältnisse
dürfte  sich  vielleicht  der  direkte  Anschluß  der  Mitglieder
  dieser  Kasse  an  die  Genossenschaftsbank
und  die  Errichtung  einer  Zweigniederlassung  dieser
Bank  unter  gleichzeitiger  Liquidation  der  Kasse
empfehlen  —  allerdings  nur  für  den  Fall,  daß
eine  Reorganisation  dieser  Kasse  und  namentlich
ihrer  Verwaltung  nicht  möglich  sein  sollte.

Es  erscheint  unbedingt  zweckmäßig,  zunächst
die  Mitte  und  den  Norden  der  Kolonie  zu  bereisen,
  da  hier  bereits  allenthalben  geordnete  Verhältnisse
  eingekehrt  sind  und  die  Ansiedler  ihren
Betrieb  wieder  aufgenommen  haben.  Der  Unterfertigte
  beabsichtigt,  in  diesen  Landesteilen  an  den
Hauptplätzen  (Okahandja,  Karibib,  Omaruru,
Outjo,  Grootfontein)  über  die  Genossenschaftsfrage
zu  sprechen  und  für  den  Anschluß  zu  agitieren,
und  zwar  in  Versammlungen,  die  in  überaus
dankenswerter  Weise  durch  die  Herren  Beczirksamtsmänner
  einberufen  werden  sollen,  wie  überhaupt
  der  Unterfertigte  diese  Gelegenheit  benutzt,
um  dem  Gouvernement  seinen  Dank  auszusprechen
für  die  bereitwillige  und  fürsorgliche  Beratung
und  Unterstützung,  die  ihm  in  Ausübung  seiner
Mission  zuteil  werden.

In  einer  späteren  Mitteilung  berichtet  Dr.  Nolden,
  daß  die  Genossenschaftsbank  ihre  Haftsumme
auf  5000  Mk.  erhöht  habe  und  über  28  Mitglieder
  mit  einer  vertretbaren  Haftsumme  von
140  000  Mk.  verfüge.  Die  Ein=  und  Verkaufsgenossenschaft
  habe  ihren  Bezirk  auf  Gobabis  ausgedehnt.
  Der  Schlächtereibetrieb  der  Genossenschaft
  würde  am  1.  Juli  eröffnet  werden.

Der  Kufstand  und  das  elsenbahn-Bataillon.
Der  Kommandeur  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
  in  Deutsch-Südwestafrika  hat  unter  dem
27.  März  d.  Is.  an  das  Eisenbahn-Bataillon
nachstehenden  Erlaß  gerichtet:
Am  1.  April  1907  sind  drei  Jahre  verflossen,

  seit  die  Bahn  Swakopmund  —
Windhnk  in  militärischen  Betrieb  übernommen
  wurde.  Wie  ihre  anfangs  unzureichende

  Leistung  allen  Schwierigkeiten  zum
Trotz  auf  eine  dem  Kriegsbedürfnis  entsprechende
Höhe  gebracht  und  auf  ihr  gehalten  wurde,
das  wird  ein  rühmliches  Kapitel  in  der  Geschichte
  des  nun  beendeten  Feldeuges  bilden.

Der  Militär-Eisenbahnbetrieb  hat  dank  der
Tatkraft  und  der  Sachkunde  der  Leiter,  dank
der  Disziplin  und  der  Hingabe  des  Personals
seinen  vollen  Anteil  an  der  Bewältigung  der
        <pb n="762" />
        G  672  20

Aufgabe,  vor  die  der  überraschende  Ausbruch
und  der  wachsende  Umfang  eines  Aufstandes
im  weiten  unerschlossenen  Kolonialgebiet  uns

ellte.

Anläßlich  der  Rückgabe  der  Bahn  in
Regierungsbetrieb  und  der  Auflösung
des  Eisenbahn-Bataillons  spreche  ich  der
militärischen  Betriebsleitung  und  dem  gesamten
Personal  meine  volle  Anerkennung  für  das
Geleistete  aus.

Ich  ersuche  Sie,
zu  geben.

diese  Verfügung  bekannt

gez.  v.  Deimling,
Generalmajor  und  Kommandeur.

An  Herrn  Major  Friedrich,  Kommandeur  des
Eisenbahn-Bataillons
Swakopmund.

752

Deutsch-Ostafrika.

Rechtsgewohnheiten  der  Wangoni.“)

Die  Rechtsanschauungen  der  Wangoni,  wie  sie
in  dem  nachstehenden  Bericht  geschildert  werden,
bestehen  zum  größeren  Teile  noch  jetzt  fort;  sie
sind  aber  doch  durch  die  deutsche  Herrschaft  in
manchen  Dingen  wesentlich  beeinflußt.  Mancher
Brauch,  wie  Blutrache,  ist  als  unvereinbar  mit
enropäischer  Verwaltung  ganz  verschwunden  oder
besteht  nur  noch  im  geheimen.  Um  ein  Beispiel
aus  dem  Schuldrecht  anzuführen,  so  ist  an  Stelle
des  Faustrechtes  die  Zivilklage  mit  5  Prozent
Gebühren  getreten;  in  personenrechtlicher  Hinsicht
macht  sich  eine  freiere  und  mildere  Auffassung
des  Sklavereiverhältnisses  als  Folge  der  Kriegsereignisse
  bemerkbar.

Zum  Teil  habe  ich  Selbstbeobachtetes  berichtet,
zum  Teil  war  ich  auf  Erkundigungen  angewiesen.
Bei  den  letzteren  hielt  ich  mich  stets  an  eine
größere  Anzahl  von  Persönlichkeiten,  zum  überwiegenden
  Teile  an  Einheimische,  und  zwar  zu
verschiedenen  Zeiten.  Meine  Erfahrungen  erstrecken
  sich  über  einen  Zeitraum  von  zwei  Jahren.
Ich  hoffe  daher,  daß  das  meiste  zutrifft,  wenn
auch  einzelne  Irrtümer  nicht  ausgeschlossen  erscheinen.


14  1
1#
Personenrecht.
I.  Ehe.

Die  Ehe  ist,  wie  auch  anderwärts  in  der
Kolonie,  ein  Kaufgeschäft.  Wer  ein  Weib  heiraten
will,  zahlt  an  den  Vater  oder  die  sonstigen  Berechtigten
  einen  Betrag,  der  in  seiner  Höhe  ziem-*)

  Aus  einem  Pericht  des  Begirksamtmanns  Hauptmann
  a.  D.  Richt

 

lich  verschieden  ist.  Als  Durchschnittspreis  wird
man  8  bis  10  Ziegen,  also  (vor  dem  Aufstande)
10  bis  15  Rupien  annehmen  können.  Zur  Zeit
dürfte  es  allerdings  schwierig  sein,  mit  Ziegen  zu
zahlen.

Dieser  Kaufpreis  wird  bei  der  Scheidung
zum  Teil  zurückerstattet,  ganz  dagegen,  wenn
die  Frau  entläuft  oder  stirbt.  Der  Witwer  kann
aber  auch  mit  seinem  Schwiegervater,  falls  dieser
noch  eine  Tochter  hat,  ein  Übereinkommen  dahin
treffen,  daß  das  Heiratsgut  in  dessen  Händen
verbleibt.  Hierfür  hat  er  die  andere  Tochter  herzugeben,
  für  die  dann  nur  ein  ganz  geringer
Betrag  (etwa  2  Ziegen)  zu  bezahlen  ist.

Besteht  der  Kaufpreis  in  Vieh,  so  hat  der
Schwiegersohn,  falls  ein  Stück  eingeht,  dieses  zu
ersetzen.

Den  Kaufpreis  erhält  entweder  der  Vater,
oder,  wenn  dieser  nicht  mehr  lebt,  stets  in  erster
Linie  ein  männlicher  Verwandter  der  Frau.
Ist  ein  solcher  nicht  vorhanden,  so  hat  die  Mutter
Anspruch.  Verheiratet  sich  ein  Weib  zweimal,  so
erhält  den  ersten  Kaufpreis  der  Vater,  den  nächsten
bekommen  die  Brüder.

Bisweilen  kommt  es  vor,  daß  das  Weib  eines
der  großen  Sultane  nach  dessen  Tode  in  einer
Art  wilder  Ehe  mit  einem  unfreien,  wenn  auch
verdienten  Manne  lebt.  Die  einer  solchen  Verbindung
  entsprossenen  Kinder  gelten  jedoch  als
dem  verstorbenen  Sultan  ebenbürtig;  sie  nennen
diesen  ihren  Vater,  sind  daher  Freie  und  erwähnen
  ihren  eigentlichen  Vater  nicht  gern.
Heiratet  dieser  die  Sultanswitwe,  d.  h.  bezahlt  er
einen  Kaufpreis  für  sie,  so  sind,  wenn  die  Witwe
selbst  keine  Freie  ist,  die  Kinder  Sklaven,  folgen
also  dem  Stande  des  Vaters  und  gelten  als  seine
eigenen  Kinder.  Ist  die  Sultanswitwe  jedoch  ein
freies  Mgoniweib,  so  sind  auch  in  diesem  Falle
die  Kinder  Freie,  obwohl  ein  Sklave  als  ihr
rechtmäßiger  Vater  auftritt.

Wie  in  Sultansfamilien  durch  die  Stellung
der  Weiber  und  die  Erlegung  eines  Kaufpreises
die  Thronfolge  beeinflußt  wird,  sei  durch  nachfolgendes
  Beispiel  erläutert:  Der  kürzlich  hingerichtete
  Sultan  Mgendera  war  der  Sohn
eines  Sklaven,  Namens  Magodi.  Dieser  Magodi
hatte  mit  der  Witwe  eines  vornehmen  Mgoni
(Mavaso)  in  wilder  Ehe  den  Mgendera  gezeugt.
Mgendera  gilt  als  rechtmäßiger  Sohn  des  Mavaso,
nicht  als  Sohn  des  Magodi.  Der  Bruder  des
Mgendera,  Voneja,  ist  ein  Sohn  des  Mavaso  mit
„'suria“.Nach  dem  Tode  des  Mavaso  trat  nicht
Voneja  die  Herrschaft  an,  weil  er  nur  von  einer
»suria«  abstammte,  sondern  Mgendera  als  Sohn
einer  rechtmäßigen  Frau  —  obwohl  Mavaso  nicht
sein  Erzeuger  war.  Hätte  Magodi  die  Mutter
Mgenderas  rechtmäßig  geheiratet,  so  wäre  Mgen-
        <pb n="763" />
        GV  673  20

dera  als  richtiger  Sohn  des  Magodi,  eines
Sklaven,  von  der  Herrschaft  ausgeschlossen  gewesen.
  Die  Söhne  rechtmäßiger  Weiber  geben
also  bei  Thronfolge  vor.

Heiraten  von  freien  Wangoni-Töchtern  mit
Fremdlingen  niederen  Standes  sind  in  neuerer
Zeit  vorgekommen.

Wenn  ein  Mann  stirbt,  so  vererben  sich  seine
Weiber  wie  andere  Wertobjekte.  Die  Witwe
kann  wieder  heiraten,  hat  jedoch  vorher  eine
strenge  Trauerzeit  von  mindestens  einem  Jahre
durchzumachen.  Während  dieser  Zeit  trägt  sie
Stricke  um  Hals,  Hüften,  Hand=  und  Fußgelenke
und  eine  aus  Stricken  geflochtene  „Witwenhanbe“.
Das  Haar  läßt  sie  lang  wachsen.  Sie  darf  nur
Gesicht,  Hände  und  Füße,  nicht  aber  den  übrigen
Körper  waschen.

Die  Sultanc,  welche  mangels  einer  genügenden
Anzahl  von  Frauen  ihrer  eigenen  Nasse  ihren
Bedarf  zum  großen  Teil  aus  den  unterworfenen
unfreien  Stämmen  decken,  zahlen  ebenfalls  Kaufpreis,
  obwohl  es  sich  nach  landesüblicher  Anschauung
  um  ihre  Sklaven  handelt.
⅜  Der  Sklave,  der  eine  Tochter  verheiratet,  hat
einen  Teil  des  Kaufpreises  an  den  Herrn  abzuliefern;
  ferner  hat  er  um  Erlaubnis  nachzusuchen,
  wenn  er  sich  selbst  verheiraten  will.
Ist  die  zu  verheiratende  Tochter  das  Kind  einer
ousurias,  die  er  von  einem  Herrn  erhalten  hat,
so  gehört  diesem  das  ganze  Kaufgeld.

Ehescheidung  spricht  in  streitigen  Fällen
der  Sultan  aus.  Die  Frau  ist  stets  durch  ihren
Vater  oder  Bruder  vertreten.  Einigen  sich  beide
Parteien,  so  steht  der  Scheidung  nichts  im  Wege.
Ehebruch  pflegt  meist  durch  Geldbuße  gesühnt
  zu  werden.  Zahlt  der  Ehebrecher  nicht,
so  wird  er  Sklave  des  Beleidigten.  Tötet  ihn
dieser  gleich  nach  der  Tat  und  bevor  bezahlt  ist,
so  bleibt  er  straflos.

Die  Zahl  der  rechtmäßigen  Weiber  ist  verschieden.
  Eine  gilt  als  Hauptfrau,  und  zwar  in
der  Regel  die  zuerst  geheiratete.  Der  Mann  hat
aber  das  Recht,  jede  andere  zur  Hauptfrau  zu
erheben.  Die  Hauptfrau  führt  das  Regiment
über  die  anderen  Weiber  und  regelt  namentlich
Verteilung  und  Verbrauch  der  Lebensmittel.  Dies
ist  so  sehr  ihr  anerkanntes  Vorrecht,  daß  sich  auch
der  Mann  nicht  einmischen  darf,  wenn  ihm  am
Hausfrieden  gelegen  ist.  Hat  die  Hauptfran  einen
Sohn,  so  nimmt  dieser  seinen  Geschwistern  gegenüber
  eine  bevorrechtete  Stellung  ein,  schlichtet
ihre  Streitigkeiten  und  wird,  wenn  er  heran—
gewachsen  ist,  vom  Familienvater  um  Rat  gefragt,
  wenn  es  gilt,  ein  weibliches  Familienmitglied
  zu  verheiraten.

Die  Frau  hat  im  allgemeinen  kein  Eigentum
und  kann  keins  erwerben.  Auch  Geschenke,  die

 

sie  erhält,  sind  Eigentum  des  Mannes.  Doch
kommen  Ausnahmen  vor.  So  erhält  die  Fran
von  ihrem  Vater  oft  einen  kleinen  Teil  des  Kaufgeldes
  als  Mitgift.

Auf  Keuschheit  der  Weiber  vor  der  Ehe  wird
zwar  ein  gewisser  Wert  gelegt,  immerhin  ist  es
aber  auch  für  eine  „Gefallene“  nicht  allzu  schwer,
einen  Mann  zu  bekommen.  Das  uneheliche  Kind
bleibt  beim  Vater  des  betreffenden  Weibes.  Dieser
erhält  auch,  wenn  das  Kind  ein  Mädchen  ist,  im
Falle  seiner  späteren  Verheiratung  das  Kaufgeld.

Der  Verführer  verfällt  in  eine  Geldstrafe.  Abtreibung
  ist  in  derartigen  Fällen  häufig.  Die
Mittel  liefern  die  Medizinmänner.  Kindesmord

ist  weniger  häufig.

Ehen  unter  nahen  Verwandten  sind  ausgeschlossen.
  Man  fürchtet  Unfruchtbarkeit  oder
Nichtlebensfähigkeit  der  Nachkommenschaft.

Mit  volljährigen  Weibern  gibt  es  keine  Verlobung.
  Man  zahlt  und  führt  sie  heim.  Besondere
  Hochzeitsfeierlichkeiten  finden  nicht  statt,
ebensowenig  die  Suahelisitte  des  kungati“  (ie
7  Tage  Verpflegung  durch  beiderseitige  Eltern).

Verlobungen  minderjähriger  Mädchen  sind
häufig.  Der  Bräutigam  zahlt  einen  Teil  des
Kaufgeldes,  um  andere  auszuschließen.  Das
Mädchen  bleibt  im  Hause  seiner  Eltern,  bis  es
erwachsen  ist.  Dann  zahlt  der  Bräutigam  den
Kaufgeldrest  und  nimmt  sie  zu  sich.

Der  Familienvater  übt  ziemlich  weitgehende
Rechte  über  seine  Angehörigen  aus.  So  kann  er
5.  B.  Töchter  (nicht  Söhne  und  auch  nicht  rechtmäßige
  Weiber)  verpfänden,  nicht  aber  verkaufen.
Die  suria“  kann  auch  getötet  werden.  Verstümmelungen
  von  surias  durch  Abschneiden
von  Nase  und  Ohren  kommen  bei  Untrene  vor.

Zwillinge  zieht  man  meistens  auf,  findet  sie
aber  doch  so  unbequem,  daß  Tötungen  nicht  zu
den  Seltenheiten  gehören.  Unbequem  sind  sie
naturgemäß  deshalb,  weil  die  Mutter  sie  nicht
beide  nach  landesüblicher  Weise  auf  dem  Rücken
berumtragen  kann,  sondern  weibliche  Hilfe  braucht.
Außerdem  fürchtet  man,  daß  sie  Unheil  bringen.
Der  Vater  muß  denn  auch  etwa  einen  Monat
in  seiner  Hütte  zubringen  und  sich  einen  Arzneitrank
  von  einem  gelehrten  #mganga"  zurechtbrauen
  lassen,  damit  die  Sache  gut  abläuft.  Also
eine  Art  männlichen  Wochenbetts!  Dies  ist  übrigens
  der  einzige  Fall,  in  welchem  der  Vater  nach
Geburt  eines  Kindes  sich  irgend  einer  Förmlichkeit
  zu  unterziehen  hat.

Krüppelhafte  Kinder  werden  meist  umgebracht,
bisweilen  auch  Albinos  und  solche,  die  mit  den
Füßen  voran  aus  dem  Mutterleibe  kommen.
Kinder,  denen  zuerst  die  oberen  Zähne  wachsen,
läßt  man  leben.  Bekanntlich  werden  solche
        <pb n="764" />
        W  674  20.

’kigego“  anderwärts  vielfach  als  Unglück  bringend,
jedenfalls  als  abnorm  angesehen.

Der  Mgoni  hat  eine  Menge  Eigennamen.
Den  Kindesnamen  erhält  er  nach  der  Geburt  von
seinem  Vater.  Ist  er  erwachsen,  so  legt  er  sich
selbst  Namen  nach  Bedarf  bei.  Besondere  Namen
bestehen  für  den  Krieg.

Adoption  kommt  vor,  jedoch  ohne  Erbrecht.

II.  Sklaverei.

Das  Sklavereiverhältnis  kann  entstehen  aus
Kriegsgefangenschaft  oder  im  Frieden  aus  Verschuldung
  oder  nicht  gefühntem  Verbrechen,  z.  B.
Mord,  Ehebruch.

Nach  landesüblicher  Anschauung  ist  jeder  im
Kriege  Unterworfene  (nicht  nur  jeder  Gefangene)
Sklave  des  Sultans.  Da  die  Wangoni  als  Eroberer
  ius  Land  kamen,  so  geht  daraus  hervor,
daß  die  ganze  Urbevölkerung  in  Sklaverei  geriet.
Hierzu  kamen  dann  noch  zahlreiche  Kriegsgefangene
aus  benachbarten  Ländern.  Denn  sobald  die
Wangoni  ihre  Herrschaft  hier  begründet  hatten,
begannen  sie  nach  verschiedenen  Richtungen  hin
Raubzüge  zu  unternehmen.  Die  Gefangenen
wurden  in  Ungoni  angesiedelt.

Diese  „Kriegssklaven“  der  Sultane  haben  aber
zum  Teil  selbst  wieder  Sklaven.  Meist  handelt
es  sich  auch  hier  um  Kriegsgefangene,  welche  der
Betreffende  persönlich  erbeutet  und  welche  ihm
vom  Sultan,  dem  das  Verfügungsrecht  zusteht,
überlassen  wurden.

Doch  kamen  auch  Käufe  in  friedlichen  Zeiten
vor.  Die  Kaufpreise  schwankten  zwischen  10  und
20  Ziegen.

Der  Sklave  darf  vor  Gericht  (d.  h.  vor  dem
Sultan)  klagen.  Der  Herr  hat  nicht  das  Recht,
ihn  zu  töten.  (Offenbar  gibt  es  hier  Ausnahmen.
Vgl.  oben  Ssuria.)

Freilassungen  von  Kriegssklaven,  die  sich  im
Felde  bewährt  hatten,  kamen  einst  massenweise
vor.  So  sind  die  früher  unterjochten  Stämme,
mit  denen  die  Wangoni  ihr  heutiges  Land  eroberten,
  jetzt  frei,  z.  B.  Watonga,  Wakaranga,
Wasipa  u.  a.  Seit  jener  Zeit  aber  sollen  keine
Freilassungen  mehr  vorgekommen  sein.

Freikaufen  kann  sich  der  als  Sklave  Geborene
nicht,  wohl  aber  der  Schuldsklave.

Wenn  der  Sklave  durch  Arbeit  etwas  erwirbt,
so  hat  er.  einen  Teil  an  seinen  Herrn  abzugeben.
Im  übrigen  sind  seine  Verpflichtungen  wenig
drückend.  Einige  Tage  Feldarbeit  im  Jahre,
gelegentliche  Abgaben  von  Getreide,  sowie  allerdiugs
  Pombelieferung  nach  Willkür  des  Herrn
bilden  die  schuldigen  Leistungen.

Die  Haftung  des  Herrn  für  seine  Sklaven  ist,
was  Schulden  anbelangt,  schwankend,  bei  gemeinen
  Verbrechen  aber  allgemein  üblich.  Tötet

 

z.  B.  ein  Sklave  einen  Menschen,  so  ist  der  Herr
für  das  Wergeld  haftbar.  Er  kann  in  diesem
Fall  den  Sklaven  selbst  als  Pfand  geben.

Kinder  von  Sklaven  sind  wieder  Sklaven.
Kinder  von  Sklavinnen  mit  Freien  sind  frei,
ebenso  Kinder  von  männlichen  Sklaven  mit  freien
Weibern,  ob  ehelich  oder  außerehelich  gezeugt.
Eine  Sklavin  wird  auch  dann  nicht  frei,  wenn
sie  von  einem  freien  Manne  rechtmäßig  geheiratet
wird  und  ihm  Kinder  zur  Welt  bringt.

Erbrecht.

Letztwillige  Verfügungen  gibt  es  anscheinend
nicht.

Männliche  Erben  sind  bevorzugt,
jedoch  nicht  ganz  ausgeschlossen.

Sind  keine  Söhne  vorhanden,  so  erben  die
Brüder  des  Verstorbenen.  Die  Weiber  vererben
sich  wie  sonstiges  Eigentum.

Uneheliche  Kinder  erben  gleichfalls,  wenn  sie
von  einer  suria-  sind,  nicht  aber,  weun  sie
einem  sonstigen  illegitimen  Verhältnis  entstammen.

Zwillinge  erben  zu  gleichen  Teilen.

Die  ältesten  Söhne  der  verheirateten  Töchter
erhalten  in  der  Regel  auch  einen  kleinen  Anteil.

Die  Kinder  der  Hauptfrau  werden  bevorzugt.
Die  Verteilung  der  Erbschaft  ist  Sache  des  ältesten
Sohnes  der  Hauptfrau,  vorausgesetzt,  daß  er
großjährig  ist.  Er  hat  bei  der  Verteilung  freie
Hand.  Ist  kein  solcher  Sohn  vorhanden  oder
ist  er  noch  minderjährig,  so  nimmt  ein  etwa  vorhandener
  älterer  Bruder  die  Verteilung  vor.  Ist
auch  dieser  nicht  vorhanden,  so  verteilt  der
Sultan.

Der  männliche  Erbe  hat  seinen  weiblichen
Geschwistern  und  den  Frauen  seines  Vaters  Unterhalt
  zu  gewähren.  Sind  keine  Söhne,  sondern
nur  Frauen  des  Verstorbenen  und  Töchter  vorhanden,
  so  gehört  letzteren  die  Erbschaft  unter
Verwaltung  und  Nutznießung  der  Mütter.  Wenn
weder  Kinder  noch  Brüder  vorhanden  sind,  so
erben  die  Eltern.  Auch  die  Mutter  allein,  falls
der  Vater  nicht  mehr  lebt,  wird  berücksichtigt.
Sind  auch  keine  Eltern  vorhanden,  so  geht  die
ganze  Erbschaft  an  den  Sultan.  Dieser  erhält
überhaupt  auch  in  allen  sonstigen  Fällen  seinen
Anteil,  und  zwar  auch  dann,  wenn  Erblasser
oder  Erbe,  oder  auch  beide  freie  Männer  sind.

Der  Sklave  zahlt  einen  Anteil  der  Erbschaft
an  seinen  Herrn.

Weiber

Schuld  verhältnisse.
Verpfändungen  aus  Schuldverhältnissen  kommen
  vor.  Meist  besteht  das  Pfand  in  Vieh.
Wenn  dieser  Fall  eintritt,  so  gehört  etwaige
Nachkommenschaft  dem  Schuldner.
Auch  Sklaven  können  verpfändet  werden.
        <pb n="765" />
        G  675  20

Wer  nicht  zahlen  kann,  wird  Sklave  des
Gläubigers,  kann  sich  jedoch,  wenn  er  später  zu
Geld  kommt,  loskaufen.

Wenn  der  Schuldner  einen  eklaven  verpfändet,
  so  hat  der  Gläubiger  nicht  das  Recht,
den  Sklaven  zu  verkaufen,  sondern  nur  das  Recht
auf  die  Arbeitsleistung  des  Verpfändeten.  Stirbt
der  Sklave  oder  geht  ein  Pfand  anderer  Art  beie
dem  Gläubiger  zugrunde,  so  trägt  dieser  die
Gefahr,  d.  h.  die  Schuld  ist  getilgt  und  etwaiger
Mehrwert  des  Pfandes  gegenüber  der  Schuldsumme
  ist  dem  Schuldner  zu  ersetzen.

Schuldübernahme  kommt  vor.  In  solchem
Falle  tritt  der  Ubernehmer  ganz  an  die  Stelle
des  Schuldners.  Der  Gläubiger  empfängt  die
Rückzahlung  von  dem  neuen  Schuldner,  auch
wenn  der  alte  Schuldner  selbst  zahlen  kann.
Letzterer  haftet  dem  lbernehmer  nötigenfalls  mit
seiner  Person.

Stirbt  der  neue  Schuldner,  so  haften  seine
Erben,  ebenso  haften  die  Erben  des  alten  Schuldners
  dem  neuen  Schuldner.

Immobiliarsachenrecht.

Die  Rechte  an  Grund  und  Boden  erstrecken
sich  nur  auf  bebautes  Land  oder  auf  solches,  das
man  demnächst  zu  bebauen  beabsichtigt.  Nach
Aufgabe  des  Landes  wird  auch  kein  Eigentumsrecht
  mehr  beansprucht.

Landverkauf  kommt  nicht  vor,  wohl  aber  Verkauf
  von  Feldfrüchten  auf  dem  Halme.  Gemeindeland
  ist  unbekannt.

Offentliches  Recht,  insbesondere
Strafrecht.

Blutrache  kommt  vor,  doch  wird  in  der  Regel
Wergeld  bezahlt,  besonders,  wenn  der  Fall  bei
dem  Sultan  anhängig  gemacht  ist.

Jedes  Vergehen,  ausgenommen  Hexerei,  kann
durch  Geldstrafe  gesühnt  werden.

Der  Sultan  läßt  in  der  Regel  nur  dann
Strafen  selbst  vollstrecken,  wenn  die  strafbare
Handlung  gegen  ihn  selbst  gerichtet  war.  Sonst
liegt  die  Bestrafung  im  allgemeinen  dem  Beleidigten
  bzw.  seinen  nächsten  Anverwandten  ob.
Man  kann  demnach  wohl  nicht  von  einem  eigentlichen
  Strafrecht  sprechen.  Es  handelt  sich  mehr
um  Selbsthilfe,  die  dem  Verletzten  zugestanden  ist.
Solche  Mittel  der  Selbsthilfe  sind:  Tötung  des
Gegners,  Fesselung  in  der  Halsgabel  (Kongwa),
Wegnahme  von  Wertgegenständen  (Weibern,  Vieh)
und  schließlich  Versklavung  des  Schuldigen.
Kommt  eine  Sache  vor  den  Sultan,  so  ermittelt
dieser  den  Tatbestand  und  entscheidet  über  die
Strafe,  läßt  sie  aber  nicht  selbst  vollziehen.  Todesstrafe
  pflegt  er  nicht  auszusprechen,  es  sei  denn,
daß  er  selbst  der  Verletzte  ist.  Im  Gegenteil  ist

 

 

z.  B.  jeder,  der  sich  vor  der  verfolgenden  Blutrache
  zu  ihm  flüchten  kann,  fortan  seines  Lebens
sicher  und  nur  zum  Wergeld  verpflichtet.  Es
besteht  also  eine  Art  Agylrecht.

Die  Anklage  wegen  Hexerei  wird  niemals
durch  Zeugenbeweis,  sondern  stets  durch  Gottesurteil,
  und  zwar  mittels  Gifttrank  (mwafi),  entschieden.
  Doch  geht  der  Hauptaktion  meist  eine
Art  Probe  beim  Medizinmann  voraus,  indem
man  die  mwaki"  einem  Hunde  oder  einem  Huhn
an  Stelle  des  Verdächtigen  eingibt.  Erst  wenn
diese  Probe  für  den  Verdächtigen  ungünstig  ausfällt,
  d.  h.  wenn  das  betreffende  Tier  eingeht,
hält  man  sich  an  die  angeschuldigte  Person.

Wird  eine  Person  als  verdächtig  bezeichnet,
so  ermittelt  der  Medizinmann,  ob  sie  mwafi“  zu
trinken  hat.  Er  vollführt  hierzu  gewisse  Manipulationen
  mit  dem  sogenannten  „Kissango“,  einer
Klapper  aus  einem  ausgehöhlten  Kürbis.  Kommt
der  zur  Probe  Verurteilte  mit  dem  Leben  davon,
so  hält  er  sich  an  seinen  Ankläger,  der  einer
Geldstrafe  verfällt  und,  wenn  er  nicht  bezahlen
kann,  Sklave  des  Beleidigten  wird.

Sehr  verbreitet  ist  der  Aberglaube,  daß,  wenn
ein  Mann  erkrankt,  in  der  Regel  Untreue  der
Frau  daran  Schuld  ist.  Man  ruft  einen  Medizinmann.
  Dieser  betrachtet  sich  den  „Fall“  und
entscheidet  entweder,  daß  die  Krankheit  als  „göttliche
  Fügung“  mit  Geduld  hinzunehmen  sei,  oder
er  gibt  der  Frau  die  Schuld.  Leugnet  diese
nicht  und  bezeichnet  einen  Mann,  mit  dem  sie
Umgang  hat,  so  muß  dieser  entweder  Buße  bezahlen
  oder,  wenn  er  leugnet  und  die  Sache
nicht  nachzuweisen  ist,  mwafis  trinken.  Stirbt
er,  so  ist  die  Schuld  bewiesen  und  gesühnt.  Die
Frau  bleibt  unbestraft.  Kommt  er  mit  dem
Leben  davon,  so  muß  der  Ankläger,  also  der
eifersüchtige  Ehemann,  an  den  füälschlich  Verdächtigten
  bezahlen.  Leugnet  die  Fran  den  Ehebruch,
  so  hat  sie  sich  selbst  der  Probe  zu  unterziehen.
  Kommt  sie  durch,  so  zahlt  der  Ehemam
Buße  an  den  Vater  der  Frau,  sowie  an  diese
selbst.  Stirbt  sie,  so  hat  der  Vater  das  Kaufgeld
zurückzuzahlen.

Die  Wangoni  glauben  nicht  an  natürlichen
Tod.  Man  vermutet  stets  Zauberei.

Bei  allen  Strafsachen  ist  Gegenbeweis  zulässig,
  ausgenommen,  wie  schon  erwähnt,  bei
Hexerei.

Bei  schwereren  Vergehen  wird  schon  der  Versuch
  bestraft;  ebenso  gibt  es,  falls  der  Sultan  die
Sache  erfährt,  hierbei  auch  ein  Verfahren,  ohne
daß  ein  Privatkläger  auftritt.  .

*

Für  den  Sultan  gibt  es  besondere  Abzeichen,

die  kein  anderer  tragen  darf.
        <pb n="766" />
        GV  676  26

Als  Kopfschmuck  dienen  die  Federn  eines
kleinen  Vogels,  namens  ngongamakossi,  als
Halsschmuck  Löwen=  und  Leopardenkrallen.  Ferner
darf  nur  der  Sultan  ein  Leopardenfell  tragen.

Nie  habe  ich  hierzulande  —  wie  vielfach  anderwärts
  —  beobachtet,  daß  ein  Sultan  eine  unbewohnte
  Gegend  (Pori)  zu  seinem  Lande
rechnet.  Sein  Land  ist  da,  wo  seine  Leute  sitzen,
und  da  diese  sehr  viel  wandern,  so  kann  es  vorkommen,
  daß  heute  das  Land  eines  Sultans  sich
dort  befindet,  wo  vordem  sein  Nachbar  saß.

Die  Untertanen  sitzen  übrigens  durchaus  nicht
durchweg  dicht  beisammen,  die  Leute  verschiedener
Sultane  sind  vielmehr  vielfach  bunt  durcheinandergemischt
  und  zum  Teil  weit  von  ihrem  Herrn
entfernt,  sie  fühlen  sich  aber  trotzdem  als  dessen
Sklaven.

Man  sieht  hieraus,  daß  es  sich  bei  der  Sultanswürde
  lediglich  um  Herrschaft  über  Menschen,
nicht  über  Land  handelt.

Stirbt  der  Sultan,  so  begräbt  man  ihn  im
Rindviehstall.  Außen  um  den  Stall  herum  pflanzt
man  eine  lebende  Hecke  aus  einem  Dornbusch,
namens  mtuma.  Die  innere  bisherige  Ein- 



zäunung  läßt  man  allmählich  verfallen.  Das
Grab  besteht  aus  einem  senkrechten  Schacht  und
einem  wagerechten  Stollen,  der  sich  daran  anschließt
  und  in  dem  die  Leiche  liegt.  Beim  Begräbnis,
  das  am  Morgen  nach  dem  Tode  stattfindet,

  sind  die  Großen  des  Reiches  (Idunas)
zugegen.  Volksmengen  aus  dem  ganzen  Lande

sind  anwesend  und  vertilgen  erhebliche  Mengen
Pombe.

Über  die  Wahl  des  Nachfolgers  scheint  kein
allgemein  gültiges  Gesetz  zu  bestehen.  Soviel
mir  bekannt  geworden  ist,  folgt  im  Norden  meist
ein  Sohn,  im  Süden  des  öfteren  ein  Bruder  des
Sultans.  Sicher  ist  jedenfalls,  daß  der  ausgesprochene
  Wille  des  Sultans  bezüglich  der
Person  seines  Nachfolgers  nicht  ausreicht,  um
diesem  die  Thronfolge  zu  sichern,  daß  vielmehr
die  Idunas  als  eine  Art  von  Kurfürsten  ein  gewichtiges
  Wort  mitsprechen.

Ist  die  Wahl  erfolgt,  so  wird  sie  mit  Trinkgelagen
  gefeiert.  Natürlich  wird  auch  festgestellt,
wer  den  verstorbenen  Sultan  behert  hat,  also  an
seinem  Tode  schuld  ist.

Kamerun.

Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Kamerun“)  im  ersten  Viertel  des
Helendersade  1907  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  leichen  zeitraum  des  Vorjahres.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  »  sm
.  I.  Viertel  I.  Viertelzunahme  Abnahme
Benennung  der  War  «  *)
9  er  Warengruppen  100E  1000
Wert  Mk.  Wert  Mk.Wert  Mk.  Wert  Mtk.
A.  Einkfuhr.
I.  Ergeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  .  ..  161  537  193  580  —  32  043
b)  Knollengewächse.  Gemüse  und  Früch  te  .  .  38  095  32  411  5  684  —
c)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genußmittel.  227283  121223  106  060  —
4)  Getränke  (außer  Mineralwasser)  238  217  212  959  25  258  —
)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Futermiitelk  1  3306  1149  187  —
1)  Faserpflanzen  —  29  —  29
6)  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft.  221269  42255  182  011  —
Zusammen  I.  890  737  603  606  287  131  —
II.  Tiere  und  tierische  Ergeugnisse:  D
n)  Lebende  Tiere  2864  2911  —  17
b)  Fleisch  und  tierische  Erzeugnisse  aller  Art  .  4019031241416  10404i  —
Zusammen  II  404  82  250  327  154  500  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  246311  182  940  63  371  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  ...  37719  28  313  9  106  —
V.  Chemische  und  Pharmagentische  Erzeugnisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmi  78915  61  960  160  955
VI.  Tertil=  und  Filzwaren,  Vit  d  ngogeaenstände  usw.
(außer  Lederwaren)  1  285  7189  893  714  391  999  —
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch.  tunrichnerwanen  44  631.  40  102  4229  —
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  2295  2432  —  137

)  Die  Ziffern  über  den  Handel  Garunas  liegen  noch  nicht  vor  und  konnten  daher  in  diesei  Ubersicht

noch  nicht  berücksichtigt  werden.
        <pb n="767" />
        W  677  20
Im  Im
.  I.  Viertel  I.  Viertell  Zunahme  Abnahme
Beuennung  der  Warengruppen  1007,  1  1906  v5  n.
Wert  Mk.  Weri  MH.  Wert  Mk.  Wert  Mk.
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren  10  391  23736  16  655
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  litcraricche  u.  Kunstgegenstände  23  900  14  006  9  894
XlI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswar  82  888  67  777  11  611  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren'  laußer-  Instrumenten,  Maschinen
  und  Waffen):  »
ullnbcmbcncic  Metalle  und  d  Oalbzeug  11325  14959  —  3  634
!  Fabrikate  554  424  332  470|]  221954  —
Zusammen  An  —  218  320  —
XIII.  Instrumente,  Mahchinen  und  dabrzeuge  111284  52  868  59  416  —
XIV.  Waffen  und  Munition  15  818  41  401  —  25  643
XV.  Geld  -—-  .  51  750  20  350  31  400  —
Summe  der  Linsuhr  im  I.  Viertel  1907  3  882  4268  2631  3211251  107  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierleljahr.  4220  271  —  —  .
Zunahme  —.  Abnahme  —  —  337  843  —  —  —
B.  Rusfuhr.  "
J.  Erzeuqnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft  n
owie  der  ugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Erzeugnisse  des  Landbaues  890  432  679  856  210  576  —
b)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  1  564  330  1041  664  ]  522  666
Zusammen  1.  2454  762  1  721  520  733  242  Ü  —
II.  Tierc  und  tierische  Erzeugnisse  399  135  273836  125  299
III.  Mineralische  und  fossile  Nobstoffe“  123  1778  —  1  655
IV.  Gewerbliche  Er  rͤeugnisse  .  1895  6  620  —  1725
V.  Geld  .  —  —  —  —
Summe  der  Ausiuhr  im  I.  Viertel  1907  2  858  915  2003  754  855  161  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Bierteljahr  2  331  622  —  —  —-Zunahme
  —,  Abnahme  —.  527293  –  —  —-C.
  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  I.  Viertel  1907  .  16741343  4635  075  2106  268  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  6551  893  —  —  —
Zunahme  —,  Abnahme.  —.  .  IF  189  450  —  1  —  —
Wichtigste  Werenpofitionen.
B  Im  J.  Vierkel  Im  I.  Viertel
en  nuns  des  Jahres  1d07  des  Jahres  1906  Zunahme  Abnahme
er
Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert
ku.  Mk.  kagMi.  k#Mk.
A.  Einfuhr.
506  314  110  803|]  657  070.  145  213  —  —  148  756  34  410
n  und  Vacwaren  87  858  43  76444  618,  39  503  20  4167
Ta  1136035,  166  281168842  79  19446719  87  o871  —  —
Sobgtsooritate  .........  2  666,  25  589  2384  20914  282  4675—  —
Stille  Weine  .  Liter  35  136  30  02  16  117,.  19  682  19  W.  10  38100  —  —
Lrammtweine  aller  Art.  Liter0  825,  148  99374  780  131  500  20  8  17  40—  5
Bie  Liter  88  360,  37  118968  20555  40  382  074.  —  3264
Vun-  und  Nuholz  1  323  oss  224  260)371  189  42255  6r4  794  1820  0141  —
Fleisch,  Fische,  Eick.  Milch,  Honig  und  |  *4
sonstige  tierische  Nahrungsmittel  412  %  701  905  260  488,  246  892|)  151  970|155  0118—
Zement,  Kalk,  Nreite,  sonstige  Erden
und  Steine  ..  368  r  32  635||556  317  63  41—  —  193  066  30784
Salz  .  1  886  472  124  347  981  512  34  42  904  960  65  005  —
Scͤilohlen,  Braunkohlen,  Briteits  931  771  45  723749  650|36947/21  8776h  —  —
Petroleum  .......  138406z39398775432068760863,18-11—  —
        <pb n="768" />
        W  678  en
Benennung  Im  I.  Viertel  Im  I.  Viertel
der  des  Jahres  1907,  des  Jahres  1906  Zunahme  Abnahme
Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
#g#2  Mu.  ##  WMW..gM.  Mi.
’  l  l
Seifen  aller  t-  .  6783121971706912089—  10771  2860  —
Gewebe  all  228  888.  770  203190  383634  556038  505.  135  611—  —
Leibwäsche,  Fil¾  Hüte,  Nüen-  Posamentierwaren,
  Schirme,  Filzwaren?  133  260,  499910155951  243  5277309  256  388  —
Schuhe  und  Stiefel.  4  040,  24  282  4857  27993  —  —  817  3711
Glas  und  Glaswaren  42  098.  61  34785  318  59279  —  2  068  43  220  —
Roheisen,  eiserne  Schienen.  Stangen.

Blöcke  usw.  .  20786  111661  41846.  11607  —  —  21060  41
Wellblech  83  050  27  83  7L  2827  4336  —  —  1##
Eisenwaren.  nicht  besonders  genannt  812  127  395  981102  383  2241  810109  744  171  10  —  —
Waren  aus  anderen  unedlen  Metallen  74  729  125  810  38  608  74  6636  121  51  154  —
Feuerwassen  Stück  203  10  506  1  083  21  271  «  —  880  10  765
Goldmwminenn  —  0  O00  —.  40  000  —
Silbermüngnggen  —  11  7500  20  307)  —  —  —  8  600)

B.  Ausfuhr.
Kalao  157  085|147  859|  188  662  100  1100  —  —  31  577  18281
Palmkerne  ·.......  2  365  952  543  9672  232  425  1  838633  527  122  1y0—
Palmöl  616567,  191  400168  101.  1½  919  148  463.  1  481  —  —
Bau=  und  Nubbols  179  33513  151349  481  10  188—  —  170  116.  27  032
Kautschuk  321  927,1  550  29238739  89726383  188  653  031  —
23  758.  3980100  11917  201  995  §841  190  051  —  —

Elfenbein

 

 

Kolonial-Wirtschaftliches.

Eine  botanische  Studienreise  nach  Javao.

Der  Privatdozent  der  Botanik  an  der  Universität
  Bonn,  Dr.  M.  Koernicke,  hat  im  letzten
Jahre  mit  Unterstützung  der  Kolonialabteilung
des  Auswärtigen  Amtes  eine  Studienreise  nach
Java  unternommen  und  über  deren  Ergebnisse  nunmehr
  an  das  Reichs-Kolonialamt  berichtet.  Dem
Berichte  Dr.  Koernickes  entnehmen  wir  die  nachfolgenden
  Einzelheiten:

„Mein  Wunsch,  mich  über  die  Möglichkeit  einer
Kultur  der  Stuhlrohrpalme  (Calamus)  persönlich
  zu  unterrichten,  konnte  nur  zum  Teil  in
Erfüllung  gehen.  Ich  hatte,  als  mir  das  Buitenzorgstipendium
  verliehen  wurde,  die  Kolonialabteilung
  darauf  hingewiesen,  wic  wertvoll  gerade
Angaben  hierüber  sein  würden,  von  der  Erwägung
ausgehend,  daß  —  trotz  der  momentan  noch  genügenden
  Fülle  von  Rotang  (Stuhlrohrpalme)
im  tropischen  Urwald  —  wegen  des  Raubschnitts,
den  die  Eingeborenen  treiben,  leicht  ein  Mangel
eintreten  könnte,  dem  bei  der  heutigen  Bedeutung
des  Stuhlrohrs  für  unsere  Industrie  zeitig  vorgebeugt
  werden  mußte.  Ich  hatte  dabei  noch  im
Auge,  besonders  gute,  im  Preise  auf  europäischen
Märkten  hochstehende  Rotangsorten  ausfindig  zu
machen,  damit  deren  Kultur  eventuell  in  unsere

 

Kolonien  eingeführt  und  ihnen  so  eine  weitere
Ertragsquelle  werden  möchte.

Als  ich  nach  Buitenzorg  kam,  erhielt  ich  durch
einen  günstigen  Zufall  gerade  auch  Empfehlungen
an  einen  Herrn  Lembruggen,  der  die  Rotangkultur
  in  Sumatra  eingeführt  haben  sollte.  Da
er  sich  in  Buitenzorg  zur  Ruhe  gesetzt  hatte,  kounte
ich  mich  öfters  über  den  fraglichen  Gegenstand
mit  ihm  unterhalten.  Dabei  erfuhr  ich,  daß  tatsächlich
  im  Urwald  von  Sumatra  und  Borneo
auf  weite  Strecken  hin  schon  seit  Jahren  der
Rotang  vernichtet  ist,  so  daß  auch  Herrn  Lembruggen,
  als  er  noch  im  Hinterland  von  Mengala
(Südost-Sumatra)  stationiert  war,  der  Gedanke
kam,  daß  bei  Zeiten  Vorsorge  getroffen  werden
müßte.  Er  machte  Versuche  mit  der  Kultur  des
Rotang,  die  gut  anschlugen,  und  lehrte  den  Eingeborenen-Häuptern
  seines  Distrikts  diese  Kultur,
durch  welche  eine  gute  Einnahmequelle  geschaffen
wurde,  die  bis  heute  der  Grund  des  Wohlstandes
in  den  dortigen  Gegenden  geblieben  ist.  Gleiche
Kulturen  sollen  auch  in  Borneo  angelegt  worden
sein  und  sich  als  ertragfähig  erwiesen  haben.  Über
seine  Erfahrungen  in  der  Rotangkultur  hat  Herr
Lembruggen  einen  leider  nur  sehr  kurzen  Artikel
in  der  außerhalb  Niederländisch-Indien  wenig
bekannten  „Tijdschrift  voor  Nijverheid  en  Land-
        <pb n="769" />
        W  679  20

bouw  in  Nederlandsch-Indis“  niedergelegt.  Ihre
Erfahrungen  sind,  soweit  ich  sehen  kann,  bisher
in  Pflanzerkreisen  unbekannt  geblieben.

Ich  hatte  nun  den  dringenden  Wunsch,  mir
die  Kulturen  auf  Sumatra  anzusehen.  Der  nur
einmal  monatlich  zwischen  Mengala  und  Batavia
verkehrende  Dampfer  der  Kon.  Paketvaart-Matschappij
  fuhr  aber  zweimal  hintereinander  nicht
aus,  so  daß  ich  mich  entschließen  mußte,  auf  dem
Landwege  vom  Süd-Sumatra-Hafen  Telok  Betong
vorzudringen.  Die  besten  Empfehlungen  von
Professor  Treub  an  den  Residenten  und  die  Kontrolleure
  des  dortigen  Distrikts  standen  mir  zur
Seite;  der  erste  Häuptling,  der  die  Haupt-Rotangkulturen
  in  seinem  Besitz  hatte,  war  ebenfalls
durch  Herrn  Lembruggen  von  meinem  Kommen
unterrichtet  worden.  Ich  hatte  jedoch  nicht  mit
dem  Starrsinn  der  Sumatraner  gerechnet.  Diese
hatten  gerade  Pfefferernte  gehabt  und  besaßen  für
die  nächste  Zeit  Geld  geung  zum  Lebensunterhalt.
Infolgedessen  waren  sie  nicht  dazu  zu  bringen,
mir  Pferd  oder  Fuhrwerk  zu  liefern  oder  sie
stellten  so  horrende  Forderungen,  daß  ein  Weitertommen
  ausgeschlossen  war.  Unverrichteter  Sache
nach  Buitenzorg  zurückgekehrt,  unternahm  ich  dort
noch  einige  entsprechende  Versuche.  Aus  allen
Mitteilungen,  die  mir  noch  Herr  Lembruggen
machte,  und  dem,  was  ich  beobachten  konnte,  ergab
  sich,  daß  eine  Kultur  des  Rotang  möglich
ist  und  daß  sie  sich  an  feuchten,  zu  sonstigen
Kulturen  ungeeigneten  Strecken  eines  Plantagengebietes
  gut  bewährt.  Nähere  Angaben  werde
ich,  sobald  meine  Sammlungen  geordnet  sind,
veröffentlichen.

*

2
Kapot.

Reiche  Nebenerträge  werden  auf  Java  durch
die  Ausfuhr  von  Kapok-Wolle  erzielt.  Diese  aus
den  Früchten  des  Kapok-Baumes  Ceiba  pentandra
(L.)  Gärtn.  (Eriodendron  anfractuosum  D.  C.)
gewonnenc,  zarte  Wolle  wird  allenthalben  in  den
dortigen  Tropen,  vielfach  auch  in  Europa  usw.
zum  Stopfen  von  Kissen  und  Matratzen  benutzt.
Wie  Busse“)  bin  auch  ich  der  Ansicht,  daß  eine
Kultur  dieses  Baumes  auch  für  unsere  Kolonien
wertvoll  ist  und  mehr,  als  es  bis  jetzt  geschehen
ist,  eingeführt  werden  sollte.  Das  schnelle  Wachstum
  des  Baumes  und  die  damit  verbundene
Schwierigkeit,  von  älteren  Exemplaren  die  Früchte
zu  erlangen,  dürfte  dabei  kein  Hindernis  bieten.
In  Java  sah  ich,  daß  die  Eingeborenen  mit
langen  Bambusstäben  die  Früchte  herunterholten.
Erreichten  schließlich  die  Bäume  eine  solche  Höhe,
daß  auf  diese  Weise  eine  Ernte  nicht  mehr  gut

*)  Bericht  über  dic  pflan  zenpathologische  Expedition

nach  Kamerun  und  Togo  190/05.

 

möglich  war,  so  befreite  man  den  Stamm  von
seinen  wenig  zahlreichen  Asten,  zerteilte  ihn  in
etwa  1½  Meter  lange  Stücke,  die,  in  den  Boden
gesteckt,  sehr  bald  wurzelten,  neue  Schößlinge
trieben  und  nach  Angabe  eines  Herrn  in  Buitenzorg,
  der  schon  jahrelang  diesen  Baum  kultiviert
in  3¾  Jahr  wieder  Ertrag  brachten.  Auch  die
Aste,  denen  die  Seitenzweige  genommen  waren,
wuchsen  schnell  an  und  erstarkten  bald;  die  daraus
entstehenden  Bäume  lieferten  späterhin  gute  Ernten.
—  Die  relativ  geringe  Belaubung  des  Baumes
gestattet  es,  ihn  zugleich  als  Schattenspender  für
bestimmte  Kulturen  zu  verwenden.  So  sah  ich
ihn  in  Mittel-Java  zum  Schutz  der  Kakao-Bäume
angepflanzt.

Somit  wäre  der  Versuch  einer  Kapok-Kultur,
namentlich  in  Togo,  wo  nach  Busse  günstige
Bedingungen  vorliegen,  wohl  anzuraten.

Gambir.

In  größerem  Umfang  wird,  wie  ich  aus  mündlichen
  Berichten  entnehmen  konnte,  auf  Sumatra
in  den  letzten  Jahren  die  Kultur  der  Gerbstoff
liefernden  Rubiacee  Uncaria  Gambir  betrieben.
Dieser  Strauch  soll  in  sumpfigen  Distrikten  sehr
gut  gedeihen  und  seine  Kultur  bei  den  ziemlich
hohen  heutigen  Gerbstoffpreisen  sehr  rentabel  sein.

Bambus.

In  denjenigen  Teilen  unserer  Kolonien,  wo
sich  Bambusgewächse  finden,  scheint  es  mir  zweckmäßig,
  eine  ausgedehntere  Verwertung  dieser
Pflanzen  in  die  Wege  zu  leiten.  Könnte  doch,
wenigstens  dort,  wo  man  mit  einem  mannell  geschickten
  und  intelligenten  Eingeborenenstamm  zu
tun  hat,  ebenso  eine  Bambus-Flechtwerkindustrie
erblühen,  wie  in  West-Java,  wo  u.  a.  Hüte  mit
den  Eigenschaften  der  Panamas  und  anderes
weiches,  widerstandsfähiges  Flechtwerk  in  großen
Mengen  hergestellt  und  zu  sehr  hohen  Preisen
nach  Europa  exportiert  wird.

Ferner  wäre  in  den  durch  ihre  klimatischen
und  sonstigen  Verhältnisse  dazu  geeignet  erscheinenden
  Kolonien  die  Kultur  jenes  sogenannten
männlichen  Bambus(Bambusa  scriptoria  Demert)7
zu  versuchen,  dessen  Stengel  solide  (weil  nicht
hohl)  sind  und  der  englisch-indischen  Armee  die
haltbarsten  Lanzenschäfte  liefern.  Meines  Wissens
ist  dieser  Bambus  bisher  nur  in  englisch  Ostindien
gefunden  worden.  Da  in  unserer  Armee  die  geringe
  Leistungsfähigkeit  der  bisher  verwendeten
Lanzenschäfte  aus  Stahlrohr  usw.  eine  große
Kalamität  bildet,  so  wäre  dieser  Punkt  gewiß  einer
näheren  Erwägung  wert.

1#

 

Ich  möchte  diesen  Bericht  nicht  schließen,  ohne
auf  einc  tropische  Holzart  hingewiesen  zu  haben,
die  meiner  Schätzung  nach  berufen  sein  könnte,
        <pb n="770" />
        680  2O

dem  Mahagoni-  und  anderen  ähnlichen  Hölzern
Konkurrenz  zu  machen,  falls  der  Anbau  des
Ursprungsbaumes  planmäßig  durchgeführt  würde.
Es  ist  das  Holz  von  Mlichelia  longifolia  (Tiempaka
  putihjar)  auf  das  die  Holländer,  die  sich
jetzt  ganz  auf  Teak-Kultur  geworfen  haben,  bisher
nicht  weiter  achteten.  Ein  Deutscher,  Herr
Stenerwald  in  Buitenzorg,  an  den  ich  durch
einen  Goldminenmann  Süd-Sumatras  empfohlen
worden  war,  hat  zufällig,  als  in  seinem  Besitztum
ein  solcher  Baum  gefällt  wurde,  die  Schönheit
des  unter  Politur  wie  Seide  schimmernden  Holzes
entdeckt  und  sich  seine  ganze  Hauseinrichtung,
Täfelung  und  Möbel,  daraus  herstellen  lassen.
Wenn  die  Sonne  in  die  mit  diesem  Holz  ausgestatteten
  Räume  fiel,  gewährte  das  Ganze  in
seinem  schimmernden  Glanz  einen  wundervollen
Anblick.  Ich  habe  selbst  einige  Holzstückchen,  die
allerdings  nur  annähernd  den  schönen  Eindruck
wiedergeben  können,  welchen  größere  Flächen
machen,  mitgenommen,  polieren  lassen  und  könnte
sie  Interessenten  zur  Orientierung  übergeben.
Auch  hat  Herr  Stenerwald  sich  bereit  erklärt,  auf
Wunsch  genauere  Angaben  über  die  Behandlung
des  Holzes  zu  geben."“

Deutsche  HRgaven-Gesellschaft.“)

Die  Pflanzung  Buschirihof  hat  im  Jahre
1906  etwa  7400  Zentner  Hauf  erzeugt,  zur  Verschiffung
  gebracht  und  auch  zu  befriedigenden
Preisen  abgesetzt.  Das  Erntekonto  weist  dadurch
einen  Gewinn  von  173  000  Mk.  auf.

Da  bei  dem  Betriebe  mit  nur  einer  Entfaserungsmaschine
  öfter  infolge  von  Reparaturen
Störungen  eintraten,  wurde  eine  zweite  Maschine
angeschafft.  Ebenso  wurde  noch  eine  Lokomotive
eingestellt  und  das  Feldbahnnetz  um  5  km  verlängert
  sowie  die  Pflanzung  durch  Neuanlage
um  wenigstens  eine  halbe  Million  Agaven  vergrößert.


Die  im  vorigen  Jahre  aufgelegten  Neuanteile
in  Höhe  von  200  000  Mk.  fanden  glatte  Aufnahme.
  Die  Preise  für  Hanf  sind  hoch,  und  die
Nachfrage  dauert.

Leider  haben  sich  die  Arbeiterverhältnisse
gegen  Schluß  des  Jahres  wieder  erheblich  verschlechtert.
  Der  vom  Syndikat  zur  Beschaffung
von  Arbeitern  angestellte  Kommissar  zeigte  sich
den  Verhältnissen  nicht  gewachsen.  Das  Syndikat
ist  inzwischen  mit  einem  anderen  Herrn  für  diese
Mission,  deren  Förderung  auch  der  Herr  Gouverneur
  von  Deutsch-Ostafrika  zugesichert  hat,  in
Verhandlung  getreten.  Immerhin  dürften  noch

*)  Aus  dem  Jahresbericht  der  Gesellschaft  für  1906.

 

Monate  vergehen,  ehe  die  Tätigkeit  des  Kommissars
  in  die  Erscheinung  tritt.  Wir  bemühen
uns,  durch  eigene  Werbung  Leute  zur  Arbeit  auf
der  Pflanzung  heranzuziehen,  es  fehlen  uns  aber
immer  an  300  bis  400  Arbeiter,  die  nötig  sind,
um  die  Pflanzung  rein  zu  halten.  Sollte  diese
Kalamität  andauern,  so  würden  wir  uns  doch
entschließen  müssen,  Asiaten  als  Arbeiter  unter
Kontrakt  einzuführen,  ein  Mittel,  von  dem  wir
der  höheren  Kosten  wegen  zunächst  noch  Abstand
genommen  haben.

Safata-Samoa-Gesellschaft.

Auf  den  drei  der  Gesellschaft  gehörenden
Pflauzungen  wurden,  nachdem  ein  neuer  Chinesentransport
  im  Jahre  1906  einen  Zuwachs  von
110  Mann  gebracht  hatte,  unter  der  Leitung  von
fünf  weißen  Beamten  200  chinesische  Kulis  beschäftigt.
  Der  Gesundheitszustand  der  Kulis  ließ
während  der  Regenzeit  zu  wünschen  übrig,  besserte
sich  dann  aber  bedeutend,  nachdem  die  Leute  sich
an  das  Klima  gewöhnt  hatten.  Neben  den  Kulis
wurden  auch  zeitweise  Samoaner  im  Kontrakt
  beschäftigt.

Tuanaimato.  In  der  alten  Pflanzung
brachte  der  Kakao  (24½  Acres  10  jährig  und
35½  Aeres  6jährig)  eine  Ernte  von  130  Zentnern,
  was  eine  Steigerung  des  Ertrages  gegen
das  Vorjahr  um  50  v.  H.  bedeutet.  Der  für  den
Kakao  erzielte  Preis  war  81  bis  85  Mk.  für
50  kg,  ein  Preis,  der  für  die  Güte  des  Kakaos
deutlich  spricht.

Von  Krankheiten  blieb  die  Pflanzung  ziemlich
verschont.  Gegen  die  Ratten,  welche  zu  Beginn
des  Berichtsjahres  großen  Schaden  verursachten,
wurde  durch  den  unter  finanzieller  Beteiligung
der  Gesellschaft  nach  Samoa  entsandten  Kammerjäger
  Rittershofer  mit  Erfolg  angekämpft.  Es
steht  zu  erwarten,  daß  auch  weiterhin  bei  Anwendung
  der  von  Herrn  Rittershofer  eingeführten
Bekämpfungsmethode  die  Ratten  von  den  Pflanzungen
  ferngehalten  werden.

Die  im  Jahre  1905  begonnene  Kakao-Neuanlage
  wurde  im  März  des  Berichtsjahres  vollendet
  und  dann  fortgesetzt  reingehalten,  gepflegt
und  nachgepflanzt.

Von  anderen  auf  der  Pflanzung  versuchsweise
angelegten  Kulturen  sind  besonders  die  Kautschukbäume
  erwähnenswert.  Die  hier  vorhandenen
2000  Heveabäume  erreichten  nach  12  Monaten
die  Höhe  von  3  m  und  entwickeln  sich  auch
weiter  vortrefflich.  Von  den  10  Ficusbäumen
wurden  zahlreiche  Markotten  und  Stecklinge  ge-*v)

  7Wrl7  dem  Bericht  über  das  dritte  Geschäftsjahr
  190
        <pb n="771" />
        E

zogen,  die  ebenso  wie  die  älteren  Bäume  gut
gedeihen.

Im  Berichtsjahr  fielen  in  Tuanaimato  an
195  Regentagen  2483,2  mm  Regen.
Saninoga.  Das  abgelaufene  Jahr  hat  hier
einen  recht  erfreulichen  Fortschritt  gebracht.  Dank
der  Neubesetzung  des  Postens  eines  Pflanzungsleiters
  mit  einem  tüchtigen  Beamten  und  durch
Erhöhung  der  Arbeiterzahl  gelang  es,  diese  Pflauzung
  bedeutend  zu  verbessern.  Es  sind  dort
gegenwärtig  etwa  450  Acres  mit  Kakao  bepflanzt.
  Der  Stand  der  Kulturen  ist  als  befriedigend
  zu  bezeichnen,  so  daß,  nach  der  heutigen
Sachlage  zu  urteilen,  für  später  auf  gute  Erfolge
gerechnet  werden  kann.  Im  letzten  Viertel  des
Berichtsjahres  wurden  hier  auch  die  Vorarbeiten
zur  Anlage  von  Kautschukpflanzungen  begonnen
An  älteren  Kautschukbäumen  stehen  hier  30  dreifährige
  Castilloas  und  200  zweieinhalbjährige
Leveabäume,  außerdem  1200  Kokospalmen.

Falelanniu.  Dieses  Terrain,  in  Größe  von
412  Acres,  wurde  im  Juni  1906  erworben.

Bilanz  vom  31.

Aktiva.
Anteil-Konto.
Bankguthaben
Kassenbestand:

a)  Berlin.

b)  Samoa
Warenbestand
Debitoren  Samog
;.  Pflanzung  Saninoga:



a)  Land-Konto
b)  Gebäude-Konto
c)  Kuli-Konto

47  056  61

S##  —

1  199
1  236

93
61445

3  806  36
17  666  32

 

COi

—

33  000
17  651
22779

65
70

 

 

 

d)  Inventar-Konto-  7552  75
e)  Pflanzungs-Konto  267  668  08|848  652  18
7.  Pflauzung  Tuanai-=mato:
  ·
a)  Gebände-Konto1  41725
b)  Kuli-Konto  21312  50  D
c)  Juventar-Konto  190  41  .
d)  Pflanzungs-Konto  265  415  901335  336  06
8.  Pflanzung  Falelaunin:

a)  Land-Lonto  18  606  —
b)  Gebäude-Konto  1  528  36
c)  Pflanzungs-Konto  18  941  2369  07559
9.  Ernte-Konto-  14  12  10

681

 

160  890  10

 

Mk.

 

 

998  932  19

20

Noch  im  selben  Monat  konnten  dort  16  000  aus
Ceylon  bezogene  Hevea-Stümpfe  in  eine  Baumschule
  gesetzt  werden,  die  sich  recht  gut  entwickelt
haben.  Anfang  August  wurde  mit  dem  Waldschlag
  begonnen,  und  Anfang  Jannar  1907  war
schon  die  ganze  Fläche  abgeholzt.  Diese  Pflanzung,
  die  anfangs  noch  unter  der  Oberleitung
des  Pflauzungsvorstehers  von  Tuanaimato  stand,
erhielt  neuerdings  einen  eigenen  Leiter,  der
die  weiteren  Arbeiten  mit  chinesischen  Arbeitern
ausführt.

Die  Abrechnung  zeigt,  daß  auch  in  diesem
Jahre  sparsam  gewirtschaftet  wurde.  Die  Ausgaben
  bewegten  sich  im  Rahmen  des  aufgestellten
Voranschlages,  ebenso  entsprach  der  Ertrag  der
älteren  Kakaopflanzung  auf  Tuanaimato  der
Annahme.

Man  hat  Grund  anzunehmen,  daß  die  Arbeiten
auf  den  Pflanzungen  der  Gesellschaft  normal
verlaufen  und  späterhin  gute  Erträge  bringen
werden.

Dezember  1006.

 

Passiva.
1.  Kapital-Konto  900  000
2.  Hypotheken-Konto  60  000  —
B3.  Kreditoren:
a)  Berlin.  31  484  47
b)  Samoa.  6  136  6437621  11
1.  Kantions-Konto  1  311  08

 

Mk.

 

 

 

998  932  19
        <pb n="772" />
        682  20

Gewinn=  und  Derluft--Konto  vom  31.  Dezember  10006.

 

1.  Verwaltung  Berlin.  8904  49
2.  Gehalt-Konto  Samoal  23  809  12
3.  Lohn-Konto  Samoa  46  298  08.
4.  Kulianwerbung  und
Verpflegung  45  797  63
5.  Arzt  und  Krankenpflege.
  41349  —
6.  Saatgut  u.  Pftanzen  327687
7.  Material-Konto  3  725  450
8.  Transportwesen-Konto.
  ..  1  888  26
9.  Geschäftsunkosten,
Reisen  9  87099
10.  Pacht  u.  vypothelenzinsen.
  4  600  —
11.  Rattenbekämpfung  2536  —

12.  Abschreibungen  auf
Gebäude  10  v.  H.  5  785  44
Abschreibungen  auf
Inventar  20  v.  H.

—

4  685  10

 

 

 

Mk.  165  526  43

 

1.  Verwaltung  Berlin
(Zinsenn  42

Zinsen-Konto  Samoa  6

Ubertrag  auf  Pflauzungs-Konto:

Pflanzung  Saninoga
Pflanzung  Tuanai-S#sl


Ot  10
I1

83  005  33

mato  58  632  26
Pflanzung  Fale—
lannin.  18  941  23|160  578  82

 

 

 

 

Mk.  165  .526  43

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Stand  der  ägyptischen  Baumwollernte  im  OMai  1907.

Über  die  kühle  Witterung,  die  während  der
ersten  Hälfte  des  Monats  Mai  herrschte,  ist  allgemein
  Klage  geführt  worden;  seit  14  Tagen  ist
aber  die  Witterung  günstig,  und  die  jungen
Pflanzen  entwickeln  sich  in  normaler  Weise.  Man
hofft  daher,  daß  mit  dem  Andauern  der  gegenwärtigen
  warmen  Witterung  die  Rückständigkeit
im  Wachstum  zum  Teil  eingeholt  werden  kann.

Das  Nachsäen  ist  seit  etwa  zehn  Tagen
beendet  und  nicht  so  häufig  gewesen  wie  im
Vorjahre.  Die  Bewässerung  ist  überall  ausreichend.


Vereinzeltes  und  unbedentendes  Auftreten  von
Würmern  hat  dank  den  für  ihre  sofortige  Vernichtung
  getroffenen  Maßnahmen  fast  keinen
Schaden  gebracht.

Aus  Oberägypten  und  dem  Fayum  lauten
die  Nachrichten  befriedigend,  obgleich  auch  dort
die  Ernte  um  zwei  Wochen  im  Rückstande  ist.

(Alexandrin  (iencral  Producc  Association
vom  31.  Mai  1907.)

 

Handel  Britisch-Südafrikas  1906.

Nach  den  Angaben  des  von  dem  Sonth  African
Customs  Statistical  Bureau  veröffentlichten  statistischen
  Jahrbuchs  für  1906  stellt  sich  der  Handelsverkehr
  Britisch-Südafrikas  im  Jahre  1906,  wie
folgt,  dar:

I.  Gesamteinfuhr.
a)  Privatgüter  29  859  672  #
b)  Importe  für  die  Kolonialregierunngeggen
  1  754  640

Jc)  Bargeldeinfuhr  711  467.
32  325  779  E.
Davon  gingen  ein  über:
die  Kapkolonie  für  18  134  641  4.
Natal.  .  .  —*  8924976—
Delagoabai  -  41691675—-aira
  -  574  487
II.  Die  Gesamtausfuhr  über  See  (unr
eigene  Produkte  Südafrikas)  belief  sich  auf
42  406  414  K.

Davon  gingen  aus  über:
die  Kapkolonie  für  39  629  679  0

Natal  -  2362256-Delagoabai
  -  210  994.
eira  203  485  =
        <pb n="773" />
        Die  Hauptausfuhrartikel  Deutschlands  nach
Britisch-Südafrika  im  Jahre  1906  ergeben  sich
aus  der  folgenden  Zusammenstellung:

Gegenstand

Kleidungsstücke
Gewehrzünder.
Erzprobapparate
Korbwaren.
Dynamit  und  sonstige
Sprengstoffe
Bürstenwaren
Zement.
Baumwollenwaren:
Stückwaren.
Diverse
Apothekerwaren
Cyankali
Cyansoda
Diverse  Drogen  usw.
Irdene  und  Porzellau-=sachen
  .
Llektuzttatsmatertal
KnbelundDrahte
Ausrüstungsgegenstände

Mineralwasser.
iere
Süßigkeiten
Malz  .
Kondensierte  diit
Liköre  .
Zucker
Gemüsekonserven
Möbel  (diverse)
Flaschen  usw.  .

Gesamteinfuhr

2

1  668  358

119  552
12244
7  121

46  423
52  888
145  798

1  151  416

142.223
94  319
134  167
190  485
85  550

125.277
88  304

91  855
26  929
108  455
140  392
103  198
471  100
8  779
613  687
56  158
353  534
58  593

Glaswaren  (diverse)  49  802
Schnittwaren  1  542  129
Messerwaren  8  775
Nägel  und  Schranen  41  376
Nähmaschinen.  51  835
Tanks  24.211
Eisenwaren  (dverse).  662  259
Hüte  und  Mützen.  2142  678
Hopfen  25  842
Hampfparen  (baumwollene

  375  552
Strumpfwaren  (voll.)  52  304
bunkitichaftkche

Geräte  192  654
Gummiwaren  23  333

1)  Die  in  Klammern  gesetzten  römischen

Anteil!)
-

52  572

43  192

2013

2  059

143  329
8  790

8  031
74  775
124  462
14  585

27  125

8  261

30  812
3  037

26  490
1  822

Deutschlands

(11)

5  (III)

(I)
(II)

(III)
W

Zahlen

bedeuten  die  Stelle,  an  der  Deutschland  unter  den
In  der  Regel  steht  naturgemäß
  Großbritannien  an  erster  Stelle.

Ausfuhrländern  rangiert.

 

683  2

Gegenstand

Instrumente:
Wissenschaftliche
Musik
Optische

Eisengerüste

Eisenröhren

Juwelierwaren

Lampenwaren.

Bleiartikel  (diverse)

Schuhwaren  .

Lcdcrwarcn(diverse).

Maschinen:
elektrische
industrielle
für  Minen
für  Wasserbohrung
Maschinenpackmaterial.


Diverse
gansuscher  Dunger

Tapeten

Druckpapier

Einwickelpapier

Parfümerien

Phonographen
Photographische  Artikel
Versilberte  Waren
Artikel  für  Druckerei
und  Buchbinderei
Quecksilber
Eisenbahnmaterial:
Schienen
sonstiges  Schienenwegmaterial.

rollendes  Material.
sonstiges  Ssenbahnmaterial.

Sämereien
Schafwaschmittel
(Sheep  dip)
Bücher
Pappschachteln.
Druckwaren  1
Sonstige  Artikel  der
Papierwarenbranche
Rohstahl  .
Stahlblech.
Asphalt
Telegraphen=  u.  Telephonmaterial

Beibblech

Seit  25.  Mai  190

Gesamteinsnhr



8670
131716
4563
63  084
408  384
41  707
59  963
11  066
057  582
74  910

202  648

68  150
712  495
156  427

42  660
703  664
26  319
40  039
115  902
37  951
34  211
14  036

108  388

245599
124  657
48  934
7169

16  108
18  091

Deutschlands
Anteil
-

1  736
79  948
1  093
8  721
31  095
3  082
20  432
6225
16  306
10  174

27  572
7  847  (IIl)
45  964  (III)
8  100  (IIl)

(u)

3  18  (0
27  449  (I)
4  683  (I1.)
7249  (UIl)
9  826  (I1)
7  110  (11)
2  809
*
4597  (0)
5  691  (un)
7  028  (

(1)
(IV

(Ih

(11)
(Ibh

(II)
(un

1  409
2  449

7  005

1  677
5  819

7  001
2  807

11  236
4  878
1  998
9  175

19  411
4  858
12  748
1  853

7  0532)  (ul)
1  765  (10)

¾  Einschließlich  L  Südwestafrika.
        <pb n="774" />
        G  684  20

4  Gesamt=  Deutschlands
Gegenstand  einfuhr  Anteil
##  #
Zinnwaren.  48  1900  17205  (II)
Zigarren  73  895  7  506  (III)

Tabakpfeifen  27  110  3  414  (III)
Sonstige  Ta  bachandler

waren  12  698  2  150  (II)
Spielwaren  71925  34743  (1)
Straßenbahnmaterial:

Schienen  .  4037328450(I)

rollendes  Material.  76  409  16  444  (II)

Schwellen  6:621  3747  (#)

sonstiges  Material.  31  639  13  752  (#)
Fahrräder  und  Teile

solcher  172  626  7  726  (II)
Motorräder  14  667  5247  (II)
Motorwagen,  tinschlieilich

  Teile  99575  20  612  (III)
Stearin.  18  687  2  051  (VI)
Kisten  56  238  6  334  (III)
Streichholzmaterial  20  229  4268  (II1)
Stabholz  .  12424  1  797  (II)
Sonstige  Holzwaren  72  897  7357  (IV)
Holzwolle  usw.  2741  1  171  (II)
Wollene  Stückwaren  191  785  7  945  (III)
Tücher  und  Decken  231  15  3  515  (II)
Schals-  62  472  6  595  (II)
Sonstige  Wollwaren.  11  096  3228  (II)
Bilder  und  Malereien  17  309  1  372  (II)
Rohzink.  77  493  51412  (

Der  südafrikanische  Import  trägt  immer  noch
die  Anzeichen  andauernder  wirtschaftlicher  Depression
  des  Landes  an  sich.  Eine  regere  Nachfrage
  herrschte  neuerlich  nach  folgenden  Artikeln:

Wellblech  (galvanised  iron)  und  sonstige  Artikel
der  Metall=  und  Maschinenbrauche,  insbesondere
Lokomotiven,  Minenmaschinerie,  Maschinen=  und
Kesselanlagen  für  Minenbetrieb,  Straßenbahnmaterial,
  Röhrenmaterial  für  städtische  Wasserleitungsanlagen,
  Antomobile  und  Motorzweiräder,
Mahlmühlenmaschinerie.  Ebenso  wird  in  Handelszeitschriften
  von  besserer  Nachfrage  in  der  Wollund
  Baumwollenwarenbrauche  berichtet,  die  indessen
  zu  einem  guten  Teil  mit  dem  Nahen  der
südafrikanischen  Wintersaison  im  Zusammenhang
stehen  dürfte.

Die  gesamte  direkte  Ausfuhr  nach  Deutschland
belief  sich  im  Jahre  1906  auf  1  026  041  L,  wozu
eine  auf  328  933  L  angegebene  Ausfuhr  nach
Deutsch-Südwestafrika  hinzutritt.  Beide  Zahlen,
nach  denen  bereits  Deutschland  nächst  dem  britischen
  Mutterlande  (40  191  865  4)  der  bei  weitem
größte  Abnehmer  Britisch-Südafrikas  ist,  dürften
jedoch  die  Ausfuhr  nicht  erschöpfen.  Hinsichtlich
des  Exports  nach  Deutschland  muß  in  Betracht
gezogen  werden,  daß  ein  nicht  unerhebliches

 

Quautum  über  England  nach  Deutschland  geht
(wie  z.  B.  in  Wolle);  die  angegebene  Ausfuhr
nach  Deutsch-Südwestafrika  stellt  auch  nur  diejenige
  über  See  (Port  Nolloth-Rahmannedrift,
Lüderitzbucht  und  Swakopmund)  dar,  während  die
Ausfuhr  auf  dem  Landwege  über  die  Ostgrenze
des  Schutzgebiets  zollamtlich  unkontrolliert  und
daher  unregistriert  geblieben  ist.

Man  wird  danach  nicht  zu  hoch  greisen,  wenn
man  die  Gesamtausfuhr  nach  Deutsch-Südwestafrika
  auf  mindestens  500  000  K  schätzt.  Erwägt
man,  daß  von  der  Totalausfuhr  Britisch-Südafrikas
  mit  42  406  414  L  über  41  Millionen  L.
auf  die  früher  erwähnten  Stapelartikel  Gold,
Diamanten,  Wolle,  Straußenfedern,  Angorahaar,
Häute  und  Felle  und  Kupfer  entfallen,  so  daß
für  den  Export  aller  sonstigen  Landesprodukte
und  gewerblichen  Erzeugnisse  nur  etwa  1½8  Millionen
  K  übrig  bleiben,  so  kann  man  die  nicht
unbedentende  Anregung  ermessen,  die  auch  im
verflossenen  Jahre  der  gesteigerte  Markt  von
Deutsch-Südwestafrika  auf  Landwirtschaft,  Handel
und  Gewerbe  besonders  in  der  Kapkolonie  ausgeübt
  hat.

Was  den  Handels=  und  Schiffsverkehr  der

einzelnen  Kaphäfen  anlangt,  so  wurden  im
Jahre  1906  gelandet:
Tonnen  Tonnen
in  Kapstadt  762  588  in  Simons  Town  69  224
Port  Elizabeth  475  344  =  Mosselbay  38  167
East  London  319  036  =  Knysna  8  410
Port  Nolloth.  465  524  -St.  John's
River  2306
Verschifft  wurden:
11  Tonnen
in  Kapstadt  112  02%%%  in  Simons  Town  1063
-  Port  Elizabeth  83  929  =  Mosselbay.  9  030
East  London.  59  852=  Knysna.  11  638
Port  Nolloth.  26  909  St.  John's
River  1911

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Generalkonsulats
  in  Kapstadt.)

Handel  Rbessiniens.

Bei  dem  Mangel  aller  statistischen  Zusammenstellungen
  in  Abessinien  kann  ein  Bild  über  den
Ein=  und  Ausfuhrhandel  dieses  Landes  nur  dadurch
  gewonnen  werden,  daß  man  die  statistischen
Veröffentlichungen  der  Nachbarländer  einer  Betrachtung
  unterzieht.

In  der  nachfolgenden  Darstellung  ist  der
Versuch  gemacht  worden,  die  jüngsten  Veröffentlichungen
  dieser  Art  zu  verwerten  und  mit  ihnen
ein  Bild  zu  schaffen,  das  der  Wirklichkeit  nahekommt.
        <pb n="775" />
        Als  Durchgangsländer  für  den  abessinischen
Handel  kommen  hauptsächlich  in  Betracht  die
französische  Kolonie  Cöte  Francçaise  des  Somalis
mit  dem  Hafen  Djibuti,  das  britische  Somaliland
und  die  italienische  Kolonie  Erythräg.  In  zweiter
Linie  sind  einige  Karawanenwege  zu  nennen,  die
aus  der  italienischen  Kolonie  Benadir  und  aus
dem  britischen  Sudan  nach  Abessinien  führen.

Von  den  genannten  Gebieten  ist  das  franöösische
  Somaliland  mit  dem  Hafen  Djibuti  zur
Zeit  das  wichtigste  Durchgangsland.  Man  hat
abgeschätzt,  daß  annähernd  zwei  Drittel  des  Gesamthandels
  über  Düübuti  gehen.

Nach  dem  amtlichen  Bericht  der  Verwaltung
  der  französischen  Somaliküste
wurden  im  Jahre  1905  Waren  im  Betrage  von
etwa  10½  Millionen  Frcs.  in  die  Kolonie  eingeführt.
  Von  diesen  Waren  sind  für  etwa  7  Millionen
  Fres.  nach  Abessinien  weiterbefördert  worden.

Die  hauptsächlichsten  nach  Abessinien  eingeführten
  Artikel  waren  folgende:

Frcs.
Fleischkon=  Baumwollene
serven.  16  599  ewebe:
Weizenmehl  31  986  ungebleichte  2  598  269
Reis.  113  110  gebleichte  642  020
Durra  323213  gefärbte
Datteln.  13  218  oder  be-Rohzucker
  56  736  druckte  233  092
Raffinierter  gemusterte.  58  595
Zucker.  25  588  Baumwoll.
Tabakblätter  27  604  Decken.  34  447
Olivenöl  15  792  Seidene  Ge-Weihrauch
  32  193  webee  75  902
Gemüsekon-  Kleidungsserven.
  14  007  stücke  91  135
Wein  in  Andere  Kon-Flaschen
  34  022  fektionsstoffe  132  646
Champagner  37  540  apier  17  336
Alkohol.  82  453  Duducksachen.  4  682
Schiefer.  10  320  Präparierte
Petroleimm  74592  Häute  30  832
Stangeneisen  21  443  Dampf-Eisenblech
  81  232  maschinen.  15  900
Farben.  43292  Werkzeunge  55  996
Parfümerien  21  377  Gußeiserne
Steingut  4713  Rohre  119  520
Glaswaren.  29  152  Emaillierte
Glasperlen.  59  353  Eisempvaren  111  914
Baumwollen=  Lampen  und
garn  181  734  Zubehör  13  138
Wagen  für
Eisenbahnen  80  000
Zündhölzer  17996

Die  Ausfuhr  der  Kolonie  belief  sich  1905  auf
etwa  9⅛½  Millionen  Frcs.  Fast  alle  ausgeführten
Waren  waren  abessinischen  Ursprungs.

 

685  2C0

Nach  dem  amtlichen  Bericht  bestand  die  Ausfuhr
  aus  folgenden  Artikeln:

Frcs.  1V  Frcs.

Rindvieh  66  510  Perlmutter  80  071
Schafe  23  887  Kaffee  3547  434
Häute  2  261  808  Rohbaum-=Wachs
  1  163  233  wolle  9  168
Sibet  283  440  Andere  Faser-Elefanten-=
  gewächse  36  034

zähne  1  835  800  Verschiedenes  69  440

Wie  der  Bericht  mitteilt,  hat  sich  die  Ausfuhr
von  Wachs  in  den  letzten  drei  Jahren  stark  gehoben.
  Sie  ist  von  120  816  Fres.  im  Jahre
1903  auf  1  163  238  Fres.  im  Jahre  1905  gestiegen
  und  hat  Aussicht,  noch  größere  Ausdehnung
anzunehmen.  Der  Grund  hierfür  dürfte  darin
zu  suchen  sein,  daß  die  Bewohner  des  Innern,
die  das  Wachs  früher  im  Haushalte  zur  Herstellung
  von  Lichten  verwendeten,  es  jetzt  für  vorteilhafter
  erachten,  es  in  den  Handel  zu  bringen
und  Petroleum  zu  brennen.

Auch  der  Kaffee,  der  in  der  Umgegend  von
Harrar  gebaut  wird  und  ein  sehr  angenehmes
Aroma  hat,  soll  anfangen,  sich  auf  den  Kaffcemärkten
  immer  mehr  einzubürgern;  es  ist  wahrscheinlich,
  daß  sich  auch  die  Ausfuhr  in  diesem
Artikel  in  der  nächsten  Zeit  vergrößern  wird.

Nach  den  amtlichen  Tabellen  der  italienischen
  Kolonie  Erythräa  betrug  im  Jahre
1905  die  Einfuhr  aus  Abessinien  nach  Erythräa
(die  für  den  Handel  unbedentende  Kolonie  Assab
ist  hierbei  nicht  in  Betracht  gezogen):

 

Maria  Mariatheresien
  theresien
laler  taler
Kaffee  112  301  Zwiebeln  4144
Häute  813  141  Federn  1  055
Wachs  218  312  Gummi  2550
Honig  89  123  Sesam  und
Gold  1  3335  Sesamöl  3  195
Elfenbein  22314  Ochsen  56  898
Butter  57  150  Pferde  73142
Einheimische  Schafe  20  308
Gewebe  6219  Kamele  87  782
Lerreide  .  266  768  Verschiedenes  4  006
erberi  Si  76
Giefen)  17593  Summe  1  887  631

Die  Ausfuhr  von  Erythräg  (mit  Ausschluß
von  Assab)  nach  Abessinien  ist  in  der  nachfolgenden
  Tabelle  zusammengestellt:

«  Maria
theresien=  theresten
taler  taler
Baumwollene  Waren  der
Gewebe  .1  446  300  Konfektions-Seidene
  Ge-  brauche  2  820
webe  42  145  Petrolenm.  16  203
        <pb n="776" />
        W  686  20

.  Mariaberesien=
  3  ubcresien=Taler
  Taler
Eisenwaren  Wein  und
u.  Arbeits-  Liköre  41  595
gerüt  16  626  Kurzwaren.  26  302
Glaswaren.  2  665  Zibet,  Weih-Emaillierte
  rauch  11  590
Eisenwaren  220  Matten  7  135
Drogen,  Par-  Ochsen  5914
fümerien  u.  Kamele  54  110
Tabak  19  123  Verschiedenes  11  372
Reis  und  1  7690  965
Getreide  27040“  Summe  1  760  965

Wie  der  amtliche  Bericht  weiter  meldet,  hat
sich  seit  1903  der  Handel  in  nachstehender  Weise
gehoben:

1903  1901  1905
Mariatheresien:  Mariatheresien=  Meriatheresientaler
  taler  taler

Einfuhr.  631  187  1  811  200  1  887  631
Ausfuhr  1  022  581  1545  954  1  760  965

Die  Einfuhr  von  Erythräg  richtet  sich  nur
nach  den  nördlichen  Teilen  Abessiniens  und  dringt
kaum  über  die  Grenzen  der  Provinz  Tigre  hinaus.

Von  der  italienischen  Einfuhr  hat  in  letzter
Zeit  in  steigenden  Mengen  der  rohe  ungebleichte
Baumwollstoff  Abndjedid  Absatz  gefunden.  Das
italienische  Fabrikat  soll  konsistenter  als  das  früher
den  Markt  beherrschende  amerikanische  Fabrikat
sein  und  daher  vielfach  von  den  Abessiniern  dem
letzteren  vorgezogen  werden.

Im  britischen  Somaliland  sind  fünf  Häfen,
die  für  den  Handel  der  Kolonie  von  Bedeutung
sind.  Es  sind  dies  Zeila,  Berbera,  Bulhar,  Karam
und  Heis.

Nach  dem  von  der  britischen  Regierung  veröffentlichten
  amtlichen  Bericht  betrug  der  Handel
dieser  Häfen  in  dem  Zeitraum  vom  1.  April  1904
bis  31.  März  1905:

Rupien

Zeila  .  Einfuhr  .  1155  137
Ausfuhr.  .  1207  645

Berbera  u.  Bulhar  Einfuhr  .  3651903
Ausfnuhr  3077268

Karam.  Einfuhr  20  404
Ausfuhr.  23  008

Heis.  Einfuhr  88  758
Anusfuhr.  70  911

Der  Gesamthandel  belief  sich  demnach  an

Ruvien

Einfuhrwaren  auf  .  4  916  202
Ausfuhrwaren  auf.  4  378  832

Der  Handel  der  Kolonie  ist  im  Laufe  der
letzten  Jahre  zurückgegangen.  Insbesondere  hat
die  Fertigstellung  der  Bahn  Düibuti—Diredaua
einen  nachteiligen  Einfluß  auf  seine  Entwicklung
ausgeübt.  Darüber,  welche  Waren  von  der  Kolonie
nach  Abessinien  eingeführt  wurden  und  welche

 

Waren  aus  diesem  Lande  kamen,  gibt  der  amtliche
  Bericht  keine  Auskunft.  Es  ist  anzunehmen,
daß  auf  den  abessinischen  Handel  ungefähr  ein
Viertel  dieser  Zahlen  fällt.

Abgesehen  von  diesen  drei  Durchgangsländern
kommen  noch  folgende  Karawanenwege  in
Betracht.  In  erster  Linie  ist  der  in  der  italienischen
  Kolonie  Benadir  belegene  Ort  Lugh  am
Flusse  Juba  zu  nennen.  Von  den  dort  ansässigen
arabischen  Häusern  werden  einige  europäische
Produkte  in  die  den  Abessiniern  unterworfenen
Gallaländer  eingeführt,  während  zur  Ausfuhr
Häute  und  Elfenbein  gelangen.

Die  Ein=  und  Ansfuhrmengen  sollen  jedoch
so  geringfügig  sein,  daß  sie  hier  außer  acht  gelassen
  werden  können.

Sodann  führen  von  dem  britischen  Sudan
drei  Handelsstraßen  nach  Abessinien.  Die  orste
wird  von  dem  Nobenflusse  des  Nils,  dem  Sobat,
und  dem  sich  in  den  Sobat  ergießenden  Baro
gebildet.  Mittels  dieser  Flüsse,  die  während  der
Monate  Juni  bis  Dezember  schiffbar  sind,  ist  es
möglich,  bis  in  das  Innere  der  abessinischen
Provinz  Gambela  zu  dringen.  Von  dort  aus
geht  eine  Karawanenstraße  nach  Adis  Abeba.

Bereits  jetzt  ist  in  der  Nachbarschaft  von
Itang  am  Baro  eine  britische  Handelsstation  auf
abessinischem  Gebiete  angelegt  worden.  Das  Recht
zur  Errichtung  dieser  Station  ist  dem  britischen
Reich  und  der  Sndanregierung  vom  Negus
Menelik  durch  Artikel  IV  des  Vertrages  vom
15.  Mai  1902  eingeräumt  worden.  Der  Artikel  IV.
lautet:

*  His  Majesty  the  Emperor  Menelik,  King
of  Kings  of  Ethiopia,  engages  himself  to  allow
his  Britannie  Majesty's  Government  and  the
Government  of  the  Sudan  to  select  in  the
neighbourhood  of  Itang  on  the  Baro  river  a
block  of  territor)  having  a  river  frontage  of
not  more  than  two  thousand  metres  in  area
not  exceeding  four  hundred  hectares,  which
shall  be  leased  to  the  Government  of  the  Sudan
to  be  administered  and  occupied  as  commercial
station,  so  long  as  the  Sudan  is  under  the
Anglo-Egyptian  Government.  It  is  agreed
between  the  two  high  contracting  parties  that
the  territory  so  leased  shall  not  be  used  for
any  political  or  militar  purpose.

Zwischen  der  errichteten  Station  und  Khartum
unterhalten  von  Juni  bis  Dezember  Regierungsdampfer
  in  monatlicher  Fahrt  einen  regelmäßigen
Verkehr.  Der  Warerwerkehr,  der  auf  diesem  Wege
zwischen  dem  Sudan  und  Abessinien  vermittelt
wird,  ist  vorläufig  gering.  Ob  derselbe  sich  in
Zukunft  in  hohem  Grade  heben  wird,  wie  die
allgemein  herrschende  Meinung  ist,  dürfte  zweifelhaft
  sein.
        <pb n="777" />
        Einer  baldigen  Entwicklung  steht  die  Tatsache
entgegen,  daß  die  Flüsse  Sobat  und  Baro  nur
während  der  Monate  Juni  bis  Dezember  schiffbar
  sind.

Von  den  nach  dem  Sudan  führenden  Straßen
kommen  noch  der  am  blauen  Nil  entlang  führende
Weg  Famaka—Roseires—Khartum  und  die  Straße
Gondar  —  Metemmah  —  Khartum  in  Betracht.
Während  die  erstere  so  gut  wie  gar  nicht  begangen
  werden  soll,  ist  die  letztere  Straße  von
größerer  Bedeutung.  Die  Sudanregierung  hat
infolge  dieses  Umstandes  in  Metemmah  ein  Zollhaus
  mit  britischen  Zollbeamten  eingerichtet,  dessen
Erträgnisse  zwischen  der  sudanesischen  und
abessinischen  Regierung  anscheinend  nach  einem
bestimmten  Verhältnis  zur  Verteilung  gelangen.
Der  Gesamtwert  der  Einfuhr  aus  dem  Sndan
nach  Abessinien  soll  in  den  Jahren  1903,  1904
und  1905  zusammen  138  565  ägyptische  Pfund
betragen  haben,  während  die  Ausfuhr  von
Abessinien  nach  dem  Sudan  für  den  gleichen
Zeitraum  sich  auf  54  770  ägyptische  Pfund  bewertet
  haben  soll.

Die  Ausfuhr  setzte  sich  hauptsächlich  aus  Kaffee,
Häuten,  Elfenbein  und  einigen  Quantitäten  Gold
zusammen.

Nach  diesen  Angaben  dürfte  sich  die  jährliche
Einfuhr  auf  etwa  6188,  die  jährliche  Ausfuhr  auf
etwa  13  692  ägyptische  Pfund  belaufen  haben.

Nimmt  man  sämtliche  statistischen  Zahlen  des
Berichts  zusammen,  so  stellte  sich  die  Einluhr  nach
Ubessinien,  wie  folgt:

Von  der  französischen  Somaliküste

  im  Jahre  1905:

etwa  7  Millionen  Frcs.
2.  Von  der  Kolonie  Erythräg  im

Jahre  1905:

1  760  965  Mariatheresientaler

  (1  Mariatheresientaler

  —=  2,20  Mk.

.  Von  dem  britischen  Somaliland
  vom  1.  April  1904  bis
31.  März  1905:

etwa  1229  050

(1  Rs  =  1,36  Mk
.  Vom  britischen  Sudan  im

Jahre  1905:
etwa  6188  ägyptische  Pfund
(1  TE  =  20,51  Mk.)  126  916=Summe
  11272  547  Mk.

Die  Ausfuhr  bewertete  sich:
Nach  der  französischen  Somaliküste

  im  Jahre  1905  auf
etwa  9½  Millionen  Fres.

.  Nach  der  Kolonie  Erythräa
im  Jahre  1905  auf

1  887  631  Mariatheresientaler

  ..

5  600  000  Mk.

3  874  123

—

Rupien
t)  1  671  508

—

—

7  600  000  Mk.

4152788

 

687  20

3.  Nach  dem  britischen  Somaliland
  vom  1.  April  1904  bis
31.  März  1905  auf

etwa  1  094  708  Rupien
.Nach  dem  britischen  Sudan
im  Jahre  1905  auf
etwa  13  692  ägyptische  Pfund  280  823
Summe  13  522  414  Mk.
(Bericht  der  hais  Gesandtschait  für  Abessinien
Adis  Abeba.)

1  488  803  Mk.

n

Der  Handel  der  französischen  Kolonien  1905.7)

Der  Gesamthandel  der  französischen  Kolonien
betrug  dem  Werte  nach:

1905  873  936  955  Fr.
1904  783  119  198  =
Zunahme  90  817  757

Der  mittlere  Durchschnitt  der  Jahre  1900  bis
1904  wurde  damit  um  109  382  377  Fr.  überschritten.
  Es  entfielen  1905  auf:

die  Einfuhr  489  079  491  Fr.

die  Ausfuhr  384  857  464
was  bei  der  Einfuhr  gegen  das  Vorjahr  eine  Zunahme
  um  79  668  459  Fr.  und  bei  der  Ausfuhr
  um  11  149  298  Fr.  bedeutet.

An  der  Einfuhr  waren  beteiligt:
Frankreich  und  seine  Kolonien  mit:
238  321794  Fr.,  davon  12  495  436  Fr.

kolonialer  Handel;
das  Ausland  mit:  250  757  697  Fr.

An  dor  Ausfuhr  waren  beteiligt:

Frankreich  und  seine  Kolonien  mit:
159  545  545  Fr.,  davon  7  123  624  Fr.
kolonialer  Handel;

das  Ansland  mit  225  311  919  Fr.

Prozentual  stellt  sich  der  Anteil  Frankreichs,
seiner  Kolonien  und  des  Auslandes  am  Gesamthandel
  der  französischen  Kolonien  so  dar:

interinter-=



  Kolonien.  Ausland.
Einfuhr  .  .  46  v.  H.  2,7  v.  PH.  51  v.  H.
Ausfuhr  39,5  2  -  58,5  —
Gesamthandel  42,8  —  2,4  54,8  —

Den  Gesamthandel  der  französischen  Kolonien
in  den  Jahren  1904  und  1905  zeigt  Tabelle  I.

Die  Herkunfts=  und  Bestimmungsländer  der
Waren  beim  Import  bzw.  Export  zeigt  Tabelle  II.

Den  Anteil  Deutschlands  am  Einfuhr=  und
Ausfuhrhandel  der  einzelnen  französischen  Kolonien
zeigt  Tabelle  III.

Nach-Statistique

  Coloniale  pour  l'annce  1905.
Mcolun  1906.
        <pb n="778" />
        Tabelle  I.

S

688  2

 

Gesamthandel  der  Lranzösisen  Kolonien  1904  und  1905.

 

 

 

d  Einfuhr  Ausfuhr  Total
Kolonie  1904  10905  1901  10905  1904  1905
·
1.  Franz.Westafrika:  5r.  Fr.  Fr.  Fr.  Fr.  Fr.
a)  Ober-Senegal-  "
Niger49  846  739  53  314778129  920  893  24  564  35579  767  632  77  879  138
b)  Franz.  Guinean14  802  063  18  924  814433  675  236  16  373  66128  477  299  35  298  475
e)  Elfenbeinküste5  583  382  13  895  337|10  286  743  7  635  753|  25  870  125  21  531  090
d)  Dahomecy  10  681  238  10  732  52441  156  009  7  634  11921  837  247  18  366  673
Gesamt  .90  913  422  96  867  453|  65  038  881  56  207  918|155  952  303  153  075  371
2.  Franz.  Kondvo  1  10  379  14612  135  463  13  932  74521  193  603  21  311  891
3.  Reunion.  .  .  ..  19  305  870  18  184  82443  546  288  9  708  252  32  852  158  27  893  076
4.  Madagaskcr..  23  602  31  198  41019  427  159  22  850  592|  45  660  761  54  049  002
5.  Mayotte  usw.  771  926  771  926“  3  096  661  3  096  6611  3  8368  587  3  868  587
6.  Somaliküste.40  625  313  11  929  94115  058  427  19  219  0045  683  740  30  148  945
7.  Franz.  Indien.  5637  936  6  356  207/30  534  504  27  185  997/|#36  172  440  33  542  201
8.  Iundo-China  184  995  664  254  560  279|56  373  687  168  757  653|41  369  351  423  317  932
9.  Pierre  und
Miquelon  .  .  6230687  5439  5211  7660384  71193111  13891071  12  558  832
10.  Guadeloupe  .  .  .  13  260  380  13  438  419  12  933271  15637  4711  26  193  651  29  075  890
11.  Martinique  .  .  .  14987791  14759  1721  12  645  521  18  069  422  27  633  312  32  828  594

12.  Guyana
13.  Neu-Kaledonien
14.  Franz.  Ozeanien.
Total.

Tabelle  II.
Herkunfts- 



J.  Französische  Waren-1

  Frankreich
seine  Kolonien.

11  691  750
12  478  662
3219  889

 

Einfuhr
Fr.

25  826  358

*3ꝛ  495  436

11  439  375
10  726  657
3  028  161

409  411  032  489  079  491

Warenhandel  1905  nach  den
und  Bestimmungsländern.

Ausfuhr
DT..

Fr.
139  618  749
5  701  754

 

21  378  866
21  797  035
6  090  730

 

 

 

tal.

238  321  794

II.  Fremde  Waren:

4  Frankreich
seine  Kolonien
England
engl.  Kolonien
Deutschland  und
seine  Kolonien
Belgien
Holland
holl.  Kolonien
u  Italien
.Osterr.-Ungarn.
Schweiz
Rußland
Schweden  und
Norwegen.
span.  Kolonien
portug.  Kolonien
China  u.  Japan
Siam

J

—
s

11.
12.
13.

14.
15.
16.

10  537  699
1  100  625
33  462  018
104  958  556

11  133  789
2274  127
3243  459

164  445
93  876
572  532
769  635
1  858  388

625  951
111  880
178  .597
36  941  532
7  233  064

145  320  503

19  112231A
70  853  189

11  150  380
3  195  971
2  334  040

887917

12  432  208
2  001  797

87  936  955

Ausfuhr
Fr.

1  359  183
21  192  875
8596  016

 

10  653  210  9  939  491122  344  960
11  041  492  11  070  37823520  154
3  563  218  3  062  569  6  783  107
le
Einfuhr
Fr.
18.  Agypten  121  330
19.  Liberia  .  .  .  ..  1  896  682
20.  Verein.  Staaten  17  725  402
21.  Südamerika  735  346
22.  Andere  außercurop.
  Länder.  8  615  519
23.  Andere  Länder  6.23215
Total  250  757  697
Gesamt  .  .  189  079  191

159  415  810
304  736  313

Tabelle  III.  Anteil  Deutschlands  und  seiner
Kolonien  am  Einfuhr=  und  Ausfuhrhandel
der  einzelnen  französischen  Kolonien  1905.

 

Senegal-Niger
Franz.  Guinea

1  188  988
2  028  681

Einfuhr  Ausfuhr
1.  Senegal,  Ober-  Fr.  Fr.

1  108  324
3  108  553

2
3.  Elfenbein  küste  1  520  158  539  831
4.  Dahonmiey  .  .  3  434  371  1327918
5.  Franz.  Kongo  855  681  206  159“5
6.  Rennion  ..  —  —
7.  Madagaskar  305  602  4  109  838
8.  Mayotte  —
HTnvon14357nachdeutschenMolonickr.
«,-:;451-  -  -
        <pb n="779" />
        W  68
Einfuhr  Ausfuhr
Fr.  Fr.

9.  Somaliküste  —
10.  Franz.  Indien  —
11.  Indo-China  1  373  574  416  082
12.  St.  Pierre  und

Miquelon  5  120  —-13.Gnadclonpc...
  —  —

14.  Martinique  .  ..  —  —
15.  Franz.  Guyana  6  031  —-16.
  Neu-Kaledonien.  346  690  —
17.  Franz.  Ozeanien  68  590  1375

Total  11133  789  11  450  380
Schiffahrt.

Die  Häfen  der  französischen  Kolonien  wurden
1905  von  16  231  Schiffen  mit  einer  Gesamttonnage
  von  9004  178  Tonnen  angelaufen.
(1904:  20  476  Schiffe  mit  8  651  657  Tonnen.)

Es  verließen  die  Häfen  15  887  Schiffe  mit
8  955  523  Tonnen.  (1904:  24  782  Schiffe  mit

8  608  737  Tonnen.)

Den  Anteil  Deutschlands

 

9  26

Die  Menge  der  ausgeschifften  Warenbetrug  1905:
1308527  Tonnen  im  Werte  von  485  651284  Fr.
(1904:  1538787  Tonnen  im  Werte  von
430  566  332  Fr.).

Die  Menge  der  eingeschifften  Waren  betrug  1905:
1684  759  Tonnen  im  Werte  von  407290  564  Fr.
(1904:  2  093  259  Tonnen  im  Werte  von
385  784  054  Fr.)

Der  Nationalität  nach  waren:

Französische  Schiffe  Ausländische  Schiffe

 

Einfahrt:
Schiffe  7  568  8  663
Tonnen.  4  309  704  4  694  474

Ausfahrt:
Schiffe  7  608  8279
Tonnen.  4279  340  4  676  193
Total:  Schiffe  15  176  16  942
Tonnen  .  8  589  044  9  370  607

an  dem  Schiffsverkehr  der  einzelnen  französischen  Kolonien

zeigt  folgen

de  Tabelle.

 

 

 

 

 

Eiufahrt  Anusfahrt
Zahl  Tonnage  Ausgeschiffte  Waren  Zahl  Tonnage  Eingeschiffte  Waren
Tonnen  Wert  Fr.  Tonnen  Wert  Fr.
Senegaa  65  17689  14284  6  032  1432  86514  13373  1  620  180
Franz.  Guinea  81  125380  5711  3½  047664  81  125380  2419  3  411  261
Elfenbeinküste  133  150  592  1  050  1503  818133  150592  2  661  577  123
Dahomey  200  221979  13751  1557  1900200  221980  13240  2  856  136
Franz.  Kongdo  21  32991  549  414  607  22  35  1405  1  801  210  208
Reunin  1  987  109  110  487  1  987  —  —
Madagaskar  .  .  .  ..  106  92009  5640  „  104  93863  3  553  ?
Mayotte  —  —  —  —  —  —  —  —
Somalll]l]l  ..  —  —  —  —  –  —  —
Franz.  Indien  3  7256  —  —  3  7256  —
Indo-China  162  205  615  51  773  20  255  459  158  196  843  165  150  33  286  640
Total  772  917498  95  867  35°941  368  —  —

Außenhandel  und  Raffeemarkt  Guatemalas  im
Jahre  1906.

Guatemalas  Gesamteinfuhr  hatte  im  vergangenen
Jahre  (1906)  wiederum  eine  Wertsteigerung  zu
verzeichnen,  und  zwar  von  6  844  444  8  Gold  im
Vorjahre  auf  7220  760  8  für  1906.

Es  exportierten  nach

Guatemala:
Nordamerika
England
Deutschland
Frankreich

—

—

l

r

1905  1906
Wert  in  8  Gold
3  067  018  3  037  797
1  570  114  1  533  809
1  408  509  1  661  896
269  474  374  318

 

 

1905  1906

Wert  in  3  Gold
Mexiko  111779  46  246
Belgien.  -  101  230  147  216
Spanien  -  86  314  119  317
Italien  -  83291  112  348
Südamerika  -  58  409  23  996
Japan  und  China  -  54794  87  047
Zentralamerika  -  27  249  49  384
Kuba  -  5712  10  406
Summe  einschl.  and.  7220  760

Länder  6  844  444
        <pb n="780" />
        W  690  28

so  daß  insgesamt  auf  die  Einfuhr  aus

1905  1906

Europa  51,42  v.  O.  54,77  v.  H.

Amerika  47,.78  43,87.
entfielen.

Von  dieser  Einfuhr  gingen  über  die

1905  1906

Pazifischen  Häsen.  91  v.  H.  82,92  v.  H.
Atlautischen  Häsen  9  17,08

Hauptlieferanten  waren  für:
Baumwollene  Kon-  8
.  mit  33  000

fektionsartikel  .  England
Eisenwaren  für  den

Hausgebrauch  Deutschland  =  33000
Steinkohlen  Ver.  Staat.  =  63  000
Bier..  .  .  Deoeutschland  =  36  000
Lonserven  .  .Ver.Staat.-46000
Schnäpse  .Frankreich.  -  32000
L  Ver.  Staat.  -  100  000
Stearin.  Deutschland  --  45  000
Werkzeunge  England  .  33  000
Garn  ..  -  .-120000
Metallplatten  für

Dächer  -  .-34000
Maschinerien  ...Vcr.Staat·-113000
Eisenbahmnatctial.  -  -452000
Lhennschc  Piodukte.F1-antrcich.-49000
Jutesäcke  Deutschland  =  64  000
Rohe  Baumwollen

gewebe  Ver.  Staat.  133  000
Gebleichte  Baumwollengewebe

  England  97  000
Bedruckte  Baumwollengewebe

  ’PF=  102  000
Helle  Baumwollengewebe

  -  ·100  000

Die  Ausfuhr  war  mit  7  136  272  3  Gold  um
über  eine  Million  niedriger  als  im  Vorjahre,  wo
sie  die  Summe  von  8.237  758  8  Gold  erreicht

 

hatte.  Im  einzelnen  wurde  exportiert:
Kaffee  6  159  695
Gummi  194  053
Holz  178  437
Häute  280  568
Bauanen  155  099
Harz  53  291
Zucker  47  188
Felle  20  119
Verschiedene  Waren.  47  822
7  136.272

Von  dem  Export  ging  nach:  8
Deutschland  .für  3819767
den  Verein.  Staaten  --  2  189  881
England  .  799  111

 

und  zwar  waren  an  dem  Absatz  beteiligt:

in  Kaffee  Deutschland  mit  55,45  v.  .
Verein.  Staaten  --  29,08  =
England  12,86

in  Gummi  Deutschland  76,00
Verein.  Staaten  12,45
Frankreich  8,19

in  Häuten  Deutschland  86,16  =
Verein.  Staaten  =  7,05

Der  Rückgang  des  Exportwertes  ist  einmal
auf  das  Sinken  des  Wechselkurses,  sodann  aber
auch  auf  den  Ausfall  der  Kaffecernte  1905/06
zurückzuführen.  Bei  der  überragenden  Bedeutung
des  Kaffees  für  die  ganze  wirtschaftliche  Lage
Guatemalas  ist  es  angebracht,  in  den  nachfolgenden
Ausführungen  die  derzeitige  Lage  des  Kaffeemarktes
  in  der  Republik  etwas  eingehender  zu
behandeln.

Der  Kaffeeexport  im  Jahre  1906  war  um
beinahe  125  000  Zentner  geringer  als  1905.
Es  war  dies  vorauszusehen,  da  die  voraufgegangene
  Ernte  sehr  groß  gewesen  war  und  die
Kaffeebäume  infolgedessen  etwas  erschöpft  waren.
Dagegen  wird  die  Ernte,  die  im  Monat  September
  1906  begonnen  hat,  wieder  recht  befriedigend
  ausgefallen  sein.  Sie  würde  vielleicht
die  größte  Kaffeeernte  gewesen  sein,  die  Gnatemala
bisher  gehabt  hat,  wenn  nicht  die  außergewöhnlich
heftigen  Regengüsse  im  Monat  Oktober,  die  ununterbrochen
  10  Tage  angedauert  haben,  einen
Teil  des  Kaffees,  etwa  5  v.  H.  der  Ernte,  von
den  Bäumen  abgeschlagen  hätten.  Demselben
Umstande  ist  höchst  wahrscheinlich  auch  die  sehr
geringe  Qualität  des  diesjährigen  Guatemalakaffees
  zuzuschreiben;  wenigstens  ist  bisher  eine
so  außergewöhnlich  große  Anzahl  von  kranken
Bohnen  niemals  beobachtet  worden.  Bestimmtes
läßt  sich  allerdings  vorläufig  nicht  hierüber  sagen,
und  es  bleibt  abzuwarten,  ob  sich  dieselben  Erscheinungen
  in  späteren  Jahren  wiederholen
werden.  Die  großen  Ernten  der  Jahre  1904/05
und  1906/07  sind  nicht  auf  größere  Neuanpflanzungen
  zurückzuführen,  sondern  auf  den  Umstand,
daß  die  Kaffeebäume  in  den  Distrikten,  die  seinerzeit
  im  Jahre  1902  bei  dem  Ausbruch  des
Vulkans  Santa  Maria  mit  einer  ½  bis  1  m
hohen  Aschen=  und  Sandschicht  bedeckt  wurden,
ganz  erhebliche  Erträge  ergeben  haben.  Infolgedessen
  haben  sich  die  Kaffeeplantagen  in  diesen
Distrikten  auch  trotz  der  schlechten  Kaffeepreise
und  sehr  hohen  Bewirtschaftungskosten  immerhin
noch  einigermaßen  bezahlt  gemacht,  während
dieses  im  allgemeinen  von  den  Kaffeeplantagen  in
den  übrigen  Distrikten  nicht  gesagt  werden  kann,
deren  Rentabilität  in  den  letzten  Jahren  gewaltig
zurückgegangen  ist  und  die  mit  der  größten  Spar-
        <pb n="781" />
        G  691  2Ö

samkeit  bewirtschaftet  werden  müssen,  um  ohne
Verlust  zu  arbeiten.

Die  Preise  für  Guatemalakaffee  konnten  sich
trotz  der  traurigen  Lage  des  Kaffeemarktes  auf
derselben  Höhe  wie  im  letzten  Jahre  halten,  da,
wie  bekannt,  die  brasilianische  Regierung  einen
großen  Teil  der  besseren  Kaffees  in  Brasilien
aufgekauft  und  eingelagert  hat,  und  infolgedessen
der  Konsument  im  Auslande  sich  genötigt  sieht,
auf  die  feineren  gewaschenen  Kaffees  zurückzugreifen.
  Während  im  Juli  1906  zwischen
Brasil=  und  Guatemalakaffee  nur  eine  Spannung
von  10  Pf.  zugunsten  von  Guatemalakaffee  bestand,
betrug  diese  Spannung  Ende  Dezember  1906
16  Pf.  auf  das  Pfund,  so  daß  der  Guatemalakaffee
  unter  der  Riesenernte  in  Brasilien  bisher
noch  nicht  zu  leiden  hatte.

Der  größte  Teil  des  Kaffees  von  Guatemala
wurde  ebenso  wie  in  den  früheren  Jahren  nach
Dentschland  exportiert,  an  zweiter  Stelle  stehen
als  Absatzgebiet  für  Guatemalakaffee  die  Vereinigten
  Staaten.  Es  wurden  exportiert  nach:

 

geschälter  Kaffee
affee  in  der  Hülse  Wert  Mk.
span.  Zenmer  span.  Zemner
Deutschland  245  505  167  538  14  353  000
den  Verein.

Staaten.  175.717  29  159  7552  000
England  44  911  53  826  3  322  000
Chile  .  7208  —  273  000
Osterr.-Ung.  5  767  190  235  000
Spanien  3  171  4  120  000
Frankreich  553  346  31  000
Italien  199  169  12  000

Im  ganzen  483  061  251  528  25  898  000

Aus  den  verschiedenen  Häfen  in  Guatemala
wurden  exportiert:

gereinigter  Kaffee

Kaffee  in  der  Hülse

span.  Zeutner  span.  Zenmer
San  José  206  173  96  314
Champerico  195  473  84  827
Ocos  57  988.  56  139
Livingston  12  433  22  989
Puerto  Barrios.  554  1  401

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Guatemala.)

Der  Jutehandel  Dundees  im  Jahre  1906.

Der  Jutehandel  Dundees,  der  in  den  letzten
Jahren  nicht  sehr  günstig  war,  hatte  sich  im
Jahre  1906  gegen  Ende  bei  weitem  besser  gestaltet,
  als  man  es  erwartet  hatte.

Es  ist  oft  prophezeit  worden,  daß  es  mit  dem
Dundeehandel  auf  diesem  Gebiete  zu  Ende  wäre,
da  Calcutta  heutzutage  ein  sehr  großer  Produktionsmarkt
  sei,  doch  hörte  man  in  diesem  Jahre  von
großen  Verlusten  daselbst.  «

 

Der  Hauptaufschwung  dieses  Handels  ist  auf
die  immer  mehr  zunehmende  Nachfrage  nach
Hessiangarn  und  auf  die  bedeutenden  Ordres  von
Brasilien  für  feines  Garn  zwecks  Verwendung  für
Kaffeesäcke  zurückzuführen.

Die  Vorräte  von  Jute  waren  Ende  der
Saison  in  Deutschland  sehr  unbedeutend  und  die
Preise  sehr  hoch,  wodurch  Deutschland  gezwungen
wurde,  sein  Rohmaterial  in  Dundee  zu  hohen
Preisen  zu  kaufen.  Durch  diese  große  und  un—
erwartete  Nachfrage  Deutschlands  und  Osterreichs
sind  die  Preise  zu  einer  Höhe  gestiegen,  wie  man
sie  seit  dem  Jahre  1863  nicht  gesehen  hat.

Im  Herbst  1905  standen  die  Preise  des  Rohmaterials
  15  &amp;amp;  bis  18  LC  pro  Ton,  so  daß  das

Spinnen  dieser  Artikel  sehr  reutabel  war;
Beweis  dafür  sind  die  immer  nen  entstehenden
Fabriken.

Rohjute  kostete  am  1.  Jannar  19  K  5  sh,
stieg  bis  24  L  10  sh,  und  durch  Spekulation
wurden  die  Preise  bis  auf  28  K  10  sh  getrieben.
Jedenfalls  kann  man  nur  sagen,  daß  das  Jahr
1906,  was  die  Juteindustrie  betrifft,  nicht  hätte
besser  sein  können.

(Bericht  de  Kaiserl.  Konsulats  in  Dundcc.)

Wirtschaftliche  Verhältnisse  der  Hawai#schen  Inseln
im  Jahre  1905/06.

Die  weitaus  bedentendste  Industrie  der  Hawalsschen
  Inseln,  die  Zuckerindustrie,  hat
1905/06  ein  gutes  Jahr  gehabt.  Mit  wenigen
Ausnahmen  haben  die  Plantagen  Dividenden
auswerfen  können,  und  die  Arbeiterfrage,  die
jahrelang  unbefriedigend  war,  hat  sich  vor  kurzem
Uunerwartet  günstig  entwickelt.  Infolge  des  kalifornisch-japanischen
  Schulstreites  wurde  ein  Bundesgesetz
  erlassen,  welches  den  japanischen  Kulis  die
Answanderung  von  Hawaii  nach  den  Vereinigten
Staaten  verbietet,  und  wenn  auch  immer  noch
Plantagenarbeiter  nach  Kanada  auswandern,  so
ist  doch  die  weitere  Zuwanderung  solcher  Arbeiter
nach  Hawali  durch  obiges  Gesetz  gesichert  und  der
Unsicherheit  der  Arbeiterverhältnisse  auf  längere
Zeit  ein  Ende  gemacht  worden.

Die  Territorialregierung  von  Hawal  hat  in
Spanien,  Portugal  und  den  Dzoren  Arbeiter
europäischer  Abkunft  für  diese  Inseln  angeworben,
welche  auf  gecharterten  Dampfern  von  der  Einwanderungsbehörde
  nach  den  Inseln  gebracht
werden.  Die  Zuckerpflanzer  haben  sich  bereit
erklärt,  diesen  Arbeitern  Anstellung  mit  gutem
Lohn  und  besonderen  Vergünstigungen  zu  geben.

Ananas,  Sisal-Hanf  und  Kautschnkbäume
  werden  in  immer  größerem  Umfange  auf
den  Inseln  angebaut,  und  die  landwirtschaftliche
        <pb n="782" />
        #  692  20

Versuchsstation  der  Vereinigten  Staaten  widmet
jetzt  dem  Tabakbau  bedentende  Aufmerksamkeit
und  hat  nach  Angaben  des  Leiters  der  Station
gute  Erfolge  gehabt.  Während  jedoch  in  der
Ananas-,  Sisal=  und  Kautschuk-Kultur  bedeutendere
Kapitalien  angelegt  sind,  können  sich  einheimische
Kapitalisten  immer  noch  nicht  entschließen,  die
zum  Tabakanbau  im  großen  nötigen  bedeutenden
Kapitalien  herzugeben.

Einige  Kaffeepflanzer  halten  sich  immer
noch,  trotzdem  überall  ohne  Nutzen  gearbeitet  wird,
in  der  Hoffnung,  daß  die  Vereinigten  Staaten
doch  noch  einen  Schutzzoll  auf  Kaffee  einführen
werden.  Der  Kaffee  gedeiht  auf  Hawaii  gut  und
ist  erster  Güte,  da  aber  die  Beeren  nicht  wie  in
anderen  Ländern  zu  einer  bestimmten  Jahreszeit
reifen,  sondern  der  Kaffee  das  ganze  Jahr  hindurch
  blüht  und  reif  wird,  sind  die  Arbeitskosten
für  das  dauernde  Einsammeln  der  Beeren  so
bedeutend,  daß  ein  Nutzen  bei  den  jetzt  herrschenden
  Preisen  nicht  erzielt  werden  kann.

Die  Reiskultur,  welche  in  den  letzten  Jahren
infolge  niedriger  Marktpreise  bei  hohen  Arbeitslöhnen
  und  Landrenten  ziemlich  danieder  gelegen
hat,  scheint  sich  jetzt  wieder  zu  erholen,  und  kürzlich
wurde  daher  eine  Gesellschaft  gebildet  mit  vornehmlich
  deutschem  Kapital.

Die  von  der  Regierung  in  Washington  angeregte
  und  gewünschte  Besiedelung  der  Hawaiischen
  Inseln  durch  kleine  Farmer  europäischer
Abkunft  macht  wenig  Fortschritte  trotz  eifrigster
Bestrebungen  der  Lokalregierung.  Durch  Bahnbauten
  auf  der  Nordseite  der  Insel  Oahn  und
auf  den  Inseln  Hawaii  und  Kauai  sowie  durch
Hafenbauten  in  Hilo  auf  Hawaii  und  auf  den
anderen  Inseln,  die  projektiert  oder  in  Angriff
genommen  sind,  werden  geeignete  Ländereien  erst
erschlossen  und  die  nötigen  Verbindungen  der
fraglichen  Ländereien  mit  dem  Markte  geschaffen
werden  müssen.  Ob  sich  dann  eine  Besiedelung
im  obigen  Sinne  wird  durchführen  lassen,  bleibt
abzuwarten.

Während  in  früheren  Jahren  San  Francisco
ausschließlich  den  Markt  beherrschte,  nehmen  seit
der  Katastrophe  auch  andere  Städte  an  der  Westküste
  der  Vereinigten  Staaten  an  dem  Handel
mit  diesen  Inseln  Teil.  Bedeutende  Vorteile  für
den  Handel  werden  von  den  projektierten  Festungsbauten
  auf  der  Insel  Oahn  erwartet.  Da  amerikanischer
  Zement  den  Bedarf  im  Westen  augenblicklich
  kaum  decken  kann,  dürfte  vielleicht  deutscher
Zement  in  Hawait  einen  größeren  Markt  sinden.

Auch  größere  Flotten=  und  Truppen-Stationierungen
  werden  im  Anschluß  an  den  Festungsbau
  erwartet  mit  entsprechendem  Vorteil  für  den
Handel.

Der  Touristenverkehr  nach  den  Hawaischen

 

 

Inseln  hat  dauernd  zugenommen  und  bildet  eine
nicht  zu  unterschätende  Erwerbsquelle  für  die
Hotels  und  Detailgeschäfte.

Die  Wahlen  auf  den  Inseln  haben  im  letzten
Jahre  ein  verhältnismäßig  günstiges  Resultat  ergeben,
  und  hegt  man  mehr  und  mehr  Vertrauen
darauf,  daß  die  Eingeborenen  für  das  Land  gute
und  dienliche  Gesetze  schaffen.

Das  Berichtsjahr  ist  in  wirtschaftlicher  Beziehung
  im  allgemeinen  günstig  gewesen,  und  die
Aussichten  für  die  Zukunft  haben  sich  besser  gestaltet
  als  je  zuvor.  In  Washington  bringt  man
diesen  Inseln  erhöhtes  Interesse  entgegen.  Anßerst
liberale  Bewiliigungen  für  Hafenbauten,  Leucht-Türme
  und  -Feuer,  Befestigungen  und  Banten
zeugen  davon,  daß  man  die  Bedeutung  Hawaiis
für  die  Union  mehr  und  mehr  erkannt  hat,  und
daß  diese  Inseln  auch  in  Zukunft  auf  gebührende
Berücksichtigung  rechnen  dürfen.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Honolulu.)

Pflanzungs-  und  Handelsgesellschaften  auf  Ceyion.

Die  „Times  of  Ceylone  hat  die  Jahresberichte
  der  in  Ceylon  bestehenden  Pflanzungsund
  Handelsgesellschaften  gesammelt  und  unter
dem  Titel  „Ceylon  Produce  and  Commercial
Companz’  Results  in  Buchform  heransgegeben
(Preis  1,50  Rupien  oder  2  Schilling).  Aufgeführt
  sind  darin  alle  Gesellschaften,  welche  im
Laufe  des  ersten  Vierteljahrs  1907  ihre  Generalversammlung
  abgehalten  haben.

Das  Buch  liegt  während  der  nächsten  vier
Wochen  im  Reichsamt  des  Innern,  Berlin,
Wilhelmstr.  74,  für  Interessenten  zur  Einsichtnahme
  aus.  Nach  Ablauf  dieser  Frist  kann  es
auf  Antrag  auch  an  auswärtige  Interessenten  auf
kurze  Zeit  übersandt  werden.

Aufhebung  der  exterritorialltätsrechte  in  Jangibar
seltens  des  Deutschen  Reichs.

Die  auf  Erterritorialitätsrechte  bezüglichen
Vorschriften  des  Freundschafts-,  Handels=  und
Schiffahrtsvertrags  mit  Zanzibar  vom  20.  Dezember
  1885  sind  laut  Verordnung  vom  11.  Juni
d.  Is.  mit  der  Maßgabe  außer  Anwendung
gesetzt  worden,  daß  die  Angehörigen  des  Deutschen
Reichs  und  der  deutschen  Schutzgebiete  sowie  die
deutschen  Schutzgenossen  im  Sultanate  Zanzibar
fortan  der  Gerichtsbarkeit  der  dort  von  Großbritannien
  eingerichteten  Gerichte  unterworfen  sind.
Die  bei  den  deutschen  Konsulargerichten  für  das
Sultanat  Zanzibar  anhängigen  bürgerlichen  Rechtsstreitigtkeiten
  und  Strafsachen  werden  von  diesen
        <pb n="783" />
        W  693  20

Gerichten  nach  den  bisherigen  Vorschriften  erledigt.
Die  Verordnung  ist  am  Tage  der  Verkündung  in
Kraft  getreten.  (Reichs-Geseblatt.)

Bestimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflangen  in
die  Kapkolonie.

Durch  Proklamationen  des  Gouverneurs
der  Kapkolonie,  Nr.  501,  502  und  503  vom
17.  Dezember  1906,  sind  unter  Aufhebung  der
früheren  Vorschriften  mit  Wirksamkeit  vom  1.  Februar
  d.  Is.  Bestimmungen  über  die  Einfuhr  usw.
von  Pflanzen  in  die  Kapkolonie  erlassen,  die  im
allgemeinen  den  für  die  Einfuhr  von  Pflanzen
in  Trausvaal  festgesetzten  Bestimmungen  entsprechen.


Bestimmungen  über  die  Einfuhr  von  Pflanzen  in
die  Oranjeflumkolonie.

Durch  Bekanntmachung  der  Regierung  der
Oranjeflußkolonie,  Nr.  68  vom  13.  Februar  d.  Is.,
sind  Bestimmungen  über  die  Einfuhr  usw.  von
Pflauzen  in  die  Kolonie  erlassen,  die  im  allgemeinen
  den  für  die  Einfuhr  von  Pflanzen  in
Transvaal  festgesetzten  Bestimmungen  entsprechen.

 

Vorschrikten  für  die  Sinfuhr  und  den  Verkauf  von
Gisten  im  Somaliland.

Laut  Verordnung  des  Commissioner  für  das
Somaliland-Schutzgebiet  vom  21.  November  1906
(Nr.  1/1906)  darf  niemand  Gifte  in  das  Schutzgebiet
  einführen  oder  dort  verkaufen,  der  nicht
im  Besitze  einer  vom  Commissioner  oder  anderen
dazu  bestimmten  Beamten  ausgestellten  Lizenz  ist.
Die  Lizenzen  gelten  1  Jahr  vom  Tage  der  Ausstellung
  ab  und  unterliegen  einer  Gebühr  von  je
50  Rupien.

Folgende  Artikel  sind  in  einer  Tabelle  zu  der
Verordnung  als  unter  den  Begriff  „Gift“  fallend
besonders  aufgeführt:

Arsenik  und  seine  Zubereitungen,  Cyankali
und  alle  metallischen  Cyanide,  Strychnin,  Atzsublimat,
  Oxalsäure,  Brechweinstein,  Akonit,
Belladonna,  Chloroform,  Kokain,  Morphium
und  seine  Zubereitungen,  Opium,  nux  vomica,
Blausäure,  Kalabarbohne,  cocculus  indicus,
gemeiner  Stechapfel,  Mutterkorn,  Bilsenkraut,

Jgnatiusbohnenstrauch  und  Spanische  Fliegen.
(Trhe  Board  of  Trade  lournal.)

 

Verschiedene

Folonialwissenschaftliche  Vorlesungen.
Die  Kolonialwissenschaften  erobern  sich  erfreulicherweise
  immer  mehr  Heimatrecht  an  Deutschlands
  Universitäten.  Hochschulen,  an  denen  noch
vor  wenigen  Semestern  überhaupt  keine  kolonialen
Vorlesungen  gehalten  wurden,  führen  davon  heute
schon  eine  ganz  respektable  Liste.  An  der  Universität
  Halle  werden  z.  B.  im  nächsten  Winter
die  folgenden  kolonialen  Themata  behandelt:
Prof.  D.  Warneck:  Missionswissenschaftliches  Seminar.


Prof.  Dr.  Waentig:  Einführung  in  die  Kolonial-=geschichte
  und  Kolonialpolitik.

Dr.  Levy:  Weltwirtschaft  und  Weltwirtschaftspolitik.


Dr.  Levy:  Handelspolitik,  mit  besonderer  Berücksichtigung
  des  deutschen  Außenhandels.

Dr.  Fleischmann:  Deutsches  Kolonialrecht.
Prof.  Dr.  Wohltmann:  Die  Besiedlung  und  Entwicklung
  unserer  Kolonien  (mit  Lichtbildern).
Dr.  Brandes:  Die  Tierwelt  unserer  Kolonien.
Prof.  Dr.  Mez:  Die  Pflanzenwelt  Afrikas,  mit
besonderer  Berücksichtigung  der  deutschen  Kolonien

  und  ihrer  Produkte.

 

[Mitteilungen.

Prof.  Dr.  Joh.  Walther:  Praktische  Geologie  der
deutschen  Kolonien.

Dr.  A.  Scheuck:  Länderkunde  von  Afrika.

Dr.  A.  Schenck:  Geschichte  der  Erforschung  und
Kolonisation  Afrikas.

Prof.  Dr.  Philippson:  Klimakunde  der  deutschen
Schutzgebiete.

Prof.  Dr.  Wohltmann:  Tropische  Landwirtschaft,
mit  besonderer  Berücksichtigung  unserer  Kolonien.

Lektor  Dr.  Hollrung:  Die  tierischen  und  pflanzlichen
  Schädlinge  der  tropischen  Landwirtschaft,
mit  besonderer  Berücksichtigung  unserer  Kolonien.

Dr.  Sobernheim:  Tropenkrankheiten.

Dr.  von  Rupville:  Allgemeine  Kolonialgeschichte
vom  Entdtdeckungszeitalter  bis  zur  Gegenwart.

Dr.  Sommerlad:  Die  Deutschen  als  Kolonialvolk.

Kolonial-Wirtschaftliches.

Die  sveben  erschienene  Juli-Nummer  des
„Tropenpflanzer"“,  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  bringt  an  erster  Stelle  einen
Aufsatz  von  Dr.  Rud.  Endlich-Mexiko  „Über
den  gegenwärtigen  Stand  und  die  Aussichten  der
        <pb n="784" />
        W  694  20

Guayule-Industrie“.  Der  Verfasser  hat  bereits
im  „Tropenpflanzer“  vom  Mai  1905  eingehende
Mitteilungen  über  die  erst  in  den  letzten  Jahren
näher  bekannt  gewordene  Kautschukpflanze  des
nordamerikanischen  Hochlandes  veröffentlicht  und
berichtet  jetzt,  daß  die  Gnuaynle-Industrie  inzwischen
wesentliche  Fortschritte  gemacht  hat.  Da  einerseits
  die  wildwachsenden  Bestände  nahezu  ausgebeutet
  sind,  andererseits  die  Kulturfähigkeit
des  Guayule  als  erwiesen  anzunehmen  ist,  so  rät
der  Verfasser,  zum  Anbau  der  nenen  Nutzpflanze
zu  schreiten.  Wenn  auch  der  Kautschuk  nur  von
mittlerer  Qualität  ist,  so  hat  der  Guayule  gegenüber
  den  meisten  anderen  Kautschukpflanzen  den
Vorteil,  daß  er  in  bezug  auf  Boden  und  Feuchtigkeit
  außerordentlich  geringe  Ansprüche  stellt  und
sich  demnach  zur  Nutzbarmachung  von  sonst  unfruchtbaren
  Ländereien  eignet.

In  einem  Artikel  „Verwendung  des  Motorwagens
  im  Kongostaat“  berichtet  Heinz  Roß-Antwerpen
  über  die  Versuche,  die  man  im
Kongostaat  mit  den  bekannten  Dampfwagen  von
Dr.  Robert  Goldschmidt-Brüssel  gemacht  hat.  Bei
dem  großartigen  Plan,  eine  Verkehrsstraße  zwischen
dem  Kongo  und  dem  Nil  zu  bauen,  ist  es  mit
Freuden  zu  begrüßen,  daß  diese  Versuche  mit
Erfolg  gekrönt  worden  sind.  Wenn  auch  mit
Rücksicht  auf  die  schwierigen  Geländeverhältnisse
und  das  Klima  noch  manche  Verbesserungen  vorgenommen
  werden  müssen,  auf  die  der  Verfasser
näher  eingeht,  so  berechtigen  die  bisherigen  Ergebnisse
  doch  zu  der  Hoffnung,  daß  die  Verwendung
  der  Lastwagen  sich  im  Kongostaate  erfolgreich
  durchführen  läßt.

Ludwig  Kindt-Groß-Lichterfelde  gibt  in
einem  kleineren  Aufsatz  „Bananenmehl“  interessante
  Ratschläge  für  die  Selbstbereitung  von
Bananenmehl  und  weist  mit  Recht  auf  die
Wichtigkeit  dieses  Nahrungsmittels  für  eine  erfolgreiche
  Ernährung  kleiner  Kinder  in  den
Tropen  hin.

In  einem  Artikel  „Ostafrikanischer  Kopal“
teilt  Dr.  A.  Foelsing-Offenbach  a.  M.  mit,  daß
es  in  neuester  Zeit  gelungen  ist,  diesen  für  die
Lackindustrie  so  wertvollen  Handelsartikel  auch
aus  den  Früchten  des  Kopalbaumes  herzustellen,
während  man  bis  jetzt  zur  Gewinnung  des  sogenannten
  Harzes  die  Bäume  verletzen  mußte,
was  meist  ihr  Eingehen  zur  Folge  hatte.

Unter  den  folgenden  Mitteilungen  sei  verwiesen
  auf  „Musterkollektionen  von  tropischen
Nutzhölzern“.  Es  wird  hier  darauf  aufmerksam
gemacht,  daß  in  den  Räumen  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  Muster  afrikanischer  Nutzhölzer
von  Interessenten  eingesehen  werden  können.
Unter  „Vermischtes"  wird  das  Referat  wiedergegeben,
  welches  der  Vertreter  des  Kolonial= 



Wirtschaftlichen  Komitees,  Moritz  Schanz-Chemnitz,
  auf  dem  IV.  Internationalen  Baumwollkongreß
  in  Wien  gehalten  hat.  Interessante
Mitteilungen  über  wichtige  tropische  Ole  finden
sich  unter  „Handelsnotizen  und  wissenschaftliche
Angaben  über  ätherische  Ole“  aus  dem  Bericht
von  Schimmel  &amp;amp;  Co.  in  Miltitz  bei  Leipzig.

eingeborene  im  Bolonialen  LCandesvermessungs--dienst.


Nach  einem  Bericht  des  Komitees  für  die
Vermessung  der  britischen  Kolonien  in
Afrika  ist  die  Gründung  einer  Schule  zur
Ausbildung  Farbiger  für  den  Vermessungsdienst
  beabsichtigt.

Das  Komitee  ist  der  Ansicht,  daß  die  Bestrebungen
  für  Verwendung  Eingeborener  zur
Landesaufnahme  —  etwa  in  dem  in  Britisch-Indien
  eingeführten  Umfange  —  möglichst  gefördert
  werden  sollten.

Mehrere  Gonvernements  haben  Eingeborene
zum  Vermessungsdienst  bereits  mit  Erfolg  herangezogen.


Die  Grundstücksvermessung  im  englisch-ägyptischen
  Sudan  wird  durch  Agypter  und  Sudanesen,
welche  die  Gordon-Schule  zu  Khartum  besucht
haben,  ausgeführt.  Die  Leute  arbeiten  mit  Meßtisch
  und  Meßband.  Vier  solche  Landmesser
unterstehen  einem  farbigen  Unterinspektor;  zwei
oder  mehrere  solcher  Gruppen  bilden  dann  eine
Vermessungsabteilung;  diese  wird  von  einem
Europäer  geleitet.

Das  Gouvernement  der  Gold  küste  beschäftigt
auch  seit  Jahren  einige  Eingeborene  in  der
Polygonzug-Messung  mit  Prismenkompaß  und
Stahlband.

Der  Vorsteher  des  Vermessungsamtes  i#  in  Lagos
hat  besondere  Erfolge  in  der  Ausbildung  der
allerdings  auch  außergewöhnlich  begabten  Lagosneger
  erzielt.  Seine  Schüler  haben  nicht  nur
Kartenkonstruktion  mit  Koordinaten  und  Protraktor,
Kartenschrift,  farbige  Ausführung  der  Karte,  Auswertung
  der  Polygonzüge,  Gebrauch  der  Rechenmaschine
  und  der  Reduktionsmethoden  gelernt,
sie  können  auch  gute  astronomische  Breiten=  und
Azimutbestimmungen  ausführen.

Die  verschiedenen  Gonvernements  der  afrikanischen
  Kolonien  werden  nunmehr  für  den  Vermessungsdienst
  besonders  geeignet  erscheinende  Eingeborene
  in  die  zu  gründende  Fachschule  senden.

(Aus  Annunl  Coloninl  Reports  Nr.  500.)
        <pb n="785" />
        695  2e0

Verkehr  deutscher  Schiife  in  ausländischen  Häfen
während  des  Jahres  1906.

 

 

Eingang  Ausgang
5“  Raum=  dar  dar-Häfen
  Zahl  gehalt  uner!  Zahl  unter
der  n  7-  Schiffe  der  in
Schiffe  gister-  in  Schiffe.  La-*
  tons  Ladung  Schiffe  dung
Halmstadd  13  042  58  140  140
Hudiksvall  368  19524  28  36  33
Christiansund  26  10  146  26  5  1
Björneborg6  21156  *l)  36)
Aberden  19  86690  *5  190  5à5
Newburgg  1  201  *)  1  *)
Dundee  7  41439  7  7
Peterhead  4  1619  1  4
Fraserburgh  12  (585  1  12  11
Barcelona,103  87.91  103  103  52
Oporto  103  77310  10  103  89
Neapel.  137  1  685  658  *)  435  *)
Patras  41  58  167  *)  41  *)
Dedeagatsch  32  36  187  32  32  32
Bombay  66  109  794  *  66  *)
Monlmein
(Br.  Burmah)  5  9  073  –  5  5
Durboan  93  203  0900  *)  925
Santa  Crug  del  I  :
SI!1«(Cuba).  484104S)’47  48  47
Rosarito  61  138  569  53  61  61
Callo  ..  85  216  140.  88  79  58
%

 

 

(Nach  den  Schiffslisten  der  Kaiserlichen  Konsulate.)

Schiffsverkehr  auf  den  Hawailschen  Inseln  im
Jahre  1905  06.

Vom  1.  Juli  1905  bis  zum  30.  Juni  1906
kamen  in  den  Häfen  der  Hawaiischen  Inseln  im
Vergleich  mit  1905  und  1904  folgende  Schiffe  an:

aus  dem  Auslande:

1905/06  146  Schiffe  mit  422  881  Tons
1904/05  153  -  .  398  4834
1903/04  192  -  407  697

aus  den  Vereinigten  Staaten:

1905/06  307  Schiffe  mit  590  960  Tons
19041200  333  -  583  633
1903/04  296  526  150

Es  trafen  insgesamt  ein:

1905/06.  453  Schiffe  mit  1  013  841  Tons
1904/05.  4386  -  -  982  116
1903/04  488  -  933  8417

Während  der  Jahre  1902/06  gestaltete  sich
der  Verkehr  deutscher  Schiffe,  wie  folgt:
1902  8  deutsche  Schiffe  mit  11  617  Tous#
6  -

1903  -  8589

1904  5  -  -7394  —
1905.  5  -  -  11712
1906  4  -  -  .  6740

*)  Nicht  nachgewiesen.

 

Von  deutschen  Schiffen  kommen  nach  diesen
Inseln  lediglich  Segelschiffe  auf  der  Fahrt  von
Enuropa  um  Kap  Horn;  deutsche  Dampfer  laufen
hier  nur  ganz  vereinzelt  und  dann  auch  nur  im
Falle  der  Not  an,  um  Proviant  zu  nehmen  und
Reparaturen  machen  zu  lassen.

Zwei  neue  Dampfer  der  Toyo  Kisen  Kaisha
werden  voraussichtlich  Ende  dieses  Jahres  oder
gegen  Anfang  des  nächsten  Jahres  in  die  Fahrt  eingestellt
  werden;  als  Fenerung  wird  auf  ihnen  Ol
gebraucht.

Da  das  Schiffahrts-Subventionsgesetz  von  den
gesetzgebenden  Körperschaften  in  Washington  abgelehnt
  worden  ist,  hat  die  Oceauic  Steam  Ship
Co.  ihre  drei  Dampfer  „Sonoma“,  „Ventura“,
„Sierra“  von  der  Linie  Sau  Francisco  —  Honolulu—Pago
  Pago—Australien  zurückgezogen  und
hat  jetzt  die  Absicht,  den  letztgenannten  Dampfer
„Sierra“  zwischen  Honolulu  und  San  Francisco
fahren  zu  lassen.  Die  Australische  Linic  hat  sich
nie  bezahlt  gemacht  und  ist  in  den  letzten  Jahren
auch  nicht  beim  reisenden  Publikum  beliebt  gewesen,
  da  die  Schiffe  letzthin  fast  in  jedem  Hafen
längeren  Aufenthalt  behufs  größerer  Reparaturen
an  den  Maschinen  hatten.  -

Die  Canadian  Pacific  Railway  soll  mit  der
Absicht  umgehen,  die  in  früheren  Jahren  der
Oceanic  S.  S.  Co.  von  der  Neuseeländer  Re—
gierung  gewährte  Subvention  von  100  000  5Kl  für
sich  zu  erwirken,  welche  letztgenannter  Gesellschaft
infolge  des  mangelhaften  Postbetriebs  entzogen
worden  ist.  Zu  diesem  Zwecke  sollen  die  jetzigen
drei  Dampfer  der  Canadian-Australian  S.  S.  Co.
„Miowera“,  „Norangi“,  „Moana“  durch  die
schnelleren  und  besseren  drei  Dampfer  der  „Empreß
Linc“  ersetzt  werden,  welche  jetzt  zwischen  China,
Japan  und  Vancouver  verkehren;  diese  letztere
Linie  soll  von  den  jetzt  im  Atlantischen  Ozcan
beschäftigten  Dampfern  versorgt  werden,  während
neue  Dampfer  für  den  Atlantic  im  Bau  sein
sollen.

Die  französische  Gesellschaft  „Chargeurs
Réunis“  soll  fünf  Dampfer  von  je  10  000  Netto-Reg.-Tons
  im  Bau  haben,  welche  in  ihrer  neuen
Linie  „Um  die  Welt“  beschäftigt  werden  sollen.
Die  Dampfer  „Amiral  Duperre“,  „Amiral
Hamelin“,  „Amiral  Exelmans“  haben  bereits
Fracht  und  Passagiere  von  China  und  Japan  in
Honoluln  und  dem  Puget  Sound  (Tacoma  und
Seattle)  gelandet  und  sind  nach  Entlöschung  die
Westküste  Nord=  und  Südamerikas  entlang  und
zurück  nach  Europa  gesegelt.  Nach  Zeitungsangaben
  soll  die  Reise  des  Dampfers  „Amiral
Hamelin“  (von  3188  Tons)  bis  einschließlich
Seattle  der  Gesellschaft  einen  Reingewinn  von
über  20  000  Ss  abgeworfen  haben.

Auch  von  einer  russischen  Dampferlinie,  die
        <pb n="786" />
        G  696  20

schon  jetzt  zwischen  Wladiwostok  und  Nordjapan
verkehren  und  die  Absicht  haben  soll,  sich  bis
San  Francisco  auszudehnen,  berichteten  die  Zeitungen.


Die  Tehnantepec  National  Railroad  Co.  hat
ihren  Verkehr  von  Salina  Cruz  nach  Coatzacoalcos,
Mexiko,  eröffnet;  im  Anschluß  an  diese  hat  die
American-Hawaiian  S.  S.  Co.  ihren  Frachtverkehr
zwischen  dem  Osten  der  Vereinigten  Staaten  und
den  Hawaüschen  Inseln  gänzlich  über  diese  Bahnlinie
  geleitet,  und  der  Verkehr  via  Kap  Horn
hat  ganz  ausgehört.  Während  es  früher  80  Tage
dauerte,  um  Fracht  von  New  Vork  auf  Hawai
zu  landen,  und  65  bis  70  Tage,  um  Zucker  von
dort  aus  nach  New  VNork  zu  bringen,  kann  die

American-Hawaiian  S.  S.  Co.  jetzt  via  Mexiko
diese  Frist  auf  etwa  30  bis  35  Tage  herabsetzen.
Auch  die  Frachtraten  sind  infolgedessen  etwas
billiger  geworden.

Eine  direkte  Dampferverbindung  zwischen  Los
Angeles  —  San  Pedro  und  diesen  Inseln  wird
angestrebt,  und  bei  dem  Interesse,  welches  kalifornisches
  wie  hawaiisches  Kapital  an  diesem  Unternehmen
  zu  haben  scheint,  ist  seine  Verwirklichung
nicht  unwahrscheinlich.

Die  Rührigkeit  in  Schiffahrtskreisen  während
des  letzten  Jahres  ist  bemerkenswert,  und  eine
bedeutende  Zunahme  des  transpazifischen  Dampferverkehrs
  ist  in  nächster  Zeit  zu  erwarten.

 

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Honolulu.)

Schiffsverkehr  der  Kapkolonle  und  Matals  1906.

Der  Schiffsverkehr  der  Häfen  der  Kapkolonic  und  Natals  stellte  sich  im  Jahre  1906,

 

 

 

 

 

wie  folgt:
J.  Lapkolonie.
Einlaufend  Austaufend
Britisch  Nichtbritisch  Briisch  #  Nichtbritich
Dampfer  Segler  Dampfer.  Segler  Dampfer  Segler  Dampfer  Segler
Kapstadt  855  45  120  471856  54  120  43
Port  Elizabeth  383  14  83  43  385  15  83  48
East  London  358  26  68  20  356  31  68  18
Port  Nolloth  63  5  55  3  63  5  55  2
Simonstown.  24  —  2  3  23  —  2  3
Mosselbay  195  —  15  4  193  1  15  3
Knysna  ...  55  1  ——  3  54  1  —  2
St.  Johns  River  46  6  —  46  5  E—
Die  deutsche  Flagge  führten:
mit  Ladung  in  Ballast

Dampfer  davon  in  der  Segler  Dampfer  davon  in  der  Segler

Küstenfahrt

gahl  Reg.  Tous  gahl  Reg  -Tons  gabl  Reg.  Tons

Küstenfahrt
gahl  Reg.  Tons  Zahl  Reg.  Tons  Zahl  Reg.  Tons

 

Einlaufend“  269  1  125  515  175  742916  10  1461290  11  421  3  6  321  —
Auslaufend  269  1  120  818  171  710368  3  19998  13848  8  20  761  7  9724
Der  Gesamtschiffsverkehr  unter  nicht  britischer  Flagge  weist  folgendes  Ergebnis  auf:

mit  Ladung  in  Aallast
6  Dampfer  davon  in  der  Segler  Dampfer  davon  in  der  Segler

HKüstenfahrt

Jahl  Neg--Tons.  Zahl  Ne--Tons  Zabl  Reg.-Tons

323  1  279  937  218  859514
3121250  762  211  867551

Einlaufend
Auslaufend

—
18  1555:

Küstenfahrt
Zahl  Reg.  Tons  Zahl  Reg.-Tons  Zahl  Reg.-Tons
20

)  4634  3
3131

70  663  19

6324  3
10  427  106

 

2219
1089  985
        <pb n="787" />
        G  697  20

Der  weitaus  größte  Teil  der  unter  nicht  britischer  Flagge  fahrenden  Dampfer  war  somit

deutscher  Nationalität.

 

 

II.  Natal.
mit  Ladung  in  Ballast

#  r*d-u  davon  in  der  —  ,  -.»davonindcrf  baler

Dampfer  nüstenfahrt  Segler  Dampfer  Küstenfahrt  Scgler
eg  ,D,eg.=  Reg.-  Reg.-  Reg.  Reg
————————————————————
M#et  einlaufend  576  1654  421  138  400  519  10  20636008  179925  73  116  923  9  3604
Britisch  auslaufend  573  1  611  646  255  821  855  24  25  50115  222  537  23.  9254
Nichtoriisch  /  einlaufend  426  271379  23  61  800  30  31  700925  3s  341  13  640
Vichtbritifch=  auslaufend131  266472  30  00  860  3  2108516  21210  2  35  570

Deum  einlaufend  7  178380  17  52580  6  8163%10  16547  2  *
Feusch  auslaufend  75  168213  17  46647  1  1462  20  290  2  5382

 

 

 

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Kapstadt.)

Druchfehler-  Berichtigung.

In  der  Handelsstatistik  des  Schutzgebiets
Deutsch-Ostafrika,  die  wir  in  unserer  letzten
Nummer  gebracht  haben,  haben  sich  richtig  die
Tabellen  auf  Seite  635  an  die  Tabellen  auf
Seite  633  unmittelbar  anzuschließen;  dann  erst
folgen  die  auf  Seite  634  gebrachten  Tabellen  bis
„Handel  über  die  Binnengrenze“.  Daran  hat
sich  vor  „III.  Gesamthandel“  die  Tabelle  auf
S.  636  „Wichtigste  Warenpositionen“  anzuschließen.

Literatur.
Die  letzten  Kämpfe  der  deutschen  Truppen
in  Südwestafrika.

In  fesseluder  Weise  bringt  das  soeben  vom
Generalstab  herausgegebene  (6.)  Schlußheft  der
„Kämpfe  der  deutschen  Truppen  in  Südwestafrika“
  (Berlin,  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn)
das  Ende  des  Hottentottenkrieges,  die  Unterwerfung
  des  Cornelius  und  der  Bondelzwarts
zur  Darstellung.  Wenn  auch  die  Widerstandskraft
der  Witbois  und  der  ihnen  verwandten  Stämme
durch  Hendrik  Witbois  Tod  und  die  hierdurch
veranlaßten  Waffenstreckungen  im  wesentlichen
gebrochen  war,  so  konnte  das  Namaland  doch
keineswegs  als  beruhigt  gelten,  solange  die  Manasseund
  Simon  Kopperleute  sowie  der  Bethanier-Kapitän
  Cornelius  mit  seinen  Banden  noch  im
Felde  standen.  Die  Unternehmungen  gegen  diese
Führer  forderten  von  den  Truppen  wiederum
die  größten  Anstrengungen  und  Entbehrungen.
Während  Manasse  auf  der  Flucht  vor  unsern
Reitern  den  Tod  fand,  gelang  es  dem  auf  englisches
  Gebiet  ausweichenden  Simon  Kopper,  sich
der  Macht  der  Deutschen  zu  entziehen.  In  der
Kalahari,  wo  er  sein  unstätes  Räuber=  und  Wanderleben
  weiterführt,  wird  er  gegenwärtig  durch
Kamelreiterpatrouillen  beobachtet.  Versuche,  ihn
dort  im  April  und  Mai  d.  Is.  nochmals  zu  fassen,

 

mußten  aufgegeben  werden,  weil  in  der  trockenen
Wüste  die  Tiere  versagten.  Der  halb  zu  Tode
gehetzte,  völlig  erschöpfte  Cornelius  wurde  am
3.  März  1906  von  der  Abteilung  des  Hauptmanns
Volkmann  eingeholt  und  zur  Unterwerfung  gezwungen.
  überaus  schwierig  gestalteten  sich  die
Unternehmungen  gegen  die  Bondelzwarts,  da  die
Zufuhrmenge  die  Gesundheit  und  Schlagfertigkeit
der  Truppen  ernstlich  beeinträchtigten.  Morengas
Banden  lösten  sich  erst  nach  mehreren  schweren
Gefechten  und  großen  Verlusten  auf;  ihr  Führer
stellte  sich  völlig  wehr=  und  hilflos,  krank  und
aller  Mittel  ledig,  am  7.  Mai  1906  der  englischen
Kappolizei.  Aber  erst  am  23.  Dezember  gelang
es  der  eifrigen  Tätigkeit  der  Deutschen,  den  letzten
Widerstand  des  Bondels  zu  brechen  und  den
Orlog  zu  Ende  zu  bringen,  nachdem  diese  in
mehreren  Einzelkämpfen  geschlagen  worden  waren.
Am  24.  Dezember  1906  konnten  die  Deutschen
des  südlichen  Namalandes  das  Weihnachtsfest  seit
drei  Jahren  wieder  in  Frieden  feiern.  Zehn
Skizzen  und  sechzehn  Abbildungen  ergänzen  den
spannend  geschriebenen  Text  des  Heftes  (Preis
45  Pf.),  das  den  zweiten  Band  der  „Kämpfe  in
Südwestafrika“  abschließt.  Das  jetzt  vollständig
vorliegende  Werk  bildet  eine  ausgezeichnete  Volksausgabe
  und  kann  weitesten  Kreisen,  vor  allem
auch  der  herangewachsenen  Jugend,  nicht  warm
geung  als  Lektüre  empfohlen  werden.

Die  Küstenbewohner  der  Gazelle-Halbinsel
(Neupommern,  deutsche  Südsee),  ihre  Sitten
und  Gebräuche,  unter  Benutzung  der  Monatsheftc.
  dargestellt  von  P.  A.  Kleintitschen,
Missionar  vom  heiligsten  Herzen  Jesu.  Mit
vielen  Abbildungen  und  zwei  Karten.  Verlag
des  Herz-Jesu-Missionshausfes  in  Hiltrup  bei
Münster  (in  Westfalen).

Die  reichen  Erfahrungen,  welche  die  Missionare
  vom  heiligsten  Herzen  Jesu  während  ihrer
        <pb n="788" />
        M  698  20

25  jährigen  Tätigkeit  unter  den  Küstenbewohnern
der  Gazelle-Halbinsel  (Neupommern)  über  deren
Sitten  und  Gebräuche  gesammelt  haben,  waren
bisher  nur  zerstreut  in  den  Monatsheften  des
Herz-Jesu-Missionshauses  veröffentlicht  worden.
Der  Verfasser,  der  selbst  fünf  Jahre  als  Missionar
unter  den  Eingeborenen  der  Gazelle-Halbinsel  geweilt,
  hat  es  unternommen,  diese  Berichte  zu
sammeln  und  sie  durch  seine  eigenen  Erfahrungen
und  Erlebnisse  in  wertvoller  Weise  zu  ergänzen.
Das  Werk,  dessen  Bedeutung  durch  zahlreiche,
gute  Bilder  erhöht  wird,  liefert  einen  schätzenswerten
  Beitrag  zur  Kenntnis  von  Land  und
Leuten  auf  der  Gazelle-Halbinsel  und  kann
jedem,  der  sich  mit  den  Sitten,  Gebräuchen  und
Lebensgewohnheiten  der  Eingeborenen  auf  jenem
Teile  Neupommerns  eingehend  vertraut  machen
will,  auf  das  angelegentlichste  empfohlen  werden.

Rangliste  von  Beamten  der  Kaiserlich
Deutschen  Marine  für  das  Jahr  1907.
Redigiert  im  Reichs-Marine-Amt.  Berlin,
E.  S.  Mittler  K&amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
  Kochstraße  68—71.

Jahrbuch  des  städtischen  Museums  für
Bölkerkunde  in  Leipzig.  Herausgegeben
von  der  Direktion.  Band  I.  1906.  Leipzig,

R.  Voigtländers  Verlag.  Preis  4  Mk.  80  Pf.

Aus  dem  Leben  der  arabischen  Bevölkerung
in  Sfax  (Regentschaft  Tunis)  von  Dr.  Karl
Narbeshuber,  K.  K.  österreich  =  ungarischer
Vizekonsul  in  Sfax.  (Veröffentlichungen  des
städtischen  Museums  für  Völkerkunde  in  Leipzig,
Heft  2.)  Leipzig,  R.  Voigtländers  Verlag.
Preis  2  Mk.  70  Pf.

Kochbuch  für  die  Tropen.  Nach  langjährigen
Erfahrungen  in  den  Tropen  und  Subtropen
zusammengestellt  von  Antonie  Brandeis.
316  Seiten.  In  Leinwand  gebunden  Preis
Mk.  3,75.  Berlin.  Verlag  von  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen).

Mit  der  Herausgabe  dieses  Kochbuchs  wird
bezweckt,  jungen  Hausfrauen,  welche  vorübergehend
  oder  dauernd  in  südlichen  Ländern  wirtschaften
  müssen,  einen  Ratgeber  für  die  Küche  an
die  Hand  zu  geben.  Die  Verfasserin  hat  als
Gattin  des  Landeshauptmanns  Brandeis  lange
Zeit  teils  in  Afrika,  teils  in  der  Südsee  gelebt,
so  daß  sic  die  Verhältnisse  unserer  tropischen  Kolonien
  von  Grund  aus  kennt.  Ihr  Bestreben
geht  dahin,  unter  Anpassung  an  die  vorhandenen
Landesprodukte  eine  möglichst  abwechslungsreiche,
gesunde,  aber  auch  den  enropäischen  Gewohnheiten
  entsprechende  Kost  zusammenzustellen.  Die

 

einleitenden  Abschnitte  geben  in  knapper,  sachlicher
Form  Ratschläge  betreffs  der  Kücheneinrichtung,
der  Einrichtung  der  Vorratsräume,  der  Aufbewahrung
  von  Lebensmitteln,  der  Verwendung
von  Resten,  der  Dienstbotenkost  und  der  Behandlung
  des  Eingeborenenpersonals.  Hierauf  folgt
eine  Zusammenstellung  von  ganzen  Mahlzeiten
aus  Landesprodukten,  mit  oder  ohne  Verwendung
von  Konserven,  für  den  Hausgebrauch,  für  Festlichkeiten
  und  für  Picknicks,  sowie  Anweisungen
für  das  Kochen  im  Zelt  und  auf  Expeditionen.
Weitere  sechzehn  Kapitel  sind  den  eigentlichen
Rezepten  gewidmet.  Die  Schlußkapitel  endlich
behandeln  das  Einmachen,  die  Verwendung  von
Konserven  und  die  Krankenkost.  Überall  fühlt
man  die  Praxis  der  Hausfrau  durch,  die  aus  eigener
Erfahrung  schöpft.

 

Koloniale  Dreßstimmen.
In  deeser  Rubrik  sollen  Kr:  bemerkenswerte  Rußerunge
der  Presse  über  loloniale  Serhmt  e  #h  s  egeben  werbden,  o  in
daß  die  Redaktion  des  Ko  l.  Bl.“  elbst  Srellung  zu  dem
Inhalte  !“nt  1

Um  die  neuen  Lolonisationszentren  in  Tunis
zu  studieren,  hat  der  französische  Minister  des
Auswärtigen  einen  Sachverständigen,  M.  Charles
Géniaux,  dorthin  gesandt.  Sein  Bericht  La
Vvérité  sur  la  colonisation  française  en
Tunisie-:  liegt  jetzt  in  der  Zeitung  La
Revuer  vom  15.  Juni  vor.  Wir  geben  nachstehend
  im  wesentlichen  den  Gedankengang  des
Berichts

Die  politischen  Gründe,  welche  seinerzeit  Frankreich
  bewogen,  das  Protektorat  über  die  Regentschaft
Tunis  zu  ergreifen,  haben  in  diesem  Zusammenhange
kein  Interesse.  Auf  wirtschaftlichem  Gebiete  bestanden
sie  darin,  auf  afrikanischem  Boden  frangösischen  Bauern
geeignete  Siedlungomöglichkeiten  zu  geben,  die  Agrikultur
  des  Landes  dadurch  zu  verbessern,  daß  man  das
räuberische  Regime  des  Beus  durch  eine  geordnete
Verwaltung  ersetzte  und  das  Territorium  mit  Arbeitern
und  Bauern  besiedelte,  welche  den  Eingeborenen  zum
Vorbild  dienen  konnten.

Dieses  Ziel  ist  bis  jett  nur  zum  Teil  erreicht
worden.  Die  inneren  Wirren  haben  im  Lande  aufgehört,
  aber  man  kann  nicht  behaupten,  daß  die  Siedlungstätigkeit
  bioher  zufriedenstellende  Refultate
  gegeitigt  hätte;  und  der  Grund,  weshalb  dies
geschehen  ist,  liegt  nach  dem  Berichterstatter  darin,  daß
man  keine  Landbauern,  sondern  Amateure  in  die
Kolonie  gesandt,  daß  man  es  nicht  verstanden  hat,  die
französische  Flagge  beliebt  zu  machen.  Denn  die  Amateure
  werden,  sobald  sie  ihr  Vermögen  durchgebracht
haben,  Arabophoben  und  gleichzeitig  antigonvernemental.


Der  erste  Eindruck,  den  der  Berichterstatter  in
Tunis  gewann,  war  die  auffallende  Zerfahrenheit
der  Verwaltung,  wolche  teils  durch  die  Zufälle  der
Pariser  Politik  oder  durch  einige  Kolonisten  beeinflußt
wird:;  unter  den  letzteren,  der  agrarischen  Partei  der
Kolonie,  ist  einer  der  Feind  des  andern.  Weinbauer,
Getreidepflanger  und  Vieh.  züchter  haben  en#gexgengesetzte
Interessen,  und  die  großen  Direktoren  der  Domänen
        <pb n="789" />
        699  20

siehen  wieder  im  Gegensatz  zu  den  kleinen  Farmern,
welche  sich  als  Proletarier  behandelt  fühlen.  da  man

Straßen,  Eisenbahnen  und  Häfen  nur  für  die  Großunternehmer
  baut.  „Es  ist  nicht  leicht,  den  Franzosen
in  Afrika  zu  regieren,  der,  im  Heimatland  so  fügsam,
zum  afrilanischen  Löwen  wir  sobald  er  nur  einige
Jahre  im  Lande  weilt.“  Dem  Ein  fluß  der  großen
Kompagnien  wagt  sich  selbst  der  tüchtigste  Verwaltungs  Sbeamte
  nicht  zu  entziehen,  da  er  sonst  um  seine  Stellung
fürchten  müste.  Und  diese  Gropßgrundbesiver  sind  es
auch,  die  das  geringste  Verständnis  für  die  Interessen
der  Eingeborenen  zeigen.  Stets  sind  sie  bereit,  der
Regierung  die  Reklamation  der  französischen  Kolonie,
die  Desiderata  der  Siedler,  die  Klagen  der  Siedler,
die  Hoffnungen  der  Siedler  zu  unterbreiten,  aber  keiner
hat  bis,  jeet  jemals  von  den  Rechten  der  Araber  gesprocher


Hitoriich  stellt  sich  die  Entwicklung  der  Besitzverhäftnise
  so  dar,  daß  man  zunächst  das  Eigemum
der  Großen  des  Landes  aufkaufte:  dann  ging  man
1898  unter  dem  Einfluß  der  tunesischen  Agrarpartei  so
weit,  daß  die  Ackerbauverwaltung  jährlich  2000  Hektar
aus  den  Staatsdomänen  herausnehmen  mußte,  die
nur  an  französische  Siedler  verkauft  werden  sollten.
Bergleicht  man  dagegen  das  Verhalten  Lord  Cromers
in  Agypten,  der  beim  Verkauf  der  Krondomänen  vorschrieb,
  daß  zunächst  das  Land  an  die  eingeborenen
Fellachen  verkauft  werden  solle  und  dann  erst  an  die
Europäer,  von  dem  Grundsatz  ausgehend,  daß  man
die  Eingeborenen  an  die  Scholle  binden  müsse,  weil
dies  die  Grundlage  jedes  Fortschrittes  in  der  Zulunft
sei,  so  fällt  dieser  Vergleich  sehr  zuungunsten  der  Frangosen
  aus.  Denn  was  soll  depossedierten
arabischen  Bauern  werden,  die  sieben  Zehntel  der
tunesischen  Bevölkerung  ausmachen.  Im  ersten  Stadium
der  Besiedlung  verkaufte  man  große  Domänen  von
20  000  bis  50  000  Oektar  zu  einem  unbedentenden  Preis
aun  frauzösische  Kapitalisten  oder  ausgediente  Minister.

Die  Kapitalisten  lebten  meist  in  Paris.  Aber  das  bedeutete
  keine  Besiedlung  des  Landes.  Dann  ging  von
privater  Seite  der  Versuch  aus,  Kleinsiedler  ins  Land
zu  ziehen.  Die  Großumernehmer  liefen  gegen  diese
Versuche  Sturm,  aber  der  Erfolg  war  überraschend.
„Hätte  ich  nur  50  000  Blaublusen  alds  Kolonisten  in
der  Regentschaft,.“  sagte  der  Präsident  der  Domänen
zu  dem  Berichterstatter.  Und  in“  ceer  Tat,  die  Landarbeiter,
  selbet  wenn  sie  ohne  Kapital  ins  Land  gelommen
  waren,  haben  sich  hier  eime  Ellng  geschaffen,
welche  der  ihrer  Heimat  überlegen  ist.

Die  großen  Besitzungen  haben  zum  größten  Teil
mehrfach  ihre  Besitzer  gewechselt,  unter  spekulativem
Gewinn  für  den  ersten  Eigemtümer,  die  meisten  sind  in
Kleinbesitzungen  gerschlagen  worden.  Denn  da  man
bei  der  ersten  Anlage  auf  die  klimatischen  Eigenschaften
des  Landes  keine  Rücksicht  nahm,  so  trden  Weinberge
  usw.  angelegt  in  Gegenden,  in  denen  auf  ein
Fortkommen  der  Pflanzungen  oder  wenigstens  auf
Absatz  nicht  zu  rechnen  war.  So  mußten  die  immensen
Domänen  zerfallen,  zumal  ihre  Besiger  und  Verwalter
lieber  im  Kasino  zu  Tunis  ihr  Geld  durchbrachten,  als
sich  um  die  Bebanung  des  Landes  zu  kümmern.

Waldeck-Rousseau  hätte  vielleicht  in  diesen  beklagenswerten
  Tatsachen  eine  Evolution  des  Eigentums
gesehen;  jent  ist  man  dahin  gekommen,  daß  keiner

 

dar  Siedler  von  1894  mehr  auf  seiner  Scholle

.  .  .  Die  Siedler  waren  eben  der  Regei  nach
Kün-  Landbauern,  sondern  Amatenre.  Wenn  ein
Rentier  für  87  500  Franken  sich  ein  Besitum  kaufte,
so  ließ  er  zunächst  darauf  ein  Haus  im  Werte  von
60  000  Franken  bauen.  Das  mußte  zum  Ruin  führen.
Wenn  man  jeu#t  in  französische  Farmen  eimritt  und
den  Besitzer  fragt,  wie  lange  er  schon  dieses  Land
kultiviere,  erhält  man  die  Amtwort:  ein  Jahr,  zwei
Jahre  oder  drei  Jahre.  Aber  auch  diese  Besitzer  wollen
alle  wieder  verkaufen,  und  so  hat  man  nach  25jähriger
  Okkupation  das  Resultat  ergielt,  daß  kaum
tausend  wahre  Siedler  selbst  ihre  Besitztümer
bebauen.  Etwa  3000  Frangosen  leben  im  Lande
als  Inspelworen.  Mechaniker,  landwirtschaftliche  Ingenicure
  usw.  Das  bedeutet  in  einem  Lande  in  der
Ausdehnung  wie  Tunis  so  viel  wie  einen  Tropfen  in
einer  großen  Schale.

Ein  eigenartiges  Problem  bietet  die  schon  berührte
Tatsache,  daß  den  Siedlern  der  oben  beschriebenen  Art
edes  Gerechtigkeitogefühl  gegen  die  Araber  abgeht.

it  den  jedem  Franzgosen  in  der  Heimat  eigentümlichen
uorh  noen  Kem  kommt  er  im  Lande  an,  nach  einigen
Jahren  hat  sich  bei  ihm  eine  derariige  geistige  Umwandlung
  vollzogen.  daß  nur  noch  der  Instinkt  zu
herrschen  scheint.  Die  herrschende  Agrarpartei  ist  nicht
allein  der  Feind  der  Eingeborenen,  sondern  auch  der

Regierung.  Man  kauft  das  Land  nur,  um  es  mit
Profit  wieder  zu  verkaufen,  und  siehr  in  den  Eingeborenen
  und  der  Regierung  nur  die  Widersacher

seiner  Spekulation.  Sowie  der  Siedler  verarmt,  kommt
ihm  die  Versuchung  au,  sich  auf  die  Unglücklichen  zu
stürgen,  welche  er  in  seiner  Gewalt  hat.  Denn  er  ist
der  Herr  des  Landes  und  er  hat  die  Gewalt  über  die
Schwacher  und  unwissenden  Untergebenen.  Der  kleine
und  mittlere  Bauer  dagegen,  für  den  es  einer
außergewöhnlichen  Energie  bedarf,  um  dem  Boden  den
Lebensunterhalt  abugewinnen,  schätzt  die  Kräfte,  welche
ihm  im  Araber  zur  Verfügung  stehen.  Er  ist  der
wahre  Lehrer  der  Eingeborenen.

*  *
*

Die  große  Kolonisation  hat  sich  ausgelebt,  und  die
lleine  Kolonisation  scheint  jetzt  in  fruchtbaren  Gegenden
die  Oberhand  zu  bekommen.  Wenn  dereinst  die  Eigentümer
  ihre  Beduinen  als  Pächter  einsetzen  und  sie
nicht  mehr  auf  ein  Himtel  der  Produkte  des  Landes
anweisen  —  ein  moder  Sklaventum  —,  dann  wird
eine  wahre  Auerstehemg  dem  Lande  bevorstehen.  Beiwiele
  sind  vorhanden,  in  denen  die  mohammedanischen
Angestellten  von  Franzosen  sich  so  viel  erspart  haben.
daß  sie  sich  selbst  zum  Besitzer  machen  konnten.  Diese
eingeborenen  Bauern  werden  die  Elite  der  tunesischen
Sandbevölkerung  bilden.  Die  Regierung  muß  zeigen,
daß  sie  nicht  die  Verechtigung  des  Sates  anerkennt,
daß  ein  Franzose  immer  recht  habe,  selbst  wenn  er
einen  unschuldigen  Muselmann  tötet.  Das  Zusammenarbeiten
  der  eingeborenen  und  der  angesiedelten
  Bevölkerung  wird  die  Zukunft  des  Landes
sichern.  Es  muß  bewirkt  werden,  daß  die  frangzösische
Jlagge.  geltebr  wird  und  es  darf  keine  Poliik  berieben
  werden,  welche  sich  des  Fl
Prügels  bedient.  *  %  Flasgensisck  als
        <pb n="790" />
        700

Verkehrs-Nachrichten.
Postdaupfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Juli  1907.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen


Die  Abfahrt  erfolgt

am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefe  müssen  aus

Berlin  spätestens

abgesandt  werden  am:

 

1.  Deutsch-Reuguinea.

Neapel
(deutsche  Schiffe)

18.

Juli  15.  Aug.

Friedrich-  9  helmshafen
  38  Tage
einpsondaten  41  Tage
Simpsonhafen  38  Tage
Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage

 

Brindisi  28.  Juli
(eng-l.  Schiffe)
2  deutsch-Ostafriha.  Neapel  25.  Juli  5.  Aug.
a)  act  Zutoba.  Muansa  und  (deuussche  Schisfe)
'  5%  .....  «

be  Drdreung  *  galaneier  Marseille  10.  jedes  Monats

bahn  und  von  edu  En  tation

1  Schiff  nach  den  Bestim-  Brindisi

ts-r
5)  t  Tanga  Giuschl.  ami.

scha.  Herg  WMo
Wos  l  Muh  0.  Vnae
Wugiri  und  Bilheum  stal)

c)  nach  Deutsch-Ostafrika
(ausschl.  der  unter  a  und  b
genannten  Postorte)

(engl.  Schlffe)

Neapel
(deutsche  Schiffe)

Marseille

1Brindisi
(engl.  Schlffe)

Neapel  2
(deutsche  Schiffe)

1
#

10.

5.  Juli  5.  Aug.

Juli  5.  Aug.

jedes  Monats

Mombasa  O  16-18  Tage
/
Mombasa  O  17  Tage

Mombasa  O  20  Tage
Tanga  17—19  Tage

Daressalam  18-21  Tage

Zanzibar  18
(von  Zan  bor  #e  elbar.
Wel  ere  na

e  durch  Gonvernenfen
  in  6  Stund.)
Zanzil  ar  22  Tage
na  aressalam  welter
mit  n  äächster  Gelegenheit

23
——

aressa
mentsd

 

16.  26.  Juli  13.  Aug.
1035  abds.

23.  Juli  3.  Aug.
10  abds.

8.  jed.  Mts.  9/0  abds.
105  abds.

23.  Juli  B.  Aug.
10s  abds.

23.  Juli  3.  Aug.
10  abds.

6.  jed.  Mts.  10½8  abds.

10KP  abds.

 

I  Epukiro.

-—
i

in.  Haris,  Hohewarte,
a-ti  o  0  Karibib,  Kub,

Ot#iw  varonyo.
orero,  Rebo
E
E1  Waldau,  Waterberg,

b  rl  Lüderitzbucht,  Kubub,
1  c,  anien,  t  ur,  Keet-I


o)  nach  te  Warmba
  Kalksontein  (Süd)  und
a

deutsch-  Südweitaftihm

E—  Goh  50K

Hamburg

Antwerpen
(deutsche  Schiffe)

Boulogue

(deuische  chiffe)
Southampton

Southampton

7Hamburg

Southampton

Antwerpen
(deutsche  Schiffe)

Voulogne
(beutsche  Schiffe)
Hamburg
Southampton
Hamburg

Antwerpen
(deutsche  Schiffe)

sBoulogne
(deutsche  Schiffe)
Southampton

 

25

16.
27.
20.

31.

20.

Juli
20.

Juli

Aug.
Juli  6.  Aug.

Juli  3.  Aug.
Juli

Juli

27.  Juli

Juli  3.  Aug.

 

Swakopmund  22  Tage

Swakopmund  25  Tage

Swakopmund  19  und
24  Tage

Swalopmund  25  und
Tage

Swakopmund  32  Tage

Swakopmund  30  Tage

Lüderitzbucht  20  bis
29  Tage
Lüderitzbucht  21  Tage
Lüderitzbucht  20  Tage
üderitzbucht  21.  und
26  T

"Tage
Lũderitzbucht  29  Tage
Lüderitzbucht  30  und

36  Tage
Lüderitzbucht  25  Tage

Lüderitzbucht  24  Tage
Kapstadt  17  Tage

von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  über  Steinkopf

 

24.  Juli  71½#  abds.

4.  Jug-158
  Jums  5.  k.  Aug.
10  ums.

26.  Nuli  2.  Aug.
122  oms.
19.  l

1123  oms
30.  Zus  53  nmis.

19.  26.  Zuli
112  vms.

10  ums.

.9Juli  7#ü  b
m  Juli  525  Ums.
2.  Aug.  1122  oms.
525  nms.
7½  abds.
86  vms.

5.  Juli  10  nms.

19.  Juli  2.  Aug.
173  oms.
        <pb n="791" />
        W  701

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
l
1.  Namerun.  Hamburg  10.  23.  jed.  Mts.  Irktoria,  4%  Tage  9.  jed.  Mts.  3  oms.
Bi  Duala,  19,  24  Tage  22.  jed.  Mis.  71  abds.
7:  grSrnhsrl  Kribi  20  u.  28—30  Tage  je  d
Lue  -  la,  Gtkn  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
bestl.  Hannde,  Johamn=  sur  Mer  Duala  18  Tage
##berdh  e  sLord  airit.  deutsche  Schiffe)  Kribi  19  Tage
Hodoarfgn  Wioria  Civerpool  Duala  23  Tage  .....  10450bd-3.
Liverpool  27.  Juli  E——-  5  Juli  10/  abds.
9  .  Hamburg  23.  jedes  Monats  Nio  del  Ney  34—35  Tage  22.  jed.  Mis.  712  abds.
ch  Rio  del  Rey  ·  Liverpool  27.  Juli  21.  Ang.  Nio  del  Rey  23  Tage5  20ui  522  22.  Aug.
abd
e)  nach  dem  Tschadsee-Gebieis  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Ta  jeden  Donnerstag
(Garna,  Kufserl)  rr=  10/5  abds.
4  nach  Osfidinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  jeden  Donnerstag
von  glaberme  Sis  Obolum  107  abds.
bis  .  uga  lun,  S  ·
e)  nach  Molundu  Antwerpen  1.  Aug.  Mata  31.  Juli  10  nachm.
vond  16  hriten  an  Len  V  gnn.  Wng
25.  lle  un  .-  —
Bordcaux  25.  jedes  Monats  damn  9  öäsü  auf  23.  jed.  Mts.  10  abds.

dem  Nanqo.  un

Ssongea
Dlab  bis  Me

Molundu

 

5.  den  Karolinen,  Palau--Inseln,
  Marianen.

Neapel  |  5,
(benutsche  Schiffe),  15.  Aug.

Auf  Verlangen  des  Absenders  werde
geleitet;  von  Yokohama  weiter

 

Jap  38  Ta

Saipan  42  Le
Ponape  50  Tage

n  Briefsendungen  nach  den?
sechs=  bis  siebenmal  jährl

13.  Aug.  105  abds.

larianen  auch  über  Japan
ch  mit  Segelschiffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

eskscbeln  18.  Juli  1.  Aug.  Tsingtau  32  Tage  10.00.  ali
«  Brindisi  jeden  Sonntag  Tsingtau  33—36  Tageeden  Freitag  10  3  abds.
6.  Kiautschou.  (engl.  Schiffe)
Marseille  21.  Juli  4.  Ang.  Tsingtau  36  Tage  10,  dun  -  Aug
(franz.  Schiffe)
Liverpool  26.  Juli  Tsingtau  31  Tage  25.  A  vms.
Neapel  15.  Aug.  Jaluit  58  Tage  13.  Aug.  108  abds.
(engl.  Schiffe)
.  Marshall-Inseln.  Brindisi  25.  Ang.  Jaluit  56  Tage  23.  Aug.  10  3  abds.
(deutsche  Schiffe)
Neapel  4.  Aug.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  Was  Schiffe)  2.  9.  Aug.
11.  Aug.  Apia  51  Tage  10  5  ums.
—“.Pp,  6“  pia  ol  Tage
Hamburg  1.  11.  23.  jed.  Mts.Lome  10,  18,  22  Tage10.  22.  31.  Juli  7wabds.
Nordenham  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mis.  1122  oms.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  88  oms.
Boulogne  s.  M.  11,  jedes  MonatsLome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  10  Ume
9.  Togo.  bme  eißee)  #  g  jed.  Mts.  10  Ums.
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonon  19  Tage  10.  jed.  Mis.  10“5  abds.
von  da  ab  candverbudung
'  Bordeaur  25.  jedes  Monats  Cotonon  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10“  abds.
4  on  da  ab  Landvctbindsmq
Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  T  Donnerstag  93  abds.
von  T  westal  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tagen
)  Den  durch  1  bezeichncten  Schiffsverbindungen  werden  Brief

.
—

Beförderung  auf  diesem

Wege  durch  einen  Leitvermerk  verl

angt  hat.

ssendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
        <pb n="792" />
        W  V70

2  20

 

Eintressen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebicten.

 

—N  "O°

 

Landungs-  Die  e  Posi  *  fälig  Die  Post  L  falig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
Marseille.  ..  25.  Juli  Marshall-Inseln,  Neapel  238.  Juli  3.  Sept.
beutsch-Neuguinen  Neapel.  l  »Nun  i  #
Neapel  4  19*.  Juli  9“.  Aug.  Neapel.  .  .  .  19*.  Juli  2*.  Aug.
Genua  ......  Brindisi-«28.Jnltll.Aug
Ventschwstamk««Bmcduk...98«zuu  Makicictc...05.3ucis.gtu
Marsctllc  .j161deh  Liverpool  4.  Aug.  üb.  Vancouv.
IIIÒALIIMIIMI.  —  .  Plymouth,
beutsch-Südwestafrita  Antwerpen.  21*.  Ali  10.  Aug.  KNlautschun  Soutbamion,  21.  23.  26*.  26.  Juli
n#l  Hamburg  16“.24.  Juli  12“.  A.  Le  Havore  oder  1.  6*.  Au
nordl.  Ten  d.  Schubgeb.  USouthampton!  28.  Juli  mtl.  Aug.  Surenson  ;#
füdl.  Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  28.  Juli  11.  Aug.  Landweg  über
———  Hamburg  *)*“  24“.  Juli  Sibirien  .  jed.  Montag  u.  Mittw.
Hamburg  ..  16*.  Juli  1*.  Aug.  .–  —  —-queklln......
  venthampton  30“.  2  .  Mts.  Samoa  Queenstown  unbeitimmt,  voraus-Plymouth
  27.  Juli  4Aug·’"’··  od.  Plymouth  sichtlich  217.  Juli
den  KNarolinen,  (IH#  N  5  .-.l*-r=Neapel
  .  .  .  28.  Juli  26.  Seprt.  looo  .  Southampton  30".  Juli
Marianen,  5  "  Sep  o  Hamburg  16°.  23“.  Juli

 

palau-Inseln

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-  Linie  zwischen  Hamburg  und  d  West  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

Postdampfer  *  cise  vepte  Nachrichten
von  nach  bis  12.  Juli  1907.
„Adolph  Woermann“.  Hamburg  I  Lũderitzbucht  am  30.  Juni  in  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  I  Gabun  am  8.  Juli  in  Conakry.
„Aline  Woermann“  Swakopmund  .  Kapstadt  am  6.  Juli  in  Kapstadt.
„Anna  Woermann“  Hamburg  "  Calabar  am  29.  Juni  in  Lagos.
„Arnold  Amsinck“  Hamburg  Mossamedes  am  9.  Juli  in  Antwerpen.
„Ascan  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  10.  Juli  in  Sao  Thomé.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Winnebah  am  10.  Juli  Dover  passiert.
„Eduard  Bohlen“.  Kapstadt  Swakopmund  am  D.  Juli  in  Swakopmund.
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  4.  Juli  in  Swakopmund.
„Eleonore  Woermann“  Hamburg  Duala  am  11.  Juli  ab  Boulogne.
„Ella  Woermann“  Assinie  Hamburg  am  10.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Erna  Woermann  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Frieda  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  8.  Juli  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  7.  Juli  ab  Madeira.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  10.  Juli  in  Dakar.
„Henriette  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  7.  Juli  in  Emden.
„Irma  Woermann“  .·  Hamburg  Burutu  am  1.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“  Accra  Hamburg  am  10.  Juli  ab  Sierra  Leonec.
„Kurt  Woermann“.  Burutu  Hamburg  am  8.  Juli  in  Lagos.
„Lili  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  28.  Juni  in  Hamburg.
„Linda  Woermann“  Nio  Nunez  Hamburg  am  6.  Juli  in  Hamburg.
„Lothar  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  11.  Juli  in  Whydah.
„Lucie  Woermann“.  Duala  Hamburg  am  4.  Juli  ab  Biktoria.
„Marie  Woermann“  Accra  Hamburg  am  30.  Juni  in  Hamburg.
„Martha  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  p.  Juli  in  Biktoria.
.Max  Brockk  Mossamedes  Hamburg  am  7.  Juli  in  Accra.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Assinie  am  4.  Juli  in  Grand  Bassam.
„Otto  Woermann“.  Hamburg  Rio  Nunez  am  9.  Juli  in  Zighinchor.
„Paul  Leen“  Hamburg  Calabar  am  9.  Juli  Ouessant  passiert.
„Thekla.  .  Notonon  Hamburg  am  7.  Juli  in  Hamburg.
Gternen  v.  Puttkamer“.  Hamburg  #  Rio  Nunez  am  12.  Juli  in  Dakar.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
„Duala“  Hamburg  .  Accra  am  30.  Juni  in  Sierra  Leone.
„Edea“  Calabar  Hamburg  am  3.  Juli  in  Accra.
Kamerun“  Gabun  Hamburg  am  6.  Juli  in  Lome.
„Lome"“  Hamburg  Kotonon  am  5.  Juli  ab  Notterdam.
—  Hamburg  Lüderitzbucht  am  11.  Juli  ab  Cuxhaven.
Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  30.  Juni  in  Mossamedes.
„Windhuk“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  9.  Juli  ab  Teneriffe.
„Dortmund“  .  Hamburg  Lũderitzbucht  am  26.  Juni  ab  Swakopmund.
„Sparta“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  5.  Juli  ab  Las  Palmas.
        <pb n="793" />
        Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  6

G  003  e0

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.

Telephon:  Amt  1  9229  und  9224.  Flcgemmn-  Adresse:  „Heydtbank“.

 

Gründungs-



1906
1906
1905

1897
1899

1898

1889

1803  .

1897

1897

1895

Kapital  f  ifes  |  !rn  1  1

Mark

1250  000
2  000  000

1200  0005.

600  000
1  500  000
2600  000
220  000
418.000
2  750  000

2  000  000
2500  000

1  000  000
1  000  000

3  721.000
3000  000

2u000  000

11  495  000

2250  000

1000  000
360  000
1  000

1200  000

1  000  000
3000  000
1  000000
1  100  000
6  000  000
1200  000
21  000  000

20  000  000

#  500  000

S2000000
8  .

—

—

112200

1  500  000

600  000
4500  000

1  800  000  M

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  r0emstrhendes  Vanthaus  stets  gern  bereit.

—  —  —  —  —  —

—  —

—  —  —  —  —

—  —  —  —  —

—

———————  —
——  ———-½

jahr

—

—
—  —  —  —  —  –

—  —

—  —

rnrre

—

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Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

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0  5  ....:—  95
30  22  Compagnie  260  —
5  7  .....  8  91
—  13  —  108
1  "  —  1220
2  9
*  20  218  221
20  188  194
—  —  95  —
0  0  82  —
·0  1  —  95
3½  5  100  104
5  5  101  105
0  „0  Deutsch-Ostafrikanische  .  12zsfr  163zsfr
3½  3½  Deutsch-Ostafrikanische  ·
bungen  (vom  Reich  92  93
7  4  Deutsch-Westafrikani  —  98
0  0  Gesellscaft  fbebeienner  A150.—
0  0  B.  M  10.—  —
5  10  lGeiellichaft  Südtam##n  .  ]  133
10  10  ]  do  do  ·  120  128
*1.  34
·0  0  f  *  —  40
·0  0  )  26  360
15  20  „  ......  300  .310
010  Stamm-Aktien  10  15
do  BVorzugs-Aktien  —  47
—  .0  RKamerun-  Bergwerks-Aktiengesellschaft  160
4  Kamerun-Kautschuk-Compagnie  —  100
—  Kamschuk-Pflanzung  Meanja  A.=  G.  —  85
0  6  Moliwe-Pflanzungs-Gesellsch  haft  75  83
0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Anteile  90  I  96
·  0  Siamm-Anteile  47  —
—  —  »  —  95
3  „  Anteile
D  Ü  Zins  und
·  -  93  94
224  135  140
5  5  25  35
o  0  —  100
14  1  —  100
0  0  105
0  0  4  .  u  4h  D  d
5  5  West  Alrica  -  oshigosiuzkt
010111mnbam  Kaffeebaugefellschaft  Stamm-Anteile  28zsfr.  832  zöfr.
0  0  Vorzugs-Anteile  4  Feir  52  zsfr.
0  I  0  Westafrikanische  Pllanzungsgeiellschaft  Bibundi
—  tamm-Anteile  70  75
0  6  orgugs-Anteile  n  98  —
0  0  Nestafrilanis  he  Pflanzungsges  t  Victoria
zusammengelegte  Stamm-Aktien  —  50
orz.-Aktien  90  .  —
0  0  Wesweutsche  *-  und  h  v
l  Düsseldor  42  —
        <pb n="794" />
        704  cP

Anzeigen.

Inserate  sind  an  die  Geschäftostelle  des  „Deutschen  Kolonialblatles“,  Berlin  8W  68,  Kochstraße  68—71,  einzufsenden.  6S

Bekanntmachung.

In  Abteilung  A  des  hiesigen  Haudelsregisters
  ist  unter  Nr.  21  die  Firma
Franz  Theodor  von  Elocdt,
Sungemalima,  Ebolova-Kamerun,
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Franz  Theodor  von  Eloedt  in

Sungemalima  eingetragen  worden.
Duala,  den  20.  Mai  1907.  E
Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

Bekanntmachung.

In  Band  lI  des  biesigen  Handeloregisters
  Abteilung  B  unte  7,  betressend
  die  Weitafrikanische  Pflanzungsgesellschaft
  Viktoria,  ist  eingetragen
  wordern
Spalle  H:  pr.  jur.  Max  Esser,  Verlin.

7:  Dic  bisherigen  Vorstands-=mitglieder:
  Kaufmann  Hermann

Dingeldey  zu  Berlin,  Stellvertreter,

  und  Pflanzer  Wilhelm  van

de  Loo  zu  BDiktoria  sind  aus  dem

Vorstande  ausgeschieden,  Dr.  jur.

Mar  Esser  in  Berlin  ist  zum  Vorstand

  ernannt.

Spalte  9:  II.  II.  U.  B.  7

390.
27.  Mai  1907.
Viktoria,  den  27.  Mai  1007.  (u5)
Kaiserliches  Bezirksgericht.

 

Auszeichnung  der  Neckarjulmer

  Fabrikate.  Auf  der
internationalen  Automobil=  und  Sportausstellung
  in  St.  Petersburg  sind  die
Neckarsulmer  Fahrradwerke  Akt.-Ges.,
Königl.  Hoflieferanten,  Neckarsulm,  mit
ihren  Fabrikaten:  Fahrräder,  Motorräder,
  Fahrrad  mit  Motor,  mit  der
höchsten  Auszeichnung,  der  goldenen
Medaille,  vrämiiert  worden.  Wir  gratulieren
  den  Neckarsulmer  Fahrradwerken
zu  diesem  großen  und  schönen  Erfolg.

Südwestafrika.

Junger  Kaufmann,  Christ,  Eini.
Feldart.  gedient,  sucht  Stellung  in
Deutsch-Südwestafrika.  Leder,  Lederwaren
  u.  Ausrüstungsgeschäft  branchekundig
  und  bevorzugt.  Kaution  kann
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  der  silbernen  Staatsmedaille  des  Königlich  Preufs.  Kriegsministeriums,
  der  Königl.  Preufls.  Staatsmedaille  für  gewerbliche
Leistungen  u.  der  Kgl.  Sächs.  Staatsmedaille  für  gewerbl.  Verdienste.
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mtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Rfrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  neichs-NMolonialamt.

18.  Jabrgang  Berlin,  den  1.  August  1907.  Uummer  15.

c.  Zeitschrift  erscheim  in  der  Fege  ttben  werden  als  Bethefte  beigefügtg  vue6  misneste
F  vierteltährl!!  Krschrinenden:  gel  -e  snd  iniet  n  A  **  2  hutzgehieten-,  herauskegeben

aunckelman.  Der  s.  E½  r  das  Kol  gn  mit  den  Iiefen.  Ain  deun  Bethm  E  rn
Vost  und  die  Brsa  l  nqu  dkkm  Smsshqnd  dukchviemkp  hast-an  lung:  a)  für  Deutschland  d
der  deutschen  Schutzge  ind  Österreich=  Un  quuute  b)  M.  5.—  für  die  Länder  des  zdnge  —  AKusenbunen  und  ias
sind  an  die  a#fcial  e  —  bon  Ern  fi  Siegfried  Miltler  und  Sohn,  Berlin  8W8,  Kochstraße  63—71.  Fischs

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Allerhöchste  Ordre,  betr.  die  Vertretung  des  Staatssekretärs  des  Reichs-Kolonialamts.
Vom  23.  Juni  1907  S.  705.  —  Verordnung  des  Reichskanzlers  zur  Ergänzung  der  Vorschriften  vom  31.  Mai  1001,
betr.  den  Urlaub,  die  Stellvertretung,  die  Tagegelder,  Fuhr=  und  Umzugskosten  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten
  mit  Ausnahme  von  Kiautschon.  Vom  18.  Quli  1907  S.  706.  —  Verfügung  des  Reichskanzlers  zur
Ergänzung  der  Berfügung.  om  7.  März  1904,  betr.  Reisen  der  Beamten  des  Schuygebiets  Deutsch-Neuguinea.
Vom  18.  Juli  1907  z  Verordnung  des  Gonverneurs  von  Kamerun,  betr.  das  Verbot  der  Einfuhr

von  Maria  Theresien=  atemn  in  das  Schutzgebiet  Kamerun.  Vom  17.  Juni  1907  S.  707.  —  Verordnung  des
Gouverneurs  von  Togo,  betr.  Erhöhung  des  Einfuhrzolles  auf  Shien,  Vom  J—.  Juni  1907  S.  707.  —
Polizeiverordnung  des  Gouverneurs  von  Togo.  Vom  23.  Juni  1907  S.  707.  —  Bekanntmachung  des  Gouverneurs
von  Togo,  betr.  die  D

urchführung  der  Polizeiverordnung.  Vom  23.  Juni  1907  S.  708.  —  Verordnung  des  Gouverneur
von  Deursch-  Neuguinca,  betr.  die  Erhebung  einer  Jahreskopfsteuer  von  den  Eingeborenen.  Vom  18.  März  1907  S.  708.
Verfügung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-  Samoa,  betr.  die  Erhebung  einer  Gebühr  für  Ausstellung  von  Erjuusbeitspässen
  an  Schiffe.  Vom  5.  April  1907  S.  710.  —  eichronung.Q  dnn  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa,  betr.  die
Bekämpfung  der  Rindenkrankheit.  Vom  21.  April  1007  S.  710.  hriften  der  Kolonialverwaltung  über  Lieferung,
Verpackung  und  Versendung  von  amtlich  bestellten  Vonie.  amr  sar.  die  deutschen  Schutzgebiete  in  Afrika  und
der  Südsee  S.  711.  —  Versonalien  S.  722.
Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  723.  —  Patriotische  Gaben  S  725.

E—*
—

Deutsch-Ostafrika:  Die  Landschaft  Uha  S.  725.
Deutsch-Südwestafrika:  Das  Ende  des  Feldzuges  (mit  6  Abbildungen)  —
Togo:  llbersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Togo  im  .  Viertel  des  Ralenderjahres  1906
im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  Aeichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  739.  —  Zur  Landelsstatistik  für  das  Schutzgebiet
Togo  im  nalenderjahre  1906  S.  7.11.  —  Der  Außenhandel  de  Schurgebiets  Togo  im  Nalenderjahre  1906  S.  744.
Samoa:  llbersicht  über  den  Aljenhann  des  Schungebiets  Samoa  im  Nalenderjahre  1906  S.  764.  —  Schiffsverkehr
  im  Lafen-  von  Apia  während.  der  Kalenderjahre  1906  und  1905  S.  766.
Rolonial-Wirtschaftlicher:  Ostafrikanische  Gesellschaft  „Südküfte“  S.  766.  —  Westdeutsche  Handels=  und
Plantagen=  Gesellschaft  S.  767.
Aus  fremden  nolonien  und  Produktionogebieten:

Die  Beemesrciirn  geie  in  Bombay  S.  766.  —  Stand
des  Baumwollanbaues  in  Mittelasien  S  S.  768.  —  Baumwollanbaufläche  und  S  and  der  Baumwollsaaten  zu  Ende  Juni
in  Rußland  S.  768.—  Bildung  eines  Baumwollkomitees  in  Rußland  S.  7844  Stand  der  Baumwollpflanzungen

Ende-  DMai  1007.  Baumwollhandel  von  September  1906  bis  Ende  Mai  1907  in  den  Vereinigten  Staten.  von  Wrerita
er  Baumwollmarkt  in  Pernambuco  S.  771.  —  Juteernte  Britisch=  Indiens  1906.07  .  —  De
Sssbandel  Britisch-  Indiens  1906/07  S.  772.  —  Gummizufuhren  in  Parü  und  Mand#os:  Gummicofthr.  aus  der
Staaten  Amazonas  und  Par##  S.  773.  —  Gewinnung  von  Zapupefasern  in  Mexiko  S.  773.  —  Kasseemarkt  in  Rio  de
Janeiro  und  Santos  im  Mai  1907:  Ernteschätzung  S.  773  Der  nbau  von  Arznei=  und  Drogenpflanzen,  insbesondere
  von  Ffesierminze,  in  den  Vereinigten  Staaten  von  5#  S.  774.  —  Wirtschaftliche  Lage-  des  brasilianischen
Amazonasgebiets  S.  775.  —  Handel  Britisch-Indiens  1906  07  S.  778.  —  Hoandet  Adens  1905/06  S.  780.  —  Außenhandel
  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  vom  Juli  1900  bis  Mai  1907  S.  780.  —  Wertfestseung  für  einige
Ausfuhrartikel  in  Britijch.  Zentralgfrita  S.  780.  Abänderung  der  Vorschriften-  fir  die  Einfuhr  und  Lagerung  von
Petroleum  in  Sierra  Leone  S.  781.  Einfuhrverbot  für  gewisse  Artikel  in  Aden  S
Verschiedene  Mitteilungen:

Verkehr.  deutscher  Schiffe  im  Hafen  von  r  ’Nr  1906  S.  781.  —  Schiffsverkehr
  der  Regentschaft  Tunis  1906  S.  782.  —  Schiffsverkehr  auf  den  Tonga-Inseln  (Polynesien)  im  Jahre  1906
S.  783.  —  Literatur  S.  784.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  784.  —  Schiffsbewegungen  S.  787.  —  Kurse  deutscher
Nolonialwerte  S.  788.  —  Anzeigen.

 

stenn  Antlicher  Leilecc#nn]I

Allerhöchste  Ordre,  betr.  die  Vertretung  des  Staatssekretärs  des  Reichs-Koloniolamts.
Vom  23.  Juni  1907.

In  Verfolg  Meiner  Ordre  vom  17.  Mai  1907,  betreffend  die  Errichtung  des  Reichs-Kolonialamts,

  bestimme  Ich:  Der  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts  wird  im  Zuständigkeits-
        <pb n="796" />
        GV  vV06  2

bereiche  dieser  Behörde  bei  Behinderung  durch  den  Unterstaatssekretär  vertreten.  Für  den  Fall,  daß
auch  dieser  behindert  ist,  hat  der  Reichskanzler  die  Vertretung  besonders  zu  regeln.
Kiel,  den  23.  Juni  1907.  #
gez.  Wilhelm  I.  BR.

An  den  Reichskanzler  (Reichs-Kolonialamt).  ggez.  Bülow.

Verordnung  des  Reichskanzlers  zur  Ergänzung  der  Vorschriften  vom  31.  (al  1901,
betr.  den  Urlaub,  die  Stellvertretung,  die  Tagegelder,  uhr-  und  Umzugskosten  der
Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten  mit  KAusnahme  von  Riautschou.

Vom  18.  Juli  1907.

Auf  Grund  des  Artikels  5  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  9.  August  1896,  betreffend
die  Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in  den  deutschen  Schutggebieten  (Reichs-Gesetzbl.  S.  691)
wird  in  Ergänzung  der  Vorschriften  vom  31.  Mai  1901,  betreffend  den  Urlaub,  die  Stellvertretung,
die  Tagegelder,  Fuhr=  und  Umzugskosten  der  Landesbeamten  in  den  Schutzgebieten  mit  Ausnahme
von  Kiautschon,  verordnet  wie  folgt:

Artikel  1.  Den  Landesbeamten  des  Schutzgebietes  Deutsch-Neuguinea,  welchen  gemäß
§  7  der  Vorschriften  vom  31.  Mai  1901  ein  Urlaub  zu  Zwecken  der  Erholung  nach  Australien,
Polynesien,  Java  oder  Japan  erteilt  worden  ist,  wird  die  Zeit  der  Seefahrt  nach  und  von  den
Erholungsstationen  auf  die  Dauer  des  Urlaubs  nicht  in  Anrechnung  gebracht,  sofern  sie  sich  mit
einer  dieser  Zeit  entsprechenden  Verlängerung  der  Dienstperiode  von  3  Jahren  (5  2  der  Vorschriften
vom  31.  Mai  1901)  einverstanden  erklären.  Unter  der  gleichen  Voraussetzung  kann  jenen  Beamten
im  Falle  eines  Urlaubs  der  erwähnten  Art  für  die  Reise  von  und  nach  dem  Erholungsort  eine
Beihilse  gewährt  werden,  welche  unter  entsprechender  Anwendung  der  Grundsätze  des  §  9  der
Vorschriften  vom  31.  Mai  1901  im  ungefähren  Betrage  der  wirklichen  Beförderungskosten  zu
bemessen  ist.

Artikel  2.  Diese  Verordnung  tritt  mit  Wirkung  vom  1.  April  1907  in  Kraft.  Mit
demselben  Zeitpunkt  tritt  die  Verfügung  vom  7.  März  1904  wegen  Ergänzung  der  Vorschriften
vom  31.  Mai  1901  außer  Geltung.

Berlin,  den  18.  Juli  1907.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
Conze.

Verfügung  des  Reichskanzlers  zur  Ergänzung  der  Verfügung  vom  7.  März  1904,
betr.  Reisen  der  Beamten  des  Schutzgebiets  Deutsch-Meuguinea.
Vom  13.  Juli  1907.
In  Ergänzung  der  oben  bezeichneten  Verfügung  vom  7.  März  1904  bestimme  ich  für  die
Zeit  vom  1.  April  1907  ab,  daß  die  Vorschriften  der  Absätze  1  bis  4  auch  dann  entsprechende
Anwendung  finden,  wenn  einem  kranken  Beamten  des  Schutzgebiets  Deutsch-Neuguinca  unter  den
im  letzten  Absatz  jener  Verfügung  vorgesehenen  Maßgaben  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  die
Ausführung  einer  Reise  nach  Japan  gestattet  ist.
Berlin,  den  18.  Juli  1907.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
Conze.
        <pb n="797" />
        G  V707  20

Verordnung  des  Couverneurs  von  kamerun,  betr.  das  Verbot  der  Einfuhr  von
Oorio-kheresien-Talern  in  das  Schutzgebiet  Kamerun.
Vom  17.  Juni  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813),  des  §  5
der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  seemannsamtlichen  und  konsularischen  Befugnisse
und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom
27.  September  1903  und  des  §&amp;amp;  8  der  Verordnung  des  Reichskanzlers,  betreffend  das  Geldwesen
der  Schutzgebiete  außer  Deutsch-Ostafrika  und  Kiantschon,  vom  1.  Februar  1905  wird  hiermit  verordnet,
  was  folgt:

§5s  1.  Maria-Theresien-Taler  dürfen  in  das  Schutzgebiet  nur  mit  Genehmigung  des  Gonverneurs
  eingeführt  werden.

uwiderhandlungen  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  500  Mark,  an  deren  Stelle  im  Unvermögensfalle
  Haft  tritt,  bestraft.  Daneben  ist  auf  Einziehung  der  eingeführten  Maria-Theresien=Taler
  zu  erkennen.

§#  2.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  September  1907  in  Kraft.

Buea,  den  17.  Juni  1907.
Der  stellvertretende  Gouverneur.
Gleim.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  kogo,  betr.  Erhöhung  des  einfuhr3olles  auf
Spirituosen.
Vom  4.  Juni  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  in  Verbindung  mit  §  5  der  Verfügung  des
Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  wird,  unter  Aufhebung  der  Verordnung  vom  4.  November
1904,  folgendes  verordnet:

§  1.  Spirituosen  unterliegen  nachstehendem  Einfuhrzoll.

I.  Spirituosen  und  alkoholhaltige  Flüssigkeiten  aller  Art,  welche  weder  süß,  noch  mit  einer  Substanz

  versetzt  sind,  durch  welche  die  Feststellung  des  Alkoholgehaltes  mittels  des  Alkoholometers

verhindert  ist,

a)  bei  einem  Alkoholgehalt  von  50  v.  H.  Tralles  für  1  Liter  80  Pfennig,

b)  bei  einem  Alkoholgehalt  von  mehr  als  50  v.  H.  Tralles  für  jedes  Prozent  mehr  1,6  Pfennig,

e)  bei  einem  Alkoholgehalt  von  weniger  als  50  v.  H.  Tralles  für  jedes  Prozent  weniger
1,6  Pfennig.

Spirituosen  und  alkoholhaltige  Flüssigkeiten  aller  Art,  welche  entweder  süß  oder  mit  einer

Substanz  versetzt  sind,  durch  welche  die  Feststellung  des  Alkoholgehaltes  mittels  des  Alkoholometers
  verhindert  ist,  für  1  Liter  1,20  Mark.

8.  2.  Diese  Verordnung  tritt  am  5.  dieses  Monats  in  Kraft.
Lome,  den  4.  Juni  1907.

Der  Gouverneur.

—
—

Dolizeiverordnung  des  Couverneurs  von  Togo.
Vom  23.  Juni  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  in  Verbindung
  mit  8  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kol.  Bl.  S.  905)
wird  folgendes  verordnet:

§  1.  Iu  den  vom  Gouverneur  durch  öffentliche  Bekanntmachung  zu  bezeichnenden  Ortschaften
  oder  Teilen  derselben  gelten  die  in  den  nachstehenden  Paragraphen  enthaltenen  Bestimmungen.

#§  2.  Jeder  Grundeigentümer  ist  verpflichtet,  seinen  Hof  sowie  in  der  Länge  seines  Grundstücks
  die  bereits  angelegten  oder  neu  anzulegenden  Straßen  bis  zur  Mitte  und,  wenn  kein  Gegenüber
  vorhanden,  bis  zur  vollen  Breite  dauernd  von  Gras,  Buschwerk  und  Schmutz  nach  näherer
Anordnung  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  freizuhalten.  Die  Reinigung  darf  nicht  öfter  als  einmal
  am  Tage  gefordert  werden.  Die  gleiche  Verpflichtung  liegt  demjenigen  ob,  der  als  Bertreter,

2
        <pb n="798" />
        W  708  2

Mieter,  Nutznießer  oder  in  einem  ähnlichen  Berhältnis  an  Stelle  des  Eigentümers  ein  Grundstück
verwaltet.  Ist  von  einem  solchen  Verhältnis  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  Anzeige  erstattet,  so
ist  kür  die  Dauer  desselben  der  Eigentümer  von  der  Erfüllung  seiner  Verpflichtung  befreit.

§5  3.  Jeder  Handel=  und  Gewerbetreibende  hat  an  seinem  Geschäftsraum  an  der  Straßenseite
  ein  Schild  anzubringen,  welches  in  deutscher  Sprache  den  Namen  oder  die  Firma  des  Geschäftstreibenden
  und  bei  Gewerbetreibenden  auch  die  Art  des  Geschäftsbetriebs  angibt.

.  Die  Verrichtung  der  großen  Notdurft  im  Freien  ist  für  die  von  der  öffentlichen
Verwaltungsbehörde  näher  bezeichneten  Ortschaftsteile  verboten.  Die  in  den  Häusern  befindlichen
Aborte  sind  zu  einer  von  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  durch  öffentliche  Bekanntmachung  festzusetzenden
  Zeit  und  an  der  von  ihr  in  gleicher  Weise  zu  bezeichnenden  Stelle  zu  entleeren.  Das
Gleiche  gilt  für  die  Ablagerung  von  Abfallstoffen.

§  5.  Es  ist  verboten,  an  anderen  als  den  von  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  bezeichneten

  Plätzen  Markt  abzuhalten.  Die  Reinigung  der  Marktplätze  durch  die  sie  benutzenden

Händler  und  Händlerinnen  hat  nach  näherer  Anordnung  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  zu  erfolgen.

Es  ist  verboten,  Schweine,  Schafe,  Ziegen,  Rinder,  Pferde,  Esel  und  andere  Tierec,

welche  ohne  Wartung  Schaden  anrichten  können,  frei  umherlaufen  zu  lassen.  Die  örtliche  Verwaltungsbehörde
  ist  berechtigt,  solche  Tiere  zwecks  Ermittelung  des  Eigentümers  einfangen  zu  lassen.

.  Das  Baden  und  das  Waschen  kann  von  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  an  besonderen
  Stellen  verboten  werden,  welche  diese  Behörde  durch  öffentliche  Bekanntmachung  bezeichnet.

§5  8.  Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  dieser  Verordnung  und  die  gemäß  §  7
derselben  erlassenen  Verbote  werden  an  Nichteingeborenen,  soweit  nicht  Bestimmungen  des  Reichsstrafgesetzbuches
  Platz  greifen,  mit  Geldstrafe  bis  zu  150  Mk.,  an  deren  Stelle  im  Nichtbeitreibungsfalle
  entsprechende  Haftstrafe  tritt,  an  Eingeborenen  unter  analoger  Anwendung  des  vorbezeichneten
Strafrahmens  nach  Maßgabe  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  22.  April  1896  (Kol.  Bl.
S.  241)  bestraft.

§5  9.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.  Gleichzeitig  tritt  die
Polizeiverordnung  für  die  Stadtbezirke  von  Lome  und  Klein-Popo  vom  22.  August  1897  außer  Kraft.

Lome,  den  23.  Juni  1907.

Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Durchführung  der  Dolizeiverordnung.

Vom  23.  Juni  1907.

Die  Polizeiverordnung  vom  heutigen  Tage  erhält  von  heute  ab  für  folgende  Ortschaftsteile
  Geltung:

1.  Für  den  inneren  Bezirk  der  Stadt  Lome  mit  Ausnahme  des  Soldatenlagers.

Dieser  Bezirk  wird  begrenzt  im  Süden  von  der  See,  im  Westen,  Norden  und  Osten  von
dem  Umkreis,  welcher  durch  folgende  Punkte  bezeichnet  ist:  Treffpunkt  des  vom  Gouverneurhaus
nach  Süden  führenden  Weges  mit  dem  Kaiser-Staden,  Gouverneurhaus,  Isolierbaracke,  Schnittpunkt
der  Südgrenze  der  Küasplantage  mit  der  Amutive-Straße,  Friedhof,  Treffpunkt  des  vom  Friedhof
nach  Süben  führenden  Weges  mit  der  Straße.

2.  Für  folgende  Stadtteile  von  Anecho:  Kodji,  Aplajiho,  Agbodji,  Manja,  Sofime,  Fantekome,
  Legbanu,  Flamani,  Bokotikponn,  Ela,  Djamadji  und  Kpota.
Lome,  den  23.  Juni  1907.
Der  Gouverneunr.
Graf  Zech.

Verordnung  des  GCouverneurs  von  Deutsch-Meuguinea,  betr.  die  Erhebung  einer
Jahreskopfsteuer  von  den  Eingeborenen.
Vom  18.  März  1907.
Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  vom  10.  September  1900  (Deutsches  Kolonialblatt
  1900,  S.  699)  und  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches
        <pb n="799" />
        G  709  20

Kolonialblatt  1903,  S.  509)  wird  für  das  Schutzgebiet  Deutsch-Neuguinea  mit  Ausschluß  des  Inselgebietes
  der  Karolinen,  Marshall-Inseln,  Palau  und  Marianen  folgendes  bestimmt:

§  1.  Jeder  erwachsene  männliche,  arbeitsfähige  Eingeborene  hat  eine  Jahreskopfsteuer  von
5  Mark  zu  entrichten,  sofern  die  Gemeinde  (die  Landschaft),  in  der  er  zur  Zeit  der  Steuererhebung
wohnt  oder  sich  aufhält,  als  steuerpflichtig  erklärt  wird.

Das  Stenerjahr  reicht  vom  1.  April  bis  31.  März.  **  4  ..«.

Die  Erklärung  einer  Gemeinde  (Landschaft)  als  steuerpflichtig  erfolgt  durch  die  örtliche
Verwaltungsbehörde,  in  deren  Bezirk  sie  gelegen  ist,  vorbehaltlich  der  Genehmigung  des  Gonverneurs.

2.  Die  Erhebung  der  Steuer  erfolgt  nach  Maßgabe  der  örtlichen  Verhältnisse  in  vierteloder
  halbjährlichen  Raten  oder  in  voller  Summe  auf  einmal.  çl  »-’.DerVoranfchlagüberdienachdemchveilszulctzternnttFltcnStande

  der  Bevölkerung
oͤu  erwartenden  Steuern  wird  von  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde  in  Gestalt  einer  nach  dem
anliegenden  Muster  zu  führenden  Heberolle  für  jede  Gemeinde  (Landschaft)  je  für  ein  Steuerjahr
aufgestellt.  ·

5  4.  Die  Erhebung  der  Steuer  von  den  Steuerpflichtigen  erfolgt  auf  Grund  des  Voranschlages
  durch  die  bestellten  Gemeindevorsteher  (Häuptlinge),  die  das  Ergebnis  an  die  Kasse  der
örtlichen  Verwaltungsbehörde  abzuführen  haben.  ·  -»

Die  Steuerheberollen  sind  spätestens  vier  Monate  nach  Schluß  des  Steuerjahres  abzuschließen.

Den  Gemeindevorstehern  (Häuptlingen)  oder  dem  sonstigen  bei  der  Steuererhebung  tätigen
Unterpersonal  können  bis  zu  10  v.  H.  des  Steuerertrages  als  Remuneration  überwiesen  werden.

8  5.  Eine  Verwaltung  von  Rückständen  der  Steuer  sowie  ein  Nachweis  über  uneinbringliche
Steuerbeträge  findet  nicht  statt.

§  6.  Für  die  zwangsweise  Beitreibung  haftet  das  Vermögen  des  säumigen  stenerpflichtigen
Eingeborenen,  soweit  es  nicht  zur  Lebenshaltung  erforderlich  ist.  Von  der  zwangsweisen  Beitreibung
kann  abgesehen  werden,  wenn  dadurch  Kosten  verursacht  werden,  die  in  keinem  Verhältnis  zur
Steuerleistung  stehen.

Sofern  säumige  oder  zahlungsunfähige  Steuerpflichtige  bei  öffentlichen  Arbeiten  Beschäftigung
finden,  ist  die  Höhe  des  auf  die  Steuer  zu  verrechnenden  Tagelohnes  durch  die  örtliche  Verwaltungsbehörde
  zu  bestimmen.

§  7.  Von  der  Stenerzahlung  befreit  sind  die  Eingeborenen,  die  nachweisbar  innerhalb
eines  Steuerjahres  zehn  Monate  bei  einem  Nichteingeborenen  oder  einem  Gewerbesteuer  zahlenden
Eingeborenen  beschäftigt  sind.  Daneben  kann  der  Gonverneur  auch  aus  besonderen  Gründen  weitere
Steuerbefreiungen  eintreten  lassen  oder  solche  im  Einzelfalle  bewilligen.

Diejenigen  Eingeborenen,  welche  Steuern  zahlen,  sind  von  Fronarbeiten  befreit.

#§*  3.  In  Distrikten,  deren  Zugehörigkeit  zum  friedlichen  Machtbereich  der  örtlichen  Verwaltungsbehörde
  nicht  völlig  außer  Zweifel  steht,  sowie  in  den  Gebieten  an  den  Grenzen  der
Nachbarkolonien  erfolgt  die  Anwendung  der  Vorschriften  der  §§  1  bis  6  nach  Maßgabe  der  örtlichen
Verhältnisse  und  dem  pflichtmäßigen  Ermessen  der  örtlichen  Verwaltungsbehörden.

Diese  Verordnung  tritt  am  1.  April  1907  in  Kraft.
Herbertshöhe,  den  18.  März  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Hahl.

Anlage  zu  der  Verordnung,  betr.  die  Erhebung  einer  Jahreskopfsteuer  von  den  Eingeborenen.
Heberolle  der  Kopfsteuer  für  den  Bezirk

 

    

 

    

 

N3  -  .  q-  ,  Auofall  durch
FJahr  Zahl  der  Vor-  Wirllich  Fan  d#1
Lid  *  Wevölkerung  anschlag  Wirkliche  Zahlung  Lerminderung
Gemeinde  Vorsteherpteni!  für  daoss  *-  Skereizahl  8
Ar.  Zzäh-e-  Steuer-teuer-Sofort.  Bei-  eder  öea0
lung  samt  pflichtig  jahr  getrieben  Uncindrinchteit
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10
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        <pb n="800" />
        710  ꝛ

Verfũgung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa,  betr.  die  Erhebung  einer  Gebũhr
für  Ausstellung  von  Gesundheitspässen  an  Schiffe.
Vom  5.  April  1907.

Für  die  Ausstellung  von  Gesundheitspässen  an  Schiffe,  die  vom  Hafen  zu  Apia  in  einen
nicht  zum  Schutzgebiet  gehörigen  Hafen  segeln,  wird  vom  1.  Mai  d.  Is.  an  eine  Gebühr  erhoben.
Die  Gebühr  beträgt  für  Schiffe,  die  nach  Tutuila  gehen,  4  Mk.  —  vier  Mark  —,  für  sämtliche
übrigen  9  Mk.  —  neun  Mark.

Apia,  den  5.  April  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Solf.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa,  betr.  die  Bekämpfung  der
Rindenkrankheit.
Vom  21.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betreffend  die  seemannsamtlichen
  und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten
  Afrikas  und  der  Südsee  (Kol.  Bl.  Seite  509),  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

1.  Zur  Bekämpfung  der  Nindenkrankheit  wird  eine  Kommission  eingesetzt,  die  aus  fünf
Mitgliedern  besteht.

2.  Der  Eigentümer,  Nutzungsberechtigte  oder  Verwalter  eines  Grundstücks,  auf  dem  die
Rindenkrankheit  auftritt,  ist  verpflichtet,  hiervon  der  Kommission  oder  einem  ihrer  Mitglieder  binnen
48  Stunden  Mitteilung  zu  machen.

§  3.  Die  Kommission  und  ihre  einzelnen  Mitglieder  sind  befugt,  zur  Nachforschung  nach
dieser  He  die  Pflanzungen  zu  jeder  Tageszeit  zu  betreten.

Der  Eigentümer,  Nutzungsberechtigte  oder  Verwalter  einer  Pflanzung  ist  von  jedem  Besuch
im  voraus  in  Kenntnis  zu  setzen.

4.  Im  Falle  der  Ermittlung  der  Rindenkrankheit  kann  die  Kommission  verbieten:

daß  Saat  der  krank  befundenen  oder  als  krank  verdächtigen  Bäume  oder  Pflanzen  zu  Pflanzungszwecken
  verabfolgt  wird,

daß  solche  Bäume  oder  Pflanzen  oder  Teile  von  ihnen  —  mit  Ausnahme  präparierter  Früchte  —
von  den  betreffenden  Grundstücken  entfernt  werden;

die  Kommission  kann  anordnen:  daß  die  erkrankte  oder  als  krank  verdächtige  Rinde  herausgeschnitten
  wird,

daß  die  erkrankten  oder  als  krank  verdächtigen  Bäume  oder  Pflanzen  ganz  oder  teilweise  vernichtet
oder  mit  Karbolineum,  Blaustein  oder  ähnlichen  Mitteln  behandelt  werden,

daß  Abfälle  erkrankter  oder  als  krank  verdächtiger  Bäume  oder  Pflanzen  verbrannt  oder  eingegraben
und  mit  Kalk  übergossen  werden

Die  Anordnungen  der  Kommission  bind  dem  Eigentümer,  Nutzungsberechtigten  oder  Verwalter
schriftlich  anzuzeigen.

5.  Die  Beschwerde  gegen  die  Anordnungen  der  Kommission  ist  innerhalb  einer  Frist
von  fünf  Tagen  beim  Gouvernement  einzulegen.  Bis  zur  Erledigung  der  Beschwerde  bleibt  die
Ausführung  der  angeordneten  Maßregeln  ausgesetzt.

n  Fällen  dringender  Gefahr  der  Weiterverbreitung  der  Krankheit  kann  der  Gouverneur
auf  Antrag  der  Lommision  die  Anordnungen  der  Kommission  sofort  für  vollstreckbar  erklären.

Die  Kosten  der  nach  Maßgabe  dieser  Verordnung  durch  die  Kommission  angeordneten
Vernichtung  oder  Behandlung  erkrankter  oder  als  krank  verdächtiger  Bäume  oder  Pflanzen  fallen
dem  Eigentümer  oder  Nutzungsberechtigten  zur  Last.
Zuwiderhandlungen  gegen  die  Ichtimmungen  dieser  Verordnung  oder  gegen  die  auf
Grund  dieser  Verordnung  erlassenen  Anordnungen  der  Kommission  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu
2000  Mark  bestraft.
Fagamalo  (Saval),  den  21.  April  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Solf.
        <pb n="801" />
        V11  20

Vorschriften  der  Kolonialverwaltung  über  Lieferung,  Verpachung  und  Versendung
von  amtlich  bestellten  Bedarfsgegenständen  für  die  deutschen  Schutzgebiete  in
Kfrika  und  der  Südsee.
In  Geltung  seit  1.  April  1907.
Inhalt.
A.  Bedingungen  für  die  Bewerbung  um  Arbeiten  und  Lieferungen.

      

 

I.  Persönliche  Tüchtigkeit  und  Leistungsfähigkeit  der  VIII.  der  Aufträge.
Lerläiche  üchtigleit  stungefähig  IX.  Angebotes.

II.  Einsicht  und  Bezug  der  Verdingungsunterlagen.  X.

III.  Form  und  Inhalt  der  Angebote.  XlI.

IV.  Proben.  XII.

.  Beschaffenheit  der  Materialien  usw.  Xlll.

I.  zuschlagserteilung.  XIV.

VII  Beurkundung  des  Vertrages.

B.  Vorschriften  für  die  Verpackung  und  Versendung  von  Gütern  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

I.  Verpackung.  V.  Versicherung.  »
II.  Bezeichnung  der  Frachtstücke.  VI.  Aufstellung,  Einrichtung  und  Anweisung
III.  Größe  der  Frachtstücke.  der  Rechnungen.  4
IV.  Art  der  Versendung.  VII.  Mitteilungen  über  den  Versand.

Zur  Beachtung.  «

1.  Grundsätzlich  dürfen  amtliche  Bestellungen  für  die  Schutzgebiete  nur  von  dem  Reichs-Kolonialamte
  in  Berlin  oder  von  den  Gouvernements,  und  für  das  Inselgebiet  der  Karolinen  usw.
außerdem  von  den  Bezirksämtern  in  Ponape,  Jap  und  Jaluit,  bewirkt  werden.

2.  Gleichwohl  werden  zuweilen  solche  Bestellungen  von  den  Vorstehern  nachgeordneter
Schutzgebietsbehörden  oder  auch  von  Beamten  und  Offizieren,  die  keine  Behörde  vertreten,  unmittelbar
aufgegeben,  sei  es  unter  Berufung  auf  einen  Auftrag  von  vorgesetzter  Stelle,  sei  es  auch  ohne  Erwähnung
  eines  solchen  Auftrages.

3.  Zur  Vermeidung  der  hieraus  entstehenden  Weiterungen,  insbesondere  auch  zur  Vermeidung
  der  Gefahr,  daß  diesen  Bestellungen  die  Anerkennung  versagt  wird,  werden  die  Unternehmer
ersucht,  sich  in  allen  im  Absatz  2  bezeichneten  Fällen  vor  Ausführung  der  Bestellung  durch  Rückfrage
bei  dem  Reichs-Kolonialamte  zu  vergewissern,  ob  die  Bestellung  genehmigt  ist  oder  wird.

A.  Bedingungen  für  die  Bewerbung  um  Arbeiten  und  ieferungen.
I.  Persönliche  Tüchtigkeit  und  Leistungsfähigkeit  der  Bewerber.

Bei  der  Vergebung  von  Arbeiten  oder  Lieferungen  hat  niemand  Aussicht,  als  Unternehmer
angenommen  zu  werden,  der  nicht  für  ihre  tüchtige  und  pünktliche  Ausführung  die  erforderliche
Sicherheit  bietet.

II.  Einsicht  und  Bezug  der  Verdingungsunterlagen.

Verdingungsanschläge,  Zeichnungen,  Bedingungen  usw.  sind  an  den  in  der  Ausschreibung
bezeichneten  Stellen  einzusehen.  Vervielfältigungen  werden,  soweit  der  Vorrat  reicht,  auf  Ersuchen
gegen  Erstattung  der  Selbstkosten  verabfolgt.  Der  Name  des  Bewerbers,  an  den  die  Verdingungsunterlagen
  verabfolgt  sind,  wird  nicht  bekannt  gegeben.

III.  Form  und  Inhalt  der  Angebote.

1.  Die  Angebote  sind  unter  Benutzung  der  Vordrucke,  von  den  Bewerbern  unterschrieben
und  mit  der  in  der  Ausschreibung  geforderten  Überschrift  versehen,  verschlossen,  post=  und  bestellgeldfrei
  bis  zu  dem  angegebenen  Zeitpunkte  einzureichen.

2.  Die  Angebote  müssen  auf  dem  Umschlage  mit  der  Ausschrift:

·  »  Angebotauf.....................
versehen  sein.

3.  Die  Angebote  sind  in  bestimmten,  unzweideutigen  Ausdrücken  abzufassen  und  dürfen  in
den  Preisangaben  weder  radierte  noch  durchstrichene  oder  überklebte  Stellen  enthalten;  es  sei  denn,
daß  die  getroffenen  Anderungen  in  dem  Angebote  selbst  ausdrücklich  und  im  einzelnen  bescheinigt  sind.

*)  diese  vorschriften  sind  vom  neichs-Nolonlalamt  gegen  Erstattung  der  Selbsthoften  zu  bezlehen.
        <pb n="802" />
        W  V12  20

4.  Die  Angebote  müssen  enthalten:

a)  Die  ausdrückliche  Erklärung,  daß  der  Bewerber  sich  den  Bedingungen,  die  der  Ausschreibung
  zugrunde  gelegt  sind,  unterwirft;

b)  die  Angabe  der  geforderten  Preise  nach  Reichswährung,  und  zwar  sowohl  der  Preise
für  die  Einheiten,  als  auch  der  Gesamtforderung  in  Zahlen  und  Buchstaben.  Stimmt  die  Angabe
der  Einheitspreise  in  Zahlen  mit  der  in  Buchstaben  nicht  überein,  so  soll  die  Angabe  in  Buchstaben
maßgebend  sein.  Die  Gesamtforderung  wird  aus  den  Einheitspreisen  rechnerisch  festgestellt;

e)  die  genaue  Adresse  des  Bewerbers;

d)  von  gemeinschaftlich  bietenden  Personen  die  Erklärung,  daß  sie  sich  für  das  Angebot
als  Gesamtschuldner  verbindlich  machen,  sowie  die  Bezeichnung  eines  zur  Geschäftsführung  und  zur
Empfangnahme  der  Zahlungen  Bevollmächtigten.  Letzteres  gilt  auch  für  die  Angebote  von  Gesellschaften
  und  juristischen  Personen;

e)  nähere  Angaben  über  die  Bezeichnung  der  eingereichten  Proben.  Die  Proben  müssen
ebenfalls  vor  der  Verhandlung  zur  Eröffnung  der  Angebote  eingesandt  und  so  bezeichnet  sein,  daß
sich  ohne  weiteres  erkennen  läßt,  zu  welchem  Angebot  sie  gehören;

s)  die  vorgeschriebenen  Angaben  über  die  Bezugsquellen  der  Waren  und  die  zu  ihrer  Her—
stellung  verwendeten  Roh=  und  Hilfsstoffe.

Jeder  Bewerber  ist  verpflichtet,  auf  Erfordern  den  Richtigkeitsnachweis  zu  erbringen;

alle  zur  Beurteilung  der  Preiswürdigkeit  erforderlichen  Angaben.  Wenn  keine  besonderen

  Bestimmungen  für  die  Verpackung  getroffen  sind,  ist  im  Angebote  anzugeben:

a)  die  Verpackungsart,  die  dem  Angebote  zugrunde  liegt,  z.  B.  Holzkisten,  Säcke,
Bündel  usw.,

6)  Größe,  Inhalt,  Brutto=  und  Nettogewicht  der  einzelnen  Frachtstücke,

7)  bei  Lebensmitteln  und  Materialien,  welche  in  kleineren  Behältern,  z.  B.  Dosen,
Flaschen  usw.  verpackt  werden  müssen,  Größe  bzw.  Inhalt  der  Dosen,  Flaschen,
Gläser  usw.;

h)  Angabe  der  Lieferfrist,  und  zwar:

#&amp;amp;)  bis  zur  Verschiffung,

6)  bis  zur  betriebsfertigen  Ubergabe;

i)  Verzeichnis  der  mitzuliefernden  Zubehörteile  usw.;

k)  bei  Bauten,  Maschinenanlagen  und  Lieferungen  größerer  Maschinen  usw.  einen  Satz
Zeichnungen  mit  eingeschriebenen  Hauptmaßen  und  Kennzeichen  der  zur  Verwendung  kommenden
Wertstoffe  sowie  Angabe  des  Kraftverbrauchs,  der  Leistung  usw.

5.  Die  Maß=  und  Gewichtsangaben  sind  in  deutschen  Einheiten  zu  machen.

6.  Angebote  auf  einzelne  Bedarfsgegenstände  oder  Teilangebote  bei  Beschaffungen  ohne
Loseinteilung  sind  zulässig.

7.  Angebote,  die  zu  spät  eintreffen  oder  diesen  Vorschriften  nicht  entsprechen,  insbesondere
solche,  die  bezüglich  des  Gegenstandes  von  der  Ausschreibung  selbst  abweichen  oder  das  Gebot  an
Sonderbedingungen  knüpfen,  haben  keine  Aussicht  auf  Berücksichtigung.  Im  Interesse  der  Bewerber
liegt  es,  die  vorgeschriebene  Adressierung  genau  zu  beachten  und  die  Angebote  so  rechtzeitig  abzusenden,
  daß  sie  zu  dem  für  die  Eröffnung  bestimmten  Zeitpunkte  zur  Stelle  sind.

IV.  Proben.

1.  Angeforderte  Proben  sind  spätestens  gleichzeitig  mit  dem  Angebote  kostenlos,  post=  und
bestellgeldfrei  einzureichen.  Später  eingehende  oder  Hlict  estüch  bezeichnete  oder  nicht  bestellgeldfreie
  Proben  werden  nicht  berücksichtigt.  Vgl.  A.  III

Jede  Probe  ist  zu  versehen:
a)  mit  deutlich  lesbarer  Firmenbezeichnung,
b)  mit  Inhalts=  und  Preisangabe,
c)  mit  der  gleichen  Nummer  für  Proben  derselben  Marke.

3.  Proben  werden  im  Falle  der  Ablehnung  des  Angebots  nur  dann  zurückgegeben,  wenn
dies  in  dem  Angebotschreiben  ausdrücklich  verlangt  oder  ein  dahingehender  Antrag  innerhalb  vier
Wochen  nach  Eröffnung  der  Angebote  gestellt  wird,  voransgesetzt,  daß  die  Proben  bei  den  Prüfungen
nicht  verbraucht  wurden.  Die  Rücksendung  erfolgt  alsdann  auf  Kosten  der  Bewerber.  Eine  Rückgabe
  findet  im  Falle  der  Annahme  des  Angebots  in  der  Regel  nicht  statt.  Wertvolle  Proben  können
jedoch  auf  die  zu  liefernde  Menge  angerechnet  oder,  soweit  angängig,  nach  beendeter  Lieferung  dem
Unternehmer  auf  seine  Kosten  wieder  zugestellt  werden.
        <pb n="803" />
        W  913  20

«  4.  Die  ausschreibende  Behörde  behält  sich  das  Recht  vor,  Proben  von  Wert  aus  einem
nicht  berücksichtigten  Angebote,  auch  wenn  gemäß  IV.  3.  ihre  Rückgabe  gewünscht  ist,  im  Falle  der
Brauchbarkeit  zum  Preise  des  Mindestfordernden  zu  übernehmen.

5.  Proben,  welche  nicht  nach  Ablauf  von  zwei  Monaten  nach  dem  Eröffnungstermine  abgeholt
  oder  abverlangt  sind,  gehen  kostenlos  in  den  Besitz  der  ausschreibenden  Behörde  über.

V.  Beschaffenheit  der  Materialien  usw.
1.  Alle  Gegenstände,  Materialien  usw.  müssen  von  bester  Beschaffenheit  und,  soweit  möglich,
deutschen  Ursprungs  sein,  sowie  den  für  die  Tropen  zu  stellenden  besonderen  Anforderungen  entsprechen.
2.  Wirtschafts=  und  sonstige  Gebrauchsgegenstände  sollen  eine  möglichst  einfache,  praktische
Bauart  aufweisen,  durch  die  ihre  leichte  Handhabung  ermöglicht  wird.

VI.  Zuschlagserteilung.

Die  ausschreibende  Behörde  behält  sich  volle  Freiheit  vor,  ob  und  welchem  der  Bewerber
  sie  den  Zuschlag  erteilen  will,  insbesondere  auch  das  Recht,  die  ansgeschriebenen  Gegenstände
in  Teillieferungen  (Losen)  oder  bei  Lieferungen  ohne  Loseinteilung  einzeln  zu  vergeben.

»  .  Wenn  mehrere  Bewerber  mit  gleichen  Angeboten  als  Mindestfordernde  auftreten,  so
können  sie  zur  Herabsetzung  ihrer  Preise  aufgefordert  werden.

3.  Der  Zuschlag  wird  von  dem  mit  der  Ausschreibung  beauftragten  Beamten  oder  von
der  ausschreibenden  Behörde  oder  von  einer  dieser  übergeordneten  Behörde  entweder  in  der  von
dem  gewählten  Unternehmer  mit  zu  vollziehenden  Verhandlungsniederschrift  oder  durch  besondere
schriftliche  Mitteilung  erteilt.

4  "4.  Letterenfalls  ist  der  Zuschlag  mit  bindender  Kraft  erfolgt,  wenn  er  innerhalb  der  Zuschlagsfrist
  als  Depesche  oder  Brief  dem  Telegraphen=  oder  Postamt  zur  Beförderung  an  die  in  dem
Angebot  bezeichnete  Adresse  übergeben  worden  ist.

4  5.  Die  Bewerber,  die  den  Zuschlag  nicht  erhalten  haben,  werden  hiervon  benachrichtigt.
Die  Nachricht  erfolgt  als  portopflichtige  Dienstsache.

6.  Der  Bewerber  ist  nach  der  Zuschlagserteilung  auf  Lieferung  oder  Leistung  von  Bauten,
Maschinenanlagen,  größeren  Werkzeugmaschinen  usw.  verpflichtet,  weitere  zwei  Satz  Zeichnungen  einschließlich
  der  Fundamentzeichnungen  sowie  der  zu  den  beiden  Vertragsausfertigungen  erforderlichen
Zeichnungen  kostenlos  zu  liefern.

7.  Eingereichte  Entwürfe  werden  gehei  ehalte  f  Ver  «  .-Mrbcrszmü
  Geschan  l  rden  geheim  gehalten  und  auf  Verlangen  und  Kosten  des  Be—
VII.  Beurkundung  des  Vertrages.
die  Er  1.  Der  Bewerber,  der  den  Zuschlag  erhält,  ist  verpflichtet,  auf  Erfordern  über  den  durch
ie  rteilung  des  Zuschlags  zustande  gekommenen  Vertrag  eine  schriftliche  Urkunde  zu  vollziehen.
--  dedis  Vertragsurlunde  hat  jedoch  nur  die  Bedeutung  eines  Beweismittels,  so  daß  die  Ent-Sbe

  Cund  Plichten  aus  dem  Vertrage  von  der  Errichtung  der  Urkunde  nicht  abhängig  ist.

Soba  die  Unterschrift  des  Bewerbers  der  Behörde  nicht  bekannt  ist,  bleibt  ihr  vorbehalten,
  die  Beglaubigung  der  Unterschrit  zu  verlangen.

·  Die  Vertragsurkunde  ist  von  beiden  Teilen  zu  unterschreiben  und,  sofern  diese  Siegel
oder  Stempel  führen,  zu  untersiegeln  oder  zu  unterstempeln.
dinann  uu-  Sdir,  der  Ausschreibung  zugrunde  liegenden  Verdingungsanschläge,  Zeichnungen,  Bebeisn
  laf  daslad  liabotn  welche  bereits  durch  das  Angebot  anerkannt  sind,  hat  der  Bewerber
Siegel  n  de  d  e#r  rages  ebenfalls  zu  unterzeichnen.  Sie  sind  durch  Anhesten  mit  Schnur  und
.  gel  zu  Bestandteilen  des  Vertrages  zu  machen.  Umfangreichere  Zeichnungen  sind  als  Anlagen
ose  beizufügen.  und  as  worche  beiderseits  anzuerkennen.  ·

·-·«J«ekkslgourunchvirdinlvciAtts·erti1111e11crricltet,vonwclchencincfükdtsn

Unternehmer  bestimmt  ist.  Diese  ist  nicht  Fsorderlich  ms  der  Untrrnehnor  auf  sie  verzichtet.
Kosten  des  Vertragsabschlusses.  "

werden,  0  3  den  Kten,  de  von  dem  Unternehmer  nach  dem  Vertrage  zur  Hälfte  mitgetragen

des  Vertrages  ensstehen.  ühren  und  Auslagen,  die  durch  notarielle  oder  gerichtliche  Aufnahme

b  Bezüglich  der  lber  ste  f  jo  sj  io  sonli
Vorschriften  maßgebend.  nahme  von  Stempelkosten  auf  die  Verwaltung  sind  die  gesetzlichen
.  Von  der  Errichtung  einer  förmlichen  Vertragsurkunde  kann  Abstand  genommen  werden,
wenn  es  sich  um  ein  einfaches  Vertragsverhältnis  handelt,  über  welches  ein  alle  wesentlichen  Bedingungen
  vereinbarender  Schriftwechsel  vorliegt.
        <pb n="804" />
        W  V014  20

8.  Durchstreichungen,  Radierungen,  Verbesserungen,  Einschaltungen  usw.  sind  in  den  Vertragsurkunden
  zu  vermeiden.  Werden  Berichtigungen  erforderlich,  so  sind  sie  am  Rande  durch  die
Unterschrift  beider  Teile  anzuerkennen.

9.  Die  Seiten  der  Vertragsurkunden  sind  mit  fortlaufenden  Zahlen  zu  bezeichnen.

VIII.  Bestätigung  der  Aufträge.
Den  Empfang  des  Zuschlagsschreibens  hat  der  Unternehmer  umgehend  schriftlich  zu  bestätigen.

IX.  Wirkung  des  Angebotes.
Die  Bewerber  bleiben  von  dem  Eintreffen  des  Angebots  bei  der  ausschreibenden  Behörde
  bis  zum  Ablauf  der  festgesetzten  Zuschlagsfrist  an  ihre  Angebote  gebunden.

2.  Die  Bewerber  unterwerfen  sich  mit  Abgabe  des  Angebots  wegen  aller  für  sie  daraus
entstehenden  Rechte  und  Verbindlichkeiten  der  Zuständigkeit  der  Gerichte  des  Ortes,  an  dem  die  ausschreibende
  Behörde  ihren  Sitz  hat.

Die  Ablehnung  einer  Teillieferung  ist  nur  zulässig,  wenn  im  Angebote  ausdrücklich  der
Vorbehalt  gemacht  ist,  daß  die  geforderten  Preise  usw.  nur  für  den  Fall  der  Uübertragung  der  gesamten
  Lieferung  gelten.

Die  in  den  §5  477  und  638  B.  G.  B.  für  die  Verjährung  der  Gewährleistungsansprüche
auf  6  Monate  bemessene  Frist  wird  auf  1  Jahr  verlängert.

5.  Den  Unternehmern  bleibt  es  überlassen,  die  Haftpflicht  ihrer  etwaigen  Unterlieferanten
den  von  ihnen  selbst  dem  Fiskus  gegenüber  eingegangenen  Verpflichtungen  vertraglich  anzupassen
und  die  Vorschrift  des  §  377  des  Handelsgesetzbuches  diesen  Lieferanten  gegenüber  angemessen
abzuändern.

6.  Jeder  Lieferant  trägt  die  volle  Verantwortlichkeit

a)  für  die  tropensichere  Beschaffenheit  der  gelieferten  Ware,
b)  für  die  Seetüchtigkeit  und  Sachgemäßheit  der  von  ihm  angewandten  Verpackungsart.

7.  Aus  dieser  Verantwortlichkeit  folgt  die  Verpflichtung,  für  jeden  Schaden  vollen  Ersatz
zu  leisten,  der  aus  der  Anlieferung  nicht  tropensicherer  Ware  oder  aus  der  Anwendung  seeuntüchtiger
oder  unsachgemäßer  Verpackung  entsteht.

8.  Ob  Schadenersatz  in  Geld  oder  durch  Ersatz  der  beschädigten  Gegenstände  geleistet  werden
soll,  entscheidet  die  auftraggebende  Behörde.

9.  Die  Verantwortlichkeit  des  Lieferanten  wird  dadurch  nicht  berührt,  daß  die  betreffende
Lieferung  oder  deren  Verpackung  bei  der  vorläufigen  Abnahme  nicht  beanstandet  worden  ist.  Letztere
greift  der  endgültigen  Abnahme  in  keiner  Weise  vor.

10.  Der  vollen  Verantwortlichkeit  für  die  Sachgemäßheit  der  Verpackung  wird  ein  Lieferant
auch  dadurch  nicht  enthoben,  daß  ihre  Anwendung  durch  Annahme  seines  Angebots  gutgeheißen
worden  ist,  oder  daß  etwaige  Verpackungsmängel  bei  der  Übernahme  an  Bord  seitens  des  Schiffers
nicht  bemerkt  sein  sollten.

11.  Der  Lieferant  ist  auf  Verlangen  der  ausschreibenden  Behörde  verpflichtet,  innerhalb
einer  von  dieser  zu  bestimmenden  angemessenen  Frist  an  Stelle  der  den  Lieferungsbedingungen  nicht
entsprechenden  Gegenstände  fehlerlose  zu  liefern.  Kommt  der  Lieferant  dieser  Verpflichtung  bis  zum
Ablauf  der  Frist  nicht  nach,  so  ist  die  Behörde  unbeschadet  der  ihr  gesetzlich  zustehenden  sonstigen
Rechte  befugt,  die  Gegenstände  auf  Kosten  des  Lieferanten  anderweitig  zu  beschaffen.  Das  gleiche
Recht  steht  der  Behörde  zu,  wenn  die  festgesetzte  Lieferfrist  nicht  pünktlich  innegehalten  wird.  Die
in  solchem  Falle  etwa  entstehenden  Mehrkosten  trägt  ebenfalls  der  Lieferant,  während  er  an  den
etwaigen  Ersparnissen  keinen  Anteil  hat.

12.  Ist  der  Lieferant  mit  der  Lieferung  im  Verzuge,  oder  fehlt  dem  gelieferten  Gegenstands
  eine  zugesicherte  Eigenschaft,  so  kann  die  Behörde,  abgesehen  von  den  ihr  gesetzlich  zustehenden
sonstigen  Rechten,  von  dem  Lieferanten  den  vollen  Ersatz  des  dem  Fiskus  entstehenden  Schadens
beanspruchen.

13.  Die  in  den  besonderen  Vertragsbedingungen  vorgesehene  Frist  für  die  dem  Unternehmer
obliegende  Gewährleistung  für  die  Güte  der  Lieferungen  und  Leistungen  beginnt  mit  dem  Zeitpunkte
der  endgültigen  Abnahme.  Der  Unternehmer  haftet  in  dieser  Zeit  für  jeden  Mangel,  sofern  er  auf
fehlerhafte  Bauart,  Verwendung  untauglicher  Werkstoffe,  mangelhafte  Arbeitsausführung  usw.  zurückzuführen
  ist,  auch  wenn  dieser  Mangel  bei  der  endgültigen  Abnahme  nicht  bemerkt  worden  ist.  Er
ist  verpflichtet,  innerhalb  einer  angemessenen  Frist  auf  Verlangen  der  Behörde  den  Schaden  auf  seine
Kosten  zu  beseitigen.
        <pb n="805" />
        W  715  20

11.  Kommt  der  Unternehmer  dieser  Verpflichtung  nicht  vor  Ablauf  der  gestellten  Frist  nach,
so  ist  die  Behörde  befugt,  sich  auf  andere  Weise  schadlos  zu  halten.

X.  Sicherheitsleistung.

1.  Junerhalb  14  Tage  nach  der  Erteilung  des  Zuschlags  hat  der  Unternehmer  unaufgefordert
  die  vorgeschriebene  Sicherheit  bei  der  Kolonial-Hauptkasse,  Berlin  W.,  Wilhelmstraße,  zu
bestellen,  widrigenfalls  die  Behörde  befugt  ist,  von  dem  Vertrage  zurückzutreten  und  Schadenersatz
zu  beanspruchen.

2.  Die  Sicherheit  kann  durch  Bürgen  oder  durch  Pfandbestellung  geleistet  werden.

3.  Bar  hinterlegtes  Geld  wird  nicht  verzinst.

4.  Der  Bürge  hat  eine  schriftliche  Bürgschaftserklärung  nach  dem  Muster  der  Anlage  1.
auszustellen.  J.
5.  Zur  Hinterlegung  von  Sparkassenbüchern  als  Sicherheit  können  nicht  nur  Abrechnungsbücher
  von  solchen  öffentlichen  Sparkassen,  die  behördlich  zur  Anlegung  von  Mündelgeld  für  geeignet
erklärt  sind,  sondern  auch  Abrechnungsbücher  von  anderen  öffentlichen  und  Privatsparkassen,  Banken,
Kreditgenossenschaften  und  sonstigen  privaten  Anstalten  angenommen  werden.  Bei  der  Sicherheitsbestellung
  durch  Abrechnungsbücher  der  letztgedachten  Art  ist  jedoch  zugleich  der  Nachweis  zu  erbringen,
daß  die  betreffenden  Anstalten  nach  ihren  finanziellen  Grundlagen  und  organisatorischen  Einrichtungen

ausreichende  Sicherheit  bieten.

6.  Der  Unternehmer,  der  in  das  Reichs=  oder  Staatsschuldbuch  eingetragene  Forderungen,
Depotscheine  der  Reichsbank  oder  der  Königlichen  Seehandlung  (Preußischen  Staatsbank),  oder  aber
Sparkassenbücher  zum  Pfande  bestellt,  hat  eine  Verpfändungsurkunde  auszustellen.  Diese  muß  bei
Forderungen,  die  in  das  Reichsschuldbuch  oder  in  das  preußische  Staatsschuldbuch  eingetragen  sind,
den  Wortlaut  der  Anlage  2,  bei  Verpfändung  von  Depotscheinen  der  Reichsbank  oder  der  König=  2,
lichen  Seehandlung  (Preußischen  Staatsbank)  und  von  Sparkassenbüchern  den  Wortlaut  der  2%  9
Anlage  3  haben.  —

7.  Der  Verpfänder  von  Depotscheinen  der  Reichsbank  oder  der  Königlichen  Seehandlung  W“
(Preußischen  Staatsbank)  hat  außerdem  eine  Erklärung  nach  Anlage  4  in  doppelter  Ausfertigung  3,  ·
beizubringen.  Die  Erklärungen  sind,  nachdem  unter  die  erste  Ausfertigung  das  darunter  sehende  W#
Ersuchen  gesetzt  ist,  an  die  Reichsbank  oder  die  Seehandlung  zu  senden,  welche  die  zweite  Aus-  ·
fertigung  mit  der  entsprechenden  Erklärung  zurücksendet.

Bei  Verpfändung  von  Sparkassenguthaben  hat  der  Verpfänder  nachzuweisen,  daß  er  dem
Drittschuldner  (der  Sparkassenverwaltung)  die  Verpfändung  angezeigt  hat.  Bei  Verpfänd  i
das  Reichs=  oder  Staatss  -  -  ’--«  Mandung  von  in

5  Reichs=  oder  S  aatsschuldbuch  eingetragenen  Forderungen  ist  von  ihm  der  Nachweis  zu  erbringen,
daß  die  Verpfändung  in  das  Schuldbuch  eingetragen  ist.
4  Die  Zinsscheine  der  Wertpapiere  für  denjenigen  Zeitraum,  während  dessen  voraussichtlich
die  Leistung  oder  Lieferung  noch  in  der  Ausführung  begriffen  sein  wird,  können  in  den  geeigneten
Fällen  den  Unternehmern  belassen  werden.

10.  Die  Wertpapiere  werden  zum  Tageskurs  als  Sicherheit  angenommen  und  sind  mit
den  zugehörigen  Zinsscheinen  und  Zinsscheinanweisungen  zu  hinterlegen.  Diejenigen  Zinsscheine,
welche  innerhalb  des  auf  die  Hinterlegung  folgenden  Jahres  fällig  werden,  sind  vom  Lieferanten
zurückzubehalten.  Später  fällige  Zinsscheine  werden  den  Lieferanten  gegen  Quittung  ausgehändigt,
sofern  sie  nicht  mit  der  Sicherheit  in  Anspruch  genommen  werden  sollen.

4  11.  Die  Sicherheitsleistung  gemäß  A.  X.  2  kann  nach  dem  Ermessen  der  Verwaltung  auch
ersetzt  werden:  "

a)  durch  Hinterlegung  zugunsten  der  Verwaltung  in  Höhe  der  Sicherheitssumme  ausgestellter,

  trockener  oder  mit  Akzept  versehener,  gezogener  Sichtwechsel;
b)  Oeern  cie  zu  stellende  Sicherheit  den  Betrag  von  1000  Mk.  nicht  übersteigen  würde,

12  Dar-  für  ubehaltung  von  Abschlagszahlungen  in  entsprechendem  Betrage.
ganz  für  jede  Forder  mehrere  in  einem  Auftrag  enthaltene  Teillieferungen  hinterlegte  Betrag  kann
wenn  no“  ch  eine  Haf  116.  aus  jeder  einzelnen  Teillieferung  in  Anspruch  genommen  werden,  und  ist,
Betrag  sich  infol  ftpfli  ht  des  Lieferanten  für  eine  spätere  Teillieferung  besteht  und  der  hinterlegte
Betrag  sich  infolge  einer  früheren  Inanspruchnahme  verringert  hat,  auf  Änfordern  binnen  einer  Woche

in  ursprünglicher  Höhe  zu  erneuern  oder  zu  ergänzen.

Die  Rückgabe  der  Sicherheit  erfolgt,  sobald  im  Schutzgebiet  festgestellt  und  von  der
Stelle  daselbst  berichtet  worden  ist,  daß  die  endgültige  Abnahme  der  Lieferung  oder  der
dem  Auftrage  bewirkten  Teillieferung  erfolgt  ist  und  Ersatzansprüche  nicht  geltend  zu

8

zuständigen
letzten  aus
machen  sind.
        <pb n="806" />
        W  V16  20

XI.  Vorläufige  Abnahme.

1.  Sämtliche  Lieferungen  sind  zur  vorläufigen  Abnahme  bereitzustellen,  wenn  hierauf  nicht
ausdrücklich  verzichtet  wird.

Zeitpunkt  und  Ort  für  die  vorläufige  Abnahme  sind  von  deutschen  Firmen  dem  Reichs-Kolonialamt,
  Berlin  W.,  Wilhelmstraße  62  rechtzeitig  mitzuteilen.

3.  Die  Lieferanten  sind  verpflichtet,  bei  der  vorläufigen  Abnahme  persönlich  zugegen  zu
sein  oder  sich  so  vertreten  zu  lassen,  daß  der  Vertreter  für  sie  bindende  Erklärungen  —  mündlich
oder  schriftlich  —  an  Ort  und  Stelle  abzugeben  berechtigt  ist.

4.  Der  Abnahmeb#amte  ist  nicht  verpflichtet,  die  Vertretungsbefugnisse  der  sie  ausübenden
Personen  zu  prüfen.  Vielmehr  sind  ihre  Erklärungen  ohne  weiteres  für  den  betreffenden  Lieferanten
bindend.

5.  Wird  ein  bevollmächtigter  Vertreter  nicht  entsandt,  so  ist  der  Lieferant  verpflichtet,  die
Bestandsaufnahme  des  von  der  Behörde  beauftragten  Abnahmebeamten  als  rechtsgültig  anzuerkennen.

Tagegelder  und  Reisekosten  des  Abnahmebeamten  gehen  zu  Lasten  der  Kolonialverwaltung,
alle  sonst  durch  die  Abnahme  entstehenden  Kosten  zu  Lasten  des  Lieferanten.  Werden  bei  der  vorläufigen
  Abnahme  Mängel  am  Material  oder  an  der  Arbeit  festgestellt,  oder  liegen  die  Abnahmegegenstände
  zu  dem  vorher  vereinbarten  Abnahmczeitpunkte  nicht  zur  Abnahme  bereit,  so  gehen  alle
durch  diese  Vorkommnisse  entstehenden  Mehrkosten  der  vorläufigen  Abnahme  zu  Lasten  des  Lieferanten.

7.  Wird  eine  Lieferung  bei  der  vorläufigen  Abnahme,  weil  nicht  den  Lieferungsbedingungen
entsprechend,  zurückgestellt  oder  abgelehnt,  so  gehen  die  hierdurch  entstehenden  Kosten  zu  Lasten  des
Lieferanten.

8.  Die  vorläufige  Abnahme  gilt  weder  als  Annahme  im  Sinne  des  §  464  noch  als  Abnahme
  oder  Ablieferung  im  Sinne  der  §§  477,  638,  640,  Abs.  2  des  Bürgerlichen  Gesetzbuches.

XII.  Endgültige  Abnahme.

1.  Die  endgültige  Abnahme  wird,  wenn  möglich,  an  den  Landungsstellen  im  Schutzgebiet
(Zollstation)  bewirkt.  Die  Abnahme  soll  nach  Möglichkeit  unter  Hinzuziehung  vom  Gericht  bestellter
Sachverständiger  und  unter  gerichtlicher  Feststellung  des  Tatbestandes  erfolgen,  wenn  über  die  Brauchbarkeit
  und  Dauerfähigkeit  der  Ware  Bedenken  obwalten.

Die  Abnahme  erfolgt  ohne  Verzug  nach  Eintreffen  und  Entladung  der  Ware.

3.  Beanstandungen  werden  dem  Lieferanten  nach  Eingang  der  Abnahmeberichte  von  der
Auftraggeberin  mitgeteilt.  Die  hieraus  sich  ergebenden  Verhandlungen  sind  ausschließlich  mit  der
Auftraggeberin  zu  führen.

4.  Ist  eine  Lieferung  bei  der  endgültigen  Abnahme  als  den  Lieferungsbedingungen  nicht
entsprechend  befunden  worden,  so  steht  es  dem  Auftraggeber  frei,  die  zurückgewiesene  Lieferung  durch
die  Empfangsstelle  für  Rechnung  des  betreffenden  Lieferanten  bestmöglichst  verwerten  zu  lassen,  wenn
letzterer  nicht  innerhalb  von  14  Tagen  nach  erhaltener  Aufforderung  eine  die  Empfangsstelle  von
der  Sorge  um  die  Ware  entbindende  Bestimmung  trift.

5.  Der  aus  Verwertung  zurückgewiesener  Waren  erzielte  Erlös  wird  bis  zur  Deckung  des
von  dem  Lieferanten  zu  leistenden  Schadenersatzes  unverzinslich  einbehalten.

XIIII.  Meinungsverschiedenheiten.

1.  Bei  allen  Streitigkeiten  über  durch  Lieferungs=  und  Leistungs-Verträge  begründete
Rechte  und  Pflichten  trifft  zunächst  die  vertragschließende  Behörde  eine  förmliche  Entscheidung  und
stellt  sie  dem  Unternehmer  zu.  Der  Entscheidung  der  Behörde  soll  tunlichst  eine  mündliche  Erörterung
  mit  dem  Unternehmer  vorausgehen.  Erst  gegen  die  Entscheidung  der  Behörde  kann  das
Schiedsgericht  angerufen  werden.

2.  Falls  über  die  Bildung  des  Schiedsgerichts  durch  die  besonderen  Vertragsbedingungen
abweichende  Vorschriften  nicht  getroffen  sind,  ernennen  die  Behörde  und  der  Unternehmer  je  einen
Schiedsrichter.  Diese  sollen  nicht  gewählt  werden  aus  der  Zahl  der  unmittelbar  Beteiligten  oder
der  Beamten,  zu  deren  Geschäftskreis  die  Angelegenheit  gehört  hat.

Falls  die  Schiedsrichter  sich  über  einen  gemeinsamen  Schiedsspruch  nicht  einigen  können,
wird  das  Schiedsgericht  durch  einen  Obmann  ergänzt.  Er  wird  von  den  Schiedsrichtern  gewählt,
oder  wenn  diese  sich  nicht  einigen  können,  von  einem  durch  den  Leiter  des  Gouvernements  oder  des
Reichs-Kolonialamts  anzurufenden  Gerichtspräsidenten.
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        G  V17  20

4.  Der  Obmann  hat  die  weiteren  Verhandlungen  zu  leiten  und  darüber  zu  befinden,  ob
und  inwieweit  eine  Ergänzung  der  bisherigen  Verhandlungen  (Beweisaufnahmen  usw.)  stattzufinden
hat.  Die  Entscheidung  über  den  Streitgegenstand  erfolgt  dagegen  nach  Stimmenmehrheit.

5.  Bestehen  in  Beziehung  auf  Summen,  über  welche  zu  entscheiden  ist,  mehr  als  zwei
Meinungen,  so  wird  die  für  die  größte  Summe  abgegebene  Stimme  der  für  die  zunächst  geringere
abgegebenen  hinzugerechnet.

6.  Über  die  Tragung  der  Kosten  des  schiedsrichterlichen  Verfahrens  entscheidet  das  Schiedsgericht
  nach  billigem  Ermessen.

7.  Der  Unternehmer  und  die  Behörde  sind  an  den  Ausspruch  des  Schiedsgerichts  gebunden.

8.  Meinungsverschiedenheiten  über  die  Brauchbarkeit  und  Güte  der  verwendeten  Werkstoffe,
der  Materialien  usw.  sind,  soweit  möglich,  dem  Königlichen  Material-Prüfungsamte  in  Groß-Lichterselde-West
  zur  technisch-wissenschaftlichen  Untersuchung  und  Entscheidung  zu  unterbreiten.

Der  Spruch  dieser  Behörde  ist  endgültig  und  auch  für  ein  nachfolgendes  schiedsrichterliches
Verfahren  maßgebend.  Die  entstehenden  Kosten  trägt  der  unterliegende  Teil.

XIV.  Allgemeines.

1.  Abweichungen  in  der  Erfüllung  der  Lieferung  dürfen  nur  mit  ausdrücklicher  Genehmigung
der  ausschreibenden  Behörde  gemacht  werden.

2.  Die  vertraglichen  Verpflichtungen  und  Rechte  können  nur  mit  Genehmigung  der  ausschreibenden
  Behörde  auf  andere  übertragen  werden.
⅜l  3.  Stirbt  der  Unternehmer  oder  gerät  er  in  Konkurs,  bevor  der  Vertrag  vollständig  erfüllt
ist,  so  kann  die  ausschreibende  Behörde  das  Vertragsverhältnis  ganz  oder  teilweise  lösen.

4.  Portokosten  für  den  nach  Erteilung  des  Auftrags  aus  dem  Geschäft  entspringenden
Schriftwechsel  und  für  Geldsendungen  und  alle  sonstigen  aus  dem  Geschäft  entstehenden  Nebenkosten
sind  von  dem  Unternehmer  zu  tragen,  soweit  Gegenteiliges  nicht  ausdrücklich  vereinbart  ist  oder  hinsichtlich
  der  „sonstigen  Nebenkosten“  aus  Handelsgebrauch  sich  ergibt.

5.  Telegramme  werden  gegenseitig  freigemacht.

B.  Vorschriften  für  die  Verpachung  und  Versendung  von  Gütern  nach  den  deutschen
Schutzgebieten.
I.  Verpackung.
½n  1.  Auf  seetüchtige  sachgemäße  Verpackung  der  anzuliefernden  Gegenstände,  wie  sie  für  die
Dieserung  von  Gütern  nach  überseeischen  Ländern  üblich  ist,  ist  besonderer  Wert  zu  legen,  besonders
wegen  der  oft  schwierigen  Landungsverhältnisse  in  den  Häfen  der  Schutzgebiete  und  wegen  der  starken
Beanspruchung  der  Verpackungen.
Ki  2.  Jedem  Frachtstück  ist  ein  Verzeichnis  der  darin  enthaltenen  Sachen  beizufügen  und  bei
Kisten  auf  der  Innenseite  des  Deckels  zu  befestigen.
»  3.  Jedes  Frachtstück  darf  nur  für  ein  und  denselben  Empfänger  bestimmte  Gegenstände
enthalten,  wenn  der  Auftraggeber  nicht  ausdrücklich  andere  Anordnungen  trifft.
lber  unverpackte  Gegenstände  siehe  B.  II.  7.
Sch  5.  Über  Verpackung  von  Gegenständen,  die  vom  Erfüllungsort  für  die  Lieferung  (frei  Land
Schubgebiet)  noch  eine  weitere  Beförderung  in  das  Innere  des  Schutzgebietes  erfahren  sollen,
siehe  B.  III.  4.
II.  Bezeichnung  der  Frachtstücke.

1.  Jedes  Frachtstück  ist,  soweit  angängig  (siehe  Ziffer  4),  zu  versehen  mit:

a)  der  Firma  des  Lieferanten  und  einer  vom  Lieferanten  zu  wählenden  Nummer,

b)  Bezeichnung  des  Empfängers,

e)  genauer  Inhaltsangabe  unter  Hinzufügung  des  Bruttogewichts  der  Kiste  und  des

1  Nettogewichts  des  Inhalts,
Zu  *  dem  Vermerk:  Ausfuhrgut.
jedes  einzelne  irma-  und  Nummer  sind  bei  Kisten  an  den  beiden  Kopfseiten  zu  wiederholen.  Für

2.  Veeel  ornüct  ist  eine  neue  Nummer  zu  wählen.  *
den  vier  bängsseion  r  Inbalt  aus  leicht  zerbrechlichen  oder  entzündlichen  Gegenständen,  so  sind  an
Kisten  der  Frachtstücke  die  Bezeichnungen:  „Vorsicht!  Nicht  werfen!“  anzubringen.

dürjen,  erhal  mit  Gegenständen,  die  nicht  in  der  Nähe  des  Maschinenraumes  gelagert  werden
ürfen,  erhalten  an  den  gleichen  Stellen  den  Vermerk:  „Kühl  zu  lagern!“
        <pb n="808" />
        68  718  2O

4.  Die  in  mindestens  5  em  hohen  Buchstaben  und  in  deutlicher,  durch  Regen  nicht  ver—
wischbarer  Schrift,  am  besten  durch  Brandstempel,  auszuführende  Bezeichnung  eines  Frachtstückes
würde  etwa  folgendermaßen  zu  lauten  haben:

 

4.  E.  5.
6.  .  70  —.  6  2  Geschhr.
8.  120.  22  «
MÆFHJWWJØEM  Ö  *5  7

   

 

54  IJusius##c.  X  6  —  cr  "]  t

½—  eSStnteellao  696  lle–.’  n'  .
“  ##  9
-  6%  Nicht  kanten!  F

 

 

 

 

 

 

5.  Die  für  ein  Gouvernement  bestimmten  Frachtstücke  sind  mit  der  Aufschrist:  „Kais.  Gouvt.

(Ortsname)“,  zum  Beispiel  Frachtstücke  für  das  Gouvernement  Apia  mi
„Kais.  Gouvt.  Apia  über  Sydney“,
die  für  ein  Bezirksamt  bestimmten  mit  der  Ausschrift:
„Kais.  Bez.  Amt  (Ortsname)“,
und  die  für  die  übrigen  Dienststellen  bestimmten  Frachtstücke  mit  den  dem  Bestellschreiben  oder  seinen
Anlagen  zu  entnehmenden  Aufschriften  zu  versehen.

6.  Da  durch  Schwinden  und  Verwischen  der  Aufschriften  erhebliche  Schwierigkeiten  bei  der
Abnahme  im  Schutzgebiet  entstehen  können,  wird  bei  der  vorläufigen  Abnahme  vor  der  Verschiffung
die  Dauerhaftigkeit  der  Aufschriften  besonders  geprüft  werden.

7.  Unverpackte  Gegenstände,  die  nicht  mit  Marken  und  Nummern  versehen  werden  können,
müssen  andere,  unauswischbare,  dentliche  und  leicht  in  die  Augen  fallende  Unterscheidungszeichen  tragen.

III.  Größe  der  Frachtstücke.

1.  Die  Frachtstücke  müssen  handlich  sein  und  sollen  nicht  über  100  kg  brutto  wiegen,  falls
nicht  größere  Bruttogewichte  seitens  des  Auftraggebers  ausdrücklich  zugelassen  oder  nach  Art  der
Lieferungsgegenstände  nicht  zu  vermeiden  sind  (z.  B.  größere  Maschinenteile  usw.).

2.  Latten,  Leisten,  Verschalbretter,  Dielen  von  gleicher  Länge  sind  in  Bündel  zusammen—
zufassen  behuss  besserer  Ausnutzung  des  Laderaums.

3.  Glasscheiben  und  andere  leicht  zerbrechliche  Gegenstände  sind  in  Frachtstücken  bis  zu
hõchstens  30  kg  Gesamtgewicht  zu  verpacken.

4.  Sind  Güter  für  die  Beförderung  in  das  Innere  des  Schutzgebietes  bestimmt,  was  in
der  Ausschreibung  oder  Bestellung  in  jedem  einzelnen  Falle  zum  Ausdruck  gebracht  wird,  so  müssen
die  einzelnen  Frachtstücke  einschließlich  Verpackung  hinsichtlich  Gewicht  und  Umfang  genau  den  Vorschriften
  des  Auftraggebers  entsprechen.

IV.  Art  der  Versendung.

1.  Die  Verschiffung  der  Gegenstände  hat  mittels  deutscher  Reedereien  zu  erfolgen,  falls
nicht  ausdrücklich  die  Benutzung  ausländischer  Reedereien  zugelassen  wird.

2.  Über  die  zur  Versendung  gelangenden  Gegenstände  ist  eine  Verpackungsliste  aufzustellen,
aus  der  ihre  Verteilung  auf  die  einzelnen  Frachtstücke  zu  ersehen  ist.

Den  Frachtbriefen  ist  der  Vermerk:  „Zur  Ausfuhr  über  See  nach  überseeischen
Ländern“  hinzuzufügen.

4.  Für  alle  Versendungen  ist  ein  ordnungsgemäß  ausgefüllter,  gestempelter  Anmeldeschein
für  die  Ausfuhr  (grüner  Statistikzettel)  auszustellen  und  den  Frachtbriefen  beizufügen,  oder  dem
Spediteur  bzw.  der  Reederei  zu  übergeben.

5.  Die  Lieferanten  haben  bei  Lieferungen  „frei  Land  Schutzgebiet“  die  Speditions-,  Fracht-,
Versicherungs=  und  sämtliche  übrigen  Kosten  bis  zur  endgültigen  Abnahme  der  Waren  im  Schutzgebiet
  selbst  zu  tragen.

6.  Die  Lieferanten  haben  bei  jeder  Verschiffung  und  gleichzeitig  mit  Abgang  des  Dampfers
postfrei  abzusenden:

a)  eine  Abschrift  der  Konnossemente,
eine  Abschrift  der  Rechnung,
eine  Verpackungsliste
        <pb n="809" />
        719  20

an  die  vom  Auftraggeber  in  der  Ausschreibung  näher  bezeichnete,  mit  der  Abnahme  im  Ausschiffungshafen
  beauftragte  Dienststelle;
b)  eine  Abschrift  der  Rechnung,
eine  Verpackungsliste
an  die  Stationen,  an  die  die  Güter  adressiert  sind.

V.  Versicherung.
Die  Versicherung  der  Sendungen  „frei  Land  Schutzgebiet“  ist  Sache  der  Lieferanten.  Die
Versicherung  ist  bei  einer  deutschen  Versicherungsgesellschaft  zu  bewirken.  Soll  die  Versicherung
seitens  des  Reichs-Kolonialamts  bewirkt  werden,  so  wird  dies  besonders  mitgeteilt.

VI.  Aufstellung,  Einrichtung  und  Anweisung  der  Rechnungen.
4  1.  Behufs  Bezahlung  der  gelieferten  Gegenstände  sind  die  Rechnungen  in  vier  Ausfertigungen
  mit  den  bezüglichen  Konnossementen  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  einzureichen.

2.  Auf  allen  Rechnungen  ist  anzugeben:

a)  Tag  und  Nummer  des  Schreibens,  mit  dem  der  Auftrag  zur  Lieferung  erteilt  ist,

b)  Bezeichnung  des  Auftraggebers,

Tc)  die  laufende  Nummer,  unter  welcher  der  Gegenstand  in  der  Bestelliste  oder  dem
Angebotformular  ausgeführt  ist.

3.  Von  den  vier  Rechnungsabschriften  können  zwei  Preßkopien  sein.  Eine  dritte  Preßkopie
erhält  die  mit  der  Abnahme  im  Ausschiffungshafen  beauftragte  Dienststelle  (siehe  IV.  6.).  Die  übrigen
Rechnungsabschriften  müssen  entweder  geschrieben  oder  mit  der  Schreibmaschine  oder  dem  Hektographen
hergestellt  sein.

4.  Die  Rechuungen  sind,  sofern  für  mehr  als  eine  Dienststelle  geliefert  wird,  nach  diesen
getrennt  und  auf  besonderen  Bogen  aufzustellen.

5.  In  den  Rechnungen  sind,  soweit  nicht  besondere  Vereinbarungen  vorliegen,  übereinstimmend
  mit  den  von  der  Verwaltung  angenommenen,  der  Lieferung  zugrunde  liegenden  Angeboten,
nur  die  Einheits=  und  die  Gesamtpreise  für  die  Lieferungsgegenstände  selbst  „frei  Land  Schutzgebiet“
  (vom  Wasser  nicht  mehr  bespülter  Strand,  Zollstation)  aufzuführen,  also  einschließlich
  der  vom  Lieferanten  zu  tragenden  Speditions-,  Fracht-,  Versicherungs=  und  sämtlicher
übrigen  Kosten.  Die  Bezahlung  der  Rechnungen  erfolgt  nur  für  die  im  Schutzgebiete  abgelieferten
und  durch  die  dazu  berufene  Dienststelle  endgültig  abgenommenen  Gegenstände  nach  deren  Abnahme.
Eine  vorläufige  Abnahme  der  Lieferung  ändert  hieran  nichts.

6.  Die  Bezahlung  erfolgt  entweder  unmittelbar  durch  die  Gouvernementshauptkasse  oder
auf  Anweisung  des  Kaiserlichen  Gouvernements  durch  die  Kolonialhauptkasse  Berlin  W.,  Wilhelmstraße,
  an  den  Werktagen  zwischen  10  und  2  Uhr.

7.  Erfolgt  die  Zahlung  durch  die  Kolonialhauptkasse  und  wird  Zusendung  des  Betrages
auf  dem  Postwege  gewünscht,  so  muß  die  Quittung  vorher  der  Kolonialhauptkasse  eingereicht  werden.

VII.  Mitteilungen  über  den  Versand.

Bei  Lieferungen,  die  durch  das  Reichs-Kolonialamt  in  Auftrag  gegeben  worden  sind,  hat
der  Lieferant  von  der  Verladung  der  Gegenstände  und  der  Absendung  der  Verpackungslisten  und
Rechnungen  an  die  mit  der  Abnahme  im  Ausschiffungshafen  beauftragte  Dienststelle  dem  Reichs-Kolonialamte
  noch  vor  Abfahrt  des  Dampfers  unter  Beifügung  einer  Rechnungsabschrift  (Preßkopie)
und  eines  Versandnachweises  (Konnossement  usw.)  schriftlich  Mitteilung  zu  machen.

Bürgschein.  Anlage  1.

Für  die  Erfüllung  der  von  dem  ..  indcnthrtmgc
übernommenen  Verbindlichkeiten
der  Anfech  hierdurch  selbstschuldnerisch  unter  Verzicht  auf  die  Einreden
bis  sechtung,  der  Aufrechuung  und  der  Vorausklage  (§&amp;amp;  770,  771  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs)
zum  Betrage  von

vom
verbürge

No  5  E  geschrieben  »......,..............................  )
Auf  Anzeige  gemäß  §  777  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  wird  verzichtet.
,  den  ten  19
Angenommen:
Kaiserliche

(Umerschrift.)  (Unterschrift  des  Bürgen.)
        <pb n="810" />
        E  720  2

 

Anlage  2.  Derpfändung  kund
Zur  Sicherheit  für  die  Forderungen,  welche  der  Verwaltung  aus  dem
Vertrage  vom  gegen  den
etwa  erwachsen  möchten,  wird  dieser  hierdurch  diejenige
Forderung  von  Mark  verpfändet,  welche  dem  Unterzeichneten  gegen  die

Hauptverwaltung  der  Staatsschulden

Reichsschuldenverwaltung  laut  Konto

äusteht.  Zugleich  wird  die  ermächtigt,  den  Antrag  auf  hänzlichee  oder
teilweise  Löschung  der  Forderung,  gegen  Ausreichung  von  Schuldverschreibungen  der  ½“
konsolidierten  Anleihe  an  sie,  selbst  zu  stellen  und  die  Zinsen  des  Kontos  zu  erheben.
,  den  ten  19
Angenommen:
Kaiserliche
(Unterschrift.)  (Unterschrift  des  Verpfänders.“

(Diese  Unterschrift  ist  gerichtlich  oder
notariell  zu  beglaubigen.,

Anlage  3.  Derpfändungsurhunde.
Zur  Sicherheit  für  die  Forderungen,  welche  der  Verwaltung  aus  dem
Vertrage  vom  gegen  den

 

etwa  erwachsen  möchten,  wird  dieser  hierdurch  diejenige
Forderung  verpfändet,  welche  dem  Unterzeichneten  —  gegen  die  Deutsche  Reichsbank  laut  Depotschein

  Nr.  —  gegen  die  Königliche  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)  laut  Depotschein
Nr.  —  gegen  die  Sparkasse  dd.  laut  Sparkassenbuch
Nr.  —  auf  Herausgabe  —  der  —  des  —  im  letzteren  bezeichneten  —  Wertpapiere  —
Guthabens  —  zusteht.  Zugleich  wird  die  ermächtigt,  das  vorstehende

  —  Depot  bei  der  Reichsbank  —  Königl.  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)  —  Guthaben
bei  der  Sparkasse  —  zu  erheben  und  darüber  Quittung  zu  erteilen.

f,  den  ten  19
Angenommen:
Kaiserliche  ,..................
(Unterschrift.)  (Unterschrift  des  Verpfänders.)

AKulage  4.
Erste  AKusfertigung.

,  den  19
An
das  Kontor  für  Wertpapiere  der  Reichshauptbank,
der  Königlichen  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)
in
Berlin.
Die  Reichsbank  —  Königl.  Seehandlung  —  benachrichtige  ,  daß
die  nach  dem  Depotschein
Nr.  über  Mark

für  eigene  Rechnung  dort  in  Verwahrung  gegebenen  Wertpapiere  und  das  der  Reichsbank

—  Königl.  Seehandlung  —  gegenüber  zustehende  Rückforderungsrecht  dem  Kaiserlichen
als  Sicherheit  für

verpfändet  habe.
        <pb n="811" />
        W  721  20

Die  Reichsbank  —  Königliche  Seehandlung  —  ersuche  ,  die  vorbezeichneten  Wertpapiere
  nebst  Zinsscheinen  und  Anweisungen  fortan  für  die  genannte  Behörde  zu  verwahren  und
nur  dieser  gegen  deren  Quittung  herauszugeben.

4  (Unterschrift.
Urschriftlich
an  das  Kontor  für  Wertpapiere  der  Reichshauptbank,
der  Königlichen  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)

in
.  «  Berlin
mit  dem  Ersuchen  zu  übersenden,  die  auliegende  zweite  Ausfertigung  des  obigen  Antrages,  welchem
wir  uUns  anschließen,  nach  Abgabe  der  darunter  befindlichen  Erklärungen  an  uns  zurückzusenden.

,  den  19.
Kaiserliche
(Unterschrift.)

Sweite  Kusfertigung.

,  den  19
"  An
das  Kontor  für  Wertpapiere  der  Reichshauptbauk,
der  Königlichen  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank)
in

Berlin.
·  Die  Reichsbank  —  Königl.  Seehandlung  —  benachrichtige  ,  daß
die  nach  dem  Depotschein

Nr.  über  Mark

für  bigene  Rechnung  dort  in  Verwahrung  gegebenen  Wertpapiere  und  das  der  Reichsbank

Küönigl.  Seehandlung  —  gegenüber  zustehende  Rückforderungsrecht  dem  Kaiserlichen

verpfändet  habe.
Die  Reichsbank  —  Königliche  Seehandlung  —  ersuche  f„  die  vorbezeichneten  Wertpapiere
  nebst  Zinsscheinen  und  Anweisungen  fortan  für  die  genannte  Behörde  zu  verwahren  und
nur  dieser  gegen  deren  Quittung  herauszugeben.
(Unterschrift.)
Dem  Kaiserlichen

zu
bestätigen  wir,  eine  gleichlautende  Ausfertigung  erh  u  haben,  zugleich  erklär  ir  bereit
.  ..-  halten  zu  haben,  zugleich  erklären  wir  uns  bereit,
d  as  bezügliche  Depot  gegen  Übernahme  d  bezeichneten  quittierten  Depotschein  und  dieser
Bescheinigung  an  d  Kaiserliche  auszuhändigen.
Berlin,  den  19

Kontor  für  Wertpapiere  der  Reichshauptbank,
Königliche  Seehandlung  (Preuß.  Staatsbank).
(Unterschrift.)
        <pb n="812" />
        W  722  20

Dersonalien.
Raiserliche  Schutztruppen.

Kommando  der  Schutztruppen.

A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1907.
v.  Wolff,  Major,  zum  Oberstleutnant  befördert.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1907.
Es  werden  befördert:

Baumstark,  Oberleutnant,  zum  überzähligen  Hauptmann,  und

Lincke,  Leutnant,  zum  Oberleutnant.

v.  Prittwitz  u.  Gaffron,  Major,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre
genehmigt;

die  Hauptleute:

Schlobach  und  Fonck  (Heinrich),  beide  kommandiert  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt,
zum  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  übergetreten;

Lademann,  Oberleutnant,  am  31.  Juli  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Angust
d.  Is.  im  Infanterie-Regiment  Fürst  Leopold  von  Anhalt-Dessan  (1.  Magdeburgischen)  Nr.  26
angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  10.  Juli  1907.

Graf  zu  Solms-Wildenfels,  Hauptmann  und  Kompagniechef  im  1.  Feldregiment,  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden  und  als  Rittmeister  und  Eskadronchef  im  1.  Garde-Ulanen-Regiment
angestellt.

A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1907.
Am  31.  Juli  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  August  d.  Is.  im  Heere  angestellt:
Mossner,  Hauptmann,  als  Kompagniechef  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  1;

die  Oberlentnants:
v.  Rosenberg,  unter  Beförderung  zum  Hauptmann  als  Batteriechef,  im  Bergischen  Feldartillerie-Regiment
  Nr.  59,
Christiani  im  Ostfriesischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  62,
Krüger  (Haus)  im  1.  Nassauischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  27  Oranien,
von  Spankeren  im  Brandenburgischen  Train-Bataillon  Nr.  3,
Frhr.  v.  Elverfeldt  im  Kürassier-Regiment  von  Driesen  (Westfälischen)  Nr.  4,
Frhr.  v.  Wittenhorst-Sonsfeld  im  Garde-Füsilier-Regiment,
Metz  im  3.  Thüringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  71,
Back  im  2.  Oberelsässischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  51  und
Wandesleben  in  der  3.  Ingenieur-Inspektion;
die  Leutnants:
Plenzke  im  10.  Rheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  161,
Krüger  (Karl)  im  Infanterie-Regiment  Hessen-OSomburg  Nr.  166,
Meinardus  im  Garde-Fußartillerie-Regiment  und
Koch  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  2;
die  Oberärzte:
Dr.  v.  Haselberg  im  5.  Garde-Regiment  zu  Fuß  und  Dr.  Fleischer  bei  den  Sanitätsoffizieren
der  Reserve.
        <pb n="813" />
        W  V723  20

Ferner:
Mit  dem  31.  Juli  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:

Weigel,  Leutnant,  und
Dr.  v.  Gosen,  Oberarzt,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste;

die  Leutnants:
Frhr.  v.  Watter  und  Wendlandt  und  »
Dr.  Bofinger,  Stabsarzt,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Württembergische  Militärdienste.

v.  Heydebreck,  überzähliger  Major,  bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Gouvernement  von
Südwestafrika  kommandiert.

Dr.  Werner,  Stabsarzt,  bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung  zum  Reichs-Kolonialamt  kommandiert.

Scherbening,  Major,  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Chefs  des  Generalstabes  der  Schutztruppe
  beauftragt,  zum  Oberstleutnant  befördert.

Ein  dreimonatiger  Nachurlaub  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  nach  Deutschland
bewilligt:
Hilken,  Oberleutnant,  im  Anschluß  an  den  ihm  gewährten  neunmonatigen  Heimatsurlaub,  vom
31.  Juli  d.  Is.  ab  und
Liehs,  Assistenzarzt,  im  Anschluß  an  den  ihm  gewährten  neunmonatigen  Heimatsurlaub,  vom
Juli  d.  Is.  ab.

Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:
v.  Kleist,  Hauptmann  und  Batteriechef,  mit  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  und
v.  Sydow,  Oberleutnant,  mit  der  Aussicht  auf  Anstellung  in  der  Gendarmerie  und  gleichzeitig  bei
den  Offizieren  der  Landwehr-Infanterie  2.  Aufgebots  angestellt.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  14.  Juli  1907.

Kunzke,  Zahlmeister,  mit  dem  31.  Juli  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Sächsischen  Heeresverwaltung  (im  Bezirk  des  XII.  1.  K.  S.]  Armeekorps)  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamernn.
A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1907.
v.  Stephant.  Oberlenman,  bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Reichs-Koloninalamt  kom-Schlosser,
  Hauptmann  und  Kompagniechef,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere
2  Jahre  genehmigt.
Dr.  Gühne,  Stabsarzt  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  in  die  Schutztruppe  versetzt.

 

Jcccssse  michtamtlicher  Teil  m

Dersonal-Nachrichten.  vertretungsweisen  Wahrnehmung  der  Gouverne-=mentsgeschäfte
  und  Einführung  des  Gouverneurs
v.  Schuckmann  in  sein  Amt  nach  Südwestafrika
begeben  hat,  wird  der  Staatssekretär  durch  den
Direktor  im  Reichs-Kolonialamt  Dr.  Conze
vertreten.

Der  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts,
Wirklicher  Geheimer  Rat  Dernburg,  hat  am
15.  Juli  d.  Is.  von  Neapel  aus  eine  otwa  dreimonatige
  Informationsreise  nach  Ostafrika
angetreten.  Für  die  Dauer  der  Behinderung  des
Unterstaatssekretärs  v.  Lindegquist,  der  sich  zur
        <pb n="814" />
        W  724  20

Nachruf.
Regierungsrat  Viktor  Berg  F.

Telegraphischer  Nachricht  zufolge  ist  der  Kaiserliche
  Bezirksamtmann  in  Ponape  (Karolinen)

Regierungsrat  Viktor  Berg

am  30.  April  1907  im  Alter  von  45  Jahren  an
Hitzschlag  verstorben.

Berg  trat  im  September  1891  in  den  Dienst
des  Schutzgebiets  Kamerun  und  wurde  im  Jannar
1894  nach  Deutsch-Ostafrika  versetzt.  Hier  wurde
er  am  1.  April  1896  zum  Bezirksamtssekretär  und
am  1.  Juli  1896  zum  Bezirksamtmann  befördert.

Zum  1.  März  1899  wurde  er  aus  Gesundheitsrücksichten
  in  den  einstweiligen  Ruhestand
versetzt,  aber  nach  Wiedergenesung  vom  31.  August
1901  ab  zunächst  in  Ponape  als  geschäftsführender
Vizegonverneur  wieder  verwandt.

Während  seiner  langjährigen  dienstlichen  Tätigkeit
  in  den  verschiedenen  Schutzgebieten  hat  sich
Berg  stets  als  außerordentlich  pflichttreuer  und
gewissenhafter  Beamter  bewährt.

Die  Kolonialverwaltung  verliert  in  dem  Dahingeschiedenen
  einen  hervorragend  tüchtigen  Beamten,
  welcher  sich  die  Anerkennung  seiner  Vorgesetzten
  in  gleich  hohem  Maße  wie  die  Liebe
und  Achtung  seiner  Untergebenen  erworben  hat.
Sein  vornehmes,  liebenswürdiges  und  stets  dienstbereites
  Wesen  gewann  ihm  die  aufrichtige  Freundschaft
  aller,  die  ihm  im  persönlichen  Verkehr
näher  getreten  sind.

Sein  Andenken  wird  allezeit  in  Ehren  bleiben.

Deutsch-Ostafrika:.
Der  Tierarztgehilfe  Heinrich  und  der  Stenermann
  Terfloth  werden  am  5.  August  1907
die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  antreten.

In  Ostafrika  neu  eingetroffen:  Kolonialeleve
Lauff;  vom  Heimatsurlaub  eingetroffen:  Landmesser
  Kayser,  kommiss.  Sekretär  Thiesen,
Bureaugehilfe  Lichtenstein  und  Kanzleigehilfe
Schlicke.

Mit  Heimatsurlanb  sind  eingetroffen:

Am  13.  Juli  1907  in  Genna:  Major  Freiherr

v.  Schleinitz  und  Unteroffizier  Faupel;
am  16.  Juli  1907  in  Neapel:  Oberarzt  Dr.  Stolowsky,

  Feldwebel  Schmitz  und  Sanitätsunteroffizier

  Meyer.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  15.  Juli  1907  von  Neapel  aus  angetreten:

die  Leutnants  Spiegel  und  Winterer  und
Stabsarzt  Dr.  Engeland.
Kamerun.
In  Kamernn  sind  eingetroffen:  Zollaufseher

Böhme,  Amtsdiätar  Schweder  und  Eisendreher
Paul  Harms;  wiedereingetroffen:  Polizeimeister
Noack,  Lehrer  Schmitt,  Zollassistent  Gaab
und  Gärtner  Deistel.

Aus  Ostafrika  mit  Heimatsurlanb  eingetroffen:
Lehrer  Sendke.
Togo.
Der  Gerichtsschreibergehilfe  Otto  Warncke  ist
am  23.  Juli  1907  nach  Lome  abgereist.

Der  Stations=  und  Forstbeamte  Eugen  Paries
ist  am  27.  Mai  1907  in  Lome  eingetroffen.

Der  Leutnant  Friedrich  v.  Nagel  zu  Aichberg
  hat  das  Schutzgebiet  Togo  mit  Heimatsurlaub
  am  28.  Juni  d.  Is.  verlassen.

Deutsch-Südwestafrika.
Als  Regierungslandmesser  ist  eingestellt  der
Landmesser  Bernhard  Wenderdel.

Der  ehemalige  Unteroffizier  der  Kaiserlichen
Schutztruppe,  Kesselschmied  Hermann  Welck  ist
mit  dem  1.  Juli  1906  als  Gestütswärter  in
Nauchas  angenommen  worden.

 

Eingetroffen  sind:  am  20.  März  d.  Is.  der
geprüfte  Lokomotivheizer  Anacker,  am  30.  April
d.  Is.  der  Gerichtsdiätar  Besche  und  der  geprüfte
  Lokomotivheizer  Heinrich  Kloke.

Der  kommiss.  Bezirksrichter  Schottelins  hat
am  21.  Juni  d.  Is.  von  Lüderitzbucht  die  Heimreise
  nach  Deutschland  angetreten.

Der  Streckenwärter  bei  der  Eisenbahnverwaltung
  Paul  Maletzky  ist  am  28.  Februar  1907
ansgeschieden.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:
Am  2.  Juli  1907  in  Konstantinopel:  die  Oberleutnants
  Holtz  und  v.  Davidson;
        <pb n="815" />
        GW  725  20

am  17.  Juli  1907  in  Cuxhaven:  Major  Pierer,
Hauptmann  Heuck,  die  Oberleutnants  Emmerling,
  Burtin,  Anz  und  Dunst,  die  Leutnants
v.  Dreising,  Fischer  (Karl)  und  Pischel,
Stabsarzt  Dr.  Frey,  die  Oberärzte  Dr.  Jaeger
und  Eckert;  die  Oberapotheker  Paczkowski
und  Pahner  und  Oberveterinär  Knochendöppel:;

am  23.  Juli
arthels.

1907  in  Cuxhaven:  Oberarzt

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  dem  Allgemeinen  Deutschen  Versicherungs-Verein

  A.-G.  in  Stuttgart  6000  Mk.

2.  Von  Herrn  Richard  Holstein  in  Berlin  W.6

181  Mk.

3.  Von  dem  „Garde-Verein“  in  Hanan  durch

Vermittlung  des  Vorsitzenden  Herrn  Hummel

eine  Anzahl  Pakete  mit  Liebesgaben.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestatiet.)

Deutsch-Ostafrika.

Die  Candschaft  Uha.
Bericht  des  Lauptmanns  Göring.

Am  22.  Jannar  brach  ich  mit  zehn  Askari
von  Udjidji  auf,  um  zunächst  den  nördlichen  Teil
der  Landschaft  Udjidji  zu  besuchen.  Ich  erreichte
am  zweiten  Marschtage  das  Dorf  Kalinsi,  den
Wohnort  des  Sultans  Lusimbi,  wo  ich  von  letzterem
  und  einer  zahlreichen  Bevölkerung  begrüßt
wurde.  Kalinsi  liegt  bereits  auf  dem  Uha-Plateau
und  schätzungsweise  700  bis  800  m  über  dem
Tanganjika.  Der  See  selbst  ist  nicht  sichtbar,  da
das  Tanganjika-Randgebirge  den  Ausblick  nach
Westen  und  Südwesten  begrenzt.

Nachdem  ich  einige  Schauri-Angelegenheiten
erledigt  sowie  Besprechungen  allgemeiner  Art  mit
dem  Sultan  Lusimbi  und  seinen  amwesenden
Watuale  abgehalten  hatte,  trat  ich  am  folgenden
Tage  den  Weitermarsch  nach  Norden  an.  Der
Weg  führte  mich  etwa  an  der  Grenze  der  Landschaften
  Udiüdji  und  Uha  (Hern)  entlang,  dort
wiennezbo  necan.  zu  den  Tälern  der  in  den

a  mündenden  Flüsse  iansari
Ctncannen  2  en  Flüsse,  des  Niansari  und

Am  25.  Januar  verließ  ich  die  Landschaft
didi  überschritt  den  Naaramnchde  S  bebrut
die  Landschaft  Heru  (Mittel-Uha)  des  Sultans
Luassa.  Ich  erreichte  an  diesem  Tage  das  Dorf
des  Mtuale  Kigina,  am  26.  das  des  Mtuale
Lilensa  und  traf  am  27.  früh  beim  Sultan
Luassa  ein,  der  mir  mit  großem  Gefolge  eine
Strecke  weit  entgegenkam.

Luassa  ist  für  sein  Alter  —  er  wird  etwa
45  Jahre  zählen  —  recht  schwach  und  hinfällig.
Früher  sagte  man  ihm  großen  Einfluß  nach;  er
galt  für  den  mächtigsten  der  Waha-Sultanc,  auch

 

hieß  es,  daß  ihm  seine  Untertanen  allerhand
Zaubermittel  zutranten.

Ich  blieb  einen  weiteren  Tag  bei  Luassa  und
marschierte  dann  zum  Mtuale  Ternla.

Von  hier  marschierte  ich  am  31.  Januar  nach
der  ebenfalls  zu  Uha  gehörigen,  am  Mlagarasi
gelegenen  Landschaft  Usingo  des  Sultaus  Ntalemdogo
  und  erreichte  am  gleichen  Tage  das  Dorf
des  Mtuale  Mpinda,  der  vor  Jahren  mit  dem
berüchtigten  Räuber  Kaputi  in  Verbindung  gestanden
  haben  soll  und  auch  zu  Beginn  des
Jahres  1903  von  der  Station  aus  bekriegt
wurde.  Bei  meiner  Ankunft  war  Mpinda  nicht
anwesend,  so  daß  ich  schon  annahm,  er  habe
wieder  ein  schlechtes  Gewissen.  Am  folgenden
Tage  erschien  er  jedoch  und  entschuldigte  sich.

Auf  meinem  Weitermarsch  bemerkte  ich,  im
Gegensatz  zu  dem  bisherigen  Verhalten  der  Bevölkerung,
  eine  gewisse  Schen,  die  sich  auch  durch
Fortlaufen  kundgab.  Es  gelang  mir  jedoch,  die
Leute  zu  bernhigen,  so  daß  sie  allmählich  Zutrauen
  gewannen.

Nach  einem  zweitägigen  Aufenthalt  jenseits
des  Makereflusses,  der  die  Grenze  zwischen  Hern
und  Usingo  bildet,  mußte  ich  den  Rückmarsch
antreten.  In  einer  improvisierten  Mashilla  erreichte
  ich  am  9.  Februar  den  Rutschugi-Posten,
wo  ich  noch  zwei  Tage  zur  Erledigung  von
Schauris  blieb;  dann  kehrte  ich  nach  Udjidji
zurück.

1#  1

Über  das  durchzogene  Gebiet  ist  folgendes  zu
berichten:  Schon  unterhalb  von  Kalinsi  tritt  man
aus  der  Zone  des  Miombo-Waldes  heraus  und
gelangt  in  die  des  Gras=  und  Bananenlandes,
die  in  ganz  Nord-Udjidji,  im  mittleren  Uha  und
        <pb n="816" />
        G  726  20

weiterhin  nach  Norden  in  Urundi  vorherrschend
bleibt.  Waldungen  sind  in  diesem  Gebiet  nicht
vorhanden;  an  einigen  wenigen  Stellen  findet
man  wohl  kleine,  kaum  1½  ha  große  urwaldartige
  Parzellen,  sonst  nur  vereinzelte  große
Bäume.  Das  Land  scheint  überhaupt  nie  in
größerem  Maße  bewaldet  gewesen  zu  sein,  da
aus  den  Überlieferungen  der  Watusi  hervorgeht,
daß  sie  bei  ihrer  Einwanderung  das  Land  so,
wie  es  heute  ist,  vorfanden.  Das  Gelände  stellt
sich,  mit  Ausnahme  des  am  Sece  gelegenen  Gebiets,
  als  ein  welliges  Hochplateau  dar,  über
das  sich  an  einzelnen  Stellen  höhere  Kuppen  erheben.
  Die  absolute  Höhe  des  Plateaus  von
Nord-Udjidji  und  Uha  wird  durchschnittlich  etwa
1600  m  betragen.

Zwischen  dem  eigentlichen  Uha-Plateau  und
dem  Tanganjika-Randgebirge  befindet  sich  noch
eine  tiefe  Senke,  die  besonders  in  den  Tälern
des  Niansari=  und  Chuzabaches  hervortritt,  und
zu  der  das  Uha-Plateau  steil  abfällt.  Sowohl
der  Niansari  als  auch  ein  linker  Nebenbach  des
Chuza,  der  Kisuno,  bilden  beim  Verlassen  des
Plateaus  150  bis  200  m  hohe  Wasserfälle,  die
das  ganze  Jahr  hindurch  Wasser  zu  Tal  führen.
Überhaupt  sind  auf  dem  ganzen  Plateau  die
Wasserverhältnisse  sehr  günstig;  Bäche,  die  ständig
Wasser  führen,  durchziehen  in  großer  Zahl  die
Täler  und  vereinigen  sich  zu  den  nach  Norden
und  Süden  abfließenden  Nebenarmen  des  Mlagarasi.
  Die  bedeutendsten  von  diesen  sind  der
Rugufu  und  Rutschugi,  während  der  Luitschi
seinen  Lauf  vom  Plateau  zum  Tanganjika  selbständig
  zurücklegt  und  unterwegs  als  größeren
Wasserlauf  noch  den  Kasekebach  aufnimmt.

In  Nord-Udjidji  und  im  mittleren  Uha  werden
in  der  Hauptsache  Bananen,  Bohnen  und  Bataten
gezogen,  Mais  und  Mtama  dagegen  nur  in  geringerem
  Umfange  angebaut.  Von  letzteren
Körnerfrüchten  findet  man  umfangreichere  Anpflanzungen
  nur  in  dem  südlicheren  Teile  Uhas
und  in  der  großen  Ebene  zu  beiden  Seiten  des
Mittellaufes  des  Rutschugi  in  der  Landschaft
Ngumire.  Hohogo  wird  überall,  wenngleich  nur
spärlich,  gepflanzt.  Die  durch  die  reichlichen
Niederschläge  und  die  Güte  des  Bodens  im  allgemeinen
  vorhandene  Fruchtbarkeit  würde  wohl
einen  stärkeren  Anbau  zulassen,  jedoch  ist  bei  der
Indolenz  der  Bevölkerung,  deren  Haupternährungsmittel
  in  Milch,  Bananen  und  Bohnen  bestehen,
vorläufig  eine  intensivere  Bearbeitung  des  Bodens
nicht  zu  erwarten.  Seinem  Charakter  nach  eignet
sich  Nord-Udjidji  und  Mittel-Uha  ganz  besonders
zur  Viehzucht,  die  denn  auch  die  Hauptbeschäftigung
  der  Bewohner  bildet.

Günstig  für  die  Viehhaltung  in  dem  bezeichneten
  Gebiet  sind  in  erster  Linie  das  gänzliche

 

Fehlen  der  Tsetsefliege  und  sodann  die  vorzüglichen
  Weide=  und  Wasserverhältnisse.

Das  Fehlen  der  Tsetsefliege  ist  ohne  Zweifel
auf  den  Mangel  an  Wald  zurückzuführen.  Denn
fast  überall,  wo  solcher  vorhanden  ist,  kommt
auch  die  Tsetsefliege  vor,  so  in  der  Waldzone
südlich  und  östlich  des  Uha-Plateaus  bis  zum
Mleagarasi,  auch  östlich  und  südlich  dieses  Flusses
nach  Unjamwesi  und  Uhawende  hinein.

Die  guten  Weideverhältnisse  sind  als  eine
Folge  der  reichlichen  Niederschläge  anzusehen;
das  Gras  erreicht  meist  nur  Kniehöhe.

Trotz  dieser  günstigen  Umstände  muß  man
den  Bestand  des  Rindviehes  als  einen  geringen
bezeichnen;  er  dürfte  8000  Stück  nicht  überschreiten.
  Entgegen  früher  gemachten  Angaben
muß  ich  ferner  feststellen,  daß  Kleinvieh  nach
meiner  Beobachtung  überhaupt  kaum  vorhanden
ist.  Ich  war  zunächst  der  Ansicht,  daß  auch  hier
der  immer  mehr  um  sich  greifende  Fellhandel
die  Bestände  an  Kleinvieh,  vor  allem  an  Ziegen,
gelichtet  habe,  erfuhr  jedoch,  daß  die  in  Udjidi
gehandelten  Felle  zum  Teil  aus  Urundi  stammen,
und  daß  auch  die  Waha  die  von  ihnen  gehaltenen
Ziegen  von  dort  meist  gegen  Salz  einhandeln.

Im  allgemeinen  versteht  die  Bevölkerung
wohl  die  Viehhaltung,  aber  nicht  die  Züchtung.
So  ist  ihr  z.  B.  das  Schneiden  der  männlichen
Kälber,  das  von  den  Wanjamwesi  und  Wasukuma
in  ausgedehntem  Umfange  geübt  wird,  ganz  unbekannt.
  Auch  für  die  Auffrischung  des  Blutes
scheint  wenig  getan  zu  werden.

Es  bleibt  zu  hoffen,  daß  dies  zur  Viehzucht
so  hervorragend  geeignete  Land  in  späteren  Jahren
mehr  seinem  Zweck  entsprechend  ausgenutzt  wird.

Nach  der  Höhenlage  und  den  klimatischen
Verhältnissen  dürften  sich  Nord-Udfidji  und  Mittel-Uha
  auch  für  europäische  Besiedlung  eignen.  Das
Gebiet  scheint  fieberfrei  zu  sein,  wenigstens  habe
ich  auf  der  ganzen  Strecke  vom  Betreten  des
Plateaus  bei  Kalinsi  bis  zum  Abstieg  nach  Nordosten
  keinen  Moskito  gesehen  oder  gespürt.  Weniger
vorteilhaft  ist  allerdings  der  fast  gänzliche  Mangel
an  Bauholz,  das  eventuell  von  weither  beschafft
werden  müßte.

Die  Bevölkerung  der  von  mir  durchzogenen
Landschaft  verhielt  sich  aller  Orten  mit  nur
wenigen  Ausnahmen  zutraulich,  entgegenkommend
und  friedlich;  überall  wurde  mir  bereitwillig  und
reichlich  Verpflegung  für  meine  Leute  geliefert.

D
        <pb n="817" />
        W  V727  20

Deutsch-Südwestafrika.
Das  ende  des  Feld  zugs."“)
Die  Unterwerfung  der  Bondelzwarts.
Mit  6  Bildern.

Völlig  wehr=  und  hilflos,  krank  und  aller
Mittel  ledig,  stellte  sich  Morenga  am  7.  Mai
1906  mit  zehn  unbewaffneten  Hottentotten  und
zwei  Hereros  der  englischen  Kappolizei.  Sämtliche
  Waffen  der  Morengabande  sowie  alles  Lagergerät
  fielen  in  die  Hände  des  Siegers  von  Van
Nooisvley  (4.  Mai).  Das  Ausscheiden  des  Morenga
  aus  der  Zahl  der  Gegner  der  Deutschen
bedeutete  einen  wichtigen  Erfolg  der  deutschen
Waffen.  Wenn  auch  dieses  Ereignis  infolge  des
immer  mehr  abnehmenden  Ansehens  Morengas
unter  den  Bondels  nicht  annähernd  die  Wirkung
ausüben  konnte,  wie  seinerzeit  der  Tod  des  alten
Hendrik  Witboi,  so  überragte  dieser  Hererobastard
doch  alle  Hottentottenführer  bei  weitem  an  persoönlicher
  Bedentung,  Entschlossenheit,  Tatkraft  und
Mut.  Er  konnte  als  der  geistige  Urheber  der
meisten  mit  so  großem  Geschick  durchgeführten
Anschläge  der  Hottentotten  angesehen  werden,  und
seine  Gefangennahme  bedeutete  einen  nicht  zu
ersetzenden  Verlust  für  die  Sache  der  Hottentotten.
Dieses  bedeutsame  Ergebnis  war  vor  allem  der
energischen  Verfolgung  des  Hauptmanns  Bech
u  danken,  dessen  rücksichtslose  Tatkraft  hohe  Anerkennung
  verdient.

Nach  Morengas  Vertreibung  herrschte  im  östlichen
  und  südöstlichen  Teile  des  Südbezirks  im
allgemeinen  Ruhe,  dagegen  machten  die  bei  Gawachab
  abgewiesenen  Hottentotten  unter  Johannes
Christian  und  Fielding  die  Fischflußgegend
unsicher;  auf  ihrem  Marsch  Fischfluß  abwärts
hatten  sie  sich  in  der  Gegend  von  Rosinbusch  mit
Morris  vereinigt.  Zu  einem  Schlage  gegen  die
Hottentotten  setzte  das  Kommando  mehrere  Abteilungen
  unter  dem  Major  v.  Freyhold,  Rittmeister
  Ermekeil  und  Hauptmann  Wilck  von
Säben,  Norden  und  Osten  auf  Rosinbusch  an,
aber  auch  diesmal  entzog  sich  Johannes  einem
Entscheidungskampf.  Er  brach  nach  Osten  durch
und  wurde  am  16.  Mai  1906  von  dem  Leutnant
Engler  am  Kameldornfluß  festgestellt.  Fest  entschlossen,
  mit  dem  flüchtigen  Gegner  die  Fühlung
nicht  mehr  zu  verlieren,  folgte  Leutnant  Engler

*)  Aus:  -  ..  ·
in  9  A  *  ämpif  e  der  deutschen  Truppen
bearbeitet  vonnr.  a.  Auf  Grund  amtlichen  Materials
des  Grof  g  Rriegsgeschichtlichen  Abteilung  1
Mittler  Ve#n  Generalstabes.  Berlin  1907.  E.  S.

&amp;amp;  —  ;  —  «
lieferung.  Sohn,  önigl.  Hofbuchhandlung.“  Schluß- 



ohne  Rücksicht  auf  die  ihm  drohende  Gefahr  der
feindlichen  Spur.  Allein  auch  diese  Braven  sollte
das  Schicksal  so  vieler  kühner  deutscher  Patronillen
ereilen;  der  tapfere  Offizier  wurde  am  19.  Mai
mit  seinen  wenigen  Reitern  westlich  Gais  von  den
Hottentotten  aus  dem  Hinterhalt  abgeschossen.  Die
weitere  Verfolgung  dieses  Feindes  wurde  dem
Major  Rentel  mit  der  7.  und  8.  Kompagnie
des  2.  Feldregiments  und  der  3.  Ersatzkompagnie
übertragen,  während  die  Abteilungen  Freyhold
und  Ermekeil  das  Gelände  am  unteren  Fischfluß
absuchten,  ohne  hier  jedoch  etwas  vom  Feinde
äu  finden.  Demnächst  wurden  sie  nach  Warmbad
herangezogen,  nur  ein  Teil  der  Abteilung  Ermekeil
  hielt  den  unteren  Fischfluß  besetzt.

Major  Rentel  nahm  am  21.  früh  mit  den
zunächst  zur  Hand  befindlichen  Truppen,  der
8.  Kompagnie  und  3.  Ersatzkompagnie  (die  von
Kalkfontein  herangezogene  7.  Kompagnie  und  der
Artilleriezug  waren  noch  nicht  zur  Stelle)  von
Amas  aus  die  Verfolgung  der  feindlichen  Spur  auf.

An  demselben  Tage  waren  die  Hottentotten
auf  ihrem  Zuge  ostwärts  bei  De  Villierspütz  auf
die  Funkenstation  des  Oberleutnants  v.  Milczewski
gestoßen,  die  auf  dem  Marsch  von  Ukamas  nach
Warmbad  begriffen  war;  trotz  ihrer  bedeutenden
Stärke  wagten  sie  jedoch  keinen  entscheidenden
Angriff,  da  die  kleine  deutsche  Schar  den  entschlossensten
  Widerstand  zeigte.  Nur  eine  Seitenpatronille
  fiel  ihnen  zum  Opfer.

Beim  Herannahen  der  Abteilung  Rentel  in
der  Nacht  zum  22.  ließen  die  Hottentotten  von
der  Funkenstation  ab  und  wandten  sich  scharf
nach  Norden,  energisch  verfolgt  von  der  Abteilung
Rentel.  Am  23.  mittags  gelang  es  dieser,  in
der  Gegend  von  Dakaib  den  Gegner,  der  einen
weit  überhöhenden,  festungsähnlichen  Gebirgsstock
besetzt  hielt,  einzuholen  und  ihn  zum  Kampfe  zu
stellen.  Nach  heftigem  Widerstande  räumten  die
Bondels  ihre  starke  Stellung  und  zogen  in  der
Nacht  zum  24.  nach  Süden  ab.  Der  schwere,
sehr  erbittert  geführte  Kampf  hatte  den  Deutschen
vier  Tote  und  achtzehn  Verwundete  gekostet.
Alle  Spuren  führten  in  der  Richtung  auf  Springpütz,
  wohin  Major  Rentel  sofort  mit  der  3.  Ersatzkompagnie
  und  der  inzwischen  eingetroffenen
7.  Kompagnie  und  dem  Artillericzuge  folgte.

Unweit  Groendorn  stieß  am  Nachmittage
Major  Sieberg,  der  auf  den  Kanonendonner  mit
der  1.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments  und  zwei
Gebirgsgeschützen  aus  der  Gegend  von  Ukamas
auf  das  Gefechtsfeld  geeilt  war,  zur  Abteilung
Rentel.  Beide  folgten  nun  gemeinsam  dem
Gegner,  der  in  südlicher  Richtung  weitergezogen
war.  Ehe  sie  ihn  indessen  erreichten,  gelang
diesem  wieder  einer  jener  hinterlistigen  Überfälle,
        <pb n="818" />
        W  728  20

die  schon  so  manchen  im  Lande  umherziehenden
deutschen  Abteilungen  verhängnisvoll  geworden
waren.  Wahrscheinlich  am  24.  Mai  abends  stießen
die  Hottentotten  bei  Tsamab  auf  den  Leutnant
Fürbringer  von  der  Feldsignalabteilung,  der  mit
seinem  Trupp  dort  eine  Station  zur  Verbindung
mit  Heirachabis  einrichten  wollte,  und  machten
die  ganze  zwölf  Mann  starke  Schar  nieder.
Die  Leichen  wurden  am  25.  morgens  von  der
Abteilung  Sieberg-Rentel  gefunden  und  bestattet.
Der  Verlust  war  um  so  schmerzlicher,  als  die
Schutztruppe  in  dem  Leutnant  Fürbringer  einen
besonders  bewährten  Patrouillen=  und  Signaloffizier
  verlor.

Von  der  stillen  Ruhestätte  ihrer  gefallenen
Kameraden  weg  setzte  die  deutsche  Abteilung  unverzüglich
  die  Jagd  hinter  den  Hottentotten  fort,
das  wild  zerklüftete  Ham-Revier  abwärts.  Unterhalb
  Nukais  führten  die  Spuren  plötzlich  in  östlicher
  Richtung  aus  dem  Flußbett  heraus  in  ein
von  mehreren  höheren  Bergketten  durchzogenes
Hügelgelände,  das  zur  Vorsicht  mahnte.  Die
3.  Ersatzkompagnie,  die  die  Avantgarde  hatte,
ging  entwickelt  und  unter  dem  Schutz  der  in
Stellung  gebrachten  Geschütze  von  Abschnitt  zu
Abschnitt  vor.  Nachmittags  stieß  sie  auf  eine
Hügelreihe,  die  von  den  Hottentotten  in  mehreren
Stockwerken  übereinander  besetzt  war.  Die  3.  Ersatzkompagnie
  und  die  rechts  neben  ihr  eingesetzte
7.  Kompagnie  eröffneten  sofort  das  Feuer,  auch
die  Artillerie  sandte  Schrapnell  auf  Schrapnell
in  die  Reihen  des  Feindes.  Es  gelang  der
3.Ersatzkompagnie,  in  die  sich  ein  Zug  der
1.  Kompagnic  eingeschoben  hatte,  sich  noch  vor
Einbruch  der  Dunkelheit  auf  nächste  Entfernung
an  den  Feind  heranzuarbeiten,  worauf  dieser
zurückzukriechen  begann,  verfolgt  von  den  Schüssen
der  deutschen  Reiter,  solange  das  Tageslicht  noch
währte.  Das  Gefecht  kostete  der  deutschen  Abteilung
  an  Verwundeten  einen  Offizier  und
vier  Mann.  Eine  weitere  Ausnutzung  des  errungenen
  Erfolgs  verbot  die  Dunkelheit  und  das
unübersichtliche  Klippengelände.  Zahlreiche  Blutspuren
  in  der  feindlichen  Stellung  bewiesen,  daß
der  Gegner  nicht  ungestraft  weggekommen  war,
und  stehengebliebene  Pferde  und  Maultiere  zeugten
von  der  Eile,  mit  der  er  sich  dem  Feuer  der
Deutschen  zu  entziehen  gesucht  hatte.

Am  frühen  Morgen  des  26.  Mai  nahm  Major
Sieberg  die  Verfolgung  der  Hottentotten  von
neuem  auf,  während  eine  andere  Abteilung:
9.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments  und  ein
Maschinengewehrzug  unter  Hauptmann  Siebert
sich  bei  Blydeverwacht  bereithielt,  um  die  Hottentotten
  abzufangen.  Diese  aber  merkten  die  Absicht
  und  bogen  aus  ihrer  anfänglich  nach  Osten

 

gerichteten  Marschrichtung  nach  Norden  und  später
scharf  nach  Westen  um.  Die  Abteilung  Sieberg-Rentel
  erreichte  am  28.  Mai  Naruchas,  wo  sie
auf  Befehl  des  Oberstleutnants  v.  Estorff  die
weitere  Verfolgung  einstellte,  die  nunmehr  einer
anderen  Abteilung  übertragen  wurde.  Die
Truppen  des  Majors  Rentel  hatten  in  acht  Tagen
230  km,  die  des  Majors  Sieberg  in  sechs  Tagen
190  km  zurückgelegt,  in  Anbetracht  der  dazwischen
liegenden  Gefechte,  der  großen  Geländeschwierigkeiten
  und  der  unzureichenden  Verpflegungsverhältnisse
  eine  sehr  achtungswerte  Leistung,  die
vom  Hauptquartier  in  einem  Telegramm  besonders
anerkannt  wurde.

Die  Abteilung  Sieberg  wurde  in  den  folgenden
  Tagen  in  Kalkfontein  ergänzt  und  dann  zu
weiterer  Verwendung  in  Warmbad  bereitgestellt.
Ebendorthin  führte  Hauptmann  Siebert  die  2.
und  9.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments  und
einen  Maschinengewehrzug.  Major  Rentel  übernahm
  mit  seiner  bisherigen  Abteilung  in  der
Linie  Kubub  (Ost)-Groendorn-Heirachabis  die
Sicherung  an  der  Ostgrenze.  Die  2.  Kompagnie
des  1.  Feldregiments  trat  in  Kalkfontein  zur
Verfügung  des  Oberstleutnants  v.  Estorf.

Inzwischen  hatten  sich  die  Bondels  wieder
nach  Westen  gewandt  und  in  der  Nacht  zum
28.  Mai  die  Pad  Kalkfontein—Warmbad  überschritten.
  Die  in  Gabis  stehende  8.  Batterie
meldete,  daß  150  meist  berittene  Hottentotten
unter  Johannes  Christian  in  der  Nacht  zum  28.
an  einer  Vley  westlich  Gabis  gelagert  hätten.

Die  Verfolgung  dieses  Feindes  übertrug
Oberstleutnant  v.  Estorff  der  Abteilung  Freyhold.
Diese  war  nach  der  vergeblichen  Unternehmung
am  Fischflusse  auf  die  Meldung,  daß  Morris  bei
Nohasebmund  in  den  Oranjebergen  sitze,  auf
Uhabis  vorgerückt;  nachdem  jedoch  der  Leutnant
v.  Abendroth  durch  eine  mit  großer  Umsicht  gerittene
  Patronille  festgestellt  hatte,  daß  die  Gegend
  von  Marinkadrift  bis  westlich  Ramansdrift
vom  Feinde  frei  war,  wurde  die  Abteilung  nach
Haib  zurückberufen.

In  Ausführung  des  ihm  erteilten  Auftrages
rückte  Major  v.  Freyhold  am  30.  Mai  mittags
mit  der  3.,  10.,  11.  und  12.  Kompagnie  des
2.  Feldregiments,  je  einem  Zuge  der  2.  Batterie
und  der  Maschinengewehr-Abteilung  Nr.  2,  einer
Funkenstation  und  einer  Kamelabteilung  (zusammen
  25  Offizieren  und  348  Mann)  in  der  Richtung
  auf  Zwarthuk  vor,  wo  er  am  folgenden
Tage  eintraf  und  ganz  frische  Spuren  vorfand.
Leutnant  v.  Abendroth  gewann  mit  einer
Patrouille  auch  bald  Fühlung  mit  den  Hottentotten
  und  stellte  fest,  daß  sie  in  der  Richtung
        <pb n="819" />
        W  729  20

gegen  den  Oranje  weitergezogen  waren.  Bei
Sperlingspütz,  einer  Wasserstelle  zwischen  Gaobis
und  Kawigaus,  machten  sie  indes  wieder  halt.

4  Ehe  Major  v.  Freyhold  sie  dort  angriff,
führte  er  seine  Abteilung  zunächst  nach  Norechab,
um  sie  hier  mit  Wasser  zu  versehen.  Am  1.  Juni
abends  trat  er  von  hier  mit  der  3.,  10.  und
12.  Kompagnie,  dem  Maschinengewehrzug  und
zwei  Geschützen  den  Vormarsch  über  Gaobis  an.
Um  den  Hottentotten  ein  Ausweichen  über  den
Oranje  zu  verwehren,  hatte  er  den  Hauptmann
Anders  mit  seiner  Kompagnie  (11.  des  2.  Feldregiments)
  und  einem  Geschütz  über  Ramansdrift
in  die  Oranje-Berge  entsandt.

Die  Hauptabteilung  erreichte  am  2.  Juni
ohne  Zwischenfall  Gaobis  und  wartete  dort  das
Herankommen  der  Verpflegung  aus  Ramansdrift
ab.  Da  außerdem  beim  Tränken  erhebliche  Ver-30gerungen
  eintraten,  konnte  erst  am  3.  Juni
nachmittags  der  Marsch  auf  Sperlingspütz  fortgesetzt
  werden,  und  zwar  zunächst  nur  mit  der
3.  und  10.  Kompagnie.  Eine  Stunde  später
solgte  Major  v.  Freyhold  mit  dem  größten
Teil  der  12.  Kompagnie,  der  Artillerie  und  den
Maschinengewehren.  Ein  Zug  der  12.  Kompagnie
und  die  Funkenstation  waren  noch  beim  Tränken
der  Pferde.

Die  Spitze  der  10.  Kompagnie  war  etwa
100  m  weit  ungehindert  in  eine  lange  Schlucht,
in  der  die  Wasserstelle  Sperlingspütz  lag,  vorgedrungen,
  als  sie  plötzlich  abends  mit  lebhaftem
Feuer  überschüttet  wurde.  Der  Vortrupp  konnte
sich  jedoch  ohne  Verluste  auf  die  Kompagnie
zurückziehen,  die  beim  Eintritt  in  das  unübersichtliche
  Gelände  zwei  ihrer  Züge  entwickelt  hatte.
Sie  besetzte  jetzt  die  Höhen  unmittelbar  westlich
des  Weges,  während  die  3.  Kompagnie  sich  östlich
entwickelte.  Die  Hottentotten  hatten  anscheinend
in  großer  Stärke  die  Höhen  zu  beiden  Seiten
der  Schlucht  besetzt;  es  begann  ein  lobhafter
Feuerkampf.

Major  v.  Freyhold  war  auf  die  erste  Meldung
  des  Führers  der  10.  Kompagnie,  Oberleutnants
  Dannert,  auf  den  Kampfplatz  geeilt  und
ordnete  nach  dem  Eintreffen  der  12.  Kompagnie
und  der  Artillerie  kurz  an,  daß  die  beiden  entwickelten
  Kompagnien  am  Wege  entlang  vorgehen,
die  12.  Kompagnie,  die  Artillerie  und  die
Maschinengewehre  hinter  der  Mitte  folgen  sollten.
Beim  Vorgehen  der  Deutschen  wichen  die  Hottentotten
  indes  zurück;  nur  die  3.  Kompagnie  unter
Oberleutnant  Müller  v.  Berneck  stieß  noch  auf
Widerstand,  nahm  aber  in  entschlossenem  Anlauf
die  feindliche  Stellung.  Der  Feind  war  indessen

 

nur  wenige  hundert  Meter  zurückgewichen  und
leistete  in  einer  zweiten  vorzüglichen  Stellung
erneut  Widerstand.  Major  v.  Freyhold  ließ  die
Geschütze  in  der  Linie  der  3.  Kompagnie  auffahren
  und  die  12.  Kompagnie  links  von  der  3.
sich  entwickeln,  mit  dem  Auftrage,  den  feindlichen
rechten  Flügel  zu  umfassen;  beim  Vorgehen  wurde
sie  jedoch  bald  selbst  in  der  Flanke  und  im
Rücken  beschossen  und  mußte  links  rückwärts  der
3.  eine  Art  Defensivflanke  bilden,  um  sich  vor
der  feindlichen  Umzingelung  zu  schützen.  Das
Gefecht  nahm  auch  nach  Einbruch  der  Nacht  bei
Mondschein  seinen  Fortgang,  die  Gegner  lagen
sich  auf  40  bis  50  Schritt  gegenüber,  so  daß
die  Artillerie  dauernd  mit  Kartätschen  feuern
mußte.  Am  linken  Flügel  wurden  zur  Abwehr
der  immer  noch  drohenden  Umfassung  nach
11  Uhr  abends  der  eben  eingetroffene  letzte  Zug
der  12.  Kompagnie  und  eine  Abteilung  Kamelreiter
  eingesetzt.  Erst  von  Mitternacht  ab  ließ
das  Feuer  nach  und  verstummte  um  3  Uhr  morgens
  mit  dem  Untergang  des  Mondes  ganz.

Sobald  der  Tag  graute,  versuchte  Major
v.  Freyhold  die  Entscheidung  mit  den  bisher
weniger  bedrängten  Truppen  des  rechten  Flügels
berbeizuführen:  die  10.  Kompagnie  sollte  unter
Mitwirkung  der  Maschinengewehre  den  ihr  gegenüberliegenden
  Feind  in  der  linken  Flanke  angreifen.
  In  Ausführung  dieses  Befehls  wollte
Oberleutnant  Dannert  zunächst  mit  seiner  Kompagnie
  eine  vor  seiner  bisherigen  Stellung  gelegene
  Höhe  gewinnen  und  ließ  seine  Leute
einzeln  das  zwischen  den  beiden  Höhen  befindliche,
vom  feindlichen  Feuer  beherrschte  Revier  überschreiten.
  Er  selbst  eilte  als  erster  über  die  gefährdete
  Stelle,  gefolgt  von  seinen  Offizieren,
den  Leutnants  v.  Abendroth  und  Deininger,  und
mehreren  Leuten.  Aber  kaum  hatten  die  ersten
vierzehn  Schützen  die  Höhe  erreicht,  da  brach
plötzlich  von  rechts,  von  vorn  und  von  links  ein
verheerendes  Schnellfeuer  los.  Sofort  war
die  Verbindung  nach  rückwärts  unterbrochen,  so
daß  die  kleine  Schar  ganz  auf  sich  angewiesen
war.  Sie  suchte  sich  zu  decken,  so  gut  es  ging,
einzelne  liefen  in  das  Revier  zurück,  die  anderen
leisteten,  jeder  für  sich,  da,  wo  sie  sich  befanden,
Widerstand.  Nach  einiger  Zeit  ging  von  links
her  ein  Trupp  von  etwa  30  Hottentotten  zum
Angriff  vor.  Leutnant  Deininger  versuchte  mit
wenigen  Leuten  diesen  Vorstoß  abzuwehren,  aber
die  Stellung  war  unhaltbar.  Der  in  vielen
Gefechten  bewährte  Kompagnieführer,  Oberleutnant
  Dannert,  und  sein  kühner  Patronillenoffizier
Leutnant  v.  Abendroth  sowie  mehrere  Schützen
waren  bereits  gefallen,  die  Uberlebenden  ver-
        <pb n="820" />
        730  20

suchten,  den  Anschluß  an  den  rückwärts  liegenden
Teil  der  Kompagnie  zu  gewinnen,  was  ihnen
unter  dem  Schutz  des  Feuers  derselben  auch  gelang.
  Die  Kompagnie  wurde  dabei  wirksam  von
dem  Maschinengewehrzuge  des  Oberleutnants
Strehlke  unterstützt,  der  schon  zu  Beginn  der  Angriffsbewegung
  links  von  der  Kompagnie  in
Stellung  gegangen  war  und  das  feindliche  Feuer
niederzuhalten  versucht  hatte.

Nach  diesem  aufregenden  Vorfall  ließ  auf
beiden  Seiten  das  Feuer  an  Heftigkeit  nach;  kurz
nach  Mittag  lebte  es  jedoch  plötzlich  wieder  auf,
da  die  Hottentotten  versucht  hatten,  die  deutsche
Abteilung  auch  im  Rücken  anzugreifen.  Hier
war  die  Funkenstation  des  Leutnants  Jochmann
seit  dem  frühen  Morgen  erfolgreich  tätig,  um  die
Verbindung  mit  Warmbad  aufrecht  zu  erhalten.
Sie  hatte  wiederholt  das  Feuer  einzelner  angreifender
  Hottentotten  erwidern  müssen,  aber
trotzdem  den  Betrieb  aufrecht  erhalten.  Unterstützt
  durch  Pferdehalter,  Wagenführer  und  Leute
des  Kamelkorps  unter  Zahlmeisteraspirant  Molling
vermochten  sie  auch  jetzt,  die  Hottentotten  zurückzuweisen.


Im  Laufe  des  Nachmittags  ließ  die  Kampflust
  und  Widerstandskraft  des  Feindes  immer
mehr  nach,  zumal  er  wohl  Nachricht  von  dem
Anrücken  der  2.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments
erhielt,  die,  durch  den  Funkentelegraphen  benachrichtigt,
  den  Marsch  von  Ramansdrift  auf  Sperlingspütz
  angetreten  hatte.  Major  v.  Freyhold  konnte
daher  nachmittags  trotz  der  Ermüdung  seiner
Truppen  durch  einen  22  stündigen  schweren
Kampf  seine  Kompagnien  zu  beiden  Seiten  des
Weges  zum  Angriff  vorführen.  Die  Bondels
hielten  nicht  stand,  sondern  wandten  sich  unter
fortwährendem  Feuern  zur  Flucht.  Gegen  Abend
war  die  Wasserstelle  Sperlingspütz  in  den  Händen
der  Deutschen  und  das  letzte  größere  Gefecht
dieses  Feldzuges  damit  siegreich  beendigt.
Der  Kampf  hatte  hohe  Anforderungen  an  die
Tapferkeit  und  Ausdauer  der  deutschen  Reiter
gestellt  und  ihnen  schwere  Opfer  auferlegt,  zwei
Offiziere,  acht  Mann  waren  tot,  ein  Offizier
  und  sieben  Mann  verwundet.  Aber  die
Reiter  konnten  auf  diese  letzte  größere  Waffentat
mit  berechtigtem  Stolz  zurückblicken.  „Sämtliche
Truppen  einschließlich  der  Funkenstation  und  der
Bedeckungsmannschaften  haben  sich  vorzüglich  verhalten“,
  so  lautete  das  Urteil  des  Kommandeurs
der  Schutztruppe.

Der  Feind,  den  Major  v.  Freyhold  auf  etwa
200  Gewehre  schätzte  und  der  wahrscheinlich  Zuzug
  aus  dem  englischen  Gebiet  erhalten  hatte,
war  bestrebt  gewesen,  seinen  durch  die  schnellen

 

Kreuz=  und  Querzüge  erschöpften  Werften  die  erforderliche
  Zeit  zum  Abzug  zu  verschaffen,  was
ihm  auch  gelang.  In  diesem  Kampfe,  in  dem
er  zum  letzten  Male  entschlossenen  Widerstand
leistete,  hatte  er  noch  einmal  seine  ganze  Zähigkeit
  und  sein  Geschick  in  der  Ausnutzung  umfassender
  Feuerstellungen  bewiesen.  Daß  er
einem  schlimmeren  Schicksal  entging,  verdankte  er
dem  Umstande,  daß  die  11.  Kompagnie,  die  von
Ramansdrift  am  Oranje  entlang  gegen  Nohasebmund
  vorgedrungen  war,  nicht  mehr  rechtzeitig
hatte  eingreifen  können,  obwohl  sie,  sobald  sie
den  Kanonendonner  vernommen  hatte,  sofort  auf
diesen  losmarschiert  war.  Auch  die  2.  Kompagnie
  des  2.  Feldregiments  traf  erst  nach  Beendigung
  des  Kampfes  in  Sperlingspütz  ein.  Am
5.  Juni  langte  noch  Oberstleutnant  von  Estorff
mit  der  1.  und  9.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments,
  der  halben  2.  und  der  halben  8.  Batterie
und  einem  Maschinengewehrzuge  aus  Warmbad
ein.  Die  bei  Sperlingspütz  vereinigte  Truppenmacht
  mußte  indessen  wegen  Wassermangels  an
die  Straße  Warmbad-Ramansdrift  und  an  den
Oranje  verlegt  werden.

Die  Verfolgung  des  geschlagenen  Feindes
wurde  der  durch  die  9.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments
  verstärkten  Abteilung  Freyhold  übertragen,
  während  Major  Sieberg  mit  der  7.  und
8.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments,  einem
Maschinengewehr=  und  einem  Artilleriezuge  an
der  Pad  Ramanzdrift-Warmbad  ein  Ausweichen
der  Bondels  nach  Osten  verhindern  sollte.  Rittmeister
  Ermekeil  stand  bei  Außenkehr  bereit,
während  Hauptmann  Wilck  mit  zwei  Kompagnien
über  Uhabis  gegen  den  Oranje  vordrang,  aber
der  außerordentlich  beschwerliche  Vormarsch  in
das  wild  zerklüftete  Oranjebergland  führte  auch
diesmal  nicht  zum  Ziel.  Am  18.  Juni  erschienen
die  Bondels  bei  Auros  plötzlich  im  Rücken  der
Abteilung  Freyhold  und  gingen  in  zwei  Gruppen
auf  Haib  und  Warmbad  vor,  offenbar  mit  der
Absicht,  Vieh  zu  stehlen.  Sofort  wurden  in  Auros,
Haib  und  Gabis  Kräfte  bereitgestellt,  um  die
Verfolgung  aufzunehmen,  sobald  der  Feind  an
irgend  einer  Stelle  mit  Sicherheit  festgestellt  wäre.
Der  Transportverkehr  zwischen  Ramanzdrift  und
Kalkfontein  wurde  eingestellt,  an  alle  Stationen
erging  eine  Warnung.  Trotzdem  fielen  einer
Bande  von  über  100  Bondels  am  20.  Juni
nördlich  Warmbad  36  Maultiere  in  die  Hände,
die  infolge  eines  Versehens  auf  der  Weide  belassen
worden  waren.  Teile  der  Besatzung  von  Warmbad
  unter  Hauptmann  v.  Stocki  und  Oberlentnant
v.  Schauroth  sowie  ein  von  Kalkfontein  kommender
  Transport  Ergänzungsmannschaften  unter
        <pb n="821" />
        vom

 

BRamansdrift.
linken  (englischen)  Oranjenfer  aus  gesehen.

bilder  vom  südwestafrikanischen  kKriegsschauplatz.

Kolonialblau  Nr.  15,  1907.

Zu:  Deutsches
        <pb n="822" />
        EEIIIIIIIIIIEILIIIEIIIIEIIIIIII

 

 

Bilder  vom  südwestafri

kani

schen  Kri

egsschauplatz.
        <pb n="823" />
        Bilder  vom  südwestafrikanischen  Kriegsschauplatz.

 

 

 

 

Vranjelandschafl  zwischen  Harlebreslmund  und  Pelladrist.
        <pb n="824" />
        Bilder  vom  südwestafrikanischen  Kriegsschauplatz.

 

 

Aubrevier  in  der  Gegend  von  Berseba.

 

 

 

Das  Grfechlsseld  der  Mbleilung  Boppy  bri  Barlebeeslmund.

(Don  GOsten  aus  gesehen.)
        <pb n="825" />
        T731

Oberleutnant  Barlach  vermochten  die  Hottentotten
zwar  noch  zum  Kampfe  zu  stellen,  ihnen  aber
die  gestohlenen  Tiere  nicht  mehr  abzujagen.

Einen  noch  größeren  Erfolg  hatten  die  Hottentotten
  am  21.  Juni  bei  Gabis,  wo  sie  der  8.  Batterie
nicht  weniger  als  118  Pferde  und  Maultiere  abtrieben.
  Die  Batterie  griff  zwar  mit  der  3.  Ersatzkompagnie
  zusammen  die  Räuber  sofort  an,
aber  die  etwa  150  Köpfe  starke  Bande  setzte  sich
bis  zum  Einbruch  der  Dunkelheit  erfolgreich  zur
Wehr  und  verschwand  dann  mit  ihrer  Beute  in
südlicher  Richtung.  Sie  wurden  in  den  folgenden
Tagen  von  Major  Sieberg  mit  der  2.  und  8.  Kompagnic
  des  2.  Feldregiments,  der  3.  Ersatzkompagnie,
  einem  Artillerie=  und  einem  Maschinengewehrzuge
  sowie  den  am  Gefecht  bei  Warmbad
beteiligten  Truppen  eifrig  verfolgt.  Obwohl  jedoch
die  Verfolgung  trotz  mehrtägigen  Mangels  an
Wasser  und  Weide  durch  das  Nohasebrevier  bis
zum  Oranje  und  an  diesem  aufwärts  bis  Ramansdrift
  fortgesetzt  wurde,  führte  sie  zu  keinem  sichtbaren
  Ergebnis.  Auch  die  Abteilung  Freyhold,
die  inzwischen  bei  Violsdrift  eingetroffen  war,
konnte  die  Hottentotten,  die  in  der  Gegend  von
Goabdrift  den  Oranje  erreichten,  nicht  mehr  einholen.
  Sie  stieß  am  26.  und  27.  Juni  in  den
Oranjebergen  auf  einzelne  schwache  Trupps,  die
aber  überall  auswichen.  Stärkere  Banden  traten
unterhalb  Violsdrift  auf  englisches  Gebiet  über.
Sie  versuchten,  einen  Teil  der  geraubten  Tiere  in
Steinkopf  abzusetzen,  ein  Teil  der  Bondels,  darunter
der  Unterkapitän  Joseph  Christian,  wurde  aber
bei  dieser  Gelegenheit  von  der  Kappolizei  festgenommen
  und  in  das  Innere  abgeführt,  nach
einigen  Wochen  jedoch  wieder  freigelassen.  Der
Rest  der  Bande  des  Johannes  Christian,  nach
der  Schätzung  des  Majors  v.  Freyhold  immer
noch  etwa  200  Köpfe,  blieb  in  der  Gegend  östlich
Außenkehr,  verhielt  sich  hier  aber  im  allgemeinen
untätig.  In  der  zweiten  Hälfte  Juli  jagte  die
Abteilung  Freyhold  sie  von  neuem  auf,  und  am
23.  kam  es  bei  Uhabis  zu  einem  größeren  Zusammenstoß,
  bei  dem  Oberlentnant  Barlach  fiel
und  ein  Offizier  und  drei  Reiter  verwundet  wurden.
Danach  trat  im  äußersten  Süden  für  kurze  Zeit
Ruhe  ein.

*
1#

Inzwischen  war  es  auch  in  den  Großen  Karrasbergen
  noch  einmal  lebendig  geworden.  An  deren
Nordostecke  hatten  sich  bereits  Mitte  Mai  etwa
40  Hottentotten,  wohl  Versprengte  der  Banden
Morengas  und  Johannes  Christians,  gezeigt,  die
dauernd  von  der  dort  verbliebenen  Abteilung
Bentivegni  aufgejagt  wurden.  Es  gelang  dem
Hauptmann  v.  Bentivegni,  diese  Hottentotten,  die

 

ihren  Raubzug  nördlich  bis  gegen  Daweb  ausgedehnt
  und  bei  Kamelmund  eine  Anzahl  Ochsen
abgetrieben  hatten,  am  26.  Mai  bei  Gaminei
mit  je  einem  Zuge  der  5.  und  6.  Kompagnie
des  2.  Feldregiments  zum  Kampfe  zu  stellen.
Der  Feind  wich  nach  kurzem  Widerstand  in  nördlicher
  Richtung  aus  und  ließ  eine  Anzahl  Pferde
und  Ochsen  stehen.  Am  folgenden  Tage  setzte
Hauptmann  v.  Bentivegni  seine  Streife  über
Nuinnui  auf  Kiriis  (West)  fort,  wo  die  Wasserstelle
von  Hottentotten  besetzt  sein  sollte,  ohne  jedoch
eine  Spur  vom  Feinde  anzutreffen.  Daraufhin
verteilte  Hauptmann  Wobring,  dem  die  Truppen
in  den  Karrasbergen  unterstanden,  die  5.  und
6.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments  und  die
Maschinengewehrabteilung  Nr.  1  auf  die  Stationen
der  nördlichen  Karrasberggegend.  Im  Juni
unternahm  Hauptmann  v.  Bentivegni  nochmals
eine  Streife  durch  die  Berge,  ohne  daß  es  noch
zu  nennenswerten  Zusammenstößen  gekommen
wäre.

Anfang  Juli  1906  war  der  nenernannte
Kommandeur  der  Schutztruppe,  Oberst  v.  Deimling,
  im  Schutzgebiet  eingetroffen  und  hatte  sich
nach  Rücksprache  mit  dem  Gouverneur  über
Lüderitzbucht  nach  Keetmanshoop  begeben,  wo
ihm  der  in  die  Heimat  zurückkehrende  stellvertretende
  Kommandeur,  Oberst  Dame,  am  6.  Juli
das  Kommando  übergab,  das  er  acht  Monate
lang  mit  großer  Umsicht  und  Hingabe  geführt
hatte,  zu  einer  Zeit,  in  der  die  Kriegführung
infolge  der  Verpflegungsschwierigkeiten  besondere
Hemmnisse  zu  überwinden  hatte.

Der  neue  Führer  war  nicht  im  Zweifel
darüber,  daß  es  sich  im  Süden  des  Schutzgebiets
um  einen  von  den  Eingeborenen  mit  ganz  außerordentlicher
  Zähigkeit  geführten  Kleinkrieg  handele,
und  daß  die  Hauptquelle  ihres  Widerstandes  in
ihren  erfolgreichen  Viehdiebstählen  zu  suchen  sei,
durch  die  sie  nicht  nur  die  Mittel  zu  ihrem
Lebensunterhalt,  sondern  auch  Tauschgegenstände
erhielten,  mit  denen  sie  bei  ihren  Helfershelfern
jenseits  der  Grenze  jederzeit  einhandeln  konnten,
was  sie  an  Waffen,  Munition,  Bekleidung  und
sonstigen  Bedürfnissen  brauchten.  Da  bei  den
bisherigen,  meist  mit  größeren  Abteilungen  konzentrisch
  geführten  Unternehmungen  das  Ergebnis
oft  in  einem  Mißverhältnuis  zu  dem  Kräfteaufwand
  gestanden  hatte,  glaubte  er  von  dieser  Art
der  Kriegführung  absehen  und  zur  Niederwerfung
des  Gegners  andere  Mittel  anwenden  zu  müssen.
Er  beschränkte  sich  im  wesentlichen  darauf,  an
den  Hauptpunkten  des  Südbezirks,  in  Ukamas,
Warmbad,  Uhabis  sowie  an  den  Großen  und
Kleinen  Karrasbergen  stets  marschbereite  Ver-
        <pb n="826" />
        W  732  20

folgungskolonnen  aufzustellen,  die,  sobald  sie
irgendwo  größere  Spuren  wahrnahmen,  sofort
die  Verfolgung  aufnehmen  und  sich  hierbei  gegenseitig
  ablösen  sollten;  ferner  sollte  alles  Vieh  der
Farmer  und  die  entbehrlichen  Viehbestände  der
Truppe  nach  Norden  an  militärisch  gesicherte
Sammelpunkte  abgeschoben  werden.  Er  hoffte,
auf  diese  Weise  die  Aufständischen  zwar  ohne
glänzende  Schläge,  aber  sicher  ihrer  Hilfsmittel
zu  berauben  und  sie  zu  aussichtslosen  Angriffen
auf  gut  gesicherte  Posten  zu  veranlassen.  Die
dann  einsetzende  unnnterbrochene  Hetze  mit  stets
frischen  Verfolgungsabteilungen  mußte  den  Gegner
schließlich  erschöpfen  und  seiner  Widerstandskraft
berauben.  Wie  zutreffend  Oberst  v.  Deimling
die  Lage  erkannt  hatte,  und  wie  sehr  das  neue
Verfahren  geeignet  war,  eine  schnelle  Beendigung
des  Krieges  herbeizuführen,  sollte  sich  bald  zeigen.

In  den  nächsten  Monaten  trat  zwar  im  Süden
eine  an  bedeutsamen  kriegerischen  Ereignissen
ärmere  Zeit  ein,  die  jedoch  für  die  Truppen
nicht  minder  anstrengend  war.  An  Stelle  der  zusammenhängenden
  Operationen  mehrerer  Abteilungen
  traten  zahlreiche  kleinere  Einzelunternehmungen.


Am  6.  August  zeigte  sich  der  Feind,  anscheinend
  unter  Führung  von  Johannes  Christian,
bei  Alurisfontein,  wo  er  mit  etwa  50  Gewehren
die  Pferdewache  der  2.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments
  angriff,  aber  von  der  herbeieilenden
Kompagnie  vertrieben  und  verfolgt  wurde.  Er
flüchtete  über  Umeis,  den  Oranje  aufwärts,  in
das  Hamrevier,  wo  er  durch  Zuzug  sich  auf  150
Gewehre  verstärkte.  Die  Verfolgung  übernahmen,
den  Absichten  des  Obersten  v.  Deimling  entsprechend,
  bis  Pelladrift  die  Abteilung  Sieberg,
dann  die  7.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments
und  schließlich  die  im  Südosten  befindliche  Abteilung
  Bech  (1.,  8.,  9.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments,
  7.  Batterie).  Diese  stellte  den  Feind
am  18.  August  bei  Noibis  südlich  von  den  Naraobbergen
  und  zersprengte  ihn  nach  dreistündigem
heftigen  Kampfe  unter  erheblichen  Verlusten.  Auf
deutscher  Seite  fiel  Leutnant  v.  Heyden  und  ein
Reiter,  fünf  Reiter  wurden  verwundet.

Hauptmann  Bech  setzte  die  Verfolgung  unermüdlich
  fort  und  schlug  den  Gegner  zum  zweiten
Male  am  22.  August  bei  Aos  im  Backrevier,
worauf  dieser  sich  in  die  Großen  Karrasberge
warf.  Aber  auch  hier  wurde  er  von  Hauptmann
Bech  und  den  Besatzungen  von  Narndas  und
Dunkermodder  gehetzt,  so  daß  er  in  die  Kleinen
Karrasberge  ausweichen  mußte.  Ein  Uüberfall,
den  die  Hottentotten  am  29.  August  auf  den
Viehposten  Warmbakies  unternahmen,  schlug  fehl,

 

worauf  Hauptmann  Wobring  mit  Leuten  der
4.  Ersatzkompagnie,  einem  Zuge  der  5.  Kompagnie
  des  2.  Feldregiments  und  einer  in  Keetmanshoop
  aus  Schreibern,  Burschen  und  Ordonnanzen
  zusammengestellten  Abteilung  am  30.
die  Verfolgung  aufnahm,  den  Gegner  noch  am
selben  Abend  20  km  südwestlich  Areb  überraschte
und  nach  dreiviertelstündigem  Feuerkampfe  mit
aufgepflanztem  Seitengewehr  aus  seiner  Stellung
warf.  Hinter  dem  Flüchtigen  herjagend,  sprengte
er  ihn  nach  viertägiger  Hetze  völlig  auseinander
und  nahm  ihm  sämtliche  Pferde  sowie  sein  Kochund
  Lagergerät  ab.

Eine  zur  selben  Zeit  in  der  Umgegend  von
Ramansdrift  auftretende  Bande  wurde  von  dem
4.  Bataillon  des  2.  Feldregiments  unter  Hauptmann
  Anders  in  fünfstündigem  Gefecht  geschlagen
und  nordwärts  auseinandergejagt.

Eine  dritte,  gleichfalls  in  den  Oranjebergen
auftretende  Gruppe  Aufständischer  wurde  von
Hauptmann  v.  Bentivegni  mit  der  4.  und  6.  Kompagnie
  des  2.  Feldregiments,  einem  Artillerieund
  einem  Maschinengewehrzuge  am  20.  August
zwischen  Uhabis  und  Violsdrift  gestellt  und  floh
nach  kurzem  Gefecht  unter  Zurücklassung  ihrer
sämtlichen  Vorräte  in  die  Oranjeberge  und  weiterhin
  auf  englisches  Gebiet,  da  die  deutsche  Abteilung
  sie  unermüdlich  bis  an  den  Oranje  verfolgte.


1  *
*

Das  Ergebnis  dieser  eifrigen  Tätigkeit  der
deutschen  Truppen  war,  daß  die  Aufständischen
sich  in  kleinere  Banden  am  Oranje,  am  Fischfluß,
in  und  östlich  von  den  Großen  Karrasbergen  auflösten.
  Allenthalben  durchstreiften  sie  das  Land
und  machten  jeglichen  Verkehr  gefahrvoll.  Wie
wenig  gesichert  zu  dieser  Zeit  die  Verhältnisse
waren,  beweist  die  Tatsache,  daß  der  Oberst
v.  Deimling  dem  Reichstagsabgeordneten  Dr.
Semler,  der  in  diesen  Monaten  das  Schutzgebiet
  bereiste,  um  es  durch  persönlichen  Augenschein
  kennen  zu  lernen  und  in  der  Heimat  aufklärend
  wirken  zu  können,  dauernd  Begleitmannschaften
  zur  Verfügung  stellen  mußte,  da  er  auf
seinen  Reisen  mehrfach  in  bedrohliche  Lagen  geraten
  war.

Allmählich  begannen  indes  die  neuen  Maßnahmen
  wirksam  zu  werden.  Da  fast  alles  Bieh
bei  der  unnnterbrochenen  Hetze  zugrunde  ging  und
es  den  Bondels  nur  einmal  am  11.  September
in  der  Gegend  nördlich  Keetmanshoop  gelang,
der  Truppe  solches  abzunehmen,  begann  bei  ihnen
Nahrungsmangel  einzutreten.
        <pb n="827" />
        733  20

In  der  Folge  fanden  nur  zusammenhanglose
Einzelkämpfe  statt.  So  wurden  Ende  September
und  Anfang  Oktober  1906  in  und  östlich  der
Großen  Karrasberge  wiederholt  von  ehemaligen
Morengaleuten  und  zugelaufenem  Gesindel  der
Versuch  gemacht,  weidende  Tiere  abzutreiben.
Die  Angriffe  wurden  aber  überall  erfolgreich  abgeschlagen,
  und  wo  sich  der  Feind  zeigte,  sofort
ie  Verfolgung  ausgenommen.  Besonders  anerkennend
  hebt  Oberst  v.  Deimling  die  rühmliche
Verteidigung  eines  Verpflegungstrausports  in  der
Gegend“  von  Dassiefontein  am  1.  Oktober  1906
durch  die  20  Mann  starke  Bedeckung  gegen  eine
weit  überlegene,  angeblich  von  Johannes  Christian
selbst  geführte  Bande  hervor.  Der  Transport
wurde  schließlich  durch  die  herbeieilende  Besatzung
von  Wasserfall  unter  Oberleutnant  Christiani  aus
seiner  schwierigen  Lage  befreit.  Immerhin  traten
auch  bei  diesen  kleineren  Kämpfen  nicht  unerhebliche
  Verluste  ein.  Eine  Bande,  die  die  Ostgrenze
  in  der  Gegend  von  Bisseport  unsicher
machte,  wurde  am  12.  Oktober  von  der  3.  Kompagnie
  des  2.  Feldregiments  unter  Oberleutnant
Müller  v.  Berneck  zwischen  Holpan  und  Sandpütz
überfallen  und  zum  Teil  über  die  Grenze  getrieben.
  Derselben  Kompagnie  gelang  es  am
23.  Oktober  bei  Narus,  wo  im  Sommer  1905
so  viel  deutsches  Blut  geflossen  war,  eine  stärkere
Hottentottenbande  zu  überfallen,  die  unter  Zurücklassung
  von  sieben  Toten,  zehn  Gewehren  und
30  Tieren  die  Flucht  ergriff.  Sie  wurde  nachmittags
  von  der  inzwischen  unter  dem  Befehl
des  Hauptmanns  Siebert  vereinigten  3.  Kombagnie
  und  8.  Batterie  nochmals  eingeholt  und
völlig  zersprengt.

r  1

.  Vom  25.  Oktober  ab  wurden  auf  Befehl  des
Oberstleutnants  v.  Estorff  im  südöstlichen  Namalande
  alle  weiteren  Operationen  eingestellt,  da
sich  die  in  der  Gegend  von  Heirachabis  befindlichen
  Hottentotten  unter  Johannes  Christian  zu
Friedensverhandlu  aigen  geneigt  gezeigt  hatten.

d  Am  1.  November  gelang  indessen  den  zwischen
den  Großen  und  Kleinen  Karrasbergen  herumkreifenden
  Hottentotten  noch  einmal  einer  ihrer
6  treiche:  sie  überfielen  die  Station  Uchanaris,
nachten  fünf  Reiter  nieder  und  verwundeten
deel.  Oberleutnant  v.  Fürstenberg,  der  mit  der
M.  Kompagnie  des  2.  Feldregiments  und  einem

aschinengewehrzuge  unverzüglich  die  Verfolgung
aufnahm,  schlug  die  Bande  am  5.  November  in
ning,  Großen  Karrasbergen  so  gründlich,  daß  sie
U  nur  völlig  auseinanderlief,  sondern  daß  sich
ach  und  nach  27  Stürmannleute  mit  dreizehn

 

Gewehren  in  Lifdood  dem  Hauptmann  Siebert
stellten.

In  der  Fischflußgegend  hatte  sich  im  Oktober
wieder  der  Bandenführer  Fielding  geregt.  Oberleutnant
  Molière  war  daraufhin  am  23.  Oktober
gegen  dessen  schwer  zugänglichen  Schlupfwinkel
im  Fischflußtal  südlich  der  Kabmündung  vorgegangen
  und  hatte  ihn  durch  das  Konkiptal  in
die  wasserlosen  Huib-Berge  gehetzt.  Teile  seiner
Bande,  die  am  8.  November  bei  Willem  Chrikas
südlich  vom  Baiwege  eine  Anzahl  Zugtiere  abtrieben,
  wurden  von  Kuibis  aus  durch  eine  Abteilung
  unter  Lentnant  Gerlich  verfolgt  und  am
9.  ihrer  Beute  wieder  beraubt.  Mitte  November
gelang  es  dem  Oberlentnant  Rausch  mit  35  Reitern
der  Abteilung  Molidre,  von  Tierkluft  aus  durch
das  Nuob-Revier  an  den  Oranje  vorzudringen
und  an  der  Nuobmündung  am  16.  November
den  Fielding  zu  überraschen,  so  daß  dieser  unter
Preisgabe  seines  gesamten  Viehes  und  seiner
sämtlichen  sonstigen  Habe  bei  Loreley  über  den
Oranje  flüchten  mußte.

Dies  sollte  der  letzte  größere  Schlag  des
langwierigen  Krieges  sein!  Bereits  waren  Verhandlungen
  angebahnt,  die  zum  Frieden  mit
dem  wichtigsten  noch  im  Felde  stehenden  Führer,
dem  Bondelskapitän  Johannes  Christian,
führen  sollten.  Schon  im  Oktober  war  nämlich
ein  Bote  in  Keetmannshoop  eingetroffen,  der  angab,
  daß  der  Bondelzwartkapitän  um  Frieden
bitte;  die  ununterbrochene  Hetze  durch  die  deutschen
Verfolgungskolonnen  sowie  die  Unmöglichkeit,
größere  Viehdiebstähle  auszuführen,  hatte  die
Bondels  kriegsmüde  gemacht.  Kurz  darauf,  am
20.  Oktober,  ließ  Johannes  Christian  den  bewährten
  Unterhändler  Pater  Malinowski  von  der
Missionsstation  Heirachabis  um  eine  Unterredung
bitten  und  traf  am  24.  nach  Zusicherung  freien

 

Geleits  in  Heirachabis  ein,  wo  er  während  der

Verhandlungen  unbelästigt  bleiben  sollte.

Mit  deren  Führung  wurde  vom  Obersten
v.  Deimling  der  Oberstleutnant  v.  Estorff  betraut,
der  sich  zu  diesem  Zweck  von  Warmbad  nach
Ukamas  begab.  Die  Verhandlungen  wurden  unter
der  alleinigen  Verantwortung  des  Kommandeurs
der  Schutztruppe  geführt.  Da  es  mehr  als
zweifelhaft  erschien,  ob  sie  zu  einem  Ergebnis
  führen  würden,  unterließ  es  Oberst
v.  Deimling,  den  in  Deutschland  befindlichen
  Gouverneur  und  die  dortigen  maßgebenden
  Stellen  von  dem  Vorgang  in
Kenntnis  zu  setzen.

Die  Verhandlungen  gestalteten  sich  sehr
schwierig.  Die  Bondelzwarts  zeigten  sich  außer-
        <pb n="828" />
        W  134

ordentlich  mißtrauisch,  was  nach  einem  dreijährigen
  erbitterten  Kampfe  nicht  zu  verwundern
war.  Oberst  v.  Deimling  sicherte  ihnen  Leben
und  Freiheit  zu,  ein  Zugeständnis,  ohne  das  sie
nach  den  zuverlässigen  Feststellungen  der  Missionare
zum  Kampf  auf  Leben  und  Tod  entschlossen
waren.  Nur  ihre  Unterwerfung  unter  die  deutsche
Herrschaft  und  die  Abgabe  von  Waffen  und
Munition  wurden  gefordert.  Es  war  klar,  daß
diese  Bedingungen  einem  der  Jagd  mit  Leib  und
Seele  so  ergebenen,  alteingesessenen  Stamme  wie
den  Bondels,  die  mit  außerordentlicher  Zähigkeit
an  ihrem  Grund  und  Boden  festhielten,  besonders
hart  erscheinen  mußten,  und  die  Verhandlungen
waren  mehr  als  einmal  dem  Scheitern  nahe.
Zunächst  erklärte  der  Kapitän,  daß  er  über  die
Waffenabgabe  ohne  Zustimmung  Joseph  Christians
und  anderer  Großleute  nicht  entscheiden  könne;
deren  Eintreffen  verzögerte  sich  indes  trotz  der
Absendung  von  Boten  von  Tag  zu  Tag.  Versuche,
  die  anwesenden  Bondels  zu  Sonderverhandlungen
  zu  veranlassen,  scheiterten.  So  mußte
Pater  Malinowski  Mitte  November  in  die  Oranje-Berge
  entsandt  werden,  um  persönlich  die  Großleute
  aufzusuchen.  Nachdem  es  ihm  bis  zum
9.  Dezember  nicht  gelungen  war,  mit  den  auf
englischem  Gebiet  sitzenden  Großleuten  Verbindung
zu  bekommen,  mußte  auch  er  unverrichteter  Dinge
nach  Ukamas  zurückkehren.

Oberstleutnant  v.  Estorff  wurde  nunmehr  beanftragt,
  ohne  das  Eintreffen  der  Großleute  abzuwarten,
  die  endgültigen  Verhandlungen  einzuleiten.
  Zu  diesen  traf  Johannes  Christian  mit
den  bisher  anwesenden  Großleuten  am  21.  Dezember
  in  Ukamas  ein.

Über  die  näheren  Vorgänge  während  der
Verhandlungen  schreibt  der  an  diesen  verdienstvoll
beteiligte  Generalstabsoffizier  beim  Kommando  des
Südens,  Hauptmann  v.  Hagen:  „Ich  war  ständig
zwischen  Ukamas  und  Heirachabis  unterwegs,  um
zu  vermitteln.  Mitunter  waren  die  Verhandlungen
  recht  schwierig  und  erregt;  es  gehörte  eine
Riesengeduld  dazu,  den  Bondels  immer  wieder
alle  möglichen  Bedenken  auszureden.  Am  21.  Dezember
  ritt  ich  zur  letzten  Verhandlung  hinüber
und  hatte  ihnen  hierbei  zu  eröffnen,  daß  nun  die
Vorverhandlungen  abgeschlossen  und  die  endgültige
  Verhandlung  am  22.  in  Ukamas  stattfinden
  müsse.  Wirklich  kam  Johannes  mit  fünf
Großleuten  zu  uns.  Oberstleutnant  v.  Estorff
führte  die  Unterhandlungen  persönlich  mit  hervorragender
  Ruhe  und  großem  Geschick.  Seine
Kenntnis  der  Eingeborenen,  das  hohe  Ansehen,
das  er  auch  bei  ihnen  genoß,  kam  der  deutschen
Sache  hierbei  in  hervorragendem  Maße  zustatten.

 

#

Am  22.  abends  gab  der  Kapitän  die  Waffenabgabe
  endlich  zu,  dagegen  sträubte  er  sich  gegen
eine  Ansiedlung  bei  Keetmanshoop.  Oberstleutnant
  v.  Estorff  gab  Bedenkzeit  bis  zum  23.
Aber  auch  an  diesem  Tage  blieben  die  Bondels
bei  ihrer  Weigerung  hinsichtlich  der  Ansiedlung
bei  Keetmanshoop.  Von  ihrem  angestammten
Grund  und  Boden  wollten  sie  sich  unter  keiner
Bedingung  verpflanzen  lassen,  sondern  eher  bis
zum  letzten  Atemzuge  kämpfen  und  bis  auf  den
letzten  Mann  zugrunde  gehen.  Oberstleutnant
v.  Estorff  stand  also  vor  der  Frage:  Sollte  er
nachgeben  oder  auf  der  Ansiedlung  bei  Keetmanshoop
  bestehen  bleiben?  In  diesem  Falle
war  die  Beendigung  des  Krieges  auf  unabsehbare
Zeit  hinausgerückt.  Dafür  erschien  ihm  der  Streitpunkt
  zu  unbedentend;  da  er  auf  eine  Aufrage
vom  Obersten  v.  Deimling  die  Weisung  erhielt,
an  dieser  Frage  die  Verhandlungen  nicht
scheitern  zu  lassen,  gab  er  nach  und  der  Vertrag
wurde  von  uns  und  den  Bondels  unterschrieben.“

Noch  am  selben  Abend  begab  sich  Hauptmann
v.  Hagen  nach  Heirachabis,  um  die  abzugebenden
Waffen  in  Empfang  zu  nehmen.  In  der  Tat
gaben  die  Bondels,  ohne  irgendwelche  Schwierigkeiten
  zu  machen,  85  Gewehre  ab,  fünf  mehr,  als
nach  deutscher  Schätzung  in  ihren  Händen  sein
mußten.  Sie  waren  also  entschlossen,  den  Vertrag
ehrlich  zu  halten.

Der  Orlog  war  zu  Ende.  Am  Abend
konnte  Pater  Malinowski,  der  sich  um  die  Sache
des  Friedens  so  hohe  Verdienste  erworben  hatte,
Sieger  und  Besiegte  zu  gemeinsamem  Gottesdienst
in  der  Kirche  von  Heirachabis  vereinigen,  und
am  folgenden  Tage  feierten  die  Deutschen  des
südlichen  Namalandes  seit  drei  Jahren  zum  ersten
Male  das  Weihnachtsfest  im  Frieden.

„Am  Abend“,  so  heißt  es  in  dem  Briefe  des
Hauptmanns  v.  Hagen,  der  die  Waffen  der  Eingeborenen
  in  Heirachabis  in  Empfang  genommen
hatte,  „hielt  Pater  Malinowski  in  der  kleinen
Missionskirche  einen  Gottesdienst  ab;  da  saßen
alle  die  Bondels  friedlich  in  der  Kirche,  nachdem
sie  drei  Jahre  lang  Orlog  gemacht  hatten.  Der
Pater  sprach  sehr  schön  über  das  gelungene
Friedenswerk.  Mir  persönlich  war  es  ein  merkwürdiges
  Gefühl,  mit  all  diesen  Leuten,  die  drei
Jahre  gegen  uns  gekämpft  und  manchen  lieben
Kameraden  niedergeschossen  hatten,  zusammen  in
der  Kirche  zu  sitzen.

Während  des  Gottesdienstes  hatte  ich  unauffällig
  alle  abgelieferten  Gewehre  auf  eine  Karre
laden  lassen  und  fuhr  abends  nach  Ukamas  zurück.
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        G  735  20

Es  war  eine  herrliche  Fahrt.  Endlich  hatte  man
den  Siegespreis,  um  welchen  so  lange  gerungen
war,  in  Sicherheit.  Wieviele  Gedanken  gingen
einem  bei  dieser  Fahrt  durch  den  Kopf!  Besonders
  mußte  ich  all  der  tapferen  Reiter  gedenken,
  denen  diese  Gewehre  gehört  hatten  und
die  ihr  Leben  verloren  hatten.  Denn  es  waren
ja  alles  unsere  Gewehre,  und  mit  jedem  Gewehr
war  der  Tod  eines  braven  Reiters  verbunden.
Am  24.  früh  war  ich  in  Ukamas.  Es  war
gerade  der  Geburtstag  des  Oberstleutnants
v.  Estorf,  und  so  konnte  ich  ihm  als  schönste
Geburtstagsgabe  die  Gewehre  der  Bondels  aufbauen;
  in  unserer  Weihnachtsstube  wurden  sie
rings  an  den  Wänden  aufgestellt,  in  der  Mitte
der  Stube  der  Weihnachtsbaum  —  eine  eigenartige
  Weihnachtsfeier!“

Ein  wesentliches  Verdienst  an  der  Unterwersung
  der  Bondels  gebührte  dem  Kommandeur
der  Truppen  des  Südbezirks,  Oberstleutnant
v.  Estorff.  Seit  fast  drei  Jahren  stand  er  ununterbrochen
  im  Felde  und  hatte  sich  auf  allen
Ariegsschauplätzen  als  selbständiger  Truppenführer
n  den  schwierigsten  Lagen  bewährt,  zuerst  im
Norden  gegen  die  Hereros,  dann  im  mittleren
Namalande  gegen  die  Hottentotten  und  zuletzt  im
Süden  gegen  die  Bondels.  Durch  seinen  rechtlichen
  Sinn  hatte  er  das  Herz  eines  jeden  Reiters
gewonnen,  und  seiner  zähen  Ausdauer  und  unbeugsamen
  Hingabe  war  manch  schöner  Erfolg
der  deutschen  Waffen  zu  danken  gewesen.

Die  maßvollen  Bedingungen  des  Unterwerfungsvertrages
  und  dessen  strenge  Innehaltung
hatten  zur  Folge,  daß  die  Bondels  begannen,
wieder  Vertrauen  zur  deutschen  Regierung  zu
sassen,  und  zahlreich  aus  dem  englischen  Gebiet
auf  das  deutsche  zurückkehrten.  Bis  Anfang
Juni  stieg  die  Zahl  der  Bondels,  die  sich  den
Bedingungen  des  Friedens  von  Ukamas  unterwarfen,
  einschließlich  der  Frauen  und  Kinder  auf

224.  Unter  denjenigen,  welche  aus  dem  Kaplande
  zurückkehrten,  befand  sich  auch  Joseph
Christian,  der  Bruder  des  Johannes,  der  großes
Ansehen  unter  den  Bondels  genießt.  Auch  die
meisten  Gewehre  der  Bondels  befinden  sich  jetzt
in  deutschen  Händen;  bis  Ende  März  waren  es
einschließlich  der  in  den  letzten  Kämpfen  erbenteten
232  Stück.  Die  Überführung  in  die  den  Bondels
#ezugewiesenen  Ansiedlungen  bei  Kalkfontein  ging
Klatt  vonstatten.  Da  ihnen  beim  Friedeusschluß
Paßzwang  auferlegt  wurde,  dürfen  sie  diese
Siedlungen,  die  unter  behördlicher  Aussicht  stehen,
nicht  ohne  Erlaubnis  verlassen.

Voon  den  übrigen  Führern  der  Aufständischen
stellte  sich  Fielding  für  seine  Person  am  5.  April

 

1907,  ebenso  eine  Anzahl  seiner  Leute.  Morris
hat  die  mit  den  Bondelzwarts  abgeschlossene
Unterwerfung  unterzeichnet  und  will  auf  deutsches
Gebiet  zurückkehren.  Im  Felde  stehen  nur  noch
Simon  Kopper  und  Lambert.  Lamberts  Anhänger
  waren  Anfang  Februar  von  Lentnant
Frhr.  v.  Crailsheim  und  Oberleutnant  Rausch
bei  Rosinbusch  und  Besondermaid  geschlagen
worden;  Leutnant  v.  Crailsheim  hatte  kurz  darauf
ihre  Werft  aufgehoben.  Weitere  kleine,  für  die
Dentschen  siegreichen  Gefechte  gegen  Lambertleute
haben  Mitte  April  1907  stattgefunden,  wobei  diese
fünf  Tote  und  eine  Anzahl  Gefangene  verloren.

*  *
1½

Da  diese  Gegner  sämtlich  zu  größeren  Unternehmungen
  unfähig  waren,  stand  der  Aufhebung
des  Kriegszustandes  kein  Bedenken  mehr  entgegen.
Sie  wurde  durch  Allerhöchste  Ordre  für  den
31.  März  1907  angeordnet.  Gleichzeitig  wurde
der  Chef  des  Generalstabes  der  Armec  von  der
Leitung  der  Operationen  in  Südwestafrika  entbunden
  und  angeordnet,  daß  die  Schutztruppe,
deren  Verminderung  bereits  mit  dem  Eintreffen
des  Obersten  v.  Deimling  begonnen  hatte,  allmählich
  in  die  für  die  Zukunft  in  Aussicht  genommene
  Organisation  überzuführen  sei.  Durch
Heimsendung  der  mit  den  ersten  Verstärkungstrausporten
  im  Schutzgebiet  eingetroffenen  Mannschaften
  wurde  die  Schutztruppe  zunächst  bis  Ende
März  1907  auf  eine  Stärke  von  7400  Mann
zurückgeführt.

Für  die  Zukunft  wurde  in  Aussicht  genommen,
die  Schutztruppe  in  Nord=  und  Südtruppen
zu  teilen,  die  je  einem  älteren  Stabsoffizier
unterstehen  sollten.  Im  ganzen  sollten  außer  den
erforderlichen  technischen  Truppen  und  Verwaltungsbehörden
  17  berittene  Kompagnien,  vier  Maschinengewehrzüge,
  drei  Feld=  und  drei  Gebirgsbatterien
  gebildet  werden,  ihre  künftige  Stärke
Trund  4000  Mann  betragen.  An  ihre  Spitze  trat
der  Oberstlentnant  v.  Estorff.  Der  bisherige
Kommandeur,  General  v.  Deimling,  war  nach
erfolgreicher  Lösung  seiner  Aufgabe  nach  Deutschland
  abgereist.  Die  kurze  Zeit  seiner  Kommandoführung
  hatte  ihm  ernent  Gelegenheit  gegeben,
seine  hohe  Tatkraft  und  Einsicht,  seine  belebende
Frische  und  seine  kluge  Mäßigung  im  Dienste  des
Vaterlandes  zu  bewähren.

Bis  die  allgemeine,  tief  gehende  Erregung
der  farbigen  RNasse  sich  gelegt  hat,  befindet  sich
das  gesamte  Schutzgebiet  in  einer  Üübergangszeit,
  in  der  es  gilt,  das  Erreichte  zu  sichern,
den  beginnenden  Wiederaufbau  zu  ermöglichen
        <pb n="830" />
        W  736  20

und  den  weißen  Kolonisten  das  Sicherheitsgefühl
zu  geben,  ohne  das  eine  ersprießliche  Erwerbstätigkeit
  ausgeschlossen  ist.  Das  lange  zurückgehaltene
  wirtschaftliche  Leben  der  Kolonie  drängt
nunmehr  zur  Betätigung  und  Entfaltung,  aber
völlig  friedliche  Verhältnisse,  die  die  Vorbedingung
  bilden,  sind  gegenwärtig  noch  nicht
überall  vorhanden.

Schlußwort.

Als  an  jenem  Jannarmorgen  des  Jahres  1904
die  erste  Schreckensnachricht  von  der  grausamen
Hinmordung  zahlreicher  Deutscher  durch  die
Hereros  nach  der  Heimat  drang,  bestand  hier
wohl  allgemein  die  Hoffnung,  es  könne  noch  gelingen,
  den  drohenden  Aufstand  im  Keime  zu  ersticken.
  Es  kam  anders.  Die  anfangs  mehr  örtliche
  Erregung  ergriff  gleich  einer  Flutwelle  die
Bevölkerung  des  gesamten  Schutzgebietes,  und
jene  blutigen  Ereignisse  bildeten  den  Anfang  eines
Kolonialkrieges,  wie  ihn  das  junge  Deutsche  Reich
in  einer  solchen  Ausdehnung  und  Bedeutung
noch  nicht  erlebt  hatte.  Es  galt,  das  Schutzgebiet
dem  Reiche  neu  zu  erobern  im  Kampfe  mit
Gegnern,  die  dem  Kultur  bringenden  deutschen
Einwanderer  Todfeindschaft  geschworen  hatten  und
die  fest  entschlossen  waren,  für  ihre  Unabhängigkeit
  und  Freiheit  alles  hinzuopfern.  Erst  in
diesem  gewaltigen  Ringen  kamen  ihre  hohen
kriegerischen  Eigenschaften  zur  vollen  Entfaltung;
sie  zeigten  sich  als  geborene  Krieger  und  fanden
einen  mächtigen  Bundesgenossen  in  der  Eigenart
ihres  Landes,  der  sie  ihre  Kampfesweise  vortrefflich
anzupassen  verstanden.

War  schon  der  Herero,  jener  Meister  des
Buschkrieges,  durch  seine  angeborene  Wildbeit,
seine  bedentende  Körperkraft,  Ausdauer  und  Bedürfnislosigkeit
  ein  nicht  zu  verachtender  Gegner,
dessen  Kampfeslust  sich  bei  der  Verteidigung  seiner
Viehherden  bis  zur  wilden  Entschlossenheit  steigerte,
so  wurde  er  an  kriegerischem  Wert  doch  weit
übertroffen  durch  seinen  Nachbar,  den  Hottentotten.
  Auf  das  innigste  verwachsen  mit  der
Natur  seines  Landes  und  von  Ingend  auf  gewöhnt,
  das  schene  Wild  zu  jagen,  war  er  ein
geborener  Schütze,  der  das  Gelände  in  meisterhafter
  Weise  der  Wirkung  seiner  Waffe  dienstbar
zu  machen  verstand.  Durch  sein  ungebundenes
Leben  in  der  freien  Natur  mit  großer  Schärfe
aller  Sinne  begabt,  von  unübertrefflicher  Schnelligkeit
  und  Beweglichkeit  zu  Pferde  wie  zu  Fuß,
ausdauernd  und  bedürfnislos,  sah  er  in  dem
Kriege  sein  Lebenselement.  Solange  er  seine
Werften  zu  schützen  hatte,  focht  er  noch  in  geschlossenen
  Stämmen  und  schente  nicht  den  offenen

 

Kampf  im  freien  Felde.  Allein  von  dem  Augenblick
  ab,  wo  er  die  Seinen  und  sein  Hab  und  Gut
jenseits  der  Grenze  in  Sicherheit  wußte,  verlegte
er  sich  auf  die  Führung  des  Kleinkrieges.  Überall
erspähte  er  Gelegenheiten  zu  Hinterhalten,  Überfällen
  und  Räubereien.  Da  er  den  Begriff  der
Waffenehre  nicht  kannte,  empfand  er  keinerlei
Scham,  zurückzuweichen.  Er  hatte  nach  seiner
Ansicht  gesiegt,  wenn  es  ihm  gelungen  war,  das
gestohlene  Kriegsgut  in  Sicherheit  zu  bringen.
In  zahlreiche  kleine  Banden  aufgelöst,  durchstreifte
  er  das  Land.  Marschierende  und  ruhende
Truppen,  Kolonnen,  Stationen,  Posten  waren
nirgendwo  und  zu  keiner  Zeit  vor  den  allenthalben
  auftauchenden  Banden  sicher.  „Feind
überall“  —  war  das  Kennzeichen  der  Lage.

Die  Eigenart  dieser  Gegner,  ihre  im  Verlauf
des  Krieges  oft  wechselnde  Fechtweise  und  der
sich  stets  ändernde  Charakter  der  Kriegsschauplätze
stellten  ganz  außergewöhnliche  Anforderungen  an
den  deutschen  Soldaten.  Anders  gestaltete  sich
der  Kampf  gegen  das  Hirtenvolk  der  Hereros
im  dichten  Dornbusch,  anders  gegen  das  Jägervolk
  der  ihre  Werften  schützenden  Hottentotten
in  den  weiten  Ebenen  des  Namalandes  und  der
öden  Kalahari,  anders  wiederum  gegen  die  vom
Kriege  lebenden,  ihrer  Werften  ledigen  und  leicht
beweglichen  Banden  in  den  wildzerklüfteten  Karrasund
  Oranjebergen.  Diese  so  verschiedenartigen
Verhältnisse  verlangten  vom  deutschen  Soldaten
ein  hohes  Anpassungsvermögen  und  einen  Grad  von
Selbsttätigkeit  und  Selbständigkeit,  den  der  für  europäische
  Verhältnisse  ausgebildete  Soldat  weder  in
so  hohem  Maße  braucht,  noch  in  der  Gesamtheit  je
erlangen  kann.  Der  koloniale  Soldat  ist  vielfach
auf  sich  allein  angewiesen,  und  es  darf  keine  Lage
geben,  in  der  er  sich  nicht  selbst  zu  helfen  weiß.

Es  liegt  auf  der  Hand,  daß  die  aus  Freiwilligen
  aller  Waffen  des  Heeres  zusammengesetzten
  Verstärkungen  der  Schutztruppe  anfangs
den  zu  stellenden  Anforderungen  nicht  genügen
konnten,  und  daß  ihnen  während  der  ersten  Zeit
ihrer  Verwendung  im  Schutzgebiete  oft  Mängel
anhafteten,  die  ihren  soldatischen  Wert  herabdrückten
  und  die  erst  mit  der  Zeit  durch  die
kriegerische  Gewöhnung  schwanden.  Es  war  nur
natürlich,  daß  der  mit  allen  Hilfsquellen  seines
Landes  wohl  vertraute  eingeborene  Krieger  sich
dem  deutschen  Soldaten,  dem  der  Gegner  ebenso
wie  Land  und  Klima  fremd  waren,  in  manchem
überlegen  zeigte.  Die  Anforderungen,  die  der
koloniale  Krieg  an  den  einzelnen  Mann  stellt,
sind  eben  so  grundverschieden  von  denen  des
großen  europäischen  Krieges,  daß  notwendigerweise
        <pb n="831" />
        G  V737  20

hierdurch  auch  eine  andere  Ausbildung  bedingt
wird.  Diese  muß  für  den  kolonialen  Soldaten
ein  ganz  besonderes  individuelles  Gepräge  tragen,
wie  es  allein  eine  nur  kolonialen  Wehrzwecken
dienende  Organisation  verbürgen  kann.  Die
Notwendigkeit  der  Schaffung  einer  Kolonial-Stammtruppe
  erscheint  vom  militärischen
  Standpunkt  aus  durch  die  Erfahrungen
  dieses  Krieges  klar  erwiesen.
Die  zahlreichen  Lehren,  die  die  Kämpfe  in  Südwestafrika
  hinsichtlich  der  Ausbildung,  Führung
und  Verwendung  kolonialer  Truppen  bieten,
können  bei  der  Bildung  einer  solchen  Organisation
von  unschätzbarem  Werte  sein,  für  europäische
Verhältnisse  haben  sie  jedoch  nur  eine  sehr  beschränkte
  Bedeutung.  Was  allgemeinen  und
bleibenden  Wert  hat,  liegt  auf  anderem  Gebiete.

Fast  40  Monate  hat  die  deutsche  Schutztruppe
im  Felde  gestanden  gegen  einen  Feind,  der  in
seltener  Zähigkeit  und  Ausdauer  und  mit  dem
Mute  der  Verzweiflung  um  seine  Unabhängigkeit
kang.  Groß  waren  die  Opfer,  die  der  Kampf
sorderte,  größer  noch  die  Lücken,  welche  Anstrengungen
  und  Entbehrungen  und  in  deren
Gefolge  verheerende  Krankheiten  in  die  Reihen
der  deutschen  Reiter  rissen.  Leiden  aller  Art,
Hunger  und  Durst,  jener  schrecklichste  Feind  afrikanischer
  Kriegführung,  haben  die  Widerstandskraft
der  Braven  einer  schweren  Prüfung  unterzogen.
Der  deutsche  Soldat  darf  das  stolze  Gefühl  in
sich  tragen,  in  diesem  harten  Kampfe  ganz  seinen
Mann  gestanden  zu  haben.  Er  war  ein  Held
nicht  nur  der  Tat,  sondern  auch  des  stillen,  geduldigen
  Leidens  und  Entbehrens  und  hat  selbst
in  verzweifelten  Lagen  echt  kriegerischen  Geist  an
den  Tag  gelegt.  In  ihm  lebte  der  zähe,  durch
keine  Leiden  zu  bezwingende  Wille  zum  Sieg.
Es  ist  ein  leichtes,  solchen  Geist  in  einer  Truppe
äu  erhalten,  der  es  vergönnt  ist,  von  Sieg  zu
Sieg,  von  Erfolg  zu  Erfolg  zu  schreiten,  hier  aber
mußte  er  sich  bewähren  in  einer  langen,  schweren
Leidenszeit,  in  der  nur  zu  oft  die  sichtbaren
Erfolge  ausblieben,  und  Mühsale  und  Entbehrungen
  scheinbar  vergeblich  ertragen  werden
mußten.  Wie  viele  Hunderte,  ja  Tausende  von
Kilometern  ist  die  Truppe  in  jenem  unwirtlichen
ande  in  der  Glut  der  afrikanischen  Sonne
hinter  dem  flüchtigen  Gegner  hergejagt,  oft  ohne
daß  es  gelang,  ihn  zum  Kampfe  zu  stellen!

4  Jene  endlosen  und  aufreibenden  Verfolgungszüge,
  in  denen  die  Truppe  häufig  ihr  Letztes
bergab,  ohne  einen  Lohn  für  alle  ihre  Mühe
einheimsen  zu  können,  haben  diesen  Geist  fürwahr
auf  eine  harte  Probe  gestellt,  und  doch  blieb  er,

 

wie  alle  Kriegsberichte  übereinstimmend  melden,
vom  ersten  bis  zum  letzten  Tage  des  Feldzuges
ein  unvergleichlicher.  Gegründet  auf  eine  Mannszucht,
  die  ihre  starken  Wurzeln  in  dem  gegenseitigen
  Vertrauen  zwischen  Führer  und  Soldat
hatte,  war  er  erprobt  in  der  Schule  der  Leiden.
Der  Führer  wußte,  daß,  wenn  die  Lage  es  erforderte,
  er  von  seinem  Soldaten  alles  verlangen
konnte,  und  dieser  ihm  willig  und  gern  auch  in
den  Tod  folgte.  Groß  waren  die  Opfer,  die  die
Führer  der  Truppe  auferlegen  mußten,  größer
jedoch  die  Anforderungen,  die  sie  an  sich  selber
stellten.  In  schwerer  Stunde  war  der  Soldat
gewohnt,  in  seinem  Führer  ein  Vorbild  zu  sehen,
an  dem  er  sich  aufrichten  konnte,  denn  rücksichtslos
setzte  dieser  seine  Persönlichkeit  für  die  Sache  ein,
der  er  diente,  und  scheute  keine  Mühe  und  kein
Opfer,  wo  es  galt,  für  das  Wohl  der  Truppe  zu
sorgen.

Ein  solches  auf  gegenseitiger  Achtung  beruhendes
  Verhältnis  sowie  das  Bewußtsein  der
Gemeinsamkeit  aller  Frenden,  Leiden  und  Nöte
des  Kriegerlebens  hatte  ein  starkes,  unzerreißbares
Band  zwischen  Führer  und  Mannschaft  gewoben.
Treue  ward  um  Trene  gehalten.  Auf  dem  Boden
solch  hoher  Mannszucht  erwuchsen  die  wahren
kriegerischen  Tugenden:  Treue,  Tapferkeit,  Selbstverleugnung,
  Gehorsam,  Ausdauer  und  Geduld,
jene  Tugenden,  die,  von  jeher  dem  deutschen
Soldaten  eigen,  einst  Deutschland  groß  und  einig
gemacht  haben;  in  ihnen  offenbart  sich  der  Geist,
der  ein  Volksheer  zu  großen  Taten  befähigt,  und
Deutschlands  Söhne  haben  in  jenem  harten
Ringen  nicht  nur  eine  Probe  auf  ihr  Können
abgelegt,  sie  haben  auch  aller  Welt  gezeigt,  daß
im  deutschen  Volke  diese  hohen  Tugenden  noch
nicht  erstorben  sind.  Die  stille  und  emsige  Arbeit
im  Heere  während  langer,  für  den  Berufssoldaten
schwer  zu  ertragender  Friedensjahre  ist  nicht  vergeblich
  gewesen.  Dieses  Bewußtsein,  weit  entfernt,
zu  eitler  Selbstüberhebung  zu  verleiten,  mag  uns
ein  Sporn  sein,  in  dem  Streben  nach  weiterer
kriegerischer  Vervollkommnung  nie  zu  erlahmen.

Das  deutsche  Volk  aber  kann  mit  Stolz  und
Vertrauen  auf  seine  wehrhaften  Söhne  blicken.

Der  Kampf  mit  jenem  harten  und  unverbrauchten
  Naturvolk  in  einem  kulturarmen  Lande
hat  dargetan,  daß  das  deutsche  Volk  trotz  aller
Errungenschaften  einer  hohen  Kultur  an  seinem
kriegerischen  Werte  noch  nichts  eingebüßt  hat.
In  diesem  sieghaften  Bewußtsein  liegt  ein  hoher
innerer  Gewinn,  und  schon  um  dieses  Gewinnes
willen  sind  die  schweren  Opfer  an  Gut  und
Blut  nicht  vergeblich  gewesen.
        <pb n="832" />
        W  738  20

Aber  auch  in  anderer  Hinsicht  haben  diese
wertvollen  Gewinn  gebracht,  der  für  die  nationale
  Zukunft  Deutschlands  von  unschätzbarer  Bedeutung
  ist.  Erst  durch  die  kriegerischen  Taten
seiner  Söhne  ist  das  deutsche  Volk  in  der  Mehrheit
  aus  seiner  bisherigen  kolonialen  Gleichgültigkeit
  erwacht,  und  erst  durch  das  im  fernen  Afrika
vergossene  Blut  ist  sein  Herz  für  die  Kolonien
gewonnen.  „Ein  Land,  in  dem  so  viele  deutsche
Söhne  gefallen  und  begraben  sind,“  heißt  es  in
einer  Ansprache  des  Generals  v.  Deimling,  „ist  uns
kein  fremdes  Land  mehr,  sondern  ein  Stück  Heimatland,
  für  das  zu  sorgen  unsere  heilige  Pflicht  ist.“

Der  Krieg  in  Südwestafrika  ist  zu  einem
entscheidenden  Wendepunkt  in  der  Geschichte
  der  deutschen  Kolonialpolitik  geworden
  und  bezeichnet  den  bedeutsamen  Beginn
eines  neuen  verheißungsvollen  Zeitabschnittes
  nationaler,  insbesondere  kolonialer
  Betätigung  des  deutschen  Volkes.
Dieser  hohe  nationale  Gewinn  ist  in  erster  Linie
zu  danken  den  schweren  und  blutigen  Opfern,  die
das  Vaterland  in  diesem  Kriege  hat  darbringen
müssen.

Inwieweit  diese  dermaleinst  auch  in  wirtschaftlicher
  Hinsicht  Früchte  tragen  werden,  darüber
schon  jetzt  Zutreffendes  vorauszusagen,  ist  nicht
möglich,  auch  hier  nicht  der  Ort.  Eines  läßt
sich  indes  schon  jetzt  mit  Sicherheit  behaupten:
der  Natur  dieses  zwar  einer  hohen  Entwicklung
fähigen,  aber  zunächst  noch  unwirtlichen  Landes
können  wirtschaftliche  Erfolge  nur  in  harter,
schwerer  Arbeit  abgerungen  werden.  „In
einer  Kolonie“,  so  heißt  es  in  der  Denkschrift  des
früheren  Gouverneurs  v.  Lindequist  über  die  Besiedlung
  Deutsch-Südwestafrikas,  „werden  an  die
Arbeitskraft,  Initiative  und  Tüchtigkeit  des  einzelnen
  weit  höhere  Anforderungen  gestellt  als  in
alten  Kulturländern.“  Hart  erkämpfte  Erfolge
sind  aber  für  ein  Kulturvolk  stets  von  verjüngender
  Kraft,  und  ihr  sittlicher  Wert  ist  weit  höher
einzuschätzen  als  der  mühelosen  Gewinnes.  In
dem  Kampfe  um  die  wirtschaftliche  Erschließung
  von  Südwestafrika  müssen  die- 



selben  Kräfte  lebendig  und  tätig  sein,  die
das  Schutzgebiet  erobern  halfen.  Ohne
hohe  opferwillige  Hingabe  an  die  Sache,  ohne
Selbstverleugnung,  Treue,  Ausdauer  und  Geduld
kann  auch  hier  Großes  nicht  erreicht  werden.
Ohne  diese  sittlichen  Opfer  des  einzelnen  für  das
Ganze  sind  dauernde  Errungenschaften  und  Fortschritte
  der  Menschheit  nicht  denkbar!  Schwierig
sind  die  Aufgaben,  welche  dem  deutschen  Volke
die  Erschließung  seines  kolonialen  Besitzes  stellt,
aber  gerade  in  ihrer  Schwierigkeit  liegt  auch  ihr
Reiz  und  mit  dem  Reiz  einer  Aufgabe  wächst
die  Kraft  zu  ihrer  Bewältigung.  Diese  Aufgaben
sind  des  Schweißes  der  Besten  wert.  Handelt
es  sich  doch  hier  nach  dem  Ausspruche  des  Leiters
unserer  kolonialen  Angelegenheiten  „um  wichtige
Güter,  Güter,  welche  liegen  auf  materiellem,  auf
kulturellem  und  auf  ethischem  Gebiete,  ein  Dreiklang,
  den  man  kurz  zusammenfassen  kann  darin,
daß  es  sich  um  eine  nationale  Frage  allerersten
Ranges  handelt“.“)

Mißerfolge  und  Fehlschläge  werden  auch
hier  nicht  ausbleiben.  Möge  der  deutsche
Kaufmann  und  Siedler  dann  nicht  erlahmen,
sondern  in  schwerem  Kampfe  des  deutschen  Soldaten
  gedenken,  der  auch  in  scheinbar  hoffnungsloser
  Lage  nicht  verzweifelte,  und  dessen  zähe
Hingabe  allen  Schwierigkeiten  und  Gefahren  siegreich
  Trotz  bot.  Die  Leiden  unserer  tapferen
Soldaten,  der  Tod  so  vieler  Braver  werden
dann  nicht  vergeblich  gewesen  sein,  sondern  aus
jener  Saat  wird  dem  deutschen  Volke  reicher
Segen  erblühen,  und  auf  dem  blutgetränkten
Boden  wird  sich  neues,  vielfältiges  Leben  entfalten.
Solange  ein  Volk  den  Glauben  an  die  sieghafte
Kraft  solch  sittlicher  Ideale  in  sich  lebendig  erhält,
so  lange  wird  es  allen  Irrungen  eines  verweichlichten,
  materialistischen  Zeitgeistes  zum  Trotz
innerlich  stark  und  gesund  bleiben.  So  lange
hat  es  ein  Recht,  an  seine  Zukunft  zu  glauben.

“)  Bernhard  Dernburg.  Wirklicher  Geh.  Rat,  Vortrag.
  gehalten  zu  Berlin  auf  Veranlassung  des  Dentschen
  Handelstages  am  11.  Jannar  1907  zu  Berlin.
        <pb n="833" />
        739  20
Togo.

Übersicht  über  die  Bewegung  des  bandels  des  Schutzgebiets  Togo  im  vierten  Viertel  des
Ralenderjsahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen  Zeltraum  des  vVorfahres.

A.  Einfuhr.“-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —  —ÔÒ  —
Im  Im  Qu—
IV.  ViertelW.  Viertels  Zu-k-  .
Beucnnung  der  Warengruppen  1906  1905  h  me
Wert  Wert  Wert  Wert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.
J.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowic  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  .  15  682  15  439  —  —-b)
  Knollengewächse,  Gemüse  und  Frü  chte  12373  9  070  —  —
c)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Geuuhnmiel.  157  417  150  988  —  —
ch  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwachs-  748  5  —  —
e)  Getränke  (außer  Mineralwasser  194710  160  944  —  —
s)  Sämereien,  lebende  Pflangzen,  Fuitermittel  Heotere
soweit  nicht  unter  la  und  b  bereits  geuannt)  341  246  —  —
6)  Faserpflanzen  —I  170  —  —
h)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft.  122  688  50  751  —  —
Zusammen  I  503  959  387  613  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse:
a)  Lebende  Tiere  649  384  —  —
b)  Fleisch  und  tierische  Erzengnisse  aller  Art.  69  256  47  081  —  —
Zusammen  II  69  905  47  465  —  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe.  Mineralöle  88  630  100  110  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Oleon  11.  826  9251  —
V.  Cbemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse  (außer
.  Schießbedarf  und  Sprengmitteln)  30  132  33  694  —
Vl.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungs  gegenstände  usw.
(außer  Lederwaren).  416  10#  519  972  —  —
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  Alrichnerwaren.  114  7  969  –  —
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  3282  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren  .  8l)16  15  041  —
X.  Papier-  u.  Pappwarcn,  literarische  u.  Kunstgegenstände  21  818  15  122  –  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  36  635  35  130  —  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Instrumenten,  Maschinen
  und  Waffe
a)  neib#estel  Metaue  und  Halbzeng,  120  927  245  012  —  —
b)  Fabrikate  .  164  172  383  875  —  —
Zusammen  xñ  285  099  628  887  —  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  73  201  126  058  —  —
XIV.  Waffen  und  Munition.  ....  58  791  83944  —  —
XV.  Geld  ··  467  309  467  105  —  —
Summe  der  Einfuhr  im  IV.  Viertel  1906.  2  084  670  2  550  643  —  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  1  408  563  —  —  —
Zunahme  +.  Abnahme  —  +  586  107  —  —  —

*)  Bis  zum  31.
für  die  Einfuhr  die  Verte

Hinzurechnung  der  Beträge  des  fälligen  Einfuhrzolls,  vom  1.
loco  Einfuhrstelle,  jedoch  ohne  diese!  Vollbeträge  zugrunde  gelegt.

korrespondierenden  Zeitabschnitte  der

 

Janua

 

 

 

Dezember  1905  sind  für  das  Schutzgebiet  T  Togo  den  handelsstatistischen  Anschreibungen
#oco  Einfuhrstelle  (Preis  im  Herlmmstölande  zufiglich  entstandener  Spesen)  unter

ab  dagegen  ebenfalls  die  Werte

Bar  10000c  Wertziffern  liegen  daher  für  die
eiden  Jahre  nicht  vor.  Es  sind  deswegen  die  Werte  nur  nachrichtlich  nebeneinander

  gesetzt,  bei  den  wichtigsten  Warenpositionen  zum  Vergleich  aber  nur  die  Mengen  herangezogen  worden.

6
        <pb n="834" />
        740

 

 

 

   
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

B.  Kuskuhr.
□
Im  Im  au-IV.
  Viertel  IV.  Viertel  n  Zu-  Ab,  «
Benennung  der  Warengruppen  1900  1905  ahme  s  nahme
Wert  Wert  Wert  Wert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mik.  in  Mk.
I.  und  Forstwirtschaft
255  384  218  788  6596  —
153  179  87  284  65  895  —
347  —  347  —
50  109  21304  29  105  —
Forstwirtschaft.  419  975  353  864  66  111  —
Zusammen  7  1  879  294  711240  168  054  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse:
à  Lebende  Tier  16  413  25  616  —  9  203
b)  Tierische  Erzeugnisse  .....  22454  12  800  9  654
Zusammen  II  38  867  38  416  451
III.  Mineralische  und  fossile  Stoffe:  —  —  —  —
IV.  Gewerbliche  Erzenguisse  .  25  799  25  445  354
V.  Geld.  .  384200  526621  —  142421
Summe  der  Ausfuhr  im  IV.  Viertel  1906  1328  160  1  501  26  138  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  981.230  —  —
Zunahme  ,  Abnahme  —  343  930  —  —  —
C.  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  und  Ansfuhr  im  IV.  Viertel  1006  3412830  3  852  365  —  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  .  2  482  793  —  ——  —
Zunahme-F.lbnahmc—.  +  930  037  I  ——  —  I  —
Wichtigste  Warenpositionen.
Im  IV.Viertel  1906|Im  IV.  Viertel  1005  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  Mt.  kr  Mir.  keMi.
A.  Einfuhr.
Mehl  und  Backwaren  28  411  12  513  15  783  120681228  —  —  —
Gemüse=  und  Oosikonserven,  ein-  »  .;
gemachtes  Obst  ·.  97lls  9585  41511  6  393  5  560  —  —  —
Kolanüsse  67307  73956029  059  34  936  38248.  "
Tabak  45  354,  51  36047488.  70  726  "  2134
Tabakfabrikate  ...·.  994I  11416  Ii  54  8  740  40  «
Stille  Weine  .  (iter)  11  540.  575311  965,  13  330  —  —  3125
Branntweine  aller  Ari  .  (Liter))2  300|  911|  130  227/175  054  —
Vier.  .  (Liter)  16  013.  8  333  14  215  10  215  1  7os  —  —
vau-  und  Nuszholz  ..  ..857935I110930191988I5044900397--—  —  —
Fleisch  und  Medreitungen  von  l
Fleisch.  einschl.  Fleischkonserven  10  513  13  868  1  980.  21  50  —  4467  —
Fische,  Seetiere  und  Sützwasser-  I  »  ,
tlclcallctArt..  142992384691342610255129  566.  —
Milch,  Butter,  Käse,  Eier,  Hon  nig  "  1
und  sonstige  tierische  Khrunge-  I  .  .  ;
mittel  13  6207  16595  9  761,  15228  3  859,  —  —
Zement,  Kall,  Rreide,  sonige  D  l
Erden  und  Steine  435  86  o  3  9131  249  186  19  484  186  674  —  —  —
Salz.  405  365  24  790|261  dos  33  4561  14  862  —  —  —
·  steinkohlen,  Vrauniohien  Briletts  224  6899  13  172  168  000  8  060  566891
Petroleem  (Liter)28,  22  870|  134  269  360  133  —  —  9541  —
Seifen  aller  Art  15  152:  6923  10  9d|%  7220  412417  —  —
Baumwollgarne  22  087  55  621  33  75  76  5471  —  —  11  672  —
Baumwollgewebe  121  210  266  409  100  F  329  2301  20  542  —  —
        <pb n="835" />
        W  741  20

 

 

 

 

 

S  Im  IV.Viertel  19061Im  IV.  Viertel  1905  Zunahme  Abnahme
enennung  der  Waren  Mengee  Wert  Mengee  Wert  Menge  Wert  Menge!  Wert

—  EEAEMIIIEIEIIIIEIIEIIEII
Leibwäsche,  Kleider.  Si##e-  Mücen.  ·  ;  z

Vosamentierwaren,  Schirme,  "  «
-Jilzwaren  8097  32  30|  12  363  611061  —  4776
Schuhe  und  Stiese  1  160  8267  826  8  151  834  —  —
Glas  und  Glaswaren  18899  21  36713907  19925  1992  —  —
Roheisen,  eiserne  Schienen,  Stan-  "

gen-  Blöcke  usw.  8608  116  111  563|1  809  828  235  721  —  1  001  712.  —
Vellolech  .........  20  397.  6522  19  167  8220  1230  —  —
S#  r  nicht  besonders  genannt33  182  125·720|82  051  710  351  700  —  1  708  558—
Waren  aus  anderen  unedlen  Me-  4

tallen  12775  27245  12  259  21  313  516  —  —
Landwirtschaftliche  Maschinen  40  4464  2498.  2410  |15  906.  —  —
Maschinen  für  industrielle  Betriebe  1322  3069  20  1381L1½  18  166  —
Transportmaschinen  und  Fahrzeuge
aller  Art,  auch  Fahrräder  46  491  50  32718  088  166  567  —  —  171597
FTeuerwaffen  (Etückh  1349  13  972  1  897  26  625  —  —  548  —
Schießpulver  und  Zündhütchen  160  117  11  6260285214  55  20  17593  —  —  –
Goldmüngden  —  2  07  2  750—  –
Silberminen  —  163  6391  —  462  2621  —  —-smpicwimdNikkccmiiikchk...
  —  301  6000  20939  —

B.  HKusfuhr.
Mais  114120  931  232  189|3  589  303,  233  035|  832  128  —  —  1110
Lalaooa  14  639  11  539  76811  5505  6958  6091  —  —
Palmkere  4614  213.  130  0883940  /10  77210  220  208  52  878  —  —
Palmsse  28770.  10  114  3  807.  1330  24  903.  8  734  —  —
Rohbaumwolle  .  .  .  .  ..  55  568.  50  10024518  21  304  31020  209105  —
Kautschnnnny  43611  419  510|11057  35290|554  606512  —
Elsenben  1277  18  765  663  10  162  614  8603—  —
Silbermünzen.  —  381  200  —  489  7211  —  —.  105  521
1

 

 

 

 

zur  Handelsstatistik  für  das  Schutzgeblet  Logo  im  Kalenderjahre  1906.

Bis  zum  31.  Dezember  1905  sind  in  der  Handelsstatistik  für  das  Schutzgebiet  Togo  bei
der  Einfuhr  die  Werte  loko  Einfuhrstelle  (Preis  im  Herkunftsland  zuzüglich  der  bis  zum  Einfuhrhafen
  entstandenen  Spesen)  unter  Hinzurechnung  der  Beträge  der  fällig  gewordenen  Einfuhrzölle  zugrunde
  gelegt.  Dieses  Verfahren,  den  Wert  der  Einfuhrwaren  für  die  handelsstatistischen  Anschreibungen
  um  die  darauf  ruhenden  Zollbeträge  zu  erhöhen,  wurde  als  nicht  zweckentsprechend  mit  dem
1.  Jannar  1906  abgestellt.  Die  nachstehend  veröffentlichte  Handelsstatistik  für  1906  enthält  die
Einfuhrwerte  also  zum  ersten  Male  ohne  die  von  den  Waren  entrichteten  Zollbeträge.  Bezüglich
dieser  Einfuhrwerte  liegen  demnach  keine  vergleichbaren  Ziffern  für  das  Jahr  1905  vor,  und
es  konnte  nur  eine  Vergleichung  der  Mengenziffern  des  Einfuhrhandels  im  Jahre  1906  vorgenommen
  werden.  4

Um  aber  wenigstens  einen  Vergleich  der  Gesamteinfuhr  bzw.  des  Gesamthandels  des
letzten  Anschreibungsjahres  (1906)  mit  der  Gesamteinfuhr  bzw.  dem  Gesamthandel  der  früheren
Jahre  zu  ermöglichen,  soll  im  Nachfolgenden  von  der  Wertziffer  der  Gesamteinfuhr  bzw.  des  Gesamthandels
  der  dem  Jahre  1906  vorhergehenden  Kalenderjahre  der  Jahresbetrag  der  Einfuhrzölle
abgesetzt  werden.  Dann  stellt  sich  der  Außenhandel  Togos  für  die  letzten  Jahre,  wie  folgt,  dar:

Einfuhr  Ausfuhr  Gesamthandel
Mk.  Mk.  Mk.
189393.  2s175925  1  470  484  3  646  409
1899  2  753  708  2  582  701  5  336  409
1900  3  147  786  3  058  902  6  206  688
1901.  .  3822  899  3  690  550  7  513  449
1902  5  180  477  4  194  017  9374  494
1903  5  104  863  3  616  061  8  720  824
19004  50609  323  3  551  358  9  160  681
19065  69  45  375  3  956  639  10  902  014
1906  69132  812  4  199  336  10  632  148
        <pb n="836" />
        W  742  20

Die  gesamte  Handelsbewegung  ist  also  eine  mit  kleinen  Schwankungen  rasch  ansteigende.
Im  letzten  Jahre  ist  die  Gesamteinfuhr  um  512  563  Mk.  und  der  Gesamthandel  um  269  866  Mk.
hinter  dem  Vorjahre  zurückgeblieben.

Vergleicht  man  die  beiden  letzten  Jahre  nach  Abrechnung  des  ein=  bzw.  ausgeführten,  gemünzten
  Geldes  (1906  Einfuhr:  886  002  Mk.,  Ausfuhr  1241  690  Mk.,  1905  Einfuhr:
604  056  Mk.,  Ausfuhr  1  229  908  Mk.),  so  ergibt  sich  folgendes  Bild:

Einfuhr  Ausfuhr  Gesamthandel
Mk.  Mk.  Mk.
1903  6841  319  2  726  731  9  068  050
1906  5546  810  2  957  646  8  504  456

Die  Einfuhr  der  eigentlichen  Handelswaren  ist  also  im  Jahre  1906  hinter  derjenigen  des
Vorjahres  um  794  509  Mk.  zurückgeblieben,  hat  sich  aber  annähernd  auf  dem  Stande  des  Jahres
1904  (5  586  047  Mk.),  das  als  ein  normales  gelten  kann,  gehalten.  Die  Ausfuhr  der  Landesprodukte
  dagegen  ist  im  Jahre  1906  gegen  das  Vorjahr  um  230  915  Mk.  gestiegen  und  hat  auch
die  Ausfuhr  der  Landesprodukte  des  Jahres  1904  (2  537  778  Mk.)  noch  um  419  868  Mk.  überholt.

Der  sich  aus  der  Summe  der  Ein=  und  Ausfuhrwerte  ergebende  Gesamthandel  des  Jahres
1906  weist  wegen  des  Rückgangs  der  Einfuhr  gegen  das  Vorjahr  eine  Abnahme  um  563  594  Mk.,
gegen  das  Jahr  1904  (8  123  825  Mk.)  jedoch  eine  Steigerung  um  380  631  Mk.  auf.

Es  muß  berücksichtigt  werden,  daß  die  hohe  Einfuhrziffer  im  Jahre  1905  hauptsächlich  dadurch
  entstanden  ist,  daß  in  diesem  Jahre  das  Material  und  die  Maschinen  für  die  Bahn  Lome  —
Palime  bis  auf  einen  geringen  Rest  herangeschafft  worden  waren.  Bei  den  dieses  Material  umfassenden
  Positionen  der  Handelsstatistik  ist  im  Jahre  1906  ein  entsprechendes  Sinken  der  Wertziffern
  eingetreten.

Das  ergibt  sich  deutlich  aus  folgenden  Einzelziffern  der  betreffenden  Positionen  der  Einfuhrstatistik:


1905  1906  Abnahme

 

Roheisen,  eiserne

Schienen.  Stangen,

Blöcke")  von  3  367  632  kg  u.  603  438  Mk.  auf  829  416  kg  u.  118  912  Mk.  2538  216  kg  u.  1841  526  Mk.
Alle  nicht  besonders

genanuten  Eisenwaren")

  von  7  603  807  kg  u.  1  223  427  Mk.  auf  601  851  kg  u.  284  609  Mk.  7001  956  kg  u.  938  818  Mk.
We  aus  unedlem
Metall“).  .  von  381  384  kg  u.  133  109  Mk.  auf  35  025  kg  u.  67  308  Mk.  346  359  kg  u.  65  806  Mk.

Tiansportmaschinen
u.  Fahrzeugeusw.*)  von  852  872  kg  u.  522  434  Mk.  auf  181  356  kg  u.  158  019  MUM.  671  516  ku  u.  364  415  Mk.

Bei  den  nicht  zum  Eisenbahnbaumaterial  zu  rechnenden  Waren  kann  fast  durchweg  eine
nicht  unerhebliche  Steigerung  der  Einfuhr  festgestellt  werden.
Es  steigerte  sich  die  Einfuhr  bei:

Gemüse  und  Obstkonserovoon  von  22  859  kg  auf  48  175  k,  also  um  25  314  kg
Kolanüssen  86  697  .  226  6  139  980
Zucker,  Sirup,  hierwaren  -151570-  .  268  5  -  .  117  197
Stillen  Weinen  .  -  568891-78897l  --220081
Branntwemcn  -439755--937720-  --497211--71304-"-120041-
  --48737-Ban-
  und  Nupholz  .  662  066  kg  --1  211  817kcg  549  751  kg
Fischen,  Seetieren  u.  Subweserierenaler  .  29063  367  194  338  131
Zement,  Kalk  usw.  722  529  1  156  584  .434  055=Salz
  657  175  .1551  343  -  .  3894  168  =
Steinkohlen,  Braunkohlen,  Briketts  =  491  249  1262  662  2771413  --Glyzerin,
  Vaselin,  Lanolin,  Paraffin  2
Schmiermittel,  Putzöl  =  12  40))  50  687=  38  284
Mineralwasrseer  51  298  .82  259  30  961
Baumwollgeweben  .  -422472--486783-  64311-L

  handelt  cInchnntmeistenteilszollfrcicWarcihdcswegcnsindauchdichrtziffcrnvcrs
qlctchcnd  nebeneinansu  gestellt  worden.
        <pb n="837" />
        W  743  20

*  Aus  dieser  fast  durchgängigen  Steigerung  der  Einfuhr  der  nicht  zum  Eisenbahnbaumaterial
gehörigen,  sowohl  von  Weißen  wie  von  Eingeborenen  konsumierten  Waren  läßt  sich  folgern,  daß
einesteils  der  günstige  Einfluß  der  Eisenbahn  auf  die  Hebung  des  Importhandels  sich
schon  geltend  macht,  andernteils  die  Kaufkraft  der  Eingeborenen  sich  erheblich  gesteigert  hat.  Diesen
letzten  Teil  der  Schlußfolgerung  bestätigt  die  allgemeine  Steigerung  der  Ausfuhrwerte,  die
ihrerseits  wieder  zum  Teil  als  ein  Erfolg  des  Eisenbahnbaues  zu  betrachten  ist.
.  Im  Jahre  1906  sind  aber  auch  die  Niederschläge  im  Schutzgebiet  reichlicher  gewesen  als
im  Vorjahre;  dadurch  ist  die  Produktion  des  nächst  Kautschuk  wichtigsten  Landeserzeugnisses,  nämlich
der  Olfrüchte,  eine  gegen  das  Vorjahr  reichlichere  gewesen,  wenn  sie  auch  den  Stand  der  früheren
Jahre  noch  lange  nicht  wieder  erreicht  hat.  Die  Bewohner  der  Olpalmengebiete,  namentlich  in  der
Gegend  des  Mono,  haben  sich  mit  mehr  Eifer  dem  Ernten  der  Palmkerne  und  der  Bereitung  von
Palmöl  hingegeben,  freilich  auf  Kosten  der  Mais-,  Yams=  und  Kassada-Produktion,  die  mit  mehr
Mühe  und  geringerem  Verdienst  verbunden  ist,  besonders  da  gegen  das  Vorjahr  ein  Rückgang  des
Mais-Preises  an  der  Togoküste  von  50  bis  70  Mk.  pro  1000  kg  auf  45  bis  52  Mk.  eingetreten
  war.

Die  Ausfuhr  von  Palmkernen  ist  von  3200  128  kg  und  605  865  Mk.  im  Vorjahre  auf
3  434  172  kg  und  681  184  Mk.,  also  um  234  044  kg  und  75  319  Mk.,  diejenige  von  Palmöl
von  425  034  kg  und  151  106  Mk.  auf  469  071  kg  und  180  799  Mk.,  also  um  44  037  kg  und
29  693  Mk.  gestiegen.  Die  Ausfuhr  von  Kopra  und  Erdnüssen  hat  sich  fast  verdoppelt;  bei  Kopra
steht  einer  Ausfuhr  von  14  085  kg  und  3182  Mk.  im  Vorjahre  eine  solche  von  28  050  kg  und
7536  Mk.,  bei  Erdnüssen  einer  Ausfuhr  von  48  705  kg  und  5982  Mk.  eine  solche  von  88  714  kg
und  10  548  Mk.  gegenüber.  Die  Ausfuhr  der  Schibutter  ist  von  30  267  kg  und  19  357  Mk.  auf
42  333  kg  und  28  534  Mk.  gestiegen.
Die  Produktion  von  Baumwolle  und  Kakao,  welche  sich  noch  in  den  Anfangsstadien  befindet,
  hat  auch  im  Berichtsjahre  wieder  erfreuliche  Fortschritte  gemacht.  Es  wurde  bisher  aus  dem
Schutzgebiete  ausgeführt:

Baumwolle:  dz  1000  Mk.  Kakao:  d:  1000  Mk.
*l*.N3  37  1  9  1
1904  1082  50  .  106  9
1905.  1339  89  131  10
1906  1934  165  "  286  22

#  Auch  die  Ausfuhr  von  Kautschuk  ist  in  steter  Aufwärtsbewegung  begriffen.  Im  Berichtsjahre
  ist  die  Ausfuhr  gegen  das  Vorjahr  von  115  209  kg  und  1  001  907  Mk.  auf  133  970  kg  und
1  160  555  Mk.,  also  um  18761  kg  und  158  648  Mk.  gestiegen.  Der  Kautschukexport  aus  dem
Schutzgebiet  betrug:

Menge:  kg  Wert:  Mk.  L  Mettge:kgWekt:Mk.
1893..28637  99  254  1900  .  88891  521374
1894  30  582  115  621  n  1900)  683  684  264  810
1895  87  498  306  123  1902  J1  872  367  045
1896  82646  297  524  1903  95  378  639  995
1897  66  155  245  369  "  190)  105  197  712  525
1898  87  277  421  069  !  1900  115  209  1  001  907
1899  68  239  366  075  3  1906  .133  970  1  160  555

Es  ist  somit  im  Jahre  1906  für  Kautschuk  die  höchste  Ausfuhrziffer  erzielt  worden.
Die  Schwankungen  der  Ausfuhr  der  übrigen  Landeserzengnisse  sind,  wie  diese  Ausfuhrwerte
selbst,  umwesentlich  und  bedürfen  daher  keiner  besonderen  Erwähnung.
An  dem  Handel  des  Schutzgebiets  war,  wie  bisher,  so  auch  im  Jahre  1906,  an  erster
Stelle  Deutschland,  und  zwar  4  *
bei  der  Einfuhr  mit  3  581  222  Mk.  55  v.  H.  der  Gesamteinfuhr,
bei  der  Ausfuhr  mit  2  645  096  Mk.  63  v.  H.  der  Gesamtausfuhr,
bei  dem  Gesamthandel  mit  6  226  318  Mk.  =  59  v.  H.  des  Gesamthandels  beteiligt.
Dann  folgen  die  afrikanischen  Nachbargebiete  mit  einem  Anteil  von  2728  929  Mk.,  England  mit
696  108  Mk.  und  Frankreich  mit  172  876  Mk.  am  Gesamthandel.
Vom  Gesamthandel  sind  gegangen  über  Lome:  8  887  228  Mk.  (davon  5  344  530  Mk.
Einfuhr  und  3542  698  Mk.  Ausfuhr),  über  die  östliche  Landgrenze:  79  840  Mk.  (davon
28  667  Mk.  Einfuhr  und  51  173  Mk.  Ausfuhr),  über  die  westliche  Landgrenze:  1  665  080  Mk.
(davon  1.059  615  Mk.  Einfuhr  und  605  465  Mk.  Ausfuhr).
        <pb n="838" />
        W  944  20

Der  Rußenhandel  des  Schutzgebiets
1.  Nachweisung  über  die  in  das  Schutzgebiet  ein- 



a.  nach  Herkhunfts- 



 

 

 

 

 

 

 

 

6  Dagegen  6  Von  der
.  F.  «-  en  esamteinfuhr
Benennung  der  Gesamte  Einfuhr  Gesamte  Einfuhr  Zunahme  Abnahme  entfallen  auf
r  im  Jahre  1906  im  Vorjahre  1905  Rechnung  der
Waren  —  E—  H—  EEIIIII
Menge  Z  N  crt  Menge  WertMcngczWertMcnqe  IWcrt  Menge  Wert
ko  Mt.  ——n  kae#  Ml.  kg  Mk.  ka  Ml.
I
I.  ie  Puiss=  des  Tandbaues  D!
inett  W  sowie  D
der  zugehörigen  Nebengewerbe.  "%
a.  Körner=  u.  vülsemfrüchte.  «
l.  Mms  3  630  662  1  567  122063  —  —  —  —
2.  R  41.598  1  9  6899  77980  1814830  —  33  382  —  5  616  1  333
3.  rW  Noggen  und  sandige  1

Körnerfrüchte  ·  il)()()  I  129  —  —  1006  —  —  —  —  —
4.  Hulsensrüchte  aller  Art  .  "81  118  389  134  575.  —  —  —  —  —
5.  Mehl  und  Backwaren  833  1331  39  0891  64  664  41  847  18  46009  —  —  —  573  379

Zusammen  Ia  —  40087  —  66  93  —  —  —  —  1712
b.  Knollengewächse,  Ge-  ’
müse  und  Früchte.

Kartoffeln  u.  andere  Knollen-  .-gewächse,

  Gemüse  u.  andere

Küchengewächse  42  910  8  16029  122  73923788  —  —-  —  1  036  156

.  KLokosnüsse  —  —  —  —  —  —  —  «  —  —
3  Obst  und  Eidfruchte,  frisch  %

und  gedörrt.  154  109  120  115  34  —  —  —  —  —
4.  Gemüse=  und  Zolttonjerven,  ·  -

eingemachtes  Obst  18  1731  48  350)  22  859  211321  25  a14  —  —  —  900  1  553

Zusammen  iv  535306919  —  28  60—  —  —  —  —  2009
c.  Koloniale  Verzehrungshegenstände-
  Genußmittel.  1  D.

Kaff  3446  5333  2854489  592  —  —  40  89
Kalik“  Schololade  1  336  2514  2288  30351  —  —  922  —  1261  195
3.  Tee  822  2183  675  2335  147  —  —  —  —  —
4.  Kolanüf  226  677  281  74686  697138  B56  139  980  -  —  —
5.  dehu  aller  Ärt  ..  3468  4094  1892  222576  —  —
6.  Lucer,  Sirup,  Iugerwaren  268  767  86  6760|151  570  67  416117  197  204  119
7.  ak-  .  2093462218852064213178782925  —  —-8.
  Tabalfabrikate  .  5691  35  921  2484  27  1011  3207  —  —  —  —  —

Zusammen  le  610352  —  6563739  —  —  —  —  103
d.  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  °
Pflanzenwachs.  «
1.  Erdnüsse  und  sonstige  Olfrüchte

  —  —  436  251  —  —  486  —  —  —
2.  Schibeteer,  Flianzenöle  und  6

Pflanzenwachs  1  002  1  175  324  123  678  —  —  —  —  —

Insammen,  14  —·  75  —  1481  —  —  —  —  —  —
e.  Getränke  (außer  Mine-  "
ralwasser).  I
1.  Fruchtsäfte  und  andere  nichtalkoholhaltige
  Getränke  l
(Lttek)90028!1385512220  95591i808—  —  —  48  53
2.  Stille  Weine  aller  Äbrt  -  78  8097  1502%  56  889  60530  22  008  —  —  —  88  223
3.  Schaumweine  -  715620  51  5119  14544  —  —  8  50
4.  Lcimmtweinealer#ir.  -  937  720  6882  430  755  404  211  97  200  —  —  —  —
5.  Bier  120  0411  65  38  71  304  49  9971|873  —  —  560  431
Zusammen  le  —  —  628  841  —  —  —  757

 

44700
        <pb n="839" />
        Togo  im  Kalenderjahre  1906.

745  0

geführten  Warenmengen  und  deren  Wert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ländern.
Länder  der  Herkunft  der  Waren
Deutschl  r.  ßvi-  *  Afrikanische  #  9  brige  Cänder—
schland  England  Frankreich  Nachbargebiete  Amerika  Ubrige  Länder
Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Aert  Menge  Wert
k  Ml.  —½½n  ks  Mi.  ku  Mk.  keoMil.  ku  Mk.
—  —  —  —  —  —  3630  662  —  —
*5915  79527530  149  —  1  123  241  —  —  —  —
1  006;  129  —  —  —  —  —  —
—  —  —  20  116  I—  —  —
55  008  28946  15  065  5  057  5  720  2145  1  736  1  195  4993  13550  611  196
—  F  —  5  71#  —  ——-  1  550.  —  106
6  1
32  081  5  850  150  21  310  75  12  23  —  —  10  4071  2401
182  104  —  22  5(Q  —  —  —  —  —
I  I
45891I46548  6565626  195  136  162  115  —  —  1269  930
—  52  49  —  677  26  —  138  —  —  —  —
2460  4365  11  17  —  150  1022,m1  —  825  589
788  2  095  —  —  —  150  50  —  —  428  369
667  1728  130  3419  —  —  —  —  25  106
—  Ü  —  —  —  —  —½226677  281  744  —  —  —
2066  2111  3430  400  14  —  767  520  —  —  —  —
266  636  65  407  912  7481  —  —  1219  521  —  —  —  —
69  0648  73  468343443241000.  —  308.  551¼35  956  144  631  —  —
sö  ö343;  348161  —  —  —-—  22  264  —.  —  126  841
——  —  —  —  —  —
—  28355501  —  #  —.  2383814  ——  –  17965
1  i
i  s  !
—  —  —  —  —  —  —  +  —  —
»
399  514  120  155  107  270.  U  —  376  236
—  5111.—  —  —  155  —  270  —  —  —  236
"
-  -
l  I
-  i
28  884  18  299  614  22  —  —  1  080  53t,,:4  —-6509549654—I
  13  190  6  856  207  311U  —  306  329
6  195  17  710  —  871  2492  —  —  —.  —  *W  37
20  1  594  148  0604  166  8  47  702  1350  1  4%  —  33  4739  13734634  033  428  239
397  65  5811  —  —  —  —  34  85  —  —  —  —
——————.—  —  19007  13½3  —  +#·
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        W  746  e

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dagegen  Von  der  6
.  «·.  D  Gesamteinfuhr
9  .  ..
Benennung  der  Gesamte  Einfuhr  Gesamte  Einfuhr  Zunahme  Abnahme  entfallen  auf
6  im  Jahre  19068  im  Vorjahre  1905  Rechnung  der
Waren  HEIIIEEIIE  Regierung
Menge  Wert  Menge  Vert  Menge  Wert  Menge  Wert  nt  Wert
kg  Mk.  ka  iM.  —e—  Mk.
i  "  i
f.  Sämereien,  lebende  U
Pflanzen  u.  Futtermittel  6  1
(letztere,  soweit  nicht  unter  la  6  D
und  b  bereits  genannt).  T
1.  Sämereien,  Stedllinge.  le-  1
bende  Pflanze  .  1152  1570  609  1  570  533  —  —  —  52.  273
2.  Hen,  Klee  b  ornige  dutier
mittel.  —  —  —  —  —  —  —  —  —–
Zusammen  I-  —  1  5700  —  "  1  5700  —  —  —  —  —  273
g.  Faserpflanzen.
1.  Rohbaumwolle  und  sonstige
Pflangenfasern  —  —  840  1700  —  —  840  —  —  —
bh.  Erzengnisse  der  Forst-  6  1
irtschaft.
1.  Bau=  und  Nutzholz  1211  9T5  175  495662  066  128  7718549  751  —  —  —73581098908
2.  Brennholz  und  bolzlohhen  9.  78  726  2000  —  —  377  —  —  —
3.  Kautschuk  3  538  8  134  30  270)  3820  —  —  —  —
Zusammen  lIn  183  70  1  129  24111  —  —  —  —  —  98  908
Zusammen  1  —  1  678  200  —  1  413  586  —  —  —  —  —  110.062
·  :  -
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
  c  "  ·  !
a.  Lebende  Tiere.  I
1.  Lebendes  Vieh  Stũc  zahh  18  1  458  16.  177  —  3  —  —  —
2.  Lebendes  Geflüge  330.  4  2111  610  110  —  —  —  —  —
süge.  II  —  —  1936  —  787  —  —  —  —  —  —
b.  Fleisch  und  tierische  Er-  1
zengnisse  aller  Art.  1  I  x
1.  Fleisch  und  Zubereitungen
von  Fleisch,  einschl.  Fleisch-  #  |
konserven  .  445415643343060603141  181,  —  660  978
2.  Fische,  Seetiere  und  Süß-  !  "  «
wancrtmeallcitht  3671941198562906322382338131—  —  —  —  —
3.  Milch,  Butter.  Käse,  Eier,  "„
Honig  und  sonstige  tierische  1
Nahrungszmittel  40  332  46  6636  314  52  663988,  —  —  —  962  1431
4.  Häute,  Wolle,  Hörner  s
Knochen  und  sonstige  tierische  #  a  I
Rohstoffe  727  7V565  —  —  727  —  —  —  —  —
Zusammen  b  —  I  230519l—  185  3591  —  —  —  2409
Zusammen  II  —  232  4553—  3116  1—  —  2409
%  D
1I.  Mineralische  und  fossile  ·  .
Rohstosse,  Mineralöle.  I
1.  Zement,  Kalk,  Kreide,  sonsige  "  .
0  *“  und  Stein  1  156  584  650946T2252  52  915|34  055  —  —  178  000.  10  350
2.  1  551  343  105  548657  175  84  090|894  168  —  —-  —  30  9
8.0  aanohlen,  Brauniohien  ·
Briketts  1  262  662  55  92891  249.  33  072771  413  —  —  —  210  110  12  627
4.  Petroleum  Liter  348  735  6781145  413  91  3013  322,  —  730  169
5.  Sonstige  Mineralöle  —  —  901  253  901  —  —
6.  Asphalt,  Holzzement  usw.  ks  —  —  —  —  —  —  —
7.  Teer  und  Pech  47036  9  080|  89  929.  16  375.  —  12  893.  —  2  775  9564
Zusammen  u  —  304  316  278006“4  —  —  —224109
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        S#

747  20

 

Deutschland

Länder  der  Herkunft  der  Waren

 

Afrikanische

Ubrige  Länder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.  Frankrei  .  Ameri
Deut  England  Frankreich  Nachbargebiete  Imerika
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kae  M  Mi.  —  kg.  Mk.  ke  Ml.  kg.  Mbk.
i  ·
«  I
504  10068  44  130.  200  800  25  —
i
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —e.-.  19).—  —  Dos  25  —  —
l
I  .
1118  508  159  9000  6614  18161  —  —  5999  1  388432,  2325  66269,  10  566
349  7  —  —  —  —  #  —  —
—  1  —  —  3  850  8  1344  —  —  —  —
—  "  v7  —
Wie  1.  W#-  –—  –  9520  -  10566
750  890  21  53  122214  298  157  445  271
1  .
I
l  »  !  ·
2  1275  —  9  103  i  —  2  80
—  330  478  —
15  5e#u  —  —-I  I
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i
II051140866177711454—  —  9622.  9352  —  2631  4761
6  648  6  038  40  76%  360  497  111  740  i  —
"  »
34  106  39  770  zo3  4483  14  38  105  131  5714  6283
E  —  --  -  —I—  727.  7565  -—  i
—  .  s
»88(i74«!1975«.  .-;s——  128  —L
89  949  1975  38  129  300  —  141  124
1
i
«  -  56  I  0  7
1  014  317.  56  98270  804  5119  —  —  11  608  61241  2  835,  217  56  900  2987
115  406.  6252  509/853  938  K  52  S  71  54260  ——  —  —
v

612  662  2)9.2781650  000,  26  65ö0,  —  —  "

177246  35  56  592  1  088  2419  390  15h  868.  29  799  3  bio  733
N—N———u——.—.—...————
.-·  4½—  „„„  5  125  2  –  —  —  —

46  378  8678  3111  200  53  122  129
1136  99399  —  33  5611  —  44  —  55  42  —  Ü  30000  —  8720

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        Dagegen

Von  der
Gesamteinfuhr

 

 

 

 

 

 

Gesamte  Einfuhr  G
·  esamte  Einfuhr  Zunahme  Abnahme  entfallen  auf
Benennung  der  im  Jahre  1906  im  Vorjahre  1905  Rechnung  der
Waren  EEEIIIII  ie  HJiecgierung
Menge  Wert  Menge!  Wert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert
kg  Mk.  kg  Mk.  g  Ml.  kg  Mi.  kg  Ml.
l
IV.  Habr#bate  aus  Wachs,
L  d  Elen.
1.  nm—iie  busein,  Lanolin,
Paraffin,  Stearin,  Vaselinöl.
Paraffinöl  usw.,  Schmiermittel,
  Putzölc,  Schuhwichse  50  687  19048  403  8  182  38234  —  5558  1832
2.  Kerzen,  L  Sichte,  sonstige  Ware
aus  Wachs,  Stearin  usw.  1  165  1834  1179  14031  —  14  —  —  —
3.  Seifen  aller  Art.  60  510  27981  10  988  23  682  19  531  —  —  20  12
Zusammen  IV  —  48  8631  —  33  2671  —  —  —  —  1  814
V.  Chemische  und
aier  aerkeigu
(außer  S  bedarf  und
osiredin
1.  Drogen  und  Apothekerwaren  19  315.  29  599  13179  2788116  166  —  —  3908  10971
2.  Farben,  Farbwaren,  Firnisse  1  «
und  Lacke,  2  31  984  22  3755%24882  19  8057102  —  —  2023  1  850
3.  Atherische  E#et  Parfümerien  14  709,  22  2000223336  33  44446—  7  627  —
4.  Zündhölzer  und  andere  Zünd-  4
waren  (außer  Munition)  34269  24232  30911  2006143355,
5.  Künstlicher  Dünger  3  115,  690  100  3116015  »  —  -  -
6.  Mineralwasser  82  259  37  137151298  32  806/30  961  —  s  —  1104  650
7.  Eis.  .  5  160  1634  38  700  1  3601  1460  —  —  .
Zusammen  V  —  1378671  —  135  424  —  —  —  —  13471
VI.  Tertil:  und  gilzwaren,  ·
Bekleidungsgegenstãnde  usw.  «  .
(außer  Lederwaren).
1.  Watte,  Putzlappen,  Abfälll  100  110  96673  102  82  72815  298  —  79  87
2a.  Baumwollgarne  89  092  214  10961  073  153  82528  019  —  —
2b.  Baumwollgewebe.  22  65  310  2  860,  11  595
3.  Wollengarne  und  gewebe  6  638  18  782  8678  21784  2  040  136  1276
4.  Seidengarne  und  -gewebe  1574.  16809  1  181  20  173  93
5.  Leibwäsche,  Kleider,  Hüte  Z„  i  e
und  Müttzen,  Posamentier=  .
waren,  Schirme,  Filzwaren  31  205.  117003  54  398  230  706  23  %  —  354,  3886
6.  Bindfaden  und  Se  5950  8  848  6494  9  056  ——  —  416  527
Zusammen  vi  —  190023304  1924  967  —  W—  —  17371
I  s
VII.  Ceder  und  Lederwaren,  ·
wachstuch,Kiikfchnetwat-eu  »
Leder  ...  hi)  2009  517  1375  i
1  Schuhe  und  Stiefel  3822  2524  3  413  16521  109
3.  Sonstige  Leder=  und  Sattler=«
  ..  .  2677  9  433  2667  10  727  10  201  786
4.  Wachs#uch.  Linoleum.  ..  310  302  1542  1879  1232  179  1363
5.  Pelz=  und  Kürschnerwaren.  —  —  —  —
Zusammen  VII.  36  988  —  SCHUL-  —  —  —  921
VIII.  Gummi=  und  Kautschukhwaren.

1.  Waren  aller  Art  aus  Raut-  .
schuk,  Gummiund  Guttapercha  188  2  659  994  5  532  —  506
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——  Dagegen  J  Von  der
·..,  LAED  Gesamteinfuhr
p  6  *  .-Benennung
  der  Geiamte  Einfuhr  Gesamte  Einfuhr  Zunahme  Abnahme  entfallen  anf
*1  im  Jahre  1906  im  Vorjahre  1905  Rechnung  der
Waren  —  RNenierung
Menge  WerttMenge  WertMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ke  Mi.  kg  Mt.  ke  Mitl.  ku  Mk.  kg  Mt.
IX.  Holz-,  Flecht=  und  Schnitzwaren.

1.  Möbel  und  sonstige  Tischler-.
  68231  47074  46550  507951  21681.  —  5128  6190
2.  Korbflechtwaren,  Snoh=  und
Bastwaren,  sonstige  Flecht-  .
waren  2417  2  925  1497  1086  920  —  —
3.  Schnitzwaren  aller  Art  aus
Holg,  Horn  usw.  ...  22571491754156j23320—  —  51899  —  —
4.  Bürstenbinder=  und  Sieb-  #
macherwaren.  ...  495  1197  363  153481  —  —  68.  —  56  50
Zusammen  IX  —  50  119  J79719  —  9  —  —  6210
X.  Papier=  und  pappwaren,
literarische  und  Kunstgegenstände.

1.  Papier  und  Pappe  sowie
Waren  daraus  (außer  Drucksachnhnhyyy
  52  829  23  835  48985  243153841  —  2  122  1587
2.  Bücher  und  sonstige  Drucksachen
  13  4214  28  460  3  101  28211  323  —  —  607  731
3.  Photographien,  Landkarten,
Feichuungen,  Stiche  usw.,
nälde  885  2334  907  36371  —  —  22  —  212  752
4.  Sut  und  ionstige  Kunstwerke
  1  184  1  585  901  931  283  —  —  —  —  —
Zusammen  x  50  72  57094  —  –  —  —  3070
XI.  Stein-,  Ton=  u.  Glaswaren.
1.  Bearbeitete  Edelsteine  und  .
Halbedelsteine  ..  60  917  55.—  1  021  5  —  —
2.  Steimwaren,  Waren  aus  T  l  ;
Asbest,  Zement  usw.  68  168  21  613  29731  22  185|38  134  —  —  855  726
3.  Tonwaren  und  Porzellau  45  983  32  827  1f848  32  144  1351  —  —  —  —-4.
  Glas  und  Glaswaren  46  583  54  4521  47945  62  882  —  —  1362  —  16  620  2284
Zusammen  XI  109  809  118  532  —  —  30s0
XII.  Metalle  und  Metallwaren
(auher  uustrumenten.  Maschinen
d  Waffen).  s
a.  —  Metalle  l
und  Halbzeug.
.  Blei,  roh  und  gewalzt  13279  3  9481  18583  119701  —  —  5  304  —  —
5  Roheisen,  eiserne  Schienen.  :
Staugen,  Blöcke  u  529  416.  118  9128  367  632,  603  133  1J  2  538  216  —  02  156-.110  287
B.  Sonstige  unedle  Neru  e  8730  15821  7  155.  21  561  —  8725  136  517
4.  Edelmetalle,  roh,  in  Barren  n  1
Stangen,  Draht  usw.  —  2  52  —  —  2  —  —  —
Zusammen  XlII  140  681  63%  0211  —  —  —  110804
b.  Fabritate.  l
1.  Bleiwaren  3617  1516  555  370|  3062  —  —  —  —
2.  Wellblech  80  062  253201  94  111  30  o83;  —  —  11010.  —  —-3.
  Alle  nicht  besonders  ge-  i  i
nannten  Eisenwaren  601  851  284  6097  603  807  1  223  427  —  —  0001  56  —  277951  79  673
4.  Waren  aus  anderen  unedlen  "  -  l
Metallen  .  35  025  67  33031  381384  133  1001  —  —  346  359  —  83  323
5.  Waren  aus  Edelmetal  .  "«37I12836  958  92831  —  —  221  —  73,  2350
Zusammen  XIIb  —  391  58141  —  1896  2721  —  —  —  —
i

Zusammen  XII

532265

 

—  2033  293

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—  1193  150
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        G  752  20

 

 

 

       
  
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  Von  der
.  ..  Sagegen  Gesamteinfuhr
#  -  .  ...
Aenennung  der  Gesamte  Einsuhr  Gesamte  Einfuhr  Zunahme  Abnahme  entfallen  auf
*r  im  Jahre  1900  im  Vorjahre  1905  Rechunng  der
Waren  77ATTJA..  Regierung
re  Wert  s  Menge  Wert  Menge  WertMenge  WertMenge  Wert
Mil.  kg  kg  Mi.  ktr  Mk.  kg  9
l
XIII.  Instrumente,  Maschinen
und  Fahrzeuge.
1.  Spiel-5
  133  16  194  4450  16271  683  —  —  —
2.
308  1761  482  25391  —  —  174  —  72  1362
3.
...  1245  7827  2666.  8  016  —  1421  —  224  742
4.  Ma-  |
26  192  13  1013  867  19  00812  325  —  —  —  501  625
Z.  ür  indujtriele  l  s  H
.  48737(5696941669400507074  —  2  160  1132
6.  und  "„
auch  .
181356158019852872522434—  —  671  516  —  88  816  4+  038
Zusammen.  XIII  —  254  263  —  608  311  Nl  —  —  —  51  199
i
XIV.  Wassen  und  Munition.  1  «
1.  F  aerwassen  Etückzahl).  6008  54  940  6999  82  58191  991.  —  —
2.  Sonstige  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
3.  6  echiechlver  n  Zandbitchen  128  731  121  7691  109  142  218  o0251  14  580  —  –⅛  —  —
4.  Schrot,  Patronen  3322  38744  6230  —  4078  —  —
5.  Dynamit  u.  ios  Spreng=  l
stoffe  ————  —  -—
Zusammen  le  —  198  9851  —  301  814  —  9  —  —  6  —
1I.
Zusammen  I—XIV  (ohne  Geld)  6546  810110—  +[156255  —  —  120  956
Im  Vorjahre  1905  J156  256—  —  —  109  503
XV.  Geld.  Q„
Goldmünzen.  —  10  6090  2  7500  —  -—  —
2.  Silbermünzen  —  864  32066  —  598  982  —  —  300  000
3.  Kupfermünzen  und“  Nickel  —  10  98641  —  2-324  —  —  5000
1.  Papiergeld  —  —  —  —  "  —  —1
Zusammen  xv  —  I  886()02—.604056—  —  —  —  —  305  000
Gesamteinfuhr  (einschl.  Geld)  6  132  812  —  7760314  —  725  956
Im  Vorjahr  1001|7003s4  676  503
A  1
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        G  753  20
Länder  der  gerkunft  der  Waren
Deimni.  .  6  *  *  6  Afrikanische  6  s.Nim·s  .-»--.
Deutschland  England  Frankreich  Nachbargebicte  Amerika  Ubrige  Länder
Menge  Wert  IMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ka  Mi.  ker  Mk.  k#Mi.  kur  Ml.  k#.  Mk.  ko  ·
1832  13  939  20)  126  281  2  129  6
l
308  1  761  –
930.  7  193  296  4551  —  19  179
.  -
24  157,  11335  B"  1303  951  732  1207
r  .
18  150  56  5171  —  —  287!  152  —
179  527  155300  1481  17561  —  —  210  850  138  118  —  —
—  2460455—  2337  —  —  410%  —  17721  —  —
«
2458  21147  319  3  459  370  4196  10  224  20  181  2831  2573
9  5  T  918101  1818  1616s  28  681  24  o27  —  —  —  z  680  391
8  322  3  871  —  —  –  —  –
7115,  13  402  —  —  —
—  129  733  5  075  29  123  224  —  181  1  29  649
⅜.  3258  632  —  696  038  118  728  667  021  —  182  803  —  623  588
1
5  153  856  —  5d95  156  177001  391.298  154  974  383  978
—  —  —  -  —  10  690  —
316204  —  518  122
6  386  —  4600
—  322  5900  53563  412  —  —
3381  22  696038  118  728  1  230  4  132803  628  588
—  ..9.—  595  756  177  001  487  528  151.974  383  978
        <pb n="848" />
        754

b.  Nach  Einfuhrgrenzstrechen.

*—

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr  über  die
Benennung  der  Waren  Küstengrenze  gecrsliche  g.urüb  Zusammen
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ku  Mt.  kM.  ku  Ml.  ku  Mt.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der
Forstwirt  chast  Joie  ier  zugehörigen
e.
a.  oruen  *  Hülsenfrüchte.
1.  Mais  .  --  —  1313  105  2317  557  3½  630  662
2.  Reis  .  44303  9  677  4  3  29  9  41598  9  689
3.  Weigzen,  Noggen  und  soustige  Körner-  .
früchte  .  1006  129  —  1  006  129
4.  Lussenfrüchte-  aller  Art  .  —  —  958  118  —  958  118
5.  Mehl  und  Backwaren  .  8139737894  53  53  1  683  1  1483  133  39  089
Zusammen  la  77  700  —  279  —  1708  —  419687
b.  Knollengewächse,  Gemüse  und
Früchte
1.  Kartoffeln  und  andere  Ruollenhewächse,
  Gemüse  iu  und  andere  e  Mũchengew
  42910  8  160  —  —  42910  8160
2.  Holrupbese  .  «  E—  —  E
3.  Obst  und  Südfrüchte,  w  und  (  -  I
gedörrt  154  109  #  151  109
4.  Gemüse-  0  Obsilonserven  ein-  i
gemachtes  Obs  .  48  061  18267  i  —  112  83  48  173  48  350
Zusammen  lb  —  560  836  —  —  —  83  —  l  56919
c.  Koloniale  Verzehrungsgegen—  i  1
stände.  Gennßmittel  T1  »
1.sia.  344615338  —  —  346  3333
2.  Kalne.  Zcololade  1216  2464  —  150  50  1  366  2514
3.  Tee  822  2  183  —  —  —  —  822  2  183
4.  Kolani  1350  4050  —  225327  277696  6TT  281  746
5.  samier  aller  Art  ...  2701  3574  —  -  767  520  3  468  4094
6.  Zucker,  Sirup,  Zuckerwaren  267  548.  86  155  75  25  114  1900268  767  86  676
7.  Tabök  209  190  221  721  133  112  23  1209  316  221  885
8.  Tabakfabrikate  .....  .)6(’935657  öi  38  17  226  5691  35921
Zusammen  le  —  361  140  —  175  –  279037  —  640  352
D.
.  Olfrüchte,  Pflanzenöle,
Pflanzenwachs.  "  I
1.  Erdnüsse  und  sonstige  Olfrüchte  I  —  —  —  —
2.  Schibutter,  Pflanzenöle  zand  PRflanzen-  .
wachs  1  002  1!  —  —  —-  —  1()02  1175
IL  75  —  —  —  1175
e.  Getränke  (außer  Mineral—  i
sser  1  ô
1.  Fruchtsäfte  und  andere  nichtalohoal-  #  %  n
haltige  Getränke  (Liter)8  1555  —  —230028  18  855
2.  Stille  Weine,  aller  Art  ..  -  78  60)  55.839  8  8  289  3051  788971  56  152
3.  Schaumwein  .  -  7156  20581  —  —  —  —  715620581
4.  iinweie  aller  Art  .  -  937254587790  46  56  120  419  937  720588  265
5.  ..  119397z05681  2  2  642  3541  120  041  65  937
Zusammen  le  1  743  646  —  66  —  1  078  —  74790
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        G  v55  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr  über  die
.  *  östliche  westliche  .
Benennung  der  Waren  Küstengrenge  Lobstliche  Lnnahrenge  Zusammen
Menge  Wert  sWMenge  Wert  s  Menge  Wert  sWMenge  Wert
k#.  Mk.  kg  Mt.  kg  WMt.  kg  Mt.
Sämereien,  lebende  Pflanzen
und  Futtermittel  (leutziere,  soweit  nicht
unter  la  und  h  bereits  genannt).
1.  Sämereien,  Stecklinge,  lebende  f
Pflanzen  1  022  1370  —  130)  200  1  152  1570
2.  Hen,  Klee  und  sonstige  Funermirtel  —  —  —  —  —  —  —
Zusammen  I'  —  1  370  –  —  200  —  1570
k.  Faserpflanzen.  1
1.  Rohbaumwolle  und  sonstige  Pflanzenfasern
  ..  ...  —  —  —  —
h.  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft.  "  1
1.  Bau=  und  Nuzholz  1208  605  1741  853212  641  —  —  11211817  175  495
2.  Brennholz  und  Dotgohten.  349  78  —  —  —  —  349  78
;.  Kautschul.  —  —  —  3  850  8134  3850  8  13.1
Zufammen  *  —  17932  —  L  —  8134  —  133  707
Zusammen  1  13386  799  —  1  161  —  290  210  —  1678200
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.  I
a.  Lebende  Tiere.  l  »
l-Lcocudc.zVich.  .(Ziiikk·;uht)  4i  1355  9  103  »  —  13  1  458
2.  Lebendes  Geflügel  .  -  -—,—  17  9  313  469  380  478
Zusammen  Il#  —  1355—  112  —  40  —  1936
b.  Fleisch  und  tierische  Erzengnisse
aller  Arr.
1.  Fleisch  und  zubereitungen  von  Fleisch,
einschließlich  Fleischkonserven  .  k4919»47()81  451  130  9  171  "°221,  56  433
2.  Fische.  Seetiere  und  Süßwassertiere  J-  :  .
«  aller  Art.  6  697.  8  116  5155  156359  982  111  5844367  194  119  856
3.  Milch,  Bunter,  Käse,  Eier,  Honig  und  I
Iomnqc  tierische  Nahrung  Smittel.  40  2521  16  608  —  —  80  57|  10  332  16  665
Häute,  Wolle,  Hörner,  Knochen  und
sonstige  tierische  Rohstoffe  —  —  5  10  722  7555  727  7565
Zusammen  **  —  101  805  —  296  —  128418  —  230  510
Zusammen  II  10903  190  —  08  –  128  89  232355
.  .  l  .
III.  Minerallische  end  Hessle  Rohstoffe,  :  ’  :
1.  Zement,  an  5  sonstige:  Erden  **•1  n  ,  J
und  Steine  1  152  654  65  49  2600  223  1  330  2321  160  584  65  946
2.  Salz  .  979626H5128726158522215455593  520401  -.4s;t05548
3.  Steinkohlen,  Viauntohlen.  Briketrs.262  662  55929  —  —  —  11262  662  55  928
1.  Petroleum  Liter  310  67  27  62  18  2  357  37  348  73  67  814
5.  Sonstige  Mineralöle  ....-  —  —  —  —  —  —
6.  Apha#t.  ahrerg  usw.  kg  —  —  —  —  —  —.  —  —
-  Teer  und  Pech  “"ê  16  964  9060  —  —  72  20  47  036  9080
Zufammen  III  2149  190  —  2462  —  52664  —  304316
·
IV.  gabrikate  aurr  wachs,  Fetten  und  ·
en.
1.  Glyzerin,  Vaselin.  Lanuolin,  Paraffin,
Stearin,  Vaselinöl,  Paraffinöl  usw.,  »  »  »  »  ·«-MinuteumnelPutzolhochuhwtchu000ch1820s
  21  25  629  810  50687  19018
2.  Kergzen,  Lichte,  sonstige  Waren  aus
Wachs,  Stearin  usw.  ....  1  165  1834  —  —  —  —  1165  1834
3.  Seifen  aller  #är  835222  □25  199  5  503  4440  2270|]  60519  27081
Zusammen  I  —-  45  240  —  528  095  18  863
        <pb n="850" />
        756

*—

 

 

 
   
  

 

 

 

 

 

Einfuhr  über  die
**ê½*  östliche  westliche  ,.
Benennung  der  Waren  Küstengreuge  —  Landgue  Zusammen
Menge  WertMenge  Werrt  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mk.  kg  Mk.  k  Mk.  kg  Mk.
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse
  (außer  Schießbedarf  und  Sprengmitteln).

1.  Drogen  und  Apothekerwaren  ...  19  275  29  159  40  401  19315  29599
2  Farben.  Farbwaren,  Firnisse  und
Lacke,  Tinte  31  626  22066  3½36  268  22  41  31984  22  375
B.  Atherische  Ole.  Parfümerien  .  14362  21158  120  485  227  5571  14700  22200
4.  Zündhölzer  und  andere  dũndwaren
(außer  Munition)  34  102  24  079  36  38  131  115  34269  24232
5.  Künstlicher  Dünger  ...  3115  690  —  —  —  —  3  115  690
6.  Mineralwasser  Liter  82  222  37  122  37  15%82250  37  137
7.  Eis  kg  5160  1  634  —  —  5  160  1634
Zusammen  V  —  135  908  —  791  —  1168  —  137  867
VI.  Uextil=  und  Filzwaren,  Bekleidungs-  ·
gegen  ände  usw.  (außer  bederwareng.  "„
Abfälle  185  870  109  60  2000  1  080  530  27388  100  110  962
*.  86  147  203322  74  151  2871  10  6356  89  092  214  108
2b.  .  47011818269151893  5  582  11772  83  295186  783  1  415  792
3.  und  gewebe  .  6224  16897  32  111  882  1  774  6  688  18  782
.  und  -gewebe  1  3699  11929  11  325  161  1555  1574  16809
5.  Kleider,  Hüte  und  Müctzen,  I  «
Schirme,  Filzwaren
  .  2997t105638  39  190  1279,  11  175  31  295  117.003
6.  Bindfaden  und  Seile  ..  53778  8597  12  18  160  233  5950  8848
Zusammen  VI  —  1782  99091—  7157  —  111940  —  1902304
VII.  teder  und  Lederwaren,  Wachstuch,
Kürschnerwaren.
1.  Leder  .  47121989  5  20  —  —  476  2009
2.  Schuhe  und  Stiefel  ·.  3  182,  19  128  —  —  40  6  116  3  822  25244
3.  Sonstige  Leder=  und  Sattlerwaren.  2586  8  878  15  44  76  511  2  677,  9  433
4.  Wachstuch,  Linoleum.  310  802  —  —  310  302
5.  Pelg=  und  Kürschnerwaren.  —  –  —  !•s-  x#  —  —
Zusammen  VII  30  297  —  64  6  627  —  z6  988
VIII.  Gummi=  und  Nautschuhwaren.
1.  Waren  aller  Art  aus  Kautschuk,  "„
Gummi  und  Guttaperc  ..  170  2499  2  5  16.  155  488  2  659
IX.  holz-,  Klecht=  und  Schnitzwaren.  "
1.  Möbel  und  sonstige  Tischlerwaren  67  512,  46  018  175  278  544  7781  68231  417074
2.  Korbjlechtwaren,  Stroh--  und  Bastwaren,
  sonstige  Flechtwaren  174  1724  311  808  362  393  2  417  2925
3.  Zchnibwaren  aller  Art  aus  Holz,
Horn  ...  2062  1529  195  388  2.257  1917
Bürstenbder  und  Siehnmache-«
  ....  439  1102  —  —  56  95  195  1197
Zusammen  #n.  —  53373  1474  1266  —  56  113
X.  Papier=  und  Pappwaten.  diterorische
und  Kunstgegenstän
1.  Fo#irr  und  Poappe  Waren
daraus  laußer  Drucksachen  52  530  23577  200  161  90.,  97  5  23  835
2.  Bücher  und  sonstige  Drucksachen  .  13242  28337  —  —  182  1321  13  424  28469
.  Photographien,  Landkarten,  Zeich-  ,
mungen,  Stiche  usw.,  Gemälde  885  2834  —  —  —  —  885  2834
4.  Siatuen  und  sonstige  Kunstwerke  1184  1  585  —  —  —  —  1  184  1  585
Zusammen  X  —  56  33  —  161  —  229  —  506723
        <pb n="851" />
        W  757  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr  über  die
Benennung  der  Maren  Küsftengreuze  Cabliche  weslicher  Zusammen
Menge  Wert  Menge  wWert  J  Menge  wWert  s  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  Mk.  kg  Mk.  kg  Ml.
XI.  Stein-,  Ton-  und  Glaswaren.
1.  Bearbeitete  Edelsteine  und  Halb-L
  .  .........  —  —  —  60  917  L  917
2.  Steinwaren,  Waren  aus  Asdbest,  ç
·  Zement  usw.  65  878  17814  2035  2774  255  10251  68168  21613
3.  Tonwaren  und  Porzellan  38  596  26.145  5821  3418  1  563,  32641  32  827
1.  Glas  und  Glaswaren  .·.  15  556  52  785  792  952  235  715  46  583  54  452
Zusammen  XI  —  96  744  —  7  14  —  5921  —  109  809
XII.  Metalle  und  Metallwaren  Sau
Instrumenten,  Maschinen  und  Waffen.)
Unbearbeitete  Metalle  und
albzeng.  .
1.  Blei,  roh  88  gewalzt  13279  5948  —  —  —  13  279  5  048.
2  NRoheisen,  eiserne  Schienen.  Ziaugen  «
·  Blöcke  usw  829  308.  118  877  —  —  108.  35|829  416  118  912
3.  Sonstige  nnedle  Metalle  8  700  15  772  —  —  30  49  8  730  15  821
4.  Edelmetalle,  roh,  in  Valten.  Stangen
Draht  usw.  —  —  —  —  —I  ——  —-  —
Zzusammen  Xll  —  140  597  —  —  —  81  —  140  681
b.  Fabritkate  «  (
1.  Bleiwaren  3617  1  516  —  —  —.  —  3617  1516
2.  Wellblech  76  466822832  270.  60  3  324.  2428  80  062,  25320
3.  Alle  nicht  besonders  genannten  Eisen=  6  ·  I  -«
waren  500  293.  272  318  1216  810  10  312  11  1811601  851  284  609
4.  Waren  aus  anderen  unedlen  Metallen  82  294  58  099  14  18  2  717  9186  35  025  67  303
5.  Waren  aus  Edelmeta  656.  11  789  —  —  81  1047  737  12836
Zusammen  xIIv  —  366  854h  —  888  —  28  842  —  391  584
Zusammen  XII  —  507  151  888  23  926  —  532  265
XIII  1  st  4  „M  I  "i  8  1  6
1.  Musikinstrumente,  Spieldosen,  Kinder-  ;
miclzcng.  4960«14602  —  —  1738  15921  5133  16194
2.  Wissenschaftlichen  Zwecken  dienende  1  «
und  medizinische  Instrumente  308.  1  761  —  —  —  308  1  761
3.  Brillen,  Ferngläser  und  sonstige  für  1  ,
den  praktischen  Gebrauch  bestimmte  .  T
oplische  Instrumente  photographische
Apparate,  Uhre  1226.  7618  —  19  1791  1245  7827
4.  Ca##iichallsche,  Maschinen.  24  889  12512  1303  95126192  13  493
5.  Maschinen  für  industrielle  Betriebe  18  737  36969  —  –4  —  18  737  569069
6.  Transportmaschinen  und  Jahrzeuge  !—
aller  Art,  auch  Fahrräder  181  116  157169  —  210  8501  181356  158  019
Zusammen  m  —  250691  —  757  23542063
XIV.  Waffen  und  Munition.
1.  JFeuerwaffen  (Stückgahl)  5998  5417  716  9  139  1r  85  6008  51010
2.  Sonstige  Wassen  —  —  E
3#.  Schießpulver  und  Zündhürchen  123  731  121  100  —  123  731  (211  769
1.  Schrot,  Patronen  3322  3871  »  —  3322  3871
5.  Dynamit  und  sonstige  Sprengstojfe  7445  13  102  7115  13402
Zusammen  XIV  193  761  139  985  1907985
Zufammen  I  bie  XIV  (ohne  Geld)  1894  353  —  22682  629  775  5546  810
Im  Vorjahr  1905  6766  209  –30  112  359  937  7  156  258
Geld.
l.  c%nn  nian  .  —-  4590  —  -  100  10  690
2.  Silbermün.  .  438  701  5985  419  640  864  326
3.  bieminien  und  Nickel  6  886  10  10  986
Papiergeld  +  –  —  “  —  —  1  —
Zusauimen  xv  —  450  177  –  59085  —  429  840  8386  002
Gesamteinfuhr  (einschl.  Geld)  383425300  W007  J  059  615  6  K
Im  Vorjahr  1905  —  7274  035  34  560  451  719  7  760  31.
        <pb n="852" />
        W  V758  20

2.  Nachweisung  über  die  aus  dem  Schutzgebiet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Uach  Be-Dageg
  Von  der
4  .  Dagegen  Gesamtausfuhr
Be  Au-  «  .
Venennung  der  esamte  Aeshr  gesamie  Ansfuhr  Zunahme  Abnahme  entfallen  auf
um  Lahre  1906  im  Vorjahre  1905  Rechnung  der
Waren  I  „DU)Oä  iecgierung
Menge  Wert  s  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert
kg  M.  kg  Mtk.  ktae  Mek.  kg  Mk.  kg  Mt.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues
und  der  Forstwirtschaft  sowie
der  zugenrign  Nebena.
  Pflau  67  Nahrungs--und
  Genusmittel.  »
1.  Mais  7  702  500  433  838|  *700  155  566  814—  —  1  663  865  133.006
2.  )ame  43  325  7502  105  120970  —  53  080  5  4668
3.  Kassada  250  047  21  671  10  %  22013  —  —  823  364  31—  —
4.  Kokosnüsse  9  035  477  —  —  9  035  477  —  —  —
Zunffcc  —  40  281  —  40  28
6.  Kakao  28  637  2199143  12%  9  708  15517  12286  —  —
7.  Rolanüsse  1  857  316  35  1  785  281  —  —  —
8.  Piefier  ...  7163  2549  7  1r  2931  —  —  258  382  —
Zusammen  la  —  488  3471  —  6145291  —  —  —  126  1821  —  —
b.  Olfrüchte,  Pflanzenöle,
  Pflangenwachs.  "„
1.  Roprra  .  28050  75361  14085  31821  13  965  4354  —
2.  Palmkerne  8  434  172  681  1848  200  128  60  865123404  75319
B.  Palmöl.  469  071.  180  799425  034  151  106  OBT  29  693
4  Erdnüsse  88  714  10  54648  705  5982  10  009  4566
Schibuner  42333  28  534  30267  19357|12  O66  9  177  —
Zusammen  lb  —  908601—  785492—123109—  —  —
c.  Simertien=  ebeunde
Pila
1.  Sämercien  un“  Stedlinoe  9  483  682  7  051  6861532  —  4
2.  Palmblätter  —  —  —  —’-  —  —-Zufammen
  le  —  682).  —  □—  —  —  —  4  —
d.  Faserpflanzen.
1.  Rohbaumwolle  193  450  164  771133920  89  473459  530  75  2981  —
2.  Piassava  ...  —-  —  476  197  —  476  197
Zusammen  Id  —  14771  —  89  67  —  fP5101)  —  —  —
e.  Erzengnisse  der  Forstrtschaf

vocher  as  it  86  86  2  340128  232  5166  —  —  41366  2826
"  Kautschul  133  5  1  160  555  115  209/1  001  907/  18  761  158  6348  —  –  –
Zusammen  Ie  F  1  162  89—  1  007  073  .  155  822  —  —
Jumnnncnl  ——2725296——;2il97450--«;227846  —
II.  Tiere  und  tlerische  Erzeugnisse.

a.  Lebende  Tiere.
1.  Pferde  (Stückzahl)  16.  2170  8.  940  8  1230  —
2.  Manlesel  und  I  ’
Maultiere  —  —  —  —  —  —  —  —
3.  Esel  80  —  3  80  —  —-4.
  Rindvieh  364,  31  865  538,  39  069  —  —.  171  7204
5.  Kleinvieh  57671  873  5  410  44  217  357  —  234  —
6.  Haushühner  u.
sonstiges  Geilügel.  -  4  dõs  2865  1  8534  233342705  532  —
J.  Wild.  öl  4  —  6  10
Zufammen  II  —  78899  —  86559  –—  7  666—  —
        <pb n="853" />
        W  759

ausgeführten  Warenmengen  und  deren  Wert.

0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

stimmungsländern.
Länder  der  Bestimmung  der  Waren
ann  .  »  .  Afrikanische  meri  übriae  Länder
Demschland  England  Frankreich  Nachbargebiete  Amerika  lbrige  Länder
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Vert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Werr#
Mt.  kg  Mk  kg  Mk.  kg  Mt.  kg  kg  Mt.
7419371  413  072  255  897  19210  27322  1526
.  43  325  7502
250  047  21  671
9  035  177
–  q  —
28  637  21994  —  —  —
—  --  -—  —  —  1857  316
119  58  105  70  6939  2421  —
135  12.  70  —  —  —  51  627  —  1526
21  909  6  867  2945  634  196  5
3251  795  655  807  68  321  11  0862  114  050  11295  —
352  881  110  537  104  584,  37294  11  606  20068.
21590  2341  —  21113  2104  160  011  6  103
–  —  —  *  —-  —  42333  28534  —
—  805  552  51  1114  48  9  —
5083  347  3  500  ½35
317  335  ·
,  ·  l
175  509  158  368  —  —  17  941  6  403
158  368  —  6  403  —-  ---849
  26:3  86  017  2077
133  970  1  160  555  2  !.
1  160  S  -  2077  —
2560  209  70  54114  109  377  1  526
16  2  170
3  80
E  304  31  865
—  —  —  —  5767  41  873
—  1558  2865  —
—  —  —  —  i  —  6:  40  —  s-  —  —
—  78  893
        <pb n="854" />
        W  V760  2O

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dagegen  Von  der
-  --.  Dage  Gesamtausfuhr
i  1.  .  .
Benennung  der  osame  ushr  gesamte  Ausfuhr  Zunahme  Abnahme  entsallen  auf
im  Jahre  #  im  Vorjahre  1905  Rechnung  der
Waren  .tm——.l—m—=  22c  Regierung
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge-  Wert
k  Mur.  kg  Mk.  kegg  Mi.  kter  M.  ka#  Mil.
b.  Tierische  Ergeugnisse.
1.  Elfenbein  1980  64  207  2688  407751  2  292  23  432  —  —  —  —
2.  Hö  ..  610  810  213  394  397  4161  —  ——  —
4.  Häute  und  Felle  12  182.  8  196  1  737  5873  0  115  2323  —  —
Zusammen  #n!  —  73213  —  17  0421  —  261711  —  —  —  —
Zusammen  II  —  152  106  133  60—  18  505—  —  —  —
III.  Mineralische  und  fossile  I
nohitosse.....  400  1501  —  —  400  150  —  400  150
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse.
1  a.  Baumwollgarne  1358,  2  872  Hi  921  918  19481  —  —  —  —
b.  Baumwollgewebe  10  674  32  797|  14787  52160  0—  4113  19  3631  —  —
Zusammen  1  12  032  35  669  15227  53081  —  —  319517415I—  —
2.  Waren  aus  Stroh,  Bast.
Kokosfasern  us5.  41  811  223113399  9  88128  412  12  43  —  —  —
3.  Waren  aus  Leder,  **2  s
nnd  Fellen  .  328  303  305  1  567  23  —  1264  —  —
4.  Kar#  92  2  079  23  1  170  69  909  —  —  —
5.  Oal  zware#  aller  urt  13  908  2  054  7283  2637  6625  —  —  5831  —  —
6.  Photographien  usw.  .  —  —  —  —  —  ——  —  —  —  —
7.  Kuriositäten  und  Verschiedenes
  57  615  17672  53  849  273411  3766  —  —  9669—  —
Zusammen  I—8009  —  95680  —  —  —  15  5860  —  —
Zusammen  I—IV  (ohne  Geld)  —  2  957  610  27726731—  216  50  —  15  5800  —  50
Dagegen  im  Vorjahr  1905  —  2726  731  —  —  —  —  —  —  —  34
Zunahme  +.  Abnahme  —  —  23230  915  —  —  —  —  —  —  —  —116
V.  Geld.  «
1.  Goldmünzen  —  7450  37  890  —  —  30  10  —
2.  Silbermünzen  1234  210|  —  1  192016  —  12222  —  —  —  —
Zusammen  V  —  1241690  —  1229  9081  —  117821  —  —  —
Gesamtausfuhr  (einschl.  Geld  993  J9566399  226  —  —  —  150
Dagegen  im  Vorjahr  1905  —  3  956  6391  —  —  —  —  —  —  —  34
Zumaahme  X+.  Abnahme  —  —  —  2T12  von  —  —  —  —  —  —  —  —  116
ZSusammenstellung  des  Gesamthandels  nach
Ausschließlich
Einfuhr  5  540  810.  —  120  950
Ausfuhr  2  957  610  —  150
Gesamthandel  1906  ohne  Geld  8  501  456  421  106
Im  Vorjahr  1905  9882989  169  537
Einschliceßlich
Einfuhr  6  132  812  —  —  17259056
Ausfuhr  11199  3P  150
Gesamthandel  1906  einschl.
(  .  ....  —  10  632  118  —  726  106
Im  Vorjahr  1905  117169053  676537
        <pb n="855" />
        W  V761  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länuder  der  Bestimmung  der  Waren
&amp;amp;I  -Amifrikanische  ..  ——“m?
Deutschland  England  Frankreich  Hleitenische,  e  Amerika  Übrige  Länder
Menge  wWert  WMenge  Wert  sMenge  Wert  Menge  Wert  sMenge  Wert  s  Menge  Wert
8  Mk.  kg  Mik.  xg  Mt.  kogMl.  kg  Mi.  kg  Ml.
l
1911  63  5471  —  —  —  69  660  —  —
610  810  —  —  —  —  —
5279  ——  —  —  —  6  003#  3820  —  —  —
—  □—  —  —  —  —  —  780  —  —  —  —
—  68  733  —  —  —  83  373  (
1
400  150  —  —  —  —
—  —  1358  2872  —
377  1068  —  —  10  2907.  31  7200  —  —  (
#  ——-  –  —  11  6555  —  —
.  »  «
154  1201  —  35  191  41622  22178  —
I
120  215  60  15  148  7:  i
—  —  —  —  92  2079  —
1  020  394  —  12  888  1  660  -  -
—--  -(——i"  s
1010.  6207  n  —  —  53  6056  11  46006  —  —  —
—  8  00]  —  —  34  20500  —  —  —  »
—:2(337096—-  T-  54148—»26480u—  —  —  —  556
—  2369039  —  —  66  2521  —  2914401  —  —
268  057  —  7  12  1044  —  26634  —  —  1326
1  "
r  —
—  —  —  74500  -  —
80000  —  I  —  ——j1226240-—  —  —  —
—  8000  —  —  —  —  1233  690  —  —  —1—
2645095  70—I54148—2149849(i——  ——  —  5506
—  2369  839  «  —  66252  1520  548  —  —
+2½  7  –—d  1F  232  »ng  —

 

Herkunfts-  bzw.  Bestimmungsländern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geld.
3  2533  632  —  690  038  118  728  667  021  182  803  623  588
—  2  637  4½  —  70  51118  264  —  —  1320
5895  5  OS  7W  Öi  S  8E  SOSNSD.0  62
7822  895  505  156  213253  6082  738.  154  974  383  973

Geld
3  581  2224  6960038  118728  1  230  1a  —  182  8031  —  623  588.
—  26145  *  l  Tol  Aus-USE  wol  .  1526
6226.318  696  108  172  876  2  728  929  182  803  625  114
§330  921  595  756  243  253  2  008  076  154  974  383  973
        <pb n="856" />
        W  V762  20

b.  Nach  usfuhrgrenzstrechen.

 

Aus  fubhr

östliche  Landüber



die

westliche  Land- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Venennung  der  Waren  Rüstengrenze  grenze  arenze  Zusammen
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Weri
kg  Mk.  Mi.  kg  «  Mk.  kg  Ml.
I  I
,  .
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  "
der  Forstwirtschaft  sowie  der  zu-  "
!sEr  Rebengewerbe.
.  Pflangliche  Nahrungs-  I  l
und  Genußmittel.  A
.  Mais  74492  376  417  880  85  089.  1451125  125  11  507/7702  500,  133  838
r  Yams  1192  120  20  753.  1  978  21  380  5  404  43  325.  7502
3.  Kassada  9680  813230  907  19  557  9  460  1301250  O47  21  671
4.  Kokosnüsse  2  700  161  6335.  316  —  9  035  477
5.  Kafsce  —  —  —  —  —  --  —
6.  Makao  .  28  637  21994  —  —  —  —  28  637  21  99.1
7.  Kolanüsse  —  —  1837  306  20  10  1857.  316
"  Pfeffer  ......  351  1494  42371  1  740  2575  660  7  163  2549
„  ——...———.  .  —  —  —
Zusammen  la  —  441  117  —  28348I—  18  882  —  188  347
b.  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  "
Pflanzenwachs.  .
1.  Kopra  27  854  7501  —  —  196  35  28  050  7  536
2.  Palmkerne  3  320  116.  669  889  l  —  114  056  11  29533434  172  681  184
B.  Palmöl.  457  4605  177831  140.  56  11  466  2912  109  071  180  799
4.  Erdnüsse  43  039.  4481  27464;  2  385  18211  3  682  88  714  10  548
5.  Schibutter.  ...·  30  E—  42  303  28  532  42333  28534
Zusammen  lb  —  835970  —  2441  —  149150  908601
c.  Sämereien,  lebende
Pflanzen.  „
1.  Sämereien  und  Stecklinge  9  483.  682  —  —  —  9  483  682
2.  Palmblätter  .  i  —  —  —  —  —  —
zusämmen  lo  —  96r  —  —  —  —  —  682
d.  Faserpflanzen.
Rohbaumwolle  175  500  158  368  26  7  17915  6396  193  450  164  771
4  Piassava  .·...  —  —  —  —  —
Zusammen  1d  —  158  3681  —  7  —  6  390  164771
e.  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft
  .-1.
  Hölzer  aller  Art  849  263  83  917  2017  2100  60  86  866  2340
2.  Rautschuk  ...  133  970  1  160  555  "  –  "  –  133  970.  55
Zusammen  le  —  1  160  818  —  2017  —  60  —  5
Zusammen  I  2;620  689  n  32  813  —  71  791  —-s

II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.  E
a.  Lebende  Tiere.  I
1.  Pferdie.  .  Etückzahl)  —  16  2170  16  2170
2.  Maulesel  und  Maul-  s
iere  —  —  —  —  I
JEfcl..  —  —  ——"  3  80  3  80
4.  Rindvieh  8  600  21.  1535  335  29  730  364  31  865
5.  Kleinvieh  .  39.  260  241  1  506  5187  10  107  5  767  41  873
6.  Hauahühner  mofon-  "
stiges  Gesl  slũgel  .  -  2  345  5  1  277  1  443.  1  022  770  566  4558  2  865
Wild  .  -  l  E  2  20  6  40
Zusammen  Ila  —  72673  —  88893
        <pb n="857" />
        763  ꝛ
*  2  “7  jf  uhr  über  die
,»»  östliche  Land-  westliche  Land-  Oln  4
Venennung  der  Waren  Küstengrenze  grenze  greuze  Zusammen
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kea  Mr.  kg  Mk.  kg  Mt.  krg  Ml.
b.  Tierische  Erzeugniffe.  1
I  Elsenbein  .  1911  63  547  —  —  69  660  1980  64207
2.  Hörr  610  810  —  —  —  —  610  810
3.  Hämer  und  Felle  52790.  4376.  —  —  6  003  3  8200  12  1821  8  196
Zusammen  ub  —  ——  —  —  —
Zusammen  II  —  70  890  —  4  063  —  77  153  —  152  106
III.  Mineralische  und  fossfile  —  "
BRohstosse.  400  150  —  —  —  —  400  150
IV.  Gewerbliche  Etzeugnise.
Ia.  Baumwollgarne  408  627  525  1225  425  1  020  1  358.  2  872
b.  Baumwollgewebe  .  377  1  068  1791  4628  8503  27101  10674  32797
Zusammen  1  785  1  695  2319  5  853  ——  12  032  35  669
2.  Waren  aus  Stroh.  Bast,  Kolos-  s
fasern  usr  1285  451  1  492  293  39  034  21  573  41  811  22-317
3.  Waren  ans  #  Leder.  Häuten  und  1  ’
Fellen  180  230  105.  21  183  49  a2  303
.  Kanus  .  .-tnck  23  525  67!  1515  92  2079
5.  Holzwaren  aller  ot  .  1000  994  901«  1051  J871  60913908,  2054
6.  Photographien  usr  —  —  —  —  —  —  —
".  Kuriositären  und  Verschiedenes  1107  6450.-43  16  6551  10  232  1665  57  615  17672
Zusammen  IV  —  92655  —  1129  5053  —  80  091
Zusammen  I—IV  (ohne  Geld)  —  2700  9904  —  51  173  —  205  1479  2957  616
Dagegen  im  Vorjahr  1905  —  2438  056  —  94001  —  194674  —  2  726  731
Zunahme  ,  Abnahme  —  —  202  9½8  —  2  828  —  *  10  805  —  230  915
V.  Geld.  x
1  Goldmünzen  —  7150  —  —  —  —  —  7450
2.  Silbermünzen  ....  —;83425-l  —  —  —  4399986  —  1234240
Zusammen  V  —  841  704  —  —  —  3399  9080  —  1241690
Gesamtausfuhr  (einschl.  Geld)  —  3  542  698  —  51  173  —  605  465  —  4  199336
Dagegen  im  Vorjahr  1905  —  2  901  316  —  9P5097  —  9p00196  —  3956639
Zunahme  „  Abnahme  —  —  7581  352  —  1  43  92  —  294  731  —  22s2697

 

Zusammenstellung  des  Gesamthandels  nach  Einfuhr=  bzw.  Kusfuhrgrenzstrechen.

Einfuhr

Ausfuhr

Gesamthandel  1906  ohne  Geld
Im  Vorjahre  1905

Einfuhr

Ausfuhr

Gesamthandel  1906  einschl.  Geld
Im  Vorjahr  1905

Ausschli

eßlich  Geld.

 

 

 

 

 

 

1391353  22  6821  —  629  7751  —  554146810
2700  991  —  51  11  205  47  2957646
J9905  34-  73  399  835  2511185046
—  6  2041  260  —  121  1111—  554  611  —  9882989
Einschließlich  Geld.
—  53344  530  —  28  6671  —  (1059  6155  —  6  132  812
—  38542  609y  —  5117  —  605  465  —  4199  336
89822  P08100  —  15%0%10
10  235  38L  1296577  —  1351  1913  —  11  716933
        <pb n="858" />
        WG  v64  20

A.  Einfuhr.

übersicht  über  den  Zußenhandel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abnahme  —

 

Davon  für
Beuennung  a
—  s  infuhr  Rech  nun  »
Gesamig  Sinführ  n  6  Einfuhr  1905  Zunahme
*  der  #  «
Regietung
2*
*5  Waren
-  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
Mark  Mark  Mark  Mark
1  Viere  .  Liter  179810  798101  —  —  73  289  732891  6521  6521
2  Spirituosen  -  14410  28  820  2  414299  28  598  111  222
3äSttillweine  13  995  20  993  68  102  15  190  22  785  —
4Schaumweine  -  1207  72424  —  —  1342  8052  —  —
5  Tabak  kg  1883  65911  —  2885  10  097  –
6  gigarren  usw.  -  1  026  20  520  818  16  360  20  4160
71  Feuerwaffen.  Stück  56.  1  1200  —  33  660  23  160
8Schießpulver.  .  kg  —  —  —  —  1813  10  878  —  —
Berzehrungsgegenstände  —  097770  1219  —  928208  19  490
10  gewebe  *  Bekleidungs-  s
gegenstä  —  636646,  —  5801  —  744  841  —
11  Mellwanen  ußer  Maschinen)  ——  98  741  70.—  106  803  —
12  Holg=  und  Brennmaterial  —  296  7821  —  12671  288311  8  471
13  Maschinen  und  Fahr  zeuge  .  87712  6  01—  67572  20  140
14Snonstiges.  .  —  608  5091¼¼1111  33  123
Gesamtsumme  1906  —  28712801  —  7705381  2881  930  —  122  598
Dagegen  im  Jahre  1905  —  2881  930  845929881930  —  —
Zunahme  +.  Abnahme  —  —  —10650——  7544  —  —  —  —
15  Gold=  und  Silbermüngen  —  1731  —  —  505  001  —
B.  Ausfuhr.
*
Benennung  der  Ausfuhr  1906  Anofuhr  1905  Zunahme  Abnahme
1  Waren  Wert  Wert  *  W
z  Wer  We  Wert.  ert
5  Menge  Nart  Menge  Mark  —  Mark  Menge  Mark
1  Kopra.  kg  „oo  2  00  50.  8  603  000  18  102  000  911810  —  —
2  Kakao.  ke  2922219  1011  27500  250  4719  *  191  —  —
-;;stafscc.  ka  1019  1  19)  1  668,  1„•  —  649  649
4  Tabak  k  688  2019  1714  5142  —  —  1031  3093
5|  Kawawurzeln  k  16  9400  25  410  4392.  6588,/  12  548  18  822s  —
6  Kokosnüsse  St.  113  260  5  663  58.000  2320,  55.200  3343  —
7  Ananas  kg  1  u  215  20  300  4  060  —  —  19  240  848
«
Ausfnhr  1900  —  3026  291  —  2028718  —  1005  16  —  7500
Dagegen  1905:  —  2028718)  2028718  —  —  —  —
Zunahme  —+  7576.  —  —  j-Abnahme
  —  99576  —
Gesamthandel  1906:  —  5897574  —  4910  618  —  986  926  —
Dagegen  1905:  "„  —  1910  6  8  —  4910  648  —  —  —
Zunahme  —  +Ao80  920  —  —  +  86  9220  —  —
        <pb n="859" />
        765  20

des  Schutzgebiets  Samoa  im  Kalendersahr  1906.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

A.  einfuhr.
LEaäuver  der  Lerun#ft  der  Waren.
«  Deut  Australien  und  Vereinigte  Staaten  ¾  Ander—
Abnahme  Deutschland  Südsee-Inseln  von  Nordamerika  England  Andere
Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  wWert
Mark  Mark  Mark  Mark  Mark  Mark
.  »  «  ,  ;
—  —  70  682.  70  682  7355  7355  1770  1770  —  —  3  3
—  ——-  550711014  8462  16  921  134  268  111  222  196  392
ug  17921  4995  7  493  319  1978  2573  1860  —  —  3108  4662
135  810  994  5  964  132  792  45  270  —  —  36  216
1002  3  506  506  1  771  647  2265.  5  18  —  —  725  2  537
—  —  848  16960  131  2;680  21  420  1!  20  22  440
—  32  640  80  8  160  3  60  9  1  180
1813  10  879—  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  46  867  —  790  255  —  100  363  —  35  133  —  5  086
—  108  1951  —  219  651  —  372445  —  11  562  —  18  571  —  14  417
—  8060  19  276  —  64718  —  —.p  501  —  2263
—  –  107377  —  114772.  75  877  —  134  —  4622
—  —  —  26  961  —  36  338,  —  22220  —  2  193  —  —
—  —  —  176  535  —  287  954  —  44  004  —  2412608  —  f5838
4  1.  .—  !
193244  170  S  U.  —  2126900  —  91  192.  —  110  650
—  —  —  636  416  —  1699  5½  —  423  2604  —  20  241  —  I  102  072
1  »  "  s  l
—  —  —  —693  775  —  4  1614)  150  574  +60  951  —  8581
.—  —  1
"  i  -
B.  Rusfuhr.
hnaäuder  der  Vesimmung  der  Waren
Australien  und  Südsee=  Vereinigte  Staaten  von
#
Deutschland  Ubriges  Europa  I  Inseln  Nordamerika
I  .!
Menge  Wert  Mark  Menge  Wert  Mark  Menge  1  Wert  Mark  Menge  "  Wert  Mark
#  —

4  801,  000  1440  300  2513  000  753  000  1  2310000  603  000  11000  3300
57  600  63  370  11  710  16  181  13000  14300  6900  7  500
"%  #1  —  —  100  1000  —  —

—  683  20/#9  —  —
—  —  7  4  10  5600  218255  83800  585
—  —  —  1osP  5663  —  —
—  —  —  s  —  1060  212  —  —
1  «
—  1504  56899  —  770  01  —  740  14%  l1s145
—  849  468  —  580  060  —  b  577790  —  l  21  400
—  +  655  121  —  +  190  021  —  1  102  399  —  —  9935
—  2200  780  —  06  29  4  700  —  284  165
—  1485  884  —  702373  —  2277727  —  444  664
—  —  .723800  —  —+  250  556  —  13  973  1560  1909
1  i
        <pb n="860" />
        W  766  2e.

C.  Durchfuhr.

Kopra  produziert  auf  anderen  Inseln  der  Südsee:

Im  Kalenderjahr  1906:  273  Tonnen  à  300  Ma-1905:

  57½.

Mithin  mehr  1906:  215½  Tonnen

ftßtk  —  81  900  Mark
à  230  Mark  13  225  Mark

68  675  Mark.

Schiffsvert#ehr  im  Hafen  von  Kpla  während  der  Kalenderjahre  1906  und  1908.
A.  Handelsschifse.

I.  Eingang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dampfer  Segelschiffe  Zusammen
Nationalität  —  —  —  —  —
Angahl.  1  Reg.-Tons  Anzahl  Reg.=  Tons  Anzahl  Neg-Tor  Tons
1906  1905  1906  19051906  1905  1906  1905  19061905  1906  1905
Deutschland  1  1  1130  6878  21  726  2901  9  25  1  856  2  778
Großbritannim  70  61  18  382  45  45  17  862  1  23382  78  10  24  146  686
Vereinigte  Staaten  von  1
Amerika  —  —  —  —  6  7  322  1  102  6  7  522  1102
Norwegen  und  Dänemark  1  –  —  7  2  30910  1  463  7  2  3910  1  463
Zusammen  71  62  19512  161103  50  6050  5  889101  112  55562  52  029
I  1
II.  Ausgang.
Deutschland  .  1  1  1130  687  21  1  585  1  035  8  22  2715  1722
Großbritannien.  .  ..  77  60  48  370  41219911  17  877  97188  77  19247  45  190
Vereinigte  Staaten  von
Amerika  —  —  —-  6  8  522  1144  6  8  522  114
Norwegen  und  Dänemart  —  —  —  —  7  1  4289  730  7  1  4289  730
Zusammen.  61  49  500  1f1  90064  17  7273  3  880  109  108  56  773  18  786
B.  Kriegsschiffe.
«  itä  Ar  De  i  Bos  SHäufigkeit  des
Nationalität  Name  Art  Deplacement  s  Besabung  Anlaufens
Deutschland  Condor  Kl.  Kreuzer  1600  160  2
Frankreich  Zele  Ranonenboot  670  103  1

 

 

 

 

 

 

Kolonial-  Wirtschaftliches.

Ostaofrikanische  Gesellschaft  „Südküste“.)

Auf  Plantage  Naitivi  wurden  bis  Ende
der  Regenzeit  106  325  Kautschukbäume  und
4100000  Sisalagaven  ausgepflanzt,  letztere  350000
Schößlinge  und  60  000  aus  Bulbillen  gezogene
Pflanzen,  so  daß  wir  das  Pflanzungsjahr  mit
reichlich  400  000  Sigalagaven  abschließen.  Leider
sielen  im  Monat  März  derartig  schwere  Regen,
daß  der  Naitivisee  austrat  und  etwa  10  000  bis
15  000  Agavenschößlinge  durch  die  Überschwemmung
  aus  den  Saatbeeten  weggerissen  wurden.

Der  Schaden  ist  unbedentend  und  wurde  rasch
repariert.  Auf  Naitivi  wurde  auch  die  Akkordarbeit
  versucht,  die,  wenn  sie  sich  bewährt,  auch
auf  den  anderen  Plantagen  eingeführt  werden  soll.

Das  Wohnhaus  auf  Plantage  Kiduni  wurde
fertiggestellt.  Ausgepflanzt  wurden  140  000
Agaven  und  etwa  25  000  Kautschukbäume,  so
daß  einschließlich  der  beim  Erwerb  der  Plantage
übernommenen  5000  Kautschukbäume  nunmehr
30  000  vorhanden  sind.  Im  Voranschlag  waren
75  000  Agaven  und  23  000  Kautschukbäume  vorgesehen.
  Von  den  400  000  Sisalagaven  in  den

 

T  dem  soeben  erschienenen  III.  Geschäftsbericht.


Saatbeeten  mußte  an  odie  übrigen  Pflanzungen
        <pb n="861" />
        W  767  20

ein  großer  Teil  abgegeben  werden,  da  die  von
Direktor  Perrot  in  Kikogwe  erworbenen  500  000
Schößlinge,  trotzdem  dieselben  unter  seiner  persönlichen
  Aufsicht  verladen  worden  waren,  zum  Teil
verdorben  ankamen.  Die  Transportverhältnisse
für  Gegenstände,  wic  junge  Pflanzen,  sind  eben
noch  recht  ungünstig.  Für  die  Zukunft  werden
wir  die  Schößlinge  von  den  eigenen  Plantagen
beziehen  können.

Die  Grenzen  auf  Plautage  Majani  sind  freigeschlagen
  und  daraufhin  ist  die  Kronlandserklärung,
  auf  Grund  welcher  das  Terrain  vom
Gouvernement  erworben  werden  kann,  beantragt
worden.  Die  Saatbecte  für  die  Plantage  befinden
  sich  in  Kiduni  und  stehen  vorzüglich.

Auf  Plantage  Mikindani  sind  ausgepflanzt
60  000  Agaven,  in  den  Saatbeeten  stehen  265  000
Bulbillen,  was  eine  Mehrleistung  über  den  Etat
bedeutet,  da  diese  Plantage  für  das  Jahr  1906/07
noch  nicht  vorgesehen  war.

Die  Agavensaatbeete  auf  Mwitingi  sind  geräumt;
  die  Kautschukbäumchen  sollen  in  Kiduni
ausgepflanzt  werden.  Das  Gesamtresultat  ist
demnach:

Anlage  von  drei  Plantagen,  Naitivi,  Kiduni
und  Milindani,  mit

610  000  Sisalagaven  und
136  325  Kautschukbäumen
und  Vorbereitung  einer  vierten  Plantage  Majani.

Unsere  Plantagenleitung  hat  also  ein  bedeutendes
  Mehr  im  Betriebsjahre  1906/07  geleistet.
  Nach  den  bisherigen  Leistungen  ist  zu
erwarten,  daß  das  in  Aussicht  genommene  Programm
  durchaus  innegehalten  werden  wird.

Im  neuen  Betriebsjahre  ist  die  Verwaltung
in  Ostafrika  derart  gedacht,  daß  die  Oberleitung
nach  wie  vor  in  Lindi  bleibt  und  ihr  sämtliche
Plantagen,  Mikindani  mit  entsprechender  Selbständigkeit,
  unterstellt  sind.

Exzellenz  Dernburg,  welcher  im  Monat  Juli
eine  Reise  nach  Ostafrika  unternimmt,  hat  durch
Schreiben  vom  14.  Mai  1907  unsere  Einladung,
die  Plantagen  unserer  Gesellschaft  zu  besichtigen,
dankend  angenommen,  so  daß  wir,  sofern  ihn
seine  Reise  nach  Lindi  führen  sollte,  glauben,  auf
seinen  Besuch  rechnen  zu  dürfen.  Entgegen  den
Klagen  der  im  Norden  der  Kolonie  tätigen  Gesellschaften
  können  wir  zu  unserer  Freude  unseren
Gesellschaftern  mitteilen,  daß  wir  über  ein  genügendes
  Arbeitermaterial  verfügen.

Westdeutsche  Handels-  und  plantagen-Gesellschaft.“)
Auf  Plantage  Schoeller  ist  die  Kautschukanlage
  auf  einen  Bestand  von  rund  50  000

Aus  dem  zwölften  Jahresbericht  der  Gesellschaft
  (1.  Jannar  bis  31.  Dezemiber  1906).

 

Bäumchen  Manihot  Glaziovii  (Cearäkautschuk)  gebracht
  worden.  Da  der  Umfang  des  Betriebes
auf  dieser  Pflanzung  einen  Europäer  nicht  voll
beschäftigt  hätte,  haben  wir,  obwohl  vorauszusehen
war,  daß  dadurch  die  Ausbente  an  Kautschuk
geringer  sein  würde,  es  nicht  für  angezeigt  gehalten,
  dort  ständig  einen  Beamten  zu  stationieren.

Es  wurden  637  Pfund  Kautschuk  und  7731
Pfund  Liberiakaffee  geerntet.  Der  Kautschuk  fand
zu  guten  Preisen  Abnehmer,  wir  erzielten  für
das  kleine  Quantum  eine  Einnahme  von
2627,85  Mk.,  während  der  Kaffee  2334,38  Mk.
einbrachte.  Die  Liberiakaffee-Pflanzung  ist  weiter
zurückgegangen,  und  ist  eine  Wendung  zum  Bessern
kaum  zu  erwarten.

Auch  auf  Plantage  Magrotto  hat  die  Kaffeeanlage
  wenig  erfreuliche  Resultate  gezeitigt.  Die
noch  unter  Kultur  stehenden  Teile  sehen  zwar,
was  Wuchs  und  Belaubung  anbetrifft,  gut  aus,
tragen  aber  wenig  Früchte,  und  der  Ertrag  wird
durch  Krankheiten  und  Schädlinge  noch  weiter
beeinträchtigt.  Trotzdem  wir  angesichts  der  geringen
  Aussichten,  die  die  Kaffeekultur  noch  bietet,
die  Aufwendungen  für  diese  auf  das  Allernotwendigste
  einschränkten,  schließt  Magrotto  im  abgelaufenen
  Jahre  wieder  mit  einem  empfindlichen
Verlust  ab.  Dagegen  haben  wir  die  Cearä-Kautschukanlage
  weiter  ausgedehnt  und  können
heute  auf  Magrotto  mit  einem  Bestand  von  etwa
100  000  Bäunchen  rechnen.  Die  ältesten  dieser
Bäunchen  dürften  gegen  1908/09  anfangen,  zapffähig
  zu  werden.  Geerntet  wurden  nur  4840
Pfund  Liberiakaffee  und  15  560  Pfund  arabischer
Kaffee,  die  eine  Einnahme  von  5964,37  Mk.
brachten.

Plautage  Masumbai  zeigt  bis  jetzt  ein  etwas
günstigeres  Bild.  Die  Kaffeebäumchen  stehen  im
großen  und  ganzen  gut,  sie  haben  sich  kräftig
und  gleichmäßig  entwickelt  und  gaben  pro  1906
eine  Ernte  von  cund  750  Zentner  im  Werte  von
26  000  Mk.  Nach  Abzug  sämtlicher  Aufwendungen
  schließt  das  Konto  Masumbai  mit  einem
kleinen  Plus  ab.  Für  das  laufende  Jahr  steht
eine  mehr  oder  weniger  gleich  große  Ernte  in
Aussicht.

Auf  Plantage  Kiomoni  war  das  Hauptangenmerk
  auf  weitere  Ausdehnung  der  aussichtsvollen
  Sisalagaven-Kultur  gerichtet.  Es  wurden
im  Berichtsjahre  437000  Agaven  neu  ausgepflanzt,
  und  erhöht  sich  damit  der  Bestand  auf
1  890  000.  Außerdem  sind  363  000  Agaven  als
Ersatz  für  in  Aberntung  begriffene  Agaven  ausgesetzt
  und  weitere  rund  550  000  sind  seit
1.  Januar  d.  Is.  ausgepflanzt.  Der  Bestand
von  Kiomoni  beträgt  nun  heute,  ohne  Ersatzpflanzung,
  rund  2  400  000  Sisalagaven.  Diese
Anlage  ist  jetzt  als  abgeschlossen  zu  betrachten.  Ge-
        <pb n="862" />
        W  768  20

wonnen  wurden  pro  1906  191  ½  Tonnen  Hauf
im  Werte  von  148  994,66  Mk.  Pro  1907
schätzen  wir  die  Ernte  auf  etwa  230  Tonnen.
Die  Kokospalmenanlage  brachte  eine  Einnahme
von  1671,76  Mk.  Die  Palmen  stehen,  abgesehen
von  geringfügigen  Eingängen,  gut.

Der  Faktoreibetrieb  weist  im  Berichtsjahre

bei  steigenden  Umsätzen  außer  den  Zinsen  auf  dem
darin  investierten  Kapital  einen  Reingewinn  von
43  551,27  Mk.  aus.  Die  Aussichten  für  das
laufende  Jahr  sind  befriedigend.

Der  Verlust-Vortrag  auf  das  neue  Geschäftsjahr
  hat  sich  auf  107  843,63  Mk.  verringert.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Die  Baumwollindustrie  in  Bombay.

Der  Beschluß  der  Bombayer  Garnfabrikanten,
ihre  Spinnereien  wegen  des  schlechten  Absatzes
in  China  wöchentlich  an  3  Tagen  während
2½  Monate  zu  schließen,  hat  nicht  durchgeführt
werden  können,  weil  ein  Teil  der  Fabrikanten
sich  dem  Beschlusse  nicht  angeschlossen  hat.  Es
haben  daher  die  Fabriken,  die  zeitweise  den  Betrieb
  eingeschränkt  hatten,  ihre  Tätigkeit  in  vollem
Umfange  wieder  ausgenommen.  Daß  eine  Einigung
  unter  den  Fabrikanten  nicht  zustande  gekommen
  ist,  liegt  zum  Teil  darin,  daß  sie  bisher
unter  den  ungünstigen  Absatzverhältnissen  wenig
zu  leiden  hatten,  weil  sie  viel  Garn  im  voraus
an  die  Exporteure  verkauft  haben.  Wenn  sich
aber  die  Lage  auf  dem  chinesischen  Markt  nicht
erheblich  bessert,  so  werden  sie  bald  große  Verluste
  erleiden,  und  der  Absatz  der  sich  ansammelnden
Vorräte  wird  immer  schwieriger  werden.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Bombay  vom

9.  Mai  1907.)

Stand  des  Baumwollanbaues  in  Cittelasien.

In  Turkestan  sind  die  Witterungsverhältnisse
günstig  gewesen,  die  Baumwollstauden  wachsen
aber  nur  langsam,  so  daß  man  eine  späte  Ernte
erwartet.

Im  Assakerayon  hat  die  Baumwollanbaufläche
  ungefähr  um  10  v.  H.  im  Vergleich  zum
vorigen  Jahre  zugenommen.  Infolge  der  vielen
Regenfälle  und  des  kalten  Frühjahrs  wird  die
Blüte  der  Baumwollstaude  erst  spät  eintreten.

Durch  den  Anfang  Juni  in  der  Tschardaregemeinde
  niedergegangenen  wolkenbruchartigen
Regen  sind  größere  mit  Getreide  und  Baumwolle
bebaute  Ländereien  überschwemmt  und  zum  Teil
vollständig  vernichtet  worden.

Im  Kreise  Osch  hat  das  Baumwollareal  um
25  v.  H.  zugenommen.  Die  Aussaat  der  Baumwolle
  wurde  Ende  Mai  zu  Ende  geführt.  Die
Behäufelung  der  frühen  Baumwollsaaten  ist  bereits
  erfolgt.  Regenfälle  haben  das  Wachstum
der  Baumwollpflänzlinge  verzögert;  es  sind  da- 



her  an  einigen  Stellen  Umackerungen,  jedoch  in
unbedeutender  Menge,  vorgekommen.

In  den  russischen  Ansiedelungen  in  der
Hungersteppe  sind  in  diesem  Jahre  gegen  300
Dessätinen  von  den  Bauern  des  Dorfes  Sssetinsk,
Kreis  Chodshent,  mit  Baumwolle  angesät  worden.
Die  Heuschrecken  haben  den  Saaten  keinen
Schaden  getan.  Die  Ansiedler,  die  sich  im  Herbst
vorigen  und  im  Frühjahr  dieses  Jahres  auf
Kronländereien  am  rechten  Ufer  des  Kanals
Kaiser  Nikolaus  I.  niedergelassen  haben,  haben
in  diesem  Jahre  150  Dessätinen  Land  mit  Baumwolle
  angesät.  Henuschrecken  haben  diese  Saaten
nicht  verschont,  und  viele  von  den  letzteren  haben
Schaden  gelitten.  (Nach  Tork.  ’im.  Ciaz.)

Baumwollanbaufläche  und  Stand  der  Baumwoll--saaten
  zu  Ende  Juni  in  Bußland.

In  Turkestan  war  der  ÜUberfluß  von  atmosphärischen
  Niederschlägen  ganz  ungewöhrlich.
Eine  Folge  der  ungünstigen  Witterungsverhältnisse
  war  auch  eine  kleine  Verspämnug  der  Aussaat.
  Im  Januar  war  die  Menge  der  atmosphärischen
  Niederschläge  fast  doppelt  so  groß  wie
sonst.  Anfang  Jannar  fiel  Schnec  sowohl  im
Syr-Darjagebiet  als  auch  in  Ferghana  und
Samarkand.  Gegen  Mitte  Jannar  fiel  auch
Schnee  in  der  Hungersteppe  und  in  Chodshent.

Im  Februar  war  die  Durchschnittstemperatur
unter  der  Norm,  und  die  Niederschläge  waren
bedeutend  geringer  als  zu  derselben  Zeit  der
früheren  Jahre.  Der  März  war  im  Turkestangebiet
  recht  kalt.  Die  Menge  der  atmosphärischen
Niederschläge  überstieg  die  normale  Höhe.  Der
April  war  anfangs  viel  günstiger  als  der  April
im  vorigen  Jahre.  Gegen  Mitte  April  begannen
  die  Feldarbeiten,  und  an  einigen  Orten
wurde  sogar  schon  die  Aussaat  ausgeführt.  Indessen
  war  das  Wetter  um  diese  Zeit  wie  auch
in  der  Folge  nicht  ganz  günstig  für  die  Aussaat.

Der  allgemeine  Stand  der  Baumwollsaaten
im  Ferghanagebiet  war  nach  den  Telegrammen
aus  jedem  einzelnen  Kreise,  wie  folgt:  Der
        <pb n="863" />
        G  V769  2O

Saatenstand  im  Kreise  Andischan  war  gegen  das
Vorjahr  um  dieselbe  Zeit  um  15  v.  #.  schlechter.
Das  Reifen  verspätete  sich  um  10  Tage;  man
erwartet  eine  um  15  v.  niedrigere  Ernte.
Im  K  Kreise  Namangan  steht  die  Baumwolle  besser
als  im  vorigen  Jahre.  Man  erwartet  hier  eine
gleiche  Ernte  wie  im  vorigen  Jahre.  Niedergegangener
  Hagel  hat  gegen  5  v.  H.  der  Saaten  beschädigt.
  Im  Kreise  Kokand  übertrifft  der  Saatenstand
  den  vorjährigen  um  2  v.  H.  Es  wird
hier  eine  um  20  v.  H.  höhere  Ernte  erhofft.
Im  schlechtesten  Stande  befanden  sich  die  Baumwollsaaten
  im  Kreise  Margelan,  wo  sie  im  Vergleiche
  mit  den  vorjährigen  um  20  v.  H.  schlechter
stehen.  Indessen  wird  die  Zunahme  in  der
Anbaufläche  diesen  Ausfall  im  Ertrage  kompensieren,
  so  daß  man  auf  eine  ebenso  große
Baumwollernte  wie  im  vorigen  Jahre  rechnen
kann.  Von  Faktoren,  die  ungünstig  auf  den
Saatenstand  eingewirkt  haben,  werden  Rost  und
Raupen  gemeldet.

Die  Baumwollanbauflächen  haben  in  diesem
Jahre  fast  in  allen  Rayons  zugenommen.  Hauptanlaß
  dazu  war  der  hohe  Preis  der  Faser  in
der  vorigen  Handelssaison,  der  die  Möglichkeit
bot,  günstig  und  mit  Vorteil  die  Baumwollernte
zu  realisieren,  sowie  auch  der  Umstand,  daß  Aufkäufer
  schon  im  Februar  begonnen  haben,  Vorschüsse
  auf  die  zukünftige  Baumwollernte  zu  bewilligen.
  Im  Syr-Darjagebiet  wurden  in  früheren
Jahren  große  Ländereien  überhaupt  nicht  bebaut,
und  zwar  aus  Furcht  vor  den  Henuschrecken,  jetzt
jedoch  sind  sie  mit  Baumwolle  angesät.  Im  Ferchanagebiet,
  wo  es  keine  freien  für  den  Baumwollanbau
  geeigneten  Ländereien  mehr  gibt,  ist  die  Erweiterung
  der  Anbaufläche  hauptsächlich  durch
Verwendung  von  Getreidefeldern  und  Gemüseund
  Obstgärten  zu  Baumwollpflanzungen  erfolgt.

Eine  Verminderung  des  Anbauareals  wird
nur  im  Gouvernement  Eriwan  festgestellt,  und
zwar  infolge  der  guten  Preise  für  Weizen  und
Reis.  Im  Gouvernement  Baku  dagegen  Kreis
Dschewad)  hat  die  Anbauslächen  zugenommen.

Torg.  Prom.  (inz.)

Ulldung  eines  Baumwollkomitees  in  Bußland.

Vor  einiger  Zeit  ist  auf  Veranlassung  des
Chefs  der  Kaiserlich  russischen  Hauptverwaltung
für  Landeinrichtung  und  Landwirtschaft  in  St.
Petersburg  ein  Baumwollkomitee  gebildet  worden,
das  die  Interessen  des  inländischen  Baumwollanbaus
  und  der  Baumwolle  verarbeitenden  Industrie
  Rußlands  schützen  und  stärken  soll.  Den
Vorsitz  in  dem  Komitee  hat  der  frühere  Handelsminister,
  jetzige  Präsident  der  Bank  für  auswärtigen
  Handel,  W.  J.  Timirjaseff  ange- 



nommen.  Zu  Komiteemitgliedern  sind  Vertreter
der  landwirtschaftlichen  Hauptverwaltung  und  der
Ministerien  für  Finanzen,  Handel,  Verkehr,  des
Krieges  und  des  Kaiserlichen  Hauses  (Apanagenverwaltung)
  berufen.  Es  sind  ferner  durch  ständige
Abgeordnete  vertreten  die  Börsenkomitees  von
St.  Petersburg  und  Moskan,  die  russisch-chinesische
Bank,  die  internationale  Handelsbank,  die  russische
Bank  für  auswärtigen  Handel  und  endlich  die
Textilabteilung  des  Verbandes  der  russischen  Industriellen,
  diese  mit  11  Abgeordneten.  Das
Sekretariat  des  Komitees  befindet  sich  in  der
Landwirtschaftlichen  Hauptverwaltung  (Abteilung
für  Landwirtschaft).  Zum  ständigen  Sekretär  des
Komitees  in  Turkestan  ist  der  Börsenvorsteher
A.  J.  Siegel  in  Kokand  berufen.

Das  Komitee  wird  über  Maßnahmen  zur  Erweiterung
  und  Verbesserung  des  Baumwollbaues,
besonders  auch  über  damit  in  Zusammenhang
stehende  neue  Bewässerungsanlagen,  über  Baumwollhandel
  und  "transport,  die  Lage  der  Industrie
  und  andere  interessierende  Fragen  beraten.
  In  den  ersten  Sitzungen  hat  sich  die
Mehrheit  der  Mitglieder  dahin  geeinigt,  daß  die
Bemühungen  zur  Hebung  des  Baumwollbaues
einstweilen  auf  Turkestan  und  Transkaspien  (ohne
Buchara  und  Chiwa)  beschränkt  werden  sollen.
Eine  Mitgliederabordnung  wird  demnächst  diese
Gebiete  bereisen  und  festzustellen  versuchen,  welche
Ländereien  sich  gegenwärtig  als  frei  und  zur
Baumwollkultur  geeignet  bezeichnen  lassen.  In
erster  Linie  wird  eine  Durchsicht  des  Gesetzes  über
die  Grundbesitzrechte  der  nomadisierenden  Eingeborenen
  erstrebt.  Nach  dem  jetzt  geltenden
Rechte  sind  die  Staatsländereien  den  darauf
nomadisierenden  Stämmen  zu  unbegrenzter,  gemeinschaftlicher
  Nutznießung  überlassen.  Einem
Antrage  des  Komitees  entsprechend  stellt  die  landwirtschaftliche
  Hauptverwaltung  einen  Gesetzentwurf
  zur  Bildung  von  Landreservaten  für  die
Nomaden  der  zentralasiatischen,  russischen  Besitzungen
  fest.  Die  sich  dann  ergebenden  freien
Ländereien  würden  in  größerem  Umfange  zu
Zwecken  des  Baumwollbaues  erschlossen  werden
können.  Die  weitere  Absicht  ist,  mit  Rücksicht  auf
die  Finanzlage  des  Staates  privaten  Unternehmungsgeist
  in  möglichst  großem  Umfang  zur
Beteiligung  kommen  und  nicht  die  erstrebten  Fortschritte
  von  der  Größe  verfügbarer  Staatsmittel“)

)  Zurzeit  sind  staatliche  Bewässerungsarbeiten  auf
die  Lenrbptepnr.  beschränkt.  Die  Arbeiten  wurden
hier  im  Jahre  1901  begonnen  und  sollten  1906  beendet
  sein  (Bewässerung  von  50  000  ha).  Inzwischen
hat  sich  jedoch  herausgestellt,  daß  die  veranschlagten
Baukosten  um  mindestens  100  v.  H.  höher  ausfallen
werden.  Im  letzten  Falle  werden  die  bisher  wenig
vorgeschrittenen  Arbeiten  im  Jahre  1912  zum  Abschluß
kommen.
        <pb n="864" />
        W  770  2

abhängen  zu  lassen.  In  diesem  Zusammenhange
wird  daran  gedacht,  in  Transkaspien,  wo  bisher
nur  zwei  Privatgüter  in  russischen  Besitz  sind,
nach  Neuordnung  der  Landfrage  neue  Güter  auf
Staatsland  auszumessen  und  zum  Verkauf  zu
bringen.

Die  Gründung  des  russischen  Baumwollkomitees
wird  aller  Voraussicht  nach  einen  wichtigen
Schritt  vorwärts  bedeuten  auf  dem  Wege  zur
Verringerung  der  Baumwolleinfuhr  Rußlands.
Gleichzeitig  kann  erhofft  werden,  daß  in  Zukunft
für  eine  umfassendere  und  schnellere  Vermittlung
der  Nachrichten  über  Baumwollbau  und  zernte
in  Zentralasien  gesorgt  werden  wird.

Zum  Schluß  seien  noch  folgende  Daten  über
die  Herkunft  und  Menge  der  in  Rußland  verarbeiteten
  Baumwolle  in  den  letzten  10  Jahren

gegeben:
Ameri  Rufll.  Vemalasten.
—  Vnd  Persien  Bucharg  Chiwa

F  har  aann
pren  nge  in  100  l
1897  1341  104  733
1898  1473  116  675
1899  1667  129  848
1900  1522  163  1088
1901  1543  157  924
1902  1620  160  800
1903  2104  200  820
1904  1789  182  820
1905  1532  184  905
1906  1444  189  1282.

(Bericht  des  landwirtschaftlichen  Sachverständigen
beim  Kaiserl.  Generalkonsulat  in  St.  Petersburg.)

Stand  der  Baumwollpflanzungen  Ende  Oal#1907,
Baumwollhandel  von  September  1906  bis  Ende
Mai  1907  in  den  Vereinigten  Staaoten  von  RKmerika.

Die  statistische  Abteilung  des  Bundesamtes
für  Ackerbau  in  Washington  hat  im  Juni  den
ersten  ihrer  diesjährigen,  in  der  Zeit  von  Juni
bis  Oktober  (einschließlich)  monatlich  erscheinenden
Berichte  über  den  Stand  der  Baumwolle  veröffentlicht.


Der  erste  dieser  Berichte  bringt  regelmäßig
außer  dem  Urteil  über  den  Saatenstand  eine
Schätzung  der  Größe  der  Anbaufläche.  Der  vorliegende
  Bericht  schätzt  sie  auf  32  060  000  Acker
(1  =  40,5  a).  Zu  der  Schätzung  der  Anbaufläche
  bemerkt  das  Ackerbauamt,  daß  sie  nicht  mit
der  vorjährigen,  die  auf  28  686  000  Acker  gelautet
  hatte,  in  Vergleich  gestellt  werden  dürfe.
Es  sei  nicht  anzunehmen,  daß  die  diesjährige  Anbaufläche
  gegenüber  der  vorjährigen  eine  Zunahme
von  3  375  000  Acker  oder  12  v.  H.  aufweise.
Eine  Zunahme  der  Anbaufläche  gegenüber  dem
Vorjahre  sei  in  Wirklichkeit  nicht  eingetreten,

 

wenn  man  das  Gebiet  der  Baumwollproduktion
im  ganzen  betrachte.  Vielmehr  bedürfe  die
Schätzung  der  vorjährigen  Anbaufläche  der  Berichtigung.

  Hiervon  habe  sich  das  Ackerbauamt
überzeugen  müssen,  nachdem  sich  herausgestellt
habe,  in  welchem  Maße  seine  auf  Grund  der

geschätzten  Anbaufläche  im  Dezember  v.  JIs.  vorgenommene
  Schätzung  des  Ernteertrags  hinter
den  im  Mai  d.  Is.  zum  Abschluß  gekommenen
Ermittlungen  der  Zensusabteilung  des  Bundesamtes
  für  Handel  und  Arbeit  über  das  Erträgnis
zurückgeblieben  sei.  Das  Ackerbauamt  hatte  am
11.  Dezember  v.  Is.  die  Ernte  mit  Ausschluß  der
Linters  auf  12  546  000  statistischer  Ballen  Baumwolle
  (von  500  Pfund  Rohgewicht)  geschätzt.  Die
Zensusabteilung  hatte  dagegen  in  ihrem  Schlußbericht
  vom  7.  Mai  d.  Is.  über  die  Baumwollproduktion
  von  1906  das  Erträgnis  auf  13274000
solcher  Ballen  festgestellt,  d.  h.  auf  728  000  Ballen
mehr,  als  die  Schätzung  des  Ackerbauamts  betrug.

Das  Ackerbauamt  gibt  nunmehr  berichtigte
Zahlen  der  Anbaufläche  des  Jahres  1906  an
sowohl  für  das  Gesamtgebiet  der  Baumwollproduktion
  als  auch  für  die  einzelnen  Staaten
und  Territorien.  Danach  hatte  sich  die  Anbaufläche
  im  ganzen  auf  32  049  000  Acker  gestellt,
so  daß  die  diesjährige  Anbaufläche  eine  Zunahme
gegen  das  Vorjahr  nicht  aufweist.  Im  einzelnen
nimmt  das  Ackerbauamt  eine  Zunahme  insbesondere
  in  Texas,  Oklahoma  und  im  Indianer-Territorium
  an.  Diese  drei  Gebiete  haben  nach
den  Ermittlungen  der  Zensusabteilung  38,2  v.  H.
zu  der  vorjährigen  Baumwollernte  beigetragen.
Sie  erschienen  in  der  ersten  vorjährigen  Schätzung
zusammen  mit  einer  Anbaufläche  von  9  392  000
Acker.  Die  berichtigte  Schätzung  teilt  ihnen  für
das  Vorjahr  11  092  000  und  für  das  laufende
Jahr  11  703  000  Acker  zu.

Die  Schätzung  des  Standes  der  Baumwollfelder
  wird  in  Prozenten  ausgedrückt,  wobei  die
Zahl  100  eine  volle  Ernte  bedeutet.  Das  Ackerbauamt
  gibt  den  Stand  der  diesjährigen  Pflanzungen
  für  den  25.  Mai  mit  70,5  v.  H.  an.
Der  Stand  an  dem  betreffenden  Tage  war  im
Vorjahre  84,6  v.  H.,  im  Jahre  1905:  77,  2  v.  H.
Für  den  Durchschnitt  der  letzten  10  Jahre  war
der  Stand  am  25.  Mai:  83,6  v.  H.  Die
Schätzungen  der  Handelskreise  hatten  zwischen  68
und  72  geschwankt.

Kälte  und  Nässe  haben  die  Entwicklung  der
Pflauzungen  um  etwa  4  Wochen  zurückgebracht.  Es
liegt  in  der  Natur  der  Sache,  daß  in  den  Kreisen
der  Produzenten  und  ihrer  Freunde  alle  Umstände,
  die  die  Erwartungen  hinsichtlich  der  Ernte
herabzudrücken  geeignet  sind,  besonders  stark  betont
  werden.  Die  Ungunst  der  Witterung  im
laufenden  Jahre  hat,  verbunden  mit  der  drohen-
        <pb n="865" />
        W  V71  20

den  Erschöpfung  der  Vorräte  aus  den  Vorjahren,
den  Preis  der  Baumwolle  an  der  Börse  von
New  Orleans  sowohl  im  effektiven  als  im  Termingeschäft
  dauernd  hochgehalten.  Man  erwartet
allgemein  ein  weiteres  Anziehen  der  Preise.
Upland  middling  hat  im  Lokogeschäft  um  die
Mitte  November  v.  Is.  den  Preis  von  10  Cent
pro  Pfund  überschritten;  gegen  Ende  April  kam
er  auf  11  Cent;  seit  Mitte  Mai  steht  er  über
12  Cent,  und  seit  der  Veröffentlichung  des  Juni-Berichts
  ist  er  von  12½  bis  auf  12  /8  Cent
gestiegen.

Seit  dem  1.  September  v.  Is.  bis  zum  1.  Juni
1907,  also  in  den  ersten  drei  Vierteln  des  laufenden
  Baumwolljahres,  sind  in  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  13  .017  000  Ballen  Baumwolle
  auf  den  Markt  gebracht  worden.

Hiervon  wurden  exportiert:

nach  Großbritannien  3  600  000  Ballen

Frankreich.  900  000
.  dem  übrigen  europäischen
Kontinent  3  300  O000

Japan  .  225000  =

Von  den  nordamerikanischen  Baumwollspinnereien,
  einschließlich  der  kanadischen,  sind  in  dem
genannten  Zeitraum  4  470  000  Ballen  Baumwolle
  bezogen  worden.  Hiervon  entfallen  auf
die  Baumwollspinnereien  der  Südstaaten  2060000
Ballen.

Im  Mai  sind  die  Witterungsverhältnisse  für
die  Entwicklung  der  jungen  Baumwollpflanzen
im  allgemeinen  sehr  ungünstig  gewesen.  Kälte
und  anhaltende  Niederschläge  in  dem  größten
Teil  des  Baumwollrayons  haben  weit  und  breit
zu  umfangreichen  Nachpflanzungen  geführt.  Diese
Umstände  haben  naturgemäß  auch  die  bedeutende
Preissteigerung  mit  veranlaßt.

Soweit  sich  die  Lage  zur  Zeit  übersehen  läßt,
wird  sich  die  Baumwollernte  der  bevorstehenden
Saison  wesentlich  verzögern,  auch  wird  sie  voraussichtlich
  in  der  Menge  hinter  den  Ernten  der
letzten  Jahre  zurückbleiben.

(Berichte  der  Kais.  Konsulate  in  New  Orleanus
und  Atlanta  von  7.  Juni  1907.)

Der  Baumwollmarkt  in  pernambuco.

Der  Baumwollmarkt  zeigte  sich  in  Pernambnco
Anfang  Januar  d.  Is.  sehr  fest  und  notierte  für
„sertäo“  11  000  Rs,  für  „mattas“  10  600  Rs
pro  10  kg.  Infolge  von  Nachrichten  aus  Liverpool,
  wonach  der  Stapel  der  nordamerikanischen
Baumwolle  in  diesem  Jahre  schlecht  ausfallen
würde,  zogen  die  Preise  im  Januar  etwas  an.
Als  Ende  Jannar  in  den  Südstaaten  Brasiliens
die  Nachfrage  für  Baumwolle  erheblich  wuchs,
stiegen  die  Preise  für  „sertäo“  auf  12  700  Rs

 

und  für  „mattas“  auf  12  000  Rs.  Nachdem  die
Preise  Mitte  März  für  beide  Sorten  auf
13  000  Rs  gegangen  waren,  flaute  die  Haltung
des  Marktes  Ende  desselben  Monats  wieder
etwas  ab.  Am  28.  März  notierten  „sertäo“
und  „mattas“  12  300  Rs.

Die  Ausfuhr  aus  Pernambunco  während  der
laufenden  Ernte  betrug:

nach  Süd=  nach  dem
brasilien  Ausland
Sonnen

im  September  1906.  718  194
DOktober  190066  230  462
-November  1906  491  791
Dezember  1906  612  1266
JJannar  1907  441  2550
Februar  1907.  854  1923
.-März  1907  987  2225
4333.  9411

In  der  Zeit  vom  1.  September  1906  bis
3zum  28.  Februar  1907  wurden  von  Pernambnco
ausgeführt:
nach  Liverpool

.dem  enropäischen

69  908  Sack  zu  75  kg

Kontinent  12  260  .  75
Santos  ·  31184  .  75  --Rio
  de  Janeiro  8  445  75
:*Rio  Grande  do

Sul  4142  =  75.
-Bahia  210  75

126  149  Sack  zu  75  kg.
Die  Zufuhren  in  Pernambunco  betrugen  in
derselben  Zeit  199  369  Sack  gegen  182  374  im
Vorjahre.
(Bericht  des  Dandelssachverständigen  bei  dem  Kais.
Generalkonsulat  in  Rio  de  Janeiro.)

Juteernte  Britisch-Indlens  1900/07.

Jute  wird  in  der  Hauptsache  in  dem  unteren
Delta  des  Ganges  und  Brahmaputra  angebaut.
Außer  den  hier  gelegenen  Distrikten  wird  die
Faser  in  einem  bedeutend  verminderten  Maßstabe
noch  in  Cooch  Behar  (Oberbengalen),  Nepal,
Madras  und  Oberindien  kultiviert.  Die  in  diesen
letztgenannten  Distrikten  sich  ergebenden  Onantitäten
  sind  jedoch  verhältnismäßig  so  klein,  daß
sie  für  die  gesamte  indische  Ernte  kaum  ausschlaggebend
  sind.  Die  hier  gewonnenen  Resultate
  während  der  Saison  1905/06  waren  beispielsweise
  in:

Cooch  Behar  52  800  Ballen  von  400  lbs.,

Nepal  64302  —  —-Oberindi0n.26269-
  -  --Die

  Pflanze,  welche  in  der  Provinz  Madras
angebaut  wird,  ist  bei  weitem  der  Bengalfaser
(im  Delta  des  Ganges  und  Brahmaputra)  an
        <pb n="866" />
        W  972  20

Qualität  unterlegen.  Sie  ist  nicht  so  fein  und
läßt  sich  daher  nur  für  gewisse  Zwecke  verarbeiten.
Da  ihr  Preis  billiger  ist,  wird  sie  jedoch  häufig
mit  Bengaljute  vermischt,  um  die  Fabrikationskosten
  gewisser  Gewebe  zu  vermindern.

Das  im  genannten  Delta  angebaute  Areal
wurde  in  der  vergangenen  Saison  1906/07  auf
3  336  400  Acres  (gegenüber  3  128  300  Aeres
im  Vorjahre)  geschätzt,  welche  einen  Ertrag  von
ungefähr  9  Millionen  Ballen  von  je  400  lbs.
ergeben  dürften.  Trotz  dieser  bisher  noch  nie
erreichten  Anbaufläche  und  des  tatsächlichen  Ergebnisses
  der  jetzigen  Ernte  von  nie  gewesenem
Umfange  —  es  waren  bereits  am  31.  März  d.  Is.,
d.  h.  für  die  ersten  neun  Monate  der  jetzt
laufenden  Saison,  8  405  696  Ballen  entweder
verschifft  oder  sichtbar  —  erreichten  die  Preise
eine  noch  nie  erzielte  Höhe.  Während  beispielsweise
  im  Juli  1905  der  Preis  sich  noch  auf
41  Rs.  für  400  lbs.  stellte,  wurde  im  Juli  1906,
also  nach  12  Monaten,  ein  Preis  von  71  Rs.
bezahlt.  Der  gegenwärtige  Stand  ist  ungefähr
60,61  Rs.  Diese  hohen  Preise  sollen  besonders
durch  die  Handlungsweise  der  eingeborenen  Großhändler,
  welche  die  Ware  im  Inlande  zurückhielten,
  entstanden  sein.  Dieses  Spiel  der  Preistreibereien
  dürfte  jedoch  nicht  viel  weiter  gehen,
denn  schon  sehen  sich  die  Konsumenten  allgemein
nach  anderen  Hilfsmitteln  um.  In  Nordamerika
sollen  bereits  in  Memphis,  Tenn.,  von  der
Mississippi-Division  of  the  Farmers  Union  Anstrengungen
  gemacht  werden,  eine  geringwertige
Baumwolle  zur  Herstellung  von  Säcken  zu  verwerten,
  so  daß  ein  erstes  Konkurrenzmittel  bereits
entstanden  sein  soll.

Die  Jute  wird  in  der  Regel  gegen  Ende
März  und  während  des  Monats  April  angebaut.
Die  neue  Pflauze  kommt  dann  gewöhnlich  zu
Anfang  Juli  bereits  an  den  Markt.  Aus  dem
letzteren  Grunde  wird  daher  die  Saison  in
Handelskreisen  immer  vom  1.  Juli  bis  30.  Juni
des  kommenden  Jahres  gerechnet.

Die  Zahl  der  am  31.  März  1906  in  Britisch-Indien
  in  Betrieb  befindlichen  Spindeln  wird
mit  453  168  und  die  der  Webstühle  mit  22  750
angegeben.  Diese  Zahlen  dürften  während  des
letzten  Jahres  kaum  einen  großen  Zuwachs  erlitten
  haben,  da  infolge  der  hohen  Preise  des
Rohmaterials  die  indischen  Fabriken  kaum  bedeutende
  Vergrößerungen  ausgeführt  haben.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem  RKois.

Generalkonsulat  in  Calcutia  vom  29.  April  1907.)

Der  Indigohandel  Britisch-ndiens  1906/07.

Die  indischen  Indigopflanzer  haben  in  den
Ergebnissen  des  Jahres  1906/07  eine  Verbesserung

 

ihrer  Lage  erblickt,  und  man  sieht  hoffnungsvoller
  in  die  Zukunft.  Die  von  dem  Java-Natal-Samen
  erzielten  Resultate  ließen  über  seine  Überlegenheit
  keine  Zweifel.  Deshalb  sind  für  die
kommende  Saison  größere  Strecken  mit  diesem
Samen  zur  Bepflanzung  gelangt.  Die  von  einem
Sachverständigen  der  indischen  Regierung  nach
einer  zweijährigen  Forschung  veröffentlichten  Resultate
  über  den  relativen  Wert  des  natürlichen
und  des  synthetischen  Indigos  haben  bedeutende
Hoffnungen,  wenn  auch  einige  Widersprüche  erweckt.
  In  dem  einen  Punkt  ist  man  sich  jedoch
einig,  daß  das  vegetabilische  Produkt  einer  Normierung
  des  Gehalts  (standardisation)  unbedingt
bedarf.

In  Behar  ist  die  erste  Ernte  durch  üÜberschwemmung
  zerstört  worden,  dagegen  war  die
Qualität  der  späteren  Ernte  ausnahmsweise  gut.
Die  Preise  sind  deshalb  sowohl  in  Calcutta  wie
in  London  um  12  v.  H.  gestiegen.  In  manchen
Kreisen  ist  man  der  Ansicht,  daß  der  niedrigste
Stand  für  die  Aussichten  des  natürlichen  Indigos
  erreicht  worden  ist,  und  daß  die  zur  Zeit
bestehende  Nachfrage  Zwecken  dient,  welchen  das
synthetische  Färbemittel  nicht  nachkommen  kann.
Allerdings  gibt  der  nachstehende  Überblick  über
die  Ausfuhr  keinen  Anhaltspunkt  für  die  Richtigkeit
  dieser  Annahme,  denn  die  erhöhte  Nachfrage
nach  Indigo  kommt  hauptsächlich  von  Persien
und  von  Japan  und  ist  erst  seit  so  kurzer  Zeit
aufgetreten,  daß  man  nicht  mit  Bestimmtheit
sagen  kann,  ob  sie  von  Dauer  sein  wird.  Die
Verschiffungen  nach  Großbritannien  und  anderen
Ländern  des  Westens  dagegen,  von  wo  eine  feste
Nachfrage  erwartet  werden  könnte,  sind  —  wenn
man  größere  Zeiträume  überblickt  —  zurückgegangen.


Als  mit  von  Bedeutung  für  die  Nachfrage
nach  Indigo  wird  der  Aufschwung  im  Eisen=  und
Maschinenhandel  angegeben,  der  einen  großen
Verbrauch  von  mit  Indigo  gefärbter  Arbeiterkleidung
  zur  Folge  gehabt  habe.

Den  Export  von  Indigo  in  den  Jahren
1901/02  bis  1906/07  zeigt  die  nachstehende
Statistik,  der  vorausgeschickt  werden  mag,  daß
vor  zehn  Jahren  der  Gesamterport  169  500  ewts.
zum  Werte  von  43,7  Millionen  Rs.  betrug.

Die  Ausfuhr  betrug  in  ewts.  von:

Cal-  Ma=  anderen  zu-  Wert
cutta  dras  Häfen  sammen  Rupien
1901/02  55  038  25  400  p312  89  750  18522554
1902/03  29  103  322sT2  3732  65377  12056  819
1903.04  29  858  24  414  6138  60  140  10  762  026
1904/05  30  029  11901  7322  19  252  8346  073
1905/06  19  062  7756  4368  31  186  5  863  777
1906/07  19  309  11  159  46314  35  102  70004  773
Der  Rückgang  war  somit  in  zehn  Jahren

fast  80  v.  H.  in  der  Menge  und  nahezu  84  v.  H.
        <pb n="867" />
        W  773  20

im  Werte,  in  fünf  Jahren  60  v.  H.  in  der  Menge
und  62  v.  H.  im  Werte.  Im  Jahre  1906%7
trat  jedoch  eine  Besserung  ein  von  12,5  v.  H.  in
der  Menge  und  19,5  v.  H.  im  Werte.  Der
Durchschnittswert  eines  ewt.  berechnet  sich  zur
Zeit  auf  199  Rs.

Die  Ausfuhr  nach  Großbritannien  erhöhte
sich  im  vergangenen  Jahre  um  2,5  v.  H.  auf
7942  cwts.,  nach  den  anderen  europäischen
Ländern  ist  sie  gleichfalls  um  ein  geringes  auf
7063  ewts.  gestiegen.  Agypten  ist,  obschon  der
Export  nach  dort  zurückgegangen  ist,  immer  noch
der  Hauptabnehmer  von  Indigo  mit  zusammen
9195  cwts.  Die  Ausfuhr  nach  den  Vereinigten
Staaten  ist  von  1530  auf  1258  ewts.  zurückgegangen.
  Japan  und  Persien  haben  ihren  Bezug
  von  Indigo  gegen  das  vorhergehende  Jahr
merklich  erhöht.
trug  im  Jahre  1906/07  1600  ewts.  zum  Werte
von  293  000  Rupien  gegen  242  ewts.  im  Jahre
1905/06,  diejenige  nach  Persien  betrug  im
Jahre  1906/07  2422  ewts.  zum  Werte  von
1430  000  Rupien  gegen  1676  ewts.  im  Jahre
1905/06.  Es  muß  jedoch  zur  richtigen  Würdigung
  dieser  Zunahme  bemerkt  werden,  daß  die
Ausfuhren  nach  den  genannten  beiden  Ländern
zeitweise  viel  höhere  waren  als  im  Jahre
1905  /06.  So  nahm  Persien  im  Jahre  1904/05
und  im  Jahre  1903/04  je  3700  ewts.,  Japan
im  Jahre  1901/02  5700  ewts.  auf.

Der  psychologische  Effekt  des  günstigen  Ergebnisses
  des  verflossenen  Erntejahrs  kennzeichnet
sich  dadurch,  daß  für  die  nächste  Ernte  das  mit
Indigo  bebaute  Arecal  um  18  v.  H.  vergrößert
worden  ist.  In  der  Präsidentschaft  Madras  bleibt
das  mit  Indigo  bepflanzte  Areal  nur  um  1  v.  H.
hinter  dem  Durchschnitt  der  fünf  Jahre  bis
1904/05  zurück.  Der  Rückgang  des  Gesamtanbaus
  in  Bengalen,  Madras,  den  Vereinigten
Provinzen  und  Punjab  zusammen  verglichen  mit
der  Durchschnittsziffer  des  genannten  Zeitraums
beträgt  aber  immer  noch  etwa  38  v.  H.  Das
Ernteergebnis  dieser  vier  Provinzen  ist  im  Dezember
  1906  auf  69  700  ewts.  geschätzt  worden,
und  der  wirkliche  Ertrag  soll  diese  Erwartungen
gerechtfertigt  haben.

(Bericht  des  wal  Generaltonsulats

om  28.  Mai  1007.)

in  Caleutta

Gummizufuhren  in  Dar#á  und  Oandos;  Gummiausfuhr
  aus  den  Stacten  Amazgonas  und  Hard.

Die  Gummizufuhren  in  Pard  und  Manäos
betrugen  während  der  ersten  neun  Monate  der
letzten  beiden  Ernten:

Die  Ansfuhr  nach  Japan  be- 



Ernute
1906/07  1905/06
Tonnen

Juli.  1  840  1  450
August  1  690  1  300
September  2  070  2200
Oktober.  3  030  3  580
November  3  480  2890
Dezember  2  610  3270
Januar  3  780  5710
Februar  5  060  3  920
März  .  5830  3  700
zusammen  29  390  28  020

Die  Ausfuhr  aus  den  Staaten  Amazonas  und
Par&amp;amp;  betrug:

im  Jannar  1907  3294  603  kg
Februar  1907  4530  4ü5  t
-März  1907  4  844  734

zusammen

gegen  12  318  22
1906.

(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem

Kaiserl.  Generalkonsulat  in  Rio  de  Janeiro.)

12  669  742  kg
0  kg  in  den  ersten  drei  Monaten

Gewinnung  von  Japupefasern  in  Oeriko.

Der  Kultur  der  Faserpflanze  Zapupe  hat  man
in  Mexiko  ein  lebhaftes  Interesse  zugewendet.
Bis  jetzt  wurden  allein  im  Gebiete  von  Tuxpan
rund  1  Million  Pflauzen  ausgesetzt.  Die  Aussichten
  für  Gewinnung  des  Spinnstoffs  sind  nach
einem  amerikanischen  Konsulatsbericht  außerordentlich
  günstig,  und  innerhalb  zwei  Jahren
werden  500  000  Pflanzen  ihre  volle  Produktionskraft
  erreichen.  Die  Vorzüge  der  Faser  sind  durch
praktische  Versuche  festgestellt  worden;  für  die
Herstellung  von  Seiler=  und  ähnlichen  Waren  ist
sie  sehr  geeignet.  Europäische  Häuser  erwarten
mit  Spannung  die  Lieferung  von  Zapupefasern,
und  in  zwei  Fällen  haben  sich  solche  zur  Abnahme
  der  gesamten  Produktion  für  mehrere
Jahre  angeboten,  sobald  Lieserungen  von  genügendem
  Umfange  zu  ermöglichen  wären.  Bis
jett  kamen  jedoch  noch  keine  Verträge  zustande,
weil  die  Zapupepflanzer  unabhängig  bleiben
wollten.

(Nach  Dailr  Consular  and  Trade  Reports
Nr.  2897,  vom  17.  Juni  1907.)

staffeemarkt  in  Rio  de  Janeiro  und  Santos  im
Mai  1907;  Ernteschätzung.
Im  Erntejahr  1906/07,  welches  am  1.  Juli
v.  Is.  seinen  Anfang  genommen  hat,  wurden  bis
zum  24.  Mai  d.  Is.  in  Rio  de  Janeiro  (einschließlich
  des  Transitverkehrs)  4  180  946  Sack
und  in  Santos  14  381  960  Sack,  zusammen
        <pb n="868" />
        W  V74  20

18  562  906  Sack,  angefahren.  Die  Kaffeevorräte
in  beiden  Häfen  beliefen  sich  an  diesem  Tage  auf
3  347  895  Sack  gegen  593  232  Sack  am  entsprechenden
  Tage  des  Vorjahres.  Die  Kaffeeverladungen
  betrugen  in  Rio  de  Janeiro  3  451  216
und  in  Santos  12  537  770  Sack,  in  beiden  Häfen
zusammen  15  988  986  Sack.  Die  Kaffeeausfuhr
umfaßte  bis  zu  dem  genannten  Tage  in  Nio
de  Janeiro  3  455  309  Sack  und  in  Santos
12  415  967  Sack,  zusammen  15  871  276  Sack
gegen  10  140  636  Sack  am  entsprechenden  Tage
des  Vorjahres.  In  der  Zeit  vom  1.  Juli  1906
bis  24.  Mai  d.  Is.  waren  die  Ankünfte  in  Rio
und  Santos  um  8747  808  Sack  und  die  Ausklarierungen
  um  5  695  849  Sack  größer  als
während  des  entsprechenden  Zeitraums  des  Vorjahres.

Die  in

den  ersten  11  Monaten  des  Erntejahres

  1906/07  ausklarierte  Menge  brachte  etwa

10  700  000  Ä.  mehr  als  die  im  entsprechenden
Zeitraum  des  Vorjahres  ausklarierte.

Die  Vorräte  in  beiden  Häfen  waren  Ende
Mai  d.  Is.  um  etwa  280  000  Sack  geringer  als
Ende  April  d.  Is.  und  um  über  2  750  000  Sack
größer  als  Ende  Mai  v.  Is.

Die  Preise  betrugen  im  Durchschnitt  der  mit
dem  24.  Mai  abgeschlossenen  Woche  für  Rio
Syndikat  Nr.  7  pro  10  kg  4  8  667  Rs.  (ebenso
in  der  Vorwoche)  und  für  Rio  Nr.  7  im  offenen
Markt  3  8  608  Rs.  (gegen  3  3  609  Rs.  in  der
Vorwoche),  für  Santos  Syndikat  Nr.  4  4  8  200  Rs.
(ebenso  in  der  Vorwoche);  ein  Marktpreis  für
diese  Sorte  war  nicht  festzustellen.  Santos  Syndikat
  Nr.  7  kostete  durchschnittlich  3  8  600  Rs.
(ebenso  in  der  Vorwoche)  und  im  offenen  Markt
2  §  750  Rs.  (2  2  700  Rs.  in  der  Vorwoche).
Der  Bankkurs  für  90  Tage  stellte  sich  in  Rio  de
Janeiro  am  31.  Mai  d.  Is.  auf  1516  Pence.

Daß  die  laufende  Ernte  20  Millionen  Sack
ergeben  wird,  kann  nunmehr  als  sicher  gelten.

Die  Ernte  1907/08  wird  für  Rio  auf  4  bis
4½  Millionen  Sack  veranschlagt,  während  die
kommende  Ernte  in  Santos  auf  9  bis  10  Millionen
  Sack  geschätzt  wird.

Die  Paulistaner  Regierung  beabsichtigt,  allmählich
  die  von  ihr  bewirkten  Kaffeekäufe  einzustellen.
  Doch  hat  sie  erklären  lassen,  sie  werde
den  von  ihr  aufgekauften  Stock  von  etwa  7  Millionen
  Sack  so  lange  nicht  auf  den  Markt  werfen,
bis  die  Preise  für  50  kg  etwa  45  bis  50  Franken
betrügen.

Nach  einer  Notiz  in  dem  zuverlässigen  „Journal
do  Commercio  vom  30.  Mai  d.  Js.  hat  der
Paulistaner  Landwirtschaftsverein  in  einem  Rundschreiben,
  das  an  seine  Mitglieder,  an  interessierte
Landwirte,  Kommissionäre  und  Bankiers  gesandt

 

 

werden  soll,  folgende  Kundgebung,  betreffend  die
Erhöhung  des  Kaffeekonsums,  erlassen:

„1.  Die  Propaganda  für  Erweiterung  des
Kaffecabsatzes  werde  heutzutage  von  allen  Interessenten
  am  Kaffeeban  und  -Handel  als  notwendig
erachtet;  der  Verein  werde  daher  ohne  jedwede
weitere  Diskussion  alle  Kraft  daran  setzen,  das
Ziel  zu  erreichen.

Der  Paulistaner  Landwirtschaftsverein
werde  die  Organisation  einer  großen  Vereinigung
in  die  Wege  leiten,  deren  Zweck  das  Studium
und  die  Bekanntgabe  aller  auf  die  Kaffeepropaganda
  sich  beziehenden  Fragen  sein  solle.

3.  Schließlich  sei  beabsichtigt,  eine  Versammlung
  aller  Interessenten  am  Kaffeebau  und  -Handel
einzuberufen,  um  die  erforderlichen  Beschlüsse  zu
fassen.“

Daß  sich  auch  die  Paulistaner  Regierung  eifrig
mit  der  Frage  der  Ausdehnung  des  Kaffeehandels
befaßt,  geht  aus  einer  Notiz  in  der  in  Säo  Paulo
erscheinenden  „Germania“  vom  30.  Mai  d.  Js.
hervor.

Dort  heißt  es:

„Der  Handelsminister  studiert  verschiedene  Anerbietungen
  auf  Propagierung  unseres  Kaffees  im
Aunslande.  Eine  derselben  stammt  von  dem  aus
Macäu  gebürtigen  naturalisierten  Brasilianer
Vicente  Collaco,  der  seine  Kenntnisse  der  japanischen,
chinesischen  und  verschiedener  europäischen  Sprachen,
sowie  seine  Verbindungen  im  Orient  in  den  Dienst
der  guten  Sache  stellen  will.  Da  er  zudem  noch
Fachmann  im  Kaffeehandel  ist,  hält  ihn  der
Minister  für  eine  sehr  geeignete  Persönlichkeit.
Er  glaubt,  bei  richtigem  Vorgehen,  den  Weltkonsum
  um  800  000  bis  1  000  000  Sack  pro
Jahr  steigern  zu  können,  und  fordert  nur  Subvention
  für  eine  Reise  nach  dem  Orient.“
(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkon#sulats  in  Rio  de

Janeiro  vom  3.  Juni  1907.)

Der  Kf#nbau  von  Krznel-  und  Drogenpflanzen,  insbesondere
  von  Dfefferminze,  in  den  Verelnigten
Staaten  von  KRmeriha.

Da  die  Einfuhr  an  Produkten  aus  Arzneiund
  Drogenpflanzen  nach  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  sehr  erheblich  ist  (ihr  Wert  belief
sich  im  Jahre  1901/1902  auf  etwa  15  000  000  8),
ist  das  dortige  Ackerbauamt  bemüht  gewesen,  den
planmäßigen  Anbau  solcher  Arzuei=  und  Drogenpflanzen
  zu  fördern,  deren  Verbreitung  in  wildwachsendem
  Zustande  mit  der  Vernichtung  der
Wälder  stark  abnimmt,  oder  die  im  Lande  nicht
heimisch  sind,  obwohl  die  klimatischen  Verhältnisse
ihrem  Gedeihen  günstig  sind.  Die  angestellten
Versuche  haben  indessen  größtenteils  keine  rechten
        <pb n="869" />
        W  9775  20

Erfolge  gezeitigt,  weil  sich  der  Anbau  teilweise
infolge  des  Mangels  an  durch  Maschinen  nicht
zu  ersetzenden  Arbeitskräften  oder  der  Höhe  der
Löhne,  z.  B.  bei  Opiummohn,  Salbei,  teilweise
infolge  eines  durch  llberproduktion  hervorgerufenen
  Rückgangs  der  Preise,  z.  B.  bei  Ginseng
  (Panax  quinquefolium)  oder  der  Furcht
vor  einem  solchen,  z.  B.  bei  der  Gelbwurz,  teilweise
  endlich  infolge  mangelhaften  Gedeihens  der
Pflanzen,  z.  B.  bei  Süßholz,  nicht  einträglich  gestalten
  wollte.  Gute  Crfahrungen  wurden  dagegen
  mit  dem  Anbau  von  Pfefferminze  (Mentha
piperita)  gemacht.

Heute  wird  bereits  der  Hauptbedarf  des
Weltmarktes  an  Pfefferminzprodukten  aus  der
Union  gedeckt,  und  zwar  hauptsächlich  aus  den
nördlichen  Connties  des  Staates  Indiana,  aus
dem  südlichen  Michigan  und  aus  dem  County
Wayne  des  Staates  New  YVork.  Im  Wettbewerb
hierin  steht  uur  Japan,  allein  die  dorther  kommende
  Ware  hat  den  Ruf  minderwertiger  Qualität,
  während  man  allgemein  die  deutsche  Pfefferminze
  (gleich  den  Kamillen)  der  einheimischen
ihres  viel  kräftigeren  Aromas  wegen  bei  weitem
vorzieht.  Es  findet  aber  eine  kaum  nennenswerte
  Ausfuhr  beider  Pflanzen  von  Deutschland
nach  den  Vereinigten  Staaten  statt.  Dagegen
steigt  der  jährliche  Versand  von  Pfefferminze  in
verschiedenen  Arten  nach  Deutschland  sehr  erheblich.
  Die  vorjährige  Pfefferminzernte  von  Indiana
allein  hatte  einen  Wert  von  100  000  S.  Hanuptort
  für  den  Pfefferminzhandel  ist  Mishawake.
Im  Distrikt  dieser  Stadt  gibt  es  nahezu  1000
Acres  ausschließlich  mit  Pfefferminze  bebanter
Felder.  Ein  Farmer  hat  allein  dort  320  Aeres
mit  Pfefferminze  bebaut.  In  Michigan  sind  noch
größere  Pfefferminzfarmen.  Ein  Farmer  bestellt
dort  jedes  Jahr  600  bis  800  Aecres  mit  Pfefferminze.
  In  Wisconsin  beabsichtigt  ein  Farmer,
der  bei  Rice  Lake  1200  Acres  Land  besitzt,  jährlich
  600  bis  700  Acres  mit  Pfefferminze  anzupflanzen.
  Der  Boden  dort  scheint  sich  in  der
Tat  für  diese  Kultur  außerordentlich  gut  zu
eignen.  Versuche  sollen  auf  das  Acre  für  250  3
Ol  ergeben  haben,  eine  Summe,  die  aber  sicherlich
  viel  zu  hoch  gegriffen  ist,  da  sie  in  gar
keinem  Verhältnis  zum  Durchschnittsertrage  steht.
In  der  Regel  werden  vom  einzelnen  Farmer
nur  größere  Flächen  mit  Pfefferminze  bestellt,  da
sich  in  kleinerem  Maßstab  die  Pfefferminzkultur
nicht  lohnt.  Heimisch  ist  die  Kultur  der  Pflanze
in  der  Union  seit  1816.  Im  Jahre  1906  betrug
die  Ausfuhr  74  151  Pfund  Pfefferminzöl  im
Werte  von  206  261  8;  1905:  39  953  Pfund  im
Werte  von  135  060  S;  1904:  42  939  Pfund
im  Werte  von  124  728  S.  Hauptabnehmer  sind
Deutschland  und  England.  Der  Aubau  der

 

Pflanze  erfordert  große  Sorgfalt,  lohnt  sich  aber
bei  Aufwendung  guter  Pflege  trotz  des  Preisrückgangs
  der  letzten  Jahre.  Man  erzählt  von
einzelnen  Farmern,  die  mit  dem  Bau  dieser
Pflanze  die  größten  finanziellen  Erfolge  erzielt
haben.  Wo  der  Boden  für  die  Kultur  der
Pfefferminzpflanze  von  guter  Beschaffenheit  und
die  Anpflanzung  noch  neu  ist,  können  bei  sorgfältiger
  Arbeit  bis  zu  30  Pfund  Ol  von  einem
Acre  Land  gewonnen  werden.  Der  Preis  für
Pfefferminzöl  beträgt  zur  Zeit  im  Durchschnitt
2,10  8  pro  Pfund.  Er  ist  seit  1903,  wo  er  bis
auf  75  Cents  gesunken  war,  wieder  gestiegen,
während  er  in  den  60  ger  Jahren  über  4,25  S
und  im  Jahrzehnt  vorher  5,50  8s  betrug.  Da
die  Kosten  der  Pfefferminzkultur  sich  durchschnittlich
  pro  Acre  auf  12  bis  14  s  belaufen,  so  hat
der  Farmer  bei  den  jetzigen  Preisverhältnissen
einen  zwar  nicht  übermäßig  hohen,  aber  doch
annehmbaren  Gewinn.  Die  Pfefferminzpflanze
verlangt  zu  ihrem  Gedeihen  feuchten  Marschboden,
  der  natürlich  entwässert,  aber  nicht  unterirdisch
  drainiert  werden  darf,  da  Feuchtigkeit  ein
absolutes  Erfordernis  zum  Gedeihen  der  Pflanze
ist.  Die  Pfefferminzpflanzen  werden  grün  geschnitten
  und  so  lange  an  der  Sonne  getrocknet,
bis  sie  eine  bräunliche  Farbe  angenommen  haben
und  damit  zur  Destillation  bereit  sind.  Letztere
erfolgt  in  der  Weise,  daß  man  durch  mit  Pfefferminzhen
  gefüllte  Bütten  ½  bis  ¾  Stunde  lang
Wasserdampf  durchgehen  läßt.  Dieser  kühlt  sich
in  Kondensatoren  ab.  Das  Wasser  sammelt  sich
in  damit  verbundenen  Behältern  und  das  mitgerissene
  Ol  schwimmt  auf  der  Oberfläche.  Die
Pfeffermingrückstände  verfüttert  man  an  Schafe
und  Pferde  als  Hen.

Im  getrockneten  Zustande  wird  die  Pfefferminze
  als  Teec  in  großen  Mengen  gebraucht.
Das  Pfefferminzöl,  das  sich  vom  deutschen  durch
die  rotbraune  Farbe  und  das  zweifelhafte  Aroma
unterscheidet,  wird  in  der  Union  außer  in  der
Medizin  auffallend  viel  zu  Pfefferminzlikören  und
als  Beiprodukt  der  verschiedensten  Spirituosen
verwandt.

(Nach  einem  Bericht  des  Landwirtschaftlichen  Sachverständigen
  für  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika.)

Wirtschaftliche  Lage  des  brastlianilschen  Amazonasgeblets.


Das  Gebiet,  welches  der  Amazonasstrom  von
seinem  Eintritt  in  Brasilien  bis  zur  Mündung
bei  Par##  durchläuft,  zerfällt  in  die  Staaten  Amazonas
  und  Parä,  welche  zusammen  mit  etwa
3  046  000  akm  annähernd  /8  der  Europa  an
Umfang  ziemlich  gleichkommenden  brasilianischen
Union  umfassen.  Die  physische  Beschaffenheit
        <pb n="870" />
        Zusamnren  61  426  955

GV  776  20

beider  Gebiete  ist  wesentlich  übereinstimmend  die
einer  stark  bewässerten,  fast  überall  fruchtbaren
und  zum  größten  Teil  mit  Urwald  bedeckten
Ebene;  der  Pflanzen=  und  Tierreichtum  ist  sehr
groß,  dagegen  betrug  die  überwiegend  aus  Indianern
  und  Mischlingen  bestehende  Bevölkerung
nach  der  Zählung  von  1890  zusammen  noch
nicht  ½  Million  Seelen.  Seitdem  hat  eine  beträchtliche
  Zuwanderung  stattgefunden,  und  es
wird  in  den  betreffenden  Jahresberichten  angegeben,
  daß  sich  die  Bevölkerung  des  Staates
Paräá  1905  auf  etwa  500  000,  die  des  Staates
Amazonas  auf  309  600  Seelen  belief.

Die  am  1.  Jannar  1853  ins  Leben  getretene
Dampfschiffahrt  auf  dem  brasilianischen  Stromgebiet
  wie  die  1867  erfolgte  „Eröffnung  der
Schiffahrt  für  fremde  Handelsfahrzeuge“  haben
einen  wirtschaftlichen  Aufschwung  zur  Folge  gehabt,
  der  die  große  Bedeutung  insbesondere  der
letzterwähnten  Maßnahme  erkennen  läßt  und
einen  summarischen  Vergleich  zwischen  damals
und  jetzt  nahe  legt.  Der  Schiffsverkehr  hat  sich,
wie  folgt,  entwickelt:  in  Parä  liefen  1866/67
einschließlich  des  Küstenverkehrs  233  Schiffe  mit
112  899  Tonnen  ein,  und  in  Manäos  war  damals
  ein  Zollamt  überhaupt  noch  nicht  eingerichtet.
  Dagegen  sind  nach  der  brasilianischen
Handelsstatistik  1905  in  Mandos  1353  Schiffe
mit  510  020  Tonnen,  in  Pará  796  Schiffe  mit
987  415  Tonnen,  zusammen  also  in  den  beiden
genannten  Amazonashäfen  2149  Schiffe  mit
1  497  435  Tonnen  angekommen.

In  entsprechender  Weise  hat  sich  der  auswärtige
  Handel  entwickelt.  Während  im  letzten
Jahre  vor  Eröffnung  der  Schiffahrt  auf  dem
Amazonas  der  Wert  der  Einfuhr  nach  Pará  nur
5  396  000  Milreis  =  etwa  3,6  vH.  der  brasilianischen
  Gesamteinfuhr,  der  der  Ausfuhr  nur
8  619  000  Milreis  =  etwa  4,3  vH.  der  Gesamtausfuhr
  betrug  und  Mandos,  wie  erwähnt,  damals
  dem  auswärtigen  Handel  noch  nicht  geöffnet
war,  zeigt  die  brasilianische  Statistik  für  1905
folgende  glänzende  Bilanz  der  nunmehr  in  Betracht
  kommenden  beiden  Häfen  bzw.  Staatsgebiete:


Einfuhr  Ausfuhr  Azrichus  Prozemtualer

Staaten  zn  hr  Wert  uofuhr  —  Ant  un,  d  aber
in  Papiermilreis  e  Einfuhr  ##u-  huhr
Amazonas  19  447  609  109  464  487  90  016  878  4,27  15,.54
Par:  44  981  316  106  521  027  61  539  681  9.87  15.24

215  985  514  151  556  559  141,141  30,78

Der  Anteil  der  beiden  Amazonasstaaten  am
Werte  der  Gesamteinfuhr  der  Union,  der  1901
9  vH.  betrug,  ist  somit  1905  auf  über  14  vH.,
ihr  Anteil  am  Werte  der  Gesamtausfuhr  1901
bis  1905  sogar  von  21,4  auf  30,7  vH.  gestiegen.
Mit  anderen  Worten:  trotz  höchstens  halb  so

 

großer  Einwohnerzahl  führen  Parä  und  Amazonas
beinahe  doppelt  so  viel  ein  als  die  drei  südbrasilianischen
  Staaten  zusammen,  und  die  Ausfuhr
  bewertet  sich  fast  siebenmal  so  hoch  als  die
Südbrasiliens.

Diese  außerordentliche  Entwicklung  ist  bekanntlich
  zum  allergrößten  Teile  dem  Fortschritt  zuzuschreiben,
  welchen  die  Kautschukgewinnung  seit
Eröffnung  der  Amazonasschiffahrt  gemacht  hat.
In  den  Jahren  1862/63  bis  1866/67  betrug
die  mittlere  jährliche  Ausfuhr  von  Pará
3  665  000  kg  im  Werte  von  4  204  000  Milreis,
dagegen  wurden  1905  nach  der  Bundesstatistik
an  Seringa  ausgeführt  aus  den  Staaten:

ka  Wert  in  Papier

*  milreis
Amazonas  (Mandos  .  15  216  938  106  836  556
Parä  (Par  J’)z;1ff  ·½  766  1
Jazaucke  31  168  704  208  354  881

Die  Hauptbestimmungsländer  für  brasilianischen
  Seringa-Kautschuk  waren  1905  nach  derselben
  Quelle:

kr  Wert  in  Papier-*
  milreis
die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  15  557  417  101  992  P07
Grofteitamien  .  .1248-()880-p«sdl
Fra  nkreich  2374291  17  716  717
s  Deutschland.  1  143  991  7  906  290

indessen  geht  ein  großer  Teil  des  nach  Liverpool
verschickten  Kautschuks  in  der  Folge  nach  dem
Festland,  insbesondere  auch  nach  Deutschland,
und  nachdem  die  beiden  Hamburger  Dampsfschifffahrtsgesellschaften,
  welche  gemeinsam  den  Verkehr
nach  Nordbrasilien  unterhalten,  1902  ihre  Interessensphäre
  gegen  die  englische  Konkurrenzlinie
abgegrenzt  haben,  hat  sich  die  direkte  Ausfuhr
von  Seringa-Kautschuk  nach  Deutschland  im  Vergleich
  der  Jahre  1901  bis  1905  versiebenfacht,
während  das  Abkommen  für  die  fast  in  demselben
Verhältnis  gestiegene  Ausfuhr  von  Mangabeiraund
  Manicoba-Kautschuk  nach  Deutschland  von
geringem  Einfluß  ist,  da  letztere  Sorten  nur  zum
kleinsten  Teile  aus  dem  Amazonasgebiete  stammen.

Von  den  sonst  zur  Ausfuhr  gelangenden  Erzeugnissen
  der  beiden  Amazonasstaaten  geht  Kakao
zum  größten  Teil  nach  Frankreich,  während  Paränüsse
  nach  den  Vereinigten  Staaten,  Großbritannien
  und  Deutschland  ausgeführt  werden.
Medizinische  Wurzeln  und  Balsame  gelangen
hauptsächlich  nach  Nordamerika,  Reiherfedern,
Häute  und  Rehfelle  ebendahin  und  nach  Frankreich,
  Mandiokamehl  sowie  Tabak  nach  Peru  und
Bolivien.  Die  Einfuhr  nach  den  Amazonasstaaten
  besteht  zu  2/2  aus  Fabrikaten,  zu  ½  aus
Rohstoffen.  Das  Gros  der  amerikanischen  Einfuhr
  besteht  aus  Petroleum,  Schmalz,  Speck,  Mehl,
Pökelfleisch,  Konserven,  Holz  und  Bahnmaterial.
        <pb n="871" />
        W  P77  20

Abgesehen  von  den  Vereinigten  Staaten
kommt  für  Deutschland  am  Amazonas  in  der
Hauptsache  nur  der  Wettbewerb  Großbritanniens
in  Betracht,  das  bis  jetzt  auf  den  meisten  brasilianischen
  Märkten  die  erste  Stelle  behauptet.
Die  Einfuhrartikel  sind  zum  Teil  dieselben  wie
die  der  Vereinigten  Staaten,  dazu  kommen
Kohlen,  Salz,  Seife,  Reis,  Manchesterwaren,
Männerschuhe  und  Genuhmiteel,  wie  Bier  usw.
Als  deutsche  Erzeugnisse  werden  aufgeführt
Messerschmiedewaren,  Zement,  chemische  (pharmazeutische)
  Artikel,  Filz=  und  Strohhüte,  Mannsaktur-,
  Wollen-,  Schreib=  und  Steingutwaren,
billige  Schmucksachen,  Waffen,  Konserven,  Butter
usw.  Alle  erhältlichen  Nachrichten  stimmen  darin
überein,  daß  in  den  letzten  Jahren  die  Einfuhr
aus  Großbritannien  und  aus  Frankreich  abgenommen,
  während  diejenige  aus  den  Vereinigten
Staaten  und  aus  Deutschland  zugenommen  hat.
Die  Einfuhr  nach  Brasilien  hat  sich  seit  1901
von  Jahr  zu  Jahr  gehoben,  und  der  Anteil
Deutschlands  am  Werte  der  Gesamteinfuhr  ist
1901  bis  1905  von  9,4  stetig  auf  13,3  vH.  gestiegen.


Die  Ein=  und  Ausfuhr  der  Staaten  Paräá  und
Amazonas  im  Jahre  1905  gestaltete  sich  hinsichtlich
  der  wichtigsten  Warengattungen  nach  der
brasilianischen  Handelsstatistik,  wie  folgt:

Einfuhre
Siaat  b  Siaat
Vezelchuung  der  Waren  Dan  nischen  Amazonas
Einfuhr  ,
g  Milreis  5%  Milreis
Baren  aus  Stahl
und  Eisen  2352  995  6,77  1  764  052  5,.77
Darunter:
Messerschmiedewaren
  8934  804  15,72  198  055  —
Stahl=  und  Eisenschienen
  nebst  Zubehör
  90  000  1,07  41  715  0,41
Stahle  id  Gijenröhren
  118  916  6,11  32816  1,68
Weißblech  und
Waren  daraus.  290  597  11,68  140  913  5.66
Vaumwollwaren.  5384  232  10.00  1922  432  364
Darnunter:
Wäsche  mit  u.  ohne  *—i-es
Beimischung  601  117  18,88  450  656  13,89
VBaumwollgewe#e,  .
weiße  771  821  10,61  161  259  22,22
-  rohe  32233  6,59  7936  1,62
bedruckte  1  132  143  10,64  305  168  286
Agesärbte  1  100  317  9.77  323389  271
aschinen,  Apparate
und  Zubehör,  Utensilien
  u.  Werkzeuge  1  445  338  5,19  819  087  2,91
Darunter:
#-pparate  für  eleltiischr
  Jwecke  u.
ubeh  106  458  2,82  130  521  3,46
ndne  de  und
Zube  ·  265  926  12,18  98  567  4,51

 

Bezelchnung  der  Waren

Kriegs=  und  Jagdwaften
  sowie  Mu-B

  ungsmittel.
Darunter:
Kartoffeln
Weizenmehl.
Schinken

Kondansierte  Milch
Waren  aus  Steingut,
Porzgellan,  Glas
und  Kristall
Darunter:
Flaschen,  Kruken
und  Gläser
Steine,  Erden  und
andere  ähnliche
Mineralien.
teinkohlen
Zement
Waren  us  Steinen.
Erden  u.  ähnlichen
Mineralien
Darunter:
Fliesen,  Marmorplatten
  und
Mauersteine
Waren  aus  Kupfer  u.
dessen  Legierungen
Waren  aus  Fellen  u.
Hänten

Juwelierwaren  (Gold,

Silber,  Platin)
Musikinstrumente.
Wollwaren.

Darunter:
Gewebe  aus  Wolle
mit  oder  ohne

Beimischung.
Waren  aus  Leinen,

Jute  und  Hauf

Tauwerk

Gewebe
Holzwaren

Darunter:
ö

M  ....
Papier  und  Papier-  

   
  

Druckä-  



Lacke
Produrte,
u.  pharma-Speziali-




Para

Milreis

37830

.  19  875  642

320  339
2  600  354

193  975

628  576

203  326

—

714  105
1260  277
230  034

370  929

141246
318  023
198  571
202  621

190  455
480  451

410  816
518  883
168  818
273  285
219  451
111821
771  169
111  125

97  232
110  317

500  670
288  367
178  545

911  818

Von  der
esamten

rastlianischen

Einfuhr
%

19,25
12,66

11.93

9,04
33.79

9.06
18.89

6,21
6,29
4,65

11,58

7.28
7.02
11.11
14,  4

9.98
5,09

10,  47
14,23
6.86
,98

5.79
9,15

13,87

8,97

Staat
Amazonas

Milreis

873

416
6  699  148

1

187  484

255  379

250  667

90  338

240  626
718389
424  310

315  647

203  403
151  805
80  085
94  335

130  517
161  219

137  441
178  720
260  145
106  639
105  835
5359V9
802  308
27  033

34  161
52  404

223  354
170  823
48  519

"393  359

3,87
        <pb n="872" />
        W  778  20

Von  der
Staat  ohh  Siaat  er-Bezeichuung
  der  Waren  Para  u#schen  Amnazonas  nhlia
Einchi.  Einchen.
Milreis  %  Milreis  5%
Darunter:
Mineralwässer,  nazüriche
  u.  künftiche
  124943  15,51  111  571  13,85
Seide,  mit  oder  ohne
Beimischung,
Waren  daraus.  241  961  7.77  123233  3.06
Darunter:
Bänder  .  69  383  7,85  19  956  2,25
Nicht  besonders
aufgeführte  Gewebe
  96  205  7.52  58  179  4.55
Gummiwaren  137472  6,23  50200  2.68
Petrolemn  u.  Gasolin  818  253  8,88  108  741  4,28
Maschinenöl  c  116  610  7,56  57  090  3.70
.  222  618  19,80  111  504  9.92
Ausin  bert
"  n  d
Staat  h  Si  a#hlten
Bezeichuung  der  Waren  Par#  nischen  Amazonas  auschen
Ausfuhr  Ausfuhr
Milreis  %  Milreis  5%
Gummi  Leringa)?  101  518  328  47.99  106  836  556  50,.51
Kakao  2  130  063  13,51  233  045  14.78
Neiherfedern  .  6929847,7()  6887847,47
Kastanien  1  155  545  51.38  2  062  042  58,62
Mandiokamehl  211  672  18.51  4011  034
Piassaona  17  —  15  059  7.72
Copahyba--Ol  13  365  16,08  187  10,21
Gesalgene  Hänte  431  284  3,55  147  794  1,21
Trockene  Häute  70  479  0,75  1  808  0,02
Fischleim  243  415  98,10  —
Hirschfelle  101329  60,23  5013  3.41

(Nach  einem  erich  des  Kaiserl.  Generalkonsulats
Rio  de  Janeiro.)

HSandel  Britisch-Indiens  190607.

Der  überseeische  Handel  Britisch-Indiens
während  des  Finanzjahres  1906/07,  welches  mit
dem  31.  März  d.  Is.  seinen  Abschluß  fand,  bewertete
  sich  in  der  Wareneinfuhr  auf
1  083  069  144  Rs.  gegen  1  030  656  602  Rs.  im
Vorjahre,  woraus  sich  ein  Überschuß  von
52  412  542  Rs.  ergibt.

An  dieser  Steigerung  des  indischen  Einfuhr-=handels
  waren  ganz  besonders  Maschinen,
Fabrikeinrichtungen  und  technische  Artikel,  sowie
Materialien  für  die  indischen  Eisenbahnen
beteiligt.

Die  Einfuhr  der  ersteren  belief  sich  auf
57  988  744  Rs.  und  zeigt  einen  UÜberschuß  dem
Vorjahre  gegenüber  von  8  731  927  Rs.,  während
die  der  letztgenannten  ein  Mehr  von  25352  211  Rs.
oder  ein  Gesamtergebnis  von  41  578  390  Rs.
aufweist.  Den  Hauptanteil  an  der  Lieferung
dieser  beiden  Gruppen  hat  Großbritannien.  Die
Beteiligung  anderer  Länder  ist  unbedeutend,  ganz
besonders  aber  diejenige  Deutschlands,  welches

 

sich  beispielsweise  an  der  Gruppe  „Maschinen
und  dgl.“  nur  mit  dem  kleinen  Betrage  von
824  239  Rs.  (gegen  Großbritanniens  Anteil  von
55  476  032  Rs.)  beteiligte.

Weitere  nicht  unbedeutende  Steigerungen
weisen  auf  die  Anfuhren  von  „Hardware
&amp;amp;  Cutlery“  (landwirtschaftlichen  und  anderen

Geräten,  Werkzeugen,  emaillierten  Waren,  Nähmaschinen
  und  dergleichen  sowie  Messerwaren)  —
26  605  223  Rs.  gegen  22  657  329  Rs.  —  sowie
  die  Anfuhren  von  Eisen  und  Stahl  —
75  580  208  Rs.  gegen  66  439  092  Rs.  im  vorhergehenden
  Jahre.  In  der  ersten  Gruppe  ist
besonders  die  Zunahme  der  Einfuhr  von  Geräten
  und  Werkzeugen  (J  332  382  Rs.)  sowie
von  emaillierten  Waren  (—  552  270  Rs.)  sehr
beachtenswert,  aber  auch  die  Steigerung  bei  der  Abteilung
  „landwirtschaftliche  Geräte“  (+226  156  Rs.)
verdient  die  größte  Aufmerksamkeit  der  heimischen
Exporteure  und  Industriellen.

An  zweiter  Stelle  nach  der  Gruppe  „Eisenbahnmaterialien“"
  hat  in  dem  unter  Bericht
stehenden  Jahre  der  Artikel  Zucker  die  größte
Zunahme  in  der  indischen  Einfuhr  zu  verzeichnen.

  Seine  Einfuhr  —  unter  Ausschluß
von  unraffiniertem  Zucker,  Melasse  und  Zuckerwaren
  —  stellte  sich  auf  nicht  weniger  als

9  Millionen  ewts.  im  Werte  von  78  184  242  Rs.
gegen  7  367  104  cwts.  und  72  225  947  Rs.  im
Vorjahre.  Bemerkenswert  ist,  daß  Deutschland
unter  den  Rübenzucker  produzierenden  Ländern
mit  einer  Einfuhr  von  2  001  316  ewts.  im  Werte
von  17  313  974  Rs.  (1905/06:  712  440  ewts.
und  6  465  346  Rs.)  den  ersten  Rang  einnimmt.

Ferner  ist  besonders  auffallend  die  stetige
Steigerung  in  den  Zufuhren  von  Zuckerwaren
—  von  1  362  743  Rs.  im  Jahre  1905/06  auf
1  719  716  Rs.  im  Jahre  1906,07  —,  sowie
von  Schinken,  Speck,  Kakes,  Käse,  Ghi  (geschmolzenes
  Butterfett),  Fruchtgelees  (Jams
4  Jellies)  und  von  kondensierter  und  präservierter
  Milch.  Alle  genannten  Artikel  haben
während  der  letzten  Jahre  Zunahmen  aufzuweisen,
  welche  beweisen,  daß  der  Inder  sich  allmählich
  mehr  und  mehr  dem  Genuß  europäischer
Lebensmittel  hingibt.  Am  meisten  betrifft  dies
die  Artikel,  wie  Kakes  und  Milch,  deren  Einfuhrzahlen
  bereits  verhältnismäßig  sehr  bedeutend
sind.  Kakes  wurden  beispielsweise  in  einem
Werte  von  2278  288  Rs.  gegen  2  079  118  Rs.
im  vorhergehenden  Jahre  und  1  700  136  Rs.  in
1904/05  eingeführt  und  Milch  im  Betrage  von
1  768  347  Rs.  gegen  1  666  788  Rs.  bzw.
1  312  642  Rs.

Wollene  Waren,  an  deren  Einfuhr  Deutschland
  ein  nicht  unbedentendes  Interesse  nimmt,
haben  in  diesem  Jahre  wiederum  einen  starken
        <pb n="873" />
        W  979  20

Rückschlag  (—  3  736  599  Rs.)  zu  verzeichnen.
Ihre  gesamte  Einfuhr  belief  sich  auf  20  521  812  Rs.
gegen  24  258  411  Rs.  im  Jahre  1905/06  und
30  764  281  Rs.  im  Jahre  1904/05.  Ganz  besonders
  hat  in  dieser  Gruppe  in  den  letzten
Jahren  die  Schals-Einfuhr  zu  leiden  gehabt.  So
wurden  beispielsweise  während  des  Jahres
1906/07  nur  für  1589  570  Rs.  (Deutschlands
Anteil  1  304  544  Rs.)  gegen  2  767  401  Rs.
(Deutschlands  Anteil  2  435  951  Rs.)  im  Jahre
1905/06  und  6  112  427  Rs.  (Deutschlands  Anteil
  4  686  246  Rs.)  im  Jahre  1904/05  aufgenommen.
  Aber  auch  der  Rückgang  in  der  Einfuhr
  anderer  wollener  Webwaren  ist  sehr  bedentend,
  wie  die  folgenden  Zahlen  zeigen:
Es  wurden  eingeführt:
Davon  aus

Inogesamt  Deutschland  Cngland
Ro.  Rs.  No.
1901/05  19  453  864  3  752  943  13  682  445
1905/06  16  845  999  3547  295  11  762  326
190607  13  952  624  2  676  231  10  331  105

Die  Einfuhr  von  Wagen  und  Karren
zeigte  wiederum  eine  bedeutende  Zunahme,  und
zwar  war  dieselbe  besonders  dem  Konto  der
Antomobile  züzuschreiben,  welche  dieser  Abteilung
in  der  indischen  Zollstatistik  angehören.  Besonders
  hat  Großbritannien  in  dieser  Beziehung
große  Fortschritte  gemacht,  während  Frankreich,
welches  vordem  ein  bedeutender  Lieferant  dieser
Wagen  war,  im  letzten  Jahre  seine  Zufuhren
um  etwa  40  bis  50  v.  H.  vermindert  hat.
Deutschland  ist  an  der  Einfuhr  von  Antomobilen
und  Kraftwagen  fast  gar  nicht  beteiligt.  Welche
Bedentung  aber  diese  Einfuhr  besitzt,  läßt  sich
daraus  ersehen,  daß  der  Wert  der  gesamten  Einfuhren,
  welche  mit  „Wagen  und  Karren“,  ausschließlich
  von  Eisenbahnwagen,  bezeichnet  werden,
von  5  502  106  Rs.  im  Jahre  1904/05  auf
9216  548  Rs.  im  Jahre  1906/07  gestiegen  ist.

Glas  und  Glaswaren  zeigen  eine  Mehreinfuhr
  von  867  000  Rs.  (12  114  108  Rs.  gegen
11  247  108  Rs.  im  Jahre  1905/06),  Tonund
  Porzellanwaren  eine  solche  von  539  043  Rs.
(3899  824  Rs.  gegen  3360781  Rs.  im  Vorjahre).

Ganz  besonders  auffällig  ist  aber  die  Zunahme
  in  der  Einfuhr  von  musikalischen  und
wissenschaftlichen  Instrumenten  sowie  von
Schreibmaschinen.  Hiervon  wurden  eingeführt:

1904  /05  11  /0%%  190%  7
Musikal.  In-  ,
strumente  1317  736  1  328  123  2  021  671
Wissensch.  Instr.  1878  122  6  433  031  8459  096
hotogr.  -  769  415  817  084  796  537
Schreibmasch.  44  398  550  454  709  553

—.“.—
7  139  671  9  128  692  11  986  859

 

Die  Zunahme  von  rund  4½  Millionen  Rupien
innerhalb  3  Jahre  dürfte  sehr  beachtenswert  sein.
Ein  weiteres  Zeichen  der  allgemeinen  Steigerung
  des  indischen  Kulturniveaus  ist  ferner  die
stetig  steigende  Einfuhr  von  Papier,  Papierwaren
  und  Schreibmaterialien.  Während
beispielsweise  im  vorhergehenden  Jahre  Druckpapier
  im  Werte  von  2  132  459  Rs.  bezogen
wurde,  belief  sich  der  Wert  für  1906/07  auf
2  833  632  Rs.  Ferner  wurden  von  anderem

Papier  und  dergleichen  eingeführt:
1906/07  n  19005/06

Schreibpapier  und  Briefumschläge

  .  .  .  .  .  ..  2266714  1915114
Sonstiges  Papier  .  .  .  .  2575  366  2649757
Schreibmaterialien,

ausschl.  von  Papier  4  040  347  3770  433

Auch  die  Einfuhr  von  Seife  ist  stetig  im
Steigen  begriffen;  sie  belief  sich  z.  B.  im  Jahre
1906/07  auf  184  081  ewts.  im  Werte  von
3  228  156  Rs.  gegen  164  624  cwts.  und
2  723  705  Rs.  im  Jahre  1904/05.

Ferner  sind  beachtenswert  die  Zunahmen  in
den  Zufuhren  von:

1905  06  1906,07

Farben  und  Lacken  Rs.  N.
(ausschl.  Anilinfarben
  von  3  743  880  auf  4220  524

1  181  476
5883  251  „

Malerutensilien
Zündhölzern.  .  .  -

Druck=  und  Lithographiematerial.,


1  464  132
6  312  731

ausschl.  Papier  778379.  877  598
Feuerwerkskörpern  4116  581  581  210
Feuerwassen  635  108  721  541
Dynamit  und  anderen

  Sprengstoffen

  707969  1  233  228
Baumaterialien

(Zement,  Asphalt
und  Tonröhren

usw.)  .  .  .  .  ..  4599  110  =  1  986  790

Die  Einfuhr  des  für  den  indischen  Markt
wichtigsten  Artikels,  der  Baumwollgarne  und  Gewebe,
  ist  jedoch  im  vergangenen  Jahre  zurückgegangen.


Es  wurden  davon  eingeführt:
«  1905/06  1906/07
Ns.  A#s.
Baumwollene  Garne:
gebleichte  16  289  210  16  732  195
gefärbt  17964  777  15  499  935
Baumwoll.  Gewebe:
ungebleichte  189  323  746  187  074  067
gebleichte  84  735  536  73  795440
bedruckte  und  gefärbtet
  95  475724  95  573  898
        <pb n="874" />
        W  780  20

1905/06  1906%  T
Rs.  Ro.
Nähgaren  2  561  441  2  641  4123
Sonstige  baumwoll.
Waren  18  080  535  17  868  466

Deutschland  beteiligt  sich  an  dieser  Einfuhr
von  baumwollenen  Waren,  mit  Ausnahme  von
bedruckten  und  gefärbten  Waren,  für  welche  sein
Anteil  sich  auf  1  082  629  Rs.  gegen  1  156  463  Rs.
im  Vorjahre  belief,  fast  gar  nicht.

Der  Wert  der  indischen  Warenausfuhr,
einschl.  der  Wiederausfuhr  fremdländischer  Artikel,
bezifferte  sich  im  Jahre  1906/07  auf
1  765  615  165  Rs.  gegen  1  617  078  992  Rs.  im
Vorjahre,  überragt  also  den  vorjährigen  Wert
um  148  536  173  Rs.  Dieser  Uberschuß  ist  in
der  Hauptsache  durch  die  während  des  Jahres
herrschenden  hohen  Werte  der  meisten  Rohmaterialien,
  welche  Indien  ausführt,  entstanden.
An  dieser  Stelle  ist  in  erster  Linie  die  Ausfuhr
von  Rohjute  zu  erwähnen,  welche  einen  Mehrwert
  von  97  130  169  Rs.  über  das  Vorjahr
aufzuweisen  hat,  ebenso  die  Ausfuhr  von  Jutefabrikaten,
  welche  das  Vorjahr  um  32  682  459  Rs.
übertrifft.  Weitere  größere  Zunahmen  haben  besonders
  zu  vermerken:

Saaten  .  mit  24  102  732  Rs.
Häute  11  752  530
Tee  10  186  317
Rohbaumwolle  6  327  039.

(Nach  einem  Bericht  des  Handelssachverständigen  bei
dem  Kais.  Generalkonsulat  in  Calennta.)

Handel  Adens  1905/06.

Nach  der  von  der  indischen  Regierung  veröffentlichten
  statistischen  Zusammenstellung  über
den  Handel  Adens  bezifferte  sich  der  überseeische
Handel  dieses  Platzes  (unter  Ausschluß  des  Verkehrs
  mit  Regierungsgütern):

1905/06  1901/05
Werte  in  Rupien

--  Waren  44  188  663  41  794  120
1á#  .

WMU  Edelmetall  10  /  60  4129  587

ufammen  19  130  333  45  923  707

Mnenrn  Ware  39  174  236  36  329  455

Ausfuhr  ede  cnneale  5  41  181  5  726623

Zusammen  14  918  420  41.056  078

Von  dem  Werte  der  Einfuhr  des  Jahres
190  5/06  tfiel  f  Großbritannien  4368  350  Rs.,
auf  Osterreich-  Ungarn  1  175  596  Rs.,  auf  Frankreich
  198  891  R.,  auf  Deutschland  185  462  Rs.,
auf  Italien  1  020  492  Rs.

Von  dem  Werte  der  Ausfuhr  des  Jahres
1905/06entsfielen  aus  Großbritannien  2901  361  Rs..
auf  Osterreich  803  821  Rs.,  auf  Frankreich
3  403  270  Rs.,  auf  Deutschland  742  091  Rs.,

 

auf  die  Niederlande  697  180  Rs.  und  auf  Italien
411  697  Rs.

Die  hauptsächlichsten  Einfuhrartikel  waren:
Kohlen,  Kaffee,  Baumwollenwaren,  Drogen,  Medizinen
  und  Narkotika,  frisches  Gemüse,  Getreide
und  Hülsenfrüchte,  Häute  und  Felle,  Elfenbein,
Getränke,  Früchte=  und  Gemüsekonserven,  Ghi,
Olsaaten,  Seide,  Gewürze  und  Zucker.

Ausgeführt  wurden  insbesondere  Kaffee,  Baumwollenwaren,
  Drogen,  Medizinen  und  Narkotika,
Getreide  und  Hülsenfrüchte,  Gummi  und  Harze,
Häute  und  Felle,  Elfenbein,  Früchte  und  Gemüse,
  Ghi,  Salz,  Gewürze  und  Zucker.

(Accounts  of  the  Trade  of  Aden  1905/0.)

AKußenhandel  der  Vereinigten  Staaten  von  Rmerika
vom  Juli  1906  bis  ODal  1907.
Mai  Juli  /  Mai
1907  1905  o6  1906  07
Werte  in  10008

1906

Marenverkehr.

 

 

 

 

Einfuhr:
zollfrei  I7121  54  947  505  414  596  266
zollpflichtig  57  788  71  659  620  368  725  710
im  ganzen  104909  126  606  1  125  782  1322  006
Auofuhr:
inländische  128  1514  131  812  1  594  979  1  719  738
fr  c.  2394  2  795  23  852  23221
im  gangen  130  518  131  607  1  618  831  1  712959
Anofuhrüberschuß.
  25  639  6001  193  040  120  953
Edelmetallverkehr.
Einfuhr:
Gold.  .  310911  2642  93  853  112305
Silber  4406  3  106  40  683  39  103
im  gangen  39  317  6138  134  536  151  708
Anofuhr:
Gold.  5722  1506  35  317  27527
Silbrr  55339  14326  61  351  51378
im  ganzen  11261  8832  90  608  789005
lberschuß  der
Einfuhr  28  0506  37  868  72803
Uberschuß  der
Ausfuhr  —  2694

(Nach  The  Journal  of  Commerce  ana
Commercial  Bullctin.)

Wertfestsetzung  fũr  einige  Rusfuhrartikel  in
Britisch-SZentralafrika.

Laut  Bekanntmachung  vom  30.  März  d.  Js.
sind  zum  Zwecke  der  Verzollung  bei  der  Ausfuhr
für  nachstehende  Artikel  die  folgenden  vom
1.  April  1907  ab  gültigen  Werte  festgesetzt  worden:

Schill.  Pre.
Kaffee  ..  Pfund  5
Tee  ......  -—6
Bienenwachs  .....  -  1--——
        <pb n="875" />
        G  781  20

Schill.  Pce.
4

Schoten  des  spanischen  Pfeffers  Pfund  —

Baumwolle,  nicht  entkernt  1
Desgl.,  entkernt  ··  ..  7
Jugwer,roh.....  -—  3½
Erdnüsse  ....  —  1½
Strophants  -  26
Flußpferdzähnen  -  2  —
Elfenbn  10  —
Mais.  Tonne  60  —
Olsämereien  HFFmfund  —  4
Kautschnnn  -  4  3
Tabess  "  4
Marienglas  6
Pfd.  Sterl.

Zinn  in  Barren
Kupfer  in  Barren.  ½*-Kupfererz,
  bearbeiter  OÜ  40
Desgl.,  nicht  bearbeitte  OD  15
(The  Board  of  Trade  Journal.)

Tonne  50
-  80

Kbänderung  der  Vorschriften  für  die  Einfuhr  und
Lagerung  von  Detroleum  in  sierra  Ceone.
Durch  ein  Gesetz  vom  2.  Mai  d.  Is.  —  The

Petroleum  Amendment  Ordinancc,  1907  (Nr.  10

1907)  —  sind  Bestimmungen  über  die  Einfuhr

und  Lagerung  von  Petroleum  erlassen,  die  im

allgemeinen  mit  denen  des  früheren  Entwurfs

übereinstimmen.  Mit  Bezug  auf  die  dem  Gounverneur
  eingeräumte  Befugnis,  für  Petroleum,

 

das  zu  gewerblichen  oder  Fabrikationszwecken  eingeführt
  ist,  die  gezahlten  Zölle  zurückzuzahlen,
schreibt  das  Gesetz  vor,  daß  Petroleum,  das  zum
Gebrauch  als  Triebkraft  bei  der  Beförderung  von
Waren  oder  lebendem  Vieh  zu  Lande  oder  zu
Wasser  für  Handelszwecke  bestimmt  ist,  bei  der
Einfuhr  als  für  einen  gewerblichen  Zweck  bestimmt
  angesehen  werden  soll.
(The  Board  of  Trade  Journal.)

Einfuhrverbot  für  gewisse  Krtikel  in  Aden.

Das  Indian  Trade  Journald  vom  13.  Juni
d.  Is.  enthält  eine  Bekanntmachung  des  Generalgouverneurs
  im  Rate,  wonach  die  Einfuhr  folgender
  Artikel  zur  See  oder  zu  Lande  nach
Aden  verboten  ist,  sofern  sie  nicht  von  einem
von  dem  Zollbeamten  am  Orte  der  Ausfuhr  ausgestellten
  Ausfuhrpassierscheine  begleitet  sind:

Straußeneier  sowie  Köpfe,  Hörner,  Felle  und
Federn  oder  Fleisch  von  einem  der  nachgenannten
Tiere:  Zebra,  Giraffe,  Elentier,  weißschwänziges
Gun,  Waldesel,  Büffel,  Elefant,  Geier,  Kranichgeier,
  Eule,  gemeiner  Nashornvogel,  afrikanischer
Madenhacker  (buphaga),  Strauße  jeder  Art,
Rhinozeros,  alle  Antilopen  und  Gazellen,  Tschita
(eynoelurus),  Erdwolf,  kleinere  Affen  jeder  Art,
Marabus,  kleiner  weißer  Reiher,  Wildschwein,
kleinere  Katzen,  Warzenschwein  ((phacocharus)
und  größere  Trappen.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

 

Verschiedene  (Mitteilungen.

Verkehr  deutscher  Schiffe  im  Hafen  von  Klexandrien
1906.

Im  Jahre  1906  haben  109  deutsche  Dampfer
mit  einem  Tonnengehalt  von  261  782  Registertons
  den  Hafen  von  Alexandrien  angelaufen.

Wenn  man  von  den  regelmäßig  verkehrenden
Passagierdampfern  des  Norddentschen  Lloyd  und
der  Hamburg—-Amerika-Linie  absieht,  so  ergibt
sich  für  1906  ein  Verkehr  von  73  Schiffen  mit
120  292  Registertons  gegen  60  Schiffe  mit
95  397  Registertons  im  Jahre  1905  und  55  Schiffe
mit  107  718  Registertons  im  Jahre  1904.  Der
deutsche  Schiffsverkehr  hat  also  gegenüber  den
Jahren  1904  und  1905  um  18  bzw.  13  Dampfer
und  um  12  524  bzw.  24  845  Registertons  zugenommen.


Von  den  109  deutschen  Dampfern,  die  den
Hafen  im  Jahre  1906  angelaufen  haben,  hatten
als  Heimatshafen:

Hamburg  53
Bremen  50

 

Lübeck  2
Oldenburg  2
Flensburg  1
Kiel  ...  ..  1

zusammen  109

Hiervon  gehörten:

Der  deutschen  Levante-Linie  in  Hamburg  40

dem  Norddeutschen  Lloyd  in  Bremen  31

der  Bremer  Dampferlinie  „Atlas“  in
Bremen  177

der  Hamburg—Amerikanischen  Paketfahrt-Aktiengesellschaft
  in  Hamburg  9

der  Oldenburg—  Portugiesischen  Dampfschiffs-Reederei

  „Union“  in  Hamburg  2
der  Aktiengesellschaft  Horn  in  Lübeck  2
6  anderen  Rcedereien  ie  1.  6
Ein  direkter  Verkehr  nichtdeutscher  Schiffe

zwischen  einem  deutschen  Hafen  und  Alexandrien
hat  im  Jahre  1906  nicht  stattgefunden.  Der
Hafen  von  Damiette  ist  von  keinem  deutschen
Schiffe  besucht  worden.
        <pb n="876" />
        W  0782  2Ö

Vom  27.  Oktober  1906  ab  hat  die  Hamburg
  —Amerika-Linie  einen  regelmäßigen  Passagierverkehr
  zwischen  Neapel  und  Alexandrien  mit  dem
Dampfer  „Oceana“  (4089  Registertons)  unterhalten;
  der  Dampfer  fuhr  anfänglich  alle  14  Tage,
vom  Jannar  d.  Js.  ab  wöchentlich.  Die  Fahrten
sind  indessen  mit  Schluß  der  Wintersaison  wieder
eingestellt  worden.

Der  Passagierdienst  des  Norddeutschen  Lloyd
zwischen  Marseille,  Neapel  und  Alexandrien  erfreut
  sich  nach  wie  vor  eines  lebhaften  Zuspruchs
sowohl  seitens  der  Touristen  als  auch  seitens  der
enropäischen  und  besseren  einheimischen  Kreise.
Im  Jahre  1906  sind  etwa  5700  Kajütspassagiere
und  etwa  1100  Passagiere  dritter  Klasse  befördert
worden.  Für  den  Warenverkehr  kommt  jedoch
diese  Linie  kaum  in  Betracht,  da  die  Liegezeit
im  Hafen  zu  kurz  ist,  um  Ladung  zu  nehmen;
die  von  Marseille  und  teilweise  auch  von  Neapel
mitgenommene  Ladung,  die  durchschnittlich  800
Tonnen  beträgt  und  hauptsächlich  aus  Mehl  aus
Frankreich  und  Ol  aus  Italien  besteht,  kann  in
Alexandrien  gerade  gelöscht  werden.

Im  Oktober  v.  Is.  ist  von  der  rumänischen
Schiffahrtsgesellschaft  „Service  Maritime  Roumain“
mit  dem  Sitz  in  Bukarest  ein  wöchentlicher  Verkehr
  zwischen  Constanza  und  Alexandrien  über
Konstantinopel  und  Smyrna  eingerichtet  worden,
der  von  drei  Dampfern  betrieben  wird.  Zwischen
der  genannten  Gesellschaft  und  dem  Norddeutschen
Lloyd  besteht  hinsichtlich  dieser  Linie  eine  Art
Betriebsgemeinschaft.

Die  deutschen  Reedereien  werden  im  Levanteverkehr
  bald  neuen  Konkurrenzunternehmungen
gegenüberstehen.  Im  Laufe  dieses  Frühjahrs
sind  zwei  neue  Schiffahrtsgesellschaften  gegründet
worden,  von  denen  die  eine  „The  Egyptian  Mail
Steamship  Company“  eine  direkte  Passagier-Dampferverbindung
  zwischen  Marseille  und  Alexandrien
  einzurichten  beabsichtigt.  Die  Gesellschaft
ist  mit  einem  Kapital  von  660  000  L  von  englischen,
  französischen,  belgischen  und  ägyptischen
Kapitalisten  errichtet  worden  und  ist  ein  englisches
Aktienunternehmen.  Der  Verkehr  soll  mit  zwei
Turbinendampfern  betrieben  werden,  die  von  der
Fairfield  Shipbnilding  and  Engineering  Company
in  Glasgow  erbaut  werden,  einen  Tonnengehalt
von  je  13.000  Bruttoregistertons,  eine  Länge  von
550  Fuß  und  eine  Breite  von  60  Fuß  haben
und  20⅛  Knoten  in  der  Stunde  laufen  sollen.
Die  ganze  Strecke  zwischen  Marseille  und  Alexandrien
  soll  in  70  Stunden  zurückgelegt  werden.
Es  wird  beabsichtigt,  die  Dampfer  mit  dem
größten  Luxus  und  allen  Bequemlichkeiten  der
ersten  transatlantischen  Dampfer  auszustatten.
Sie  sollen  Raum  für  500  Passagiere  erster  und
280  Passagiere  zweiter  Klasse  haben.  Über  den

 

Zeitpunkt,  wann  der  Betrieb  ausgenommen  werden
soll,  verlautet  noch  nichts.

Es  ist  fernerhin  eine  französisch-ägyptische
Schiffahrtsgesellschaft  unter  dem  Namen  „La  Compagnie
  de  Navigation  de  la  Moditerranée
Orientale“  mit  einem  Kapital  von  8  000  000
Franken  gegründet  worden,  welche  eine  Dampferverbindung
  zwischen  Dünkirchen  und  Alexandrien
einrichten  will.

Die  italienische  Schiffahrtsgesellschaft  Florio
Rubattino  beabsichtigt,  noch  im  Laufe  dieses
Sommers  eine  neue  Linie  zwischen  Syrakus,
Malta,  Tripoli,  Misrata,  Benghazi,  Dermah,
Alexandrien  und  Canea  zu  eröffnen,  die  mit  vier
oder  fünf  Dumpfern  von  etwa  je  3000  Registertons

  in  vierzehntägigen  Fahrten  betrieben
werden  soll.
Endlich  ist  neuerdings  unter  dem  Namen

„Servizzio  Italo-Spagnolo“  eine  kleine  Frachtdampferlinie
  zwischen  Genna  und  Alexandrien
eingerichtet  worden,  die  alle  drei  Wochen  von
einem  Dampfer  befahren  wird.  Der  Dampfer
fährt  unter  italienischer  Flagge,  die  Reederei  ist
jedoch  die  deutsche  Firma  Semler  &amp;amp;  Gerhardt
in  Genna.
(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Konsulats
in  Alerandrien.)

Schiffsverkehr  der  Regentschaft  Tunis  1906.

Nach  der  amtlichen  Statistik  haben  im  Jahre
1906  die  Häfen  der  Regentschaft  Tunis  angelaufen
  3727  Dampfer  mit  einem  Raumgehalt
von  3  412  472  Register-Tons  und  9689  Segelschiffe
  von  154  189  Register-Tons,  zusammen  also
13  416  Schiffe  von  3  566  661  Register-Tons.

Zu  den  bisherigen  18  Häfen  der  Regentschaft
ist  im  Jahre  1906  noch  ein  weiterer  kleiner
Hafen,  Aghir,  an  der  Ostküste  der  Jusel  Djerba
hinzugekommen.

Im  Vergleich  mit  dem  Vorjahre  haben  die
eingelaufenen  Schiffe  um  71  Dampfer  abgenommen,
  an  Raumgehalt  der  Dampfer  aber  um
81  955  Register-Tons  zugenommen.  Die  Segelschiffahrt
  weist  ein  Mehr  von  672  Schiffen  und
von  18  161  Register-Tons  auf.

Der  Vergleich  mit  dem  Vorjahr  ergibt  auch,
daß  sich  die  Schiffahrt  im  allgemeinen  nur  um
ein  geringes  gehoben  hat,  nämlich  um  2,7  v.  H.,
nach  dem  Tonnengehalt  der  ein=  und  ausgelaufenen
  Schiffe  gerechnet.  Im  einzelnen  sind
an  dem  Mehr  beteiligt:  Sfax  mit  7  v.  H.,  Sousse
mit  10  v.  H.,  Houmt-Sonk  mit  5  v.  H.,  Tabarka
mit  13  v.  H.,  Gabes  mit  4  v.  H.  und  Zarzis
mit  53  v.  H.  Ein  Minus  weisen  auf:  Tunis-Goletta
  mit  3  v.  H.,  Biserta  mit  6  v.  H.  und
Kelibia  mit  62  v.  H.
        <pb n="877" />
        G  783  20

Der  Ausfall  für  Tunis-Goletta  rührt  daher,
daß  die  Compagnie  Méditerranéenne  de  Navigation“,
  welche  während  des  Jahres  1905
eine  regelmäßige  Linie  für  Passagiere  und  Waren
zwischen  Tunis  und  Marseille  unterhalten  hatte,
ihre  Fahrten  im  Jahre  1906  eingestellt  hat.

Von  den  einzelnen  Ländern  weisen  ein  Mehr
auf:  Italien  von  7  v.  H.,  Deutschland  von  30  v.  H.,
Dänemark  von  107  v.  H.,  Österreich-Ungarn  von
73  v.  H.,  Norwegen  von  47  v.  H.,  dagegen  ein
Minus:  Frankreich  von  2  v.  H.,  England  von
17  v.  H.  und  Griechenland  von  55  v.  H.

Den  Hauptanteil  am  Schiffsverkehr  im  Jahre
1906  hat,  wie  stets,  Frankreich  gehabt  mit  2286
Dampfern  (gegen  2401  im  Vorjahre)  von  zusammen
  1  682  868  Register-Tons  und  35  Segelschiffen
  (gegen  45  im  Vorjahre)  von  945  Register-Tons
  im  Eingange.  An  zweiter  Stelle  kommt,
wie  bisher,  Italien  mit  999  Dampfern  (Gegen
994  im  Vorjahre)  von  zusammen  1243  4
Register-Tons  und  1162  Segelschiffen  (gegen  1115
im  Vorjahre)  von  zusammen  58  422  Register-Tons.
  Die  dritte  Stelle  nimmt  England  ein  mit
145  Dampfern  (gegen  165  im  Vorjahre)  von
zusammen  177  964  Register-Tons.

Die  deutsche  Flagge  tritt  an  die  vierte  Stelle.
123  deutsche  Dampfer  mit  zusammen  147  842
Register-Tons  haben  im  Jahre  1906  die  tunesischen
  Häfen  angelaufen;  im  Vorjahre  waren  es
95  Dampfer  mit  114  441  Register-Tons,  also
eine  Zunahme  um  28  Dampfer  und  33  401
Register-Tons.

Die  beiden  am  meisten  von  deutschen  Schiffen
besuchten  Häfen  sind  Sfax  mit  57  Dampfern  im
Jahre  1906  und  Tunis-Goletta  mit  46  Dampfern.

Die  Flaggen  der  übrigen  Nationen  sind  in
den  tunesischen  Häfen  nur  in  geringerem  Grade
vertreten.  Die  zunächst  kommende  ist  die  österreichisch-ungarische
  Flagge  mit  44  Dampfschiffen
von  zusammen  38  292  Register-Tons,  dann  die
dänische  mit  42  Dampfschiffen  und  37  210  Register-Tons.


Der  Warenverkehr  zur  See  weist  für  das
Jahr  1906  eine  Einfuhr  von  zusammen  506  838
Tonnen  auf  gegen  499  906  Tonnen  im  Vorjahr
und  eine  Ausfuhr  von  1  077  871  Tonnen  gegen
764  748  Tonnen  im  Jahre  1905.

Wenn  man  Ein=  und  Ausfuhr  zusammenrechnet,
  so  ergibt  sich  eine  Steigerung  des  Warenverkehrs
  um  25  v.  H.  gegen  das  Vorjahr,  woran
hauptsächlich  der  Hafen  von  Tunis,  dann  aber
auch  Sousse  und  Zarzis  teilhaben.  Diese  Steigerung
  ist  überwiegend  der  Ausfuhr  aus  den  nen
aufgeschlossenen  Phosphatlagern  von  Kalaa-Djerda
und  von  Kalaa-es-Senam  zuzuschreiben;  aber
auch  die  älteren  Lager  von  Gafsa  haben  im  Jahre
1906  eine  reichere  Ausbente  geliefert  und  dadurch

 

die  Ausfuhr  aus  dem  Hafen  von  Sfax  um  13  v.  H.
erhöht.  Susa  (Sousse)  verdankt  seinen  großen
Warenverkehr,  der  sich  im  Jahre  1906  beinahe
verdoppelt  hat,  teils  der  Einfuhr  des  umfangreichen
  Materials  für  die  Meliorationsarbeiten,
die  im  Sahel,  seinem  Hinterlande,  im  großen
Maßstab  ausgeführt  werden,  teils  auch  der  Ausfuhr
  der  guten  Ernte  von  1905.  In  dem  kleinen
Hafen  von  Zarzis  sind  während  des  Jahres  1906
100  Dampfer  unter  französischer  Flagge  und  883
Segelschiffe  unter  tunesischer  Flagge  eingelaufen,
Zahlen,  die  das  Vorjahr  um  1386  v.  H.  übertreffen.


Für  das  Jahr  1906  weist  die  Wareneinfuhr
zur  See  unter  deutscher  Flagge  eine  Zunahme
um  120  v.  H.  auf,  die  Ausfuhr  um  136  v.  H.
im  Vergleich  mit  dem  Jahre  1905.  In  Sfax
nimmt  die  deutsche  Flagge  den  dritten  Rang  ein
mit  mehr  als  100  000  Tonnen  Waren.

Im  übrigen  wird  natürlich  nahezu  die  Hälfte
aller  Waren  unter  französischer  Flagge  eingeführt;
im  Jahre  1906  waren  es  237  138  Tonnen.
Unter  italienischer  sind  77  265  Tonnen,  unter
englischer  43  854  Tonnen  und  unter  deutscher
32  900  Tonnen  eingeführt  worden.

Ausgeführt  wurden  unter  französischer  Flagge
297  755  Tonnen,  unter  italienischer  341  034,
unter  englischer  111  851
110  850  Tonnen.

Die  Küstenschiffahrt  hat  gegen  das  Vorjahr
um  einiges  zugenommen;  sie  wird  in  der  Hauptsache
  von  tunesischen  Segelschiffen  geringen
Tonnengehalts  betrieben;  die  französische  Flagge
hat  daran  teil  zu  31  v.  H.  und  die  italienische

und  unter  deutscher

zu  25  v.  H.
Als  Nothafen  haben  im  Berichtsjahre
12  Schiffe  verschiedene  tunesische  Häsen  angelaufen,

  darunter  zwei  deutsche  Schiffe.

Aus  der  Zahl  derjenigen  Schiffsgesellschaften,
welche  die  Häfen  der  Regentschaft  regelmäßig
anlaufen,  ist  die  im  Vorjahre  gegründete  „Compagnie
  Méditerranécenne  de  Navigation“  im
Jahre  1906  nach  nur  einjährigem  Betriebe  wieder
ausgeschieden.  Die  übrigen  sind  dieselben  geblieben;
  die  beiden  deutschen  sind  die  „Deutsche
Levante-Linie“  und  die  „Compagnie  Freitas“.

(Nach  einem  Berichte  des  Nais.  Konsulats  in  Tunis.)

Schiffsverhehr  auf  den  Tonga-Inseln  (Dolvneslen)
im  Jahre  1906.

Einklariert  Ausklaricrt
Flaage  Schiffsart  gahl  “r  tm½—#  gahl
Nukualosa.
Britische  Dampfer  .  13  20  635  13  20  635
Britische  Segler.  9  1  311  9  1  311
Norwegische  Segleer  3  1831  4  2617
        <pb n="878" />
        Einklartert  Ausklariert
en

 

Flagge  Schiffsart  Ton  .  Tonnenõlago
  Jahl  de  ahu  Zahl  gehalt
Haapai.
Britische  Dampfer  13  20  635  13  20  635
Britische  Segler.  1  I10  1!  119
Deutsche  Segler.  1  —.  —
Norwegische.  Segler.  .  4  263  4  2604
Vavau.
Britische  Dampfer  14  20  7417  14  20  747
Britische  Segler.  1  287  1  287
Norwegische.  Segler.  .  1  699  2  1  398
(Fanement  of  the  Trade  and  Invigtion  of  the
nited  Kingdom  for  1906  ga.)
Citeratur.

Wirtschaftliche  Eisenbahn-Erkundungen  im
mittleren  und  nördlichen  Deutsch-Ostafrika.
  Von  Paul  Fuchs  unter  Mitwirkung
des  Landwirts  A.  Hauter.  Mit  76  Abbildungen,
einer  Skizze  im  Text  und  fünf  Karten.  1907.
Herausgegeben  vom  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitee,  Berlin  XW.,  Unter  den  Linden  43.

Professor  Dr.  Max  Fesca:  Der  Pflanzenban
in  den  Tropen  und  Subtropen.  Zweiter

Band.  Berlin  1907.  Verlag  von  Wilhelm
Süsserott.  Preis  Mk.  5.—

 

784  20

Kolbe,  Oberst  a.  D.:  Unsere  Helden  in  Südwestafrika.
  II.  Die  Kämpfe  mit  den  Hottentotten.
  Mit  12  Abbildungen  von  Mitkämpfern
und  6  Abbildungen  vom  Kriegsschauplatz.
Verlag  Friedrich  Engelmann  in  Leipzig.  Preis
Mk.  2,50.

In  diesem  Heft  schildert  der  Verfasser  die
Kämpfe  unserer  Truppen  gegen  die  Hottentotten,
vor  allem  gegen  Morenga.  Auch  dieses  Heft
zeichnet  sich  durch  eine  frische,  lebendige  Darstellung
  der  Kämpfe  aus.

Dr.  P.  Mohr:

Algerien,  eine  Studie  über  die

französische  Land=  und  Siedlungspolitik.  Berlin
1907.  Verlag  von  Wilhelm  Süsserott.  Preis
Mk.  6,/

Werner,  Kommerzienrat:  LKaufmännische  Mitarbeit
  an  der  Kolonialbetätigung.  Vortrag
  vor  dem  deutschen  Handelstage  am  9.  April
d.  Is.  Zweite  Auflage.  Berlin  1907.  Verlag
von  Wilhelm  Süsserott.  Preis  40  Pfl.

Deutscher  Kolonialkatalog.  Ein  Verzeichnis
neuerer  und  älterer  Schriften  über  die  deutschen
Schutzgebiete.  Herausgegeben  von  der  Exportbuchhandlung
  G.  A.  v.  Halem,  Bremen.

 

Verkehrs-Nachrichten.

In  Kieta  (Deutsch-Neugninea)  ist  am  25.  April  1907  eine  Postagentur  eingerichtet  worden,
deren  Tätigkeit  sich  auf  den  Brief-,  Zeitungs-,  Postanweisungs-,  Paket=  und  Nachnahmedienst  erstreckt.

Postpampfschifsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  August  1907.

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungéhafen.  Friese  müssen  au.
Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  15.  Aug.  12.  Sept.Friedrich-Wilhelms-(bemsche
  Schiffe“  hafen  38  Tage
«  Simpsonhafen  41  Tagee3.  23.  Aug.  10.  Sept.
1.  deutsch-Neuguinea.  Brin  25.  Aug.  Simpsonhafen  38  Tage  10  abds.
Cengl.  .  Friedrich-Wilhelms-«
  hafen  41  Tage
2.  deutsch-Ostafrika.  Neapel  5.  26.  Aug.  5.  Sept.  Mombasa  O  16.18  Tage  3.  24.  Aug.  3.  Sept.
a)  m  Bukoba.  Muansa  und  (eFutsche  Schiffe)  10  abds.
be  ni’**z  Marseille  10.  jedes  Monats]  Mombasa  O  17  Tages.  jed.  Mis.  90  abds.
bahn  n  der  Endstation
zu  xt  no  den  Bestim  Brindisi  KM.  Aug.  1.  Sept.Mombasa  O  20  Tage  2.  30.  Aug.  105  abds
17t  en  —  «  '
(engl.  Schiffe)
/  nach  ETanga  (einfchl.  anReapel  5.  20.  Aug.  5.  Sept,  Tanga  17—19  Tage  3.  21.  us.  3.  Sept.
Moschi  .  rid-  Wangan,  (deutsche  Schlffe)  10  #  abds
ugio  un  1  -.  --  -  -»  .  -—
o  ema)  Neapel  5.  26.  Aug.  5.  Sept.]  Daressalam  18-21  Tage  3.  24.  Aug.  3.  Sept.
(deuische  Schiffe)  1035  abds.
)  nach  Deutsch-Ostafriko  Marseille  10.  jedes  Monats  Janzibar  18  Tage  8.  jed.  Mis.  10  abds.
(ausschl.  der  unter  a  und  b  von  Zanzibar  unmittelbar
genannten  Postorte)  (G  ge  beförderung  nach
Daressalam  durch  Gouvernememsdampfer
  in  6  S  .
Brindisi  1  Aug.  1.  Sept.  Sanzibar  22  Tage  2.  30.  Aug.  103  abds.
Schi  Daressalam  weiter
(engl.  Schiffe)  8  insschlent  Gelegenheit
        <pb n="879" />
        GV  V785  20

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen)  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Hamburg  #  11.  125.  Aug.  Swakopmund  25,  22  Tg.10.  24.  Aug.  712  abds.
3.  deutsch-südwestafriha  wanlntwerpen  n  55.  20.  Aug.  Swakopmund  30,  20  Tg..  25.  Aug.  83  vms.
·  eutsche  Schlffe)
a)  manch  Abbabis,  Hometro,  Gi-  Voulogne  16.  27.  Aug  Swakopmund  29  und  5.  26.  Aug.  10  ums.
bron  Gobabis-Goshas.  Gro,  orunsche  Schh  10  Tage  ·"
Hohewarte,  vi  Tage
*  —’e  Southampton  3.  10.  u!.  Aug.  Swatopriund  V  20  bis  2½  30.  Aug.  6.  Sept.
Olahandja  Mastse.  Zi  m-  7.  25,  32,  25  Tage  vms.
Tc.  Omarurn,  Oian  #  .1  2,  25  2  2  hm.
ons.  ½  isn  l7  14  fnb  (2.  !P#  Swakopmund  32,  25  Tg.16.  23.  Aug.  1122  o#ms.
to.  rero,  2  5
rlire  n,  Damburg  21.  Aug.  .  Swakopmund  25  Tage  20.  Aug.  5  5  uUm-s.
d  it,  Walerber
bhiu
i
Southamptom  10.  17.  21.  31.  Aug.]  Lüderivbucht  20  bis  9.  16.  23.  30.  Aug.
J.  Sept.  29  Tage  6.  Sept.  1122  #ms.
ntwerben,  5.  Aug.  Lüderitzbucht  21  Tage  4.  Aug.  83  oms.
(deutsche  Schiffe)
wvaulogen  6.  Aug.  Lüderitz4bucht  20  Tage  5.  Aug.  1°0  ums.
eutsche  Schiffe
0)  nach  !7  Kubub  Hamburg  11.  25.  Aug.  vũderitzbucht  und  10.  24.  Aug.  7  1  abds.
Bethanien,  Hasuur,  Keet-  24  Tage
manshoop  WSouthampton  3.  Aug.  Lüderitzbucht  29  Tage  2.  Aug.  1122  oms.
vHamburg  21.  Aug.  Lüderitzbucht  37  Tage  20.  Ang.  527  Ums.
eintwerben,  26.  Aug.  Lüderitzbucht  32  Tage25.  Aug.  85  om#s.
(dentsche  S
od  Beul  leg  7½.,  27.  Ang.  Lüderivbucht  31  Tage6.  Aug.  1°  ums.
u  hvr
5  00  „e  is  heo  Southampton  3.  17.  31.  Aug.  Capstadt  17  Tage  2.  16.  30.  Aug.
bos.  von  dort  weiter  auf  dem  1122  vms.
Landwege  über  Steinkopf
1.  Kamerun.  Hamburg  6  10.  23.  jed.  Mts.Viltoria  19,  24  Tage  19  jed.  Mts.  88  oms
24  Tage  5-  Jcdd.  MS.  vms.
nach  Bamenda.  Vanso,  Bi  Duala  19.  2  Tage  22  Mts  12  .
-  h  Sirindihe  Schen.  RKribi  20  u.  28—30  Tage  I  22  jed.  Mts.  7  abos.
ol-  1!  .  .
web  m  Eå  P,  I  stät-nähert  Vollkdgllt  er  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
a  aunde,  Johann=  ·  Duala  18  Tage
Mechen,  *  rh,  deutse  2—  Kribi  19  *-Hlsvort,
  3  U#t  Acla  ##iverpool  10.  Aug.  7.  Sept.  Duala  23  Tage  S.  Aug.  5.Sept.  105  abds.
Swiper-  -  »  Viktoria  25  Tage  *“-  5
Liverpool  21.  Aug.  (nto  20  ag  e  Aug.  10  abds.
hr  nach  Rio  del  Rey  ·  Hamburg  23.  jedes  Monats  Rio  del  Rey  31—35  Tage22.  jed.  Mts.  7  1  abds.
Liverpool  21.  Aug.  21.  Sept.  Rio  del  Ney  23  Tage  22.  Aug.  19.  Sept.
—.  :  10450bd-J.
c)nachvemTi-imdseeGebietLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tage  jeden  Donnerstag
(Garna,  Kufseri)  1  von  ¾*!r  t  10“5  abds.
4)  nach  Ofüdinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  Cal-  jeden  Donnerstag
.  3  zzän  10“5  abds.
i  inge  am  Croßfluß)
e)  nach  Molundn  Antwerpen  22.  Aug.  12.  Sept.  Matad  9—20  Ta  21.  Aug.  11.  Sept.
on  ue,  mit  .  Eslen-  .  10  nachm.
D·.·0  "  „  —  8  abd
Vordeaux  25.  jedes  Monats  zun  mit  savsgle  un8  au23.  jed.  Mts.  10  abds.
.  dem  *  o,  Ssongea  un
J  l  T.  I
Neapel  „iNa39  Tage  I  1:;.Aug.11.th
odeatolinempalamwecnschcscvifio10’A"9'13’Ut"  VIII-aus«  3  ag  0#  abds.
Inseln,  Marianen.  Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
geleitet;  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.
        <pb n="880" />
        V786  20

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen


am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrl

Friefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

abgesandt  werden  am:

 

6.  Kiantschon.

Nea
s

(unhr  W

pel  1.  15.  29.  Ang.
Sine
jeden  Sonntag

Tsingtau  32  Tage

Tsingtau  33—36  Tage

30.  Juli  13.  27.  Aug.
10  abds
5%  Freitag  10  abds.

 

 

 

Marseille  4.  18.  Ang.  1.  Sept.  Tsingtau  30  Tage  16.  8  Aug.
(kranz.  Schiffe)  8  sing  6  #  5
Liverpool  23.  Aug.  Tsingtau  31  Tage  22.  *  *  vms.
Neapel  15.  Aug.  Jaluit  58  Tage  13.  Aug.  10  abds.
(engl.  **r'
7.  Marshall-Inseln.  Brir  25.  Aug.  Jaluit  56  Tage  23.  Aug.  105  abds.
#menrind  Milse)
Neapel  13.  Okt.-  Jaluit  47  Tage  11.  Okt.  10  5  abds.
(engl.  Rhilse)
Neapel  4.  Aug.  1.  Sept.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  Ceucl.  **-  e  9.  30.  Aug.  6.  Sept.
Brind  11.  Aug.  8.  Sept.  Apia  51  Tage  |D  lois  um
(engl.  t  lne)
Hamburg  1.  11.  23.  jed.  Mts.  Lome  19,  18,  22  Tage20.  22.  31.  Aug.  7#2abds
Nordenham  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mis.  1122  oms.
Hamburg  10.  jedes  MonatsLome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  8##8  oms.
Voulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1°  ums.
9.  Logo.  (deuische  Schiffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  GCotonon  19  Tage  10.  jed.  Mts.  10  abds.
on  da  ab  Landverbindung
Bordeaux  25.  jedes  Monats  Cnionen  14  Tage  23.  jed.  Mis.  10½  abds.
von  da  ab  Laudverbindung
Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  15  Tage  Donnerstag  93  abds.

 

 

on  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tag

 

)  Den  durch  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Brieisendungen  nur  dann  ungefahrt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  vurch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Landungs-Die

  Post  ist  fällig

Die  Post  ist  fällig

 

 

 

 

 

 

Landungs-=6F
  .  V  .
Von  hafen  in  Berlin  am  on  hafen  in  Berlin  am
Marseille.  ..  22.  Aug.  1arshall  Inseln  Neapel.  .  .  .  B.  Sept.
deutsch-  Neuguinea  Neapel  .  .  ..  1*.  29*.  Aug.  26.  S  »  .
—  Neapel.  .  .  .  M.  Aug.  Neapel  7836.  30.  Ang.
20*.  Se  -*t  Sept.  *
Deutsch-Ostafriba  Brindisi  .  .  25.  Ang.  Bit  ..  2  .  *s
Marseille  16  jed.  %  Liverpool  4.  Aug.  1.  Sept.  üb.
Deutsch-Südwestafrina  Antwerpen.  10“.  Aug.  Niautschouon  Vancouv.
nördl.Tell  d.  Schusgeb.  Lamburg  127  1#.  24.  Aug.  —  |  1.6.-I  13  18.
·  *  USouthampton  11.  25.  Aug.  8.  Sept.  Southampton,  20-  29.  Aug.  3.
sndl.  Teil  des  Schutgeb.  Southampton  11.  25.  Aug.  S.  Sept.  Le  Havre  oder  ö.  S.  15.  177.  Sept.
Hamburg  .  .24*.  Aug.  2*.  Sept.  Zuecneton
Ant  1  31“.  Aug.  Sibir.  Eisen-—
  —  ——  An  werpen.  Gain.  Aug.  bahn.  .  ..  jed.  Montag  u  u.  „Mittw.
Hamburg  1.  **r  4  A.  1“..  -  —  —
Kamern  Houthampton,  3“.  Mts  Samoa  Queenstown  unbestimmt,  voraus-Plymouth
  4.1  #  1.  Sept+⅛ödll  od.  Plymouth  sichtlich  197.  Aug.
den  Karolinen,  «-  ««»  »outhampton  jed.  Mts.
arianen,  Neapel  .  .  .  236.  Sept.  loogo  Hamburg  g“.  13°.  16°.
Palau-Inseln  1  Aug.  17.  Sept.

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="881" />
        GV  78720
Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)

S.  „Bussard“
S.  „Condor“
.  S.  „Planet“.
S.  „Sceadler“
S

S.  „Sperber“

Daressalam  —  21/6.  Zanzibar  8/7.  —  Daressalam.

4/6.  Apia  29/6.  —  Tahiti.

7/5.  Vermessungsgebiet  bei  Matupi.

Durban  11/6.  —  15/6.  Beira  19/6.  —  23/6.
26/6.  Ibo  28/6.  —  30/6.  Daressalam.

21/6.  Loanda  21/6.  —  22/6.  Banana  —
4/7.  Kap  Lopez  13/7.  —  Gabun.

Port  Aurelia  26/6.  —

24/6.  Boma  26/6.  —

Ablösungstransport:

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Feldmarschall“  der  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstrausport

für  S.  M.  Schiffe  „Seeadler“
Transportführer:
Hamburg  29/6.  —  30/6.  Rotterdam  2/7.  —  3/7.  Dover  3/7.  —  6/

und  „Bussard“  an  Bord.
Kapitänleutnant  Kaulhausen.

7.  Lissabon  8/7.  —  Tanger.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West.  und  Südwestafrika.

 

 

Postdampfer  n  eise  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  27.  Juli  1907.
„Adolph  Woermann"  Swakopmund  Hamburg  am  25.  Juli  in  Duala.
„Alerandra  Worrmann"  Hamburg  Gabun  am  15.  Juli  in  Lome.
„Aline  Woermann“  Kapstadt  Srwakopmund  am  23.  Juli  in  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Calabar  Hamburg  am  23.  Juli  in  Forcados.
„Arnold  Amsinck"  Hamburg  Mossamedes  am  24.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Ascan  Wocrmany“  Hamburg  Mossamedes  a#m  21.  Juli  in  Mossamedes.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Winnebah  am  26.  Juli  in  Fierra  Leone.
„Eduard  Bohlen“  Swakopmund  Kapstadt  am  23.  Juli  in  Kapstad
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderitbucht  am  11.  Juli  in  Tahho
„Eleonore  Woermann“  Hamburg  Duala  am  22.  Juli  in  Conakry.
„Ella  Woermann“  Assinie  HLamburg  am  21.  Juli  in  Hamburg.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderibbucht  am  22.  Juli  in  Swakopmund.
„Frieda  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  83.  Juni  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“.  Hamburg  Gabun  am  26.  Juli  Dover  passiert.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  10.  Juli  in  Dakar.
„Hemriette  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  12.  Juli  in  Lome.
„Jeannette  Woermann“  Accra  Hamburg  am  27.  Juli  in  Dover.
„Nurt  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  27.  Juli  in  Las  Palmas.
„Lili  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  21.  Juli  Dover  passiert.
„Linda  Woermann“  Hamburg  Rio  Nunez  am  25.  Juli  in  Antwerpen.
„Lothar  Bohlen“  Kotonon  4  Hamburg  am  16.  Juli  in  Kotonon.
„Lucie  Woermann“.  Duala  Hamburg  am  23.  Juli  ab  Teneriffe.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  26.  Juli  ab  Notterdam.
„Martha  Woermann“  Gabun  Hamburg  am  25.  Juli  in  Lagos.
„Max  Brock“.  Mossamedes  Hamburg  am  22.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Assinie  am  25.  Juli  in  Sierra  Leonc.
„Otto  Woermann“  Nio  Nunez  Hamburg  am  26.  Juli  in  Las  Palmas.
„Paul  Woermann“.  Hamburg  Calabar  am  17.  Juli  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  .  Kotonon  Hamburg  am  7.  Juli  in  Hamburg.
„Gouverneur  v.  Puttkamer"  Hamburg  Rio  Nuncz  am  23.  Juli  in  Conakry.
Hamburg=  Amerika-  Linie,  Afrika-Dienst.

„Duala“  Hamburg  Accra  am  22.  Juli  in  Accra.
„Edea“  Calabar  Hamburg  am  26.  Juli  in  Hamburg.
„Kamerun“  Gabun  Hamburg  am  27.  Juli  Dover  passiert.
„Lome“  Hamburg  Kotonon  am  23.  Juli  in  Lome.
„Otavi“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  Juli  ab  Las  Palmas.
Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  18.  Juli  in  Gabun.
„Windhut“  Hamburg.  Lüderitzbucht  am  27.  Juli  ab  Hambburg.
„Dortmund“.  Lüderitbucht  Hambur  am  21.  Juli  ab  Gabur
„Sparta“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  25.  Juli  in  ##beritbucht.
        <pb n="882" />
        Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  S

788  2O

Rurse  deutscher  Rolonialwerte.

Tclerbon-  Amt  l  9229  und  9224.  „elegramm-  Adresse  „Heydtbank“.

Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

26.  Juli  1907.

 

 

 

 

 
  
 
 

 

 

 

  

Grün=  *t  Ge=  vor-  ebie
dungs-  Kapital  schäfts-  le  07  Divi-  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  Mark  jahr  4  dende  **l  %
1906  1  250  000  1.  10.  —  —  108  112
1906  2000  000  1.  1.  —  —  98
1005  1  200  000  1.  M4.  0  —  95
1905  600  000  1.  1.  0  5  ....  —  95
1890  1  500  000  1.  1.  320  22  Compagnie  260  —
1891  2  600  000  1.  10.  5  7  .....  89  91
1905  220  000  1.  1.  —  13  —  105
1900  418  000  1.  1.  7  7  —  120
1878  2  750  000  1.  1.  12  20
215  220
1885  2  000  000  1.  1.  0  20  188  194
1907  2500  000  1.  1.  —  —  99
1902  1  000  000  1.  1.  0  0  84  —
1902  1  000  000  1.  5.  0  1  —  95
1885  3  721  0O000  1.  1.  3½  5  100  104
;  00  000  53  5  101  105
1886  00  000  1.  1.  (  (  123sjr.  163zofr.
190  11.5  000  1.  1.  3½  3½  6
6“  .  91  92
1897  2250  000  1.  1.  7  4  —  9
1899  4  000  000  1.  1.  )  0  A.  —  Il150.—
360  000  0  0  do  AI  10.—
1898  1  000  000  1.  1.  5  10  Südkamerun.  A.  131  135
1  000  000  0  10  do  do  B.  118  121
18890  2  000  000  1.  10.  0  0  —  34
1897  1153  000  1.  1.  0  0  —  40
1889  3000000  1.  10.  0  0  26  30
1887  1200  O000  1.  1.  15  20  ......  300  310
1898  1  200  O0o00  1.  7.  0  0  Stamm-Aktien  10  15
„  6  gerrunebten  —  47
19004  .1000  000  J1.  1.)  —  0  K  B  ts-Akt  .  —  10
1906  3  000  O000  1.  1.  —  4  aeLeeeetegeseh  .  —  198
1903  1  000  000  1.  1.  —  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A.-G.  —  85
1899  1  100  O000  1.  7.  0  0  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  .  .  75  83
1885  6  000  O000,  1.  k.  0  0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Ameile  .  92  —
0  0  Stamm-Anteile  47  —
1906  1200  000  1.  1.  —  —  Otstafrika-Kompagnic  ...  —  95
1904  2.000  000  1.  1.  3  3  Ostafrikanische  Eisenbahngesellschaft,  Anteile
«  (vom  Deutschen  Reiche  mit  3%  Zins  und
4  1  120%  Rückzahlung  garantiert)  92  933
1900  20  000  000  1.  4  0  0  Otavi-Minen=  und  Eigenbahngesellchaft“  135  140
1897  2  000  000  1.  10,  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  —  92
1895  1  500  000  1.  1.]  0  0  9½9  theinische  Hande“-Poamrahengesellihaft.  25  35
1903  800  000  1.  1.)  0  0  Safata-Samoas-Gesellschaft  .  —  100
1905  2  000  O000  1.  1,  4  4  „—  ennoeatschnk-  Lom  pagni  —  100
1897  500  000  1.  1..  0  0  Sbigi  Pflanzungss  Gesellschafr  105
1900  500  000  1.  7W.  0  0  South  African  Territorie  3sh9d  18h3  A
1892  F  2000  000  „1.  7W.  0  0  South  West  E4xs.  Co.  18  sh  18  sh  6.
1893  869  100  1.  4.  0  0  1Ufambara  Kaffeebaugesellschaft  Stamm-Anteile  283fr.  32  zöfr.
112200  0  0  o  Vorzugs-Anteile  47zofr.  52  zsfr.
1897  1500000  1.  1.  0  0  Westafritanische  sicnuunscrfechchan  Bibundi
k  4  6  Stamm-Anteile  70  75
«  600  000  0  6  Vorzugs-  Anteile  98  .-1897
  4500  000  1.  1.  0  ·  wei  Pflanzungsgesellschaft  Victoria
n  4n  »  ,1qmmncngclcgtc  Stamm-Aktien  —  50
k)  ·-  «  Vorz.-Aktien  100  —
189  #  1  800  000  1.  1.)  0  0  rult:  vuꝛdes-  und  sianheca

"

Dilcsseldo

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  rorniteiendes  Lanthaus  tets  gern  bereit.
        <pb n="883" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Bberausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  Kugust  1907.  Uummer  16.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  aun  1.  und  15.  jedes  Monats.  Dertelben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens
einmal  x“  )  cuktmthdkn  Jll;.naus«-inmithin-nSuintxsstlun  hist-Its—1:-x.sol)innnl)1-  lrtssltsrk
v.  Dunckelm  iertelfährliche  Gbenengenenken  für  das  Leolonialbtan  mit  den  Sereiien  beträgt  beim  e#  sge  durch  d
Post  und  die  ewri  M.  3  unter  Srkifband  durch  die  Verragsbuchhandlung:  n)  M.  1.—  für  Demschland  d
der  dentschen  Schutgebiete  "u0  gen  h  Ateant  )  M.  5.—  für  die  Cünner  des  Weltpoftverelus.  —  Eintendungen  und  Anfragen
sind  an  die  Köntaliche  ochbalsdsnnoh  von  Erust  ahied  Miétler  und  Sohn,  Verlin  SWs,  Kochstraße  66—71,  zu  richten.

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts,  betr.  Erteilung  einer  Sonderberechtigung  zum
Schürsen  und  Bergbau.  Bom  19.  Juli  1907  S.  789.—  Verfügung  des  Neichs-  Kolonialamts,  betr.  die  Anwendung
lörperlicher  Züchtigung  als  Strafmittel  gegen  Eingeborene  der  afrilanischen  Schuogebiete.  Vom  12.  Juli  1907  S.  790.

Aus  fübrungsbestimmungen  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea  zu  den  Vorschriften  des  Bunderrats  für  die

Beförderung  von  Leichen  auf  dem  Seewege  vom  18.  Januar  1906.  Vom  20.  Mai  1907  S.  793.  .  Versonalien  S.  793.
Nichtamtlicher  Teilz  Personal-Nachrichten  S.  791.  —  Patriotische  Gaben  S.  795.  Die  deutsche  Marine=Crpedition
  1907.1
Kamerun:  Gassrdure  verhaltnijse  im  Schucgebiet  S.  797.  Auftreten  der  Schlaskrantheit  S.  798.  —  Ulnterwerfung
  des  Jetsang-Gebietes  S.  796..  Bestrafung  des  Häuptlings  Onambelle-ulu  und  seiner  Anhänger  S.  798.
Von  der  Manengubabahn  S.  798.  Lehrwerkstätten  für  Eingeborene  S.  800.
Deutsch  Südwestafrila:  Von  der  Südbahn  S.  S00
Deutsch  Neuguinca:i:  Eingeborenen-„Krieg"“  auf  der  Gazelle-Halbinsel  S.  807).  Die  Walman  in  Kaiser-Wilhelmrland
  S.  802.  —  Kannibalismus  im  Biemarck  Archipel  S.  80.I.  Apostolische  Präseltur  auf  Saipan  S.  810.
Deutsch  Ostafrila:  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei-  den  Jollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch—
ostafrilanischen  Schutzgebiets  in  den  Monaten  Januar,  Februar  und  März  1907  S.  800.  —  Desgleichen  bei  den
Zollämtern  an  der  Küfte  in  den  Monalen  März  und  April  1907  S.  an.  s-  Nachsvuntnq  ubu  die  in  Deutsch-OÖstafrila

  vorhandenen  Prival-Pflanzungen  und  deren  ungefähren  Sland  am  1.  April  10075

Aus  fremden  Kolonien  und  Pr  oduktion  gebieten:  Absatz  von  Produkten  der  iesicnien  Baumwollsaat=Verarbeitungsindustrie
  in  europäischen  Ländern  S.  820.  —  Stand  der  khaumoliostan  unge  in  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerila  Ende  Juni  1907  S.  S21.  Seidenaur  eefuhr  Schanghais  1906  7  S.  822.  Der  Leatholzhandel  in
Monlmein  (Burma)  1900  S.  823.  Handels  und  Schissoverkehr  auf  den  71  Longa:  Anseln  S.  S21.

Verschiedene  Mitteilungen:  Handel  zwischen  Deutschland  und  den  porlugiesischen  Kolnien  in  Ajrila  S.  82.
—  Zur  Lage  des  Hansmarktes  in  Reapel  S.  82.  Volonial-  Wirtschaftlichen  S.  825.  Literatur  S.  825.—
Verlehrs  Nachrichten  S.  826.  Schissebewegungen  .  820.  nurse  deutscher  Kolonialwerte  *  “  —  Anzeigen.

Als  Beilage:  Die  Hangelijchen  Missionen  in  den  deutschen  Schutzgebieten.  Statistische  Übersicht  nach  dem
Stande  vom  1.  Januar  1907

egcsscchitHfher  TeilEsssssssn)

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts,  betr.  Erteilung  einer  Sonderberechtigung
Zum  Schürfen  und  Bergbau.
Vom  19.  Juli  1907.

Auf  Grund  des  §  93  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  vom  27.  Februar  1906  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  363)  wird  dem  Landesfiskus  des  Schutzgebiets  Togo  vorbehaltlich  wohlerworbener
Rechte  Dritter  die  Sonderberechtigung  zum  ausschließlichen  Schürfen  und  Bergban  für  Edelmineralien
in  den  Bezirken  Misahöhe,  Atakpame  und  Sokode  orteilt.

Berlin,  den  19.  Juli  1907.
Reichs-Kolonialamt.
In  Vertretung:
Conze.
        <pb n="884" />
        G  V90  20

Verfügung  des  Reichs-RKolonialamts,  betr.  die  Knwendung  Börperlicher  Süchtigung  als
Strafmittel  gegen  Eingeborene  der  afrikanischen  Schutzgebiete.
Vom  12.  Juli  1907.

I.  In  allen  Fällen,  in  welchen  gegen  einen  Eingeborenen  körperliche  Züchtigung  (Prügeloder
  Rutenstrafe)  als  gerichtliche  Strafe  verhängt  wird,  ist  über  die  Verhandlung,  auf  Grund  deren
die  Strafe  festgesetzt  wird,  unter  Benutzung  des  Formulars  A  ein  Protokoll  aufzunehmen,  welches
von  dem  mit  der  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit  betranten  Beamten  zu  unterschreiben  ist.  Das
Protokoll  hat  insbesondere  die  Bezeichnung  der  strafbaren  Handlung  zu  enthalten.  Auch  muß  aus
ihm  hervorgehen,  daß  der  Beschuldigte  über  die  ihm  zur  Last  gelegte  Tat  gehört  worden  ist,  und
daß  die  von  ihm  zu  seiner  Eutlastung  angebotenen  Beweise  soweit  tunlich  erhoben  worden  sind.
Endlich  ist  in  das  Protokoll  auch  die  Urteilsformel  aufzunehmen.

II.  Prügel=  und  Rutenstrafen  dürfen  niemals  durch  den  mit  der  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit
  betranten  Beamten  selbst  vollstreckt  werden.  Die  Vollstreckung  ist  indes  von  ihm  oder
einem  Arzte  persönlich  zu  überwachen.

III.  Über  die  Vollstreckung  von  Prügel=  und  Rutenstrafen  unter  Beobachtung  der  bestehenden
Vorschriften  ist  ebenfalls  ein  Protokoll  aufzunehmen.  (Formular  A  Rückseite.)

Das  Protokoll  ist  von  dem  mit  der  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit  betrauten  Beamten
oder  dem  hinzugezogenen  Arzt  zu  unterschreiben.  Besondere  Vorkommnisse  bei  der  Vollstreckung
und  Verletzungen  sind  zu  beurkunden.  Protokolle,  welche  einen  derartigen  Vermerk  enthalten,  sind
dem  Gonverneur  in  Abschrift  einzureichen.

IV.  In  Fällen  in  denen  eine  Prügelstrafe  von  mehr  als  15  oder  eine  Rutenstrase  von
mehr  als  10  Schlägen  festgesetzt  wird,  ist  dem  Protokolle  eine  Begründung  des  Urteils  anzuschließen.
In  der  Begründung  sind  die  für  erwiesen  erachteten  Tatsachen  anzugeben,  in  welchen  die  Merkmale
der  strafbaren  Handlung  gefunden  werden.  Ferner  sind  die  Umstände  anzuführen,  welche  für  die
Zumessung  der  Strafe  bestimmend  gewesen  sind.  Die  Begründung  ist  von  dem  mit  der  Ausübung
der  Strafgerichtsbarkeit  betrauten  Beamten  zu  unterschreiben.  Eine  Abschrift  des  Protokolls  ist  dem
Gonverneur  einzureichen.

V.  Die  gemäß  Nr.  III  und  lV  dieser  Verfügung  eingereichten  Abschriften  sind  beim  Gonvernement
  einer  Durchsicht  zu  unterwersen,  bei  welcher  der  Oberrichter,  im  Schutzgebiet  Togo  der
Bezirksrichter  in  Lome  mitzuwirken  hat.

Die  Abschriften  zu  Nr.  III  sind  auch  dem  Referenten  für  Medizinalangelegenheiten  vorzulegen.
  Beanstandungen  sind  vom  Gouverneur  den  beteiligten  Dienststellen  bekannt  zu  geben.

VI.  Diese  Verfügung  findet  entsprechende  Amvendung,  wenn  Prügel=  oder  Rutenstrafen
von  einem  mit  der  Ansübung  der  Strafgerichtsbarkeit  betranten  Beamten  auf  Grund  des  §  17  der
Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  22.  April  1896  als  Disziplinarstrafen  verfügt  werden.  In  diesem
Falle  ist  das  Formular  B  zu  benntzen.

VII.  Die  über  die  Führung  von  Strafbüchern  erlassenen  Vorschriften  werden  durch  diese
Verfügung  nicht  berührt.

Berlin,  den  12.  Juli  1907.
Dernburg.

FSormular  A.
Eingetragen  im  Strafbuch  Nr.
Derhandelt
,  den
Vor  dem  unterzeichneten,  mit  der  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit  gegen  Eingeborene  betranten

Beamten  erschein  —  vorgeführt  —  d

welche  beschuldigt  w  rd
        <pb n="885" />
        G  791  2

D  Erschienene,  hierüber  gehört,  bestreite  gesteh  —  die  Beschuldigung  —  ein.
D  als  Zeng  vernommene
beslätig  die  Beschuldigung  Auf  Antrag  d  Beschuldigten

w'ird  ferner  als  Zeug  vernommen:

welche

—  Wiitere  Entlastungsbeweise  hat  der  Beschuldigte  nicht  angeboten..  Die  Erhebung  der  weiter
angebotenen  Entlastungsbeweise  erscheint  nicht  tunlich,  weil

Es  wird  folgendes  Urteil  verkündet:  D

—-**n*-p  wegen

MPrügell.
zu  einer  Rn  strafe  von  Schlägen  verurteilt,  welche  —  auf  einmal  —  zweimal  mit
je  Schlägen  zu  vollziehen  ist.

w.  v.

Unterschrift:
Amtscharakter:
(Rüchseite.)
Urteilsgründe.

15  Prügel

(Nur  anzugeben  bei  Verhängung  von  mehr  als  10  Ruten

schlägen.)

Strafvollstrechung.
Die  erstmalige  körperliche  Züchtigung  ist  heute  den  Vorschriften  gemäß  in  meiner  Gegemwart
vollzogen  worden.
,  den
Unterschrift:
Amtocharakter:

PVrũ  1
Der  zweite  Vollzug  der  W7)  strafe  ist  heute  in  meiner  Gegenwart  erfolgt.
Aute
,  den
Unterschrift:

Amtocharakter:
        <pb n="886" />
        792  20

Sormular  B.

Eingetragen  im  Strafbuch  Nr.

Derhandelt
,  den
Dienst
D  als  Arbeits  geber
ha  den  Antrag  auf  disziplinarische  Bestrafung  d

wegen

bei  dem  unterzeichneten,  mit  der  Ansübung  der  Strafgerichtsbarkeit  gegen  Eingeborene  betranten

Beamten  gestellt.  Es  erschein  —  vorgeführt  d  Genannte  „,  welche  ,  mit  der  Beschuldigung
  bekannt  gemacht,  diese  eingesteh  bestreite  Als  Zeugen  w  rd  gehört:
welche

Es  wird  eine  Disziplinarstrafe  dahin  verhängt,  daß

wegen
.  «1«l«-l..  .·  ..  ..  –
mit  7)vö  schlägen,  welche  auf  einmal  —  zweimalig  mit  je  Schlägen  zu
vollziehen  sind,  zu  bestrafen
v.  w.  o.
Unterschrift:
Amtecharalter:
(Rüchseite.)
Gründe.

15  Prügel

(Nur  anzugeben  bei  Verhängung  von  mehr  als  10  Ruten

schlägen.)

Strafvollstrechung.
Die  —  erstmalige  körperliche  Züchtigung  ist  heute  den  Vorschriften  gemäß  in  meiner  Gegenwart
vollzogen  worden.
,  den

Unterschrift:

Amtscharakter:
.  Prügel.  .  .  .
Der  zweite  Vollzug  der  Ruten  strase  ist  heute  in  meiner  Gegenwart  erfolgt.

,  den

Unterschrift:
Amtocharakter:
        <pb n="887" />
        793

Ausführungsbestimmungen  des  Couverneurs  von  Deutsch-MUeuguinea  zu  den  Vorschriften
des  Bundesrats  für  die  Beförderung  von  Ceichen  auf  dem  Seewege  vom  18.Januar  1906.
Vom  20.  Mai  1907.

Unter  Aufhebung  der  Ausführungsbestimmungen  vom  28.  Juni  1906  wird  auf  Grund  der
Bekanntmachung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abteilung,  vom  9.  April  1906  (Deutsches  Kolonialblatt
  S.  215)  zur  Ansführung  der  Vorschriften  des  Bundesrats  für  die  Beförderung  von  Leichen
auf  dem  Seewege  vom  18.  Januar  190é6  folgendes  bestimmt:

1.  Zu  §  1,  1.  der  Vorschriften:

Der  Schiffskapitän  hat  die  Beförderung  einer  Leiche  unter  Anfügung  des  Leichenpasses
in  jedem  Hafenort,  in  dem  eine  Unmschiffung  stattzufinden  hat,  der  Behörde  (Bezirksamt,
Station)  zu  melden.  Die  Behörde  des  Einschiffungs=  oder  Umladehafens  trifft  die  für  die
Aufbewahrung  der  Leiche  erforderlichen  Anordnungen.

Zu  F  1,  2.  der  Vorschriften:

Die  Ausstellung  der  Leichenpässe  obliegt  den  Bezirksämtern  und  Stationen.
3.  Zu  §  1,  30  der  Vorschriften:

Die  Bescheinigung  über  die  Todesursache  wird  von  der  Behörde  (Bezirksamt,  Station)
ausgestellt,  in  deren  Bezirk  die  Person  verstorben  ist.  Ist  der  Herkunftsort  der  Leiche  durch
Cholera,  Fleckfieber,  Pest  oder  Pocken  verseucht,  so  kann  die  Bescheinigung,  daß  der  Beförderung
der  Leiche  gesundheitliche  Bedenken  nicht  entgegenstehen,  nur  auf  Grund  des  Gutachtens  eines
beamteten  Arztes  ausgestellt  werden.

4.  Zu  §  2,  1.  der  Vorschriften:

Zuständig  zur  Bestimmung  der  sachverständigen  Person  sind  die  Bezirksämter  und  Stationen.

Herbertshöhe,  den  20.  Mai  1907.

Der  Kaiserliche  Gouperneur.
Hahl.

1

An  Stelle  des  Missionars  Max  Wittig,  der  das  Schutzgebiet  verlassen  hat,  ist  Missionar
Paul  Wenzel  als  Stellvertreter  des  außeramtlichen  Mitgliedes  des  Gouvernementsrates  von  Neuguinea,
  Missionars  Heinrich  Fellmann,  berufen  worden.

 

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  früheren
Sachverständigen  für  Viehzucht  und  Veterinärwesen  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Deutsch-Südwestafrika,
  Veterinärrat  Rickmann,  durch  Erlaß  vom  8.  Juli  d.  Is.  den  Roten  Adler-Orden
vierter  Klasse  anläßlich  seines  Ausscheidens  aus  dem  Dienste  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Bezirksamtmännern
  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Togo,  Dr.  Gruner  und  Dr.  Kersting,  den
Charakter  als  Kaiserlicher  Regierungsrat  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  durch  Erlaß  vom
17.  Juli  d.  Is.  dem  Zollinspektor  Schwarze,  dem  Bezirksamtssekretär  Zenke  und  dem  Rektor
Blank,  sämtlich  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Deutsch-Ostafrika,  den  Königlichen  Kronen-Orden
  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Der  Herr  Minister  der  geistlichen,  Unterrichts=  und  Medizinal-Angelegenheiten  hat  dem
Kaiserlichen  Regierungsarzt  in  Kamerun,  Marine-Oberstabsarzt  Dr.  Ziemann,  in  Anerkennung
seiner  wissenschaftlichen  Leistungen  den  Titel  „Professor“  verliehen.
        <pb n="888" />
        W  794  20

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  9.  Juli  1907.
Wickel,  Oberveterinär  mit  dem  31.  Juli  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Haase,  Oberveterinär  mit  dem  31.  Juli  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Heeresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  28.  Juli  1907.
Krumsieg,  Militärbausekretär  mit  dem  31.  Juli  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichs-Rolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  29.  Juli  1907.
Hoffmann,  Zahlmeister,  mit  dem  31.  Juli  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  in  der  Königlich  Bayerischen
  Armee,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  31.  Juli  1907.
Georg,  Feldintendantursekretär,  mit  dem  31.  Juli  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Bayerischen  Heeresverwaltung  (bei  der  Intendantur  des  2.  Bayerischen  Armeekorps)
  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

A.  K.  O.  vom  9.  Juli  1907.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Oberstleutnant  Quade  in

der  Stellung  eines  Regimentskommandeurs  beim  Kommando  der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt
den  Roten  Adler-Orden  3.  Klasse  mit  der  Schleife  zu  verleihen.

 

EEAILEILEEIIEEIEE

Dersonal-Machrichten.  Aus  Kamernn  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  Regierungsarzt  Dr.  Ufer,  Bezirksrichter

»  »  Ventschsostamszm  ·  ·«  Kirchhof,  Bautechniker  Otto  Günther,  Sekretär
Die  Wiederausreise  nach  Deutsch-Ostafrika#  Knabenschuh,  Bureaugehilfe  Alfred  Schmidt,

haben  am  5.  August  1907  angetreten:  Kanzleigehilfe
  Wiegandt,  Kanzlist  Schmidt  und  Magazinanfseher
  Wolf.

Mit  Heimatsurlaub  ist  am  29.  Juli  1907  in
Hamburg  eingetroffen:  Oberleutnant  Linke.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  5.  Angust  1907  von  Neapel  aus  angetreten:
Hauptmann  Merker,  die  Oberlentnonts  Baumstark
  und  v.  Krieg.

Ramerun.

Die  Ausreise  nach  Kamerun  haben  mit  dem
am  9.  August  1907  von  Hamburg  abgefahrenen
Dampfer  angetreten:  Hauptmann  Engelhardt
und  Bautechniker  Diroll.

 

Landmesser  Moldenhauer  ist  am  30.  April
und  Referendär  Dr.  Schumacher  am  30.  Juni
d.  Is.  in  Kamerun  eingetroffen.  Sekretär  Mühling
  und  Polizeimeister  Runge  sind  am  23.  Juni
und  Bezirksrichter  Lmmermann  am  30.  Juni
d.  Is.  in  Kamerun  wiedereingetroffen.

 

Zollassistent  Ficke,  Lazarettinspektor  Nierling
und  Maurer  Nikolaus  Frank.

Mit  Heimatsurlanb  sind  am  31.  Juli  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Zahlmeister  Ammon
und  Sergeant  Timm.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  9.  August  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Oberarzt  Eckhardt.

Togo.

Leutnant  Schlettwein  im  5.  Westpreußischen
Infanterie-Regiment  Nr.  118  hat  am  10.  August
und  Reserve-Oberjäger  Anton  am  23.  Juli  die
Ausreise  nach  Lome  angetreten.

Der  Regierungsbaumeister  Steiner  und  der
kommiss.  Sekretär  Wüst  sind  am  28.  Juni  1907
im  Schutzgebiet  Togo  eingetroffen.

 

Aus  Togo  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Stationsassistent  Wenzel.
        <pb n="889" />
        G  795  20

Deutsch-Südwestakfrika.

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
haben  angetreten:  Am  11.  Juli  der  Landmesser
Hugo  Voß  und  der  Herzogliche  Katasterlandmesser
Wilhelm  Graf;  am  25.  Juli  der  geprüfte  Lokomotivheizer
  Friedrich  König  und  der  Königlich
Württembergische  Steuerwächter  Martin  Heinzelmann,
  und  am  28.  Juli  der  Bureauassistent
Remmers.

 

Eingetroffen  ist  am  9.  Mai  d.  Js.  der  Regierungs-Zivilsupernumerar
  Tormann.  Derselbe
wird  zunächst  als  Rechnungsbeamter  bei  der
Finanzverwaltung  in  Windhuk  Verwendung  finden.

Am  30.  April  ist  in  Swakopmund  eingetroffen
der  Schutzmann  Gustav  Damrath;  derselbe  ist
dem  Bezirksamt  Windhuk  als  Polizeisergeant
zugeteilt.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Am  10.  April
d.  Is.  der  Schlosser  Kuchler;  am  26.  Mai  d.  Is.
der  Kupfer-  und  Kesselschmied  Hammer,  beide
sind  für  die  Eisenbahnverwaltung  entsandt.

Auf  Heimatsurlaub  in  Deutschland  ist  eingetroffen
  der  Finanzdirektor  Pahl.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  16.  Juli  1907  in  Neapel:  Hauptmann
Hälbig;

am  17.  Juli  1907  in  Cuxhaven:  Intendantursekretäür
  Meißinger,  Proviantamtsassistent
Reinhold,  Feldlazarett-Inspektor  Laepke,
die  Feldlazarett-Rendanten  Neumann  und
Meißner;  außerdem  523  Unteroffiziere  und
Mannschaften;

am  19.  Juli  1907  in  Marseille:
Gabler  und  Oberarzt  Dr.  Köhler;

am  23.  Juli  1907  in  Cuxhaven:  die  Oberleutnants
  v.  Billerbeck,  Lehmann  und
Pueschel,  Proviantamts-Kontrolleur  Hautelmann,
  Kaserneninspektor  Lindbeck  und  260
Unteroffiziere  und  Mannschaften;

am  24.  Juli  1907  in  Hamburg:  Major  Langer;

am  26.  Juli  1907  in  Cuxhaven:  Oberleutnant
Streceins;

am  29.  Juli  1907  in  Hamburg:  Major  Friedrich,
  Oberleutnant  Wagenführ  und  Leutnant
Heinsius.

Leutnant

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  11.  August  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Hauptmann  Wobring,  Oberlentnant
v.  Boemcken,  die  Leutnants  v.  Vethacke,
Treuck,  Kaufmann  (Hans)  und  Göring.

 

Deutsch-Meugulnea.
Der  Regierungsarzt  Dr.  Buse  hat  am  14.
August  d.  Is.  über  Genna  die  Ausreise  nach  Jap
(Karolinen)  angetreten.

Die  Heilgehilfen  Steinemann  und  Faulenbach
  haben  am  14.  August  d.  Is.  die  Ausreise
nach  Neuguinea  angetreten.

Der  kommiss.  Polizeimeister  Friedr.  Gumbert
ist  am  6.  Juni  1907  in  Neuguinea  eingetroffen.

Samoa.
Der  Lazarettgehilfe  Victor  Klebert  hat  am
9.  Angust  d.  Is.  von  Marseille  aus  die  Ausreise
nach  Apia  (Samoa)  angetreten.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  ist  weiterhin  folgende  freiwillige  Gabe
eingegangen,  für  welche  nochmals  der  Dank  des
Kommandos  ausgesprochen  wird:

Von  Frau  Witwe  Alma  Knoblauch  in  Gera
6  Paar  Strümpfe.

 

Die  deutsche  Marine-Expedition  1907/00.)

Während  die  Leistungen  der  keiserlichen
Schutztruppen  auf  dem  Gebiete  der  Afrikaforschung
allgemein  bekannt  sind,  ist  das,  was  die  Marine
zur  Erforschung  der  ozeanischen  Inselwelt  beigetragen
  hat,  über  einen  kleinen  Kreis  kaum
hinausgedrungen.  Selten  daß  die  breitere  Offentlichkeit
  einmal  davon  erfährt,  welche  stille,  mühselige
  und  doch  wertvolle  Kulturarbeit  die  kleinen
Stationskreuzer  mit  ihrer  Vermessungstlätigkeit
leisten.  Wie  groß  das  Verdienst  unserer  Kriegsmarine
  auch  um  die  Völkerkunde  ist,  das  war
vollends  nur  den  Eingeweihten  bekannt.  Und
doch  trat  die  junge  deutsche  Marine  schon  früh
in  den  Dienst  der  Wissenschaft:  ihre  erste  große
Leistung  auf  diesem  Felde  war  die  Weltumsegelung,
  die  1874  bis  1876  v.  S.  M.  S.  „Gazelle“
  unter  dem  Kommando  des  Kapitäns  zur
See  Freiherrn  v.  Schleinitz  (des  späteren  Landeshauptmanus
  von  Deusch-Neuguinca)  ausgeführt
wurde.  Dem  damaligen  Leutnant  zur  See,
jetzigen  Kontreadmiral  Strauch  lagen  die  ethnographischen
  Beobachtungen  und  Sammlungen  ob;
seinem  Eifer  und  seiner  Geschicklichkeit  verdankt
das  Königliche  Museum  für  Völkerkunde  zu  Berlin
die  erste  und  eine  seiner  besten  Sammlungen

*)  Aus  der  Marine-Rundschau.
        <pb n="890" />
        G  V796  e.

aus  dem  Bismarck-Archipel,  die  Wissenschaft  grundlegende
  ethnographische  und  sprachliche  Kenntnisse.
  Was  später  von  anderen  deutschen  Kriegsschiffen,
  wie  S.  M.  S.  „Carola“,  „Hyäne“  und
„Bussard“,  und  besonders  von  dem  Vermessungsschiff
  „Möwe“  in  dieser  Hinsicht  geleistet  worden
ist,  schließt  sich  den  ersten  Anfängen  würdig  an.
Manches  wertvolle  Stück  und  viele  interessante
Aufzeichnungen  sind  auf  diese  Weise  an  das  Berliner
  Museum  für  Bölkerkunde  gelangt.  Im
Jahre  1898  gelang  es  dem  damaligen  Kommandanten
  S.  M.  S.  „Bussard“,  dem  jetzigen  Kontreadmiral
  und  Vorstand  der  Nautischen  Abteilung
des  Reichs-Marine-Amts  Winkler,  das  Verständnis
  der  außerordentlich  merkwürdigen  Stab-Seekarten
  der  Marshall-Insulaner  zu  erschließen,
worüber  er  im  Oktoberheft  1898  der  Marine=Rundschau
  berichtet  hat.  Marince-Oberstabsarzt
Prof.  Dr.  Krämer  hat  einmal  als  Schiffsarzt
und  zweimal  mit  längerem  Urlanb  die  Südsee
bereist.  Außer  vielen  kleinen  Abhandlungen
liegen  als  Früchte  seiner  Studien  ein  zweibändiges
  Werk  über  Samoa  und  ein  Band  über
Hawaii,  Ostmikronesien  und  Samoa  vor.  Die
letzten  Veröffentlichungen  stammen  von  Marine-Stabsarzt
  Dr.  Stephan,  zwei  Werke  über  den
Bismarck-Archipel,  deren  Herausgabe  durch  die
Unterstützung  des  Reichs-Marine-Amts  ermöglicht
wurde.

Dieses  engere  Verhältnis  der  Kaiserlichen
Marine  zu  der  ethnographischen  Forschung  in
unseren  Südseegebieten  bewog  die  Generalversammlung
  der  Königlich  Preußischen  Museen,  im
März  1906  dem  Reichs-Marine-Amte  den  Plan
einer  Südsee-Expedition  zu  unterbreiten.  Die
Expedition  sollte  aus  drei  Forschern  und  einem
Photographen  bestehen  und  2  Jahre  dauern.
Von  den  auf  60  000  Mk.  veranschlagten  Kosten
würden  voraussichtlich  50  000  Mk.  aus  Etatsmitteln
  des  Königlich  Preußischen  Ministeriums
für  geistliche,  Unterrichts=  und  Medizinalangelegenheiten
  zur  Verfügung  gestellt  und  der  Rest
würde  aus  anderen  Fonds  gedeckt  werden  können.
Es  wurde  die  Bitte  ausgesprochen,  die  geplante
Expedition  unter  die  Oberleitung  der  Kaiserlichen
Marine  zu  stellen  und  den  Marine-Stabsarzt
Dr.  Stephan  mit  der  Führung  der  Expedition
zu  beauftragen.  Gleichzeitig  wurde  die  damalige
Kolonialabteilung  des  Auswärtigen  Amtes  von
dem  Plane  in  Kenntnis  gesetzt.  Auf  Grund  der
weiteren  Verhandlungen  wurde  vom  Kultusministerium
  aus  einem  für  das  Berliner  Museum
für  Bölkerkunde  im  Staatshaushalts-Etat  für
1907  bereit  gestellten  Betrage  die  in  Aussicht
genommene  Summe  bewilligt  und  damit  die  Entsendung
  der  Expedition  ermöglicht.  Seine
Majestät  der  Kaiser  genehmigte  auf  Vortrag

 

des  Staatssekretärs  des  Reichs-Marine-Amtes  den
Expeditionsplan.

Außer  dem  Leiter  werden  an  der  Expedition
teilnehmen  der  wissenschaftliche  Hilfsarbeiter  am
Berliner  Museum  für  Bölkerkunde  Edgar
Walden,  der  Assistent  am  Anthropologischen
Museum  in  Dresden  Dr.  Otto  Schlaginhaufen
und  der  Photograph  Richard  Schilling.  Die
Ausreise  wird  im  September  mit  einem  Lloyddampfer
  über  Sydney  erfolgen,  so  daß  die  Expedition
  Ende  Oktober  in  Simpsonhafen  eintreffen
wird.  Als  Forschungsgebiet  ist  der  Bismarck-Archipel
  in  Aussicht  genommen,  doch  können  die
näheren  Bestimmungen  über  das  Arbeitsfeld  oder
die  Arbeitsfelder  der  Expedition  erst  an  Ort  und
Stelle  im  Einverständnis  mit  dem  kaiserlichen
Gouverneur  von  Deutsch-Neuguinea  Dr.  Hahl
getroffen  werden.

Welche  Ziele  die  Expedition  verfolgt,  hat
Marine-Stabsarzt  Dr.  Stephan  in  seinem  Buche#
„Südseekunst“  dargelegt:  „Die  Zahl  der  primitiven
  Völker,  besonders  solcher,  die  noch  in  der
Steinzeit  leben,  beschränkt  sich  auf  das  Innere
Südamerikas  und  einige  größere  Inseln  des
Stillen  Ozeans.  Aber  es  ist  die  höchste  Zeit,
daß  geborgen  wird,  was  noch  zu  bergen  ist,
denn  mit  der  Erforschung  der  primitiven  Stämme
steht  es  nicht  wie  immer  mit  einer  chemischen
Analyse,  bei  der  es  gleichgültig  ist,  ob  sie  jetzt
oder  in  hundert  Jahren  vorgenommen  wird,  ja
bei  der  man  mit  Bestimmtheit  sagen  kann,  daß
sie  sich  um  so  leichter  und  genauer  ausführen
lassen  wird,  je  länger  man  damit  wartet.  Wie
die  Geschwindigkeit  des  fallenden  Steines  immer
größer  wird,  so  gehen  die  Naturvölker  immer
rascher  ihrem  Untergange  entgegen,  und  noch  vor
ihrem  leiblichen  Rassentode  welken  ihre  alten
Fertigkeiten  und  Kenntnisse  dahin,  wenn  unsere
eiserne  Kultur  wie  ein  giftiger  Odem  sie  anhaucht.
Von  den  ersten  Entdeckern  und  den  älteren
Reisenden  sind  die  „Wilden“  ganz  unzulänglich
beobachtet  worden.  Erst  neueren  Forschern  verdanken
  wir  genauere  und  kritische  Nachrichten,
aber  trotzdem  ist  noch  sehr  vieles  in  Dunkel  gehüllt,
  und  der  Geschichte  der  Menschheitentwicklung
  droht  ein  unersetzlicher  Verlust,  wenn  es
nicht  schon  in  den  nächsten  Jahren  aufgeklärt  wird.
Es  liegt  am  Material  der  meisten  Erzeugnisse
dieser  primitiven  Kulturen,  daß  sie  rasch  den
Einflüssen  des  Klimas  zum  Opfer  fallen,  und
solbst  wenn  spätere  Zeiten,  wie  wir  es  jetzt  mit
den  Überresten  früherer  Jahrtausende  tun,  mit
Gold  aufwiegen  wollten,  was  heutzutage  noch
für  einige  Pfennige  zu  erwerben  ist,  es  wird
vergebliche  Mühe  sein.  Und  im  besten  Falle
bekäme  man  dann  einige  tote  Stücke,  deren
dumpfe  Sprache  von  jedem  Forscher  anders  ge-
        <pb n="891" />
        G  V97  2

deutet  wird.  Da  draußen  herrscht  noch  volles
Leben,  aber  um  das  zu  bergen,  dürfen  wir  uns
nicht  darauf  beschränken,  von  irgend  woher
ethnographische  Gegenstände  zu  kaufen  und  unsere
Museumsschränke  immer  mehr  anzufüllen.  Gelehrte
  müssen  hinausgehen  und  an  Ort  und
Stelle  die  Schäte  heben,  die  dort,  und  zwar
gerade  in  unserem  Schutzgebiete,  in  reichster
Fülle  zutage  liogen.  Die  deutsche  Arbeit  steht
weit  Surück  hinter  dem,  was  zum  Beispiel  die
Engländer  in  Britisch-Neuguinen  und  die  Amerikaner
  bei  den  Indianern  geleistet  haben,  und
die  Gefahr  ist  nahe,  daß  die  Nachwelt  schwere
und  leider  berechtigte  Vorwürfe  gegen  uns  erheben
  wird.  Mögen  diese  Worte  das  Ihrige
dazu  beitragen,  die  Aufmerksamkeit  der  Behörden
und  reicher  Freunde  der  Wissenschaft  von  neuem
darauf  hinzuweisen,  daß  im  Bismarck-Archipel
noch  eine  Fülle  idealer  Aufgaben  der  Lösung
harrt,  und  daß  wir  zugleich  mit  der  Besitzergreifung
  jenes  Gebietes  der  Zukunft  gegenüber
eine  nationale  Ehrenschuld  übernommen
haben,  die  rasch  eingelöst  werden  muß,  wenn  sie
nicht  auf  immer  verfallen  soll.“

Die  Vorbedingungen  für  das  Gelingen  des
aus  ähnlichen  Erwägungen  entsprungenen  Planes
der  Generalverwaltung  der  Königlich  Preußischen
Museen  scheinen  dank  dem  Entgegenkommen  der
maßgebenden  Persönlichkeiten  gegeben  zu  sein.
Der  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts  hat
das  Unternehmen  dem  Wohlwollen  des  Gouverneurs
  von  Deutsch-Neuguinea  empfohlen  und
ihn  angewiesen,  der  Marine-Expedition,  soweit
es  ohne  llberschreitung  der  verfügbaren  Mittel
möglich  ist,  Unterstützung  zuteil  werden  zu  lassen,
da  ins  einzelne  gehende  Vereinbarungen  mit
dem  Gouvernement  wegen  der  Kürze  der  ver- 



fügbaren  Zeit  bei  der  weiten  Entfernung  des
Schutzgebietes  nicht  mehr  möglich  waren.  Bei
dem  nicht  bloß  in  wissenschaftlichen  Kreisen  bekannten
  Interesse,  mit  dem  der  Govuverneur
Dr.  Hahl  sich  selbst  der  Erforschung  des  ihm
unterstehenden  Gebietes  widmet,  ist  die  amtliche
Empfehlung  an  ihn  als  eine  hervorragende
Förderung  der  Expedition  zu  betrachten.  Die
Direktion  des  Norddeutschen  Lloyd  in  Bremen
hat  der  Expedition  Ermäßigung  auf  allen
Fahrten  und  auf  die  Gepäckbeförderung  gewährt.
Das  gleiche  hat  die  Neuguinea-Kompagnie  zugesichert
  und  außerdem  die  Erlaubnis  erteilt,  die
Niederlassungen  der  Kompagnie  als  Stützpunkte
für  ihre  Tätigkeit  zu  benutzen.  Das  Reichs-Marine-Amt
  selst  hat  dem  Kommando  des  Vermessungsschiffes
  „Planet"  den  Auftrag  erteilt,
der  Expedition  jedwede  Ulkerstützung  zuteil  werden
zu  lassen,  soweit  es  sich  nur  irgendwie  mit  dem
Bermessungsdienst  vereinigen  läßt,  insbesondere
die  Expedition  nach  dem  Hauptarbeitsgebiet  zu
bringen  und  dieses  viermal  im  Jahre  aufszusuchen.

Mit  der  Anfang  1908  von  der  Landeskundlichen
  Kommission  zur  Erforschung  der  deutschen
Kolonien  zu  entsendenden  Südsee-Expedition  sind
Vereinbarungen  getroffen,  wonach  sich  die  Forschungsergebnisse
  beider  Unternehmen  gegenseitig
ergänzen  werden.

Über  die  Arbeiten  der  Marine-Expedition
wird  in  der  „Marine-Rundschau“  von  Anfang
nächsten  Jahres  ab  fortlaufend  berichtet  werden.
Nachdem  das  Preußische  Kultusministerium  und
die  beteiligten  Reichsbehörden  sich  im  Interesse
der  ethnographischen  Forschung  zu  gemeinsamem
Handeln  vereinigt  haben,  gelingt  es  hoffentlich,
durch  die  geplante  friedliche  Eroberung  der
Wissenschaft  reiches  Neuland  zu  erschließen.

Uachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Kamerun.

Gesunddeitsverhältnisse  im  Schutzgeblet.

In  dem  „Tag=  und  Anzeigeblatt  für
Kempten  und  das  Allgän“  vom  9.  April  1907
Nr.  80  sind  auf  Grund  eines  Privatbriefes  aus
Kamerun  ungünstige  Nachrichten  enthalten  über
den  Gesundheitszustand  in  Kamerun;  außerdem
bringt  die  „Frankfurter  Zeitung“  in  ihrer  Nr.  123
vom  4.  Mai  1907  folgende  Auslassung:

„Nach  mehreren  aus  Kamerun  unlängst  eingetroffenen
  Privatbriefen  herrscht  dort  in  letzter
Zeit  unter  den  Europäern  große  Sterblichkeit,
namentlich  infolge  des  Schwarzwasserfiebers.“

 

Diese  Mitteilung  ist  in  verschiedene  Tageszeitungen
  übergegangen.

Nach  einem  aus  Kamerun  eingegangenen
amtlichen  Bericht  vom  26.  Juni  1907  ist  in  dem
genannten  Schußgebiet  in  letzter  Zeit  nirgends
eine  gehäufte  Schwarzwassermorbidität,  geschweige
eine  Mortalität  beobachtet  worden.  Im  Gegenteil
  ist  der  Gesundheitszustand  ein  sehr  günstiger.
So  beherbergte  das  Europäer-Krankenhaus  in
Duala  einige  Zeit  hindurch  überhaupt  keine
Patienten  und  hatte  Ende  Juni  d.  Is.  nur
einen  aus  dem  Hinterlande  stammenden  Kranken.
        <pb n="892" />
        798  20

RKuftreten  der  Schlafkranhhelt.

In  Kamerun  sind  unter  den  Duala-Negern
im  Laufe  des  Monats  Mai  im  ganzen  10  Fälle
von  Schlafkrankheit  beobachtet  worden.  Gegen
die  Weiterverbreitung  der  Krankheit  in  Kamerun,
welche  seit  dem  Jahre  1900  jährlich  in  einigen
Fällen  eingeschleppt  worden  ist,  sind  sofort  energische
  Maßnahmen  eingeleitet  worden,  so  daß  die
Besorgnis  eines  Umsichgreifens  der  Seuche  im
Schutzgebiet  nicht  besteht.

Unterwerfung  des  jetsang-Gebietes.

In  dem  im  Kolonialblatt  vom  1.  Mai  1907
Seite  392  ff.  veröffentlichten  Bericht  des  Hauptmanus
  Scheunemann  über  die  Süd-Expedition
war  als  eine  der  Aufgaben  dieser  Expedition  die
Unterwerfung  des  aufsässigen  Bullu-Stammes  der
Jetsang  angeführt.  Später  wurde  diese  Aufgabe,
weil  aus  dem  Rahmen  der  Süd-Expedition
fallend,  der  Verwaltung  des  Bezirkes  Ebolova
zugewiesen.

Die  5.  Kompagnie,  welche  der  Verwaltung
des  Bezirks  Ebolova  zur  Verfügung  stand,  war
jedoch  zur  Erledigung  dieser  Aufgabe  zu  schwach,
auch  waren  ihre  Kräfte  für  andere  Zwecke  zu
sehr  in  Anspruch  genommen.

Der  Kommandeur  der  Schutztruppe,  Generalmajor
  Mueller,  nahm  daher  gelegentlich  einer
Inspektionsreise,  die  er  im  Auftrage  des  Gouvernements
  im  Südbezirk  ausführte,  die  Unterwerfung
der  Jetsang  persönlich  in  die  Hand.  Die  Operationen,
  welche  mit  3  Offizieren,  einem  Arzt,
einem  weißen  Unteroffizier  und  92  Mann  durchgeführt
  wurden,  nahmen  die  Zeit  vom  18.  Februar
  bis  Ende  März  d.  Is.  in  Anspruch  und
endeten  mit  der  völligen  Unterwerfung  des  Jetsang-Stammes.


Bestrafung  des  Häuptlings  Onaombelle-nhu  und
seiner  Knhänger.)

Bald  nach  dem  Abmarsch  des  Hauptmanns
Dominik  zur  Küste  hatte  der  Häuptling  Onambelleerku
  eine  geheime  Versammlung  in  den
Wald  von  Innkulu  berufen,  an  der  außer  ihm
noch  die  andern  verurteilten  Häuptlinge  und
einige  angesehene  Leute  teilgenommen  haben.

Hier  wurde  beschlossen,  den  Regierungsdolmetscher

Atangana  und  den  der  Regierung  tren  ergebenen
Häuptling  Ejoa  Mbedde  zu  vergiften;  wenn
diese  beiden  ermordet  wären,  wäre  es  der  Regierung
  nicht  mehr  möglich,  sich  wie  bisher  über

Ergänzung  der  Berichtes

„Aus  dem  Wrt
Jaunde“  (ein  vereitelter  Anschlag)  in  Nr.  -

13,  S.

 

alle  Pläne  und  Absichten  der  Eingeborenen  zu
unterrichten.  Das  Gift  wurde  in  der  Versammlung
  unter  allerlei  Zauberformeln  hergestellt.  Es
wurde  dann  weiter  beschlossen,  einen  günstigen
Zeitpunkt  abzuwarten,  wenn  die  Truppe  von
Jaunde  auf  längere  Zeit  abwesend  sei,  dann  das
Bezirksamt  zu  stürmen,  die  Beamten  und  Faktoristen
  zu  ermorden  und  sich  der  vorhandenen
Wassen  zu  bemächtigen.

Die  Abhaltung  der  Versammlung  wurde  dem
Atangana  hinterbracht  und  von  diesem  dem  Bezirksamt
  angezeigt.  Nach  eingehender  Verhandlung
  wurden  am  27.  März  sechs  von  den  Beteiligten
  zum  Tode  und  zwei  zu  je  5  Jahren
Kettenhaft  verurteilt.  Fünf  der  zum  Tode  Verurteilten
  wurden  am  11.  April  hingerichtet,  einer,
Onambelle-nku,  ist  am  5.  Mai  mittags  in  der
Nähe  seines  Dorfes  von  einer  Patronille  erschossen
  worden,  da  er  mit  der  Waffe  in  der
Hand  Widerstand  leistete.

Wenn  auch  die  Ermordung  Atanganas  und
Esoa  Mbeddes  unzweifelhaft  beabsichtigt  war  und
auch  sicherlich  in  das  Werk  gesetzt  worden  wäre,
so  muß  man  doch  bei  den  weiteren  Verabredungen
  über  Erstürmung  von  Jaunde  den  ruhmredigen
  und  prahlerischen  Charakter  des  Negers
mit  in  Betracht  ziehen,  und  es  erscheint  noch
keinesfalls  als  sicher,  daß  auch  dieser  Plan  später
tatsächlich  verwirklicht  worden  wäre.  Jedenfalls
ist  die  strenge  Strafe  hier  sehr  am  Platze  gewesen
  und  wird  hoffentlich  andere  abschrecken,
sich  auf  derartige  geheime  Machinationen  einzulassen.


Von  der  Oanengubabahn.

Einem  Bericht  über  den  Stand  der  Bauarbeiten
  vom  1.  Juli  d.  Is.  entnehmen  wir

folgendes:
Allgemeines.

Im  Auschluß  an  die  gegen  Ende  des  Jahres
1905  veranstalteten  Erkundungen  ist  im  Dezember
  1905  mit  den  ausführlichen  Vorarbeiten
begonnen  worden,  welche  in  der  Regenzeit  Mai
bis  September  1906  im  wesentlichen  ruhten.
Bis  zum  Ende  der  Regenzeit  waren  die  Erkundungs=
  und  Vermessungsarbeiten  etwa  bis  km  20
durchgeführt  worden.

Im  Oktober  1906  wurden  dann  an  fünf
Stellen  durch  je  zwei  Beamte  der  Deutschen
Kolonial-Eisenbahn-Bau=  und  Betriebsgesellschaft
die  Vermessungsarbeiten  auf  der  ganzen  Linie  in
Angriff  genommen.  Trotz  der  Schwierigkeiten,
welche  durch  die  Unübersichtlichkeit  des  Geländes,
das  mangelhafte  Kartenmaterial  und  das  noch
zum  Teil  ganz  unerschlossene  Gebiet  entstanden,
ist  die  gesamte  Linienführung  jetzt  festgelegt.
        <pb n="893" />
        W  799  2S

Die  genauen  Geländeaufnahmen  sind  von
km  0  bis  85  und  von  km  115  bis  160  beendigt;
  zur  Zeit  erfolgt  die  UÜbertragung  der
Bahnaxe  aus  den  Plänen  in  das  Gelände.  Von
km  85  bis  115  sind  noch  die  genauen  Geländeaufnahmen
  zu  machen.

Linienführung.

Von  Bonaberi  ausgehend  überschreitet  die

Bahn  bei  km  10  den  Bomonokrieck.  Der  Krieck
ist  120  m  breit  und  enthält  hauptsächlich  nur
das  Stauwasser  des  Kamerunflusses  während  der
Flut.  Der  Zutritt  von  Tagwasser  ist  äußerst  gering.
  Es  soll  deshalb  versucht  werden,  die
Brückenöffnung  auf  etwa  30  m  einzuschränken.
Um  die  nötige  Lichtöffnung  praktisch  ausfindig  zu
machen,  wird  eine  Stülpwand  von  beiden  Ufern
des  Kriecks  nach  der  Mitte  zu  geschlagen,  die
eine  Beobachtung  des  Stauwasserabflusses  ermöglicht.
  Nördlich  dieses  Kriecks  zieht  sich  ein  etwa
3  km  langer  Mangrovesumpf  hin.
Der  hieran  anschließende  3  km  lange  Aufstieg
  zu  dem  von  Laterit  gebildeten,  stark  bevölkerten
  Platean  bietet  einige  Schwierigkeiten,
die  jedoch  durch  eine  geeignete  Linienführung  gelöst
  sind.

Auf  dem  Plateau  folgen  nacheinander  die
Ortschaften  Bomono-ba-Jern  und  Bomono-babenge
  und  einige  kleinere  Ansiedlungen.

Bei  km  24  liegt  das  Dorf  Susa.  Weiterhin
folgt  dann  der  Abstieg  nach  dem  tiefeingeschnittenen
Mombebach,  und  der  Aufstieg  zu  dem  Dorf  Kake.

Von  Kake  aus  folgt  die  Linie  der  Wasserscheide
  zwischen  dem  Mungo  und  Wuri,  welche
an  einzelnen  Stellen  nur  8  m  breit  ist  und  zu
beiden  Seiten  in  tiefe  Schluchten  führt.  Bis
km  142  folgt  die  Linie  im  allgemeinen  dem  Weg
von  Kake  nach  Mujuka,  biegt  dann,  um  mehrere
Schluchten  zu  umgehen,  nach  Osten  aus,  tritt  bei
km  59  wieder  an  den  Weg  heran  und  erreicht
bei  km  67  das  Dorf  Rkwangsi.  Eine  westliche
Ausbiegung  bei  km  73  nähert  sich  dem  Dorf
Mundame,  dem  Haupthandelsplatz  am  Mungo,
auf  etwa  7  km.

Im  weiteren  Verlauf  führt  die  Linie  auf  der
Wasserscheide  an  den  Dörfern  Nyombe,  Bajele
und  Penja  vorbei  nach  Lum.  Zwischen  Penja
und  Lum  folgt  die  Bahn  ziemlich  dem  vorhandenen
  Buschwege,  führt  über  Nkanja  nach
Lala,  überschreitet  hinter  Lala  den  Dibombe-Fluß
und  erreicht  in  Manengoteng,  km  132,  bereits
die  Vorberge  des  Manenguba-Gebirges.  Von  da
führt  die  Linie  weiter  über  Manjo,  Manengole,
Rdungo  und  endigt  in  dem  Sattel  zwischen  dem
Manenguba=  und  Nlonako-Gebirge  bei  Barsumetu
in  einer  Höhe  von  850  m  ü.  M.  Auf  der
Strecke  zwischen  den  Ortschaften  Manengoteng

 

und  Barsumetu,  deren  Höhenunterschied  etwa
495  m  und  deren  Luftlinienentfernung  nur
19,8  km  beträgt,  sind  zwei  auch  durch  das  überaus
  bergige  Gelände  bedingte  Linienentwicklungen
notwendig,  damit  auf  Grund  der  vorgeschriebenen
Maximalsteigung  der  Geraden  1:  40,  welche  in
den  Kurven  auf  1:  50  ermäßigt  werden  muß,
die  für  den  großen  Höhenunterschied  nötige  Länge
erzielt  wird.  Der  Gedanke  an  die  Ausführung
einer  Zahnradstrecke  für  den  Teil  Manengoteng
—  Barsumetu  ist  aus  betriebstechnischen  Gründen
verworfen  worden.
Bodenbeschaffenheit.

Bis  km  65  bewegt  sich  die  Bahn  durchweg
im  Laterit,  von  da  bis  zum  Ende  im  Basaltboden,
  welcher  durch  Verwitterung  entstanden  ist
und  zum  Teil  noch  große  Mengen  von  unverwittertem
  Basalt  zeigt.  Der  Lateritboden  ist
mager  und  weniger  fruchtbar,  während  der
Basaltboden  von  außerordentlicher  Fruchtbarkeit
ist  und  neben  kleineren  Graslandschaften  reiche
Pflanzungen  aufweist.

Von  km  13  bis  35  finden  sich  sehr  viele
Olpalmenbestände  und  von  35  bis  60  üppiger
Hochwald.

Von  Interesse  dürfte  die  Mitteilung  sein,  daß
die  Firma  aus  Ersparnisgründen,  und  um  mit
den  Rodungsarbeiten  rascher  zum  Ziel  zu  kommen,
die  Bäume  mittels  Sprengen  fällt,  was  sich  sehr
bewährt  hat.

Stand  der  Räumungs=  und  Erdarbeiten.

Die  Strecke  ist  ausgeholzt  von  km  0  bis  36
und  von  km  43  bis  49.  Von  km  1  bis  4,  7
bis  10,  12,5  bis  14,5,  15,8  bis  16,5,  18,8  bis
21,9  und  von  km  22,9  bis  23,7  sowie  auf
Bahnhof  Bonaberi  sind  die  Erdarbeiten  fertig.
Die  Zwischenstücke  sind  jetzt  in  Arbeit.

Brücken.

über  den  Bomono-Krieck  ist  in
Es  sind  bis  jetzt  etwa  70  m

Die  Brücke
Angriff  genommen.
Stülpwand  gerammt.

Hochbauten.

An  Hochbauten  sind  fertig:  4  Beamtenwohnhäuser
  auf  Bahnhof  Bonaberi.  Im  Bau  sind
das  Empfangsgebäude  mit  Nebengebäude,  der
Lokomotivschuppen  mit  Werkstatt  und  maschinellen
Einrichtungen  sowie  der  Hochbehälter,  welche
demnächst  ihrer  Fertigstellung  entgegengehen.
Außerdem  ist  ein  Sägewerk  mit  Vollgatter  und
Kreissägen  und  Querschneider  erbaut  und  im
Betrieb,  um  das  zum  Bau  nötige  Bauholz  zu
bearbeiten.
        <pb n="894" />
        W  800  20

Gesamtüberblick.

Die  Arbeiten  an  der  Manenguba-Bahn  sind
bis  jetzt  in  befriedigender  Weise  vorgeschritten;  es
ist  zu  hoffen,  daß,  nachdem  die  Arbeitskolonnen
völlig  mit  der  Arbeit  des  Bahnbaues  vertraut
geworden  sind,  der  Ban  einen  ungestörten  raschen
Fortgang  nehmen  wird.

 

Cehrwerkstätten  für  Eingeborene.

Ein  Beispiel  für  die  Erziehung  der  eingeborenen
  Bevölkerung  zur  Arbeit  —  und  zwar
zu  einer  Arbeit,  die  sich  über  das  Nivean  der
gewöhnlichen  Tagelöhnerarbeit  beträchtlich  erhebt
—  liefert  die  Statistik,  welche  über  die  Frequenz
der  Lehrwerkstätten  des  Schutzgebiets  geführt
wird.  Wie  wir  einem  Bericht  des  Kaiserlichen
Gouvernements  entnehmen,  hat  sich  innerhalb
eines  Zeitraums  von  zwei  Jahren  die  Gesamtzahl
  der  eingeborenen  Lehrlinge  von  92  auf
138  erhöht.  Nach  den  Arten  ihres  Handwerks
scheiden  sich  diese  138  Lehrlinge  in  24  Maurer,
43  Zimmerleute,  41  Tischler  und  30  Schlosser
und  Schmiede.  Eine  unmittelbare  Wirkung
dieser  Zunahme  zeigt  sich  darin,  daß  bereits  eine
Entlastung  der  für  die  Schutzgebietsverwaltung
erforderlichen  Mobiliarbestellung  eingetreten  ist,
weil  die  Verwaltung  ihre  Bedürfnisse  zum  großen
Teil  aus  den  Erzengnissen  der  Eingeborenen-Tischlerarbeit
  deckt.  Ein  Bild  von  den  Leistungen
dieser  Arbeit  geben  die  in  der  Deutschen  Armee-,
Marine=  und  Kolonialausstellung  gezeigten  Möbel.

r*&amp;amp;*2Wl

Deutsch-Südwestafrika.

Von  der  Südbahn.

Zur  Fortführung  der  Eisenbahn  Lüderitzbucht—Kubub
  nach  Keetmanshoop  ist  im  Etat
für  1906  die  erste  und  im  Etat  für  1907  die
zweite  Baurate  bewilligt  worden,  während  die
dritte,  die  Schlußrate,  für  1908  vorgesehen  ist.
Die  beiden  ersten  Raten  entsprechen  den  Baukosten
  des  Stückes  Ans—Feldschuhhorn,  die
Schlußrate  denen  des  Stückes  Feldschuhhorn  —
Keetmanshoop.

Der  Bau  des  ersteren  Stückes  ist  durch  Vertrag
  vom  20.  Februar  und  12.  März  1907  der
Deutschen  Kolonial-Eisenbahn-Bau=  und  Betriebsgesellschaft
  zu  Berlin  übertragen  worden.

Wie  den  gesetzgebenden  Körperschaften  in  den
Etatserläuterungen  zur  Forderung  der  zweiten
Baurate  mitgeteilt  worden  ist,  konnte  die  Absicht,
zwecks  Vermeidung  weiterer  Kosten  für  Ochsenund
  Maultiertransporte  mit  der  Gleisspitze  so

 

schnell  wie  möglich  an  den  Endpunkt  der  Bahn
zu  gelangen,  nur  dann  erreicht  werden,  wenn
mit  der  Baufirma,  noch  im  Laufe  dieses  Sommers
die  Vereinbarung  über  den  Restbau  getroffen
wurde.

In  übereinstimmung  hiermit  hat  nunmehr
der  südwestafrikanische  Landesfiskus  unter  dem
25.  und  27.  Juli  d.  Is.  zum  Vertrage  über
den  Bau  des  Stückes  Aus—Feldschuhhorn
der  Lüderitzbahn  mit  der  Generalunternehmerin
dieser  Strecke,  der  Deutschen  Kolonial-Eisenbahn-Bau=
  und  Betriebsgesellschaft  zu  Berlin,  einen
Zusatzvertrag  abgeschlossen,  durch  den  der  Bauder
  Endstrecke  Feldschuhhorn  —Keetmanshoop
  in  das  Abkommen  einbezogen  wird.

Danach  soll  die  Bahn  in  ihrer  ganzen  Länge
spätestens  am  23.  November  1908  betriebsfähig
sein.  Für  jeden  Tag  der  früheren  oder  späteren
Erreichung  dieses  Ziels  erhält  oder  zahlt  die
Baufirma  3000  Mk.  Schon  vor  der  Gesamteröffnung
  der  Bahn  werden  die  einzelnen  Teilstrecken
  alsbald  nach  ihrer  betriebsfähigen  Herstellung
  so  weit  dem  Verkehr  übergeben,  daß  sie
die  jetzigen  Fuhrparkkolonnen  ersetzen.

Zur  Innehaltung  dieses  Programms  ist  es
nötig,  stellenweise  statt  der  endgültigen  Bamwerke
Provisorien  auszuführen;  deren  Auswechselung
soll  erst  nach  der  Eröffnung  der  Bahn  geschehen
und  nebst  der  vollständigen  Ausstattung  der  Linie
so  früh  beendet  sein,  daß  die  Hauptabnahme  aller
Anlagen  am  30.  September  1909  erfolgen  kann.

Mit  dem  1.  Oktober  1909  wird  demnach
voraussichtlich  der  regelmäßige  Betrieb  beginnen.

Neben  den  bisher  genannten  Leistungen  liegt
der  Firma  noch  ob,  die  schon  fertige,  ebenfalls
von  ihr  gebaute  Vorstrecke  Lüderitzbucht—
Aus  bis  zum  30.  September  1909  zu  betreiben.

An  Vergütung  für  ihre  vertragsmäßigen
Leistungen  und  Lieferungen  erhält  die  Firma  als
Ersatz  ihrer  Verwaltungskosten  850  000  Mk.,
ferner  den  Ersatz  der  übrigen  Selbstkosten  bis
zur  Höhe  von  17  860  000  Mk.  und  schließlich
als  Gewinn  1  540  000  Mk.,  vermehrt  um  ein
Zehntel  des  Betrages,  um  den  die  vorstehend  erwähnten
  Selbstkosten  unter  17  860  000  Mk.
bleiben,  insgesamt  jedoch  nicht  über  2  000  000  Mk.

Auf  diese  Vergütung  empfängt  die  Firma
während  der  Banzeit  bestimmte  Abschlagszahlungen
  bis  zur  Gesamthöhe  von  90  v.  H.
ihrer  normalen  Forderung,  die  sich  als  Summe
der  unter  a  bis  c  genannten  Beträge  zu  2011
Millionen  Mark  berechnet,  indes  nur  unter  der
Voraussetzung  der  rechtzeitigen  Bereitstellung  der
Mittel  durch  den  Etat.  Dieser  Vorbehalt  trägt
dem  Umstande  Rechnung,  daß  die  Schlußrate  des
Bankapitals  erst  im  Etat  für  1908  beantragt
werden  soll.
        <pb n="895" />
        G  801  20

Die  Bestimmungen  über  die  Vertragsvergütung
geben  die  Gewähr,  daß  der  Fiskus  mit  dem
veranschlagten  Baukapital  auskommen  wird,  da
alle  etwaigen  Mehrkosten  zu  Laßen  der  Baufirma
  gehen.

75

Deutsch-MNeuguinea.
eEingeborenen-„Kriege“  auf  der  Gazelle-Palbinsel.-)

Kurze  Fehden  und  lange  Kriege  gehören
auf  der  Gazelle-Halbinsel  wie  im  ganzen  Bismarck-Archipel
  zur  Tagesordnung.  In  früheren  Zeiten
noch  mehr  wie  jetzt,  denn  der  Einfluß  der  Ansiedler
  und  der  Kaiserlichen  Verwaltung  beginnt
glücklicherweise  einen  Wandel  zum  Besseren  zu
schaffen.  Wo  jedoch  dieser  Einfluß  nicht  vorhanden
  ist,  da  genügt  der  geringfügigste  Grund,
um  die  Eingeborenen  zu  den  Waffen  greifen  zu
lassen.  Glücklicherweise  sind  diese  Kriege,  obgleich
mit  großem  Lärm  in  Zzene  gesetzt,  nicht  sehr
blutig.  Einige  wenige  Tote  auf  beiden  Seiten
genügen,  um  Friedensverhandlungen  anzubahnen;
benachbarte  Freunde  sind  stets  geneigt,  als  Vermittler
  aufzutreten,  denn  als  solche  haben  sie  von
beiden  Parteien  besondere  Einnahmen  und  Sporteln,
  die  recht  annehmbar  sind.  Obgleich  nun
diese  Kriege  manche  Nachteile  für  die  Parteien
zur  Folge  haben,  bin  ich  doch  nach  langjähriger
  Beobachtung  zu  der  Überzeugung  gekommen,
  daß  es  falsch  ist,  wenn  man  in  ihnen
den  Grund  zu  der  Abnahme  der  Bevölkerung
sieht.  Leugnen  läßt  sich  allerdings  nicht,  daß  in
der  Regel  die  getöteten  Feinde  Männer  im  besten
Lebensalter  sind,  aber  anderseits  glaube  ich,  daß
der  Krieg  auf  die  Eingeborenen  auregend  wirkt,
ihre  geistigen  Kräfte  schärft  und  auch  die  physischen
  Eigenschaften  entwickelt.  Ohne  Krieg  und
Fehde  erschlafft  ein  Naturvolk,  wird  geistig  und
körperlich  indolent  und  verschwindet  im  Laufe
der  Zeit  von  der  Bildfläche.  Wir  sehen  dies
vielfach  auf  den  kleinen  Inseln  des  Stillen
Ozeans,  wo  die  Natur  der  Bevölkerung  reichliche
Unterhaltsmittel  gewährt,  die  ohne  sonderliche
Körperanstrengung  zu  erlangen  sind.  Auf  allen
diesen  Inseln,  wo  weder  Krieg  noch  Arbeit  die
Anspannung  der  geistigen  und  physischen  Kräfte
erfordern,  geht  die  Bevölkerung  zurück,  trotz
anscheinend  kräftiger  Konstitution.  Wenn  wir
daher  den  Eingeborenen  die  Kriegführung  ver-*)

  Diese  interessanten  Ausführungen  entnehmen
wir  dem  im  „Kol.  Bl.“  bereits  besprochenen  Werle:
Dreißig  Jahre  in  der  Südsee.  Von  R.  Parkinson.
  Herausgegeben  von  Dr.  B.  Ankermann.
Verlag  Strecker  &amp;amp;  Schröder,  Stuttgart.  (Fünf  Lieferungen
  sind  bis  jetzt  erschienen.)

 

bieten,  müssen  wir  darauf  bedacht  sein,  ihnen  ein
anderes  Anregungsmittel  zu  geben,  und  ein  solches
ist  die  Arbeit.  Wenn  die  Bevölkerung  des  Archipels
  zu  einer  täglichen,  regelmäßigen  Arbeit
angehalten  werden  könnte,  dann  würden  die
weiten  unkultivierten  Flächen,  die  jetzt  überall  zu
finden  sind,  bald  verschwinden,  und  eine  kräftigere
und  gesündere  Bevölkerung  würde  allmählich
heranwachsen.  Aus  eigener  Initiative  wird  jedoch
wohl  nie  ein  Eingeborener  zur  regelmäßigen
Arbeit  greifen,  und  es  ist  die  Pflicht  der  Regierung,
der  Missionen  wie  der  Ansiedler,  durch  einen  gelinden
  Druck  die  Eingeborenen  zur  Arbeit  anzuhalten,
  um  aus  ihnen  nützliche  Mitglieder  des
Gemeinwesens  zu  machen.

Doch  wieder  zurück  zu  den  „Kriegen“  der
Gazelle-Halbinsel!  Den  casus  belli  bilden  am
häufigsten  die  Weiber.  Der  Anhang  des  Beleidigers
  beeilt  sich  sofort,  der  beleidigten  Partei
die  für  den  bestimmten  Fall  übliche  Quantität
an  Tabu  (Muschelgeld)  durch  eine  neutrale  Partei
zuzustellen;  die  Annahme  verhindert  den  Ausbruch
der  Feindseligkeiten.  Um  aber  auf  jeden  Fall
vorbereitet  zu  sein,  macht  man  sich  kriegsbereit,
stellt  Posten  aus,  um  einen  etwaigen  Überfall  zu
vereiteln,  schickt  die  Taburollen  mit  den  Weibern
zu  befreundeten  Eingeborenen  der  Nachbarschaft
oder  verbirgt,  wenn  Gefahr  im  VBerzuge  sein
sollte,  den  Schatz  an  vorher  bestimmten  Plätzen
im  Walde.  Die  schwächere  Partei  räumt  auch
wohl  ihre  Wohnplätze  und  begibt  sich  nach  dem
kamare  oder  Kampfplatz,  in  der  Regel  einem
offenen  Grasfelde,  von  wo  aus  man  die  Annäherung
  des  Feindes  beobachten  kann.

Wird  das  angebotene  Sühnegeld  nicht  angenommen,
  so  beginnt  der  eigentliche  Krieg,
winaruba  oder  winarua.  Die  Parteien  stehen
sich  nun  gegenüber,  hüten  sich  jedoch  recht  sehr,
handgemein  zu  werden.  Es  werden  Scheinangriffe
gemacht,  jede  Partei  verhöhnt  die  andere  und
nachdem  dies  eine  Zeitlang  angehalten  hat,
namentlich  bei  hereinbrechender  Dunkelheit,  zieht
sich  der  ganze  Haufe  zurück,  denn  die  Nacht  ist
keines  Menschen  Freund;  es  schläft  sich  besser  in
der  Hütte  als  auf  dem  weiten  Kampffeld.  Am
folgenden  Tage  geht  die  Geschichte  wieder  los
und  dauert  nun  so  lange,  bis  die  Vermittler  mit
der  beleidigten  Partei  über  eine  bestimmte  Sühnezahlung
  einig  sind  und  diese  erlegt  ist.

Komplizierter  wird  der  Fall,  wenn  einige
besonders  große  Helden  aus  dem  Hinterhalt  einen
der  Gegenpartei  töten.  Dies  kann  nur  durch
Blutrache  gesühnt  werden;  die  Anzahl  der  Gefallenen
  muß  auf  beiden  Seiten  eine  gleiche  sein,
ehe  man  an  eine  friedliche  Lösung  denken  kann.
Bei  einer  solchen  zahlt  jede  Partei  der  anderen
ein  bestimmtes  Sühnegeld  für  die  Erschlagenen,

3
        <pb n="896" />
        802  20

sowie  eine  Sühne  für  die  ursprüngliche  Beleidigung,
  und  die  Sache  ist  damit  erledigt.

Gelingt  es  in  solchen  Fehden  der  einen  oder
der  anderen  Partei,  einen  Mann  von  Bedentung,
a  gala  (Häuptling)  oder  luluai  oder  dergleichen
zu  töten,  dann  ist  die  Sache  noch  komplizierter,
denn  sein  Tod  kann  nur  dadurch  gerächt  werden,
daß  man  einen  Widersacher  gleichen  Ranges  tötet.
Die  Anhänger  des  Getöteten  binden  unter  Hermurmeln
  von  Zauberformeln  kleine  Stückchen
Tabu  an  ihre  Kriegsspeere  und  begeben  sich  dann
nach  dem  kamare.  Hier  tritt  ein  besonders
tapferer  luluai  aus  den  Reihen,  tanzt  und  gestikuliert
  angesichts  des  Feindes  und  schleudert  einen
Stein  auf  ihn  ab  oder  wirft  den  tabuumwickelten
Speer,  a  rumu  na  tutuluai.  Dies  ist  eine  Herausforderung,
  welche  bedeutet,  daß  der  Krieg
nicht  beendet  werden  kann,  ehe  Blutrache  stattgefunden
  hat.

Die  getöteten  Feinde  werden,  wenn  es  gelingt,
  den  Körper  fortzubringen,  von  den  Siegern
verspeist,  und  der  Erlös  an  Tabu  fällt  dem  siegreichen
  Helden  zu,  dem  für  jede  Portion  ein  bestimmtes
  Quantum  an  Tabu  gezahlt  wird.

Langgezogene  Kriege  werden  beim  Friedensschlusse
  mit  großen  Festlichkeiten  beendet,  und
die  Diplomaten,  welche  den  Frieden  eingeleitet
und  zum  Abschluß  gebracht  haben,  heimsen  von
beiden  Parteien  den  Lohn  ein,  der  um  so  wohlverdienter
  ist,  als  sie  nicht  selten  bei  ihren  Bestrebungen
  ihre  Haut  zu  Markte  tragen.  In
früheren  Jahren  habe  ich  häufig  in  meiner  Nachbarschaft
  die  Rolle  des  Vermittlers  übernehmen
müssen  und  darf  mich  rühmen,  daß  ich  mehr
„ewige  Frieden“  abgeschlossen  habe,  als  die  meisten
Diplomaten  der  zivilisierten  Welt.  Einer  dieser
Friedensschlüsse  ist  mir  besonders  im  Gedächtnis
geblieben,  weil,  nachdem  alle  Präliminarien  eingeleitet
  und  die  Abfindungssummen  nach  langem
Feilschen  bestimmt  worden,  ein  eigensinniger  alter
à  gala  darauf  bestand,  daß  ihm  noch  3  Hüftentücher,
  etwa  5m  Baumwollenzeug  und  50  Stangen
Tabak  von  der  Gegenpartei  eingehändigt  würden.
Diese  exorbitante  Forderung  erregte  allgemeine
Entrüstung,  und  da  ich  meine  stundenlangen  Bemühungen
  nicht  fruchtlos  zu  enden  wünschte,
mußte  ich  einen  Eilboten  nach  meiner  Wohnung
schicken,  um  das  Gewünschte  herbeizuholen.  Der
Erfolg  war  dann  auch  in  jeder  Weise  befriedigend,
obgleich  ich  durch  das  mir  gemachte  Geschenk,
bestehend  aus  zweien  der  magersten  Hühner,  die
man  auftreiben  konnte,  nicht  recht  auf  meine  Kosten
kam.  Bei  einer  anderen  Gelegenheit  wärc  es  mir
fast  an  den  Kragen  gegangen.  Frgendwelche
Formalität  war  nicht  erfüllt  worden,  und  ungerechterweise
  betrachtete  man  mich  als  die  Veranlassung.
  Die  Folge  davon  war,  daß  ich,  als

 

ich,  von  meiner  Frau  begleitet,  an  Ort  und
Stelle  ankam,  einen  feindlichen  Empfang  erhielt
und  mich  schleunigst  zurückziehen  mußte.  Nur
meine  genaue  Kenntnis  der  Eingeborenenpfade
rettete  damals  unser  Leben;  immerhin  aber  war
ein  Dauerlauf  von  etwa  5  km  über  Grasebenen
und  durch  tiefe  Schluchten  unter  den  Kugeln  der
mit  Gewehren  bewaffneten  Verfolger  keine  Annehmlichkeit.
  Eine  Genugtuung  wird  es  mir
jedoch  immer  bleiben,  daß  vier  Jahre  nach  meiner
Ansiedlung  die  Stämme  in  meiner  Nachbarschaft
infolge  meiner  Vermittlung  und  trotz  früherer
langdauernder  Fehden  einen  Frieden  unter  sich
geschlossen  haben,  der  bis  zum  heutigen  Tage
nicht  unterbrochen  worden  ist,  obgleich  es  nicht
an  Gelegenheiten  fehlte,  da  entferntere  Stämme
oft  versuchten,  jene  Stämme  mit  in  ihre  Kriege
und  Stammesunruhen  zu  verwickeln.

Die  Walman  im  kaiser  Wilhelmsland.)

Nachstehende  Ausführungen  behandeln  einen
Bolksstamm  der  Papuas,  der  die  nordwestliche
Küste  von  Kaiser-Wilhelmsland  innerhalb  des
Rahmens  von  Berlinhafen  bewohnt.  Dieser
Hafen  liegt  etwa  60  Seemeilen  an  der  Westgrenze
  Neuguineas.  Er  wird  gebildet  von  den
vier  benachbarten  Inseln  Tumleo,  Aly,  Seleo,
Angel.  Die  Bewohner  des  Küstenstrichs  gehören
der  papuanischen  Rasse  an  und  nennen  sich
Walman.  Auf  den  Inseln  und  bei  vielen
Stämmen  am  Festlande  außerhalb  Berlinhafens
kennt  man  sie  meist  nur  unter  dem  Namen
Leming.

Die  Grenze  dieses  beiläufig  500  Menschen
zählenden  Stammes  bilden  zwei  ansehnliche  Flüsse.
Im  Osten  ist  es  der  fischreiche  Nekir,  im  Westen
der  ebenso  fischreiche  und  durch  seine  vielen
Krokodile  berüchtigte  Eilo.  Beide  Flüsse  sind  für
den  Walmanstamm  von  großer  Wichtigkeit;  denn
einerseits  sind  sie  ein  schützender  Damm  gegen
feindliche  Angriffe,  und  anderseits  bieten  sie
ihnen  eine  große  Menge  von  Fischen  und
Muscheln,  für  die  der  Walman  stets  eine  große
Vorliebe  hat.  Im  Norden  begrenzt  sie  das
Meer,  und  von  dieser  Seite  droht  ihnen  keine
Gefahr,  da  eine  fürchterliche  Brandung  namentlich
  zur  Zeit  des  Nordwestmonsuns  das  Landen
fast  unmöglich  macht.  Bis  zu  drei  Meter  steigen
die  wilden  Wogen  in  die  Höhe,  um  dann  plötzlich
mit  großem  Getöse  niederzufallen,  und  dieses
Spiel  wiederholt  sich  Schlag  auf  Schlag  viele
Monde  lang.  Schäumend  wird  der  weiße  Gischt

Von  P.  Friedrich  Vormann  S.  V.  D.  in  der
„Kölnischen  Volkszeilung“.
        <pb n="897" />
        G  803  20

an  die  sandigen  Ufer  getrieben,  und  wehe  einem
Fahrzeug,  das  von  diesen  Wellen  erfaßt  würde.
Das  Ranschen  der  Brandung  hört  sich  an  wie
Kanonensalven  und  Donnergeroll.  Dem  Europäer,
  der  durch  die  Brandung  mit  seinem  gebrechlichen
  Fahrzeuge  muß,  wird  es  oft  auf
hoher  See  angst  und  bange,  und  schon  mehr  als
einmal  wurde  er  gezwungen,  ein  salziges  Bad
zu  nehmen  und  mußte  zusehen,  wie  seine  Habseligkeiten
  in  den  Sand  vergraben  wurden  ohne
Hoffnung,  sie  je  wiederzuerlangen.

Das  Hinterland  bietet  für  die  Walmanleute
weniger  Schutz,  aber  es  ist  auf  viele  Stunden
unbewohnt,  und  der  zunächst  liegende  Volksstamm,
  die  Banjil,  sind  mit  ihnen  Freund.  Beide
eben  genannten  Flüsse  können  bei  gewöhnlichem
Wasserstande  leicht  durchwatet  werden.  Aber
sobald  im  Inlande  sich  ein  ergiebiger  Regen
ergießt,  schwellen  die  Flüsse  zu  Strömen  an,  die
dicke  Bäume  mit  ihren  Wurzeln  wie  Strohhalme
davontragen  und  mit  wilder  Wucht  ins  Meer
hinausschleudern.  Mit  Rücksicht  darauf  halten  sich
die  Walman  im  allgemeinen  auch  nur  innerhalb
dieser  Flüssegebiete  auf;  nur  Jagd,  Fischfang
und  Plantagenbau  gestatten  ihnen  eine  Ausnahme.
  Namentlich  lieben  sie  es,  in  den
sumpfigen  Deltas  dieser  Flüsse  ihre  Sagobestände
anzulegen  und  dem  Ufer  entlang  ihre  Plantagen
zu  bebauen.  Weniger  zum  Schutz  als  vielmehr
zum  Nutzen  kommen  zwei  Lagunen  in  Betracht,
die  vom  Hinterlande  herkommend,  ihr  Gebiet
durchfließen  und  in  die  See  münden.  Die
tosende  Brandung  treibt  oft  große  Mengen  von
Fischen  in  dieselbe  hinein.  Nicht  selten  versanden
  die  wütenden  Wellen  die  Mündung  dieser
Lagunen.  Das  Aufgraben  der  Mündung  geschieht
zur  Zeit  der  Ebbe.  Im  u  ist  das  Wasser  verlaufen,
  und  geschäftig  durchwaten  die  Männer
den  zurükgebliebenen  Schlamm  mit  Bogen  und
Peil-  hn  die  gefangenen  Fische  mit  nach  Hause
zunneh  nen.  Dasselbe  tun  die  Frauen  mit  Fischeden,

  und  selost  kleine  Kinder  durchsuchen  eifrig
die  Ufer  nach  Beute.
suunden  s  almangebie,  das  sich  auf  drei  Wegesvon
  On  streckt,  zerteilt  sich  in  vier  Dörfer,  die,
on  Östen  nach  Westen  ausgezählt,  Vrinagol,
Koroko,  Poro  und  Vok  ..  .
ihnen  i  1  Vokau  heißen.  Zwei  aus
8  ind  größer,  sie  haben  zusammen  etwa
binwohner,  während  die  beiden  kleineren
Zfammen  nur  150  Einwohner  zählen.  Das
Hauptdorf  ist  Vrinagol,  da  h  di  5  5  '«.
Geistertempel  auf  fr  %  in  diesem  der  große
Krnos  freiem  Platze  steht,  zu  dem  die
ganze  Männerwelt  bei  wichte  .-  ,
sammenströmt  bei  wichtigen  Ereignissen  zu-Nationalheil
  n  Früher  stand  auch  ein  zweites
der  ranfe  lig  n  in  Vokau,  aber  es  wurde  von
Gele  60  regierung  vor  einigen  Jahren  bei
elegenheit  einer  Strafexpedition  eingeäschert..

 

Der  Platz,  worauf  der  Tempel  stand,  wird  freilich
auch  jetzt  noch  von  den  Männern  sowohl  als
von  den  Frauen  in  hohen  Ehren  gehalten.  Noch
jetzt  gehen  Weiber  und  Kinder  in  weitem  Bogen
herum  und  sehen  voll  Ehrfurcht  auf  die  Reste
ihres  einstigen  Gotteshauses.  Und  würden  sie
anders  handeln,  so  stände  der  Zorn  der  Männer
zu  befürchten,  sie  würden  ohne  Gnade  und  Barmherzigkeit
  niedergeschossen;  aber  für  ihren  religiösen
Kult  hat  dieser  Platz  weiter  keine  Bedeutung
mehr.

Die  Dörfer  liegen  hart  am  Meeresstrande
im  heißen  Sande,  so  nahe  am  Meere,  daß  nicht
selten  die  vom  Meere  gepeitschten  Wogen  bis  zu
den  Wohnungen  dringen  und  ein  unheimliches
Zittern  hervorrufen.  Daß  selbst  Häuser  von  den
Wellen  erfaßt  und  fortgerissen  wurden,  ist  keine
Seltenheit.  Der  Grund,  warum  die  Lente  so
nahe  am  Meere  sich  niederlassen,  ist  ein  zweifacher;
  erstens  sind  sie  mehr  geschützt  gegen  die
Mosgquitos,  die  bekanntlich  Wind  und  Salzwasser
nicht  sonderlich  lieben,  und  zweitens  bringt  die
See  Tag  für  Tag  eine  kühle  Brise,  die  die  Hitze,
welche  oft  32  Grad  Celsius  beträgt,  ein  wenig
abkühlt.

Die  Küste  längs  des  Walmangebietes  ist  öde
und  verlassen.  Mit  Ausnahme  der  Ortschaften,
wo  ganze  Wälder  von  Kokospalmen  sich  stolz
zum  Himmel  erheben,  deren  Früchte  nicht  bloß
den  Walman,  sondern  auch  den  starkgeschnäbelten
Kakadus  zum  Leckerbissen  dienen,  sieht  man  auf
der  sonnenverbrannten  ganzen  Strecke  nichts
anderes  als  verkrüppelte,  mit  langen  Luftwurzeln
versehene  Pandanusstauden,  die  oft  von  der  mutwilligen
  Jugend  angezündet  und  unter  lautem
Krachen  und  Knallen  in  Asche  gelegt  werden,
und  elendes  Gestrüpp,  worin  oft  ganze  Scharen
von  roten  und  grünen  Papageien  schreiend  und
krächzend  ihr  Spiel  treiben.  Daneben  und
darunter  wuchert  dann  eine  wilde  Bohnensorte,
von  den  Eingeborenen  Bosopu  genannt,  die  den
schwarzen  Kindern  vielfach  zum  Spielen  dient.
Auch  ganze  Felder  von  Melonen  kann  man  antreffen,
  welche  von  den  Wald=  und  Hausschweinen
  fleißig  aufgesucht  werden.

Dieses  öde,  verlassene,  hier  und  da  mit  Alang
Alang  bestandene  Land  ist  im  Laufe  der  Jahrhunderte
  angeschwemmt  worden.  Alang  Alang
ist  mannshohes  Gras,  sehr  hart.  Die  Flächen
werden  von  den  Eingeborenen  oft  in  Brand
gesetzt,  und  die  jungen  weichen  Keimlinge  werden
von  den  Pferden  und  Rindern  der  Europäer
gesucht.

Die  Dörfer  stehen  mittels  schmaler  Fußwege
miteinander  in  Verbindung.  Die  Walman  sind
gewohnt,  im  Gänsemarsch  zu  gehen  und  benötigen
  keine  breiten  Wege.  Ja,  sie  gehen  selbst
        <pb n="898" />
        W  804  2d□

auf  breiten,  von  Europäern  eingerichteten  Wegen
hintereinander;  es  ist  einmal  ihre  Gewohnheit
so.  Diese  Gewohnheit  haben  sie  offenbar  sich
angeeignet  durch  die  Notwendigkeit.  Im  Urwald
nämlich  müssen  sich  die  Leute  die  Wege  erkämpfen
durch  Ausroden  und  stetes  Dreinschlagen  mit
den  langen  Buschmessern.  Einer  geht  voraus,
ein  anderer  nach,  und  so  macht  es  die  ganze
Gesellschaft.  Sie  begnügen  sich  da  mit  dem
kleinsten  Raum.  Diese  Wege,  namentlich  wenn
sie  schon  sehr  alt  sind,  krümmen  sich  viel  tausend
Mal.  Kaum,  daß  man  drei  Meter  geraden
Weges  hat.  Das  hat  auch  seinen  Grund.  Die
Walman  sind  sehr  bequeme  Herren.  Fällt  nun
ein  vor  Altersschwäche  erkrankter  Baum  mitten
auf  den  Weg,  so  gehen  sie  einfach  auf  einem
kleinen  Umweg  zur  Fortsetzung  des  früheren.
Irgend  eine  kleine  Pfütze  im  Walde  lenkt  den
alten  Weg  ab.  Europäer,  die  nicht  gewohnt
sind,  auf  solchen  Wegen  zu  wandeln,  werden
nicht  selten  von  Schwindelanfällen  belästigt.  Die
Wege,  welche  in  die  einzelnen  Dörfer  führen,
sind  unterwegs  wegen  der  drückenden  Hitze  fast
gar  nicht  zu  begehen,  und  die  Walman  nehmen
mit  Vorliebe  den  weit  beschwerlicheren  Weg  durch
den  weichen  Sand  hart  am  Meeresstrande.  Zur
Zeit  der  Ebbe  ist  der  Sand  aber  ganz  fest  und
feucht,  und  Fahrräder  und  Automobile  würden
da  die  besten  Dienste  tun.

Die  Bewohner  der  einzelnen  Dörfer  stehen
nicht  in  sehr  reger  Verbindung.  Ein  jedes  Dorf
dünkt  sich  wie  sein  eigener  Herr,  der  keines
anderen  Hilfe  benötigt.  Darum  sucht  man  den
größten  Teil  des  Tages  vergebens  nach  Menschen
an  der  Watmanküste,  die  von  Dorf  zu  Dorf
ziehen.  Bisweilen  sieht  man  einige  Männer  mit
Bogen  und  Pfeilen  bewaffnet  in  Stillschweigen
am  Meeresstrand  vorüberziehen:  entweder  wollen
sie  ihre  Plantagen  aufsuchen,  oder  sich  im  Nachbardorfe
  erkundigen,  wer  einen  von  ihren  Angehörigen
  bezaubert  hat,  daß  er  nun  daniederliege.
  Hier  und  da  sieht  man  auch  einsam  zerstreut
  schwarze  Fischerinnen  am  Meere  stehen,
die  bemüht  sind,  die  kleinen  Fische,  welche  die
tosenden  Brandungswellen  ans  Land  werfen,  mit
untergehaltenen  Netzen  einzufangen.  Häufiger
trifft  man  die  hungerigen  schakalartigen  Hunde
der  Eingeborenen  am  Meeresstrande,  die  darauf
bedacht  sind,  die  schnellbeinigen  Landkrebse,  welche
sich  beim  Herannahen  irgendeines  Lebewesens
in  die  selbstgegrabenen  mauselochähnlichen  Löcher
verstecken,  auszuscharren  und  zu  fressen.  In  den
Morgenstunden  fsindet  man  auch  meistens  die
Dorfjugend  der  einzelnen  Dörfer  am  Meere  im  Spiele.
Einige  werfen  sich  mit  nassen  Sandbällen,  andere
schlagen  Purzelbäume,  und  wieder  andere  suchen
mittels  Baumstämme  die  Brandung  zu  erreichen

 

und  lassen  sich  von  den  Brandungswellen  unter
Lärmen  und  Lachen  an  das  Ufer  werfen.  Tagsüber,
  wenn  die  Sonne  ihre  Strahlen  fast  senkrecht
  auf  die  Hütten  der  Eingeborenen  wirft,  ist
alles  am  Meere  dde.

Aus  dem  Gesagten  geht  hervor,  daß  wir  es
mit  einem  recht  seßhaften  Volksstamm  zu  tun
haben.  Diese  Leute  lieben  ihre  Heimat  sehr
und  möchten  für  alles  in  der  Welt  nicht  von  ihr
lassen.  In  der  Fremde  fühlen  sie  sich  fremd
und  bekunden  nicht  selten  ein  großes  Heimweh.
Zwar  müssen  sie  bisweilen  auf  8  oder  14  Tage
das  Haus  verlassen,  aber  das  geschieht  keineswegs
  aus  Liebhaberei,  sondern  aus  Notwendigkeit.
Die  Leute  haben  nämlich,  wie  gesagt,  oft  bis  zu
ihren  Pflanzungen  zwei  bis  drei  Stunden  zu
gehen.  Wieviel  Zeit  würden  sie  nun  zu  der
Zeit,  da  die  Ländereien  bebaut  werden  müssen,
verlieren,  wollten  sie  täglich  hin=  und  hergehen?
Das  sparen  sich  die  Leute.  Sie  ziehen  mit  Frau
und  Kind  in  den  Wald  und  logieren  in  den
Hütten,  welche  sie  in  den  Pflanzungen  errichtet
haben.  Ist  die  Arbeit  vollbracht,  verlassen  sie
mit  Freuden  den  Notaufenthalt  und  eilen  wieder
nach  Hause,  und  das  erste  Wort,  das  sie  sagen,
ist:  „Njüam  tiomtiôm  jan  pie  kum  monülue.“
(Im  Walde  gibt  es  viele  Mücken,  dort  mag  ich
nicht  wohnen.)  Bisweilen  schlagen  sie  auch  zeitweilig
  an  den  Flüssen  ihr  Zelt  auf.  Dann  gilt
es  dem  Fischfang,  der  namentlich  im  Monate
März  sehr  ergiebig  ist.  Auch  das  Sagoschlagen
beansprucht  mehrere  Tage,  wo  es  ihnen  unmöglich
  ist,  nach  Hause  zu  gehen.  Sie  wachen
des  Nachts  bei  den  Sagoständen  zu  Schutze  gegen
Wildschweine,  die  den  ausgeschlagenen  Sago  nicht
wenig  lieben.  Nicht  selten  gelingt  es  den  Walman,
  ein  grauschwarzes  Borstentier  zu  erlegen,
das  sie  dann  gleich  an  Ort  und  Stelle  braten
und  verspeisen.

kKaonnibalismus  im  Bismarch-Krchipel.

Ein  krasser  Fall  von  Kannibalismus  ist  neuerdings
  auf  Nissan,  einer  kleinen,  zwischen  Neu-Mecklenburg
  und  Bougainville  gelegenen
Insel  vorgekommen.  Das  bei  dem  Heäuptling
Salin  in  Malis  bedienstete  Bukaweib  Karas
Henot  wurde  am  13.  Jannar  d.  Is.  von  den
Häuptlingen  Mogan  aus  Torohabou  und
Somson  aus  Bangalu  mit  ihren  Leuten  unter
Zustimmung  und  Mitwirkung  des  Salin  überfallen
  und  ermordet.  Die  Tat  war  schon  mehrere
Monate  vorher  verabredet  worden,  und  zwar
sollte  Mogan  die  Tötung  vornehmen  und  Somson
die  Leiche  zum  Verspeisen  erhalten.  Für  die
Lieferung  des  Fleisches  erhielt  Mogan  von  Somson
        <pb n="899" />
        W  805  2C

ein  Schwein,  zwei  Bogen,  zwanzig  Pfeile,  ein
Messer  und  fünf  Armringe.

Die  Leiche  des  Weibes  wurde  von  Somson
nach  Bangalu  gebracht,  dort  am  nächsten  Morgen
über  einem  Steinfeuer  nach  der  Art,  wie  es  mit
den  Schweinen  geschieht,  unausgenommen  gebraten
  und  in  einzelne  Stücke  zerteilt.  Einen
Teil  des  Fleisches  behielt  Somson  für  sich,  das
übrige  verteilte  er  an  andere  Eingeborene.  Als
Gegenleistung  erhielt  er  von  einem  Eingeborenen
einen  Armring,  von  einem  anderen  zwei  Bündel
Pfeile.  Die  übrigen  versprachen,  ihm  gelegentlich
  ebenfalls  Menschenfleisch  ablassen  zu  wollen.

Als  die  Untat  in  Herbertshöhe  bekannt
wurde,  brach  eine  Expedition  unter  Führung  des
Kaiserl.  Bezirksrichters  Dr.  Scholz  nach  der  Insel
Nissan  auf.  Derselben  gelang  es,  den  Tatbestand
in  der  eben  geschilderten  Weise  festzustellen  und
den  größten  Teil  der  Schuldigen  zu  ergreifen.
Über  den  Verlauf  der  Expedition  selbst  berichtet
Bezirksrichter  Dr.  Scholz  wie  folgt:

Ich  verließ  Herbertshöhe  am  Dienstag,  den
26.  Februar,  abends  7  Uhr  in  Begleitung  von
41  Soldaten,  des  Polizeimeisters  Krüger  und
des  von  dem  Museum  für  Völkerkunde  in  Berlin
entsandten  Forschungsreisenden  Dr.  Thurnwald
mit  dem  „Seestern"  und  kam  am  Mittwoch,  den
27.  Februar,  gegen  Mittag  in  Nissan  an.

Vor  Verlassen  des  Schiffes  hielt  ich  an  die
Soldaten  eine  Ansprache,  in  der  ich  sie  mit  dem
Zweck  der  Expedition  bekannt  machte.

Die  Station  sollte  der  Expedition  als  Stützpunkt
  dienen.  Während  sich  die  Leute  unter
Aufsicht  des  Polizeimeisters  dort  häuslich  einrichteten,
  benutzte  ich  den  Nachmittag  des  Ankunftstages,
  mich  im  Gespräch  mit  dem  Händler
Heatheote,  der  als  Angestellter  der  Firma
*  E.  Forsayth  die  Station  zur  Zeit  besetzt
datt.  über  Land  und  Leute  sowie  die  Lage,  die
dend  nlaß  für  die  Expedition  gegeben,  zu  unter-H
  .  “7r  t  Nach  den  Mitteilungen,  die  mir  Herr
*  hcote  machte  und  die  ich  später  durchweg
bestätigt  fand,  sind  es  nur  einige  bestimmte  Dorfschaften
  der  Ins  .  gl  «  inschreiten
  not  nsel,  deren  Verhalten  ein  Einhauptet
  datwendig  macht.  Herr  Heathrote  be-Dörfer
  allade  infolge  des  Unfriedens,  den  jene
Monat  zu  M  rts  stiften,  sein  Koprahandel  von

--  onat  zurückgegangen  sei,  und  erklärt
dies  folgendermaßen:  soi  mit  arof  —-scheinlichkeit
  :  Es  sei  mit  großer  Wahran

  daß  die  Menscheneinlicht

  zunehmen
reiser  ..-  «  .  ..
kresserei  in  letzter  Zeit  unter  dem  Einfluß  einzelner

einge  oechan  genommen  habe.  Ein
i  t  3  „  JTn:  "-Männer
  oder  Wchtrrich  hinterlistig  einzelner

des  anderen  und  bringt

Der  andere  Stamm  leistet
tut  desgleichen.  Die  Leute
fortwährend  im  Kampfsie

  zum  Schlachten.
Widerstand  oder
liegen  infolgedessen

 

zustande.  Wiederholt  haben  Eingeborene  dem
Händler  Heathcote  erzählt,  daß  sie  keine  Kopra
schneiden  könnten,  weil  sie  fürchten  müßten,  überfallen
  und  getötet  zu  werden.  So  stehen  viele
Bäume  ungenutzt  da.  Es  kommt  hinzu,  daß
hierzulande  die  Sitte  herrscht,  am  Grabe  eines
Stammesmitgliedes  eine  Anzahl  der  von  ihm
hinterlassenen  Kokosbäume  niederzuschlagen,  von
dem  Rest  wird  sechs  Monate  lang  nur  die  unreise
  Frucht  geerntet,  während  die  reife  Frucht,
aus  der  die  Kopra  gewonnen  wird,  hängen
bleibt.  So  fallen  viele  Früchte  ab  und  werden
von  den  Schweinen  gefressen.  Die  Vermehrung
der  Todesfälle  infolge  der  Fehden  und  der
Menschenfresserei  habe  dementsprechend  zur  Folge,
daß  auch  die  Zahl  der  solcher  Art  unter  Tabu
(Bann)  gestellten  Bäume  sich  vermehre  und  der
Koprakultur  entzogen  werde.

Ich  fand  in  der  Tat  auf  meinen  weiteren
Ausflügen,  sobald  ich  in  die  Nähe  kriegerischer
Gegenden  kam,  gebannte  Baumgruppen  fast  auf
Schritt  und  Tritt.  Sie  sind  an  einem  aufgerichteten
  Stecken,  an  dessen  Ende  eine  Koprafrucht
  befestigt  ist,  leicht  kenntlich.  Die  verfeindeten
  Stämme  haben  ihre  Niederlassungen,  wie
Herr  Heathceote  weiter  erzählte,  sämtlich  auf  der
Ostseite  der  hufeisenförmig  gestalteten  Insel.  Ich
unternahm  noch  am  Nachmittag  nach  der  Ankunft
  mit  10  Mann,  Dr.  Thurnwald  und  dem
Händler  Heathcote  einen  Ausflug  ins  Innere  der
westlichen  Inselhälfte,  auf  der  auch  die  Station
liegt.  Über  Fehden  zwischen  benachbarten
Stämmen  wurde  hier  nicht  geklagt.  Ein  Fall
von  Menschenfresserei  auf  der  Westseite  konnte
von  den  Eingeborenen,  deren  ich  einige  für  den
Dienst  des  Gouvernements  angeworben  hatte,
nicht  angeführt  werden.  Alles  dies  bestärkte  den
durch  die  Angaben  Heathcotes  gewonnenen  Eindruck,
  daß  die  aufgetretenen  Mißstände  auf  das
Unwesen  der  Menschenfresserei  auf  der  Ostseite
der  Insel  zurückzuführen  seien.  Der  letzte  bekannt
  gewordene  Fall  betraf,  wie  ich  aus  den
Tagebuchaufzeichnungen  Heathcotes  und  durch
Umfragen  bei  den  zahlreich  auf  der  Station  erschienenen
  Eingeborenen  feststellte,  die  Schlachtung
und  das  Auffressen  des  Bukaweibes  Karas
Henot  am  13.  Januar  1907.  Als  Mörder
wurde  der  Häuptling  Mogan  von  Torohabon
bezeichnet.

Ich  beschloß  infolgedessen,  mir  an  der  Hand
dieses  Falles  über  die  herrschenden  Zustände  Aufklärung
  zu  verschaffen  und  zunächst  den  Platz
des  Mogan  aufzusuchen.  Am  nächsten  Tage,
Donnerstag,  den  28.  Februar,  verhinderte  jedoch
anhaltender  starker  Regen  jede  Unternehmung.
Am  Nachmittag  trafen  von  den  Plätzen,  die  ich
am  Tage  vorher  besucht  hatte  (Baratad,  Atadd,
        <pb n="900" />
        G  806  2O0

Trobani,  Dschibôl  und  Leitin),  sowie  von
Sirot  —  eine  der  beiden  Inseln,  die  das  hufeisenförmige
  Eiland  an  der  offenen  Stelle  gegen
das  Meer  hin  abschließen  —  eine  große  Anzahl
Eingeborener  ein.  Als  sie  hörten,  daß  am
nächsten  Tage  gegen  die  Friedensstörer  vorgegangen
  werden  sollte,  sagten  sie  ihre  Hilfe  zu
und  versprachen,  bei  Sonnenaufgang  auf  der
Station  zu  erscheinen.  Am  nächsten  Tage,  Freitag,
  den  1.  März,  einem  schönen  klaren  Morgen,
waren  27  Eingeborene  pünktlich  zur  Stelle,  kriegerisch
  geschmückt  und  mit  Bogen  und  Pfeilen
ausgerüstet.  In  einem  großen  und  2  kleinen
Booten  setzten  wir  mit  32  Soldaten,  in  5  Kanves
die  Eingeborenen,  nach  der  Ostseite  von  Nissan
über.  Die  Fahrt,  auf  der  wir  das  etwa  halbwegs
  gelegene  kleine  Eiland  von  Hen  passierten,
dauerte  etwa  1½  Stunde.  Am  Landungsplatze
war  niemand  zu  sehen.  Ich  ließ  eine  Bootswache
  zurück  und  zog  unter  Führung  eines  Eingeborenen
  namens  Murr  nach  dem  Dorfe  des
Mogan.  Der  Weg,  der  etwa  ½  Stunde  in  Anspruch
  nahm,  führte  durch  dichten  Busch.  Baumwurzeln,
  scharfe  Steine  und  zahlreiche  quer  vorliegende
  Stämme  machten  ihn,  wie  auch  die
anderen  Wege,  die  wir  später  benntzten,  sehr
beschwerlich.  In  Torohabon  fanden  wir  die
Häuser  leer.  Das  Dorf  liegt  dem  offenen  Meer
bereits  nahe  und  fällt  mit  mächtigen  Felswänden
steil  dahin  ab.  Der  Strand  bietet  mithin  einen
guten  Zufluchtsort.  Da  ich  die  Leute  des  Mogan
dort  vermutete,  versuchte  ich  mit  den  Soldaten
den  Abstieg  über  die  Felsen,  stand  aber,  da
plötzlich  heftiger  Regen  einsetzte,  zunächst  davon
ab.  Wir  waren  bereits  wieder  auf  den  Dorfplatz
  zurückgekehrt,  als  das  Gerücht  auftauchte,
am  Strande  seien  Kanaker  gesehen  worden.  Wir
kletterten  nun  trotz  des  Regens  hinab.  Leider
wurde  unsere  Mühe  nicht  gelohnt.  Am  Strande
fanden  wir  niemand  vor.  Dafür  entschädigte
uns  der  Anblick  einer  interessanten  Szenerie.
Das  hier  ganz  zerklüftete  Gestein  bildete  hochaufragende
  Grotten,  deren  untere  Wände  nach
dem  Meere  zu  durchbrochen  sind,  so  daß  die
Brandung  mit  gewaltigem  Tosen  eindringt.  In
einer  dritten,  von  dem  Meere  nicht  mehr  erreichten,
  aber  gleichwohl  sehr  wirkungsvollen
Grotte  fanden  wir  auf  einem  Felsenvorsprung
menschliche  Knochen.  Der  Ort  diente  wohl  als
Beinstätte.  Herr  Dr.  Thurnwald  machte  an
einem  der  nächsten  Tage  mehrere  stereoskopische
Aufnahmen.

Da  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen  war,
daß  sich  die  Eingeborenen  in  die  am  Strande
zahlreich  vorhandenen  Höhlen  geflüchtet  hatten,
ließ  ich  den  Polizeimeister  mit  einer  Abteilung
Soldaten  zum  Absuchen  dieser  Stellen  zurück  und

 

marschierte  mit  dem  Rest  der  Mannschaft,  nachdem
  wir  das  Plateau  wieder  erstiegen  hatten,
in  die  nördlich  gelegenen  Dörfer,  zunächst  nach
den  unmittelbar  benachbarten  Orten  Uatakuen
und  Nauris,  die  wir  beide  leer  vorfanden.
Nach  etwa  zehn  Minuten  weiteren  Weges  gelangten
  wir  nach  Buromalis,  der  Heimat
unseres  Führers  Murr,  wo  Männer  und  Weiber
anwesend  waren  und  wir  von  dem  Heäuptling,
dessen  Sohn  und  Enkel,  bewillkommnet  wurden.
Man  schickte  auch  nach  dem  Häuptling  der  benachbarten
  Dörfer  Nord-Malis,  namens
Nissanga,  der  auch  alsbald  erschien.  Durch
eine  Unterhaltung  erfuhren  wir,  daß  Mogan
nach  dem  südlich  gelegenen  Nehan  gegangen
sei.  Wir  marschierten  nun  wieder  zurück  nach
Torohabon.  Dort  erwartete  uns  bereits  der
Polizeimeister  mit  seinen  Leuten.  Er  hatte  am
Strande  vergeblich  nach  Mogan  gefahndet.
Murr  bezeichnete  uns  nun  das  Haus  des  Mogan.
Um  zu  erkennen  zu  geben,  daß  wir  es  nur  auf
den  Mörder  abgesehen  hatten,  ließ  ich  das  Haus
des  Mogan  verbrennen,  während  alles  andere
unberührt  blieb.

Etwa  um  sechs  Uhr  trafen  wir  wieder  auf
der  Pokonien-Station  ein.  Am  Abend  machte
uns  der  Eingeborene  Kohan,  der  sich  uns  in
Buromalis  angeschlossen  hatte,  wichtige  Angaben.
Kohan  hat  längere  Zeit  in  Neu-Guinea  als
Soldat  gedient.  Die  Art,  wie  er  seine  Erklärungen
  abgab,  machte  einen  sehr  glaubwürdigen
Eindruck.  Danach  hatte  der  Häuptling  Salin
von  Süd-Malis  die  Karas  während  der  Ermordung
  festgehalten,  Mogan  sie  getötet  und  der
Häuptling  Somson  von  Bangalu  das  Fleisch
erhalten.  Kohan  ließ  sich  des  weiteren  darüber
aus,  daß  ähnliche  Schlachtungen  öfters  vorkämen.
Wenn  es  sich  um  Feinde  handle,  töte  man  unter
Martern,  indem  man  zuvor  die  einzelnen  Gliedmaßen
  abhacke,  und  das  Opfer  bei  lebendigem
Leibe  aufschlitze.

Am  Sonnabend,  den  2.  März,  setzten  wir
mit  36  Mann  nach  demselben  Punkte  über,  wie
am  Tage  vorher.  Von  hier  sandte  ich  den
Polizeimeister  mit  13  Mann  in  die  Gegend  von
Buromalis,  um  dem  Mogan  nachzuspüren.  Der
Rest  der  Mannschaft  mit  Herrn  Dr.  Thurnwald
und  mir  fuhr  die  Küste  entlang  weiter  nach
Süden,  um  Süd-Malis  aufzusuchen  und  womöglich
  des  Salin  habhaft  zu  werden.  Wir  kamen
an  mehreren  Landungsplätzen  vorbei.  Die  Eingeborenen
  erschienen  furchtlos  am  Strande  und
boten  uns  in  friedlicher  Weise  Kulaus  an.  Zwei
Eingeborene,  die  uns  als  Dolmetscher  dienen
sollten,  nahmen  wir  in  unser  Boot  auf.  Eine
größere  Anzahl  schloß  sich  uns  in  einem  Kanoe
an.  Das  Dorf  Süd-Malis  liegt  etwa  3  Mi-
        <pb n="901" />
        W  807  20

nuten  landeinwärts.  Wir  fanden  es  bis  auf
einige  wenige  Leute,  unter  denen  der  Bruder
Salins,  Gomois,  war,  verlassen  vor.  Zwei
von  den  Leuten,  die  ich  später  anwarb,  erboten
sich  gegen  das  Versprechen  von  Tabak,  den  angeblich
  in  der  Nähe  sich  verborgen  haltenden
Salin  zur  Stelle  zu  schaffen.  Nach  kurzer  Zeit
war  Salin,  schon  ein  älterer  Mann,  gefaßt.  Ich
ließ  ihn,  sowie  seinen  Bruder,  der  der  Tat  mitverdächtig
  erschien,  fesseln.  Die  beiden  Häuser
des  Salin,  darunter  das,  vor  dem  die  Karas,
wie  mir  angegeben  wurde,  ermordet  worden
war,  wurden  verbrannt.  Gegen  fünf  Uhr  brachen
wir  mit  den  Gefangenen  und  den  beiden  Angeworbenen
  auf  und  trafen  nach  etwa  3stündiger
Fahrt  auf  der  Station  ein.  Der  Polizeimeister
war  bereits  anwesend.  Er  hatte  festgestellt,  daß
das  Fleisch  der  Karas  in  der  Gegend  um  Siar
verteilt  worden  war.

Da  einer  der  von  mir  in  Süd-Malis  Angeworbenen,
  namens  Sunday,  der  gleichfalls
schon  in  Diensten  Weißer  gestanden  hatte,  meinte,
daß  Mogan  wohl  doch  in  der  Gegend  von  Torohabon
  zu  suchen  sei,  zog  ich  am  nächsten  Tage,
Sonntag,  den  3.  März,  abermals  nach  diesem
Orte.  Den  Polizeimeister  sandte  ich  auf  Grund
seiner  Feststellungen  vom  vorhergehenden  Tage
nach  Siar.  In  Torohabou  trafen  wir  diesmal
zwei  Dorfbewohner  an.  Da  diese  angaben,  daß
Mogan  in  der  letzten  Nacht  im  Dorfe  gewesen
und  noch  am  Morgen  in  der  Umgegend  gesehen
worden  sei,  schickte  ich  sie  in  Begleitung  von
Sunday  und  vier  Soldaten  in  der  von  ihnen
bezeichneten  Richtung  südlich  in  den  Busch.  Ich
selbst  blieb,  um  auf  Leute  des  Mogan,  die  ich
in  der  Nähe  vermuten  mußte,  stoßen  und  weitere
Erkundigungen  über  den  Verbleib  Mogans  einziehen
  zu  können,  in  Torohabon  zurück.  Wie
am  1.  März  stieg  ich  auch  diesmal  die  Felswand

hinunter  nach  dem  Strande,  konnte  aber  niemand
entdecken.

Mittlerr
daten
konnten
Bewohne

veile  waren  auch  die  entsandten  Solund
  Eingeborenen  zurückgekehrt.  Sie
nur  die  Nachricht  mitbringen,  daß  die
Tahatsi“  von  Torohabon  sich  nach  dem  Dorfe
für  dieaogeeüchtet  hätten,  und  daß  auch  Mogan
veranlaßte  “l  dort  erwartet  würde.  Daraufhin
Tabak  für  n  9  Sunday  unter  Versprechung  von
Mogan-wät  en  Fall  des  Gelingens,  zu  versuchen,
der  Stavohrend  der  Nacht  zu  greifen  und  nach
Rücfahrt  mr  zu  bringen.  Ich  trat  dann  die
zeitig  mt  Ur  und  erreichte  die  Station  fast  gleich-Oilss
  der  eim  Polizeimeister.  Dieser  hatte  mit
Ginai  58  von  Buromalis  die  Eingeborenen
der  Kar  ataweng,  die  bei  der  Ermordung
er  Karas  als  Mittäter  verdächtig  waren,  sowie
den  Häuptling  Somson,  dessen  Sohn  Jommy

 

und  den  Eingeborenen  Welkerup,  die  von  dem
Fleisch  der  Karas  gegessen  haben  sollten,  gefangen
  genommen.

Den  nächsten  Tag,  —  Montag,  den  4.  März  —
bestimmte  ich  als  Ruhetag  für  die  Soldaten.  Ich
widmete  ihn  dem  Verhör  der  Gefangenen.“)  Am
Nachmittage  wurde  Mogan  durch  Sunday  eingeliefert.
  Die  Mörder  waren  nun  sämtlich  gefangen.


Dienstag,  den  5.  März,  brach  ich  mit  den
gesamten  Manschaften  auf,  um  womöglich  einige
der  Eingeborenen,  die  das  Verhör  als  Abnehmer
des  Fleisches  der  ermordeten  Karas  festgestellt  hatte,
abzufangen.  Wir  fuhren  zu  diesem  Zwecke  in
das  nördlich  von  Torohabon  und  unmittelbar
an  der  Innenküste  gelegene  Dorf  Siar.  Obwohl
die  Bewohner  sämtlich  entflohen  waren,  konnte
ich  das  Haus  des  Tohalian,  der  einzelne  Körperteile
  der  Karas  erhalten  hatte,  feststellen.  Das
Haus  wurde  verbrannt.  Da  uns  der  Mörder
Nataweng  mitgeteilt  hatte,  daß  der  Kopf  der
Karas  noch  vorhanden  und  an  einer  ihm  bekannten
  Stelle  vergraben  sei,  hatte  ich  den
Mörder  nach  Siar  mit  herübergebracht  und  sandte
ihn  nun  unter  Bedeckung  von  vier  Mann,  denen
ich  den  Unteroffizier  Boto  und  den  früher  erwähnten
  Eingeborenen  Murr  beigab,  ab,  um  den
Schädel  auszugraben  und  zu  bringen.  Ich  selbst
marschierte  weiter  nach  dem  von  Siar  ¼  Stunde
entfernten,  nordöstlich  gelegenen  Dorfe  Tabussuri.
Dort  fanden  wir  einige  Männer  und  Weiber  vor,
die  uns  das  Haus  des  Nassiad  bezeichneten.
Nassiad,  der  den  Rücken  der  Karas  bekommen
hatte,  war  entflohen.  Auch  sein  Haus  wurde
verbrannt.  Darauf  brach  ich  nach  dem  benachbarten
  Pipissu  auf.  Dort  wohnte  Bartele,  der
die  linke  Lende  der  Karas  erhalten  hatte.  An
sein  Haus  wurde  Feuer  gelegt.  Bartele  selbst
war  entflohen.  Unterdessen  brachten  einige  Jungen
den  Nassiad  ein.  Wir  gingen  nun  nach  dem
etwa  fünf  Minuten  entfernten  Termaga.  Dort
waren  alle  Bewohner  anwesend  und  es  gelang
uns,  einige  der  Jüngeren  anzuwerben.  Der
Weg  führte  uns  weiter  nach  Kuld,  dem  Platze
des  Hebi,  dem  der  rechte  Oberschenkel  der  Karas
zugefallen  war.  Wir  verschonten  sein  Haus,
weil  sich  sein  einziger  Sohn  Rossi  zur  Anwerbung
bereit  finden  ließ.  Darauf  wurde  den  Strand
entlang  der  Rückweg  nach  Siar  angetreten.  Dort
waren  inzwischen  die  mit  Nataweng  entsandten
Soldaten  eingetroffen.  Sie  brachten  den  Schädel
der  Karas,  leider  mit  der  Nachricht,  daß  Nataweng
entwichen  sei.  Wie  ich  später  feststellte,  hatten  die

Soldaten  den  kaum  glaublichen  Leichtsinn  be-*)

  Das  Ergebnis  dieses  Verhörs  ist  bereits  oben
einleitend  zusammengefatzt.
        <pb n="902" />
        W  808  2

gangen,  dem  Mörder  die  Fesseln  zu  lösen,  damit
er  ihnen  einige  Kokosnüsse  vom  Baume  herunterhole.
  Die  Leute,  denen  ich  die  strengsten
Vorsichtsmaßregeln  zur  Pflicht  gemacht  hatte,
werden  disziplinarisch  bestraft  werden.

Mittwoch,  den  6.  März,  war  ein  Regentag.
Er  wurde  zu  einer  UÜberprüfung  der  am  Montag
vorgenommenen  Vernehmungen  und  zur  schriftlichen
  Abfassung  des  Protokolles  benutzt.  Am
Nachmittage  wurde  exerziert.

Am  Donnerstag,  den  7.  März,  begab  sich  der
Polizeimeister  in  die  Gegend  von  Siar  und
Lahetan,  um  den  entsprungenen  Nataweng  einzufangen.
  Ich  schloß  mich  der  Expedition  an,  da
die  Zeit  zum  Besuche  der  der  Hauptinsel  vorgelagerten
  kleinen  Eilande  von  Barahun  und
Sirot  drängte.  Auf  Barahun  berührten  wir
die  Orte  Barahnn  und  Tagou,  auf  Sirot  die
Plätze  Nakonat,  Maietoan  und  Tarpeng.
Die  Inseln  erschienen  beide  als  friedlich.

Auffallend  war  an  allen  Orten  der  Mangel
an  jungen  Leuten.  Die  Erklärung  mag  darin
zu  suchen  sein,  daß  Anwerbeschiffe,  die  Nissan
besuchen,  zuerst  auf  diese  an  der  Eingangspforte
des  Inselbeckens  gelegenen  Eilande  stoßen.  Aus
den  Klagen  der  Leute  auf  Sirot  war  zu  entnehmen,
  daß  sie  durch  das  feindliche  Verhalten
der  unter  dem  Einflusse  Somsons  und  Mogans
stehenden  Dörfer  schwer  zu  leiden  hatten.  Die
Bewohner  gehörten  zu  den  häßlichsten  und
schmutzigsten,  die  wir  auf  der  Expedition  zu
Gesicht  bekommen  hatten.  Manche  hatten  ekelerregende
  Beinwunden.  Ein  Kind  war  über  und
über  mit  Geschwüren  bedeckt.  Herr  Dr.  Thurnwald
  machte  von  den  Leuten  photographische
Aufnahmen.  Nach  der  Station  zurückgekehrt,
erhielt  ich  von  Polizeimeister  Krüger  die  Nachricht,
  daß  er  seine  Nachforschungen  nach  Nataweng
die  Nacht  über  fortsetzen  wolle.  Gleichzeitig
sandte  Krüger  die  Frau  des  Nataweng  als  Geisel
und  einen  von  ihm  angeworbenen  Mann.

Freitag,  den  8.  März,  blieb  ich  mit  den
Mannschaften  auf  der  Station.  Den  Soldaten
gab  ich  auf,  mit  den  neuangeworbenen  Leuten
die  ersten  Ausbildungsversuche  anzustellen.  Am
Nachmittage  kam  der  Polizeimeister,  der  in  seinen
Unternehmungen  während  der  Nacht  durch  strömenden
  Regen  behindert  worden  war,  zurück,
ohne  Nataweng  gefangen  zu  haben.

Für  Sonnabend,  den  9.  März,  war  beabsichtigt,
  daß  Polizeimeister  Krüger  sich  abermals
nach  dem  jenseitigen  Ufer  begeben  sollte,  um
dort  seine  Nachforschungen  nach  Nataweng  fortäusetzen.
  Herr  Dr.  Thurnwald  und  ich  hatten
den  Plan,  mit  einem  Teil  der  Soldaten  die  uns
bisher  noch  nicht  bekannte  Südwestecke  der  Insel
zu  besuchen  und  Anwerbeversuche  zu  machen.

 

Außerdem  war  nach  der  Meinung  des  Herrn
Heathcote  die  mir  mitgegebene  Karte,  was  diese
Gegend  anbetraf,  nicht  zuverlässig.  Ich  wollte
dies  gleichzeitig  feststellen.  —  Beide  Boote  hatten
bereits  ein  Stück  Weges  zurückgelegt,  als  der
Polizeimeister  den  Seestern  sichtete  und  uns  durch
Aufhissen  einer  roten  Flagge  zur  Umkehr  veranlaßte.
  Als  der  Seestern  vor  Anker  ging,  war
die  Expedition  bereits  fertig  zum  Aufbruch.  An
Bord  des  Seestern  befand  sich  der  Bezirksamtmann
  Full.  Wir  beschlossen  deshalb  den  Tag
anders  auszunutzen.  Polizeimeister  Krüger  blieb
an  Land  und  ging  mit  der  Mehrzahl  der  Mannschaften
  in  den  Busch,  um  Sagoblätter  zu
schneiden,  die  Herr  Full  zur  Errichtung  einer
Markthalle  in  Herbertshöhe  verwenden  wollte.
Herr  Full  trat  an  meiner  Stelle  mit  Herrn
Dr.  Thurnwald  die  am  Morgen  beabsichtigte
Fahrt  nach  der  Südwestecke  an.  Sie  stellten
in  der  Tat  fest,  daß  die  vorhandene  Karte
eine  Verbesserung  insoweit  bedarf,  als  von
der  Westseite  des  Inselbeckens,  noch  bevor  man
die  Südwestecke  erreicht,  ein  bisher  nicht  verzeichneter,
  breiter,  seichter,  aber  für  Segelboote
fahrbarer  Kanal  in  südlicher  Richtung  abzweigt.
Ich  selbst  hatte  mit  Herrn  Kapitän  Moeller
die  dem  Polizeimeister  am  Morgen  zugedachte
Aufgabe  übernommen.  Wir  streiften,  soweit  dies
die  bereits  vorgerückte  Zeit  erlaubte,  die  Gegend
um  Siar  ab,  stießen  aber  nur  auf  verlassene
Dörfer.  Der  Eingeborene  Murr,  der  uns  begleitete,
  zeigte  mir  bei  dieser  Gelegenheit  den
Platz,  wo  Nataweng  entwichen  war,  und  konnte
mir  als  Augenzeuge  über  die  einzelnen  Umstände
genaue  Angaben  machen.  Er  hat  gesehen,  wie
einer  der  Soldaten  mit  dem  noch  gefesselten
Mörder  hinter  die  Bäume  trat  und  Nataweng
bald  darauf  ohne  Fesseln  mit  einigen  Kokosnüssen
  in  den  Händen  wieder  hervorkam.  Nachdem
  er  die  Früchte  zur  Erde  gelegt,  sei  er  davongelaufen.


Am  Sonntag,  den  10.  März,  begab  ich  mich
gegen  9  Uhr  früh  zusammen  mit  den  Herren
Full,  Dr.  Thurnwald  und  Moeller  vom  Seestern
nach  der  Station,  wohin  ich  am  Abend  zuvor
durch  Boten  alle  Häuptlinge,  die  erreichbar
waren,  zu  einer  Versammlung  eingeladen  hatte.
Nach  und  nach  trafen  sie  von  allen  Seiten  in
Kanus  mit  ihren  Leuten  ein.  Unter  den  Erschienenen
  stellte  ich  fünfzehn  als  Häuptlinge  fest.

Ich  ließ  sie  im  Kreise  auf  der  Erde  niedersitzen,
  setzte  mich  selbst  auf  einen  Baumstamm
und  hielt  eine  längere  Ansprache,  die  einer  der
Häuptlinge  aus  dem  Pitschenenglisch  übersetzte.
Ich  versuchte,  ihnen  verständlich  zu  machen,  daß
nach  Beendigung  der  Expedition  sie  als  Häuptlinge
  nun  selbst  zuzusehen  hätten,  daß  Friede  in
        <pb n="903" />
        G  809  20

ihren  Bezirken  herrsche  und  das  Unwesen  der
Menschenfresserei,  das  allen  Kampf  verschuldet
habe,  endlich  beseitigt  werde.  Der  weiße  Mann
werde  ihre  Stellung  als  Häuptlinge  stärken,  soweit
  sie  in  diesem  Sinne  handelten,  sie  im
anderen  Falle  aber  unnachsichtlich  strafen.  Wer
sich  bewähre,  werde  seiner  Zeit  das  Häuptlingsabzeichen,
  Stock  und  Mütze,  erhalten.  Die  Versammlung
  schloß  mit  Verteilung  von  Tabak,  den
Herr  Heathcote  für  diesen  Zweck  zur  Verfügung
gestellt  hatte.

Um  ein  Uhr  mittags  ging  ich  in  See.  Ich
hatte  die  Absicht,  die  Nissan  benachbarte,  sogenannte
  Nordwestgruppe  anzulaufen,  eine  große
und  eine  kleine  Insel,  von  denen  die  kleine  mit
einem  farbigen  Händler  besetzt  ist.  Es  war  vorher
nicht  möglich  gewesen,  diese  Inseln  zu  besuchen,
da  die  hohe  Brandung  eine  Landung  in  Booten
nicht  zuläßt.  Leider  verhinderte  plötzlich  aufkommendes
  Wetter  auch  den  Seestern  an  der
Annäherung.  Wir  hielten  daher  geraden  Kurs
auf  Herbertshöhe  ein,  wo  die  Expedition  Montag,
den  11.  März,  ½3  Uhr  nachts  glücklich  eintraf.

Die  Expedition  bringt  zwanzig  Eingeborene
mit,  von  denen  Salin,  Mogan  und  Sinai  als
Mörder  in  Betracht  kommen.  Somson  ist  Anstifter
  zum  Morde,  Menschenfresser  und  das  Haupt
der  Kampfpartei.  Sein  Sohn  Diommy,  Welkerup
und  Nassiad  haben  sich  gleichfalls  am  Menschenfraße
  beteiligt.  Das  Weib  des  Nataweng  sowie
einige  andere  sind  Geiseln.  Zehn  Mann  sind

 

Angeworbene.  Als  wissenschaftliche  Ausbeute  erscheinen
  die  zahlreichen  Photographien  von  Land
und  Leuten,  die  phonographischen  Sprach=  und
Liederaufnahmen,  die  Aufzeichnung  wichtiger
Wörter  und  die  anthropologischen  Messungen,  die
sich  im  Besitze  Herrn  Dr.  Thurnwalds  befinden.

Der  Gesundheitszustand  der  Mannschaften  war
gut.  Obwohl  oft  während  der  größten  Hitze
viele  Stunden  lang  marschiert  worden  ist  und
die  Leute  wiederholt  unter  strömendem  Regen
aushalten  mußten,  ist,  von  einigen  ganz  leichten
Fieberanfällen  abgesehen,  eine  Erkrankung  nicht
zu  verzeichnen.  Die  Disziplin  bot,  außer  dem
oben  erwähnten  groben  Verstoße,  keinen  Anlaß
zum  Tadel.  Polizeimeister  Krüger  hat  sich  durch
Vertrautheit  mit  dem  Leben  im  Busch  und  große
Gewandtheit  im  Gebrauche  des  Pitschenenglisch
für  die  Expedition  als  sehr  nützlich  erwiesen.
Herr  Dr.  Thurnwald  hat  durch  genaue  Aufzeichnungen
  der  Tagesereignisse  und  Eigennamen
für  die  Abfassung  des  Berichts  eine  sehr  dankenswerte
  Hilfe  geleistet.

Was  den  Erfolg  der  Expedition  anlangt,  so
wird  die  Festnahme  der  Mörder  und  Menschenfresser
  und  der  verhältnismäßig  lange  Aufenthalt
der  Truppe  in  Nissan  zweifellos  einen  starken
Eindruck  hinterlassen.  Ob  er  nachhaltig  sein
wird,  bleibt  abzuwarten.  Die  Aussage  des
Samson,  wonach  eine  große  Anzahl  von  Leuten
Menschenfleisch  gegen  das  Versprechen  erhielt,

(Fortsetzung  S.  810.)

 

 

Oeutsch-Ostafrika.

Rachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Jollstellen  an  der  Binnengrenze  des  deutsch-  ostafrikanischen

Schutzgebiets  im  Monat  Januar  1907.

 

 

 

 

 

 

—Ô  IÒ  —
ginfuhr  Ausfuhr-  .Salz-  Neben-  ·  .  Gegen  Vorjahr
Zollsielle  Einfuhr-  Ausfuhr  eroraichs--  Neben  Insgesamt  Januar
zoll  zoll  Abgabe  Einnahmen  1906  Zunahme  s  Abnahme
Nup.  H.öNup.  HO.]  Rup.  H.  !  Rup.  H.  Rup.  H.  Martk  Pf.]  Mark  Pf.]  Mark  Pf.  Mark  Pf.
VoschiVe  ———m————  65  5  %1  7216%  ôS  ¼
Manati-  416461ä  15  „  082  1211  632621U  bi
TZmamia:  11  683060  11  469  06  2  o0:1590  oL24  75500,  3  006  67/2S  O956619110  —
liutann  112063.4  1  2  3  19  6553826  207  1712  709  4113  497  76  —
Isumbura  ..-...  .---  ----—---—--  s(;7--.  8  67
ndiii.-BB9306
Unsmarckbburg  —V...  5  12,5  40%  53  370.  53  37  —
Iinjila-Posten.  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Neu-Langenburg  -.  --.  .--»—-«-.—-...,«  .-.,«.k’Z«.-s
  34335  26  75  37010  403  44  —
Wiedhafen.  150  *  450  6—1  —  6—  U.
Ssongea.  E  8&amp;amp;&amp;amp;&amp;amp;&amp;amp;cc1à2c  —
Summe  in  Nup.  638  45  1  69  :34  850)|1679  0  ¼TSO63  301  12|50  935  162368  96  —
Ml.36  85122  167550  22  „  63  304  72
Nan.  1900.  Ml.I29  865  73  /20  100  1837  %  31  H50  035  e
Gegen  Vorjahr  .
un.  .  A.6  556  0t
        <pb n="904" />
        W  810  20

Im  Oonat  Februar  1907.

 

 

 

 

giafuhre:h  Salz=  Mop  Gegen  Vorjahr
gellielle  Einfuhr-  Ausfuhr--  verbranchs-  Neben-  Insgesamt  Februar  z  h
.  zoll  zoll  Abgabe  Einnahmen  1906  Zunahme  sAbnahme
Rup.  H.  Rup.  H.]  Rup.  H.]  Rup.  H.]  Nup.  H.  Mark  Pf.]  Mark  Pf.]  Mark  Vij.  WMarlk  Pi.
l  .  »  .
Moschi  1  1300  985.  70  8  10  7  2  014680  2686  14  377068  1  084  28
Schirati.  430  38  552  67  10  05  11  1  00413  1  338  8  1151092  202  08
Muansa  852357  1930  18  19  77.5  12  13  18592,|7981  231862297  641  71
Bukoba  420631  19064  24  2  16  4  9  176062  235·953  —  —
Usumbura  —  —  —  —  —  —  —  —  —  11  14  —
Udjidjj...  —  —  —  —  —  —  15  12.5  1512,5  20  17  20  17  —
Bismarckbung10  1—  —  —  4  24,5  424,5  Z  66  6  –—  3.1
Unjika-Posten  .  —  —  —-  —  —  «  —  —
Neu-Langcnbmsg-—«——-—-  —  —  —  —  -  -  —  —
stwaja  .  896»57,:-——--  —  —  14  91057,51  121410  31891  865  19  -
Wiedhafcn.  98——-—  ———  —  98  50  131331  —  —  131  33  —
Ssongen  —  —  □—  ---  —  —-———  --  —  —  —
Sumime  in  Rup.  15  167  ↄ2,5  11  432  79  40  E  69  r  26  71020  35  613  685.1  867  68  716  +431

Mk.  20  223900  15  243  72

11  850  36

53  57  92

23  00  338

35  61368.
34  867  as

 

Febr.  1906  Mk.]H19  654  50
l

Gegen  Vorjahr

l
zum-h  u.--:-.-')69«:11

 

 

 

-s-39336

29  67  246  3

Im  Oonat  Oärz  1907.

 

 

*  746  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr-  Ausjuhr-Salz-  Neben—  Gegen  Vorjahr
Zollstelle  Einfuhr=  Aufuhr  brauchs  Reben-  JInsgesamt  Mär:;  1906  ,
⁊  stelle  zoll  zoll  Abgabe  Einnahmen  Zunahme  Abnahme
Nup.  O.]  Nup.  H.  Rup.  H.  Rup.  Rup.  IO.  Mark  Pf.]  Mark  Pf.]  Mark  Pf.]  Mark  Pf.
Moschi  (5  130920  6  81  7960  8917  2522  315387375  —  1251  43
Schirati.  61886  63131  5  65  777  2  1489  411  21440  —  —  654  68
Muansa  19  73442510  242.02  2  51  1033.5  STRN  N  164  96|26  263  5610  901  4|T  —
Vukoba.  3634l46  5  069  13  60  29  7302,  8629  —  —  866  90
Usumbura  ——vv  —  —  —  240  |]  —  2  40
jidji  1606  —4  —  —  455  2031  27  75  17.33  10  1l  —
Bismarckburg  900  71.  562.5  8658,51  115  45  244  931  —  —  129  48
Unjika-Postern  (—  —  ———  —
Neu-Langenburg  68  1216.—  ——  2425  127710  1702860  11702801  —  —
Mwaja  61530  62  23  32  50  106t  750  20  1000  93  166  39  834  541  —  »
Wicdhafcn.  1150  —  12  160  16
Ssongea  —  —  —--—  —--——--—-—-—--—-Summe
  in  Rup.  25  392b0.  18  608  80  107  792  76501,5|1  6389755  518  6Ü9  8  36%%
Mk.  B3  856  411121805  19  113  722%%%5551863
März  1906  Mk./22  4720021  B34  18  31.1  42  83775495836
Gegen  Vorjahr  l  l
Zun.Abn.---s-1138440(s-347101--l70’7()41244451056027

 

 

 

 

 

 

 

solches  gelegentlich  zurückzuerstatten,  läßt  mit
großer  Wahrscheinlichkeit  annehmen,  daß  das
Menschenfressen  in  dieser  Gegend  noch  an  der
Tagesordnung  und  tief  eingewurzelt  ist.  Solange
  deshalb  ein  regelmäßiger  Besuch  von  Nissan
durch  Expeditionen  der  Kosten  wegen  nicht  angängig
  ist,  wird  man  sich  allzu  optimistischen
Hoffnungen  auf  die  baldige  Besserung  der  aufgetretenen
  Mißstände  wohl  kaum  hingeben  dürfen.

Rpostolische  Dräfektur  auf  Saipan.

Durch  päpstliches  Dekret  vom  18.  Juni  d.  Js.
wurden  die  Marianen-Znseln,  welche  bisher
zur  Diözese  Cebn  gehörten,  von  dieser  Diözese
abgetrennt  und  zur  Apostolischen  Präfektur  erhoben.
Die  Präfektur  wurde  den  westfälischen  Kapuzinern
übertragen,  als  Sitz  des  apostolischen  Präfekten
wurde  die  Insel  Saipan  bestimmt.  Über  die
Persönlichkeit  des  Präfekten  ist  noch  nichts  bekannt.
        <pb n="905" />
        811  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

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        <pb n="906" />
        W  812  20

Hachweisung  über  die  in  Deutsch-Ostafrika  vorhandenen  Hrivat- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9  -  HTTch  Manihot  Glaziorü
#  1  ——  —„  ———  —  —  —  :  5  1
-  —  —.  —.  Ficus  elasticg
z  z315  *.  —  1
.  ,Name  der  Pflanzung  E  r  #--—  S  -—
Bezirt  ..«  E  -  S.  S.  -  -
bzw.  des  Eigentimers  45  35  Z  2  22  1  —
7*  —.....[  [  ——
S  1  #  *  2  *-  *  1
*  ba  ba.  E—  771  MSits
#
Tanga  1|  Prinz-Albrecht-Plant.  Kaffee  2ooo
Kwamkoro  u.  Kihuhuis6500  ca.  300  —  516  689  459  521  2
1904  F.
-  2  Plantage  Union  (D.-O.=  s
A.-G.)......1890—  800  700,  1000  Coo  450  O000  —  —
-  3|  Plantage  Moa  u.  Totohovu
  (D.-O.-A.-G.)!  1#0  6  800  —  —  —  —  —  —  —
-  4  Plant.  Bulwa,  Usam-  Jbam-Kanceoau-Gep1893—
  148132285800270000—c——s
-  öPlantagccchocllcr..——  —  —  —  38  000  88  ooo  —  —  —
-  6  Ngambo,  Rhein.  Han-  ca.
dels-Pl.-Gesellschaft96  4680  290  190  540  000  360  000  —  —  30
1  M.  G.,
.
1
-  Kiomoni  W.-D.“H.  —  —  —  —  —  —  1
-  8|Magrotto  J  u.  Pl.-Ges.—  2000  560  125  —  soo  L  —  —  30  000
M.  G.
-  9  Plantage,  Pongwe  un  T
Kigombe,  Sisal-Aga-  «  ,-j—  —  —  —  *ê
ven-Gesellschaft  zu  1904  ca.  450.  —  —
Düsseldorf  I
-10  Plant.  Pingoni  Gofit  ea.  l  ·
Cctainy  1908  1%  —  —  —  —  —  —  —
l  !
jii
11C.Zschactzsch,Muhefa.190111281  5  11  4000.  8So0,  125  10|145  000
·  JlamhotGlaziorii«’
s
«12PIlNgnrnMalt(00cIcr  «  I
.-  &amp;amp;  Miller)  1903  235  —  —  —  —  —  —
13  Rechtaanwalt  Schmidt,  4  »
-  —  ca.  100  —  —  ——  —  —  —  —
14  wr  Fstanzing  in  -  I
.  Ngome  1905  1  350  —  —  ca.  10  —  230  000
»  .M.G..
Z15Pimkt.Woctck-3,Tangam1904210»-i—  —  —  140  —  75000
16  v.  St.  Paul  Illaire=  I
Scham  —  500  —  —  —  —  25  25  3000
171H.  che  ir  l  1
1904  34  —  —  —  —  —  —
(#Kath.  Miss.  Mäingano  l00t  250  ½%½  —  2900
r
1  1

Anmerkung:
werden  mußte  und  manche  Rückfragen  nötig  waren,

 

 

und  möglichst  rasch  zur  Verfügung  stellen.

##

 

 

**

#

bebaute  Fläche

 

5

21
½t-160



ca.  12
a#

Leider  sind  erhebliche  Lücken  in  dieser  Statistik  enthalten,  weil  manche  Pflanzungen  dem
kann  die  Zusammenstellung  erst  jetzt  erscheinen.
        <pb n="907" />
        W  813  20

Dllangungen  und  deren  ungefähren  Stand  am  1.  Kprll  1905.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleinvieh

20

—

 

 

 

 

agaven  Kokospalmen  *
—2  —  #  Bäume  2  l
“NJ  :2722
26  2  —SGVer
5  z2  3*  2  schied  “  2  5
5  E  .5  33  28  *  3  *  schiedene  2.  2  .
-  "
Stück  Bäume]  na  r  ua#StückStück  St.  St.
ca.
5000003  —  —  —  —  —  —  4001281
—  100  —  —  —  —  —  —  5280222
1700000.  —  —  1380030  166  500  15  000  —  4850—20
—  —  —  —  —  —  —  —  2120  86
—  —  —  —  —  —  —  —  254
Eini  -Siuch  940
nige  —  —  —  —  —  —  seen  —  —
Tausend  40  #r#
»  Castilloa
850  O000  —  —  —  —500006000  —  4800  ——
—  —  —  —  —  —  —  —  2200  —60
830  OOd0  —  —  —  —  —  —  —  4450—  —
—  —  50  —  —  —  —  2  ha  Kapok  50—s—
(Zwi-  Wlus  2|150
schen  rohr.
kultur)
—  —  —  10—  1200,  außerdem  10  ha  ein-  115  —14
2000  beuten  belm.  Kul-Pal
  nen  turen.
r*  ca.
820  O0o0  —  —  —  —  600100  —  150——
.  ca.  ca.  ca.
—  —  —  100  100  7  0o00  8  000  —  n.  Bed.  —80
13  0000  —  —  —  —  —  —  —  1190—10
—  —  40  —  —  —  —  —  —  80  —  —
—  —  2  70  7018  000  1  500  a  Manio.—  30—  40
—  —  18  34  —  4  000  —  —  30  —  —
Gwllt.)
—  750  —  —  —  —  —  32  b.  —
—“u]“-½ha
  Vanille
1  ha  Pfeffer
Gouvernement  kei  "
ZMB  emeAngabenecngeiandthabett

ermeidung  von  diesen  Mängeln  empfiehlt  es  sich.  daß  die  Pflanzungsleitungen  ihre
i  e

*
3
*
Z

1

Bemerlungen

 

Im  Jahre  1904  find  rund
.  Kaffee  (Marltware)
  geerntet.

Im  Jahre  1904  sind  rund
1560  Ztr.  Hornschale  und
Oro  geerntet  worden.

Sisalagaven  teilw.  als

—  Zwischenkultur.

—

250  Zmr.
1

1904  sind  1800  Ztr.  voll

2
aufbereitet.

1904  sind  230  Btr.  Baumwolle
  geerntet.

Ernte  von  1904:
tr.  Kaffee

Kopra
Kautschuk

o
Zucker  u.  S
Buerr#  Syrup
Tabak.

1

"
a

„
*
"
„
i

1904  ca.  00  000  St.  Kokosnüsse
  geerntet.

1904  geerntet:
Kopra
„  Kautschuk.

 

Weil  das  Material  aus  dem  großen  Gebiet  gesammelt

Angaben  vollständig
Redaktion.
        <pb n="908" />
        W  814  20

 

 

 

 

 

8  Kaffee  Nanihot  Glaziovil  Sisal-5(s
  Bebause  Flüchee  Same  Ficus  elastiig  2
7  S.  S  S  —
E  -  Zxxx  3  —
Bezir!t  Name  der  Pflanzung  —  z—  2  *r  2  *
—  bezw.  des  Eigentümers  —  5S  E  -
2  2  82  2  22  2  2  "  ;?
"45  ————————G  7
———  M.  ha  Stück  hu
n  D  L  »
Tangazl9Meta  Pratapsmg  zu  «
Pratap  .  11902  6092  172  —  —  —  —  —
«  i  .
I»
-20Konmumchtga.·—  —  —  —  —  —  —  —  —  —
.-21|/Pflg.
  Naua  (Mismal)  %  —  —  —  —  —  —  —  —
Pflg.  Mikanjuni  (L.  5  -
Kriegesmann)  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Pflg.  Kipateni  Wiede·  2s
maun)  .  DZZ  —  —  —  —  —  —  —
·  PflgD  Boog...  —  —  —  —  —  —  —
Wil-  I  .
helms-  «  -
t  22|  Kaffeeplant.  Sakarre898  440  ca.  500.  —  920  000  —  —  —  —  —
293s  Kaffeeplant.  Ambanzuln  l
(Wilkins  &amp;amp;  Wiese)  1897  —  ca.  400  400  480  000  400  O000  —  —  —
24  Kaffeeplant.  Balangai  :  I
(D.-O.-A.-Pl.-G.)..1899—  2201001000000200000—  —  —  —
25|Kaffeeplaut.  Mazumbai  s  «
W.-D.-H.=  und  Plant.  #
Ges)  11808  —  100  75.200  ooo  120  ooo  —  —  —  —
26|]  Domäne  Kwai  (Pächter  I
Illich)..  —  45  —  —  —  —  —  —  —  —
I  l
s  i  f
i  -  !  »  !
27  &amp;amp;  Uichommter,  3  U
Allheske  tal  1904  75  8  —  20000  —  —  —  —
E  !
-328  Martienßen,  Mombo  .  —  —  —  —  —  —  15.  —  —
29|W.  Jaeckel,  Masinde1904  200—  —  —  —  —  —  —  —
-  680  Minte,  Kwasigi  .  .  .1904  90  —  —  —  ——  —  —  300  —
-siRaniger,Marienhofb.  I
Wugiir  1908,  19½  ½  —  I  1500  —  1  000  —
=  382s|  Roeper,  Übsonge-Maamba
  1900  —  —  —  5000.—  —  —  —  —
é38|Krahl,  Konge.  1504  45  6¼—  10000  —  —  —  —  —
r
.  34|Hedde,  Kwamkuss90  110  —  —  —  —  —  —  —
i  ,
i  I
185/Kommune  Wilhelmstal.  1901  15  6  6  10  000  10  000  —  —  —  —
s  I
        <pb n="909" />
        W  815  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

agaven  Kokospalmen  1
2  Bänme  8S  *
1HHNN·I  272
2  e—  7  S.  Ver-=  2
SDE-  2  E  #  Hllll.-  VB  B
SzS  S  %  S—2E  emerkungen
—  2  2  5  chiedenesG  rl*
5  "  .
.  *  #eeeno-Stück
  Bäume,  ha  ha  na  Stück  I  Stück  St.]  St.  [St
—  —  —  2  ba  Zuckerr.—  70  —566  —  —  —  —
60  100  17.000  540“  125.  Gaerr  70  56
.  nüsse  —
100  ha
1  Maniok
—  —  24  #  —  520  520  15  .hn  Vorst.  u.  Bed  —  1—  15  —  2
kuliuren  "
.
Cassia  flor.  "
l
.
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  ––—  —  —  —
1
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  ———  —  ——
—  —  —  —  —  —  —  —  –
l
—  ——  ——  —  —  —  3220  50  5o
—  —  —  —  —  —  —  —  3150  15——4—
—  —  —  —  —  —  —  —  2100———  9—
—  —  —  —  —  —  —  111000  Bäume  —  —  4  Ztr.
l  2—  120  Ztr.  Kaffee  geerntet.
I
—  —  —  —  —  110uo  ha  Ge-  1100  2081150  70  —1904  geerntet:
«  ·  ikeiveahals  WOCle  450  ZFGmetde
·  »  Rüben  5ha  „  Rüben
I  Kartoffeln  »  Kartoffeln
«  7  ha  div.
Kulturen
—  —  —  —  —  —  —1.lIaGcltetde—  7  —  —
11.00  Fonol  8  s  917  —  4
2ha  div.  Kult
I  ha  Gemüse  60
—
«  60
—  —  20  —  —-  —l—  —  —bis————1—
«  80
A
6  ha  Kar-  *#5  8  16  1  185  Ztr.  div.  Gemüse  u
28  ä  —  —  toffen  —  KHKartoffeln  geerntet.  «
.  .
—  —  —  —  —  —  —  ——  —  —  —
ahn  biv.  Kult  10  2  11  ——  —
bis  «
«  "  20  |
—  —  —  —  —  —  —  10  euro  57  8  —  20  Ztr.  Gemüse
1  1#htob  1  57  722  32  8.  1  „  Kartoffeln
16ha  Kartoff.  geerntet.
I  10  ha  dlv.
I  Kulturen
.  6  ha  Gemüse
—  —  —  —  —  —  —  2½  ha  biv.—  ——  10
1  5  10  1
i  c
        <pb n="910" />
        G  816  20
——  «  K  aff  fee  #ee  Nlanihot  Glaziovir  *
r  —  Fic  ieus  elastica
-  -  2  “  —  —  *
r  Name  der  Pflanzung  "-  2  72  2  2  2  2
i  5  7  75  25  E
Bezirt  bzw.  des  Eigentümers  -  5  2  2  2zs
—  5  52  —  .
*2  —  —  ——
2  S  manba  Stück  ha  Stück  ha
Pangani  36  Plantage  K  Bkohwe  (D.-O.-A.-G.)  7200  —  —  —  D  —
-  37  a  (D.-O.-A.-P.-G.  18  4000  —  —  800  320000  45000
-  88  **'  Hoffmann=  Pl.,  Useguha  1897  20000  261  —  1000  —
I  ?
.
f
Iringa  39  Eduard  Fritz,  Buschhof  1901  200  —  —
-  40  Michael  Weilhammer,  Sadani  —  —  —  —  —  —  —
-  41  Kath.  Mission,  Tosa-Maganga.  1897  500  —  I  5  —  8  —
ial  ·  I
»
42Hierl,  Irir  1902  120  —  500  2  1500  —
48  Mission  A#egale.  ubena  1898  500  2  —  —  —  —
l
44  Mission  Berlin  I  800  —  —  —  —
45  Mission  Madibira  .  —  —  2  —  —  200  —
46  Otto  Weilhammer,  Ugama.  —  —  —  ——  —  —
47#Georg  Weilhammer,  Iringa  —  —  —  —  —  —
Missionsstation  Emmaberg  1908  —  Versuch  —  —  1  —  —
I  i
49  Christo  Tsavallos,  Feinga  .  1902  150  3  1500  —  —  —
50Paul  Greiner,  Fringa  .  1902  100  1¼  100  000
T
Muansa  51  C.  Herrmann  zu  Kome  1903  500  —  —  100  37000
-  52  Julius  Wiegand,  Muansa  1901  —  —  —  1  1000  —
-  53  Schützinger,  Slima  1904  —  —  —  100  20000  —
Usumbura  54  N.  Kombos,  Usumbura  1903  2  —  —  —  —  —
-  55  Michalaridis,  Usumbura  —  —  —  —  —  —  —
-  õ6  JVuchfink,  Usumbura  1904  —  —  150  —  500  —
-  57  A.  J.  von  Rooyen,  Usumöura  1902  —  —  100  200  —
Schirati
586.  Schmelzer,  Schirati  1903  3  —  —  —  —
-  :  59  R.  Jakobi,  Schirati  1904  —  —  —  —  —  —
ee—  Kaffee  4½½
-p  -  8  D  „  .hS.
35  -  S  Bäume  33
E  S  ——  —
fl  -  *—  r2  7.  -
Vezirk  *  Name  der  Pflanzung  *  2  „"#
2  baw.  des  Eigentümers  *  —  Z  z  —  —5
E  S  *  2
5  *  —  ——  —  —
E  ha  ha  St  ück  Stück  Stück
«
Moschi  60C.  Meimaridis,  Kibosho  1900  490  80  80000  30000  —
-  61.  Merkl,  Aruscha  .  —  7½  —  2000  —  —
-  62  JHans  Merkl,  Marangun.  1901  600  35  36000  4000  —
-  683  I.  Dieroie,  Marangu.  1902  66  20  25000  5000
-  64E.  Foramitti,  Marangn.  1902  —  8  8000  —
-  65  Domke  &amp;amp;  Co.,  Kibognoto  1904  10½  —  —  —  —
        <pb n="911" />
        W  817  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sisalagaven  7“
2  3  i  .
S  32  2
S  *  S  7  2  2
2  Verschiedenes  -  i  23  25
Z  2  *  —2  S  S
5  *  S  S  E—
S  *
ha  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück
1200  1  800  000  5  1200  —  80  —  45  2
—  —  10  000  Pflanzen  Pfeffer  2  160  —  —  —  —
15  —  100  Pflanzen  Kakao  2  100—180  —  —  60—  —
3  ha  Cassia  florida
36  ha  Baumwolle
36  Teakbäume
50  Stück  Hevea
150  Stück  Castilloa
4  Stück  Kickria
2  hn  Vanille
—  —  4haGetreidc  —  Nach  Bedarf  —  33.—  4  —
1  ha  Kartoffeln
—  —  —  —  —  —  338  20  12  —
—  —  Versuch  mit  Baumwolle  —  25  60  101  20  18  —
i  Getreide  und  Kartoffeln
«  016haSeuc  .
—  —  ¼  hn  Baumwolle  —  —  4  54  —  —  —
—  21  ha  Getreide  8  Miss.  Nach  Bedarf  30  60  70  3  —
«  4  ha  Kartoffeln
—  —  60  Pflanzen  Kakao  1  Miss.  Nach  Bedarf  30  40  100  11|  —
1  ha  Baumwolle
Verschiedene  Kulturen
—  —  —  —  —  60  80  5020  —
—  —  —  —  8  20  56  40  12  —
—  —  —  —  6  12  86  11  —
—  —  Versuch  mit  Baumwolle  2  Nach  Bedarff  —  —  —  4  —
1  ½  ha  Getreide
1¼  ha  Kartoffeln
—  —  —  1  15  —  1500  120  80  —
—  —  4  hn  Getreide  —  2010325020—
1  ha  Kartoffeln
1  ha  verschiedene  Kulturen
—  —  —  —  30  —  27  20  —  —
—  5000  Stück  Cassia  florida  2  etwa  8o000  —00  50  12  —
1120  ha  Baumwolle  pro  Johr
——.  —  —  —  2  —  —  —  —  —
—  —  68  Obstbäume  —  11  —————
—  —  37  Obstbäume  —  4  —  6  —  —  —
—  —  —  —  80  —  —  —  —
—  —  100  Obstbäume  —  —  ————  —
300  Pflanzen  Tabak  6  „
—  ½  hn  verschiedene  Kulturen  —  2  —  9  ——  —
—  ½  ha  verschiedene  Kulturen  —  3  —  400  3  4
5  2  2  i
IT  E  E  2  3  S  2
z  Verschiedenes  *  2  2  3
""mS  r  —  5  -—  57  .  S  5
GO  :  —  8  *  #  5
5  #  –
Stück  "  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück
—  200  Stück  Chinchona  1  100  —  860  30  130  2  —
10  500  Pflangen  Pfeffer
—  80  Obstbäume  —  20  —  120  40  —  —  —
—  20  ha  Baumwolle  —  772  —  250  140  —  —  1
—  2  *  20  —  80  2  —
—  —  —  20  D4  —  —  160  —  —  —
—  l2  ba  Baumwolle  2  602  180  433  6  —  1
        <pb n="912" />
        8
S

 

 

 

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2  Kaffee  *  -
"  7  ——  MW  s
S  S  S  Bäume  2  "
ẽ  Name  der  Pflauzung  "-  2  2  8  0
Bezirk  n  an.  8  S  SE.  2
edir  3  bzw.  des  Eigentümers  —  8  —  2  ?
x  Si  5  S  8  E  E
2.  —8  #2  25#
5  —  —  —  —  —
ba  ha  Stück!  Stück  Stü
#  .  —
NeuLangen(660scarEbbccic,sliliIva  1894  —  —
-
-  6  Nebenstelle  Alt  Cangenburg  —  —  Versuch  —  —  Versuch
-  (  Nebenstelle  Mwaya  .  —  —  200
l  ogMissionssmtiouMoozi  1899—.0,6  450250  —
70o  Evaugelische  Brildergemeinde  zu
U  Rutenganio  ·  —  —  7,83.s90()0"9000»  —-i
  "I«’i(«.clast.
plKonmtuncLangenbnkg  —  —  0,7  1450  1200  60
72  mil  Köstlin,  Mbayahof.  19004  —  —  2000  in  Saat-  —
s  I.  beeten
73  Brüderunität  Kiyimbila  1901  12  —  «  —
74  Missionsstat.  Mwahalili  (Berlin  1|893  167  —  100  100  —
-  75  Neu-Wangemannsöhe  —  —  315  7000  6000  —
-  76  Neu-Rungwe  .  —  —  —  500  400  —
Morogoro  77  Ansiedler  Ollmann  in  Morra  .  —-  —  —  —  —  —--
  I78MmtonMorogmo.  .  —  —  —  5  100.  4000  —
-  79  Mission  Matombo  —  4  —  —  —
-  80  ommmne  oregoto.  a)  Morogoro,  #
-  81  Pitanmn  Morogorotal,  Prüsse  1902  21  10  12000  1200  300
Kaffee  Jianih.  Glu.
—  S  Ficus  elastica
E  .—————
*  Name  der  Pflanzung  s  S—  —  ..
Rezir  «-  -.  2
Bezirt  2  bzw.  des  Eigentümers  *  #-  S  Verschiedenes
·*2*  S  36%
i  ha  ha  EStück  ha  Etück
Ssongen  82  K.  Peter,  Ssongea  1899  —  3/  15  ¾  10  —
Daressalam  83Wendte,  Daressalaum  1902  36  —  —  —  —  —
-  84  Jos.  Müller,  Bauleiter,  das.  —  86  —  —  —  —  —
-  65C.  Vincenti,  daselbst  1904  54  —  —
-  86  Paul  Devers,  daselbst.  1900  150  —  —  —  —
-  8715H.  Grasse,  daselbste.  18906  150  —  —  —  —  —
-  88  Bormann,  daselbst.  —  83  —  —  —  —  —
-  80  Hanna  Nasif,  daselbst.  1903  150  —  —  —
-  90M.  Nette,  daselbst  —  21  —  —  —-  —
-  91ANmpqthdafclin  1903  etwa  60  —  —  —  —
-  92  Omar  bin  Said,  daselbst.  —  28  —  IBha  Maniok
l  Zlncannlvollc
98  Katholische  Mission  Kurasini  —  570  —  —  —  —  PShn  Baumwolle
94  Sultaus  Plantage  —  )  3770  —  —-  -  —
95|Wilh.  Schulz,  Morssalam  —  23  —  —  —  —
96  Soliman  bin  Nasr,  daselbst,893  225  —  —  —  —  *7  ha  AJuckrrolr
«  l  6  ha  iok
!m  I  )l1n  Baumwolle
97Cl)ristoLoum-I,daselbst  -«—l  —  —  —1  —
Smnn  -  Kisutu  17,88  ————2——27
98D.  Kroussos,  das.  1  Pugustr.  1908  63  —  —  —  3300  Stück  Kickria
99  Ribeiro,  Magernen  28  —  —  —  2Lhn  guckerrohr
s  100  Aulepp-Shamba,  Kommune  D4
l  Daressalam  ...-—  650  —  —  —  —  —
        <pb n="913" />
        8

□
—
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Sisalagaven
ertragsfähig

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G#

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chweine
Rindvieh
Kleinvieh

S

Maultiere

Esel

 

Stück  Stück]  Stick

 

1111

 

11

 

2
2  ê
2  2
S  *
Verschiedenes  -2
2  .S*
S  ¾lm
-
ẽ?  *
–  —  10
4  St.  Kakao,  12  Kokospalmen,  —  —-62
  Olpalmen
öhn  Getreide,  0,5  hu  Kartoffeln,  —  nach
20  ha  einheimische  Kulturen,  Bedarf
25  ha  Forstkulturen,  80  St.
Obstbäume
—  —  nach
Bedarf
7  Stück  Cinchona  ·  —
Versuch  mit  Baumwolle.  Etwas  —  12
Getreide  und  Kartoffeln
80  000  Forstbäume  3  nach
30  Obstbäume  Bedarf
Etwas  Getreide,  2  hn  Kartoffeln,  —  nach
74  St.  Obstbäume  Bedarf
—  1
—  —
6½  ha  Baumwolle  —  —
a  Baumwolle  —  —
a  Baumwolle  —  —
ha  Baumwolle  —  —
Kokospalmen  —  50  1

 

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S

—
S

11111

 

 

S

 

1  —

 

 

 

Kielezvalmen

 

Bäu  me

 

Weiße  Farbige
Beamte  Arbeiter

Schweine
Esel

Rindvieh
Kleinvich

Bemerkungen

Maultiere

 

—
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*  .  S
S  -  5  2
ma  Stück  Stück
—  7000
0000  50
In  Saatb.  13  %  vi,  cuusgeofl.  700
150  I  100
—*  800
—  5000  —
—  5000  20
3  1  800  300
—  5000  —
4¾  1000  80
2  5000  200
370  110000  11  000
2300  25
45  4000/2)  2000
—  20600  .
–  650  —
2550
—  100
10  21  638  953

 

 

6  Araber

 

2  Miss.  50
1  Verwalt.  40

 

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11  Ellil

 

51  Slloel  I

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        #  8882  6  —  Ka  j  f  ee  Nanih.  Ghz.  S  1  sa  1l.n
-  1  SS  Ficus  elast.
Name  der  Pflanzung  2  T  72  2  6  9  —  x  r
VBezirt  ,  l;sgis-I-s,gigk  "g.,
—  baw.  des  Eigentümers  —  ss  532  82  7
2.  1  1  *  1  —
——93
·  ihn  ha  Stück  bha  Saück  ha  l  Stück
l
Kilwa  101  Ansiedler  Christian  Gommel,  u-k  #
—  14»——»—.—-——
102TrauncLStürkemLiwalc  .«101«200ä—s—’20080000—  —-I

:«s  it
IOZAIIficdlchahmMai-ja.  —  211  —  —  ——  —  —
104/A.  Pfüller,  Kumgumira  1902  300  1¾  4000  1  800  —
s
«
i  !  :
:
105  O#trir-  Pl.-Gesellschaft  Ulumaim,  :  ·  s  «
.six)og1000——s  I—
-  106  Friedr  Steinhager,  Saman  ga  1904  204  —  —  —  —  —
Lindi  107/  Lindi-Handels=  und  lantagen  l  -  -
Gesellschaft  1903,  1100  —  —  25  12  000  107  22
:  .-  «
I  -
108|  A.  v.  Quast,  Mikindani  1891  124  —  500  —  —  —
il  6
1  ·
109|  Giuseppe  Signorilla,  Mikindani  1896  60  %  —  —  —  —  —  l  —
.  H  I
Bagamojo  110/L.  &amp;amp;  O.  Hansing,  Kitopeni  —  700  2  —  —  —
v  1  1  1  4

 

 

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten.

Absatz  von  „Produnten  der  amerikanischen  Baumdustrie
  in  europäischen
rändern.

Die  Industrie,  die  sich  in  den  Vereinigten
Staaten  mit  der  Verarbeitung  der  aus  dem
Baumwollanbau  gewonnenen  Baumwollsaat  beschäftigt,
  hat  seit  dem  Jahre  1870  einen  bemerkenswerten
  Aufschwung  erfahren.  Sie  beschäftigte
  im  Jahre  1870  26  Olmühlen,  im
Jahre  1905  bereits  715,  in  denen  15  539  Arbeiter
  und  3229  Angestellte  ihren  Broterwerb
fanden.  Das  in  dieser  Industrie  angelegte  Kapital
belief  sich  1905  auf  74  Millionen  S.  Der  Wert
der  Ausbeute  erreichte  1905  eine  Höhe  von
96  407  621  8s,  wovon  in  dem  mit  dem  30.  Juni
1905  abgeschlossenen  Geschäftsjahre  32  Millionen  8
für  die  Ausfuhr  verfügbar  wurden.

Die  wachsende  Bedeutung  der  Baumwollsaat-Verarbeitungsindustrie
  hat  das  Handels=  und
Arbeitsministerium  der  Vereinigten  Staaten  verwollsa



anlaßt,  über  die  Absatzfähigkeit  der  aus  der  Baumwollsaat
  gewonnenen  Produkte  in  Europa  Erhebungen
  anzustellen,  und  zu  diesem  Zwecke  sind
die  amerikanischen  Konsuln  in  den  europäischen
Ländern  aufgefordert  worden,  über  den  Verbrauch
und  die  Absatzmöglichkeiten  für  Baumwollsaatöl,
Baumwollölkuchen  und  Baumwollsaatmehl  in  den
ihnen  zugewiesenen  Bezirken  Bericht  zu  erstatten.

s  Ergebnis  dieser  Umfrage  ist  sodann  von
dem  Handels=  und  Arbeitsministerium  in  einem
Sonderheft  der  Special  Consular  Reports,
Band  XXXIX,  unter  dem  Titel  Cotton-Seed
Products  in  Foreign  Countries  veröffentlicht
worden.

Dieses  Heft  liegt  während  der  nächsten  drei
Wochen  im  Reichsamt  des  Innern,  Berlin,  Wilhelmstraße
  74,  im  Zimmer  174  für  Interessenten
zur  Einsichtnahme  aus  und  kann  auf  Antrag
auch  an  auswärtige  Interessenten  auf  kurze  Zeit
übersandt  werden.
        <pb n="915" />
        W  821  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

agaven  Kokospalmen  —  ;
2  —  «  «
S  2  Bäume  2  En
S“s27  —  8
3  ·  3  z5  —  2.  Verschiedenes  7  "  2  22&amp;amp;D  *  #
S  à  —  —  1  —  2  —
*  S  *  *  a*  *  S  O  S  m
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Stück]  Stück  ha  ha  Stück  Stück  Stück]  Stück.  Stück  Stück
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—  —  8  1  l0  50  2  hn  Baumwolle  —  2  —  —  —.—
—  —  —  —  1  —  22  ha  Baumwolle  1  50-200  5  60  30  2
I  i  nach  ·-»
  Bedarf  4
—  —  88  D  32  8.200  2500  —  —  14—  43  —  5
—  —  —  —  —  1  —  24  ha  Baumwolle  —  30  8  20  15  —
·  200  Pfl.  Vanille  v  -  ;  :
s  l«l«b-1Pfcffct«  i
·  2  hn  Erdnüsse  1  .
n  «  2  ha  Maniok  «
/  ha  Kartoffeln
I  l
——1—I13I  5  1200  100  —  1  53.  —  7  r  6
—  —  —  —  —  124  hn  Baumwolle,  —  150  —  24  48  17
1  I  :  !  I  «
172000I38000,——11500«300  m  Baumwolle  2  300  „  1  2  1
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65  ha  mit  70000  Stc.  I  »  i  «
«  «  Mauritiusagaven  l  ;  «-40
  000  30  000  70  25  7000  2000  30  ha  Baumwolle  1  30  1  —  —  —  —
8  25  ha  Zuckerrohr  ·  »
,  600  Stück  Mango  ·
I  500  Stück  Orangen  »-—-:-—20s20’1500l35040hummmuvollc
  —510;————--«
  ,  500  Stück  Mango  I  !
I  3  .  60  Stück  Orangen
—  ——  —  —  10000  750  50  000  Pifl.  Vanille  1  60—80  —  —  —  —
l  i

-  «  l
l  -

 

Stand  der  Baumwollpflanzungen  in  den  Vereinigten
Staaten  von  Rmerika  Ende  Juni  1907.

Die  Statistische  Abteilung  des  Bundesamtes
für  Ackerbau  in  Washington  hat  am  2.  Juli  d.  Is.
auf  Grund  der  bis  zum  25.  Juni  1907  eingetroffenen
  Auskunftsdaten  ihren  Bericht  über  den
Stand  der  Baumwollernte  veröffentlicht.

Derselbe  stellt  eine  Verbesserung  von  1½
Punkten  oder  etwa  2  v.  H.  fest,  indem  der  Stand
der  Erute  von  70,5  auf  72  in  diesem  Monat
erhöht  wurde;  der  Stand  an  dem  entsprechenden
Tage  im  Vorjahr  war  383,3,  durchschnittlich  in
den  letzten  zehn  Jahren  83,2.

Die  Erwartungen  der  Handelskreise  waren
auf  einen  Stand  von  78  bis  80  gestellt  gewesen,
und  die  Wirkung  des  Berichts  auf  Terminpreise
war  daher  eine  momentan  bedeutende  mit  einem
Aufschlag  von  fast  5  Cent  per  Pfund  oder
3  Dollars  per  Ballen.

Wenn  die  öffentliche  Meinung  ein  Ergebnis
von  78  bis  80  erwartet  hatte,  so  war  augenscheinlich
  von  ihr  nicht  in  Erwägung  gezogen,

 

daß  der  letzte  am  4.  Juni  1907  veröffentlichte
Bericht  (vgl.  Nr.  71  der  „Nachrichten“  für  1907)
auf  am  25.  Mai  abgeschlossene  Daten  begründet
war  und  daß  zwischen  diesen  beiden  Daten  ein
bedeutender  Rückgang  im  Stande  der  Ernte  durch
heftige  Regen  und  niedrige  Temperatur  stattgesunden
  hatte,  so  daß,  wenn  der  25.  Mai  einen
Stand  von  70,5  zeigte,  man  wohl  annehmen
durfte,  daß  der  tatsächliche  Stand  am  4.  Juni
nur  66  bis  67  war.  Da  von  diesem  Datum
bis  zum  25.  Juni  eine  Verbesserung  von  fast
10  v.  H.  ohne  Zweifel  sich  eingestellt  hat,  ist  der
Stand  von  72  ein  vollkommen  logisches  Ergebnis,
  zu  dem  wegen  günstiger  Witterung  vom
25.  Juni  bis  2.  Juli  2  bis  3  weitere  Punkte
zugezählt  werden  dürften,  um  den  gegenwärtigen
Stand  der  Ernte  zu  schildern.

Es  wird  in  interessierten  Kreisen  allgemein
auerkannt,  daß  die  Landwirtschaftliche  Abteilung
bei  ihren  diesjährigen  Untersuchungen  die  gewissenhafteste
  Sorgfalt  angewandt  hat  und  daß
es  ihr  gelungen  zu  sein  scheint,  die  wahre  Sachlage
  so  nahe  wie  möglich  festzustellen.
        <pb n="916" />
        G  822  20

Obwohl  die  günstigen  Witterungsverhältnisse
der  letzten  Wochen  die  Baumwollernte  vor
völliger  Zerstörung  gerettet  haben,  sind  die  Aussichten
  auf  eine  den  Konsumbedürfnissen  entsprechend
große  Ernte  noch  immer  sehr  zweifelhaft,  zunächst
weil  die  Pflanze  im  Wachstum  mindestens  vier
Wochen  zurück  ist  und  weil  Texas  und  ein  großer
Teil  des  Staates  Louisiana  von  dem  mexikanischen
Bohrkäfer  (bollweevil)  heimgesucht  sind,  dessen
Schadenanrichtung  erst  bei  späterer  Entwicklung
beurteilt  werden  kann.

Der  Preis  von  Oktoberlieferung,  welcher  vor
Ablesung  des  Berichts  12,06  bis  12,08  Cents
per  Pfund  betrug,  stieg  binnen  einer  Stunde
nachher  auf  12,71  und  schloß  am  2.  Juni  mit
12,60  bis  12,61  Cents.

Middling,  Platzware  stieg  von  127/8  auf
13½⅛  Cents  per  Pfund.

#wericht  des  Kais.  Donsulat  in  New-  Orleaus

vom  3.  Juli  1

Seidenausfuhr  Schanghais  1906/07.

Die  Saison  1906/07  zeichnet  sich  durch  eine
anhaltende  Nachfrage  sowohl  von  Europa  wie
von  Amerika  her  und  eine  dadurch  hervorgerufene
  allmähliche  Preissteigerung  aus.  Zur
Zeit  —  Anfang  April  1907  —  sind  nennenswerte
  Vorräte  kaum  mehr  vorhanden.

Die  Saison  eröffnete  mit  annehmbaren
Preisen,  und  das  Geschäft  entwickelte  sich  recht
befriedigend  bis  zum  Herbst,  wo  die  Nachfrage
infolge  der  immer  höher  steigenden  Preise  zum
Stillstand  kam.  Erst  Ende  November  lebte  die
Nachfrage  wieder  auf.  Sie  hat  sich  seitdem  fast
ohne  Unterbrechung  behauptet  und  die  Preise
noch  beträchtlich  höher  getrieben.  Da  sowohl  in
Schanghai  wie  im  Innern  Mangel  an  Ware
herrscht  und  fortwährend  Bestellungen  aus  den
Verbrauchsländern  einlaufen,  so  sind  bereits
ziemlich  zahlreiche  Abschlüsse  in  „Neuen  Seiden“
zu  ungewöhnlich  hohen  Preisen  gemacht  worden,
z.  B.  zu:

1075  S.  T.  für  Soy  Lun  Gold  Anchor  9/11,

900  -  Tsatlee  Redévidées  crossed
Blue  Dragon  extra,

790  Tsatlee  Redévidées  Small
Buffalo  Nr.  1

545  -  Skeins  Blue  Monster  Nr.  1

Alles  in  allem  ist  die  Saison  für  die  Beteiligten
  höchst  vorteilhaft  gewesen.  Da  die  Mode
sich  wieder  der  Seide  zugewandt  hat  und  Rohstoff,
  insbesondere  in  Europa,  sehr  knapp  ist,  so
ist  anzunehmen,  daß  sich  die  gegenwärtigen
Preise  wenigstens  bis  zum  Bekanntwerden  der
Weltseidenernte  halten.

 

Dampffilaturen.  Das  Geschäft,  das  während
der  ersten  Hälfte  der  Saison  schleppend  gewesen
war,  erholte  sich  in  den  Monaten  Dezember  und
Jannar  auf  Bestellungen  von  Amerika  hin,  auf
Grund  deren  binnen  kurzem  mehrere  hundert
Ballen  zu  beständig  steigenden  Preisen  abgesetzt

wurden.  Da  sich  Europa  der  Bewegung  angeschlossen
  hat,  sind  die  Vorräte  vollständig  geräumt,
  und  es  werden,  wie  die  folgenden  Beispiele

  zeigen,  außergewöhnlich  hohe  Preise  für
neue  Seiden  geboten:

Juni  1906  April  1907
für  neue  Seide
Soy  Lun  1  9/11  845  S.  T.  1075  S.  T.
Gold  Globe  1  9/11.  780  -  1020  -

Tsatlee  Redévidées  erfuhren  bis  zum  De—
zember  nur  geringe  Preisschwankungen.  Seit
der  Zeit  war  die  Nachfrage  sehr  lebhaft,  und  die
Preise  zogen  infolge  des  Warenmangels  stark  an.
Auch  bei  diesem  Artikel  ging  die  Anregung  von
Amerika  aus,  und  da  letzteres  in  dieser  Saison
keine  Ware  mehr  erhalten  kann,  so  interessiert  es
sich  lebhaft  für  neue  Seide,  in  der  denn  auch
bereits  bedeutende  Abschlüsse  zu  hohen  Preisen
gemacht  worden  sind:

Man  verzeichnete:  Juni  April
1906  1907
für  neue  Seide

Blue  Dragon  extra  erossed  725  S.  T.  890  S.  T.
Pegasus  Nr.  1  .  .635-890-smallBukkaloNr.1.·600-790-


  Der  Markt  eröffnete  Mitte  Juni
auf  der  Grundlage  von  535  S.  T.  für  Gold
Kilin.  Nachdem  einige  hundert  Ballen  zu  diesem
Preise  verkauft  worden  waren,  setzten  die  Chinesen
sofort  den  Preis  herauf,  und  das  Geschäft  war
bis  Ende  November  recht  ruhig.  Dann  fanden
wieder  zahlreiche  Käufe  statt,  und  die  Preise
stiegen  unnnterbrochen  bis  auf  640  S.  T.  für
Gold  Kilin,  wozu  die  letzten  verkäuflichen  Posten
genommen  wurden.  Für  die  neue  Seide  werden
—  bis  jetzt  freilich  ohne  Erfolg  680  S.  T.
gefordert.  Vorräte  sind  in  Schanghai  nicht  mehr
vorhanden.  Was  sich  im  Innern  etwa  noch
findet,  wird  vom  chinesischen  Verbrauch  aufgenommen.


Gelbe  Seide.  Die  etwa  geringwertige  Beschaffenheit
  der  gelben  Seide  in  dieser  Saison
und  die  Zurückhaltung  Syriens  diesen  Sorten
gegenüber  haben  die  hiesigen  Preise  gedrückt,  so
daß  im  Vergleich  mit  der  weißen  Seide  nur  geringe
  Schwankungen  in  den  Preisen  stattfanden.
Am  meisten  verlangt  waren  „Minchew“,  die
hauptsächlich  von  Europa  gekauft  wurden.
Indien  nimmt  die  geringeren  Qualitäten  und
trat  ebenfalls  stark  als  Käufer  auf.  Es  sind  nur
        <pb n="917" />
        G  823  20Ö

noch  ungefähr  400  bis  500  Ballen  der  gewöhnlichen
  Sorten  vorhanden,  die  allmählich  für
Indien  genommen  werden.

Tussah.  Die  Nachfrage  war  während  der
ganzen  Saison  sehr  gut,  und  die  Zufuhren  wurden
zu  stetig  steigenden  Preisen  schnell  ausgenommen.
Gegenwärtig  sind  weder  hier  noch  in  Niutschwang
neunenswerte  Vorräte,  und  da  die  neue  Ernte
erst  im  Oktober  stattfindet,  so  werden  die  Preise
sich  voraussichtlich  behaupten.  Der  Eröffnungspreis
  betrug  180  S.  T.  für  Nr.  1;  gegenwärtig
—Anfang  April  1907  —  zahlte  man  290  S.  T.

Seidenabfälle.  Die  Saison  hat  sehr  spät
eröffnet.  Die  Schappespinnereien  wollten  anfangs
den  durch  den  höheren  Kurs  bedingten  Aufschlag
nicht  zahlen  und  warteten  bis  Oktober  und  November
  mit  ihren  Einkäufen.  Die  Preise  sind
seit  Eröffnung  der  Saison  stark  gestiegen;  die
Vorräte  sind  gänzlich  erschöpft.

Pongees  (Seidengewebe).  Zu  Anfang  des
Berichtsjahres  war  die  Ausfuhr  recht  lebhaft,  und
es  wurde  auf  die  Preise  des  vorhergehenden
Jahres  ein  starker  Aufschlag  bezahlt.  Die  Mode
bevorzugte  hauptsächlich  die  schweren  Gewebe  in
33/34“  und  27/29“  Breite.  Zufuhren  in  leichter
Ware  blieben  das  ganze  Jahr  hindurch  sehr  gering,
  da  die  Weber  vollauf  mit  Aufträgen  in
schweren  Nanshans  und  Schantung-Pongees  beschäftigt
  waren.  Die  Preise  stiegen  im  Einklang
mit  der  Verteuerung  des  Rohstoffs.  In  Europa
zogen  die  Preise  ebenfalls  an,  so  daß  für  leichte
Warc  50  v.  H.  mehr  gelöst  wurden  als  1905.
Trotz  der  hohen  Preise  war  das  Geschäft  bedeutender
  als  im  vorhergehenden  Jahre,  da  die
Käufer  schließlich  die  geforderten  Preise  bewilligten.
  Die  Nachfrage  konnte  jedoch  nicht  befriedigt
  werden,  denn  es  fehlte  an  Ware.  Vorräte
  sind  nicht  mehr  vorhanden;  die  Preise  sind
sehr  fest  mit  Neigung  zum  Steigen.

Es  wurden  verschifft:

1905/06  1906/07
(bis  Anfang
ril)
Menge  in  Ballen
Filaturenseide  10  753  10  109
Weiße  Seide  25  672  26  961
Gelbe  11  418  10  256
Wilde  20  526  16  467
Davon  gingen  nach:
Enuropa  Amerika
1905,06  1906/07  1905,06  1906.07
Dilturenseide  7177  6  813  3568  3292
eiße  Seide  16  895  17111  7286  36495
Gelbe  **  697Ufs7754  5  097  10  —
dilde  .  14074  13  388  4205  22364

 

Nach  Indien  und  Agypten  gingen  an  gelber
Seide  1905/06:  4466  Ballen,  1906/07;:
4491  Ballen.

(Nach  einem  Berichte  des  Handelssachverständigen  bei
dem  Kais.  Generalkonsulat  in  Schanghai.)

 

Der  Teakholzhandel  in  Ooulmein  (Burma)  1906.

Der  Markt  für  Teakholz  ist  in  Moulmein
weiter  lebhaft  geblieben,  und  obschon  die  Preise
in  Europa  auch  stiegen,  ließen  sie  den  Verschiffern
  doch  noch  keineswegs  einen  übermäßigen
Verdienst.  Das  Bearbeiten  der  Waldungen  wird
mit  jedem  Jahre  schwieriger  und  kostspieliger,  da
die  Entfernungen  größer  werden  und  Elefanten
in  den  letzten  Jahren  bedeutend  teurer  geworden
sind.  Männliche  Tiere,  gute  Arbeiter,  die  vor
20  Jahren  ungefähr  2000  Rs.  kosteten,  sind  heute
kaum  für  6000  bis  7000  Rs.  zu  kanfen,  und  weibliche,
die  damals  ungefähr  800  bis  1000  Rs.  kosteten,
erzielen  jetzt  3300  bis  5000  Rs.  Ochsen  und
Büffel  werden,  wo  tunlich,  gebraucht,  sind  jedoch
nicht  für  alle  Arbeiten  und  in  vielen  Waldungen
überhaupt  nicht  geeignet.  Die  Regierung  hat  im
letzten  Jahre  auch  auf  der  Salweenseite  im  britischen
  Gebiet  und  in  den  britischen  Shanstaaten
für  verschiedene  Waldungen  Pachtverträge  mit
curopäischen  Firmen  abgeschlossen  und  scheint  alle
Absicht  zu  haben,  dieses  System  allgemein  einäuführen,
  so  daß  hier  das  Holzgeschäft  mit  dem
Innern  mit  jedem  Jahre  mehr  und  mehr  ein
direktes  wird  und  Zwischenhändler  weniger  werden.

Die  Zufuhren  von  Stämmen  waren  größer
als  im  vergangenen--Jahre,  dahingegen  ließ  die
Qualität  wieder  viel  zu  wünschen  übrig,  so  daß
der  Ertrag  an  besserer  Qualität  und  bevorzugten
Dimensionen  wieder  abfiel  und  nach  Europa  infolgedessen
  wahrscheinlich  auch  mehr  Holz  zweiter
Qualität  als  in  früheren  Jahren  verschifft  wurde.

Die  englische  Regierung  gab  kürzlich  für  ihre
Werften  verschiedene  kleine  Lieferungskontratte  aus,
für  msammen  ungefähr  1000  Tonnen  Teakbalken.

Für  Teak  guter  Qualität  werden  allem  Anscheine
  nach  die  hohen  Preise  noch  weiter  anhalten,
  da  trotz  der  hohen  Preise  und  infolge
der  knappen  Verschiffungen  die  Nachfrage  noch
immer  größer  als  das  Angebot  zu  sein  scheint.
Diese  Verhältnisse  sind  auch  dem  billigeren  Jara-Teak
  zugute  gekommen,  wo  dieses  Holz  Burma-Teak
  ersetzen  konnte,  obschon  es  für  viele  Zwecke
noch  nicht  verlangt  wird.  Die  Preise  in  Europa
betrugen  um  die  Mitte  des  Monats  April  1907
für  gewöhnliche  Sortimente  Squares  (Balken)  18  8.
bis  19  .  Planken  18  L  10  sh  bis  21  #  und
Deckplanken  ungefähr  28  L  10  sh  pro  Tonne
zu  50  Kubikfuß  englisch.  In  Indien  waren  zu
        <pb n="918" />
        W  824  20

Anfang  des  Jahres  die  Preise  ganz  gut,  der
Markt  flaute  aber  allmählich  überall  ab  und  ist
noch  äußerst  leblos,  hauptsächlich  verursacht  durch
schlechte  Ernten  und  teures  Geld.

Die  Zufuhren  von  Teak  beliefen  sich  in
Moulmein  1906  auf  118  184  Stämme  gegen
110  722  im  Jahre  1905,  und  der  Vorrat  am
1.  Januar  1907  betrug  56  491  Stämme  gegen
49  518  im  Jahre  1905.

Von  Moulmein  wurden  im  Jahre  1906  folgende
  Teakholzmengen  ausgeführt:

Teak  andere  Hölzer

Tonnen  Tonnen
nach  Europa  .  11123  48
-Kap  und  Mauritius  982  —
-HKalkutto  19775  7923
-  Bombayund  Karachi  12  637  667
:-Madras  und  Küste  5  302  894
anderen  Häfen.  1  040  578
zusammen  50  859  10  110

gegen  57  814  und  14  579  Tonnen  im  Jahre
1905.

(Nach  einem  Berichte  des  Kais.  Konsulats  in  Moulmein.)

Handels-  und  Schiffsverkehr  auf  den  Tonga-Inseln.

Die  Gesamteinfuhr  betrug  im  Jahre  1906
79  363  L  0  8  6  d  gegen  70  868  L  9  8  im
Jahre  1905.  Die  Ausfuhr  betrug  142  810  L
15  s  11  d  gegen  117  855  K  2  s  5d  im  Jahre
1905.  Den  Hauptbestandteil  der  Ausfuhr  bildete
Kopra.  Im  Jahre  1906  wurden  hiervon  ausgeführt
  8695  t  im  Werte  von  124  919  K  gegen
7581  t  im  Werte  von  87  571  L  im  Vorjahre.

 

Von  den  sonstigen  Ausfuhrgegenständen  verdienen
erwähnt  zu  werden  158  Pferde  und  167  Fässer
Walfischtran.

Am  Import  ist  an  erster  Stelle  beteiligt
Neu-Seeland  mit  41  248  L  Os  6d,  an  zweiter
Stelle  Australien  mit  25915  S  2  2d,  an
dritter  Deutschland  mit  7214  K  8  s  1  d,  an
vierter  Fidji  mit  23599  L  9  8  ö  d,  an  fünfter
Samoa  mit  1899  K  15  s  3  d

Der  Import  von  Spirituosen,  welcher  im
Jahre  1905  gegenüber  dem  Vorjahre  einen  Rückgang
  aufzuweisen  hatte,  hat  im  Jahre  1906

wieder  eine  Steigerung  erfahren.  Eingeführt
wurden  in  den  Jahren:
1904  1905  1906

Bier  u.
Porter  658  28  74  5062  85s  9d
—  1465“  4•.0=  279  8  1.

672  2  158  34
319--  3  4
wosen  854-  8-6=  519---  15--10--  578  13-  3
zus.  1977  F  1581d  1395  E  128  34  1570  E  118  10  d
Eingelaufen  sind  im  Jahre  1906  in  den  drei
Häfen  Nukualofa,  Haapai  und  Vavau  60  Schiffe
mit  68  965  Tonnen,  ausgelaufen  61  Schiffe  mit
70  413  Tonnen.  Diese  Statistik  ist  aber  insofern
nicht  ganz  genau,  als  auch  der  Schiffsverkehr
von  dem  mittleren  Hafen  Haapai  miteinbezogen
ist,  während  die  meisten  Schiffe,  bevor  sie  nach
Haapai  gehen,  zuerst  Nukualofa  oder  Vavau  anlaufen
  und  in  die  dortige  Statistik  ausgenommen
werden.  Da  von  dem  Gesamtverkehr  19  Schiffe
mit  23  425  Tonnen  bzw.  18  Schiffe  mit  23  388
Tonnen  auf  Haapai  entfallen,  so  erscheint  der
Schiffsverkehr  der  Inseln  in  der  Statistik  größer

als  er  in  Wirklichkeit  ist.

(Nach  The  Fiji  Times.)

 

Verschiedene

Handel  zwischen  Deutschland  und  den  portuglesischen
Kolonien  in  RHfrika.

Das  Lissaboner  Blatt  Diario  de  Noticiasbringt
  einen  Auszug  aus  einem  Bericht  der  portugiesischen
  Handelsattachés  in  Berlin  über  den
Handel  zwischen  Deutschland  und  den  portugiesischen
  Kolonien  in  Afrika.

Der  Gesamthandel  mit  Portugiesisch-Ostafrika
  bewertet  sich  danach

in  der  Einfuhr  auf  5  650  000  Mk.
Ausfuhr  =  4  563  000
Zusammen  10  213  000  Mk.

Es  hat  sich  seit  dem  Vorjahre  vermehrt:  die
Einfuhr  um  1  797  000  Mk.,  die  Ausfuhr  um
996  000  Mk.  Die  Haupteinfuhrartikel  sind:

 

Mitteilungen.

Wert  Mk.
Gummi  Cautschut  2948  000
Erdnuß  .  796  000
Manguerinde  ..  739  000
achs  266  000
Sesam.  45  000
Andere  Artikel  846  000
Zusammen  5  640  000

Die  Gummieinfuhr  zeigt  in  den  letzten

5  Jahren  ein  stetes  Anwachsen.  Auch  die  Einfuhr
  von  Manguerinde  zeigt  entschiedene  Neigung
anzuwachsen.

Der  Handelsverkehr  zwischen  Deutschland  und
den  westafrikanischen  Besitzungen  Portugals
  beläuft  sich
        <pb n="919" />
        W  825  20

in  der  Einfuhr  auf  8  135  000  Mk.
Ausfuhr  =  2229  000  =
Zusammen  10  364  000  Mk.
Die  Einfuhr  setzt  sich  wie  folgt  zusammen:
Wert  Mk.

Kakao  4259  000
Gummi  2  535  000
Kaffee  561  000
Palmnuß  154  000
Erdnufz  142  000
Andere  Artikel  184  000

Zusammen  8  135  000

Der  Kakao  zeigt  im  Vergleich  zum  Vorjahr
eine  Abnahme  um  630  000  Mk.  Der  Berichterstatter
  erinnert  aber  daran,  daß  sich  die  Ausfuhr
  dieses  Artikels  nach  Lissabon  stark  vermehrt
hat,  was  den  Nutzen  auf  die  nationale  Schifffahrt
  überträgt.  In  der  Tat  betrug  denn  auch
im  Jahre  1904  die  Einfuhr  portugiesischen
Kakaos  (Festland  und  Westafrika)  6261  Tonnen
im  Werte  von  6  763  000  Mk.  und  im  Jahre
1905:  7113  Tonnen  im  Werte  von  7  112  000  Mk.

Die  Gummieinfuhr  wächst  allmählich.

Die  Kaffeeeinfuhr  hat  erheblich  abgenommen,
um  996  900  kg  im  Werte  von  413  000  Mk.

Dagegen  schreitet  die  Einfuhr  von  Palmnuß
allmählich  fort  und  zeigt  in  dem  abgeschlossenen
Jahre  gegen  das  Vorjahr  eine  Vermehrung  um
216  000  kg  im  Werte  von  60  000  Mk.

zur  Lage  des  Hanfmarktes  in  Neapel.

Infolge  der  hohen  Preise  für  alte  Ware  ist
das  Haufgeschäft  etwas  zum  Stillstand  gekommen.
Da  jedoch  für  die  Neuernte,  besonders  seitens
Frankreichs,  ebenfalls  höhere  Preise  bezahlt
worden  sind,  ist  kaum  anzunehmen,  daß  ein  Rückgang
  der  Preise  eintreten  wird,  eher  dürften
größere  Vorräte  mit  in  die  Neuernte  übernommen
werden.

Die  Aussichten  für  die  Neuernte  sind  befriedigend,
  doch  haben  sich  die  zurückgebliebenen
Felder  nicht  in  der  Weise,  wie  erwartet,  entwickelt,
  so  daß  mit  größeren  Mengen  kurzen
Hanufes  zu  rechnen  ist.

Uüber  die  Preisaussichten  für  die  Neuernte
läßt  sich  Bestimmtes  noch  nicht  sagen.  Von
einigen  französischen  Fabriken  sind  bereits  Preise
auf  der  Basis  von  79,50  Mk.  für  100  kg  bordkrei
  Neapel  bewilligt  worden,  und  deshalb  wollen
die  Packer  zur  Zeit  nicht  billiger  verkaufen.  Doch
hält  man  die  Preise  für  zu  hoch,  da  sie  höher
sind  als  im  letzten  Jahre  bei  Eröffnung  der
Ernte.  Damals  waren  die  Preise  teilweise  dadurch
  bestimmt,  daß  bereits  längere  Zeit  vor  Er- 



scheinen  der  Neuernte  der  Hauf  vollständig  ausverkauft
  war  und  noch  größere  Mengen  von
alten  Kontrakten  auf  die  Neuernte  übertragen
werden  mußten,  während  dieses  Jahr  ein
größerer  Vorrat  der  alten  Ernte  auf  die  Neuernte
  übernommen  wird.  Sollte  sich  daher  die
Neuernte  befriedigend  weiter  entwickeln  und  ihr
nichts  Ungünstiges  mehr  zustoßen,  so  liegt  kein
Grund  zu  den  derzeitigen  hohen  Preisen  vor.
(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Neapel.)

Kolonial-Wlrttschaftliches.

Das  soeben  erschienene  Augustheft  des
„Tropenpflanzer",  Organ  des  Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitees,  Berlin,  bringt  anerster
  Stelle  einen  Aufsatz  von  Heury  Schmidt-Stölting,
  betitelt  „Ein  Wort  zur  chinesischen
Kulifrage"“.  Der  Verfasser  verbreitet  sich  über
die  in  letzter  Zeit  brennend  gewordene  Frage
der  Einführung  von  Kulis  in  den  Kolonien.  Die
Ausführungen  stützen  sich  auf  eine  langjährige
Tätigkeit  auf  Sumatra  und  Berührung  mit  dem
dortigen  chinesischen  Arbeitermaterial.

Carl  Bolle  behandelt  ausführlich  „Die
Frage  der  Kaffeevalorisation  in  Brasilien“  und
gibt  von  dieser  Epoche  machenden  national-ökonomischen
  Operation  ein  anschauliches  Bild.  In
„Mitteilungen  über  die  Rassen  der  wichtigsten
Haustiere  in  Afrika"  von  D.  Kürchhoff  beginnt
mit  dem  „Pferd“  eine  Serie  von  Artikeln,  die
für  den  tropischen  Landwirt  größeres  Interesse
haben  dürften.  Unter  der  Rubrik  „Aus  deutschen
Kolonien“  finden  sich  interessante  Angaben  über
„Baumwollarten  und  Varietäten  in  Togo“,  über
die  „Kokospalmenkultur  in  Deutsch-Ostafrika“
u.  u.  Unter  „Aus  fremden  Produktionsgebieten“
wird  über  die  Dienstreise  des  Dr.  Koeppen,
Chemikers  an  der  Landesversuchsanstalt  zu  Victoria,
  Kamerun,  nach  Fernando  Poo  und  Sao
Thomé  zum  Studium  der  Kakaoaufbereitungsmethoden
  berichtet.

 

Citeratur.
Kammergerichtsrat  Dr.  Felix  Meyer:  Wirtschaft
und  Recht  der  Herero.  Berlin  1905.  Verlag
  von  Julius  Springer.  Preis  2  Mk.

Da  gegenwärtig  die  Frage  der  Erforschung
und  Sammlung  der  Eingeborenenrechte  von  neuem
in  den  Vordergrund  getreten  ist,  erscheint  es  angebracht,
  auf  ein  bereits  vor  zwei  Jahren  erschienenes
  Werk  hinzuweisen,  das  sich  mit  den
wirtschaftlichen  und  rechtlichen  Verhältnissen  der
Herero  beschäftigt  und  wegen  der  anschaulichen
und  erschöpfenden  Behandlung  seines  Gegenstandes
        <pb n="920" />
        G  826  20

hervorgehoben  zu  werden  verdient.  Alles,  was
über  das  soziale  Leben  der  Herero  bekannt  ist,
hat  der  Verfasser  zusammengetragen  und  zu  einer
wohldisponierten  Darstellung  verarbeitet,  deren
Wert  durch  einen  sorgfältigen  Literaturnachweis
erhöht  wird.  Da  der  Verfasser  es  außerdem
verstanden  hat,  seine  Wiedergabe  der  Rechtsgewohnheiten
  des  Hererovolkes  in  das  System
juristischer  Betrachtungsweise  einzufügen,  so  muß
das  Werk  als  ein  wertvoller  Ratgeber  für  den
in  der  Kolonie  tätigen  richterlichen  und  Verwaltungsbeamten
  bezeichnet  werden.

Ein  Siedelungs-Vorschlag  für  Deutsch-Südwestafrika
  von  Dr.  jur.  V.  Fuchs,
Staatsanwalt  bei  dem  Kgl.  Landgericht  I
Berlin,  vorher  Kaiserlicher  Bezirksamtmann
und  Richter  in  Deutsch-Südwestafrika.  Verlag
von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen)  in  Berlin.
Preis  2  Mk.

Mit  der  Schrift  wird  der  Offentlichkeit  auf
völlig  neuer  Grundlage  ein  umfassender  Vorschlag
  zur  Behandlung  der  Siedelungsfrage  in
Deutsch-Südwestafrika  unterbreitet,  wie  ihn  eine
mehrjährige  persönliche  Beobachtung  an  Ort  und
Stelle,  sowie  eingehendes  Studium  der  Kolonialverhältnisse
  und  Geschichte  anderer  Bölker  in  dem
Verfasser  haben  reifen  lassen.  Der  Arbeit  liegt
der  Gedanke  der  Selbsthilfe  zu  Grunde,  wie  ihn
zuerst  Wakefield  um  die  Mitte  des  19.  Jahrhunderts
  unter  dem  Namen  des  eself  supporting
principle“  (in  seinem  Buch  Vien  of  the  Art
of  Colonizatione)  entwickelt  und  im  Vorstande
seiner  Station  mit  Erfolg  in  Australien  verwirklicht
  hat.  Der  Gegenstand  bringt  auch  einen
lehrreichen,  auf  tatsächliches  Material  gestützten
Vergleich  zwischen  dem  Gange  und  Erfolge  der
Bodenpolitik  der  Regierung  und  der  viel  angefeindeten
  Landgesellschaften  mit  sich,  welcher
diese  doch  in  wesentlich  günstigerem  Lichte  zeigt,
als  die  öffentliche  Meinung  bisher  gemeinhin
anzunehmen  geneigt  war.  Damit  sind  neue  Vorschläge
  verknüpft,  die  bezwecken,  den  Auswüchsen

 

licht  den  Umfang  und  das  Größenverhältnis  des
Regierungs-,  des  Gesellschafts=  und  des  bisherigen
Eingeborenenbesitzes  im  Schutzgebiet.

Die  Aussichten  des  Bergbaus  in  Deutsch-Südwestafrika.
  Von  A.  Macco,  Bergassessor
und  Königlicher  Berginspektor.  Mit  zwei  farbigen
  Karten.  Verlag  von  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen)  in  Berlin.  Preis  2  Mk.

Der  Verfasser  betont  die  Gleichartigkeit  der
natürlichen  Bedingungen  für  die  Bildung  von
Mineralvorkommen  in  Südafrika  auf  deutschem
und  auf  britischem  Gebiet,  die  geeignet  ist,  Hoffnung
  auf  reichere  mineralische  Bodenschätze  in  der
deutschen  Kolonie  zu  erwecken.  Hiernach  erscheint
die  Aussicht  auf  Gold  und  Diamanten  ebenso
begründet,  wie  auf  das  bisher  allein  in  größerem
Umfang  gewonnene  Kupfer.  Über  das  Vorhandensein
  abbauwürdiger  Kohlenflötze  äußert  sich  der
Verfasser  wenig  zuversichtlich.  Zum  besseren  Verständnis
  des  behandelten  Gegenstandes  sind  der
Broschüre  zwei  Karten  beigegeben.  Hervorzuheben
ist  die  nüchterne  Beurteilung,  die  der  Verfasser
den  Bergbauverhältnissen  der  Kolonie  zu  teil
werden  läßt.  Die  Schrift  kann  als  geeignetes
Mittel  zur  Orientierung  über  die  Lage  des  Bergbaus
  in  Südwestafrika  empfohlen  werden.

Die  Viehzucht  in  Afrika.  Von  D.  Kürchhoff.
Heft  11  der  Kolonialen  Abhandlungen.  Verlag
von  Wilhelm  Süsserott.  Berlin  1907.  Preis
40  Pfennig.

Fleißige,  dankenswerte  Zusammenstellung  mit
ausführlichem  Literaturnachweis.

Der  koloniale  Inlands=  und  Auslandsbegriff.
  Von  Dr.  Fritz  Sabersky.  Verlag
von  Wilhelm  Süsserott.  Berlin  1907.

Deutsch-Ostafrikauische  Wirtschaftspolitik
mit  besonderer  Berücksichtigung  der  Auswanderungsfrage.
  Von  Bernhard  Perrot.
Heft  1  der  Kolonialpolitischen  Zeitfragen,  her- 



der  Gesellschaftspolitik  ohne  Härte  entgegenzu-  ausgegeben  vom  Deutschnationalen  Kolonialtreten.
  Ein  beigegebenes  Kärtchen  veranschau-  verein.  Verlag  von  W.  Süsserott,  Berlin  1907.
Verkehrs-Nachrichten.

Der  Name  der  Ortschaft  Okawakuatjiwi  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  in  den  Namen

Kalkfeld  umgewandelt  worden.

In  Lome  ist  am  13.  Juli  d.  Is.  ein  Ortsfernsprechnetz  mit  14  Teilnehmeranschlüssen  in

Betrieb  genommen  worden.

In  Onguati  (Deutsch-Südwestafrika)  an  der  Otawibahn  ist  am  10.  Juni  1907  eine
Postanstalt  eingerichtet  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen

und  eingeschriebenen  Briefsendungen  erstreckt.
        <pb n="921" />
        gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briefsendungen,

G  827  20

In  Kanus  (Deutsch-Südwestafrika),  etwa  76  km  nördlich  von  Warmbad,  ist  am  1.  Juli  1907
eine  Postagentur  eingerichtet  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von

die  Annahme  von  Zeitungsbestellungen  sowie  im

Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets  und  mit  Deutschland  auf  den  Nachnahme=  und  Postanweisungsdienst
  erstreckt.

Die  Postanstalt  in  Abbabis  (Deutsch-Südwestafrika)  nimmt  am  Postanweisungsdienst  mit
den  Postanstalten  des  Schutzgebiets  und  mit  Deutschland  sowie  am  Nachnahmedienst  nicht  mehr  teil.
Der  Paketausgabedienst  findet  daselbst  auch  fernerhin  statt.

BPaostdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  August  1°  1907.

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffung



Shafen

am:i

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Uberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)

15.  Aug.  12

.  Sept.

Friedrich-  Wilhelmshafen
  38  Tage
Simpsonhafen  41  Tage

10.  Sept.

 

#  1  13.  23.  Aug.
1.  deutsch-Neuguinea.  Brindisi  25.  Aug.  Simpsonhafen  38  Tage  10  35  abds.
(engl.  Schiffe  Friedrich-Wilhelms-.
  hafen  41  Tage

2  -  :
2  deutsch-Ostafriha.  Neapel  256.  Aug.  5.  Sept.mbasa  O  16-18  Tages.  Aug.  3.  Sept.
a)  ache  Bukoba,  Muansa  unddveutsche  Schiff)  10  abds.

be  enn  udn  Marseille  10.  jedes  Monats,  Mombasa  O  17  Tage8.  jed.  Mts.  90  abds.

bahn  und  von  der  Endstation  .

1  Schlff  nach  den  Destim=  Brindisi  1.  Sept.  Mombasa  O  20  Tage30.  Aug.  10  abds.

—
—

W  s  i.
bach  Ed  leinschl.  #mchi
o

M  Pangani,
Molch-  und  Mn

nach  Deutsch-Ostafrila
(ausschl.  der  unter  n  und  b
genannien  Postorte)

(engl.  Schiffe)

Neapel  26.  Aug.  5.  Sept.
(deuusche  Schiffe)

Neapel  26.  Aug.  5.  Sept.
(deutsche  Schiffe)

Marseille  10.  jedes  Monats

Brindisi  1.  Sept.

(engl.  Schiffe)

Tanga  17—19  Tage

Daressalam  18—21  Tage

Zanzibar  18  Ta
(von  Iausihorn  aheteioar.
nach
ouverne-=mentsdampfer
  in  6  Stund.)
anz  i  bar  22  Tage
Daressalam  weiter
in  aaste  Gelegenheit

24.  Aug.  3.  Sept.
103  abds.

24.  Aug.  3.  Sept.
10  abds.

8.  jed.  Mts.  10½  abds.

30.  Aug.  105  abds.

 

*'

b.

e)

ch

e)

Kamerun.

nach  Bamenda,  Banjo,  Bibundi,
  Divindübg  delte
neo.  Ea  „Duala,

Ebol
wo  ontemdort.

Ja  kafl.  Daiu  ide,  Johann-Albuecheshöhe,.
  oko.  W,
lodorf,  nic,  Longsi,

Hlodork.p?  Goig

nach  Rio  del  Rey

nach  dem  Tschadsee-Gebiet
(Garna,  Kustleri)

nach  Ossidinge

nach  Molundu

Hamburg
Boulogne  11.  jedes  Monats
sur  Mer

(deutsche  Schiffe)

#Liverpool  7.  Sept.
Liverpool  21.  Aug.

Hamburg  23.  jedes  Monats
Liverpool  24.  Aug.  21.  Sept.
Liverpool  jeden  Sonnabend
Liverpool  "  jeden  Sonnabend
Antwerpen  22.  Aug.  12.  Sept.
Bordeaux  25.  jedes  Monats

 

10.  23.  jed.  Mts.

in!o“0•

Viktoria  19,  24  Tage
Duala  19,  24  Tage
Kribi  20  u.  28—
Viktoria  18  Tage
Duala  18  Tage
Kribi  19  Tage
Duala  23  Tage
Birroria-  25  Tage

Duala  26  Tage
Rio  del  Rey  31—35  Tage
Rio  del  Rey  23  Tage

30  Tage

Forcados  17  Tage
von  dort  aeigf  Wer
Lokodja—-ol-Calabar

  1
von  dort  grls,  *  oonm
ldu  (am  Cr  roßsfluß)
Mata
on  da  borle  mit  der  E  leubis
  Br
damm  mit  Ma  ".

 

dem  Kongo,  Ssongea  un
Djah  bis  Molundu

 

lo.  9.  jed.  Mto.  8°8  oms.
45#  d.  Mts.  712  abds.
10.  jed.  Mts.  10  nachm.

Sept.  10½  abds.

Aug.  10  abds.

22.  jed.  Mts.  71½  abds.

22.  Aug.  19.  Sept.
10%  abds.

jeden  Donnerstag
10½  abds.

a

jeden  Donnerstag
10½  abds.
21.  Aug.  11.  Sept.

10  nachm
28.  jed.  Ms.  10“  abds.
        <pb n="922" />
        W  828  20

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Ein-Ausschiffungshafen.


Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

 

schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Hamburg  725.  Aug.  Swakopmund  25.  22  Tg.|24.  Aug.  71½  abds.
26.1  20  J.  25.7  38  ó
4.  deutsch-südwestafriha.  #alntwerpenn  26.  Aug.  Swakopmund  30,  20  Tg.2.  Aug.  8  oms.
#a)  nach  Abbabis,  Epukiro.  Gi-  y  27.  *  S  20  26.  Aug.  10  nms.
)  #  Sbbaht,  7  00Gia  MBeulogne  27.  Aug.  Swakopmund  20  zind  G.  Aug.  1°0  ums

.  Haris,  Hohewarte,

 

 

 

 

Neapel
(engl.  Schiffe)

 

W33  Southampton  31.  Aug.  7.  Sept.  Swakopmund  27,  20  bis  30.  Aug.  6.  Sept.
Heba  Oka  G  M  25,  32,  25  Tage  I1,  om  "
ahe,  Omarn  tan  25  Tg.  23.  *
ru  Hie  ee  *  Southampton  17.  24.  Aug.  Swakopmund  32,  25Tg.6.  23.  Aug.  112  vms.
*r1rv  Sceis,  ee,  ie  Hamburg  21.  Aug.  Swakopmund  25  Tage.  Aug.  555  ums.
s  r—  Waldau,  Waterberg.
Southampton  17.  21.  31.  Aug.  Lüderitzbucht  20  bis  16.  23.  30.  Aug.
7.  Sept.  29  Tage  6.  Sept.  1127  ums.
Antwerpen  Lüderitzbucht  21  Teage.  8  oms.
(deutsche  Schiffe)
Boulogne  Lüderitzbucht  20  Tagee  10  ums.
(deutsche  Schiffe)
b)  nach  L#deritzbucht,  Kubub,)  Hamburg  25.  Aug.  Lüderritzbucht  33  und  21.  Aug.  71  abds.
Bethanklen,  Hafuur.  Keet-  24  Tage
iSouthampton  .  .  ...  Lũderitzbucht  29  Tage  .  .  .  ..  112  oms.
samburg  21.  Aug.  Luderitzbucht  37  Tage•20.  Aug.  5  nms.
Antwerpen  26.  Aug.  Lüderitzbucht  32  Tage25.  Aug.  8  8  oms.
(beutsche  Schiffe)
Boulogne  27.  Aug.  Lüderitbucht  31  Tage26.  Aug.  10  ums.
(acnsschh  Schiffe)
q  bach  #iste  Warm  Southampton  17.  31.  Aug.  Gapstadt  17  Tage  d  16.  30.  Aug.
*  von  dort  weiter  auf  dem
Ulamas  Len#ce  über  Steinkopf  11/  ums.
Hamburg  x  1.  11.  28.  jed.  Mts.]  Lome  19,  18,  22  Tage10.  22.  31.  Aug.  72abds.
Nordenham  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mts.  1122  pvms.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  8  8  oms.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  MonatsLome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1°  ms.
5.  Logo.  (deutsche  Schiffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  10.  jed.  Mts.  10“  abds.
von  da  ab  Landverbindung
Bordeaux  25.  jedes  Monats  Cotonou  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10|5  abds.
von  da  "-  Sani
Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  Tage  Donnerstag  9  abds.
von  Parnua  westal  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tag#
Nea  15.  29.  Aug.  Tsingtau  32  Tage  13.  27.  Aus.
—  n  108  abds
Brir  jeden  Sonnta  Tsingtau  33—36  Tage  seden  Freitat  1035  abds.
6.  Niautschon.  (engl.  t)  Ü  7  *  6  sing  6
Marseille  18.  Ang.  1.  Sept.  Tsingtau  36  Tage  16.  30.  Aug.
(kranz.  Schiffe)  6  46  10½  abds.
#Liverpool  23.  Ang-  Tsingtau  31  Tage  22.  Aug.  8  oms.
Neapel  15.  Aug.  Jaluit  58  Tage  13.  Aug.  103°  abds.
(engl.  Schiffe)  Z
7.  Marshall-Inseln.  Brindisi  235.  Aug.  Jaluit  56  Tage  23.  Aug.  103  abds.
(deutsche  Schiffe)
13.  Okt.  Jaluit  47  Tage  11.  Ol.  105  abds.
        <pb n="923" />
        W  829  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

 

Nach  vom  Ein-  ·  Dauer
schiffungshafen.  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Jap  38  Tage  I
Neapel  28*  is  Aug.  11.  Olt.
15.  .  13.  Olt.  S  42
8.  den  Ratolinen,  Palau-  beussche  Schife)  15.  Aug  t  Fose  50  6  0  abds.

Inseln,  Marianen.

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briessendungen  nach  den

Narianen  auch  über  Japan

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

9.  Samoa.

Brind

 

geleitet;  von  Yokohama  weiter

Neapel
(engl.  Schiffe)

(Cengl.  oo0

1.  Sept.  Apia  54
8.  Sept.  Apia  51

 

"

2

e

30.  Aug.  6.  Sept.
A  103  ums.

 

7)  Den  durch  f  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Einteessen  der  Bost  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Landungs  Die  Posi  ist  ffauig

 

 

 

 

 

 

5  Landungs-  Die  Post  ist  fälig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
·  Maksullc  22.  Aug.  Narshall-Inseln,  Neapel.  3.  Sept.
deutsch-Neuguinea  Neap  294.  Aug.  26.  Sept.  ——  ———  —
·  —  Neapel  5  x  .  »  Neapel  1r3  zo  *
«  ...  l
Deutsch-  Ostafrika  Brindisi  ..  252  r  Brindisi  21#  *  -  Dept.
Marseille.  16.  sed  Ms.  Marseille  22.  Aug.  5.  Sept.
—  2  Liverpool  1.  Sept.  über  Vandeutsch-Südwestafrikal
  Antwerpen.  10.  Au  kKtantschon  |  couver.
nörbl.  Teil  d.  Schutgeb.  1|  Lamburg197.  *  Aug.  *7:  Plymouth.  In.  20  29..  Aug.
·  *  ·  Southampton  25.  Aug.  8.  Sept.  Southampton,  g.
südl.  Teil  des  Schutgeb.  Southampton  25.  „  .  B.  Sept.  ve  Havre  oder  *
Hamburg  ..  24.  Aug.  27.  Sept.  Queenstown-Antwerpen.
  317.  Aug.  ebir.  Eisenbahn
  jed.  Montag  u.  Mittw.
Homburg  1  Aug.  17.  Sept  «  s
Ramekun.·....  Southampton  30*.  jed.  Mts  samoa  Queenstown  unbestimmt,  voraus-Plymouth
  ..  18.  Aug.  1.  Sept.  od.  Plymouth  sichtlich  19/.  Aug.
den  Karolinen,  #  *  Southampton  20-.  jed.  Mts.
Marianen,  Neapel  26.  Sept.  ooo  Hamburg  23.  Aug.
Dalau-Inseln  l  1I  Sept.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des
8/7.  Daressalam  12/7.  —

S.  M.  S.  „Bussard
S.  M.  S.  „Condor“
S.  M.  S.  „Panther“
S.  M.  S.  „Planet“.
S.  M.  S.  „Seeadler“
S.  M.  S.  „Sperber“

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

“  Zanziba  8/7.

Apia  29  6.  —  6/7.  Tahiti  20/7.

Schiffsbewegungen.

19/7.  Daressalam.

Schiffes.)

Kilwa  Kisiwani  —

—  29/7.  Apia  31/7.  —  3/8.  Levuka-Apia.


St.  Christopher  (St.  Kitt-)  9/7.  —  11/7.  Bridgetown  (Barbados)  18/7.  —

20/7.  Georgetown  29/77.  —  30/7.  Paramaribo  5/8.  —  Poro  Grande.

Vermessungsgebiet  bei  Matupi.
Daressalam.
Kap  Lopez  13/7.  —  13/7.  Libreville  19/7.  —  20/7.  St.  Thomé  24/7.

24/7.  Principe  26/7.  —  27/7.  Duala.
        <pb n="924" />
        G  830  2

Ablösungstransporte:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Feldmarschall“  der  Ostafrika-Linie  mit  der  Ablösung  für  S.  M.
Schiffe  „Seeadler"“  und  „Bussard“.
Transportführer:  Kapitänleutnant  Kaulhausen.
Lissabon  3/7.  —  2/7.  Tanger  9/77.  —  12/7.  Marseille  13/7.  —  15/7.  Neapel  15/7.  —
19/7.  Port  Said  1977.  —  4%  Aden  25/7.  —  1/8.  Mombassa  1/8.  —  3/8.  Daressalam.

Fahrplanmüll  Reichspostdampfer  „Prinzessin“  der  Ostafrika-Linie  mit  der  abgelösten  Besatzung

Schiffe  „Seeadler“  und  „Bussard“.
Kapitänlentnant  Bachmann.

Daressalam  4/8.

Transportführer:

—  Zanzibar.

—  7/8.  Mozambique  (auf  Dampfer  „Feldmarschall“)  8/8.  (lauf  Dampfer
„Prinzessin“.

 

Schifsbewegungen?  der  Woermann-  Linie  zwischen  Hamburg  und  d  West  und  Suũdwestafrila

 

 

 

 

 

Ne  crise  Lehte  Nachrichten
Postdampfer  von  nach  bis  12.  August  1907.

„Adolph  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  7.  August  ab  Madeira.
„Alexandra  Woermann"“  Hamburg  Gabun  am  27.  Juli  ab  Duala.
„Aline  Woermann“  Swakopmund  Kapstadt  am  (I.  August  in  RKapstadt.
„Anna  Woermann“  Calabar  Hamburg  am  28.  Juli  ab  Lagos.
„Arnold  Amsinck“  Hamburg  Mossamedes  am  9.  August  in  Sao  Thomé.
„Ascan  Woermann“  Hamburg  Mossamedes  am  21.  Juli  in  Mossamedes.
„Carl  Woermann“.  Hamburg  Winnebah  am  0.  August  in  Sekonni-„Eduard
  Bohlen“  Kapstadt  Swakopmund  am  6.  August  in  Swalopmund.
„Eduard  Woermann“  Lũderitzbucht  Hamburg  am  1.  August  ab  Swakopmund.
„Eleonore  Woermann“  Duala  Hambur  am  9.  August  ab  Viktoria.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Winnebah  am  9.  August  ab  Notterdam.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  Zuli  in  Swakopmund.
„Frieda  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  7.  August  ab  Notterdam.
E  Woermann“.  Hamburg  Gabun  am  p.  August  in  Conakru.

„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  31.  Juli  in  Assinie.
„Henriette  Woermann"  Emden  Luderitzbucht  am  10.  August  in  Swakopmnund.
Irma  Woermann“  Burutu  amburg  am  9.  August  ab  Lago
„Jeannette  Woermann“  Accra  Hamburg  am  29.  Juli  in  Hambur
„Kurt  Woermann  Burutu  Hamburg  am  6.  August  in  Hamburg.
„Lili  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  10.  August  in  Lome.
„Linda  Woermann“  Hamburg  Rio  Nunez  am  7.  August  in  Las  Palmas.
„Lothar  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  31.  Juli  in  Lome.
„Lucie  Woermann“.  Hamburg  Duala  am  11.  August  ab  Boulogne.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  8.  August  in  Dakar.
„Nartha  #oermam“  Gabun  Hamburg  am  3.  August  ab  Lagos.
„Max  B  .  Hamburg  Mossamedes  am  9.  August  in  Antwerpen.
„Melita  Vllen-  Assinie  Hamburg  am  8.  August  ab  Las  Palmas.
„Otto  Woermann“,  Rio  Nunez  Hamburg  am  7.  August  in  Hamburg.
„Paul  Woermann“.  Hamburg  Calabar  am  17.  Juli  ab  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Calabar  am  (.  August  Dover  passiert.
„Gouverneur  v.  Putttamer“.  Rio  Nuncz  Hamburg  am  8.  August  in  Bissao.

Hamburg--Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.

„Duala“.  Accra  Hamburg  am  31.  Juli  in  Sekondi.
„Edea“".  Hamburg  Burutu  am  16.  August  ab  Hamburg.
„Kamerun"  Gabun  Hamburg  am  29.  Juli  in  Hamburg.
„Lome“  Hamburg  Burutu  am  3.  August  in  Kotonon.

tavi“  ·  Hamburg  Lũderitzbucht  am  7.  August  in  Swakopmund.
Swalgoatnd““  Hamburg  Lüderitzbucht  am  11.  August  ab  Curhaven.
„To  Mossamedes  Hamburg  am  10.  August  ab  Las  Palmas.
i  Hamburg  Lüderitzbucht  am  5.  August  ab  Las  Palmas.
„Dortmund“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  21.  Juli  in  Gabun.
„Sparta“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  8.  August  ab  Lüderitzbucht.
        <pb n="925" />
        B831  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  68  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.
Telephon  Amt  1  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  HBevdtbaut

10.  August  1907.

 

 

 

 

 

  
    
    
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

avor-  «-  l
Grün-  «  letzte  ir
dungs  Kapital  4  Le  Divi-  Freibleibend  Nachfrage:  Angebot
jahr  Mark  jahr  dende  dende  2%  5%
1
1906  1250  000  1.  10.  —  —  A.-G.  —  110
1906  2u000  000  1.  10  —  4  —  99
1905  1200  O000  1.  4  —  0  l  —  95
1905  000  1.  1.  0  5  .  —  101
1890  1500  000  1.  1.  30  22  -Compagnie  260  —
1891  2  600  OO00  1.  10,  5  7  89  9
1905  220  000  1.  1.  —  13  —1  105
1900  418  000  1.  1.  7  1  115  —
1878  2  750  000  1.  1.  12  ;  20
s  .210  220
1885  2  000  000  1.  4  0  1  20  —  190
1907  2  500  000  1.  1.  —  —  .)  —  99
1902  1  000  0O00  1.  11  0  0  80  85
1902  1000000  1.  Z5.  100  1  .  —  90
1885  3721  000  1.  1  3½1  5  "3  100  104
30000  5‚  .é.55  D.  101  4  105
1888  2000  000  1.  1  0  0D0  .  12z5fkr.  1633fr.
1908  11  495  000  1.  1.,  3½  3½  3
»  91  92
1897]  2250  000  1.  1.  7  4  —  98
1899  Ko!  1.  1  0  o  A.  150.—
360  000  õö  W—  do  B.  M  10.—  M  15.—
1898  1  000  Oro  1.  5  10F  Südkamerumn  131  135
1  000  000  0  10s  do  .  B.  118  121
1889|  2000  000/1.  10  0  ie  .  —  34
1897]  1  153  00%1.  1.  0  0  —  40
1889  3  000  O0O00  1.  10.  0  0  30
13837|  1200  000  1.  1.  15  20  310  —
1998  1200  000  1l.  7  0  Sakarre  Stamm-Aktien.10  15
»  ;  do  deti  Aktien  —  47
1904,  1,000  Oo  1.  1.,  —  o  B  iti  .  —  40
1906,  3000  000  1.  1.,  —  4  amerun-IKerhwwertss#Alttengeiel  —  98
1808  1  000  00  1.  1.  —  0  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A.-G.  —  85
EAEEIIIIIE  2  „Moliwe-Pflanzungs-Geselschaft  75
1885  6  000  000  1.  4.  0  Neu  Gninea  Compagnie  Vorzugs-Anteile  .  92  —
l.-  ·  tamm  -Anteile  47  —
1906  1200000  1.  1.  —  —  Ostafrila-  Kompagnie  ...  —  95
1904  2s1,000  000  1.  8  8  „Ostafrikanische  Eisenbahngesellschaft.  Anteile
—  »  (vom  Deutschen  Reiche  mir  3%  Zins  und
"%  »  120%  Rückzahlung  garantiert)  92  93
1  20  000  000  1.  4,  Otavi-Minen=  und  Gicnbahngesellschaft-  —  135
1897  1  2  000  000  h  1.  10.  65  6  Plantage  engesellschest  Concepcion  m—  92
1895ü  1  500  000  1.  1.)  0  K  Mheinische  Hander  Plnmtahengefenschaft.  ..—  85
1803  800  000  1.  1.  0  0  Safata-Samoa-Gesellschaft  —  100
1905  q  2  000  O000  1.  11  4  4  Samoa-  Kamtschuk-Vomonanie  ·.....  —  100
1897  500  000  1.  1.  ·  0  Sigi  Pflanzungs  Gesellschait  —  105
1900.  500  000  1.  7v!  0  6  S#  Alrican  Territories  ....  3sh69d4  48h8d
1892  2000  Ooo  1.  7  0  0  South  West  Africa  Co.  17  Sh  17  sh  64.
1893.  869  100  1.  4.  0  2  Usambara  Kaffeebaugesellschaft  geenrtet  23838fr.  32’  zafr
1892  142200  0  ·0  do  Vorzugs-Anteilee  zafr  52  zafr
897  1  500  000  1.  1.  0  0  Westafrikanische  Fslanmungsgeiellchalr  Bibundi
6  tamm-Anteile  70  75
1897  0  "  0  6  Vorzugs-Anteile  100  —
4%  4500  000  1.  1  0  40  Westafrikanistdo“  Pflangungsgesellschaft  Victoria
3  «  »  zmannncugclcgte  Stamm-Aktien  —  50
1895  J  .  Vorg.-Aktien,  100  —
5  1  800  000  1.  %  0  0  W  Sellbeutsche  *  onntantnendeselscha  v

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  Tnnmehene  Bankhaus  stets  gern  bereit.

 

Düsse  L
        <pb n="926" />
        832  20

Anzeigen.

 

Inserate  sind  an  die  Geschäftestelle  des

Bekanntmachung.

Der  Gerichtsassessor  Karl  Max  Lud—
wig  von  Gehren  aus  Natibor  ist
zur  Ausübung  der  Nechtsanwaltschaft
bei  dem  hiesigen  Kaiserlichen  Bezi
gericht  zugelassen  worden.  aen

Reelmanshoop,  den  26.  Juni  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekauntmachung.

In  das  Handelsregister  Abteilung  B
wurde  heute  bei  der  Firma  Deutsche
Afrika-Bank,  Aktien=  Gesellschaft  zu
Hamburg,  Zweigniederlassung  in  Swakopmund
  (Nr.  12  des  Negisters),  eingetragen:


Dem  Kaufmann  Karl  List  in
Lüderitzbucht  ist  Prokura  erteilt.
Swakopmund,  den  21.  Juni  1907.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
gez.  Kühnast.  *—i*

 

 

Bekanntmachung.
In  das  Handelsregister  Abteilung  A
wurde  heute  unter  Nr.  44  eingetragen
die  offene  Handelsgesellschaft

F.  Schwarzenberg  &amp;amp;  Offen

in  Swakopmund.

Persönlich  haftende  Gesellschafter
sind:  der  Kaufmann  Hermann  Offen
und  der  frühere  Eisenbahnbeamte  Gustav
Pingel,  beide  zu  Swakopmund.

Zur  Vertretung  der  Gesellschaft  sind
nur  entweder  beide  Gesellschafter  gemeinschaftlich
  oder  jeder  von  ihnen  in
Gemeinschaft  mit  einem  Prokuristen
ermächtigt.

Swakopmund,  den  25.  Juni  1907.
Der  Kiserliche  Bezirkerichter.

z.  Kühnast.  (aöb)

 

Bekanntmachung.

In  das  hiesige  Handelsregister  ist
heule  in  Abteilung  B  unter  Nr.  4  eingetragen
  worden:

Keetmanshooper  Minensyndikat,
Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung,
Keetmanohoop.

Die  Gesellschaft  bezweckt,  im  Schutzgebiete
  Deutsch-Südwestafrika,  insbesondere
  im  Süden  deoselben,  aus  Edelsteine,
  Mineralien  aller  Art,  Kohlen
usw.  zu  schürfen  und  Vergbaurechte  zu
erwerben  und  auszubeuten  oder  sonst

zu  verwerten.

Das  Stammkapital  beträgt  24000  M.

Geschäftsführer  ist  der  Rechtsanwalt

Dr.  Otto  Forkel  in  Kectmanshoop.

Der  Gesellschaftsvertrag  ist  am
17.  Juni  1907  festgestellt.  Der  Geschäftsführer
  vertritt  die  Gesellschaft
und  ist  berechtigt,  allein  die  Firma
zu  zeichnen.  (3%“„

Kectmanshoop,  den  28.  Juni  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

„Deunchen  Kolonialblaues“.  Berlin  S§#W  6.  Kochstraße  68—71,  einzusenden.  S  O  G

„Söhnlein
X

die  Elikemarke

deufscher  getindustrie.
E
seit  40  Jahren
die
bevorzugte  Marke

aller
Sechkenner  !

 

 

 

 

J.  Saudler,  Coburg  (Thür.)

degründet  187  (201,
Werkstätten  für

Rohrmöbel  Korbwaren

einfachen  u.modernen  Stils  Ianelkuron  u  konuXlaslslljinkuusp
«·v  ·  »  Briel  u.  H’apierkörbe.  Zeitunusfür
  Veranden,  Gärten,  Vor-  *“  res  n  un—  l  slsniluNumlslusslknntl
Bürstenkörbe.  Noien-  u.  Arbeitsständer.

hallen  und  Innenräumec.  Körbe  und  Ständer  tun,  lumen.  Nipy##
i  i%  Ar  Süchen  usw.  Brot-  und  Fruchtschalcn.
Tiegesessel  verschied.  Art,,  —s  s

us  K.,  Konf-  -rsn  u.  Kinderkürbehen.

Silberne  Neqaile:  III.  Deutsche  Kunstgewerbe-  Ausst.  Dresden  1006.

 

 

 

 

BERLIN  S0O„6
Spezialgeschäft  für  modernes  Sanitätsmaterial.

Apparate  und  Utensilien  für  chemische.  hygienische  und  bakteriologische
  Untersuchungen.
Wasseruntersuchungskästen  nach  G.  Giemsa-Hamburg.

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Spezinllisten  und  Spe’zinlprospeckte  zu  Diensten.
        <pb n="927" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“  Nr.  16,  XVIII.  Jahrgang.
Berlin,  den  15.  Kugust  1907.

 

die
coangelischen  mismonen  in  den  deusschen  Schutzgebieten.

Statistische  Uübersicht  nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1007.

Im  Auftrage  des  Ausschusses  der  deutschen  evangelischen  Missionsgesellschaften
ezusammengestellt  von

Dastor  T.  Daul  in  Lorenzkirch.

Dorbemerkung.

In  Deutschland  gibt  es  24  evangelische  Missionsgesellschaften,  die  im  Jahre  1906
nach  einer  von  Pastor  Döhler  in  Großstorkwitz  aufgestellten  und  im  Jahrbuch  1907  der  sächsischen
Missionskonferenz  veröffentlichten  Statistik  1114  Missionare  (darunter  15  Lehrer,  16  Arzte  und  209
andere  nicht  ordinierte  Männer)  und  112  nicht  verheiratete  Missionarinnen  in  ihrem  Dienst  hatten.
Die  Baseler  Mission,  deren  Leitung  und  Arbeitspersonal  größtenteils  deutsch  ist,  und  in  der  sich  das
Missionsleben  aus  Südwestdeutschland  fast  ausschließlich  betätigt,  ist  hierbei  mitgezählt,  aber  nicht
die  Deutsche  Orientmission  in  Berlin,  weil  deren  Tätigkeit  in  Bulgarien,  Armenien  und  Persien
nicht  Missionsarbeit  im  eigentlichen  Sinne  des  Worts  ist;  auch  nicht  der  Evangelische  Afrikaverein.

ie  613  Hauptstationen  der  deutschen  evangelischen  Missionen  sind  über  alle  Teile  der  Erde  zerstreut;
auf  ihnen  ist  nahezu  eine  halbe  Million  Heidenchristen  gewonnen,  und  2733  Schulen  mit  über
130  000  Schülern  wurden  in  Verbindung  mit  ihnen  errichtet.  Viele  gemeinnützige  Anstalten
(Krankenhäuser,  Aussägigenasyle,  Blindenhäuser,  Findlingshäuser  und  dergleichen)  sowie  Betriebe,
ic  auf  die  kulturelle  Hebung  der  Eingeborenen  hinarbeiten,  stehen  mit  ihnen  im  Zusammenhang.
Die  seit  Beginn  unserer  Kolonialära  eingetretene  Erweiterung  der  Missionstätigkeit  ist  größtenteils
den  deutschen.  Schutzgebieten  zugute  gekommen.

Der  Ausschuß  der  deutschen  evangelischen  Missionen,  der  ihre  gemeinsamen  Interessen  wahrzunehmen
  hat,  besteht  aus:  Missionsinspektor  D.  Oehler  in  Basel  (Baseler  Missionsgesellschaft),
Missionsinspektor  D.  Merensky  in  Berlin  (Missionsgesellschaft  Berlin  1),  Missionsdirektor  D.
v.  Schwartz  in  Leipzig  (Evangelisch-lutherische  Missionsgesellschaft  zu  Leipzig),  Missionsinspektor
Haußleiter  in  Barmen  (Rheinische  Missionsgesellschaft)  und  Missionsdirektor  P.  Hennig  in
Berthelsdorf  (Brüdergemeine).

Bei  Benntzung  der  nachfolgenden  Tabellen  ist  zu  beachten,  daß  beim  Census  der  Missionsgemeinden
  ein  weiterer  Kreis  aller  Getauften  (in  den  Tabellen  als  „Eingeborene  Christen“  bezeichnet)
von  dem  engeren  Kreis  der  erwachsenen  und  nicht  durch  Kirchenzucht  zeitweilig  ansgeschlossenen
Gemeindeglieder  (den  „Abendmahlsberechtigten“  der  Tabellen)  unterschieden  wird.  Die  letzteren  sind
unter  den  eingeborenen  Christen  schon  mitgezählt.  Die  englischen  und  amerikanischen  Missionsgesellschaften
  bezeichnen  sie  in  der  Regel  als  volle  Gemeindeglieder.
        <pb n="928" />
        W  2  2

I.  Deutsch-Ostafrika.

A.  Mission  der  Brüdergemeine.

Sitz:  Berthelsdorf  bei  Herruhnt  in  Sachsen.  Die  Missionsdirektion  der  evangelischen
  Brüderunität  besteht  aus:  Bischof  P.  O.  Hennig,  Presbyter  Joh.  Bau,  Bischof
Benj.  La  Trobe,  Bischof  J.  T.  Hamilton,  D.  D.,  und  Presbyter  E.  Reichel.  Leiter  der  Nyassamission
ist  Präses  Th.  Meyer  in  Rungwe,  Leiter  der  Unyamwesimission:  Präses  R.  Stern  in  Sikonge.  Das
Missionswerk  der  evangelischen  Brüderunität  begann  1732,  die  Tätigkeit  in  Deutsch-Ostafrika  1891.
Andere  Arbeitsfelder  sind:  Labrador,  Alaska,  Kalifornien,  Westindische  Inseln,  Moskitoküste,  Suriname,
  Kaptolonie,  Britisch—  Oltindien,  Australien.  Organ-  „Missionsblatt  der  Brüdergemeine

 

     

 

 

..  Im  9*
Weißes  Missionspersonal  19  *  Schüler
27  22  hüteni.  -
Gebiete  und  Stationen  6  *—
Nr.  -  3  -  =  S  —.——  -
mit  Gründungssjahr  —  —  2
.  18..  -x  —
2  Z.  —  .  *  □□.
:  7*—“
Nyassa-Mission
1.  Rungwe  (18901  2  2  2  101787  5  15  16  8299  215
2  Rutenganio  (1891)  .  6  9  „  5  —  44  5  —
3.]Kyimbilas")  (1902).  "  "  ".  vV  5*  „½  9  129  4%
4.phana  (18914)  6  1!  l  7  18.  —  581  71189  128
5.  Utenganle  (1895).  3  1!  1!  500.%  66  3  262  1
6.Mbozi  (1899)  3  2  2  9  1581  761  10  13
7.  Isoko  (1899).  4  1  1  8  19  261  13  6  12351  7  1810  1040
8.  IIleya  (1906).  2  1  1  1  21  14  —  —1  —  31103  97
Undamwesi-Mission
9.  Kilimani-Urambo  *4*“  2  2  —  2  —  H  -  111  60
10.  Kimnda  (1901)  1  2  —  1  1  144  12  10  —
11.  Sikonge  (10%2  ...---  1  3  3  —  1—  —1—  1112  10
12.  Jpole  (1903)  ..  1  --—  1  —  151  1  74
13.|  Kipembabwe  (1½%  ..——  1  —  —  1!  11.—  271  —  1—
14.  Usote  (1906).  ..—  —  —  -—-  —  „
4  ordinierte  und  1  nichtordinierter
  Missionar  u.  5  Franuen
auf  Urlaub  oder  unterwegs
Zusammen620  8  —  24  150  5751  2801  110  36  861  42  2359  2103

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In  Unyamwesi  hat  die  Brüdermission  zwei  Knabenpensionate  (Urambo  und  Kitunda)  eingerichtet,
  in  denen  auch  Häuptlingssöhne  untergebracht  sind.  Der  bei  Jahresbeginn  auf  der  Ausreise
befindliche  Mittelschullehrer  O.  Gemuseus  soll  die  Leitung  des  ganzen  Missionsschulwesens  übernehmen.
  Auf  allen  Niederlassungen  finden  sich  Anpflanzungen  von  Obst=  und  anderen  Nutzbäumen,
deren  Sämereien  zum  Teil  aus  Sumatra  geholt  wurden.  Fast  allenthalben  Wasserleitungen  und
Ziegeleien.  In  Rungwe  eine  Tischlerei,  in  Utengule  Schuhmacherei;  an  mehreren  Orten  Schmiedewerkstätten.
  Alle  Missionare  gewähren  den  Eingeborenen  auch  ärztliche  Hilfsleistung,  zwei  haben
dafür  besondere  Ausbildung  empfangen.  In  Rungwe,  Rutenganiv  und  Isoko  befinden  sich  Aussätzigen-Kolonien.
  Im  Konde-,  Nika=  und  Unyamwesi-Dialekt  liegen  die  ersten  Bücher  vor.  Präses
Stern  in  Sikonge  stellte  eine  Kinyamwesi-Grammatik,  Missionar  Dahl  ein  Kinyamwesi-Wörterbuch
zusammen.

*)  Unter  den  861  Taufbewerbern  sind  748  „neue  Leute“  teine  Bezeichnung,  die  nur  die  Brüdergemeine

  hal)  mitgezählt.
*  Ryimbila  ist  Geschäftsstation,  die  eigentliche  Missionstätigkeir  wird  in  Rutenganio  getrieben.
        <pb n="929" />
        B.  Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen  Mission  unter  den  heiden  (Berlin  I).

Sitz:  Berlin  X0.43,  Georgenkirchstraße  70.  Präsident:  Geheimer  Regierungsrat  v.  Gerlach.
Missionsdirektor:  D.  Gensichen.  Superintendent  der  Konde-Synode:  O.  Schüler  in  Mwakaleli;
Superintendent  der  Hehe-Synode:  C.  Schumann  in  Lupembe;  Superintendent  für  Usaramo:
M.  Klamroth  in  Maneromango.  Die  Missionsgesellschaft  besteht  seit  1824  und  wirkt  seit  1891  im
Schutzgebiet.  Außerdem  noch  in  Kiautschon,  Südchina  und  Südafrika.  Organe:  „Berliner  Missionsberichte“
  und  „Missionsfreund".

 

 

 

 

  

           

 

 

 

AMrise  Missionapenn  Im  Jahre  1906
#  "  Weißes  Mission-personal  **-  getaufte  7
Gedbiete  und  Stationen  EESE  AHEIE
z  .·  ZFE.  ESZ---3i5-·-·-s-:·-z
mit  Gründungsjahr  2  .  2  "  *  “  -  *  22  5  *
5  SF
Konde-ynode
1  Mwakaleli  (189931  "1.  1  1  61  91  331  12  3  1005  H
Neu-MWangemannshöh  (18911111  1  171  194  101  6  12  911  31115
Manow  (189282  1  --  2  857  62  17  7  20  /2  50
1  JIkombe  (1893)  5/w.  von  Mwakaleli  aus  bedient  55  2  1  201  28
5Bulongwa  (1895)  21  2  —  2  13551  3110031102
Tandala  (18971.  .  .-1  1  —  2  11121%  8  1  21141
!  Magoje  (1000  9  1  1  1  5  3122  9  —4  42  3  70
Hehe-Synode
3s|Lupembe  (1899)  -  1  3  ——  1010073  24  5  12062  78
zidugala  (189909)  62  1  2  5  611  6  3  993  97
10|  Jacobi  (189909090  |  —  —  1  281¼1|2  105  8
11  Slembnla  (19000  00  1  1155  1  43  84  61217
12/)  Milow  (1902)..  110  1  1  1  —  32  1  11  16
13/Emmaberg  (1903902)  Zinfolge  des  Aufstands  unbesezt  9  5—  —  188  10
14  Muhanga  1899)  ..  desgl.  .--.-  5
Usaramo
v5  Daressalam  (18897.13  i  l  544-I—————
10  Kisserawe  (18992  7  1  2  —  2  111170  110  —  8  31592
Maneromango  (18955  3  2  —  —  2  81  761  571  —  4  331  1  35
Zusammen29J  17  14  1  191021209  7599  205  51  8351  38  11154
u.  1  u.  1
beurl.  beurl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In  Manow  und  Kidugala  bestehen  Seminare  zur  Ausbildung  eingeborener  Gehilfen,
außerdem  befinden  sich  in  Kisserawe  und  Lupembe  Mittelschulen.  Die  Seminare  und  ihre  Schüler
sind  oben  nicht  mitgezählt.  Dasselbe  gilt  von  der  in  Tandala  eingerichteten  Missionarskinderschule.
Zur  Ausbildung  eingeborener  Tischler  ist  in  Madehani  bei  Bulongwa  eine  Tischlerschule  errichtet.
Gangemannshöh  besitzt  ein  Lepraheim  mit  154  Aussätzigen.  In  Bulongwa  ist  ein  solches  im  Entstehen
  begriffen.
        <pb n="930" />
        W  4  20

C.  Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika.
Sitz:  Bethel  bei  Bielefeld.  Vorsitzender:  Pastor  D.  v.  Bodelschwingh.  Inspektor:  Lic.  Trittelvitz.
Präses  in  Deutsch-Ostafrika:  Missionar  Johanssen  i.  Hohenfriedeberg.  Organ:  „Nachrichten  aus  der
Ostafrikanischen  Mission“- 



        

 

 

Veißes  Missionspersonal  Schüler
SS  –  32  S  2  —  —
S  --m  *
Stationen  5  23355  *  22  *s
SS  —  r  v  -  2  —  2
mit  Gründungsjahr  2#2.  2  se  Ss  2  2  ——5  -
-  z—E  —  57
1.  Tanga  (1890)  1  2  1  2  5  98  74  20  21  11130  —
2.  Hohenfriedeberg,  #on  8  3  1  2  4  15  1439  256  77  227115  1246  20
3.]  Neu-Bethel  (1893)  5  1  —  —  1  812  73  26  86  8136  18
4.  Wuga  (1895).  .  5  2  2  —  4  12  1102  71  1680  6  151  15
5.Bumbuli  *r?m  1  1  —  l  4  31  26  12  21  41131  4
6.Bungu  (190  —  1  —  —  1  3  11  7  —  26  2150  10
7.  Luandai  (1904  —  1  —  —  1  1  —  —  —  —  31  498  —
8.  Mschihui  (1905).  —  —  1  1  2  4  1  —  4  1  20  2
Zusammen  20  5  2  15  50  %  151  425  40  v13  69
azu
1  Milfs.
auf
Urlaub

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In  Luandai  befindet  sich  eine  Mittelschule  zur  Ausbildung  von  eingeborenen  Lehrern,  in
Hohenfriedeberg  ein  Asyl  für  Aussätzige;  ebendort  werden  Tischler  und  Bauhandwerker  ausgebildet.
Der  vom  Evangelischen  Afrikaverein  in  Wuga  stationierte  Arzt  Dr.  Prölß  ist  oben  unter  den
nicht  ordinierten  Missionaren  mitgezählt.  Die  Sklavenfreistätte  Lutindi  des  genannten  Vereins  wird
von  Bungu  aus  kirchlich  bedient.  Die  Mission  gibt  ein  Monatsblatt  „Mukoma  mbuli“"  in  der
Schambalasprache  heraus.  ·

D.LeipzigekMifsioa.
Sitz:  Leipzig,  Karolinenstr.  19.  Vorsitzender  des  Kollegiums  der  evangelisch-lutherischen
Mission  zu  Leipzig  ist  Geh.  Oberkirchenrat  D.  Bard  in  Schwerin.  Missionsdirektor:  D.  v.  Schwartz.
Leiter  der  Mission  am  Kilimandscharo:  Senior  H.  L.  G.  Althaus  in  Mamba.  Die  Missionsgesellschaft
besteht  seit  1836;  sie  ist  seit  1893  in  Deutsch-Ostafrika  tätig.  Ihre  anderen  Arbeitsfelder  liegen  in

 

  
 
 
 

     

 

 

 

Englisch-Ostafrika  (Ukamba)  und  Ostindien.  Organ:  „Evangelisch-  lutherisches  Missionsblatt".

Weißes  Missions  wersonal  In!  *5  «  Schüler
3  2  getauft—  ½

Stationen  —2  3
r.  8  —H.“H  8
mit  Gründungsjahr  2  2  #.  #  22  25  Z  2  7

S  S—  5  —  =  S—

**„mm  —  S

1.Madschame  (1893)  6  1  1  1  7150%30  20  11sZ  162  174
2.Mamba  (189..4)=  1  2  2  —  3  31243  122  43  27  69  ;  89  44
3.Moschi  (1896)  4  2  2  2  2  ——  64  20  301  4  260  168
4.  Schira  (1899)  1  1  —  —  1  2  71  —  4  1  11  18150
5.|Masama  (1906)  2  1  —  —  –  31  —  34
6.Mwika  (19060)  ——  1  —  1  2  45  9  26  4  1□——  4143  58
7.]Mern  (1902)  5  1.  |I  1#  1  31  61  110  30
8.Aruscha  (1904)  2  1  1  —  —  —  3131  184  —
9.Schigatini  (1900)  2  2  –  1  4  11  111  —  —  10031144
0..)  L.Gonja  (19014  1  2  —  –  1  4  —  —  —  –  2210  110
Zusammen  24  5  2  12  25376585956  812193391640  836

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In  Moschi  befindet  sich  ein  Seminar  zur  Ausbildung  eingeborener  Gehilfen;  daselbst  steht
auch  eine  Druckpresse.  In  Marangu  bei  Mamba  ist  eine  Handwerkerschule  eingerichtet.  Leiter:
v.  Lany.  In  Madschame  ist  der  Missionsarzt  Dr.  Plötze  stationiert.  Die  bei  Moschi  erwähnten
beiden  unverheirateten  Missionarinnen  widmen  sich  ganz  der  Mädchenerziehung.
        <pb n="931" />
        GV  5  20

k.  Universitäten-Mission.
Sitz  der  Universities'  Mission  to  Central  Africa  ist  London  S.  W.,  Dartmouth  Street  9.
Leiter  der  Missionstätigkeit  in  Deutsch-Ostafrika:  Bischof  John  Edward  Line,  D.  D.,  in  Sansibar.
Der  Magila-Distrikt  untersteht  dem  Archidiakonus  Herbert  W.  Woodward  in  Msalabani  (Magila),
der  Rovuma-Distrikt  dem  Archidiakonus  Alfred  H.  Carnon  in  Massassi.  Beginn  der  Tätigkeit
im  deutschen  Gebiet  1867.  Die  Gesellschaft  ist  außerdem  in  Britisch-Central-Afrika  und  Portugiesisch-Ostafrika
  tätig.  Organ:  „Central  Africaz.

 

  
    

Distrikt  Weißes  Jarbiges  Missi-  Schüler
Missionspersonal  onspersonal
und  —  —  —  ,  .
9  —  „„„  ——.  „  r  —=Ar.

  Stationen  S-  —  5  515322  HEEEIE
z1535  s2s  ——  515  Z
mit  HEIIEAEIIEIEIEEIEIIIIIUIEE  2  ẽ

3  -z  S  —  –  —4  S  2  S
...  ,.  ZEIEEZIEEEJEJEFZSZFES
Gründungsjahr  Se  —  -S

 

Magila-Distrikt  -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.Msalabani  (1866774.19  3  4  5  2  30  8061  3981  3651  201  858  203
2.  Mkugi  (18677  .  .  .  1112  —  –  1  15  2181  1021  1481  121  548  9
3.  Misozwe  (18677  7  —  -  —  1  10  1901  81  899146  26
1.  Korogwe  (118191)1  2  1  2  —  30  3591  2471  2181  241  705  53
5.  Kigongoi  11900).11  —  1  1  13  37  23  11111128  —
Rovuma-Distrikt.

6  Massassi  (1875  42  3  2  3  6  50)  2539|]  1510  580  4211211  474

Zusammen  115  8  8  10  11  118.  19|2391|  1414|/116  3896  765

Die  im  Aufstand  zerstörte  Hauptstation  Massassi  ist  wiederhergestellt  und  hat  eine  stattliche  steinerne
Kirche  erhalten.  Höhere  Schulanstalten  befinden  sich  in  Msalabani,  Korogwe,  Mkuzi,  Misozwe  und
Massassi.  In  Msalabani  hat  die  Mission  ein  Hospital  für  Eingeborene  mit  europäischem  Arzt  und
ebensolchen  Pflegerinnen.  Letztere  sind  auch  in  Korogwe  und  Massassi  zu  finden  und  haben  Apo—
theken  zu  ihrer  Verfügung.  In  Msalabani  werden  Eingeborene  als  Zimmerleute,  Maurer  und
Drucker  ausgebildet.  Die  Zahl  der  im  letzten  Jahr  Getauften  ist  nicht  festzustellen,  weil  die  Bücher
in  Massassi  beim  Aufstand  verbrannt  sind.

F.  Kirchliche  Missionsgesellschaft.

Siß  der  Chureh  Missionary  Societ:  London  E.  C.,  Salisbury  Square.  Ihr  in  Usagara
und  Ugogo  (Mpapua-Distrikt)  liegendes  Arbeitsfeld  gehört  zur  Diözese  des  Bischofs  W.  G.  Peel,  D.D
in  Mombasa;  die  am  Südufer  des  iltoria,  „ohhanza  liegende  Station  Nassa  (Muanza-  Distrikt)  zur
-  des  Bischofs  A.  R.  Tucker,  D.D.,  in  Uganda.  Beginn  der  Tätigkeit  im  deutschen  Gebiet

Die  Gesellschaft  ist  in  allen  Erdneilen  Mtig.  Organt  „Church  Missionarg  Review-     



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weißes  Missionspersonal  ẽ  Im  bha  Sciiter
Stationen  2  m
-  12  57
Nr.  mit  35  -  —1DES  7  *
—  S  —  S  ——  ..-  —  ..-.
  z-S  S  SES-EEHE  -  r-  —ES
Gründungsjahr.  2.  Srrsl’EEFEIEZZE  Z  l
——————.——  -  =  x  —
Gs  S’EF  LOSS  öS
–
n
1.Mamboya  (18950  1  115  2  6  5  H  12
“  Itumba  (1000  1  —  —  1  331  —  215  7  11
1  Berega  (1900)  ..  2  1  6  36  15  4  7  518  51  341
5IMyangara  (1900..  1  3012  1  7½%  i13  164
6.  Longwa  (1904)  .1  —  4  1  45  3  11171  269  365
.  nomini-  Mpapua
7Y8186  ...1——  132419120  34152121123
g-  vumi  (1000)  ...-«  1  –  —  4%%  2  11½1116  89
3  Jugiri  (1901)  ...  —  1  —  1  4  571  231  —  3  12  6  95  V75
—  2  1  —  11318¼312  10  2%  69
I#  4
Zusammen  5  5  2  72  62  761405|142S
davon  daron  davon  davon
2beurl.  Ibeurl.  2beurl.  8beurt.
        <pb n="932" />
        6  r

II.  Kamerun.

A.  Baseler  Mission.
Sitz:  Basel.  Präsident  des  Komitees  der  Evangelischen  Missionsgesellschaft  zu  Basel  ist
Alfred  Sarasin  in  Basel.  Inspektor:  D.  Th.  Oehler.  Generalpräses  der  Kamerun-Mission:
K.  Stolz  in  Bonaku.  General-Schulinspektor:  E.  Dinkelacker  in  Bonaberi.  Die  Missionsgesellschaft
wirkt  seit  1886  im  Schutzgebiet,  außerdem  an  der  Goldküste,  in  Ostindien  und  China.  Organe:
„Das  Evangelische  Missionsmagazin“  und  „Der  Evangelische  Heidenbote“.

 

 

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weißes  Missionspersonal  In  Fahre  ·  Zchüler
S  2  25  2  *  *  7  —

io  —2  2  —  ——.  nK  m
In.  tationen  „  „„E  2½  *
EIIIIIEIEEEIEAE  2  2  0
E-E  5  5  z  —  S
E  ES  ——  -  “  *

—  —  *

S  S  4
1.)  Bonaku  (18806]2  4  11  2  7  211590031%%  78  1314  251  769  160
2.  Bonaberi  (18899  27  4  1  —  2  271652  1088  146  1
3.  Boinbe  (1897)  .  .  .  24  3  —  3  19  118105  16  1  225  614  14
4.  Mangamba  (1889).  .451  3  —  —  2  397190  532180  2025111689  382
5.Nyasoso  (18900  3  —  3  19  8882B  21%  535  —
6.]  Lobetal  (1899)2  3  —  —  1  14)  8541  5  431  701  131  280  18
7.Edea  (1899797)20  2  1  1  19321  6  55  44
8.  Sakbayeme  (19001)  34  4  —  1  33  2601  2221  108  212531  36  1517  —
5.Viktoria  (188606  9  1!  2  —  2  8218  198  44  8  810  163  73
10.1c  (1890  .  ..  13  5  —  —  2  5  1471  138  —  461  14  312  26
11.)  Bali  (1909)9  6  1  —  1  —  —  —  —  21  130  —
12  Bamum  (19000—  1  —  —  1  —  —  —  —  2  il!)  50
Zusammien359  15  3  26217  597638644%  30683%  906

In  den  vorstehend  verzeichneten  Schulen  sind  inbegriffen:  ein  Lehrerseminar  in  Buea  mit
35  Zöglingen  und  drei  höhere  Schulanstalten,  sogenannte  Mittelschulen,  in  Bonaberi,  Lobetal  und
Buea  mit  insgesamt  215  Schülern.  Noch  mehr  als  in  diesen  wird  der  deutsche  Sprachunterricht  in
den  beiden  „deutschen“  Schulen  von  Bonanjo  und  Bonebela  (Duala)  gepflegt.  Seit  1904  wird  ein
„Evangelisches  Monatsblatt  für  die  Christen  in  Kamerun“  in  der  Dualasprache  herausgegeben.  Zur
Station  Bonaku  gehören  große  Werkstätten,  die  zur  Ausbildung  von  Handwerkern,  Bauarbeitern  usw.

dienen.
B.  Baptiften-Mission.
Die  Missionsgesellschaft  der  deutschen  Baptisten  hat  ihren  Sitz  in  Steglitz  bei  Berlin,
Filandastr.  4.  Inspektor:  Karl  Mascher.  Präses  der  Mission  in  Kamerun  ist  E.  R.  Suvern  in
Duala.  Die  Missionsgesellschaft  besteht  seit  1890.  Organ:  „Unsere  Heidenmission“.

  

 

 

 

 

 

Weißes  Missionspersonal  .—  4  Schüler
.  -  HEXE-:-  2
—  ;  S  ——.  7“  *  |  —  r  S  7  E  —  2  z
Stationen  HEEEEIIIIIEIIII—  3  —
r.  ...  ».  .-.ZZ.EE..·:«-EEZEZ-·STTEYZgz
mit  Gründungsjahr  —  EEEEIIIIIIUEUEIE  AIDIE  5  2  —.
Ss  2  2  EEzZEZ/  S
Gs  zs  2z  E#  4  *  5
4““[——  2  .-181
  »-Z  .
1.  Duala  (1891)23  1  2  2  20  25  99  38722  536  85
2.  Bonakwasi  (Abo)  (1892)  9  1  1  10  338  218  ?  9  513  10
3.Nyamtang  (18977  6  1  —  1  1  32  —  12  5  70  —
4.  Soppo  (1898)  .  ..  2  1  —  1  2  36  11  18  3  66  15
5.  Viktoria  (18991)  2  —  —  ——  —  2  75  7?  ?  —  —
*)7  7.  2  D  —  —
Zusammen  4  2  3  38  0900632DSS  10
und  2  Miss.  auf  Urlanb

 

 

 

 

 

 

Die  bisher  in  Duala  unterhaltene  Gehilfenschule,  in  der  35  Seminaristen  ausgebildet
werden,  ist  anfangs  1907  nach  Soppo  verlegt  worden.  In  dieser  Gehilfenschule  und  in  der  höheren
Knabenschule  zu  Duala  wird  Unterricht  im  Deutschen  erteilt;  ebenso  in  den  Schulen  zu  Bonakwasi
        <pb n="933" />
        W  DV  20

und  Nyamtang.  Die  Tischler=  und  Zimmererwerkstatt  zu  Duala  bildet  eingeborene  Handwerker  aus.
Zwei  Missionare,  die  medizinisch  vorgebildet  wurden,  und  eine  Diakonissin  widmen  sich  der  Krankendflege.
  Das  in  Bonamuti  bestehende  Hospital  für  Eingeborene  wird  viel  beuntzt.

C.  Presbyterianer-Misstion.
Der  Board  of  Foreign  Missions  of  the  Presbyterian  Church  in  the  U.  S.  A.  hat
seinen  Sitz  in  New  VYork,  156  Fifth  Avenne.  Er  begann  1885  seine  Wirksamkeit  im  deutschen
Gebiet  und  ist  auch  in  Kiantschon  tätig.  Organ:  „The  Assembly  IHerald«.  (Erscheint  in  Philadelphia.)

 

            

 

 

3  J.  98
Weißes  Missionspersonal  #m  Jahre  #.  Schüler
—E—-————Dgetauft
9  Stationen  ——  —  6s
Nr.  ,,..  .  HEIIEIEIIERIIILEIIIIE
mit  Gründungsjahr  2  2  2#  22  —5  -  2#  .  5  2  *
S  2  z2  2515  HEEEIIIE  —
«  E«Eg:sD-«5«Z-.Es3  *  *
S
1.]  Batanga  (1885)  6  1  2  —  1  121000.600  0  3E30150  2D  50
2.Esfulen  (1893)  5  1  2  —  2  71000  °7I  20  1025  66300  70
3.Elar  (18955.  8  1  1  1  1  11  115001  441  12  53885106“4¼1  235
4.]  Lolodorf  (1898)  5  1  1  1  1  0  6000  27  16  7132  6  585  33
Zusammier  2  6  2  5  1000  5209173079  388
dazu  dagu  dazu
2  14  4
beurl.  beurl.  beurl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter  den  30  Schulen  befinden  sich  zwei  theologische  Seminare  (in  Batanga  und  Elat)  mit
19  Zöglingen  und  vier  gehobene  Lehranstalten.  Die  Presbyterianer-Mission  wendet  der  Krankenbflege
  ein  reichliches  Maß  von  Arbeit  zu.  Unter  ihren  Missionaren  sind  vier  Arzte,  die  vier  Hospitäler
und  ebensoviele  Apotheken  versorgen.  Die  Station  Lolodorf  wurde  im  vorigen  Jahre  auf  Veranlassung
  der  deutschen  Regierung  verlegt.
III.  Togo.

A.  Norddeutsche  Mission.
Sitz:  Bremen,  Ellhornstraße  26.  Vorsitzender  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft:  Joh.
Schröder.  Zuspektor:  A.  W.  Schreiber.  Die  Gesellschaft  ist  1836  entstanden  und  hat  ihre
Tätigkeit  unter  dem  Ewe-Volke,  das  am  Volta  ins  englische  Goldküstengebiet  hinüberragt,  im  Jahre

 

  

        

 

 

1847  begonnen.  Organ:  „Monatsblatt  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft".
Weißes  Missionspersonal  Im  Jahre  ·  Schüler
———.———72  *8IE  —
,..  s»’:».23»:SEF,-:—ämm"",ä-Nr.
  Stationen  22  72  2.  —  —  HE  m7
.  ..  ,.  Sg——————  m  S  ·□  —  2  *
mit  Gründungjahr  22  2  25  3S3  5
s*st  zz  #5  *  #
s  —.  5*—
–  —  ——.  *
1.  Lome  (1895)  2  2  3  2  3  8  1192506  11  —61297  137
2.Ho  (1855999)  1412  2  18  332511297  121
3.Amedgowe  (1889  18  220  13305%  411½20|200%  1
4.Agu  (189595555)20  125  16311  3381  15580|21,565  111
Albasu  (1803)  1131  2  —  2  15548  29  30093]  15/327  101
Zusammen  1  3  1  8  95  87022058339  130|22  610
und  und  und
3  2  3
beurl.  beurl.  beurl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

r  .
Zählung  iso  Tie  Presbuterianer-Mission  hat,  wic  die  meisten  englischen  und  amerikanischen  Gesellschaften,  bei
dem  w  hrer  Gemeinden  andere  Grundsätze,  als  die  deutschen  Missionsgesellschaften.  Während  diese  neben
oder  unturren  Kreis  der  Getauften  einen  inneren  Kreis  der  Abendmahlsberechtigten  als  der  nicht  ausgeschlossenen
die  alle  er  stirchenzucht  stehenden  eingeborenen  Christen  zählen,  versteht  die  erstere  unter  Abendmahlsberechtigten
nur  noct  irchlichen  Rechte  genießenden  Gemeindeglieder,  an  die  sie  große  Auforderungen  stellt,  und  zählt  daneben
Ein  noch  ihre  Anhänger,  d.  h.  Leute,  die  regelmäßig  ihre  Gottesdienste  besuchen,  aber  noch  nicht  getauft  sind.

Teil  von  ihnen  erscheint  oben  wieder  in  der  Spalte  der  Taufbewerber  (vgl.  die  Vorbemerkung).
        <pb n="934" />
        W  8  20

In  Lome  ward  von  der  Mission  eine  stattliche  Kirche  erbaut,  die  auch  von  der  deutschen
evangelischen  Kirchgemeinde  bei  ihren  Gottesdiensten  benutzt  werden  soll.  In  Amedozwe  besteht  ein
Seminar  zur  Ausbildung  eingeborener  Lehrer.  Unter  den  oben  verzeichneten  95  eingeborenen  Gehilfen
  ist  ein  ordinierter  schwarzer  Pastor  und  70  Lehrer.  Auf  jeder  der  fünf  Hauptstationen  wird
eine  7  klassige  Mittelschule  unterhalten.  Der  deutsche  Sprachunterricht  nimmt  in  dem  mit  dem
Gouvernement  vereinbarten  Lehrplan  einen  breiten  Raum  ein.  Unter  den  literarischen  Erscheinungen
dieses  Jahres  ist  Jakob  Spieths  Werk  „Die  Ewe-Stämme,  Material  zur  Kunde  des  Ewe-Volkes  in
Deutsch-Togo“  und  Dietrich  Westermanns  „Wörterbuch  der  Ewesprache“  hervorzuheben.  Die  ältesten
Stationen  der  Norddeutschen  Mission  im  Eweland,  die  jenseits  der  englischen  Grenze  liegen,  Keta  und
Peki,  sind  oben  nicht  mitgezählt.  Zu  ihnen  gehören  noch  1839  eingeborene  Christen  und  21  Schulen
mit  560  Schülern  und  281  Schülerinnen  aus  dem  Ewe-Volke.

B.  Weslenanische  Mission.

Die  Wesleyan  Methodist  Missionary  Soeiety  hat  ihren  Sitz  in  London  E.  C.,
Bishopsgate  Street  17.  Ihr  Lagosdistrikt  reicht  bis  ins  deutsche  Togogebiet  hinein,  der  deutsche
Missionar  G.  Rieker  in  Anecho  hat  hier  die  Leitung.  Ihm  steht  ein  eingeborener  Pastor  zur  Seite,
ferner  acht  schwarze  Lehrer.  Anecho  (im  Jahre  1879  gegründet)  ist  die  einzige  Hauptstation,  um
die  sich  fünf  Nebenplätze  gruppieren.  Eingeborene  Christen  gibt  es  591,  von  denen  239  volle  Gemeindeglieder
  sind.  Überdies  werden  356  Taubbewerber  gezählt;  unter  ihnen  eine  Anzahl  Leute,
die  schon  getauft  sind,  aber  wegen  Polygamie  oder  anderer  Kirchenzuchtsfälle  von  der  Gemeinde
ausgeschlossen  wurden.  In  sechs  Schulen  werden  368  Schüler  und  70  Schülerinnen  unterrichtet.

IV.  Deutsch-Südwestafrika.

A.  Rheinische  Missionsgesellschaft.

Sitz:  Barmen.  Präses  der  Deputation  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft  ist
Fabrikant  F.  W.  Röhrig,  erster  Inspektor  P.  Haußleiter,  Dezernent  in  Sachen  der  südwestafrikanischen
  Mission:  P.  Spiecker.  Präses  der  Nama-Mission  ist  T.  Feuchel  in  Keetmanshoop;
Präses  der  Herero-Mission  Wilh.  Eich  in  Okahandja;  Präses  der  Ovambo-Mission  Aug.  Wulfhorst
in  Omupanda.  Die  Missionsgesellschaft  entstand  1828  und  begann  die  Tätigkeit  im  jetzigen  deutschen
Gebiet  1842.  Sie  ist  auch  in  Kaiser  Wilhelmsland  tätig.  Außerdem  in  der  Kapkolonie,  Niederländisch-Ostindien
  und  China.  Organ:  „Berichte  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft".

 

    

 

 

Weißes  Missionspersonal  Im  Jahre  —

m7  7nw  1906  Schüler

Gebiete  und  Stationen  „  .  22  =  getauft

422  3-  5*
er.  mit  —*  2#  —  2
Gründungsjahr  5  z5  z5  *  722  3  222  "-  7  2  7
00½  —  ————

Namaland:

1.Lüderitzbucht  (19000.  .  2  2  1  211  98  137—  —
2.  J  Bethanien  (1842)  ..  —  1  1  2  2451  96  4  28  UuDD  40
3.  Keetmanshoop  (1866)  —  1  —  1!  1  6  1159  5401  38  43  1  53  109
Gefangene  Herero.  —  —  —H  a.  20  50  —.  —
4.Berseba  (1850)=  1  1  2  9’1301  25  6125  35
5.]  Warmbad  (1867)  —  —  —  —  —  —  —  —  —
6.]  Rietfontein  (18851.  —  1  „  —  6  508818144  21  9  67
7.  Gibeon  (18633  —  1  1  611  381  —  —  21122  32
8.]  Hoachanas  (1853)  —  1  —  —  1  301  18  2  41  17
Namamission.  —  8  —  1  6188685|L5  19%  350
        <pb n="935" />
        W  9  20

 

1

—

 

 

 

 

Weißes  Missionspersonal  Im  Jahre  .
E  1006  Schüler
.  7..  «  «3··»  EE  ·  4
Gebiete  und  Stationen  2  3  -zzEgel.  getauft  §
Ar  EIIILHEIILELLE—  2
Nr.  mit  —#  zs  2  BSmo  5
-.-  -  ZEIEZSEJEEEZZEISS-ZEISS
Gründungsjahr  2  z5  2#  2  *  *  *  72  7  27  7v  7
E—00202  8
Hereroland:
9.Walfischbai  (1845).  .  1  —  1  4961  2371  34  20  101  21  49  16
10.  Swakopmund  (19002  1  —  —  16  33128955  112#
11.Karibib  (1900)  2  1  —  1  7  611193  271102  111  212
12.Ostjimbingwe  (1819991U  2  1  17981|—  121  80|!  56  82
13.Okahandsa  (18600)—  2  1  12  3221  1391  50  31  11691  31  25  92
14.  Windhut  (1842).  .  .  .11  3  —  31412  9933
15.Rehoboth  (1810555  2  1  —  81411L  16  43  3321  137
16.Omarurn  (1837))0  2  —  1  3  314105  6  2s1  1681  31  73  147
17.Omburo  (18761.  1  1  5  1051  24  71  —  700  1#½  20
18.Okombahe  (1870)  2  1  7  64522  86  15  362120  180
19.  Outjo  (1905)  2  1  1  2571141  12  4¼11  38
20.aub  (1895.  2  1  1  —  2  3  1251  321  —  3  5J1  17
Otavibahn  2  —  —  —  2  371  11  8  —  634  36  57
HOerero-Mission:  .112  19  2  2  14144IB3  1500
Ovamboland:
21.Namakunde  (1900)  2  —  62  15%  11  5  71886  77
22.  Omupanda  (18970)0-n  2  —  —  2  4  2141  871  29  8  171  2  58
23.Ondjiva  (189909091)  —  1  12  66  T  220  32  29
Ovambo-Mission  .—  5  —  —  4  6  312  146  15  7431/30  16.)
ne  —  1  —  1
»  .  Station  beurl.  beurl.
Das  ganze  Gebiet2  21%  %S  ,  4  19344011312014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sieben  in  der  Zeit  des  Aufstands  verlassene  Stationen  (Khoös,  Gochas,  Rietmond,  Okazeva,
Otjosazu,  Waterberg  und  Otjihaönena)  konnten  noch  nicht  wieder  besetzt  werden.  Die  Christen  von
Otjihanena  (vom  23.  Dezember  1905  bis  31.  August  1906  besetzt)  und  die  der  Sammelstätte
Okomitombe  bei  Gobabis  (seit  1.  September  1906  besetzt)  sind  zu  Windhuk  gerechnet.  Die  Sammelhätte
  Otjozongombe  bei  Waterberg  (1.  Juli  1906  bis  15.  Oktober  1906  besetzt)  ist  nicht  gezählt.
Warmbad  (Nr.  5  der  Tabelle)  wurde  wiederholt  besucht,  konnte  aber  wegen  des  Militärs  noch  nicht
wieder  besetzt  werden.  In  den  vier  Sammelstätten  Omburo  (22.  Dezember  1905  bis  18.  Angust
1906),  Otjihasnena,  Okomitombe  und  Otjozongombe  wurden  11  937  Herero  gesammelt;  es  waren
nur  etwa  150  Christen  darunter.

Rietfontein  (Nr.  6)  und  Walfischbai  (Nr.  9)  liegen  auf  englischem  Gebiet,  Omupanda  (Nr.  22)
und  Ondjiva  (Nr.  23)  in  der  portugiesischen  Interessensphäre.  Wegen  der  engen  Beziehungen  zu
N  Stationen  im  deutschen  Gebiet  sind  sic  hier  mit  verzeichnet.  Gaub  (Nr.  20)  ist  eine  blühende

dissionsfarm.  Der  zu  ihrer  Beaufsichtigung  angestellte  Landwirt  wird  demnächst  einige  Berufs-Henossen
  bei  sich  aufnehmen,  die  in  der  Folgezeit  weitere  Farmen  anlegen  sollen.  In  Okahandja
en  edt  ein  Erziehungshaus  für  verlassene  halbweiße  Kinder  mit  etwa  60  Zöglingen;  in  Otjimbingwe
Tin  Hererowaisenhaus  mit  30  Kindern.  Am  Endpunkt  der  Otavibahn  wird  die  Aulage  der  Station
ein  meb  vorbereitel.  In  Outjo  besteht  ein  Lehrerseminar  mit  vorläufig  vier  Zöglingen.  Die  10  119

geborenen  Christen  verteilen  sich  in  folgender  Weise  auf  die  einzelnen  Volksstämme:  3343  Naman,

2  153  Bastards,  1655  Herero,  2268  Bergdamara,  378  Ovambo  und  22  sonstige  (21  Betschuanen,
1  Buschmam).
        <pb n="936" />
        GV  10  20

B.  Finnische  Mission.

Sitz  der  Finska  Aissionssällskapet  ist  Helsingfors,  Observatoriigatan  18.  Vorsitzender:
Professor  Dr.  jur.  RN.  F.  Oermanson.  Missionsdirektor:  J.  Mustakallio.  Präses  der  Ovambo-Mission:
M.  Rautanen  in  Olukonda.  Die  Gesellschaft  ist  1859  gegründet  und  hat  ihre  Tätigkeit  unter  den
Ovambo  1870  begonnen.  Sie  ist  außerdem  in  China  tätig.  Organ:  JIlissionstidning  för
Finland.

Die  finnischen  Missionare  sind  auf  folgenden  6  Stationen  tätig:  Olukonda  (seit  1888),
Oniipa  (1888),  Ondangna  (1890),  Ontananga  (1900),  Onajena  (1902)  und  Nakeke  (1904).
lber  den  Stand  am  1.  Januar  1907  waren  nur  summarische  Angaben  zu  erlangen.  Von  den
genannten  Hauptstationen  aus,  die  mit  12  ordinierten  Missionaren  (darunter  8  verheirateten)  und
3  unverheirateten  Missionarinnen  besetzt  sind,  werden  9  Nebenplätze  versorgt.  Dabei  stehen  den
Europäern  26  eingeborene  Gehilfen  zur  Seite.  Die  Zahl  der  eingeborenen  Christen  beläuft  sich  auf
1593,  die  der  Abendmahlsberechtigten  auf  644.  Im  Jahre  1906  wurden  51  Heiden  und  24
Kinder  christlicher  Eltern  getauft.  Die  Gottesdienste  werden  durchschnittlich  von  1855  Personen
besucht.  In  15  Schulen  lernen  865  Schüler.  Onü#pa  hat  eine  kleine  Druckerei,  in  der  alle
14  Tage  ein  Sonntagsblatt  „Osondakaz  erscheint.  Frauen  und  Mädchen  werden  in  weiblichen
Handarbeiten  unterwiesen.

V.  Kaiser-Wilbelmsland.

A.  Neuendettelsauer  Mission.
Sitz  der  „Gesellschaft  für  innere  und  äußere  Mission  im  Sinne  der  lutherischen
Kirche“  ist  Neuendettelsan  in  Bayern.  Obmann:  Pfarrer  Eichhorn  in  Erlangen.  Missionsinspektor:
  M.  Deinzer.  Senior  der  Mission  in  Neu-Guinea:  Missionar  Joh.  Flierl  in  Sattelberg.
Die  Missionsgesellschaft  hat  ihre  Tätigkeit  im  Schutzgebiet  1886  begonnen  und  ist  auch  noch  in
Australien  (Queensland)  tätig.  Organ:  „Lirchliche  Mitteilungen  aus  und  über  Nordamerika,  Australien
  und  Neu-Guinea“.

 

 

 

 

 

Weißes  Missionspersonal  NJahre  1900  Schüler

Stationen  A-»  aetauit  U

——..d.m-—  *  18

Nr  i  ie  —————————————2  2  Z
*!'  “  BELIIEIIIEEBEIIEEE
---  .-.  --cs  DOHO«:«T«·E«T—:  »T-  IILFOZO  S
Gründungejahr  2  #  -  2  7  .  722  #s#  l  2  9
GES  S  -S’SSSSSISIH  ôS
1.  Simbang  (18860)  —  2  —  —  31½20Q29  2  65  124  —
2.  Tami  (1889)-—  1  —  1  1  481  40  29  7  681  1117  9
3.Sattelberg  (1893  2  2  2  2  14  4.100  11  9
4.  Deinzerhöhe  (18996  2  —  1  118357  41  671  11  25  —
5.abim  (1902),.  .  .13  2  —  2  161353  26  331  11  21  6
6.  Wareo  (1909hh)  2  —  1  —  49  10040  9  172  123  —
7.Pola  (1900)  2  —  —  —  —  115BO  12  85  1  12
5.eldsbach  (1000)1  1  1  —  —  —  13  133  83  —
9.Cap  Arcona  (1900  2  —  1!  —  20  10  —

10.Logaueng  (1900  —  1  —  1  ——  —  —  —  —

Zusammen  3  2  7  5743604  131  1697  9|273  36

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In  Logaueng  ist  eine  Gehilfenschule  im  Entstehen.  Unter  den  697  Taufbewerbern  sind
550,  die  noch  im  Vorunterricht  stehen.  Ein  starkes  Erdbeben  hat  an  den  Gebäuden  beträchtlichen
Schaden  angerichtet.
        <pb n="937" />
        W  11  20

B.  Rheinische  Mission.
6  Sitz  und  Verfassung  der  Missionsgesellschaft  wie  bei  IV.  A.  Präses  in  Neu-Guinea  ist
Missionar  Aug.  Hanke  in  Bongnu.  Die  Tätigkeit  der  Gesellschaft  im  Schutzgebiet  begann  1887.

 

         

  

 

 

*-!s5
  7„  -  in  Jahre  1906  —#

Weißes  Missionspersonal  din  denaien  Schüler

Stationen  7

15  2

—  —  -  —-Nr.

  -  «--«,::.-.E-·--.·.--  ZE-  S
à  —m—m3  26  ——
an  .  -:Z'—Z.—«LEk-·s,-«L«—O-  ,-,—-:«-E-:-Gründungsjahr
  .  x  2  ö  ———  51215
S  lm  —-——
□  -—  -—  P  S  ½“  1  **
1.Siar  (18890))  1  —  l  —  7  12  4734
2.  Ragetta  (1901).  1  1  11131  7113  16  1!  50  17

3.  Nobonob  (19006)

(Hansemannberg)  "1l  1.  -—-—--  --———-—
4.Vogadiimuss?)..  1  -—-—  1  1-—  512620
Is.Vongut18s-ti)...  2  —  l  44  1  36  1  25  15

Zusammen  6  1  3  11251191  24  —  69  41148  86
i.2  berirl.  u  2benrl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

·  Im  Jahre  1906  konnten  nach  langem  Warten  in  dieser  Mission  zum  erstenmal  Heiden
in  größerer  Zahl  getauft  werden.

VI.  Bismarch-Archipel.

Methodistische  Mission.
*  Sit  der  Methodist  Missionary  Seciety  of  Australia  ist  Sydney,  381  George
Street.  Generalsekretär:  Rev.  G.  Brown,  D.  D.,  früher  Missionar  in  Samoa  und  dem  Bismarck-Archipel.
  Vorsteher  auf  dem  Missionsfelde:  Missionar  H.  Fellmann  in  Raluana.  Die  Gesellschaft
begann  ihre  Tätigkeit  auf  Neu-Lauenburg  und  Neu--Pommern  im  Jahre  1875,  in  Neu-Mecklenburg
  1901.  Sie  ist  auch  in  Samoa  tätig.  Organ:  Australasian  Methodist  Mlissionarr  Review.

 

 

 

Weißes.  Farbiges  ZIZm  letzten  —
»  »  Missiouspersonal  Missionspersonal  1  Jahre  Schüler
Bezirke  und  Haupt—  2  #"„  —SS.etauft  *

Nr  ..  SZEZ-s--«EIES.EE;Z  .E:-—'5·—:
r.  stationen  HIEIEIEHI  =  EzEZE  2
—S  S  —  ——6EZES
mit  Gründungsjahr  5  S  17  1  —
*  =  2  “  *5
S

Neu-Lauenburg
1.  Uln  (1899)  ...  249  l  1  1  2  15001  8561  110  32  4541  241  676  556

Gazelle-Halbinsel
2.  Kabakada  (1879)  14  1  1  1  –  42  950]  4831  93  16  1051  4292  500
.  Raluanag  1881.  451  1  2  1  1  161020SC  6  76119  1H8  658

16  Neu-Mecklenburg

Sr
4.Sratnon  (1901  1...  .  --  ,.,.,--.,-Jljzud,·k»d»m,»««·»l4-1—1
  1  41180010«1(m40.;4-4-·88-(1(»
«  Omo  ——N2Y.  .  ..  94  1  —  1  1  6  1814  2  23  6136  3B6
Zusammen69  4  5  4  150  6288|3010|  359  166103158296  1956
u.  1  auf  u.  1  auf
Url.  üri.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirck  ai  s  den  Hauptstationen  mit  Ausnahme  von  Omo  befinden  sich  gehobene  Schulen;  in  den
Okt  en  einfache  Volksschulen;  in  Uln  auf  Neu-Lauenburg  ein  Predigerseminar.  Raluana  hat  seit
n  Wktober  1906  ein  Pensionat  für  Halbblutkinder,  die  auch  Unterricht  im  Deutschen  erhalten.  In  Uln
besitzt  die  Mission  eine  Pflanzung  von  18  122  Kokosnußpalmen,  darunter  500  tragende.  Der
        <pb n="938" />
        W  12  20

Pflanzungsverwalter  Booth  ist  oben  unter  den  Missionaren  mitgezählt.  Die  Schulen  dieser  Mission
werden  auf  mehreren  Stationen  von  ebensovielen  Erwachsenen  wie  Kindern  besucht.

VII.  Rarolinen=  und  Marshall-Inseln.

der  Jugendbund  für  Entschiedenes  Thristentum  in  Verbindung  mit  dem  American  Board.

Sitz  des  Deutschen  Verbands  vom  Ingendbund  für  Entschiedenes  Christentum:
Friedrichshagen  bei  Berlin.  Leiter:  Pastor  Blecher.  Organ:  „Der  Bote  aus  der  deutschen
Südsee“.  Sitz  des  American  Board  of  Commissioners  for  Foreign  Missions:  Boston,
Mass.,  14  Beacon  Strect.  Seine  „Mikronesische  Mission“  begann  1852.  Es  besteht  die  Absicht,
die  amerikanischen  Missionare  in  der  Folgezeit  ganz  durch  deutsche  zu  ersetzen,  was  auf  Ponape
schon  durchgeführt  ist.  Organ:  „The  Mlissionar).  Lerald- 



        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weißes  Farbiges
Missionspersonal  Missionspersonal

Stationen  2  *=  -  HE

Gebiet  —  2  .  :  -

mit  Gründungsjahr  —  ——  1  10

3

N  4  lia  (1867  1  6  7880  251
Ponape  Miti  (18592  1  e  7———
uthGutppk..Toloa-:s(1879I....  2  2  2  182715  681  5  68
ri  AnKnusaie  (182  ..  —  -—  2  1!  —  150  —  —
Nanurn(1899  1!  —  —  4  8611  461  4  295
waun  ##enn  )Roneron  [Mojuro)  (1900)  1  1  —  9  238182703336  1349
Zusammen  6  4  3  4  12  51  9288  1963

Die  Zahlen  der  eingeborenen  Christen  und  Schulen  entsprechen  nicht  allenthalben  dem
Stande  vom  1.  Jannar  1907.  Da  das  Missionsschiff  „Der  Morgenstern“  aus  dem  Dienste  gezogen
wurde,  verloren  manche  Gemeinden  auf  abgelegenen  Inseln  den  Zusammenhang  mit  den  Hauptstationen.
  Von  ihnen  fehlen  die  neuesten  Zahlen.

VIII.  Samoa.

A.  Londoner  Mission.

Sitz:  London  E.  C.,  New  Bridge  Strect  16.  Leiter  der  Missionstätigkeit  im  Schutzgebict:
Missionar  J.  E.  Newell  in  Malua  (3.  Zt.  beurlaubt).  Zur  Pflege  des  deutschen  Unterrichts  angestellt:
  Pastor  E.  Heider  in  Malna  und  Frl.  Val.  Schultze  in  Papauta  bei  Apia.  Die  Tätigkeit
der  Missionsgesellschaft  in  Samoa  begann  1830.  Organ:  „The  Chronicle  of  the  London  Missionary
  Sccicty:“.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weißes  Mission=  Farbiger  Mis-  —Gnle
personal  sionspersonal  “6  Schüler
Stationen  -S  8  --3

l-  E  6  t
mit  Gründungsjahe  s  ———  O  —

—  än5.  -  ——2

Eeee  8

57*  2  -  i—  —S
Apia  (1836)  301  2  1  39  41  5150|1585/291180  1  641  74
Upolu  Malna  (1836).  98  1  11  31127821135T3
p  Leulumoega  (15900)  20  1  17  3321898888|124211B  3698
Falealili  (1836).  311  —  —  25  42]  3727  1260  100  143  321  665  641
Zawaii  Tuasivi  (18300331  1  33  61341633/200|  25]  31788  660
Matautn  (18377430  1  —  1  30  43  2404  11002  156  1731  311  515  46
Zusammen  6  1625  2  5  155  2231823O3S5Ö  3163
        <pb n="939" />
        13  20

In  Malua  befindet  sich  ein  von  117  zum  Teil  verheirateten  Seminaristen  besetztes  Predigerseminar;
  in  Malua,  Leulumoega,  Falealili,  Tuasivi  und  Matautu  Distriktsschulen,  die  höheren  Ansprüchen
  genügen;  in  Malua  auch  noch  eine  höhere  Knabenschule.  In  Papauta  ein  mit  zwei
Lehrerinnen  besetztes  Mädchenpensionat.  In  Malua  steht  eine  Druckerei  unter  Leitung  eines  sachkundigen
  Verwalters,  der  oben  unter  den  Missionaren  mitgezählt  ist.

B.  Methodistische  Mission.

Sitz  und  Organisation  wie  bei  VI.  Die  Leitung  der  Missionstätigkeit  im  Schutzgebiet  hat
Missionar  Bembrick  in  Lufilufi.  Die  Methodistische  Mission  hat  zwei  Hauptstationen  auf  Upolu:
Apia  und  Lufilufi,  und  zwei  auf  Sawaii:  Satupaitea  und  Saleaula.  Die  letztgenannte
wurde  vom  Vulkanausbruch  betroffen  und  mußte  zeitweilig  verlassen  werden.  Von  jenen  vier  Orten
aus  werden  51  Nebenplätze  versorgt.  Das  Personal  besteht  aus  3  weißen  Missionaren,  denen  4  eingeborene
  Pastoren  und  67  andere  Gehilfen  zur  Seite  stehen.  Die  Gesamtzahl  der  Getauften  beträgt
6394,  die  der  vollen  Mitglieder  2164.  In  66  Dorsschulen  werden  1574  Schüler  unterrichtet,
außerdem  bestehen  4  Pensionate  mit  123  Zöglingen.

IX.  Miautschou.

A.  Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen  Missionen  unter  den  heiden  (Berlin  1).

Sitz  und  Organisation  wie  bei  1  B.  Superintendent  für  Kiautschon  ist  C.  J.  Voskamp
in  Tsingtau.  Die  Tätigkeit  im  Pachtgebiet  begann  1898.

 

 

 

 

 

Weißes  Missions=  ..  Im  Jahre  1906  Schüler
personal  S  ft  Sch
Stationen  mi  2135  2  ——
.  ...  ·  ---.:-.:;:.;  ——
Gründungsjahrcets  ——  ESZ  -
—  —..——————1  *  ——2
——S  e
.  *  -222  21553  —  *  S  -
7  —5  5——m———————
1.|Tsingtau  (18999572  2  1  7D  64  322  16  26
2.Tsimo  (1900)8  2  —  1  20  88  80  —50  9
3.Taitungtschen
(189900  —  l  —  —  2  40  40  3  —  10  —  —  —
Dschutscheng  (1904)  1  1  —  —  2  8  7—  «  —  —-Zuiammcn».:;(36
  2  2  41  435  %  —2  26

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außer  den  in  der  drittletzten  Spalte  erwähnten  Schulen  besteht  in  Tsimo  ein  Seminar,  das
15  Zöglinge  zählt.  Die  Mission  verlor  im  Jahre  1906  ihren  mit  dem  Dezernat  für  Kiautschon
betrauten  Inspektor  Sauberzweig  Schmidt  durch  den  Tod;  er  starb  während  einer  Inspektionsreise
  in  China.

B.  Allgemeiner  evangelisch-protestantischer  Missionsverein.

Dr.  F  Sitz:  Berlin  W.,  Kronenstraße  70.  Präsident:  Prediger  D.  Kind.  Vereinssekretär:  Prediger
täti  Fobbe.  Der  Verein  begann  seine  Tätigkeit  im  Pachtgebiet  1898.  Er  ist  außerdem  in  Japan
Nlct  Organe:  „Zeitschrift  für  Missionskunde  und  Religionswissenschaft"  und  „Missionsblatt  des
ügem.  ev.  prot.  Missionsvereins“.

Der  Verein  unterhält  zwei  Stationen,  eine  in  Tsingtau,  die  andere  in  Kaumi,  das  nicht
im  Pachtgebiet,  aber  in  der  deutschen  Interessensphäre  liegt.  Es  gehören  vier  Nebenplätze
Das  Personal  besteht  aus  drei  Missionaren,  von  denen  zwei  verheiratet  sind,  und  einer  unmehr


dazu.
        <pb n="940" />
        14  20

verheirateten  Missionarin.  Ihnen  stehen  als  eingeborene  Helfer  zur  Seite:  ein  chinesischer,  europäisch
gebildeter  Arzt,  neun  Lehrer,  zwei  Lehrerinnen  und  vier  ärztliche  Gehilfen.  Der  Verein  sammelt
zur  Zeit  noch  keine  chinesischen  Gemeinden.  Er  treibt  namentlich  Schularbeit  und  Krankenpflege.
In  Tsingtau  unterhält  er  ein  Seminar  mit  120  Zöglingen  und  eine  höhere  Mädchenschule  mit
16  Schülerinnen.  In  Kaumi  und  Umgegend  vier  Schulen  mit  etwa  100  Schülern.  Die  Krankenpflege
  wird  im  Faberhospital  zu  Tsingtau  und  den  Krankenhäusern  zu  Taitungtschen  und  Kaumi
ausgeübt.

C.  Presbyterianer-Mission.

Sitz  wie  bei  II  C.  Leiter  der  Mission  in  Kiautschon:  Missionar  L.  J.  Davies  in  Tsingtau.
Die  Tätigkeit  im  Pachtgebiet  begann  im  Jahre  1898.

Die  Niederlassung  dieser  Missionsgesellschaft  in  Tsingtan  ist  ein  Zweig  ihrer  Ostschantung-Mission,
  deren  Schwergewicht  in  Tschifu  und  Tengtschu  liegt.  Die  auf  das  deutsche  Pachtgebiet
entfallenden  Zahlen  lassen  sich  im  einzelnen  nicht  feststellen.  Neben  dem  Missionar  L.  J.  Davies
ist  in  Tsingtau  eine  unverheiratete  Missionarin  tätig.

Berlin,  E.  S.  Mictler  3  Sohn,  Könlgliche  Hofbuchdruckerel.
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        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  September  1907.  Uummer  17.

Diese  Shschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigesügt  de,  mi#destens

 

nmnah  vieri  jähr  lich  erscheinendon:  „Mitteilungen  aus  den  deutschen  Schutzgebicten-,  herausgegeben
I  koeim  Der  Wu–r  ##omssemenstrets  für  vo-  Kolomalblan  mit  den  Beiheften  #tact  beim  ——d
Post  iad  dle  S  M  I  Stetfban  durch  die  Veriagsbuchhandlung:  a)  M  für  pashend"  nrd

der  den  utschen  Schutz  duet  dlnte  n  M.  5.—  für  die  Länder  #  Welwostve  gelne  —  Ciuleilsuchene  und  Anfragen
sind  an  die  e  Schusgeoe"  a  snd  sserro,  von  Ern  si  Siegfried  Naer  und  Sohn.  i  tbete  SWös,  Kochstraße  G#—71.  zu  richien.

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verfügung  zur  Ausführung  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  die  afrikanischen
und  Südsee=  Schupgebiete  mit  Ausnahme  von  Deutsch  Südwestafrila  vom  27.  Februar  1906  (Neichs-Gesetzbl.  S.  36=Vom
  26.  Juli  1906  S.  833.  —  Vertrag,  beir.  das  Landungswesen  in  Lüderitzbucht,  vom  10.  Juli  10.  Augunt  92

S.  834.  —  Desgleichen  in  Swalopmund  S.  844.  Versonalien  S.  855.

„Nichtamtlicher  Teil:  Personal=  nachrichten  S.  861.

eutsch-Ostafrikla:  Einiges  über  die  Qualität  ostafrikanischer  Sansevieren  S.  862.  —  Nachweisung  der  *G
entuln  bei  den  Zollämtern  an  der  nüste  des  deutsch-  ostafrikanischen  Schutzgebiets  im  Monat  Mai  1907  S.  863.
Deutsch-  Südwestafrika:  Vom  Bau  der  Südbahn  S.  864.
Leutsch-  Neuguinca:  Taifun  in  den  Mortlock-Inseln  S.  861.

olonial=  Wirtsschafiliche=  &amp;amp;:  Pflanzungsgesellschaft  Apeme  in  Togo  S.  8606.  —  Westlafrikanische  Pflanzungsbern
  „Bibundi“  S.  8

Aus  fremden  solonien  und  Produktionsgebieten:  Die  finanzielle  Lage  in  Agypten  S.  867.  —  Kautschuk-Planzungen
  auf  Cevlon  S.  868.  —  Raffee--Erzeugung  und  Ausfubr  Britisch-Indiens  1906  S.  868.  —  Der  BLaffeemarkt
  in  Santos  im  Juni  1907  *  §809.  —  Kakaoausfuhr  aus  der  Dominikanischen  Republik  im  März  und  April  1907
970  Japanische  Olsardinen  S.  870.  —  Ausfuhr  von  Rorkstopfen,  Korkwürfeln  niw.  aus  der  spanischen  Provinz
Gerona  1906  S.  870.  —  Erhöhung  des  Ausfuhrzolls  auf  Gummi  in  der  westlichen  Zonc  des  konventionellen  Kongoeckens
  zwischen  Portugal,  Frankreich  und  dem  Kongostaat  S.  871.

Verschiedene  Mitteilungen:  Deutschlands  Ein.  und  Auofuhr  einiger  wichtiger  Waren  in  der  Zeit  vom  21.
bis  30.  Juli  und  im  Monat  Juli  sowie  vom  1.  bis  10.  August  1907  —  Deutschlands  Import  von  Baumwollsaatprodukten
  S.  872.  —  Der  deutsche  Phislerlo  in  Schungbat  *  S.  872.  —  Verkehr  deutscher  Schiffe  in
ausländischen  Häfen  während  des  Jahres  1906  S.  874.  —  Die  neue  deutsche  Dampferlinie  nach  den  Häfen  des
Persischen  Golfes  S.  874.  —  Literatur  S.  875.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  876.  —  Schiffsbewegungen  S.  879.

—

—  Rurse  deutscher  Kolonialwerte  S.  880.  —  Anzeigen.

2
5

 

E——M———WtNM.—

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verfügung  zur  Kusführung  der  kaiserlichen  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und
Südsee-Schutzgebiete  mit  Kusnahme  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  27.  Februar  1906
(Beichs-Gesetzbl.  S.  363).  Vom  26.  Juli  1906.)

Auf  Grund  der  §8  95,  96  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und
Südsee-  Schutzgebiete  mit  Ausnahme  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  27.  Februar  1906  (mReichs-Gesetbl.
  S.  363)  wird  hierdurch  folgendes  bestimmt:

§  1.  Im  Geltungsbereiche  der  Kaiserlichen  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  und
Südseee  Schutzgebiete  mit  Ausnahme  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  27.  Februar  1906  (Reichsesetzbl.
  S.  363)  finden,  soweit  sich  nicht  aus  der  bezeichneten  Verordnung  ein  anderes  ergibt,
folgende  Vorschriften  entsprechende  Anwendung:
Bio  1.  Die  Vorschriften  des  Artikel  22  Nr.  1,  2  des  Preußischen  Ausführungsgesetzes  zum
Urgerlichen  Gesetzbuche  vom  20.  September  1899  (Gesetsammll.  S.  177)  mit  der  Maßgabe,  daß

an  die  Stelle  der  dort  unter  Nr.  2  angeführten  Vorschriften  die  §§  18,  82  der  Kaiserlichen
Verordnung  treten;

in  Die  Verfügung  ist  in  Nr.  19  des  Deutschen  Kolonialblattes  von  1906  (S.  623  f.)  versehemtlich
unrichtiger  NReffung  zum  Abdruck  gelangt.
        <pb n="942" />
        GW  834  20

2.  die  Vorschriften  des  §  50  Absatz  2,  3  und  des  §  60  Absatz  3  des  Preußischen  Allgemeinen
  Berggesetzes  vom  24.  Juni  1865  (Gesetzsamml.  S.  705)  in  der  Fassung  des  Artikel  37
Nr.  I,  III  des  unter  Nr.  1  bezeichneten  Gesetzes;

3.  in  Ansehung  der  Zwangsversteigerung  und  Zwangsverwaltung  des  Bergwerkseigentums
die  hierfür  in  Preußen  geltenden  Gesetze;

die  Vorschriften  der  Artikel  22  bis  26  und  des  Artikel  28  des  Preußischen  Ausführungsgesetzes
  zur  Grundbuchordnung  vom  26.  September  1899  (Gesetzsamml.  S.  307)  mit  der  Maßgabe,
daß  die  Bergbehörde  das  Grundbuchamt  auch  um  die  Eintragung  eines  nach  §  69  der  Kaeiserlichen
Bergverordnung  ergangenen  Beschlusses  und,  sobald  die  in  den  §§  69  bis  72  derselben  Verordnung
vorgesehene  Zwangsversteigerung  zum  Verkauf  des  Bergwerks  geführt  hat,  um  Löschung  der  Eintragung
  ersucht;

5.  die  Vorschriften  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  zur  Ausführung  der  Kaiserlichen
Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  an  Grundstücken  in  den  deutschen  Schutzgebieten  vom
21.  November  1902  (Reichs-Gesetzbl.  S.  283),  vom  30.  November  1902,  mit  Ausnahme  des  §  23
und  mit  der  Maßgabe,  daß  ein  besonderes  Berggrundbuch  einzurichten  ist.

5  2.  Die  Bestimmungen  über  die  Einrichtung  der  Bergbehörde  werden  vom  Gouverneur
mit  Zustimmung  des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abteilung,  erlassen.

§  3.  Die  Verwaltungsbehörden  erheben  außer  den  in  der  Kaiserlichen  Bergverordnung
vorgesehenen  Gebühren  bis  auf  weiteres  nur  Schreibgebühren  in  Höhe  von  fünfzig  Pfennig  für  jede
Seite  einer  erteilten  Ausfertigung  oder  Abschrift  sowie  die  baren  Auslagen.

.  Diese  Verfügung  tritt  in  den  einzelnen  Schutzgebieten  gleichzeitig  mit  der  Koaiserlichen
Bergverordnung  in  Kraft.
Berlin,  den  26.  Juli  1906.
Auswärtiges  Amt.  Kolonial-Abteilung.
In  Vertretung:
gez.  Rose.

10.  Juli
Vertrag,  betreffend  das  Landungswesen  in  Lüderitzbucht  vom  Hb.  Rugust  1907.

Unter  Aufhebung  aller  das  Landungswesen  in  Lüderitzbucht  betreffenden  bisherigen  Abmachungen
  mit  der  Woermann-Linie,  insbesondere  des  mit  dieser  Linie  für  die  Dauer  des  Kriegszustandes
  getroffenen  Abkommens  vom  7./10.  März  1906  wird,  nachdem  Einverständnis  darüber
besteht,  daß  der  besagte  Kriegszustand  als  beendet  zu  erachten  ist,

zwischen
dem  südwestafrikanischen  Landesfiskus,  vertreten  durch  den  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts,
Wirklichen  Geheimen  Rat  Dernburg,

und
der  Woermann-Linie,  vertreten  durch  Herrn  Richard  Peltzer,  das  Nachstehende  vereinbart.

§5  1.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  die  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung
zwischen  Schiff  und  Land  im  Roberthafen  und,  soweit  Post  und  Passagiere  in  Frage  kommen,  auf
der  Reede  in  Lüderitzbucht  in  einer  dem  allgemeinen  Verkehrsinteresse  entsprechenden  Weise  zu  betreiben,
  insbesondere  auf  ihre  Kosten  dafür  zu  sorgen,  daß  das  dazu  nötige  Personal  und  Inventar
stets  vollständig  und  in  leistungsfähigem  Zustande  vorhanden  ist.

#§  2.  Die  Beförderung  von  dem  Schiff  nach  dem  Lande  (Löschung)  besteht  in  folgenden
Leistungen:

1.  Empfangnahme  längsseit  des  Schiffes  in  den  Landungsfahrzeugen;

2.  Verbringen  der  Landungsfahrzeuge  vom  Schiff  an  die  Brücken  oder  an  sonstige  fiskalische
Landungsstellen  im  Roberthafen;

Verladung  in  die  Güterwagen  der  Hafenbahn;

4.  Beförderung  mittels  dieser  Wagen  in  die  Zollschuppen  oder  auf  die  sonstigen  in  der
Nähe  gelegenen,  eingefriedeten  Lagerplätze  sowie  Stapelung  und  Übergabe  an  die  Empfangsberechtigten.


Die  Beförderung  vom  Lande  nach  dem  Schiffe  (Verschiffung)  besteht  aus  den  gleichen
Leistungen  in  umgekehrter  Reihenfolge.
        <pb n="943" />
        W  835  20

Die  Beförderung  von  Schiff  zu  Schiff  (Umladung)  besteht  in  folgenden  Leistungen:

1.  Empfangnahme  längsseit  des  Schiffes  in  den  Leichterfahrzeugen;

«  2.  Verbringung  der  Leichterfahrzeuge  vom  löschenden  Schiffe  längsseit  des  ladenden  Schiffes
und  Befestigung  dessen  Übernahmevorrichtungen.

#  Die  Übergabe  der  Güter  an  die  Empfangsberechtigten  hat  nach  Bestimmung  der
vom  Gouvernement  ermächtigten  Behörde  im  Einvernehmen  mit  der  Woermann-L#inie  entweder  in
den  Zollschuppen  am  Roberthafen  oder  auf  den  sonstigen  in  der  Nähe  gelegenen  Lagerplätzen
äu  erfolgen.

§  4.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  die  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung
zwischen  Schiff  und  Land  gemäß  der  angehefteten  Betriebsordnung,  deren  Revision  nach  sechsmonatiger
  Handhabung  von  jeder  der  beiden  Vertragsparteien  verlangt  werden  kann,  nach  gleichen
Grundsätzen  für  jedermann  auszuführen,  der  dazu  ihre  Mitwirkung  in  Anspruch  nimmt  und  zur
Zahlung  der  tarifmäßigen  Beförderungsgebühren  bereit  ist.

Soweit  die  Woermann-Linie  danach  bei  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung
zwischen  Schiff  und  Land  mitwirkt,  ist  sie  verpflichtet,  die  Hafengebühren  einzuziehen  und  an  zwe
vom  Zollamt  ein  für  allemal  zu  bestimmenden  Tagen  im  Monat  an  die  Zollkasse  in  Lüderitzbuchi
abzuführen.  Die  Beförderungsgebühren  verbleiben  der  Woermann-inie.

§  5.  Zur  Benutzung  bei  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung  zwischen  Schiff  und
Land  im  Hafen  von  Lüderitzbucht  überläßt  der  Fiskus  der  Woermann-Linie  in  Lüderitzbucht  folgende
Betriebsmittel:

1.  zwei  hölzerne  Landungsbrücken  im  Roberthafen;

2.  einen  2  t-Kran  auf  der  einen  sowie  einen  5  t-Kran,  einen  2  t-Kran  und  einen
1,5  t-Kran  auf  der  anderen  Brücke;

3.  die  in  den  Zollrayon  und  nach  den  Lagerplätzen  führenden  Hafengleise;

4.  vier  Illinge  nebst  20  Kastenwagen  von  je  5  Tons  Tragfähigkeit  für  den  Verkehr  auf
den  Hafengleisen.

Die  unter  2,  3,  4  angegebenen  Betriebsmittel  sind  in  dem  Zustande  zu  übernehmen,  in
dem  sie  sich  bei  übernahme  des  Betriebs  auf  Grund  des  vorliegenden  Vertrages  befinden.

Doch  bleiben  die  seitens  der  Woermann-Linie  bei  der  ersten  Übernahme  dieser  Betriebsmittel
  etwa  gemachten  Vorbehalte  in  Geltung.

Weiterhin  überläßt  der  Fiskus  der  Woermann-Linie  für  die  Dauer  des  von  ihr  nach  dem
vorliegenden  Vertrage  wahrzunehmenden  Landungsbetriebs  das  von  ihr  zur  Zeit  für  die  Slipanlage
nebst  Zubehör  belegte  Gelände  am  Roberthafen  zur  unentgeltlichen  Benutzung,  soweit  der  Fiskus
die  Verfügung  über  dieses  Gelände  hat.

Der  Woermann-Linie  steht  das  Recht  zu,  die  für  den  Landungsbetrieb  erforderlichen  Eingeborenen
  während  der  Dauer  dieses  Vertrages  in  den  bisherigen  Unterkunftsräumen  zu  halten,
vorausgesetzt,  daß  dort  ausreichendes  weißes  Personal  für  die  zuverlässige  Überwachung  der  Eingeborenen
  dauernd  stationiert  ist.
§  6.  Für  die  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  ist  der  angeheftete  Tarif  maßgebend.
Die  Höhe  der  darin  festgesetzten  Beförderungsgebühren  kann  ohne  Einverständnis  mit  der
aunn-Linie  nicht  geändert  werden.

7.  Die  Frage,  ob  der  Betrieb  den  Vorschriften  des  §  1  entsprechend  eingerichtet  ist,
gegebenenfalls,  welche  Anderungen  dazu  notwendig  sind,  entscheidet  eine  Kommission,  die  aus  dem
Bezirksrichter  in  Lüderitzbucht  als  Vorsitzendem  und  zwei  Beisitzern  zu  bilden  ist,  von  denen  jede
Kartei  einen  zu  berufen  hat.  Wenn  eine  Partei  die  Ernennung  des  Beisitzers  ungebührlich  ver-Stgert,
  so  ernennt  ihn  der  Oberrichter  in  Windhnk,  welchem  auch  die  Entscheidung  darüber  zusteht,
ob  eine  ungebührliche  Verzögerung  vorliegt.

Innerhalb  der  Kommission  entscheidet  die  Mehrheit  der  Stimmen.
der  übe-  8.  Die  Instandhaltung  der  Landungsbrücken  liegt  dem  Fiskus  ob.  Die  Instandhaltung
Vetri  brigen  im  §  5  bezeichneten  oder  später  vom  Fiskus  außerdem  noch  zur  Verfügung  gestellten
undrebsmittel  in  gutem  Zustande  ist  Sache  der  Woermann-Linie.  Sie  geschieht  durch  ihr  Personal
Woe  auf  ihre  Kosten.  Nur  solche  hierbei  sich  zeigenden  Mängel  und  Schäden,  von  denen  die
2v2  rrmann-Linie  nachweisen  kann,  daß  sie  auf  Fehlern  der  Herstellung  oder  des  Materials  beruhen

er  durch  außergewöhnliche  Naturereignisse  herbeigeführt  sind,  hat  der  Fiskus  zu  beseitigen.
Betrieb  Machen  die  Verhältnisse  eine  Erweiterung  der  Hafenanlagen  oder  eine  Vermehrung  der
aur  lebsmittel  erforderlich,  so  wird  nach  dem  Grundsatze  verfahren,  daß  Anlagen  und  Betriebsmittel
f  dem  Wasser  von  der  Woermann-Linie,  solche  auf  dem  Festlande  einschließlich  Brücken=  und
2

Woerma
        <pb n="944" />
        W  836  20

Molenanlagen  von  dem  Fiskus  bereit  zu  stellen  sind.  In  ersterem  Falle  trägt  die  Kosten  die
Woermann-Linie,  in  letzterem  der  Fiskus.  Bestreitet  die  Woermann-Linie  die  Notwendigkeit  einer
solchen  Erweiterung  oder  Vermehrung,  so  entscheidet  endgültig  die  nach  §  7  zu  bildende  Kommission.

Kann  der  Fiskus  die  von  ihm  zu  leistenden  Reparaturen  nicht  rechtzeitig  ausführen,  so  ist
die  Woermann-Linie  von  den  ihr  obliegenden  Reparaturen  der  dadurch  außer  Tätigkeit  gesetzten,
dem  Fiskus  gehörigen  Betriebsmittel  für  die  Dauer  der  Verzögerung  entbunden.

Für  Betriebsstörungen,  die  infolge  von  Beschädigungen  oder  Zerstörungen  der  im
§  8  bezeichneten  Betriebsmittel  eintreten  und  während  der  Instandsetzungsarbeiten  andauern,  hat
die  Woermann-Linie  gegen  den  Fiskus  keinerlei  Ersatzansprüche.  Anderseits  ist  die  Woermann-Linie
nicht  verantwortlich  für  Betriebsstörungen,  welche  aus  denselben  Ursachen  eintreten  und  während  der
Instandsetzungsarbeiten  andauern.

Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  zur  Ausführung  von  Peilungen  oder  zu
sonstigen  dienstlichen  Zwecken  den  vom  Gouvernement  zu  bestimmenden  Behörden  in  Lüderitzbucht
auf  Verlangen  von  den  ihr  in  Lüderitzbucht  zur  Verfügung  stehenden  Fahrzeugen  diejenigen  mit
Bemannung  und  Ausrüstung  zum  Gebrauch  zu  überlassen,  die  die  genannten  Behörden  als  erforderlich
  bezeichnen.

Der  Fiskus  hat  der  Woermann-Linie  hierfür  eine  angemessene  Entschädigung  zu  leisten.

Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich  ferner,  zur  Ausführung  von  Instandsetzungsarbeiten
an  den  Landungsanlagen  den  in  Absatz  1  genannten  Behörden  auf  Verlangen  die  ihr  überwiesenen
und  von  ihr  selbst  hergestellten  Anlagen  und  beschafften  Betriebsmittel  nebst  Personal  gegen  Erstattung
  der  baren  Auslagen  zum  Gebrauch  zu  überlassen.

Soweit  die  Überlassung  der  in  diesem  Paragraphen  erwähnten  Anlagen  und  Betriebsmittel
eine  erhebliche  Störung  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung  zwischen  Schiff  und  Land  zur
Folge  haben  würde,  kann  sie  nur  verlangt  werden,  wenn  eine  Verzögerung  der  fraglichen  Arbeiten
mit  einer  gerusten  Gefahr  für  die  Landungsanlagen  verbunden  sein  würde.

Die  Entscheidung,  ob  dies  der  Fall  ist,  trifft  endgültig  die  Hafenbehörde.

11.  Die  Woermann-Linie  wird  dem  Gouvernement  auf  dessen  Wunsch  jederzeit  einen
der  in  Lüderitzbucht  stationierten  Dampfer  nebst  Bemannung  und  Ausrüstung  für  Fahrten  außerhalb
des  Lüderitzbuchter  Hafenbereiches  zur  Verfügung  stellen,  soweit  das  ohne  erhebliche  Beeinträchtigung
der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung  zwischen  Schiff  und  Land  möglich  ist.

Für  diese  Benutzung  des  Dampfers  hat  der  Fiskus  an  die  Woermann-Linie  eine  angemessene
Vergütung  zu  zahlen.

12.  Sofort  nach  Ankunft  von  Schiffen  im  Hafen  von  Lüderitzbucht  hat  die  Woermann-Linie
  den  vom  Gouvernement  zu  bestimmenden  Behörden,  denen  Lotsen  nicht  zuzurechnen  sind,  zur
Fahrt  nach  und  von  den  Schiffen  ein  dem  Wetter  entsprechendes  Fahrzeug  nebst  Bemannung  und
Ausrüstung  unentgeltlich  zur  Verfügung  zu  stellen.

Soweit  Reichs=  und  Schutzgebietsbeamte,  Angehörige  der  Schutztruppe  oder  der  Kaiserlichen
Marine  zur  Erledigung  von  Dienstgeschäften  zwischen  dem  Lande  und  den  vor  Lüderitzbucht  liegenden
Schiffen  zu  verkehren  haben,  hat  ihnen  die  Woermann-Linie,  auch  abgesehen  von  dem  Falle  des
Absatzes  1,  freie  Beförderung  hin  und  zurück  zu  gewähren.

13.  Der  Fiskus  verpflichtet  sich,  für  die  Dauer  des  Vertrages  die  Beförderung  sämtlicher
  in  Lüderitzbucht  für  seine  Rechnung  ankommenden  und  abgehenden  Personen,  Tiere  und  Güter
zwischen  Schiff  und  Land  unter  Zahlung  der  tarifmäßigen  Beförderungsgebühren  der  Woermann-Linic
  zu  übertragen.

14.  Die  Woermann-Linie  hat  alle  für  allgemeine,  insbesondere  für  statistische  Zwecke
notwendigen  Nachweise  und  Feststellungen  gemäß  den  ihr  vom  Gouvernement  zugehenden  Anweisungen
ohne  Vergütung  zu  bewirken,  soweit  die  Unterlagen  ihr  bekannt  sind.

#§*  15.  Das  vorliegende  Vertragsverhältnis  endet  mit  dem  31.  März  1909,  doch  muß  es
auf  Wunsch  der  Regierung  um  sechs  Monate  verlängert  werden,  sofern  die  gleiche  Verlängerung
auch  hinsichtlich  des  für  Swakopmund  abgeschlossenen  Landungsvertrages  eintritt.

Macht  die  Regierung  hiervon  Gebrauch,  so  hat  sie  der  Woermann-Linie  in  Hamburg
spätestens  am  1.  Februar  1909  entsprechende  Mitteilung  zu  machen.

§*  16.  Uber  alle  Ansprüche  aus  dem  gegenwärtigen  Vertragsverhältnis,  auch  wenn  sie
nach  dessen  Lösung  geltend  gemacht  werden,  entscheidet  unter  Ausschluß  des  Rechtsweges  ein
Schiedsgericht.

§*  17.  Die  Bildung  des  Schiedsgerichts-  erfolgt  nach  den  Vorschriften  der  Zivilprozeßordnung.
        <pb n="945" />
        W  837  20

Das  dem  Fiskus  zustehende  Ernennungsrecht  wird  von  dem  Oberrichter  in  Windhuk  ausgeübt.
Kommeu  die  Schiedsrichter  zu  keiner  Entscheidung,  weil  sich  unter  ihnen  Stimmengleichheit
ergibt,  so  haben  sie  einen  Obmann  zu  wählen.
Können  sie  sich  über  die  Person  dieses  Obmannes  nicht  einigen,  so  haben  sie  den  Oberrichter
  in  Windhuk  um  dessen  Ernennung  zu  ersuchen.
Der  Obmann  kann  von  den  Parteien  aus  denselben  Gründen  abgelehnt  werden,  die  zur
Ablehnung  eines  Schiedsrichters  berechtigen.
Die  nach  den  85  1045,  1046  der  Zivilprozeßordnung  zu  treffenden  Entscheidungen  werden
von  dem  Bezirksrichter  in  Lüderitzbucht  erlassen.
Ham  burg,  den  10.  August  1907.
Berlin,  den  10.  Juli  1907.
Reichs-Kolonialamt.  Woermann-Linie.
(L.  S.)  gez.  Dernburg.  gez.  Peltzer.

Betriebs-Ordnung  für  den  Verschiffungs=  und  Landungsbetrieb  der  Woermann-Linie
in  Lüderitzbucht.

Die  Arbeitszeit  des  Betriebes  dauert  von  morgens  6  Uhr  bis  mittags  12  Uhr  und  von  nachmittags
  2  Uhr  bis  abends  6  Uhr.  An  Sonn=  und  Feiertagen  wird,  abgesehen  von  der  Beförderung
  der  Post  und  Passagiere  sowie  von  dringenden  Notfällen,  nicht  gearbeitet.

Ob  ein  dringender  Notfall  vorliegt,  entscheidet  im  Streitfalle  das  Hafenamt.
Der  Betriebsunternehmer  ist  berechtigt,  den  Betrieb  auch  während  der  Arbeitszeit  einzustellen,
wenn  infolge  Dunkelwerdens,  Nebels  oder  durch  den  Zustand  der  See  die  Durchführung  des
Betriebes  beeinträchtigt  wird  oder  Gefahr  für  Menschenleben  oder  Eigentum  damit  verknüpft  ist.
Die  Einstellung  und  Wiedereröffnung  des  Betriebes  bei  solchen  Ereignissen  wird  der  Betriebsunternehmer
  nach  eigenem  bestem  sachverständigem  Ermessen  bestimmen,  ohne  irgendwelche  Verantwortlichkeit
  dafür  zu  übernehmen,  daß  dies  rechtzeitig  geschieht.
Für  Arbeiten  außerhalb  der  Arbeitszeit  oder  an  Sonn=  und  Festtagen,  welche  auf  Antrag  der
Leitung  eines  Schiffes  stattfinden,  sind  von  dem  Antragsteller  dem  Betriebsunternehmer  die
daraus  entstehenden  Kosten,  als  Überstundenlöhne,  Kosten  der  Beleuchtung  usw.  zu  ersetzen.
Der  Betriebsunternehmer  ist,  abgesehen  von  der  Beförderung  der  Post  und  Passagiere  sowie
von  dringenden  Notfällen  nicht  verpflichtet,  einem  solchen  Antrage  zu  entsprechen.

Ob  ein  dringender  Notfall  vorliegt,  entscheidet  im  Streitfalle  das  Hafenamt.

—

1!1

Auftragerteilung.

Der  Betriebsunternehmer  wird  für  jeden,  welcher  seine  Mitwirkung  in  Anspruch  nimmt,  die
Beförderung  von  Personen,  Tieren  und  Gütern,  von,  nach  und  zwischen  Schiffen,  welche  im
oberthafen  verankert  sind,  ausführen.

·  Die  Inanspruchnahme  der  Mitwirkung  des  Betriebsunternehmers  erfolgt  durch  Erteilung
Eines  schriftlichen  Auftrages  in  vorgeschriebener  aus  der  Anlage  ersichtlicher  Form,  in  welchem  der
uftraggeber  den  Namen  des  betreffenden  Schiffes,  die  Art  der  gewünschten  Leistung  (Landung,
erschiffung,  Umladung),  sowie  die  Anzahl  von  Personen  und  Gepäckstücken  unter  Bezeichnung  der
dn  enge,  Gattung  und  Art  der  in  Frage  kommenden  Tiere  oder  Güter  angibt,  und  sich  unter  ausrücklicher
  Anerkennung  der  Betriebsordnung  verpflichtet,  die  tarifmäßigen  Gebühren  zu  entrichten.
—  er  Auftrag,  durch  welchen  die  Mitwirkung  des  Betriebsunternehmers  in  Anspruch  genommen  wird,
ann  sowohl  von  dem  betreffenden  Schiffsführer  oder  seinem  Vertreter  am  Lande,  als  auch  von  dem
ondungsempfänger  ausgehen.  Geht  er  von  dem  Ladungsempfänger  aus,  so  ist  dem  Austrage  das

er  die  Konnossemente  über  die  betreffenden  Güter  beizufügen.
aus  i  Sollten  die  Fahrzeuge  des  Betriebsunternehmers  in  Anspruch  genommen  werden,  ohne  daß
irgend  einem  Grunde  der  vorgeschriebene  schriftliche  Auftrag  erteilt  wäre,  so  gilt  der  Benutzer
als  Fabrzeuge  als  Auftraggeber  und  die  Verpflichtungen,  welche  ein  solcher  Auftrag  nach  sich  zieht,
den  don  ihm  dem  Betriebsunternehmer  gegenüber  eingegangen,  unbeschadet  dessen  Rechte,  sich  an

ihm  üÜbergebenen  Gepäckstücken,  Tieren  oder  Gütern  schadlos  zu  halten.

Personenverkehr.

dem  2  Die  Beförderung  von  Personen  zwischen  Schiffen  auf  der  Reede  und  zwischen  Schiffen  und
1  Lande  geschieht  auf  deren  Gefahr.  Sie  erfolgt  gegen  Lösung  von  Fahrkarten.
        <pb n="946" />
        W  838  20

Gepäck,  welches  landende  oder  sich  einschiffende  Personen  mit  sich  führen,  braucht  dem
Betriebsunternehmer  nicht  übergeben  zu  werden.  Der  Betriebsunternehmer  wird  die  Landung  oder
Einschiffung  solchen  Gepäcks,  soweit  keine  zwingenden  Hinderungsgründe  vorliegen,  zugleich  mit
den  betreffenden  Personen  ausführen.  Die  Mitnahme  des  Gepäcks  erfolgt  kostenlos.  Eine  Haftung
für  beschädigtes  oder  in  Verlust  geratenes  Gepäck  tritt  auf  seiten  des  Betriebsunternehmers
nicht  ein.“)

Personen,  welche  des  öfteren  an  Bord  der  Schiffe  zu  tun  haben,  können  Dauerkarten  beim
Betriebsunternehmer  lösen.  Diese  Karten  berechtigen  nicht  zum  Verlangen  der  Gestellung  einer
besonderen  Beförderungsgelegenheit.

Verkehr  mit  den  Schiffen.
Der  Betriebsunternehmer  braucht  Aufträgen  zur  Landung,  Verschiffung  oder  Umladung  von
Personen,  Gepäckstücken,  Tieren  oder  Gütern  nur  dann  zu  entsprechen,  wenn
1.  das  Schiff  die  behördliche  Verkehrserlaubnis  erhalten  hat;
2.  allen  von  der  Zollbehörde  beanspruchten  Formalitäten  entsprochen  ist;
3.der  Führer  des  Schiffes  eine  von  ihm  gezeichnete  Liste  der  zu  landenden  oder  umzuschiffenden
Passagiere  und  deren  Gepäckstücke  mit  summarischer  Angabe  deren  Zahl  für  jeden  Passagier  bei
dem  Betriebsunternehmer  eingereicht  hat;
4.  der  Führer  des  Schiffes  ein  von  ihm  gezeichnetes  vollständiges  Manifest  über  die  zu  landenden
oder  umzuschiffenden  Tiere  oder  Güter  eingereicht  hat.

Das  Manifest  muß  Angaben  enthalten  über  Marken,  Nummern,  Anzahl,  Art,  Inhalt,
Empfänger,  Maß  und  Bruttogewicht  der  Kolli.  Sendungen  an  „Order“  sind  als  solche  zu
verzeichnen;
der  Schiffsführer  sich  durch  Unterschrift  verpflichtet  hat,  auch  die  sonstigen  Bedingungen  der
Betriebsordnung  zu  erfüllen.

Zur  Beschleunigung  der  Erledigung  dieser  Formalitäten  hat  ein  Beamter  des  Betriebsunternehmers,
  nachdem  die  behördliche  Verkehrserlaubnis  erteilt  ist  und  sofern  der  Zustand  der  See
es  ohne  Gefahr  erlaubt,  sich  an  Bord  des  Schiffes  zu  begeben,  die  Listen  und  Manifeste  in  Empfang
zu  nehmen  und  dem  Schiffsführer  ein  Exemplar  der  Betriebsordnung  einzuhändigen.

S—#

Verteilung  und  Behandlung  der  Leichterfahrzeuge.

Die  Leichterfahrzeuge  werden  nach  folgenden  Grundsätzen  verteilt:

Post=  und  Passagierdampfer  erhalten  vor  Frachtdampfern  und  Seglern  den  Vorzug;

Kriegsschiffe  erhalten  vor  allen  anderen  Schiffen  den  Vorzug.

Als  Post=  und  Passagierdampfer  werden  angesehen  die  Dampfer  regelmäßiger  Linien,  welche
nach  einem  festen  veröffentlichten  Fahrplane  verkehren  und  Passagiere  befördern.

Die  Kriegsschiffe,  nach  ihnen  die  Post=  und  Passagierdampfer,  nach  ihnen  die  sonstigen
Dampfer  und  die  Segler  erhalten  nach  der  Reihenfolge  ihrer  Ankunft  und  nach  Maßgabe  des
vorhandenen  Materials  so  viele  Fahrzeuge,  als  sie  ohne  Verzug,  nachdem  die  Fahrzeuge  längsseite
gebracht  sind,  beladen  oder  entlöschen.  Bei  Meinungsverschiedenheiten  über  die  Reihenfolge  entscheidet
das  Hafenamt.

Die  Festmachetrossen  für  die  Leichter  sind  vom  Schiffe  zu  stellen.  Die  Schiffe  sind
verantwortlich  für  Verlust  oder  Beschädigungen  von  Leichtern  des  Betriebsunternehmers  infolge
ungenügenden  Festmachens,  ungenügenden  Trossenmaterials,  zu  kurzen  Anbindens,  Uberladens  oder
Hinunterfallens  von  Tieren  oder  Gütern  von  Deck  aus  der  Schlinge  oder  sonstigen  Ubernahme=  oder
Entlöschungsvorrichtungen.

Gerät  ein  Leichter  ins  Treiben  oder  sonst  in  Gefahr,  so  ist  das  Schiff  verpflichtet,  durch
Abgabe  der  vorschriftsmäßigen  Signale  gemäß  der  auliegenden  Signalordnung  auf  die  Tatsache
aufmertsamn.  zu  machen  und  das  Signal  in  kurzen  Pausen  so  lange  zu  wiederholen,  bis  Hilfe  kommt.

Schäden  an  den  Schiffen,  welche  durch  Festmachen  längsseit  oder  achteraushalten  von
Fahrzeuge  enbtohen,  kommt  der  Betriebsunternehmer  nicht  auf.
Verschiffung.

Zur  Verschiffung  bestimmte  Gepäckstücke,  welche  nicht  zugleich  mit  einem  Passagier  befördert
werden,  und  Güter  müssen  mindestens  24  Stunden  vor  der  Abfahrt  des  Dampfers,  für  welchen  sie
bestimmt  sind,  dem  Betriebsunternehmer  im  Zollhofe  ordnungsmäßig  übergeben  werden.

 

 

*)  Es  wird  darauf  hingewiesen,  daß  die  Eigemtümer  der  Gepäckstücke  sich  gegen  solche  Schäden  durch
Versicherung  in  den  Einschiffungsplätzen  decken  können
        <pb n="947" />
        W  839  20

Die  Empfangnahme  von  Tieren  durch  den  Betriebsunternehmer  erfolgt  erst  im  Augenblicke
der  Verschiffung,  und  zwar  nicht  im  Zollhofe,  sondern  auf  der  Hochwassergrenze  am  Strande  an
der  üblichen  Landungsstelle.  Der  Verschiffer  oder  sein  Vertreter  muß  während  der  Verschiffung
zugegen  sein.

Vor  der  Übergabe  müssen  die  betreffenden  Gepäckstücke,  Tiere  oder  Güter  von  der  Zollbehörde
  freigegeben  sein.

Über  die  empfangenen  Gepäckstücke,  soweit  sie  nicht  mit  einem  Passagier  befördert  werden,
Tiere  und  Güter  wird  der  Betriebsunternehmer  dem  Einlieferer  eine  Empfangsbescheinigung  erteilen.

Gepäckstücke  und  kleinere  Gütermengen  erhalten  bei  der  Verschiffung  den  Vorzug.  Gütermengen
  von  über  100  Tous  Gewicht  sind  möglichst  frühzeitig  dem  Betriebsunternehmer  anzumelden,
der  die  Zeit  der  Anlieferung  jeweilig  festsetzen  wird.

Der  Betriebsunternehmer  hat  alle  ihm  vorschriftsmäßig  übertragenen  Verschiffungsanfträge
zu  erfüllen.  Eine  Haftung  für  ihre  rechtzeitige  Ausführung  trifft  ihn  jedoch  nicht,  wenn  während
der  Frist  für  die  Übergabe  an  die  Schiffe  Verhältnisse  eintreten,  welche  nach  dieser  Betriebsordnung
eine  zeitweilige  Einstellung  des  Betriebes  notwendig  machen,  oder,  wenn  es  sich  um  größere  Gütermengen
  handelt,  die  später  als  einen  Tag  für  je  100  Tons  vor  der  erwähnten  24  stündigen  Frist
vor  Abfahrt  des  betreffenden  Dampfers  ihm  übergeben  wurden.

Die  Übergabe  der  zur  Verschiffung  bestimmten  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  durch  den
Betriebsunternehmer  an  die  Schiffe  findet  durch  Einlegen  in  die  Schlinge  oder  eine  sonstige  schiffsseitig
  zu  stellende  Vorrichtung  im  Leichterfahrzeuge  längsseite  der  Schiffe  statt.  Die  Schiffsleitung
hat  dem  Beamten  des  Betriebsunternehmers  über  dergestalt  empfangene  Güter  eine  Bescheinigung
in  doppelter  Ausfertigung  auszustellen.  Eine  Ausfertigung  hat  der  Betriebsunternehmer  dem
Verschiffer  auszuhändigen.

Landung.

Die  Empfangnahme  der  zu  landenden  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  durch  den  Betriebsunternehmer
  geschieht  längsseits  der  Schiffe  in  seinen  Fahrzeugen  durch  Herausnehmen  aus  den
Schlingen  oder  den  sonstigen  vom  Schiffe  verwandten  Vorrichtungen.

Die  Feststellung  etwa  sich  herausstellender  Beschädigungen  der  zu  landenden  Gepäckstücke,
Tiere  und  Güter  geschieht  auf  der  Landungsbrücke  beim  Herausnehmen  aus  der  Schlinge  des  Kranes,
oder,  wenn  die  Landung  nach  dem  Strande  stattfindet,  nach  der  Herausnahme  aus  den  Fahrzeugen
in  flutfreier  Höhe.

Die  Schiffsführer  sind  verpflichtet,  sich  hierbei  vertreten  zu  lassen.  Die  Beamten  des  Betriebsunternehmers
  haben  den  Vertretern  der  Schiffsführer  eine  Empfangsbescheinigung  über  dergestalt
empfangene  Gepäckstücke,  Tiere  oder  Güter  auszustellen.  In  diesen  Bescheinigungen  haben  die  Beamten
des  Betriebsunternehmers  ihre  Wahrnehmungen  über  nicht  ordnungsmäßige  äußere  Beschaffenheit
der  empfangenen  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  und  deren  Anzahl  zu  verzeichnen.

Ablieferung  gelandeter  Güter.

Als  berechtigter  Empfänger  gelandeter  Tiere  oder  Güter  gilt  derjenige,  der  dem  Betriebsunternehmer
  das  ordnungsmäßig  indossierte  Konnossement  für  die  betreffenden  Güter  und  Tiére  aushändigt.
  Orderkonnossemente  müssen  in  blanko  indossiert  eingelicfert  werden.  Als  Legitimation  für
den  Empfang  von  Gepäckstücken  dient  der  quittierte  Gepäckschein.

Die  Ablieferung  gelandeter  Tiere  geschieht  am  Strande.  Der  Empfänger  oder  sein  Vertreter
  muß  bei  der  Landung  zugegen  sein  und  die  Tiere  sofort  unter  seinen  Gewahrsam  nehmen.
Der  Betriebsunternehmer  hat  den  Empfänger,  wenn  dieser  bekannt  ist,  von  der  Landung  baldmöglichst
  in  Kenntnis  zu  setzen.  Ist  der  Empfänger  oder  ein  Vertreter  desselben  nicht  zu  ermitteln,
oder  versäumt  er,  die  Tiere  rechtzeitig  in  Empfang  zu  nehinen,  so  ist  der  Betriebsunternehmer
berechtigt,  die  Tiere  gegen  Empfangsbescheinigung  in  ihm  geeignet  scheinende  fremde  Obhnt  zu  geben,
für  fremde  Rechnung  und  Gefahr  des  Empfängers.  Etwa  dem  Betriebsunternehmer  entstehende
Futterkosten  sind  ihm  vom  Empfänger  zu  ersetzen.  Wenn  der  Empfänger  bekannt  oder  zu  ermitteln
Hi,  hat  ihm  der  Betriebsunternehmer  eine  Mitteilung  zugehen  zu  lassen,  in  welcher  der  Ort  oder
ie  Orte  angegeben  werden,  wo  die  Tiere  untergebracht  sind.

di  Die  Ablieferung  der  gelandeten  Gepäckstücke  und  Güter  durch  den  Betriebsunternehmer  an
ie  Empfangsberechtigten  geschieht  auf  den  umfriedigten  Zolllagerplätzen  in  dem  Zollschuppen  oder
auf  dem  Kohleulagerplatz.
Zum  Zwecke  der  Ablieferung  werden  die  Güter,  sofern  sie  sich  dazu  eignen,  gestapelt.  Die
Stapelung  hat  nach  Möglichkeit  so  stattzufinden,  daß  die  Hauptmarken  der  einzelnen  Kolli,  wenn  sie
8
        <pb n="948" />
        G  840  2

entsprechend  angebracht  sind,  an  der  Außenseite  des  Stapels  ersichtlich  sind.  Kolli,  welche  eine
Beschädigung  ohne  weiteres  erkennen  lassen,  sind  tunlichst  gesondert  zu  halten.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verpflichtet,  sich  mit  losen  Kohlen,  Koks,  Getreide,  Erzen,
Guano  oder  sonstigen  losen  Gütern  irgendwie  zu  befassen.  Er  kann  von  dem  Schiffsführer,  dem
Empfänger  oder  dem  Verschiffer  verlangen,  daß  solche  Güter  vor  ihrer  Entlöschung  vom  Schiffe
oder  bei  der  Einlieferung  im  Zollhofe  zum  Zwecke  der  Verschiffung  gesackt  oder  sonst  zur  Zufriedenheit
  seines  diensttuenden  Beamten  verpackt  werden.

Die  Stapelung  loser  Güter  geschieht,  wenn  sie  nicht  in  der  Verpackung,  welche  zur  Landung
gedient  hat,  erfolgen  soll,  durch  Ausschütten  in  Haufen,  welche  nicht  über  1  m  hoch  zu  sein  brauchen.

Der  Betriebsunternehmer  ist  berechtigt,  ungehobeltes  Holz  an  Land  zu  flößen.  Wird  diese
Absicht  kundgegeben,  so  sind  von  seiten  des  entlöschenden  Schiffes  eine  größere  Anzahl  Planken,
Bretter  oder  Balken  durch  starke  Verschnürung  zu  einem  Floße  zu  vereinigen.  Solche  Flöße  sind
schiffsseitig  nicht  eher  zu  Wasser  zu  lassen  oder  so  lange  längsseits  vertäut  zu  halten,  als  das  zum
Schleppen  des  Flosses  bestimmte  Fahrzeug  des  Betriebsunternehmers  sich  in  Bereitschaft  für  diese
Arbeit  beim  Schiffe  befindet.

Um  den  Empfang  seiner  Gepäckstücke  oder  Güter  hat  sich  der  Empfänger  selbst  zu  bekümmern.
Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verpflichtet,  dem  Empfänger  von  der  Landung  und  beendeten
Stapelung  seiner  Güter  Anzeige  zu  machen.  Er  ist  jedoch  berechtigt,  die  Ladungsempfänger  unter
Stellung  einer  Frist,  die  nicht  kürzer  als  48  Stunden  sein  soll,  zur  Empfangnahme  jeder  beliebigen
Menge  ihrer  Güter  ohne  Rücksicht  auf  den  Inhalt  der  Konnossemente  aufzufordern.  Kommt  der
Empfänger  innerhalb  der  gestellten  Frist  einer  solchen  Aufforderung  nicht  nach,  so  ist  der  Betriebsunternehmer
  berechtigt,  unter  Hinzuziehung  von  zwei  Zeugen  ein  Protokoll  über  Anzahl  und  äußerliche
Beschaffenheit  der  den  Gegenstand  der  Aufforderung  bildenden  Gepäckstücke  oder  Güter  aufzunehmen,
welches  an  die  Stelle  der  Ablieferung  der  Güter  tritt.

Ist  der  Empfänger  nicht  aufzufinden,  oder  besitzt  er,  wenn  er  nicht  am  Platze  ansässig  ist,
dort  keinen  Vertreter,  so  findet  die  Aufforderung  zur  Empfangnahme  der  Güter  durch  öffentlichen
Anschlag  im  Zollhofe  statt.  Nach  Ablauf  der  Empfangnahmefrist  wird  in  gleicher  Weise  verfahren,
wie  im  Falle  säumiger  Empfangnahme.

Der  Empfänger  hat  dem  Betriebsunternehmer  über  die  empfangenen  Güter  Bescheinigungen
zu  erteilen,  und  zwar  für  jede  einzelne  Ablieferung.  Diese  Bescheinigungen  müssen  etwaige  Ausstände
  enthalten.

Zur  Wahrung  von  Ansprüchen  aus  der  Ablieferung  bedarf  es  in  jedem  Falle  der  Zuziehung
eines  Beamten  des  Betriebsunternehmers  vor  vollendeter  Ablieferung.

Haftung  des  Betriebsunternehmers.

Die  gesetzliche  Haftung  des  Betriebsunternehmers  richtet  sich  in  Ermangelung  besonderer
Bestimmungen  in  dieser  Betriebsordnung  nach  den  Bestimmungen  des  Deutschen  Seefrachtrechts.

Der  Betriebsunternehmer  haftet  nur  seinem  Auftraggeber,  d.  h.  demjenigen,  welcher  seine
Mitwirkung  in  Anspruch  genommen  hat.

Die  Haftung  des  Betriebsunternehmers  beginnt  mit  der  Empfangnahme  und  endet  mit
der  Ablieferung.

Die  Beibringung  der  Empfangsbescheinigung  des  empfangenden  Schiffes  befreit  bei  Verschiffungs=
  oder  Umladungsaufträgen  den  Betriebsunternehmer  dem  Auftraggeber  gegenüber  von  jeder
Haftung  für  die  von  dem  Schiffe  der  Anzahl  und  äußeren  Beschaffenheit  nach  vorbehaltlos  übernommenen
  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter.

Im  Falle  von  Landungsaufträgen  haftet  der  Betriebsunternehmer  dem  Auftraggeber  nur
für  diejenige  Anzahl  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter,  für  welche  er  dem  Schiffe  Empfangsbescheinigung
erteilt  hat.  Weist  diese  Bescheinigung  bezüglich  der  äußeren  Beschaffenheit  der  Gepäckstücke,  Tiere
oder  Güter  einen  Vorbehalt  auf,  so  erfährt  die  Haftung  des  Unternehmers  eine  entsprechende
Einschränkung.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verantwortlich  für  Verluste,  Schäden  und  Kosten,  verursacht
  durch  die  Gefahren  der  See,  Feinde,  Seeräuber,  gewaltsame  Beraubung  (Diebstahl  ausgenommen,
  wenn  nicht  in  den  Zollhöfen  nach  Ablieferung  der  Güter  eingetreten),  Arrest  und  Verfügungen
  von  hoher  Hand;  desgleichen  durch  Kollisionen,  Strandung,  Leckspringen,  Sinken,  Kentern
von  Fahrzeugen,  Brechen  von  Schlepptrossen  und  alle  anderen  Schiffahrtsunfälle,  selbst  wenn  die
dadurch  entstehenden  Schäden,  Verluste  oder  Kosten  auf  irgend  eine  rechtswidrige  Handlung,  einen
Fehler,  eine  Nachlässigkeit  oder  einen  Irrtum  des  Schlepper=  oder  Leichterpersonals  zurückzuführen
        <pb n="949" />
        W  841  2O

sind;  desgleichen  nicht  für  Schäden,  Verluste  und  Kosten  durch  Platzen  von  Dampfkesseln  oder  Rohrleitungen,
  Brechen  von  Schäften  oder  irgend  einen  verborgenen  Fehler  an  dem  Rumpf  von
Schleppern,  Leichtern,  Flößen  oder  sonstiger  im  Betriebe  verwandten  Fahrzeuge  oder  an  deren
Maschinen  (vorausgesetzt,  daß  nicht  Seeuntüchtigkeit  oder  Mangel  an  gehöriger  Sorgfalt  des  Unternehmers
  die  Ursache  ist);  desgleichen  durch  Krieg,  Blockade,  Aufstand  oder  Aufruhr,  Streiks  oder
Aussperrung;  oder  durch  Feuer,  Blitzschlag,  Explosion,  Regen,  Spritzwasser,  Uberschwemmung,  Fortwehen
  oder  Einflüsse  von  Wind  und  Wetter,  Temperatur  und  Klima,  wie  auch  durch  Vertreiben
von  Holz  beim  Anlandflößen,  Sich-Werfen,  Springen  oder  Splittern  von  Holz,  Lösung  von  Bündeln,
Verletzung,  Verenden  oder  Überbordspringen  von  Tieren,  Befleckung  unverpackter  Güter  oder  von
Verpackungen,  Verderb,  Fänlnis,  Ratten=  oder  Wurmfraß,  Rost,  Schweiß,  Zersetzung,  Schwinden,
Leckage  oder  irgendeinen  anderen,  aus  der  natürlichen  Beschaffenheit  der  Güter  oder  deren  äußerlich
nicht  erkennbaren  mangelhaften  Packung  oder  durch  deren  Berührung  mit  oder  der  Ausdünstung
oder  Leckage  von  anderen  Gütern  entstandenen  Schaden;  ferner  nicht  für  durch  ungenaue  oder
mangelhafte  Adressierung  oder  durch  Verwischen  der  Marken  und  Adressen  oder  Bezeichnung  der
Gepäckstücke  oder  der  Güter  verursachten  Versehen.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verantwortlich  für  Gold,  Silber,  Edelmetalle,  Geld,
Dokumente,  Juwelen,  Kunstwerke  oder  andere  Gegenstände,  deren  Wert  2000  Mk.  pro  Kollo  übersteigt,
  es  sei  denn,  daß  der  Wert  ihm  vorher  ausdrücklich  bekanntgegeben  sei,  entweder  von  dem
Kapitän  des  Schiffes,  dem  Empfänger  oder  dem  Verschiffer.  Mündliche  Mitteilungen  werden  als
Erklärungen  im  Sinne  dieser  Bestimmungen  nicht  angesehen.“)

Allgemeine  Bestimmungen.

Gewicht,  Maß,  Qualität,  Inhalt  und  Wert  der  Kolli  oder  Güter,  selbst  wenn  in  den  Manifesten,
  Konnossementen,  Mitwirkungsaufträgen  oder  sonstigen  Dokumenten  angegeben,  gelten  als  dem
Betriebsunternehmer  unbekannt,  ausgenommen,  wenn  das  Gegenteil  ausdrücklich  anerkannt  und
schriftlich  vereinbart  ist.

Werden  dem  Betriebsunternehmer  Güter  übergeben,  deren  Beschädigung,  schlechte  Beschaffenheit
  oder  schlechte  Verpackung  sichtbar  ist,  so  hat  er  diese  Mängel  in  der  Empfangsbescheinigung  zu
bemerken,  widrigenfalls  er  dem  Empfänger  dafür  verantwortlich  ist.

Der  Betriebsunternehmer  ist  berechtigt,  auch  entzündliche,  explosive,  ätzende  oder  sonst  gefährliche
  Güter  zu  befördern.

Die  Rcedereien  oder  Verschiffer  sind  haftpflichtig  für  jeglichen  durch  solche  Güter  anderen
Gütern,  den  Fahrzeugen  oder  den  Anlagen  am  Lande  verursachten  Schaden,  wenn  solche  gefährlichen
Güter  ohne  genaue  Angabe  ihrer  Natur  gelöscht  oder  zur  Verschiffung  angeliefert  werden,  gleichviel
ob  der  betreffende  Schiffsführer  bzw.  Verschiffer  sich  der  gefährlichen  Natur  der  Güter  bewußt  gewesen
  ist  oder  nicht,  oder  ob  derselbe  für  eigene  Rechnung  oder  im  Auftrage  Dritter  gehandelt  hat.

Reklamationen.

Die  Empfänger  sind  verpflichtet,  Ansprüche  gegen  den  Betriebsunternehmer  wegen  Beschädigung
  oder  Verlust  von  Gütern  innerhalb  eines  Monats  nach  beendeter  Beladung  oder  Entlöschung
bei  dem  Betriebsunternehmer  schriftlich  geltend  zu  machen.  Später  gestellte  Ansprüche  ist  der  Betriebsunternehmer
  berechtigt  zurückzuweisen.

Nach  beendeter  Entlöschung  oder  Beladung  eines  jeden  Schiffes  hat  der  Betriebsunternehmer
den  betreffenden  Tag  durch  Aushang  an  einer  Tafel  in  dauerhafter  Schrift  an  seinem  Geschäftshause
bekannt  zu  geben.  Der  Aushang  muß  bis  zum  Ablaufe  der  für  die  Stellung  von  Ansprüchen
gesetzten  einmonatigen  Frist  aufrecht  erhalten  werden.  .

Der  Betriebsunternehmer  haftet  nicht  für  ein  etwaiges  Unterbleiben  solcher  Bekanntmachung.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verpflichtet,  die  Interessen  der  Empfänger  für  vom  Schiffe
nicht  oder  beschädigt  gelandete  Güter  wahrzunehmen.  Dies  haben  die  Empfänger  selbst  zu  tun.

od  In  den  Schadensansprüchen  gegen  den  Betriebsunternehmer  sind  die  Preise  der  fehlenden
¾  er  beschädigten  Güter  nach  dem  Grundsatze  aufzumachen,  daß  nur  für  den  Kostenpreis  der  Güter
n  Verschiffungshafen  zuzüglich  etwa  bezahlter  Fracht-  und  Versicherungsprämie  Ersatz  geleistet  wird.

Gebühren.
Die  Gebührenrechnungen  des  Betriebsunternehmers,  sowie  dessen  Rechnungen  für  die  von

wird  darauf  hingewiesen,  daß  sich  die  Interessenten  gegen  alle  diejenigen  Schäden,  für  die  der

“
„  ))  Es
Betriebsunternehmer  nicht  haftet,  durch  Versicherung  decken  können.
        <pb n="950" />
        WG  842  20

ihm  einzuziehenden  fiskalischen  Hafenabgaben  sind  in  allen  Fällen  vor  Ausführung  der  Leistungen
zu  begleichen.

Dem  Betriebsunternehmer  steht  an  allen  beförderten  Gepäckstücken,  Tieren  und  Gütern  ein
Pfandrecht  zu  für  die  Bezahlung  seiner  Gebühren  und  sonstiger  aus  dem  Betriebe  sich  ergebenden
Forderungen,  sowie  der  Hafengebühren,  mit  deren  Einziehung  er  betraut  ist.

Lüderitzbucht,  den  190
Woermann-Linie,
hier.

n0  ersuche  Sie  hierdurch,  auf  Grund  der  vom  Kaiserlichen  Gonvernement  für  Deutsch-Südwestafrika
  veröffentlichten  Betriebsordnung  vom  l  JJUJ  die  auf  der

d
anliegenden,  von  un  k  vezeichneten  Liste")  ausgeführten  Personen,  Gepäckstücke,  Tiere  ’l  Güter

das  nicht  i*  |A  auch  nQ  2  n  —-ist
  auszustreichen.  ,U  von  „  auf  "  umzuladen.
I.  Für  Empfänger  ,  »  «.  ··«sindwir  ,
oder  Verschiffer  Zur  Zahlung  der  tarifmäßigen  Gebühren  bin  ich  bereit.
.  ..  ..  ..  Empfange1.·
h  —
II.  Für  Schifsführer  Die  tarifmäßigen  Gebühren  sind  vom  Absender  einzuziehen,  doch
oöder  deren  Agenten  halten  wir  uns  für  deren  richtigen  Eingang  verantwortlich.
gang

halte  ich  mich
Mit  Hochachtung
Unterschrift

Signale  für  den  Landungsbetrieb  in  Tüderitzbucht.

Am  Flaggenmast  der  Brücke  geheißt,  bedeutet:

„Aufhören  mit  Löschen“.
8  „Wieder  anfangen“.
Am  Bord  der  Dampfer:
B  „Leichter  oder  Floß  ist  voll,  wünsche  Schlepper“.
R  A  oder  4  lange  Töne  mit  der  Dampfpfeife:
„Floß,  Leichter  oder  Boot  treibt  weg“.
F  „Reede-Offizier  wird  gewünscht"“.
Die  Steurer  der  Schiffs-Barkassen  sind  von  der  Schiffsleitung  zu  instruieren,  daß  sie  sowohl

den  Anordnungen  des  Brücken=  als  auch  des  Reede-Offiziers  Folge  zu  leisten  haben.

Tarif  für  den  hafen  in  Tüderitzbucht.

I.  Für  die  auf  dem  Seewege  ankommenden  oder  abgehenden  Personen,  Tiere  und  Güter
ist  eine  Hafengebühr  an  den  Fiskus  zu  zahlen.

Güter  und  Tiere,  die  unter  Zahlung  der  Hafengebühr  nach  Lüderitzbucht  eingeführt  worden
sind,  im  späteren  Verlaufe  aber  von  dort  nach  Swakopmund  wieder  ausgeführt  werden  sollen,  sind
von  der  sonst  bei  der  Ausfuhr  zu  zahlenden  Hafengebühr  befreit.

Sie  unterliegen  jedoch  bei  der  Wiedereinfuhr  in  Swakopmund  der  dort  bestehenden
Hafengebühr.

 

 

*)  Die  Liste  lann  bei  Aufträgen  zur  Landung  auch  durch  Manifest  bbzw.  durch  das  indossierte
Konnossement  ersetzt  werden.  Bei  Aufträgen  zur  Verschiffung  sind  die  von  den  in  Frage  kommenden  Reedereien
vorgeschriebenen  „Verladezettel“  ausgefüllt  einzureichen.
        <pb n="951" />
        t

4—

#

W  843  20

Die  Hafengebühr  beträgt:
Für  PersonenL⅝;⅛⅝X⅛⅝⅛  iiiie  1,—  Mk.
a)  Für  Pferde  (einschließlich  Ponys),  Kamele,  Maultiere,  Esel,  Rinder,  pro  Stück  2—
b)  Für  Schafe,  Ziegen,  Schweine,  pro  Stück  .........·  0,50-o)FükWasser..·-......
  ........1,5-für
  1000  kg  bzw.  das  Kubikmeter.
d)  Für  alle  übrigen,  nicht  benannten  Guerr  1550  Mk.
für  1000  kg  bzw.  das  Kubikmeter.
II.  An  die  Woermann-Linie  sind  folgende  Beförderungsgebühren  zu  zahlen:
Für  die  Beförderung  von  Personen  zwischen  Schiff  und  Land  oder  von  Schiff  zu

Schiff  im  Hafeernnn  iiiiiiie  1,—  Mk.
Für  das  Verladen  in  die  Landungsfahrzeuge,  das  Verbringen  der  Landungsfahrzeuge
  an  Land,  die  Brücken  oder  an  ein  Schiff  und  die  UÜbergabe  an  die
Empfangsberechtigten
a)  bei  Pferden  (einschließlich  Ponys),  Kamelen,  Maultieren,  Eseln,  Rindern

pro  Süüicckk  1395.—
b)  bei  Schafen,  Ziegen,  Schweinen  pro  Stück  5—

Die  unter  Ziffer  a  und  b  ausgeführten  Beförderungsgebühren  für  Tiere
ermäßigen  sich  um
10  vH.  bei  einer  mit  einem  Schiffe  und  für  einen  Empfänger  zur  Beförderung
  gelangenden  Stückzahl  von  über  10  bis  20,
·0

15  desgleichen  -  -  20  30,
20  *  *  8  "ö  *  30  2  40,
30  -  -  -  -40-50,
40  -  -  -  -50-100,
50-  -  -  -  100.

In  jeder  der  angegebenen  Stufen  darf  jedoch  als  Gesamtbetrag  für  einen

solchen  Trausport  höchstens  der  für  die  Mindestzahl  der  folgenden  Stufe  sich  ergebende
  Betrag  erhoben  werden.
Für  die  Beförderung  aller  sonstigen  im  vorstehenden  nicht  benannten  Güter  von
der  Längsseite  des  Schiffes  bis  in  den  Zollschuppen,  Zollhof  oder  sonstigen  Lagerplatz
  sowie  für  Stapelung  und  ÜUbergabe  oder  für  die  gleiche  Leistung  in  umgekehrter
  Richtung  ....  .  .  65,50Mk.
für  1000  kg  bzw.  das  Kubikmeter.
Vorkommendenfalls  verteilt  sich  die  unter  Ziffer  3  festgesetzte  Gebühr,

wie  folgt:
a)  für  das  Verladen  in  die  Landungsfahrzeuge,  das  Verbringen  der  Landungsfahrzeuge
  an  Land  und  das  Einlegen  in  die  Schlingen  zum  Aufholen  35„,—  Mk.

Diese  Gebühr  gilt  auch  für  Umladungen  im  Hafen  von  Schiff  zu  Schiff;

b)  für  das  Aufholen  mit  dem  Kran  oder  das  sonstige  Herausnehmen  aus  den

Landungsfahrzeugen,  Verladung  auf  die  Bahnwagen,  Beförderung  in  den  Zollschuppen,
  Zollhof  oder  sonstigen  Lagerplatz,  Stapelung  und  übergabe  2,50

für  1000  kg  bzw.  das  Kubikmeter.

III.  Zusätzliche  Bestimmungen.

Die  Zahlung  der  fiskalischen  Hafengebühren  hat  an  die  Woermann-Linie  zu  geschehen,  welche

die  Gebühren  an  die  Zollkasse  in  Lüderitzbucht  gemäß  den  hierüber  zu  erlassenden  Bestimmungen
abführt.

Postsendungen  und  die  zum  dienstlichen  Gebrauch  der  Post=  und  Telegraphenanstalten  des

südwestafrikanischen  Schutzgebiets  bestimmten  Gegenstände  sind  von  der  Zahlung  der  fiskalischen
Hafengebühr  in  demselben  Maße  befreit  wie  die  Amtsbedürfnisse  des  Gouvernements.

elchen  der  beiden  unter  II,  2a,  b  aufgeführten  Kategorien  die  in  diesem  Tarife  nicht  benannten
  Tiere  zuzurechnen  sind,  bestimmt  im  Streitfalle  das  Bezirksamt  Lüderitzbucht.

*  Die  Hafen=  und  Beförderungsgebühr  für  Geflügel  und  sonstige  kleine  Tiere,  die  in
Käfigen  versandt  werden,  wird  nach  dem  Raummaß,  das  die  Behälter  einnehmen,  berechnet.

Die  Erhebung  der  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  erfolgt,  soweit  in  diesem  Tarife  nicht

anderes  bestimmt  ist,  nach  dem  Bruttogewicht.
        <pb n="952" />
        W  844  20

Als  Erhebungseinheit  werden  dabei  für  jede  Position  des  Konnossements  100  kg  angenommen.
  Bruchteile  dieser  Erhebungseinheit  werden  nach  dem  vollen  Betrage  der  Erhebungseinheit
  in  Ansatz  gebracht.

Für  sperrige  Güter  im  schiffahrtstechnischen  Sinne  wird  die  Beförderungs=  und  Hafen-=gebühr
  pro  Kubikmeter  (Raummaß)  berechnet.

Sperrige  Güter  im  schiffahrtstechnischen  Sinne  sind  solche  Güter,  welche  auf  1000  kg
Bruttogewicht  mehr  als  1  Kubikmeter  melssen.

Sofern  der  hiernach  für  die  Berechnung  der  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  in
Betracht  kommende  Maßstab  zur  Berechnung  der  Seefrachtkosten  gedient  hat,  werden  bei  der
Bemessung  der  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  die  Maße  und  Gewichte  der  Schiffspapiere
zugrunde  gelegt,  soweit  die  Maße  und  Gewichte  aus  den  genannten  Papieren  ersichtlich  sind.

In  solchen  Fällen  kann  ein  Nachmessen  oder  Nachwiegen  zum  Zwecke  der  Festsetzung
der  fraglichen  Gebühren  nicht  beansprucht  werden.

10.  Juli  1907.

10.  Kugust  1907.

Nachdem  unter  Ziffer  8  des  von  der  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amts  genehmigten,
zwischen  dem  Bezirksamtmann  Dr.  Fuchs  und  der  Woermann-Linie  abgeschlossenen  Abkommens,
d.  d.  Swakopmund  25.  August  1904  den  an  dem  Landungsvertrage  für  Swakopmund  vom
27./28.  Dezember  1903  beteiligten  Parteien  nach  Beendigung  des  Kriegszustandes  das  Recht  der
Revision  des  letztgenannten  Vertrages  vorbehalten  worden  ist  und  Einverständnis  darüber  besteht,
daß  der  besagte  Kriegszustand  nunmehr  als  beendet  zu  crachten  ist,  wird  unter  Ausübung  des
genannten  Revisionsrechts  und  unter  Aufhebung  aller  das  Landungswesen  in  Swakopmund  betreffenden
bisherigen  Abmachungen  mit  der  Woermann-Lnie

zwischen
dieser,  vertreten  durch  Herrn  Richard  Peltzer,
und

dem  deutsch-südwestafrikanischen  Landesfiskus,  vertreten  durch  den  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts,
  Wirklichen  Geheimen  Rat  Dernburg,
das  Nachstehende  vereinbart:

§*  1.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  die  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung
zwischen  Schiff  und  Land  im  Hafen  von  Swakopmund  unter  Benutzung  der  in  §  5  bezeichneten
Anlagen  und  Betriebsmittel  in  einer  dem  allgemeinen  Verkehrsinteresse  entsprechenden  Weise  zu
betreiben,  insbesondere  auf  ihre  Kosten  dafür  zu  sorgen,  daß  das  dazu  nötige  Personal  und  Inventar
  stets  vollständig  und  in  leistungsfähigem  Zustande  vorhanden  ist.

#§  2.  Die  Beförderung  vom  Schiff  nach  dem  Lande  (Löschung)  besteht  in  folgenden

Vertrag,  betreffend  das  Landungswesen  in  Swakopmund  vom

Leistungen:

1.  Empfangnahme  längsseit  des  Schiffes  in  den  Landungsfahrzeugen;

2.  Verbringen  der  Landungsfahrzeuge  vom  Schiff  an  die  Brücke;  bei  Tierlandungen  an
diese  oder  an  die  alte  Landungsstelle;

3.  Verladung  aus  den  Landungsfahrzeugen  in  die  Güterwagen  der  Hafenbahn;

4.  Beförderung  mittels  dieser  Wagen  nach  Bestimmung  des  Zollamtes  in  den  Zollschuppen,
die  eingefriedeten  Zollhöfe  oder  auf  den  in  der  Nähe  gelegenen  Kohlenlagerplatz  sowie  Stapelung
und  Übergabe  an  die  Empfangsberechtigten.

Die  Beförderung  vom  Lande  nach  dem  Schiffe  (Verschiffung)  besteht  aus  den  gleichen
beisungen.  in  umgekehrter  Reihenfolge.

Die  Beförderung  von  Schiff  zu  Schiff  (Umladung)  besteht  in  folgenden  Leistungen:

1.  Empfangnahme  längsseit  des  Schiffes  in  den  Leichterfahrzeugen;

2.  Verbringen  der  Leichterfahrzeuge  vom  löschenden  Schiffe  längsseit  des  ladenden  Schiffes
und  Befestigung  dessen  Übernahmevorrichtungen.

Die  Woermann-Linie  ist  berechtigt,  aber  nicht  verpflichtet,  mit  vorher  eingeholter  Erlaubnis
der  Zollbehörde  auch  Güter  an  der  sogenannten  alten  Landungsstelle  zu  landen.

Lassen  Art  oder  Gewicht  einzelner  Güter  die  Landung  oder  Verschiffung  an  der  Landungsbrücke
  nicht  zu,  so  ist  die  Woermann-Linie  verpflichtet,  diese  Güter,  soweit  dies  aus  technischen  oder
nautischen  Gründen  möglich  ist,  an  der  alten  Landungsstelle  zu  landen  oder  zu  verschiffen.
        <pb n="953" />
        W  845  20

§  3.  Die  Übergabe  der  Güter  an  die  Empfangsberechtigten  hat  nach  Bestimmung  der  vom
Gouvernement  ermächtigten  Behörden  im  Einvernehmen  mit  der  Woermann-Linie  entweder  in  dem
Zollschuppen  oder  in  den  Zollhöfen  oder  auf  dem  Kohlenlagerplatz  zu  erfolgen.

4.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  die  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung
zwischen  Schiff  und  Land,  gemäß  der  angehefteten  Betriebsordnung,  deren  Revision  nach  sechsmonatiger
  Handhabung  von  jeder  der  beiden  Vertragsparteien  verlangt  werden  kann,  nach  gleichen
Grundsätzen  für  jedermann  auszuführen,  der  dazu  ihre  Mitwirkung  in  Anspruch  nimmt  und  zur
Zahlung  der  tarifmäßigen  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  bereit  ist.

Soweit  die  Woermann-Linie  darnach  bei  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung
zwischen  Schiff  und  Land  mitwirkt,  ist  sie  verpflichtet,  die  Hafengebühren  einzuziehen  und  an  zwei
vom  Zollamte  ein  für  allemal  zu  bestimmenden  Tagen  im  Monat  an  die  Zollkasse  zu  Swakopmund
abzuführen.  Die  Beförderungsgebühren  verbleiben  der  Woermann-Linie.

Zur  Benutzung  bei  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung  zwischen  Schiff  und  Land
im  Hafen  von  Swakopmund  überläßt  der  Fiskus  der  Woermann-Linie  folgende  in  Swakopmund
vorhandene  Anlagen  und  Betriebsmittel:

1.  die  Landungsbrücke;

2.  drei  3  t-Kräne,  zwei  2  t-Kräne,  einen  1½  t-Kran  auf  der  Landungsbrücke;

3.  die  in  den  Zollrayon  und  nach  dem  Kohlenlagerplatz  führenden  Hafengleise;

4.  eine  Lokomotive  nebst  10  Eisenbahngüterwagen  von  je  5  t  Tragfähigkeit  für  den  Verkehr
  auf  den  Hafengleisen.

Soweit  zur  Durchführung  eines  geordneten  Lade=  und  Löschbetriebes  nach  §  1  dieses  Vertrages
  ein  weiterer  Bedarf  an  Lokomotiven  und  Eisenbahngüterwagen  erforderlich  ist,  wird  das
Gouvernement  dahingehende  Anträge  der  Woermann-Linie  berücksichtigen.

Bei  Meinungsverschiedenheiten  nach  dieser  Richtung  entscheidet  die  nach  §  7  zu  bildende
Kommission.

Weiterhin  überläßt  der  Fiskus  der  Woermann-Linie  für  die  Dauer  des  von  ihr  nach  dem
vorliegenden  Vertrage  wahrzunehmenden  Landungsbetriebes  das  von  ihr  zur  Zeit  für  die  Reparaturwerkstätte
  nebst  Zubehör  im  neuen  Zollhofe  gebrauchte  Gelände  zu  unentgeltlicher  Benutzung,  ebenso
das  Gelände  für  die  Zollkontore  der  Linie  in  den  Zollhöfen,  und  das  für  den  Landungsbetrieb  etwa
sonst  noch  erforderliche  Gelände,  soweit  der  Fiskus  die  Verfügung  über  diese  Gelände  hat  und  deren
nicht  selbst  bedarf.  Für  den  Fall,  daß  er  dieser  Gelände  bedarf,  wird  er  der  Woermann-Linie  an
anderer  geeigneter  Stelle  entsprechendes  Gelände  zur  unentgeltlichen  Nutzung  für  die  Dauer  dieses
Vertrages  überlassen,  soweit  er  über  solches  Gelände  verfügt.

Der  Woermann-Linie  steht  das  Recht  zu,  die  für  den  Landungsbetrieb  erforderlichen  Eingeborenen
  während  der  Dauer  dieses  Vertrages  in  den  bisherigen  Unterkunftsräumen  zu  halten,
vorausgesetzt,  daß  dort  ausreichendes  weißes  Personal  für  die  zuverlässige  Uberwachung  der  Eingeborenen
  dauernd  stationiert  ist.

§  5.  Für  die  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  ist  der  angeheftete  Tarif  maßgebend.

Die  Höhe  der  darin  festgesetzten  Beförderungsgebühren  kann  ohne  Einverständnis  der
Woermann-Linie  nicht  geändert  werden.

.  Die  Frage,  ob  der  Betrieb  den  Vorschriften  des  §  1  entsprechend  eingerichtet  ist,
gegebenenfalls,  welche  Anderungen  dazu  notwendig  sind,  entscheidet  eine  Kommission,  die  aus  einem
der  Bezirksrichter  in  Swakopmund  als  Vorsitzenden  und  zwei  Beisitzern  zu  bilden  ist,  von  denen
lede  Partei  einen  zu  berufen  hat.  Wenn  eine  Partei  die  Ernennung  des  Beisitzers  ungebührlich
verzögert,  so  ernennt  ihn  der  Oberrichter  in  Windhnk,  welchem  auch  die  Entscheidung  darüber  zusteht,
ob  eine  ungebührliche  Verzögerung  vorliegt.  ·

Innerhalb  der  Kommission  entscheidet  die  Mehrheit  der  Stimmen.

§5  8.  Die  Instandhaltung  der  Landungsbrücke  liegt  dem  Fiskus  ob.

Die  Instandhaltung  der  übrigen  in  §  5  bezeichneten  oder  später  vom  Fiskus  außerdem
noch  zur  Verfügung  gestellten  Betriebsmittel  in  gutem  Zustande  ist  Sache  der  Woermann-Linie.  Sie
geschieht  durch  ihr  Personal  und  auf  ihre  Kosten.  Nur  solche  hierbei  sich  zeigenden  Mängel  und
schäden,  von  denen  die  Woermann-Linie  nachweisen  kann,  daß  sie  auf  Fehlern  der  Herstellung  oder

cs  Materials  beruhen  oder  durch  außergewöhnliche  Naturereignisse  herbeigeführt  sind,  hat  der
Fiskus  zu  beseitigen.

Betrie  Nachen  die  Verhältnisse  eine  Erweiterung  der  Hafenanlagen  oder  eine  Vermehrung  der

amreebsmiteer.  erforderlich,  so  wird  nach  dem  Grundsatz  verfahren,  daß  Anlagen  und  Betriebsmittel

dem  em  Wasser  von  der  Woermann-Linie,  solche  auf  dem  Festlande,  einschließlich  der  Brücken,  von
Fiskus  bereitzustellen  sind.
        <pb n="954" />
        W  846  2C

Im  ersteren  Falle  trägt  die  Kosten  die  Woermann-Linie,  im  letzteren  der  Fiskus.

Bestreitet  die  Woermann-Linie  die  Notwendigkeit  einer  solchen  Erweiterung  oder  Vermehrung,
  so  entscheidet  endgültig  die  nach  §  7  zu  bildende  Kommission.

Kann  der  Fiskus  die  von  ihm  zu  leistenden  Reparaturen  nicht  rechtzeitig  ausführen,  so  ist
die  Woermann-Linie  von  den  ihr  obliegenden  Reparaturen  der  dadurch  außer  Tätigkeit  gesetzten,  dem
Fiskus  gehörigen  Betriebsmittel  für  die  Dauer  der  Verzögerung  entbunden.

§  9.  Für  Betriebsstörungen,  die  infolge  von  Beschädigungen  der  in  §  8  bezeichneten
Anlagen  und  Betriebsmittel  eintreten  und  während  der  Instandsetzungsarbeiten  andauern,  hat  die
Woermann-Linie  gegen  den  Fiskus  keinerlei  Ersatzansprüche.  Anderseits  ist  die  Woermann-Linie
nicht  verantwortlich  für  Betriebsstörungen,  welche  aus  den  gleichen  Ursachen  eintreten  und  während
der  Instandsetzungsarbeiten  andauern.

10.  Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich,  zur  Ausführung  von  Peilungen  oder  zu
sonstigen  dienstlichen  Zwecken  der  vom  Gouvernement  zu  bestimmenden  Behörden  in  Swakopmund
auf  Verlangen  von  den  ihr  in  Swakopmund  zur  Verfügung  stehenden  Fahrzeugen  diejenigen  mit
Bemannung  und  Ausrüstung  zum  Gebrauch  zu  überlassen,  die  die  genannten  Behörden  als  erforderlich
bezeichnen.

Der  Fiskus  hat  der  Woermann-Linie  hierfür  eine  angemessene  Entschädigung  zu  leisten.

Die  Woermann-Linie  verpflichtet  sich  ferner,  zur  Ausführung  von  Instandsetzungsarbeiten
an  den  Landungsanlagen  den  im  Absatz  1  genannten  Behörden  auf  Verlangen  die  ihr  überwiesenen
und  von  ihr  selbst  hergestellten  Anlagen  und  beschafften  Betriebsmittel  nebst  Personal  gegen  Erstattung
der  baren  Auslagen  zum  Gebrauche  zu  überlassen.

Soweit  die  Überlassung  der  in  diesem  Paragraphen  erwähnten  Anlagen  und  Betriebsmittel
eine  erhebliche  Störung  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung  zwischen  Schiff  und  Land  zur
Folge  haben  würde,  kann  sie  nur  verlangt  werden,  wenn  eine  Verzögerung  der  fraglichen  Arbeiten
mit  einer  esn  Gefahr  für  die  Landungsanlagen  verbunden  sein  würde.

Die  Entscheidung,  ob  dies  der  Fall  ist,  trifft  endgültig  die  Hafenbehörde.

§  11.  Die  Woermann-Linie  wird  dem  Gopuvernement  auf  dessen  Wunsch  jederzeit  einen
der  in  Swakopmund  stationierten  Schleppdampfer  nebst  Bemannung  und  Ausrüstung  für  Fahrten
außerhalb  des  Swakopmunder  Hafenbereichs  zur  Verfügung  stellen,  soweit  das  ohne  erhebliche  Beeinträchtigung
  der  Personen-,  Tier=  und  Güterbeförderung  zwischen  Schiff  und  Land  möglich  ist.

Für  diese  Benutzung  des  Dampfers  hat  der  Fiskus  an  die  Woermann-Linie  eine  angemessene
  Vergütung  zu  zahlen.

12.  Sofort  nach  Ankunft  von  Schiffen  auf  der  Reede  von  Swakopmund  hat  die  Woermann-Linie
  den  vom  Gouvernement  zu  bestimmenden  Behörden  zur  Fahrt  nach  und  von  den  Schiffen
ein  dem  Wetter  entsprechendes  Fahrzeug  nebst  Bemannung  und  Ausrüstung  unentgeltlich  zur  Verfügung
  zu  stellen.

Soweit  Reichs=  und  Schutzgebietsbeamte,  Angehörige  der  Schutztruppe  oder  der  Kaiserlichen
Marine  zur  Erledigung  von  Dienstgeschäften  zwischen  dem  Lande  und  den  auf  der  Reede  liegenden
Schiffen  zu  verkehren  haben,  hat  ihnen  die  Woermann-Linie,  auch  abgesehen  von  dem  Falle  des
Absatzes  1,  freie  Beförderung  hin  und  zurück  zu  gewähren.

§*  13.  Der  Fiskus  verpflichtet  sich,  für  die  Dauer  des  Vertrages  die  Beförderung
sämtlicher  in  Swakopmund  für  seine  Rechnung  ankommenden  und  abgehenden  Personen,  Tiere  und
Güter  zwischen  Schiff  und  Land  unter  Zahlung  der  tarifmäßigen  Beförderungsgebühren  der  Woermann-Linie
  zu  übertragen.

§  14.  Die  Woermann-Linie  hat  alle  für  allgemeine,  insbesondere  für  statistische  Zwecke
notwendigen  Nachweise  und  Feststellungen  gemäß  den  ihr  vom  Gouvernement  zugehenden  Anweisungen
ohne  Vergütung  zu  bewirken,  soweit  die  Unterlagen  ihr  bekannt  sind.

15.  Das  vorliegende  Vertragsverhältnis  endet  mit  dem  31.  März  1909.  Doch  muß
es  auf  Wunsch  der  Regierung  um  sechs  Monate  verlängert  werden,  sofern  die  gleiche  Verlängerung
auch  hinsichtlich  des  für  Lüderitzbucht  abgeschlossenen  Landungsvertrages  eintritt.

Macht  die  Regierung  hiervon  Gebrauch,  so  hat  sie  der  Woermann-Linie  in  Hamburg
spätestens  am  1.  Februar  1909  entsprechende  Mitteilung  zu  machen.

*  16.  UÜber  alle  Ansprüche  aus  dem  gegenwärtigen  Vertragsverhältnisse,  auch,  wenn  sie
nach  dessen  Lösung  geltend  gemacht  werden,  entscheidet  unter  Ausschluß  des  Rechtsweges  ein
Schiedsgericht.

§5  17.  Die  Bildung  des  Schiedsgerichts  erfolgt  nach  den  Vorschriften  der  Zivilprozeßordnung.
        <pb n="955" />
        W  847  2.8

Das  dem  Fiskus  zustehende  Ernennungsrecht  wird  von  dem  Oberrichter  in  Windhuk  ausgeübt.
Kommen  die  Schiedsrichter  zu  keiner  Entscheidung,  weil  sich  unter  ihnen  Stimmengleichheit
ergibt,  so  haben  sie  einen  Obmann  zu  wählen.
Können  sie  sich  über  die  Person  dieses  Obmannes  nicht  einigen,  so  haben  sie  den  Oberrichter
  in  Windhuk  um  dessen  Ernenmung  zu  ersuchen.
Der  Obmann  kann  von  den  Parteien  aus  denselben  Gründen  abgelehnt  werden,  die  zur
Ablehnung  eines  Schiedsrichters  berechtigen.
Die  nach  den  §§  1045,  1046  der  Zivilprozeßordnung  zu  treffenden  Entscheidungen  werden
von  dem  Bezirksrichter  in  Swakopmund  erlassen.
Hamburg,  den  10.  August  1907.
Berlin,  den  10.  Juli  1907.
Reichs-Kolonialamt.  Woermann-Linic.
(L.  S.)  gez.  Deruburg.  gez.  Peltzer.

Betriebs-Ordnung  für  den  verschiffungs=  und  Landungsbetrieb  der  Woermann-Linie
in  Swakopmund.

1.  Die  Arbeitszeit  des  Betriebes  dauert  von  morgens  6  Uhr  bis  mittags  12  Uhr  und  von
nachmittags  2  Uhr  bis  abends  6  Uhr.  An  Sonn=  und  Feiertagen  wird,  abgesehen  von  der
Beförderung  der  Post  und  Passagiere  sowie  von  dringenden  Notfällen,  nicht  gearbeitet.

Ob  ein  dringender  Notfall  vorliegt,  entscheidet  im  Streitfalle  das  Hafenamt.

·  2.  Der  Betriebsunternehmer  ist  berechtigt,  den  Betrieb  auch  während  der  Arbeitszeit  ein-Iustellen,
  wenn  infolge  Dunkelwerdens,  Nebels  oder  durch  den  Zustand  der  See  die  Durchführung
des  Betriebes  beeinträchtigt  wird  oder  Gefahr  für  Menschenleben  oder  Eigentum  damit  verknüpft  ist.
Die  Einstellung  und  Wiedereröffnung  des  Betriebes  bei  solchen  Ereignissen  wird  der  Betriebsunternehmer
  nach  eigenem  bestem  sachverständigem  Ermessen  bestimmen,  ohne  irgendwelche  Verantwortlichkeit
  dafür  zu  übernehmen,  daß  dies  rechtzeitig  geschieht.

3.  Für  Arbeiten  außerhalb  der  Arbeitszeit  oder  an  Sonn=  und  Festtagen,  welche  auf
Antrag  der  Leitung  eines  Schiffes  stattfinden,  sind  von  dem  Antragsteller  dem  Betriebsunternehmer
die  daraus  entstehenden  Kosten,  als  UÜberstundenlöhne,  Kosten  der  Beleuchtung  usw.,  zu  ersetzen.
Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht,  abgesehen  von  der  Beförderung  der  Post  und  Passagiere  sowie
von  dringenden  Notfällen,  verpflichtet,  einem  solchen  Antrage  zu  entsprechen.

Ob  ein  dringender  Notfall  vorliegt,  entscheidet  im  Streitfalle  das  Hafenamt.

Auftragerteilung.

Der  Betriebsunternehmer  wird  für  jeden,  welcher  seine  Mitwirkung  in  Anspruch  nimmt,  die
Beförderung  von  Personen,  Tieren  und  Gütern  von,  nach  und  zwischen  Schiffen  ausführen,  welche
auf  der  Reede  von  Swakopmund  verankert  sind.

Er  ist  jedoch  nur  verpflichtet,  dahin  gehenden  Anträgen  bei  solchen  Schiffen  stattzugeben,  die
merhalb  des  Zwei-Seemeilen-Radius  vom  Brückenkopf  zu  Anker  liegen.

Die  Inanspruchnahme  der  Mitwirkung  des  Betriebsunternehmers  erfolgt  durch  Erteilung
schriftlichen  Auftrages  in  vorgeschriebener,  aus  der  Anlage  ersichtlicher  Form,  in  welchem  der

uftraggeber  den  Namen  des  betreffenden  Schiffes,  die  Art  der  gewünschten  Leistung  (Landung,

erschiffung,  Umladung)  sowie  die  Anzahl  von  Personen  und  Gepäckstücken  unter  Bezeichnung  der
dn  enge,  Gattung  und  Art  der  in  Frage  kommenden  Tiere  oder  Güter  angibt  und  sich  unter  ausrücklicher
  Anerkennung  der  Betriebsordnung  verpflichtet,  die  tarifmäßigen  Gebühren  zu  entrichten.
er  Auftrag,  durch  welchen  die  Mitwirkung  des  Betriebsunternehmers  in  Anspruch  genommen  wird,

eines

8  sowohl  von  dem  betreffenden  Schiffsführer  oder  seinem  Vertreter  am  Lande,  als  auch  von  dem
oder'ugsempfänger  ausgehen.  Geht  er  von  dem  Ladungsempfänger  aus,  so  ist  dem  Auftrage  das

die  Konnossemente  über  die  betreffenden  Güter  beizufügen.

aus  i  ollten  die  Fahrzeuge  des  Betriebsunternehmers  in  Anspruch  genommen  werden,  ohne  daß
er  irgend  einem  Grunde  der  vorgeschriebene  schriftliche  Auftrag  erteilt  wäre,  so  gilt  der  Benutzer

als  Fahrzeuge  als  Auftraggeber  und  die  Verpflichtungen,  welche  ein  solcher  Auftrag  nach  sich  zieht,

de  von  ihm  dem  Betriebsunternehmer  gegenüber  eingegangen,  unbeschadet  dessen  Rechte,  sich  an
n  ihm  übergebenen  Gepäckstücken,  Tieren  oder  Gütern  schadlos  zu  halten.

4
        <pb n="956" />
        W  848  20

Personenverkehr.

Die  Beförderung  von  Personen  zwischen  Schiffen  auf  der  Reede  und  zwischen  Schiffen  und
dem  Lande  geschieht  auf  deren  Gefahr.  Sie  erfolgt  gegen  Lösung  von  Fahrkarten.

Gepäck,  welches  landende  oder  sich  einschiffende  Personen  mit  sich  führen,  braucht  dem
Betriebsunternehmer  nicht  übergeben  zu  werden.  Der  Betriebsunternehmer  wird  die  Landung  oder
Einschiffung  solchen  Gepäcks,  soweit  keine  zwingenden  Hinderungsgründe  vorliegen,  zugleich  mit  den
betreffenden  Personen  ausführen.  Die  Mitnahme  des  Gepäcks  erfolgt  kostenlos.  Eine  Haftung  für
beschädigtes  oder  in  Verlust  geratenes  Gepäck  tritt  auf  seiten  des  Betriebsunternehmers  nicht  ein.“)

Personen,  welche  des  öfteren  an  Bord  der  Schiffe  zu  tun  haben,  können  Dauerkarten  beim
Betriebsunternehmer  lösen.  Diese  Karten  berechtigen  nicht  zum  Verlangen  der  Gestellung  einer
besonderen  Beförderungsgelegenheit.

Verkehr  mit  den  Schiffen.

Der  Betriebsunternehmer  braucht  Aufträgen  zur  Landung,  Verschiffung  oder  Umladung  von
Personen,  Gepäckstücken,  Tieren  oder  Gütern  nur  dann  zu  entsprechen,  wenn

1.  das  Schiff  die  behördliche  Verkehrserlaubnis  erhalten  hat;

2.  allen  von  der  Zollbehörde  beanspruchten  Formalitäten  entsprochen  ist;

3.  der  Führer  des  Schiffes  eine  von  ihm  gezeichnete  Liste  der  zu  landenden  oder  umzuschiffenden
  Passagiere  und  deren  Gepäckstücke  mit  summarischer  Angabe  deren  Zahl
für  jeden  Passagier  bei  dem  Betriebsunternehmer  eingereicht  hat;

4.  der  Führer  des  Schiffes  ein  von  ihm  gezeichnetes  vollständiges  Manifest  über  die  zu
landenden  oder  umzuschiffenden  Tiere  oder  Güter  eingereicht  hat.

Das  Manifest  muß  Angaben  enthalten  über  Marken,  Nummern,  Anzahl,  Art,
Inhalt,  Empfänger,  Maß  und  Bruttogewicht  der  Kolli.  Sendungen  an  „Order“  sind
als  solche  zu  verzeichnen;

5.  der  Schiffsführer  sich  durch  Unterschrift  verpflichtet  hat,  auch  die  sonstigen  Bedingungen
der  Betriebsordnung  zu  erfüllen.

Zur  Beschleunigung  der  Erledigung  dieser  Formalitäten  hat  ein  Beamter  des  Betriebsunternehmers,
  nachdem  die  behördliche  Verkehrserlaubnis  erteilt  ist  und  sofern  der  Zustand  der  See
es  ohne  Gefahr  erlaubt,  sich  an  Bord  des  Schiffes  zu  begeben,  die  Listen  und  Manifeste  in  Empfang
zu  nehmen  und  dem  Schiffsführer  ein  Exemplar  der  Betriebsordnung  einzuhändigen.

Verteilung  und  Behandlung  der  Leichterfahrzeunge.

Die  Leichterfahrzeuge  werden  nach  folgenden  Grundsätzen  verteilt:

Post=  und  Passagierdampfer  erhalten  vor  Frachtdampfern  und  Seglern  den  Vorzug;
Kriegsschiffe  erhalten  vor  allen  anderen  Schiffen  den  Vorzug.

Als  Post=  und  Passagierdampfer  werden  angesehen  die  Dampfer  regelmäßiger  Linien,  welche
nach  einem  festen  veröffentlichten  Fahrplaue  verkehren  und  Passagiere  befördern.

Die  Kriegsschiffe,  nach  ihnen  die  Post=  und  Passagierdampfer,  nach  ihnen  die  sonstigen
Dampfer  und  die  Segler  erhalten  nach  der  Reihenfolge  ihrer  Ankunft  und  nach  Maßgabe  des  vorhandenen
  Materials  so  viele  Fahrzeuge,  als  sie  ohne  Verzug,  nachdem  die  Fahrzeuge  längsseite
gebracht  sind,  beladen  oder  entlöschen.  Bei  Meinungsverschiedenheiten  über  die  Reihenfolge  entscheidet
  das  Hafenamt.

Die  Festmachetrossen  für  die  Leichter  sind  vom  Schiffe  zu  stellen.  Die  Schiffe  sind  verantwortlich
  für  Verlust  oder  Beschädigungen  von  Leichtern  des  Betriebsunternehmers  infolge  ungenügenden
Festmachens,  ungenügenden  Trossenmaterials,  zu  kurzen  Anbindens,  Überladens  oder  Hinunterfallens
  von  Tieren  oder  Gütern  von  Deck,  aus  der  Schlinge  oder  sonstigen  Übernahme=  oder  Entlöschungsvorrichtungen.


Gerät  ein  Leichter  ins  Treiben  oder  sonst  in  Gefahr,  so  ist  das  Schiff  verpflichtet,  durch
Abgabe  der  vorschriftsmäßigen  Signale  gemäß  der  anliegenden  Signalordnung,  auf  die  Tatsache
aufmerksam  zu  machen  und  das  Signal  in  kurzen  Pausen  so  lange  zu  wiederholen,  bis  Hilfe  kommt.

Für  Schäden  an  den  Schiffen,  welche  durch  Festmachen  längsseit  oder  Achteraushalten  von
Fahrzeugen  entstehen,  kommt  der  Betriebsunternehmer  nicht  auf.

Die  Schiffsführer  sind  verpflichtet,  alle  Fahrzeuge  des  Betriebsunternehmers,  von  denen  dies
beansprucht  wird,  auch  solchen,  die  nicht  dem  Verkehr  mit  dem  betreffenden  Schiffe  dienen,  am  Schiffe

4  *)  E  wird  darauf  hingewiesen,  daß  die  Eigentümer  der  Gepäckstücke  sich  gegen  solche  Schäden  durch
Versicherung  in  den  Einschiffungsplätzen  decken  können.
        <pb n="957" />
        G  849  20

festzumachen.  Sie  haben  bei  Tag  und  Nacht  über  die  Sicherheit  ihrer  am  Schiffe  festgemachten
Fahrzeuge  des  Betriebsunternehmers  wachen  zu  lassen.  Dies  gilt  besonders  auch  dann,  wenn  eintretende
  schwere  See  eine  Flucht  der  Schiffe  von  ihrem  Ankerplatze  auf  der  Reede  nach  der  hohen
See  erforderlich  macht.

Geraten  von  den  der  Obhut  eines  Schiffsführers  anvertrauten  Fahrzeugen  des  Betriebsunternehmers
  Fahrzeuge  in  Verlust,  so  werden  sie  an  der  der  Bedienung  des  betr.  Schiffes  dienenden
Anzahl  Fahrzeuge  gekürzt.

Sind  durch  Aufkommen  schlechter  See  oder  aus  einem  sonstigen  Grunde  weiße  oder  eingeborene
  Angestellte  des  Betriebsunternehmers  daran  gehindert,  an  das  Land  zurückzukehren,  so  ist
jeder  Schiffsführer  verpflichtet,  ihnen  angemessene  Unterkunft  und  Verpflegung  für  Rechnung  des
Betriebsunternehmers  so  lange  zu  gewähren,  bis  vom  Lande  der  Betrieb  wieder  ausgenommen  wird.
Der  Betriebsunternehmer  wird  den  Schiffsführern  für  diese  Leistung  ersetzen:

ark  3.—  pro  Tag  und  Person  für  weiße  Angestellte,
Mark  0,75  pro  Tag  und  Person  für  Eingeborene.

Ein  angefangener  Tag  wird  für  voll  gerechnet.

Bei  Verabfolgung  von  Getränken  an  weiße  Angestellte  kommt  der  Betriebsunternehmer  für
die  tatsächlichen,  durch  Quittung  zu  belegenden  Aufwendungen  bis  zum  Betrage  von  Mark  2,—  pro
Tag  und  Person  auf.

Den  Eingeborenen  ist  genügend  Wasser  zu  verabfolgen  und,  wenn  das  Kochen  der  Speise
(Reis)  nicht  schiffsseitig  geschieht,  ausreichende  Gelegenheit  hierzu  zu  bieten.

Verschiffung.

Zur  Verschiffung  bestimmte  Gepäckstücke,  welche  nicht  zugleich  mit  einem  Passagier  befördert
werden,  und  Güter  müssen  mindestens  vierundzwanzig  Stunden  vor  der  Abfahrt  des  Dampfers,  für
welchen  sie  bestimmt  sind,  dem  Betriebsunternehmer  im  Zollhof  ordnungsmäßig  übergeben  werden.

Die  Empfangnahme  von  Tieren  durch  den  Betriebsunternehmer  erfolgt  erst  im  Augenblicke
der  Verschiffung,  und  zwar  nicht  im  Zollhofe,  sondern  auf  der  Hochwassergrenze  am  Strande  an
der  üblichen  Landungsstelle.  Der  Verschiffer  oder  sein  Vertreter  muß  während  der  Verschiffung  zugegen
  sein.

Vor  der  Übergabe  müssen  die  betreffenden  Gepäckstücke,  Tiere  oder  Güter  von  der  Zollbehörde
  freigegeben  sein.

Über  die  empfangenen  Gepäckstücke  —  soweit  sie  nicht  mit  einem  Passagier  befördert
werden  —,  Tiere  und  Güter  wird  der  Betriebsunternehmer  dem  Einlieferer  eine  Empfangsbescheinigung
  erteilen.  ,

Gepäckstücke  und  kleinere  Gütermengen  erhalten  bei  der  Verschiffung  den  Vorzug.  Gütermengen
  von  über  100  Tons  Gewicht  sind  möglichst  frühzeitig  dem  Betriebsunternehmer  anzumelden,
der  die  Zeit  der  Anlieferung  jeweilig  festsetzen  wird.

Der  Betriebsunternehmer  hat  alle  ihm  vorschriftsmäßig  übertragenen  Verschiffungsaufträge
zu  erfüllen.  Eine  Haftung  für  ihre  rechtzeitige  Ausführung  trifft  ihn  jedoch  nicht,  wenn  während  der

rist  für  die  Ubergabe  an  die  Schiffe  Verhältnisse  eintreten,  welche  nach  dieser  Betriebsordnung  eine
geitweilige  Einstellung  des  Betriebes  notwendig  machen,  oder,  wenn  es  sich  um  größere  Gütermengen
handelt,  die  später  als  einen  Tag  für  je  100  Tons  vor  der  erwähnten  24  stündigen  Frist  vor
Abfahrt  des  betreffenden  Dampfers  ihm  übergeben  wurden.

Die  Übergabe  der  zur  Verschiffung  bestimmten  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  durch  den
Betriebsunternehmer  an  die  Schiffe  findet  durch  Einlegen  in  die  Schlinge  oder  eine  sonstige  schiffsleitig
  zu  stellende  Vorrichtung  im  Leichterfahrzeuge  längsseite  der  Schiffe  statt.  Die  Schiffsleitung
hat  dem  Beamten  des  Betriebsunternehmers  über  dergestalt  empfangene  Güter  eine  Bescheinigung
in  doppelter  Ausfertigung  auszustellen.  Eine  Ausfertigung  hat  der  Betriebsunternehmer  dem  Verschiffer
  auszuhändigen.

Landung.
Die  Empfangnahme  der  zu  landenden  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  durch  den  Betriebs-Snterneomer

  geschieht  längsseit  der  Schiffe  in  seinen  Fahrzeugen  durch  Herausnehmen  aus  den
blingen  oder  der  sonstigen  vom  Schiffe  verwandten  Vorrichtungen.

Tiere  Die  Feststellung  etwa  sich  herausstellender  Beschädigungen  der  zu  landenden  Gepäckstücke,
*  und  Güter  geschieht  auf  der  Landungsbrücke  beim  Herausnehmen  aus  der  Schlinge  des

anes  oder,  wenn  die  Landung  nach  dem  Strande  stattfindet,  nach  der  Herausnahme  aus  den
Fahrzeugen  in  flutfreier  Höhe.
        <pb n="958" />
        G  850  20

Die  Schiffsführer  sind  verpflichtet,  sich  hierbei  vertreten  zu  lassen.  Die  Beamten  des
Betriebsunternehmers  haben  den  Vertretern  der  Schiffsführer  eine  Empfangsbescheinigung  über  dergestalt
  empfangene  Gepäckstücke,  Tiere  oder  Güter  auszustellen.  In  diesen  Bescheinigungen  haben
die  Beamten  des  Betriebsunternehmers  ihre  Wahrnehmungen  über  nicht  ordnungsmäßige  äußere
Beschaffenheit  der  empfangenen  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter  und  deren  Anzahl  zu  verzeichnen.

Ablieferung  gelandeter  Güter.

Als  berechtigter  Empfänger  gelandeter  Tiere  oder  Güter  gilt  derjenige,  der  dem  Betriebsunternehmer
  das  ordnungsmäßig  indossierte  Konnossement  für  die  betreffenden  Güter  und  Tiere
aushändigt.  Orderkonnossemente  müssen  in  blanko  indossiert  eingeliefert  werden.  Als  Legitimation
für  den  Empfang  von  Gepäckstücken  dient  der  quittierte  Gepäckschein.

Die  Ablieferung  gelandeter  Tiere  geschieht  am  Strande.  Der  Empfänger  oder  sein  Vertreter
  muß  bei  der  Landung  zugegen  sein  und  die  Tiere  sofort  unter  seinen  Gewahrsam  nehmen.
Der  Betriebsunternehmer  hat  den  Empfänger,  wenn  dieser  bekannt  ist,  von  der  Landung  baldmöglichst
  in  Kenntnis  zu  setzen.  Ist  der  Empfänger  oder  ein  Vertreter  desselben  nicht  zu  ermitteln,
oder  versäumt  er,  die  Tiere  rechtzeitig  in  Empfang  zu  nehmen,  so  ist  der  Betriebsunternehmer
berechtigt,  die  Tiere  gegen  Empfangsbescheinigung  in  ihm  geeignet  scheinende  fremde  Obhut  zu
geben,  für  Rechnung  und  Gefahr  des  Empfängers.  Etwa  dem  Betriebsunternehmer  entstehende
Futterkosten  sind  ihm  vom  Empfänger  zu  ersetzen.  Wenn  der  Empfänger  bekannt  oder  zu  ermitteln
ist,  hat  ihm  der  Betriebsunternehmer  eine  Mitteilung  zugehen  zu  lassen,  in  welcher  der  Ort  oder  die
Orte  angegeben  werden,  wo  die  Tiere  untergebracht  sind.

Die  Ablieferung  der  gelandeten  Gepäckstücke  und  Güter  durch  den  Betriebsunternehmer  an
die  Empfangsberechtigten  geschieht  auf  den  umfriedigten  Zollagerplätzen  in  dem  Zollschuppen  oder
auf  dem  Kohlenlagerplatz.

Zum  Zwecke  der  Ablieferung  werden  die  Güter,  sofern  sie  sich  dazu  eignen,  gestapelt.  Die
Stapelung  hat  nach  Möglichkeit  so  stattzufinden,  daß  die  Hauptmarken  der  einzelnen  Kolli,  wenn  sie
entsprechend  angebracht  sind,  an  der  Außenseite  des  Stapels  ersichtlich  sind.  Kolli,  welche  eine
Beschädigung  ohne  weiteres  erkennen  lassen,  sind  tunlichst  gesondert  zu  halten.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verpflichtet,  sich  mit  losen  Kohlen,  Koks,  Getreide,  Erzen,
Guano  oder  sonstigen  losen  Gütern  irgendwie  zu  befassen.  Er  kann  von  dem  Schiffsführer,  dem
Empfänger  oder  dem  Verschiffer  verlangen,  daß  solche  Güter  vor  ihrer  Entlöschung  vom  Schiffe
oder  bei  der  Einlieferung  im  Zollhofe  zum  Zwecke  der  Verschiffung  gesackt  oder  sonst  zur  Zufriedenheit
  seines  diensttnenden  Beamten  verpackt  werden.

Die  Stapelung  loser  Güter  geschieht,  wenn  sie  nicht  in  der  Verpackung,  welche  zur
Ladung  gedient  hat,  erfolgen  soll,  durch  Ausschütten  in  Haufen,  welche  nicht  über  1  m  hoch  zu
sein  brauchen.

Die  Landung  von  Kolli  über  3  Tons  Bruttogewicht  bedarf  einer  vorherigen  rechtzeitigen
besonderen  Vereinbarung  mit  dem  Betriebsunternehmer.

Der  Betriebsunternehmer  ist  berechtigt,  ungehobeltes  Holz  au  Land  zu  flößen.  Wird  diese
Absicht  kundgegeben,  so  ist  von  seiten  des  entlöschenden  Schiffes  eine  größere  Anzahl  Planken,
Bretter  oder  Balken  durch  starke  Verschnürung  zu  einem  Flosse  zu  vereinigen.  Solche  Flösse  sind
schiffsseitig  nicht  eher  zu  Wasser  zu  lassen  oder  so  lange  längsseite  vertäut  zu  halten,  als  das  zum
Schleppen  des  Flosses  bestimmte  Fahrzeug  des  Betriebsunternehmers  sich  in  Bereitschaft  für  diese
Arbeit  beim  Schiffe  befindet.

Um  den  Empfang  seiner  Gepäckstücke  oder  Güter  hat  sich  der  Empfänger  selbst  zu
bekümmern.  Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verpflichtet,  dem  Empfänger  von  der  Landung  und
beendeten  Stapelung  seiner  Güter  Anzeige  zu  machen.  Er  ist  jedoch  berechtigt,  die  Ladungsempfänger
  unter  Stellung  einer  Frist,  die  nicht  kürzer  als  48  Stunden  sein  soll,  zur  Empfangnahme
jeder  beliebigen  Menge  ihrer  Güter  ohne  Rücksicht  auf  den  Inhalt  der  Konnossemente  aufzufordern.
Kommt  der  Empfänger  innerhalb  der  gestellten  Frist  einer  solchen  Aufforderung  nicht  nach,  so  ist
der  Betriebsunternehmer  berechtigt,  unter  Hinzuziehung  von  zwei  Zeugen  ein  Protokoll  über  Anzahl
und  äußerliche  Beschaffenheit  der  den  Gegenstand  der  Aufforderung  bildenden  Gepäckstücke  oder  Güter
aufzunehmen,  welches  an  die  Stelle  der  Ablieferung  der  Güter  tritt.

Ist  der  Empfänger  nicht  aufzufinden  oder  besitzt  er,  wenn  er  nicht  am  Platze  ansässig  ist,
dort  keinen  Vertreter,  so  findet  die  Aufforderung  zur  Empfangnahme  der  Güter  durch  öffentlichen
Anschlag  im  Zollhofe  statt.  Nach  Ablauf  der  Empfangnahmefrist  wird  in  gleicher  Weise  verfahren
wie  im  Falle  säumiger  Empfangnahme.
        <pb n="959" />
        W  851  2e

Der  Empfänger  hat  dem  Betriebsunternehmer  über  die  empfangenen  Güter  Bescheinigungen
äu  erteilen,  und  zwar  für  jede  einzelne  Ablieferung.  Diese  Bescheinigungen  müssen  etwaige  Ausstände
  enthalten.

Zur  Wahrung  von  Ansprüchen  aus  der  Ablieferung  bedarf  es  in  jedem  Falle  der  Zuziehung
eines  Beamten  des  Betriebsunternehmers  vor  vollendeter  Ablieferung.

Haftung  des  Betriebsunternehmers.

Die  gesetzliche  Haftung  des  Betriebsunternehmers  richtet  sich  in  Ermangelung  besonderer
Bestimmungen  in  dieser  Betriebsordnung  nach  den  Bestimmungen  des  Deutschen  Seefrachtrechts.

Der  Betriebsunternehmer  haftet  nur  seinem  Auftraggeber,  d.  h.  demjenigen,  welcher  seine
Mitwirkung  in  Anspruch  genommen  hat.

Die  Haftung  des  Betriebsunternehmers  beginnt  mit  der  Empfangnahme  und  endet  mit  der
Ablieferung.

Die  Beibringung  der  Empfangsbescheinigung  des  empfangenden  Schiffes  befreit  bei  Verschiffungs-

  oder  Umladungsaufträgen  den  Betriebsunternehmer  dem  Auftraggeber  gegenüber  von
jeder  Haftung  für  die  von  dem  Schiffe  der  Anzahl  und  äußeren  Beschaffenheit  nach  vorbehaltlos
übernommenen  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter.
4  Im  Falle  von  Landungsaufträgen  haftet  der  Betriebsunternehmer  dem  Auftraggeber  nur
für  diejenige  Anzahl  Gepäckstücke,  Tiere  und  Güter,  für  welche  er  dem  Schiffe  Empfangsbescheinigung
erteilt  hat.  Weist  diese  Bescheinigung  bezüglich  der  äußeren  Beschaffenheit  der  Gepäckstücke,  Tiere
oder  Güter  einen  Vorbehalt  auf,  so  erfährt  die  Haftung  des  Unternehmers  eine  entsprechende
Einschränkung.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verantwortlich  für  Verluste,  Schäden  und  Kosten,  verursacht
  durch  die  Gefahren  der  See,  Feinde,  Seeräuber,  gewaltsame  Beraubung  (Diebstahl  ausgenommen,
  wenn  nicht  in  den  Zollhöfen  nach  Ablieferung  der  Güter  eingetreten),  Arrest  und  Verfügungen
  von  hoher  Hand;  desgleichen  durch  Kollisionen,  Strandung,  Leckspringen,  Sinken,  Kentern
von  Fahrzengen,  Brechen  von  Schlepptrossen  und  alle  anderen  Schiffahrtsunfälle,  selbst  wenn  die
dadurch  entstehenden  Schäden,  Verluste  oder  Kosten  auf  irgend  eine  rechtswidrige  Handlung,  einen
Fehler,  eine  Nachlässigkeit  oder  einen  Irrtum  des  Schlepper=  oder  Leichterpersonals  zurückzuführen
ist;  desgleichen  nicht  für  Schäden,  Verluste  und  Kosten  durch  Explosionen,  Platzen  von  Dampfkesseln
oder  Rohrleitungen,  Brechen  von  Schäften  oder  irgend  einem  verborgenen  Fehler  an  dem  Rumpf
von  Schleppern,  Leichtern,  Flößen  oder  sonstiger  im  Betriebe  verwandter  Fahrzeuge  oder  an  deren
Maschinen  (vorausgesetzt,  daß  nicht  Seenntüchtigkeit  oder  Mangel  an  gehöriger  Sorgfalt  des  Unternehmers
  die  Ursache  ist);  desgleichen  durch  Krieg,  Blockade,  Aufstand  oder  Aufruhr,  Streik  oder
Aussperrung;  oder  durch  Feuer,  Blitzschlag,  Regen,  Explosion,  Spritzwasser,  Uberschwemmung,  Fortwehen
  oder  Einflüsse  von  Wind  und  Wetter,  Temperatur  und  Klima,  wie  auch  durch  Vertreiben  von
Jolz  beim  Anlandflößen,  Sichwerfen,  Springen  oder  Splittern  von  Holz,  Lösung  von  Bündeln,
Verletzung,  Verenden  oder  Überbordspringen  von  Tieren,  Befleckung  unverpackter  Güter  oder  von
Verpackungen,  Verderb,  Fäuluis,  Ratten=  oder  Wurmfraß,  Rost,  Schweiß,  Zersetzung,  Schwinden,

eckage  oder  irgend  einen  anderen,  aus  der  natürlichen  Beschaffenheit  der  Güter  oder  deren  äußerlich
nicht  erkennbaren  mangelhaften  Packung  oder  durch  deren  Berührung  mit,  oder  der  Ausdünstung
oder  Leckage  von  anderen  Gütern  entstandenen  Schaden;  ferner  nicht  für  durch  ungenaue  oder
mangelhafte  Adressierung  oder  durch  Verwischen  der  Marken  und  Adressen  oder  Bezeichnung  der
epäckstücke  oder  der  Güter  verursachten  Versehen.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verantwortlich  für  Gold,  Silber,  Edelmetalle,  Geld,
Dokumente,  Juwelen,  Kunstwerke  oder  andere  Gegenstände,  deren  Wert  2000  Mark  pro  Kollo  überseigt,
  es  sei  denn,  daß  der  Wert  ihm  vorher  ausdrücklich  bekannt  gegeben  sei,  entweder  von  dem
Gapitän  des  Schiffes,  dem  Empfänger  oder  dem  Verschiffer.  Mündliche  Mitteilungen  werden  als

errlärungen  im  Sinne  dieser  Bestimmungen  nicht  angesehen.“)

Allgemeine  Bestimmungen.
Manifei  Gewicht,  Maß,  Qualität,  Inhalt  und  Wert  der  Kolli  oder  Güter,  selbst  wenn  in  den
anitesten,  Konnossementen,  Mitwirkungsaufträgen  oder  sonstigen  Dokumenten  angegeben,  gelten  als
schme-  Betriebsunternehmer  unbekannt,  ausgenommen,  wenn  das  Gegenteil  ausdrücklich  anerkannt  und
schriftlich  vereinbart  ist.
Berrieb  *)  Es  wird  darauf  hingewiesen,  daß  sich  die  Interessenten  gegen  alle  diejenigen  Schäden,  für  die  der
szsebounternehmer  nicht  haftet,  durch  Versicherung  decken  können.
        <pb n="960" />
        W  852  20

Werden  dem  Betriebsunternehmer  Güter  übergeben,  deren  Beschädigung,  schlechte  Beschaffenheit
  oder  schlechte  Verpackung  sichtbar  ist,  so  hat  er  diese  Mängel  in  der  Empfangsbescheinigung  zu
bemerken,  widrigenfalls  er  dem  Empfänger  dafür  verantwortlich  ist.

Der  Betriebsunternehmer  ist  berechtigt,  auch  entzündliche,  explosive,  ätzende  oder  sonst
gefährliche  Güter  zu  befördern.

Die  Reedereien  oder  Verschiffer  sind  haftpflichtig  für  jeglichen  durch  solche  Güter  anderen
Gütern,  den  Fahrzeugen  oder  den  Anlagen  am  Lande  verursachten  Schaden,  wenn  solche  gefährlichen
Güter  ohne  genaue  Angabe  ihrer  Natur  gelöscht  oder  zur  Verschiffung  angeliefert  werden,  gleichviel
ob  der  betreffende  Schiffsführer  bzw.  Verschiffer  sich  der  gefährlichen  Natur  der  Güter  bewußt  gewesen
ist  oder  nicht,  oder  ob  derselbe  für  eigene  Rechnung  oder  im  Auftrage  Dritter  gehandelt  hat.

Reklamationen.

Die  Empfänger  sind  verpflichtet,  Ansprüche  gegen  den  Betriebsunternehmer  wegen  Beschädigung
  oder  Verlust  von  Gütern  innerhalb  eines  Monats  nach  beendeter  Beladung  oder  Entlöschung
  bei  dem  Betriebsunternehmer  schriftlich  geltend  zu  machen.  Später  gestellte  Ansprüche  ist
der  Betriebsunternehmer  berechtigt  zurückzuweisen.

Nach  beendeter  Entlöschung  oder  Beladung  eines  jeden  Schiffes  hat  der  Betriebsunternehmer
den  betreffenden  Tag  durch  Aushang  an  einer  Tafel  in  dauerhafter  Schrift  an  seinem  Geschäftshause
bekannt  zu  geben.  Der  Aushang  muß  bis  zum  Ablaufe  der  für  die  Stellung  von  Ansprüchen  gesetzten
einmonatigen  Frist  aufrecht  erhalten  werden.

Der  Betriebsunternehmer  haftet  nicht  für  ein  etwaiges  unterbleiben  solcher  Bekanntmachung.

Der  Betriebsunternehmer  ist  nicht  verpflichtet,  die  Interessen  der  Empfänger  für  vom
Schiffe  nicht  oder  beschädigt  gelandete  Güter  wahrzunehmen.  Dies  haben  die  Empfänger
selbst  zu  tun.

In  den  Schadensansprüchen  gegen  den  Betriebsunternehmer  sind  die  Preise  der  fehlenden
oder  beschädigten  Güter  nach  dem  Grundsatze  aufzumachen,  daß  nur  für  den  Kostenpreis  der  Güter
im  Verschiffungshafen  zuzüglich  etwa  bezahlter  Fracht=  und  Versicherungsprämie  Ersatz  geleistet  wird.

Gebühren.

Die  Gebührenrechnungen  des  Betriebsunternehmers  sowie  dessen  Rechnungen  für  die  von
iom  en  einhnziehenden  fiskalischen  Hafenabgaben  sind  in  allen  Fällen  vor  Ausführung  der  Leistungen
zu  begleichen.

Dem  Betriebsunternehmer  steht  an  allen  beförderten  Gepäckstücken,  Tieren  und  Gütern  ein
Pfandrecht  zu  für  die  Bezahlung  seiner  Gebühren  und  sonstigen  aus  dem  Betriebe  sich  ergebenden
Forderungen  sowie  der  Hafengebühren,  mit  deren  Einziehung  er  betraut  ist.

Signale  für  den  Landungsbetrieb.
Folgende  Flaggensignale,  am  Flaggenmast  auf  der  Brücke  geheißt,  bedeuten:

N  „Löschen  Sie  in  großen  Booten“,

K  „Wir  können  nur  mit  kleinen  Booten  arbeiten“,

1670  „Ganz  aufhören  mit  Löschen“,

J  E  S  „Wieder  anfangen“  (wenn  das  Löschen  unterbrochen  war),

Fd  „Einfahrt  ist  gefährlich,  es  können  nur  kleine  Boote  an  der  Brücke  landen,
dürfen  aber  nicht  von  Barkassen  eingeschleppt  werden“,

FR.  „Barre  unpassierbar,  jeder  Verkehr  mit  Land  unterbrochen“,

B  und  zwei
Töne  mitder
Sirene:  „Wir  brauchen  eine  Barkasse  an  der  Brücke“.

Flaggensignale  am  Flaggenmaste  auf  dem  Strande:

1630  „Am  Strande  mit  Löschen  aufhören“,

J  E  S  „Am  Strande  wieder  anfangen“  (wenn  das  Löschen  unterbrochen  war),

A  „Es  können  Flöße  mit  Vieh  oder  Ladung  gelandet  werden“,

0  „Fahrzeuge  in  der  Nähe  des  Strandes  in  Gefahr,  brauche  sofort  Schlepperbil

  fe“.
        <pb n="961" />
        853

Flaggen-  und  Pfeifensignale  am  Bord  der  Dampfer:

B  „Leichter  oder  Floß  ist  voll,  wünsche  Schlepper“,
R  A  oder  4
lange  Töne
mit  der
Dampfspfeife.  „Floß,  Leichter  oder  Boot  treibt  weg“,
„Reede-Offizier  wird  gewünscht“.

Sirenensignale  bei  Nebel  von  der  Brücke:

In  kurzen  Pausen  ein  langgezogener  Ton,  bedeutet:

„Gute  See,  es  wird  mit  großen  Booten  an  der  Brücke  gearbeitet".
In  kurzen  Pausen  zwei  lange  Töne,  bedeutet:

„Einfahrt  für  Barkassen  gefährlich;  wir  können  nur  mit  kleinen  Booten  arbeiten“.
In  kurzen  Pausen  drei  lange  Töne,  bedeutet:

„Schlechte  See;  es  wird  nicht  gearbeitet"“.
Die  Stenerer  der  Schiffsbarkassen  sind  von  der  Schiffsleitung  zu  instruieren,  daß  sie  sowohl

den  Anordnungen  des  Brücken=  als  auch  des  Reede-Offiziers  Folge  zu  leisten  haben.

Swakopmund,  den  19
Woermann-Linic,
hier.

e#rn  ersuche  Sie  hierdurch,  auf  Grund  der  vom  Kaiserlichen  Gonvernement  für  Deutsch-Südwestafrika

  veröffentlichten  Betriebsordnung  vom  die  auf  der
anliegenden,  von  ur  gezeichneten  Liste')  aufgeführten  Personen,  Gepäckstücke,  Tiere  znd  Güter
.  ...  «  "  zu  landen
2  ih  edehe  *  4  dasßs  r  auf  za  ie,
#  Fur  sNuli  Zur  Zahlung  der  tarifmäßigen  Gebühren  sind  wir  bereit.
Empfänger

II.  Für  Schifsführer  eeinzuziehen,  doch
oder  deren  Agenten

"
1
1  Die  tarifmäßigen  Gebühren  sind  vom  Absender
halten  wir  unns  richtigen  i  „  *
halte  ich  mich  für  deren  richtigen  Eingang  verantwortlich.
Mit  Hochachtung
Unterschrift

Tarif  für  den  hafen  von  Swahopmund.

Für  die  auf  dem  Seewege  ankommenden  oder  abgehenden  Personen,  Tiere  und  Güter  ist  eine
Hafengebühr  an  den  Fiskus  zu  zahlen.

..  Güter  und  Tiere,  die  unter  Zahlung  der  Hafengebühr  nach  Swakopmund  eingeführt  worden
sind,  im  späteren  Verlauf  aber  von  dort  nach  Lüderitzbbucht  wieder  ausgeführt  werden  sollen,  sind
von  der  sonst  bei  der  Ausfuhr  zu  zahlenden  Hafengebühr  befreit.

"  Sie  unterliegen  jedoch  bei  der  Wiedereinfuhr  in  Lüderitzbucht  der  dort  bestehenden
Hafergebühr.
Die  Hafengebühr  beträgt:

I.

I  Für  Personen  je  1  Mk.
2.  a)  Für  Pferde  (einschließlich  Ponys),  nnete)  Maultiere,  Ce  Rinder,  %  Stück  .  3  Mk.
b)  Für  Schafe,  Ziegen,  Schweine,  pro  Stück  .  1Mk.

indoss  NJ.  B.  Die  Liste  kann  bei  Aufträgen  zur  Landung  auch  durch  das  Manifest  bzw.  durch  das
5#e#  sierte  Konnossement  ersetzt  werden.  Bei  Aufträgen  zur  Verschiffung  sind  die  von  den  in  Frage  kommenden
ereien  vorgeschriebenen  „Verladezettel“  ausgefüllt  einzureichen.
        <pb n="962" />
        854  2S

3.  Für  Maschinen,  Materialien  und  sonstige  technische  Hilfsmittel,  welche  zum  Bau,  zur
Ausrüstung  oder  zum  Betriebe  von  Bahn-,  Hafen-,  Bergwerks=  oder  Steinbruchanlagen
Verwendung  finden  sollen,  sowie  fũr  Maschinen  und  Gerätschaften  zu  landwirtschaftlichen
oder  industriellen  Zwecken  ..  Mk

für  1000  2  bzw.  das  Kubitmeter.

4.  Für  alle  übrigen  nicht  benannten  Güter  .  4  Mk.

für  1000  xg  bzw.  das  Kubikmeter.
II.  An  die  Woermann-Linie  sind  folgende  Beförderungsgebühren  zu  zahlen:
1.  Für  die  Beförderung  von  Personen  zwishen  Schiff  und  Land  oder  von  Schiff  zu

Schiff  auf  der  Reede  .je  1,50  Mk.
2.  Für  das  Verladen  von  Tieren  in  die  Landungsfahrzeuge,  das  Verbringen  der
Landungsfahrzeuge  an  die  Brücke,  den  Strand  oder  an  ein  Schiff  und  die  Übergabe
an  die  Empfangsberechtigten
a)  bei  Pferden  (einschließlich  Ponys),  Kamelen,  Maultieren,  Eseln,  Rindern,  pro  Stück  15  Mk.
b)  bei  Schafen,  Ziegen,  Schweinen,  pro  Stück  5  Mk.
Die  unter  Ziffer  a  und  b  aufgeführten  Beförderungsgebühren  für  Tiere.  ermäßigen  sch  um:
10  vH.  bei  einer  mit  einem  Schiffe  und  für  einen  Empfänger  zur  Beförderung

gelangenden  Stückzahl  von  übeer  10  bis  20
15  Stückzahl  von  übdbrr  20  bis  30
20  -  -  -  ...  .  360  bis  40
30  —  -  -  -  .................40bi350
40-  -  -  -  .................-)0bi3100
50  Ob  O]  On  100.

In  jeder  der  angegebenen  Stufen  darf  jedoch  als  Gesamtbetrag  für  einen  solchen
Transport  höchstens  der  für  die  Mindestzahl  der  folgenden  Stufe  sich  ergebende  Betrag
erhoben  werden.

3.  Für  die  Beförderung  aller  sonstigen,  im  vorstehenden  nicht  benannten  Güter  von  der

Längsseite  des  Schiffes  bis  in  den  Zollschuppen,  die  Zollhöfe  oder  auf  den  Kohlenlagerplatz

  sowie  für  die  Stapelung  und  d  Übergabe  r  oder  für  die  gleiche  Leistung  in
umgekehrter  Nichtung  —-z5,50  Mk.
für  1000  kg  özw.  das  Kubikmeter.

Vorkommendenfalls  verteilt  sich  die  unter  Ziffer  3  festgesetzte  Gebühr,  wie  folgt:

a)  für  das  Verladen  in  die  Landungsfahrzeuge,  das  Verbringen  der  Landungsfahrzeuge
  an  Land  und  das  Einlegen  in  die  Schlingen  zum  Aufholen  3  Mk.
Die  unter  II  3a  angeführte  Gebühr  gilt  auch  für  Umladungen  auf  der

Reede  von  Schiff  zu  Schiff.

b)  Für  das  Aufholen  mit  dem  Kran  oder  das  sonstige  Herausnehmen  aus  den

Landungsfahrzeugen,  Verladung  auf  die  Bahnwagen,  Beförderung  in  den  Zollschuppen,

  die  Zollhöfe  oder  auf  den  Kohlenlagerplatz  und  Stapelung  2,50  Mk.

für  1000  kg  bzw.  das  Kubikmeter.

Bei  Massengütern  einer  Art,  die  in  Mengen  von  nicht  weniger  als  100  Tons  mit  einem
Schiffe  auf  einem  Konnossemente  eingeführt  und  schiffsseitig  in  ununterbrochener  Folge  in  Mengen
von  mindestens  20  Tons  stündlich  gelöscht  werden,  ist  die  Woermann-Linie  verpflichtet,  zu  der  unter
II  3b  aufgeführten  Gebühr  auf  zollamtlich  genehmigten  Antrag  geeignete,  in  den  Zollhöfen  oder
auf  dem  Kohlenlagerplatze  rechtzeitig  bereitgestellte  Eisenbahnwagen  unter  die  Brückenkräne  zu
bringen,  die  Güter  unmittelbar  aus  den  Leichtern  in  diese  Wagen  zu  verladen  und  letztere  zur
Übergabe  ohne  Entladung  in  die  Zollhöfe  oder  auf  den  Kohlenlagerplatz  zu  befördern.

Die  gleiche  Leistung  liegt  ihr  sinngemäß  in  umgekehrter  Richtung  bei  der  Ausfuhr  von
Massengütern  ob.

III.  Zusätzliche  Bestimmungen.

1.  Die  Zahlung  der  fiskalischen  Hafengebühren  hat  an  die  Woermann-Linie  zu  geschehen,
welche  die  Gebühren  an  die  Zollkasse  in  Swakopmund  gemäß  den  hierüber  zu  erlassenden
Bestimmungen  abführt.

2.  Postsendungen  und  die  zum  dienstlichen  Gebrauch  der  Post=  und  Telegraphenanstalten
des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets  bestimmten  Gegenstände  sind  von  der  Zahlung  der  fiskalischen
Hafengebühr  in  demselben  Maße  befreit  wie  die  Amtsbedürfnisse  des  Gonvernements.
        <pb n="963" />
        G.  855  20

3.  Welchen  der  beiden  unter  II  ZLa,  b  aufgeführten  Kategorien  die  in  diesem  Tarife  nicht
benannten  Tiere  zuzurechnen  sind,  bestimmt  im  Streitfalle  das  Bezirksamt  in  Swalopmund.

Die  Hafen-  und  Beförderungsgebühr  für  Geflügel  und  sonstige  kleine  Tiere,  die  in  Käfigen
versandt  werden,  wird  nach  dem  Raummaß,  das  die  Behälter  einnehmen,  berechnet.

4.  Die  Erhebung  der  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  erfolgt,  soweit  in  diesem  Tarife
nicht  anderes  bestimmt  ist,  nach  dem  Bruttogewicht.  Als  Erhebungseinheit  werden  dabei  für  jede
Position  des  Konnossements  100  kg  angenommen.  Bruchteile  dieser  Erhebungseinheit  werden  nach
dem  vollen  Betrage  der  Erhebungseinheit  in  Ansatz  gebracht.

Für  sperrige  Güter  im  schiffahrtstechnischen  Sinne  wird  die  Beförderungs=  und  Hafengebühr
pro  Kubikmeter  (Raummaß)  berechnet.

Sperrige  Güter  im  Sciffahrtmtechnischen  Sinne  sind  solche  Güter,  welche  auf  1000  kg
Bruttogewicht  mehr  als  1  Kubikmeter  messen.

Sofern  der  hiernach  für  die  Berechnung  der  Hafen=  und  Beförderungsgebühren  in  Betracht
kommende  Maßstab  zur  Berechnung  der  Seefrachtkosten  gedient  hat,  werden  bei  der  Bemessung  der
Hafen=  und  Beförderungsgebühren  die  Maße  und  Gewichte  der  Schiffspapiere  zugrunde  gelegt,  soweit
die  Maße  und  Gewichte  aus  den  genannten  Papieren  ersichtlich  sind.

In  solchen  Fällen  kann  ein  Nachmessen  oder  Nachwiegen  zum  Zwecke  der  Festsetzung  der
fraglichen  Gebühren  nicht  beansprucht  werden.

Bekanntmachung.

Es  wird  bekannt  gegeben,  daß  die  aktiven  oder  zur  Disposition  gestellten  Offiziere  der
Schutztruppen  bei  Veröffentlichungen  in  der  Zeitschrift  „Kolonie  und  Heimat  in  Wort  und  Bild“,
Verlag  kolonialpolitischer  Zeitschriften,  Berlin  W.  35,  Schöneberger  Ufer  20,  von  der  Mitveröffentlichung
  ihrer  Namen  und  Dienststellungen  bis  auf  weiteres  absehen  können.

Beriin,  den  12.  August  1907.
Kommando  der  Schutztruppen.
In  Vertretung:
v.  Wolff,  Oberstleutnant.

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Unterstaatssekretär
  im  Reichs-Kolonialamt,  v.  Lindequist,  durch  Allerhöchste  Ordre  vom  24.  Juli  d.  Is.  zum
stelloertretenden  Bevollmächtigten  zum  Bundesrat  zu  ernennen.

Dem  bisher  mit  den  Geschäften  eines  Kalkulaturvorstehers  betrauten  Hofrat  Gragert  ist
nach  Neuorganisation  des  Reichs-K  Kolonialamts  (Militärverwaltung)  die  dienstliche  Bezeichnung  „außerordentlicher
  Hilfsarbeiter  im  Reichs-Kolonialamt“  beigelegt  worden.

Reichs-Rolonialamt.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  15.  Aug.  1907.

Dr.  Adlung,  Stabsapotheker  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  zum  Korpsstabsapotheker  im
Reichs-Kolonialamt  ernannt.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  16.  August  1907.
Frhr.  v.  Schleintt,  Major  und  Kommandeur  der  Schutztruppe,  auf  sein  Ansuchen  vom  20.  August
d.  Is.  ab  bis  zur  Beendigung  der  Herbstübungen  zur  Dienstleistung  beim  Infanterie-Regiment
  von  Winterfeldt  (2.  Oberschlesischen)  Nr.  23  kommandiert.
n,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  vom  20.  August  d.  Is.  ab  auf  zwei  Monate  zur  Dienstleistung
  beim  Telegraphen-Bataillon  Nr.  1  kommandiert.

Nigman

98
        <pb n="964" />
        W  856  20

v.  Grawert  (Gideon),  überzähliger  Hauptmann,

v.  Krieg  und  Gudowius,  Oberleutnants,

v.  Lindeiner  gen.  v.  Wildau,  Leutnant,  und

Professor  Ollwig,  Stabsarzt,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre
genehmigt.

Dr.  Stolowsky,  Oberarzt,  zum  Stabsarzt  befördert.

A.  K.  O.  vom  17.  August  1907.
v.  Stegmann  u.  Stein,  Oberleutnant  im  Jäger-Bataillon  von  Neumann  (1.  Schlesischen)  Nr.  5,
am  21.  August  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  22.  August  d.  Is.  in  der
Schutztruppe  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  31.  Juli  1907.

Effnert,  Oberleutnant  im  2.  Lothringischen  Pionier-Bataillon  Nr.  20,  am  31.  Juli  aus  dem  Heere
ausgeschieden  und  mit  dem  1.  August  d.  Is.  in  der  Schugztruppe  angestellt.

v.  Klewitz,  Königlich  Württembergischer  Leutnant  im  Dragoner-Regiment  Königin  Olga  (1.  Württembergischem)
  Nr.  25,  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem  XIII.  (Königlich  Württembergischen)
Armeekorps  mit  dem  1.  August  d.  Is.  als  Leutnant  mit  einem  Patent  vom  22.  Mai  1900  M
in  der  Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  13.  August  1907.

Prinz  Joachim  Albrecht  von  Preußen  Königliche  Hoheit,  Major,  im  Anschluß  an  den  ihm
gewährten  viermonatigen  Urlaub  einen  dreimonatigen  Nachurlaub  zur  Wiederherstellung  der
Gesundheit  vom  5.  September  d.  Is.  ab  nach  Deutschland  bewilligt.

A.  K.  O.  vom  16.  August  1907.
Am  31.  August  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  September  d.  Js.
im  Heere  angestellt:

Buchholtz,  Major  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos  Süd,  unter  Überweisung  zum  großen
Generalstabe,  im  Generalstabe  der  Armec,

Ermekeil,  Rittmeister  und  Kolonnenführer  in  der  II.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  als  Eskadron--chef
  im  3.  Schlesischen  Dragoner-Regiment  Nr.  15,

Wunsch,  Hauptmann  und  Kolonnenführer  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  als  Batteriechef
im  Torgauer  Feldartillerie-Regiment  Nr.  74,

Danneel,  Leutnant,  im  2.  Hannoverschen  Infanterie-Regiment  Nr.  77,

Berger,  Stabsarzt,  als  Bataillonsarzt  des  II.  Bataillons  Infanterie-Regiments  Lübeck  (3.  Hanseatischen)
  Nr.  162  und

Dr.  Krawietz,  Stabsarzt,  als  Bataillonsarzt  des  III.  Bataillons  Infanterie-Regiments  von  Boyen
(5.  Ostpreußischen)  Nr.  41  und

Schachtmeyer,  Oberarzt,  beim  4.  Thüringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  72.

Ferner:  Am  31.  August  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:

Siebert,  Hauptmann,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste.

Nachurlaub  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  nach  Deutschland  bewilligt:

Klausa,  Leutnant  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichs-Kolonialamt
  (Kommando  der  Schutztruppen)  bis  zum  17.  August  d.  Is.  gewährten  Urlaub
ein  sechsmonatiger  Nachurlaub  und

Küentzle,  Leutnant  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichs-Kolonialamt
  (Kommando  der  Schutztruppen)  bis  zum  15.  August  d.  Is.  gewährten  Urlaub
ein  zweimonatiger  Nachurlaub.

von  Lilienthal,  Leutnant,  auf  sein  Gesuch  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  aus  dem  aktiven
  Dienst  der  Schutztruppe  bewilligt.
Dem  Hauptmann  von  Hagen  vom  Generalstabe  der  Schutztruppe  ist  durch  A.  K.  O.  vom

18.  April  1907  die  Berechtigung  verliehen,  die  alte  Form  des  Familiennamens  „von  dem  Hagen“

wiederaufzunehmen.  Er  wird  in  den  Armcelisten  nunmehr  als  v.  dem  Hagen  geführt.
        <pb n="965" />
        857

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  10.  August  1907.
Temlitz,  Kaserneninspektor,  mit  dem  15.  August  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (bei  der  Garnisonverwaltung  Posen)  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden.
Schutztruppe  für  Kamernn.
A.  K.  O.  vom  2.  August  1907.
v.  Raben,  Königlich  Württembergischer  Oberleutnant  im  Infanterie-Regiment  Kaiser  Wilhelm,
König  von  Preußen  (2.  Württembergischen)  Nr.  120  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  dem
XIII.  (Königlich  Württembergischen)  Armeekorps  mit  dem  6.  August  d.  Is.  als  Oberleutnant
mit  einem  Patent  vom  18.  Mai  1907  Rör  in  der  Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  16.  August  1907.
Frhr.  v.  Vietinghoff  gen.  Scheel,  Leutnant,  am  31.  August  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden
  und  mit  dem  1.  September  d.  Is.  im  Oldenburgischen  Infanterie-Regiment
Nr.  91  angestellt.
Eckhard,  Oberarzt,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  zwei  Jahre  genehmigt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
  Offizieren  usw.  der  Schutztruppen  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
A.  K.  O.  vom  30.  Juli  1907.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse:
dem  Oberstabsarzt  Meixner;
das  schwarze  Band  mit  weißer  Einsassung  zum  Käöniglichen  Kronen-Orden  4.  Klass
mit  Schwertern  an  Stelle  des  ihm  durch  Ordre  vom  13.  September  1906  verliehenen
weißen  Bandes  mit  schwarzer  Einfassung:

dem  Oberarzt  Dr.  Fabry.
A.  K.  O.  vom  8.  August  1907.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Hauptleuten:
v.  Hagen  und  Starck  im  Generalstab  der  Schutztruppe,
v.  Boße  und  Bauszus,  Adjutanten  beim  Kommando  der  Schutztruppe,
Wobring  im  Generalstab  des  Etappenkommandos,
Grüner  im  2.  Feldregiment,
Gundel  in  der  II.  Feldtelegraphen-Abteilung,
dem  Oberstabsarzt  Dr.  Berg  im  Feldlazarett,
dem  Stabsarzt  Dr.  Poleck  im  1.  Feldregiment;
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  Fingerhuth,  Vermessungsdirigent  im  Feldvermessungstrupp,
dem  Hauptmann  v.  Zülow  im  2.  Feldregiment,
dem  Hauptmann  Beyer  in  der  II.  Funkentelegraphen-Abteilung,
dem  Oberleutnaut  Leonhardi,  Führer  der  Feldsignal-Abteilung,
dem  Oberleutnant  Rausch  im  1.  Feldregiment,
den  Oberleutnants  Graf  v.  Kageneck  und  Hunger  im  2.  Feldregiment,
en  Leutnants  v.  Knobelsdorff  und  Pavel  im  2.  Feldregiment,
dem  Oberlentnant  Wagner  in  der  I.  Feldartillerie-Abteilung,
em  Oberleutnant  Back,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  im  2.  Ober-Elsässischen
de  Feldartillerie-Regiment  Nr.  51,
dem  Leutnant  Mannhardt  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,
eem  Oberlentnant  Holtz  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung;
        <pb n="966" />
        W  858  2.□

den  Noten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande
mit  schwarzer  Einfassung:

dem  Stabsarzt  Dr.  Ahlenstiel,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  Bataillonsarzt
des  III.  Bataillons  Infanterie-Regiments  Herzog  Friedrich  Wilhelm  von  Braunschweig
(Ostfriesischen)  Nr.  78,

dem  Königlich  sächsischen  Stabsarzt  der  Reserve  Dr.  Krönig,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,
  jetzt  im  Landwehrbezirk  Plauen,

dem  Stabsarzt  Dr.  Ambros  im  Stabe  des  Etappenkommandos  Süd,

dem  Stabsarzt  Dr.  Dunzelt  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

dem  Stabsarzt  Dr.  Müller  (Hermann),  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt
Bataillonsarzt  des  II.  Bataillons  Infanteric-Regiments  von  Borcke  (4.  Pommerschen)  Nr.  21,

den  Stabsärzten  Dr.  Frey,  Dr.  Schiepan,  Dr.  v.  Bültzingslöwen  und  Dr.  Summa,  den
Oberärzten  Dr.  Jaeger  und  Dr.  Frief  im  Feldlazarett,

dem  Oberarzt  Hannemann  im  1.  Feldregiment,

dem  Oberarzt  Dr.  v.  Haselberg,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  beim  5.  Garde-Regiment
  z.  F.,

dem  Oberarzt  Koeppen,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  beim  Grenadier-Regiment
  Prinz  Karl  von  Preußen  (2.  Brandenburgischen)  Nr.  12,

dem  Oberarzt  Dr.  Ziemssen,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  beim  2.  Masurischen
Infanterie-Regiment  Nr.  147,

dem  Stabsarzt  a.  D.  Dr.  Schinke,  bisher  in  der  Maschinengewehr-Abteilung,

dem  Feld-Intendanturrat  Klewitz  und  dem  Feld-Intendanturrat,  Intendanturassessor  Kuhlicke  in
der  Feldintendantur,

dem  Feld-Intendanturrat,  Intendanturassessor  Dr.  Heine  im  Etappenkommando,

den  Kriegsgerichtsräten  Jorns  und  Schmitt  im  Kommando  der  Schutztruppe,

dem  Stabsveterinär  Rakette,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  als  Korps-Stabsveterinär
beim  Kommando  der  Schutztruppe,

dem  Pater  Malenowsky,  Leiter  der  katholischen  Missionsstation  Heirachabis;

die  Schwerter  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  am  weißen  Bande
mit  schwarzer  Einfassung:
dem  Oberstabsarzt  Dr.  Simon  im  Feldlazarett;  "
den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande  mit  schwarzer
Einfassung  und  das  schwarze  Band  mit  weißer  Einfassung  zum  Königlichen
Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern,  an  Stelle  des  früher  verliehenen  weißen
Bandes  mit  schwarzer  Einfassung:
dem  Oberarzt  Dr.  Maaß  im  1.  Feldregiment;
das  schwarze  Band  mit  weißer  Einfassung  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse
mit  Schwertern,  an  Stelle  des  früher  verliehenen  weißen  Bandes  mit  schwarzer
Einfassung:
dem  Oberstabsarzt  a.  D.  Dr.  Hummel,  bisher  bei  den  Feldlazaretten;

das  schwarze  Band  mit  weißer  Einfassung  zum  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse
mit  Schwertern,  an  Stelle  des  früher  verliehenen  weißen  Bandes  mit  schwarzer
Einfassung:
dem  Oberarzt  Dr.  Trommsdorff  im  Feldlazarett;
den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Major  Buchholtz,  Generalstabsoffizier  beim  Stabe  des  Etappenkommandos  Süd;

den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande
mit  schwarzer  Einfassung:
dem  Oberstabsarzt  Dr.  Duden,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  als  Korpsarzt  beim
Kommando  der  Schutztruppe,
dem  Oberstabsarzt  Plagge,  Chefarzt  beim  Etappenkommando,
dem  Oberstabsarzt  Dr.  Schelle,  Stab  des  Etappenkommandos  Süd  und
dem  Feld-Intendanturrat  Köstlin,  Stab  des  Etappenkommandos  Süd;
        <pb n="967" />
        859

den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:

dem  Oberleutnant  v.  Lengerke  im  Feldvermessungstrupp,

den  Leutnants  Pieper  und  Kieckebusch  in  der  Feldsignal-Abteilung,

den  Leutnants  Mayr  und  Drews  im  1.  Feldregiment,

den  Leutnants  Danneel  und  Frhr.  Geyr  v.  Schweppenburg  im  2.  Feldregiment,

dem  Leutnant  Riecker  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,

den  Leutnants  Goerke  und  Runge  im  Eisenbahn-Bataillon,  «

demOberleutnantHaedickcnnddemLeutnantEhringhausinder5.Etappen-Kompagnie,

deInOberleutnantPfaehlerunddemLeutnantKaufmanninder11.(Proviant-)Kommen-Abteilung,


dem  Oberleutnant  Gerlich  und  dem  Leutnant  Eckhardt  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

dem  Leutnant  Marschalck  v.  Bachtenbrock,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt
im  3.  Lothringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  135,

dem  Leutnant  Paschasius  der  Reserve  des  2.  Ober-Elsässischen  Infanterie-Regiments  Nr.  171
(II  Berlin),

dem  Leutnant  Voit  der  Reserve  des  Telegraphen-Bataillons  Nr.  3  (Heidelberg);

die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse:
dem  Leutnant  v.  Kracht  in  der  Feldsignal-Abteilung;

den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande
mit  schwarzer  Einfassung:
dem  Stabsarzt,  bisher  Oberarzt,  Dr.  Richert,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt
Bataillonsarzt  des  II.  Bataillons  1.  Masurischen  Infanterie-Regiments  Nr.  146,
dem  Stabsarzt  Bremig,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  bei  der  Unteroffizierschule

ülich,

dem  Oberarzt  Nordmann,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  beim  Infanterie-Regiment
  Freiherr  von  Sparr  (3.  Westfälischen)  Nr.  16,

dem  Oberarzt  Weitzenmiller,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  beim  Leib-Garde-Husaren-Regiment,


dem  Oberarzt  der  Reserve  Dr.  Fleischer,  bisher  in  der  I.  Feldartillerie-Abteilung,  jetzt  in  der  Reserve.

dem  Oberarzt  Stuller  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

den  Oberärzten  Vorwerk,  Dr.  Schmidt  und  Dr.  Zabka  im  Feldlazarett,

dem  Oberarzt  Dr.  Greiff  in  der  1.  Etappen-Kompagnie,

dem  Königlich  Bayerischen  Oberarzt  Dr.  Wittmer,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,
jetzt  beim  Bayerischen  23.  Infanterie-Regiment,

dem  Oberarzt  der  Reserve  Dr.  Freyse  (III  Berlin),

dem  Oberarzt  der  Reserve  Dr.  Friedrichs  (Hannover),

dem  Assistenzarzt  Hahlweg,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  jetzt  beim  1.  Garde-Regiment
  zu  Fuß,

dem  Assistenzarzt  Dr.  Schönebeck  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,

eem  Assistenzarzt  Dr.  Kickton  im  Feldlazarett,

em  Stabsveterinär  Ludwig  und  dem  Oberveterinär  Woltmann  im  Etappenkommando,

dem  Oberveterinär  Sige  in  der  5.  Etappenkompagnie,

dem  Zahlmeister  Schellack  im  Etappenkommando,  #

dem  Zahlmeister  Hoffmann  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,

em  Ober-Kriegsgerichtssekretär  Roeckner  und  dem  Kriegsgerichtssekretär  Straßburger  in  dem
Kommando  der  Schutztruppe,

den  Intendantursekretären  Schneider,  Meissinger,  Bailleul,  Hebrank  und  Rosenbaum  in  der
Feldintendantur,

dem  Intendantursekretär  Weiß,  Intendanturregistrator  Kemter,  Bausekretär  Labes  und  Zahld

  meister  Schurig  in  der  Feldintendantur,

dem  Proviantamtskontrolleur  Breitfeldt  bei  dem  Magazin  in  Keetmanshoop,

den  Proviantamtsassistenten  Funke  und  Ignée  bei  dem  Magazin  in  Windhufk,

dem  Proviantamtsassistent  Müller  (Waldemar)  bei  dem  Magazin  in  Ramansdrift,

dn  m  Proviantamtsassistent  Schulze  (Otto)  bei  dem  Magazin  in  Aus,

em  Proviantamtsassistent  Kienow  (Eduard)  bei  dem  Magazin  in  Lüderitzbucht,
        <pb n="968" />
        860  2

dem  Garnison-Verwaltungsinspektor  Möller  und  Kaserneninspektor  Annighöfer  in  der  Garnisonverwaltung
  Windhuk,

dem  Militär-Bausekretär  Maner,  bisher  im  Baukreis  Windhuk,  jetzt  beim  Bauamt  II  Mainz,

dem  Militär-Bausekretär  Goldgrebe  im  Baukreis  Karibib,

dem  Militär-Bausekretär  König  im  Baukreis  Keetmanshoop,

dem  Dr.  Heutschel  im  Sanitätsamt,

Palmer  in  dem  Lazarett-Reservedepot  Lüderitzbucht,

Finke  in  dem  Etappenlazarett  Windhuk,

Venth  im  Güterdepot  Swakopmund,

Langkopf  im  Filialdepot  Ramanzdrift,

   
   
  

dem  Musold  im  Garnisonlazarett  Windhuk,

dem  Posselt  im  Filialdepot  Ramanzdrift,

dem  Tonndorf  im  Güterdepot  Swakopmund,

dem  Igney  im  Etappenlazarett  Warmbad,

dem  Meissner  im  Lazarett-Reservedepot  Keetmanshoop,

Feld-Lazarettrendant  Lagemann  im  Garnisonlazarett  Swakopmund,
Laepke  in  der  Kranken-Empfangsstation  Lüderitzbucht;

dem
dem

das  Militär-Ehrenzeichen  1.  Klasse:
dem  Bizefeldwebel  Rohr,  Sergeant  Geschwendt,  Unteroffizier  Jung,  in  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika;
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:

den  Unterzahlmeistern  Scholz,  Krzywicki,  Rayß,  Klenk,  Graf,  Fresen,  Polewka,  Wedekind,
Theobald,  Schmidt,  Pusch,  Potztal,  Feick,  Bräunig,  Zimmermann,  Reinhardt,
  Moewes,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Iizeseldwebeen  Koch,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;  der  Landw.  1.  Aufgebots
Gelbke;

den  Vizewachtmeistern  Sasse,  Eichler,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Sergeanten  Fels,  Anders,  Muchau,  Juraszek,  Sporn,  Heinlein,  Osterberg,  Kujath,
Wanuer,  Eyber,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Unteroffizieren  Schwarzott,  Rappenecker,  Behnke,  Siedersbeck,  Dose,  d.  Res.  Fröh--ch
  Reppin;  d.  Landw.  1.  Aufgebots  Langner,  Lüdicke;  2.  Aufgebots  Strunk;  Block,

besig,  Fitzke,  Moll,  Raatz,  Judkowak,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Geirchor  Vinyfel,  Wollenweber,  Schlott,  Jeanrond,  Seuling,  Silberer,  Roß,
mann,  Stahlschuß,  Schwabe,  Gläser,  Steffen,  Dieterichs,  Hentschel,  Ziehr,
Wedecs,  Leye,  Schmidt  V  (II.  Feldtel.  Abt.),  Ulrichs,  Gottwald,  Massa,  Richter,
Meyer,  Fröde,  Schmidt  (Feldvermess.  Trupp),  Zapp,  Fanderl,  Krüger,  Biernat,
Weigelt,  Kreutzmann,  Steiner,  Pape,  Simon,  Bendel,  Neuholz,  Peters,
Schulz  Arthur  (Feldvermess.  Trupp),  Stephan,  Tousfaint,  Wilczok,  Kühlem,  Emmrich,
  Makowski  (Magazin  Lüderitzbucht),  Strützky  (Magazin  Gibeon),  Mertha,  Wald,
Dzierzewski,  Dax,  Scharf,  Elbrecht,  Demmler,  Herold,  Seitz,  Foldenanuer,
Huber,  Hofmann,  Schulz,  Löhne,  Skrotzki,  Lorenz,  Büttner,  Eichelmann,
Matheus,  Huber,  Bohne,  Klähn,  Koslowski,  Lutzens,  Matuschek,  Zuber,
Adler,  Eckhoff,  Urban,  Bähr,  Enders,  Fritsch,  Hindenburg,  Müller,  Gelbhaar,
  Mocha,  Ahrens,  Weigert,  Czarnetzki,  Bussas,  Buchwald,  Franze,  Kamp,
Seitz,  Wenk,  Espenschied,  Faber,  Franke,  Haag,  Hiemann,  Hoppe,  Jaeger,
Knobloch,  Westphal,  Zettler,  Fuchs,  Henkel,  Miehe,  Schoenemann,  Schmidt
(Eisenb.  Bat.),  Straube,  Kreutzer,  Koschel;  der  Landw.  1.  Aufgebots  Krüger,  in
der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Reitern  Fuchs,  Krause,  Longardt,  Derbfuß,  Bergfeld,  Krause,  Springwald,  Neumann,
  Dünkelmann,  Denkewitz,  Diekmeier,  Heimburger,  Kaschny,  Fohrer,
Nikolaus,  Huck,  Pursche,  Schindele,  Probst,  Klein,  Schmaler,  Hennemann,
Haier,  Jung,  Thomä,  Schulz  (8.  Feldbatterie),  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Pionieren  Grund,  Köhler,  Müller  (Max),  Müller  Karl),  Paradowski,  Roßmeier,  in
der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Sanitätsfeldwebeln  Sperling,  Willeitner,  Treptow,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;
        <pb n="969" />
        861  20

den  Sanitätssergeanten  Meyer,  Lampe,  Nicoley,  Schmieder,  Krammig,  Blauertz,  Hoff,
Langer,  Schumm,  Sypniewski,  Kubitzeck,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Sanitätsunteroffzieren  Hartmann,  Hoffmann,  Ullrich,  Reiser,  Schindler,  Hein,  Krutschinski,
  Mänsbacher,  Neuhäuser,  Löffler,  Weinhold,  Wolf,  in  der  Schutztruppe

für  Südwestafrika;

dem  Sanitätsgefreiten  Münnich,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

den  Militärkrankenwärtern,  Gefreiten  Pröpper,  Mahlke,  Stellmacher,  Klose  II,  Lubrecht,
Burth,  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika;

dem  Militärkrankenwärter  Wedekind  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika.

 

 

 

das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse  am  weißen  Bande  mit  schwarzer  Einfassung:

dem  Magaz  tellvertreter  Wiedey  (Magazin  Ramangdrift),

dem  Magazinbeamt  tellvertreter  Colleck  (Magazin  Brackwasser),

dem  Magazinb  ten-Stellvertreter  Jonen  (Magazin  Ukamas),

dem  Garnison-Verwaltungsaspiranten  Lindbeck  (Garnison-Verwaltung  Lüderigbucht),

dem  Oberbüchsenmacher  Rosenthal  und  dem  Büchsenmacher  Endter

dem  Sattler  Urbau  beim  Artilleriedepot,

beim  Artilleriedepot,

dem  Militär-Oberbäcker  Hausig  (Magazin  Brackwasser),

 
  
 

dem  Militär-Oberbäcker  Gehrs  (Magazin  Aus),

dem  Autenrieth  (Magazin  Ukamas),

dem  Nieß  (Magazin  Aus),  "

dem  Prasser  (Genesungsheim  Abbabis),

dem  Klawitter  (Magazin  Berseba),

den  Friedrich  und  Strauch  (Magazin  Keetmanshoop),
dem  Eppenauer  (Magazin  Warmbad),

dem  Keck  (Magazin  Hasuur),

den  Preiß  und  Wartmann  (Magazin  Davignab),

 

Klippel  (Magazin  Ramansdrift),  —  sämtlich  bei  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika.

 

%EZZEENKichtamtlicher  Teis  LLAI

Dersonal-Nachrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

Der  Bauassistent  Kaiser  und  der  Techniker
Haken  haben  am  26.  August  1907  die  Ausreise,
und  Zollinspektor  Schwarze,  Bureanassistent
2.  Klasse  Heinerici,  die  Bureaugehilfen  Sauer
und  Rottmann  sowie  Wegemeister  Drescher
haben  am  26.  August  1907  die  Wiederausreise
nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.

Der  Lehrer  Krumm  wird  am  16.  September
1907  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  antreten.

 

Der  Bauführer  Seiler  ist  am  24.  Mai  1907,
Regierungsbaumeister  Popcke,  die  Ingenieure
Wenninger  und  Buck  sind  am  31.  Mai  1907,
der  Polizeiwachtmeister  Eschberger  und  der
Techniker  Klug  am  21.  Juni  1907  im  Schutzgebiet
  eingetroffen.

Der  Bureauassistent  2.  Klasse  Weidner  ist  am
18.  Juni  1907  in  Mombassa  zum  Zweck  der
Landreise  nach  Usumbura  wieder  eingetroffen.

Der  Assessor  Dr.  Latz,  der  Maschinist  1.  Klasse
Rohleder  und  die  Bureaugehilfen  Störzbach
und  Marschner  sind  am  21.  bzw.  29.  Juni  im
Schutgebiet  wieder  eingetroffen.

 

Aus  Ostafrika  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  Der  kommiss.  Hauptzollamtsvorsteher
Kattner,  Zollamtsassistent  2.  Klasse  Baron,
Bureaugehilfe  Schwabe  und  Wegebauaufseher
Schneider.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
angetreten:

Am  5.  August  1907  von  Neapel:  Feldwebel
Lemke,  Sergeant  Federowski  und  Sanitätsunteroffizier
  Patrick;

am  10.  August  1907  von  Hamburg:
Scharfe;

am  26.  Ang.  1907  von  Neapel:  Major  v.  Prittwitz
  u.  Gaffron,  die  Oberleutnants  Ritter
und  Edler  Herr  v.  Berger  und  Styx.

Sergeant

stamerun.
Die  Wiederausreise  nach  Kamerun  hat  am
23.  August  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Gonvernementssekretär  Watter.

Der  Polizeimeister  Ohnesorge  ist  am  29.  Mai
d.  Is.  in  Kamerun  eingetroffen  und  wird  in
Jabassi  verwendet.
        <pb n="970" />
        G  862  20

Der  Sekretär  Wittek  ist  am  30.  Juni  d.  Js.
in  Kamerun  wiedereingetroffen.

Die  Ausreise  nach  Forcados  werden  mit  dem
am  9.  September  1907  von  Hamburg  abgehenden
Dampfer  antreten:  Major  Haering  als  Führer
der  Jola—  Kroßschnellen-Expedition,  Oberleutnant
v.  Stephani  als  Mitglied  derselben,  die  Unteroffiziere
  Faulborn  und  Buchholz,  kommandiert
zu  derselben.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  20.  Juli  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
Sanitätsunteroffizier  Pfand.

Togo.

Dem  kommiss.  Bezirksrichter  Adolf  Schlettwein
  ist  mit  Wirkung  vom  1.  April  1907  die
Stelle  eines  etatsmäßigen  Bezirksrichters  beim
Gouvernement  von  Togo  übertragen  worden.

 

Der  Vizefeldwebel  Karl  Gramatte  ist  am
23.  Juli  1907  im  Schutzgebiet  Togo  eingetroffen.

 

Aus  Togo  ist  am  27.  Juli  1907  eingetroffen
der  Stationsassistent  Wilhelm  Dehn.

Deutsch-Südwestaftika.

Der  Kaiserliche  Gonverneur  v.  Schuckmann
hat  am  26.  August  die  Geschäfte  des  Kaiserlichen
Gouvernements  von  Deutsch-Südwestafrika  übernommen.


 

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika  haben
angetreten:  am  28.  Juli:  Kaiserlicher  Gonverneur
v.  Schuckmann,  Referendar  Dr.  Wilhelm
v.  Vietsch,  Lokomotivführer  Friedrich  König  und
Steuerwächter  Martin  Heinzelmann;  am
11.  August:  Gerichtsassessor  Dr.  Karl  Schenke
und  Leutnant  im  2.  Pommerschen  Feldartillerie-Regiment
  Nr.  17  Ernst  Müller;  am  25.  August:
Landwirtschaftsinspektor  Wunderlich,  Tierarzt
Struwe  und  Landmesser  Drinkuth.

Eingetroffen  im  Schutzgebiet  sind  am  4.  April
d.  Is.  die  Schlosser  Hartmann,  Zimmermann,
Kaschel,  Knoke,  Warneke,  Bednazik  sowie
der  Schmied  Koch;  am  1.  Mai  d.  Js.  der  geprüfte
  Lokomotivheizer  Kloß;  am  25.  Mai  d.  Js.
der  Katasterhilfsarbeiter  Johannes  Jacobs;  am
2.  Juni  d.  Is.  der  technische  Eisenbahn-Bureaudiätar
  Knetsch.

Angenommen  für  die  Bauverwaltung  ist  seitens
  des  Gonvernements  in  Windhuk  der  Architekt
Ankenbrand.

Eingetroffen  mit  Heimatsurlaub  in  Deutschland
  sind  der  kommiss.  Bezirksrichter  Schottelins,
der  Gerichtsaktuar  Röckinghausen  und  der  Registrator
  bei  der  Eisenbahnverwaltung  Butzbach.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  25.  August  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Evangelischer  Feldgeistlicher  Divisionspfarrer
  Seewald.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestanet.)

Deutsch-Ostafrika.

Einiges  über  die  Qualität  ostafrikanischer
Sansevleren.

Die  vielfach  widersprechenden  Meinungen  über
Fasergehalt  und  Fasergewinnung  der  Sansevieren
haben  zu  verschiedenen  Ermittlungsversuchen  in
dieser  Richtung  geführt,  deren  Resultate  nicht  ohne
Interesse  sein  dürften.  Material  zu  diesen  Versuchen
  boten  die  im  Bezirke  Schirati  belegenen
Sansevierenbestände.  Was  zunächst  die  Feststellungen
  über  Masse  und  Gewichte  des  Rohmaterials
  angeht,  sa  wurde  bei  den  angestellten
Messungen  gefunden,  daß  Länge  und  Gewicht
der  im  Bezirk  wachsenden  Sansevierenblätter  den- 



jenigen  von  Voi  kaum  nachstehen;  die  Durchschnittslänge

  der  Blätter  beträgt  etwa  140  cm,
das  Gewicht  derselben  variiert  zwischen  20  und
33  kg  pro  100  Stück;  je  nach  dem  Standorte
verschieben  sich  diese  Durchschnitte  etwas.  Wiederholt
  angestellte  Entfaserungsversuche,  bei  denen
jedesmal  100  Blatt  verschiedenster  Größe  zur
Verarbeitung  kamen,  ergaben  bei  dem  im  Bezirk
noch  überall  üblichen  Handbetriebe  pro  100  Blatt
durchschnittlich  479  g  reine  Faser;  in  diesem  Gesamtergebnisse
  waren  Gewichtsmengen  von  1  bis
15  g  vertreten,  und  zwar  lieferten  in  einem  Falle
10  Blatt  je  über  10  g,  10  Blatt  je  über  8  g,
26  Blatt  je  über  5  g,  16  Blatt  je  3  bis  5  g
und  11  Blatt  je  unter  3g  reine  Faser.  Als
Durchschnittsergebnis  würde  sonach  etwa  2  v.  H.
des  Rohmaterialgewichtes  oder  aber  ungenauer
        <pb n="971" />
        W  863  20

etwa  5  g  Faser  pro  Blatt  anzusehen  sein.  Da
bei  Maschinenbetrieb  diese  Zahlen  sich  noch  etwas
ungünstiger  stellen  werden,  so  ist  das  Resultat
der  Afro-Amerikan  Co.  zu  Voi,  die  bekanntlich
maschinell  5  v.  H.  des  Rohmaterialgewichtes  als
Faser  herausarbeitet,  entweder  aus  dem  stärkeren
Fasergehalt  der  dortigen  Sanseviere  oder  aber,
was  nicht  unwahrscheinlich  ist,  aus  einem  geringeren
  Wassergehalt  der  Blätter  zu  erklären.  Ein
Resultat  von  450  g  Faser  aus  nur  15  Blatt,
wie  eine  Nairobi-Zeitung  in  ihrer  Nummer  vom
13.  März  1907  behauptet,  würde  allerdings  die
Ergebnisse  im  Schiratibezirk  rund  um  das  Sechssache
  übersteigen.

Dagegen  scheint  die  Schiratifaser  qualitativ
die  erste  Stelle  einzunehmen.  Dieses  ist  erst  unlängst
  von  dem  englischen  Gonvernements-Experten
für  Landwirtschaft  in  einer  Versammlung  von
Interessenten  in  Nairobi  mit  dem  Bemerken  hervorgehoben
  worden,  daß  von  sämtlichen  gouvernementsseitig
  untersuchten  Faserproben  Ostafrikas
die  Schiratifaser  alle  anderen  Muster  an  Haltbarkeit
  und  sonstiger  Brauchbarkeit  in  den
Schatten  stellte.

Die  weiter  angestellten  Versuche  bezweckten,
zu  ermitteln,  welches  Quantum  reine  Faser  im
Wege  der  Handarbeit  ohne  jedes  maschinelle  Hilfsmittel
  produziert  werden  kann.  Es  ergab  sich,
daß  ein  Eingeborener  bei  täglich  8  Stunden  angestrengter
  Arbeit  in  drei  Arbeitstagen  1  kg  reine
Faser  ausarbeiten  kann,  vorausgesetzt,  daß  das
Rohmaterial  nicht  allzuweit  herbeigeholt  werden
muß.
Dieses  Ergebnis  weist  auf  die  Notwendigkeit
hin,  bald  mit  der  Einführung  brauchbarer  Aufbereitungsmaschinen
  vorzugehen.

Die  Beschaffung  größerer  Maschinen  mit  einer
gewissen  Kraftentfaltung  wird  nicht  zu  umgehen
sein.  Bei  den  zerstreut  liegenden  Beständen  wäre
es  aber  wenig  empfehlenswert,  eine  stationäre
Anlage  einrichten  zu  wollen.  Die  Anlage  muß
leicht  transportabel  sein;  wenn  irgend  angängig,
wäre  namentlich  darauf  Bedacht  zu  nehmen,  die
Benutzung  von  Dampfkraft  auszuschalten,  damit
er  unhandliche  Lokomobilkessel  wegfallen  könnte;
he  wenigen  Pferdekräfte,  die  zum  Antrieb  einer
kleineren  Entfaserungstrommel  nötig  sind,  müßten
im  anderer  Weise,  am  praktischsten  vielleicht
mittels  eines  Ochsengöpels,  produziert  werden.
vurartige  Maschinen  mit  einem  Kraftverbrauch
Son  3  bis  4  HP  existieren  bereits  und  sollen
sich  bewährt  haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Sollämtern  an  der  Rũste  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgeblets  im  Monat  Mal  1907.

 

 

 

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        W  864  20

Deutsch-Südwestafrika.

Vom  Bau  der  Südbahn.

Nach  einer  soeben  eingetroffenen  telegraphischen
Nachricht  ist  in  diesen  Tagen  die  etwa  30  km
lange  Teilstrecke  Schakalskuppe  —  Kuibis  für
Militärtrausporte  eröffnet  worden.  Das  ist  eine
wichtige  Etappe  des  Bahnbaues:  Kuibis  ist  die
erste  wirklich  reiche  Wasserstation  der  Linie;  sie
wird  imstande  sein,  gleichzeitig  die  Bahnstrecke
ihres  Bereichs  und  die  Zugtierherden  der  militärischen
  Fuhrparkkolonnen,  die  nunmehr  bis  auf
weiteres  in  Kuibis  ihr  Hauptviehdepot  einrichten
werden,  mit  Wasser  zu  versorgen.

Insgesamt  sind  von  der  Lüderitzbahn  jetzt
rund  205  km  im  Betriebe,  also  bis  Keetmanshoop
  noch  etwa  160  km  zu  bauen.

75

Oeutsch-Neuguinea.
Talfun  In  den  Mortloch-Inseln.“)

Am  30.  April  d.  Is.  traf  der  Händler  Pierre
Nédélec  von  den  Mortlock-Inseln  mit  seinem
kleinen,  acht  Tons  großen  Fahrzeug  hier  in  Ponape
  ein.  Er  berichtete,  daß  am  27.  März  ein
schwerer  Taifun  über  die  Inseln  weggegangen
sei,  der  namentlich  in  den  südlichen  Teilen  des
Gebiets  arge  Verwüstungen  angerichtet  habe.  Die
durch  den  Sturm  wild  erregte  See  habe  die
niedrigen  Inseln  überschwemmt,  zahlreiche  Bäume
umgerissen,  die  Taropflanzungen  vernichtet  und
eine  große  Menge  Menschen  fortgeschwemmt  und
ertränkt.  Infolge  des  Mangels  an  Nahrungsmitteln
  sei  unter  dem  Rest  der  Bevölkerung
Hungersnot  ausgebrochen,  und  dieser  Umstand
habe  ihn  veranlaßt,  nach  Ponape  zu  kommen,
um  von  hier  wenigstens  etwas  Proviant  zu  holen,
soviel  sein  Fahrzeug  fasse.  Er  fügte  noch  die
Mitteilung  hinzu,  daß  in  demselben  Sturm  der
Schuner  „Carl  und  Ella“  (Eigentum  der  Jaluitgesellschaft)
  mit  dem  Kapitän  (Warners  aus  Emden)
und  einem  Teil  der  Besatzung,  die  aus  Eingeborenen
  bestand,  untergegangen  sei.  Zwei  von
diesen  Eingeborenen  befanden  sich  auf  dem  Fahrzeug
  des  Nédôlec  und  bestätigten  die  Aussagen;
sie  sind  einen  Tag  und  zwei  Nächte  auf  dem
Meer,  sich  an  Bretter  klammernd,  umhergetrieben
und  haben  sich  auf  das  Riff  von  Tä,  südlichen
Insel  der  Satoau-Lagunec,  gerettet.

Der  Händler  Nédelec  überbrachte  auch  noch
Briefe  von  dem  Kaufmann  Janssen  (Vorsteher

 

)  Nach  einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Bezirksamts
Ponape.  Vgl.  hierzu  den  Artikel  S.  567:  Ein  Taifun

en  den  Westkarolinen.

 

der  Trukstation  der  Jaluitgesellschaft)  mit  einigen
näheren  Mitteilungen  über  die  Zerstörungen,  die
der  Sturm  angerichtet  hat.  In  den  Briefen
schreibt  Janssen  ungefähr  folgendes:

„Am  8.  April,  zwei  Tage  nachdem  die  „Germania“
  Truk  verlassen  hatte,  kam  Néôdélec  hier
ein  und  brachte  mir  die  Nachricht  von  der  Zerstörung
  der  Mortlock-Inseln  und  dem  Untergang
des  Schuners.  Ich  fragte  dann  sofort,  ob  er
nicht  sogleich  nach  Ponape  weitersegeln  könne,
um  dorthin  die  Nachricht  zu  überbringen,  doch
glaubte  er  bei  dem  herrschenden  Gegenwind  und
seiner  Unkenntnis  der  Navigation  dies  nicht  unternehmen
  zu  können;  er  wollte  vielmehr  noch  einmal
  wieder  nach  den  Mortlocks,  um  seine  Familie
und  Waren  in  Sicherheit  zu  bringen.  Ich  begleitete
  Nédelec  in  Gierows  Boot  und  hatte  die
Absicht,  ihn  von  den  Mortlocks  nach  Ponape  zu
schicken  und  gleichzeitig  einen  Bericht  über  den
Zustand  der  von  dem  Unwetter  berührten  Inseln
zu  senden.

Laut  Bericht  des  Händlers  Nödélec  sind  bei
der  Katastrophe  ums  Leben  gekommen:

in  der  Lukunor-Lagune  14  Eingeborene,

=  Satoau-=  -  31

v

auf  der  Insel  Tän.  .  .  173  -
-  -  Mott.  .  2  -
in  der  Etal-Lagune.  .  7  -

zusammen  .  .  227  Eingeborene.

Von  den  von  Tä  fortgespülten  173  Menschen
haben  30  lebend  Kutu  erreicht,  sind  aber  meistenteils
  so  sehr  verletzt  und  schwach,  daß  an  ihrem
Aufkommen  gezweifelt  wird.“

Janssen  führt  dann  weiter  aus:  Die  hohe
See  und  der  stärkste  Sturm  haben  die  Inseln
von  Südost  getroffen,  sie  hätten  so  sehr  gelitten,
daß  sie  zur  Zeit  nicht  imstande  seien,  die  Bewohner
zu  ernähren.  Die  in  Satoau  und  Lukunor  vorhandenen
  Nahrungsmittel  würden  für  die  Bewohner
  kaum  bis  Ende  des  kommenden  Monats
(Mai)  reichen.  Der  schwerste  Schaden  sei  durch
das  Seewasser  angerichtet  worden,  das  die  Taropflanzungen
  und  Brotfruchtbäume  vernichtet  habe.

Den  Zustand  der  von  ihm  besuchten  Inseln
im  einzelnen  schildert  Janssen  in  folgender  Weise:

„Wir  passierten  und  besuchten  Naun,  Losap,
Namuluk,  Etal  und  Lukunor;  die  Satoau-Lagune
habe  ich  nicht  besucht,  doch  berichtet  der  Häuptling
  Eneri  auf  Lukunor  sowie  Nôdélec,  welcher
die  Lagune  gleich  nach  dem  Sturm  besucht  hat,
daß  die  Insel  Tä  am  schwersten  gelitten  hat,  ja
zur  Hälfte  sogar  vollständig  zerstört  ist  und  nur  noch
ein  kahles  Riff  aufweist.  Die  nächste  Insel  (Satoan)
  soll  in  gleicher  Weise  verwüstet  sein.  Die
auf  der  Leeseite  gelegenen  Inseln,  wie  Kutu,
Mott  usw.,  haben  dagegen  nicht  so  sehr  gelitten,
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        W  865  2C

und  die  Taropflanzungen  sind  hier  intakt  geblieben.
  Ahnlich  ist  es  in  Lukunor.  Die  von
den  Eingeborenen  hauptsächlich  bewohnte  Jusel
Lukunor  weist  keinen  Brotfruchtbaum  mit  Blättern
mehr  auf  und  die  Taropflanzungen  sehen  aus
wie  vom  Feuer  verwüstet,  auch  die  auf  der  westlichen
  Seite  der  Lagune  auf  dem  Riff  gelegenen
kleinen  Inseln  zeigen  ein  trauriges  Bild,  dagegen
soll  es  auf  der  zur  gleichen  Lagune  gehörigen
Insel  Oueop  sogar  noch  einige  wenige  Brotfruchtbäume
  geben,  ebenso  haben  die  Taropflanzungen
hier  nicht  gelitten.  Die  Etal-Lagune  hat  am
wenigsten  gelitten,  immerhin  sind  auf  der  Insel
Etal  selbst  aber  keine  Brotfruchtbäume  und  Taropflanzungen
  verschont  geblieben,  doch  können
meiner  Ansicht  nach  die  übrigen  Inseln  dieser
Lagune  die  nicht  allzu  starke  Bevölkerung  ernähren.

Mamoluk  ist  nicht  so  sehr  mitgenommen  worden,
  so  daß  für  seine  Bevölkerung  keine  Gefahr
bestehen  dürfte,  Lossop  indessen  hat  durch  Salzwasser
  gelitten,  die  Bewohner  dieser  Insel  können
jedoch,  falls  die  Lebensmittel  knapp  werden,  stets
leicht  Truk  erreichen.  Die  Insel  Namu  ist  ohne
größeren  Schaden  davongekommen.

Soweit  ich  mir  ein  Urteil  erlauben  kann,  wird
der  Mangel  an  Nahrungsmitteln  in  den  Mortlock-Inseln
  nach  Verlauf  eines  Jahres  schon  wieder
einigermaßen  gehoben  sein,  wenn  ein  Teil  der
Bevölkerung  der  am  ärgsten  zerstörten  Inseln  zur
Auswanderung  bewogen  werden  kann.  Es  dürfte
sich  also  vorläufig  darum  handeln,  dem  in  allernächster
  Zeit  zu  erwartenden  Mangel  an  Nahrungsmitteln
  in  der  Satoan=  und  Lukunor-Lagune
äu  begegnen.  Meiner  Ansicht  nach  dürfte  es  sich
empfehlen,  von  den  beiden  genannten  Inseln  eine
größere  Anzahl  Eingeborener  fortzunehmen  und
en  Zurückbleibenden  ein  geringes  Quantum
Nahrungsmittel  zu  geben,  damit  sie  instandgesetzt
  sind,  weiter  zu  existieren,  bis  sie  wieder
von  den  Inseln  ernten  können.

Dem  Ndélec  habe  ich  an  Lebensmitteln  von
hier  aus  alles  mitgegeben,  was  ich  irgend  entbehren
  konnte.  Er  hat  auch  sofort  alles  verkauft.“

Diesen  Nachrichten  des  Herrn  Janssen  lagen
doch  zwei  kurze  Briefe  von  Häuptlingen  bei,  in
enen  sie  das  Ereignis  der  Sturmflut  mitteilten
und  um  Hilfe  baten.

"  Da  keine  Möglichkeit  vorhanden  war,  mich
s##  Ort  und  Stelle  zu  begeben  (der  Regierungs-I
  huner  „Ponape“  ist  hier  noch  immer  nicht  eingetroffen,
  das  Schiff  der  Jalnitgesollschaft  ist  unter-Fangen
  und  das  kleine  Fahrzeug  des  Händlers
be  beler  bot  keinen  Platz  mehr),  mußte  ich  von
bier  aus  das  Nötigste  verfügen.

gebedem  Händler  wurden  zur  Verfrachtung  über-7995

  Pfund  Reis  (aus  Regierungsbeständen),

 

2  Tons  Reis,
60  eiserne  Kochtöpfe,
220  Pfund  (engl.)  Fischleinen,
140  Pfund  Fischhaken  verschiedener  Größe,
6000  Stück  kleine  Fischhaken

mit  der  Weisung,  die  Nahrungsmittel  und  Gebrauchsgegenstände
  den  ihm  bezeichneten  Häuptlingen
  zu  übergeben.  Diesen  letzteren  wurde
schriftlich  das  Genauere  über  die  Verteilung  an
die  bedürftigen  Eingeborenen  eröffnet.  Gleichzeitig
verpflichtete  sich  Nédélee,  einige  ihm  übergebene
Briefe  nach  Truk  zu  Herrn  Janssen  zu  bringen.
Diese,  für  den  Kapitän  des  Postdampfers  „Germania“
  bestimmt,  der  fahrplanmäßig  am  27.  Mai
in  Truk  eintrifft,  enthalten  das  Ersuchen,  auf  der
Reise  von  Truk  nach  Ponape  unterwegs  Satoan
und  Lukunor  anzulaufen  und  dort  an  die  näher
bezeichneten  Häuptlinge  je  2½  Tons  Reis  von
der  für  das  Bezirksamt  Ponape  bestimmten  Ladung
abzugeben,  den  Rest  der  Bevölkerung  von  Tä
hierher  zu  schaffen  und  schließlich  auch  noch  die
Insel  Natik  anzulaufen,  um  festzustellen,  ob  hier
auch  etwa  der  Taifun  Verwüstungen  und  Hungersnot
  verursacht  hat.  Die  Insel  Mokil  ist  von
dem  Unwetter  verschont  geblieben,  wie  sich  den
Mitteilungen  dreier  nach  hier  im  Kann  verschlagener
  eingeborener  Frauen  entnehmen  ließ.  Genaueres
  über  Richtung  und  Verlauf  des  Orkans
vermochte  ich  nicht  festzustellen;  aus  einigen  Angaben,
  die  mir  Eingeborene  von  dem  Fahrzeug
des  Händlers  Nédélec  über  Windrichtung  usw.
machten,  ließe  sich  vielleicht  der  Schluß  ziehen,
daß  das  Zentrum  des  Taifuns  von  Osten  nach
Westen  gezogen  ist.

Die  Zahl  der  noch  übrig  gebliebenen  Bewohner
der  Insel  Tä,  die  nach  Ponape  geschafft  werden
müssen,  soll  nach  Nédélees  Angaben  dreihundert
betragen.  Die  Eingeborenen,  die  ich  darüber
fragte,  schätzen  sie  bedeutend  geringer.  Der  Gesundheitszustand
  dieser  Leute  wird  nach  früheren,
bei  Pingelagern  gemachten  Erfahrungen  wahrscheinlich
  ein  höchst  trauriger  sein  und  längere
Pflege  nötig  machen.  Die  hiesigen  Eingeborenen
sowie  einige  Häuptlinge  machten  mir  auf  die
Nachricht  von  den  geschilderten  Vorgängen  den
Vorschlag,  die  eintreffenden  Mortlockeingeborenen
bei  sich  aufnehmen  und  verpflegen  zu  wollen,
wogegen  diese  später  sich  verpflichten  sollten,  einige
Zeit  ohne  Bezahlung,  nur  um  Kost  und  Wohnung,
für  sie  zu  arbeiten.  Auch  die  protestantische
Mission  erklärte  sich  bereit,  gegen  50  Leute  bei
sich  aufnehmen  und  verpflegen  zu  wollen.  Ich
denke  von  diesem  Anerbieten  Gebrauch  zu  machen,
da  hierdurch  der  Regierung  große  Kosten  für  die
Ernährung  und  die  Unterkunft  der  Lenute  erspart
werden.  Eine  generelle  Regelung  der  Dauer  der
unentgeltlichen  Arbeitszeit  läßt  sich  vorderhand
        <pb n="974" />
        W  866  20

nicht  treffen;  es  hängt  dies  von  der  in  jedem
einzelnen  Falle  verschiedenen  Zahl  der  nicht
arbeitsfähigen  Familienmitglieder  und  der  Dauer
der  Pflegebedürftigkeit  ab,  die  sich  mit  Sicherheit

nicht  vorausbestimmen  läßt.  In  streitigen  Fällen
ist  die  Entscheidung  dem  leitenden  Beamten  vorbehalten.


 

Kolonial  -Wirtschaftliches.

Dflanzungsgesellschaft  hpeme  in  TLogo.

Der  dritte  Geschäftsbericht  für  die  Zeit  vom
1.  Mai  1906  bis  30.  April  1907  klagt  wieder
über  ungünstige  Niederschlagsverhältnisse;  wenn
auch  die  Gesamtregenmenge  von  898  mm  für  die
Küste  von  Togo  eine  ansehnliche  Besserung  gegenüber
  den  Vorjahren  bedeutet,  so  war  doch  die
Regenverteilung  recht  ungünstig.

Infolgedessen  steigerten  sich  die  Kokosnußernten
nur  sehr  wenig,  von  61  600  auf  62  800  Nüsse,
und  auch  die  Baumwollnebenkultur  brachte  nur
den  geringen  Ertrag  von  12  Ballen.  Die
Pflanzung  hat  einen  größeren  Versuch  mit  künstlicher
  Düngung  der  Kokospalmen  vorbereitet.
Neugepflauzt  wurden  5200  Palmen.

Als  zweite  Nebenkultur  ist  Sisal  im  Umfange
von  40  ha  ins  Auge  gefaßt;  die  Pflanzung  erhielt
auf  der  landwirtschaftlichen  Ausstellung  in  Palime
für  selbstbereiteten  Sisalhanf  die  goldene  Medaille.

Anzapfungsversuche  von  Manihot  Glaziovii
ergaben  an  sich  günstige  Mengen  von  Kantschuk,
doch  vertragen  die  Bäume  an  der  Küste  im
Gegensatze  zum  Hinterlande  das  Anzapfen  nicht,
die  Kultur  wird  daher  nicht  ausgenommen.

Bei  der  Rindviehzucht  der  Pflanzung  wird
über  das  günstige  Ergebnis  der  Hinaussendung
ostfriesischer  Bullen,  die  dem  kolonialwirtschaftlichen
  Ausschuß  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
zu  verdanken  ist,  berichtet.

In  der  Gewinn=  und  Verlustrechnung
erscheinen  als  Aufwand:  Gehälter  9364  Mk.,
Löhne  17  854  Mk.,  Unkosten  in  Afrika  1868  Mk.,
Feuerversicherung  909  Mk.,  heimische  Verwaltung
5725  Mk.,  Abschreibungen  3808  Mk.;  als  Ertrag:
Produkte  5783  Mk.,  Viehverkauf  300  Mk.,  Ginbetrieb
  267  Mk.,  Zinsen  1200  Mk.  Der  Saldo
in  Höhe  von  31  978  Mk.  wurde  dem  Pflanzungsanlage-Konto
  der  Bilanz  zugeschrieben,  welches
sich  damit  auf  514  712  Mk.  erhöht.  Im  übrigen
erscheinen  als  Aktiva:  Grundstücke  4251  Mk.,
Gebäude  (nach  Abschreibung)  31  219  Mk.,  Inventar
  4872  Mk.,  Maschinen  372  Mk.,  Ginanlage
  11  462  Mk.,  Materialien  2899  Mk.,  Vieh
3818  Mk.,  Produktenbestand  1520  Mk.,  Kasse
2141  Mk.,  Bankguthaben  20  764  Mk.,  Debitoren
8057  Mk.  und  noch  nicht  eingeforderte  Einzahlungen
  39  800  Mk.  Die  Passiva  bestehen  aus:
Kreditoren  5887  Mk.,  Stammkapital  480  000  Mk.,
Vorzugskapital  160  000  Mk.

 

Westafrikanische  Dflanzungsgesellschaft  „Bibundi“.

Die  westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  „Bibundi“
  in  Hamburg  berichtet  über  ihre  Beteiligung
an  der  Deutschen  Armee-,  Marine=  und  Kolonial-=Ausstellung,
  wie  folgt:

Von  den  wenigen  Unternehmungen  unserer
deutschen  Kolonien,  welche  sich  an  der  Ausstellung
beteiligt  haben,  ist  unsere  Gesellschaft  mit  einer
reichen,  anschaulich  gruppierten  Sammlung  der
Flora  und  Fanna  von  Kamerun  vertreten,  die,
ebenso  wie  ein  Teil  der  zur  Ausschmückung  verwendeten
  ethnographischen  Gegenstände,  bei  aufmerksamen
  Besuchern  reges  Interesse  erweckt.  Im
Vordergrund  des  Interesses  steht  der  Kakao,
welcher  von  der  im  Jahre  1897  gegründeten
Gesellschaft  als  Hauptkultur  betrieben  wird,  und
von  welchem  im  laufenden  Jahre  bereits  ungefähr
  7000  Zentner  im  Werte  von  rund
600  000  Mk.  werden  an  den  deutschen  Markt
gebracht  werden  können;  beiläufig  bemerkt  sei,
daß  in  den  kommenden  Jahren,  sobald  auch  die
Neuanlagen  zum  Vollertrag  herangewachsen  sind,
diese  Ernteziffern  sich  noch  ganz  wesentlich  erhöhen
  werden.  Diese  Kultur  wird  durch  einen
Werdegang  bis  zum  fertigen  Fabrikat  recht
instruktiv  veranschaulicht.  So  sieht  man  dort
Blüten  und  junge  Früchte  an  Zweigen,  reife
Früchte  in  verschiedenen  Querschnitten,  welche
die  Lage  und  Anzahl  der  im  Fruchtfleisch  gebetteten
  Samen  (Kakaobohnen)  zeigen,  Kakaobohnen,
  wie  sie  nach  erfolgter  Fermentation
(Gärung)  und  Trocknung  in  Säcken  à  50  kg
nach  Europa  zur  Verschiffung  kommen,  um  hier
weiter  verarbeitet  zu  werden.  In  einem  Glashafen
  sind  2  kg  dieser  Kakaobohnen  zu  sehen,
und  daneben  wird  gezeigt,  welches  Quantum
Kakaopulver  und  Kakaobutter  (ein  wertvolles  Fett)
daraus  gewonnen  wird,  nachdem  Schalen  und
Abfall  vorher  beseitigt  wurden;  auch  birgt  eine
Glasglocke  ein  Quantum  aus  diesen  Bohnen  hergestellter
  Schokolade.

Eine  eigens  für  die  Ausstellung  angefertigte
Orientierungstafel  mit  Statistik  unter  Glas  und
Rahmen  gibt  darüber  Auskunft,  daß  die  Gesellschaft
  mit  einem  Grundkapital  von  2100  000  Mk.
ausgerüstet,  über  einen  Besitz  von  14  000  ha
verfügt,  von  denen  bisher  annähernd  1000  ha
unter  Kultur  genommen  und,  außer  kleineren
        <pb n="975" />
        G  867  20

Nebenkulturen,  mit  500  000  Kakao-,  25  000
Kautschuk=  und  4500  Kolabäumen,  sowie  20  000
Olpalmen  bepflanzt  sind.  Diese  Kulturen,  welche
von  etwa  1000  schwarzen  Arbeitern  und  15  weißen
Beamten  gepflegt  werden,  verteilen  sich  auf  die
Pflanzungen  Bibundi,  Isongo  und  Mokundange,
deren  räumliche  Trennung  voneinander  eine
übersichtskarte  des  ganzen  Gebietes  veranschaulicht;
eine  Feldbahn  von  7  km  Ausdehnung  vermittelt
den  Verkehr  auf  den  Pflanzungen,  auf  welchen
2  Krankenhäuser  und  rund  60  Wohn=  und  Betriebsgebäude
  stehen.  Eine  Regentafel  für  die
Jahre  1901  bis  1906  stellt  fest,  daß  in  Bibundi
im  Jahre  1906  die  Niederschlagsmenge  11900  mm
betrug  und  daß  am  19.  Juli  1901,  dem  größten
Regentage,  436  mm  Regen  fiel.

Außer  einer  Anzahl  interessanter  Photogravphien,
  die  in  einem  Album  vereinigt  sind,
schmücken  die  Wand  Ansichten  von  einer  Kakaodarre,
  sowie  einer  ebenfalls  zum  Trocknen  von
Kakao  verwendeten  rotierenden  Trommel,  welche
nebst  einer  Lokomobile  und  anderen  maschinellen
Einrichtungen  in  einem  besonderen  Maschinenhause
  untergebracht  sind.

Von  den  anderen,  von  der  Gesellschaft  im
Großen  angebauten  Kulturen,  sind  vertreten:

die  Olpalme  durch  einen  ganzen  Fruchtstand
und  von  diesen  gewonnenes  Palmöl,  Samen
und  Palmkerne,

die  Kola  durch  einen  Blütenzweig  und  getrocknete
  Kolanüsse,

 

der  Kautschuk  durch  einen  Zweig  mit  Samenschoten
  von  Kickxia  elasticu  und  marktgängige
  Handelsware,

die  Banaue  (musa  paradisiaca)  durch  Dörrfrucht
  und  Bananenmehl.

Ferner  sind  ausgestellt  Zweige  mit  Früchten
von  arabischem  und  Liberiakaffee,  Brotfruchtbaum,
schwarzem  Pfeffer,  Mangopflaume  und  Akenbaum
(Blighia  sapida),  außerdem  Erdnüsse,  geschält
und  ungeschält,  Kokosnuß  nebst  Kopra,  sowie
schließlich  Mais.

Eine  Kollektion  verschiedener  Hölzer  in  kleineren
  Stücken,  Bohlen  und  Blöcken  vervollständigt
die  Sammlung  der  Produkte  des  Bodens;  auch
ist  der  Bambus  durch  zwei  Niesenstangen  von
etwa  14  m  Länge  würdig  vertreten.

Die  Fauna  wird  repräsentiert  durch  eine
Schmetterlingssammlung  und  eine  Gruppe  farbenprächtiger
  Vögel,  von  denen  der  nur  in  Afrika
vorkommende  Turako  hervorgehoben  zu  werden
verdient;  ferner  durch  eine  große  Eidechse,  ein
kleines  Krokodil,  Antilopengeweihe  und  einen  von
Elefantenschwänzen  umgebenen  Elefantenschädel
mit  Zähnen,  welch  letztere  durch  Abschuß  der  die
Pflanzungen  schädigenden  Elefanten  gewonnen
und  nach  Europa  exportiert  werden.

In  Verbindung  mit  der  Gesellschaft  stellt  die
Firma  Alfred  Barber  &amp;amp;  Co.  in  Hamburg  Kakaopulver
  und  Schokolade  aus;  es  sind  dies  rein
deutsche  Kolonialprodukte,  die  ohne  Beimischung
aus  von  den  Pflanzungen  der  Gesellschaft  kommenden
  Kakaobohnen  hergestellt  werden.

 

Aus  fremden  Koionien  und  Droduktionsgebieten.

Die  fünanzlelle  L#age  in  Hgvpten.

Die  Internationale  Handelskammer  in  Kairo
hat  der  dieser  Tage  veröffentlichten  Mai-Nummer
ihres  allmonatlich  erscheinenden  Bulletin  de

ommerce  eine  sehr  beachtenswerte  Extrabeilage
mitgegeben,  betreffend  die  gegenwärtig  in  Agypten
herrschende  Finanzkrise  (La  Situation  de  l’Egypte
et  la  Crise  actuelle).

JIn  dieser  Beilage  wird  ausgeführt,  wie  durch
die  Regulierung  der  Bewässerungsverhältnisse  und
as  Steigen  der  Baumwollpreise  der  ländliche
Grund  und  Boden  in  Agypten  zu  einer  geradezu
unerschöpflichen  Reichtumsquelle  für  das  Land
heworden  sei,  wie  die  städtischen  Terrains  alldählich
  in  der  Werterhöhung  gefolgt  seien,  wie
dann  mit  dem  Einströmen  des  Geldes  in  das
hand  die  Börsenspekulation  überhand  genommen
gabe,  und  wie  in  diesem  Jahre  plötzlich  aus
Gußeren  Anlässen,  ohne  innere  Entwertung  der

 

Reichtümer  des  Landes,  jeder  Kredit  ausgehört
habe  und  eine  hier  noch  nie  dagewesene  Finanzkrise
  über  das  Land  hereingebrochen  sei,  die  indessen
  aller  Voraussicht  nach  einen  lokalen  Charakter
  bewahren  und  eine  dauernde  Schädigung
des  Landeswohlstandes  nicht  nach  sich  ziehen  werde.

Insbesoudere  mit  Bezug  auf  den  Außenhandel
des  Landes  wird  ausgeführt,  daß  zunächst  wohl
der  Import  einen  gewissen  Rückschlag  erleiden
werde,  und  daß  die  sehr  hohen  Einfuhrziffern  des
Vorjahres  vorläufig  wohl  nicht  wieder  erreicht
werden  würden,  daß  deswegen  aber  die  fremden
Fabrikanten  keine  ernsthaften  Besorgnisse  zu  haben
brauchten;  sie  sollten  bei  Neubestellung  in  der
Kreditgewährung  recht  vorsichtig  sein,  aber  bei
schon  hierher  gelieferten  Waren  in  der  gegenwärtigen
  schweren  Zeit  nicht  zu  rigoros  auf  Innehaltung
  der  Zahlungsfristen  bestehen.

Zum  Schlusse  wird  dem  Wunsche  Ansdruck
        <pb n="976" />
        W  868  2

gegeben,  daß  die  in  Agypten  bei  dem  Wareneinkauf
übliche  Unsitte  der  übertrieben  langen  Zahlungsfristen
  und  die  weitere  Unsitte  der  gewohnheitsmäßigen
  Nichtbezahlung  und  Prolongierung  der
fälligen  Warenwechsel  baldigst  in  Fortfall  kommen
möge.

Das  Druuckheft  liegt  in  den  nächsten  zwei
Wochen  im  Reichsamt  des  Innern,  Berlin,  Wilhelmstraße
  74,  im  Zimmer  174  für  Interessenten
zur  Einsichtnahme  aus  und  kann  auf  Antrag  auch
auswärtigen  Interessenten  für  kurze  Zeit  übersandt
  werden.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Kairo.)

Kautschuhpflanzungen  in  Ceylon.")

Die  Aupflanzung  von  Kautschuk  liefernden
Pflanzen  (hauptsächlich  Parä-Varietäten  oder
Hevea  brasiliensis)  hat  in  Ceylon  während
der  letzten  Jahre  viel  Aufmerksamkeit  erregt,
und  nach  Schätzungen  sind  jetzt  115  000  bis
120  000  Acres  mit  Paräd,  Castilloa,  Cearä  oder
Landolphia  bepflanzt.  390  000  Acres  sind  mit
Tee,  34000  Acres  mit  Kakao  und  680  000  Acres
mit  Kokosnußpalmen  bestanden,  letztere  hauptsächlich
  als  Eingeborenenkultur.

1905  waren  erst  25  000  Acres  mit  Kautschukbäumen
  bepflanzt,  dann  setzte  der  »rush«  ein.
Da  eine  ähnliche  Entwicklung  in  den  Malaienstaaten,
  in  Indien,  Birma,  Java,  Bornea  (abgesehen
  von  Ost=  und  Westindien,  Mexiko  usw.),
stattgefunden  hat,  so  gibt  es  einige  Autoritäten,
welche  schon  das  Eintreten  einer  Überproduktion
befürchten,  besonders  unter  dem  Hinweis,  daß  ja
auch  wilder  Kautschuk  in  Süd=  und  Zentralamerika
  in  großer  Menge  in  Zukunft  zur  Deckung
des  Marktes  beitragen  wird.  Anderseits  ist  der
große  Verbrauch  des  Kautschuks  zu  bedenken.
Die  Nachfrage  für  Motorwagen  und  Fahrräder
steigt  und  die  Aussicht  der  Verwendung  von
Kautschuk  zu  Pflasterungszwecken,  wenn  nur  der
Preis  niedriger  wäre,  ist  so  gut,  daß  nach
anderen  Autoritäten  für  die  nächste  Zeit  von
einer  ÜUberproduktion  nicht  gesprochen  werden
kann.  Was  den  Ceylonpflanzer  angeht,  so  ist
erwiesen,  daß  er  mit  der  Ernte  beginnen  kann,
wenn  der  Baum  6  Jahre  alt  ist,  wobei  der
Ertrag  sich  jährlich  vermehrt.  Jeder  verständig
gepflanzte  Baum  liefert  1  bis  2  Pfund  präparierten
  Kautschuk,  der  gegenwärtig  4  bis  5  sh
pro  Pfund  wert  ist.  Das  macht  für  150  Bäume,
welche  auf  einem  Acere  stehen,  eine  Ernte  im
Werte  von  30  bis  60  K  jährlich,  je  nach  dem
Alter,  mit  einem  Kostenaufwand  von  7  4  10  sh

*)  Nach  dem  Cexylon-Observer  vom  18.  Mai  1907.

 

bis  10  L.  Die  Kapitalaufwendung  für  eine
Pflanzung  dürfte  für  die  ersten  6  Jahre  einschließlich
  Landkosten  25  bis  30  K  pro  Acre  alles
in  allem  nicht  übersteigen.  So  liegt  die  Möglichkeit
  vor,  daß  alle  Ausgaben  am  Ende  des
8.  Jahres  zurückbezahlt  sind.  Das  sind  wenigstens
die  Resultate  der  bisherigen  Erfahrung.  Die
Kautschukproduktion  von  Ceylon  wird  für  1907
auf  etwa  300  Tons  geschätzt.  Da  aber  die
Weltkonsumtion  von  Kautschuk  etwa  65000  Tons
pro  Jahr  beträgt,  fällt  die  Ceylonsche  Produktion
natürlich  noch  nicht  ins  Gewicht.

Da  also  für  Kautschuk  in  absehbarer  Zeit
noch  nicht  mit  einer  Überproduktion,  welche  z.  B.
den  Kaffeeanbau  so  unrentabel  gemacht  hat,  zu
rechnen  ist,  so  ist  es  für  junge  Leute  mit  einigem
Kapital  oder  noch  mehr  für  größere  Kapitalisten
unzweifelhaft  empfehlenswert,  in  Ceylon  sich  zu
investieren,  wenn  es  auch  immer  schwerer  wird,
geeignetes  Land  zu  erhalten.

Kronland  wird  gewöhnlich  zu  5  Rupien  pro
Acre  zum  Kauf  ausgestellt,  erreicht  aber  oft  bei
Auktion  den  Preis  von  30  Rupien  (2  T)  oder
mehr  pro  Acre.  Wirtschaftlich  angelegt  müssen
20  bis  30  L  pro  Acre  ausreichen,  um  eine
Pflanzung  in  6  oder  7  Jahren  zum  Ertrag  zu
bringen,  und  wenn  man  dann  annimmt,  daß
jeder  Baum  unter  Kostenaufwand  mit  1  sh  1  Pfund
Kautschuk  liefert,  so  hat  der  Produzent  immer
noch  einen  Gewinn,  auch  wenn  der  Preis  für
Kautschuk  bedentend  fallen  sollte.

Wenn  auch  niemand  mit  absoluter  Sicherheit
auf  die  Kautschukentwicklung  in  Ceylon  während
der  nächsten  6  Jahre  spekulieren  kann,  so  ist
jedoch  Raum  für  weitere  ertragbringende  Investierung
  von  Kapitalien  vorhanden.

staffee  ·  r3  zeugung  und  Kusfuhr  Britisch-Indiens
1906.

Wie  in  den  Vorjahren  weist  auch  der  Bericht
für  1906  über  die  Kaffeeernte  sowie  die  Ausfuhr
und  Einfuhr  von  Kaffee  in  Indien  darauf  hin,
daß  zuverlässige  Zahlen  über  die  Anbaufläche  und
Ernte  nicht  gegeben  werden  können.  Einigermaßen
  zuverlässige  Zahlen  enthält  nur  die  Ausfuhrstatistik.
  Nach  dieser  betrug  die  Ausfuhr  im
Jahre  1906/07  25  546  528  lbs.  (engl.  Pfund)
gegen  40  340  384  lbs.  im  Jahre  1905/06  oder
ein  Drittel  weniger  als  im  Vorjahre.  Als  Grund
für  die  verminderte  Ausfuhr  wird  angeführt,  daß
unzeitiger  Regen  in  allen  Kaffec  prodnzierenden
Distrikten  großen  Schaden  angerichtet  habe.

Auch  im  Berichtsjahre  waren  Frankreich  und
Großbritannien  die  Hauptmärkte  für  indischen
Kaffee.  Die  Ausfuhr  ging  im  Jahre  1906/07,
verglichen  mit  1905/06,  nach  folgenden  Ländern:
        <pb n="977" />
        E  869  20

 

1906/07  1095/06
Ausfuhr  in  lbs.

Großbritannien.  9  224  096  19  307  008
Osterreich=  Ungan.  124  208  300  272
Belgien  .  1009344  570  864
Frankreich  .  10695  216  14  810  096
Deutschland  182  112  251  104
Holland  34272  —
Italien  8  736  117  152
Agypten.  67  312  21  056
Abessinien  278  432  212  128
Britisch-Ostafrika  .  11872  2128
Deutsch-  Ostafrita  .  8  064  6  608
Mauritius  .  187  376  309  120
Kapkolonie  112  —
Aden  1  904  —
Arabien  510  160  783  776
Bahrein.  370  272  334  432
Ceylon  2  080  624  2  077  824
China  4480  11  872
Japan  336  1  120
Persien  23  184  76  496
Straits  Settlements  448  784
Asiatische  Türkei  80  192  214  928
Australien  643  776  918  960
Zusammen  einschl.  and.

Bestimmungsländer  25  546  528  40  340  384

Die  Produktion  erreichte  hiergegen  nach  den
Zusammenstellungen  des  Berichts  nur  die  Höhe
von  17  695  312  lbs.  für  1906  und  31178716  lbs.
für  1905,  aus  welchen  Zahlen  wie  in  den  Vorjahren
  die  Unvollständigkeit  der  Produktionsstatistik
ohne  weiteres  hervorgeht,  da  neben  den  ausgeführten
  Mengen  auch  noch  ein  beträchtlicher  Verbrauch
  in  den  Erzeugungsgebieten  und  ganz
Indien  feststeht.  Die  Anbaufläche  umfaßt  nach
der  Statistik  nur  noch  89  v.  H.  derjenigen  im
Jahre  1885,  während  die  Ausfuhr  auf  61  v.  H.
der  Höhe  von  1885  gesunken  ist.  Für  die  Arbeiten
  in  den  Kaffeepflanzungen  wurden  1906
angeblich  24  477  Personen  danuernd  und  46  044
Personen  zeitweilig  beschäftigt;  auch  diese  Zahlen
sind  unvollständig.  —  Der  Kaffeepreis  stellte  sich
1906/07  für  den  englischen  Zentner  (50,8  kg)
auf  43  Rupien  11  Annas  gegen  48  Rupien
12  Annas  4  Pies  im  Vorjahre.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  Kalkutta.)

Der  Raffeemarkt  in  Santos  im  Juni  1907.
Vom  1.  Juli  1906  Vom  1.  Juli  1905

Inmt  bis  30.  Juni  Juni  bis  30.  Juni
19007
Sack  von  60  kg
Zufuhren  .  800  400  15  392  170  293  600  0  982  885
Berschiff.  1  189  343  13  8741  113  189  575  7280  o  162
Verkäufe  9066  483  —  140  264
Vorrat  am
Letzten  des
Monats  .  1  943  058  —  509  208  —

 

Die  Paulistaner  Regierung  trat  nur  noch  im
ersten  Drittel  des  Berichtsmonats  als  Käuferin  auf.
Die  Marktpreise  betrugen  für  10  kg:

des  Typ  ;  .  38600  —38700  Rs.,
--  .  38400—88600---
  ·  38100—38200---6.
  28900—38000
.  28700—28800  =
-  28..  18900—28000
28..  18600—18700  =

für  Moka  superior  38000—33200
Der  Durchschnittskurs  betrug  15  5/82  d.

Ausfuhr  aus  Santos  (in  Säcken  von  60  kgaj:

nach  Haprre  337  792  Sack,
-New  York  230  653
-Hamburg  182  231
-New  Orleans.  121  555
NRotterdam.  100  922
Triest  75  300
.-Antwerpen  50  894.
-Buenos  Aires  12  849
Falmouth  a.  O.  9901
-Southampton  9001
London.  6  328  =
-Marseille  5  255
Genua  .  4652--Bkcsnen...
  4500-isnKüftcnhandel..26556-



  (einschl.
anderer  Häfen)  1  189  343  Sack.
Der  Kaffeekonsum  betrug  vom  1.  Januar
bis  30.  April  1907:
in  Europa
in  den  Ver.  Siaaten
gegen  2  157  300  =
und  gegen  2  476  900.
im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres.

Der  sichtbare  Weltvorrat  betrug  am
1.  Juni  1907:
in  Europa  (einschl.  der  nach  dort
verschifften  u.  schwimmenden
Ware)  ..

·rnnd2203200Sack,
2494410-un



87397OOSack,
in  den  Ver.  Staaten  (einschl.

der  nach  dort  verschifften  und

schwimmenden  Ware)  rund  4363  900  —
3325  200  =

in  Brasilien  -

zusammen  rund  16  428  800  Sack,
gegen  .  .  .  .  16  248  600  „
am  1.  Mai  1907  u.  gegen  .  10  232  300  =

am  1.  Juni  1906.

Die  Ernteaussichten  für  1907/08  haben
sich  seit  dem  letzten  Berichte,)  da  die  Witterung
ungünstig  war,  zweifellos  nicht  gebessert.  Man

*)  Siehe  „Kol.  Bl.“  1907,  S.  773.
        <pb n="978" />
        W  870  20

nimmt  an,  daß  die  Ernte  für  Santos  8  Millionen
Sack  (wobei  die  vom  vorigen  Erntejahre  verbliebenen
  Restbestände  mitgerechnet  sind)  kaum  übersteigen
  wird.
(Bericht  des  Maisert  Konsulats  in  Sdo  Paulo
om  18.  Juli  1907.)

Kakaoausfuhr  aus  der  Dominikanischen  Republik
'  im  Oärz  und  April  1907.

 

Ausfuhr  März  April
«  hr  Menge  Wert  Menge  Wert
nach  Pfund  8  Pfund  8

Deutschland  736  154  86  657  321  474  36  576
Ver.  Staaten

v.  Amerika  658  873  86  812  802  584  99  690
Frankreich  325  968  43  787  155  532  20  064

Zusammen  1  720  995  217  256  1279  590  156330

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  San  Domingo.)

 

Japanische  ölsardinen.

Die  Küsten  des  Verwaltungsbezirks  Nagasaki
zeichnen  sich  durch  das  massenhafte  Vorkommen
von  Sardinen  aus,  die  in  getrocknetem  oder  gesalzenem
  Zustande  gegessen  oder  namentlich  bei
großen  Fängen  auch  als  Dünger  verbraucht
werden.  Um  eine  vorteilhaftere  Verwendung  der
Fische  einzuführen,  hat  die  Sceversuchsstation  der
Bezirksregierung  seit  dem  Jahre  1905  mittels
moderner  französischer  Maschinen  Sardinen  in
Blechbüchsen  mit  türkischem  und  französischem
Olivenöl  konserviert  und  einen  Teil  dieser  Olsardinen
  nach  Europa  und  Amerika  gesandt,  in
der  Hoffnung,  damit  eine  regelmäßige  Ausfuhr
anzubahnen.  Jede  Büchse  enthält  8  bis  12  Sardinen
  und  kostet  einzeln  0,28  Mk.,  im  Hundert
0,26  Mk.

Bisher  sind  die  japanischen  Exportversuche  mit
Olsardinen  nicht  erfolgreich  gewesen,  und  Fachleute
  behaupten,  daß  dies  auch  an  der  Art  der
japanischen  Sardinen  liegt.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Nagasaki.)

Ausfuhr  von  Korkstopfen,  Korkwürfeln  usw.  aus
der  spanischen  Drovinz  Gerona  1906.

Infolge  des  anhaltenden  Steigens  des  Wertes
der  spanischen  Peseta  ist  die  Ausfuhr  von  Korkstopfen
  und  würfeln  im  Jahre  1906  gegen
das  Jahr  1905  bedeutend  zurückgegangen,  zunächst
  in  der  Anzahl  und  dann  auch  im  Werte,
da  die  ausländische  Kundschaft  die  dem  Kursunterschiede
  entsprecheude  Erhöhung  im  Preise
nicht  so  schnell  anzulegen  gewillt  war  und  als
natürliche  Folge  davon  vorzugsweise  geringe
Klassen  bezogen  wurden.  Die  Gesamtausfuhr  aus
der  Provinz  Gerona  belief  sich  im  Jahre  1906
auf  37  100  000  Korkwürfel  (1669,5  dz)  und

 

1  560  431  000  Korkstopfen  (46  813  dz)  im  Werte
von  371  000  Pesetas  bzw.  23  406  465  Pesetas
oder  ungefähr  270  800  Mk.  bzw.  17  085  000  Mk.
Davon  entfielen  auf:

 

 

Korkwürfel
Häfen  1000  Stück  4  i„  M##
San  Felin  de  Guixols  1  000  45  10  000
Palamos  —  —  —
Barcelona  .  3  466  156  34  000
Port-Bou-  32  634  1468,5  326  340
Zusammen  37  100  1669,5  371.000
Korkstopfen
Häfen  1000  Stück  *  Wert
ve  Stu  ·  in  Pesetas
San  Felin
de  Guixols  439  144  13  174,3  6  587  160
Palamos  284  412  8332,5  42266  180
Barcelona  119  424  3582,7  1  791  360
Port-Bonu  717  451  21  523,5  10  761  765
Zusammen  1  560  131  46  813  23  406  465

Die  vorjährige  Ausfuhr  von  Würfeln  und
Korkstopfen  zusammen  betrug  29  173  632  Pesetas,
also  ungefähr  5  Millionen  Pesetas  mehr  wie  im
Berichtsjahre.  Die  Kursverhältnisse  haben  für  die
Korkindustrie  speziell  einen  schädigenden  Einfluß
gehabt  und  die  bisher  so  blühende  Hausindustrie
fast  gän  zlich  zugrunde  gerichtet,  da  der  Exporteur
die  alten  Preise  nicht  mehr  zu  bewilligen  vermochte
  und  der  kleine  Hausfabrikant  infolge  der
verhältnismäßig  hohen  Korkholzpreise  nicht  in  der
Lage  war,  zu  fabrizieren.  Zwischen  dem  Werte
des  Rohmaterials  und  des  Produkts  bestand  kein
gesundes  Verhälmis.  Die  natürliche  Folge  des
Rückganges  der  Hausindustrie  war,  daß  die
größeren  Betriebe,  welche  bisher  einen  namhaften
Teil  ihres  Bedarfs  durch  Einkauf  fertiger  Korke
deckten,  sich  veraulaßt  sahen,  in  ausgedehntem
Maße  selbst,  und  zwar  vorzugsweise  mit  Maschinenkraft,
  zu  fabrizieren,  um  den  an  sie  gestellten  Anforderungen
  gerecht  werden  zu  können.

Als  gegen  Ende  des  Berichtsjahres  der  Wert
der  spanischen  Peseta  sich  etwas  gefestigt  hatte,
kehrte  die  Sicherheit  im  Geschäft  allmählich  zurück.

Korkspäne.  Die  Ausfuhr  belief  sich  auf
83  402  dz,  also  auf  bedeutend  mehr  als  im
Jahre  1905.  Unter  den  Abnehmern  stand  in
erster  Linie  Großbritannien  mit  43  337,37  dz;
dann  kommt  Deutschland  mit  36  527,54  dr;
ferner  entfallen  auf  die  Niederlande  1506,55  dz,
Vereinigte  Staaten  von  Amerika  1271,87  dz,
Frankreich  671  dz  und  verschiedene  Länder
88,26  da.  Die  Nachfrage  war  während  des
ganzen  Jahres  ziemlich  lebhaft,  doch  machte  sich
eine  steigende  Tendenz  der  Preise  erst  gegen  Ende
desselben  bemerkbar,  wo  sie  sich  zwischen  65  und
75  Mk.  für  1000  kg  frei  an  Bord  San  Felin
        <pb n="979" />
        W  871

oder  Palmos  behaupteten,  welcher  Preis  etwa
85  bis  95  Mk.  eif  deutschen,  britischen  oder  nordamerikanischen
  Häfen  gleichsteht.

Korkschrot  wurde  sehr  wenig  fabriziert;  es
gelangten  nur  344  dz  zur  Ausfuhr  nach  Frankreich,
  während  der  Verbleib  der  Produktion  in
Spanien  selbst  zur  Verpackung  von  Früchten
Verwendung  fand.

Korkeichen-Gerberlohe.  Die  Ausfuhr  belief
  sich  auf  9101  dz  und  richtete  sich  hauptsächlich
  nach  Italien.

(Bericht  des  Kaiserl.  Vigekonsulats  in  San  Felin

de  Guixols.)

 

Erhöhung  des  Kusfuhrzolls  für  Gummi  in  der
westlichen  Jone  des  konventionellen  Hongobeckens.

Laut  Notenwechsels  zwischen  den  Bevollmächtigten
  der  portugiesischen  und  der  französischen
sowie  der  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats
  ist  der  gemäß  Artikel  2  des  Lissaboner
Protokolls  vom  8.  April  1892  in  der  westlichen
Zone  des  konventionellen  Kongobeckens  für  Gummi
zu  erhebende  10  prozentige  Ausfuhrzoll  vom
2.  Juli  d.  Is.  ab  unter  Zugrundelegung  eines
Wertes  von  6  Franken,  anstatt  wie  bisher  von
4  Franken,  für  das  Kilogramm  zu  berechnen.

(Diario  do  (loverno.)

Verschiedene  Mitteilungen.

Deutschlands  Ein-  und  Kusfuhr  einiger  wichtiger  Waren  in  der  Seit  vom  21.  bis  31.  Juli
und  im  (Oonat  Juli  1907.

Einfuhr  Aufuhr
im  Spezialhandel
Warengattung  21.—31.  Monat  1.—31.  Monat
Juli  Juli  Juli  Juli
Menge  in  dz
Baumwolle  120  908  354  572  13  358  49  183
Flachs,  gebrochen,  geschwungen  uisw.  8  987  31725  270  2253
Hanf,  gebrochen,  geschwungen  usw.  9908  38  404  7  138  13  130
Jute  und  Jutewerg'’)  .  .  27  726  86  003  338  7  492
Merinowolle  im  Schweiß  9  602  21  298  557  962
Kreuzzuchtwolle!  im  Schweiß  26  270  69  139  400  2283
Eisenerze  .  3  300  280  8  354  096  713  050  2  872  022
Steinkohlen  4709  736  14  330  542  6234  633  16  678  935
Braunkohlen  3  300  899  8  368  558  5  817  16  317
Erdöl,  gereinigt  183  301  675  369  206  468
Chilesalpeter  336  595  4  433  337  19  274  199  120
Roheisen  157  174  460  361  101  604  263  308
Kupfer.  53977  137  634  3  747  6  656
Desgleichen  vom  1.  bis  10.  Rugust  1907.
Einfuhr  Ausfuhr

Warengattung
Baumwolle

Hauf,  gebrochen,  geschwungen  usw.
Jute  und  Jutewerg
Merinowolle  im  Schweiß
Kreuzzuchtwolle  im  Schweiß
Eisenerze

Steinkohlen.

Braunkohlen

Erdöl,  gereinigt

Chilesalpeter

Roheisen.

Kupfer

 

Flachs,  gebrochen,  geschwungen  ufw.

im  Spezialhandel
Menge  in  d2

88  437  18  564
7649  946

21  932  2  828

39  780  1  014

4  068  546

.  19514  429
2938334  737  658
4982  730  6  186  852
2  175226  11  138
130  241  231

29  507  4  864

113  110  50  986

16  914  3  993

(Nach  einer  im  Deutschen  neichs  auzeiger  veröffentlichten  Zusammenstellung  des  Kais.  Statistischen  Amts.)

*

Außerdem  Durchfuhr  im  Monat  Juli  441100  d.
        <pb n="980" />
        W  872  20

Deutschlands  Import  von  Baumwollsaatprodukten.)


Wie  der  Generalkonsul  der  Vereinigten  Staaten
in  Berlin  am  11.  April  1907  berichtet,  müssen
in  Deutschland,  trotzdem  es  einer  der  größten
Olproduzenten  in  Europa  ist,  zur  Befriedigung
der  heimischen  Konsumtion,  zu  Nahrungs-,  industriellen
  und  landwirtschaftlichen  Zwecken  jährlich
  Olkuchen  und  Mehl  eingeführt  werden.
den  amerikanischen  Statistiken  war  im  Jahre  1906
Deutschland  Amerikas  größter  Abnehmer  für  Olkuchen
  und  Olkuchenmehl,  und  zwar  im  Werte
von  568  155  8,  während  es  beim  Import  von
Baumwollsaatöl  von  Amerika  an  dritter  Stelle
rangiert,  und  zwar  mit  1  444  905  8;  die  Niederlande
  und  Frankreich  rangieren  an  erster  und
zweiter  Stelle.  Es  gibt  keine  Statistiken  über  den
Verbrauch  von  Baumwollsaatöl,  Baumwollsaatkuchen
  und  Baumwollsaatmehl.  Indessen  importierte
  Deutschland  1905  12  334  Tons  Baumwollsaat,
  58  564  Tons  Baumwollsaatöl  und
583  107  Tons  Olkuchen  und  Mehl  verschiedener
Art,  wobei  Baumwollsaatkuchen  und  Mehl  nicht
besonders  genannt  werden.  Der  Export  von
Baumwollsaat  und  Baumwollsaatöl  ist  ganz  unbedeutend,
  während  von  verschiedenen  Arten  von
Olkuchen  und  Mehl  einschließlich  Baumwollsaatkuchen
  und  Mehl  180  439  Tons  exportiert  werden.
Die  Quantität  und  den  Wert  von  Baumwollsaatöl,
das  nach  Deutschland  in  Barrels  während  der
letzten  drei  Jahre  importiert  worden  ist,  sowie
den  Anteil,  welchen  die  Vereinigten  Staaten  an
diesem  Handel  haben,  zeigt  die  folgende  Tabelle:

Nach

Aus  diesen  Zahlen  ergibt  sich,  daß  die  Vereinigten
  Staaten  80  vH.  des  gesamten  importierten
Baumwollsaatöls  nach  Deutschland  liefern.  An
zweiter  Stelle  rangiert  Großbritannien  und  an
brter  Stelle,  aber  in  gewissem  Abstand,  China.

Die  Preise  für  Baumwollsaatöl  stellten  sich
in  Hamburg,  wie  folgt:

pro  100  kg
für  weißes  amerikanisches  "4  13,57  bis  13,68  S
gelbes  13,23  13,45.=englisches
  Ol  12,61  =  12,85

Diese  Preise  verstehen  sich  ab  Lagerhaus  ohne
Zoll  mit  einem  Diskont  von  1  vH.  bei  sofortiger
Zahlung.

Der  deutsche  Schiffsverkehr  in  Schanghai  1906.

Es  haben  im  Jahre  1906  in  Schanghai
1094  Klarierungen  deutscher  Schiffe  mit  einem
Gesamtraumgehalt  von  1  867  626  Registertons
gegen  1231  Klarierungen  mit  einem  Raumgehalt
von  1  928  084  Registertons  im  Jahre  1905  und
988  Klarierungen  mit  einem  Raumgehalt  von
1  614  027  Registertons  im  Jahre  1904  stattgefunden.


Die  Anzahl  der  Klarierungen  der  deutschen
Schiffahrt  weist  sonach  gegenüber  dem  Jahre  1905
eine  Abnahme  um  137  und  der  Gesamtraumgehalt
einen  Ausfall  von  60  458  Registertons  auf.

Die  Abnahme,  die  die  deutsche  Schiffahrt
während  des  verflossenen  Jahres  erfahren  hat,  ist
vor  allem  darauf  zurückzuführen,  daß  eine  Anzahl
von  kleineren,  verschiedenen  Reedereien  gehörigen

 

 

 

 

 

 

1904  1905
*  1906
Art  Quaniität  Wert  Quantität  Wert
Tons  Dollars  Tons  Dollars  Tons
Rein  20  963  1  811  180  29  318  2  121  770  31  413
Denaturiert  18  670  1  438  472  29246  ç  1  986  824  25  175
Zusammen  39  633  3249  652  58  564  4  108  594  56  588
Von  den  Vereinigten
Staaten:

Rein  .  20  396  1  762  092  29  019  2  100  273  —

Denaturiert  11  424  918  264  22  330  1  529  941  —
Zusammen  31820  2  680  356  51  349  3  630  214  46  564

 

*)  Nach  einem  Spezial-Lonsulatsbericht  des

Depariment  of  Commerce

 

 

and  Labor  in  Washington.
        <pb n="981" />
        W  873  10

Dampfern,  die  während  des  Jahres  1905  vor
und  nach  dem  Friedensschluß  Proviant  und  vor
allem  Kohlen  nach  den  russischen  Häfen  gebracht
haben,  im  Berichtsjahre  aus  Mangel  an  Fracht
wieder  zurückgezogen  worden  sind.  Sodann  sind
die  vier  dem  Norddeutschen  Lloyd  gehörigen
Dampfer  „Gera“,  „Trave“,  „Wittekind“  und
„Stuttgart“,  die  im  Jahre  1905  die  russischen
Militärtrausporte  heimbeförderten,  im  Berichtsjahre
  in  Fortfall  gekommen.

Der  Norddeutsche  Lloyd  hatte  im  Berichtsjahr
  zwei  weitere  Dampfer,  „Bülow“  und  „Prinz
Ludwig“,  eingestellt  und  die  Hamburg—  Amerika=Linie
  zwei  weitere  Dampfer  mit  Einrichtung  für
eine  beschränkte  Zahl  von  Passagieren,  „Habsburg“
  und  „Hohenstaufen“.

Der  Personenverkehr  nach  Ostasien  und  Japan
wie  auch  nach  Europa  hatte  im  verflossenen  Jahre
im  allgemeinen  nachgelassen.  Dies  ist  vor  allem
auf  die  im  Laufe  des  Jahres  erfolgte  Wiedereröffnung
  der  russisch-sibirischen  Bahn  zurückzuführen.


Auch  der  Frachtverkehr  war  ungünstiger  als
der  des  Vorjahres.  Neben  einer  allgemeinen
Depression  des  Handels  ist  der  Grund  hierfür  in
der  unerwarteten  Erhöhung  der  Silbervaluta  zu
suchen,  welche  dem  Exporteur  das  Geschäft  sehr
erschwerte.  Der  Yangtseverkehr  hat  sich  im  verflossenen
  Jahre  noch  weit  ungünstiger  gestaltet,
als  es  im  Jahre  1905  der  Fall  war.  Das  Geschäft
  ist  schlechter,  die  Tonnage  aber  größer  geworden.
  Demgemäß  sind  die  Frachtsätze  im  Berichtsjahre
  noch  weiter  gedrückt  worden.

Während  die  Fracht  von  Hankan  nach  Schanghai
für  Bohnen,  Reis,  Weizen  vor  etwa  zwei  Jahren
17  Candarins  (1  Candarin  =  3¼  Pf.)  für  das
Pikul  betrug,  war  sie  im  Jahre  1906  auf  11½
Candarin  gesunken.  Die  Fracht  für  Sesamsaat
ist  in  den  letzten  zwei  Jahren  von  19  Candarins
für  das  Pikul  auf  13  Candarin  gefallen.  Die
Frachten  von  Hankau  nach  Schanghai  für  ausländische
  Güter,  die  vor  einigen  Jahren  2,60  Taels
(1  Tael  etwa  3,20  Mk.)  für  die  Tonne  betrugen,
sind  seit  etwa  drei  Jahren  auf  1,80  Taels  für
die  Tonne  gesunken.

Die  Frachten  für  chinesische  Waren  von
Schanghai  nach  Hankau  sind  in  den  letzten  Jahren
ebenfalls  merklich  zurückgegangen,  da  jede  neue
Kompagnie  versuchte,  durch  Ermäßigung  festen  Fuß
öu  fassen,  und  dadurch  die  Frachten  drückte.

Die  Raten  von  Schanghai  nach  Hankau  für
ausländische  Güter  sind  zwar  nominell  auf  2,60
Taels  für  die  Toune  geblieben,  jedoch  werden
meist  besondere  Abkommen  getroffen  und  dadurch
die  Sätze  geringer.

 

Ebenso  sind  die  Fahrpreise  für  chinesische
Passagiere  in  den  letzten  Jahren  ganz  bedeutend
gesunken.  Für  die  dritte  Klasse  war  der  Fahrpreis
  nach  Hankan  und  umgekehrt  im  Jahre  1906
auf  1,60  8  (1  mexik.  Dollar  =  2,20  Mk.)  heruntergegangen,
  während  er  im  Jahre  1901  5,40  und
im  Jahre  1904  noch  2,40  8s  betrug.  Welchen
Ausfall  dies  bedeutet,  zeigt  sich,  wenn  man  berücksichtigt,
  daß  die  deutschen  Dampfer  z.  B.  außer
für  etwa  12  Europäer  Passagiereinrichtung  für
etwa  12  Chinesen  in  der  ersten  Klasse,  für  etwa
24  in  der  zweiten,  für  etwa  200  in  der  dritten
haben.

Von  deutschen  Schiffen  unterhielten  die  drei
dem  Norddeutschen  Lloyd  gehörigen  Dampfer
„Mei  Shun“,  „Mei  lee“,  „Mei  dah“  und  die
beiden  Dampfer  der  Hamburg—Amerika-Linie
„Sui  an“  und  „Sui  tai“  eine  regelmäßige  Verbindung
  zwischen  Schanghai  und  Hankau.  Die
beiden  letzteren  Dampfer  wurden  jedoch  Mitte
November  an  die  Hongkong,  Canton  and  Macao
Steamboat  Company  verkauft.

Die  Fahrt  von  Hankau  nach  Itschang  ist  von
deutscher  Seite  auch  im  verflossenen  Jahre  nicht
wieder  ausgenommen  worden.

Auf  die  Linie  Schanghai—Tsingtau  hat  die
Hamburg  —Amerika-Linie  in  der  zweiten  Hälfte
des  Jahres  neben  dem  „Gouverneur  Jäschke"“
noch  den  bisher  nach  Chemulpo  laufenden  Dampfer
„Peiho“  gelegt  und  so  eine  regelmäßige  Verbindung
  zweimal  in  der  Woche  geschaffen.

Des  weiteren  hat  die  Hamburg—  Amerika=Linie
  sich  entschlossen,  ihre  zwischen  Schanghai
und  Tientsin  laufenden  Dampfer  „Admiral  von
Tirpitz“,  „Staatssekretär  Krätke“  und  „Tsingtan“
mit  vier=  bis  fünftägigen  Abständen  statt  wie
bisher  mit  einem  Zwischenraum  von  einer  Woche
gehen  zu  lassen.  Die  Dampfer  laufen  in  der
Regel  Tsingtau  und  Tschifr  an.  Im  Winter
gehen  die  Dampfer  nach  Tsinwangtan,  da  Tientsin
nicht  eisfrei  ist.

Die  Verbindung  Schanghai—Chemulpo  hat
die  Hamburg  —Amerika-Linie  im  verflossenen  Jahre
als  nicht  lohnend  eingehen  lassen.

Die  in  der  Zollstatistik  als  deutsche  Segelschiffe
aufgeführten  Fahrzeuge  sind  das  Segelschiff  „Henriette“",
  das  bei  Tsingtau  Havarie  erlitt  und  dann
auf  Abbruch  hier  verkauft  wurde,  und  der  Leichter
„Yangtze“  der  Hamburg  —Amerika-Linic,  der  nicht
unter  eigenem  Dampf  fährt.

Verkauft  worden  sind  in  Schanghai  im  Berichtsjahr
  die  beiden  oben  erwähnten  Dampfer
der  Hamburg—Amerika-Linie  „Suian“  und  „Sui
tai“",  der  H.  D.  J.  Wagner,  Altona,  gehörige
Dampfer  „Hans  Wagner“,  der  M.  Jebsen,  Hamburg,
  gehörende  Dampfer  „Tolosan“,  der  B.  v.
        <pb n="982" />
        W  874  20

Fischerz,  Schanghai,  gehörende  Dampfer  „Canton“
und  das  der  Firma  .  Schramm  &amp;amp;  Co.,
Bremen,  gehörige  Segelschiff  „Henriette“.
(Nach  einem  Berichte  des  Kaiserl.  Generalkonsulats
in  Schaughai.)

Verkehr  deutscher  Schiffe  in  ausländischen  Häfen
während  des  Jahres  1906.

 

 

 

Eingang  Ausgang
1Raum=  dar-  dar-Häfen
  Zahl  gehalt  unter  Zahl  unter
der  Re-  Scifie  der  in
Schiffe  Bister-  La-Schiffe
  tons  Ladung  Schiffe  dung
1—
RKrager.  121  33  422  1  121  121
Hang138  23  550  30  —-*ier
Perna  72  50  106  20  72  51
Gibraltoer  827171  248  235
Trabanz  4  3067!  4  4  3
Ancona  24  32  152  21  23  21
Savonae  34  4  890  33  55  6
Spalato  5  10  893)  *
Feihcinen.  367  601  172  *)  367  *)
Rodos  ..  30  40  921  30  30  30
8  .  2»"6()16  1  2  2
Mombasa-Kilindin409

  319  070  109  100  109
Galveston  41  119  422  16  41  40

San  Juan
Portorifo)  21  129905  24  214  21

Santa  Crug  del

 

Sur  (Cuba)““)  7  111668.  *)  7  7
San  José  de  "„  r
Guatemala  48  130  198;  *7  4118)
·...  is  3877.  17  19  6
Bahia  Blanca  14  36  163  13  14  11
Puerto  Cabello  15|  84  076  *  45.  9
Jauique  .  .  145  102  913  136  113  141
Caleta  Buena  43  112  411  37  42  11

 

 

(Nach  den  Schiffslisten  der  Kaiserlichen  Konsulate.)

Die  neue  deutsche  Dampferlinie  nach  den  Häfen
des  persischen  Golfes.

Im  Verkehrswesen  des  Konsulatsbezirks  Bagdad
war  die  wichtigste  und  durchgreifendste  Veränderung
  der  Gesamtlage  im  Jahre  1906  durch  die
Gründung  der  neuen  Dampferlinie  der  Hamburg—
Amerika-Paketfahrt-Aktiengesellschaft  nach  den
Häfen  des  persischen  Golfes  und  Basra  bedingt.
Schon  seit  Mai  des  Berichtsjahres  hatten  die  drei
den  direkten  Dienst  zwischen  England  und  dem
persischen  Golfe  versehenden  britischen  Frachtdampfergesellschaften,


*)  VNicht  nachgewiesen.
)  In  Nr.  14  des  „Kol.  Bl.“  vom  15.  Juli  d.  Is.
sind  versehentlich  unrichtige  Zahlen  angegeben.

 

die  „Bucknall  Steam  Navigation  Co.",

die  „West  Hartlepool  Line"“,

die  „Anglo-Arabian  and  Persian  Gulf  Steam

Navigation  Co.",

alle  Maßregeln  ergriffen,  um  dem  bevorstehenden
Wettbewerbe  der  deutschen  Kompagnie  zu  begegnen.
Sie  setzten  den  Frachtsatz  von  Basra  nach  den
Hafenplätzen  Europas  um  2½  sh  pro  Tonne
herab.  Es  ergab  sich  von  selbst,  daß  eine  heftige
Konkurrenz  zwischen  den  bereits  bestehenden  britischen
  Dampferdiensten  nach  dem  Persischen  Meerbusen
  und  dem  neuen  der  Hamburg—  Amerika-Linie
sich  hauptsächlich  auch  bezüglich  der  bedeutenden
Ausfuhr  Mesopotamiens  nach  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  entwickeln  werde.  Man
dachte  dabei  im  wesentlichen  an  den  ausgedehnten
Woll=  und  Dattelexport  aus  Basra,  der  auf  dem
Wege  nach  Amerika  eine  Umladung  nötig  macht,
und  sah  voraus,  daß  die  Hamburg  —Amerika-Linie
infolge  ihres  eigenen  Dampferverkehrs  mit  Amerika
imstande  sein  werde,  den  Exporteuren  günstigere
Bedingungen  anzubiceten,  als  es  bis  jetzt  die  drei
Londoner  Reedereien,  die  keinen  regelmäßigen
Dienst  nach  Amerika  haben,  tun  konnten.  Die
britischen  Kompagnien  setzten  dann  zwei  Monate
später,  im  Juli  des  Berichtsjahres,  ihren  Frachtsatz
noch  weiter  herab,  namentlich  um  für  den  Konkurrenzkampf
  mit  der  neuen  deutschen  Linie  zur
Zeil  der  Dattelernte  und  der  sich  an  diese  anschließenden
  großen  Ausfuhr  der  Frucht  nach
Nordamerika  im  voraus  gerüstet  zu  sein.  Dieser
Gesichtspunkt  war  um  so  maßgebender  für  die
übrigen  Linien,  als  die  erste  Ausfahrt  der  Hamburg—Amerika-Linie
  genau  mit  der  Zeit  des
großen  Dattelexportes  zusammenfiel.

Die  Bagdader  Agentur  ist  der  seit  1894  dort
etablierten  deutschen  Großfirma  Berk,  Püttmann
&amp;amp;  Co.  übertragen  worden.  Mit  der  Basraer
Vertretung  der  Hamburg  —Amerika-Linie  wurde
der  seit  mehreren  Jahren  am  Persischen  Meerbusen
etablierte  deutsche  Kaufmann  Woenckhaus  betrant.
Die  beiden  mesopotamischen  Agenturen  der  Hamburg—Amerika-Linie
  sind  also  bereits  an  deutsche
Firmen  vergeben.

Als  die  „Canadia“  zu  Anfang  September  als
erstes  Schiff  der  Hamburg—  Amerika-Linie  den
Hafen  von  Basra  anlief,  brachte  sie  einc.  die  Erwartungen
  der  Handelskreise  weit  übertreffende
Ladung  mit.  Für  die  Rückfahrt  lag  bereits  die
volle  Fracht  für  die  „Canadia“  in  Basra  bereit,
so  daß  für  etwa  von  Bagdad  aus  zu  exportierende
Waren  gar  kein  Platz  mehr  vorhanden  war.  Auch
die  beiden  folgenden  Dampfer  „Sicilia“  und
„Savoja“,  von  denen  der  erste  Anfang  Oktober
und  der  zweite  Anfang  November  den  Hafen  von
Basra  besuchte,  wiesen  die  gleiche  Inanspruchnahme
  sowohl  für  die  Hin=  als  auch  die  Rückfracht
        <pb n="983" />
        875

auf.  Der  Anfang  Dezember  fällige  vierte  Dampfer

„Hungaria“  traf  erst  zu  Ende  des  Berichtsjahres

ebenfalls  vollbeladen  in  Basra  ein.

Die  Frachtsätze  standen  gegen  Ende  des

Berichtsjahres  folgendermaßen:

I.  Bei  dem  englischen  Schiffstrust  im  persischen
Golfe  (Bucknall  Brothers,  Frank  Strick  &amp;amp;  Co.,
West  Hartlepool,  Steam  Navigation  Co.):

von  London  nach  Basra  pro  40  Kubikfuß

oder  1000  kg  Gewicht  =  32  sh  6  4

10  v.  H.

von  Basra  nach  tl  Maßfracht  T

5Sh;

—

von  Basra  nach  Marseille  pro

von  Basra  nach  London0  Kubitfuß

bei  der  Hamburg  —Amerika-Linie:

von  Hamburg  nach  Basra  pro  Kubikmeter
(ie  nach  der  Warenpackung):  20,  25,  30  Mk.

.von  Basra  nach  Port  Said  Maßfrach,  !  1õ  sl

von  Basra  nach  Marseille!  pro  5##,

von  Basra  nach  Hamburgs|#r  auo  1786.

Für  Getreide  hatten  sowohl  die  Hamburg—
Amerika-Linic  als  auch  die  englischen  „Combined“=Dampfer
  für  den  Transport  von  Basra  nach
Marseille  oder  Hamburg  pro  900  kg  Gewicht  den
gleichen  Frachtsatz  von  17  sh  6  d.

Der  Grund  für  den  so  günstigen  Erfolg  des
deutschen  Verkehrsunternehmens  im  persischen  Golfe
ist  einerseits  in  den  allgemeinen  Verhältnissen  des
Handels  und  Wandels  in  diesen  Gebieten,  anderseits
  in  der  richtigen  Wahl  der  Agenturen  zu
suchen.

Die  gesamte  einheimische  Bevölkerung,  insbesondere
  natürlich  die  Handelswelt,  hat  die  Neugründung
  der  deutschen  Dampferlinie  mit  Freude
begrüßt.

Die  Schiffe  der  Hamburg—Amerika-Gesellschaft
laufen  nach  Ausfahrt  von  Hamburg  zunächst  Antwerpen
  an.  Von  dort  hat  sich  ein  lebhafter  Handel
mit  belgischem  Zucker  herausgebildet.  Weniger
Aussichten  scheint  Marseille  zu  bieten;  die  dortigen
großen  Zuckerraffinerien  haben  sich  auf  Jahre
hinaus  mit  den  englischen  Reedereien  Bucknall
Bros.  und  Frank  Strick  &amp;amp;  Co.  für  den  Transport
  ihrer  Ware  festgelegt.

(Nach  einem  Berichte  des  Kaiserl.  Konsulats
in  B  d.)

—

1

—
1—

—

 

Citeratur.
„Wirtschafts-Atlas  der  deutschen
nien.“  Zweite  verbesserte  Auflage.
Anläßlich  seines  zehnjährigen  Bestehens  hat  das
Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  im  Dezemberv.  Is.

Kolo-= 



einen  „Wirtschafts-Atlas  der  dentschen  Kolonien“
herausgegeben,  der  zum  ersten  Male  eine  kartographische
  Darstellung  der  wirtschaftlichen
und  Verkehrsverhältnisse  der  deutschen
Kolonien  umfaßt.  Die  erste  Auflage  2000  war
bereits  nach  wenigen  Monaten  vergriffen.

Die  dem  eigenartigen  Werke  gezollte  Anerkennung
  sowie  die  Neubestellung  von  über
1900  Exemplaren,  insbesondere  durch  Schulen,
veranlaßte  eine  Neuauflage,  die  durch  die  neuesten
wissenschaftlichen  und  wirtschaftlichen  Erkundungen
verbessert  und  ergänzt  und  durch  das  neueste
statistische  Material  über  koloniale  Eisenbahnen,
Post-,  Telegraphenstationen  und  Telephonanschlüsse
sowie  über  die  Ein=  und  Ausfuhr  der  deutschen
Kolonien  orweitert  worden  ist.

Anfang  September  wird  die  zweite  Auflage
des  „Wirtschafts-Atlas  der  deutschen  Kolonien“,
enthaltend  zehn  Kartenblätter  4%  23  Seiten  Tert,
erscheinen.  Die  Abgabe  erfolgt  zum  bisherigen
Preise  von  5  Mk.  ausschließlich  Porto  durch  das
Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee,  Berlin,  Unter  den
Linden  43,  und  durch  den  Buchhandel.

 

Gasser,  Dr.  Max:
Basisapparate  und
methoden.  64  S.  2  T.  München  1907.
Lindauersche  Buchhandlung.  2  Mk.

—.—  Eine  Basismessung  mit  Invardraht,
Mikroskop  und  Lupe.  München
  1907.  Lindauersche  Buchhandlung.  2  Mk.
In  der  ersten  der  beiden  Broschüren  beschreibt

der  Verfasser  die  verschiedenen  seit  den  ältesten

Zeiten  für  Basismessung  in  Gebrauch  genommenen

Apparate  und  ihre  Anwendung.  Interessant  sind

vor  allem  die  ausführlichen  Angaben  über  die

jetzige  Vervollkommnung  der  nicht  starren  Basisapparate
  und  die  wohl  nun  allgemein  anerkannte

Brauchbarkeit  des  Invardrahtes  zur  Grundlinienmessung.



Gasser  selbst  hat  mit  Invardraht  praktische
Versuche  angestellt  und  seine  Erfahrungen  in  der
zweiten  besonders  lesenswerten  Schrift  zusammengestellt.


Zur  Entwicklung  der

Basismessungs--Edw.

  Jarobson  u.  Dr.  jur.  J.  H.  van  Hasselt:
Die  Verfertigung  der  Gong  in  Samarang.
  Mit  12  Lichtdrucktafeln  und  12  Abbildungen
  im  Text.  Buchhandlung  und  Druckerei
vormals  E.  J.  Brill.  1907.

Sehr  eingehende,  auf  sorgfältigen  Studien  an

Ort  und  Stelle  beruhende  Monographie.
        <pb n="984" />
        W  876  2.

Verkehrs-Nachrichten.

Am  19.  August  d.  Is.  ist  in  Moschi  in  Deutsch-Ostafrika  eine  Reichs-Telegraphenanstalt
für  den  internationalen  Verkehr  eröffnet  worden.

Die  Worttaxe  für  Telegramme  nach  Moschi  ist  dieselbe  wie  für  Telegramme  nach  Daressalam.
  Sie  beträgt  zur  Zeit  2  Mk.  75  Pf.

Die  Deutsche  Ostafrika-Linie  hat  am  1.  Juli  1907  eine  eigene  Agentur  in  Daressalam
errichtet.

Die  Postanstalten  in  Gibeon,  Gobabis,  Karibib,  Keetmanshoop,  Okahandja,
Omaruru,  Otawi,  Otjiwarongo,  Rehoboth,  Swakopmund,  Tsumeb,  Usakos,  Warmbad
und  Windhuk  in  Deutsch-Südwestafrika  sind  ermächtigt  worden,  telegraphische  Postanweisungen  im
Verkehr  untereinander  zuzulassen.

In  Wilhelmstal  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  9.  Juli  d.  Is.  eine  Postanstalt  eingerichtet
worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen
Briessendungen  erstreckt.

Die  Postagenturen  in  Otjiwarongo  und  Tsumeb  in  Deutsch-Südwestafrika  sind  zur

Teilnahme  am  Paketnachnahmedienst  im  Verkehr  innerhalb  des  Schutzgebiets  und  mit  Deutschland
ermächtigt  worden.

Postdanmfschisfsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  September  1907.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Friefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  "1  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
1
Hamburg  11.  25.  Sept.  2.  Okt.  wakopmund  2  *  21,  10.  24.  Sept.  71½  abos.
·  gel.Okt.5-5mns.
--  -
1.  deutsch-Südwestafriha.  ars  7.  Okt.  Swakopmund  20  Tage  6.  Okt.  83  vms.

a)  nach  Abbabis,  Epukiro.  Gi-S.

  Okt.  19  T  7.  Okt.  10  ms
hach  Fobable  kean  Hrol  Oaule  logne##,  kt  Swakopmund  Tage  7.  Okt.  10  Ums.

a  dn  a  Southampton  7.  14.  21.  Sept.  Swakopmund  25,  27,  6.  13.  20.  Sept.
Okahandja.  Okasike.  Okom-  «  20  Tage  112  vmo.
d  dnnn  d  Southampton  28.  Sept.  5.  Okt.  Swakopmund  32,  25  Tg.27.  ine.  1.  Olt.
utso,  Divitolot  Rebo-  *i  —  252  15  omsS.
Sceis,  EStts  Hamburg  11.  Sept.  Swakopmund  35  Tage  101  Een  55  Ums.
Uialos.  Waldau,  Waterberg.0  Antwerpen  16.  Sept.  Swakopmund  30  Tage#15.  Sept.  8  8  oms.
Windhut  (deutsche  Schiffe)
adslenlegue  17.  Sept.  Swakopmund  20  Tage.  Sept.  1°  nms.
entsche  Schiffe)
Southampton  7.  21.  28.  Sept.  Lüderibbuct  22,  22,  6.  20.  3  Sept.  4.  Okt.
5.  Okt.  29,  22  Tage  1125
oltwerden,  3r  16.  Sept.  7.  Okt.  Lüderitzbucht  21,  32  Tage  15.  6.  Okt.
(deutsche  Schiffe)  8  .
7.  Son  O  2ũ  i  20.31  T
9  *e  ni-  wologne“,  17.  Sept.  8.  Okt.  Lüderitzbucht  20,  31  Tage  16  en.)  Okt.
asuur,  eet  ·  «
manshoo  Hamburg  11.  25.  Sept.  Lüderitzbucht  3  und.  10.  Sept.  525  vms.
Tag  21.  Sept.  7½  abds.
ept.  Lũderitzbucht  3  13.  Sept.  112  oms.

Southampton  14.  S
amburg  11.  Sept.  2.  Okt.  Lüderitzbucht  30,  37  Tage  10.  Sept.  7#  abds.
1.  Si  55  ums.

—

¼c  hoch  nsdriste  Warm.  Southampton  14.  28.  Sept.  Capstadt  17  Tage  13.  27.  Sept.
Ukamas  von  dort  weiter  auf  dem  1122  oms.
Landwege  *  Steinkopf
        <pb n="985" />
        G  877  20
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus.
Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
l
2  deutsch-Ostafriha.  Neapel  5.  16.  Sept.  7.  Ott.  Mombasa  O  16-18  Tages.  14.  Sept.  F.  Ott.
a)  —t  Bukoba,  Muansa  undveutsche  Schiffe))  10  abds.
es-.  Marseille  10.  jedes  MonatsMombasa  O  17  Tage.  jed.  Mts.  9/0  abos.
uh  und  von  or  S#  tation
Sin  an  nhach  den  Besttm-  Brindisi  29.  Sept.  Mombasa  O  18  Tages.  Sept.  1055  abds.
Mngcok  en  (enl  Schiffe)
b  uh  Neapel  5.  16.  Sept.  7.  Ott.  s  Tanga  17-19  Tage  3.  14.  Sept.  5.  Okt.
Mohe  Mu  40  Ganganl.  (deutsche  Schiffe)  103  abds.
1.
Wudlri  und  Wilhelmstah)  5.  16.  Sept.  7.  Okt.]  Daressalam  18-21  Tage

Neapel
(deutsche  Schiffe)

3.  14.  Sept.  5.  Okt.
10  abds.

 

 

J)  nach  Deutsch-Ostafrilto  Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  T  8.  jed.  Mts.  10  4  abds.
(ausschl  der  unter  a  und  b  (###4  Ganihcer  uu  Annbrtor
terbe
Venannten  Postorte)  Daressalam  deerhn  rnrn6
memhemer  in  6  Stund.)
Brindisi  29.  Sept.  Zanziba  ve  J  27.  Sept.  108  abds.
Si  nach  Daressalam  weiter
(engl.  Schiffe)  mit  nächster  Gelegenheit
Neapel  12.  Sept.  10.  Okt.  Friedrich-  Wilhelms-(beutsche
  Schiffe)  hafen  38  Tage
4  ,  cnnpsonhasut  41  Tage  10.  20.  Sept.  8.  Olt.
3  beutsch-Neuguinea.  Brindisi  22.  Sept.  Simpsonhafen  38  Tage  103  abds.
(engl.  Schiffe)  i  Friedrich-Wilhelms-=
  —————
1.  Kamerun.  “  n  Hamburg  10.  23.  jed.  Mts.  *i  40  2  Tage  E  jed.  Mts.  8os  vms.
6  "  22  7½
5)  gie  Surn  Fn  Kribi  20  u.  28—30  Tages  22.  jed.  Mts.  7/  abos.
Buca  Gb  worf.  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
JSaballt.  T  un  edenn  fur  Mer  Duala  18  Tage
i  Shtshöhe.  2  eei  (beuische  Schiffo  Kribi  19  Tage

Plantation,  Viktoria

b)  nach  Rio  del  Rey.
)  nach  dem  Tschadsee-Gebiet
(Garna,  Kusfseri)

4  nach  Ossidinge

e)  nach  Molundn

Koiverpool  7.  21.  Sept.

Hamburg  23.  jedes  Monats
Liverpool  21.  Sept.  19.  Okt.
Liverpool  jeden  Sonnabend
Liverpool  jeden  Sonnabend

Antwerpen  D  12.  Sept.  3.  Okt.
1!
Vordeaur

25.  jedes  Monats

Duala  23  Tage

Nio  del  Ney  31—35  Tage2
Rio  del  Ney  23  Tage

Forcados  17  Tage
von  derh  welcke  lüber
Lotodja  Yol

Calabar  19  Tage
von  dort  weiter  ũber  Obolum
bis  Olldinge  .n  Croßsluß)
Matao  e
von  da  weiter  mit  der  Essenbahn
  bis  Brazzaville  und
dann  mit  Futdmwofer  auf
em  Konge  songea
Diah  bis  Malteguen

 

5.  den  Narolinen,  Palau-Inseln,
  Marianen.

——  —

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Auf  Verlangen  des  Absenders  werder
—  von  Yokohama  weiter

13.  Okt.

Jap  70  Tage

Saipan  66  Tage
Ponape  55  Tage

1  Briefsendungen  nach  den

5.  19.  Sept.  10  abds.

2.  jed.  Mis.  7½  abds.
3  Sept.  17.  Okt.
10·6  niol
jeden  Donnerstag
10½  abds.
jeden  Donnerstag
10  abds.
11.  Sept.  2.  Okt.
10  nachm.
23.  jed.  Mts.  10/5  abds.

°

2*7  abds.
Aaunen  auch  über  Japan

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

6.  Kiautschou.

Nea
usen  S

Brin  jeden  Sonntag
(engl.  indis

12.  26.  Sept.  10.  Ott.

Tsingtau  32—36  Tage
Tsingtau  31—36  Tage
Tsingtau  31—36  Tage

 

 

Marseille  15.  20.  Sept.
(franz.  Schiffe)
Liverpool  20.  Sept.

10.  24.  Sept.  8.  Okt.
10%  abds
jeden  Freitag  10  abds.
13.  27.  Sept.
10“  abds

 

Tsingtau  31  Tage

19.  Sept.  I#  oms.
        <pb n="986" />
        W  878  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

 

Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Ncapel  13.  Okt.  Jaluit  47  Tage  11.  Okt.  108  abds.
7.  Marshall-Inseln.  (engl.  Schiffe)
Neapel  27.  Okt  Jaluit  59  Tage  25.  Okt.  10  35  abds.
(engl.  Schiffe)
Nea-  15.  Sept.  13.  Okt.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  Cengl.  *7  6.  13.  Sept.  4.  11.  Olt.
Brir  S.  Sept.  6.  Okt.  Apia  51  Tage  10  5  nms.
(engl.  ise
Hamburg  1.  11.  23.  jed.  Mts.]  Lome  19,  18,  22  Tage  10.  22.330.  Sept.  7  2abds.
Nordenham  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mts.  1122  vms.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  8##8  oms.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  MtS.  1°  ums.
9.  Vogo.  (deutsche  Schiffe)
Marseille  12,  jedes  Monats  GCotonon  19  T  10.  jed.  Mts.  10“5  abds.
on  da  ab  ke
Bordeaux  25.  jedes  Monats  Veiana  14  Tag  23.  jed.  Mts.  10“45  abds.
von  da  ab  Lanrictenonna
Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  15  Tage  Donnerstag  9  abds.
s  von  dort  weiter  auf  dem
u  Landwege  in  4—5  Tage
)  Den  durch  ;  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender

die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.

Eintrefen!  der  Bost  aus  den  —  Schuszebieten.

 

 

 

 

 

 

 

Von  Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Von  Landungs-  Die  Post  i  in  fälig
hafen  in  Berlin  am  o  hafen  in  Berlin  am
19.  S  e  Neapel.  .  .  .  B.  26.  S
deutsch-  neuguinea  .  Nile  1.  *80,  Morshall-Inseln  „Neape  Sept.  2  Nov.
——  —  Neapel.  20*.  Sept.  37.  Okt.  Neapel  ..-.  l:;:.09-:tlpcpt
Deutsch-Oftcftiliq..Brindisi...22.Sept.  q.  o,
Macfciccc...16  *  Ms.  Vrindii.  5.  23  Set.  6.  Ott.
—.  *5  Marseille.  5.  19.  Sept.  3.  Okt.
1  B
deutsch-südwestafrinas  Antwerden.  214.  „  Liverpool  1.  209.  vuu4
Hamburg  “  21  ,  Sept.  couver.
örbl  Teu  v.  Schutdeb.  )|Louthmpton  8.  22.  Sept.  6.  tautschon  Plymonth,  3#  5.  S.  15.  17-südl.
  Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  8.  22.  Sept.  6.  Okt.  Southampton,!  —8  *  26.  Sept.
Hamburg  2“.  24*.  Sept.  Le  Haore  oder  1  1*.  2.  5.  Okt.
Antwerpen.  .12*.  Ott.  Queenstown
–  Sibir.  Eisen-Hamburg
  17.  137.  *  Sept.  bahn.  jed.  Montag  u.  Mittw.
#  27.  olk  —  .  —  —  —  —  —
Kamern  Southampton  30“.  jed.  thits.  Samoa  Queenstown  unbestimmt,  voraus-Plymouth
  .  1.  15.  29.  Sept.  in  .  od.  Plymouth  sichtlich  167.  Sept.
den  Karolinen,  *  ·  *5  Southampton  930.  jed.  Mits.
Marianen,  "  bnmtäts  26.  Sept.  30.  Nopv.  ooo  Hamburg  *.  13,.  16.
Palan-Inseln  23  Sept.

*  Fälligkeitstage  für  die

mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="987" />
        GW  879  20

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  Zanzibar  8/7.  —  8/7.  Daressalam  12/7.  —  Kilwa  Kifiwani  —
19/7.  Daressalam.

S.  M.  S.  „Condor!"  Anpia  29/6.  —  6/7.  Tahiti  20/7.  —  29/7.  Apia  31/7.  —  3/8.  Levuka

·  5/8.  —  Apia.

.„Panther“"  St.  Christopher  (St.  Kitts)  9/7.  —  11/7.  Bridgetown  (Barbados)  18/7.  —
20/7.  Georgetown  29/7.  —  30/7.  Paramaribo  5/8.  —  Poro  Grande.

.  „Planet“.  Vermessungsgebiet  bei  Matupi.

.  „Seeadler"“  Daressalam.

„Sperber"  Kap  Lopez  13/7.  —  13/7.  Libreville  197.  —  20/7.  St.  Thomé  24/7.
—  24/7.  Principe  26/7.  —  27/7.  Duala.

S.  M.

Sch&amp;amp;d  CG
*.
GSce  6

.  M.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

Postdampfer  Reise  Lette  Nachrichten
von  nach  bis  27.  August  1807.
„Adolph  Woermann  Hamburg  Lüderiybucht  am  28.  August  ab  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“  Gabun  Hamburg  am  23.  August  in  Lagos.
„Aline  Woermann  .  ..  Kapstadt  Swakopmund  am  21.  August  in  Swakopmund.
„Anna  Woermann"  Calabar  ambur  am  22.  August  in  Hambur
„Arnold  Amsinkdék  Hamburg  Mossamedes  am  16.  August  in  Loanda.
„Ascan  Woermann"  Mossamedes  Hamburg  am  11.  August  in  Gabun.
„Carl  Woermann"  Winnebah  Hamburg  am  26.  August  in  Sierra  Leone.
„Eduard  Bohle"“  Swakopmund  Kapstadt  am  18.  August  in  Kapstadt.
„Eduard  Woermann#  Lüderitzbucht  Hamburg  am  24.  August  in  Hamburg.
„Eleonore  Woermann“.  .  .  Duala  Hamburg  am  28.  August  ab  Las  Palmas.
„Ella  Woermann""  Hamburg  Winnebah  am  21.  August  in  Sierra  Leone.
„Erna  Woermann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  August  in  Duala.
„Frieda  Woermann“  ...  Hamburg  Kotonou  am  14.  August  ab  Las  Palmas.
„Hans  Woermann“.  Hamburg  Gabun  am  21.  August  in  Duala.
„Hedwig  Woermann")  Assinie  Hamburg  am  21.  August  bei  Sherbro  gestrandet.
„Henriette  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  10.  August  in  Swakopmnnd.
„Irma  Woermann"  Burutu  Hamburg  am  22.  August  ab  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann"  Hamburg  Assinie  am  25.  August  Dover  passiert.
„Kurt  Woermann  Hamburg  Calabar  am  30.  August  ab  Hamburg.
„Lili  Woermanno0"  Hamburg  Burutu  am  15.  August  in  Lagos.
„Linda  Woermann))  Hamburg  Rio  Nunez  am  21.  August  in  Bissao.
„Lothar  Bohlen"  Hamburg  Kotonon  am  1.  September  ab  Hamburg.
„Lucie  Woermann".  Hamburg  Duala  a#m  22.  August  in  Conakry.
„Marie  Woermann"  Hamburg  Assinie  am  8.  August  in  Dakar.
„Martha  Woermann  ..  Gabun  Hamburg  am  25.  August  in  Hamburg.
„Marx  Brock“.  Hamburg  Mossamedes  am  23.  August  Dungeneß  passiert.
„Melita  Bohlen“  .  Assinie  Hamburg  am  17.  August  in  Hamburg.
„Otto  Woermann"  Hamburg  Rio  Nunez  am  27.  August  Dover  passiert.
„Paul  Woermann  .  .  .  Calabar  Hamburg  am  24.  August  in  Lagos.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Calabar  am  13.  August  ab  Las  Palmas.
„Gouverneur  v.  Puttkamer“.  Rio  Nuncz  Hamburg  am  19.  August  ab  Las  Palmas.
Hamburg.  .-Amerite.  Linie,  Afrika-Dienst.

„Duala  Accra.  D.  Hamburg  am  24.  August  ab  Las  Palmas.
„Edea“  ......  Hamburg  s  Burutu  am  22.  August  ab  Rotterdam.
„Kamerun“  Hamburg  Gabun  am  14.  August  Curhaven  passiert.
———  I·  Kotonon  Hamburg  am  20.  August  in  Lome.

„Otavi-  .  .....  Lüderitzbucht  Hamburg  am  26.  August  ab  Swakopmund.
Swakgpmund“.  ....  Hamburg  Lüderitzbucht  am  19.  August  ab  Las  Palmas.
Togo“  ......  Mossamedes  Hamburg  am  19.  August  in  Hamburg.
„Windhut-  ......  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  August  in  Swakopmund.

„Dortmund“.  .....  Lũderitzbucht  Hamburg  am  25.  August  ab  Lagos.
„Sparta·  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  8.  August  ab  Lüderitzbucht.
        <pb n="988" />
        G  880  2O

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heyde  #  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

 

 

    
  
 
  
 
   
  
  
   

 

Telephon.  Anit  J  9229  und  9224.  Telegramm-  Wresser  —2  25.  August  1907.
*  .  »
Grün-  We  Ge-  letzte  -  I
dungs=  Kapital  schäfts-  Fnn.  Divi-  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  jiahr  Divi-  dende
Mark  »  dende  «  .10«-»
1906  1  250  000  1.  10.  —  —  105  110
1906  2000  000  1.  1.  4  —  99
1905“  1200  000  1.  4.  —  0  —  95
1905!  600  000  1.  1.  0.  5  —  100
1890  1  500  O000  1.  1.  30  1  22  260  —
1801.  2  600  000  1.  10.  5  7  81  86
1905  220  000  1.  1.  —  18  103  109
1900  418  000  1.  1.  7  7  118  122
1878  2  750  000  1.  1.  12  20„

3  6  212  216
1885  2000  000  1.  4.  0  20  190  —
1907  2500  000  1.  1  —  —  —  99
1902  1000  1.  1.0  0  75  80
1902  1,000  O000  1.  5  0  1  .....—  90
1885  3  721  000  1.  1  83½  5  Stamm-Anrt.  100  103

3  000  000  1  5  5  101  1
1886  2000  000  1.  1.  0  0  Deutsch-Ostafrikanische  1238fr.  163afr
1908  11  495  000  1.  3½  3½  Deutsch-Ostafrikanische  «

»  «:  bungen  (vom  Reich  89  0D0
1897  ]  2250  000  1.  1.  W  4  Deutsch-Westafrikanische  —  998
18991  4000  000  1.  1!]  0  0  „Gesellschaft  Nordwestkamerun  A  —  Al150.—

|  360  000  0  ·  o  ...  B.  —  M  15.  —
1898  1000000  1.  1.  5  10  beeiltan  Südkamerun.  .  .  .  .  Lit.  A.  128  132

1  000  O00,  4  0  10  do  Lit.  B.  115  1418

1889  2  000  000  1  10..  00  0  ....  —  34
1897  11583000  1  1.  0  0  .  —  40
1889  3  000  000  1.  10.  0  0  .  26  30
88  1200  000  1.  1.  15  20  .  "340  355
1898  1200  000  1.  Vv7,%  .  10  15
.  —  45

1904|  10000001.  1.  K  41
1906.  3000  000  1.  1  —  4  —  93
1903  6  1  000  1.  1  —  #  —  85
1899  1  100  000  1l.  7.  0  0  75  62
1885  6u000  000  „.1.  4  0  0  90  96

7  0  0  Stamm-Anteile  45  —
1806  1200000  1.  1.  —  —  —  92„,5
1904)  21  000  000  1.  1.!)  3  3  Anteile  D.

+  .  9  Zins  und!  «-“

  |  -....  1  92
1900)  20  000  O00  1.  44  *5  —  120
1897  2000000  1.  10.  5  6  —  92
1895,  1  500  000  1l.  1.,  0  4o  —  35
1908  800  000  1.  1.  ·0  ·  1  95
1905  20000  000  1.  1.  4  4  —  90
1897  500  000  1.  1.  0  0  —  105
1900  500  000  1.  7.  0  ·  6  .  Zsh  3  sh  6  d
189222000  000  7.  0  0  West  Africa  Co.  16  sh  16  sh  6  d
1893  869  100/1.  4.  0  0  Kaffeebaugesellschaft  Stamms#mteie  —  33  zofr.

142  200  0  0  do  rzugs-Anteile  47zsfr.  52  zfr.

1897  1  500  000  1.  1  0  0  Westafrikanische  ec  Bibundi
»  anlnt-Antetlc-70  75
600  000  0  6  do  V0  orzugs-Anteile  100  —

1897  4500  000  11.  1.  ·0  0  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Victoria
:  zusammengelegte  Stamm-Aktien  —  45
l  do  Vorz.-Aktien  120  —

1895  1  800  000  |1.  1.)  0  0  nuhus  Handels-  z  wtentenengeichat
D  Daüsseldorf  .  55  —

 

 

 

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  aurniichewes  Vanthaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="989" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs-KRolonialamt.

 

18.  Jahrgang  berin.  den  15.  September  1907.  Nummer  18.

ese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Rege  vart  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens
Aule  vlertenaͤbri  erscheinenden  .Mitteilungen  aus  den  deutschen  Schutzgebietenl,  herausgegeben  von  Dr.  utei  herr

D  elmun.  teljährlich  whinenunee  ans  für  das  Kolonialblau  mit  den  Bei  eiheften  Aichar  gin  Besgend  ch  die
Post  ind  bie  Buchy  han  enut  M.  ache  direkt  uner  Streifband  durch  die  Ver  nagstuchhandung:  a)  M.  1.—  für  and  E1n
der  deutschen  Schutzgebicte  din  Osterreich=  ungarns  )M.  5.—  für  die  Länder  des  Weltpostverelns.  —  #  lssen  en  und  Anfrag
sind  an  die  e  ge  Hofbuchhandlung  von  pSeustt  r  Nuen  und  Sohn,  Hevere  SW%8,  Kochstraße  68—71.  zu  kuge

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-  Neuguinea,  betr.  die  Jagd  auf
Paradiesvögel  im  Bezirl  Eitape.  Vom  8.  Juli  1907  S.  881.  —  Personalien  S.  882.
Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  883.

Deutsch-Ostafrika:  Aus  dem  Südwesten  des  Bezirks  Moschi  (mit  4  Abbildungen)  S.  884.  —  Nachweisung  der
Brutto-  Einnahmen  bei  den  Zollämtern  an  der  Küste  des  Deutsch  ostafrikanischen  Schutzgebiets  im  Monat  Juni  1907
im  Vergleich  mit  dem  Monat  Juni  des  Vorjahres

Kamerun:  Das  Zwergvolk  der  Bagielle  S.  2  —  Geographisch-  ethnographische  Feststellungen  in  Nordwestamerun
  S.  886.

Togo:  Versuche  zur  Immunisierung  von  Nindern  gegen  Tetsekrankheit  S.  887.

Deutsch-Südwestafrika:  Von  der  Südbahn  (mit  einer  Tafel)  891.

Deutlsch-  Nengrtinen  Weitere  Verheerungen  des  Taifuns  -  «

Samoa:  Samoanische  Heamtenverhaltnisse  —  S.  892.

Molonial-=  Wirtschaftlich  hes:  Die  Sngrove  und  ihre  Verwendung  S.  893.  —  Agu-Pflanzungsgesellschaft
S.  896.  —  Deutsche  Togo-Gesellschaft  S.  890

Aus  fremden  Kolonien  und  Pro#urtionsgebieten:  Stand  der  Baumwollpflanzungen  Igyptens  im  Juli
1907  S.  397.  —  Ausdehnung  des  Baumwollanbaues  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  nach  Westen  S.  897.  —.
Gewinnung  von  Nebenerzeugnissen  der  Baumwolle  in  Teras  S.  899.  —  Ausfuhr  von  OQuebracho  und  Quebrachoextrakt
aus  Argentinien  im  März  und  April  1907  S.  900.  —  Die  RKakaolultur  in  Ilhos  S.  901.  —  Die  türlische  Nosenölernte
  S.  902.  —  Goldproduktion  Westanstraliens  im  ersten  Vierteljahr  1  1907  S.  902.  —  Handel  der  Fidschi-  Inseln
1906  S.  902.  —  Zolltarifänderungen  auf  den  Fidschi-Inseln  S.  903.  —  Änderung  der  Spirituosenzoͤlle  auf  der  Goldküste,
  östlich  des  Volta  S.  905.  —  Geplantes  Verbot  der  Ausfuhr  von  Straußen  und  Straußeneiern  aus  der  Kapkolonie
  und  Natal  S.  905.  —  Ausfuhrzoll  auf  Rautschuk  in  Madagaskar  S.  905.

Verschiedene  Mitteilungen:  Dr.  Th.  Toeche-Mittlers  70.  Geburtstag  S.  905.  —  Eine  englische  Expedition
in  Süd-Nigeria  S.  906.  —  Kolonial-Wirtschaftliches  S.  910.  —  Schiffsverkehr  im  Hafen  von  Mozambique  im
Jahre  1900  S.  910.  —  Literatur  S.  910.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  911.  —  Schiffsbewegungen  S.  914.  —
Kurse  deutscher  Rolonialwerte  S.  915.  —  Anzeigen.

 

At,  ech  r  Teil  ]
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Bekanntmachung  des  GCouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  die  Jagd  auf
Daradiesvögel  im  Bezirk  eEitape.
Vom  8.  Juli  1907.

Auf  Grund  des  §  1  der  Verordnuyg,  betreffend  die  Jagd  auf  Paradiesvögel,  vom
27.  Dezember  1892  (Deutsches  Kol.  Bl.  1893,  S.  446)  ermächtige  ich  den  Stationschef  in  Eitape,
die  Genehmigung  zur  Jagd  auf  Paradiesvögel  innerhalb  seines  Bezirkes  zu  erteilen.

Herbertshöhe,  den  8.  Juli  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Hahl.
        <pb n="990" />
        V  882  20

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  für  die  Dauer  der  gegenwärtig
von  ihnen  bekleideten  Amter  den  Präsidenten  des  Königlichen  Kammergerichts  Dr.  Lisco  zum  Vorsitzenden
  und  den  Kammergerichtsrat  Straehler  zum  stellvertretenden  Mitgliede  des  Disziplinarhofes
für  die  Schutzgebiete  zu  ernennen.

Der  Herr  Minister  der  geistlichen,  Unterrichts=  und  Medizinalangelegenheiten  hat  dem
Stabsarzt  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  Dr.  Fülleborn  in  Anerkennung  seiner
wissenschaftlichen  Leistungen  das  Prädikat  „Professor“  verliehen.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  30.  August  1907.
Dr.  Hentschel,  Oberapotheker,  rückwirkend  mit  dem  1.  August  d.  Is.,  zum  Stabsapotheker  ernannt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  23.  August  1907.
Thesing,  Oberleutnant  im  Ulanen-Regiment  Graf  zu  Dohna  (Ostpreußischen)  Nr.  8,  am  6.  September
  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  7.  September  d.  Js.  in  der  Schutztruppe
angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.

der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:
A.  K.  O.  vom  29.  August  1907.
Den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Assistenzarzt  Scherschmidt;
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:

dem  Sergeanten  Haugg,  den  Unteroffizieren  Thurmann  und  Ferdinand  und  dem  Sanitätsunteroffizier

  Hunziger  sowie  dem  pensionierten  Feldwebel  Fitting.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der  Schutztruppen):

Des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens
mit  der  Krone  und  Kriegsdekoration:
dem  Geheimen  Regierungsrat  Nachtigall,  vortragender  Rat;
des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens
mit  der  Kriegsdekoration:
dem  Hauptmann  Jördens;
des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens:
dem  Hauptmann  Lempp;  ,
Schutztruppe  für  Südwestafrika:
des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrichsordens
mit  Schwertern:
dem  Oberveterinär  Laubis  beim  Stabe  des  Etappenkommandos  Süd;
des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens
#rit  der  Kriegsdekoration:

den  Hauptleuten  v.  Zülow  im  2.  Feldregiment  und  Flaskamp,  Führer  der  II.  Funkentelegraphen=Abteilung;
        <pb n="991" />
        GV  883  20

des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  Sächsischen  Albrechtsordens
mit  der  Kriegsdekoration:
den  Leutnants  Kleeberg  im  2.  Feldregiment,  v.  Sichart  in  der  1.  Etappenkompagnie  und  Zollenkopf
  in  den  Ersatzkompagnien  des  2.  Feldregiments;
der  Herzoglich  Anhaltinischen  silbernen  Verdienstmedaille:
dem  Sergeanten  Faatz  und  dem  Gefreiten  Clemens;

Schutztruppe  für  Kamerun.

des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrichsordens
mit  Schwertern:

dem  Oberleutnant  Ostermayer:

des  Komturkreuzes  des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Greifenordens:
dem  Generalmajor  Mueller,  Kommandeur  der  Schutztruppe;
des  Ehrenkreuzes  desselben  Ordens:
dem  Major  Langheld  beim  Stabe  der  Schutztruppe  und  dem  Oberstabsarzt  Dr.  Zupitza;
des  Ritterkrenzes  mit  der  Krone  desselben  Ordens:

dem  Hauptmann  und  Kompagniechef  v.  Krogh;

des  Ritterkreuzes  des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Greifenordens:
den  Oberleutnants  Menzel  und  Ostermayer  und  dem  Leutnant  v.  Puttkamer;
des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Verdienstkreuzes  in  Silber:

den  Feldwebeln  Liebert,  Rippa  und  Höhne.

 

Kichtamtlicher  Teilllrmrnn#

Dersonal-Nachrichten.
Deutsch  -Ostafrika.
Der  Techniker  Augsburger  hat  am  16.  September
  d.  Is.  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
angetreten.

Die  kommiss.  Sekretäre  Heß  und  Scharlau
sind  am  19.  Juli  d.  Is.  im  Schutzgebiet  eingetroffen
  und  der  Hauptzollamtsvorsteher  Maier
ist  an  demselben  Tage  wiedereingetroffen.

 

Aus  Ostafrika  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  Bootsmann  Schaa.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  28.  August  1907
in  Neapel  eingetroffen:  die  Unteroffiziere  Gohr,
Hofmann  und  Walch.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  26.  August  1907  von  Neapel  aus  angetreten:
der  Feldwebel  Thiem  und  der  Sanitätsfeldwebel
  Ziegelmeier.

Kamerun.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  nach  Kamerun
bhaben  mit  dem  am  9.  September  d.  Is.  von
Hamburg  abgefahrenen  Dampfer  angetreten:

 

Gerichtsaktuar  Heeger,  Bautechniker  Kühne,
Finanzdirektor  Kundt  und  Gärtner  Greven.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  am  30.  Juni
d.  Is.  der  Stationsleiter  Oberleutnant  Buthut;
am  30.  Juli:  Bezirksrichter  Adae,  Sekretär
Gimbel  und  Finanzassistent  Hörth.

Aus  Kamernn  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  Wirkl.  Legationsrat  Dr.  Gleim,  Kassenvorstand
  Kräuter,  die  Gouvernementssekretäre
Langkraer  und  Bittner,  Bureaugehilfe  Großmann,
  Stationsassistent  Enders,  Vermessungsgehilfe
  Wenninger,  Techniker  Claren,  Polizeimeister
  Göhring,  die  Landwirte  Katzer  und
Kammerer  und  Schlosser  Ziegenbalg.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

am  29.  August  1907  in  Boulogne:  Feldwebel
Römisch;

am  31.  Angust  1907  in  Hamburg:  Oberfeuerwerker
  Kräutle,  Feldwebel  Schmidt,  Sergeant
  Dambacher,  Sanitätssergeant  Frick,
die  Unteroffiziere  Exner  und  Sussieck.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  hat
am  9.  September  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Leutnant  Zipse.
        <pb n="992" />
        V  884  20

Togo.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  nach  Togo
haben  am  9.  September  angetreten:  kommiss.
Sekretär  Schäfer,  Forstgehilfe  Grünbauer,
Lehrer  Schönhärl  und  Zimmermann  Conradi.

Der  kommiss.  Sekretär  Sauerwein,  der  Polizeimeister
  Schulz,  der  Bauassistent  Wagner
und  der  Stationsassistent  Perl  sind  im  Schutzgebiet
  Togo  wieder  eingetroffen.

Aus  Togo  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen
der  Stationsassistent  Mucke.

Deutsch-Südwestafrika.

Der  Königlich  Preußische  Hauptzollamtsassistent
Walter  Schmolck  ist  als  Gouvernementssekretär
und  der  Königlich  Preußische  Gerichtssekretär  de
Roos  als  Bezirksamtssekretär  etatsmäßig  angestellt
  worden.

 

Eingetroffen  im  Schutzgebiet  sind:  am  20.  März
d.  Is.:  die  Schlosser  Haase,  Beyer,  Eckert,
Syllwaschy,  Runds,  Manschewsky,  Drzisga,

 

Schatz,  Ciepluch,  Paeg,  Allers,  Ohm,  Fahrenkrug,
  Langguth  und  Reschke  sowie  die
Kesselschmiede  Knodel,  Schmids,  Sowinsky,
Orschulko,  Hübner,  Fisch  und  Tschepe;  am
1.  Mai  d.  Is.  der  Schlosser  Zepmeisel;

am  2.  Juni  d.  Is.:  der  Regierungsarzt,  Stabsarzt
a.  D.  Dr.  Schlüter,  der  Königlich  Bayerische  Regierungspraktikant
  Ludwig  Kastl  und  der  Schlosser
Herbst;  am  24.  Juni  der  Schlosser  Sommerfeld;
am  14.  Juli  der  Landmesser  Willi  Hoffmann.

 

Mit  Erholungsurlaub  nach  Deutschland  gereist
ist  der  Hilfsgerichtsschreiber  Müller  beim  Bezirksgericht
  in  Windhuk.

Auf  Heimatsurlaub  in  Deutschland  ist  eingetroffen
  der  Lokomotivführer  Leitermann.

Angenommen  im  Schutzgebiet  ist
Gouvernement  der  Sattler  Zacher.

für'  das

Ausgeschieden  nach  erfüllter  Dienstverpflichtung
ist  der  Lokomotivführer  (Königlich  Preußische  Lokomotivheizer)
  Reppin.

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestanet.)

 

Deutsch-Ostafrika.
Aus  dem  Sübwesten  des  bezirhe  Moschi.
Bericht  des  Bezirk  gsrats  Methner.

(Hierzu  4  Abbildungen.)

Vom  Sitze  des  Militärpostens  in  Umbulu  aus
begab  ich  mich  am  6.  April  südwärts  und  erreichte
  am  selben  Tage  das  südlich  vor  dem  eigentlichen
  Umbulu  gelegene,  von  Watuturu  bewohnte
Land  des  Mangis  Manssa,  Dungobesh.  Diese
Landschaft  liegt  im  Durchschnitt  höher  als  Umbulu
(etwa  1800  m);  das  Klima  ist  infolgedessen  rauher.
In  der  Nacht  wird  es  empfindlich  kalt.  Auch
hier  ist  wie  in  Umbulu  das  Aussehen  des
Landes  wenig  freundlich,  —  weite  Hochflächen,
die  von  felsigen  Rücken  unterbrochen  werden.
Nur  diese  Rücken  tragen  kümmerlichen  Baumwuchs,
die  Talmulden  sind  baum=  und  strauchlos.  An
den  Wasserläufen  sind,  noch  dichter  als  in  Umbulu,
die  Mtama=  und  Maisfelder  der  Bewohner  angelegt.
  Diese  letzteren  zeigen  sich  weniger  schen
als  die  Wambulu,  waren  auch  im  Aufstand  durchaus
  loyal.  Ob  die  Schätzung  meines  Vorgängers
(20  000  bis  25  000  Seelen)  zutrifft,  kann  ich
noch  nicht  mit  Sicherheit  sagen,  jedenfalls  liegt
eine  wesentliche  Uberschätzung  nicht  vor.

 

Südlich  von  Dungobesh  erstreckt  sich  ein  kahles,
grasiges,  unbewohntes  Plateau  bis  an  den  Grabenrand,
  der  hier  nach  Westen  einbiegt,  um  dann
wieder  in  südlicher  Richtung  nach  dem  Gurui  hin
zu  verlaufen.  Dieses  Gebiet  ist  von  Oberleutnant
Abel  seinerzeit  als  „Burenansiedlungsgebiet“
bezeichnet  worden.  Es  kennzeichnet  sich  als  das
bei  den  Buren  beliebte  Grasland.  Wild  beherbergt
  es  nicht  in  nennenswertem  Maße.  Ich
sah  nur  wenige  Kongonis,  Zebras  und  Strauße.
Der  Boden,  verwitterter  Granit  oder  Gneiß  schien
weder  sehr  tiefgründig  noch  besonders  fruchtbar
zu  sein.  Ich  glaube  daher,  daß  das  Land  weniger
für  Ackerbau  als  für  Viehzucht  in  Betracht  kommt.
(Die  Küstenfieberzecke  „soll“  über  1600  m  nicht
mehr  vorkommen.)  An  eine  Besiedlung  durch
Deutsche  ist  vor  der  Schaffung  besserer  Verkehrsverhältnisse
  kaum  zu  denken.  Ungleich  günstiger
sind  die  unterhalb  des  Grabenrandes  in  Mpapua-Bezirk
  gelegenen  Landschaften  Ufiome  und  Mangati,
  die  ich  beim  Rückmarsch  streifte.  Auch  das
noch  im  Moschi-Bezirk  gelegene  Gebiet  südlich
vom  Manjara-See,  dessen  spärliche,  noch  sehr
scheue  Bevölkerung  Isara  gehorcht,  ist  fruchtbar
und  weist  stärkere  Waldbestände  auf.  Stechmücken
habe  ich  daselbst  allerdings  nicht  wahrgenommen,
        <pb n="993" />
        Zu:  Deutsches  Kolonialblatt  Nr.  18,  1007.

Aus  dem  Südwesten  des  Bezirks  (Doschi.

 

 

 

Grabenrand  am  Manjara-Sre.

 

 

 

Grabenrand  am  Donjo  Tengai.
        <pb n="994" />
        Grabenrand  südlich  Dungabach.

 

 

 

 

Grabenrand  am  Ealrxon-See.
        <pb n="995" />
        885  20

 

 

 

 

 
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

nachwelsung  der  Brutto-Einnahmen  bel  den  Jollämtern  an  der  fillste  des  deutsch  -oftafrikanischen  Schutzgeblets  im  Monat  Juni  1907.

 

 

 

 

3  128355  dagegen  gibt  es  in  dem  nahen  nur  100  bis  200  m

—  Sasze  ##  tieferen  Umbugwe  ungeheure  Scharen  von  Mos-*

  1  kitos.  Ich  glaube,  daß  für  die  Buren  bei  ihren

–—  —  Anträgen  auf  Gewährung  von  Land  oberhalb

51  2z1111311  des  Grabenrandes  die  Nachbarschaft  der  Elefanten-*2

  3  —  Iagründe  von  Ufiome  und  Mangati  eine  Rolle
8  -  gespielt  hat.

5  #.  Der  Absturz  des  Grabenrandes  (Abbildungen

1  bis  4),  soweit  ich  ihn  im  Bezirk  Moschi  kenne,

SEZSSSEEEEE  bietet  einem  Bahnbau  zweifellos  erhebliche  Schwiez-2zEgszasFrrgkeiten.



—  ESZES  Westlich  von  Umbulu-Dungobesh  schneiden  tief

871SNN  ins  Land  der  zweizipflige  Hohenlohe-Graben  und

der  GiasseHraben  ein,  von  felsigen  Gebirgsketten

-EE  getreunt,  im  Westen  des  Eilassi-Sees  erhebt  sich
—  wieder  eine  steile  Felsmauer.  Dieses  ganze  Ge-*

  *  *  a835  3  biet  ist  eine  steinige  Dornbusch-  und  Salzwüste,
II—  ohne  Wasser  und  Wild;  nur  bienenjagende  Wan-*
  51—  dorobbo  durchstreifen  es  bisweilen.  Nördlich  von
Ezz  1  E  Umbulu  liegt  zunächst  das  von  mir  nicht  besuchte
42Setlns  #  —  Mutyek-Plateau,  das  ebenfalls  nicht  bewohnt  ist.
832552  ?  23  Die  Hochebene  weiter  nördlich  ist  überall  von  ge-3

  35J  E  waltigen  Vulkanen  (Osirwa,  Oldeani  elanairobi,

—  «  Lolmogro  elanairobi,  Gorongoro)  durchbrochen,

54  Se  2  3  Z  5  welche  die  durchschnittliche  Meereshöhe  von  1400
z5  222532  52  2  bis  1700  m  noch  um  300  bis  800  m  überragen.

E  38253  3  8  -  In  diesem  unbewohnten  Gebiet  dürfte  es,  auch

'  !  außerhalb  Gorongoros,  noch  einige  Plätze  für
“ESETF  Viehweide  geben.  Auch  das  Gebiet  oberhalb  des

2*  Se  Grabenrandes  im  Bezirk  Moschi  dürfte  dem  Eisen-*

  ISI  2  2  3  E  bahnbau  große  Schwierigkeiten  bieten;  eine  Bahn

5  i  B9r  nach  dem  See  würde  wohl  weiter  südlich  gelegt

——  #½1  —  werden  müssen.

*vnsnszsss#ns  "

#  “½  —  —  S#  -

kKamerun.

*  Seskze  33  Das  Zwergvolk  der  Bagielle.)
EEH—IIBIIIHIE  Z  Nördlich  und  nordöstlich  Lolodorf  bildet  ein
15**  —5S  „  drei  bis  fünf  Stunden  breiter,  schwach  bevölkerter

Urwaldstreifen  die  Grenze  zwischen  den  Agumba,

—i  2E  8  S  Jaunde=  und  Bakoko-Stämmen.  Erst  in  der

Ssesenn  2  35  Nähe  des  Njong  nimmt  die  Bevölkerung  wieder

2  *—  5  33  zu,  und  zwar  sind  im  Norden  von  Lolodorf  die

*  J6“  *  (—  Bakokos,  im  Nordosten  die  Jaundes  und  im
%  7v“m  —  **s  Osten  die  Banes  vom  rechten  Njongufer  herüber-S

  ———.•  geströmt,  so  daß  die  einander  gegenüberliegenden

*  ä4  ——-  2  Ufer  des  Flusses  stets  von  Angehörigen  desselben

S  3  5½  2  Stammes  bewohnt  werden.

—  1  —  Nicht  vom  rechten  Njongufer,  sondern  von

Südosten  her  ist  in  jüngerer  Zeit  der  Ngumba-5555

  *  5  5  Stamm  nach  hier  eingewandert.  Der  Vater  des

5  E  E  *  hiesigen  Ngumba-Oäuptlings  Na  hat  am  Mwila--

  222  2  2  m“  +Fluß  unweit  Ebolova  gesessen  und  ist  von  dort
#  5#mm½ßz#(t“"  5  r  “  z  *)  Aus  einem  Bericht  des  St  sleiters

.  *  63  9  E  Lolodh  ericht  des  Stationsleiters  von
        <pb n="996" />
        W  886  20C

durch  den  Bulu-Häuptling  Ilebandum  (Lebandum
vier  Tage  östlich  Ebolova)  nach  Lolodorf  vertrieben
  worden.  Dieser  jetzt  im  Victoria-Bezirk
angesiedelte  Bulu-Häuptling  hatte  nach  Errichtung
der  Station  Ebolova  eine  andere  Himmelsrichtung
  für  seine  Kriegszüge  wählen  müssen  und
den  nördlich  des  Lobo-Flusses  sitzenden  Bulu-Stämmen
  noch  vor  wenigen  Jahren  hart  zugesetzt.

Die  Sprache  der  Ngumba  ist  einerseits  derjenigen
  der  Maka,  anderseits  derjenigen  der  an
der  Südgrenze  des  Schutzgebiets  sitzenden  Ntum
sehr  ähnlich.

Vor  dem  Erscheinen  der  Ngumba  soll  die
hiesige  Gegend  nur  von  Bagielle-Leuten  (oder
Bakuelle  in  der  Ngumba-Sprache,  Bakde-Jaunde;
Bakuèa-Batanga)  bewohnt  gewesen  sein.  Hierauf
deutet  auch  das  seltene  Vorkommen  der  Olpalme
im  Ngumba-Gebiet  hin,  so  daß  wohl  angenommen
werden  kann,  daß  dieses  Zwergvolk,  die  Bagielle,
auch  hier  (wie  nach  Wissmann  im  Kongo-Becken)
die  Urbevölkerung  darstellt.  Nach  Mitteilung  des
Missionsarztes  Lehmann  sind  hier  von  den
Ngumba  unter  der  Erde  alte  Reste  von-  Feuerholz
  und  dergleichen  gefunden  worden,  die  auf
eine  ältere  Besiedlung  —  vielleicht  aber  auch
durch  Bagielle  —  schließen  ließen.  Näheres
hierüber  habe  ich  jedoch  nicht  erfahren  können.
Bagielles  habe  ich  hier  namentlich  bei  Ngumbaund
  Bakoko-Häuptlingen,  die  in  der  Nähe  von
größeren  Urwaldstrecken  wohnen,  gesehen  bzw.
von  ihnen  gehört.  Sie  leben  im  hiesigen  Bezirk
im  Urwald  in  primitiven  (nicht  rund  gebauten)
Hütten,  die  nur  aus  einem  niedrigen  Pultdach  mit
darunterbefindlicher  Lager=  und  Feuerstätte  bestehen.
  Die  Hüttenplätze  werden  häufig  gewechselt.
Die  Bagielle  haben  sich  familienweise  einzelnen
Ngumba=  usw.  Häuptlingen  angeschlossen,  von
denen  sie  Feldfrüchte,  sowie  Salz  und  dergleichen
gegen  Fische  und  Jagdbeute  erhalten.  Natürlich
spielen  die  Bagielle  auch  bei  der  Gewinnung  des
hier  noch  vorhandenen  Lianengummis  keine  unbedeutende
  Rolle.  In  den  von  ihnen  bewohnten
Urwäldern  habe  ich  allenthalben  wie  freilich  auch
in  anderen  Gebieten  des  Bezirks  abgeschlagene
Lianen  gefunden,  die  zur  Gewinnung  des  Gummis
in  kurze  Stücke  geschnitten  und  übereinander  gelegt
  waren.

Die  Station  Lolodorf  der  amerikanischen
Mission  wurde  eigentlich  zu  dem  Zwecke  gegründet,
diese  „Zwerge“  zum  Christentum  zu  bekehren.
Wenn  bei  Wiederholung  dieser  Versuch  vorläufig
auch  noch  wenig  Erfolg  haben  würde,  so  nimmt
doch  auch  dieses  Bagielle-Volk  mehr  und  mehr,
wenigstens  äußerlich,  die  Kultur  an.  Die  Bagielle
tragen  hier  bereits  wie  die  Ngumba  in  Europa
hergestellte  Hüfttücher.  Auf  der  Jaunde-Straße

 

sieht  man  nicht  selten  unter  den  Handelskarawanen
Bagielle,  die  für  Handelsfirmen  Lasten  tragen.
Allerdings  stammen  diese  Bagielle  meist  aus  dem
Kribi-Bezirk  (vom  Häuptling  Ediedie).  Bei  den
Ngumba  sind  die  gewandten  Bagielle  bei  nächtlichen
  Tanzfesten  als  Vortänzer  sehr  beliebt.

Die  von  Wissmann  bei  Beschreibung  der
Kongo-Zwerge  (Buschleute)  erwähnte  schweinslederfarbene
  Haut  habe  ich  auch  bei  Bagielle
wiederholt  gesehen.  Fast  durchweg  sind  sie  heller
als  die  anderen  hiesigen  Stämme.  An  den
scharfgezeichneten  Augenbrauen,  der  sehr  breiten
und  flachen  Nase,  den  großen  Nasenlöchern  und
der  meist  starken  Behaarung  an  Brust  und  Gliedmaßen
  sind  sie  leicht  zu  erkennen.  Wohl  durch
das  viele  Umherstreifen  im  dichten  Urwald  sind
die  Schulterblätter  häufig  gekrümmt,  der  Hals
ist  kurz,  so  daß  die  Körperhaltung  „ducknackig“
ist.  Die  Größe  ist  etwa  1,52  bis  1,54  Meter;
der  größte  Bagielle,  den  ich  sah,  maß  1,62,  der
kleinste  ausgewachsene  Mann  1,47,  ein  ausgewachsenes
  Bagielle-Weib  maß  nur  1,32  Meter.

Die  Bagielle  haben  ihre  eigene  Sprache.

Über  geographlsch-  ethnographische  Feststellungen
in  Uordwest-Kamerun

berichtet  der  Bezirksleiter  der  Regierungsstation
Ossidinge,  wie  folgt:

„Es  kann  jetzt  als  definitiv  festgestellt  angesehen
werden,  daß  die  Grenze  der  Sudan=  und
Bantuvölker  genau  mit  dem  Kroßfluß  einerseits
und  einer  von  Ossidinge  aus  in  fast  genau  nördlicher
  Richtung  gehenden  Geraden  anderseits
zusammenfällt,  so  zwar,  daß  die  Bewohner
Ossidinges  noch  Bantu-,  die  des  gegenüberliegenden
Ufers  bereits  Sudanneger  sind.  Zur  Untersuchung
wurden  drei  Wege  eingeschlagen,  der  linguistische,
der  ethnographische  und  der  anthropologische.
Die  Sprachaufnahmen  ließen  bereits  vor  zwei
Jahren  einen  deutlichen  Unterschied  erkennen.

Alsdann  führte  die  Entdeckung  der  halb  runden,
halb  viereckigen  Hütten  dazu,  die  Bokis  als
Sudanneger  anzusehen  und  in  letzter  Zeit  haben
anthropologische  Messungen  nach  dem  System
Luschan  die  Grundverschiedenheit  des  Bokistammes
gegenüber  den  übrigen  sechs  Stämmen  des  Bezirks
gezeigt;  während  alle  Kamerunneger  Ossidinges
zu  95  Prozent  Langschändel  sind,  sind  die  Bokis
zu  100  Prozent  Kurzschädel“.

75
        <pb n="997" />
        W  887  20

Togo.

Versuche  zur  Immunisierung  von  Rindern  gegen
Tsetsekrankheit.
Bericht  des  Leiters  der  Abteilung  für  T  Tropenkrankheiten
und  Tropenhygiene  bei  dem  Königlichen  Institut  für
Infektionskrankheiten  in  Berlin  Dr.  Klaus  Schilling,
Zur  zeit  in  Togo.

Die  mir  vom  Reichs-Kolonialamt  gestellte
Aufgabe  bestand  darin,  zu  ermitteln,  ob  die  von
mir  in  den  Jahren  1902  und  1904  gegen  Nagana
(Tsetsekrankheit)  vorbehandelten  Rinder  nun  tatsächlich
  gegen  diese  Krankheit  unempfindlich  seien
oder  nicht.

Hierzu  stand  mir  folgendes  Material  an
Versuchstieren  zur  Verfügung:

Im  Juli  des  Jahres  1902  hatte  ich  in
Sokodé  eine  Anzahl  Rinder  im  Alter  von  mehr
als  zwei  Jahren  behandelt.  Das  Material  zu
diesen  Impfungen  stammte  von  einem  tsetsekranken
  Pferde,  das  sich  auf  dem  Wege  vom
Hinterland  zur  Küste  spontan  infiziert  hatte.  Das
Blut  dieses  Pferdes  war  durch  12  bzw.  15  aufeinander
  folgende  Übertragungen,  sogenannte
Passage  durch  Ratten  und  Hunde,  fortgepflanzt
worden.")  Dann  wurde  das  Blut  auf  die  Rinder
übertragen  (Serie  1).  Die  beigegebene  Tabelle
läßt  erkennen,  in  welcher  Weise  die  verschiedenen
Tiere  auf  den  verschiedenen  Märschen  im  Togohinterlande
  seitdem  der  Tsetseinfektion  ausgesetzt
gewesen  waren.  Dazu  muß  bemerkt  werden,  daß
der  Küstenstreifen,  auf  welchem  Kpeme  und  Anecho
liegen,  nicht  als  tsetsefrei  gelten  kann.  Denn  ich
habe  bei  zwei  Rindern,  die  sicher  nie  über  die
Lagune  hinüberkamen,  die  Infektion  festgestellt;
auch  kommt  die  Tsetsefliege,  wenn  auch  in  ganz
vereinzelten  Exemplaren,  in  Kpeme  vor.  Die
Tiere  der  Serie  1  wurden  nun  darauphin  geprüft,
ob  die  in  den  Jahren  1902  und  1904  gesetzten
Infektionen  mit  Tsetseparasiten  ausgeheilt  seien.
Bei  zwei  von  den  zehn  Tieren  waren  noch  Parasiten
  vorhanden.  Bei  80  vH.  war  also  die
Infektion  erloschen.

Von  diesen  Tieren  waren  nur  vier  Stück  zu
einem  Versuche  verwendbar,  da  die  übrigen  alle
von  einem  Oldenburger  Zuchtbullen  gedeckt  waren
oder  junge  Saugkälber  hatten.  Aus  dem  gleichen
Grunde  konnte  der  gleich  zu  erwähnende  Versuch
nicht  wiederholt  werden.

Diese  vier  Tiere  (III,  X,  XV  und  XXIV)
wurden  mit  sechs  Kontrolltieren  (jungen,  in  Kpeme
geborenen  Bullen),  die  noch  nie  über  die  Lagune
hinanusgekommen  waren,  nach  der  Zollstation  Tokpli
am  Monuflusse  geschickt.  Schon  früher  hatte  ich

*)  Siehe  Schilling,  Versuche  zur  Jmmumisterung
gegen  hiitsekrankhei.  Zeitschrift  für  Hygiene,  Band  52

Seite

 

ermittelt,  daß  dieser  Ort,  bzw.  der  Weg  dorthin,
ein  ganz  besonders  gefährlicher  Tsetseherd  sei;
ein  Rind  war  im  Jahre  1904  an  sehr  schnell
verlaufender  Nagana  eingegangen,  nachdem  es
nach  Tokpli  und  wieder  zurück  getrieben  worden
war.  Aus  diesem  Grunde  wählte  ich  gerade  jene
Gegend,  um  eine  besonders  rigorose  Prüfung  der
Immunität  jener  Tiere  vorzunehmen.

Am  28.  Mai  1907  gingen  die  Tiere  von
Kpeme  ab,  am  31.  Mai  trafen  sie  in  Tokpli  ein.
Sämtliche  Kontrolltiere  infizierten  sich  mit  Nagana
und  sind  im  Laufe  von  18  bis  40  Tagen  (Durchschnitt
  27,5  Tage)  verendet.  Jene  vier  Tiere
der  Serie  1  aber  blieben  anfangs  frei  von  Parasiten,
  und  erst  nach  ihrer  Rückkehr  nach  der  Küste
konnte  bei  zwei  von  ihnen  (X  und  XV)  durch
Überimpfung  von  20  cem  Blut  auf  Hunde  die
Infektion  nachgewiesen  werden  (Serie  1a).  Bei
den  beiden  anderen  fiel  diese  Probe  negativ  aus
(Serie  1b).  Diese  beiden  Tiere  impfte  ich  nun,
um  ihre  Immunität  noch  weiter  zu  prüfen,  mit
je  50  cem  Blut  von  einem  spontan  an  Nagana
erkrankten  Rind.  Fünfzehn  Tage  nach  der  Injektion
  waren  im  Blute  dieser  Tiere  Parasiten
nachweisbar.  Es  wird  erst  in  einigen  Wochen
möglich  sein,  ein  Urteil  zu  fällen,  ob  diese  Rinder
die  neue  Infektion  überstehen  werden.

Bei  zwei  Tieren  (X  und  XV)  ist  also  der
durch  den  Stich  der  Tsetsefliege  eingeimpfte  Parasit
noch  zur  Entwicklung  gelangt.“)

II.  Die  Serie  2  der  Versuchsrinder  bestand
aus  Tieren,  die  im  November  1904  in  Sokodé
vorbehandelt  worden  waren.  Zu  diesem  Zwecke
war  eine  neue  Reihe  von  Hundepassagen  angelegt
worden,  wiederum  ausgehend  von  einem  naganakranken
  Pferde;  von  dem  15.  und  den  folgenden
Passagetieren  wurden  je  10  cem  Blut  subkutan
verimpft,  da  ich  nach  dem  Ergebnis  früherer
Versuche  schließen  konnte,  daß  die  im  Jahre  1902
geübte  Methode  mehrerer  Injektionen  in  vierzehntägigen
  Abständen  nur  zeitraubender  sei,  aber
keinen  Vorteil  bot.  Zu  diesen  Injektionen  wurden
so  gut  wie  ausschließlich  junge  Tiere  ausgewählt,
da  ich  beobachtet  hatte,  daß  bei  jungen  Tieren
die  Infektion  rascher  ausheilte  als  bei  alten.
Auch  waren  die  Tiere  zum  Zug  bestimmt,  wozu
sich  junge  Rinder  leichter  anlernen  lassen  als  alte.
Dieser  Umstand  mag  für  den  Ausgang  der  Versuche
  von  Wichtigkeit  gewesen  sein.

Die  Tiere  blieben  nur  bis  zum  Juni  1905,
also  sechs  Monate,  in  Sokodé  stehen;  es  sollen
keine  Verluste  in  dieser  Zeit  eingetreten  sein;  die

*)  Bei  den  beiden  anderen  (III  und  XXIV)  ist

die  künstliche  Infektion  mit  Naganablut  erfolgreich
gewesen.
        <pb n="998" />
        G  888  20

 

 

 

 

 

 

Anlase.
Serie  1.
·  "  ——-""s"---  "---1""—""""»i"  —
Nummer  Vorbehandlun  *  "  Para-"
  6  5b%  1  lut-  1Q  ———  Blutdes
  in  von  bis  in  von  bis  von  bis  in
*  ;  befund,  Serum-  befund
Tieres  Sokodé  1  s  «  wirkung
B1  Z  1  1
·  s
III.  2.  ö.  02  —  51  10.  Mat-  10.  .  Sotodé  15.  7.  15.  7.  03  *7•  speme  18.
Kleine  braunlcm  02  03  pame  03  11.  067  —  —  1.
schwarze  Kuh  bekit.  l  03  —i-  03
(KüfteII-Rassc).l  «
sudat  »  l  !
von
Hunde-Pas-
  1  1
sage  -
XV»
VII.  .  7.  02  15  J.  2  30.  70  f.  10.  Sofodé  26.  7.  10.9.03  —
Kuh  2  cem  5  ccm  9  cem  02  11.  03  —
(Sokodé-  Blut  1ü  Blut  03  —
Rasse).  lv.  H.  P.  v.  H.  P.  v.  *  "  .
XI  XIII  l  s
X.  1.7  -*-  7.02·  30.  7.0—  —  —  .7.  10.  Sokodé  26.  7.  16.  9.  0  —  —
Große  Kuh  ?  cem  5  cem  9  cem  02  11.  08  ——  —
(Sokodé=  Blut  us  #  *h  03  —
Rasse).  v.  H.  P.  v  &amp;amp;#  v.g  P.
XI  XIII  .  Xiv
XV.  177.  —ie  ——  —  1.  7.  10.  Sokodé  15.  8—  —
I
Kuh  1  cem  2ccem  1%  02  .11.)  03
(Sokodé-  Blut  s  1  603  —
Nasse).  v.  H.  P.  v.  »  "
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XXIV.  47.  02,  15.7.o0  ——  10.  Sotob  15.  8  1:1
Kuh  2cem  5  cem  02  11.  03
(Sokodé=  Blut  Blut  03  —
Rasse).  so.  rV  r.  P.  P.  .
l  XIII  -
XXV.  runis  —  Sotodé  26.  7.  —  —  —  —
Kuh  2  cem  5  cem  02  11.  03
(Sokodé-  Blut  Blut  0#  —
Rasse).  v.  O.  P.  v.  H.  P.
NII.  XIII
XXXVI.  .  7.02  15.7.02720.7  7.0  —  .  7.  10.  Sokodé  1.  v.  —  —  —
Kuh  2  ccem  2  cem  2cem  02  11.  03
(SokodééBlut  But  Arut  0  —
Nasse).  v.  H.  P.  v.;  H.  P.  v.  H.  P.
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XXXVII.  v.02  15.7  %½  —  —  —  I.T.  10.  Sobkodé  19.  8.  —  10.  31.5.  Kpeme  20.  5.
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Rasse).  .H.  P.  v.  H.  P.  I
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(Sokodé=  %  it  Ulut  03  —  03  —
Nasse).  vH  P.  v.  H.  P.
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        W  889  20

 

 

Aulage.
Serie  1.
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11.  5.7  07  5.  6.  6.  07  50cem  Blut
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—  —  —  —  10.  —  Kpeme  18.  5.  11.  6.  04  —  —  —  10.  #Apeme,  —  —
11.  02  10  cem  Blut  ·  11.  «
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I  i  11.  07
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1.  6.27.6.  Tokpli  27.  6——  —  —  —  —  —  —  2V.  Kpenme  7.  5  —
04  04  04  6.  07
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«  Blut  von  einem  11.  07
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I  I  I  Rind  subkutan.
E  I  20.7.04Bcut—  .
—  —  —  —  —  —  —  —  11.  6.  04  —  1  —  —  10.Kpeme  20.  5.  —
I  I  10  cem  Blut  3  11.  .7.
Ü  von  H.  P.  I  08  —
I  ,  I  subkutan.
l  20.7.  O4  Blut
        <pb n="1000" />
        &amp;amp;  890  20

Impfung  an  sich  ist  also  unschädlich.  Dann
wurden  42  Tiere  durch  den  Stationsleiter  ausgewählt
  und  zur  Küste  nach  Kpeme  geschickt
(Serie  2  a).  Dort  sind  von  42  Stück  23
(=  54  vH.)  eingegangen,  ob  sämtlich  an  Nagana,
ist  nicht  festgestellt.  Von  den  übriggebliebenen
19  Stück,  die  ja  auf  dem  langen  Wege  von  etwa
300  km  zwischen  Sokodé  und  der  Küste  aller
Wahrscheinlichkeit  nach  von  infizierten  Tsetsefliegen
gestochen  worden  waren,  muß  man  also  annehmen,
daß  sie  damals  gegen  diese  natürliche  Infektion
unempfindlich  gewesen  sind.  Von  ihnen  waren
sechs  verkauft  worden,  so  daß  ich  im  Mai  d.  Js.
noch  13  Stück  vorfand.  Diese  wurden  nun
daraufhin  untersucht,  ob  ihr  Blut  noch  Parasiten
enthielt;  bei  keinem  der  Tiere  waren  solche  nachzuweisen
  (durch  Impfung  von  je  20  cem  Blut
auf  einen  Hund).  So  war  also  die  Infektion  bei
allen  diesen  Tieren  zur  Ausheilung  gelangt.
Nun  war  noch  die  Frage  zu  entscheiden:
Hat  das  Uberstehen  der  durch  die  Vorbehandlung
gesetzten  Infektion  eine  Immunität  zurückgelassen?
Um  dies  zu  ermitteln,  wurden  elf  Stück  davon
mit  den  vier  oben  erwähnten  Rindern  der  Serie  1
und  den  sechs  Kontrolltieren  zusammen  am
27.  Mai  1907  nach  Tobkpli  geschickt.  Eines  krepierte
  schon  auf  dem  Wege,  dürfte  also  wohl  nicht
mitzurechnen  sein.  Die  übrigen  Tiere  sind  im
Verlauf  von  12  bis  53  Tagen  sämtlich  der  Tsetsekrankheit
  erlegen.  Da  es  anzunehmen  ist,  daß
diese  Tiere  die  bei  dem  Transport  zur  Küste  im
Jahre  1905  erworbene  Infektion  überstanden
haben,  so  muß  die  damals  vorhandene  Immunität
nur  von  kurzer  Dauer  gewesen,  jedenfalls  im
Juni  1907,  also  nach  zwei  Jahren,  soweit  geschwunden
  sein,  daß  die  Tiere  im  Durchschnitt
ebenso  schnell  verendeten  als  die  Kontrolltiere.
III.  Endlich  wurde  noch  eine  dritte  Serie
von  zehn  Rindern  mit  den  oben  genannten  in
Tokpli  vereinigt  (Serie  2b);  sie  waren  ganz  in
der  gleichen  Weise  vorbehandelt  wie  die  Serie  2a,
waren  aber  dauernd  in  Sokodé  geblieben.  Bei
diesen  Rindern  war  vor  dem  Abmarsch  nach
Tokpli  das  Blut  nicht  auf  Parasiten  untersucht
worden;  aber  Dr.  Jaffé  hat  später  25  Rinder
im  Sokodêbezirk  daraufhin  untersucht  und  bei  zwei
(S  8  b.)  noch  Parasiten  gefunden.  Wenn  wir
den  gleichen  Prozentsatz  auch  für  die  zehn  Rinder
der  Serie  2b  annehmen,  so  wäre  vielleicht
höchstens  eines  davon  noch  mit  Parasiten  im
Blute  von  Sokodé  abgegangen.  Sie  waren  Mitte
Mai  1907  von  dort  in  Marsch  gesetzt  worden
und  trafen  am  1.  Juni  1907  in  Tobpli  ein,
mit  ihnen  sechs  Kontrolltiere.  Auch  diese  Tiere
sind  sämtlich  in  26  bis  43  Tagen  der  Krankheit
erlegen  (Durchschnitt  34,9),  während  die  Kontrollrinder
  38  bis  65  Tage  lebten  (Durchschnitt  31,6).

 

 

 

Aus  diesen  Versuchen  folgt,  daß  es  mit  der
von  mir  bisher  geübten  Methode  nicht  gelingt,
Rinder  gegen  die  Tsetsekrankheit  in  ihrer  schwersten
Form  zu  schützen.  Auch  wenn  die  Rinder  der
Serie  1a  und  1b  die  Infektion  überstehen  und
am  Leben  bleiben,  so  hat  dieser  Versuch  doch
ergeben,  daß  eine  absolute  Immunität  in  dem
Sinne,  daß  die  Infektion  durch  den  Stich  der
Fliege  überhaupt  nicht  mehr  angeht,  daß  die  Tiere
also  nicht  mehr  als  Parasitenträger  anzusehen
sind,  auf  diesem  Wege  nicht  zu  erreichen  ist.

Wie  kommt  es,  daß  ein  so  bestimmtes  Resultat
bei  den  früheren  Versuchen  nicht  zum  Vorschein
kam?  Es  hängt  dies  offenbar  damit  zusammen,
daß  die  Nagana  je  nach  der  Ortlichkeit,  an  der
die  Infektion  erfolgte,  verschieden  schwer  verläuft.
Am  schönsten  kommt  dieser  Unterschied  zum  Vorschein
  in  den  Versuchen  von  Martini,  der  mit
zwei  „Stämmen“  von  Nagana  arbeitete,  die  beide
aus  Togo  stammten,  von  denen  der  eine  nur
schwach  virulent  war,  der  andere  aber  die
Versuchstiere  schnell  tötete.  Panse  hat  ähnliche
Unterschiede  in  Ostafrika  konstatiert  und  auch  bei
meinen  letzten  Versuchen  bin  ich  Stämmen  von
sehr  ungleicher  Virulenz  (Giftigkeit)  für  Hunde
begegnet.  Die  wesentlichen  Unterschiede  in  den
früheren  Versuchen  —  Transporte  von  Sokodé
nach  der  Küste  —  gegenüber  dem  eben  beschriebenen
  —  Transport  nach  Tokpli  —  sind
höchst  wahrscheinlich  aus  solchen  Differenzen  in
der  Virulenz  zu  erklären.  Daneben  spielen  Unterschiede
  in  der  Jahreszeit  und  in  den  einzelnen
Jahren  eine  nicht  unwesentliche  Rolle;  die
Schwankungen  in  der  Schwere  der  jährlichen
Seuchengänge  sind  auch  von  anderen  Infektionskrankheiten
  her  bekannt.  Inwieweit  die  Tsetsefliege
  hierbei  eine  Rolle  spielt,  kann  nur  vermutet
werden.  Ebenso  wird  es  noch  langdauernder
Untersuchungen  bedürfen,  bis  wir  Klarheit  darüber
gewinnen,  von  welchem  Einflusse  die  im  „Busch“
wild  lebenden  Tiere  auf  die  Ausbreitung  und
die  örtlich  verschiedene  Virulenz  der  Nagana  sind.
Versuche,  die  Nagana  durch  chemische  Agentien
(Atoryl,  Farbstoffe)  zu  heilen,  sind  von  mir  an
einer  Reihe  von  Tieren  angestellt  worden.
Zusammenfassend  kann  man  sagen,  daß  diese
Mittel  keinen  irgend  neunenswerten  Einfluß  auf
den  Verlauf  der  Erkrankung  hatten.

Von  praktischer  Wichtigkeit  sind  noch  folgende
Punkte:

Von  mehrfachen  Versuchen,  Vieh  in  Tokpli  zu
halten,  waren  zwei  Kühe  übrig  geblieben,  welche
mehrmals  gekalbt  hatten,  so  daß  ich  jetzt  in
Tokpli  fünf  Stück  Vieh  vorfand.  Von  diesen
brachte  ich  Ende  Juni  drei  zur  Küste  mit;  zwei
von  diesen  gingen  bereits  an  Nagana  zugrunde,
das  dritte  ist  infiziert.  Daraus  geht  hervor,  daß
        <pb n="1001" />
        Zu:  Deuisches  Kolonlalblatl  Nr.  18,  1907.  Bahnbau  Lüderitzbucht  —  Aus.
—  —

 

*)  Mit  Einschluß  der  beim  Vorban  tätigen  Mannschaften  der  Eisenbahubaulompagnie  1  sowie  mit  Einschluß  der  Krantken.
“)  Mit  Einschluß  der  Kranken.
        <pb n="1002" />
        W  891  20

Tokpli  selbst  nicht  den  so  außerordentlich  gefährlichen
  Tsetseherd  bildet,  daß  dieser  vielmehr
zwischen  Tokpli  und  der  Küste  gelegen  sein  muß.
Ferner  kann  man  daraus,  daß  Vieh  an  einem
derartigen  Platze  vorkommt,  noch  nicht  schließen,
daß  solches  Vieh  nun  auch  gegen  jede  Naganainfektion
  gefeit  sei.
habe  auf  meiner  kurzen  Inlandreise  auch
die  Ackerbauschule  Nuatschä  besucht.  Als  dieses
Unternehmen  sich  noch  in  Tove  (Bezirk  Misahöhe)
efand,  waren  mit  ganz  wenigen  Ausnahmen  alle
Versuche,  dort  Zugtiere  zu  halten,  an  den  Verlusten
  durch  die  Tsetsekrankheit  gescheitert.  In
Nuatschä  hatte  der  Leiter,  Mr.  Robinson,  mehr
Glück,  es  steht  jetzt  dort  eine  ganze  Anzahl,  etwa
20  Stück,  Vieh,  die  sich  dauernd  gut  halten,
wenn  auch  einige  Verluste  vorkamen  und  noch
vorkommen.  Dieses  Zurückgehen  der  Seuche
hängt  vielleicht  mit  den  oben  geschilderten  lokalen
Virulenzunterschieden,  zum  Teil  aber  auch  mit
der  zunehmenden  Kultivierung  des  Bodens  zusammen,
  so  daß  zu  hoffen  ist,  daß  auch  in  anderen
Distrikten  mit  wachsender  Ackerbautätigkeit  die
Gefahr  der  Tsetseinfektion  sich  verringert  und
dadurch  die  Möglichkeit  geschaffen  wird,  Zugvieh
zum  Pflügen  und  Fahren  zu  verwenden.  Allerdings
  ist  es  unrichtig,  von  dieser  allmählichen
Sanierung  des  Bodens  ein  vollkommenes  Verschwinden
  der  Nagana  zu  erwarten;  das  Farmland
  wird  in  dem  dünn  bevölkerten  Afrika  niemals
so  nahe  aneinander  rücken,  daß  nicht  unbebaute
Gebiete  dazwischen  lägen,  in  denen  sich  gleichzeitig
die  Glossinen  und  die  Träger  des  Parasiten,  die
wilden  Tiere  des  Busches,  halten.

Gegenüber  den  sich  immer  höher  türmenden
Schwierigkeiten,  die  sich  einer  Bekämpfung  der
Tsetsekrankheit  entgegenstellen,  muß  man  sich  die
Frage  vorlegen,  ob  die  Verhütung  dieser  Krankheit
wirklich  von  so  großer  Wichtigkeit  sei,  daß  sie
einen  beträchtlichen  Aufwand  von  Mitteln  rechtfertigt.
  Ich  glaube,  daß  diese  Frage  bejaht
werden  muß.  Eisenbahnen,  Automobile,  Lokomobilen
  werden  den  Verkehr  im  großen  und
damit  auch  die  Landwirtschaft,  besonders  den
Plantagenbetrieb,  fördern  und  heben;  aber  der
Kleinverkehr  auf  Straßen  und  Wegen  und  die
Bodenbearbeitung  mit  dem  Pfluge  wird  niemals
des  Zugtieres  entbehren  können.  Aus  diesem
Grunde  wird  auch  die  Bekämpfung  der  Vieh—
seuchen  immer  eine  der  wichtigsten  Aufgaben  der
Kolonialwirtschaft  bleiben.

Aus  meinen  Arbeiten  in  Togo  und  Kamerun
habe  ich  die  Überzeugung  gewonnen,  daß  nichts
für  diese  Forschung  so  schädlich  ist  als  Mangel
an  Kontinuität  der  Arbeit.  Wenn  in  Zukunft
etwas  erreicht  werden  soll,  so  dürfen  die  Untersuchungen
  nicht  jahrelang  unterbrochen  werden.

 

 

Ferner  ist  es  ein  dringendes  Erfordernis,  daß
nicht  bloß  ein  einziger  Forscher  sich  mit  diesen
Untersuchungen  beschäftige.  Er  wird  durch  die
notwendigen  Reisen,  durch  die  vielen  Kleinigkeiten,
die  bei  jedem  einzelnen  Versuch  zu  erledigen  sind
und  sorgfältig  ausgeführt  sein  wollen,  allzu  sehr
von  seiner  wissenschaftlichen  Tätigkeit  abgezogen.
So  hätten  die  oben  beschriebenen  Versuche  nicht
in  so  kurzer  Zeit  erledigt  werden  können,  wäre
nicht  Herr  Dr.  Jaffé  an  meiner  Stelle  nach
Sokodé  gereist.  Ich  möchte  meinem  Herrn
Assistenten  an  dieser  Stelle  meinen  verbindlichen
Dank  für  seine  Hilfe  aussprechen.

Endlich  wäre  es  von  größtem  Werte,  wenn
auch  in  der  Heimat  Versuche,  namentlich  in  bezug
auf  die  Therapie,  nicht  bloß  immer  an  den
kleinen  Laboratoriumstieren,  sondern  auch  an  den
größeren  Haustieren  angestellt  werden  könnten.

Die  wissenschaftliche  Verarbeitung  des  Materials,
das  die  letzten  Versuche  lieferten,  wird  in  einer
weiteren  Veröffentlichung  erfolgen.

7#.

Deutsch-Südwestafrika.

Von  der  Südbahn.

Der  Ausbau  der  Bahnstrecke  Lüderitzbucht—Aus,
  die  seit  dem  31.  Oktober  1906
im  vorläufigen  Betriebe  steht,  ist  nunmehr
beendet;  ihre  vertragliche  Bauabnahme  hat  am
31.  August  d.  Js.  stattgefunden.

Die  beiden  beigefügten  Schaubilder  geben
einen  UÜberblick  über  die  Arbeiterverhältnisse  und
über  die  Arbeitsleistungen  im  Vorbau  dieser  Sneccke.

MO

Deutsch-Neuguinea.

Nach  einem  Telegramm  des  Kaiserlichen  Bezirksamts
  Jap  ist  der  Regierungs-Motorschuner
„Ponape“  bereits  am  13.  Juni  d.  Is.  bei  der
Hall-Insel  total  verloren  gegangen.  Die
Mannschaft  wurde  gerettet.  Einzelheiten  fehlen  noch.

Weitere  vVerheerungen  des  Talfuns.“)

Der  Gouvernementsdampfer  „Seestern“  lief
von  Jap  am  28.  Juni  aus.  Am  30.  nachmittags
wurde  in  Olimarau  gelandet.  Die  Einfahrt  in
die  Lagune  scheint  für  den  Dampfer  nicht  genügend
  tief  zu  sein.  Beide  Inseln  des  Atolls
Aus  einem  Reisebericht  des  Gouverneurs  von
Deutsch-Neuguinea  an  den  Bezirksamtmann  in  Jap.
        <pb n="1003" />
        G  892  20

sind  unbewohnt.  Sie  weisen  einen  Bestand  von
etwa  300  Palmen  auf.  Wie  ich  in  Lamutrik
erfuhr,  von  wo  sonst  regelmäßig  Besuche  dort
abgestattet  werden,  waren  Leute  aus  Ifaluk  bis
vor  kurzem  auf  Olimarau  gewesen.  Die  südliche
Insel  (Falipi)  hat  durch  die  Flut  schwer  gelitten.
Nur  ein  kleiner  Rest  ist  erhalten;  die  größere
Insel  weist  Landverlust  nicht  auf.  An  dem  südlichen
  Ende  war  eine  Reihe  von  Bäumen
niedergelegt.

Am  1.  Juli  vormittags  wurde  Elato  erreicht.
  Die  beiden  mittleren  Inseln  des  Atolles
sind  fast  vernichtet,  auch  die  südliche  hat  schwer
gelitten.  Von  der  Hauptinsel  war  die  Südwestspipe
  weggewaschen  worden.  Die  Flut  soll  mannshoch
  über  die  Insel  weggegangen  sein.  Soweit
ich  ermitteln  konnte,  zählt  die  Insel  Elato  76  Bewohner,
  40  Männer,  24  Frauen,  12  Kinder.  Die
übrigen  Inseln  sind  unbewohnt.  Es  waren  Gäste
aus  Isaluk  anwesend.  Die  Palmen  und  Brotfruchtbäume
  wiesen  Früchte  auf.  Das  Volk  ist  vor
Not  geschützt.  Ich  ließ  nur  wenig  Proviant  zurück.

Am  gleichen  Tage  mittags  wurde  Lamntrik
angelaufen.  Bevölkert  ist  nur  die  Hauptinsel.
Es  sollen  270  Menschen  darauf  wohnen.  Nach
dem  Berichte  des  Händlers  Evam  J.  Lewis  ging
am  28.  März  nachmittags  die  See  über  die  ganze
Insel  weg.  Die  Westspitze  ist  in  einer  Breite
von  etwa  40  m  und  in  einer  Länge  von  etwa
150  m  fortgerissen  worden.  Das  Oberhaupt  der
Eingeborenen  schätzte  die  Zahl  der  vernichteten
Brotfruchtbäume  auf  nahe  an  hundert  und  der
weggeschwemmten  Palmen  auf  fünfhundert.  Die
Bewohner  haben  keinen  Mangel  gelitten,  da  ein
Teil  ihrer  Tarofelder  sich  erholt  hat.  Die  Räumungsarbeiten
  sind  noch  nicht  weit  gediehen.  Ich
brauchte  nur  wenig  Proviant  zu  geben.  Die
Inseln  Puik  und  Falait  der  Gruppe  sind  fast
völlig  zerstört.

Um  4  Uhr  wurde  Satuwal  angelaufen,  auf
dem  ein  deutscher  und  ein  japanischer  Händler
neben  etwa  260  Eingeborenen  leben.  Am  Strande
waren  sehr  große  Kanus  aus  Pulnot  hochgezogen,
deren  Bemannung  auf  günstigen  Wind  zur  Rückkehr
  wartete.  Die  Südwestseite  der  Insel  ist
stark  mitgenommen  worden.  Da  die  See  in  den
Taropflanzungen  stehen  blieb,  so  war  nur  wenig
Nahrung  vorhanden.  Mit  dem  an  Land  geschafften
  Vorrat  werden  die  Eingeborenen  ohne
Besorgnis  bis  zum  Reifen  der  Kokos  und  Brotfrüchte
  zuwarten  können.

Auf  keiner  der  Inseln  sind  Menschenleben
zugrunde  gegangen.  Der  Schaden  wurde  überall
weniger  durch  die  Gewalt  des  Orkanes  als  durch
das  Hereinbrechen  der  überaus  starken  Flutwelle
angerichtet.

75

 

Samoa.
Samoanische  Beamtenverhälmisse.

Einer  Zuschrift  aus  Samoa  entnehmen  wir
folgende  Ausführungen:

„Bei  Besprechung  kolonialer  Beamtenfragen
wird  in  der  Offentlichkeit  manchmal  auch  mit
dem  Argument  operiert,  daß  in  der  oder  jener
Kolonie  schon  auf  so  und  so  viele  Weiße  ein
Beamter  komme.  An  dem  Beispiel  Samoas
wollen  wir  hier  einmal  rein  sachlich  zeigen,  aus
welch  unklaren  Vorstellungen  heraus  jenes  Argument
manchmal  entspringt.

Auf  Samoa  kommt  auf  zehn  Weiße  ein
Beamter.?  Was  will  das  heißen?  In  einem
Lande  wie  Samoa,  in  dem  die  Weißen  nicht
einmal  2  vH.  der  gesamten  Bevölkerung  ausmachen,
  ist  kein  einziger  Beamter  vorhanden,  der
nur  für  die  Weißen?  da  wäre:  die  Gelder,  die
aus  der  Zollverwaltung  in  die  Kasse  fließen,
entstammen  Importen,  die  nur  in  verschwindender
Menge  von  den  Weißen  konsumiert  werden.  Die
Massenimporte  von  Salzfleisch,  Manchesterwaren,
Petroleum  usw.  sind  für  die  eingeborene  Bevölkerung
  bestimmt.  Die  Kaufleute  würden  ruhig
weiter  existieren,  auch  wenn  kein  Weißer  in
Samoa  wäre,  sie  würden  ihre  Läden  schließen
müssen,  wenn  die  Eingeborenen  nicht  mehr  bei
ihnen  kanften.  Also  die  Zoll=  und  Kassenverwaltung
ist  in  der  Hauptsache  für  die  Eingeborenen.  Von
der  Arbeit  des  Gouverneurs  ist  über  die  Hälfte
der  Regelung  der  Eingeborenen-Verhältnisse  gewidmet,
  ebensoviel  ungefähr  von  der  Tätigkeit
des  Bezirksrichters.  Der  Referent  Dr.  Schultz  ist
fast  ausschließlich  mit  den  außerordentlich  schwierigen
  Land-und  Titelangelegenheiten  der  Samoaner
beschäftigt.  Die  Polizeiverwaltung  existiert  zum
allergrößten  Teil  für  die  Samoaner,  ebenso  die
Gefängnisverwaltung.  Beim  Bau  der  Häuser,
der  Wege,  der  Brücken  —  überall  hat  man  mit
den  Eingeborenen  zu  tun.  Dasselbe  gilt  von
der  Hospitalverwaltung,  für  die  die  samoanische
Poliklinik  einen  erheblichen  Teil  von  Arbeit  liefert.

Es  ist  ferner  wiederholt  in  der  Offentlichkeit
behauptet  worden,  daß,  bevor  Samoa  deutsch
wurde,  sieben  Beamte  genügt  hätten,  das  Land
zu  regieren.  Auch  diese  Angabe  ist  unrichtig,  wie
eine  Aufzählung  der  Beamten  des  internationalen
Regiments  ergibt.  Zuerst  kommen  in  Frage  die
mit  richterlichen  Befugnissen  und,  kraft  der
Berliner  Akte  auch  mit  Verwaltungsfunktionen
für  Samoa  ausgestatteten  Konsuln  der  drei
Vertragsmächte  nebst  ihrem  Stab,  und  zwar  beim
amerikanischen  und  deutschen  je  drei  und  bei  den
britischen  zwei  Beamte.

ei  dem  samoanischen  Obergericht  waren  einschließlich
  des  Oberrichters  fünf  (Chief  Justice,
        <pb n="1004" />
        G  893  2

Clerk,  Registrar,  Interpreter,  Marshall  of  the
Court),  in  dem  Gerichtshofe  des  Polizeirichters
(Magistrate)  zwei  Beamte  beschäftigt.

An  der  Spitze  der  allgemeinen  Verwaltung
stand  der  Präsident  der  Munizipalität  mit  einem
Sekretär.  Beim  Zoll  waren  durchschnittlich  vier
bis  fünf  Personen  beschäftigt.  Ferner  gab  es
einen  Hafenarzt,  einen  Lotsen,  einen  Polizeivorsteher,
  einen  Nachtwächter,  einen  Wegebau-Beamten,
  einen  Polizeiassistenten,  zwei  Revisoren
für  die  Rechnungslegung  des  Munizipalrates,  die
quartaliter  erwählt  wurden.  Dazu  kam  für  eine
Reihe  von  Jahren  die  internationale  Landkommission,
  die  mit  Kommissaren  und  dem  sonst
dazu  gehörigen  Stabe  durchschnittlich  aus  sieben
Personen  bestand.  Das  sind  ungefähr  dreißig
Beamte!  Und  dabei  ist  zu  bedenken,  daß  die
damalige  Regierung  von  Samoa  sich  lediglich
auf  den  engen  Kreis  der  Munizipalität  beschränkte.
Außerhalb  der  Munizipalität  herrschten  überall
recht  ungeordnete  Zustände.  Auf  der  Insel  Savaii,
der  größten  der  Samoa-Inseln,  war  bis  zur
Flaggenhissung  überhaupt  noch  keine  Regierungstätigkeit
  ausgeübt  worden.  Jetzt  existiert  kein
Ort  auf  allen  Inseln,  der  nicht  eine  geregelte
Organisation  hat.  Die  Befehle  der  Behäörden
werden  unweigerlich  auch  an  den  entferntesten
Orten  ausgeführt.

Wie  die  Geschäfte  des  Gouvernements  und
der  Gerichte  seit  der  Flaggenhissung  zugenommen
haben,  ergeben  die  amtlichen  Geschäftsübersichten.
Es  wäre  ein  Irrtum  zu  glauben,  daß  diese
Geschäftssteigerung  auf  leerer  Vielschreiberei  beruhe.
Sie  hängt  innig  zusammen  mit  der  Entwicklung
des  Handels  und  Verkehrs.  Seit  der  Flaggenhissung
  haben  sich  gesteigert:

der  Einfuhrhandel  von  2  105  811  Mk.  auf

2  871  280  Mk.,

 

der  Ausfuhrhandel  von  1265’799  Mk.  auf
3  026  294  Mtk.,

der  Gesamthandel  von
5  897.574  Mk.

Am  deutlichsten  spricht  die  Verkehrsübersicht
der  Post.  Nach  ihr  hat  sich  erhöht  die  Zahl  der
aufgegebenen  Briefsendungen  von  25  000  Stück
auf  67  600  Stück;  der  eingegangenen  Briefsendungen
  von  33  400  Stück  auf  103  700  Stück;
der  aufgegebenen  Postanweisungen  von  363  Stück
mit  65507  Mk.  auf  3066  Stück  mit  670212  Mk.;
der  eingegangenen  Postanweisungen  von  70  Stück
mit  7723  Mk.  auf  580  Stück  mit  246  066  Mk.;
der  Pakete  von  282  auf  1066  Stück;  der  Zeitungen
von  4094  auf  20  096  Stück.

Daß  mit  einer  so  erfreulichen  Entwicklung
des  Verkehrs  eine  allgemeine  Steigerung  der
Arbeit,  auch  derjenigen  der  Beamten,  Hand  in
Hand  gehen  muß,  werden  Einsichtige  nicht  abstreiten.


Trotz  dieser  Lage  der  Dinge  ist  der  Gouverneur
von  Deutsch-Samog  nach  seinem  Wiedereintreffen
im  Schutzgebiet  bestrebt  gewesen,  dem  Wunsche
des  Reichstags  entsprechend  den  Stab  seiner  Beamten
  auf  das  überhaupt  mögliche  Minimum
herabzusetzen.

Gegenüber  dem  Stande  vom  1.  April  1906
sind  an  Beamten  ohne  Ersatz  ausgeschieden:
1  Landmessergehilfe,  1  Polizeiassistent,  1  Zollamtsassistent,
  1  Gehilfe  des  Chinesenkommissars,  1  Arzt,
1  Verwalter  des  Lanntoo.  Ferner  soll  nicht  wieder
besetzt  werden  die  Stelle  eines  Gouvernementssekretärs
  und  eines  Gerichtssekretärs.

Ob  diese  Beamtenverminderung  eine  dauernde
Maßregel  bleiben  wird,  muß  die  Zukunft  lehren.
Der  Versuch  ist  vom  Gouverneur  jedenfalls
gemacht  worden.“

3  371  610  Mk.  auf

 

Die  Oangrove  und  ihre  Verwendung.)
Die  „West  African  Mail“  schreibt  in  ihrer
Nr.  221  vom  21.  Juni  1907:

Vor  einiger  Zeit  lenkten  wir  die  Aufmerksamkeit
auf  den  Gebrauchs=  und  den  Handelswert  der

))  Die  in  vorstehendem  Artikel  ausgesprochene
günstige  Beurteilung  der  westafrikanischen  Mangroven
trifft  auch  für  Kamerun  zu.  Zwar  haben  die  Untersuchungen
  der  Kameruner  Mangrovenrinde  bislang
stets  nur  einen  verhältnismäßig  geringen  Gehalt  an
Gerbstoff  ergeben,  nämlich  20  bis  27  v  .,  jedoch  besteht
die  Vermutung,  daß  auch  hier  bei  Anwendung  geeigneter
Schäl-  und  Trocknungsmethoden  der  Gerbstoffgehalt
der  Rinden  sich  als  höher  erweist.

 

westafrikanischen  Mangroven,  nicht  allein
mit  Rücksicht  auf  den  Gerbstoff,  der  aus  einem
aus  der  Rinde,  den  Blättern  und  dem  Holz
hergestellten  Brei  extrahiert  werden  kann,  sondern
auch  wegen  der  Verwendbarkeit  des  Holzes  der
harten  Abart  sowohl  für  den  örtlichen  Gebrauch
wie  für  den  Export.  Obwohl  aber  diese  Tatsachen
mehr  oder  weniger  allgemein  bekannt  sind,  sehen
wir  nirgends,  daß  die  Sache  in  Angriff  genommen
wäre,  mit  Ausnahme  der  Gerbstoff-Industrie,  die
in  Borneo  gegründet  ist.  Bis  jetzt  ist  in  Westafrika
  sicherlich  noch  kein  Versuch  gemacht  worden,
ein  solches  sehr  nützliches  und  —  was  allerdings
        <pb n="1005" />
        W  894  20

erst  erprobt  werden  muß  —  einträgliches  Gewerbe
zu  entwickeln.  Letzteres  würde  besonders  in
Süd-Nigeria  der  Fall  sein,  wo  ein  offenbar
nachhaltiges  Angebot  von  Mangroven  besteht.
Aber  wir  freuen  uns  zu  sehen,  daß  jedenfalls
einiges  Interesse  an  der  Sache  genommen  wird,
denn  das  ist  wenigstens  ein  Schritt  auf  der
richtigen  Bahn.  Aus  diesem  Grunde  begrüßen
wir  mit  Interesse  die  Abhandlung  der  Herren
E.  Draffle  und  M.  Nierenstein,  welche  im
letzten  Quaterly  Journal  des  Tropical  Institute
of  Commercial  Research  erschien;  denn  während
sie  an  sich  schon  interessant  ist,  zeigt  sie  uns  auch
einige  wirtschaftliche  Eigenschaften  der  in  Frage
kommenden  Bäume.  Aber  noch  wertvoller  ist  die
Tatsache,  daß  Dr.  Paecssler,  eine  hervorragende
wissenschaftliche  Autorität,  auf  Grund  einer  Anzahl
von  Analysen  den  Gerbstoffgehalt  der  Mangrovenrinde
  auf  39  vH.  angibt;  er  ist  daher  der  Ansicht,
daß  Mangrovengerbstoff  Handelswert  besitzt  und
als  Material  zur  Herstellung  von  Gerbstoffextrakt
eine  große  Zukunft  hat,  ferner  glaubt  er,  daß  die
häufig  ausgesprochene  geringe  Bewertung  nicht  in
den  inneren  Eigenschaften  des  Materials,  sondern

in  der  Verwendungsweise  begründet  ist.  Eine
solche  Außerung,  namentlich  wenn  sie,  wie  in
diesem  Fall,  von  einem  so  berühmten  Sachverständigen

  ausgeht,  ist  entschieden  ermutigend,
und  wir  würden  gern  auch  die  wissenschaftliche
Ansicht  von  Professor  Wyndham  Dunstan  über
diese  Angelegenheit  erfahren;  denn  es  scheint  uns,
daß  bei  dem  offenbaren  Wert  dieses  Produkts
keine  Zeit  verloren  werden  darf,  die  Nutzbarmachung
  desselben  auf  kommerzieller  Basis  zu
versuchen.
*#

Die  in  obigem  Artikel  erwähnte  Abhandlung
von  E.  Draffle  und  M.  Nierenstein  ist  in  demselben
Heft  unter  der  überschrift  „Gerbstoff  aus  Mangrovenrinde“
  Liverpool  University  Experiments.
wiedergegeben:

Bezüglich  des  botanischen  Ursprungs  der  westafrikanischen
  Mangroverinden,  welche  unter  dem
Namen  „Common“  (oder  „Red"“)  und  „White“
bekannt  sind,  scheinen  einige  Zweifel  zu  bestehen.

Die  erstere  stammt  von  Rhizophora  Mangle  L.
oder  deren  Abart  Racemosa  G.  F.  Mey,  die
früher  als  eigene  Spezies  behandelt  wurde,  jetzt
aber  mit  R.  Mangle  vereinigt  ist.  Die  Verbreitung
  von  R.  Mangle  ist  von  Interesse.  Sie
(oder  ihre  Abart)  kommt  an  der  Ostküste  des
tropischen  Amerika  vor  und  wieder  in  Ober=  und
Nieder-Guinea,  St.  Thomé,  Grand  Bassam,  Sierra
Leone,  Congo  usw.  an  der  Westküste  Afrikas.

Die  rote  Mangrove  wächst  im  Schlamm  an
der  See  und  auf  Sandbänken  der  Fluß-Astuarien
und  wird  bei  Hochwasser  teilweise  überflutet.  Der

 

Stamm  wird  von  Nutzwurzeln  getragen  und  an
den  Zweigen  entstehen  zahlreiche  Luftwurzeln.
Die  Pflanze  ist  vivipar,  der  Embryo  entwickelt
sich  im  Samen,  solange  letzterer  noch  am  mütterlichen
  Zweige  sitzt.  Zuletzt  fällt  der  Embryo
heraus  und  bleibt  im  Schlamm  stecken.  Bisweilen
  werden  diese  jungen  Keimlinge  von  der
Flut  fortgespült  und  beginnen  auf  Felsen  und
Steinen  zu  wachsen.  Eine  Schlammschicht  wird
gebildet,  und  diese  dient  dazu,  neu  hinzukommende
Pflanzen  zu  halten  und  zu  ernähren,  bis  ein
guter  Bestand  erzielt  ist.  Unter  diesen  Verhältnissen
  erreicht  die  Pflanze  vielleicht  nur  die  Größe
eines  Strauches,  aber  häufig  erlangt  sie  eine
Höhe  von  30  Fuß  auf  den  Schlammbänken.
Indessen  ist  die  Entwicklung  zum  Baume  häufiger
auf  den  Schlammbänken  der  dem  Einfluß  der
Gezeiten  unterliegenden  Astuarien.

Das  Holz  ist  sehr  hart  und  ein  gutes,  dauerhaftes
  Baumaterial.  Das  Kernholz  ist  dunkelrot
oder  bräunlichrot.  Das  junge  Holz  ist  gelb  mit
rötlichbraunen  Streifen.  Die  Rinde  von  St.  Thom
soll  etwa  17,5  v  H.  Gerbstoff  enthalten  und  wird
in  St.  Thomé  wegen  des  darin  vorhandenen
roten  Farbstoffs  zum  Färben  von  Fischernetzen
verwandt.  Neuerdings  ist  ein  Versuch  gemacht
worden,  sie  zur  Gerbstoffgewinnung  zu  benutzen.
Das  Vorhandensein  des  rotfärbenden  Bestandteils
ist  ein  Nachteil,  da  er  das  Leder  färbt.

Trimble  und  Sack  haben  unabhängig  voneinander
  die  Rinde  von  Rhizophora  Mangle
untersucht.  Sack  findet,  daß  die  älteren  Pflanzen
mehr  Gerbstoff  enthalten  als  die  jüngeren.  Er
ermittelt  24,5  vH.  als  Durchschnittsgehalt.  Er
hat  auch  die  reine  Gerbsäure  hergestellt  und  stellt
fest,  daß  es  eine  rötlichbraune  Substanz  von  der
Zusammensetzung  C  H86  O2  ist.  Es  bildet
eine  monoazetyle  Zuschmmenzrung,  C¼  Hf  0
CH0nutdemcchmclzpunktbct900  Grad
cack  nimmt  an,  daß  die  Gerbstoffe  zunächst  ein
Anhydrid  bilden.  Er  hat  auch  den  roten  Farbstoff
dieser  Mangrove  untersucht  und  ermittelt  die
Zusammensetzung  C/s  H/#  O  .  In  der  Rinde
eines  amerikanischen  eCxenhlar  von  K.  Mangle
findet  Trimble  23,92  oder  in  der  absolut  trockenen
Rinde  27,19  v  .  Gerbstoff.  Er  stellt  fest,  daß
Mangrovengerbstoff  in  reinem  Zustand  fast  ganz

weiß,  aber  bei  der  gewöhnlichen  Herstellung
dunkelbraun  oder  hell  rötlichbraun  ist.  Er  erhielt
folgende  Reaktionen  bei  einer  einprozentigen
Lösung  von:
Eisenchlorid:  schmutzig  grüner  Niederschlag,
Eisenazetat:  olivengrüne  Färbung  und  Niederschlag,

Kalkwasser:  blaßroter  Niederschlag,
Bromwasser:  gelber  Niederschlag,
Kobaltazetat:  schwache  Trübung,
        <pb n="1006" />
        G  895  2O

Uraniumazetat:  rotbraune  Färbung  und  Niederag,


Kaliumbichromat:  brauner  Niederschlag.

Zucker  wurde  in  Verbindung  mit  dem  Gerbstoff
nicht  gefunden;  letzterer  gehört  in  die  Katechu-Gruppe

  und  hat  folgende  Zusammensetzung:
5%6  H  69  0  256.  Er  stimmt  genau  mit  den
Gerbstoffen  der  Roßkastanie,  Tormentilla  und

Ratanhia  überein  und  wurde  als  identisch  mit
denen  aus  Canaigre  und  Mimosenrinde  festgestellt,
aber  weitere  Forschung  auf  diesem  Gebiet  ist

erforderlich.
Von  einer  Firma  westafrikanischer  Kaufleute
haben  wir  eine  Art  westafrikanischer  roter

Mangrovenrinde  aus  Nigeria  erhalten.  Es  ist
festgestellt,  daß  sie  von  geringerem  Wert  ist  als
die  graue  oder  weiße  Mangrovenrinde,  welche
von  weiter  oberhalb  der  Küste  kommt.  Es  ist
die  Rinde  von  K.  Mangle.  Eine  gualitative
Untersuchung  ergab  die  folgenden  Resultate:

Eisenchlorid:  Grünfärbung,

Bromwasser:  Niederschlag,

Diazobenzolchlorid:  Niederschlag,

Natriumnitrit:  keine  Färbung,

Schwefelsäure:  bräunlicher  Niederschlag,

Kiefernholz:  keine  Färbung,

Formaldehyd  und  Chlorwasserstoff:  rotbrauner
Niederschlag.

Wir  sind  nicht  imstande,  einen  anderen  Gerbstoff
  ausfindig  zu  machen,  welcher  mit  Schwefelsäure
  einen  Niederschlag  ergibt.  Nach  Proctor
gab  die  von  ihm  untersuchte  Mangrove  nur  eine
Farbreaktion.  Es  ist  möglich,  daß  diese  Eigenschaft
  sich  bei  der  Analyse  von  Gerbstoffen  als
nützlich  erweist,  insbesondere  in  solchen  Fällen,
wo  Quebracho  mit  Mangrove  versetzt  ist.  Quebracho
  gibt  mit  Schwefelsäure  eine  leuchtend  rote
Färbung,  aber  keinen  Niederschlag.

Eine  eingehendere  Untersuchung  des  Gerbstoffs
der  Mangrovenrinde  wird  binnen  kurzem  vorgenommen
  werden,  wobei  die  Produkte,  die  durch
Behandlung  mit  Alkalien,  mit  Brom  usw.  gewonnen
  werden,  zum  Vergleich  mit  denen  der
weißen  Mangrove  untersucht  werden  sollen.

Die  weiße  Mangrove  der  Westküste  ist  ziemlich
sicher  Laguncularia  racemosa  Gr.  Sie  kommt
in  Westindien,  an  der  Ostküste  des  tropischen
Amerika  und  in  Westafrika  (Ober-Guinea,  Grand
Bassam,  Fernando  Po,  Sierra  Leone  usw.)  vor.
Nach  Schimper  findet  sich  diese  Pflanze  in  den
Mangrovenbeständen  innerhalb  desäußeren  Gürtels
von  Rhizophora.  Es  ist  ein  kleiner  Baum  mit
einfachen  länglichen  oder  elliptisch  zugespitzten
Blättern  und  mit  zwei  Drüsen  am  Blattstiel,
unmittelbar  unter  der  Blattscheide.  Die  Blüten
sind  weiß.  Die  Nuß  ist  etwa  ½  Zoll  lang,  und

 

der  Same  enthält  beim  Abfallen  einen  ausgebildeten
  Keimling,  der  zwar  vollständiger  entwickelt
  ist  als  bei  gewöhnlichen  Landgewächsen,
aber  die  Pflanze  ist  nicht  so  ausgesprochen  vivipar
wie  Rhizophora  Mangle.  Die  Rinde  wird  zur
Extrahierung  von  Gerbstoff  benutzt  und  ist  zur
Vermischung  mit  Divi-divi  geeignet.  Ein  als
weiße  Mangrove  bezeichneter  Probestamm,  der
von  einem  von  uns  untersucht  wurde  und  wahrscheinlich
  von  Laguncularia  racemosa  stammt,
enthielt  einen  Pyrogallus=  Gerbstoff,  und  mit
Rücksicht  darauf  ist  er  wahrscheinlich  zur  Herstellung
  von  hellfarbigem  Leder  geeignet,  im
Gegensatz  zu  dem  roten  Leder,  das  man  bei
Anwendung  von  K.  Mangle  erhält.  Es  ist
wünschenswert,  daß  der  weißen  Mangrove  mehr
Aufmerksamkeit  geschenkt  wird.

Avicennia  officinalis  (einschließlich  tomentosa,
die  früher  als  besondere  Art  angesehen  wurde)
wird  ebenfalls  weiße  Mangrove  genannt.  Sie
kommt  in  Westafrika  vor,  aber  offenbar  weniger
häufig  wie  Laguncularia.  Guppy  nimmt  an,
daß  sie  aus  Samen  entstammt,  die  durch  Meeresströmungen
  von  Amerika  herübergebracht  sind.
Sie  ist  ein  kleiner  Baum  oder  Strauch  der
salzigen  Brüche  und  der  dem  Einfluß  der  Gezeiten
  unterliegenden  Niederungen,  der  aus  dem
Schlamm  Luftwurzeln  in  die  Höhe  sendet.  Die
Blätter  sind  meistens  lanzettförmig  und  unterseits
schwach  weißfilzig.  Bei  der  Abart  tomentosa  ist
die  Unterseite  der  Blätter  stärker  behaart  und
vielleicht  brännlich  weiß.  Die  Blüten  sind  kurz
zugespitzt,  die  Kelchlappen  sind  eine  Linie  lang
und  der  Griffel  ist  sehr  kurz.  Die  Rinde  von
Avicenuia  wird  in  Rio  de  Janeiro  als  Gerbmaterial
  benutt.  Das  Holz  ist  grau  mit  dunklerem
  Kernholz;  es  ist  hart  und  schwer  und
besteht  aus  zahlreichen  engen,  scharf  abgesetzten
Jahrringen.

Wenn  auch  Avicenuia  officinalis  an  der  Küste
gefunden  ist,  so  kann  doch  kaum  ein  Zweifel
darüber  bestehen,  daß  die  weiße  Mangrovenrinde
von  der  Westküste  Afrikas  von  Laguncularia
racemosa  Gr.  stammt.

Nach  Niederschrift  des  obigen  erhielten  wir
den  Bericht  der  „Deutschen  Versuchsanstalt  für
Lederindustrie“  für  1907.  Dr.  Paessler  stellt
hierin  als  Resultat  aus  einer  Anzahl  von  Analysen
  fest,  daß  der  durchschnittliche  Gerbstoffgehalt
der  Mangrovenrinde  39  vH.  beträgt.  Augenscheinlich
  ist  die  benutzte  Spezies  nicht  bestimmt.
Der  Autor  ist  der  Ansicht,  daß  Mangrovengerbstoff
großen  Handelswert  besitzt.  Er  glaubt,  daß  die
häufig  ausgesprochene  geringe  Bewertung  nicht
in  den  inneren  Eigenschaften  des  Materials,
sondern  in  der  Verwendungsweise  begründet  ist.
        <pb n="1007" />
        W  896  20

Dr.  Paessler  vermutet,  daß  Mangrovenrinde  als
Material  zur  Herstellung  von  Gerbstoffextrakt  eine
große  Zukunft  hat.

Agu-Dflanzungsgesellschaft.

Die  am  8.  März  1907  gegründete  Agu-Pflanzungsgesellschaft
  versendet  ihren  ersten  Geschäftsbericht
  für  die  Zeit  vom  8.  März  bis
30.  Juni  1907.

Es  wird  darin  zunächst  über  die  Gründung
und  die  Verhandlungen  mit  der  Regierung  über
Verleihung  der  Rechtsfähigkeit  berichtet.  Sodann
wird  ein  kurzer  Uberblick  über  die  Entwicklung
der  Agu-Pflanzung  unter  ihren  Vorbesitzern  gegeben;
  danach  hat  man  in  den  Jahren  1900
bis  1902  sich  hauptsächlich  der  Baumwollkultur
und  erst  seit  1903  dem  Kakao  und  der  Kickxia
gewidmet,  wozu  1906  noch  Manihot  Glaziovii
kam.

In  der  Berichtszeit  war  die  Witterung  günstig.
Neu  gepflanzt  wurden  33  ha  =  20  000  Bäumchen
  Kakao,  12½  ha  =  12  600  Bäunchen
Kickria,  25  ha  =  25  000  Bäumchen  Manihot.

Die  Erwerbung  der  Pflanzung  einschließlich
1000  ha  Landes  war  am  9.  März  zum  Preise
von  240  000  Mk.  erfolgt.  Dieser  Betrag  wurde
buchmäßig  wie  folgt  verteilt:  Landbesitz  20  000
Mk.,  Pflanzungsanlage  180  475  Mk.,  Gebäude
30  494  Mk.,  Inventar  5480  Mk.,  Materialien
1689  Mk.,  Vieh  100  Mk.,  Saatgut  240  Mk.,
Produkte  1522  Mk.

In  dem  Pflanzungsbetriebskonto  (Gewinn=
  und  Verlustrechnung)  erscheinen  folgende
Ausgaben:  Gehälter  in  Afrika  4713,  Löhne  in
Afrika  11  438,  Unkosten  in  Afrika  902  Mk.,
Saatgut  265  Mk.,  Vorstandsgehalt  1222  Mk.,
Bureaukosten  764  Mk.,  heimische  Unkosten  830  Mk.,
Abschreibungen  auf  Gebäude  und  Inventar
1469  Mk.  Als  Einnahmen  erscheinen:  Mehrerlös
  an  Produkten  355  Mk.,  Zinsen  und  Provisionen
  173  Mk.  Der  Saldo  in  Höhe  von
21  076  Mk.  ist  dem  Pflanzungsanlagekonto  der
Bilanz  zugeführt.

In  der  Bilanz  sind  ausgeführt  als  Aktiva:
noch  nicht  eingeforderte  Einzahlungen  447  675  Mk.,
Grundstücke  20  000  Mk.,  Pflanzungsanlage  (einschließlich
  obigen  Übertrages)  201  551  Mk.,  Gebäude
  30  436,  Inventar  5155  Mk.,  Materialien
1285  Mk.,  Vieh  100  Mk.,  Kasse  2769  Mk.,
Bankguthaben  15  228  Mk.,  Debitoren  2174  Mk.
Dem  stehen  als  Passiva  gegenüber:  Kapital
600  000  Mk.,  Restkaufpreis  125  000  Mk.,  Kreditoren
  1373  Mk.

 

Deutsche  Togo-Gesellschaft.

Ihrem  fünften  Geschäftsberichte  für  die
Zeit  vom  1.  Mai  1906  bis  30.  April  1907
schickt  die  Deutsche  Togo-Gesellschaft  zunächst  einen
Überblick  über  die  Lage  der  Kolonie  voraus.
Insbesondere  wird  die  Handelsstatistik  des  Jahres
1906  eingehend  besprochen:  Danach  ist  die  Ausfuhr
  um  etwa  10  v.  H.  gegen  das  Vorjahr  gestiegen,
  und  zwar  hauptsächlich  bei  Kautschuk  und
Baumwolle,  etwas  auch  bei  Palmöl  und  Palmkernen,
  während  die  Maisausfuhr  zurückgegangen
ist.  Als  bedenklich  wird  der  noch  immer  anhaltende
  Abfluß  von  Bargeld  bezeichnet.  In  der
Einfuhr  hat  ziffermäßig  eine  Verringerung  stattgefunden,
  die  aber  hauptsächlich  auf  den  Wegfall
der  im  Jahre  1905  recht  beträchtlichen  einmaligen
  Anschaffungen  für  den  Eisenbahnbau  zurückzuführen
  ist.  Bei  den  eigentlichen  Handelsartikeln
  weisen  Baumwollgarne  und  -gewebe,
Salz  und  Spirituosen  Steigerungen  auf.

Im  laufenden  Jahre  läßt  sich  eine  erhebliche
Steigerung  der  Ansfuhr  feststellen,  eine  Folge
einerseits  der  günstigen  Witterungsverhältnisse,
andererseits  der  im  Januar  eröffneten  Eisenbahn
  Lome—Palime.

In  den  Ausführungen  über  den  Faktoreibetrieb
  wird  über  den  schleppenden  Geschäftsgang
  in  dem  Hauptteile  der  Berichtszeit  geklagt,
doch  sicherte  sich  die  Gesellschaft  einen  ansehnlichen
  Teil  des  Produktengeschäfts,  in  Baumwolle
entfällt  sogar  mehr  als  die  Hälfte  der  Gesamtausfuhr
  auf  sie.  ·

Zur  Erleichterung  der  Transporte  wurde  ein
Dampflastwagen  beschafft,  der  aber  erst  mit
Ende  der  Berichtszeit  drüben  eintraf.

Die  Gesellschaft  erwarb  zu  ihren  drei  Ginanlagen
  in  Palime,  Atakpame  und  Sokodé  als
vierte  die  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees
in  Ho.  Der  Aufsschwung  der  Baumwollkultur
beträgt  60  v.  H.,  davon  an  der  Küste  0,  im
Misahöhebezirk  24,  im  Atakpamebezirk  150,  im
Sokodébezirk  300  v.  H.  Ein  wirklich  rascher  Aufschwung
  wird  aber  doch  erst  von  der  Erschließung
  des  Atakpame=  und  Sokodsébezirkes
  durch  eine  Eisenbahn  erwartet.

Für  den  Pflanzungsbetrieb  war  das  Berichtsjahr
  recht  günstig.  Die  Ernte  an  Kakao
stieg  auf  855  kg;  Anzapfungsversuche  von  Manihot
  Glaziovü  brachten  recht  gute  Ergebnisse;  die
Kolabäume  gaben  die  Erstlingsernte  von  2500
Früchten;  die  4½  ha  Baumwolle  brachten
259  kg,  also  etwas  über  einen  Ballen  pro  Hektar.

Die  Agupflanzung  wurde  am  9.  März  1907
an  die  neu  gegründete  „Agu-Pflanzungsgesellschaft“
  für  240  000  Mk.  verkauft.
        <pb n="1008" />
        W  897  20

Gleichzeitig  wurde  die  Anlage  einer  neuen
Versuchspflanzung  beschlossen.

Die  Hauptbilanz,  welche  durch  Einzelbilanzen
  des  Faktoreibetriebes  und  der  Agupflanzung
  näher  erläutert  ist,  weist  folgende

Aktiva  auf:  Landbesitz  189  535  Mk,  Faktoreigrundstücke
  9721  Mk.,  Faktoreigebäude  91  376  Mk.,
Ginanlagen  75  885  Mk.,  Faktoreikonto  510  939  Mk.,
Berliner  Inventar  3565  Mk.,  Beteiligung  an  der
Agupflanzungsgesellschaft  159  800  Mk.,  Restkaufpreis
  für  die  Agupflanzung  125  000  Mk.,  Beteiligung
  an  dem  Vorzugskapital  der  Pflanzungsgesellschaft
  Kpeme  in  Togo  20  000  Mk.,  Effekten
315  Mk.,  Kasse  175  Mk.,  Debitoren  53  728  Mk.
Als  Passivasindaufgeführt:  Kapital  1  000  000  Mk.,
Reservefonds  1  903  Mk.,  Reservefonds  II  8000  Mk.,
Resteinzahlung  Agupflanzungsgesellschaft  119  850
Mk.,  desgl.  Kpeme  5000  Mk.,  nicht  erhobene  Dividenden
  723  Mk.,  Kreditoren  80  809  Mk.  Der

 

verbleibende  Reingewinn  von  24752  Mk.  findet  seine
Erläuterung  im  Gewinn=  und  Verlustkonto.
Dieses  weist  im  Debet  auf:  Expedition  837  Mk.,
Abschreibungen  10  183  Mk.,  Vorstandstantieme
1270  Mk.,  im  Kredit:  Gewinnvortrag  631  Mk.,
Zinsen  und  Provisionen  9492  Mk.,  Vermietungskonto
  (buchmäßige  Abgabe  des  Faktoreibetriebes
an  die  Zentrale)  20  955  Mk.,  Reingewinn  des
Faktoreibetriebes  5964  Mk.

Die  Kosten  der  Berliner  Verwaltung  in  Höhe
von  13  301  Mk.  sind  dem  Faktoreibetrieb  und
der  Agupflanzung  belastet.

Der  Reingewinn  von  24  752  Mk.  soll  verteilt
werden  wie  folgt:  Reservefonds  I  2412  Mk.,
2  v.  H.  Dividende  auf  das  alte  Kapital  von
750  000  Mk.  =  15  000  Mk.,  1  v.  H.  auf  das
neue  Kapital  =  2500  Mk.,  Vortrag  auf  neue
Rechnung  4840  Mk.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Stand  der  Baumwollpflanzungen  gvptens  Iim
Juli  1907.

Die  Baumwollpflanzungen  Agyptens  wurden
im  Juli  1907  durch  ein  ausnahmsweise  vorteilhaftes
  Wetter  begünstigt;  es  herrschte  eine  anhaltende
  Wärme,  die  der  Entwicklung  der  Pflanzen
in  weitem  Maße  zustatten  kam.  Aus  einigen
Gebieten  Unter-Agyptens  meldete  man  noch
ein  Zurückbleiben  der  Pflanzungen,  aber  im  allgemeinen
  ist  die  Baumwolle  dort  fast  überall
ebenso  weit  fortgeschritten  wie  sie  zur  gleichen
Zeit  des  Vorjahres  war.  Die  Pflanzen  haben
ein  gesundes  und  frisches  Aussehen,  tragen  auch
anscheinend  im  allgemeinen  mehr  Blüten  und
Kapseln  als  im  Vorjahre.  Würmer  sind  überall
in  geringer  Menge  beobachtet  worden;  dank  den
von  der  Regierung  vorgeschriebenen  Reinigungsmaßregeln,
  die  mit  Erfolg  in  Anwendung  gebracht
  wurden,  blieb  der  verursachte  Schaden  unbeträchtlich.
  —  Wasser  war,  abgesehen  von  einigen
  abgelegenen  Gebieten,  in  einer  Menge  vorhanden,
  die  für  die  Bewässerungszwecke  ausreichte.


In  Ober-Agypten  und  Fayum  lauteten  die
Urteile  über  den  Stand  der  Baumwolle  sehr  zufriedenstellend.
  Die  Entwicklung  der  in  ausgezeichneter
  Verfassung  befindlichen  Pflanzen  war
selbst  der  vorjährigen  überlegen,  Blüten  und
Kapseln  waren  im  Überfluß  vorhanden,  Würmer
wurden  gar  nicht  bemerkt.  Das  Wasser  war  nicht
übermäßig  reichlich,  genügt  aber  noch  dem
Bedarf.  (Alexandria  General  Produce  Associntion.)

 

Kusdehnung  des  Baumwollanbaus  der  Vereinigten
Staaten  von  Kmerika  nach  Westen.

Die  nachfolgenden  Angaben  sind  den  Einzeldarstellungen
  der  Zensusabteilung  des  Bundesamts
  für  Handel  und  Arbeit  über  die  Baumwollproduktion
  und  über  Angebot  und  Verbrauch
von  Baumwolle  in  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  entnommen.  Die  jüngste  dieser  Einzeldarstellungen
  ist  vom  7.  Mai.

Diese  Darstellungen  ergeben,  daß,  während
im  Jahre  1899,  auf  das  sich  die  Erhebungen
des  (XII.)  Zensus  von  1900  bezogen,  sich  unter
den  246  Grafsschaften  des  Staates  Texas  78  befanden,
  in  denen  Baumwolle  nicht  gebaut  wurde,
die  Zahl  der  Grasschaften  ohne  Baumwollanbau
im  Jahre  1906  auf  47  herabgegangen  war.  Die
Grasschaften,  in  denen  bisher  Baumwolle  noch
nicht  gebaut  worden  ist,  liegen,  abgesehen  von
dreien,  die  den  Küstenstrich  von  Galveston  bis
zur  Grenze  von  Louisiana  bilden,  westlich  von
dem  100.  Grade  westlicher  Länge  von  Greenwich.
In  dem  Teile  von  Texas,  der  westlich  dieser
Linie  liegt,  belief  sich  der  Ertrag  der  Baumwollernte
  im  Jahre  1899  auf  7831  Ballen  (statistische
  Ballen  von  500  Pfund  Rohgewicht).  Im
Jahre  1907  betrug  er  136  655  Ballen.  Man
hatte  anfangs  geglaubt,  ein  großer  Teil  dieses
Gebietes  eigne  sich  wegen  ungenügender  Niederschläge
  nicht  zum  Baumwollanbau.  Tatsächlich
hat  sich  mit  dem  Anwachsen  der  landwirtschaftlich
benutzten  Bodenfläche  der  Regenfall  vermehrt.

In  ähnlicher  Weise  hat  in  Oklahoma  das

3
        <pb n="1009" />
        B898  0

Gebiet  des  Baumwollbaus  eine  Ausdehnung  nach
Westen  hin  erfahren.  Von  den  27  Grafschaften
(einschließlich  einer  Indianerreservation)  des  Territoriums
  waren  im  Jahre  1899  noch  13  ohne
Baumwollanbau.  Ihre  Zahl  ist  seitdem  bis  auf
2  im  Jahre  1906  herabgegangen,  die  11  übrigen,
  in  die  der  Baumwollbau  inzwischen  eingeführt
  worden  ist,  lieferten  im  Jahre  1906  bereits
  insgesamt  über  100  000  Ballen.  Hierzu
hat  die  Grafschaft  Beaver,  der  schmale  Streifen
im  Norden  des  nördlichsten  Teiles  von  Texas,
des  sogenannten  Pfannenstiels  (Panhandle),  nahezu
  1500  Ballen  beigetragen.

Eine  anschauliche  Vorstellung  von  dem  Vordringen
  des  Baumwollanbaus  nach  Westen  hin
erhält  man,  wenn  man,  die  obigen  Angaben  vor
sich,  die  Karte  betrachtet,  die  dem  im  Jahre  1887
erschienenen  Seringschen  Werke  „Die  landwirtschaftliche
  Konkurrenz  Nordamerikas“  beigefügt
ist.  Dort  reicht  das  Gebiet  der  Baumwollkultur
mit  den  am  weitesten  westlich  vorgeschobenen
Teilen  in  der  Gegend  von  San  Antonio  nur  bis
auf  etwa  50  englische  Meilen  an  den  100.  Längengrad
  heran,  und  dieser  Längengrad  selbst  bezeichnet
  die  westliche  Grenze  des  Ackerbaugebietes.
Jetzt  ist  die  Grenze  des  Baumwollgebiets  bis
gegen  die  östliche  Grenze  von  New  Mexiko  vorgerückt;
  südlich  von  New  Mexiko  reicht  sie  schon
weiter  nach  Westen  hin,  bis  über  den  Pecosfluß.
Die  weiten  Strecken  des  westlichen  Texas,  die  bis
vor  kurzem  nur  für  den  Viehzuchtbetrieb  im
großen  als  geeignet  galten,  werden  mehr  und
mehr  dem  Ackerbau  erschlossen.

Für  das  Gesamtgebiet  des  Staates  Texas  hat
sich  der  Ertrag  der  Baumwollernte  von  2  640  107
Ballen  im  Jahre  1899  auf  4  174  206  Ballen
im  Jahre  1906  gehoben.  Es  ist  dies  die  größte
Ernte,  die  bisher  dort  gemacht  worden  ist.  Sie
stellt  gegenüber  der  Ernte  des  erstgedachten
Jahres  eine  Zunahme  von  ungefähr  60  v.  H.
dar.  Diese  Zunahme  ist  erzielt  worden  trotz  der
Verwüstungen  durch  den  Baumwollschädling  (Boll
weevil).  Er  trat  am  empfindlichsten  im  Jahre
1902  auf  und  hatte  hauptsächlich  den  breiten
Landstrich  befallen,  der  sich  von  San  Antonio
und  Port  Lavaca  im  Süden  bis  in  die  Gegend
von  Vaco  und  Livingston  im  Norden  hin  erstreckt,
30  Grafschaften  umfassend.  Die  Baumwollerzeu--gung
  in  diesen  Grafschaften  war  im  Jahre  1902
gegenüber  dem  Jahre  1899  um  425  000  Ballen
zurückgegangen,  ist  inzwischen  aber  wieder  auf
die  Höhe  gebracht  worden,  die  sie  bis  zu  dem
letztgedachten  Jahre  erreicht  hatte.  Es  ist  damit
bewiesen,  daß,  wenn  auch  ein  Mittel  zur  Vertilgung
  des  Schädlings  nicht  gefunden  worden  ist,
der  Pflanzer  bei  Anwendung  verbesserter  Anbaumethoden
  sich  vor  ihm  schützen  kann.  Der  Zwang

 

zu  intensiver  Kultur,  der  durch  die  Gefahr  des
Baumwollschädlings  gegeben  war,  hat  sich  als
ein  wichtiger  Faktor  in  der  Entwicklung  des
Baumwollbaues  erwiesen.  Das  Verbreitungsgebiet
  des  Schädlings  umfaßte  im  Herbst  1906
nahezu  ganz  Texas  bis  zum  100.  Längengrad,
griff  in  das  Indianerterritorium  und  nach  Arkansas
  hinüber  und  näherte  sich  in  Louisiana  bis
auf  wenige  Meilen  dem  Mississippi.  Der  südliche
Pflanzer  wird  sich  mit  ihm  abzufinden  haben.

In  dem  Indianerterritorium  und  in  Oklahoma,
  wo  die  Verhältnisse  ähnlich  wie  im  nordöstlichen
  Texas  liegen,  hat  der  Baumwollanbau
eine  noch  raschere  Steigerung  erfahren.  Dort
steht  dem  Pflanzjahre  1899  mit  einer  Ernte  von
zusammen  325  000  Ballen  das  Jahr  1906  mit
nahezu  900  000  Ballen  gegenüber.  Eine  Zunahme
  von  177  v.  H.

In  welchem  Maße  die  Steigerung  der  Baumwollproduktion
  in  Texas  und  den  beiden  Nachbarterritorien
  neben  günstigen  Witterungsverhältnissen
  und  verbesserten  Anbaumethoden  auf  das
Anwachsen  der  Anbaufläche  zurückzuführen  ist,
kann  nicht  angegeben  werden,  da  es  an  fortlaufenden
  Feststellungen  über  die  Anbaufläche
fehlt.  Die  letzte  Aufnahme  der  Anbaufläche  hat
bei  den  Erhebungen  des  XII.  Zensus  stattgefunden.
  Damals  wurde  die  Anbaufläche  für  Baumwolle,
  wie  folgt,  festgestellt:

Texras  6  960  367  Aeres,

Indianerterritorium  442  066

Oklahoma  .  240678-zusammen
  7  643  110  Acres,

d.  h.  etwa  31,5  v.  H.  der  Anbaufläche  der  Union,
von  24  275  101  Aeres.  Die  statistische  Abteilung
im  Bundesamte  für  Ackerbau  bemüht  sich,  die
Anbauflächen  der  verschiedenen  Bodenerzeugnisse,
u.  a.  der  Baumwolle,  jährlich  durch  Schätzungen
zu  erfassen.  Wenn  die  dabei  angewandte  Methode
  auch  viele  Tadler  findet,  so  läßt  sich  doch
an  den  veröffentlichten  Ergebnissen  nicht  vorübergehen,
  weil  sie  einen  gewissen  Einfluß  auf  den
Markt  ausüben.  Nach  der  am  4.  Juni  ausgegebenen
  revidierten  Schätzung  des  Ackerbauamts
stellte  sich  die  Anbaufläche  für  Baumwolle  im
Pflanzjahre  1906,  wie  folgt:

Texrrs  9  076  000  Acres,

Indianerterritoriim  -

914  000
Oklahoma  1  102000
zusammen  11  092  000  Acres,

d.  h.  etwa  34,6  v.  H.  der  auf  32  049  000  Acres
geschätzten  Gesamtfläche.  Nach  dieser  Schätzung
hätte  die  Zunahme  der  Anbaufläche  in  den  drei
Staatsgebieten  von  1899  bis  1906  ungefähr
45  v.  H.  betragen.
        <pb n="1010" />
        W  899  20

Die  ebenfalls  am  4.  Juni  bekanntgegebene
Schätzung  der  Anbaufläche  des  Pflanzjahres  1907
lautete  auf:

Terres  9  439  000  Aeres,

Indianerterritoriuim.  942  000

Oklahoma  1  322  000
zusammen  11  703  000  Acres.

d.  h.  etwa  36,5  v.  H.  der  auf  32  060  000  Acres
geschätzten  Gesamtfläche.  MWährend  also  das
Ackerbauamt  für  das  Pflanzjahr  1907  eine  Zunahme
  der  Gesamtanbaufläche  für  Baumwolle
gegenüber  dem  Vorjahre  nicht  annimmt,  schätzt
sie  die  Zunahme  in  den  drei  besprochenen  Staatsgebieten
  auf  ungefähr  5  v.  H

Nach  den  Feststellungen  des  XII.  Zensus  über
Anbaufläche  und  Ernteertrag  der  Baumwolle  vom
Jahre  1899  stellte  sich  der  Ertrag  für  den  Acre
in  Texas  auf  durchschnittlich  0,36  Ballen  und
für  die  drei  hier  besprochenen  Staatsgebiete  auf
durchschnittlich  0,35  Ballen  gegenüber  einem
Durchschnitt  von  0,385  Ballen  für  das  Gesamtgebiet
  der  Baumwollkultur.  Eine  gleiche  Durchschnittsberechnung
  läßt  sich  für  das  Jahr  1906
an  der  Hand  der  Schätzungen  der  Anbauflächen
durch  das  Ackerbauamt  und  der  Feststellungen
des  Ernteertrages  durch  das  Handelsamt  nicht
wohl  vornehmen,  da  die  Grundlagen  für  jene
Schätzungen  und  diese  Feststellungen  gänzlich  verschieden
  sind.  Da  indessen  angeblich  das  Ackerbauamt
  bei  der  Revision  seiner  Schätzung  der
vorjährigen  Anbaufläche  auf  die  Feststellung  des
Ernteertrages  durch  das  Handelsamt  Rüctsicht  genommen
  hat,  so  läßt  eine  Durchschnittsberechnung
aus  den  vorliegenden,  ihrer  Entstehungsart  nach
verschiedenen  Elementen  wenigstens  einen  Schluß
darauf  zu,  mit  welchem  Durchschnittsertrage  das
Ackerbauamt  die  hier  besprochenen  drei  Staatsgebiete
  für  das  Jahr  1906  in  Ansatz  gebracht
hat.  Die  Berechnung  ergibt  für  sie  einen  Durchschnittsertrag
  von  0,46  Ballen  gegenüber  einem
Durchschnittsertrag  für  das  Gesamtgebiet  von
0,41  Ballen.  Dieses  Ergebnis  spricht  für  hohe
Ertragsfähigkeit  der  neu  in  Kultur  genommenen
Gebiete.

Was  die  Möglichkeiten  für  die  Zukunft  betrifft,
  so  kommt  das  Handelsamt  bei  Betrachtung
der  Ergebnisse  seiner  Feststellungen  zu  folgendem
bemerkenswerten  Schluß:  Die  Gesamtfläche  des
Gebietes  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika,
innerhalb  dessen  gegenwärtig  Baumwolle  gebaut
wird,  ist  auf  700  000  engl.  Quadratmeilen  —
448  Millionen  Acres  zu  schätzen.  Setzt  man  die
vorjährige  Anbaufläche  von  Baumwolle  mit  der
vorläufigen,  später  berichtigten  Schätzung  des
Ackerbauamts  auf  annähernd  29  Millionen  Acres
an,  so  findet  sich,  daß  in  jenem  Gebiete  auf  je

 

15  Acres  nur  1  mit  Baumwolle  bestellter  fiel.
An  sich  bestehe  die  Möglichkeit,  dieses  Verhältnis
auf  5  zu  15  zu  erhöhen,  vorausgesetzt,  daß  die
Arbeitskräfte  zur  Bestellung  und  Einbringung  der
Ernte  vorhanden  seien.  In  diesem  Fall  wäre
auch  die  Möglichkeit  gegeben,  statt  13  Millionen
Ballen  65  Millionen  hervorzubringen.  Die
Preise  für  Rohbaumwolle  (upland  middling)  sind
seit  dem  Juni  1905  nicht  unter  9  Cents  das
Pfund  heruntergegangen  und  haben  sich  während
dieser  Zeit  fast  durchweg  über  10  Cents  gehalten.
Die  Produktionskosten  wurden  bisher  allgemein
auf  6  bis  6½  Cents  veranschlagt  und  mögen  jetzt,
wo  die  großen  Ernten  die  Nachfrage  nach  Arbeitskräften
  erhöht  haben,  noch  etwas  darüber
hinausgehen.  Immerhin  ist  das  Verhältnis  der
Gestehungskosten  zu  dem  Preise,  zu  dem  der
Pflanzer  seine  Ernte  leicht  absetzen  kann,  solcher
Art,  daß  es  nicht  zu  verwundern  wäre,  wenn  die
Anbaufläche  auch  in  den  nächsten  Jahren  fortgesetzt
  und  erheblich  zunehmen  würde.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  New  Orleans.)

Gewinnung  von  Nebenerzeugulssen  der  Baumwolle
in  Texas.

Die  Baumwollsamenernte  für  die  Saison  1905/06
betrug  in  Texas  1  218  784  engl.  Tonnen,  davon
wurden  698  604  engl.  Tonnen  im  Werte  von
8  907  201  Dollars  von  157  Olmühlen  verarbeitet.
Die  daraus  gewonnenen  Erzeugnisse  waren:
26  057  929  Gallonen  (1  Gallone  =  3,7854  Liter)
Baumwollsamenöl,  275  250  Tonnen  (1  Tonne  —=1000
  kg)  Baumwollsamenmehl  und  -kuchen  und
272  456  Tonnen  Baumwollsamenhülsen.

Wenn  man  im  Durchschnitt  eine  Menge  von
2  Bushels  Samen  als  zum  Bepflanzen  eines
Ackers  erforderlich  anrechnet,  würden  24000  Tonnen
zum  Bepflanzen  der  8  Millionen  Acker  in  Texas
erforderlich  sein  und  von  der  gesamten  Samenernte
  496180  Tonnen  für  die  Farmer  als  Düngemittel
  usw.  noch  übrig  bleiben.

Die  Baumwollsamen-Olmühlen  in  Texas  sind
zweierlei  Art,  nämlich  solche,  die  eine  große
Leistungsfähigkeit  besitzen  und  an  Eisenbahn-Knotenpunkten
  gelegen  sind,  und  kleinere  Mühlen,
die  in  Städten  mit  geringem  Eisenbahnverkehr
errichtet  und  für  die  Samenzufuhr  auf  die  nächste
Umgebung  angewiesen  sind.  Beide  Klassen  von
Mühlen  haben  ihre  Vorteile.  Die  großen  Mühlen
haben  mehr  Bezugsquellen  für  den  Samen  zur
Deckung  ihres  Bedarfs  zur  Verfügung  und  besitzen
die  Möglichkeit,  zu  diesem  Behufe  auch  auf  entfernter
  gelegene  Plätze  leicht  zurückgreifen  zu
können.  Die  mit  ihrem  Betriebe  und  dem  Absatz
ihrer  Fabrikate  verbundenen  Unkosten  sind  ver-
        <pb n="1011" />
        W  900  2O

hältnismäßig  geringer  als  die  der  kleinen  Mühlen
und  ermöglichen  es  ihnen,  dafür  wirkliche  Fachleute
  anzustellen,  die  Fabrikation  auszudehnen,
ihre  Ole  zu  raffinieren  und  andere,  verwandte
Industrien  damit  zu  vereinigen.

Die  kleinen  Mühlen  dagegen  haben  den  Vorteil
für  sich,  daß  die  Farmer  ihrer  Umgebung  meistens
finanziell  daran  beteiligt  sind,  den  Samen  zu
entsprechend  billigen  Preisen  liefern  und  selbst
immer  für  das  Baumwollsamenmehl  und  die
Hülsen  willige  Abnehmer  sind.  Auf  diese  Weise
werden  die  Frachtspesen  nach  zwei  Seiten,  erstens
für  die  Zufuhr  des  Samens  und  zweitens  für  das
Fortschaffen  der  Erzeugnisse  gespart  und  es  bleiben
nur  das  Ol  und  die  Abfälle,  welche  indessen  bloß
etwa  17  v.  H.  des  Gewichtes  der  aus  einer  Tonne
Samen  gewonnenen  Erzeugnisse  ausmachen,  zum
Versand  auf  den  Markt  übrig.

Die  größte  Schwierigkeit  in  der  Fabrikation
der  Baumwollsamenprodukte  liegt  in  der  Einlagerung
  und  Bewahrung  des  Samens.  Das
Gefäsel  am  Samen  ist,  sozusagen,  wasserdicht  und
beim  Trausport  vom  Feld  zur  Mühle  wird  es
wenig,  der  Samen  selbst  dagegen  sehr  leicht  beschädigt.
  Regenwetter  verursacht  eine  bedentende
Entwertung  des  Samens  und  macht  sich  am
meisten  in  der  Qualität  des  aus  beschädigten
Samen  hergestellten  Oles  geltend.

Von  den  Nebenerzeugnissen  der  Baumwolle
wurden  im  Berichtsjahre  ausgeführt:

Aus  den  Vereinigten  Staaten:
Baumwollsamenmehl  und  -kuchen  619  219  engl.

Tonnen  im  Werte  von  13  .597  1
Baumwollsamenöl  53  368  839  Gallonen  im  Werte

von  15  571  852  8;

davon  aus  Texas:
Baumwollsamenmehl  und  -kuchen  244  828  engl.

Tonnen  im  Werte  von  6  713  406  8s,
Baumwollsamenöl  3  526  282  Gallonen  im  Werte

von  1240  728  S.

Die  Nachfrage  nach  Baumwollsamenmehl  und
luchen  beruht  auf  ihrer  Verwendbarkeit  als
Futter=  und  Düngemittel.  Wenn  Baumwollsamenmehl
  auch  nicht  direkt  als  Düngemittel  angewandt
wird,  so  wird  es  doch  vielfach  bei  der  Herstellung
künstlicher  Düngemittel  mitverwendet.  Zufolge
des  Umstandes,  daß  die  Hülsen  des  Baumwollsamens
  mit  dem  Samenmehl  vermischt  in  neuerer
Zeit  sowohl  als  Futter=  wie  auch  Düngemittel
vielfach  Verwendung  finden,  werden  die  Olkuchen
immer  mehr  in  Mehl  zermahlen.  Dänemark,
Deutschland  und  England  haben  zusammen  für
etwa  12  Millionen  Dollars  Baumwollsamenmehl
und  -kuchen  eingeführt.

Die  stetige  Zunahme  der  Ausfuhr  von  Baumwollsamenöl
  ist  auf  die  bedeutende  Vervollkomm- 



nung  der  Raffinerie  zurückzuführen.  Wie  bereits
oben  erwähnt,  leidet  der  Samen  auf  seiner  lberführung
  vom  Feld  zur  Mühle  häufig  durch  die
Witterungsverhältnisse  und  das  daraus  gewonnene
Ol  bedarf  erst  weiterer  Raffinierung,  um  es  marktfähig
  für  den  Handel  zu  machen.  Der  Verlust,
welcher  dadurch  entsteht,  daß  das  Ol  durch  Raffinieren
  zum  Gebrauch  als  Nahrungsmittel  geeignet
gemacht  wird,  beträgt,  je  nach  der  Qualität  des
Samens,  15  bis  65  v.  H.  Eine  der  neueren
Erfindungen  für  die  Verwendung  des  Baumwollsamenöls
  ist  seine  Vermischung  mit  Olstearin  und
Schweineschmalz.  So  blühend  ist  diese  Industrie
in  Amerika  geworden,  daß  sich  der  Wert  des  Ols
je  nach  dem  Vorrat  an  Schweineschmalz  ändert.
In  diesem  Jahre  ist  der  einheimische  Verbrauch
von  Baumwollsamenöl,  zufolge  der  außergewöhnlich
kräftigen  statistischen  Lage  des  Marktes  für  Schmalz,
größer  als  in  den  vorhergehenden  Jahren  gewesen.

Ein  weiteres  Fabrikat  aus  raffiniertem  Baumwollsamenöl
  ist  die  Mischung  mit  Olstearin.  Dieses
Fabrikat  geht  als  Nahrungsmittel  unter  dem
Namen  „Weißes  Cottolene“  in  den  Markt  und
findet  ein  wachsendes  Absatzgebiet  bei  den  Mohammedanern,
  deren  Religion  den  Genuß  von
Schweinefett  und  dergleichen  verbietet.

Die  Vermischung  des  Olivenöls  mit  Baumwollsamenöl
  hat  einen  großen  Umfang  angenommen.
Die  Sachverständigen  geben  zu,  daß  die  Verfälschung
  von  Olivenöl  bei  einem  Zusatz  bis  zu
einem  Drittel  Baumwollsamenöl  nicht  nachweisbar
ist  und  in  Amerika  wird  dem  Zweifel  Ausdruck
verliehen,  ob  reines  Olivenöl  überhaupt  hier
noch  eingeführt  wird.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Galveston.)

Ausfuhr  von  Quebracho  und  Quebrachoextrakt  aus.
Krgentinten  im  Oärz  und  Kpril  1907.

 

Quebracho  Quebrachoertrakt

Verschiffungsziel  Menge  in  t
Märg  April  März  April
England  —  —  684  362
Frankreich.  .  —  —  30  21
Belgien.  —  3730  678  266
Deutschland  —  7306  283  553
Italien.  —  2829  —  35
Spanien  —  —  —  5
Order  45998  2934  —  —-Nordamerika.2855511318423633

Chile..  —  —  14  —
Uruguay  141  19  —  15
Verschied.  Ltänder  530  4502  170  200
zusammen  49524  26433  3201  5090

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats  in
Buenos  Aires.)
        <pb n="1012" />
        G  901  2e□

Die  sftakaokultur  in  llhéos.

Es  gibt  in  Ilhéos  drei  Arten  von  Kakao  —
„gewöhnlichen“",  „Para“  und  „Maranhäo“.

In  Ilhéos  werden  alle  diese  Arten  in  großem
Maßstabe  angebaut,  indem  man  für  diese  oder
lene  Art  den  dazu  geeigneten  Boden  wählt.
Deer  zur  Kultur  von  Kakao  passende  Boden
ist  der  pflanzenreiche,  der  sich  aus  vermoderten
Pflanzen  und  organischen  Materien  gebildet  hat.
Sein  Aussehen  ist  fettartig  und  schlüpfrig.  Gewöhnlich
  ist  der  Boden  bewachsen,  unter  anderm
mit  riesenhaften  Bäumen,  wie:  jaquetiba,  péqui,
Päo  de  oleo  (Olholz),  virote,  imbirugu  und
anderen  weicheren  Hölzern,  die  leicht  mit  der  Axt
gefällt  werden  können.  Die  Flora  ist  reich  an
Schlinggewächsen,  wie  marioba,  wilden  Bananenbflanzen,
  avenas  und  auricanas.

Gewöhnlicher  Kakao.  Der  Kakao,  dessen
Kultur  zuerst  in  Ilhéos  eingeführt  wurde,  ist  ohne
Zweifel  derjenige,  der  dem  Pflanzer  den  größten
Vorteil  bietet.  Zu  dessen  Anpflanzung  wird
keinerlei  mechanische  Arbeit  auf  dem  dazu  bestimmten
  Boden  vorgenommen.  Nachdem  das
ausgerodete  Unkraut  verbrannt  worden  ist,  pflanzt
man  den  Kakao  (3  bis  4  Bohnen)  neben  einer
anderen,  schneller  wachsenden  Pflanze,  damit  er
durch  deren  Schatten  geschützt  wird,  bis  er  anfängt
  auszuästen.  Gewöhnlich  wird  als  Schutzpflanze
  für  den  wachsenden  Kakao  die  Maniokpflanze
  gewählt,  nicht  allein  wegen  ihres  schnelleren
Wachstums,  sondern  auch,  weil  ihre  Wurzel  als
das  Brot  Brasiliens  gilt.

Der  gewöhnliche  Kakaobaum  trägt  die  ersten
Früchte  im  dritten  oder  vierten  Jahre.  Sein
Stamm  wächst  senkrecht  und  erreicht  manchmal
seine  größte  Höhe  mit  7  m  bei  einem  Durchmesser
  von  0,2  bis  0,3  m.  Der  Stamm  neigt
sich  manchmal  dem  Boden  zu.  Dies  trägt  dazu
bei,  daß  der  Kakaobaum  mehr  Frucht  trägt;
vielleicht  aus  dem  Grunde,  weil  seine  Wurzeln
so  mehr  Luft  erhalten  und  leichter  den  Saft  des
Erdbodens  einziehen  können.  Die  zwischen  der
Blüte  und  der  Reife  der  Frucht  liegende  Zeit
beträgt  5  Monate,  und  es  ist  nichts  Seltenes,  in
einer  Frucht  40  bis  60  Bohnen  zu  finden.

Der  gewöhnliche  Kakaobaum  liefert  weniger
Früchte  als  irgend  eine  andere  Art.  Dagegen
sind  aber  seine  Bohnen  schwerer.  Die  Kultur
des  gewöhnlichen  Kakaobaumes  ist  diejenige,  die
dem  Pflanzer  die  meisten  Vorteile  bietet  wegen
der  Tatsache,  daß  der  Baum  beinahe  ein  Jahrhundert
  alt  wird;  man  kennt  Kakaobäume  dieser
Art,  die  über  70  Jahre  alt  sind  und  sich  noch
in  gutem  Zustande  befinden.

Kakav  von  „Para“.  Von  allen  Kakaoarten
  ist  die  schönste,  ob  man  den  Baum  oder
die  Frucht  betrachtet,  der  „Pard“-Kakao.

 

Der  „Pard“-Kakaobaum  wächst  sehr  schnell,
wird  nicht  höher  als  5  m  und  besitzt  eine  belaubtere
  Krone  als  der  gewöhnliche  Kakaobaum.
Er  ist  von  allen  Arten  derjenige,  der  die  meisten
Früchte  liefert,  deren  Bohnen  aber  weniger  Gewicht
  als  die  des  gewöhnlichen  Kakao  haben.
Die  Anpflanzung  geschieht  in  derselben  Weise,
wie  die  des  gewöhnlichen.

Der  „Pard“-Kakaobaum  trägt  mit  dem  zweiten
Jahre  Früchte,  und  viele  Bäume  blühen  schon  im
Alter  von  kaum  einem  Jahr.  Die  Frucht  unterscheidet
  sich  von  der  des  gewöhnlichen  Kakaobaumes
  durch  ihre  lebhafte  gelbe  bis  gelb-rötliche
Farbe.  Die  Schale  ist  glatt,  ohne  Flecken  und
Runzeln.

Von  der  Spezies  „Kakao  do  para“  gibt  es
zwei  Arten:  der  wirkliche  „Parà“  und  der
„Parà  maracuja“.

Beim  ersteren  ist  die  Frucht  größer.  Beim
zweiten  ist  sie  kleiner  und  hat  die  Form  einer
Maracujda  (eine  brasilianische  Frucht).  Trotzdem
liefert  die  Barietät  Maracufja  gerade  so  viel  Bohnen
wie  der  wirkliche.

Die  Kultur  des  Kakao  „Para“  hat  sich  in
Ilhéos  so  ausgedehnt,  daß  heute  niemand  eine
andere  Sorte  anzupflanzen  versucht.  Der  Grund
dafür  ist  der,  daß  er  mehr  Früchte  liefert.  Der
Zeitraum  zwischen  der  Blüte  und  der  Fruchtreife
beträgt  ebenfalls  5  Monate.

Es  gibt  in  Ilhéos  keine  bestimmte  und  gute
Methode  für  die  Behandlung  der  Kakaobohnen.
Es  gibt  Landwirte,  die  die  Bohnen  nicht  fermentieren,
  sondern  sie,  wie  sie  aus  der  Schale
entfernt  werden,  auf  der  Tenne  zum  Trocknen
bringen.  Andere  lassen  sie  2  bis  3  Tage  fermentieren.
  Manche  4  bis  5  Tage,  und  es  gibt
nur  sehr  wenige,  die  sie  die  nötigen  6  Tage  fermentieren
  lassen.  Solange  die  Regierung  diesen
Pflanzungen  nicht  unbedingt  notwendige  Vergünstigungen
  angedeihen  läßt,  wird  man  in
Ilhéos  in  der  ungleichmäßigen  Behandlung  seines
einzigen  Reichtums  fortfahren.  Ilhéos  benötigt
guter  Verbindungsmittel,  praktischer  landwirtschaftlicher
  Schulen,  die  von  geschickten  Fachmännern
  geleitet  werden,  damit  die  Landwirte
sich  an  diese  wenden  und  von  ihnen  zuverlässige
Instruktionen  über  die  Behandlung  der  Kakaobohnen
  erhalten  können.  Es  dürfte  nur  wenig
Personen  geben,  die  sich  die  Verbesserung  der
Kakaokultur  wirklich  angelegen  sein  lassen.  Sie
wird  nur  ausgebentet,  um  große  Gewinne  zu
erzielen.

Kakao  „Maranhso“.  Wenn  man  in  Ilhéos
  auch  allgemein  diese  Kakaospezies  als  eine
einfache  Abart  des  „Para“-Kakaos  betrachtet,  so
genügt  es  doch  nicht,  es  dabei  bewenden  zu  lassen.

Der  Kakao  „Maranhäo“  stammt  aus  dem
        <pb n="1013" />
        G  902  20

Staate  Maranhäo,  und  der  deutlich  sichtbare
Unterschied  seiner  Frucht  von  der  des  „Pard“
läßt  ihn  als  eine  von  den  anderen  ganz  verschiedene
  Art  erscheinen.

Die  Kultur  des  Kakao  „Maranhäo“  geschieht
in  derselben  Weise  wie  die  des  „Parà“.  Zwischen
den  beiden  Bäumen  ist  kein  Unterschied.  Er
wächst  genau  so  wie  der  „Parà“.  Der  Unterschied
  besteht  nur  in  der  Frucht.  Diese  ist  länglich,
  von  gelb-weißlicher  Farbe,  deren  Größe  zu
bewundern  ist.  Von  allen  Kakaosorten  ist  es
diejenige,  die  die  schönste  Frucht  trägt.  Immerhin
ist  deren  Schale  sehr  dick,  weshalb  sie  weniger
Bohnen  enthält.

In  Ilhéos  gibt  es  nicht  eine  einzige  Pflanzung,
sei  sie  auch  noch  klein,  wo  einzig  Kakao
„Maranhäo“  gewlangt  würde;  er  wird  immer
zusammen  mit  „Pard“  gepflanzt.  Er  trägt  auch
viele  Früchte,  aber  mit  wenigen  Bohnen.  Seine
Kultur  in  Ilhéos  nimmt  ab.

(Nach  einer  von  dem  Kais.  Konsulat  in  Bahia  mitgeteilten

  Aufzeichnung  eines  brasilianischen  Pflanzers.)

Die  türkische  Rosenölernte.

Der  sehr  strenge  Winter  und  das  außergewöhnlich
  rauhe  Frühjahr  mit  darauf  folgender
andauernder  Trockenheit  hat  die  Entwicklung  der
Rosenpflanzungen  außerordentlich  gehemmt.  Das
später  eintretende  kühlere  Wetter  mit  ausgiebigem
Regen,  das  auch  während  der  Destillationsperiode
noch  vorherrschte,  kam  leider  oft  zu  spät.  Die
Stöcke  konnten  keine  neuen  Knospen  mehr  ansetzen,
  es  wurden  vielmehr  lediglich  die  bereits
vorhandenen  Knospen  vor  dem  Vertrocknen  bewahrt.
  Auch  die  Destillation  erlitt  infolge  der
ungewöhnlichen  Witterungsverhältnisse  eine  Verzögerung
  und  konnte  erst  Ende  Juni  als  abgeschlossen
  gelten.

Die  Schätzungen  über  das  Gesamtergebnis
schwanken  zwischen  450  000  und  600  000  Metikal.
  Nimmt  man  die  erstere  Zahl  als  Grundlage
  an,  so  würden  nur  2100  kg  Rosenöl  geerntet
  worden  sein,  etwa  40  v.  H.  weniger  als
im  Vorjahre,  wo  die  Ernte  gegen  3600  kg  betrug.

Dementsprechend  ist  die  Nachfrage  sehr  groß.
In  Bulgarien  sind  die  wenigen  alten  Bestände
(selbst  zwei=  und  dreijährige  Ole)  zu  hohen  Preisen
aufgekauft  worden.  Der  Preis  für  feinstes  unverfälschtes
  bulgarisches  Rosenöl  beträgt  heute
750  Mk.  für  das  kg  und  ist  noch  im  stetigen
Steigen  begriffen.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Konstantinopel.)

 

Goldproduktion  Westaustraliens  im  ersten  viertelahr
  1907.

 

Ausgeführte  An  die  Münze  Gesamt-  Wert
1907:  Mengen  in  abgeliefert  produktion  in
Unzen  (fein)  Unzen  (tein)  Unzen  (fein!  Pfd.  Sterl.
Januagr.  135337  116901  162238  689  144
Februar.  .  .  .  34538  99654  134193  570016
März  3366#  96063  129726  5510d0
Vom  1.  Januar
bis  81.  Mirz  113538  312618  426  157  1810200
1906:
Januar.  .  .  ..  40909  113  456  154365  655701
hrnar  ..  ..  19456  92970  142426  6019389
März  .  .  .  ...  59378  96201  155575  660839

 

Vom  1.  Jannar

 

bis  31.  Mär  149738  302627  152366  1921529
1905:

Januar  .  .  67945  97507  165452  702797

Februaur.  57212  96820  151033  651290

Märgzg  52276  108641  160917  683534

Vom  1.  Jannar

bis  31.  Märg  177438  302968  480  402  2010621

Guppiemen",  to  Government  (iazette  of  Western
Australia.)

Handel  der  El#schl-Inseln  1906.
Ein=  und  Ausfuhr  der  Fidschi-Inseln  während
der  letzten  vier  Jahre  bewerteten  sich,  wie  folgt:

Einfuhr  Ausfuhr  Zusammen

Jahr  Wert  in
1903  489  095  534  707  1  043  802
1904  439995  589  990  1  029  985
1905  442  852  706  403  1  149  255
1906  609  496  603  410  1  212  906

Der  Wert  von  Waren,  welche  ein=  und  dann
wieder  ausgeführt  wurden,  ist  in  diesen  Zahlen
mit  einbegriffen  und  stellt  sh  1903  auf  13012  L,
1904  auf  3753  &amp;amp;,  1905  auf  4040  L  und  1906
auf  5052  .

Der  bedeutende  Mehrbetrag  der  Einfuhr  im
Jahre  1906  gegen  das  Jahr  1905  entfällt  hauptsächlich
  auf  folgende  Waren:  Mehl  und  Brotstoffe
(Biskuits),  Manufakturwaren,  Eisen  und  Eisenwaren,
  Vieh,  Maschinen,  Dünger,  präserviertes
Fleisch,  Reis  und  Holz.

Der  bedeutende  Rückgang  in  der  Ausfuhr,
verglichen  mit  dem  Vorjahr,  ist  der  zeitweiligen
Abnahme  der  Zuckerausfuhr  zuzuschreiben.

Die  hauptsächlichsten  Einfuhrartikel  bewerteten
sich  im  Jahre  1906  (und  1905),  wie  folgt:

Manufakturwaren  100  545  (75  767)  L,
Maschinen  .  53795(21032)-Mehl
  (Biskuits  ufw.)  39  062  (31  287)

Eisen  in  Barren,  Stangen,
Platten,  Rohren  u.  Schienen  17  813
Kohle  .  17  788

(6  183)
(23253)
        <pb n="1014" />
        W  903  20

Reis  14  754  (7549)  T,  ucker  Nopra  Frische  Früchte

-7  Fleisch  =  686  (9  589)  Jahr  Menge  Wert  Menge  Wert  Wert
114  078  (13  011)  Tons  #  Tons  #  “

r’-i  Cisenwaren  13  831  (9319)  1003.  46  438  100  318  8  526  91050  32  162

Dünger,  künstlichrer  12993  (4235)  "  "  ½#%„  r  #  0%
nn——iesssttnk“  —
Malchinen  für  Ackerbaur  10  505  .  220  1906.  38  523  317198  9771  113  6833  97  077
Tabak  5564  (5  313)=  Die  Ausfuhr  von  Zucker  zeigt  einen  starken
Lederwaren  5467  (4  480)  Rückgang  gegen  das  Vorjahr,  und  zwar  infolge
Papierwaren  5262  (4  580)  der  langanhaltenden  Dürre  im  Jahre  1905;  auch
Stiefel  und  Schuhe  5214  (5  070)  arbeitete  eine  der  großen  Zuckermühlen  in  Fidschi
f  h

Die  hauptsächlichsten  Ausfuhrprodukte  der  (die  Vancouver-Fiji-Sugar  Co.  Mühle)  während
Fidschi-Inseln  sind:  Zucker,  Kopra  und  frische  einer  beträchtlichen  Zeit  im  Jahre  nicht.
Früchte.  Menge  und  Wert  derselben  während  (Nach  einem  Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Levuka.)
der  letzten  vier  Jahre  stellten  sich,  wie  folgt:

 

Jolltarifänderungen  auf  den  Sidschi·  inseln.

Durch  eine  Verordnung  vom  7.  Juni  d.  Is.  (Nr.  8/1907)  ist  unter  Aufhebung  der  Zolltarifverordnung
  vom  Jahre  1898  und  der  Oil  Fuel  Ordinance  1900  ein  neuer  Zolltarif  für  die
Einfuhr  festgesetzt  worden,  der  zum  größten  Teil  dieselben  Zölle  wie  der  bisherige  Tarif  enthält.
Die  hauptsächlichsten  Anderungen  sind  folgende:

Zollsatz
bisher  Zentner  jetzt  Pfund
Anker  und  Ketten,  schwarz  oder  galvanisirtr  2Schill.  6  Pre.  ½  Penny
Dutzend
Beutel  und  Säcke,  für  3  Bushel  und  der.  frei  3  Porte
desgl.  „für  weniger  als  3  Bushel..  frei  frei
Stück
Fahrräder  .  2  Pfd.  Sterl.
Stiefel,  Schuhe,  Pantoffel  und  Überschuhe,  ganz  oder  teilweise  aus  Leder
(englische  Größen  als  Normalgrößen  angenommen).  Paar
für  Kinder  3  Pence  vom  Wert
-  Mädchen  und  Knaheen  6  12½  v.H.
-Frauen  .  ..  I5Schill.  6  Pce.
-Männer.  ..  ...  .  2Echill.
Gummischuh...  z  6  Pence
Tonne
Tauwerk  und  Seile..  30  Schill.  Pfund
«  »  Zentner  ½  Penny
Marling  und  Schiemannssorrrr].  11H1H5SFchilll.  6  Pre.
Stück  vom  Wert
Türen,  Fensterrahmen,  Fensterladen  und  Jalousiinmin  2  Schlll.  12½  v.  H.
Gewebe:
Segeltuch  Nr.  1  bis  6  (britische  Nummern)  frei

Baumwollstoffe  aller  Art,  einschließlich  der  hauptsächlich  aus  Baumwolle
hergestellten  Waren,  im  Stück,  über  1  dard  lang,  nicht  r  über  Dard

36  Zoll  breit  .  1  Penny

über  36  Zoll  und  nicht  über  72  Zoll  breit  .  2  Pence  Wort
über  72  Zoll  und  nicht  über  108  Zoll  breit  ..  3  von  Weri
für  jede  weiteren  36  Zoll  Breite  oder  einen  Teil  davon  .  .  1  Penny  15  v.  H.

Wollene  Unterhemden,  andere  Hemden,  wollene  Decken  (blankets),
grobe  wollene  Decken  (rugs),  ferner  Schals,  Bekleidungsgegenstände
  und  fertige  Kleidungsstücke  (slops)  sowie  alle  Materialien,
ganz  oder  teilweise  aus  Baumwolle,  Leinen,  Seide,  Wolle,  u,  vom  Wert
Ramie  oder  anderen  Faserstoffen  bestehend  ..·.  .12!J·»,v.H.
        <pb n="1015" />
        Zollsatz

bisher  jetzt
Feuerwaffen.  ½&amp;amp;N#voom  Wert  vom  Wert
Feuerwerk  20  v.  H.  12½  v.  H.
Tonne  von  Tomee  von
2000  Pfund  2000  Pfund
Feines  Mehl  (flour)  .  ..  ..  20  Schill.  30  Schill.
Galvanisiertes  Eisen  in  Stäben,  Stangen,  Blechen  oder  Welblech.  .  .  2  Pfd.  Sterl.  3  Pfd.  Sterl.
Hüte  und  Mützen  aller  Art  fur  Männer  und  Knaben  sowie  ungarnierte  Stück  vom  Wert
Frauenhüte  .  ..  .  6  Pence  123½
Roh=  und  Abfalleisen...w  .  frei  1  po  Werl.
vom  Wert  vom  Wert
Juwelierwaenn  20  v.H.  12½  v.  H.
Zündhölzer:  Groß-Schachteln  Gr.  chach.
aus  Holz,  in  Schachteln  mit  weniger  als  100  Stücück  6  Pence
und  für  jede  weiteren  100  Stück  oder  einen  Teil  doono  6  —
attsHolz,mSchachteln..  ....  —  1  Schill.
Stück  vom  Wert
Musikinstrumente,  Klaviere  5  Pfd.  2  1
desgleichen,  Orgeln  und  Harmoniums  3  "  12½  v.  H.
Zeutner  Zentner
Nägel,  über  1  Zoll  lang...ß  .  Söchilll.
vom  Wert
desgleichen,  unter  1  Zoll  lang,  und  Stifte  .  12½  v.  H.  —
Vagel  (außer  von  Kupfer  und  Muntzmetall,  12½  v.  H.  des  Wertes).  .  —  3  Schill.
l:
Benzin  und  Naphtha  sowie  andere  Ole  zum  Gebrauch  als  I.  Feuerung-  Gallon  Gallon
material  in  Olmaschinen  .  frei  Pence
Gasolin  ..  .  1Echill.  -
Kerosin  von  100  Grad  oder  mehr,  nach  Entflammungsprobe  .  .  15Schil  .  6  Pre.  10  -
Benzin,  Benzolin,  Naphtha,  Optimol  und  andere  ähnliche  Ole  ..  —  4
vom  Wert
Parfümerien  (außer  parfümierten  Spirituosen)  15  v.
Dutzend
Pickles  und  Saucen,  Dutzend  sogenannte  Pintflaschen  und  kleinere  te  Mengen  2  Sh.  vom  Wert
desgleichen,  Dutzend  sogenannte  Quartflaschen  4  „  12½  v.  H.
Stück  *
Nähmaschinen,  zum  Fuß=  oder  zum  u-  und  Handbetrieb·  u10  Schill.
desgleichen,  zum  Handbetrieb  6
Zeumer  Zeumer
Salz  (in  Großhandelspackangg1chll.  2  Schill.
vom  Wert  vom  Wert
Seife,  Toiletten-,  Luxus-,  medizinische,  wohlriechende,  und  Seifenextrakt  15  v.  H.  121,  v.  H.
Pfund  Pfund
Stärkkkke  ......  .  .  1  Penny  2  Pence
Zentner
Draht,  verzinkt,  zu  Umzäunungen.  FSchlll.
desgleichen,  desgleichen,  mit  Stacheln  A+J5“2  frei.
Tonne
Eisendraht,  schwarzz....  1„  Pfd.  Sterl.

Folgende  Gegenstände  sind  von  der  Freiliste  gestrichen  und  jetzt  zum  Satze  von  12½  v.  H.
des  Wertes  zu  verzollen:  Kupferstangen  (unter  1  Zoll  Durchmesser),  Filz  zum  Schiffsbeschlag,  Kindernährmittel,
  Gelbmetall  zum  Verhäuten  von  Schiffen,  alte  Metalle,  Fischernetze,  Pflastersteine,  Pech
und  Teer.  (rhe  Board  of  Trade  Journal.)
        <pb n="1016" />
        W  905  2

finderung  der  Splrituofenzölle  an  der  Goldküste,
östlich  des  Volta.

Durch  eine  Verordnung  Nr.  6  vom  Jahre  1907
sind  mit  Wirksamkeit  vom  15.  Juni  d.  Is.  ab  die
Zölle  für  Spirituosen,  zu  deren  Feststellung
Tralles'’  oder  ein  ähnliches  Hydrometer  gebraucht
wird,  wie  folgt,  festgesetzt:

Schill.
Brandy,  Genever,  Rum  sowie  vermischte
  Spirituosen  oder  Branntweine,
  die  nicht  so  verfüßt  oder
mit  anderen  Stoffen  versetzt  sind,
daß  ihr  Stärkegrad  nicht  durch
Tralles'  oder  ein  anderes  etwa
vorgeschriebenes  Hydrometer  festgestellt
  werden  kann,  bei  einer
Stärke  von  50  v.  H.  reinen  Alkohols
nach  solchem  Hydrometer
Imperialgallon
oder  ein  Bruchteil  davon  3
und  bei  höherer  Stärke,  für  jeden
Grad  oder  Teil  eines  solchen  über
50  v.  H.  ein  Zuschlag
Imperialgallon
oder  ein  Bruchteil  davon  1.

Ferner  ist  die  Tabelle  zur  Verordnung  Nr.  10
vom  Jahre  1904  aufgehoben  und  durch  eine  neue
ersetzt,  welche  dieselben  Zollsätze  wie  die  frühere
enthält,  außer  für  Spirituosen,  für  welche  folgende
Zölle  festgesetzt  sind:

Pce.

Prc.

*½

Schill.

Brandy,  Genever,  Rum  und  vermischte
  Spirituosen  oder  Branntweine,
  die  nicht  so  mit  einem
anderen  Artikel  versüßt  oder  versetzt
  sind,  daß  ihr  Stärkegrad  durch
Sykes  Hydrometer  bei  einer  Stärke
von  12  ½  Grad  unter  Normalstärke
  nicht  festgestellt  werden  kann
Imperialgallon

oder  ein  Bruchteil  davon  3  7½

 

Für  jeden  Grad  oder  Teil  eines  Grades  Schill.  Pre.
über  12½  Grad  unter  Normalstärke
  ein  Zuschlag  Imperialgallon
oder  ein  Bruchteil  davon  —  ½⅛
Für  jeden  vollen  Grad  unter  121½Grad
unter  Normalstärke  eine  Ermäßigung
Imperialgallon
oder  ein  Bruchteil  davon  —  1½
Brandy,  Rum,  Genever,  Liköre,  Weingeist
  und  vermischte  Spirituosen  oder
Branntweine,  so  mit  einem  anderen
Artikel  versüßt  oder  versetzt,  daß
der  Stärkegrad  nicht  wie  vorstehend
festgestellt  werden  kann
Imperialgallon
oder  ein  Bruchteil  davon  4
(The  Board  of  Trade  Journ:  *
Geplantes  Verbot  der  auskuhr  von  Straußen  und
Straußenelern  aus  der  kapkolonie  und  Matal.
Nach  in  der  Cape  of  Good  Hope  Government
Gazette  vom  19.  Juli  d.  Is.  und  in  der  Natal
Government  Gazette  vom  30.  Juli  d.  Is.  veröffentlichten
  Gesetzentwürfen  soll  die  Ausfuhr  von
Straußen  und  Straußeneiern  aus  der  Kapkolonie
und  aus  Natal  verboten  werden,  mit  der  Maßgabe,
  daß  dieses  Verbot  keine  Anwendung  findet
auf  die  Ausfuhr  von  Straußen  und  Straußeneiern
  nach  einer  benachbarten  Kolonie  oder  einem
benachbarten  Staate,  in  welchem  ein  ähnliches
Verbot  erlassen  ist.
(The  Board  of  Trade  Journal.)

Ausfuhrzoll  auf  Kautschuz  in  Oadagaskar.
Gemäß  einer  Verordnung  der  französischen
Regierung  vom  21.  August  d.  Is.  wird  von  dem
in  Madagaskar  und  seinen  Zubehörgebieten  gewonnenen
  Kautschuk  bis  zum  31.  Dezember  1908
bei  der  Ausfuhr  aus  der  Kolonie  ein  Zoll  von

40  Centimen  für  1  kg  Reingewicht  erhoben.
(Journal  officicl  de  ln  Républiquc.-Françaisc.)

 

Verschiedene

Dr.  Th.  Toeche-Mittlers  70.  Geburtstag.

Der  Seniorchef  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  in
deren  Verlag  das  „Deutsche  Kolonialblatt“  seit
seiner  Begründung  erscheint,  durfte  am  8.  September
  unter  herzlicher  Teilnahme  weiter  Kreise
die  Feier  seines  70.  Geburtstages  begehen.  Über
den  Verlauf  der  Feier  wird  uns  aus  Eisenach,
in  dessen  Nähe  sich  Dr.  Th.  Toeche-Mittler  zur
Zeit  auf  seiner  Besitzung  aufhält,  berichtet:  Die
lange  Reihe  der  Ehrungen,  die  dem  Siebzig-WMitteilungen.



jährigen  in  diesen  Tagen  zuteil  geworden  ist,
fand  am  Vorabend  ihre  Einleitung  durch  musikalische
  Aufführungen,  veranstaltet  von  befreundeten
  Berliner  Künstlern.  Alle  bedeutenderen
Tageszeitungen,  die  gelesenen  Familienblätter,
die  Fachpresse  usw.  hatten  Anlaß  genommen,
ihre  Leser  auf  den  Geburtstag  hinzuweisen  und
zumeist  in  ausführlichen  Artikeln  den  Lebensgang
des  verdienten  Mannes  zu  besprechen  sowie  mit
aufrichtiger  Anerkennung  seiner  Bedeutung  auf
dem  Gebiete  von  Wissenschaft  und  Literatur  und
        <pb n="1017" />
        G  906  2C

seiner  Wohltätigkeitsbestrebungen  zu  gedenken.
Die  Fülle  der  Glückwunschdepeschen  und  Schreiben,
die  zum  Teil  kostbare  Blumenspenden  und  Angebinde
  begleiteten,  war  fast  unerschöpflich.  In
erster  Linie  ist  ein  huldvolles  Telegramm  Ihrer
Majestät  der  Kaiserin  zu  nennen,  die  Allerhöchst
auch  eine  kunstvolle  Vase  aus  der  Königlichen
Porzellanmanufaktur  schenkte.  Von  weiteren
Gratulanten  seien  hervorgehoben:

Prinz  Friedrich  Leopold  als  Protektor  der  Großen
Landesloge,  die  Generalinspektion  des  Militär-Erziehungs=
  und  Bildungswesens,  die  Offiziere  des
Kriegsministeriums.  und  des  Generalstabes,  die  Offiziere
  der  Geheimen  Kriegskanzlei,  Panl  Heyse,  Felir
Dahn,  der  eine  besondere  Ode  widmete,  Gustav
Schmoller,  Julius  Rodenberg,  Alfred  Dove,  Feldmarschall
  Graf  Haeseler,  General  der  Jufandente
Dr.  v.  Verdy  du  Vernois,  General  der  Infanterie
v.  Blume,  General  der  Infanterie  v.  Strubberg,
General  v.  der  Golo-Rönigsberg.  Admiral  v.  Knorr,
Generalleutnant  v.  Leszczynski,  Geheimer  Kabinettsrat
v.  Behr-Pinnow,  u.  a.  m.;  außerdem  das  Literarische
Bureau  des  Staatsministeriums,  die  Literarische  Sachverständigen-Kammer,
  die  Korporation  der  Berliner
Buchhändler,  die  Große  Landesloge  der  Freimaurer
von  Deutschland,  die  Loge  Royal  York  zur  Freundschaft,
der  Verein  für  die  Geschichte  Berlins,  das  Friedrichstift,
  die  Königin  Luise-Stiftung,  das  Kolonial-Wirtschaftliche
  Komitee.  Endlich  ließen  der  Evangelischkirchliche
  Hilfsverein,  die  Autoren  sowie  das  Personal
der  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  E.  S.  Mittler
&amp;amp;  Sohn  kunstvolle  Adressen  überreichen.

Der  Gefeierte  erhöhte  aus  Anlaß  seines  Geburtstages
  das  Kapital  der  Personal-Unterstützungskasse
  der  Firma.

Das  von  Ihrer  Majestät  der  Kaiserin
an  Dr.  Th.  Toeche-Mittler  gerichtete  Telegramm
hat  nachstehenden  Wortlaut:

„Wilhelmshöhe  Schloß.  Ich  sende  Ihnen  zum
70.  Geburtstage  meinen  herglichsten  Glückwunsch  und
gedenke  dabei  mit  großer  Dankbarkeit  Ihrer  erheblichen
Verdienste  um  den  Evangelisch-=  kirchlichen  Hilfsverein,
  für  dessen  segen-  sreiches  Wirken  Sie  als  Vorstandsmitglied
  seit  seiner  Gründung  mit  bewährtem
Rat  und  unermüdlicher  Tat  eintraten.  Als  äußeres

Zeichen  meines  Dankes  und  als  Erinnerung  an  den
heutigen  Tag  wird  Ihnen  eine  Vase  aus  der  Königlichen
  Porgellanmanufaktur  zugehen.  Gott  erhalte  Sie
noch  lange  Ihrer  Familie,  Ihrem  erfolgreichen  Lebensberuf
  und  den  mannigfachen  Werken  christlicher  Liebestätigkeit,
  welche  andauernd  Ihrer  bedürfen.
Augmste  Victoria  I.  R.“

Von  seiten  des  Reichs-Kolonialamtes  war
dem  Jubilar  folgendes  Glückwunschschreiben  zugegangen:


Der  Staatssekretär  Be  „d.  7.  Sept.  1907.
Sichenli-  62.

 

e
Reichs-Kolonialamts.
Sehr  geehrter  Herr!

Aus  der  Tagespresse  ersehe  ich,  daß  Sie  morgen
die  Feier  der  Vollendung  Ihres  siebzigsten  Lebensjahres
  begehen.  Im  Hinblick  aus  die  langjährigen,
engen  Beziehungen  der  Kolonialverwaltung

 

zu  Ihrem  Hause  als  der  Verlagafirma  kolonialer

Publikationen,  namentlich  des  „Deutschen  Kolonialblattes“,
  bei  dessen  Gründung  und  Ausgestaltung  Sie
mit  warmem  Interesse  mitgewirkt  haben,  nehme  ich
gerne  Veranlassung,  Ihnen  zu  dem  schönen  Feste  meine
besten  Glückwünsche  auszusprechen.

In  vorzüglicher  Hochachiung
Der  Staatssekretär.
In  Vertretung:
Conge.

Eine  englische  Sxpedition  in  Süd-Uigeria.

Über  die  Strafexpedition  britischer  Truppen
in  Süd-Nigeria,  die  aus  Anlaß  der  Ermordung
des  Distriktskommissars  Crewe-Read  gegen  aufständische
  Stämme  im  Agbor-Bezirk  vom  Juni
bis  August  v.  Js.  stattfand,  berichtet  Kapitän
W.  E.  Rudkin,  wie  wir  dem  „Militär-Wochenblatt“
  entnehmen,  im  =  United  Service  Magazine:
(Juliheft  1907)  etwa  wie  folgt:

Nach  der  im  Mai  1906  stattgefundenen  Vereinigung
  von  Lagos  mit  Süd-Nigeria  wurde  die
Kolonie  in  drei  Verwaltungsbezirke  eingeteilt,  und
zwar  in  den  Ostbezirk  mit  der  Hauptstadt  Calabar,
  den  Zentralbezirk  mit  der  Hauptstadt  Warri
und  den  Westbezirk  mit  der  Hauptstadt  Lagos,
welch'’  letztere  gleichzeitig  Sitz  des  Gouverneurs
der  ganzen  Kolonie  ist.  Jeder  Bezirk  wird  durch
einen  Kommissar  unter  der  Oberleitung  des
Gouverneurs  verwaltet.

Die  Zentralprovinz  hat  der  Regierung  fortwährend
  zu  schaffen  gemacht  und  häufig  den
Schauplatz  der  heftigsten  Kämpfe  gebildet.  Sie
ist  großenteils  mit  dichtem  Buschwald  bestanden,
der  besonders  während  der  Regenzeit  von  Juni
bis  September  fast  ungangbar  ist.  Nur  ab  und
zu  findet  man  Stellen,  die  für  den  Anbau  von
Yams  freigehalten  werden.  Im  übrigen  ist  das
Land  gut  bevölkert.  Die  einzelnen  Ortschaften
sind  durch  schmale,  selten  mehr  als  drei  Fuß
breite  Buschwege  verbunden.

Der  einzige  Fluß  zwischen  den  Hauptorten
Asaba  und  Agbor  ist  der  Ehimi,  ein  Nebenfluß
des  Ethiope,  ein  ungeregelter,  viel  mit  Buschwerk
  überwachsener  Strom,  der  in  der  Regenzeit
stark  anschwillt  und  dann  nur  an  wenigen  Stellen
durchwatet  werden  kann.  Im  Mai  1906  wurde
die  Telegraphenlinie  Benin—  Agbor—  Asabe  fertiggestellt,
  zu  welchem  Zwecke  eine  50  Yards  breite
gerade  Straße  durch  den  Wald  gehauen  werden
mußte,  deren  Anlage  nicht  nur  viele  Arbeit
erforderte,  sondern  deren  Unterhaltung  bei  dem
ungeheueren  Wachstum  der  Pflanzen  und  Bäume
fortdauernd  viel  Mühe  macht.

In  den  Dörfern,  die  durchweg  von  faulen
und  verräterischen  Ebos  bewohnt  werden,  hat  die
Regierung  Rasthäuser  anlegen  lassen.  Die  Be-
        <pb n="1018" />
        W  907  20

völkerung  beschäftigt  sich  mit  der  Kultur  von  Yams,
liegt  aber  meistenteils  der  Jagd  ob.

Jeder  Mann  trägt  von  Ingend  auf  ein  Gewehr,
  in  der  Regel  eine  sogenannte  „Dane“"-Flinte,
die  er  gut  zu  benutzen  versteht,  und  die  trotz
ihrer  veralteten  Einrichtung  bis  zu  40  Yards
Abstand  eine  sehr  wirksame  Waffe  bildet,  wenn
sie  mit  Metallstücken  und  gutem  Pulver  geladen
ist.  Die  einzige  Bekleidung  besteht  in  einem
Lendentuch.  Im  Kriege  wird  eine  schwarze  Mütze
getragen.  Die  Bevölkerung  nährt  sich  fast  nur
von  Yams,  der  Kartoffel  jener  Gegend;  der
Kannibalismus  ist  ausgerottet.  Seit  zehn  Jahren
unter  britischer  Herrschaft,  haben  die  Leute  nur
wenig  von  ihrer  ungezähmten  Wildheit  eingebüßt,
zeigen  jedoch  im  Gefecht,  daß  die  Kampfweise  der
Enropäer  nicht  ohne  Einfluß  auf  sie  geblieben  ist.
Daneben  sind  die  Eingeborenen  Meister  in  der
Anlage  von  Verhauen  und  Brustwehren  im  dichten
Busch  sowie  in  der  Pallisadierung  der  Wege  durch
vergiftete  Pfähle,  wissen  jede  Deckung  zu  benutzen
und  feuern,  dem  Angreifer  fast  stets  unsichtbar,
in  der  Regel  erst  auf  10  Yards  Entfernung,
wobei  sie  wegen  ihrer  genauen  Kenntnis  des
Busches  darauf  bauen,  sich  noch  zu  rechter  Zeit
in  Sicherheit  bringen  zu  können.

Wenn  man  sich  Asaba  nähert,  fällt  die  anderen
Negerstädten  gegenüber  verhältnismäßig  malerische
Lage  der  Ortschaft  auf.  Die  Gebäude  sind  hübsch
angelegt,  umgeben  von  Bäumen  und  Rasenflächen,
  die  sich  bis  zum  Flusse  hinunterziehen.

Diese  Stadt  bildete  bei  Beginn  der  Expedition
die  einzige  Militärstation  in  der  Zentralprovinz
westlich  des  Niger,  mit  Ausnahme  eines  kleinen,
von  der  Garnison  Asaba  besetzten  Militärpostens
in  Kwale.  Die  Garnison  bestand  aus  einer
Kompagnie  des  Süd-Nigeria-Regiments.  Die
Kompagnien  haben  in  der  Regel  eine  Stärke  von
131  Mann,  drei  britischen  Offizieren,  einem  britischen
  Unteroffizier  nebst  einem  Maschinengewehr.
Die  Mannschaften  bestehen  teils  aus  Haussas,  teils
aus  Yorubas  im  Verhältnis  von  40  zu  90  per
Kompagnie.  Beide  Volksstämme  sind  sehr  kriegerischer
  Natur.  Erstere,  in  Nord-Rigeria  wohnhaft,
  mögen  mehr  Schneid  beim  Angriff  im  offenen
Gelände  besitzen,  letztere,  dem  Hinterlande  von
Lagos  entstammend,  sind  ihrer  Ruhe  halber  für
das  Gefecht  im  Busch  vorzuziehen.  In  Mut,
Ausdauer,  Liebe  zu  ihren  Offizieren  sind  sie
unübertrefflich.

Gegen  Ende  Mai  1906  marschierte  Kapitän
Rudkin  mit  einer  kleinen  Patrouille  nach  Ishan,
um  den  Distriktskommissar  Crewe-Read  auf  einer
Tour  durch  unruhige  Ortschaften  zu  begleiten.
Zu  Gefechten  kam  es  nicht,  worauf  die  Abteilung
über  Agbor  nach  Asaba  zurückmarschierte,  während
der  Distriktskommissar  auf  einer  neuen  Station

 

am  Ehimi,  etwa  drei  Meilen  von  Agbor,  die
nahezu  fertig  war,  einige  Tage  festgehalten  wurde.

Niemand  dachte  an  einen  bevorstehenden  Aufstand,
  zumal  die  beim  Bau  der  Station  beschäftigten
  zahlreichen  Eingeborenen  mit  Fleiß  und
Ansdauer  an  der  Arbeit  waren.  In  Asaba  eingetroffen,
  erhielt  Kapitän  Rudkin  den  Befehl,
möglichst  schnell  mit  seiner  Kompagnie  nach  Bende
am  Croß-Flusse  zu  marschieren.  Zu  seiner  Ablösung
  war  bereits  eine  Kompagnie  des  Bataillons
in  Lagos  eingetroffen,  und  so  ereignete  es  sich,
daß  während  der  nächsten  Tage  in  Asaba  zwei
Kompagnien  standen,  ein  mit  Rücksicht  auf  die
kommenden  Ereignisse  äußerst  günstiger  Umstand.

Nach  Erledigung  der  nötigen  Vorbereitungen
wollte  Kapitän  Rudkin  am  10.  Juni  den  Marsch
antreten,  als  ihn  am  9.  eine  Depesche  aus  Agbor
erreichte,  in  der  mitgeteilt  wurde,  daß  der  Kommissar
  mit  seiner  Polizeitruppe  am  Morgen  bei
dem  Orte  Owa  angegriffen,  schwer  verwundet
worden  sei  und  sich  der  ganze  Bezirk  in  vollem
Aufruhr  befinde.  Nach  einer  Stunde  standen
1½  Kompagnien  (der  Rest  der  einen  Kompagnie
machte  einen  Zug  nach  einer  zehn  Meilen  entfernten
  Ortschaft)  mit  einem  Maschinengewehr
marschbereit,  jedoch  waren  keine  Träger  zur  Hand,
durch  deren  Beschaffung  sich  der  Abmarsch  bis
3  Uhr  nachmittags  verzögerte.  Die  Kolonne  bestand
im  ganzen  aus  4  Offizieren,  180  Mann,  einem
Maschinengewehr  und  54  Trägern  mit  3  Tragbetten.
  Trotz  der  glühenden  Hitze  wurde  Issele
Asaba  (12  Meilen)  um  4  Uhr  erreicht.  Ein
heftiger  Regen  begann  und  fiel  unaufhörlich  in
Strömen  bis  zum  nächsten  Morgen,  so  daß  der
erhoffte  Mondschein  nicht  eintreten  konnte.  Der
Marsch  in  stockfinsterer  Nacht,  bei  tiefanfgeweichtem
Wege  gestaltete  sich  daher  ungemein  beschwerlich,
umsomehr,  als  die  Träger  häufig  fielen  und  die
Kolonne  halten  mußte,  um  alles  wieder  in  Ordnung
  zu  bringen.  Es  galt  aber,  so  schnell  wie
tunlich  Issele  Uku  zu  erreichen,  um  diesen  Hauptort
  der  Ekumekas  zu  besetzen,  bevor  die  Nachricht
  von  dem  Überfall  des  Distriktskommissars
dorthin  gelangte,  da  die  unsichere  Bevölkerung
sich  sonst  jedenfalls  den  Ausständischen  angeschlossen
haben  würde.

Um  4  Uhr  morgens  endlich  wurde  Issele  Uku
erreicht.  Der  sofort  herausgeholte  Häuptling,  stolzer
Besitzer  von  150  Weibern  und  einer  ungezählten
Armee  von  kleinen  Kindern,  erschien  in  scharlachrotem
  Gewande  mit  Regenschirm  und  zeigte  sich,
da  er  von  den  Vorkommnissen  nichts  erfahren
hatte,  bereit,  Dams  zu  liefern  und  20  neue  Träger
zu  stellen,  so  daß  die  Kolonne  um  7½  Uhr
weitermarschieren  konnte.

Mittlerweile  war  es  wieder  trocken  geworden,
als  die  Kolonne  um  1  Uhr  mittags  in  Umonede
        <pb n="1019" />
        G  908  2O0

(16  Meilen)  anlangte.  Der  Häuptling  begegnete
der  Truppe  bereits  vor  der  Stadt  in  gänzlich
verstörtem  Zustande.  Die  Aufsständischen  hatten
ihm  gedroht,  ihn  zu  töten,  falls  er  sich  ihnen
nicht  mit  allen  seinen  Leuten  anschlösse,  er  war
aber  bereits  von  Issele  Uku  aus  durch  Boten  von
der  Ankunft  der  Truppen  in  Kenntnis  gesetzt
worden  und  hatte  daraufhin  seine  Stadt  in  Verteidigungszustand
  gesetzt.  Er  teilte  Kapitän  Rudkin
mit,  daß  sämtliche  Owa=  und  Uteh-Leute  sich  am
Aufstande  beteiligten,  auch  in  großer  Zahl  etwa
fünf  Meilen  von  dort  an  der  Agbor-Straße  ständen
und  geschworen  hätten,  keinen  Soldaten  je  nach
Agbor  kommen  zu  lassen.

Inzwischen  gelang  es,  von  dreien  in  den  Ort
gekommenen  Uteh-  -Leuten  zwei  abzufangen,  von
denen  namentlich:  einer  ein  besonders  gefährlicher
Aufrührer  war.

Da  es  unmöglich  erschien,  noch  an  demselben
Tage  nach  Agbor  zu  kommen  (die  Kolonne  hatte
43  englische  Meilen  in  21  Stunden  unter  den
erschwerendsten  Umständen  zurückgelegt),  so  beschloß
der  Führer,  erst  am  nächsten  Morgen  weiter  zu
marschieren.  Während  der  Nacht  wurde  die
Stellung  des  Feindes  erkundet  und  am  11.  morgens
Umonede  verlassen.  Bis  6⅛  Uhr  verlief  der
Marsch  ohne  Störung,  dann  aber  erhielt  die
Truppe  lebhaftes  Feuer  von  links  her,  das  der
Vortrupp  erwiderte,  worauf  der  Feind  zurückging.

Man  rückte  während  der  folgenden  Stunden
mit  allen  Vorsichtsmaßregeln  vor,  wobeidie  Kolonne
wieder  ab  und  zu  beschossen  wurde  und  einige
Verluste  (6  bis  7  Mann)  erlitt.  Als  nun  jedoch
der  schmale  Pfad,  der  durch  den  Busch  führte,
in  die  breite  Telegraphenstraße  ausmündete,  erhielt
  die  Truppe  von  drei  Seiten  her  ein  furchtbares
  Feuer,  das  sie  zum  Halten  zwang.
Nach  heftigen  Kämpfen  Mann  gegen  Mann  gelang
  es  endlich,  den  Feind  über  ein  offenes
Yamsfeld  zurückzuwerfen  und  ihm  beträchtliche
Verluste  beizubringen.

Nachdem  die  Verwundeten  verbunden  und  die
Toten  beerdigt  worden  waren,  ging  es  langsam
weiter,  bis  die  Truppe  nach  Verlauf  von  etwa
einer  Stunde  wieder  aufgehalten  wurde  und  in
eine  äußerst  kritische  Lage  geriet.  Zweimal
griff  der  Feind  die  linke  Flanke  des  Zuges  an,
wobei  zwei  britische  Offiziere  schwer  verwundet
wurden,  doch  gelang  es,  beide  Angriffe  zurückzuschlagen
  und  weiter  vorzurücken,  es  mußte  aber
buchstäblich  jeder  Bard  erkämpft  werden.  Zu
diesem  Zeitpunkte  wurde  die  Kolonne  glücklicherweise
  von  einem  Leutnant  und  15  Mann  eingeholt,
  die  am  Morgen  vorher  aus  Asaba  abgerückt
  waren.  Der  Feind  glaubte  nun,  daß
größere  Verstärkungen  eingetroffen  seien,  und  begann
sich  langsam  zurückzuziehen.  Dies  Zurückweichen

 

artete  schließlich  in  wilde  Flucht  aus,  als  Kapitän
Rudkin  nach  Erreichung  eines  offenen  Yamsfeldes
zu  beiden  Seiten  der  Straße  die  Kolonne  rechts
und  links  aufmarschieren  ließ  und  dem  Feinde
kräftig  zu  Leibe  ging.  Um  6  Uhr  nachmittags
wurde  der  Ehimi  erreicht,  nachdem  die  Truppe
unter  stetem  Gefecht  elf  Stunden  marschiert  war.
Die  Verluste  betrugen  3  Tote  und  25  Verwundete,
  abgesehen  von  geringeren  Verletzungen.
Die  Stärkedes  Feindes  wurde  auf  etwa  1500  Mann,
seine  Verluste  auf  60  Tote  und  viele  Verwundete
geschätzt.

Nachdem  der  Ehimi  durchwatet  war,  wurde
am  jenseitigen  Ufer  ein  Lager  aufgeschlagen,  worauf
  Kapitän  Rudkin  sich  mit  einer  größeren
Patrouille  in  die  drei  Meilen  entfernte  Stadt
Agbor  begab.  Hier  fand  er  die  Telegraphenstation
  wohl  von  den  Beamten  verlassen,  im
übrigen  aber  den  Telegraphen  unbeschädigt  vor,
so  daß  er  sich  mit  dem  Hauptquartier  in  Lagos
in  Verbindung  setzen  und  über  die  Vorkommnisse
der  letzten  Tage  berichten  konnte.  Am  nächsten
Morgen  rückte  auch  die  Kolonne,  mit  Ausnahme
eines  am  Flusse  verbliebenen  Postens  von  einem
eingeborenen  Offizier  und  30  Mann,  in  Agbor
ein.  Die  Verwundeten  wurden  in  einem  schnell
errichteten  Buschhospital  untergebracht,  das  Lager
der  Truppen  durch  Verschanzungen  verstärkt  und
während  der  Zeit,  die  bis  zum  Eintreffen  von
Berstärkungen  und  Munition  verstrich,  über  die
Absichten  der  Aufrührer  Erkundigungen  eingezogen.

Diese  ergaben,  daß  der  Aufstand  schon  seit
Monaten  geplant  worden  war.  Als  dessen  Seele
galt  ein  Owa-Häuptling  Ekuti,  der  sich  großen
Einflusses  in  der  Gegend  erfreute.  Die  Arbeiter
beim  Neubau  der  Station  Agbor  hatten  aus
Abgesandten  aller  Ortschaften  des  Landes  bestanden
und  waren  hier  zusammengekommen,  um  Kriegsrat
  zu  halten.  Sie  hatten  sich  mit  den  Ishanund
  Ekumeka-Leuten  ins  Einvernehmen  gesetzt,
die  auch  an  dem  allgemeinen  Aufstande  teilnehmen
  wollten.  Glücklicherweise  brach  dieser,
veranlaßt  durch  die  Ermordung  des  Distriktskommissars
  Crewe-Read,  zu  früh  aus,  wodurch
es  den  Engländern  gelang,  vermittels  schnellen
Eingreifens  jene  Stämme  von  der  Vereinigung
mit  den  Aufständischen  abzuhalten.

Das  nächste  Ziel  der  Truppe  bildete  nunmehr
die  Besetzung  der  etwa  15  Meilen  südlich  von
Agbor  und  20  Meilen  südwestlich  von  Umonede
belegenen  Stadt  Owa.  Der  Weg  von  Agbor
nach  dort  gabelt  bei  Aliokpo  am  Ehimi,  und  zwar
geht  der  eine  Straßenarm  durch  Owanta,  wo  der
Kommissar  getötet  wurde,  während  der  andere
sich  dem  Dorfe  Ofion  zuwendet.  Der  Fluß  ist
an  beiden  Krenzungsstellen  durchwatbar;  beide
Furten  waren  stark  vom  Feinde  besetzt.
        <pb n="1020" />
        G  909  20

Am  15.  traf  ein  Kapitän  mit  150  Mann
Verstärkung,  frischer  Munition  und  zwei  Maxim=Maschinengewehren
  in  Umonede  ein.  Vermittels
der  Telegraphenlinie  wurde  eine  telephonische
Verbindung  zwischen  dort  und  Agbor  eingerichtet
und  beschlossen,  von  beiden  Orten  aus  gegen
Owa  vorzugehen.  Die  Umonede-Kolonne  nahm
ihren  Weg  über  Utelopko,  Uteh  und  Aniero,  die
Truppen  in  Agbor  krenzten  den  Fluß  bei  Ofion
und  gingen  dann  über  Owanta  nach  Aniero,  um
von  da  aus  Owa  mit  vereinten  Kräften  anzugreifen.
  Dieser  Plan  wurde  vom  Hauptauartier
genehmigt,  jedoch  Kapitän  Rudkin  ausgegeben,
noch  das  Eintreffen  einer  Maschinengewehrsektion
ans  Calabar  abzuwarten.

Am  21.  Juni  morgens  5  Uhr  wurde  der
Marsch  angetreten  unter  Zurücklassung  einer  kleinen
Besatzung  in  Agbor  zum  Schutze  gegen  die  aufrührerisch
  gesinnten  Bewohner  von  Aliokvo.  Als
die  Kolonne  diesen  Ort  passierte,  verhielten  sich
letztere  zwar  ruhig,  versammelten  sich  jedoch  bewaffnet
  hinter  der  Kolonne  im  Busch,  bereit,  über
die  Nachhut  herzufallen,  sobald  sich  eine  günstige
Gelegenheit  bieten  würde.

Um  9  Uhr  erreichten  die  Truppen  den  Fluß
und  wurden  sofort  vom  gegenüberliegenden  Ufer
aus  lebhaft  beschossen.  Die  Furt  war  durch
einen  Verhau  versperrt  und  das  Finden  der  Richtung
  sehr  erschwert,  weil  der  etwa  60  hards
breite  Fluß  stark  überwachsen  war;  die  Kolonne
mußte  aber  unverzüglich  den  Übergang  wagen,
weil  die  Aliokpo-Leute  ihr  im  Rücken  standen.
Als  die  Spitze  und  der  Vortrupp  hinüber  waren
(das  Wasser  ging  bis  an  den  Gürtel),  wurde
versucht,  ein  Maschinengewehr  auf  einer  im  Flusse
befindlichen  Insel  aufzustellen,  was  des  sumpfigen
Bodens  wegen  leider  nicht  gelang.  Trotz  des
nnaupfhörlichen,  jedoch  unruhigen  und  schlecht  gezielten
  Feuers  folgten  Haupttrupp  und  Nachhut,
ahne  daß  die  Aliokpo-Leute  sie  zu  hindern  vermochten.
  Am  anderen  Ufer  angelangt,  wurde
der  Buschweg  nach  Ofion  bald  gefunden  und
dieser  Ort  nach  beschwerlichem  Marsch  im  Feuer
des  Feindes  mit  einem  Verlust  von  1  Toten  und
13  Verwundeten  nachmittags  5  Uhr  glücklich  erreicht.
  Hier  biwakierte  die  Kolonne,  marschierte
am  nächsten  Tage  nach  Owanta  und  langte  am
24.  in  Aniero  an,  wo  der  Feind  wiederum  hartnäckigen
  Widerstand  leistete,  so  daß  die  Besetzung
der  Stadt  nahezu  drei  Stunden  in  Anspruch
nahm.  Nach  vielen  Verlusten  konnte  dann  der
Weitermarsch  erfolgen,  und  gegen  5  Uhr  nachmittags
  trafen  beide  britischen  Kolonnen  in  der
Nähe  des  Ortes  Utehalehan  zusammen.  Die
zweite  Abteilung  unter  Führung  von  Kapitän
Jones  hatte  am  21.  Uteh  nach  schweren  Kämpfen
erreicht,  stieß  aber  beim  weiteren  Vormarsch  am

 

22.  auf  so  entschiedenen  Widerstand,  daß  sie
gezwungen  wurde,  zu  halten  und  ein  befestigtes
  Lager  zu  beziehen,  das  zwei  Tage
lang  auf  das  heftigste  angegriffen  wurde.  Die
Verluste  der  Truppen  betrugen  7  Tote  und
40  Verwundete,  Munition  und  Verpflegung  waren
nahezu  verbraucht,  als  die  Kolonnen  zusammentrafen.


Am  nächsten  Tage  gingen  beide  Abteilungen
nach  Agbor  zurück,  wobei  sie  wiederum  bei  Aniero
schwere  Kämpfe  zu  bestehen  hatten.  Die  beiden
Kompagnien  befanden  sich  dort  in  sehr  kritischer
Lage,  die  Verluste  an  Toten  und  Verwundeten
betrugen  40  v.  H.,  es  mußte  daher  das  Eintreffen
von  Verstärkungen  abgewartet  werden,  bevor  an
einen  Angriff  auf  Owa  gedacht  werden  konnte.
Vorläufig  bezogen  die  Truppen  daher  ein  befestigtes
  Lager,  von  dem  aus  Streifzüge  nach
Owanta,  Owaekaye  und  den  benachbarten  Dörfern
unternommen  wurden,  bei  denen  keine  bedeutenderen
  Verluste  vorkamen  (1  Toter  und  9  Verwundete).


Endlich  trafen  am  2.  Juli  Verstärkungen  unter
Kapitän  de  Smith  ein.  Die  ausgeschickten  Spione
hatten  gemeldet,  daß  die  Zugänge  zur  Stadt  Owa
von  Osten  und  Norden  her  stark  verschanzt  seien,
der  Führer  beschloß  daher,  von  Westen  her  über
Uromi  anzugreifen.  Am  4.  Juli  brachen  die
Truppen  morgens  4  Uhr  aus  dem  Lager  bei
Owanta  auf,  vereinigten  sich  in  Agbor  mit  den
Verstärkungen  und  marschierten,  etwa  450  Soldaten
  und  300  Träger  stark,  nach  dem  31  Meilen
entfernten  Uromi,  welcher  Ort  um  6½  Uhr  nachmittags
  erreicht  wurde.

Am  nächsten  Morgen  brach  die  Kolonne  bereits
um  4  Uhr  wieder  auf,  schlug  jedoch  nicht  den
mit  den  Häuptlingen  am  Abend  vorher  ausgesuchten
  Weg  ein,  sondern  wählte  einen  durch  den
Busch  führenden  Pfad,  da  die  Uromi-Leute  augenscheinlich
  mit  den  Aufrührern  im  Bunde  standen
und  sofort  Boten  nach  Owa  gesandt  hatten,  um
die  Marschrichtung  der  britischen  Truppen  zu
verraten.  An  die  Versperrung  des  Buschpfades
hatte  niemand  in  Owa  gedacht,  und  so  konnten
die  Truppen  ungehindert  dort  marschieren  und
standen  unerwartet  morgens  8  Uhr  auf  einer
Lichtung  vor  der  Hütte  des  Oberhäuptling,  wo
ein  Lager  ausgeschlagen  wurde.

Allerdings  erholten  die  Owa-Leute  sich  basld  von
ihrem  ersten  Schrecken  und  griffen  die  Kolonne
an,  jedoch  ohne  besonderen  Erfolg,  da  diese  nur
einen  Toten  und  sieben  Verwundete  verlor.

Nachmittags  gegen  6  Uhr  erschienen  plötzlich
etwa  250  mit  Gewehren  bewaffnete  Aniero-Leute,
die  ahnungslos  auf  das  nunmehr  gut  befestigte
englische  Lager  losgingen  und  bis  auf  50  Yards
an  die  verdeckt  stehenden  Maschinengewehre  heran-
        <pb n="1021" />
        W  910  20

kamen.  Der  Sergeant,  der  diese  kommandierte,
wollte  gerade  Feuer  geben  lassen,  als  ein  Offizier
dies  untersagte  und  in  der  Meinung,  die  Leute
kämen  heran,  um  sich  zu  unterwerfen,  sich  erhob,
um  sie  anzurufen,  worauf  sie  wie  der  Blitz  im
Biisch  verschwanden.

Die  Kampflust  der  Aufrührer  machte  nun
bald  friedfertigeren  Regungen  Platz;  wohl  kamen
noch  Kämpfe  zwischen  ihnen  und  den  täglich  in
den  Busch  geschickten  englischen  Streifkolonnen
vor,  es  ging  den  Owa-Leuten  aber  sehr  schlecht,
und  nachdem  auch  am  12.  Juli  der  stark  befestigte,
  sieben  Meilen  südöstlich  von  Owa  belegene
Ort  Edumesah  durch  eine  Kolonne  unter  Kapitän
Smith  genommen  worden  war,  ergab  sich  das
Oberhaupt  der  Owa-Leute  mit  seinem  Gefolge,
und  Uteh  sowie  die  meisten  der  westlich  belegenen
Ortschaften  sandten  Friedensunterhändler.  Nur
Aniero  wollte  sich  noch  nicht  unterwerfen  und
wurde  dafür  nach  zweitägigen  Gefechten  am
15.  und  16.  Juli  zerstört.  Hierauf  fanden  sich
die  Bewohner  allmählich  wieder  ein,  die  Leiter
des  Aufstandes  sowie  die  Mörder  des  Distriktskommissars
  konnten  dingfest  gemacht  und  den
Zivilbehörden  zur  Aburteilung  überwiesen  werden,
die  fünf  der  Hauptverbrecher,  darunter  Ekuti,
öffentlich  hängen  ließen  und  den  Rest  zu  schweren
Gefängnisstrafen  verurteilten.

Obgleich  noch  zu  verschiedenen  Malen  Gerüchte
  über  eine  Erhebung  der  Ekumeka-Ortschaften
  um  Asaba  bei  der  Expedition  auftauchten,
blieb  dort  in  der  Tat  alles  ruhig.  Der  Aufstand
war  somit  rascher  niedergeworfen  worfen,  als
es  bei  dessen  Beginn  im  Juni  den  Anschein
gehabt  hatte,  wenn  auch  wohl  diese  Kämpfe  die
schwierigsten  gewesen  sein  mögen,  die  jemals  in
Süd-Nigeria  ausgefochten  worden  sind.

Kolontal-Wirtschaftliches.

Das  soeben  erschienene  Septemberheft  des
„Tropenpflanzer“,  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  Berlin,  Unter  den  Linden  43,
enthält  wieder  eine  Reihe  von  interessanten  Aufsätzen.
  An  erster  Stelle  gibt  W.  Bassermann
in  einer  größeren  Abhandlung  „Farmbetriebe  in
Arizona,  ein  Wink  für  Südwestafrikaner“  ein  anschauliches
  Bild  von  dem  rapiden  landwirtschaftlichen
  Aufschwung  jenes  trockenen  Steppengebietes
der  Vereinigten  Staaten,  das  in  vielen  Punkten
mit  Deutsch-Südwestafrika  große  Ahnlichkeit  aufweist.
  Das  sogenannte  „Campbell-System“,  mit
dem  die  Amerikaner  in  den  letzten  Jahren  gute
Erfolge  erzielten,  wird  von  Dr.  P.  Ulrich  näher
erklärt.  Dr.  L.  Sofer  macht  über  „Das  Wesen
und  die  Bekämpfung  des  Gelbfiebers“  wertvolle
Angaben.  Wenn  diese  Epidemie  in  unseren

 

Kolonien  auch  nicht  heimisch  ist,  so  kann  sie  doch,
wie  es  in  letzter  Zeit  in  Togo  geschehen,  leicht
eingeschleppt  werden.  In  einem  Artikel  „Der
Indigo“  behandelt  Dr.  Stange  die  Geschichte,
Gewinnung  und  die  wichtigsten  chemischen  Eigenschaften
  des  bekannten  Farbstoffes,  der,  ursprünglich
  nur  auf  natürliche  Weise  gewonnen,  jetzt
durch  den  künstlichen  billigeren  immer  mehr  verdrängt
  wird.  Eismann  teilt  in  einem  kurzen
Aufsatz  „Über  ungeschlechtliche  Vermehrung  von
Kautschukpflanzen“  ein  Verfahren  mit,  wie  es  auf
leichte  Weise  gelingt,  die  wichtigsten  Kautschukpflanzen
  durch  Stecklinge  zu  vermehren.  Die
„Mitteilungen  über  die  Haustiere  in  Afrika“  von
D.  Kürchhoff  werden  fortgesetzt.

Unter  der  Rubrik  „Aus  deutschen  Kolonien“
sei  verwiesen  auf  die  kurzen  Artikel  über  den
Nutzen  von  Kopradarren  in  deutschen  Kolonien,
über  Wachs  als  Nebenprodukt  der  Kautschukplantagen
  in  Deutsch-Ostafrika  und  über  die
Kultur  der  Gerber-Akazie  auf  Buschland  in  West-Usambara.
  In  den  folgenden  Abschnitten  findet
sich  ferner  eine  Menge  von  interessanten  Angaben
über  wichtige  tropische  Kulturen,  wie  über  das
Zuckerrohr,  die  chinesische  Ramiepflanze,  Kautschuk
  u.  a.  m.

Schiffsverkehr  im  Hafen  von  Oogamblque  im

 

 

 

Jahre  1906.
1.  Einlaufend.
Dampfer  Segelschiffe
Krlegs-  Frulto  Bruno=Flagge
  shn  Anzahl  Tonnen=  Anzahl  Tonnene
  gehalt  achalt
Deutsch.  .  .  1  58  196  417  1  250
Englisch.  2  6  7  406  34  2337
Portugiesisch  11  58  105  429  14  433
Französisch.  —  —  —  4  255
Arabisch.  .  .  —  —  —  58  4328
zusammen  14  117  309  252  111  8103
2.  Auslaufend.
Deutsch  .  1  54  213582  1  250
Englisch.  .  .  1  7  7521  26  1734
Portugiesisch  12  51  93  582  18  153
Französisch  —  —  —  255
Arabisch  —  —  —  68  1550
zusammen  14  112  314  685  117  7212

 

Literatur.

Bei  dem  von  Dr.  C.  Mense  in  Cassel  herausgegebenen
  Archiv  für  Schiffs=  und  Tropenhygiene,
  welches  im  XI.  Bande  vorliegt,  ist
eine  zweckmäßige  Neuerung  und  Erweiterung  zu
verzeichnen.

Vom  Monat  Juli  1907  ab  werden  mit  be-
        <pb n="1022" />
        W  911  20

sonderer  Unterstützung  des  Instituts  für  Schiffsund

  Tropenkrankheiten  sowie  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft

  Beihefte  —  in  zwangloser  Folge

—  herausgegeben.

Die  Beihefte  bringen  monographische  Darstellungen
  über  verschiedene  den  Tropenarzt  interessierenden
  Themata.  Sie  wollen  das  Archiv
selbst  entlasten,  andererseits  ermöglichen,  daß
größere  Arbeiten  ungeteilt  veröffentlicht  werden
können.  Sie  erscheinen  nach  Bedarf  und  sind  einzeln
käuflich.  Bei  Bezug  sämtlicher  Beihefte  eines  Jahrganges
  wird  ein  ermäßigter  Preis  eingeräumt.

Da  das  Institut  für  Schiffs=  und  Tropenkrankheiten
  zu  Hamburg  zugesagt  hat,  seine  wissenschaftlichen
  Arbeiten  hauptsächlich  in  diesen  Beiheften
  zu  veröffentlichen,  und  da  von  den  in  den
Kolonien  tätigen  Arzten  umfangreichere  Abhandlungen
  zu  erwarten  sind,  werden  die  Beihefte
ohne  Zweifel  nicht  nur  bei  den  eigentlichen
Tropenärzten,  sondern  über  deren  Kreis  hinaus
Interesse  finden.  —  In  den  bisher  erschienenen
Beiheften  1  und  2  sind  die  nachbezeichneten  Arbeiten
  zur  Veröffentlichung  gekommen:

Studien  über  die  in  den  Tropen  erworbene
  Dysenterie  (Viereck).

2.  Beiträge  zur  Kenntnis  des  Trypanosoma
  gambiense  (Bentmann  und
Günther).

Aus  der  letztgenannten  Arbeit  ist  nachstehende
Zusammenstellung  der  Ergebnisse  der  Unter- 



suchungen  hervorzuheben:  „Der  Erreger  des
Trypanosomenfiebers,  Trypanosoma  gambiense
  (Dutton)  ist  mit  dem  Erreger  der
Schlafkrankheit,  Trypanosoma  Castellani
s.  ugandense,  identisch;  die  Artbezeichnung
Typ.  ugandense  muß  demnach  fallen,  da  die
Bezeichnung  Tryp.  gambiense  die  Priorität  hat.“

Oberleutnant  Sandrocks  Leben  und  Wirken
in  Kamerunn.  „Allezeit  unvergessen  soll  in  der
Geschichte  des  5.  Niederschlesischen  Infanterie-Regiments
  Nr.  154  der  Name  Martin  Sandrock
bleiben,  eines  hervorragenden  Offiziers,  der  im
fernen  Kamerun  als  Beispiel  selbstloser  Pflichterfüllung
  sein  Leben  im  Dienste  des  Vaterlandes
geopfert  hat.“  So  schreibt  der  dem  Regiment
angehörende  Leutnant  und  Adjutant  Drenkhan
in  einer  von  ihm  auf  Grund  von  Tagebuch--blättern
  zusammengestellten,  bei  Oskar  Hellmann
in  Jauer  erschienenen  kurzen  Lebensgeschichte
Sandrocks.  Der  Verfasser  des  Werkchens  hat  es
sich  angelegen  sein  lassen,  ein  getreues  Bild  von
dem  Charakter  und  Wirken  des  in  weiten  Kreisen
bekannten  Offiziers  zu  geben.  In  anschaulicher
Weise  werden  die  von  Sandrock  unternommenen
Expeditionen,  schließlich  seine  Verwundung  bei
Massanga  und  sein  Tod  am  6.  September  1905
geschildert.  Die  Drenkhansche  Schrift  ist  mit  dem
Bildnis  Sandrocks  und  einer  Karte  von  Kamerun
ansgestattet.

Verkehrs-Nachrichten.

In  Ho  (Togo)  ist  am  19.  August  und  in  Kpandn  (Togo)  am  23.  August  d.  Is.  eine
Postagentur  eingerichtet  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen

  und  eingeschriebenen  Briefsendungen  erstreckt.

Postdamyfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schungebieten  für  den  Monat  September  1907.

 

Die  Abfahrt  erfolgt

russchiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  am:  Dauer  Berlin  spätestens.
schiffungshafen  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
l
jvcmschonthq  Neapel  16.  Sept.  7.  Okt.  Mombasa  O  16—18  Tages  14.  Sept.  5.  Okt.
a)  8  Bukoba,  Muansa  und  Obeniche  Schit.h)  1035  abds.

He  mbasa  Welterbe
  roren.  Met  der  Ugandabahn
  und  von  der  Endstation

Marseille  10.

jedes  Monats

Mombasa  O  17  Tages.  jed.  Mts.  9/0  abds.

zu  Schl  den  Besum-  Brindisi  29.  Sept.  '  T  7.  S  s
ä—  ach  s  9.  Sept  Mombasa  O  18  Tage  J27.  Sept.  10  abds.
b)  h,  7m  GEicmannn,  Neapel  16.  Sept.  7.  Okt.  Tanga  17—19  Tage  14.  Sept.  5.  Okt.
bl  Pangani,  *  10  abds.
olcht  *7  4  lhelmstal)  „%
Neap  16.  Sept.  7.  Olt.  Daressalam  18-21  Tages  14.  Sept.  5.  Okt.
m—m——z  abds.

c)  nach  Deutsch.  Ostaltta  Marseille  10.

(ausschl,  der  unter  a  und  b
genanmten  Postorte)

Brindisi  29.  Sept.
(engl.  Schiffe)

 

jedes  Monats

Zanzibar  18  Tage

8.  jed.  Mts.  1055  abds.
(von  Zan  tibar  unmmittelbar

We  46  öe  derung  nach

Daressalam  durch  Gouvernenrnebsgucnn

  o  in  6  Stund.)
Zanzibar  Te  27.  Sept.  105  abds.
nach  Daresfalam  welter

mit  eessal  Gelegenheit
        <pb n="1023" />
        912  2

 

 

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt
Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
l
Nea  10.  Oltt.  Friedrich  iheln.
Gemso  -  1  Tage
9  .  Simpsonhen  8  Tage20.  Sept.  8.  Okt
2  beutsch-Neuguinea.  Brindisi  1  22.  Sept.  Simpsonhafen  38  Tage  10  3  abds.
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelms-="
  hafen  41  Tage
l
Hamburg  25.  Sept.  2.  Olt.  Swakopmund  21,  2.1.  Sept.  712  abds.
25  Tage|l.  Okt.  55  ums.
Antwerpen  7.  Okt.  Swakopmund  20  Tage  6.  Okt.  88  oms.
3.  deutsch-südwestafriha.  ehSi  es
a)  nach  Abbabts,  he  Gl-  Boulogne  8.  Olt.  Swakopmund  19  Tages.  Okt.  10°  nms.
beon,  Gobabls,  Gochas.  G  voot
fonlein,  n  0  hewa  (deutsche  Schiffe)
Satglstogfer  Karde  ve.  Lub.  Southampton,  21.  Sept  Swakopmund  20  Tage20.  Sept.
l—  ah,  3  6  .  “  1122  oms.

Omarn  tawi,  Ot  28.  S  5.  Okt.  2,  25  Tg.27.  Sept.  4.
o  u  dnde  1Southampton  28.  Sept.  5.  Okt  Swakopmund  32,  25  Tg.  z.  e  4.  Olt
Lamio  Scei  Srskepmins.  Hambureg  .  ..  Swakopmund  35  Tage  ..  .  .  .  .  5%8  nms
1Wgtes-  W  Waierberg.  IJ  Antwerpen  16.  Sept  Swakopmund  30  Tage  15.  Sept.  8#  oms.

(deutsche  Schlffe)
#Boulogne  17.  Sept  Swakopmund  29  Tage16.  Sept.  10  ums.
(demsche  Schiffe)
Southampton  21.  28.  Sept.  Lüderitzbucht  22,  20.  27.  Sept.  4.  Okt.
5.  Okt  29,  22  Tage  112  oms.
Antwerpen  16.  Sept.  7.  Okt.  Lüderitzbucht  21,  32  Tag5.  —  6.  Okt.
(deutsche  Schiffe)  85  om
17.  Sept.  8.  Okt.  üderi  .  31  T  (
T4h  nach,  !4“n½  64.  g  —  Muloge  7  17.  Sept  kt  Lüderitzbucht  20,  31  Tage  16.  wrt  7.  Okt.
Daechen  ur,  Kert-  Hamburg.  r  25.  Sept  Lüderitzbucht  23  Tage21.  Siots  v  abds.
«  fSouthamptonl  .......  Lsertsbucht294agc.»...  112  oms
Hamburg  2.  Okt.  Lüderitzbucht  37  Tage  1.  Okt.  525  ums.
e)  Naansdrift-  Warm.Southampton  28.  Sept.  Capstadt  in  Tage  27.  Sept.
d.  Kaltfomem  s  und  Southamp  p  dmn  p—  dem  1  #
Landwege  keiter  Steinkopf  «
.  -  23.  jed.  Mts.  iktoria  19,  24  Tage
z  ½  -ie  Hamburg  10.  23.  jed.  Mts  Iitoria  4%  w  *  jed.  Mts.  #epms.  6
2  *  j  M1&amp;amp;,  712  .
8  r*m  bn  Kribi  20  u.  28—30  Tage  6  22  jed.  Mis.  abds.
nea  -  .  ..  .

Ewelgo  Jus-i  n  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
-aeeagg.  Jaunde,  Gohan-  fur  Mer  Duala  18  Tage
Ulbrelsshöhe  Foct  Krihl.,  berursche  Schiftoh  Kribi  19  Tage
Plantatsion,  Biktoria  #Liverpool  21.  Sept.  Duala  23  Tage  19.  Sept.  1065  abds.

Hamburg  23.  jedes  Monats  Rio  del  Rey  31—85  Tage  22.  jed.  Mts.  7½  abds.

b  del  ....  .  —  —

)  nach  Rio  del  Rey  .  Liverpool  21.  Sept.  19.  Okt.  Rio  del  Rey  23  Tages  19.  Sept.  17.  Okt.
10½  abds.

e)  nach  dem  Tschadsee  --Gebiet  j  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tage  jeden  Donnerstag
(Garua.  Kusserh  von  caidia  de  über  10“5  abds.

4)  nach  Osstoinge  Liverpool  jeden  Sonnabend  abar  19  1  Kage,  jeden  Donnerstag
7  dort  weiter  über  Obolum  10/5  abds.

Ol#dinge  lam  Croßfluß
e)  nach  Molun  .  .  ..  Antwerpen  3.  Okt.  de  —  2.  Okt.
von  n  .  mit  zden  Eien  en-  10  nachm.
Bordeaux  25.  jedes  Monats.)  dan  z#  Hlutsmeern  ½dl  23.  jed.  Mts.  104  abds.

 

 

 

em  Ssongea  und

Shnet

 

#8s  Molundu

Den  durch  #  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  aenen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt
        <pb n="1024" />
        G  913  2c

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Jap  70  Tage  —
Neapel  JZa  —  11.  Okt.
5.  den  Karolinen,  Palau-)Oenrsche  Schiffe,  13.  Okt.  Faipan  5  Me  10  3  abds.
Inseln,  Marlanen.  Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
—  :  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.
a  Nea  gr  4%  26.  Sept.  10.  Okt.  Tsingtau  32—36  Tage21.  Set.  8.  Ott.
eutsche  Schiffe  10  3  abds.
6.  Riautschou  uaurrins  .  jeden  Sonntag  Tsingtau  31—36  Tageseden  Freitag  10  55  abds.
—  Mar  arlein  29.  Sept.  Tsingtau  31—36  Tage  e
ranz.  S  e)  5
Liberpool  20.  Sept.  Tsingtau  31  Tage  19.  Sept.  .  vms.
Neapel  13.  Okt.  Jaluit  47  Tage  11.  Okt.  103  abds.
7.  Marshall-Inseln.  Cengl.  Schiffen  4
Iir  desnk  27.  Okt.  Jaluit  59  Tage  25.  Olt.  10  abds.
(engl.  Schiffe
Neapel  13.  Okt.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  (engl.  Safe  1.  11.  Ott.
Brindi  Wii-  6G.  Okt.  Apia  51  Tage  10  ums.
engl.  Schiffe
Hamburg  1.  11.  23.  jed.  Mts.Lome  19,  18,  22  Tage10.  22.  30.  Sept.  7  nh#abd  %
Nordenham  Z.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mts.  1123  oms.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mt.  858  oms.
E  Zerlzrh  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  10  ums.
Togo.  (beutsche  Schiffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonou  19  I  10.  jed.  Mts.  104  abds.

 

Vordeaur  25.  jedes  Monats

Liverpool  jeden  Sonnabend

Cotonou  14  T.

—

o#lktra

 

age

von  da  ab  zarsrio
age

von  da  ab  Lonpuercleindung

i  dort  weiter  auf  dem
Sonldborhe  in  41—5  Tag

23.  jed.  Mts.  10/5  abds.

Donnerstag  9  3¾  abds.

 

Eintressen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Poit  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafer  in  Berlin  am
Marseille.  19.  Sept.  Marshall-Inseln,  Neapel  .  26t6.  Sept.  2.  Nov.
beutsch-Keuguinen.  HD  ehn  11.  W6.  Sept.  arstan  ZuselnNeogel  "-p--—-.
  25  Mo  2  *
Neapel.  .  .  .  208.  Sept.  3“.Okt.  Neapel  *  25  t
Ostafrina  .  Brindisi  .  .  .  22.  Sept.  «.  »
deutsch-i  Matfcillc...16.  jed.  2  Brindii  2.  Eept.  6.  Okt.
—  «  ---,.-  Marseille.  ..  19.  Sept.  3.  Ott.
deutsch-Südwestafrinal  Antwerpen.  211.  Sept.  verpool  29.  Sept.  örer
mburg  16..  i  Sept.  Riautschou  .  ..  Vancouver.
nördl.  Tell  d.  Schusgeb.  ]  Southampton  22.  Sept.  6.Okt.  Wiautsch  Plymouth,  15.  17.  10.  24
südl.  Tell  des  Schutzgeb.  Southampton  2.  .Scpt.  6.  Okt.  Southampton,  26.  Sept  ·
Hamburg  »  Sept.  ve  Havre  oder  14.  2.  54.Ott
Antwerpen  127.  Ott.  Queenstown  *7
—.  —-——-——  —  -  Sibir.  Eisen=Hamburg
  16-  Sept.  2—  Okt.  bahn.  .  .  .  jed.  Montag  u.  Mittw.
8  *
Kamerun  .·  nn  e.  Mr  samoa  Queenstown.  „  unbestimmt,  voraus-)
  ept.  Samoa.  od.  Plymouth  sichtlich  16.  Sept.
den  Karolinen  ö
arianen.  7  lnsese  26.  Sept.  30.  Nov.  logo  Southampton  20  #  Mts.
palan-Inseln  Hamburg  1  23“.  Sept.

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="1025" />
        W  914  20

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard"  Daressalam  16/8.  —  24/8.  Mahé  (Seychellen).

S.  M.  S.  „Condor"  Levuka  5/8.  —  11/8.  Apia  10/9.  —  Honolulu.

S.  M.  S.  „Panther“  Paramaribo  5/8.  —  15/8.  Poro  Grande  17/8.  —  22/8.  Las  Palmas  3/9.
—  7/9.  Dakar  11/9.  —  Freetown  (Sierra  Leone).

S.  M.  S.  „Planet"  Vermessungsgebiet  bei  Matupi.

S.  M.  S.  „Seeadler"“  Daressalam  20/8.  —  2/9.  Tanga.

S.  M.  S.  „Sperber"  Duala  25/8.  —  25/8.  Fernando  Po  29/8.  —  31/8.  Lagos  5/9.  —

5/9.  Cotonou  (Dahome)  7/9.  —  7/9.  Lome  (Togo))  14%/9.  —  Viktoria.
Ablösungstransport:
Fahrplammäßgen  Reichspostdampfer  „Prinzessin“  der  Ostafrika-Linie  mit  der  abgelösten  Besatzung
M.  Schiffe  „Seeadler“  und  „Bussard“.

Transportführer:  Kapitänleutnant  Bachmann,  von  Neapel  ab  Oberlt.  z.  See  Schröder  (Erich).
Mozambique  8/8.  —  10/8.  Zanzibar  11/8.  —  11/8.  Daressalam  12/8.  —  12/8.  Tanga  13/9.

—  13/8.  Mombassa  14/3.  —  19/8.  Aden  19/8.  —  24/8.  Snez  24/8.  —  24/8.  Port  Said  25/8.

—  28/8.  Neapel  29/8.  —  31/8.  Marseille  2/9.  —  Tanger  6/9.  —  7/9.  Lissabon  7/9.  —  Dover.

Schiffsbewegungen  ?  der  Woermann-  Linie  zwischen  Hamburg  und  *  und  Sudwestafrila

 

 

 

 

Postdampfer  eise  6  Lebte  Nacheichten
von  ,Z  nach  bis  10.  September  1907.
„Adolph  Woermann  ..  Hamburg  1  Lũderitzbucht  am  5.  September  ab  Las  Palmas.
„Alexandra  Moermann“..  Gabun  Hamburg  am  6.  September  in  Las  Palmas.
„Aline  Woermann"  Swakopmund  Kapstadt  am  31.  August  in  Kopstadt.
„Anna  Woermann  .  ..  Hamburg  Winnebah  am  8.  September  Dover  passiert.
„Arnold  Amsindkk  Hamburg  Mossamedes  am  30.  Migunt  ab  Mossamedes.
„Ascan  Woermann"  Mossamedes  Hamburg  am  30.  August  in  Lome.
„Carl  Woermann"  Winnebah  Hamburg  am  10.  September  ab  Sierra  Leone.
„Eduard  Bohlen""  ..  Kapstadt  Swakopmund  am  2.  September  in  Swakopmund.
„Eduard  Wocrmann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  24.  August  in  Hamburg.
„Elconore  Woermann!:  Hamburg  Duala  am  10.  September  Surbaven.  beisiert.
„Ella  Woermann  .  ..  Hamburg  Winnebah  am  24.  August  in  Sierra  Le
„Erna  Woermann“  .  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  7.  September  ab  Madelga
„Frieda  Woermann  .  ..  Hamburg  Kotonon  am  30.  August  in  Cotonou.
„Hans  Woermann".  Gabun  Hamburg  am  8.  September  in  Duala.
„Hedwig  Woermann"  Assinic  Hamburg  am  21.  August  bei  Sherbro  gestrandet.
„Henriette  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  7.  September  ab  Swakopmund.
„Irma  Woermann:  BVurutu  Hamburg  am  1.  September  in  Hamburg.
„Jeannette  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  5.  September  in  Dakar.
„Kurt  Woermann“.  ..  Hamburg  Calabar  am  7.  September  Ouessant  passiert.
„Lili  Woermannz  Hamburg  Aurutu  am  15.  August  in  Lagos.
„Linda  Wocermann"  Rio  Nunez  Hamburg  am  7.  September  in  Conakry.
„Lothar  Bohle  "  .  Hamburg  Kotonon  am  8.  September  DS#uis  gtoifler.
„Lucie  Woermann".  Duala  Hamburg  am  10.  September  in  Vikto
„Marie  Woermann"  Hamburg  Assinie  am  30.  August  in  Assinie.
„Martha  Woermann“  Gabun  Hamburg  am  25.  August  in  Hamburg.
„Max  Brocck.  Hamburg  Mossamedes  am  1.  September  ab  Las  Palmas.
„Melita  Bohle  "“  Assinie  Hamburg  am  17.  August  in  Hamburg.
„Otto  Woermann“.  .  ..  Hamburg  Rio  Nunez  am  2.  September  in  Madeira.
„Paul  Woermann“.  ...  Calabar  Hamburg  am  1.  September  ab  Lago
„DThekla  Bohlen""  Hamburg  Calabar  am  13.  August  ab  Las  Maas.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika=  Dienst.
„Duala“...  .  ..  Accra  Hamburg  am  4.  September  in  Hamburg.
„Edeatt###  Hamburg  Burutu  am  31.  August  ab  Las  Palmas.
„Kamerunts  Hamburg  Gabun  am  1.  September  in  Madeira.
„Lome  .  Kotonon  Hamburg  am  9.  September  in  Hamburg.
„Otavi“  ....  Lüdcritzbucht  Hamburg  am  9.  September  in  Gabun.
„Swakopmund"“  ....  Hamburg  Lũderitz  bucht  am  3.  September  ab  Swakopmund.
.  ....  .  urg  Mossamedes  am  9.  September  ab  Hamburg.
„Windhuk“  ......  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  August  in  Swakopmund.
„Dortmund  .  .  .  ...  Lüderitzbucht  Hamburg  am  5.  September  ab  Las  Palmas.
„Spartas  Lüderitzbucht  Hamburg  am  4.  September  in  Hamburg.
        <pb n="1026" />
        Telephon:  Amt  J  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  „Heydtbank".

W  915  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolontalwerte,  Berlin  W.  64.

11.  September  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

 

 

 
 
 
  

 

 

 

4bP  «
Grün-  Ge-  lerte  I
dungs-  Kapital  schãfts-  EN  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  Mart  jahr  #der  eine  dende  2%%  5½%
b4.  1
1906  1250  000  „I.  10  —  105  110
1906  2000  000/1.  11  4  T  —  25c
1905  1  200  000  1.  41  —  40r#  .  —  98
1905  600  000  1.  1.)  0  5  ·  100
1800  1  500  O00/1.  11  30  22  2560  —
1891  2  600  000  1.  10.  5  7  87  90
1905  220  000  1.  1.  —  13  1los  109
1900  418000  1.  1.  7  7  118  122
1878  2  750  000  1.  1.  12  20
212  216
1885  2  000  000  1.  4  0  20  190  —
1907  2  500  000  1.  1.)  —  —  ...—  99
1902  1000000  1.  1.  0  0  77  85
1902  000  000  1.  5.  1  3  92
1885  .  3  721  000  1.  1.  83½  5  100  103
3000  000  5  5  101  104
1#6  2000  000  /1.  1.  0  ]12zsfr.  16zefr
1903  11  495  000  1.  1  3%½%  1%
.991  92
1897  2250  000  1.  1  7  4  —  95
1899  4  000  000  1.  1.  0  0  —  M150.—
360  000  %  ·  0  do  .  —  M  14.—
18988  1  000  0O000  1.  11  5  10  Südkamernn  128.  182
1000000  J  »()1oil  do  .  115  113.
1889  2  000  000  (1.  10.  0  1½  —  34
1807  1  153000  1.  10  K  —  40
18399  3.000  000  ]1.  100  4o  20  30
1887  1200  000  1l.  1150  20  4340  355
1898  1  200  000  1.  7110  0  Stamm-Aktien  10  15
"  «  do  Vorzugs-Aktien  45
1904  1000  000  1.  1.  —  0  K  k##.  Akti  .  —  10
1906  3  000  O000  1.  1.  —  4  Kamerun=  Loerer  Compagnie  .  —  98
190311000000  1.  1.  —  0  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A.-G.  —  85
1899  #  1  100  000  1.  71  0  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  ..  75  82
1885  6  000  000  1.  4.  0  0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Anteill  90  96
|  82  0  Stamm-Anteile  43  48
1906  1  200  O000  1.  11—  —  .  —  95
1904  21000000  1.  1.  8  8  Anteile
Zins  und
«  -....  92  93
1900  20  000  O00O0  11.  4.  0  0  120  1256
1897  1  2  000  1.  10.  5  6  —  92
1895  1  500  000  /1.  1.  0  ·  —  85
1903  800  000  1.  1.  0  0  —  95
1905  2000000  f.  1.4  4  —  do
1897  500  0000  1.  111  o  —  105
1900  1  C  500000  1.  7.  0  0  „  8  sh  3  sh  3  d
1892  2  000  000  1.  7.  0  0  16  16  sh  6d
1893  869  100  1.  4.  0  HUisambara  oerien  kr.  s—3  Stamm-Anteile  —  33  zöfr.
6  142  200  0  0  do  Vorzugs-Anteile  47zöfr.  62  zöfr.
1897  0001.  1.  ·0  0  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi
Stamm-Anteile  72  —
600  000  0  6  Vorzugs-Anteile  100  —
1897  4500  000  1.  1.  0  0  Bestafrikanis  h  Pflanzungsgesellschaft  Victoria!
zusammengelegte  Stamm-Aktien,  45
do  Vorz.-Aktien  120  —
1895  1  800  000  .  1.  ehe.  Handels-  und  -
l  60  —

Zu  jeder  Art  von  Auslunft  ist  kiosichenues  Vanlhaus  steis  gern  bereit.
        <pb n="1027" />
        hzZuserate  sind  an  die  Geschäftsstelle  des

Bekanntmachung.

In  das  hiesige  Handelsregister  Abteilung
  A  Nr.  46  ist  heute  die  Firma
Silva  &amp;amp;  Sonza
mit  dem  Sitze  in  Daressalam  und

als  deren  Inhaber
1.  der  Nusmann  Scbastiao  Francisco
  Tavi

der  8  Meiro  (Coridade

S#2

.  der  elldinamn  Manoel  Fran-Ckeidoco
  Leopoldo  da  Souza,

sämtlich  in  Daressalam  wohnhaft,
eingetragen  worden.

Die  Gesellschaft  ist  eine  ossene  Han-Pecgesellschaft.
  und  hat  am  1.  April
1905  beg  (326.
Dareslalem,  den  17.  Januar  1907.
Kaiserliches  Bezirksgericht.

G.  916  25

Anzeigen.

„Deutschen  Kolonialblaues“.  Berlin  SW#.  Kochstraße  68—71,  einzusenden.

—  —  —
Der  Kenner  4
weiss

——*

Söhnlein
Rheingold

auf  dem  Kork
einer  Flasche  Seck
hervorragendste  oalität.
vollendetste  Art  der
Secterzeugung.
treffliches  Bouquet
u.  ausgereiltes  Flaschenlager
verbürgt!

—

  
  
 

—  -

S

—
r*P+n

*  =

 

 

Bekanntmachung.

n  das  Handelsregister  A  ist  unter
vr  15,  betreffend  die  Firma  Luther  4
Seyfert  in  Bremen,  Zweigniederlassung
  in  Lome,  folgendes  eingetragen
  worden:

Seit  31.  Dezember  1906  ist  persönlich
  haftender  Gesellschafter
der  Kaufmann  Friedrich  Heury
Luther  in  Bremen,  der  mit  dem
Kousmann  Christoph  Franz  Rückel

als  Kommanditist  das  Geschäft  in
unveränbertet  Firma  als  Kommanditgeellichaft
  fortführt.

Am  31.  Dezember  1906  ist  John

Louis  Erw“  win  Seyfert  als  persönlich
haftender  Gesellschafter  auegeschieden.

Die  Einlage  des  Kommandiesten
di  ückel  ist  am  31.  Dezember  1906  a

ark  erhöht  worden.

6en%  den  19.  Juli  1907.

Der  kommiss.  Bezirksrichter.

%

 

Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister  A,  laufende
Nr.  13,  betreffend  die  Firma  Risch  &amp;amp;

unk  in  Lome,  ist  heute  eingetragen
worden

Di  Gesellschaft  ist  ausgelöst.

Der  bisherige  Gesellschafter  Kaufmann
  Hugo  Sauerland  in  Lome  ist
alleiniger  Inhaber  der  Firma.  (32,)

Lome,  den  5.  August  1907.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Bekanntmachung.
Im  Haneelsregister  „Abteilung  A
Nr.  4  wurde  heule  die  Firma
„Bollens  et  Compagnie“,
entreprises  commerciales  du  Victoria
  Nyansa  in  Lille  mu  Zweigniederlassungen
  in  Muansa,  Tabora  und
Ujijj  eingetragen  (325)
Muansa,  den  18.  Juli  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

 

 

 

Misch  für  di
lich  für  die  Tropen.
*
—
#  5
55  2
o  Z.
1  —
2  -
G  #  —
#.—  3
m.  l
—  *
1.  Alpen-Milch.  sterilisiert  und  homogenisiert.
2.  Nicht  gezuckerte  kondensierte  Alpen-Milch  sterilisiert.
3.  Reiner  Schweizer  Alpenrahn  sterilisiert.
4.  B.  A.  C.  flüssige  Berrer  Alpenmilch-Ghocolade.
The  Bernese  Alpe  Milk  Co.  Stalden  i.  ꝛ  Schweiz.
Zweiginbrik  in  Blessenhofen.,  bayer.  Alle
Paris  1900  „Hors  Concours“,  Miltglied  der  basienna.  Jury.  *nl2,
auffräge  durch  Exrportbäuser  in  Europs.

 

 

 

 

 

F.  C.  Heinemann,  Erkurt  123.

Hoflielerant  Sr.  Mal.  d.  Deutsch,  Kalsers  u.  Könige  v.  Preussen.

Sezmenrucht.  Kunst-  u.  HandesspirtuenC

——  kostenlos  in  deutscher  Ausgebe:  2
#bblldunges,  Kal  ler.  Kultur-  Anleit
bntepe

 
  
  
 
 
 
 

leitung  #  Ses

franrösleche  Ausgabe.
Seemässlg  angachto  auserlesen
Erfurter  Gemüsesamen-  und
Slumensemen-Sortimente
mit  neuem  luftalchten  Verschluß  der  Kästen.
der  in“  uoue  mes  llerausachmen  je  nach  Re-  —-(llli(-l«.:cstl
  l)
tiefes-tot  vrieler  Iberseelscher  Benhören,
A'lssions-Anstaffen  urd  Privatkunden.
        <pb n="1028" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Kmtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Oktober  1907.  Nummer  19.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  vnt  1.  n  15.  jedes  Wonais  D#sn.  (werden  als  eibekt  helaetagt  de,  mindeens
Annsal  viertelsäbr  #  erschsinenden:  eilun  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“,  —

Dnnckelmt  Der  terte  ßeL  iche  heneensrnn  für  8  erberlatben  in  den  Belheste  ket  at  beln  begn  n-Poft
  und  die  Buchha  o  W  heolten  r  Streifband  durch  die  Ver  grtagshuchhandlung:  a)  M.  1.—  für  Deutschland  dt
der  deutschen  Schutz  nnd  Ofllln  arns  li)  M.  5.—  für  die  Länder  des  Wellpostvereins.  —  unsu  Deut  .  a  ragen
sind  an  die  t  Fsgee.  ofbuuthhanslerre,  ot  A  nm  Mittler  und  Sohn,  Berlin  SW8,  Kochstraße  68—71.  Anscaseu

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verordnung  des  onverneurs.  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  die  Sffnung  von
Berlinhafen  für  den  Auslandsverkehr.  Vom  10.  Juli  1907  S.  917.  —  Personalien  S.  918.
Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  921.  —  Patriotische  Gaben  S.  922.
Togo:  Dammbau  zwischen  Anecho  und  Adsjido  (mit  2  Abbildungen  und  1  Slizze)  S.  922.  —  Von  der  Verkehrsanlage
  S.  921.
Deutsch-Südwestafrika:  Von  der  Südbahn  S.  921.

Deutsch-  Neuguinea:  Squally  JIsland  S.  921.

Deutsch-Ostafrika:  Vom  Eisenbahnbau  Doarcefalan.—  Morogoro  S.  925.  —  Prämiierung  deutsch-oftafrikanischer
Erzeugnisse  auf  der  Weltausstellung  in  St.  Louis  S.  926.

Kamerun:  Zum  Außenhandel  des  Schutzgebiets  Kamerun  im  Ralenderjahre  1906  S.  926.  —  Der  Außenhandel

des  Schutzgebiets  Kamerun  im  Kalenderiahre  1906  S.  930.  —  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets
  Namerun  einschl.  des  Handels  Garuas  im  I.  Viertel  des  Ralenderiahres  1907  im  Vergleich  mit  dem  Handel
im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  955.

Kolonialwirtschaftliche  Mitteilungen:  Eine  Studienreise  nach  Java  S.  957.  —  Central-Afrikanische  Bergwerks-Gesellschaft
  S.  957.  —  Rheinische  Handel-PlantagenGesellschaft  S.  958.  4

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebictene  Gouverneurwechsel  auf  Hawaii  S.  959.  —  Die  Olsaaternte
  Bengalens  1906/07  S.  959.  —  Olsaatausfuhr  aus  Brilisch=  Indien  April  1906  bis  Januar  1#  1907  S.  960.  —
Die  Sesamernte  Britisch=  Indien  1907.08  S.  961.  —  Nohrzuckerernte  Britisch-Indiens  1907°08  S.  962.  —  Die
australische  Zuckerproduktion  S.  963.  —  Der  Kakaomarkt  auf  Ceylon  S.  963.  —  Der  Reismarkt  in  Birma  S.  963.  —
Der  Gummemarkt  auf  Ceylon  S.  9603.—  Juteernte  Mitische  Indiens  1906/07  und  Aussichten  für  1907/08  S.  964.—
Aussichten  der  indischen  Baumwollernic  1907/08  S.  961.  —  Ein  ägyptischer  Baumwoll-Trust  S.  966.  —  Baumwollhandel
  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  im  Baumwolljahr  19006.07  S.  967.  —  Der  affeemarkt  in  Santos  im
Juli  1907  S.  968.  —  Farbholzgewinnung  und  ähandel  auf  Jamaika  S.  969.  —  Außenhandel  von  Portugiesisch-Guinea
  1906  S.  969.  —  Rubas  Außenhandel  1906  S.  970.  —  Vorschriften  für  die  Ausfuhr  von  Flachs  (neusee-Gndischem
  Hani)  aus  Neuseeland  S.  971.—  Vollbegünfuigte  Einfuhr  von  Kakao  in  Bohnen  und  Schalen  aus  Dahomey
S.  —  Anderung  des  Jolles  für  Kalao  in  Bohnen  und  n  in  Dahomey  S.  971.  —  Geplantes  Verbot  der
eh  von  Straußen  und  Stranßeneiern  aus  Transvaal  S.  971.  —  Gründ  ung  einer  Diamantschleiferei=  Industrie
in  Südafrika  S.

Verschiedene  MRitteilungen:  Bitte  an  alle  Zäger  an  „Mrita  S.  972.  —  Erböhung  )  üÜleerfahrt  pren  der
esechen  und  australischen  Neichspostdampferlinien  S.  —  Liter  atur  S.  972.  ehrs-Nachrichten

74.  —  Schiffsbewegungen  S.  977.  —  Kurse  henner  banroniahiete  S.  978.  ov  es

EscccncceAmtlicher  Teilsleeenn

 

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Meuguinea,  betr.  die  öffnung  von
Berlinhafen  für  den  Kuslandsverkehr.
Vom  10.  Juli  1907.

Auf  Grund  des  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten,  vom
27.  September  1903  (Deutsches  Kolonialblatt  S.  509)  und  in  Ausführung  des  §  1  Absatz  2  der
Zollverordnung  vom  30.  Juni  1888  werden  die  Reeden  von  Eitapé  und  Tumlco  (Berlinhafen)
in  Kaiser-Wilhelmsland  dem  Auslandsverkehr  geöffnet.

Herbertshöhe,  den  10.  Juli  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Hahl.
        <pb n="1029" />
        G  918  20

Dersonalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Geheimen
Regierungsrat  Professor  Dr.  Freiherrn  v.  Dauckelman  den  Roten  Adler-Orden  dritter  Klasse  mit
der  Schleife,  den  vortragenden  Räten,  Wirklichen  Legationsräten  Dr.  Otto  Gleim,  Karl  Ebermaier
und  Dr.  Karl  von  der  Groeben,  dem  Geheimen  Hofrat  Emil  Biermann,  dem  Hilfsarbeiter  Hofrat
Johannes  Tesch  den  Königlichen  Kronen-Orden  dritter  Klasse  und  den  Hofräten  Johannes  Heinze
und  Angust  Macße  den  Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Kammergerichtsrat
  Georg  Wilke  die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  vierter  Klasse  und  den
Kammergerichtsräten  Konrad  Straehler,  Dr.  Lucian  Kleine  und  Max  Oelschläger  den  Roten
Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  König  von  Sachsen  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Übertritt  der
Oberleutnants  Winkler  und  Frenude  sowie  des  Stabsarztes  Dr.  Mansfeld  in  ihrem  Kommando
zur  Dienstleistung  vom  Auswärtigen  Amt  zum  Reichs-Kolonialamt  zu  verfügen.

Seine  Königliche  Hoheit  der  Prinzregent  haben  mit  Allerhöchster  Entschließung  vom
22.  August  1907  zu  verfügen  geruht,  daß  die  Allerhöchst  befohlenen  Kommandierungen  von  Offizieren
zum  Auswärtigen  Amt,  nämlich:  der  Hauptleute  Freiherr  v.  Seefried  auf  Buttenheim  des
8.  Infanterie-Regiments  und  Engelhardt  des  1.  Pionier-Bataillons  sowie  der  Leutnants  Friedrich
v.  Nagel  zu  Aichberg  und  Freiherr  v.  Reitzenstein  des  Infanterie-Leib-Regiments  in  gleicher
Weise  für  das  Reichs-Kolonialamt  fortzubestehen  haben.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  11.  September  1907.
v.  Debschitz,  Oberleutnant,  am  30.  September  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem
1.  Oktober  d.  Is.  im  Infanterie-Regiment  Prinz  Moritz  von  Anhalt-Dessau  (5.  Pommerschen)
Nr.  42  angestellt.
Dr.  Stierling,  Stabsarzt,  auf  sein  Gesuch  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension,  mit  der  Erlaubnis
  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  und  unter  Verleihung  des  Roten  Adler-Ordens
  4.  Klasse  bewilligt.
Es  werden  befördert:
Wendland,  Oberlentnant,  zum  überzähligen  Hauptmann  und
Scherschmidt,  Assistenzarzt,  zum  Oberarzt.
Schimmer,  Oberleutnant  im  2.  Feldregiment  und
Wünn,  Oberarzt  bei  der  1.  Feldtelegraphen-Abteilung,  beide  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika
in  die  Schutztruppe  versetzt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  11.  September  1907.
Am  30.  September  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Oktober  d.  Is.  im  Heere
angestellt:
die  Hauptleute:
Starck,  im  Generalstabe,  unter  Uberweisung  zum  großen  Generalstabe,  im  Generalstabe  der  Armee,
Hälbig,  im  Etappenkommando,  als  Kompagniechef  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  1  und
Faupel,  im  Generalstabe,  unter  Überweisung  zum  Generalstabe  des  IV.  Armeekorps,  im  Generalstabe
  der  Armee;
die  Oberlentnants:
Roosen  im  2.  Feldregiment  und
v.  Frantzins,  beide  im  Königs-Infanterie-Regiment  (6.  Lothringischen)  Nr.  145,
        <pb n="1030" />
        W  919  20

Graf  v.  Carmer,  im  Braunschweigischen  Infanterie-Regiment  Nr.  92,

Barack,  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  im  Bergischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  59,

Holtz,  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Feldartillerie-Regiment  Großherzog  (1.  Badischen)
N

r
v.  Schauroth,  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Königin  Augusta  Garde-Grenadier-Regiment
  Nr.  4,
Nadrowski,  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  im  2.  Westprenßischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  36,
Streceins,  im  Infanterie-Regiment  Hamburg  (2.  Hanseatischen)  Nr.  76,
Degenkolb  in  der  Maschinengewehr-Abteilung  Nr.  8,
v.  Davidson,  in  der  V.  (Proviant)  a  Kolonnen--  „Abteilmg,  im  Feldartillerie-Regiment  von  Peucker
(1.  Schlesischen)  Nr.
Strödel  im  Großherzoglich  clenburgischen  Füsilier-  Regiment  Nr.
Bock  v.  Wülfingen  im  Kaiser  2  arde  t  1,
Voigts,  in  der  II.  (Proviant-)  K  Kolonnen=  Abteilung,  im  Niederrheinischen  Füsilier-Regiment  Nr.  39,
Schultz,  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  2.  Badischen  Feldartillerice-Regiment  Nr.  30,
Dunst,  in  der  II.  Funkentelegraphen-Abteilung,  im  Infanterie-Regiment  Hamburg  (2.  Hanseatischen)

 

r.  76,
Diethold,  im  Fußartillerie-Regiment  Encke  (Magdeburgischen)  Nr.  4,
v.  Hirschfeld  im  2.  Ober-Elsässischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  51  und
v.  Billerbeck  im  Feldartillerie-Regiment  von  Scharnhorst  (1.  Hannoverschen)  Nr.  10;
die  Leutnants:
v.  Dreising,  in  der  Feldsignal-Abteilung,  im  Kürassier-Regiment  Graf  Geßler  (Rheinischen)  Nr.  8,
Knaths  und  Renschhausen,  beide  im  Königs-Infanterie-Regiment  (6.  Lothringischen)  Nr.  145,
Heinsius,  im  Eisenbahn-  Bataillon,  dieser  unter  Beförderung  zum  Oberleutnant,  vorläufig  ohne
Patent,  mit  einem  Dienstalter  vom  heutigen  Tage,  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  3,
Fritsche  im  2.  Oberrheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  99,
Pavel,  im  22  Feld-Regiment,  im  Grenadier-Regiment  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  (1.  Pommerschen)

Nr.
Gaede  im  GSNadierRegiment  König  Friedrich  Wilhelm  I.  (2.  Ostpreußischen)  Nr.  3,
Fischer,  im  Eisenbahn-Bataillon,  im  „senbahn-  Regiment  Nr.  3,
Runge  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  2,
v.  Znaiecki,  in  der  Maschinengewehr-Abteilung  Nr.  1,  dieser  wird  gleichzeitig  auf  ein  Jahr  zur
Dienstleistung  beim  3.  Badischen  Feldartillerie-  Regiment  Nr.  50  kommandiert,
v.  Hundelshausen,  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  2.  Unter-Elsässischen  Feldartillerie-Regiment
  Nr.  67  und
Clorer,  im  Eisenbahn-Bataillon,  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  2
·  Ferner:
Am  30.  September  d.  J.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:
Graf  v.  Zech  auf  Neuhofen,  Hauptmann,
Gabler  und  Mayer  (Georg),  Leutnants,  sowie
Engelhardt,  Feuerwerks-Oberleutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste,
Freiherr  v.  Welck,  Hauptmann  und  Kompagniechef  im  1.  Feld-Regiment  und
Kleeberg,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste.

Es  werden  befördert:
die  Hauptleute:
Wobring  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos  Süd  und  **5
Heye  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos,  —  zu  Majors  sowie
Heuck,  Chef  der  5.  Etappenkompagnie,  zum  überzähligen  Major;
die  Oberlentnants:
Freiherr  v.  Fürstenberg  im  2.  Feldregiment  und
Kuhn  zu  überzähligen  Hauptleuten;
die  Assistenzärzte:
Rapmund  und  Ließ  zu  Oberärzten.
Benthien,  Hauptmann  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  ein  Patent  seines  Dienstgrades
erhalten.  2
        <pb n="1031" />
        W  920  2

Nachurlaub  zur  Wiederherstellung  der  Gesundheit  nach  Deutschland  bewilligt:

v.  Deimling,  Generalmajor,  im  Anschluß  an  den  ihm  durch  Order  vom  17.  Mai  d.  Js.  gewährten

dreimonatigen  Urlaub  ein  zweimonatiger  Nachurlaub,
den  Leutnants:

Nolte,  in  der  I.  (Fuhrpark-)  Kolonnen-Abteilung,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichs-Kolonialamt
  (Kommando  der  Schutztruppen)  bis  zum  29.  September  d.  Is.  gewährten  neunmonatigen
Urlaub  ein  sechsmonatiger  Nachurlaub  und

Zollenkopf,  im  Anschluß  an  den  ihm  vom  Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der  Schutztruppen)  bis
zum  13.  September  d.  Is.  gewährten  neunmonatigen  Urlaub  ein  dreimonatiger  Nachurlaub.

v.  der  Oelsnitz,  Hauptmann  und  Kolonnenführer  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  auf
sein  Gesuch  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension,  der  Aussicht  auf  Anstellung  in  der
Gendarmerie  und  der  Erlaubnis  zum  Tragen  seiner  bisherigen  Uniform  bewilligt.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  31.  August  1907.

Stücker,  Feldintendantursekretär,  Oberintendantursekretär,  am  31.  August  1907,  behufs  Wiederanstellung
  im  Bereiche  der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (bei  der  Intendantur
der  39.  Division),  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  31.  August  1907.
Galke,  Oberveterinär,  am  30.  September  d.  Is.,  behufs  Wiedcranstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Hecresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  10.  Sept.  1907.
Krack  und  Hansmann,  Oberveterinäre,  am  30.  September  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im
Bereiche  der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)  vom  12.  Sept  1907.

Schellack,  Zahlmeister,  am  30.  September  d.  Is.,  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
Preußischen  Heeresverwaltung  (in  einer  Zahlmeisterstelle  des  XIV.  Armeckorps  —  II.  Bataillon
  7.  Badischen  Infanterie-Regiments  Nr.  142),  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamernn.
A.  K.  O.  vom  11.  September  1907.
Dr.  Handl,  Stabsarzt,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2  Jahre  genehmigt.
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Alergnädigt.  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:

Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der  Schutztruppen):

Des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstordens  4.  Klasse  mit  der  Krone  und
mit  Schwertern:
dem  Major  Maercker;
des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstordens  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Stabsarzt  Dr.  Kuhn;
Schutztruppe  für  Südwestafrika:
Des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstordeus  4.  Klasse  mit  der  Kronc  und
mit  Schwertern:
dem  Oberstleutnant  Scherbening,  Allerhöchst  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Chefs
des  Generalstabes  der  Schutztruppe;
des  Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienstordens  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Hauptleuten:
Wobring  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos  Süd,
Bech,  Kolonnenführer  in  der  I.  (Fuhrpar  Abteil
v.  Bosse,  Adjutant  beim  Kommando  der  Schutztruppe,
        <pb n="1032" />
        G  921  20

v.  dem  Hagen  und  Starck,  beide  im  Generalstabe  des  Kommandos  der  Schutztruppe,

Grüner,  im  2.  Feldregiment,

Rembe,  Batteriechef  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  kommandiert  zur  Dienstleistung  beim  Kommando
  der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt  und

v.  Rappard,  Kompagniechef  der  1.  Etappenkompagnie  sowie

dem  Oberlentnant  Oberg  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung;

der  Königlich  Bayerischen  Inbilänmsmedaille:

dem  Feldwebel  Rübel;

die  dem  Herzoglich  Sachsen  Ernestinischen  Hausorden  angereihte  Verdienstmedaille  in

dem  Unteroffizier  Oestreich;

Silber  mit  Schwertern:

der  Königlich  Großbritannischen  Südafrika  Kriegsmedaille  mit  den  Spangen  Cape
Colony,  Orange  Free  State  Transvaal“,  S.  A.  19024.

dem  Reiter  Mittag.

 

nichtamtlicher  Teil  oc

Dersonal-Nachrichten.
Nachruf.

Am  25.  Mai  d.  Js.  fiel  durch  Mörderhand
der  Stabsarzt  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika


Georg  Oskar  Wienecke,

Chefarzt  des  Garnisonlazaretts  Gobabis.

Nachdem  er  fast  drei  Jahre  hindurch  mit
unermüdlicher  Tatkraft  und  nie  versagender  Freudigkeit
  im  Dienste  seiner  verwundeten  und  kranken
Kameraden  tätig  gewesen,  raffte  ihn  kurz  vor  der
Heimreise  ein  unerbittliches  Geschick  hinweg.

Das  Sanitätsoffizierkorps  der  Schutztruppe
betrauert  den  Verlust  dieses  begabten,  pflichttreuen
und  allgemein  beliebten  Kameraden  und  wird
ihm  ein  ehrendes  Andenken  bewahren.

Der  Korpsarzt:
Schelle,  Oberstabsarzt.

Deutsch-Ostafrihka.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
16.  September  1907  angetreten:  Bezirksamtmann
Richter,  Tierarzt  Dr.  Lichtenfeld,  Vorstand
Dahlgrün,  Bureauassistent  1.  Klasse  Stollowsky
und  Tischler  Brühl.

Der  Techniker  Frost  und  der  Landmesser
Hiller  werden  am  7.  Oktober  d.  Is.  die  Ausreise
  nach  Deutsch-Ostafrika  antreten.

In  Ostafrika  sind  am  3.  August  d.  Is.  vom
Heimatsurlaub  wieder  eingetroffen:  Vorstand
Lohrs  und  die  Gouvernementssekretäre  Scherf
und  Vollmering.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  16.  September  1907  von  Neapel  aus  angetreten:
  Leutnant  Gudowins  und  Oberfeuerwerker
  Ringk.

 

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  19.  September
1907  in  Neapel  eingetroffen:  Feldwebel  Krella,
Feuerwerker  Wohlfarth  u.  Unteroffizier  Krause.

Kamerun.
Nach  Kamerun  ist  am  23.  September  1907
ausgereist  der  Bautechniker  Fischer.

Im  Schutzgebiet  sind
meister  Schulz,  Grenzaufseher  Dittrich
Gärtner  Frommhold.

eingetroffen:  Polizeiund


Auf  Urlaub  sind  eingetroffen:  Gouvernementssekretär
  Buschmann  und  Kesselschmied  Hornberger.


Mit  Heimatsurlaub  sind  am  31.  August  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Generalmajor  Müller,
die  Oberleutnants  Schipper  und  Kirch.

Logo.
Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Gerichtsassessor  Oermans,  Regierungslehrer  Ehni
und  Stationsassistent  Schneider.

Deutsch-Südwestafrika.
Regierungsrat  Dr.  Hintrager  ist  zum  kommissarischen
  ersten  Referenten  beim  Kaiserlichen
Gouvernement  ernannt  worden.
        <pb n="1033" />
        Am  11.  September  haben  die  Ausreise  nach
Südwestafrika  angetreten:  Assessor  Dr.  Weber,
Oberbergamtssekretär  Müller  sowie  Bautechniker
Röhrig  und  Eisenbahnpraktikant  Milo.

Eingetroffen  im  Schutzgebiet  sind:  am  30.  April
d.  Is.  der  Hamburgische  Zollamtsassistent  1.  Klasse,
Zollsekretär  Franz  Müller;  am  14.  Juli  d.  Js.
Regierungsassessor  Vogel,  Regierungsbureaudiätar
Max  Krafft  und  Gerichtsaktnar  Christoph  Flor;
am  22.  Juli  d.  Is.  Vermessungsgehilse  Joseph
Rothenfußer  und  Schlosser  bei  der  Eisenbahn
Karl  Kühn;  am  6.  August  der  Landmesser  und
Kulturingenieur  Hugo  Voß.

Am  15.  Angust  d.  Is.  sind  mit  Heimatsurlaub
  von  Lüderitzbucht  abgereist:  Regierungslandmesser,
  Katasterkontrolleur  Harnisch  und  der
Polizeisergeant  Daecke  aus  Warmbad.

Auf  Heimatsurlaub  in  Deutschland  sind  eingetroffen
  der  Gerichtsschreibergehilfe  Müller  und
der  kommiss.  Zollassistent  Pätzold.

 

Ausgeschieden  ist  nach  erfüllter  Vertragsverpflichtung
  am  18.  August  1907  der  Proviantverwalter
  beim  Gonvernement  Stellmacher.

Es  scheidet  aus  dem  Gonvernementsdienst  am
17.  Oktober  1907  aus  der  Zollaufseher  Koch.

 

Laut  telegraphischer  Meldung  ist  am  21.  Angust
d.  Is.  der  Lokomotivführer  Viktor  Kottus  aus
Zabrze  in  Windhnk  an  Wundstarrkrampf  verstorben.

Mit  Heimatsurlaub  sind  in  Cuxhaven  eingetroffen:


Am  9.  August  1907:  Intendanturrat  Zweigert,
die  Zahlmeister  Bock  und  Exß  sowie  Feldlazarettinspektor
  Sellin;

am  14.  August  1907:  die  Intendantursekretäre
Kirchner  und  Weiß,  Intendanturregistrator
Kemter  und  Proviantamtsassistent  Schüßler;

 

922  2

am  24.  August  1907:  die  Leutnants  Riedel  und
Gaehtgens,  Stabsarzt  Willerding,  Oberveterinär
  Rauchbaar  und  Proviantamtsassistent
Kirstein.

Deutsch-HNeugulnea.

Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann,  Regierungsrat
  Senfft  und  der  Polizeimeister  Reichel  sind
am  19.  Mai  1907  in  Jap  wieder  eingetroffen.

Der  Polizeimeister  Heyer  ist  am  5.  Juli  1907
im  Schutzgebiet  Neuguinea  eingetroffen.

Die  Wiederausreise  haben  am  15.  September
1907  angetreten:  Stationsleiter  Geppert  nach
Nauru  (Jaluit)  und  Schiffsführer  Martens  nach
Ponape  (Karolinen).

Der  Techniker  Kastner  wird  äm  9.  Oktober
1907  die  Wiederausreise  nach  Neugninea  antreten.

Der  Gerichtsassessor  Dr.  Klug  wird  am
6.  November  1907  die  Ansreise  nach  Neuguinea
(Simpsonhafen)  antreten.

 

Datriotische  GCaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  Fräulein  Thea  v.  Harbon  in  Dresden-Niederlößnitz
  20  Mk.

2.  Von  Herrn  Direktor  Arthur  Weyda  in  Berlin
  SW.  42  wiederum  5000  Stück  Zigarren.

3.  Von  Seiner  Durchlaucht  dem  Fürsten  von
Pleß  auf  Schloß  Waldenburg  i.  Schl.  weitere
500  Flaschen  Salzbrunner  Oberbrunnen.=4.

  Von  Herrn  Dr.  jur.  H.  Hahn  in  Magdeburg
ein  größerer  Posten  Unterhaltungslektüre
als  Liebesgabe.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  tellweise  nur  mil  Quellenangabe  gestatiet.)

Togo.
Dammbau  zwischen  Anecho  und  Rdlido.
Mit  2  Abbildungen  und  1  Sligge.
Anecho,  der  neben  Lome  wichtigste  Handelsort
  Togos  an  der  Meeresküste,  liegt  auf  einem
schmalen  Landstreifen.  Dieser  wird  (vgl.  Skizze)
auf  der  Südseite  vom  offenen  Meere  und  auf  der
Nordseite  von  einem  langgestreckten  toten  Arme

der  zwischen  dem  Togo-Sce,  dem  Mündungsbecken
des  Schio  und  Haho  sowie  dem  Mono-Fluß  verlaufenden,
  nach  dem  Hinterlande  vielverzweigten
Lagune  begrenzt.

Diesen  örtlichen  Verhältnissen  entsprechend
wird  der  Verkehr  —  sowohl  Personen=  wie  Produktenverkehr
  —  zwischen  Anecho  und  dem  Hinterlande,
  auch  mit  dem  an  dem  Hauptlagunenarme
in  Sebe  liegenden  Bezirksamt  Anecho,  fast  aus-
        <pb n="1034" />
        Zu:  Deutsches  Kolonialblatt  Nr.  19,  1907.

Dammbau  zwischen  Knecho  und  Kdjfido.

 

 

 

Fährr  übrr  den  Tagunenarm  bei  AKnecho.
□m  bintergrunde  Adjido.)

 

 

 

 

Brüche  übrr  den  Hauplarm  der  TLagune  bei  Srbe.
Am  Ufer  links  das  Bezirksamt.
        <pb n="1035" />
        S

schließlich  auf  dem  Wasserwege  in  Eingeborenen-Kanus
  vermittelt.  Abgesehen  von  einer  Verbindung
mittelst  Fähre  (Bild  1),  die  zwischen  Anecho  und
dem  gegenüberliegenden  Adjido  eingerichtet  ist,
war  Anecho  für  direkten  Landverkehr  gegen  das
Hinterland  bisher  durch  den  erwähnten  toten  Arm
der  Lagune  abgeschlossen,  während  über  den
Hauptarm  der  Lagune  bei  Sebe  schon  seit  längerer
Zeit  eine  Holzbrücke  (Bild  2)  mit  massiven
Pfeilern  führt.

In  jüngster  Zeit  ist  nunmehr  durch  diesen
Lagunenarm  ein  Damm  geschüttet  worden,  der

 

—
I  s  l  l  1  l  I  I
1  Pr  0  1  1.  2  u  5

&amp;amp;#n

zur  Zeit  schon  soweit  fertiggestellt  ist,  daß  er  von
Fußgängern  benutzt  werden  kann.  Die  noch
fehlenden  Arbeiten  (Befestigung  der  Böschungen
und  der  Fahrbahn)  sind  nur  bei  niedrigem
Wasserstande  auszuführen  und  sollen  daher  erst
nach  Beendigung  der  Regenzeit,  etwa  im  Oktober,
in  Angriff  genommen  werden.

Nicht  nur  für  den  Verkehr  über  Land  von
Anecho  aus  in  das  Hinterland  des  gleichnamigen

923

 

#·.

Bezirkes  hinein  wird  der  neue  Damm  von  Wichtigkeit
  sein,  sondern  auch  aus  dem  Grunde,  weil
er  indirekt  zur  Verbesserung  der  sanitären  Verhältnisse
  Anechos  beiträgt.

Anecho,  das  nicht  wie  Lome  eine  Ansiedlung
neueren  Datums,  sondern  eine  schon  sehr  alte
Eingeborenen-Niederlassung  darstellt  und  das
daher  ganz  nach  Eingeborenenart  gebaut  ist,  besteht
  in  der  Hauptsache  noch  aus  mit  Strohdächern
gedeckten  Lehmhütten,  die,  nur  durch  schmale
winklige  Gäßchen  voneinander  getrennt,  dicht  aneinander
  aufgebaut  sind.  Daß  bei  dieser  Bauart
in  hygienischer  Hinsicht
  manches  zu  wünschen
  übrig  bleibt,  läßt
sich  leicht  denken.  Vor
allen  Dingen  fehlen
eben  breite  Straßen,
in  denen  die  Seebrise
das  Dorf  durchstreichen
kann,  und  die  eine
Vorbedingung  für  die

Durchführung  von
Sauberkeit  und  von
sanitären  Maßnahmen
sind.

Nachdem  nunmehr
durch  den  neuen  Damm
eine  bequeme  Verbindung
  zwischen  den
beiden  Lagunenufern
geschaffen  ist,  wird  es

voraussichtlich  unschwer
  und  ohne  zu
großen  Kostenaufwand
gelingen,  einen  Teil
der  bisher  im  Altdorf
eingesessenen  Eingeborenen
  zu  veranlassen,
ihre  alten  Hütten  aufzugeben
  und  sich  auf
dem  jenseitigen  Laguneuufer,
  der  Adjido-Seite,
  anzusiedeln.
Dadurch  würde  bei
iô#t##  systematischem  Vorhehen
  die  Möglichkeit
gewonnen,  durch  Beseitigung
  von  Hütten  Platz  für  die  Anlage  von
neuen  breiten  Straßen  zu  schaffen.  Auf  diese
Weise  wäre  ein  weiterer,  sehr  bedeutsamer  Schritt
für  die  seit  mehreren  Jahren  durch  Beseitigung
von  Tümpeln  an  der  Lagune  usw.  energisch
durchgeführte  Sanierung  Anechos  getan.
        <pb n="1036" />
        G  924  20

Von  der  Verkehrsanlage.

Laut  Bekanntmachung  der  Betriebsleitung  der
Verkehrsanlage  in  Togo  im  dortigen  Amtsblatt
ist  mit  dem  1.  August  d.  Is.  versuchsweise  auf
der  Palime-Bahn  in  beiden  Richtungen  ein
täglicher  Zugverkehr  eingerichtet  worden.
Dies  darf  als  ein  erfreuliches  Zeichen  von  dem
Anwachsen  des  Verkehrs  auch  auf  der  neuen
Bahnstrecke  gelten.  ·

Nach  dem  neuen  Fahrplan  geht  nunmehr
werktäglich  ein  Zug  von  Anecho  aus  über  Lome
nach  Palime  und  ein  anderer  von  Palime  aus
über  Lome  nach  Anecho  durch.  Die  Kreuzung
der  beiden  Züge  findet  auf  der  Haltestelle  Gadja,
die  als  Kreuzungsstation  eingerichtet  und  auch  mit
Wasserstation  ausgerüstet  ist,  statt.

Die  Abfahrt  der  Züge  von  den  Zugausgangsstationen
  Palime  und  Anecho  erfolgt  790  und  700
morgens.  Die  Fahrzeit  beträgt  rund  8⅛  Stunden.

75

Deutsch-üdwestafrika.
Von  der  Südbahn.

Der  Ban  ist  auch  in  den  letzten  Wochen  rüstig
vorgeschritten:  um  die  Mitte  des  Monats  September
  ist  die  Teilstrecke  Knibis  —  Buchholzbrunn,
  ungefähr  Kilometer  204  bis  Kilometer  232
von  Lüderitzbucht  aus,  eröffnet  worden.

*E—

Deutsch-MNeuguinea.

Squallv  Island.

Zwischen  den  Sankt  Matthias-Inseln  und
dem  Nordkap  von  Neumecklenburg  liegt,  gleichfalls
  zu  den  deutschen  Südsee-Schutzgebieten  gehörend,
  Sgually  Island  (Stürmische  Insel).
In  seinem  soeben  erscheinenden  Werke  „Dreißig
Jahre  in  der  Südsee“  erzählt  Parkinson  ausführlich
  seinen  ersten  Besuch  auf  Squally  Island
(Tenchinsel).  Wir  entnehmen  daraus  die  nachstehenden
  interessanten  Ausführungen:

„Das  auf  den  Karten  als  Squally  Island
verzeichnete  Land  besteht  in  dieser  Gestalt  nicht.
Die  Insel  liegt  nach  einer  Ortsbestimmung  unter
150  38“  östlicher  Lange  und  1•°  48“  südlicher
Breite  und  ist  eine  kleine,  gehobene  Koralleninsel,
  nicht  über  150  Hektar  groß.  Sie  ist  auf
allen  Seiten  von  Riffen  umgeben  und  mit  Wald
bedeckt,  in  welchem  hie  und  da  einige  Kokosnußpalmen
  sichtbar  sind.  Als  wir  uns  der  kleinen
Insel  näherten,  kamen  uns  einige  kleine,  sehr

 

primitiv  gehaltene  Kanoes  entgegen;  es  gelang
gams  jedoch  nicht,  die  Insassen  zu  bewegen,  längsseits
  anzulegen.  Ihre  Habgier  ließ  sie  aber  so
weit  ihre  Furcht  vergessen,  daß  sie  sich  hinreichend
weit  näherten,  um  uns  auf  einer  langen  Stange
einen  geflochtenen  Korb  zu  reichen,  der  die  Bestimmung
  hatte,  etwaige  Geschenke  aufzunehmen.
Dabei  zitterten  die  Leute  am  ganzen  Leibe  und
schienen  ihre  Furcht  durch  lautes  Sprechen  und
Zurufen  verbergen  zu  wollen.  Leider  war  uns
kein  Wort  verständlich;  weder  die  Sankt-Matthias=Leute
  noch  die  an  Bord  befindlichen  Eingeborenen
aus  Neumecklenburg  und  Neuhannover  verstanden
auch  nur  eine  Silbe  von  der  Sprache.  Diese
war  sehr  reich  an  Vokalen,  und  fast  jeder  Satz
endete  mit  einem  langausgezogenen  ma  oder  ha,

welches  meinen  eingeborenen  Begleitern  eine
Quelle  großen  Vergnügens  zu  sein  schien.  Wir

mußten  in  der  Nacht  vor  der  Insel  beidrehen
und  konnten  erst  am  folgenden  Morgen  landen.
Zahlreiche  Fackeln  auf  dem  Strandriff  verrieten
während  der  Nacht,  daß  die  Eingeborenen  eifrige
Fischer  sind.  Am  folgenden  Morgen  kamen  uns
abermals  die  Kanoes  entgegen;  als  ich  jedoch
beide  Boote  zu  Wasser  ließ  und  dem  Strande
zuruderte,  folgte  man  in  einiger  Entfernung.
Am  Strande  hatte  sich  die  ganze  Bevölkerung
versammelt,  im  ganzen  etwa  150  Seelen,  und
es  war  augenscheinlich,  daß  sie  feindlich  gestimmt
war.  Auf  dem  Riff  stand  eine  ganze  Reihe  besonders
  kampfesmutiger  Helden,  die  in  der  Hand
lange  Lanzen  wurfbereit  hielten,  dahinter  hatte
sich  die  übrige  Bevölkerung  aufgestellt,  teils  mit
Holzknütteln  bewaffnet,  teils  Geröllstücke  in  den
Händen  haltend;  sogar  Weiber  und  Knaben  hatten
sich  damit  bewaffnet.  Da  es  mir  darum  zu  tun
war,  auf  jeden  Fall  einen  feindlichen  Zusammenstoß
  zu  vermeiden,  so  legte  ich  mich  zunächst  aufs
Parlamentieren.  Das  ist  nun  nicht  gerade  eine
leichte  Sache,  wenn  beide  Parteien  auch  nicht
die  geringste  Kenntnis  der  beiderseitigen  Sprache
haben,  aber  ein  vorgezeigtes  Messer,  eine  bunte
Perlenschnur  oder  ein  Streifen  rotes  Baumwollenzeug
  ersetzt  in  solchen  Fällen  alle  Sprachkenntnis.
Über  eine  Stunde  lang  dauerte  dieser  Annäherungsversuch.
  Bald  trieb  die  Habgier  den  einen,
bald  den  anderen  an  mein  Boot  heran,  und
jedesmal  kehrte  er  mit  einem  Geschenk  zurück,  das
allgemeine  Bewunderung  erregte.  Schließlich
konnte  ich  annehmen,  daß  man  sich  von  unserer
Ungefährlichkeit  überzeugt  hatte,  und  ließ  nun
beide  Boote  durch  die  Brandung  an  den  Strand
gehen.  Sofort  waren  wir  umringt,  und  die
Habgier  der  einzelnen  mußte  befriedigt  werden.
Dadurch  waren  die  Leute  anscheinend  friedfertiger
geworden,  die  tapferen  Lanzenträger  legten  ihre
Waffen  nieder,  den  Steinwerfern  nahm  ich  ihre
        <pb n="1037" />
        G  925  20

Geschosse  ab,  und  allmählich  wurde  eine  Art  bewaffnete
  Neutralität  hergestellt.  Mit  einer  Bedeckung
  von  vier  Eingeborenen  und  einem  Weißen
konnte  ich  nun  schon  ein  weiteres  wagen.

Ich  hatte  am  Morgen  beobachtet,  daß  die
Eingeborenen  alle  aus  einer  Richtung  kamen,  und
dort  das  Dorf  vermutend,  schickte  ich  mich  an,
dieses  aufzusuchen.  Vorerst  hielt  ich  es  jedoch
für  geraten,  den  Insulanern  eine  kleine  Schießprobe
  vorzuführen,  und  feuerte  einige  Schüsse
auf  einen  am  Strande  liegenden  angetriebenen
Baumstamm  ab.  Bei  jedem  Schuß  duckte  sich
das  ganze  Volk  wie  auf  Kommando,  die  Probe
war  jedoch  von  Erfolg,  denn  als  ich  nun  nach
dem  Dorfe  aufbrach,  folgte  mir  der  ganze  Haufe
in  respektvoller  Entfernung.  Nach  einem  Marsch
von  etwa  zehn  Minnten  erreichte  ich  das  Dorf.
Dieses  liegt  hinter  einem  Streifen  von  Gebüsch
und  Bäumen  dicht  am  Strande  und  bildet  eine
lange  Straße  mit  den  Hütten  der  Eingeborenen
an  beiden  Seiten.  Die  Hütten  waren  sehr  primitiv
  und  bestanden  aus  auf  dem  Boden  ruhenden
  blattbedeckten  Dächern,  unter  denen  die
Schlafpritschen  der  Eigentümer  angebracht  waren.
Neben  diesen  Wohnhütten  waren  jedoch  auch  zahlreiche
  kleinere  Gebände  vorhanden,  welche  zur
Aufbewahrung  von  Nahrungsmitteln  dienten;
diese  waren  auf  vier  Anannshohen  Pandanuspfählen
  errichtet,  etwa  2  bis  3  Meter  lang  und
1  bis  1½  Meter  breit.  Die  Dächer  bestanden
aus  Pandanusmatten.  Die  Pfähle  waren  mit
Pandanusblättern  umwickelt,  deren  Glätte  verhinderte,
  daß  die  auf  der  Insel  zahlreich  vorkommenden
  Ratten  die  Ausbewahrungsräume
heimsuchen  konnten.  Ahnliche  Hütten  sind  aus
Matty  und  Durour  wie  aus  den  Palauinseln
bekannt.  Fischgerät  in  ziemlicher  Anzahl,  Senknetze,
  Handnetze  und  Hamen  waren  in  großer
Anzahl  vorhanden,  sonst  enthielten  die  Häuser
nichts  von  Belang.

Nachdem  das  Dorf  durchwandert,  schickte  ich
mich  an,  einige  photographische  Aufnahmen  zu
machen.  Die  Aufstellung  der  Kamera  wurde
jedenfalls  mit  großem  Mißtrauen  betrachtet,  meine
Bedeckung  deckte  mir  den  Rücken,  mein  Revolver
lag  auf  der  Kamera,  so  daß  ich  nach  allen  Seiten
gesichert  war,  und  nach  Verteilung  kleiner  Geschenke
  gelang  es  mir,  einige  brauchbare  Aufnahmen
  zu  machen.  Die  offenbare,  wenn  auch
nicht  zu  Tätlichkeiten  gediehene  Feindschaft  der
Eingeborenen  bewog  mich  jedoch,  meinen  Besuch
abzukürzen.  Der  Knall  meiner  Flinte  hatte  unzweifelhaft
  die  Leute  eingeschüchtert;  ich  durfte
jedoch  annehmen,  daß  man  die  tödliche  Wirkung
der  Feuerwaffen  nicht  kannte,  und  weiß  aus
Erfahrung,  wie  leicht  in  diesem  Falle  sich  Eingeborene
  verleiten  lassen,  einen  Angriff  zu  unter- 



nehmen,  sobald  die  erste  Scheu  überwunden  ist.
Wir  zogen  uns  daher  in  guter  Ordnung  nach
dem  Landungsplatz  zurück,  und  ich  war  bereits
ins  Boot  gestiegen,  als  die  Eingeborenen,  die
uns  gefolgt  waren,  den  Bootsmann,  der  am
Strande  noch  einige  Perlen  verteilen  wollte,  mit
Knütteln  überfielen.  Einer  meiner  Farbigen
feuerte  sofort  einen  Schreckschuß,  und  dieser  hatte
den  gewünschten  Erfolg,  denn  der  Haufe  stob
schleunigst  auseinander.  Ich  hatte  jedoch  noch
einen  unerwarteten  Aufenthalt  dadurch,  daß  einer
der  mich  begleitenden  Sankt-Matthias-Leute,  der
mit  einem  Speer  bewaffnet  war,  plötzlich  ein
lautes  Kriegsgeschrei  anstimmte  und  in  langen
Sätzen,  seinen  Speer  schwingend,  hinter  den  Insulanern
  hersetzte.  Der  Bootsmann  und  zwei  meiner
Leute  mußten  nun  hinterhergeschickt  werden,  um
den  tapferen  Krieger  zurückzubringen.  Dieser
hatte  den  ganzen  Haufen  bis  zu  dem  Dorfe  vor
sich  her  gejagt,  hier  machten  die  Eingeborenen
jedoch  Halt,  und  ein  wahrer  Steinregen  dämpfte
den  Heldenmut  des  Verfolgers  dermaßen,  daß  er
sich  schleunigst  zurückzog.  Dies  ermutigte  wiederum
die  Insulaner  zu  einem  Gesamtangriff,  und  ich
war  froh,  als  ich  endlich  alle  Leute  in  den  Booten
hatte  und  durch  die  Brandung  gehen  konnte.
Einige  Schüsse  hielten  zwar  die  Angreifer  in
respektvoller  Entfernung;  dennoch  erreichte  uns
eine  Anzahl  ihrer  Wurfgeschosse,  glücklicherweise
ohne  Schaden  anzurichten.

75

Deutsch-Ostafrika:.
Vom  eisenbahnbau  Daressalam—corogoro.

Dem  Bericht  des  Daressalamer  Baubureaus
der  Firma  Philipp  Holzmann  &amp;amp;  Co.  über  den
Fortschritt  der  Bauarbeiten  an  der  Eisenbahn
Daressalam—Morogoro  vom  1.  April  bis  30.  Juli
1907  ist  zu  entnehmen:

Die  Erdarbeiten  sind  bis  Kilometer  188  ganz
fertiggestellt.  Auf  der  Endstrecke  bis  Morogoro
sind  nur  noch  etwa  30  000  chm  eines  im  allgemeinen
  leichten  Bodens  zu  bewegen.  Es  ist
anzunehmen,  daß  diese  Arbeiten  Anfang  September
  d.  Is.  beendet  sein  werden.

Von  Daressalam  bis  Kilometer  100  sowie  in
der  Sektion  IV  sind  alle  Brücken  fertig.  Das
Manerwerk  für  die  Brücken  in  den  Sektionen  III
und  V  ist  in  der  Ausführung  begriffen  und  wird
voraussichtlich  in  etwa  zwei  Monaten  fertiggestellt
sein.  Stellenweise  werden  diese  Arbeiten  durch
den  gegemwärtig  herrschenden  Wassermangel  sehr
erschwert,  da  das  Wasser  bis  zu  7  km  weit  nach
den  Baustellen  gebracht  werden  muß.
        <pb n="1038" />
        Nachdem  am  18.  April  d.  J.  die  Station
Ngerengere  erreicht  worden  war,  mußte  eine
längere  Pause  im  Vorstrecken  des  Oberbaues
eingelegt  werden,  um  die  Betriebsmittel  wieder
instandzusetzen.  Augenblicklich  liegt  das  Gleis
auf  Kilometer  176  und  kann  jetzt  ohne  Aufenthalt
bis  an  den  Endpunkt  der  Bahn  vorgestreckt  werden,
da  es  nicht  mehr  durch  die  Montage  größerer
Brücken  aufgehalten  wird.

Die  Strecke  bis  Kilometer  92  ist  bis  auf
9  km  fertig  beschottert.  Auf  der  oberen  Strecke
sind  zahlreiche  Kolonnen  mit  dem  Unterstopfen
des  Gleises  beschäftigt,  so  daß  im  Laufe  dieses
Jahres  die  ganze  Linie  bis  auf  etwa  25  km  beschottert
  sein  wird.

Die  Telegraphenleitung  wird  von  Ngerengere
  aus  weiter  vorgelegt.  Auf  der  dem  Betriebe
übergebenen  Strecke  wurde  bis  Ruvu  statt  des
bisherigen  Fernsprechverkehrs  Telegraphendienst
eingeführt.  Die  Leitung  ist  bis  Ngerengere  für
den  öffentlichen  Telegraphenverkehr  freigegeben.

Auf  den  Bahnhöfen  Daressalam,  Pugu,
Soga  und  Ruvu  sind  die  Hochbauten  fertig.
In  Ngerengere  ist  der  größte  Teil  der  Gebäude
im  Rohbau  hergestellt.  Die  Bauten  der  Station
Mikesse  sind  begonnen,  und  für  den  Bahnhof
Morogoro  werden  die  Bausteine  angefahren.

Etwa  4000  schwarze  Arbeiter  sind  augenblicklich
  beim  Bahnbau  beschäftigt.  Diese  Arbeiterzahl
  würde  zur  Beendigung  der  Arbeiten  genügen.
Da  jedoch  die  Gefahr  besteht,  daß  in  den  Monaten
Oktober  und  November  wieder  eine  größere  Anzahl
wegläuft,  sind  neue  Anwerbungen  in  die  Wege
geleitet.

Drämilerung  deutsch  -oftafrihanischer  Erzeugnisse
auf  der  Weltausstellung  in  St.  Louils.

Der  Reichskommissar  für  die  Weltausstellung
in  St.  Louis  1904  hat  unter  dem  3.  April  1907
das  nachstehende  Schreiben  an  das  Kaiserliche
Gonvernement  zu  Daressalam  gerichtet:

Eurer  Exzellenz  beehre  ich  mich  angeschlossen
ein  Verzeichnis  der  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  auf  der  Weltausstellung  in
St.  Louis  1904  zuerkannten  Preise  zu  übersenden.
Ausweislich  desselben  hat  das  Kaiserliche  Gouvernement
  zu  beanspruchen:

5  Große  Preise,  4  Silberne  Medaillen,
3  Goldene  Medaillen,  1  Bronzene  Medaille.

Die  Diplome  über  die  Preise  sind  am  16.  März
und  8.  Mai  1906  sowie  am  22.  März  1907  die
zugehörigen  Medaillen  am  16.  März  1906,  und
22.  März  1907  zur  Versendung  gelangt.  Ich
darf  annehmen,  daß  sämtliche  Diplome  und  Medaillen
  inzwischen  dort  eingetroffen  sind.
gez.  Lewald.

1

r

 

Verzeichnis.

Das  Internationale  Preisgericht  auf  der
Weltausstellung  in  St.  Louis  1904  hat  dem
Kaiserlichen  Gonvernement  von  Deutsch-Ostafrika
  zuerkannt:

In  Gruppe  21:  eine  Silberne  Medaille:
für  die  Ausstellung  von  Musikinstrumenten,
in  Gruppe  84:  einen  Großen  Preis  und
eine  Goldene  Medaille:
für  die  Ausstellung  von  Nahrungsmitteln  pflanzlichen
  Ursprungs  sowie  Sämereien,
in  Gruppe  95:  einen  Großen  Preis  und
eine  Goldene  Medaille:
für  die  Ausstellung  von  landwirtschaftlichen,
nicht  als  Nahrungsmittel  dienenden  Erzeugnissen,
in  Gruppe  113:  einen  Großen  Preis:
für  die  Ausstellung  von  Erzeugnissen  der  Forstwirtschaft
  usw.,
in  Gruppe  114:  eine  Silberne  Medaille  und
eine  Bronzene  Medaille;
für  die  Vorführung  des  Verfahrens  zur  Gewinnung
  von  wildwachsenden  Bodenerzeugnissen
und  von  Erzeugnissen  daraus,
in  Gruppe  116:  eine  Goldene  Medaille:
für  die  Ausstellung  von  Mineralien  und  Steinen,
in  Gruppe  121:  einen  Großen  Preis:
für  die  Ausstellung  von  Jagdprodukten,
in  Gruppe  123:  eine  Silberne  Medaille:
für  die  Ausstellung  von  Fischprodukten,
in  Gruppe  126;  eine  Silberne  Medaille:
für  die  Ausstellung  auf  dem  Gebiet  der  Somatologie,

in  Gruppe  127:  einen  Großen  Preis:
für  die  Ausstellung  auf  dem  Gebiete  der  Ethnologie.

75

Kamerun.

Sum  Kußenhandel  des  Schutzgebiets  kamerun  im
RKalenderjahre  1906.

Der  Handel  von  Kamerun  hat  nachdem  er
von  1904  auf  1905  einen  außerordentlichen  Aufschwung
  genommen  hatte,  auch  im  Jahre  1906
die  im  Jahre  1905  erreichte  Höhe  abermals  überschritten.


Es  betrug:

Die  Einfuhr  Die  Ausfuhr  Der  Gesamt-Mk.

  Mk.  handel  Mk.
1903.  9637  939  7  564  512  17  202  451
1904.  9378  283  8  020  731  17399  014
1905.  13467  113  9  315  187  22  782  300
19066  13  305  514  9  915  903  23  251  417
        <pb n="1039" />
        W  927  2Ö

Demnach  ist  1906  gegenüber  1905  die  Einfuhr
  um  den  geringen  Betrag  von  161  599  Mk.
gefallen,  die  Ausfuhr  dagegen  um  630  716  Mk.
und  der  Gesamthandel  um  469  117  Mk.  gestiegen.
  Für  den  Rückgang  der  Einfuhr  ist  das
unten  noch  zu  erörternde  Einfuhrverbot  für  Gewehre
  und  Pulver  in  Rechnung  zu  setzen.

Der  Handelsverkehr  vollzog  sich,  soweit  er
statistisch  erfaßt  werden  konnte,  nach  wie  vor  ganz
überwiegend  über  die  Küstengrenze.  Für  die
Aufstellung  der  Handelsstatistik  des  Schutzgebiets
über  das  Jahr  1906  haben  die  Küsten=  und
Binnengrenzbezirke  eine  gegen  früher  etwas  andere,
sachgemäßere  Gruppierung  erfahren  (vgl.  1b  der
nachfolgenden  Tabellen).  Die  den  Handelsverkehr
der  einzelnen  Grenzbezirke  im  Jahre  1905  wiedergebenden
  Ziffern  mußten  daher  gegenüber  den  in
den  vorjährigen  Tabellen  gebrachten  ohne  Beeinträchtigung
  des  Gesamtergebnisses  teilweise  eine
geringe  Umgestaltung  erfahren,  um  zum  Vergleich
mit  den  Ziffern  für  das  Jahr  1906  herangezogen
werden  zu  können.

Über  die  Küstengrenze  betrug

 

die  Einfuhr  die  Ausfuhr  Zusammen

Mk.  Mk.  Mk.
1905.  12999  359  9  019  177  22  018  536
1906  12  793  850  9  477  479  22271  329
—  205  509  +  458  302  252  793

Über  die  Binnengrenze  betrug

die  Einfuhr  die  Aunsfuhr  Zusammen

Mk.  Mk.  Mk.
1905  467  754  296  010  763  764
1906  511  664  468  421  980  088

 

+  43910  —+  172  414  +  216  324

Die  Verteilung  des  Gesamthandels  auf  die
einzelnen  Zollämter  betrug  bei  der  Einfuhr

·  ,»1906  1905Zu-bzw.Ab-""V«"W·Mt.
  witsmhmchjer.
Dnala  6  505  702  5  617  476  K+  888  226
Kribb.  4124  236  4  751  572  —  627  336
Victoria  1  731  298  2  166  3066  435  008
Riodel  Key  3165214  386  580  —  70  056
Nssanakang  207  902  257090  —  49  188
Molundn.  136  611  185  791.  820
Garna  117  151  24019  93  132
Campo  116  090  78279  1.  37811
bei  der  Ausfuhr
.  .»1906  1905  Zu=  bzw.  Abim
  Bezirt:  mll.  Mt.  nahme  Mk.
Kribb.  4212  683  4  146  191  T+T  66  492
Duala  3717  154  3  196  959  K  520  195
Victorig  1  191  051  1284  071  —  93  020

 

im  Bezirk:  1906  1905  Zus=  bzw.  Abim
  Bezirl:  Mi.  Mt.  nahme  Mt.
Molundn.  329.221  272  413  56  808
Rio  del  Rey  279  273  329  310  —  50  037
Garna  99  376  2  400  —  96.976
Campo  77  3138  62  646  14  672
Nssanakang  39  827  21  197  18  630

im  ganzen

.  ».»  1905  Zu=  bzw.  Abim
  Bezirk-  Mk.  Mk.  nahme  Mk.
Duala  10  222  856  8  814  435  —  1  408  421
Kribb.  3  336  919  8  897  763  —  560  844
Victoria  2922349  3  450  377  —  5328  028
Rio  del=  Ney  595’.797  715  890  —  120  093
Molundyn.  515  832  458  204  —  5  76268
Nssanakang  247729  278  287  —  30  558
Garnaa  216527  26  419  —  190  108
Campo#  193  408  140  925  —  52  483

Der  Rückgang  des  Handels  im  Kribibezirk  ist
in  erster  Linie  eine  Folge  des  im  April  1905
erlassenen  Verbots  der  Einfuhr  von  Vorderladern
und  Handelspulver.  Von  der  Abnahme  der  Einfuhr
  im  Betrage  von  627000  Mk.  entfallen  allein
493  000  Mk.  auf  den  Rückgang  in  der  Einfuhr
von  Feuerwaffen  und  Schießpulver  selbst.  Es
ist  aber  nicht  anzunehmen,  daß  dieses  Verbot  dem
Handel  im  Süden  des  Schutzgebiets  einen  dauernden
Schaden  zugefügt  hat,  wie  sich  schon  aus  dem,
wenn  auch  geringen  Steigen  der  Ausfuhr  ergibt.

Der  Rückgang  des  Handels  im  Bezirk  Victoria
gegenüber  dem  Vorjahre  ist  zurückzuführen  bei
der  Ausfuhr  auf  einen  geringeren  Ertrag  der
Kakavernte  infolge  von  Braunfäule  und  auf  die
Tatsache,  daß  die  Pflanzungsgesellschaften  am
Kamerunnberge  die  weitere  Vergrößerung  ihrer
Pflanzungen  eingestellt  haben  und  sich  mehr  der
intensiven  Pflege  des  bereits  in  Kultur  genommenen
Besitzes  widmen,  bei  der  Einfuhr  auf  die  Verringerung
  des  weißen  und  schwarzen  Personals
infolge  der  eben  erwähnten  Betriebslage  der
Pflanzungen  und  des  durch  dieselbe  verursachten
geringeren  Bedarfs  an  europäischen  Nahrungsund
  sonstigen  Bedarfsmitteln.

Sehr  erfreulich  ist  der  Ausschwung,  den  Dualas
Handel  1906  wiederum  genommen  hat.  Er  hängt
wohl  im  wesentlichen  mit  dem  neuen  Aufblühen  der
Ansfuhr  von  Palmkernen  und  Palmöl  zusammen,
die  fast  ausschließlich  aus  dem  Hinterlande  von
Duala  zur  Ausfuhr  gelangen,  und  mit  der  dadurch
  hervorgerufenen  Steigerung  der  Kaufkraft
der  Eingeborenen  jener  Gegenden,  die  eine  Vermehrung
  der  Einfuhr  verursachen  mußte.  Bei
einer  Ausfuhrsteigerung  im  Gesamtbetrage  von  rund
520  000  Mk.  beträgt  die  Mehrausfuhr  von  Palmkernen
  und  Palmöl  533  742  Mk.  Die  Ausfuhr
        <pb n="1040" />
        W  928  2c

von  Palmkernen  und  Palmöl  über  Duala  hat
mit  1  903  934  Mk.  und  856  969  Mk.  die  bisher
höchsten  Ausfuhrziffern  des  Jahres  1903
(2147776  Mk.  und  958  793  Mk.)  allerdings
noch  nicht  ganz  wieder  erreicht;  die  große  Zunahme
  gegenüber  1905  zeigt  aber,  daß  die  Störung,
  die  1904  im  Handel  des  Bezirks  eintrat
(vgl.  Kol.  Bl.  1905,  S.  437;  die  Ausfuhr  von
Palmkernen  und  Palmöl  sank  von  1903  auf
1904  von  2147776  Mk.  und  958  793  Mék.  auf
1212  532  Mk.  und  742  146  Mk.)  wieder  überwunden
  ist.  Der  Bau  der  Manengubabahn,  die
durch  bestes  Olpalmengelände  führt,  wird  dem
Handel  in  Olfrüchten  einen  weiteren  großen  Aufschwung
  bringen.

Erfreulich  ist  auch  das  Entstehen  eines  neuen
Handelsplatzes  in  Garna  durch  die  Gründung
einer  Faftorei  seitens  einer  deutschen  Firma  im
Jahre  1905.

Wie  4037  der  Verkehr  in  den  wichtigsten  Warengattungen
  gegenüber  dem  Vorjahre  gestaltet  hat,
zeigen  die  nachfolgenden  Tabellen.

Es  wurden  eingeführt:
Zu=  bzw.

1906  1905  Abnahme
Mark  Mark  Mark
Gewebe  aller  Art.  2827  303  2816  216  —  18  943

Fleisch,  Fische.  Eier
und  sonstige  tierische
  Nahrungsmitel.


Veldl-1

  204  474  1  055  470  —  149  001
1  176261  1  011  2630  —  1614  981
1  161  49#41  1  056  987  —  104  507

Ninlts“  besonders.  genannte

  Eisenwaren  1  032  815  902  202  +  130  523
Branntwein  aller
Art  593  075  197  141  +  95  931
Reisz  521  037  590  831  —  75  7941
Tabakk  ...  425515  426  102  —  887
Sals  357  898  291  622  +  66  276
Waren  aus  anderen
unedlen  Metallen
als  Eisen  308  746  386  685  —  77939
Glas  und  Glas-=waren
  222  658  265  020  —  42362
ZemenKalk-Kreide,
sensiige  Erden  und
Stein  188  760  161  633  —  27127
Bau-  n#d.  Nutzholz  187913  243  269  —  553206
rer  176  092  141  618  —+  31  474
Mehte“  und  Back-......
  169  820  155  578  +  14242
Drogen  u-  Apothelehar
  ren  156  739  132  513  +  24226
Möbel=  und  sonstige
Tischlerwaren  133  115  118760  —  34  355
Wellblech  .  ..  .  ..  138  547  107  4657  —  31  090
Maschinen  für  industrielle
  Betriebe  81  237  160  879  —  379  642
Feuerwaffen  77575  002  190  —  127  615
Pulver  und  Zündhürchen
  12  820  110  381  —  97561

 

Die  markanteste  Veränderung  in  der  Einfuhr
ist  der  Rückgang  des  Imports  von  Feuerwaffen
und  Pulver.  Er  ist  bedingt  durch  das  bereits
oben  erwähnte  Einfuhrverbot.  Außerordentlich
gesunken  ist  auch  die  Einfuhr  von  Maschinen  für
industrielle  Betriebe.  Die  starke  Einfuhr  des
Jahres  1905  war  hervorgerufen  durch  das  Unternehmen
  zur  Ausnutzung  der  Olquellen  in  der
Nähe  von  Duala;  sie  konnte  daher  nur  vorübergehender
  Natur  sein.  Im  Vergleich  zum  Jahre
1904  ist  die  Einfuhr  von  Industriemaschinen
gestiegen;  1904  betrug  sie  nur  39511  Mk.
Schwankungen,  wie  sie  beim  Import  von  Industriemaschinen
  in  den  Jahren  1904  bis  1906  hervorgetreten
  sind,  werden  in  einem  Lande,  das  sich
noch  im  Anfangsstadium  wirtschaftlicher  Entwicklung
  befindet,  für  welches  daher  noch  jedes  einzelne
  Unternehmen  stark  ins  Gewicht  fällt,  niemals
ausbleiben.  Ganz  das  gleiche  gilt  für  die  Verschiebung
  in  der  Einfuhr  von  Waren  aus  anderen
unedlen  Metallen  als  Eisen.  Der  Rückgang  in
der  Einfuhr  von  Reis  hängt  mit  der  oben  bereits
erwähnten  Verminderung  des  farbigen  Personals
auf  den  Pflanzungen  am  Kamerunberg  zusammen
und  schreibt  sich  ferner  daher,  daß  die  Pflanzungen
in  größerem  Umfange  als  Schattenspender  Mehlbananen
  (Planten)  anpflanzen,  deren  Früchte
ihren  Arbeitern  zur  Nahrung  dienen.  Im  übrigen
zeigt  die  Einfuhr  das  Bild  einer  stetigen,  günstigen
Entwicklung  des  Schutzgebiets.  Daß  die  Abnahme
des  Imports  von  Bau=  und  Nutzholz  nicht  dagegen
sprechen  kann,  beweist  die  zunehmende  Einfuhr
von  Zement,  Wellblech,  Möbeln  und  sonstigen
Tischlerwaren,  die  auf  eine  zunehmende,  nicht
eine  zurückgehende  Bautätigkeit  hindenten;  der
Rückgang  in  der  Einfuhr  von  Bau=  und  Nutzholz
ist  eine  Folge  der  vermehrten  Verwendung  der
sehr  guten  einheimischen  Hölzer.  Bezüglich  des
Imports  von  Möbeln  und  Tischlerwaren  sei  darauf
hingewiesen,  daß  die  Einfuhr  für  Rechnung  der
Regierung  erheblich  zurückgegangen  ist  (von
61  088  Mk.  auf  24  797  Mk.),  nachdem  die
Arbeiter  der  Tischlerwerkstätten  in  Buea  und
Duala  soweit  ausgebildet  worden  sind,  daß  diese
Werkstätten  in  größerem  Umfange  Arbeiten  übernehmen
  können.

Ausgeführt")  wurden:

1906  1905  zZu=  u.  Abnahme
Mark  Mar'  Mark
Kautschuk.  4676629  4071016  K—605613
Palmkerne  2030988  1664739  233662149
1167198  1280940  —  113442

Kakao

*  Als  Wert  der  Auofuhrartikel  wird  der  Einstandepreis
  an  der  Küste  angegeben.  Dieser  ist  durchgängig
  bedeurend  niedriger  —  manchmal  um  mehr  als
die  Hälfte  —  als  der  Verkaufspreis  in  Europa.
        <pb n="1041" />
        S□
1906  1905  Zu=  u.  Abnahme
Mark  Mark  Mark
Palmöl  926997  793884  +  133113
Elsenbein.  904733  1270316  —365583
Ban=  und
Nutholz  118794  139664  —  20  870
Rindvieh,
Kleinvieh,
Pferde  u.
Esel  51235  2400  +  48835

Was  die  einzelnen  Produkte  betrifft,  so  ist  die
Ausfuhr  von  Gummi  mit  Vordringen  des  Handels
bis  an  die  äußersten  Grenzen  des  Schutzgebiets
weiter  erheblich  gestiegen,  während  die  Elfenbeinausfuhr
  bedeutend  zurückgegangen  ist.  Bei  letzterer
ist  indessen  zu  beachten,  daß  sie  im  Jahre  1905
ausnahmsweise  groß  war;  die  Ziffern  der  Vorjahre
  erreichten  diejenigen  des  Jahres  1905  bei
weitem  nicht.  Zu  einer  gewissen  —  wenn  auch
noch  geringen  —  Bedeutung  gelangt  ist  die  Aus- 



929  20

fuhr  von  Rindvieh,  Kleinvieh,  Pferden  und  Eseln;
es  sei  jedoch  darauf  aufmerksam  gemacht,  daß  es
sich  bei  den  für  sie  angegebenen  Ziffern  vielleicht
weniger  um  eine  entsprechende  tatsächliche  Zunahme
  des  Exports  als  viemehr  darum  handelt,
daß  die  Ausfuhr  neuerdings  statistisch  erfaßt  wird.
Wegen  der  Veränderungen  im  Export  von  Olprodukten
  und  Kakao  ist  oben  bereits  auf  die
Ursachen  hingewiesen  worden.  In  den  Produktionsgebieten
  für  die  einzelnen  Ausfuhrartikel
ist  keine  Verschiebung  eingetreten.  Der  Kakao
kommt  fast  ausschließlich  vom  Kamerunberg,  die
Olfrüchte  kommen  überwiegend  aus  dem  Zentrum,
Gummi  und  Elfenbein  überwiegend  aus  dem
Süden  des  Schutzgebiets;  Rindvieh,  Kleinvieh  und
Pferde  werden  aus  Adamana  und  den  Tschadseeländern
  nach  den  französischen  Nachbargebieten
verkauft.

Der  Anteil  der  einzelnen  Herkunfts=  und  Bestimmungsländer
  am  Kameruner  Außenhandel
zeigt  folgende  Tabelle:

 

 

Eininor  Ausfuhr  Gesamthandel
Herkunfts-  bzw.  —  —  —  —  —
Bestimmungsland  1005  1906  —  1905  »  1906  1905  1906
1000  m.  %  seooo  w.  o  Reor  M  %  pocom.  %  ioo  M.]  vo  gsiooom  %
Deutschland  10091  74,939454  71,057634  81,9557906  79,49/17725.77,80|17360  74,66
England  3047  22,63|  3535  26,571587  17,046  16,6444  20,  344
Frankreich  2  0,01  1  0,01—  —  2  0,02  2  0,01  2  0,02
Afrikanische  Nachbargebicte.
  111  0,83  67  0,51  19  0,21  55  0,55131  0,58123  0,53
Amerika  59  0,44  53  0,40.—  —  —  —  59  0,26  53  0,22
Ubrige  Länder  156  1,161905  1,46  75  0,80)  328  3,30231  1,0U22  2,25

 

 

 

Der  Rückgang  in  der  Einfuhr  aus  Deutschland
  rührt  im  wesentlichen  von  der  Abnahme  des
Imports  an  Industriemaschinen,  Waffen  und
Munition  her,  indessen  zeigen  auch  andere  Warengruppen
  kleinere  Abnahmen.  Der  Import  aus
England  hat  fast  bei  allen  Warengruppen  etwas
zugenommen;  erheblich  zurückgegangen  ist  er  nur
bei  Waffen  und  Munition.  Bei  der  Ausfuhr
sind  Deutschland  und  England  an  den  Zu=  und
Abnahmen  bei  den  einzelnen  Artikeln  gleichmäßig
beteiligt.  Was  die  prozentuale  Beteiligung  anlangt,
  so  hat  der  Handel  mit  Deutschland  zugunsten
  des  Handels  mit  England  und  den  nicht
besonders  genannten  Ländern  eine  Kleinigkeit  verloren,
  indessen  betrug  er  auch  im  Jahre  1906
volle  Dreiviertel  des  gesamten  Kameruner  Außenhandels.


Im  ganzen  genommen,  muß  das  Ergebnis

 

 

 

 

des  Jahres  1906  als  wohl  befriedigend  bezeichnet
werden,  namentlich  wenn  man  erwägt,  daß  das
ganze  große  Gebiet  von  Kamerun  auch  in  diesem
Jahre  noch  keine  einzige  der  Erschließumg  dienende
Eisenbahn  aufzuweisen  hatte.

Das  laufende  Jahr  läßt  sich  bis  jetzt  günstig
an.  Im  1.  Quartal  ist  der  Gesamthandel  gegenüber
  den  allerdings  niedrigen  Ziffern  des.  1.  Quartals
  1906  um  fast  2  500  000  Mk.  gestiegen
(6  998  000  Mk.  gegen  4  527  000  Mk.)  und  hat
sich  damit  auf  der  gleichen  anßerordentlichen
Höhe  der  beiden  letzten  Quartale  von  1906
(7  023  000  Mk.  und  6  652  000  Mk.)  gehalten.
Auch  das  zweite  Vierteljahr  1907  verspricht,  soweit
  sich  aus  den  Zolleinnahmen  der  Monate
April  und  Maischließen  läßt,  ein  sehr  befriedigendes
Resultat  zu  ergeben.
        <pb n="1042" />
        930  2

Der  Kußenhandel  des  Schutzgebietes
1.  Nachweisung  über  die  im  Kalenderjahr  1906  in  das  Schutz- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Nach  hHer-4
  rsiess  Einfuhr  für  Rech-  6
Gesamte  Einfuhr  nung  der  Regierung  Deutschland
Benennung  der  Waren  MWW  6  *  v
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mr.t.  ka  Mk.  kur  Ml.
i
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forst-  "„
wirtschaft  sowie  der  ringehörigen.  Neben-  «
gew
.  Körner-  bur  -openfrnhte
1.  Reio  2493  910  521  037  —  1987  748  1009  350
2.  Sonstige  Körnerfrüchte  100  218  3  18399  1650  309  51  819  10  326
B.  Hülsenfrüchte  aller  Art  3  47  6688  —  —  15  310  4763
4.  Mehl  und  Backwaren  ....  169  820  1500  3301  173  375  99  083
Zusammen  la  —  715  944  —  639  —  523  522
b.  Knollengewächse,  Gemüse  und
Früch  ·
1.  Kartoffeln  und  andere  Knollengewächse,  i
Gemüse  und  andere  Küchengewächse.  174  952  42302  50.  6  112  380  450
2.  Kokosnüsse  —  —  «-3.
  Obst  und  Südfrüchte,  frisch  und  gedörri  9331  9  136  —  14211  4131
4.  Gemüse  und  Obstlonserven.  eingemachtes
Obst.  7747  r..  «  (;t)4177-.)111
Zusammen  1  —  142  102  —  6  —  109  692
c.  Koloniale  Verzehrungsgegen-  "
stände.  Genußmittel.  «
1.  Kaffee  .  9709  19  043  —  8367  10  619
2.  Lakao,  SchofolabeY  .  2554  7837  —  2169  6611
3.  Te  .  3  540  10  280  –  —  1  967  5213
4.  Fewiirte  aller  #  .  4  969  7009  —  —  3055  5  782
ö.  uden  Sirup,  dleewarin  .  65  458  39  932  —  414  162  27574
6.  Tabak  .  .  «;(52951425)1)  -—  2154s:3.),9943
7.  *  abakfabrikate  9281  101  180  7593  85  418
8.  Pflangenölc  und  ette  16796  12600  7229  7608
Zusammen  le  —  623  6906  —  4  —  413  7903
.  Getränke  (außer  Mineralwasser).
1.  u  und  andere  nichtalloholhaltige  s  I
*  .  Liter  33297  23226  36  67  23  181  14087
2.  Sälee  Beine  aller  Art  -  103  112  110347  —  —  81  108  92691
B.  Schaumweine  -  20  582  64  411  18  82  16966  53  135
4.  Lranntweine  aller  Art.  -  1388  83345  593  075  395  1881012211  468  477
5.  Bier  .  -  311  903  176  092  —  I  —  307  112  171  S31
Zusammen  L  —  967  151  —  337  8x01  124
c.  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  «
Futtermittel,  (letztere,  soweit  nicht  unter
In  und  b  bereits  genannt).
1.  Sämereien,  Stecklinge,  lebende  Pflanzen  32041  3  762  1590  1  155  27434  2915
2.  Hen,  Klee  und  sonstige  Futtermittel  2617  666  —  —  1216  303
Zusammen  le  —  4128  —  1135  —  ½30X
.  l
f.  Faserpflanzen.
Frichchssiessoll  und  sonstige  Pflanzen-  I  l
MS«  126  —  i  —  100  84
Zufammen  i  I  126  —  —  84
        <pb n="1043" />
        Ktamerun  im  RKalenderjahre  1906.

W  931

gebiet  Kamerun  eingeführten  Warenmengen  und  deren  Wert.

 

kunftsländern.

Läuder  der  Herkunft  der  Waren

England

Frankreich

Afrikan.  Nachbargebiete

Amerika

 

 

 

 

 

 

 

 

Ubrige  Länder
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  Mk.  kir  Mk.  ku  Mk.  kg  Mk.
|
182  900  106  528.  —-  —  775  890  497  177  19  900  4092
18  824  3  456  5  6  35  560  1564  71  47  —  —
8  051  1  894  —  —  80  16  —  —  32  15
133  637  61090  9  13  10  792  3  102  1213  1849  2  123  1383
—  175  908  —  19  —  8872  —  2073  —  5100
15972  1698  —  —  14  102  3  092  339  122  2  150  910
1069  3  981  —  —  25  39  853  n!  793  140  192
12543  12  621  —  214  407  2629  215444  3071
—  21300  —-  —  —  ½538.  —  3369  —  4203
925  2444  —  —  —  127  290  290  690
288  804  —  —  —  20  51  77  371
1539  1919  2  7  8  20  24  91
751  712  161  119  27  16  72  320
18  498  10549  30  18  1315  932  1423  859
13  497  150  613  193  237  10  318  11  781  3  160  2  941
1  151  14124  —  60  831  —  —  177  1  107
653  641  —  §  863  4260  2  4  19  75
—  184  800  —  —  5511  —  13124  —  654
D
9  960  §  085  —  -—  ——  —  156  154  —  —
11  100  10  978  —  —  3  423  1  607  —  —  7181  41978
3  232  9205  –  27  123  —  —  363  1918
367  715  117526  34  142  957  762  1434  286  6  400  5  882
½900  0  3  552  72  78  —  —  750  631
—  149  346  —  142  —  2660  —  410  —  13  439
I
l
l
51  445  —  —  356  163  33  18.  21  191
51  18  –  —  1320  285  —  —  —
—  463  —  —  —  418  —  18  —  191
l
i
68  42  —  —  —  —  —  —  —  .  —
—  12  —  —  —  —  —  —  —
        <pb n="1044" />
        G  932  20

 

Gesamte  Einfuhr

Einfuhr  für  Rechnung
  der  Regierung

Deutschland

 

 

Benennung  der  Waren  PQ.;
Menge  Wert  Menge  Werrt  Menge  Wert
kt  Mi.  kg  Mk.  kg  Mt.
z.  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft
1.  Lau-  und  Nutzholz.  1394  994  187  94  160  113  29018120  711  162  697
2.  Brennholz.  Holzkohlen  ...  2  092  126  2000  9:  2  092  126
Zusammen  I  —  188  069  —.29  111  —  162  82:3
Zusammen  J  —  2641  516  —  31278  —  2014351
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a.  Lebende  Tiere.
1.  Lebendes  Vieh.  .  »me!  388  5308  18.  217  114  2  899
2.  Lebendes  Geflügel  .  5813  6  117  —  —  608  1  052
Zusammen  II  —  11125  —  217  —  3951
l
b.  Fleisch  und  tierische  Erzeugnisse
aller  Art.
1.  Fleisch,  Fische,  Eier,  Milch,  Honig  und  I  »
sonstige  tierische  Nahrungsmittel  1280  364  1204474  2252  12631033  154  9587  204
2.  Hänte,  Wolle,  Hörner,  zwochen  und  son-  l
stige  tierische  Rohstoffe  103  674  90  291  —  —  77702  69  2673
Zuiammen  L  —  1  294  765  —  1263  —  1056  467
Zusammen  II  —  1  306  190  —  1480  —  1  060  418.
III.  Mineralische  aunese  fosstle  Rohstoffe,
1.  Zement,  Kalk,  aue  e  sonstige  Erden!  und
äteine  2272312  188  760|  364  116  26  1272  138  413  178  32
2.  Salz  5  642  700  357  898  432  2572  369  12
!“  Fosiohlen,  Vrauniobien.  Briletto  2  930  7600  133  990  22109  558  97  667/2  g13  760  ;  103
4.  9  betroleum  316  558  77  041  12722  3  520  73403  63  921
5.  Sonstige  Minera  12  106  5  703  64  430  11  793  5525
G.  Asphalt,  —8  ni.  440  221  —  —  410  221
7.  Teer  und  Pech  .  49  635  12542  3  7863  ribr’ri  44  .770  11  713
Zusammen  u  —  776  167  —  1331  885  —  518323
IV.  Fabrihate  aus  Wachs,  Fetten  und  olen.
1.  Glugerin,  Vaselin,  Lanolin,  Paraffin,
Stearin,  Vaselinöl,  Paraffinöl  usw.,
Schmiermitucl,  Putzöle,  Schuhwichse.  19  850  36978  16066  10  067  17  762  3151
2.  Kerzen,  Lichte,  sonstige  Waren  aus  Wachs
Stearin  usw.  22605  7  617  772.  192  1844  2  088
3.  Seifen  aller  Art.  ...  277  418  85  389  16  870  8  6017357  38  160
Zufammen  IV  —  130  014  —  19  162  —  74  768
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse
  (außer  Schte  ridge  und  Spreng-  1  I
tteln
1.  Drogen=  und  .wanionnen  .  72251  Ü  156  739  20  673  52  217  67  312  138  962
2.  Farben,  Farbwaren,  Firuisse  und  Lacke.
Tinte  .  103  883  72  792  41526  33  428  97  490  68  977
3.  Atherische  Ole,  Parfümerien  ....  29383  36  777  1  026  1129  27  053  29  920
4.  Zündhölzer  und  andere  Zündwaren  «
kaußer  Munition)  ....  24326  21  035  986  2714  16  442  17312
5.  Künstlicher  Dünger  ...  2;)103-  3  760  —  —  25  103  3  760
6.  Mineralwasser  Liter  144  462  68  008  91  1037651  63  933
7.  Eis  ...  ......  260  —  —  100  10
Zusammen  V.  —  359  151  —  89  591  —  322  904
        <pb n="1045" />
        1008  —  58  0  —  081  —  —  —  —  —

 

—  —  «  —  —  „  —  (n.

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Gesamte  Einfuhr

Einfuhr  für  Rechnung

  der  Regierung

 

Deuis
Benennung  der  Wieen  Deuischland
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  ku  Mk.  kg  Wil.
VI.  Cextil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände
  usw.  (außer  Lederwaren).
1.  Watte,  Putzlumpen,  Abfälle  3648  3877  2171  2175  3272  3494
2.  Garne,  Zwirne,  Faden  usw.  21881  59  729  212  816  12  656  37  132
3.  Gewebe  aller  Art  817369  2827  303  7217  20  81153520  1  152  118
4.  Leibwäsche,  Kleider,  Hüte  und  Mützen,
Posamentierwaren.  Schirme,  Filzwaren  «  ,  *
..  269  998  1161  191  18600  123  116  165  250  771  489
5.  Bindfaden  und  Seile  11  86800  19283  6  351  99056  10202  15.233
Zusammen  VI  —  1071  686  —  1556  937  —  1979  4906
l
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  l  ,
Kürschnerwaren.
Leder  1245  5201  559  2  666  1191  5  101
1q  Schuhe  und  Stiefel.  19168  117  689  5  054  35  833  11289  93  937
3.  Sonstige  Leder=  und  Sattlenwaren  10  357  61  669  1709  14  882  8376  50  799
4.  Wachstuch,  Linoleum  3  994  5130  1  844  2  754  3  753  5  086
5.  Pelz=  und  Kürschnerwaren  —  —  —  —  —
Zusammen  VII  #  189989  —  56  135  —  151.9023
VIII.  Gummi=  und  Kautschuhwaren.
1.  Waren  aller  Art  aus  Kantichul-  Gummi  —-2&amp;amp;*“*  .
und  Guttapercha  55605  2s1  792  1391  4804  3  895  16  090
Zusammen  VIII  —  21  792  —  1804  —  16  090
IX.  Rolzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwaren.
.  Möbel  und  sonstige  Tischlerwaren  258  135  l  153  115  20  953  21  707222891  131999
Korbflechtwaren,  Stroh=  und  VBastwaren,  *41r#
sonstige  Flechtwar  5536  14  433  310  407  4267  5  1541
Schnitzwaren  aller  rt  aus  Holz.  #omn  "
au  50  468.  34  064  2303  d910  n02r  206232
4.  Bürstenbinder=  und  Siebmacherwaren  5035  10  090  2959  5056  1181  8  845
Zusammen  IX  —  211702  —  31  170  170230
X.  Papier=  und  Low  HUterarische  und
gegenstände
1.  Papier  1½%%  oe  sowie  Varen  daraus  !ê’;½:•  *#  45#“
(auster  Drucksachen).  ..  49  081  58  938  22  458  23  132  10  361  53  729
2.  Bücher  und  soagtige  Druckssachen  20  207  41337  2213  796743  38  894
3.  Photographien,  Landkarten,  Jeichnungen  »  »  »
Stiche  usw.,  Gemälde  .  985  3  163  65  358.  901  2859
4.  Statuen  und  sonstige  Kunstwerke  .  291  1146  —  279  1119
Zusammen  X  —  107  584  —  31  457  —  96  601
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren.  ·
1.  Bearbeitete  Edelsteine  und  Halbedelsteine  —  —  —  —  —  —
2.  Steinwaren,  Waren  aus  Asbest,  Vement  «  »
lllv  .  105  300  23618  1  035  1  639  93  065  15  510
3.  Tonwaren  und  Porzellau  16244  27  401  5  786  2743  290  093  19  454
1.  Glas  und  Glaswaren.  206  807  #  222  658  4267  550837946  176  532
Zusammen  XI  273  677  —  p9890  —  2114196
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#  66.
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        Gesamte  Einfuhr

Einfuhr  für  Rechnung
  der  Regierung

 

 

  
  
 
   
 
 
  
 

 

 

 

 

 

 

 

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Benennung  der  Waren  —  «  2  Teutschland
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ka  Mk.  ke  Ml.  ku  Mk.
XII.  Metalle  und  Metallwaren  huoer  In=  1
strumenten,  Maschinen  und  Wassen.  #
a.  Unbcarbeitete  Metalle  und  Halb-  1
zeng.
1.  Blei,  roh,  auch  gewalgt  ....  4916  2149  —  —  768  384
2.  Roheisen,  eiserne  Schienen,  Stangen,
Blöcke  Uusw.  .  ...  161  405  531977  99  163  31  880142  621  18.044
3.  Sonffige  unedle  Metalle  1781  19  200  38  572  17  171  1320  18  378
4.  Edelmetalle,  roh,  in  2  Stangen.  ·
Draht,  usw.  .  ...  —  18  —  —  —  18
Zusammen  XIIa  —  75  344  —  52051  ——  66824
b.  Fabrikate.
1.  Bleiwaren  3004  2361  737  1  160  2986  2320
2.  lech  391  078  138  547  80  028  272655  98  617
3.  A#e  nccht  besonders  genannten  Gisenen
  .  1590762  1032815206608  2193171275697  816  232
4.  Waren  aus  andern  nnedlen  Wetailen  175  229  308746)1  31872  417291  134583  211  849
5.  Waren  aus  Edelmetall  14271  .  15  604  —  —  300  11  478
Zusammen  XIIb  —  198  073  —  289  171  —  1  170  502
Zusammen  XII  —  .  1  573  417  —  311  522  —  1237  326
XIII.  Instrumente,  Moschinen  und  Fahr-  ;
zeug  I
1.  ebdeien  Kinder-8812
  —  32  037  243  ·  1379  L  26  187
2.  dienende  und  .
1685  20  188  1389  168601681  20  127
3.  sonstige  für  den
bestimmte  optische
photographische  Apparate,
...-......  6  110  48  194  1  865  11370  5  984  44  039
4.  ·.  15532  3  177  56.1  1790  1  532  3  177
5.  Betriebe  181  800  81  237  3  131  541281  5èL  80  538
6.  und  Fahrgenge  aller
.......  161047J106042  22274  29  109037846  74698
Zusammen  XIII  —  290  869  —  66  3206  —.  248  766
s
Flvwassennndmunltiom  I
1.  Feuerwaffen  Stück  4530  77575  15508  71745
2.  Sonstige  Waffen  .  391  3  637  287  2212  391  3#  ((37
3.  Schievulver  und  Zündhütchen.  10  0685  12820  720  3½  682  9  #338.  11  819
4.  Schrot,  Patronen  .  59  914  5  65  873  20  533  37247  51  025  62  745
5.  Synemit  und  aghige  Sprengstoffe  5  551  ·  15594  2974  12183  5551  15  594
Zusammen  XIV  —  175  409  —  V072  —  168  540
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        W  937  2C

 

 

 

 

 

Läuder  der  Herkuuft  der  Waren

 

 

 

 

 

 

England  Frankreich  Afrikan.  Nachbargebiete  Amerika  Ubrige  Länder
Menge  Wert  Menge  I  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
l
kg  Mk.  ku  Mrl.  ku  Mk.  kg  Ml.  kg  Mk.
L
»
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4148  1765  —  —  —  —  —  —  —  —
18  781  5Z  9:3:3  —  —  r„  —  —
415  664  —  46  158  E—  —  —
—  8362  —  —  —  158  —  —  —  —
18  35  —  —  —  —  —  —
135  179  39  789  —  -—  200  90  136  öl  —  —-282
  703  181  5114  —-  -—  1141  2291  2815  26440  28  406  30  138
*1  66  40  1  —  —  251  524  667  1028  7862  18717
121  3201  —  —  1  869  5  56  —  —
271  170  —  —  3774  —  3775  —  18  852
—  279532  —  —  —  3  932  —  l  3  775  —  18  852
500  50  29  —  —  8  43  1  4  69  174
E  —  —  —  —  —  3  12  1  13
n
364  2574  8  180  5  15  35  241  11.  815
232  171  554  228  –  —
6  539  26  206  —  16  562  4513  100  625  —  —-8033
  34  880  —  480)  4571  —  1110  —  1  062
11  1  105  —  —  8  400  1  21  131  1304
22  108  —  -  —  —  —  —  520  893
5  55  2  1390  —  —  77  368.  154  176  100  125
—  3  352  —  —  —  788  —  10997  23322
        <pb n="1050" />
        W  938  2c#
.  ..  Einfuhr  für  Rech-Gesamte
  Einfuhr  nung  der  Regierung  Teulschiand
Benenunng  der  Waren  —  !#  1n
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
k  Mi.  kg  Mk.  kg  Mk.
XV.  Geld.
1.  Goldmünzen  —  103.000  —  100  000  —  103.000
2.  Silbermünzen  —  1  052261  —  889  000  —  1  040  630
3.  Nickelmünzen.  —  —  —  —  —
4.  Kupfermüngen  1  1  000  —  1000  —  1000
5.  Papiergeld.  —  20  000  —  10  000  —  20  000
Zusammen  XI  —  1  176261  —  1  000  000  —  1  170  636
Gesamteinfuhr  im  Kalenderjahre  1006  —  133605  514  —  2  042419  —  9  453  868
Dagegen  -  1905  13  467  113  —  1728  735  —  10  090  896
Zunahme  —,  Abnahme  —  101  5090  —  —  313  684  —  —637  28
b.  Nach  Einfuhr-Es
  sind  ein—
D  „Bezirk  Wietoria-Ve  rir  Nribi-Be  zir
Beuennung  der  Waren  Duala  Bezirk  Victoria-Be  zirk  Kribi-Be  zirk
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mk.  ku  Mk.  ku  Wit.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
  sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe.
a.  Körner=  und  Hülsenfrüchte.
1.  Rei  .  «)0  )  643  196  443  972  749  188  2007283  98  820
2.  Shasiige  Körnerfrüchte  7  082  5320  45.230  8206  27  834  423:3
3.  Hülsenfrüchte  aller  Art  71  136  904  18  152  2764  3237  2:337
4.  Mehl  und  Backware  192  786  91  106  61  507  33  252  51275  32  547
Zusammen  la  —  296  773  —  232  422  —  137  937
b.  Knollengewächse.  Gemüse  und  Früchte.
1.  Kartoffeln  und  andere  Knollengewächse,  Gemüse
  und  andere  Küchengewächse.  93  825  20  393  41  152  13  064  28  640  6  330
2.  Kokosnüsse  —  —  —  —  -
3.  Obst  und  Sibdfrüchte.  frisch  und  gedörrt  1236  440  1  50  1257  2960  2596
4.  Gemüse=  und  Obstkonserven,  eingemachtes  O  osi  39  284  44  716  9  8506  10  073  18781  22  833
Zusammen  Ib#  —  69  516  —  24394  —  3s  800
c.  Koloniale  Verzgehrungsgegenstände,
Genusmittel.
1.  Kafer  3916  7186  1510  2368  3277
2.  Kakao,  Schokolade  588  1858  870  1721  895
3.kcee  1  123.  3  096  416  1529  1  608
4.  Gewürze  aller  tt  3520  1692  453  416  758
5.  Wuter.  Sirup,  Fuckerwaren  .  27238  15624  11  õ90  7923  20  832
6.  ak  .  200  385  234  546  12  711  1100  111  575
7.  -balfabrilate  .  3849  38083  2691  22  193  1895
#8.  Pflauzenöle  und  ette  2679  3286  3711  2971  1299
Zusammen  le  —  308  371  —  T  51.027  —
        <pb n="1051" />
        —

Länder  der  Herkun

W  939  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

sftder  Waren
England  Frankreich  Afrikan.  Nachbargebiete  Amerika  Ubrige  Länder
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kg  Mk.  kar  Mr.  kur  Mk.  kg  Mk.  kg  Ml.
—  2625  —  —  3000
I
2625-  —  ——  —  3000
3535481  693  69433  53  4444%
—  3  017339  —  1901  111881  —  59  185  —  155  911
+  188  145  —  1208  —  44  428  —  —5838  38  758
grenzstrechen.
geführt  im
Rio  del  Rey-Begir!  Campo-Begirk  Rssangkang-Bezirk  Garna-Bezirk  Mulundu-Bezirk  Zusammen
Menge  wert  s  WMenge  Wert  WMenge  Wert  s  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Weri
E  Mk.  kg  Mk.  0  Mr.  kg  Mk.  keo  M.  kg  Mi.
)n.
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72335  1190231  110  5  760  53  73.)  12  169  156  7120100  1372210903910  321  037
—  —  6  160,  640  —  —  —  106  315  18399
104  266  293  b  242  179  92  40  68  32  15  23  173  6  688
5817  1205  963  725  6  090  2919  614  6741  2127  1392  3241  170  169  820
19  373  7  367  15  480  813  57790  J15941
D
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400!  55  13888  523  —  705  635.24952  12362
135  4142  212  321  55  103  50  125/  185  331  9  136
2383  2880114  1205  3470GE  2266671  3  162  77  17  9066A4
4  3  941  1964  4105  2391  3082  112  102
150  11  *  166  288  J12  186  —  690  9  709  10  013
51  151  5  66  19  41  16  83  80  379  255  7837
178  518.  45  166  17  48  ot  435  25  9U3  3510  10  290
27  62  52  138  64  165  38  153  57  269  190690  7.0079
1596  1086  5V7  360  1366  722  "866  96223  859  65  158  309  932
12964  15  225  5  165  5  854  16  165.  18  990  1  6  3685  123.#  362951  425515
80  1101  91  73  375  378  586  832  212  1  001  9281  101  180
7  141  30.  62  98.  104  13  1718  895  4319  16  796  12600
—  18680  —  7566  —  25  160  —  2930  11744  –  623  696
        <pb n="1052" />
        GW  940  20

 

 

 

 

 

 

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Beuennung  der  Waren  Dluala-Bezirk  Victoria—  2  zirl  IE  Pribi-  Bezirt  E
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  t
kg  Mk.  kaMi.  kg  Mt.
d.  Getränke  (außer  Mineralwasser).
1.  Frusstsäfte  und  andere  nichtalloholhaltige.  Heträ
  Liter  26  073  160  378  359.1  3  246  2685  2613
**-  biuce  Weine  aller  Art  -  60  657  49  106  8481  13  325  25  465  35  009
3.  Schaumweine  -  5  773  16  712  4575  14599  8581  25  235
4.  HSrann#veiner  aller  Art  -  738  160  262  640%85  545  11  988  39“/  139  224377
5.  Bier  ....-  134  866  70  006  98546  53  873  61527  38  786
Zusammen  Id  115  742  '127031  3260  020
4..  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  D"  !
Futtermittel  (letztere,  soweit  nicht  unter  Ila
und  b  bereits  genannt).  "  I
1.  Sämereien,  Stecklinge,  lebende  Pflangen  1258  1  549  1  301  1  083  257  550
2.  Hen,  Klee  und  sonstige  Futtermittel  1917  456  —  —  —  —
Zusammen  le  .  2  005  —  1  083  —  550
k.  Faserpflanzen.
Rohbaumwolle  und  sonstige  Pflanzenfasern  —  —  —  —  —
Zusammen  II  –  —  —  —  —  —-g.
  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft.  «
1.  Bau-  und  Nutzhola  1  001  163  =  134  115193595  26  498  181016  214  113
2.  Brennholg,  Holgkohlen.  ....  2  092  126  —  —  –  —
Zusammen  Ig  —  134211  —  26  498  24  113
Zusammen  1  —  1226618  —  165  155  —  715  641
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a.  Lebende  Tiere.
1.  Lebendes  Vieh  Stüct  29;  762  25  2s32  330  2034
2.  Lebendes  Gesliger  .  828  1  345  4522  3  962  128  689
Zusammen  ͤn  —  2  107  —  6  391  —  2723
b.  Fleisch  und  tierische  Ergeugnisse  aller  T  1
Ar
1.  Fleisch,  Fische,  Eier,  dücch,  Honig  und  sonstige  s
tierische  Nahrungemittel  425  371;  367060  825  963  287  4150  J32  466  147916
2.  Hänte,  Wolle,  Hörner,  22  und  soustige
tierische  Rohstoffe  .  102  116  88  889  —  --  -—  «
Zusammen  iiv  455  949  -—  287  450  Hẽ  916
Zusammen  II  158  056  29  8.1  450  639
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,
Mineralöle.
1.  Zement,  Kalk,  Kreide,  sonttige  Erden  und
eteine  4640  089  111  384403  185  61  000  104  317  130091
2.  Salg  3  331  404  199  211117941  72781820291  119  063
3.  Frisedten  VSrauniohien  Briletts  2600  838  114  722289  922  17  463  —  —.
4.  Petrolem  .  150  936  36  599  67  776  13  942  79  536  21.277
5.  Sonstige  Mincraüle  8939  4341  2264  912  177  185
6.  Asphalt,  Solztement  usw.  200  137  —  —  —  —
7.  Teer  und  Pech  ......  19  839  020  6  150  936  21273  3  163
Zusammen  III  —  P71420  –  101  531  —  156  779
IV.  Sabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  ölen.
1.  Glyzerin,  Vaselin,  Lanolin,  Paraffin,  Stearin,
Vaselinöl,  araffinöl  usw.,  Schmiermittel,  "  s
Putzöle,  Schuhwichse  206  03  16252  3  272  1  369  18  790  18128
2.  Kergen,  Lichte,  sonstige  Waren  aus  Bags.  .
Stearin  usw.  .  17  418  5  42  3  561  460  63=  669
3.  Seifen  aller  Art.  .  167  337  53  392  22  738  6844  67985  19250
Zusammen  iv  «  75086  —  8673  —  38  053
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  der  Waren  Dauala-Bezirk  ictoria-Bezirk  Kribi-Bezirk
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
kxnMi.  ku  Mk.  kl  Mi.
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse
(außer  Schleßbedarf  und  Sprengmitteln).  .
1.  Drogen-  und  Apothekerwaren  .  755·Z"1()3c9()  17  136  23  358  49003  21725
2.  Farben,  Farbwaren,  Firnisse  und  Lacke,  Tinte  71465  54551  17  187  9  17.1  11  710  6  718
:3.  Aheri  che  Ole,  Parfümerien  8015  9212  19092  3020  17  653  21  549
uZündhölzer  und  andere  Iurwa  (abeer
Munit  on)  ..  .  13374  10  458  1  065  1  772  5  035  5210
5.  Künstlicher  D  Dünger  ......  .  —  —  25  103  3  760  —  —
6.  Mincralwasser  Liter  71591  33299  21621  10  709  37804  17  941
7.  Eis  1-  .  —  —  —  —  260  40
Zusammen  V  —  211279  —  52  99  —  76  183
VI.  Te  u  dund  Filzwaren,  Bekleidungsgegene
  usw.  (außer  Lederwaren).  "„
1.  *’-  keuns  Ia  Abfälle.  3  122  3285  327  387  135  109
2.  Garne,  Zwirne,  Faden  ue.  14  983  11  773  2  184  2970  3419  10  630
3.  Gewebe  aller  Art.  325  532  11887  320  29  680  71  3532  380  421  1285  018
4.  Leibwäsche,  Kleider,  Hüte  und  Mitzen.  Posa-  1
mentierwaren,  Schirme,  Filzwaren  us5w.  88  622  440  713  79524  295  800  80  513  318  099
5.  Bindfaden  und  Seill  10  120  16579  476  523  506  1  079
Zusammen  VI  —  1690  670  —  371  041  —  641  935
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  .
ütichnetwaten.
1.  Leder  ..  .......  910  3812  176  663  129  726
2.  Schuhe  und  Zuiefel  ....  10167"68970  4175  21559  1354  23  596
3.  Sonstige  Leder=  und  Saulerwaren  ....  1029  27289  1860  8370  3  673  22  505
4.  Wachstuch,  Linollen  .  ....  2235  3  325  841  570  828  1453
5.  Pelz=  und  Kürschnerwaren  —  —  —  —  —
Zusammen  VII  103  396  31162  —  18280
VIII.  Gummi=  und  Kautschuhwaren.  I
Waren  aller  Art  aus  Kautschul.  Gummi  und  »
Gutiapercha  3  709  15  649  5811  2031  821  3520
Zusammen  Vun  —  15  649  —  Töll  –  3520
IX.  holzwaren,  Flecht=  und  schnitzwaren.
1.  Möbel  und  sonstige  Tischlerwaren04613  113755  26  595  19250  10  179  11.051
2.  Korbflechtwaren,  Stroh-  und  Bastwaren,
sonstige  Flechwaren  2981  7306  967  3  117  1  332  3  304
3.  Schnitzwaren  aller  Art  aus  Holz,  Horn  usw.  21  4714  10  005  27891  11837  3  483  10  819
4.  Bürstenbinder=  und  Siebmacherwaren  3  814  7271  455  909  594  1598
Zusammen  IX  138337  —  3959  113  —  297°75
l
X.  Papier=  und  pappwaren,  literarische  und  D
Kunstgegenstände.
1.  Papier  und  Pappe,  sowie  Waren  darans
(außer  Drucksachen)  ....  34  755  43  037  4  009  5311  8  609  6  694
2.  Bücher  und  sonstige  T  Drucksachen  .....  l4.«-;12·27688  1965  6514  3  780  9591
3.  Photographien,  Landkarten,  Zeichnungen,  «
Stiche  usw.,  Gemälde  ·...·  712  1  732  176.  955  83  430
4.  Statuen  und  sonstige  Kunstwerke  —  —  —  —  191  688
«  Zusammen  x  —  7v  7  —  E—  1710
Xl.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren.
1.  Bearbeitete  Edelsteine  und  Halbedelsteine  —  —  —  —  —  —
2.  Steinwaren,  Waren  aus  2  Asbest.  Zement  usw.  85  030  12314  757!  1160  12326  9  606
3.  Tonwaren  und  Porgzellan  .....  13  941  8  917  18  584  6  569  10  578  8819
4.  Glas=  und  Glaswareen:  70  804  87318  46  764  21  683  79610  99  413
Zusammen  XI  —  108  549  —  29718  —  1178668
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Benennung  der  Waren  Duala-  ezirt  —  Victoria-  Bezir!“  Kribi  Bezirl
Menge  Wert  Menge  Wer  t  Menge  Wert
kg  Mk.  kg  Mk.  kti  Mk.
XII.  Metalle  und  Metallwaren  außer  Instrumenten,
  Maschinen  und  Waffen.
a.  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeng.
1I.
1.  Blei,  roh,  auch  gewalzt  1211  1  802  —  58  32
2.  Roheisen,  eiserne  Schienen.  Stangen,  Blöcke  usw.  118018  51  150  12  363  2  196  354  133
3.  Sonstige  unedle  Metalle  .  4381I18559  254  107  —
4.  Eelmerall.,  rob.  in  Barren.  Siangen.  Drabi
usw.  —  18  —  —  —  —
Zusammen  XIIa  —  71529  —  2  903  165
b.  Fabrikate.
1.  Bleiwaren  1  733  814  737  1  160  499  356
2.  Wellblech.  .  ..  267641  86  006  83  220  26  4163  39599  25  118
3.  Alle  uc•ht  besonders  genaumen  Eisenwaren  388  800  270  1301106  347  170  059700290  517972
1.  Waren  aus  andern  unedlen  Metallen  67622  81  745  7  345  141981  86  050  179  727
5.  Waren  aus  Edelmetall  202  9576  15  749  205  4850
Zusammen  XIIb  418  271  212  629  728  05
Zusammen  XII  —  519  800  —  215  532  —  728218
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge.
1.  Spieldosen,  Kinderspielzeug  3613  12  393  1  72  6394  3260  12  373
2.  dienende  und  medi-.
  1  089  13  383  3  571  6  137  21  197
3.  sonstige  für  den  prakoptische
  Instru-3
  708  28  752  1  776  10  288  739  6590
4.  1  072.  2  467  314  482  10  28
5.  175  282  66  536  4509  9  687  223  1  131
aller  Art.
159  2701  99  090  611  3  373  961  3416
Zusammen  XIII  —  222  621  —  36  361  —  21.038
XIV.  Waffen  und  Munition.
1.  Feuerwaffen  Stuck  2510  34  763  84  73201  18410  27551
2.  Sonstige  Waffen  ...  391  3  637  —  —  —
3.  Seithter.  0  Zündhütchen  721  3  697  36  94  9328  50  20
4.  Schrot,  Pat  .  35  531  Q„  17  193  1  744  2641  2137:3  14235
5.  Dynamit  *  nstige  Sprengstoffe  5551  15594  —  «  —  –
Zusammen  XI#  —  105  184  —  10  064  —  50  818
XV.  Geld.  »
1.  Goldmünzen  —  60  000  —  25000  18.000
2.  Silbermünzen.  —.  1  002550  —  10  000  4086
B.  Nickelmünzen  —  —  —  —  »-4.8utpcutnnn·,en
  —  1  000
5.  Papiergeld.  —  20  000  —  —  -  —
Zusammen  X  —  1  083  550  65  000  —  22  086
Gesamteinfuhr  im  Jahre  1906.  —  6505  702  1  731  298  4121230
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2.  Nachweisung  über  die  im  Kalenderjahre  1906  aus  dem
a.  Nach  Bestimmungsländern.

 

 

Ausfuhr
Gesamte  Ausfuhr  für  Rechnung  der
Benennung  der  Waren  Regierung
Menge  Wert  Menge  Wert
ka  Mt.  ka.  Ml.
I.  Erzeugnisse  des  ganphanes  und  der  Sorkirtschaft  sowie  der
zugehörigen  Nebengewerbe.
u.  Ergzengnisse  des  Landbaues.
1.  Kicksin-Samen  ..........  40  50  —
2.  Baumwolle  498.  4384  438
3.  Kolanüsse  39  068  21  707
4.  Erdnüsse  3  233  226
5.  K  daffee  ——  —
6.  Kakao  1  252  123  1  167  498
7.  Takkkk  —  *
8.  Andere  Genußmittel  und  Gewürze  184*)  41*)
9.  Kopra.n.  —  —
10.  Palmkerne  10  441  161  2  030  988
11.  Palmö  .....  2982844T926997  -  -
Zusammen  In  .4147945  138
b.  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft,
1.  Bau-  annd  Authol  1  304  960  118  794
2.  Rinde  20  50
3.  Jarbboolz.  1  060  37
1.  Kautschuf  .....  1151()09«4676629  —
Zufannncnlb  —  47955101  —  —
Zusammen  I  —  8  913  155  -  438
II.  Tiere  und  tierische  Etzeugnise.
1.  Grofvieh=  #seinvieh.  Pferden  und  Esel  .  Stück  1  707  51  235f
2.  Lebend  -  65  5  385  10
3.  dn  61  067  9041  7331  23  956
4.  Hör#  .  610  1  663  –  —-5.
  ue  und  zelle  2  26721  —  —
GC.  V  .  ......  —  —  -—  —
Zusammen  II  —  965  688  23  966
III.  Mineralische  und  fosstle  Rohstoffe.
))  8222  41274
2.  Sonstige  fossile  Rohstosse  und  Mineralien  aller  Art  317  217  12  10
Zusammen  III.  A  1491  10
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse.  1
1.  Waren  aus  Stroh,  Bast,  Kokosfasern  usw.  13  t  329
2.  Waren  aus  Leder,  Häuten  und  Nellen  83  760
3.  Kanus  —  —.
4.  Holzwaren  alller  Art  554  1429
5.  Photographien  usw  .  25  600  s-6.
  Kuriositäten  und  Verschiedenes  .  ......  1()·I’)s  291521861  800
usammen  IV  —  32  2691  800
V.  Geld.  —  —
Im  gangen  Ausfuhr  im  Lalenderjahre  1906  —  9  945  903  25211
Dagegen  im  Kalenderjahre  1905  —  9  315  18  51239
Zu=  bzw.  Abnahme  —  —  +  630  716  —  26025
Nochmal  im  gangen  Auofuhr  im  gualenderiabre  1900.  ——  9945  903  25214
Dazu  Einfuhr  im  Kalenderjahre  1  —  13  305  514  2  042  419
Gesamthandel  im  Kalenderjahre  1906  —  23251  411—  2067633
Dagegen  im  Kalenderjahre  1905.  —  22782  3001  —  1779974
—  Zu=  bäw.  Abnahme  —.  1  —  —  469  117  287659
*)  Darunter:  Kassada  131  ku#  =  15  Mi,  andere  Genuhmistel  usw.  50  kg  =  26  Mk.
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Schutzgebiet  Kamerun  ausgeführten  Warenmengen  und  deren  Wert.
a.  Nach  Bestimmungsländern.

 

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änder  der  Bestimmung  der  Waren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsa  Frankreichl  „Afritanische  nnon0ri  Länder
Deu  t  schland  England  Frankreich  Nachbargebiete  m  eri  ka  übrige  Länder
Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ka  Mt.  kz  M.  ku  Ml.  k  Mt.  k.  Ml  Ktr  Mit.
40  50  —  —
498  438  —  —  —  —  -  -  —
38  138  21389  880  268  50  5/  —  —  —
1296  90  1937  136  —  —  —-1161506111001190617357487
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18499  41-»)  —  —
8841  706  1  795  705596  730  235  090  2725  193
1197201  414677  11  785  643  512320  —  —  -  —
—  3312  101  —  805  301  —  —  21#  —
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835  435  68  1666  4  075  19528  6450  800
20  50  —  —  —  4
1  060  37  —  —  —  —  —
868  473  3  793  542  199  990  6197621  700  1750  896  2  735  80  950  258  840
—  3  862  095  —  669  2901  —  1750  —  3535  —  —  —  258  840
—  7  204  496  —  1  74  591)—  17500—  ——  —  —  5
1  65  –  1706  51  170  —  —  —
5.  5385  —  —  —  —  —
42  037  658  633|1436  177136  —  —  »  459468945
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318.  2  665  —  2  71  —  —  —  —
—  .  —  —  —  —  —  —  —  —
—  668  431  —  177  1351  —  —  51  171  —  —  68  945
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31  21711  —  —  —  —  —  —  —  —
—  3550  —  —  —  —  —  —  —  –
13  329  —  —  —  —  —  —  —  E
83  760  —  —  —  —  —  —  —
504  1  362  —  s  —  —  50  66Z  —1
25  600  —  —  —  —  —
15  023  26  849  313  2  128  —  992  175  –  —  —
—  29  900  —  21281  —  —  —  211  —  —  —
—  7906377  —  1  65.1  79  175000nU“  55  1096—  —  —  327  785
—  7  683  816  —  1587046——  --  —  19  456  —  —  74  869
—  +27257  —  +6774]  750  K35  710  —  —  —23291s6
—  7  906  377  —  16547951  —  17501  —  55  1961  —  —  327  785
—  9  458  868  —  3  5354841  —  6931  —  67  4531  —  533341—  194  669
—  17  360  245  —  5  190  27r  —  2443—  122  641  —  53  31  522  454
—  17724712  —  46343851  —  1001  —  131  331—  59  183531  —  230  780
—  —  364  467  —  —+  555  894  —  P—542  —  —  8688  —  —58381  —291  674

 

 

 

 

 

6
        <pb n="1060" />
        W  948  2e

b.  h  Kusfuhrgrenzstrechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-  i
Benennung  7½  E  find  ausgefübert  i  m
der  Duala=  vezirt  Viictoria-Bezirt  Kribi-  Vezirk  Rio  del  Rey-Bezirk
Waren  zee  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  JMenge  Wert
—  Mmt.  u##.nMut  ku  Ml.  kr  Mr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues
und  der  Forstwirtschaft  sowie
der  zugehörigen  Nebengewerbe.
a.  Erzeugnisse  des  Land-1.
  Kicksin-Samen  10  50  —  —  —  —  —  —
2.  Baumwolel  ..  108  438  —  —  —  —  —
3.  Kolanüsse  ..  12579  3  8106  25  768  17560  5  10  546  206
2  Erdnüsse  ..  3233  226  —  —  —  —  —  —
EEIIIE  —  ——  —  —  —  —  —  E
*  .......  64506  4993811113311072009  6471  5170  68  81410  39  447
Tabakt  —  —  —  —  —  —.  —
8.  Anderc  Genumiel  und
Gewürze  —  —  50  26  134  15  —  —
9.  Kora  —  —  —  —  —  —  —  –
10.  Palmkeren528  7444  1903  934  36  232  6  420  196  661  32962656  916  86  039
11.  Palmöl..  2653546  856  969  7000  2269  1449  1  021  316940  66  733
Zusammen  un  —  2  815  401  —.  1  098281  ——  39  178  —  1292  30
b.  Erzeugnisse  der  Forstwirtschafr.

1.  Bau=  und  VNusholz  ...  920  391  89  719  882  81  274  710  87O020  17077
2.  Rinden  —  —  —  —  20  50  —-.Zoakbljolz......
  1060  37  —  —  —  —  —  —
EEIIDDIEIIIIE  92  448  411  188  17571  57791898  105  3  746  86ö013845  57  733
Zusammen  lb.  500  9#11  57  871  J  37465909)  —  4810
Zusammen  lI  —.,  38316375  —  1  156  156  —  3  786  837  —  20467240
"!  Tiere  u.  tierische  Erzeugnisse.
Jindvieh,  Kleinvieh.  Pierde,  "„
rück  1  65  —  —  —  —  —
2.  lendes  Wild  ·.-  51  5105  —  "„  —  14  280  –  —
3.  Eschbein  .....·  24291.368474  1691  I  30  43928  u  420  004  1  890  11  433
4.  Hör  ....  190  1413  —  ·  —  20  250  —  —
5.  Her  und  geie  ....  270  2  45  —  —  78  220
6.  V.  ·.  —  —  —  —  24  ohne  Wert  —  —
Zusammen  A  ··  —  377  502  —  30  439  —  420  754  11433
III.  Mineralische  und  fossile  T%
nohstoffe.  "  l
1.  Kopal  6390  3366  —  1832  908
2.  Sonstige  fossile  Rohstoffe  ·  L  -
nndMmemltenallerqlt.  12  I  10  71  40  —  —  —  —
Zusammen  III  —  39376  —  10  Z  908  —  —
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse.
1.  Waren  aus  Stroh.  Bast,
Kokosfasern  usw  ·..  43  329  i  —  —
2.  Waren  aus  Leder.  Häuten
und  Fellen  ..  ...  83  760  —  «  —  —
3.  Kanus  —  —  —
4.  Holzwaren  aller  Art  360  996  104  432  —
5.  Photographien  usw.  25  600  —  —  —  —
6.  Kuriositäten  u.  Verschiedenes  5  658  17216  4  5908  3  9844  2003  41184  307  600
Zusammen  II.  —  19  901  —  144161  —  4i841  —  6600
V.  Geld  —  —  —  —  —  —  —  —
Im  ganzen  im  Kalenderjahre
1900  —  3717  154  1  191  051  —  1212  683  279273
        <pb n="1061" />
        1#06  06  6

(66  66#

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SI.  676  5
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        950

*

3.  übersicht  über  den  Handel  des  Schutzgebiets  Kamerun  im  Kalenderjahre  1906  im  Vergleich
  mit  demjenigen  des  vorhergehenden  Kalenderjahres.
u.  Einfuhr.

 

Gesamteinfuhr

Gesamteinfuhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*1  1¼u  nu
im  Jahre  1906  im  Jahre  1905  Bunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  „2
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ku.  Mk.  kE  Mt.  ki  Ml.  ku  Mt.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und
der  Forstwirtschaft  sowie  der  zugehörigen
  Rebengewerbe.
a.  Körner=  und  Hülsenfrüchte.
1.  Reis  .  .94939l()  521  0372951  806  596  831  457  896  75  794
2.  Sonstige  Körnerfrüchte  106  315  183990  99  513  19  756  6  802  1  357
B3.  Hülsenfrüchte  aller  Art  23  473  6  088  10  665  6  8662808  —-  175
1.  Mehl  und  Backwaren.  324  179  169  820319  303  155  578  1876  14242
Zusammen  La  -—  715  944  —  T79o  —.  —  63  084
b.  Knollengewächse,  Gemüse
und  Früchte
1.  KRartoffeln  und  andere  Rnollengewächse,
  Gemüse  und  andere
Küchengewächse  174  952  42302  152777  38768  22175  3534
2.  Koltosnüsse  —  —  —  -—  —  —  —
3.  r*  Siddfrüchte.  frisch  und
gedö  9331  9136  7243  7  484  2  088  1  652
4.  Pennise-  und  Soitneweme  einaemachtes
  Objst  774171  90664  65  830  720881  11  587  18576
Zusammen  Ib  142  102  118  340  23  762  —
c.  Koloniale  Vergehrungs=HPecenstände:
  Genußmirtel.
1.  Kafiee  .  9709  1x)()43"«;20265  64  1222
2.  *  Schokolade  255  784511  1140  787  3612
3.  ⁊  3  540  10  280  3865  9351  —  129  325
-  Gspür  *  aller.  Art  .  4969  7000  4175  6528.  794  181  —
Zucker,  Sirup,  uckerwaren:.  65  458  39  932  68  008  45  931  2545  50909
3.  Laba  1  .  ·-362951  425515393915496409  30  964  887
7.  Tabaksabrikate  9281  101  480  14  015  105  175  —  4734  3695
8.  Pflanzenöle  und  -Fette  16  796  12  600  22  377  11217  –  5581  1  647
Zusammen  l#  —  623  696  —  639  818  —  16  152
I.  Getränke  (außer  Mineralwasser).

1.  Fruchtsäfte  und  andere  nichtalkoholhaltige
  Getränke  Eiter)  33  297  232261  28847  21011  4450  2215  —
3  Stille  Weine  aller  Art  103  112  110  347  90  838  90  112  12  274  13  935
3.  Schaumweine  -  20  582  64  411  20  619  63  673  —  738  37
1.  Sranniwein  aller  Art.  -  388  8311  593  0751101  533  497  1412873014  95  931
5.  Bier  .  -  311  903  176092]  254  181  144  618  57722  31  471  —
uicimmen  Id  —  967  151  -—  822  855  —  114200  –  —
e.  Sämereien,  lebende  Pflauzen
  und  Futtermirtel  (letztere,
soweit  nicht  unter  In  und  b  bereits
1.  Sämereien,  Stecklinge,  lebende
Pflanzen  3204  3  762  4838  3  663  —  99  1634  —
2.  Hen,  Klec  und  sonsiige  zuter-  "
mitte  2617  600  7261  1  106  —  —  4164  440
Zusammen  le  —  4  428  —  4769  —  —  —I341

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        <pb n="1063" />
        951  2S
Ges  infuhr  Gesamteinfuhr
tticuen  Gesamteinfhr  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  *.  .  *
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Werr
kg  Mt.  kg  Mkt.  ke  Ml.  ka  Mf.
f.  Faserpflanzen.  .
1.  Rohbaumwolle  und  sonsiige
Pflangenfasern  168  126  51  99  117  27  —
Zusammen  II  —  126  —  99  —  2  —
u.  Ergeugnisse  der  Forstwirtschaft.

1.  Bau=  und  Nutzhols  1  391  994  187943322  875  243  2600  119  —  —  55  326
2.  Breunholz,  Holskohlen  2  092  126  83  27  2  000  99  —  —
Zusammen  I#  —  188  069  —  243  296  —  —  —  55  227
Zusammen  1  2641516  —.  2  608  235  33281  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
a.  Lebende  Tiere.
1.  Lebendes  Vieh  (Snück)  388.  5308  177  10  910  211  5  602
2.  Lebendes  Geflügel.  -  5  813  6  117  8356  9  523  —  2543  3  100
Zusammen  IIa  —  11  .125  —  20  433  —  9  008
b.  Fleisch  u.  zierische  Erzengnisse
  aller  Art
1.  Fleisch,  Fische,  Eier,  Wichh.
Honig  und  sonstige  tierische  1  .
Nahumgommcl.  12803641204474lkk19145’1055470  I14900438781
2.  Häute,  Wolle,  dörner,  Knochen
und  sonstige  tierische  Rohstoffe  103  674  90  291  301.  83103  313  89  457  —  —
Zusammen  IIh  1291  765  1056  30T  238  461  —
Zusammen  II  1306  190  1  076  737  229  453
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,
  Mineralöle.
1.  Zement,  Kalk,  Rreide,  fonseige
*  und  Steine  227  2312  188  760  2353  850  161  633  –  27  12781  538  —
2.  5  612  700  357  8981  938  271  291  622701  429  66276  —
3.  Zhuitohlen.  Braunkohlen,  Bri-  T
etts  .  ..  .12930  7606  133  999  2  185  656  95  2601145  104  38  718  —
4.  Petroleum.  316558  77041141  62  70  47937  142441  —
5.  Sonstige  Mineralöle  12  106  5  703  23  751  9931  11  645  1  228
(6.  Asphalt,  Demem  usw.  440  224  1  633  507  1  193  28:3
7.  Teer  und  Pech  49  635  12  542  59  838  12  662  10  203  120
Zusammen  III  —  776  167  634  433  —  111  73T  —
IV.  Fabrikate  aus  wachs,  Fetten
und  olen
I.  Gluzerin,  Vaselin,  vLanolin.  Paraffin.
  Stearin,  Vaselinöl,  Paraffinöl
  usw.  chmiermittel,  *
Ml#öte,  ni  Wer%850  36  978548  36220  1195  749
2.  Nerzen,  Lichte,  sonstige  Waren
Mrencn  Sn  7#  22  6066  701|  G
#3.  Seisen  aller  urt  77  8  85  %255  215.  4½  4  νο
Zusammen  IV.  —  130  014  115  200  —  14814
        <pb n="1064" />
        G  952  20

Gesamteinfuhr  Gesamteinjuhr

 

9  9  N  p
im  Jahre  1906  im  Jahre  1905  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  ——  *-5  *  .
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  WVertMenge  Wert
ka  Mk.  kg  Mt.  kg  Ml.  kg  Mt.
V.  Chemische  und  —
Erzeugnisse  (auher  Schieß

und  Sprengmitteln).

 

1.  Drogen=  und  Avothekerwaren  .72251  1567301  57  6322  132513619  21226  —  —
2.  Farben,  Farbwaren,  Firnife

und  Lacke,  Tinte  103  883  72  792  63  167  52382  10716  20)0  110  —  —
3.  Atherische  Ole,  Parfümerien  .  29  383  367771  34212  46  549  —  —  4829  9  772
4.  Zündhölzer  und  andere  Zündwaren

  (außer  Munition))  24  326  21  03055  931  28  111  —  —  22  608  7079
5.  Künstlicher  Dünger  25  103  3  76ö060  149  1  618  —  211225046  —
6.  Vineralwasser  (Liter)462  68  008141  954  68  8992508  —  —  891
7.  Eis  ......  260  40  —  —  260  10  —  -—-;31ts(1111111c11V

  —  359  151  —  330  105  —  29  046

VI.  Cextil--  und  Kilzwaren,  Bekleidungsgegenstande
  usw.  (außer
ẽderwar

 

ren).
1.  Watte,  8  Abfälle  3  648.  3  877  9  129  5067  —  —  5  481  2000
2.  Garne,  Zwirne.  Faden  usw.  21  881  59  720  16  587  122638  5294  17  1  —  —
3.  Gewebe  aller  Art  817369  2  S27  303928  031  28162176  —  —  110  662  18  943
41.  Leibwäsche,  Kleider,  Hüte  und
Mützen,  Posamentierwaren,
Schirme,  Filzwaren  us.269  998  1  161  40255  356  1  056  9871  642  104  507  —
5.  Bindfaden  und  Seiel  11  885  19283  10017  11  632  1  833  7  651  —  —
Zusammen  VI  —  4071  686  —  3  963  100  —  108  586  —  —-VII.

  Leder  und  Lederwaren,
Wachstuch,  Kürschnerwaren.

 

1.  Leder  ..  1245  5201  759  2135  186  3  066  —  —
2.  Schuhe  und  Stiefel  ·  19168211768918119108197  1049  9  492  —  —
3.  Sonstige  Leder-  und  Sattierwaren
  .  .  10  357  61  669  14  457  65  736  —  —-  4100  4067
4.  Wachstuch,  Linoleum  .  ..  8994  5430  6  607  7790  —  —  2613  2360
5.  Pelz=  und  Kürschnerwaren  —  —  7  22  –  —  7  22
Zusammen  VII  —  189  99990—  163  8891  6  109  —  —

VIII.  Gummi,  und  Kautschuh- 



1.  Waren  aller  van  aus  Kantschus,

Gummi  und  Guttapercha  5  565  217921  26212  19  064  2728120677  --Zusammen

  VIII  —  21  792  —  19  064  —  2  728  —
IX.  holzwaren,  Slecht:  und  Schnitzwaren.


1.  Möbel  und  sonstige  Tischlerwa

  258135  133  115  72  142  118760  185  993  34  355  —  —
2.  Korslechtwaren  Stroh=  und  «

Bastwaren,  sonstige  Flechtwaren  5536  14433  8  856  10  617  —  3  816  3  320
3.  Schnitzwaren  aller  Art  aus  Holg,

Horn  usw.  50  468  34  0664444  2732645  143  6  738  —  —
4.  Lürstenbirder=  und  Ziebniaerwaren

  .  5  035  10  090  3323  8  649  1712  1441  —  —

 

Zusammen  IX  —  211  70T  16535  46  30  §5  —
        <pb n="1065" />
        953  20

 

Gesamteinfuhr

Gesamteinfuhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

s  q
im  W  1006  im  Jahre  1905  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  ,  —
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  sMenge  Wert
kg  Mr.  kg  Mt.  kg  Ml.  kg  Mt.
34  pier=  und  Pappwaren,
uen  sche  und  Nunstgegenstände.
Papier  und  Pappe,  sowie  Waren
daraus  taußer  Drucksachen).  49  081  589038.  12  165  51  604  69016  7334  —  —
9  Bucheituhionncgcutckmchcn20297  44  337  12  798  35  9307109  8  10  q  —
.  Photographien,  Landkarten,
Beichnungen,  Stiche  usw.,  Gemö
  985  3  163  881  3538  104  —  —  375
4.  Statnen  und  sonstige  Kunsewerke  291  1146  466  160  —  686  175  —
Zusammen  X  —  1075811—  91  5#2  —  160502—  —
XI.  Stein:,  Ton-  und  Glaswaren.
1.  Bearbeitete  Edelsteine  und  Halbedelsteine
  —  —  9  25235  —  —  59  25  235
2.  Steinwaren,  Waren  aus  Aiben
Zement  usw.  .  105  300  23618  63  523  30  4181  777  —-  —  6  800
3.  Tonwaren  und  Vorzellan  46  244  27  401  49  669  31  687  —  3  425  7  286
4.  Glas-  und  Glaswaren  206  807  222  658  216  7416  2065  020  —  —  9939  12362
Zusammen  XI  —  273  677  —  355  360  —  —  —  81  683
XII.  Metalle  und  Metallwaren
außer  Iinsrumenten,  Maschinen
d  Waffen.
a.  unbrarbeitck  Metalle
und  Halbgeng.
.  Blei,  roh,  auch  gewalzt  1916  2  119  1710  19V51  206  198  —  —
RNoheisen.  gierne  Schienen
Stangen,  Blöcke  usw.  .  161  405  53  9771369S8  62  304  —  —  52  293  8327
3.  Sonstige  unedle  Ae#n  lie.  4781  19  20|20  15  59  109  —  —  87234  39  909
4.  Edelmetalle,  roh,  in  Barren,
Stangen,  Draht  usw.  -—  18  2  469  3941  —  —  2  469  3923
Zusammen  Xll#  —  7935344  127305  —  —  —  51961
Fabrikate.
1.  Bleiwaren.  3  004  2361  4367  6  160  —  —  1363  1099
2.  Wellblech  894  078  138  51786  922  107457  7156  31  090  —  —
3.  Alle  nicht  besonders  genanuten
Kisenwaren  1  590  762  1  032  8151  386  333  902  292204  429  130  523  —  —
1.  Waren  aus  anderen  unedlen  ·  "  -
Metallen  .  175  229  308  7461  218  733  386  685  —  —  43  504  77939
5.  Waren  aus  Edelmetal  142  —  15  604  7768  29  499  —  —  73101  13  895
zusammen  XIIb  1408  07..  1  N2  39—  656800—  —
Zusammen  XII  —  1  573  417  —  1559  698  —  13  o—  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen
und  Fahrzeuge.
1.  Musikinstrumente,  Spieldosen,
Kinderspielzeng  8812  32  037  7572  34  339  1210  —  —  2302
2.  Wissenschaftl.  Zwecen  dienende
und  mediginische  Instrumente  .  1685  20  182  679  13  023  1006  7159  —
3.  Brillen,  Ferngläser  und  sonftige
für  den  praktischen  Gebrauch
bestimmte  optische  Instrumente,
photogr.  Apparate,  Uhren  .  6410  48  194  5284  12929  1126  5265  —

1.  Landwirtschaftliche  Maschinen  1  532  3  177  22  251  30  210  —  20  710  27  033
5.  Maschinen  f.  industrielle  Betriebe181  800  81  23717264  460  879  645  536  —  —  379642
6.  Transportmaschinen  und  Fahrzeuge

  aller  Art,  auch  Fahrräder  0  1060424  75691  30  351  —
Zusammen  XIII  —  290  869  —  657  071  —  —  —  366202
        <pb n="1066" />
        G  954

*—

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamteinfuhr  Gesamteinfuhr
.  US  iuy  .  esam  einkuhr  Zunahme  Abnahme
im  Jahre  1900  im  Jahre  1905
Benennung  der  Waren
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
*  Mt.  kg  Mk.  kg  Mk.  ku  Mk.
XIV.  Wafsen  und  Munition.
1.  Feuerwaffen  (Stück)  1539  77  5751  56  552  502  190  —  51  773  421015
2.  Sonstige  Waffen  01  3637  957  9259  —  —  566  5622
3.  Schießpulver  und  indhũtchen  10  085  12  820/129  910  110  381  —  —  119  764  97  561
4.  Schrot,  Patronen  59914  "„  65  8F73482810  72  743  —  —  22  926  6870
5.  namitu  und  sonstige  Zoreng
stoffe  5551  15  .59.1  1  193  1  193  4358.  11  101  —
Zusammen  Ar  —  175  499  —  696  066  —  —  —  520)  507
XV.  Geld.
1.  Goldmüngen.  —  103  000—  233  844  —  130844
2.  Silbermüngen  —  1  052261  –  617330  —  434  925  —  »-3.
  Kupfermünzen  .  .  —  1  000  100  –  500  —
4.  Papiergetdkd.  20  000  —  160  000  —  —  —  140  000
Zusammen  XV  —  1  176260—  —  —  161  99  U—  —
Summe  der  Einfuhr  —  13  305  511—  1n  467111  —  161  590
b.  Zusfuhr.
Gesa  sfuhr  Ges  sfuhr
2  elamtausfn  r  esamtausfuhr  Zunahme  Abnahme
im  Jahre  1906  im  Jahre  1905
Beuennung  der  Waren  E
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  sMenge  Wert
kta  Mk.  ku  Mk.  kur  Mt.  kg  Mk.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und
der  Forstwirtschaft  sowie  der  zugehörigen
  Rebengewerbe.
a.  Erzengnisse  des  Landbaucs.

1.  Kicksin-Samen  10  50  5Z  193  1148  5153  1  098
2.  Rohbaumwolle.  198  438  —  —  498  438  —  —
3.  Kolanüsse  39008  217071  62780  34564  23721  12857
4.  Erdnüsse  3233  226  23  606  1  65.1  —  —  20  373  1428
5.  Masscc  —  —  —  —  --  —-ii.smtao.
  125212311674981413553128()9.n)  -—  161  430  113  412
7.  Tabat  ...  —  ---  —  —  —  —  —  —
8.  hinder  Genuhmitel  und  Gewür,
  ...  184  41  613  121  —  —  129  38.3
9.  Kopva-  .  —  —  —  —  –—  —  —
10.  Palnerne  10  441  161  2  030  9889  517  822  1  664  739023  339  366.2109  —  —
11.  Palmöl  2  982  814  926  9097  12  606  224  793  884376  620  133  113  —  —
Zusammen  In  —  411479#5  :3  777333  —  370  592  —  —
b.  Ergengnisse  der  Forstwirtschaft

1.  Bau=  und  Nushols  1304  960  1187941701615  139  6644  —  —  1396  655  208760
2.  Rinden  2  50  5  826  7r  53  —  5  806  708
3.  Farbholz  .  1  060  37207973  9  070  —  —  200  913  990
4.  Kautschul.  1  151  009  16766291  031204  1071  *  116805  605  613  —

Zusammen  1h

Zusammen  1

 

 

1795  510

8943  455

 

1221  41

7998  707

 

571.096

914  688
        <pb n="1067" />
        W  955  20

 

 

 

 

 

 

 

Bos  gfuhr  #  fuhr
Gesamtan  führ  Gesamtausfuhr  Zunahme  Abnahme
im  Jahre  1906  im  Jahre  1905
Benennung  der  Waren  4
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
ku  Mk.  kg  Mk.  kg  Mé.  kt  Mk.
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse.
1.  Rindvieh.  Kleinvieh,  Hiere
Esel  .  .  urk)  1707  51  235  80  2100  1  627  48  835
2.  Lebendes  Wild.  65  5385  33  2382  :32  3003
3.  Eljenbein  .......  61  007  904  733  99  119  1270316  —--  —  38  352  365  583
4.  Hörne  er  .....  610  1  663  1  761  2  638  —  —  1151  975
5.  Häute  und  2  .....  350  2672  211  1345  139  1  327  —  —-6.
  Wolle  .....  —  —  —-  -——  —  —  —  —
Zusammen  II  —  965  668—  1279081  —.  —  —  313  393
III.  Mineralische  und  fossile
Rohstoffe.
1.  Voval  .  8222  4274  17010  8283  —  §  788  1000
2.  Sonstige  foffile  Fuoofe  und
Mineralien  aller  Art  .  317  217  —  —  317  217  —
Zusammen  III  —  4491  —  8  28.3  —  —  3792
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse.
1.  Waren  aus  Stroh,  Bast,  Kokosfasern
  usw.  ....  43  329  43  29
2.  Waren  aus  Leder.  Länen  und
Fellen  ...  ss  760  83  760
3.  Kanus  .  ...  —  —  —  —  —
4.  Lolzwaren  aller  Art.  ..  554  1128  604  995  –  433  50
5.  Photographien  usw  25  600  -  25  600
(U0.  Knriositätren  und  Verschiedenes  10  358  29  152  11609  20  461  4749  2691
Zusammen  IV  s--  532269—  27156  48131  —
V.  Geld.
1.  Goldmünzen  .  ..  —
2.  Silbermänzen  ..  1600  1  600
B.  Rupfermünzen  —  —-4.
  Papiergeld  —
nsammen  Vé.  1600  —  1600
Summe  der  Ausfuhr  9  915  903  —  9315  187  —  630  7161  —
Gesamtbandel  Ginfuhr  und
Ausfuhrt  23  251  417  22  782  00  109  114  —

 

 

 

 

Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  sfiamerun  einschl.  des  handels  Garuas
(vgl.  Rol.  Bl.  S.  676)  im  I.  Viertel  des  fialendersahres  1907  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  glelchen
Seitraum  des  Vorsjahres.

Im  Im

BNjo  Wien  5  i  V  ur

Beuennung  der  Warengruppen  I.  nierel  I.  *i*  Zunahme  Abnahme
½807  5

Wert  Mk.  sWert  Mk.  sWert  Mk.  Wert  Mt.

A.  Einfuhr.
Erzeugnisie  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  .  ....  161  882  193  676  —  31794
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  ....  38  698  32  666  6  032  —

—
        <pb n="1068" />
        W  956  20

 

Benennung  der  Warengruppen

Im
I.  Viertel
1907
Wert  Mk.

Im
I.  Viertel
1906

Wert  Mk.

Zunahme

Wert  Mk.

Abnahme

Wert  Mk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genußmittel.  229  087  121.552  107  535  —
Getränke  (außer  Mineralwasser)  .  240  271  213  56.4  26  707  —
e)  Sämereien,  elebende  Pflanzen  und  **-  .  1336  1149  187  —
s)  Faserpflanz  —  29  —  29
8)  cẽ  ver  Forstwirtschaft  226  798  42  255  184  538  —
Zusammen  I.  898  067  604  891  293  176  —
II.  Tiere  und  bierische  Erzgeugnisse:
a)  Lebende  Tiere  .  2864  2996  —  132
b)  Fleisch  aund'  tierische  Exzeugnisse  aller  Art  .  404  542  218  074  156  468
Zusammen  II  407  406  251  070  156  336  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  257  845  183  166  74679
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  37  84  28369  9  475  —
V.  Chemische  und  pharmazentische  Erzeugnisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmitteln)  80  137  62  363  17  771
VI.  Textil=  und  Filzwaren=  Bekleidungsgegenstände  *
(außer  Lederware  1  401  540  894  726  506  814  —
VII.  Leder  und  Seder#  Wachstuch  Kurjchnerwaren  44  903  10  612  14291
VIII.  Gummi-  und  Kautschukwa  2295  2  32  —  137
IX.  Holgwaren,  Flecht=  und  Schmgware  40  391  23  776  16  615  —.
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  literarische  u.  (unstgegengtände  21261  11  010  10  251  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  93  209  67860  25  349  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Instrumenten.  Maschinen
  und  Waffen):
59  Unbeorbekgge  Metalle  und  Halbzeug  11.  325  15  036  —  3  711
1)Fabrikate  558  019  332  480  225  569  —
Zusammen  An  569  374  347  516  221  858  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  112  565  52  903  59572  —
XIV.  Waffen  und  Munition  17740  41  879  —  24  139
XV.  Geld  51  750  20  350  31  400  —
Summe  der  Einfuhr  im  I.  Viertel  1907  w  19064  03214  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  4273  575  104  798  —  —-Zunahme
  —,  Abnahme  —  —  234  24148—  468  785  —  —
B.  Ausfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewe
a)  Erzengnisse  des  Landbages“.  .  890  432  742  064  148  368  —
b)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  1  653  642  937  481  716  161  —
Zusammen  I1.  2  544  07111679  545  864  529  —
Il.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse  409  662  209  795  199  867  —
III.  Mineralische  und  fossile  Nohstoffe  36.  717  —  318
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse  .  4  895  1589  3  306  —
V.  Geld.  .  —  —  —  —
Summe  der  Ausfuhr  im  I.  Viertel  1907  1  6)v.  19006295000  1067  854  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  2  381  6152259  034  —  —-3uuahiue4—,.lbual)ine—·..-’k-')773').')—367388
  —  —
C.  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  I.  Wiereel  1907  N  baw.  1906  6998327)  4527659  2470  668  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  6  655  220  5363  832  1291388  —
Zunahme  —,  Abnahme  —.  —343  107—  836  173  —
        <pb n="1069" />
        WV  957  20

Wichtloste  Warenpositionen.

 

 

 

 

 

 

 

9  Im  I.  Viertel  Im  I.  Viertel
Ben  nung  des  Jahres  190  des  Jahres  1906  Zunahme  Abnahme
r
Waren  Menge  WertMennge  Wert  s  WMenge  Wert  Menge  Wert
kg  Mt.  kg  M.kt.  kg  Mk.  kg  Mlkl.
A.  Einfuhr.
..  508314110803657071J145215  —1—-  148  757  34  412
Mehl  und  Backwaren  ....  88  163.  4407  71  689  309  658#13474  4141—
Tabak  1336040  166321  68  812  79  1967  198.  87121  —
T  Tabakfabrikate  .....  8356  25  909  2391  21004  5965  4  905  —
Stille  Weine  Liter  35271  30  4143  16  185.  19  8669  086  10  587  —
Branntweine  aller  Art.  Liter  301  129  149647  274820  131  797  26  309  17  850  —  —
Bier  .Liter  88  736.  37  607  68  205  10  38A0  441  —  —  2  775
Bau-  und  Autzholz  .  1334  208.  220  798371  189  42  25563  019  184  538  —  —
Fleisch,  Fische,  Eier,  Milch,  Honig  und  :

sonsuge  tierische  Nahrungsmittel  412  828  102  860260  843  217  550  151  985'°155  300
Vement.  Kalk,  Kreide,  sonstige  Erden  »  ·

und  Steine  364  451  32  4255556317  63  419  —  —  191  866  30  9914
Salz  1  941  719  135  715982  127  595071959  592  76208  —  —
Steinkohlen,  Braunkohlen,  Briketts  961  771  45  72349  550  36  917212  221  8  776  —  —
Petroleum  ........  138  578  39  474  77  651  20  71860  927  18  726  —  —
Seifen  aller  #t  67856  22  096  70  716  20  952  —  114  2860  —

Gewebe  aller  Art  252  700  883  679)190  453  634  760  62  247  248  910)  —  –
Leibwäsche,  W  Hüte,  Mützen,  Posa-  .

mentierwaren,  Schirme,  Filzwaren  133  315  500  651  56  051  244  322  261,  256  329  —  —
Schuhe  und  Stiefel.  .  1045  24294  4857  27993  812  3699
Glas  und  Glaswaren  46  765  7205685343  59  362  —  120  6938578  —
Roheisen,  eiserne  Shhienen  Stangen  «  -

Blöcke  usw.  .  20  806.  11  166  41  816  11  607  —  —  21  010  411
Wellblech  83  050  27  832  78  714  28279  4336  —  —  447
Eisenwaren,  nicht  besonders  genannt  515  213  399  57  402383  224  816  112  830  174  763  —  —
Waren  aus  anderen  unedlen  Metallen  74  789  125  843  38  609  74  672386  180  51  171  —  —
Feuerwaffen  .  Stück  220  12346  1  000  21  686  —  —  870  9340
Goldwnenn  —  40  000  —  —  —  40  000  —  —
Silbermängngen  —  11  750  —  20  350  —  —  —  8600

B.  Ausfuhr.
Kakao  157  085  147  8591  188  662  166  140  —  —  31  577.  18281
Pakmkerne  12  865  952  543  9672  232  425  421  838633  527  122  129  —  —
Palmöl  616  56  191  100|  468  104  146  91918  463  144  481  —
Bau=  und  Nubbolz  179  335,  13  151  319  481  10  183  170  146  27032
Rautschuk  351  200  1  639  6091  238  739  897  263  1  251.  23  316  —  D  —
Elfenbein  23  758  398  0461  11917  201  995  8841  196  051  —  —

 

Kolonialwirtschaftliche  itteilungen.

Eine  Studienreise  nach  Java.

Am  11.  September  d.  Is.  hat  der  Dozent
der  Botanik  an  der  Universität  Tübingen,  Dr.
H.  Fitting,  dem  das  Reichsstipen  dium  zum
Besuch  des  botanischen  Gartens  in  Buitenzorg
auf  Java  für  das  Rechnungsjahr  1907  verliehen
worden  ist,  mit  dem  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen
  Lloyd  „Roon“  von  Genna  die  Ausreise
dahin  angetreten.

Studien  über  das  den  Kautschuk  liefernde  Milchröhrensystem,
  seine  Entwicklungsgeschichte,  sein
Verhalten  bei  sekundärem  Dickenwachstum  und
seine  Regeneration  nach  größeren  Verwundungen,
wie  sie  zur  Kautschukgewinnung  nötig  sind,  anzustellen.


Central-Rfrihanische  Bergwerks-Gesellschaft.

Dr.  Fitting  wird  neben  Untersuchungen  über
Fragen  von  rein  wissenschaftlichem  Interesse  den
Aufenthalt  in  Buitenzorg  in  der  Hauptsache  dazu
benutzen,  bei  den  wichtigsten  Kautschukpflanzen

 

Aus  dem  Geschäftsbericht  der  „Central-Afrikanischen
  Bergwerks-Gesellschaft“  vom  1.  April  1906
bis  zum  31.  März  1907  entnehmen  wir  folgende
Einzelheiten:
        <pb n="1070" />
        G  958  20

Kassama.  Die  Ausschließungsarbeiten  haben
leider  ergeben,  daß  die  Goldvorkommen  die  Aufrechterhaltung
  eines  gewinnbringenden  Betriebes
auf  längere  Zeit  nicht  gestatten;  das  vorhandene
brauchbare  Erz  wird  etwa  bis  Ende  Februar  1908
reichen.  Ob  die  Kugelmühle  alsdann  nach  Ikoma
oder  nach  Sekenke  transloziert  werden  soll,  darüber
wird  die  Hauptversammlung  zu  beschließen  haben,
nachdem  diesbezügliche  Vorschläge  unseres  Sachverständigen
  eingelaufen  sein  werden.  —  Nach
Ausweis  der  Bilanz  ist  im  Berichtsjahre  (beim
Probebetrieb  im  Mai  v.  J.  und  dann  von  Mitte
Oktober  bis  Ende  März)  Gold  im  Werte  von
31  664,90  Mk.  eingegangen.  Das  zur  Vermahlung
  gekommene  Erz  war  recht  gut;  es  enthielt
  24  bis  27  g  Gold  pro  Tonne.  Die  geringe
Goldproduktion  ist  eine  natürliche  Folge  davon,
daß  wegen  andauernden  Mangels  am  notwendigsten
  Betriebsmaterial  nur  sehr  wenig  Erz  (im
ganzen  560  Tonnen)  verarbeitet  werden  konnte.
Hierzu  kam  noch  das  außergewöhnliche  Ausbleiben
der  kleinen  Regenzeit  und  das  verspätete  Einsetzen
der  großen  Regenzeit;  infolge  des  dadurch  verursachten
  Wassermangels  mußte  der  Betrieb
während  einer  Reihe  von  Wochen  vollständig
ruhen.  Sehr  zu  bedauern  ist  ferner,  daß  die
reichen  Pochsande,  8  bis  12  g  Gold  per  Tonne
enthaltend,  nicht  verwertet  werden  konnten,  weil
sich  die  Anschaffung  einer  Cyanid-Anlage  wegen
der  geringen  Quantität  des  in  Betracht  kommenden
Erzes  nicht  lohnte.  Trotz  alledem  sind  die  lausenden
  Unkosten  in  Kassama  reichlich  gedeckt,  in
einzelnen  Monaten  sogar  überdeckt  worden.

In  Ikoma  können  wir  zwar  auf  einen  Überschuß
  rechnen,  falls  die  Kugelmühlanlage  nach
dort  transloziert  werden  sollte.  Der  zu  erwartende
Nutzen  ist  aber  so  gering,  daß  es  unseres  Erachtens
zweckmäßiger  ist,  von  einer  Uberführung  der
Maschinen  nach  Jkoma  vorläufig  abzusehen  und
lieber  die  Mühle  sowie  das  bewährte  Personal,
das  zur  Zeit  in  Kassama  beschäftigt  wird,  nach
Sekenke  zu  dirigieren,  wo  bei  denselben  Unkosten
wie  in  Kassama  erheblich  größere  Gewinne  zu
erwarten  sind,  auch  wenn  die  Mühle  nur  so  weiter
arbeitet  wie  bisher.

Unsere  Ussongo-Schürffelder  sind  aufgegeben
worden,  weil  die  dortigen  Konglomerate  nicht
goldreich  genug  sind.

Die  Saamu#e-Goldfelder  und  das  Bismarck-Reef
  in  Ussindja  sind  noch  nicht  begutachtet
  worden.

In  Sekenke  sind  bisher  vier  goldreiche  Quarzgänge
  und  mehrere  goldhaltige  Konglomerate
entdeckt  worden.  Eins  dieser  Vorkommen  ist  im
vorigen  Winter  von  sachverständiger  Seite  als
„versprechend“  bezeichnet  worden.  Inzwischen  sind
Aufschließungsarbeiten  ausgeführt  worden,  die  es

 

ermöglichen  werden,  bald  ein  Urteil  über  den
Wert  der  Vorkommen  zu  gewinnen.

Die  in  der  Bilanz  vorgenommenen  hohen  Abschreibungen
  sind  durch  die  Geschäftslage  bedingt.
Der  Vorstand  ist  mit  dem  Aufsichtsrate  der  Meinung,
  daß  wir  hierbei  nicht  vorsichtig  genug  vorgehen
  können,  da  wir  noch  nicht  mit  Sicherheit
voraussehen  können,  welchen  Wert  unsere  Anlagen
behalten  werden.  Sollte  die  Gesellschaft  kein
einziges  gutes  Goldfeld  finden,  wären  doch  sämtliche
  bisherigen  Ausgaben  als  Verluste  zu  betrachten.
  Wenn  sich  aber  Sekenke  annähernd  so
entwickelt,  wie  wir  heute  anzunehmen  berechtigt
sind  wird  das  Wiedereinbringen  der  bisherigen
Ausgaben  verhältnismäßig  rasch  vor  sich  gehen.
Das  Gesellschaftskapital  beträgt  1  200  000  Mk.,
davon  sind  299  675  Mk.  noch  nicht  eingefordert.
Das  Goldfelder-Konto  steht  mit  600  000  Mk.

zu  Buch,  während  der  Verlustvortrag  mit
317  717,17  Mk.  figuriert.  Die  Bestandskonten
sind  fast  alle  bis  auf  1  Mk.  abgeschrieben.

Die  gesantten  Abschreibungen  belaufen  sich  auf
38  608,11  Mk.

Rheinische  Handes-Plantagen-Gesellschaft.

Aus  dem  Bericht  der  „Rheinischen  Handel-Plantagen-Gesellschaft“
  für  das  Geschäftsjahr  1906
entnehmen  wir  folgendes:

Im  Berichtsjahre  wurde  der  Bestand  an
Kaffee  bäumen  auf  der  bisherigen  Höhe  gehalten.
Nach  den  uns  zugegangenen  Nachrichten  ist  das
Aussehen  der  Kaffeebäume  dank  der  fortschreitenden
  Entwicklung  der  Windschutz=  und  der  Schattenbäume
  befriedigend.  Obwohl  die  Arbeiterzahl
durchweg  sehr  knapp  war,  wurden  die  notwendigen
  Arbeiten  nicht  vernachlässigt.  So  wurde
der  Bestand  an  Schattenbäumen  durch  Pflanzen
mehrerer  tausend  Grevillea  robusta  und  Albizzia
stipulata  beträchtlich  vergrößert.  Unser  Arbeiterbestand
  betrug,  Weiber  und  Kinder  eingerechnet,  im
Durchschnitt  160;  die  Höchstzahl  betrug  229,  die
Mindestzahl  133.

In  der  großen  Trockenzeit,  die  in  die  Monate
Oktober  bis  Dezember  fällt,  waren  die  Niederschläge
außergewöhnlich  stark.  Auch  die  sonst  trockenen
Monate  Jannar  und  Februar  brachten  mehrfach
Regen,  so  daß  sich  die  Regenmenge  für  das  ganze
Jahr  auf  1984  mm  stellte;  dies  ist  eine  Rekordziffer
  für  Ngambo,  wo  in  den  letzten  sieben  Jahren
eine  Durchschnittsmenge  von  nur  1544  mm  gemessen
  wurde.

Die  Ernte  kam  in  diesem  Jahre  etwas  früher
ein  als  sonst,  und  bereits  Ende  Jannar  1907
verließen  die  letzten  Sendungen  die  Pfflanzung.
Die  Schätzung  von  1200  Zentner  aufbereitetem
        <pb n="1071" />
        G  959  20

Kaffec  erwies  sich  als  richtig;  etwa  1100  Zentner
wurden  in  Europa  zum  Verkauf  gebracht,  während
  der  Rest  von  der  Pflanzung  direkt  abgesetzt
wurde.  Die  erzielten  Preise  waren  zumeist  nur
mittelmäßig;  der  Grund  hierfür  ist  darin  gelegen,
daß  nur  ein  Teil  der  Ernte  wirklich  schön  ausfiel,
  und  daß  die  Preise,  besonders  für  den  früher
weit  höher  bezahlten  Perlkaffee,  infolge  der  ungünstigen
  Marktlage  noch  mehr  zurückgegangen  sind.

Die  Manihot-Pflanzung  wurde  noch  etwas
vergrößert  und  zählt  jetzt  60  000  bis  70  000
Bäume.  Eine  Anlage  großen  Stiles  ist  einstweilen
  noch  nicht  beabsichtigt,  da  mehrere  wichtige
Fragen  noch  der  Lösung  harren;  es  handelt  sich
u.  a.  darum,  wie  möglichst  billig  gutes  Pflanzmaterial
  zu  erhalten  ist,  ob  durch  Beschaffung
von  Stecklingen  oder  Saatgut,  ob  die  Pflänzlinge
klein  ausgepflanzt  werden  sollen,  oder  ob  man
besser  wartet,  bis  sich  diese  mehr  entwickelt  haben;
wie  das  Wachstum  auf  den  verschiedenen  Höhenlagen
  ist  und  mit  welchen  Mitteln  die  auftretenden
Feinde,  wie  Wildschweine,  Ratten  usw.,  am  besten
bekämpft  werden.  Uber  alle  diese  Fragen  hoffen
wir  in  nicht  allzulanger  Zeit  durch  die  Versuche,
die  von  dem  B  gisch  ftlichen  Institut
zu  Amani  mit  großem  Eifer  unternommen  werden
und  wofür  wir  insbesondere  dem  Leiter  dieses
Instituts,  Herrn  Prosessor  Dr.  A.  Zimmermann,  zu
großem  Danke  verpflichtet  sind,  Genaueres  zu  erfahren.


Unsere  Cinchona-Versuchspflanzung  hat  sich
leider  nicht  entwickelt.  Bedeutenden  Schaden  hat
in  dieser  Pflanzung  die  bunte  Stinkschrecke  an- 



gerichtet,  für  deren  rationelle  Bekämpfung  ein
geeignetes  Mittel  noch  nicht  bekannt  ist.

Infolge  des  immer  mehr  fühlbar  werdenden
Mangels  an  Arbeitskräften  hatte  der  Verband
Deutsch-Ostafrikanischer  Pflanzungen  einen  Werbekommissar
  in  das  Innere  entsandt;  von  den  auf
diese  Weise  herbeigeschafften  Arbeitern  wurden
uns  ungefähr  50  zugeteilt.  Nachdem  infolge
Meinungsverschiedenheiten  das  Verhältnis  mit
diesem  Arbeiterkommissar  gelöst  ist,  schweben  jetzt
Verhandlungen  zwischen  einem  Syndikate,  dem
die  sämtlichen  Pflanzungen  angehören,  und  einem
anderen  Herrn,  der  mit  Unterstützung  des  Gonvernements
  zwischen  Tabora  und  Viktoriasee  Arbeiter
  anwerben  soll.

Zur  Ausnutzung  unserer  Holzbestände,  soweit
diese  für  die  Pflanzung  selbst  nicht  in  Betracht
kommen,  hatten  wir,  im  Verein  mit  den  übrigen
Pflanzungsgesellschaften  in  Ost-Usambara,  zwei
Fachleuten  der  Holzverwertungsbranche  eine  Option
eingeräunmt.  Diese  Option  ist  nicht  ansgeübt
worden,  doch  setzen  die  Interessenten  ihre  Bemühungen
  fort,  um  das  nötige  Kapital  für  eine
zu  gründende  Holzverwertungsgesellschaft  aufzubringen.


Die  Betriebskosten  Ngambo  stellten  sich  in
dem  Berichtsjahre  auf  71  020,93  Mk.  und  überstiegen
  daher  den  Erlös  der  Ernte,  der  70499,76  Mk.
betrug,  um  521,17  Mk.  Die  Aussichten  für  1907
sind  wesentlich  günstiger.  Eine  genaue  Ernteschätzung
  liegt  noch  nicht  vor,  doch  glaubt  unser
Pflanzungsleiter  nach  den  eingelaufenen  Berichten
aufeine  Ernte  von  2000  Zentnern  rechnen  zu  dürfen.

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

GCouverneurwechsel  auf  Hawail.

Als  Nachfolger  des  bisherigen  Gouverneurs
von  Hawaii,  Geo  R.  Carter,  welcher  seine  Demission
  eingereicht  hat,  wurde  der  Oberrichter  des
Territorial  Supreme  Court,  W.  F.  Frear,  zum
Gouverneur  ernannt.  An  die  Stelle  des  gleichfalls
  zurückgetretenen  Sekretärs  des  Territoriums,
A.  L.  C.  Atkinson,  trat  E.  A.  Mott-  Smith,
Rechtsanwalt  in  Honolulu.

 

Die  ölsaaternte  Bengalens  1906  07.

Das  Schlußmemorandum  des  Department  of
Agriculture  von  Bengalen  über  die  dortige  Olsaaternte
  in  der  Kampagne  1906/07  liegt  nunmehr
  vor.  Gegenstand  des  Berichts  bilden  die
sogenannten  Bhadvi=  und  Rabi-Sorten,  von
welchen  die  wichtigsten  sind:  Leinsaat,  Senf,  Raps,
Sesam,  Rizinussamen  und  Sirguja.

 

Wie  dem  Memorandum  zu  entnehmen  ist,
haben  die  Olsaaten  durch  übergroße  Regenfälle
zur  Zeit  der  Aussaat  in  Unter-Bengalen  gelitten,
während  in  Bihar  Regenmangel  die  Frucht  in
ihrem  ersten  Wachstum  beeinträchtigt  hat.  In
manchen  Distrikten  haben  Regen  und  Hagel  die
aufstehende  Frucht  kurz  vor  der  Ernte  beschädigt;
im  Distrikt  Monghyr  und  Cuttack  war  eine  Minderausbeute
  infolge  von  Insektenschäden  zu  verzeichnen.
  Im  großen  und  ganzen  war  das  Wetter
der  Saat  nicht  sehr  günstig.

Das  normale  Olsaatareal  stellte  sich  nach  den
Ermittelungen  der  Distriktsbeamten  auf  2  421  400
Acres.  Im  Jahre  1906/07  sollen  indessen  nur
2  205  000  Acres  und  im  Jahre  1905/06  nur
2203  500  Aeres  mit  Olsaaten  bestellt  worden  sein.

Was  den  Charakter  der  Ernte  anbetrifft,  so
hatten  die  beiden  Distrikte  Sonthal  Parganas  und
Sambalpur  einen  100=  und  105prozentigen  Ertrag
        <pb n="1072" />
        960  20

aufzuweisen,  in  fünf  Distrikten  betrug  die  Ausbeute
  90  bis  99  v.  H.,  in  neun  Distrikten  80  bis
89  v.  H.,  in  sieben  Distrikten  70  bis  79  v.  H.,  in
fünf  Distrikten  60  bis  69  v.  H.  und  in  den  verbleibenden
  fünf  Distrikten  59  v.  H.  und  weniger.
Hiernach  haben  sich  die  Ernteaussichten  seit  der
letzten  Berichterstattung  in  zehn  Distrikten  gebessert,
in  sieben  Distrikten  sind  sie  unverändert  geblieben,
während  sie  sich  in  den  übrigen  Bezirken  verschlechtert
  haben.

Die  Gesamtausbente  an  den  verschiedenen  Olsaatarten
  in  Bengalen  wird  von  den  Distriktsbeamten
  nunmehr  mit  75  v.  H.  eines  Durchschnittsertrags
  angegeben  gegen  78  v.  H.  bei  der  ersten
vorläufigen  Schätzung.  Im  Hinblick  auf  die  in

 

verschiedenen  Fällen  ungenügende  Begründung
des  niedrigen  Ernteausfalls  und  auf  die  allgemeine
Neigung,  den  wirklichen  Ertrag  im  Vergleich  zur
Normalausbeute  zu  unterschätzen,  dürfte  die  diesjährige
  Ernte  mit  80  v.  H.  eines  Durchschnittsertrages
  richtiger  geschätzt  sein.

Bei  Annahme  dieser  Durchschnittszahl  und
unter  Zugrundelegung  einer  Normalausbente  pro
Acre  von  6  Maunds  für  Leinsaat,  Raps  und  Senf
sowie  von  4¼  Maunds  für  andere  Olsaaten  wird
der  Bruttoertrag  der  diesjährigen  Olsaaternte  in
Bengalen  auf  347  000  Tons  zu  veranschlagen  sein
gegenüber  305  400  Tons  in  der  vorhergehenden
Kampagne.

ölsaatausfuhr  aus  Britisch-Indilen  April  1906  bis  Januar  1907.

Die  Slsaatausfuhr  aus  Britisch-Indien  gestaltete  sich  in  der  Zeit  vom  1.  April  1906  bis
31.  Jannar  1907,  verglichen  mit  dem  Vorjahre,  in  folgender  Weise:

Olsaaten  und

April  1906  bis  Jannar  1907

»  nd  1905  /  06  1906,07  1905/06  1906,07
Hauptbestimmungsländer  Menge  in  ents  Wert  in  Rupien
Rizinus.  .  .  .  .  1  076  784  1  228  196  6  305  648  9  183  338
Davon  nach:
Großbritannien  393  602  550  785  2  408  941  4  110  984
Belgien  174  407  145  130  986  572  1  086  149
Frankreich.  224  517  216  643  1  281  982  1  594  168
Deutschland  110  222  173  352  631  523  1  271  381
Italien  165  186  133  608  915.720  1  028  051
Baumwollsaat  3  075  265  3  194  984  7897  801  9  111  641
Davon  nach:
Großbritannien  2  693  562  2787  330  6  940  238  8  246  699
Erdnüsse.  961  462  1  258  797  5  987  160  9  053  304
Davon  nach:
Frankreich  857  727  1017  636  5  291  438  7  120678
Deutschland  —  966  —  6  300
Leinsaat.  .  .  .  .  5  413  403  3  812  107  38  265  021  28  628  742
Davon  nach:
Großbritannien  .  1574766  1  316  490  10  992  905  9771  538
Osterreich-Ungarn  80  933  156  719  565  585  1  199771
Belgien  ·  450  589  265  592  3  204  032  2  025  546
Frankreich  994  847  970  171  7  089  663  7338.599
Deutschland  1  131  730  562  132  7  934  211  4  136  387
Holland  672  621  15  870  4  868  834  128  946
Italien.  359  178  479  912  2532  204  3  680  186
Moohnrnrn  .  .  .  ..  768  300  798  741  5  784  124  6  510  895
Davon  nach:
Belgien  .  374  988  325  039  2  718  658  2  649  170
Frankreich.  320  652  384  476  2522744  3  155  257
Deutschland  70  931  88  260  528  677  726  851
—  .—  1  402  564  2  884  599  8  446  337  19  112  163
Davon  nach:
Großbritannien  387  951  459  629  2  166  902  2  712  039
Belgien  323  950  866  724  2  030  017  6  013  276
Frankreich.  168  421  606  687  1  049  293  4  389  558
Deutschland  ..·..  439  410  446  434  2  646  251  3  125  340
Hollnd  —  19  265  —  151  367
Italien  ....  72  810  36  082  488  332  271  531
        <pb n="1073" />
        W  961  20

Olsaaten  und

April  1906  bis  Jannar  1907

..  ..  1905J06  1906  07  1905/06  1906,07
Hauptbestimmungsländer  Menge  in  ents  Wert  in  Rupien
Sesam  ...  1  273  513  1  726  420  10  808  518  16  023  241
Davon  nach:
Osterreich=  Ungarn  96  095  115  775  793574  1095  364
Belgien  423  857  524  737  3711  543  4  990  966
Frankreich.  539  859  651  402  4464  554  5  985  660
Deutschland  121  985  173  485  1  055745  1  573  082
Italien  21  000  114  194  181  604  1  054  036
Agypten  21  546  91  387  185  856  806  481

Die  Sefamernte  Britisch-Indiens  1907/08.

Das  erste  Memorandum  über  die  Sesam-(Til=
  oder  Jinjili-)  Ernte  Britisch-Indiens  für
die  Saison  1907/08  ist  unter  dem  22.  August
d.  Is.  veröffentlicht  worden.  Im  Durchschnitt  der
fünf  mit  1905/06  abschließenden  Jahre  belief  sich
die  gesamte  in  Indien  mit  Sesam  bebaute  Fläche
auf  4  899  900  Aecres,  und  hiervon  liegen  70  v.H.
in  denjenigen  Provinzen,  auf  die  sich  dieses  Memorandum
  bezieht.

Die  Regen  setzten  in  der  laufenden  Saison  in
den  mittleren  und  westlichen  Teilen  des  nördlichen
Indien  erst  spät  im  Juli  ein.  Die  Aussaat  des
Sesam,  der  nicht  zu  den  Nahrungsmitteln  gehört,
ist  sehr  lange  aufgeschoben  worden,  und  die  bisher
eingegangenen  Berichte  über  die  Anbaufläche  sind
so  unvollständig,  daß  sich  ein  allgemeiner  Vergleich
  mit  den  vorjährigen  Berichten  nicht  recht
ermöglichen  läßt.  Die  bis  Anfang  August  1906
gemeldete  Sesamfläche,  mit  Ausnahme  der  Vereinigten
  Provinzen,  die  keine  endgültige  Schätzung
veranstalteten,  belief  sich  auf  1  644  600  Acres.
Die  in  diesem  Jahre  bisher  gemeldete  Anbaufläche
  beträgt  1  442  800  Acres,  dabei  hält  aber
die  Saatzeit  in  vielen  Gegenden  noch  an.  Der
Stand  der  Saat  ist  bis  dahin  gut,  obgleich  in
Bombay  zuviel  Regen  gefallen  ist.

Aus  den  Einzelberichten  der  Provinzen,  denen
der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie  an  der  Gesamtanbaufläche
  Britisch  =  Indiens  beteiligt  sind,  in
Klammern  beigesetzt  ist,  mögen  folgende  Angaben
hervorgehoben  werden:

In  den  Vereinigten  Provinzen  (20  v.  H.)
ist  gegen  Ende  Juni  zwar  etwas  Regen  im  Osten
der  Provinz  gefallen.  Der  allgemeine  Regen  trat
aber  erst  am  Ende  der  dritten  Juliwoche  ein.
Seitdem  hat  ein  guter  Regenfall  angehalten.  In
den  östlichen  Bezirken  begannen  die  Mischsaaten
zur  gewöhnlichen  Zeit,  nämlich  in  der  dritten
Juniwoche.  Anderswo  haben  aber  die  Aussaaten
erst  während  der  Berichterstattung  (15.  August)
ihren  Anfang  genommen,  da  die  Nahrungsmittel

 

(Acounts  relating  to  the  Sen-borne  Trade  und  Narvigation  of  British  Indin.)

zuerst  ausgesät  werden  mußten.  Daher  ist  es  auch
nicht  möglich  gewesen,  über  die  Aussaatfläche  eine
Schätzung  aufzustellen.  Sesam  wird  unter  gewöhnlichen
  Verhältnissen  zuletzt  ausgesät,  und  die
Fläche  wird  daher  durch  die  in  der  zweiten
Augusthälfte  vorherrschenden  Verhältnisse  sehr  beeinflußt.


Zentralprovinzen  und  Berar  (18,5  v.H).
In  einigen  nördlichen  Bezirken  ist  der  Regenfall
mangelhaft  gewesen,  und  die  Aussaaten  der  Frühernte
  (Kharif)  waren  noch  zur  Zeit  der  Berichterstattung
  (10.  August)  im  Gange.  In  den  übrigen
Bezirken  sind  die  Aussaaten  in  aller  Sorgfalt
vor  sich  gegangen;  das  Aufkeimen  der  Saaten
war  im  allgemeinen  gut,  und  die  jungen  Saaten
litten  unter  dem  lange  andauernden  trockenen
Wetter  im  Juni  und  im  Anfange  des  Monats
Juli  weniger  als  die  Baumwollsaaten.  An  einigen
Stellen  sind  Nachsaaten  erforderlich  gewesen.  Der
Stand  der  jungen  Pflanzen  war  befriedigend,  und
die  Aussichten  waren  günstig.  Das  Aussäen  des
späten  Sesam  hatte  bis  zum  10.  August  noch  nicht
begonnen;  es  liegt  indessen  bisher  kein  Grund  zu
der  Annahme  vor,  daß  die  gesamte  Fläche  für
die  frühe  und  späte  Sesamaussaat  von  derjenigen
des  Vorjahrs  (808  800  Acres)  wesentlich  abweichen
  wird.  9

Aus  Madras  (17,2  v.  H.)  wird  die  in  den
Raiyatwaridörfern  (etwa  zwei  Drittel  der  Provinz)
bis  Ende  Juli  mit  Sesam  bebaute  Fläche  zu
212  400  Acres  angegeben;  sie  ist  also  um  etwa
32  v.  H.  größer  als  im  Vorjahre.  Die  Anbausteigerung
  wird  dem  rechtzeitigen  Regenfall  zugeschrieben.
  Die  in  den  Nicht-Raiyatwaridörfern
bestellte  Fläche  beträgt  11  600  Acres  und  ist  um
etwa  41  v.  H.  größer  als  im  Vorjahre.  Der
Stand  der  Saaten  ist  ziemlich  gut  bis  gut.

Bombay  (8  v.  H.).  In  den  britischen  Teilen
und  in  den  Eingeborenenstaaten  sind  bis  zum
5.  August  324  000  Acres  mit  Sesam  angebaut
worden;  die  Fläche  ist  also  um  etwa  38  v.  H.
kleiner  als  im  Vorjahre.  Mangelnde  Frühregen
        <pb n="1074" />
        W  962  2O

schränkten  das  Säen  von  Frühsesam  ein.  Die
Späternte  war  noch  im  Gange.  Der  Stand  der
Saat  war  ziemlich  gut  bis  gut,  stellenweise  hat
sich  indessen  eine  Unterbrechung  des  Regens  im
Interesse  der  späten  Aussaaten  als  wünschenswert
erwiesen.

In  Sind  (2  v.  H.)  sind  35  000  Acres  mit
Sesam  bestellt  worden.  Dies  ergibt  eine  um  etwa
10  v.  H.  kleinere  Fläche  als  im  Vorjahre.  In
dem  oberen  Sind,  an  der  Grenze,  dauern  aber
die  Aussaaten  noch  an,  anderswo  ist  die  Anbaueinschränkung
  der  ungenügenden  Wasserversorgung
zuzuschreiben.  Der  Stand  der  Saaten  war  bis
dahin  ziemlich  gut  bis  gut.

In  Punjab  sind  bis  Ende  Juli  62  600  Aeres
(davon  16  600  Aeres  bewässert)  mit  Sesam  bebaut
worden  gegen  95  500  Acres  im  Vorjahre.  Die
Abnahme  beträgt  also  34,4  v.  H.  und  wird  dem
Ausbleiben  der  Frühregen  zugeschrieben.  Die
Aussaaten  dauerten  indes  noch  an.

Rohrzuckherernte  Britisch-Indiens  1907/08.

Das  erste  Memorandum  über  die  Rohrzuckerernte
  Britisch-Indiens  in  der  Saison  1907/08
ist  unter  dem  22.  August  d.  Is.  veröffentlicht
worden.  Danach  betrug  im  Durchschnitt  der  fünf
mit  1905/06  abschließenden  Jahre  die  Rohrzuckerfläche
  in  Britisch-Indien  2  350  000  Acres.  Hiervon
  entfielen  auf  die  fünf  Provinzen,  auf  die  sich
das  Memorandum  bezieht,  insgesamt  93,5  v.  H.
Im  August  1906  hatte  die  gesamte  mit  Zuckerrohr
  bestellte  Fläche  in  den  fünf  Provinzen
2  284  100  Acres  betragen.  Der  in  diesem  Jahre
eingegangene  Bericht  aus  den  Vereinigten  Provinzen,
  die  etwa  50  v.  H.  der  indischen  Rohrzuckerernte
  hervorbringen,  gibt  die  Fläche  nur  in
annähernder  Schätzung  an.  Es  wird  die  diesjährige
  Zuckerrohrfläche  in  den  fünf  Provinzen
auf  2  398  500  Acres  geschätzt,  die  also  eine  Zunahme
  um  114  400  Acres  gegen  das  Vorjahr
ergeben.

Durch  die  in  letzter  Zeit  gefallenen  Regen
hat  die  Ernte  sehr  gewonnen  und  soll  einen  guten
Stand  aufweisen.

Aus  den  einzelnen  Berichten  aus  den  Provinzen,
  denen  der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie
an  der  Gesamtanbaufläche  Britisch-Indiens  beteiligt
  sind,  in  Klammern  beigesetzt  ist,
noch  folgende  Angaben  über  den  Stand  der
Felder  hervorgehoben  werden:

In  den  Vereinigten  Provinzen  (50,2  v.  H.)
waren  die  Monate  Februar  und  März  ungewöhnlich
  naß  und  erleichterten  das  Auslegen  von
Zuckerrohr  in  größerem  Umfange  als  im  Vorjahre.
  Die  genaue  bepflanzte  Fläche  wird  erst

mögen

 

im  kommenden  Dezember  bekannt,  wenn  die  Feststellungen
  über  die  Ernte  eingehen.  Nach  roher
Schätzung  dürfte  sich  das  Areal  auf  1  450  000
Acres  belaufen,  es  ist  somit  um  nahezu  7  v.  H.
größer  als  im  letzten  Jahre.  Das  Auslegen  begann
  zur  gewöhnlichen  Zeit  gegen  Ende  Februar
und  zeitig  im  März,  und  das  Aus#gehen  vollzog
sich  gut.  Die  Bewässerung  war  im  allgemeinen
ausreichend.  Obgleich  eine  leichte  Beschädigung
durch  heiße  Winde  und  durch  Insekten  an  einigen
Stellen  eintrat,  so  widerstanden  doch  die  Pflanzungen
  der  anhaltenden  Dürre  im  Juni  und
Juli  sehr  gut.  Der  Monsun  brach  am  Ende  der
dritten  Juliwoche  aus,  und  ein  allgemeiner  Regen
hat  seitdem  angehalten.  Die  Felder  versprachen
im  allgemeinen  eine  gute  Ernte  und  dürften,
wenn  auch  die  übrige  Zeit  günstig  verläuft,  einen
größeren  Ertrag  liefern  als  im  vorigen  Jahre.

In  Bengalen  (18,9  v.  H.)  wird  das  bepflanzte
  Areal  zu  431  700  Aeres  gemeldet  gegen
424  500  Acres  im  Vorjahre.  Hier  hat  sich  also
eine  Anbausteigerung  um  1,7  v.  H.  ergeben.  Die
Rohrfelder  haben  sich  infolge  der  Errichtung  von
mehreren  Zuckerfabriken  in  Nordbihar  etwas  vergrößert.
  In  einigen  Gegenden  machte  sich  während
der  Zeit  des  ersten  Wachstums  Mangel  an  Regen
fühlbar,  an  manchen  Stellen  wiederum  wurde
durch  heftige  Regen  und  heiße  Winde  im  Junni
Schaden  angerichtet.  Bis  dahin  ist  aber  die
Saison  im  großen  ganzen  eine  ungewöhnlich  gute
zu  nennen.

Ostbengalen  und  Assam  (10,7  v.  H.)  Das
bis  dahin  bepflanzte  Areal  wird  zu  186  600  Acres
angegeben  gegen  193  300  Acres  im  Vorjahre;
es  hat  also  um  3,5  v.  H.  abgenommen.  Die
Felder  litten  unter  dem  Mangel  an  frühzeitigem
Regen  in  Rangpur  und  unter  ÜUberflutungen  in
Sylhet.  Anderswo  ist  die  Saison  nicht  ungünstig
verlaufen.

Punjab  (12,6  v.  H.).  Aus  dem  Punjab  haben
bisher  15  Bezirke  Berichte  geliefert;  ihre  Zahl
ist  jetzt  auf  22  gestiegen.  Die  in  den  7  nenen
Bezirken  bepflanzte  Fläche  ergibt  zusammen  mit
dem  in  den  15  alten  Bezirken  bestellten  Areal,
das  im  Vorjahre  257  800  Acres  ausgemacht
hatte,  eine  Gesamtfläche  von  277  700  Acres.  In
diesem  Jahre  wird  die  gesamte  mit  Zuckerrohr
bepflanzte  Fläche  auf  301  500  Aeres  geschätzt  (davon
  230  400  Acres  bewässert).  Hieraus  ergibt
sich  eine  Zunahme  um  nahezu  9  v.  H.,  die  auf
die  allmähliche  Erholung  von  dem  durch  die
strengen  Fröste  des  Jahres  1905  verursachten
Rückschlag  zurückzuführen  ist.  Der  Stand  der
Pflanzungen  war  im  großen  ganzen  gut;  dieselben
  hatten  nach  den  letzten  Regen  gute  Fortschritte
  gemacht.

Nordwestliche  Grenzprovinz  (1,1  v.  H.).
        <pb n="1075" />
        GV  963  2

Die  Aupflanzungen  begannen  hier  unter  günstigen
Verhältnissen,  und  die  gesamte  Fläche  wird  auf
28  700  Acres  geschätzt  gegen  28  600  Acres  im
Vorjahre.

Die  australische  Zucherproduktion.

Nach  einer  Schätzung  der  Zollbehörden  des
Australischen  Bundes  dürfte  sich  die  Zuckerproduktion
  während  der  im  Juli  begonnenen  Kampagne
  im  ganzen  auf  199  305  Tonnen  (1  Tonne
—  1016,048  kg)  belaufen.  Davon  entfallen  auf
Neusüdwales  25  435  und  auf  Oncensland  173870
Tonnen.

Die  Gesamtproduktion  ist  die  größte,  die
Australien  je  gehabt  hat.  Sie  ist  groß  genng,
um  den  Eigenbedarf  des  Bundes  vollständig  zu
decken,  so  daß  eine  Einfuhr  nicht  nötig  sein  wird,
anßer  bei  einigen  wenig  gebrauchten  Spezialitäten.

Von  der  Gesamtmengeerhalten  181000  Tonnen
(Neusüdwales  24  100,  Queensland  157  000)  die
Prämie,  welche  auf  Zucker  gezahlt  wird,  der  ausschließlich
  mit  Hilfe  weißer  Arbeiter  erzeugt  worden
ist.  Der  zu  zahlende  Betrag  wird  auf  572000  L.
(11  446  000  Mk.)  geschätzt.

(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem  Kaiserl.

Generalkonsulat  in  Sydney  vom  20.  Juli  1907.)

Der  Rakaomarkt  autf  Cevlon.

Die  nach  Colombo  hereingekommene  Kakao—
ernte  war  nur  unbedentend,  und  der  Umsatz
bewegte  sich  daher  in  bescheidenen  Grenzen.  Die
Qualität  des  angebotenen  Kakaos  war  im  allgemeinen
  zufriedenstellend.  Die  Preise  sind  seit
Mitte  Mai  dieses  Jahres  allmählich  in  die  Höhe
gegangen,  und  man  bezahlt  heute  je  nach  Qualität
Rs.  49  bis  Rs.  58.  Die  Vorräte  in  Colombo
sind  nur  klein,  und  auf  größere  Zufuhren  ist  vor
Oktober,  November  nicht  zu  rechnen.  Die  Nachfrage
  nach  Ceylonkakao  war  zeitweise  eine  recht
rege  und  der  Export  von  Colombo  nach  dem
Kontinent  und  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  zeigt  gegen  das  Vorjahr  eine  bedeutende
Zunahme.

Die  Ausfuhrzahlen  für  die  Zeit  vom  1.  Jannar
bis  15.  Juli  der  Jahre  1906  und  1907  vergleichen
  sich,  wie  folgt:

907  1906
42  414  ewts.  29  248  ewts.
Deutschland  7  066  4777

Nach  England

*Holland  2354  350  =
Frankreich  2313  1  611
-Anmerika  2059  400
Aunnstralien  1504=  1  421
=  China  1  075  700

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Caleutta
vom  2.  August  d.  Is.

 

Der  Reismarkt  in  Birma.

Das  für  den  Export  im  Jahre  1907  in  Birma
verfügbare  Quantum  Reis  wurde  nachträglich  von
der  Regierung  auf  2  345  000  Tonnen  ermäßigt,
aber  selbst  dieses  Quantum  dürfte  noch  ungefähr
um  100  000  Tonnen  zu  hoch  gegriffen  sein.

Die  Ausfuhr  war  im  ersten  Semester  um
167  000  Tonnen  größer  als  im  Vorjahre.  Indien,
besonders  Bengalen  und  Assam,  nahmen  210  000
Tonnen  mehr.  Die  ungewöhrlich  starke  Nachfrage
von  dort  bewirkte,  daß  die  Preise  für  Paddy,  die
im  Jannar  mit  102  bis  110  Rs.  eröffneten,  bis
Jnni  auf  145  bis  152  Rs.  stiegen;  doch  sind  die
Preise  in  den  letzten  Tagen  infolge  der  sehr
großen  Zufuhren  und  der  angesammelten  Lager
gefallen.

Für  die  zweite  Hälfte  des  Jahres  verbleiben
nur  noch  400  000  bis  500  000  Tonnen  gegen
570  000  Tonnen  im  Vorjahre.  Allerdings  wird
sich  Indien  im  zeiten  Semester  dieses  Jahres  mit
cinem  wesentlich  kleineren  Quantum  als  295  000
Tonnen  im  Vorjahre  begnügen;  selbst  dann  sollte
der  Rest  der  Ernte  leicht  zu  plazieren  sein,  und
ein  Anziehen  der  Preise  steht  zu  erwarten,  sobald
die  Lager  wieder  herabgegangen  sind.  Die  Ausfuhr
  von  Akyab-Reis  nach  Europa  war  infolge
sehr  schlechter  Anslieferungen  im  Jahre  1905  von
83  000  Tonnen  auf  13  000  Tonnen  im  Jahre
1906  zurückgegangen;  diesjährige  Abladungen
von  49  000  Tonnen  kamen  ebenso  wie  die  vorjährigen
  in  bester  Beschaffenheit  in  Europa  an,
und  es  ist  anzunehmen,  daß  die  Ausfuhr  dorthin
im  nächsten  Jahre  wieder  eine  normale  Höhe  erreichen
  wird.  Die  Regenzeit  in  Birma  hat  rechtzeitig
  eingesetzt;  es  fiel  genügend  Regen,  um  die
Erntearbeiten  in  Angriff  zu  nehmen.

(Bericht  des  Kais.  enerallonfullt  in  Calcutta

vom  7.  August  d.  J

Der  Gummimarkt  auf  Ceylon.

Der  Gummimarkt  auf  Ceylon  ist  in  der  letzten
Zeit  kleinen  Schwankungen  unterworfen  gewesen;
die  am  25.  Juli  d.  Is.  bezahlten  Preise  sind
ungefähr  für

Feinen  Biscuit  Rubber  3,75  bis  3,85  Rs.
Scrap  Rubber  2,50  3,20  =

Nach  wie  vor  geht  der  größte  Teil  des
Gummis  nach  London  in  Konsignation.  Die
Ausfuhr  nach  Amerika  ist  auf  ein  Drittel  der
genannten  Produktion  angewachsen.

Die  Ausfuhrziffern  vom  1.  Jannar  bis
15.  Juli  vergleichen  sich  gegen  die  gleiche  Zeit
des  Vorjahres,  wie  folgt:
        <pb n="1076" />
        964

1907  1906

Nach  Ibs  iIbs.
England  145  6066  110  333
Amerika  80  062  34  067
Deutschland.  13  069  8  817.

Die  Erzeugung  ist  ganz  beträchtlich  gewachsen
und  zeigt  am  15.  Juli  eine  Zunahme  von
87  306  lbs  gegen  die  gleiche  Zeit  im  vorhergehenden
  Jahre.

(Bericht  des  Kais.  gseralonsulat  in  Calentta
vom  2.  August

Juteernte  Britisch-Indlens  1906/07  und  RKussichten
für  1907  os.

Die  letztjährigen  Berschiffungen  von  Jute  aus
Britisch-Föndien  sind  den  gehegten  Erwartungen
in  bezug  auf  Quantität  in  jeder  Weise  gerecht  geworden.


Es  wurde  allgemein  angenommen,  daß  das
Ergebnis  der  letztjährigen  Ernte  (1.  Juli  1906
bis  30.  Juni  1907)  der  beiden  Provinzen  Bengalen
  und  Ostbengalen  und  Assam,  welche  bekanntlich
  für  den  Anbau  von  Jute  in  erster  Linie
in  Betracht  kommen,  sich  auf  rund  90000000  Ballen
von  je  400  Pfund  engl.  stellen  würde.  Diese
Annahme  ist,  wie  aus  den  nachstehend  angeführten
Zahlen  ersichtlich,  voll  und  ganz  in  Erfüllung  gegangen.


Es  wurden  von  Caleutta  und

Chittagong  ausgeführt  4  560  020  Ballen,

Käufe  indischer  Fabriken  3  878  687
Vermutlicher  Verbrauch  im

Inlande  neben  demienigen

der  Fabriken  500  000
Angeblicher  Vorrat  im  Basar

usw.  .  .  100000-9

  038  707  Ballen.

Um  jedoch  ein  vollständiges  Bild  der  gesamten
Juteausfuhr  Indiens  zu  bekommen,  ist  ferner  noch
diejenige  der  Provinz  Madras  hinzuzufügen,
welche  sich  im  gleichen  Zeitraum  auf  72  036  Ballen
belief.  Das  Endresultat  für  das  ganze  Indien
stellt  sich  demnach  auf  9  110  743  Ballen.

Die  in  Europa  liegenden  Fabriken  dürften
ihren  Bedarf  vorerst  gedeckt  haben,  und  es  dürfte
voraussichtlich  ein  Mangel  an  dieser  eine  so  vielfache
  Verwendung  findenden  Faser  so  bald  nicht
eintreten,  zumal  da  nach  dem  am  15.  Juli  d.  J.
veröffentlichten  Bericht  der  Regierung  der  diesjährige
  Anbau  die  Fläche  des  letztjährigen  um
9,5  v.  H.  übertreffen  soll.  Im  vergangenen  Jahre
betrug  das  besäte  Areal  3  523  200  Acres  gegen
3  859  500  in  dieser  Saison.  Es  ist  somit  eine
Zunahme  um  336  200  Acres,  eine  nicht  unbedentende
  Fläche,  zu  verzeichnen.

 

In  allgemeinen  dürften  die  diesjährigen  Ernteaussichten
  soweit  als  günstig  bezeichnet  werden.
Hier  und  dort  wird  zwar  berichtet,  daß  der  Stand
der  Faser  im  Rückstande  ist.  Auch  hört  man  in
Calcutta  von  der  Ankunft  kurzer,  unreifer  Inte,
welche,  um  wenigstens  einen  Teil  der  Ernte  zu
retten,  infolge  unerwartet  schnellen  Anschwellens
von  Flüssen  geschnitten  werden  mußte.

Für  die  Provinzen  Bengalen  und  Ostbengalen
und  Assam  dürfte  der  diesjährige  Ernteertag,  falls
nicht  unerwartete  Ereignisse  eintreten  sollten,  mit
rund  10  000  000  Ballen  anzunehmen  sein.  Nach
den  Berechnungen  gut  unterrichteter  Kreise  wird
der  Weltkonsum  für  1907/08  mit  8  600  000  Ballen
angegeben,  so  daß  gegen  Ende  der  Saison  —
Juni  1908  —  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  ein
nicht  unbedeutender  Vorrat  übrig  bleiben  dürfte.
Die  hohen  Preise  der  letzten  Saison  dürften  sich
daher  kaum  wiederholen,  und  es  dürfte  wohl  in
der  Hand  der  Käufer  liegen,  solche  zu  vermeiden.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem  Baiserl.

Generalkonsulat  in  Calcutta  vom  27.  Juli  d.  J.)

Aussichten  der  indischen  Baumwollernte  1907/08.

Das  erste  Memorandum  über  die  indische
Baumwollernte  für  die  Saison  1907/08,  welches
die  Berichte  aus  den  einzelnen  Provinzen  Britisch-Indiens
  als  Unterlage  hat,  ist  am  15.  August
d.  Is.  veröffentlicht  worden.  Die  Gebiete,  die  in
diesem  Gesamtberichte  behandelt  werden,  hatten
im  Durchschnitt  der  fünf  mit  1905/06  abschließenden
  Jahre  eine  Baumwollanbaufläche  von
13  844  000  Acres  und  machten  76,6  v.  H.  der
gesamten  in  Britisch-Indien  mit  Baumwolle  bestellten
  Fläche  aus.  Das  Memorandum  bezieht
sich  indessen  in  der  Hauptsache  auf  die  Frühernte
und  enthält  nur  Angaben  über  die  Anbaufläche.

Ein  Teil  des  Baumwollanbaugebiets,  welches
für  gewöhnlich  ein  Areal  von  etwa  1  901,  000
Acres  oder  10,5  v.  H.  der  gesamten  Baumwoll-=fläche
  umfaßt,  hat  im  Jahre  1907/08  eine  Zunahme
  der  Anbaufläche  von  32  000  Aeres
aufzuweisen.  Am  meisten  hat  zu  dieser  Anbausteigerung
  Madras  beigetragen.  Der  übrige  Teil,
auf  den  sonst  etwa  12  028  000  Acres  oder
der  gesamten  Baumwollfläche  entfallen,  hat  einen
Rückgang  im  Anbau  zu  verzeichnen,  der  sich  auf
2  134  000  Acres  beläuft.

Aus  Ostbengalen  und  Assam,  welche  für  gewöhnlich
  etwa  53  000  Aeres  oder  0,3  v.  H.  der
Gesamtfläche  mit  Baumwolle  bepflanzen,  sind  die
Berichte  für  die  Aufstellung  des  Memorandums
nicht  rechtzeitig  eingegangen.

Als  Netto-Ergebnis  wurde  eine  Fläche  von
11  041  000  Acres  gemeldet  gegen  13  143  000
        <pb n="1077" />
        G  965  2e□

Acres  zur  entsprechenden  Zeit  im  Vorjahre.
Daraus  ergibt  sich  also  eine  augenscheinliche  Abnahme
  um  16  v.  H.;  aber  es  ist  dabei  in  Berücksichtigung
  zu  ziehen,  daß  die  Berichte  die  Größe
der  Flächen  nach  dem  Stande  von  Ende  Juli  1907
angeben  und  daß  in  den  meisten  bedeutenden
Anbaugegenden  erst  am  Ende  dieses  Monats  die
Regen  einsetzten.

Ein  Versuch,  den  voraussichtlichen  Ertrag  für
die  kommende  Ernte  abzuschätzen,  ist  nicht  gemacht
worden,  aber  aus  allen  Gegenden  —  mit  Ausnahme
  der  nordwestlichen  Grenzprovinz,  welche
für  gewöhnlich  nur  mit  0,2  v.  H.  an  der  Gesamtanbaufläche
  beteiligt  ist  —  wurde  der  Stand  der
Saaten  als  gut  und  ziemlich  gut  gemeldet.

Die  Schätzung  gibt  die  Anbaufläche  für  den
Monat  August  1907  folgendermaßen  an:

–9  31  —  5%
Provinzen  u.  Staaten  190705  *  07  10905/06
Fläche  in  1000  Acres

Bombagy,  einschl.  der

 

Eingeborenenstaaten  1275  1  700  1  453
Madras,  Naihatwaridörfer
  120  104  95
Zentralprovinzen“  u.
erar  1015  4684  4  696
Punjab,  einschl.  der
Eingeborenenstaaten  1  104  1  413  1  684
Nordwestliche  Grenzprovinz
  48  59  3
Vereinigte  Provinzen  1  100  1  475  1  350
Ajmer-Merwara  3  12  14
Bengalen  61  52
Ostbengalen  u.  2  a  nicht  eingegangen
Burma  .  18  186  182
Hyderabad  .2  2608  1809
Mysorer  8  2  10
Zentralindien,  mit
Ausnahme  von
Gwalior,  Bundelkhand
  u.  Bhopawar  351  435  403
Rajputana  .  331  404  144
Zusammen  11.041  13  143  11  929

Aus  den  Einzelberichten  der  Provinzen,  denen
der  Prozentsatz,  mit  welchem  sie  an  der  Gesamtbaumwollfläche
  Britisch-Indiens  beteiligt  sind,  in
Klammern  beigesetzt  ist,  mögen  noch  folgende
Angaben  über  den  Stand  der  Baumwollsaaten
hervorgehoben  werden:

Der  Bericht  aus  Bombay  bezieht  sich  nur
auf  die  Frühsaaten  des  Dekkan  (8,2  v.  H.),  die
bis  zum  1.  August  d.  Is.  eine  Fläche  von
1  275  000  Acres  einnahmen  und  im  Vergleich
mit  der  vorjährigen  Schätzung  um  25  v.  H.  geringer
  ausfielen.  Der  Regenfall  war  zuerst  günstig,
und  die  Aussaaten  nahmen  in  der  ersten  Juniwoche
  im  Norden  rechtzeitig  ihren  Anfang;  aber

 

eine  lange  Unterbrechung  nach  der  dritten  Juniwoche
  hielt  die  Feldarbeiten  auf,  und  die  Saaten
gingen  stellenweise  nicht  auf  oder  die  jungen
Pflanzen  verdorrten.  In  der  dritten  Juliwoche
setzte  indessen  ein  reichlicher  Regen  ein,  so  daß
die  Aussaaten  wieder  aufgenommen  und,  wo  es
nötig  war,  Nachsaaten  vorgenommen  werden
konnten.  In  Süddekkan  begannen  die  Aussaaten
in  der  zweiten  Julihälfte,  also  14  Tage  später  als
gewöhnlich.  Die  zeitig  ausgestreute  Saat  steht
ziemlich  gut,  die  Spätsaat  keimte  gerade  auf.

Madras  (8,8  v.  H.).  Die  gesamte  bis  Ende
Juli  in  den  Raiyatwaridörfern  (etwa  zwei  Drittel
der  Provinz)  besäte  Fläche  wird  zu  120  000  Acres
gemeldet;  sie  ist  also  um  15  ½  v.  H.  größer  als
im  Vorjahre.  Die  Vergrößerung  wird  dem  rechtzeitigen
  Regen  zugeschrieben.  Die  Nicht-Raiyatwaridörfer
  haben  eine  Fläche  von  13  600  Acres
mit  Baumwolle  bepflauzt  und  damit  das  Arcal
gegen  das  Vorjahr  um  18  v.  H.  ausgedehnt.  Die
Saat  steht  ziemlich  gut  und  gut,  stellenweise  bedarf
sie  aber  des  Regens.

In  den  Zentralprovinzen  und  Berar
(23,4  v.  H.)  trat  der  Monsun  spät  ein,  aber  die
hauptsächlichsten  Baumwollgegenden  erhielten  ausreichenden
  Regen.  Die  Aussaaten  erfolgten,  obwohl
  spät,  im  allgemeinen  mit  Erfolg,  und  das
Aufkeimen  ging  gut  vonstatten.  Wegen  des  un-7

  Feitigen  Regens  in  der  Nagpurgegend  und  der

mangelnden  Feuchtigkeit  an  anderen  Stellen
wurden  einige  Nachsaaten  erforderlich.  Das  Baumwollarcal
  beträgt  in  den  Zentralprovinzen  nach
roher  Schätzung  1  473  000  Acres  und  ist  um
6  v.  H.  größer  als  im  Vorjahre.  In  Berar  wird
die  Fläche  auf  2  542  000  Acres  geschätzt  gegen
3  294  000  Acres  im  Vorjahre,  was  einer  Abnahme
  von  23  v.  H.  gleichkommt.  Für  beide
Provinzen  ergibt  sich  ein  Rückgang  der  Baumwollfläche
  um  14  v.  H.  Die  Aussichten  der  Ernte
sind  im  allgemeinen  günstig.

Aus  Punjab  (7,9  v.  H.)  wird  die  in  den
britischen  Teilen  mit  Baumwolle  bestellte  Fläche
zu  995  000  Acres  gemeldet  gegen  1  259  000  Acres
im  Vorjahre;  sie  ist  also  um  21  v.  H.  zurückgegangen.
  In  den  Eingeborenenstaaten  beträgt
die  Anbaufläche  109  000  Acres  gegen  154  000
Acres  im  Vorjahre;  sie  hat  hier  also  um  9,2  v.  H.
abgenommen.  Der  große  Rückgang  wird  in  der
Hauptsache  auf  den  Mangel  an  rechtzeitigem  Regen
zurückgeführt,  teilweise  auch  auf  das  Vorherrschen
der  Pest  in  einigen  Gegenden  zur  Saatzeit.

Für  die  nordwestliche  Grenzprovinz
(0,2  v.H.)  ist  die  bestellte  Fläche  zu  48  000  Aeres
(davon  33.000  Aeres  bewässert)  gemeldet  worden
gegen  59  000  Acres  zu  derselben  Zeit  im  Vorjahre
  und  61  000  Acres,  wie  sie  im  Vorjahre  im
Schlußbericht  festgestellt  wurde.  Der  Regenfall
        <pb n="1078" />
        966  ꝛ

trat  in  der  Zeit  vom  März  bis  Juni  zur  rechten
Zeit  ein  und  war  reichlich,  außer  in  Dehra  Ismail
Khan,  wo  sich  die  Fläche  beträchtlich  verkleinert
hat.  Die  Aussichten  waren  wegen  des  un—
genügenden  Regenfalls  in  allen  Bezirken  nicht
günstig.

In  den  Vereinigten  Provinzen  (6,4  v.  H.)
verlief  die  erste  Hälfte  des  Monats  Juli  regenlos,
und  ein  allgemeiner  Regen  setzte  erst  gegen  Ende
der  dritten  Woche  ein.  Seitdem  hat  es  gut  geregnet,
  und  die  Lage  hat  sich  sehr  gebessert.  In
den  Kanalgegenden  begannen  die  Aussaaten  zur
gewöhnlichen  Zeit  im  Mai  mit  Hilfe  der  Bewässerung,
  und  das  Aufgehen  der  Saaten  verlief
gut.  Anderswo  sind  die  Aussaaten  sehr  aufgehalten
  worden  und  waren  am  Ende  des  Monats
Juli  noch  im  Gange.  Die  eingegangenen  Nachrichten
  weisen  auf  einen  Rückgang  von  25  bis
30  v.  H.  gegen  die  vorjährige  Anbaufläche  hin,
die  sich  auf  1  475  000  Acres  belief.  Dies  würde
ein  Arcal  von  1  Million  bis  1  100  000  Acres

ergeben.  Die  Wirklichkeit  dürfte  der  höheren
Schätzung  näher  kommen.
Ajmer  Marwara  (0,2  v.  H.).  Die  mit

Frühbaumwolle  bisher  bestellte  Fläche  wird  auf
11  000  Aeres  geschätzt  gegen  12  000  Acres  im
Vorjahre.  Der  allgemeine  Stand  und  die  Aussichten
  der  Ernte  sind  gut.

Aus  Bengalen  (0,4  v.  H.)  wird  eine  bisher
mit  früher  und  später  Baumwolle  bestellte  Gesamtfläche
  von  68  000  Acres  gemeldet;  sie
er  gegen  das  Vorjahr  eine  Vergrößerung  um

1,5  v.  H.  Die  Witterungsverhältnisse  sind  im
großen  ganzen  günstig  gewesen,  und  die  Aussichten
  sind  bis  dahin  gut.  Etwas  Schaden  ist
in  Sambalpur  durch  Insekten  und  in  Shahabad
durch  Heuschrecken  angerichtet  worden.

Aus  dem  östlichen  Bengalen  und  Assam
(0,3  v.  H.),  wo  für  gewöhnlich  eine  Fläche  von
etwa  53.000  Acres  mit  Baumwolle  besät  wird,
sind  die  Nachrichten  nicht  rechtzeitig  eingegangen.
Nachträgliche  Meldungen  geben  die  Fläche  zu
59  000  Acres  an  gegen  57  000  Acres  im  Vorjahre.
  Der  Stand  und  die  Aussichten  der  Ernte
sollen  ziemlich  gut  bis  gut  sein.

Für  Burma  (0,9  v.  H.)  werden  189.000  Acres
als  Gesamtfläche  angegeben  gegen  186  000  Acres
im  Vorjahre,  woraus  sich  eine  Steigerung  um
1,6  v.  H.  ergibt.  Die  Aussichten  sind  günstig,
abgesehen  von  Sagaing,  Unter-Chindwin  und
Myingyan,  wo  mehr  Regen  erforderlich  ist.

Hyderabad  (13,3  v.  H.)  gibt  die  gesamte
mit  früher  (Kharif-)  Baumwolle  bestellte  Fläche
zu  2  421  000  Acres  an  gegen  2  608  000  Aecres
im  Vorjahre,  woraus  sich  ein  Rückgang  um
7,2  v.  H.  ergibt.  Der  Stand  der  Saat  ist  im
allgemeinen  gut,  und  wenn  der  Regen  günstig

 

bleibt,
werden.

Für  Mysore  (0,4  v.  H.)  wird  die  mit  früher
Baumwolle  bis  dahin  besäte  Fläche  auf  8000  Aeres
angegeben  gegen  2000  Acres  im  Vorjahre.

Zentralindien  (4,1  v.  H.).  Berichte  sind
nur  aus  dem  Staate  Indore  und  den  den  Agenturen
  von  Malwa  und  Bhopawar  unterstehenden
Staaten  eingegangen.  Die  für  diese  Staaten  gemeldete
  Gesamtfläche  beläuft  sich  auf  351000  Acres
gegen  435  000  Acres  im  Vorjahre  und  hat  um
19  v.  H.  abgenommen.  Diejenigen  Staaten,  aus
denen  noch  keine  Berichte  eingetroffen  sind,  haben
im  Durchschnitt  ein  Baumwollareal  von  etwa
500  000  Aeres.

Rajputana  (2,1  v.  H.).  Die  bestellte  Fläche
wird  zu  331  000  Acres  gemeldet  gegen  404  000
Acres  im  Vorjahre,  sie  hat  um  18  v.  H.  abgenommen.
  Der  Stand  und  die  Aussichten  der
Ernte  sind  im  allgemeinen  ziemlich  gut  bis  gut.

so  kann  auf  eine  gute  Ernte  gerechnet

Ein  ägyptischer  Baumwoll-Trust.

Aus  Kairo  wird  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
  geschrieben:
„In  Kreisen,  die  das  Losungswort:  Agypten

für  die  Agypter#  auf  ihr  Banner  geschrieben
haben,  befaßt  man  sich  gegenwärtig  nicht  lediglich  mit
höheren  politischen  Problemen,  sondern  es  wird
danach  gestrebt,  auch  auf  wirtschaftlichem  Gebicte
für  die  ägyptische  Bevölkerung  ersprießliches  zu
leisten.

Es  sind  nämlich  Stimmen  laut  geworden,  die
die  Gründung  eines  Baumwoll-Trusts  auf  nationaler
  Grundlage  befürworten,  und  zwar  mit
dem  Zweck,  unter  Umgehung  des  englischen
Zwischenhandels  die  ägoptische  Baumwollernte  an
die  Abnehmer  auf  direktem  Wege  zu  verschleißen.
Durch  Vermittelung  dieses  Trusts,  dessen  Leiter
einflußreiche  Agypter  aus  allen  in  Frage  kommenden,
  Baumwolle  produzierenden  Gegenden
sein  sollen,  hofft  man  dem  ägyptischen  Ackerbauer
höhere  Preise  für  sein  Erzeugnis  zahlen  zu
können.

Sollte  der  Trust  zustande  kommen,  so  würde
in  seinem  Namen  jährlich  eine  Abordnung  nach
Europa  entsandt  werden,  welche  mit  den  Bankinstituten
  wie  mit  den  Baumwollfabriken  die
Preise  vereinbaren  und  entsprechende  Verträge  abschließen
  würde.

Für  den  Fall  der  Verwirklichung  dieser  Idee
wäre  hier  somit  eine  Umwälzung  des  Handels
in  bezug  auf  Baumwolle  zu  gewärtigen.“
        <pb n="1079" />
        W  967  20

Baumwollhandel  der  Vereinigten  Staaten  von  Kmerika  im  Baumwollsahr  1906/07.

In  dem  am  31.  August  1907  abgelaufenen  Baumwoll-Erntejahr  1907  wurden  in  den
Häfen  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  im  Vergleich  mit  dem  Vorjahr  folgende  Mengen  Baumwolle
  zur  Anfuhr  gebracht:

 

Anfuhr  bis  31.  August  51’  abernt
Häfen  1906/07  1905/06  1907  1906
in  Ballen

Galvestor  3888  892  2  656  600  35  238  52  318

Port  Arthr  ..  132  823  111  690  —  —

Corpus  Christi  us.  71  835  38  837  —  —
New-Orlens  2296525  1  653  142  33  573  15  273
Mobillllee  258  469  250  350  1  671  4  355

Pensacola  ....  145  257  160  576  —  —

Jacksonville  usw..  ...·  7760  22576  —  —
Savannah......1468132  1514  953  10  873  17  164
Brunswicck  170  609  182  193  695  685
Charleston  149  726  176  381  4  402  3  464

Georgetoon  1  270  1  290  —  —-Wilmington......
  322  817  325  818  552  475
Norfollklk  ...  587235  644  819  9  758  9928

Newport  News  njv.  ...  42991  50  242  —  —
New-York-  ....  23  064  6575  170  834  84  634
Bostornr  72  855  63  822  4  016  2  266
Baltimoren  62  879  65  682  2312  2  067
Philadelpün  11  021  10  317  1  712  1  250
Summe“s)  9  735  167  7  935  863  276  844  193  879

Die  Ausfuhr  von  Baumwolle  nahm  aus  den  verschiedenen  Häfen  und  nach  den  Hauptbestimmungsgebieten
  im  Laufe  des  Jahres  folgenden  Umfang  an:

Ausfuhr  vom  1.  September  1906  bis  31.  August  1907

*W  «  nach  nach  nach  dem  übrigen  im
Ausfuhrhafen  Großbritannien  Frankreich  Europa  ganzen
in  Ballen
Galvestror  1774  439  462  177  1  111  636  3  348  252
Port  Arthr  56  962  —  76  861  132  823
Corpus  Christi  uss.  —  —  578  578
New-Orlens  927  868  283  791  860  562  2  072221
Mobille  ...  74760  28  069  60  406  163  235
Pensacolla  69  979  29  342  56  357  155  678
Fernandneana  —  —  100  100
Savannah.  .  .  .  ...  166  760  50  866  708  673  926  299
Brunswlick  89  721  —  52519  142  240
Charleston.  .  —  —  21393  21393
Wilmington  .  .  ...  125  342  6  000  186  265  317  607
Norfool  3  112  —  5  981  9  093
Newport  Nos  4  420  —  1720  6  140
New-Dorkk  .  ..  214  124  41  975  235  470  491  569
Boston  138  987  —  18  422  157  409
Baltimododoren  89  942  6  182  68  097  164  221
Philadelpün  36  454  —  4737  41  191
Portland  (Mainhe  7  512  —  —  7  512
San  Francisco.  .  .  ..  —  —  83  123  83  123
Secattll  —  —  96  537  96  537
Tacoma  .......  —  —  50  098  50  098

vk  Nachträglich  berichtigte  Summen;  für  die  einzelnen  Häfen  konnten  berichtigte  Zahlen  nicht  gegeben
  werden.
        <pb n="1080" />
        968  2

Ansfuhr  vom  1.  September  1906  bis  31.  Anugust  1907

 

-  .  nach  nach  nach  dem  übrigen  im
Anssuhrhafen  Großbritannien  Frankreich  Europa  ganzen
in  Ballen
Portland  (Oregon)  ...  —  —  1000  1000
Pembina  ...  —  —  4176  4  176
Detr0att  9  679  —  —  9  679
Summe')  3  7896443  908  392  3  829  193  8527228

 

Summe  1905/06  2  902  846  778  345  3  035  160  6  716  351
Der  offiziell  notierte  Preis  für  das  Pfund  Middling-Upland-Baumwolle  in  New-Vork
betrug  am  30.  August:  1907  13,55  Cents,  1906  9,80  Cents,  1905  11,15  Cents  und  1904
11,65  Cents.

Zur  Versendung  über  Land  gelangten  in  den  Die  Marttpreife  betrugen  für  10  kg:
letzten  beiden  Baumwolljahren  folgende  Mengen  des  Typ  3  38600  —43000  Rs.,
Baumwolle:

4  383400—38900
190%  7  1905/06

in  Ballen  Ob  6  298900—38300
Versand  über  St.  Louis-  825  254  548  976  „  7  29500—33100
Cairio  218  618  202  290  —  28  18900—28700  —-Rock
  Island  85  230  45  094  —  29  18600—28200
Louisville  90  995  103  209  für  Moka  superior  .  33200—38800
Cincinnati.  55  867  58  654

Der  Markt  war  infolge  der  geringen  Zuandere
  Routen  429  188  276  418  fuhren  sowie  der  ungünstigen  Nachrichten  aus
zusammen  1  705  152  1234  641  dem  Innern  über  die  laufende  Ernte  und  die

Hiervon  ist  abzurechnen:  Aussichten  für  die  nächste  Ernte  animierter  und
.  fester.  Bessere  Sorten  waren  besonders  gesucht.
Versand  nach  New-Vork  fe  -.
undandekenHäfen-.168868146396  DerDurchschmttsmrsbetruglozhsd
Zwischenverkehr  zwischen  Die  Ausfuhr  aus  Santos  betrug  (in  Säcken
Städten  d.  Innern  usw.  207779  102  652  von  60  kg):;
—  nach  Harer  3474  678  Sack
Abzurechnen  376  647  249  048  Hamburg321373
Nettoversand  über  Land  1  328  505  985  593  -New  Vor  192  568  —-Von
  amerikanischer  Baumwolle  der  Ernte  1906  NRotterdn  127067
in  Sicht  gekommen  sind  vom  1.  September  bis  Triest  117  205
31.  August:  -New  Orleans  93  553
1906/07  1905/06  -Antwerden  35  6495
in  Ballen  -Marseilll  34  375
Anfuhr  nach  den  Häfen  9  735  167  7  935  863  -Londnd  ..  28  063
Nettoversand  über  Land  1  328  505  985  593  -Bremen  28  000
Lieferung  v.  Spinnereien  -Kanal  a.  O.  19  640
im  Süden  23  4387  088  2  398  404  -Buenos  Aires  9001
-  .  Genua.  .  .  .  .  7591
Eeict  geiomm  Erme  4  550  260  11  3198  Southampton  2  026
’  "  imKüstenhnndcl-..  15  204

 

 

Zusammen  einschl.  der  Aus-Der

  Kaffeemarkt  in  Santos  im  Juli  1907.  fuhr  nach  verschiedenen

 

·  ·  Häsen  ’lä4l1  23  763  Sack.
Juli  1907  Juli  1906  Der  Lafseekonsum  betrug  vom

Sack  von  60  kg  1.  Januar  bis  31.  Mai
Zufuhren  706  792  859  317  1907  1906
Verschiffungen  1423  763  440  418  Sack  Sack
Verkäufe  606  466  613  834  in  Euronpa  Trund  2  696  200  2  621  400
Vorrat  am  letzten  in  den  Vereinigten

des  Monats  1  266  937  865  623.  Staaten  3  052  010  3  027  700.

*)  Siehe  die  Anmerkung  auf  der  vorhergehenden  Seite.
        <pb n="1081" />
        G  969  20Ö

Der  sichtbare  Vorrat  betrug  am  1.  Juli
1907:

in  Europa  (einschließlich  der
verschifften  und  nach  dort
schwimmenden  Ware)  rund
in  den  Vereinigten  Staaten
(einschließlich  der  verschifften
  und  nach  dort  schwimmenden
  Ware)  rund  4  403  000
in  Brasiliin  2992  000

8  993  000  Sack,

 

zusammen  rund  16  388  000  Sack,
gegen  rund  16  428  800  Sack  am  1.  Juni  1907
und  gegen  rund  9  817  500  Sack  am  1.  Juli  1906.
Die  Ernte  für  1907/08  wird  auf  8  Millionen
Sack  geschätzt.
(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Si##  Paulo
vom  10.  Angust  1907.)

Farbholz-Gewinnung  und  Handel  auf  Jamaica.

Die  Erzeugung  von  Blauholz  auf  Jamaica
kommt  ungefähr  einem  Fünftel  der  Weltproduktion
dieses  Farbholzes  gleich.  Der  Kampeschebaum
erreicht  dort  eine  Höhe  von  20  bis  30  engl.
Fuß  bei  einem  Durchmesser  des  Stammes  von
durchschnittlich  12  engl.  Zoll.  Die  gefällten
Bäume  sind  in  der  Regel  10  Jahre  alt.  Die
Stämme  werden  für  den  Markt  zugerichtet  durch
Zerschneiden  in  zur  Verstauung  geeignete  Stücke
und  durch  mehr  oder  weniger  vollständige  Entfernung
  der  Rinde  und  des  gewöhnlich  ½  Zoll
dicken  weißen  Bastes.  Jetzt  bilden  auch  die
Wurzeln  früher  gefällter  Bäume  einen  wichtigen
Ausfuhrartikel.  Das  Kampescheholz  hat  gleich
nach  dem  Schneiden  eine  schöne  rotbraune  Farbe,
es  erzeugt  aber  bei  der  Verwendung  einen  tief
schwarzblauen  Farbenton.  Früher  verwendete
man  zum  Färben  von  Wolle  und  Wollenwaren
hauptsächlich  Blauholz,  aber  nach  der  Einführung
der  Anilinfarben,  die  vielfach  das  Blauholz  beim
Färben  von  schwarzen  und  verwandtfarbigen
Zeugen  verdrängten,  blieb  das  Blauholz  in  der
Lederfsärberei,  für  die  es  sich  besonders  eignet,
beliebt  und  stark  begehrt.  In  der  Textilfärberei
wird  es  weiter  zu  solchen  Waren  verwendet,  für
welche  die  Anilinprodukte  nicht  gleich  gute  Farben
ergeben.

Viele  Jahre  lang  wurde  das  Blauholz  von
Jamaica  lediglich  in  rohem  Zustande  zur  Ausfuhr
  gebracht,  aber  in  späterer  Zeit  entstanden
auf  der  Insel  Fabriken,  welche  den  Farbstoff
aus  dem  Holz  extrahierten  und  den  Extrakt  in
Fässern  nach  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika,  nach  Großbritannien  und  Deutschland
ausführten.  Zwei  Unternehmen  auf  der  Insel
beschäftigen  sich  lediglich  mit  der  Farbholzertrakt- 



gewinnung.  Das  eine,  das  vor  ungefähr
18  Jahren  mit  einheimischem  Kapital  gegründet
wurde,  führte  im  Jahre  1905/06  nach  den  Vereinigten
  Staaten  für  205  293  3  Extrakt  aus  und
lieferte  außerdem  große  Mengen  nach  Großbritannien
  und  Deutschland.  Die  andere  Fabrik
liegt  in  Lacovia  bei  St.  Elizabeth;  seit  der  Eröffnung
  dieser  Fabrik  ist  der  Verbrauch  von
Blauholz  auf  der  Jusel  erheblich  gestiegen,  was
eine  Erhöhung  der  den  Produzenten  von  Kampescheholz
  gezahlten  Preise  zur  Folge  hatte.

Die  Ausfuhr  von  Blauholz  behielt  trotz  der
Extraktfabrikation  auf  der  Insel  einen  erheblichen
Umfang  und  sie  belief  sich  1902/03  auf  36  875
Tons,  1903/04  aus  42  184  Tons,  1904/05  auf
30  005  Tons,  1905/06  auf  29  511  Tons  und
in  den  ersten  sechs  Monaten  von  1906/07  auf
17  512  Tons;  die  Haupthäfen  für  die  Blauholz-=versendung
  sind  Sav-la-Mar  und  Black-River.

Ein  anderes  auf  Jamaica  wachsendes  Farbholz
  ist  das  Gelbholz  (Morus  tinetoria),  das
eine  hellgelbe  Farbe  erzeugt  und  ebenso  wie
Blauholz  durch  Anilinfarben  noch  nicht  völlig
vom  Markte  verdrängt  werden  konnte.  Es  wird
noch  in  erheblicher  Menge  zur  Herstellung  von

Khakifarben  in  Baumwollen=  und  Wollengeweben

verwendet.  Die  Ausfuhr  von  Gelbholz  betrug
1902/03:  5690  Tons,  1903/04:  2809  Tons,
1904/05:  853  Tons,  1905/06:  4689  Tous
und  in  den  ersten  neun  Monaten  von  1906/07:
3241  Tons.

(Nach  Dailx  Consulur  und  Trade  Reports.)

Außenhandel  von  Dortuglesisch-Guinen  1906.

Über  den  Umfang  der  Ein=  und  Ausfuhr  im
Jahre  1906  können  noch  keine  Angaben  gemacht
werden.  Die  Ziffern  bleiben  ungefähr  dieselben
wie  1904  und  1905.

Einfuhr:  Baumwollwaren,  wie  billige  Schirtings,
  kancy  Prints,  kommen  vorzugsweise  aus
England.  Gewebte  und  gefärbte  Tücher  (scarves),
leichtere  blaue  Zeuge  (blue  Guinées)  werden  zum
Teil  schon  aus  Frankreich,  Holland  und  Belgien
geliefert.

Garne,  weiße  gebleichte  und  gefärbte,  liefert
Holland,  zum  Teil  auch  Deutschland.

Decken,  baumwollene,  und  Trikotagen  liefert
hauptsächlich  Deutschland.

Eisen  und  Kurzwaren,  Alkohol  und  alkoholische
Getränke,  Pulver  kommen  vorzugsweise  aus
Deutschland.

Der  Einfuhrhandel  bewertete  sich  im  Jahre
1904  auf  464  440  Milreis,  im  folgenden  Jahre
auf  432  630  Milreis.

Ausfuhr:  Rohgummi,  Palmkerne,  Wachs,
        <pb n="1082" />
        W  970  20

Häute  werden  vorzugsweise  mit  deutschen  Schiffen
nach  Hamburg  ausgeführt.

Erdnüsse  gehen  hauptsächlich  nach  Lissabon,
ein  Teil  nach  Marseille  und  auch  via  Hamburg
nach  Deutschland.

Die  Ausfuhr  betrug  im  einzelnen:

 

Warengartung  Maßstab  1904  1005
Palmenkerne  tons  2  900  3  600
Erdnüsse  .-  2200  1  300
Gummi  kg  260  001  251  810
Wachs,  ausgekocht

  66  851  56250
Wachs,  Waben

unbearbeitet  85  252  92710
Trockene

Rindshänte  =  97  415  115  450
Gesamtwert

der  Ausfuhr  464  4403000  432  6308000
(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Vissar.)
Kubas  Rußenhaondel  im  Jahre  1906.
Der  Wert  der  kubanischen  Gesamtausfuhr,  der

seit  dem  Jahre  1899  eine  ununterbrochene,  für

einzelne  Jahre  eine  bedeutende  Steigerung  aufweist,
  hat  für  das  Kalenderjahr  1906  einen  Rückgang
  gezeigt  und  zwar  um  über  6  Millionen
Dollars.  Dieser  Rückgang  hat  unzweifelhaft  seinen
Grund  lediglich  in  dem  Rückgange  des  Rohzuckerpreises.
  Die  kubanische  Zuckerproduktion  ist  in
fortdauernder  Steigerung  begriffen.  Sie  wird
geschätzt  für  das  Betriebsjahr

1904/05  auf  1  163  000  Tons
1905/06  1  179000
1906/07  1  410  000

Die  Ausfuhr  von  Rohzucker  betrug  nach  den
amtlichen  Feststellungen  im  Kalenderjahr

1904  1  097  821  Tons
1905  1  070  412
Während  hiernach  die  Menge  der  Zuckerausfuhr
in  diesen  beiden  Jahren  nur  einen  geringen  Unterschied
  zeigte,  wurde  ihr  Wert  für  das  erste  Jahr
auf  54  Millionen  Dollars,  für  das  zweite  Jahr
auf  71  Millionen  Dollars  festgestellt.  Da  die
Ausfuhr  von  Rohzucker  im  Jahre  190é6  sicheren
Schätzungen  nach  die  des  Vorjahres  um  ungefähr
100  000  Tons  übertraf,  auf  der  anderen  Seite
aber  der  Zuckerpreis  auf  dem  Londoner  Markt,
der  für  die  Preisbildung  auf  dem  kubanischen
Zuckermarkt  maßgebend  ist,  im  Jahre  1906  durchchnittlich
  erheblich  niedriger  als  im  Jahre  1905
tand,  so  trat  trotzdem  ein  Rückgang  im  Werte
der  kubanischen  Ausfuhr  ein.  Das  Verhältnis

 

 

des  Wertes  der  Zuckerausfuhr  zum  Werte  der
Gesamtausfuhr  stellte  sich  im  Jahre  1904  auf
61  v.  H.,  im  Jahre  1905  auf  64,5  v.  H.

Der  Wert  der  Gesamteinfuhr  im  Jahre  1906
weist  gegenüber  der  des  Vorjahres  eine  Steigerung
von  rund  3  Millionen  Dollars  auf.

Die  Veränderung  des  Zuckerpreises  hat  auch
den  Anteil  nicht  unberührt  gelassen,  den  die  Vereinigten
  Staaten  als  Abnehmer  der  kubanischen
Produktion  an  dem  kubanischen  Außenhandel  im
Jahre  1906  genommen  haben,  sowohl  an  sich
als  im  Verhältnis  zu  dem  übrigen  Auslande.
Der  Hauptabnehmer  des  kubanischen  Zuckers  sind
eben  die  Vereinigten  Staaten.  Sie  nahmen  von
der  kubanischen  Ausfuhr  auf  im  Kalenderjahre

10904  für  95  Millionen  Dollars,
1905

Sie  führten  dagegen  ein  l  noach  K  #uoa
1904  für  43  Millionen  Dollars,
1905  47½  -  -

Ihr  Anteil  am  kubanischen  Außenhandel  stellte
sich  hiernach  in  den  Kalenderjahren

1904  1905
in  der  Einfuhr  auf  45,4  v.  H.  48,6  v.  H.
--Ausfuhr  86,5  84,8  —-Dagegen

  nehmern  sich  die  entsprechenden  Zahlen
für  Deutschland  sehr  klein  aus.  Immerhin  weisen
sie  eine  geringe  Steigerung  auf.

Die  Hauptzahlen  des  kubanischen  Außenhandels
für  die  letzte  Zeit  sind  die  folgenden:

Uüberschuß  der  Aus-Kalenderjahr

  Einfuhr  Ausfuhr  fuhr  aber  die  Enumgekehrt
  (—)
In  1000  Dollars.
Warenverkehr.
1899.  66  783,1  45  067,t4  21  715,7
1900  66  658,6  48  904,6  17754,0
1901.  66  574,0  63  278,4  —  3295,6
1902.  60  584,8  64  329,7  —  3744,9
1903  63  464,5  77260,8  —  13  796,3
1904  77  028,3  89  012,8  K  11  984,5
1905  94971,5  110  167,5  J  15  196,0
1906  98  019,6  103  914,5  „  5  894,9
Edelmetallverkehr.

1899.  8  520,5  4  631,4  3  889.1
1900  3  420.,6  2  437,,7  982,9
1901.  1  169,1  3  223,8  -—  2  054,7
1902  1  550,7  619,  —  931,6
1903  3  613,2  1  225,6  —  2  387,6
1904  5  807,3  965,4  —  4  841,9
1905  8  249,5  2  112,5  —  6  137,0
1906  1  520,0  4995,1  J4  3  475,1
        <pb n="1083" />
        G  971  20

1905  1906
Wert  v.H.  der  Wert  v.H.  der
000  Doll.  Summe  1000  Doll.  Summe
Einfuhr  nach  Kuba

Herkunfts=  oder
Bestimmungsland

Ver.  Staat.  v.  Amerika  43  118.0  45,4  47  602,3  48,6
Deutschland  5915.9  6.2  6  403,8  6.5
Spanien  10  179,6  10,7  9018,  9,2
Frankreich  52142,9  5,5  5572,3  5.7
Großbritannien  und

 

13  508,2  1

M—:

2  14  081.0  14,4

"¾l  ....
Sonstige  amerikanische
  Länder

.  12515,613,210985,911,2
Sonstige  europcische

 

Länder  3  601,  2  3.8  3376,0  3.4
Alle  sonstigen  Länder  890,0  10,0  979.6  1.0
Zusammen  91971.5  100,0  98  019,6  100,0

Ausfuhr  aus  Kuba

 

Ver.  Staat.  v.  Amerika  95  330,5  86,5  88  175,4  84,8
Deutschlau  3  905.5  3.6  3671,2  3,5
Spanien  7860,3  0,7  676,6  0.7
Frankreich  1  198,7  1.,0  1513.1  1.5
Großbritannien  und

Irlan  5  795,8  5.,3  5899,7  5.7
Sonstige  amerikanische

  Länder  1  747,6  1,6  2407,1  2.1
Sonstige  europische

Länder  770.3  0,7  768.7  0.7
Alle  sonstigen  Länder  633,3  0.6  712.7  0.7

 

Zusammen  110  167,5  100,0  103.914.5  100,0
(Bericht  der  Kaiserl.  Ministerresidentur  in  Havana.)

Vorschriften  für  die  Rusfuhr  von  Flachs  (neuseeländischem
  Banf)  aus  Ueuseeland.

Auf  Grund  des  Products  Export  dAct
vom  20.  November  1903,  wodurch  das  Flax
Grading  and  Export  Act  1901  aufgehoben
ist,  sind  unter  Aufhebung  der  auf  Grund  des
letztgenannten  Gesetzes  erlassenen  Verordnung
vom  8.  Mai  1902  durch  Verordnung  des

Gouverneurs  im  Rate  vom  11.  April  d.  Js.
mit  Wirksamkeit  vom  2.  September  1907  ab

neue  Vorschriften  für  die  staatliche  Beaufsichtigung
der  Ausfuhr  von  Flachs  (nenseeländischem  Hanf
—  phormium  tenas)  erlassen.  Die  Verordnung
ist  in  der  „New  Zealand  Gazettee  vom
18.  April  d.  Is.  veröffentlicht  und  enthält  unter
anderem  folgende  Bestimmungen:

Aller  zur  Ausfuhr  bestimmte  Flachs  soll  in
Ballen  verpackt  sein,  die,  nachdem  sie  die  Presse
verlassen  haben,  ungefähr  4  Fuß  lang  und  2  Fuß
breit  sind.  Kein  Ballen  darf  eine  Docke  von
mehr  als  5  Pfund  im  Gewicht  enthalten.  Jeder
Ballen  soll  mit  fünf  Tauen  aus  Flachsfaser  sicher
umbunden  werden,  Taue  aus  Werg  dürfen  hierbei
nicht  zur  Verwendung  kommen.  Jeder  Flachsmüller
  hat  dafür  zu  sorgen,  daß  in  jeden  von
ihm  zur  Ausfuhr  verpackten  Ballen  mit  Flachs,
bevor  er  sein  Grundstück  verläßt,
2  Fuß  langes  Stück  Draht  gelegt  wird,  das  an

ein  ungefähr

 

dem  einen  Ende  ein  Etikett  aus  Weißblech  und
am  anderen  ein  solches  aus  starkem  Leder  trägt;
das  Weißblechetikett  soll  sich  in  der  Mitte  des
Ballens  befinden  und  das  Lederetikett  muß  zur
Seite  des  Ballens  heraushängen.  Beim  Sortieren
des  Flachses  soll  folgendes  die  höchste  Punktzahl
für  die  Klassifizierung  sein:

für  das  Abstreifen.  20  Punkte
20

-Weaschen  -
.-Schlagen  20  =
-FJare  20
Stärke  20
Zusammen.  100.  H##a-Nach

  folgenden  Normen  werden  die  Qualitäten
  bestimmt:

A.-Qualität  (Superior).  91bis1  00  Punkte  einschl.

B-  —  (Fine)  .  .  81-  -
C.  "  (Good  Fair)  71  5v  -  -
D-  —  (Fair)  61I-  70  "n
E  (Common)  51=  60

Sollbegünstigte  Sinfuhr  von  Kakao  in  Bohnen  und
Schalen  Iin  Dahomey.

Gemäß  einer  Verordnung  der  Französischen
Regierung  vom  17.  August  d.  Is.  soll  in  Dahomen
geernteter  Kakao  in  Bohnen  und  Schalen  in
Frankreich  der  Hälfte  des  Zolles  des  Mutterlandtarifs
  unterliegen.  Voraussetzung  ist  jedoch,  daß
der  Kakao  unmittelbar  eingeführt  und  von  einem
seitens  der  Ortsbehörde  ausgestellten  Ursprungszeugnisse
  begleitet  wird.

Durch  Verordnungen,  die  auf  Vorschlag  des
Kolonialministers  und  des  Finanzministers  zu  erlassen
  sind,  werden  jedes  Jahr  gemäß  der  vom
Kolonialgouverneur  gelieferten  Statistik  die  Mengen
bestimmt  werden,  auf  die  sich  die  gedachte  Begünstigung
  erstrecken  soll.

(lournal  officich  de  ln  Républi#uc  Française.)

finderung  des  Solles  für  Raküo  in  Bohnen  und
Schalen  in  Dahom.

Durch  Verordnung  der  Französischen  Regierung
vom  17.  August  d.  Is.  ist  der  Zolltarif  für
Französisch-Westafrika  insofern  geändert,  als  für
Kakao  in  Bohnen  und  Schalen  bei  der  Einfuhr
nach  Dahomey  statt  des  bisherigen  Wertzolls  von
10  v.H.  ein  spezisischer  Zoll  von  52  Franken  für
100  kg  festgesetzt  ist.  (Ebenda.)

Geplantes  Terbot  der  Kusfuhr  von  Strauben  und
außenelern  aus  Transvaal

Nach  einem  in  der  Transvaal  Government
Gazette  (Extraordinary  Supplement)  vom
        <pb n="1084" />
        G  972  20.

10.  August  d.  Is.  veröffentlichten  Gesetzentwurfe
vom  gleichen  Tage  soll  die  Ausfuhr  von  Straußen
und  Straußeneiern  in  gleicher  Weise  wie  in  der
Kapkolonie  und  Natal  verboten  werden.

Gründung  einer  Diamantschlelferel  -Industrie
in  Südafriha.

Von  dem  Bestreben  geleitet,  die  Einnahmequellen
  der  Kapkolonie  zu  erhöhen  und  die  ungünstigen
  Geschäfts=  und  Arbeitsverhältnisse  Südafrikas
  durch  Schaffung  neuer  Industriezweige  zu
heben,  hat  sich  eine  am  1.  August  d.  Is.  in
Kapstadt  unter  dem  Vorsitze  des  Mayors  von
Kapstadt  tagende  öffentliche  Versammlung  für  die
Einführung  eines  Ausfuhrzolls  auf  Diamanten

 

sowie  dafür  ausgesprochen,  die  Unterstützung  der
Regierung  für  eine  zu  gründende  Diamantschleiferei-Industrie
  zu  erbitten.

Nach  einem  in  der  Cape  Times  vom  2.  August
d.  Is.  enthaltenen  Versammlungsberichte  hat  sich
die  „Asscciation  for  the  Promotion  of  the  Diamond
  Cutting  and  Polishing  Industry  in  the
Cape  Colony"“  mit  der  britischen  Konsularvertretung
in  Holland  —  wie  es  scheint  —  erfolgreich  in
Verbindung  gesetzt,  um  einen  Stamm  von  Diamantschleifern
  zur  Auswanderung  nach  Südafrika
zu  veranlassen.  Die  Kosten  hierfür  sollen  aus
dem  zu  erhebenden  Ausfuhrzoll  für  rohe  Diamanten
bestritten  werden.

(Bericht  des  Kaiserl.  Lenoralkonsulgte  in  Napstadt

vom  6.  August  d.  J

 

Verschiedene  Mitteilungen.

„Bitte  an  alle  Jäger  in  Rfrihba.“

Wir  werden  um  Aufnahme  der  nachstehenden
Notiz  gebeten:

„Seit  mehreren  Jahren  führt  die  Vogelwarte
  Nossitten  auf  der  Kurischen  Nehrung  in
Ostpreußen  einen  Vogelzugsversuch  durch,  der
darin  besteht,  daß  Zugvögel  mit  Fußring  versehen
  aufgelassen  werden,  aus  deren  Erbentung
und  Wiedereinlieferung  wichtige  Schlüsse  über
Richtung  und  Schnelligkeit  des  Vogelzuges,  über
das  Alter  der  Vögel  und  dergleichen  gezogen
werden  können.  Bis  jetzt  sind  namentlich  Nebelkrähen
  (Corvus  cornix),  verschiedene  Möwenarten,
  namentlich  Lach-,  Sturm=  und  Heringsmöwen,
  ferner  Strandvögel  und  Rotkehlchen
verwendet  worden,  die  zum  Teil  schon  recht
günstige  Resultate  geliefert  haben,  indem  nicht  nur
aus  Deutschland,  sondern  auch  vom  Auslande,
von  Rußland,  Frankreich,  Italien,  zahlreiche
Ringe  wieder  eingeliefert  wurden.

In  diesem  Jahre  sind  nun  auch  gegen
1000  Störche  gezeichnet  worden,  deren  breite
Ringe  weithin  sichtbar  sind.  Sie  tragen  die  Aufschrift:
  Vogelwarte  Rossitten,  Germania,  nebst
Nummer.  Es  wäre  für  die  Wissenschaft  von
Wert,  wenn  solche  Ringe  aus  den  afrikanischen
Winterquartieren  der  Störche  wieder  eingeliefert
würden,  und  so  ergeht  an  alle  Jäger  und  Naturbeobachter
  die  Bitte,  auf  solche  gezeichnete  Störche
zu  achten  und  die  erbeuteten  Ringe  an  die
Vogelwarte  einzuschicken,  eventuell  auch  nur  die
Ringnummern  zu  melden.  Ebenso  möge  man
jede  Gelegenheit  benutzen,  für  das  Bekanntwerden
des  Versuches  in  Afrika  freundlichst  zu  wirken.

 

Namentlich  die  in  das  Innere  des  Landes
ziehenden  Expeditionen  mögen  den  Störchen  besondere
  Aufmerksamkeit  widmen.
Dr.  J.  Thienemann,
Leiter  der  Vogelwarte  Rossitten.“

erhöhung  der  Übertahrtspreise  der  ostasialischen

und  australlschen  Relchspostdampfer-Tinien.

Infolge  der  in  den  letzten  Jahren  eingetretenen
  Betriebsverteuerung  hat  der  Norddeutsche
Lloyd  mit  Genehmigung  des  Reichsamts  des
Innern  die  UÜberfahrtspreise  der  ostasiatischen  und
australischen  Reichspostdampfer-Linien  um  zehn
Prozent  erhöht.

 

Citeratur.

Adam  Mischlich,  Wörterbuch  der  Haussasprache.
  I.  Teil:  Haussa—Deutsch.  (Band  XX
der  Lehrbücher  des  Seminars  für  orientalische
Sprachen  zu  Berlin.)  Berlin  1906.  Druck
und  Verlag  von  Georg  Reimer.

Bescheiden  neunt  der  Verfasser,  indem  er  in
vorliegendem  stattlichen  Bande  die  reife  Frucht
langjähriger  Mühen  der  Offentlichkeit  übergibt,
sein  Werk  nur  einen  Baustein  für  ein  dermaleinst
von  späteren  Forschern  in  größerem  Stil  anzulegendes
  Haussalexikon.  Und  gewiß,  wer  in
dauerndem  Verkehr  mit  Eingeborenen  eine  Anschanung
  dieser  meistgesprochenen  unter  den
autochthonen  Sprachen  Afrikas  gewonnen  hat,  wird
ihm  darin  beipflichten,  daß  ihr  Reichtum  kaum  zu
erschöpfen  ist,  daß  noch  mancher  Beitrag  will-
        <pb n="1085" />
        W  973  20

kommen  sein  muß  und  daß,  wenn  irgend  jemand
unter  den  Lebenden,  G.  A.  Krause,  der  wohl  ein
Menschenalter  in  ihrem  Bereiche  geweilt  und  geforscht
  hat,  der  berufene  Mann  sein  würde,  jenes
Gesamtgebäude  aufzuführen.  Doch  der  Gedanke
an  das  MWünschenswerte  darf  die  Freude  am  Geleisteten
  nicht  schmälern.  Mit  patriotischer  Genugtuung
  ist  zu  betonen,  daß  Mischlichs  Buch  ein
gewaltiger  Baustein  ist,  die  bisherigen  beträchtlich
überragend  nicht  nur  an  Ausdehnung,  sondern
auch  an  innerem  Wert.

Seine  Uberlegenheit  prägt  sich  schon  darin
aus,  daß  es  die  dialektische  Herkunft  der  einzelnen
Wörter  zu  bestimmen  sucht,  also  lexikalisch  einen
Weg  fortsetzt,  den  das  1902  erschienene  Lehrbuch
des  Verfassers  bereits  grammatikalisch  mit  Glück
eingeschlagen  hatte.  Der  verdiente  Begründer
der  Haussaforschung  Schön  hatte  sich  im  weiteren
Verlauf  seiner  Arbeiten  auf  die  Mundart  von
Daura  beschränken  müssen,  und  während  geschäftige
Federn  in  Ermangelung  anderer  gleichwertiger
Sammlungen  ihn  unermüdlich  ausschrieben,  bildete
sich  die  fable  convenue,  hier  habe  man  das  echte,
wahre  Haussa,  und  alles,  was  davon  abwiche,
verdiene  keine  Beachtung.  Auch  Robinson,  der
englischerseits  ausgesandt  wurde,  um  das  Lebenswerk
  Schöns  fortzuführen,  brachte  die  Spaltung
der  Sprache  in  Dialekte,  obwohl  er  sie  wahrnehmen
  mußte,  nicht  zur  Darstellung.  Erst
Mischlich  führt  die  Mundarten  als  gleichberechtigte
Glieder  des  Ganzen  vor  Augen  und  gibt  damit
der  weiteren  Arbeit  Stoff  und  Richtung.  Das
Vorwort  bringt  wichtige  neue  Beobachtungen
sowohl  auf  dem  Gebiet  der  Gesamtsprache  als
ihrer  einzelnen  Zweige.  Zu  letzterer  Kategorie
möchte  ich  die  Verstärkung  des  Verbalstammes
durch  ke  und  ne  zählen,  da  sie  nach  meinen
Erkundigungen  dem  Kano-Dialekt  fehlt.  Für
den  ganzen  Bereich  des  Haussa  gilt  die  Einsetzung
des  bestimmten  Artikels  in  die  ihm  bisher  bestrittenen
  Rechte;  man  hatte  ihn  lange  für  eine
Bezeichnung  des  Genitiv  gehalten.  Haussamärchen,
die  ich  demnächst  veröffentliche,  weisen  weitere
Belege  für  ihn  auf.

VLas  das  Vorwort  im  einzelnen  erstrebt,  die
Lösung  grammatikalischer  Fragen,  gewährt  das
Wörterbuch  in  erfreulichem  Umfange  namentlich
nach  der  Seite  der  Wortbildung.  Mit  peinlicher
Genauigkeit  werden  die  der  gleichen  Wurzel  entwachsenen
  Wortstämme  verbaler  wie  nominaler
Natur  aufsgeführt  und  charakterisiert.  Schade  nur,
daß  hier  nicht  häufigere  Verweise  dem  Forscher
die  Ausgabe  erleichtern!  Jedenfalls  darf  das
Werk  den  eigensten  Vorzug  eines  Lexikons,  die
präzise  Feststellung  des  Wortsinns,  die  bei  Sprachen
dieser  Art  oft  so  schwer  zu  erreichen  ist,  vollauf
für  sich  in  Anspruch  nehmen.  Wohl  werden

 

andere  Sammler,  wie  z.  B.  auch  der  Referent,
hier  und  da  eine  abweichende  Bedeutung  verzeichnet
  haben,  die  sich  z.  T.  auf  dialektische  Verschiedenheit
  zurückführen  mag;  im  ganzen  aber
scheint  mir  die  in  Rede  stehende  Leistung  geradezu
vorbildlich.  Sehr  zugute  kommt  einem  sicheren
Verständnis  die  Fülle  von  Beispielen,  die  der
Verfasser  vielen  Wörtern  anreiht  und  von  denen
ich  nicht  ein  einziges  missen  möchte.  Eine  reiche
Ausbente  findet  überdies  noch  der  Folklorist  in
den  eingestreuten  Bonmots,  Sprichwörtern  und
Erläuterungen,  z.  B.  der  Geschichte  von  gamo-n
katar.

Auch  das  Bestreben,  die  Quantität  der  Vokale
und  den  Wortakzent  sicher  zu  bestimmen,  verdient
alle  Anerkennung.  Allerdings  werden  hier  die
mundartlichen  Verschiedenheiten  besonders  groß
sein;  aber  um  so  notwendiger  ist  die  genaueste
Kennzeichnung.  Man  kann  überhaupt  in  sorgfältiger
  Wiedergabe  der  Aussprache  kaum  zu  viel
tun.  Es  ist  das  einzige  Gebiet,  auf  dem  ich  dem
Verfasser  prinzipielle  Einwürfe  zu  machen  habe.

Von  Anfang  an  ist  die  Auffassung  der  Laute
die  schwächste  Seite  der  Haussaforschung  gewesen.
Schön  selber  nahm  Abweichung  von  den  geläufigen
  westeuropäischen  nicht  wahr,  abgesehen
von  dem  eigentümlichen  Zischlaut,  den  er  zuweilen
  durch  t  mit  unterem  Häkchen  bezeichnet,
und  seine  Anschauung  blieb  für  die  Späteren
maßgebend.  Immerhin  war  er  mit  Hilfe  des
Systems  von  Lepsius  treulich  bemüht,  die  Sprache
genau  so  wiederzugeben,  wice  er  sie  hörte.  Hätte
auch  Mischlich  das  Standard  Alphabet  angenommen,
  so  würde  dessen  gesunde  phonetische
Grundlage  ihn  vor  störenden  Zugeständnissen  an
die  arabische  Transskription  bewahrt  haben.
Wozu  Schreibungen  wie  wata,  gangadi,  yasda,
denen  dann  in  Klammer  oder  Fußnote  die  wirkliche
  Aussprache  wota,  gyan-gyadi,  yFesda  beigefügt
  wird?  Folgerichtig  müßte  es  dann  auch
heißen  küre  fortjagen  (ausgesprochen  köre),
kulkuta  Laus  (ausgesprochen  kolkota),  kurz
jedes  o  wäre  zunächst  u  zu  schreiben,  um  dann
in  Parenthese  wiederhergestellt  zu  werden.  Wer
zu  wissen  wünscht,  wie  der  Haussa  seine  Sprache
schriftlich  wiedergibt,  für  den  ist  ja  mit  Recht
bei  jedem  Wort  die  arabische  Schreibung  vermerkt;
  aber  in  erster  Linie  ist  es  dem  Leser  doch
darum  zu  tun,  das  Wort  so  kennen  zu  lernen,
wie  es  tatsächlich  lautet.  Demgemäß  hätte  auch
die  Einleitung  sowohl  des  Lehr=  als  des  Wörterbuchs
  mit  einer  Laut=  und  nicht  mit  einer  Buchstabenlehre
  beginnen  sollen.  Erst  nach  eingehender
  Charakteristik  des  Lautbestandes  wäre  zu
skizzieren  gewesen,  wie  sich  der  gelehrte  Schreiber
mit  ihm  abfindet.  Sehr  richtig  hat  der  Verfasser
selber  darauf  hingewiesen,  wie  wenig  die  ara-
        <pb n="1086" />
        974

bischen  Buchstaben  sich  dazu  eignen  und  wie  sehr
die  Orthographie  von  der  Willkür  der  Individuen
abhängt.

So  wenig  man  sich  indes  durch  die  landesübliche
  Transskription  abhalten  lassen  darf,  rein
phonetisch  zu  schreiben,  so  wichtig  ist  es,  auch
abgesehen  von  dem  praktischen  Bedürfnis  schriftlichen
  Verkehrs,  für  den  Forscher,  mit  ihr  vertraut
  zu  sein,  insofern  sie  ihn  zuweilen  auf
eigenartige  Laute  aufmerksam  macht,  die  man
bisher  mit  ähnlich  klingenden  zusammenwarf.
Allerdings  hat  man  sich  vor  der  Annahme  zu
hüten,  daß  der  Schreiber  alle  Unterschiede,  die
seine  Aussprache  macht,  auch  schriftlich  zum  Ausdruck
  bringe.  Seine  Schrift  kennzeichnet  natürlich
  nur  diejenigen,  die  in  seinem  Bewußtsein
leben,  und  wie  wenige  sind  sich  all  der  Distinktionen
  bewußt,  die  ihre  Zunge  unwillkürlich
handhabt!  Fähigkeit  und  Hang  zur  Analyse  nach
dieser  Richtung  pflegen  sich  erst  im  Gefolge  literarischer
  Bildung  einzustellen;  es  ist  kein  Zufall,
daß  ich  meine  besten  Schreiber  unter  den  Sudanzöglingen
  der  hiesigen  Azhar-Moschee  gefunden
habe.  Diejenigen  Laute  aber,  die  der  Schreiber
auseinanderhalten  will,  wird  man  für  seine  Mundart
  in  der  Tat  als  verschieden  annehmen  dürfen.

Der  Unterschied  zweier  k,  den  der  Verfasser
in  einer  event.  Neuauflage  zum  Ausdruck  zu
bringen  verspricht,  erstreckt  sich  wohl  über  das
gesamte  echte  Haussagebiet.  Als  Zeichen  für  das
zweite  k  ist  besser  nicht  d  zu  wählen,  da  es  von
dem  so  bezeichneten  arabischen  hinteren  k  erheblich
  abweicht,  sondern  vielleicht  K,  mit  dem  schon
Robinson  die  betreffenden  arabischen  Buchstaben
wiedergab,  freilich  ohne  den  Lautunterschied  zu
erkennen.  Einen  anderen  Laut,  der  sich  gleichfalls
mindestens  im  größten  Teil  der  Haussaländer  von
dem  benachbarten  phonetisch  wie  etymologisch  und
graphisch  deutlich  absondert,  schreibe  ich  1.  Ob
auch  die  Unterscheidung  zweier  r,  die  mir  für  die
westlichen  Dialekte  mündlich  und  schriftlich  bewiesen
  wurde,  als  allgemein  anzunehmen  ist,  vermag
  ich  noch  nicht  zu  beurteilen.  Näheres  über

 

diese  Laute  wird  mein  Vorwort  zu  den  oben  genannten
  Märchen  bringen.

Wenn  ich  im  zweiten  Teil  meiner  Besprechung
die  Fassung  des  vorliegenden  Buches  in  einigen
Punkten  bemängelt  habe,  so  gelten  meine  Ausstellungen
  doch  nur  der  formalen  Seite,  nicht  dem
eigentlichen  Gehalt,  dessen  Vorzüge  ich  oben  zu
würdigen  bemüht  war.  ZJeder,  dem  die  Aufhellung
  des  schwarzen  Erdteils  am  Herzen  liegt,
hat  Ursache,  die  deutsche  Sudanforschung  zu
dem  ausgezeichneten  Werke  zu  beglückwünschen,
das  der  Verfasser  unter  dem  Druck  eines  aufreibenden
  Klimas  in  den  Mußestunden,  die  ein  verantwortungsvoller
  Beruf  ihm  übrig  ließ,  zu  schaffen
gewußt  hat.

Kairo,  im  August  1907.

Rudolf  Prietze.

Deutsche  Kolonien.  Koloniales  Lesebuch  zur
Einführung  in  die  Kenntnis  von  Deutschlands
Kolonien  und  ihrer  Bedeutung  für  das  Mutterland.
  Ausgewählt  und  eingeleitet  von  Dr.  Willi
Scheel,  Oberlehrer  am  Gymnasium  zu  Steglitz.
Berlin  1907.  C.  A.  Schwetschke  &amp;amp;  Sohn.

Das  Büchlein  stellt  sich  als  recht  geschichte

Zusammenstellung  kolonialer  Aufsätze  dar.  Es  ist

in  erster  Linie  für  die  Schüler  höherer  Lehranstalten

  bestimmt  und  kann  als  brauchbares

Mittel  zur  Einführung  in  die  Grundlagen  des

kolonialen  Wissens  nur  empfohlen  werden.

Die  Kultur  Japans.  Von  Dr.  Daiji  Itchikawa,

  Lehrer  am  orientalischen  Seminar.
Berlin  1907.  Verlag  von  Karl  Curtius.
Preis  2  Mk.

Goetz:  Ballin,  ein  königlicher  Kaufmann.

Berlin  und  Leipzig.  Verlag  von  Hermann
Scemann  Nachf.  Preis  1  Mk.
Der  Verfasser  schildert  in  seiner  Monographie
im  Rahmen  des  Lebensganges  des  Direktors  der
HOamburg—Amerika-Linie  zugleich  den  Aufstieg
dieser  dentschen  Schiffahrtsgesellschaft  zu  ihrer
heutigen  glänzenden  Höhe.

 

Verkehrs-Nachrichten.
Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Oktober  1907.

 

Nach  vom  Einschiffungshafen



Die  3  Abfahrt  erfolgt

am:

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätesten
abgesandt  werden  am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Uberfahrt

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)
1.  deutsch-Neuguinea.  Brindisi
(engl.  Schiffe)

 

i
120.Okt.

10.  Okt.  7.  Nov.

Friedrich-Wilhelmshafen

  38  Tage
Simpsonhafen  41  Tagel  .  18.  Okt.  5.  Nov.
Simpsonhafen  38  Tage  10s  abds.
Friedrich-Wilhelmshafen

  41  Tage
        <pb n="1087" />
        W  975

*—

 

Nach

vom  Einschiffungshafen


6  Die  Abfahrt  erfolgt

am:

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrl

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

2.  Deutsch-Ostafriha.

a)

n)

c)

nach  utoba.  Muansa  und

Schira

l  M  om  nbasa  Welier
befö  Trdeeun  mit  der  Ugandabahi
  n  von,  von  der  Endstation
engechne

h  den  Bestmnach

  Kangs  vlcianschl  Aumant.
Arussu  roqw’

ibo.
Moscht-  8  Po  Momng,

Wugiri  und  Wilhelmstal)

nach  Deutsch=  Ostafrita
(ausschl.  der  unter  à  und  b
genannten  Postorte)

pbe  Schifte)
Marseille
Brindisi
(engl.  Schiffe)

*  Brindisi

u  Schifse)

pel
E  oin  Schiffe)

*n-“

Ne
-denesgber  bonte
Marseille

Brindisi
(engl.  Schiffe)
Brindisi
(eng-l.  Schiffe)

7.  17.  28.  Okt.

10.  jedes  Monats
20.  Okt.

27.  Okt.
7.  17.  28.  Okt.
20.  Okt.
7.  17.  28.  Oft.

10.  jedes  Monats

20.  Olt

27.  Okt.

Daressalan

Mombasa  O  16—17  Tage

Mombasa  O  17  Tage
Mombasa  O  14  Tage

Mombasa  18  Tage

Tanga  17,  19,  17  Tage

Tanga  16  Tage
Daressalam  18-20  Tage

Jayziar  Tage

von  Za  schurn.  nme  nr
ate
u  err
darersalan,  in  6  Stund.)
Daressalam  17  Tage

Zanzibar  20  Tage
nach  Daressalam  weller
mit  nächster  Gelegenheit

5.  15.  20

103  a
8.  jed.  a  gio  abds.
18.  Ott.  10  abds
25.  Okt.  10  abds.
5.  15.  26.  Olt.

1035  abds.
18.  Okt.  10  5  abds.
5.  15.  26.  Okt

1  abds.
8.  jed.  Mts.  10  abds.

.  Okt.  10  abds.

25  Okt.  105  abds.

 

 

 

 

 

Hamburg  12.  Okt.  2.  Nov.  Swakopmund  24  Tagel1.  Okt.  1.  Nov.
7ia  abds.
3  beutsch-südwestafriha  Hamburg  2.  23.  Okt.  Swakopmund  25  Tage  1.  22.  Okft.  525  ums.
Antwerpen  7.  28.  Okt.  Swalopmund  20  Tage  6.  27.  Okt.  88  oms.
nach  Abbabis,  Epukiro,  G  ».
n)beotiGobnblöGochasGwoisOmkschc  Schiffe)
ew
gamein.  Oaris,  Lohe  !nu  Voulogne  8.  29.  Okt.  Swakopmund  19  Tage  28.  Okt.  10  nms.
Kubas.  Maltahöhe.  Nauchas,  (demsche  Schiffe)
8  ha  adsa.  Okastse.  Okom-  *!  *
ahe,  Omarurn,  Otawi,  Ot-  Southampton“  19.  Okt.  2.  9.  Nov.  Swakopmund  25,  20,  18.  Okt.  1.  8.  Nov.
n  —  32  Tage  11  22  om
Outso,  Owikokorero.  Reho-  *2  Tag  d.
—  Swaforamand,  Souithampton  5.  12.  26.  Okt.  Swakopmund  25,  32,  1.  11.  25.  Olt.
Windhut  6  «  27  Tage  112  vms.
Southampton  5.  12.  19.  O  Lüderitzbucht  22,  20,  22,  *  11.  18.  O
2.  9.  Nov.  22,  29  Tage  8.  Nov.  *  oms.
Hamburg  23.  Okt.  Lüderitzbucht  26  Tage22.  Okt.  5  5  ums.
Antwerpen  7.  28.  Okt.  Lüderitzbucht  21  Tage  6.  27.  Okt.
d)  nach  Luderihbucht.  Kubub,  sj  eutsche  Schiffe  *xp
ubu  .  .  —
»  BVean  üerhusnt,  Keet,  Boulogne  S.  29.  Okt.  Lüderitzbucht  20  Tage  7.  28.  Olt
manshoop  (deuische  Schiffe)  10  ums.
Hamburg  12.  Okt.  2.  Nov.  Lüderipybucht  27,  34  Tage  u  .  1  Nov.
Southampton  26.  Okt.  vüderitzbucht  29  Tage  Set  *  vnis.
#Samburg  2.  Okt.  Lüderitzbucht  20  Tage  1.  Olt.  58  ums.
c)  nach  Ramansdrift.  Warm-  12.  26.  Olt  Capstadt  17  T  25.  Ott.
bad.  Kaltsfontein  (Snd)  und  Sonthampton  12.  26.  Okt.  apstadt  17  Ta  ·
von  dort  weiter  auf  dem  11128
Utamas  Landwege  über  Stelnkopf  vms.
Jap  70  Tage
geneln  13.  Olt.  Saipan  66  Tage
Ponape  55  Tage  1.  Olt.  17.  Dez.
4.  den  KNarolinen,  palau-]  Neapel  »  l«1cip:ss:age  10  abds.
Insein,  marianen.  deur  ris  ql)  19.  Dez.  Sawpan  12  Tage
(beussche  Schiffe))  "Al  Ponape  50  Tage

 

Auf  n-  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
geleitet;  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.
        <pb n="1088" />
        W  976

20

 

ie  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Namerun.  Hamburg  10.  25.  jed.  Mts.  Viktoria  19,  21  T  „Ilo.  jed.  Mts.  88  oms
nach  Bamenda,  Banjo,  Bi-  Duala  19,  22,  *  29.  24.  Mis.  7i2  abds.
e  Bibindie  ir  Wibi  20  u.  25—30  Tages24.  fed.  Mi.  7  abd“
Suer  bo,  MBala  Gbool  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
Jabasst.  Han  Johann=  fur  Mer  Duala  18  Tage
Albrrchsböhhe,  ote,  Kribt,,deunche  Schiffh  nribi  19  Tage
Hlodorn  Bittoria  ait  Liverpool  5.  19.  Okt.  2.  Noov.  Duala  23.  26,  23  Tage.  E  .  Okt.
1  abds.
Hamburg  25.  *J  Monats  Nio  del  Ney  32—36  Tage  21  jed.  Mts.  71½  abds.
d)  nach  duo  del  Ree  1  Liverpool  19.  Okt.  16.  Nov  Nio  del  Rey  23  Tages7.  -  1.  No
10½
e)  nach  dem  ———*  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Ta  jeden.  Donnerstag
(Garua.  Kussert)  von  dort  “.  10“  abds.
—Vola
4)  nach  Osstomee  Liverpool  jeden  Sonnabend  9  Ta  jeden  Donnerstag
von  dort  S#na  über  Obokum  10/5  abds.
bis  Ollidie  (am  Speicnh)
e)  nach  Molundg  Antwerpen  Z3.  24.  Okt.  14.  Nov.))]  Matadi  19—20  T  2.  23.  Okt.  13.  Nov.
voi  n  mit  10|0  on  10  nachm.
Vordeaux  25.  jedes  Monats  a  u  ddhinttn  8  23.  jed.  Mts.  10  abds.
de  m  ongo,  Ssongea  und
Diah  bis  Wlbhag
Nea  10.  24.  Ott  7.  Nov.  Tsingtau  32  -36  Tage  8.  22.  Okt.  5.  Nov.
*“  55  10%%  abds.
Bri#  jeden  Sonnta  Tsingtau  31—36  Tageseden  Freitag  10  5  abds.
6.  Kiantschon.  (engl.  indih  i  6  6  8  u
Marseille  13.  27.  Ott.  Tsingtau  341—36  Tage  2  tt.
(kranz.  Schiffe)  9  ¾  10/8  abbs.
Liverpool  18.  Olt.  Tsingtau  31  Tage  17.  Ott.  88  oms.
Ncapel  13.  27.  Okt.  Jaluit  47  Tage  25  O  D#
7.  Marshall=  Inseln.  (engl.  Schiffe)  1  111  W  1%  2
Neapel  19.  Dez.  Jaluit  59  Tage
(deutsche  Schiffe)
l
Neapel  13.  Olt.  10.  Nov.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  (engl.  Schlffe)  4  1.  11.  Oft.  1.  8.  Nov.
Brindisi  6.  Okt.  3.  Nov.  Apia  51  Tage  10  nms.
(engl.  Schiffe)
Hamburg  1.  16.  25.  jed.  Mts.Lome  26,  27,  19  Tage  15.  D21.  u.  Letten  jed.  Mts.
711  abds.
Nordenham  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  Mts.  1122  #ms.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mis.  8##8  oms.
Notterdam  °r  20.  jedes  Monats  Lome  23  Tage  19.  jed.  Mis.  931  ms.
(deutsche  Schlffe)
9.  Togo.  Vonlogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  10  ms.
(deuische  Schiffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonon  19  Tage  10.  jed.  Mts.  106  abds.
«  on  da  ab  Landverbindung
#  Bordeaux  25.  jedes  Monats  Enion  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10  abds.
von  da  i  Landverbindung
Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  Donnerstag  9  abds.

 

 

 

von  T  welter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tagen

 

1)  Den  durch  #  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="1089" />
        W  977  20

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Von

 

Deutsch-Neuguinea

Deutsch-Ostafriha

deutsch-Südwestafriha
nördl.  Teil  d.  Schutzgeb.  "

—

südl.  Teil  des  Schutzgeb.

Kamerun

den  Karolinen.
Marianen,
Pala--Inseln

6

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Vor
hafen  in  Berlin  am  on
.  Neapel  .  .  ..  Olt.  10.  Nov.  Marshall-Inseln
Neapel.  3“.  11=  Ott.  1.  Nov.
Brindiii  20.  Okt
Marseille.  16.  *8  Mts.
Antwerpen.  .  12.  Okt.  2.  Nov.
Hamburg  14“.244t.  4.Nov.
Southampton  6.14°.20.  Okt.  3.  Nov.  Kiautschon
Southampton  6.  20.  Alt.  5  Nov.
mburg  14“.  k
45.
Antwerpen.  12".  Orte  .  Nov.
Boulogne  11“.  jed.  Mts.  —
Southampton  147.  u  FO«  jed.  Mts.
Plymouth.  13.  27.  Okt.  Samoaana
Brindisi  30.  Nov.  ooo

Landungs-  Die  ie  Post  iĩt  0  fäuig
hafen  in  Verlin  am
Brindisi  ..  .2.  30.  Rov.
Neapel.  ..  10«);«—it
16«N

Vriiidiii...16.  Jl)  Ist  Nov.
Marseille.  .  .  3.  17.  31.
Liverpool  27.  4.  1
9  Vancouver.

lymouth,  1  #  1  s.
Sonthampton,  1  5  14  15.
Le  Habre  oder,1  10  Nov-Queenstown
  I10.  Nov.
Sibir.  Eisenbahn

  jev.  Montagi  u.  Mittw.
Queenstown  unbestimmt,  vorausod.
  Plymouth  sichtlich  13“.  Ott.
Southampton  177.  u.  ##  jed.  Mts.
Hamburg  23“.
Voulogne  .  .  11“.  Mts.

 

*  Jaliggreitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schifsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  Wesst  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

Postdampfer  2  eise  «  katiLNachuchtui
von  nach  bis  27.  September  1907.
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  in  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Gabun  am  25.  Dover  passiert.
„Aline  Woermann“  Swakopmund  Kapstadt  am  25.  ab  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Winnebah  am  25.  ab  Las  Palmas.
„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  16.  ab  Gabun.
„Ascan  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  26.  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“.  Winnebah  Hamburg  am  27.  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Kapstadt  .  Swakopmund  am  25.  ab  Kapstadt.
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  Curhaven  passiert.
„Eleonore  Woermann“  Hamburg  Duala  am  27.  September  in  Lome.
„Ella  Woermann“  Winnebah  Hamburg  am  26.  September  in  Sekondi.
„Erna  Woermann“  Lüderitbucht  Hamburg  am  15.  September  in  Hamburg.
„Frieda  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  21.  September  ab
„Hans  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  23.  September  in  Lome.
„Henriette  Woermann“  Lüderitzbucht  T  Hamburg  am  20.  September  ab  Lagos.
„Irma  Woermann“  Hamburg  T  Assinie  am  26.  September  Dover  passiert.
„Jeannette  Woermann“  Hamburg  1  Assinie  am  5.  September  in  Dakär.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  1  Calabar  am  15.  September  ab  Las  Palmas.
„Lili  Woermann“  Burutu  I  Hamburg  am  21.  September  ab  Las  Palmas.
„Linda  Woermann“  Nio  Nuncz  %  Hamburg  am  27.  September  Dover  passiert.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  1  Kotonon  am  14.  September  ab  Las  Palmas.
„Lucie  Woermann“.  Duala  Hamburg  am  23.  September  ab  Teneriffe.
„Marie  Woermann“  Assinie  I  Hamburg  am  27.  September  ab  Sierra  Leone.
„Martha  Woermann“  Hamburg  a  Burutu  am  21.  September  Dover  passiert.
„Max  Brock“.  .  Hamburg  Mossamedes  am  22.  September  in  Loanda.
„Melita  Vohlen“  Assinie  Hamburg  am  17.  August  in  Hamburg.
„Otto  Woermann“  Hamburg  1  Nio  Nunez  am  23.  September  in  Bissa.
„Paul  Woermann“.  Calabar  "  Hamburg  am  23.  September  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  1  Calabar  am  27.  September  ab  Lome.
„Gouverneur“  Hamburg  "  Lüderitzbucht  am  22.  September  in  Las  Palmas.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
„Duala“  Hamburg  Nio  Nunez  am  26.  September  ab  Hamburg.
„Edea“  Hamburg  Burutu  am  16.  September  in  Lagos.
„Kamerun“  Hamburg  Gabun  a#m  18.  September  in  Duala.
Lome",  Rotonou  Hamburg  am  9.  September  in  Lome.
„Otavi“  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  21.  September  ab  Las  Palmas.
Svoalopmund“-  Hamburg  Lüderipzbucht  am  3.  September  ab  Swakopmund.
Togo  Hamburg  Mossamedes  am  19.  September  ab  Las  Palmas.
„Windhuk“  Lüderiybucht  Hamburg  am  27.  September  in  Lome.
        <pb n="1090" />
        W  978  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  #  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

        
 
   
  
   
  
   
 

 

zusammengelegte  Stamm-Aktien  50  ·
Vorz.-Aktien  125  —
·  Westdeuusche  Ponne  und  Plantagengesellschaft  «
Düsseldorf  63

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  bornlebemes  Lanthaus  stets  gern  bereit.

1805  1  800  000  1.  1.

0
q  41  1

—  Amt  1  9229  und  9224.  elegramm-  Wresse-  „Heydtbank“.  26.  September  1907.
Grün=  Ge-  vor-  bctte  s  -  T  .
dung.-i9ap""lscheins-»  LIMIT-  Oivk-s  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  jeahr  Divi=  dende
lah  Mark  6  lahr  dende  ½½%  %
19008  150  000  1.  10.  —  —  A.-W#.  105  110
1906  2  000  000  1.  1.  —  4  A.-G.  —  99
1905  1200  000  1.  4.  —  #  94  —
1905  600  000  1.  1.  0  5  ....  96  —
1890  1  500  000  1.  1.  30  22  Compagnie  260  —
1891  26600  000  1.  10.0  5  7  887  90
1905  220  000  1.  1.)  —  13  105  110
1900  418  000  1.  1.  7  7  115  120
1878  2  750  000  1.  1.  12  20
6  208  212
1885,  2  000  000  1.  4.  20  20  190  200
1907  2  500000  1.  1.  —  —  —  99
1902  1  000  000  1  1.  0  0  75  82
1902  1  000  000  1.  5.  1  2  85  92
1885  3  721  000  1.  1I.  3¼  5  100  103
3  000  O000  5  5  101  104
1886  2000  000  1.  1.  0  D  123sfr.  16zofr.
1903  11  495  000  1.  1.  3½  31%

v  9  92
1807  2250  000  I.  1.  7  4  —  9
18999  4000  000  1.  1.  0  *  —  N100.—

68560000  0  *  ddo#  do  —  N12.—
18989  10.000  000  *1.  1  5  10  Gesellschaft  Südkamerun  2  125

1000000  0  10  do  do  105
18809  2,00  000  1.  10.  0  0  34
180907  1  153  000  1.  1.  0  0  10
1880,  3000  000  1.  10.  0  0  80
1887  1200  000  1.  1.  15  20  —
1898  1  200  000  1.  7.  0  ·0  15

«.  45
1904  1000000  1.  1.  —  o  «40
1906  3  000  000  .  1.  1.  —  4  98
1908  1000  000  1.  1.  —  0  85
1800  1  100  000  1.  7.]  0  0  90
1885  6000  000  1.  1.  0  0  93

«  »010  15
1906  1  200  000  1.  1.  —  —  ....  95
1904  21000  000  1.  1.  3  b  Anteile

»  ,9;),i11—5nnd
19007200000001.4J010  118  123
1897  2  000  000  1.  10  5  6  92
1895  1  500  000  1.  1.  0  0  —  35
19038  800  000  1.1.  0  0  —  P„5
1005  2000  000  1.  1.  4  4  290
1897  500  000  1.  1.  0O|I  0  —  100
1900  500  000  1.  7  0  0  3  Z  6
1892  02000  000  1.  7.  0  0  Afri  .15  sh  64  16  sh
1893  869  100  1.  4.  0  0  Trshirien  Ir.  un  Stmm-tenete  —  333zfr.

112200  60  0  orzugs-Anteile  4zsfr.  52  zsfr.
1897  1  500  000  1.  11  0  0O  Westafrikanische  Wlonscefecl  Bibundi  |
r  1  I  Stamm-Anteile  74  —
600  000  0  6  Vorzugs-Anteile  104  —
1897  4500  000  1.  1.  ·  ·  Vesiafritanijece  Pflanzungsgesellschaft  Victoria
1  /  ·
        <pb n="1091" />
        Deutsches  Kolonialbla

Kmteblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

Hberausgegeben  im  Reichs-Nolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  Oktober  1907.  Uummer  20.

Diese  Kus-  beal  on  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Betheste  beigefügt  die  mistens
einmal  vierte  rscheinenden:  AMitteisungen  aus  len  deutschen  Schutzgebietenn,  herausgegeben  vo  I  r  enu
  Im  Der  dilhtinẽ  Abonnemeentsrets  für  pdg  zol  onialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  belm  Ser  urch'd
Post  n  die  Sihalimg  3.—,  fßt  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung:  a)  M.  4.—  für  ww  Bee  du  7

der  deutschen  Schutggebiel  b  Vin  Serichdkeen  aum  rn  M.  5—  d  vur  die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsensunen  und  Anfrage
sind  an  die  Königliche  elsbiale  sserran  von  unt  #  Mittler  und  Sohn,  vessee  sW8,  Kochstraße  68—71,  zu  4

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Anfertigung  von  Schriftstücken
für  schreibenonnkundige  Eingeborene.  Vom  26.  August  1907  S.  979.  —  Desgleichen  betr.  Leimbeförderung  von
Privatangestellten  und  unterhaltlosen  Weißen.  Vom  26.  August  1907  S.  980.  —  Bekanntmachung  des  Gouverneurs
von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Einziehung  des  Stammesvermögens  der  Witbooi-,  Bethanier-,  Franzmann=  und
Feldschuhträger-Hottentotten.  Vom  11.  September  190  S.  P61.  —  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,
  betr.  die  Jollabfertigung  der  für  die  deutschen  Salomonsinseln  bestimmten  Güter.  Vom  1.  August  1907
S.  981.  —  Bekanntmachung  des  Raiserlichen  Bezirksamtmanns  in  Jap,  betr.  die  Station  Saipan.  Vom  29.  Juni
1007  S.  981.  —  Ulbersicht  über  die  Geschäfte  der  Kaiserlichen  Gerichte  in  den  Schutzgebicten  Afrikas  und  der
Südsce  während  des  Kalenderjahres  1906  S.  982.  —  Versonalien  S.  998.  —  Vereinbarung  mit  der  Siedelungsgesellschaft
  für  Deutsch-Südwestafrika,  betreffend  Aufhebung  ihrer  Ronzessionsrechte.  Vom  6.  August  1907  S.  999.

Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  999.  —  Patriotische  Gaben  S.  1001.  —  Die  Aufteilung
Afrikas  S  S.  1001.
Deutsch-Neuguinea:  Herbertshöhe  und  Simpfonhafen  (mit  4  Abbildungen)  S.  1006.

Deutsch-Südwestafrika:  Von  der  Südbahn  S.  1006.  —  Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Landels  des  Schutzgebiets
  Deutsch=  Südwestafrika  (ohne  Regierungsgüter)  im  II.  Viertel  des  Kalenderjahres  1906  im  Vergleich  mit  dem
Handel  an  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  1007.

Deutsch-Ostafrika:  Heimreise  der  Expedition  zur  Erforschung  der  Schlafkrantheit  S.  1009.

elunshekeisihonn  a  Mitteilungen:  Hölzer  und  Olsaat  aus  Kamerun  S.  1000.  Deutsche  Rolonial=—



Gesellschaft  für  Südwestafrika  S.  1009.  —  Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft  S.  1010.  —  Aus  dem  „Tropenpflanzer“
S.  1011.

Aus  fremden  Kolonien  und  Produktionsgebieten:  Neuer  Zolltarif  in  Neuseeland  S.  1012.—  Ausfuhrverbot
  der  Kapkolonie  für  Strauße  und  Straußeneier  S.  1015.  —  Die  Kakaoproduktion  auf  den  Inseln  S.  Thom
und  Principe  und  der  Lissaboner  Kakaomarkt  S.  1015.  —  Kakaoausfuhr  aus  dem  Amazonasgebiet  1906;  Ernteaussichten
  S.  1016.  —  algomartt  in  Guayaquil  (Eruador)  im  II.  Viertel  1907  S.  1016.  —  Kaiferausfuhr  Mara-=caibo
  2906  S.  1017.  —  Olsaatausfuhr  aus  Britisch=  Indien  1906  S.  1017.  Jutehandel  in  Britisch=  Indien
S.  1018.  —  #iussichten  der  die-  Slührigen  indischen  Juteernte  S.  1018.  —  Stand  der  Lammwollpstanzungen  Agyptens.
im  Angust  1907  S.  1019.  —  Die  Bedeutung  der  Bewässerungswerke  ür  Ägypten  S.  1019.  Lage  des  Baumwollmarktes
  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  Ende  August  1907  S.  1019.  —  Spindelzahl  und  Baumwollverbrauch
  in  den  ####iligseieen  der  Vereinigten“.  Staaten  von  Amerika  Sh  S.  1021.  Desgleichen  in  den
Baumwollfabriken  der  Welt  1906/07  1022.  —  zc  Baumwollmarkt  in  Pernambuco  S.  1022.  —  Gummizufuhren
in  Parn  und  Manäos  S.  10  e  —  D#  EnJ  in  Indien  S.  1023.  —  Die  Holzausfuhr  Brasiliens  S.  1023.
—  Hebung  des  landwietschsstlichen  Betriebs  in  Mozambique  S.  1024.  Der  überseeische  Handel  Australiens  im
ersien  Halbjahr  1907  S.

erichiedene  zutan  en:  Vizekonsul  der  Vereinigten  Staaten  für  Deutsch-Samoa  S.  1027.  —  Literatur

7.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  1028.  —  Schiffsbewegungen  S.  1031.  —  Kurse  deutscher  Nolontalwentr
v  Ws  —  Anzeigen.

%EE||  Rmtlicher  Teilsar

/%  G

 

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Kn###tigung  von  Schriftstüchen  für
schreibensunkundige  Eingeborene.
Vom  26.  August  1907.
Auf  Grund  des  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches

Kolonialblatt  Seite  509)  in  Verbindung  mit  §8  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichsgesetzblatt  1900
Seite  813)  wird  folgendes  verordnet:
        <pb n="1092" />
        G  980  eo

§  1.  Wer  für  einen  schreibensunkundigen  Eingeborenen  eine  schriftliche  Eingabe  an  Behörden
  des  Schutzgebiets  anfertigt,  hat
1.  den  Inhalt  des  Schriftstücks  dem  Eingeborenen  in  eine  ihm  geläufige  Sprache  zu
übertragen  oder  übertragen  zu  lassen  und,  daß  dies  geschehen  ist,  auf  dem  Schriftstück
  zu  vermerken,

.auf  dem  Schriftstück  zu  vermerken,  ob  der  Inhalt  desselben  von  dem  Eingeborenen
genehmigt  ist,

.  das  Schriftstück  mit  seinem  eigenen  Namen  unter  Angabe  seines  Wohnortes  zu
unterzeichnen  und  falls  ein  Dolmetscher  verwendet  ist,  Namen  und  Wohnort  desselben
  auf  dem  Schriftstück  anzugeben.

5*  2.  Wer  für  einen  schreibensunkundigen  Eingeborenen  ein  an  eine  Privatperson  gerichtetes
  Schriftstück  anfertigt,  hat  das  Schriftstück  mit  seinem  eigenen  Namen  unter  Angabe  seines
Wohnortes  zu  unterzeichnen.

§  3.  Übertretungen  dieser  Vorschriften  werden  an  Nichteingeborenen  mit  Geldstrafe  bis  zu
100  Mark,  an  deren  Stelle  im  Nichtbeitreibungsfalle  Haft  bis  zu  zwei  Wochen  tritt,  an  Eingeborenen
unter  analoger  Anwendung  des  vorbezeichneten  Strafrahmens  nach  Maßgabe  der  Verfügung  des
Reichskanzlers  vom  22.  April  1896  bestraft.

§  4.  Diese  Verordnung  tritt  am  1.  November  1907  in  Kraft.

Lome,  den  26.  August  1907.

Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

d

#

Verordnung  des  Couverneurs  von  Togo,  betr.  Peimbeförderung  von  Drivatangestellten
und  unterhaltlosen  Weißen.
Vom  26.  August  1907.

Auf  Grund  des  §F  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichsgesetzblatt  1900  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  Kolonialblatt  Seite  509
wird  folgendes  verordnet:

§  1.  Arbeitgeber  sind  verpflichtet,  ihre  außerhalb  des  Schutzgebiets  beheimateten  weißen
Angestellten,  welche  nicht  in  der  Lage  sind,  die  Kosten  der  Heimreise  zu  tragen,  auf  eigene  Kosten
nach  Europa  zu  befördern,  wenn  das  Vertragsverhältnis  durch  Zeitablauf  oder  durch  Entlassung
bezw.  Kündigung  seitens  des  Arbeitgebers  beendet  ist  oder  wenn  der  Angestellte  durch  Krankheit  gezwungen
  ist,  das  Schutzgebiet  zu  verlassen.

Diese  Verpflichtung  erlischt  mit  Ablauf  von  einem  Monat  nach  Beendigung  des  Vertragsverhältnisses
  oder  mit  dem  Eintritt  der  Angestellten  in  den  Dienst  eines  anderen  Arbeitgebers.

#§*s  2.  Der  Führer  eines  Schiffes  hat  die  von  ihm  mitgebrachten  Weißen,  welche  beim  Betreten
  des  Schutzgebiets  nicht  im  Besitze  von  700  Mark  sind  oder  nicht  nachweisen  können,  daß  sie
im  Schutzgebiet  eine  Anstellung  erworben  haben,  auf  Aufforderung  des  Gouvernements  unverzüglich
wieder  an  Bord  zu  nehmen.

§  3.  Zuwiderhandlungen  gegen  §  2  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu
600  Mark,  an  deren  Stelle  im  Nichtbeitreibungsfalle  Gefängnisstrafe  bis  zu  drei  Monaten  tritt,
bestraft.

Das  Gouvernement  ist  berechtigt,  bei  Nichterfüllung  der  in  den  §§  1  und  2  bestimmten
Verpflichtungen  die  Heimbeförderung  der  Angestellten  oder  Mittellosen  auf  Kosten  der  Verpflichteten
zu  bewirken.

§  4.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.

Lome,  den  26.  August  1907.

Der  Gouverneur.
Graf  Zech.
        <pb n="1093" />
        W  981  2O

Bekanntmachung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Einziehung
des  Stammesvermögens  der  Witbooi-,  Bethanier-,  Franzmann-  und  Feldschuhträger-Pottentotten.


Vom  11.  September  1907.

Die  am  8.  Mai  1907  verfügte  Einziehung  des  gesamten  beweglichen  und  unbeweglichen
Stammesvermögens  der  Witbooi-,  Bethanier-,  Franzmann=  und  Feldschuhträger-Hottentotten  sowie

der  Roten  Nation  von  Hoakhanas  und  der  Bondelzwarts=  einschließlich  der  Swartmodder-Hottentotten
ist  mit  Ablauf  des  8.  September  d.  Is.  unanfechtbar  geworden.

Dies  wird  gemäß  §  5  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Einziehung  von  Vermögen
  Eingeborener  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,  vom  26.  Dezember  1905  hiermit  öffentlich
bekannt  gemacht.

Windhnk,  den  11.  September  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
v.  Schuckmann.

Bekanntmachung  des  Couverneurs  von  Deutsch-Neuguinea,  betr.  die  Sollabfertigung
der  für  die  deutschen  Salomonsinseln  bestimmten  Güter.
Vom  1.  August  1907.
Alle  Güter,  welche  vom  Auslande  kommen  und  für  die  deutschen  Salomonsinseln  bestimmt
sind,  haben  ihre  Zollabfertigung  in  Kiöta  zu  erfahren.  Güter,  welche  nicht  unter  Durchfrachtkonnossement

  gehen,  dürfen  erst  dann  von  dem  Einfuhrhafen  nach  Kiöta  verschifft  werden,  nachdem
die  Konnossemente  von  der  Zollbehörde  dortselbst  abgestempelt  sind.

Herbertshöhe,  den  1.  August  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Hahl.

Bekanntmachung  des  RKaiserlichen  Bezirksamtmanns  in  Jaop,  betr.  die  Station  Salpan.
Vom  29.  Juni  1907.

Auf  Grund  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  anderweite  Regelung  der
Verwaltung  im  Inselgebiete  der  Karolinen,  Palau  und  Marianen,  vom  27.  Februar  1907  wird
für  den  Bezirk  der  Marianen  die  Führung  der  Verwaltungsgeschäfte  dem  Stationsleiter  in  Saipan
und  bei  seiner  Verhinderung  seinem  allgemeinen  Vertreter  übertragen.  Er  ist  ermächtigt  zur  Durchführung
  der  gesetzlichen  Bestimmungen,  deren  Vollzug  bisher  zur  Zuständigkeit  des  Bezirksamtmanns
gehörte.  Es  obliegt  ihm  ferner  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  über  die  Eingeborenen.

Jap,  den  29.  Juni  1907.

Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann.
Seufft.
        <pb n="1094" />
        G  982  2

Ubersicht  über  die  Geschäfte  der  Kaiserlichen  Gerichte  in  den  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee  während  des  RKalenderjahres  1906.“)
1.  Ostafriha.
I.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts.

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
Es  waren  anhängig:  —  22  2
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten
1.  Berufungen  .  13  2124  19  5
2.  Beschwerden.  ....·.......1  9010j—
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen  .  w  KG  U„Q[
C.  Strafssachen  (einschl.  Frivatklagssachenh  1
1.  Berufungen  3  1144
2.  Beschwerden.  ..  .—  1  1——J1
D.  Beschwerden  in  Angelegenheiten  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  1  —
Gerichtstage  sind  im  Geschäftsjahre  nicht  abgehalten  worden.
II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Daressalam.
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:  1
1.  Prozesse,  einschl.  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssachen  54  200  353  288  65
2.  Sonstige  Rechtssachen:  %
Arreste  und  einstweilige  Nerlügungen  .  .  .  .  —  33133  32  1
Rechtshilfesachen  116116113  3
Zwangsvollstreckungen  —  216216215/
Zwangsversteigerungen  von  Grundsüden  .·....—3———  —
Zwangsverwaltungen  .·....—»1  1—  1
Mahnsachen..  ..  1—  216  21616  —
Sühnesachen  —  62  62  60  2
Anräge  auerbalb  eines  bei  dem  Gerich  anbangigen  T
s  .  —9  9  —
Aufge  —  21  2111
Von  den  **  gehörten  zur  Biständigtei
a)  des  Richtrs  84  894928874  54
b)  des  Gerichtss  201)  60|80  60  20
B.  Konkurssachen  ...............3  4  7  3  4
C.  Strafsachen:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  7  7  7  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  .  .4  33  37  30  7
Davon  Privatklagesachen  ...—:8  8  4  4
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen,  Ermittlungssachen  .  18  708873  15
4.  Beschwerden  begen  Entscheidungen  des  Richtes.  —  1  1  1.—
In  den  Sachen  zu  2  fanden  „3  Htt  Ü
a)  ohne  Beisitzer  20120  20  —
b)  mit  Beisitzen  —  9  9  9  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  ·
1.  Vormundschaften  und  Megschoften  ........—-1  1  1—
2.  Erbteilungen  .  —  ———  —
3.  Testamente....w  3  3  21

 

 

 

Siebe  Deutsches  Kolonialblatt  1906,  S.  785  ff.
1)  In  der  Geschäftsübersicht  für  1905  (Kol.  Bl.  1906,  S.  730)  ist  statt  „26“  in  der  letzten  Spalte:  20
und  statt,  402  n  der  vorletzten  Spalte:  52  zu  lesen.
        <pb n="1095" />
        983  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
—  33
Es  waren  anhängig:  S-  7  2.33
S  2  2
S  2s
6  —
4.  Nachlaßregulierungen.  26  69  28  41
5.  Erbscheine  .  —  9  9
6.  Eintragungen  in  das  Handetsregister  .  —  16  16  —
7.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch  —  571  57  —
8.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Landregister  .  —  1  1—
9.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  148  1.  —
Gerichtstage  wurden  abgehalten:  In  Muansa,  Bukoba  und  Lindi  je  1.
III.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Tanga.
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:  1
1.  Prozesse,  einschl.  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssachen  .50  95145  1  36
2.  Sonstige  Rechtssachen,  und  zwar:  )
Arreste  und  einstweilige  Verfügungen  6  162  8  4
Rechtshilfesachen  .  3  14447|146  1
Mahnsachen  .  —  358585  —
Zwangsvollstreckungssachen  .  3  60163  60  3
Sühnesachen  —  2525  1
Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  anhängigen  necn  D
streitt  1  23  3—
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  a  huständigteit:
a)  des  Richters  39  393432406  26
b)  des  Gerichts  24  34458  39  19
B.  Konkurssachen  11  —  11  —  1
C.  Strafsachen:  ,
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  —  2  2  2  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  zu  eröffnen  war  4  33  3727  10
Darnnter  Privatklagen  .  21012  9  3
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen,  Ermittlungssachen  .  20»4565596
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters.  —  l  3  3  3  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  hanbibebenbiinoen  fant
a)  ohne  Beisitzer  —  211  211  21  —
b)  mit  Beisitzern.  .  —  4  4  4  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit-1.
  Vormundschaften  bzw.  Pegschasten  2  6—  6
2.  Erbteilungen.  .  —I—4——
3.  Testamente  und  Erbverträge.  —  2  2  2  —
4.  Nachlaßregulierungen.  14  9  231211
5.  Erbscheine  .  —  1  1  1  —
6.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  .  .  —  51  51  5  —
7.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuche  .  8  2533  300  3
8.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Landregister  .  4  1448  3
9.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  149  149149  —

G

erichtstage  wurden  abgehalten:  In  Amani,  Moschi  und  Wugiri  je  1,  in  Wilhelmstal  2.

IV.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Muansa.“)

A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:
1.  Prozesse,  einschl.  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssachen

*“)  Dasl]  Gericht  hat  die  Geschäfte  am  1.  Oktober  1906  ausgenommen.

 

P.

er
        <pb n="1096" />
        W  984  20

 

    

 

 

 

 

Es  waren  anhängig:
2.  Sonstige  Rechtssachen  und  zwar:
Arreste  und  einstweilige  Verfüqungen  ....  1  1  1
Rechtshilfesachen  .......——  3  3  1  2
Zwangsvollstreckungen  2  2  1  1
Zwangsversteigerungen.  .  .........  ————
Mahnsachen  ............-———  —  —
Sühnesachen  —  —
Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  auhangigen  2
streits  ...  --  ——--—
Von  den  Sachen  hebdrien  zur  Zuständialeit
a)  des  Richters  .......  7  7  4
b)  des  Gerichsts.w  —  5  5  2  3
B.  Konkurssachen  ..............--—————
C.  Strafsachen:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war..  —  —  1  —  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  1  11—  1
Davon  Privatklagesachen  .  —  —  —  —
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen,  Ermittlungssachen  .  5  5  2  3
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richtes  +—357  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  Hntte
a)  ohne  Beisitzer  ...--«--———
b)nntBets113crn.  ...-.....  ——  -——
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit
1.  Vormundschaften  und  Pfegschaften-  ........———-———
2.  Erbteilungen  ..·.....———————
3.  Testamente  .............——;——
4.  Nachlaßregulterungen  .............—  2  2—  2
5.  Erbscheine  .  —  —  ——  —
6.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  .....——————
7.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuche  .....————
8.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Landregiter—  ——  —
9.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkit  3  3  3
Gerichtstage  wurden  abgehalten:  In  Tabora,  Udjidji,  Usumbura  und  Bukoba.
2.  Südwestafrika.
I.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts.
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:  :
1.  Berufungen  .  45  5227  25
2.  Beschwerden.  .  ...-........  4;141818  E
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen  .  .1  —  —1  —  —  —
C.  Strassachen:  /
1.  Berufungen  ...  8  77885  59  26
Davon  Privatklagesachen  6  "  Ü  3  3  2  1
2.  Beschwerden  12526%  1
D.  Beschwerden  in  Angelegenheiten  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit.  —  1  1  1  —

Es  fanden  Gerichtstage  statt:  In  Swakopmund  und  Lüderitzbucht  je  3,  in  Keetmanshoop  2
in  Gibeon  1.
        <pb n="1097" />
        G  985  20

 

 

Aus  Davon
.  E-  2  2  m  —*
Es  waren  anuhängig:  22  **  2  2  72
II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Windhnk.
A.  Bürgerüche  Rechtsstreitigkeiten:
Prozesse,  einschl.  Urkunden=  und  Wechselprozese,  Ebe-  und  z
Entmündigungssachen.  .14  "  595709125  284
Hiervon  gehörten  zur  Zujtändigieit
a)  des  Bezirksrichters  44  264308208  100
b)  des  Bezirksgerichts  70  33114101217  184
Es  wurden  erledigt:  «
a)  durch  Urteil  auf  Grund  widersprechender  Antraͤge  57
b)  durch  andere  Urteile  96
e)  durch  Vergleich  .........  15  ·
2.  Sühnesachen  ...........—  2  2  2  —
3.  Mahnsachen  .  .  —512s12488»24
4.  Arreste  und  einstweilige  Verfügungen  .  »515141"10
5.  Aufgebotsverfahren  .  —  11111  —
6.  Anträge  außerhalb  eines  bei  Gericht  anhängigen  Rechtsstreits  —  19|  191
7.  Zwangsvollstreckungen  in  das  bewegliche  Vermögen  27  522  549  439  1110
8.  Zwangsvollstreckungen  von  unbeweglichen  Gegenstaͤnden  2  3  5  4
9.  Zwangsverwaltungen  .  —"’———I—
10.  Verteilungsverfahren  ..  —  1  1  1
11.  Andere  Zwangsvollstreckungshandlung  3  9119482  12
12.  Beschwerden  ——  —
13.  Rechtsbilfesache  7  292  299260  39
B.  Konkurssachen  4  40  35  9
C.  Strassachen:
1.  Ermittlungssachen,  einschl.  der  einzelnen  lichterlichen  Anordnungen
  in  Strafsachen  52  408  460  401  59
2.  Strafbefehle  11  14156137  19
3.  Offentliche  Klagen:
a)  wegen  Übertretungen  ——  —
b)  wegen  Vergehen  48  114  162113  49
c)  wegen  Verbrechen  7  10  114  3
Davon  gehörten  zur  Zuständigkeit  6
a)  des  Beczirksrichters  .  32H7811069i41
b)  des  Bezirtsgerichts  23  46  69958  11
4.  Sühnesachen.  —  44444  —
5.  Privatklagesachen  5  37  42  23  19
6.  Beschwerden.  —  9  9  —
7.  Rechtshilfesachen  —  100100  394  6
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  "
1.  Beurkundungen  von  Verträgen  und  einseitigen  Willenserklärungen.
  339339339  —
2.  Beglaubigungen  von  unterschriften  und  Handzeihen  —  20404  —
3.  Freiwillige  Versteigerungen  von  Grundstücten  .  1  2  3  3  —
4.  Andere  gerichtliche  Beurkundungen.  —  2  2  2  —
5.  Verfügungen  von  Todeswegen  —  6  6  6  —
6.  Grundbuchsachen:
a)  Anträge  auf  Erlaß  des  Aufgebots  und  d  Anlegung  des  «
Grundbuchs  —  4  4848  —
b)  Eigentumsönderungen-  —  107|107107  —
        <pb n="1098" />
        W  986  2#

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
p  #“
Es  waren  anhängig:  *.  2  55
4  14½  *  x
c)  Eintragungen  von  Hypotheken  und  d  Grundschulden  —  761  76  16  —
d)  Sonstige  Eintragungen  49  49  49  —
7.  Landregistersachen:
a)  Anlegung  des  LandregisetrrKss  —  3  3  3  —
b)  Eigentumsänderungen  ...——  3  3  3  —
e)  Eintragungen  von  Hypotheken  und  Grundichulden  ..—  4  4  4  —
d)  Sonstige  Eintragungen  .  ...—  1  1  1  —
8.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  43|  43  43  —
9.  Eintragungen  in  das  Güterrechtsregiter  4  44
10.  Eintragungen  in  das  Genossenschaftsregister—  ———’—  —
11.  Nachlaßpflegschaften  und  --Verwaltungggen  K103  2512892  36
12.  Erklärungen  gegenüber  dem  Nachlaßgericht  4  4  4  —
13.  Ausstellung  von  Erbscheinen  und  ähnlichen  Jeuguisen  144
14.  Auseinandersetzungen  .  ...—-  4  4  4  —
15.  Andere  Handlungen  des  Nachlaßgerichts  .  —
16.  Vormund-,  Pfleg=  und  Beistandschafern  6  511  4  7
17.  Sonstige  samillenrechtliche  Angelegenheiten  ......—  7  7  7.  —
18.  Protestsachen  19/  19119—
19.  Rechtshilfesahhhen—  28  2820  8
20.  Beschwerden  .......————  —
21.  Hinterlegung  von  Geld  und  Wertsachen  .  .  .1—  69169169  —
Gerichtstage  fanden  statt:  In  Okahandja  2,  in  Omaruru,  Outjo  und  Tsumeb  je  1.
III.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Swakopmund.
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:  l
Prozesse,  einschl.  Urkunden=  und  Wechselprozesse,  Ehe=  und
Entmündigungssachen.  48  44449237“4  118
Hiervon  gehörten  zur  --7
a)  des  Bezirksrichtrs  19  181|200  1%  43
b)  des  Bezirksgericht  29  2632921217  75
Es  wurden  erledigt:  |
a)  durch  Urteil  auf  Grund  widersprechender  Annäge  3  i
b)dmchanderellttete.
e)  durch  Vergleich  ....·....
2.  Sühnesachen  üUl8  31  3  —
3.  Mahnsachen  .  343832  994s1026/914  112
4.  Arreste  und  einstweilige  Verũgungen  ...  6868  —
5.  Aufgebotsverfahren  —  221  1
6.  Anträge  außerhalb  eines  beiZ  Gericht  anhängigen  dNechissrreis  —  2727  27
7.  Zwangsvollstreckungen  in  das  bewegliche  Vermögen  27  1031|1058/926  132
8.  Zwangsversteigerungen  von  unbeweglichen  Gegenständen  .  1  —  1  —
9.  Zwangsverwaltungen  .  ..  .·——  —  —  —  —
10.  Verteilungsverfahren  .............——I————
11.  Andere  Zwangsvolls  gshandlungen..  .  —  ———  —
12.  Beschwerden——
13.  Rechtshilfeichen  ..............  747147846117
B.  Konkurssachen  ....  —  101  ¼  7
        <pb n="1099" />
        W  987  20

 

 

Aus  Davon
=
Es  waren  anhängig:  *  *  —  22  #
C.  Strosia-  en:
.  Ermittlungssachen  einschl.  der  einzelnen  richterlichen  Anordnungen
  in  Strafsachen  88  586669589  80
2.  Strafbefehl.  10  144  1541  97  57
3.  Offentliche  Klagen:
a)  wegen  Übertretungen  —  ——  —  —
b)  wegen  Vergehen  29  186  215|154  61
Jc)  wegen  Verbrechen  .  —58  8  3
Hiervon  gehörten  zur  Zustandigten
a)  des  Bezirksrichters.  —  —  14  —
b)  des  Bezirlsgerichts  —  %  3
4.  Sühnesachen.  .  —J242423-1
5.  Privatklagesachen  6  19251  10
6.  Beschwerden  —  1  11  1
7.  Rechtshilfesachen  —  10310395  8
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  1  «
1.  Beurkundungen  von  Verträgen  und  einseitigen  Willens-  !
erklärungen  .  .—I:353535—
2.  Beglaubigungen  von  unterschriften  und  Handzeichen  —  696969.—
3.  Freiwillige  Versteigerungen  von  Buunhstüchen  —  —  —
4.  andere  gerichtliche  Beurkundungen  —  0  101  10  —
5.  Verfügungen  von  Todeswegen  —  1  1  1  —
6.  Grundbuchsachen:  #
a)  Anträge  auf  Erlaß  des  Aufgebois  und  Anlegung  der
Grundbücher  17  661  731  68  5
b)  Eigentumsänderungen.  —  212121  —
e)  Eintragungen  von  dybothelen  und  Grundschulven  —  77177177  —
d)  Sonstige  Eintragungen  —  16  16  16
7.  Landregistersachen:
a)  Anlegung  des  Landregisters  —  19191188  1
b)  Eigentumsänderungen  —  5  5  5
c)  Eintragungein  von  Hopotheken  und  Grundschulben  —  23  2323  —
d)  Sonstige  Eintragungen  .  —4  4  4
8.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  .  —  331  331  33  —
9.  Eintragungen  in  das  Güterrechtsregister  —  —iDP
10.  Eintragungen  in  das  Genossenschaftsregister  —  ———  —  —
11.  Nachlaßpflegschaften  und  Verwaltungen  40  5595  37  58
12.  Erklärungen  gegenüber  dem  Nachlaßgerichte  —  —  —  —
13.  Ausstellung  von  Erbscheinen  und  ähnlichen  Beugnisen  —  1  1  1  —
14.  Auseinandersetzungen  .  —«———z—
15.  Andere  Handlungen  des  Nachlaßgerichts  .  —  —  —  —  —
16.  Vormund-,  Pfleg=  und  Beistandschaften  7.2  9—  9
17.  Sonstige  amilienrechtliche  Angelegenheiten  —  ————
18.  Protestsachen  —  505050  —
19.  Rechtshilfesachen  ——
20.  Beschwerden.  —  —  —  —
21.  Hinterlegung  von  Geld  und  Wertsachen  57  1031160  111  49

Gerichtstage  fanden  statt:  In  Karibib  und  Omaruru  je  2,  in
Lüderitzbucht  1.

 

 

 

 

10
        <pb n="1100" />
        G  988  20

 

Aus

2  l

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deavon
...  E-«—ET-:-—  Es
Es  waren  anhängig:  7b  *  —  535  22
E.  Seemannsamtliche  Handlungen:
1.  An=  und  Abmusterungen  41714171417
2.  Proteste  .  —-.1  1  1·—
3.  Strafverfahren  nach  8  8  122  der  Seem.  Ordn.  6  644  61)  9
4.  Verklarungen  —  5  5  5.—
5.  Untersuchungen  von  Seennfällen  .  —-  5  5  4  1
6.  Andere  Handlungen  des  Seemannsamts  —  —  —
IV.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Keetmanshoop.
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:  3
1.  Prozesse,  einschl.  Urkunden=  und  Wechselprozese,  Ehe-  und  «
Entmündigungssachen  .  .  ...29981277233
Hiervon  gehörten  zur  Zujtandigieit
a)  des  Bezirksrichters  5  2328  24  4
b)  des  Bezirksgerichts.  24  759998  51
Es  wurden  erledigt:  "
a)  durch  Urteil  auf  Grund  widersprechender  Antraäge  19
b)  durch  andere  Urteile  17
e)  durch  Vergleich  3J3
2.  Sühnesachen.  ...-.  .....—  1  1  1—-3
  Mahnsachcn.  .  .  —134134134—
4.  Arreste  und  einstweilige  Verfügungen  .  202020——
5.  Aufgebotsverfahren.  .  -——————
6.  Anträge  außerhalb  eines  bei  Gericht  anhängigen  Rechtsstreits  —.  1111111  —
7.  Zwangsvollstreckungen  in  das  bewegliche  Vermögen  .2  59  61161
8.  Zwangsversteigerungen  von  unbeweglichen  Gegenständen  .  —  1  1-  1
9.  Zwangsverwaltungen  .  —————
10.  Verteilungsverfahren  ..  —  ——
11.  Andere  Zwang  streckungshandlung  —  5  15  15  —
12.  Beschwerden.  —  1  1  1  —
13.  Nechtehilfesachen  5  223  228  213  15
B.  Konkurssachen  —  —  —  —
C.  Strafsachen:
1.  Ermittlungssachen  einschl.  der  einzelnen  richterlichen  Anordnungen
  in  Strassachen  ..  49  183232185  47
2.  Strafbefehle  .  5202525.—
3.  Offentliche  Klagen:
a)  wegen  Übertretungen  —  1  1—  1
b)  wegen  Vergehen  18  49  67  33  34
c)  wegen  Verbrechen  1  910  7
Hiervon  gehörten  zur  3ubündigteia)
  des  Bezirksrichters  —  2222  11  11
b)  des  Bezirksgerichts-  19  375629  27
4.  Sühnesachen  —  7  7  7  —
5.  Privatklagesachen  I  693s6
6.Beschwcrden.  -————j—
7.  Rechtshilfesachen  ——  48848  47  1
        <pb n="1101" />
        G  989  20

 

 

 

 

 

 

 

Aus  *  Davon
*  —  2  E  —  —
Es  waren  anhängig:  zzsiss
——s2
EzZ23t
I
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:
.  Beurkundungen  von  Verträgen  und  einseitigen  Willens—  I
erklärungen  ..  3333  33  —
2.  Beglaubigungen  von  unterschriften  und  Handzeichen  —  6969  69  —
3.  Freiwillige  Versteigerungen  von  Grundstücken  —  —  —
4.  Andere  gerichtliche  Beurkundungen.  .  —  5  5  5  —
5.  Verfügungen  von  Todeswegen  —  2  2  2  —
6.  Grundbuchsachen:
a)  Anträge  auf  Erlaß  des  Aufgebots  und  Anlegung  der
Grundbücher.  ..  20  515  7  18
b)  Eigentumsänderungen  ..  .  ——121212
c)(5mt1agunqenvon  Hypotheken  und  Grundschiden  .  —  1  1  1
d)  Sonstige  Eintragungen  .  —  1  1  1  —
7.  Landregistersachen:
a)  Anlegung  des  Landregisters  15  16  31  9  22
b)  Eigentumsänderungen  .  —  9  9  9
c)  Eintragungen  von  Hypotheten  und  Grundschulden  .  —  5  5  5  —
d)  Sonstige  Eintragungen  .  —  2  2  2  —
8.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  —  1555
9.  -  -.  Gaüterrechtsregister  .  —«I——---»—
10.  --Genossemchaftstcgntu.  -—k  ——E——
11.  Nachlaßpslegschaften  und  -Verwaltungen  55  136839  29
12.  Erklärungen  gegenüber  dem  Nachlaßgerichte  ..  —  —  —
13.  Ausstellung  von  Erbscheinen  und  ähnlichen  Beugnissen  —  3  3  —
14.  Auseinandersetzungen.  —-15.
  Andere  Handlungen  des  Nachlaßgerichts  —  —
16.  Vormund-,  Pfleg=  und  Beistandschaften  7  1  8  1  7
17.  Sonstige  simienrrchhe  Augelegenheiten  1  3  14  4
18.  Protestsachen  —  1  1  1
19.  Rechtshilfesachen  —  11210  2
20.  Beschwerden.  .  ———-  —  —
21.  Hinterlegung  von  Geld-  und  Wertsachen  .  919281612
Gerichtstage  fanden  statt:  In  Gibeon  1.
V.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Lüderitbucht.“)  *
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:
1.  Prozesse,  einschl.  Urkunden=  und  Vechselprazess  Ehe=  und
Entmündigungssachen  V5975994  365
Hiervon  gehörten  zur  #ustndige
a)  des  Bezirksrichters  668  668  844  324
b)  des  Bezirksgerichts  —  9119150  41
Es  wurden  erledigt:  f  :
a)  durch  Urteil  auf  Grund  widersprechender  Antrage  43
b)  durch  andere  Urteile.  136
JP0)  durch  Vergleich  49
2.  Sühnesachen.  ............—  3  3  3  —
3.  Mahnsachen  .  565624i32

«)  Das  Gericht  hat  die  Geschäfte  am  1.  Juli  1906  aufgenommen.
        <pb n="1102" />
        W  990  2

 

 

 

Ans  Davon
#---s
Es  waren  anhängig:  *  .  2

4.  Arreste  und  einstweilige  Verfügungen.  —  40  39  1

5.  Aufgebotsverfahren.  —  m.  —

6.  Anträge  außerhalb  eines  bei  Gericht  anhängigen  mW  78  78  8

7.  Zwangsvollstreckungen  in  das  bewegliche  Vermögen  .  —505050—

8.  Zwangsversteigerungen  von  unbeweglichen  Gegenständen  .  ————

9.  Zwangsverwaltungen  .  ——  —  —  —
10.  ereilunsversahren  .....  ————  —
11.  Andere  streckungshandlung  —  5050  37  13
12.  Beschwerden  —  2  2  2  —
13.  Nechtshilfesachen  —  15215239  13

B.  Konkurssachen  —  —  —
C.  Strafsachen:
1.  Ermittlungssachen  einschl.  der  einzelnen  richterlichen  Anordnungen
  in  Strassachen  .  ..  —  1861186  171  25

2.  Strafbefehle  —  4432  1
3.  Offentliche  Klagen:

a)  wegen  Ubertretungen  —  21  2111

b)  wegen  Vergehen.  10310383  20

JP)  wegen  Verbrechen  .  —1313121
Hiervon  gehörten  zur  Zustandigleit

a)  des  Bezirksrichters  —  333326  7

b)  des  Bezirlsgerichts  .  ——858570’15

4.  Sühnesachen  .  —121212—

5.  Privatklagesachen  —  9  9  4  5

6.  Beschwerden.  —  ————

7.  Rechtshilfesachen  ——  56  5650  6

D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  «
1.  Beurkundungen  von  Verträgen  und  einseitigen  Willenserklärungen
  2222  22  —

2.  Beglaubigungen  von  unterschriften  und  Handeeicen  —  606060  —

3.  Freiwillige  Versteigerungen  von  Grundstücken  —  —  ——  —

4.  Andere  gerichtliche  Beurkundungen.  —  313131—

5VetfugungcnvouTodeswcgen.  ——————

6.  Grundbuchsachen:

a)  Anträge  auf  Erlaß  des  Aufgebots  und  Anlegung  der

Grundbücher  —  2121½¼21  —
b)  Eigentumsänderungen  .——————
e)  Eintragungen  von  Hypotheken  und  Grundichutden  .  —  —  —
d)  Sonstige  Eintragungen.  .  .—————

7.  Landregistersachen:

a)  Anlegung  des  Landregisters  —  3  3  3  —
b)  Eigentumsänderunggen  —  ——  —
Jc)  Eintragungen  von  Hypotheken  und  Grundjchilden  —  2  2  2  —
d)  Sonstige  Eintragungen  —  —H  —

8.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  —  8  88—  8

9.  Eintragungen  in  das  Güterrechtsregister  —  ——  —  —
10.  Eintragungen  in  das  Genossenschaftsregister  —  ———  —
11.  Nachlaßpflegschaften  und  Verwaltungen  —  20  20  7  13

12.  Erklärungen  gegenüber  dem  Nachlaßgerichte  v  .
13.  Ausstellung  von  Erbscheinen  und  ähnlichen  Zeugnissen
        <pb n="1103" />
        W  991  20

 

Aus

 

Es  waren  anhängig:

früheren
Jahren
dem  Besrichtsjahre



zusammen

Davon

wurden

erledigt

blieben
nnerledigt

 

SIShn

S

(

14.  Auseinandersetzungen  .......—
15.  Andere  Handlungen  des  Nachlaßgerichts  ...·...—
16Vormund-Pfleg-undBentandschaften·..·...—
17.  Sonstige  amilienrechtliche  Angelegenheiten  ......—

18.  Protestsachen.  .  ......—

19Rcchtshtlfesachen..............—!
20Befchwcrden.·  ......—«
21.  Hinterlegungen  von  Geld  und  Wertsachen  ......——s
E.  Seemannsamtliche  Handlungen:

 

1.  An-  und  Abmusterungen..  ..  .  .  —  52

2.  Proteste

3.  Strafverfahren  nach  122  der  Seemannordnung  ...—

4.  Verklarungen  ...—--5.
  Untersuchungen  von  Seeunfällen  .........——
6AndereHandlungendesSeemannsamts......·—-—

.  Bürgerliche  Rechtssteiägleiten:

1.  Berufungen.

2.  Beschwerden.  .

.  Beschwerden  in  Konkurssachen

.Strassachen  (einschl.  wiiwalgesachen)

1.  Berufungen.  ..

2.  Beschwerden.

.Beschwerden  in  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit

 

3J.  Kamerun.
I.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts.

2

1n
–

 

EEIIIIIEII

 

Slli
l

Illosls
l

l
Hcis

 

zusammen

Von  den  44  Sachen  entfallen:
a)  auf  die  Bezirksgerichte  in  Kamern  32  I
b)ausdasVezcrksgertchtmTogo...  ...12

Gerichtstage  fanden  statt:  In  Duala  und  Victoria  je  4,  in  Lome  2.

 

II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Duala.

Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:

1.  Prozesse,  einschl.  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungs-  I

sachen
2.  Sonstige

Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  usw.
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit

a)  des  Richters  .  .

b)  des  Gerichts
.  Konkurssachen
.  Strafsachen:

–
*
2#

Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,

–
2
Ou

o  S
w
—
S

1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  r#  25
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Daupwerfahren  einzuleien  warlO  34
3.  Ermittlungssachen  .  .  ..19  111

 

 

 

49
284
305

28

29

130

 

 

**.—ç

38  11
277  7
293  12
22  6
22  7

86  44
        <pb n="1104" />
        992  2e

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#  Aus  Davon
..  .  i  ——
Es  waren  anhängig:  7“  7*“  —  2  22
—inblr
4.  Privatklagesachen  einschl.  Sühnesachen  .  3  12  13  2
In  den  Sachen  zu  2  senden  banptverhandlenge  *
a)  ohne  Beisitzer  .  —171717—
b)  mit  Beisitzern  —  1515  15  —
5.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  —  3  3  3  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:
1.  Nachlaßregulierungen,  Vormundschafts-  und  Pllegschastssachen  19  214029  11
2.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbduch  84  15199  37  62
3.  -  -Landregister.  —  2  2  2  —
4-  Rechtshillesachen  .  ....  26668671
5.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit,  Beglaubigungen,
  Testamentserrichtungen,  vorläusfige  Verwahigen
  us  .  .  .......—858585—
E.  Seemanns#michr  Handlungen  .  .........—515151—
Gerichtstage  wurden  abgehalten:  In  Kribi  5,  in  Ebolova  und  in  Lomie  je  1.
III.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Victoria.!)
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:  ç
1.  Prozesse,  einschl.  der  Urkunden,  Ehe=  und  Entmündigungssahen
  628  26  8
1  Die  „Zahlen  für  das  Vorjahr  1905,  welche  seinergeit  noch  nicht  Vorlagen.  sind  jolgende:
.  Jus  #  Davon
—)  2  2  5  S
Es  waren  anhängig:  ——  s
——zs
m#ê½2t
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:
1.  Prozesse,  einschl.  der  Urkunden-,  Ehe-  und  Entmündigungssachen.  4  14  18  12  6
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Jwangs--vollstreckungen,
  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  usw.  262626
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehoörten  zur  Zuständigleit:
des  Richters  1  35  36  32  4
b)  des  Gerichts  .  3  5  8  6  2
B.  Konkurssachen  —  —  —  1  —  —
C.  Straffachene
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  .  .  2  2  1  1
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war.  9  15243  1
8.  Ermittlungssachen  .  —-  —  —  –  —
4.  Sühnesachen  .  —  1  1  1  —
In  den  Sachen  9  2  sanden  Hauptwerhanolungen  statt:
a)  mit  Beisitzer  ..·  —  10  10  10  —
b)  ohne  Hlisther  —  9  9  9  —
5.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  2  2  2
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarleit  und  zwar
Nachlaßregulierungen.  Vormundschafts-  uid  Rflegschaftsfachen  5  7  12  8
Eintragungen  und  Löschungen  im  Grund  47  V  1477
L  1  1  1  –
2.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  herihleeg.  Weglanbiungen,
Beurkundungen  usw.  ...  1  13  14  14  —
o  Handelsgcrtchtliche  Angelegenheiten  —--—-——-—
6.  Rechtshilfesachen  .  -«-t74745  2
E.  Seemannsamtliche  Handlungen  —  —  —M  ——
        <pb n="1105" />
        W  993  20

 

 

 

 

Aus  Davon
#ß—  "
Es  waren  anhängig:  „  .  7  22
—  —  S  —  2  —
*—  2½s39bZê
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,
Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  usw.  34344334  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit:
a)  des  Richters  ...........  45054504
b)  des  Gerichts  2  12114110  4
B.  Konkurssachen  —  ———
C.  Strafsachen:  .-  .  H
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  .  1  4  5  5  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  vauptversahren  einzuleiten  war  1  2445  4
3.  Ermittlungssachen  .  —--454544  1
4.  Sühnesachen.  —  1  1  1  —
5.  Privatklagesachen  —  1  11—  1
In  den  Sachen  zu  2  senden  dauptwerbaudlungen  *
a)  ohne  Beisitzer  —  111111  —
b)  mit  Beisitzern  —  10010000  —
6.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  —  1  1  1  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:  4
1.  Nachlaßregulierungen,  Vormundschafts-  und  Pfeegschaftssachen  4  8  2  4  8
2.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch  47  3  50  2  48
3.  Oü  Landregister  —  ———
4.  Sonstige  Handlungen  der  frewilligen  Gerichtsbarteit,  Vealaubi
gungen,  Beurkundungen  usw.  —  3232  32—
5.  Handelsgerichtliche  ndelegenheiten  –  9  9  9  —
6.  Rechtshilfesachen  .  2474949z—
E.  Seemannsamtliche  Handlungen  .  —  3  3  3  —
4.  Nogo.
Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Lome.
A.  Bürgerliche  Nechtssteeitgkeiten:  1
1.  Zivilprozesse  9  35  4441  3
2.  Zahlungsbefehle  .  .  —  18  188  —
3.  Arreste  und  einstweilige  Verfügungen  .  —3  33"—
4  Sicherung  des  Beweises  —
5.  Jwangsvollstreckungen,  2  *  —  31  313  —
B.  KonfurKsachen  1  —  11——  1
C.  Strafsachen:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  —  8  81  8  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptversahren.  einzuleiten  war  7  15122119  3
3.  Ermittlungssachen  ...  5l232825  3
4.  Privatklagesachen  .  3  2  5  2
5.  Beschwerden  gegen  Euischeidungen  des  michers  —  ———  —
6.  Sühnesachen  —  1  1111—
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit=  «
1.  Vormundschafts=  und  flegschaltssachen  1  —  1111—
2.  Testamente  und  Erbverträge  —  ——  —  —
3.  Nachlaßregulierungen.  4  162015  5
4.  Erbbescheinigungen.  —  —  —  —
5.  Handelsregistersachen  —  21  212  —
        <pb n="1106" />
        Aus  Davon
-—  „"6O't  1•„½n)ä
Es  waren  anhängig:  n  3
S—zSss2
—“—
6.  Grundbuchsachen  .  —19419440154
Davon  Eintragungen  400.00440  —
7.  Landregistersachen  —  —  ——  —
8.  Sonstige  Vandlungen  !  der  reiwilien  Gerihisbartei  —  999999  —
E.  Rechtshbilfesachen  —  23  2323  —
F.  Seemannsamtssachen  .........  —  3  33  —
Gerichtstage  fanden  statt:  In  Anecho  und  in  Gadja  je  1
5.  Neuguinea.
I.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts.
A.  Bürgerliche  Rehtesteitigkeiten:  "  ·
1.  Berufungen  1  2  3  1  2
2.  Beschwerden  .  ————i—
B.  Beschwerden  in  Konkurs  sachen  —  —  —  —
C.  Strassachen  (einschließlich  wattgssachenh
Berufungen  3  58  6  2
2.  Beschwerden.  1  12  2  —
D.  Beschwerden  in  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  ——  —
II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Herbertshöhe
A.  Bütgeriiche  Rechtsstreitigkeiten:
Prozesse,  einschließlich  Urkunden,  und  Entmündigungssachen
  ..  66  31137|  30  7
2.  Sonstige  Rechtssachen:  1
Arreste  und  einstweilige  Verfügungen.  —  7  7  7.  —
Rechtshilfesachen  —  5  5  5  —
Zwangsvollstreckungen  2  9  1111  —
Mahnsachen  .  —616161—
Zwangsversteigerungen.  1  —  11—  1
Aufgebotsverfahren  ........1  1  2—  2
Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  auhängigen
Rechtsstreits  —  1  1  1  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  öustandigten
a)  des  Richters  3  828585  —
b)  des  Gerichts  7  33|  4030  10
B.  Konkurssachen  —  —  —  —
C.  Staassachen-  »
.Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  8  8  6  2
14  Sachen,  in  denen  das  Hauptverfahren  zu  eröffnen  war  —  17  1715  2
Davon  Privatklagesachen  .  .  —  2  2  1  1
3.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  nicht  zu  eröffnen  war  "
(Einstellungen,  Zurückweisungen,  Zurücknahmen)  ·.——  8  8  8  —
4.  Ermittelungssachen  —  2  2—
5.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  .  —  1  1  1  —
In  den  Sachen  zu  2  fauden  Hauptverhandlungen  3  stan:
a)  ohne  Beisitzer  —  10100  —
b)  mit  Beisitzern  —  4  4  4  —
        <pb n="1107" />
        W  995  20

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
e
Es  waren  anhängig:  *  3  77  72
D.  sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:
.  Vormundschaften  und  Pflegschaften.  13  20|  337  16
"4  Testamente  .  .  —  3  3  3  —
3.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  .  —  8  8  8
4.  Eintragungen  in  das  Schiffsregister  —  8  3  3  —
5.  Eintragungen  und  Löschungen:
a)  im  Grundbuch  118  11818  —
b)  im  Landregister  .  —  —  —  —
6.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  .  —  27  27
Gerichtstage  haben  nicht  stattgefunden.
III.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Friedrich-Wilhelmshafen
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:
1.  Prozesse,  einschl.  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssahen.
  1
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,
Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  usw..  —  14114114.  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  hehörten  zur  Zuständigkeit
a)  des  Richters  —  14114114  —
b)  des  Gerichts  1  —  1  1  —
B.  Konkurssachen  .  ———-——
C.  Strassachen:
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  2  2  2  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  1  2  3  3  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Dauptverhandlungen  statt.
a)  ohne  Beisitzer  —  1  1  1  —
b)  mit  Beisitzern.  —  —  —
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  —  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:
1.  Vormundschaften  und  Aegscht  5  1  6  3  3
2.  Erbteilungen  —  ———  —  —
3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch  —  43  43  43  —
4.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
  Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  usw.)  3  5457853  4
Gerichtstage  haben  nicht  stattgefunden.
IV.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Ponape.
A.  Bürgeriiche  Rechtsstreitigkeiten:
Prozesse,  einschl.  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssachen.
  ............1«—11-—
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,
Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgeboteusv.  1  1  1  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit:
a)  des  Richters  .  —  —  —  —  —
b)  des  Gerichts  1  1  2  2  —
B.  Konkurssachen  —  1  1—  1
C.  Strafsachen  —  2  22  2—
        <pb n="1108" />
        W  996  20

 

Es  waren  anhängicg:

früheren

2
*

Jahren:

krichtojahre

zusammen

wurden

erledigt

blieben
unerledigt

Davon

 

D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:

—
—

5

□E□#

S

.  Vormundschaften  und  Pflegschasten

.  Erbteilungen  .

Eintragungen  und  Löschungen  im  Landregister  .

Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
  Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen)

Es  sind  5  Gerichtstage  abgehalten  worden.

—

 

V.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Jap.

.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:

1.  Prozesse,  einschl.  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssahen.;

2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Berfügungen,
Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  usw.
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit:
a)  des  Richters  ..........
l))d(-HGc1-ichts

.  Konkurssachen
C.  Strafsachen:

1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war.
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptwerhandlungen  stat,
a)  ohne  Beisitzer
b)  mit  Beisitzer
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters

.Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:

1.  Vormundschaften  und  Pllegschaften

2.  Erbteilungen

3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Landregister  .

4.  Handelsregister

5.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
  Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  usw.

 

VI.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Saipan.

Wird  demnächst  veröffentlicht  werden.

6.  Samoa.

I.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts.

.Bürgerliche  Nechtsstreitigkeiten

1.  Berufungen.
2.  Beschwerden

.  Beschwerden  in  Konkurssachen
Strassachen  (einschließlich  winatagesachen

1.  Berufungen.
2.  Beschwerden

.  Beschwerden  in  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit

dem  Be-2à*]n]*



 

 

0
—%%

 

 

6

23

-
        <pb n="1109" />
        W  997  2

 

 

Es  waren  anhängig:

 

 

Aus  Davon

—

—  —
———
———5.
W  —  –  =  22  —
—  22  S  —
ZS  ——S2

-  .-—
  ——  -

 

II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Apia.

A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:
1.  Prozesse,  einschliehlich  Urkunden-,  Ehe  und  Entuiindigungs
sachen.  .
Mahnsacheii.
Sühnesachen  .
Arreste  und  einstweilige  Verfügungen  .
Zwangsvollstreckungssachen
Zwangsversteigerungen  von  2
Rechtshilfesachen  .
Von  den  Sachen  zu  1  gebörien  zur  Zistandioteii
a)  des  Richters  .
b)  des  Gerichts
B.  Konkurssachen
C.  Strafsachen:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  erlassen  wurde
2.  Sachen,  in  denen  das  Hauptverfahren  ie  wurde
Davon  Privatklagesachen  ..  .  .
3.  Ermittelungssachen.
4.  Rechtshilfesachen  ............
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt:
a)  ohne  Beisier
b)  mit  Beisitzern
5.  Sühnesachen.
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit
1.  Vormundschaften  und  Pflegschaften
2.  Nachlaßsachen  .
3.  Errichtung  lebtwilliger  Verfügungen
4.  Eintragungen  in  das  Handelsregister
5.  Eintragungen  und  Löschungen:
a)  im  Landregister
b)  im  Grundbuch
6.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  derihtsbarten  (Beglaubigungen,
  Beurkundungen  usw.)

Gerichtstage  fanden  statt:  in  Savali  4.

**  6

7.  Marshall-Inseln.
1.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts.

Es  waren  keine  Sachen  anhängig.

 

30
2
1

II.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksgerichts  Jalnit.

A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:

1.  Prozesse,  einschl.  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssahen::
  ..  ..
.Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,
Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebotensw.

*#

3

285315241

38  40  39

5  6  6

13133

32  32  32
2  2½

8  8  6

4  4  «
272921
5  5  1
261  331  20
4  4  2
2626  26
1  1
144
810  6
1  2  1
5  5  5
1  1  1
88992#
28428428¼1

15317316

 

 

10

13
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        G  998  e

 

 

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Berichtsjahre


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Von  den  Sachen  zu  1  und  2  oehören  zur  Zuständigteit.
a)  des  Richterrs  3  3  6  6  —
b)  des  Gerichtttt—
B.  Konkurssahen:⅛::  —  —
C.  Strafsachen:

1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  raorr  -⅛  3  3  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  3  3  2  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhaudlungen  statt.

a)  ohne  Beisitzer  .  2  2  2  —
b)  mit  Beisitzen  ....  -—-  -

3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  ....—--  ---—

l).  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:

 

 

 

1.  Vormundschaften  und  Pflegschasten  ........  6  3  9  1  8
2.  Erbteilungen  —  —1—  —
3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch  ..  3  3  1  2
4.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubi-  .

gungen,  Test  t  ichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  usw.)—  15545  45  —

 

Gerichtstage  fanden  nicht  statt.

 

Dersonalien.

Raiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  31.  August  1907
Lnedecke,  Militär-Bauinspektor,  am  31.  August  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Militär-Bauamt  III  Königsberg)  aus  der
Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  17.  September  1907.
Palmer,  Oberapotheker,  am  30.  September  d.  Is.  behufs  Ubertritts  zu  den  Oberapothekern  der
Reserve  (Bezirkstommando  Münster  i.  Westf.)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  26.  September  1907.
Straßburger,  Kriegsgerichtssekretär,  am  30.  September  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche
der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (vorläufig  in  einer  Mi
stelle  beim  Stabe  der  13.  Division  in  Münster  i.  Westf.)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  28.  September  1907.
v.  Gahlen,  Proviantamtsassistent,  am  30.  September  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche
der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (bei  dem  Proviantamt  Verden)  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden.
        <pb n="1111" />
        GV  999  20

Vereinbarung  mit  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Süd  westafrika,  betreffend
Aufbebung  ihrer  HKonzessionsrechte.
Vom  6.  August  1907.
Zwischen  der  Kaiserlichen  Regierung  und  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika
ist  unter  dem  6.  August  d.  Is.  folgendes  vereinbart  worden:

J.
Die  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika  erteilte  Konzession  vom  2.  März  1896
sowie  die  dazu  getroffene  Vereinbarung  vom  19.  April  1898  werden  ihrem  gesamten  Inhalte  nach
außer  Kraft  gesetzt.

II.
An  ihre  Stelle  treten  folgende  Abmachungen:
Die  Siedelungsgesellschaft  verbleibt  behufs  Fortsetzung  ihres  landwirtschaftlichen  Betriebes
im  Eigentum  nachstehender,  von  ihr  bisher  schon  in  Nutzung  genommener  Farmen:
a)  Unverzagt  und  Hoffnung  mit  zusammen  5000  ha,
b)  Bellerode  mit  10  000  ha
c)  Ompenbamewa  mit  10  000  ha,
d)  Kaukurus  mit  30  000  ha.

2.  Im  Hinblick  auf  ihren,  nach  den  Feststellungen  der  Hilfeleistungskommission  ungedeckten
Schaden  von  145  371,50  Mark  aus  Verlusten  infolge  des  Hereroausstandes  erhält  die  Siedelungsgesellschaft
  außer  den  sub  II  1  bis  d  genannten  Farmen  aus  Billigkeitsgründen  innerhalb  des
bisherigen  Konzessionsgebietes  das  unentgeltliche  Eigentum  an  100  000  ha  Landes,  welche  sie  zur
Einrichtung  und  Entwicklung  von  Viehzuchtunternehmen  und  anderen  wirtschaftlichen  Unternehmungen
im  Anschluß  an  die  oben  unter  II  12  bis  d  genannten,  von  ihr  weiter  zu  betreibenden  Farmen
verwenden  will.

Diese  100  000  ha  Land  sind  von  der  Gesellschaft  binnen  Jahresfrist  in  vier  Blöcken  von
je  25  000  ha  auszuwählen.  Erfolgt  die  Wahl  nicht  binnen  der  genannten  Frist,  so  werden  ihr  diese
Blöcke  vom  Gonvernement  nach  freier  Wahl  zugeteilt.

Die  vorgenannten  Grundstücke,  wie  auch  die  unter  II  1  aà  bis  d  aufgeführten  Farmen  sind
—  soweit  es  nicht  schon  geschehen  ist  —  binnen  einer  vom  Gonvernement  zu  bestimmenden  Frist
auf  Kosten  der  Gesellschaft  durch  einen  Regierungslandmesser  zum  Gouvernementstarif  zu  vermessen.

Unverzüglich  nach  erfolgter  Vermessung  der  einzelnen  Grundstücke  hat  die  Gesellschaft  die
Eintragung  in  das  Grundbuch  zu  beantragen.

3.  Als  Gegenleistung  für  die  Aufgabe  der  Konzession  und  behufs  Verwendung  bei  der
Fortsetzung  ihrer  landwirtschaftlichen  Betriebe  im  Schutzgebiete  erhält  die  Siedelungsgesellschaft  die  aus
Grundstücksverkäufen  innerhalb  ihres  früheren  Konzessionsgebietes  durch  das  Gouvernement  vereinnahmten
  Kauferlöse  so  lange  überwiesen,  bis  dadurch  die  Gesamtsumme  von  200  000  Mark  (Zweihunderttausend
  Mark)  erreicht  ist.

4.  Zur  Übertragung  des  der  Siedelungsgesellschaft  unter  II  1,  2
Ausländer  bedarf  es  der  Zustimmung  des  Gonvernements.  Dieses
merk  im  Grundbuch  sicherzustellen.

5.  Das  Reichs-Kolonialamt  genehmigt,  daß  die  Siedelungsgesellschaft  ihr  Vermögen,  wie
es  sich  nach  dem  vorstehenden  Vertrage  gestaltet,  in  eine  Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung  nach
deutschem  Recht  einbringt  und  sich  sodann  auflöst.

Egce  nachtamtlicher  Teised)

gewährten  Eigentums  an
Zustimmungsrecht  ist  durch  Ver- 



Dersonal-Machrichten.  und  bestand  am  25.  August  1885  die  Prüfung
Rachruf.  als  Schiffer  auf  großer  Fahrt.  Er  war  dann

Am  20.  September  d.  Is.  verschied  in
Bremen  nach  längerem  Krankenlager  der  Kapitän
  a.  D.

Heinrich  Böhmermann.
Geboren  am  9.  Dezember  1855,  widmete  er  sich
nach  Besuch  der  Schule  dem  Seemannsberufe

bei  verschiedenen  Reedereien  beschäftigt  und  insbesondere
  in  den  Jahren  1890  bis  1894  zuerst
als  Stenermann  und  sodann  als  Kapitän  im
Schutzgebietsdienste  der  Neu-Guinea-Compagnie
tätig.

Anfang  1895  wurde  er  in  den  Dienst  des
Schutzgebiets  Kamerun  übernommen.
        <pb n="1112" />
        W  1000  2

Seine  durch  den  langjährigen  Tropenaufenthalt
  erschütterte  Gesundheit  bedingte  seine  dauernde
Versetzung  in  den  Ruhestand  zum  1.  Juni  1903.

Sein  reger  Diensteifer  und  sein  hohes  Pflichtgefühl
  sichern  dem  Entschlafenen  ein  dauerndes
Andenken.

Deutsch-Ostafrika.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
7.  Oktober  1907  angetreten:  Botaniker  Dr.  Braun,
die  Gounvernementssekretäre  Brandenburg  und
Engel,  kommiss.  Gouvernementssekretär  Meyer,
die  Bezirksamtssekretäre  Michels  und  Schulz,
Lehrer  Lorenz,  Vermessungsgehilfe  Ruprecht,
Vollziehungsbeamter  Fritz,  Hilfsförster  Reich.

Der  Provinzialsteuersekretär  Soltau  und  der
Verkehrssteuerpraktikant  Häuser  werden  am
28.  Oktober  d.  Is.  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
  antreten.

In  Ostafrika  sind  eingetroffen:  Am  19.  Juli
Gerichtsassessor  Dr.  Schlimm;  am  3.  August
Ingenieur  Neuschaffer,  Kolonialeleve  Weidner,
die  Polizeiwachtmeister  Eggert,  Schmidt  gen.
Bergmann,  Burwig,  Beer,  Költssch,  Preetz,
Pursche  und  Schilder;  am  25.  August  Tierarztgehilfe
  Heinrich,  Steuermann  Terfloth  und
die  Maschinisten  Möhrke  und  Hollstein.

Vom  Heimatsurlaub  wieder  eingetroffen:  am
3.  August  Gouvernementssekretär  Kielich,  am
25.  August  Kanzlist  Schmidt,  Kanzleigehilfe
Wiegand  und  Magazinaufseher  Paul  Wolf.

Aus  Ostafrika  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen
  der  Maschinist  Wallenstein.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  7.  Oktober  1907  von  Neapel  aus  angetreten:
Leutnant  Otto,  die  Stabsärzte  Dr.  Lott  und
Dr.  Exner,  Feldwebel  Röser  und  die  Sergeanten
Schiele  und  Ernst.

Mit  Heimatsurlanb  ist  am  19.  September  1907
in  Neapel  eingetroffen  Oberarzt  Dr.  Fabry.

Ramerun.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  nach  Kamerun
haben  am  9.  Oktober  1907  angetreten:  Aktuar
Lange,  Polizeimeister  Seelmann,  Bureaugehilfe
Horstig,  die  Materialienverwalter  Eller  und
Langer,  Buchdrucker  Wagner,  Gärtner  Rappe,
Bezirksamtssekretäre  Guiß,  Gouvernementssekretär
Gehrts,  die  Zollverwalter  Bötefür  und  Seiffarth,
  Vermessungstechniker  Ehlert,  Materialienverwalter
  Siegert,  die  Gärtner  Hanke  und
Mattner,  Kesselschmied  Nowarra  und  Tischler
Wallrabenstein.

 

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Hauptmann
Engelhardt,  Stationsleiter  Oberleutnant  Achenbach,
  Zollassistent  Arnowitz  und  Polizeimeister
Heynemann.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:  Stationsleiter
  Frank,  Gonvernementssekretär  Zettler,
Bureaugehilfe  Röhr,  Materialienverwalter  Wolff.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  1.  Oktober  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  Sanitätsfeldwebel
Thamm  und  Sanitätsunteroffizier  Rose.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  9.  Oktober  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Hauptmann  Fabricius  und  Oberarzt
Freyer.

Togo.

Die  Ausreise  bzw.  Wiederausreise  nach  Togo
haben  angetreten:  Am  1.  Oktober  1907  der  Bautechniker
  Brettschneider  und  der  Maurerpolier
Romy,  am  9.  Oktober  der  Gerichtsaktuar  Ladwig
  sowie  die  Stationsassistenten  Fleischer,
Sonntag  und  Wiesch.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen  bzw.  wiedereingetroffen:

  Am  14.  August  1907  der  kommiss.
Sekretär  Warneke  und  der  Stationsassistent

Anton,  am  25.  Angust  der  Hauptmann  v.  Doering
  und  der  Oberleutnant  Mellin,  am
27.  August  der  Leutnant  Schlettwein.

weutsch.  Sudwestalrika.
Die  Ausreise  nach  Swalopmund  hat  am
2.  Oktober  angetreten  der  Leuchtturmwärter
Beirer.

Der  Depotverwalter  beim  Kaiserlichen  Gou—
vernement  Tauber  ist  auf  Heimatsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

Eingetroffen  sind  im  Schutzgebiet:  am  2.  Juni
der  Eisenbahnpraktikant  Tschöpe,  am  22.  Juli
Tierarzt  Dr.  Hollandt  und  am  6.  August  Katasterlandmesser
  Graf.

Mit  Heimatsurlaub  nach  Deutschland  abgereist
ist  am  12.  September  d.  Is.  von  Swakopmund
der  Bezirksamtmann  Bvoesel.

Aus  dem  Gouvernementsdienst  scheidet  am
1.  Dez.  1907  aus  der  Bautechniker  Ginsmann.

 

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  14.  September  1907  in  Hamburg:  die  Hauptleute
  Barack,  Blume  und  Benthien,  die
Oberleutnants  Krüger  (Kurt)  und  v.  Damm,
Leutnant  Ismer,  Intendanturrat  Kuhlicke,
die  Proviantamtsassistenten  Pfennig,  Gerr
und  Stneckle;
        <pb n="1113" />
        W  1001  20

am  20.  September  1907  in  Cuxhaven:  die  Oberleutnants
  Frhr.  v.  Fürstenberg  und  Stelling,
Feuerwerksoberleutnant  John,  die  Oberveterinäre
  Dieckmann  und  Zimmer,  Intendanturbausekretär
  Labes,  die  Intendantursekretäre
Rosenbaum  und  Graeber,  die  Proviantamtsassistenten
  Dolgner  und  Busche,  Zahlmeister
Sommer,  Kaserneninspektor  Annighöfer  und
64  Unteroffiziere  und  Mannschaften.

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  ist  nachstehendes  Anerbieten  gemacht
worden,  für  welches  hiermit  nochmals  der  Dank
des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

Die  Firma  Friedr.  Vieweg  &amp;amp;  Sohn,  Verlagsbuchhandlung
  in  Braunschweig,  beabsichtigt,  Bücher
als  Weihnachtsgabe  zu  spenden.

 

Die  Aufteilung  Afrikas.

Vom  Geheimen  Rat  und  Professor  an  der  Universität  Berlin  Dr.  Dietrich  Schäfer.“)

Es  war  dicht  vor  Torschluß.  Soweit  die
Welt  begehrenswert  schien,  war  sie  vergeben.
Vor  Amerika  hatte  die  Monroe-Doktrin  einen
Riegel  geschoben;  in  Asien  hätte  man  sich  nur
mit  den  Waffen  Raum  schaffen  können,  ein  Weg,
der  zunächst  nicht  in  Frage  kommen  konnte.  So
blieben  nur  Afrika  und  die  Südsee.  Hier  aber
geriet  man  bald  in  scharfe  Nebenbuhlerschaft  zu
den  von  alters  her  kolonisierenden  Völkern.

An  der  Erforschung  des  dunklen  Erdteils
haben  Deutsche  während  des  ganzen  Jahrhunderts
einen  hervorragenden  Anteil  genommen,  zunächst
unter  Anlehnung  an  Fremde,  dann  auf  eigene
Hand.  Von  der  Sahara  bis  zum  Kap  gibt  es
kaum  einen  größeren  Landstrich,  an  dessen  Aufdeckung
  nicht  auch  unsere  Landsleute  beteiligt
gewesen  wären.  Kein  Forscher  hat  sich  um  die
Kenntnis  der  oberen  Nilgebiete  mehr  Verdienst
erworben  als  Schweinfurth;  Wissmann  war  der
erste  Weiße,  der  (1880  bis  1882)  Mittelafrika
von  Ost  nach  West  durchquerte.  Deutsche  Missionen
arbeiteten  selbständig  an  den  alten  Zentralstätten
des  Sklavenhandels  in  Ober-Guinea,  noch  umfassender
  und  erfolgreicher  in  unserem  jetzigen
Südwest-,  waren  beteiligt  im  heutigen  Deutsch-Ostafrika.


Dem  Gedanken  einer  Erschließung  des  inneren
Afrika  für  den  Handel  haben  besonders  Stanleys
Reisen  Bahn  gebrochen.  Auf  seine  Anregung  ist
1878  unter  Leitung  des  Königs  der  Belgier  die
Kongogesellschaft  ins  Leben  getreten,  dem  Vorgeben
  nach  der  Forschung,  in  Wirklichkeit  dem
Handel  gewidmet.  Im  nächsten  Jahre  schlossen
sich  die  bisher  zerstreuten  englischen  Händler  des
Sudan  zur  Niger-Kompagnie  zusammen.  Da-*)

  Aus  dem  zweiten  Bande  der  „Weltgeschichte
der  Neugeit“,  eines  vortrefflichen  Werkes,  das  aus
der  Feder  des  bekannten  Berliner  Historikers  soeben
im  Verlage  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  (2  Bände  12  Mk.,  geb.
15  Mk.)  erschienen  ist,  geben  wir  vorstehend  ein  koloniales
  Kapitel  in  gekürzter  Fassung  wieder.

 

neben  bestanden  und  entstanden  französische
Gesellschaften.  Man  schloß  Verträge  mit  Eingeborenen
  und  begründete  darauf  Landansprüche
in  Gebieten,  die  bisher  nach  europäischen  Begriffen
  herrenlos  waren  oder  als  herrenlos  gegolten
  hatten.  Aus  der  Kongogesellschaft  wurde
die  Herrin  des  Kongostaats.  Es  wäre  wunderbar
gewesen,  wenn  eine  lebenstrotzende  Nation  wie
die  deutsche  nicht  auch  auf  den  Plan  getreten
wärec.

Es  geschah  etwas,  was  gleichsam  in  der  Luft
lag,  als  im  Dezember  1883  der  Bremer  Lüderitz
  in  der  nach  ihm  benannten  Bucht  landete
und  von  den  Hottentotten  das  Land  vom  Oranjefluß
  bis  zum  26.  Grad  südl.  Br.  von  der  Küste  aus
20  Meilen  weit  landeinwärts  erwarb.  Das  Reich
gewährte  den  nachgesuchten  Schutz.  Im  nächsten
Jahre  ließ  es  dann  durch  ausgesandte  Kommissare
  am  21.  Angust  in  Kamerun,  am  5.  September
  in  Seguro  und  Klein-Popo  im  jetzigen
Togogebiete  die  deutsche  Flagge  hissen.  Karl
Peters  erwarb  in  den  letzten  Monaten  des  Jahres
in  Ostafrika  die  Gebiete  von  Usagara,  Ngurn,
Useguha  und  Ukami  und  erlangte  auch  für  diese
Käufe  die  kaiserliche  Anerkennung.  Deutschland
hatte  Kolonien.  Sein  Auftreten  als  Mitbewerber
um  überseeischen  Besitz  gab  aber  die  Losung  zu
einer  Jagd  nach  Landerwerb,  wie  sie  gleich  wild
selbst  das  Zeitalter  der  Entdeckungen  nicht  gesehen
  hat.

1
*t

Im  Zusammenhange  mit  der  Freihandelsbewegung
  hat  England  eine  Strömung  erlebt,
die  der  weiteren  Erwerbung  von  Kolonien,  ja
der  Behauptung  der  gewonnenen  abhold  war.  Man
fand,  daß  sie  nur  Kosten  verursachten;  den  Vorteil
  des  Handels  mit  ihnen  könne  man  auch  genießen,
  ohne  sie  zu  beherrschen.  Es  war  der
Utilitarismus,  der  sich  in  diesen  Anschauungen
voll  auslebte.  Nicht  nur  Cobden  hat  ihnen  gehuldigt,
  auch  Stuart  Mill  und  besonders  John
        <pb n="1114" />
        W  1002  2c

Bright.  Sir  Robert  Peel  war  der  Meinung,
daß  Indien  „Lsich  überwachsen  habe“,  und  Disraeli
  erschienen  1852  die  Kolonien  als  „Mühlsteine
  um  unsern  Hals“.  Noch  1880  konnte  die
Frage:
lich  erörtert  und  seinem  Besitz  jede  Bedeutung
für  England  abgesprochen  werden.

Diese  kolonialmüde  oder  geradezu  kolonialfeindliche
  Stimmung  außerhalb  Indiens  vom
Ende  der  40er  bis  in  den  Anfang  der  80er
Jahre  hat  zu  einer  großen  Zurückhaltung  in  der
Erwerbung  neuer  Kolonien  geführt.  Der  Wunsch
der  Fidschi-Insulaner,  britisch  zu  werden,  wurde
1859  abgelehnt;  erst  1874,  als  man  glaubte,
deutscher  Besitzergreifung  zuvorkommen  zu  müssen,
fand  er  Erfüllung.  Die  Jonischen  Inseln  überließ
  England  1863  dem  neuen  Könige  der
Hellenen  aus  Dänemarks  Herrscherhaus.  In
Südafrika  wurde  1852  die  Unabhängigkeit  der
Transvaal-Republik,  1854  die  des  Oranje-Freistaats
  anerkannt.  In  diesen  Jahrzehnten  hat
auch  die  Selbstregierung  der  englischen  Kolonien,
soweit  die  weiße  Bevölkerung  in  ihnen  die  vorherrschende
  war,  ihren  vollen  Ausbau  erfahren.
So  hat  auch  diese  Zeit  verhältnismäßigen  Stillstandes
  der  Stärkung  des  britischen  Kolonialreiches
  gedient,  denn  die  äußerliche  Lockerung
durch  größere  Selbständigkeit  ward  reichlich  aufgewogen
  durch  das  festere  Anziehen  der  inneren
Bande  der  Sprache  und  Bildung,  des  Volkstums
und  der  gemeinsamen  Geschichte,  das  aus  der
größeren  Freiheit  erwuchs.

Daß  aber  die  Auffassung  des  englischen
Volkes  im  Grunde  die  alte  war,  daß  man  auf
noch  umfassendere  Herrschaft  augenblicklich  nur
verzichtete,  weil  man  nicht  ernstlich  fürchtete,  daß
andere  Nationen  sich  der  leeren  Plätze  bemächtigen
würden,  das  zeigte  sich  bald,  als  Frankreich
einen  neuen  Anlauf  machte  zur  Begründung
eines  großen  Kolonialreichs,  und  vor  allem,  als
dann  auch  Deutschland  diese  Bahn  betrat.
Außerordentlich  rasch  hat  Frankreich  die  schweren
Schläge  verwunden,  die  ihm  der  Krieg  versetzt
hatte.  Schaffenslust,  Opfermut  und  Nationalgeist
  seiner  Bevölkerung  haben  unter  der  dritten
Republik  härteste  Belastungsproben  glänzend  bestanden.
  Die  Spuren  des  Krieges  wurden  in
wenigen  Jahren  verwischt,  die  fünf  Milliarden
der  Kriegsentschädigung  fast  spielend  aufgebracht.
Schon  um  die  Mitte  der  70er  Jahre  stand  Frankreich
  wieder  in  voller  Rüstung  inmitten  der  europäischen
  Mächte.  Klar,  wie  kaum  je  zuvor  in
seiner  Geschichte,  arbeitete  sich  das  Berständnis
für  die  Bedeutung  eines  großen  Kolonialreichs
heraus,  und  einsichtige  Männer,  vor  allem  Jules
Ferry,  fanden  die  Nation  hinter  sich,  als  sie  ver-„Warum

  Indien  behalten?“  leidenschaft- 



suchten,  die  Aufrichtung  eines  solchen  planmäßig
ins  Werk  zu  setzen.

Ganz  besonders  hat  man  in  Afrika  planmäßig
  gearbeitet.  Zu  den  alten  Wirkungsgebieten
französischer  Kolonialbestrebungen:  Senegambien,
Madagaskar,  Algier  traten  Dahomé  und  vor
allem  der  Kongo.  Die  Forschungen  französischer
Reisenden  haben  sich  so  gut  wie  ausschließlich  in
den  Dienst  der  nationalen  Sache  gestellt.  Das
Ziel  aber  war  die  Aufrichtung  französischer  Herrschaft
  an  Afrikas  Nordküste  und  südlich  der
Sahara  im  Nigerbecken  und  im  Sudan.  Vom
Kongo  und  von  Algier,  von  Dahomé  und  Senegambien
  her  ward  es  erstrebt.  Englische  und
deutsche  Reisende  haben  mehr  für  die  Erforschung
des  Erdteils  getan;  die  Franzosen  haben  die
politische  Frage  in  Fluß  gebracht.  Sie  allein
haben  in  dieser  Zeit  in  Afrikas  Nordhälfte  neues
Gebiet  erworben.  Sie  stießen  bei  ihrem  Bemühen
  fast  überall  auf  englische  Ansprüche  und
Englands  Eifersucht.  Die  alte  Rivalität  der
beiden  Mächte  trat  wieder  klar  zutage,  als  England
  infolge  der  nationalen  Erhebung  Arabi
Paschas  1882  in  Egypten  einschritt  und  Frankreich
  die  Mitwirkung  ablehnte.

In  diese  Zeit  englisch-französischer  Spannung,
in  der  Frankreich  durch  sein  Vorgehen  in  Tunis
sich  auch  Italien  entfremdet  hatte,  fallen  die
ersten  deutschen  Versuche.  Sie  haben  England
noch  mehr  aufgestachelt  als  die  französischen,  zunächst
  ihrer  Neuheit  wegen,  dann  weil  man  mehr
und  mehr  anfing,  deutschen  Wettbewerb  unbequemer
  zu  empfinden  als  französischen.  Besonders
die  nächstbeteiligten  Kolonien  im  Kaplande  und
in  Australien  gerieten  in  die  lebhafteste  Erregung
und  suchten  im  Mutterlande  die  gleiche  Stimmung
anzufachen.  In  den  Gebieten,  wo  die  Deutschen
aufgetreten  waren,  bestanden  fast  überall  ältere
englische  Verbindungen.  Englands  Staatsleitung
beschwerte  sich,  daß  sie  von  der  bevorstehenden
Besitzergreifung  nicht  in  Kenntnis  gesetzt  worden
sei.  Es  wurde  dem  Reichskanzler  nicht  schwer,
aus  den  Handlungen  englischer  Beamten  den
Nachweis  zu  führen,  daß  England  zuvorgekommen
sein  würde,  wenn  es  unterrichtet  gewesen  wäre.
Die  Lage  ausnutzend  konnte  Bismarck  auf  der
Kongokonferenz,  die  von  Mitte  November  1884
bis  gegen  Ende  Februar  1885  in  Berlin  tagte
und  von  14  Mächten  besandt  war,  eine  Verständigung
  herbeiführen.  Deutschland,  das  fast
unmittelbar  vor  Beginn  der  Verhandlungen  den
Kongostaat  anerkannt  hatte,  ging  auch  seinerseits
aus  ihnen  mit  einem  anerkannten  Kolonialbesitz
hervor.

1#  1
·  I

Die  volle  Aufteilung  Afrikas  hat  sich

seitdem  in  fast  rasender  Eile  vollzogen.  Die  Ver-
        <pb n="1115" />
        W  1003  20

träge  mit  den  Eingeborenen  jagten  einander.  Von
allen  Seiten  war  man  bemüht,  sich  „Interessensphären“
  zu  schaffen  und  sie  zu  festem  Besitz  umzugestalten.
  Der  Begriff  des  „Hinterlandes“  gewann
  eine  ähnliche  kolonialpolitische  Bedentung
wie  einst  jener  der  Strommündung  und  des
Stromgebietes.

England  ist  zuletzt  in  diese  Bewegung  eingetreten;
  es  hat  trotzdem  den  Löwenanteil  davongetragen.
  Hilfsmittel  und  Erfahrung  seiner
Unternehmer,  die  älteren  und  umfassenderen  Verbindungen
  und  die  zahlreichen  festen  Stützpunkte,
die  zur  Verfügung  standen,  sicherten  eine  nicht
leicht  auszugleichende  Uberlegenheit.  Stärker
und  williger  als  irgendwo  sonst  stand  hinter  den
Gesellschaften  der  Staat.  An  die  Stelle  der
Kolonialflanheit  trat  rasch  der  „Imperialismus“,
getragen  von  der  Kraft  des  englischen  Volkswillens.
  Ausschließlich  konservative  Ministerien
mit  Parlamentsmajoritäten  und  Amtsperioden,
wie  sie  England  bis  dahin  kaum  erlebt  hatte,
haben  in  dieser  Zeit  an  der  Spitze  der  Geschäfte
gestanden.  Man  fragte  nicht  mehr,  ob  die
Annerion  dieses  oder  jenes  Gebietes  Nutzen
bringe.  „Zum  Vorteil  oder  Nachteil,  ein  Stolz
oder  eine  Last  für  die  kommenden  Geschlechter,
jetzt  handelt  es  sich  nur  darum,  die  Hand  auf
den  Boden  zu  legen,  damit  ihn  nicht  der  Fremde
besetzt.“  So  faßte  einer  der  gründlichsten  Kenner
des  gegenwärtigen  englischen  Kolonialbesitzes,  ein
Mitglied  des  Kolonialamtes  selbst,  die  Uberzeugung
  zusammen,  von  der  seine  Regierung  sich
seit  der  Kongokonferenz  hat  leiten  lassen.

Es  hat  denn  auch  kaum  anderthalb  Jahrzehnte
  gedauert,  und  Afrika  war  verteilt.  Den
alten  Kolonien  des  Südens  ist  nicht  nur  fast
alles  Land  bis  zum  Zambesi  hinauf,  sondern  auch
über  diesen  Fluß  hinaus  am  Nyassa  entlang  bis
zum  Tanganjika  und  gegen  die  Quellen  des
Kongo  hin  ein  Gebiet  größer  als  Madagaskar
angegliedert  worden.  Der  Zambesi  ist  heute  ein
britischer  Fluß.  Über  den  wichtigsten  Routen
Livingstones  weht  Englands  Flagge.  Das  Betschuanenland
  hat  Großbritannien  sofort  nach  der
deutschen  Besitzergreifung  in  Südwest  okkupiert.
Der  Selbständigkeit  der  Burenstaaten,  die  durch
die  neuen  englischen  Erwerbungen  fast  ganz  umklammert
  wurden,  und  deren  neu  entdeckte  Goldfelder
  das  Unternehmertum  mächtig  anzogen,  hat
Englands  Ubermacht  in  den  Jahren  1899  bis
1902  ein  Ende  gemacht.  Dr.  Jameson,  dessen
verwirktes  Leben  1896  von  der  Regierung  des
Transvaalstaates  erbeten  werden  mußte,  ist  heute
Ministerpräsident  der  Kapkolonie.  Innerhalb
zweier  Jahrzehnte  ist  der  Umfang  der  südafrikanischen
  Besitzungen  Englands  auf  nahezu
das  Vierfache  ihres  früheren  Bestandes  gewachsen.

 

In  der  Betätigung  englischen  Unternehmersinns
ist  die  Ara  Livingstone  von  einer  Ara  Ceeil
Rhodes  abgelöst  worden.

Und  noch  größere  Fortschritte  hat  die  erste
Kolonialmacht  der  Welt  in  allerjüngster  Zeit  im
übrigen  Afrika  gemacht.  Der  Okkupation  Agyptens
wurde  zunächst  nur  Wahrung  englischer  Unternehmerrechte
  und  Sicherung  des  Suezkanals  als
Ziel  gesteckt.  Gegenüber  der  mohammedanischen
Bewegung,  die  gleichzeitig  der  als  Mahdi  auftretende
  Dongolamann  in  den  oberen  und  mittleren
Nilgebieten  entfachte,  verhielt  sich  England  kaum
mehr  als  defensiv.  Gordon  fiel  am  26.  Jannar
1885  bei  der  Verteidigung  Kartums,  weil  die
englische  Hilfe  lässig  und  unzureichend  heranzog.
Der  Mahdi  starb  nicht  lange  nachher.  Aber  erst
später,  als  die  unter  dem  Propheten  so  mächtige
Bewegung  abflaute  und  immer  siegreicher  unter
Lord  Salisburys  Führung  die  Auffassung  durchdrang,
  daß  es  richtig  sei,  so  viel  wie  möglich  von
Afrika  zu  nehmen,  hat  man  unter  kluger  Benutzung
  der  Verhältnisse  die  alten  ägyptischen  Ansprüche
  wieder  aufgenommen  und  zu  tatsächlicher
Geltung  gebracht.  Kitchener  Pascha  eroberte  im
September  1898  Kartum  zurück  und  als  in  demselben
  Jahre  der  Franzose  Marchand  Faschoda,
6  bis  700  Kilometer  oberhalb  Kartums,  besetzte,
ließ  die  englische  Regierung  keinen  Zweifel  darüber,
  daß  sie  als  Vertreterin  und  Inhaberin
Agyptens  so  ziemlich  das  gesamte  Stromgebiet
des  Weißen  Nils  bis  hinauf  zu  den  Seen,  aus
denen  er  seinen  Ursprung  nimmt,  und  einschließlich
  Kordofans  und  Darfurs  als  britischen  Besitz
ansehe.

Kurz  zuvor  hatte  sie  im  Hinterlande  der  alten
Niederlassungen  an  der  Goldküste  und  der  Sierra
Leone  ihre  Ansprüche  binnenwärts  weithin  festgelegt,
  hatte  vom  Niger  und  Benue  aus  die  bevölkertsten
  Teile  des  Sudan  bis  zum  Tsadsee  und
zur  Sahara  hin  für  britischen  Besitz  erklärt  und
in  Ostafrika  das  Auftreten  der  Deutschen  zum
Anlaß  genommen,  sich  neben  ihnen  nordwärts
bis  zum  Jubflusse  und  landeinwärts  bis  zum
Victoria-Rjansa  und  jenseit  desselben  in  Uganda
festzusetzen.  Der  oberste  Nil  ließ  sich  jetzt  nicht
nur  vom  Mittelmeer,  sondern  auch  vom  Indischen
Ozean  her  über  britisches  Gebiet  erreichen,  und
Abessinien  sowie  Italiens  neue  Erwerbungen  behaupteten
  nach  der  gleichzeitigen  Erweiterung  des
überlieferten  britischen  Besitzes  an  der  Somaliküste
  kaum  noch  eine  andere  Stellung  als  die
von  Enklaven  im  nordostafrikanischen  Kolonialreiche
  Großbritanniens.  Zwischen  dem  südlichsten
Nil=  und  dem  nördlichsten  Zambesibesitz  liegen
kaum  noch  acht  Breitengrade  von  den  siebenzig,
über  die  Afrika  sich  ausdehnt.  Von  einer  Räumung
  Agyptens  kann  nicht  mehr  die  Rede  sein,

4
        <pb n="1116" />
        W  1004  =

und  Cecil  Rhodes'  stolze  Losung:  „Vom  Kap  bis
Kairo“  greift  keineswegs  nach  Phantomen.  Englische
  Schienenstränge  durchmessen  schon  jetzt  mehr
als  die  Hälfte  dieses  Weges.  Mehr  als  ein
Drittel  Afrikas  ist  in  englischen  Händen  und  zu
diesem  Drittel  gehören  die  reichsten  und  zugänglichsten
  Gebiete  des  Erdteils.  Dem  Flächeninhalt
nach  hat  Großbritannien  von  seinem  gegenwärtigen
Kolonialbesitz  im  Laufe  der  beiden  letzten  Jahrzehnte
  mehr  als  ein  Drittel  zusammengebracht.

Es  ist  einer  der  stärksten  Belege  für  die  ungebrochene
  Lebenskraft  des  französischen  Volkes,
daß  es  mit  diesem  energischen  Vorgehen  des  alten
Rivalen  doch  einigermaßen  Schritt  zu  halten  vermochte.
  Es  hat  die  Fähigkeit,  Machtpolitik  zu
verstehen  und  gebührend  zu  stützen,  auch  unter
der  republikanischen  Regierungsform  glänzend  bewährt.
  Aus  dem  Nilgebiet  mußte  Frankreich  sich
nach  Marchands  Vorstoß  zurückziehen;  aber  es
behauptete  Wadai,  einen  ausgedehnten  Kongobesitz
  und  eine  breite  Verbindung  zwischen  beiden.
Von  Senegambien  her  hat  es  die  Lande  am
oberen  und  mittleren  Niger  erworben  und  durch
die  Besetzung  Dahomés  ihnen  eine  weitere  Verbindung
  mit  dem  Ozean  verschafft.  Die  einheimischen
  afrikanischen  Machthaber,  die  sich  gerade
in  diesen  Jahrzehnten  bedrohlich  erhoben,  den
Samory  im  Nigerbogen,  den  Rabbeh  jenseit  des
Tsadsees,  hat  es  mit  nicht  geringem  Kräfteaufwand
  niedergeworfen.  Daß  bei  dem  entscheidenden
  Siege  über  den  Letztgenannten  in  dem
deutschen  Gebietszipfel  am  Tsadsee  am  28.  April
1900  drei  Expeditionen  von  Algier,  von  Senegambien
  und  vom  Kongo  her  zusammenwirkten,
ist  bezeichnend  für  die  großzügige  Auffassung  der
französischen  Kolonialpolitik.  Verspätet  nahm
Frankreich  1881  durch  die  Besetzung  von  Tunis
seinen  Anteil  an  der  türkischen  Beute;  auf  den
Kongostaat  sicherte  es  sich  ein  Vorkaufsrecht.  Die
Handelsstraßen  der  Sahara  sind  in  seinen  Händen.
Es  ist  zur  Zeit  die  Vormacht  Nordwestafrikas;
die  Besitzungen  der  übrigen  Mächte  sind  hier
vollauf  umschlossen  von  den  seinen.  Da  eine  gewisse
  Kraft  der  Selbsterhaltung  in  den  Kolonien
selber  ruht,  ihre  Behauptung  keineswegs  allein
abhängt  vom  Mutterlande,  so  ist  diese  Tatsache
nicht  gering  anzuschlagen.  Auch  Madagaskar,
seit  Jahrhunderten  ein  Versuchsfeld  französischer
Kolonialpolitik,  ward  1895  endgültig  unterworfen.
Die  Differenzen  mit  England  sind  durch  Verträge
  beglichen,  in  denen  Frankreich,  nachdem
einmal  die  Nilfrage  ausgeschieden  war,  nicht
schlecht  abgeschnitten  hat.  Die  Auseinandersetzungen
  mit  Deutschland  sind  durchweg  zu  seinen
Gunsten  ausgefallen.  Als  Ministerpräsident  Waldeck-Rousseau
  im  Januar  1902  in  St.  Etienne
in  einer  Rede  darauf  hinwies,  daß  die  Republik

 

einen  Kolonialbesitz  von  800  000  Qnadratkilometern
  übernommen,  jetzt  aber  einen  solchen  von
zehn  Millionen  Quadratkilometern  auszuweisen
habe,  gab  er  einem  berechtigten  Stolze  Ausdruck.

Wenn  Deutschland  nicht  ein  Viertel  des
englischen,  nicht  die  Hälfte  des  französischen  Kolonialerwerbs
  in  Afrika  gewinnen  konnte,  so  hat
das  ganz  überwiegend,  ja  fast  ausschließlich  seinen
Grund  in  der  Tatsache,  daß  es  Anfänger  ist  in
dieser  Form  nationaler  Betätigung,  ja  in  der
Ausgestaltung  eines  starken  nationalen  Lebens
überhaupt.

Es  bedurfte  Zeit,  ehe  die  Vertreter  des  Volkes,
die  doch,  wie  die  Dinge  lagen,  zunächst  Fühlung
mit  den  breiten  Massen  suchten,  sich  hineinfanden
in  die  Ideen,  von  denen  die  Köpfe  der  Weiterblickenden
  längst  erfüllt  waren.  Was  liberal
dachte,  stand  in  den  Anfangsjahren  unseres  neuen
Reiches  viel  zu  sehr  im  Banne  manchesterlicher
Anschauungen,  für  die  man  ja  Stimmführer  aus
dem  ersten  Koloniallande  der  Welt  als  Gewährsmänner
  anurufen  konnte,  als  daß  man  nicht  hätte
der  Überzeugung  leben  sollen,  daß  der  Handel
niemals  Kolonien  brauchen  werde.  Für  die  konservative
  Richtung  bestand  kein  Anlaß  in  diese
Bahn  zu  drängen.  Die  sich  aber  einer  mehr  oder
weniger  grundsätzlichen  Opposition  beflissen,  scheuten
  instinktiv  zurück  vor  jedem  Ansatz  zu  einer
Reichspolitik,  die  in  weiterer  Entwickelung  leicht
zu  Machtfragen  und  zur  Auslösung  starker  nationaler
  Empfindungen  im  Volke  führen  konnte.

So  stieß  der  erste  Kanzler  des  Reiches,  der
im  Hinblick  auf  die  möglicherweise  sich  ergebenden
  internationalen  Verwickelungen  und  auf
Deutschlands  doch  noch  unbefestigte,  neue  Stellung
unter  den  Mächten  sich  auch  nur  ungern  entschloß,
  ohne  einen  starken  Rückhalt  im  Volke  in
die  neue  Bahn  einzulenken,  anfangs  auf  schwere
Hindernisse.  Ein  erster  Versuch,  für  die  auf  der
Samoagruppe  arbeitende,  in  Schwierigkeiten  geratene
  Südsee-Plantagengesellschaft  eine  Reichsunterstützung
  zu  erwirken,  ward  im  April  1880
abgelehnt.  Als  vier  Jahre  später  die  Erwerbung
von  Kolonien  selbst  in  Frage  kam,  erforderte  es
die  äußersten  Anstrengungen,  vom  Reichstage  auch
nur  die  durchaus  unentbehrlichen  Mittel  zu  erlangen.
  Die  gleichen  Leute,  die  in  der  Konfliktszeit
  Preußen  den  Großmachtskitzel  hatten  austreiben
  wollen,  waren  im  Handumdrehen  fertig
mit  ihrem  Urteil  über  Hunderttausende  und  Millionen
  von  Onadratkilometern  Landes,  deren  Besitz
  in  Frage  kam,  und  die  nie  durchforscht  worden
waren.  Südwestafrika  war  für  sie  eine  Sandbüchse,
  Ostafrika  und  Kamerun  aber  ungesund
oder  unzugänglich,  wo  sie  Wert  hätten,  wertlos,
wo  sie  gesund  und  erreichbar  seien.  Es  wird
        <pb n="1117" />
        W  1005  2

für  immer  denkwürdig  bleiben,  daß  die  Partei,
die  gerade  um  diese  Zeit  die  stärkste  des  Reichstags
  wurde,  daß  das  Zentrum  erst  durch  den
französischen  Kardinal  Lavigerie,  der  auf  dem
Katholikentage  zu  Köln  im  Oktober  1888  nachdrücklich
  auf  die  ungehenere  Wichtigkeit  deutscher
kolonisatorischer  Mitarbeit  für  die  Zwecke  der
Mission  hinwies,  bewogen  werden  konnte,  aus
der  bisherigen  ablehnenden  Haltung  herauszutreten.
  Aber  auch  nach  diesem  Wandel  blieb  die
Stellung  der  Regierung  noch  eine  schwierige,  und
es  war  erklärlich,  daß  sie  sich  darauf  beschränkte,
privaten  Unternehmungsgeist  nach  Kräften  zu
decken,  und  auch  in  diesem  Bestreben  vorsichtig
alles  vermied,  was  zu  größeren  Ansprüchen  an
Reichsmittel  hätte  führen  oder  in  ernste  Mißhelligkeiten
  mit  dem  Auslande  hätte  verwickeln
können.

Als  Bismarcks  erstem  Nachfolger  das  Wort
entschlüpfen  konnte:  „Je  weniger  Afrika,  desto
besser“,  suchte  man  dann  einerseits  möglichst  rasch
zu  abschließenden  Grenzverträgen  mit  den  fremden
Mächten  zu  gelangen,  anderseits  den  Reichstag
durch  tunlichst  geringe  Geldansprüche  günstig  zu
stimmen.  Im  Juni  1890  wurden  die  Grenzen
von  Ost=  und  Südwestafrika  und  die  von  Togo
mit  England  vereinbart.  Deutschland  erwarb
Helgoland,  überließ  aber  Uganda  an  England
und  verzichtete  auf  wohlbegründete  Ansprüche  in
Witu  und  Somaliland.  Das  dem  deutschen  Besitz
  vorgelagerte  Zanzibar  trat  unter  englisches
Protektorat.  In  Südwest  entstand  der  „Caprivizipfel“.
  Im  November  1893  folgte  der  Vertrag
über  Kamerun.  Deutschland  erkannte  ausdrücklich
  Englands  Ansprüche  auf  das  gesamte  obere
Nilgebiet  an  und  wurde  für  die  zwischenliegenden
Lande  auf  eine  Auseinandersetzung  mit  Frankreich
  verwiesen.

Im  März  1894  kam  es  dann  zu  einem  Abschlusse
  mit  Frankreich.  Mit  Mühe  behauptete
Deutschland  eben  noch  die  Fühlung  mit  dem
Sanga,  dem  westlichsten  der  großen  rechten  Kongozuflüsse.
  Für  den  Zugang  zum  Tsadsee  war,
wie  für  den  von  Südwestafrika  zum  Zambesi,  ein
zweiter  Caprivizipfel  das  Ergebnis  der  Verhandlungen.
  Frankreich  erlangte  eine  breite  Verbindung
  zwischen  Wadai  und  seinem  Kongobesitz  im
Rücken  der  deutschen  Kolonie.  Es  ist  richtig,  daß
es  seine  Ansprüche  auf  eine  ungleich  regere  Expeditionstätigkeit
  stützen  konnte;  aber  ebenso  richtig
ist,  daß  die  allgemeine  Lage  keinen  Anlaß  bot
zu  solcher  Nachgiebigkeit.

Damit  war  von  der  zweiten  Reichskanzlerschaft
  der  Rahmen  gezogen,  in  dem  Deutschland
sich  in  Afrika  versuchen  sollte;  spätere  Abmachungen
  haben  nur  noch  Spezialfragen  erledigt.  Kurz
zuvor  hatte  Deutschland  Spanien  die  Karolinen

 

und  Marianen  abgekauft.  Damit  sind  Deutschlands
  Kolonialerwerbungen  zum  Abschluß  gelangt.
Es  ward  nicht  alles  erreicht,  was  trotz  des  späten
Beginnens  noch  hätte  erreicht  werden  können.
Schlagend  tritt  das  im  Vergleich  mit  Frankreich
hervor.  Aber  Deutschland  ist  eingeführt  über
See.  Mit  einem  Kolonialbesitz,  der  das  Vierfache
  des  Heimatlandes  an  Umfang  übersteigt,  ist
es  in  der  Lage,  seine  Berechtigung  und  Befähigung
  als  ländererwerbende  Kulturmacht  beweisen
  zu  können.
*

Zur  Aufteilung  Afrikas  hatte  sich  auch  Italien
gemeldet.  Im  Mittelalter  an  der  Spitze  der
abendländischen  Mittelmeervölker  in  ihrem  Ringen
mit  dem  Orient,  war  es  in  gleicher  Weise  wie
Deutschland  durch  seine  Zersplitterung  zur  Ohnmacht
  verdammt  worden.  Nach  erlangter  Einheit
  drängte  die  Lebenskraft  seiner  Bevölkerung
ähnlich  wie  dort  nach  außen.  Als  nächstes  Ziel
bot  sich  Afrikas  Nordküste,  um  welche  die  Vorfahren
  so  oft  und  so  heftig  gekämpft  hatten.
Aber  hier  kam  Frankreich  durch  die  Besetzung
von  Tunis  zuvor.  Es  besetzte  dann  1885
Massaug.  Man  versuchte,  ein  Protektorat  über
Abessinien  zu  gewinnen.  Aber  nach  anfänglichen,
allerdings  mühsamen  und  verlustreichen  Erfolgen
entschied  die  Niederlage  von  Adua  am  1.  März
1896  zu  Italiens  Ungunsten.  Es  hat  sich  mit
dem  heißen  Küstenland  zufrieden  geben  müssen.

Ein  glücklicheres  Geschick  hatten  die  Belgier,
die  der  Klugheit  und  Entschlossenheit  ihres  Königs
den  Kongostaat  verdanken,  das  größte  geschlossene
und  gleichmäßig  kulturfähige  Gebiet,  das  ein
enropäischer  Staat  in  Afrika  besitzt,  ohne  daß  ein
wesentlicher  Aufwand  von  Staatsmitteln  erforderlich
  geworden  wäre.

1

Wer  diese  Hergänge  auch  nur  oberflächlich
mit  denen  der  großen  Entdeckungszeit  vergleicht,
wird  die  unendlich  viel  größere  Raschheit  und
Klarheit  beachten,  mit  der  die  Entscheidungen
fielen.  Es  war  die  technische  Uberlegenheit  der
Neuzeit,  die  damit  in  Wirksamkeit  trat.  Ende
der  50er  und  Anfang  der  60er  Jahre  deckten
Speke,  Burton  und  Grant  die  großen  Binnenseen
  in  den  Quellgebieten  des  Nils  auf  und
gaben  dadurch  den  Anstoß  zur  Erforschung  des
innersten  Afrika.  Als  das  Jahrhundert  zu  Ende
ging,  gab  es  auf  dem  schwarzen  Kontinent  keinen
Fuß  breit  Landes  mehr,  den  jemand  hätte  in
Besitz  nehmen  können,  ohne  völkerrechtlich  festgelegte
  Rechte  zu  verletzen.  Was  sich  in  dem
trotz  seiner  Zugehörigkeit  zur  „alten“  Welt  neuesten
Erdteil  in  vierzig  Jahren  vollzog,  hat  in  Amerika
fast  vier  Jahrhunderte  gedauert.
        <pb n="1118" />
        W  1006  eo
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestanet)

Deutsch-MNeuguinea.

Hberbertshöhe  und  Simpsonhafen.
(Hierzu  4  Abbildungen.)

In  dem  Schutzgebiete  Deutsch-Neuguinea  hat
sich  während  der  letzten  Jahre  insofern  ein  bedeutender
  Umschwung  vollzogen,  als  dank  der
Tätigkeit  des  Norddeutschen  Lloyd  die  Schiffahrtsverhältnisse
  bedentend  besser  geworden  sind.  Der
Verkehr  mit  der  Anßenwelt  wird  durch  die  sogenannte
  Anstral—  Japan-Linie  des  Norddeutschen
Lloyd  hergestelltt  die  Dampfer  verkehren  in
Zwischenräumen  von  vier  Wochen  zwischen  Sydney,
Manila,  Hongkong,  Yokohama  und  laufen  dabei
die  Inseln  Neupommern  und  Kaiser-Wilhelmsland
(Friedrich-Wilhelmshafen)  an.  Die  Verbindung
der  einzelnen  Teile  des  Schutzgebietes  selbst  wird
durch  zwei  kleinere  Dampfer  des  Norddeutschen
Lloyd,  „Langeoog"“  und  „Sumatra“,  aufrechterhalten.
  Früher  legten  die  Dampfer  meist  in
Herbertshöhe  am  Nordrande  der  Gazelle-Halbinsel
  (Bild  1)  an.  Nunmehr  hat  aber  der  Lloyd
in  der  Blanchebucht,  am  sogenannten  Simpsonhafen,
  etwa  zwölf  Seemeilen  von  Herbertshöhe
entfernt  (Bild  2  und  3),  umfassende  Hafenanlagen
geschaffen.

Die  Reede  von  Herbertshöhe  bietet  den  Schiffen
nicht  immer  genügenden  Schutz.  Namentlich  während
  des  Nordwestmonsuns  ist  der  Seegang  manchmal
  so  stark,  daß  die  Landung  und  besonders
auch  die  Einnahme  und  Löschung  von  Gütern
nur  mit  großen  Schwierigkeiten  möglich  wird.
Diesem  Ubelstande  ist  in  Simpsonhafen  abgeholfen.
Die  Bucht  wird  dort  durch  die  sie  umsäumenden
Berge  nach  allen  Seiten  so  geschützt,  daß  die
Schiffahrt  während  des  ganzen  Jahres  von  Wind
und  Wetter  unabhängig  ist.  Um  ein  bequemes
Anlegen  der  Dampfer  zu  ermöglichen,  wurde  mit
recht  erheblichen  Kosten  eine  breite  Landungsbrücke
weit  in  das  Wasser  hinaus  erstellt.  Auf  diesem
Pier  selbst  ist  ein  großer  Schuppen  errichtet;  dort
werden  die  von  den  Dampfern  „Langeoog“  und
„Sumatra“  herbeigeschafften  Erzeugnisse  bis  zur
Weiterverschiffung  mit  den  Austral  —  Japan-Dampfern
  aufgestapelt.

Diese  Neuanlagen  bedeuten  für  die  Ansiedler
des  Schutzgebietes  einen  erheblichen  Vorteil.  Die
letzteren  sind  nicht  mehr  genötigt,  kostspielige
Schiffe  zu  halten;  die  Erzeugnisse  der  Pflanzungen
werden  nun  in  regelmäßigen  Zwischenräumen  von
den  Küstendampfern  an  Ort  und  Stelle  abgeholt
und  zur  Weiterverschiffung  nach  Simpsonhafen
gebracht.  -

 

Um  aber  auch  mit  der  Nordküste  der  Gazelle-Halbinsel,
  auf  der  sich  verschiedene  nicht  unbedentende
  Pflanzungen  befinden,  eine  unmittelbare
Verbindung  zu  schaffen,  hat  das  Gouvernement
einen  Weg  angelegt,  der  wegen  des  Durchstichs
der  die  Blanchebucht  umgrenzenden  Hügel  erhebliche
  Erdarbeiten  nötig  machte  (Bild  4).  Der
inzwischen,  nach  Herstellung  eines  Tunnels,  fertiggestellte
  Weg  ermöglicht  es  den  Ansiedlern  auf  der
Nordküste  der  Gazelle-Halbinsel,  unabhängig  von
Wind  und  Wetter  ihre  Waren  nach  Simpsonhafen
zu  bringen.

Nachdem  so  für  den  ganzen  Handel  des
Schutzgebietes  in  Simpsonhafen  eine  Zentrale  im
Werden  begriffen  ist,  wird  geplant,  auch  den  Sitz
des  Gouvernements  von  Herbertshöhe  späterhin
dorthin  zu  verlegen.  Zur  Zeit  befindet  sich  dort
eine  Regierungsstation  sowie  ein  von  einem  Regierungsarzt
  geleitetes  Eingeborenenhospital.  Die
Gouvernementsgebäude  sollen  auf  dem  im  Nordwesten
  der  Blanchebucht  liegenden  Höhenrücken
errichtet  werden.  Ein  bequemer,  2,7  km  langer
Zufahrtsweg  zu  den  künftigen  Bauplätzen  ist  bereits
  angelegt.  Falls  die  gesetzgebenden  Körperschaften
  die  zur  Verlegung  des  Regierungssitzes
von  Herbertshöhe  nach  Simpsonhafen  erforderlichen
Mittel  bewilligen,  kann  mit  dem  Bau  der  Häuser
begonnen  werden.  Es  stünde  dann  zu  erwarten,
daß  Simpsonhafen  später  eine  wichtige  Metropole
unserer  Südsee-Kolonien  werden  würde.

72

Deutsch-  Südwestafrika.
Von  der  Südbahn.

Anfang  Oktober  ist  die  Teilstrecke  Buchholzbrunn
  —  Brackwasser  (Kilometer  232  bis  246)
der  Lüderitzbahn  eröffnet  worden.

Brackwasser  ist  die  Station,  von  der  es  in
der  Reichstags-Denkschrift  des  Generalstabes  zur
Begründung  des  Bahnbaues  hieß,  daß  mit  ihrer
Eröffnung  der  bis  dahin  für  die  Versorgung
  der  Südtruppen  nötige  kostspielige
Nachschubdienst  auf  dem  550  Kilometer
langen  Wege  Windhuk  —  Keetmanshoop
eingestellt  werden  könne.
        <pb n="1119" />
        Zu:  Demsches  Kolomalblau  Nr.  20,  1907.

Herbertshöhe  und  Zimpsonhafen.

 

 

 

Kerdr  von  Berberlshühe.

 

 

 

 

 

Blick  anf  die  neuen  Anlagen  im  Simpsonhafen.
        <pb n="1120" />
        Herbertshöhe  und  Simpsonhafen.

 

 

 

Durchllich  von  der  Blanchebucht  (Simplonhafen)  nach  der  Uordkülle  der  Gazellen-Balbinsel
(Ralawanulpan).
        <pb n="1121" />
        G  1007  20

übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Deutsch-Südwestafrika  (ohne  Regierungsgüter)

im  II.  Viertel  des  Halenderjahres  1906  im  Verglelch  mit  dem  Handel  im  gleichen  eltraum  des  Vorfahres.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Im
Benennung  der  Warengruppen  II.  Vierter  11.  Viertel  Zzunahme  Abnahme
·  1906  1905
Wert  Mk.  Wert  Mk.  Wert  Mk.Wert  Mk.
A.  Einkuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Oülsenfrüchte  525  922  206  8909  229  023
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  305  095  268  770  36  325
c)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genußmiteel  5060  215  589  072  6213  —
4)  Getränke  (außer  Mineralwasser  1427  037  1  163  276  263  761  —
c)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  duitermirtei  418  251  6  584  41  667
1)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  374  946  179  542  195  404
Zusammen  J  3277466  2  505  043  7724123  —-II.
  Tiere  und  tierische  Erzengnisse:
a)  Lebende  Tiere  806  315  74  586  731  729
b)  Fleisch  und  tierische  Erzeugnisse  aller  Ari  805  389  697  581  107  808
Zusammen  II.  1  611  701  772  167  839  537  —
III.  Mineralische  und  jossile  Rohstoffe,  Mineralöle  102  00  131639  268  268
IX.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Slen  58  138  34  572  23  566
V.  Chemische  und  pharmazentische  Erzeugnisse  laußer
Schießbedarf  und  Sprengmitteln)  137  359  116  416  —  9087
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.
(außer  Lederwaren  .  779  236  443  694  335  542
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachsiuch,  uirschnenwauen  207  722  127  466  80  256
VIII.  Gummi=  und  Kamschukwaren  .  10810  5111  5699
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schniowaren  .  185  492  112  571  72921
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  literarische  u.  manigegenfäiwoe  63  9306  53  609  10  327
.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  63  865  51  532  12333
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Instrumemen.  Maschinen
  und  Waffen):
a)  Unbearbeitete  Metalle  und  Halbzeng  1  678  682  1  185  540  193  112
b)  Fabrikate  .  828  498  748  089  80  409
Zusammen  Xu  .  2507180  1  933  629  573551
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Jahrzeuge  395  700  71980  320  720
XIV.  Waffen  und  Munition.  50  024  17799  38225
XV.  Geld.  .  —  2  —  2
Summe  der  Einfuhr  im  u.  Viertel  1906  9  775399613260  58341279
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  8324  800  —  —  —
thnal1111e-7'—,Abnahme—..  1  432  739  —  —  —
Summe  der  Einfuhr  einschl.  Regierungsgüter  im  II.  Viertel  19006  19  683  207  Licht  notiert  —
B.  Rusfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe  37  25  12  —
II.  Tiere  und  tierische  Ergengnisse:
a)  Lebende  Tiere  .  —  —  —
b)  Tierische  Erzeugnisse  .  56592  33759  22  833
mien  *  56592  33  759  22  833
III.  Mineralische  und  fossile  Nohstofie  315  1  627  --  1312
N.  Gewerbliche  Erzeugnisse  .  5884  13  798  —  7914
.  C  .  ——  —  —
Summe  der  Ausfnhr  im  II.  Viertel  1906  62  828  4909  13  619  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  93  755  —  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  —.  .  —  30927  —  —  —
Ausfuhr  für  Rechnung  der  Regierung  hat  nicht  stattgefunden.
C.  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  II.  Viertel  1906  9  820  367  6  162  460  53357  898
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  8  418  555  —  —  —
Zunahme  —,  Abuchm  ie  —  41401812  —
Summe  des  Gesamthandels  einschl·  diegierungogier
im  II.  Viertel  1906  19  716  125  nicht  notiert  —  —
        <pb n="1122" />
        W  1

Wichtigste  Warenpositionen.

008  20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  II.  Viertel  Im  II.  Virtel
·  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  Waren  aalendercihres  1906  Aalenderbehres  1905
Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge!  Wert
keur  Mi  kE  Mt.  k#i  Ml.  kg  M.
A.  Einfuhr.
I#  .  314  559  75  678  251  015  66  614  60  544  9  061  —  —
*  EW  und  Vackwaren  111417  382  76558  635  123  18872457969|  194  038  —
Gemüse=  und  Obstkonserven,  eingemachtes

  Obst  ..  9080911623334  201197  167  468  682-  —  4131
Zucker.  Sirup,  Iauerwaren  219  639  104  545  225  163  103  073  —  1172  5524  —
Tabak  38  617  885  566  31  607.  67  133  6920  18  433  —
T  danghritate  ...  7  151  291  693  37  666  286·726  9  185  496  -
Stille  We  Liter  179  330.  170  292  147  192  122  047  32  138  4182451  —  —
ranuweine  aller  Art.  -  114  163  296  075  70  141  175  156  44  022  120  9199  —
Bier  .  -  2  163  738  853  1252  168  209  775  091  78  03114471  —
Bau-  und  z410000,  .  1246  728  374  151  832  381  179  542  111  57  194  601.  —
Pferde  Siicc  71  43  600  21  170000  26  600  —  —
Rindvieh.  2055  189  188  59  26  100  1  *  162  788
Sleicchkankeroen  217  051  355  827  219  005  316  576  392511  2044  —

lch,  Butter,  Räse.  Eier,  Hon  ig  «

nnd  sonstige  tierische  Nahrungsmittel.

  ...  220321  273  943  199  131  243  025  21  190  30918
Zement,  Kalt,  Kreide,  sonstige

Erden  und  Steine  475  009  65  930  720  919  51762  —  245940  —

51  726  10427  28  338  1049  23  38#  63781  —  —

S  seitsobeen  #ramnkohlen  Briketts  5.666  910  286  21s1363  734  39  15093303  215  246  755—  —

«ictrolc.  99  948  32  630  68  705  23  148  31  243  9482  —  –

Seifen  alter  Art  .  4669329889  38  462  26315  8231  3  571  —  —

ewebe  aller  Art  ..  115  932  196  372  55  341  133.094.  90  591  63  2781  —  —
Leibwäsche,  Kleider,  Hüte.  Müben,

Posamentierwaren,  Schirme.  «

Filzwaren  .  103  481  553  835  68  4511  2871  179  35  030  269  6665—  —
Schuhe  und  Siie  ejel.  aar  18  417  131  061  15  632  93  556  2  785  37  508  —  —
Möbel  und  T  Tischlerwaren.  .  146689161128  7685681532  69  833  ——  —
Glas  und  Gaswaren  ..  6136550659  43514  28142  17  851  225171  —  —
Roheisen,  eiserne  Fchienen.  ·

Stallgetthockc  .10  slo  sol  1677  8  7  798  018  1  184  3056017  833,  492  7011—  —
Wellblech  259  157,  86  73  76  1944  32  60  188  266  5413—  —
Eisenwaren,  nicht  besonders  ge-  l  «

nannt  ..  12059796883001999446692234  —  —  793467  3934
Waren  aus  anderen  unedlen

Metallen  11167  29632  9368  16845  1799  127871  —  —
Watdn  Maschinen  1607  774  600  905  1  007  —  -—  131

iebe  35  120  44  896  5911  10  492  29209  31  10—  —
Transportmaschinen  u.  Fahrzenge  z
aller  Art,  auch  Fahrräder  Stück  89  257  163  20  18979  60  238  4888
Feuerwaffen  228  17056  172  11878  56  51781  —  —
Goldmünzen  —  —  —  —  «  —  —  —
Silbermünzen.  —  —  —  —  —  —  —
B.  Ausfuhr.
Männliches  Rindvieh  —  —  —  —  —  —
Weibliches  Rindvieh  —  —  —  —  —  —
Kleinbieh  –  —-  —  —  —  —
Häute  von  Ohhsen.  iehen,  tesen  13  168  22  653  7  919  7  998  52149  11.655  —  —
Robbenfelle  tück  9  128  26  194  —  17  66
Stranpinfedern  138315  86  11  436  14  —  —  1121
zuano  172350  120000  —  —  172  359  12  000  —
Erze  130  5  1595  109  —  —  1465

 

114
        <pb n="1123" />
        W  1009  r

Deutsch-Ostafrika.
Heimreise  der  Sxpedition  Jzur  Erforschung  der
Schlafkrankheit.
Nach  einer  Mitteilung  des  Leiters  der  deutschen
  Expedition  zur  Erforschung  der  Schlafkrankheit,

  Herrn  Geheimen  Medizinalrats  Professors
Dr.  Koch,  beabsichtigte  die  Expedition  Anfang
Oktober  1907  ihre  Arbeiten  abzuschließen
und  am  14.  Oktober  von  Mombassa  aus  die
Heimreise  nach  Berlin  anzutreten.

 

Kolonialwirtschaftliche  ([Ditteilungen.

Pölzer  und  ölsaat  aus  Ramerun.

Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann  Dr.  Mansfeld
  in  Ossidinge  (Kamerun)  hatte  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitec  vor  kurzem  einige  Landesprodukte
  zur  Begutachtung  übersandt.  Das  Komitee
stellt  uns  nunmehr  die  nachstehenden  Gutachten
über  jene  Produkte  zur  Verfügung:

I.  Hölzer.

(Gutachten  der  Firma  Alfred  Neumann-Hamburg.)

Nr.  1,  Ebenholz:  Wert  je  nach  Provenienz,
Durchschnittsgewicht  und  Beschaffenheit,  5  bis
7,50  Mk.  per  50  kg.

Nr.  2,  Rotholz  oder  Padouf:  Zu  Zufuhren  ist
zur  Zeit  nicht  zu  raten,  da  der  Absatz  in  diesem
Artikel  gänzlich  stockt  und  noch  einige  hundert
Blöcke  auf  Lager  sich  befinden.  Wert  zur  Zeit
nur  etwa  2  bis  3  Mk.  per  50  kg.

Nr.  3,  unbekannt:  Diese  Sorte  erscheint  reichlich
schwer,  um  für  Möbelzwecke  oder  andere  Verwendung
  brauchbar  zu  sein.  Eventuell  müßte
man  gelegentlich  einzelne  Stämme  zur  Probe
schicken.

Nr.  4,  gelbes  Nutzholz:  Ist  früher  in  ähnlicher
Beschaffenheit  schon  vorgekommen  und  dürfte
in  kleinen  Sendungen  Liebhaber  finden.  Wert
vielleicht  70  bis  80  Mk.  per  Kubikmeter  Hamburger
  Verkaufsmaß.

Nr.  5  entspricht  einer  zwischen  Mahagoni-Partien
häufig  gefundenen,  gewöhnlich  als  afrikanischer
Birubaum  bezeichneten  Sorte.  Wert  je  nach
Beschaffenheit  100  bis  140  Mk.  per  Kubikmeter
Hamburger  Verkaufsmaß.

(Gutachten  der  Firma  Kolbe  &amp;amp;  Biehl-Hamburg.)

Nr.  1,  Ebenholz:  Preis  6  bis  11  Mk.  pro  50  kg
je  nach  Qualität  und  dem  Durchschnittsgewicht
der  Stücke.

Nr.  2,  Sandelholz,
Preis  6  bis  9  Mk.
Onualität.

Nr.  3,  Partridge:  Preis  6  bis  7  Mk.  pro  50  kg
je  nach  der  QOualität.

Nr.  4,  Afrikanischer  Satin:  Preis  6  bis  15  Mk.
pro  50  kg  je  nach  der  Figurierung  und  Qualität.

auch  Padouk  genannt:
pro  50  kg  je  nach  der

 

Nr.  5,  Bulletree:
je  nach  Qualität.
Nr.  6,  Greenhard:
je  nach  Qualität.
II.  Olsaat.
Gutachten  des  wznenihen  gustiimts  der
Universität  Berlin  zu  Dahlem

Die  Samen  gleichen  in  ihrem  Anßeren  täuschend
  den  weißen  Sesamsamen.

Ein  Same  wiegt  im  Mittel  1,868  mg.

Die  Samen  enthalten:

Feuchtigkeit  4,85  v.  H.
Ol  (Atherextrakt).  52,77.
Ol  in  der  Trockensubstanz  55,46  =

Das  aus  den  Samen  gewonnene  Ol  gleicht
in  seinen  äußeren  Eigenschaften  dem  Sesamöl  und
gibt  dessen  charakteristische  Reaktionen  (Baudonins
und  Soltsins  Reaktion).

Dem  chemischen  Befunde  nach  handelt  es  sich
mithin  um  Sesamsaat  von  hohem  Olgehalt,  welche
sich  zweifellos  zur  Speiseölverarbeitung
eignen  wird.

Preis  5  bis  7  Mk.  pro  50  kg

Preis  5  bis  7  Mk.  pro  50  kg

Deutsche  Kolonialgesellschaft  für  Südwestafrika.

In  ihrem  Bericht  über  das  22.  Geschäftsjahr
  für  die  Zeit  vom  1.  April  1906  bis
31.  März  1907  teilt  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft
  für  Südwestafrika  mit,  daß  (wie  auch
in  den  letzten  Jahren)  der  Erfolg  des  Berichtsjahres
  zum  Teil  der  (wenn  auch  nicht  dem  Vorjahre
  gleichkommenden)  Entwicklung  des
Handelsgeschäfts  der  Zweigniederlassung  in
Swakopmund  zuzuschreiben  ist.

Im  laufenden  Geschäftsjahre  macht  sich  ein
weiteres  Nachlassen  des  Warengeschäfts  bemerkbar,
  und  zwar  infolge  des  Zurückziehens  eines
großen  Teils  der  Schutztruppe  aus  Deutsch-Südwestafrika
  sowie  auch  durch  Beendigung  des
Baues  der  Bahnstrecke  Swakopmund  —Tsumeb.

Die  Folge  hiervon  ist  ein  bedeutender  Ausfall
  an  Konsumenten.

Was  das  Geländegeschäft  anbelangt,  so
hat  dasselbe  in  den  Plätzen  Swakopmund  und
        <pb n="1124" />
        W  1010  2

Lüderitzbucht  mehr  und  mehr  nachgelassen,
während  sich  in  letzter  Zeit  eine  etwas  regere
Nachfrage  für  Farmland  eingestellt  hat.

Der  auf  Beteiligungskonto  gebuchte  Anteil
  der  Lüderitzbuchtgesellschaft  L.  Scholz  &amp;amp;  Co.
m.  b.  H.  hat  wiederum  ein  zufriedenstellendes
Ergebnis  geliefert.  Auf  das  genannte  Konto
sind  ferner  verbucht  die  Beteiligungen  an  der
Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika
sowie  an  der  Kaokoland=  und  Minengesellschaft.

Das  Konto  Bergwerksgerechtsame  hat
kein  bedeutendes  Erträgnis  abgeworfen,  indessen
hat  sich  seit  einiger  Zeit  ein  lebhaftes  Interesse
für  die  Schürftätigkeit  gezeigt,  so  daß  die  Aussichten
  für  die  Zukunft  als  keine  ungünstigen
erscheinen.  Derartige  Unternehmungen  entwickeln
sich  zumal  in  Kolonien  infolge  der  zeitraubenden
Voruntersuchungen  nur  sehr  allmählich.

Die  Hauptbilanz  weist  folgende  Aktiva  auf:

Zweigniederlassung  Swakopmund  674  106  Mk.,
Beteiligung  309  800  Mk.,  Hypotheken  und  Restkaufgelder
  357  850  Mk.,  Landbesitz=  und  Grundrechte
  95  000  Mk.,  Bankierguthaben  1  707  562
Mk.,  Effekten  320  585  Mk.,  Lüderitzbuchtgesellschaft
  L.  Scholz  &amp;amp;  Co.  m.  b.  H.  96  000  Mk.,
1  Debitor  450  Mk.,  Zinsen  21715  Mk.,  Kassa
1609  Mk.,  Inventar  Berlin  1  Mk.

Als  Passiva  sind  ausgeführt:

Kapital  2  000  000  Mk.,  Kapital-Reserve
300  000  Mk.,  Hypotheken=  und  Restkaufgelder-Reserve
  178  925  Mk.,  Beteiligungs-Reserve
50  000  Mk.,  Sparkasse  Swakopmund  251  822  Mk.,
Landpacht  6150  Mk.,  Bergwerksabgaben  8306  Mk.

Der  verbleibende  Reingewinn  von  789  476
Mk.  findet  seine  Erläuterung  im  Gewinn=  und
Verlustkonto.  Dieses  weist  im  Debet  auf:
Unkosten  in  Berlin  und  in  Afrika  136  362  Mk.,
Abschreibung  auf  Inventar  Berlin  108  Mk.,
Dotierung  der  Beteiligungsreserve  20  672  Mk.,
Kursverlust  auf  Effekten  6500  Mk.,  im  Kredit:
Eingänge  auf  Landverkäufe  446  936  Mk.,  an
Landpachten  21  198  Mk.,  an  Bergwerksabgaben
28  216  Mk.,  an  Zinsen  einschließlich  Hypothekenund
  Restkaufgelder-Zinsen  94  405  Mk.,  durch
Rückzahlungen  frei  gewordene  Hypotheken=  und
Restkaufgelder-Reserve  67  425  Mk.,  Eingänge
auf  Beteiligungen  96  000  Mk.,  Gewinn  bei  der
Zweigniederlassung  in  Swakopmund  198  937  Mk.

Der  Reingewinn  von  789  476  Mk.  ist  nach
Beschluß  der  Generalversammlung  wie  folgt  verteilt
  worden:  20  v.  H.  Dividende  =  400  000  Mk.,
Tantiemen  an  den  Verwaltungsrat  70  948  Mk.
Vortrag  auf  neue  Rechnung  318  528  Mk.

Der  Gewinnvortrag  aus  dem  vorhergehenden
  Geschäftsjahre  von  329  328  Mk.
ist  wie  folgt  verwendet:

 

Es  sind  überwiesen  der  Kapitalreserve
300  000  Mk.,  der  Beteiligungsreserve  29  328  Mk.

Der  oben  erwähnte  Vortrag  auf  neue  Rechnung
  pro  1907/08  von  318  528  Mk.  soll  vorläufig
  zur  Verstärkung  der  Betriebsmittel  dienen,
da  jetzt  nach  Niederwerfung  des  Aufstandes  bei
ausreichendem  polizeilichen  und  militärischen
Schutz  in  der  Kolonie  Gelegenheit  geboten  ist,
an  die  Aufschließung  des  Gesellschaftsfarmgebicts
in  größerem  Maße,  als  dies  bei  den  früheren  für
Leben  und  Eigentum  der  Farmer  unsicheren
Verhältnissen  möglich  war,  heranzutreten.

Die  Ausschüttung  der  Dividende  von  20  v.  H.
ergibt  zusammen  mit  der  vorjährigen  Dividende
in  gleicher  Höhe  seit  Bestehen  der  Gesellschaft
eine  Durchschnittsdividende  von  etwa  2  v.  H.,
wobei  jedoch  die  Verzinsung  des  Gesellschaftskapitals
  während  der  zwanzigjährigen  ertragslosen
  Zeitperiode  nicht  berücksichtigt  ist.

Der  Bericht  fährt  dann  fort:

„Auch  dieses  Mal  wollen  wir  es  nicht  unterlassen,
  darauf  hingzuweisen,  daß  die  Ertragsfähigkeit
  unserer  Gesellschaft  in  allererster  Linie  von
dem  Ergebnisse  ihrer  Landverkäufe,  Bergwerksgerechtsame-VBerwertung
  und  dem  Handelsgeschäfte
abhängig  ist,  was  alles  naturgemäß  nach  den
jeweiligen  Konjunkturen  mehr  oder  minder  großen
Schwankungen  unterworfen  sein  wird.  Demnach
ist  auch  in  Zukunft  auf  eine  Stabilität  der  Dividende
  nicht  zu  rechnen.  Nicht  unwahrscheinlich
ist  es,  daß  unsere  Farmverkäufe  durch  den  umfassenden
  Besitz  der  Regierung  an  fruchtbarem
gut  gelegenen  Farmland,  in  den  dieselbe  jetzt  infolge
  des  Eingeborenenausstandes  gelangt  ist,
nachteilig  beeinflußt  werden  könnte.“

Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft.“)

Die  Kamernn-Eisenbahn-Gesellschaft  ist  am
19.  Juni  1906  auf  Grund  des  Reichsgesetzes  vom
4.  Mai  1906,  betreffend  Ubernahme  einer  Garantie
des  Reichs  in  bezug  auf  eine  Eisenbahn  von
Duala  nach  den  Manengubabergen,  errichtet
worden.  Im  Anschluß  an  die  Gründung  hat  die
erste  Hauptversammlung  der  Anteilseigner  stattgefunden,
  welche  die  Mitglieder  des  Aussichtsrats
gewählt  hat.  Der  Aussichtsrat  hat  die  Vorsitzenden
erwählt  und  den  Vorstand  bestellt.

Durch  Beschluß  des  Bundesrats  vom  17.  Januar
  1907  ist  der  Gesellschaft  die  Fähigkeit  beigelegt
  worden,  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere
  Eigentum  und  andere  dingliche  Rechte
an  Grundstücken,  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten

*)  Aus  dem  Bericht  über  das  erste  Geschäftsjahr
  1906.
        <pb n="1125" />
        W  1011  20

einzugehen,  vor  Gericht  zu  klagen  und  verklagt
zu  werden.  Der  Reichskanzler  hat  diesen  Beschluß
  unter  dem  12.  Februar  1907  im  Reichsanzeiger
  vom  13.  Februar  1907  veröffentlicht
und  durch  Erlaß  vom  21.  Februar  1907  die
Satzung  genehmigt  und  den  Vorstand  gemäß  §  27
der  Satzung  bestätigt.

Am  11.  März  1907  ist  die  Gesellschaft  gemäß
§  2  des  Handelsgesetzbuchs  in  das  Handelsregister
des  Königlichen  Amtsgerichts  Berlin-Mitte  eingetragen
  worden.

Durch  Vertrag  am  6.  März  1907  haben  wir
die  gesamte  Ausführung  des  Baues  der  Eisenbahn
  von  Duala  nach  dem  Manengubagebirge
gemäß  §  3  Absatz  2  der  Bau=  und  Betriebskonzession
  und  gemäß  dem  Beschlusse  des  Aufsichtsrats
  vom  19.  Juni  1906  der  Deutschen
Kolonial-Eisenbahn-Ban=  und  Betriebs-Gesellschaft
  für  16  640  000  Mk.  übertragen.
Den  Vertrag  haben  wir  dem  Herrn  Reichskanzler
am  6.  März  1907  zur  Genehmigung  eingereicht.

Nach  dem  Bauvertrage  muß  der  Ban  binnen
vier  Jahren  seit  dem  Tage  der  Genehmigung  der
Satzung  durch  den  Herrn  Reichskanzler,  also  bis
zum  21.  Februar  1911,  vollendet  sein.

Bei  Abfassung  dieses  Berichts  hat  die  Baufirma
  die  Linie  in  ihrer  ganzen  Ausdehnung
bereits  festgelegt.  Die  endgültige  Festsetzung  hängt
jedoch  noch  von  der  Nachprüfung  des  Projekts
durch  den  von  der  Baufirma  erst  kürzlich  ausgesandten
  höheren  Beamten  sowie  von  der  Genehmigung
  der  Aufsichtsbehörde  ab.

Die  Arbeiten  auf  dem  ersten  Teil  der  Strecke
sind  in  Angriff  genommen,  die  Schächte  zur
Fertigstellung  der  Erdarbeiten  sind  eingerichtet.

Die  gewählte  Linie  durchschneidet  nach  dem
uns  erstatteten  Berichte  zum  Teil  stark  bevölkerte
Gegenden,  zum  Teil  wertvollen  Wald.  Die  von
üppigem  Pflanzenwuchs  bestandenen  Strecken  erfordern
  eine  Abräumung  durch  besondere  Arbeiterkolonnen.


Die  Linienführung  wird  auf  der  ersten  in
Angriff  zu  nehmenden  Teilstrecke  bis  Kilometer
100  keine  neunenswerten  Schwierigkeiten  bieten.
Die  durch  die  Steigungsverhältnisse  bedingten
Schwierigkeiten  für  die  Reststrecke  gestalten  sich
nach  den  vorgenommenen  Erkundungen  und  Untersuchungen
  nicht  ungünstiger  als  erwartet  und  in
dem  Anschlage  vorgesehen  war.

Die  Arbeiterverhältnisse  haben  sich  nicht  gerade
ungünstig  gestaltet.  Das  Gonvernement  hat  einen,
wenn  auch  nur  kleinen  Teil  der  Arbeiter  gestellt
und  läßt  der  Baufirma  seine  Unterstützung  bei  Anwerbung
  der  notwendigen  Arbeiter  zuteil  werden.
Es  haben  sich  übrigens  auch  aus  umliegenden
Dörfern  Einwohner  freiwillig  als  Arbeiter  gemeldet.


 

Zur  Feststellung  des  Umfangs  unserer  Landund
  Bergwerksgerechtsame  haben  wir  die  vorbereitenden
  Schritte  und  die  Verhandlungen  mit
der  Reichsbehörde  eingeleitet,  auch  bereits  eine
geeignete  Persönlichkeit  und  einen  Landmesser  nach
Kamernn  entsandt.

Eine  Gewinn=  und  Verlustrechnung  haben
wir  nicht  geführt,  weil  nach  dem  Vertrage  mit
der  Deutschen  Kolonial-Eisenbahn-Bau=  und  Betriebs-Gesellschaft
  diese  die  Tragung  der  sämtlichen
Verwaltungskosten  sowie  der  satzungsgemäß  zu
zahlenden  Bauzinsen  übernommen  hat  und  dagegen
  die  Zinsen  auf  die  Bankguthaben  für  sich
behält,  unserer  Gesellschaft  mithin  weder  Einnahmen
  zufließen  noch  Ausgaben  entstehen.

ie  nach  §  18  der  Satzung  den  Vorzugsanteilen
  Reihe  A  zu  zahlenden  Banzinsen  von
3  v.  H.  sowie  die  nach  derselben  Vorschrift  dem
Reiche  am  15.  Juni  1907  zu  ersetzenden  3  v.  H.
Zinsen  auf  die  Stammanteile  Reihe  B  wird  die
Deutsche  Kolonial-Eisenbahn-Bau=  und  Betriebs-Gesellschaft
  dem  Vertrage  gemäß  aus  eigenen
Mitteln  unmittelbar  den  Zahlstellen  zur  Verfügung
  stellen.  Die  Auszahlung  des  nach  Verhältnis
  der  Zeit  und  der  Höhe  der  geleisteten
Einzahlungen  sich  ergebenden  Betrags  der  3  v.  H.
Banzinsen  für  die  Vorzugsanteile  Reihe  A  wird
alsbald  nach  der  ordentlichen  Hauptversammlung,
die  Auszahlung  der  3  v.  H.  Zinsen  auf  die
Stammanteile  Reihe  B  satzungsgemäß  am  15.  Juni
1907  geschehen.

Kus  dem  „Kropenpflanzer“.

Das  soeben  erschienene  Oktoberheft  des
„Tropenpflanzer“,  des  Organs  des  Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitees,  bringt  an  erster  Stelle
einen  längeren  Aufsatz  über  den  Baumwollbau  in
den  russischen  mittelasiatischen  Besitzungen.  Nachdem
  der  Verfasser,  Agronom  V.  Walta,  einen
geschichtlichen  Rückblick  auf  die  Entwicklung  dieser
Kultur  in  genannten  Gebieten,  wo  sie  seit  uralten
  Zeiten,  besonders  in  der  turkestanischen
Niederung,  betrieben  wird,  gegeben  hat,  schildert
er  in  fesselnder  Weise  ihren  heutigen  Stand  und
ihre  Aussichten.  Der  Aufsatz  dürfte  dadurch  an
Interesse  gewinnen,  daß  ein  kürzlich  gegründetes
Baumwollkomitee  in  Rußland  dem  Baumwollban
besonders  in  Turkestan  seine  Aufmerksamkeit  zu
schenken  und  ihn  mit  geeigneten  Maßnahmen  zu
unterstützen  beabsichtigt.

In  einer  kleineren  Abhandlung  „Kultur  und
Verwendung  der  Chayote  (Sechium  edule)  weist
Franz  Otto  Koch  auf  den  Nutzen  dieser  Frucht
in  tropischen  und  subtropischen  Ländern  hin  und
beschreibt  mehrere  Arten  ihrer  Zubereitung.
        <pb n="1126" />
        W  1012  2

Dr.  Georg  Roeder  legt  in  einem  Arrikel
„Über  Seifenfabrikation  in  tropischen  Kolonien“
dar,  daß  die  in  vielen  tropischen  Früchten  enthaltenen

  Ole  zur  Seifenfabrikation  an  Ort  und
Stelle  zweckmäßig  verwendet  werden  können.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Neuer  Solltarli  in  Ueuseeland.

In  dem  dem  neuseeländischen  Parlament  vorgelegten
  Entwurf  eines  neuen  Zolltarifs  sind  Zuschlagzölle
  für  eine  größere  Anzahl  nichtbritischer
Waren  vorgesehen,  von  denen  für  die  Einfuhr
aus  dem  Deutschen  Reiche  hauptsächlich  folgende
in  Betracht  kommen:

Jolsäte  für
Gegenstand  Erustene
LStrl.  sh.  Pre.
Tabelle  C.
100  v.  H.  Suschlag  vom  16.  Juli  1007  ab.
Zement,  Portland=  und  anderer  Bauzement.
  .  .  .  UBarrel  —

Tabelle  D.  —  I.  Teil.
50  v.  h.  Juschlag  vom  16.  Juli  1007  ab.
Korb=  und  Flechtwaren,  nicht  anderweit
  vorgesehen,  mit  Ausnahme
von  Möbeln  .  .  v.  Wert  20  v.  H.
Stiefel,  Schuhe,  Sandalen  und  Holzschuhe
  mit  Oberleder,  nicht  anderweit
  vorgesehen,  nämlich:
für  Männer  über  Größe  Nr.  5  Paar  —  1  6
und  15  v.  H.
des  Verts
für  Jünglinge  über  Größe  Nr.1.  —
und  n  v.  5.
des  Werts
für  Knaben  Nr.  1  bis  7  einschl.  —  —  6
und  15  v.  H.
des  Werts

i°
1
l

für  Frauen  über  Größe  Nr.  1  —  1  —
und  15  v.  H.
des  Werts
für  Mädchen  Nr.  1  bis  7  einschl.  —  6

und  15  v.  H.
des  Werts
Stiefel,  Schuhe  sowie  Sandalen  und
Holzschuhe,  nicht  anderweit  vorgesehen
  Paar  —  1  —
und  15  v.  H.
des  Werts
Porzellan=  und  Pariamwaren  v.  Wert  20  v.  H.
Wanduhren,  Zeitregistrierapparate  und

Kontrolluhren  v.  Wert  20  v.  H.
Tauwerk  und  Bindfaden,  nicht  anderweit
  vorgesehen  .  .  .  v.  Wert  20  v.  H.

Irdene  Waren,  Steinzeng  und  vraume
Töpferwaren  .  v.  Wert  20  v.  H.

 

Gegenstand
I.s
Galanterie=  und  Spielwaren;  ferner
Requisiten  für  Sport,  Jagd  und
körperliche  Ubungen,  einschl.  der
Billards  nebst  Zubehör;  Haarund

  Toilettenkämme  v.  Wert
Feuerwaffen  aller  Art  .  .  v.  Wert

Möbel  und  Kunsttischlerarbeiten,  nicht
anderweit  vorgesehen  und  mit  Ausnahme
  derjenigen  aus  Eisen  oder

anderem  Metalll  .  v.  Wert
Glaswaren;  Zylinder  und  Glocken
für  Lampen  .  .  .  v.  Wert
Metallkurzwaren,  Kleineisenwaren  und
Küchengeschirr  "v.  Wert
Hopsen  .  Pfund

Eiserne  und  andere  Nägel,  nicht  anderweit
  vorgesehen,  einschl.  der  langen
Nägel  (dog-spikes)  Zentner

Musikinstrumente.  .  .  .  v.  Wert

Tabelle  D.  —  II.  Teil.
50  v.  H.  suschlag  vom  1.  Kpril  1008  ab.
Besen,  Bürsten  und  Bürstenwaren
v.  Wert

Elektrische  Batterien  und  Elemente;
Ausrüstung,  Zubehör,  Instrumente
und  Apparate,  nicht  anderweit  vorgesehen,
  für  die  Erzeugung,  Ubertragung,
  Anwendung  oder  Nutzbarmachung
  von  Elektrizität  oder
elektrischer  Kraft  jeder  Art  v.  Wert

Zanberlaternen,  Bioskope,  Kinematographen,
  Kinetoskope,  Phonographen,
  Grammophone,  Graphophone
und  ähnliche  Instrumente,  einschl.
des  besonderen  Zubehörs  dazu;
ferner  Drummondsches  Kalklicht,
einschl.  des  besonderen  Zubehörs
dazu  .  v.  Wert

Ganz  oder  teilweise  vbeorbeitene  Gegenstände
  aus  Metall  oder  dergl.
Gegenstände  in  Verbindung  mit
irgend  einem  anderen  Stoffe,  nicht
anderweit  vorgeschen.  v.  Wert

Zündhölzer:

Hölzerne,  in  Schachteln  von  nicht
mehr  als  60  Zündhölzern
Gros  Schachteln

Solllche  für
ritische

ghn  aet
I.  Sh.

20  v.  H.
20  v.  H.

?2
20  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.
        <pb n="1127" />
        Gegenstard

W  1013  0

Nollsätzc  für
ritische

Erseupniste

strl.  sh.  Pre.

In  Schachteln  von  über  60  und

nicht  über
In  Schachteln  von  über  100
Zündhölzern,  für  jedes  100  oder
einen  Teil  davon  in  einer
Schachtel  enthaltener  Zündhölzer
Gros  Schachteln
Wachs-Zündkerzchenplaic  vestas,
in  Pappschachteln  von  weniger  als
100  Kerzchen  Gros  Schachteln
„Taschen-vestas  in  Blech=  oder
anderen  Schachteln  von  wenigerals
100  Zündhölzern  Gros  Schachteln
Sportsman's,  -Ovals  und
Jo.  4  tin  vestas“,  in  Schachteln
von  nichtmehr'als  200  Zündhölzern
Gros  Schachteln
Wachs-Zündkerzchen  anderer  Art,  für
jedes  100  oder  einen  Teil  davon
in  einer  Schachtel  enthaltener
Zündhölzer  G-ros  Schachteln
Zündhölzer  aus  jedem  anderen
Stoffe  als  Holz  oder  Wachs.

100  Zündhölzern

Gros  Schachteln

Bilder=  oder  Photographie-  Rahmen
oder  -Einfassungen  v.  Wert
Statuen,  Statuetten,  Abgüsse  und
Bronzen  v.  Wert

Tabakspfeifen  und  Tabakskästen,  Zigarren=
  und  Zigarettenspitzen  nebst
Etuis,  Zigarettenschachteln  und
Zigarettenpapier  v.  Wert

Medizinische  Zubereitungen,  Drogen
sowie  Drogenhandlungs=  und  Apothekerwaren,
  nicht  anderweit  vorgesehen;
  ferner  Drogen,  Chemikalien
und  andere  Artikel,  nicht  anderweit
vorgesehen,  für  Hersteller  von  kohlensaurem
  Wasser  und  Likören  sowie

für  Brauier  v.  Wert
Medizinische  Zubereitungen  (außer  den
Medizinalweinen  oder  den  mit
Nährstoffen  versetzten  Weinen),

50  v.  H.  oder  weniger  Alkohol  von
Normalstärke  enthaltend  v.  Wert
Saccharin  in  Form  von  Talletten,
Pillen,  Körnchen  oder  Oblaten,  je
nicht  mehr  als  ½  Gran  Saccharin
in  Verbindung  mit  wenigstens
10  v.  H.  Alkali  enthaltend  v.  Wert
Chirurgische,  physikalische,  zahnärztliche

und  optische  Instrumente  und
Apparate,  nicht  anderweit  vorgesehen
  v.  Wert

—  2  —
—  2
—  1
—  1  4
—  1  6
—  2  3
.  Bell  emsprechend

n  für  hölzerne
wböt  er  jahl-20

  v.  d.

20  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.

 

Gegenstand
Irdene  Fußboden=  und  Garten-Ziegel
v.

Lert
Filter  .  v.  Wert
Spiegelglas,  gefeldert  oder  belegt;

Spiegel  in  Rahmen  oder  uneingerahmt.
  v.  Wert
Verzierungen  und  Füllungen  im
Stück,  aus  Holz  jeder  Art,  Gipsmasse,
  Metall  oder  anderem  Stoffe,
für  Bilderrahmen,  Gesimse,  Wände
oder  Decken  .
Photographische  Gegenstände,
anderweit  vorgesehen.  .  v.  W
Ol,  parfümiert;  ferner  Toilettezubereitungen
  und  Parfümerien,  nicht
anderweit  vorgesehen.  v.  Wert
Schreibmaterialien,  verarbeitet,  nämlich
  Rechnungsbücher,  Mannskriptbücher,
  Noti-  und  Brief-Blöcke
und  „Bücher,  Rechnungsformulare,
Fakturen=  und  Kostenanschlags-Formulare
  jbedrucktes  oder  liniiertes
Papier,  Kontrollbücher,  Check=  und
Wechselformulare,  Gepäckfahnen,
Etiketten,  Löschpapierblöcke,  Skizzenbücher,
  Buchumschläge,  Kopierbücher,
  Hektographen,  Albums
(außer  Photographiealbums),  Tagebücher,
  Geburtstagsmerkbücher,  einfache
  oder  schwachliniierte  Bücher,
gedruckte  Fensterplakate,  bedruckte,
phierte  oder  bossierte  Schreib
materialien;  Weihnachts,  Neujahrs-,
  Geburtstags-,  Oster=  und
andere  Karten  u.  Büchelchen  v.  Wert
Hebewinden,  Krane,  Ankerwinden
und  Haspeln  v.  Wert
Maschinen,  nicht  anderweit  vorgesehen
ert
Seife,  feine  r.  Wert
Tabelle  D.  —  III.  Teil.
20  v.  H.  Suschlag  vom  1.  Kpril  1908  ab.
Zuckerwerk,  Siedezucker,
überzuckerte  oder  krystallisierte
Früchte  und  Schokoladenkonfekt,

 

nicht  anderweit  vorgesehen  Pfund  —
Pfund  —

Glykose  und  Karamel.
Kakao  und  Schokolade,  einschl.  der
Kakaobohnen,  geröstet  und  gemahlen;
  ferner  Kakao  und  Schokolade,
  mit  Milch  oder  irgend  einem
anderen  Nährstoff  vermischt
Essigsäure,  nicht  mehr  als  30  v.  H.
Säure  enthaltend.

Pfund  —

Pfund  —

t

—.
Lstrl.  sh.  Pce.

20  v.  H.
20  v.  H.

25  v.  H.

20  v.  H.

20  v.  H.

25  v.  H.

25  v.  H.
20  v.  H.

20  v.  H.
25  v.  H.

Lackritzen,  L.  strl.  sh.  Pce.

—  3
—  1

1½
        <pb n="1128" />
        Gegenstand

Desgl.,  mehr  als  30  v.  H.  Säure
enthaltend,  für  je  10  v.  H.  Säure
oder  einen  Teil  davon  Pfund

Billets,  Zirkulare,  Programme,  Theaterzettel,
  gedruckte  Plakate,  Geschäftskataloge,
  Preislisten  und  Modebilder;
gedruckte  Reklamegegenstände,  nicht

anderweit  vorgesehen.  Pfund
Farben,  zum  Gebrauch  fertig  gemischt
  Zentner

Firnis,  einschl.  des  lithographischen,
Goldgrund,  flüssige  Goldfarbe  und
andere  Metallfarben;  auch  flüssige
Mittel  zur  Nermischung  mit  Metallfarben

  Gallon
Waschblau.  ...  Pfund
Gelatine,  Hausenblase,  Leim  und
Kleister  ...  Pfund

Tabelle  E.  —  I.  Teil.
uschlag  20  v.  h.  des  Werts  vom
husch  x  rus  1007  ab.

Zubehör  zu  Zwei=  und  Dreirädern,
nämlich:  Kautschukreifen,  Luftreifen,
Laufmäntel  undinnere  Luftschläuche,
Lenkgriffe,  Pedalgummij  ferner  die
folgenden  Gegenstände,  wenn  sie
nicht  plattiert,  lackiert,  angestrichen
oder  gefirnißt  sind,  nämlich:
Schmiedestücke  (mit  dem  Fallhammer
  geschmiedet),  Stanzarbeiten,
Stahlkugeln,  nahtlose  Stahlröhren
mit  oder  ohne  Schlußstücke,  hölzerne
und  metallene  Radkränze  (nicht  gebohrt),
  Radgabeln,  Hemmungen
(stays),  Lenkstangen  und  Sitzträger,
nicht  zusammengesetzt  (unbuilt),
Stützhülsen,  Gabel=  und  Stützenenden,
  Gabelspitzen,  Brücken,  Kronen
und  Flanschen  (lugs)

Gas-Maschinen  und  -Hämmer  sowie
Olmaschinen  .

Eisen  in  Blechen,  Platten,  Reifen,
Stäben,  Bolzen,  Stangen,  Winkel-,
T-„  Rinneneisen,  schlicht  schwarz;
glatte  gewalzte  eiserne  Träger;  gewalzte
  karrierte  Platten;  Wellentransmission,

  einfach  gewalzt  oder
einfach  gedreht,  aber  sonst  nicht
bearbeitet  .  .

Tauwerk  aus  Eisen  und  Stahl  .

Material  zur  Herstellung  von  Wagen
und  Motorwagen,  nämlich:  Kautschuk-Radreifen,
  pneumatische  Radreifen,
  Laufmäntel  und  innere
Luftschläuche

W  1014  20

Zollsätze  für
britische

S#

½%
—

frei

frei

frei
frei

frei

Erzeugnisse
Lstrl.  Pce.

½

1½

 

Gegenstand

Motorwagen  und  Räder  dazu

Druckpapier  .

Schienen  für  Eisen=  und  Straßenbahnen,
  einschl.  layouts,  Veichen
und  Kreuzungen  dazu  .

Tabelle  E.  —  III.  Teil.
Zuschlag  10  v.  h.  des  Werts  vom
1.  April  1908  ab.

Flaschen,  leer,  aus  einfachem  Glase,
nicht  geschnitten  oder  geschliffen;
ferner  Krüge  aus  einfachem  Glase
odereinfachem  Irdenzeug,  mit  einem
Durchmesser  bis  zu  3  Zoll  an  der
Mündung  .....

Künstlermaterialien  wie:  Leinwand
im  Stück  oder  auf  Spannrahmen,
Ol=  oder  Zeichenpapier  in  Blättern
oder  Blöcken,  Farben,  Pinsel,
Paletten  und  Palettenmesser

Lichtempfindliche  Platten  für  photographische
  Zwecke  und  Albumin-=papier,
  einfach,  keine  Postkarten
oder  andere  Schreibwaren  darstellend


Butterpapier  (bekannt  als  pflanzliches
Pergamentpapier)  und  V  Wachepapier
unbedruckt

Druckerschwärze  von  einem  Netto-Fakturenwerte
  von  nicht  mehr  als
4  Pce.  für  das  Pfund

Maschinen  nämlich:  Meiereimaschinen
(einschl.  Rahmscheidemaschinen),
Bergwerksmaschinen,  Maschinen  für
Zwecke  der  Goldgewinnung

Draht  aller  Art,  einfach,  Nr.  5  und
darüber  nach  britischem  Normalmaß;
  Tauwerk  aus  Metall,  nicht
anderweit  vorgesehen,  außer  von
Gold  oder  Silber;  ferner  Stachelzaundraht
  und  Zaunpfosten

Draht  zu  Mekallgeweben  und  Drahtgaze;
  ferner  Drahtnetzwerk  und
Draht-  Gehege  oder  Zaunwert  im
Stück

Metallkapseln.

Durchlochtes  oder  luckiges  Zint—  oder
Eisenblecch

Druck-Maschinen  oder-  „ressen,  Vossier-,
Bronzier-,  Schrift-Gieß=  und  Schrift-Setzmaschinen,
  Maschinen  zur  Herstellung
  von  Pappschachteln,  und
Werkzeuge  dafür  .  .  "v.  Wert

Typen  und  Druckmaterialien,  nicht
anderweit  vorgesehen,  nur  zum
Gebrauch  für  Drucker  geeignet

Soliäge,  für
rien
Pce

frei
frei

frei

frei

frei

frei
frei

frei

frei

frei
frei
frei

frei

5  v.  H.

frei
        <pb n="1129" />
        W  1015  20

Zollsäe  für
Gegenstand  kr  2
n
Näh-,  Strick-  und  Fältel.  (kilting-)
maschinen  .  frei
Maschinen-  ereibriemen,  außer  den
ledernen,  und  nicht  in  Tauen  oder
Seilen  bestehend.  frei
Maschinen,  wie  solche  zum  Mahlen
von  Mehl,  zum  Gefrieren,  Baggern,
für  Wollfabriken,  Papierfabriken,
zur  Tau=  und  Bindfadenfabrikation,
zum  Reinigen  und  Bohren  von
Ol,  zum  Konservieren  von  Fleisch
und  zum  Spalten  von  Leder
v.  Wert  5  v.  H.

Ausfuhrverbot  der  Kopholonie  für  Strauße
und  Straußeneier.)

Die  Cape  of  Gocd  Hope  Government  Ga-2ette
  vom  20.  August  d.  Is.  enthält  als  Nr.  10
von  diesem  Jahre  ein  Gesetz,  nach  welchem  die
Ausfuhr  von  Straußen  und  Straußeneiern  aus
der  Kapkolonie  verboten  wird.  Als  Strafe  für
den  Ubertretungsfall  ist  Gefängnis  oder  Zuchthaus
von  ein  bis  zwei  Jahren  vorgesehen.

Die  Ausfuhr  ist  gestattet  nach  solchen  Nachbarkolonien
  und  Staaten,  welche  ein  gleiches  Ausfuhr-=verbot
  mit  denselben  Strafbestimmungen  erlassen.

Dies  ist  seitens  des  Transvaal  bereits  unter
dem  10.  August  geschehen.

Die  Hakaoprodukhtion  auf  den  Inseln  S.  Thomé  und
Drincipe  und  der  Lissaboner  Kakaomarkt.

Statistische  und  amtliche  Angaben  über  die
Kakaoproduktion  auf  den  Inseln  S.  Thomé  und
Principe  fehlen  vollständig.  Nach  Angabe  der
Pflanzer  hat  sich  die  diesjährige  Ernte  etwas  verspätet,
  so  daß  die  gewöhnlich  schon  im  Juli  beginnenden
  größeren  Zufuhren  erst  vom  September
an  in  Lissabon  ankommen  dürften.  Trotzdem
erwartet  man  eine  gute  Durchschnittsernte,  die
an  Quantität  nicht  geringer  sein  soll,  als  die
vorjährige.

Da  die  amtliche  Handelsstatistik  für  die  Jahre
1906  und  1907  noch  nicht  veröffentlicht  ist,  so
ist  auf  Grund  von  Notizen  die  nachfolgende
Statistik  zusammengestellt  worden,  die  auf  Genauigkeit
  keinen  Anspruch  machen  kann,  aber  doch
ein  ungefähres  Bild  der  Handelsbewegung  des
Lissaboner  Kakaodepots  gibt.

*)  Vgl.  Kolonialblatt  Nr.  18  1907,  S.  905.

 

1906
Voräz  .  ..
an#  ot  Zufuhr  Verschifft  Preis
Monats  Sack  Tack  Reis
Januar.  75307  61  116  34803
Februnr  101  620  29  168  39295  3000315
März  91  493  11  188  34  825
April  67  856  5  175  31122  3300
Mai  41  909  14356  20  092  1.  4
Juni  27  173  15010  19  391  3300/3100
Juli  ¾  52  822  40  506  21  388
August  71940  20996  35  132  3500  4000
September  57  804  25  032  10  782  1
Oktober  42  05.7  37926  24052  4200
November.  55  928  54  395  33  008  4500
Dezember  77315  66598  53  303  4800,  5000
411  106  396  193
1907
Vorräte  -...-  ..—
am  v  r.  Zufuhr  Verschifft  Preis
Monats  Sack  Sack  Reis
Januar  90  610  62  627  35319
Februar  117918  37221  35  025  5100
März  120  114  1750  14541
April  123023  6588  24  113  1
Mai  105  408  6241  60112  5100/5300
Juni  42  300  28  811  39209  5100
Juli  31  902  42  766  52  031  5450/5500
August.  22  637  23  941  *)r  421  s
September  9  160  —

Die  Preise  verstehen  sich  pro  Arroba  von
15  kg  für  feine  Qualität.

Die  Preise  sind  seit  Anfang  1906  in  stetem
Steigen  begriffen.

Zu  jener  Zeit  waren  sie  auf  38000  Reis  für
15  kg  gesunken,  welcher  Preis  nach  Aussage  der
Pflanzer  die  Produktionskosten  nicht  mehr  deckte.
Die  Pflanzer,  die  infolge  ihrer  Uneinigkeit  bisher
stets  von  den  Händlern  abhängig  waren,  die
natürlich  immer  versuchten,  die  Preise  herabzudrücken,
  sahen  schließlich  ein,  daß  sie  sich  von
dieser  Abhängigkeit  befreien  müßten,  wenn  sie
überhaupt  noch  einen  Gewinn  aus  ihren  Pflanzungen
  erzielen  wollten.  Sie  bildeten  darauf
einen  Ring,  und  es  gelang  ihnen  bald,  durch
Zurückhalten  ihrer  Vorräte  ein  allmähliches  Steigen
der  Preise  herbeizuführen.  Ende  1906  stand  der
Preis  auf  58000  Reis,  womit  die  Pflanzer  auch
zufrieden  waren.  Wider  Erwarten  und  trotz  des
Widerstandes  der  Fabrikanten  blieb  aber  die  Preisbewegung
  im  Steigen,  wohl  infolge  der  allgemeinen
Lage  des  Weltmarktes.  Augenblicklich  werden
für  Kakao  78000  Reis  pro  15  kg,  also  volle
133  v.  H.  mehr  als  im  Jannar  1906  bezahlt,
und  trotz  dieses  hohen  Preises  läßt  die  Nachfrage
nach  S.  Thomé-Kakao  nicht  nach.  Es  muß  daher
angenommen  werden,  daß  die  Produktion  für  den
Konsum  nicht  ausreicht.  Ein  weiteres  Steigen  ist
deshalb  nach  Ansicht  der  Händler  in  Lissabon
nicht  ausgeschlossen.

(Bericht  des  Lais.  Konsulats  in  Lissabon  vom
5.  September  d.  Is.)
        <pb n="1130" />
        W  1016  20

Kahaoausfuhr  aus  dem  Rmazonasgebiet  1906;
Ernteaussichten.

Im  Laufe  des  Jahres  1906  gelangten  aus
dem  Amazonasgebiet  die  folgenden  Mengen  Kakao
zur  Verladung:  von  Parä  1763  t,  von  Mandos
46  t,  von  Itacoatiära  343  t,  zusammen  2152  t
gegen  4265  t  im  Jahre  1905.  Es  ergibt  sich
somit  für  das  Jahr  1906  ein  Ausfall  von  2113  t,
der  seinen  Grund  in  den  andauernden  Regenfällen
  zur  Zeit  der  Blüte  der  Kakaobäume  hat.

In  den  letzten  10  Jahren  wurden  aus  dem
Amazonasgebiete  die  folgenden  Mengen  exportiert:

t

t
Im  Jahre  1396  3  328  im  Jahre  1902  4  441
-  -  897  3765  —  -15903512
-  -  “.  2  663  .  1904  5  197
-  -  1899  5  6563  1905  4  265
-  .  1900  3085  =  1906  2  152
-  -135901  2867

An  der  Gesamtausfuhr  während  des  Jahres
1906  ist  Amerika  mit  859  t  und  Europa  mit
1293  t  beteiligt.  Der  nach  Europa  verschiffte
Parä-Kakao  findet  nach  wie  vor  in  Frankreich
sein  Hauptabsatzgebiet.  Die  Aussichten  für  die
neue  Ernte  scheinen  keine  ungünstigen  zu  sein.
Man  erwartet  allgemein  größere  Zufuhren  und
schätzt  diese  auf  etwa  3500  t.

(Bericht  de

AGHisers  voninsotain,
sulats  in  P

20.  Aug.  1907.)

Rakaomarkt  in  Guavaquil  (Ecuador)  im  II.  Viertel
7.

Die  Zufuhren  von  Kakao  nach  Guayaquil
waren  in  der  ersten  Hälfte  des  Monats  April
1907  im  Vergleiche  mit  den  Zufuhren  in  den
ersten  Monaten  dieses  Jahres  recht  bedeutend,
besonders  in  Arriba-Kakao,  und  übertrafen  auch
die  Eingänge  in  der  gleichen  Zeit  des  Vorjahres
um  etwa  10  v.  H.  Trotz  dieses  guten  Resultats
blieb  der  Markt  fest,  und  die  Preise  zogen  noch
mehr  an  infolge  lebhafter  Nachfrage  von  Europa
und  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Man
bezahlte  für  Arriba  33  bis  34  Sunceres  und  für
die  übrigen  Sorten  entsprechend.

Die  Zufuhren  betrugen  in  der  ersten  Hälfte
des  April:

1907  1906
Arribs  2  419  962  lbs  gegen  1  875  610  lbs
Balao  und
Narañal  78761  -  -  305  414  -
Machala  19  832  -  95  234  —- 



Summe  2  517  555  lbs  gegen  2  276  258  lbs
Die  Zufuhren  in  der  zweiten  Hälfte  des  April
waren  recht  gut,  um  20  v.  H.  höher  als  im  Vorjahr,
  und  die  hohen  Preise  hielten  sich,  obgleich
nur  wenige  Aufträge  von  Europa  und  den  Ver- 



einigten  Staaten  einliefen,  ja  es  wurde  sogar
teilweise  noch  0,50  bis  1  Sucre  mehr  bezahlt.
Die  Zufuhren  in  der  zweiten  Hälfte  des
April  stellten  sich  wie  folgt:
907

1906
Arriba  .  3  885  810  lbs  gegen  3  132  951  lbs
Balao  und
Naraüal  307767  OD  429  951.
Machala  110  857  =  73  413

 

Summe  4  334  434  lbs  gegen  3  636  315  lbs

Auch  in  der  ersten  Hälfte  Mai  waren  die
Zufuhren  gut  und  die  Preise  stiegen  weiter;  man
bezahlte  35,50  Suecres  für  Arriba.

Die  Zufuhren  in  der  ersten  Hälfte  des  Mai
betrugen:

1907  1906
Arrib  3  087  141  lbs  gegen  2  924  769  lbs
Balao  und
Narañal  365  336  468  543
Machala  160  436  150  993

 

Summe  3  612  913  lbs  gegen  3  544  305  lbs

In  der  zweiten  Hälfte  des  Mai  waren  die
Zufuhren  zunächst  noch  gut,  fielen  dann  aber  bedeutend
  ab,  die  Preise  flauten  zuerst  ab,  zogen
dann  aber  wieder  stark  an  und  man  bezahlte  bis
37  und  37,50  Sucres  für  guten  Arriba.

Die  Zufuhren  stellten  sich  in  der  zweiten
Hälfte  des  Mai  wie  folgt:

907  1906
Arriba  2  192  198  lbs  gegen  2  362  091  lbs
Balao  und
Naraüal  415  534  -  560  545
Machala  238  911  143  859.

Summe  2  846  643  lbs  gegen  3  066  495  lbs.

In  der  ersten  Hälfte  des  Juni  waren  die
Zufuhren  wieder  etwas  besser,  der  Markt  blieb
aber  fest.  Bezahlt  wurden  bis  zu  38  Sneres  für
guten  Arriba.

Die  Zufuhren  stellten  sich  in  der  erston
Hälfte  des  Juni  wie  folgt:
1907  1906

Arrib  1  437  721  lbs  gegen  1  273  199  lbs
Balao  und
Narañal  409  790  -  371221
Machala  339  713  117987

Summe  2  187  224  lbs  gegen  1  762  407  lbs

Die  Zufuhren  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jnni
waren  sehr  klein.  Die  Preise  fielen  aber  infolge
der  geringen  Qualität  des  Kakaos  auf  36  Sueres
für  Arriba,  und  es  schien,  daß  dieser  Preisfall
noch  andauern  würde,  denn  die  Nachrichten  aus
den  Kakaodistrikten  waren  in  dieser  Hinsicht  weiter
ungünstig  infolge  des  schlechten  Wetters.

In  der  zweiten  Hälfte  des  Juni  kamen
auf  den  Markt:
        <pb n="1131" />
        W  1017  20

1907  1906
Arriba  794  700  lbs  gegen  1  031  284  lbs
Balao  und
Naraüal  289  800  =  -  536  229.
Machala  169  300  =  164  691

Summe  1  253  800  lbs  gegen  1  732  204  lbs

Das  Gesamtergebnis  des  zweiten  Vierteljahrs
hat  den  schlechten  Ausfall  des  ersten  zum  Teil
wieder  gut  gemacht,  denn  während  im  ersten
Vierteljahr  die  Zufuhren  um  40  v.  H.  geringer
waren  als  die  im  gleichen  Zeitraume  des  Vorjahrs,
  ist  nach  Ablauf  des  zweiten  Vierteljahrs
die  Gesamtzufuhr  nur  noch  um  14  v.  H.  geringer
als  die  des  Vorjahrs  sie  stellt  sich  auf  23449  3161bs
gegen  27  255  292  lbs  im  Jahre  1906.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Guanaquil.)

Kaoffeenusfuhr  Maracalbos  1906.

Das  Jahr  1906  ist  für  den  Handel  Maracaibos
  ungünstig  gewesen.  Vor  allen  Dingen  war
es  der  niedrige  Stand  des  Hauptausfuhrartikels,
Kaffee,  an  den  Weltmärkten,  der  einen  ganz  besonders
  ungünstigen  Einfluß  auf  die  Geschäfte
ausübte.  Zudem  hat  die  Güte  des  über  Maracaibo
  zur  Ausfuhr  gelangenden  Kaffees  ganz  entschieden
  nachgelassen,  so  daß  die  früheren  hohen
Prämien  über  Brasil-Kaffees  kaum  noch  gemacht
werden  können.

 

Es  wurden  im  Jahre  1906  aus  Maracaibo
417220  Sack  im  Gewichte  von  25  033  108  kg
und  im  Werte  von  rund  22  000  000  Bolivares
ausgeführt,  während  der  Wert  der  gesamten  Ausfuhr
  aus  Maracaibo,  alle  anderen  Produkte  eingeschlossen,
  überhaupt  nur  etwa  25  000  000  Bolivares
  betrug.  Deutsche  Firmen  waren  an  der
Kaffecausfuhr  mit  etwa  80  v.  H.  beteiligt.

Es  hat  immer  noch  nicht  gelingen  wollen,  den
im  Hinterlande  von  Maracaibo  geernteten  Kaffee
in  Europa  im  großen  einzuführen,  und  so  geht
die  Hauptmenge  nach  wie  vor  nach  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika.

Die  Abschlüsse  mit  New  Vork  werden  jetzt
meistens  durch  das  Kabel  vermittelt,  weshalb  es
für  die  Kaufleute  in  Maracaibo  ein  schwerer
Schlag  war,  als  die  französische  Kabelgesellschaft
(Cie.  Francaise  des  Cables  télégraphiques,  Paris)
infolge  von  Differenzen  mit  der  Regierung  des
Landes  im  Januar  1906  gezwungen  wurde,  ihre
sämtlichen  Stationen  in  Venezuela  zu  schließen.
Eine  Einigung  ist  noch  nicht  erzielt  worden,  und
so  ist  der  Handel  gezwungen,  sich  der  telegraphischen
  Landlinien  durch  Venezuela  und  Kolumbien
und  des  Kabels  ab  San  Buenaventura  zu  bedienen,
  was  umständlich,  langwierig,  kostspielig
und  unsicher  ist.  Der  Handel  Maracaibos  würde
den  Wiederanschluß  an  ein  direktes  Kabel,  an  den
man  sich  gewöhnt  hatte,  mit  Genugtuung  begrüßen.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Maracaibo.)

ölsaatausfuhr  aus  Britisch-IUndien  1906.
Die  Olsaatausfuhr  aus  Britisch-Indien  gestaltete  sich  im  Kalenderjahre  1906,  verglichen

mit  dem  Vorjahre,  in  folgender  Weise:

Olsaaten  und  1905  1906  1905  1906
Bestimmungsländer  Menge  in  ewts.  Wert  in  S
Rizinus  .  .  1  339  169  1  478  796  505  369  718  051

Davon  nach:
Großbritannien  434  955  674998  167  376  330  1914
Belgien  239  377  165  061  88  868  79  658
Frankreich  280  441  260  306  105  104  123  773
Deutschland  171  656  199  614  63  911  95  818
Italien  199  870  166  135  75  376  82  698
Baumwollsaat  3271500  3  832  577  530  918  741  637
Davon  nach:
Großbritannien  2  810  340  3  499  341  451  4341  685  588
Erdnüsse.  .  1  710  157  1  6438  556  695  671  745  108
Davon  nach:
Frankreich  1  560  331  1  391  116  632  976  624  767
Deutschland  11  010  966  4143  420
Leinsaat  6  163  902  4432  827  2  768  417  2228  011
Davon  nach:
Großbritannien  1  736  149  1596  315  777  179  787  934
Osterreich=  Ungarn  96  339  185  948  40  791  94  902
Belgien  479  103  296  792  219  968  151  769
        <pb n="1132" />
        W  1018  2

Olsaaten  und  1905  1906  1905  1906
Bestimmungsländer  Menge  in  ewts  Wert  in  ##
Frankreich.  .  1  158  138  1  011  727  517  360  513  882
Deutschland  1  354  641  664  498  605  979  326  751
Holland  744  488  122  003  335  001  7229
Italien.  456  219  486  172  206  098  250  796

Mohn  901  370  863  763  128  961  472  744
Davon  nach:
Belgien  447724  336  769  209  893  182  980
Frankreich.  367  761  427  484  177  765  235  010
Dentschland  ..  84  138  98  132  40  359  53  896
Razz  2246  357  3  188  531  860  686  1  392  704
Davon  nach:
Großbritannien  531  373  672  007  191  447  255  085
Belgien  593  686  1  067  440  229  441  476  654
Frankreich  236  514  878  823  95  341  393  717
Deutschland  762  499  188  699  293  722  225  282
Holland  5  467  19  265  1  937  10  091
Italien  88  849  47223  37948  23  603
Sesam  ...  1  964  029  1  686  837  1  013  041  1  033  542
Davon  nach:
OÖsterreich-Ungarn  169  524  52  926  89  725  33528
Belgien  541  998  582  739  281  299  355  385
Frankreich.  781  722  658  828  391  618  405  355
Deutschland  153  118  200  169  82  283  120  024
Italien  194  947  64  868  100  238  39  757
Agypten  33260  73  736  18  363  46  509

(#dccounts  relating  to  the  Sea-borne  Trade  and  Nuarvigation  of  Brirish  India.)

Jutehandel  in  Britisch-Indien.

Die  Nachfrage  nach  Inte  blieb  in  den  ersten
vier  Monaten  gut.  Die  Preise  konnten  sich  somit
auf  dem  hohen  Standpunkt  von  60  bis  62  Rs.
pro  Ballen  für  Qualität  halten.  Das
Wetter  war  der  neuen  Ernte  von  Anfang  an
günstig,  und  mit  den  einlaufenden  guten  Berichten
begann  ein  Rückgang  der  Preise,  der  mit  der
Veröffentlichung  der  Regierungsberichte,  wonach
eine  Zunahme  von  9½  v.  H.  im  bebauten  Areal
stattgefunden  hatte,  mehr  als  15  Rs.  pro  Ballen
betrug.  Der  Konsum  hält  auch  bis  jetzt  mit
Käufen  zurück,  und  es  wird  voraussichtlich,  da
die  Ernte  allen  Anforderungen  entspricht,  ein

weiterer  Fall  der  Preise  eintreten,  so  daß  wieder

normale  Verhältnisse  geschaffen  werden.

Die  Ernte  des  Vorjahres  stimmt  mit  den
Regierungsschätzungen  überein.

Die  Verschiffungen  beliefen  sich  vom  1.  Juli
1906  bis  30.  Juni  1907  auf  4  534  500  Ballen
gegen  4  102  700  Ballen  im  Vorjahre.  Davon
gingen  nach  Deutschland  999  000  Ballen  bis
30.  Juni  1907  gegen  788  000  Ballen  bis
30.  Juni  1906.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Calcutta

vom  17.  August  d.  Js.)

 

Aussichten  der  diessährigen  indischen  Juteernte.

Die  Aussichten  auf  einen  vorzüglichen  Ertrag
der  diesjährigen  Juteernte,  welche  vor  einem
Monat  allgemein  bestanden,  scheinen  allmählich  —
wenigstens  was  die  Qnalität  betrifft  —  zu  verschwinden.


In  maßgebenden  Kreisen  verlautet,  daß  die
Ernte  infolge  mangelhaften  Regens  in  Nordbengalen
  und  infolge  niedrigen  Wasserstandes  der
Flüsse  Ostbengalens  bereits  stark  gelitten  hat  und
noch  weiter  leiden  wird,  da  allgemein  zu  wenig
Wasser  zum  Einweichen  der  Pflanze  vorhanden
sein  so

e  Pflanzen  sollen  ferner  in  bezug  auf  Wachskum
  hinter  dem  Durchschnitt  vergangener  Jahre
weit  zurückstehen,  d.  h.  kurz  und  dünn  im  Stamme
sein.  Die  Qualität  der  bisher  an  den  Markt
gebrachten  Jute  bestätigt  dies  vollkommen.  Aber
wenn  selbst  jetzt  noch  die  Witterung  günstiger
werden  würde,  berichtet  man,  daß  es  zu  spät  sei,
den  bereits  angerichteten  Schaden  wieder  gut  zu
machen;  denn  Wasser  nütze  jetzt  nichts  mehr,  da
das  Wachstum  der  Pflanze  vorüber  sei.

Zudem  kommt  noch  die  Nachricht  von  einem
Streik  der  Jutearbeiter  in  Serajgunge,  einem
wichtigen  Jutedistrikt  in  Ostbengalen,  wegen  er-
        <pb n="1133" />
        V  1019  2

höhter  Lohnforderung,  welche  sich  auf  die  allgemein
  erhöhten  Preise  für  Nahrungsmittel  stützt.
Diese  Bewegung  dürfte  jedoch  von  nicht  zu  großer
Bedentung  angesichts  der  Preisverhältnisse  der
Inte  sein.  Denn  wie  kürzlich  mitgeteilt  wurde,
soll  der  Kostenpreis  eines  Maunds  (82  ll8  engl.)

marktfähiger,  guter,  trockener  Inte  sich  auf
3,8  Rs.  stellen.  Dieser  Zahl  steht  der  Preis

von  10  Rs.  gegenüber,  welcher  im  vergangenen
Jahre  durchschnittlich  für  das  Maund  (zuzüglich
Wasser,  womit  die  Faser  bekanntlich  stark  beschwert
  wurde)  erzielt  wurde.  Der  Arbeitgeber
könnte  also  leicht  selbst  einen  Lohnaufschlag  von
50  v.  H.  ertragen,  ohne  daß  er  dies  allzusehr
fühlen  würde,  zumal  wenn  man  berücksichtigt,  daß
der  Durchschnittslohn  in  dem  fraglichen  Distrikte  6
(höchstens  8)  Annas  pro  Tag  und  pro  Mann
betragen  dürfte.  Vielfach  soll  daher  auch  schon
eine  Lohnerhöhung  bewilligt  worden  sein.
Welchen  Einfluß  die  im  vorhergehenden  erwähnten
  Umstände  in  dieser  Saison  auf  den
Markt  ausüben  werden,  läßt  sich  noch  nicht  sagen.
Jedenfalls  aber  war  bereits  gegen  Ende  der
letzten  Woche  im  Calenuttaer  Markt  eine  festere
Tendenz  zu  bemerken.  Die  Lage  dürfte  seitens
der  heimischen  Käufer  eine  äußerst  aufmerksame
Beachtung  verdienen.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  beim  Kaiserl.
General-Konsulat  in  Calcutta  vom  5.  September  1907.)

Sstand  der  Baumwollpflanzungen  sigyptens  im
August  1907.

Die  Witterung  ist  im  August  sehr  günstig  gewesen,
  und  unter  ihrem  Einflusse  hat  die  Baumwollpflanze
  sehr  gute  Fortschritte  gemacht.

Der  Stand  der  Ernte  ist  derartig,  daß  die
Pflücke  im  allgemeinen  gegen  den  10.  September
ihren  Anfang  nehmen  kann.

Die  erste  Pflücke  verspricht  auch  sehr  ergiebig
zu  werden.

Würmer  sind,  abgesehen  von  einigen  unbedeutenden
  Gegenden,  im  August  nicht  gemeldet
worden;  auf  alle  Fälle  sind  die  Beschädigungen,
welche  sie  haben  aurichten  können,  unbedentend.

Leichte  und  vorübergehende  Nebel  sind  zwar
aufgetreten,  haben  aber  der  Ernte  keinen  nennenswerten
  Schaden  zugefügt.

Wasser  war  zur  Genüge  vorhanden.

In  Oberägypten  schreitet  die  Pflücke  überall
rasch  vorwärts  und  die  Ergebnisse  scheinen  hinsichtlich
  des  Ertrages  voll  zu  befriedigen.

Dort  haben  auch  die  Würmer  und  Nebel  die
Ernte  bisher  unbeschädigt  gelassen.

(Alexandrin  (ieneral  Produce  Asscciation.)

 

Die  Bedeutung  der  Bewässerungswerke  für
KAgypten.

Aus  Kairo  wird  der  „Deutschen  Orient-Korrespondenz“
  geschrieben:

Mit  Ausnahme  des  Jahres  1877  ist  der
Wasserstand  des  Niles  in  diesem  Jahre  wohl  der
niedrigste  gewesen,  den  die  Geschichte  Agyptens
aufzuweisen  hatte.  Die  Tatsache  verdient  hervorgehoben
  zu  werden,  daß,  während  das  Land
im  Jahre  1877  tatsächlich  der  Hungersnot  überliefert
  wurde,  in  diesem  Jahre  die  Baumwollernte
  einen  über  jede  Erwartung  hinausgehenden
Ertrag  zu  verzeichnen  hat.  Dieses  Ergebnis  verdankt
  Agypten  nunmehr  ausschließlich  seinen  bereits
  des  öfteren  erwähnten  großartigen  Bewässerungswerken.


Die  am  22.  August  dieses  Jahres  in  Roseires
sich  bemerkbar  machende  Hebung  des  Wasserspiegels
  hat  erst  jetzt  die  Stadt  Kairo  erreicht,
und  dieser  Wasserstand,  welcher  in  diesem  Jahre
der  höchste  sein  wird,  ist  in  absolutem  Sinne  der
niedrigste  in  der  Geschichte  bekannte  —  1877
ausgenommen.  —  Trotzdem  berichtet  das  Ministerium
  der  öffentlichen  Arbeiten,  daß  die  landwirtschaftliche
  Lage  nördlich  von  Assiut,  d.  h.  in
ganz  Mittel=  und  Unterägypten,  die  denkbar
günstigste  ist.

Es  ist  kaum  zu  ermessen,  was  die  Tatsache
bedentet,  daß  unter  derartig  ungünstigen,  natürlichen
  Wasserverhältnissen  eine  Baumwollernte
von  diesem  ungeheuren  Umfange,  wie  die  diesjährige
  erzielt  werden  konnte.

Daraus  ergibt  sich,  daß  die  stetige  Fortdauer
der  Vermehrung  von  Agyptens  Reichtum  fernerhin
  auf  alle  Zeiten  als  gesichert  erscheint,  indem
auch  für  den  unwahrscheinlichen  Fall,  daß  der
ungünstige  Wasserstand  sich  wiederholen  sollte,  die
Bewässerungswerke  das  Ihrige  tun  werden,  um
eine  Mißernte  zu  verhüten.

Was  nunmehr  die  Landstrecken  in  Ober-Agypten
  anlangt,  so  wird  auch  dieser  bisher  zum
größten  Teil  brachliegende  Boden,  demnächst  durch
die  Herstellung  der  Wassersperre  bei  Esna,  nach
deren  Vollendung  einer  Periode  landwirtschaftlichen
  Aufschwunges  entgegengehen.

Mit  seinem  unvergleichlich  dastehenden  Klima,
und  der  jetzt  für  immer  gesicherten  Bewässerung
gestaltet  sich  Agypten  als  ein  bevorzugtes  Land,
dessen  Wohlfahrt  nach  menschlichem  Ermessen  sich
eines  ungehemmten  Fortschreitens  erfreuen  wird.

LTage  des  Baumwollenwaren-ODarktes  in  den  vereinigten
  Staaten  von  Amerika  ende  Auguft  1907.

An  der  Wende  des  Baumwolljahres  war
Ende  August  1907  die  Lage  des  Baumwollen-
        <pb n="1134" />
        waren-Marktes  in  den  Vereinigten  Staaten  interessanter
  und  eigenartiger  als  in  vielen  früheren
Jahren.  Die  Preise  aller  Sorten  von  Baumwollenwaren
  standen  außergewöhnlich  hoch,  höher
selbst  als  zu  Zeiten  der  größten  Spekulationsmanöver
  im  Rohbaumwollenhandel  und  höher
als  je  seit  dem  Bürgerkriege.  Die  Spinnereien
und  Webereien  erfreuten  sich  einer  noch  nicht  dagewesenen
  Gunst  der  Geschäftslage.  Trot  erhöhter
Löhne  und  des  außerordentlich  hohen  Baumwollpreises
  zahlten  sie  hohe  Dividenden,  erzielen  sie
große  Überschüsse  und  werden  ihre  Aktien  zu  sehr
hohen  Kursen  verkauft.  Alle  Fabriken  haben  ihre
Produktion  für  so  lange  Zeit  im  voraus  vergeben,
daß  sie  Preise  und  Lieferungsfristen  unabhängig
vom  Käufer  bestimmen  können;  sofort  lieferbare
Warec  ist  fast  zu  keinem  Preise  erhältlich.

Die  Unruhe  und  Ungewißheit  in  Finanzkreisen,
die  Lage  des  Geldmarktes  und  kleinere  Arbeiternuruhen
  erzeugten  indessen  eine  unbestimmte,  aber
doch  zunehmende  Neigung  zur  Zurückhaltung  in
Kreisen  der  Fabrikanten  sowohl  als  der  Großund
  Zwischenhändler.  Die  hierauf  beruhende  Abneigung
  gegen  den  Einkauf  größerer  Mengen,
als  man  gerade  dringend  benötigt  oder  schnell
abzusetzen  gedenkt,  trägt  weiter  zur  Verwicklung
der  allgemeinen  Geschäftslage  für  Baumwollenwaren
  bei.

Berschiedentlich  wurde  es  augenscheinlich  und
auch  offen  festgestellt,  daß  die  Großzwischenhändler
in  letzter  Zeit  mit  den  Produzenten  in  der  Steigerung
  der  Preise  nicht  Schritt  hielten,  sondern  den
Kleinhändlern  ihren  Gewinn  aus  den  großen  Einkäufen
  während  der  verschiedenen  Perioden  der
Preissteigerung  zum  Teil  hatten  zugute  kommen
lassen;  und  diese  Preispolitik  ist  bereits  bis  zu
einem  gefährlichen  Punkte  gediehen.  Die  Fabriken
  sind  nunmehr  mit  den  Lieferungen  ohne
Aussicht  auf  baldige  Erleichterung  der  Arbeitslast
im  Rückstande,  und  die  Zwischenhändler  bekommen
die  Waren  nur  mit  großen  Verzögerungen,  weshalb
  letztere  fürchten,  im  Falle  neuer  wesentlicher
Preissteigerungen  der  Fabriken,  ihre  Preissätze
auf  einmal  derartig  erhöhen  zu  müssen,  daß  die
Absatzmöglichkeit  der  Waren  eine  ernstliche  Beschränkung
  erfährt.  Viele  Warensorten  werden
jetzt  nur  at  value,  das  heißt  zu  dem  am
ieferungstage  geltenden  Tagespreise  verkauft.
Daß  früher  oder  später  Preiserhöhungen  eintreten
müßten,  erschien  sicher,  aber  noch  waren  die  Fabrikanten
  mit  ihrem  Verdienst  zufrieden,  und  sie
waren  nicht  geneigt,  den  Verkauf  ihrer  Waren  zu
beschleunigen,  sondern  sie  wollten  gern  warten,
bis  sie  genau  übersehen  könnten,  welchen  Preis
sie  für  die  Baumwolle  der  neuen  Ernte  anlegen
müßten.  Die  bisherigen  Anzeichen  ließen  darauf
rechnen,  daß  bei  der  diesjährigen  Ernte  die

 

 

Baumwolle  kurzstapeliger  ausfallen  würde  als  seit
verschiedenen  Jahren,  und  deshalb  wurden  für
gut  zum  Verspinnen  geeignete  Ware  die  Preise
auf  13,25  Cents  für  das  Pfund  middling  upland
in  New  Vork  hochgehalten.

Die  Ungewißheit  über  den  künftigen  Baumwollpreis
  und  die  für  lange  Zeit  im  voraus  gesicherte
  Beschäftigung  der  Fabriken  hatte  die
bemerkenswerte  Erscheinung  zur  Folge,  daß  verschiedene
  Fabrikanten  sich  weigerten,  weitere  Bestellungen
  vorläufig  anzunehmen.  Die  Webereien
haben  zum  Teil  mit  Rücksicht  auf  die  im  Laufe
des  Jahres  eingetretenen  erheblichen  Akkordlohnerhöhungen
  die  pro-Kopf-Produktion  ihrer  Anlagen
herabgesetzt,  was  die  Schwierigkeit  der  zeitigen
Erfüllung  vorliegender  Aufträge  noch  erhöht  und
ein  Grund  mehr  ist,  weitere  Bestellungen  vorläufig
  zurückzuweisen.

Gebleichte  Baumwollenzeuge  spielten  bei  der
Versteifung  des  Marktes  eine  wichtige  Rolle;
weitere  Preisaufschläge  hierfür  wurden  in  der
zweiten  Augusthälfte  zu  verschiedenen  Malen  angekündigt
  und  wieder  verschoben;  man  erwartete
aber,  daß  für  diese  Ware  die  erste  neue  Preiserhöhung
  eintreten  würde.  Die  Vorräte  sind  sehr
klein,  die  Webereien  haben  für  lange  Zeit  im
voraus  verkauft,  und  Lieferungen  sind  selbst  auf
Grund  alter  Abschlüsse  schwer  zu  erhalten.  Die
Händler  zeigten  wenig  Neigung,  neue  Käufe  bei
den  hohen  Preisen,  die  seit  1.  August  um  ¼  bis
½  Cent  für  1  ard  hinaufgingen,  abzuschließen.
—  Der  Preis  für  Zeuge  zum  Bedrucken  war  mit
5¼  Cents  für  Normalware  sehr  fest,  und  er  war
nur  nominell,  da  Ware  nicht  zur  Verfügung  stand
und  höchstens  in  ganz  kleinen  Posten  von  zweiter
Hand  zu  kanfen  war.  Einige  Verkäufe  für  die
Zeit  nach  dem  1.  Januar  1908  kamen  vor;  für
den  Rest  des  laufenden  Jahres  hatten  die  Webereien
  ihr  Produkt  völlig  verkauft.  Die  Fabriken
im  Osten  weigerten  sich  überhaupt,  Bestellungen,
auch  mit  Lieferfrist  im  nächsten  Jahr,  anzunehmen.


Die  Marktlage  für  bedruckte  Kattune  war
äußerst  fest  und  wurde  weiter  verstärkt  durch  die
Arbeitseinstellung  verschiedener  der  bedentendsten
Druckereien  wegen  des  Mangels  an  Rohzeugen.
Alle  Rabatte  wurden  abgeschafft  und  ein  weiterer
Preisaufschlag  wurde  bald  erwartet.  Kein  Drucker
drängte  sich  nach  Verkäufen,  da  alle  mit  ihren
Lieferungen  im  Rückstand  und  mit  Aufträgen  für
lange  Zeit  versorgt  waren.

Die  Gingham-Webereien  waren  noch  nicht
imstande,  die  von  den  Zwischenhändlern  bei  der
letzten  Geschäftshochflut  gekauften  Mengen  zu
liefern  und  hielten  sich  infolgedessen  von  neuen
Geschäftsabschlüssen  zurück;  anscheinend  warten  sie
auf  ein  weiteres  Vorgehen  der  tonangebenden
        <pb n="1135" />
        W  1021  20

Produzenten  in  der  Preissteigerung.  Die  Hauptsorten
  Gingham  wurden  nur  zum  Tagespreise

Mitte  September  die  neuen  Muster  für  Frühjahr
1908  auslegen  und  die  neuen  Preise  bekannt

bei  Lieferung  verkauft.  Die  Verkaufsagenten  der

geben  würden.  (Nach  Bradstreet’'s.)
Hauptfabriken  kündigten  an,  daß  sie  nicht  vor

Spindelgahl  und  Baumwollverbrauch  in  den  Baumwollfabriken  der  Vereinigten  Staaten  von  RKmerika
1906  /  o7.

Die  Leistungsfähigkeit  der  Baumwollfabriken  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  hat
im  Baumwolljahr  1906/07  (bis  31.  August)  erheblich  zugenommen.  Während  die  Spindelzahl  in
erster  Linie  in  den  Südstaaten  zunahm,  zeigte  sich  auch  in  den  Nordstaaten  eine  lebhafte  Weiterentwicklung
  des  Spinnereibetriebs.  fza  Ersatz  alter  Ausrüstung  durch  neue  Maschinerie  wurde  im
Norden  in  ausgedehntem  Maße  durchgeführt,  und  die  Spindeln  wurden  um  eine  größere  Zahl  vermehrt
  als  in  den  letzten  Jahren.  Im  Süden  wurden  neue  Fabriken  eröffnet  und  alte  erweitert,
so  daß  auch  hier  die  Vermehrung  der  Spindeln  die  der  nächsten  Vorjahre  übertraf.  Die  Zahl  der
Spindeln  in  den  Vereinigten  Staaten  erreichte  1906/07  und  in  den  drei  Vorjahren  die  folgende  Höhe:

 

1906/07  1905/06  1904/05  1903/04
Nordstaaten  etwa  16  200  000  15  600  000  15  325  000  15.250  000
Südstaaten  9924245  9  181  207  8  747  810  7963  866
Zusammen  26  124  245  24  781  207  24  072  810  23  213  866

Für  die  Nordstaaten  stehen  Einzelzahlen  noch  nicht  zur  Verfügung;  in  den  Südstaaten  verteilte
  sich  die  Zahl  der  Fabriken,  Spindeln  und  Webstühle  in  folgender  Weise:

 

.  .»  Spindeln  Webstühle  Durchschnittsnummer
Staaten  des  Südens  Fabriken  vorhanden  im  Betrieb  im  Betrieb  des  hergestellten  Garns

Virginien  16  286  626  265  694  7  603  18⅛

Nord-Carolina  260  2  640  633  2555  454  47  055  19½
Süd-Carolina  140  3  625  874  3  408  811  79  081  24

Georgia  ...  126  1  708554  1  594  757  31  791  18⅛
Alabama.  .  .  .  62  897  768  881  500  16  030  18
Mississivpnrn]i]i  21  175272  171  932  4541  19

Louisina  4  91252  69  452  1  400  13½
Teress  16  102  436  93371  1  773  16
Arkansas.  .  .  ..  2  15  312  14  624  240  17
Tennessee  33  266  342  252  778  4  807  19
Missonii  3  14  896  14  896  356  14
Kentuch  8  96  424  86  340  1  456  15
Oklahoma  .  1  2  856  2  856  —  8
Indianer-  Territoriim  2  —  —  E—
Zusammen  100  .  694  9924245  9  412  465  196  133  20

0506  667  9  181  207  8  762  589  186  948  19⅝
-  19020  659  8  747  810  8  050  879  174  324  19

-  1903/04  628  7  963  866  7  387  358  162  345  19⅜/8

Fast  ausnahmslos  waren  die  Spinnereien  vollauf  beschäftigt,  und  wo  Spindeln  und  Stühle
außer  Betrieb  blieben,  geschah  das  nur  infolge  des  Mangels  an  Arbei  itskräften.

Der  Baumwollverbrauch  gestaltete  sich  im  Süden  und  Norden  sowie  in  den  gesamten  Vereinigten
  Staaten  in  den  letzten  Jahren  folgendermaßen:

 

1906/07  1905/06  1904/05  1903/04

Verbrauch  in  Ballen
Nordstaaten  2.575  000  2  439  993  2  193  937  2  000  954
Südstaaten  2  375  000  2286  235  2  116  318  1  907548
Vereinigte  Staaten.  4  950  000  4726228  4  310  255  3  908  502

(Nach  The  COmmercial  und  Dinancial  (roniele.)
        <pb n="1136" />
        G  1022  20

Spindelgahl  und  Baumwollverbrauch  in  den  Baumwollfabriken
  der  Welt  1906/07.

Im  Baumwolljahr  1906/07  (bis  31.  Angust
19007)  trat  eine  ziemlich  erhebliche  Zunahme  der
in  den  Baumwollfabriken  der  Welt  vorhandenen
Spindeln  ein.  Am  erheblichsten  war  die  Vermehrung
  in  Großbritannien  mit  rund  2  Millionen
neuen  Spindeln,  dann  folgten  die  Vereinigten
Staaten  mit  1,14  Millionen,  während  sich  die
Summe  der  Spindeln  für  alle  Baumwollfabriken
der  Erde,  soweit  nachweisbar  oder  schätzbar,  um
3,8  Millionen  Stück  steigerte.  Nach  geographischen
Hauptgebieten  verteilten  sich  die  vorhandenen
Spindeln  im  letzten  Jahre  und  in  den  drei  Vorjahren
  annähernd  folgendermaßen:

 

·  1906/07  1905/06  1904/05  1903,04
Gebiet  In  1000  Stick
Großbritannien  52000  50  000  48  500  17500
Enropäischer  Kontinent
  35  800  35  500  35  000  34600
Vereinigt.  Staaten
von  Amerika.  25924  24781  21073  23214
Ostindien  .  .  .  ..  5400  5294  5163  5118
Japan  ..  .  .  ..  1609  1151  1388  1349
Chinina  650  625  620  610
Kanadd  .  .  ..  800  775  750  716
Meriko  700  675  675  650
Zusammen  122  883  119  101  116  169  113  757.

Die  Zahlen  für  Großbritannien  und  den  enropäischen
  Kontinent  sind  in  England  ermittelt;
für  die  Vereinigten  Staaten  hat  das  unten  verzeichnete
  Blatt  eigene  Ermittlungen  angestellt;
für  Ostindien  hat  die  Bombay  Mill-owners-Association
  die  Unterlagen  geliefert.  Japans  Zahlen
sind  offiziell,  die  für  China  wurden  von  amerikanischen
  Konsuln  mitgeteilt,  und  die  für  Kanada
und  Mexiko  beruhen  zum  Teil  auf  Schätzung.

Der  Baumwollverbrauch  der  Welt  erreichte
in  den  letzten  vier  Baumwolljahren  ungefähr
nachstehenden  Umfang,  wobei  die  verbrannte  oder
sonst  zugrunde  gegangene  Ware  mitgerechnet  ist:

.  1906/07  1905/06  1904/05  1903,04
Gebiet  In  1000  Vallen
Grosbritannien  38  9000  3774  3620  3017
Europäischernontinent
  5160  5262  5  148  õ  148

Vereinigt.  Staaten

 

von  Amerila  1950  1726  4310  3  908
Ostindien.  .  .  ..  1600  1530  1  173  1367
Japaan  .  925  874  755  693
Kanadd  125  119  130  89
Andere  Lüänder  46  54  105  88

Zusammen  17006  16329  15541  14310.
Im  Durchschnitt  pro
Woche  327  314  299  275.

Da  die  Welternte  an  Baumwolle  sich  annähernd
  in  den  Jahren  1906  auf  18,6  Millionen
Ballen,  1905  auf  15,7  Millionen,  1904  auf
17,9  Millionen  und  1903  auf  14,1  Millionen

 

belief,  so  ergaben  sich  Fehlernten  gegenüber  dem
Weltverbrauch  1903/04  mit  151.000  Ballen,
1905/06  mit  668  000  Ballen  und  Überschüsse  der
Ernten  1904/05  mit  2  402  000  Ballen  und
1906/07  mit  1572  000  Ballen.

(Nach  The  Commereinl  and  Hinancinl  Chronicle.)

Der  Baumwollmarkt  in  Dernambruco.

Der  Baumwollmarkt  in  Pernambuco  war  Anfang
  April  d.  Is.  sehr  fest,  da  die  Zufuhren  aus
dem  Innern  abgenommen  hatten  und  vom  1.  bis
äum  15.  April  d.  Is.  nur  9216  Sack  gegen
11  673  in  der  gleichen  Zeit  des  Vorjahres  betrugen.
  Dazu  wurde  aus  dem  Scrt#do“  große
Trockenheit  gemeldet.  Mit  April  notierte  ssertäo#:
138000  Rs.  und  mattas  128800  Rs.  Bis
Anfang  Mai  flauten  die  Preise  etwas  ab,  der
Markt  wurde  indes  wieder  fester,  da  im  Staate
Säo  Paolo  große  Nachfrage  nach  Pernambnco-Baumwolle
  herrschte.  Ungünstige  Witterungsnachrichten
  ließen  die  Preise  Anfang  Juni  weiter

anziehen  und  den  Preis  für  sSertäoz  auf
148500  Rs.  steigen.  Als  bekannt  wurde,  daß

die  neue  Ernte  wahrscheinlich  sehr  spät  hereinkommen
  werde  und  größere  Zufuhren  aus  dem
Innern  vor  November  schwerlich  zu  erwarten
sein  dürften,  hielten  die  Verkäufer  ihren  Vorrat
zurück  und  forderten  für  #sertäoir  158000  Rs.,
gingen  aber  auf  148000  und  sogar  138800  zurück,
  als  Ende  Juni  aus  Liverpool  eine  schwache
Haltung  des  Marktes  gemeldet  wurde.
Die  Anusfuhr  aus  Pernambneo  während  des
zweiten  Vierteljahres  1907  betrug:
April  Mai  Juni
Tonnen

nach  südbrasilianischen  Häfen  627  659  294
Großbritannien  913  733  870
Portugal  200  —  217
Rußland.  200  100
Spanien  100  18  39
Deutschland  12  60

1852  1670  1520.

In  der  Zeit  vom  1.  September  1906  bis
zum  31.  Juli  d.  Is.  wurden  ausgeführt  nach:

Liverpool  115  327  Sack  zu  etwa  75  kg
dem  europäischen

Kontinent  28  419  75.5
Santos  .  52  666  75
Rio  de  Janeiro  19  705  75.=Rio
  Grande  do

Sul  7  921  75.]
Bahia.  ..  2040  -  75-Macaü...
  17—-«7.)- 



226  095  Sack  zu  etwa  75  kg.
        <pb n="1137" />
        1023

Die  Zufuhren  betrugen  in  derselben  Zeit
261  329  Sack  gegen  235  723  Sack  im  Vorjahre.
Die  Baumwollspinnereien  in  Pernambuco  ver—
arbeiteten  40  000  Sack.

Die  Baumwollverschiffungen  von  Parahyba
betrugen  in  der  Zeit  vom  1.  September  1906
bis  zum  31.  Juli  1907:

nach  brasilianischen  Häfen  2203  Tonnen
Liverpool  6134  -
-dem  europäischen  Festland  232
8569  Tonnen.
Hieraus  ergibt  sich  eine  nicht  unbedentende
Zunahme  der  Baumwollproduktion  und  zausfuhr
des  Staates  Parahyba,  dessen  Baumwollexport
bisher  5000  Tonnen  pro  Jahr  kaum  überschritten
hatte.  Parahyba-Baumwolle  wird  in  Rio  de
Janeiro  in  der  Regel  pro  10  kg  200—500  Reis
niedriger  bewertet  als  die  von  Pernambuco.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem  Raiserl.
Generalkonsulat  in  Nio  de  Janeiro.)

Gummizufuhren  Iin  Dard  und  OMandos.

Die  Gummizufuhren  in  Parä  und  Manäos

betrugen:
Ernte  1906/07  Ernte  1905/06
Tonnen

Juli  1900  bis  När  1907  29  390  28  020
April  1907  .  .490  2500
Mai  1907.  2626  2320
Juni  1907  1500  1650

zusammen  38  006  34  1900

Die  am  30.  Juni  d.  Is.  beendete  Ernte  ergab
also  3516  Tonnen  mehr  als  die  vorjährige.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem  Koaiserl.

Generalkonsulat  in  Rio  de  Janeiro.)

Der  Teakholzmarkt  in  Indien.

Die  Zufuhren  an  Teakholz  in  Indien  stehen
nicht  im  Verhältnis  zu  der  augenblicklichen  Nachfrage,
  was  einen  Rückgang  der  Preise  zur  Folge
hatte.  Die  Verkäufer  in  Birma  haben  noch  eine
beträchtliche  Quantität  von  schlechterem  Holz  zu
offerieren.  Es  ist  daher  nicht  anzunehmen,  daß
die  Preise  in  der  nächsten  Zeit  wieder  anziehen
werden.  Die  Regenzeit  hat  in  Birma  gerade
begonnen,  über  die  Holzzufuhren  läßt  sich  daher
noch  nichts  Genaueres  sagen,  doch  wird  angenommen,
  daß  dieselben  die  letztjährigen  keinesfalls
übertreffen  werden.

(Bericht  des  Kais.  Sesne  in  Calcutta

vom  7.  August  .

 

Die  HPolzausfuhr  Brasillens.

Die  brasilianische  Holzausfuhr  ist,  trotzdem
man  von  Brasilien  stets  als  von  „dem  an  Urwäldern
  reichen  Lande“  spricht,  eine  sehr  geringe.
Nachdem  im  Jahre  1901  etwa  3400  Tonnen
Nutzholz  ausgeführt  waren,  stieg  diese  Menge  im
Jahre  1903  auf  über  6500  Tonnen,  um  bis
1906  wieder  auf  etwa  5000  Tonnen  zu  fallen.
Der  Umstand,  daß  in  der  Nähe  der  brasilianischen
Ausfuhrhäfen  der  größte  Teil  der  wertvollen
Hölzer  bereits  geschlagen  sein  dürfte,  der  Mangel
an  zuverlässigen  Arbeitern,  denen  man  z.  B.  auf
dem  Rio  Doce  die  Holzslöße  anvertrauen  könnte,
sowie  der  hohe  Kurs  während  der  letzten  Jahre,
der  im  Inlande  die  auf  dem  Weltmarkte  für
Holz  gezahlten  Preise  immer  weiter  sinken  ließ,
je  höher  das  brasilianische  Papiergeld  im  Preise
stieg,  veranlaßten  den  im  Laufe  der  letzten  Jahre
eingetretenen  Rückgang  der  Holzausfuhr.

Brasilien  führte  aus:

19  1902  1903  1904  1905  1900
Lolzforten  Tonnen
Jacarandn  2303  2130  1983  1692  1637
Brasilholg  520  270  127  321  101  163
Massarandüb
  319  196  227  179  270  582
FZedernholt  41  7  63  818  939  73
u  21  83  95  53  18  46
Verschiedene
and.  Hölzer  1809  190  8741  529  556  2311
3396  2876  63609  6119  3576  1815
ferner:
Pinho  Stück
(Bretter  u.
Bohlen)  40000  71000  41000  88000  155000  71000

Hauptsächliche  Verschiffungshäfen  der  einzelnen
Hölze
Ausd  ucaranda  Bahia,  Rio  de  Janeiro  (das
Holz  stanimt  aus  Espirito  Santo).
Brasilholz:  Pernambuco,  Victoria,  Bahia.
Acapü  und  Massarandüba:  Par.
Zedernholz:  Antonina  Florianopolis,  Paranagud.

Pinho:  Paranaguä,  Antonina,  Porto  Alegre,
Pernambnco.  *
In  den  Jahren  1904  und  1905  wurden
ausgeführt:

#  „  „à

rurne“  -!**e  1904  1905
Bestimmungsland  Holgzsorten  Tonnen
Deutschland:  Jacarandi  907  202
Zedernhols—  380
Brasilhols  193  69
Großbritannien:  Jacarandn  375  125
Brasilhol=  127  27
Frankreich:  Jacarandi  1  183  736
.  1906
Verein.  Staaten  Tonnen
von  Amerika:  Igcaranda  1  0607  561  1015
Argentinien:  "  780
Pinho-  (Bretter  Stück
und  Bohlen)  19  0%%  96  000
Uruguah:  Pinho  (Bretter
und  Bohlen).  14.000  59  000
        <pb n="1138" />
        W  1024  20

Bestimmungsland  Holzsorten  Tonnen
Zederr  24  299

Italien:  Massarandüba  33
Acapi  .  40  —
Zeder.  .  ..  35  223

Portugal:  Zedern  8  9
Jacarandil  287  33
Aeapuü.  ..  13  18
Massarandäba:  156  270

 

Bei  einem  Vergleiche  zwischen  der  Menge  des
im  Jahre  1905  ausgeführten  Holzes,  das  einem
Werte  von  etwa  723  000  Mk.  entsprach,  z.  B.
mit  dem  Werte  der  norwegischen  Holzausfuhr,  die
in  demselben  Jahre  allein  für  roh  verarbeitetes
und  behauenes  Holz  über  35  Millionen  Mark
betrug,  kommt  man  zu  der  Frage,  weshalb  die
brasilianische  Holzausfuhr  so  sehr  wenig  entwickelt
  ist.

Hierzu  ist  folgendes  zu  bemerken:

In  Brasilien  kommen  für  die  Holzgewinnung
zwei  umfangreiche  und  zusammenhängende  Waldgebiete
  in  Betracht.  Das  bedenutendste  findet  sich
im  Stromgebiet  des  Amazonas  und  seiner  zahlreichen
  ausgedehnten  Nebenflüsse.  Diesem  folgt
der  größtenteils  stark  bewaldete  Küstenstrich,  der
sich  von  dem  Staate  Alagôas  nach  Süden  hin
bis  Rio  Grande  do  Sul  erstreckt.  Hieran  schließen
sich  auf  dem  Hochlande  im  Innern  Brasiliens
kleinere  Waldkomplexe,  wie  z.  B.  im  Staate  Säo
Paulo  am  Unterlauf  der  Flüsse  Tiété  und  Paranapanéma,
  im  Staate  Matto  Grosso  an  den  sumpfigen
Ufern  des  Paraguay  zwischen  Corumbá  und
Cuyabáä,  im  Staate  Goyaz  in  der  Nähe  der
Hauptstadt  und  andere.  Diese  letzteren  kleineren
Waldstriche  im  Innern  des  Kontinents  müssen
bezüglich  der  Ausbeute  der  dort  vorkommenden
Nutzhölzer  für  den  Export  außer  Betracht  bleiben.
Der  im  Innern  Brasiliens  herrschende  Mangel
an  schiffbaren  Flüssen  und  anderen  billigen  Transportgelegenheiten
  schließt  jede  Reutabilität  eines
derartigen  Unternehmens  aus.

Auch  von  den  Häfen  des  Amazonastals  dürfte
auf  Jahre  hinaus  keine  nennenswerte  Ausfuhr
von  Hölzern  zu  erwarten  sein,  da  die  dort  betriebene
  Gewinnung  des  weit  kostbareren  Gummis
alle  zur  Verfügung  stehenden  Arbeitskräfte  in
Anspruch  nimmt.  Trotz  des  oft  nicht  unbedeutenden
  Zuzugs  von  Arbeitern  aus  den  Staaten
Maranhüo,  Cearä  usw.  herrscht  an  den  Gummiproduktionsstätten
  am  Amazonas  in  der  Regel
noch  fühlbarer  Mangel  an  Arbeitern.

Von  dem  littoralen  Waldgebiet  hat  der  Süden
bisher  lediglich  das  Holz  der  Araucaria  brasiliensis,
in  Brasilien  „Pinho“  genannt,  sowie  das  der
Zeder,  cedrela  brasiliensis,  ausgeführt.  Einen
großen  Umfang  dürfte  der  Holzexport  der  brasilianischen
  Südstaaten  indessen  kaum  jemals  annehmen,
da  die  Flüsse,  die  auf  den  sich  in  der  Nähe  der

 

Küste  hinziehenden  Gebirgszügen  entspringen,  fast
ausschließlich  ihren  Weg  nach  dem  Innern  des
Landes  nehmen,  um  sich  dem  Flußsystem  des
Paranä  anzuschließen.  Da  die  wenigen  vorhandenen
  Eisenbahnen  für  den  Holztransport  kaum
in  Betracht  kommen,  stößt  auch  hier  die  Ausfuhr
von  Hölzern  auf  bedeutende  Schwierigkeiten.
Für  die  Ausfuhr  von  Hölzern  dürfte  zur  Zeit
hauptsächlich  der  Staat  Espirito  Santo  von  Bedeutung
  sein.  Der  weitaus  größte  Teil  des  bisher
von  Rio  de  Janeiro  aus  verschifften  Holzes  ist
von  Victoria,  der  Haupt=  und  Hafenstadt  von
Espirito  Santo,  oder  von  dem  Rio  Doce  auf
Küstenfahrzeugen  dorthin  transportiert  worden.
Außerordentlich  große  und  an  Nutzhölzern  reiche
Waldungen  und  auf  weite  Strecken  schiffbare  Flüsse
wie  der  Rio  Doce  und  der  Itabapoana  begünstigten
in  Espirito  Santo  die  Holzgewinnung.  Hierzu
kommt  noch  als  schwerwiegendes  Moment,  daß
die  dort  lebenden  Kaffeepflanzer  infolge  des  zur
Zeit  äußerst  niedrigen  Kaffeepreises  gezwungen
sind,  andere  Erwerbsquellen  zu  erschließen.  Aus
diesen  Gründen  hat  sich  in  jüngster  Zeit  eine
Anzahl  der  Besitzer  von  Urwäldern  in  Espirito
Santo  entschlossen,  die  Ausbeute  der  Nutzhölzer
energischer  zu  betreiben,  und  auch  einige  deutsche
Häuser  in  Rio  de  Janeiro  bringen  diesem  Gegenstand
  neuerdings  reges  Interesse  entgegen.
Sollten  keine  neuen  und  unvorhergesehenen
Schwierigkeiten  entstehen,  so  steht  vielleicht  zu
erwarten,  daß  die  Holzausfuhr  Mittelbrasiliens
größere  Ausdehnung  annehmen  wird.  Dies  dürfte
umsomehr  eintreten,  falls  sich  unter  den  zum
weitaus  größten  Teil  in  Europa  noch  unbekannten
Holzarten  neue  und  für  die  europäische  und  nordamerikanische
  Industrie  wertvolle  finden  sollten.
(Bericht  des  Handelssachverständigen  bei  dem  Koaiserl.
Generalkonsulat  in  Rio  de  Janeiro.)

Hebung  des  landwirtschaftlichen  Betriebs  in
Mozambique.

Der  Generalgouverneur  hat  in  dem  letzten
„Boletim“  vom  10.  August  d.  Is.  drei  Verordnungen
  erlassen,  die  zur  Hebung  des  Farmbetriebes
  im  südlichen  Teil  der  Provinz  Mozambique
  dienen  sollen.  Der  Gouverneur  geht  hierbei
von  der  Erwägung  aus,  daß  sich  der  Boden  in
den  Bezirken  von  Laurenzo  Marques  und  Inhambane
  wohl  zum  landwirtschaftlichen  Betrieb
eignet  und  die  verhältnismäßig  große  Einfuhr
von  Früchten,  Gemüsen  und  Korn  vermindert
werden  kann.

Die  erste  Verordnung  bezieht  sich  auf  die  Anpflanzung
  von  Obstbäumen.  Für  die  Dauer
von  zwei  Jahren  sollen  alle  Früchte  tragenden
        <pb n="1139" />
        W  1025  2

Pflanzen  und  Bäume,  die  von  Südafrika  über
Land  eingeführt  werden,  frei  von  Zöllen  bleiben
und  unentgeltlich  auf  der  portugiesischen  Bahn
zu  ihrem  Bestimmungsort  verfrachtet  werden
dürfen.

Nach  einer  weiteren  Verordnung  will  die
Regierung  Farmern  unentgeltlich  soviel  Saat
liefern,  um  zwei  Hektar  bestellen  zu  können.

Schließlich  will  die  Regierung  nach  einer
dritten  Verordnung  Schößlinge  und  Stecklinge
von  Bäumen  zum  halben  Selbstkostenpreis  liefern,
um  das  Anpflanzen  von  Bäumen  zu  begünstigen.

Die  verschiedenen  Saatarten  und  die  verschiedenen
  Gattungen  von  Ablegern,  die  von  der
Regierung  bezogen  werden  können,  sind  in  den
Verordnungen  ausgezählt  worden.

Auch  die  in  den  beiden  letzten  Verordnungen

gewährten  Vergünstigungen  beziehen  sich  vorläufig
  auf  die  Dauer  von  2  Jahren.
Die  Empfänger  von  Saatkorn  und  von

Schößlingen  haben  sich  dazu  zu  verpflichten,  jährlich
  einmal  über  die  Erfolge  der  hiermit  versuchten
  Anpflanzungen  zu  berichten.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Laurenzo  Marques.)

Auch  diese  Schößlinge  sollen  frei  auf  der  Bahn
befördert  werden.

 

Der  überseeische  Handel  Auftrallens  im  ersten  Halbsahr  1907.

Im,Journal  of  Commerce  —  Melbourne“  werden  die  nachstehenden  Zahlen  über  den  überseeischen
  Handel  Australiens  im  ersten  Halbjahr  1907  veröffentlicht.  Die  Zahlen  für  die  Einfuhr
verstehen  sich  lediglich  auf  solche  Waren,  die  direkt  nach  dem  australischen  Staatenbund  aus  Ländern
außerhalb  Australiens  eingeführt  worden  sind.  Nicht  mit  berücksichtigt  sind  die  Güter  des  Transitverkehrs
  sowie  des  Handelsverkehrs  innerhalb  der  einzelnen  Glieder  des  Bundes.  Die  Ausfuhr
betrifft  australische  Erzeugnisse.

Für  das  erste  Halbjahr  1907  gestaltete  sich  die  aͤberseeische  Ein-  und  Ausfuhr,
glichen  mit  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres,  wie  folg

vor-1907

  1906
Einfuhr.  23  962  956  9L  20  555  925  1.
Ausfuhr.  32  509  857  29  580  157.

Die  Zunahme  gegenüber  dem  Jahre  1906  betrug  somit  in  dem  gedachten  Zeitraum  im
Jahre  1907  bei  der  Einfuhr  3  407  031  L  und  bei  der  Ausfuhr  2  929  700  L.  Die  nachstehende
Tabelle  zeigt  im  einzelnen  die  Bewegung  in  den  hauptsächlichsten  Waren:
Uberseeische  Einfuhr
Jannar  bis  Juni

UÜbersoeische  Ausfuhr
Januar  bis  Juni

Artikel:  1907  1906  1907  1906
#  4#  C  +
Ale  und  Bier  (in  Flaschen)  217  714  187  458  749  913
Lebende  Tiere:
Pferde  22  254  20  561  101  205  86  651
Rindvieh  3  127  1  941  4  340  3  130
Schafe  .  27  023  21  460  19  034  8  035
Kleider,  Baumwollenwaren  2  5  824  702  5  062  845  17  339  18  537
Biskusct  .  .  2919  4421  17  652  17  812
Knochen,  Hufe,  Hörner  2  895  2  373  22  614  18  509
Stiefel  und  Schuhe  176  393  169  731  10  532  9  111
Bürstenwaren  .  70701  62  568  279  356
Butter  407  2  627  1  561  465  1  300  516
Lichte  20  152  17773  42  126
Zement  .......  21  489  35  605  1  812  810
Käses  4  679  4  878  8574  3  539
Uhren.  96  996  67  439  —  —
Kohlen  786  2  159  553  228  366  079
Kakao  und  Schokolade.  149  433  113  076  322  460
Kaffee  und  Bichorie  ...  51  901  37740  50  33
Koks  ......  8406  3  176  9  696  5  432
Zuckerwaren  ·........  54  303  4  842  5  603  7  944
Kupferingnss  ...  —-  —  1957  640  1  155  475
        <pb n="1140" />
        Artikel:

Kopra  .  .
Tauwerk,  Segelgarn
Drogen  und  Chemikalien.
Porzellan  und  Zopferwaren
Fische  aller  Art.
Getrocknete  Früchte:
Johannisbeeren
Rosinen.
Andere
Frische  Früchte:
Apfel

Andere
Möbel.
Glas  und  Glaswaren  .
Gold,  ungemünzt  .
Gcttecdc  und  důsensrichte.

Gersten.

Mais

Hafer

Weizen.  .
sitt-te  und  Kleiemehl

Mehl.

Kalerprübe  2
Hüte  ses  Mützen

Heu  und  Häcksel
Hopfen

Geräte,  kindwinnchsiche,  nin.

Kautschukwaren  .
Eisen  und  Stahl:
Barren  usw.  .
Platten  und  Bleche
Guß-Abfalleisen
Marmeladen.
Tutewaren,  Säcke  usw.
let
Lede
Maschinen  und  Maschinenteile
Düngemittel
Zünd=  und  Vachsstreichhölzer
Fleisch,  gefroren:
Rindfleisch

Hammel-=  und  Lammmfleisch

Geflügel

Kaninchen  und  besen
Fleischkonserven
Mectallwaren:

zollpflichtig.

zollfrei
Kondensierte  Milch
Milch,  präserviert
Kerosen  .
ijebeln.

Os1026c0

llbcrfccischcEinfnhr
Januar  bis  Juni

1907
+#

100  559
268  953
442  751
132  053
229  658

29  827
1  234
49  848

652
127230
190  073
760  168

11  711
566

2  699
476
141

3  208

6  952
184  390
248  098
49

24  557
174  953
181  876

493  755
723  470
122  876

3  805
463  053
3544
154  866
1328518
235  858
75  288

20
8694

725  841
1  278  801
1  605

76  115
284  251
441

1906
C
52  539
254  512
396  305
101  145
192  095

13  934
39  388
54  276

421
22770
95  632

149  496
044  927

18  522
2701
13  031
101
702
9264
5166
149  466
221  613
50

42  497
125  216
159  068

400  227
521  578
116  600
4  192
396  067
6  162
165  676
915  323
300  574
62  973

42
652
282

11  326

588  085
929  724
1  405
96  171
202  836
678

Überseeische  Ausfuhr
Januar  bis  Juni

1907
##

4  631

35  514

2  765

17  119

1
52  915

192  310
21  073

2  411

7  609

2  148  383

984

5  453

33  445

3  133  2314
15  870
719  328
1  784

1  290
9  31
156
12  630
19  114

1  259
17

653

13  000
18

729  887

1906
#
3  031
37  306
516
10  390

St—

1

125  189
13  037

3  118

6  795
2582  889

310
7925

11  463

3  852  881
16  507
662  877
3  784

610
3.559
68

33  358
17  079

1  949

14  130

376542
17  726
33270

158  529
386  130
4579
207  521
70  463

10  187
3  115
1  447

101

9  168
        <pb n="1141" />
        W  1027  20

Überseeische  Einfuhr
Jannar  bis  Juni

UÜberseeische  Ausfuhr

Jannar  bis  Juni
07

 

Artikel:  1907  1906  1906
#  L  C  C
Erz,  außer  Golderz  19  285  8322  720  772  473539
Farben  usw.  207  457  178  111  1  377  1  426
Papier:
Druckpapier  254  590  203  505  —  —
Anderes  283  971  230  439  62  48
Perlmutter  5  287  8  578  82  305  65  367
Pickles  und  Saucen  45  908  54252  407  409
Kartoffell  .  502  614  26  641  30  358
Eisenbahnmaterial,  Schienen  usw.  .  170  290  124  951  567  —
Silber-Barren,  Ingots  usw..  144  33  854  562  453  383  095
Silber-Blei  —  —  —  413  923
Rindshäute  und  Felle.  .  102  794  70  926  94  836  58  977
Kaninchen=  und  Hasenfelle  502  —  169  416  205  539
Schaffelle  16  543  17  184  790246  734  380
Andere  20  803  27  202  107  940  151  247
Seife  46  894  40  686  20  793  22  359
Gold  6537  1  280  2  833  638  5  355  501
Silber.  234  095  74  684  —  —
Bronze  12  567  3233  —  —
Spirituosen:
Brandy  64  954  78  329  767  3275
Gin  usw.  55  967  59P  001  —  —
Rum  22  724  19  400  94  926
Whisky  268  095  249  122  —  2
Zucker  .  25  735  52  292  3142  3  724
Talg.  1  025  129  514  780  413  508
Tee  499  687  380  785  —  —
Holz...  735  991  656  349  358  837  447  906
Zinn-Ingots  192  251  596  737  550  732
Zinnplatten  119  788  131243  —  6
Tabak,  bearbeitet  90  982  79  862  32  546  18  573
-,  unbearbeitet  218  503  137  879  2  67
Zigarren  .  63  616  64  034  365  368
Zigaretter  21  110  31  821  —  —
Handwerkszeug  220  603  176  938  404  199
Weir
Schaumwein.  43770  39770  53  166
Anderer  12  500  13  658  42  230  44  836
Wolle,  ungereinigt  14  426  3  489  8  183  152  4  769  132
,  entschweißt  und  gewaschen  165  204  2998  797  2  600  554
(The  Journal  of  Commerce  —  Alelbourne.)
Verschiedene  (Mitteilungen.
VIekonful  der  Vereinigten  Staaten  für  Citeratur.
beutsch-Samoo.  Deutsche  Kolonialwirtschaft.  Band  1:  Süd-Als

  Vizekonsul  der  Vereinigten  Staaten  für
Deutsch-Samoa  ist  Herr  C.  E.  Parkhouse  vom
Kaiserlichen  Gouvernement  anerkannt  und  zugelassen

  worden.

westafrika.

1907.  Buchverlag  der

Schöneberg.

Das  vorliegende,

Von  Lic.  Dr.  Paul  Rohrbach.

Preis  10  Mk.

„Hilfe“,  Berlin.

vom  Verlage  sehr  gut

ausgestattete  Werk  des  früheren  Ansiedlungs-
        <pb n="1142" />
        W  1028  2

kommissars  für  Südwestafrika  behandelt  in  seinem

ersten  Hauptabschnitt  das  Land,  im  zweiten  die

Wirtschaft.  Der  Text  findet  eine  wertvolle  Ergänzung

  in  zahlreichen  gelungenen  Abbildungen.

Der  Verfasser  hat  sein  Buch  drei  bekannten  Südwestafrikanern,

  dem  Finanzinspektor  Junker

beim  Kaiserlichen  Gouvernement,  dem  Andenken
an  den  frühverstorbenen  Kaiserlichen  Oberrichter

Richter  und  dem  Hauptmann  a.  D.  Volkmann

gewidmet.

Baumwollkultur  in  Deutsch-Ostafrika.
Mit  13  Abbildungen.  Von  H.  Aßmuth,
Königl.  Landmesser,  vorm.  tätig  als  Kulturingenieur
  in  Deutsch-  Ostafrika.  Preis  1  Mk.
Verlag  von  J.  Stahl  in  Arnsberg  i.  W.

Der  Verfasser,  lange  Jahre  als  K  Kulturingenieur
in  Deutsch-Ostafrika  tätig,  sucht  in  vorliegender

 

Kolonien  den  Bedarf  an  Baumwolle  und  zwar
in  bester  Qualität  zu  decken  und  daß  die  Millionen,
  die  alljährlich  für  die  Einfuhr  des  amerikanischen
  Produkts  verausgabt  werden,  größtenteils
wohl  unserm  Vaterlande  erhalten  werden  können.
Dr.  Vosberg  =  Rekow:  Nation  und  Welt.
Betrachtungen  über  Grundlagen  und  Aussichten
der  deutschen  Weltpolitik.  Berlin  1907.  Allgemeiner
  Verein  für  deutsche  Literatur.

Mission  und  Kolonisation  in  ihrem
gegenseitigen  Verhältnis.  Missionsstudie  von
D.  v.  Schwartz,  Missionsdirektor  in  Leipzig.
1908.  Verlag  der  Epangelisch-lutherischen
Mission  zu  Leipzig.

 

Die  Schutzgebietsgesetzgebung.  Von  Dr.  jur.

 

Schrift  nachzuweisen,  daß  Deutschland  bei  ratio-  W.  Höpfner.  1907.  Verlag  von  Wilhelm
neller  Pflege  der  Baumwollkultur  in  absehbarer  Süsserott.  Berlin.  Preis  3  Mk.  50  Pf.
Zeit  imstande  sein  wird,  aus  seinen  eigenen

Verkehrs-Nachrichten.

In  Assahun  (Togo)  ist  am  17.  September  d.  Is.  eine  Postagentur  mit  Telegraphenbetrieb
und  in  Noëpe  (Togo)  ist  in  Verbindung  mit  der  daselbst  bereits  bestehenden  Telegraphenanstalt  am

18.  September  d.  Is.  eine  Postagentur  eingerichtet  worden.

Die  postalische  Tätigkeit  dieser  Anstalten

erstreckt  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briefsendungen.
Die  Worttaxe  für  Telegramme  nach  Assahun  ist  dieselbe  wie  für  Telegramme  nach  den  übrigen

Anstalten  des  Schutzgebiets.

In  Kuibis  (Deutsch-Südwestafrika),  einer  Station  der  von  Lüderitzbucht  ausgehenden  Bahn,
ist  am  20.  Juli  d.  Is.  eine  Postanstalt  eingerichtet  worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme
und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briessendungen  erstreckt.

Postdampfschifsperbindungen  nach  den  deutschen  Schungebieten  für  den  Monat  Oltober  907.

 

 

Nach  vom  Einschissungshafen,



Die  Abfahrt  erfolgt

Au-  sschiffung  Shafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

7.  Nov.

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)
1.  Deutsch-Reuguinea.

Brindisi  20.  Okt.
(engl.  Schiffe)
i

l
I
am:

Friedrich-  Wiheims,
haf  8  Tage
Simpsonhaten  41  Tage  18.  Stt.  5.  Nov.
Simpsonhafen  38  Tage  105  cb
Friedrich-  Wilhelmshafen
  41  Tage

 

2.  deutsch-Ostafriha.  Neavel  1
a)  —  Gukoba.  Muansa  und(be  ussche  Schlffe)

 

b  v,  .  iee  wiete  Varieine  16.
efbrderung  mit  der  Uganda-T
  und  —8  der  Endstationngl.  Schiffe)

1  Schiff  nach  den  Bestim-10


–1

Brindisii  27.  Okt.
(na  W

#on  .
,-17.
  28.  Ott.
v)  ach  e  %w  (beua.  iet  "  2
Pangani,  20.  Okt.

t.7  und  —

 

ET  Sahe)

17.  28.  Okt.

jedes  Monats
Okt.

15.  26.  Okt.

10  abds.
8.  jed.  Mts.  9/0  abds.
18.  Okt.  10  abds.

Mombasa  O  16—17  Tage

Mombasa.  O  17  Tage
Mombasa  O  14  Tage

Mombasa  18  Tage  25.  Okt.  1035  abds.

Tanga  17,  19,  17  Tage  15.  26.  Okt.

10  abds.
Tanga  16  Tage  18.  Okt.  10  5  abds.
        <pb n="1143" />
        Die  Abfahrt  erfolgt

W  1029  2O

 

Ausschiffungshafen.

Vriefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  %  .  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
7.  28.  Okt.  Daressalam  18-20  Tage  15.  26.  Okt.

Marseille

Neapel  1
(deutsche  Schiffe)
10.

jedes  Monats

Zanzibar  18  Tage
(von  Sausiier  unmitelbar

10  3

abds.
8.  jed.  Mts.  107  abds.

 

 

 

 

e)  nach  Deutsch-Ostafrikao  6#  -  scon.
(ausschl.  der  unter  a  und  b  Larrsalam  d  4  6  Stund
genannten  Postorte)  Brindisi  20.  Okt.  Daressalam  17  Tage98.  Okt.  10  abds.
(engl.  Schiffe)
PBrindisi  27.  Okt.  nzibar  20  Tage  25.  Olt.  108  abds.
(engl.  Schlffe)  Zan  Daressalam  welter
—  mit  inohser  Gelegenheit
Hamburg  2.  Nov.  Swakopmund  24  Tage  1.  Nov.  712  abds.
3.  Deutsch-Südwestafrika.  Hamburg  23.  Okt.  Swakopmund  25  Tage  22.  Okt.  575  ums.
a)  nach  Abbabts,  Epukiro.  EO#.  Antwerpen  28.  Okt.  Swakopmund  20  Tage27.  Okt.  88  oms.
i,  Gobabis,  Go  R  Groot  S  -  -
onltellåh  Paris  soweit-sue  Wwchechmo  ;
alowater,  Kua  VBoulogne  29.  Okt  Swakopmund  19  Tage2.  Okt.  10  ums
Kubas,  Maltahöhe,  Nauchas  ,  -·«  V  p  g  rsiie  '
Pkshaöw  Dom-F  WEIB»  cdcmichcgchmcx
,I  1.  Sornr  *  95
lanzlo  wrortrue  ch.  nũo  Southampton,  19.  Okt.  2.  9.  Nov.  Swakopmund  25,  20,  18.  Okt.  1.  68.  Nov
————“  32  Tage  112
both,  Sceis,  Swakopmund,
widen  Waldan,  Waterberg.  Southampton  26.  Okt.  Swakopmund  25,  32,  25.  Olt.
27  Tage  112  oms.
Southampton.  19.  Okt.  2.  9.  Norv.  Lüderitzbucht  22,  20,  22.  Okt.  1  8.  Nov.
2,  29  Tag  112  v
Hamburg  23.  Okt.  Lüderitzbucht  26  Tages22.  Okt.  "  ums.
Antwerpen  238.  Okt.  Lüderitzbucht  21  Tage27.  Okt.
v  a#nderteucht,  Kuhub,)  Geussche  Schiffe)  88  vmss.
v  8  E—  Keet-  Beulogne  29.  Okt.  Lüderitzbucht  20  Tage28.  Okt.
ushoop.  (deutsche  Schiffe)  10  ums.
Hamburg  2.  Nov  Lüderitzbucht  27.34  Tages  1.  Nov.  717  abds.
Southampton  26.  Okt.  Lüderitzbucht  29  Tage25.  Okt.  112  uoms.
samburng  ..  Lüderitzbucht  26  Tagen  5  ums.
q  hach  ie  ls  herne  Southampton  26.  Okt  Capstadt  17  Tage  25.  Okt.
U  von  dort  weiter  auf  dem  11722  oms.
Landwege  über  Stelnkopf
i
95  i  9
4.  ern  Srie  vi  Hamburg  .  10.  25.  jed.  Mts.  Altoria,  Wirr  T#ere  3  jed.  Mts.  85  puis.
amenda,  Ban  22  -  7
an  bundi,  te  S,  Boe  Kribi  20  u.  25—30  Tage  24.  jed.  Mts.  7½  abds.
Duea  *  #  Bale  Gol.  Bonlogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
Mägt,  Fnde  Sohann.  ur  Mer  Duala  18  Tage
Abrecth  gensbe,  2W.  da  keil.  (deutsche  Schiife)  Kribi  19  Tage
*s  oͤn,  Wah  6  Liverpool  19.  Okt.  2.  Nov.  Duala  23,  26,  23  Tage7.  31.  Okt.
10“  abds.
b  io  del  DHamburg  55.  jedes  Monats  JNio  del  Rey  8286  Tages  24.  jed.  Mts.  71  abds.
nach  Rio  del  Rey  Lwerpool  19.  Okl.  16.  No.  Nio  del  Rey  23  Tage.  O.  14.  Nov
1  105  abds.
2
e)  nacd  bem  Tschadsee-Gebiet  Liverpool  jieden  Sonnabend  Forcados  1  Tage  jeden  Donnerstag
Garua,  Kussert)  1  von  dort  weigr  uber  10“  abds.
1
4)  nach  Osstdine  Liverpooll  jeden  Sonnabend  Calabar  jeden  Donnerstag
s  voscdoknvcttc  8  Solum  10“5  abds
n  bis  Mdnggo  (am  Croßfluß)  ·
e)uachMolundu.....  Antwetpcnl24.0ft.1-x.Noo.  Mata  20  Tage  23.  Okt.  13.  Nov.
von  ad  !  tant  de#  SEllen  10  nachm
Vordeaux  25.  jedes  Monats.ba  23.  jed.  Mis.  10  abds.

)  Den  durch  .  beseichneten  Schifsverbindungen  werden  Baechenpema  nur  dann  zugeführt,  wenn  ver  Absender

die  Beförderung  auf  diesem  M

 

aville
bn  mit  u  knd

 

 

——  songea  un
s  Moluͤndu

Lege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="1144" />
        6  1030

 

Nach

vom  Ein- 



Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens.

 

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
1  —
.  38  Tage  —
Neapel  Jav  38  kage  #½
5.  den  Narolinen,  palau-  Meunche  Schlse)  19.  Dez.  Saipan  12  Tage  .10#  abes.

Inseln,  Marianen.

geleitet;  von  Yokohama  weiter

Ponape  50  Tage

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  21.  Okt  7.  Nov.  Tsingtau  32—36  Tage2.  Okt.  5.  Nov.
Oen#sch  Schtffe)  10  abds.
Brindisi  jieden  Sonnta  Tsingtau  31—36  Tage  jeden  Freitag  10  5  abds.
6.  Kiantschon.  %%  Salen  7.  6  sing  6  Urekag
27.  Okt.  Tsingtau  341—36  Tage25.  Okt.
rcha  Teille,  10  abds.
Liverpool  8.  Okt.  Tsingtau  31  Tage  17.  Okt.  88  oms.
Neapel  .  2  Okt.  it  47  2
7.  Marshall-Inseln.  engl.  Schuse),  Olt  daluit  4  2  26  gu  .  2½
Neapel  1  Dez  Jaluit  59  T.  abds.
#heutteb  Z  iffe),  19.  Dez.  Jaluit  59  Tage  16
Neapel  —  10.  Nov.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  (engl.  Schiffe)  1.  8.  Nov.
Zrindiß  3.  Nov.  Apia  51  Tage  10  5  ums.
(engl.  Schiffe)
Hamburg  1.  16.  25.  jed.  Mts.Lome  26,  27,  19  Tage  15.  E4t.  ua  Getten  jed.  Mts.
71½
Nordenham  "„  3.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  2.  jed.  an  112  vms.
Hamburg  10.  jedes  MonatsLome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  855  oms.
Rotterdam  I  20.  jedes  Monats  Lome  23  Tage  19.  jed.  Mts.  9  ums.
(deutsche  Schiffe)
9.  Logo  Boulogne  s.  M.  11.  jedes  MonatsLome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  10  ms.
jeusog  Schiffe)
1  Marseille  12.  jedes  Monats  Catenen  19  Tage  10.  jed.  Mts.  1045  abds.
4  on  da  ab  Lanverbindung
Bordeaux  25.  jedes  Monats  Ertenan  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10/  abds.
von  da  ab  banpragee  wung.
Liverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  15  Tage  Donnerstag  93/  abds.
W  von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tagen
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebicten.
Von  Landungs=  Die  Post  ist  fänig  Von  Landungs=  Die  Post  ist  fälig
hafen  in  Berlin  am  hafen  in  Verlin  am
deutsch-Reugninen  Neapel.  15.  23.  Olt.  10.  Nov.  marshau-  Inseln  Brindisi  .  30.  Nov.
Neapel.  1.  Nov.  ;  .  Sr  s
beutsch-OstafeinnBrindise  20.  ti.  2  Dtt.  6#.  Nov.
—  Marseille.  16.  jed.  Mts.  Brindisi  20.  ait  2.  Nov.
beutsch-südwestafribal  Anthverpen.  122  Ol.  2.  Nov.  Narseile  s  –m  ,
.  lpantburg  14*.  24*.  Oft.  4*.  Nov.  über
nördl.  Teil  d.  Schubgeb.  Southanipton  14.  20.  Ott.  8.  Nov.  Xiautschou.  .  ..  Vancouver.
fudl.  Teil  des  Schugeb.  sSouthampton  20.  Olt.  3.  Nov.  Plymouth,  91  5  5rm.
Hamburg  14.  21“.  Okt.  Southampton,  .  18.  25“.  Okt.
4.  Nov.  Le  Havre  oder  1  10.  Nov.
9  127.  Okt.  27.  Nov.  Queenst  own
NNNNuntwerpen.  2•.Nov.  Sibir.  Eisen-Boulogne
  11.  ts  bahn.  .  .  .  jed.  Montag  u.  Mittw.
Kamern  Southampton  14“.  7  —  sed.  MtsäSi  i  1*i  "I|•
Queenstown  unnbestimmt,  voraus-Plymouth.
  13.  2  Samon  v.  Pymouth  sichtlich  13..Du
den  Narolinen,  I  Southampton  !  u.  50  jed.  Mis.
arianen,  Brindisi  30.  Nov.  2ooo  Hamburg
Palau-Inseln  1  [Boulogne  I  #en-  Mts.

 

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="1145" />
        S.  M.  S.  „Bussard“
S.  M.  S.  „Condor“
S.  M.  S.  „Panther“
S.  M.  S.  „Planet“.
S.  M.  S.  „Seeadler“
S.  M.  S.  „Sperber“

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Prinzessin“  der  Ostafrika-Linie  mit  der  abgelösten  Besatzung
S.

1031

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)

Mahs  (Seychellen)  2/9.  —  27/9.  Daressalam  7/10.  —  8/10.  Kilwa-Kiwindje

  11/10.  —  Kiswere.
Apia  10/9.

6/10.  Accra  5/10.  —  6
Vermessungsgebiet  bei  Matupi.
Tanga  14

Lome  14/9.  —  16/9.  Viktoria  (Kamernn).

Ablösungstransport:

Schiffe  „Seeadler“  und  „Bussard“.

Transportführer:

—  22/9.  Honolulu  8/10.  —  Jalnuit.
Dakar  1½.  —  14/9.  Sierra  Leone  23/9.  —  25/9.  Monrovia  28/9.  —
(10.  Lome  9/10.  —  Biktoria.

9.  —  14/9.  Zanzibar  27/9.  —  27/9.  Daressalam.

Oberleutnant  zur  See  Schröder  (Erich).

Lissabon  79.  —  11/9.  Dover  11/9.  —  11/9.  Vlissingen  11/9.  —  12/9.  Hamburg.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann  /  Linie  zwischen  Hamburg  und  West  und  Sũdwestafrila.

 

Neise

 

r
Postdampfer  Lette  Nachrichten
von  1  nach  bis  11.  Oktober  1907.
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  September  in  —
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Gabun  m  7.  Oktober  in  Cona
„Aline  Woermann“  Kapstadt  Swakopmund  am  10.  Oktober  ab  ga
„Anna  Woermann“  Hamburg  Winnebah  am  16.  September  ab  gas  Polmas.
„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  28.  September  in  La
„Ascan  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  26.  September  in  n-„Carl
  Woermann“.  Hamburg  Accra  am  7.  Oktober  in  Notterdam.
„Eduard  Bohlen“.  Swakopmund  Kapstadt  am  D.  Oktober  ab  Swakopmnund.
„Eduard  Woermann“  Lüderitzbucht  am  4.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Eleonore  Woermann“  Hamburg  Duala  am  9.  Oktober  in  Viktoria.
„Ella  Woermann“  Winnebah  Hamburg  am  5.  Oktober  ab  Sierra  Leone.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  12.  Oktober  ab  Hamburg.
„Frieda  Woermann"“  Kotonou  Hamburg  am  10.  Oktober  in  Hamburg.
„Hans  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  9.  Oktober  ab  Madeira.
„Henriette  Woermann"“  Lüderitzbucht  .  Hamburg  am  11.  Oktober  in  Hamburg.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  p.  Oktober  in  Dakar.
„Jeannette  Woermann“  Assinie  Hamburg  am  1.  Oktober  ab  Assinie.
„Kurt  Woermann“.  Hamburg  Calabar  am  15.  September  ab  Las  Palmas.
„Lili  Woermann“  Burutu  Hamburg  am  4.  Oktober  in  Hamburg.
„Linda  Woermann“  Rio  Nunez  Hamburg  am  29.  September  in  Hamburg.
„Lothar  Vohlen“  Kotonon  1  Hamburg  am  8.  Oktober  ab  Koton
„Lucie  Woermann“.  Hamburg  Duala  am  10.  Oktober  Cuxhaven  possier.
„Marie  Woermann“  Asfinie  Hamburg  am  7.  Oktober  in  Madeira.
„Martha  Woermann“  Hamburg  Gabun  am  30.  September  in  Las  Palmas.
„Max  Bro  Hamburg  1  Mossamedes  am  4.  Oktober  in  Mossamedes.
„Melita  Bohlen“  Assinie  Hamburg  am  17.  August  in  Hamburg.
„Otto  Woermann“.  Rio  Nunez,  Hamburg  am  9.  Oktober  ab  Conakry.
„Paul  Woermann“.  Hamburg  Calabar  am  8.  Oktober  Ouessant  passiert.
„Thekla  Bohlen“  Calabar  Hamburg  am  27.  September  ab  Lome.
„Gouverneur“  Hamburg  —  Lũderitzbucht  am  22.  September  in  Las  Palmas.
Hamburg--Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.

„Duala"  Hamburg  Nio  Nunez  am  9.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Edea“  Burutu  Hamburg  am  8.  Oktober  ab  Lagos.
„Kamerun“  Gabun  Hamburg  am  8.  Oktober  in  Duala.
„Lome“,  Hamburg  i  Kotonou  am  9.  Oktober  ab  Rotterdam.
„Otav!  Hamburg  I  Mossamedes  am  11.  Oktober  Alissingen  passiert.
Suene  Lüderitzbucht  I  Hamburg  am  1.  Oktober  ab  Swakopmund.
„To  Hamburg.  Mossamedes  am  9.  Oktober  in  Loanda.
„Winooutt.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  7.  Oktober  ab  Teneriffe.
        <pb n="1146" />
        v

W  1032  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.
Telephon-  Amt  1  9229  und  9224.  Telegramm-  Adreise  HBevdtbant  ·

11.  Oktober  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

vor-Grün=
  ;  Ge-  lebte  s  .  »
dungs-  Kapital  unr--  -  Divi-  ,  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  Mark  jahr  dende  dende;  5½%  5%
#  U  3

1906  1250  000  1.  10.  —  —  A.-G.  .105  110
1906  2000  000  1.  1.)  —  4  —  299
1905  1200  000  1.  4.  0  ·  .  102  108
19057  00  000  1.  1!1  5  5  104  110
1800,  1  500  000  1.  1.  30  22  260  —
18911  26600  000  1.  10.!  5  7  86  8868
1905  220  000  1.  1.  —  13  105  110
1900  1s18  000  1.  1.  7  7  115  120
1878  2  750  000  1.  1.  12  20  l

.  206  210
1885  2000000  1.  4.  20  20  190  200
1907  2500000  1.  1.  —  —  —  99
1002  (  000  000  „1.  10  0  75  8862
1902  1.,000  000  1.  5.  4  2  22Pp0
1885.  3  721  000  /1.  1.3  3½  5  100  102

3000  000  M  5  5  101  .103
18686,  2000  000  „1.  1.  „0  0  10  s  fr.  1538fr.
1903  11  495  000  1.  1.  3½  30½  »

«  -  «  .192993
189722500001s1.1.174  .T—;95
1899  4000  000  1.  1.  0  0  —  M100.—

6  360  000  0  .  *  do  —  O  12.—
1898,  1  000  000  1.  1.,  5  10  Südlamerun  120  125

1  000  000  0  10  do  —  105
1330  2000  000  1.  10.)  0  ·  —  34
1897  1  158  000  1.  11  0  K  —  4060
—n——i*-mi*  !

·  1.  5  '  so  —
1808  1200000  1.  7.  0  0  1  15

"  "1B  1  —  45
1904  1000  000  1.  1.)  —  o  —  40
906  8000000  1.  1.  —  4  --  98
1903  1000  000  1.  1.1—  o  —  85
1800  1  100  000  /1.  7,  %  0  —  Pp060
1885F  CSooo  Ooo  1.  4.,  0  .  E  dg

0  0  37  42
19006  1  200  000  1.  1.  —  —  Dstamka  Kompagnie  ...  —  95
1904  21.  000  000  1.  1.  3  3  Ottafrikanische  Eisenbahngeselschaft.  Anteile

(vom  Deutschen  Reiche  mit  3%  Zius  und  «

i«  "»  120%  Rückqahlung  garantiert)  92  93
1900  20  000  OO00  1.  4.  0  0  Otavi-Minen=  und  Eisenbahngesellschaft  115  120
1897  29000.000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  —  92
1895  1  500  000  1.  1.]  0  0  9  kheinische  -  —  35
1903  00  O00  1.  1.  0  Safata-Samoa-Gesellschaft  —  995
1905  I  2  000  000  1.  1.  4  4  K  enoo-Keanink-Dompanie  —  90
1897  500  000  1.  1.  0  0  Sigi  Pflanzungs-  Gesellschaft  —  100
1900  500  000  1.  7W.  0  0  South  Alriean  Territori  .  —  3  Sh  3  d
1892  2#  2000  O000  1.  7  0  0  South  West  Africa  Ge“  .  löshslöslitsd
1893  200  100  1.  4.  U  0  0  lÜfambara  Kaffeebangesellschaft  Stamm-zneil  —  333  3zefr

2200  0  0  do  orzugs-Anteile  47zsfr.  52  z9fr.
1897  1  2  000  1.  1.|]  0  0  Westafrikanische  l–  Bibundi  T

tamm-Anteile  74  —

.  600  000  ·0  6  Simu“  Anteile  1041  —
18971  4500  000  1.  1.  0  0  e  Pflanzungsgesellschaft  Victoria

1  msammengelegte  o5“45  60  n  —

1  Vor  tien  30  —
1895  1  300  Obo  1.  0  0  si.m-  osintngenbeelsi  1

Düs  1

gu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Vanthaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="1147" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs--Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Movember  1907.  Uummer  21.

Diese  Zeitschrift  erschein  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derfelben  werden  als  Belihefte  beigesügt  “  miphestens
nmal  vbiertelshrrt  erscheinenene  .Nittoilungen  nus  den  deutschen  Schutzgebieten-,  herausketeben

Danc  m  er  rrcelsghriche  Mbenstememtsbrets  für  5  r  Kolo  nigldlau  mit  den  Betheften  Griräct  7  duce  ch
Pf  ntd  die  oiihn  direkt  fzae  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung:  a)  M.  1.—  für  Deutschl  ende  7
der  deutschen  Schutzgebie  *  W  eich:  P'ishalue  in  M.  5.—  für  die  Lä  rr  646  s  Wel  stvere  eins.  —  Einsendungen  6  t
sund  an  die  Königliche  eisbsin  „  erc  von  Erust  Siegfried  Mittler  und  Sohn.  Berlin  8W68.  Kochstraße  68—  zepen

 

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verordnung  des  Gonverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika.  betc  die  Einfuhr  und
den  Vertrieb  geistiger  Getränke  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebicte.  Vom  16.  August  1907  1033.  —  Zusatz
zu  der  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch=  Samoa,  beir.  die  Bekämpfung  der  Ninvenkrantyeit,  vom
21.  April  1907.  Vom  31.  Juli  1907  S.  1035.  Personalien  S.  1030
Richtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  1038.  —  #niro  S.  10140.  —  Patriotische  Gaben  S.  1040.
itsch=  Südwestafrikar  Das  Verhältnis  der  Hottentotten  zu  den  fremden  Menschenrassen  in  ihrer  Heimat
und  nns  S.  1040.

Deutsch-  afritn  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Rüstenzollämtern  von  Deuusch  Sstalrita  in  im
Monae-  Lal  1907  S.  1047  Desgleichen  bei  den  Binnengrenz-Zollstellen  im  Monat  April  1907  1049.
Verkehrsstatisti  der  üsambara-  -Esenbahn  für  das  IV.  Vierteljahr  der  Nechnungsjahre  1905  und  10068.  S.  1048.

Mamerun:  Übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Kamerun  im  II.  Viertel  des  nalenderjahres
  1007  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  1050.

Togo:  Betriebsergebnisse  der  Verkehrsanlage  (Rüstenbahn,  Landungsbrücke  und  Inlandsbahn)  S.  1053.

Deutsch-Neuguinea:  Außenhandel  der  Westlarolinen,  Palau  und  Marianen  im  Kalenderjahre  1906  S.  1054.
—  Zum  Außenhandel  der  Marshall-Inseln  im  Kalenderjahre  1906  S  #1058.  —  Außenhandel  der  Marshall=  Inseln
im  NRalenderiahre  1906  S.  1058.  —  Kartographische  Namensänderung  S  1059.  —  Schiffsverkehr  in  den  Häfen  der
Marshall-  Inseln  S.  1060.

Kolonialwirtschafftiche  Mitteilungen:  Baumwolle  aus  Deutsch=  Südwestafrika  S.  1061.—  Sigi.Pflanzungs-Gesellcchat
  S.  1061.  —  Unberechtigter  Pessimismus  S.  1062.

Aus  fremden  Rolonien  und  Produktionsgebieten:  Das  russische“  Baumwollgeschäft  im  Jahre  1900
S.  1063.  —  Baumwollernte  1906/07  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  S.  1066.  —  Die  türkische  Seidenernte
1906  97  und  1907/08  S.  1068.  —  Gummiernte  des  Amazonasgebiets  in  der  Zeit  von  Juli  1906  bis  Juni  1907
S.  1069.  —  Handel  Cyions  1906  S.  1070.  —  Handel  mit  Zinn  und  Zinnerz  in  den  Straits  Settlements  und  den
Vereinigten  Malayenstaaten  im  I.  Viertel  1907  S.  1071.  Prämien  für  die  Erzeugung  von  Kupfer  und  Ounecksilber
in  Neuseeland  S.  1073.  —  Einfuhrhäfen  auf  den  Salomon:  einseln  S.  103—  Zolltarifänderung  in  Britisch-Nordborneo
S.  1073.  —  Zollbehandlung  der  Schiffsvorräte  in  der  Kapkolonie  S.  1074.  —  Verbot  der  Einfuhr  von  Dollars  in
*-  Ostindien  S.  1074.  —  Einsetzung  eines  Zollausschusses  in  Transvaal  S.  1074.

Verschiedene  Mitteilungen:  Geographische  Vorlesungen  an  der  Handeelshoachschule  Berlin  S.  1074.  —
Zoll-  Einsugeyufen  für  die  britischen  Salomonsinseln  S.  1075.  —  Literatur  S.  1075.  —  Verkehrs-Nachrichten
.  1076.  —  Schiffsbewegungen  S.  1078.  —  Kurse  Neusscher  Kolonialwerte  S.  1080.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Teilacaccman

Gesetze;  Verordnungen  der  Beichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Einfuhr  und  den

Vertrieb  geistiger  Getränke  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete.

Vom  16.  August  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  und  des  §  5
der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betreffend  die  seemannsamtlichen  und
konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und
der  Südsee,  wird  verordnet,  was  folgt:

§  1.  Der  Handel  mit  geistigen  Getränken  aller  Art,  die  Vermittelung  dieses  Handels  wie
auch  der  Betrieb  der  Schankwirtschaft  sind  nur  auf  Grund  vorher  eingeholter  schriftlicher  Erlaubnis
der  zuständigen  Behörde  gestattet.
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        W  1034  2

2.  Der  Erlaubnisschein  kann  lauten:

1.  Auf  Vermittelung  oder  Handel  mit  geistigen  Getränken  aller  Art  im  großen,

2.  auf  Handel  mit  geistigen  Getränken  aller  Art  in  Flaschen,

3.  auf  Ausschank  und  Handel  von  geistigen  Getränken  aller  Art,

4.  auf  Ausschank  und  Handel  von  im  Schutzgebiet  hergestellten  Bieren  und  Weinen.

Der  Inhaber  eines  Erlaubnisscheines  zu  3.  ist  berechtigt,  auch  Großhandel  und  Handel  in

Flaschen,  der  Inhaber  eines  Erlaubnisscheines  zu  2.  ist  berechtigt,  auch  Großhandel  zu  betreiben.

Handel  im  großen  ist  der  Handel  in  einer  Menge  von  nicht  weniger  als  6  Liter  im
einzelnen  Verkaufsfall.  Sind  die  Getränke  in  das  Schutzgebiet  eingeführt,  so  dürfen  sie  im  Großhandel
  nur  in  den  Verpackungen  verkauft  werden,  in  denen  sie  eingeführt  worden  sind.

.  Der  Erlaubnisschein  hat  nur  für  die  darin  genannte  Person  Gültigkeit.  Er  erstreckt
sich  beim  Großhandel  auf  die  in  dem  Erlaubnisschein  bezeichnete  Geschäftsniederlassung,  beim  Ausschank
  und  beim  Handel  in  Flaschen  auf  die  im  Erlaubnisschein  bezeichneten  Räumlichkeiten.  Der
Erlaubnisschein  läuft  immer  nur  bis  zum  Ende  des  betreffenden  Rechnungsjahres  (1.  April
bis  31.  März).

Tritt  im  Laufe  des  Rechnungsjahres  ein  Wechsel  in  der  Person  des  Vertreters  einer  Firma
ein,  so  kann  auf  Antrag  eine  gebührenfreie  Umschreibung  des  Erlaubnisscheines  auf  den  neuen
Vertreter  stattfinden,  sofern  nicht  gegen  dessen  Person  Bedenken  bestehen.  Bei  besonderen  Gelegenheiten
  kann  der  Ausschank  für  kurze  Zeit  auch  außerhalb  des  in  dem  Erlaubnisschein  bezeichneten
Schanklokals  gestattet  werden.

Der  Ausschank  in  Kaufläden  oder  sonstigen  Räumen,  in  denen  Handelsartikel  feilgehalten
werden,  ist  verboten.  Der  Gouverneur  kann  Ausnahmen  biervon  zulassen.

4.  Für  die  Erteilung  des  Erlaubnisscheines  ist  eine  Gebühr  zu  entrichten.

Diese  beträgt  für  das  Rechnungsjahr  im  Falle:  »

1.  des  §  2  Nr.  1:  200  Mk.,  sofern  der  Berechtigte  nachweist,  daß  er  während  des
Rechnungsjahres  mindestens  5000  Mk.  Zoll  für  geistige  Getränke  entrichtet  hat.
Andernfalls  ist  die  Gebühr  zu  §  2  2  zu  entrichten.

.  des  §5  2  Nr.  2:  800  Mk.

ldes  §  2  Nr.  3  bei  einem  jährlichen  Umsatz  bis  zu  4000  Litern  in  Orten  mit  einer
weißen  Bevölkerung  von  mehr  als  100  Seelen:  1000  Mk.,  in  den  übrigen  Orten
bei  einem  jährlichen  Umsatz  bis  zu  2500  Litern:  600  Mk.  Sie  steigt  in  beiden
Fällen  für  jede  weiteren  angefangenen  1000  Liter  um  100  Mk.

4.  des  §  2  Nr.  4:  Mk.

§5  5.  Die  Gebühr  für  8  Erteilung  der  Erlaubnis  zum  Ausschank  sowie  diejenige  für  den
Umsatz  der  ersten  4000  beziehungsweise  2500  Liter  ist  bei  der  Aushändigung  des  Erlaubnisscheines
u  entrichten.

Die  Gebühr  für  den  4000  beziehungsweise  2500  Liter  übersteigenden  Umsatz  ist  nach  Ablauf

  des  Rechnungsjahres,  für  welches  der  Erlaubnisschein  erteilt  ist,  zu  entrichten,  bei  Aufgabe  des

Geschäftsbetriebes  während  des  Rechnungsjahres  jedoch  schon  zu  diesem  Zeitpunkte.

Für  Erlaubnisscheine,  die  in  der  ersten  Hälfte  des  Rechnungsjahres  erteilt  werden,  ist  die
volle  Jahresgebühr,  für  solche,  die  nach  dem  1.  Oktober  erteilt  werden,  die  Hälfte  der  Jahresgebühr
zu  entrichten.

§  6.  Jeder  Inhaber  eines  Erlaubnisscheines  zu  §  2  Nr.  3  ist  verpflichtet,  ein  genaues
Verzeichnis  der  in  seinen  Geschäftsbetrieb  gelangten  geistigen  Getränke  jedesmal  bis  zum  1.,  10.  und
20.  eines  jeden  Monats  nach  deren  Eintreffen  dem  zuständigen  Bezirks=  oder  Distriktsamt  schriftlich
einzureichen.

7.  Für  die  Erteilung  der  Erlaubnisscheine  sowie  für  die  Festsetzung  der  Gebühren  sind

die  Bezirks=  und  selbständigen  Distriktsämter  zuständig.

§*  8.  Der  Erlaubnisschein  ist  nur  zu  erteilen,  wenn  ein  Bedürfnis  vorhanden  ist.

Er  kann  versagt  werden:

1.  Wenn  der  Antragsteller  keine  Gewähr  für  die  Zuverlässigkeit  in  bezug  auf  den  beabsichtigten
  Gewerbebetrieb  bietet  oder  dem  Trunke,  der  Völlerei,  der  Unsittlichkeit  oder
dem  Glücksspiele  Vorschub  leistet;

2.  wenn  die  Möglichkeit  einer  genauen  Überwachung  des  Betriebes,  insbesondere  einer
genügenden  Kontrolle  über  Abgabe  von  Getränken  an  Eingeborene  fehlt;

3.  wenn  der  Antragsteller  wegen  Zuwiderhandlung  gegen  diese  Verordnung  innerhalb
der  letzten  drei  Jahre  bestraft  ist.

 

i
        <pb n="1149" />
        W  1035  2

9.  Aus  den  in  §  8  angegebenen  Gründen  sowie  beim  Verstoß  gegen  die  Bestimmungen
des  §  10  kann  die  Erlaubnis  auf  Zeit  oder  ganz  entzogen  werden.  Ein  Gleiches  kann  bei  wiederholtem
  Verstoß  gegen  die  Bestimmungen  des  §  6  angeordnet  werden.

Nur  im  Falle  des  §  8  Nr.  2  ist  dem  Lizenzinhaber  ein  entsprechender  Teil  der  entrichteten
Gebühr  zurückzuzahlen.

§  10.  Keinem  Eingeborenen  dürfen  geistige  Getränke  oder  Alkohol  enthaltende  Essenzen
irgend  welcher  Art  verabfolgt  werden.

Dienstherrschaften  können  indes  den  in  ihren  Diensten  stehenden  Eingeborenen  geistige
Getränke  in  kleinen  Mengen  verabfolgen,  jedoch  dürfen  die  Getränke  nicht  die  Stelle  des  Lohnes
oder  eines  Teiles  des  Lohnes  vertreten.

8  lI.  Mit  Geldstrafe  bis  zu  150  Mk.,  im  Unvermögensfall  mit  Haft,  wird  bestraft:

Wer  die  im  §  6  vorgeschriebene  Anzeige  unterläßt;

1  wer  als  Dienstherrschaft  seine  eingeborenen  Bediensteten  durch  Verabreichung  geistiger
Getränke  in  den  Zustand  der  Trunkenheit  versetzt.

*  12.  Mit  Geldstrafe  bis  zu  5000  Mk.  oder  Gefängnis  bis  zu  drei  Monaten  (ef.  §  5  der
R.  K.  Verf.  vom  27.  September  1903  Kol.  Gesetzgeb.  S.  214)  wird  bestraft:

1.  Wer  der  Bestimmung  des  §  10  Absatz  1  zuwider  an  Eingeborene  geistige  Getränke
oder  Alkohol  enthaltende  Essenzen  irgend  welcher  Art  verabfolgt;

2.  wer  als  Dienstherrschaft,  nachdem  er  zweimal  zu  einer  Strafe  gemäß  §  11  Ziffer  2
rechtskräftig  verurteilt  war,  seine  eingeborenen  Bediensteten  durch  Verabreichung
geistiger  Getränke  in  den  Zustand  der  Trunkenheit  versetzt;

3.  wer  ohne  behördlichen  Erlaubnisschein  mit  geistigen  Getränken  handelt,  solchen  Handel
vermittelt  oder  den  Ausschank  geistiger  Getränke  betreibt.  Neben  der  Strafe  ist  der
doppelte  Betrag  der  Jahresgebühr  zu  entrichten;

4.  wer  nach  Entziehung  des  Erlaubnisscheines  den  Handel  mit  geistigen  Getränken  oder
dessen  Vermittelung  oder  den  Ausschank  geistiger  Getränke  fortsetzt;

5.  wer  von  den  im  Erlaubnisschein  festgesetzten  Bedingungen  abweicht;

6.  wer  dem  §  3  Absatz  3  zuwider  den  Ausschank  in  Kaufläden  oder  sonstigen  Räumen,
in  denen  Handelsartikel  feilgehalten  werden,  betreibt;

7.  wer  die  in  §  6  vorgeschriebene  Anzeige  wissentlich  falsch  erstattet.

§  13.  Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Oktober  1907  mit  der  Maßgabe  in  Kraft,  daß  die
bis  jetzt  erteilten  Lizenzen  von  dieser  Verordnung  unberührt  bleiben.

Mit  demselben  Tage  treten  außer  Kraft:

1.  Die  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betreffend  die  Einfuhr
und  den  Vertrie  geistiger  Getränke  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiet,  vom
18.  Dezember  1

.  die  Orkemter  100  .  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika  vom  26.  Februar
  1903  und  vom  24.  Mai  1905,  betreffend  Abänderung  der  Verordnung  vom
18.  Dezember  1900.

Windhuk,  den  16.  August  1907.

v.  Lindequist,
Unterstaatssekretär,  beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Gouvermursgeschäfte.

25

Zusatz  zu  der  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Samoa,  betr.  die
Bekämpfung  der  Rindenkrankheit,  vom  21.  Kpril  1907.
Vom  31.  Juli  1907.

Nachdem  sich  herausgestellt  hat,  daß  der  Erreger  der  Rindenkrankheit  in  Abfällen,  namentlich
in  Schoten  (Pods),  auch  von  gesunden  Kakaobäumen,  sich  vorfindet,  bestimme  ich  zusätzlich  zu  §  4
der  Verordnung,  daß  die  Kommission  zur  Bekämpfung  der  Rindenkrankheit  befugt  ist  anzuordnen,
daß  Abfälle,  in  Sonderheit  Schoten  (Pods)  auch  von  gesunden  Kakaobäumen,  zu  verbrennen  oder
einzugraben  und  mit  Kalk  zu  übergießen  sind.

Vailima,  den  31.  Juli  1907.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
Solf.
        <pb n="1150" />
        G  1036  20

Dersonalien.

Raiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1907.
v.  Grawert  (Gideon),  überzähliger  Hauptmann,  zum  Kompagniechef  ernannt.
Es  werden  befördert:
die  Leutnants:
Gudowius,  Karnapky  und  Spiegel  —  zu  Oberleutnants,  sowie
Dr.  Leupoldt,  Oberarzt,  zum  Stabsarzt.
Dr.  Ahlbory,  Stabsarzt,  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  2½2  Jahre  genehmigt.
Fonck  (August),  Hauptmann  und  Kompagniechef,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  und  der
Erlaubnis  zum  Tragen  der  bisherigen  Uniform  bewilligt.
v.  Marces,  Leutnant  im  2.  Feldregiment  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  in  die  Schutztruppe
  versetzt.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  12.  Oktober  1907.

Lincke,  Oberleutnant,  im  Anschluß  an  den  ihm  auf  Grund  des  §  18  der  Schutztruppenordnung
bewilligten,  mit  dem  16.  November  1907  ablaufenden  viermonatigen  Heimatsurlaub  aus
Gesundheitsrücksichten  ein  Nachurlaub  bis  zum  9.  Dezember  d.  Is.  bewilligt.

Dr.  Stolowski,  Stabsarzt,  im  Anschluß  an  seinen  viermonatigen  Heimatsurlaub  Nachurlaub  mit
der  Maßgabe  bewilligt,  daß  er  die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  mit  dem  Dampfer
ab  Neapel  den  30.  Dezember  d.  Is  antritt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1907.
Am  31.  Oktober  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  November  d.  Js.
im  Heere  angestellt:
Heuck,  überzähliger  Major,  aggregiert  beim  4.  Lothringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  136,
die  Hauptleute:
Rembe,  enrch  in  der  II.  Feldartillerie-Abteilung,  unter  Verleihung  eines  Patentes  vom
3.  März  1902  als  Batteriechef  im  1.  Thüringischen  Infanterie-Regiment  Nr.  19,  und
Gundel,  *  o  ‚*J  der  II.  Feldtelegraphen-Abteilung,  im  Telegraphen-Bataillon  Nr.  1,
die  Oberleutnants:

Sixt  v.  Armin  in  der  I.  Feldartillerie-Abteilung,  im  Feldartillerie  -Regiment  von  Scharnhorst

(1.  Hannoverschen)  Nr.  10,
Hilken  in  der  3.  Etappenkompagnie,  im  1.  Kurhessischen  Infanterie-Regiment  Nr.  81,  und
Berlin  in  der  II.  Feldtelegraphen-Abteilung,  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  2,

die  Leutnants:

Küentzle  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung,  im  5.  Badischen  Feldartillerie-Regiment

Nr.  76,  und
Hoffmann  (Maxz)  im  2.  Feldregiment,  im  3.  Posenschen  Infanterie-Regiment  Nr.  58;
Plagge,  Oberstabsarzt  und  Chefarzt,  im  Infanterie-Regiment  Kaiser  Wilhelm  (2.  Großherzoglich

Hessischen)  Nr.  116
Dr.  Frey,  Stabsarzt,  im  Hannoverschen  Jäger-Bataillon  Nr.  10,
Dr.  Sowade,  Oberarzt,  im  Füsilier-Regiment  Königin  (Schleswig-  aalsenschey  Nr.  86.

Ferner:  Am  31.  Oktober  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:

Rohe,  Oberlentnant,
Mayr  (Josef),  Leutnant,  und  Kaufmann  (Lukas),  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich

Bayerische  Militärdienste,  und
Müller  v.  Berneck,  Oberleutnuant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Sächsische  Militärdienste.
        <pb n="1151" />
        W  1037  20

Es  werden  befördert:
Schlettwein,  Leutnant,  zum  Oberleutnant,
die  Oberärzte:
Dr.  Schulze,  Dr.  Zabka  und  Dr.  Maaß  zu  Stabsärzten.
Dr.  Liesegang,  Stabsarzt,  vom  1.  November  d.  Is.  ab  ein  sechsmonatiger  Urlaub  nach  Deutschland
  ohne  Gehalt  bewilligt.

Bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Gouvernement  in  Südwestafrika  kommandiert:
die  Oberleutnants:
Hildebrandt  in  den  Ersatzkompagnien  des  1.  Feldregiments  und
Hollaender  in  der  V.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung  sowie
Freytag,  Leutnant,  in  der  III.  (Proviant-)  Kolonnen-Abteilung.

Der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt:
·  den  Hauptleuten:
v.  Kahlden,  Kompagniechef,  und
Steinhausen  im  1.  Feldregiment,  letzterem  mit  der  Erlaubnis  zum  Tragen  der  bisherigen  Uniform.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  12.  Oktober  1907.

Kießling,  Proviantamts-Assistent,  am  15.  Oktober  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Sächsischen  Heeresverwaltung  (beim  Proviantamt  Leipzig)  aus  der  Schutztruppe
ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  8.  Oktober  1907.

Tonndorf,  Feldlazarett-Inspektor,  scheidet  mit  dem  30.  November  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung
im  Bereiche  der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Garnisonlazarett  Mülhausen
  i.  E.)  aus  der  Schutztruppe  aus.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1907.
Glauning,  Hauptmann,
Heinicke  und  Kirch,  Oberleutnants,
Jacob  und  v.  Wenckstern,  Leutnants,  —  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere
2  Jahre  genehmigt.
Zipse,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert.
Geisler  und  Dr.  Jaeger,  Oberärzte  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  in  die  Schutztruppe
  versetzt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
der  Schutztruppe  für  Kamerun  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:
A.  K.  O.  vom  19.  Oktober  1907.  -
Die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  Hirtler,
dem  Leutnant  v.  Oertzen  und
dem  Stabsarzt  Dr.  Handl;
die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  2.  Klasse  mit  Schwertern  am  Ringe
am  zweimal  schwarz=  und  dreimal  weißgestreiften  Bande:
dem  Generalmajor  Mueller,  Kommandeir  der  Schutztruppe;
den  Königlichen  Kronenorden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
den  Leutnants  v.  Michagelis  und  v.  Hagen;
das  schwarze  Band  mit  weißer  Einfassung  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse
mit  Schwertern,  an  Stelle  des  unterm  10.  November  1904  verliehenen  weißen
Bandes  mit  schwarzer  Einfassung:
dem  Oberarzt  Dr.  Berké;
        <pb n="1152" />
        W  1038  20

das  Militär-Ehrenzeichen  1.  Klasse:

dem  Feldwebel  Schmidt;

das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:

dem  Sergeant  Herbst.

Ferner:
A.  K.  O.  vom  7.  Oktober  1907.
Den  Königlichen  Kronen-Orden  2.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Königlich  Großbritannischen  Major  Elliot  von  der  Kap-Polizei.

 

Nachdem  die  Hauptabnahme  der  Teilstrecke  Lüderitzbucht  —  Aus  der  im  Bau  begriffenen
  Eisenbahn  Lüderitzbucht  —Keetmanshoop  erfolgt  und  das  Dienst=  und  Wohngebäude
für  den  Kaiserlichen  Eisenbahnkommissar  in  Aus  fertiggestellt  ist,  hat  der  Kommissar  am  6.  September
  d.  Is.  seinen  Amtssitz  von  Lüderitzbucht  nach  Aus  verlegt.

Postsendungen  für  den  Eisenbahnkommissar  sind  nach  wie  vor  nach  Lüderitzbucht  zu
adressieren,  Telegramme  dagegen  sind  nach  Aus  zu  richten.

 

ENRichtamtlicher  Teilslblll  EMOMX

Dersonal-Nachrichten.
Wilhelm  Fürst  zu  Wied  .

Am  Dienstag,  den  22.  Oktober,  ist  Seine
Durchlaucht  der  Fürst  zu  Wied  nach  kurzem
Leiden  auf  seinem  Schlosse  Neuwied  gestorben.
Der  Fürst  war  im  Jahre  1845  geboren;  er  nahm
als  Leutnant  im  Oberkommando  der  II.  Armee
an  dem  Feldzuge  gegen  Osterreich  und  als
Generalstabsoffizier  im  Generalkommando  des
XI.  Armeekorps  an  dem  Kriege  gegen  Frankreich
teil.  Im  Jahre  1893  wurde  ihm  am  Geburtstage
  des  Kaisers  der  Charakter  als  General  der
Infanterie  verliehen.  Der  Entschlafene  gehörte
als  erbliches  Mitglied  dem  preußischen  Herrenhause
  an,  dem  er  von  1897  bis  1904  präsidierte.
  Auch  im  deutschen  Flottenverein  führte
er  längere  Zeit  hindurch  den  Vorsitz.

Der  „Reichs-Anzeiger"  widmet  dem  verstorbenen
  Fürsten  einen  Nachruf,  in  dem  es  heißt:
„Ein  treuer  Mitarbeiter  an  den  Aufgaben  des
Reichs  und  des  preußischen  Staates  ist  in  dem
Entschlafenen  dahingegangen.  Wie  der  Fürst  in
seinen  ersten  Mannesjahren  auf  den  Schlachtfeldern
  für  die  deutsche  Einigung  mitgekämpft
hat,  so  galt  in  den  Zeiten  des  Friedens  seine
Hingabe  allen  patriotischen  Werken.  Als  Mitbegründer
  des  Flottenvereins  hat  er  ebenso  vorbildlich
  gewirkt  wie  in  seiner  Teilnahme  an  den
Arbeiten  der  Gesetzgebung  und  Verwaltung  in
Staat  und  Provinz.  Durch  das  Hinscheiden  des
Fürsten  zu  Wied  werden  das  württembergische,
das  holländische  und  das  rumänische  Königshaus
in  tiefe  Trauer  versetzt.  Im  deutschen  Volke  ist
dem  Entschlafenen  ein  ehrendes  Andenken  sicher.“

 

Auch  dem  Kolonialrat  hat  der  Fürst  zu
Wied  viele  Jahre  hindurch  angehört  und  sich
ebenso  wie  als  Mitglied  der  Deutschen  Kolonial=Gesellschaft
  als  warmherziger  Freund  und  eifriger
Förderer  der  kolonialen  Sache  gezeigt.  Die  Kolonialverwaltung
  und  die  Mitglieder  des  Kolonialrats
  werden  das  Gedächtnis  des  Fürsten
stets  dankbar  und  hoch  in  Ehren  halten.

Nachruf.
Dr.  Albert  Koeppen  F.
Telegraphischer  Nachricht  zufolge  ist  der

Chemiker  und  wissenschaftliche  Beamte  an  der
Versuchsanstalt  für  Landeskultur  in  Viktoria

Dr.  Albert  Koeppen

am  9.  Oktober  d.  Is.  im  Schutzgebiet  Kamerun
dem  Schwarzwasserfieber  erlegen.

Der  Verstorbene  trat  Anfang  1906  in  den
Dienst  des  Schutzgebietes  und  hat  sich  seinen
dortigen  wissenschaftlichen  Aufgaben  stets  mit
regem  Eifer  und  großer  Hingebung  gewidmet.
Das  Schutzgebiet  verliert  in  ihm  einen  fleißigen
und  pflichttreuen  Beamten,  dem  ein  dauerndes
Andenken  gesichert  ist.

Deutsch-Ostakrika.

Der  kommiss.  Sekretär  Bopp,  der  Steuersekretär
  Schmidt,  der  Finanzassistent  Fritz,  der
Eisenbahnpraktikant  Berndt  und  der  Polizeiassistent
  #eugebauer  haben  am  28.  Oktober  1907
die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  angetreten.
        <pb n="1153" />
        W  1039  20

Die  Wiederausreise  haben  am  28.  Oktober
angetreten:  Gouvernementssekretär  Engel,  Bezirksamtssekretär
  Bleich,  kommiss.  Sekretär  Kern,
kommiss.  Bureauassistent  2.  Klasse  Dietz,  Kanzlist
Kuhne  und  Brureaugehilfe  Grasböck.

In  Ostafrika  sind  am  18.  bzw.  19.  Juli  eingetroffen:
  Tierarzt  Dr.  Sommerfeld  und  Gärtner
  Heinrich.

 

Ostafrika  haben  mit  Heimatsurlaub  verlassen:
Am  22.  September  1907:  Kapitän  Stiehler,
Gouvernementsarchitekt  Lipowsky,  kommiss.  Sekretär
  Witte,  Bureangehilfe  Reinicke  und  der
kommiss.  Bureauassistent  2.  Klasse  Sachse;  am
23.  September  der  kommiss.  Sekretär  Weber.

 

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  8.  Oktober  1907  in  Neapel:  Feldwebel
Standau  und  Sergeant  Schneemann;

am  9.  Oktober  1907  in  Neapel:  Stabsarzt  Dr.
Skrodzki,  Feldwebel  Demmel,  Sergeant
Zühlsdorff  u.  Sanitätsunteroffizier  Scholles.

 

Die  Ausreise  bzw.  die  Wiederausreise  in  das
Schutzgebiet  haben  am  28.  Oktober  1907  von
Neapel  aus  angetreten:  die  Oberleutnants  Frank
und  Schimmer,  Leutnant  v.  Marées,  Oberarzt
Wünn,  Sanitätssergeant  Steinberg  sowie  die
Unteroffiziere  Kröger  und  Koch.

Kamerun.

Der  Zollassistent  Wendt  hat  am  25.  Oktober
die  Wiederausreise  nach  Kamerun  angetreten.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  kommiss.
Sekretär  Mülling,  Katasterzeichner  Ackermann,
Vermessungstechniker  Köster  und  Maurer  Hierl.

Mit  Heimatsurlaub  ist  eingetroffen:  Polizeimeister
  Seiler.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  9.  Oktober  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Feldwebel  Rossa,  Feuerwerker  Hopp,
Sergeant  Kramer,  die  Unteroffiziere  Knoff,
Menze,  Heinke  und  Haugg  und  Sanitätsunteroffizier
  Titze.

Togo.
Der  Stationsassistent  Bähr  hat  am  25.  Oktober
  die  Ausreise  nach  Togo  angetreten.

 

Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Gandremteiiser  Gärtner  und  kommiss.  Sekretär
Heß.

 

Deutsch-Südwestafrika.

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika  haben
mit  dem  am  2.  Oktober  von  Hamburg  abgegangenen
  Dampfer  angetreten:  Oberbürgermeister
Dr.  Külz,  Regierungspraktikant  Kakelday,  Gerichtsaktunar
  Knapke,  Eisenbahnpraktikant  Wegeleben,
  Lehrerin  Käthe  Guse  und  Drucker  Willmann.


Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Am  20.März
der  Lokomotivführer  Franz  Ludwig,  am  25.  Mai
der  Bohrinspektor  Kirchhoff,  am  20.  August  der
kommiss.  Distriktschef  Wilhelm  v.  Vietsch  und  der
Lokomotivführer  Friedrich  König,  am  22.  August
der  Landmesser  Beermann.

Wiedereingetroffen  im  Schutzgebiet  ist  am
22.  August  d.  Is.  der  bisherige  kommiss.  Bezirksamtmann
  in  Keetmanshoop,  Zolldirektor  Schmidt.

Zolldirektor  Schmidt  ist  mit  Wirkung  vom
1.  Juli  d.  Is.  zum  etatsmäßigen  Bezirksamtmann
ernannt  worden.

Als  Sekretäre  sind  angestellt  die  bisherigen
Bureauassistenten  1.  Klasse  Schneidenberger,
Hilzebecher  und  Heyer.

Der  frühere  Katastergehilfe  in  Windhuk  Barsch
ist  mit  dem  14.  Oktober  d.  Is.  wieder  als  Hilfszeichner
  in  die  Königlich  Preußische  Katasterverwaltung
  eingestellt  worden.

 

 

Am  15.  September  d.  Is.  haben  einen  Heimatsurlaub
  nach  Deutschland  angetreten:  Regierungsrat
  Dr.  Hintrager  und  Polizeirat  Bösel.

 

Eingetroffen  in  Deutschland  sind  auf  Heimatsurlaub
  der  Bezirksamtsschreiber  Schiöberg  und
der  Polizeisergeant  Mangold.

 

Entlassen  aus  dem  Eisenbahndienst  sind  am
6.  Juli  d.  Is.  die  Schlosser  Klitzke  und  Fahrenkrug.


Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  13.  Oktober  1907  in  Antwerpen:  Leutnant
Frhr.  v.  Crailsheim-Rügland;

am  14.  Oktober  1907  in  Antwerpen:  Oberleutnant
  v.  Lengerke;

am  14.  Oktober  1907  in  Hamburg:  Major  Heye,
die  Leutnants  Stübel,  Schöneberg  und
Frhr.  Geyr  v.  Schweppenburg.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
von  Hamburg  aus  angetreten:
Am  20.  Oktober  1907  die  Sergeanten  Wittwer
und  Lüth;
am  23.  Oktober  1907  Sanitätssergeant  Teubener.
        <pb n="1154" />
        G  1040  2

Deutsch-Neuguinea.

Der  kommiss.  Polizeimeister  Friedr.  Schmieder
ist  am  2.  August,  der  Obergärtner  Karl  Rudolph
und  der  Heilgehilfe  Richard  Buhr  sind  am
29.  August  1907  im  Schutzgebiet  Neuguinea
eingetroffen.

Der  kommiss.  Polizeimeister  Tafel  wird  am
6.  November  d.  Is.  die  Ausreise  nach  Deutsch-Neuguinea
  antreten.

Samoa.
Der  Lehrer  Osbahr  ist  am  31.  August  1907
im  Schutzgebiet  Samoa  eingetroffen.

 

AKufruf
zur  Stiftung  eines  Denkmalsfonds  zu  Ehren  der
während  des  Aufstandes  1903  bis  1907  Gefallenen
und  Gestorbenen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für
Südwestafrika  und  der  Kaiserlichen  Marine:
Wir  beabsichtigen,  unseren  tapferen  Kameraden,
die  während  des  vergangenen  Feldzuges  für

 

Sanitätsoffiziere  und  Beamte  sowie  1658  Mannschaften
  der  Schutztruppe  und  der  Marine  —  in
Windhnk  ein  Denkmal  zu  setzen.

Wir  wenden  uns  daher  an  die  deutsche  Armee
und  Marine  und  unsere  deutschen  Mitbürger,
welche  unserem  schweren  Kampfe  warmes  Interesse
entgegengebracht  haben,  mit  der  Bitte,  uns  durch
Geldspenden,  die  das  Kommando  der  Schutztruppen,
  Berlin  W.  8,  Mauerstraße  45/46,  entgegennimmt,
  die  Errichtung  eines  würdigen
Denkmals  zu  ermöglichen.

v.  Estorff,
Oberstleutnant  und  Kommandeur  der  Schutztruppe
für  Südwestafrika.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

Von  dem  Elsaß-Lothringischen  Krieger-Landes- 



Deutschlands  Ehre  gefallen  oder  durch  Krankheit  verband  in  Straßburg  i.  E.  vier  Kisten  mit
dahingerafft  sind  —  insgesamt  106  Offiziere,  Liebesgaben.
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)
Deutsch-Südwestafrika.  Diese  Antwort  hat  hier  denselben  Sinn  wie  in

Das  Verhältnis  der  Hottentotten  zu  den  fremden
Oenschenrassen  in  ihrer  Helmat  und  Nachbarschaft.“)

Man  nimmt  unbestritten  an,  die  Hottentotten
hätten  ihrem  Selbstbewußtsein  dadurch  Ausdruck
gegeben,  daß  sie  sich  über  alle  anderen  Menschen
erhebend,  „Menschen  der  Menschen“  nennen,  in
demselben  verherrlichenden  Sinne,  wie  wir  etwa
von  einem  „Buch  der  Bücher“  reden.  Diese  Auffassung
  ist  zu  modifizieren.  Fragt  man  einen
Hottentotten:  „Ein  Mensch  welchen  Stammes  bist
Du?“,  so  antwortet  er  entweder:  „Ich  bin  ein
Nama“,  oder  er  setzt  diese  Kenntnis  voraus  und
sieht  dann  in  der  Frage  einen  Zweifel  an  der
Reinheit  seines  Menschentums;  seine  Antwort
lautet  in  diesem  Fall:  „Ich  bin  ein  echter  Mensch“.

)  Die  vorstehenden  Ausführungen  entnehmen
wir,  ohne  daß  wir  uns  mit  den  Einzelheiten  identifizieren,
  einem  soeben  im  Verlag  von  Gustav  Fischer
in  Jena  erschienenen  prächtigen  Werke  von  Dr.  Leonhardt
  Schulcze,  a.  o.  Professor  an  der  Universität  Jena:
Aus  Namaland  und  Kalahari.  Bericht  an  die
Königl.  Preuß.  Akademie  der  Wissenschaften  über  eine
Forschungsreise  des  Verfassers  von  1903  bis  1905.

 

der  Antwort  eines  Hottentotten,  den  ich  auf  die
skeptische  Frage:  „Was  für  ein  Pferd  ist  das?“,
erwidern  hörte:  „Ei  doch,  ein  Pferd-Pferd“,  d.  h.
ein  echtes  Pferd.  Mit  der  Verdoppelung  der
Bezeichnung  „Mensch“  drückt  der  Hottentott  im
gegebenen  Falle  aus,  daß  er  ein  Mensch  ohne
fremde  Zutat  ist,  kein  Zwitterwesen  wie  etwa  ein
Buschmanns-Bastard  oder  wie  der  verachtete  Bergdamara,
  der  seiner  Auffassung  nach  mit  dem
Pavian  verwandt  ist.  In  demselben  Sinne
würde  der  Hottentott  die  Antwort:  „Ich  bin  ein
echter  Mensch“  auch  aus  dem  Munde  eines  Weißen
verstehen.  Wenn  also  die  Benennung  „Menschen
der  Menschen“  eine  Sammelbezeichnung  für  sämtliche
  Hottentottenstämme  war  (sie  scheint  als  solche
heute  nicht  mehr  im  Volke  lebendig  zu  sein),  dann
hat  sie  nicht  den  Sinn  von  „Menschen-Elite“  gehabt,
  sondern  ist  nur  der  Ausdruck  dafür  gewesen,
  daß  sich  der  Hottentott  inmitten  der  Völker,
die  ihn  umgeben,  seiner  „SEchtheit“,  d.  h.  des
rassenreinen  Ursprungs  seines  Menschentums  bewußt
  ist.  Das  schließt  nicht  aus,  daß  er  das
gleiche  auch  anderen  Völkern  zuerkennt.  Im  einzelnen
  bestimmt  aber  die  Erfahrung  seine  Wertschätzung
  einer  fremden  Rasse.

*
        <pb n="1155" />
        W  1041  2

In  seinem  persönlichen  Verhältnis  zu  den
übrigen  Eingeborenen  Südafrikas  nimmt  der
Buschmann  die  tiefste  Stelle  ein.  Die  Buschmänner
  sind  wohl  von  allen  südafrikanischen
Menschenrassen  dem  Hottentotten  am  ältesten
verbunden.  Aber  wann  und  wie  sie  seine  Sklaven
wurden,  wissen  wir  nicht.  Sie  werden  mit  Verachtung
  und  äußerster  Strenge  behandelt.  Viehdiebstahl,
  den  sie,  als  besitzlos,  nicht  mit  Eigentumsstrafen
  büßen  können,  verwirkt  meist  den
Tod.  Das  nomadisierende  Jägerleben  der  kläglichen
  Buschmannsreste  im  Namaland  läßt  einen
Anschluß  ihrer  Familien  an  die  ihrer  Herren  meist
nicht  zu  und  läßt  das  Abhängigkeitsverhältnis
lockerer  erscheinen,  als  man  gewöhnlich  mit  dem
Begriff  des  Sklaventums  verbindet.  Es  ist
weniger  auf  Zwang  begründet  als  auf  freiwilliger
Unterordnung  des  Schwächeren,  in  der  Erwartung
kleiner  Vorteile  im  Lebensunterhalt,  wenn  auch
mit  dem  Bewußtsein  völliger  Rechtlosigkeit  im
Hintergrunde.

Enger  sind  die  Bergdamara  oder  „Klippkaffern“
  der  Hottentottenfamilie  angegliedert.
Auf  den  rätselhaften  Ursprung  und  die  ethnologischen
  Merkmale  dieser  tiefschwarzen,  gedrungenen,
  mittelgroßen  Menschen  gehen  wir  ebensowenig
  wie  auf  die  der  Buschmänner  ein;  auch
hier  interessiert  uns  nur  die  Stellungnahme  der
Hottentotten.  Die  erste  Berührung  der  Hottentotten
  mit  den  Bergdamara  reicht  über  die  Zeit
zurück,  aus  der  uns  geschichtliche  Daten  überliefert
sind.  Denn  schon  Pieter  Brand,  der  Begleiter
des  entdeckungsfreudigen  Willem  van  Reenen,
der  im  September  1791  eine  Expedition  in  das
Groß-Namaland  führte,  fand  bei  den  Bergdamara
die  Sprache  der  Hottentotten  im  Gebrauch;  die
eigene  Muttersprache  schien  damals  schon  wie
heute  vergessen  gewesen  zu  sein.  Obwohl  die
Bergdamara  unter  deutscher  Schutzherrschaft  ihre
Freiheit  erhalten  haben  und  wie  vom  Joch  der
Herero,  so  auch  von  dem  der  Hottentotten  befreit
sind,  sind  sie  doch  bei  den  letzteren,  wie  die  Buschmänner,
  vielfach  in  freiwilliger  Abhängigkeit  als
Hausgesinde  geblieben.  Obwohl  allgemein  als
gutartig  und  anleitsam  bekannt  und  dementsprechend
  vom  Weißen  geschätzt,  ist  dem  Bergdamara
  der  geringschätzige  Name,  den  seine
Unterdrücker  ihm  gegeben  haben,  doch  geblieben.
Der  Hottentott  neunt  die  Bergdamara  „Sch.
kaffern“,  ich  hörte  auch,  wie  sie  als  „Mistmenschen“
bezeichnet  wurden.

Von  den  Stämmen,  die  man  auf  Grund
ihres  gemeinsamen  Sprachbaues  als  Bantu  zusammenfaßt,
  können  wir  die  Ovambo  und  die
Betschuanen,  als  nur  gelegentlich  mit  den  Hottentotten
  in  Berührung  gekommen,  übergehen.  Nur
mit  einem  Bantustamm  haben  die  Hottentotten

 

in  Jahrhunderte  alter  Feindschaft  ihre  Kräfte  gemessen,
  mit  den  Ovaherero,  die  vor  etwa  hundert
Jahren  von  Nordosten  in  die  Länder  südlich  des
Kunene  eindrangen.  Vom  Hottentottenstamm  der
„Roten  Nation“  und  dem  Anhang  Jonker
Afrikaaners  wurde  um  die  Mitte  des  vorigen
Jahrhunderts  die  Macht  der  andrängenden
Herero  gebrochen.  Von  Anfang  der  sechziger
Jahre  ab  wandte  sich  aber  das  Blatt,  und  nach
blutigen  Kämpfen  unterlagen  die  Hottentotten
endgültig.  Zu  einem  Abhängigkeitsverhältnis  der
Sieger  und  Besiegten,  ähnlich  dem  der  Hottentotten
  und  Bergdamara,  ist  es  nicht  gekommen.

Der  reiche  Viehbesitz,  um  den  sich  die  ganzen
Kämpfe  drehten,  hat  dem  Herero  den  Namen
„Rinderkaffer“  gegeben.  Eine  andere  spöttische
Bezeichnung  für  die  Herero  ist  „die  Menschenkinder
  mit  Fellschuhen,  die  sich  nicht  umsehen:
Der  verschlagene  Hottentott,  der  nie  einen  Platz
verlassen  wird,  ohne  zurückzusehen,  um  sich  zu
orientieren,  was  hinter  seinem  Rücken  vorgeht,
gibt  der  Achtlosigkeit  seines  Gegners  mit  diesem
Spitznamen  Ausdruck.

 

Die  erste  Berührung  der  Hottentotten
mit  dem  weißen  Mann  fällt  in  das  Ende  des
15.  Jahrhunderts,  in  die  Glanzzeit  der  Portugiesen.
  Neugierde  und  Wissensdurst  auf  der
einen,  Furcht  auf  der  anderen  Seite  waren  die
begreiflicherweise  vorherrschenden  Empfindungen
bei  der  ersten  Begegnung.  So  mußten  Vasco
da  Gamas  Leute  die  Eingeborenen,  die  sie  im
November  1497  am  Fuße  eines  Hügels  in  der
St.  Helenabai  entdeckten,  umzingeln  und  wie  ein
Stück  Wild  einfangen,  um  überhaupt  mit  ihnen
Fühlung  zu  gewinnen.  Die  gute  Behandlung
des  einen  glücklich  Gegriffenen  und  reich  beschenkt
wieder  Entlassenen  lockte  andere  seines  Stammes
zäum  Schiff;  auch  sie  kamen  auf  ihre  Rechnung,
und  so  war  man  beiderseits  im  besten  Einvernehmen.


Mißtrauen,  in  der  Unmöglichkeit  begründet,
sich  ausreichend  zu  verständigen,  zerriß  bald  das
eben  geknüpfte  Band.  Der  Soldat  Fernäo  Veloso
war  auf  dem  Weg,  die  Eingeborenen  zu  ihrem
Dorfe  zu  begleiten,  als  er  Verdacht  an  ihrer
rechtlichen  Gesinnung  schöpfte  und  eilig  zum  Schiff
sich  zurückwandte.  Die  Hottentotten  folgten  ihm
—  wie  es  schien,  nicht  in  feindlicher  Absicht,  denn
es  wäre  ihnen  leicht  gewesen,  ihn  niederzumachen;
die  Mannschaft  an  Bord  wurde  mobil  gemacht,
Bewaffnete  an  Land  gesetzt,  und  mit  blutigen
Köpfen  trennten  sich  die  Parteien,  ohne  offenbar
zu  wissen,  was  denn  der  Grund  des  ganzen  Auftritts
  gewesen  war.  Mißtrauen  scheint  auch  die
Ursache  einer  Plänkelei  gewesen  zu  sein,  die  um
2
        <pb n="1156" />
        W  1042  2

1503  Saldanha  mit  den  Hottentotten’  in  der
Nähe  des  Tafelberges  bei  Kapstadt  hatte.

Der  heißblütige  Entschluß,  eine  anscheinend
selbstverschuldete  Prügelei  zwischen  Hottentotten
und  Schiffssoldaten  mit  einer  Strafexpedition  zu
rächen,  trieb  dann  am  1.  März  1510  über  sechzig
  Portugiesen  ins  Verderben.  Es  erscheint  uns
heute  unfaßlich,  wie  um  einer  Lappalie  willen,
die  kein  Menschenleben  gefordert,  nur  den  Stolz
verletzt  hatte,  der  durchreisende  Vizekönig  von
Indien,  Francisco  d'Almeida,  diesen  Rache=  und
Biehraubzug,  bei  dem  selbst  Kinder  aus  dem
friedlichen  Kraal  entführt  wurden,  nicht  nur  dulden,
sondern  in  eigener  Person  leiten  konnte.  Er
fand  dabei  mit  einem  Dutzend  Würdenträgern
unter  Stock=  und  Steinschlägen  und  Assagaistichen
seinen  Tod.

Die  Nachfolger  der  Portugiesen  am  Kap,  die
Engländer  machten  gute  Erfahrungen  mit  den
Hottentotten.  Der  Handel  ging  gut  (für  ein
Messer  wurde  ein  Schaf,  für  zwei  Messer  ein
Ochse  eingehandelt),  und  Reibereien  fanden  nicht
statt.  Aber  auf  die  Dauer  werden  die  Beziehungen
der  Weißen  zu  den  Eingeborenen  unter  der  Gewohnheit
  der  Portugiesen  sowohl  wie  der  Engländer
  gelitten  haben,  Verbrecher  am  Kap  auszusetzen,
  Männer,  die  in  der  Heimat  Leben  oder
Freiheit  verwirkt  hatten,  aber  als  Spürhunde
gegen  Hottentotten  noch  verwendbar  schienen.
Obwohl  uns  über  das  Schicksal  dieser  Deportierten
wenig,  über  ihr  Treiben  im  einzelnen  fast  nichts
bekannt  ist,  so  spricht  doch  alle  Wahrscheinlichkeit
dafür,  daß  sie  den  Eingeborenen  weder  Respekt
noch  Vertrauen  unserer  Rasse  gegenüber  eingeflönt
  haben.

So  trafen  die  Holländer  zu  Anfang  des
17.  Jahrhunderts  schon  übel  vorbereiteten  Boden
an;  sie  trugen  selbst  nichts  dazu  bei,  ihn  zu  verbessern,
  bis  Johann  van  Riebeeck  in  der  klaren
Erkenntnis,  daß  die  Erschließung  der  natürlichen
Hilfsmittel  des  Landes  nur  mit  Hilfe  der  Eingeborenen
  eingeleitet  werden  könne,  System  in
den  Verkehr  der  gelben  und  weißen  Rasse  brachte.

Für  die  Zeit  der  ersten  näheren  Anknüpfung
zwischen  Holländern  und  Hottentotten  ist  das
Tagebuch  van  Riebeecks  ein  um  so  wertvolleres
Dokument,  als  es  nicht  nur  Tatsachen,  sondern
in  den  täglichen  kleinen  Entwicklungsphasen  der
Handlung,  die  alle  kurz  und  klar  eingetragen

werden,  auch  die  Motive  und  Ziele  der  Beteiligten
  registriert.  Hier  kommt  nicht  nur  der
Geschichtschreiber,  sondern  auch  der  auf  seine

Rechnung,  der  mit  psychologischem  Interesse  die
Begegnung  zweier  extremen  Menschenrassen  verfolgt.
  Wir  müssen  uns  hier  mit  Hinweisen  begnügen.
  Im  ersten  Stadium  herrschte  gegenseitig
  freundliches  Entgegenkommen,  und  beiderseits

 

wurden  befriedigende  Geschäfte  abgeschlossen.
Kupfer  und  Tabak,  daneben  Spirituosen,  bildeten
die  besten  Tauschartikel.  Drei  Pfund  Plattenkupfer
  und  ½  Pfund  Tabak  war  der  Preis  einer
Kuh,  ein  Pfund  Plattenkupfer  und  etwas  Tabak
wog  ein  Schaf,  ½/  Pfund  Kupferdraht  und  etwas
Tabak  ein  Lamm  auf.  Wildpret,  hier  und  da
Elephantenzähne  und  junge  Strauße,  wurden
wohlfeil  eingehandelt.

Im  zweiten  Stadium  führt  ein  Erlahmen
der  Nachfrage  nach  Kupfer  zu  Preissteigerungen
von  seiten  der  Hottentotten.  Die  Hottentotten
wollen,  nachdem  ihr  Kupferbedarf  gedeckt  ist,  ihr
Vieh,  von  dem  sie  leben,  nicht  weiter  veräußern.
Frisches  Schlachtvieh  ist  aber  unentbehrlich  für
eine  befriedigende  Proviantierung  der  Indienfahrer,
  und  da  diese  Proviantierung  der  einzige
Zweck  der  weißen  Ansiedlung  in  Südafrika  ist,  so
ist  der  Viehbesitz  für  den  Holländer  am  Kap  nicht
minder  eine  Lebensfrage  wie  für  den  Hottentotten.
So  treten  die  ersten  Verstimmungen  ein,  und  mit
ihnen  wird  wieder  das  alte  Mißtrauen  wach  —
nicht  ohne  Grund,  auf  beiden  Seiten.  Der
Hottentott  kann  der  Versuchung,  sich  mühelos
wieder  in  den  Besitz  des  veräußerten  Viehes  zu
setzen,  nicht  widerstehen  und  stiehlt.  Was  er
weiterhin  noch  veräußert,  ist  minderwertige  Ware;
er  nährt  dabei  bei  den  Weißen  Hoffnung  auf
guten  Nachschub  und  täuscht  sie  am  Ende.

Auf  der  anderen  Seite  hat  auch  der  Holländer,
durch  dieses  Verhalten  der  Hottentotten  gereizt,
keine  sauberen  Hintergedanken.  Er  wartet  nur
auf  den  geeigneten  Angenblick,  seine  Interessen
brutal  durchzusetzen,  und  verbirgt  sie  bis  dahin
geschickt.  Wie  man  vorher  in  England  die  Verwendung
  von  Verbrechern  als  Avantgarde  gegen
die  Hottentotten  mit  der  Begründung  anführte,
es  sei  das  für  diese  Sträflinge  „eine  sehr  barmherzige
  Tat  und  ein  Mittel,  sie  zu  Gott  zu  führen,
indem  man  ihnen  Zeit  zu  Buße  ließe,  Vergebung
für  ihre  Sünden  zu  erflehen  usw.“,  so  wurde  der
holländischen  Indien-Handelsgesellschaft  von  ihren
Berichterstattern  (26.  Juli  1649)  im  Anschluß  an
gut  kaufmännische  Kalkulation  der  Bau  einer
befestigten  Station  am  Kap  auch  mit  der  Begründung
  empfohlen,  daß  damit  durch  Heidenbekehrungen
  „viele  Seelen  zu  Gott  gebracht
würden,  —  sicherlich  die  ausgezeichnetste  Tat,
den  Namen  des  Allerheiligsten  zu  verherrlichen
und  sein  heiliges  Evangelium  zu  verbreiten.  Auf
diesem  Wege  wird  auch  Ihr  Unternehmen  in
Indien  mehr  und  mehr  gesegnet  werden.“  Van
Riebeeck  glaubt  auch,  ohne  daß  man  dem  lieben
Gott  Aktienteile  anbietet,  zum  Ziele  zu  kommen.
Er  hofft,  die  Vertrauensseligkeit  der  Hottentotten
zur  rechten  Zeit  zu  einem  Viehraub  großen  Stils
und  einem  ergiebigen  Sklavenfang  für  Indien
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ausbeuten  zu  können  (Tagebucheintragung  vom
13.  Dezember  1652).  Daß  er  zu  diesem  Zweck,
seinen  Verdruß  hinunterkämpfend,  überall  Nachsicht
  und  Freundlichkeit  an  den  Tag  legt,  wird
ihm  von  seiten  der  Hottentotten  als  Schwäche
gedeutet.  Gleichzeitig  wächst  die  Erbitterung  auf
dieser  Seite  in  dem  Maße,  als  sich  der  Eingeborene
  durch  die  Fremdlinge  von  wertvollen
Strecken  seiner  alten  Weidegründe  verdrängt  sieht.

So  kommt  es  im  dritten  Stadium  zum  offenen
Ausbruch  der  Feindseligkeiten,  kompliziert  durch
Verräterei  eines  einzelnen  einflußreichen  Hottentotten,
  der  mit  den  Holländern  und  mit  seinesgleichen
  doppeltes  Spiel  trieb.  Viehraub  und
Mord  hüben  und  drüben  schienen  jedes  Cinvernehmen
  für  immer  zu  vereiteln;  aber  mit  der
Zeit  bahnen  sich  friedliche  Beziehungen  neu  an,
und  der  Tauschhandel  blüht  wieder.  Dieser  unberechenbare
  Wandel  von  Freundschaft  und  Feindschaft
  kennzeichnet  den  Verkehr  der  Weißen  mit
den  Hottentotten  von  Anfang  an,  kennzeichnet  ihn
bis  in  unsere  Tage,  in  denen  die  Beziehungen
der  beiden  Rassen  über  gelegentliche  Reibereien
hinaus  immer  ernster  in  das  Stadium  bewußt
tiefgreifender  Interessenkollisionen  eintraten.

Wir  wollen  hier  keine  Geschichte  der  Hottentottenkämpfe
  geben;  wer  sie  schreiben  will,  müßte
im  einzelnen  verfolgen,  wie  aus  der  kleinen  Feste
und  dem  Gemüsegarten  der  holländischen  Indiengesellschaft
  die  Kapkolonie  des  britischen  Weltreichs
wurde.  Uns  kommt  es  nur  darauf  an,  die
Typen  kennen  zu  lernen,  die  in  den  Kämpfen
der  folgenden  Jahrhunderte  auf  weißer  Seite  ausschlaggebend
  waren.  Wir  haben  hier  an  van
Riebeecks  Gründung  anzuknüpfen.  Sie  erhielt  in
erster  Linie  aus  Holland,  nach  Aufhebung  des
Edikts  von  Nantes  auch  aus  Frankreich  neuen
Nachschub,  den  Stamm  der  heutigen  Burenbevölkerung.


Der  Bur  ist  der  Kulturpionier  Südafrikas
geworden.  Ein  wetterharter  Körper,  im  neuen
Klima  ungeschwächte  Fruchtbarkeit,  Beharrlichkeit
und  ein  Minimalmaß  körperlicher  und  geistiger
Bedürfnisse  befähigten  ihn,  mit  den  wenigen
Kulturmitteln,  die  er  aus  der  Heimat  mitbrachte,
dauernde  Ansiedelungen  zu  gründen  und  sich  immer
tiefer  ins  Innere  des  Landes  vorzuschieben.  Die
Geschichte  zeigt  ihn  uns  hier  als  brutalen  Egoisten.
Um  zu  verstehen,  wie  der  Hottentott  sich  zu  ihm
gestellt  hat,  muß  man  den  Buren  heute  in  den
entlegenen  nördlichen  Teilen  der  Kapkolonie  aufsuchen.
  Hier  begegnet  man  noch  einem  starken
Rest  jenes  Selbstherrenwesens,  das  dem  Buren
im  17.  und  18.  Jahrhundert  auf  seiner  einsamen
Vorpostenlinie  der  Zivilisation  zur  zweiten  Natur
geworden  ist;  das  läßt  ihn  nur  da  sich  heimisch
fühlen,  wo  im  Umkreis  vieler  Meilen  kein  Weißer

 

in  den  Bereich  seiner  Hütte  kommt,  wo  nur  er
sich  selbst,  seiner  Familie  und  vor  allem  den
Eingeborenen,  die  in  seiner  Gewalt  sind,  Recht
und  Sitte  vorschreibt.  Nur  mit  Murren  fügt  er
sich  heute  dem  Gesetz,  vor  dem  der  Eingeborene
ein  Wesen  mit  Menschenrechten  ist.  Der  Sinn
für  Nächstenpflichten,  wo  sie  zum  Wohle  des
Ganzen  mit  irgend  einer  ernsten  Verzichtleistung
für  den  einzelnen  verknüpft  sind,  ist  diesem
Familieneinsiedler  im  nördlichen  Klein-Namaland
noch  kaum  wieder  aufgedämmert,  weder  auf
politischem,  noch  sozialem,  noch  religiösem  Gebiet.
Selbst  eine  formale  Eheschließung  gilt  ihnen  vielfach
  für  unnötig;  daß  sie  ungetauft  aufwachsen,
tut  dem  Ansehen  der  christlichen  Familien  unter
ihresgleichen  keinen  Abbruch.  Ende  der  neunziger
  Jahre  deckte  ein  englischer  Geistlicher  solche
paradiesischen  Zustände  in  dem  Landstrich  zwischen
der  Oranjemündung  und  Port  Nolloth  auf.  Da
wurden  dann  bärtige  Männer  getauft  und  Großeltern
  getraut,  um  die  Enkel  ehrlich  zu  machen.
Der  einzige  soziale  Instinkt,  der  in  diesen  Buren
noch  lebendig  ist,  ist  ihre  Gastlichkeit.

Dieser  Mangel  eines  politischen  Zusammenschlusses
  degradiert  den  Buren  des  Namalandes
in  den  Augen  der  Hottentotten.  Ihm  ist  die
erbliche  Kapitänschaft  der  stolze  Ausdruck  seines
angestammten  Landbesitzrechts  sowohl  als  eines
(nach  seinen  Begriffen)  geordneten  Nationallebens.
Von  diesem  Standpunkt  aus  verachtet  der  Hottentott,
  von  seinem  Haß  gegen  den  Eindringling  abgesehen,
  noch  heute  den  einsiedelnden  Buren  als
zugelaufen  und  herrenlos,  weist  zum  Vergleich  auf
die  Deutschen,  die  doch,  wie  er  selbst,  einen  Oberkapitän
  hätten  und  eine  Nation  seien,  wie  die
ihrige.

Weit  stärker  als  solche  nationalen  Empfindungen
sind  die  rein  menschlichen  Gefühle,  die  dem
Hottentotten  den  Buren  für  immer  entfremdet
haben.  Der  Bur  ist  dem  Eingeborenen  von
vornherein  mit  jener  prinzipiell  jeder  Verständigung
unzugänglichen  Verachtung  der  farbigen  Rasse,
die  auch  dem  Kankasier  äuf  der  niederen  Stufe
seines  Rassen=  und  Nationalitätsbewußtseins  eigen
ist,  unverhohlen  gegenübergetreten.  Noch  heute
bezeichnet  der  Bur  den  Hottentotten  schlechtweg
als  „schepsel“,  d.  h.  als  ein  Geschöpf  im  Sinne
eines  Wesens,  das  nun  einmal  neben  ihm  noch
existiert  wie  so  manches  andere  Unverständliche
oder  Überflüssige  in  der  Welt.  Oder  er  nennt
den  Hottentotten  geel  goec,  „gelbe  Ware“,
die  man  wie  Vieh  einspannen  oder  verhandeln
kann.  Die  Gewohnheit,  Hottentottenkinder  aufzugreifen
  und  aufzuziehen,  groot  maakc,  ist  heute
weniger  lohnend  als  früher,  da  der  Hausherr
noch  über  Leben  und  Tod  seiner  Leibeigenen  frei
verfügte  und  Ungehorsam  oder  Entlaufen  kurzer-
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hand  mit  Erschießen  bestrafte.  Daß  ihm  die
nachdrängende  Kultur  diese  alten  Gewohnheitsrechte

  genommen  hat,  ist  dem  Burentypus,  den

ich  im  Klein-Namaland  kennen  lernte,  ein  Hauptmotiv,
  die  englische  Herrschaft  (die  ihn  im  übrigen
so  frei  als  nur  denkbar  gewähren  läßt)  zu  verabscheuen.


Diese  Buren  waren  komisch  enttäuscht,  als  sie
erfuhren,  daß  auch  auf  deutschem  Gebiet,  in  das
sie  auswandern  wollten,  der  Hottentott  Rechte
habe.  Näher  mit  den  Buren  bekannt  geworden,
suchte  ich  mir  im  Gespräch  Aufklärung  darüber
zu  verschaffen,  wie  wohl  in  ihren  Augen  der
Gott,  vor  dem  sie  dreimal  am  Tage  auf  den
Knieen  liegen,  ihre  Auffassung  der  Nächstenliebe
farbigen  Menschen  gegenüber  ansehen  möge?  Man
verwies  mich  auf  die  Bibel.  Ich  würde  ihre
Argumentation  aus  dem  alten  Testament  nicht
ernst  genommen  haben,  wenn  sie  mir  nicht  so
ernst  vorgetragen  worden  wäre  und  sich  in  der
Tat,  auch  an  anderem  Ort,  als  Richtschnur  ihres
Handelus  erwiesen  hätte:  Im  neunten  Kapitel
der  Genesis  verflucht  Noah  den  Sohn  Hams,
Kanaan,  und  seine  Nachkommen  zur  Knechtschaft.
Der  Bur  dehnt  diesen  Fluch  auf  alle  Hamiten
aus,  den  Hottentotten  rechnet  er  dazu,  sieht  also
in  ihm  einen  geborenen  Sklaven.  Wer  ist  nun
der  Herr,  den  Gott  über  sie  gesetzt  hat?  Was
das  Volk  Israel  im  alten  Bunde  war,  das  ist
der  Christ  im  neuen.  Im  7.  Kapitel  des  5.  Buches
Mose  wird  die  Austilgung  der  Kanaaniter  geboten.
  So  hat  Gott  den  christlichen  Buren  als
den  Erben  Israels  zum  Herren  über  Leben  und
Tod  der  verfluchten  Nachkommen  Kanaans  bis
in  ihr  jüngstes  Glied  (das  sind  die  Eingeborenen
Südafrikas)  gesetzt.  An  dieser  Auffassung  hängt
der  Bur  um  so  fester,  je  beschränkter  und  rassenstolzer
  er  ist.  Den  freier  Denkenden  ist  diese
Art  Evangelium  ein  Deckmäntelchen,  das  selbst
am  klarsten  zeigt,  was  es  verbergen  soll:  den
maßlosen  Egoismus  des  Buren,  der  bald  dem
Hottentotten  nichts  anderes  übrig  ließ,  als  den
langsamen  Würgekrieg  auch  seinerseits  schonungslos
  zu  führen.  Wer  in  der  gegebenen  Situation
die  Oberhand  hatte,  handelte  und  handelt  noch
jetzt,  wo  das  Gesetz  nicht  hinreicht,  nach  diesem
Grundsatz.

In  ein  extrem  entgegengesetztes  Verhältnis
trat  der  Hottentott  zu  einer  anderen  Klasse
weißer  Männer,  zu  den  Vertretern  der  christlichen
  Mission,  die  heute  im  Groß-Namalande
von  den  Sendboten  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft
  zu  Barmen  ausgeübt  wird.  Wer  die
älteren  Berichte  dieser  Gesellschaft  liest,  ermißt
den  Abstand  der  heutigen  Namamission  von  der
vor  fünfzig  Jahren.  Damals  war  die  Tätigkeit
unter  den  Hottentotten  im  herrenlosen,  von

 

Kämpfen  der  Eingeborenen  untereinander  heimgesuchten
  Land  ein  Opfer  ersten  Ranges.  Ohne
jeden  Schutz  einer  Regierung  lieferte  sich  der
Missionar  dem  Volf  auf  Gnade  und  Ungnade
aus,  folgte  den  ruhelosen  Stämmen  auf  ihre
Wanderzüge,  teilte  mit  ihnen  Hungersnot  und
Durst.  Um  in  engster  Fühlung  mit  dem  Volke
zu  bleiben,  scheute  der  Missionar  selbst  vor  der
Ehe  mit  einer  Eingeborenen  nicht  zurück.  Allmählich
  führte  die  Erschließung  des  Landes  zur  Anlage
  fester  Missionsstationen;  der  Schutz  des
Reiches  gab  für  Leben  und  Eigentum  neue
Garantien,  und  heute  sind  die  Missionshäuser
dank  der  vorzüglichen  Handwerkerschulung  der
Missionare  die  besten  und  schmucksten  Bauten  im
Lande,  Stätten  nicht  nur  der  Arbeit,  sondern
zugleich  auch  der  Behaglichkeit  und,  wie  ich  mit
aufrichtigem  Dank  hervorhebe,  auch  liebevoller
Gastfreundschaft  für  den  Reisenden.  Dieser  Umschwung
  zum  Besseren  in  den  äußeren  Lebensbedingungen
  der  Mission  hat  sicherlich  nicht  wenig
zur  Festigung  ihres  Ansehens  unter  den  Hottentotten
  beigetragen.  Aber  auch  hiervon  abgesehen
bringt  der  Hottentott  dem  Missionar  in  der  Erkenntnis,
  daß  er  in  ihm  den  besten  Vertreter
seiner  geistigen  und  leiblichen  Interessen  hat,  ein
großes  Maß  von  Ehrfurcht  und  (wo  er  religiösen
Anstoß  nicht  zu  scheuen  hat)  auch  Vertrauen  entgegen.


Nur  ein  blinder  Missionsfeind  wird  die  Bedeutung
  dieser  Brücke,  die  das  Christentum  hier
zu  friedlicher  Verständigung  zwischen  zwei  heterogenen
  und  doch  aufeinander  angewiesenen  Menschenrassen
  schlägt,  in  ihrer  Tragweite  für  die
kulturelle  Entwicklung  des  Landes  verkennen.
Aber  ebenso  sonnenklar  ist,  daß  die  Mission  zum
Fluch  des  Landes  wird,  wo  sie  in  einseitiger
Verfolgung  geistlicher  und  hierarchischer  Ziele  das
politische  oder  kolonialwirtschaftliche  Wohl  des
Landes  aus  dem  Auge  verliert.  Daß  dieses
Wohl  zum  großen  Teil  davon  abhängig  ist,  wie
weit  der  Interessenkampf  der  eingeborenen  und
der  eingedrungenen  Rasse  nach  Maßgabe  der
wirtschaftlichen  Leistungsfähigkeit  der  Konkurrenten
auf  friedlichem  Wege  sich  regulieren  läßt,  ist  eine
alte,  aber  von  Humanitätsutopisten  wie  von
brutalen  Kraftaposteln  gleich  oft  beiseite  geschobene
  Wahrheit.  Man  muß  sich  die  Kalamitäten
  der  Eingeborenenarbeiterfrage  in  der  Kapkolonie
  vergegenwärtigen,  um  einzusehen,  welche
Ersparnis  es  bedeutet,  seine  Interessen  mit  denen
der  Eingeborenen  (und  sei  es  auch  nur  der  verachtete
  Hottentott)  verknüpfen  zu  können.  Die
erste  Bedingung  dazu  ist  selbstverständlich  eine
genaue  Kenntnis  der  Daseinsbedingungen  und
Anschauungen  der  Eingeborenen;  und  solange  bei
uns  die  Missionare  mit  wenigen  Ausnahmen  die
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einzigen  im  Lande  bleiben,  die  es  der  Mühe
für  wert  halten,  diese  Fühlung  auf  Grund  eingehender
  Studien  herzustellen,  solange  hat  die
Mission  einen  hohen  weltlichen  Trumpf  in  der
Hand.  Sie  hat  ihn  mit  Erfolg  in  den  achtziger
Jahren  im  Herero=  und  Namalande  ausgespielt,
indem  sie  den  englischen  Einfluß  zugunsten  des
deutschen  lahm  legte.

Wie  steht  es  nun  auf  geistlichem  Gebiet?
Darf  die  Mission  mit  den  Erfolgen  der  Christianisierung
  der  Hottentotten,  wie  sie  heute  vorliegt,
  zufrieden  sein?

Altere  Missionare,  die  ich  sprach,  verneinten
die  Frage:  Die  Arbeit  fast  eines  Jahrhunderts
hätte  andere  Früchte  zeitigen  müssen.  Inwieweit
überhaupt  ein  Hottentott  imstande  ist,  den  Geist
des  Christentums  so  aufzunehmen,  daß  er  nicht
nur  sein  Lassen,  sondern  auch  sein  Tun  bestimmt,
könnte  ein  vorurteilsfreier  Missionar  am  besten
beurteilen.  Meine  eigenen,  wenig  ermutigenden
Erfahrungen  in  diesem  Punkte  haben  sich  mir
immerhin  zu  oft  bestätigt,  als  daß  ich  sie  alle  für
zufällig  ungünstig  ausgefallene  und  deshalb  das
Gesamturteil  einseitig  bestimmende  Eindrücke
halten  könnte.  Obwohl  ich  vorwiegend  mit
solchen  Hottentotten  zu  tun  hatte,  die  nicht  zur
Missionselite  gehörten,  so  hütete  ich  mich  doch,
jenes  tiefe  Niveau,  aus  dem  sich  mit  Leichtigkeit
jedes  pessimistische  Urteil  begründen  ließe,  der
Beurteilung  zugrunde  zu  legen.

Der  Durchschnittshottentott  sieht  im  Christentum
  nicht  zum  geringsten  ein  Vorzugsattribut
des  weißen  Mannes.  Wie  er  sich  in  dessen  Joppe
und  Hose  oder  Buntdruckrock  mehr  dünkt  als  sein
Bruder  oder  seine  Schwester  im  Fellschurz,  so
sieht  er  auch  in  seiner  Zugehörigkeit  zur  christlichen
  Kirche  eine  standesgemäße  Errungenschaft
des  modernen  Hottentotten.  Diese  Anschauung  ist
meist  mit  Verachtung  alter  Volkssitten  verbunden,
auch  da,  wo  sie  mit  der  neuen  Religion  nicht  in
Konflikt  stehen.  Als  Uübereifer  eines  tatkräftigen
Vorsatzes,  sich  auf  neuer  Grundlage  hoch  zu
bringen,  würde  man  diese  Selbstverstümmelung
hinnehmen.  Aber  der  Hottentott  ist  zu  träge  und
überdies  zu  gewitzigt,  er  sieht  im  sozialen  wie  im
Privatleben  des  Weißen  zu  klar  den  Gegensatz
von  christlicher  Theorie  und  Praxis,  als  daß  er
für  gewöhnlich  andere  ethische  Anforderungen  an
sich  stellte  als  im  besten  Falle  die,  die  ihm  als
soziale  Normen  des  eigenen  Volkslebens  aus  der
Heidenzeit  an  sich  noch  einleuchten:  Die  Nächstenliebe
  der  Hottentotten  im  Sinn  steter  gegenseitiger
  Hilfe,  ihre  Ehrfurcht  vor  dem  Alter,  Enthaltsamkeit
  fremdem  Eigentum  gegenüber  (wenn
auch  nur  gegenüber  dem  Eigentum  der  Stammesgenossen
  untereinander)  sind  solche  antochthonen

 

Gebote,  die  sich  mit  denen  des  nachträglich  eingeführten
  Christentums  decken.

Die  Sagen  und  die  übrigen  Phantasievorstellungen
  der  Hottentotten  boten  vielleicht  zu
wenig  Berührungspunkte,  um  die  christlichen
Ideen,  ähnlich  wie  sie  in  unserem  Volk  mit  dem
germanischen  Heidentum  verwuchsen,  so  auch  hier
organisch  anzugliedern.  In  der  Tradition  der
Volkssitten  wurzelte,  was  man  von  guten  Grundsätzen
  und  Lebensregeln  der  Hottentotten  kennen
gelernt  hat.  Der  Verlust  dieser  volkstümlichen
Grundlage  im  Zusammenhang  mit  einer  vollständigen
  Umwälzung  der  wirtschaftlichen  Grundlage
  ihrer  Existenz  seit  Überhandnehmen  des
weißen  Einflusses  hat  das  Hottentottenvolk  auch
sittlich  verwahrlosen  lassen.  Mit  Bibel,  Katechismus
  und  Gesangbuch,  Kirchgang,  Sonntagsschule
und  Abendmahl,  Lese-,  Schreib=  und  Singstunden
läßt  sich  ein  solcher  Ruin  nicht  aufhalten.

Daß  man  versucht  hat,  auf  diesem  Wege  zum
Ziel  zu  kommen,  wird  niemand  dem  einzelnen
Missionar,  der  seine  Lebensarbeit  an  das  Volk
gesetzt  hat,  zum  Vorwurf  machen  wollen.  Im
System  liegt  der  Schaden:  Den  Namen  des
Stifters,  dessen  Leben  ein  einziges  großes  Sichselbstopfern
  war,  darf  doch  nur  der  führen,  der
wenigstens  des  kleinsten  Opfers  im  Dienste  der
Mitmenschen,  der  Arbeit,  sei  es  auch  nur  für
sich  und  seine  Familie,  fähig  ist.  In  diesem
Sinne  sind  wenig  Hottentotten  Christen  geworden.
Die  systematische  Erziehung  der  Eingeborenen
zur  Arbeit  ist  wirtschaftlich  oft  geung  gefordert
worden.  Sie  scheint  mir  aber  auch  eine  unabweisliche
  religiöse  Forderung  an  die  christliche
Mission  zu  sein.  Arbeit  stellt  im  Namaland,  wie
in  jeder  Kolonie,  die  einzige  Möglichkeit  für  den
Eingeborenen  dar,  in  dem  hereinbrechenden
Kulturstrom  wirtschaftlich  sich  über  Wasser  zu
halten.  Und  die  Erfahrung  hat  weiter  gezeigt,
daß  ein  wirtschaftlich  verkommenes  Naturvolk  auch
sittlich  sinkt,  weil  es  um  des  täglichen  Brotes
willen  zu  jedem  Dienst  der  überlegenen  Rasse  feil
wird.  So  mutet  also  die  Forderung  der  Arbeitserziehung
  des  Eingeborenen  dem  Missionar  keine
programmwidrige  Verweltlichung  seiner  Aufgaben
zu,  weist  nur  auf  einen  Weg  zur  sicheren  Fundierung
  seiner  religiösen  Aufgabe  hin.  Die  weiße
Bevölkerung  anderseits  wird  der  Mission  für
einen  geschulten  Arbeitschristen  dankbarer  sein  als
für  neunnndneunzig  bibelfeste,  aber  arbeitsscheue
Himmelskandidaten.

Ob  es  sich  bewähren  wird,  nach  englischem
Vorbild  einen  eigenen  Beamten  für  Eingeborenenangelegenheiten
  zu  bestellen,  ob  ein  solcher  Beamter
  bei  Ausübung  seiner  Pflicht  auch  in  der
genannten  Richtung  einer  systematischen  Arbeitserziehung
  der  Eingeborenen,  eines  organisierten
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Arbeitsnachweises  und  einer  Arbeiterfürsorge,  mit
der  Mission  zusammen  arbeiten  könnte,  müßte  ein
Versuch  lehren,  womöglich  ehe  die  englischen
Arbeiterwerber  uns  die  besten  Kräfte  über  die
Grenze  gezogen  haben.  Dann  wird  sich  auch
zeigen,  ob  die  protestantische  oder  die  katholische
Mission  sich  in  diesem  Punkte  als  die  lebensfähigere
  erweist.  Die  Entscheidung  darüber  kann
einmal  weit  über  die  Grenzen  der  Mission  Tragweite
  erlangen.

Das  Verhältnis  des  Hottentotten  zu  seinem
deutschen  Herrn  ist  folgendermaßen  zu  charakterisieren:
  Der  Hottentott  lernt  unsere  Sprache
schnell,  wenigstens  verstehen,  er  beobachtet  den
Fremden  scharf  und  hat  die  Klugheit,  mit  seinem
Ergebnis  zurückzuhalten.  In  allen  drei  Punkten
unterscheidet  er  sich  vorteilhaft  von  der  Mehrzahl
unserer  Landsleute.  Daß  der  Ansiedler  und
Kaufmann  der  schwierigen  Sprache  kein  Interesse
entgegenbringt,  ist  ihm  nicht  zu  verübeln.  Daß
der  Beamte  seinen  Einfluß  auf  die  Eingeborenen
verdreifacht,  wenn  er  ihre  Sprache  beherrscht,  ist
eine  alte  Weisheit,  aus  der  die  Lehre  zu  ziehen
in  hottentottischem  Sprachgebiet  mit  abnormen
Schwierigkeiten  verknüpft  gewesen  sein  würde,
hätte  man  je  daran  gedacht,  sie  zu  beherzigen.

Man  hat  draußen  für  die  Sprache  der  Hottentotten
  ihrer  Schnalzlaute  wegen  gewöhnlich  nur
Spott.  Das  mag  an  sich  harmlos  sein;  aber  ein
großer  Teil  unserer  Landsleute  begnügt  sich  überhaupt
  damit,  am  Hottentotten  das  Lächerliche
herauszufinden,  und  das  ist  bedenklicher.  Kommen
dazu  dann  die  hundert  kleinen  Verstimmungen,
die  niemandem  erspart  bleiben,  der  bei  seiner
Arbeit  auf  Eingeborene  angewiesen  ist,  dann  kombinieren
  sich  bald  diese  Empfindungen  unter  dem
äußeren  Eindruck  der  zerlumpten,  schmutzigen
Gestalten  zu  einem  Gesamturteil,  dessen  Ergebnis
unverhohlene  Verachtung  ist.  Mag  diese  Verachtung
  nun  je  nach  den  Erfahrungen  und  der
Anlage  des  einzelnen  humoristischer  oder  erbitterter
  Natur  sein,  meist  paart  sich  jedenfalls
mit  ihr  auf  unserer  Seite  ein  Bewußtsein  gewaltiger
  UÜberlegenheit,  das  jede  nähere  Beschäftigung
  mit  dem  Hottentotten  als  überflüssig
erscheinen  läßt;  man  glaubt  eben,  auch  so  mit
ihm  fertig  zu  werden.

Dabei  treten  dann  die  größten  Gegensätze  im
Verkehr  zutage.  Demselben  Kapitän,  der  bei
Gelegenheit  als  „Spitze“  vom  Beamten  ins  Haus
geladen  wird,  bietet  der  Händler  mit  den  Worten
„Willst  Du  einen  Schnaps  haben,  altes  Schwein?“
auf  seine  Weise  Gastfreundschaft  an.  Hier  wird
ein  Weißer  bestraft,  weil  er  einen  naseweisen
Hottentotten  handgreiflich  vom  Hofe  gejagt  hat,
dort  teilt  einmal  der  Beamte  selbst  in  begreiflicher
  Erregung  blaue  Striemen  aus.  Die  Züchti- 



gung  an  sich  ist  nicht  das  Verwerfliche,  sondern
der  Widerspruch  in  der  Behandlung.  Man  mag
das  rücksichtslose  Vorgehen  der  Buren  im  einzelnen
mißbilligen;  die  Konsequenz  aber,  mit  der  auch
der  milder  denkende  Bur,  in  voller  Übereinstimmung
  mit  seinesgleichen,  seine  strengen  Grundsätze
  dem  Hottentotten  gegenüber  wahrt,  ist  der
gute  Kern  dessen,  was  man  an  der  Fähigkeit  des
Buren,  mit  Eingeborenen  umzugehen,  rühmen  muß.

Einc  solche  Einheitlichkeit  in  der  Behandlung
der  Eingeborenen  muß  der  spontane  Ausdruck
übereinstimmender  Beurteilung  des  Eingeborenencharakters
  und  der  Situation  werden.  Alle
Kenner  der  Hottentotten  stimmen  darin  überein,
daß  zweierlei  im  gedeihlichen  Verkehr  mit  ihnen
unentbehrlich  ist:  In  ungezählten  Fällen  habe
ich  die  Erfahrung  gemacht,  daß  ein  Hottentott  die
Strafe,  die  er  seiner  eigenen  Überzeugung  nach
verdient  hat,  auch  erwartet.  Es  ist  in  seinen
Augen  ein  Zeichen  von  Schwäche  oder  Beschränktheit,
  wenn  ihm  die  Strafe  dann  geschenkt  oder
irgendwie  umzuckert  verabfolgt  wird.  Er  mag
sich  für  glimpfliche  Absolution  noch  so  gerührt
bedanken  und,  wenn  er  Christ  ist,  den  Lohn  des
„Heere  Jezus“  herabwünschen,  —  wer  hinter  die
Kulissen  sieht,  weiß,  daß  er  sich  über  diese  Art
der  Behandlung  nur  lustig  macht,  er  will  streng
angefaßt  sein.  Die  Forderung  der  Gerechtigkeit
ist  gleichfalls  schon  im  Interesse  der  Autorität  zu
erheben,  auch  da,  wo  es  sich  nicht  um  empfindliche
  Strafen  handelt.

Auch  der  Mann,  der  kein  Amt  bekleidet,
sollte  sich  bewußt  sein,  daß  sein  privater  Verkehr
mit  den  Eingeborenen  im  halbzivilisierten  Lande
keine  reine  Privatangelegenheit  ist.  Jeder  einzelne
trägt  unmittelbar  einen  Teil  der  Verantwortung
für  die  guten  oder  schlechten  Beziehungen  der
beiderlei  Rassen.  Das  Ergebnis  dieser  direkt  verantwortlichen
  Konfrontierung  ist  die  schärfste  Probe
auf  die  Reife  eines  Volkes  im  Bölkerverkehr.
Hier  zeigen  wir  uns  deutlich  als  Anfänger.  Wir
schwanken  innerhalb  zu  weiter  Grenzen  zwischen
antoritätsloser  Fraternisiererei  und  amtlich  posierendem
  Herrentum.  Der  Mittelweg:  Verständnis
der  fremden  Eigenart  bei  ruhig  fester  Wahrung
der  eigenen  Überlegenheit,  liegt  uns  noch  nicht.
Der  Vetter  jenseits  des  Kanals  ist  weltmännischer.

Einstweilen  müssen  wir  also  offen  bekennen,
daß  der  Hottentott  uns  besser  kennt  als  wir  ihn.
Schon  im  Bewußtsein  seiner  Schwäche  verliert  er
niemals  das  Interesse  am  Studium  des  weißen
Eindringlings.  Seit  Generationen  und  von
Jugend  auf  geschult,  mit  List  zu  Werke  zu  gehen,
läßt  er  den  Weißen  nur  in  den  seltensten  Fällen
in  die  Ergebnisse  seiner  eigenen  Menschenbeobachtungen
  blicken.  Wir  haben  in  der  Verkennung
  dieser  Sachlage  viel  preisgegeben:  Was
        <pb n="1161" />
        W  1047  20

ist  nicht  in  der  kritischen  Zeit  nach  Ausbruch  der
Warmbader  Unruhen  an  der  Bierbank  der  Verkaufsläden
  in  Gegenwart  von  Hottentottenmännern
für  Kriegspolitik  getrieben  worden,  unaufhaltsam,
wenn  jenseits  der  sechsten  Flasche  der  Patriotismus
seinen  Höhepunkt  erreicht  hatte.  „Was  können
denn  die  Kerle  machen?“  war  der  Refrain  auf
den  Hinweis,  daß  unberufene  Zuhörer  da  seien.
Und  denen  entgeht  nichts;  sie  kommentieren  sich
solche  wahnwitzig  unbesonnenen  Reden  eindringlicher
  als  jeden  Erlaß  des  Gouverneurs.  Wer
glaubt,  für  Tabak  und  Fusel  von  einem  Hottentotten
  jeden  Dienst  fordern  zu  können,  sollte  in
kritischen  Zeiten  wenigstens  so  viol  Familienkenntnis
  des  „Lumpengesindels“  haben,  daß  er
den  Spion  gegen  einen  Bandenführer  nicht  gerade
aus  einer  verschwägerten  Familie  wählt.

Aber  wir  wollen  hier  nicht  weiter  exemplifizieren.
  Es  wird  sich  auch  ohnedies  die  Überzeugung
  Bahn  brechen,  daß  die  Unterschätzung
des  Hottentotten  in  den  kleinen  Fragen  des  täglichen
  Lebens,  wie  in  solchen,  die  seinen  Lebensnerv
  berühren,  ein  Grundfehler  in  unserem  Verkehr
  mit  den  Eingeborenen  war.  ir  haben
diesen  Fehler  mit  so  viel  teuerem  Blute  bezahlen
müssen,  daß  es  die  Pflicht  jedes  Zeugen  ist,  auf
ihn  zu  weisen,  damit  er  vermieden  werde.

Wer  den  Hottentotten  als  Krieger  nicht  ausschließlich
  nach  Gardemaß  und  nach  den  Paragraphen
  der  Genfer  Konvention  mißt,  wird  ihm
Anerkennung  in  mehr  als  einem  Punkte  nicht
versagen  können.  Es  gehört  freilich  kein  Feldherrublick
  zu  der  Erkenntnis,  daß  im  Kampf  mit
den  Hottentotten  nicht  Hendrik  Witbooi  unser
Hauptgegner  war,  sondern  sein  Bundesgenosse:
das  Land,  das  immer  wieder  zwischen  den  Feind
und  uns  wasserlose  Einöden,  unwegsame  Gebirge
oder  unübersehbare  Flächen  schiebt.  Mit  seinem
ganzen  Troß  verschwindet  hier  der  Feind.  Sein
Proviant  ist  das  lebende  Vieh,  das  die  Kinder
treiben  und  die  Weiber  melken.  In  entlegenen
Revieren  oder  Felshöhlungen,  die  nur  der  eingeborene
  Hirt  und  Jäger  kennt,  finden  sie  Wasser,
im  offenen  Buschkraal  nächtigen  sie  wie  sonst  auch,
wenn  sie  mit  Kind  und  Kegel  für  Wochen  und
Monate  auf  die  Weidesuche  gehen.  So  fühlt  sich
der  Orlog-Hottentott,  mag  es  ihm  gelegentlich
noch  so  schlecht  gehen,  doch  stets  in  seinem  Element.
  Solchen  Gegnern  gegenüber  sahen  wir
uns  vor  die  Aufsgabe  gestellt,  mit  einem  Schlag
und  mit  der  Forderung  augenblicklicher  Leistungsfähigkeit
  unsere  ganze  kulturelle  Übermacht  in  ein
Land  zu  verpflanzen,  das  im  normalen  Laufe
der  Dinge  Jahrzehnte  brauchen  würde,  um  der
Kultur  gewonnen  zu  werden.  Jetzt  alle  Hilfsmittel
  moderner  Kriegführung  hier  mobil  machen
bedeutete  —  lange  ehe  es  mit  der  blanken  Waffe

 

Uachwelsung  der  Brutto-Einnahmen  bel  den  flüülsten3zollämtern  von  Deutsch-Ostafriza  im  Monat  Juli  1907.

 

 

 

 

 

Gegenübergestellt  dem  gleichen  Monat  des  Vorjahres.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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        1048

an  den  Feind  ging  —  einen  Kampf  mit  der
Natur,  der  heute  noch  ungeheuere  Anforderungen
an  jeden  einzelnen  Mann  stellt.

In  diesem  Kampfe  ist  uns  der  Hottentott
überlegen,  nicht  deshalb  allein,  weil  er  von
Fleisch  und  Wurzeln  leben  kann.  —  Erfahrung
gibt  ihm  das  Ubergewicht.  Unsere  Truppe  ist
dem  Hottentott  ein  Wild,  auf  das  er  um  so  zuversichtlicher
  Jagd  macht,  als  er  seine  Gewohnheiten
  aus  früheren  Kämpfen  kennt.  Während
unsere  Soldaten  immer  von  neuem  blutiges  Lehrgeld
  zahlen,  übt  jener  seine  alte  Praxis  aus:  Er
lauert  dem  Feind  an  der  Wasserstelle  auf  wie  ehedem
  dem  Zebra  an  der  Dlei;  er  feuert  aus  seiner
Felsenschanze  auf  eine  vorbeiziehende  Abteilung,
wie  er  sich  auf  ein  Rudel  wandernder  Springböcke
  in  den  Hinterhalt  legte,  er  pirscht  sich  an
eine  schwache  Patrouille  heran  wie  an  eine  Oryx-Antilope
  im  Morgengrauen;  er  umzingelt  einen
Transport,  wie  er  in  seinen  Kesseltreiben  die  Hasen
umstellt,  um  sie  mit  dem  Kirri  zu  werfen.

Und  wenn  er  selbst  im  Kesseltreiben  saß,  wie
kam  es,  daß  er  immer  wieder  entschlüpfte?
Unsere  Truppe  hatte  während  der  ganzen  Kämpfe
unermüdlich  das  Kriegsfeld  nach  allen  Winden

 

mit  Patronillen  beschwärmt,  hatte  mit  bewunderungswerten
  Opfern  das  Land  mit  einem  Netz
von  Telegraphen  und  Heliographen  übersponnen
und  mit  drahtloser  Telegraphie  bisher  unüberwindliche
  Schwierigkeiten  des  Raumes  und  der
Zeit  bewältigt.  Daß  uns  der  Hottentott  trotzdem
im  Nachrichtendienst  oft  gemeistert  hat,  bringt  uns
in  unliebsame  Erinnerung,  was  wir  im  Stolz
unserer  Kulturhöhe  leicht  vergessen:  Die  Tatsache,
daß  einfache  Übung  der  nackten  Sinne  eines
Naturvolkes  und  primitive  Verstandestätigkeit,
nur  an  alltäglichen  Dingen  geschärft,  zu  solcher
Vollkommenheit  gesteigert  werden  können,  daß  sie
dem  angestrengten  Aufwand  modernster  Technik
einer  numerisch  und  intellektuell  unvergleichbar
überlegenen  Macht  erfolgreich  standhalten.

Die  Stärke  des  Hottentotten  seinem  Feind
gegenüber,  der  von  Haus  aus  in  vorschriftsmäßigem
  Zusammenarbeiten  geschult  ist,  liegt  in
der  Selbständigkeit  jedes  einzelnen,  und  da  ergibt
  ein  Vergleich  mit  dem  deutschen  Soldaten
bald,  wieviel  uus  Gehirumenschen  an  primitiven
Fähigkeiten  im  direkten  Verkehr  mit  der  Natur
verloren  gegangen  ist.

75

 

Die  Verkehrsstatistihk  der  Usambara-Sisenbahn  für  das

IV.  Vierteljahr  der  Rechnungsfahre  1905  und  1906  (Janut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für  die  Gütertonnen  sind  durchschnittlich  an  Fracht  eingekommen  ...
Auf  1  km  durchschnittlicher  Jahresbetriebslänge  sind  insgesamt  eingekommen  -1

*)  Vgl.  das  Kolonialblatt  Nr.  10,  1907.

 

 

rund  9,47  Rupien
.0,37  -

Beförderungen  IV.  Viert
Anzahl  der  beförderten  Güterverkehr  Tie

Personen  Reise-  Güterverkehr  Tierverkehr

Rich  tung  gepäck  Re  ie-  Ins-  "
—....  Privatgut  rungcut  gesamt(Growieh  Kleinvieh  .
SGefam  t  t  t  t  Stückzahl  Stückzahl  gesa
Tanga-Mombo  515  11  416  1493s  20,9  967.9  6.0  974.8  21  52  7
Mombo-Tanga  403  11.422  11.825  6.6  564,3  8,2  572.5  26  227  25
Zusammen  im  «  —
IV.  Vierteljahr:  918  28  *  29  756  27.5  1532.2  15.1  1517.3  50  279  32

Hierzu:
I.  Viertellahr  83895  26  571  274606  29,3  1  330.90  I  33.3  1393.2  281  325  60.
11911  26320  27511  41.3  1  573.8  36,3  1  610·6  99  363  1
-  lo20772  27811  27.5  1  530.8  39.7  1  570.5  57  201  23
Gesamtsumme  im  "„  %  ½  5
Rechnungsjahr  1905:10416  108  501  112547  126,1  5976.7  114.  6  121.6  137  1410693  165
1  1

Gesamtzahl  der  zurückgelegten  Personenkilometer  4  179  069

Gesamtzahl  der  zurückgelegten  Gütertonnen-Kilometer  351  036

Durchschnittsfahrt  einer  Person  .  .  rund  39  km

Durchschnittslauf  einer  Gütertonne  =  57  km

Auf  1  km  durchschnittlicher  Jahresbetriebslänge  kommen  Personenkilometer  .  341  721

Auf  1  km  durchschnittlicher  Jahresbetriebslänge  kommen  Gütertonnen-Kilometer  -  2728

Für  das  Personenkilometer  sind  durchschnittlich  vereinnahmt  .  rund  1½  Heller

Für  das  Gütertonnen-Kilometer  sind  durchschnittlich  vereinnahmt  106½  lbrô!
Die  Person  hat  durchschnittlich  an  Fahrgeld  entrichtet  .  57  -
        <pb n="1163" />
        W  1049  2

Nachweisung  der  Brutto-Sinnahmen  bel  den  Binnengrenz-ollstellen  von  Deutsch  -Ostafrika  im
ODonat  Kpril  1907.
Gegenübergestellt!  dem  gleichen  Monat  des  Vorjahres

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Betriebsausgaben  haben  betragen

Bestimmungsmäßige  Rücklage  in  den  Erneuerungsfonds
Bestimmungsmäßige  Rücklage  in  den  Spezialreservefonds

 

Einfuhr=  Salz=  .  Gegen  Vorjahr
Zorlhelln  Einfuhr  Auesuhr-  worbranchs  Neben-  Insgesamt  Ahpril
Zollste  zoll  zoll  Abgabe  Einnahmen  1906  Zunahme  Abnahnie
Nup.  H.]  Rup.  H.  Nup.  H.]  Nup.  H.  Rup.  H.  Mark  Pf.  Mart  Pf.Mart  Pf.l  Mart  Pfj.
i  l
Moschi  1  02053  77832  34  04  96  84  1  929  7732  57297332  —  —  759  61
Schirati.  5360546991  3579  31291911726  552468  7s|22
Muansa  24  836  6217S74  o09  2  66,52595  05,  545  309,3360  412  4472  652%—
Bukoba  3  91757  4  785  11  33  6  154  (2,58  890  90,1  544  328316—  —
Usumbura  ——  —  —  —  —  —  —  —  132  —  —  13  27
jidi  —  —  —  —.—  —.,  26——  —  26  —
Bismarckburg  –Pv1  —  —  10  88  10  88  14.51  1750  —  2.  99
Unjika-Posten  —8302  +45SS  06033)  -,  .  -  I1  )  33—  —
Neu-  Langenbur  —  —  191446  —  4  759450  752  000  —  7181  +5117  —  —
Mueia  332/25  —  —  3  —  335  25  447  —  318  90  128,  10  —  —
Wiedhafen  .  25————  —  —  —  25  25.25  33  67  —  —  33607—  —
Ssongea.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Summe  in  Rup.  30  66864,5  41  732  5101  68304¼6  17  75  54900,  5100732  01  1  05  86105  1544r  09
-  .  Mk.  0  891  5355  643  35135  57T732  01  —  50  816  96
April  1906  Mk.]27  5240222  16777  79  87  142  4949  915.05  J
Gegen  Vorjahr  «  H
Zun.  ,  Abn.  -133666133475  5  *55  70  3919  0750816  96
bis  März  1906  und  10907)“)  sowie  Überblich  über  das  finanzielle  Ergebuls  der  belden  Rechnungssahre.
jahr  1905.  t  i  un  ahmen
Personenverkehr  Reise-  Güterverkehr  Tierverkehr.  Sonstige  Gesamt=*EM
  egLepäck  Regie-  Ein-  einvon
  öA  Privat-  n  Ins-  Groß=  Alein-  Ins-  nahmen
Weißen  Farbigen  Insgesamt  gut  #  unge  gesamt,  bieh  vieh  gesamt  zme  nahmen
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  E  RupienRupien  «  Rupien  ie  Rupien  Rupien
D
1  904,  50  6  501,90  8  406,10  220,80  11  382,344  3.  11  588,  44  u.is  210,3001648,55  22  080,52
1794,31  6255.90  8  050,21  105,85  3  389—  54,  30  3  443,30  99,300  179.—1  278.30  997.26  12  874,92
s  l
i
3  60%112  757,80  16  456,61  332,65  4  1%  2604  EE  2  250,1588,  60  2,  81  34  955,1.1
3  521,67  11  180,  11½  14  710,78½  419.50½  13  728,11118,80  14  446,91  695,89)  262,73,  958,62  3  399,911413  95,  733
5  823.—  11  595.15  1  O  837.  80  18  877,  601  833  *  378,30  1  212,203  671,776  317,58
8  N.  512  073.80  f15  984,95  501.10  H1  605,  OS,  530,149  15  135,574,  90  186,  45  461,35  2  045,25  34  128,52
16  %nn  aEz  15.3  ½64  570.10019½  G  144,  83  1  847,02  57  991,  851  2  048,  x  1077,  ½  12077  139  867,  273
l  i

 

99  330,30  Rup.

 

Es  bleiben

75  850,—
3  000

40  036,97½  Rup.

oder

53  382,64  Mk.

Mk.

78  350,—  Mk.

 

Mithin  Fehlbetrag  25  467,36  Mk.

3
        <pb n="1164" />
        1050

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beförderungen  IV.  Viertel-Anzahl
  der  beförderten  iterverfekr  Tierverfelir
Personen  Reise-  Güterverkehr  Tierverkehr
Richtung  6  HLHewäc  egie  *
Weißel  Farbige  Iuns-  Privatgut  rungsgut  gesamt  Großvieh  Kleinvieh,  Insgesamt
  gesamt
t  t  t  Stückzahl  Stückzahl!
1  1.  l
Tasmn-Montlso...  826  21770  22596  16,9  1853,1  95.8  1948,9  39  52  p81
Mombo-Tangga  692  22892  23584  7.8  701,7  0.5  702,2  23  293  316
Zusammen  im  1  D  I
IV.  Vierteljahr:  1518  4466  16  180  24,7  2554,8  96,3  2  651.1  62  315  107
“
1
Oierzu:

I.  Viertelslahr  905  35  151  1  36  056  28,9  1  318.8  17.7  1  336.5  579  638  1217
II.  "  1057  36033  37090  138,9  1353  28.9  13386,2  186  730  916
III.  -  ·.1:-306I·3994().41246  23,0  2049,3  62,6  21119  105  364  469
Gesamtsumme  im  6  .  «

Rechnungsjahr  1906:786  155  786  6%  160  572  95,5  7280.2  "  205.5  7485.7  932  2077  3009

.
Gesamtzahl  der  zurückgelegten  Personenkilomter  6505  952
Gesamtzahl  der  zurückgelegten  Gütertonnen-Kilomter  462  880
Durchschnittsfahrt  einer  Personn.  ununnd  40,52  km
Durchschnittslauf  einer  Tonne  ..  ..  -61,81-Auf
  1  km  durchschnittlicher  Jahresbetriebslänge  kommen  Personenkilometer  50  434
Auf  1  km  durchschnittlicher  Jahresbetriebslänge  kommen  Gütertonnen-Kilometer  .  3  588
Für  das  Personenkilometer  sind  durchschnittlich  vereinnahmt  .  -11X9Hellcr
Für  das  Gütertonnen-Kilometer  sind  durchschnittlich  vereinamnt  .  17
Die  Person  hat  durchschnittlich  an  Fahrgeld  entrichtett  ......  -52  -
Für  die  Gütertonne  sind  durchschnittlich  an  Fracht  eingekommen.  .rund  10,71  Rupien
Auf  1  km  durchschnittlicher  Jahresbetriebslänge  sind  insgesamt  eingekommen  -1429,19  -

 

ÜUbersicht  über  die  Bewegung  des  Bandels  des  Schutsgeblets  Kamerun  im  II.  Viertel  des  Kalenderjahres
  1907  im  Verglelch  mit  dem  Handel  im  gleichen  eitraum  des  vorfahres.

 

 

    
     
 

 

 

 

 

 

 

 

In  Im
#  II.  BierteltI.  Viertell  Bunahmeß  Abnahme
Beuennung  der  Warengr  en  "
ennung  engrupp  1907  190
Wert  MH.  Wert  M.  Wert  Mk.  Wert  Mk.
A.  Einkuhr.
I.  Erzengnisse  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der

a)  145  656  137  167  8  489  —

b)  36  399  25  162  11237  —

c)  179  100  124  886  54214  —

d)  252  070  201.259  17  811  –

F0)  und  zuttermaittel  1  901  1  379  522  —

s)  ...  —  —  —  —

g  der  Forstwirtschaft.  ......  37  243  25  384  11  859  —

Zusamme  .  .  ..  652  369  518  237  1371  132  —

II.  Tiere  und  Lerrsse  eErzeugnisse

a)  Lebende  679  8  983  —  3  304

h)  Fleisch  und  eferische  Erzeugnisse  aller  Art  324  351  270  468  53  383  —

Zusammen  1  ..  325  030  274  451  50  579  —

III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  .  ..  200  290  131  582  68  708  —

IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  ...  35  719  21  754  13  965  —
        <pb n="1165" />
        W  1051

 

 

 

 

 

 

 

         

 

 

 

Die  Betriebsausgaben  haben  betragen

Rücklage  in  den  Erneuerungsfonds

 

Es  bleiben

 

jahr  1906.  Einnahmen
——ÔÒÒÚÊ—Ô
Personenverkehr  geeis  Güterverkehr  Tierverkehr.  Sonstige  Gesamt-Reise-
  ·  .
--—»—p»ck—-—  –  ——  -  —  —  —  Ein-  einvwvon
  aunsges  “me  e  egies  Ins-Groß=  Klein=  Inus=  nahmen  s  nahmen
Weißen  Farbigen  Insgesamt  Privatgut  runsgut  gesamt  vieh  vieh  gesamt  *:3  1
Aupien  "„  Rupien  Rupien  s  Rupien  s  Rupien  Rupien  Rupien  s  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
-
2  729.7  75  9808,  r  12  538.05  388,50|23  452,  26  260  77.855  312,45  3  478,80  41  463.62
24  412,  —41295  5  10  468,35,  12  881.30  176,.10  8973.71  3,50  3977.21  89.—  205,55  294,55  1  110,68  18  440,141
I  -  j
5  E—  276.65  25  419,35  564,0027  125.97  12097,06  28  723,08823,60  283,10  607,0]  589,  18  59  903,76
l
S  01()4)  17681,90  670.353  673,  39  369,20  14  042,591  123.,75  339,60  1  463,353229,62  37  087,81
3344,  6515  2  33.  3  E  396,5513  746,86  661,10  14  410,0661,10  131,20  892,0  4422,  36  704.91
43  510,  80  17937,50  22  448,30  526,6520  1  005  23  048,986  320,85.  455,00  776,75  50  669.17
:
16  ota,  oo  68  117,65  84  132,25/2158,1556  851,15  3374,41  80  225,502  229,30  1510,10  3  739,1014  110,29  184  365,95
n  4  D

 

Rupien  99  053,32⅛
Rupien  85  312,62⅛½

oder

Mk.  113  750,17

Mk.  75  850,—

 

 

 

 

 

 

 

Rücklage  in  den  Spezialreservefonds  .  3  000,—  .  95?8  850,—
Mithin  Überschuß  Mk.  34  900,17
Im  Im
.  ll·VicI-tclll.Viertcl«-3nnal)ntcAbnahncc
d  War  «
Benennung  der  Warengruppen  voo,  doo
Wert  Mk.Wert  Mk..Wert  Mk.Wert  Mk.
V.  Chemische  und  pharmazentische  Erzeugnisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmitteln)  54  785  58952  —  4167
VI.  Textil-  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  usw.
(außer  Lederwaren)  1  199  512  713  673  485  869  —
VII.  Leder  und  Lederwaren,  zunchsch,  Krichnerwanen  43  817  91  951  11  866  —
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  5  092  320  —  2228
IX.  Holgwaren,  Flecht=  und  Schnitzwa  35  738  ’“  2  016  —
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  aleennhe  v.  Kunsigegenstände  23  650  14  365  9285  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  46  858  44  218  2  610  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  kaußer  Instrumenten,  Maschinen
  und  Waffen
a)  Unbearbeitete  Metule  und  Halbzeug  23  313  5  095  18  218  —
b.  Fabrikate  .  463  614  410  264  53350  —
Zusammen  An-  486  927  415  359  71  568  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzenge  40222  32332  7890  —
XIV.  Gassen  n  und  Munition.  16  611  48  447  —  31  836
XV.  Geld  —  3  000  —  3000
Summe  der  Einsuhr  i  im  *  Viertel!1  1907  #  1906  6  6600  9  817  287  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  4  039  327)  2  636  013  –—  —
Zunahme  —,  Abnahme  —  —  872  677—  286650  —  —
        <pb n="1166" />
        1052

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Im
Venennung  der  Warengruppen  II.  Viertel  II.  Viertel]  Zuͤnahme  s  Abnahme
1907  1906
Wert  Mfk.Wert  Mk..  Wert  Mk.Wert  Mk.
B.  Ausfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewer
a)  Erzeugnisse  des  Landbaues  1297  122  938  538  358  5814  —
b)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft  2242  054)  1  486  386  755  668  —
Zusammen  1.  3  539  176  242492444  —

II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse  229  198  223  307  5891  —-III.
  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe  1283  2116  —  863
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse  8  548  6  023  2525  —

V.  Wiederausfuhr  (Geld  usw.)  2646  —  2646  —

Summe  der  Ausfuhr  im  II.  Viertel  1907  cdʒw.  1906  3780851  2656  4001124  451  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  2959  000)  1891  646  —  —
Zunahme  +.  Abnahme  —.  —  821  851176“4  754  —  —.
C.  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  u.  Ausfuhr  im  II.  Viertel  1907  bzw.  190646  947  501  5  005763  1941  738  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Viertellahr  ..  6998327  4527659  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  —.  —  50  826  —+  478  104  —  —
Wichtigste  warenpositionen.
Benennun  Im  II.  Viertel  Im  II.  Viertel  4Z
der  6  des  Jahres  1907des  Jahres  1906  Zunahme  Abnahme
Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert
—msmmnn  #  Mé.  Mi..  xg  Mt.
A.  Einkuhr.
Rei  451  4021  106  81436  236/  92  152  16  166|]  14  160
5  und  Backwaren  65  370  34  4664#81  1004  —  —  15  730  5  818
Tabak  83  893  100  955  69  93881  64313  955  19  312  —
Tabaksaöritater  %  21  883  3  483  1  716,  21334  167  11  1100—
Stille  Weine  Liter  2915  3  786  24  07)2  26  81  —  —  11572495
Zranntweine  aller  Art  Liter  78  161  34626  S70  01%  4  34151U0“S-’-—
Bie  Leiter  841915  42211  76  695  44360  8  220  —  —  21109
-  und  Nuzhol  z  .  45543737243162170125384293267L11859  —
Fleisch,  Fische,  Eier,  Milch,  Honig  und  %  n  i
sonstige  tierische  Nahrungsmittel  336  215  323  680176  6631  181  143159  552.  142  5461  —  —
Zement,  Kalk,  Kreide,  jonstige  Erden
S  and  teine  .  h6233  737  20  682239  692  22640  —  71  955  1  058
·  5.·517»1430421048959611071558  881  935  —  —
Steärahen,  #raunkohlen.  Briketts  246  600  11  928635  185  26  473  —  388  585.  14  545
Petroleum  88  164.  21  166  91  820  18  729  —  2  437  3  656
Seiten  aller  At!-  .  373  770  26  905  63  082  1799884688  8907  —  —
ewebe  aller  273  419,  884  880  132  563,  465  3811140  856.419  469  —  —
Leibwäsche,  Kleider,  Hitte,  Mützen,  Posa-  .
—  mentierwaren.  Schirme,  Filzwaren  .  5  292  569  61  46  231  616  —  579721  56%.  —
huhe  un  efe  3  2  7  4476  19  860  1527  2037  —  —
Glas  und  Btesel  n  ..  185903262431078l31262  —"1362124881—
Roheisen,  eiserne  Schienen,  Stangen.  s  F
W  usw.  .  2360  3339  9  019  10  419  —  ii  —  66591  80
ellble  76  901  24  085  52  059  684424842,  8  401  —  —
Eisenwaren,  nicht  besonders  genannt  649  754,  347  894616  552  en  26833  202  6261  —  —
Waren  aus  anderen  unedlen  Metallen  34  557  81  018822  559  42573111  998  38  45—  —
Feuerwaffen  Stück  141.  11346  2  425  18241  —  —  2284  6895
Silbermünzen  —  —  —  8  000  —  —  —  3  000
        <pb n="1167" />
        7  Im  II.  Viertel  Im  II.  Viertel
Ven  nung  *-  Jahres  1  des  Jahres  1906  Zunahme  Abnahme
er
Waren  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Werr
———.—————————————
B.  RAusfuhr.
Kalao  53  200  75  800]  63  266  57057|  —  18752111  976  —
Palmkerne  2  922  218.  636  9722  597  794,  515  828824  124.121  111  —  —
Palm  132  086,  583  996/1  198  990  363  240  163  087  220  756  —  „  —
-x  ud  Aubbols  160  637,  13  80900208115  18446  47  4128,  4  556
Kautschuk  407  148.2  226  79200  450  1407910  600  756  88245  i
Elfenbein  11  190  209  8244  15  673.  195  929  —  13  895  14483  —

Betriebsergebnisse  der  Verkehrsanlage  in  Togo,  bestebend  aus  der  Küstenbahn  Come-Knecho  (45  km),
der  Landungsbrüche  Lome  und  der  Ende  Januar  1907  eröffneten  Inlandsbahn  Lome-Dalime  (122  km),
für  die  Zeit  vom  1.  April  bis  31.  Juli  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Küstenbahn.
Personen=  Reise=  Tier--5Güter-  Trag-  Neben-  Son-Hunde
  «  ·  »  stige  Zusammen
Monat  verkehr  gepäck  verkehrverkehr  cdlasten  gebühreninnahmen

Mk.  Mk.  Mk.  Ml.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Pf.
April  1907/1  271,55,1089,  10118,  90  °5727,  20y,  O5  38.—  —  2  52520
Mai  -  1  824,45  1,60J2055—O0  474,  85  —  —  316375
Juni  -  2  705,  2,70|47,8518,  49,-  —  —  3  775  65
Juli  -  3  118,653,  40|  SS  10,  —  357,05  26,  60|  1176,  -  4232  55
Zusammen8  919,65|10,  10  1219,8555,30  4  05j  S4,  20  168,-  1176,  1  697  15
Inlandsbahn.
Personen-  Reise-  Tier-  Güter-  ·  Neben-  »
Hunde  »  Traglasten  »  Zusammen
verkehr  gepäck  verkehr  verkehr  gebühren
Mk.  Mk.  Mk  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Pf.
5  045,10  56,60  242,10  71,4511595,40  1  806.—  87,20  18  903  85
4  646,90  20,20  196,05  38,50  15  193,30  1  954,65  —  22049  60
4585,60  11,40  109,55  54,20342,45  1  595,90  —  20  699  10
5  699,70  44.—  208,25  159,80  17072,70  1  687,85  16.—88  30
19  977,30  132,20  755,95  1  323,9558  203,857044,  40  103,20)]  86  540  85
L#audungsbrücke.
.  Einna  bu  men  Gesamte  Einnahme
Gelandete  Verschiffte  8.  ebdeoer  Küstenbahn,
Güter  GüterPersonen-  OGüter-  eld  Vieh-  Zus  Inlandsbahn,
«.  sammen
verkehr  verkehr  verkehr  verkehr  Landungsbrücke
t  t  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Mk.  Pf.  Mt.  Pi.
945,68.  840,54  854,—  15  325,50  70,  291,60  16  541  l  10  37970  15
1  218,12  1096,79  454,—  15  979,50  275,—  31,05  16  739  55  41952  90
576,47/1  763,20693,—  20  887,80  178.—  17,15  21  775  95  46  250  70
1  321,28  2  699,8435  986,20  90.—  23,05  6  306522  25  65  643  10
4  061,55  6  400,  37  2  424,  —  88  179,00  613.—  362,85  91  578  85  191  816  85
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        1054  2

Kußenhandel  der  Westkarolinen,  Dalau

u.  Westkarolinen·

 

Gesamte  Eindesame

  Ein-Für

  Rechnung

 

 

War  bzw.  Ausfuhr  bzw.  Ausfuhr  Zunahme  Abnahme
Garc  1906  1905  der  Regierung
kt#Mi.  krn  Mr.  kg  Mkt.  kg  Mt.  ka  M.
Einfuhr.
Verzehrungsgegenstände  169  215  1  5  200  216  093.  135  1744—  —  16  818  49  668  1510  1342
Tabak  und  Tabakfabrikate  4  615,  32  20130—  —  1817  680  2450
Alkoholhaltige  Getränke  24  T  5  61  42  118  57  9171  —  —  17  5514  2757—  —
Gewebe  und  Bekleidungs-  1
gegenständ  8  or  343201  12311  40417)  —  —  3607  60o97  728  2995
Boote  (Stück  3  1880  7  767—  —  4  5793  —  —
Eisenwaren,  Holg,  Bau-  |  6
materialin  236  358.  74  083|1  467  728  387  731—  —  1231  370  313  65164  563  12386
töm  Kabels  15km  Kabel
Sonstiges  ·.....  1  152  860  162  161|1  413  530  712  980  —  —  260  670  5808191  17  469  18318
Zusammen  Einfuhr  im
Jahr  1906  —  404  038  —  1392  325—  —  —  988  2871  —  37  491

Dagegen  Einfuhr  im
Jahr  1906

 

1392  325

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  1392  325  —  —  —  –  –  —  23  324
Zunahme  &amp;amp;.  Abnahme  —  988287“)  —  —  —  –  —  –  s  14  167
*)  Der  bedeutende  Rückgang  der  Einfuhr  ist  in  der  Fertigstellung  der  Kabelbauten  begründet:  gegen
Ausfuhr.
Kopnra  818  410  78  030)  490  274  93  4155—  —  141  864  15  385  —
Trepang  .  .  .  .  .  .  .  ...  3259  1  586  624  435  97111  —  —  21  176  8  125—
Schildppat  10  172  «  —  —
Muschen  131  681  32  721  —  —
Lcbensmiteel  4777  5  996  —  —
awm  ...  90  290  —
Mede  dainioe  Getränke  261  3981197  635  32  920—  1318553266
Gewebe  3539  3281  —  —
Lewete  .......  Stück)  1  1  100  –  —
Eisenwaren,  Holz,  Bau-  1  .
matcrmltcn......  618  1631  s  —
Verschiedenes  398  516  l  —  —
Zusammen  Ausfuhr  im  «
Jahre  —  125721  —  136  0461  —  —  10  325  —
Dagegen  w  rt  im  :  «
Jahre  1905  –  136  046  —  136  0461  —  —  —
Zunahme  J.  Lunnhm-  —  J10  325  —  —  —  —  V10  325  —
Gesamthandel.

Einfuhr.  .  .  .  .  .  .  .  ..  —  404  0381  —  —  —  —  —  37  491
Ausfuirr  —  125  721  —  —  —  —  —  —  —  —
Gesamthandel  19006  —  529  7591  —  —  —  —  —  —  —  37  491

-  1905  —  1528871  —  —  —  —  —  —  —’-23324
Zunahme-hAbnahsnc—  —  998612  —  —  —  —  —  —  —  11  167
b.  PDalau.

Einkuhr.
Verzehrungsgegenstände  260  576/  12  668  *  —  —  —  –  —  —
Tabak  und  Tabakfabrikate  513  1  3800  —  —  —  —  —  —  —  —
Alkoholhaltige  Getränke  8  010  179  —  —  –  —  —  —
Gewebe  und  Bekleidungs-  6n  I
gcgcmtande  alletMt  96046126——2—  —  —  —  —  —
L............  110823965—  —  —  —  —  —  —  —
Eaternren,  Holz,  Bau-  1  1
materiallen  105  40  22129  —  —  —  —  —  —
»qu!chd.........  8828  6  608  —  —  —  -—  —  —
Zusammen  —  64673  T  —  —  —  —  —  —
*)  Vergleichbare  Zahlen  für  1905  cegen,  nicht  vor,  da  der  Handel  der  Palau-Inseln  1905  gesondert
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Gesamte  Ein-Für

  Rechnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»  bzw.  Ausfuhr  bzw.  Ausfuhr  Zmahme  Abnahme
Ware  1906  1905  Zunah  der  Regierung
kaMrk.  kg  Mk.  ka  Mk.  kg  Mk.  kg  Mk.
Ausfuhr.

Koporea  117591  32914  —  —  —

Trepangagag  .  ..  3280  113  —  C  —

Muschen  595  933  129  2300  i  —  —  —  —

Sonstiges  13  19131  —  —  —  —  —  —  —

Zusammen  –—  165  1961  —  —  —  —  —  —
Gesamthandel.
Einfuhr  .  .  .  .  .  .  .  .  ...  —  35346738  —  —
Ausfahr.....·.....  —  165  196  —  —  —  —  —  —  —  —
Zusammen  —  2s19  869  1  1  —  —  1—
e.  Marianen.
Einfuhr.

1.  Ve  E:hehrungsgegenstände  131  900  60  756185  d  67  1½  —  —  64031  67170  —  —

2.-..........  633.2299  3  —  —  2066  1161  —  —

3.  alddechaitige  Getränke  39  025  4117  28  8  19  6:  64  10  539,  24  467  —  —  —  —

4.  Schiffe,  Boote,  Boots-  r  :  -

material  ........  1420001388051iick11iZ960-—s9920  —  12  000  3  130

5.  Gewebe  ...  366  20  941  5992  242721  —  —  2323  3331  —  —-6

  8  Holz,  Bau-  «-..........

  22685054089196411.291473043924942  —  -  196  850  38  121

7.  ie  SSSSS  65  195  42  498]  113919  27812  114686  48  724  —  21008  24970

Sumie  der  Einfuhr  1906  —  238  5800  —  175  772  62  808  —  66.221
.  1905  1572  175  771  +–  —  —  —  —  11308
Zunahme  1.  Abnahme  —  1.62  808  —  —  62  80  —  —  —  5954913
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Ausfuhr.

Tädfrchte  3  851  208  —  3  851,  2086  —  —  –  —
............  01690.  7«0  1980—  —  54  107|]  —
............  112  421  33  726/475  100  950211—  —  362  688  61  295  —  –

de  Wiedenes  W  12  718  20  673  —  —  12  718  20  673  —  —  —  —

Summie  der  Ausfuhr  1906  129  606  555101  —  97  001  —  414911  —  —

"  -  1905  —  97  001  9700  —  —  —  —  —

Zunahme  Abnahme  —  41491  —  —  —  114911  —  —
Gesamthandel.

Gesamthandel  1006  —  294  090  —  2727731  —  21317  —  —  —  —

-  1905  —  2727731  —  272773  —  —1  —  —  —

Zunahme  1.  Abnahme  —  21  31  —  —  21311  —  —  —

*  :  1
d.  Gesamthandel  der  Westharolinen,  DPalau  und  Marianen.

Einfuirr  ...  —  697  291  —  1  568  00  —  —  870  806  103  712
Ausfurr  3416  4271—  233  0471  113380  —  —  —
Gesamthandel  1006  1043  718  1  801  141  —  757  426  —  1103712

-  1900  —  1  801  144  —  1  801  1444  —  —  —  34632

Zunahme  1.  Abnahme  JN57  126  —  —  757  120  6KP49080
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        G  1058  e

Zum  Kußenhandel  der  Marshall-Inselin
im  Kalenderjahre  1906.

Der  Außenhandel  der  Marshall-Inseln  hat,
wenn  man  zunächst  den  Handel  der  neu  in  Tätigkeit
  getretenen  Pacific-Phosphat-Compagnie  in
Nauru  außer  Berücksichtigung  läßt,  um  einen
Vergleich  mit  dem  Handel  des  Vorjahres  auf
Grund  gleicher  Verhältnisse  ziehen  zu  können,
im  Kalenderjahre  1906  einen  Rückgang  erlitten.
Es  betrug:

die  Einfuhr  606  809  Mk.  gegen  651  104  Mk.

im  Vorjahre,  also  weniger  44  295  Mk.;

die  Ausfuhr  570  589  Mk.  gegen  700  054  Mk.

im  Vorjahre,  also  weniger  129  465  Mik.:

der  Gesamthandel  1177398  Mk.  gegen

1  351  158  Mk.  im  Vorjahre,  also  weniger
173760  Mk.

Die  Gründe  für  diesen  Rückgang  liegen  in
den  Folgen  des  vorjährigen  Taifuns  und  in  dem
dadurch  angerichteten  Schaden  an  den  Kokospalmen.
  Die  geringere  Ausfuhr  von  Kopra  hat
ihre  direkte  Ursache  in  der  teilweisen  Vernichtung
und  Beschädigung  der  Palmen;  sie  ist  von
3  474  566  kg  im  Werte  von  694  919  Mk.  auf
2  847  870  kg  im  Werte  von  569  574  Mk.,  also
um  626  726  kg  im  Werte  von  125  345  Mk.
gesunken.  Die  Folge  davon  ist  eine  empfindliche
Schädigung  des  Besitzstandes  und  des  Einkommens
der  heimischen  Bevölkerung  gewesen,  die  eine
nicht  unwesentliche  Beeinträchtigung  ihrer  Kaufkraft
  auf  längere  Zeit  herbeiführen  mußte.  Hierin
liegt  die  Ursache  für  den  Rückgang  der  Einfuhr.

Den  größten  Anteil  am  Handel  der  Marshall=Inseln
  hatte  Deutschland.  An  der  Einfuhr

Außenhandel  der  Marshall-I

war  Deutschland  mit  214  930  Mk.  beteiligt,
Deutschlands  Anteil  an  der  Einfuhr  ist  gegen  das
Vorjahr  mit  278  150  Mk.  freilich  um  63  220  Mk.
zurückgeblieben,  ebenso  ist  die  Einfuhr  aus  Nordamerika
  von  89  525  Mk.  auf  68  163  Mk.,  alsoum
  21  362  Mk.,  gesunken,  während  die  Einfuhr
aus  Anstralien  und  England  von  171  399  Mk.
auf  190  733  Mk.  und  von  59  648  Mk.  auf
73438  Mk.,  also  um  19  334  Mk.  und  13790  Mk.,
gestiegen  ist.  Hauptabnehmer  für  die  Kopra  war
diesmal  Deutschland  mit  1  471  033  kg  im  Werte
von  294  207  Mk.  gegen  1  062  652  kg  im  Werte
von  214  230  Mk.  im  Vorjahre,  wo  Chile  mit
1  258  251  kg  im  Werte  von  249  830  Mk.  an
erster  Stelle  stand.  Chile  ist  im  Jahre  1906
dagegen  nur  mit  550  881  kg  im  Werte  von
110  176  Mk.  an  dritter  Stelle  an  der  Kopraausfuhr
  beteiligt  gewesen,  die  zweite  Stelle  nimmt
diesmal  Anstralien  mit  825  956  kg  im  Werte
von  165  191  Mk.  ein.  Frankreich  und  Nordamerika,
  die  im  Jahre  1905  an  der  Kopraausfuhr
  aus  den  Marshall-Inseln  mit  965  852  kg
im  Werte  von  193  210  Mk.  und  mit  51  929  kg
im  Werte  von  10  176  Mk.  beteiligt  waren,  sind
im  Jahre  1906  ganz  ausgefallen.

Für  das  Berichtsjahr  vom  1.  April  1906  bis
zum  31.  März  1907  hat  die  Pacific-Phosphat-Compagnie
  auf  Nauru  eine  Statistik  ihres  eigenen
Handels  vorgelegt.  Derselbe  umfaßt  eine  Einfuhr,
hauptsächlich  Baumaterialien  und  Verzehrungsgegenstände,
  im  Werte  von  651  929  Mk.,  eine
Ausfuhr  durch  die  Gesellschaft  hat  noch  nicht  stattgefunden.
  Rechnet  man  diese  Einfuhr  der  Gesellschaft
  im  Berichtsjahre  (April  1906  bis  März

 

nseln  im  Kalenderjsahre  1906.

Einfuhr  (ohne  die  Einfuhr  der  Pacific-Phosphat-Compagnie  auf  Nauru).

I  I
Gesamt=  Gesamt-,

Länder  der  Herlunft  der  Waren

 

 

 

 

 

 

Zu-  —
isxie  ?  infuhr  einfuhr  oder  Denusch=  Eng=  Dustra-  Ver  Cige
VBenenmung  der  Waren  einfuhr  einful  Deursch=  Eng=  Austra=  6#0i-  Ubrige
1906  1905  Abnahme  land  land  tien  China-  zmn  Länder
Mi.  M.  Mt.  Mi.  Ml.  Mit.  MWk.  Mt.  Ml.
Verzehrungsgegenstände  182  186  189  457—  7271  33113,.  1453  88744  38  574  17967  2  335
Tabak  und  Tabak-  1  «
fabrikate  43264  36793-  64717880  132  899  33725  628
Alkoholhaltige  Getränkee  46  786,  46  515/“  271|38  551,  956,  1368  296  —  5  585
Gewebe  u.  Bekleidungs-  n
stüke  128  862  104  44224  42049  “  53  155.  19  278  1766  1281  3655
Eisenwaren,  Holz,  Bau-  "
materialien  998290  114  589|21  299925  185  17  das  44  262  1048  5752  —
Sonstiges.  .1112  421  159  308  -46  887]  60  444.  699  36  182  3227  9438  2431
Zusammen  1906  .o  8o9  651  104.—44  29514  930  73  438  190  733  44  911  68  163.14  634
190  651  104  —  —  278  150  59  648  171  399  45  016  89  525  7  336
Zu=  oder  Abnahme.4  295  —  —  163  220413  790  19  334  135  21  362  *’7298
.  I
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        G  1059  20

Auswfuhr.

 

 

Kopra  1  471  033  kg  nach  Deutschland  im  Werte  von  294  207  Mk.
825956  =  Australiin  .  165  191
550  881.  Cbhile  110  176
Zusammen  Kopra  2  847  870  kg,  200  Mk.  à  1000  kg  =  Wert  569  574  Mk.
Haifischflossen  564  =  nach  China,  1kg#  1,80  Mk.  „=  1  015
Gesamtwert  der  Ausfuhr  570  589  Mk.
1906  905  Zu=  oder  Abnahme
Mk.  Mk.  Mk.
Kopra  569  .574  694  919  125  345
Haifischflossen.  1  015  5  135  —  4  120
Summe  570  589  700  054  —  129  465
Gesamthandel.  1  177398  1  351  158  —  173  760
Einfuhr  der  Pacific  Phosphate  Company  in  Naurnu

für  die  Zeit  vom  1.  April  1906  bis  31.  März  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länder  der  Herlunft  der  Waren
Gesamt-  .  E  I  —
Benennung  der  Waren  einfuhr  Deussch-  England  Australien.  China  Vereinigte  Übrige
land  Staaten  Länder
Mk.  Mk.  Mk.  i  MI  Ml.  Mk.  Mk.
Verzehrungsgegenstände  70  543  —  —  60  243  10  300  —  —
Tabak  und  Tabakfabrikate  3  42  —  —  3  420  —  —
Alkoholhaltige  Getränke  7  416  5ö50  —  5  976.  890  —  —
Gewebe  und  Bekleidungs-  1  T
stükkee  15  632  —  «  —  10  962  4  670  —
Eisenwaren,  Holz,  Bau-  #  .
materinlicn.  ..471955173617124886169512k  1  080  2  860  —
Sonstiges  82  963  2520  —  68613  11830  —  —
Zusammen  .  651  929176  687  124  886,  315  306  32  190  28600  —
Dazu  die  übrige  Ein-  —  3  J
fuhr  1906  606  809)  214  930)  73  438  190  733  44  911,  68  163.  14  634
Gesamteinfuhr  der  Mar-  D  1  6
shall-Inseln  1906.  1  258  738391  617|  198  324  506  039  77  101  71  o23  14  634
Dagegen  im  Vorjahre  651  104  5  1  4  046  89525  7  336
Zunahme  C),  Abnahmel)07  634  113  467  138  676.  334  640  %  32  055  18  502.  7298
Gesamthandel  1906  1  829  327/685  824,  198  324  671  230  78  116  71  023  124  810
-  1905  1  351  158  492  330  59  648  198572  50  181  100  001  450  376
Zunahme  (),  Abnahme)4  161  4441  66  472  658  27935  28  978  325  566

1907)  zur  Gesamteinfuhr  der  übrigen  Marshall-Inseln

  im  Kalenderjahre  1906  hinzu,  so  ergibt

  sich  eine  Gesamteinfuhr  des  ganzen  Gebietes
809  Mk.

+  651  929
17258738  Rl.
einfuhr  von  651  104  Mk.  im  Vorjahre  beträgt
danach  also  607  634  Mk.  und  des  Gesamthandels
von  1  351  158  Mk.  auf  1  829  327  Mk.  also
478  169  Mk.

von  Die  Steigerung  der  Gesamt-Deutsch-Neuguinea.


kKartographische  Mamensänderung.

In  Ubereinstimmung  mit  dem  Reichs-Marine=Amt
  wird  von  jetzt  ab  anstatt  des  Namens
„Nusa-Hafen“  für  diesen  an  dem  Nordende
von  Neu-Mecklenburg  gelegenen  Hafenplatz  die
Bezeichnung  „Hafen  von  Käwieng“  auf  den
Karten  eingeführt  werden,  da  sich  dieser  Name
bereits  im  Schutzgebiet  eingebürgert  hat.  Der
        <pb n="1174" />
        1060

Name  Nusa  wird  nur  noch  für  die  auf  der  gleich=  „Nusa-Fahrwasser"  als  Bezeichnung  der  dem
namigen  Insel  befindliche  Handelsstation  der  Nordende  Neu-Mecklenburgs  vorgelagerten  Insel-Firma
  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  in  Anwendung  kommen.  gruppe  bzw.  der  zwischen  diesen  Inseln  sich  aus-Dagegen
  bleiben  die  Namen  „Nusa-Archipel“  und  !  dehnenden  Wasserflächen  in  weiterem  Gebranch.

Schiffsverkehr  in  den  Häfen  der  Marshall-Inseln.

Anzahl,  Nationalität  und  Tonnengehalt  der  Schiffe,  die  den  Hafen  von  Jaluit  und  die  Insel
Nauru  im  Kalenderjahre  1906  angelaufen  haben.

A.  Handelsschiffe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hafen  von  Jaluit  Nau  trur  3  u  sa  m  en  J

Nationalität  der  Albb-unddddddd.  d*

Schiffe  1906  1905.  Zu„  1906  1905  Ab-  und  1906  1905  Abe  und
nahme  Zunahme  **  Zunahme
1.  Anzahl  der  Schiffe.
a.  Dampfer.
Deutschle  6  6  —  7  6  1  13  12—  1
Englische  15  4—  11  12  2.—  10  27  6—  21
Amerikanische.  —  3  —  3  —  1  —  1—  4  —  4
Norwegische  —  —  —  10  —  10  10  —  —  10
b.  Segelschiffe.  6  .
Deutschla  37  41  —  4  3  24  1  40  43  —  3
Amerikanischhe  1  1  —  —  —  —  1  1  —
Norwegische  1  3.—  23  —  —  —  1  3  —  2
Summe  60  58  —  2  32  11  —  21  92  69  —  23
2.  Registertonnen.

a.  Dampfer.  l
Denutsche3231  3231  —  5287  3231.—  20568518  6  1462  +  2  056
Englische5684  5334—  35021  630  3  410  +  18  220|27  314  8  744  18570
Amerikanische  —  1  209  —  1  200  1I-  403  —  403  —  1  612—  1  612
Norwegische  –  —  —  10  6224  —  —  10  6240  624  —  10  624

b.  Segelschiffe.  1
Deutsche  3689  4  032  —  343  450  300  +—  150  39,  4332  —  193
Amerikanische  328  230  —  988—0  ’—  328  230  —  98
Norwegische  —  2029—2029—  —  —  —  29029.—  2029
Englische  —  —  —  ——  —  —  —;—«—
Dänische..··  647  —  —  647  —  —  —  647  —  —  647

Summe43  579  16  065  —  2  486  87  591,  7344  30  64751  570.  23  40  28  161

8.  Kriegsschiffe.
S.  M.  S.  „Condor“",  Nauru  und  Jaluit,  1600  Tonnen.
        <pb n="1175" />
        W  1061  2

Kolonialwirtschaftliche  OMitteilungen.

Baumwolle  aus  Deutsch-Südwestafrika.

Das  Bezirksamt  Grootfontein  (Deutsch-Südwestafrika)
  hatte  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitee  Baumwollproben  zugehen  lassen,  die
aus  Aultts#nriußfen  im  Bezirk  Grootfontein
stammen.,  Die  Saat  zu  diesen  Kulturversuchen
wurde  seitens  des  Komitcees  zur  Verfügung  gestellt
  und  stammt  aus  Togo.  Das  Komitee  hat
die  Baumwollproben  durch  die  Chemnitzer
Aktien-Spinnerei  begutachten  lassen,  die  sich,
wie  folgt,  äußert:

Mit  Ihrem  geschätzten  Schreiben  vom  8.  Oktober
  übersenden  Sie  mir  zwei  Proben  Rohbaumwolle
  aus  Deutsch-Südwestafrika  zur  Begutachtung,
welche  ich  Ihrem  Wunsche  gemäß  möglichst  eingehend
  geprüft  habe.

Soweit  es  der  nicht  entkernte  Zustand  der
Musterbaumwolle  und  das  verhältnismäßig  kleine
Quantum  zuläßt,  stehe  ich  nicht  an,  ein  günstiges
Urteil  über  diese  Proben  abzugeben.  Die  Baumwolle
  ist  allem  Anscheine  nach  teilweise  noch  nicht
völlig  ausgereift  und  daher  recht  verschieden:  Die
Fasern  haften  sehr  zäh  an  den  Samenkörnern.
Die  Farbe  erscheint  außerordentlich  weiß,  so  daß
Spinner,  welchen  ich  die  Muster  vorlegte,  zuerst
der  Meinung  waren,  die  Baumwolle  wäre
gebleicht.

Soweit  man  den  jetzigen  Zustand  beurteilen
kann,  dürfte  die  Baumwolle  sehr  rein  ausfallen,
  was  vielleicht  mit  der  verhältnismäßigen
Höhe  der  Stauden  zusammenhängt,  da  sie  der
Einwirkung  von  Sand  und  Staub  so  mehr  entzogen
  ist  als  niedriger  wachsende  Sorten.

Ausgezeichnet  und  viel  versprechend  ist  der
Stapel.  Derselbe  erscheint  selbst  an  den  noch
nicht  völlig  ausgereisten  Samen  26  bis  28  mm
lang.  Ausgereifte  Flocken  erreichen  eine  Länge
von  40  mm.  Dabei  ist  die  Faser  rein,  seidig
und  von  besonderer  Kraft.  Ich  werde  unwillkürlich
  bei  der  Beurteilung  an  Sea-Island  erinnert,
jedoch  ohne  den  mitunter  etwas  schwachen  Stapel
dieser  besten  Sorte  Baumwolle.

Meiner  Ansicht  nach  ist  bei  sorgfältiger  Kultur
hier  ein  ganz  hervorragendes  Produkt  zu  erwarten,
  bei  dem  ich  auch  Wert  darauf  lege,  daß
es,  weil  aus  Togo-Saat,  schon  in  gewissem  Sinne
akklimatisiert  ist.

Sigi-Dflanzungs-Gesellschaft.“)
Der  Gesamtbestand  unserer  Arbeiter  beträgt
nunmehre  etwa  670,  die  indessen  nicht  in  voller

*)  Aus  dem  Geschäftsbericht  von  1906.

 

Stärke  läglich  zur  Arbeit  erscheinen,  jedoch  ist
nunmehr  dem  dringendsten  Bedarfe  abgeholfen.
Kakao.  Im  Berichtsjahre  kamen  zum  Versand
  97  Sack  3750  kg,  wofür  durchschnittlich
1,37  Mk.  pro  Kilogramm  erzielt  wurden.  Seit
dem  1.  Jannar  d.  Is.  sind  21  Sack  820  kg
zum  Preise  von  1,59  Mk.  pro  Kilogramm  verladen
  worden.  Bepflanzt  mit  Kakao  sind  100  haj;
wir  besitzen  42  800  Bäume,  wovon  8000  tragen.
Kautschuk.  Von  Ceara-Kautschuk  sind  vorhanden
  7000  vier=  bis  fünfjährige  Bänme,  18000
zwei=  bis  dreijährige  und  145  000  ½=  bis  einjährige,
  zusammen  demnach  170  000  Bäume  auf
200  ha.  Bis  Ende  1907  wird  der  Bestand  auf
300  000  Bäume  ausgedehnt  werden;  das  Feld
ist  hierfür  in  Bereitschaft  gesetzt.  Der  Ceara-Baum
  kann  vom  dritten  Jahre  ab  angczapft
werden  und  liefert  dann  120  bis  200  g  Kautschuk,
im  siebenten  Jahre  soll  man  bis  zu  2  kg  pro
Baum  erzielen  können.  Wir  haben  vor  einigen
Monaten  155  kg  zum  Preise  von  7,55  Mk.  pro
Kilogramm  verkauft.  Für  das  laufende  Jahr
hat  uns  unser  Pflanzungsleiter  noch  2500  kg  in
Aussicht  gestellt.  Die  Ausbeute  an  Kautschuk
wird  sich  nunmehr  von  Jahr  zu  Jahr  steigern,
und  voraussichtlich  betragen  1908:  7500  kg,
1909:  20  000  kg  und  1910:  25  000  kg.
Außer  Manihot  Glaziovü#  (Ceara)  sind  noch
folgende  andere  Kautschukarten  vorhanden:  Hever
brasiliensis  1500,  Kickxia  elast.  320,  Castilloa
elast.  14,  Ficus  elast.  16,  Ficus  Schlechteri
75.  Auf  die  Kultur  der  Hevea  brasil.  verwenden
  wir  ganz  besondere  Aufmerksamkeit,  geeignetes
  Land  hierfür  ist  hinreichend  vorhanden.
Kapok.  Von  der  Ernte  des  Jahres  1905
wurden  versandt  in  1906:  200  B.  6050  kg,  in
1907:  121  B.  3950  kg,  zusammen  also  321  B.
10  000  kg  zum  Preise  von  1  Mk.  pro  Kilogramm.
  Die  Ernte  aus  1906  wird  voraussichtlich
  die  bisherige  Schätzung  von  30  000  kg  erheblich
  übertreffen.  Nach  den  neuesten  Angaben
des  Pflanzungsleiters  werden  es  40  000  kg  sein,
die  zum  Preise  von  1  Mk.  pro  Kilogramm  fest
verkauft  sind.  Mit  dem  Versand  ist  begonnen
worden,  es  sind  179  B.  5950  kg  gegenwärtig
unterwegs.  Der  Bestand  an  Kapokbäumen  stellt
sich  auf  127  000,  wovon  90  000  tragen.
Pfeffer.  Im  Berichtsjahre  kamen  zur  Abladung
  94  Sack  1720  kg  Chillies,  129  Sack
3740  kg  gelber  Pfeffer,  78  Sack  1980  kg  roter
spanischer  Pfeffer,  zusammen  301  Sack  7440  kg.
Es  wurden  durchschnittlich  erzielt  für  Chillies
0,70  Mk.,  für  den  gelben  Pfeffer  0,67  Mk.  und
für  den  roten  spanischen  Pfeffer  0,94  Mk.  pro
        <pb n="1176" />
        W  1062  20

Kilogramm.  Piper  nigrum  (weißer  und  schwarzer
Pfeffer)  hat  jetzt  einen  Bestand  von  5000  Pflanzen
erreicht.  Die  Mutterpflanzen  wurden  bisher  fortwährend
  zum  Schneiden  von  Stecklingen  verwandt,
  so  daß  sie  nicht  zur  Blüte  gelangen
konnten.  In  zwei  Jahren  werden  wir  die  erste
Ernte  erwarten  dürfen.

Bilanz.  Die  früheren  Erträge  aus  der
Pfefferpflanzung  ließen  es  gerechtfertigt  erscheinen,
die  durch  Bearbeitung  des  Grund  und  Bodens
entstandenen  Ausgaben  zum  größten  Teile  dem
Konto  dieser  Pflanzung  zuzuführen.  Nachdem
aber  diese  Erträge  im  Berichtsjahre  erheblich  nachgelassen
  haben  und  wohl  kaum  wieder  den
früheren  Umfang  annehmen  werden,  hat  der
Aufsichtsrat  beschlossen,  dem  Pfefferpflanzungs-Konto
  den  Betrag  von  156  899,62  Mk.  abzuschreiben
  und  dem  Kapok=  und  Kakaopflanzungs-Konto,
  entsprechend  dem  Werte  dieser  Pflanzungen,
zuzuführen.  Die  Versuchskulturen  mit  Vanille
und  Tee  haben  wir  aufgegeben  und  deshalb  die
betreffenden  Beträge  abgeschrieben.  Der  Restbetrag
  von  60  000  Mk.  unserer  5  prozentigen
Anleihe  ist  mittlerweile  gegen  Ausgabe  von  Obligationen
  von  uns  eingefordert  worden.

Unter  den  Aktiven  der  Vermögensbilanz  sind
folgende  Posten  ausfgeführt:  Landbesitz-Konto
52  329,77  Mk.,  Kassa-Konto  149,65  Mk.,  Kontokorrent-Conto-Debitoren
  8339,46  Mk.,  diverse
Wirtschaftskonten  32  569,15  Mk.,  diverse  Pflanzungskonten
  358  911,44  Mk.,  Gewinn=  und  Verlustkonto
  176  011,27  Mk.  Dem  stehen  an
Passiven  gegenüber:  „.  Kapital-  Konto,  500  000  Mk.,
Kontokor  7  Muk.,  Verrechnungskonto
  (Vorschuß  in  Säeh  12  253,  74
Mark,  Anleihe-Konto,  ausgegebene  Obligationen

0  Mk.  Das  Gewinn=  und  Verlust-Konto
enthält  auf  der  Debetseite  außer  dem  Saldo  aus
1905  mit  161  374,40  Mk.  das  Unkosten-Konto
27  889,40  Mk.,  Arbeiterverpflegungs-Konto
9699,97  Mk.,  Arbeiterlohn-Konto  20  530,08  Mk.,
Provisions-Konto  555,79  Mk.,  Zinsen-Konto
3270,39  Mk.  und  für  Abschreibungen  6445,31
Mark,  auf  der  Creditseite  das  Wirtschaftsertrags-Konto
  14  690  Mk.,  das  Store-Konto  274,85  Mk.,
das  Kautschukpflanzungs-Konto  38  788,64  Mk.

Brücken=  und  Wegebanten.  Der  Pflauzungsleiter
  teilt  uns  mit,  daß  die  Kommunalverwaltung
  von  Tanga  beabsichtige,  in  kurzem
mit  dem  Bau  einer  Brücke  über  den  Sigi  in  der
Nähe  unserer  Pflanzung  zu  beginnen  und  zwar
auf  eigene  Kosten;  des  weiteren  baut  das  Bezirksamt
  in  Tanga  gegenwärtig  einen  befahrbaren
Weg  von  der  Eisenbahnstation  Ngomeni  bis  in
die  Nähe  unserer  Pflanzung  am  Sigi;  die  Arbeiten
  sollen  in  einigen  Monaten  fertiggestellt

 

 

sein.  Unsere  langgehegten  Wünsche  in  dieser  Hinsicht
  sind  demnach  der  Erfüllung  nahe.

Unberechtigter  Pessimismus.

Das  „Kolonial-Wirtschaftliche
schreibt  uns:

Ein  aus  der  „Berliner  Morgenpost“  Nr.  237
in  den  „Vorwärts“  und  in  die  „B.  Z.  am
Mittag“  übergegangener  Reisebericht  des  Herrn
Konrad  Alberti  vom  27.  August  fällt  über  sämtliche
  Kulturen  Deutsch-Ostafrikas  ein  Urteil,
das  alle  bisherigen  kolonialgegnerischen  Kritiken
an  Pessimismus  übertrifft.  Hinsichtlich  der  aussichtsvollen
  Baumwol  lkulturversuche  behauptet
der  Herr  Berichterstatter:  „Es  ist  nichts  mit
der  Baumwolle  in  Deutsch-Ostafrika.“
Demgegenüber  verdient  der  folgende  telegraphische
Bericht  des  „L.  A.“  über  die  am  3.  Oktober
durch  den  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts
stattgehabte  Besichtigung  des  Baumwollgebietes
Sadani  Beachtung:  „Gestern  nahm  Erzellenz
Dernburg  mehrere  Baumwollplantagen  in  Sadani
  in  Augenschein  und  sah  den  Dampfpflug
des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees,  welcher
den  Interessenten  gegen  eine  feste  Rate  zur  Verfügung
  gestellt  wird,  in  voller  Arbeit.  Er  sprach
sich  dahin  aus,  daß  Baumwollplantagen,  namentlich
  bei  künstlicher  Bewässerung,  sehr  rentabel  sein
dürften.“  Wenn  Herr  Alberti  weiter  behauptet:
„Der  Vertrauensmam  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  hat  seinen  Auftraggebern  den
Rat  erteilt,  den  großen  Dampfpflug  in  Sadani
zu  verkaufen  und  die  Baumwollpflanzung  eingehen
  zu  lassen,“  so  stellt  das  Kolonial-Wirtschaftliche
  Komitee  fest,  daß  diese  Behauptung  den
Tatsachen  in  keiner  Weise  entspricht.  Das
Komitee  beabsichtigt  durchaus  nicht,  seine  Baumwollversuchspflanzung
  bei  Sadani  eingehen  zu
lassen.

Über  den  heutigen  Stand  der  deutschkolonialen
  Baumwoll-Unternehmungen  ist
ein  Bericht  des  Komitees  in  Vorbereitung,  der
noch  im  Laufe  des  Oktober  zur  Veröffentlichung
gelangen  wird.  Nach  den  amtlichen  Feststellungen
hat  die  Ausfuhr  von  Baumwolle  aus  Deutsch-Ostafrika,
  wie  folgt,  zugenommen:

Komitee“

1902  1903  1904  1905  1906
371  9292  188  540  188  785  183  085  kg
Für  die  produzierte  Baumwolle  wurden
folgende  Höchstpreise  erzielt:
1903  1904  1905  1906

55  63  590  106  Pfl.  für  ½  kg.
Vorstehende  Zahlen  sprechen  für  sich  selbst.
Seitens  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees  ist
        <pb n="1177" />
        G  1063  20

immer  wieder  betont  worden,  daß  die  Einführung
des  Baumwollbaues  aussichtsvoll  ist,  aber  jahrelanger
  zäher  und  ernster  Arbeit  bedarf.  Das
Komitee  hat  stets  vor  Optimismus,  aber  auch  vor

Pessimismus  gewarnt.  Bedanerlich  aber  ist  es,
daß  eine  Veröffentlichung  in  einer  vielgelesenen
Zeitung  das  aussichtsvolle  und  für  unsere  heimische
Volkswirtschaft  bedeutungsvolle  Kulturwerk  stört.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Drodutionsgebieten.

Das  russische  Baumwollgeschäft  im  Jahre  1906.

Baumwollanbauin  Rußland  und  Baumwolleinfuhr.
  Die  Aussaatfläche  der  Baumwolle
  in  Zentralasien  ist  im  Jahre  1906  nicht
Unerheblich  größer  gewesen  als  im  Jahre  1905.
Allein  in  der  Fergana  betrug  die  Zunahme  etwa
7000  Deßjätinen.  Im  ganzen  waren  in  Russisch-Zentralasien
  etwa  217.000  Deßjätinen  mit  Baumwolle
  angepflanzt,  und  zwar  etwa  93  v.  H.  mit
amerikanischen  Samen,  der  Rest  mit  einheimischen.
Der  Rohertrag  wurde  auf  18,9  Millionen  Pud
berechnet,  das  Ergebnis  an  Flocke  auf  7  bis
8  Millionen  Pud  geschätzt.  Die  Qualität  der
zentralasiatischen  Baumwolle  dagegen  scheint
wieder  zurückgegangen  zu  sein.  Die  Gründe  dafür
  lagen  jedenfalls  nicht  in  den  Witterungsverhältnissen,
  die  sehr  günstig  gewesen  sind,  vielmehr
  ist  unverkennbar  und  wird  auch  von  vielen
Sachkundigen  anerkannt,  daß,  wie  auch  in  den
Vereinigten  Staaten,  das  Bestreben,  möglichst
viel  zu  produzieren,  zur  Vernachlässigung  der
Kultur  der  Pflanze  verleitet,  was  zu  ihrer  allmählichen
  Entartung  führen  muß.  Namentlich
leidet  hierunter  der  Stapel  der  Baumwolle,  der
ebenso  wie  die  Reinheit  der  Ware  von  Jahr  zu
Jahr  mehr  zu  wünschen  übrig  läßt.  Unter  diesen
Umständen  wird  Rußland,  auch  wenn  es  quantitativ
  das  vielen  Russen  vorschwebende  Ziel,
d.  h.  eine  dem  gesamten  russischen  Baumwollbedarf
  entsprechende  einheimische  Baumwollproduktion,
  einmal  erreichen  sollte,  doch  auch  in
Zukunft  die  langstapelige  Baumwolle  aus  dem
Auslande  beziehen  müssen,  es  sei  denn,  daß  man
den  erwähnten  bedenklichen  Anzeichen  größere
Aufmerksamkeit  als  bisher  zuwendet.  Dies  wäre
umsomehr  am  Platz,  als  der  Bedarf  an  höheren
Garnnummern  (fine  spinning)  in  Rußland  beträchtlich
  zunimmt:  Vorläufig  sind  aber  die  Bestrebungen
  hauptsächlich  auf  eine  Steigerung  der
Produktion  gerichtet,  wie  die  erneute  Erweiterung
der  Anbaufläche  deutlich  zeigt.  Auch  die  Tätigkeit
des  neu  errichteten  Baumwollkomitees,  das  aus
Vertretern  der  Regierung,  des  Baumwollhandels
und  der  Großindustrie  besteht,  scheint  sich  zunächst
auf  die  Erweiterung  und  Verbesserung  der  Bewässerungsanlagen,
  also  ebenfalls  nur  auf  die
Erweiterung  des  Baumwollanbaus,  zu  richten.

 

Die  Geschäfte  in  zentralasiatischer  Baumwolle
gehen  seit  einigen  Jahr  mehr  und  mehr  in  die
Hände  von  kapitalkräftigen  Vermittlern  über;  die
Produzenten  verkaufen  ihnen  das  Rohprodukt
gegen  bar.  Die  Aufkäufer,  in  der  Regel  unterstüßt
  durch  bedentende  Kredite  interessierter
Banken,  reinigen,  pressen,  packen  und  sortieren
die  Baumwolle  und  verkaufen  sie  in  den  Industriebezirken,
  meist  unter  Gewährung  großer  Kredite.
Über  den  Erfolg  dieser  Art  geschäftlicher  Operationen
  ist  ein  Urteil  schwierig.  Auscheinend
haben  die  beteiligten  Firmen  stark  mit  Konjunkturen
  und  Zufälligkeiten  zu  rechnen,  welche  die
Geschäftslage  beeinflussen.  Die  Transportschwierigkeiten,
  die  auf  der  neuen  Strecke  Taschkent  —
Orenburg—Moskau  hauptsächlich  wegen  Lokomotiven=
  und  Waggonmangels  bisher  geherrscht
haben,  dauern  anscheinend  auch  noch  1907  fort
und  können  schwere  Verluste  zur  Folge  haben.

Nach  der  russischen  Zollstatistik  sind  an  Baumwolle
  im  Jahre  1906  nach  Rußland  eingeführt
worden:  1.  aus  Amerika,  Ostindien,  Agypten  und
sonstigen  Ursprungsländern  über  die  europäische
Grenze  Rußlands  8811.000  Pud;  2.  aus  Persien,
Afghanistan,  Chiwa  und  Buchara  über  die  asiatische
  Grenze  Rußlands  1  156  000  Pud,  somit
insgesamt:  9  967  000  Pud  gegen  10,4  Millionen
im  Jahre  1905  und  12  Millionen  Pud  im  Jahre
1904.  Dieser  bemerkenswerte  Rückgang  der  Einfuhr
  trotz  kaum  verminderter  Nachfrage  ist  eine
Folge  der  Vermehrung  der  russischen  Baumwollproduktion.
  Im  Jahre  1906  waren  in  ganz
Rußland  etwa  7½  Millionen  Spindeln  im  Betrieb.
  Rechnet  man  für  jede  Spindel  durchschnittlich
  einen  Baumwollkonsum  von  2½  Pud
pro  Jahr,  so  würde  sich  ein  russischer  Gesamtverbrauch
  von  etwa  18  bis  19  Millionen  Pud
Baumwolle  ergeben.  Daraus  geht  hervor,  daß
die  einheimische  Produktion,  die  für  Zentralasien
  auf  etwa  8  Millionen  Pud,  für  Transkaukasien
  auf  etwa  800  000  Pud  zu  veranschlagen
war,  im  Jahr  mindestes  45  v.  H.  des  Gesamtbedarfs
  Rußlands  an  Baumwolle  gedeckt  hat,
ein  Erfolg  der  russischen  Baumwollpolitik,  der
unbeschadet  der  obigen  Vorbehalte  hinsichtlich  der
Qualität  volle  Anerkennung  verdient.

Baumwollsamen-Verarbeitung.  Nicht
        <pb n="1178" />
        1064

unerwähnt  kann  bei  der  Besprechung  der  Erfolge
der  russischen  Baumwollkultur  die  Entwicklung
der  Olschlägerei  in  Zentralasien  bleiben,  die  auf
der  Verarbeitung  von  Baumwollsamen  beruht.
Im  Laufe  der  letzten  Jahre  sind  nach  dem  Vorbild
  der  Kaiserlichen  Domänenverwaltung,  die
auf  der  bekannten  Domäne  Murgab  bei  Merw
eine  modern  eingerichtete  Olschlägerei  in  Betrieb
gesetzt  hat,  in  der  Fergana  zahlreiche  große  und
gut  eingerichtete  Betriebe  dieser  Art  ins  Leben
gerufen  worden,  die  Baumwollsamenöl  für  die
Seifenindustrie  und  für  den  in  Rußland  großen
Bedarf  an  Fastenöl  herstellen.  Neben  den  turkestanischen
  und  einer  kankasischen  Fabrik  beschäftigen
  sich  übrigens  auch  große  Olmühlen  in
Nischnij-Nowgorod  und  Saratow  mit  der  Verarbeitung
  zentralasiatischen  Baumwollsamens.  Die
Preise  für  Baumwollsamenöl  und  deshalb  auch
für  Baumwollsamen  sind  infolge  der  starken  Nachfrage
  im  Steigen  begriffen.  Das  begünstigt
einerseits  den  Baumwollanban,  verleitet  aber  auch
leicht  zu  einer  nur  auf  die  Samengewinnung
gerichteten,  die  Faser  vernachlässigenden  Kultur.
Ein  wichtiges  Nebenprodukt  dieser  neuen  Industrie
  sind  die  Trester  (Baumwollsamenöl-Kuchen),
die  in  großen  Mengen  nach  England  verschifft
werden,  wo  sie  als  Viehfutter  gern  verwendet
werden.  In  neuester  Zeit  macht  sich  nach  diesem
Artikel  auch  Nachfrage  aus  Deutschland  geltend.
Baumwollhandel.  Die  Preisbewegung  in
Baumwolle  auf  dem  Moskauer  Markt  hielt  sich
im  Jahre  1906  in  engeren  Grenzen  als  früher.
Die  Berichte  über  die  neue  Erweiterung  der  Anbaufläche
  in  den  Vereinigten  Staaten  und  in
Zentralasien  sowie  die  Aussichten  auf  eine  ungewöhnlich
  reiche  Ernte  in  Turkestan  konnten  den
Markt  ebensowenig  danernd  beeinflussen  als  die
Telegramme  über  die  Herbststürme  in  Amerika.
Dagegen  vermochte  natürlich  der  zentralrussische
Industriebezirk  den  Vorteil  gut  auszunutzen,  den
ihm  die  reiche  zentralasiatische  Ernte  bot.  Die
Notwendigkeit,  diese  Ernte  auf  dem  russischen
Markte  unterzubringen,  bewirkte  zusammen  mit
dem  Minderverbrauch  in  Polen,  welches  sonst
viel  asiatische  Flocke  verwendet,  daß  die  Preise
für  die  Baumwolle  russischer  Herkunft  sich  stark
unter  dem  Preis  für  amerikanische  halten  mußten.
Man  konnte  zeitweise  Ia  Sorte  asiatischer  Baumwolle
  aus  amerikanischem  Samen,  die  der  Qualität
  nach  im  Jahre  1906  etwa  good  middling
Orleans=  Baumwolle  28  mm  Stapel  entsprechen
dürfte,  um  1  Rbl.  bis  1  Rbl.  25  Kop.  unter  dem
Preis  der  letzteren  kaufen.
Baumwollindustrie.  Die  schwierigen  politischen
  Verhältnisse  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres
1906  konnten  auf  den  Geschäftsgang  in  Rußland
im  allgemeinen  nicht  ohne  Einfluß  bleiben.  Die

 

Streiks  verhinderten  eine  ruhige  Tätigkeit  der  Industrie
  und  machten  jeden  Voranschlag  und  jede
Verbrauchsschätzung  unmöglich.  Die  Befürchtungen
  für  die  russische  Valuta  sowie  die  Besorgnis
  vor  neuen  Stürmen  führten  zur  Einschränkung
  der  üblichen  Kredite  und  zur
Einschränkung  der  Produktion.  Naturgemäß  ergab
  sich  jedesmal  ein  starker  Ausschwung  in  der
Geschäftstätigkeit,  sobald  sich  eine  der  an  gewisse
Termine  oder  politische  Ereignisse  anknüpfenden
Befürchtungen  als  unbegründet  erwies.  Die
Stockung  der  Produktion  erzeugte  ein  dauerndes
Überwiegen  der  Nachfrage  über  das  Angebot
und  trieb  die  Preise  in  die  Höhe  zu  einer
geradezu  glänzenden  Konjunktur  für  die  Fabrikanten
  von  Garn,  Geweben  und  fertigen
Manufakturwaren.  Die  beschränkten  Kredite  und
höheren  Preise  hinderten  die  Händler  an  der
Anlegung  größerer  Lager.  Die  Fabrikanten,  gestärkt
  durch  Barverkäufe,  brauchten  nicht  auf
Lager  zu  arbeiten  und  bekamen  freie  Mittel.
Demgemäß  erfolgten  die  Zahlungen  aller  Voraussicht
  entgegen  leichter  und  besser  als  in  den
günstigsten  früheren  Jahren.  Einige  Monate
lang  sah  man  der  Entwicklung  des  Geschäftes
mit  Mißtrauen  und  Besorgnis  zu,  da  man  neue
politische  Bewegungen  befürchtete.  Als  es  sich
jedoch  erwies,  daß  die  Befürchtungen  unbegründet
waren,  entwickelte  sich  das  Geschäft  in  der  zweiten
Hälfte  des  Jahres  auf  gesunder  Grundlage  und
zu  befriedigenden  Preisen  in  glänzender  Weise.
Der  Warenmangel  führte  zum  Abschluß  von
Kontrakten  auf  Garne  und  Gewebe  für  Lieferungen
bis  April  1908  hinaus  zu  so  günstigen  Preisen,
daß  für  1907  sehr  gute  Bilanzen  der  Fabrikanten
zu  erwarten  waren.  Anderseits  hatte  allerdings
  die  Unmöglichkeit  des  Einkaufes  von  Garnen
zu  mäßigen  Preisen  die  kleinen  Weber,  namentlich
  die  zahlreichen  Handweber,  sehr  beeinträchtigt,
so  daß  sie  vielfach  kein  Material  erhalten  konnten
und  ihre  Webstühle  stehen  lassen  mußten.  Der
Mangel  an  Geweben  hatte  wieder  zur  Folge,
daß  die  Zitzfabriken  bedentend  weniger  arbeiten
konnten,  als  sie  nach  Maßgabe  ihrer  Einrichtungen
vermocht  hätten.  Viele  Betriebe  waren  nur  imstande,
  das  Quantum  zu  verarbeiten,  das  sie  aus
selbstgewebten  Stücken  herstellten  konnten,  weil
keine  Gewebe  im  offenen  Markte  käuflich  waren.

Die  schweren  Betriebsstörungen  im  Lodzer
Industriebezirk  kommen  Moskau  zugute  und  haben
das  Ihre  zur  Schaffung  der  guten  Geschäftslage
getan.  Im  Zusammenhang  mit  der  Situation
in  Polen  und  auf  Grund  der  regelmäßigen  Zunahme
  des  Verbrauchs  von  Baumwollwaren  in
Rußland,  die  statistisch  feststeht,  dürfte  im  Jahre
1907  und  zu  Anfang  1908  eine  beträchtliche
Vermehrung  der  Spindeln  und  Webstühle  im
        <pb n="1179" />
        W  1065  2

Moskauer  und  Iwanowo-Wosnessensker  Rayon
bevorstehen.  Man  schätzt  diese  Zunahme  auf

500  000  bis  750  000  Spindeln  und  15  000  Webstühle,
  deren  Aufstellung  jedoch  zum  Teil  sogar  erst
1908  erfolgen  dürfte,  da  die  ausländischen  Fabriken
Bestellungen  erst  binnen  geraumer  Zeit  ausführen
können.  Für  Spindeln  sind  hauptsächlich  englische,
  für  Webstühle  neben  russischen  auch  deutsche
Fabriken  Lieferanten.  Drucktische  für  die  Zitzfabrikation,
  deren  auch  eine  Anzahl  in  Bestellung
gegeben  wurde,  liefert  eine  im  Elsaß  domizilierte
deutsche  Firma.  Einige  russische  Spinnereien,
die  bisher  mit  einer  Schicht  von  10  Stunden
arbeiteten,  beabsichtigten  zu  Ende  des  Jahres
1906,  künftig  mit  zwei  Schichten  zu  9  Stunden
zu  arbeiten,  wie  denn  die  Tendenz  vorherrschte,
für  die  nächste  Zeit  die  Produktionsfähigkeit  der
Betriebe  bei  18  stündiger  Arbeitszeit  voll  auszunutzen.


Die  Kreditfähigkeit  der  zentralrussischen  Baumwollindustrie
  ist  der  Konjunktur  entsprechend  im
Jahr  1906  noch  besser  geworden  als  schon  bisher.

Garne.  Die  Signatur  des  Moskauer  Marktes
1906  war,  wie  schon  aus  dem  Obigen  hervorgeht,
  Mangel  an  Material,  namentlich  an  fertiger
Ware.  Dementsprechend  verfolgten  die  Garnpreise
  eine  steigende  Tendenz,  ungeachtet  des
Preisstandes  der  Rohbammwolle,  und  Locoware
wurde,  sofern  sie  überhaupt  auf  dem  Markt  erschien,
  zu  um  5  bis  10  v.  H.  höheren  Preisen
gehandelt.  Unter  dem  Druck  der  Befürchtung,
keine  genügenden  Garnmengen  bekommen  zu
können,  haben  die  Weber  mit  den  Spinnern  auf
lange  Zeit  im  voraus  Lieferungskontrakte  geschlossen,
  und  zwar:

für  38  Schuß  und  34  Kette  zu  ½

1.  Mai  1906;  Lieferung  1.  September  1906
bis  1.  Mai  1907,  21,16  Rbl.  bar;

5.  September  1906;  Lieferung  1.  Mai  1907
bis  1.  September  1907,  21,16  Rbl.  bar;

25.  November  1906;  Lieferung  1.  September
1907  bis  1.  Jannar  1908,  22,08  Rbl.  bar;

20.  Dezember  1906;  Lieferung  1.  Jannar
bis  1.  Mai  1908,  23,00  Nbl.  bar.

Die  Ursachen  des  Warenmangels  sind  auf  der
einen  Seite  die  großen  Streiks  im  zentralrussischen
und  im  polnischen  Industriegebiet,  auf  der  anderen
Seite  ein  trotz  hoher  Preise  und  politischer  Erschütterungen
  unvermindert  flotter  Absatz.  überdies
  fehlte  bis  zum  Herbst  1906  den  meisten
Fabrikanten  der  Mut,  neue  Maschinen  aufzustellen,
so  sehr  auch  diese  Notwendigkeit  die  Geister  schon
seit  dem  Frühling  beschäftigte.  Zu  Anfang  1907
war  anzunehmen,  daß  die  Preise  sich  fürs  erste
auf  der  erreichten  Höhe  halten  würden.  Während
sonst  fast  nur  Baumwollgarne  der  hbchsten

 

Nummern  in  kleinen  Mengen  nach  Rußland  eingeführt
  wurden,  sind  im  Jahr  1906,  begünstigt
durch  die  besonderen  Verhältnisse,  auch  einige
Partien  grober  Garne  für  die  Mitkalfabrikation
(36  Schuß  und  32  Kette)  größtenteils  aus  England
  nach  Moskau  importiert  worden,  nach  der
russischen  Zollstatistik  etiwva  19  000  Pud  im  Werte
von  323  000  Röl.  Diese  Abschlüsse  können  indes
  nur  als  Gelegenheits=  oder  Verlegenheitskäufe
  angesehen  werden.  Eine  wirkliche  Rentabilität

  dürfte  kaum  zugrunde  gelegen  haben,
regelmäßige  Importe  erscheinen  nicht  wahrscheinlich.


Baumwollengewebe.  Die  Preise  für  Gewebe
  sind  im  allgemeinen  den  Garnpreisen  gefolgt,
  wobei  die  bereits  geschilderten  Verhältnisse
maßgebend  waren.  Die  Verkäufe  wurden  in  der
Regel  gleichzeitig  mit  den  Abschlüssen  in  Garnen
vollzogen,  und  zwar  zu  folgenden  Preisen:

Gewebe  16  Werschok  Breite,  585  Arschin,
80  Pfund  russisch:

2.  Mai  1906:  9½  Kop.  pro  Arschin,
12  Monate  Ziel  7  v.  H.,  26,51  Rbl.  bar;
5.  September  1906:  10  Kop.  pro  Arschin,
12  Monate  Ziel  7  v.  H.,  27,20  Rbl.  bar;
22.  November  1906:  10  /8  Kop.  pro  Arschin,
  12  Monate  Ziel  7  v.  H.,  28,22  Rbl.

ar;
20.  Dezember  1906:  10  ½  Kop.  pro  Arschin,
  12  Monate  Ziel  7  v.  H.,  28,56  Röl.
ar.

Die  Haltung  des  Marktes  war  am  Schluß
des  Jahres  durchaus  zuversichtlich.  Unter  dem
Einfluß  eines  scharfen  Mangels  an  Material  war
zu  erwarten,  daß  sich  die  Preise  für  Gewebe
mindestens  auf  dem  erreichten  Stande  halten
werden.

Fertige  Manufakturwaren.  Dank  der  glänzenden
  Konjuktur  in  der  Textilindustrie  haben  wohl
alle  Fabrikanten  von  fertigen  Manufakturwaren  im
Jahre  1906  bedeutende  Gewinne  erzielt,  obwohl
wegen  Mangel  an  Geweben  die  Zahl  der  hergestellten
  Stücke  hinter  dem  Vorjahr  zurückblieb
und  der  geringere  Absatz  im  Wolgagebiet  sowie
in  Sibirien,  welch  letzteres  in  der  zweiten  Hälfte
1906  eine  Geschäftsstockung  durchmachte,  eine
Verminderung  des  Konsums  herbeiführte.  Bemerkenswert
  waren  auch  die  im  letztvergangenen
Jahr  bekannt  gewordenen  Abschlüsse  dieser  Fabriken
  für  1905/06.  Z.  B.  erzielte  die  Zündelsche
Fabrik  im  Jahre  1905/06  einen  Reingewinn
von  1½  Millionen  Rubel  —  24½  v.  H.  des
Grundkapitals,  die  Bogorodsko-Gluchowsky  Manufaktur
  von  S.  S.  Morosow  einen  solchen  von
2190000  Rbl.  =  36  ½  v.  H.  des  Grundkapitals;
selbst  Fabriken,  die  während  der  Wirren  be-
        <pb n="1180" />
        G.  1066  20

sonders  gelitten  hatten,  wie  die  Prochorowsche
Trechgorny-Manufaktur,  konnten  gute  Dividenden
verteilen,  letztere  Fabrik  gab  12  v

Die  Preise  der  Manufakturwaren  hielten  sich
entsprechend  denen  der  Garne  und  Gewebe
während  des  ganzen  Jahres  hoch,  und  auch  beim
Jahresschluß  war  keine  Abschwächung  der  festen
Tendenz  bemerkbar.  Im  Gegenteil  erwartete
man  eine  weitere  Erhöhung  der  Preise,  die  Anfang
  April  auch  tatsächlich  eingetreten  ist.  Die
Verkäufe  fanden  1906  zu  um  1¼  Kopeken  per
Arschin  höheren  Preisen  statt  als  im  Vorjahr,
was  einer  Erhöhung  von  10  bis  12  v.  H.  gleichkommt.
  (Bericht  des  Kaiserlichen  Konsuls  in  Moskau.)

Baumwollernte  1906/07  in  den  Vereinigten
Staaten  von  Rmerika.
Nach  genauen  Erhebungen  des  Financial
Chroniele  beträgt  die  Gesamternte  des  letzten
Baumwolljahres,  das  am  31.  August  zu  Ende

gegangen  ist,  13  550  760  Ballen.  Es  sind
8.527228  Ballen  exportiert  und  5  195  750
Ballen  im  Lande  verarbeitet  worden!  276  844

Ballen  werden  in  das  neue  Jahr  hinüber  genommen.
  In  der  folgenden  Tabelle  werden  die
Eingänge  in  den  Eingangsstellen  der  einzelnen
Staaten  für  die  beiden  letzten  Jahre,  der  Export
für  das  letzte  Jahr  und  die  übrig  gebliebenen

 

Restbestände  aufgeführt.

 

 

Eingänge  für  Jahr  Er
Eingangs-=  endigend  Jahr  endigend  1.  Bnennber  1907
stellen  1.  Sept.  1.  Sept.  Eng-  Frank-  Kon-  Zu-1907
  1906  land  reich  tinent  sammen
Louisiana  2296  971  1  653  142  928  016  283  791  860  580  2  072  387
Texas  4  096  596  2  807  127  1  831  401  462  177  1  188  075  3  481  653
Georgia  1  631  035  1  697  146  256  481  50  866  761  520  1  068  867
Alabama  260  300  250  350  74  760  28  059  60  406  163  225
Florida  .  158  041  183  152  69  992  29342  56  457  155.791
South  Carolina  151  194  177  671  —  —  21393  21393
North  Carolina  393  172  400  758  125  242  6  000  186  265  317  507
Virginia  578  990  620  121  7  532  —  7  701  15  233
New  Vork  *)  23  108  *)  6375  213  427  41  975  237  603  493  005
Boston  ")  72  855  *)  63  822  138  987  —  18  422  157  409
Baltimore  *7)  61  884  *)  65  882  89  942  6  182  69  097  165.21
Pbiladelphia.  "*)  11  021  *)  10  317  36  672  4737  41  409
Portland  usw.  —  17  191  —  122  000  139  191
San  Francisco  —  —  —  —  83  123  83  123
Seattle  usw.  —  —  —  151  814  151  814
Insgesamt  1906/07  9  735  167  3  789  643  908  392  3.829  193  89.327228
1905/0  7  935  863  2  902  846  778  315  3  035  160  6  716  351
1904/05  10  119  220  4128  952  860  930  3887518  8  877  400
La  Ver  Die  Gesamteingänge  in  den  Atlantischen  und
Sept.  1907  Sept.  1906  Golf-Häfen  stellen  sich  demnach  für  1906,07  auf
Lonisiana.  31  964  15  273  9  735  167  Ballen  gegen  7  935  863  Ballen
Texas.  38  637  52  318  1905/06  und  10  119  220  Ballen  1904  05;  die
Georgia  8  981  18  868  Exportziffern  stellen  sich  auf  8  527  228  Ballen
Alabamar  2  877  4  355  für  1906/07,  6  716  351  Ballen  für  1905/06
Florida  3909  4  104  und  8  877  100  Ballen  für  1904/05.
South  Carolina.  3318  3  464  Von  der  im  Lande  verarbeiteten  Baumwolle
North  Carolina.  553  314  haben  die  Nordstaaten-Spinnereien  2  708  662,
Virginia  9  652  9928  die  Südstaaten-Spinnereien  2  487  088  Ballen
New  Vork  169  975  83  971  empfangen,  eine  nicht  unbedentend  größere  Quan-Boston
  4  016  2  266  tität  als  in  den  Vorjahren.  Dieser  Umstand  be-Baltimore
  2  312  2  067  rechtigt  zu  der  Annahme,  daß  die  Spinnereien
Pbiladelphia.  650  1250  mit  Aufträgen  reichlich  versehen  gewesen  sind  und
Portland  usw.  —  —  trotz  eines  Abfalls  des  Exports  von  Baumwollen-San
  Francisco  —  —  waren  in  der  Lage  gewesen  sind,  durch  Deckung
Seattle  usw..  —  —  des  inländischen  Bedarfs  gute  Geschäfte  zu  er-Insgesamt
  100  166  276  844  198128  Diese  Zahlen  geben  nur  den  Teil  der  Eingänge
"  an  diesen  Stellen  an,  der  von  Tennessee  usw.  mit  der
1904/05  322  592  Eisenbahn  über  Land  eingetroffen  ist.
        <pb n="1181" />
        W  1067  20

zielen.  Die  kürzlich  erklärten  Dividenden  auf
Spinnerei-Aktien  bestätigen  diese  Annahme.  Die
Zunahme  des  Verbrauchs  von  Baumwolle  ist  in
den  Nordstaaten  immer  noch  größer  —  wenn
auch  nicht  viel  —  als  in  den  Südstaaten.  Wenn
man  aber  bedenkt,  mit  welchen  Schwierigkeiten
der  Süden  in  bezug  auf  mangelhafte  Arbeitskräfte
  und  beschränkte  Transportmittel  zu  kämpfen
hat,  so  ist  dieser  Erfolg  den  Nordstaaten  gegenüber,
  die  früher  die  Spinnerei-Industrie  gänzlich
beherrschten,  um  so  wichtiger.  Die  Baumwollspinnereien
  des  Südens  müssen  einmal  in  die
Lage  kommen,  dem  Süden  teilweise  das  wiederzugeben,
  was  der  Norden  ihm  vor  einem  halben
Jahrhundert  genommen  hat.  Die  Vermehrung
der  im  Betrieb  befindlichen  Spindeln  schreitet  im
Süden  schneller  vorwärts  als  im  Norden,  wie
aus  folgenden  Zahlen  hervorgeht:

 

 

1906/07  1905,  06
Anzahl  der  Spindeln
Norden.  16  200  000  15  600  000
Süden  9924.45  9  181  207
Zusammen  26124  245  24  781  207
1904/05  1903/04
Anzahl  der  Spindeln
Norden  15  325  000  15  250  000
Süden  8  747  810  7  963  866
Zusammen  24  072  810  23213  866

Die  Qualität  der  geernteten  Baumwolle  ist
die  schlechteste  seit  langen  Jahren  gewesen.  Dies
hat  während  des  ganzen  Jahres  den  Konsumenten
  Schwierigkeiten  und  den  Händlern  bedeutende
  Reklamationen  verursacht;  die  ersteren
waren  schließlich  gezwungen,  für  einigermaßen
gute  Qualität  hohe  Prämien  zu  bezahlen.  Aus
diesem  Umstande  sind  die  vielen  Angriffe  auf  die
Geschäftspraktiken  der  großen  Handelsfirmen  zu
erklären,  die  aber  nicht  gerechtfertigt  gewesen  sein
dürften,  da  man  allgemein  auf  einen  derartig
schlechten  Qualitätsausfall  nicht  vorbereitet  war.

Trotz  der  schlechten  Qualität  war  der  Baumwollpreis
  niemals  ein  niedriger,  im  Gegenteil.
Die  stark  beschäftigte  Baumwollindustrie  in  der
ganzen  Welt  stellte  derartige  Anforderungen  an
das  vorhandene  Rohmaterial,  daß  ein  Preissturz
ausgeschlossen  war.  Von  spekulativer  Seite  ist
mehrfach  der  Versuch  gemacht  worden,  durch
Hinweis  auf  die  Qualität,  die  herrschenden  Geldverhältnisse,
  den  dauernd  steigenden  Bedarf  an
Baumwolle  und  die  zeitweise  recht  ungünstigen
Nachrichten  über  den  Stand  der  neuen  Saat
eine  Treibung  des  Baumwollpreises  hervorzurufen.
Obwohl  die  Tatsachen  den  Spekulanten  in  diesem
Fall  in  großem  Maßstabe  Recht  gaben,  hatten
die  Versuche  der  Preistreibung  doch  nur  teilweise

 

Erfolg.  Die  Spinnercien  hatten  sich,  klug  gemacht
durch  die  Ereignisse  früherer  Jahre  und  in  dem
Bewußtsein,  bei  der  herrschenden  Geschäftslage
zu  den  Preisen  des  Frühjahrs  verhältnismäßig
billig  einkaufen  zu  können,  größere  Lager  hingelegt,
  auf  die  sie  zurückgreifen  konnten,  sobald
die  Preise  gar  zu  stark  anzuziehen  begannen.

Der  Gesamtbestand  an  Baumwolle  für  das
Jahr  1906/07  betrug  bei  einer  Ernte  von
13  550  760  Ballen  und  einem  Überschuß  aus
dem  Jahre  1905/06  von  893  586  Ballen  insgesamt
  14  444  286  Ballen.  Hiervon  sind  von
den  Konsumenten  13  088  442  Ballen  verbraucht
worden,  d.  h.  sie  sind  jedenfalls  aus  dem  Markte
genommen  worden,  so  daß  auf  das  Jahr  1907/08
ein  Uberschuß  von  1  355  844  herübergenommen
wird.  Ein  so  hoher  Überschuß  ist  bis  jetzt  nur
einmal  und  zwar  auf  1905/06  herübergenommen
worden.  Nach  den  zugänglichen  Berichten  sind
ferner  die  Lagerbestände  an  Rohmaterialien  bei
allen  Spinnereien,  sowohl  in  den  Vereinigten
Staaten  wie  in  England  und  dem  Kontinent,  bedeutend
  größer  als  in  früheren  Jahren,  so  daß
die  Gefahr  einer  Baumwollnot,  selbst  bei  einer
geringen  nächstjährigen  Ernte,  kaum  zu  fürchten  ist.

ie  bereits  erwähnt,  sind  die  Spinnereien
fast  durchweg  voll  beschäftigt  gewesen  und  konnten
ihre  Waren  zu  guten  Preisen  absetzen  trotz  der
Vergrößerung  einzelner  Fabriken  und  der  Neuerrichtung
  einer  Anzahl  von  Etablissements.
Streiks  haben  nicht  stattgefunden,  obwohl  ein
solcher  im  Herbst  vorigen  Jahres  im  Fall  River-Distrikt
  unvermeidlich  erschien.  Die  Arbeiter  verlangten
  eine  Erhöhung  ihres  Lohnes  um  10  v.  H.,
und  es  schien  zuerst,  als  sollten  sich  die  Arbeitgeber
  auf  einen  ablehnenden  Standpunkt  stellen.
Die  Aussichten  auf  ein  günstiges  Geschäftsjahr,
die  Erinnerung  an  die  schweren  Verluste  während
der  letzten  Streiks  und  schließlich  die  Sorge  um
die  wachsende  Konkurrenz  des  Südens  müssen  die
Ansichten  der  Fall  River-Fabrikanten  gänzlich  geändert
  haben;  denn  nachdem  selbst  ein  Vermittlungsvorschlag,
  vorläufig  eine  Erhöhung  um
5  v.  H.  eintreten  zu  lassen,  von  den  Arbeitern
rundweg  abgelehnt  worden  war,  bewilligten  die
Arbeitgeber  nicht  nur  die  geforderten  10  v.  H.,
sondern  verstanden  sich  sogar  zu  dem  Zugeständnis,
falls  die  Preise  für  Baumwollenwaren  im  Verlauf
  der  folgenden  Monate  weiter  steigen  sollten,
einer  ferneren  Lohnerhöhung  zuzustimmen.  Dieser
Fall  ist  denn  auch  im  März  dieses  Jahres  mit
einer  weiteren  Erhöhung  von  10  v.  H.  eingetreten.
Die  jetzt  gezahlten  Löhne  sind  die  bei  weitem
höchsten  seit  dem  Jahre  1877.

Sämtliche  Spinnereien  haben  nur  günstiges
über  den  heimischen  Markt  zu  berichten;  die
Preise  sind  auf  ein  Niveau  heraufgegangen,  wie
        <pb n="1182" />
        G  1068  2

seit  Jahren  nicht,  und  werfen  den  Fabrikanten
einen  großen  Nutzen  ab.  Dies  muß  sie  allerdings
  entschädigen  für  den  ganz  bedeutenden
Ausfall  des  Exports,  besonders  nach  China.
Dieses  Land  kaufte  1904/05:  474  909  510  Yards,
während  des  Jahres  1905/06  erreichte  der  Export
  die  Rekordziffer  von  498  521  402  Pards,
fiel  dagegen  während  1906/07  auf  86  454  028
Yards.  Wenn  auch  der  Import  von  Baumwollenwaren
  nach  China  aus  verschiedenen
Gründen  überhaupt  nachgelassen  hat,  so  waren
andere  Länder  an  diesem  Ausfall  doch  sehr  viel
weniger  beteiligt  als  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika;  so  z.  B.  fiel  Englands  Export  nach
China  um  20  v.  H.,  während  der  von  Amerika
sich  um  mehr  als  83  v.  H.  verringerte.  Die
amerikanischen  Spinnereien  haben  damit  den  chinesischen
  Markt  so  gut  wie  ganz  an  Europa  abgetreten.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  New  York.)

Die  türkhische  Seldenernte  1906/07  und  1907,08.

Nach  dem  kürzlich  erschienenen  Jahresbericht
der  Dette  Publique  war  die  Seidenernte  des
Jahres  1906/07  erheblich  geringer  als  die  des
Vorjahres  1905/06.  Die  Seidenzehnten  in  sämtlichen
  Provinzen,  in  denen  sie  für  die  ältere
Staatsschuld  verpfändet  waren,  brachten  nur
000  Ltq.  gegenüber  117  500  Ltq.  im  Jahre
1905/06.  Es  sei  bei  dieser  Gelegenheit  daran
erinnert,  daß  die  Dette  Publique  die  Seidenzehnten
  im  ganzen  türkischen  Reich  einzieht,  teils
für  die  ältere  Staatsschuld,  teils  für  die  bei  der
Deutschen  Bank  ausgenommene  sogenannte
„Fischereianleihe“.

In  der  obigen  Summe  sind  die  für  die  letztere
Schuld  vereinnahmten  Seidenzehnten  nicht  mit
enthalten.

In  ihren  Angaben  über  die  Ernte  selbst  ist
die  Dette  Publique  noch  sparsamer,  indem  sie
sich  lediglich  auf  die  Hauptseidengebiete  Brussa
und  Jsmidt  beschränkt.  Über  alle  anderen  Bezirke,
  wie  Adrianopel,  Salonik,  Amasia,  Diarbekir,
Syrien  usw.,  sind  Veröffentlichungen  bisher  nicht
erschienen,  so  daß  man  hinsichtlich  dieser  Gebiete
auf  Schätzungen  angewiesen  ist.

An  Seidensamen  wurden  in  Brussa  und
Ismidt  für  die  Kampagne  1906/07  ausgelegt
153  753  Unzen  gegenüber  213  224  Unzen  im
Vorjahre,  woraus  6  643  389  kg  frische  Kokons
gegenüber  7  459  990  kg  im  Vorjahre  gewonnen
wurden.  Eine  Unze  Seidensamen  ergab  also
durchschnittlich  43  kg  Kokons  gegenüber  35  kg
im  Vorjahre.  Der  Preis  für  das  Kilogramm
frischer  Kokons  belief  sich  durchschnittlich  auf  rund

 

14  Piaster  Gold  gegenüber  rund  13  Piaster  im
Vorjahre.

Die  Ausfuhr  aus  Brussa  und  Ismidt  ins
Ausland  gestaltete  sich,  wie  folgt:

in  ·  *
Er  es  e  s  se
Menge  in  1000  kn
1905/06  952900  104  579  250  338  46
1906/07  306836  80  736  337  502  52

Die  laufende  Ernte  (1907/08)  wird  um  15
bis  20  v.  H.  höher  geschätzt  als  die  letzte  und  ist
daher  als  eine  gute  Mittelernte  zu  bezeichnen.
Das  Ergebnis  war  in  allen  Bezirken  (Adrianopel,
Malatia,  Amasia,  Diarbekir  und  Anatolien)  etwa
das  gleiche.  Der  Ertrag  von  Adrianopel  ist
wohl  der  größte,  den  dieser  Distrikt  je  gehabt  hat.
Man  schätzt  die  Ernte  dort  auf  2  000  000  kg
frische  Kokons.

In  der  Stadt  Brussa  sind  an  frischen  Kokons
wohl  2  500  000  kg  auf  den  Markt  gekommen,
und  mit  den  Ankünften  in  halbtrockener  und
trockener  Ware  dürfte  man  auf  3½  bis  4  Millionen
Kilogramm  kommen.

Die  Qualität  ist,  was  den  Faden  anbelangt,
sehr  gut,  nur  haben  die  Kokons  hinsichtlich  ihrer
Ausbeute  etwas  enttäuscht.  Das  Aussehen  der
Kokons  läßt  darauf  schließen,  daß  man  auf  11  kg
frische  Kokons  1  kg  Seide  rechnen  könnte.  Es
stellte  sich  aber  nachher  heraus,  daß  die  Durchschnittsausbeute
  1:  12  war,  so  daß  man  also  für
1  kg  Seide  12  kg  frische  Kokons  rechnen  mußte.
Es  mag  dies  daher  rühren,  daß  die  Bauern,
wohl  angezogen  durch  die  schönen  Preise  oder
vielleicht  deshalb,  weil  ihre  anderen  Feldarbeiten
drängten,  die  Kokons  etwas  zu  früh  auf  den
Markt  brachten,  so  daß  sie  noch  einen  großen
Feuchtigkeitsgehalt  besaßen  und  deshalb  zu  schwer
wogen.

Die  Preise  der  frischen  Kokons  zur  zeit  der
Ernte  schwankten  zwischen  3⅛½  und  4  Fr.  pro
Kilogramm,  waren  also  bedeutend  höher  als  im
Jahre  1906/07.

Was  die  Seidenpreise  anbelangt,  so  standen
diese  für  kurante  Ware  im  Juli  auf  der  Basis
von  50  Fr.  für  das  Kilogramm,  um  bis  Mitte
August  bis  auf  59  Fr.  zu  steigen;  heute  sind  sie
wieder  um  2  bis  3  Fr.  gefallen.

Die  diesjährige  Ausfuhr  aus  Brussa,  Anatolien
  und  Adrianopel  wird  auf  6000  bis  7000
Ballen  Rohseide  zu  je  100  kg  geschätzt.

Kokons  dürften  dieses  Jahr  aus  Brussa  und
Umgebung  nicht  zur  Ausfuhr  kommen,  da  die
Spinnereien  die  ganze  Produktion  selbst  verarbeiten
können.  Dagegen  dürfte  Adrianopel  etwa  ein
Drittel  seiner  Ernte  von  Kokons  nach  Europa
verschicken.

(Bericht  des  Maiserl.  Generalkonsulats
n  Konstantinopel.)
        <pb n="1183" />
        W  1069  20

Gummiernte  des  fKmazgonasgebiets  in  der  zeit
von  Juli  1906  bis  Juni  1907.

In  einem  früheren  Bericht  ist  dieses  Thema
teilweise  schon  berührt  (I.  Halbjahr  der  Gummiernte
  Juli/Dezember  1906),  doch  seien  die  damals
gemachten  Angaben  der  besseren  Übersicht  wegen
an  dieser  Stelle  wiederholt.

Die  Gummiernte,  welche  bekanntlich  vom
1.  Juli  eines  Jahres  bis  zum  30.  Juni  des
anderen  Jahres  gerechnet  wird,  weist  für  1906/07,
verglichen  mit  dem  gleichen  Zeitraum  1905/06,
folgendes  Ergebnis  auf:

1905/06  1906/07
t  t

Juli  1339  1573
August  1  756  1  800
September  2  832  2  351
Oktober  3  1140  3  004
November  3  196  3.550
Dezember  3  957  3  308
I.  Halbjahr  16  220  15  486
Januar  5  614  5  679
Februar.  4231  4343
März.  3216  5  696
April.  2  460  3  517
Mai  1  302  1  822
Juni  1  924  1  453
II.  Halbjahr  19  247  22510
Zusammen  35  467  37  996

Die  Erute  des  Jahres  1906/07  hat  somit
gegen  die  Vorernte  eine  Zunahme  von  2529  t
aufzuweisen.  Diese  abermalige  bedeutende  Zunahme
  hat  in  erster  Linie  ihren  Grund  darin,  daß
während  des  Erntejahres  1906/07  ein  großer  Teil
Gummi  von  den  oberen  Flußläufen  nach  Pará
und  ManaSs  gebracht  wurde,  der  zwar  schon
1905/06  hergestellt  worden  ist,  aber  wegen  des
niedrigen  Wasserstandes  der  oberen  Flüsse  im
AprilMai  1906  nicht  mehr  nach  Parä'Manaös
verschifft  werden  konnte.  Tatsächlich  ist  auch  zu
Anfang  des  verflossenen  Jahres  eine  große  Anzahl
  kleiner  Flußdampfer  infolge  des  unerwartet
raschen  Fallens  der  oberen  Flüsse  weit  im  Innern
festgefahren,  und  der  an  Bord  befindliche  Gummi,
welcher  eigentlich  noch  zur  Ernte  1905/06  gehörte,
  erschien  somit  erst  in  dem  Erntejahr  1906/07.

Ein  weiterer  Grund  für  die  Zunahme  der
letztverflossenen  Ernte  ist  zweifelsohne  in  dem
Umstande  zu  finden,  daß  der  Gesundheitszustand
in  den  Arbeitsdistrikten  ein  außerordentlich  guter
gewesen  ist,  und  somit  auch  eine  größere  Einbuße
an  Arbeiterpersonal  nicht  zu  verzeichnen  war.

Die  Gesamterzeugung  verteilt  sich  auf  die
verschiedenen  Flüsse:  a)  im  Staate  Amazonas

 

einschließlich  Freistaat  Acre,  b)  im  Staate  Pará
und  c)  in  Perö,  wie  folgt:
1905/06  1906/07
ummmt  Caucho  Gummi  Caucho
t

 

 

a)  Purüs  Acre  6  3r  268  8  399  2#
Madeira  3046  633  3271  734
Juruä.  .  4139  815  4  612  681
Rio  Negro  690  —  651  8

b)  Tapajoz
Tingg  10894  758  10  546  859
Inselgebiet.  1

c)  Perr.  3385  1491  4146  1398
Zusammen  29  081  6386  31  625  6371

35  467  37  996

Die  Preise,  welche  während  der  Ernte  in
Pará  bezahlt  wurden,  ergeben  sich  aus  den  nachbebenden

  Durchschnittsnotierungen  für  „sfein
Pard“
Insel  fein  Sertso  fein
Juli  1906  58275  68400
August  -  58275  64425
September  55620  68800
Oktober  Oü  58830  68960
November  -  58800  68900
Dezember  -  59750  68800
Januar  1907  5#0755  68920
Februar  -  58530V  68610
März  OD  5  *  625  68600
April  -  58450  685450
Mai  -  58430  68310
Juni  -  55170  68225
Auf  Grund  vorstehender  Preise  und  unter
Berücksichtigung  der  bestehenden  Unterschiede

zwischen  Sertäo  fein  und  Insel  fein  und  Enter
fein  (Mittelsorte)  sowie  zwischen  fein  und  Sernamby
  (geringe  Qunalität)  ergibt  sich  als  annähernder
  Wert  der  gesamten  Gummiernte  (ohne
Exportzölle)  der  Betrag  von  180  bis  200  Millionen
Mark.

Die  Marktlage  des  Artikels  an  den  Konsummärkten
  muß  im  großen  und  ganzen  als  befriedigend
  bezeichnet  werden,  und  das  gegen  Ende  der
Ernte  eingetretene  Sinken  der  Preise  hat  seinen
Grund  in  der  unerwartet  großen  Zunahme  der
Ernte.

Allerdings  fällt  hier  auch  der  Umstand  mit
in  die  Wagschale,  daß  Ceylon  und  Birma  ebenfalls
  anfangen,  größere  Mengen  Gummi  auszuführen,
  die  im  Verein  mit  dem  afrrikanischen
Gummi  schon  einen  gewissen  Einfluß  auf  den
Weltgummimarkt  ausüben

Die  nachstehende  Ausstellung  gibt  ein  Bild  der
an  den  Konsummärkten  gezahlten  Sertäo-Preise:
        <pb n="1184" />
        G  1070  2

New  Vork  Liverpool
Juli  1906  123  cts  5sh  1½  d
August  -  .1231X.3-  5-13j4-September
  122⅛½  5  11/1.QJ
Oktober  -  123½  5.  1¾
November  122½  5  1¼/.=Dezember
  122½  5  1¼.
Januar  1907  124½  5  2¼
Februar  -  122=  5  1
März  120½  5  u¼
April  117  45.  10½
Mai  1113½  4  8
Juni  110  41  7

Die  Preise  verstehen  sich  pro  Pfund  englisch.

Mit  dem  1.  Juli  1907  hat  nunmehr  die  neue
Ernte  begonnen.  Es  hält  natürlich  schwer,  bereits
  heute  irgend  ein  zuverlässiges  Urteil  zu
fällen  über  die  Aussichten  und  die  Höhe  der  zu
erwartenden  neuen  Ernte.  Die  Arbeit  an  den
unteren  Flüssen,  soweit  sie  bei  dem  jetzigen  niedrigen
  Wasserstande  der  Flüsse  schiffbar  sind,  scheint
mit  Ausnahme  weniger  Orte,  an  welchen  Krankheiten
  herrschen,  gut  vorwärts  zu  schreiten.  Da
die  oberen  Flüsse  um  diese  Jahreszeit  vollkommen
von  der  Außenwelt  abgeschlossen  sind,  kann  man
aus  diesen  Distrikten  nur  wenig  zuverlässige  Informationen
  erhalten.  Die  spärlich  auftauchenden
Gerüchte  über  die  Ernteaussichten  in  jenen  entlegenen
  Regionen  lanten  aber  bisher  günstig,
und  namentlich  scheint  der  Gesundheitszustand
dort  ein  vorzüglicher  zu  sein.

Die  Befürchtung,  daß  die  Flußdampfer  eventuell
  eine  zweite  Reise  ins  obere  Flußgebiet
wegen  Wassermangels  nicht  machen  könnten,  ist
glücklicherweise  nicht  eingetroffen,  und  somit  ist
das  dort  arbeitende  Personal  auch  für  den  Zeitraum
  der  kommenden  Ernte  genügend  mit  Lebensmitteln
  versorgt.

Wenn  die  oben  angeführten  Punkte  heute
schon  ein  Urteil  zulassen  und  unvorhergesehene
Zwischenfälle  nicht  eintreten,  so  können  die  Aussichten
  als  günstig  angesehen  werden.  Wird  die
Ernte  vielleicht  auch  nicht  die  Höhe  der  verflossenen
  erreichen,  da  Gummi  aus  1906/07  nur
sehr  wenig  im  Innern  zurückgeblieben  ist,  so  wird
sie  doch  nicht  weit  hinter  der  letzten  zurückbleiben.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Parü##
vom  22.  August  1907.)

Hoandel  Ceyvlons  1906.
Einfuhr.
I.  Nahrungs=  und  Genußmittel.  Werte  in  #
1.  Lebende  Tiere  71  606

2.  Nahrungsmittel  u  Getranie  3908912
darunter  Bier  18  96

 

Biskuits
Butter
Zuckerwerk.
Weizenmehl
Getreide
Schinken
konservierte  Milch
Kartoffeln
Salz.
Spitunosen
Zucker
Wein
3.  Narkotika
darunter  Zigarren
II.  Rohmaterialien.
1.  Metalle
darunter  Eisen
Blei.
Stahl
Zinn
.  Andere  Rohmaterialien
darunter  Kohlen.  .
ünger
III.  Fabrikate.
1.  Textilwaren
darunter  Kleidungsstücke
baumw.  Spitzen  und
Stickereien
-  Stückgüter
-  Zwirn
-  Garn.
Leinenwaren

Seiden=  u.  Satinwaren

Wollwaren.
Gemischte  Textilwaren

Wert  in  #
22299
13  065
12  900
94  389

2  878594

7  333
22  295
27  923

467

71  136

197  638
20  550

60  992

27209

80  859
10  865
40  600
14  247
12  925
906  719
794  597
50  410

653  447
29  564

12  216
487  412
14  326
13226
2  438
28  247
28  055
37  959

2.  Metallwaren  (ohne  Maschinen)  219  660

darunter  Messingwaren.
Kupferwaren.
Eisenkurzwaren
Eisenwaren
Bleiwaren.
3.  Andere  Fabrikate
darunter  Säuren.
Waffen
Bücher
Mauer  u.  ziegelsteine
Wage
Fäster  und  Stabhoolz
Zement,  nicht  für  die
Regierung
Chemikalien
Porzellan
Irdene  Waren
Elektrische  Materialien
Explosivstoffe
Phantasiewaren

391

2  531
72  667
80  180
37275

1  494227

1  803
6  487
10  518
12  925
5  427
37  334

15  318
26  227
20  073

4327

5  466
11  873
26  565
        <pb n="1185" />
        1071

 

Wert  in  L  Wert  in  #
Möbel  4  815  Kardamomen  39  050
Glass  17  440  Zimt  1976  141
Söäcke  15  729  Tee  4  6092  651
Posamentierwaren.  125  081  3.  Narkotika  ..  61  040
Hüte  und  Mützen.  10  706  darunter  unbearb.  Tabak  61  040
Musikinstrumente  5178  II.  Rohmaterialien.
Schmucksachen  16  903  1.  Textilstoffe  "  3  670
Lampdren  9296  2.  Andere  Rohmaterialien  967237
Lederwaren  14  084  darunter  Beteluüsse  135251
Maschinen  498839  Kokosfasen  619757
Künstlicher  Dünger.  135  479  Graphit  697  166
Streichhölzer  13926  Kautschuksaat  6  456
Ol  und  Petroleim  125  210  Satinholsz  8898
Malerfarben  11  551  III.  Fabrikate.
Papier  ·.""  23543  1.  Textilwaren  ..  4786
Parfümerien  aihen  944  darunter  Baumwollwaren.  4762
Schienen  und  Laschen  9105  2.  Metallwaren  (ohne  ĩalchinen  237
Seife  28  24  3.  Andere  Fabrikate  402  026
Schreibmaterialien  '  14  286  darunter  Kokostauwerk  13  894
Schrme  '  20  102  Kokosgen  74774
IV.  Edelmetalle,  -steine,  Perlen  715  447  Kopra  377122
Insgesamt  8  233  528  Citronellabhl  80  317
Davon  ab  Münzeinfuhr  714  243  Kokos.  636  381
Ware  75  5  Kokosölkuchen  70  972
Warenwert.  .  ..  7  519  285  Kautsch  101  835
Ausfuhr.  Zugerichtete  Felle  .  31779
I.  Nahrungs=  und  Genußmittel.  Zusammen  7216  548
1.  Lebende  Tiere  674  Dazu  Münzen  187  018
2.  Nahrungsmittel  u.  Getränke  4772273  Wiederausfuhr  97  560
darunter  Kaktkaa  1336827  Bunkerkohlen  220  949
Kokosnüsse,  getrocknet  226  933  Insgesamt  8422  075
Kokosnüsse,  frische  61  903  (Administration  Report,  Cerlon  1906.)
Kaffe  17  258

Handel  mit  Zinn  und  Zinnerz  in  den  Straits  Settlements  und  den  Vereinigten  Malayenstaaten
im  ersten  Vlertel  1907.

Die  Einfuhr  von  Zinn  nach  den  Straits  Settlements  während  des  1.  Vierteljahres  1907
weist  gegenüber  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  einen  weiteren  Rückgang  auf,  während  der
Wert  gestiegen  ist.

Es  wurden  eingeführt:

1907  1906  Gegen  1906

Nach  mehr  oder  weniger

dz  8  dz  8  dz  8
Singapore  18  819,64  3001  522  20  387,50  2792589  —  1567,86  —  208  933
Penang  29  472,61  4  655  983  30  532,74  4213  591  1060,  13  K  442  392

Malacca  war  an  der  Einfuhr  von  Zinn  nicht  beteiligt.

4  Für  die  ganze  Kolonie  Straits  Settlements  ergeben  sich  demnach  (unter  Ausschluß  des
sogenannten  intersettlement  trade):

d2  8
1907.  .  .  .  18285,71  7  656  460
1906  50  920,24  7  006  180

 

1907.  2634,53  (5,17  v.  .,.)  KX  650  280  (9,28  v.  H.)
        <pb n="1186" />
        W  1072  20

Die  Hauptländer,  aus  denen  Zinn  in  die  Straits  Settlements  eingefuhr  wird,  sind:
d2z  d2

d2z
Perak  188  413,68  (+  3  186,30)  Negri  Sembiln  5  3,  48  (—  3448,81)
Selanger  185  89,28  (—  128,57)  Pahang.19  094,64  (+  1  094,64)

Siam,  Westküste  6  583,93  (—  3  152,38)

Die  Einfuhr  von  Zinnerz  ist  der  Menge  und  ebenfalls  dem  Werte  nach  gestiegen.  Eingeführt
  wurden:
Gegen  1906

 

Nach  1907  1906  mehr  oder  weniger
dz  d2  5  :  8
Singapore  88  379,16  9  409  262  76  615,47  7  106  279  +  11  763,69  K+  2  302  983
Penang  46  870,24  4  127  551  47  325,60  4  084  182  —  155,36  —  43  369
Malaccco  209,52  20  376  —  —  +  209,52  —  20  376
Nach  allen  drei  Häfen  zusammen  (ausschließlich  des  intersettlement  trade)  beträgt  die  Einfuhr:
d2
190)  135  145,24  13  523  194
1906  123  667,26  11  166  171
1907  .  K  11  477,98  (9,28  v.  H.)  L+  2  357  023  (21,11  v.  H.)
An  der  Zinnerzeinfuhr  sind  hauptsächlich  beteiligt:
42  dz  d2z  2
Perat.  .  .  582386,31  (1023,81)  Australien.  .  89  963,69  (+  7  883,33)
Selanger  40  480,36  (J+  5209,53)  Siam,  Westküste  7  274,10  (—  2  808,32)
Niederl.  Archipel  10  055,36  (—  612,50)  Negri  Sembilnn  7  004,16  (—  1  516,07)

An  der  Ausfuhr  von  Zinn,  die  der  Menge  nach  einen  Rückgang,  dem  Werte  nach  aber
eine  Zunahme  gegenüber  dem  Vorjahre  aufweist,  waren  die  Straitshäfen,  wie  folgt,  beteiligt:
Gegen  1906

 

Nach  1907  1906  mehr  oder  weniger
dz  8  dz  8  d2z  8
Singapore  79  827,98  12  823  689  76898,22  10  850  278  +  2929,76  K  1  973  411
Penang  61  915,47  9740  772  70  152,38  9  877  356  —  8236,91  —  136  584
Zusammen  (ausschließlich  des  intersettlement  trade)  ergeben  sich  für  die  Kolonie:
dz
1907.  141  736,90  22  563  456
19006  146  550,00  20  659  546
1907  43813,10  (3,28  v.  H.)  —  1  90  910  (9,22  v.  H.)
Hauptabnehmer  von  „Sinn  warendz
  dz
Vereinigtes  Königreich  80  105,  95  (—2  160  „/34)  Italien  6  860,12  (+  2  580,36)
Vereinigte  Staaten  von  Frankreich  5  157,74  (—  4  105,35)
Amerika  39  469,65  (+  1  547,62)  Osterreic  2  704,17  (—  1  948,21)

Deutschland  erscheint  in  der  Statistik  nicht.
Von  Zinnerz  wurden  nur  58,33  dz  zum  Werte  von  5000  S  (—  47,02  dz  und  3984  5D)
aus  der  Kolonie  nach  Großbritannien  ausgeführt.
Die  Zinn=  und  Zinnerzausfuhr  aus  den  Vereinigten  Malayenstaaten  Perak,
Selangor,  Negri  Sembilan  und  Pahang  während  des  1.  Vierteljahres  1907  ergibt  sich  aus  der
folgenden  amtlichen  Zusammenstellung:

Zinn  Zinnerz')  Zusammen
Staat  1907  1906  1907  1906  1907  1906
Pik.  Pik.  Pik.  Pik.  Pik.  Pik.

Perak  29840,00  27  615,24  69  356,37  71  354,.29  998  690,37  98  969,53
Selangor  22  848,18  25  830,03  41  596,10  41  101,10  64  444,28  66  931,13
Negri  Sembilan.  9  694,19  11  638.78  7  875,59  7  366,73  17  569,78  19  005,51
Pahang  3333,56  1477,94  4  399,02  6  388,98  7  732,58  7  866,92

Zusammen  65  215,93  66  561,99  123.227,08  126  211,10  188  443,01  192  773,09

 

)  Auf  70  v.  H.  reduziert.
        <pb n="1187" />
        W  1073  20

Der  Export  von  Zinn  und  Zinnerz  ist  danach  in  allen  Staaten  zurückgegangen.
Die  im  1.  Vierteljahr  1907  für  Zinn  notierten  Preise  sind  aus  der  nachfolgenden  Übersicht
zu  ersehen,  in  der  gleichzeitig  die  Mengen  des  wöchentlich  aus  Singapore  ausgeführten  Zinns

ausgeführt  sind:

Ausfuhr  von  Zinn  aus  Singapore  im  1.  Vierteljahr  1907  nach  den
Berichten  der  Handelskammer.

Menge  Preis  Wechselkurs
In  der  Zeit  vom  in  deutschen  pro  Pikul  für  Sichtwechsel
Tonnen  in  8  auf  Hamburg
1.  bis  9.  Jannar  935,89  96,75  bis  93,50  240
10.  16.  -  648,75  94,75  94,00  240
17.  23.  Oü  419,58  94,25  .  96,25  240
24.  30.  -  455.12  94,12½  „  96,12½  240
31.  Jannar  bis  4.  Februar  465,.30  95,00  95,.,75  239½
5.  bis  23  Februar  774,05  95,12½  96,  12⅛½  239½
10.  "  622,02  94,602%  95,62½  239½
21.  20.  -  694,17  95,75  95,00  239⅛
27.  Februar  bis  6.  März  330,42  95,62  995,25  239⅛½
7.  bis  3  Marz  1220,95  95,87½  95,37½  239⅛
14.  -  590,48  95,75  .  93,.,25  239½
21.  20.  -  483,69  90,7½°  33,25  240
28.  =  31.  -  85,18  91,00  91  „87½  240

Als  niedrigster  Preis  wurde  demnach  notiert  90,37  s  in  der  Zeit  vom  21.  bis  27.  März,
als  höchster  96,75  §  in  der  Zeit  vom  1.  bis  9.  Jannar.

Drämien  für  die  Ergzeugung  von  Rupfer  und
Quechsilber  in  Ueuseelond.

Zufolge  einer  Ministerialverfügung  vom
25.  Juni  d.  Is.  sollen  für  die  Erzeugung  von
gutem,  marktgängigem,  aus  neuseeländischen  Erzen
gewonnenem  und  in  Neuseeland  ausgeschmolzenem
Kupfer  nachstehende  Prämien  gezahlt  werden:

für  die  ersten  1000  Tonnen,  falls  an  oder
vor  dem  30.  Juni  1909  erzeugt:  1000  2;
für  die  zweiten  1000  Tonnen,  falls  in  der  Zeit
zwischen  dem  1.  Juli  1909  und  dem  30.  Juni
1910  erzeugt:  500  K;
für  die  dritten  1000  Tonnen,  falls  in  der  Zeit
zwischen  dem  1.  Juli  1910  und  dem  30.  Juni
1911  erzeugt:  500  ..
Ferner  ist  durch  Ministerialverfügung  vom
5.  Juli  d.  Is.  eine  Prämie  in  Höhe  von  4  Pre.
für  1  Pfund  auf  die  ersten  100  000  Pfund  guten,
destillierten,  marktgängigen,  von  allen  Unreinigkeiten
  freien  und  in  einem  neuseeländischen  Bergwerke
  gewonnenen  Ouecksilbers  ausgesetzt  worden.
Wenigstens  ein  Drittel  der  Menge  muß  vor  dem
31.  März  1910  und  die  verbleibenden  zwei
Drittel  müssen  vor  dem  31.  März  1911  erzengt
werden.  (The  New  Zenland  Giazettc.)

 

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsuls  in  Singapore.)

Einfuhrhäfen  auf  den  Salomonsinseln.

Laut  Verordnungen  vom  8.  August  und
26.  Juli  d.  Is.  sind  die  Häfen  Tulagi  vom
15.  September  sowie  Shortland-Harbour  in  der
Bongainville-Straße  und  Gizo  auf  der  Insel
gleichen  Namens  vom  1.  Oktober  d.  Is.  zu
Einfuhrhäfen  erklärt.  Der  Hafen  Gavatu  ist  vom
8.  August  d.  Is.  ab  als  Eingangshafen  geschlossen
worden.

In  Tulagi  ist  ferner  eine  amtliche  Niederlage
errichtet  worden,  worin  zollpflichtige  Waren  gelagert
  werden  können.  Für  die  Aufnahme  und
Lagerung  sind  an  Gebühren  zu  rntrichten:
a)  3  Pence  für  jedes  gelandete  und  dem  Zollamt
übergebene  Packstück  und  b)  1  Penny  wöchentlich
Lagergebühr  für  jedes  Packstück.

(IThe  Board  of  Trade  Journal.)

 

Jolltarländerung  in  Britisch-Nordborneo.

In  Britisch-Nordborneo  ist  der  Einfuhrzoll
auf  Reis  (20  Cent  für  1  Pikul)  vorläufig  aufgehoben
  worden.

(The  Board  of  Trade  Journal.)
        <pb n="1188" />
        W  1074  20

Jollbehandlung  der  Schiffsvorräte  in  der
Kaophkolonie.

Dem  Kapparlament  ist  ein  Gesetzentwurf  vorgelegt
  worden,  wonach  die  Zollbeamten  ermächtigt
  werden  sollen,  an  Bord  eines  jeden  in  einem
Hafen  der  Kolonie  ankommenden  Schiffes  zu
gehen  und  gemäß  den  vom  Gouverneur  zu  erlassenden
  Vorschriften  alle  an  Bord  des  Schiffes
befindlichen  versiegelbaren  Waren,  die  entweder
unverbrauchte  Vorräte  eines  solchen  Schiffes  oder
das  persönliche  Eigentum  des  Schiffsführers  oder
eines  Mitgliedes  der  Besatzung  sind  oder  sich  in
deren  Besitze  befinden,  für  die  Zeit,  während
welcher  ein  solches  Schiff  in  einem  Hafen  der
Kolonie  verbleibt,  zu  versiegeln.  Unter  versiegelbaren
  Sachen  werden  verstanden:  Tabak,  Zigarren
  und  andere  Tabakfabrikate,  Spirituosen
und  Branntweine  sowie  alle  anderen  Artikel,  die
als  solche  durch  die  von  dem  Gouverneur  zu  erlassenden
  Vorschriften  erklärt  werden  möchten  und
für  welche  kein  Zoll  gezahlt  ist.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

Verbot  der  Einfuhr  von  Dollars  in  Niederländisch--Ostindien.


Nachdem  durch  Verordnung  des  Generalgonverneurs
  vom  26.  Januar  d.  Is.  (Staatsblad
  Nr.  74)  probeweise  die  Einfuhr  der  Straits-Dollars
  und  ihrer  Scheidemünze  in  den  südlichen
Teil  der  Residentschaft  Ost-Sumatra,  die  Abteilung
  Bengkalis,  verboten  war,  ist  durch  Verordnung
  des  Generalgouverneurs  vom  16.  August
d.  Is.  (Staatsblad  Nr.  351)  nunmehr  das  durch
Verordnung  vom  24.  November  1904  festgesetzte
Verbot  der  Einfuhr  von  britischen  Handelsdollars
und  mexikanischen  Dollars  in  das  Gebiet  von
Niederländisch-Ostindien  auf  sämtliche  Dollars,  abgesehen
  von  den  neuen  kleinen  Straits-Dollars,
und  deren  Scheidemünze  ausgedehnt  worden,
wobei  jedoch  das  vorerwähnte,  auch  diese  Münz- 



sorten  umfassende  Einfuhrverbot  für  die  Abteilung
Bengkalis  bestehen  bleibt.

Von  dem  Verbote  sind  ausgenommen  Goldmünzen,
  die  durch  Personen  an  Bord  von  Schiffen,
welche  Reeden,  Häfen  oder  andere  Plätze  Niederländisch-Ostindiens
  anlaufen,  dort  an  Land  gebracht
  werden,  bis  zu  einem  Gesamtbetrage  von
nicht  mehr  als  10  Dollars  auf  den  Kopf.

Einsetzung  eines  Jollausschusses  in  Transvaal.

Laut  Bekanntmachung  des  Schatzsekretärs  von
Transvaal  vom  13.  September  d.  Js.  ist  in
Transvaal  ein  Zollausschuß  eingesetzt  worden.  Zu
den  Aufgaben  dieses  Ausschusses  gehört  es  insbesondere
  zu  prüfen:  welche  Förderung  oder
welcher  Schutz  den  bestehenden  gewerblichen  und
landwirtschaftlichen  Betrieben  zu  ihrer  Ausdehnung
zuteil  werden  sollte  und  mit  welchen  Mitteln  und
in  welchem  Maße,  ob  durch  Schutzzölle,  Prämien,
Frachtsätze  usw.;  welche  Wirkung  der  Zollvereinigungsvertrag
  und  die  Frachtsätze,  differenzielle
oder  andere,  sowie  Prämien  auf  diese  Betriebe
ausgeübt  haben;  in  welchem  Verhältnis  eingeführte
und  Landes-Erzeugnisse  oder  Rohstoffe  zur  Verarbeitung
  im  Inlandsbetriebe  gelangen  und  in
welchem  Umfange  dabei  Arbeitskräfte  der  weißen
und  farbigen  Bevölkerung  beteiligt  sind;  inwieweit
die  Verwendung  farbiger  oder  asiatischer  Arbeitskräfte
  in  den  Nachbarkolonien  auf  den  Fortbestand
und  die  Errichtung  von  Industrien  nachteilig  einwirkt;
  welche  Wirkung  der  Zollvereinigungsvertrag
und  der  Postpaketverkehr  auf  die  Verlegung  des
Geschäfts  nach  der  Küste  und  sonstwie  gehabt
haben;  welche  Maßnahmen  am  besten  geeignet
sein  werden,  Handel  und  Gewerbe  der  Kolonie
zu  fördern  und  zu  heben;  ob  und  in  welcher
Richtung  sich  eine  Anderung  der  Einteilung  des
geltenden  Zolltarifs  empfiehlt.

(Trhe  Transraal  (iorernment  Gazettc.)

 

Verschiedene  Mitteilungen.

Geographische  Vorlesungen  an  der  Handelsbochschule
  Berlin.

Vom  Sekretariat  der  Handelshochschule  Berlin
wird  uns  geschrieben:

„Die  geographischen  Vorlesungen  an  der
Handelshochschule  Berlin  zeigen  einen  eigenartigen,
mit  den  praktischen  Bedürfnissen  der  Kaufmanns-=welt
  in  engem  Zusammenhang  stehenden  Aufbau.
Zwar,  daß  das  Hauptgewicht  auf  die  wirtschaftliche

  Seite  der  Geographie  gelegt  und  namentlich
  eine  Vorlesung  über  „allgemeine  Wirtschaftsgeographie“
  der  Einführung  in  diese  Studien
dient,  und  daß  die  Spezialvorlesungen  über  die
einzelnen  Länder  (im  bevorstehenden  Wintersemester
  über  die  des  asiatischen  Kontinents)  denselben
  Charakter  tragen,  teilt  die  Handelshochschule
  Berlin  mit  anderen  ähnlichen  Instituten.
Neu  aber  ist  die  enge  Verbindung  zwischen  dem
geographischen  und  dem  Sprachunterricht,  die
        <pb n="1189" />
        W  1075  20

dadurch  hergestellt  wird,  daß  ein  Teil  der  Dozenten,
  die  in  fremden  Sprachen  unterrichten,
gleichzeitig  auch  über  Sitten  und  Gebräuche,  Geschichte
  und  Einrichtungen  der  fremden  Länder
Vorlesungen  halten.  Solche  Vorlesungen,  die
gleichzeitig  für  den  Aufenthalt  in  fremden  Ländern
sowie  für  den  schriftlichen  Verkehr  mit  ihnen  vorbereiten,
  sind  zunächst  für  England  und  Frankreich
  eingerichtet.  Daß  den  Kolonien  (sowohl
den  deutschen  wie  den  ausländischen)  ein  umfassender
  Raum  gewährt  ist,  hängt  mit  der
Einrichtung  eines  besonderen  Unterrichtszweiges
über  Kolonialwesen  zusammen,  der  sowohl  Geographie
  und  Völkerkunde  der  Kolonien  wie  auch
Kolonialwirtschaft  und  Kolonialpolitik  behandelt.
Wer  für  den  Aufenthalt  in  fremden  und  noch
nicht  ganz  erschlossenen  überseeischen  Gebieten
ausgebildet  sein  will,  erhält  in  besonderen  astronomisch-geographischen
  lÜbungen  in  der  Ortsbestimmung
  eine  Vorbildung,  die  aus  der  Theorie
wenigstens  soviel  bietet,  wie  für  die  Praxis  in
derartigen  Ländern  notwendig  ist.“

Joll-Sinfuhrhäken  für  die  britischen  Salomonsinseln.

Nach  einer  Bekanntmachung  des  britischen
Oberkommissars  für  den  westlichen  Stillen  Ozean
sind  Shortland  Harbour  in  der  Bougainville=Straße
  und  Gizo  auf  der  gleichnamigen  Insel
als  Zoll-Einfuhrhäfen  für  die  britischen  Salomonsinseln
  erklärt  worden.  «

 

Citeratur.

Dominik  (Hauptmann):  Vom  Atlantik  zum
Tschadsee.  Kriegs=  und  Forschungsfahrten
in  Kamerun.  Mit  zahlreichen  Abbildungen  im
Text  und  einer  Karte.  1908.  E.  S.  Mittler
&amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,  Berlin
SW68,  Kochstraße  68—71.  Preis  6  Mk.,
geb.  7,50  Mk.

Man  wird  sich  der  Anschuldigungen  erinnern,
die  im  Reichstage  während  der  letztjährigen  Kolonialdebatten
  gegen  den  Hauptmann  Dominik
von  der  Kameruner  Schutztruppe  erhoben  wurden,
aber  zugleich  auch  der  Rechtfertigung  und  hohen
Anerkennung,  die  ihm  Staatssekretär  Dernburg
zuteil  werden  ließ.  Es  ist  natürlich,  daß  die
öffentliche  Meinung  schon  aus  diesem  Grunde  der
Persönlichkeit  und  dem  kolonialen  Wirken  Dominiks
  erhöhte  Beachtung  schenkt.  In  einem  mit

 

zahlreichen  Abbildungen  geschmückten  Buche
„Vom  Atlantik  zum  ITschadsee“  schildert
Dominik  nun  an  der  Hand  seiner  Tagebücher  die
Kriegs=  und  Forschungsfahrten,  die  er  während
der  letzten  Jahre  in  Kamerun  unternommen  hat.
Die  Tatsache,  daß  er  überall  auf  dem  Vormarsche
der  deutschen  Regierung  im  Schutzgebiete  die
Spitze  führte  und  dadurch  Länder  und  Menschen
in  ihrer  Ursprünglichkeit  und  unberührt  von  der
alles  gleichmachenden  Kultur  schauen  durfte,  verleiht
  seinen  Darstellungen  besonderen  Reiz.  Den
Höhepunkt  des  fesselnden  Buches,  das  der  Verfasser
  pietätvoll  dem  Andenken  der  in  Afrika  gefallenen
  Kameraden  gewidmet  hat,  die  einst
tatendurstig  und  erfolgessicher  mit  ihm  den  blauen
Bergen  von  Kamerun  entgegengezogen  sind,
bildet  die  Unterwerfung  Adamauas  unter  deutsche
Herrschaft.  Gleich  dem  früheren  Werke  des  Verfassers
  „Kamerun“  ist  auch  das  neue  in  unterhaltendem,
  volkstümlichem  Stile  geschrieben  und
dürfte  als  eine  der  besten  Neuheiten  der  Kolonialliteratur
  auf  dem  diesjährigen  Weihnachtsmarkt
viele  Freunde  finden.

Dr.  H.  Böttger:  Die  neue  Ara  der  deutschen
  Kolonialpolitik.  (Burschenschaftl.
Bücherei,  Band  III,  Heft  4.)  Berlin  1907.
Carl  Heymanns  Verlag.  Preis  60  Pf.

Dr.  G.  Friederici,  Hauptmann  a.  D..  Die
Schiffahrt  der  Indianer.  (Studien  und
Forschungen  zur  Menschen=  und  Bölkerkunde,
Band  I.)  Stuttgart  1907.  Verlag  von
Strecker  &amp;amp;  Schröder.

Dr.  H.  v.  Ortenberg:  Aus  dem  Tagebuch
eines  Arztes.  Berlin  1907.  Verlag  von
C.  A.  Schwetschke  &amp;amp;  Sohn.

Das  hübsch  ausgestattete  kleine  Buch  enthält
in  Tagebuchform  packende  Feldzugsskizzen  aus
Südwestafrika  und  bildet  einen  schätzenswerten
Beitrag  zur  südafrikanischen  Kriegsliteratur.

Das  große  Weltpanoramoa  der  Reisen,  Abentener,
  Wunder,  Entdeckungen  und  Kulturtaten
in  Wort  und  Bild.  Ein  Jahrbuch  für  alle
Gebildeten.  Berlin  und  Stuttgurt.  Verlag
von  W.  Spemann.  Preis  7,50  Mk.

Im  gleichen  Verlage  sind  soeben  die  beliebten

Spemannschen  Kunst=  und  Alpenkalender  für  1908

erschienen.  Preis  je  2  Mk.
        <pb n="1190" />
        In  Dschang  (Kamerun)  ist  eine  Postagentur  eingerichtet  worden,

W  1076  20
Verkehrs-Nachrichten.

deren  Tätigkeit  sich  auf

die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briefsendungen  sowie  auf  die
Ausgabe  von  gewöhnlichen  Paketen  erstreckt.
Die  Postagentur  in  Fontemdorf  (Kamerun)  ist  aufgehoben  worden.

Postdampffschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  November  1907.

 

Nach

*½  Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen

  am:

 

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Überfahrt

Briefen  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden  am:

 

l

Neapel  T.  Nov.  5.  Dez.
(deutsche  Schiffe)  .
I
I

Friedrich  Wilhelms
38  Tage
Simpfonkaten  41  Tage
Simpsonhafen  38  Tage
Friedrich-  Wilhelme- 



1.  deutsch-Neuguinea.  Vrindisi  17.  Nov.
(engl.  Schiffe)
2  deutsch-Ostafriha.  Nechel  18.  28.  Nov.  H.  Dez.
*l.  ah  Buoba,  Muansa  unddeutsche  Schiffe)
R  %  «  nähn-IDan  Jaksctlle  ·  10.  *#“  Monats
ung  mit  der  Uganda-  I.  ·
oftle  vhn  on  der  Endftatioengl.  Schen  «
zu  Schiff  nach  den  Bestim-  Brindisi  24.  Nov.
mungsorten.  n  Schiffe)
18.  28.  Nov.  H.  Dez.  Tanga  17,
v)  ach  Ain,  ln  Oeutt  ccpel  Schie)  9

8  i  b  Pangani,
Wugiri  und  W#eunu

1.  Dez.

E  Brindisi
(engl.  Schiffe)

Neapel
(deues  be

Marseille  10.  jedes  Monats

28.  Nov.  9.  Dez.

Mombasa  O  16—17  Tage
Mombasa  O  17  Tage
Mombasa  O  14  Tage
Mombasa  18  Tage

10,  17  Tage

Tanga  16  Tage

Daressalam  18-20  Tage

Zanzibar  18  Ta
(von  Jausigor  —

hafen  41  Tage

15.  Nov.  3.  Dez.
10  abds.

 

26.  do  7.
Soche
8.  jed.  *)2  9  abds.
29.  Nov.  1035  abds.

Dez.

22.

Nov.  103  abds.

16.  26.  Nov.  7.  Dez.
10  abds.
29.  Nov.  1035  abds.

16.  26.  Nov-10
  ½  a
8.  jed.  *  10½  abds.

7.  Dez.

 

"  Weiterbeförde  n
c)  nach  Deutsch  ·  Ostafrita  Darehsel  "*  arentn  nr
(ausschl.  der  unter  a  und  b  mentsdampfer  in  6  Stund.)
denannten  Postorie)  1.  Dez.  Daressalam  17  Tage29.  Nov.  105  abds.
o  I
24.  Nov.  an;  ibat  20  Tage  22.  Nov.  1035  .
(cnql  Schiffe)  ’  3  nage  ar  abds
nn  agsch  Glcgocheie
.  .  .2;".·.  H.  Viltoria  19,  21  Tage  p
3.  dentnn  is  n  Hamburg  10.  25.  jed.  Mt  Iiltora#1  -2  jed.  Mts.  i
anda,  Banjo,  Bi-  nal  22,  21  Te  21,  jev.  MtS.  717  abd
#  Sünibeof,  Vones,.  Rribi  20  u.  25—30  Tage  1421  jed.  Mts.  712  abds.
uea,
da  aro  d  —  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
#  bass,.  Igunde.  Johmm-  r.  Mer  Duala  18  Tage
Mürschtshe  P.  niunt  ehtl.  deuische  Saisd  Kribi  19  Tage
Plantation,  Viz  Liverpool  3„0.  Nov.  Duala  23  Tage  28.  Nov.  108  abds.
#Liverpool  "  16.  Nov.  Duala  26  Tage  11.  Nov.  106  abds.

b)  nach  Rio  del  Rey.

)  nach  dem  Tschadsee-Geblet
(Garna,  Kussert)

")  nach  Ossidinge

e)  nach  Molundu

Hamburg  25.  jedes  Monats

Liverpool  146.  Nov.  14.  Dez.

Liverpool  jeden  Sonnabend
I

Liverpool  jeden  Sonnabend

Antwerpen  14.  Nov.  5.  Dez.

Bordeaux  Ü  25.  jedes  Monats

 

|

Rio  del  Rey  32—36  Tage
Nio  del  Rey  23  Tage

Forcados  17
von  dort  weiter
*.  rorron

Tage

Ca  (un-  Kage
%%  Selnbor  10  über  Obokum
bis  sensdinge  (am
Mata  e

von  da  weiter  mlt  der  Ellenbahn
  bis  Brazzaville  und
dam  mit  Flußdampfern  auf
dem  Kongo,  Ssongea  un

19—

24.  jed.  Mts.  7½  abds.
14.  Nov.  12.  Dez
10½  abds.
jeden  Donnerstag.
10“  abds.

jeden  Donnerstag
10  abds.
13.  Nov.  4.  Dez.

10  nachm
23.  jed.  Mis.  10  abds.

 

 

Dsah  bis  Molundn
        <pb n="1191" />
        W  1077  20

 

Nach

 

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Ein-Ausschiffungshafen.


Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

 

l

von  dort  weiter  auf  dem

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Hamburg  2.  23.  Nov.  Swakopmund  25  Tage  1.  22.  Nov.  7  abds.
4.  Deutsch-Südwestafrika.  Hamburg  13.  Nov.  4.  Dez.  Swakopmund  25  Tage  22.  Nov.  3.  Dez.  5f5  ums.
a)  nach  Abbabls,  Epukiro.  Gi-  I  Dez.  E  20  Te  7.  k  B.  Dez.  88  oms.
%  Gobabte,  (obtro,  Wob,  wnlntwerden.  18.  Nov.  9.  Dez  walopmund  20  Tage.  Nov.  S.  Dez.  88  oms
ii  Eamin  nean.
--«-  «  Boulogne  19.  Nov.  10.  Dez.  Swakopmund  19  Tage.  Nov.  9.  Dez.  10  Ums.
Kuba.  Wwallahöhe,  Nauchas,  «  sd  9
dighaudsa  Sae,  loes-  (deutsche  *
balbel  marurd  welv  -r.  Southampton  2.  23.  30.  Nov.  Swakopmund  25,  21,  1.  22.  29.  Nov
Outto,  Ow#os  rero,  (Ment-  !  25  Tage-  1122  oms.
boih.  Seeis,  Swakopmund,
Usalos,  W  Waierberg.  I  Southampton.  9.  16.  Nov.  7.  Dez./  Swakopmund  20,  8.  15.  Nov.  6.  Dez.
Windhu  .  H
Tage  112  vms.
Southampton  2.  9.  16.  23.  30.Nov.]  Lüderitzbucht  22.  5r40.  22,1.  8.  15.  22.  29.  Nov.
L  20,  22  Tage  112  vms.
Hamburg  2.  23.  Nov.  Lüderitzbucht  34,  27  Tages  1.  22.  Nov.  712  ums.
Ant  18.  Nov.  9.  Dez.  Lüderitzbucht  21  Tages.  Voon  .  Dez.
b)  nach  Lüderitzbucht,  Kubub,  oin  **  -
b)  na  *  u
Bethanien,  n  n:  logne  19.  Nov.  10.  Dez.Lüderitzbucht  20  Tage⅛  -  Dez.
man  nshoen  qorscul  leitt,  10  ums.
Hamburg  1  Dez.  Lüderitzbucht  26  Tage  3.  Dez.  52  ums.
1Southampton  7.  Dez.  Lüderiybucht  27  Tage  6.  Dez.  112  oms.
Hamburg  13.  Nov.  Lüderitzbucht  26  Tage12.  Nov.  52°  ums.
*  Sesh  z.Southampton  9.  23.  Nov.  7.  De  Capstadt  17  Tage  8.  22.  )#  6.  Dez.

112  v

 

5.  den  Rartolinen,  Palau-Inseln,
  Marianen.

Neap

Geunde  *  1

9.  Dez.

Landwege  über  Steinkopf
Jap  38  Tage
Saipan  42  Tage
Ponape  50  Tage

1
1

17.  Dez.
105  abds.

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
geleitet;  von  Yokohama  weiter

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

6.  Klantschon.

Neapel  .
(deutsche  Schiffe)
Brindisi
(engl.  Schiffe)
Marseille
(kranz.  Schiffe)
Liverpool

Marseille
(engl.  Schiffe)

7.  21.  Nov.  5.  Dez.
jeden  Sonntag

10.  24.  Nov.

15.  Nov
15.  29.  Nov.

Tsingtau  33—36  Tage

Tsingtau  31—36  Tage
Tsingtau  34—36  Tage

Tsingtau  31  Tage
Tsingtau  36—38  Tage

19.  Nov.  3.  Dez.
10%  abds.
jeden  Freitag  10  5  abds.

8.  22.  Nov.

100  abds.

 

7.  Logo.

 

Hamburg

Hamburg

Notterdam
(deutsche  Schlffe)

Jouogue  M.

(deutsche  Schifke)
1  Marseille
VBordeaux

Liverpool

 

I1..  16.  25.  jed.  Mts.

10.  jedes  Monats

20.  jedes  Monats
11.  jedes  Monats
12.  jedes  Monats
25.  jedes  Monats

jeden  Sonnabend

Lome  26,  27,  19  Tage

Lome  17  Tage
Lome  23  Tage

Lome  16  Tage

Cotonou  19  Tage

von  da  ab  Landverbindung
Cotonou  14  Tage
von  da  ab  Landverbindung

15  Tag
von  dort  weiter  auf  dem
Landwege  in  4—5  Tag

 

15.  24.  u.  Letzten  jed.  Mts.
7½  abds.

9.  jed.  Mts.  8  5  vms.
19.  jed.  Mts.  9#1  ums.
10.  jed.  Mts.  10  ums.
10.  jed.  Mts.  10“  abds.
23.  jed.  Mts.  108  abds.
Donnerstag  9  3  abds.

 

Den  durch  #  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Brieisemdungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
hat.

die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt
        <pb n="1192" />
        W  1078  20

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Ein-E



 

Ausschiffungshafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
8.  Marshall-Inseln.  Neapel  19.  Dez.  Jaluit  59  Tage  17.  Dez
—ieise  acih  1035  abds.
pel  F  21.  Nov.  22.  Dez.  Apia  54  Tage
9.  Samoa.  chi  Lhiffe  l  li.22.  29.  Nov.  20.  Dez.
Brindisi  3.  Nov.  1.  Dez.  Apia  51  Tage  105  ums.
(engl.  Schiffe)
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten.
Landungs=  Die  Pot  ist  fallig  Landungs-  Die  vost  i  ist  fallig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
Deutsch-Reuguineg  Neapel  ·  ..  10.  19.  Nov.  8.  Dez.  Marshall  Inseln  Brindisi  .  .  .  2.  30.  Nov.
Neapel.  J  14*.  22*.  Nov.  ———  hd—  z  20-  Nov.  4  De
deutsch-Ostafrina  Arirdise“  .  6.  Nov.  Neapel  6“.20  Vov.  4“.Dez.
Marfeille.  nn,  Brindisi  .  .  .  2.  16.  30.  Nov..
Marseille.  ..  14.  28.  Nov.
veutsch-s  Sudwestafrika  Antwerpen.  .  2*.  237.  Nov.  Libopoor  ..  21.  Nov.  über
Hamburg  4.  24.  25°.Nov[|b  Vancouver.
nordl.  Tell  d.  Schutgeb.  Southampton  8.  14*.  17*.  Nov.  1.Dez.  Kiautschoun  Plymouth.  D  1  10.  15.  20-südl.
  Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  8  17.  Nov.  1.  Dez.  Southampton,  I1  21010  20
Hamburg  4°.  24.  257.  Nov.  Le  Havre  oder  *  20.  Nov
Antwerpen.  *  23-  NVor  Queenstown=  1  14.  11“.  Des.
—  —  —  —  —  Sibir.  Eisen-Voulogne
  11*.  jed.  Mts.  bahn.  jed.  Montag  u.  u.  Mittw.
Kamern  Southampton  14-  u.  60  jed.  Mis.  H  s  —
»  »».  Litcenotownunbcnnnmtvoratu
Plyntoutl).  EEIIIII  cd.  Plymouth  sichtlich  10-  V%r.
den  KNarolinen  «  ——"  E-,-  .
grauem«  leindiii  .  30.  Nov.  logo  .  Jgtjkgxxtcpton  11.  N*“
palau-Inseln  1  .  «  hed.  Mts.

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

S.  M.  S.  „Bremen“
S.  M.  S.  „Bussard“
S.  M.  S.  „Charlotte“
S.  M.  S.  „Condor“
S.  M.  S.  „Freya“
S.  M.  S.  „Panther“
S.  M.  S.  „Planet“.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)
Montreal  9.  —  9/9.  Quebeck  19/9.  23/9.  Halifax  3/9.  —  8/10.  St.

Thomas  28/10.
Mahé  (Ferpchellenh  21.
Kiwindje  11/10
Tanger  11/99.  —  45.
Trinidad.

Fort  de  France.

—  27/9.  Daressalam  7/10.  —
—  Kiswere.

Madeira  23/9.

Apia  10/9.  —  2,  Honolulu  8/10.  —  Jalt

Madeira  70.  —

8/10.  Kilwa-—

  25/9.  Teneriffe  30/9.  —

Las  Palmas  25/9.  —  Wio.  Genna  10/10.  —

ened
Dakar  1/.0  —  1½.  Sierra  Leone  52.  —  25/9.  Monrovia  28/9.  —

6/10.  Accra  5/10.  —

Lome  9/10.  —

Vermessungsgebiet  bei  —

Viktoria.
        <pb n="1193" />
        .„Seeadler“
.  „Sperber“
.  „Arcona“

„Iltis“

S.  M.  S.  „Jagnar“
„Luchs“

.„Tiger“

Scoc  S  Hg
;  S
Sne  #  Sag

.M.

W  1079  20

Tanga  14/9.  —  14/9.  Zanzibar  27/9.  —  27/9.  Daressalam.

Lome  14/9.  —  16/9.  Viktoria  (Kamerun).

Cadix  6/9.  —  14/9.  Port  Said  18/9.  —  23/9.  Perim  26/9.  —  6/10.
Colombo  14/10.  —  Singapore.

Tsingtan  999.  —  11/9.  Shanghai  12/9.  —
19/9.  Hankan  10/10.  —  Kinkiang.

Shanghai  3/9.  2/10.  Tsingtan.

Hankau  8/9.  —  13/9.  Tsingtan  28/9.  —  30/9.  Shanghai.

Hongkong  9/9.  —  10/9.  Canton  16/9.  —  17/9.  Hongkong  299.  —
30/9.  Amoy  2/10.  —  5/10.  Wusung  7/10.  —  9/10.  Nagasaki.

Ablösungstransport:

15/9.  Wuhn  1909.

Fahrplammäßiger  Reichspostdampfer  „lsi  der  Ostafrika  =  Linie  mit  der  abgelösten  Besatzung

Schiffe  „

„Seeadler"  und  „Bussar
Transportführer:

—N  zur  See  Schröder  (Erich).

Lissabon  7/9.  —  1½9.  Dover  1179.  —  11/9.  Blissingen  11/9.  —  12/9.  Hamburg.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamhurg  und  West  und  Sudwestafrita

 

 

 

Postdampfer  Reise  -  Nachrichten
von  nach  bis  28.  Oktober  1907.
„Adolph  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  15.  Oklober  ab  Swakopmund.
„Alexandra  Woermann“  Hamburg  Gabun  am  13.  Oktober  in  Viktoria.
„Aline  Woermann“  Swakopmund  Kapstadt  am  28.  Oktober  in  Kapstadt.
„Anna  Woermann“  Winnebah  Hamburg  am  21.  Oktober  in  Sekondi.
„Arnold  Amsinck“  Mossamedes  Hamburg  am  25.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Ascan  Woermann“  Mossamedes  Hamburg  am  26.  September  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“.  Hamburg  Accra  am  25.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Eduard  Bohlen“  Kapstadt  Swakopmund  am  26.  Oktober  in  Swakopmnnd.
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  Oktober  in  Swakopmund.
„Eleonore  Woermann“  Duala  Hamburg  a#m  28.  Oktober  Ouessant  passiert.
„Ella  Woermann“  Winnebah  Hamburg  am  21.  Oktober  in  Hamburg.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Frieda  Woermann“  Hamburg  Gabun  am  26.  Oktober  Cuxhaven  passiert.
„Hans  Woermann“.  Gabun  4  Hamburg  am  17.  Oklober  in  Hamburg.
„Henriette  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  30.  Oktober  ab  Hamburg.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  9.  Oktober  in  Dakar.
„Jeannette  Woermann“  Assinie  Hamburg  am  25.  Oktober  ab  Sierra  Lconc.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  21.  Oktober  in  Bonny.
„Lili  Woermann“  Hamburg  Buruin  am  24.  Oktober  Dover  passiert.
„Linda  Woermann"  Hamburg  Rio  Nunez  a#m  25.  Olktober  in  Antwerpen.
„Lothar  Bohlen“  Kotononu  Lamburg  am  23.  Oktober  in  Lome.
„Lucie  Woermann“,  Hamburg.  Duala  am  27.  Oktober  in  Sekondi.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  25.  Oktober  in  Notterdam.
„Martha  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  17.  Oktober  ab  Lagos.
.„Max  Vrockék  Mossamedes  Hamburg  am  22.  Oktober  in  Gabun.
„Otto  Woermann“  .  Rio  Nunez  Hamburg  am  22.  Oltober  in  Made
„Paul  Woermann“.  Hamburg  Calabar  am  16.  Oktober  ab  Las  HPaimas.
„Thekla  Bohlen“  Calabar  Hamburg  am  23.  Oktober  in  Hamburg.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika--Dienst.

„Duala“  Hamburg  «  Rio  Nunez  am  26.  Oltober  in  Conalry.
„Edea“  Burntu  Hamburg  am  16.  Oktober  ab  Sekondi
„Kamerun"“  Gabun  Hamburg  am  27.  Oktober  in  Sekondi.
„Lome“  Hamburg  Kotonon  am  17.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Otavie  Hambur  Mossamedes  am  26.  Oktober  Vlissingen  passiert.
„Swalopmund“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  23.  Oktober  in  Hamburg.
„Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  15.  Oktober  in  Mossamedes.
„Windhuk“  Lũderitzbucht  Hamburg  am  14.  Oktober  in  Hamburg.
        <pb n="1194" />
        Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8

G  1080  2

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.

Telephon:  Amt  1  9229  und  9224.  Telegramm  Wresse-  „Heydtbank“.

Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

26.  Oktober  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
  
   

 

 

Grün-,  —  ge-  or  letzte
dungs-  Kapital  Schäfts-  #  4½%  |/  Freibleibend  achfenge  Angebot
jahr  Mark  jahr  dende  dende  “  D1#  %  5%
1906  1  250  000  1.  10.  —  —  A.-G.  112
1906  2  0000  000  1.  1.  —  4  99
1905  1200  000  1.  4.  0  ·0  103
1905  600  000  1.  1.  5  5  ....  105
1890  500  000  1.  1.  30  22  -Compagnie  —
1891  2  600  000  1.  10.  5  7  .....  88
1905  220  000  1.  1.  —  13  110
1900  418  000  1.  1.  7  7  120
1878  2750000  1.  1.  12  20
H  s-  210
1885  1  2000000  1.  4  20  20  200
1907  25500  000  1.  1.  —  —  99
1902  10.000  Oo0  1.  1.  0  0  J7
1203  10%%  1.  5.  2  85
1885  721  *  1.  1.!  83½  5  102
3000  000  "(1  5  5  103
1886  2#000000  1.  1.  0  0  16zafr
1908  11495  000  1.  1.  3½  3½  s
93  94
1897  2250  000  „%  1.  1.  7  4  —  u  95
1899  4000  0O00  1.  1  0  0r  —  M00.—
7  360  000.  0  ·  do  .  —  M  12.  -
1898  1  000  000  1.  11  5  10  Sidlamerun  .  -  20  125
10,00  000  0  10  .  —  105
1889  40  000  1.  10!0  Guatemala  Planuigen=  Gesellschaft  —  34
1897  1  153  000  1.  1.1  0  Hanseatische  Loloniletionsgesellschafe.  .  —  40
1889  3  000  000  1.  10.!  0  0  Hanseatische  Plantagengesellschaft  .  26  30
1887|]  1200  000  1.  1./  15  20  Jaluit-  Geiellschaft,  geteilte  Aktien  125  —
1  ZX  Genußscheine  .105  —
1898  604  000  1.  7J10  0Kaffee-  W  Salarre  Stamm-Aktien  l!  10  ]  15
447  000  Vorzugs-Aktienn  —  45
1904  1  000  000  1.  1.  l  —  0  tamerwovergwerkderreiengerauge  .  —  40
1906  3  000  Oo  U.  11—  4  Kamerun-Kautschuk-Compagnie  —  98
1903  1  000  0000  1.  1.  —  Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A.  -G.  —  85
1899  1  100  000  1.  7.4  0  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  ..:i—  80
1885  6  000  000  1.  4.  0  0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Anreile  ..«——  93
„  *0  0  Stamm-Anteile  38  44
1906  1  200  000  1.  1.  —  —  Ostafrika-Kompagnie  .·.  —  95
1904  21.000  000  1.  1|]  3  3  Ostafrikanische  Eisenoahngesellchaft,  Anteile,
a  I  (wom  Deutschen  Reiche  mit  89  Zins  1  und
120%  Rückzahlung  garantiert)  .  ,93  94
1900  20000000  1.  4.  0  0DOtavi-Minen=  und  Eienoahngeseuschatt  100  105
1897  b  0  1.  10.)  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  .  s—  92
1895  1500000  1.  1.0  0  Rheinische  Handerelamagengesenichal  .  —  35
1903  800  1.  1.7  0  0  Sofall-  Sawon=  Gesellschaft  .  m—  95
1905  2  000  O00  1.  1.  4  4  Smog-Kautschul-Comprynie  —  90
1897  500  O000  1U.  110  0  Sigie  Pflangungs-  Gesellschaft  —  100
1900  500  O00  1.  7  0  0  South  African  Territorics  3b  3  sh  3  d
1892  2000  0001.  .1  0  South  West  Africa  Co.  14  ah  14  sSh  64
1898  869  100  1.  4.  0  (  Usambara  Kaffeebaugesellschaft?  ·"  —  83  zsfr
142  200  0  0  do  4738fr.  52  zafr
1897  1  500  000  1.  1.  ·  0  Westafrikanische  s
80  —
600  0  6  do  110  115
1897  4500  000  1.  1.  ·  Westafrikanische
50  —
I  ’1«)0  —
1895  1  800  00U.  11  0  0  Westdeutsche  Handels-  1!
I  Düsseldorf  63  —

 

 

Zu  jeder  Art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Fauthaus  stets  gern  bereit.
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        Deutsches  Kolonialbla

Kmtoblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

Berausgegeben  im  Reichs-Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  Uovember  1907.  Uummer  22.

Diese  Zelischrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derielben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens

einmal  vierteljährlich  erscheinenen:  „Nittoilungen  uus  den  deutschen  Schutzgebieten#.  herauskegeben  von  Dr.  Freiherr
.  Danckalman.  Der  neellshrliche  Pbonnemsemtspreis  für  das  Kolonialblau  W  den  Urbesten  Ieschat  beim  ieeag.  durch  die
t  und  die  Schandin  aenr  M.  3.—  fzae  Streifband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  )M.  1.—  für  Deutschland  Sueichl.

der  demschen  Schusgeots  te  nd  Osterr  eich  din  bauine  b  M.  5.—  für  die  Länder  b#e  E  Einsslttrn  et  und  Anfrage
find  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Sleybic  Mires  und  Sohn.  Berlin  SWes.  Kochstraße  G#—7,  zurruhaeen

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  AAerhochste  Verordnung,  betr.  die  NRechtsverhältnisse  der  Landespolizei  in  Deutsch-Südwestafrila.

  Vom  A.  Oktober  1907  S.  1081.—  Verfügung  des  Staatssekretärs  des  Reichs-Kolonialamts.  betr.  die
Errichtung  eines  Bezirksgerichts  in  Kribi.  Vom  16.  Oktober  190  S.  1083.  Verfügung  des  Neichskanzler#s.  betr.
Ubertrahung  scemannsamtlicher  und  konsularischer  Befugnisse  an  den  Bejzirksrichter  in  Kribi.  Vom  20.  Oktober  1907
10  Verordnung  des  Bezirlsamts  Jaluit,  betr  die  Meldepflicht  der  die  Insel  Nauru  anlaufenden  Schifie  der
Kacher  Phosphate  Company.  Vom  2.  April  1907  S.  1083.—  Ulbersicht  über  die  Geschäfte  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts
  Saipan  während  des  Ralenderjahres  1900  2.  106.  Personalien  S.  1085
Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  1086.  —  Patriotische  Gaben  .  1097.
namern  n:  Die  Erkundung  des  Faro  tmit  einer  RKartei  S.  1088.
Deutsch-  Südwestafrika:  Von  der  Südbahn  S.  1092.  —  Morengas  Ende  S.  1092.
Deutsch-O  Oftafrisa:  Betrirbs-Nechnung  der  lisamb  isenbahn  für  die  Red  hre  1905  und  1906  S.  1093.

 

Togo:  überücht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutgebiet  Vono  im  I.  Viertel  des  Ralenderjahres  1907
im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  S.  1009

Nolonialwirtschaftliche  Mitteilungen:  Baumwollbau=  tn  1100..  Welterme  und  Weltverbrauch
von  Kalao  19060  S.  1005.  Ceniralafrikanische  Bergwerksgesellschaft  (112.  Aun  s  dem  „Kropenpilanzer“  S.  1113.

Au#  freuden  Kolonien  und  Produltionsgebieten:  Nörderung  der  Ausfuhr  indischer  Baumwollgarne

13.  —  Die  —————  im  Ferghanag-Gebiet  S.  1114.  —  Ergebnisse  der  Baumwollanpflanzungen

“  Uüs  #nden  1114.  —  Auyfuhr  von  Baumwolle  und  Wolle  aus  dem  östlichen  Transvaal  S.  1115.  —  Baumwollanbau
  und  ngeschäft  in  Mittelasien  S.  1115.  —  Baumwollhandel  Alexandriens  S.  1115.  Die  Baumwolproduktion
  der  Vereinigten  Staaten  1906  S.  1115.  —  Ausfuhrhandel  Britisch-  Indiens  1906/07  S.  1117.  Handel
Madagaslars  1906  S.  1118.—  Der  ze  Westaustraliens  S.  1119...  Durchfuhrzölle  in  der  Rapkolonie  S.  1122.

Vorschriften  für  die  Landung  von  Schiffen  sowie  die  Erhebung  von  Werft=  und  Ankergebühren  in  den  westauftralischen
  Häfen  S.  1122.  Offnung  des  Hafens  Sinabang  in  Niederländisch-O  stindien  für  den  Landel  S

Verschiedene  Nitteilungen:  Erlernung  von  Landessprachen  durch  Beamte  in  Süd=  Nigerien  S.  *1P5½v  +
Das  neue  Schulgesetz  für  Transvaal  .  1123.  Missions:  Nachrichten  S.  1121.  Der  Verein  für  Vollswirtschaft
und  Gewerbe  in  Frankfurt  a.  M.  S.  1125.  Literatur  S.  1125.  Vertehr=  Nachrichten  S.  1126.
Schiffsbewegungen  S.  1129.—  Must  deutscher  Kolonialwerte  S.  1131.  Anzeigen.

 

%EECGEPECGCEEEEI  Amtlicher  Teilsmm—
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Kllerhöchste  Verordnung,  betr.  die  Rechtsverhältnisse  der  Landespolizei

in  Deutsch-Südwestafrika.
Vom  4.  Oktober  1907.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  usw.,
verordnen  auf  Grund  des  §  1  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  im  Namen
des  Reichs,  was  folgt:

*  1.  Der  Reichskanzler  regelt  die  Einrichtung  der  Landespolizei  in  Deutsch-Südwestafrita.
Die  Angehörigen  der  Landespolizei  haben,  soweit  sie  nicht  Eingeborene  sind,  die  Rechte  und  Pflichten
der  Landesbeamten  des  Schutzgebiets  und  sind  den  für  die  letzteren  geltenden  Vorschriften  unterworfen,
  jedoch  mit  den  aus  dem  Nachstehenden  sich  ergebenden  Abweichungen.

4  §  2.  Der  Reichskanzler  bestimmt  die  Bewaffnung  und  Uniformierung  der  Landespolizei
sowie  die  Form  und  Art  der  Anstellung  ihrer  Angehörigen  und  deren  Titel  und  Rang.
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        W  1082  20

§*  3.  Im  Falle  des  Ausscheidens  aus  dem  Dienste  steht  den  Angehörigen  der  Unterklassen
der  Landespolizei  und  im  Falle  des  Todes  ihren  Hinterbliebenen  ein  Anspruch  auf  Versorgung  gegen
den  Landesfiskus  unter  denselben  Voraussetzungen  und  in  dem  gleichen  Umfange  zu  wie  den  aus
dem  Reichsheer  übernommenen  Personen  der  Unterklassen  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  desselben
Dienstgrades  und  deren  Hinterbliebenen.  Die  über  die  Versorgung  dieser  ergangenen  Vorschriften
finden  entsprechende  Anwenoung,  wobei  als  Dienstzeit  sowohl  diejenige  in  der  Landespolizei  als
auch  die  Dienstzeit  im  Reichsheer,  in  der  Kaiserlichen  Marine  und  bei  den  Kaiserlichen  Schutztruppen
  sowie  außerdem  eine  sonst  im  Polizeidienste  zugebrachte  Zeit  anzusehen  ist.  Jedoch  ist  ein
Anspruch  auf  Rente  ohne  den  Nachweis  verminderter  Erwerbsfähigkeit  (§  1  Abs.  3  des  Mannschaftsversorgungsgesetzes)
  frühestens  nach  einer  wirklichen  Dienstzeit  von  drei  Jahren  in  der  Landespolizei
  begründet.

Die  Angehörigen  der  Landespolizei  sind  bei  Anwendung  der  im  Abs.  1  Satz  2  erwähnten
Vorschriften  als  Gehaltsempfänger  zu  behandeln.  Den  Betrag  des  pensionsfähigen  Diensteinkommens
(§  10  Abs.  2  des?  )  bestimmt  der  Reichskanzler.

Steht  einem  ausgeschiedenen  Angehörigen  der  Unterklassen  der  Landespolizei  ein  Anspruch
auf  Versorgung  aus  Abs.  1  mangels  entsprechender  Voraussetzungen  nicht  zu  und  ist  sein  Ausscheiden
wegen  eingetretener  Tropendienstunfähigkeit  erfolgt,  so  können  ihm  Gebührnisse  bis  zu  der  Höhe
bewilligt  werden,  wie  sie  einem  Landesbeamten  gewährt  werden  könnten.

§5  4.  Die  im  §  3  Abs.  1  Satz  2  erwähnten  Bestimmungen  bleiben  außer  Anwendung,
soweit  sic  einen  Anspruch  auf  Zivilversorgung  gewähren.  Doch  kann  einem  ausscheidenden  Angehörigen
  der  Unterklassen  der  Landespolizei,  welcher  nach  den  für  die  letztere  geltenden  Grundsätzen
den  Zivilversorgungsschein  erhalten  könnte,  indes  für  den  Beamtendienst  in  der  Heimat  nicht  mehr
brauchbar  ist,  eine  Zivilversorgungsentschädigung  oder  einmalige  Absindung  nach  Maßgabe  jener
gegebenenfalls  auch  hinsichtlich  der  Verpflichtung  zur  Rückzahlung  der  Abfindung  und  des  Ruhens
der  Entschädigung  entsprechend  anzuwendenden  .  Bestimmungen  gewährt  werden.

§  5.  Der  Reichskanzler  bestimmt,  welche  Angehörigen  der  Landespolizei  zu  den  Unterklassen
  gehören,  und  erläßt  die  weiteren  zur  Ausführung  der  §§  3  und  4  erforderlichen  Anordnungen.

§  6.  Was  in  den  im  §  1  und  im  §  3  Abs.  1  Satz  2  erwähnten  Vorschriften  hinsichtlich
der  militärischen  Unternehmungen  bestimmtt  ist,  gilt  auch  hinsichtlich  der  entsprechenden  Unternehmungen
der  Landespolizei.

5  7.  Sofern  für  einen  ausscheidenden  Angehörigen  der  Landespolizei  ein  Anspruch  auf
Offizierspension  (#  75  des  Offizierpensionsgesetzes)  begründet  ist,  fallen  die  Versorgungsansprüche
aus  dieser  Verordnung  fort.

*  8.  Gegen  die  Angehörigen  der  Unterklassen  der  Landespolizei  kann  als  Ordnungsstrafe
auch  Arreststrafe  auf  die  Dauer  von  höchstens  acht  Tagen  verhängt  werden,  welche  jedoch  nur  in
solchen  Räumen  zu  vollstrecken  ist,  die  den  Verhältnissen  der  zu  bestrafenden  Beamten  angemessen  sind.

Zur  Verhängung  von  Arreststrafen  find  das  Reichs-Kolonialamt  und  der  Gouverneur  berechtigt.
  Der  Gouverneur  kann  seine  Befugnis  mit  Ermächtigung  des  Reichs-Kolonialamts  an  andere
Behörden  oder  Beamte  weiter  übertragen.

5  9.  Personen,  welche  auf  Probe  in  die  Landespolizei  eingestellt  sind,  haben  Beamteneigenschaft
  und  sind  durch  Handschlag  an  Eidesstatt  auf  gewissenhafte  Amtsführung  zu  verpflichten.
Sie  unterliegen  den  Vorschriften  der  §§  1  bis  7  dieser  Verordnung  nur  hinsichtlich  der  Verpflichtung
zur  Amtsverschwiegenheit,  der  Disziplin,  der  Bestrafung  der  Dienstvergehen  sowie  der  Verfolgung
ihrer  vermögensrechtlichen  Ansprüche.  Jedoch  können  ihnen  und  ihren  Hinterbliebenen  diejenigen
Versorgungsgebührnisse  bewilligt  werden,  welche  im  Falle  der  Anstellung  gewährt  werden  könnten.
Die  gleichen  Bestimmungen  gelten  für  Personen,  welche  zu  vorübergehenden  Dienstleistungen  in  der
Landespolizei  verwendet  werden.

§5  10.  Die  Befugnisse,  welche  nach  dieser  Verordnung  dem  Reichskanzler  zustehen,  können
durch  das  Reichs-Kolonialamt  oder  mit  dessen  Ermächtigung  durch  den  Gouverneur  wahrgenommen
werden.

 

 

5  11.  Diese  Verordnung  tritt  mit  Wirkung  vom  1.  April  1907  ab  in  Kraft.
Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Jagdhaus  Rominten,  den  4.  Oktober  1907.

(L.  S.)  Wilhelm.

Fürst  von  Bülow.
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        W  1083  20

Verfügung  des  Staatssekretärs  des  BReichs-HKolonialamts,  betr.  die  Errichtung  eines
Bezirksgerichts  in  Kribi.
Vom  16.  Oktober  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  und  des
§  1  Nr.  7  der  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  den
Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  25.  Dezember  1900  (Kolonialbl.  1901  S.  1),
wird  bestimmt:

Im  Schutzgebiet  Kamerun  wird  von  dem  Bezirke  des  Bezirksgerichts  Duala  ein  südlicher
Gerichtsbezirk  abgetrennt,  dessen  Grenzen  folgende  sind:

Im  Westen:  der  Atlantische  Ozean  von  der  Mündung  des  Campo-Flusses  bis  zur
südlichen  Mündung  des  Njong;

im  Norden:  der  Njong-Fluß  bis  zur  Einmündung  des  Kele  (Nkéle),  der  Kelefluß
  bis  zu  seinem  nördlichsten  Punkte  beim  Dorfe  Job-Kage,  von  da  eine  direkte
Linie  bis  zur  Sanagainsel  Pondomin  in  der  Nähe  des  elften  Längengrades,  von  da
der  Sanaga  (Lom)  bis  zur  Quelle,  von  da  eine  Linie,  die  in  genau  östlicher  Richtung
auf  die  Landesgrenze  stößt;

im  Osten  und  Süden:  die  Landesgrenze.

Der  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  diesem  Bezirk  ermächtigte  Beamte  hat
seinen  Amtssitz  in  Kribi.

Diese  Verfügung  tritt  am  1.  Jannar  1908  in  Kraft.
Berlin,  den  16.  Oktober  1907.
Der  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts.
In  Vertretung:
Conze.

iir

Verfügung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  übertragung  seemannsamtlicher  und
konsularischer  Befugnisse  an  den  Bezirksrichter  in  Kribi.
Vom  20.  Oktober  1907.

Auf  Grund  des  §  5  der  Seemannsordnung  vom  2.  Juni  1902  (Reichs-Gesetzbl.  S.  175)
und  der  §§  8  und  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  wird  hiermit  für
das  Schutzgebiet  Kamerun  verfügt,  was  folgt:

§5  1.  Der  Bezirksrichter  in  Kribi  wird  zum  Seemannsamt  bestellt.

§5  2.  Die  Bestimmungen  des  §  1  Abs.  2  und  der  §§  2  bis  4  der  Verfügung,  betreffend
die  seemannsamtlichen  und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den
Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee,  vom  27.  September  1903,  gelten  auch  für  das  Seemannsamt
und  den  Bezirksrichter  in  Kribi.

#5*  3.  Diese  Verfügung  tritt  am  1.  Jannar  1908  in  Kraft.

Kl.  Flottbeck,  den  20.  Oktober  1907.
Der  Reichskanzler.
ürst  v.  Bülow.

Verordnung  des  Bezirksamts  jaluit,  betr.  die  Oeldepflicht  der  die  Insel  Nauru
anlaufenden  Schiffe  der  Dacific  Phosphate  Company.
Vom  2.  April  1907.

Auf  Grund  des  §  15  Abs.  3  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  S.  813)  in
Verbindung  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches
Kolonialblatt  1903,  S.  509)  wird  bestimmt,  was  folgt:

§  1.  Auf  die  im  Dienste  der  Pacific  Phosphate  Company  stehenden  Schiffe  findet  die
Verordnung  vom  28.  Juni  1888,  betreffend  den  Hafen  von  Jaluit  als  Einklarierungshafen,  bis  auf
weiteres  keine  Anwendung.

2
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        W  1084  2#

5  2.  Der  Führer  eines  jeden  die  Iunsel  Naurn  anlaufenden  Schiffes,  welches  auf  seiner
Reise  sich  noch  nicht  bei  dem  Vertreter  der  Kaiserlichen  Regierung  in  Jaluit  gemeldet  hat,  noch
demnächst  dorthin  geht,  ist  in  gleicher  Weise,  wie  dieses  durch  die  Verordnung  vom  2.  Juni  1886
lür  den  Hafen  von  Jaluit  vorgeschrieben  ist,  verpflichtet,  die  Ankunft  und  den  Abgang  desselben  bei
dem  Kaiserlichen  Stationsleiter  in  Nauru  anzumelden.

§5  3.  Die  Meldegebühr  beträgt  für  jede  brit.  Reg.-Tonne  7  Pfennige.

§  4.  Die  gesundheitspolizeiliche  Kontrolle  findet  in  Gemäßheit  der  für  Jaluit  erlassenen
Vorschriften  vom  5.  Angust  1901  statt.

Die  von  dem  Schiffe  dafür  an  die  Stationskasse  zu  entrichtende  Gebühr  beträgt  20  Mk.

§  5.  Diese  Verordnung  tritt  in  Kraft  mit  Wirkung  vom  1.  Juni  v.  Is.  ab.

Ponape,  den  2.  April  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksamtmann.
J.  V.:  Berg.

übersicht  über  die  Geschäfte  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts  Saipan
während  des  Kalenderjahres  1906.7)

 

Aus  Davon

Sabon

-——

Es  waren  auhängin:  2  —  —  2
—2K2

1  —  —

 

A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündi-  .
gungsprozesse  ..w  —  1—  —
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,
Zwangsvollstreckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  usw.  —  —1—
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit:  z
a)derRichter...............—«—————,-——
b)derGerichte...............————-—-B.Koukurssachen......·..........—
  I—--——.--C.
  Strafsachen:
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war

2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  3  3  3  —
In  den  Sachen  zu  2  sanden  Hauptverhandlungen  *
a)  ohne  Beisitzer  ..  I  —  3  3  3
b)  mit  Beisitzen  .......·——-«—  —-—
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  s  Richtrs  1.—  1  1
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit:  J
.  Vormundschaften  und  Plegschaften  ........  l  1  1
Erbteilungen  ——12
3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Handeisregister  .  .—  23  3  2  1
Landregister  92  9252
-  -  Schiffsregister  J  1  1  1
4.  Soustige  Handlungen  der  nicht  streitigen  Gerichtsbarkeit  Be—  «
glaubigungen,  Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwah—
rungen  usp).)))—  1  1—  1

 

 

 

*)  Siehe  Deutsches  Kolonialblatt  Seite  996.
        <pb n="1199" />
        W  1085  2

Dersonalien.
Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika-Verfügung
  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  9.  Oktober  1907.
Kraft,  Feldmagazinaufseher,  am  9.  Oktober  d.  Is.  behufs  Wiederanftellung  im  Bereiche  der  Königlich

  Preußischen  Heeresverwaltung  (als  Kaserneninspektor  auf  Probe  bei  der  Garnisonverwaltung

  Mörchingen)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  19.  Oktober  1907.

Funke,  Proviantamts-Assistent,  am  31.  Oktober  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Proviantamt  Altona)  aus  der  Schutztruppe

ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  25.  Oktober  1907

Mane,  Oberapotheker,  am  31.  Oktober  d.  Is.  behufs  übertritts  zu  den  Oberapothekern  der  Reserve

(Bezirkskommando  Münster  in  Westfalen)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Schutztruppe  für  Kamernn.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  25.  Oktober  1907.

v.  Puttkamer,  Leutnant,  im  Anschluß  an  den  ihm  auf  Grund  des  §  18  der  Schutztruppenordnung
bewilligten,  mit  dem  29.  Oktober  1907  ablaufenden  viermonatigen  Heimatsurlanb  ein

Nachurlaub  von  einem  Monat  bewilligt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offizieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der  Schutztruppen):
des  Ritterkrenzes  des  Königlich  Württembergischen  Ordens  der
Württembergischen  Krone:
dem  Major  Schimmelpfennig.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
des  Großherzoglich  Hessischen  Allgemeinen  Ehrenzeichens  mit  der  Juschrift
für  Tapferkeit,  am  Kriegsbande:
dem  Sanitätsunteroffizier  Scholles;
des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse:
dem  Oberleutnant  Frhr.  v.  Wangenheim.
Schutztruppe  für  Südwestafrika:
der  Königlich  Bayerischen  Jubiläumsmedaille:
dem  Unterzahlmeister  Geh;
des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrichs-Ordens
mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  v.  Erckert,  Kompagniechef  im  2.  Feldregiment;
des  Ritterkrenzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrichs-Ordens:
dem  Stabsarzt  Dr.  Franz  bei  den  Feldlazaretten;
des  Großherzoglich  Hessischen  Allgemeinen  Ehrenzeichens  mit  der  Inschrift
für  Tapferkeit  am  Kriegsbande:
dem  Sergeanten  Röhm  und  dem  Gefreiten  Ebersmann;
des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse:
dem  Leutnant  v.  Raven  im  2.  Feldregiment,
dem  Unteroffizier  Röder,  den  Gefreiten  Theiler,  Hempel,  Lemke  und  Seelig,
den  Reitern  Horn  und  Lange:
        <pb n="1200" />
        W  1086  20

des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Militär-Verdienstkreuzes  2.  Klasse
am  roten  Bande:
dem  Sanitätsunteroffizier  Knaak  und  dem  Sanitätssoldaten  Krüger;
der  dem  Herzoglich  Sachsen-Ernestinischen  Hausorden  angereihten  Verdienstme
  daille  in  Silber  mit  Schwertern:

dem  Gefreiten  Trunzer  und  dem  Reiter  Dietzel;

der  Kriegsdekoration  der  Fürstlich  Waldeckschen  silbernen  Berdienstmedaille
mit  Schwertern:

dem  Reiter  Butterweck.

EEEEEAIIIIUEUG»COrE

Dersonal-Nachrichten.

Der  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts,
Wirklicher  Geheimer  Rat  Dernburg,  hat  nach
Rückkehr  von  seiner  Informationsreise  nach  Ostafrika
am  11.  November  1907  die  Leitung  der  Geschäfte
des  Reichs-Kolonialamts  wieder  übernommen.

Nachrufe.
Baurat  Gaedertz  .

Am  6.  d.  Mts.  ist  in  Wiesbaden  der  Direktor
der  Shautung=  und  Otavi-Gesellschaft,  Baurat
Alfred  Gaedertz,  verstorben.  Der  Dahingegangene
  hat  sich  um  die  Förderung  und  Fertigstellung
  der  für  Entwicklung  und  Zukunft  des
Schutzgebiets  Südwestafrika  hochbedeutsamen
Otavibahn,  deren  Ausführung  zum  größten
Teil  in  der  Zeit  des  Aufstandes  unter  schwierigsten
  Verhältnissen  erfolgte,  in  hervorragender
Weise  verdient  gemacht.  Er  war  ein  Mann  von
seltener  Energie  und  Arbeitskraft,  Zähigkeit  und
Ausdauer  in  der  Verfolgung  seiner  weitschauenden
Pläne,  dabei  eine  stets  verbindliche  und  liebenswürdige
  Natur.

Noch  vor  wenigen  Wochen  befand  sich  Baurat
Gaedertz  in  Deutsch-Südwestafrika,  um  die  Kupferminen
  von  Tsumeb  zu  besuchen,  welche  durch  die
Otavibahn  erschlossen  worden  sind.  Der  Entschlafene
war  im  Schutzgebiete  durch  Sturz  von  einer  Draisine
schwer  verunglückt;  er  erholte  sich  aber  wieder  und
führte  seine  Inspektionsreise  durch.  An  den  Folgen
dieses  Unfalls  ist  er  nunmehr  verschieden.  In
einem  seiner  Berichte  schrieb  er  noch  am  5.  Oktober:
  „Ich  habe  die  Genugtuunng,  sagen  zu
dürfen,  daß  unsere  Mine  und  die  Arbeiten  an
der  Hütte  von  großem  Werte  sind.“

Die  Kolonialverwaltung  betrauert  in  dem
Verstorbenen  einen  auf  seinem  Spezialgebiet  oft
erprobten  treuen  Berater,  dessen  Andenken  sie
jederzeit  dankbar  in  Ehren  halten  wird.

Telegraphischer  Nachricht  zufolge  ist  der  Polizeimeister
  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von

 

Kamerun,  Otto  Kolscher,  am  13.  Oktober  d.  Is.
im  Schutzgebiet  an  Schwarzwasserfieber  gestorben.

Der  Genannte  befand  sich  seit  Ende  Mai  1906
in  Kamerun  und  war  im  Begriff,  die  Heimreise
anzutreten.  Während  seiner  Dienstzeit  hat  er  sich
durch  seine  tüchtigen  Leistungen  die  Zufriedenheit
seiner  Vorgesetzten  in  hohem  Maße  zu  erwerben
gewußt.

Sein  Andenken  wird  stets  in  Ehren  gehalten
werden.

Deutsch-Ostafrika.

Der  Assessor  Beckler  (Bayern)  wird  am
18.  November  und  der  Assessor  Dr.  v.  Boxberger
  (Preußen)  am  9.  Dezember  1907  die
Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika  antreten.

In  Ostafrika  sind  am  13.  September  1907
neu  eingetroffen:  Bauassistent  Kaiser  und  Techniker
  Haken;  vom  Heimatsurlaub  wiedereingetroffen:
  Zollinspektor  Schwarze,  Wegemeister
Drescher  sowie  die  Bureaugehilfen  Sauer  und
Kottmann.

 

Aus  Ostafrika  ist  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
  Tischler  Fledderjohann.

Mit  Heimatsurlaub  sind  in  Neapel  eingetroffen:
Am  9.  Oktober  1907  Unteroffizier  Beyrer;
am  30.  Oktober  1907:  die  Hauptleute  Albinus
und  v.  Hirsch,  Leutnant  Schlüter,  Sanitätsfeldwebel
  Eckert  und  Unteroffizier  Stalder.

kRamerun.

Am  9.  November  1907  haben  die  Wiederausreise
  nach  Kamerun  angetreten:  Bantechniker
Dorn,  Landwirt  Godtknecht,  Lehrer  Haas,
Werkmeister  Vetterlein  und  Dreher  Rickrath.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Major
Haering,  Oberlentnant  v.  Stephani,  die  Unteroffiziere
  Faulborn  und  Buchholz  am  29.  Ang.,
Bautechniker  Diroll  und  Sekretär  Lutz  am
        <pb n="1201" />
        6  1087

30.  Aug.,  Sekretär  Watter  am  17.  September,
Finanzdirektor  Kundt  und  kommiss.  Sekretär
Heeger  am  29.  September  1907.

Mit  Heimatsurlaub  sind  in  Deutschland  eingetroffen:
  Sekretär  Schmeiser,  Polizeimeister
Janson  und  Zimmermann  Huhn.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  31.  Oktober  1907
in  Hamburg  eingetroffen:  die  Oberleutnants
Ostermayer  und  Rausch  und  Oberarzt  Heßler.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
von  Hamburg  aus  angetreten:
Am  9.  November  1907  die  Oberärzte  Dr.  Jaeger
und  Geisler;
am  10.  November  1907  Leutnant  Jacob.

 

Togo.

Der  Maschinenschlosser  Hintze  hat  am  9.  November
  1907  die  Ausreise  und  der  Bausekretär
Schellens  und  Stationsassistent  Voß  haben  die

Wiederausreise  nach  Togo  angetreten.

Der  Stationsassistent  Grünbauer  ist  am
26.  September,  die  kommiss.  Sekretäre  Schäfer
und  Melms  sind  am  27.  September  in  Togo
eingetroffen,  der  Regierungslehrer  Schönhärl
und  der  Werkführer  Conradi  sind  am  gleichen
Tage  wieder  eingetroffen.

Deutsch-Südwestafrika.

Die  Ausreise  nach  Deutsch-Südwestafrika
haben  am  23.  Oktober  1907  angetreten:  Assessor
Stintzing,  Reichsbankassistent  Hoppe,  Gerichtsaktuar
  Ehlers,  Finanzpraktikant  Müller,  Bautechniker
  Walbrun  und  die  Polizeisergeanten
Bossenberger,  Ostermann,  Kuse,  Ehrlich,
la  Croix,  Maslowski,  Wenzel,  Rückebeil,
Fleckstein.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Am  20.  Aug.
der  Steuerwächter  Martin  Heinzelmann  und
der  für  die  Eisenbahnwerkstätte  in  Swakopmund
angenommene  Zimmermann  Rudolf  Jacobson;
am  4.  Sept.  der  Assessor  Dr.  Schenke.

 

Der  bisherige  Landmesser  v.  Frankenberg
ist  zum  kommiss.  Distriktschef  von  Omaruru  ernannt
  worden.

Der  Techniker  Otto  Müller  ist  am  1.  Juli
d.  Is.  bei  der  Eisenbahnverwaltung  in  Windhuk
eingestellt  worden.

Der  Bautechniker  Arnold  ist  am  1.  April
d.  Is.  angenommen  worden.

Der  Unteroffzzier  Schwarz  ist  vom  1.  Juni
d.  Is.  ab  als  Proviantbeamter  angenommen
worden.

 

Es  sind  eingestellt:  vom  1.  Februar  d.  Is.  ab
der  Polizeisergeant  Nörenberg,  vom  1.  April
d.  Is.  ab  die  Polizeisergeanten  Mangold,  Emil
Schulz,  Przewerzinski  und  Dartsch.

Der  Hilfsschreiber  Fröhlich  ist  am  1.  Juli
d.  Is.  als  Kanzlist  eingestellt  worden.

Eingestellt  ist  in  den  Eisenbahndienst  des
Schutzgebiets  am  1.  August  1907  der  Schlosser
Rudolf  Jüttner  als  Revisionsschlosser  der  Eisenbahn
  Swakopmund—Windhnk.

Der  Gefreite  Weiner  ist  am  15.  Aug.  d.  Js.
als  Meßgehilfe  angenommen  worden.

Der  Gestütswärter  Pietreck  ist  am  28.  Aug.
1906  in  den  Dienst  des  Gouvernements  getreten.

 

Dem  Magazinaufseher  Hagen  ist  vom  1.  April
d.  Is.  Beamteneigenschaft  beigelegt  worden.

Der  Streckenwärter  Rusch  von  der  Eisenbahn
Swakopmund—Windhuk  ist  am  31.  Juli  d.  Is.
wegen  Farmübernahme  ausgeschieden.

Verstorben  ist  am  11.  Oktober  1907  infolge
von  Blutvergiftung  der  bei  der  Eisenbahnverwaltung
  beschäftigte  holländische  Staatsangehörige
Heizer  Boerhave.

Mit  Heimatsurlaub  sind  eingetroffen:

Am  9.  Oktober  1907  in  Neapel:  Hauptmann
Flaskamp;
am  23.  Oktober  1907  in  Cuxhaven:  Rittmeister

Poerting,  Oberleutnant  Rechtern,  Leutnant
Jaeger,  Oberarzt  Schroedter  und  430  Unteroffiziere
  und  Mannschaften;

am  4.  November  1907  in  Cuxhaven:  Oberleutnant
  v.  Usedom  und  Stabsarzt  Dunzelt;

am  5.  November  1907  in  Cuxhaven:  Oberleutnant
  Walther,  die  Leutnants  Schonert  und
Eckhardt  und  641  Unteroffiziere  und  Mannschaften.


Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  13.  November  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Wachtmeister  Schulz,  die  Sergeanten
Stranghöner  und  Zelt.

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Liebelschen  Buchhandlung  in  Berlin
  W.  57  eine  größere  Anzahl  Bücher.

2.  Von  Herrn  Wilhelm  Benkenstein,  Hosleeeram
Seiner  Hoheit  des  Herzogs  von  Anhalt,  in
Halberstadt  hundert  Dosen  Halberstädter
Würstchen.
        <pb n="1202" />
        W  1088  2
Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestateet.)

Kamerun.

Die  Erkundung  des  Karo)
(Hierzu  eine  Kartenstkizze.)

Am  19.  März  traf  ich,  von  Durba  kommend,
am  Zusammenfluß  von  Mao  Deo  und  Faro  ein,
wo  die  von  Tschamba  vorausgesandten  Kanus
warteten.  Die  Pferde  der  Expedition  waren
wegen  der  am  Faro  herrschenden  Tsetsegefahr  in
Durba  gelassen,  und  zur  eventuellen  Berittenmachung
  von  Oberarzt  Dr.  Liste  und  mir  waren
nur  zwei  schlechtere  Tiere  mitgenommen  worden,
deren  Eingehen  keinen  großen  Verlust  für  die
Residentur  bedeutete.  Während  das  Begleitkommando
  nebst  den  Trägern  den  Landmarsch
am  linken  Ufer  des  Faro  entlang  fortsetzte,  bestiegen
  wir  Europäer  die  Kanus.  Der  Marsch
bzw.  die  Fahrt  erfolgte  derart,  daß  dem  farbigen
Unteroffizier  MWba,  dem  Führer  der  Landabteilung,
  die  ja  naturgemäß  schneller  vorwärts  kam
wie  die  Kanus,  die  Stundenzahl  mitgeteilt  wurde,
die  er  ohne  Aufenthalt  zu  marschieren  und  nach
deren  Ablauf  er  die  Kanus  zu  erwarten  hatte.
Die  Marschzeit  der  Landabteilung  wurde  auch  der
Konstruktion  der  Flußaufnahme  zu  Grunde  gelegt.

Ich  möchte  zunächst  den  Verlauf  der  Reise
tagebuchartig  schildern.  Die  Lage  der  jeweiligen
Lagerplätze  ist  aus  der  beigefügten  Übersichtsskizze
ersichtlich.

19.  März.  Morgens  Abfahrt;  Fahrtrichtung
etwa  südöstlich.  Die  Breite  des  Flusses  beträgt
etwa  200  m,  doch  ist  nur  ein  Streifen  fließenden
Wassers  von  etwa  50  bis  100  m  Breite  vorhanden.
  Den  Flußuntergrund  bildet  meist  Sand
oder  Kies.  Häufig  liegen  Felsblöcke  im  Flußbett,
  die  aber  ohne  irgendwelche  Bedentung  sind.
Die  Höhe  der  Ufer  schwankt  zwischen  3  und  öm.
Sie  sind  mit  dichtem  Busch  bestanden.  Mehrere
kleine  Gehöfte  liegen  auf  dem  linken  Ufer.  Genügend
  tiefes  Wasser,  nur  wenige  flachere  Stellen
bereiten  kurzen  Aufenthalt.

20.  März.  Die  Fahrtrichtung  ist  dieselbe  wie
gestern,  ebenso  der  Charakter  des  Flusses  und
der  Landschaft.  Ab  und  zu  zeigen  sich  Antilopen
am  Fluß.  Aufenthalt  verursachen  an  zwei  Stellen
von  Süden  nach  Norden  flach  abgeböschte,  über
die  Breite  des  Flusses  sich  ziehende  Kiesablagerungen,
  über  die  das  Wasser  rieselt.  Hier  müssen
Kanäle  für  die  Kanus  gegraben  werden.  An
einigen  Stellen  ist  das  Wasser  durch  Kiesbänke

*)  Bericht  des  Oberleutnants  Strümpellk  über  eine
in  der  Zeit  vom  19.  März  bis  1.  #pril  d.  Is.  zur  Erkundung
  des  Faro  ausgeführte  Dienstreise.

 

oder  Felsen  zu  schmalen  Armen  zusammengedränglt.
Durch  diese  Engen  strömt  es  mit  großer  Schnelligkeit.
  Bei  höherem  Wasserstand  verschwinden
jedoch  diese  Schwierigkeiten.  Gegen  Mittag  wird
die  Landabteilung  erreicht,  die  Halt  gemacht  hat,
da  sie  Flußpferde  angetroffen  hat.  Zur  Versorgung
  mit  Fleisch  werden  zwei  Tiere  geschossen.

21.  März.  An  heutigen  Tage  sollen  Schnellen
erreicht  werden.  Die  Landabteilung  erhält  Befehl,
  an  denselben  zu  halten,  um  eventuell  helfen
zu  können.  Die  nach  etwa  einstündiger  Fahrt
erreichten  Klippen  ziehen  sich  in  Höhe  von  4  bis
5  m  über  den  ganzen  Fluß.  Durch  einen  etwa
10  m  breiten  Spalt  schießt  und  schäumt  das
Wasser.  Die  Kanus  sind  gegen  den  Strom  nicht
vorwärts  zu  bringen  und  werden  immer  wieder
zur  Seite  geworfen.  Träger  und  Soldaten  ziehen
sie  schließlich  mit  größter  Mühe  durch  die  Schnellen
in  ruhigeres  Wasser.  Oberhalb  verbreitert  sich
der  Fluß.  An  mehreren  Stellen  stürzt  das  Wasser
über  niedrige  Terrassen  herab.  Durch  Inselchen
und  Klippen  fließt  es  in  seichten  Armen.  Die
Kanus  können  nicht  mehr  vorwärts.  Wir  schlagen
ein  Lager  auf  und  treffen  Woko-Jäger  an.  Sie  erzählen,
  daß  wenige  Stunden  oberhalb  wiederum
Schnellen  sind,  die  vollends  jede  Schiffahrt  ausschließen.
  Der  Arnado  Woko,  der  einen  Tagemarsch
  östlich  sitzt,  sendet  Verpflegung.

22.  März.  Landmarsch.  Die  Kanus  sind
unter  Bedeckung  zurückgelassen.  Auf  dem  linken
Ufer  vorwärts.  Weg  existiert  kaum,  meist  geht
es  auf  Wildpfaden  vorwärts,  die  zahlreich  Busch
und  Savanne  durchkreuzen.  Mehrere  Male  werden
  Stellen  passiert,  die  Spuren  früherer  Wohnplätze
  zeigen.  Anßerhalb  der  Pfade  schwieriges,
anstrengendes  Marschieren  wegen  der  harten,  von
Würmern  geschaffenen  Erdklümpchen,  die  den
Boden  bedecken.  Flußpferd-,  Büffel-,  Elefantenfährten
  werden  bemerkt.  An  den  Flußbetten
muß  durch  den  meist  sehr  dichten  Busch  ein  Weg
mit  Haumessern  geschlagen  werden.  Daher  marschieren
  der  Expedition  mehrere  mit  Haumessern
ausgerüstete  Woko-Leute  voraus.  Gegen  10  Uhr
wird  der  Mao  Fel,  ein  etwa  40  m  breiter,  tief
eingeschnittener,  linker  Nebenfluß,  durchschritten.
An  seiner  Einmündung  in  den  Faro  fanden  sich
abermals  Schnellen,  die  noch  großartiger  sind
wie  die  gestrigen.  Mein  mehrfacher  Versuch,  den
nur  etwa  6m  breiten,  tiefen  Wasserarm  auf  dem
Faltboot  zu  durchqueren,  mißglückt,  da  das  Boot
in  der  starken  Strömung  fortgerissen  wird  und
schließlich  umschlägt.  Mit  kaltem  Bade  kommen
wir  davon.  Das  Boot  wird  im  Augenblick  ab-
        <pb n="1203" />
        Zu:  Deutsches  Kolonialblatt  Nr.  22,  1907.

 

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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWos.
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        W  1089  -T

getrieben,  aber  weit  unterhalb  wieder  aufgefischt.

ie  bei  den  gestrigen  Schnellen,  verbreitert  sich
auch  hier  der  Fluß  oberhalb  der  Schnellen  auf
eiwa  600  m.  Insel=  und  Klippengewirr.

23.  März.  Trotzdem  der  Zweck  der  Erkundung
  eigentlich  schon  erreicht  ist,  beschließe  ich,
noch  einige  Tage  aufwärts  zu  marschieren,  um
den  Flußlauf  noch  festzustellen  und  möglichst  den
Abfall  des  Plateaus  in  Sicht  zu  bekommen.  Nach
etwa  halbstündigem  Marsch  verengt  sich  der  Fluß
wieder  und  fließt  ruhig.  Die  vereinzelt  im  Flußbett
  liegenden  Felsblöcke  würden  die  Schiffahrt
nicht  stören.

Arnado  Woko-Lugere,  der  nur  wenige  Stunden
nordöstlich  wohnen  soll,  bringt  Mehl  und  Hühner,
desgleichen  zwei  Flußpferdjäger,  die  etwas  flußaufwärts
  von  uns  ihr  Lager  ausgeschlagen  haben.
Weiter  aufwärts  will  niemand  Bescheid  wissen,
Felere  ist  angeblich  unbekannt.  Dagegen  ist
Manang  bekannt,  zwei  Tagemärsche  von  Lugere!
Der  Rand  des  Abfalles  soll  bei  gutem  Wetter
sichtbar  sein;  jetzt  war  die  Luft  zu  dunstig.  Stechfliegen
  machen  sich  bemerkbar,  auch  Tsetse.

24.  März.  Der  Marsch  wird  auf  dem  rechten
Ufer  fortgesetzt.  Die  Schwierigkeiten  infolge  Weglosigkeit
  und  schwierigen  Bodens  sind  dieselben
wie  auf  dem  linken  Ufer.  Träger  und  Pferde
gehen  lahm.  Wir  finden  die  Gummiliane  vor.
In  der  Nähe  des  Jägerlagers  zeigen  sich  Flußbferde,
  die  aber  wenig  schen  sind  und  längere
Zeit  mit  halbem  Leib  aus  dem  Wasser  ragen.
Gegen  8  Uhr  wird  der  Mao  Jarendi  überschritten,
sließendes  Wasser,  das  von  Bantadschi  kommt.
Felsenbett,  nicht  schiffbar.  Flußpferde,  Tsetse,
wenig  Wild,  drückende  Hitze.  Dem  Lager  gegenüber

  mündet  ein  größerer  Nebenfluß  in  den
Faro.  Der  Name  ist  leider  unbekannt.
25.  März.  Zunächst  marschiere  ich  mit

wenigen  Leuten  allein  unter  Zurücklassung  des
agers.  Bald  nach  Abmarsch  wird  nordöstlich
die  Linie  des  Hossere  Bantadschi  sichtbar.  Im
Süden  wollen  die  Schwarzen  den  Rand  des
lateaus  sehen.  Ich  sehe  auch  mit  „Zeiß“
nichts.  Fluß  noch  aus  Südost.  Viel  Wild,  das
wenig  schen.  Auch  Hartebeest  und  Wasserbock,
doch  meist  Pallah.  Gegen  10  Uhr  ist  eine  Klippe
erreicht,  von  der  wir  Aussicht  haben.  Vor  uns
im  Süden  liegt  in  Entfernung  von  vielleicht
einem  bis  zwei  Tagemärschen  das  Hochplatean,
dessen  Linien  sich  jetzt  klarer  aus  dem  Nebel  abheben.
  Auch  in  südöstlicher  Richtung  sind  Höhenülge
  sichtbar,  wohl  Felere.

Das  Hügelland  in  der  Nähe  des  Faro  ist
von  vielen  kurzen  Wasserläufen  zerrissen.  Der

 

Uferbusch  ist  sehr  dicht.  Das  Fortkommen  am
Faro  wird  immer  schwieriger.

Der  Flußlauf  wird  noch  etwas  weiter  südlich
aufgenommen.  Der  Fluß  scheint  auch  weiter
von  Südost  zu  kommen  und  zwar  aus  einer  südlichen
  Einbuchtung  des  Plateaurandes.  Die  Breite
des  Flusses  beträgt  noch  immer  etwa  45  bis
100  m.  Das  Wasser  fließt  ruhig.  Nun  beschließe
  ich  den  Rückmarsch  und  zwar  über  Woko,
um  eine  Verbindung  des  Flusses  mit  den  nächsten
Ortschaften  herzustellen.

26.  März.  Lager  noch  oberhalb  der  Einmündung
  des  Mao  Dukuwa  in  den  Faro.  Sämtliche
  Woko-Leute  sind  in  der  Nacht  entlaufen.
Der  Arnado  Bantadschi  stellt  sich  vor  und  bringt
Mehl.  Er  klagt  gleichfalls  über  die  Namdschi.
Seine  kleine  Herrschaft  ist  Ngaundere  tributär.
Nach  seiner  Aussage  haben  die  früheren  Lanidos
von  Tschamba  im  Verein  mit  Bantadschi  und
Ngaundere  den  Faro  entvölkert.

27.  März.  Der  Marsch  führt  in  ziemlich
nördlicher  Richtung  auf  den  Hossere  Lugere.  Dahinter
  treten  in  gewaltigen  Formen  die  Namdschi-Berge
  hervor,  östlich  verlängert  sie  der  Hossere
Bantadschi.  Meist  geht  es  durch  dichten  Busch.
Gegen  Mittag  ist  Woko-Lugere  erreicht.  Die
Woko  verteilen  sich  auf  viele  um  den  Hossere
Lugere  und  Gogo  liegende  Gehöfte  und  Dörfer.
Teilweise  sind  sie  zerfallen,  da  die  Pocken  stark
gewütet  haben.  Fast  täglich  finden  Kämpfe  mit
den  Namdschi  statt,  die  in  den  Farmen  umherschweifen
  und  einzelne  Leute  abschießen.  Etwas
Baumwollbau,  Tamarinde.  Durch  Woko  führt
die  früher  wichtige  Handelsstraße  Ngaundere  —
Bantadschi—Tschamba  bzw.  Lamewol  —  Jola.
Jetzt  ist  sie  durch  Namdschi  gesperrt.  Großpvieh
ist  in  Woko  nicht  vorhanden,  dagegen  viele  Ziegen
und  Hühner.  Die  Leute  sind  gute  Jäger  und
Fischer.  Eisen  wird  von  Bantadschi  bezogen,  in
Woko  ist  angeblich  keines  vorhanden.  Die  Woko
haben  sich  bislang  stets  als  zuverlässig  erwiesen
und  Thierry  beim  Namdschizug  unterstützt.  Daher
die  Nache  der  Namdschi.  Woko  zahlt  Tribut  nach
Ssagdsche.

28.  März.  Achtstündiger  Marsch  nach  dem
Lagerplatz  vom  20.  am  Faro.  Farmdörfer  der
Woko  sind  bis  zu  drei  Stunden  an  den  Faro
herangeschoben.  Jede  Wasserstelle  ist  von  ihnen
zum  Farmbau  benutzt.  Meist  dichter  Busch,  viele
Schi-Bäume.  Am  Mao  Kossowoi,  der  in  den
Faro  fließt  und  von  Woko  kommt,  wird  längere
Rast  gemacht.

29.  und  30.  März.  Ruhetage.  Träger
und  Soldaten  sind  fußkrank.  Am  31.  März
und  1.  April  Fahrt  flußabwärts  zum  Zusammen-
        <pb n="1205" />
        W  1090  20

fluß  des  Mao  Deo  und  Faro.  Tags  darauf
werden  Kanus  mit  überflüssigen  Lasten,  kranken
Soldaten  und  Trägern  nach  Garua  gesandt.  Vom
2.  bis  4.  April  Marsch  nach  Laro.

1  *

Diesen  Angaben  möchte  ich  kurz  meine  An—
sichten  über  die  Schiffbarkeit  des  Faro  und  über
die  Möglichkeit  einer  Ausnützung  derselben
hinzufügen.

Der  Unterlauf  des  Faro  erstreckt  sich  von
der  Einmündung  des  Flusses  in  den  Benue  bei
Tepe  bis  zur  Einmündung  des  Mao  Deo  in  den
Faro.  Der  Fluß  hat  ein  bis  800m  breites,
meist  sandiges  Bett,  in  dem  viele,  wohl  veränderliche
  Inselchen  liegen.  In  dem  Gesamtbett
wühlt  sich  der  Hauptstrom  jährlich  sein  besonderes
Bett.  Das  Fahrwasser  verändert  sich  also.  Die
Ufer  sind  meist  flach,  so  daß  das  Überschwemmungsgebiet
  sich  an  beiden  Ufern  weithin  erstreckt.  An
den  Stellen,  wo  die  Ufer  hoch  geböscht  sind,  erscheinen
  sie  stark  unterwühlt.  Der  Fluß  ist  auf
der  ganzen  Strecke  auch  für  Flußdampfer  schiffbar.
  Die  zur  Zeit  hinderlichen  Riffe  bei  Karin
verschwinden  in  der  Regenzeit  völlig.

Die  Ufer  sind  bis  etwas  nördlich  von  Tschamba
tsetsefrei.  Das  UÜberschwemmungsgebiet  dient  den
Herden  der  in  der  Nähe  wohnenden  Fullahmachthaber
  als  Weideland.

Als  Oberlauf  möchte  ich  den  Teil  des
Flusses  vom  Quellgebiet  bis  zu  seinem  Abstieg
vom  Hochplateau  bezeichnen.  Er  fällt  nicht  in
den  Rahmen  dieser  Betrachtung.

Dementsprechend  würde  sich  der  Mittellauf
von  dem  Steilabfall  bis  zur  Mündung  des  Mao
Deo  erstrecken.  Seine  Gesamtlänge  schätze  ich
auf  etwa  144  km.  Trifft  die  Angabe  des  Arnado
  Felere  (Zwei  Tagemärsche  nordwestlich
Ngaundere)  zu,  daß  der  Fluß  nur  wenige  Stunden
westlich  seines  Dorfes  fließe,  so  zieht  er  von
seinem  Fall  in  nordwestlicher  Richtung.  Das
Gelände,  durch  das  er  fließt,  ist  Hügelland  und
leicht  gewellte  Ebene.  Es  wird  von  vielen
kleinen  Wasserläufen  durchschnitten,  die  aber  fast
alle  zur  Zeit  ausgetrocknet  waren  und  auch  ohne
Bedeutung  sind.  An  größeren  Nebenflüssen  sind
mir  ausgefallen:

1.  rechte  (von  Süden  nach  Norden):  Mao
Dukuwa,  Mao  Bantadschi  oder  Jarendi,
Mao  Kossowoi;

2.  linke  (von  Süden  nach  Norden):  Mao  Fel,
Mao  Kokaete,  Mao  Beleke.

Die  letzteren  drei  kommen  vom  Hochplateau.  Die
Flüsse  führten  stellenweise  Wasser.  Nur  der  Bantadschi
  floß  noch  richtig.  Die  Nebenflüsse  sind
ihres  felsigen  Bettes  wegen  nicht  schiffbar.

 

Die  Bodenbedeckung  besteht  in  Buschwald,
der  nach  Norden  zu  allmählich  mehr  den  Charakter
  der  Buschsavanne  annimmt.  An  den  Flußläufen
  ist  der  Busch  sehr  dicht,  so  daß  das  Haumesser
  den  Weg  bahnen  muß.  Ein  von  Menschen
getretener  Pfad  führt  nur  wenige  Tagemärsche
am  Fluß  entlang,  dagegen  durchkrenzen  den
Busch  zahllose  Wildpfade.  Ein  gangbarer,  zu
lokalen  Handelszwecken  benutzter  Weg  soll  von
Lugere  nach  den  auf  halber  Höhe  bzw.  auf  dem
Hochplateau  liegenden,  zu  Tinger  gehörigen
Manang-Dörfern  führen.

Die  Ufer  des  Faro  sind  meist  steil;  ihre  Höhe
beträgt  bis  zu  etwa  10  m.  Vielfach  sind  sie
unterwühlt.  Fast  im  ganzen  Mittellauf  finden
sich  im  Flußbett  Klippen  und  Felsgeröll.  Zu
wirklichen  Hindernissen  drängen  sie  sich  aber  nur
in  Höhe  meines  Lagers  vom  21.  und  vom  22.
März  zusammen.  Hier  ragen  die  Klippen  bis  zur
Höhe  von  5  m  und  darüber  über  den  augenblicklichen
  Wasserstand  hervor  und  bieten  dem
Wasser  nur  schmalen  Durchschlupf.  Vor  allem
gebieten  die  Schnellen  an  der  Einmündung  des
Mao  Fel  in  den  Faro  der  Schiffahrt  ein  drohendes
Halt.  Ein  Passieren  derselben  mit  Dampfer,
Stahlboot  oder  Kanu  halte  ich  für  ausgeschlossen.
Auch  in  der  Regenzeit  bei  Hochwasser  werden  sich
die  Verhältnisse  nicht  günstiger  gestalten,  da  die
Klippen  zu  hoch  sind.  Vor  dem  Durchströmen
der  Schnellen  erscheint  der  Fluß  verbreitert  und
erreicht  z.  B.  oberhalb  der  Mao  Fel-Schnellen
die  Breite  von  600  bis  700  m.  Hier  hat  sich
ein  Labyrinth  kleiner  Inselchen  und  Schnellen
gebildet.

Oberhalb  dieser  Schnellen  fließt  der  Fluß
ruhig.  Sein  Bett  ist  zwar  auch  hier  häufig  mit
Felsblöcken  übersät,  doch  würden  diese  kein
Hindernis  bilden.  Hier  kann  man  den  Fluß
wieder  als  schiffbar  bezeichnen,  doch  wird  in  der
Regenzeit  bei  dem  ziemlich  starken  Gefälle  wohl
die  Strömung  große  Schwierigkeiten  bereiten.

Der  Mittellauf  des  Faro  ist  also  unbedingt
  schiffbar  von  seinem  Zusammenfluß
mit  dem  Mao  Deo  bis  zu  den  Schnellen,  etwa
zwei  Tagemärsche  oberhalb.

Das  Gebiet  galt  als  völlige  Wildnis  und  als
Tummelplatz  von  Elefanten,  Büffeln,  Nashörnern
und  sonstigem  Wild.  Diese  Ansicht  trifft  nur  bedingungsweise
  zu.  Am  Flußbett  selbst  liegen
oberhalb  der  Durba-Farmdörfer  bis  zu  dem  von
mir  erreichten  Punkte  und  wohl  bis  zum  untern
Rand  des  Plateaus  keine  Dörfer.  Nur  Jäger
und  Fischer  schlagen  zeitweise  dort  ihre  Lager  auf.

Dagegen  sind  die  Dörfer  der  Woko-Heiden
bis  etwa  drei  Stunden  an  den  Fluß  auf  dem
        <pb n="1206" />
        W  1091  e

rechten  Ufer  herangeschoben,  viel  größer  dürfte
die  Entfernung  von  Felere  zum  Faro  auch  kaum
sein.  Und,  was  wichtiger  ist,  wir  sind  auf  unserem
Marsche  häufig  auf  Spuren  früherer,  fester  Ansiedlungen
  gestoßen.  Die  Ufer  waren  früher  von
Bata=  und  an  einzelnen  Stellen  auch  von  Mbum-Heiden,
  der  ursprünglichen  Bevölkerung  des
Ngaundere-Hochlandes,  bevölkert.  Der  Lamido
Alim  von  Tschamba  hat  die  Gegend  dann  vor
etwa  zwei  Menschenaltern  zur  Wildnis  gemacht,
Um  seine  Sklavendepots  und  seinen  Harem  zu
füllen.  Der  Rest  der  Bevölkerung  ist  in  die  Berge
geslohen  und  wagt  aus  Angst  vor  abermaligem
Einfallen  der  Fullah  nicht,  die  früheren  Wohnstätten
  wieder  zu  beziehen.  Die  Natur  hat  die
Gegend  also  nicht  zur  Einöde  gestempelt,  sondern
der  Mensch  hat  sie  erst  in  neuester  Zeit  dazu
werden  lassen.  Wir  konnten  auch  nichts  entdecken,
  was  eine  Wiederbesiedlung  ausschließen
sollte.  Die  Tsetse  und  andere  Giftfliegen,  die  sich
manchmal  in  nicht  gerade  angenehmer  Weise  bemerkbar
  machen,  kommen  in  dieser  Beziehung
nicht  in  Betracht.  Der  Fullah  von  Tschamba
hat  nach  dieser  Richtung  hin  mancherlei  Märchen
aufgetischt,  um  den  Europäer  zu  verhindern,  die
Farogegend  kennen  zu  lernen.  Der  Fullah  weiß
ben  allmählich,  daß  der  Weiße  seine  eigenen
nschauungen  über  die  Vogelfreiheit  der  Heiden
hicht  teilt.
Es  ist  hier  der  Residentur  eine  Aufgabe  gestellt,
  deren  Lösung  auch  nicht  schwierig  ist:  die
„Neubesiedlung  dieses  Landstriches.  Auch  das  Land
südlich  des  Faro  wird  noch  viele  Plätze  aufweisen,
  die  dauernd  Wasser  führen.  Zur  Besiedlung
  können  meiner  Meinung  nach  nur  Heiden
in  Betracht  kommen.  Nötig  ist  allerdings,  daß
ihnen  Sicherheit  geboten  wird,  was  die  baldige
Niederwerfung  der  Namdschi-Heiden  voraussetzt.
Eine  Aussicht  auf  Viehzucht  wird  in  diesem  Landstrich
  allerdings  erst  möglich  sein,  wenn  Mittel
zur  Unschädlichmachung  der  Tsetse  geboten  sind.
Vorher  ist  die  Viehzucht  aussichtslos.  Einen
Ersatz  für  das  Fleisch  bieten  dem  anspruchslosen
Heiden  aber  der  Fischreichtum  des  Faro  und  das
Wild.  Ersterer  ist  recht  beträchtlich.  Selten  habe
ich  so  schmackhafte  Fische  gegessen  wie  in  jenen
Tagen.  Der  Reichtum  an  Wild  hingegen  erscheint
nicht  so  beträchtlich,  wie  angenommen  wurde.
Unsere  Hoffnung,  am  Faro  ein  Jäger-Dorado
anzutreffen,  ist  jedenfalls  nicht  in  Erfüllung  gegLangen.
  Elefanten,  Büffel,  Nashörner  soll  es
in  der  Regenzeit  auch  hier  geben.  Da  es  aber
leider  Trockenzeit  war,  mußten  wir  uns  damit
begnügen,  die  alten  Fährten  zu  betrachten.  Zahlreich
  kommen  die  Pallah-Antilopen  vor  und  zwar
in  recht  stattlichen  Eremplaren.  Außerdem  wurden
beobachtet:  Busch-,  Rind-,  Wasserbock,  Hartebeest

 

 

und  der  kleine  rote  Deuker.  Warzenschweine
sind  reichlich  vorhanden.  Die  Affenfamilie  vertritt
  in  erster  Linie  der  Hundsaffe,  daneben
kommen  auch  Colabusaffen  vor,  außerdem  Meerkatzen.


Von  Raubzeug  haben  wir  nur  Hyänenhunde
zu  Gesicht  bekommen;  die  Hyänenhunde  sind  sehr
gefährliche  Feinde  auch  der  größeren  Antilopenarten.
  Hyänen  umheulten  häufig  unser  für  ihre
Nasen  meist  sehr  angenehm  duftendes  Lager.  Von
Löwen  und  Leoparden  wurden  nur  Fährten  und
Losung  beobachtet.

Wasservögel  waren  am  mittleren  Lauf  des
Faro  im  Gegensatz  zu  dem  unteren  Lauf  nur
wenige  vorhanden.  Der  Grund  dürfte  in  der
Gestaltung  und  Bewachsung  der  Flußufer  zu
suchen  sein.  Schilf  und  Röhricht  oder  hohes
Gras  fehlen  ja  gänzlich.

1#  *

Das  Gebiet  scheint  recht  produktenarm  zu  sein.
Gummilianen  haben  wir  am  Uferbusch  gesehen.
Anscheinend  waren  es  Landolphien,  deren  Zahl
nach  Süden  hin  zunimmt.  Die  Ausbeutung  des
Gummis  ist  zur  Zeit  aber  noch  nicht  möglich,  da
die  Eingeborenen,  soweit  sie  überhaupt  vorhanden
sind,  die  Gewinnung  nicht  verstehen  und  Händler
sich  noch  nicht  in  das  Land  wagen  können.
Genauere  Untersuchungen  in  dieser  Gummifrage
werde  ich  dem  Residenturposten  Ngaundere-Ssagdsche
  auftragen.

Schi-Bäume  sind  im  Busch  häufig,  doch  besteht
  die  Unmöglichkeit,  die  Bestände  auszunutzen,
für  dieses  minderwertige  Produkt  in  noch  höherem
Maße  wie  für  den  Gummi.

Daß  Baumwolle  und  Tamarinde  bei  den
Woko  vorkommen,  ist  schon  berichtet.  Die  Ausnutzung
  des  Baumwollanbaues  soll  der  Residenturposten
  Ngaundere  gleichfalls  im  Auge  behalten.

  Ich  werde  ihm  dieserhalb  noch  in  diesem
Jahre  Saat  überweisen.
#  2
Über  die  praktische  Ausnutzung  der

Schiffbarkeit  ist  zu  bemerken:  Im  Hinblick  auf
das  Vorhandensein  der  Schnellen  bereits  zwei
Tage  oberhalb  des  Zusammenflusses  des  Mao  Deo
und  Faro  und  in  Hinsicht  auf  den  Mangel  einer
Bevölkerung  an  den  Ufern  des  Mittellaufes  des
Faro  halte  ich  eine  Ausnutzung  der  Schiffarkeit
nicht  für  praktisch,  wenigstens  zur  Zeit  nicht.
Gewiß  wird  es  möglich  sein,  die  Schnellen  zu
umgehen  und  dann  Kanus  noch  weiter  flußaufwärts,
  vielleicht  gar  bis  an  den  Rand  des
Plateaus,  zu  bringen.  Zu  diesem  Unternehmen
gehören  aber  Hilfsmittel,  die  nicht  stets  zur  Verfügung
  stehen,  vor  allem  Personal,  und  dem
        <pb n="1207" />
        W  1092  2

Händler,  der  in  erster  Linie  in  Frage  kommt,
werden  solche  Hilfsmittel  wohl  meist  fehlen.
Zudem  würde  durch  Einstellung  so  vieler  Hilfskräfte
  das  Unternehmen  zu  teuer  werden.

Ob  durch  Sprengungen  ein  sicheres  Fahrwasser
  durch  die  Schnellen  geschaffen  werden  kann,
müßte  ein  Fachmann  entscheiden.  Jedenfalls
würden  durch  derartige,  an  mindestens  zwei
Stellen  vorzunehmende  Arbeiten  derartige  Summen
verschlungen,  daß  man  sich  fragen  müßte,  ob  der
Gewinn  den  Einsatz  lohnt.  Zudem  ist  zu  beachten,
daß  auch  oberhalb  der  Schnellen  schwieriges
Fahrwasser  vorhanden  sein  dürfte.

Und  ein  Transport  der  Waren  mit  Dampfer
oder  Kanu  nur  bis  an  die  Schnellen,  sodann  mit
Trägern  entweder  den  Fluß  aufwärts  oder  über
Woko-Bantadschi  nach  Ngaundere  kann  zur  Zeit
nicht  in  Frage  kommen,  da  diese  Transportmethode
  große  Vorarbeiten  bedingt,  zu  teuer  und
nicht  oder  nur  unbeträchtlich  zeitersparend  wäre.
Ein  derartiger  Transport  würde  im  allgemeinen
sogar  länger  dauern  als  der  Transport  Tepe—
Garna—Ngaundere.  Es  dürfte  also  nichts  weiter
übrigbleiben,  als  auch  fernerhin  die  Waren  von
Garua  auf  der  Landstraße  nach  Ngaundere  schaffen
zu  lassen.  Wünschenswert  wäre  hierbei  nur,  daß
nach  Fertigstellung  der  Straße  sich  die  Firmen
entschlössen,  nach  Möglichkeit  Lasttiere  oder  Wagen
zum  Gütertransport  heranzuziehen;  denn  die  Beschaffung
  der  Träger  wird  allmählich  Schwierigkeiten
  machen.  Mehr  ausgenützt  könnte  auch  vielleicht
  die  Schiffbarkeit  des  Benue  bis  Rei  Buba
werden.  Von  diesem  Ort  bis  Ngaundere  laufen
Träger  nur  fünf  bis  sechs  Tage.

76

Deutsch-Südwestafrika.
Von  der  Südbahn.

Die  Station  Sandverhaar  der  Eisenbahn
Lüderitzbucht—  Keetmanshoop  ist  Anfang  November
  eröffnet  worden.

Morengas  Ende.

Über  das  Ende  Morengas  berichtet  der  Kaiserliche
  Gouverneur  in  Windhuk,  wie  folgt:

Morenga  war  am  16.  September  d.  Is.  von
unseren  eingeborenen  Boten  in  der  Gamsibkluft
nicht  angetroffen  worden.  Er  wurde  am  17
von  einer  englischen  Patrouille  unter  Leutnant
Currie  10  km  westlich  Longklip  an  der  Straße
nach  Nanab  gefunden.  Morenga  erklärte  Currie,

 

er  würde  unter  keinen  Umständen  Frieden
mit  der  deutschen  Regierung  machen  und
auf  deutsches  Gebiet  zurückkehren,  er  wolle  sich
aber  Major  Elliot  stellen  und  bitte  um  eine
Unterredung.  Elliot,  in  dessen  Begleitung  sich
auch  der  Hauptmann  der  Schutztruppe  v.  Hagen
befand,  rückte  sogleich  mit  seinen  Truppen  nach
Longklip  vor.

Morenga  kam  am  19.  nicht,  wie  er  versprochen,
zur  Unterredung  mit  Major  Elliot;  vielmehr  hatte
er,  wie  festgestellt  wurde,  seinen  Aufenthalt  verlassen.
  Seine  Spuren  führten  zwischen  Zwartmodder
  und  Longklip  in  östlicher  Richtung.  Elliot
beschloß  sofort,  Morenga  zu  verfolgen.

Am  20.  fand  bei  Eenzamheid  in  der  Kalahari,
  etwa  100  km  nördlich  Upington,  ein  Zusammenstoß
  mit  Morenga  und  ein  vier  Stunden
langes  Feuergefecht  statt.  Morenga,  sein  Bruder
und  zwei  Neffen  sowie  zwei  weitere  Eingeborene
fanden  dabei  ihren  Tod.  Zwei  wurden  gefangen
und  vier  entkamen.  Sechs  Gewehre  wurden
erbeutet.

Auf  englischer  Seite  war  ein  Korporal  tot,
ein  Kappolizist  verwundet.  Hauptmann  v.  Hagen
berichtet,  daß  die  britischen  Truppen  unter  der
geschickten  Führung  Elliots  hervorragend  im  Ertragen
  von  Anstrengungen,  in  Ausdauer  und
Tapferkeit  im  Gefecht  waren.  Truppe  und  Tiere
seien  30  Stunden  ohne  Wasser  gewesen  und
hätten  bei  großer  Hitze  und  schweren  Dünen
24  Stunden  lang  marschiert.

Dank  der  energischen  und  tatkräftigen  Mitwirkung
  der  Kappolizei  ist  es  mithin  gelungen,
den  kühnen  und  einflußreichen  Räuberhauptmann
zu  beseitigen.

Das  Erscheinen  Morengas  wirkte  wie  ein
elektrischer  Schlag;  überall  bis  in  den  Norden
machte  sich  die  Erregung  unter  den  Eingeborenen
bemerkbar.  Dieser  Erregung  konnte  nur  dadurch
Einhalt  getan  werden,  daß  die  Truppenheimsendungen
  aufgehalten  wurden,  da  der  Norden  nicht
völlig  entblößt  werden  konnte.

Es  ist  kein  Zweifel,  daß  mit  dem  Tode
Morengas  die  offene  Gefahr  vorüber  ist  und
daß  Morengas  Ende  wesentlich  zur  Beruhigung
der  Hottentotten,  insbesondere  der  Bondelzwarts,
beitragen  wird,  da  ihn  in  ihren  Augen  ein  gewisser
  Nimbus  umgab  und  viele  mit  ihrem  Lose
Unzufriedene  an  ihn  die  Hoffnung  auf  eine  bessere
Zukunft  knüpften.

M
        <pb n="1208" />
        6  1093  20

Betriebs-Rechnung  der  Usambara-Eisenbahn  für  die  Rechnungsjahre  1905  und  1906.

(1.  Wrill!  1905  bis  31.  März  1906  und  1.  April  1906  bis  31.  März  100

trag

 

Be
«  -  .·  Rechnungsjahr  s  Rechnungsjahr
Tit.
it.  Pos  Einnahme  1905  1906
Rupien  Hell.]  Rupien  Hell.
.
J.  Aus  dem  Personen-  und  Gepäckverkehr.
1.Für  Beförderung  von  Personen  ausschließl.  Militär
auf  Militärfahrscheine  und  Militärfahrkarten  63716  49582  553  75
2.  Für  Beförderung  von  Militär  auf  Militarfahrscheine
und  Aititärsahrkurten-  —  —  —  —
3.Gepäckfracht  .  1921  415  2158  45
4.  TFahrgeld  für  Hunde  .  .  404  62  362  55
5.  Für  bestellte  Sonderzüge  nach  besonderem  Tarif  854  —  4069  10
6.Sonstige  Einnahmen  im  Personen=  und  Gepäckverkehr  —  —  466  40
Summe  Titel  I.  66  896  53  89  610  25
II.  Aus  dem  Güterverkehr.
1.  sFracht  für  Eilgut  und  Expreßgut.  .  .  1433  93  1764  10
2.  Fracht  für  Leichen,  Veh  und  Frachigut  22  Mi-  »
litärgut  59  74  07  81  480  21
3.|Fracht  für  Postgut  .  57I18  95  60
4.  Sonstige  Einnahmen  im  Güterverkehr  2  658  48  3  976  59
Summe  Titel  II  63  423  66  50
III.  Für  Überlassung  von  Bahnanlagen  und  "
für  Leistungen  zugunsten  Dritter.  #
1.  Vergütung  für  verpachtete  Bahnstrecken  .  —  —  —  —
2.  Vergütung  fremder  Eisenbahnverwaltungen  oder  *
sitzer  von  Anschlußgleisen  usw.  für  Mitbenutzung
von  Bahnhöfen,  Bahnstrecken  und  sonstigen  Anlagen,
  für  Dienstleistungen  von  Beamten,  sowie
Wahrnehmung  des  Dienstes  in  fremden  oder  gemischten
  Verkehren.  .  ......  2959  99  —  —
3.Vctgütungfur  Verwaltungskosten  von  Eisenbahnverbänden
  und  Abrechnungsstellen  —  —  —  —
4.Vergutungfurdtemden  Werkstätten  ausgeführten  "„
Arbeiten  96  44  211  12
5.  Vergütung  der  Post  für  Benutzung  von  Coupés  zum
Postdienst,  Beförderung  von  Postbeiwagen,  Benutzung
  des  Postraumes  im  Personenwagen  791  25  974  33
6.]  Andere  Vergütungen  der  Neubauverwaltung  oder  «
sonstiger  Zweige  der  Vertehrsanstalten  ..  —  —  —  —
7.  Sonstige  Vergütungen  8  79  —  —
Summe  Titel  III.  3  856  47  1185  45
I
IV.  Vergütung  für  Überlassung  von
Betriebsmitteln.
1.]  Miete  für  Lokomotiven  —  —  —.  .-2.
  Miete  für  Wagen.  —  —  —  —

 

 

 

 

 

Summe  Titel  IV
        <pb n="1209" />
        W  1094  e

 

 

 

 

 

 

 

#  Beir  7
Tit  1  Pos.  Einnahme  Nechnungssahr  Nechmungefahr
Rupien  HelllRupien  Hell.
V.  Erträge  aus  Veräußerungen.
1.  Verkaufserlös  für  Materialien,  welche  bei  der  Ernene-I
  rung  gewonnen  wurden.  .  .....  —  —  28  —
2.  Aus  dem  Verkauf  anderer  Materialien  .  39  11  33  25
3.  Aus  dem  Verkauf  sonstiger  Gegenstände.  90  335  138  47
4.  Aus  der  Abgabe  von  Baseer,  elettrijchem  Stromnè  Gas
und  dergleichen.  .  —  —  —  —
Summe  Titel  V  129  445  199  72
VI.  r"  Verschiedene  sonstige  Einnahmen.
»  1.Telchaphengebnhtcn..  516  398  30
2.  Pachten  und  Mieten  für  Lagerplätze,  Vienstwohnungen
Grasnutzungen,  Pflanzungen  usw.  339  85  4225  46
3.Einnahme  an  Brücken=  und  Fährgeld  sowie  Werstund
  Hafengebühren  1  187  —  1  410  50
4.  Zinsen  und  ãirzgewinne  aus  Geldbelanden  des
Betriebes  .  —  —  —-—  —
’5.Ande1e  Einnahmen  18  325  19  775
Summe  Titel  VI  5  061  1746054  035
6  Wiederholung  der  Einnahmen.
1  Titel  I.  56  396  539  610  25
»  -II.  63  423  66  87  316  50
#  -I1I1I.  3  856  47  1  185  15
1  IV.  —  —  —  —
—  V.  129  445  199  72
-VI.  5  061  175  6  054  035
Summe  aller  Einnahmen  139  367  288184  365  755
*  6  *  B  etrag
Tit.  s.  3  Rechnungsjahr  Rechnungsjahr
*  Ausgabe  1905.  1906
„  Rupien  Hell.]Rupien  Hell.
I.  Persönliche  Ausgaben.
Besoldungen  (Gehälter),  Wohnungsgeldzuschüsse,
  Stellen=  und  andere  persönliche
Zulagen  der  etatsmäßigen  Beamten  und
Bediensteten.  ...  ...  345846253126696
II.  Bezüge  und  Löhne  der  nicht  etatsmäßigen
Beamten  und  Bediensteten  sowie  der  Arbeiter.
1.  Monats-  und  Tagegehälter  der  ohne  Anstellung  ver—
wendeten  Beamten  und  Bediensteten  13  423  53  12  898  56
2.  Tag=  und  Akkordlöhne  ausschließl.  derjenigen  der  F
aunterhaltungs=  und  Werkstättenarbeiter  .  1620  70  1020  58
Summe  Titel  II  15  044  23  13  919  11
        <pb n="1210" />
        W  1095  2O

 

 

 

 

 

 

 

 

Betrag
Ti  Rechnungsjahr  KRechnungsjahr
Tit.  .  Aus
it.  Pos  Ausgabe  1905  1906
Rupien  Hell.Rupien  Hell.
III.  Tagegelder,  Reise=  und  Umzugskosten
sowie  andere  Nebenbezüge.
1.Tagegelder  (Diäten),  Reise=  und  Umzugskosten,  Entschädigungen
  und  dergleichen,  für  Stellvertretungen
und  Abordnungen  (Lommandagelder)  .  3  155  97  6  616  22
2.  Fahr-,  Stunden=  und  Nachtgelder  .  1698  34  1992  98
3.  Prämien  für  Materialersparnisse,  für  Entdeckungen  von
Rad-,  Achs=  und  Schienenbrüchen  und  dergleichen  1  239  75  1  903  98
4.  Verlustentschädigung  für  Kassenführer.  .  ——  –
5.  Außerordentliche  Pelohnungen  —  —  —
6.JInsgemein  —  —  —
Summe  Titel  III.  6094  06  10  513  18
IV.  Für  Wohlfahrtszwecke.
Kosten  für  den  bahnärztlichen  Dienst  und  für  sonstige
ärztliche  Untersuchung  und  Behandlung  von  Beamten
und  Arbeitern  einschl.  der  Heilmittel  .  440  525  1  391  97
2.Beiträge  zur  Pensionskasse  —  —.
3.Zuschüsse  zur  Krankenkasse  —
4.  Zahlungen  auf  Grund  des  Indaliditats  und  Altersversicherungsgesetzes
  .  .  —  —  —
5.  Beiträge  zur  unfallversicherung  .  —  —
6.  Entschädigung  auf  Grund  der  Unfallversicherungsgesetze
sowie  des  Invaliditäts=  und  Altersversicherungsgesetzes  —  —  —
7.  Unterstützungen  —  —
Summe  Titel  IV  410  525  1  391  97
Sächliche  Ausgaben.
V.  Für  Unterhaltung  und  Ergänzung  der  Ausstattungsgegenstände
  sowie  für  Beschaffung
der  Betriebsmaterialien.
1.  Instandhaltung  und  Ergänzung  der  Inventarien  280  25  346  505
2.Bureaubedürfnisse,  Anschaffung  von  Drucksachen,  Formularen,
  Fahrkarten  usw.  934  36  1  275  155
3.  Heizung,  Erleuchtung  und  Reinigung  der  Dienstlokale  146  43  174  965
4.Schmiermaterial:
1.  für  Lokomotiven  1  148  39  „  5à
2.  für  Wagen  37  50  1320  27
5.  Putz=  und  Verponngsmaterial  für  Lokomotiven  und
Wagen  .  356  255  348  675
6.  Erwärmung  und  Beleuchtung  der  güũge.  —  —  —
7.Beschaffung  von  Desinfektionsmaterial  uso.  .  ..  8  50  8  125
8.  Brennmaterial  zur  Lokomotbfenerung  einschl.  der
Transport=  und  Ladekosten  .....  11230  96  12  153  165
9.  Kosten  der  Wasserbeschaffung  22  der  Kosten  für
Heizung  der  Wasserstationen  .....  989  46  1  094  735
Summe  Titel  V.  15  132  10  16921  60
        <pb n="1211" />
        1096

 

 

Betrag
-i-  Rechnungsjahr  Rechnungsjahr
Tit.  Pos.  Ausgabe  1905  1906
Rupien  Hell.]  Rupien  Hell.
VI.  Für  Unterhaltung,  Erneuerung  und  Ergänzung
der  baulichen  Anlagen.
1.)  Unterhaltung  des  Bahnkörpers  und  dessen  Nebenanlagen,
  Wege,  Unter=  und  Überführungen,  Durchlässe,
  Brücken,  Einfriedigungen,  Warnungstafeln  usw.  2  062  14  2586  54
2.  Unterhaltung  des  Oberbaues  in  Haupt=  und  Nebengleisen
(mit  Ausnahme  der  Beschaffungskosten  für  Schienen,
Schwellen  und  Kleineisenzeug),  der  Weichen  und  Drehscheiben
  einschl.  der  Löhne  für  die  Bahnunterhaltung  11  912  205  8  740  55
3.Kosten  für  Schneerämmen  und  Unterhaltung  der
Schneeschutzanlaggen  —  —  —  —
4.|  Unterhaltung  der  Gebände  einschl.  Lotomotivshupden,
Wasserkräne,  Pumpen,  Brunnen  370  64  619  39
5.  Unterhaltung  und  Beschaffung  der  Geräte  für  die
Bahnunterhaltung  .  1  125  37  32
6.Unterhaltung  der  Telephon-  und  Telegraphenanlagen.  320  92  366  435
7.  Sonstige  Kosten  für  Unterhaltung  der  Bahnanlagen.  714  98  802  20
8.Beschaffung  der  Oberbaumaterialien:
Schienen  .  —  —-  —  —
2.  Kleineisenzeng  ...  ——  —  —  —
3.  Weichen  und  Weicheubestandteile  einschl.
Herz=  und  Krenzungestücke  ......  ———  —  —
4.  Schwellen  .  —  —  —  —
9.  Kosten  erheblicher  Ergänzungen  —  —  —
10.Erhebliche  Reparaturen  und  Erneuerungen  von  Bahn-1
  anlagen  und  Bauwerken  infolge  auhergewöhnlicher
"  Naturereignisse  —  —  —-;  —
Summe  Tueel  VI  15  382  01  13  152  435
VII.  Unterhaltung,  Erneuerung,  Ergänzung  der
Betriebsmittel  und  der  maschinellen  Anlagen.
1.  Löhne  der  Werkstättenarbeiter  3  763  28  2332  47
2.  Beschaffung  der  Werkstattsmaterialien  605  06  1  084  78
3.  Sonstige  Ausgaben:
n!  1.  Unterhaltung  der  Lokomotiven.  379  45  597  395
1  2.  Unterhaltung  der  Personenwagen.  —  20  05
i  3.  Unterhaltung  der  Güter-  und  Gepäckwagen.  162  50  729  04
4.  Sonstige  Kosten  des  Bahntransportes,  Instandhaltung
  von  Geräten,  Lokomotiv=  und
.—  Wagenlaternen  ......  12  50  43  23
4.  Beschasung  ganzer  Fahrzeuge:
·  Ganze  Lokomotiven  —  —  —  —
Feuerbuchsen  —  —  —  —
3.  Siederohre.  —  —  45  —
4.  Radbandagen  —  —  —  —
s  5.  Ganze  Personenwagen  —  —  —  —
6.  Radbandagen  davon  .  —  —  —  —
7.  Ganze  Gepäck=  und  utewwagen  .  —  —  —  —
8.  Radbandagen  davon.  .  —-  —  —  —
Summe  Lite  VII.  5922  79  5  052  165
        <pb n="1212" />
        W  1097  ceo

 

 

Betrag
T  ·  .  Rechnungsjahr  Rechnungsjahr
Tit.  Pos  Ansgabe  1905  1906
Rupien  Hell.Rupien  Hell.
VIII.  Für  Benutzung  fremder  Bahnanlagen  und  für
«  Dienstleistungen  fremder  Beamten.
1.Vergütung  für  gepachtete  Bahnstrecken  ....  —  —  —
!2.  Vergütung  für  Mitbenutzung  von  Bahnhöfen,  Bahnstrecken
  und  sonstigen  Anlagen,  für  Dienstleistungen
von  Beamten  anderer  Verwaltungen  oder  der  Be-D.
  sitzer  von  Anschlußgleisen  sowie  für  Wahrnehmung  des
#  Betriebsdienstes  auf  der  eigenen  Strecke  oder  in  ge-«
  mischten  Verkehren  durch  andere  Verwaltungen  —  —
3.]  Vergütung  für  Verwaltungskosten  von  Eisenbahnver.
bänden  und  Abrechnungsstelen.  .  —  —
4.  JSonstige  Vergütungen  6  150  30  6  042  30
Summe  Titel  VIII.  50  30  6  042  30
IX.  Für  Benutzung  fremder  Betriebsmittel.
1.Miete  für:
1.  fremde  Lokomotiven  —-2.
  fremde  Wagen.  —  —
2.Leihgeld  für  geliehene  Betriebsmittel.  —  —
Summe  Titel  IX  —
X.  Verschiedene  Ausgaben.
1.Stenern,  Gemeindeabgaben  und  öffentliche  Lasten.  —  —
2.Entschädigungen  auf  Grund  des  Haftpflichtgesetzes.
3.Ersatzleistungen  für  verlorene,  verdorbene  und  be—
schädigte  Transportgegenstände  ·.  4  19  131  71
4.Miete  für  Dienstwohnungen,  Enichcdigungen  j  für  Be-  «
nutzung  fremder  Grundstücke
5.Feuer=  und  andere  erscherungsbeiräige  —  —  1  01
6.]  Porto=  und  Insertionskosten  148  7153  144  48
v7.Kosten  des  Geldverkehrs  mit  Vanken.  —  —  —
8.  Kosten  der  Staatsaussicht  —  —
9.Gebührenbeträge  und  sonstige  Frachtgebühren  für  dienstliche
  Sendungen,  Telegramm=  und  Fernsprech-  "
gebühren,  Gerichtskosten,  Stempel  ...  417  95  469  775
10.Sonstige  und  unvorhergesehene  Ausgaben  8  80  46  60
Summe  Titel  X  579  655  793  575
"  Wiederholung  der  Ausgaben.  1D
Titel  I.  31  584  62531  266  96
-I11.  15  044  23  13  919  14
III  6  094  06  10  513  18
—IV.  410  52  1391  97
V..  15  132  1006  921  60
-VWI  15  382  01  3  152  435
.  VII.  5922  79  5  052  165
VIII  6  150  30  6  042  30
=  IX  —  —  —
=  X.  579  655  793  575
Summe  aller  Ausgaben  99  330  30  99  053  325
        <pb n="1213" />
        W  1098  20

 

 

 

 

 

 

Betrag
.  .  Rechnungsjahr  Rechnungsjahr
Abschlußb.  1905  1906

Rupien  HellllRupien  Hell.

Summe  der  Betriebs-Einnahhen  ....  13936738184365953
Summedechtriebs-Ausgabcn..·...  ....  9933030  99  053  325
Überschu  40  036  98  85  312  63

In  Markwährung  ...  533826411375017

Rücklagen  in  den  Erneuerungs=  und  Spezialreservesonds.  ..  78  830  —  78  899

Mithin  1905  ein  Fehlbetrag  dndno  25  467  36
1906  ein  Überschuß  vo  34  900  17

Aus  letzterem  ist  bestimmungsgemäß  der  Fehlbetrag  des  Jahres  1905  zu  decken,  so  daß
verbleiben:  (34  900,17—  25  467,36  -)  9432,81  Mk.  Hiervon  entfallen  laut  aceZ
an  den  Verpächter  (Fiskus  des  Ostafrikanischen  Schutzgebiets)  4716,41  Mk.
ékdie  Pächterin  (die  Deutsche  Kolonial-Eisenbahn-Bau=  und  Betriebsgesellschaft).  4716,40

Togo.
übersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgeblets  Togo  im  I.  Viertel  des  Ralenderjahres  1907
im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen  zeitraum  des  Vorfahres.
A.  Einfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Im  Que  Ah
I.  Bierte..  Vierrell  use
Beuncunung  der  Warengruppen  1507  1906  zlahmesnahme
Wert  Wert  Wert  Wert
Mk.  Mk.  Mk.  Mt.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  ...  12  170  11  512  658  —
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Frü  üchte  ·  9819  11  528  —  1709
c)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  hiihimiiiel  ·  256  747  208256  48  491  —
d)  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwachs  .  1115  —  1115  —
C)  Getränke  (außer  Mineralwasser)  185  683  134612  51071
f)  Sämereien,  lebende  Pflanzen,  Futtermittel  (lettere
soweit  nicht  unter  la  und  b  bereits  genannt)  ..  666  529  137  —
g)  Faserpflanzen  .  .  ..  —  —  —  —
h)  Erzeugnisse  der  Forstwirtschaft.  ...  ...  45227  13372  31  855  —
Zusammen  I  ...  511  127  379  809  131  618.  —4
lI.  Tierc  und  tierische  Ergeugnisse:
a)  Lebende  Tiere  ...  1913  —  4913  —
b)  Fleisch  und  tierische  Erzengnisse  aller  Art.  ...  66  459  55  710  10  749  —
Zusammen  1  71372  55  710  15  662  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstosse,  Minceralöke  112  191  107  172  38  019  —
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  8  987  13  767  —  1780
V.  Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse  (außer
Schießbedarf  und  Sprengmitteln).  36  682  31  798  48381  —
VI.  Textil=  und  Filgwaren,  Bekleidungsgegenstände  ijw.
(außer  Lederwaren).  .  496  261  535  609  —  39  318
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch  rrichnerwaren  .  8  492  9617  —  1125
VIII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  .  896  420  176  —
IX.  Holzwaren,  Flecht=  und  Schnitzwa  9  471  23  605  —  14134
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  gierr  Kunstgegenstände  20  576  13  394  7182  —
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaowaren  37306  35279  2  027  —
XII.  Metalle  und  Metallwaren  laußer-  Instrumenten,  Maschinen
  und  Waffen):
a)  Unbcarbeiten  Moetalle  und  d  Halbzeug  ...·.  19  380  11  873  7  507  –
b)  Fabrikate  ...  80  158  76  820  3  338  —
Zusammen  xũ  ...  99  538  88  693  10  815  —
        <pb n="1214" />
        1099

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Im  ⁊
I.  VNertel  I.  Viertel  n  Surn  ehen
Benennung  der  Warengruppen  1907  1906  ah  Ime
Wert  Wert  Wert  Wert
in  Mk.  in  Mk.  in  Mk.in  Mk.
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Folrzeuge  73  730  69220  4510
XIV.  Baßsen  u  und  Munition  ......  50  417  41  828  8  589  —
XV.  Geld.  88  777  135  955  —  17178
Summe  der  umuun  I.  Viertel  1907  1  650  123  1  538  876  117247
Dagegen  im  vorhergeherden  Vierteljahr  2084  670  —  —
Zun-##  —,  Abnahme  —  —  428547  —  —
B.  Ausfuhr.
Innisse  des  Landormes  und  der  Forstwirtschaf
I  S  der  zugehörigen  Vebensber  *i  schaft
a)  Pflanzliche  Nahrungs=  und  Genuße###el  0  11.  37:  —  5.
5)  Olfrüchte,  Pflanzenöle,  Pflanzenwachs.  100  *  3  5  ½  8  230
254  151  138  428  115  723  —-c).-amc1cccn,
  lebende  Pflanzen  210  **7—  210
4)  Faserpflanze  43  110  17832  25278
c)  Erhenons#i  ber  Forstwirtschaft.  K#.  9  308  681  53  36
Zusammen  1  792  595  573314  21928
n:  2  281  —
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisser  «
a)  Lebende  Tiere  23  756  33  00  *  W–’
b)  Tierische  Erzeugnisse  .....  23  964  15228  9736  6m
Zusammen  II  47  720  48  897  —  —
III.  Mineralische  und  fossile  Stoffe.  150  —.  150
IV.  Gewerbliche  Erzeugnisse  .  32  46  24  728  8  018  —
V.  Geld.  .  221000  367  686  —  1  h
Summe  der  Ausfuhr  im  l.  Viertel  1907  1  094.001  1014  775  79  286
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  1  328  160  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  —  —  234  099  —  —  «
C.  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  I.  Viertel  19007)7  2  750  184  2  553  651  196  533
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  ..  3  412  830  —  —  —

 

Zunahme  +—.  Abnahme  —  .  —  662  646

Wichtigste  Woarenposittionen.

Zunahme

Abnahme

 

 

-  Viertel  100  Im  .  Viertel  1000
Beuennung  der  Wiren  Menge  WertMenge  Wert  Menge  WertMenge  Werr
—  kg  Mk.  kg  Mk.  kg  Mk.  kg  Me.
A.  Einfuhr.
Mehl  und  Backwaren  18  470  8  38441323  8368  3  147  16  —  —
Gemüse=  und  —..  «  ein-  "
gemachtes  Obst  6  758  6779  10  448  10222  —  —  3  690  3  443
Nolanüsse  11565  050  195  677|95  489.  119  298000  69  561  76  397  —  —
Ta  abal  7338.  40896  43712  43391  —  —  6374  2498
«-  ubaliabrilatc  ...  512  7801  659  7116—  685  147  —
Etille  Weine  .  (Liter)  160  888  0  435289931  19  751  —  12  105  D  316
Branntweine  aller  Art  (Liter)23  62,  119  190|153  361  88  784410  201  60.  %  —  --Bier.
  (Liter)  37  394  17  05ö  26367  166868  11  027  —
Bau-  und  Nrutzholz.  237  037  37396  55  867,  13  363181  170  21  53  —
«  cuikl  und  obeiiungen  von
Fleisch,  einschl.  Fleischlonserven  6280  11414021  100  21  783  14  829  10  331
Fische.  Seetiere  und  ifwasser-  s  ·-tiere
  aller  Art  161  722  10  007]6  116  24  899  115  576.  15  108
        <pb n="1215" />
        8  1100

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  I.  Viertel  1907/Iml  Viertel  1906  Zunahme  Abnahme
Benennung  der  WarenMenge  WertMenge  WertMenge'  WertMenge  Werr
.  Mk.  ktz  Mi.  —  ka  Mk.
Milch,  Butter,  Käse,  Eier,  Honig  .
und  sonstige  tierische  Nahrungs-  18  «
mittel  8  890  11363  7077  7  05  1  818  4306  —
Zement,  Kallk,  reide,  sonstige  —
aidden  und  Steine  410  963  27  8568/  282770  15  632%8  193  12226  —
Sa  814  808  487101  592719  37  718  22  584.  10  992  —
iriundien.  Sraumiohien  Briteits  887  40%  41  053695  162  27  666192:30.  13  387  —  —
Petro  Liter)  ERIEXIEEIEEIIII  s-L-c11cu
  allc1  Art  12  940  5242  14  406  7  952  —  —  1  4661  2’10
Baumwollgarne  20  257  40  720022  428  55  21  2  171,  5512
Baumwollgewebe  118  586  37796833  6.  407  937  —  15  100  29  969
Leibwäsche,  Kleider,  Hüte.  Müen.  .
Posamentierwaren,  Schirme,  «
Filzwaren  .  ....  85181  358981  10  45  34  191  —  110  198  —
Schuhe  und  Stiefel  1  0844  5110  1041  5  750  535  1½50  —  631
Elos  und  Glaswaren  17  2188  24390  16660,  19  631  5t  r½  —
Roheisen  Hiserne  Schienen.  Sian=  1  ano
m  lu--Wcllblccks
  FZFWUIIN  53  500U  985773  0n
Eisenwaren.  nichtbesonders.  genannt  55  594  «  -i·)»
Waren  aus  anderen  unedlen  Me-  23901817  6  696  10  400  1  1408.  2457
4517  1369  594  50)2  3  923  3867  —  —
La  distschaftliche  Maschinen  à  305  %  ¾—  5  15  *  arbn  t
Ioaschne  iül  inberstriall  gee  43  580  :¾s  22187018  12158  3126  on
kit  cheun  Mräder  5r069  514210  300  10  644%  3ucol  —
aller  ##r  1  tich  1  660  16  320  266.  13  018  394  3308—
Fehe#atver  uvö  2  38  536  82  0781  26  dös  282881298  8790  —  —
Goldmüngeb  —  8  000  4590  —  3  410  —
Silbermzen  —  80  377  —  125  009  —  «  —  144  632
B.  MRusfuhr.
Mais  932  149)  67  514/1  426  935.  92  208  —  —  194  836.  21  691
r  .  21816,17261  11627·  8  85310  189.  408  —  —
Palmterne.  807  815,  201  423625  732  122  120|182  083,  790  303  —
Palmöl.  .......  94968384402203Q  85761  72  1220  29  864  —.  —
Ro0hbaumwole  .......  52  469  43110  28910  17832  *8  550  252781  —
Nautschuk  .....  51874898841  36  985.  307  613  488986228  —  —
Ehenben  .  135819010  821  12817  537  619381  —  —
Silbermünzen  —  221000  #  3676860  —  —  146  686
Kolonialwirtschaftliche  Mitteilungen.
Baumwollbau-Bewegung.  von  13,5  Millionen  Ballen  gebracht  hat  (die

Dem  soeben  erschienenen  Herbstbericht  des
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees  (Bericht
  IX)  über  die  deutschkolonialen  Baumwoll-Unternehmungen
  entnehmen  wir  folgende
  Einzelheiten:

„Eine  neue  Vergewaltigung  des  Baumwollmarktes
  durch  amerikanische  Spekulanten  hat  seit
dem  Frühjahrsberichte  eine  weitere  Ausbreitung
  der  von  Deutschland  angeregten  europäischen
  Baumwollbau-Bewegung  veruracht.

Trotzdem  das  im  August  abgelaufene  Baumwolljahr
  1906/07  eine  große  amerikanische  Ernte

größte  Ernte  seit  1882,  abgesehen  von  der  Rekordernte
  1903/04),  trotzdem  nicht  nur  die  Vereinigten
  Staaten,  sondern  auch  Ostindien  und
Agypten  erheblich  größere  Flächen  mit  Baumwolle
  bepflanzt  haben,  wurden  die  Durchschnittspreise
  von  1906  für  die  Standardmarken  ägyptisch
kully  good  fair  von  0,81  Mk.  per  ½  kg  im
März  1907  auf  1,02  Mk.  und  middling  amerikanisch
  (bei  einer  Ernte  von  nur  11,3  Millionen
Ballen)  von  0,57  Mk.  per  ½  kg  im  Juni  1907
auf  0,69  Mk.  hinaufgetrieben.  Seit  Mitte  Sep- 



tember  hat  eine  Baisse  eingesetzt,  vielleicht  eine
        <pb n="1216" />
        W  1101  2

Folge  der  schwierigen  Geldmarktlage,  wahrscheinlich
  aber  nur  eine  Taktik  der  Großspekulanten,
um  eine  billige  Basis  für  ihre  Einkäufe  zu  schaffen,
und  dann  eine  neue  Hausse  ins  Werk  zu  setzen.
Das  alte  Spiel!  Machtlos  steht  die  Industriewelt
  diesem  Treiben  gegenüber,  und  als  natürliche
  Folge  ist  die  Bevölkerung  aller  Kulturstaaten
bei  einem  fortgesetzt  steigenden  Verbrauch  des
unentbehrlichen  Rohstoffes  (in  Deutschland  1840
½  kg,  1900  6  kg,  1905  8  kg,  in  England
sogar  18  kg  pro  Kopf)  durch  Verteuerung  des
Bedarfs  an  Baumwollwaren  aller  Art  in  empfindliche
  Mitleidenschaft  gezogen.

Mit  dem  Ziele,  eine  allmähliche  Gesundung
des  Baumwollmarktes  herbeizuführen,  sind  seit
dem  Frühjahr  wieder  neue  Anstrengungen  gemacht
  worden.

Der  IV.  Internationale  Baumwollkongreß
  vom  Juni  dieses  Jahres  zu  Wien  hat
neuerdings  als  wirksamstes  und  einziges  Mittel
die  Erschließung  neuer  Baumwollproduktionsgebiete
  bezeichnet  und  die  Regierungen  und
Interessenten  aller  Kulturstaaten  zu  einer  tatkräftigen
  Unterstützung  des  kolonialen  Baumwollbaues
  aufgefordert.  Die  Behauptung  der  amerikanischen
  Delegierten,  die  Südstaaten  Amerikas
allein  genügten  als  Baumwollproduzenten,  widerlegte
  der  Delegierte  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
Komitees  mit  dem  Hinweis,  daß  der  Welthandelsartikel
  Baumwolle  nicht  von  den  zufälligen
Witterungs=  und  Ernteverhältnissen  eines  verhältnismäßig
  kleinen  Teiles  der  Erde  abhängen
dürfe  und  daß  die  Produktion  durch  Ausbreitung
über  den  Baumwollgürtel  auf  eine  breitere
Grundlage  gestellt  werden  müsse.  Einem  weiteren
Beschluß  des  Internationalen  Kongresses:  die
Erfahrungen  in  der  mit  dem  Baumwollbau  zusammenhängenden
  Bewässerungs=  und  Entwässerungsfrage
  gegenseitig  auszutauschen,  ist  seitens
der  Asscciation  cotonnière  coloniale  an  das
Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  bereits  entsprochen
worden.

Eine  Studienreise  nach  den  Südstaaten
der  Union  im  Anschluß  an  den  im  Ofktober  d.  J.
stattgefundenen  Internationalen  Baumwollkongreß
in  Atlanta,  an  dem  über  100  europäische  Industrielle
  und  Baumwollbau-Interessenten  teilnahmen,
  hat  sich  mit  der  Kultur,  der  Erntebereitung
  und  der  Verarbeitung  der  Baumwolle
befaßt.  Die  Delegierten  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  studierten  insbesondere  die  dortigen
Baumwollschulen.  Seitens  der  Europäer  wurde
aufs  neue  die  Wichtigkeit  von  Baumwollneuanpflanzungen
  außerhalb  Nordamerikas  betont.
Die  amerikanischen  Farmer  hielten  an  der  Forderung
  eines  Normalpreises  von  15  Cents  pro
Pfund  fest,  ein  Umstand,  der  die  junge  afrika- 



nische  Baumwollkultur  der  europäischen  Kolonialmächte
  günstig  beeinflussen  dürfte.

Nach  dem  deutschen  Beispiele  hat  sich  jetzt
auch  ein  Baumwoll-Komitee  in  Rußland  in
Verbindung  und  mit  finanzieller  Unterstützung
der  russischen  Regierung  gebildet,  das  insbesondere
  die  Erweiterung  und  Verbesserung  des
Baumwollanbaues  in  Turkestan  und  Transkaspien
bezweckt.  Die  Einführung  des  dortigen  Baumwollbaues
  mit  amerikanischer  Saat  datiert  bekanntlich
  aus  dem  Jahre  1884.  Damals  betrug
die  Anbaufläche  330  ha,  im  Jahre  1900  bereits
65  000  ha.  Die  Ernte  1907  wird  auf  6  000  000
Pud,  d.  i.  384  000  Ballen  zu  250  kg  geschätzt.
Auf  Grund  der  gegenüber  Amerika  billigeren
Arbeitskräfte  und  niedrigeren  Bodenrente  rechnet
das  russische  Baumwoll-Komitee  damit,  daß  das
mittelasiatische  Gebiet  mit  der  Zeit  vollständig
imstande  sein  wird,  den  Bedarf  der  in  Rußland
laufenden  7  400  000  Spindeln  zu  decken  und
somit  Rußland  von  der  Abhängigkeit  vom  amerikanischen
  Baumwollmarkte  zu  befreien.

England  und  Frankreich  wetteifern,  ihre
Kolonien,  bzw.  die  dort  für  den  Baumwollban
geeigneten  Gebiete  durch  Eisenbahnen  zu  erschlieben.
  Ein  glänzendes  Beispiel  bietet  England,
  dessen  Parlament  im  Mai  d.  Is.  ohne
Debatte  dem  Bau  einer  640  km  langen  Eisenbahn
  in  Nordnigeria  zugestimmt  hat,  um  die
dortigen  Gebiete,  die  ähnlich  günstige  Vorbedingungen,
  wie  unser  Togo,  besitzen,  für  eine
Baumwollkultur  großen  Stiles  zu  erschließen.

Zur  Förderung  des  Eisenbahnbaues  in
den  deutschen  Kolonien  hat  das  Kolonial=Wirtschaftliche
  Komitee  wirtschaftliche  Erkundungen
im  südlichen,  mittleren  und  nördlichen  Deutsch-Ostafrika
  anstellen  lassen,  deren  Ergebnisse  als
wirtschaftliche  Grundlage  für  die  Wahl  der  zu
bauenden  Linien  dienen  sollen.  Die  Berichte
sind  Mitte  1905  und  im  Juli  d.  Is.  veröffentlicht
  worden.  Um  die  Weiterführung  der  seiner
Zeit  vom  Komitee  trassierten  und  seit  dem
27.  Jannar  1907  im  Betrieb  befindlichen  Togo-Innenlandbahn
  von  Palime  nach  dem  viel
versprechenden  Baumwollgebiet  Atakpame,  das
in  diesem  Jahre  bereits  die  Führung  der  Baumwolle
  produzierenden  Bezirke  Togos  übernommen
hat,  bleibt  das  Komitee  dauernd  bemüht.

Die  im  Oktober  abgeschlossene  Reise  des
Staatssekretärs  des  Reichs-Kolonialamtes,
Exz.  Dernburg,  nach  Deutsch-Ostafrika,  die
insbesondere  der  wirtschaftlichen  Entwicklung  und
der  Eisenbahnfrage  gewidmet  war,  brachte  hinsichtlich
  der  Baumwollkultur  die  erneute  Feststellung,
  daß  die  Aussichten  dieser  Kultur,  namentlich
  bei  künstlicher  Bewässerung,  günstig  sind.
In  dem  am  weitesten  vorgeschrittenen  Baum-
        <pb n="1217" />
        W  1102  2

wollgebiet  in  Sadani  plant  der  Staatssekretär
die  Bildung  einer  Baumwollbau=  und  Bewässerungs-Genossenschaft
  zum  Zweck  eines  gemeinschaftlichen
  Kanalbaues  unter  Staatsgarantie.
Als  wichtigstes  Ergebnis  der  Reise  erhofft  man
ein  schnelleres  Tempo  im  Eisenbahnbau
dieser  Kolonie,  der  neben  der  Lösung  der  Wasserund
  Arbeiterfrage  die  Vorbedingung  für  einen
rationellen  Baumwollbau  größeren  Stiles  bildet.

Schließlich  fallen  auch  noch  die  Bestrebungen
des  Präsidenten  der  Vereinigten  Staaten
Amerikas  ins  Gewicht,  das  mit  den  Trusts  zusammenhängende
  Spekulantentum  nach  Möglichkeit
  einzuschränken.“

1  1

Eine  Zusammenstellung  der  „Baumwollindustrie
  der  Welt  1906“,  die  insgesamt
122  380  000  Spindeln  und  2  300  000  Webstühle
umfaßt  und  die  „der  deutschen  Baumwollindustrie“",
  die  insgesamt  9  730  209  Spindeln
und  231  199  Webstühle  und  weit  über  eine
Million  Arbeiter  beschäftigt  und  einen  jährlichen
Produktionswert  von  über  einer  Milliarde  Mark
schafft,  ist  in  dem  Bericht  des  Komitees  durch
eine  graphische  Darstellung  veranschaulicht.

Eine  ernste  Mahnung  an  die  im  Bezug  von

Rohbaumwolle  abhängigen  Länder  zeigt  eine
Skizze  der  prozentualen  Zunahme  ihrer
Industrie  gegenüber  der  Zunahme  der

Industrie  in  den  Baumwollproduktions-=gebieten.
  WMährend  die  Textilindustrie  von
1890  bis  1906  in  England  nur  14  v.  H.  und
auf  dem  europäischen  Kontinent  nur  41  v.  H.
zugenommen  hat,  hat  im  gleichen  Zeitraume  die
Textilindustrie  in  dem  Hauptproduktionsgebiet,  den
Vereinigten  Staaten,  die  enorme  Steigerung  von
74  v.  H.  erfahren,  ihm  folgt  Ostindien  mit  55  v.  H.
Die  Schaffung  eigener  Produktionsgebiete,  die
mit  der  Zeit  eine  wenigstens  teilweise  Unabhängigkeit
  von  Amerika  ermöglichen,  kann  als
eine  Lebensfrage  für  die  Textilindustrie  der  baumwollabhängigen
  Länder  bezeichnet  werden.

Der  koloniale  Baumwollbau  aber  kostet  zunächst
  Lehrzeit  und  Lehrgeld,  wie  dies  in  den
Berichten  über  die  deutschkolonialen  Baumwollunternehmungen
  immer  wieder  hervorgehoben
worden  ist.  Die  großen  Schwierigkeiten,  die
einem  rationellen  Baumwollbau  mit  moderner
Technik  in  Afrika  entgegenstehen,  sind  mehrfach
betont  worden.  Auch  Amerika  hat  erst  nach  einer
Reihe  von  Versuchs=  und  Lehrjahren  die  ersten
10  000  Ballen  auf  den  Markt  gebracht.

In  Würdigung  des  für  unsere  heimische
Volkswirtschaft  und  Sozialpolitik  bedeutungsvollen
Kulturwerkes  und  in  der  Erkenntnis  der  mit
einer  neuen  Kultur  in  noch  rohen  Ländern  ver- 



bundenen  Schwierigkeiten  hat  eine  gemeinnützige
Körperschaft  die  Einführung  des  Baumwollbaues
in  den  deutschen  Kolonien  sich  zur  Aufgabe  gestellt.
  Die  Baumwollkonferenzen  im  Auswärtigen
  Amt  (Kolonial-Abteilung)  vom  24.  März
1902  und  im  Reichsamt  des  Innern  vom  6.  März
1907  haben  das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitce
bzw.  dessen  Baumwollbau-Kommission  mit  der
dauernden  Wahrnehmung  der  Baumwollbau-Interessen
  betraut.  Das  Komitee  wird  sich  trotz
gelegentlicher  Rückschläge  nicht  beirren  lassen,  die
nationale  Aufgabe  einer  glücklichen  Lösung  entgegenzuführen;
  Vorbedingung  ist  allerdings,  daß
das  Werk  durch  Regierung  und  Reichstag,  durch
die  Textilindustrie  und  das  gesamte  deutsche  Volk
dauernd  tatkräftig  unterstützt  wird.

n  *
*#

Hinsichtlich  der  einzelnen  deutschen  Schutzgebiete
  wird  in  dem  Bericht  des  „Kolonial=Wirtschaftlichen
  Komitees“  bemerkt:

„In  Togo  ist  Kronland  nicht  vorhanden.
Das  Land  ist  vorwiegend  im  Besitz  der  Eingeborenen.
  Der  Baumwollbau  ist  demgemäß  als
Volkskultur  eingeführt  worden.  Zu  Versuchsund
  Lehrzwecken,  insbesondere  zur  Ausbildung
von  Baumwollfarmern  und  zur  Verbesserung  der
Qualitäten  ist  die  Ackerbau-  (Baumwoll-)  Schule
Nuatschä  geschaffen  worden.  Zur  Ausbreitung
der  Baumwolleingeborenenkultur  errichtet  das
Komitee  fortgesetzt  neue  Entkernungsanlagen  und
Aufkaufmärkte,  die  sich  etappenmäßig  nach  dem
Innern  der  Kolonie  vorschieben.  Das  sichtbare
Vertraunen  des  Europäers  auf  die  Rentabilität
des  Baumwollgeschäftes  stärkt  das  Vertrauen  des
Eingeborenen  zum  Baumwollbau.  Sobald  die
Verhältnisse  die  Umwandlung  in  ein  Erwerbsunternehmen
  zulassen,  gibt  das  Komitee  seine
Unternehmungen  an  solche  direkten  Interessenten
ab,  welche  sich  verpflichten,  dieselben  zu  gleichen
Zwecken  wie  bisher  weiter  zu  betreiben.  Die
dadurch  frei  gewordenen  Mittel  finden  für  weitere
Pionierarbeit  Verwendung.  Zur  Sicherstellung
der  eingeborenen  Bevölkerung  gegen  irgendwelche
Verluste  gewährleistet  das  Komitee  die  Abnahme
jeder  Menge  Baumwolle  zu  einem  bestimmten,
vor  der  Pflanzzeit  veröffentlichten  Taxpreise.
Außerdem  sorgen  Regierungsstationen  und  Komitce
für  Gewinnung  und  Verteilung  von  ausgewähltem
Saatgut.  Der  Mangel  einer  Eisenbahnlinie  nach
dem  Hinterland  und  die  in  weiten  Gebieten
herrschende  Tsetsekrankheit  halten  die  wirtschaftliche
  Entwicklung  der  Kolonie  und  damit  auch
den  Baumwollbau  noch  zurück.  Bei  den  bestehenden
  Verhältnissen  haben  sich  indessen  die
Baumwollschule,  die  Verteilung  von  Saatgut,
die  Entkernungsanlagen  und  Aufkanfmärkte,  so-
        <pb n="1218" />
        G  1103  2

wie  die  Preisgarantie  als  wirksames  Mittel  für
die  allmähliche  Einführung  der  Baumwollvolkskultur
  in  Togo  erwiesen.  Die  Vermehrung  der
Produktion  und  die  Verbesserung  der  Preise  geht
aus  vorstehender  Darstellung  hervor.

Nach  dem  amtlichen  Bericht  hat  die  Ernte
1905/06  857  Ballen  zu  250  kg  gebracht.  Die
Pflanzzeit  in  Togo  fällt  in  die  Monate  Mai  bis
Juni,  die  Erntezeit  in  die  Monate  Oktober  bis
März.  Die  Ernte  1906/07  wird  von  der  Baumwollinspektion
  auf  1250  Ballen  zu  250  kg,  also
auf  über  45  v.  H.  mehr  als  im  Vorjahre  geschätzt.
  Die  Verschiffungen  vom  1.  Oktober  1906
bis  22.  September  1907  belaufen  sich  nach  zollamtlichem
  Ausweis  über  den  Hafen  Lome  auf
1150  Ballen,  über  den  Hafen  Anecho  auf  40
Ballen.  Dazu  kommt  die  nicht  zahlenmäßig
festgestellte  Ausfuhr  über  den  Volta  bzw.  über
den  englischen  Hafen  Addah.

Das  Komitee  hat  auch  für  das  Jahr  1907
einen  Garantiepreis  von  30  Pfg.  per  Pfund
entkernte  Baumwolle  loko  Kolonie  festgesetzt.

Der  Erlös  für  Togobaumwolle  in  Deutschland
  stellte  sich  im  Jahre  1906  auf  durchschnittlich
  57  Pfg.  per  ½  kg;  im  ersten  Halbiahr
1907  profitierte  das  Produkt  durch  die  allgemeine
  Preissteigerung  von  Baumwolle  und
brachte  einen  Durchschnittspreis  von  67  Pig.,
also  einige  Pfennige  mehr  als  amerikanisch
middling.

Die  Ackerbau=  (Baumwoll-)  Schule  Nuatschä
hat  etwa  150  ha  mit  Baumwolle  bestellt.  Die
Ernte  wird  auf  140  bis  150  Ballen  à  250  kg
geschätzt.  Die  Arbeiten  der  Ackerbauschüler  sind
so  verteilt,  daß  der  erste  Jahrgang  die  Reinigung
  der  Felder  vorzunehmen  hat,  während  die
Schüler  des  zweiten  Jahrganges  die  Pflugarbeiten
zu  verrichten  haben.  Zu  den  Erntearbeiten
werden  Schüler  beider  Jahrgänge  herangezogen.
Die  Schüler  des  dritten  Jahrganges  arbeiten
größtenteils  auf  ihren  eigenen  Baumwollfarmen.
Bekanntlich  wird  jedem  Schüler  im  zweiten  Lehrjahre
  ein  Feld  von  1  ha  zur  eigenen  Bebauung
überwiesen.  Der  Erlös  aus  der  gegzogenen
Baumwolle  fällt  dem  betreffenden  Schüler  zu.
Die  Pflugversuche  haben  gute  Fortschritte  gemacht.
  Die  Entkernungsanlage  in  Nuatschä  dient
gleichzeitig  zum  Unterricht  der  Schüler  in  der
maschinellen  Erntebereitung.

Der  Aufkauf  von  Baumwolle  von  den  Eingeborenen
  ist  nunmehr  der  Togobaumwoll-Gesellschaft
  m.  b.  H.  überlassen,  seitdem  diese
eine  Aufkaufstelle  in  Nuatschä  eingerichtet  hat.

Zur  Einführung  eines  rationellen  Baumwollbaues

  in  Kamerun  hatte  das  Komitee  das
Programm  aufgestellt,  zunächst  die  Eingeborenen-Kultur
  in  Bamum,  im  Balilande  und  in

 

Adamaua  durch  Lieferung  von  Saat,  Pflügen,
Entkernungsmaschinen  und  Prämien  an  Regierungsstationen
  und  dort  ansässige  Firmen  zu
fördern.  Erst  nach  Fertigstellung  und  Fortführung
  der  Eisenbahn  Hickory-Manenguba
lohnt  es,  eine  Baumwollbau-Organisation  wie  in
Togo  zu  schaffen  und  größere  Mittel  zur  Einführung
  und  Ausbreitung  der  dortigen  für  den
Baumwollbau  geeigneten  Gebiete  aufzuwenden.

Wegen  Entsendung  eines  Baumwollsachverständigen
  nach  Deutsch-Südwestafrika  können
Abmachungen  erst  nach  Rückkehr  des  Unterstaatssekretärs
  im  Reichs-Kolonialamt  v.  Lindegquist
getroffen  werden.

Inzwischen  hat  Regierungsrat  Dr.  v.  Eschstruth
  Kulturversuche  mit  Togosaat  in  Grootfontein
  angestellt  und  die  ersten  Baumwollproben
  dem  Komitee  übersandt.  Dieselben  sind
(wie  in  der  letzten  Nummer  des  „Kol.  Bl.“
mitgeteilt)  von  der  Chemnitzer  Aktien-Spinnerei,
Chemnitz  recht  günstig  begutachtet  worden.

Im  Gegensatz  zu  Togo  steht  in  Deutsch-Ostafrika
  genügend  Baumwolland  für  den  Erwerb
  durch  Pacht  oder  Kauf  zur  Verfügung.
Demgemäß  wurde  der  Baumwollbau  in  dieser
Kolonie  nicht  nur  als  Kleinbauern=  und  Negerkultur,
  sondern  namentlich  auch  als  europäische
Plautagenkultur  eingeführt.  Um  die  Kleinkultur
  ertragreicher  zu  machen,  wird  der  allmähliche
  Ersatz  der  althergebrachten  Hackkultur  durch
die  Pflugkultur  mit  Viehbetrieb  angestrebt.  Für
die  Kleinkultur  reicht  die  natürliche  Bewässerung
unter  normalen  Witterungsverhältnissen  aus.  Die
Großkultur  muß  wegen  der  Sicherheit  der  Ernte
und  des  investierten  Kapitals  mit  künstlicher
Bewässerung  rechnen.  Der  Bodenpreis  in  der
Kolonie  (2  bis  20  Rps.  pro  Hektar)  gegen  bewässerbares
  Baumwolland  z.  B.  in  Agypten
4000  bis  11  000  Mk.,  läßt  übrigens  einen
weiten  Spielraum  für  Aufwendungen  für  künstliche
  Bewässerung  zu.  Wegen  der  abgegrenzten
Regen=  und  Trockenzeiten-  verdienen  der  Süden
und  der  zentrale  Teil  der  Kolonie  den  Vorzug.

Die  größten  Schwierigkeiten  für  die  Ausbreitung
  der  Kultur  bilden  die  über  weite  Gebiete
  verbreiteten  Viehseuchen,  welche  die  Einführung
  der  Pflugkultur  außerordentlich  erschweren,
  und  der  Mangel  an  leistungsfähigen
und  billigen  Transportmitteln,  welcher  die  Kultur
in  den  noch  nicht  erschlossenen,  aber  klimatisch
besonders  geeigneten  Gebieten  im  Innern  der
Kolonie  vorerst  unmöglich  macht,  denn  es  ist
ausgeschlossen,  ein  Produkt  wie  Baumwolle,  bei
dem  jeder  Pfennig  Trausportkosten  eine  Rolle
spielt,  in  wochenlangen  Märschen  auf  dem  Kopf
des  Negers  an  den  Markt  zu  bringen.  Die
Schaffung  von  Eisenbahnen  und  die  Be-5
        <pb n="1219" />
        G  1104  20

kämpfung  der  Viehseuchen  sind  Aufgaben  der

Regierung.
Den  bestehenden  Verhältnissen  Rechnung
tragend,  bewirkt  das  Kolonial-Wirtschaftliche

Komitee  die  Einführung  der  Baumwoll-Plantagenund
  Volkskultur  durch  die  folgenden  Einrichtungen
  und  Maßnahmen:

Versuchs=  und  Lehrplantagen  in  Sadani
  an  der  Küste  und  in  Panganja  am
oberen  Rufidji.  Panganja  verfolgt  die  Zwecke
einer  Baumwollschule  durch  Unterricht  von  Eingeborenen
  im  rationellen  Baumwollbau  und  die
Förderung  der  Negerkulturen  im  Ruffdjigebiet.
Sadani  dient  als  Beispiel  für  die  eunropäische
Plantagenkultur  unter  Verwendung  der  modernen
Technik:  Dampfpflug,  künstliche  Bewässerung  usw.,

Ansiedlung  von  Kleinbauern  und
Negern  in  der  Umgegend  der  Komiteepflanzungen
  und  der  europäischen  Plantagenbetriebe;

  um  Sadani  hat  sich  bereits  eine  Anzahl
  Plantagen  und  Kleinbetriebe  gruppiert,

Förderung  von  europäischen  Baumwoll-Plantagen-Unternehmungen,


Bildung  von  Baumwollbau-=wässerungs-Genossenschaften,


Kostenfreie  Verteilung  von  ausgesuchtem
Saatgut,

Entkernungsanlagen  und  Aufkaufmärkte
  in  den  bisher  dem  Verkehr  erschlossenen
Gebieten,

Garantie  bestimmter  Aufkaufpreise,
oder  kommissionsfreier  Verkauf  der  Baumwolle
in  Deutschland.

Mit  der  Entwickelung  der  Verkehrsverhältnisse
  der  Kolonie  Schritt  haltend,  wird  das
Komitee  insbesondere  neue  Entkernungsanlagen
und  Aufkaufmärkte  etappenmäßig  nach  dem  Innern
vorschieben,  um  dort  durch  die  Gelegenheit  der
maschinellen  Erntebereitung  und  des  Absatzes  zunächst
  eine  Negerkultur  ins  Leben  zu  rufen,  der
dann  eine  Baumwollkultur  größeren  Stiles  folgen
kann.

Eine  Ubersicht  über  die  Produktion,  die  Verbesserung
  der  Qualitäten  und  die  Steigerung  der
Preise  geht  aus  den  nachstehenden  Zahlen  hervor:

1902  1903  1904  1905  1906

2  37  754  755  732  Ballen

à  500  Pfund
106  Pfg.  Höchstpreise
  pro  Pfund.

Die  Erzielung  vorzüglicher  Qualitäten  läßt
die  Kultur  besonders  aussichtsreich  erscheinen.
Die  bisherigen  Ergebnisse  der  Einführung  der
Kultur  sind  als  befriedigend  zu  bezeichen.

Die  Pflanzzeit  fällt  in  die  Monate  Januar
bis  Mai,  die  Erntezeit  in  die  Monate  Sepund

  Be- 



—  55  63  90

 

teniber  bis  Dezember.  Die  diesjährige  Ernte
hat  im  September  begonnen.  Eine  Schätzung
des  Kommissariats  liegt  bis  jetzt  noch  nicht  vor.
Die  Lieferungen  und  der  Aufkauf  der  Eingeborenen-Baumwolle
  zieht  sich  stets  mehrere  Monate
  hin.  Die  Feststellung  des  Ernteergebnisses
1907  bleibt  dem  Frühjahrsbericht  1908  vorbehalten.


Um  die  eingeborene  Bevölkerung  vor  jedem
Verlust  durch  Preisschwankungen  zu  schützen,
hat  das  Komitee  auch  für  das  Jahr  1907  die
Garantie  übernommen:  jedes  Quantum  Baumwolle
  in  einer  der  Marke  „fully  good  fair“
gleichkommenden  oder  sie  übertreffenden  Qualität
zum  Preise  von  40  Pfg.  pro  Pfund  und  in  einer
der  Marke  „fully  good  fair“  nicht  gleichkommenden
  Qualität  zum  Preise  von  30  Pfg.  pro  Pfund
abzunehmen.  Das  Komitee  hat  sich  ferner  bereit
erklärt,  den  Verkauf  der  Baumwolle  in  Deutschland
  kostenfrei  zu  übernehmen.

Im  ersten  Halbjahr  1907  erzielte  die  ostafrikanische
  Baumwolle  einen  Durchschnittspreis
von  84½  Pfg.  und  einen  Hoöchstpreis  von
106  Pfg.  pro  Pfund.  Die  Steigerung  der
Preise  ist  zum  Teil  in  der  allgemeinen  Marktlage,
  zum  Teil  aber  auch  in  den  fortgesetzt  sich
verbessernden  Qualitäten  begründet.  Gutachten
von  besonderem  Interesse  sind  im  Anhang  des
Berichtes  wiedergegeben.

*  1

*#
Baumwollplantagen  unter  europäischer
Leitung
werden  seit  einigen  Jahren  im  südlichen  und
mittleren  Teile  der  Kolonie  und  am  Victoriasee
betrieben.  Die  Pflanzungen  sind  im  Besitz  von
deutschen  Ansiedlern,  von  Griechen  und  Alexandriner
  Firmen.  Mit  dem  Baumwollgeschäft:  mit
dem  Ankauf  von  Rohbaumwolle  bzw.  der  maschinellen
  Erntebereitung  befassen  sich  seit  1905
die  in  der  Kolonie  ansässigen  Firmen  und  deren
Faktoreien,  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft,
  Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.,  Hansing
&amp;amp;  Co.,  Traun,  Stürken  &amp;amp;  Co.  und  andere.

Im  Vertrauen  auf  eine  kommerzielle  Leitung
des  Reichs-Kolonialamtes  und  auf  einen  Reichstag,
  der  gewillt  ist,  unsern  Kolonialbesitz  durch
Eisenbahnen  zu  erschließen,  sind  im  Frühjahr
auch  deutsche  Baumwollfabrikanten  mit
dem  Kaiserlichen  Gouvernement  wegen  Erwerb
von  Baumwolland  in  Unterhandlung  getreten.
Über  die  Einleitung  der  neuen  Unternehmungen
verdanken  wir  den  Interessenten  die  folgenden
Mitteilungen.

Baumwollpflanzungsgesellschaft  Kilwa.
Die  Gesellschaft  hat  in  der  Landschaft  Mtingi
6000  ha  Land  vom  Gouvernement  gepachtet
        <pb n="1220" />
        W  1105  e

und  mit  den  Arbeiten  auf  den  Pflanzungen  im
Juni  d.  J.  begonnen.  In  diesem  Jahre  sollen
600  ha  mit  Baumwolle  bepflanzt  werden.  Ein
Dampfpflug,  deutsches  Fabrikat,  eine  Entkernungsanlage,
  englische  Walzengins,  amerikanische  Presse
sowie  amerikanische  Baumwollsämaschinen  sind
Anfang  August  auf  der  Pflanzung  eingetroffen.

Baumwollplantagen  der  Leipziger
Baumwollspinnerei.  Die  Leipziger  Baumwollspinnerei
  hat  im  Hinterlande  von  Sadani
in  Deutsch-Ostafrika  Ländereien  und  Reservate
von  zusammen  30  000  ha  erworben,  um  daselbst
Baumwollkulturen  im  Großbetriebe  zu  errichten.
  Das  Unternehmen  steht  unter  der  Oberleitung
  des  Herrn  John  Booth,  dem  als  erster
Assistent  und  Vertreter  Herr  A.  Hauter  beigegeben
  ist.  Außer  den  genannten  Herren  sind
weitere  drei  landwirtschaftliche  und  ein  kaufmännischer
  Assistent,  sowie  zwei  Maschinisten
engagiert.  Als  ständiger  Arbeiteranwerber  ist
der  frühere  Oberleutnant  der  Schutztruppe,  Herr
Rudolf  Klinghardt,  gewonnen.  Die  betreffenden
Beamten  sind  mit  Ausrüstungen  bereits  eingetroffen.
  Das  Unternehmen  wird  zunächst  mit
zwei  Dampfpflügen  begonnen,  mit  den  Vorarbeiten
  in  Deutsch-Ostafrika  wurde  angefangen.

Ostafrikanisches  Pflaunzungs-Syndikat.
Die  Gesellschaft  hat  die  Pflanzung  des  Herrn
Brunhoff  in  Makuyuni  übernommen.  In
diesem  Jahre  sind  etwa  200  ha  mit  Baumwolle
als  Zwischenkultur  bepflanzt  worden.  Eine  Dampfentkernungsanlage
  ist  im  Oktober  dort  eingetroffen.


Baumwollpflanzung  der  Terxtilfirma
Alfred  Reichelt.  Nach  Mitteilung  der  Ostafrikanischen
  Eisenbahngesellschaft  hat  diese  der
Firma  Alfred  Reichelt  ein  größeres  Gebiet  um
Tomodo,  Kikunde  und  Karandi  zugesagt,  wo
guter  Baumwollboden  ist.

Baumwollpflanzung  Kilossa.  Kommerzienrat
  Otto  schreibt:  „Da  es  in  der  Kolonie
genug  Baumwolland  gibt,  habe  ich  vorerst  einmal
  4000  bis  5000  ha  in  Kilossa  belegt.  Die
Ebene,  welche  an  den  Fuß  des  mittelafrikanischen
Gebirges  heranreicht,  ist  sehr  fruchtbar  und  besonders
  günstig  für  Baumwollkultur  wegen  der
Möglichkeit  der  Bewässerung.  Bei  Mokondo
(Nguru-Gebirge)  (am  Wami  und  Liwale)  stehen
bedentende  Strecken  für  die  Baumwollkultur  zur
Verfügung,  sind  aber  noch  zu  weit  ab  vom  Verkehr.
  Es  wird  zwar  gegenwärtig  (wegen  Ausnutzung
  des  Urwaldes  im  Nguru-Gebirge)  eine
Straße  von  dort  nach  Morogoro  projektiert,  und
dadurch  würde  dieses  Gebiet,  wenn  auch  nicht
gerade  an  der  Bahn  liegend,  doch  etwas  erschlossen
  werden.  Ich  gebe  den  Gebieten  mehr
im  Innern  von  Afrika  den  Vorzug  vor  dem

 

Küstengebiet,  wie  Sadani  usw.,  weil  sie  abgegrenztere
  Regen=  und  Trockenzeiten  haben,  an
Flüssen  liegen,  die  nie  versiegen,  was  im  Küstengebiet
  auf  die  Dauer  nicht  vorauszusehen  ist.
Und  dann  haben  auch  die  von  mir  beschäftigten
Europäer  (fünf  an  der  Zahl)  Gelegenheit,  ihre
Wohnungen  ins  Gebirge  hinein  zu  verlegen,  wo#
es  schon  bedeutend  gesünder  ist  als  in  der  Ebene.
Ich  habe  dies  am  eigenen  Leibe  erfahren.  In
Morogoro  habe  ich  Baumwolle  aufgekauft,
welche  in  Kilossa  gewachsen  ist  und  einen  sehr
schönen  und  seidigen  Stapel  aufweist.

Eine  Entkernungsanlage,  englische  Walzengins,
amerikanische  Presse  sind  bestellt.  Leider  kommen
meine  Dampfpflüge  vor  der  jetzt  einsetzenden
Regenzeit  nicht  mehr  an  Ort  und  Stelle,  weil
sie  die  Strecke  Morogoro  —Kilossa  nur  bei  Trockenheit
  passieren  können  und  drei  Flüsse  zu  übersetzen
  sind,  von  denen  zwei  gar  keine  Brücken
besitzen  und  einer  nur  eine  sehr  baufällige  Brücke
hat.  Es  ist  höchste  Zeit,  daß  mit  dem  Eisenbahnbau
  energisch  vorgegangen  wird.“

Ostafrikanische  Eisenbahngesellschaft.
„Eine  größere  Anzahl  von  Landanträgen,“  so
schreibt  die  Gesellschaft,  „liegt  uns  vor;  einige
Ansiedler  sind  bereits  in  Deutsch-Ostafrika  eingetroffen
  und  zur  Zeit  damit  beschäftigt,  sich  mit
den  Verhältnissen  an  unserer  Bahn  bekannt  zu
machen  und  geeignete  Flächen  auszusuchen.  Jeder
bemüht  sich,  noch  vor  der  großen  Regenperiode
mit  den  Vorbereitungsarbeiten  fertig  zu  werden.
Welchen  Kulturen  sich  diese  Ansiedler  zuwenden
werden,  ist  uns  noch  nicht  bekannt;  doch  glauben
wir,  daß  sie  Baumwolle  größtenteils  als
Zwischenkultur  setzen  werden.  —  Gutes  Baumwolland
  befindet  sich  in  den  Niederungen  der
drei  Flüsse  Kingani,  Ngerengere  und  Lukonde.
  Am  23.  September  wurde  die  erste
Ladung  Baumwolle,  bestehend  aus  81  ungepreßten
  Ballen  im  Gewichte  von  2000  kg,  auf
unserer  Bahn  von  Herrn  F.  Beyer  in  Mikesse
nach  Daressalam  verladen.“

Welternte  und  Weltverbrauch  von  Kakaoo  1906.)

Die  Welternte  des  Jahres  1906  beträgt
149  020  695  kg.  Da  im  Jahre  1905  die  Welternte
  nur  143  500  358  kg  betragen  hat,  so
sehen  wir,  daß  uns  das  letzte  Jahr  1906  einen
Ernteüberschuß  von  rund  5  500  000  kg  beschert
hat.  Zu  Vergleichszwecken  nebeneinandergestellt,
ergeben  sich  als  Welternteerträge  die  folgenden
Mengen:  Die  Welternte  betrug:

*)  Aus  dem  „Gordian“  Geitschrift  für  die  Kakao-,
Schokoladen=  und  Zuckerwarenindustrie).
        <pb n="1221" />
        G  1106  2

1902  122  411  485  kg  1905  143  500  358  kg
1903  127  927  450  5  1906  149  020  695  =
1904  148  248  024

Die  größten  Jahreserträge  und  zugleich  die
größten  überschüsse  über  ihr  voraufgegangenes
Jahr  haben  1902  mit  15  Millionen  und  1904
mit  21  Millionen  Kilo  Überschuß  gebracht.  An
den  ÜUberschüssen  waren  1902  hauptsächlich  Trinidad,
  Santo  Domingo,  Venezuela  als  alte
Kakaoländer  und  die  Goldküste  als  neues  Land
beteiligt,  während  die  Überschüsse  des  Jahres
1904  auf  Riesenernten  in  Guayaquil,  Brafilien,
wieder  Trinidad,  Domingo,  Venczuela  und  Goldküste
  zurückzuführen  sind.

Abgesehen  von  diesen  beiden  Riesenjahren
muß  das  Jahr  1906  durchaus  als  ein  normales
Erntejahr  beurteilt  werden.

Brasilien  mit  seinen  „Bahia“=  und  „Para“=Kakaotypen
  rückt  im  Jahre  1906  an  die  erste
Stelle  aller  Länder,  also  an  den  Platz,  den  lange
Jahre  hindurch  Ecuador  besaß.  Im  Jahre  1905
kamen  die  portugiesischen  Inseln  St.  Thomé  und
Principe  mit  ihrem  Thomé-Kakaotyp  an  die  erste
Stelle  —  immer  rein  gquantitativ  genommen.
Und  im  Jahre  1906  steht  Brasilien  an  erster
Stelle.  Da  Brasilien  spielend  seine  Produktion
vergrößern  kann,  so  ist  es  leicht  möglich,  daß  es
nicht  nur  für  1906  das  größte  Kakaoland  bleiben,
sondern  daß  es  den  ersten  Platz  auch  in  Zukunft
behalten  wird.  Im  Kaffeestaate  Sao  Paulo
werden  von  der  Regierung  Erhebungen  auch  über
die  Möglichkeit  des  Kakaoanbaues  in  den  Küstengebieten
  angestellt.  Die  Ausfuhr  verteilt  sich  auf
Grund  der  amtlichen  Statistik  der  Vereinigten
Staaten  von  Brasilien  in  folgender  Weise:

 

Es  lieferten  1905  1906
kg  kg
Bahia  16  879  000  22  964  000
Para  3  702000  1752  000
Andere  Gebiete  509  088  419  307
im  ganzen  21  090  088  25  135  307

Von  diesen  Mengen  sind  verladen  worden
nach  den  Häfen  folgender  Länder:
1905

 

1906
kg  kg
Vereinigte  Staaten  4  816  000  8  894  000
Deutschlan  5  339  000  7  190  000
Frankreich  7  330  000  5  284  000
England.  1  250  0O000  2  020  000
Holland  844  000  423  000
andere  Länder.  1  511  088  1  324  307
21  090  088  25  135  307

An  diesen  Zahlen  fallen  vor  allem  die  großen
Mengen  auf,  die  im  Jahre  1906  nach  den  Vereinigten
  Staaten  gingen.

 

An  zweiter  Stelle  stehen  die  portugiesischen
Inseln  Thomé  und  Principe,  die  im  Jahre
1905  die  größte  Ernte  brachten,  sich  1906  aber
von  Brasilien  überholen  ließen;  ob  Thomé  jemals
wieder  den  Platz  von  1905  einnehmen  wird,  erscheint
  unter  den  heutigen  Aussichten  fraglich.
Das  für  den  Kakaobau  geeignete  und  zugleich
günstig  gelegene  Land  ist  auf  St.  Thomé  schon
sehr  knapp.  Andere  Länder  aber  haben  daran
lberfluß.

Auf  Thomé  folgt  Ecuador,  das  bis  zum
Jahre  1904  das  größte  Kakaoland  war,  seitdem
aber  von  Brasilien  und  von  Thomé  überholt  ist.
Auch  das  laufende  Jahr  scheint  nach  seinen  bisherigen
  Erträgen  Ecuador  nicht  wieder  in  den
früheren  Stand  einzusetzen.  Außer  dem  Hafenplatz
  Guayaquil  kommen  für  die  Kakaoausfuhr
von  Ecuador  noch  die  Plätze  Bahia  de  Caraquez
und  Puerto  Bolivar  mit  ansehnlichen  Mengen,
dann  Manta,  Esmeraldas  und  mit  unbedeutenden
Mengen  Cayo  in  Betracht.  Für  diese  einzelnen
Plätze  sind  die  genauen  Ausfuhrmengen  des
Jahres  1906  leider  noch  nicht  zur  Hand,  nur  die
Gesamtausfuhr  ist  uns  mit  24  237  630  kg  gemeldet
  worden.  Um  einen  Anhalt  zu  geben,
neunen  wir  die  Anteile  vom  Jahre  1905:

Guayaquil.  17  951  581  kg
Bahia  de  Caraquez  1  641  185=Puerto
  Bolivar  1  376  385
Esmeraldas  .  82887-Mantu.
  75312-Cayo
  483

21  127  833  kg

Die  Kakaoausfuhr  Ecuadors  ist  recht  bhelichen
  Schwankungen  ausgesetzt.  Seit  Jahren  ist
die  Beobachtung  zu  machen,  daß  die  Ernten
nicht  recht  vorwärts  kommen  wollen;  nur  ab  und
an,  z.  B.  1904  oder  1899  oder  1892,  wird  die
Reihe  durch  Ausnahmejahre  unterbrochen,  um
dann,  wie  1905,  1906  und  bisher  auch  1907,
wieder  auf  oder  gar  unter  die  durchschnittliche
Höhe  zurückzusinken.

Die  größte  Aufmerksamkeit  als  bedeutendes
Kakaoland  der  Zukunft  verdient  die  Dominikanische
  Republik  auf  der  Osthälfte  der  westindischen
  Insel  Haiti.  Heute  nehmen  die  dominikanischen
  Kakaos  der  Menge  nach  schon  den
vierten  Platz  ein;  sie  haben  binnen  kurzem  eine
Reihe  von  älteren  Gebieten  überflügelt.  An  der
Gesamtausfuhr  von  14  517  669  kg,  die  1906
erreicht  wurde,  war  der  Haupthafen  Sanchez  mit
8  340  394  kg  beteiligt,  während  das  letzte  Drittel
auf  Puerto  Plata,  Santo  Domingo  (Stadt),  Samanä
  und  San  Pedro  de  Macoris  entfällt.  Es
gibt  in  der  Dominikanischen  Republik  neben  den
bestehenden  und  jetzt  neu  angelegten  Kakao-
        <pb n="1222" />
        W  1107  20

pflanzungen  noch  immer  weite  Landstrecken,  die
zum  Kakaobau  wie  geschaffen  sind.  Jedenfalls
verbürgen  die  von  Jahr  zu  Jahr  angelegten
neuen  Pflanzungen  ein  stetes  Steigen  der  Ertragsfähigkeit.
  Diese  Möglichkeit  wachsender  Kakaoausfuhren
  findet  besonders  durch  umfangreiche
Bahnbauten  zur  Erschließung  der  inneren  Gebiete
eine  sehr  gute  Unterstützung.  Es  ist  allen  Kakaoländern
  ein  so  flottes  Vorwärtsstreben  zu  wünschen:
einmal  in  der  Neuanlage  von  Pflanzungen  und
dann  in  dem  Bau  neuer  Bahnen,  aus  dem
Innern  zur  Küste  führend.

Trinidad  hat  190é6  eine  wesentlich  kleinere
Ernte  gebracht  als  1905,  es  ist  aber  auch  das
einzige  Land,  hinsichtlich  dessen  man  von  einer
Mißernte  sprechen  kann.  Trinidad  hat

1904.  18  574  434  kg
1905.  20  018  560
1906  13  162  86ö0.

zur  Ausfuhr  gebracht.  Die  Pflanzer  aus  Trinidad
haben,  veranlaßt  durch  die  wachsende  Bedeutung
jüngerer  Kakaoländer  und  durch  den  Ausfall  von
1906,  Schritte  getan,  um  die  Ernten  gleichmäßiger
  zu  gestalten.  Je  unregelmäßiger  die
Ernten  eines  Landes  ausfallen,  desto  mehr  wenden
sich  die  Käufer  Ersatzsorten  zu,  um  nicht  ebenfalls
unter  dem  Ausfall  leiden  zu  müssen.  Die  Regierung
  hat  einen  Kakaosachverständigen  nach
Trinidad  geschickt,  um  den  Pflanzern  Winke  zu
geben.  Ob  aber  dieser  den  erhofften  Erfolg  erzielen
  wird,  erscheint  noch  nicht  sicher,  denn  beim
Kakao  spielt  die  Witterung  im  allgemeinen  und
auf  Trinidad  noch  ganz  besonders  eine  sehr  große
Rolle.

Von  Venezuela  haben  wir  für  1906  zum
ersten  Male  außer  der  Zahl  für  die  Gesamtausfuhr
auch  amtliche  Angaben  über  die  Verteilung  dieser
Ausfuhren  auf  die  einzelnen  Häfen.  Die  einzelnen
Zahlen  gestatten  Schlüsse  auf  die  Bedeutung  der
verschiedenen  Plätze  für  die  Kakaoausfuhr.  Diese
hat  betragen  in  Tilogramm:

 

 

.  1.  Halbjahr  2.  Halbjahr
in  br  1906  1906
La  Guayra  5416518  1895929  7312447
Carupano  1584391  1090070  2674461
Guiria  .  816888  358278  1175  166
Puerto  Cabello  674290  255599  929889
Cristobal  Colon  177350  86159  263515
Maracaibto.  129736  127306  257042
Cafio  Colorado  84747  89732  174479
Cindad  Bolivar  17883  45227  63110
Barrancas  —  11756  11756
Puerto  Sucre  —  1550  1550
Pampatar  —  1200  1200
8901  803  3962806  12864609

 

Aus  dieser  Aufstellung  ist  ersichtlich,  daß  die
größten  Ausfuhren  in  die  erste  Jahreshälfte  fallen.
Von  den  Ausfuhren,  besonders  der  Häfen  Guiria
und  Cristobal  Colon,  geht  ein  Teil  über  Trinidad
auf  den  Weltmarkt.  Guiria  und  Cristobal  Colon
sind  in  diesem  Jahre  zu  einem  Zollbezirk  vereinigt,
  so  daß  in  Zukunft  die  Ausfuhren  beider
Plätze  in  einer  Summe  erscheinen  werden.  In
Venezuela  ist  ebenfalls  noch  viel  Land  vorhanden,
das  sich  zum  Kakavanbau  eignen  würde,  aber
seit  Jahren  geht  auch  in  Venezuela  der  Ertrag
nicht  recht  vorwärts.  Der  Ernteertrag  Venezuelas
  für  1905  betrug  12  700  555  kg.  1906
zeigt  demgegenüber  immer  noch  eine  kleine  Zunahme.


Sehr  erfreulich  sind  die  Erträge,  die  Britisch=Westafrika
  liefert,  die  Goldküste  in  Akrakakao
und  Lagos  (Südnigeria).  Die  Ernten  dieser
beiden,  durch  das  deutsche  Togo  getrennten  Gebiete
  haben  sich  in  kurzer  Zeit  ganz  gewaltig
emporgeschwungen,  so  daß  heute  Akrakakao  zu
den  hauptsächlichsten  Konsumsorten  gehört.  Die
Ausfuhren  von  Kakao  haben  betragen  in  Kilogramm
  aus:

der  Goldküste  Lagos  zusammen
1906  9  004  277  734  687  9  738  964
1905  5  165  820  454  420  5  620.240
1904  5  133  157  539  444  5772  597
1903  2  580  682  283  534  2  580  682
1902  2  610  294  273  493  2  710  294

In  Lagos  wie  an  der  Goldküste  liegt  der
Anbau  fast  einzig  und  allein  in  den  Händen  der
schwarzen  Bevölkerung;  in  beiden  Gebieten  hat
die  englische  Regierung  ein  wachsames  Auge  auf
die  Entwicklung  der  Pflanzungen,  die  sie  in  jeder
Weise  zu  fördern  sucht.  Die  Neuanpflanzungen
werden  mit  Eifer  fortgesetzt,  und  zwar  sind  es
zum  guten  Teil  ausgediente  Kontraktarbeiter  von
St.  Thomé,  die  durch  Verwertung  ihrer  aus  St.
Thomé  mitgebrachten  Kenntnisse  im  Verein  mit
einer  umsichtigen  Regierung  die  Grundlage  zu
der  heutigen  Blüte  der  Kakaokultur  an  der  englischen
  Goldküste  legten.  Neben  der  Dominikanischen
  Republik  darf  die  Goldküste  für  sich  den
Ruhm  in  Anspruch  nehmen,  daß  heute  die  ganze
„Kakaowelt“  voll  Staunen  auf  die  jetzigen  Erträge
  blickt  und  voller  Erwartung  ist,  in  welchem
Maße  ertragsfähig  werdende  Pflanzungen  und
recht  zahlreiche  Neuanlagen  in  den  kommenden
Jahren  die  Ergiebigkeit  dieser  Gebiete  noch  steigern
werden.

Die  Insel  Grenada,  die  zu  Britisch-Westindien
  gehört,  war  im  Jahre  1904  mit  der
Kakaoernte  noch  den  britischen  Kakaokolonien  in
Afrika  überlegen,  denn  damals,  1904,  betrug
die  Ernte  in:
        <pb n="1223" />
        W  1108  2

Grenadd  6226  700  kg
Britisch-Westafrika  5  687  964  =

Dies  Verhältnis  hat  sich  seitdem  wesentlich
geändert.  Während  Britisch-Westafrika  seitdem
schnell  bis  auf  9  738  964  kg  stieg,  ist  Grenada
langsam  auf  5057  030  kg  gefallen.  Grenadakakaos
  haben  für  das  europäische  Festland  nur
geringe  Bedeutung,  da  sie  meist  auf  den  englischen
  Markt  gebracht  werden.  Auf  Grenada
sind  in  den  letzten  Jahren  verschiedene  Pflanzungen
  neu  angelegt  worden,  so  daß  man  binnen
kurzem  auf  etwa  7½  Millionen  Kilogramm  Jahresertrag
  zu  kommen  hofft.  Außerdem  sind  umfangreiche
  Verbesserungen  in  der  Bearbeitung  der
Pflanzungen  eingeführt,  namentlich  eine  bessere
Düngung  des  Bodens.

Ceylon  hat  im  Jahre  1906  ebenfalls  einen
Ausfall  gegen  1905  aufzuweisen,  doch  holt  das
laufende  Jahr  diesen  Ausfall  wieder  auf.  Kakao
ist  auf  Ceylon  nicht  die  Hauptkultur,  sondern
Gummi.  Die  Kakaokultur  will  auf  Ceylon  keinen
rechten  Fortgang  nehmen,  weil  sie  mit  vielen
Schädlingen  zu  kämpfen  hat.  Infolge  des  Ernteausfalles
  1906  haben  auch  die  Anteile  der  einzelnen
  Länder  nachgelassen,  besonders  von  England,
  wohin  im  allgemeinen  zwei  Drittel  der
Gesamtausfuhren  geleitet  werden.  In  weitem
Abstand  hinter  England  folgt  an  zweiter  Stelle
Deutschland  als  Bestimmungsland  von  Ceylonkakao,
  dann  Australien,  das  infolge  seiner  räumlichen
  Nähe  steigenden  Anteil  an  der  Ceylonausfuhr
  hat.

Sehr  gute  Fortschritte  hat  Jamaika  im
Jahre  1906  mit  seiner  Kakavernte  aufzuweisen;
es  hat  über  1  000  000  kg  Kakao  mehr  ausgeführt
  als  1905.  Dies  ist  in  erster  Linie  den
jahrelangen  Bemühungen  der  Pflanzer  und  der
Behörden  auf  Jamaika  zu  danken.  Überhaupt
muß  anerkannt  werden,  daß  in  den  englischen
Kakaokolonien  die  Behörden  immer  bei  der  Hand
sind,  die  wirtschaftliche  Entwicklung  zu  fördern,
und  zwar  ohne  Rücksicht  auf  die  Kosten,  die  sich
bei  richtiger  Handhabung  der  Maßnahmen  immer
wieder  auf  die  eine  oder  andere  Weise  bezahlt
machen.

Die  kubanische  Kakaoausfuhr  ist  im  Jahre
1906  kleiner  gewesen  als  1905.  Dabei  ist  zu
beachten,  daß  in  Kuba  die  Ausfuhr  nicht  der
Ernte  gleich  gesetzt  werden  darf,  weil  auf  Kuba
selbst  Fabriken  bestehen,  die  einen  Teil  der  Ernte
brauchen.  Die  größten  Kakaomengen  gehen  über
Santiago  de  Kuba,  doch  ist  daneben  u.  a.  auch
Havana  zu  nennen.  Von  Kuba  sind  ausgeführt

1906  2  475  692  kg
1905  1792  944=Diese

  Mengen  zeigen  für  1906  gegen  1905

 

eine  ansehnliche  Zunahme,  doch  haben  frühere
Jahre  schon  höhere  Ausfuhren  aufzuweisen.

Von  Haiti  ist  wenig  Erfreuliches  zu  melden.
Zunächst  verbieten  die  Landesgesetze,  daß  ein
Ausländer  Grund  und  Boden  erwerben  kann,
was  natürlich  für  die  sehr  nötige  Beteiligung
fremden  Kapitals  an  größeren  Pflanzungsanlagen
sehr  hinderlich  ist.  Außerdem  würde  es  dem
Haitikakao  und  seinem  Ruf  nichts  schaden,  wenn
er  besser  aufbereitet  würde,  d.  h.  wenn  er  nicht
bloß  wild  oder  halbwild  wüchse,  sondern  plantagenmäßig
  kultiviert  würde.  Hier  müßte  die
Regierung,  wie  in  der  benachbarten  dominikanischen
Republik,  helfend  eingreifen  und  den  Pflanzern
mit  Ratschlägen  an  die  Hand  gehen.  Außerdem
könnten  Bahnen  zur  Erschließung  des  Landes
beitragen.  Land  für  neue  Kakaopflanzungen  ist
genügend  vorhanden,  wie  erst  vor  kurzem  durch
eingehende  Untersuchungen  festgestellt  ist.  Der
Kakaoanbau  bewegt  sich  bei  den  in  Haiti  herrschenden
  Verhältnissen  schon  seit  Jahrzehnten  in  den
alten  Bahnen,  und  es  ist  nicht  abzusehen,  wann
einmal  hier  ein  frischer,  vorwärts  strebender  Geist
einzieht.

Java  hat  1906  einen  kleinen  Vorsprung  gegen
1905,  doch  verlautet  nichts  Näheres,  ob  dies  Mehr
durch  günstiges  Wetter  oder  von  den  in  Ostjava
angelegten  Pflanzungen,  die  inzwischen  ertragsfähig
  wurden,  herrührt.  Das  Hauptgebiet  des
javanischen  Kakaobaues  ist  Mitteljava,  doch  richten
hier  allerlei  Krankheiten  und  Schädlinge  viel
Schaden  an,  ebenso  in  Westjava.  Diese  zahlreichen
  Schädlinge  sind  wie  auf  Ceylon  Hemmschuhe
  einer  schnelleren  Entwicklung  des  Kakaoanbaus.
  Das  Ergebnis  von  Celebes  und  den
Molukken,  das  wir  sonst  der  javanischen  Kakaoausfuhr
  zurechneten,  war  noch  nicht  bekannt,  doch
sind  dies  nie  mehr  als  100  000  kg  gewesen,  auch
1906  wird  diese  Zahl  kaum  überschritten  haben.
Java  wie  Surinam  bringen  den  größten  Teil
ihrer  Kakaoernte  nach  Holland  auf  den  Markt.

Fernando  Pos  Kakaobau  geht  seit  einigen
Jahren  langsam  zurück.  Die  Pflanzungen,  die
sich  zum  großen  Teile  in  Händen  von  Schwarzen
befinden,  sind  in  keiner  guten  Verfassung,  weil
nichts  für  die  Pflege  getan  wird.  Auch  neue
Anpflanzungen  werden  nicht  vorgenommen.  Statistische
  Anschreibungen  aus  der  Kolonie  sind  nicht
zu  erhalten,  so  daß  wir  als  Grundlage  für  die
Ernten  die  Einfuhrmengen,  die  von  der  Zollbehörde
  in  Spanien  vermittelt  werden,  angenommen
  haben.  Diese  Mengen  haben  betragen


1901:  1223  962  kg  1904:  2  010  766  kg

1902:  1  198  588  -  1905:  1  862  945.=1903:

  1  499  050  =  1906:  1557  864  .
        <pb n="1224" />
        W  1109  rc

Da  Spanien  dem  Fernando  Po-Kakao  eine
Zollermäßigung  von  50  Peseten  (—  40  Mk.)  auf
100  kg  bei  der  Einfuhr  gewährt,  so  ist  es  natürlich,
  wenn  der  Kakao  von  Fernando  Po  nach
Spanien  geht;  ungenau  könnten  diese  Mengen
nur  insofern  sein,  als  sie  der  räumlichen  Entfernung
  beider  keine  Rechnung  tragen,  doch  findet
hier  durch  die  Jahre  ein  Ausgleich  statt.

Die  holländische  Kolonie  Surinam  blickt  auf
eine  schwere  Zeit  zurück;  ihre  ganze  Kakaokultur
stand  in  Gefahr,  durch  die  Krüllotenplage  vernichtet
  zu  werden.  Mit  anerkennenswertem  Eifer
hat  die  holländische  Regierung  versucht,  dem  Übel
Einhalt  zu  tun,  doch  ist  nach  einer  Mitteilung
vom  Juni  1907  die  Gefahr  noch  nicht  beseitigt.
Natürlich  ist  durch  diese  Krankheit  die  Ernte
wesentlich  beeinflußt,  so  daß  die  Ausfuhr,  die
sonst  etwa  3  000  000  kg  betragen  hatte,  auf  nur
854  034  kg  1904  sank.  Seitdem  scheint  es  ja,
als  ob  sich  die  Erträge  bessern,  doch  geht  es  nur
langsam  vorwärts.

Von  den  deutschen  Kolonien  lliefern
Kamerun,  Samoa  und  Togo  Kakao;  die  Ausfuhren
  haben  betragen  in  Kilogramm  in

Kamerun  Samoa  Togo
1906:  1  247  121  92219  28  637
1905:  1  413  553  27500  13  100
1904:  1  079  000  19  518  10  635
1903:  912  900  4  614  900
1900:  260  600  1  552  100

Kamerun  zeigt  in  den  Ausfuhren  für  1906
einen  Rückgang,  während  sich  die  Ausfuhr  von
Samoa  1906  erheblich  gehoben  hat.  Daß
die  Ausdehnung  des  Kakaobaues  in  Togo  nur
beschränkt  sein  kann,  aus  Mangel  an  geeignetem
Land,  soll  nur  angedeutet  werden.  Togo  ist
gerade  zwischen  zwei  aussichtsreichen  Kakaogebieten,
der  Goldküstenkolonie  (mit  Akra)  und  Lagos  (Südnigeria)
  gelegen.  In  Kamerun  und  Samoa
werden  von  Jahr  zu  Jahr  neue  Anpflanzungen
ertragsfähig,  in  Samog  zeigen  dies  deutlich  die
Ausfuhren  von  1906,  die  zwar  der  Menge  nach
nur  klein,  aber  dreimal  so  hoch  wie  1905  sind.
Nach  Ansicht  von  Professor  Preuß  können  die
jetzt  auf  Samoa  vorhandenen  Pflanzungen  einmal
700  000  bis  800  000  kg  jährlich  Kakao  liefern.

Die  Kakavernten  der  französischen  Kolonien
haben  sich  seit  Jahren  nicht  wesentlich  gehoben;
im  Jahre  1902  waren  es  im  ganzen  etwa
925  000  kg,  und  1906  stellt  sich  die  Gesamtausfuhr
  nur  auf  1  262  090  kg.  Auf  die  einzelnen
  Gebiete  verteilen  sich  diese  Ausfuhren  in
folgender  Weise;  es  lieferten:

 

1905  1906
kg  kg
Guadeloupe  637  804  675  322
Martinique  469  982  472  897
Franz.  Kongo  50  558  89  587
Guniana  .  14716  15  697
Madagaskar  6255  8297
Réuninn  86  290
1  179  401  1  262  090

Der  Wert  dieser  Ausfuhren  hat  1  607  563
Franken  1905  und  1994  040  Franken  1906
betragen.  Da  der  Kakao  aus  den  französischen
Kolonien  bei  der  Einfuhr  in  Frankreich  nur  den
halben  Zoll  zu  entrichten  braucht  (statt  104  Franken
  nur  52  Franken  auf  100  kg),  so  ist  es  selbstverständlich,
  daß  die  gesamte  Kakaoernte  der
französischen  Kolonien  bis  auf  wenige  Kilogramm
in  Frankreich  verarbeitet  wird.

Santa  Lucia,  eine  Insel  in  Britisch-Westindien,
  hat  1906  eine  befriedigende  Kakavernte
gehabt,  und  für  die  folgenden  Jahre  liegen  die
Verhältnisse  sehr  günstig,  da  von  Jahr  zu  Jahr
Neuanpflanzungen  stattgefunden  haben,  die  in
diesen  Jahren  ertragsfähig  werden.  Land  für
eine  weitere  Ausdehnung  des  Anbaues  ist  noch
reichlich  vorhanden.  Die  Regierung  der  Kolonie
verkauft  Kronland  zu  1  den  Acker  Landes.
Außerdem  wird  ein  Teil  der  Pflänzlinge  umsonst
geliefert.  Es  handelt  sich  meist  um  Land  im
Innern  der  Insel,  in  waldiger  Gegend.  Die
Flächen  grenzen  zum  Teil  an  schon  bestehende
Pflanzungen.

Ahulich  liegen  die  Verhältnisse  auf  der  Insel
Dominica,  die  ebenfalls  in  Britisch-Westindien
liegt.  Auch  dort  wird  an  der  Ausdehnung  des
Kakaobaues  eifrig  gearbeitet.  Für  den  großen
Markt  hat  aber  dieser  Kakao  wie  der  von  Santa
Lucia  und  aus  einigen  anderen  englischen  Kolonien
keine  Bedeutung,  weil  einmal  die  Mengen  zu  klein
sind  und  dann  auch  die  Ausfuhr  fast  ausschließlich
  in  den  englischen  Verbrauch  geleitet  wird.

Der  Kongostaat  bringt  von  Jahr  zu  Jahr
steigende  Kakaomengen  zur  Ausfuhr.  Die  Mengen
sind  zwar  nicht  bedeutend,  lassen  aber  doch  erkennen,
  daß  der  Anbau  von  Kakao  Fortschritte
macht.  Unterstützt  wird  der  Anbau  durch  Bahnen,
und  wenn  in  den  nächsten  Jahren  verschiedene
Pläne  zur  Ausführung  gelangen,  um  das  ungeheure
  Gebiet  durch  zeitgemäße  Verkehrsmittel
mehr  und  mehr  zu  erschließen,  so  ist  dadurch
eine  steigende  Ausfuhr  von  Landeserzeugnissen,
also  auch  von  Kakao  zu  erwarten.  Der  Kongokakao
  geht  zum  größeren  Teile  nach  Antwerpen
und  wird  dort  in  öffentlichen  Auktionen  verkauft.

Alle  übrigen  Gebiete  sind  1906  mit  rund
1  000  000  kg  Bohnen  als  Erntemenge  eingesetzt
        <pb n="1225" />
        1110  c

worden.  Überall  in  tropischen  Ländern  gibt  es
Kakaobäume,  und  mehr  oder  weniger  beteiligen
sich  auch  alle  tropischen  Länder,  die  in  der  Erntetabelle
  nicht  genannt  sind,  an  der  Versorgung
des  Weltbedarfs.  Zu  diesen  Ländern  gehören  u.  a.
Britisch-Guiana,  Barbados,  St.  Vincent,  Mexiko,
Costaricu,  Nicaragun,  Kolumbien.  Auch  Neuguinea
  liefert  schon  Kakao;  Costarica  hat  1906
z.  B.  schon  an  die  200  000  kg  ausgeführt,  und
die  übrigen  Gebiete  beteiligen  sich  ebenfalls  mit
größeren  Mengen,  namentlich  Kolumbien  und
auch  Mexiko,  das  allerdings  einen  Teil  seiner
Kakaoernte  im  Lande  selbst  verarbeitet  und  auch
schon  Jahre  hatte,  in  denen  es  vom  Auslande
noch  Kakao  hinzukaufen  mußte.  Dies  liegt  an
dem  Schwanken  der  merxikanischen  Kakaoernten,
die  1½  bis  2½  Millionen  Kilogramm  Bohnen
betragen.  Berücksichtigt  man,  daß  aus  diesen
Ländern  die  Erntezahlen  nicht  regelmäßig  zu
erhalten  sind,  und  daß  sich  ferner  der  Anteil  der
Ausfuhren  nicht  sicher  feststellen  läßt,  so  erscheint
die  Schätzung  von  1  000  000  kg,  die  aus  diesen
Gebieten  ausgeführt  werden,  nicht  zu  hoch.
r—  r

Am  Schluß  der  Nachrichten  aus  Ernteländern
nennen  wir  die  Ausfuhrzölle,  die  in  den
Hauptländern  auf  Kakao  erhoben  werden;  leider
mußten  in  der  Aufstellung  verschiedene  Länder
fehlen,  da  es  für  sie  noch  nicht  gelang,  zuverlässige
Angaben  zu  erhalten.

Zollsatz

Land  für  100  kg.
Columbien  frei
Französisch-Congo
Französisch-Guyana
Madagaskar  ..

Martinique
St.  Lucig
Tahiti  .
Britisch-  Guyana  .
Goldküste
Süd-Nigeria.
Surinam
Java
Grenada  0
Trinidad  1
Dominienan.  29
Ceylon  3
St.  Thomé  und  Principe:
mit  portugiesischen  Schiffen  nach
portugiesischen  Häfen
mit  fremden  Schiffen  nach  portugiesischen
  Häfen  .
mit  fremden  Schifen  nach  senden
Häfen
Fernando  Po

n  a

*

r

SS—J  Gnana  n

5,40
11,25.

18.—
8.—

„

 

Zollsatz
Land  für  100  Lg
Santo  Domingo  9,20  Mk.
Venezuela:
Mittelkakao.  10,45  --Guter
  Kakao  27,85  =
Ecnador:
von  Guayaquil  10.—

von  anderen  Plaben
Guadeloupe  2
Réunion..  ...2
Brasilien  9

1
v.  'v.  vom  n  Wert

1*
**

Wir  gehen  jetzt  zur  Schilderung  des  Weltverbrauches
  über.  Der  Weltverbrauch  hatte
in  den  letzten  Jahren  betragen:

113  570  511  kg  im  Jahre  1202

121  500  493  -

139  022  70=  O  9
142  374  163  1905
155  680  6064  1906

Die  Vereinigten  Staaten  sind  im  letzten

Jahre

von  34  958  420  kg  in  1905

auf  37  654  473  1906
geklettert,  haben  also  im  letzten  Jahre  2  700  000  kg
Bohnen  mehr  aufgenommen  als  1905,  und
Deutschland  ist

von  29  633  100  kg  in  1905

auf  35  260  500  1906
gekommen,  hat  also  im  letzten  Jahre  5  600  000  kg
mehr  verbraucht  als  im  Jahre  vorher.  Die  reinen
Steigerungszahlen  Deutschlands  übertreffen  die
amerikanischen  also  um  rund  100  v.  H.

Angesichts  dieses  Steigerungsverhältnisses  darf
behauptet  werden,  daß  die  Vereinigten  Staaten
nicht  mehr  lange  an  der  Spitze  der  Verbrauchsländer
  marschieren  werden.  Amerika  wird  das
größte  Konsumland  in  fertigen  Zucker=  und
Schokoladenfabrikaten  auf  lange  Jahre  hinaus
bleiben,  aber  es  wird  seinen  Platz  als  größter
Kakaobohnenverbraucher  über  kurz  oder  lang  an
Deutschland  abtreten  müssen.

Auch  hier  geben  wir  zum  Vergleich  eine  Aufstellung
  der  Einfuhrzölle  der  einzelnen  Verbrauchsländer
  auf  Kakaobohnen,  soweit  zuverlässige
Angaben  zu  erhalten  waren.

Einfuhrzölle  auf  Kakaobohnen.

für  100  kg
Belgien  frei
Griechenland  -
Kanada  -
Neusecland  -
Niederlande  -

Vereinigte  Staaten
        <pb n="1226" />
        1111  0

Die  Gesamtvorräte,  also  die  schwimmenden
und  in  den  Verbrauchsländern  liegenden  Vorräte
an  Kakao  haben  am  31.  Dezember  1906  rund
50  000  000  kg  betragen,  wovon  allerdings,  als
Folge  der  Hausse,  schon  damals  vieles  eingesperrt
  war.  Immerhin  waren  diese  50  000  000kg
von  Ende  1906  groß  genug,  um  den  Weltbedarf
für  vier  Monate  zu  decken.  Berücksichtigt  man
außerdem,  daß  im  laufenden  Jahre  1907  die  Ankünfte
  in  den  vier  Hauptländern  bisher  gegenüber
  einer  geringen  Verbrauchszunahme  ganz
erheblich  zugenommen  haben,  so  hat  sich  seit
Anfang  1907  das  Verhältnis  von  Ernten  und
Verbrauch  zu  den  Vorräten  zugunsten  der  letzteren
verschoben,  so  daß  die  Kakaowelt  heute  über  einen
um  mehrere  Millionen  höheren  Gesamtvorrat
verfügt  als  Ende  1906,  denn  die  Ernten  sind  in

für  100  kg
Schweiz.  0,81  Mk.
Rumänien  4,05  =
Schweden  .  5,65-Portugal
  allgemein  .  15,90-Kolonien.
  7,85
Bulgarien  16,.—
Norwegen  16,90  =
Dänemark.  18,75.
England  18,75=Deutschland
  20,—  =
Italien  24—.
Finnland  28.—.
Osterreich-Ungarn,  frewärs;  40,80
landwärts  49,30  -
Serbien  8,60
Frankreich,  vom  Herkunftsland  84,  25
Europ.  Transitlager  .100,45
Rußland  „—  -
Spanien,  allgemein  96,.—  =
Fernando  Po  56.—

 

*#

Ein  Bild  von  Welternte  und  Weltverbrauch  geben  nachstehende  Tabellen:

I.  Welternte  (in  Kilogramm):

den  verflossenen  acht  Monaten  stärker  als  der
Verbrauch  gewesen.

 

Ernteländer

1903

1904

1905

 

1902  1906.

1.  Brasilien  20  370  620  20  738  429  23  160  028  21  090  088  25  135  307
2.  San  Thomé  17  969  000  21  450  900  20  526  000  25  379  320  24  619  560
3.  Ecuador  .  24  965  802  23  238  480  28  564  123  21  127  833  24  237  630
4  Dominikanische  Redublit  8  975  000  7  825  000  13  557  739  12  784  660  14  517  669
5.  Trinidad  .  15  955  760  14  885  920  18  574  434  20  018  560  13  162  860
6.  Venezuela  9  925  000  12  550  963  13  048  838  12  700  555  12  864  609
7.  Britisch=  2  2710  294  #  2  580  662  5772597  5620  240  9  738  964
8.  Grenada  5  975000  6  150  000  6  226  700  5  455  600  5  057  030
9.  Ceylon  2  673  113  3  075  323  3254  800  3  542  613  2507  152
10.  Jamaika  1  525000  1  696  700  1  650  000  1  484  509  2  503  142
11.  Kuba  1  875000  2576272  2  ’735  592  1  792  944  2  475  692
12.  Haiti  1  990  000  2  175.000  2  531  363  2  343  200  2  107  905
13.  Jaona  889  936  1458  243  1  140  109  1  491  795  1  622247
14.  Fernando  Po  1  198  588  1  499  050  2  010  766  1  862  945  1  557  864
15.  Surinam  2  355  182  2224  668  854  034  1  611  851  1  480  568
16.  Deutsche  K  Kolonien  -  658  095  918  414  1  109  153,  1  454  153  1  367  977
17.  Französische  Kolonien  925.000  1  180  000  1215  000  1  179  401  1  262  090
18.  Santa  Lucia  .  765  000  785  000  800  000  6  700  000  800  000
19.  Dominika  —  —  l  485366  596  700  600  000
20.  Kongostaat  —  231382  194  638  402  429
Andere  Gebiete  700  000  800  000  800  000  800  000,  1,  000  000

 

Welternte
Gegen  das  Vorjahr

 

o.  H.

2

¼

—  4½

122  411  485  127  927  458|148  248  024  —
1  14

+
        <pb n="1227" />
        W  1112  20

 

 

 

 

II.  Weltverbrauch  (in  Lilogramm)=Ernteländer
  192  1909  1904  1905  1906
i  I  ;

1.  Vereinigte  Staaten  23  120  728  28  508  082  33  159  bes  34  958  420  37  654  473
2.  Deutschland  20  601  700  21  491  400  27  101  400  29  633  100  35  260  500
3.  Frankreich  19  343  000  20  638  600  21  799  600  21  747600  23  403  800

4.  England  20  386  000  17  485  839  20  552  664  21  106  000  20  132  040

5.  Holland.  9  172  304  10  730  474  12  184  400  10  737  400  11  224  000

6.  Schweiz.  5707000  5  856  500  6  839  100  6  101  712  6  466  900

7.  Spanien  6  002  576  6  026  752  5  816  359  6  112  945  5  607  864

8.  Belgien  2277633  2767791  2792  008  3  018  997  3  865  810

9.  Osterreich-  ngam:  1  820  100  2  034  600  2  510  100  2  668  500  3  312  800
10.  Rußland  1  818  180  1  900  680  2  055  700  2  230  400  2  675  940
11.  Italien.  466  300  468  200  479  600  971  500  1  385  000
12.  Dänemark.  826  176  1  150  100  996  000  1  125  000  1  190  000
13.  Kanada  312  378  585  646  600  000  654088,  1  035  182
14.  Schweden  591  673  774  673  870  914  900  000  1  000  000
15.  Australien  554  747  443  963  550  000  600  000  650  000
16.  Norwegen.  410  104  439  813  472  137  193  813  580  043
17.  Portugal  112  545  136  354  180  000  138  000  150  000
18.  Finnland  47  367  61  031  63  099  60  000  86  252
Weltverbrauch  .  1113570  511  121500  498  139  022  709  142  374  163  155  630  604
Gegen  das  Vorjahr  —  v.  H.  —  —47  14142  –  2½  +  9½/

 

Central-Rfrikanische  Bergwerks-Gesellschaft.)

Kassama.  Die  Aufschließungsarbeiten  haben
leider  ergeben,  daß  die  Goldvorkommen  die  Aufrechterhaltung
  eines  gewinnbringenden  Betriebes
auf  längere  Zeit  nicht  gestatten;  das  vorhandene
brauchbare  Erz  wird  etwa  bis  Ende  Februar  1908
reichen.  Im  Berichtsjahre  ist  (beim  Probebetrieb
im  Mai  v.  J.  und  dann  von  Mitte  Oktober  bis
Ende  März)  Gold  im  Werte  von  31  664,90  Mk.
eingegangen.  Das  zur  Vermahlung  gekommene
Erz  war  recht  gut,  es  enthielt  24  bis  27  Gramm
Gold  per  Tonne.  Die  geringe  Goldproduktion
ist  eine  natürliche  Folge  davon,  daß  wegen  andauernden
  Mangels  am  notwendigsten  Betriebsmaterial
  nur  sehr  wenig  Erz  (im  ganzen  560
Tonnen)  verarbeitet  werden  konnte.  Hierzu
kam  noch  das  außergewöhnliche  Ausbleiben  der
kleinen  Regenzeit  und  das  verspätete  Einsetzen
der  großen  Regenzeit;  infolge  des  dadurch  verursachten
  Wassermangels  mußte  der  Betrieb
während  einer  Reihe  von  Wochen  vollständig
ruhen.  Sehr  zu  bedauern  ist  ferner,  daß  die
reichen  Pochsande,  8  bis  12  Gramm  Gold  per
Tonne  enthaltend,  nicht  verwertet  werden  konnten,
weil  sich  die  Anschaffung  einer  Cyanid-Anlage
wegen  der  geringen  Quantität  des  in  Betracht

*)  Aus  dem  Geschäftsbericht  vom  1.  April  1906
bis  zum  31.  März  1

kommenden  Erzes  nicht  lohnte.  Trotz  alledem
sind  die  laufenden  Unkosten  in  Kassama  reichlich

gedeckt,  in  einzelnen  Monaten  sogar  überdeckt
worden.
In  Ikoma  können  wir  zwar  auf  einen

Überschuß  rechnen,  falls  die  Kugelmühlanlage
von  Kassama  nach  dort  transloziert  werden  sollte.
Der  zu  erwartende  Nutzen  ist  aber  so  gering,
daß  es  unseres  Erachtens  zweckmäßiger  ist,  von
einer  Überführung  der  Maschinen  nach  Ikoma
vorläufig  abzusehen  und  lieber  die  Mühle  sowie
das  bewährte  Personal,  das  zur  Zeit  in  Kassama
beschäftigt  wird,  nach  Sekenke  zu  dirigieren,  wo
bei  denselben  Unkosten  wie  in  Kassama  erheblich
größere  Gewinne  zu  erwarten  sind.

Unsere  Ussongo-Schürffelder  sind  aufgegeben
worden,  weil  die  dortigen  Konglomerate  nicht
goldreich  geuug  sind.

Die  Saamuye-Goldfelder  und  das  Bismarck-Reef
  in  Ussindja  sind  noch  nicht  begutachtet
  worden.

In  Sekenke  sind  bisher  vier  goldreiche
Quarzgänge  und  mehrere  goldhaltige  Konglomerate
  entdeckt  worden.  Die  inzwischen  ausgeführten
  Aufschließungsarbeiten  werden  bald  ein
Urteil  über  den  Wert  der  Vorkommen  ermöglichen.
        <pb n="1228" />
        1113  20

Kus  dem  „Kropenpflanzer“.

Das  soeben  erschienene  Novemberheft  des
„Tropenpflanzer“,  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  enthält  an  erster  Stelle  den  Bericht
  über  die  pflanzenpathologische  Exvedition
  nach  Kamerun,  die  Dr.  v.  Faber
im  Auftrage  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees
zum  Zwecke  des  Studiums  und  der  Bekämpfung
der  in  den  Kakao=  und  Kautschukpflanzungen
Kameruns  aufgetretenen  Krankheiten  zu  Beginn
dieses  Jahres  unternahm.  Es  handelte  sich  hier
hauptsächlich  um  die  Braunfäule  des  Kakaos,
jene  gefährliche  Krankheit,  deren  erfolgreiche  Bekämpfung
  man  schon  seit  Jahren  anstrebt;  die
Expedition  lehrt,  mit  welchen  Mitteln  gegen  die
Krankheit  mit  Aussicht  auf  Erfolg  anzugehen  ist.

 

Außerdem  enthält  der  Bericht  wichtige  Fingerzeige
  über  den  Kakaohexenbesen,  den  Kakaokrebs,
den  Wurzelpilz  u.  a.  m.

In  einem  Aufsatz  „Die  VYerbales  in  Südamerika
  und  der  Paraguaytee“  gibt  W.  Ludwig
  Friderici,  Cordoba,  ein  anschauliches  Bild
von  dem  Vorkommen  und  der  Verbreitung  des
Baumes,  der  dem  Argentinier  das  unentbehrliche
Nationalgetränk  liefert,  von  der  Art  der  Zubereitung
  des  Tees  und  dem  heutigen  Stand
seiner  Kultur.

In  den  folgenden  Rubriken  finden  sich  diesmal
  neben  anderen  die  tropische  Agrikultur  betreffenden
  Notizen  besonders  über  den  Kautschuk
interessante  Mitteilungen.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

#Förderung  der  Zusfuhr  indischer  Baumwollgarne.

Calcutta.  Eine  Bewegung,  die  der  Aufmerksamkeit
  der  deutschen  Baumwollindustric  wert
sein  dürfte,  hat  sich  seit  etwa  einem  Jahre  in
dem  Handel  Indiens  mit  Baumwollgarnen  durchgesetzt.
  Der  mit  den  Handelsverhältnissen  in  der
Levante  aus  früheren  Jahren  her  vertraute  Director
  of  Commercial  Intelligenee,  Mr.  Noel
Paton,  hat  sich  unter  anderem  zur  Aufgabe  gestellt,
  die  Garnausfuhr  Indiens  wieder  mehr  als
früher  in  die  Levante  zu  lenken,  die  früher  für
dieselbe  ein  nicht  zu  unterschätzendes  Absatzgebiet
bildete.  Mr.  Noel  Paton  hat  diesem  Zweck  mit
unermüdlichem  Eifer  seine  Anstrengungen  gewidmet
  und  andauernd  durch  direkte  Einwirkung
auf  die  Spinner  und  Handelskammern  und  durch
sein  Organ,  das  Indian  Trade  Journal,  dafür
Propaganda  gemacht.

Der  Erfolg  dieser  Bemühungen  scheint  jetzt
allmählich  zutage  zu  treten.  In  diesem  Jahre
sind  bereits  26  390  Ballen  Garn  von  Indien
nach  der  Türkei,  der  Levante  und  Europa  verschifft
  worden,  und  Bestellungen  auf  weitere  30000
bis  40  000  Ballen  liegen  aus  diesen  Gebieten
vor.  Verschiedene  Beobachter  des  indischen  Baumwollhandels
  erklären,  der  so  geleitete  Handel  trage
alle  Kennzeichen  dafür,  daß  er  von  Dauer  sein
würde,  und  berechnen,  daß  es  für  die  Baumwolle
  verarbeitenden  Gewerbe  ein  nutzbringendes
Geschäft  sein  müsse,  bestimmte  Garnsorten  in  Indien
  zu  kaufen.  Es  scheint,  daß  wenigstens  in
den  Märkten  am  Mittelländischen  Meere  die  indischen
  Baumwollgarne  ihre  Konkurrenzfähigkeit
bis  zu  einem  gewissen  Grade  nachgewiesen  hätten.

Daß  der  Gedanke,  sich  mehr  dem  levantischen

 

und  dem  europäischen  Markte  zu  widmen,  in
Kreisen  der  Baumwollspinner  Freunde  hat,  geht
aus  dem  letzten  Jahresbericht  der  Bombay
Millowners  Association  hervor.  Hier  ist  der  Vorschlag
  eines  bedeutenden  Industriellen  zu  finden,
es  sollten  alle  Spinnereien  sich  einer  freiwilligen
Steuer,  ähnlich  wie  sie  die  Teeindustrie  in  ihrem
Tea  Cess  eingeführt  hat,  unterwerfen,  und  deren
Erträge  sollten  zur  Förderung  der  Ausfuhr  nach
verschiedenen  Teilen  der  Welt  verwendet  werden.
Bekanntlich  wird  auf  Grund  der  Tea  Cess  Act  von
1903  auf  das  englische  Pfund  von  Indien  ausgeführten
  Tees  /  Pie  (1  Pie  =  ch  erhoben.
Der  Ertrag  dieses  Ausfuhrzolles  ist  für  besondere
Prämien  und  für  Reklame  in  verschiedenen  Ländern
bestimmt.  Die  Ubertragung  dieses  Gedankens  auf
die  Baumwollspinnerei  würde  —  bei  einem  Satze
von  1  Pie  für  die  Spindel  und  unter  der  Voraussetzung
  der  Teilnahme  sämtlicher  indischen
Spinnereien  —  jährlich  80  000  Rupien  ergeben.
Die  Spinnereien  in  und  um  Bombay  würden
hierzu  allein  40  000  Rupien  beitragen.  Es  ist
allerdings  zweifelhaft,  ob  für  den  Anfang  wenigstens
  sich  alle  indischen  Spinnereien  an  dieser
freiwilligen  Selbstbesteuerung  beteiligen  würden.
Im  engeren  Bezirk  von  Bombay  befinden  sich
84  Spinnereien,  davon  gehören  überhaupt  nur
53  der  Millowners  Association  an;  außerdem  befinden
  sich  über  die  Provinz  Bombay  verstreut
ungefähr  50  Spinnereien,  die  dieser  Organisation
nicht  angehören.  Wenn  also  die  Millowners
Association  diese  Anregung  weiter  verfolgen  will,
so  müßte  sie  zunächst  eine  Vermehrung  ihrer  Mitgliederzahl
  anstreben.  Falls  ihr  dies  gelingen
sollte,  so  dürfte  sie  allerdings  eine  sehr  mächtige
        <pb n="1229" />
        W  1114  20

Organisation  darstellen  und  als  solche  auch  den
Ausfuhrinteressen  der  Industrie  von  hohem
Nutzen  sein.

Beiläufig  darf  bemerkt  werden,  daß  der  im
Tea  Cess  Act  zum  Ausdruck  gelangte  Gedanke
auch  anderen  Industrien  einleuchtend  erschienen
ist.  Wie  verlautet,  soll  die  Behar  Planters  Association
  eine  Eingabe  an  die  Regierung  gerichtet
haben,  auch  für  den  Indigoexport  eine  ähnliche
Gesetzgebung  in  Erwägung  zu  ziehen.

Bombay.  Die  Schwierigkeiten,  die  der  Absatz
indischen  Baumwollgarns  auf  dem  chinesischen
Markte  gefunden  hat,  haben  die  Spinnereibesitzer
in  Bombay  veranlaßt,  sich  nach  neuen  Absatzgebieten
  umzusehen.  Man  hat  der  schon  bestehenden
  Ausfuhr  nach  der  Levante  größere  Aufmerksamkeit
  zugewandt  und  ist  darin  durch  eine
gute  Nachfrage  unterstützt  worden.  Sodann  hat
man  Garne  niederer  Nummern  nach  England
und  dem  europäischen  Festlande  gesandt  und  sie
unter  den  dortigen  Marktpreisen  verkauft.  Die
Ausfuhr  nach  diesen  Gebieten  nimmt  zu  und  wird
durch  den  anscheinend  dort  herrschenden  Garnmangel
  gefördert.  Es  verlautet,  daß  für  die
nächste  Zeit  Verträge  zur  Lieferung  von  30  000
Ballen  zu  400  lbs.  abgeschlossen  worden  seien.
Die  Handelsabteilung  der  indischen  Regierung
unterstützt  die  auf  die  Ausfuhr  nach  Europa  gerichteten
  Bestrebungen  der  indischen  Spinner  und
hat  sie  kürzlich  um  Einreichung  von  Mustern  zur
Versendung  an  die  in  Betracht  kommenden  europäischen
  Plätze  ersucht.

Auch  nach  Deutschland  sind  indische  Garne
geliefert  worden.

(Berichte  der  Kais.  Konsulate  in  Calcutta
und  VBombay.)

Die  Baumwollsamenölgewinnung  im
Ferghana-Gebiet.

Die  Gewinnung  von  Ol  aus  Baumwollsamen
ist  der  Bevölkerung  im  Ferghana-Gebiet  längst
bekannt.  Der  Konsum  dieses  Ols  zu  Speisen  ist
dort  weit  verbreitet,  ebenso  auch  die  Verwendung
von  Olkuchen.  Vor  noch  nicht  langer  Zeit  erfolgte
  die  Herstellung  des  Ols  dort  nur  in  kleinen
Olschlägereien  mit  Maschinen,  die  durch  Pferde
in  Bewegung  gesetzt  wurden.  Erst  vor  einigen
Jahren  hat  diese  Produktion  den  Umfang  eines
großen  Industriezweiges  angenommen,  der  sich
immer  mehr  entwickelt.  Im  Jahre  1904  zählte
man  im  Ferghana-Gebiet  6  Olfabriken,  und
zwar  4  im  Kreise  Namangan  und  2  im  Kreise
Maryelan.

Im  Herbst  dieses  Jahres  wurden  dort  neu
eingerichtet  und  in  Betrieb  gesetzt:  die  Fabrik  von
Solowjew  in  Andischan,  zwei  Fabriken  dortiger

 

Unternehmer  in  Neu-Margelan  und  die  Fabrik
von  R.  Pote-Gachow  in  Kokand.  Die  neuen
Fabriken  sind  für  eine  größere  Produktion  berechnet,
  um  pro  Tag  1000  Pud  Baumwollsamenöl

  herstellen  zu  können.

Außerdem  sollen  im  Jahre  1908  noch  weitere
Fabriken  von  einheimischen  Industriellen  in  Betrieb
  gesetzt  werden:  eine  in  Namangan,  zwei  in
Andischan,  eine  in  Assake  und  eine  in  Tjurjakurgan
  im  Kreise  Namangan.  Diese  letztgenannten
fünf  Fabriken  sind  für  eine  Tagesproduktion  von
1500  Pud  Ol  berechnet.

(Nach  Torg.  Prom.  (#iaz.)

ergebulsse  der  Baumwollanpflanzungen  in
Queensland.

Die  Erwartungen,  die  man  in  Queensland
auf  die  Anpflanzung  von  Baumwolle  gesetzt  hat,
haben  sich  im  Jahre  1906  nicht  erfüllt.  Die  bebaute
  Fläche  ging  von  171  Acker  (69,300  ha)
im  Jahre  1905  auf  138  Acker  (55,846  ha)
zurück.  Man  sucht  das  damit  zu  erklären,  daß
erst  ganz  gegen  Ende  des  Jahres  weitere  Anpflanzungen
  vorgenommen  worden  seien,  die  man
nicht  gut  habe  einschließen  können.  Jedenfalls
ist  bis  jetzt  nicht  daran  zu  denken,  daß  Queensländer
  Baumwolle  so  bald  eine  Rolle  auf  dem
Weltmarkt  spielen  wird.

Wie  die  bepflanzte  Fläche,  so  ist  auch  die  Erzeugung
  zurückgegangen.  Im  Jahre  1905  wurden
113  008  lb.  (50  295  kg)  und  im  Jahre  1906
nur  77  381  lb.  (35  130  kg)  geerntet.  Die  Güte
der  Ernte  war  ebensogroß  wie  die  der  vorjährigen.


Ohne  Zweifel  eignen  sich  große  Teile  Nordaustraliens
  außerordentlich  zum  Baumwollbau.
Die  Schwierigkeit  liegt  lediglich  im  Mangel  geeigneter,
  billiger  Arbeitskräfte.  Man  hofft  nun,
die  Hauptarbeit,  das  Pflücken,  bald  auf  maschinellem
  Wege  besorgen  zu  können,  da  verschiedene
bereits  vorhandene  Apparate  schon  ziemlich  befriedigende
  Ergebnisse  liefern  sollen.  Erst  wenn
das  Problem  ganz  gelöst  werden  sollte,  wird  ein
größerer  Aufschwung  möglich  sein.

Inzwischen  wird  allseitig  an  der  Förderung
der  Sache  gearbeitet.  Eine  große  australische
Firma  hat  in  Brisbane  eine  Fabrik  errichtet,  in
welcher  die  Baumwolle  entsamt  und  der  Samen
weiterverarbeitet  wird,  und  die  bekannte  englische
  Firma  Joyce  Brothers  hat  die  alte  Baumwollweberei
  in  Ipswich  erworben,  um  dort  das
Landeserzeugnis  gleich  weiterzuverarbeiten.

Für  1907  erwartet  man  wieder  eine  bedeutende
  Zunahme  der  Produktion.

(Nach  einem  Bericht  des  Handelssachverständigen
bei  dem  Kais.  Generalkonsulat  in  Siducy.)
        <pb n="1230" />
        W  1115  20

Ausfuhr  von  Baumwolle  und  Wolle  aus  dem
östlichen  Transvaal.

Zu  Anfang  September  d.  Is.  ist  die  erste
Baumwolle  über  Lourenco  Marques  nach  Manchester
  ausgeführt  worden.  Die  Baumwolle  kommt
von  den  Plantagen  von  G.  J.  Elphick  &amp;amp;  Co.  in
Malalane  im  östlichen  Transvaal.  Es  waren  im
ganzen  29  Ballen  im  Gewichte  von  5137  englischen
  Pfund.  Die  Ballen  wurden  verschifft  mit
dem  „Durham  Castle“,  einem  Dampfer  der  Union
Castle  Line.

Man  hatte  anfänglich  beabsichtigt,  für  den
Transport  nach  Lourengo  Maraues  bereits  die
Swazielandbahn  zu  benutzen;  da  aber  die  Bahn
auf  englischem  Gebiet  noch  nicht  begonnen  und
der  Transport  mit  Wagen  bis  zum  jetzigen  Endpunkte
  der  Bahn  infolge  des  dichten  Busches  sehr
schwierig  ist,  ist  der  Wasserweg  des  Tembeflusses
vorgezogen  worden.

Ebenso  wie  den  Export  von  Baumwolle  hofft
man  auch  den  Export  von  Schafwolle  aus  dem
östlichen  Transvaal  über  diesen  Platz  zu  ziehen.
Die  Aussichten  hierfür  werden  erheblich  steigen,
wenn  erst  die  Strecke  Machadodorp—Brereton  —
Ermelo  dem  Verkehr  übergeben  sein  wird.  Dies
sollte  eigentlich  schon  im  August  oder  September
dieses  Jahres  erfolgen.  Die  genannte  Strecke
zweigt  sich  bei  Machadodorp  von  der  Hauptlinie
Lourenco  Marques.—Pretoria  ab  und  erschließt  den
Ermelo-Distrikt.  Die  Schafzüchter  dieses  Distrikts
hatten  bisher  ihre  Wolle  mit  Wagen  nach  Volksrust
  zu  senden,  von  wo  Eisenbahnverbindung  nach
Durban  besteht.  Der  Transport  bis  nach  Volksrust
  ist  aber  langwierig  und  kostspielig,  und  auch
der  Schienenweg  von  Volksrust  nach  Durban  ist
bedeutend  länger  als  der  über.  Machadodorp  nach
Lourenco  Marques  sein  wird.  Die  Schafzüchter
werden  also  bei  Benutzung  der  neuen  Linie  an
Kosten  sparen,  und  es  ist  zu  hoffen,  daß  sich  dadurch
  der  Export  von  Wolle  aus  dem  Ermelo-Distrikt
  noch  heben  wird.

Deutsche  Interessenten  für  Schaf=  und  Baumwolle
  dürften  vielleicht  gut  tun,  ihr  Augenmerk
auf  diesen  neuen  Markt  zu  lenken.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Lourengo  Marques.)

Baumwollanbau  und  -  geschäft  in  Mittelasien.

Im  mittelasiatischen  Baumwollrayon  sind  die
Witterungsverhältnisse  nicht  ganz  befriedigend.
Im  Syr-Darja-Gebiet  hält  ziemlich  kaltes  Wetter
an;  es  kommen  Regenfälle  vor  und  in  letzter  Zeit
wurden  Morgenfröste  bemerkt.  Unter  den  Frösten
haben  jedoch  nach  den  vorliegenden  Nachrichten
nur  die  niedrigen  Samenkapseln  gelitten.  Der
Regen  verhindert  das  Einsammeln  der  Faser.

 

In  Buchara  klagt  man  über  schwache  Erträge
an  Faserr

Nach  den  Nachrichten  aus  dem  Kreise  Merw
in  Transkaspien  haben  dort  fast  alle  Baumwollstauden
  des  Kreises  mehr  oder  weniger  unter  den
Larven  gelitten.  Der  Stand  der  Baumwollsaaten
ist  sonst  im  ganzen  gut,  so  daß  man  eine  Verminderung
  der  Ernte  gegen  das  vorige  Jahr
nicht  erwartet.

Aus  Eriwan  wird  berichtet,  daß  die  Samenkapseln
  der  Baumwolle  sich  nur  langsam  öffnen,
woran  der  kalte  Herbst  die  Schuld  tragen  soll.

Bei  Beginn  der  Tätigkeit  der  in  Kokand  eröffneten
  Baumwollbörse  wurden  die  vom  Ministerium
  für  Handel  und  Industrie  bestätigten  Bestimmungen
  für  die  Kotierungskommission  bei  der
Kokander  Börse  veröffentlicht.  Diese  Kotierungskommission
  soll  sich  aber  bis  jetzt  noch  nicht  gebildet
  haben.  Die  Stimmung  der  Börse  vom
4/17.  Oktober  war  zurückhaltend.  Für  Baumwolle
erster  Sorte  verlangen  die  Verkäufer  12  Rubel
20  Kop.,  die  Käufer  bieten  12  Rubel.  In  die
Baumwoll-Reinigungsfabriken  ist  schon  eine  bedeutende
  Menge  von  Baumwolle  (gegen  200  000
Pud)  gelangt.

In  Transkaspien  sind  noch  keinerlei  Abschlüsse
zustande  gekommen.  Die  Fabriken  arbeiten  auch
bier  noch  nicht,  zumal  die  Tekinzen  hier  erst  jetzt
an  die  Baumwollernte  gehen.

(Nach  Torg.  Prom.  C#iaz.)

Baumwollhandel  RKlexandriens.
1.  Septbr.  1906  bis  Dieselbe  Zeit
30.  Ang.  1907  im  Vorjahre
Menge  in  Kantar

 

Ankünfte  6  866  899  5879  482
Ausf.  nach  Großbritannien  3  321  676  2  916  897
.dem  Kontinent.  2707258  2539  131

-  den  Vereinigten
Staaten.  007  187  559  999
insgesamt  6  986  121  6  016  027

Vestände  r  1.  Sept.  1906
bzw.  220  400  346  000

I  bee1  3  V3.  2  1907
bzw.  .  150  178  209  455

4udlaanr  General  Produce  Association  vom
30.  August  1907.)

Die  Baumwollproduktion
der  Vereinigten  Staaten  1906.

Nach  dem  kürzlich  veröffentlichten  Bulletin
des  Zensusbureaus  in  Washington  stellte  sich  die
Baumwollproduktion  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  im  Jahre  1906,  die  Linters  eingeschlossen
  und  runde  Ballen  als  halbe  gerechnet,
        <pb n="1231" />
        1116  2O

auf  13  305  265  Ballen  gegen  10  765  602  Ballen
im  Jahre  1905  und  13  697  310  Ballen  im
Jahre  1904.  Ausgedrückt  in  Ballen  von  500
Ibs.  betrug  die  Ernte  der  letzten  drei  Jahre
13  595  498,  10  804  556  und  13  679  954  Ballen.

Die  Baumwollernte  des  Jahres  1906  ist  um
25,8  v.  H.  größer  als  die  des  Vorjahres,  dagegen
  um  2/8  v.  H.  kleiner  als  die  der  bisherigen
Rekordernte  1904.  Die  durchschnittliche  Produktion
der  letzten  fünf  Jahre  wird  mit  11  790  558  Ballen
(à  500  Pfund)  angegeben,  das  sind  1  804  940
Ballen  weniger  als  die  letzte  Ernte.  Von  der
Gesamtproduktion  1906  entfielen  auf  das  Westterritorium
  des  Mississippi  7  233  210  Ballen  oder
53,2  v.  H.,  während  die  Oststaaten  mit  6  362  288
Ballen  oder  46,  8  v.  H.  beteiligt  waren  gegen
44,8  v.  H.  und  55,2  v.  H.  im  Durchschnitt  der
vier  vorhergehenden  Jahre.  Die  Baumwollerzeugung
  von  Texas,  Oklahoma  und  Indian
Territory  belief  sich  im  Jahre  1906  auf  5  200  199
Ballen  oder  38,2  v.  H.  (1905:  30,5  v.  H)  der
Gesamternte.  Die  Produktion  von  Oklahoma
und  Indian  Territory  allein  ist  von  217  990
Ballen  im  Jahre  1899  auf  918  375  Ballen,
also  auf  mehr  als  das  Vierfache  im  Jahre  1906,
gestiegen.  Die  letztiährige  Ernte  in  Texas  übertrifft
  alle  vorhergehenden  Erträge;  sie  beträgt
4281  824  Ballen  (oder  31,5  v.  H.  der  Gesamtausbente).
  Der  nächstgrößte  Baumwollproduzent
ist  der  Staat  Georgia  mit  1  626  330  Ballen
(12  v.  H.),  es  folgen  der  Reihe  nach  Mississippi
mit  1  569  530  Ballen  (11,5  v.  H.)  und  Alabama
mit  1  284  421  Ballen  (9,4  v.  H.)  Die  Gesamtproduktion
  dieser  vier  Staaten  betrug  8  762  105
Ballen  oder  64,4  v.  H.  der  Gesamternte.  In
den  Staaten  Florida,  Georgia,  Nord=  und  Südcarolina
  und  Virginian  wurden  im  Jahre  1906
im  ganzen  338  762  Ballen  Baumwolle  weniger
gewonnen  als  im  vorhergehenden  Jahre.

Nach  Sorten  und  in  running  bales  (d.  h.
Ballen  in  der  von  den  Entkörnungsanstalten
vorgenommenen  Pressung)  verteilte  sich  die
Baumwollproduktion  in  den  letzten  vier  Jahren,
wie  folgt:

Der  Wert  der  Baumwollernte  in  den

 

1906  1905  1904  1903
Upland-Baumwolle:  Menge  in  1000  Ballen
Viereckige  Ballen  12  792  10243  13  199  9  359

Runde  Ballen  268.  280  296
Sea  Island-Baumwolle:
  58  113  104  75
Linters  .  322  230  246  196
Das  durchschnittliche  Bruttogewicht  eines

Ballens  stellte  sich  bei  den  verschiedenen  Baumwollarten
  folgendermaßen:  Viereckige  Ballen  512

lbs.,  runde  Ballen  245,1  lbs.,  Sea  Island-Ballen
  387,2  lbs.,  Linters-Ballen  499,4  lbs.,

Ballen  überhaupt  unter  Berechnung  der  runden
als  halbe  und  mit  Einschluß  der  Linters-Ballen
510,9  lbs.  Die  Produktion  von  Sea  JIslandbaumwolle
  war  im  Jahre  1906  mit  57  550
Ballen  oder  22  281  889  Pfund  die  geringste
seit  1892,  wo  nur  45  418  Ballen  geerntet
wurden,  eine  Erscheinung,  die  vornehmlich  auf
ungünsrige  Witterungsverhältnisse  während  der
Entwicklungs=  und  Erntezeit  zurückgeführt  wird.
Die  letztjährige  Ausbeute  blieb  der  Menge  nach
um  mehr  als  die  Hälfte,  dem  Werte  nach  um
20  v.  H.  hinter  der  des  Vorjahres  zurück.  Die
Kultur  von  Sea  Island-Baumwolle  beschränkt
sich  auf  bestimmte,  ausgesuchte  Distrikte  in  Florida,
Georgia  und  Südcarolina.  Versuche,  diese  Baumwollart
  auch  anderwärts  anzubauen,  sind  zwar
gemacht,  jedoch  ihres  unbefriedigenden  Ergebnisses
  wegen  ausgegeben  worden.

Über  die  Entwicklung  der  Entkörnungsanstalten
  in  den  letzten  fünf  Jahren  geben  die
nachstehenden  Zahlen  Aufschluß:

Zahl  der  Entkörnungsanstalten  Durchschutts  ahl

der  entkörmen

Jab#  zusammen  in  Betrieb  außer  Berrieb  alalle  —
1906  31  325  28  709  2  616  457
1905  31  441  29  038  2  403  366
1904  32  855  30  337  2518  448
1903  32  705  30  218  2  487  338
1902  32  753  30  948  1  805  358

Der  Rückgang  der  Zahl  der  aktiven  Entkörnungsanstalten
  bei  gleichzeitigem  Anwachsen
ihrer  Leistungsfähigkeit  läßt  das  Bestreben  zur
Zusammenlegung  der  Betriebe  unschwer  erkennen.

5  Jahren  1902  bis  1906  wird,  wie  folgt,  veranschlagt:

Gesamtwert  Upland  Sea  Island-  Baumwolle  Baumwoll=Jahr
  der  Ernte  Baumwolle  Baumwolle  überhaupt  samen
Wert  in  Dollar
1906  721  647  237  633  873  387  6  438  151  640  311  538  81  335  699
1905  632  298  332  548  819  456  8  014  361  556  833  817  75  464  515
1904  652  031  636  553  076  145  8  024241  561  100  386  90  931250
1903  660  549  230  570  160  074  6  339  750  576  499  824  84  049  406
1902  501  897  135  414  286  733  7  401  208  421  687  941  80  209  194

Die  fgrrchshnitshnacht  der  Upland-Baumwolle  und  die  Durchschnittspreise  der  verschiedenen
Baumwollarten  in  den  letzten  Jahren  sind  aus  der  nachstehenden  Zusammenstellung  zu  ersehen:
        <pb n="1232" />
        1117  20

Durchschnittspreis  in  Cents  für  1  10

Durchschnittspreis
für  1  ton

Ernte-  Durchschnittsqualität  Baumwolle  Sea  Island  ·  i  o
jahr  für  Uplandbaumwolle  Upland  Florida  Georgia  Südcarolina  Baumwollsamen
Dollar
1906  Strict  low  middling  10,01  28,65  28,65  36,70  13,76
1905  Fully  middling  10,94  17,50  17,50  26,38  14,91
1904  Strict  middling  8,66  19,50  19,00  27,12  14,15
1903  Strict  middling  12,16  23,60  21,00  28,40  17,82
1902  Strict  low  middling  8,20  20,00  17,00  25,00  15,78
Kusfuhrhandel  Britisch-indiens  1906.07.  pien  auf  98,6  Millionen  Rupien  stieg.  Die  Zu-Der

  überseeische  Handel  Britisch-Indiens
während  des  Finanzjahres  1906/07,  welches  mit
dem  31.  März  d.  Is.  seinen  Abschluß  fand,  bewertete
  sich  in  der  Ausfuhr  auf  1  822  745  241
Rupien  gegen  1  681  576  561  Rupien  im  Vorjahre,
  was  einen  Überschuß  von  141,2  Millionen
Rupien  ergibt.

Die  Ausfuhr  setzte  sich  im  Vergleich  mit  dem
Vorjahre,  wie  folgt,  zusammen:

 

«  1905/06  1906/07
Ausfuhr  206,  in  b
fremder  Waren.  35  287  350  34  910  338
indischer  1  581  791  642  1  730  704  827
von  Gold  52  909  830  36  773  424
Silber.  11  587  739  20  356  652
Gesamtausfuhr  1  681  576  561  1  822  745  241

Der  Wert  der  Gesamtausfuhr  des  Jahres
1906/07  stellte  57,36  v.  H.  des  gesamten  Handelsumsatzes
  dar,  der  sich  auf  3177,8  Millionen  Ru—
pien  belief,  und  seine  Zunahme  gegen  das  Vorjahr
  betrug  8,4  v.  H.

Die  Ausfuhr  indischer  Waren  stieg  von  1581,8
Millionen  Rupien  auf  1730,7  Millionen  Rupien,
sie  nahm  also  um  149  Millionen  Rupien  oder
um  9  v.  H.  zu.  Indien  ist  ein  vorwiegend
Ackerbau  treibendes  Land,  und  das  Steigen  und
Fallen  der  Ausfuhr  hängt  daher  völlig  von  dem
Ausfall  der  Ernten  ab.

Auf  die  vier  hauptsächlichsten  Warengruppen
verteilte  sich  die  Ausfuhr  in  den  letzten  beiden
Jahren  folgendermaßen:

1905/06  1906/07

Warengruppen  1000%  in  1000  Rupien

Nahrungsmittel  u.  Getränke  423  237  402  489
Chemikalien,  Drogen,  Arzneien,
  Narkotika,  Farbund

  Gerbmittel  114  484  115  489

Rohmateriallen  671  398  815  338

Fabrikate  u.  Halbfabrikate  356  745  378  421

Die  Nahrungsmittel  und  Getränke  ergaben
gegen  das  Vorjahr  einen  Ausfall  von  20,7  Millionen
  Rupien.  Der  einzige  Artikel,  der  unter
dieser  Warengruppe  eine  Zunahme  zeigte,  war
Tee,  dessen  Ausfuhrwert  von  88,4  Millionen  Ru- 



nahme  betrug  hier  also  10,2  Millionen  Rupien
oder  11,5  v.  H.  Den  größten  Rückgang  ergab
die  Ausfuhr  von  Weizen  und  Weizenmehl,  die  im
Vergleiche  mit  der  Ausfuhr  des  Jahres  1905/06
um  13,3  Millionen  Rupien  abnahm.  Reis  mit
seinem  hohen  Ausfuhrwerte  von  185,2  Millionen
Rupien  ging  in  der  Ausfuhr  um  1,1  Millionen
Rupien  zurück.  Dieser  Rückgang  wird  aber  dem
größeren  Konsum  im  Lande  selbst,  besonders  in
den  Juteanbaugegenden,  zugeschrieben.

Die  Ausfuhr  von  Chemikalien,  Drogen  usw.
hat  gegen  das  Vorjahr  um  1  Million  Rupien  zugenommen.


Am  meisten  springt  indes  die  Zunahme  in
die  Anugen  bei  der  Gruppe  der  Rohmaterialien,
deren  Ausfuhrwert  gegen  das  Vorjahr  um  143,9
Millionen  Rupien  angewachsen  ist.  Bemerkenswert
  ist  unter  dieser  Gruppe  namentlich  die  Ausfuhr
  roher  Jute.  Sie  hat  zwar  früher  schon  in
den  Jahren  1894/95,  1897/98  und  1900/01
die  Baumwollausfuhr  dem  Werte  nach  überschritten,
  aber  dieses  Emporkommen  wurde  jedesmal
  durch  Mißernten  im  Baumwollanbau  verursacht.
  Im  Jahre  1906/07  hat  sie  indes  zum
ersten  Male  die  Baumwollausfuhr  unter  normalen
Verhältnissen  erheblich  überflügelt  und  einen  Ausfuhrwert
  von  268,4  Millionen  Rupien  aufzuweisen,
während  die  Baumwollverschiffungen  sich  nur  auf
219,6  Millionen  beliefen.  Die  Ausfuhr  von  roher
Jute  stellt  mit  ihrem  letztjährigen  Ausfuhrwerte
32,9  v.  H.  der  gesamten  Ausfuhr  indischer  Rohmaterialien
  dar,  wohingegen  auf  die  Baumwollausfuhr
  nur  26,9  v.  H.  entfallen.  Immerhin
hat  die  Ausfuhr  von  Rohbaumwolle  aus  Britisch=Indien
  im  Jahre  1906/07  eine  beträchtliche
Steigerung  erfahren;  sie  hat  sich  gegen  das  Vorjahr
  um  6,327  Millionen  Rupien  oder  um  3  vu.  P.
gehoben.  —  Die  Sämereien  erreichten  im  Jahre
1906/07  einen  Ausfuhrwert  von  130,2  Millionen
Rupien  und  stellten  16  v.  H.  der  Ausfuhr  von
indischen  Waren  dar.  Gegen  das  Vorjahr  hat
ihre  Ausfuhr  um  24,1  Millionen  Rupien  oder
um  23  v.  H.  zugenommen.  —  Eine  recht  bemerkenswerte
  Steigerung  ergab  auch  die  Ausfuhr
von  Häuten,  die  sich  auf  64,1  Millionen  Rupien
        <pb n="1233" />
        W  1118  20

belief  gegen  52,3  Millionen  Rupien  im  Jahre
1905/06.  Bei  den  Häuten  ist  aber  ebenso  wie
bei  der  Rohjute  die  Steigerung  der  Ausfuhr  vorwiegend
  auf  die  hohen  Preise  zurückzuführen,  die
beide  Waren  im  Jahre  1906/07  erzielten.

Auch  bei  der  Ausfuhr  von  Fabrikaten  und
Halbfabrikaten  nahmen  die  Jutewaren  wie  im
Vorjahre  ihrem  Werte  nach  die  erste  Stelle  ein;
sie  erreichten  eine  Ausfuhr  von  157,1  Millionen
Rupien  gegen  124,4  Millionen  Rupien  im  Vorjahre.
  Baumwollwaren  nahmen  indes  von  144,2
auf  121,6  Millionen  Rupien  ab.  Den  größten
Rückgang  traf  dabei  die  Garnausfuhr,  die  um
19,9  Millionen  Rupien  abnahm.  Die  baumwollenen
  Stückgüter  gingen  in  ihrer  Ausfuhr  um
2,1  Millionen  zurück,  und  die  übrigen  baumwollenen
  Fabrikate  um  0,5  Millionen  Rupien.
—  Die  Lackausfuhr  hat  weiterhin  zugenommen
und  für  das  Jahr  1906/07  eine  Steigerung  um
2,69  Millionen  Rupien  gebracht.  Gegerbte  Felle
brachten  eine  um  6,112  Millionen  Rupien  gesteigerte
  Ausfuhr,  die  sich  für  das  Jahr  1906/07
auf  27,2  Millionen  Rupien  belief.

Für  die  hauptsächlichsten  Ausfuhrartikel  ergaben
  sich  in  den  Jahren  1905/06  und  1906/07
folgende  Ausfuhrwerte:

.  1905/06  1906/07

Ausfuhrartikel  Werte  in  Rupien
Baumwolle.  213  329  690  219  656  729
Reis.  186  381  436  185  261  851
Jute  171  256  641  268  386  810
Baumwoll=  Garn

und  -Gewebe  144  254  998  121  687  933
Häute  und  Felle  137  571  140  153  487  698
Jutewaren.  124  479  844  157  162  303
Sämereien  .  106  092  267  130  194  999
Opim  94717  667  93  079224
Weizen  u.  Wetzenmehl.

  9172726078434285
Tee.  8847603798662354
Lack.  31801161  34997740
Wolle  21147  283  24  265  408
Kaffe  17567240  9964  778
Hülsenfrüchte,  Hirse

usro.  17  125  995  12  896  498
Gewürze  9  078  656  6  020  378
Holz  8  960  168  8  317  434
Oll  89  168  253  6  985  964
Provisionen  7  109770  6  511  181
Indigo  5  863777  7  004773
Seide  5  639  679  6  865  018

(Review  or  the  Trade  of  India  1906/0.)

 

Handel  Madagaskars  1906.

Der  Handel  Madagaskars  bewertete  sich  im
Jahre  1906  in  der  Einfuhr  auf  36  527  622  Fr.
gegen  31463774  Fr.  im  Jahre  1805,  in
der  Ausfuhr  auf  28188819  Fr.  gegen
22  553  994  Fr.  im  Jahre  1905.  Ein=  und  Ausfuhr
  haben  also  gegen  das  Vorjahr  zugenommen,
erstere  um  5  063  848  Fr.,  letztere  um  5  634  825
Franken.  Der  Menge  nach  stieg  die  Ausfuhr  um
7  708  105  kg.

Der  größte  Teil  der  Einfuhr  fällt  infolge  der
hohen  Schutzzölle  nach  wie  vor  auf  Frankreich
und  die  französischen  Kolonien,  die  1906  mit
32  690  526  und  1  383  600  Fr.  an  der  Einfuhr
beteiligt  waren.

Die  Einfuhr  aus  Deutschland  nimmt  ständig
zu;  sie  betrug  1904:  230  457  Fr.,  1905:
305  602  Fr.  und  1906:  388  334  Fr.

Die  deutsche  Einfuhr  besteht  in  der  Hauptsache
  aus  folgenden  Artikeln:

Metallwaren.  104  748  Fr.
Getränke  (Bier)h  59  546
Steinzeug,  eiserne  Töpfe  isw  29  101  „
Chemische  Produkte.  23  291  -—
Papier.  19  264
Stoffe  und  Gewebe.  16  986
Metallel  23291
Musikinstrumente  .  26038-Möbel
  (gebogene  Stühle).  4  875

An  der  Ausfuhr  hat  Deutschland  erheblichen
Anteil  und  kommt  nach  Frankreich,  wohin  für
19  611  477  Fr.  ausgeführt  wurden,  mit  einem
Werte  von  4773  653  Fr.  an  zweiter  Stelle.

An  der  gesamten  Ausfuhr  und  Einfuhr  nahm
Deutschland  1906  mit  6,91  v.  H.  teil.  Es  ist
im  Jahre  1906  nach  Deutschland  für  360  593  Fr.
mehr  ausgeführt  worden  als  1905.

Die  Verschiffungen  nach  Deutschland  bestehen
im  wesentlichen  aus  Häuten,  Kautschuk,  Wachs,
Raffia  und  Piassava.

An  deutschen  Firmen  bestehen  nach  wie  vor
Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.,  Stammhaus  in  Hamburg,
und  die  Deutsche  Ostafrikanische  Gesellschaft,
Stammhaus  in  Berlin,  in  Madagaskar.

An  deutschen  Schiffen,  die  regelmäßig  nach
Madagaskar  kommen,  ist  nur  der  Dampfer  „Zanzibar“
  (Eigentümer  Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.)  zu
nennen.

Den  Hauptschiffsverkehr  bilden  die  französischen
Linien:  Cie.  des  Messageries  Maritimes  und
Cie.  Hävraise  Péninsulaire,  welche  den  Verkehr
fast  gänzlich  monopolisiert  haben.

Man  gewinnt  auf  Madagaskar  hauptsächlich
Alluvialgold;  reiche  Goldriffe  sind  bisher  noch
nicht  gefunden  worden.  Immerhin  muß  die  Goldindustrie
  als  der  Stützpunkt  der  Kolonie  angesehen
        <pb n="1234" />
        1119  0

werden,  denn  nur  durch  diese  kann  sich  Madagaskar
  für  Frankreich  bezahlt  machen.  Das  neue
Gesetz  für  die  Goldgewinnung  auf  Madagaskar
hat  bisher  eine  vermehrte  Produktion  nicht  gebracht.
  Es  wurde  im  Jahre  1906  für  7  000  000
Franken  Gold  ausgeführt.

Die  Eingeborenen  Madagaskars  nehmen  infolge
  der  großen  Sterblichkeit  der  Kinder  ständig
ab,  was  naturgemäß  den  Handel  nachteilig  beeinflußt.
  Außerdem  sind  die  Eingeborenen  hohen
Abgaben  unterworfen,  welche  sie  hindern,  ihre
Kauflust  zu  befriedigen.  Bei  dem  Uberfluß  an
Kaufmannsfirmen  auf  Madagaskar  können  nur
kapitalkräftige  Firmen  sich  auf  die  Dauer  mit
Erfolg  betätigen,  und  kleinen  Firmen,  die  beabsichtigen,
  sich  in  Madagaskar  mit  geringem  Ka- 



pital  zu  etablieren,
geraten  werden.
Der  Eisenbahnban,  der  die  Ostküste  mit  der
Hauptstadt  Tananarive  verbinden  soll,  schreitet
vorwärts  und  soll  im  Jahre  1909  von  Brickaville
  bis  Tananarive  beendet  sein.  Zur  Zeit  ist
die  Verbindung  von  Tamatave  nach  Brickaville
durch  eine  kleine  Privatbahn  und  durch  einen
Dampfer  hergestellt,  doch  beabsichtigt  die  Regierung,
  nach  Fertigstellung  der  Bahnstrecke  Brickaville—
  Tananarive  dieselbe  von  Brickaville  nach
Tamatave  zu  erweitern,  so  daß  alsdann  die
Eisenbahn  von  Tamatave  nach  Tananarive  geht.
Dies  wird  dem  Handel  Madagaskars  wesentliche
Vorteile  bringen.  Für  den  deutschen  Handel  hat
Madagaskar  wenig  Bedeutung.
(Nach  einem  Verichte  des  Kaiserl.  Konsulats
in  Madagaskar.)

kann  entschieden  davon  ab-Der

  Bergbau  Westaustraliens.

Die  Mengen  und  Werte  der

im  Staate  Westaustralien  im

Jahre  1905  gewonnenen

Mineralien  stellten  sich  im  Vergleiche  zum  Vorjahre,  wie  folgt'):

 

1904  1905

Menge  Wert  8.  Menge  Wert  S
Zinn  ...  tons  855  58  817  1  079  86  840
Kohlll  -  138  550  67  174  127  364  55  312
Kupfererz  3  969  25  180  2389  16  266
Gold  Fine  ounces  1  983.230  8  424  226  1  955  316  8  305  654
Kalkstein  .  tons  13397  1699  9145  1  220
Eisenstteen  -  1441  577  3213  1285
Blockbbel  -  5  352  63  170  2  730  34  471

Bleierz  ........  1  ewt  2  —  —.
Silber.  Fine  ounces  399  190  45  912  359  744  44278
Tantalit  tons  —  —  73  10  515
Gesamtwert  8  686  757  8  555  641

Bezüglich  der  einzelnen  Mineralien  ist  folgendes
  zu  bemerken:

Gold.  Die  Stellung,  welche  Westaustralien
in  der  Goldproduktion  von  ganz  Anstralien  einnimmt,
  geht  aus  folgender  Tabelle  hervor:

Prozentsatz

 

—  Goldausbeute  1905  der  Gesamt-Stcat
  Unzen  fein  Wert  2  Goldausbeute
v.  O.
Westaustralien  1  955  316  8  305  654  47,04
Victorig  747  664  3  175  875  17,98
Queensland  592  620  2  517  290  14,26
Neufsüdwales  274  267  1  165  012  6,60
Tasmanien  73541  312  382  1077
Südanstralien
u.  das  nördl.
Territorium  20  330  86  356  0,49
Neuseeland  492  954  2  093  936  11,86
Im  ganzen  4  156  692  17  666  505  100,00

*“,  Werte:  1  20,00  Mk.
373,241  4

Gewichte:  12  ounccs

 

Die  Goldproduktion  hatte  im  Jahre  1905  in
den  meisten  Staaten  von  Anstralasien  einen  kleinen
Rückgang  gegen  das  Vorjahr  aufzuweisen,  ausgenommen
  sind:  Neusüdwales  und  Neuseeland.

Im  Staate  Westaustralien  wurde  die  Minderproduktion
  in  der  Hauptsache  durch  die  East
Coolgardie-Minen  bedingt,  welche  53  730  Unzen
gleich  1671  kg  191,055  g  betrug.

Die  von  den  Gesellschaften  der  einzelnen  Goldminendistrikte
  bezahlten  Dividenden  der  beiden
letzten  Jahre  stellten  sich,  wie  folgt:

904

..«.,  1905

Distrikte  ⁊
East  ECoolgardie  1  516  295  1  584  281
Dundas  12  000  6  000
East  Murchison  .  —  8  438
Mount  Margaret  141  000  86  671
Murchison.  337  500  387  500
North  Coolgardie  35  000  80  000
North  East  Coolgardie  8  752  14  749

Im  ganzen  2  050  547  2  167  639
        <pb n="1235" />
        W  1120  20

Im  Jahre  1904  bestanden  in  Westaustralien

1228  goldproduzierende  Minen  und  im  Jahre
1905:  1199,  also  29  weniger.

Die  Ergebnise  von  54  der  ergiebigsten  Bergwerke
  verschiedener  Distrikte  stellten  sich  in  den
Jahren  1904  und  1905,  wie  folgt:

Es  lieferten  von  diesen  54  Minen  im  Jahre
1905:  28  Minen  115  142  Unzen  fein  mehr  und
26  Minen  136  259  Unzen  fein  weniger  als  1904,
und  zwar  wie  folgt:

Anzahl  1904  1905

Minen  Unzen  fein  Unzen  fein
Peak  Hill.  1  13  706  12  785
East  Murchison  6  61  030  58  012
Murchison.  4  164  633  168  438
Valgoo  1  82  2037
Mt.  Margaret  6  132243  125  .515
North  Coolgardie  10  88227  103  094
Broad  Arrow  1  5  594  6  790
N.  E.  Coolgardie.  4  31  155  27742
East  Coolgardie  13  968  548  938  789
Coolgarde.  3  22  282  27  650
Dundass  3  24  470  20  349
Mlgarn  .  1  5  837  5344
Phillips  River  1  516  660

Exportiert  und  in  der  Perth-Münze  empfangen

wurden  dem  Staatlichen  Statistischen  Bureau
gemäß:
1904  1  983  230  Unzen  fein  Gold,
1905  1  955  316

Dagegen  wurde  der  Vehörde  für  Vergwesen
folgendes  Ergebnis  berichtet  für:
1  913  835  unzen  fein  Gold,
1  840  657
Der  Durchschnittswert  des  gewonnenen  Goldes
aus  einer  Tonne  Erz  ging  abermals  im  Jahre
1905  zurück,  und  zwar  von:
1904  66,20  sh  auf
1906  58,51
Zinn.  Die  erhöhten  Preise  für  dieses  Metall
haben  dessen  Produktion  ein  größeres  Interesse
zugeführt.  Man  beschäftigte  sich  daher  in  den
beiden  in  Frage  kommenden  Mineralfeldern  im
Jahre  1905  mehr  mit  der  Gewinnung  von  Zinn,
und  das  Ergebnis  stellte  sich,  wie  folgt:

1904  1904
Menge  Wert  Menge  Wert
tons  4  tons
Greenbushes-Mineralfelder
  533,64  34  462  643,52  52  960
Pilbarra-Goldfelder
  320,86  24  355  435,74  33  880

 

854,50  58  817  1079,26  86  840

224,76  28  023

 

Zunahme

 

Vielversprechende  Lager  sollen  während  des
Jahres  1905  in  Wodgina  am  westlichen  Teile
des  Turner  River  und  auf  den  Pilbarra-Goldfeldern
  aufgefunden  worden  sein.  Die  Entfernung
von  dort  nach  Port  Hedland  beträgt  etwa
74  engl.  Meilen,  d.  s.  etwa  119  km.  Der  von
der  Regierung  ausgesandte  Geologe  zur  Untersuchung
  dieser  Gegenden  ist  der  Ansicht,  daß
diesem  Distrikte  eine  gute  Zukunft  bevorstehe,
jedoch  bliebe  das  Ergebnis  der  eingeleiteten  Bohrungen
  noch  abzuwarten,  um  beurteilen  zu  können,
ob  sich  ein  regelrechtes  Abbauen  dieser  Felder  in
größerem  Maßstabe  lohnen  wird.  Einstweilen
werden  sie  nur  an  der  Oberfläche  in  primitiver
Weise  bearbeitet.

Tantalit.  Im  Jahre  1905  tritt  das  Vorhandensein
  dieses  Metalles  zum  ersten  Male  als
von  zukünftiger  Bedeutung  in  die  Erscheinung.
Es  hatte  sich  in  London  eine  gute  Nachfrage  nach
ihm  gezeigt,  die  jedoch  nicht  lange  Zeit  anhielt.

Es  findet  sich  in  denselben  Gegenden  wie  Zinn
und  meistens  in  Verbindung  mit  letzterem.  Das
Vorhandensein  von  Tantalit  in  größerem  Umfange
  soll  jetzt  in  den  Wodgina-Zinnfeldern  nachgewiesen
  worden  sein,  und  man  hofft  auch  hiervon
  eine  Mithilfe  bei  der  weiteren  Entwicklung
der  dortigen  Gegend.

Die  Ausbeute  betrug  im  Jahre  1905:

Menge  Wert
tons  E
Greenbushes-Mineralfelder  2,34  1590
Pilbarra-Goldfelder  70,95  8  925

Im  ganzen.  73,29  10  515

Da  es  nicht  ausgeschlossen  scheint,  daß  Tantalit
  für  Westanstralien  von  einiger  Wichtigkeit
werden  kann,  so  dürften  nachstehende  Angaben
über  die  verschiedenen  in  Westaustralien  gemachten
Funde  dieses  Metalles,  welche  von  dem  Regierungsgeologen
  zusammengestellt  sind,  allgemeines
Interesse  haben.

Von  Tantalit  wurde  zum  ersten  Male  in
Greenbushes  im  Jahre  1896  „Stibiotantalite"“
(antimonhaltiges  Tantalit)  gefunden.

Darauf  wurde  im  Staatslaboratorium  zu  Perth
im  Jahre  1900  „Tantalite“  (eisenhaltiges  Tantalit)
  in  alluvialen  Erzproben  aus  demselben
Distrikte  beobachtet  und  1904  „Manganotantalite“
(manganhaltiges  Tantalit)  in  Proben  von  Wodgina
  (Pilbarra-Goldfelder)  und  1905  in  solchen
von  Wodgina  und  Green's  Well  (Pilbarra-Goldfelder)
  „Manganocolumbite“  (Niobat  und  manganhaltiges
  Tantalit).

In  Greenbushes  ist  Tantalit  eingeschlossen  in
hochgradig  glimmerreichen  Bruchstücken,  häufiger
aber  in  vom  Wasser  abgerundeten  Stücken  in  der
Größe  von  feinem  Hagel  bis  zu  13  lbs.  engl.,
        <pb n="1236" />
        GV  1121  28

gleich  5  kg  90  g  Gewicht,  untermischt  mit  Adern
von  Zinn,  gefunden  worden.

Die  Analyse  eines  abgebröckelten  Stückes  —
welches  wie  alle  anderen  Proben  von  Greenbushes
  keine  kristallhelle  Oberfläche  zeigte  —
ergab  folgendes  Resultat:

Ta  80,61  Mno  3,78
Nb,  o,  250  dio  0,02
SnO,  1,51  Mgxo0  0,19
W0,13  (Ce.ve00  —
H#e  O(gebunden)  0,14  99.82
Fe-0  10,94  7

Spezifisches  Gewicht.  7,74.

In  Verbindungen  —  aber  in  viel  kleineren
und  weniger  häufiger  vorkommenden  Stücken  —
ist  das  eigenartige  Metall  Stibiotantalite  gefunden
worden.

Man  hat  beobachtet,  daß  es  dünne  Adern  im
Tantalit  bildet,  von  dem  es  wieder  eine  Unterart
ist,  indem  antimonhaltige  Lösungen  in  Risse  des
Urmetalles  eingetreten  sein  müssen.  Ebenso  hat
es  sich  in  vom  Wasser  abgerundeten  Bruchstücken
von  der  Größe  eines  Stecknadelknopfes  bis  zu
2“  gleich  5  em  im  Durchmesser  gefunden.  Die
meisten  dieser  Stücke  bestehen  aus  reinem  gelben
Stibiotantalite;  dagegen  zeigen  andere  einen
schlecht  ausgebildeten  (ill--dekined)  schwarzen  Kern
von  Tantalit,  welchr#  n  gelbem  Stibiotantalite
umgeben  ist.  Es  ist  immer  men  oder  weniger
klar  kristallisiert  und  zeigt  eine  sehr  deutliche  Arsonderung.


Die  Analyse  verschiedener  Proben  hat  folgende
Resultate  ergeben:

Taz0  51,13  51,95  50,57  v.  H.
Nb,O,  7,566  4,49  12,58  =
Manganotantalite  und  Manganocolumbite

  sind  sowohl  in  abgebröckelten  Bruchstücken
  in  Wodgina  und  Green's  Well  von  kleinen
Körnern  bis  zu  37  lbs.  schwer,  mehr  oder  weniger
untermischt  mit  Zinnerz,  sowie  in  Adern  von
Albit-Granit  eingeschlossen  gefunden  worden.  Die
Exemplare  sind  häufig  schon  kristallisiert.

Kohle.  Von  der  Colliekohle  wurden  im
Jahre  1905:  127  364  tons  gegen  138  550  im
Jahre  1904  heraufbefördert.  Der  Rückgang  soll
zur  Hauptsache  auf  den  verringerten  Absatz  bei
den  Eisenbahnen  zurückzuführen  sein.

Gegen  Ende  des  Jahres  wurde  zwischen  der
Mine  und  der  staatlichen  Eisenbahnverwaltung
ein  neuer  Kontrakt  abgeschlossen,  wonach  die
Eisenbahn  auf  allen  ihren  Linien,  mit  Ausnahme

der  Linie  Albany—Wagin  und  Geraldton—
Nannin,  während  3  Monaten  70  v.  H.  und

während  9  Monaten  80  v.  H.  ihres  Bedarfes  in
Colliekohlen  decken  müssen.

 

Die  Bohrungen  nach  Kohle  zwischen  Greenongh
und  Mullewa  sind  bis  zu  einer  Tiefe  von  1418°“
ausgeführt  und  dann  als  erfolglos  aufgegeben
worden.  Jedoch  beabsichtigt  man,  die  geologischen
Untersuchungen  und  Bohrungen  in  dem  Distrikte
weiter  fortzusetzen.

Kupfer.  Die  Ausbente  dieses  Metalles  zeigt
einen  weiteren  Rückgang  gegen  1904,  und  zwar:
1904  1905
Menge  Wert  Menge  Wert
tons  .  tons  +#
Mt.  Margaret-Goldfelder.
  500,00  900  60,00  671
Phillips
River  3468,89  24  280  2329,04  16  266

 

3968,89  25  180  2389,04  16  910

Die  Kupferminen  auf  den  Margaret-Goldfeldern
  wurden  noch  weniger  bearbeitet  als  in  den
beiden  Vorjahren.

Aber  auch  die  Phillips  Riverfelder  zeigen  in
ihrer  Produktion  eine  bedeutende  Abnahme,  nämlich
  etwa  33½  v.  H.  gegen  1904.  Bis  zu  einem
gewissen  Grade  ist  dies  die  Folge  davon,  daß  sich
die  Staats-Schmelzhütte,  welche  im  Oktober  1904
zu  arbeiten  anfing,  als  mangelhaft  erwiesen  hat
und  daher  im  November  1905  wieder  geschlossen
und  abgebrochen  wurde.  Es  ist  jetzt  beabsichtigt,
eine  neue  Hütte  an  anderer  Stelle  zu  bauen;
ferner  waren  verschiedene  der  Minen  mit  ihrem
weiteron  Anahan  beschäftigt,  was  die  Hebungsarbeiten
  beeinflußte.

Einige  der  Hauptminen  wurden  gegen  Ende
des  Jahres  von  einem  englischen  Syndikat  aufgekauft,
  das  mit  dem  planmäßigen  weiteren  Ausbau
  begann,  so  daß  man  sich  schließlich  von  diesem
Unternehmen  einen  guten  Erfolg  verspricht.

Die  Regierung  kaufte  im  Jahre  1905:  2219
tons  Kupfer  auf;  dieses  bedeutet  einen  Rückgang
von  1626  tons  gegen  das  Vorjahr.

Eisenstein.  Die  Ausbeute  zeigte  im  Jahre
1905  mit  3212,60  tons  und  einem  Werte  von
1285  L  eine  Zunahme  von  1771,10  tons  und
im  Werte  von  708  &amp;amp;  gegen  das  Vorjahr.

Dagegen  blieb  die  Produktion  von  Kalkstein
mit  9144,60  tons,  Wert  1220  TL,  gegen  das  Vorjahr
  mit  4262,60  tons,  Wert  479  K,  zurück.
Ebenso  zeigt  der  Export  von  Blockblei  einen
erheblichen  Ausfall  gegen  das  Jahr  1904,  und
zwar:  2622  tons  mit  28  699  K  im  Werte.

(Nach  einem  Bericht  des  Kaiserl.  Konsulata
)

—

in  Fremantle.
        <pb n="1237" />
        G  1122  eO

Durchfuhrzölle  in  der  Kapkolonie.

In  der  Kapkolonie  ist  mit  Wirksamkeit  vom
15.  Oktober  ab  auf  die  Durchfuhr  von  Waren
nach  Deutsch-Südwestafrika  ein  ermäßigter  Wertzoll
  von  3  v.  H.  gelegt,  mit  Ausnahme  von
Spirituosen  und  Weinen,  für  die  besondere  Zölle
festgesetzt  sind.

Vorschriften  für  die  Landung  von  Schiffen  sowie
die  Erhebung  von  Werft-  und  Ankergebühren  in
den  westaustralischen  Häfen.

Der  Gouverneur  im  Ausführenden  Rate  hat
unterm  5.  Juni  1907  neue  Vorschriften  für  die
Landung  von  Schiffen  sowie  über  die  Erhebung
von  Werft=  und  Ankergebühren  an  den  von  der
Eisenbahnbehörde  verwalteten  Kais  in  Westaustralien
  erlassen,  die  durch  eine  weitere  Ver- 



als  Anhang  D  den  westaustralischen  Hafenverordnungen
  (Port  Regulations)  beigegebenen,  von
der  dortigen  Eisenbahnbehörde  unterm  4.  Februar
1903  erlassenen  Bestimmungen  über  die  Benutzung
  der  von  ihr  verwalteten  Kais  und  die
dafür  von  den  Schiffen  zu  entrichtenden  Abgaben,
die  einen  Teil  des  westanstralischen  Eisenbahntarifs
  (Classification  and  Rate  Book)  bilden,
aufgehoben.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulate  in  Sudney.)

Ööffnung  des  Pafens  Sinabang  in  Ulederländisch-Ostindien
  für  den  Handel.

Gemäß  einer  Verordnung  des  General-Gounverneurs
  von  Niederländisch-Ostindien  vom  5.  September
  1907  wird  der  im  Gouvernement  Atjeh
gelegene  Hafen  von  Sinabang  für  den  allgemeinen
Handel  geöffnet.  Der  Zeitpunkt  soll  von  dem

 

fügung  vom  21.  Juni  1907  noch  einige  Ab-FGouverneur  von  Atjeh  noch  näher  bestimmt
änderungen  erfahren  haben.  Hierdurch  sind  die  werden.  (Javasche  Courant.,
Verschiedene  (Mitteilungen.

Erlernung  von  Candessprachen  durch  Beamte
in  Süd-Ulgerien.

Die  South  Nigeria  Government  Gazette
veröffentlicht  die  Grundsätze,  die  bei  der  Gewährung
  von  Brlohnungen  an  Beunir  für
gute  Kenntnisse  in  den  Landessprachen
maßgebend  sein  sollen.  Als  Belohnungen  für
europäische  Beamte  der  Zivilverwaltung  in  politischer
  Stellung  werden  festgesetzt:

1000  Mk.  für  Fortschritte  in  der  Kenntnis
irgend  einer  der  genehmigten  Sprachen  und

abermals  1000  Mk.  für  das  Gewinnen  noch
höherer  Kenntnisse  derselben  Sprache.

Belohnungen  werden  nur  gewährt,  wenn  die
Bewerber  vorher  die  Erlaubnis  des  Gouvernements
  zum  Studium  der  Sprachen  erhalten  haben.
Diese  Erlaubnis  wird  nur  erteilt,  wenn  die  betreffende
  Sprache  auch  wirklich  einen  Nutzen  für
den  Bewerber  für  die  Ausübung  seiner  Dienstpflichten
  zu  haben  verspricht.

Die  Verordnung  macht  dann  sechs  Sprachen
des  Landes  namhaft,  deren  Kenntnis  für  die  Gewährung
  der  Belohnungen  in  Betracht  kommt.

Europäische  Beamte  in  untergeordneter
Stellung  haben  Anspruch  auf  Belohnung  in
halber  Höhe.  Auch  die  Polizei-,  Zoll=  und  richterlichen
  Beamten  und  andere,  die  die  besondere
Erlaubnis  des  Gouvernements  zur  Bewerbung
erhalten  haben,  können  für  die  Belohnungen  in
Betracht  kommen.

 

Von  den  Fortschritten  in  der  Spyrachkenntnis
werden  zum  Teil  die  efrverungen  in  höhere

Stellungen  ##  politischen  Dienstes  abhängig
Domuu.
Mitglieder  der  Native  Political  Staff,  die

nicht  Eingeborene  der  Kolonie  sind,  gute  Kenntnisse
  im  Englischen  haben  und  die  Prüfung  für
eine  Eingeborenensprache  bestehen,  können  folgende
Prämien  erhalten:  Für  fließendes  Sprechen:
100  Mk.,  für  Fertigkeit  im  Lesen  und  Schreiben:
200  Mk.

Politische  Beamte,  welche  solche  Prüfung  bestanden
  haben,  kommen  besonders  für  Stellungen
im  Gebiet  der  erlernten  Sprache  in  Betracht.

Offiziere  des  Süd-Nigeria-Regiments  kommen
für  diese  Belohnungen  nicht  in  Frage,  doch
können  diejenigen,  die  in  Haussa  oder  Yoruba  geprüft
  sind,  mit  300  Mk.  jährlicher  Zulage  nach
Bestehen  der  niederen  Prüfung  und  mit  500  Mk.
jährlicher  Zulage  nach  Bestehen  der  höheren
Prüfung  belohnt  werden,  aber  mit  der  Maßgabe,
daß  kein  Offizier  eine  höhere  Sprachenzulage  erhalten
  kann  als  ein  Zivilbeamter.

Zum  Schluß  geht  die  Verordnung  auf  die
Vorschriften  für  die  alljährlich  zweimal  abzuhaltenden
  Prüfungen  und  die  Prüfungsbedingungen
  ein.  «
        <pb n="1238" />
        W  1123  20

Das  neue  Schulgesetz  für  Transvaal.

Die  Transvaal  Government  Gazette  vom
26.  August  d.  Is.  veröffentlicht  ein  neues
Schulgesetz  für  Transvaal,  das  nach  einem
Bericht  des  Kaiserlichen  Konsulats  in  Johannesburg
  dort  allgemein  sehr  günstig  ausgenommen
worden  ist  und  den  ungeteilten  Beifall  des  Parlaments
  gefunden  hat.  Die  Grundzüge  des  Gesetzes
  sind  kurz:  Obligatorischer  Schulunterricht
für  alle  weißen  Kinder  der  Kolonie,  Erziehung
auf  christlicher  Grundlage  ohne  Anlehnung  an
irgend  eine  Konfession.  Unterricht  bis  zur  dritten
Klasse  in  der  Muttersprache  des  Kindes,  von  der
4.  Klasse  an  in  Englisch.  Freier  Unterricht  in
den  Volksschulen.  Ausschluß  der  eingeborenen
Kinder  vom  Besuche  der  in  dem  Gesetze  für
weiße  Kinder  vorgesehenen  Regierungsschulen.

Das  Gesetz  ist  zusammengesetzt  aus  12  Kapiteln
  mit  im  ganzen  91  Paragraphen.

Die  ersten  beiden  Kapitel  geben  einen  Über—
blick  über  die  Behörden,  denen  die  Schulen  in
Transvaal  unterstellt  werden,  und  bezeichnen
deren  Wirkungskreis.  Danach  wird  das  gesamte
Unterrichtswesen  von  dem  unter  Leitung  des
Director  of  Education  stehenden  Educational
Department  überwacht.  Daneben  soll  ein  Council
  of  Education  bestehen,  dessen  Funktionen  lediglich
  beratender  Natur  sind.

Kapitel  3  bis  5  geben  die  verschiedenen
Arten  von  öffentlichen  Schulen  an,  für  deren
Einrichtung  und  Erhaltung  die  Regierung  Sorge
tragen  will.  Die  Schulen  werden  im  allgemeinen
eingeteilt  in  Primary  Schools  (das  sind  etwa
unsere  Volksschulen),  in  Secundary  Schools  (das
sind  Schulen,  die  zu  höheren  Berufen  vorbereiten)
und  in  Schulen  für  Eingeborene.  Als  Fortsetzung
  der  Secundary  Schools  sollen  Fortbildungsschulen
  oder  -Klassen  allgemeiner  oder
besonderer  Art,  je  nach  Bedarf  vom  Minister
eingerichtet  werden  dürfen.  Der  Schulzwang  soll
für  jedes  weiße  Kind  mit  der  Vollendung  des
siebenten  Lebensjahres  beginnen  und  bis  zur
Vollendung  des  vierzehnten  Lebensjahres  fortbestehen.
  Gewisse  Ausnahmen  sind  zugelassen,
insbesondere  auch  für  solche  Kinder,  welche  mehr
als  drei  englische  Meilen  vom  Schulort  entfernt
wohnen.  Eltern  oder  Prinzipale,  die  ihrer  Pflicht,
die  Kinder  zum  Schulbesuch  anznhalten,  nicht
nachkommen,  werden  mit  Geld=  und  Freiheitsstrafen
  bedroht.

Kapitel  6  enthält  nähere  Bestimmungen  über
die  Unterrichtsfächer.  Kenntnisse  und  Fortschritte
in  der  englischen  Sprache  sollen  Bedingung  der
Beförderung  in  höhere  Klassen  bei  den  öffentlichen
  Schulen  sein.  In  diesen  Schulen  soll  auch
für  den  Unterricht  im  Holländischen  Vorsorge  getroffen
  werden,  doch  soll  die  Festsetzung  des  Be- 



ginns  des  holländischen  Unterrichts  bei  Kindern,
die  es  nicht  als  Muttersprache  sprechen,  dem
Direktor  des  Educational  Department  vorbehalten
bleiben.  In  ähnlicher  Weise,  wie  für  die  holländischen,
  ist  für  diejenigen  Kinder  Vorsorge  getroffen,
  deren  Muttersprache  weder  Englisch  noch
Holländisch  ist.

Nach  Kapitel  7  beginnt  jeder  Schultag  mit
Gebet  und  Lesen  einer  Bibelstelle,  sodann  folgt
in  der  ersten  halben  Stunde  täglich  Unterricht  in
der  Biblischen  Geschichte,  doch  sind  im  Fall  der
Anwesenheit  von  Kindern  nichtchristlicher  Eltern
Ausnahmen  vorgesehen.  Besondere  Dogmen  einzelner
  Konfessionen  usw.  dürfen  in  den  öffentlichen
  Schulen  nicht  gelehrt,  auch  darf  der  Unterricht
  in  Biblischer  Geschichte  nur  von  den  ordentlichen
  Lehrern  der  Schulen  erteilt  werden.

Kapitel  8  gibt  besondere  Ordnungsvorschriften
für  Privatschulen  und  unterwirft  sie  bis  zu
einem  gewissen  Grade  dem  Educational  Department.
  Bei  letzterer  Behörde  sind  alle  Privatschulen
  anzumelden  und  zu  registrieren,  sie  haben
periodisch  über  die  angestellten  Lehrer  und  den
Schulbesuch  der  Kinder  eingehende  Berichte  zu
erstatten.  Ferner  unterliegen  die  Privatschulen
zeitweisen  Visitationen  des  Direktors  des  Educational
  Department  oder  der  von  ihm  beauftragten
  Inspektoren  und  können  bei  vorhandenen
Mißständen  von  dem  Direktor  zu  bestimmten
Maßnahmen  hinsichtlich  des  Schulbetriebs  gezwungen,
  eventuell  auch  ganz  geschlossen  werden.
Für  Ubertretungsfälle  sind  strenge  Strafen  vorgesehen.


Kapitel  9  sieht  eine  Mitwirkung  der  Bewohner
  eines  jeden  Schuldistrikts  bei  Uberwachung
der  darin  bestehenden  Schulen  vor.  Zu  diesem
Zwecke  soll  in  jedem  der  26  Schuldistrikte  ein
sogenanuter  Schoolboard  errichtet  werden,  der
je  nach  der  Bestimmung  des  Gouverneurs  aus
6,  9  oder  12  Mitgliedern  besteht.  Von  den
Mitgliedern  soll  ein  Drittel  vom  Minister  ernannt
werden,  der  Rest  aber  aus  allgemeinen  Wahlen
hervorgehen.  Der  Aufsicht  der  Schoolboards
sollen  nur  die  öffentlichen  Schulen  und  auch  diese
nur  insoweit  unterstehen,  als  sie  nicht  vom  Gesetz
selbst  oder  durch  Verfügungen  des  Gouverneurs
ausgenommen  sind.

Als  besondere  Obliegenheiten  der  Schoolboards
  werden  im  Gesetz  ihre  Mitwirkung  bei
der  Ausstattung  der  Schulen  sowie  bei  der  Erhaltung
  der  Schulgebäude  und  Inventarien  aufgeführt.
  Auch  wird  ihnen  die  Rolle  einer
Zwischeninstanz  zwischen  den  Schulkomitees  und
dem  Educational  Department  bei  Eingaben  der
Schulen  an  letztere  Behörde  zugewiesen.

Die  neben  den  Boards  bestehenden,  ihnen
gewissermaßen  unterstellten  Schulkomitees  sind
        <pb n="1239" />
        W  1124  20

Körperschaften  von  5  bis  7  Mitgliedern;  diese
dürfen  bei  den  einzelnen  Schulen  von  den  Eltern
der  Schüler  auf  je  drei  Jahre  gewählt  werden.
Anstatt  der  Schulkomitees  können  mit  Genehmigung
  des  Ministers  bei  einzelnen  Schulen  sogenannte
  Governing  Bodies  gebildet  werden;  sie
sind  der  Aufsicht  der  Schoolboards  entzogen  und
ihre  Rechte  und  Pflichten  sollen  in  besonders
hierfür  zu  erlassenden  Verordnungen  festgelegt
werden.

Kapitel  10  enthält  Bestimmungen  über  die
Anstellung  und  Entlassung  von  Lehrern  in  den
öffentlichen  Schulen.  Anstellungen  wie  Entlassungen
  sind  in  die  Hand  des  Director  of
Education  gelegt.  Sie  erfolgen  nach  vorheriger
Anhörung  von  Schulkomitee  und  Schoolboard.
Wo  ein  Governing  Body  besteht,  soll  dieser  die
Funktionen  des  Schulkomitees  und  Schoolboard
zusammen  ausüben.  Jeder  Lehrer  muß  im  Besitz
eines  vom  Educational  Department  ausgestellten
Erlaubnisscheins  zur  Lehrtätigkeit  sein.

Die  Mittel  für  die  Erhaltung  der  staatlich  zu
unterstützenden  Unterrichtsanstalten  sind  nach  Kapitel
  11  von  den  gesetzgebenden  Körperschaften
aus  den  ordentlichen  Einnahmen  der  Kolonie  zu
bewilligen.

Kapitel  12  enthält  eine  Reihe  von  Zusatzbestimmungen,
  von  denen  einer  besonderen  Hervorhebung
  nur  der  §  90  des  Gesetzes  bedarf;
dieser  Paragraph  räumt  dem  Minister  auf  einer
ganzen  Reihe  von  Gebieten  die  weitgehendsten
Vollmachten  ein,  kraft  deren  er  in  die  Lage  versetzt
  wird,  in  einzelnen  Fällen  durch  Verordnungen
die  Anwendung  von  Bestimmungen  einzuschränken
oder  auszuschließen,  solange  er  damit  nicht  dem
Ziele  des  Gesetzes  selbst  entgegenarbeitet.

Missions-Machrichten.

Die  Basler  Mission  hat  in  Kamerun,  wie
wir  dem  vom  Inspektor  D.  Oehler  erstatteten
Jahresbericht  entnehmen,  gute  Fortschritte  zu  verzeichnen.
  Sie  zählt  nach  einer  zwanzigjährigen
Tätigkeit  im  Schutzgebiet  gegenwärtig  6086  Gemeindeglieder
  auf  ihren  zwölf  Stationen.  Im
letzten  Jahr  wurden  905  Heiden  getauft.  Mehr
als  1700  Taufbewerber  versprechen  für  die
nächste  Zukunft  eine  bedeutende  Zunahme.  Am
deutlichsten  sind  die  Fortschritte  auf  den  neugegründeten
  Stationen  Bali  und  Bamum  zu
erkennen.  Dort  kommt  die  Mission  an  die  Grenze
des  heidnischen  Gebiets;  in  Bamum  befindet  sich
bereits  eine  Haussakolonie  von  2000  Köpfen.
Unter  den  älteren  Arbeitsfeldern  hat  das  in
Duala  und  seiner  Umgebung  gelegene  die  besten
Fortschritte  aufzuweisen.  Die  Hauptstation  Bona- 



beri  schwang  sich  durch  einen  Zuwachs  von
404  Seelen  an  die  erste  Stelle  empor  und  zählt
nun  1660  Seelen.  Bonaku  steht  ihr  nur  wenig
nach.  Zu  diesen  Duala-Stationen  gehören  drei
höhere  Schulen  (die  Mittelschule  von  Bonaberi
und  die  beiden  deutschen  Schulen  in  Bonabela
und  Bonandio),  ferner  die  Mädchenanstalt  von
Bonaku,  die  Missionswerkstätte  und  die  Missionshandlung.
  Im  laufenden  Jahr  trat  hier  auch
der  neu  ausgesandte  Arzt  Dr.  Häberlin  in  die
Arbeit.

In  Atakpame  (Togo)  hat  die  Norddentsche
Missionsgesellschaft  eine  neue  Hauptstation
eröffnet,  die  sechste  im  Schutzgebiet.  Ihre  ersten
Beziehungen  zu  dieser  Gegend  reichen  bis  in  die
Mitte  der  60er  Jahre  des  vorigen  Jahrhunderts
zurück.  Als  damals  ihr  Missionar  Christian
Hornberger  Atakpame  besuchte,  wurde  die  vom
König  von  Dahomey  zerstörte  Stadt  gerade  wieder
aufgebaut.  Immerhin  war  hier  schon  damals
ein  wichtiger  Handelsplatz,  wo  die  Händler  von
der  Küste  mit  den  aus  dem  Innern  kommenden
Haussa  zusammentrafen.  Die  Mission  hat  sich
inzwischen  im  Küstengebiet  kraftvoll  entwickelt  und
besetzt  die  neue  Station  mit  zwei  Missionaren.
Sie  haben  im  Bezirk  bereits  sieben  Nebenplätze
zu  versorgen,  die  teils  im  Hochlande  von  Akposso,
teils  an  der  Straße  nach  Palime  liegen.  Von
letzteren  ist  Sodo  mit  seiner  von  etwa  50  Schülern
besuchten  Schule  am  bedeutendsten.

Die  seit  fünfzehn  Jahren  in  Usambara
wirkende  Evangelische  Missionsgesellschaft
für  Deutsch-Ostafrika  hat  in  Ruanda  ein
zweites  Arbeitsfeld  in  Angriff  genommen.  Ihre
Missionare  Johannssen  und  Ruccius  unternahmen
  eine  Erkundungsreise,  die  sie  von
Bukoba  nach  Usambara  am  Tanganyika-See,
hierauf  zum  Kiru-See,  von  da  quer  durch  Ruanda
führte.  Sie  durchschritten  diese  Landschaft  ostwärts
  zu  derselben  Zeit  wie  Herzog  Adolf
Friedrich  zu  Mecklenburg-Schwerin,  der  seine
Karawane  in  entgegengesetzter  Richtung  führte,
und  fanden  beim  König  Msinga  von  Ruanda
freundliche  Aufnahme.  Daraufhin  gründeten  sie
ihre  erste  Niederlassung,  die  den  Namen  Dsinga
erhielt,  in  der  Landschaft  Muniaga  zwischen  dem
Mohasi=  und  Mugassera-See.  Zu  ihrer  Unterstützung
  stieß  hier  Missionar  Mörchen  mit  den
beiden  Diakonen  von  der  Heyden  und  Heröbst
zu  ihnen.  Weitere  zwei  Tagereisen  endlich  soll
eine  zweite  Station  angelegt  werden.
        <pb n="1240" />
        1125  20

Der  Verein  für  Volkswlrtschaft  und  Gewerbe

in  Frankfurt  a.  M.  ersucht  uns,  mitzuteilen,
daß  der  Verein  in  diesem  Winter  besondere  Kurse
über  wichtigere  Probleme  der  Weltwirtschaft  und
Kolonialpolitik  veranstaltet.  Es  sprechen:  Professor
  Dr.  Arndt  von  der  Akademie  für  Sozialund
  Handelswissenschaften  in  Frankfurt  a.  M.
über:  Wesen  der  Weltwirtschaft  und  Aufgaben
  der  Kolonialpolitik,  Professor  Dr.
W.  Sievers  von  der  Universität  Gießen  über:
Die  wirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands
  zu  Südamerika,  Dr.  Paul  Rohrbach-Berlin
  über:  Die  wirtschaftliche  Bedeutung
der  deutschen  Schutzgebiete,  Professor  Dr.  E.
Deckert  von  der  Akademie  für  Sozial=  und
Handelswissenschaften  in  Frankfurt  a.  M.  über
Die  wirtschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands
  zu  Süd=  und  Ostasien.

Zu  diesen  Kursen  haben  sich  ohne  besondere
Propaganda  nahezu  dreihundert  Teilnehmer  und
Teilnehmerinnen  gemeldet.

 

Citeratur.

Dr.  Kullnick:  Vom  Reitersmann  zum  Präsidenten.
  Ein  Lebensbild  Theodor  Roosevelts.
  Mit  einem  Bildnis.  Berlin  1908.
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung,
  Berlin  SWés,  Kochstraße  68—71.
Preis  4  Mk.,  geb.  5  Mk.

Dem  Manne,  der  augenblicklich  an  der
Spitze  der  Vereinigten  Staaten  steht,  ist  es  gelungen,
  sich  in  höchstem  Maße  das  Vertrauen
seiner  Mitbürger  zu  erwerben.  Da  bei  uns  in
Deutschland  bisher  nur  wenig  von  seiner  Vergangenheit
  bekannt  geworden  ist,  so  darf  das
Lebensbild,  das  Dr.  Kullnick  von  Theodor
Roosevelt  gezeichnet  hat,  Anspruch  auf  besondere
Beachtung  erheben.  Wir  empfangen  eine  unterhaltende
  Schilderung  von  seiner  Ingendzeit  und
den  Universitätsjahren,  von  seinem  ersten  politischen
  Auftreten,  seinem  Aufenthalt  im  wilden
Westen,  der  Verwaltungslaufbahn  als  Polizeipräsident
  von  New  VYork  und  als  Unterstaatssekretär
  der  Marine,  seiner  Tätigkeit  als  Führer
des  1.  Freiwi  ts,  endlich  von
seiner  Stellung  als  Vizepräsident  und  als  Präsident
  der  Vereinigten  Staaten.  Auch  sein  Privatleben
  erfährt  eingehende  Berücksichtigung.  Roosevelt
  gilt  als  die  vollendete  Verkörperung  des
amerikanischen  Volkscharakters.  Es  mag  wohl
sein,  daß  wir  Deutschen  nicht  nötig  haben,  uns
unsere  Vorbilder  aus  der  Fremde  zu  holen.
Unser  eigenes  Vaterland  hat  Männer  genug
hervorgebracht,  an  deren  Leben  und  Taten  sich
unsere  Jugend  begeistern,  an  deren  Denken  und

 

Handeln  sie  ihren  Charakter  bilden  kann.  Dennoch
wäre  es  ein  Fehler,  wenn  man  achtlos  an  einem
Beispiel  so  vornehmer,  edler  Männlichkeit  vorübergehen
  wollte,  wie  es  sich  in  Roosevelts  bisherigem
  Leben  offenbart.  Der  Verfasser  hat  durch
Herausgabe  des  vorliegenden  Buches  die  diesjährige
  Weihnachts-Geschenkliteratur  um  ein  lehrreiches
  Werk  bereichert.

Smend,  Oberleutnant,  kommandiert  zum  Reichs-Kolonialamt:
  Eine  Reise  durch  die  Nordostecke
  von  Togo.  (Sonderabdruck  aus
Band  92,  Nr.  16  des  „Globus".)

Der  Verfasser  gibt  in  seinem  Aufsatz  anziehende
  Bilder  aus  der  Nordostecke  Togos,  die
zwar  keinen  Anspruch  auf  Vollständigkeit  machen,
aber  bei  der  Spärlichkeit  des  über  jene  Gebiete
bisher  Veröffentlichten  trotzdem  volles  Interesse
verdienen.  Es  sind  die  flüchtigen  Eindrücke,  die
Oberleutnant  Smend  im  Jahre  1905  auf  einer
Reise  mit  dem  Bezirksamtmann  Dr.  Kersting
sammeln  konnte.  Der  letztere  hat  sich  die  ethnographische
  Erforschung  jener  interessanten  Gebiete
im  einzelnen  zur  Aufgabe  gemacht.

Archiv  für  Rechts=  und  Wirtschaftsphilosophie
  mit  besonderer  Berücksichtigung  der
Gesetzgebungsfragen.  Herausgegeben  vom  Geh.

Justizrat,  Prof.  a.  d.  Universität  Berlin,  Dr.  jur.

Josef  Kohler  und  Dr.  jur.  Fritz  Berolzheimer

  in  München.  Berlin  und  Leipzig.

Verlagsbuchhandlung  Dr.  Walther  Rothschild.
Die  erste  Nummer  dieser  neuen  Vierteljahrszeitschrift

  (Preis  jährlich  20  Mk.)  ist  soeben  erschienen.

  Sie  enthält  u.  a.  einen  bemerkenswerten
  Aufssatz  des  Geheimen  Legationsrats

v.  König-Berlin  über  Gesetzgebungs=  und

Verwaltungsaufgaben  auf  kolonialem  Gebiete.

  Entschieden  betont  auch  der  Verfasser  die

dringende  Notwendigkeit  einer  planmäßigen  Auf- 



schließung  unserer  Schutzgebiete  durch  den  beschleunigten

  Ausbau  der  Verkehrswege.

C.  F.  Sperling:  Eine  Weltreise  unter
deutscher  Flagge;  51  000  Seemeilen  mit
dem  deutschen  Kreuzergeschwader  durch  die
Ozeane.  Leipzig  1907.  Verlag  von  Wilhelm
Weicher.

Auf  weiter  Fahrt.
und  zu  Lande.

Selbsterlebnisse  zur  See
Mit  Originalbeiträgen  deutscher
Marineoffiziere,  Kolonialtruppenführer  und
Weltreisender.  Begründet  von  Dr.  Julius
Lohmeyer  f,  fortgeführt  von  Kapitänleutnant
Wislicenus,  Abteilungsvorstand  der  deutschen
Seewarte,  kommandiert  zum  Reichs-Marine=Amt.
  Band  V.  Leipzig  1907.  Verlag  von
Wilhelm  Weicher.
        <pb n="1241" />
        1126  20

Deutschlands  Ehr'  im  Weltenmeer.  Die
Entwicklung  der  deutschen  Flotte,  ihr  heutiger
Ausbau  und  Skizzen  aus  dem  Leben  an  Bord
von  Vizeadmiral  a.  D.  R.  v.  Werner.  Neubearbeitung
  von  Kontreadmiral  z.  D.  Holzhauer.
  Mit  4  farbigen  Kunstbeilagen  nach
Originalen  von  Professor  Willy  Stöwer  und
Johs.  Gehrts,  einem  Durchschnitt  des  Linienschiffes
  Lothringen,  2  farbigen  Flaggentafeln
und  96  Kopfleisten  und  Bildern  im  Text.
(360  S.)  In  Ganzleinenband  5  Mk.  Verlag
von  Ferdinand  Hirt  &amp;amp;  Sohn  in  Leipzig.

Wolf  der  Dragoner  des  Prinzen  Engen.
Kriegsgeschichtliche  Erzählung  von  Karl  Tanera.
  Mit  8  Bildern  nach  Zeichnungen  von
E.  Zimmer.  (191  S.)  Preis  3,50  Mk.  Verlag
von  Ferdinand  Hirt  &amp;amp;  Sohn  in  Leipzig.

Imanuel  Bellon,  Missionar:  Kultus  und
Kultur  der  Tschi-Neger  im  Spiegel  ihrer
Sprichwörter.  Basel  1907.  Verlag  der  Breslauer
  Missionsbuchhandlung.  (Basler  Missions-=studien.
  Heft  33.)

 

Arthur  Meyer:  Über  Semen  Strophanti
(Sonderabdruck  aus  dem  „Archiv  der  Pharmazie“.
  245.  Band.  5.  Hest).  Berlin  1907.
Selbstverlag  des  Deutschen  Apotheker-Vereins.

Das  Buch  von  unsern  Kolonien  von
Ottomar  Beta.  Mit  8  farbigen  Kunstbeilagen
nach  Originalen  von  Rudolf  Hellgrewe,
107  Bildern  im  Text  und  2  farbigen  Karten
des  deutschen  Kolonialbesitzes.  (255  S.)  Preis
4  Mk.  Verlag  von  Ferdinand  Hirt  &amp;amp;  Sohn
in  Leipzig.

Dr.  Hubert  Naendrup,  a.  o.  Professor  an  der
Universität  Münster:  Entwicklung  und  Ziele
des  Kolonialrechts.  Münster  1907.  Verlag
der  Universitäts-Buchhandlung  Franz  Coppenrath.


Pastor  C.  Paul:  Die  Mission  auf  den
Deutschen  Südsee-Inseln.  Dresden  1908.
C.  Ludwig  Ungelenk  (Justus  Naumanns  Buchhandlung).


Dr.  Joachim  Graf  v.  Pfeil:  Zur  Erwerbung
von  Deutsch-Ostafrika.  Berlin  1907.  Verlag
  von  Karl  Curtius.

 

Verkehrs-Nachrichten.

Vom  Reichs-Postamt  sind  nachstehende  Anderungen  im  Paketverkehr  mit  Deutsch-Südwestafrika

  getroffen  worden:

1.  Die  für  den  Postpaket=  und  Postfrachtstückdienst  nach  Bethanien,  Gibeon,  Gochas,  Hasuur,
Keetmanshoop,  Kub  und  Maltahöhe  bestehenden  Beschränkungen,  daß  von  einem  Absender
nicht  mehr  als  drei  Pakete  täglich  an  denselben  Empfänger  abgesandt  werden  dürfen,  und
daß  für  die  Beförderung  der  Pakete  nach  Bethanien  ab  Lüderitzbucht  und  nach  Hafuur  ab
Keetmanshoop  der  Empfänger  selbst  zu  sorgen  hat,  sind  aufgehoben  worden.

2.  Der  Postpaket=  und  Postfrachtstückdienst  nach  Warmbad  und  Ramansdrift  ist  wieder  eröffnet
worden,  jedoch  mit  der  Maßgabe,  daß  der  Frachtzuschlag  für  die  Beförderung  von  Lüderitbucht
  nach  Keetmanshoop  vom  Empfänger  zu  erheben  ist,  und  daß  von  einem  Absender
nicht  mehr  als  drei  Pakete  täglich  an  denselben  Empfänger  abgesandt  werden  dürfen.

Bei  folgenden  Postanstalten  in  Deutsch-Südwestafrika  sind  nachstehend  bezeichnete

Dienstzweige  neu  eingeführt  worden:

in  Brackwasser:  Zeitungsdienst,  Postpaketdienst  und  Nachnahmedienst;  letzterer  nur  im  Verkehr
innerhalb  des  Schutzgebiets  und  mit  Deutschland;
in  Jakalswater  und  Bethanien:  Postpaketdienst.

In  Aris  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  in  Verbindung  mit  der  daselbst  bereits  bestehenden
Reichs-Telegraphenanstalt  am  22.  September  d.  Is.  eine  Postanstalt  eingerichtet  worden,  deren
Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briefsendungen

  erstreckt.
        <pb n="1242" />
        1127  2

———  L  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  November  1907.

 

Nach

vom  Ein-Die

  Abfahrt  erfolgt

Aus  schiffung  sbafen.
Dauer

Priefe  r  müssen  aus
Berlin  spätestens

 

 

 

 

 

schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
Neapel  Dez  Friedrich  Siben
(deutsche  Schiffe  38  Tage
Eeimpsonhasen  41  Tage  15.  Nov.  3.  Dez.
1.  deutsch-Reuguinea.  Brindisi  17.  Nov.  Simpsonhafen  38  Tage  103  abds.
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelmshafen
  41  Tage
2  beutsch-Ostafriha.  bihtnnn  15.  23.  nov  2.0Monbafb  0  10.-17  Tagf1  .  Kon.  .
a)  wach  rols,  Muansa  und  ronune  e  Schiffe)  0  abds.
#n  Mi  müöasa  Welter-  rdn  10.  jedes  Monats  Mombasa  O  17  Tage  8  b  abds.
sto  De:  ·  sTk  5
bess  #en  Mn  n,  Bri  1.  Dez.  Mombasa  O  14  Tage  29.  Nov.  10,  abds
bahn  und  von  der  Sndssafton  Cengl.  B  4
u  S  nach  den  Bestim-  Brindisi  21.  Nov.  Mombasa  18  Tage  22.  Nov.  103;  abds.
mungsorten.  (engl.  Schiffe)
s  18.28.Nov.9.Dcs.Tanqa1719,17Tagclhzb  Nov.  7.  Dez.
)  nach  Tanga  (einschl.  Amani,  |A  Neapel  ʒ
—  r.  rrn  in  D  16  2.0%  0n.  bds
o  Muhesa,  Pangani,  Prindisi  Dez.  T  ;  Tage  Nov.  adabds.
Wugiri  und  G#leug  cunch:  1.  Dez  anga  age  “  "
Newpel  18.  28.  Nov.  9.  Dez.  Daressalam  18-20  Tages  16.  26.  Nov.  7.  Dez.
(deutsche  Schiffe)  10  abds.
Marseille  10.  jedes  Monats  Far  zibar  18  Tage  8.  jed.  Mts.  10  5  abds.
von  Sir  unmittelbar
e)  nach  Deutsch-Ostafrto  2  Selbebrderuung  nach
(ausschl.  der  unter  a  und  b  mentsdampfer  in  6  Stund.)  .
aenannten  Postorte)  Brindisi  1.  Dez.  Daresfalam  17  Tage  s  29.  Nov.  10  abds.
(engl.  Schlffe)
Brindisi  21.  Nov.  Zan  ibar  Tage  22.  Nov.  10  5  abds.
Schi  Daressalam  weller
Cenol.  Schiffo  u  nächseer  Gelegenheit
#
"  Hamburg  23.  Nov.  Swakopmund  25  Tage22.  Nov.  7u#  abds.
3.  Deutsch-Südwestafrika.  Hamburg  4.  Dez.  Swakopmund  25  Tages.  Dez.  5  ums.
a)  nach  b.babs.  Suttiro  Oin-  Antwerpen  18.  Nov.  .  Dez.  Swakopmund  20  Tage7.  Nov.  S.  Dez.  388  oms.
b  aeinn  vohewark  (deutsche
akalswater,  Ka  u  9  Der  S  Taae  Dez.  18  nms
Kubas,  Maliahöhe,  Rauchas  10.  Nov.  10.  Dez.  Swakopmund  19  Tage18.  Nov.  9.  Dez.  10  Umoe.
Haahal  Saeie  uoin  e  .
babel.  S#tarurd  #awte  .-outhampton,  28.  90.  Nov.  Swakopmund  25.  21.22.  29.  Nov.
Outslo,  Owikokorero,  Reo  .  25  Tage  1122  vmo.
both.  Sceis,  Shekume=  a  4
s  „Waldan,  Waterberg,,  Southampton,  16.  Nov.  7.  Dez.  Swakopmund  32,  25,  15.  Nov.  6.  Dez.
"  27  Tage  112  oms.
Southampton  16.  23.  30.  Nov.  Luderitbug  22,  *?.  22,5.  22.  29.  Nov.
Tage  112  oms.
Hamburg  "„  23.  Nov.  Lveritoucht  n  27  Tage  22.  Nov.  712  ms.
Antwerpen  18.  Nov.  9.  Dez.  Luderitzbucht  21  Tage  17.  Nov.  8.  Dez.
l  b  womicheSchUMJ  83901115.
»  halkederttbucht.  Kubul,  Boulogne  19.  Nov.  10.  Dez.  Lüderitzbucht  20  Tage  18.  Nov.  9.  Dez.
Baethaue  Oeutsche  Schiffe).  1°  ums.
Hamburg  4.  Dez.  Lüderitzbucht  26  Tage  3.  Dez.  52  ums.
Southampton  7.  Dez.  Lüderitzbucht  27  Tage  6.  Dez.  1122  oms.
Hamburgg  Lüderitzbucht  26  TageskG.  525  ums.
*  .  nadse  Warm.Southampton  23.  Nov.  7.  Dez.  Capstadt  17  Jage  22.  Nov.  6.  Dez.
bad  Faltfonteln  (Süd)  und  hampton.  #  von  dort  wei  erc  dem  *  W  #

Landwege  ste-  Steinkopf

 

7)  Den  durch  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="1243" />
        G  1128  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

Nach  vom  Ein-  «  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
-  y,-·  Mi-  Ni  -'  21  Taae
4.  a  “  r%  Hamburg  10.  25.  jed.  Mts.  Altoria,  40.—  Er  he  (le.  jed.  Mts.  s  vms.
a)  na  amenda,  a##  "  —üll  *  —  24,  jed.  M  s.  712  8.
n  Sibindiu  Weredl,  Kribi  20  u.  25—30  Tage  6  4  jed  ts.  712  abds
wnes,  #  s  Bonlogn-  r  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
Haat.  H  Johmm  Duala  18  Tage
Bäksthsbeche,  #ss  g  deuische  t-  Kribi  19  Tage
Plantation,  Viktoria  Oiverpool  30.  Nov.  Duala  23  Tage  25.  Nov.  1045  abds.
sLiverpool  .....  Dunla26Tagc«...  10½  abds.
Hamburg  25.  jedes  Monats.  Nio  del  Rey  32—36  Tages  24.  jed.  Mts.  7  abds.
b)  nach  Rio  del  Rryy  -.  .
nach  Rio  del  Rey  Liverpool  14.  Dez  Rio  del  Rey  23  Tage  12.  Dez
10½“  abds.
)  nach  dem  Tschadsee-GebietLiverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tag  jeden  Donnerstag
(Garna,  Kussert)  von  dort  weiter  #-  10“  abds.
h0  nach  Ossidinee  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  Kage  jeden  Donnerstag
den  Lubar  1  narg  bokum  10“5  abds.
.  isid  qe  ((1m  Croßfluß
k)nachMoli-ndn.....  Antwerpen  5.  Dez.  "  nn  tadi  19—20  Tage  4.  0
4  an  da  heige  zt,  dFr  "  zen-  10  na
Bordeaux  25.  jedes  Monats  9  henm  gu  Ilutgaa#stcnn  "  23.  jed.  di  10  abds.
dem  Konz,  Ssongea  un
Dlah  bis  Molundu
Neape  6  Jap  38  Tage  s  17.  Dez.

5.  den  Karolinen,  Palau--Inseln,
  Marianen.

Dez.

el
(deutsche  Schiffe)  19.

Saipan  42  Tage

 

l

Ponape  50  Tage

 

105  abds.

1

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan

geleitet;  von  Yokohama  weiter

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

 

Nea  21.  Nov.  5.  Dez.  Tsingtau  33—36  Tage19.  Nov.  3B.  Dez.
—  coi)  10%  abds.
Brindisi  jeden  Sonntag  Tsingtau  31—36  Tage  jeden  Freitag  10  5  abds.
4  (engl.  Van  1
6.  Kiautschon.  Marseille  24.  Nov.  Tsingtau  84—396  Tage22.  Nov.
(kranz.  Schisfe)  100  abds.
Liverpool  Tsingtau  391  Tage  88  oms.
Marseille  29.  Nov  Tsingtau  36—38  Tage27.  Nov.
(engl.  Schiffe)  10  abds
7.  Marshall-Inseln.  9.  Dez.  Jaluit  59  Tage

Neapel
(deutsche  Schiffe)

17.  Dez.
abds.

 

I
Nea  24.  Nov.  22.  Dez.
n,  —*

Apia  54  Tage

lae.  29.  Nov.  20.  Dez.

 

B.  Samoa.  20
1.  Dez.  Apia  51  Tage  105  ums.
2  aindssn.,  6
Hamburg  1.  16.  25.  jed.  Mts.]Lome  26,  27,  19  Tagel5.  24.  u.  Letzten  jed.  Mts.
7½  abds.
Hamburg  "  10.  jedes  MonatsLome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  858  oms.
Rotterdam  20.  jedes  Monats  Lome  23  Tage  19.  jed.  Mts.  9½  ums.
Saes  h
11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1°  ums.
9.  Togo.  Saulagne  gei,
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  10.  jed.  Mts.  10“  abds.
-  von  da  ab  Landverbindung
sBordeaux  25.  jedes  Monats  Cotonou  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10“5  abds.
von  da  ab  Landvckbmduuq
jeden  Sonnabend  Akkra  Donnerstag  93  abds.

 

 

1Liverpool
i
l

von  n  weiter  henl  dem
Landwege  in  4—5  Tagen
        <pb n="1244" />
        G  1129  r

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Shutgebieten.

 

 

1  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  iĩt  ällig
Von  hafen  in  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
Deutsch·  Neuguinea·  sNeapel  ·  19.  Nov.  F.  Des.  Marshall-Inseln  Brindisi.  .  30.  Noo.
—  Neapel.  22*.  Nov  —  —ie  „
deutsch-Ostgfria  Brindisi  ...  16.  Nov.  Neapel.  .  .  .  20*.  Nov.  48.  Dez.
M
Marseille  16.  jed.  Mts.  Zrindin  ie.  30.  Nov.
„  Narseille.  .  .  28.  Nov.
dentsch.  S#bbwestafriha  Aer  -  Hi:  YOU-Nov  Liverpool»24.Nov.iibcr
urg  .  .  24*.  25*.  9  Vancouver.
nördl.  Teil  d.  Schutgeb.  Southampton  17“.Nov.  1.  Dez.  Kiantschon  Plymouth,  couve
füdl.  Teil  des  Schutzzeb.  Southampton  142  Noo.  b#  Dez.  1..—  1  20“.  27.  29.  Nov.
21  2  2  5  4*
21.  251.  ov.  Le  Havre  oder  11.  Dez.
Antwerpen.  23".  Nov.  Queenstown.
—  —  —  ——  Sibir.  Eisen-Voulogne
  11-.  jed.  Mts  bahn  jed.  Montag  u.  Mittw.
KRamerun  .  .  .  .  ..  Southampton  14*.  u.  30*  jed.  Mts.  ·
Queenstown  unbestimmt,  voraus-Plomouth
  21.  Nov.  B.  Dez.  Samon  vd.  Plymouth  sichtlich  F.  Dez.
den  —  8  indisi  30.  N  logo  Southampton  14*.  u  30«  icd.  Mts.
Miiam  |  rind  or.  829  Boulogne  I14,  jed.  Mtv.
  1  1

 

 

 

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

 

S.  M.  S.  „Bremen“
S.  M.  S.  „Bussard“
S.  M.  S.  „Charlotte“
S.  M.  S.  „Condor“
S.  M.  S.  „Freya"“
S.  M.  S.  „Panther“
S.  M.  S.  „Planet“.
S.  M.  S.  „Seeadler“
S.  M.  S.  „Sperber“
S.  M.  S.  „Arcona“
S.  M.  S.  „Iltis“

S.  M.  S.  „Jaguar“
S.  M.  S.  „Luchs“.
S.  M.  S.  „Tiger“

St.  Thomas  28/10.  —  30//10.  Fort  de  France  5/11.  —
Castries  (Santa  Lucia)  11/11.  —  Bahia.

Kilwa-Kiwindje  11/10.  —  18/10.  Lindi  21/10.  —  22/10.  Daressalam
6/11.  —  6/11.  Bagamojo.

Teneriffe  3/9.  —  17/10.  Trinidad  11/11.  —  Guadeloupe.

Honolulu  8/10.  —  Jalnuit.

Genna  10/10.  —  Venedig  23/10.  —  Corfu  2/11.  —  Smyrna.

Lome  9/10.  —  11/10.  Viktoria  15/10.  —  15/10.  Duala.

Bermessungsgebiet  bei  Matupi.

Daressalam.

Viktoria  (Kamerun).

Colombo  14/10.  —  23/10.  Singapore  26/10.—  1/11.  Hongkong  6/11.
—  7/11.  Amoy.

L,anta  10/10.  —  11/10.  Kiukiang  17/10.  —  18/10.  Nanking  28/10.  —

28/10.  Tschingkiang  31/10.  —  1/11.  Shanghai.

Tsingtau  28/10.  —  30/10.  Shanghai.

Shanghai  30/10.  —  3/11.  Kobe.

Nagasaki  27/10.  —  30/10.  Tschifu  6/11.

5/11.  Port

—  Nintschwang.
Ablösungstransporte:

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Lucie  Woermann“  der  Woermann-Linie  mit  der  ablösenden
Besatzung  S.  M.  Schiff  „Sperber“.

Transportführer:  Kapitänleutnant  Möller.

Lamburg  10/10.  —  11/10.  Dover  11/10.  —  12/10.  Boulogne  12/10.  —  18/10.  Las  Palmas

18/10.

—  21/10.  Dakar  21/10.

—  23/10.  Conakry  23/10.  —  26/10.  Gr.  Bassam.

27/10.  Sekondi  27/10.  —  28/10.  Lome  28/10.  —  31/10.  Duala.
        <pb n="1245" />
        Fübrplanmäßiger  eschspodampfer  „Vorck“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  Ablösung  der  Besatzung
S.  M.  lanet“

Transportführer:

Oberleutnant  zur  See  Heinemann;

1130

von  Neapel  ab:  Kapitänleutnant  Nippe.
Bremerhaven  23/10.  —  24/10.  Rotterdam  24/10.  —  25/10.  Antwerpen  28/10.  —  29/10.

Sonthampton  29/10.  —  2/11.  Gibraltar.  —  3/11.  Algier  3/11.  —  5/11.  Genna  6/11.  —

7/11.  Neapel  8/11.

—  Port  Said.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrika.

 

 

Postdampfer  E  e  i  Lehte  Nachrichten
von  nach  bis  12.  November  1907.
„Adolph  Woermann“  Lüderigbucht  Hamburg  am  5.  November  in  Hamburg.
„Alexandra  Woermann"  Gabun  1  Hamburg  am  8.  November  in  Viktoria.
„Aline  Woermann“  Kapstadt  Swakopmund  a#m  16.  November  in  Swakopmund.
„Anna  Woermann“  Winnebah  D.  Hamburg  am  11.  November  ab  Sierra  Leone.
„Arnold  Amsinck“  Hamburg  Emden  am  11.  November  Curhaven  passiert.
„Ascan  Voermann“  Mossamedes  .  Hamburg  am  26.  September  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Hambur  Accra  am  5.  November  in  Sierra  Leonc.
„Eduard  Bohlen“  Swakopmund  Kapstadt  am  10.  November  in  Kapstadt.
„Eduard  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  20.  Oktober  in  Swakopmund.
„Elconore  Woermann"“  Hamburg  Duala  am  11.  Novemher  ab  Boulogne.
„Ella  Woermann“  Winnebah  Hamburg  am  24.  Oktober  in  Hamburg.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  5.  November  ab  Sierra  Leone.
„Frieda  Woermann“  Hamburg  Gabun  am  D.  November  in  Conakry.
„Gertrud  Woermann“.  Delagoabai  Hamburg  am  11.  November  in  Aden.
„Hans  Woermann“.  Hamburg  Kotonon  am  10.  November  Lueisant  passiert.
„Henriette  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  8.  November  Dover  passiert.
„Irma  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  31.  Oktober  in  Mmnie
„Jcannette  Woermann“  Assinie  Hamburg  am  11.  November  in  Hamburg.
„Kurt  Woermann“.  Calabar  Hamburg  am  10.  November  in  Dakar.
„Lili  Woermann“  Hamburg  Burutu  am  3.  November  ab  Las  Palmas.
„Linda  Woermann“  Hamburg  Rio  Nunez  am  8.  November  in  Madeira.
„Lothar  Bohlen“  Kotonou  Hamburg  am  10.  November  Dover  passiert.
„Lueie  Woermann“.  Hamburg  am  10.  November  in  Biktoria.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Assinie  am  7.  November  ab  Las  Palmas.
„NMartha,  -  Burutu  Hamburg  am  11.  November  in  Accra.
.„Mar  .  Mossamedes  Hamburg  am  9.  November  ab  Lome.
„Otto  Wuormnn  Nio  Nunez  Hamburg  am  31.  Oktober  in  Hamburg.
„Paul  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  4.  November  in  Lagos.
„  boe  lla  Vohlen  .  Hamburg  Accra  m  9.  November  ab  Notterdam.
„Nönig“  .  Hamburg  Lũderitzbucht  am  6.  November  Curhaven  passiert.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
„Duala“  Nio  Nuncz  —  Hamburg  am  26.  Oktober  in  Conakry.
„Edea“  Burutu  1  Hamburg  am  7.  November  in  Hamburg.
„Namerun“  Gabun  ·-  Hamburg  am  6.  November  ab  Madeira.
„Lome“  Hamburg  Kotonon  am  2.  November  in  Rotonou.
„Otavi“  .  Hamburg  Mossamedes  am  Y1..  November  ab  Las  Palmas.
„Swakopmund“.  Hamburg  Mossamedes  am  10.  November  in  Antwerpen.
„Togo“  Hamburg  Mossamedes  am  15.  Oktober  in  Mossamedes.
„Windhuk“  Hamburg  Delagoabai  am  13.  November  ab  Hamburg.
1
        <pb n="1246" />
        Telephon:  Amt  1  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  „Heydtbank“.

W  1131  2

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  ##  Co.,  Abteilung:  Kolontialwerte,  Berlin  W.  64.

11.  November  1907.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

          
    
  

 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

Grün--  -  Ge=  vor-  |  letzte  "1.  .
dungs-  Kapital  schäfts-  lette  ue  .  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr!  Mark  jahr  dende  dende  5%  5%
Is
1906.  1250  000  1.  10.  —  —  A--G.  107  112
1906  2000000  1.  1.]  —  4  1  80n"  99
1905|1  200  000  1.  4.  o  0l  .i95  100
1905  6  ..  5  5  100  105
1890  1600  000  1.  1.  30  22  260  —
1801  2600000  1.  10.  5  7  .  —  88
1905  220  000  1.  1.  —  18  .1l10  —
1900  418  000  1.  1.  7  7  110  115
1878  2750  000  1.  1,  12  20  8
.  5  195
1885  2  000  Oo0  1.  4.  20  20  190  200
1007)  2  500  000/1.  1.  —.  —  1  6  95
1002  1000  000  1.  1.!o  0  O  70  55
1002  1,000  000  1.  5.  1  2  —  385
1885  3  721  000  1.  1.  3½  5  .  100  102
3000  000  5  5  do  101  103
18864  1.  0  0  „Deutsch-Ostafrikanische  19338fr.  163fr
1908  11  495  000  1.  1.|3½  3½  Deutsch-Ostafrikanische  X
bungen  (vom  Heich,  92  98
1897  2250000  1.  1.  4  5  Deutsch-Westafrikani  —  95
1899  4000  000  1.  1.  0)  0  Gesellschaft  zalsanschr  Daa  —  n  55.—
360  000  10  ·  do  —  M  12.—
1898  1  000  000  1  5  10  Eeiellshaft  Südkamerun  14.  .  —  120
1  000  000,  0  10  do  Lit.  B.  —  5
1889  2  000  000  1.  10.  0  ·  Guaenala  Plantagen-  Gesellschaft  ..  —  25
1897  1  153  000  1.  11010  0  Hanseatische  Kolonisationsgesellschaft.  —  10
1889  3000  000  1.  19  0  0  Hoanseatische  Plantagengesellschaft  —  30
1887/  1200000  12  1.  15  20  [Jalnit-Gesellschaft,  geteilte  Aktien  15  —
d  Genußscheine  ’l  1  —
1898  604  000  1.  7.  0  ·  nafiee=  Plantage  Sakarre  Stamm-  Aktien  10  15
147  000  d  7  Aktien  ..’—  45
1904  1.000  000  1.  1.  —  0  «"  Atti  f  —  69690
1906  000  O000  1.  1.  —  4  Lamerun=  .*  Compagnie  ...  —  98
1908  1,000  000,1.  11—  0  HKautschuk-Pflanzung  Mcanja  A.-GS.  —  85
1899  1  100  000  1.  7.  ·  Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  5  75  85
1835,  6000.000  1.  4.  0  0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-Anteile  ..—  93
1  0  0,  Stamm-Anteile  88  44
1006  1200  Odoo0  1.  1  —  ....».—  90
1904.21000000  1  1.  8  8  di  Munteile
6  ins  und
«  85  –  92  93
«  .  .  .  .  -  .
1900  20000  000  1.  M  0  10  105
1897/  2000  000  (1.  100  5  6  —  42
1895  1  500  000  1.  110  o  —  85
190  800  000  n|n  1.  1.  0  0  95
1905  2000  000  1.  1.  4  4  90
1897  500  000  1.  1.  B  6  .  ##n  100  34
1900  F500  000  1.  7.  38  sh
1802/2  2000000  1.  W|%%  hst  '12  6q%13  h  0
1893  200  100  1.  4.  0  40  Usambara  r“*m  •*½  Stmarineile  —  33  zöfr.
2200  0  ·  1  ugs-Anteile,  47z3fr.  52  zsfr.
1897  1  12  000  1.  1.  0  0  Fne  usnv  Bibundi  I
nur-Anteile  85  —
600  000  ·  6  Lotamm-Anteile  110  120
1897  4500000  1.  1.  0  0  e  Pflanzungsgesellschaft  Victori
„  fD  ammengelegte  Stamm-Aktien  50  —
Vorz.-Aktien  D  120  —
1895  1  800  000  1.  1.  0  0  Beltdert  *'  und  Plantagengesellshaft,
Di  isseld  —  :  '-Zu

  jeder  Art  von  Auskunft  ist  sormichenes  Lauthaus  stets  gern  bereit.
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        1132

Anzeigen.

 

Inserate  sind  an  die  Geschäftsstelle  des  „Deutschen  Kolonialblattes“,  Berlin  SW  68,  Kochstraße  68—71,  einzusenden.

Aufgebot.

Der  Farmer  Franz  Melchior  in
Rietrevier  hat  die  Anlegung  eines
Grundbuchblattes  für  seine  im  Bezirk
Sibeon  liegende  Farm  Riectrevier,
Flurkarte  von  Gibeon,  beantragt.  Die
Farm  hat  eine  Größe  von  6097  ha,
ist  bebaut  mit  drei  Wohnhäusern  aus
Lehmsteinen,  mehreren  Ställen  und
zwei  Schlachträumen  und  hat  folgende
Lage:  Sie  grenzt  im  Norden  an  die
Farm  Haribes  J  ind  NO.,  im

Sten  dan  die  Jarm  Friedabrunn,  im

u  die  Farm  Kainuchas  und
im  Westen-  an  ehemaliges  Witboigebiet.
Sie  liegt  ungefähr  65  km  nördlich
von  Gibeon.  (G692c#

Gemäß  §  11  der  Kaiserlichen  Verordnung
  vom  T1.  November  1902  werden
hiermit  alle  dicjenigen,  welche  das
Eigentum  oder  ein  zur  Eintragung  in
die  zweite  und  dritte  Abteilung  des
Grundbuches  geeignetes  Recht  an  dem
Grundstück  in  Anspruch  nehmen,  aufgejordert,
  ihre  Rechte  und  Ansprüche
bis  zum  1.  März  1908  bei  dem
Kaiserlichen  Bezirkegericht  in  Keetmanshoop
  anzumelden  und  glaubhaft  zu
machen.  Im  anderen  Falle  erfolgt  dic
Anlegung  des  (Grundbuchblattes  ohne
Rücksicht  auf  diese  Rechte  und  Ansprüche.

Keetmanshoop,  den  17.  Sept.  1907.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

Aufgebot.

Der  Kaufmann  Joseph  Schmidt
in  Keetmanshoop  hat  die  Anlegung
eineo  Grundbuchblaues  für  sein  in
Keelmanshoov  liegendes  Baugrundstück,
Flurkarte  von  Keetmanshoop  Blatt  1
Parzelle  25,  beantragt.  Das  Grundstück
hat  eine  Größe  von  1925  qm,  ist  nid
bebaut  und  hat  folgende  Lage:  Es
grenzt  an  das  Grundstück  Sagner,
Parzelle  24,  und  die  öffentlichen  Wege
Parzelle  93  und  95.  (##24)

Gemäß  §  11  der  Kaiserlichen  Verordnung
  vom  21.  November  1902  werden
hiermit  alle  diefenigen,  welche  das
Eigentum  oder  ein  zur  Eintragung  in

e  zweite  und  dritte  Abteilung  des
Grundbuches  geeignetes  Recht  an  dem
Grundstück  in  Anspruch  nehmen,  aufgefordert,
  ihre  Lashten  und  Ansprüche
bieo  zum  1.  März  1908  bei  dem
Kaiserlichen  Bezirlogericht  in  Kectmanshoop
  anzumelden  und  glaubhaft  zu
machen.  Im  anderen  Falle  erfolgt  die
Anlegung  des  Grundbuchblattes  ohne
Rücksicht  auf  diese  Rechte  und  Ansprüche.

Reelmanshoop,  den  17.  Sept.  1907.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

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DIE  BESTEN

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        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Afrika  und  in  der  Südsee

Herausgegeben  im  Reichs--Kolonialamt.

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  1.  Dezember  1907.  Uummer  23.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Dertelben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens
etenn  vierteljährli.  erschtinenen:  .Mitteilungen  aus  den  den  zgenen  Schutegebicten  ,  herausgegeben  von  Drr.  un

rei
v.  Danck  dun  un.  Der  Frcelshhriche  Abongememspreis  für  das  Kolonialblau  mit  den  Beiheften  *  beimn  Bezuge  durch  d
Post  und  iB  gräin  M.  3.  dir  Eereipbeeko  durch,  Ber  nagsbuchhandlmge  a)  M.  4.—  für  in  euen  i„i  die
der  diun  Schutzgebiete  und  Osterr  eich-  du  tate  ns  M.  5.—  für  die  Länder  des  Weltpostverelns.  Susennn  und  Anfragen

sind  an  die  Köntaliche  Fbsisinh,  sner  von  Erust  Siegfried  Müner  und  Sohn,  Hevch  SWes,  Kochstraße  68—71,  zu  kehheen

 

nhalt:  Amtlicher  Teil:  Allerhöchste  Verordnung,  betr.  Abänderung  der  Alerhöchsten  Verordnung  vom

§.  November  1892  über  die  Führung  der  Reichsdienstflagge.  Vom  9V.  Okiober  1907  S.  1  Verordnung  des

Vonverneure  von  Deutsch:  Ostafrika,  betr.  Ergänzung  der  Liste  der  vom  Einfuhrzoll  beieeten  Gegenstände.  Vom

Oltober  1907  S.  1134.  Verordnung  des  Gonverneurs  von  Togo,  betr.  die  Einführung  eines  Zolles  auf

Auirechete  Fische  und  die  zgollfreie  Bulassung  sranzösischen  Geldes  bis  zum  Einzelbetrage  von  20  Ml.  Vom  20..  September
  1907  S.  1131.  —  Sersonalien  S.

Nichtamtlicher  Teil:  maenen  aihiccnen  2  S.  1135.  Patriotische  Gaben  S.  1136.
Deutsch-Oflafrila:  Von  der  Eisenbahn  Daressalam  Morogoro  S.  1136.  Sansevierenkultur  in  Voi  imit
2  Abbildungen,  S.  1136.  Nachweifung  der  Brutto-Einnahmen  bei  den  Küstenzollstellen  von  Deutsch-Ostafrila

im  Monat  Auguft  1907  S.  113
Kamerun:  Aus  West:  Aeeni#an  *!  einer  Karie)  S.  1139.

Deutsch-Südwestafrika:  llberf  über  die  r  des  Handels  des  Schubgebie  Deutsch-Südwestafrila
rohne  Regierungsgüter)  im  III.  und  4  Viertel  des  Kalenderjahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  gleichen
eitraum  des  Vorjahres  S.  1112.

Aus  fremden  nolonien  und  Produktionsgebieten:  Die  Baumwollindustrie  der  Schweiz  im  Jahre  1906
S.  1147.  Aussichten  der  indischen  Baumwollernte  1907/08  S.  11  Die  ägyptische  Baumwollsamenöl-Judustrie
S.  1150.  Die  Baumwollernte  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  1906/(07  S.  1152.  —  Die  Kakcotultur  und
der  Kakaohandel  Niederländisch  Indiend  S.  1153.  —  Aussichten  der  Indigoernte  Britisch=  Indien?  190/08  1155.
Der  Gambirhandel  über  s  1906  S.  11566.  Guttapercha=  und  Kautschukhandel  der  Straits  Seillenente
im  Jahre  1906  S.  1157.  Di  Straußenzucht  in  der  Kapkolonie  S.  1160.  Handel  der  Regentschaft  Tunis  S.  1161.
Das  Eisenbahnnetz  der  Nenb#neschelt.  Tunis  S.  1163.  —  Außenhandel  des  Kongostaates  1900  S.  1163..  Der
Bergbau  Neuseelands  im  Jahre  1906  S.  1164.  —  Anteil  Deutschlands  am  Einfuhrhandel  Neuseclands  im  Jahre  1906
S.  1165.  —  Die  wirtschaftliche  Lage  und  der  Landel  Süanuraliens  im  Jahre  1906  S.  1166.  Vorübergehende
Nollfreiheit  für  Zeitschriften  im  Australischen  Bund  S.  1168.  Ausjuhrzoll  auf  Angoraie  gen  in  Basutoland  S.  1168.
-  Durchfuyrzölle  in  der  apfolonie  für  den  Vertey-  nach  Deutsch=  Südwestafrika  S.  1168.  Landelsverkehr  zwischen
China  und  Indochina  S.  1168.  Eröffnung  der  Bahnlinie  Mosselbay-  Forse  in  der  naplolonie  S.  1169.

Verschiedene  M  ineilungen:  Das  Landbankgesetz  für  Transval  S.  1169  Verbindung  Indiens  mit  Ceylon
71.  —  Literatur  S.  1171..  Verkehrs-Nachrichten  S.  /12.  —  Schiffs  bewegungen  S.  1175.  nAurse
deutscher  Nolonialwerte  S.  1177.  .  Anzeigen.  .

Il  IlAmtlichekTeilIlYYlI
Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Allerhöchste  Verordnung,  betr.  Kbänderung  der  Rllerhöchsten  Verordnung  vom
s.  Movember  1892  über  die  Führung  der  Beichsdienstflagge.
Vom  9.  Oktober  1907.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  usw.,

verordnen  auf  Grund  des  Artikels  55  der  Reichsverfassung  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:
35  3  Ziffer  1  der  Verordnung  vom  8.  November  1892  erhält  folgende  Fassung:

*  im  Bereiche  des  Auswärtigen  Amts  und  des  Reichs-Kolonialamts,  einschließlich  der
Kaiserlichen  Behörden  und  Fahrzeuge  in  den  deutschen  Schutzgebieten,  der  Reichsadler  mit  der
Kaiserlichen  Kronc."

Urkundlich  unter  Unserer  -Möchsteigenhändigen  Ointerschit  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Cadinen,  den  9.  Oktober  19
(L.  S.)  gez.  Wilhelm  I.  R.
gegengez.  Fürst  von  Bülow.

Verordnung,  betr.  Abänderung  der  Verordnung  über  die  Führung  der  Reichsdienstflagge,
vom  8.  November  1892  (Reichs-Gesetzbl.  S.  1050).

—
S.
        <pb n="1249" />
        W  1134  20

Verordnung  des  GSouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betr.  Ergänzung  der  Ciste  der
vom  Einfuhrzoll  befreiten  Gegenstände.
Vom  11.  Oktober  1907.
Auf  Grund  des  §  6  der  Zollverordnung  vom  13.  Juni  1903  wird  hierdurch  verorduet,
was  folgt:
#  die  Liste  der  vom  Einfuhrzoll  befreiten  Gegenstände  Zolltarif  B  ist  unter  Nr.  25  aufzunehmen:

Stacheldraht.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihres  Bekanntwerdens  auf  den  einzelnen  Zollstellen
in  Kraft.  «
Daressalam,  den  11.  Oktober  1907.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
v.  Winterfeld.

Obige  Verordnung  wird  hierdurch  von  mir  genehmigt.
Darossalam,  den  12.  Oktober  1907.
Der  Staatssekretär  des  Reichs-Kolonialamts.
Dernburg.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Einführung  eines  JSolles  auf
getrochnete  Fische  und  die  Jollfreie  Julassung  französischen  Geldes  bis  zum  Einzelbetrage
  von  20  Mk.

Vom  20.  September  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900  S.  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Deutsches  Kolonialblatt
  S.  509)  wird  hiermit  in  Abänderung  der  Verordnung  vom  29.  Juli  1904  betr.  die  Erhebung
von  Einfuhrzöllen  verordnet,  was  folgt:

&amp;amp;§  1.  Ziffer  8  des  Zolltarifes  mit  Gültigkeit  vom  1.  August  1904  erhält  folgende  Fassung:
Fische  afrikanischen  Ursprungs  getrocknet,  gesalzen,  geräuchert,  geröstet,  gekocht  oder  gebraten  5  Mk.
pro  100  kg.

Die  bisherige  Ziffer  8  erhält  die  Ziffer  9.

§  2.  Bei  Ziffer  12  der  Zollfreiliste  sind  die  Worte  „und  getrockuete“  zu  streichen  und  bei
Ziffer  31  ist  nach  den  Worten  „zugelassen  sind“,  binzuzusetzen:  „sowie  Münzen  und  Geldzeichen
französischer  Währung  bis  zum  Einzelbetrage  von  20  Mk.“

§  3.  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  November  1907  in  Kraft.

Lome,  den  20.  September  1907.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

 

Dersonalien.

Seine  Maiestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  für  die  Dauer  der  gegenwärtig
von  ihnen  bekleideten  Amter  das  bisherige  Mitglied  der  Disziplinarkammer  für  die  Schutzgebiete
Kammergerichtsrat  Wienskowsky  zum  ordentlichen  Mitgliede  des  Disziplinarhofs  für  die  Schutzgebiete
  und  den  Kammergerichtsrat  Schröder  zum  ordentlichen  Mitgliede  der  Disziplinarkammer
für  die  Schutzgebiete  zu  ernennen.
        <pb n="1250" />
        1135  ec

Sceine  Majeslät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  gernht,  dem  Hauptmann
à  la  Suite  der  Schutztruppe  für  Kamerun  Freiherrn  Stein  v.  Lausnitz  die  Erlaubnis  zur  Annahme
  und  Anlegung  des  ihm  von  Sr.  Majestät  dem  Könige  von  Württemberg  verliehenen  Ritterkrenzes
  1.  Klasse  des  Friedrichsordens  und  des  ihm  von  Sr.  Königlichen  Hoheit  dem  Großherzoge
von  Hessen  und  bei  Rhein  verliehenen  Ritterkreuzes  1.  Klasse  mit  Schwertern  des  Verdienstordens
Philipps  des  Großmüthigen  zu  erteilen.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  22.  Oktober  1907.
Zu  Intendanturräten  ernannt:
die  Unterzahlmeister:
Becker,  mit  einem  Dienstalter  vom  2.  Februar  1906,
Karioth,  mit  einem  Dienstalter  vom  30.  Mai  1906,
Rayß,  mit  einem  Dienstalter  vom  11.  April  1907  und
Krzywicki,  mit  einem  Dienstalter  vom  22.  Mai  1907.
Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  16.  November  1907.
Feldlazarettinspektor,  am  30.  November  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Garnisonlazarett  Stettin)  aus  der  Schut-Musold,



truppe  ausgeschieden.

 

Der  bisher  zum  Bezirk  der  Station  Lomie  (Kamerun)  gehörige  Bimba-Beri-Bertna-Bezirkt

  ist  ans  der  Verwaltung  dieser  Station  ausgeschieden
einer  selbständigen  Station  unter  dem  Namen  Bertua-Bezirk.
Beja=  und  Maka-Stämme  zwischen  dem  4.
zwischen  der  östlichen  Grenze  des  Bezirks  Jannde  bzw.  der  Station  Joko  und  der

das  Gebiet  der

Grenze  andererseits.

und  bildet  ummehr  den  Bezirk
Der  Bezirk  umfaßt  im  allgemeinen
und  6.  Breitengrade  einerseits  und
französischen

 

7½2  *  —  ————88——————————.——

Dersonal-Nachrichten.
Hachrufe.

Stationsleiter  Kummetz  #.

Laut  telegraphischer  Nachricht  ist  der  Stationsleiter
  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Kamerun
Angust  Kummetz
am  4.  November  d.  Is.  im  Schutzgebiet  gestorben.

Der  Genannte  trat  im  Jannar  1899  als
Stationsassistent  in  den  Dienst  des  Schutzgebietes
Kamerun.  Er  wurde  sehr  bald  infolge  seiner
Tüchtigkeit  mit  der  selbständigen  Leitung  von
Stationen  beauftragt  und  in  Anerkennung  seiner
Verdienste  am  1.  Oktober  1905  zum  Stationsleiter
ernannt.  Er  hat  sich  während  seiner  langjährigen
Tätigkeit  die  Zufriedeuheit  seiner  Vorgesetzten  in
vollstem  Maße  erworben.

Sein  Andenken  wird  stets  in  Ehren  bleiben.

 

Bauassistent  Eggers  .

Am  27.  Oktober  d.  Is.  verstarb  in  Albersdorf

  der  Bauassistent  4
Claus  Eggers.

Der  Verstorbene  trat  am  25.  Angust  1905  in
den  Dienst  des  Schutzgebietes  Togo  und  hat  sich
seinem  Berufe  stets  mit  regem  Eifer  und  vollem
Interesse  gewidmet.  Das  Schutzgebiet  verliert  in
ihm  einen  fleißigen  und  pflichttreuen  Beamten,
dem  ein  dauerndes  Andenken  gesichert  ist.

Deutsch-Ostafrika.
Assessor  Stier  (Preußen)  wird  am  9.  Dezember
  1907  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
antreten.

Die  Wiederausreise  nach  Ostafrika  haben  am
18.  November  1907  angetreten:  Der  kommiss.
2
        <pb n="1251" />
        1136  c&amp;amp;c

Sekretär  Kiene,  der  Lehrer  Sendke  und  der

Laboratoriumsgehilfe  Poppe.

In  Ostafrika  am  5.  Oktober  wieder  eingetroffen:
  Bureauassistent  1.  Klasse  Stollowsky.

fKfamerun.

Die  Ausreise  nach  Kamerun  haben  von  Hamburg
  aus  am  9.  November  1907  angetreten:
Polizeimeister  Schreck,  Landwirt  Schopper  und
Gärtner  Reußner.

Togo.
Der  kommiss.  Stationsleiter  Mühring  ist  am
11.  Oktober  1907  im  Schutzgebiet  Togo  wieder
bingetroffen.

Deutsch-Südwestafrika.

Mit  Vertrag  sind  eingestellt  worden:  Die
Streckenausseher  Bachmann  und  Windisch,
Telegraphist  Creutz,  Gärtner  Kirn  und  Gou—
vernementsschreiber  Boesel.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  13.  November
aus  Südwestafrika  eingetroffen:  kommiss.  Bezirksamtmann
  Boesel  und  die  kommiss.  Gonvernemontssekretäre
  Buchmann  und  Belger.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
am  20.  November  1907  von  Hamburg  aus  angetreten:
  Sergeant  Raschke  und  Büchsenmacher
Oehring.

Deutsch-MNeuguinea.
Die  Heilgehilfen  Faulenbach  und  Steinemann

  sind  am  25.  September  1907  im  Schutzgebiet
  Neugninea  eingetroffen.

 

Datriotische  GCaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen,  für  welche  hiermit  nochmals  der
Dank  des  Kommandos  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  E.  S.
Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  SWös  der  Reinertrag
  der  Niederschriften  des  Großen
Generalstabes  über  die  Kämpfe  der  deutschen
Truppen  in  Südwestafrika  mit  8000  Mk.
Von  dem  Kadetten  Struckberg  von  der
Königlichen  Haupt-Kadettenanstalt  in  Groß-Lichterfelde
  2  Bände  der  Zeitschrift  „Vom
Fels  zum  Meer“.

1.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Ostafrika.
Von  der  eisenbahn  Daressalam  —orogoro.
Nach  einer  Mitteilung  der  Ostafrikanischen
Eisenbahngesellschaft  wird  die  letzte  Teilstrecke
der  Eisenbahn  Daressalam  —  Morogoro  voraussichtlich
  am  16.  Dezember  d.  Is.  dem  öffentlichen
  Verkehr  übergeben  werden.

Sansevierenkultur  in  Voi.
Von  Oberleutnant  Weiß.
(Mit  2  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen
des  Verfassers.)
Am  29.  Mai  traf  die  Expedition  Seiner  Hoheit
des  Herzogs  Adolf  Friedrich  zu  Mecklenburg
  in  Kilindini,  dem  3  km  von  Mombasa

entfernten  Hafen,  auf  dem  Reichspostdampfer
„Bürgermeister“"  ein.  Der  nächste  Zug  der
Ugandabahn  nach  dem  Victoriasee  ging  am

 

31.  Mai.  Da  jedoch  erst  am  7.  Juni  von  Kisumn
aus  Dampferverbindung  über  Entebbe  nach  Bukobavorhanden
  und  ein  längerer  Aufenthalt  in  dem
heißen  und  recht  langweiligen  Mombasa  ebensowenig
  angenehm  und  ersprießlich  war,  wie  in
dem  kahlen  Kisumu,  so  nahm  die  Expedition  die
Einladung  des  Herrn  Hübner,  Direktors  der
deutsch-englischen  Afrikakompagnie,  auf  der  Plantage
  bei  Voi  einige  Tage  zuzubringen,  mit  Dank
an.  Dies  umsomehr,  als  ihr  durch  diesen  Besuch
Gelegenheit  geboten  wurde,  auf  der  35  Quadratmeilen
  großen  Besitzung  die  sachgemäße  Ausbeutung
  der  Sansevierafaser  kennen  zu  lernen,
und  der  Zoologe,  Botaniker,  Geologe  und  Ethnologe
  bereits  hier  in  der  Lage  waren,  mit  ihren
Studien  und  Sammlungen  zu  beginnen.

Mit  Rücksicht  darauf,  daß  es  auch  in  Deutsch-Ostafrika
  weite  Gebiete  mit  dichten  Sansevierabeständen
  gibt,  an  deren  rationelle  Ausbeutung
bis  heute  aber  noch  niemand  gegangen  ist,
dürfte  es  von  Interesse  sein,  einiges  über  die
Art  und  Weise  der  Sansevieragewinnung  und
über  die  Rentabilität  dieser  Anlagen  zu  hören.
        <pb n="1252" />
        Zu:  Demisches  Kolonialblau  Nr.  23.  1007.

Sansevierenkultur  in  Voi.

 

 

Das  Entllalern  der  Sansevieren-Blälter.

 

 

Waschen  und  Crochnen  der  Sansevieren  Fasern.
        <pb n="1253" />
        W  1137  20

(Nachstehende  Ausführungen  sind  mit  Unterstützung
des  Herrn  Scheffler,  Plantagenleiters  des  Herrn
Hübner  in  Kibwezi,  zustande  gekommen.)

Die  Ausbentung  dieser  wild  wachsenden
Sansevierabestände  kann  nach  zwei  verschiedenen
Gesichtspunkten  erfolgen:

Entweder  es  wird  ohne  jede  Rücksicht  auf
ein  Nachwachsen  der  Pflanzen  abgeerntet,  oder
es  werden  unter  Schonung  der  Pflanzen  nur
die  ausgewachsenen,  schnittreifen  Blätter  gewonnen,
so  daß  eine  wiederholte  Ernte  möglich  ist.

Bei  ersterem  Verfahren  werden  die  ganzen
Rhizomköpfe,  also  sämtliche  Blätter  und  nicht
nur  die  schnittreifen,  abgeschlagen.  Hierbei  entsteht
  natürlich  sehr  viel  Abfall,  ein  Erholen  der
Pflanzen  ist  sehr  schwer  und  wird  etwa  anderthalb
  Jahre  beanspruchen,  abgesehen  davon,  daß
ein  erheblicher  Teil  der  Pflanzen  eingeht.

Werden  jedoch  nur  die  schnittreifen  Blätter
geerntet,  so  kann  man,  wie  die  Versuche  ergeben,
  bereits  nach  acht  Monaten  auf  eine  zweite
Ernte  rechnen.

Die  Sanseviera  findet  sich  in  der  Regel,  wie
es  auf  den  zwei  Plantagen  der  deutsch-englischen
Afrikakompagnie  Boi  und  Kibwezi  auch  der  Fall
ist,  in  dichtester,  ohne  Ausholzen  undurchdringlicher
  Buschsteppe,  seltener  im  lichteren  Busch.
In  letzterem,  wo  der  einzelne  Arbeiter  leichter
an  die  Pflanzen  herankommt,  liegt  bei  ungenügender
  Aufsicht  die  Gefahr  vor,  daß  alles,
ob  schnittreif  oder  nicht,  rücksichtslos  abgehauen
wird,  in  ersterer  wiederum  werden  die  schwarzen
Arbeiter  aus  Bequemlichkeit  nicht  das  Blatt  in
seiner  ganzen  Länge  ausnutzen,  sondern  etwa
nur  zwei  Drittel,  so  daß  der  stärkste  und  beste
Teil  verloren  geht  und  die  Fasern  nicht  in  voller
Länge  (hier  bis  zu  2  m)  verwendet  werden.

Es  ist  also  dringend  erwünscht,  unter  Schonung
und  Erhaltung  der  Pflanze  den  vollen  Fasergehalt
  zu  ernten.  Diese  Aufgabe  hat  sich  die
deutsch-englische  Afrikakompagnie  gestellt  und  ist
nach  verschiedenen  Versuchen  zu  folgendem  Arbeitsplan
  gekommen:

Die  Sansevierabestände  werden  durch  schmale
Schneisen  in  möglichst  regelmäßige  Reviere  eingeteilt.
  Da  bei  dem  außerordentlich  dichten
Buschbestande  die  Sansevieren  nicht  zugänglich
sind,  so  werden  die  Reviere  vor  dem  Blattschnitt
erst  etwas  gelichtet,  und  zwar  in  der  Weise,  daß
eine  Anzahl  Arbeiter  in  einer  Linie  durch  das
Revier  hindurchgeht  und  den  dichtesten  Busch
ausschlägt  sowie  das  zahlreiche  trockene  Holz  und
die  abgestorbenen  Sansevierablätter  entfernt.
Hierdurch  sind  die  Sansevierabestände  besser  zu
übersehen  und  zu  ernten.

 

Dem  Gedeihen  der  Sauseviera  wird  hierdurch
kein  Abbruch  getan,  denn  die  Versuche  haben
ergeben,  daß  nicht,  wie  vielfach  behauptet  wird,
nur  dichtester  Busch  gute  Sansevierabestände  enthält,
  sondern  ein  starker  Halbschatten  im  lockeren
Busch,  der  dem  Anlehnungsbedürfnis  der  Sanseviera
  entspricht,  vorteilhafter  für  ihre  Entwicklung
  ist.

Den  Arbeitern,  welche  das  Revier  lichten  und
säubern,  folgen  gleichfalls  in  einer  Linie  die
Blattschneider.  Diese  dürfen  nicht  nach  Gutdünken
  in  dem  Revier  hin=  und  herlaufen  und
schneiden,  wo  es  ihnen  bequem  ist,  sondern  der
Aufseher,  der  tunlichst  nicht  mehr  wic  30  Mann
führt,  hat  streng  darauf  zu  achten,  daß  sic  möglichst
beim  Vorgehen  in  einer  Reihe  bleiben  und  nur
wirklich  ausgewachsene  Blätter  schneiden,  die  lange
Fasern  liefern,  alles  andere  aber  als  Nachwuchs
stehen  lassen.  Beim  Schneiden  ist  folgendes
zu  beachten:  Das  Messer  wird  unter  leichtem
Zurückbiegen  des  Blattes  an  der  Innenseite  augesetzt
  und  etwas  schräg  nach  oben  durchgezogen;
hierdurch  wird  verhindert,  daß  die  jungen  kurzen
Herzblätter,  welche  den  Hauptnachwuchs  bilden,
angeschnitten  oder  abgebrochen  werden.  Jeder
Arbeiter  legt  die  abgeschnittenen  Blätter  hinter
sich,  die  von  anderen  Arbeitern  an  die  Maschinen
gebracht  werden.  Es  empfiehlt  sich  nicht,  die
Blattschneider  im  Akkord  arbeiten  zu  lassen,  da
sonst  die  Gefahr  vorliegt,  daß  obige  Gesichtspunkte
nicht  beachtet  und  viele  Blätter  in  der  Hast
niedergetreten  werden.

Das  Entfasern  erfolgt  durch  Maschinen,  und
zwar  ist  eine  zehupfündige  Lokomobile,  welche
für  die  ersten  Versuche  hier  bis  zum  Eintreffen
der  großen  Maschine  aufsgestellt  ist,  in  der  Lage,
drei  Doppelraspadoren  zu  treiben,  die  bei  zehnstündigem
  Arbeitstage  400  bis  500  Pfund  reine
Fasern  liefert,  wozu  etwa  2400  Blätter  erforderlich
sind.  In  Anbetracht  dessen,  daß  der  Transport
jetzt  noch  durch  Träger  erfolgt,  ist  dies  eine  recht
erhebliche  Leistung.

An  Arbeitspersonal  ist  hierzu  erforderlich:
1  indischer  Maschinist  (9;0  Rp.  Lohn),  24  Maschinenarbeiter
  (à  10  Rp.  mit  Verpflegung),  40  Blattschneider
  und  Träger  (à  6  Rp.).

Die  Tonne  Sansevierafaser  wird  bezahlt  zur
Zeit  mit  etwa  800  Mk.  Da  diese  Faser  sich
besonders  zur  Herstellung  von  starken  Tauen  eignet,
so  ist  die  Nachfrage  eine  sehr  rege  und  eine
Preissteigerung  zu  erwarten.

Ist  jedoch  erst  die  große  Maschine  zur  Stelle
und  die  Feldbahn  (2000  m  Gleis)  fertiggestellt,
so  läßt  sich  ohne  wesentliche  Vermehrung  des
        <pb n="1254" />
        G  1138  20

schwarzen  Personals  die  Tagesleistung  aufs
2240  Pfund  erhöhen,  was  einer  täglichen  Bruttoeinnahme
  von  800  Mk.  entspricht.

Nach  dem  Entfasern  wird  gewaschen,  worauf

Pf

Abnahme
4586  02
1586  2

Mk.

orjahr

V

*

 

die  Fasern  zum  Trocknen  ausgehängt  werden.
Die  trockenen  Fasern  werden  in  Ballen  zu
400  Pfund  gepreßt  und  sind  zum  Versand  fertig.

Zur  Ausbeuntung  der  Sansevierafaser  eignet
sich  nicht  nur,  wie  vielfach  angenommen  wird,

Zunahme
Vi.
14947  12
578  17
½  158  27
262  01
3355  84
22  301  71

Wt.

69  mehr  gegen

7715

 

 

dichter  Sansevierabestand,  vielmehr  sind  auch  lichte
Bestände  abbauwürdig.

Ist  auch  hier  die  Sanseviera  früher  abgeerntet,
so  ist  das  Land  dadurch  nicht  entwertet,  sondern
es  eignet  sich  sehr  gut  zur  Bebauung  und  besitzt

1906
Ml.  Vi.
75
4
56
85
35
2  20

August
38  300  15

 

191  2.

 

anderem  Gelände  gegenüber  den  großen  Vorteil,
daß  es  bereits  vor  der  Bestellung  dem  Besitzer
Geld  eingebracht  hat.

Die  Rentabilität  dieser  Anlagen  ist  naturgemäß
  abhängig  von  den  Transportmitteln.  Von

Vi.
83
89

   

321

3

2
18  553  19

15
67
1

208  957

 

den  mir  in  Deutsch-Ostafrika  bekannt  gewordenen
Gebieten  würden  zur  Zeit  die  Sansevierengebiete
in  der  Nähe  der  Station  Bukoba  und  Schirati
in  Frage  kommen,  die  einen  lohnenswerten  Abbau
ähnlich  wie  in  Voi  gestatten.  Zur  Beförderung

Vorjahres.
Insgesamt
K.
5

211  ,
14911139

  

Rup.

9
156  718  15

 

80
191212  20
.17715  69

208  957

 

der  reichen  Sanseviera-Bestände  in  Nord-Karagwe
könnte  der  Kagera,  der  in  seinem  unteren  Lauf
schiffbar  ist,  benutzt  werden.  Sicher  wird  die  von
Daressalam  ausgehende  Bahn  in  ihrer  Ver-4

  09,5
12  08,

149  60

 

Neben
2008  03

Einnahmen

 

22

2989  14
85
59

160-.

1384

 

längerung  Sansevierengebiete  berühren  und  Anlagen

  hervorrufen,  welche  die  gleichen  Erfolge

zeitigen  werden  wie  die  vorstehend  geschilderte.
Daß  in  absehbarer  Zeit  eine  üÜberproduktion

Gebühren
.
19  20
20
7

77.5

Holzschlag
Rup.
1

349

37

118  65

1600

 

eintritt,  ist  nicht  anzunehmen.  Hat  doch  erst  in
letzter  Zeit  der  Preis  einer  Tonne  Sansevierafasern
  eine  Steigerung  von  500  Mk.  auf  800  Mk.
erfahren.  Der  Nachteil,  daß  die  Sansevierafaser
nicht  so  gleichmäßig  und  biegsam  ist  wie  die

Schiffahms.
Abgabe
Rup.  H.

10  —
10
18  —
16  —
53
32
134

178  67
180“
1  33

 

Gegenübergestellt  dem  gleichen  Monat  des

Sisalagavenfaser,  wird  nahezu  aufgewogen  durch
die  außerordentliche  Stärke  und  Widerstandsfähigkeit
  gegen  Wasser,  so  daß  sie  nur  etwa
10  vH.  der  Sisalagave,  die  als  Kulturgewächs

7
1
7
34
7

alz
Verbrauchs
Abgabe
9
„
!16  1
1162  s

Rup.
2

31
82

19
52
401

3

59050

 

eorst  angepflanzt  werden  muß,  im  Werte  nachsteht.

Sollten  selbst  bei  wenig  rationeller  Bewirtschaftung
  die  Sansevierabestände  nach  ein=  oder
zweimaliger  Ernte  erschöpft  sein,  so  ist  das  Land
hierdurch  keineswegs  entwertet;  denn  dort,  wo

D.

*:

5
1  770  12

Ausfuhroll!


 

28  6.12  11.5

Rup.
2

19
13  69

8  175  S0

38  189

 

bisher  die  Sanseviera  wild  wuchs,  wird  der  geeignete
  Boden  für  Sisalagavenkultur  rein  sein,
und  nicht  allein  hierfür,  sondern  wie  Versuche
der  deutsch  -englischen  Afrikakompagnie  ergeben

H
99
19.
7
2
L

     

Noll
1

Uachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bel  den  Küstengzollstellen  von  Deutsch-Ostafrika  im  Oonat  August  1907.
Rup.

Einfuhr=5


9  10
20  88

5%½

1)

14581

10  6001  91

 

haben,  auch  für  Baumwolle  und  Gummianlagen.
Den  Stamm  der  Arbeiter  bilden  in  Voi  und
Kibwezi  ebenso  wie  in  Deutsch-Ostafrika  die
Wanyamwezi.  Als  Blattschneider  und  Träger
dienen  die  dort  lebenden  Eingeborenen  vom
Stamme  der  Wateita,  die  sich  in  größerer  Anzahl,
als  Bedarf  vorliegt,  zur  Arbeit  melden.

 

Zollitelle
aressalam.
umme  in  Nup.

anga
Pangani

 

 

 

Bagamojo

D.
—

2
Lindi- 



Abn.

umme  in  MarkI  183  143
un.  —-,

Aug.  1906  Mk.

agegen  im

-
D
D

5
        <pb n="1255" />
        G.  1139  20

Am  7.  Juni  begab  sich  die  Expedition  von
Kisumu  aus  mit  der  gesamten  Ausrüstung  über
Entebbe  nach  Bukoba.  In  Kisumu  hatten  wir
Gelegenheit,  den  vierten  Dampfer  auf  der  Werft
zu  sehen,  so  daß  in  kurzer  Zeit  die  Engländer
auf  dem  zum  größten  Teile  deutschen  Victoria-See
2600  Tonnen  haben,  wir  dagegen  nichts.  Ein
weiterer  Beweis  dafür,  welchen  wirtschaftlichen
Aufschwung  das  Sangagebiet  durch  die  Ugandabahn
  genommen  hat.

Möge  endlich  bei  uns  der  Wert  guter  Verkehrsmittel,
  in  erster  Linie  der  Wert  von  Eisenbahnen
orkannt  werden,  die  unumgänglich  zur  Ausbentung
der  Landesprodukte  erforderlich  sind.

Am  17.  bricht  die  Expedition  von  Bukoba
auf.  Bis  Kifumbiro  wird  gemeinschaftlich  marschiert.
  Hier  setzt  der  größte  Teil  über  den
Kagera,  während  der  Geologe  Dr.  Kirschstein  und
Oberleutnant  Weiß  durch  Karagwe  marschieren
werden,  um  am  Kageraknie  bei  Kangonsa  mit
dem  Hauptteil  wieder  zusammenzutreffen.

r—

Kamerun.

Aus  West-Hdamaua.-)
(Hierzu  eine  Kartenstizze.)

Am  7.  April  brach  ich  von  Laro  über  Bukari
Bosso  nach-Nassarau  auf.  Da  die  direkte  Straße
zwischen  dem  Berg  Banglang  und  Tschapen  bereits
  hinreichend  bekannt  ist,  so  beabsichtigte  ich
zunächst,  durch  einen  Marsch  nach  Westen,  entlang
den  südlichen  Hängen  des  Berges  Banglang,  die
in  letzter  Zeit  von  Händlern  vielfach  benutzte
Straße  Kontscha  —  Labare  Belo  —  Mao  Kordo—
Sabungeri  südlich  Mao  Kordo  zu  erreichen,  um
diese  der  Residentur  bislang  nicht  bekannte  Straße
alsdann  nach  Norden  weiter  zu  verfolgen.  Nach
dreistündigem  Marsch  wurde  sie  erreicht.  Über
Mao  Kordo,  Jabn  (Jabgu)  traf  die  Expedition
am  9.  April  in  Bukari  Bosso  ein.  An  diesem
Ort  galt  es  zunächst  zwischen  den  beiden  alten
Rivalen,  dem  Djauro  Laro  und  dem  Lamido
(Djauro)  Maijali  von  Nassarau  Grenzstreitigkeiten
zu  erledigen,  die  sich  wiederum  um  den  Besitz
der  Ortschaft  drehten.  Die  letztere  wurde  unter
Bestätigung  der  vorjährigen  Entscheidung  des
Leutnants  Nitschmann  dem  Diauro  Laro  zugesprochen.
  Das  etwa  8  Kilometer  östlich  des
Berges  Dirdn  gelegene  Bukari  Bosso  war  lange
Zeit  ein  von  den  Händlern  gefürchtetes  Räubernest.
  Mancher  Haussamann  ist  dort  spurlos  verschwunden,
  nachdem  sein  Hab  und  Gut  unter  die

 

*)  Bericht  des  Residenten  Oberleutnants  Strümpell.

 

beranschten  Tschambaheiden  verteilt  war.  Traurig
gedenken,  wie  sie  mir  selbst  erzählten,  noch  jetzt
die  Bukari  Bossolente  dieser  schönen  Zeit,  da  sie
auf  ihren  schnellen  Pferden  den  Busch  durchstreifen
  oder,  um  die  Bierkrüge  versammelt,  einem
zufällig  eintreffenden  Händler  zur  Steigerung  des
Festgenusses  den  Kopf  abschlagen  konnten.  Diese
Zeiten  sind  endgültig  vorüber,  der  schuldige
Arnado  sitzt  im  Gefängnis  von  Laro.  Die  Bitte
der  Bukari  Bosso,  ihren  geliebten  Arnado  freizulassen,
  mußte  natürlich  abgeschlagen  werden.
Das  berüchtigte  Dorf  ist  ein  elendes  Nest;  es
zeugt  nur  für  die  grenzenlose  Frechheit  und  Verwegenheit
  der  Heiden  und  für  die  Ohnmacht  der
Fulah,  wenn  sich  hier  längere  Zeit  ein  so  üppiges,
große  Straßen  lahmlegendes  Räuberleben  abspielen
  konnte.

Am  11.  April  erreichte  ich  über  Sabungeri—
Gaturo  Nassaran,  den  Sitz  des  Lamido  Maijali,
  eines  aufgeweckten  jungen,  energischen  Herrschers
  von  bestem  Fulahblut.  Vielleicht  vermißt
man  an  ihm  noch  etwas  die  sonst  den  dortigen
Machthabern  eigene  Ruhe  und  Abgemessenheit.
Sein  in  dem  benachbarten  Wukao  lebender  Vater
Babana,  ein  Vetter  des  herrschenden  Emirs  von
Vola,  führt  eigentlich  die  Herrschaft,  er  hat  sie
nur  nominell  seinem  Sohne  übertragen.

Am  12.  April  traf  ich  mit  dem  englischen
Residenten,  Herrn  Barclay,  bei  Nassarau  zusammen,
  am  14.  April  marschierten  wir  auf  verschiedenen
  Wegen  an  den  Grenzpfeiler  Nr.  17,
um  am  nächsten  Tage  die  provisorische  Grenzlinie
abzureiten.  Die  Grenzlinie  ist  mit  Kompaßpeilung
  236  durch  den  Busch  geschlagen.

Während  der  britische  Resident  am  15.  April
den  Rückmarsch  nach  Yola  antrat,  setzte  ich  den
Marsch  nach  Südwesten,  am  Mao  Bulo  entlang,
fort.  Am  Abend  des  15.  April  wurde  auf  der
Grenze  des  Fulah=  und  Heidengebietes  gelagert.
Tags  darauf  gelangte  ich  wieder  zum  Land  der
Tschambaheiden,  und  zwar  zur  Herrschaft  Bulo,
deren  Oberhaupt  in  Gambagani  am  Berge
Mangla  wohnt.  Die  Herrschaft  umfaßt  die  am
Mao  Bulo  aufswärts  liegenden  Ortschaften  bis
etwa  Kowe,  sowie  die  am  Berge  Mangla  gelegenen
  Dörfer.  Die  Dorfältesten  „Ganugi“
(Tschamba)  stehen  nur  in  losem  Zusammenhang
mit  Gambagani.  Diese  Tschambaheiden  hatten
früher  nach  Belieben  einen  geringen  Tribut  nach
Yola  gesandt,  und  dort  war  man  mit  diesem
kleinen  Zeichen  der  Abhängigkeit  zufrieden.  Nach
der  Zertrümmerung  der  wllaherrschaft  blieben
die  Heiden  sich  selbst  überlassen.  Von  Majjali
war  vielfach  über  ihre  feindliche  Haltung,  der  er
ohnmächtig  gegenüberstand,  geklagt  worden.  Dig
        <pb n="1256" />
        W  I140  20

rekte  Beschwerden  ernsterer  Natur  konnten  indessen
bei  meiner  Anwesenheit  nicht  vorgebracht  werden.
Die  paar  Räubereien  waren  bald  erledigt.

Der  Marsch  am  16.  April  führte  in  das  Tal
des  Bulo,  fast  bis  zu  seinem  Quellgebiet.  Enger
und  enger  drängen  sich  hier  die  (relativ)  etwa
500  bis  600  Meter  hohen,  jäh  abfallenden  Hänge
zusammen,  bis  sie  sich  zum  Tal  von  Gambe
wieder  abflachen.  Im  Süden  schließen  die  Wände
des  Berges  Tiba  und  Tschabschi  das  Tal;  von
ihnen  stürzen  die  Quellflüsse  des  Bulo  herab.
Hoch  oben  auf  dem  Rand  des  Tiba  liegt  das
gleichnamige  Dorf.  Von  Gambe  führt  in  einer
absoluten  Höhe  von  vielleicht  800  Metern  ein
bequemer  Pfad  in  das  weite,  bereits  durch  die
Passargesche  Reise  bekannt  gewordene  Tal  von
Baschile.  Die  in  dem  Tal  liegenden  Dörfer
bilden  eine  Herrschaft  für  sich;  ihr  derzeitiges
Haupt  Gangsorani  sitzt  in  Grori.  Auch  von  hier
ist  früher  ein  geringer  Tribut  nach  Yola  gesandt
worden.  Ich  habe  die  Herrschaft  selbständig  gelassen
  mit  der  Maßgabe,  daß  der  Tribut  (jährlich
vier  Schafe,  zehn  Hühner)  durch  Vermittlung  des
Lamido  Maijali  nach  Garna  gesandt  werde.
Ein  unmittelbarer  Verkehr  ist  wegen  Mangels  an
Schriftgelehrten  bei  den  Heiden  noch  nicht  möglich.
Erst  die  Heranziehung  deutsch  schreibender  Heidenjungen
  aus  der  Regierungsschule  in  Garua  wird
bierin  eine  Anderung  herbeiführen.

Von  Baschile  führt  ein  Tagemarsch  in  östlicher
  Richtung  an  den  schroffen  Hängen  des  Gebirges
  nach  Grumpao.  Diese  Herrschaft  hat  sich
dank  ihrer  günstigen  Lage  in  einer  Gebirgscinbuchtung,
  vor  welcher  der  Mao  Ine  mit  seiner
sumpfigen  Umgebung  ein  Hindernis  bildet,  selbständig
  gehalten  und  war  überhaupt  mit  Volanicht
  in  Verbindung.  Ihre  Selbständigkeit  aufuheben,
  lag  auch  keine  Veranlassung  vor,  obwohl
Nassarau  und  Laro  lange  ein  Auge  auf  sie  geworfen
  hatten.  Eine  freundschaftliche  VBerbindung
mit  Laro  zum  Zwecke  der  Hebung  seiner  Herrschaft
  hätte  ich  an  sich  für  nicht  unzweckmäßig
gehalten.  Doch  zog  der  Ganggrum  die  Vermittlung
  Maijalis  bei  etwaiger  Übersendung  von
Tribut  vor.

Das  Hauptdorf  Grumpao  liegt,  wie  bereits
berichtet,  zu  Füßen  des  Berges  Jangeni.  Zwischen
den  Hängen  des  Gebirges  und  dem  Mao  Ine
befinden  sich  noch  mehrere  Dörfer;  auch  das
nördlich  des  Flusses  gelegene  Dajeri  gehört  zu
Grumpao.  Weitere  Dörfer  sind  auf  den  Hängen
des  Gebirges  gerstreunt.  Naturgemäß  zeigten  sich
die  Bewohner  aufangs  schen;  auch  der  Ganggrum
go;  es  zunächst  vor,  seine  Vertretung  einem  alten
Herrn  zu  übertragen.  Dieser  spielte  seine  Rolle
mit  Geschick,  nur  der  mangelhafte  Sitz  des  könig- 



lichen  Leopardenfelles  konnte  Verdacht  erregen.
Am  Nachmittag  erschien  dann  das  Oberhaupt  der
Grumpaos  selbst,  ein  verhältnismäßig  junger
Mann  mit  intelligenten  Zügen.  Auf  die  Dauer
war  die  Unterhaltung  mit  ihm  freilich  etwas  anstrengend,
  da  eine  seiner  Lieblingsbeschäftigungen
anscheinend  das  Handschütteln  ist.  Um  mit  diesem
Heidenstamme  näher  in  Verbindung  treten  zu
können,  wurde  in  Grumpno  ein  Ruhetag  gemacht.

Am  nächsten  Tag  #1)#c  de  Mursch,  meist
dem  Laufe  des  Ine  folgend,  nach  Tsfugu.  Dieser
Ort,  eine  Herrschaft  für  sich,  liegt  an  einem  östlichen
  Ansläufer  des  unumehr  nach  Süden  zurückspringenden
  Gebirges.  Bemerkenswert  ist,  daß
dieser  Ort  dem  Gebote  eines  weiblichen  Arnado-Gangu
  unterstellt  ist.

Von  Tsugu  marschierte  ich  noch  einen  Tagemarsch
  südlich  bis  Gangssamen  und  sodaun
über  Giwa—Danaba-  Gambagani—  Dagula  nach
Nassarau  zurück.

1
1

Neben  der  Regelung  politischer  Fragen  und
der  Ausbreitung  des  Einflusses  auf  ein  bisher
unberührtes  Land  war  der  Zweck  meiner  Reisc,
Kenntnisse  über  die  Beschaffenheit  dieses  Gebietes,
über  seinen  wirtschaftlichen  Wert  und  sein  Wegenetz
  zu  erlangen.  Die  anfänglich  geplante  Erforschung

  der  Plateaus  des  Hossere  Tschabschi

mußte  ich  aus  Gesundheitsrücksichten  unterlassen.
Hier  wird  ja  binnen  kurzem  die  Grenzkommission
Klarheit  schaffen.

Das  bereiste  Gebiet  stellt  sich,  abgesehen  von
seinem  nördlichen  Teil,  als  mittleres  Gebirgsland
dar.  Die  einzelnen,  heute  isolierten  Höhenzüge
östlich  des  Tschabschimassivs  können  nur  als  Ausläufer
  dieses  Gebirges  betrachtet  werden.  Der
Name  „Tschabschi“-Gebirge  ist  übrigens  willkürlich
gewählt;  er  dürfte  nur  einer  Kette  zukommen,
auf  der  Tschabschi  selbst  liegt.  Das  Gebirge  fällt
nach  Norden  und  Osten  jäh  ab.  Soweit  ich  geseben
  und  auch  gehört  habe,  führt  von  diesen
Richtungen  zu  seinem  Platean  nur  ein  Paßweg
hinauf:  der  Weg  von  Baschile  nach  Gangkita-(Passargescher
  Weg).  Dieser  Weg  bietet  daher
auch  die  einzige,  von  Osten  nach  Norden  über
das  Gebirge  führende  Handelsstraße.  Ein  außerdem
  vielleicht  noch  einigermaßen  brauchbarer  Weg
scheint  von  Dajeri  über  den  Berg  Gangsari
nach  Gangkita  zu  führen;  doch  soll  er,  da  angeblich
  für  Reit=  und  Tragetiere  nicht  gangbar,
von  Händlern  kaum  benutzt  werden.

Das  „Tschabschi“  ist  das  Quellgebiet  der
besuchte  Land  durchfließenden  Wasserläufe.
wichtigste  von  ihnen,  der  Mao  Ine,  entdas


Der
        <pb n="1257" />
        Zu:  Deutsches  Kolonialblait  Nr.  23,  1907.

 

Ausnahmen

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Veriag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Minler  Zohn,  Berlin  SWI°S.
        <pb n="1258" />
        W  1141  240

soringt  auf  dem  Berge  Grum  und  fließt  zunächst
in  östlicher  Richtung  bis  nahe  an  den  Hossere
Banglang.  Dann  biegt  er  fast  im  rechten  Winkel
nach  Norden  ab.  Diese  Richtung  behält  er  im
deutschen  Gebiet  bei.  Noch  diesseits  der  Grenze
ergießt  sich  in  den  Mao  Ine  der  von  Baschile
kommende,  zwischen  dem  Hossere  Mangla  und
Jewi  hindurchdrängende  Mao  Gula,  wolcher
seinerseits  bereits  den  vom  Hossere  Gangsari
herabstürzenden  Mao  Moga  aufsgenommen  hat.
Ein  wichtiger  linker  Nebenfluß  des  Ine  ist  der
Mao  Bulo.  Seine  beiden  Quellflüsse,  der  Bulo
und  Tiba,  stürzen  sich  in  das  Tal  von  Gambe
und  vereinigen  sich  hart  am  Nordende  des  Dorfes.
Nun  durchfließt  der  Bulo  das  langgestreckte  Tal
von  Pola  und  tritt  dann  in  das  Hügelland  nördlich
  des  Hossere  Mangla  ein.  Bevor  er  das
deutsche  Gebiet  verläßt,  nimmt  er  noch  den  kurzläufigen
  Mao  Kalei  auf.  An  den  Osthängen  des
Gebirges  entspringen  der  Mao  Laro,  Gamu  und
Sanganare.  Sie  ergießen  sich  sämtlich  in  der
Gegend  von  Laro  in  den  Mao  Deo.

Die  erwähnten  Flüsse  führen  nicht  dauernd
oberirdisch  Wasser;  vielfach  müssen  die  Wasserlöcher,
  aber  nur  in  geringer  Tiefe,  gegraben
werden.  Durch  seinen  Wasserreichtum  hat  das
Gebiet  große  Wichtigkeit  für  uns.  Es  stellt  das
Weideland  nicht  nur  für  die  Herden  von  Nassarau,
Beka,  Laro,  sondern  auch  teilweise  für  die  von
Yola  dar.  Das  an  den  Flußufern  wachsende
Gras  ist  stellenweise  salzhaltig  und  sagt  daher
dem  Vieh  zu.  An  vielen  Orten  gewinnen  auch
die  Tschamba  solbst  eine  Art  Salz  aus  dem  Grase,
in  Grumpao  z.  B.  in  ausgedehnterem  Maße;
dort  kann  man  hänfig  auf  den  Farmen  die  kleinen
Salzöfen  finden.

Der  das  ganze  Gebiet  bedeckende  lichte  Buschwald
  ist  produktenarm.  Kautschuk  scheint  mit
Ausnahme  des  am  westlichen  Gebirgsrande  gelegenen
  Gangkita  nirgends  gewonnen  zu  werden,
auch  kein  Gummi  arabieum.  Dagegen  liefern
der  wildwachsende  Schibaum  und  sein  anscheinend
naher  Verwandter,  der  Bungtirei,  ölhaltige  Früchte
in  reichem  Maße.  Die  Früchte  des  letztgenannten
Baumes,  die  wie  diejenigen  des  Schibaumes  im
März  und  April  reifen,  habe  ich  bereits  mit  der
Bitte  um  Begutachtung  nach  Hause  gesandt,
ebenso  eine  Flasche  des  gewonnenen  Oles  (Bungi),
sowic  einen  getrockneten  Zweig.  Vielleicht  steht
dem  Bangiöl  eine  Zukunft  als  Massenprodukt
bevor.  Es  dürfte  sich  aber  empfehlen,  eine  rationellere
  Zubereitungsart  zu  finden  und  zu  diesem
Zwecke  Pressen  an  Ort  und  Stelle  zu  senden.

Baumwolle  ist  bislang  nur  spärlich  vorhanden,
doch  würde  sich  das  ganze  Gebiet  zu  dieser  Kullur
  ausgezeichnet  eignen.  Zur  Schaffung  einer

 

solchen  Kultur  genügen  allerdings  die  Mittel  der
Residentur  nicht.  Wie  in  ganz  Adamana  müßte
auch  hier  eine  ganz  systematische  Heranbildung
der  Eingeborenen  durch  Baumwollwanderlehrer
stattfinden.

Meine  Hoffnung,  endlich  etwas  Näheres  über
das  Vorkommen  von  Kupfer  zu  erfahren,  hat  sich
nicht  erfüllt.  Wohl  sah  ich  in  Polamanga,
Baschile  und  Grumpao  kupferne  Ringe  an  den
Armen  der  Weiber.  Doch  behaupteten  die  Leute
stets,  die  Ringe  seien  auf  dem  Markt  von  Kontscha
  gekanft.  Sie  selbst  gewinnen  ihrer  Aussage
nach  kein  Kupfer  und  verarbeiten  nur  Eisen,  das
überall  in  großer  Menge  vorkommt.  Die
Tschamba  schmelzen  das  Eisen  aus  dem  Sande
heraus,  den  sie  nach  Regengüssen  in  den  Flußbetten
  aufsammeln.

Das  Gebiet  ist  in  seinem  nördlichen  Teil  von
den  Fulahs  besiedelt,  zwischen  denen  Kanuri  und
Haussa  eingesprengelt  sind;  den  übrigen  Teil  bewohnen
  die  Tschamba=  oder  Doka-Heiden.  Diese
mit  den  Batas  verwandten  Stämme  reichen  im
Osten  bis  hart  an  den  Faro  heran,  dessen  Ufer
allerdings  den  Batas  gehören.  Die  Westgrenze
des  von  den  Tschambaheiden  bewohnten  Gebietes
ist  mir  nicht  bekannt;  doch  erstreckt  sich  das  Gebiet
  wohl  weit  in  den  englischen  Besitz  hinein.
Die  Tschamba  sind  im  allgemeinen  ein  mittelgroßer
  Menschenschlag  mit  unschönen  Gesichtszügen.
  In  ihrer  Mehrzahl  werden  sie  äußerlich
bereits  von  den  höherstehenden  Fulah  und  Haussa
beeinflußt.  So  treten  die  Männer  fast  stets  bekleidet
  auf,  mit.  Ausnahme  der  Grumpao,  deren
Kleidung  sich  in  der  Regel  auf  das  altväterliche
lederne  Schutzfell  beschränkt.  Auch  hier  trug  der
Arnado-Ganggrum  als  Auszeichnung  ein  Leopardenfell,
  das  er  selbst  dann  nicht  ablegte,  als
ich  ihm  eine  schöne  Glanzrobe  geschenkt  hatte.
Die  Weiber  gehen  auch  bei  denjenigen  Tschambas,
die  in  steter  Berührung  mit  den  Fulahs  leben,
fast  nackt.  Ihnen  genügen  Perlenschnüre  oder
Lederstreifen  um  die  Hüften.  Uns  zu  Ehren
harten  sie  sich  allerdings  festlich  geschmückt,  das
heißt  sie  hatten  vorn  und  hinten  an  den  Schnüren
in  Ermangelung  genügend  großer  Feigenblätter
belaubte  Zweige  befestigt.  Wenn  dann  eine
Schöne  an  uns  vorbeihuschte,  hielt  sie  mit  der
einen  Hand  den  vorderen,  mit  der  anderen  den
hinteren  Zweig.  Bei  beiden  Geschlechtern  fällt
die  mehr  oder  weniger  künstliche  Haarfrifur  auf,
deren  Fertigstellung  stundenlange  Arbeit  erfordern
muß.  Bald  ähnelt  sie  (auch  bei  den  Männern)  der
Frifur  der  Fulah=  und  Haussaweiber,  bald  sind
Figuren  in  das  Haar  rasiert,  bald  ist  das  Haar
bis  auf  eine  über  den  Wirbel  laufende  Raupe
abrasiort,  die  wieder  in  sich  verflochten  wird.  Die
Weiber  tragen  meist  eiserne  Pfeile  im  Haar.
        <pb n="1259" />
        W  1142  20

Mehrfach  habe  ich  bemerkt,  daß  die  Schneidezähne
  spitz  gefeilt  waren.  Ob  früher  dem  Kannibalismus
  gehuldigt  wurde  oder  ob  ihm  gar  noch
gehuldigt  wird,  konnte  ich  nicht  erfahren.  Meine
Kenntnisse  der  Sitten  und  Gebräuche  der  Tschamba
und  vor  allem  ihres  religiösen  Kultes  sind  zu
gering,  als  daß  ich  schon  jetzt  darüber  berichten
könnte.

Durch  eine  gewisse  Kunstfertigkeit  fallen  Erzeugnisse
  des  Schmiede=  und  Töpferhandwerks
auf.  Die  Töpfe  sind  durchweg  gut  gebrannt
und  fast  auf  der  ganzen  Außenseite  verziert.
Selbst  Trommeln  und  die  Blasebälge  für  ihre
Schmiede  stellen  sie  aus  gebrauntem  Ton  her.
Schwertmesser,  Dolche,  Speerspitzen,  Haarpfeile,
Gras=  und  Holzäxte  sind  gut  geschmiedet  und
zeigen  auf  den  Blättern  meist  reichhaltige  Verzierungen.
  Eine  interessante  Arbeit  stellen  z.  B.  die
etwa  75  cm  langen  eisernen  Speere  dar,  an
deren  Spitze  glockenartige  Anhängsel  angebracht
sind.  Sie  werden  neben  den  Eingangstoren  in
die  Erde  gesteckt  und  sollen  das  fragliche  Gehöft
vor  den  in  dieser  Gegend  häufig  grassierenden
Pocken  sichern.  Schnitzarbeit  habe  ich  wenig  bemerkt.
  An  den  Eingängen  zu  den  Gehäften  der
Gangis  sieht  man  meist  zwei  Reihen  mit  Schnitzarbeiten
  verzierter  Pfähle,  Gehörne,  Nachbildungen
oder  religiöse  Fratzen.  Eine  sehr  gute  Arbeit
war  ein  aus  einem  Durrhastengel  bestehendes
durch  Brand  und  Kerbschnitte  eigenartig  verziertes
Pfeifenrohr  mit  eisernem  Kopf.  Erwähnen  möchte
ich  da  noch  eiserne  Schlagringe,  die  bei  Biergelagen
  am  rechten  Handgelenk  getragen  werden
und  bei  steigender  Stimmung  ihre  Spuren  auf
den  Gesichtern  unbeliebter  Zechbrüder  hinterlassen.
  Solche  Schlagringe  kamen  mir  früher
nicht  zu  Gesicht.

Ausgedehnte  Landwirtschaft  betreiben  die
Tschambas  nicht.  Interessant  ist,  daß  sie  zur
Bestellung  der  Felder  außer  den  überall  gebräuchlichen
  Hacken  Spaten  mit  eisernen  Stielen  benutzen.

 

Die  Hauptnahrung  bildet  das  Korn  und  zwar  in
nicht  zu  geringem  Maße  in  flüssigem  Zustand.
Abstinenzler  finden  in  diesem  Lande  keinen  Anhang.


Durch  das  besuchte  Gebiet  führen  die  Straßen,
welche  den  Handel  von  Ngaundere,  Tinger,
Kontscha  (Banjo  Bamum)  mit  Yola,  Lau  und
Ibi  vermitteln.  Dem  Handel  sind  durch  die
Gebirge  gewisse  Bahnen  gewiesen.  Wo  aber  das
Gebirge  Brücken  läßt  oder  Pässe  gebildet  hat,
da  führen  Handelsstraßen.  Von  Kontscha  aus
zieht  eine  wichtige  Straße  im  Tal  des  Tarabaan
  den  südlichen  Hängen  des  Tschabschi  nach
Ibi,  außerdem  führen  von  hier  die  Straßen  über
Laro  und  Labare  Belo  nach  Norden.  Von  Laro
zweigt  sich  die  Straße  über  Bukari  Bosso  nach
Bakorgel  oder  Nassarau.  Nördlich  von  Laro  bei
Mali  zweigt  abermals  eine  Straße  über  Dalami
nach  Sabungeri  Bakorgel  beziehungsweise  Nassarau
  ab.  Ein  wichtiger  Verkehrskuotenpunkt  ist,
wie  bereits  berichtet,  Baschile.  Dem  Fulahort
Tschamba  kommt  hingegen  für  den  Handelsverkehr
  kaum  eine  Bedeutung  zu.

Als  Haupthandelsartikel  des  deutschen  Gebiets
erscheint  hier  neben  Vieh  die  aus  der  Gegend
von  Bamum  gebrachte  Kola.  Ihre  Ausfuhr  ist
derart  angewachsen,  daß  die  Faktoreien  sich  dieses
Handels  annehmen  sollten.  Gummi  spielt  keine
Rolle  mehr;  der  bei  Gangkita  gewonnene  Gummi
soll  nach  Lau  gebracht  werden.  Ihn  nach  Laro
zu  ziehen,  wäre  Aufgabe  einer  dort  anzulegenden
Faktorei.  Als  Plätze  zur  Anlage  einer  Faktorei
kommen  eigentlich  nur  Kontscha  und  Laro  in
Frage.  Kontscha  ist  der  bedeutendere  Markt;
trotzdem  würde  ich  Laro  wählen,  da  hier  der  bis
etwa  Dezember  schiffbare  Mao  Deo  sehr  günstig
einwirkt  und  da  die  Verbindung  nach  Nordwesten
besser  ist.  Von  Laro  würde  sodann  eine  Zweigfaktorei
  an  der  Straße  Kontscha—Ibi  möglichst
bis  an  die  Grenze  vorzuschieben  sein.

Deutsch-Hüdwestafrika.

Ubersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des  Schutzgebiets  Deutsch-Südwestafriho  (ohne  Regierungsgüter)
im  III.  Viertel  des  Kalenderiahres  1906  im  Vergleich  mit  dem  Handel  im  m  glelchen  Zeitraum  des  —#

 

 

Benennung  der  Warengruppen

Im  3
III.  cer  III.  Verrer  Zunahme  Abnahme

 

A.  Einfuhr.
l  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft

sowic  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a)  Körner=  und  Hülsenfrüchte  .
b)  Knollengewächse,  Gemüse  und  Frũ

c)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  miteel

400  r*  00  *  Wert  Mt.  Wert  Mk.
557  046  393  032  161  014
356  183  313234  12  919
981  019  567  .067  413  952  —
        <pb n="1260" />
        V  1143  20

 

Beuennung  der  Warenugruppen

Im
III.  Viertel
1906

Wert  Ml.

ni,  7ri“p

—  rt

Zunahme

Wert  MiI.

 

)  Getränke  (außer  Mineralwasser)
)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Futermminel
I)  Erzengnisse  der  Forstwirtschaft

Zusammen  I
II.  Tiere  und  terische  Exzenguisse- 



1  876980
33  320
743  122

1  076  456
12  994
398  667

800  524
20  326
344  755

Abnahme

Wert  Mk,

 

1547970

2761  450

1  786  520

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a)  Lebende  Ti  304  465  230  408  74  057  —
b)  Fleisch  und  elerijche  Er  rzeugnisse.  aller  Ari  916327  721  889  194  428
Zusammen  II.  1220  782  952297  268  485  —
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstoffe,  Mineralöle  646  944  204  708  142  236
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Olen  115  595  53  305  61  790
V.  Chemische  und  pharmagentische  Erzengnisse  (außer
Schießbbedarf  und  Sprengmitteln).  168  697  117  705  50  992  —
VI.  Textil=  und  Filzwaren,  Bekleidungsgegenstände  *  .
(außer  Lederwarer  .  793  635  193  735  299  000
VII.  Leder  und  Segen#aren,  Wachstuch,  1rschnerwaren  280  229  176  916  s-VIII.
  Gummi=  und  Kautschukwaren  11932  1447  185  —
IX.  Holzwaren,  Flecht-  und  Schnitzwar  ren  218  410  115.245  10  165  —
X.  Lopien—  u.  Pappwaren,  literarische  u.  Kunsthegenstände  83  128  66  764  16  364
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswaren  120  887  45  179  75  708
XII.  Metalle  und  Metallwaren  (außer  Instrumenten.  Maschinen
  und  Waffen
n)  unbrarbehlene  Metalle  und  Halbzeug  .  53091  73311  —  20  22s)
5)  Fabrikate  .  1936544  418  087  1  518  457  —-Jmammcn
  xi  1.  1  989  635  491  398  1498  237  —
XIII.  Instrumente,  Maschinen  und  Fahrzeuge  ..  .  566  364  105  262  161  102  —
XIV.  Gafen  u  und  Munition  47314  17  873  29  441  —
XV.  Geld.  —  —  —
Summe  der  Einfuhr  im  ii.  Viertel  1906  10841522  5686  784  15204  738  —-Dagegen
  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  9  757539  —  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  —.  +  1  083  988  —  —
B.  Rusfuhr.
I.  Erzeugnisse  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewere  20  28  8
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse:
a)  Lebende  Tirer  —  —  —  —
b)  Tierische  Erzeugnisse  73354  35  046  38  308  —-znmunnut
  ll  73354  35  046  38  308  –
III.  Mineralische  und  fossile  Rohstose  34  804  176  34  628
IV.  Gewerbliche  Erzeugnifse  ...  1993  10  901  —  908
V.  Geld.  —  —
Summe  der  Ausfuhr  im  unu.  Liertel  1906  113  171  46  151  67  020  —
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr.  62  828  —
Zunahme  —,  Abnahme  —.  350  348  —  —  —
C.  Gesamthandel.
Summe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  III.  Viertel  1906  10  954  693  682  935  5271758
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljah  9  820  367  —  —

Zunahme  —.  #abnahme  —.
Der  Handel  des  Schutzgebiets  einschl.  Regierungsgüter  im
III.  Viertel  1906  hat  betragen:  Einfuhr
Ausfuhr

Zusammen

 

+  1134  326

179V93  600
113

 

 

18  106  771
        <pb n="1261" />
        W  1144  20

Wichtigste  Warenpositionen.

 

Benennung  der  Waren

In  III.  Viertel

des
Kalenderjahres  1906

Im  III.  Viertel

des
Kalenderjahres  1905

nZunahme

Abnunhme

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

 

 

Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  WertMenge  Wert
ku  Mt.  Mt.  ktr  ———  Mi.
A.  Ein  fuhr.
NRNeiss  371  894  107361  331  240  80  420  10  651  26  941
Mehl  und  Backwaren  1  040  0866  358  66949  131  276  415  190  952  822681)  —
Gemüse=  und  Obstkonserven,  einhgemachtes

  Obst  246  999  186  836  217977  198225  29  022  11389
Zucker.  Sirup,  Iaerwanen  297  691  129  0206  2n  676  102  903  66  015  26  123  —
Tabak  .  67(3Z.)«131249  25  35  54  179  12  277  770701  —  —
T  abaffoorate=  80  887  506  781  -  Zins-Ess-  :;4:306205492
Stille  W  ...  268426231062  181  664  152282  86  762  78  780
b  qller  Art.  Liter  136  046  357  472  87  131  230  649  18915  126823  —
B  11001  522  1  106  86ö0  638  1412  565  860/  363  380  541.000  —
Bau  au-  und  M  3489  971  J712  678120  368  397987/2285  60  347691
Pferde  Stück  83  66  970  189  137  850  106  70  880
Rindvieh.  ·-  395  131  677  66  35  160  :320  96517  —
Fleischkonservon  290  803  434  201  266  040  33:3  664  24763  100537
Milch,  Butter,  Käse,  Eier.  Hon  ig

und  sonstige  tierische  Nahrungsi

  .........  274806234250  192  626  255  736  82  180  21486
Zement,  Kalk,  Kreide,  sonstige

Erden  und  Steine  .1369  826  122  390)7142080  98202
alz  .  ......  71129  14800  25  731  1927  —
S  hlen,  B  kohlen,  Brikett#8B  712  081  934590  939  561  66  88222  77  7
Fieimsehle  .  258  781  68  321  107  726  33  086  151  055  35  238

eifen  aller  Art  67880  16  196  44  47  29  039  23  453  16.257
zewebe  aller  Art  87681  248  829  63  252  154  885  24  432  93  944
Leibwäsche,  Fleider,  Hite,  Micen

Posamentierwaren,  Schirm

Filzwaren  101  416  517  037  74394  325  033  27022  192  001
Schuhe  und  Stiefel.  .  Paar  32913  212  473  20  813  123  365  12  100  89  108
Möbel  und  Tischlerwaren.  .  208  202  209  265  128  626  116373  79  576  92  892
Glas  und  Glaswaren  10  322  970000  46  780  31  778  575142  65.222
Roheisen,  eiserne  Schienen,

Stangen,  Blöcke  ust  115760  51  700  267499  70118  -—  —--  151730  18328
Wellblech  .  631245  267  901  226  186  86  654  405  059  181247  –
Eisenwaren.  nicht  besonders  genan

  ...  727570  1592  131  293  130  284  9058434  440  1307136  —

Waren  4es  anderen  unedlen

Metal  23  939  60  797  12510  :39  63.1  11  129  21  163

Faneng  teuihe  Maschinen  9160  3762  935  1613  775  851
b  1600  11316  19  084  21912  —  141484  10  500
Transportmaschinen  u.  Fahrzeuge

aller  Art,  auch  Fahrräder  Süück  110  104  384  20  26  751  81  37763:3
Feuerwaffen  341  18  244  171  11385  170  6  859
Goldmünzen  —  —  «  —  —

Silbermünzen.  —  —  —  —-B.

  Ausfuhr.
Männliches  Rindvieh  –—  —  —
Beioliches  Rindvieh.  —  —  —
Klei  —
Häkute  8  2  Ehesen  27892  14  188  10  043  13  .522  17810  30  666
Robbenfe  Stück  964  1811  281  1255  683  556
Toobrnleln  114  10  632  705  10670  -  501  38
Guano  —  —  —  —  —
Kupfererz  129  828  31  782  G615  150  129  2#1  4  632
        <pb n="1262" />
        G  1145  r

Desgleichen  im  IV.

Viertel  des  Kalenderjahres  1906.

 

 

Im
Aenuennung  der  Marengruppen  IV.  Veriel  IVv.  Sieriel  Zunahme  Abnahme
1906  1005
Wert  Mk.  Wert  Mk.  Wer  Mk.  Wert  Ml.
A.  Einfuhr.
I.  Erzeugnisie  des  Landbaues  und  der  Forstwirtschaft
sowie  der  zugehörigen  Nebengewerbe:
a  Körner=  und  Hülsenfrüchte  118  451  362  090  56  301  —
b)  Mnollengewächse,  Gemüse  und  Früchte  ½34  031.  341  170  7136
Ce#)  Koloniale  Verzehrungsgegenstände,  Genußmittel  619  053  663  786  41  733
)  Getränke  tanßer  Mineralwasser)  .  1419  273  120  459  298  814
c)  Sämereien,  lebende  Pflanzen  und  Fuuiermitiel  39  644  22112  17532  -
quutamnchtMumiunchac  .  447719  673  940  226  221
Zusammen  l  3278174  3  183  557  94617
II.  Tiere  und  tierische  Ergeugnisse:
ae)  Lebende  Tiere  .  123  818  :309  194  185  376
b)  Fleisch  und  nierische  Erzeugnisse  aller  Ari  833  683  840  060  —  6377
Zujammen  II.  957  501  1149  254  —  191  753
III.  Mineralische  und  jossile  Rohstoffe  Mineralöle  145  741  307  741  162  000
IV.  Fabrikate  aus  Wachs,  Fetten  und  Oleu  ..»·  109  432  18  217  61  215
V.  Chemische  und  pharmazemische  Ergengnisse  (laußer
Schießbedarf  und  Sprengmittelu)  115  325  106  122  21  (07
VI.  Tertil=  und  Filzwaren,  Belledungsgegenstände  usw.
(außer  Lederwaren)  .  794  182  714240  80  242
VII.  Leder  und  Lederwaren,  Wachstuch,  zuirichnervaren  219  061  217  771  1290
VIlII.  Gummi=  und  Kautschukwaren  683381  11107  1526
IX.  Holzwaren,  Flecht-  und  Schnitwaren  285.285  170  271  115  014  —
X.  Papier=  u.  Pappwaren,  ütterarische  u.  uͤnsigegenstände  80  233  102  760  10527
XI.  Stein-,  Ton=  und  Glaswar  .  70  908  61  584  6:  6324
XII.  Metalle  und  Metallwaren  aßeer-  Justrumenten.  Maschinen
  und  Waffen::
n)  Unbearbeitete  Metalle  und  Valbzeng  108  916  60  545  18  371
b)  Fabrikate  944  809  751  017  193  792
Zusammen  #An  1053  725  811  22  212  163
XlII.  Instrumente,  Mraschinen  und  Fahrzenge  ..  232  598  2002  32  363
XIV.  Waffen  und  Munition  39  761  34  8  53609
XV.  Geld.  ..  --  —
Summe  der  Einfuhr!5  im  IV.  Viertel  1906  7125  110  7182  416  242  69.1
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  10841522
Zunahme  +.  Abnahme  —.  3416  4r2
B.  Rusfuhr.
I.  Ergeugnisse  den  Landbaues  und  der  orsiwirtschaft
sowic  der  zugehörigen  Nebengewerbe  120  15  105
II.  Tiere  und  tierische  Erzeugnisse:
a)  Lebende  Liere
b)  Tierische  Erzengnisse  ...  .  89509  63  794  25  715
Zusammen  1I.  89  5009  63  794  25  715
III.  Mineralische  und  fossile  ohztoffe,  .  .  12  601  50  12551
IV.  Gewerbliche  Erzeugnifse  .  10  951  15  454  —  4563
V.  Geld.  —
Summe  der  Anafuhr.  im  Iy.  Viertel  1906  113  181  79  313  33  868
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  113  171  —  —
Zunahme  —,  Abnahme  +  10
C.  Gesamthandel.
Zumme  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  im  IV.  Viertel  1906  7  538  291  7261  729  276  562
Dagegen  im  vorhergehenden  Vierteljahr  10  954  693
Zunahme  %  Abnadme  —.  —  3416  40
Der  Handel  des  Schucêgebiets  einschl.  Regierungsgüter  im
IV.  Biertel  1906  hat  betragen:  Einfuhr.  17  673  977
Anofuhr  113  281
Zusammen  .  17  787  258
        <pb n="1263" />
        W  1146  2O

Wichtigste  Warenpositionen.

 

JIm!  .  Vier  tel

 

 

 

 

 

Vorläufige  Abersicht  über  die  Bewegung  des  Handels  des
afrika  (ohne  Regierungsgüter)  im  Kalenderjahre  1906  im  Vergleich

Einfuhr
Ausfuhr

 

 

 

Im  *  Viertel
Zunahme  Abnahme
Beuennung  der  Waren  balenbersehres  1906  balenbersähres  1905
Menge  Weri  Menge  Wert  Menge  Wert  Menge  Werr
E  Ml.  Ml.  Ml.  m  ——
A.  Einfuhr.
Rei  318201  76  4129  509  889  139  420  «  19168862991
Mehl  und  Vackware  802  799  2514331  573  688  175  874229  111  75559  —-—
Gemüse=  und  Obütenserven.  einhemacht

  tes  HObst  197049  173  016  218  053  187  161  21  004.  14  145
Zucker,  Sirup,  Zucerwaren  .  287864  96  842  281317  120651  13  453  23  800
Tab  30  318  70  777  54  628  118  430  —  21310.  J65
1  rabakfabrikate.  45  115  365  339  48  204  333  217  —  32  092  3  080  —
Stille  Weine  202  078  197050  195  917  187  373  6  161  12  677  —
Branntweine  aller  Art.  Liter  84  021  225  003  85  4066  206  720  —  18  283  1385
Bie  .  ..20128018814241643276604161JI69333277263  —  —
Vun-  und  Rubboiz  .  -.1723797z4374872771651673135  —  —  353  368  235  648.
Pferde  ..  Stück  4  3850  31  36  200  —  30.  32  35)
Rindvieh.  ......-  111  54  580  130.  179  790  —  319.125210
Fleischkonserven  212  186  318  085  450  559  404  965  241373  86  880
Milch,  Butter,  Käse,  Eier,  Honig  6

und  sonstige  tierische  Nahrungs-238

  9098  286  582  260  1467  290  896  21  160  13s11
gemene  Kalr,  Kreide,  sonstige

Erden  und  Steiiien  737  704  65  8388832  125  1533  417  -  109449187570
L  alz  .  ......  51971  10  264  32  784  5  720  19  187  4544
hlen,  B  kohlen,  Brikettss  624  440  325191693517  99206  1060  ½%  ss  #r.
Firtalabt  .  9642831444109787  34  459  —  —  133  015

zeisen  aller  z  49  746  38  543  17  322  29361  2  424  9  182  —  —
Vewebe  aller  84  8238  273511  63  079  168  173  21  744  105  368  —
Leibwäsche,  leikir  Se  Mtzen

Posamentierwaren=  Schirme,

Filzwaren  ...  91216499941  117711.  517  668  —  26  195  1  727
Schuhe  und  Stiefel  Paar  25  961  171228  22  615  152  673  3  3146  18  555  —
Möbel  und  Tischlerwaren.  266  820  250  37131  514  134978  112  433  —
Glas  und  Glaswaren  87  355  45  329  18  780,  45  836  —  11  25,.  507
Roheisen,  eiserne  Schienen,  »

Stangen,  Blöcke  usw.  309  501  104  684  111  406  48  5094  60  —  —
Wellblech  256  728100  478  1571074  1409.251  —.  200  316  48  773
Eisenwaren,  nicht  besonders  genanut.

  2956  997776  971  765  505  549  8B392191  492  227  132
Waren  aus  anderen  unedlen

Metallen.  .  4514544620  12783  345331  32362  10087  —
Landwirtschaftliche  Maschinen  1  823,  3  310  ;  224  7640  —  7401  4324
Maschinen  für  industrielle  Betriebe  17128.  37  474  33  522  475214  —  16  394  10  050
Transportmaschinen  u.  Fahrgenge  Z

aller  Art,  auch  Fahrräder  Stick  39  76205  33  32981  6  43221  —--—-Feuerwaffen
  319  24738  397  21802  78  64
Goldmünzen  —  —  —  —  —  —
Silbermünzen.  —  —  —  —

B.  Husfuhr.
Männliches  Rindvieh  —  —  J
Beibliches  Rindvieh.  —  —  —
Kleinv  —  —  —  —  E—
Häute  zehl  ochian,  ziegen,  Schaen  21003  33  981  15  628  20  071  5  470  13  907  —
Robbeufelle  tück  348  1689  19  231  829  16660|.
Strauenfedern  57  13  341  158.  16  673  —  —  96  3332
Guano  192  362  12000  301  974  16  6036  —  —  109  612  1636
Kupfererz  99  675)  11  965  99675  119651  —

 

Schutzgebiets  Deutsch-Südwestmit
  dem  Handel  im  Vorjahre.

 

1906  1905  Zunahme
Mk.  36  348  971  23  631  881  12  717  090
-  382  935  215  353  167  582
36  731  906  23  847  234  12  884  672
        <pb n="1264" />
        G  1147  20

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Die  Baumwollindustrie  der  Schweis##im  Jahre  1906.

Das  Jahr  1906,  welches  im  Bericht  der
Züricher  Handelskammer  als  ein  Normaljahr  für
den  Baumwollhandel  bezeichnet  wird,  brachte
günstige  Marktverhältnisse.  Der  Unterschied
zwischen  dem  höchsten  und  dem  niedrigsten  Baumwollpreis
  betrug  nur  130/100  d  gegenüber  271/100  d
im  Jahre  1905  und  339/100  d  im  Jahre  1904.
Erst  im  letzten  Vierteljahr  gestaltete  sich  das  Geschäft
  etwas  aufregender,  da  sich  die  beginnende
Ernte  1906/07  aualitativ  recht  schlecht  auließ
und  sehr  enttäuschte.  Gegen  Ende  des  Jahres
waren  die  Vorräte  knapp,  und  hochklassige  und
gutstapelige  Baumwolle  stand  im  Preise  ziemlich
hoch.

Im  Sommer  wurde  der  Baumwollmarkt  vollständig
  durch  die  Wetterberichte  aus  Amerika  beherrscht,
  und  da  diese  im  ganzen  günstig  lauteten,
gingen  die  Preise  langsam  und  beständig  zurück.
Eine  kurze  Hausse,  die  unter  dem  Eindruck  der
am  3.  Juli  erfolgten  und  hinter  den  Erwartungen
etwas  zurückbleibenden  Schätzung  des  Standes  der
Ernte  eingetreten  war,  hielt  nicht  an,  und  es
folgte  nun  eine  bis  Anfang  August  dauernde
Periode  der  Ruhe.  Alsdann  begann,  verursacht
durch  neue  Schätzungen,  ein  Sinken  der  Preise,
die  am  23.  August  auf  dem  tiefsten  Stande  des
Jahres  anlangten.  Mit  ähnlichen  Schwankungen
setzte  sich  das  Baumwollgeschäft  bis  Ende  September
  fort,  wo  dann  alarmierende  Berichte  über
heftige  Stürme  in  den  Baumwolldistrikten  die
Preise  sehr  stark  in  die  Höhe  trieben.  Die  Preisschwankungen
  waren  zu  Anfang  Oktober  am
größten.  Von  Mitte  dieses  Monats  an  legte  sich
die  Erregung,  nachdem  man  die  schlimmen  Nachrichten
  als  stark  übertrieben  erkannt  hatte,  und
die  höheren  Ernteschätzungen  fanden  wieder  mehr
Glauben.  Sinken  und  Steigen  der  Preise  wechselten
  nun  unter  dem  Einfluß  der  Spekulation
ab,  ohne  jedoch  zu  unerträglichen  Zuständen  zu
führen.  Zu  Anfang  Dezember  wurden  die  durch
die  Haussespekulation  angekauften  Vorräte  liquidiert,
  und  nun  setzte  ein  rascher  Preissturz  ein,
der  am  19.  seinen  tiefsten  Stand  erreichte.
Allein  die  Preise  stiegen  sofort  wieder  und  behaupteten
  sich  nun  bis  zum  Schlusse  des  Jahres.
Der  letzte  Bericht  des  Zensusbureaus  schätzte  den
Betrag  der  bis  zum  13.  Dezember  entkörnten
Baumwolle  auf  nur  11  090  000  Ballen.

Die  Baumwollindustrie  nahm  im  Jahre  1906
einen  Aufschwung,  den  man  wohl  gelegentlich
erhofft,  nie  aber  in  diesem  Umfang  erwartet
hatte.  Und  zwar  kam  er  um  so  unverhoffter,
als  in  England,  sobald  die  Lage  sich  günstiger

 

gezeigt  hatte,  eine  große  Anzahl  Spinnereien  und
Webereien  neu  gebaut  worden  waren  und  man
deshalb  eine  bald  eintretende  überproduktion
vorausgesagt  hatte.  Wie  der  Bericht  des  Schweizerischen
  Spinner-,  Zwirner=  und  Webervereins
angibt,  sollen  in  195  englischen  Spinnereien  ungefähr
  4  873  000  Spindeln  für  amerikanische  und
3  662  000  Spindeln  für  ägyptische  Baumwolle
neu  aufgestellt  und  manche  alten  Spinnereien,
deren  Betrieb  vor  drei  Jahren  sich  gar  nicht
mehr  gelohnt  hatte,  neu  in  Gang  gesetzt  worden
sein.  Der  Kontinent  folgte,  wenn  auch  in  bescheidenem
  Maße  dem  Befehl  Englands,  und  es
wurde  obenfalls  eine  starke  Überproduktion  an
Garnen  befürchtet,  die  indessen  nicht  erfolgt  ist.

Auch  in  der  Schweiz  trat  im  Laufe  des
Jahres  ein  Umschwung  ein,  der  für  die  Spinnerei
eine  äußerst  günstige  Lage  schuf,  das  Geschäft  zu
einem  sehr  lebhaften  gestaltete  und  im  letzten
Quartal  voll  nachholte,  was  vorher  noch  etwa
zu  wünschen  übrig  geblieben  war.  Für  die
Herbeiführung  dieses  guten  Geschäftsganges  wirkten
verschiedene  Faktoren  zusammen.  Einmal  die
starke  Beschäftigung  der  Weberei  und  der  Stickerei,
was  eine  große  Nachfrage  nach  Garnen  für  Webzwecke
  wie  für  Zwirne  hervorrief;  dann  das  Aufhören
  fast  jeden  Angebots  von  seiten  Englands,
wo  die  guten  Garne  im  Inland  leicht  untergebracht
  werden  konnten,  und  endlich  die  Nachfrage
  nach  schweizerischen  Garnen  für  den  Export.
Verglichen  mit  den  Vorjahren  ist  die  Zunahme
der  Ausfuhr  allerdings  nicht  sehr  groß,  aber  sie
hatte  doch  neben  der  stärkeren  Inlandsnachfrage
der  Veredlungsindustrie,  die  insbesondere  in  gefärbten
  Garnen  ihren  überseeischen  Absatz  bedeutend
  vermehren  konnte,  eine  gewisse  Bedentung.

Die  Grobspinnerei  war  zu  Anfang  des  Jahres
nicht  sehr  stark  beschäftigt,  und  es  sammelten  sich
daher  da  und  dort  kleinere  Lager  an,  welche  auf
die  Preise  drückten.  Da  jedoch  im  zweiten  Halbjahr
  die  Nachfrage  lebhaft  einsetzte,  konnten  die
Lager  liquidiert  werden:  die  Gespinste  erzielten
befriedigende  Preise  und  wurden  auf  lang  hinaus
verkauft.

Wohl  infolge  des  Umstandes,  daß  eine  große
Zahl  Webstühle,  die  man  früher  für  die  Herstellung
  von  Kalikos  verwendet  hatte,  nun  für
andere  Artikel  (Musselin  usw.)  belegt  waren,
stockte  in  der  ersten  Jahreshälfte  die  Nachfrage
nach  Kalikogarnen.  Es  hielt  schwer,  für  sie  befriedigende
  Preise  zu  erhalten.

Für  die  Zwirnerei  war  das  Jahr  im  allgemeinen
  befriedigend.  Schon  bald  machte  sich  die
Wirkung  des  neuen  Zolltarifs,  der  den  mittleren

1
        <pb n="1265" />
        GV  1148  20

und  gröberen  Garnnummern  etwas  besseren  Schutz
als  bisher  zuteil  werden  läßt,  durch  eine  regere
Nachfrage  nach  inländischen  Zwirnen  fühlbar.
Während  des  ersten  Halbjahrs  konnten  allerdings
  nur  niedrige  Preise  erzielt  werden,  da  die
zu  Ende  1905  eingeführten  Vorräte  billiger
Konkurrenzwaren  noch  längere  Zeit  auf  die  Preise
drückten.  Erst  als  im  dritten  und  vierten
Quartal  die  Nachfrage  nach  Zwirnen  jeder  Art
zunahm,  gelang  den  Fabrikanten  eine  Preiserhöhung,
  die  mit  dem  Steigen  der  Arbeitslöhne

und  Materialkosten  einigermaßen  in  übereinstimmung
  war.
Infolge  der  außerordentlichen  Witterungsverhältnisse

  in  der  zweiten  Jahreshälfte  sahen
sich  die  meisten  Zwirnereien  zur  Einstellung  von
Kraftreserven  genötigt,  was  den  Jahresverdienst
erheblich  schmälerte.

Die  ostschweizerische  Baumwollzwirnerei  hatte
ein  gutes  Jahr  dank  dem  vorzüglichen  Geschäftsgange
  der  Stickerei  und  dem  Blühen  des  Geschäfts
  in  England,  was  verhinderte,  daß  viel
englische  Zwirne  auf  den  schweizerischen  Markt
kamen.  Der  Umstand,  daß  infolge  der  Aufstellung
zahlreicher  neuer  Schifflistickmaschinen  die  Zwirnerei
  nicht  alle  Aufträge  auszuführen  vermochte,
führte  naturgemäß  zur  Vergrößerung  vieler
Zwirnereianlagen,  und  dies  läßt  für  die  Zukunft
wieder  eine  Überproduktion  befürchten.

Auch  die  Grobweberei  blickt  auf  ein  im  allgemeinen
  gutes  Jahr  zurück.  Angenehm  machte
sich  bemerkbar,  daß  einige  Grobwebereien  auf  die
Herstellung  feinerer  Artikel  übergegangen  waren
und  daher  die  Konkurrenz  sich  weniger  scharf
anließ.  Schon  früh  im  Jahr  mußten  die  Konsumenten
  zu  der  Überzeugung  kommen,  daß  auf
eine  erhebliche  Herabsetzung  der  Gewebepreise
einstweilen  nicht  zu  rechnen  sei,  und  daß  nur  um
so  entferntere  Lieferfristen  zugestanden  werden
müßten,  je  mehr  mit  den  Bestellungen  gezögert
würde.  So  kam  es,  daß  schon  im  April  die
meisten  Grobweber  bis  tief  in  den  Herbst  hinein
vertraglich  gebunden  waren.

Im  dritten  Vierteljahr  ging  das  Geschäft
etwas  flauer  unter  dem  Eindruck  der  Berichte
über  eine  bevorstehende  Riesenernte.  Diese  bewahrheiteten
  sich  dann  zwar  nicht,  ließen  jedoch
noch  geraume  Zeit  bei  den  Tücherkonsumenten
und  -Fabrikanten  Mißtrauen  zurück.  Als  dann
aber  die  Garnpreise  immer  höher  stiegen,  stellte
sich  auch  die  Nachfrage  nach  Tüchern  wieder  ein,
und  der  Jahresschluß  fand  die  Weberei  mit  Aufträgen
  bis  ins  dritte  und  vierte  Quartal  des
Jahres  1907  gut  versehen.

Einem  allzugünstigen  Jahresergebnis  wirkten
aber  die  hohen  Garnpreise  entgegen  sowie  die

 

auch  in  dieser  Branche  erhöhten  Arbeitslöhne
und  Auslagen  für  Hilfsstoffe.

Die  Nachfrage  nach  groben  und  nach  Hemdentüchern
  war  zu  Beginn  des  Jahres  nur  mäßig.
Doch  erklärt  sich  dies  daraus,  daß  der  neue  Tarif
den  Zoll  für  die  Tücher  erhöht  hatte  und  daher
vor  seinem  Inkrafttreten  noch  so  viel  Ware  als
möglich  zum  früheren,  niedrigeren  Zollsatz  eingeführt
  wurde.  Um  so  erfreulicher  wurde  es  empfunden,
  als  schon  im  zweiten  Vierteljahr  sich
das  Geschäft  wieder  zusehends  besserte  und  anhielt,
  bis  eine  im  letzten  Quartal  durchgeführte
Erhöhung  der  Tücherpreise  der  Kauflust  einen
starken  Dämpfer  aussetzte.

(Aus  einem  Bericht  über  Handel  und  Industrie

der  Schweiz,  erstatret  vom  Vorort  des

Schweizerischen  Handels=  und  Industrievereins.)

Aussichten  der  indischen  Baumwollernte  1907/08.

Das  zweite  Memorandum  über  die  gesamte
indische  Baumwollernte  für  das  Jahr  1907/08,
welches  unter  dem  17.  Oktober  d.  Is.  veröffentlicht
  ist,  behandelt  die  Frühernte  und  von  der
Späternte  soviel,  als  bis  Ende  September  d.  Is.
zur  Aussaat  gekommen  ist.

Das  gesamte  mit  Baumwolle  bepflanzte  Areal
beläuft  sich  nach  den  bisher  eingegangenen  Berichten
  für  ganz  Britisch-Indien  auf  16  825  000
Acres  gegen  eine  auf  19  678  000  Aeres  richtig
gestellte  Anbaufläche  in  der  entsprechenden  Zeit
des  Vorjahrs,  was  einer  Abnahme  um  14,5  v.  H.
gleichkommt.

Die  am  meisten  in  die  Augen  springende
Abnahme  im  britischen  Indien  ergibt  sich  bei
Madras  (um  28  v.  H.),  bei  den  Vereinigten  Provinzen
  (um  25  v.  H.)  und  bei  Bombay  und  der
nordwestlichen  Grenzprovinz  (um  20  v.  H.  bei
jeder),  während  von  den  Eingeborenenstaaten
Mysore  das  Anbauareal  um  32  v.  H,  die  Staaten
in  der  Präsidentschaft  Bombay  um  16  v.  H.  und
Hyderabad  um  15,6  v.  H.  einschränkten.  Nur
die  beiden  für  den  Baumwollanbau  wenig  ins
Gewicht  fallenden  britischen  Provinzen  Aimer-Merwara
  und  Ostbengalen  und  Assam  zeigten
eine  Anbausteigerung,  die  sich  bei  der  ersteren
auf  14,6  v.  H.  und  bei  der  letzteren  auf  3,5  v.  H.
beläuft.

In  dem  ganzen  nördlichen,  mittleren  und
westlichen  Indien  hat  die  Baumwolle  auf  den
unbewässerten  Feldern  sehr  unter  der  anhaltenden
Dürre  gelitten;  in  dem  Dekkangebiete  Bombays
und  in  Karnatak  haben  indes  die  letzten  Regen
etwas  Besserung  gebracht.  Der  Stand  der
Baumwolle  auf  den  bewässerten  Feldern  wird  im
allgemeinen  als  gut  gemeldet.  In  Bengalen,
        <pb n="1266" />
        68  1149

Ostbengalen  und  Assam,  Madras,  Burma  und
Mysore  wird  der  Stand  der  Baumwollfelder  als
ziemlich  gut  bis  gut  bezeichnet,  doch  wird  stellenweise
  mehr  Regen  gewünscht.
Baumwollanbaufläche  nach
dem  Stande  vom  Oktober
1907/08  1906/07  1905/06
Flächen  in  1000  Aeres

Provinzen
und  Staaten

 

Bombay,  einschl.
der  Eingeborenenstaaten
  u.  Baroda  4  379  5  369  4  615
Zentralprovinzen
und  Berar  4497  4  684  4  840
Madras  (nur  das
Raiyatwari-Arcal)  604  841  753
Punjab,  einschl.  der
Eingeborenenstaaten
  .  .  .  1155  1413  1769
Verein.  Provinzen  1100  1475  1350
Sind,  einschl.  der
Eingeborenenstaaten
  .  218  257  237
Burma  186  188  183
Bengalen  69  75  67
Ostbengalen  und
Assam  mit  Ausnahme
  des  Hill
Tippera  State  59  57  61
Aimer-Merwara  39  34  27
Nordwestl.  Grenzprovinz
  48  60  37
Hyderabad.  2971  3522  2  713
Zentralindien  1  012  1  170  969
Rajputana  443  467  311
Mysorrer  45  66  7
Zusammen  16  825  19  678  17  939

Im  einzelnen  enthalten  die  Berichte  aus  den
Provinzen  über  die  Größe  und  den  Stand  der
Baumwollfelder  folgende  Angaben,  wobei  den
Namen  der  Provinzen  oder  Staaten  der  Prozentsatz,
  mit  dem  sie  an  der  Gesamtbaumwollfläche
Britisch-Indiens  beteiligt  sind,  in  Klammern  beigesetzt
  ist.

Bombay  (30,5  v.  H.).  Das  Arcal  der
Frühsaat,  die  nur  im  Dekkan  angebaut  wird,
wird  jetzt  zu  1  427  000  Acres  gemeldet,  davon
1  401  000  Acres  in  den  britischen  Gebieten  und
26  000  Acres  in  den  Eingeborenenstaaten.  Diese
Fläche  weist  gegen  die  entsprechende  vorjährige
Schätzung  eine  Abnahme  um  nahezu  25  v.  H.
auf,  überragt  den  Durchschnitt  der  voraufgegangenen
  10  Jahre  aber  immer  noch  um
11  v.  H.  In  Norddekkan  haben  die  beständigen
Regen  im  Juli  und  August  und  ihr  darauffolgendes
  plötzliches  Aufhören  den  Feldern  ernstlichen
  Schaden  angetan,  so  daß  man  unur  einen

 

geringen  Ertrag  erwartet.  Im  südlichen  und
östlichen  Dekkan  haben  sich  die  Aussichten  nach
den  letzten  Regen  etwas  gebessert;  die  Größe  der
Felder  in  diesen  Gegenden  macht  indes  nur
14  v.  H.  des  Gesamtarcals  aus.  —  Für  die
Spätsaat  liegen  noch  unvollständige  Berichte
vor,  da  die  Aussaaten  stellenweise  noch  andauerten.
  Nach  dem  Stande  vom  1.  Oktober  d.  Is.
wird  die  gesamte  Anbaufläche  auf  2  952  000
Acres  geschätzt,  davon  1  958  000  Acres  in  den
Eingeborenenstaaten  und  Baroda.  Hieraus  ergibt
  sich  gegen  die  entsprechende  vorjährige
Schätung  eine  Abnahme  um  15  v.  H.  Die  Abnahme
  wird  dem  unaufhörlichen  Regen  im
Gujerat  und  dem  Mangel  an  zeitweisen  Niederschlägen
  in  Karnatak  zugeschrieben.  Im  Gujerat
verwelken  die  Baumwollpflanzen  auf  den  Feldern
  aus  Mangel  an  Regen,  und  die  Aussichten
  sind  unbefriedigend.  In  Karnatak  haben
die  jüngsten  Regen  Besserung  gebracht,  und  die
Aussichten  sind  nunmehr  ziemlich  gut.

Die  Zentralprovinzen  und  Berar  weisen
eine  Gesamtanbaufläche  von  4  497  000  Acres  auf,
davon  1  433  000  Aeres  in  den  Zentralprovinzen
und  3  064  000  Aeres  in  Berar,  gegen  4  684  000
Acres  im  Vorjahre,  wovon  1  390  000  Acres  auf
die  Zentralprovinzen  und  3294  000  Acres  auf
Berar  entfielen.  Dies  bedeutet  gegen  das  Vorjahr
  eine  Abnahme  um  4  v.  H.  Wie  bereits  im
Schätzungsbericht  vom  August  d.  Is.  gemeldet,
ist  die  Aussaat  zwar  spät  erfolgt,  aber  im  allgemeinen
  günstig  verlaufen.  Aber  der  Regenfall.
in  der  letzten  Hälfte  des  Juli  und  zu  Anfang
August  war  so  schwer  und  andauernd,  daß  viele
Felder  überschwemmt  wurden.  Die  Reinigungsarbeiten
  auf  den  Feldern  wurden  daher  aufgehalten.
  Seit  der  letzten  Hälfte  des  Monats
August  ist  nur  wenig  Regen  gefallen.  Die  Baumwolle
  hat  sich  darauf  von  den  nachteiligen  Wirkungen
  des  überreichen  Regens  schnell  erholt,
aber  sie  leidet  jetzt  unter  der  anhaltenden  Dürre.
Man  befürchtet,  daß  sie  ernstlichen  Schaden
nehmen  wird.  Nach  dem  gegenwärtigen  Stande
hofft  man  auf  einen  Ertrag  von  72  v.  H.  einer
Normalernte.

Madras  (8,8  v.  H.).  Die  gesamte  in  den
Raiyatwaridörfern  bis  Ende  September  d.  IJs.
mit  Baumwolle  besäte  Fläche  (etwa  zwei  Drittel
der  Provinz)  wird  zu  604  000  Acres  gemeldet,
davon  129  000  Acres  mit  Frühsaat  und  475  000
Acres  mit  Spätsaat.  Gegen  das  Vorjahr  ergibt
sich  eine  Abnahme  um  237  000  Acres  oder  um
28  v.  H.  Diese  Abnahme  wird  dem  Mangel  an
rechtzeitigem  Regen  zugeschrieben.  In  den
übrigen  Nicht-Raiyatwaridörfern  wird  das  gesamte
  Baumwollareal  auf  54  500  Acres  angegeben
        <pb n="1267" />
        W  1150

oder  auf  700  Acres  mehr  als  im  Vorjahre.
Stand  und  Aussichten  der  Baumwolle  sowohl
der  frühen  als  auch  der  späten  Aussaat  sind
ziemlich  gut  bis  gut,  stellenweise  ist  jedoch  Regen
nötig.

Punjab  (7,9  v.  H.).  Das  Baumwollareal
wird  auf  1  017  000  Acres  geschätzt  gegen
1  259  000  Acres  im  Vorjahre;  es  hat  also  um
19  v.  H.  abgenommen.  In  den  Eingeborenenstaaten
  betrug  die  mit  Baumwolle  bestellte  Fläche
138  000  Acres  gegen  154  000  Acres  im  Vorjahre.
Der  Stand  der  Baumwolle  auf  den  bewässerten
Feldern  hält  sich  im  großen  ganzen  auf  dem
Durchschnitt;  auf  den  unbewässerten  Feldern  hat
die  Baumwolle  durch  das  Ausbleiben  des  Regens
im  September  gelitten.

Für  die  Vereinigten  Provinzen  (6,4  v.  H.)
wird  keine  Veränderung  gegen  den  Schätzungsbericht
  im  August  gemeldet,  nach  welchem  die
Baumwollfläche  1  100  000  Acres  beträgt  gegen
1  475  000  Acres  im  Vorjahre.  Der  Regenfall
war  im  August  günstig;  der  Monat  September
war  aber  regenlos,  und  es  wehten  fortwährend
trockene  Winde.  Die  Baumwolle  auf  unbewässerten
  Feldern  vertrocknete  stellenweise,  auf  bewässerten
  Feldern,  die  etwa  ein  Viertel  der
gesamten  mit  Baumwolle  bestellten  Fläche  ausmachen,
  hatte  sie  einen  guten  Stand  aufzuweisen.
Der  Ertrag  pro  Acre  wird  jetzt  auf  die  Hälfte
des  vorjährigen  Ertrages  geschätzt.  Diese
Schätzung  beruht  auf  Berichten,  die  gegen  Ende
September  erstattet  sind,  sie  ermäßigt  sich  aber
-infolge  der  eingetretenen  Dürre,  deren  Wirkungen
bisher  noch  nicht  übersehen  werden  konnten,  noch
weiter.

Sind  (1  v.  H.).  Die  bis  zum  1.  Oktober
mit  Baumwolle  bestellte  Fläche  beträgt  218  000
Acres  gegen  257  000  Acres  im  Vorjahre;  sie  hat
wegen  der  geringen  Uberschwemmungen  um  15
v.  H.  abgenommen.  Der  Stand  der  Baumwolle
wird  als  ziemlich  gut  gemeldet.

Burma  (0,9  v.  H.).  Das  Baumwollareal
wird  auf  186  000  Acres  geschätzt  gegen  188  000
Acres  im  Vorjahre,  es  hat  also  um  1  v.  H.  abgenommen.
  Die  Aussichten  sind  ziemlich  gut,
doch  ist  mehr  Regen  nötig.

In  Bengalen  (0,4  v.  H.)  wird  die  gesamte
mit  früher  und  später  Baumwolle  bestellte  Fläche
auf  69  000  Acres  geschätzt  gegen  75  000  Acres
im  Vorjahre,  woraus  sich  eine  Abnahme  von
8#  v.  H.  ergibt.  Die  späte  Aussaat  dauerte  indes
in  einigen  Bezirken  noch  an.  Die  Witterungsverhältnisse
  sind  bisher  im  allgemeinen  günstig
gewesen  sowohl  für  die  frühe  als  auch  für  die
späte  Aussaat.  In  manchen  Bezirken  haben
indes  die  überreichen  Regen  und  überschwemmungen
  Schaden  verursacht.

 

Ostbengalen  und  Assam  (0,3  v.  H.),  ohne
Einrechnung  des  Staates  Hill  Tippera,  weisen
eine  gleiche  Fläche  auf,  wie  sie  schon  in  dem
ersten  Schätzungsbericht  im  August  angegeben
war,  nämlich  59  000  Acres  gegen  57.000  Aeres
im  Vorjahre,  woraus  sich  eine  Zunahme  von
3,5  v.  H.  ergibt.  Der  Stand  und  die  Aussichten
der  Baumwollernte  werden  als  ziemlich  gut  bis
gut  gemeldet.

Für  Ajmer-Merwara  (0,2  v.  H.)  wird  das
Baumwollareal  auf  39  000  Aeres  geschätzt  gegen
34  000  Acres  im  Vorjahre;  es  hat  hier  also  um
14,6  v.  H.  zugenommen.  Die  Ernteaussichten
auf  den  unbewässerten  Feldern  sind  sehr  traurig.

nn  der  nordwestlichen  Grenzprovinz
(0,2  v.  H.)  hat  sich  keine  Anderung  gegen  den
Augustbericht  ergeben.  Die  Aussichten  sind  wegen
der  Dürre  im  September  etwas  hinter  dem
Durchschnitt  zurückgeblieben.

Hyderabad  (13,3  v.  H.)  hat  eine  Fläche  von
21917.000  Acres  aufzuweisen  (darunter  2  436  000
Acres  mit  Frühsaat)  gegen  3  522  000  Acres  im
Vorjahre;  der  Baumwollbau  ist  hier  also  um
15,6  v.  H.  zurückgegangen.  Man  rechnet  indes
noch  auf  neue  Aussaaten,  sobald  mehr  Regen
fällt.  Die  Baumwolle  hat  unter  den  mangelhaften
  Niederschägen  gelitten.

Zentralindien  (4  v.  H.).  Die  Berichte
waren  noch  nicht  aus  allen  Staaten  eingegangen,
und  es  mußte  für  die  gegenwärtige  Schätzung
auf  den  Augustbericht  zurückgegriffen  werden.
Die  Baumwolle  hat  unter  der  Dürre  sehr  gelitten.

In  Rajputana  (2  v.  H.)  hat  die  Anbauflüche
  um  5  v.  H.  gegen  das  Vorjahr  abgenommen.
  Die  Ernte  auf  den  unbewässerten  Feldern
soll  wegen  des  Mangels  an  Regen  verwelken,
während  ihr  Stand  auf  den  bewässerten  Feldern
im  allgemeinen  gut  ist.

In  Mysore  (0,4  v.  H.)  sollen  die  Baumwollfelder
  einen  guten  Stand  aufweisen,  doch
wird  stellenweise  Regen  gewünscht.

Die  ägvptische  Baumwollsamenöl-Industrie.

In  Agypten  gibt  es  zur  Zeit  7  Bamnwollsamenöl-Mühlen,
  und  zwar  3  in  Alexandria,
2  in  Zagazig  und  2  in  Kaafr-zel-Zagat.  Ihr
Jahresverbrauch  an  Baumwollsamen  stellt  sich  auf
etwa  800  000  Ardebs  (à  197,75  0  oder  ungefähr
95  000  engl.  Tons  (à  1016,06  kg).  Genaue
Daten  hierüber  können  allerdings  nicht  gemacht
werden,  da  Angaben  der  Mühlen  über  ihren
Betrieb  nicht  vorliegen;  ein  hervorragendes  Mitglied
  der  Produktenbörse  in  Alexandria  schätzt
diesen  Verbrauch  in  den  letzten  fünf  Jahren,
wie  folgt:
        <pb n="1268" />
        W  1151  2#

1901/02  55  000  Tons  1901/05  97  000  Tons
1902/03  80  000  1905/06  95  000
1903/04  87  000

Die  Leistungsfähigkeit  der  größten  Olmühle
beträgt  etwa  1000  Ardebs  oder  119  Tons  pro
Tag.  Mit  3  Mühlen  sind  Baumwollentkernungsanstalten
  verbunden.  Sämtliche  Betriebe  befassen
sich  auch  mit  der  Raffinerie  des  Oles.  Zur
Deckung  ihres  Bedarfs  an  Baumwollsamen  bedienen
  sie  sich  der  Vermittlung  der  am  Platze
ansässigen  Grossisten  oder  Baumwollaufkäufer.  Da
alle  Mühlen  im  Nildelta  gelegen  sind,  beschränkt
ich  die  Anfuhr  des  Rohmaterials  auf  kurze  Entfernungen.
  Zur  Verarbeitung  kommt  fast  ausschließlich
  Samen  der  Mit  Afisi-Baumwolle,  die
den  Hauptgegenstand  der  Ernte  bildet;  der  oberägyptische
  Baumwollsamen  dient  in  der  Regel
Aussaatzwecken.  Die  Olmühlen  verarbeiten  den
Samen  in  seinem  natürlichen  Zustande,  so  daß
also  die  aus  den  Rückständen  gewonnenen  Olkuchen
  das  Fruchtfleisch  sowohl  als  auch  die
Samenhülsen  enthalten.  Das  Olpressen-  erfolgt
nach  demselben  Verfahren,  das  auch  in  England
bei  Verarbeitung  von  ägyptischem  Ol  gebräuchlich
ist.  Der  Umstand,  daß  dabei  vielfach  wesentlich
mehr  Olkuchen  gewonnen  werden,  als  dies  in
amerikanischen  Mühlen  der  Fall  ist,  beruht  auf
der  Mitverarbeitung  der  Hülsen.

Der  Preis  für  Baumwollsamenöl  in  Alexandrien
  war  zur  Zeit  der  Berichterstattung  (im
August  1907)  ungewöhnlich  hoch:  er  betrug  damals
  811⅛  Piaster  (320,75  Pf.)  pro  Ardeb,  während
  seine  normalen  Notierungen  sich  auf  ctwa
60  Piaster  belaufen.  Die  Herstellungskosten  sind
neuerdings  auch  etwas  größer  geworden,  da  nicht
nur  die  Arbeitslöhne  allmählich  steigen,  sondern
auch  das  Brennmaterial  teurer  wird.  Englische
Kohlen  kosteten  im  August  etwa  6,08  38  pro  Tonne,
loco  Empfangshafen.  Eine  der  größten  Olmühlen
in  Alexandrien  gibt  ihre  Betriebskosten  mit  11
bis  13  Piaster  pro  Ardeb  an.  Raffiniertes  Ol,
zu  dessen  Umschließung  amerikanische  Petroleumfässer
  mit  einem  Fassungsvermögen  von  40  bis
50  Gallonen  Hbraucht  werden,  wurde  zuletzt  zum
Preise  von  3½  Piaster  pro  Oka  (à  1,23  kg)
gehandelt,  währänd  es  unter  normalen  Verhältnissen
  mit  2½  Piaster  bezahlt  wird.  Olkuchen
aus  ägyptischem  Samen  notierten  in  letzter  Zeit
in  England  21,87  §s  pro  engl.  Tonne.  Während
die  Leitung  der  Olmühlen  in  Agypten  in  den
Händen  von  Engländern  liegt,  setzen  sich  die  in
ihnen  beschäftigten  Arbeiter  fast  ausschließlich  aus
Agyptern  zusammen,  die  in  der  Regel  bei  zehnstündiger
  Schicht  8  bis  10  Piaster  pro  Tag  verdienen;
  besonders  geschickte  Kräfte  erhalten  12  bis
14  Piaster  und  mehr.  Während  der  Preßkam- 



 

pagne,  in  der  Zeit  von  Oktober  bis  April,  wird
unnnterbrochen  in  zwei  Schichten  gearbeitet.

Der  ägyptische  Baumwollsamen  ist  infolge
seines  größeren  Olgehalts  hochwertiger  als  der
anderer  Länder;  er  enthält  im  Durchschnitt  22
bis  24  v.  H.  Ol,  während  beispielsweise  das
amerikanische  Produkt  nur  bis  zu  20  v.  H.  hat.
Eine  neuerdings  von  einer  ägyptischen  Mühle
veranlaßte  Analyse  ergab  die  nachstehenden  Bestandteile
  für  1000  Ardebs  Samen:

 

.  i  Entsprechendes
Bestandteile  Prozenten  Gewicht
Ol.  .  .  .  .  24,08  23  405  Okas

Wasser.  10,37  10  080
Faserstoff  65,55  63  715=100,00
  97200  Okas.

Der  Olgehalt  war  folgender:

Absoluter  Gehalt  an  Ol  23  405  Oka
Olgehalt  der  Kuchen  .  Durchihuit
5,5  v.  H.)  .  4172.
Rohölgewinnung  mithin  ·  192330ka
Olverlnst  durch  Raffinieren
v.  H.)  1  539
inent  an  zusineren  ol  ẽ
1000  Ardebe  17  695  Oka.

Eine  in  Hull  vorgenommene  Analyse  von
ägyptischem  Olkuchen  ergab  folgendes  Resultat:
Wasser  11,73  v.  H.,  Ol  4,83  v.  H.,  Albuminoide
(mit  3,71  v.  H.  Stickstoff),  23,19  v.  H.,  Schleim,
Zucker,  lösliche  Faser  usw.  34,45  v.  H.,  unlösliche
  Holzfaser  20,30  v.  H.,  Mineralstoff  (Asche)
und  Sand  5,50  v.  H.

Die  ägyptischen  Mühlen  decken  den  Inlandsbedarf
  an  Baumwollsamenöl  zum  größten  Teil
selbst.  Der  Import  ist  verhältnismäßig  gering;
er  belief  sich  im  Jahre  1906  auf  1  183  860  lbs,
der  sich  auf  die  wichtigeren  Herkunftsländer  wie
folgt  verteilt:  Vereinigte  Staaten  von  Amerika
582  411  lbs,  England  470  049  lbs,  Frankreich
112  711  lbs,  Österreich-Ungarn  15  430  lbs.

Der  größere  Teil,  etwa  drei  Viertel  des  in
Agypten  zum  Verbrauch  kommenden  Baumwollsamenöls
  dient  Speisezwecken,  während  die  Restmenge
  in  der  Hauptsache  in  der  Seifenfabrikation
zur  Verwendung  kommt.  Eine  Olmühlengesellschaft
  in  Alexandria  liefert  den  Olbedarf  der
ägyptischen  Staatsbahnen  zu  Beleuchtungszwecken,
der  sich  auf  ungefähr  16  Tons  pro  Monat  stellt.

Die  ägyptische  Industrie  verarbeitet  gegenwärtig
  etwa  ein  Sechstel  der  heimischen  Baumwollsamenernte,
  ein  zweites  Sechstel  dient  zu
Aussaat-,  Fütterungszwecken  usw.,  während  vier
Sechstel  der  Ausbeute  zur  Ausfuhr  gelangen.
Der  Samenversand  hat  in  den  letzten  Jahren
        <pb n="1269" />
        6  1152

keine  Fortschritte  machen  können,  wie  nachstehende
Zahlen  zeigen:

Ausfuhr=  Ausfuhr-Jahr
  menge  Jahr  menge
Ardebs  Ardebs
1894/99  (Durch-  1902/03  2  972  825
schnitt)  3  223  076  1903/04  2  976  057
1899/1900  3  511  667  1904/05  3  231  515
1900/01  3  016  085  1905/06  3244  264
1901/02  3  484  368

Für  das  Kalenderjahr  1906  stellte  sich  Agyptens
  Ausfuhr  von  Baumwollsamen  auf  3  693  130
Ardebs  oder  994  937  967  lbs,  woran  die  wichtigeren
  Bezugsländer  folgendermaßen  (in  1000  lbs)
beteiligt  waren:  England  855  052,  Frankreich
69  810,  Deutschland  43  729,  Isterreich-  Ungarn
17  223,  Belgien  894,  Niederlande  553.  Der
Versand  richtet  sich  also  zum  weitaus  größten
Teil  nach  England,  und  zwar  in  der  Hauptsache
nach  Hull,  dem  Zentrum  der  englischen  Olindustrie.

Auch  die  Ausfuhr  von  Olkuchen  geht  fast
ausschließlich  nach  England,  das  von  der  74  454
Tons  betragenden  Versandmenge  des  letzten
Jahres  71  007  Tons  aufnahm;  nach  Frankreich
wurden  3194  Tons,  nach  Deutschland  217  Tons
Olkuchen  ausgeführt.

Die  umfangreiche  Verschiffung  von  Baumwollsamen
  aus  Agypten  bedeutet  einen  großen  Verlust
für  den  Boden  des  Landes,  denn  gerade  der
Samen  der  Baumwollstaude  entzieht  und  enthält
die  meisten  Bodennährstoffe.  Der  Umstand  nämlich,
  daß  die  im  Samen  aufgespeicherte  Kraft  dem
Boden  in  irgend  einer  Form  nicht  wieder  zugeführt
  wird,  zwingt  den  ägyptischen  Bauer  zum
Gebrauch  ausländischen  Kunstdüngers,  zumal  der
Nilschlamm  nur  wenig  Stickstoffgehalt  hat.  Die
Baumwollsamenöl-Industrie  in  Agypten  entwickelt
sich  indessen  stetig,  wenn  auch  langsam,  und
spätestens  nach  zehn  Jahren  dürfte  sie  voraussichtlich
  den  größten  Teil  der  gesamten  Samenproduktion
  des  Landes  selbst  verarbeiten.

(Nach  Dailx  (lonsular  und  Trade  Reports.)

Die  Baumwollernte  in  den  Vereinigten  Staaten
von  Rmerika  1906/07.

Nach  zuverlässigen  Feststellungen  hat  die
Gesamternte  an  Baumwolle  in  den  Vereinigten
Staaten  in  der  letzten,  inzwischen  zum  Abschluß
gelangten  Saison  1906/07:  13  539  948  Ballen
betragen.

Die  Gesamtbaumwollernte  in  den  Baumwolle
produzierenden  Staaten  der  Union  hatte

in  der  Saison  1905/06  11  346  000
.1904/05  13  566  000
123903/04  10  011  00
-135002/03  10  728  000

Ballen  ergeben.

 

Die  bisher  größte  Ernte  der  Saison  1904/05
ist  also  auch  in  diesem  Jahr  nicht  ganz  erreicht
worden.

Zum  Zwecke  einer  genauen  Feststellung  der
Baumwollvorräte  in  den  Vereinigten  Staaten
während  der  letzten  Saison  werden  zum  Gesamtergebnis
  der  Ernte  folgende  Beträge  hinzuzuzählen
  sein:

Ballen
Restbestand  von  der  vorigen  Saison  193  816
Exportierte  und  wieder  Mmrückgesandte
Rohbaumwolle  36  837

Hiernach  Gesamtvorrat  .  13770601
Hiervon  wurden  exportiert:

nach  Großbritannien  3  750  558.
907  12

-Frankreich.
dem  übrigen  uropäiichen  Kontinent
  3  451  207
-Mexiko  839
Japan=  ...  254  747
Gesamtexport  8  364  478
Von  den  Baumwollspinnereien  der  Nordstaaten

  der  Union  und  Kanada  sind  in  der  letzten
Saison  .  .2638312  Ballen,
von  den  Baumwollspinnereien

der  Südstaaten  der  Union
Baumwolle  bezogen  worden.
Gesamtverbrauch  in  der  Union

und  Kanada.  5  132  881  Ballen.

Hiernach  hat  der  Weltbedarf  an  amerikanischer
Baumwolle  in  der  abgelaufenen  Saison  13  497  359
Ballen  betragen.  Verglichen  mit  dem  Gesamtvorrat
  an  amerikanischer  Baumwolle  ergibt  sich
somit  für  die  neue  Saison  ein  Restbestand  von
273  242  Ballen.

Im  größten  Teil  des  Baumwollrayons  sind
die  Witterungsverhältnisse  in  den  letzten  Wochen
sehr  günstig  gewesen,  nur  Mittel-  und  Südtexas
haben  durch  Trockenheit  und  Hitze  gelitten.

Die  Entwicklung  der  Baumwollpflanzen  ist  je
nach  Lage  der  Felder  um  zehn  Tage  bis  drei
Wochen  rückständig;  es  ist  daher  ein  möglichst
spätes  Eintreten  von  Frostwetter  für  die  weitere
Entwicklung  der  Pflanzen  von  größter  Wichtigkeit.

Trotzdem  zur  Zeit  bis  zu  14  Cents  pro  Pfund
Baumwolle  bezahlt  werden,  sind  viele  Pflanzer
entschlossen,  ihre  Vorräte  zurückzuhalten,  bis  sie
den  von  ihnen  festgesetzten  Minimalpreis  von
15  Cents  pro  Pfund  erreicht  haben  werden.

Die  Lage  des  Baumwollenwarenmarktes  in
den  Vereinigten  Staaten  ist  nach  wie  vor  eine
sehr  günstige,  doch  läßt  es  sich  nicht  verkennen,
daß  sich  auf  dem  Gebiete  der  Nachfrage  in  letzter
Zeit  eine  gewisse  Zurückhaltung  geltend  macht.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Atlanta.)

2  194  569
        <pb n="1270" />
        G  1153  20

Die  Kakackultur  und  der  ffakaohandel
Hederländisch-Indiens.

Der  Kaiserliche  Generalkonsul  in  Batavia  berichtet
  unterm  30.  September  d.  Is.:  Die
Kakaoernten  Niederländisch-Indiens  in  den  Jahren
1900,  1901  und  1903  waren  gut,  während  im
Jahre  1902  viele  Unternehmungen  infolge  ungünstiger
  Witterung  und  der  durch  den  Ausbruch
des  Vulkans  Kloet  angerichteten  Verwüstungen
nur  den  dritten  oder  vierten  Teil  der  Ernte  von
1901  aufbrachten.  Auch  1904  ließ  viel  zu
wünschen  übrig.  Seitdem  haben  sich  die  Ernten
konstant  gehoben.  1905  gestaltete  sich  in  seinem
endgültigen  Ergebnis  besser  als  1904  und  besser,
als  nach  der  vorläufigen  Schätzung  anzunehmen
war;  1906  wird  als  gutes  Erntejahr  bezeichnet.
Auch  über  das  laufende  Jahr  sind  bisher  keine
Klagen  laut  geworden,  obwohl  dasselbe  sich  in
den  Monaten  der  sogenannten  trockenen  Jahreszeit
  —  Mai  bis  September  —  ganz  ungewöhnlich
  naß  gestaltet  hat.

Dagegen  wollen  die  Klagen  der  Pflanzer  über
die  durch  die  Mottenplage,  durch  Helopeltis,  gewisse
  Käfer  und  Krankheiten  der  Bäume  angerichteten
  Schäden  nicht  verstummen,  und  viele
Pflanzer  sind  es  müde  geworden,  Kakao  zu  bauen.

An  ihre  Stelle  sind  jedoch  neue  getreten,  und
die  Anzahl  der  Unternehmungen,  die  sich  auf
Java  mit  Kakaobau  beschäftigen,  ist  von  Jahr  zu
Jahr  gestiegen.  Sie  betrug  nach  dem  Handbuch
für  Kulturunternehmungen  im  Jahre  1904:  158,
1905:  162,  1906:  168  und  1907:  188.  Bei
den  meisten  wurde  Kakao  jedoch  nur  als  Nebenkultur
  gezogen.  Die  Hauptkultur  bildete  er  nur
bei  12  von  den  188  Unternehmungen  des  laufenden
  Jahres,  also  bei  nicht  ganz  7  v.  H.

Über  die  Bedentung  der  Kakaokultur  nach  der
Anzahl  der  Bäume  und  der  Größe  der  Pflanzungen
  fehlt  es  an  vollständigen  Angaben.  Nach
der  Zunahme  der  Ausfuhr  in  den  letzten  Jahren
ist  der  Schluß  gestattet,  daß  die  Kakaokultur  an
Ausdehnung  ganz  bedeutend  zugenommen  haben
muß.

Ihr  Hauptjitz  scheint  sich  von  Mittel-Java
neuerdings  mehr  nach  Ost-Java  gezogen  zu  haben.
Wenigstens  ist  nach  der  bereits  genannten  Quelle
die  Anzahl  der  Kakaounternehmungen  in  den
östlichen  Residentschaften  Besoeki,  Pasoerocan  und
Kediri  größer  als  in  den  Residentschaften  von
Mittel-Java.  Ob  dies  hingegen  auch  hinsichtlich
der  Ausdehnung  der  Kakaopflanzungen  zutrifft,
erscheint  zweifelhaft.  Statistische  Angaben  darüber
stehen  nicht  zur  Verfügung,  und  der  Hauptausfuhrhafen
  für  das  Produkt  ist  nach  wie  vor
Samarang.

 

Umfang  der  Ernte.  Ulber  den  Umfang  der
Ernte  pflegt  der  alljährlich  den  Generalstaaten
vorgelegte  Koloniaal  Verslag  einige  Angaben  zu
enthalten.  Dieselben  sind  jedoch  regelmäßig  sehr
lückenhaft,  da  nur  ein  Teil  der  Unternehmungen
die  von  der  Regierung  gewünschten  Angaben  zu
machen  pflegt.

Nach  dem  neuesten  Koloniaal  Verslag  (1906)
wären  im  Jahre  1905  auf  58  Unternehmungen
auf  Erbpachtland  573  691  kg  Kakao  geerntet
worden  gegen  348  796  kg  auf  55  Unternehmungen
  im  Jahre  1904.

Auf  den  Pachtländern  des  Sultanats  Soerakarta,
  eines  wichtigen  Kakaozentrums,  hätte  die
Ernte  im  Jahre  1905:  231  986  kg  betragen
gegen  207  081  kg  im  Jahre  1904  und  die  drei
Kakao  bauenden  „partikulieren“  Ländereien  der
Residentschaft  Batavia  hätten  1905:  2500  kg
gegen  2562  kg  im  Jahre  1904  aufgebracht.
Dazu  tritt  1905  noch  mit  einer  Ernte  von
5625  kg  Pekalongan,  das  im  Jahre  vorher
noch  nicht  zu  den  Kakao  produzierenden  Gebieten
gehörte.

Nach  diesen  unvollständigen  Angaben  wären
von  der  Ernte  des  Jahres  1905:  813  802  kg
nachgewiesen,  während  die  Ausfuhr  des  Jahres
aus  Java  mehr  als  1  Million  Kilogramm  betrug.
Wie  die  Statistik  gegenwärtig  eingerichtet  ist,  bietet
mithin  allein  die  Ausfuhr  einen  Maßstab  zur
Beurteilung  des  tatsächlichen  Umfanges  der  Ernte.
Da  ein  Eigenverbrauch  Javas  kaum  in  Frage
kommt  und  auch  die  sichtbaren  Vorräte  zu  Ende
der  einzelnen  Jahre  sich  ziemlich  gleich  bleiben
dürften,  so  wird  man  den  Umfang  der  Ernte
mit  dem  der  Ausfuhr  im  wesentlichen  identifizieren
dürfen.

Ausfuhr.  Danach  zeigten  die  drei  letzten
Jahre  ein  konstantes  Aufsteigen  der  Ausfuhrziffern,
  sowohl  was  ganz  Niederländisch-Indien
als  auch  was  Java  allein  betrifft.

Die  Kakaoausfuhr  aus  Niederländisch-Indien
stieg  von  1  018  006  kg  im  Jahre  1904  auf
1  083  595  kg  im  folgenden  Jahre  und  auf
1  849  847  kg  im  Jahre  1906,  nahm  in  den
drei  Jahren  also  um  mehr  als  80  v.  H.  zu,
davon  kamen  977  417  kg,  1  030  094  kg  und
1  815  912  kg  aus  Java,  was  annähernd  einer
Verdoppelung  des  Ertrages  gleichkommt.  Die
diesjährige  Ausfuhr  der  ersten  sechs  Monate  erreicht
  mit  857  306  kg  beinahe  den  Jahresbetrag
von  1904  und  das  Doppelte  der  Ausfuhr  des
entsprechenden  Zeitraums  der  vorhergehenden
beiden  Jahre.  Trotz  dieser  bedeutenden  Zunahme
beträgt  die  Kakaoproduktion  Niederländisch-Indiens
auch  gegenwärtig  noch  kaum  1,4  v.  H.  der
Welternte.
        <pb n="1271" />
        W  1154  2

Märkte.  Interessant  ist,  wie  sich  die  Märkte
für  den  Kakao  Niederländisch-Indiens  im  Laufe
der  Jahre  verschoben  haben.

Nur  Singapore  bleibt  sich  als  Hauptabnehmer
im  Laufe  der  Zeiten  mit  geringen  zeitweiligen
Abschwächungen  treu.  läßt  hier  namentlich
in  neuester  Zeit  durch  Chinesen  aufkaufen,  was
es  erhalten  kann.

Seine  Aufnahmeziffer  bewegt
konstant  um  211  000  k

Dagegen  waren  die  Bezüge  Hollands  und
Australiens  großen  Schwankungen  ausgesetzt,  und
England  sowie  Amerika  erscheinen  mit  stark  steigenden
  Ziffern  unter  den  Käufern.

sich  ziemlich

 

Holland,  England  und  Singapore  mit  besonders
starken  Abnahmeziffern  auf.

Von  den  drei  großen  Handelsplätzen  Javas
stellt  Samarang  mehr  als  50  v.  H.  zur  Ausfuhr.
  Dann  folgen  Batavia  mit  17  und  Soerabaja
  mit  14  v.  H.  Der  Rest  verteilt  sich  auf
die  kleineren  Ausfuhrplätze  Panarvekan,  Pekalongan,
  Cheribon,  Pasoeroean,  Probolinggo  und
Banjoewangi.

Auf  den  Außenbesitzungen  wurde  die  Kakaoernte
  und  zausfuhr  sehr  stark  durch  die  kriegerischen
  Ereignisse  der  letzten  Jahre  beeinflußt.

Auf  Celebes,  mit  Ausnahme  des  nördlichen
Teiles,  der  Minahassa,  dessen  Ausfuhrhafen  Me- 



Das  Nähere  über  die  Absatzmärkte  des  Java=  nado  ist,  herrscht  seit  mehr  als  zwei  Jahren
kakaos  ergibt  sich  aus  nachstehender  Tabelle.  Ver-Kriegszustand,  und  die  Kakaoausfuhr  von  Makassar
schifft  wurden:

nach  1100  1905  1904  1903  1902
kg  kxg  kg  xg
Holland.  .  1  138  161  673  204  750  318  1  156  975  575  822

.-an  Ordre  1  543  —  —  —.  —
Deutschland  —  —  795  —  —
England  68  983  23  364  8  536  —-  —
Frankreich  62  11  760  –  —  248
Belgien.  1112  --  —  —  —.
Havre  a./O.  7  695  —4  —  —

Amerika.  375  187  154  011  31  974  12  068  —
Singapore  211  437  151  901  182  115  211  381  251  691
Hongkong  650  —  —  —  —
China  4  —  –  ——  —
Manila  1  918  —  2121  4
Australien  ..  9  060  15  854  1  558  –  —
Zusammen  .  1  815  812  1  030  094  977  417  1  380  424  827  761

Deutschland,  Frankreich  und  Belgien  von  europäischen
  Ländern  und  Manila  und  Hongkong  von
ostasiatischen  Handelszentren  erscheinen  nach  der
Statistik  nur  als  gelegentliche  Abnehmer.“)

In  den  ersten  sechs  Monaten  des  laufenden
Jahres,  für  die  bisher  die  vorläufigen  monatlichen
  handelsstatistischen  Answeise  vorliegen,  treten

*)  Bei  einem  Teil  der  in  der  Statistik  den  Niederlauden
  angerechneten  Versandmengen  dürfte  es  sich
erfahrungsgemäß  nur  um  Durchfuhrgut  nach  Deutschland
  usw.  handeln.

ging  infolgedessen  von  5766  kg  im  Jahre  1905
auf  493  kg  im  Jahre  1906  zurück.  Ebenso
fand  aus  Bali  infolge  der  gegen  zwei  aufständische
Sultane  ins  Werk  gesetzten  militärischen  Expedition
im  vorigen  Jahre  eine  Kakaoausfuhr  überhaupt
nicht  statt.

Die  Ausfuhr  aus  den  verschiedenen  Teilen  der
Außenbesitzungen  zeigte  folgendes  Bild:

Es  wurden  ausgeführt:

 

von  1906  1905  1904  1903  1902
kg  kg  kg  kg  kg

Makassar  493  5  766  5  351  6  665  3  500
Menado  24  970  31  866  27  684  76  026  51  783
Ternate  124  —.  292  1  736  444
Amboina  8  088  10  016  6  078  1500  6  355
West-Sumatra  360  445  200  278  95
Ost-Sumatra  —  141  134  50  —
Bali  —  5  267  850  —

Zusammen  34  035  53  501  40  589  89255  62  177
        <pb n="1272" />
        G  1155  20

1906  1905  1904  1903  1902

von  kg  xg  kg  kg  g
im  Werte  von  11.  23  656  32  102  24  553  53  .524  37  306

Davon  gingen  nach:

Hollaoad  3  256  998  12  282

Deutschland  —  2980  1  023  —  —
Singapore  33  755  43  874  38  434  75.270  60  967

Penang  280  141  134  60  —

Hongkong.  ...  2  480  —  —
Mania  —  770  —  1643  1210
Zusammen  34  035  53  501  40  589  89.255  62  177

Es  zeigt  sich,  daß  für  die  Produktion  der
Außenbesitzungen  Singapore  in  noch  weit  größerem
Umfange  als  Abnehmer  auftritt  als  für  die  Javaproduktion,
  was  in  den  Schiffsverbindungen  und
Handelsbeziehungen  der  Außenbesitzungen  seine
natürliche  Begründung  findet.

Penang  bildet  als  nächster  Hafen  der  großen
Weltlinien  den  naturgemäßen  Abnehmer  für  die
Produktion  von  Medan  (Ost-Sumatra).

Im  übrigen  treten  Holland,  Deutschland,
Manila  und  Hongkong  als  Gelegenheitskäufer  für
den  Kakao  der  Außenbesitzungen  auf.

Marktlage.  Der  Kakao  Niederländisch-Indiens
  ist  bekanntlich  ein  Fancyartikel.  Er  ist
sehr  hell  von  Farbe  und  hat  wenig  Geschmack,
ist  daher  auch  nur  für  bestimmte  Zwecke  verwendbar.
  Bei  sehr  starker  Nachfrage  von  chinesischer
  Seite  für  Singapore  haben  sich  in  den
letzten  Monaten  in  Batavia  und  Samarang  die
Preise  außerordentlich  gehoben.

Während  im  Juni  Amerika  in  Samarang
noch  eine  Partie  besseren  und  einigermaßen
sortierten  Kakaos  für  44  fl.  kaufen  konnte,  notierte
in  Batavia  schon  zu  Anfang  Mai  die  erste  Sorte
47  fkl.,  die  zweite  35  fl.  und  die  dritte  21  fl.
pro  Pikul  und  stieg  noch  in  demselben  Monat
auf  51,10  und  28  kl.  In  der  zweiten  Hälfte
Juli  zahlten  chinesische  Aufkäufer  hier  bereitwillig
62  und  63,  ja  selbst  67  fl.  für  die  erste  Sorte,
wobei  sie  nur  auf  gutes  Aussehen  Wert  legten.
In  Singapore  stieg  der  Preis  nach  Zeitungsangaben
  im  August  auf  72  fl.,  fiel  im  September
aber  wieder.

Trotzdem  war  hier  viel  Nachfrage  zu  Preisen
von  55  bis  55½  fl.  für  erste  Sorten  und  42
und  34  kl.  für  zweite  und  dritte  Sorten.  Auf
diesem  Niveau  haben  sich  die  Preise  bisher  im
wesentlichen  gehalten.  Die  zu  so  hohen  Preisen
hier  aufgekauften  Mengen  Kakao  sind  dem  Vernehmen
  nach  für  Manila  und  Hongkong  bestimmt.
Vielleicht  gehen  sie  nach  Amerika  weiter.  Europa
kann  derartige  Preise  nicht  zahlen.

Versuchsstation  Salatiga  und  Schädigungen
  der  Kultur.  Die  Rampas-Methode
des  früheren  Leiters  der  Versuchsstation  in  Sa- 



latiga,  Dr.  Zehntner,  bestehend  in  der  Verbrennung
sämtlicher  Früchte  einer  durch  Motten,  Wanzen,
Käfer  und  Krebs  infizierten  Pflanzung  scheint  den
gehegten  Erwartungen  doch  nicht  ganz  entsprochen
zu  haben.  Das  Übel  trat  immer  wieder  von
neuem  auf,  und  bisher  hat  man  ein  durchgreifendes
Mittel  gegen  die  Schädlinge  und  Krankheiten  der
Kultur  nicht  gefunden.

Die  Mottenplage  sowie  Krobs  und  Helopeltis
zeigten  sich  zuerst  im  Jahre  1896,  und  es  ist
interessant,  wie  seitdem  die  Anzahl  Kolben,  die
zur  Herstellung  eines  Pikuls  marktbereiten  Kakaos
erforderlich  sind,  gestiegen  ist.  Dr.  Zehntner  hat
darüber  in  einem  seiner  Jahresberichte  folgendes
mitgeteilt:

Auf  einer  bestimmten  Unternehmung  (Banaran,
Residentschaft  Samarang,  Abteilung  Salatiga,
2300  bis  3000  Fuß  hoch  gelegen,  110  Bouws
—  77  ha  —  Kakaopflanzung)  betrug  die  Anzahl
Kolben,  die  für  die  Bereitung  eines  Pikuls  Kakaobohnen
  erforderlich  waren:

im  Jahre  1891:  1758  im  Jahre  1897:  3256
1892:  231411  1898:  3888
.  1893:  2156=  1899:  4415

.  1894:  2293=  .  1900:  5156

.  1895:  2472  1901:  5942

.  1896:  3200  =  1902:  4137
Im  Jahre  1901  war  mit  der  Mottenbekämpfung

  angefangen  worden.

Für  Unternehmungen  unter  2000  Fuß  Höhe
rechnet  man  hier  heutigen  Tages  3000  Kolben
auf  ein  Pikul  Kakao.  Übrigens  ist  deren  Anzahl
nicht  das  ganze  Jahr  hindurch  gleich.  Die  besten
Monate  sind  April  bis  Juli.

Aussichten  der  Indigoernte  Britisch-Indiens  1907/08.

Das  erste  Memorandum  über  die  gesamte
Indigvernte  Britisch-Indiens  für  die  Saison
1907/08  ist  unter  dem  17.  Oktober  d.  Is.  erschienen.
  Die  darin  behandelten  Provinzen  enthalten
  98  v.  H.  der  gesamten  in  Britisch-Indien
mit  Indigo  bestellten  Fläche,  wie  sie  auf  Grund

o
        <pb n="1273" />
        G.  1156  20

von  Durchschnittsberechnungen  aus  den  fünf  mit
dem  Jahre  1905/06  abschließenden  Jahren  berechnet
  ist.  Innerhalb  dieser  Periode  belief  sich
die  durchschnittliche  unter  Indigokultur  stehende
Fläche  auf  617  000  Acres;  im  Jahre  1906/07
sank  sie  auf  335  400  Acres,  und  für  das  Jahr
1907/08  wird  sie  auf  328  500  Acres  geschätzt,
sie  hat  also  gegen  das  Vorjahr  wiederum  um
2  v.  H.  abgenommen.

Der  Stand  der  Indigofelder  wird  im  allgemeinen
  als  ziemlich  gut  bis  gut  gemeldet;  in
einigen  Teilen  Bengalens  haben  aber  Insekten
und  unregelmäßiger  Regen  etwas  Schaden  verursacht,
  und  in  Madras  macht  sich  teilweise  Regenmangel
  fühlbar.

Die  Schätzung  für  Oktober  d.  Is.  ergibt  für
die  einzelnen  Anbaugegenden  folgende  Flächen:
1907/08  1906/07  190  5/06

 

Provinzen  Flächen  in  Acres
Bengalen  153  000  137  800  170  700
Madras  756  600  94  900  51  500
Vereinigte  Provinzen

  55  000  40  400  40  700
Punjab.  43  900  62  300  67500
Zusammen.  328  500  335  400  330  400

Im  einzelnen  enthalten  die  Berichte  aus  den
Provinzen,  denen  der  Prozentsatz,  mit  dem  sie
an  der  gesamten  Indigofläche  Britisch--Indiens  beteiligt
  sind,  in  Klammern  beigefügt  ist,  über  die
Größe  und  den  Stand  der  Felder  noch  folgende
Angaben:

In  Bengalen  (37,6  v.  H.)  hat  das  mit  Indigo
  bestellte  Areal  gegen  das  Vorjahr  um

1  v.  H.  zugenommen.  Die  Witterungsverhältnisse
  sind  in  den  Hauptanbaubezirken  von  Nordbihar
  im  allgemeinen  günstig  gewesen.  In  Saran
haben  indes  zu  Beginn  der  Saison  die  Raupen
etwas  Schaden  angerichtet,  und  in  Purnea  haben
die  Felder  im  Mai  und  Juni  durch  Regenmangel
und  im  Juli  durch  allzuviel  Regen  gelitten;  auch
Heuschrecken  haben  Beschädigungen  verursacht.
Im  Durchschnitt  wird  der  Ertrag  pro  Acre  auf
76  v.  H.  einer  Normalernte  geschätzt  gegen  79  v.  H.
im  Vorjahre.

In  Madras  (31  v.  H.)  hat  die  in  den
Raiyatwaridörfern  bebaute  Indigofläche  gegen  das
Vorjahr  um  19  v.  H.  abgenommen.  Geringere
Nachfrage  nach  Indigo  und  Mangel  an  rechtzeitigem
  Regen  in  Nellore  und  Cuddapah  haben
diesen  Ansfall  verursacht.  Der  Stand  der  Felder
wird  als  ziemlich  gut  bis  gut  gemeldet,  doch
macht  sich  an  manchen  Stellen  Mangel  an  Regen
fühlbar.

In  den  Vereinigten  Provinzen  (19,6  .  H.)
hat  sich  die  Indigofläche  wegen  der  im  Vorjahre
erzielten  hohen  Preise  um  36  v.  H.  vergrößert.

 

Die  Saat  ging  gut  auf,  und  für  die  Bewässerung
war  reichlich  Wasser  vorhanden.  Außer  aus
einigen  östlichen  Bezirken  sind  Klagen  über  Insekten
  oder  heiße  Winde  nicht  laut  geworden.
Wenn  der  Regen  auch  ungewöhnlich  spät  einsetzte,
so  ist  er  doch  für  die  Indigofelder  günstig  gewesen,
  und  die  Aussichten  sind  im  allgemeinen  gut.

Im  Punjab  (9,8  v.  H.)  hat  die  Indigofläche
wegen  des  späten  Ansteigens  der  Bewässerungskanäle
  in  den  Bezirken  von  Muzaffargarh  und
Dea  Ghazi  Khan  um  29  v.  H.  abgenommen.  Der
Stand  der  Felder  ist  normal.

Der  Gambirhandel  über  Singapore  1906.

Die  Aupflanzung  von  Gambir  (Uncaria
Gambir,  Roxb.)  geht  auf  der  Halbinsel  Malakka
immer  mehr  zurück.  Auch  im  Rhio-Archipel  und
den  benachbarten  Gebieten  von  Niederländisch-Indien
  mit  Ausnahme  von  Sumatra  wird  diese
Pflanze  von  gewinnbringenderen  Kulturen  verdrängt.


Auf  der  Halbinsel  Malakka  hat  sich  nur  der
Chinese  mit  ihrer  Kultur  befaßt,  der  damit  meist
noch  eine  kleine  Pfefferpflanzung  oder  eine
Schweinezucht  verbindet.  Europäische  Gambir-=plantagen
  soll  es  nur  in  Sumatra  geben.

Die  Pflanze  stellt  erfahrungsgemäß  große  Ansprüche
  an  den  Boden  und  macht  ihn  nach  einer
sechs=  bis  zehnjährigen  Kultur  so  gut  wie  wertlos.
Er  kann  erst  nach  einer  längeren  Ruhezeit  wieder
bepflanzt  werden.

Soll  sich  die  Kultur  gewinnbringend  gestalten,
so  muß  das  aufzunehmende  Land  fruchtbar  und
billig  sein  und  in  der  Nähe  eines  großen  Tropenwaldes
  liegen,  von  dem  das  Brennholz  zum
Auskochen  des  Gerbstoffes  aus  den  Blättern  der
Pflanze  womöglich  kostenlos  beschafft  werden  kann.
Dabei  erfordert  ein  rationeller  Betrieb  das  beste
Brennmaterial.

Die  Nachfrage  nach  Gambir  auf  dem  Weltmarkte
  hat  seit  Jahren  immer  mehr  nachgelassen.
Mit  dem  Rückgange  des  Verbrauchs  fielen  notwendigerweise
  auch  die  Preise,  und  heute  wird
als  höchster  Preis  6,77  8  pro  Pikul  =  0,60  dz
für  gewöhnlichen  Gambir  und  9,60  bis  10,  30  6
für  Würfelgambir  bezahlt.

Von  der  Gesamtausfuhr  von  654  746  Pikul
(390  704  dz)  gingen  575  504  Pikul  (342  561  da)
nach  europäischen  Industrieländern  und  nach  Nordamerika,
  der  Rest  von  79  242  Pikul  (47  167  d)
nach  Java,  Celebes,  Bali,  Kelantan  und  den  umliegenden
  kleineren  Plätzen  des  malayischen  Archipels.
  Diese  beziehen  ausschließlich  Würfelgambir,
der  mit  Betel  zusammen  von  Malayen  und  Indiern
  gekaut  wird.
        <pb n="1274" />
        G  1157  2e0

Als  Ausfuhrort  der  Straits  Settlements  kommt
hauptsächlich  Singapore  in  Betracht,  das  im
Jahre  1906:  653  312  Pikul  (388  876  dz)  im
Werte  von  5  431  640  8  ausgeführt  hat.

Die  Fracht  nach  London  und  direkten  europäischen
  Häfen  betrug  seit  Anfang  1906
32  Schi-lling  6  Pence  für  die  Raumtonne
(scale  ton).

Aus  nachstehenden  Tabellen  ist  die  Ein=  und
Ausfuhr  von  Gambir  über  Singapore  im  Jahre
1906  ersichtlich:

Einfuhr  nach  Singapore.

Von  Pikul“)  8
Britisch-Nordborneo  904  7977
Calcutoo  1  24
Celebees  60  720
Holländisch-  Vorneo-  13  156
Javra  ...  10  300
Johore  .402  803  2931888
Malakka  23  194  211  551
Negri  Sembilan  1  111  163  998
Niederländischer  Archipel  39  933  299  761
Penang  10  225
Rhio  6707  090  733  888
Sarawak.  14  915  109  391
Selangor.  17  281  123  523
Sumatra  7  041  80  464

594  366  4  663  866

Ausfuhr  aus  Singapore.

Nach  Pikul  ð
Australien  698  5  919
Osterreich.  4303  33  018
Bali  5  609  64792
Belgien  60  178  492749
Bombay  und  Malabarküste

  1428  15  378
Calcutta  26  989  297  323
Celebes  11  214  140  568
Dänemark  7  523  56  236
Frankreich  76  589  569  887
Franz.  Indo-  china  %  «

lome)..  4  412  42  939
Deutschland  30  322  252  277
Hongkong  1  405  13  016
Italien  8  682  68  356
Japan  2534  31  954
Java-  35  203  417  051
Kelantan.  5  036  12  424
Rußland.  7120  54  931
Spanien  4551  34  674
Sulu-Archipel  691  7  869
Vereinigtes  Königreich.  93  833  739  882

*1  Pilul  =  133½  englische  Pfund.

 

Nach  Pikul  *
Verein.  Staat.  v.  Amerika,

pazifische  Küste  255  299  1  959  712
Verein.  Staat.  v.  Amerika,

atlantische  Küste.  6914  56  295
Zusammen,  einschl.  anderer

Länder  .  ..533125431640

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Singaporc.)

Guttapercha,  und  Kautschutkkhandel  der  Stralts
Settlements  im  Jahre  1906.
I.  Guttapercha.

Im  Jahre  1906  hat  die  Einfuhr  von  Guttapercha
  in  die  Straits  Settlements  wie  im  vorhergehenden
  Jahre  erheblich  zugenommen.  Nach
Menge  und  Wert  gestaltete  sich  die  Einfuhr  in
den  beiden  letzten  Jahren  folgendermaßen:
1906:  15  344,04  dz  zum  Werte  von  2  861  391  86
1905:  12  090,00  --  -  4  608  582

Die  drei  Straits-Häfen  waren,  wie  folgt,  dabei
  beteiligt:

im  Werte  von

Dollar
Singapore  mit  13  334,95  dz  2  406  351
Penang  1943,45  =  462  778
Malakkoa  8,04  1  262

Es  kamen  von:
im  Werte  von
Dollar

Sumatra.  7  460,87  da  1  252  853
Holländisch-Borneo  3  880,95  923591
den  Suluinselu  1  104,47  .  92  511
Sarawak.  873,09  .  190  840
Penang  nach  Singavor  610,  72  102  943
Großbritannien.  277,39.  25  381
Britisch-Borneo  212,  02=  44  701
Atchinesische  bäsen?  147.33  -  35  328
Pahang  135,30  25  242
Labuan  133,34  —  28  165

Ein  Vorgleich  n  mit  den  Zahlen  des  Vorjahres
zeigt,  daß  die  Einfuhr  aus  Sumatra  sich  um  etwa
2118,37  dz  gehoben  hat;  Holländisch-Borneo  hat
gleichfalls  mehr  ausgeführt,  während  Pahang  um
572,00  dz  zurückgeblieben  ist.

Kleinere  Mengen  sind  aus  Johore,  Kelantan,
dem  niederländischen  Archipel,  Java,  Patani,
Tringgann,  Celebes,  Dindings,  Malakka,  Penang,
Selangor  und  Siam  eingeführt  worden.

Die  Ausfuhr  weist  im  Verhältnis  zu  der  Einfuhr
  eine  ungewöhnliche  Steigerung  auf.  Sie
betrug:

1906:  27  498,14  dz  zum  Verte  von  3  207  329  5
1905:  21  044,202  2796  704  .
        <pb n="1275" />
        G  1158  2

Hieran  waren  beteiligt:
zum  Werte  von

ollar
Singapore  mit  26  672,90  dz  3  062  531
Penang  817,56  =  144  208
Malakka  2,68  „  590

Von  der  Ausfuhr  entfielen  auf:
zum  Werte  von

ollar
Großbritannien.  14  005,95  dz  1779  175
Deutschland.  8  252,38  =  822  865
Vereinigte  Staaten  von
Amerika  3  305,36  =  2462  854
Frankreich  679,t,6  =  117  687

Da  in  Niederländisch---Indien  ein  Ausfuhrzoll
auf  die  Ware  erhoben  wird,  in  den  Straits
Settlements  aber  kein  Einfuhrzol,  so  pflegen  die
Händler,  die  gewöhnlich  in  Niederländisch-Indien
zu  niedrig  deklarieren,  dies  auch  bei  der  Einfuhr
in  die  Straits  Settlements  zu  tun,  damit  die
Falschdeklarierung  hinterher  in  den  Statistiken
der  beiden  Länder  nicht  offenkundig  wird.  Die
Einfuhrstatistik  ist  daher  wenig  zuverlässig.

Die  übrige  Ausfuhr  verteilte  sich  wie  im  Vorjahr
  in  kleineren  Mengen  auf  europäische  Staaten,
Japan,  Java,  Sumatra  und  Sarawak.  Die  Ausfuhr
  nach  Großbritannien  und  Deutschland  ist  um
5552,53  dz,  die  nach  Frankreich  um  79,46  dz
gestiegen,  während  Amerika  etwa  137,64  d2
weniger  eingeführt  hat.

Minderwertige  Guttapercha  wurde  mit  Ausnahme
  eines  minimalen  Bruchteils,  der  nach
Penang  ging,  nur  nach  Singapore  eingeführt.
Die  Einfuhr  ist  von  137  605,9  dz  im  Werte  von
1  727523  8  im  Jahre  1905  auf  106  141,97  drz
zum  Werte  von  1  343  699  §  im  Jahre  1906
gefallen.  Die.  Haupteinfuhrländer  sind  wie  in
früheren  Jahren  Holländisch-Borneo,  Sarawak,
Sumatra  und  der  Niederländische  Archipel.  Von
der  Gesamtausfuhr  von  111  670,24  dz  im  Werte
von  1  243  002  8  gingen  96  029,77  dz  im  Werte
von  1  067  032  8  nach  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.  An  der  Spitze  der  europäischen
Einfuhrländer  steht  Deutschland  mit  5618,45  dr;
dann  folgen  Frankreich  und  England  mit  etwa
je  3570,53  dz  und  Holland  mit  1345,23  dz.

Das  Geschäft  in  Guttapercha  war  im  vergangenen
  Jahre  still.  Die  Nachfrage  seitens
bestimmter  technischer  Betriebe,  namentlich  der
Kabelwerke,  ist  dabei  mit  ausschlaggebend.  Für
die  besseren  Sorten  waren  nur  kleinere  Orders
von  einer  deutschen  und  englischen  Kabelfabrik
am  Markte.  Die  Kabelfabriken  sollen  zuletzt
mitunter  durch  besonders  hierher  entsandte  Fachleute
  den  Einkauf  bei  den  Chinesen  direkt  besorgt
  und  so  bessere  Preise  erzielt  haben.

 

Die  Märkte  in  Europa  sind  seit  vorigem
Jahre  mit  Ware  reichlich  versehen  und  nicht
mehr  aufnahmefähig.  Man  kann  zur  Zeit  in
London  und  auch  in  Hamburg  billiger  kaufen
als  in  Singapore.

Der  auffallende  Unterschied  zwischen  den  zuletzt
  importierten  Mengen  (15  344,04  dz)  und
der  Ausfuhr  (27  493,14  d)  ist  wohl  hauptsächlich
  aus  den  oben  geschilderten  ungenauen  Deklarationen
  der  chinesischen  Händler  zu  erklären.

Die  Preise  sind  zur  Zeit  gegen  das  Vorjahr
kaum  verändert.  Es  notieren:

Fine  red  325  bis  500  23  pro  Pikul
I.  Duality  minecc  1900  30)
Medium  100  20  „
lodber  25.  80  -

Wie  ersichtlich,  bewegen  sich  die  Preise  für
die  verschiedenen  Sorten  in  großen  Abständen.
Reine  Guttapercha  kommt  nicht  auf  den  Markt;
die  verschiedenen  Sorten  werden  von  den  Chinesen
häufig  auch  zusammengemischt.  Dies  erklärt  mit
die  Preisabstände.  Jelotong,  d.  i.  Guttapercha
von  einer  Abart  des  Guttabaumes,  der  sich  dem
Kautschukbaum  nähert,  sowie  die  low  reboiled-Sorten
  kommen  als  minderwertige  Guttapercha
auf  den  Markt.  Sie  werden  zur  Horstellung
billigen  Kautschuks  und  zur  Fabrikation  billiger
Artikel  verwandt.

II.  Kautschuk.

Die  amtliche  Statistik  unterscheidet  Borneo-,
India-(Rambong-)  und  Paragummi.  Die  beiden
ersten  sind  wild  wachsende  Arten,  die  hauptsächlich
  in  Borneo  und  Sumatra  vorkommen,  während
Para=  und  auch  Indiagummi  (Rambong)  in  den
Malayenstaaten  und  Sumatra  auf  Pflanzungen
gezogen  wird.

1.  Borneogummi.

Die  Einfuhr  von  Borneogummi  ist  mit
19  123,63  dza  im  Werte  von  3294  533  §  im
Jahre  1906  um  mehr  als  779,33  dz  gegen  das
Vorjahr  gestiegen,  dagegen  dem  Werte  nach  um
etwa  155  357  8  gefallen.

Aus  Holländisch-  Borneo  kamen:

im  Werte  von

1  413  804  8  (aus  Sumatra)
6304,76  992  538  -  Sarawak)
2773,52  523  320  .

Die  Einfuhr  aus  den  Malayenstaaten,  Britisch-=Nordborneo,
  dem  Niederländischen  Archipel,  Siam,
Labuan  und  den  Sulu-Juseln  war  im  Verhältnis
  zu  den  Hauptimportländern  klein.

Die  Ausfuhr  hat  entsprechend  der  Einfuhr
auch  zugenommen.  Die  Ziffern  sind:

1906:  22  366,07  dz  im  Werte  von  3  686  727  85
1905:  21  125,00  -  3601029-8063,69

  d2
        <pb n="1276" />
        W  1159  20

Amerika  ist  wie  im  Vorjahre  führend  mit
8507,14  4z  zum  Werte  von  1  284  018  8
(  436,56)  dann  folgen:

im  Werte  von
4z  Dollar  d:

Deutschland  mit  4438,09  804  592  ((  2255,69)

England  4070,  83  802  366  (K  832,43)
Frankreich  .  2695,24  471  465  (  2046,  16)
Japan.  1416,07  300  246  -  35,33)

Der  Rest  ging  nach  Österreich,  Belgien  und
Australien.

Die  Preise  waren  hoch  bei  guter  Nachfrage.
Auch  heute  hält  die  gute  Konjunktur  an.  Es
werden  für

Ia  120  bis  128  5  pro  Pitul
IIa  ..  94  -986-IIIa
  72  78  OD
gezahlt.

2.  India-Gummi  (wild).
Die  Einfuhr  ist  um  302,65  dz  auf  2895,45  d2
im  Werte  von  567  136  3  im  Jahre  190é6  gestiegen.
  Singapore  ist  zu  etwa  zwei  Dritteln,
Penang  zu  einem  Drittel  beteiligt.
Die  Hauptimportländer  waren:
zum  Werte  von

Dollar
Sumatra  mit  1246,64  dz  232  675
Holländisch-Borneo  1079,65  =  202  803
Britisch-Nordbornen  143,45  28  787
Labuan  .  .  124,44-  24  130
Siam  110,32  36  325

Der  Rest  kam  aus  den  Malayenstaaten,  Sarawak
  und  Hongkong.

In  der  Ausfuhr  ist  sowohl  in  den  Quantitäten
wie  in  den  Werten  ein  Ausfall  zu  verzeichnen.
Die  Zahlen  sind
für  1905:  5897,2  dz  zum  Werte  von  1  441  190  S

1906:  4881,0  -  -  -  080  333=Nahezu

  ¾  wurde  von  Penang  aus  verschiftt.

Es  wurden  verladen  nach:

zum  Werte  von  Dollar
England  3958,41  dz  811  307  (—  1571,09  d2)
Deutschland  511,84  =  144  593  (  433,84  )
Japan  150,00  42  381  (F  68,50)

Der  Rest  ging  nach  Ceylon,  Frankreich,  Belgien,
Holland  und  Amerika.

Die  Marktlage  war  das  ganze  Jahr  über
günstig.  Anfang  dieses  Jahres  setzte  ein  Preisrückgang
  ein,  der  heute  als  überwunden  gilt.
Für  erste  und  zweite  Qualität  werden  bis  210
und  120  38  pro  Pikul  gezahlt.

3.  Rambonggummi  (Plantagen-India-Rubber).


Wie  schon  erwähnt,  ist  Rambonggummi  kultivierter
  Indiagnmmi.  Er  wird  in  ganz  geringen

 

Quantitäten  in  den  Vereinigten  Malayenstaaten,
mehr  jedoch  in  Sumatra  gezogen.  Die  ganze
Einfuhr  in  Singapore  betrug  1906  etwa  35,42  drz
im  Werte  von  10  142  #3.  Es  wurden  davon
15,48  dz  im  Werte  von  2660  3  nach  atchinesischen
  Häfen  ausgeführt.

Das  Geschäft  hat  überwiegend  lokalen  Charakter
  und  kommt  für  den  europäischen  Markt
nicht  soviel  in  Betracht  wie  beim  Paragummi.
Die  Preise  waren  1906:  240  8  pro  Pikul;  zur
Zeit  stehen  sie  auf  225  S

4.  Paragummi.
Ein=  und  Ausfuhr  ist  gegen  1905  um  das

Vierfache  gestiegen.  Es  wurden  ungefähr
4059,93  dz  im  Werte  von  2  034  750  3  eingeführt.
  Davon  entfallen  auf:

dzum  Werte  von

*  Dollar  da-Selangor
  2624,47  1358  884  (4  1981,87)
Regti  Sembilan  578,26  271  590  (+  578,26)
Perak  488,05  226  034  (+J  324,45)
Johore  221,16  108  371  (+  130,  16)
Malakka  84,04  43  061  (+J+  84,04)
Sumatra  59,47  24  720  (I  59,47)
Penang  3,39  1  290  (I=  3,39)
Ceylon.  1,19  800  (4  1,19)

Die  Ausfuhr  belief  sich  auf  ungefähr

4286,30  dz  im  Werte  von  2146  123  8
Davon  gingen  nach:
zum  Werte  von

dz  ollar  dz
England  3367,17  1  671  947  (+—.2499,57)
Ceylon  354,93  184714  (J  304,  23)
Belgien  266,12  136  585  (+—  257,72)
Amerika  60,85  30  729  (#F  3,  8,25)
Dänemark  49,77  23  704  (#I  26,87)
Australien  44,15  21  806  (W  11,95)
Frankreich  27,65  13  001  (S  26,25)
Japan  15,78  7  947  (J—  10,28)
Deutschland.  9,84  5  937  (+  3,94)
Holland  7,14  §  3  000  (  7,14)

Der  Marktpreis  für  Paragummi  zeigte  im
Jahre  1906  im  Verhältnis  zu  dem  vorhergegangenen
  Jahre  eine  erhebliche  Abnahme.
1905  erreichten  die  Preise  infolge  Knappheit  der
Vorräte  und  Ausdehnung  der  Gummiüindustrie
den  höchsten  Stand  von  6  sh  10  d  pro  engl.
Pfund  in  London.  Das  entspricht  einem  hiesigen
Preise  von  350  3  pro  Pikul.  Zur  gleichen  Zeit
stand  brasilianischer  Paragummi  in  London  5  sh
9¼  d.  Im  März  1906  begann  die  Rückwärtsbewegung,
  die  sich  bis  Dezember  fortsetzte,  als
die  Preise  5  sh  5½  d  notierten.  Die  Baisse
hielt  Anfang  d.  J.  noch  an.  Die  Preise  fielen
bis  4  sh  8  d.  Dann  trat  eine  langsame  Besserung
  ein.  Hente  stehen  die  Preise  5  sh  2  d.
        <pb n="1277" />
        G  1160  20

Nimmt  man,  dem  Urteile  von  Sachverständigen
folgend,  den  Weltverbrauch  an  Paragummi  für
1906  zu  ungefähr  80  000  t  an,  so  lieferten  die
Malayenstaaten  den  200.  Teil  davon.  Man  hat
ausgerechnet,  daß  die  Malayenstaaten  im  Jahre
1912:  5475  t  Paragummi  produzieren  können.
Das  würde  bei  einem  jährlich  um  10  v.  H.
steigenden  Weltverbrauch  4  v.  H.  des  ganzen
Bedarfs  ausmachen.  Es  fragt  sich,  ob  die  Preise
sich  halten.  Rationell  angelegte,  nicht  überkapitalisierte
  Unternehmen  können  bei  einem
Preis  von  2  sh  6  d  pro  engl.  Pfund  Dividenden
von  5  bis  6  v.  H.,  aber  auch  sehr  viel  mehr
geben.  Die  Herstellungskosten  schätzt  man  heute
auf  1  sb.

(Bericht  des  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  Singapore
vom  30.  Angust  1907.)

Die  Straußenzucht  in  der  Kapkolonie.

Die  kapländische  Straußenzucht  hat  in  neuerer
Zeit  einen  bemerkenswerten  Aufschwung  erfahren.
Im  Jahre  1857  begann  man  damit,  junge
Strauße  in  der  Gefangenschaft  für  Zwecke  der
Federgewinnung  zu  züchten.  Die  neue  Zucht
machte  zunächst  nur  langsame  Fortschritte,  so  daß
die  Zahl  der  auf  Farmen  gehaltenen  Strauße
im  Jahre  1865  erst  80  betrug.  Sie  stieg  bis
zum  Jahre  1875  auf  21  751  Stück.  Eine  gewaltige
  Entwicklung  erfuhr  die  Straußenzucht  im
Jahre  1880,  wo  sie  bei  den  verschiedenartigsten
Klassen  der  Bevölkerung  als  reichlichen  Lohn  versprechender
  Erwerbszweig  in  Aufnahme  kam.  Im
Jahre  1897  wurden  im  ganzen  237  960  Strauße
gehalten,  nach  der  letzten  Zählung  waren
358  370  Stück  vorhanden,  deren  Einzelwert
zwischen  2  L  10  sh  und  500  K  vari#erte.  Die
größten  Straußenfarmen,  deren  durchschnittliche
Flächen  7000  Morgen  ausmachen,  liegen  im
Oudtshoorndistrikt;  ferner  gibt  es  im  Midlands-Distrikt
  Straußenzucht  betreibende  Farmen  mit
einem  Flächeninhalt  von  je  5000  bis  6000  Morgen
(im  Werte  von  4  bis  6  L  pro  Morgen).

Der  Wert  der  im  Jahresdurchschnitt  von
einem  Strauß  erzielten  Federn  schwankt  je  nach
dem  Wert  der  Tiere  zwischen  7,50  8  bis  130  8;
der  höchste  Jahresertrag,  der  bisher  von  einem
Vogel  nachweislich  erzielt  worden  ist,  betrug
150  S.  Am  wertvollsten  sind  die  Schwingen  und
Steuerfedern  des  ausgewachsenen  mänrlichen
Straußes.  Die  Art  der  Federn  weicht  in  den
verschiedenen  Distrikten  der  Kapkolonie  wesentlich
voneinander  ab.  Der  Oudtshoorndistrikt  liefert
eine  Feder  von  ungewöhnlicher  Länge  (über
29½  engl.  Zoll),  die  jedoch  die  Dichtigkeit  und
Reichhaltigkeit  des  Halms,  der  bei  den  kleinen

 

Federn  aus  dem  Middleburger  und  Bedforder
Distrikt  hervortritt,  vermissen  läßt.

Die  Federn  der  wilden  Strauße  sind  fettig
und  schmutzig  und  haben  einen  langen  Kiel.  Die
Bestrebungen  der  südafrikanischen  Züchter  gehen
darauf  hinaus,  durch  zweckentsprechende  Zuchtwahl
  die  Größe  des  Kieles  zu  vermindern  und
die  Fülle  des  Halms  zu  vergrößern.  Für  diesen
Zweck  tut  das  Zuchtbuch,  das  sogenannte  Ostrich
Stud  Book,  gute  Dienste.  Einen  großen  Fehler
bilden  bei  Straußenfedern  Streifen  (bars),  die
bei  den  wilden  Tieren  nicht  gefunden  werden
und  nach  Ansicht  des  amtlichen  Sachverständigen
mehr  auf  unzweckmäßige  Kreuzung  als  aufs  Beschädigungen
  durch  Milben  oder  Straußenfliegen
zurückzuführen  sind.  Man  sucht  neuerdings  dem
Vorkommen  solcher  Mängel  durch  eine  gute  Ernährungsweise
  abzuhelfen.

Die  Kapregierung  hat  in  richtiger  Erkenntnis
des  Wertes,  der  in  der  Straußenfederindustrie
liegt,  die  Straußenzucht  durch  eine  besondere  Gesetzgebung
  geschützt.  Die  verschiedenen  Sorten
werden  registriert  und  das  Töten  von  gefangen
gehaltenen  Straußen  ist  nur  ihrem  Besitzer  gestattet.
  Die  Federhändler  müssen  einen  Jahreserlaubnisschein
  zum  Preise  von  5  LK  lösen  und
haben  über  ihren  Handel  besonders  Buch  zu
führen.  Das  Fangen  oder  Töten  von  wilden
Straußen  oder  das  Wegnehmen  von  Eiern  ist
auf  Kronländereien  nur  auf  Erlanbnisschein  und
auf  Privatländereien  nur  mit  Genehmigung  des
Besitzers  gestattet.  Auch  kann  der  Gouverneur
eine  Schonzeit  für  wilde  Strauße  anordnen.
Vor  kurzem  hat  das  kapländische  Parlament  ein
Gesetz  angenommen,  nach  dem  die  Ausfuhr  von
Straußen  und  Straußeneiern  aus  der  Kapkolonie
verboten  wird.  Dem  Diebstahl  von  Straußenfedern
  soll  zudem  noch  durch  neue  gesetzliche
Maßnahmen,  die  auf  die  Registrierung  von
Straußen  und  Federn  Bezug  haben,  vorgebeugt
werden.

Die  Ausfuhr  von  Stranußenfedern  belief  sich
im  Jahre  1882  auf  253  954  lbs  im  Werte  von
5  323  897  8;  im  Jahre  1905  umfaßte  sie  dagegen
  471  027  lbs  im  Werte  von  5  136  998  8,
was  der  Menge  nach  eine  Zunahme  um
217  073  lbs,  aber  dem  Werte  nach  eine  Abnahme
  um  1386  899  3  bedeutet.  Die  Wertminderung
  ist  darauf  zurückzuführen,  daß  jetzt
eine  große  Menge  geringwertiger  Federn  an  den
Markt  kommt.  Von  letzteren  gehen  große  Posten
nach  Deutschland,  wo  sie  zur  Herstellung  von
Boas  und  in  der  Spielwarenfabrikation  Verwendung
  finden.  Im  Jahre  1906  sind
547  697  lbs  Straußenfedern  ausgeführt  worden,
die  einen  Wert  von  6  842  878  3  darstellten.
Hiervon  entfiel  auf  den  Versand  über  Port  Eliza-
        <pb n="1278" />
        G  1161  20

beth  ein  Wert  von  3  407  533  8,  woran  die  Vereinigten
  Staaten  von  Amerika  mit  825  931  8s
beteiligt  waren;  im  laufenden  Jahre  dürfte  der
Export  nach  Amerika  noch  größer  werden,  da  in
der  ersten  Jahreshälfte  bereits  für  732  760  Ss
dorthin  verfrachtet  wurden.

(Nach  Duilr  Consulur  and  Trade  Reports.)

Handel  der  Regentschaft  Tunis  1906.

Die  gesamte  Handelsbewegung  der  Regentschaft
  Tunis  im  Jahre  1906  wird  von  der  amtlichen
  Statistik  auf  169  944  577  Fres.  geschätzt,
auf  rund  20  Millionen  mehr  als  im  Vorjahre.

Die  Einfuhr  betrug  89  349  456  Frecs.,  etwa
1½  Millionen  weniger  als  im  Vorjahre,  die
Ausfuhr  830  595  121  Frcs.  oder  22  Millionen
mehr  als  im  Vorjahre,  wovon  11½  Millionen
auf  die  Produkte  der  Landwirtschaft  und  6  Millionen
  auf  diejenigen  des  Bergbaues  entfallen.

Eine  Ausfuhrziffer  von  80  Millionen  Fros.
war  bisher  noch  in  keinem  Jahre  erreicht.  Das
ist  ein  Fortschritt  in  der  ökonomischen  Entwicklung
des  Landes,  welcher  darauf  hindeutet,  daß  das
Schwergewicht  derselben,  welches  bisher  in  der
Landwirtschaft  gelegen  hatte,  sich  allmählich  zugunsten
  des  Bergbaues  verschiebt.  In  dem  Bergbau,
  in  welchem  noch  ein  weites  Gebiet  der
Tätigkeit  offensteht,  hat  die  Kolonisation  jetzt  bis
au  einem  gewissen  Grade  ein  Feld  des  Ausgleichs
für  schlechte  Jahrgänge  gefunden,  da  die  Produktivität
  des  Bergbaus  nicht  wie  diejenige  der
Landwirtschaft  von  Klima,  Wind  und  Wetter  abhängig
  ist.

Im  Gegensatz  zur  Ausfuhr  ist  die  Einfuhr
in  der  Regentschaft  im  Jahre  1906  um  1½  Millionen
  Frcs.  gegen  das  Vorjahr  zurückgeblieben.
Im  Jahre  1905  war  infolge  der  schlechten  Ernte
eine  außergewöhnlich  große  Menge  von  Getreide
und  Mehl  eingeführt  worden,  für  21  Millionen
Frcs.,  also  um  mehr  als  ein  Fünftel  der  gesamten
f5l  auf  90  Millionen  geschätzten  Einfuhr.  Nachdem
aber  das  Jahr  190é6  eine  bessere  Ernte  gebracht
hatte,  war  die  natürliche  Folge,  daß  das  Ausland
  in  einem  geringeren  Grade  zum  Ersatz  der
fehlenden  Nährstoffe  herangezogen  wurde;  die
Einfuhr  an  Mehl  und  Getreide  ist  daher  im
Jahre  1906  auf  eine  Wertziffer  von  15  Millionen
Frcs.  zurückgegangen.  Hieraus  ergibt  sich,  daß
der  Rückgang  der  Einfuhr  nicht  eine  Verminderung
der  Kaufkraft  des  Landes  bedeutet.  Die  übrigen
Einfuhrkategorien  haben  sich  zumeist  auf  der  Höhe
des  Vorjahres  gehalten,  einzelne  weisen  sogar
eine  Zunahme  auf,  wie  Metalle  und  Metallarbeiten
  (2  400  000  Frcs.),  Gewebe  (1  500  000
Frcs.),  Erzeugnisse  der  Viehzucht  (500  000  Fres.).
Die  stetig  fortschreitende  Entwicklung  des  Landes

 

bringt  es  mit  sich,  daß  man  im  Landbau  immer
mehr  von  der  Handarbeit  zum  maschinellen  Betriebe
  übergeht;  die  Zunahme  der  Verkehrsmittel
erfordert  stets  neues  Material.  Daher  die  größere
Zahl  eingeführter  landwirtschaftlicher  Maschinen,
Eisenbahnschienen  und  sonstigen  Eisenbahnmaterials.
Ein  anderer  Teil  der  vermehrten  Einfuhr  kommt
auf  diejenigen  Erzeugnisse  der  Viehzucht,  welche
Nahrungszwecken  dienen,  wie  gesalzenes  Fleisch,
Wurstwaren  und  Fleischkonserven  aller  Art.  Die
Einfuhr  derselben  hat  von  36  000  Fres.  im
Jahre  1904  auf  148  000  Fres.  im  Jahre  1906,
also  um  mehr  als  das  Vierfache  zugenommen.
Auch  Butter  und  Käse  weisen  höhere  Ziffern  auf.
Die  eingeführten  Gewebe  dienen  in  der  Hauptsache
  den  Bedürfnissen  der  Eingeborenen;  sie  gehören
  zu  denjenigen  Artikeln,  welche  am  meisten
von  dem  Ausfall  der  Ernte  abhängig  sind,  da
die  Nachfrage  der  Eingeborenen  durch  ihre  Kaufkraft
  bedingt  ist.  Der  Import  von  diesen  Artikeln
  war  im  Vorjahre  zurückgegangen,  hat  aber
im  Jahre  1906  seine  frühere  Höhe  wieder  erreicht
(etwa  13  Millionen  Frcs.).

Den  Anteil  der  hauptsächlichsten  Länder  am
Handel  mit  der  Regentschaft  Tunis  und  den
Außenhandel  der  Regentschaft  nach  den  hauptsächlichsten
  Warengattungen  im  Jahre  1906  veranschaulichen
  folgende  Tabellen:

1.  Anteil  der  hauptsächlichsten  Länder  am

Handel  mit  der  Regentschaft  Tunis  im
Jahre  1906.
Länder  Einfuhr  Ausfuhr
Werte  in  Frcs.

Frankreich  52  916  119  41.200  202
Algerien.  5768  919  5  117  723
Großbritannien  8  842  560  9294  152
Italien  4  896  017  14  853  105
Belgien.  1  549  106  2  191  254
Rußland  1  757  747  75  283
Deutschland.  1  613  477  1  638  665
Tripolitanien  .  1  246  934  687  563
Osterreich-Ungarn.  1  255  024  183  725
Vereinigte  Staaten  von

Amerika  3  012  658  66  587
Türkei  1  094  705  (62  581
Schweiz.  753  908  4238
Niederlande  226  715  686  588

2.  Außenhandel  der  Regentschaft  Tunis
nach  den  hauptsächlichsten  Warengattungen
im  Jahre  1906.

Gegenstand  Einfuhr  Ausfuhr
Werte  in  Frcs.
Lebende  Tiere  1  177  806  2  948  568
Tierische  Erzeugnisse  u.
Absällel  3  142  407  5  679  257
        <pb n="1279" />
        G  1162  20

Gegenstand  Einfuhr  Ausfuhr
Werte  in  Frcs.
Fische  389  744  1542  748
Gegenstände  f.  die  Heilkunde
  u.  Parfümerien  28  371  2  159  353

Mehlhaltige  Nahrungsmittel.

  15.577  183  18°771  011
Früchte,  Olsaten  und

Sämereien  .  1  308  003  1  475  313
Kolonialwaren.  5  651  893  100  903

Ole  und  andere  vegeta- 



bilische  Säfte  340  652  7  721  772
Arzneistoffe  96  814  107574

olz.  2  755  206  713252
Faserstoffe  u.  uln

schnitzstoffe  159  106  3  075  361
Farb=  und  Gerbstoffe  158  612  1  475  603
Verschiedene  Erzengnisse

  und  Absalle  590  866  449  676
Getränke  1  940  812  574  981
Steine,  Erden  u.  mine-  4

ralische  Brennstoffe  5  288  485  18  862  626
Metalll  5  067  438  5  764  741
Chemische  Erzeugnifs  744  636  170  525
Verschied.  Mischungen

und  Zusammensetzungen.

  1  376  662  335  941
Ton-,  Glas=  u.  T

waren  1  107  124  98  012
Garne  1  627  229  82  820
Gewebe  13  365  971  2  173  059
Papierwaren  993  736  22  119
Häute  und  Felle  1  909  582  54  094
Metallwaren  .12  371  112  371  108
Waffen,  Pulver  und

Munition  568  467  2  655
Möbel  u.  Holzarbeiten  773  358  314  913
Korb=  und  Flechtwaren  245  677  545  995
Zusammen  einschl.  anderer

  Artikel  89  349  456  80  595  121

Nach  der  amtlichen  Statistik  hat  Frankreich
im  Jahre  190é6  in  die  Regentschaft  für  52916119
Frcs.  eingeführt  und  aus  derselben  für  41200202
Frcs.  ausgeführt.  Dazu  kommt  noch  Algerien,
das  in  der  Statistik  besonders  aufgeführt  wird,
mit  5  768  919  Fres.  in  der  Einfuhr  und
5  117  723  Frcs.  in  der  Ausfuhr.  Die  Einfuhr
aus  Frankreich  beträgt  59  v.  H.  der  gesamten
Einfuhr;  man  muß  bis  zum  Jahre  1900  zurückgreifen,
  um  ein  ähnliches  Ergebnis  wiederzufinden.
Ein  weiter  Abstand  besteht  zwischen  Frankreich
und  dem  im  Handelsverkehr  nächstfolgenden  Lande
Großbritannien.  Das  letztere  hat  im  Jahre  1906
für  8  842  560  Fres.  eingeführt  und  für  9  294  152
Frcs.  ausgeführt.
Deutschland  hat  im  Jahre  1906  nach  Tunesien

 

für  1  643  477  Frcs.  eingeführt  und  aus  Tunesien
für  1  638  665  Frcs.  ausgeführt.

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Einfuhr  aus
Deutschland  waren  (Wert  in  Fres.):

Maschinen  und  Apparate  486  694  —  Metallarbeiten
  175  271.—  Baumwollgewebe  127  251
—  Gold=  und  Silberarbeiten  90  564  —  Felle
und  Kürschnerwaren  75  429  —  Töpfer=  und
Glaswaren  63  822  —  Tinkturen  45  430  —  Nippsachen
  40  827  —  Uhren  und  sogenannte  Pforzheimer
  Waren  32775  —  Wagenbauartikel  32  581
—  Gegenstände  verschiedener  Komposition  26  437
—  Papier  und  Papierwaren  23  618  —  Tabak
in  Blättern  und  bearbeitet  21  980  —  Pianos,
Orgeln  und  Harmoniums  15  087  —  Möbel  und
andere  Holzwaren  13310  —  Spielwaren  und
ähnliches  9514  —  Metalle  8257  —  Chemische
Produkte  8090  —  Farbstoffe  5493  —  Wäsche
und  Kleider  5435.

Dazu  kommt  noch  eine  Reihe  verschiedener
Artikel,  welche  mit  der  Post  eingeführt,  aber  in
der  Statistik  nicht  nach  Gattungen  ausgeschieden
sind;  ihr  Gesamtwert  ist  mit  302  207  Fres.  angegeben.


Ein  Vergleich  mit  dem  Vorjahre  zeigt,  daß
sowohl  Ein=  wie  Ausfuhr,  wenn  auch  nur  um
ein  geringes,  wieder  zugenommen  haben;  einzelne
Artikel  weisen  sogar  eine  erhebliche  Zunahme  auf,
wie  Maschinen  (um  200  000  Fres.  mehr),  Goldund
  Silberarbeiten  (40  000  Fres.).  Andere  Artikel,
  wie  z.  B.  Baumwollenwaren,  Maschinen,
Eisen=  und  Glaswaren  usw.  könnten  ihr  Absatzgebiet
  in  der  Regentschaft  noch  erweitern.

Ein  Artikel,  der  hier  besonders  zu  neunen  ist,
sind  die  Baumwollstoffe;  unter  den  Erzeugnissen
der  Textilindustrie,  welche  in  die  Regentschaft
eingeführt  werden,  nehmen  sie  mit  einer  Einfuhrziffer
  von  6  Millionen  Frcs.  den  ersten  Rang
ein.  Aber  obgleich  die  französischen  Artikel  dieser
Kategorie  zollfrei  eingehen,  während  alle  aus
anderen  Ländern  kommenden  mit  Zoll  belastet
sind,  haben  nicht  nur  England,  das  in  diesem
Artikel  besonders  leistungsfähig  ist,  sondern  auch
andere  Länder,  wie  Italien  und  Belgien,  sich
einen  hervorragenden  Platz  in  Tunis  ervbert.
England  hat  im  Jahre  1906  für  mehr  als
4½  Millionen  Frecs.  eingeführt,  Italien  für  mehr
als  400  000  Frcs.,  Belgien  für  etwa  200  000
Fres.,  Deutschland  dagegen  nur  für  1200000  Fres.

Die  Ausfuhr  aus  der  Regentschaft  nach  Deutschland
  wird  von  der  amtlichen  Statistik  für  das
Jahr  1906  auf  einen  Wert  von  1  638  665  Frs.
angegeben,  um  etwa  150  000  Frcs.  mehr  als  im
Vorjahre.  Wie  damals,  so  haben  auch  im  Jahre
1906  die  Erzengnisse  des  Bergbaus  den  weitaus
größten  Teil  der  Ausfuhr  gebildet,  während  diejenigen
  der  Landwirtschaft  überhaupt  keinen  An-
        <pb n="1280" />
        G  1163  20

teil  daran  gehabt  haben.  In  erster  Linie  ist
wieder  der  phosphorsaure  Kalk  zu  neunen,  von
dem  für  1  161  800  Frcs.  nach  Deutschland  ging;
dann  kam  Zink  für  155  683  Fres.  und  Bleierz
für  88  776  Frcs.  Die  Verschiffung  geschieht  auf
deutschen  Dampfern,  die  meist  in  Sfax,  in  neuerer
Zeit  aber  auch  in  Tunis  laden.

Dagegen  hat  die  Ausfuhr  von  Häuten,  rohen,
frischen  oder  gesalzenen,  soweit  Deutschland  in
Betracht  kommt,  erheblich  abgenommen;  im  Berichtsjahre
  waren  es  für  155  683  Frcs.  gegen
331  000  Frcs.  im  Vorjahre.

Von  anderen  Waren,  die  nach  Deutschland
gingen,  sind  noch  zu  nennen  (Wert  in  Froes.):

Wachs  (rohes)  49  215  Schwämme  (gewaschene)
  24  204  —  Anzneistoffe  13  872
Metallwaren  11  280  —  Arabische  Möbel  10  000
—  Wollene  Gewebe  6610  —.  Seidene  Gewebe
1380.

(Nach  einem  Bericht  ders  Kais.  Konsulats  in  Tunis.)

Das  Eisenbahnnetz  der  Begentschaft  Tunis  1906.

Der  jährlich  zunehmende  Bergbau  hat  auf
die  Entwicklung  des  Eisenbahnnetzes  in  der  Regentschaft
  Tunis  einen  günstigen  Einfluß  ausgeübt.
Namentlich  die  Schmalspurbahnen,  welche  speziell
den  Zwecken  der  Ausfuhr  von  Bergbauprodukten
dienen,  haben  im  Jahre  1906  bedeutende  Einnahmen
  erzielt.  Während  sich  dieselben  im  Jahre
1905  auf  1½  Millionen  Fres.  beliefen,  steigerten
sie  sich  im  Jahre  1906  auf  nahezu  4½  Millionen
  Frocs.

Das  tunesische  Eisenbahnnetz  umfaßt  gegenwärtig
  1142  km  und  besteht  aus  folgenden  Linien:

 

km
7.  Sousse  —Kairona  58
8.  Sonsse—  Moknine  .  37
9.  Les  Salines  —  Kalaa-  Djerda  .  64
10.  Qued-Sarratt—-Kalaat-es-Senam  30
11.  Smindja—  Zaghouan  13
12.  Pont-de-Trajan  Böjaville  .14
13.  Soliman-  Menzel-bu-Zalfa..  .  8
14.  Bir-bu-Rekba—  Nabenl  17
15.  Sfax—Gassa.  205

(Nach  einem  Bericht  des  dais.  Konsulats  in  Tunis.

Außenhandel  des  Kongostaates  1906.

Der  Gesamthandel  des  Kongostaats  bewertete
  sich  im  Jahre  1906  auf  106  483  059,33
Franken.  Davon  entfielen  aufs  die  Einfuhr
76781358,86  und  auf  die  Ausfuhr  29701700,47

Franken.  Er  hat  gegen  das  Vorjahr  um
12  055  440,58  Fr.  oder  um  12,77  v.  H.  zugenommen.


Der  Spezialhandel,  der  für  die  Ausfuhr
lediglich  Erzeugnisse  des  Kongostaats  und  für  die
Einfuhr  die  zum  Verbrauch  in  seinem  Gebiete
bestimmten  Waren  umfaßt,  erreichte  einen  Wert
von  79  755  419,78  Fr.,  und  zwar  bewertete  sich
die  Ausfuhr  auf  58  277  830,70  und  die  Einfuhr
ausf  21  477  589,08  Fr.  Im  Vergleich  mit  dem
Vorjahre  zeigt  die  Ausfuhr  ein  Mehr  von
5  245  567,52  Fr.  oder  von  etwa  10  v.  H.,  die
Einfuhr  eine  Steigerung  um  1  402  227,12  Fr.
oder  um  7  v.  H.  Der  Spezialhandel  weist  also
eine  ziemlich  bedeutende  Zunahme  auf,  nicht
sowohl  in  der  Menge  als  in  der  Steigerung  des
Werts.  Dies  beruht  darauf,  daß  sich  die  Preise,
besonders  für  Kautschuk,  Elfenbein  und  Kopal,

1.  Tunis—Ghardimaon  (algerische  Grenze)  189  auf  den  enropäischen  Märkten  bedentend  gehoben
2.  Tunis—Sousse  150  haben,  so  daß  die  Wertziffern  im  ganzen  gestiegen
3.  Tunis—Kef  202  sind,  obgleich  Elfenbein  und  Kautschuk  in  gerin-4.
  Tunis  —Biserta  98  geren  Mengen  als  im  Vorjahre  ausgeführt  wurden.
5.  Tunis—La  Laverii  28  Die  Hauptausfuhrprodukte  waren  im  Jahre
6.  Tunis—  La  Goletta  -  Marsa  29  1906  nach  Menge  und  Wert:
Ausgeführte  Generalhandel  Spezialhandel
Erzengnisse  Franken  Franken

Erdnüsse  152  9  493  14  347  3  816

Kaffee  74  916  74  916  74  916  74  916

Kautschu  6  309  687  63  096  870  4  848  931  48  489  310

Weißer  Kopal.  868  928  1  086  160  868  735  1  085  918

Palmöl.  2  301  473  1  380  883  1  994  628  1  196  776

Elfenbein  314  019  7  850  475  178  207  4  455  175

Palmkerne  5  917  559  1775  267  4  895  .570  1  468  671

Kakao  402  429  563.400  402  429  563  400

Zinn.  5  362  214448  5  362  21  448

Kupfer  7912  1  186  7912  1  186

Rohes  Gold  274,672  851  483  274,672  8851  483

Reis  1  019  45  509  91  019  45  509
        <pb n="1281" />
        G  1164  20

Mehr  wurden  ausgeführt  im  Spezialhandel
an  Kopal  23  271  kg,  an  Palmöl  72  304  kg,
an  Kakao  207  791  kg,  an  Reis  57  890  kg,
weniger  an  Erdnüssen  32  337  kg,  an  Kaffsce
32  990  kg,  an  Kautschuk  12  836  kg,  an  Elfenbein
  32  119  kg,  an  Palmkernen  151  392  kg.

An  der  Steigerung  der  Einfuhr  im  Spezialhandel
  sind  hauptsächlich  folgende  Warengattungen
beteiligt:  Schiffsbauteile,  Kleidungsstücke  und
Wäsche,  Bier,  Baueisen,  Kurzwaren,  Wein,
Schienen  und  Briketts.  Auch  eine  Vermehrung
der  Alkoholeinfuhr  ist  zu  verzeichnen,  die  der  bevorstehenden
  Zollerhöhung  für  Spirituosen  zugeschrieben
  wird.

Die  Ausfuhr  im  Spezialhandel  richtete  sich
im  Jahre  1906  in  der  Hauptsache  nach  folgenden
Ländern:  Belgien  54  304  695,  portugiesische  Besitzungen
  an  der  Küste  1  959  100,  Großbritannien
841  784,  Niederlande  458  014,  britische  Besitzungen
  an  der  Ostküste  308  901,  Deutschland
150  609,  Agypten  147  675  Franken.

Die  Einfuhr  erfolgte  aus  folgenden  Hauptbezugsländern:
  Belgien  15  285  291,  Großbritaunien
  2740  721,  Frankreich  809  567,  Deutschland
800  712,  Niederlande  629  241,  portugiesische  Besitzungen
  an  der  Küste  405  287,  Dänemark
201  944  und  Portugal  169  193  Franken.

Daß  in  der  Statistik  des  Handels  mit  anderen
Staaten  Deutschland  so  geringe  Ziffern  aufweist,
ist  dem  Umstande  zuzuschreiben,  daß  die  ganze
über  Antwerpen  gehende  Ausfuhr  oder  Einfuhr
unter  Belgien  erscheint.

(Nach  dem  Bulletin  Officicl  de  Platat  Indépendant
du  Congo.)

Der  Bergbau  Neuseelands  im  Jahre  1906.

Auf  die  Erfolge  der  Bergbauindustrie  Neuseelands,
  die  anfängt,  eine  große  Bedeutung  zu
gewinnen,  kann  man  im  verflossenen  Jahre  mit
großer  Genugtnung  zurückblicken.  Der  Bruttoertrag
  aller  geförderten  Mineralien  ist  nahe  um
1¼4  Million  Pfund  Sterling  größer  als  im  Vorjahre.
  Die  Waihi-Goldmine  ist  jetzt  die  größte
in  ganz  Australasien,  während  die  Westport-Kohlenmine
  in  dritter  Reihe  steht.  Auf  nachstehender
Tabelle  sind  die  Quantitäten  der  verschiedenen
Mineralien  und  deren  Wert  aufgeführt.

 

#
Gesamtwert  der  Produktion  1906  3  871  811
-  -  -  1905  3  622  786
Mehrproduktion  1906  249  025

Der  Gesamtwert  der  bis  zum  31.  Dezember
1906  in  Neuseeland  geförderten  Mineralien  einschließlich
  Gold,  Silber,  Kohlen  und  auch  Kauriharz
  betrug  96  747  251  L.

Gold  wurde  im  Jahre  1906  exportiert  von:

02
Auckland.  295  417
Nelson  ..  2944
Westcoasa2sst  104  743
Otago  und  Sonthland  160  739
Zusammien  563  843
im  Werte  von  2  270  904  TE.
Der  Hauptsache  nach  werden  Gold  und
Silber  in  Quarzreefen  gefunden.
Die  verschiedenen  Gruben  haben  im  Jahre

1906  über  650  000  K  in  Dividenden  bezahlt,
wovon  die  Waihi  Co.  allein  347  000  K  ausgeschüttet
  hat.  Diese  Mine  hat  aus  328  866
Tonnen  Erz  781  553  L  Wert  Edelmetall  gewonnen
  und  hat  seit  Eröffnung  der  Grube  bis
Ende  1906  nahe  an  2¼  Millionen  &amp;amp;  in  Dividenden
  verteilt.  In  der  ganzen  Nordostecke
Neuseelands,  im  Karangahake  Goldfeld  sowie  an
der  Thames  wurden  Edelmetalle  im  Werte  von
nahe  300  000  L  gefördert.  Auch  an  der  Westküste
  Neuseelands  waren  die  Resultate  günstig,
und  es  sind  Edelmetalle  im  Werte  von  fast  nahe
150  000  C  gewonnen  worden.  An  der  Westküste,
  in  den  Provinzen  Nelson  und  Westland
sowie  auch  im  Süden,  in  Otago,  wird  in  den
Flüssen  noch  Gold  gewaschen  sowohl  mit  hydraulischen
  Maschinen,  wie  mit  der  einfachen  Schüssel;
die  Ergebnisse  sind  indessen  gering  und  die
Wäscher  verdienen  ihren  Lebensunterhalt  und
wenig  mehr.

In  Otago  und  Sonthland  werden  die  Flüsse
mit  Baggermaschinen  bearbeitet,  und  für  1906
schätzt  man  die  Resultate  auf  150  000  K.  Es
ist  jedoch  ein  Rückgang  zu  konstatieren;  die  Zahl
der  arbeitenden  Maschinen  hat  sich  um  10  v.  H.
vermindert.

1905  190
Produkt  Quantität  Wert  Quantität  Wert
i  #  02  C
Gold  520  485  2  093  936  563  843  2270  904
Silber  1  179  744  120  542  1  390  536  143  572
t  t
Kupfererz  .  4  17  —  —
Manganse  5  165  16  40
Gemischte  Mineralien  632  8  136  1  297  18241
        <pb n="1282" />
        G  1165  20

 

t  #  t  L

Kohlen,  exportiert  (inkl.  für  den
Schiffsverkehr)  .  .  122  817  107  062  141  641  122  614
Kohlen,  in  Neuseeland  verbraucht  1  462  939  731  469  1  587  895  793  948
Kamrihar  10  883  561  444  9  154  522  486
Koks  ....  15  15  5  6
Gesamtwert  3  622  786  3  871  811

Kohlen.  Die  Produktion  im  vergangenen  bushgum  in  den  Handel  kommt,  erzielte  in  den

Jahre  betrug  1  729  536  Tonnen,  war  also  größer
als  je  zuvor  und  stellte  sich  auf  143  780  Tonnen
  mehr  als  im  Jahre  1905.  Weitere  Gruben
werden  aufgeschlossen,  und  die  Westportkohle  gibt,
was  die  Qualität  aubelangt,  fortdauernd  gute
Resultate.

In  den  Kohlenbergwerken  Neuseelands  sind
an  4000  Mann  beschäftigt.  Interessant  ist  es,
zu  erwähnen,  daß  die  Regierung  drei  Gruben
besitzt  und  Kohlen  in  Wellington,  Christchurch  und
Wanganui  direkt  an  die  Konsumenten  verkauft;
der  Fiskus  hat  im  letzten  Jahre  einen  Gewinn
von  etwa  8500  K  erzielt.  Seit  einigen  Monaten
macht  die  Regierung  Versuche  mit  Briketts.  Die
Westportkohle  zerfällt  nämlich  sehr  leicht,  wenn
sie  der  Luft  ausgesetzt  ist,  und  dadurch  gingen
bis  jetzt  große  Quantitäten  verloren.

Kupfer.  Durch  die  hohen  Preise  ermutigt,
wurden  versuchsweise  verschiedene  Gruben  wieder
aufgenommen;  allein  bis  jetzt  hat  die  Angelegenheit
  keinen  weiteren  Fortschritt  gemacht,  doch  soll
sich  die  Förderung  dieses  Metalls  bei  höheren
Preisen  in  verschiedenen  Gruben  rentieren.

Eisen.  In  der  Gegend  von  Nelson  wurden
große  Lager  von  Haematit  entdeckt,  von  denen
man  sich  guten  Erfolg  verspricht.  Nach  dem
Hafen  wird  eine  schmalspurige  Eisenbahn  gebaut.

Mit  den  Millionen  Tonnen  von  schwarzem
Eisensand  an  der  Westküste  werden  immer  noch
Versuche  gemacht.

Petrolenm.  In  der  Gegend  von  New
Plymouth  wurde  viel  gebohrt  und  auch  Ol  in
kleinen  Quantitäten  gefunden.  Die  Qualität  ist
befriedigend,  aber  große  Lager  scheinen  nicht  angebohrt
  zu  sein.  Glaubwürdige  Geologen  sind
der  Ansicht,  daß  die  Gegend,  die  ganz  vulkanischen
  Ursprungs  ist,  kaum  größere  Becken  vermuten
  läßt.

Kauriharz  zählt  man,  obgleich  dasselbe
vegetabilischen  Ursprungs  ist,  in  Neuseeland  zu
den  Mineralien,  da  /0  das  fossile  Harz  alter
versunkener  Wälder  der  Kaurifichte  sind  und  in
verschiedenen  Lagen  in  der  Erde  vorkommt.  Es
wird  sogar  in  den  Steinkohlenbergwerken  hier  und
da  gefunden.  Dieses  Mineral  existiert  nur  in
der  Provinz  Auckland  auf  ungefähr  380  000  ha.
Kauriharz  von  lebenden  Bäumen  und  solches
neueren  Ursprungs,  welches  unter  dem  Namen

 

letzten  Jahren  gute  Preise,  obgleich  es  dem
kossilgum  für  gewisse  Zwecke  nicht  gleichkommt.
Seit  den  50er  Jahren  wurden,  seit  der  Artikel
bekannt  ist,  275000  Tonnen  im  Werte  von
13  500  000  K  gefördert  und  zur  Zeit  beschäftigt
diese  Industrie  etwa  5000  Gräber,  wovon  etwa
3000  Dalmatiner  sind.

Im  Jahre  1906  wurden  9154  Tonnen  im
Werte  von  522  486  K  exportiert.  Diese  Industrie
ist  daher  im  großen  ganzen  in  einer  gesunden
Lage,  und  man  sieht  der  weiteren  Entwicklung
hoffnungsvoll  entgegen.

(Bericht  des  Kais.  Konsulate  in  Auckland,  N.  S.)

fintell  Deutschlands  am  Einfuhrhandel  Neuseelands
im  Jahre  1906.

Einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Konfulats
  in  Auckland  (N.-S.)  werden  die  nachstehenden
  Angaben  über  den  Anteil  Deutschlands
am  Einfuhrhandel  Neuseelands  im  Jahre  1906
entnommen,  die  in  Klammern  beigefügten  Zahlen
gestatten  einen  Vergleich  mit  dem  Jahre  1905.

Die  Gesamteinfuhr  Neuseelands  im  Jahre  1906
stellte  einen  Wert  von  15  211  403  L  dar,  von
der  336  960  &amp;amp;  auf  die  Einfuhr  ans  Deutschland
entfielen.

Auf  die  Haupthäfen  verteilte  sich  die  Einfuhr
aus  Deutschland  in  den  Jahren  1904  bis  1906,
wie  folgt:

 

..  1906  1905  1904
Häfen  6
Auckland.  87  448  72784  79070
Wellington  117  988  85773  88  386
Christchurch  &amp;amp;

Lyttelton  60  822  46  908  40  001
Dunedin  .  .  47788  18137  70344
Invercargill  &amp;amp;

Bluff  .  8  189  6  687  9  641
Timarn  3  551  1751  4  365
Napier  1774  1  546  3  463
Nelson  1  598  2298  3  147
Wanganu:  4707  2255  2  848
New  Plymouth.  668  1  074  1  950
Poverty  Bay  793  1247  741
Port  Collis  592  2  108  2  321
Insgesamt
(einschl.  anderer)  336  960  277  467  308  804
        <pb n="1283" />
        W  1166  2□C

Die  hauptsächlichsten  Einfuhrartikel  Neuseelands
  aus  Deutschland  wiesen  im  Jahre  1906
(und  1905)  die  folgenden  Werte  in  L  auf:
Musikinstrumente  51  060  (47  358)  &amp;amp;,  davon
Pianos  2306  (2246)  K,  wissenschaftliche  Instrumente
  1911  (420)  K,  chirurgische  Instrumente
1571  (1009)  E,  Apothekerartikel  3744  (1896)  E,
Silber=  und  versilberte  Waren  1593  (1355)  E,
Bürstenwaren  und  Material  1841  (2131)  2&amp;amp;,
Spiel=  und  Galanteriewaren  29  743  (28  705)  E,
Zündhölzer  2879  (1076)  &amp;amp;,  Ol=  und  andere
Farben  1768  (627)X,  Glasflaschen  2457  (2152)  L,
elektrische  Maschinen  6908  (3339)  X,  Näh=  und
Strickmaschinen  5847  (3403)  X,  Essigsäure  1571
(1260)  ##,  Drogen,  Chemikalien  usw.  5831
(4400)  &amp;amp;,  Dungstoffe  17  489  (9488)  #,  Feuerwaffen
  1195  (1344)  L,  Tabakpfeisen  1070
(1761)  &amp;amp;,  Möbel  und  Zubehör  4766  (5483)  TL,
Fensterglas  2075  (580)  L,  Glaswaren  10  851
(11  191)  T,  Eisenwaren  10  330  (10  249)  E,
Eisen  und  Stahl  in  Stäben,  Bolzen  und  Band
3063  (3342)  #&amp;amp;#,  Zaundraht  9935  (8491)  E,
andere  Drähte  und  Gewebe  10  392  (658)  EP,
Lampen  und  Laternen  7960  (7941)  X,  Meotallgegenstände
  6019  (3460)  &amp;amp;,  Drahtstifte  4195
(8040)  X,  Papierwaren  10  907  (4196)  L,  Druckpapier
  2380  (3259)  T,  Packpapier  2745  (2483)  é,
Schreibpapier  1047  (225)  L,  Butterpapier  1442
(779)  L,  Tapeten  3492  (2336)  L,  Goldleisten
4799  (4979)  &amp;amp;,  Bilderrahmen  1590  (369)  L,
Baumaterial  2448  (2076)  L,  Handwerkszeug
und  kleine  Eisenwaren  4673  (2648)  C,  Zinkbleche
2919  (3341)  L,  Automobile,  Motorwagen  und
Materialien  1942  (507)  &amp;amp;,  Sämereien,  Klee,
Gras  usw.  9573  (7384)  L,  fertige  Kleidungsstücke
  4906  (3367)  L,  Schuhzeug  und  Material
1291  (2398)  &amp;amp;.,  Baumwollwaren  1609  (2109)  L,
Schnitt=  und  Kurzwaren  4253  (3622)  ,  Knöpfe
1335  (1249)  X.  Strumpfwaren  2707  (2125)  L,
Wollwaren  3769  (3101)  #L,  Zigarren  2091
(1737)  L,  Wein  1122  (826)  L,  Porzellanwaren
6930  (6208)  L,  Wanduhren  1715  (1846)  E,
Taschenuhren  und  Material  777  (606)  L,  Töpferwaren
  2399  (3281)  C.

Die  wirtschaftliche  Lage  und  der  Handel  Südaustrallens
  im  Jahre  1906.

Die  günstige  oder  ungünstige  wirtschaftliche
Lage  des  Staates  Südaustralien  wird  hauptsächlich
durch  die  Lage  des  Ackerbaus,  der  Viehzucht  und
des  Bergwesens  in  diesem  Staate  bedingt,  und
wenn  auch  von  Jahr  zu  Jahr  andere  Industriezweige
  hinzutreten,  so  bilden  doch  die  drei  genannten
  die  Hauptstützen  für  die  Entwicklung  des
Staates.

 

Das  Jahr  1906  war  in  dieser  Hinsicht  für
Südaustralien  ein  ungemein  günstiges,  die
Weizenernte  1905/1906  war  besser  als  alle
ihre  Vorgängerinnen;  es  wurden  über  20  Millionen
  Bushel  geerntet.  Die  beiden  vorhergehenden
Ernten  zeigten  ein  Resultat  von  13  Millionen  im
Jahre  1903/04  und  von  12  Millionen  Bushel
für  1904/05.  Dazu  kam  noch,  daß  sich  während
des  Jahres  1906  die  Aussichten  auf  die  kommende
Ernte  gut  gestalteten  und  der  Landwirt  sicher
auf  noch  ein  ferneres  erfolgreiches  Jahr  rechnen
konnte.  Diese  Annahme  hat  sich  seitdem  verwirklicht,
  da  in  der  Ernte  von  1906/07,  der
vorhergehenden  ungefähr  gleich,  wieder  nahe  an
20  Millionen  Bushel  Weizen  eingeerntet  wurden.
Diese  Erfolge  werden  in  erster  Linie  der  guten
Witterung,  dann  aber  auch  dem  sehr  stark  zunehmenden
  Gebrauch  von  schwefelsauren  Phosphaten
  als  Düngemittel  zugeschrieben.  Ein
Teil  derselben  wird  eingeführt,  der  größere  Teil
indes  im  Lande  fabriziert,  der  dazu  nötige
Schwefel,  um  Schwefelsäure  herzustellen,  wird
größtenteils  eingeführt,  ein  kleinerer  Teil  wird  in
den  australischen  Kupferminen  gewonnen.  Die
Phosphate  werden  von  Inseln  im  Stillen  Ozean
nach  Südaustralien  versandt.  Durch  diese  Erfolge
haben  sich  die  Ankäufe  von  Ländereien  zum  Ackerbau
  sehr  vermehrt,  und  die  Preise  in  Landwerten
sind  erheblich  gestiegen.

Von  der  Schafzucht  können  ähnliche  Erfolge
berichtet  werden.  Die  Verluste  während  der
Dürre  sind  nahezu  ersetzt.  Die  Witterung
der  letzten  Jahre  war  höchst  günstig  für  die
Vermehrung  der  Herden,  während  gutes  Futter
einen  guten  Wollwachstum  verursachte;  im  Jahre
1906  war  der  Verkauf  hier  und  die  Ausfuhr  von
Wolle  bedeutend  größer  als  im  vorhergehenden.
Die  erzielten  Preise  waren  auch  hoch,  und  der
Schafzüchter  muß  mit  seiner  Jahresarbeit  sehr
zufrieden  gewesen  sein.

Im  Minenwesen  brachten  die  sehr  hochstehenden
  Preise  aller  Metalle,  besonders  Kupfer
und  Blei,  ausgezeichnete  Erfolge,  und  nicht  allein
die  Minen  des  Staates  Südaustralien,  sondern
auch  die  an  dessen  Grenzen  liegenden  Silber-Bleiminen
  von  Broken  Hill  arbeiteten  in  vollem
Betrieb,  um  möglichst  günstige  Resultate  zu  erzielen.


Was  nun  die  Handelsverhältnisse  betrifft,  so
erreichte  die  Einfuhr  im  Jahre  1906  einen
Wert  von  9  702  264  4&amp;amp;  gegen  8  439  609  K  im
Vorjahre.  Es  muß  indes  darauf  hingewiesen
werden,  daß  diese  Zahlen  einen  Wert  von
2  200  000  einschließen,  die  Produktion  der
vorerwähnten  bedeutenden  Broken  Hill-Minen,
deren  Produkte  nur  zur  Durchfuhr  gelangten.
        <pb n="1284" />
        1167  20

Die  Einfuhr  aus  den  verschiedenen  Ländern
nach  Südaustralien  gestaltete  sich  wie  folgt:
Von  den  anderen  aunstralischen

Staaten  einschließlich  der  soeben

erwähnten  2  200  000  K  von

Broken  Hill  5  758  036  4.

Von  Großbritannien  2.513  376  .
Von  anderen  englischen  K  Kolonien  467  317.
Von  fremden  Ländern.  963  535  -—

Gegenüber  der  Einfuhr  des  Jahres  1905  ist
folgendes  zu  bemerken:  Von  den  Nachbarstaaten
und  anderen  englischen  Kolonien  ist  die  für  1906
um  648  445  K  größer,  die  aus  Großbritannien
um  480  017  &amp;amp;  und  die  von  fremden  Ländern  um
138  587  K  höher.

Von  den  fremden  Herkunftsländern  seien  für
die  beiden  Jahre  folgende  genannt:

 

1905  1906

Vereinigte  Staaten  von  -  #
Amerika  379  887  404  938
Deutschland  264  730  334  615
Belgien  .  56  951  71045
Norwegen  und  22  .  16525  32  807
Japan  24  478  25  420
Frankreich.  24926  24  143
Holland  28  092  13  328
Italien  4236  10  218
Klein-Asien  ..  4  054  4390
Chile  2  887  3  446
Chiina  2  408  2  104
Griechenland  .  1086  1900
Die  Einfuhr  aus  Deusschland  nach  Südaustralien
  war  1906  an  Wert  um  70  000  .

höher  als  im  Vorjahre.  Die  Güter,  welche  in
Südaustralien  von  Deutschland  eingeführt  werden,
bestehen  hauptsächlich  aus  folgenden  Artikeln:
Baumwollene  und  andere  Textilwaren,  Bier,
Blattgold,  Bürstenwaren,  Bilder  und  Bücher,
Brillen,  Draht  und  Drahtnetze,  Drogen  und
Chemikalien,  Druck=  und  Schreibpapier,  Essig,
Eisen=  und  Stahlwaren,  Elektrisches  Material,
Fahrräder,  Firnis,  Farben,  Fenster=  und  Spiegelglas,
  Glaswaren,  Gewürze,  Gold=  und  Silberwaren,
  Gummiwaren,  Hopfen,  Juwelen,  Kalziumkarbid,
  Käse,  Klaviere,  Kaffee,  Konditorwaren,
Korb=  und  Korkwaren,  Korken,  Lampen,  Leder,
Lederwaren,  Linoleum,  Maschinen,  Messerwaren,
Mineralwasser,  Medikamente,  Molkereimaschinen,
Möbel,  Musikinstrumente,  Nüsse,  Nägel  und
Schrauben,  Ole,  Porzellan=  und  Tomvaren,  Papierwaren,
  Photographische  Artikel,  Präserven,
Parfümerien,  Säuren  und  Alkalien,  Samen,
Schokolade,  Seife,  Salpeter,  Schwämme,  Spielwaren,
  Senf,  Spirituosen,  Stärke,  Steingut,
Stiefel  und  Schuhe,  Strumpfwaren,  Teer,  Tabakpfeisen,
  Tapeten,  Uhren,  Wachs,  Waffen  und

 

Munition,  Wein,  Wollene  Waren,  Werkzeuge,
Wissenschaftliche  Instrumente,  Zement,  Zigarren,
Zinkwaren,  Zündhölzer  und  Zwirn.

Die  Ausfuhr  Südaustraliens  wies  im  Jahre
1906  einen  Wert  von  11  933  171  L  gegen
9  453  295  L  im  Jahre  1905  auf.

Die  Ausfuhrwerte  verteilten  sich  auf  die
Hauptbestimmungsländer  in  etwa  folgender  Weise:
Großbritannien  .  3550985L
Englische  Kolonien  außer  Australien  1  224  320
Die  anderen  Staaten  des

Australischen  Bundes  5  662272
..  2

„#

Fremde  Länder  .  095644
Von  den  leßteren  seien  genannt:
Belgien  665  615.
Frankreich.  487  699.
Deutschland  ....  307874-Cl)ile.........
  148063-Holland
  141  037.
Java  104  326
Peri#  84  437.
Italien  33  837.5
Spanien  26  705.
Agypten  25  837.
Portugiesisch=  Ostafrika  .  20822-Vereinigte
  Staaten  von  Amerika  16  363
Schweden.  13  335.
Die  aus  Südanstralien  hauptsächlich  ausgeführten

  Artikel  (Produkte  dieses  Staates)  wiesen
solgende  Werte  auf:  Weizen  2  012  915  L,  Weizenmehl
  559  555  EC,  Kleie  52  716  E,  Gerste
26  795  #E,  Hafer  16  061  L,  Heu  und  päsctksel
165  420  L,  Schafwolle  1  561  564  E,  Schafund
  Viehfelle  411  830  L,  Talg  27  065  E,
Lebende  Tiere  —  Pferde  —  VWieh  und  Schafe
317  685  L,  Kupfer  und  AKupfererze  772  260  L,
Gold  52  384  K,  Salz  76  248  L,  Wein  99.247  4.
Bier  4429  L,  Rinde  ur  Gerberei  59  996  L,

Leder  33.521  EL,  Frisches  aane  leih
133  805  E,  Frische  Kaninchen  10  417  E,

Präserviertes  Fleisch  29  026  E,  Frische  Früchte
77  163  &amp;amp;,  Musfrüchte  24  394  L,  Getrocknete
Früchte  37  914  E,  Biskuit  1302  E,  Butter
103  171  L,  Eier  106  873  K.

Außerdem  wurden  von  hier  noch  versandt
die  Produkte  der  an  der  östlichen  Grenze  liegenden
  Minen  von  Broken  Hill.  Diese  bestanden
ungefähr  aus  4  Millionen  Unzen  Silber,  aus
55  500  Tonnen  Weichblei,  40  000  Tonnen  konzentrierten
  Silber-Bleierzen  und  85  000  Tonnen
konzentrierten  Zinkerzen.

(Nach  einem  Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Adelaide.)
        <pb n="1285" />
        G  1168  20

Vorübergehende  Jollfreihelt  für  Seitschriften
im  AKustralischen  Bund.

Zeitschriften  mit  Geschäftsanzeigen,  die  mehr
als  1/  des  innerhalb  des  äußeren  Umschlags  enthaltenen
  Druckes  ausmachen,  sollen  während  eines
Zeitraums  von  vier  Monaten  vom  17.  Oktober
d.  Is.  ab  zollfrei  zugelassen  werden;  nach  Ablauf
  dieser  Zeit  werden  sie  nach  Nr.  352c  des
neuen  Zolltarifs  mit  6  Pence  für  das  Pfund
verzollt.  (The  Boanrd  of  Trade  Journal.)

RKusfuhr-oll  auf  Rngoraziegen  in  Basutoland.

Laut  einer  in  der  =  Natal  Government  Gazette#
  vom  24.  September  d.  Is.  erlassenen  Bekanntmachung
  hat  der  High  Commissioner  durch
Proklamation  mit  Wirksamkeit  vom  1.  Oktober
1907  ab  auf  die  Ausfuhr  von  Angoraziegen
(Böcken  oder  Weibchen)  aus  Basutoland  einen
Zoll  von  100  Pfd.  Sterl.  für  das  Stück  gelegt.
Dieser  Zoll  wird  nicht  erhoben  bei  der  Ausfuhr
nach  Kolonien  und  Gebieten,  in  denen  ähuliche
gesetzliche  Bestimmungen  bestehen.

(The  Board  of  Trade  Journal.)

Durchfuhrzölle  der  Kapkolonie  für  den  Verkehr  nach
Deutsch-Südwestafrika.

Laut  Verordnung  des  Schatzamts  der  Kapkolonie
  vom  12.  Oktober  1907  wird  für  Wein
und  Spirituosen,  die  nach  Deutsch-Südwestafrika
weitergehen,  auf  die  Einfuhrzölle  ein  Nachlaß  gewährt,
  so  daß  als  Durchfuhrzoll  erhoben  wird  für:
Spirituosen,  nämlich:

Liköre,  Kordials  und  versetzte
Spirituosen,  mehr  als  3v.  H.
Alkohol  von  Normalstärke
enthaltend  Imperialgallon

Andere  trinkbare  Spirituosen,
die  mehr  als  3  v.  H.  Alkohol
  von  Normalstärke  enthalten
  Gallon

von  Normalstärke

Für  Spirituosen,  deren  Alkoholgehalt
  mehr  als  15  v.  H.
binter  der  Normalstärke  zurückbleibt,
  wird  kein  Zollnachlaß
  gewährt.

Weine  der  Tarifnummern
41—e  Innpperialgallon  1  Schill.  6  Pre.
Nach  den  am  gleichen  Tage  erlassenen  Ausführungsbestimmungen

  zu  der  vorstehenden  Verordnung
  müssen  alle  Waren,  für  die  ein  Zollnachlaß
  beansprucht  wird,  über  die  Zollämter  in

3  Schill.

3  Schill.  6  Pce.

 

Raman's  Drift  oder  Rietfontein  oder  andere,  von
Zeit  zu  Zeit  in  der  Government  Gazette  bekannt
zu  machende  Amter  geleitet  werden.

(The  Cape  of  Good  Hope  Government  Ciazettc.)

Handelsvertehr  zwischen  China  und  Indochina.

Der  Handelsverkehr  zwischen  China  und  Indochina
  über  die  Grenzplätze  Lungchow,  Mengtsze
und  Szemao  hat  nach  den  Veröffentlichungen  der
chinesischen  Scezollverwaltung  im  Jahre  1906
folgenden  Verlauf  genommen.

Lungchow.  Der  Gesamtumsatz  im  Jahre
1906  hat  gegenüber  dem  Vorjahre,  wo  er  230  452
Haikwan-Taels  betrug,  eine  weitere  Abnahme  um
44178H.-T.  erfahren  und  somit  nur  186274  H.-T.
betragen  gegenüber  395526  H.-T.  im  Jahre  1904.

Die  Einfuhr  hatte  einen  Wert  von  126921H.-T.
gegenüber  163  330  im  Jahre  1905  und  293  180
im  Jahre  1904.  Hauptartikel  waren:  Japanisches
Baumwollengarn,  weiße  und  gelbe  Bohnen,  Farbstoffe,
  Reis,  Holz.

Der  Wert  der  Ausfuhr  betrug  59  353  H.-T.
gegen  67  122  im  Jahre  1905  und  102  346  im
Jahre  1904.  Hauptartikel  waren:  Eisenpfannen
Kueichow-Opium,  Papier,  Erdunßöl.

Danach  ist  der  Handel  Lungchows  immer  noch
sehr  unbedentend,  der  Grenzhandel  nach  Tonking
binüber  ist  kaum  nennenswert.  Der  Platz  erhofft
immer  noch  die  Besserung  seines  Handels  durch
die  Verlängerung  der  Tonking-Eisenbahn  nach
Lungchow,  die  den  Ort  in  direkte  Eisenbahnverbindung
  mit  dem  Seehafen  Haiphong  bringen
soll.  Auf  der  anderen  Seite  hofft  man  jetzt,
nach  der  Eröffnung  von  Nanning,  mit  diesem  Ort
in  ständige  Verbindung  durch  flachgehende  Dampfer
kommen  zu  können  —  vorläufig  allerdings  ohne
Aussicht  auf  nahe  Verwirklichung.

Mengtsze.  Trotz  schlechter  Geschäftslage  für
die  in  Mengtsze  ansässigen  Firmen,  von  denen
eine  Anzahl  im  Herbst  1906  die  Türen  schließen
mußte,  und  trotz  überaus  schlechter  Ernte,  die
eine  Hungersnot  im  Gefolge  zu  haben  drohte,
schloß  das  Jahr  1906  doch  mit  der  höchsten  bisher
  erreichten  Ziffer  des  Gesamtumsatzes,  nämlich
10  824  864  H.-T.,  ab  gegenüber  9  592  945  H.-T.
im  Jahre  1905  und  10747  299  H.-T.  im  Jahre
1904.  Zu  diesem  Erfolge  hat  in  erster  Linie
beigetragen  der  Zuwachs  der  Bevölkerung  um
30  000  bis  40  000  Arbeiter,  die  längs  der  Ton-Yũ
  Eisenbahnstrecke  beschäftigt  waren,
und  deren  Anhang  in  Gestalt  von  fliegenden
Händlern,  kleinen  Ladeninhabern  usw.

Die  gesamte  Einfuhr  bezifferte  sich  auf
5  680  859  H.-T.  gegenüber  4  801  109  im  Jahre
1905  und  6  063777  im  Jahre  1904;  sie  hat

fing
ting
        <pb n="1286" />
        G.  1169  2

also  den  allerdings  anormalen  Stand  von  1904
nicht  wieder  erreicht.  Fast  die  gesamte  Einfuhr
—  nämlich  Waren  im  Werte  von  5  661.000  H.-T.
—  passierten  die  Tonkinggrenze  bei  Hokow.
60  v.  H.  davon  bestanden  in  Baumwollenwaren,
und  von  den  dafür  aufgewendeten  3½  Millionen
Taels  entfielen  3  Millionen  auf  Baumwollengarne.
  Vorläufig  überwiegt  indisches  Garn  bedeutend,
  aber  Tonkinggarne,  die  noch  etwas  zu
hoch  im  Preise  sind,  kommen  langsam  auf.
Amerikanisches  Petroleum  war  durch  den  Boykott
bis  zum  Juli  gänzlich  vom  Markte  verdrängt
und  brachte  es  im  zweiten  Halbjahr  auf  eine
Einfuhr  von  40  775  Gallonen  gegenüber  72  075
im  Vorjahre.

Von  den  übrigen  Artikeln  zeigten  eine  bedentende
  Abnahme  Anilinfarben  (von  45  383  H.-T.
im  Vorjahre  auf  16  591  H.-T.,  welche  letztere
Ziffer  jedoch  als  eine  normale  zu  bezeichnen  ist),
eine  Zunahme  japanische  Streichhölzer  (trotz  der
Errichtung  zweier  Streichholzfabriken  im  Vorjahre)
und  Emailwaren,  die  erst  seit  1904  eingeführt
werden  und  es  jetzt  bereits  auf  einen  Einfuhrwert
  von  18  709  H.-T.  gebracht  haben.

Die  Gesamtausfuhr  an  einheimischen  Erzengnissen
  belief  sich  auf  5  144  005  H.-T.,  welcher
Betrag  eine  ständige  Steigerung  der  Ausfuhr  anzeigt,
  da  im  Jahre  1905  für  4  791  836,  im
Jahre  1904  für  4  683  522  H.-T.  Waren  ausgeführt
  wurden.  In  die  gesamte  Ausfuhrziffer
teilten  sich  nach  Abzug  von  nur  100  000  H.-T.
die  zwei  Haupterzengnisse  Dünnans:  Opium  und
Zinn.  Der  voraussichtliche  künftige  Wegfall  des
ersten  Artikels  von  der  Ausfuhrliste  wird  das
Verhältnis  zwischen  Import  und  Export  bedenklich
zu  Ungunsten  des  Exports  verschieben,  wenn  nicht
die  Produktion  von  Zinn  —  die  jetzt  schon  nahezu
5  v.  H.  des  Weltbedarfs  an  Zinn  ausmacht  —
entsprechend  gesteigert  wird.  Solange  die  gegenwärtigen
  Transportschwierigkeiten  vorliegen  —
Packtiere  sind  die  einzigen  Transportmittel  ,
ist  zu  einer  bedeutenden  Steigerung  der  Produktion
kaum  Aussicht  vorhanden.

An  indochinesischen  Dollars  (Piastres  de  Commerce)
  wurde  im  Jahre  1906  wiederum  für
Rechnung  der  Yünnanbahn  ein  Gesamtwert  von

9  H.-T.  eingeführt,  während  nur
14  400  H.-T.  in  Gestalt  von  Dollars  wieder  ausgeführt
  wurden.

 

Szemao.  Der  Eesamtumsab  im  Jahre  1906
hat  sich  wiederum  um  20  000  H.-T.  gegenüber
1905  vermindert  und  52000  nur  226  082  H.-T.
Die  in  früheren  Jahren  gehegte  Hoffnung,  daß
Waren  aus  den  großen  Handelszentren  von
Burma  —  Rangoon,  Mandalay  usw.  —  zu
billigeren  Frachtsätzen  über  Szemao  nach  Yünnan
gelangen  könnten,  wie  solche  aus  Tonking  via
Mengtsze,  muß  aufgegeben  werden.  Die  natürlichen
  Schwierigkeiten  für  den  Warentransport
via  Szemao  sind  allzugroß  im  Vergleich  zu  denen,
die  sich  auf  der  Mengtsze-Route  oder  auch  auf
der  anderen  Seite  via  Bhamo—Teng  yueh  der
Einfuhr  entgegenstellen.  Szemao  wird  sich  daher
mit  der  Rolle  eines  kleinen  Handelsplatzes  für
eine  unbedentende  Grenzstrecke  begnügen  müssen.

Einer  Einfuhr  im  Werte  von  195  270  H.-T.
stand  eine  Ausfuhr  von  30  812  H.-T.  entgegen.
Lannteinsuhrarlite.  waren  auch  hier  Baumwollenwaren.


(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Kanton.)

Eröffnung  der  Bahnlinte  Oosselbavy—George  in  der
Kapkolonie.

Am  25.  September  d.  J.  ist  von  dem  Kolonialsekretär
  der  Kapkolonie  Sir  Pieter  Faure  die
Eisenbahnlinie  zwischen  Mosselbay  und  George
eröffnet  worden.  Die  neue  Strecke  ist  33  englische
  Meilen  oder  etwa  53  km  lang.  Der  Bau
dieser  Eisenbahn  ist  schon  vor  14  Jahren  von
der  Kapregierung  zugesagt  worden,  und  das  entsprechende
  Gesetz  ist  im  Jahre  1895  ergangen.
Statt  der  ursprünglich  ausgeworfenen  153  000  .
haben  sich  die  Kosten  schließlich  auf  350  000  H
gestellt,  was  auf  den  Kilometer  fast  150  000  Mk.
ausmacht.  Eine  größere  Bedeutung  wird  die
neue  Strecke  erst  erlangen,  wenn  die  Verbindung
zwischen  George  und  Oundshoörn  hergestellt  sein
wird.  Bei  der  ungünstigen  Finanzlage  der  Kapkolonie
  ist  indes  nicht  anzunehmen,  daß  man  bald
äum  Baue  dieser  schwierigen  und  kostspieligen
Bahn  schreiten  wird,  die  allerdings  bereits  im
Vorjahre  von  dem  Kap-Parlament  bewilligt
worden  ist.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Kapstadt.)

Verschiedene  Mitteilungen.

Das  Candbantkgesetz  für  Transvaal.
Das  vom  Transvaalparlament  angenommene

Landbankgesetz  ist  nach  Genehmigung  durch  den  I  licht  worden.

Gouverneur  in  der  außerordentlichen  „Government
  Gazette“  vom  26.  August  d.  Is.  veröffent-Es
  enthält  im  ganzen  44  Para-
        <pb n="1287" />
        W  1170  0

graphen  und  besteht  aus  5  Teilen.  Seine  Hauptziele
  sind  in  Teil  II  und  III  wiedergegeben.
Sie  sind  etwa  folgende:

Von  der  nach  dem  Transvaal  Guaranteed
Loan  Act  1907  unter  Garantie  der  Londoner
Regierung  aufzunehmenden  Staatsanleihe  von
5  Millionen  Pfund  Sterling  sollen  2½  Millionen
  einer  zu  errichtenden  Landbank  vorgeschossen
werden.  Aufgabe  der  Bank  soll  sein,  zu  landwirtschaftlichen
  Zwecken  gegen  Hypotheken  Gelder
auszuleihen  auf  sogenanntes  freehold  land,  das
ist  Grund  und  Boden,  der  ohne  Zeitgrenze  dem
Besitzer  des  Landes  als  freies  Eigentum  gehört,
auf  quit  rent  land,  das  sind  Ländereien,  die
auf  Erbpacht  vergeben  sind,  und  auf  Ländereien,
die  unter  der  Oecupation  Farms  Ordinance  1904
vergeben  worden  sind.  Das  letztgenannte  Gesetz
weist  Regierungsland  in  einigen  Bezirken  des
Transvaals  Bewerbern  mit  der  Aussicht  auf
spätere  Eigentumsübertragungen  unter  der  Bedingung
  zu,  daß  es  andauernd  unter  Kultur  gehalten
  wird  und  an  die  Regierung  zurückfallen
soll,  sobald  die  Bebaunng  des  Landes  aushört.

Die  Gewährung  von  Darlehen  auf  die  vorgenannten
  Arten  von  Ländereien  soll  nur  zu  ganz
bestimmten  Unternehmungen  erfolgen,  die  im  §  20
einzeln  aufgeführt  sind.

Ziel  der  Darlehnsgewährungen  soll  danach
in  allen  Fällen  sein  eine  Erhöhung  der  Verwendbarkeit
  des  betreffenden  Grundstücks  zu  landwirtschaftlichen
  Zwecken  durch  Anlegung  von  Kulturen,
  Landesmeliorationen  und  dergleichen  oder
auch  eine  Abstoßung  älterer  Schulden.

Beliehen  sollen  Ländereien  der  oben  bezeichneten
  Arten  nur  werden,  wenn  sie  mit  anderen
Hypotheken  noch  nicht  belastet  sind,  es  sei  denn,
daß  das  neue  Darlehn  zur  Abstoßung  alter
Hypotheken  erfolgt.  Der  Mindestbetrag  eines
aufzunehmenden  Darlehns  soll  sich  auf  50  Lstr.,
der  Höchstbetrag  auf  2500  Lstr.  belaufen.

Höhere  Darlehen  bis  zu  5000  str.  sollen
nur  für  bestimmte  größere  Unternehmungen  mit
Genehmigung  des  Gouverneurs  gewährt  werden
dürfen.  Freehold  und  quit  rent  land  sollen
nicht  höher  als  bis  zu  60  v.  H.  ihres  Wertes
beliehen  werden.  Liegen  sie  in  ungesunder  Gegend,
  so  soll  die  Gewährung  des  Darlehns
ferner  davon  abhängig  sein,  daß  sie  bewohnt
sind.  Die  unter  der  Oecupation  Farms  Ordinance
  von  1904  vergebenen  Ländereien  sollen
nur  unter  der  Voraussetzung  beliehen  werden,
daß  der  Landinhaber  alle  ihm  obliegenden  Bedingungen
  erfüllt  hat.

Vorgesehen  sind  zwei  Arten  von  Beleihungen,
nämlich  Beleihungen  auf  einen  5  Jahre  nicht
überschreitenden  Zeitraum,  nach  dessen  Ablauf
das  Darlehn  sofort  ganz  zurückbezahlt  werden

 

muß,  und  Beleihungen  auf  einen  längeren,  nicht
25  Jahre  überschreitenden  Zeitraum,  während
dessen  eine  ratenweise  Zurückzahlung  des  Darlehns
  zu  erfolgen  hat.

Verzinst  werden  sollen  die  gewährten  Darlehen
  mit  nicht  mehr  als  6  v.  H.  Die  Zinsen
sollen  bei  Ratenabzahlungen  mit  diesen  zugleich,
und  zwar  pränumerando,  bezahlt  werden.  Von
den  Raten  abgesehen,  soll  der  Darlehnsempfänger
berechtigt  sein,  weitere  noch  nicht  fällige  Beträge
in  Anrechnung  auf  seine  Schuld  abzutragen.
Diese  Beträge  sollen  sich  jedoch  auf  mindestens
5  Lstr.  oder  ein  Vielfaches  von  5  Lstr.  belaufen.
Sie  sollen  dem  Zurückzahler  mit  4  v.  H.  Zinsen
bis  zur  Tilgung  der  Schuld  angerechnet  werden.

Auch  an  Gednossenschaften  (cooperative  societies)
  sollen  Darlehen  gewährt  werden  dürfen
gegen  Verpfändung  von  rohen  oder  verarbeiteten
Produkten,  die  dem  Verderben  nicht  ausgesetzt
sind.  Die  Darlehen  sollen  in  Höhe  bis  zu  60  v.  H.
des  Marktwertes  der  betreffenden  Produkte  gewährt
  werden  dürfen  und  ohne  besondere  Genehmigung
  des  Gonverneurs  10  000  Pfd.  Sterl.
im  einzelnen  Fall  nicht  überschreiten.  Sie  sollen
die  betreffenden  Körperschaften  in  den  Stand
setzen,  auf  Produkte  der  Kolonie  an  ihre  Mitglieder
  Vorschüsse  zu  gewähren.  Verzinst  sollen
sie  mit  nicht  mehr  als  7  v.  H.  werden  und  rückzahlbar
  binnen  12  Monaten  sein.

Außer  zu  dem  vorerwähnten  Zwecke  sollen
einer  ßrsrds  Darlehen  gewährt  werden
dürfe

1.  zur  Errichtung  von  Lagerhäusern  für  landwirtschaftliche
  Produkte  sowie  für  maschinelle  Einrichtungen
  und  dergleichen;

2.  für  Bewässerungsanlagen  und  andere  Unternehmungen,
  die  Landmeliorationen  zum  Gegenstande
  haben;

3.  zur  Begründung  oder  Förderung  von
landwirtschaftlichen  Anlagen,  wie  Molkereien  und
dergleichen,  und  zur  Errichtung  der  dafür  notwendigen
  Gebäude.

Die  Bedingungen,  unter  denen  Darlehen  an
Genossenschaften  gewährt  werden  dürfen,  sind  in
der  Hauptsache:  Rückzahlbarkeit  binnen  mindestens
25  Jahren;  Verzinsung  mit  7  v.  H.  pränumerando
in  halbjährigen  Raten;  hypothekarische  Eintragung
auf  den  Grund  und  Boden  der  Gednossenschaft
nebst  Gebänden,  Maschinen  und  dergleichen;  Beleihung
  bis  höchstens  zur  Hälfte  des  Wertes  der
Pfandobjekte.  Für  die  Gewährung  von  Darlehen
über  2500  Pfd.  Sterl.  soll  die  Genehmigung  des
Gouverneurs  auch  in  bezug  auf  den  Zweck  des
Unternehmens,  zu  dem  es  gewährt  werden  soll,
einzuholen  sein.

Gegen  Zahlungssäumige  gibt  das  Gesetz  der
Bank  sehr  weitgehende  Befugnisse.  Sie  ist  er-
        <pb n="1288" />
        1171  20

mächtigt,  drei  Monate  nach  Fälligkeit  einer
Zahlung  das  dafür  verpfändete  Objekt  mit  Beschlag
  zu  belegen  und  sich  durch  seinen  Verkauf
bezahlt  zu  machen.  Gleiche  Rechte  stehen  ihr  zu,
wenn  ein  Darlehnsnehmer  in  anderer  Weise  den
Bedingungen  zuwiderhandelt,  unter  denen  ihm
das  Darlehen  gewährt  worden  ist.

Unterstellt  ist  die  Bank,  so  bestimmt  Teil  1
des  Gesetzes,  einem  Direktorium  von  fünf  Mitgliedern,
  die  vom  Gouverneur  ernannt  werden.
Die  Direktoren  haben  unter  sich  einen  Vorsitzenden
zu  erwählen.  Beigegeben  ist  dem  Direktorium
ein  Geschäftsleiter.  Teil  IV  und  V  enthalten  u.  a.
Kontrollvorschriften  und  Strafandrohungen.

Das  Gesetz  ist,  nachdem  bereits  unterm
19.  September  d.  Is.  die  Ernennung  der  Direktoren
  der  Bank  durch  den  stellvertretenden
Gouverneur  erfolgt  war,  durch  eine  Ankündigung
in  der  „Transvaal  Government  Gazette“  vom
4.  Oktober  1907  in  Kraft  gesetzt  worden.

Als  Tag  des  Inkrafttretens  ist  der  1.  Oktober
1907  bestimmt  worden.

(Nach  einem  Bericht  des  Kais.  Konsulats
in  Pretoria.)

Verbindung  Indiens  mit  Ceylon.

Der  Plan  der  Verbindung  Indiens  mit  Ceylon
scheint  nunmehr  seiner  Verwirklichung  entgegenzurücken.
  Der  erste  Schritt,  die  Verlängerung
der  südindischen  Bahn  von  Madura—Pamban
nach  der  Insel  Rameswaram,  ist  jetzt  in  Angriff
genommen  worden.  Diese  Insel  ist  bekanntlich
durch  die  enge  Straße  von  Pamban  von  dem
indischen  Festland  getrennt.  Diese  für  die  Schifffahrt
  wegen  ihrer  Untiefen  durchaus  nicht  angenehme,
  etwa  2  km  breite  Durchfahrt,  die  für
Schiffe  von  etwa  11  Juß  Tiefgang  sich  eignet,
soll  nunmehr  ganz  gesperrt  werden  bis  auf  eine
schmale  Stelle,  die  für  kleine  Boote  offengelassen
werden  soll.  Auf  diese  Weise  wird  jede  Schwierigkeit
überwunden,  um  die  Eisenbahn  bis  auf  die  Insel
hinüberzuführen,  auf  der  sich  ein  Hindutempel
von  besonderer  Heiligkeit  und  daher  großer  Anziehungskraft
  für  den  Pilgerverkehr  befindet.  Um
für  die  Küstenfahrer,  die  bisher  die  Durchfahrt
von  Pamban  benutzt  hatten,  einen  Ersatzweg  zu
schaffen,  will  man  quer  durch  Rameswaram  einen
70  Fuß  breiten  und  für  Schiffe  bis  zu  17  Fuß
Tiefgang  befahrbaren  Kanal  bauen,  der  eine
sichere  und  direkte  Verbindung  zwischen  dem  Golf
von  Manaar  und  den  Palk-Straits  herstellen
würde.

Von  der  anderen  Seite  her  wird,  wie  jetzt
ziemlich  feststeht,  das  Eisenbahnnetz  Ceylons  bis
Manaar  ausgedehnt  werden,  während  die  kurze
Verbindung  zwischen  Manaar  und  Rameswaram

 

durch  einen  Dampffährendienst  bewerkstelligt  werden
wird.  Die  Genehmigung  des  Kolonialamts  in
London  zur  Absteckung  der  Linie  nach  Manaar
ist  bereits  gegeben.  Für  Colombo  erwartet  man,
abgesehen  von  den  Vorteilen,  die  für  die  Pflanzungen
  Ceylons  durch  die  leichtere  Beschaffung
von  Arbeitern  aus  dieser  neuen  Verbindung  mit
Indien  entstehen  werden,  einen  bedeutenden  Aufschwung
  seines  Passagier=  und  Warendurchgangsverkehrs,
  und  man  hofft,  namentlich  im  Handel
mit  Südindien,  dem  Hafen  von  Madras  ein  wertvolles
  Gebiet  abzuringen.
(Bericht  des  Kais.  Generalkonsulats  in  Caleutta.)

 

Literatur.

Nachtrag  zur  Rangliste  der  Kaiserlich
Deutschen  Marine  für  das  Jahr  1907.
Zu  der  im  Marine-Kabinett  redigierten  und

auf  Befehl  Seiner  Majestät  des  Kaisers  und

Königs  herausgegebenen  „Rangliste  der  Kaiserlich

Deutschen  Marine“,  welche  für  1907  am  6.  Mai

abgeschlossen  ist,  liegt  wie  alljährlich  jetzt  ein

Nachtrag  (Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung

  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW,

Preis  Mk.  1,50)  vor.  Er  enthält  den  Stand

vom  2.  November,  gewährt  also  die  neneste

Übersicht  über  die  Einteilung,  Stelleubesetzung,

das  Dienstalter  usw.  innerhalb  der  Deutschen

Marine.

In  den  Wildnissen  Afrikas  und  Asiens.
Jagderlebnisse  von  Dr.  v.  Wissmann,  weil.
Gouverneur  z.  D.,  Major  à  la  suite  der  Armee.
Mit  28  Vollbildern  und  42  Textabbildungen
von  Wilhelm  Kuhnert.  Zweite  Auflage.  Berlin
1908.  Verlagsbuchhandlung  Paul  Parey.  Preis
20  Mk.

Der  bekannte  Zoologe  und  Direktor  unseres
Berliner  Zoologischen  Gartens,  Professor  Dr.  Hoeck,
gibt  der  zweiten  Auflage  dieses  glänzenden  Werkes
ein  schönes  Geleitwort  mit  auf  den  Weg.  Er
schreibt  u.  a.:  „Jeder  bedeutende  Mensch  hat
neben  seiner  großen  Lebensaufgabe,  der  er  seine
besten  Verstandes=  und  Willenskräfte  weiht,  noch
eine  kleine,  stille  Liebhaberei,  an  der  sein  Herz
hängt.  Das  war  bei  unserem  Wissmann  die
Tierliebe  und  die  Tierkunde.  Ich  möchte
am  liebsten,  daß  mein  Hermann  Zoologe  würde,
und  dann  müssen  Sie  ihm  helfen!“  Das  ungefähr
  waren  die  letzten  Worte,  die  er  an  mich
richtete,  als  wir  im  Winter  vor  seinem  Tode  zusammen
  waren,  und  ich  erinnere  mich  noch  sehr
gut  der  kolonialen  Anfangszeiten,  da  es  außer
Wissmann  kaum  einen  anderen  Afrikaner  gab,  mit
dem  man  gleich  eingehend  über  Einzelheiten  aus
der  höheren  Tierwelt  des  schwarzen  Erdteils  hätte
        <pb n="1289" />
        W  1172  2

reden  können.  Seine  Gehörn=  und  Geweihsammlung,
  neben  der  Hagenbeckschen  wohl  die  größte
Privatsammlung  dieser  Art,  war  diesen  Sommer
noch  das  zoologische  Glanzstück  der  deutschen
Armee-,  Marine=  und  Kolonialausstellung,  und
wer  ihn  kannte,  wunderte  sich  nicht,  daß  er  sich
zum  Ruhesitz  die  grüne  Steiermark  wählte,  um
mit  Gemse  und  Auerhahn  gute  Nachbarschaft  zu

pflegen.  Wer  ihn  kannte,  war  auch  nicht  im
Zweifel,  daß  er,  von  Amt  und  Würden  ledig,

doch  wieder  hinausziehen  würde  in  die  Wildnisse
fremder  Weltteile,  nur  zum  Vergnügen  ,  d.  h.,
nur  der  Großtierwelt  zu  liebe,  sie  jagend  zu
studieren  und  beobachtend  zu  genießen.  So  kamen
Wissmanns  Jagdreisen  1897  nach  Sibirien,  Indien
und  1898  nach  Deutsch-Südwestafrika  zustande,
und  so  entstand  als  ihre  Folgeerscheinung  dieses
Buch,  dessen  Schilderungen  fremden  Wildes  und
Weidwerks  für  immer  ein  ehrenvoller  Platz  sicher
ist,  nicht  unter  der  geistig  armen  Jagd=  und
Weltbummlerliteratur,  sondern  unter  den  zuverlässigen
  Grundlagen  ernster  Tierlebenskunde.  Ewig
schade,  daß  er  die  zweite  Auflage  nicht  noch  selbst
besorgen  konnte!  Er  wollte  sie  noch  bedeutend
vermehren  und  ergänzen.  Aber  auch  so  bleiben
seine  Aufzeichnungen  wertvoll  genug,  und  man
merkt  es  den  Beobachtungen  an,  daß  Hermann
von  Wissmann  schon  in  jungen  Jahren  ein  hervorragender
  wissenschaftlicher  Forschungsreisender
war.  Aus  dem,  was  er  In  den  Wildnissen
Afrikas  und  Asiens  dem  Tierleben  abgelauscht,
spricht  viel  mehr  der  Entdecker  und  Erforscher
des  Kassaistromes,  der  erste  Durchqauerer  Afrikas
von  West  nach  Ost  als  der  Bezwinger  des  Banaheri-Aufstandes
  und  der  Kaiserliche  Gonverneur
unserer  größten  afrikanischen  Kolonie.  Gleich  der
erste  Aufsatz  über  das  Flußpferd  ist  der  denkbar
beste  Beweis  dafür.  Man  könnte,  genau  genommen,
  gar  nichts  Besseres  tun,  als  ihn  Wort
für  Wort  abschreiben,  wenn  man  für  eine  Natur- 



geschichte  eine  erschöpfende  und  doch  nicht  weitschweisige
  Lebensschilderung  dieses  Riesen  der
afrikanischen  Gewässer  braucht.  Wie  vereinigte
sich  da  scharfe,  kritische  Beobachtung  und  echte,
warmherzige  Tierliebe  zum  rechten  Ganzen!  Und
wie  durchziehen  dieses  Ganze  die  goldenen  Fäden
jenes  echten  Humors,  der  der  souveränen,  sonnigen
Persönlichkeit  unseres  Wissmann  in  so  unnachahmlichem
  Maße  zu  eigen  war!  Wie  schön  tritt  die
Grundehrlichkeit  seines  Wesens  hervor  in  dem
Geständnis,  daß  er  erst  als  Gouverneur  sein  erstes
Nashorn  schoß!  Gerade  dadurch  wird  aber  allem
Positiven,  was  er  berichtet,  der  Stempel  unbedingter
  Glaubwürdigkeit  aufgedrückt,  und  sein
Werk  erweist  sich  als  eine  absolut  zuverlässige
Onelle,  aus  der  jedermann  vertrauensvoll  schöpfen
kann.  Was  Hermann  von  Wissmann  in  den
Wildnissen  Afrikas  und  Asiens  an  der  Tierwelt
beobachtet,  erschant  und  erlebt,  das  bleibt  ein
wertvoller  Teil  unseres  biologischen  Wissensschatzes
für  alle  Zeiten.“

.  Ernst  Friedrich,  Professor  an  der  Universi-2
  Leipzig:  Allgemeine  und  spezielle
Wirtschaftsgeographie.  Mit  3  Karten.
Zweite,  umgearbeitete  und  vermehrte  Auflage.
Leipzig  1907.  G.  J.  Göschen'sche  Verlagshandlung.
  Preis:  Broschiert  Mk.  6,80,  gebunden
  in  Halbfranz  Mk.  8,20.

Schmidt:  Photographisches  Hilfsbuch  für
ernste  Arbeit.  Teil  II.  Vom  Negativ  zum
Bilde.  226  Seiten.  Verlag  von  Gustav  Schmidt,

Berlin.  Geheftet  Mk.  4,  in  Leinenband  Mk.  5.
Hanneke:  Photographisches  Rezept-Taschenbuch.
  Eine  Sammlung  von  erprobten

Rezepten  für  den  Negativ=  und  Positivprozeß
unter  Berücksichtigung  der  neuesten  Verfahren.
Verlag  von  Gustav  Schmidt,  Berlin.  In  Leinenband
  Mk.  2,25.

 

Verkehrs-Nachrichten.
Für  Briefsendungen  von  Deutschland  nach  den  deutschen  Postanstalten  in  Marocco:

Alkassar,  Casablanca,  Fes,  Larache,  Marrakesch,

Mazagan,  Meknes,  Mogador,  Rabat,

Saffi,  Tanger,  Tetuan  gelten  nach  einer  Bekanntmachung  des  Reichs-Postamts  vom  15.  November

  ab  folgende  Taxen:
Briefe  (frankiert)  bis  20  89.  10  Pf.
-  über  20  bis  2508  20

bestrken  (frankiert)  einfach  5
-  mit  Antwort  .  10
Drucksachen  bis  50  g  3
-  über  50  bis  100  g  5—
-  -100-250g...10--

  -·)00-500g...20
-  500  8  bis  1  kg  30  =

Drucksachen  über  1  bis  2  kg  00  Pf.
Warenproben  bis  250  9  .  .10--
  über  250  bis  350  g.  .  20

Geschäftspapiere  und  zusammengepackte
Drucksachen,  Warenproben,  Geschäftspapiere
  bis  250  10

2  250  bis  500  g  20

do.  do.
do.  do.  500  g  bis  1kg  30
do.  do.  1  bis  2  1#g.  60
        <pb n="1290" />
        G  1173  2

Die  neuen  Portosätze  für  eingeschriebene  Briefe  gelten  auch  für  Briefe  mit  Wertangabe;
die  Versicherungsgebühr  von  16  Pf.  für  je  240  Mk.  bleibt  jedoch  unverändert.

Bei  den  Postanstalten  in  Kanus,

Südwestafrika  ist  der  Postpaketdienst  eingeführt  worden.

Postdavofschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten  für  den  Monat  Dezeuber  1907.

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

Aus  sschiffungahafen.
Dauer
der  Überfahrt

Kalkfontein  (Süd)  und  Maltahöhe  in  Deutsch-Vriefe

  massen  aus
Berlin  spätestens

abgesandt  werden  am:

 

1.  deutsch-Ostafrikha.

*r*-“  iu  Mombasa  Weiterbe
  roeruh  mit  der  Ugan  war
bahn.  und  von  der  Endstation
zu  d  nach  den  Beahto
mungsorten.

o)  ach  Wergeclr  deinschl  Am.

f  l  6  23
Wuglri  r  Wilhelmstal)

-P)  nach  Deutsch-Ostafrita
(ausschl.  der  unter  a  und  b
genannten  Postorte)

vom  Einschiffungshafen
  am:
Neapel  0.  20.  Dez.  9.  Jan.
(deutsche  Schiffe)
Varfeill.  .10.  Dez.
disi  12.  Jan.
eg  it
Bri  22.  Dez.
(nl.  W
Marseille  ½  Jan.

9.  30.  Dez.  9.  Jan.
krte  e  »auf-o  IT
Bri  12.  Jan.

uu  r**v'  ;
9.  30.  Dez

Moriecle  b#ne

Marseille  10.  jedes  Monats

Mombasa  O  16—17  Tage

Mombasa  O  17  Tage
Mombasa  O  14  Tage

Mombasa  18  Tage

Mombasa  17  Tage
Tanga  17,  17,  19  Tage
Tanga  16  Tage
Daressalam  18  Tage

Zanzibar  18  Tage
(von  Za  kuSIhar  n  mmmitttelbar
a2le  iterb.

Daressalam  duert  #  rnuusieementsdampfer
  in  6  Stund.)

Daressalam  17  Tage
ar  Hibar.  24  Tage
3  re  Lareieeneer

eie  d  Jam  egenheit
Daressalam  20  Tage

28.  Dez.

ics  abds.
8.  Dez.  95  abds.

10.  Jan.  1055  abds.

Dez.  10  abds.

7.  Jan.

20.

8.  Jan.  9  abds.

7.  28.  Dez.  7.  Jan.
0  abds

29.  Nov.  1535  abds.

7.  28.  Dez.
10  abds

8.  jed.  3“  10  abds.

.Jan.  10  abds.

20.  Dez.  105  abds.

7.  Jan.  10  35  abds.

 

2.  Deutsch-Südwestafrika.

a)  nach  Abbabis,  Epukiro.  Gibeon,
  Gobabkts,
Wri

%n  Wer;  rd

Laus
5.uraldan,  Walerberg,

E

b)  na

Lüderitzbucht,  Kubub.
Den

anien,  Hafuur,  Keeth
  h

Fgltso  ntein  (Süd)  und

Goshas  Groot-Brindisi

  12.  Jan.
(engl.  Schiffe)
Brindisi  22.  Dez.
(engl.  Schiffe)
Neapel  9.  Jan.
(deutsche  Schlffe)
Hamburg  11.  Dez.  4.  Jan.
Hamburg  4.  25.  Dez.
Antwerpen  9.  30.  Dez.
(deutsche  Schife)

Vouloge  10.  31.  Dez.
(deutsche  Schiffe)

Sonthampton  14.  Dez.  4.  Jan.

isouthanptn  7.  21.  28.  D

Southampton  14.21.28.Dez.  1.  Jan.

1
14.  Dez.
9.  30.  Dez.

Hamburg

Antwerpen
(deutsche  Schiffe)
Boulogne  10.  31.  Dez.
(deutsche  chiffe)

Hamburg  1.  Dez.
#Southampton  7.  Dez
#Hamburg  25.  Dez.  4.  Jan.
Southampton  7.  21.  Dez.  4.  Tan.

Swakopmund  Tage
Swakopmund

Swakopmund

Tage
Tage
Swakopmund
Swakopmund

Swakopmund

##  10
Ss
2
·

29,  22,
2  Tage
34  Tage
21  Tage

üderitzbucht  22
20,  2

#üderitzbucht
üdecritzbucht

v
v
Lü

Lüderitzbucht  20  Tage
Lüderitzbucht  26  Tage
Lüderitzbucht  27  Tage
Aberritbuckt  2  26,

41  Tage

Capstadt  *  Tage
von  dort  weiter  auf  dem

13.  Dez.  3.  Jan.  7#  abds.
3.  24.  Dez.  575  ums.
B.  29.  Dez.  88  oms.

9.  30.  Dez.  10  nms.

713.  5  J  Jan.
112
6.  20.  2
112  oms.
13.  20.  n-  Dez.
112  uoms.
13.  *  7iens.
8.  29.  Dez.
Z#  oms.
9.  30.  Dez.
10  ums.
3.  Dez.  525  ums.
6.  Dez.  112  oms.
24.  Dez.  55  nms.
3.  Jan.  712  nms.
6.  20.  Dez.  3.  Jan.
1123  oms.

Dez.

3.  Jan.

 

 

 

e)  a5  tucnenrh  Warml


Landwege  über  Steinkopf
        <pb n="1291" />
        W  1174  20

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Ein-1



Ausschiffungshafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

 

 

schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Nea  Z  Dez.  2.  Jan  Friedrich-Wilhelms-Oem#scl
  Icbbe,  hafen  38  Tage
—  7  Simpsonhafen  41  Tage  3.  85  r  10.  Jan.
3.  beutsch-Neuguinea.  Brindisi  15.  Dez.  12.  Jan  Simpsonhafen  38  Tage
(engl.  Schiffe)  Friedrich-Wilhelms-D
  hafen  41  Tage
.  -.  ,
4.  Uamern.  “  Hämburg  10.  25.  jed.  Mts.  Atoria  10,  uut  m  n  jed.  Mts.  *-na
  mend  Bi-  22,  2
5  deg  Siiie,  d  Kribi  20  u.  25—30  Tages24  jed.  Mts.  7  abde.
woa,  G#de  Go.  Boulogne  11.  jedes  Monats  Viktoria  18  Tage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
Jabasst.  Jamwe,  Johann  fur  Mer  Duala  18  Tage
Arrechtsbohe.  2  *j½  eih,  (deutsche  Schiffe)  Kribi  19  Tage
Plantation,  Viktoria  Liverpool  14  .  28.  Dez.  Duala  26,  23  Tage  12.  26.  Dez.  105  abds.
Hamburg  25.  jedes  Monats,Nio  del  Rey  382—36  Tage21.  ed.  Mts.  7½  abds.
5)  nach  Rio  del  Ncy  48Liverpool  14.  Dez.  11.  Jan.  Rio  del  Rey  23  Tage  i32  *6  9.  #.  w064  d
#Rotterdoam  4.  Jan.  Rio  del  Rey  45  Tage  3.  Jan.  9
(deutsche  Schiffe)
e)  s04  dem  icles,  Geet  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcados  17  Tage  jeden  Donnerstag
Garua,  Kusse  1  von  dort  Meie  106  abds.
————  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  19  Kager  jeden  Donnerstag
We  über  Obokum  106  abds.
Qudng  (am  ein
e)  nach  Molund  Antwerpen  b5.  26.  Dez.  16.  Jan.  4  —  e  1.  20.  *  15.  Jan.
von  an  den  mit  der.  ¾.  17  10
Vordeaux  25.  jedes  Monats  sbahn  ls  örargautlle  und.2  —*  his.  106  abds.

em  Kongo,  Ssongea  un
Dsah  bis  Molundu

 

5.  den  Narolinen,  Palan=Inseln,
  Marianen.

Neapel
(deutsche  Schiffe)

19.  Dez.

Neapel
(engl.  Schiffe)

8.  Febr.

I  Jap  38
Saipan
Ponape  5
Ponape
Saipan  77  Tage
Jap  381  Tage

Tage

17.  Dez.  1.  Febr.
abds.

108

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
—  von  Yokohama  weiter

sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.

 

ar  %

Brin
(engl.  )

5.  19  Dez.  2.  Jan.

jeden  Sonntag

Tsi

Tsingtau  33—86  Tage

Tsingtau  31—36  Tage

3.  17.  31.  Dez.
10  8  abds
jeden  Freitag  10  abds.

 

 

 

6.  Kiautschon.  Marseille  8.  22.  Dez.  5.  Jan.  Tsingtau  31—36  Tage  6.  20.  Dez.  8.  Jan.
(franz.  Jh
Liverpool  13.  Dez.  Tsingtau  31  Tage  12.  2.  8  oms.
Marseille  27.  Dez.  Tsingtau  36—38  Tage25.  Dez
(engl.  Schlffe)  100  *n–öo
Brindisi  29.  Dez.  Jaluit  57  Tage
(engl.  Schiffe)  1Tv.  27.  D  Feb
7  O  Neapel  19.  Dez.  Jaluit  58  Tage  7.  27.  Dez.  1.  Febr.
J.  Marshall-Inseln.  eeab.0  z  J  g  10#  b.
Neapel  3.  Febr.  Jaluit  59  Tage
(engl.  Schiffe)
Neapel  22.  Dez.  19.  Jan.  Apia  54  Tage
8.  Samoa.  dugl.  Schiffe)  20.  27.  Dez.  17.  Jan.
Brindisi  9.  Dez.  Apia  51  Tage  10  ums.
e  Schlffe)

 

 

#  Den  durch  i  bezeichneten  Schiffsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="1292" />
        1175  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

 

Nach  vom  Ein-  ·  Dauer  Verlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Hamburg  16.  25,  jed.  Mts.  Lome  27,  19,  26  Tage  15.  24.  31.  Dez.
1.  Jan.  717  abds.
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mts.  858  oms.
Notterdoem  5.20.  Dez.  7.  Jan.Lome  20,  23,  20  Tage  jed.  Mts.  9  ums.
(deutsche  Schlffe)
Voulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1°0  nms.
9.  Logo.  amsog  Eaie)
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonou  19  Tage  10.  jed.  Mts.  1045  abds.
von  da  ab  Landverbindung
Vordeaux  25.  jedes  Monats  Cotonou  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10“5  abds.
von  da  0r  Landverbindung
Liverpool  jeden  Sonnabend  valtra  15  Tage  Donnerstag  M  abds.
n  dort  weiter  au  den
bon  drte  iu  4—5
Eintreffen  der  öost  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Von  u  Die  Post  ist  fänig  Von  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
hafe  in  Berlin  am  in  Berlin  am
Deutsch-  Neuguinea.  sNeapel  ·  8.  17.  Dez  5.  Jan.  s  Marshall·  Inseln  Brindisi..  5.  29.  Jan.
Neapel  13“.  5  Dez.  3.  Ja  1.
beutsch-Ostafriha  Vrindisi  !½m  Neapel  4.  8.  Dez.·  1.  Jon.
—  Mrrseile  10  .  Mts.  Brindisi  .  .  .  14.  26.  Dez.
Marseille.  12.  26.  Dez.
Deutsch-  südwetafeiha  Liverpool  23.  Dez.  über
1  Antwerpen.  14.  Dez.  47.  Jan.  Vancouver.
nördl.  Tell  d.  Schutzgeb.  Oamburg  22“.  Dez  Klautschun  Plymouth,
Southampton!  1.  14  15.29.  Dez.  Sonthampton,  1.  11*.  18  20*.  26.
südl.  Tell  des  Schutzgeb.  Southampton  1.  15.  29.  Dez.  Le  Haure  oder27.  Dez.  3.  5.  Jan.
Antwerpen.  14.  Dez.  !1..  Jan.  Qucenstown  9
—  —  Sibir.  Eisenu
  Boulogne  ..  11*.  jed.  Mis.  bahn  6  jed.  Montag  u.  uu.Mittw.
amernn  Houthampton  14“.  u.  30“.  jed.  Mts.
22  Qucenstown  unbestimmt,  voraus-Plymouth
  6  6.  22.  Dez.  5.  Jau  Samoa  .  .  .  ...  om.  u  0  sichtl.  deʒ  5.  5.  In.
den  KNarolinen  *  !  #  M  i“s
erianen  Gui  Jan.  ogdgo  Honthampton  14.  50  jed.  Mts.
palan-Inseln  gne  .  Dez.

 

 

 

*  Fäligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten

 

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bremen“  St.  Thomas  28/10.  —  30/10.  Fort!  de  France  5/11.  5/11.  Port
Castries  (Santa  Lucia)  11/11.  Bahia.

S.  M.  S.  „Bussard“  Kilwa-Kiwindje  11/10.  —  1610.  Lindi  21/10.  —  22/10.  Daressalam
6/11.  —  6/11.  Bagam

S.  M.  S.  „Charlotte“"  Teneriffe  30/9.  —  17/10.  Trautad  11/11.  —  Gnadeloupe.

S.  M.  S.  „Condor“  Honolulu  8/10.  —  Jalnuit.

S.  M.  S.  „Freya“.  Genua  10/10.  —  Venedig  23/10.  —  Corfu  2/11.  —  Smyrna.

S.  M.  S.  „Panther“  Lome  9/10.  —  11/10.  Biktoria  15/10.  —  15/10.  Duala.

S.  M.  S.  „Planet“.  Vermessungsgebiet  bei  Matupi.

S.  M.  S.  „Seeadler“  Daressalam.

S.  M.  S.  „Sperber“  Viktoria  (Kamerun).
        <pb n="1293" />
        1176  20

Ablösungstransporte:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Lucie  Woermann“  der  Woermann-Linie  mit  der  ablösenden
Besatzung  S.  M.  Schiff  „Sperber“
Transportführer:  Kapitänleutnant  Möller.
Lamburg  10/10.  —  11/10.  Dover  11/10.  —  12/10.  Boulogne  12/10.  —  18/10.  Las  Palmas
18/10.  —  21/10.  Dakar  2110.  —  23/10.  Conakry  23/10.  —  26/10.  Gr.  Bassam.  —
27/10.  Sekondi  24/10.  —  28/10.  Lome  28/10.  —  31/10.  Duala.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Vorck“  des  Norddentschen  Lloyd  mit  der  Ablösung  der  Besatzung
.  M.  S.  „Planet“
Nnperuhnen  Oberleumant  zur  See  Heinemann;  von  Neapel  ab:  Kapitänlentnant  Nippe.
Bremerhaven  23/10.  —  24/10.  Rotterdam  24/10.  —  25/10.  Antwerpen  28/10.  —  29//10.
Southampton  29/10.  —  2/11.  Gibraltar.  —  3/11.  Algier  3/11.  —  5/11.  Genna  6/11.—
7/11.  Neapel  8/11.  —  Port  Said.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrika.

 

 

.  Reise  Letzte  Nachrichten
Postdampfer  von  nach  bis  28.  November  1007.
1
„Adolph  Woermann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  5.  November  in  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“  Gabun  6  Hamburg  am  27.  November  in  Conakry.
„Aline  Woermann"  Swakopmund  1  Kapstadt  am  23.  November  in  Kapstadt.
„Anna  Woermann"  Winnebah  Hamburg  am  20.  November  ab  Las  Palmas.
„Arnold  Amsinkkck  Hamburg  I  Lũderitzbucht  am  26.  November  Dover  passiert.
„Ascan  Woermann“  .  ..  Mossamedes  Hamburg  am  26.  September  in  Hamburg.
„Carl  Woermann  .  .  .  Hamburg  Accra  am  26.  November  in  Accra.
„Eduard  Bohle"  Kapstadt  ;  Swakopmund  am  27.  November  in  Swakopmund.
„Eduard  Woermann"  Lüderitzbucht  "  Hamburg  am  26.  November  in  Dakar
„Eleonore  Woermann“  ..  Hamburg  Duala  am  27.  November  in  Lome.
„Ella  Woerman“  Hamburg  Assinie  am  25.  November  in  Notterdam.
„Erna  Woermann"  Hamburg  Lũderitzbucht  am  10.  November  ab  Dakar.
„Frieda  Woermann"  Hamburg  Gabun  am  18.  November  in  Viktoria.
„Gertrud  Woermann“  Delagoabaia  Hamburg  am  27.  November  in  Marseille.
Hans  Woermann".  Hamburg  Kotonon  am  18.  November  in  Las  Palmas.
„Henriette  Woermann“  Hamburg  Calabar  am  17.  Novemher  ab  Las  Palmas.
„Irma  Woermann  .  ..  Assinie  Hamburg  am  27.  November  ab  Sierra  Leone.
„Jeannette  Woermann“".  Hamburg  Burutu  am  23.  November  Dover  passiert.
„Kurt  Woermanno"  Calabar  Hamburg  am  24.  November  in  Hamburg.
„Lili  Woerman  ..  Hamburg  Burutu  am  13.  November  in  Lome.
„Linda  Woermann  Hamburg  Rio  Nunez  am  28.  November  in  Bissao.
„Lothar  Bohleu"  Hamburg  Calabar  am  31.  November  ab  Hamburg.
„Lucie  Woermann".  Duala  Hamburg  am  28.  November  Ouessant  passiert.
„Marie  Woermann""  Hamburg  —  Assinie  am  12.  November  in  Dakar.
„Martha  Woermann"  Burutu  Hamburg  am  23.  November  ab  Las  Palmas.
„Max  Brock“.  ....  Mossamedes  Hamburg  am  27.  November  Ouessant  passiert.
„Otto  Woermann“  ....  Hamburg  Rio  Nunez  am  26.  November  in  Antwerpen.
aul  Woermann“.  .  ..  Calabar  Hamburg  am  23.  November  in  Lagos.
in  Voblen“  ....  Haniburg  Accra  am  27.  November  in  Sierra  Leone.
»  ....  Hamburg  Lüderitzbucht  a#m  15.  November  in  Sierra  Leone.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
„Duaslat#  Rio  Nuncz  Hamburg  am  22.  November  ab  Madeira.
„Edea“#  Hamburg  Gabun  am  27.  November  Cuxhaven  passiert.
„Kamerun""""  Hamburg  Kotonou  am  1.  Dezember  ab  Hamburg.
„Lome  Kotonon.  Hamburg  am  18.  November  ab  Lome.
5„  «  .....  Hamburg  Mossamedes  am  23.  November  in  Sao  Thomé.
jsaloun  ....  Hamburg  Mossamedes  am  26.  November  in  Madeira.
......  Mossamedes  Hamburg  am  25.  Noveniber  ab  Lome.
„Wöhut=  .  Hamburg  Delagoabai  am  20.  November  Ouessant  passiert.
        <pb n="1294" />
        W  1177  20

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  64.

 

 

 

 

 

  
 
   
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Telephon  Amt  I!  9229  und  9224.  Telegramm-Adresse:  Hebtbank  28.  November  1907.
vor-  C
Grün-  ,»-  Ge-  letzte  4#  -
Minos-.me«  ists-answ-  *  Divi-  Freibleibend  Nachfrage  Angebot
jahr  4  Mark  jahr  5  dende  %½  5%
¾!  1  "3  v  r
1906  1250  000  1.  10..  —  —  A.-G.  —  110
1906  2000  000  1.  1.  —  —  106
1905  1200  000  1.  4.  0  0  —
1905  600  OO0?0)  1.  1  5  5  1000  100
1890  1  500  000  1.  1.  30  22  Compagnie  260  —
1891  2  600  000  1.  10.  5  7  .....  78  33
1909  220  000  1..  —  18  115  —
1900  4180001.  1  7  7  110  115
1878  2750  000  1.  1.  1  20
186  1905
1885,  2  000  000  1.  4.  20  20  190  196
1907  2  500  000  1.  1.  —  —  925
1902  1  000  0O000  .1.  1.  0  0  —  75
1902  10000  000  1.  5.  1  2  —  85
1885  3721  000  1.  1.)  3½  5  100  102
S30o00  0oo  ’5  5.  —iimp.–-.
1886,  2000  0001.  1.  0  0  10zsfr.  13538sfr
1903  |]  11  495  000/1.  1  3½  3½  l
;  «  j:  92  93
18907.  2250  000,1.  1.  4  5  —  95
1800  4000  000  1.  1..  0  *½v'  —  M  75.—
360  000  o  0  do  t.  —  17  12.—
1898  1  000  000  1.  1  5  10  Südkamerun.  it.  120
1  000  000  o  10  I.  4t.  B.  —  105
1889  2  000  000  1.  10.  0  Guatemala  Plantagen-Gesellschat  —  25
1897  1  153  000  1  1.  1.  0  0  Hanseatische  Kolonisationsgesellschaft.  —  460
1889  3  000  O00  1.  10.  ·0  0  Hanseatische  Plantagengesellschaft  —  30
88  1200  0001.  1.  15  20  Falnit-Gesellschaft,  cEteilte  Aktien  125  —
,  do  enußscheine  .  105  —
1898  604  O000  1.  7.)  0  Kaffee-  Plantage  **  Stamm-Aktien  12  —
447  000  "„  "„  do  ra  Aktien.  —  50
1904  1000000  1.  1.  —  0  K  ks-Akti  .  —  40
1906  83000000  1.  1.  —  4  EEE—  ....  —  85
1903  1000  O000  1.  1.0  —  0  Kautschul-Pflanzung  Mcanja  A.-G.  —  60
1899  1  100  000  1.  7.  0  0  „Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  77  85
1885  ]  6  000  000  1.  4.  ·0  0  Neu  Guinea  Compagnie  Vorzugs-  Anteile  —  93
/  #  ·0  0s  Stamm-Anteile  38.  42
1906  1200000  1.  1  —  —  Zhastu  Kompagnie  —  9
1904  21000000  1.  1  3  3  Ostafrikanische  Eisenbahngesellschaft  Auteilei  .
Ü  Ü  (vom  Deutschen  Reiche  mit  3  Zins  und!.
4  120%  Rückzahlung  garantier  92  93
1900  1  20  000  000  1.  4.  0  0  Otavi-Minen=  und  Eenbnnertiann  100  105
1897  20000  000  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  Concepcion  —  292
1895  1500  000  1.  1.  0  0  Mheinische  haener  biemtngergeuisn,.  4  —  35
1903  800  000  1  .  1.  0  0  Safata-  Samoa-Gesellschaft  .«»—  95
1905,  2  000  000  1.  1.  4  4  Samoa-Kautschuk-  Vonwegnie  ....  m—  7
1897  500  000.1.  11  0  0  Sigi  Pflanzungs-  Gesellschaft  —  100
1900)  500  000  1.  7.  0  0  South  African  Territorics  .  3s8sb  3sb  6  d
189222  000  000  1.  7v.  0  0  South  We#rs  uale  Co.  12  sh  303  sh  6d
1893  D  869  100  1.  4  0  0  „Usambara  Kaffeebaugesellschaft  Sianmn-Katete)  —  30  zsfr.
142260  0  o  VAntcilc1—;sozgfk.
1897  —  1  500  000  1.  1.)0  0  0  Westafrikanische  Pflanzungsgesellseaß.  Bibundi
6  1  T  Ft  amm-Anteile)  80  —
600  o00  0  6  Vorzugs-Anteile  115  —
1897  4  500  000  1.  1.  0  iie  mesen  Pflanzungsgesellschaft  Victoria
i  zusammengelegte  23  50  —
I  o  Vor  ktien  120  —
13957  1  800  —  1.  T  0  0  ee  Handels-  und  suennenbeselicet
"  1  Disseldorf.  )

Zu  jeder  art  von  Auskunft  ist  obenstehendes  Vanthaus  stets  gern  bereit.
        <pb n="1295" />
        W  1178  0

Anzeigen.

hzJuserate  sind  an  die  Gelchaftostelle  des  „Deutschen  Kolonialblattes“,  Berlin  8SW  68,  Kochstraße  68—71,  ——.  So

 

Bekanntmachung.

In  das  Handelsregister  des  unterzeichneten
  Gerichts  ist  in  Abteilung  B
unter  Nr.  15  heute  neu  eingetragen:

Deutsche  Kautschuk-Aktiengesellschaft

  in  Berlin,
Zweigmiederlassung  Duala-Kamerun.
Gegenstand  des  Unternehmens:

Betrieb  von  Plantagenwirtschaft  in
Kamerun,  insbesondere  der  Kautschukkultur;
  des  weiteren  kann  die  Geiell
schaft  Erunvbesitz  pachten,  erwerben
und  verwerten,  auch  gewerbliche  und
Handelögeschäfte  unternehmen,  sich  an
fremden  Unternehmungen  beteiligen
oder  sie  erwerben.

Grund-  *  Stnkabitan

500  000  Mk.  (2500  Inhaberaktien

über  26  Mk.

Vorstand:
Heinrich  Frico  Picht,  Kaufmann,
Berlin.

Prokura:

Prokurist  Max  Zitgow  in  Berlin.
Derselbe  ist  Grmächugt.  lelbständig  die
e  t  zu  vertreten.
Geiellscastsrerurtn  oder  Satzung;
Vertretungebefugnis.
Aktiengesellschaft.

Der  Gesellschaftsvertrag  ist  am
13.  Januar  1907  festgestellt  und  am
18.  März  1907  geändert.

Nach  ihm  wird  die  Gesellschaft  ver
treten,  wenn  der  Vorstand  aus  mehreren
PVersonen  besteht,  von  denzrshlere
mitgliede  allein,  dem  die  Befugnis  ercus
  ist,  die  Gesellschaft  allein  zu  ver-  F.  6.  Helnemann  Erfurt  123.
treten  oder  gemeinschaftlich  von  zwei  #1
Vorstandsmitgliedern  oder  von  einem  Hoflleferentk  Sr.  Mal.  d.Deuisch.Kalsers  u.  Könlgs  v.  Preussen.
Vorstandsmitgliede  und  einem  Prourstanvsmit
  #Kanemuecht.  unst.  u.  Handeispärfnerlg

Generalkatalog  kostenlos  In  deutscher  Ausgabe:  200  eiten,
Das  Vorstandsmitglied  Frico  Licht  600  elgbann  osender,  Teller  lchsnyaan.  *

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TROPEN-ANGO.
zutgee-  für  die  Tropen
länder.
Tes  zust  7  Broschüre

erschienen  und  stel  0P  3
*  gratis  zur  Verfügu

Mrnr

Berhin-Friedenau  94
London  Paris  New  Vork  Chicago.

 

 

 

 

  
  
  
   

ist  ermächtigt,  selbständig  die  Gesell-  englische  und  französische  Ausgabe.
schaft  zu  vertreten.  seemss#ln“  vencklo-  auserilesene
Duala,  den  8.  Oltober  1907.  Erkurter  b#emosesamen-  und

 

Kaiserliches  Bezirksgericht.
2  wüenr,  weeeitbe  .  -
„Bekanntmachung.  dart  Jeersr  gestattet.

Mhiesigen  Handelöregister  ist  bei
der  in  Abteilung  B  Fol.  1  eingetragenen
  Hamburg  Afrika-Gesellschaft

m.  b.  H.  neu  eingetragen  worden:

In  der  Versammlung  der  Gesellschaft
vom  14.  Mai  1907  ist  die  Auflösung
der  Gesellschaft  beschlossen  worden.

Die  Liquidation  erfolgt  durch  den
bisherigen  Geschäftsführer  Hans  Peter

duard  Brettschneider.  Der  Liquidator
  ist  befugt  worden,  das  Geschäft

 

 

 

8

IILIIIX

Siech-Funltte

 

 

D.  R.  G.  M.  169  397

 

 

 

 

##s  XLIXX

 

in  ganzen  mit  Akuven  und  mit  ihren  unverkennbaren  Vorzügen,  Robrin,
  imt  zu  diesem  Zwecke  äeisen  i-  geflochthtuschcnd·I.hnlu,hund  unvemustlchls
offene  Handelsgesellschaft  mit  der  «  D  lielern  in  gangbarsten  Formen
Firma  zu  übertragen.  (iund)  Weltere  Seclaltäten:  Thüringer  Blech-Industrie-Werke
O  ball
Duala,  den  13.  Oktober  1900.  riekdene  Procen##n.  G.  m.  b.  H.,  Ffurt.

 

 

 

Kaiserliches  Bezirksgericht.
        <pb n="1296" />
        Deutsches  Kolonialblatt

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  in  Kfrika  und  in  der  Südsee

BHerausgegeben  im  Reichs-Nolonialamt.

 

 

18.  Jahrgang  Berlin,  den  15.  Dezember  1907.  Uummer  24.
Diese  Senrie  gnerscheint.  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Dertelben  werden  als  Beihefte  belgesüt  die  mindestens
einmal  viertel  erscheinenden:  „NMitteilungen  nus  1#n  deutschen  Schutzgebieten  herauskegeben  von  Dr.  Frei  r
Vv.  Dunckal  n  un  Der  teltåbkltche  Abonnentemsvret  für  das  Kon  onialblau  mit  den  Beiheften  r7*5½!½  beim  Be  EAuce,  Wurch
Post  und  die  Buchhal  M.  3.—  r  Fhshand  durch  die  Verra  agzebuchbandunge  a)  M.  4  für  Demschl  vitar
der  deutschen  Schug  Gln  und  Ofle  etch-Un  aan  b)  M.  5.—  für  dle  gnver  bLes  #s  Weltpostvereins.  —  Euseneonchru  nnd  Aniknq

sind  an  dle  Könlgliche  Hofbuchhandlung  von  rnsi  ir  Mittler  und  Sohn,  vostoere  SWös,  Kochstraße  68—71.  zu  richten.

Inhalt:  Amtlicher  Teil:  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika.  betr.  Dienst=  und  Arbe#tsverträge
  mit  Eingeborenen  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets.  Vom  18.  uguft  1907  S.  1179.  —  Desgleichen
betr.  Maßregeln  zur  Kontrolle  der  Eingeborenen.  Vom  18.  August  1907  S.  1181.  —.  Desgleichen  betr.  die  Paßpflicht
der  Eingeborenen.  Vom  18.  August  1907  S.  1182.  —  Belanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  das  Geldwesen
  im  Schurgebiet  Togo.  Vom  1.  Mai  1907  S.  1184.  —  Desgleichen  betr.  den  Umtausch  von  Nickel-  lund  Kupfermünzen
  gegen  Silbermunzen  und  die  Annahme  von  englischen  Gold=  und  Silbermünzen  bei  den  öffentlichen  Kassen
im  Schutzgebiet  Togo.  Vom  1.  Mai  1007  S.  1185.  Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  beir.  den  Umlauf
der  Maria  Theresien-Taler  im  Schutgebiet  Togo.  Vom  2.  Mai  1907  S.  1185.  —  Desgleichen  betr.  die  Oeranziehung
  der  Eingeborenen  zu  Steuerleistungen.  Vom  20.  September  1907  S.  1180.  Personalien  S.  1186.

Nichtamtlicher  Teil:  Personal-Nachrichten  S.  1190.  Patriotische  Gaben  S.  1191.  —  Danksagung  S.  1191.

Spenden  für  Errichtung  eines  Denkmals  zu  Ehren  der  Geffallenen  von  Südwestafrika  (1.  Liste)  S.  1192.  Zwei
Reden  Seiner  Erzellen;  des  Derrn  Staatssekretärs  des  Neichs-NRolonialamts  Dernburg  über  seine  Reise  nach
Deutsch-Ostafrika  S.  1195.  –

Namerun:  Von  der  Manenguba-Bahn  S.  1207.  —  Von  der  Rüste  bis  an  die  Grenze  Adamana?  S.  1208.

Deutsch-Südwestafrika:  Von  der  Südbahn  S.  1216.

Rolonialwirtschaftliche  Mitteilungen:  Ein  Appell  an  die  deutsche  Baumwollindustrie  S.  1216.  —  Gesellschaft
  Süd-Namerun  S.  1218.—  Aus  dem  „Tropenpflanzer“  S.  1218.

Aus  fremden  Kolonten  und  Produktionsgebicten:  Die  Lobitobahn  in  Toriugirsisch,  Resaftita  (mit
einer  Kartenskizze)  —  Aussichten  der  Reisernte  in  Britisch=  Indien  1907/08  S.  1220.  —  Aussichten  der
Sesamernte  Beltisch-  Wl  190%8  S  1221.  —  Aussichten  der  iinderrohrernte  Fritisch=  e  1907,08  S.  1223.
—  Der  Kautschukmarkt  in  Colombo  S.  1221.  Der  Kakaomarkt  in  Colombo  S.  1224.  —  Der  Kakaoanban  an  der
Goldküsfte  S.  1224.  —  Der  Notanghandel  in  SEingapore  S.  1225.  —  Entwicklung  der  Baumwollspinnereien  im  Amtsbezirl
des  Laiserl.  Konsulats  Atlanta  1906.07  S.  1226.  Goldproduktion  Westaustraliens  im  ersten  Halbjahr  1907  S.  1227
Körderung  der  Landwirtschaft  in  der  oritischen  Nolonie  Sierra  Leone  S.  1227.  —  Konvention  merikanischer  Gummipflanzer
  S.  1228.  —  Der  Handel  über  Port  Elizabeth  im  Jahre  1906  S.  1220.  Handel  Kanadas  1906/07  S.  1229.—
Handel  Jamailas  S.  1230.  —  Tarif  für  Landelalizenzen!  in  Beira  S.  1231.—  Lizenzgebühren  für  Landlungsreisende
Stempelabgabe  für  Zollpapiere  in  Natal  S.  1232.  —  Abkommen  über  vieZ  gegenseitige  Gewährung  von  Vorzug;  zöllen
in  Neuseeland  und  im  Südaustralischen  Jollverein“  S.  1232.  —  Beschränkung  der  Aus  fuhr  von  Straußen,  Straußeeneiern
  und  Stranßenfedern  aus  Britisch=  Ostafrika  S.  1232.  —  Ausdehnung  des  Ausfuhrverbots  für  Strauße  und
Ftraußeneier  Gus  der  Kapkolonie  auf  weitere  Gebiete  S.  1233.  —  Ausfuhrverbot  für  Stranße  und  Straußeneier  aus
Natal  S.  1233.  —  Gesetz  zur  Verhinderung  eines  Monopols  im  Fleischhandel  in  der  bapfolonie  1233.—  Vorschriften
für  die  Verpackung,  den  Transport  usw.  von  Erplosivstojfen  in  der  Oranjeflußkolonie  S.  1233.  —  Zoll  auf  Weingeist
zu  pharmazeutischen  Zwecken  in  Lourenco  Marques  S.  1233.  Aufhebung  der  Zollfreiheit  für  lebende  Tiere  in
Neu-Kaledonien  S.  1231.

Verschiedene  Mitteilungen:  Projekt  einer  Eisenbahn  auf  den  Tafelberg  bei  Lapftadt  S.  1234.  —  Literatur

23414.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  1236.  Schiffsbewegungen  S.  1239.  —  nAurse  deutscher  Molonialwerte
1241.  —  Anzeigen.

ä%E&amp;amp;iièg66I  Amt  ähr  Teilrrrmm.

6%%

Gesetze;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  Dienst.  und  Krbeitsverträge
  mit  Eingeborenen  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets.
Vom  18.  August  1907.
Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  sowie
des  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betr.  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas

und  der  Südsee,  wird  hiermit  für  den  Bereich  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  verordnet,
was  folgt:
        <pb n="1297" />
        W  1180  20

§5  1.  Verträge  mit  Eingeborenen,  die  das  vierzehnte  Lebensjahr  überschritten  haben,  über
Dienst=  oder  Arbeitsleistungen  (Dienstverträge),  erlangen,  sofern  sie  auf  längere  als  einmonatige
Dauer  abgeschlossen  werden,  ihre  Gültigkeit  erst  durch  Aushändigung  eines  von  der  zuständigen
Polizeibehörde  ausgefertigten  Dienstbuches  an  den  Dienstherrn.  Die  Polizeibehörde  hat  sich  vor
Aushändigung  des  Dienstbuches  zu  vergewissern,  daß  der  Eingeborene  nicht  noch  durch  einen
früheren  Dienstvertrag  gebunden  ist  und  daß  der  Inhalt  des  Vertrages  dem  Dienstverpflichteten
genügend  verständlich  geworden  ist  und  seine  Zustimmung  gefunden  hat.  Über  die  Aushändigung
des  Dienstbuches  ist  seitens  der  Polizeibehörde  ein  Vermerk  in  das  Dienstbuch  zu  machen.

fta  Abschluß  eines  Dienstvertrages  ist  in  dem  Eingeborenen-Register  (§  3  der  Verordnung
betr.  Maßregeln  zur  Kontrolle  der  Eingeborenen  vom  18.  August  1907)  bei  dem  Namen  des  verpflichteten
  Eingeborenen  zu  vermerken.

2.  Das  Dienstbuch,  dessen  Titel  neben  dem  Namen  des  Eingeborenen  auch  dessen
Stammeszugehörigkeit  und  die  Nummer  seiner  Paßmarke  anzugeben  hat,  muß  enthalten:
.  den  Namen  des  Dienstherrn;
.  den  Tag  des  Dienstantritts;
.  die  Dauer  des  Dienstverhältnisses  und  die  Kündigungsfrist,  wo  eine  solche  vereinbart
  ist;
die  Höhe  und  Art  der  dem  Eingeborenen  zu  gewährenden  Vergütung.

3.  In  Bezirken,  in  denen  wegen  weiter  Entfernung  der  Polizeistationen  die  Durchführung
  der  Vorschrift  des  §  1  erheblichen  Schwierigkeiten  begegnen  würde,  kann  durch  Verfügung
des  Gouverneurs  an  Stelle  des  Dienstbuchs  ein  vom  Dienstherrn  und  Dienstverpflichteten  unterzeichneter
  schriftlicher  Vertrag  treten,  von  dem  der  Dienstverpflichtete  eine  Abschrift  zu  erhalten  hat.

Ist  der  Dienstverpflichtete  nicht  imstande,  die  Sprache  des  Dienstherrn  zu  verstehen,  so  ist
ihm  der  Inhalt  des  Vertrages  durch  einen  Dolmetscher  zu  erklären  und  daß  dies  geschehen,  vom
Dienstherrn  unter  der  Vertragsurkunde  zu  vermerken.

Abschrift  der  Vertragsurkunde  ist  dem  zuständigen  Bezirks=  oder  Distriktsamt  zur  Genehmigung
  einzureichen.

§5  4.  Kein  Eingeborener,  der  das  vierzehnte  Lebensjahr  überschritten  hat,  darf  ein  neues
Dienst=  oder  Arbeitsverhältnis  eingehen  oder  seinen  bisherigen  Beschäftigungsort  ohne  schriftliche
Erlaubnis  seines  Dienstherrn  verlassen,  bevor  die  zuständige  Polizeibehörde  in  seinem  Dienstbuche
die  Beendigung  des  bisherigen  Dienstverhältnisses  vermerkt  und  ihm  das  Dienstbuch  ausgehändigt
hat.  Der  Dienstherr  ist  verpflichtet,  das  Dienstbuch  vor  Ablauf  des  Dienstvertrages  der  zuständigen
Polizeibehörde  unter  Angabe  des  Beendigungsgrundes  des  Dienstverhältnisses  einzureichen.

ist  an  Stmelle  des  Dienstbuches  ein  schriftlicher  Vertrag  getreten,  so  darf  der  Eingeborene
ein  neues  Dienst=  oder  Arbeitsverhältnis  nicht  eingehen,  bevor  ihm  von  dem  Dienstherrn  die  Vertragsurkunde
  mit  einem  Vermerk  über  Beendigung  des  Dienstverhältnisses  ausgehändigt  worden  ist.
Daß  dies  geschehen  ist,  hat  der  Dienstherr  nach  Ablauf  des  Dienstvertrages  der  zuständigen  Polizeibehörde
  unter  Angabe  des  Grundes  der  Lösung  des  Dienstverhältnisses  alsbald  mitzuteilen.

§5  5.  Dienst=  und  Arbeitsverträge  mit  Eingeborenen  dürfen  auf  längere  als  einjährige
Dauer  nicht  geschlossen  werden.

Wird  ein  über  einen  Monat  hinausgehendes  Dienst=  oder  Arbeitsverhältnis  nach  Ablauf
der  vereinbarten  Zeit  fortgesetzt,  so  gilt  der  Vertrag,  wenn  nicht  eine  andere  Vereinbarung  getroffen
worden  ist,  als  für  die  gleiche  Zeit  erneuert,  für  die  er  bisher  geschlossen  war.  In  einem  solchen
Falle  ist  ein  Vermerk  über  die  Verlängerung  des  Dienstverhältnisses  von  dem  Dienstherrn  in  das
Dienstbuch  einzutragen.  Dieser  Vermerk  ist  von  dem  Dienstherrn  und  dem  Eingeborenen  zu  unterzeichnen.

§  6.  Der  Dienstherr  ist  zur  Entlassung  des  eingeborenen  Bediensteten  vor  Ablauf  der
vertragsmäßigen  Dienstzeit  wie  auch  ohne  Einhaltung  der  etwa  vereinbarten  Kündigungsfrist  berechtigt,
  wenn  ein  wichtiger  Grund  dafür  vorliegt.  Als  solcher  ist  insbesondere  anzusehen:

d  "o  —

1.  wiederholter  Ungehorsam;

2.  Aufreizung  zum  Ungehorsam;

3.  Diebstahl;

4.  Weglaufen;

5.  eine  durch  eigenes  Verschulden  herbeigeführte  längere  Arbeitsunfähigkeit;

6.  eine  länger  als  vier  Wochen  anhaltende  Erkrankung.

§5  7.  Der  Eingeborene  kann  den  Dienstvertrag  vor  Ablauf  der  vereinbarten  Dienstzeit  wie

auch  ohne  Einhaltung  einer  etwa  vereinbarten  Kündigungsfrist  auflösen:
        <pb n="1298" />
        W  1181  2#

1.  wegen  grober  Mißhandlung;
2.  wegen  grober  Verletzung  der  dem  Dienstherrn  nach  dieser  Verordnung  oder  nach  dem

Dienstvertrag  obliegenden  Verpflichtungen.

§  8.  Der  Dienstherr  ist  berechtigt,  die  Lohnvergütung  eines  in  seinem  Dienste  erkrankten
Eingeborenen  der  geringeren  Arbeitsleistung  entsprechend  zu  kürzen.  Ihm  liegt  jedoch  die  Pflicht
ob,  einen  solchen  Eingeborenen  bis  zur  Beendigung  des  Dienstverhältnisses  kostenlos  mit  den  erforderlichen
  Arzneien,  Verbandmitteln  und  der  üblichen  Verpflegung  zu  versehen.

Der  eingeborene  Bedienstete,  der  vor  Ablauf  der  Dienstzeit  ohne  gesetzmäßige  Ursache
den  Dienst  verläßt,  kann  auf  Antrag  des  Dienstherrn  behördlicherseits  durch  Zwangsmittel  zur  Fortsetzung
  der  Arbeit  angehalten  werden.  Hieran  ändert  der  Umstand  nichts,  daß  er  inzwischen  ein
neues  Arbeits=  oder  Dienstverhältnis  eingegangen  ist.

10.  Der  Dienstherr,  welcher  seinen  eingeborenen  Bediensteten  vor  Ablauf  der  Dienstzeit
ohne  gesetzmäßige  Ursache  gegen  dessen  Willen  entläßt,  ist  verpflichtet,  ihn  angemessen  zu  entschädigen.
11.  Wer  einen  Eingeborenen,  von  dem  er  weiß,  daß  er  noch  durch  einen  Dienstvertrag
gebunden  ist,  in  seine  Dienste  nimmt,  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  600  Mk.  bestraft.
5  12.  Zuwiderhandlungen  Weißer  gegen  die  Vorschriften  der  §§  3  Absatz  2  und  3,  4
Absaß  1  letzter  Satz  und  Absatz  2  letzter  Satz  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  150  Mk.  bestraft.
Gegen  Eingeborene  tritt  in  den  genannten  Fällen  Bestrafung  nach  Maßgabe  der  für  die
Eingeborenen  geltenden  Bestimmungen  ein.
8  Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Oktober  1907  in  Kraft.
Windhnk,  den  18.  August  1907.
Der  Kaiserliche  Unterstaatssekretär
beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Gouvernementsgeschäfte:
v.  Lindequist.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  (Daßregeln
zur  Kontrolle  der  Eingeborenen.
«  Vom  18.  August  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  sowie
des  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betr.  die  seemannsamtlichen
und  konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den.  Schutzgebieten  Afrikas
und  der  Südsee,  wird  hiermit  für  den  Bereich  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets  verordnet,
was  folgt:

§5  1.  Eingeborene  können  nur  mit  Genehmigung  des  Gonverneurs  Rechte  oder  Berechtigungen
  an  Grundstücken  erwerben.

Den  Eingeborenen  ist  das  Halten  von  Reittieren  oder  Großvieh  nur  mit  Genehmigung
des  Gonverneurs  gestattet.

Diese  Vorschrift  findet  keine  Anwendung  auf  die  Bastards  von  Rehoboth,  insoweit  sie  im
Distrikt  Rehoboth  wohnen  und  ihr  VBieh  haben.

Die  Eingeborenen  werden  in  ein  von  der  Aufsichtsbehörde  für  Eingeborene  (vgl.  §  5)
geführtes  Eingeborenenregister  eingetragen.

Sie  haben  den  zu  diesem  Zweck  ergehenden  Anordnungen  der  Aufsichtsbehörde  Folge  zu  leisten.

§*  4.  Eingeborene,  die  herumstreichen,  können,  wenn  sie  ohne  nachweisbaren  Unterhalt
sind,  als  Landstreicher  bestraft  werden.

5  5.  Namens  des  Gounverneurs  wird  bis  zur  Ernennung  besonderer  Eingeborenen-Kommissare
  die  Oberaufsicht  über  die  Werften  und  die  Lebensverhältnisse  der  Eingeborenen  von  dem  zuständigen
  Bezirksamtmann  geführt,  der  sich  dabei  unter  seiner  eigenen  Verantwortung  der  Mitwirkung
  der  ihm  unterstehenden  Distriktschefs  und  Stationsleiter  bedient.  In  selbständigen  Distrikten
tritt  an  die  Stelle  des  Bezirksamtmanns  der  Distriktschef.

Von  der  Errichtung  einer  Werft  auf  einem  Grundstück,  das  vom  Eigentümer  oder
sonst  Berechtigten  bewohnt  oder  unter  Bewirtschaftung  genommen  ist,  hat  dieser  unter  Angabe  der
Zahl  der  in  der  Werft  wohnenden  eingeborenen  Familien  oder  Einzelpersonen  der  zuständigen  Aufsichtsbehörde
  Anzeige  zu  machen.
        <pb n="1299" />
        1182

87.  Mehr  als  zehn  eingeborenen  Familien  oder  einzelnen  eingeborenen  Arbeitern  darf
das  Wohnen  auf  einem  solchen  Grundstück  nicht  gestattet  werden.

Eine  Uberschreitung  dieser  Zahl  ist  nur  mit  Zustimmung  der  Ausfsichtsbehörde  zulässig.  Die
Zustimmung  kann  an  Bedingungen  oder  Auflagen  geknüpft  werden.

Bezüglich  der  außerhalb  bewohnter  und  bewirtschafteter  Grundstücke  lebenden  Eingeborenen
  bestimmt  die  Aufsichtsbehörde  den  Ort  der  Niederlassung  und  die  Zahl  der  Familien,  die
dort  zusammenwohnen  dürfen.

Hierunter  fallen  insbesondere  die  in  der  Nähe  von  größeren  Ortschaften  errichteten  Werften.

Es  bleibt  der  Aufsichtsbehörde  überlassen,  für  größere  Ortschaften  ihres  Bezirks  oder  Distrikts
Bestimmungen  zu  treffen,  wonach  sich  die  dort  wohnhaften  Eingeborenen  in  der  Zeit  zwischen  9  Uhr
abends  und  4  Uhr  morgens  auf  ihrer  Werft  zu  befinden  haben.

§*  9.  Die  Aufsichtsbehörde  hat  die  Verwaltungstätigkeit  der  mit  der  örtlichen  Aufsicht  über
die  Werften  betrauten  Personen  (§  10  ff.)  zu  überwachen,  und  insbesondere  die  im  allgemeinen
Interesse  liegenden  Anordnungen  zur  Regelung  der  Arbeitsverhältnisse,  zur  Herbeiführung  eines  guten
Gesundheitszustandes  und  zur  Aufrechterhaltung  der  Ordnung  unter  den  Eingeborenen  zu  erlassen.

§5  10.  Die  örtliche  Aufsicht  über  Eingeborenen-Werften,  die  sich  auf  Regierungsland  und
solchem  Land  befinden,  das  noch  nicht  vom  Eigentümer  oder  sonst  Berechtigten  bewohnt  oder  unter
Bewirtschaftung  genommen  ist,  wird  von  den  Organen  der  Aufsichtsbehörde  ausgeülbt.

Die  örtliche  Aufsicht  über  andere  Werften  (Privatwerften)  ist  Sache  des  auf  dem
Grundstücke  ansässigen  Dienstherrn  der  Eingeborenen  oder  dessen  Stellvertreters.

5  12.  Derjenige,  dem  die  örtliche  Aufsicht  über  eine  Privatwerft  obliegt,  hat  für  den
Gesundheitszustand  und  für  die  Aufrechterhaltung  der  Ordnung  auf  der  Werft,  sowie  für  die  Beobachtung
  der  Vorschriften  dieser  Verordnung  durch  die  Eingeborenen  Sorge  zu  tragen.

Er  hat  ein  genaues  Verzeichnis  der  seiner  Aufsicht  unterstellten  Eingeborenen  -Behausungen
zu  führen  und  darin  die  Namen  und  Beschäftigungen  der  Bewohner  und  die  Nummern  ihrer  Paßmarken
  anzugeben.

8  13.  Die  mit  der  Werftaufsicht  betraute  Person  soll  sich  im  Verkehre  mit  den  Bewohnern
der  ihm  unterstellten  Werft  in  der  Regel  der  Vermittlung  eines  Vormannes  bedienen,  den  er  aus
der  Zahl  der  Eingeborenen  ernennt  und  der  für  das  Verhalten  der  Werft  verantwortlich  zu  machen  ist.

Bei  der  Bestellung  des  eingeborenen  Vormanns  sollen  tunlichst  die  Wünsche  der  ihm  zu
unterstellenden  Eingeborenen  berücksichtigt  werden.

§  14.  Die  Aussichtsbehörde  ist  berechtigt  und  verpflichtet,  die  Verhältnisse  der  Eingeborenen
einer  Privatwerft  in  gewissen  Zeitabständen  einer  genauen  Prüfung  zu  unterziehen  und  etwaige
Mißstände  abzustellen.

Sie  hat  ferner  die  Richtigkeit  der  durch  §  12  angeordneten  Verzeichnisse  mindestens  einmal
jährlich  zu  kontrollieren  und,  daß  dies  geschehen,  unter  Angabe  des  Orts  und  Datums  auf  dem  Verzeichnis
  zu  vermerken.

§  15.  Eingeborene,  die  den  ihnen  durch  Vorschriften  dieser  Verordnung  auferlegten  Verpflichtungen
  nicht  nachkommen,  werden  nach  Maßgabe  der  für  sie  geltenden  Bestimmungen  bestraft.

§  16.  Zuwiderhandlungen  Weißer  gegen  §§  6,  7  Absatz  1  und  §  12  Absatz  2  werden
mit  Geldstrafe  bis  zu  300  Mk.  bestraft.

*  17.  Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Oktober  1907  in  Kraft.

Windhuk,  den  18.  Angust  1907.
Der  Kaiserliche  Unterstaatsse  kretär
beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Gouvernementsgeschäfte:
v.  Lindegquist.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Südwestafrika,  betr.  die  Daßpflicht  der
Eingeborenen.
Vom  18.  August  1907.  "
Auf  Grund  des  §5  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  sowie  des
*  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903,  betr.  die  seemannsamtlichen  und
konsularischen  Befugnisse  und  das  Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und
der  Südsee,  wird  hiermit  für  den  Bereich  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  verordnet,  was  folgt:
        <pb n="1300" />
        W  1183  20

§  1.  Alle  Eingeborenen  im  Schutzgebiet  sind  paßpflichtig.  Ausgenommen  sind:

1.  Kinder  unter  7  Jahren,

2.  die  Bastards  von  Rehoboth,  solange  sie  innerhalb  dieses  Distrikts  ihren  Wohnsitz  haben,

3.  solche  Bastards,  die  eine  fremde  Staatsangehörigkeit  besitzen  und  nach  dem  Rechte  ihres

Staates  nicht  als  Eingeborene  gelten.

8  2.  Die  Paßpflichtigen  haben  sich  unverzüglich  nach  dem  Inkrafttreten  dieser  Verordnung
zur  Entgegennahme  einer  Paßmarke  bei  der  für  ihren  Wohnort  zuständigen  Polizeistation  zu  melden.
Sie  haben  die  Paßmarke  stets  bei  sich  zu  tragen  und  sie  den  Polizeiorganen  sowie  jedem  Weißen
auf  Verlangen  vorzuzeigen.

3.  Will  der  Paßpflichtige  den  Distrikt  oder,  falls  der  Bezirk,  in  dem  er  wohnt,  nicht  in
Distrikte  eingeteilt  ist,  den  Bezirk  verlassen,  so  hat  er  sich  von  der  zuständigen  Polizeistation  einen
Reisepaß  ausstellen  zu  lassen  und  falls  er  nicht  wieder  zurückzukehren  beabsichtigt,  seine  Paßkarte  dort
abzugeben.  Nach  der  Rückkehr  in  den  bisherigen  Distrikt  oder  Bezirk  hat  er  den  Reisepaß  baldmöglichst
  an  die  nächste  Polizeistation  zurückgelangen  zu  lassen.  Will  er  sich  in  einem  anderen
Bezirk  oder  Distrikt  dauernd  niederlassen,  so  hat  er  den  Reisepaß  gegen  eine  neue  Paßmarke  umzutauschen.


ch  Paßmarke  sowohl  wie  Reisepaß  dürfen  nur  auf  den  Namen  einer  Person  lauten.

§  4.  Eines  Reisepasses  bedürfen  nicht  die  Bediensteten  einer  weißen  Dienstherrschaft,  wenn
sie  in  deren  Auftrage  oder  Begleitung  reisen  und  in  ersterem  Falle  im  Besitze  einer  von  der  Dienstherrschaft
  ausgestellten  Bescheinigung  sind,  die  nach  Form  und  Inhalt  dem  für  Reisepässe  vorgeschriebenen
  Muster  entspricht.

§5  5.  Dem  Eingeborenen  kann  aus  wichtigen  Gründen  das  Verlassen  seines  Distrikts  oder
Bezirks  untersagt  und  die  Ausstellung  eines  Reisepasses  verweigert  werden.

6.  Die  Polizeistation  soll  vor  Ausstellung  eines  Reisepasses  sich  Gewißheit  darüber  verschaffen,
  ob  der  betreffende  Eingeborene  noch  in  einem  Dienst=  oder  Arbeitsverhältnis  steht  oder  nicht.

§*  7.  Einem  Eingeborenen,  dessen  Dienst=  oder  Arbeitsvertrag  noch  nicht  abgelaufen  ist,
darf  ein  Reisepaß  nicht  ausgestellt  werden,  es  sei  denn,  daß  der  Dienstherr  sein  schriftliches  Einverständnis
  hierzu  erklärt.

8.  Verlorene  und  unkenntlich  gewordene  Paßmarken  und  Reisepässe  sind  unverzüglich
bei  der  zuständigen  Polizeistation  durch  neue  zu  ersetzen,  und  zwar  verlorene  gegen  Entrichtung  einer
Gebühr  von  1  Mk

9.  Zur  Ablieferung  der  Paßmarke  oder  des  Reisepasses  eines  Verstorbenen  an  die  nächste
Polizeistation  sind  folgende  Personen  der  Reihenfolge  nach  verpflichtet:
der  bisherige  Dienstherr,
der  Stammesälteste,
der  Vormann  oder  der  Wertftälteste,
die  erwachsenen  Kinder,  die  Eltern,  die  Geschwister  des  Verstorbenen  der  Reihenfolge  nach,
diejenigen  Personen,  die  seine  Behausung  geteilt  oder,  falls  der  Tod  auf  der  Reise  eintrat,
  ihn  begleitet  haben.

5  10.  Die  Paßmarke  besteht  in  einem  sichtbar  zu  tragenden  Metallstück,  welches  außer
seiner  Bezeichnung  als  Paßmarke  die  Reichskrone,  den  Namen  des  Distrikts  oder  Bezirks  und  die
laufende  Nummer  aufweist.

Die  Nummer  der  Paßkarte  stimmt  mit  der  Nummer  überein,  unter  welcher  ihr  Inhaber  in
dem  Eingeborenen-Register  der  Aufsichtsbehörde  (vgl.  §  3  der  Verordnung,  betr.  Maßregeln  zur
Kontrolle  der  Eingeborenen,  vom  18.  August  1907)  eingetragen  ist.

§  11.  Der  Reisepaß  wird  nach  folgendem  Muster  ausgestellt:

SOr  id  —

Eingeborenen-Reisepaß.
Deutsch-Südwestafrika.
Ordnungsnummer:  .

.  Namc  des  Inhabers  (einschließlich  Beinam)nn  í  .  E
.  Stammeszugehörigkeit
.  Wohnottt:.
.  Nummer  der  Pabz#marke  (nur  falls  Rückkehr  beabsichtigt)

Dienstverhältnis  (eventuell  zu  streichnn  ,

 

S  P  S—
        <pb n="1301" />
        W  1184  2

 

 

 

 

6.  Reiseziel  (nebst  Vermerk,  ob  Rückkehr  beabsichtigt)  E
7.  Reiseroute

8.  Reisezweck

9.  Reisezeit  und  Tag  der  Abreise

10.  Führt  mit  sich:  (Zahl  und  Bezeichnung  des  Viehs  usw.)

Ausgefertigt  den  190
Unterschrift  des  Beamten.  (Dienststempel.)

§  12.  Eine  Paßmarke  ist  nur  gültig  für  den  Distrikt  oder  Bezirk,  der  auf  ihr  vermerkt  ist;
ein  Reisepaß  nur  sür  die  darin  angegebene  Zeit  und  Route.

13  r  Inhaber  eines  Reisepasses  oder  einer  Bescheinigung  gemäß  §  4  dieser  Verordnung,
  der  in  den  Distrikt  oder  Bezirk,  in  welchem  er  bisher  wohnhaft  war,  zurückzukehren  beabsichtigt,
  muß  das  Eintreffen  am  Ziel  der  Reise  durch  die  Person,  zu  der  er  sich  begeben  wollte,  falls
diese  ein  Weißer  ist,  in  allen  übrigen  Fällen  durch  einen  dort  befindlichen  Beamten  oder,  wenn  ein
solcher  nicht  vorhanden,  durch  einen  sonstigen  Weißen  auf  der  Rückseite  des  Reisepasses  oder  der
Bescheinigung  vermerken  lassen.

Diese  Personen  sind  zur  Erteilung  eines  bezüglichen  Vermerks  verpflichtet.

5  14.  Es  ist  verboten,  einem  paßpflichtigen  Eingeborenen,  der  nicht  im  Besitze  einer  gültigen
  Paßmarke  oder  eines  gültigen  Reisepasses  ist,  Dienst,  Unterkunft,  Unterhalt  oder  solche  Unterstützung
  zu  gewähren,  die  der  Verletzung  der  Paßvorschriften  durch  den  Eingeborenen  Vorschub
leisten  könnte.

§5  15.  Das  Verabfolgen  von  Eisenbahn=  oder  Schiffsfahrkarten  an  Eingeborene  ohne  gültigen
  Paß  ist  verboten.

§5  16.  Jeder  paßpflichtige  Eingeborene  kann  von  jedem  Weißen  angehalten  und,  wenn
er  ohne  gültigen  Paß  betroffen  wird,  dem  nächsten  Polizeibeamten  übergeben  werden.  Ist  ein
Polizeibeamter  nicht  in  der  Nähe  und  wird  der  Festgenommene  infolgedessen  wieder  losgelassen,  so
ist  der  nächsten  Polizeistation  oder  Polizeipatronille  bei  erster  Gelegenheit  Anzeige  zu  erstatten.

Wird  der  Eingeborene  der  Zuwiderhandlung  gegen  die  Vorschriften  der  §§  2,  3,  13  schuldig
befunden,  so  wird  er  nach  den  für  die  Bestrafung  Eingeborener  geltenden  Bestimmungen  bestraft.
Für  die  Beobachtung  dieser  Vorschriften  durch  Kinder  zwischen  7  und  14  Jahren  sind  die  Eltern
oder  sonstigen  Aufsichtspersonen  verantwortlich.

Eine  weitere  Bestrafung  auf  Grund  des  §  4  der  Verordnung,  betr.  Maßregeln  zur  Kontrolle
  der  Eingeborenen,  vom  18.  August  1907  wird  hierdurch  nicht  ausgeschlossen.

Daneben  hat  der  schuldige  Eingeborene  die  durch  seine  Ergreifung  und  Ablieferung  entstandenen
  Kosten  zu  tragen.

.Zuwiderhandlungen  gegen  die  Vorschriften  der  §§  9,  13  Absatz  2,  14,  15,  auch
wenn  sie  au  Fahrlässigkeit  bernhen,  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  600  Mi.  bestraft,  an  deren  Stelle,
wofern  der  Zuwiderhandelnde  ein  Eingeborener  ist,  Bestrafung  nach  den  für  diese  geltenden  Bestimmungen
  treten  kann.

Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Oktober  1907  in  Kraft.

Mit  dem  Tage  des  Inkrafttretens  sind  die  in  den  einzelnen  Bezirken  erlassenen  Vorschriften,
welche  eine  Paßpflicht  der  Eingeborenen  zum  Gegenstand  haben,  aufgehoben.

Windhuk,  den  18.  August  1897.

Der  Kaiserliche  Unterstaatssekretär
beauftragt  mit  Wahrnehmung  der  Gonvernementsgeschäfte:
v.  Lindegquist.

Bekanntmachung  des  Couverneurs  von  Logo,  betr.  das  Geldwesen  im  Schutzgebiet  Togo.
Vom  1.  Mai  1907.

Die  Verordnung  des  Reichskanzlers,  betr.  das  Geldwesen  der  Schutzgebiete  außer  Deutsch-Ostafrika
  und  Kiautschon,  vom  1.  Februar  1905  beutcches  Kolonialblatt  Seite  103)  wird  in  Ausführung
  des  §  8  Ziffer  5  dieser  Verordnung  mit  dem  1.  Juni  1907  in  Kraft  gesetzt.

Lome,  den  1.  Mai  1907.
Der  Gonverneur.
Graf  Zech.
        <pb n="1302" />
        G  1185  2

Bekanntmachung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  den  Umtausch  von  nickel-  und
kRupfermünzen  gegen  Silbermünzen  und  die  Annahme  von  englischen  CGold-  und
Silbermünzen  bei  den  öffentlichen  Kassen  im  Schutzgebiet  Logo.

Vom  1.  Mai  1907.

Auf  Grund  der  §8§  3  und  8  der  Verordnung  des  Reichskanzlers,  betr.  das  Geldwesen  der
Schutzgebiete  außer  Deutsch-Ostafrika  und  Kiautschon  vom  1.  Februar  1905,  wird  hiermit  folgendes
bekannt  gemacht:

§5  1.  Die  Gouvernements-Hauptkasse  in  Lome  sowie  die  Geschäftsstellen  der  Deutsch-Westafrikanischen
  Bank  werden  Reichssilbermünzen  auf  Verlangen  gegen  Einzahlung  von  Nickel=  und
Kupfermünzen  in  Beträgen  von  mindestens  100  Mk.  verabfolgen.

§  2.  Die  Einlieferung  der  umzutanschenden  Münzen  hat  in  kassenmäßig  formierten  Beuteln,
deren  Inhalt  bei  Nickelmünzen  100  Mk.  und  bei  Kupfermünzen  20  Mk.  zu  betragen  hat,  zu  erfolgen.

3.  Die  Auszahlung  des  Gegenwertes  in  Silber  an  den  Einlieferer  erfolgt  nach  bewirkter
  Durchzählung  der  eingelieferten  Beutel,  welche  von  den  genannten  Kassen  in  der  Regel
sofort,  spätestens  aber  binnen  5  Tagen  nach  der  Einlieferung  zu  bewirken  ist.

§  4.  Englische  Gold=  und  Silbermünzen  werden  bis  auf  weiteres  von  den  öffentlichen
Kassen  des  Schutzgebiets  nach  dem  Wertverhältnis  von  1  Pfund  Sterling  gleich  20  Mk.  in  Zahlung
genommen.

§  5.  Diese  Bekanntmachung  tritt  mit  dem  1.  Juni  1907  in  Kraft.

Lome,  den  1.  Mai  1907.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Verordnung  des  Gouverneurs  von  Togo,  betr.  den  Umlauf  der  Maria  Theresien-Taler#
im  Schutzgebiet  Togo.
Vom  2.  Mai  1907.

Auf  Grund  des  §  5  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichsgesetzblatt  1900  S.  813),  des  §  5  der
Verfügung  des  Reichskanzlers,  betr.  die  seemannsamtlichen  und  konsularischen  Befugnisse  und  das
Verordnungsrecht  der  Behörden  in  den  Schutzgebieten  Afrikas  und  der  Südsee  vom  27.  September
1903  und  des  §  8  der  Verordnung  des  Reichskanzlers,  betr.  das  Geldwesen  der  Schutzgebiete  außer
Deutsch-Ostafrika  und  Kiautschon,  vom  1.  Februar  1905  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:

§  1.  Maria  Theresien-Taler  dürfen  in  das  Schutzgebict  nur  mit  Genehmigung  des  Gouverneurs
  eingeführt,  daselbst  aber  weder  in  Zahlung  gegeben  noch  genommen  werden.

Zuwiderhandlungen  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  500  Mk.,  an  deren  Stelle  im  Unvermögensfalle
  Haft  tritt,  bestraft.  Daneben  ist  auf  Einziehung  der  eingeführten  oder  in  Zahlung
gegebenen  bezw.  genommenen  Maria  Theresien-Taler  zu  erkennen.

8  Dese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Juni  1907  in  Kraft.

Lome,  den  2.  Mai  1907.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

Verordnung  des  GCouverneurs  von  Togo,  betr.  die  Heranziehung  der  Eingeborenen
Ju  Steuerleistungen.
Vom  20.  September  1907.

Auf  Grund  des  §  15  des  Schutzgebietsgesetzes  (Reichs-Gesetzbl.  1900,  Seite  813)  in  Verbindung
  mit  §  5  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  27.  September  1903  (Kolonialblatt
Seite  509)  wird  folgendes  verordnet:

*s  1.  Die  Eingeborenen  dürfen  durch  die  Verwaltungsbehörden  nach  Maßgabe  der  folgenden
Bestimmungen  zu  Steuerleistungen  herangezogen  werden.

§  2.  Die  Stenerleistungen  bestehen  in  Steuerarbeiten,  Lieferung  von  Erzeugnissen  und
Geldabgaben.
        <pb n="1303" />
        W  1186  20

Das  Reinigen  der  Wege  ist  Sache  der  anliegenden  Gemeinden  und  nicht  als  Steuerleistung
anzusehen.

§*  3.  Die  zu  leistenden  Steuerarbeiten  werden  von  den  Verwaltungsbehörden  festgesetzt
und  möglichst  gleichmäßig  auf  die  einzelnen  Land=  und  Ortschaften  verteilt.

u  den  Steuerarbeiten  dürfen  in  der  Regel  nur  erwachsene  männliche  Eingeborene,  welche

völlig  arcsitefhi  sind,  herangezogen  werden.

Während  der  Hauptfarmzeit  sind  Steuerarbeiten  auf  das  unbedingt  notwendige  Maß  zu
beschränken.

§  4.  Die  Zahl  der  von  einem  Eingeborenen  zu  leistenden  Arbeitstage  darf  12  in  jedem
Jahre  nicht  übersteigen.  Nur  in  Notfällen  ist  eine  stärkere  Heranziehung  zu  Stenerarbeiten  zulässig.
Jeder  Eingeborene  ist  berechtigt,  die  Steuerarbeit  durch  eine  Geldabgabe  abzulösen.  Die  Höhe  der
Geldabgabe  ist  nach  den  örtlichen  Arbeitslöhnen  zu  berechnen

5.  Für  die  Steuerarbeiten  wird  im  Agemezeon  ein  Entgelt  nicht  gewährt.  Jedoch  sind
Belohnungen  an  die  Häuptlinge  und  Steuerarbeiter  durch  Geld=  oder  sonstige  Geschenke  zulässig.

6.  Ist  die  Entfernung  der  Arbeitsstelle  von  den  Wohnplätzen  der  Stenerarbeiter  so
erheblich,  daß  die  Verpflegung  durch  die  Angehörigen  mit  Schwierigkeiten  verbunden  ist,  so  ist  ein
zur  Beschaffung  der  Nahrung  ausreichendes  Verpflegungsgeld  zu  zahlen.  An  Stelle  des  Verpflegungsgeldes
  kann  Naturalverpflegung  treten,  welche  nach  Maßgabe  der  Vorschriften  des  §  8  beschafft
werden  da  arf.

7.  Die  Verwaltungsbehörden  haben  über  die  innerhalb  ihres  Bezirks  geleisteten  Steuerarbeiten
  Listen  zu  führen,  in  welche  einzutragen  sind:

die  zu  den  Stenerarbeiten  herangezogenen  Ortschaften,
b)  die  Zahl  der  in  denselben  vorhandenen  arbeitsfähigen  Männer,
JP)  die  von  den  einzelnen  Ortschaften  geleisteten  Arbeitstage,
d)  die  ausgeführten  Arbeiten,
e)  die  gewährten  Geschenke  und  Verpflegungsgelder.
§  8.  Auf  die  Lieferung  von  Erzengnissen  finden  die  Bestimmungen  der  §8§  3,  4,  5  und  7
über  Steuerarbeiten  entsprechende  Anwendung.
Die  gelieferten  Erzeugnisse  sind  in  den  gemäß  §  7  geführten  Listen  nach  einem  von  der
Verwaltungsbehörde  zu  bestimmenden  Wertverhältnis  an  Stelle  der  Arbeitstage  anzurechnen.

9.  Die  Einwohner  der  Orte  Lome  und  Anecho  sowie  etwa  später  vom  Gouvernement
zu  bestimmender  Ortschaften  sollen  an  Stelle  von  Steuerarbeiten  und  Lieferungen  zu  Geldabgaben
nach  näherer  Bestimmung  des  Gouvernements  herangezogen  werden.

§  10.  Der  Gouverneur  kann  Befreiungen  von  den  Stenerleistungen  eintreten  lassen.
§5  11.  Die  Verordnung  tritt  am  1.  April  1908  in  Kraft.

Lome,  den  20.  September  1907.
Der  Gouverneur.
Graf  Zech.

 

Dersonalien.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  November  1907.

Am  30.  November  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  Dezember  d.  Is.
im  Heere  angestellt:

v.  Deimling,  Generalmajor,  unter  Ernennung  zum  Kommandeur  der  58.  Infanterie-Brigade,

Friedrich,  Major,  beim  Stabe  des  Eisenbahn-Regiments  Nr.  2

Haegele,  überzähliger  Major  im  Badischen  Train-Bataillon  Nr.  14,

Graf  v.  Königsmarck,  Rittmeister,  als  Eskadronchef  im  Kürassier-Regiment  von  Driesen  (Westfälischen)
  Nr.  4;
        <pb n="1304" />
        W  1187  2r0

die  Oberleutnanks:
Hammann  im  5.  Badischen  JInfanterie-Regiment  Nr.  113,
v.  Kleist  und  Claus,  beide  im  Füsilier-Regiment  Königin  (Schleswig-Holsteinschen)  Nr.  86,
Emmerling  im  2.  Badischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  30,
Wagenführ  dieser  unter  Beförderung  zum  Hauptmann  vorläufg  ohne  Patent  mit  einem  Dienstalter
  vom  11.  September  1907,  als  Kompagniechef  im  Eisenbahn-Regiment  Nr.  2
Lehmann  im  Feldartillerie-Regiment  von  Podbielski  (1.  Niederschlesischen)  Nr.  5,  und
Pueschel  im  Holsteinschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  24;
die  Leutnants:
Gaehtgens  im  Infanterie-Regiment  Herzog  Karl  von  Mecklenburg-Strelitz  (6.  Ostpreußischen)  Nr.  43,
Lademann  im  Füfilier-Regiment  Fürst  Karl  Anton  von  Hohenzollern  (Hohenzollernschen)  Nr.  40,
Axt  im  Infanterie-Regiment  Graf  Schwerin  (3.  Pommerschen)  Nr.  14,  und
Stumpf  im  7.  Badischen  Infanterie-Regiment  Nr.  142;

7

die  Oberärzte:
Dr.  Köhler  im  1.  Ostpreußischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  16,
Barthels  beim  Kadettenhaus  in  Oranienstein,  und
Stuller  im  Metzer  Infanterie-Regiment  Nr.  9

Ferner:  Am  30.  November  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden:
Mayr,  Leutnant,  behufs  Rücktritts  in  Königlich  Bayerische  Militärdienste,
Mejer,  Leutnant,  zum  Oberleutnant  befördert,
Ließ,  Oberarzt,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt,
Schubert,  Feuerwerksleutnant,  beim  Artilleriedepot  in  Königsberg  i.  Pr.  am  30.  November  ausgeschieden
  und  mit  dem  1.  Dezember  d.  Is.  in  der  Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  30.  November  1907.
Prinz  Joachim  Albrecht  von  Preußen,  Königliche  Hoheit,  Major,  bis  auf  weiteres  zur  Dienstleistung
  beim  Kommando  der  Schutztruppen  im  Reichs-Kolonialamt  —  und  zwar  vom
1.  Januar  1908  ab  ohne  Gehalt  —  kommandiert.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  23.  November  1907.
Hartig,  Oberveterinär,  am  30.  November  d.  Is.  behufs  Üübertritts  zu  den  Oberveterinären  der
Reserve  (Bezirkskommando  I  Berlin)  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Graeber,  Feldintendantursekretär,  am  30.  November  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche

der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (Intendantur  XVIII.  Armeekorps)  aus  der
Schutztruppe  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztrupben)
vom  25.  November  1907.
Wolff,  Proviantamtsassistent,  am  30.  November  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der
Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Proviantamt  Colmar  i.  E.)  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  29.  November  1907.
Reinhold,  Proviantamtsassistent,  am  30.  November  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche
der  Königlich  Preußischen  Heeresverwaltung  (beim  Proviantamte  Torgau)  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  30.  November  1907.
Igney,  Feldlazarett-Rendant,  mit  Wirkung  vom  1.  Oktober  d.  Is.  ab  zum  Lazarett-Inspektor
unter  Zubilligung  der  für  Lazarett-Inspektoren  der  Schutztruppe  im  Etat  vorgesehenen  Gebührnisse
  ernannt.
        <pb n="1305" />
        G  1188  20

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)
vom  4.  Dezember  1907.
Kniepändl,  Zahlmeister,  am  15.  Dezember  d.  Is.  behufs  Wiederanstellung  im  Bereiche  der  Königlich
  Bayerischen  Heeresverwaltung  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  18.  November  1907.

Zimmermann,  Hauptmann  und  Kompagnie-Chef,  und
Weyse,  Leutnant,  Anträge  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  zwei  Jahre  genehmigt.

Verfügung  des  Reichs-Kolonialamts  (Kommando  der  Schutztruppen)

vom  24.  November  1907.

Ammon,  Zahlmeister,  mit  Ablauf  des  viermonatigen  Heimatsurlaubs,  am  30.  November  1907,

behufs  Wiederanstellung  im  Königlich  Bayerischen  Heere  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Offzieren  usw.
die  Erlaubnis  zur  Anlegung  der  ihnen  verliehenen  nichtpreußischen  Orden  zu  erteilen,  und  zwar:
Reichs-Kolonialamt  (Kommando  der  Schutztruppen):

des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Herzoglich  Sachsen  Ernestinischen  Hausordens:
dem  Geheimen  expedierenden  Sekretär  und  Kalkulator  Elste:
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:
der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  August-Medaille  in  Silber  mit  dem  Bande
für  Kriegsdienste:
dem  Unteroffizier  Seidel;
des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrich-Ordens
mit  Schwertern:
dem  Leutnant  Ruff;
des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrich-Ordens:
dem  Hauptmann  und  Kompagniechef  Nigmann;
des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  mit  Schwertern  des  Großherzoglich  Hessischen
Verdienst-Ordens  Philipps  des  Großmütigen:
dem  Oberleutnant  Frhr.  v.  Nordeck  zur  Rabenau;
des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  mit  Schwertern  des  Herzoglich  Sachsen-Ernestinischen
Hausordens:
dem  Oberleutnant  Wagner;
Schutztruppe  für  Südwestafrika:
der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  August-Medaille  in  Silber  mit  dem  Bande  für
Kriegsdienste:
den  Unterzahlmeistern  Thumstätter  und  Leopold,
dem  Sergeanten  (Trompeter)  Edling  und  dem  Sergeanten  Hoeppner,
den  Unteroffizieren  Zimmermann,  Nötgold  und  Neumann;
der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  August-Medaille  in  Bronze  mit  dem  Bande  für
Kriegsdienste:
den  Gefreiten  Keppler,  Luckner,  Zachert,  Nötzold  und  Wenzel,
den  Reitern  Maune  und  Schoppan;
des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrich-Ordens
mit  Schwertern:
dem  Leutnant  Nörr  in  der  I.  Feldtelegraphen-Abteilung;
        <pb n="1306" />
        G  1189  r2

des  Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrich-Ordens:
dem  Stabsarzt  Dr.  Nägele  bei  den  Feldlazaretten;

der  Königlich  Württembergischen  silbernen  Militärverdienstmedaille:

dem  Unterzahlmeister  Molling,
dem  Unteroffizier  Krauth,

dem  Gefreiten  Fauser,

dem  Reiter  Höger  und

dem  Militärkrankenwärter  Würth;

des  Ehrenritterkreuzes  2.  Klasse  mit  der  silbernen  Krone  und  mit  den  Schwertern
des  Großherzoglich  Oldenburgischen  Haus=  und  Verdienstordens  des  Herzogs
Peter  Friedrich  Ludwig:
dem  Major  Heye  im  Generalstabe  des  Etappenkommandos;

des  Ritterkrenzes  2.  Klasse  mit  Schwertern  des  Herzoglich  Braunschweigischen  Ordens
Heinrichs  des  Löwen:
dem  Leutnant  Bernhard  im  Eisenbahn-Bataillon;

das  neben  dem  Herzoglich  Braunschweigischen  Orden  Heinrich  des  Löwen  gestiftete
Verdienstkreuz  2.  Klasse  mit  Schwertern:

dem  Vizewachtmeister  Stein,
den  Unteroffizieren  Kielhorn,  Reddig  und  Zelt,
dem  Gefreiten  Fessel;

die  dem  Herzoglich  Sachsen-Ernestinischen  Hausorden  angereihte  Verdienstmedaille

in  Silber  mit  Schwertern:
dem  Sergeanten  Döpel,
den  Gefreiten  Graf  und  Ruckdeschel,
den  Reitern  Zinke  und  Göbelj;
der  silbernen  Verdienstmedaille  des  Herzoglich  Anhaltinischen  Hausordens
Albrechts  des  Bären  mit  Schwertern:
dem  Vizewachtmeister  Bilke;
des  Fürstlich  Reußischen  Ehrenkreuzes  III.  Klasse  mit  Schwertern:

dem  Oberleutnant  Moliè#re  im  2.  Feldregiment.

Schutztrupppe  für  Kamerun:
der  Königlich  Sächsischen  Friedrich  August-Medaille  in  Silber  mik  dem  Bande  für
Kriegsdienste:
dem  Unteroffizier  Kerbe.

Berichtigung  zum  Kolonialblatt  Nr.  21  vom  1.  November  1907,  Seite  1037.
Es  muß  heißen:

die  Königliche  Krone  zum  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  Schlosser  und
dem  Oberleutnant  Heinicke;

den  Roten  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:

dem  Hauptmann  Hirtler,
dem  Leutnant  v.  Oertzen  und
dem  Stabsarzt  Dr.  Handl.
        <pb n="1307" />
        G  1190  20

Berichtigung.
In  der  letzten  Nummer  des  Kolonialblattes  ist  auf  Seite  1135  ein  Druckfehler  untergelaufen.
Es  muß  statt  „Zu  Intendanturräten“  „Zu  Intendanturdiätaren“  heißen.

 

####  0KHichtamtlicher  Teis#####

Dersonal-Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.
Der  Landmesser  Henderkott  wird  am

30.  Dezember  1907  die  Ausreise  nach  Deutsch-Ostafrika
  antreten.

In  Ostafrika  vom  Heimatsurlaub  wieder  eingetroffen:
  Am  13.  September  1907  Buchhalter
Heinerici;  am  5.  Oktober  1907:  Bezirksamtmann
  Richter,  Tierarzt  Dr.  Lichtenheld,  Vorstand
  Dahlgrün  und  Schlosser  Hanusch.

Ostafrika  haben  mit  Heimatsurlaub  verlassen:
Am  14.  Oktober:  Regierungsrat  Gunzert;  am
3.  November:  Kaiserlicher  Gouverneur  Freiherr
v.  Rechenberg,  Regierungsrat  Groß,  kommiss.
Sekretär  Peschke,  Steuermann  Nolte  und  Vermessungsgehilfe
  Lenhardt.

 

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben

von  Neapel  aus  angetreten:

am  30.  Oktober  1907:  Feldwebel  Hoenicke,
Sanitätssergeant  Hoff  und  Sanitätsunteroffizier
  Schreiber;

am  19.  November  1907:  Zahlmeister  Klinkert,
Unterzahlmeister  Hüttig  und  Unteroffizier
Faupel;

am  9.  Dezember  1907:  Stabsarzt  Dr.  Panse.
Mit  Heimatsurlaub  sind  am  21.  November

1907  in  Neapel  eingetroffen:  die  Leutnants

Wintgens  und  v.  Dobbeler,  Stabsarzt  Dr.

Wittrock,  Oberarzt  Dr.  Schumacher,  Feldwebel

Heilmann,  Sanitätsfeldwebel  Sache,  Unteroffizier

  Kunz  und  Sanitätsunteroffizier  Meyer.

Kamerun.

Dem  am  4.  November  verstorbenen  Stations-=leiter
  Kummetz,  dessen  wir  bereits  in  der  vorigen
Nummer  des  „Kolonialblatt“"  gedacht  haben,
widmet  auch  der  Gouverneur  einen  ehrenvollen
Nachruf.  Es  heißt  darin:

„Kummetz  war  mit  Ausnahme  der  Zeit  von
September  1901  bis  Juli  1903,  während  der  er
den  Bezirk  Jabassi  verwaltete,  in  Johann-Albrechtshöhe
  als  Bezirksleiter  tätig.  Im  Oktober  1905
erfolgte  seine  etatsmäßige  Anstellung.  Während

 

seiner  langjährigen  dienstlichen  Tätigkeit  hat  sich
Kummetz  stets  als  außerordentlich  pflichttreuer
und  gewissenhafter  Beamter  bewährt.  Die  Kolonialverwaltung
  verliert  in  dem  Dahingeschiedenen
  einen  hervorragend  tüchtigen  Beamten,  der
sich  die  Anerkennung  seiner  Vorgesetzten  in  gleich
hohem  Maße  wie  das  Vertrauen  und  die  Achtung
der  weißen  und  farbigen  Bewohner  seines  Bezirks
  erworben  hat.“

Am  9.  Dezember  1907  haben  die  Ausreise
bzw.  Wiederausreise  nach  Kamerun  angetreten:
Polizeimeister  Beyler,  Regierungsarzt  Dr.  Ufer,
Zollassistent  Fické,  Bureaugehilfe  Schmitt  und
Maurer  Frank.

Im  Schutzgebiet  sind  eingetroffen:  Am  30.  Juli
Arbeiterkommissar  Abdams;  am  29.  September:
Polizeimeister  Raab  und  Gärtner  Greven;  am
13.  Oktober  Bautechniker  Fischer;  am  30.  Oktober:
  Hauptmann  Dominik,  die  Zollamtsverwalter
  Bötefür  und  Seiffarth,  Bureaugehilfe
Horstig,  Wegebauleiter  Ehlert,  Buchdrucker
Wagner  und  Tischler  Wallrabenstein.

Mit  Heimatsurlaub  sind  in  Deutschland  eingetroffen:
  Handwerkerlehrer  Wollberg,  Steuermann
  Borbe,  Sekretär  Moog,  Zollassistent
Krause  und  Landwirt  Mollenhauer.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet
haben  von  Hamburg  aus  angetreten  am  12.  Dezember
  1907:  Hauptmann  Hirtler  und  Leutnant
v.  Puttk  amer.

Mit  Heimatsurlaub  sind  am  1.  Dezember  1907

 

in  Hamburg  eingetroffen:  die  Oberleutnants
Strümpell,  v.  Raven,  Bertram  und  der
Feldwebel  Höhne.

Togo.

Der  Stationsassistent  Fritz  Dehn  hat  am
25.  November  die  Wiederausreise  nach  Togo
angetreten.

Der  kommiss.  Sekretär  Ladwig  und  der

Stationsassistent  Fleischer  sind  am  28.  Oktober
1907  im  Schutzgebiet  Togo  eingetroffen.  Der
        <pb n="1308" />
        G  1191  20

Bautechniker  Brettschneider,  die  Stationsassistenten
  Sonntag  und  Wiesch  und  der  Maurerpolier
  Romy  sind  am  28.  bzw.  29.  Oktober  daselbst
  wiedereingetroffen.

Aus  Togo  sind  mit  Heimatsurlaub  eingetroffen:
Oberleutnant  Rieck,  kommiss.  Gouvernementssekretär
  Madretzke  und  kommiss.  Stationsassistent
Glemser.

Deutsch-Südwestafrika.

Am  13.  November  haben  die  Wiederausreise
nach  Deutsch-Südwestafrika  angetreten:  Generalkommissionszeichner
  Hermann  Gerding,  Katasterzeichner
  Emil  Akelbein,  die  Polizeisergeanten
Johann  Abt,  Adam  Rottler,  Richard  Diener,
Johann  Slottke  und  Hermann  Wolff.

 

Am  21.  September  d.  Is.  ist  Landmesser
Drinkuth  und  am  8.  Oktober  d.  Is.:  Gerichtsassessor
  Dr.  Weber,  Eisenbahnpraktikant  Milo,
Oberbergamtssekretär  Karl  Müller  und  Bautechniker
  Röhrig  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

Der  Depotverwalter  Krüger  und  der  Polier
Bach  sind  nach  Ablauf  ihrer  Dienstverpflichtung
aus  dem  Gouvernementsdienst  ausgeschieden.

Die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  haben
von  Hamburg  aus  angetreten  am  13.  November
1907:  die  Vizefeldwebel  Kugland  und  Hackbarth,
  die  Sergeanten  Hense,  Köster,  Gebser
und  Herz.

Mit  Heimatsurlanb  sind  eingetroffen:

Am  30.  Oktober  1907  in  Neapel:  Oberveterinär
Zniniewicz;

am  24.  November  1907  in  Hamburg:  die  Stabsärzte
  Dr.  Braasch,  Dr.  Hellwig  und  der
Oberveterinär  Laubis;

am  24.  November  1907  in  Cuxhaven:  Hauptmann
  v.  dem  Hagen,  Oberleutnant  Ristzler,
die  Lentnants  v.  Detten  und  Stamm,  Oberarzt
  Dr.  Haase,  Feldintendanturrat  Engel,
Feldintendantursekretär  Kieckhäfer,  Intendanturdiätar
  Karioth,  Kaserneninspektor  Felgentren,
  die  Proviantamtsassistenten  Müller
(Waldemar)  und  Kienow  sowie  251  Unteroffiziere
  und  Mannschaften.

Deutsch-MNeugulnea.
Der  kommiss.  Regierungsarzt  Dr.  Schnee  wird
am  18.  Dezember  1907  die  Ausreise  nach  Ponape
antreten.

 

Der  kommiss.  Regierungsarzt  Dr.  Buse  ist  am
23.  September  1907  in  Jap  eingetroffen.

 

Datriotische  Gaben.

Für  die  zur  Zeit  in  Südwestafrika  befindlichen
Truppen  sind  weiterhin  folgende  freiwillige  Gaben
eingegangen  bzw.  Anerbietungen  gemacht  worden,
für  welche  hiermit  nochmals  der  Dank  des  Kommandos
  ausgesprochen  wird:

1.  Von  der  Abteilung  Lichtenstein-Callenberg
der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  30  Mk.

2.  Vom  All-Deutschen  Verband  durch  Sammlung

  28  Kisten  mit  Kleidungsstücken,  Lebensund

  Gennßmitteln.

Von  den  Schülern  des  Bismarck-Gymnasiums

und  den  Schülerinnen  der  Cätilienschule

durch  Vermittlung  des  Herrn  Gymnasialdirektors
  Coste  in  Wilmersdorf  bei  Berlin

10  Kisten  mit  Weihnachtsgaben.

4.  Die  Breslauer  Paketfahrtgesellschaft  in  Breslau,
Tauentzienstr.  107/109,  hat  sich  in  dankenswerter
  Weise  bereit  erklärt,  alle  für  die  in
den  deutschen  Kolonien  befindlichen  Truppen
bestimmten  Sendungen  (Liebesgaben,  Weihnachtsspenden
  usw.),  soweit  diese  in  Breslau,
Kattowitz,  Gleiwitz,  Beuthen  O.  S.  und
Ratibor  gesammelt  werden,  kostenlos  von
den  Gebern  abzuholen  und  nach  der  Bahn,
zwecks  frachtfreier  Weiterversendung,  zu  befördern.
  Auch  hat  sie  sich  erboten,  ihre
Kräste  in  den  Dienst  dieser  Sache  zu  stellen.

2

IAsiiA.

 

Danksagung.

Die  Liebes=  bzw.  Weihnachtsgabensendung
  für  unsere  Truppen  in  Deutsch-Südwestafrika,
  die  im  Herbst  1904  vom  Alldentschen
  Verbande  aufgenommen  wurde,  hat  bis
jetzt  eine  Gesamteinnahme  von  157  270,40  Mk.
ergeben.

Hiervon  sind  von  verschiedenen  Ortsgruppen
und  Spendern  selbst  sofort  zu  Sendungen  nach  dem
Kriegsschauplatz  verwendet  bzw.  dem  Kommando
der  Schutztruppen  überwiesen  worden  69  994  Mk.

Von  der  Geschäftsstelle  wurden  den  Beschlüssen
des  geschäftsführenden  Ausschusses  gemäß  Liebesbzw.
  Weihnachtsgaben  im  Werte  von  26  646,41  Mk.
angekauft,

Unterstützungen  an  heimgekehrte  Krieger  oder
deren  Angehörige  in  Höhe  von  1315  Mk.  gezahlt.
        <pb n="1309" />
        W  1192  20

Außerdem  sind  Gaben  in  Naturalien  von
zahlreichen  Einzelpersonen  und  vielen  Ortsgruppen
des  Verbandes  nach  Südwestafrika  gesandt.  Zum
Ankauf  von  Weihnachtsgaben  sind  in  diesem  Jahre
wieder  3000  Mk.  aus  dem  Bestande  der  Sammlungen
  bewilligt  worden.

Wenn  auch  den  hochherzigen  Spendern  durch
zahlreiche  Briefe  und  Karten  der  Dank  für  die

Gaben  ausgesprochen  ist,  so  möchte  das  Kommando
der  Schutztruppen  auch  noch  an  dieser  Stelle  im
Namen  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  dem
Alldeutschen  Verbande  den  herzlichsten  Dank
für  die  patriotische  Tätigkeit  aussprechen.
Berlin,  den  5.  Dezember  1907.
Kommando  der  Schutztruppen.

 

Spenmen  für  Errichtung  eines  denkmals  zu  Ehren  der  Gesallenen  von  Sücwenafrika.
.  Ciste.

Am  28.  Oktober  1907  eingegangen  von
Mark
1.  Carl  Schilbach,  Greiz,  Burgstr.  2  50,—
2.  Frau  L.  Käuffer,  Hauptmannswitve,

Dresden,  Fürstenstr.  88  .  10,—
3.  Prof.  H.  Voigt,  Wandsbke  38,—
4.  Militärverein,  Sonnewalde  (Niederlausitz),

  Schäffer,  1.  Vors.  5.—
5  Amtsrichter  P.  Siegfried,  Lidwigslust

  in  Mecklenburg  20,—
6.  Tugendreich,  Julius,  pratt.  gahnarzt,

  Berlin  W15  1,05
7.  Krafft,  C.  R.,  Gutsbesitzer,  Berlin

W50,  Rankestr.  3132  200,—
8.  Fromm,  Hauptmann,  Strasburg

(Westpr.)  3,05
9.  Gruschka,  R.,  Kantinier,  Train=  Bat.

Nr.  14,  Durlach  ....  3.—
10.  Siepmann,  Hugo,  Warsten.  5,—
11.  Selzer,  Fritz,  Postverwalter,  Reilingen

  (Badern  —950
12.  Kosney,  Lt.  d.  Res.  Inf.  Regts.

von  Boycu,  Monningen  15.—
13.  Holzhauer,  Ernst,  Schöneberg-  Berlin,

Bahnstr.  24  2,05

14.  Janke,  bndgerichtet.  Halle  a.  d.  S.  7.—
15.  Dänhardt,  Chr.  W.,  Rechtsanwalt

und  Notar,  Hadersleben  10.—
16.  Pitzschke,  F.,  Rütmeister  a.  D.,
Sandersleben  i.  Anh.  10,—

17.  Kriegerverein  Culm  a.  d.  Weichsel.  50,.—
18.  Mellin,  R.  „Verginspeltor,  St.  dohann

(Saay),  Goethestr.  8  .  .10,—
19.  Hüttenhein,  Max,  Berlin  N4  .  3,—
20.  Dittrich,  C.,  Hauptmann,  Spandau,
Neuendorferstr.  72,  III.  10,  05
21.  Prillwitz,  Ferdinand,  Berlin  O,
Mühlenstr.  42,  II.  10005
22.  v.  Wimskowski,  Lt.,  Regt.  Elisabeth,
Charlottenburg  .  1,—
23.  v.  Einsiedel,  Königstein-  Festung.  .  3,—
Zusammen  231075

 

Mark
UÜbertrag  231,75

24.  Dr.  F.  Uhl,  Berlin,
Parkst.4  10,—
25.  Herold,  Bernh.,  Meißen,  Mendestr.  1  5.—

 

26.  F.  F.  A.  Schulze,  Berlin  N  28,
Fehrbellinerstr.  4748  100,—
27.  Prof.  Dr.  Grunwald,  Berlin  NW.  3,05
28.  Dr.  med.l.  Tietzen,  Hamburg.  ..10,—
29.  Gebr.  Maisel,  Dortmind  38„9—
30.  Heyden,  P.,  Apotheker,  Wittingen
(Prov.  Hannover)  10,05
31.  Stürken,  Alfred,  Hamöurg,  Klosterburg
  300,—
32.  Nordmann,  Proviantamtsassistent,
Posen,  Kaiser  Wilhelmstr.  14  3,—
33.  v.  Bieberstein,  Posen  W.  .  10,—

34.  Reimer,  Distriktskommissar,  Dopiewo  6,50
35.  Hofer,  E.,  Rechtsanwalt,  Oberlt.  d.

Res.,  Karthaus  (Westpr))  5.—
36.  v.  Mücke,  Gustav,  Nieder-  Nennersdorf
  (Herruhnt),  O.  L.  5,.—

37.  Zeidler,  P.,  Dresden,  Nosenstr.  76  5.—
38.  Baron  Bülow,  Doberau  i.  Mecklenb.  3
39.  Dr.  Busch,  Oberapotheker,  Bremen  200,—
40.  M.  Balku,  Bureauchef  der  Königl.

Schauspiele,  Cassel  3.—
41.  Lüthgen,  Generaldirektor,  hietbne  10,  —
42.  Bezirkskommando  Ostrobo  5.—

Am  29.  Oktober  1907  eingegangen  von
43.  J.  Kraatz,  Fischermeister,  Angermüände  5.—
44.  Frau  Geheimrat  J.  O.,  Berlin  XN  10,05
45.  v.  Rothkirch,  Berlin  8W,  Gneisenaustraße
  26  20
46.  Frau  Raven,  verw.  Oberlt.  Breslau  5.—
47.  Richter,  Dessau.  5
48.  Neumann,  Geh.  Baurat,  Dresden-  A.
Chemnitzerstr.  3  5.—
49.  Meerwein,  Kgl.  Pr.  Strafanstaltsdirektor,
  Dresden-A.,  Fensterstr.  26  5.—1

Zusammien  383,40
        <pb n="1310" />
        57.
58.

59.

60.
61.

62.
63.

73.
74.

75.
76.

78.
80.

81.

—

W  1193  5

Mark
übertrag  983,40
Baronin  Bodenhausen,  Arnstein  bei
Eichenberg  ...  10,—
.  Koska,  Eisleben  ..  .  3,—
.  Dr.  Reinhold  Steig,  Purofessor,
Friedenau,  Fregestr.  2772  10,05
Flaminius,  Görlitz.  4.—
.  Oberst  Rode,  Görlitz,  Blumenstr.  57.  i  20,10
Fuchs,  Fabrikdirektor,  Greifenberg
  i.  Pomm.  20,  —
Vehlies,  Karl,  Hamburg  5,  Steindamm5,
  für  Verein  ehem.  Art.  Unteroff.  10,—
J.  D.  Flügger,  Hamburg  100,—
Krüger,  Carh  *m•7  ing.,  Hannover,
Osterstr.  5,10
Senur  gten#sionruptaschenl.  Hannover
  3.—
H.  Bauck,  Woinowitz  (Oberschl.)  100,—
Neubarth,  Kgl.  Kreistierarzt,  Oberstabsveterinär
  a.  D.,  Züllichau  5.—
Dr.  Krumbholz,  Oberstabsarzt,  Weimar  5.—
W.  Gossing,  Vors.  des  Kriegervereins,
Stürlack  (Ostpr.)  1080.—
Schöll,  Geheimrat,  z.  Z.  Weimar,
Belvedere-Allee  8  20,.—
.  Zwenger,  Major  und  Abt.  Komdr.
Feld-Art.  Regts.  Nr.  5,  Sprottanu.  3,.—
v.  Heydebrand  u.  der  Lasa,  Hauptm.
5.  D.,  Schmalkalden  i.  Thür.  10,—
.  Hoene,  August,  —-  Salzwedel  3,.—
v.  Seefried,  Hagenbach  5.—
Frl.  v.  Mselstein,  Potsdam,  Breitestr.  10  10,  —
.  Ohnesorge,  Sedan  per  Zbotnio.  5.—
Dr.  Bangert,  Realschuldirekt.,  Oldesloo  5,—
.  A.  Hoffmann,  Bergwerksdirekt.,  Kulkwitz
  bei  Markranstädt.  5.—
Hintze,  Kutar,  Magdeburg,  Lübeckerstraße
  16  10,  —
Brucker,  Stadttierarh  Oberveterinär,
Kaysersberg  i.  Els  5.—
Werner,  Rittm.  d.  Res.  „Leipzig,  Markt3  20,—
W.  Haake,  Psarret,  Kattenwenne,  e  Kreis
Tecklenburg  .  .3,—
Am  30.  Oktober  1907  eingegangen  von
.J.  C.  Staack,  Holz=  u.  Baumaterialienhandlung,
  Westerland  (Sylt)  10,.—
v.  Blücher,  Bobbin  b.  Gnoien  20,—
.  v.  Bonin,  Jüterbog,  Planeberg  9  10,—
v.  Czettvich,  Seitendorf,  Kr.  Waldenburg
  (Schles.)  10,—
Fischer,  Oberstlt.  a.  D.  Berlin  w,
Gaisbergstr.  42.  ..  11,05
gusammen  1453,70

 

91.

92.

93.

94.

—
S
S

101.

102.

Mark
Übertrag  1453,70

Oriental.  Tabak=  u.  Zigarettenfabrik,
Inh.  Hugo  Zietz,  Dresden  .  „—
Dr.  Fritzsche,  Cleve,  Bez.  Dässeldorf  3.—

A.  Fühljahr,  Greifswald,  Lngereihe
  64  2,  —
Geiger,  Julius,  2  a.  M.,
Goethenweg  10

Herrmann,  Oberlt.  a.  D.,  Rittergut
Wulkow  (Prignitz)

.Königl.  Sächs.  Mil.  Verein  Ebersdorf

bei  Chemnitz,  durch  Pastor  Holleufer  21,05

Dr.  Otto  Kauffmann,  Niedersedlitz

(Sachsern  100.—
.Koeppel,  Hauptm.  und  Adj.  der

69.  Inf.  Brig.,  Graudenz

·  Kügler,  Generalleutnant  z.  D.,  Freiburg

  i.  B.,  Zasterstr.  90

A.  O.  Meyer,  Hamburg,  darveste
hude,  Mittelweg  62  20,—
Hugo  José  Minlos,  Leutnant  a.  D.

Hamburg,  Glockengießerwall  22,  I.  50,—
Graf  v.  der  Osten,  Major  a.  D.,
Jannowitz  100,—

v.  Pochhammer,  Major  Gren.  Regts.
!7v°  2,  Stettin

v.  Nibbentrop,  Hauptm.  und  Lehrer
Kriegsschule  Metz  .  3,

Rieger,  Forstmeister,  Schlitz.  5.—
.  H.  Röhle,  Wiesbaden,  Schützenstr.  5  10,—

Sauerhering,  Oberlt.  a.  D.  Wilhelmshagen

  (Mark),  Villa  Anna  —
.  Uthemann,  Johs.  Mar.,  Dresden-A.,

Schloßstr.  19,  I.  —
.Kammerherr  W.  v.  Veltheim,  Schönfließ

  b.  Berlin  .  .10,—

v.  Waldow,  Oberpräsident,h  Posen  .  10,—

Dr.  Werner,  Oberstabsarzt,  Wolfenbütteil

  59,—

Am  31.  Oktober  1907  eingegangen  von

Beisenherz,  Wilh.,  Generaldirektor  v.
Kaiser-Keller,  A.  G.,  Berlin  W.  20,—

.  Boschann,  Paul,  Berlin  SW.  47,
Großbeerenstr.  27  a  .  .  10,—-.Brauns,Johs.,Quedli-xburg
  10,—
.  Dr.  Buddeberg,  Nassau  (Lahn).  3.—

4Fritzsche,  Karl,  Rittm.  d.  R.  17.  Ulan.,
Leipzig-Gohlis,  Fritzschestr.  2  .  500,—
F.  W.  Haase,  Bremen  50,—

.  Hafermann,  Carl,  cand.  theol.,
Großefehn  (Ostpr.)  .  —

.  Hermanni,  B.,  Direktor  der  gement.
werke,  Rombach  b.  Mez  10,—
Zusammen  23900,75
        <pb n="1311" />
        111.
112.

11

2

11

11

116.
117.

118.
119.

S

120.
121.

122.

12

124.
125.

12

12

*

*

—

Übertrag.
Emmy  Heer,  Siegen,  Hainstr.  2
Hoyer,  Paul,  Zchlendor,  Prinz
Friedrich  Karlstr.

Jäger-Lehsen,  znneguisfeiter  auf

Lehsen  b.  Wittenburg  i.  Mecklbg
S.  Jens,  Altona  (Elbe),  Gr.  Elbstraße
  22/36

Koch,  Leutnant,  Fußart.  Negt.  13,
Breisach  (Baden)

Dr.  Leo,  Oberlehrer,  Vegesack

Dr.  med.  -  Darmstadt,
Heinrichstr.  .
Keppler,  eeralniajor,  Ostrowo
Dr.  Preil,  Oberschulrat  und  Seminardirektor,
  Dresden-Friedrichst.
Schicker,  Curt,  Drechslermeister,
Regensburgg..  ...
Fräul.  Schlemm,  Charlottenburg,
Christstr.  6,

Graf  Soden,  ls.  Amtmann,  Naila
(Oberfr.)

.  R.  Strohbusch,  städtischer  2

Berlin  NW.,  Stephanstr.  39
Frau  Ismer,  Breslau  .  .
Uecker,  Amtsrichter,  Posen,  Riederwallstr.
  2,  I.

Voll,  wi  Unseburg  b.  Magdeburg


W.  Hay  in  Jneeie,  Forstamtsassistent
  ..·.

Am  1.  November  1907  eingegangen

128.
129.

130.

S

131.
132.

13

134.

r*—

135.
136.

—

137.

13

r-*



Frau  v.  Arnim  geb.  v.  Bismarck,
Berlin  W.,  Matthäikirchstr.  12,  I.
A.  Griese,  Masch.  techn.  Bureau,
S—  ...
Br.  Kämpfe,  Lehrer  in  Emseloh
b.  Riestant
Macco,  Kal.  Berginsp.  in  r  Staßfurt
Graf  Matuschka,  stud.  jur.,  Char
lottenburg
Dr.  Opitz,  *  T  i.  S.
Goethestr.  22
v.  Plehwe,  Leutnant,  1.  Leib-  Huf.
Regt.,  Langfuhr  b.  Danzig
Gustav  Rehle,  Apotheker  in  München
Karl  Schmidt,  Lankwitz  b.  Berlin,
Lessingstr.  14
Stockhaus,  Pfarrer,  Dalherda,
Hessen-Nassan  ......
v.  Verdy  du  Vernois,  General,
Berlin.
Zusammen

1194  20

Mark
2390,75
5.—

30,05

10,

von

20,.—

2801,95

 

Mark
Übertrag  29801,95

139.  H.  E.  Zerener,  Fabrikbesitzer,  Berlin
  80.  33,  Currystr.1  100,—

Am  5.  November  1907  eingegangen  von
140.  Bundesbez.  Reichenbach  i.  V.  des
Kgl.  Sächs.  Mil.  Ver.  Bundes  in
Netzschhen  50,—

Am  6.  November  1907  eingegangen  von
141.  Johs.  Wimmer,  K.  u.  K.  Generalkonsul,
  Lissabon  .  500,—--142.
  Kadett  Schimmelfennig,  6.  Lomp.
Haupt-Kad.  Anst.  Gr.  Lichterfelde  15,—
143.  v.  dem  Hagen,  Hauptm.,  2.  Adjut.
des  Chefs  d.  Groß.  Generalsaabes,

Berlin  N.  4,  Wöhlerstr.  .  10,
144.  Stammtisch  d  herste  11  Buchal,

Breslau,  Junkernstr.  ..  45.—
145.  Kal.  Sächs.  Kriegerverein  durch  Kassierer

  C.  G.  Rohleder  jr.,  Treuen  i.  S.  10,

146.  Köster,  Major  b.  Stabe  d.  4.  Train-Direkt.

  Straßburg  i.  E.  .  10,
147.  M.  Müller,  Gr.  worsewitz  b.  Reisen

(Posen)  5
148.  Müller,  Oberstlt.  Vorst.  d.  Bell.  Amts

VII.  A.  K.,  Münster  i.  W.  5.—
119.  Dr.  v.  Haselberg,  Stabsarzt,  Hamburg.

  Juf.  Regt.  76  10,  —
150.  H.  Eggers,  Eimttottenbtg,  Kaiser

Friedrichstr.  70  3,05
151.  Braumüller,  Oberleutnant  und  Negiments-Adjutant,

  Cüstrin  20,
152.  Dr.  Großhopf,  Rostock  i.  Mecklbg.  5.—
153.  v.  Wrochem,  öberstlentnant  z.  ¾  in

Osnabrück  5,  —

154.  Iffland,  Oberlt.  u.  ww,  d.  1.  Bad.

Feldart.  Regts.  66,  Lahr  in  Baden  22,05
155.  Sasse,  Konarzewo  b.  Krotoschin  3,10
156.  v.  Hangwit,  Generallt.,  Glogan.  10,
57.  W.  v.  Bojanowsky,  Generallt.  z.  D.,

Eberswalde  20,  —
158.  Schütz,  Herborn  Diitres  ves

Wiesbaden  5.—
159.  brk  A.  L.,  Berlin  JW.  ...1,—
160.  Dr.  H.  Unger,  Würzburg  5.—

161.  .  anschmann,  Altenburg  S.  A,

Hohestr.  20,15
162.  Krieger-  *4  #  Militärverein  zu  Velgast

  (Kreis  Franzburg)  10,  —
163.  Dr.  Braunwart,  Oberarzt  d.  L.

Würzburg  10,  —
164.  O.  v.  Sperling,  Generalnicjor  z.  D.,

Wiesbaden  10,—

zusammen  .3711,30
        <pb n="1312" />
        W  1195  2#

Mark
Übertrag  3711,30
165.  Friedr.  Sauerzapf,  Leipzig-R.,
Nostizstr.  21,  II.  r.  1,—
166.  Reuter,  Obers  z.  D.,  Niederlößnit
b.  Dressen  10,
167.  Bogatsch,  Sanitätsrat,  Vreslau  XII1  5,
168.  Hasper  Krieger=  u.  Landwehrverein
durch  W.  Düngelmann,  Hasper  15,40
169.  Von  den  Kadetten  d.  5.  Komp.  d.
Haupt-Kadettenanst.  Gr.  Lichterfelde  51,55
170.  Paul  Dreyhaupt,  Leutzsch  b.  Leipzig  10,—

Am  7.  November  1907  eingegangen  von

171.  Kaulbach,  Hauptm.,  Inf.  Regt.  63,
Oppen  30.
172.  v.  Kleist,  General,  Berlin  NW.  40  10,
173.  Vogel,  Gustav,  Berlin  S.  53,  Bärwaldstr.
  10,  II  5,
174.  Freiin  Irmgard  Grote,  Turawa,
Oberschlesien  3.—
175.  Liebelsche  Buchhandlung,  uUnteroffizier-Zeitung,
  Berlin  10.—
176.  Einige  Beamte  des  auptsteuer
anits  Halberstadt  ..  6,25
177.  v.  Kries,  Generalleutant  z.  D.
Berlin  Xw.  21,  Alt-Moabit  90,  j  3,  —
Zusammen  3871,50

 

Mark
Übertrag  3871,50
178.  v.  Heusch,  Rittm.  a.  D.,  Berlin  NW.,
Lübeckerstr.  4  5.—
179.  Kommando  des  I  .  Seebataillons,
Kiel  100,
180.  Militärverein  Eckernförde  *r*
Bureau-Assist.  Schulz)  .11,20
181.  Heino  Nitzsche,  Markranstädt  10.—
182.  Kriegerverein  Leschnitz,  Oberschles.  5,
183.  Schultze,  Adel  Münster  i.  W.,
Boldgerisstr.  .  5,
184.  Freiherr  v.  Ponendorg,  Major,
Wittenberg  50,
185.  Voigtel,  Regier.  Afeess.  Münster  1.  W.  20,
186.  Volger,  F.,  Nienburg  (Weser)  5,
187.  Deutsche  Zeitung,  Berln  61,
188.  Krieger=  und  Militärverein  Neuenkirchen,
  Kreis  Greifswald  9,35
189.  Vom  Postschaffner  Grieser  in  Erfurt
gesammelt  62,20
190.  Feldart.  Regt.  von  Scharnhorst
(1.  Hannov.)  Nr.  10,  Hannovrer  50,
191.  7.  Komp.  Inf.  r  Nr.  158,
Paderborn.  .  9,50
Zusammen  4274,75

 

ZSwei  Reden
Seiner  Exzellenz  des  Herrn  Staatssekretärs  des  Reichs-RKolonialamts  Dernburg
über  seine

Reise  nach  Deutsch=  Ostafrika.

Rede,  gehalten  auf  der  außerordenrlichen  banptobisammlung  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft

u  Frankfurt  a.  M.  a

Meine  Herren!  Ich  habe  die  Ehre,  der
Deutschen  Kolonialgesellschaft  die  warmen  Glückwünsche
  der  Reichsregierung,  insbesondere
Sr.  Durchlaucht  des  Herrn  Reichskanzlers  zu
übermitteln.  Bei  dem  lebhaften  Interesse,  welches
Fürst  Bülow  für  alle  kolonialen  Bestrebungen
hegt,  hat  er  mit  Dank  und  Anerkennung  das
Wirken  der  Gesellschaft  verfolgt  und  will  unter
der  Zahl  derjenigen  nicht  fehlen,  die  bei  diesem
wichtigen  Anlaß  der  Gesellschaft  die  Freude  über
ihr  vaterländisches  Wirken  aussprechen  und  für
sie  ein  fröhliches  Gedeihen  auch  in  Zukunft  erhoffen.


Besonders  herzlich  und  lebhaft  sind  aber  die
Glückwünsche  des  Reichsressorts,  das  ich  zu  vertreten
  den  Vorzug  habe,  als  derjenigen  Exekutivbehörde,
  der  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft  seit
ihrem  Bestehen  treu  und  hilfreich  zur  Seite  ge- 



em  5.  Dezember  1907.

standen  hat,  frei  von  partei-politischen  Richtungen,
frei  von  persönlichen  Zielen  und  Bestrebungen,
mit  festem  Blicke  die  Richtung  nur  auf  das  eine
nationale  Ziel:  Die  Heimat  für  den  konial-=politischen
  Gedanken  empfänglich  zu  machen,  und
ihr  ein  ihrer  Größe  und  Kraft  angemessenes
Kolonialreich  zuzuführen;  zuerst  unter  der  Führung
Sr.  Durchlaucht  des  Fürsten  Hohenlohe-Langenburg,
  des  verehrten  Ehrenpräsidenten  der  Gesellschaft,
  und  nach  ihm  jetzt  —  und  hoffentlich  noch
auf  recht  lange  lange  —  Er.  Hoheit  des  Herzogs
Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg,  Regenten  des
Herzogtums  Braunschweig.

Freilich  spät  genug  erst  kounnte  Deutschland
in  den  Wettbewerb  der  Völker  um  überseeischen
Besitz  eintreten,  und  nicht  gering  war  die  Aufgabe,
  die  sich  die  Gesellschaft  gesetzt  hatte.  Als
nach  jahrhundertelanger  politischer  Zersplitterung
        <pb n="1313" />
        W  1196  20

das  Jahr  1870  uns  alle  von  Nord  und  Süd
auf  immer  geeinigt  hatte  und  ein  Staatswesen
entstanden  war,  das  auch  zu  einer  Aktion  nach
außen  geeignet  war,  traten  an  den  Fürsten  Bismarck
  schon  alsbald  unternehmende  deutsche  Kaufleute
  heran,  die  ihm  koloniale  Erwerbungen  vorschlugen.
  Und  der  große  Kanzler  war  sich  auch
von  vornherein  klar  darüber,  daß  eine  bedentende
Nation  koloniale  Besitzungen  nicht  nur  haben
dürfe,  sondern  er  sprach  auch  offen  aus,  daß  sie
solche  haben  müsse.  Aber  noch  hatte  die  Nation
zu  viele  Aufgaben  innerer  Politik  zu  lösen,  noch
mußte  sie  sich  erst  im  neuen  Hause  einleben,  noch
waren  viele  wichtige  Institutionen  unseres  Staats-,
Rechts=  und  Wirtschaftslebens  zu  schaffen,  ehe  der
Blick  nach  außen  gerichtet  werden  konnte;  aber
wie  manche  erhaltene  Außerung  des  Fürsten
Bismark  bezeugt,  hat  er  den  Gedanken  an  ein
überseeisches  Deutschland  nie  aus  dem  Auge  verloren.


Die  Ereignisse,  die  zu  der  Erwerbung  unserer
verschiedenen  Kolonien  geführt  haben,  sind  in
diesem  Kreise  zu  bekannt,  als  daß  ich  sie  wiederholen
  sollte.  Es  ist  wahr,  die  Welt  war  ziemlich
verteilt,  als  den  Deutschen  die  Möglichkeit  der
überseeischen  Ausdehnung  erschien.  Es  war  zwecklos,
  die  Blicke  auf  Amerika,  Asien  oder  Australien
zu  richten;  hier  war  überall  ein  fester  Besitz,
waren  abgegrenzte  Interessensphären  enropäischer
Freunde  oder  Nachbarn.  Aber  es  ist  ein  Irrtum,
  dem  nicht  genug  entgegengetreten  werden
kann,  weil  er  immer  und  überall  wieder  verbreitet
  wird,  als  ob  wir  in  Afrika  zu  kurz
gekommen  seien  und  sozusagen  die  Brosamen
hätten  aufpicken  müssen,  die  uns  die  anderen
Völker  übrig  gelassen  hätten.  Dem  ist  nicht  so;
die  heutige  Gestaltung  der  Besitzverhältnisse  und
Machtverteilung  im  schwarzen  Kontinent  ist  die
Folge  der  deutschen  Initiative,  und  die  deutschen
Erwerbungen  waren  es,  die  das  Signal  gaben
auch  für  die  anderen  Nationen,  noch  freie  Gebiete
  in  Besitz  zu  nehmen.

Mit  Ehren  kann  der  Deutschen  Kolonial=Gesellschaft
  und  ihrer  leitenden  Männer  gedacht
werden  für  das,  was  sie  in  der  Vorbereitung
der  Afrika-Erwerbungen  geleistet  hat,  mit  Dank
derjenigen  Männer,  die  an  Ort  und  Stelle  die
Besitzergreifung  durchgeführt  und  in  manchen
Fällen  Opfer  ihrer  Aufgabe  geworden  sind.
Aber  die  spröde  Natur  eines  damals  kaum,  ja
heute  noch  nicht  durchweg  erforschten  Landes
einerseits  und  der  binnenländische  Sinn  eines
großen  Teils  unseres  Volkes  anderseits  machten
es  schwer,  sehr  schwer,  in  den  Gedanken  und
Empfindungen  der  Heimat  dem  Kolonialbesitz
diejenige  Stelle  zu  erringen,  denjenigen  Boden
zu  bereiten,  auf  dem  die  junge  Pflanze  sich  ent- 



falten  konnte.  Wie  wenig  waren  wir  vorbereitet
auf  koloniale  Aufgaben!  Nur  unermüdliche
Tätigkeit  bei  Regierung  und  Kolonialfreunden
brachte  es  zuwege,  daß  allmählich  das  Bewußtsein
  von  der  Wichtigkeit  unseres  Besitzes  sich
weitere  Schichten  eroberte.  Was  hierbei  die
Deutsche  Kolonialgesellschaft  in  mühevoller  Arbeit
geleistet  hat,  darf  ihr  nicht  vergessen  werden.
Und  diese  Arbeit  war  um  so  schwerer,  als  Rückschläge,
  Fehler  und  Mißerfolge  nicht  ausblieben.

Wir  besaßen  in  unserem  Volke  wenig  kolonialerfahrene
  Männer,  in  unserer  Beamtenschaft  keine.
Wir  wußten  nichts  von  der  Psychologie  und
Wirtschaftsweise  Schutzbefohlener,  wir  waren  uns
unklar  über  die  Produktionsmethoden,  die  für  die
Schutzgebiete  angepaßt  sind,  und  über  die  besten
Wege  zu  ihrer  Erschließung.  Wir  konnten  nicht
wie  die  Engländer  auf  jahrhundertelange  Erfahrung
  und  ein  Reservoir  geschulter  Kolonialbeamter
  zurückgreifen.  Auch  waren  wir  uns  im
Unklaren  über  die  Machtmittel,  die  erforderlich
sind,  um  einen  Kolonialbesitz  zu  verwalten,  fünfmal
  so  groß  wie  die  Heimat,  mit  12  bis  14
Millionen  Einwohnern,  die  zum  Teil  nie  einem
Fremden  gehorcht,  nahezu  nirgends  einem  geordneten
  Staatswesen  angehört  hatten.  Auch
fehlte  uns  die  Kenntnis  der  Sprache.  All  dies
hatten  wir  zu  schaffen  und  verstehen  zu  lernen.
Wer  solche  Schwierigkeiten  gerecht  übersieht  und
einschätzt,  kann  nur  sagen,  daß  in  den  Jahren
vieles  und  gutes  geleistet  ist,  das  hinter  den
Leistungen  anderer  Nationen  nicht  zurücksteht,
wie  ich  jetzt  aus  eigener  Anschauung  versichern
kann,  und  er  kann  sagen,  daß  kein  Grund  vorhanden
  ist,  trotz  mancher  ehrlich  zugestandenen
Mißgriffe,  mancher  unbehaglichen  Vorkommnisse,
dem  deutschen  Volke  die  Freude  an  seinem
Kolonialbesitz  zu  verleiden.  Daß  in  vielen  Widerwärtigkeiten
  das  Interesse  nicht  erlahmt  ist,  daß
unter  dem  Eindruck  unwillkommener  Nachrichten
keine  Entmutigung  eingetreten  ist,  und  daß  das
Verständnis  für  die  zu  überwindenden  Schwierigkeiten
  gewachsen  und  damit  eine  gerechtere  Stimmung
  Platz  gegriffen  hat,  ist  zum  guten  Teil
Ihrer  Gesellschaft  zu  danken.

Manchem  allerdings  ging  und  geht  noch
heute  die  Entwicklung  unseres  Kolonialbesitzes
viel  zu  langsam,  und  der  Wert  der  Kolonien
wird  vielfach  herabgesetzt,  weil  sie  keine  Früchte
bringen.  Es  ist  wahr,  große  und  schwere  Opfer
an  Geld  und  Blut  hat  die  Nation  heldenmütig
gebracht,  besonders  in  jener  schweren  Krise,  die
unser  Südwestafrika-Schutzgebiet  getroffen  hat.
Aber  wenn  Sie  zum  Vergleich  die  kolonialen
Erfahrungen  der  anderen  Nationen  heranziehen,
sehen  Sie,  daß  überall  der  gleiche  Vorgang  sich
abspielt,  daß  Kolonien  nicht  nur  besetzt,
        <pb n="1314" />
        GW  1197  10

sondern  auch  erobert  und  verteidigt  werden
müssen.  Den  Vorwurf  müssen  wir  uns  allerdings
  machen,  daß  wir  zu  lange  auf  die  Mittel
der  friedlichen  Eroberung  und  Verteidigung  verzichtet
  haben,  nämlich  auf  Eisenbahnen  und
Verkehrswege,  und  deshalb  mit  groben  Waffen
und  unverhältnismäßigen  Kosten  zu  regieren  war.
Ein  Fehler,  der  um  so  schwerer  wog,  weil  wir
nicht  etwa  äußere  Feinde  zu  bekämpfen  hatten,
sondern  unser  eigenes  Land  verwüsten  und  unsere
eigenen  Schutzbefohlenen  vernichten  mußten.  Ziehen
wir  uns  daraus  eine  Lehre!  Die  Deutsche  Kolonial-Gesellschaft
  verdient  aber  einen  Vorwurf  hieraus
am  allerwenigsten,  denn  sie  hat  nie  aufgehört,
auf  die  Wichtigkeit  zuverlässiger  Verbindungen
hinzuweisen  und  praktische  Vorarbeit  zu  tun.

Die  Engländer  rechnen  nach  langer  Erfahrung
einen  Zeitraum  von  dreißig  Jahren,  bis  eine
Kolonie  aktiv  werden  kann.  Diese  dreißig  Jahre
sind  noch  nicht  vorüber.  Aber  daß  wir  in
manchen  unserer  Kolonien  diese  dreißig  Jahre
nicht  werden  abzuwarten  brauchen,  zeigt  Ihnen
neben  dem  Beispiel  von  Togo  Ostafrika,
das  ja  jetzt  so  stark  im  Mittelpunkte  der  Kolonialinteressen
  steht.  Gewiß,  wir  haben  noch  einen
Zuschuß  von  4  730  000  Mk.  in  diesem  Etat.
Aber  darin  sind  noch  600  000  Mk.  für  eine
Rente  an  die  Ostafrikanische  Gesellschaft  und  der
gleiche  Betrag  für  Wegebauten,  für  die  Ostafrika
leicht  eine  Anleihe  erhalten  und  verzinsen  könnte,
und  ohne  eigene  Bahnen  von  Bedeutung  hat
dieses  Land  in  einem  Jahre  (1906)  eine  Mehreinnahme
  von  1  700  000  Mk.  und  in  fünf  Jahren
durchschnittlich  über  600  000  Mk.  mehr  per  Jahr
an  Steuern  und  Zöllen  aufgebracht.  Dies  ist
um  so  wichtiger,  als  das  reiche  Innere  des  Landes
noch  nahezu  unerschlossen  ist,  und  als  von  dem
nach  einem  mäßigen  Stenersatze  veranlagten
Hüttensteuer-Soll  mangels  geeigneter  Erschließung
des  Landes  bis  jetzt  höchstens  ein  Viertel  eingehoben
  werden  konnte.  Das  eine  Viertel  war
für  1906  1  839  000  Mk.  Es  ist  also  der  Zeitpunkt
  heute  schon  erkennbar,  an  dem  das  Land
aktiv  werden  wird,  und  dieser  Zeitpunkt  rückt
um  so  näher,  je  schneller  wir  die  Erschließungsbahnen
  bauen.

Hier  aber  gebietet  es  die  Gerechtigkeit,  einer
anderen  Erwägung  Raum  zu  geben.  Keine  Erschließungsbahn
  kann  einen  umfangreichen  Verund
  seine  exekutiven  Organec,
oder  Schutztruppe,  ersetzen  oder
machen.  Man  kann  diese  Truppen

aber  entbehren  kann  man  sie  nicht.
Nun  sind  die  Kolonien  zwar  ein  wichtiger  und
wertvoller  nationaler  Besitz,  aber  sie  spielen  doch
im  Vergleich  mit  unserem  ganzen  staatlichen
Mechanismus  eine  untergeordnete  Rolle,  und

      
 

d.  h.

 

ökonomisch  steht  ihre  Leistung  noch  im  Anfang.
Deshalb  haben  sich  ihre  Bedürfnisse  einzupassen
  in  das  große  Ganze,  und  sie  dürfen
nicht  über  das  hinausgehen,  was  die  Nation
leisten  kann  oder  sie  selbst  aufbringen.  Solange
aber  die  eigenen  Einnahmen  und  die  Zuschüsse
des  Reiches  für  Verwaltung  und  Sicherung  notwendig
  sind,  können  und  konnten  sie  kulturellen
Aufgaben  nur  im  minderen  Umfange  zugeführt
werden.

Hier  nun  ist  es  ein  Ruhmesblatt  für  die
deutsche  Kolonialgesellschaft,  daß  sie  helfend  und
fördernd  eingesprungen  ist,  daß  sie  alle  Mittel,
die  sie  besaß  oder  flüssig  machen  konnte,  für
solche  kulturellen  Aufgaben  verwendet,  und  daß
sie  unendlichen  Fleiß  und  selbstlose  Arbeit
eingesetzt  hat,  wo  die  staatlichen  Mittel  nicht
hinreichten,  den  entsprechenden  Apparat  zu
schaffen.  Hierhin  gehören  die  jetzt  im  elften
Jahre  stehenden  Arbeiten  des  Kolonialwirtschaftlichen
  Komitees,  Wirtschaftlichen  Ausschusses
  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,  das
unter  seinem  unermüdlichen  Vorsitzenden  Vortreffliches
  geleistet  hat,  hierher  gehören  die  Segnungen,
  die  Südwestafrika  aus  der  Wohlfahrtslotterie
  in  Wassererschließung  und  Neubestockung
erfährt,  und  die  vielen  wissenschaftlichen  wie  wirtschaftlichen
  Expeditionen,  die  zu  zahlreich  sind,
um  sie  hier  aufzuzählen.  Und  diese  Tätigkeit  ist
um  so  anerkennenswerter,  als  auch  sie  nicht  ohne
Anfechtung  geblieben  ist,  hat  man  doch  noch  vor
kurzem  in  der  Presse  versucht,  die  Tätigkeit  des
Kolonialwirtschaftlichen  Komitees  auf  dem  Gebiete
  des  Baumwollbaues,  der  nahezu  in  allen
unseren  Schutzgebieten  sicher  eine  erhebliche
Zukunft  hat,  zu  diskreditieren.

Mußten  bisher  die  Einkünfte  der  Schutzgebiete
im  wesentlichen  der  Verwaltung  und  Befriedigung
derselben  gewidmet  werden,  so  darf  man  sich
nicht  wundern,  daß  der  Gesamthandel  der
Schutzgebiete  noch  keine  sehr  hohe  Ziffer  erreicht
  hat.  Mit  Tintenfaß  und  Gewehr  schafft
und  erschließt  man  keine  wirtschaftlichen  Werte;
dessenungeachtet  brauchen  wir  nicht  unzufrieden
zu  sein.  Der  Gesamthandel  der  Deutschen  Schutzgebiete
  im  Jahre  1906  betrug  ohne  Regierungsgüter
  106  760  000  Mk.,  gegen  1905  mehr
20  811  000  Mk.  =  24,2  Proz.  Scheidet  man
Südwestafrika  aus,  in  dem  zur  Zeit  noch  anormale
  Zustände  herrschen,  so  ist  die  Zunahme  noch
12,75  Proz.  Hierbei  beträgt  der  Handel  Ostafrikas
  allein  36  147000  Mék.,  mehr  gegen
1905  8542  000  Mk.;  das  bedeutet  eine  Steigerung
  von  über  30  Proz.  Von  diesem  Handel
entstammen  den  Ländern  am  Victoria-Nyansa
7  157  000  Mk.  Dieser  Handel  ist  in  vier  Jahren
entstanden,  eine  Folge  der  Bahnverbindung  mit
        <pb n="1315" />
        1198  2

Mombassa.  Auch  das  Jahr  1907  wird  sicher  eine
weitere  wesentliche  Steigerung  aufweisen.  Ostafrikas
Ziffern  liegen  noch  nicht  vor.  Aber  in  Kamerun,
wo  1906  der  Gesamthandel  23¼  Millionen  betrug,
  ist  im  1.  und  2.  Quartal  1907  eine  Steigerung
  von  3  431  000  Mk.  eingetreten,  also  von
etwa  20  Proz.  in  einem  halben  Jahre.

Berglichen  mit  unsern  Nachbarn  wuchs  1906
der  Gesamthandel

der  französischen  Kolonien  um

der  englischen  Kolonien  -

1,55  Proz.
4,03  -

 

des  Kongostaates  -12,77  —
der  portugiesischen  Kolonien-  0,  #  -
der  deutschen  Kolonien  24,2
und  seit  1902  ist  die  durchschnittliche  jährliche
Steigerung
bei  den  englischen  Kolonien  1,13  Proz.
bei  den  französischen  Kolonien  *n*•n  -
bei  den  deutschen  Kolonien  19,76  —
Was  den  deutschen  Handel  mit  den

Kolonien  anbelangt,  so  sind  folgende  Inderziffern,
  auf  1898  bezogen,  von  Interesse:
Gesamt  Ein=  und  Ausfuhr  (Spezialhandel)
für  1906  141

Gesamthandel  mit  Europa

für  1906  133
Gesamthandel  mit  Afrika

für  1906  212

mit  Deutsch-Ostafrika  349

mit  Kamerun  u.  Togo  232
Das  sind  keine  schlechten  Zahlen,  wenn  man
bedenkt,  daß  sie  seit  Jahren,  die  gleiche  Richtung
zeigen  und  einen  wohlgesicherten  Besitzstand  darstellen.


Und  hier  sind  wir  nun  an  einem  großen
Wendepunkt  zumal  in  Ostafrika,  denn  über  die
anderen  Kolonien  will  ich  mich  erst  äußern,
sobald  ich  sie  selbst  gesehen  habe.  Das  soll  mit
Südwest  im  nächsten  Frühjahr  geschehen.
Dieser  Wendepunkt  liegt  darin,  daß  sowohl  die
Verwaltung  wie  die  Truppe  genügende  Stärke
und  Wirksamkeit  erhalten  haben,  daß  ein  weiterer
Ausbau  nicht  mehr  nötig  ist,  ja  daß  es  sogar
wirtschaftlich  gerechtfertigt  ist,  mancherlei  Ersparnisse
  vorzunehmen,  daß  daher  die  großen  und
jährlich  steigenden  Mehreinnahmen  neben  der
Reduktion  der  Reichszuschüsse  zu  kulturellen  Aufgaben
  zur  Verfügung  stehen.

Diese  kulturellen  Aufgaben,  die  Erschließung
  der  großen  Schätze  des  Landes,  die
Hebung  der  Wirtschaft  und  Produktion  der  Eingeborenen,
  die  Erzeugung  der  Rohstoffe  für  die
Heimat,  sind  die  eigentlichen  Aufgaben,  die  wir
zu  betreiben  haben.  Dafür  ist  unser  Verwaltungsapparat
  und  unsere  Truppe  Mittel,  sie  sind  kein
Selbstzweck.  Mit  diesen  technisch-wirtschaftlichen
Aufgaben  geht  Hand  in  Hand  und  ist  untrenn- 



bar  verbunden  die  soziale  und  ethische  Hebung
der  Eingeborenen,  eine  Aufgabe,  die  den
deutschen  Kolonialfreunden,  der  ganzen  Nation
mit  Recht  warm  am  Herzen  liegt,  ja  die  für
manche  die  ausschließliche  Raison  einer  Kolonialpolitik
  bildet.

Euch  ihr  Götter  gehört  der  Kaufmann,  Güter

zu  suchen

Geht  er,  doch  an  sein  Schiff  knüpfet  das  Gute

sich  an.

Nur  ein  in  seiner  Produktion  vorwärtskommender
  und  prosperierender  Eingeborener  ist
in  der  Lage,  seinen  Sinn  höheren  Anforderungen
zu  öffnen,  und  nur  mit  dieser  Entwicklung  wird
auch  die  so  mühsam  und  entbehrungsfreudige
Arbeit  unserer  Missionare  ihren  verdienten  Lohn
finden.  Heben  wir  den  Eingeborenen  wirtschaftlich,
  so  heben  wir  ihn  sozial,  und  über  diese
Etappen  führt  der  Weg  zur  Kultur  und  Humanität
  im  Sinne  der  Heimat.

Diese  wirtschaftlichen  Aufgaben  der  Erhöhung
der  Produktion  und  damit  des  Wohlstandes  der
Eingeborenen  erforderten  zunächst  die  Erschließung
des  Landes  mit  Verkehrswegen,  Eisenbahnen.
Ich  kann  mich  an  dieser  Stelle  über  Einzelheiten
  des  Programms  nicht  äußern,  zumal
die  gesetzgebenden  Faktoren,  die  ein  erstes  Recht
auf  Information  haben,  noch  nicht  befaßt  werden
konnten.  Aber  so  viel  kann  ich  sagen,  daß
Ost-Afrika  erschlossen  werden  kann,  soweit  wirtschaftlich
  auf  absehbare  Zeit  erforderlich,  durch
ein  wohlausgedachtes  Netz,  ohne  Aufwand  der
außerordentlichen  Summen,  die  man  hie  und  da
neunt,  und  ohne  die  Ausgabe  auch  nur  einer
unproduktiven  Mark.  Diejenigen  Summen,  die
hierfür  angefordert  werden  sollten,  werden  sich
alsbald  verzinsen.  Bei  meinen  Arbeiten  auf
diesem  Gebiete,  habe  ich  mit  Dank  interessante
Studien  benutzen  können,  die  das  kolonialwirtschaftliche
  Komitee  über  eine  Nord=  und  Südbahn
  hat  anstellen  lassen.  Mindestens  ebenso
wichtig  sind  aber  die  Maßnahmen  zur  Steigerung
und  Hebung  der  Eingeborenen-Produktion.
Hier  ist  ein  außerordentlich  großes  und  fruchtbares
Feld.  Hier  ist  nur  die  große  und  wichtige  Frage:
was  kann  man  von  Ostafrika-Eingeborenen  erwarten?
  Ich  kann  sagen,  daß  auch  in  dieser
Richtung  das  ostafrikanische  Schutzgebiet  sehr  angenehm
  enttäuscht.  Abgesehen  von  dem  allerdings
  ziemlich  degenerierten  Küstenneger  haben
wir  eine  nicht  unintelligente,  auf  die  Arbeit  ihres
Körpers  angewiesene,  wenn  auch  nicht  dichte,
doch  insgesamt  zahlreichere  Bevölkerung  als  erwartet.
  Jeder  dieser  Leute  arbeitet,  er  muß  es,
will  er  existieren.  Freilich:  mancherlei  Arbeit
liegt  ihm  schlecht,  er  läuft  lieber  als  Träger  im
Lande  herum,  als  daß  er  Bahnen  baut,  er  baut
        <pb n="1316" />
        G  1199  20

lieber  an  Bahnen,  als  daß  er  auf  Plantagen
arbeitet.  Die  Abneigung  will  die  Regierung,  der
alle  Erwerbsstände  des  Schutzgebiets  am  Herzen
liegen,  gern  nach  Kräften  überwinden  helfen,
denn  es  ist  die  einzige  Schwierigkeit,  die  sich  dem
intelligent  betriebenen  und  wirtschaftlich  wertvollen,
  ja  für  gewisse  Produktion  unentbehrlichen
Plantagenbau  zur  Zeit  entgegenstellt.  Also
das  Material  ist  gut,  aber  zur  Zeit  noch  sehr
roh,  es  ist  für  ein  wirkliches  Blühen  des  Landes
weder  dicht  noch  langlebig  genug.  Aus  dieser
Situation  ergeben  sich  außerordentliche  Aufgaben
für  den  Arzt  und  Wissenschaftler  in  der  Bekämpfung
  der  Seuchen  und  Krankheiten,
in  der  Hygiene  und  Kindererhaltung.  Ebenso
aber  wird  notwendig  die  Verbesserung  von  Kulturmethoden
  und  Pflanzenarten,  Schutz  von  Wald
und  Wasserstellen,  vor  allem  Bekämpfung  der
Viehseuchen,  die  jährlich  Millionen  Werte  hinwegraffen
  und  weite  Gebiete  für  Last=  und  Nutztiere
unpassierbar  machen.  Hier  liegt  die  Hauptauf- 



gabe  für  lange  Jahre.  Sie  ist  es  wert,  daß  die
deutsche  Wissenschaft  und  Technik  ihre  besten
Kräfte  einsetzen.  Hat  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft
  bisher  für  die  Förderung  des  weißen
Elementes  schon  viel  getan  und  wird  sie,  wie  ich
hoffe,  in  allen  diesen  ihren  Unternehmungen  vollen
Erfolg  haben  und  weiter  Segen  spenden  (wie
ihn  zum  Beispiel  jenes  schöne  Haus  in  Windhuk
spendet,  welches  den  Namen  einer  um  die  deutschen
  Kolonien  unendlich  verdienten  Fürstin  und
Frau  tragen  darf),  so  öffnet  sich  auch  für  jene
Gebiete,  in  denen  Weiße  nicht  erxistieren  können,
ein  großes  fruchtbares  Feld,  auf  dem  die  Gesellschaft
  wie  bisher  auch  in  Zukunft  nicht  versagen
  wird.  Deshalb  wünsche  ich  nicht  nur  im
Interesse  der  Allgemeinheit,  sondern  auch  aus
einem  verzeihlichen  Ressortpartikularismus  der
Gesellschaft  aus  vollem  Herzen  ein  weiteres
glückliches  Gedeihen  zum  Nutzen  der  deutschen
kolonialen  Sache  und  damit  einer  wahren  vaterländischen
  Aufgabe.

Rede,  gehalten  auf  Einladung  Seiner  Königlichen  Hoheit  des  Großherzogs  von  Oldenburg
zu  Oldenburg  am  9.  Dezember  1007.

Staatssekretär  Dernburg  dankte  zunächst  dem
Großherzog  dafür,  daß  er  ihm  durch  seine  Einladung
  Gelegenheit  gegeben  habe,  auch  an  der
Waterkant  für  die  Sache  zu  wirken,  die  ihm  so
am  Herzen  liege,  und  fuhr  dann  fort:  Ich  glaube
nicht  richtig  zu  tun,  hier  ein  umfangreiches  kolonialpolitisches
  Programm  zu  entwickeln.  Will
man  dies,  so  würde  die  Zeit  und  Gelegenheit
nicht  zureichen,  auch  würden  mit  Recht  Reichstag
und  Bundesrat,  die  einen  ersten  Anspruch  haben,
unzufrieden  sein  können.  Ich  bitte  mir  daher  zu
gestatten,  lieber  in  mehr  berichtender  Weise  vortragen
  und  dabei  von  Zeit  zu  Zeit  solche  Ausblicke
  und  Erwägungen  einflechten  zu  dürfen,  wie
sie  der  Gegenstand  darbietet.

Als  wichtigste  Episode  meiner  Reise  kann  ich  ohne
weiteres  den  Marsch  ins  Innere  bezeichnen.
Einmal  deshalb,  weil  die  Fragen  der  Beschaffung
von  Arbeit,  die  die  Weißen  an  der  Küste  bewegen,
  nur  aus  einer  Kenntnis  der  Verhältnisse
dort  beurteilt  werden  können,  wo  die  Arbeiter
hergezogen  werden  müssen.  Dann,  weil,  wenn
man  Bahnen  und  Wege  ins  Innere  bauen  will,
wo  weder  weiße  Ansiedler  noch  Plantagen  unter
weißer  Leitung  bestehen,  man  die  Basis  für  eine
Rentabilität  —  und  ohne  eine  solche  darf  man
Bahnen  nicht  bauen  —  nur  im  Innern  finden
kann,  wobei  alles  darauf  ankommt,  daß  man  die
Entwicklungsfähigkeit  von  Eingeborenen  und  deren
Kulturen  richtig  und  vorsichtig  einschätzt.  Drittens,
  weil  ein  sicheres  Bild  über  die  Zustände

 

selbst  im  größten  Teil  des  Schutzgebietes  an  der
Küste  überhaupt  nicht  erhältlich  war.

Es  ist  doch  eigentümlich,  daß  die  wenigsten
Weißen,  die  in  Ostafrika  ihr  Geschäft  treiben,  das
Land  kennen,  daß  noch  nie  ein  aktiver  Gonverneur
  im  Zentrum  von  Deutsch-Ostafrika  geweilt
hat,  daß  keiner  derjenigen  Beamten,  welche  in
Daressalam  die  Zentralverwaltung  bilden  und
mit  dem  Gouverneur  die  Verantwortung  teilen,
jemals  über  den  Küstensaum  hinausgekommen  ist.
Deshalb  erschien  es  mir  nicht  zu  umgehen,  ehe
ich  auf  die  Wünsche  von  Pflanzern  und  Ansiedlern
an  der  Küste  eine  entscheidende  Antwort  gebe,  ehe
ich  dem  deutschen  Volk  einen  Vorschlag  über  den
Bau  von  Bahnen  ins  Innere  machte,  ehe  ich
mir  ein  Urteil  zutrauen  wollte  über  die  weitere
Entwicklung  unseres  Schutzgebietes,  selbst  mit  nicht
unerheblichem  Zeitaufwand  in  das  Herz  des
Landes  zu  marschieren.

Ein  erstes  und  großes  Stück  kann  man  mit
der  Bahn  fahren,  allerdings  mit  keiner  deutschen.
Denn  selbst  die  jetzt  beendete  Morogorobahn
erschließt  mit  ihren  220  km  nicht  mehr  als  knapp
½⅛  der  Querausdehnung  unseres  Schutzgebietes.
Dagegen  haben,  wie  ja  wohl  bekannt,  vom  Hafen
Mombassa  bis  nach  Kisumu  am  Viktoria-Nyansa
die  Engländer  eine  Eisenbahn  gebaut,  und  mit
ihrer  Hilfe  und  der  von  England  eingerichteten
Schiffahrt  auf  dem  Viktoria-Nyansa  kann  man
das  Zentrum  unseres  Schutzgebietes  leichter  erreichen,
  als  auf  dem  Marsch  von  der  Küste,  einem

1
        <pb n="1317" />
        W  1200  2

Marsch,  der  heute  noch  30  Tage  in  Anspruch
nimmt.  Mombassa  liegt  unter  dem  4.  Grad  südlicher
  Breite  und  der  Endpunkt  der  englischen
Bahn  am  Viktoria-Nyansa  genan  auf  dem
Agquator,  Tabora  liegt  auf  dem  5.  Grad  südlicher
Breite.  Das  ganze  Schutzgebiet  ist  nicht  nur
tropisch,  sondern  es  liegt  nahezu  direkt  unter  dem
Aquator,  und  das  ist  bei  allen  Erwägungen  über
die  Zukunft  nicht  zu  vergessen.  Die  englische
Bahn  ist  584  englische  Meilen  gleich  940  km
lang,  d.  h.  ungefähr  die  Distanz  von  Oldenburg
nach  Wien.  Sie  ist  auf  1  m  Spur  gebaut  und
hat  in  runder  Summe  110  Millionen  Mk.  gekostet.
  Die  Bahn  ist  zunächst  entstanden  aus
Gründen  der  Sicherheit,  um  England  die  Möglichkeit
  zu  geben,  den  Besitz  des  ostafrikanischen
Protektorats  östlich  des  Nyansa,  des  Uganda-Protektorats
  westlich  des  Nyansa  und  der  oberen
Nilländer  nördlich  des  Nyansa  ohne  zu  großen
Aufwand  zu  halten.  Das  Land  selbst,  durch  das
die  Bahn  fährt,  ist  zum  großen  Teil  nahezu  unproduktiv.
  Wenn  man  den  herrlichen  Palmenbestand
  und  den  in  aller  tropischen  Uppigkeit
glänzenden  Küstengürtel  überwunden  hat,  folgen
mindestens  400  km,  aus  denen  die  Bahn  nahezu
keinerlei  Frachten  ziehen  kann,  unendliche  Ebenen,
durchaus  menschenleer,  weil  sehr  wasserarm.  Hier
nun  hat  sich  die  Gelegenheit  gegeben,  in  einer
geistreichen  Ausnutzung  der  natürlichen  Umstände,
dem  Reisenden  Bilder  zu  bieten,  wie  sie  schöner
und  romantischer  nicht  ausgedacht  werden  können.
Die  ganze  Strecke  nämlich  ist  zu  einem  Wildreservat
  erklärt  worden,  und  auf  ihr  tummeln  sich
in  Herden  von  Tausenden  Zebras  und  Guus,
große  und  kleine  Antilopen,  Gazellen  und  Strauße.
Hier  und  da  kann  man  zunächst  wie  große  kahle
Bäume  aussehende  Giraffen  zu  2  und  3  zusammenstehen
  sehen,  und  diese  Tierwelt  weiß,
daß  sie  absolut  geschützt  ist,  sie  kommt  bis  auf  10
bis  15  m  an  den  vorbeisaunsenden  Zug  heran.  Auch
an  Raubzeug  fehlt  es  nicht.  Während  des  Baues  ist
eine  große  Menge  indischer  und  einheimischer  Arbeiter,
  sind  auch  mehrere  Weiße  von  Löwen  zerrissen
  worden,  und  am  Tage  vor  meiner  Durchreise
war  auf  der  Station  dem  Sultan  Mamuth  eine
schwarze  Fran  wenige  hundert  Meter  vom  Stationsgebäude
  fortgeschleppt  worden;  ja,  eine  Station
trägt  direkt  den  Namen  „Löwe“  (Simba).  Durch
diese  wunderbare  Tierwelt  fährt  man  nun  nahezu
einen  ganzen  Tag.  Die  afrikanischen  Bahnen
haben  keine  Schnellzugsgeschwindigkeit,  46  Stunden
dauert  die  Fahrt,  2  Tage  und  2  Nächte,  und

wenn  sie  auch  interessant  ist,  so  ist  sie
nicht  sehr  bequem,  denn  Schlafwagen  gibt
es  natürlich  nicht.  Die  Mahlzeiten  müssen

an  bestimmten  mit  Speisehäusern  verbundenen
Bahnhöfen  eingenommen  werden,  wo  dann

 

der  Zug  ½  oder  ¾  Stunden  hält.  Wenn  es
auch  nicht  rußt  wie  auf  unseren  Eisenbahnen,
weil  die  Feuerung  mit  Holz  erfolgt,  so  dringt
doch  ein  feuerroter  Staub  ständig  durch  alle
Ritzen  und  Spalten  ein,  und  wenn  man  seine
Reise  absolviert  hat,  sieht  man  eher  wie  ein
Indianer  als  wie  ein  Bleichgesicht  aus.

Die  jetzige  Hauptstadt  Nairobi  teilt  die  Bahn
in  zwei  etwa  gleiche  Teile;  sie  liegt  ziemlich
hoch  und  ist  deshalb  von  vielen  Europäern
dauernd  bewohnt.  Auch  sind  zahlreiche  europäische
  Ansiedelungen,  besonders  von  Engländern
und  Buren,  die  aus  Südafrika  ausgewandert
sind,  um  Nairobi  gruppiert,  und  es  hatte  eine
Zeitlang  den  Anschein,  als  ob  dort  eine  große
weiße  Stadt  entstehen  könne.  So  wurde  sie
denn  angelegt  in  prächtiger,  extravaganter  Weise,
mit  breiten  Avenuen;  Baustellen  stiegen  auf
fabelhafte  Preise,  und  die  Stadt,  die  ursprünglich
nur  entstanden  war,  um  ein  Banzentrum  für
die  Bahn  zu  bilden,  wuchs  an  den  verschiedensten
Stellen  rapide  auf.  Aber  es  zeigte  sich,  daß
auch  das  Höhenklima  nicht  vor  Seuchen  und
Malaria  schützt  und  ferner,  daß  selbst  eine  hohe
und  dünne  Luft  europäische  Arbeit  sehr  erschwert,
weil  die  tropische  Sonne  dabei  täglich  neun  bis
zehn  Stunden  dem  Arbeiter  über  dem  Scheitel
steht.  Und  so  sind  denn  jene  weiße  Ansiedelungen
  um  Nairobi,  insbesondere  da  ein  Absatz
für  die  Produkte  fehlte,  wieder  sehr  stark  im
Rückgang  begriffen,  und  ein  sehr  unzufriedenes
Element  hat  sich  dort  gebildet.

Die  Bauspekulation  ist  total  zusammengebrochen;
  Bauplätze,  die  vor  vier  Jahren  um
400  Mk.  zu  haben  waren,  inzwischen  aber  auf
4000  Mk.  gestiegen  waren,  sind  heute  zum  Ursprungspreis
  kaum  mehr  anzubringen.  So  ist
denn  Nairobi  vorläufig  noch  eine  Stadt  aus
Wellblech,  und  wenn  sie  auch  einen  langsamen
Fortschritt  verspricht  mit  der  Hebung  von  Handel
und  Wandel,  so  sind  doch  die  extravaganten  Erwartungen
  für  eine  weiße  Ansiedelung  bisher
unerfüllt  geblieben.

Auch  ein  wesentlicher  Plantagenbau  besteht
in  Britisch-Ostafrika  nicht.  Er  scheitert  an  der
dünnen  Besiedelung  mit  Schwarzen  und  an  der
Überzeugung  der  Regierung,  daß  das  Land  in
der  Eingeborenenkultur  eine  sicherere  Basis  finden
werde,  als  in  der  Erzengung  der  den
Schwankungen  des  Weltmarkts  stark  unterworfenen
  Plantagenprodukte.  Die  Dünne  der  Bevölkerung
  erklärt  auch  die  Bestrebungen,  die  beständig
  dahin  gehen,  aus  dem  viel  volkreicheren
Deutsch-Ostafrika  beständig  Arbeiter  in  großen
Mengen  zur  Auswanderung  zu  bewegen,  eine
Tendenz,  der  nur  durch  große  Vorsicht  und  angemessene
  Behandlung  unserer  Eingeborenen  ent-
        <pb n="1318" />
        W  1201  20

gegengewirkt  werden  kann.  Denn  einen  Zwang
auf  sie  auszuüben,  ist  bei  einer  nahezu  1000  km
langen  Grenze  und  den  verhältnismäßig  nur
kleinen  Machtmitteln,  die  wir  aus  verständlichen
Gründen  in  der  Kolonie  halten,  ganz  unmöglich.

Die  englische  Verwaltung  hat  uns  den
liebenswürdigsten  Empfang  bereitet  und  uns
einen  Einblick  in  viele  Verhältnisse  gegeben,  die
vorbildlich  für  unser  eigenes  Schutzgebiet  sein
können.  Von  Nairobi  an  steigt  die  Bahn
bald  stark  an.  Auch  hier  ist  die  Bevölkerung
nicht  dicht,  und  es  kommt  wenig  genug  Verkehr
heraus.  Schon  nach  wenigen  Stunden  beginnt
ein  dichter,  wunderbarer,  tropischer  Urwald.  Einen
solchen  Urwald  müssen  Sie  sich  nun  nicht  etwa
vorstellen  ähnlich  wie  einen  deutschen  Forst  oder
selbst  wie  die  amerikanischen  Bergwälder.  Dichtes
Unterholz,  unzählige  Lianen,  Felsen  und  Schluchten
machen  ihn  nahezu  unpassierbar.  Auch  besteht  er
nicht  aus  einer  oder  mehreren  Baumarten  in
geschlossenen  Beständen,  sondern  Laub=  und  Nadelholz
  steht  durcheinander,  wertvolles  und  wertloses,
Seite  bei  Seite.  Der  Einblick  in  die  Felsschluchten,
  den  man  von  den  vielen  Brücken  genießt,
  ist  sehr  grotesk.  Die  abgestorbenen  Baumriesen,
  die  teils  ihre  kahlen  Arme  in  die  Luft
strecken,  teils  am  Boden  schwere  Hindernisse
bilden,  haben  die  wunderbarsten  Formen.  So
wertvoll  manche  der  Hölzer  sein  werden,  so
chwer  ist  es,  sie  zu  gewinnen,  weil  von  einem
forstmäßigen  Abtrieb  und  Umtrieb  nach  dem  Geschilderten
  nicht  die  Rede  sein  kann.  Deswegen
ind  auch  die  Rechnungen,  die  über  den  ungeheuren
  Wert  dieser  Hölzer  gemacht  werden,  mehr
oder  weniger  irreleitend,  weil  vermutlich  die
Gewinnungs=  und  Trausportkosten  gleichfalls
ganz  außerordentliche  sein  werden.

Ein  Anblick  von  überwältigender  Schönheit
eröffnet  sich,  wenn  die  Bahn  den  großen  zentralafrikanischen
  Graben  erreicht,  einen  steilen  Absturz.
von  etwa  6000  Fuß  mit  der  wunderbarsten
Natur,  der  schönsten  Fernsicht  und  den  glühendsten
Farben.  Hier  ist  nun  die  Bahn  ein  Ingenieurkunststück
  allerersten  Ranges  und  hat  selbstverständlich,
  besonders  da  sie  nahezu  zweimal  ganz
umgebaut  werden  mußte,  große  Summen  verschlungen.
  Hinter  dem  Graben  bei  Mau  erreicht
die  Bahn  die  Höhe  von  8000  Fuß.  Es  wird
dort  in  der  Nacht  bitter  kalt,  und  hier  sind  auch
einige  Großfarmbetriebe  mit  Viehzucht,  die  anscheinend
  viel  versprechen.  Dann  kommt  ein
schneller  Abstieg  in  einen  ebenen  Streifen,  der
den  Viktoriasee  umsäumt,  und  hier  liegt  der  Endpunkt
  der  Bahn:  Port  Florence  auf  englisch,
Kisumu  in  der  Sprache  des  Landes.  Es  liegt
an  einer  Bucht  und  macht  einen  sehr  nüchternen
und  geschäftsmäßigen  Eindruck.  Denn  im  Kampfe

 

 

mit  den  Seuchen,  der  Schlafkrankheit  und  der
Malaria  hat  man  nahezu  jeden  Busch  und
Strauch,  die  Herbergen  der  Fliegen  und  ihrer
Brut,  in  der  Umgegend  der  Stadt  niedergelegt,
und  die  Sorge  geht  soweit,  daß  den  einzelnen
Europäern,  meistens  Beamten,  selbst  die  Hecken
um  ihre  Gärten  abrasiert  wurden.  So  ist  denn
Kisumn  ein  großer  Bahnhof,  auf  der  Höhe  umsäumt
  von  Beamtenhäusern  und  Wohnungen,  mit
einer  großen  indischen  Bazarstraße  und  einem  Eingeborenenmarkt,
  der  zu  den  merkwürdigsten  Anblicken
  gehört,  die  man  überhaupt  haben  kann.
Dorthin  nämlich  kommen  tagtäglich  die  Umwohner
des  Kabirondo-Stammes.  Menschen  von  wunderbarem
  Körperbau  und  nicht  unsympathischen  Gesichtstügen,
  die  eine  unüberwindliche  Abneigung
gegen  jede  Art  von  Kleidung  haben,  welche  über
einige  messingene  Armringe  oder  einige  Perlenschnüre
  um  den  Hals  hinausgeht.  Ein  europäischer
Bildhauer  würde  in  den  wunderbaren  Gestalten,
die  sich  mit  vollkommener  Freiheit  und  Anmut
bewegen,  und  deren  herrliche  Muskulatur  noch
durch  das  Farbenspiel  einer  sammetweichen,  nahezu
schwarzen  Haut  gehoben  wird,  ein  unermeßliches
Studienmaterial  finden.  Auf  diesem  Eingeborenenmarkt
  habe  ich  Franen  sitzen  sehen,  die  in  ihrer
ungezwungenen  Pose  den  Vergleich  mit  Michel
Angelos  Frauengestalten  an  den  Gräbern  der
Medicäer  zu  St.  Lorenzo  nicht  zu  scheuen  hätten.
Das  Volk  ist  gutmütig,  nicht  sehr  intelligent.  Es
ist  verhältnismäßig  wahrheitsliebend  und  sehr
sittenrein.

In  den  See  hinaus  streckt  sich  ein  Pier,  an
dessen  Seite  jetzt  ein  zweiter  errichtet  wird,  und
eine  Werftanlage,  die  bei  aller  Einfachheit  großartige
  Leistungen  vollbringt.  Deun  nicht  weniger
als  vier  große  eiserne  Schiffe  vermitteln  den  Verkehr
  auf  dem  Nyansa,  drei  Passagier=  und  Frachtdampfer
  und  einer,  der  allein  zur  Frachtbeförderung
  bestimmt  ist.  Diese  Schiffe  sind  Stück  für
Stück  in  ihren  einzelnen  Teiken  von  England  per
Dampfer  nach  Mombassa  und  von  dort  über  die
Bahn  gebracht  und  werden  in  Kisumu  lediglich
zusammengesetzt.  Sie  werden  hier  verstehen,  was
das  heißt,  wenn  ich  Ihnen  sage,  daß  der  große
Frachtdampfer  1500  Brutto-Registertonnen  hat.
Die  Einrichtung  der  Passagierdampfer  ist  die  eleganteste;
  man  kommt  sich  in  dem  Zentrum  von
Afrika  unter  dem  Aquator,  1000  km  von  der
Küste,  wie  in  einem  erstklassigen  europäischen  Hotel
vor.  Englische  Reinlichkeit,  europäischer  Komfort
und  nur  der  Mangel  an  Eis,  die  tiefbraunen
goanesischen  Stewards  und  die  in  weiße  lange
Hemden  gekleideten  Kabirondojungen,  die  die  Bedienung
  der  Gäste  besorgen,  erinnern  daran,  daß
man  im  Mittelpunkt  des  schwarzen  Kontinents  ist.
Die  Goanesen  sind  portugiesische  Mischlinge  aus
        <pb n="1319" />
        W  1202  20

Indien  und  werden  überall,  in  kleineren  Stellen,
besonders  auch  als  Regierungsbeamte  verwandt.
Die  Vorarbeiter  auf  der  Werft  sind  Inder;  die
ganze  technische  Bedienung  des  Schiffes  besorgen
Schwarze.

Da  der  Viktoria-Nyansa  in  seiner  Mitte  noch
unbekannt  und  an  seinen  Küsten  nicht  befeuert
ist,  fahren  die  Schiffe  nur  bei  Tage.  Es  ist  ein
merkwürdiger  Kontrast  —  jene  vollendete  Behaglichkeit,
  mit  der  man  über  die  tiefblauen  Fluten
dieses  Binnenmeeres  von  der  Größe  Bayerns
fährt,  und  die  zum  Teil  kahlen,  ganz  menschenlosen
  Inseln  und  Küsten,  welche  die  Schlafkrankheit
in  dem  letzten  Jahrzehnt  entvölkert  hat,  so  entvölkert,
  daß  man  nahezu  in  Kisumu  keinen  Fisch
mehr  erhalten  kann,  weil  die  Fischer  ausgestorben
sind.  Die  Größe  der  Aufgaben  und  die  Gefahr
des  Zustands  wirken  so  mächtig,  daß  man  nur
voller  Bewunderung  und  Dank  der  deutschen  Gelehrten
  denkt,  besonders  des  Geheimrats  Koch,
die  im  Interesse  der  Menschlichkeit  und  Zivilisation
  unter  großen  persönlichen  Gefahren  diesem
furchtbaren  Feinde  sich  entgegengestellt  haben.

Die  Dampfer  bringen  nun  den  größten  Teil
der  Fracht  für  die  Ugandabahn  in  Kisumn  zusammen.
  Sie  besteht  aus  Baumwolle,  die  in
Britisch-Uganda  von  Eingeborenen  gezogen  und
dort  Volkskultur  geworden  ist;  auch  aus  Gummi,
der  auf  diesem  als  dem  nächsten  Wege  vom  östlichen
  Kongostaat  kommt,  aus  Rinderhäuten,  Ziegen=
  und  Wildfellen,  die  aus  dem  deutschen  Gebiet
kommen,  aus  Wachs,  das  in  Deutsch-Ostafrika
gesammelt  wird,  aus  Elfenbein  und  Erdnüssen,
aus  Reis  und  Mais,  die  in  den  deutschen  Häfen
eingehandelt  werden.  Es  ist  sehr  interessant,  hier
eine  kurze  finanzpolitische  Erwägung  anzustellen.

110  Millionen  Mk.  hat  die  Bahn  gekostet,
4  Millionen  Mk.  wird  die  jährliche  Verzinsung
sein,  800  000  Mk.  ist  zur  Zeit  der  reelle  Überschuß,
  d.  h.  über  3  Millionen  Mk.  bleibt  diese
Bahn  heute  hinter  ihrer  Verzinsung  zurück.  Nichtsdestoweniger
  ist  sie  eine  Kulturtat  ersten  Ranges,
die  wirtschaftlich  allerdings  zunächst  uns  Deutschen
zugute  kommt.  Ich  habe  bereits  gesagt,  daß  sie
ein  ungeheures  Kolonialreich  sichert.  Sie  wissen
alle  selbst,  was  Kolonialtruppen  kosten;  in  Ostafrika
  umfaßt  das  Kapitel  2  des  Etats  „die  Militärverwaltung“
  heute  noch  nahezu  3½  Millionen  Mk.,
in  Südwest  gar  noch  beinahe  24  Millionen  Mk.

55  Prozent  der  gesamten  Frachten  der
Ugandabahn  kommen  aus  dem  deutschen  Gebiet.
Bukoba,  Muansa  und  Shirati  sind  die  Häfen.
1  800  000  Mk.  macht  der  deutsche  Anteil  aus,
um  den  die  Güter  auf  der  Ugandabahn  billiger
befördert  werden  als  eine  mäßige  Verzinsung  verlangen
  würde.  Aber  welche  Wirkung  hat  die
Bahn  auf  die  Entwicklung  unseres  Schutzgebiets

 

gehabt!  9  Millionen  Mk.  Handel  und  zwar  ausschließlich
  Eingeborenenhandel,  hat  sie  für  das
Jahr  1907  in  diesen  3  Häfen  möglich  gemacht.
600  000  Mk.  Zölle  haben  wir  bei  diesem  Handel
eingenommen,  über  1  Million  Eingeborene  sind
in  das  Produktionsstadium  eingetreten,  nahezu
1  Million  Hüttensteuern  sind  wir  in  der  Lage,
infolge  dieser  Produktionsfähigkeit  einzuheben.
Aber  auch  der  englische  Verkehr,  das  Aufblühen
von  Mombassa  ist  eine  Folge  dieser  Bahn.  Daraus
können  wir  zunächst  zweierlei  lernen,  erstens,
daß  der  Nutzen  einer  Eisenbahn  nicht  bemessen
werden  kann  nach  dem,  was  sie  selbst  aufbringt,
sondern  daß  die  allgemeine  Hebung  des  Landes
und  die  daraus  entstehenden  fiskalischen  Gefälle
die  nächste  Wirkung  zu  bilden  pflegen,  und  daß
die  Einnahmen,  die  die  Landesverwaltung  hat,

genügende  Summen  liefern,  um  eine  Bahn
auch  rentabel  zu  bauen,  zweitens  aber,
daß  Erschließungsbahnen  für  fremde  Länder

durch  eigene  nicht  produktionsfähige  Gebiete  kein
Geschäft  sind,  das  sich  zahlt.  Das  müssen  sich
diejenigen  überlegen,  die  mit  Rücksicht  auf  den
Verkehr,  der  aus  Britisch-Zentralafrika  und  dem
Kongostaat  über  den  Nyansa  zu  holen  wäre,
den  Bau  einer  Südbahn  in  Ostafrika  zunächst
befürwortet  haben.  Die  Folgen  müssen  absolut
identisch  sein  mit  denen,  die  bei  der  Ugandabahn
eingetreten  sind.  Man  würde  diese  beiden  genannten
  fremden  Länder  wirtschaftlich  und  fiskalisch
entwickeln,  und  weil  diese  Einnahmen  Fremden
zufließen,  für  die  eigene  Bahn  keine  oder  nur
eine  sehr  bescheidene  Rente  erwarten  dürfen.
Macht  man  die  nördliche  Rundfahrt  um  den
See,  so  ist  der  deutsche  erste  Landungsplatz
Bukoba.  Es  ist  eine  offene  Reede  mit  starkem
Seegang  und  deshalb  sehr  ungeeignet,  so  daß
die  Verlegung  der  Station  trotz  vielem,  was  da
Gutes  geschaffen  ist,  in  eine  der  besser  geeigneten
nahen  Buchten  ins  Auge  gefaßt  werden  muß.
Der  Bukobabezirk  ist  eine  sogenannte  Residentur,
d.  h.  man  hat  klugerweise  dort  eine  ausgedehnte
deutsche  Verwaltungstätigkeit  nicht  vorgenommen,
sondern  herrscht  mit  und  durch  die  eingeborenen
Fürsten,  was  um  so  leichter  ist,  als  es  deren
nicht  sehr  viele  gibt,  jeder  ein  verhältnismäßig
sehr  großes  Volk  befehligt  und  die  Herrschaft  eine
sehr  absolute  ist.  Denn  dem  herrschenden  Recht
nach  gehört  Grund  und  Boden  und  was  darauf
wächst,  Menschen  und  was  sie  besitzen,  dem
Fürsten  absolut  und  ohne  Einschränkung.  Die
deutsche  Verwaltung  hat  sich  mit  Erfolg  bemüht,
diesen  sehr  barbarischen  Rechtszustand  zu  ersetzen
durch  einen  besseren,  für  den  an  Stelle  des  Eigentums
  die  Verpflichtung  zu  einer  Abgabe  tritt,
und  in  dem  Rechtspflege  durch  Weiße  nach  und
nach  verbreitet  wird.  Die  Bevölkerung  ist  ein
        <pb n="1320" />
        G  1203  2

schöner  Menschenschlag,  der  sich  im  wesentlichen
von  Bananen  nährt.  Die  Banane  ist  eine  einjährige
  Pflanze,  aber  sie  erneuert  sich  beständig  aus
Wurzelschößlingen  und  wächst  bei  geringer  Pflege
und  einiger  Düngung  viele  viele  Jahre  auf  derselben
  Stelle.  So  ist  denn  jede  Eingeborenenhütte
  mit  Bananen  umgeben,  und  hier  ist  der
erste  Ansatz  zu  einer  Düngungswirtschaft.  Der
Eingeborene  hält  im  wesentlichen  Kleinvieh
(Ziegen)  für  diesen  Zweck,  sehr  im  Gegensatz  zu
anderen  Teilen  Ostafrikas,  wo  diese  Nutzbarmachung
  der  tierischen  Exkremente  unbekaunt  ist.

Die  Exportprodukte  sind  demnach  im  wesentlichen
  jene  Kleinviehfelle  und  in  steigendem  Maße
der  Kaffee.  Es  ist  interessant,  hier  eine  Vergleichung
  mit  der  Eingeborenen=  und  Plantagenwirtschaft
  gerade  bei  diesem  Artikel  anzustellen.
Bekanntlich  ist  in  Usambara,  wo  eine  gute
Qualität  Kaffee  erzeugt  wird,  die  Plantagenwirtschaft
  in  Kaffee  nicht  mehr  rentabel.  Alle  Plautagen
  setzen  jedes  Jahr  Geld  zu  und  versuchen,
nach  und  nach,  andere  besser  rentierende  Gewächse
  zu  ziehen.  In  Brukoba  steigt  die  Kaffeeproduktion
  von  Jahr  zu  Jahr  und  die  Qualität
ist  derart,  daß  der  Export  zum  großen  Teil  nach
Arabien  stattfindet,  wo  er  mit  dem  dortigen
Kaffee  vermischt  als  Mokka-Kaffee  in  den  Handel
kommt.  So  stehen  denn  um  jede  Hütte  19,  20
und  30  Kaffeebäume  zwischen  den  Bananen.
Es  erscheint  auf  den  ersten  Blick  wunderbar,  daß
ein  mit  europäischer  Intelligenz  betriebener,  mit
reichen  Geldmitteln  angelegter  und  mit  maschinellen
Einrichtungen  zum  Teil  komplizierter  Art  für
Enthülsung  und  Trocknung  ausgestatteter  Betrieb,
nicht  mehr  konkurrenzfähig  ist.  Aber  gerade
darin  liegt  zum  Teil  der  Mißerfolg.  Eine  Kaffeeplantage
  ist  belastet  mit  den  Kosten  für  Grund
und  Boden;  den  Eingeborenen  gehört  der
Boden  frei.  Sie  ist  belastet  mit  den  Kosten  der
Rodung;  Plantagen  können  ja  nur  da  angelegt
werden,  wo  kein  Eingeborenen-Besitz  vorhanden
ist.  Diese  Kosten  sind  sehr  hoch.  Der  Eingeborene
zieht  den  Kaffee  als  Zwischenkultur.  Eine
Plantage  ist  belastet  mit  den  Kosten  eines  europäischen
  Aufsichtsrats,  einer  europäischen  Leitung,
weißen,  sehr  teuren  Angestellten  im  Schutzgebiet
und  vor  allem  mit  Zinsen  auf  Kapital  und  Arbeit
für  5  bis  6  Jahre,  nämlich  der  Zeit  zwischen
Anlage  und  Ertragsfähigkeit.  Nehmen  Sie  nun
die  Kosten  des  Hektar  bloß  auf  3  Rp.  an,  so
müssen  Sie  doch  mindestens  50  Rp.  per  Hektar
rechnen  für  die  Rodung  und  10  Rp.  für  die
Pflanzung,  so  haben  Sie  63  Rp.  Kosten.  Auch
solange  der  Kaffee  nicht  ertragsfähig  ist,  muß  dieses
Land  rein  gehalten,  müssen  Abzugsgräben,  Wasserlöcher
  usw.  gemacht  werden.  Dazu  gehört  mindestens
  1  Mann  für  je  2  ha,  d.  h.  für  6  Jahre

 

per  Hektar  ½  Mann,  macht  3  Arbeitskräfte  zu
150  Rp.,  macht  450  Rp.,  zu  jenen  63  hinzu,
zusammen  also  zunächst  513  Rp.  Dazu  kommen
mindestens  30000  Mk.  per  Jahr  Generalunkosten
der  Weißen,  und  wenn  Sie  das  auf  500  ha  anschlagen,
  so  macht  das  60  Mk.  per  Jahr  oder
360  Mk.,  bis  die  Plantage  trägt,  und  das  sind
270  Rp.,  zusammen  782  Rp.  Wir  haben  also
ziemlich  800  Rp.  auf  den  Hektar  Unkosten  oder
/10  Rp.  per  Kaffeebäumchen,  1000  auf  den  Hektar
gerechnet.  Sie  müssen  also,  wenn  Sie  nur
15  v.  H.  Zinsen  rechnen,  4  Heller  =  5⅛½  Pff.
von  vornherein  Unkosten  rechnen.  Nun  kommt
die  Zeit  der  Ernte,  und  da  brauchen  Sie  mindestens
  1  Mann  auf  den  Hektar,  d.  h.  20  Pfg.  für
das  Bäumchen  im  Jahr;  so  haben  Sie  schon
25½  Pfg.  Trägt  nun  ein  Baum  2  Pfund  Kaffec,
wovon  ½⅛  dem  Gewicht  der  reinen  Bohne  entspricht,
  so  haben  Sie  200  g  Kaffee.  Wenn  Sie
nun  nichts  rechnen  für  Maschineric  und  ihre
Anlage  und  Betrieb,  so  ist  es  klar,  daß  bei
Kaffeepreisen  von  höchstens  50  Pfg.  auf  das  Pfund,
200  g  nur  20  Pfg.  wert  sind,  und  Sie  deshalb
5  bis  6  Pfg.  zu  jedem  Pfund  beizulegen  haben.
Das  ist  eine  sehr  bescheidene  Rechnung,  die  nichts
ansetzt  für  Erneuerung  des  Bestandes,  für  Ausfall
  infolge  Absterbens  und  Pflanzenkrankheiten,
  und  eine  Rechnung,  die  mit  einem
sehr  hohen  Ertrag  rechnet.  Diese  26  Pfg.  Unkosten
  hat  der  Eingeborene  nicht,  er  hat  gar
keine  Unkosten.  Er  macht  die  Sache  nebenbei,  er
lebt  von  seiner  Banane,  er  hat  also  jene  20  Pf.
rein,  wo  die  Plantage  6  Pf.  zusetzt.  Diese  Wahrheit,
  daß  in  vielen  Fällen  die  Eingeborenenkultur
unglaublich  viel  billiger  produziert  wie  Plautagenkultur,
  ist  für  manche  Leute  nicht  sehr  erbaulich,
  aber  sie  muß  im  Interesse  unserer  Kolonien
  und  ihrer  Entwicklung  ausgesprochen
werden.

Das  Bild  ändert  sich  natürlich  sofort,  wo  es
sich  um  sehr  hochwertige  Produkte  handelt,  die
nur  mit  großen  maschinellen  Anlagen,  wie  Sisal,
und  mit  großen  Geldaufwendungen,  wie  Baumwolle
  bei  der  Bewässerung,  gemacht  werden
können;  denn  der  Eingeborene  kann  weder  Maschinen
  bestreiten,  noch  Kapital  schaffen.  Aber  es
ist  noch  ein  anderes,  was  ernsthaft  ins  Auge  gefaßt
  werden  muß.  Der  Kaffeebau  war  rentabel,
solange  nicht  die  ungeheuere  brasilianische  überproduktion
  eintrat,  d.  h.  die  Plantage  ist  mehr
oder  weniger  abhängig  von  der  Weltkonjunktur.
Ob  sie  bestehen  kann  oder  nicht,  hängt  von  Faktoren
  ab,  über  die  man  keine  Gewalt  hat,  und.
das  ist  der  Grund,  weshalb  man  dafür  sorgen
muß,  daß  ein  Schutzgebiet  nicht  vom  Plantagenbau
  abhängig  wird,  damit  bei  sehr  schlechten
Konjunkturen  nicht  das  ganze  Schutzgebiet,  Leben
        <pb n="1321" />
        1204

und  Nahrung  der  Eingeborenen  in  Gefahr  kommt.
Da  der  Eingeborene  im  Vergleich  zur  Plantage
eben  keine  Vorkosten  und  Zinsen  hat,  so  kann  der
Preis  unendlich  tief  heruntergehen;  alles,  was  die
Sache  bringt,  ist  noch  Nutzen.  Es  ist  vielleicht
nicht  genug,  um  zu  dem  Anbau  zu  reizen,  er
wird  sich  nicht  ausdehnen,  aber  daß  er  ganz  erlischt,
  dagegen  schützt  die  Notwendigkeit,  gewisse
fiskalische  Abgaben  zu  zahlen  und  dafür  entsprechende
  Exportkultur  zu  pflegen.

Es  ist  deshalb  mein  Bestreben  gewesen,  im
Schutzgebiet  einen  genauen  Einblick  in  die  Wirtschaftsweise
  zu  bekommen,  damit  alle  Erwerbsstände
  in  gleicher  Weise  zu  ihrem  Recht  kommen
und  nicht  nur  die  Plantagen  einerseits  geschützt
werden,  sondern  auch  anderseits  das  Schutzgebiet
vor  einer  Entwicklung  bewahrt  wird,  die  große
Gefahren  in  sich  bergen  kann.  Ich  bin  mir  der
großen  Verantwortung  wohl  bewußt,  die  darin
liegt,  diese  Dinge  offen  darzulegen,  aber  ich  weiß,
daß  ich  diese  Verantwortung  nicht  nur  deutschem
Kapital  gegenüber  trage,  das  in  den  Kolonien  angelegt
  ist,  sondern  auch  den  vielen  Millionen
Menschen  gegenüber,  die  sie  beherbergen.

Um  die  Station  Bukoba  hat  sich  schnell  eine
Ansiedelung  von  Händlern,  meistens  Indern,
etabliert,  obschon  auch  mehrere  europäische
Handelshäuser,  und  zwar  zwei  deutsche,  ein  amerikanisches
  und  ein  italienisches,  sich  dort  niedergelassen
  haben,  um  einen  direkten  Export  der  für
Handschuhleder  unentbehrlichen  Felle  in  die  betreffenden
  Konsumländer  zu  leiten.  Die  europäischen
  Häuser  treiben  Großhandel;  aber  auch
sie  bedürfen  der  deutschen  Tauschprodukte.  Der
Inder  betreibt  im  wesentlichen  Kleinhandel,  aber
auch  er  steht  nicht  etwa  direkt  zwischen  dem
Großhändler  und  dem  Eingeborenen,  sondern
auch  er  rüstet  wieder  andere  mit  Tauschwaren
aus,  damit  sie  in  das  Land  ziehen,  die  Exportwaren
  aussuchen  und  sie  auf  dem  Tauschwege
erwerben.  Ich  will  hier  auf  die  Inderfrage  nicht
eingehen,  nur  das  will  ich  sagen,  daß  die  Konstruktion
  des  ostafrikanischen  Handels  eine  ziemlich
feine  und  komplizierte  ist,  in  die  man  nicht  mit
rauher  Hand  eingreifen  darf.  Derjenige,  der  mit
den  Eingeborenen  direkt  verkehrt,  ist  gewöhnlich
ein  Suaheli  oder  Wanjema  von  der  Küste  oder
ein  Wanjamwesi  aus  dem  Innern,  denn  auch
dieses  Volk  hat  erhebliche  Erwerbsinstinkte.  Und
so  geht  denn  die  Ware  vom  Eingeborenen  auf
den  Eingeborenenhändler,  von  ihm  auf  den  indischen
  oder  deutschen  Grossisten  über  und  von
da  in  den  Weltverkehr.  Der  Tauschwaren  sind
mancherlei,  hauptsächlich  baumwollene  Tücher,  die
aus  Indien  und  Holland  kommen  oder  in  ihren
besseren  Qualitäten  aus  Amerika,  Perlen  und
Draht,  daneben  aber  viele  nützliche  Gegenstände

 

aus  Email,  Blech  und  Eisen,  das  nach  und  nach
seiner  größeren  Haltbarkeit  und  leichteren  Reinigung
  halber  die  eingeborenen  Ton=  und  Kürbisgefäße
  zu  verdrängen  sucht.  Die  kostbarsten  und
vom  Eingeborenen  begehrtesten  Handelsartikel
aber  sind  (mit  Ihrer  Erlaubnis)  alte  Hosen
und  Röcke,  die  ihren  Weg  von  der  Großen
Friedrichstraße  bis  nach  Bukoba  finden,  in  großen
Lagern  dort  aufgestapelt  sind  und  für  die  die
Eingeborenen  in  der  dem  Neger  allüberall  eigenen
Nachahmungssucht  exorbitante  Preise  bezahlen.
Ich  versage  es  mir,  hier  des  näheren  auf
die  Besuche  einzugehen,  die  ich  in  der  Bukobaer
Gegend  sowohl  bei  den  dortigen  eifrigen  und
verdienstvollen  Missionaren  gemacht  habe,  und
auf  die  schwere  und  entbehrungsvolle  und  nur
langsam  fortschreitende  Arbeit,  die  die  Mission
überhaupt  im  Schutzgebiet  leistet,  als  auch  auf
den  höchst  instruktiven  Besuch,  den  ich  bei  einem
der  eingeborenen  Sultane,  dem  Sultan  Krahigi,
gemacht  habe.  Denn  wenn  ich  bei  all  diesen
Dingen  verweilen  wollte,  so  interessant  und  lehrreich
  sie  auch  waren,  würde  die  für  einen  Vortrag
  mögliche  Zeit  stark  überschritten  werden.
Von  Bukoba  fährt  man  einen  Tag  nach
Muansa,  der  deutschen  Hauptstation  am  Viktoria-Nyansa
  und  dem  Sitz  eines  Bezirksamts,  einer
Beamten=  und  Inderstadt,  wie  überall  umgeben
von  Hütten  der  Eingeborenen.  Hier  betritt  man
das  Land  Usukuma,  welches,  soweit  es  zum
Muansabezirk  gehört,  ungefähr  ½  Million  Einwohner
  hat.  Von  da  sollte  dann  unser  Üüberlandmarsch
  nach  Tabora  beginnen.  Um  Ihnen
zu  zeigen,  wie  langsam  und  beschwerlich,  vor
allem  wie  zeitraubend  das  Reisen  im  Innern
Afrikas  noch  ist,  will  ich  Ihnen  die  Karawane
beschreiben,  die  wir  zusammenzustellen  hatten,  um
bei  dem  Mindestmaß  von  Komfort  und  Sicherheit
einen  etwa  30  tägigen  Marsch  zu  unternehmen.
Ich  tue  dies  deshalb,  um  Ihnen  zu  zeigen,  daß,
wenn  auch  bei  Bahnverbindungen  aus  dem  Personenverkehr,
  besonders  der  Weißen,  nie  eine  erhebliche
  Rente  herauskommen  wird,  doch  der
ganze  Gang  der  Verwaltung  eine  ungemeine  Erleichterung
  erfährt.  Es  ist  von  einem  Gouverneur
und  seinen  Beamten  nicht  zu  erwarten,  daß  sie,
um  einen  Innenbezirk  zu  besichtigen,  sich  drei
Monate  auf  die  Reise  begeben.  Da  muß  ja  doch
zu  Hause  alles  stocken,  besonders  wenn  der  Betreffende
  von  jeder  brieflichen  Nachricht  abgeschnitten
  und  lediglich  auf  einen  Telegraphen
angewiesen  ist.  Es  können  auch  Beamte  nicht
entsprechend  ersetzt  werden,  und  die  ganze  Verwaltung
  wird  so  ungeheuer  teuer  durch  die  Reisekosten
  und  Tagegelder,  die  entstehen,  daß  schon
hieraus  ein  nicht  unerheblicher  Betrag  erspart
werden  wird,  wenn  wir  die  Verbindung  haben.
        <pb n="1322" />
        W  1205  20

Und  wenn  es  auch  nur  40  000  Mk.  im  Jahr
sind,  so  verzinst  das  doch  immerhin  1  Million  Mk.
Nun  stehen  aber  400  000  Mk.  im  Etat  für  Dienstreisen,
  Umzugskosten  und  Ausrüstungsgelder  und
es  stehen  im  Etat  für  Transportkosten  im  Schutzgebiet
  und  für  Frachtkosten  und  Frachtvergütungen
an  die  Beamten  und  Offiziere  162  000  Mk.;  daß
daraus  ein  erheblicher  Betrag  erspart  wird,  ist
ja  klar.  Aber  darauf  lege  ich  nicht  den  Hauptwert.
  Ich  lege  den  Hauptwert  auf  eine  gute
Verwaltung,  auf  ein  sicheres  Funktionieren  der
Rechtspflege  und  auf  eine  Sicherung  von  Leben
und  Eigentum.  Wie  schwer  das  die  gegenwärtigen
  Verkehrsverhältnisse  machen,  soll  Ihnen
die  folgende  Schilderung  zeigen.

Unsere  Karawane  bestand  aus  sechs  Beamten
und  einem  Arzt,  vier  Unterbeamten  und  an  diese
schlossen  sich  noch  vier  Journalisten  an,  die  auf
eigene  Rechnung  und  mit  eigenen  kleinen  Safaris,
wie  der  technische  Ausdruck  heißt,  reisten,  im
ganzen  15  Menschen,  und  die  Karawane  bestand
aus  ungefähr  600  Menschen,  die  ja  nicht  alle  auf
Staatskosten  befördert  werden  mußten,  aber  doch
die  ganze  Sache  schwer  beweglich  machten.  Im
Innern  gibt  es  wenig  Rasthäuser  und  wo  sie
sind,  tut  der  Europäer  gut,  sie  nicht  zu  beuutzen,
denn  sie  sind  der  Lieblingsaufenthalt  eines  kleinen
Insekts,  einer  Zecke,  durch  deren  Biß  das  Rückfallfieber
  übertragen  wird,  eine  Krankheit,  gegen
die  es  noch  keine  Vorbengungsmittel  gibt,  und
die  in  ihren  Folgeerscheinungen  sehr  gefährlich  zu
werden  pflegt.  Man  muß  deshalb  in  seinem
Zelte  leben  und  da  jedes  Zelt  einschließlich  der
Ausrüstung  mindestens  fünf  Lasten  ausmacht  und
man  mit  zwei  bis  drei  Koffern  behaftet  ist  (denn
im  Innern  ist  gar  nichts  zu  bekommen),  so  macht  das
schon  acht  Träger  auf  den  Kopf,  ohne  die  Verpflegung.
  Dazu  kommt,  daß  Wasser,  welches
nach  europäischen  Begriffen  trinkbar  ist,  im  Innern
überhaupt  schwer  zu  haben  ist.  Der  Neger  liebt
kalkiges,  nahezu  weiß  aussehendes  Wasser  und
meistens  sind  nur  diese  Wasserstellen  erschlossen.
Wenn  man  also  auf  Alkohol  ganz  verzichtet,  so
hat  man  doch  Mineralwasser  mit  sich  zu  schleppen,
und  da  man  hböchstens  frisches  Fleisch  im  Innern
bekommt  und  Mehl  aus  der  Negerhirse,  so  ist  man
für  den  Rest  der  Verpflegung  auf  Büchsen  angewiesen
  und  das  macht  inklusive  des  Reserveproviants
  und  inklusive  der  Kochgeschirre,  Teller,
Gläser  usw.  weitere  acht  bis  neun  Lasten,  so  daß
die  Verordnung  jedem  Beamten  15  Träger  zubilligt.
  Das  macht  also  allein  240  Träger  und
dazu  muß  man  noch  etwa  10  Prozent  Reserveträger
  rechnen,  wenn  man  solch  forcierte
Märsche  durchführen  will,  wie  ich  sie  durchzuführen
genötigt  war,  d.  h.  also  ungefähr  270  Leute.
Nun  gehören  zu  jedem  Weißen  etwa  zwei  Boys,

 

die  die  Sachen  einpacken,  beaufsichtigen,  die
Kleider  in  Ordnung  halten,  die  Betten  aufschlagen,
  in  der  Messe  bedienen,  d.  h.  auf
16  Weiße  32  Boys,  und  dazu  kommen  noch
verschiedene  Köche  und  Küchenjungen,  zusammen
etwa  40  Mann.  Da  kommt  man  schon  weit
über  300.  Dann  kann  man  bei  einer  solchen
Karawane,  die  auch  wertvolles  Eigentum,  eine
größere  Kasse  mit  sich  führt,  nicht  ohne  Deckung
ziehen,  und  wenn  es  vielleicht  nicht  notwendig,  so
war  es  doch  durch  die  Vorsicht  geboten,  daß  uns
ein  Zug  von  Askaris,  ungefähr  50  Mann,  begleitete,
  nicht  nur  zur  Sicherheit  der  Weißen
gegen  die  Bewohner,  sondern  auch  zur  Ordnung
in  der  Karawane,  zum  Aufschlagen  der  Zelte,  zu
Botengängen  usw.  Diese  Askaris  haben  aber
nunmehr  jeder  auch  eine  Bedienung  bei  sich,
denn  auch  sie  schlafen  gern  unter  irgend  einem
Stück  Tuch  und  müssen  auch  Kochgeschirr  und
Trinkgefäße  usw.  haben,  und  Lasten  zu  tragen
sind  sie  nicht  gewohnt.  Das  ist  um  so  begreiflicher,
  als  ja  natürlich  die  Temperatur  stets
sehr  hoch  ist.  Also  haben  Sie  statt  50  Askaris
100  Menschen  und  dazu  kommen  noch  eine  Anzahl
  von  Askarifrauen,  die  voraus  oder  hinterher
pilgerten.  Nun  hatten  wir  16  Reittiere,  jedes
dieser  Tiere  hatte  einen  Pfleger,  macht  nochmals
16  Menschen.  Nun  war  auch  in  Betracht  zu
ziehen,  daß  wir  unseren  Proviant  nicht  nur  für
die  Reise  nach  Tabora,  sondern  auch  wieder
zurück  zu  schleppen  hatten,  da  man  natürlich  nicht
sicher  sein  konnte,  was  man  dorten  bekam.  So
kamen  600  Menschen  zusammen,  und  wenn
auch  die  einzelnen  nicht  sehr  viel  bekommen,  so
können  Sie  sich  denken,  daß  sich  die  Sache  sehr
summiert  und  daß  dieser  Ausflug  die  Reichskasse
ganz  gewiß  25  000  Mk.  gekostet  hat.  Die  Distanz
hin  und  zurück  ist  zusammen  so  groß,  wie  von
Berlin  nach  München,  und  ein  Billet  1.  Klasse
hin  und  zurück  kostet  65  Mk,  65  mal  16  macht
1000  Mk.,  d.  h.  man  reist  mindestens  19  mal
so  teuer  auf  diese  Weise  als  mit  der  Bahn.

Die  Ausdauer  der  Leute  ist  ganz  enorm.
Die  Last  wiegt  ungefähr  55  Pfund  deutsch  bei
gewöhnlichen  Märschen,  wir  hatten  etwas  leichtere
Last  gewählt.  Die  Tagemärsche  waren  durchschnittlich
  nicht  unter  30  km,  sie  gingen  bis  über
50  hinaus;  die  Leute  haben  sie  immer  mit  gutem
Mut  und  ohne  Murren,  meistens  in  einer  Strecke
zurückgelegt  und  dabei  einen  Stolz  darin  gesetzt,
in  guter  Haltung,  geschlossener  Form  und  in
fröhlicher  Stimmung  das  Lager  zu  erreichen.

Man  zieht  zunächst  ungefähr  5  Tage  durch
Usukuma,  dann  etwa  10  Tage  durch  Unjamwesi.
Ich  habe  Ihnen  schon  gesagt,  daß  das  die
Länder  sind,  aus  denen  die  Plantagen  ihre  Arbeiter
  gern  beziehen  möchten,  und  es  ist  dies
        <pb n="1323" />
        G.  1206  e##

kein  Wunder.  Dort  sind  tüchtige,  gut  gebante,
fleißige  und  geschickte  Leute;  sie  sind  alle  Ackerbauer,
  mehr  oder  weniger  landsässige  schwarze
Bauern  und  zwar  einen  Teil  des  Jahres  als  Träger
im  Lande  herumziehend  oder  Handel  treibend,
aber  doch  mit  Vorliebe  ihre  Felder  bestellend.
Der  Taborabezirk  ist  ungefähr  so  groß  wie  das
Königreich  Bayern  und  hat  eine  Million  Einwohner.
  Es  ist  eine  Hochsteppe  mit  vielen  einzelnen
  Gneißkuppen  in  grotesker  Form.  Wo
Wasser  vorhanden,  ist  sie  überall  besiedelt,  sonst
mit  einem  Buschwald  bedeckt.  Die  Leute  bauen
sich  ihre  Nahrung  selbst,  Vieh  halten  sie  als
bewegliche  Vermögensobjekte,  mit  denen  man
Handel  treiben,  Steuern  bezahlen  und  Franen
kaufen  kann.  Die  Bedürfnisse  sind  nicht  klein,
der  Erwerbsinn  ziemlich  rege.  Daß  schon  eine
erhebliche  Ausfuhrproduktion  da  ist,  haben  Ihnen
die  Ziffern  gezeigt.  Hochwertige  Produkte  kommen
von  überall  aus  dem  Hinterland;  Mais  und
Olfrüchte  nicht  weiter  als  150  km.  150  km  ist
ungefähr  der  fünfte  Teil  der  Ausdehnung  des
Landes.  Sie  können  sich  denken,  welcher  Handel
entstehen  wird,  wenn  man  eine  150  km  Zone
nach  der  anderen  erschließt.  Das  ganze  Land
macht  einen  friedlichen  Eindruck,  aber  ich  möchte
über  das  Wort  „Eindruck“  nicht  hinausgehen.  Die
Sultane  erscheinen  auf  den  Lagerplätzen  und  jeder
zeigt  mit  einem  gewissen  Stolz  sein  Papier
vor,  worin  auch  ihm  auf  Grund  des  Kaiserlichen
  Schutzbriefes  der  Schutz  des  Deutschen
Reiches  versprochen  ist.  Dieses  Papier  wird  sehr
in  Ehren  gehalten,  wie  überhaupt  all  und  jede
Sorte  Papier  mit  europäischen  Schriftzeichen.
Das  ist  von  gewissenlosen  Weißen  und  schlauen
Schwarzen  oft  mißbraucht  worden,  so  daß  Regierungsladungen
  jetzt  nur  mehr  auf  schwarz-=weißrot
  gestreiften  Scheinen  ausgestellt  werden.
Ich  habe  herrliche  Viehherden,  sehr  wohl  bestellte
  Felder  in  großer  Anzahl  gesehen  und  habe
von  dem  ganzen  Land  einen  guten  und  tüchtigen
Eindruck.

Die  weiße  Verwaltung  genießt,  soweit  sie  sich
ausdehnen  kann,  Vertrauen.  Aber  natürlich  ist
sie  hier  sehr  beschränkt,  denn  im  diesem  Lande,
so  groß  wie  Bayern,  ist  nur  ein  weißer  Bezirksamtmann
  und  ein  weißer  Bezirkssekretär.  Das
ist  der  ganze  Beamtenstand.  Und  es  ist  eine
Reise  vom  Südende  zum  Nordende  von  30  Tagen
oder  mehr.  Auch  sind  die  Arbeiten  so  umfangreich,
  daß  die  Beamten  kaum  Zeit  finden,  sich
vom  Verwaltungssitz  wegzubegeben,  besonders  da
sie  auch  noch  die  ganze  Gerichtsbarkeit  zwischen
Weißen  und  Eingeborenen  zu  besorgen  haben.
Eine  Gerichtsbarkeit  über  eine  Million  Menschen!
In  ganz  Tabora  waren  12  Weiße,  2  Beamte,
4  Offiziere  und  Unteroffiziere,  ein  Postbeamter,

 

2  Missionare  und  1  Arzt,  drei  Kaufleute  und
Arbeitsanwerber.  In  einer  Stadt  von  40  000
Köpfen!  Da  gehört  denn  ein  großes  Maß  von
Takt  und  Anpassung  an  die  Landesgebräuche
dazu,  um  jederzeit  korrekt  zu  sein  und  dabei  das
Vertrauen  der  Eingeborenen  zu  behalten.  Man
muß  diese  Verhältnisse  sich  ernst  vergegenwärtigen,
will  man  einen  gerechten  Standpunkt  einnehmen
gegenüber  dem  Tun  und  Lassen  unserer  Beamten  da
draußen,  deren  Aufgabe  eine  schwere  ist,  selbst
wenn  man  nicht  rechnet  den  Einfluß  des  tropischen
Klimas  und  der  tropischen  Sonne,  die  Abgeschlossenheit
  von  allem  Berkehr,  den  Mangel  jeder  Zerstreuung,
  die  Unmöglichkeit,  sich  einer  Gesellschaft
zu  entziehen,  die  einem  oktroyiert  ist  und  auf
deren  Zusammensetzung  man  keinen  Einfluß  hat.
Und  man  wird  sagen  müssen,  daß  jeder  deutsche
Kolonialbeamte,  der  sich  mit  Ehren  seiner  Aufgabe
entledigt,  eine  große  und  dankenswerte  Leistung
vollbringt,  und  daß  es  nur  der  Tüchtigkeit  und
der  Entsagung  des  deutschen  Beamtenstandes  zu
danken  ist,  daß  wir  mit  so  wenig  Leuten  noch
auskommen.

Weil  mich  die  Frage  der  Rechtspflege  ganz
besonders  interessiert  (denn  sie  ist  das  Fundament
nicht  bloß  der  Herrschaft,  sondern  des  Vertrauens),
habe  ich,  wo  immer  ich  konnte,  den  Gerichtssitzungen
  beigewohnt  und  auch  in  Tabora  einen
ganzen  Vormittag  damit  verbracht.  In  der  Nähe
der  Boma,  der  Feste,  steht  ein  großer  tempelartiger
  Rundbau,  ein  spitzes  Dach  auf  hölzernen
Säulen,  die  unten  durch  eine  Art  Balustrade
miteinander  verbunden  sind;  rückwärts  geht  die
Mauer  bis  oben  hin,  innen  ist  eine  Erhöhung,
auf  welcher  der  weiße  Beamte  an  einem  Tische
sitzt.  Auf  dieser  Balustrade  sitzen  zunächst  der
Bürgermeister  von  Tabora,  ein  Araber,  der  als
Dolmetscher  fungiert,  4  oder  5  angesehene  arabische
  Gutsbesitzer,  ebensoviel  indische  Kaufleute,
ein  Teil  der  260  Sultane,  die  von  der  deutschen
Herrschaft  bestätigt  sind,  die  Abgesandten  der
anderen  Sultane,  die  nicht  gerade  anwesend  sein
können.  Im  Gerichtsraum  stehen  mehrere  Askari
zur  Aufrechterhaltung  der  Ordnung,  und  der  ganze
Boden  ist  bedeckt  von  hockenden,  teils  neugierigen,
teils  interessierten  Zuschauern;  ebenso  gucken  sie
rechts  und  links  über  die  Estrade  hinüber.  Ich
rechnete,  daß  wohl  über  300  Menschen  anwesend
waren  an  einer  Gerichtsverhandlung,  in  die  ich
ohne  Anmeldung  hineingekommen  bin.  Zunächst
werden  alle  Bekanntmachungen,  Verordnungen
usw.  verlesen  und  erklärt  in  der  Art,  wie  sie  in
Deutschland  manchmal  noch  ausgeschellt  werden.
Dann  werden  die  Fälle  einer  nach  dem  anderen
aufgerufen,  aber  auch  solche,  die  nicht  angemeldet
oder  vorbereitet  sind,  kommen  zur  Berhandlung.
Kläger  und  Beklagter  stehen  auf,  es  beginnt  die
        <pb n="1324" />
        G  1207  20

mühsame  Arbeit  des  Entwirrens  des  Rechtsfalles.
Dies  ist  sehr  schwer.  Alle  ostafrikanischen  Neger
sind  Orientalen,  ihr  Gedankengang  ist  anders,
ihre  Ausflüchte,  ihre  Verteidigungsmittel  sind
andere  wie  in  der  Heimat.  Angesichts  der  Hilfe  des
Bürgermeisters  und  einer  sachverständigen  Beihilfe
der  Araber  und  Sultane,  bei  den  Handelsgutachten,
die  die  Inder  abgeben,  bei  dem  guten  Willen
jedermanns  in  dem  Gericht,  der  Obrigkeit  zu
helfen,  habe  ich  die  Empfindung  bekommen,  daß
außerordentlich  viel  positives  Recht  gefunden
worden  ist,  daß  die  verwickeltsten  Sachen,  welche
in  der  Heimat  unzählige  Zeugenvernehmungen,
Termine  usw.  verlangten,  ohne  Akten,  ohne  Niederschrift
  gelöst  wurden,  daß  Rechtsmaterien,  die  dem
heimischen  Empfinden  ganz  fern  liegen,  Fragen
der  Vielweiberei,  der  Haussklaverei,  Grenzstreitigkeiten,
  erledigt  wurden  im  Sinne  einer  absoluten
Gerechtigkeit,  im  Sinne  der  Sitten  und  Gebräuche
des  Landes  und  zur  allgemeinen  Befriedigung.  Das
hat  mir  eine  sehr  große  Last  vom  Herzen  ge- 



nommen,  besonders  nachdem  man  in  Deutschland
so  stark  darauf  aus  ist,  Justiz  und  Verwaltung
zu  trennen.  Ich  habe  mich  gefragt,  was  wohl
ein  deutscher  Assessor  und  Amtsrichter  gemacht
hätte,  wenn  ihm  67  Termine  mit  den  notwendigen
Akten,  die  auf  einen  Vormittag  anberaumt  waren,
zur  Erledigung  übergeben  worden  wären,  und  er
hätte  in  jedem  Falle  zum  Urteil  und  zur  Entscheidung
  kommen  müssen.

So  habe  ich  von  Deutsch-Ostafrika  im  ganzen
den  Eindruck  eines  werdenden,  kräftigen  und  zukunftsreichen
  Landes,  welches  der  deutschen  Kultur
viele  Aufgaben  stellt,  aber  auch  eine  reiche  Ernte
verheißt,  und  von  dem  man  mit  Sicherheit  annehmen
  kann,  daß  es  nicht  nur  alle  neuen  Aufwendungen,
  besonders  die  Verkehrswege,  verdient
und  trägt,  sondern  daß  es  auch  mit  Ihrer  Hilfe
zu  einem  selbständigen  und  wertvollen  Aktivum
und  zu  einem  schönen  Monnment  deutscher  kolonialer
  Arbeit  werden  kann.

 

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  teilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

stamerun.

Von  der  Oanenguba-Bahn.

Der  Stand  der  Bauarbeiten  war  Ende
Oktober  im  einzelnen  folgender:

Die  Erdarbeiten  sind  mit  Ausnahme  der
Zufahrtsrampe  zur  künftigen  Landungsbrücke
beim  Bahnhof  Bonaberi  fertiggestellt  bis  Kilometer
  9,5.  Ferner  sind  fertiggestellt  die  Strecken
von  Kilometer  13  bis  15,  von  Kilometer  15,9
bis  22  und  von  23  bis  25,5.  Die  Teilstrecken
von  Kilometer  9,5  bis  13,  von  Kilometer  15  bis
15,9  und  von  22  bis  23  gehen  demnächst  ihrer
Vollendung  entgegen.

In  Angriff  genommen  ist  durch  acht  Arbeitskolonnen
  die  Strecke  von  Kilometer  25,5  bis  41,5.

Die  Räumungsarbeiten  sind  fertiggestellt
von  Kilometer  0  bis  40,  von  Kilometer  42  bis
50,9  und  von  52  bis  55.  Die  Zwischenstücke
von  Kilometer  40  bis  42  und  50,9  bis  52  werden
in  kurzer  Zeit  abgeräumt  sein.

Brücken.  Durch  die  Erstellung  von  Stülpwänden
  ist  für  die  Uberbrückung  des  Bomono=Krieks
  die  nötige  Offnung  der  Brücke  ermittelt
worden.  Es  hat  sich  ergeben,  daß  bei  einer
Offnung  von  etwa  65  m  das  Stauwasser  der  Flut

 

ohne  nennenswerte  Erhöhung  der  Strömungsgeschwindigkeit
  abfließen  konnte.  Auf  Grund
dieser  Beobachtung  soll  die  Brücke  zwei  Offnungen
von  je  40  m  Stützweite  erhalten.  Um  die  Zufahrtsrampe
  zu  beiden  Seiten  zur  Brücke  nicht  zu
lang  und  zu  steil  gestalten  zu  müssen,  ferner  mit
Rücksicht  darauf,  daß  in  dem  Kriek  der  Hauptsache
nach  nur  Kanus,  sehr  selten  Brandungsboote  verkehren,
  ist  die  Höhe  zwischen  der  Hochwasserlinie
und  der  Unterkante  der  Brückenkonstruktion  zu
2  m  angenommen  worden,  so  daß  sich  bei  Niedrigwasser
  bei  einer  Fahrwassertiefe  von  4,80  m
immerhin  eine  Durchfahrtshöhe  von  4,20  m  ergibt;
  ein  Verkehr  mit  kleineren  Motorfahrzeugen
ist  demnach  ebenfalls  ermöglicht.

Die  Schüttung  der  Zufahrtsrampen  ist  in  Angriff
genommen  worden;  sie  faßt  etwa  25  000  chm.
Die  Pfeilerbauten  werden  demnächst  beginnen.
Ebenso  sind  die  Vorbereitungen  für  die  Pfeilerbauten
  an  der  Mombebachbrücke  bei  Kilometer  27
getroffen.

Oberbau.  Das  Gleismaterial  für  die  ersten
6  km  der  Bahn  ist  angeliefert.

Signale.  Die  Telephonstangen  sind  bis  Kilometer
  10  verteilt  und  bis  Kilometer  5  aufgestellt.
Das  Material  für  25  km  ist  angeliefert.

An  Hochbauten  sind  inzwischen  außer  den
im  ersten  Baubericht  angeführten  keine  weiteren
erstellt  worden.
        <pb n="1325" />
        W  1208  2

Von  Kilometer  56  bis  90  sind  die  Vermessungsarbeiten
  bis  auf  weniges  vollendet,
ebenso  von  Kilometer  125  bis  160.  Die  Strecke
von  Kilometer  90  bis  125  ist  noch  in  Arbeit.

Der  Fortschritt  der  Arbeiten  ist  durch  die  jetzt
beendigte  Regenzeit  bedauerlicherweise  sehr  gehemmt
worden;  es  ist  zu  hoffen,  daß  in  der  beginnenden
Trockenzeit  die  Arbeiten  einen  flotteren  Verlauf
nehmen.  Zur  Zeit  arbeiten  etwa  1300  bis  1400
Eingeborene  an  der  Bahn,  diejenigen  ausgenommen,
welche  aus  den  der  Bahn  anliegenden  Ortschaften
auf  vorübergehende  Zeit  sich  verpflichten;  die
Bauleitung  benötigt  noch  etwa  1000  Mann,  der
Arbeiterkommissar  ist  bemüht,  diese  im  Laufe  der
nächsten  Monate  zusammenzubringen.

vVon  der  Küste  bis  an  die  Grenze  Adamauas.“)

Wie  eine  schöne  Frau  mit  einer  Perlenkette
um  den  weißen  Lals  in  langem  dunklen  Samtgewand,
  mutet  das  Meer  mit  der  weithin  sichtbaren
  Linie  der  bransenden  Brandung,  dem
weißen  Strand  und  dem  unendlichen  dunklen
Urwald  dahinter  an.  Manche  Erinnerungen
verknüpfen  mich  mit  Kribi.  Vom  Bezirksamtmann,
  den  bekannten  Bätern  der  katholischen
Mission,  von  den  Kaufleuten  Dunckhorst,  Ziriacks
und  Petersen,  den  sogenannten  „Löwen  der  Batangaküste“
  begrüßt,  gingen  wir  die  bereite
Mangoallee  zu  dem  Bezirksamt  hinauf.  Auch
der  Häuptling  Ewahe  hatte  sich  eingefunden,  in
dessen  kleines  Fischerdorf  1887  Kund,  Tappenbeck
und  Weißenborn  gekommen  waren,  um  als  erste
den  Versuch  zu  machen,  in  den  unheimlichen
Urwald  einzudringen.  Von  diesem  wußte  man
damals  nur,  daß  riesige  Elefantenherden  ihn
durchzogen  und  daß  die  heimatlosen  Bakelles,  die
u  den  auf  niedrigster  Kulturstufe  stehenden
Zwergvölkern  gehören,  in  ihm  als  Jäger  herumschweisten.
  Als  dann  ihr  kühnes  Beginnen  der
Erfolg  krönte,  andere  Forscher  und  Kaufleute
ihnen  nachzogen  und  so  dem  Handelsverkehr
einen  breiteren  Weg  zur  Küste  eröffneten,  da
wurde  Kribi  der  Sitz  der  Regierung  an  der  sogenannten
  Batangaküste.  Mit  diesem  Namen
bezeichnet  man  das  Küstenland  von  Mulimba
bis  Kampo,  weil  die  den  Dualas  verwandten
Batanganeger  als  Fischer  und  Händler  sich  hier
angesiedelt  haben.

 

*)  Textprobe  aus  dem  soeben  erschienenen  Buche
des  Hauptmanuns  Dominik:  Vom  Atlantik  zum
Tschadsce.  Kriegs-  und  Friedensfahrten  in  Kamernn.
Mit  zahlreichen  Bildern  und  einigen  Karten.  Berlin

908.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.  Mk.  6.—,  geb.  Mk.  7,50.

 

Kaufmännische  Anlagen,  die  Pallotinermission,
und  vor  allem  die  aufblühende  Entwicklung  des
Hinterlandes  haben  dies  Dorf  am  Meere  ständig
wachsen  lassen.  Immer  weiter  hat  die  Axt  den
Urwald  gelichtet.  Neu  waren  mir  vor  allem  die
vielen  Mabeasiedlungen,  die  an  der  Karawanenstraße
  in  das  Innere  entstanden  waren.  An  die
Küste  hatte  sich  ursprünglich  ein  ungefähr  80  km
breiter  unbewohnter  Urwaldgürtel  angeschlossen,
durch  den  man  von  Kribi  aus  im  Jahre  1895
eine  Straße  zu  schlagen  begann.  Diese  Maß-=nahme
  bereitete  insofern  besondere  Schwierigkeiten,
  als  die  Arbeiter  aus  dem  Landesinneren
herangezogen  und  an  Ort  und  Stelle  verpflegt
werden  mußten.  Für  die  übrigen  Urwaldstraßen
zu  den  Küstenplätzen  nach  Longji,  Plantation  und
Batanga  hatte  die  Regierung  bislang  nichts  tun
können;  aber  auch  sie  waren  dadurch,  daß  sie
viel  begangen  wurden,  und  namentlich  auch  durch
die  Ansiedlungen  der  Mabeas  in  einen  leidlichen
Zustand  gebracht.

Die  Mabeas  stehen  den  schon  genannten
Bakelles  sehr  nahe  und  bilden  eine  Zwischenstufe
zwischen  ihnen  und  den  besser  entwickelten  Ngumbas,
  deren  Sitze  im  Urwald  jenseit  der  toten
Zone  beginnen.  Auffallend  ist  die  Ahnlichkeir,
welche  zwischen  dem  Kopfe  eines  alten  Mabeas
und  dem  eines  Gorillas  besteht.  Es  ist  mir  in
dieser  Beziehung  besonders  der  alte  Häuptling
von  Nambayong,  einen  Tagemarsch  vor  Lolodorf,
in  der  Erinnerung,  von  dem  mein  sonst  sehr
verständiger  Tyras,  der  an  den  Negern  im  allgemeinen
  mit  Verachtung  vorbeiging,  gar  nicht
abzurufen  war,  weil  er  ihn  angenscheinlich  für
ein  jagdbares  Wild  hielt.

Es  mögen  nicht  viel  über  100  Jahre  her
sein,  daß  der  Urwald  vom  Lokundjéfluß  bei  Bipindi
  bis  nach  Lolodorf  hinauf  überhaupt  besiedelt
  ist;  die  Ngumba=  und  Mabeastämme  sind
aus  ihren  nordöstlichen  Sitzen  von  den  Fanstämmen,
  zu  denen  die  Janndes,  Bulis,  Baues,
Pangwes,  Mapfongs  und  Gabunleute  gehören,
in  diese  Waldregion  hineingedrückt  worden,  Teile
der  Ngumbas,  Makas  genannt,  wohnen  noch
heute  am  oberen  Njong  und  in  den  Sumpfregionen
  des  Longemapfok.  Die  Mabeas,  Ngumbas
  und  Makas  sind  ein  schwächlicher,  unansehnlicher
  Menschenschlag,  das  schmutzige  Gelb  herrscht
bei  ihnen  vor,  zum  Schutz  gegen  wilde  Tiere
und  feindliche  Völker  bauen  sie  eng  Hütte  an
Hütte.  Der  Anbau  des  Landes  beschränkt  sich
auf  Pisangs  und  Kassada,  mit  ihrem  Federvieh
und  ihren  Ziegen  bewohnen  diese  Wilden  gemeinsam
  die  räucherigen  Hütten,  in  denen  das
Feuer  nicht  erlischt.  Früher  gingen  Männlein
und  Weiblein  nackt,  höchstens  einen  Baumrindenschurz
  trugen  sie  um  die  Lenden;  jetzt  macht  die
        <pb n="1326" />
        W  1209  2O

Männer  das  schmutzige  Laba  Laba  (Hüfttuch)  und
der  abgerissene  alte  Gehrock,  den  sie  mit  Vorliebe
wählen,  die  Weiber  im  besten  Falle  ein  abgerissener
  hemdartiger  Hänger  auch  nicht  ansehnlicher.
  Ihre  Handfertigkeiten  beschränken  sich  auf
das  Anfertigen  von  Netzen  und  Schlingen  zur
Niedersagd  und  auf  die  Herstellung  von  Fischreusen,
  mit  denen  sie  mit  viel  Erfolg  den  schmackhaften
  Krabben  in  den  Flüssen  nachstellen.  Ursprünglich
  waren  Ngumbas  und  Mabeas  alle
neben  Pfeil  und  Bogen  auch  mit  der  Armbrust
bewaffnet,  welche  die  Makas  noch  heute  vielfach
führen.  Jetzt  donnert  überall  im  Urwald  die
aus  Europa  eingeführte  Muskete.

Am  19.  Oktober  1901  früh  zogen  wir  guten
Muts,  schlecht  beritten  auf  ein  paar  Kleppern,
die  sich  kaum  von  dem  Marsch  aus  dem  Innern
zur  Küste  erholt  hatten,  in  den  Urwald  hinein.
An  der  Spitze  der  Karawane  ritt  ich  selbst,  hinter
mir  gingen  zwei  Soldaten,  denen  der  Fahnenträger
  Wilhelm  folgte.  Der  war  ein  spindeldürrer
  langer  Togomann  mit  wehendem  schwarzen
Vollbart  und  verkehrt  eingeschraubten  Beinen,
der  sonst  zu  nichts  zu  brauchen  war.  Wilhelm
wirkte  sogar  in  Afrika,  wo  man  durchaus  nicht
immer  an  harmonische  Bilder  gewöhnt  ist,  wie
eine  bessere  Karikatur;  er  hat  sich  aber  bezahlt
gemacht,  denn  überall,  wo  er  erschien,  bei  glühender
  Hitze,  auf  langem  Nachtmarsch,  bei  schwierigen
  Anstiegen,  gefährlichen  Flußübergängen  war
er  eine  Quelle  des  Vergnügens  für  die  Träger.
Wo  am  schwersten  gearbeitet  werden  mußte,  stellte
ich  ihn  hin,  und  wenn  die  Leute  ihn  sahen,
lachten  sie;  wenn  aber  der  Neger  bei  der  Arbeit
lacht  und  singt,  dann  fluscht's,  wie  der,  Pommer
sagt.  Die  Togoträger,  die  nach  Art  der  Graslandstämme
  ihre  Lasten  auf  dem  Kopf  tragen,
marschierten  mit  dem  Sanitätsunteroffizier  Haase
am  Schluß  der  Kolonne.  HOaase,  der  kleine,
rührige  Berliner,  war  Expeditionsmeister,  d.  h.
er  führte  die  Trägerkolonne  und  war  für  die
Fortschaffung  der  Lasten  verantwortlich.  Auf  ihm
ruhte  also  die  Hauptlast  der  Expedition,  aber  für
ihn  galt  es  auch:  „Von  der  Atlantischen  See
bis  zum  Tschadsee“;  je  mehr  Arbeit,  je  mehr
Ehre;  niemals  hat  er  versagt.

In  dem  Schatten  der  hohen  Urwaldbäume,
die  kaum  einen  Sonnenstrahl  auf  den  Weg  fallen
lassen,  marschierte  es  sich  herrlich  kühl,  und  wenn
es  dann  dunkel  wurde  und  rundum  die  Feuer
prasselten,  war  es  im  Lager  recht  gemütlich.
Bis  spät  in  die  Nacht  hinein  unterhielten  wir  uns
in  diesen  Tagen  mit  den  Sudankennern  unserer  Expedition.
  Ich  hatte  das  Glück  gehabt,  in  Duala
einen  jungen  Haussahsoldaten,  Eliasu  aus  Bautschi,
anzutreffen,  der  erst  wenige  Wochen  eingestellt
war  und  auf  den  keiner  der  Offiziere  bisher  auf- 



merksam  geworden  war.  Er  wurde  später  in
Adamaua  und  Bornu  meine  rechte  Hand.

Gleichfalls  durch  einen  Zufall  hatte  ich  in
Kribi  einen  Sudauesen  mit  Namen  Ibrahim  gefunden,
  der  mit  Haussahs  als  Träger  aus  Adamaua
  kam.  Er  kannte  die  Tschadseeländer,  in
die  wir  ziehen  wollten,  ausgezeichnet.

Am  21.  Oktober  setzten  wir  bei  Bipindi  über
den  Lokundjefluß  und  nächtigten  bei  meinem  alten
Freunde,  dem  Ngumbahäuptling  Tunga.  Der
alte  Fuchs,  mit  dem  ich  mich  vor  Jahren  herumgeschossen
  hatte,  tat  hocherfreut,  uns  zu
sehen.  Hinter  Tungadorf,  das  seitlich  des  hohen
Gebirgsstocks  liegt,  der  die  Ngumbas  von  den
Bakokos  trennt,  beginnt  der  Anstieg  in  die  Berge.
An  einem  rauschenden  Gebirgswasser  entlang,
vielfach  über  Felsen  zieht  sich  die  Karawanenstraße
  bergan.  Umgestürzte  Bäume  an  den
Berghängen,  an  denen  vielfach  das  bemoste  Gestein
  zutage  tritt,  lassen  die  Landschaft  an  Thüringen
  oder  den  Harz  erinnern.  So  geht  es
weiter  bis  nach  Lolodorf.  Nur  der  Berg,  auf
dessen  Höhe  die  Station  beherrschend  liegt,  und
die  prächtige  Aussicht  auf  die  zahlreichen  bewaldeten
  Gipfel  oder  steinigen  Kuppen  rundum  sind
wie  früher  geblieben;  sonst  würde  ich  den  Platz,
den  ich  1894  besuchte,  kaum  wieder  erkannt
haben.  Friedlich,  freundlich  und  ordentlich  war
das  Ganze,  wie  ein  hübscher  deutscher  Herrensitz.
Wunderbar  war  es  am  Morgen  nach  unserer
Ankunft,  als  wir  auf  die  Veranda  heraustraten
und  auf  ein  wallendes  Meer  weißer  Nebel  hinuntersahen.
  Hin  und  her  zogen  die  Nebelschwaden,
die  grauen  Wolken  teilten  sich  und  eine  Bergkuppe
  nach  der  anderen  tauchte  auf,  die  aussahen,
  als  wenn  mächtige  Eisberge  auf  der
gräulichweißen  Flut  schwammen.  Als  die  rote
Sonnenscheibe  aufstieg,  wurde  das  graue  Meer
immer  durchsichtiger,  wie  auf  einer  photographischen
  Platte  traten  die  dunklen,  bisher  dem
Auge  verborgenen  Gründeschärfer  hervor,  Bäume,
Felsen,  Berge  und  Täler  ließen  sich  unterscheiden,
bis  schließlich  das  ganze  großartige  Panorama
mit  dem  Lokundje  am  Fuße  des  Berges,  der
gelben  Straße  unten,  an  der  wie  Kinderspielzeng
die  Eingeborenenhäuser  liegen,  die  Pisanghaine
und  die  Felder  der  Ngumbas  erkennbar  wurden.

Am  26.  Oktober  zogen  wir  in  den  schönen
Morgen  hinein,  nicht  mehr  mit  den  kleinen,
gelben,  rauchenden  Mabeafrauen,  sondern  von
schlanken,  hohen,  gut  geölten  Jannde=  und  Baneleuten
  geleitet.  Vor  allem  der  letztgenannte
Fanstamm  weist  prächtige  Gestalten  mit  ansprechenden
  Gesichtszügen  auf;  mächtige  Frisuren
auf  den  Köpfen  und  oft  gar  nicht  unschöne  Tätowierungen
  bilden  den  Schmuck  der  Männer,  die
in  ihrer  Heimat  nur  mit  dem  Hüftschurz  bekleidet
        <pb n="1327" />
        G  1210  20

sind,  und  die  man,  wenn  sie  nicht  gerade  Trägerdienste
  tun,  selten  ohne  die  Muskete  in  der  Hand,
mit  dem  scharf  geschliffenen  Haumesser  in  einer
Holzscheide  über  die  Schulter  und  dem  mit
Schlangenhaut  überzogenen  Pulverhorn  antriftt.
Je  nach  seinen  Erfolgen  hat  der  Jäger  an  diesem
Gehänge  mehr  oder  weniger  Trophäen  in  Gestalt
von  Raubtierschwänzen  und  -Zähnen  und  meist
auch  noch  einige  Medizinstücke  befestigt.  Die
Frauen  der  Fanstämme  sind  wegen  ihrer  Schönheit,
  aber  auch  wegen  ihrer  Lüderlichkeit  berühmt
im  Schutzgebiet;  in  ihrem  Lande  tragen  sie  an
einer  Hüftschnur  oder  einem  roten  Schal  auf  der
Vorderseite  eine  kunstlose,  meist  aus  Blättern  verfertigte
  Bedeckung,  während  ihren  Stolz  der  aus
buntgefärbten  Pisangfasern  verfertigte  pferdeschwanzartige
  Cül  bildet,  der  hinten  beim  Gehen
auf=  und  niederwippt  und  kurz  abgeschnitten  ist,
wie  bei  einem  kupierten  Modepferde.  Um  den
Hals  tragen  diese  Schönen  in  der  Regel  Ketten
aus  Hundezähnen.

Schon  das  erste  Nachtaquartier  hinter  Lolodorf
nahmen  wir  bei  Jaundes,  die  wegen  llbervölkerung
  ihrer  Heimat  immer  zahlreicher  über  den
Niong  hin  abwandern.  Das  Land  südlich  des
Njong  ist  stark  gewellt,  unaufhörlich  geht  es  im
mühsamen  Anstiege  60,  wohl  auch  100  Meter
bergan,  auf  der  anderen  Seite  wieder  bergab.
Vor  dem  Njong  nimmt  die  Höhe  der  Berge  zu.
Häufig  tritt  kahler  Fels  zutage,  und  als  wir
keuchend  Samisoccos  waldumkränzten  Berg  erstiegen,
  erzählte  ich  von  dem  alten  buckligen
Häuptling,  mit  dem  ausgeprägten  Unabhängigkeitssinn,
  der  hier  gehaust  und  uns  viel  zu  schaffen
gemacht  hatte.  Hier  waren  Oberlentnant  Bartsch
und  Büchsenmacher  Zimmermann  1895  verwundet
worden,  und  hinter  den  Felsen  am  Wege,  die
jetzt  so  harmlos  dalagen,  hatte  ich  es  selbst  so
manches  Mal  aufblitzen  und  eine  geschmeidige
Gestalt  verschwinden  sehen.  Das  war  ein  Donnern
gewesen,  wenn  an  den  Bergwänden  im  Urwald
der  Klang  der  Schüsse  sich  brach,  wenn  Samisoccos
  Leute  sich  Mut  zuriefen  und  unsere  Jungen
mit  Hurra  antworteten.  Vorbei.  Den  alten
Ruhestörer  hatte  längst  sein  Schicksal  erreicht.

Und  dann  ging  es  bergab  in  das  Nijongtal.
Da  lag  er  mit  seiner  dunklen  Flut,  der  alte
Freund,  in  dessen  Wassern  bei  der  Bakoko-Expedition
  menschenfreundliche  Krokodile  zu  früh  mein
junges  Leben  enden  wollten.  Das  Schicksal  hatte
es  anders  gemeint;  geduldig  mußte  der  Njong
uns  wieder  tragen,  uns  den  Weg  freigeben  für
manche  frische  Tat.  Im  schwarzen  Kranz  standen
die  Menschen  am  Ufer,  schrill  kreischten  die  Weiber,
hundert  Hände  streckten  sich  mir  entgegen.  Wir
waren  in  Jannde,  ich  war  zu  Hause.  Wie  ein
Heimkehrfieber  überkam  es  mich;  die  ganzen  langen

 

sechs  Jahre,  die  ich  unter  diesen  Menschen  verlebt
  hatte  mit  all  den  vielen  Erinnerungen,  zogen
im  Geiste  an  mir  vorüber.  Hier  war  der
Jüngling  zum  Mann  geworden,  und  des  Menschen
Gemüt  ist  nun  einmal  von  der  Art,  daß  es  bewegt
  wird,  wenn  es  alte  Erinnerungen  berühren,
wie  ein  stilles  Wasser,  über  das  ein  Windstoß
fährt.

Ein  Kindervolk  sind  diese  Jaundes,  ohne
tieferen  Charakter,  und  ich  weiß  wohl,  daß  ihr
Hosianna  von  heute  gar  leicht  morgen  in  ein
„kreuziget  ihn“  umschlagen  kann;  ich  weiß  wohl,
daß  sie  grausam  sind  wie  die  Kinder  und  daß
das  ungebärdige  Pferd  nur  den  Reiter  trägt,  der
die  Zügel  zu  halten,  die  Sporen  zu  brauchen
versteht.  Aber  heute  sollte  der  Augenblick  der
fröhlichen  Heimkehr  genossen  werden.  So  brachten
denn  meine  Leute,  Träger,  Soldaten  und  Hausjungen
  bei  Spiel  und  Tanz,  bei  Essen  und
Trinken  mit  den  Jaundes,  die  in  Scharen  heranströmten,
  den  Tag  und  die  Nacht  hin.  Unablässig
  wurde  getrommelt,  in  die  Hände  geklatscht,
und  immer  wieder  stampften  die  Füße  im  Takt
den  Boden.  Die  alten  Kukumas  (Altesten)  mit
den  roten  gestrickten  Mützen  auf  den  verschlagenen
Häuptlingsschädeln  bekamen  ihre  Rumrationen
und  schauten,  vor  den  Hütten  gelagert,  ihre
Pfeifen  schmanchend,  mit  Kennerblicken  dem  Tanz
der  Weiber  zu,  die,  in  eine  Staubwolke  gehüllt,
händeklatschend  und  ihre  einförmigen  Melodien
schneller  und  schneller  singend,  im  Kreise  standen,
in  dessen  Mitte  eine  nach  der  anderen  hineinsprang,
  um  kunstfertig  die  Beine  zu  setzen,  den
Oberkörper  vor=  und  rückwärts  zu  schnellen.
Daneben  tanzten  die  Männer  gleichfalls  im  Kreise,
anfangs  getrennt  von  den  Weibern.  Wenn  aber
die  Musik  schneller  wird,  die  Wogen  des  Festes
höher  schlagen,  dann  lösen  sich  die  Kreise,  Männlein
  und  Weiblein  springen  durcheinander;  immer
heftiger  werden  die  Bewegungen,  mit  verzückten
Augen  stehen  sich  die  Tanzenden  paarweise  gegenüber,
  Ol  und  Schweiß  rinnen  über  die  nackten
Körper  hinab,  und  eine  Wolke  von  Staub  und
Dunst  lagert  über  dem  Ganzen.  So  geht  es
minutenlang  in  fieberhafter  Erregung  und  höchster
Verzückung,  bis  jäh  die  Musik  abbricht  und  eine
Pause  der  Erschlaffung  eintritt.  Dann  schleppen
die  Kleinen  Pisangblätter  herbei,  mit  denen  sie
die  triefenden  Körper  ihrer  Angehörigen  abreiben,
bis  diese  von  neuem  in  den  Reigen  springen.
Es  ist  erstaunlich,  welche  Ausdauer  die  Jaundes
im  Tanzen  haben,  und  ich  möchte  die  wunderbare
  gleichmäßige  Rückenmuskulatur,  die  sie  fast
alle  aufweisen,  auf  ihre  Leidenschaft  für  diese
Tanzfeste  zurückführen.

Am  2.  November  zogen  wir  in  meine  alte
Jaundestation  ein.  Wenig  war  verändert  gegen
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        W  1211  2#

früher,  nur  die  Faktoreien  waren  zahlreicher  geworden,
  und  der  Verkehr  hatte  entsprechend  zugenommen.
  Ganz  Jannde  stand  im  Zeichen  des
Gummis,  der  im  Lande  selbst  aus  Lianen,  in
den  weiteren  Nachbargebieten  durch  Anzapfen  der
Kikriabäume  gewonnen  wird.  Die  Janndes,  von
denen  ich  mühsam  die  ersten  im  Jahre  1894
halb  mit  Gewalt  zur  Küste  geführt  hatte,  waren
zur  Zeit  in  großem  Ausschwung  begriffen,  sie
stellten  die  Gummikarawanen  für  die  Firmen,
d.  h.  sie  zogen  von  diesen,  mit  Waren  ausgerüstet,
  in  ein  Gebiet,  wo  die  Eingeborenen  es
noch  nicht  verstanden,  Gummi  zu  gewinnen.

Besonders  günftig  auf  die  Entwicklung  des
Landes  hat  die  Niederlassung  der  Pallotiner  in
M'folie,  dreiviertel  Stunden  von  der  Station,
eingewirkt.  Mit  scharfem  Blick  hat  der  Bischof
Vieter  ein  unweit  der  Hauptstraße  gelegenes
prächtiges  Areal  ausgewählt,  in  dessen  Mitte  auf
einem  sanft  ansteigenden,  eine  wunderbare  Aussicht
  über  das  freundliche  Land  gewährenden
Hügel  der  Bau  der  Wohnhäuser  für  die  Bäter
und  Brüder  mit  anschließender  Schule  damals
gerade  begonnen  wurde.  Ich  schätze  die  Missionstätigkeit
  der  Pallotiner  auch  deshalb  besonders  hoch
ein,  weil  sie  den  Eingeborenen  ein  echtes  dentsches,
  praktisches  Christentum  predigen,  weil  diese
Missionare  von  früh  bis  spät  selbst  tätig,  überall
mit  Hand  anlegen.  Handwerkskundige  Brüder
unterrichten  die  Eingeborenen  in  der  Zimmerei,
Schreinerei  und  Maurerarbeit,  lehren  sie  Steine
brechen  und  Ziegel  machen,  sogar  die  Schwestern
habe  ich  bei  der  Feldarbeit  zugreifen  und  ihren
Schülerinnen  mit  gutem  Beispiel  vorangehen
sehen.  Die  Janndes  sind  lernbegierig,  und  viele
Knaben  nehmen  nur  aus  dem  Grunde  als
Hausjungen  Dienst  bei  Europäern  an  der  Küste,
um  nebenbei  in  der  Schule  dort  lesen  und
schreiben  zu  lernen.

Auf  der  Station  waren  mehrere  neue  massive
Häuser  errichtet,  und  der  befestigte  Ausbau  des
Platzes  war  in  den  Jahren,  in  denen  ich  Jannde
nicht  gesehen  hatte,  vollendet  worden.  Viel
Freude  machte  es  mir,  mit  den  Kameraden  durch
die  Station  zu  gehen.  Ich  mußte  viel  erzählen
von  der  Stationsgründung.  Die  Soldaten  lagen
zum  großen  Teil  im  Felde,  Oberleutnant
Schennemann  führte  Krieg  sechs  Tagemärsche
östlich  der  Station  gegen  die  Eums.  Er  war
persönlich  nur  auf  die  Station  gekommen,  um
uns  zu  begrüßen  und  der  Expedition  Träger  zu
beschaffen.  Es  waren  schöne  Abendstunden,  wenn
wir,  fast  alle  gleichalterige,  gleichgesinnte,  mitten
in  der  Arbeit  stehende  Kameraden,  auf  der  breiten
Piassa  beieinander  saßen.  Jeder  hatte  zu  erzählen:
  Scheunemann  und  Möllendorf  mit  struppigen
  Bärten  berichteten  von  den  Esums,  gegen

 

die  sie  schon  seit  Monaten  fochten.  Übermannshohes
  Gras  und  dichter  Wald,  weite  unbewohnte
Strecken  und  die  Unzuverlässigkeit  der  umwohnenden
  Stämme,  die  den  Esums  Unterschlupf
gewährten,  wenn  sie  geschlagen  waren,  machten
den  Kampf  besonders  schwierig.  Immer  wieder
tauchten  Esumbanden,  von  neuem  mit  Pulver
und  Gewehren  versehen,  auf  und  griffen  die
Stationspatronillen  an.  Nolte  und  ich  erzählten
von  der  Wute-Adamana-Expedition  und  Bülow
von  seinen  schweren  Kämpfen  gegen  die  Bulis.
Es  kann  für  afrikanische  Soldaten  wohl  kaum
etwas  Lehrreicheres  geben  als  solche  Gefechtsberichte
  von  guten  Kameraden,  die  wissen,  was
sie  voneinander  zu  halten  haben.

Dumpfer  Trommelschlag  weckte  uns  am
Morgen.  Mit  Gesang  kamen  tagsüber  die
Träger  stammesweise  von  allen  Seiten  herangerückt.
  Fast  800  Mann  wurden  benötigt,  davon
sollten  700  nach  Adamana  und  100  nach  Joko
gehen.  Das  Hauptkontingent  neben  den  eigentlichen
  Janndes  stellten  die  Etunstämme,  die  das
Grasland  nördlich  Janndes  bis  zum  Sanaga
bewohnen.  Es  sind  Bantuneger  wie  die  Jaundes,
aber  sie  gehören  nicht  zu  den  Fanstämmen,  die
von  Osten  her  eingewandert  sind,  sondern  sie
sind  den  Batis  verwandt,  die,  ursprünglich  nördlich
  des  Sanagas  sitzend,  von  Wutes  verdrängt
wurden,  die  ihrerseits,  Sudanneger,  vor  den  mohammedanischen
  Fulbes  oder  Fullahs  nach  Süden
ausgewichen  sind.  Mit  den  Jaundes  verwandt,
aber  stark  verfeindet  sind  ihre  westlichen  Nachbarn,
  die  Mwelles  oder  Bakokos,  die  auf  beiden
Sanaga-Ufern  sitzen.  Das  Bakokogebiet  untersteht
  dem  Bezirksamt  Edea  am  Sanaga.  Auch
die  Batischengas  am  Sanaga  und  die  Batistämme
nördlich  davon  stellten  Träger.  Aus  letzteren
hatte  ich  mir  unter  meinem  früheren  Hausjungen
Bea,  einem  intelligenten  Mann,  der  nun  als
Häuptling  in  seiner  alten  Heimat  saß,  eine  kleine
Schar  besonders  gewandter  persönlicher  Träger
ausgesucht.

Nicht  ohne  Sorgen  für  die  Zukunft  saß  ich
am  11.  November  an  dem  ranschenden  Sanaga
und  überwachte  das  lbersetzen  meiner  Expedition.
Die  tosenden  Nachtigalfälle,  der  fast  vierhundert
Meter  breite,  von  schmalem  Galeriewald  eingefaßte
  mächtige  Strom  inmitten  der  weiten  Grassavanne,
  die  ungefügen  Kanns,  von  den  Batischengas
  geschickt  gestenert,  die  Wutehäuptlinge
Na,  Wimba  und  Dandugu,  die  hierher  gekommen
waren,  um  mich  zu  begrüßen,  das  alles  erinnerte
mich  an  vergangene  Zeiten.  Bis  hierher  hatte
der  gransame  Ngilla  unumschränkt  geherrscht,
in  beständigem  Kampf  mit  den  wenigen  Batis,
die  sich  noch  in  den  geschlossenen  Waldkomplexen
nördlich  des  Flusses  zu  halten  vermocht  hatten.
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        W  1212  20

Damals  war  die  weite  Grassavanne  ein  Dorado
für  den  Jäger  gewesen.  Hier  an  der  Sanagafähre
  hatten  mich  1894  zum  erstenmal  Ngillas
Boten  begrüßt,  um  den  fremden  Freund  zu
ihrem  Herrn  zu  führen.  Hier  war  ich  1895
stromauf  gezogen,  um  Mango  am  oberen  Sanaga
anzugreifen;  das  Rauschen  der  Fälle  hatte  mich
im  folgenden  Jahre  in  den  Schlaf  gewiegt,  der
mich  nicht  loslassen  wollte,  nachdem  ein  vergifteter
  Wutepfeil  mich  getroffen.  Und  wieder,
immer  wieder,  bis  zum  Jahre  1897,  war  ich
mit  wenig  Mann  als  Freund  zu  Ngilla  und
Rgutte  hinübergefahren.  Bei  Tungele  durfte  ich
mich  des  ersten  Sieges  über  Ngilla  freuen,  und
auf  den  Inseln  unterhalb  der  Schnellen  im  Fluß
verlor  ich  bis  zum  Jahre  1899  manchen  frischen
Weysoldaten  im  Kampfe  gegen  die  Abanda-Batschengas,
  die  sich  nie  unterwerfen  wollten
und  immer  wieder  auf  ihren  Flußburgen  Schutz
suchten.  Reiche  Erinnerungen  waren  es,  die  mir
beim  Rauschen  der  Fälle  am  Wachtfeuer  durch
den  Kopf  gingen.  Viel  Glück  hatte  ich  gehabt
und  viel  Ursache,  der  Vorsehung  gerade  an  dieser
Stelle  zu  danken.

Am  Wege  nach  Ngillastadt,  an  dem  weite
Grasstrecken  mit  dichten  Urwaldkomplexen  abwechseln,
  hatten  sich  unter  dem  Schutz  des
Friedens,  der  nach  Ngillas  Unterwerfung  herrschte,
überall  die  Batis  in  kleinen  Dörfern  angesiedelt.
Männer  und  Weiber  arbeiteten  auf  den  Feldern.
Die  meisten  der  alten  Bekannten,  die  mich  hier
begrüßten,  hatten  seinerzeit  vor  Ngilla  über  den
Sanaga  zurückweichen  müssen.  Am  17.  Dezember
empfing  mich  Bülow  auf  der  Höhe,  eine  Stunde
vor  Ngillastadt.  Von  hier  aus  hatte  im  Jahre
1899  Major  v.  Kamptz  den  Angriff  auf  die
seste  Stadt  angesetzt.  Auch  jetzt  noch  waren
Wall  und  Graben  zu  sehen,  aber  die  Böschungen
waren  eingestürzt,  Gras  wucherte  überall,  und
von  einem  Hindernis  konnte  keine  Rede  mehr  sein.

Ngane,  der  von  uns  eingesetzte  Ngillahäuptling,
  empfing  uns  hoch  zu  Roß,  umgeben  von
seinen  Großen,  Paukenschlägern  und  Bläsern,  die
einen  ohrenzerreißenden  Lärm  hervorbrachten.  Er
führte  uns  auf  den  alten  Marktplatz,  wo  noch
immer  Ngillas  alte  Häuser  standen,  in  denen
Ngane  jetzt  wohnte.  Die  Wutes  waren  nie  besonders
  zahlreich.  Auf  den  weiten  Steppen,  die
durch  die  Linte=  und  Jokoberge  im  Norden,  durch
den  Mbam  im  Westen  und  den  Sanaga  oder
Dierem  im  Süden  und  Osten  gebildet  werden,
sitzen  sie  in  drei  über  das  Land  verteilten  Sippschaften
  mit  den  festen  Städten  Ngilla,  Ngutte,
Wenke  und  Mango  zusammen.  Erst  um  die
Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  haben  sie,  von
den  Fullahs  gedrängt,  die  damals  Tibati  gründeten,
  diese  Jagdgründe  mit  den  Waffen  in  der

 

Hand  erobert,  und  sie  haben  dann  in  einer  losen
Abhängigkeit  von  Tibati  gestanden,  dem  die  nördlich
  des  Gebirges  in  ihren  alten  Wohnsitzen  gebliebenen
  Wutes  unmittelbar  untertan  geworden
waren.  Daß  Tibati  einen  dauernden  Einfluß  auf
die  starken  Wutes  behielt,  hat  seinen  Grund  darin,
daß  letztere  in  den  Haussahhändlern  Abnehmer  für
ihre  Sklaven  fanden,  diese  Haussahs  wieder  aber
nur  mit  der  Erlaubnis  Tibatis  zu  den  Wutes
gelangen  konnten.

Wer  einmal  in  seinem  Leben  zu  Ngilla  oder
Ngutte  geht,  hieß  es  auf  dem  großen  zentralafrikanischen
  Markt  in  Kano,  wird  entweder  aufgefressen
  oder  hat,  wenn  er  heimkehrt,  für  sein
Leben  genug  verdient.  Und  nach  den  blühenden
Haussahsiedlungen  zu  schließen,  die  sich,  solange  die
Schreckensherrschaft  der  Wutes  dauerte,  im  Anschluß
  an  deren  Hauptstädte  gebildet  hatten,  ermangelte
  dieser  innerafrikanische  Börsenwitz  nicht
der  Wahrheit.  Die  Haussahs  führten  Pferde  und
Esel  zu  den  Wutes,  verkauften  ihre  gut  gewebten
Stoffe,  ließen  sich  als  Schmiede,  Sattler  und  Arzte
nieder,  jagten  mit  ihren  Giftpfeilen  für  die  Wutes
Elefanten  und  zogen  dann  immer  wieder  mit
großen  Sklavenkarawanen,  die  Elfenbein  schleppten,
auf  die  Haussahmärkte  zurück.  Allerdings  konnte
es  sich  auch  ereignen,  daß  Ngilla,  ergrimmt  über
einen  Mißerfolg,  wenn  sie  ihm,  wie  er  meinte,
eine  schlechte  Medizin  gegeben  hatten,  Hunderten
den  Kopf  abschlagen  ließ  und  seinen  Leuten  das
Fleisch  der  Ermordeten  zu  einem  Festmahl  zurichtete.
  Aber  die  Haussahs  lieben  so  gewagte
Geschäfte;  sie  spekulieren  gern  mit  höchstem  Einsatz.

Sämtliche  Wutes,  wie  auch  die  Batis  sind
Kannibalen,  wenn  sie  es  in  dieser  grausamen  Gewohnheit
  auch  nicht  so  weit  gebracht  haben  wie
die  Makas  im  oberen  Nijonggebiet.  Letztere
machen  plaumäßig  Menschen  fen,  um  sie  zu
schlachten,  und  verkaufen  ihre  Eltern,  wenn  diese
alt  und  arbeitsunfähig  geworden  sind,  an  Stammesgenossen
  wie  überständige  Rinder,  während  die
Wutes  sich  im  allgemeinen  auf  den  Genuß  des
Fleisches  ihrer  erschlagenen  Feinde  beschränken,
dem  sie  eine  gewisse  Kraft  zuschreiben,  den  Mut
und  die  Unerschrockenheit  des  Siegers  zu  heben.
Auch  jetzt  noch  hielt  Ngane,  mit  dem  wir  abends
beim  Durrahbier  zusammensaßen,  auf  alte  Wutesitte.
  Nur  in  gebückter  Haltung  mit  zu  Boden
geschlagenen  Augen  durften  sich  seine  Leute  ihm
nähern,  und  zwei  Mädchen  knieten  vor  ihm,  um
ihm  die  Bierschalen  zu  reichen.  Noch  tanzten  die
Wutemänner,  nur  mit  einem  Rindenschurz  bekleidet,
  mit  den  Waffen  in  der  Hand  unter  sich.
Die  Haare  hatten  sie  kunstvoll  geflochten,  oft  eine
nickende  Krone  roter  Papageienfedern  auf  dem
Kopf,  das  lange  Schwert  über  der  Schulter,  den
mannshohen  Büffelschild  mit  wallenden  schwarzen
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        G  1213  20

Pferdeschweisen  verziert  in  der  Linken  und  ihre
fünf  Wurfspeere  in  der  Rechten;  sie  sprangen
unter  schrillen  Schreien,  vom  Bier  halb  berauscht,
einander  zum  Kampf  herausfordernd,  wie  vom
Teufel  besessen  umher.  Dazu  dröhnten  die  Panken,
schallten  dumpf  die  langen  Elfenbeinhörner;  daneben
  die  Weiber,  tiefschwarz  mit  spitzgefeilten
Zähnen,  fast  nackt  wie  die  Männer.  Sie  hatten
einen  Kreis  gebildet;  unter  Händeklatschen  und
Gesang  sprangen  einzelne  vor  in  kunstvollem
Polkaschritt  und  ließen  sich,  rückwärts  chassierend,
von  ihren  in  der  Reihe  stehenden  Gefährtinnen
wie  einen  Ball  vorwärts  stoßen,  um,  wieder  rückwärts
  tretend,  das  Spiel  von  neuem  zu  beginnen.
Nur  in  den  eigentlichen  Kampfspielen  tanzen  bei
den  Wutes  die  Geschlechter  zusammen,  dann
laufen  die  Weiber,  mit  den  Händen  die  Brüste
haltend,  mit  lang  nach  hinten  gestreckten  Beinen
kreischend  in  das  Vordertreffen,  um  anzudeuten,
wie  sie  ihren  kämpfenden  Männern  Mut  machen,
Gefangene  in  Empfang  nehmen  und  Verwundete
aus  dem  Gefechte  führen.  Das  Bild  dieser
wilden,  tobenden  Menschen  beim  Schein  der
flackernden  Feuer  verfehlte  auf  die  Kameraden,
die  es  zum  ersten  Male  sahen,  nicht  den  Eindruck,
  den  ein  kriegerisches  Spiel,  in  dem  Kraft
und  Gewandtheit  zum  Ausdruck  kommen,  auf
Männerherzen  stets  ausüben  wird.

Ich  sah  mich  in  stiller  Wehmut  im  Geist  in
vergangenen  Tagen  neben  dem  alten  Ngilla  sitzen,
sah  die  Tausende  vor  mir,  die  damals,  triefend
vom  Blut  Gefallener,  mit  dem  sie  sich  beschmiert
hatten,  vor  ihrem  Häuptling  tanzten,  hörte  ihren
frenetischen  Jubel,  wenn  Ngilla  selbst  zum  Speer
griff  und  ihr  Siegestaumel  so  groß  wurde,  daß
sie,  ohne  des  Gastfreundes  zu  gedenken,  aus
heiseren  Kehlen  dem  Häuptling  zuschrien:  „Ngiua“
(Elefant),  „alheri“  (Allmächtiger)  —  wie  sie  es
von  den  Haussah-Lobsängern  gehört  hatten  —
und:  „Ngilla  kann  den  Weißen  töten.“  Das  war
damals  ein  rohes  Kriegervolk,  eine  grausame
Schar  wilder  Sklavenjäger  auf  der  Höhe  ihrer
Macht!  Auf  der  Höhe  stolz,  unbesiegt  —-  was
war  jetzt  dasselbe  Volk?

Am  19.  November  marschierte  Bülow  auf
Joko  ab,  wir  wollten  uns  in  Ngambe,  der  Tikarhauptstadt,
  wieder  treffen.  Unsere  Karawane
zählte  fast  800  Menschen,  und  es  erschien  uns
ratsamer,  sie  auf  zwei  Wege  zu  verteilen.  Ich
schlief  in  derselben  Nacht  in  des  jungen  Häuptlings
  Wimane  Dorf,  der  mich  lachend  daran
erinnerte,  wie  er  an  Kaisers  Geburtstag  1897,
dicht  vor  mir  stehend,  den  Speer  auf  mich  geworfen
  und  ich  an  ihm  vorbeigeschossen  hatte.  Er
stand  damals  in  der  Umgebung  von  Ngillas  Feldhauptmann
  vor  mir,  als  man  mich  in  der  Stadt
ergreifen  und  zum  Festmahl  zurichten  wollte  wie

 

meinen  unglücklichen  Nachbar  Volkammer  nach
der  Vernichtung  der  Balingastation.

Bei  Magom  kamen  wir  in  des  alten  Ngutte
Land.  Dieser  alte  Recke,  der  einst  mit  Morgen
und  Ngilla  gemeinsam  Gandelle,  die  alte  Fuhauptstadt,
  stürmte,  hat  es  verstanden,  abseits  der
großen  Karawanenstraße  nach  Tibati  wohnend,
sich  seine  Unabhängigkeit  zu  bewahren.

Da,  wo  sich  das  Gebirge  jäh  aus  der  Ebene
bis  zu  200  Metern  Höhe  erhebt,  hatte  sich  Ngutte
mit  einem  Teil  seiner  Häuser  noch  in  der  Ebene,
mit  den  meisten  aber  bereits  zwischen  die  ragenden
Felsen  hinein  angebaut.  Rundum  wogten,  soweit
das  Auge  reichte,  Durrahfelder,  in  denen  nur
wenige  runde  Sklavenhütten  auftauchten.  Die
Nguttestadt  war  nicht  so  schön  gebaut  wie  die
ehemalige  Residenz  des  Häuptlings  am  Mbam
oder  wie  das  alte  Ngilla.  Aber  die  dicht  aneinander
  liegenden  1200  bis  1500  Häuser  und  das
große  Haussahdorf  ließen  schon  von  weitem  erkennen,
  daß  Ngutte  über  eine  Menge  Lente  verfügte.
  Als  wir  näher  heranrückten,  sahen  wir,
daß  die  Höhen  rings  um  die  Stadt  bis  weit
hinauf  von  Frauen  und  Kindern  wimmelten,  die
gespannt  auf  uns  herabsahen;  unten  vor  der
Stadt  hielt  der  alte  Ngutte  inmitten  von  mehreren
tausend  Bewaffneten.  Auch  die  Vorhügel  seitlich
des  Berges  waren  von  geschlossenen  Wuteabteilungen
  besetzt,  und  wer  die  Art  dieser  Leute
nicht  kannte,  konnte  wohl  meinen,  daß  man  uns
feindlich  empfange.  Meine  Jaundeträger  gaben
dieser  Ansicht  auch  mit  Rücksicht  auf  unsere  wenigen
  Soldaten  sehr  besorgt  Ausdruck,  namentlich,
als  die  Wutes  zu  blasen  und  panken  begannen
und  in  ein  wüstes  Gehenl  ausbrachen,  wobei  sie
ihre  Gewehre  abfeuerten  und  mit  den  Speeren
dröhnend  auf  die  Schilde  schlugen.  Mich  freute
dieser  kriegerische  Empfang,  der  mich  an  frühere
Besuche  erinnerte,  und  gerade  das  viele  Schießen
der  Wutes,  ehe  wir  an  sie  herankamen,  hätte
auch  meinen  Leuten  zeigen  können,  daß  es  sich
um  eine  rein  freundschaftliche  Empfangsovation
handelte.

Im  Galopp  sprengte  ich  auf  den  dicken  Alten
zu,  dessen  kurzer  Backenbart  weiß  geworden  war,
der  wie  früher  die  phrygische  Mütze  der  Fullahs,
eine  blaue  Indigotobe  und  weite  Haussahhosen
trug.  Er  streckte  mir  lachend  den  dicken  rechten
Arm,  in  dem  er  nach  Wuteart  fünf  Wurfspieße
hielt,  entgegen  und  schüttelte  diese  zur  Begrüßung.
„Dominiki,  Dominiki“,  sagte  er  immer  wieder,
wollte  sich  vor  Lachen  schütteln  und  sah  sich  im
Kreise  seiner  Leute  um,  die  sich  hinter  mir  so
dicht  zusammengeschart  hatten,  daß  ich  von  meiner
Karawane  gar  nichts  sehen  konnte.

Ngutte  gab  mir  Leute  mit,  die  mir  den
Stadtteil  zeigen  sollten,  der  für  uns  als  Lager
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        W  1214  20

bestimmt  war.  Bald  wurden  von  mehreren
Männern  große  Töpfe  mit  gekochtem  Fleisch  und
Kürbisschalen  mit  grünem  Gemüse  herbeigeschleppt.
Sauber  in  Plantenblätter  verpackt,  trugen  die
Sklaven  die  warmen  ungesäuerten  Brote  aus
Durrah=  und  Maismehl  herbei.  Dann  besuchte
uns  unter  vielem  Lärm  Ngutte  selbst  auf  einen
Augenblick,  um  zu  sehen,  daß  alles  in  Ordnung
sei.  Gegen  Abend  ging  ich  zu  dem  Alten  in
seine  Felsenburg,  die  er  sich  am  Gebirgshange
in  einer  von  der  Natur  trefflich  geschützten  Stelle
angelegt  hatte,  zu  der  nur  zwischen  mächtigen
Steinen  hindurch  ein  schmaler  durch  Pallisaden
verschließbarer  Zugang  führte.  Ich  beschenkte
Ngutte  mit  einem  bequemen  Stuhl,  warmen
Decken,  einem  großen  dreiteiligen  Toilettenspiegel,
einer  Spieluhr,  Ringen  und  Zeugen.  Der  alte
Herr  war  sehr  befriedigt  und  redselig.  Als  es
dunkel  wurde,  ließ  ich  Magnesiumfackeln  anstecken,
was  ihm  viel  Spaß  machte.  Auf  einer  niedrigen
Bank,  an  zwei  Weiber  gelehnt,  saß  er,  unaufhörlich
  Bier  trinkend,  mir  gegenüber,  zu  seinen
Füßen,  die  Waffen  über  den  gekreuzten  Beinen,
seine  Getreuen,  meistens  Alte  mit  langen  Bärten.
Er  hatte  die  Haussahgewänder  abgelegt,  war  nach
Wuteart  nur  mit  einer  Hose  aus  Baumrinde  bekleidet,
  so  daß  ich  den  mächtigen,  ausgeschwemmten
Körper  sehen  konnte.  Er  war  goealtert  in  den  letzten
Jahren.  Immer  wieder  versicherte  er  mir,  ich
sei  sein  bester  Freund.

Unaufhörlich  wiederholte  er  seine  Worte,  und
jedesmal  antworteten  seine  Leute  im  Kreise,  zustimmend
  mit  den  Köpfen  nickend:  „Saki“  (Löwe).
Wie  ein  Abgott  wurde  der  alte  Ngutte  von  seinen
Wutes  noch  verehrt,  ich  aber  genoß  in  diesen
Tagen  das  fesselnde  Bild,  das  sich  mir  bot.  Ich
befand  mich  hier  unter  einem  von  der  Kultur
unberührten,  despotisch  regierten  innerafrikanischen
Volke.  Wie  die  photographische  Platte  zerstört
ist,  wenn  ein  Sonnenstrahl  auf  sie  fällt,  so  ist  es
mit  dem  urwüchsigen  Barbarentum,  sobald  die
Kultur  in  ihre  Rechte  tritt.  Nie  wieder  wird
ein  Europäer  schauen,  was  ich  bei  Ngilla  und
Ngutte  und  nur  zwei  oder  drei  Menschen  vor
mir  gesehen  hatten.  Rohe,  wüste,  unmenschliche
Bilder  waren  es,  aber  wahre  Erlebnisse.  Ein
Mensch,  von  menschenfressenden  Kannibalen  zum
Gott  erhoben;  vor  ihm  lagen  sie  im  Staube,  kein
Unfreier  durfte  ihn  schauen,  wenn  er  ausspie,  so
balgten  sie  sich  um  seinen  Speichel,  den  sie  sich
als  wundertätig  in  die  Haut  verrieben.  Ich  sehe
Ngilla  beim  Kampfspiel  selbst  den  Speer  ergreifen,
ihn  gegen  seine  anstürmenden  Krieger  schleudern,
sehe  einen  Mann  getroffen  zusammenstürzen,  über
den,  dem  Häuptling  zujubelnd,  die  anderen  hinwegjagen.
  Ich  sehe  Ngutte  in  der  Tür  des  hohen
Mattenzaunes  stehen,  der  seine  Weiberhäuser  um- 



gab;  die  Sklaven  werfen  Brot  für  die  verhungerten
Sklavenkinder  auf  den  freien  Platz.  Lachend
greift  der  Häuptling  nach  einer  Handvoll  Speeren,
die  er  auf  die  sich  balgenden  Kinder  schleudert.
Ich  höre  das  Kreischen  des  Weibes,  das  Nogilla
unter  dem  Beifallsgesange  seiner  Frauen  an  den
Armen  an  der  Decke  aufgehängt  hat,  weil  man
sie  der  Untreue  zieh,  und  der  er  hohnlachend
mit  seinem  Messer  den  Leib  öffnete.  Grausige
Bilder,  aber  afrikanische  Wahrheit.  Und  es  fällt
mir  ein,  daß  ich  wieder  als  erster  neuen  Ländern
entgegenziehen  darf,  und  die  Erwartung  der
kommenden  Tage  schwellt  das  Herz,  als  ich  aus
der  Felsenburg  zum  Lager  schreite.  Über  das
Gebirge  wollten  wir  in  das  Tikarland!

Der  letzte  Novembertag  führte  uns  in  den
Wald,  der  die  Nähe  des  Kimflusses  ankündigte,
auf  dessen  jenseitigem  Ufer  Ngambe  liegt.
Boten  des  Häuptlings,  nach  Haussahart  ge  kleidet,
kamen  uns  entgegen,  und  mittags  standen  wir
vor  der  gewaltigen  Hängebrücke,  die  sich  in  hohem
Bogen  über  das  150  m  breite  Flußtal  hinspannt.
Ngambe  ist  die  Hauptstadt  der  Mandiongolos,
eines  Tikarstammes.  Zu  dieser  großen  Bölkerfamilie
  gehören  auch  die  Bafuts,  Bandengs,
Bamums  und  die  Balis.  Mit  siebenfachem  Wall
und  Graben  versehen,  hatte  Ngambe  elf  Jahre
lang  dem  Andrängen  der  Fullahs  standgehalten.
Mahama,  der  Lamido  von  Tibati,  lag  im  Kriegslager
  vor  Ngambe,  als  wir  1899  das  Tibatisultanat
  angriffen.  Von  uns  gedrängt,  gab
Mahama  die  Belagerung  auf,  und  Kommandeur
v.  Kamptz  zog  als  Befreier  in  Ngambe  ein.  Ich
begrüßte  die  Tikarleute  hier  unter  dem  Namen
seriki  n  yaki  (Feldhauptmann).  In  den  Fullahstaaten
  ist  nämlich  der  König  nicht  der  eigentlich
im  Kriege  Kommandierende,  sondern  er  ernennt
zu  diesem  Zweck  seinen  seriki  n  paki.  Wie  zu
Trojas  Zeiten  war  hier  übrigens  auch  der  lange
Krieg  vor  der  Stadt  geführt  worden,  deren  Bewohner
  ihre  Felder  innerhalb  der  meilenweiten
Umwallung  unbeschadet  des  Krieges  ruhig  bebauten.
  Nur  in  einigen  Monaten  der  Trockenheit
  wurden  wirkliche  Gefechte  geführt,  sonst  soll
sogar  in  Waffenstillstandszeiten  ein  reger  Marktverkehr
  zwischen  Belagerern  und  Belagerten  geherrscht
  haben,  und  seine  Hauptsubsidien  erhielt
der  heidnische  Ngambehäuptling  aus  dem
mohammedanischen  Banjo,  dessen  junger  Sultan
seinem  Nachbar  Tobati  die  Unterwerfung  der
reichen  Heidenstämme  nicht  gönnte.

Die  Mandiongolos  haben  Fullahgewohnheiten
angenommen  und  gehen  fast  alle  bekleidet.  Es
ist  ein  stattlicher,  bronzefarbener  Menschenschlag
mit  wohlgebildeten,  offenen  Gesichtszügen.  Auch
bei  ihnen  führt  der  König  ein  despotisches  Regiment.
  Der  dicke  Häuptling  ließ  allerdings  im
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        W  1215  20

allgemeinen  nicht  viel  von  sich  merken,  denn  von
9  Uhr  ab  war  er  total  betrunken  und  regierungsunfähig.
  Vor  seinem  kunstvoll  gebauten  Palast
saß  er  im  Schatten  auf  einer  Art  rundem  Thronsessel,
  der  mit  kleinen  Perlen  bunt  bestickt  war,
von  früh  bis  spät  Palmenwein  trinkend  und  die
lange  kunstvoll  mit  Messing  beschlagene  Pfeife
rauchend.  Zu  deren  Bedienung  saß  ein  Weib
mit  untergeschlagenen  Knien  neben  ihm,  die  fortwährend
  stopfte  und  rauchte,  wenn  er  nicht  selbst
tätig  war.  Dieses  Amt  versah  zur  Zeit  zu
meinem  größten  Erstaunen  die  schöne  Abinda,
die  lange  Zeit  eine  der  elegantesten  und  begehrtesten
  Damen  in  Jaunde  gewesen  war.  Im
Jahre  1893  war  Rittmeister  von  Stetten,  den
der  Lamido  von  Tibati  im  sanserni  (Kriegslager)
  festhalten  wollte,  nach  Ngambe  durchgebrochen,
  wo  ihm  die  Tikars  freundlich  Aufnahme
gewährten.  Mit  Stettens  Expedition  war  das
Tikarmädchen  Abinda  dann  Benne  abwärts  zur
Küste  und  weiter  nach  Jannde  gelangt.  Als  durch
die  Wute-Adamana-Expedition  der  Weg  über
Tibati  nach  Ngambe  frei  wurde,  hatte  sie  sich  in
ihre  Heimat  ausgemacht  und  begrüßte  uns  nun
als  Dolmetscherin  und  Pfeifenwart  ihres  Königs.
Sie  hatte  wieder  ganz  die  Gewohnheiten  ihres
Volkes  angenommen,  wie  ich  es  so  oft  bei  gebildeteren
  Negern,  die  in  ihre  Heimat  zurückgekehrt
  sind,  gefunden  habe.  Alte  Europa-Diener,
die  womöglich  in  Deutschland  gewesen  sind  und
sich  an  der  Küste  schämen  würden,  ohne  Kragen
zu  gehen,  sieht  man  zu  Hause  wieder  rot  bemalt,
nur  mit  einem  Schurz  bekleidet,  herumlaufen.
Gute  Sitte,  Religion,  alles  ist  vergessen.

Am  3.  Dezember  traf  Bülow  aus  Joko  mit
ein  paar  guten  Pferden  für  uns  in  Ngambe  ein.
Die  Expedition  war  beisammen,  und  am  5.  Dezember
  marschierten  wir  auf  Banjo  ab,  das  wir
am  13.  erreichten.

7*

Wir  waren  in  Adamana.  Adamaua  ist  ein
politischer,  kein  geographischer  Begriff.  Das  Land
ist  so  genannt  nach  Adamn,  dem  großen  Fullah=Eroberer,
  der  um  1812  Jola  am  oberen  Benue
gründete.  Fullahritter  legten  Ngaumdere,  Tibati
und  Banjo  zuerst  als  Kriegslager  im  Heidenlande
  an,  die  sich  zu  festen  Städten  entwickelten.
Dann  ließ  ihr  Feldhauptmann  sich  in  Jola  zum
Lamido“)  weihen.  Der  Herrscher  dort  war  zum
Emir“)  bestellt  und  zum  geistlichen  und  weltlichen
Oberhaupt  Adamauas  gemacht  worden.  Sämtliche
  Adamana-Fürsten  waren  dem  Emir  von  Jola
tributpflichtig  und  mußten  ihm  Heeresfolge  leisten.

Adamanua  ist  erobertes  Land,  die  Träger  der

*)  Lamido  ist  ein  weltlicher  Titel,  während  Emir
die  kirchliche  Würde  begeichnet.

 

Herrschaft  sind  die  mohammedanischen  Fullahs,
ein  semitisches  Hirtenvolk.  Vom  Senegal  und
Gambia  bis  an  den  Logone  haben  sie  sich  in
hundert  Jahren  fast  alles  Land  unterworfen,  die
Beherrschten  oder  Bekriegten  sind  die  Ureinwohner
  des  Landes,  die  Heiden,  von  den  Fullahs
in  ihrer  Gesamtheit  arnani  (Heiden)  oder  habe
(Sklaven)  genannt.

Soweit  das  Auge  reichte,  marschierten  wir
durch  eine  eintönige,  graue,  mit  niederem  Gras
und  einzelnen  Bäumen  bestandene,  steinige  Ebene,
in  der  leicht  gewellt  Berg  und  Tal  wechseln;
einige  elende  Strohhütten,  neben  denen  schmutzige,
mit  kurzen  Haussahhemden  bekleidete  Leute  auf
lange  Speere  gestützt  standen,  die  uns  neugierig
musterten,  wurden  uns  als  das  Grenzdorf  Kascholla
(Tal  der  Obersklaven)  bezeichnet.  In  glühender
Sonne  zog  die  Karawane  dahin.  Vier  Stunden
von  Banjo,  in  Tukurna,  rastete  die  Expedition
und  erwartete  die  Erlaubnis  Omarus,  seine
Hauptstadt  zu  betreten.  Am  13.  Dezember  sandte
mir  der  Lamido  als  Willkommensgruß  einen
hübschen  Schimmel  entgegen,  und  die  Expedition
machte  sich  zum  Einmarsch  zurecht.  Banjo,  das
zwischen  zwei  Bergen  im  Tale  liegt,  betritt  man,
ohne  es  recht  zu  merken.  Wall  und  Graben  sind
zerfallen,  die  Gehöfte  liegen  in  weiter  Ansdehnung
wirr  durcheinander,  und  nur  in  der  Nähe  des
Königsplatzes  und  um  den  Markt  herum  laufen
regelrechte  Straßen,  die  von  den  Lehmmauern
der  anliegenden  Gehöfte  gebildet  werden.

Bei  unserem  Anmarsch  hörten  wir  Paukenschlag
  in  der  Stadt.  Jetzt  war  es  ganz  still.
In  breiten  Massen  standen  die  Männer,  alle  bewaffnet,
  entlang  der  Straße,  die  wir  ziehen  mußten.
Lautlos  ließen  sie  uns  passieren;  der  weite  Königsplatz
  aber  war  menschenleer;  rundum  hinter  den
Zäunen  und  Hecken  standen  Bewaffnete,  die  Pfeile
schußbereit  auf  der  Sehne,  die  vollen  Köcher  an
der  Seite,  die  Schwerter  gelockert.  Die  Lehmmauern
  waren  besetzt  mit  kampfbereiten  Fullahs.
Selbst  auf  den  Dächern  der  Hänuser  hockten  sie  schußbereit.
  Man  sah  ausschließlich  niederes  Volk  in
schmutzigen  Toben.  Kein  Laut  des  Willkommens!
Ich  muß  gestehen,  daß  ich  auf  dem  leeren  Königsplatz
  selbst  nicht  wußte,  wie  ich  unsere  Lage  eigentlich
  beurteilen  sollte.  Es  hieß,  den  Banjolenten  durch
Ruhe  und  Gelassenheit  Eindruck  machen,  dabei
aber  doch  auf  der  Hut  sein.  So  ließ  ich  die
beiden  Hornisten,  die  neben  mir  gingen,  weiterblasen,
  hielt,  dem  Eingang  zum  Palast  gegenüber,
auf  dem  leeren  Platz  an  und  befahl  den  zehn
Soldaten  der  Spitze,  aufzumarschieren.  Mann
hinter  Mann  kamen  die  Träger  heran;  sie  mußten
sich  mit  ihren  Lasten  in  zwei  Reihen  niedersetzen,
bis  Bülow  eintraf.  Dieser  hatte  fünf  Soldaten
und  das  Maschinengewehr  bei  sich.  Mit  ein  paar
        <pb n="1333" />
        G  1216  20

Worten  verständigten  wir  uns  über  die  wenig
angenehme  Lage.  Bülow  stieg  in  Seeleuruhe
vom  Pferde,  ließ  das  Maschinengewehr  mitten
vor  die  Front  stellen  und  begann  es  mit  seinen
Leuten  zu  montieren.  Unterdessen  rückte  der  Rest
unserer  Träger  auf.

Jetzt  erhob  sich  unter  den  Fullahs  ein  Gemurmel,
  und  aus  dem  breiten  Eingangstor  der
Königsburg,  die  in  ihrer  ganzen  Ausdehnung  von
einem  zwei  Meter  hohen  Mattenzaun  umgeben
war,  traten  Bewaffnete  heraus,  die  Gefolgsleute
des  Lamido.  Sie  nahmen  an  der  Mattenwand
entlang  uns  gegenüber  Aufstellung.  Es  war  ein
buntes  farbenprächtiges  Bild.  Die  Kaburras
(Berufssoldaten)  des  Lamido  in  bis  an  die  Kniee
reichenden  ärmellosen  Hemden,  die  Fullahmütze
auf  dem  Kopf,  mit  über  die  Brust  gekrenzten
dicken  Wolldecken,  die  durch  einen  ledernen  Bauchgurt
  festgehalten  wurden.  An  Wehrgehängen
trugen  sie  lange  gerade  Schwerter  in  ledernen
Scheiden.  Kurze  Messer  hingen  am  Leibriemen.
In  der  Hand  hielten  die  Kaburras  den  langen
Stoßspeer,  soweit  sie  nicht  mit  Bogen  bewaffnet
waren  und  große  Lederköcher  mit  Pfeilen  über
die  Schulter  trugen.  Auch  Panzerreiter  kamen
angesprengt.  Die  Pferde  waren  mit  bunten  Wolldecken
  zum  Schutze  gegen  Pfeilschüsse  gepanzert
und  auch  die  Reiter  selbst  steckten  in  dicken,  wattierten
  Gewändern.  Auf  dem  Kopf  trugen  sie
den  tuchüberzogenen  Holzhelm,  mit  wallenden
Federn.  Die  Füße  der  Reiter  steckten  in  langen,
bis  über  das  Knie  reichenden,  bestickten  Lederstiefeln.
  Sattel=  und  Zaumzeng  aus  buntem  Leder
war  reich  mit  Muscheln  und  Amuletten  benäht.
Wie  Turnierreiter  aus  dem  frühen  Mittelalter
sahen  diese  Fullahreisigen  aus.

Den  Reitern  folgte,  umgeben  von  in  weite
Gewänder  gehüllten,  vornehmen  Fullahs,  ein  sehr
schlanker,  hellgelber  Jüngling,  der  unter  einem
großen  Turbau  hervor  aus  großen  Augen  neu- 



gierig  zu  uns  herüberschaunte.  Aus  dem  Gebaren
seiner  Umgebung  und  dem  Geschrei,  das  die  umstehende
  Menge  erhob,  erkannte  ich,  daß  es  Omarn
war  und  sprengte  auf  ihn  los.  Wie  zum  Schutz
traten  sorglich  seine  Gefolgsmänner  vor  ihn  hin.
Ich  sprang  vom  Pferde,  machte  mir  Platz,  wobei
die  Fullahs  halb  staunend,  halb  unwillig  zurücktraten,
  und  streckte  Omaru  die  Hand  entgegen.

In  den  langen,  blütenweißen,  bis  auf  die
Füße  wallenden  Gewändern  sah  der  hoch  aufgeschossene
  Jüngling  mit  dem  melancholischen  Gesicht
  eigenartig  vornehm  und  hoheitsvoll  aus,
einfach  und  edel  in  dem  bunten  Rahmen  seiner
Umgebung,  wie  ein  seltener  Stein  in  kostbarer
Fassung.  Jeder  mußte  wissen:  das  war  der  König.
Ein  breites  Wehrgehänge  hing  ihm  über  die
Schulter,  in  dem  ein  grades  Schwert  steckte.  Mit
den  Armen  stützte  sich  Omaru  rechts  auf  die
Schulter  des  seriki  n’  seggi  (Mann,  der  dem
Lamido  auf  das  Pferd  hilft),  links  auf  den  dicken
seriki  n’  bindiga  (Gewehrverwalter),  der  in  gebückter
  Haltung  stand,  um  dem  Lamido  nicht
unbequem  zu  werden.

Mit  müdem  Lächeln  reichte  mir  der  bleiche
Jüngling  die  Hand.

752

Deutsch-  Südwestafrika.
Von  der  Südbahn.

Ende  November  ist  die  Teilstrecke  Sandverhaar
  —Feldschuhhorn  (Kilometer  273  bis  285)
eröffnet  worden.  Bis  Keetmanshoop  fehlen  noch
etwa  80  Kilometer.  Auf  der  nächsten  Teilstrecke
Feldschuhhorn  —Seeheim  sind  die  Geländeschwierigkeiten
  groß.  Die  Meldung  von  der  Eröffnung
  dieses  Abschnittes  darf  daher  erst  im
kommenden  Frühjahr  erwartet  werden.

 

Kolonialwirtschaftliche  Oitteilungen.

Ein  KAppell  an  die  deutsche  Baumwollindustrie.

Der  Hauptversammlung  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,
  die  jüngst  in  Frankfurt  a.  M.
tagte,  hat  Herr  Moritz  Schanz-Chemniß  einen
Bericht  erstattet  über  #eine  Reise,  die  er  zum
Studium  der  amerikanischen  Baumwollerzeugung
  mit  Rücksicht  auf  die  deutsch-kolonialen
  Baumwollbestrebungen  unternommen
hat.  Er  führte  u.  a.  aus:

„Kurz  zusammengefaßt  ist  der  Gesamteindruck
meiner  Beobachtungen  folgender  gewesen:  Es  ist

durchaus  möglich,  daß  die  Vereinigten  Staaten
von  Nordamerika  weit  größere  Mengen  von
Baumwolle  als  bislang  erzeugen  können,  es  ist
aber  angesichts  der  jetzt  schon  existierenden
Schwierigkeit,  genügende  Arbeitskräfte  dafür  zu
finden,  nicht  wahrscheinlich,  daß  für  die  Nächstzeit
  eine  nennenswerte  Erhöhung  der  amerikanischen
  Baumwollproduktion  eintrete,  und  es
ist  sicher,  daß  die  wachsende  Baumwollindustrie
der  Vereinigten  Staaten  selbst  einen  immer  gröüheren
  Teil  der  Baumwollernte  des  Landes  für
        <pb n="1334" />
        W  1217  2!0

sich  in  Anspruch  nehmen  wird,  da  die  Tendenz
dahin  geht,  statt  des  Rohprodukts  in  steigendem
Maße  Fabrikate  auszuführen.  Die  Verecinigten
Staaten  brauchen  jetzt  bereits  jährlich  5  Millionen
Ballen  Baumwolle  selbst,  von  einer  Normalernte
von  11  bis  12  Millionen  Ballen  also  beinahe
die  Hälfte.  Zu  beachten  ist  ferner  das  zunehmende
Bestreben  der  amerikanischen  Baumwollfarmer,
für  ihre  Produkte  Monopolpreise  zu  verlangen.
Man  stellt  sich  rücksichtslos  auf  den  Standpunkt,
daß  die  Welt  ihre  Ware  haben  müsse,  nirgendwo
anders  Ersatz  dafür  sei,  und  verlangt  statt  eines
Preises  von  etwa  10  Cents,  der  einen  guten
Durchschnittsnutzen  abwerfen  würde,  15  Cents  für
das  Pfund.  Die  systematische  Errichtung  einer
Keitte  von  Baumwolllagerhäusern  im  Süden  der
Union  und  eine  anschließende  Finanzorganisation
soll  den  Farmern  erlauben,  ihre  Baumwolle
künftig  so  lange  im  Verkauf  zurückhalten  zu
können,  bis  man  ihnen  notgedrungen  die  geforderten
  hohen  Preise  bewilligen  müsse.  Außerdem
  droht  man  zur  Erzwingung  derselben  eine
Reduktion  von  25  v.  H.  der  mit  Baumwolle  zu
bestellenden  Fläche  für  das  Nächstjahr  an.

Die  Konsequenzen,  die  sich  daraus  für  die
75  v.  H.  ihres  Bedarfs  auf  amerikanische  Baumwolle
  angewiesene  großartige  europäische  Baumwollindustrie
  ergeben,  sind  zwingend.  Die  überspannten
  Forderungen  Amerikas  und  die  Gesamtlage
  dort  müssen  zum  Anbau  von  Baumwolle  in
Neuländern  geradezu  hindrängen,  und  um  so
höher  die  amerikanischen  Preise  =  Weltpreise,  um
so  leichter  und  lohnender  wird  sich  die  Einführung,
bezw.  Ausdehnung  von  Baumwollbau  in  Gebieten
außerhalb  Nordamerikas  gestalten.  Am  tatkräftigsten
  geht  in  dieser  Richtung  England  vor,
das  mit  seiner  riesigen  Baumwollindustrie  ja  auch
in  allererster  Linie  von  dem  drohenden  Mangel
an  Rohmaterial  betroffen  wird.  Die  englischen
Kolonien  sind  wohl  geeignet,  alle  Sorten  von
Baumwolle  zu  erzeugen,  und  eine  großzügige
Eisenbahnpolitik  erschließt  dem  Baumwollbau  dort
immer  neue  Gebiete.  Auch  in  sämtlichen  deutschen
Kolonien  ist  durch  die  Versuche  und  Unternehmungen
  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees
nachgewiesen,  daß  für  die  deutsche  Industrie  vorzüglich
  geeignete  Sorten  Baumwolle  dort  gezogen
werden  können,  und  einzelne  deutsche  Baumwollspinner
  sind  janerlennenswerterweise  bereits  dabei,
in  Ostafrika!  gen  anzulegen.
Da  ist  nun  fürzlich  von  einem  der  Zeitungsberichterstatter,
  die  Exzellenz  Deruburgs  Reise  begleitet
haben,  der  Alarmruf  erschallt:  „Es  ist  nichts  mit  der
Baumwolle  in  Ostafrika.“  Meine  Herren,  ich  möchte
namens  des  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitees
hier  öffentlich  und  ausdrücklich  erklären,  daß  diese
Auffassung  falsch  ist.  Es  ist  richtig,  daß  in  diesem

zu  bleiben,

 

Jahre  zum  ersten  Male  seit  20  Jahren  der  Regenfall
  in  gewissen  Teilen  Ostafrikas  unter  80  Millimeter
  geblieben  ist  und  dadurch  in  diesen  Teilen,
wie  alle  anderen  Feldfrüchte,  so  auch  die  Baumwolle
geschädigt  wurde.  Mißernten  kommen  in  allen  Ländern
  vor.  Aber  damit  ist  auch  seitens  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees  schon  ernstlich  gerechnet
worden.  Bereits  auf  dem  Internationalen  Baumwollkongreß
  in  Wien  im  Mai  habe  ich  im  Namen  des
Komitees  und  unter  Bezugnahme  auf  Berichte  aus
Ostafrika  seitens  dessen  Generalsekretärs  darauf  hingewiesen,
  daß  sonst  gut  für  Baumwollbau  geeignete
Böden  nur  dann  zuverlässige  Ernten  ergeben,
wenn  rechtzeitig  für  künstliche  Bewässerung
gesorgt  wird,  und  beantragt,  die  Erfahrungen,
welche  die  europäischen  Kolonialmächte  in  dieser
Beziehung  machen,  besonders  in  Afrika,  gegenseitig
  auszutauschen.  Der  Antrag  fand  freudige
Zustimmung,  und  als  praktisches  Resultat  desselben
  sind  bereits  wertvolle  Berichte  der  Franzosen
über  Bewässerung  in  ihren  Kolonien  eingelaufen.
Danach  konnten  z.  B.  an  der  unwirtlichen  Somaliküste
  durch  Bewässerung  ganze  Wüstenstriche  in
blühende  Baumwollplautagen  verwandelt  werden.
Und  wenn  nun  die  Alarmrufer  etwa  sagen  wollten:
„Mit  künstlicher  Bewässerung  wird  die  Sache  ja
viel  zu  teuer“,  so  sei  auf  Indien,  Nordamerika
und  Agypten  hingewiesen.  Speziell  in  dem
letzteren  Lande  beruht  ja  der  ganze  Feldbau,
einschließlich  Baumwolle,  ausschließlich  auf  künstlicher
  Bewässerung,  und  trotz  der  hohen  Bodenpreise,

  die  viele  hundertmal  teurer  sind  als  in
Ostafrika,  bildet  Baumwolle  das  vorziglich
lohnende  Hauptprodukt.  Im  Gegensatz  zu
Agypten,  einem  schmalen,  vom  Nile  gebildeten

Oasenstreifen  inmitten  der  Wüste,  ist  Ostafrika  ein
Land  der  Steppen  und  Wälder  mit  einer  ganzen
Reihe  von  Wasserläufen,  die  zu  künstlicher  Bewässerung
  benutzt  werden  können.  Ein  ausgedehnter
  und  lohnender  Baumwollbau  ist  hier
wohl  möglich,  es  heißt  nur  „Wollen!“  Es  gilt,
in  dieser  Richtung  nicht  auf  halbem  Wege  stehen
sondern  zäh  und  zielbewußt  fortzuschreiten.
  Die  Erreichung  des  großen  Zieles,
uns  im  Bezug  eines  der  wichtigsten  Rohprodukte
wenigstens  teilweise  unabhängig  vom  Auslande
zu  machen,  wird  Lehrgeld  und  Lehrzeit  kosten,
aber  sie  sollte,  unbeirrt  durch  einzelne  Fehlschläge,
welche  dabei  unvermeidlich  sind,  mit  allen  Kräften
angestrebt  werden!  Es  ist  zu  hoffen  und  zu
wünschen,  daß  das  Reichs-Kolonial-Amt  nach
Maßgabe  seiner  Mittel  und  Kräfte  an  der  Lösung
des  wichtigen  Problems  mitarbeite.  Die  finanzielle
Förderung  des  Baumwollbaus  in  deutschen  Kolonien
  ist  ein  Punkt,  den  auch  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft
  gelegentlich  auf  ihr  Programm
stellen  kann.  Vor  allem  aber  möchte  ich  von
        <pb n="1335" />
        W  1218  2

hier  ans  den  Appell  an  alle  weitsichtigen
deutschen  Baumwoll-Industriellen  richten,
dem  wichtigen  Gegenstand  dauernd  ihre  ernste
Beachtung  und  ihre  tatkräftige,  auch  finanzielle
Mithilfe  zu  schenken!“

Gesellschaft  Süd-fiamerun.)

Das  abgelaufene  Geschäftsjahr  hat  im  allgemeinen
  unseren  Erwartungen  entsprochen.  Die
Gewinnung  und  Verschiffung  von  Gummi  ist
gegen  das  Vorjahr  beträchtlich  gestiegen,  Elfenbein
  ist  in  größeren  Mengen  angekauft  worden.
Da  sich  auch  die  Transportverhältnisse  im  Innern
günstiger  gestaltet  haben,  konnte  im  Laufe  des
Jahres  1906  annähernd  das  Doppelte  an  Produkten,
  als  im  Jahre  1905,  nach  Europa  gebracht
  werden,  wovon  allerdings  der  größere  Teil
für  das  Jahr  1905  abzurechnen  war.

Um  unser  Arbeitsfeld  in  Afrika  beständig  weiter
ausdehnen  und  nutzbringender  gestalten  zu  können,
haben  wir  auf  Anfordern  unserer  afrikanischen
Leitung  im  laufenden  Jahre  (1907)  eine  bedentend
  größere  Menge  von  Waren  als  im  Jahre
1906  hinaussenden  müssen.  Dadurch  wurden  wir
gezwungen,  Bankkredite  in  Anspruch  zu  nehmen.
Das  Direktorium  glaubt  deshalb,  trotz  des  günstigen
  Abschlusses,  von  der  Verteilung  einer  Dividende
Abstand  nehmen  zu  müssen.

Die  Gewinn=  und  Verlustrechnung  pro  31.  Dezember
  1906  ergibt  auf  der  Kreditseite  außer
dem  Vortrag  aus  1905  mit  54  308,38  Mk.  und
einer  Rückbuchung  in  Höhe  von  963,40  Mk.  den
Bruttogewinn  auf  Produkte  und  Transaktionen
in  Afrika  mit  1  142  429,81  Mk.  Auf  der  Debetseite
  erscheinen  für  das  Afrikageschäft  die  Einund
  Ausfuhrzölle  mit  107  656,11  Mk.,  die  allgemeinen
  Unkosten  mit  644  891,48  Mk.;  für  das
Europageschäft  die  Handlungsunkosten  (Verwaltungskosten,
  Miete,  Porti,  Reisespesen  usw.)  mit
56  683,21  Mk.,  die  Zinsen,  Agio  und  Kommission
mit  22  462,67  Mk.,  ferner  der  Jahresgewinn
mit  366  008,12  Mk.  Hiervon  sind  auf  Grundeigentum
  und  Plantagen  141  658,49  Mk.,  auf
Niederlassungen  in  Kamerun  70  254,56  Mk.,  auf
Dampfer  39  557,13  Mk.,  auf  Material  in  Afrika
26  257,21  Mk.,  auf  Herde  710,11  Mk.  abgeschrieben,
  auf  Dampfer-Erneuerungskonto  20  000
Mark  zZurückgestellt,  der  gesetzlichen  Reserve
4555,30  Mk.  zugeführt  und  auf  neue  Rechnung
63  015,32  Mk.  vorgetragen  worden.

In  der  Vermögensbilanz  erscheinen  unter  den
Passiven  2  000  000  Mk.  Kapital,  ferner  die  gesetz-*)

  Aus  dem  Bericht  für  das  achte  Geschäftsjahr,
vorgelegt  in  der  ordentlichen  General-Versammlung
am  30.  November  1907.

 

liche  Reserve  mit  20  000  Mk.,  einzulösende
Wechsel  mit  760,52  Mk.,  auf  das  Jahr  1906
entfallende  Unkosten,  die  1907  bezahlt  wurden,
mit  175  870  Mk.,  Reserve  für  schwebende  Schäden
mit  30  000  Mk.,  Dampfer-Erneuerungskonto  mit
100  000  Mk.,  diverse  Kreditoren  mit  222  299,58
Mark,  noch  nicht  erhobene  Dividenden  mit
32  305  Mk.  und  der  Gewinn  mit  63  015,32  Mk.
Unter  den  Aktiven  sind  aufgeführt:  Europageschäft
Kasse  mit  91,69  Mk.  und  Mobiliar  mit  1  Mk.;
Afrikageschäft  Grundeigentum  und  Plantagen  mit
400  000  Mk.,  Dampfer  mit  100  000  Mk.,  Kasse
mit  35  334,27  Mk.,  Waren  und  Proviant  mit
967  157,55  Mk.,  Produkte  mit  956  555,91  Mk.,
Bankguthaben  und  diverse  Debitoren  mit  185  107
Mark,  während  die  Niederlassungen  in  Kamerun,
ferner  das  Material  und  die  Mobilien  vollkommen
amortisiert  sind  und  mit  1  Mk.  zu  Buch  stehen.

Die  Gesellschaft  arbeitete  Ende  1906  mit
18  Faktoreien  und  39  von  diesen  Faktoreien  abhängigen
  Posten.

Kus  dem  „TKropenpflanzer“.

Die  soeben  erschienene  Dezembernummer  des
„Tropenpflanzer“,  Organ  des  Kolonial-Wirtschaftlichen
  Komitees,  enthält  an  erster  Stelle  einen
größeren  Aufsatz  von  Professor  Dr.  A.  Weberbauer
  über  Anzapfungsversuche  an  Kantschukbäumen
  im  nördlichen  Küstengebiete  Kameruns.
  Professor  Weberbauer,  der  Leiter  der
Versuchsstation  in  Kamernn,  teilt  hier  in  übersichtlicher
  Form  die  Ergebnisse  einer  Reihe  von
Versuchen  mit,  aus  denen  sich  wichtige  Fingerzeige
  für  die  zweckmäßigsten  Anzapfungsmethoden
verschiedener  Kantschukbäume  wie  Fiens,  Kickria
und  Hevea  ergeben.

In  einem  Artikel  „Amerikanische  Versuchsstationen“
  gibt  Willi  Supf  ein  anschauliches
  Bild  von  der  Entwicklungsgeschichte  dieser
landwirtschaftlichen  Stationen  Amerikas  und  weist
mit  Recht  auf  die  nutzbringende  Tätigkeit  derartiger
  staatlicher  Einrichtungen  hin.

W.  Bassermann  sucht  in  einer  kleinen  Abhandlung
  den  Einwand,  daß  das  Campbell-System
  für  Deutschland  keine  Neuigkeit  sei,  zu
widerlegen,  und  spricht  Campbell  das  Verdienst
zu,  das  System  für  regenarme  Gegenden  aufsgebaut
  zu  haben.

Die  folgenden  Rubriken  enthalten  wieder  eine
Menge  Statistiken  und  interessante  Mitteilungen
über  die  verschiedensten  Zweige  der  tropischen
Agrikultur.  Bei  der  heute  im  Vordergrund
stehenden  Kantschukfrage  wird  dieser  Stoff
wieder  ausführlicher  behandelt;  besondere  Beachtung
  verdient  eine  unter  „Vermischtes“
        <pb n="1336" />
        G  1219  20

stehende  Abhandlung  über  „Neue  Manihotarten
und  ihre  Bedeutung“,  die  voraussichtlich  für  die
zukünftige  Kautschukplantagenkultur  eine  noch  nicht
abzuschätende  Rolle  spielen  werden.

Zugleich  mit  dieser  Nummer  erscheint  das
5.  Beiheft  zum  Tropenpflanzer  mit  drei  größeren
Aufsätzen  über  das  Teakholz.  Zunächst  beschreibt
  Professor  Büsgen  ausführlich  die  Eigenschaften
  und  die  Produktion  des  Java-Teak  oder

Djati,  während  Dr.  Hossens  das  Teakholz  in
Siam  eingehender  behandelt.  An  dritter  Stelle
erwägt  Regierungsrat  Dr.  Busse  die  Möglichkeiten
  einer  Teakauforstung  in  unseren  afrikanischen
Kolonien  und  gibt  als  Fachmann  auf  diesem
Gebiete  wichtige  Ratschläge.  Das  Beiheft  ist
wieder  mit  einer  Reihe  von  hübschen  Bildern
ausgestattet.

 

Aus  fremden  Kolonien  und  Droduktionsgebieten.

Die  Lobitobahn  In  Dortuglesssch-Westafrika.

Über  die  Arbeiten  an  der  Lobitobahn  in  Portugiesisch-Westafrika
  berichtet  der  Deutsche  Konsul
in  San  Paulo  de  Loanda  unter  dem  27.  September
  d.  Is.,  wie  folgt:

Von  Benguella  36  km  närdlich  befindet  sich
die  Lobitobucht,  der  Ausgangspunkt  der  nach
den  Kupferminen  von  Katanga  im  Kongostaate
und  mit  Anschluß  an  die  Kap—  Kairo-Bahn  geplanten
  Eisenbahn.  Konzessionärin  ist  die  Benguella
  Railway-Company  in  London,  der  die
Minenrechte  auf  75  englische  Meilen  (120  km)
Breite  zu  beiden  Seiten  der  Bahn  von  der  Regierung
  übertragen  sind.  Gebaut  wird  die  Bahn

von  der  Unternehmerfirma  Griffith  &amp;amp;  Co.  in

 

London.  Die  Spurweite  beträgt  1,067  m
(Kapspur).

In  Betrieb  sind  36  km  bis  Benguella.  Für
diese  Strecke  beträgt  die  Fracht  3500  Reis  für
1000  kg,  der  Personenfahrpreis  in  der  ersten
Klasse  2000,  in  der  dritten  800  Reis  (1  Milreis
—  4,45  Mk.).  Die  zweite  Klasse  fehlt.  Von
Benguella  bis  km  95  verkehren  nur  Arbeitszüge.
Zwei  Stellen,  an  denen  Brücken  oder  hohe  Dämme
noch  nicht  fertig  sind,  werden  auf  provisorischen
Geleisen  umfahren.  Bis  km  150  sind  die  Schienen
mit  einzelnen  Unterbrechungen  vorgestreckt.  Die
Trace  ist  bis  km  700  festgelegt.  Die  Steigungen
betragen  im  allgemeinen  nicht  mehr  als  1½  v.H.
Hinter  Leugue  (km  50)  beginnt  die  Bahn  das
Hochland  zu  ersteigen,  zunächst

 

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auf  einer  etwa  2  km  langen
Zahnradstrecke  mit  Steigung
1:  16.  Beim  Zahnradbetriebe
beträgt  die  Belastungsfähigkeit
des  Zuges  auf  dieser  Strecke
130  t.  Vor  einigen  Tagen  ist
ein  schwerer  Arbeitszug,  der  mit
gewöhnlicher  Lokomotive  fuhr,
trotz  gut  wirkender  Bremsen
talwärts  gedrückt  worden  und
entgleist.  Oberhalb  der  Zahnradstrecke
  beträgt  einige  Kilometer
  weit  die  Steigung  1:  40.
Von  Benguella  aus  ist  86  km
weit  an  der  Bahnstrecke  kein
Wasser  erschlossen.  Da  Maschine
  und  Tender  zusammen
nur  etwa  150  hl  Wausser  fassen
und  dieses  je  nach  der  Steigung
auf  25  bis  50  km  verbrauchen,
sind  an  einigen  Stellen  dieser
Strecke  Wasserbehälter,  die  zugleich
  der  Versorgung  des  dort
stationierten  Eisenbahnpersonals
dienen,  angelegt.  Täglich  befördern
  die  Arbeitszüge  fünf
        <pb n="1337" />
        1220  20

große  Wasserwagen  mit  eisernem  oder  hölzernem
Behälter  von  etwa  250  bl  Fassungsraum.  Die
Linienführung  und  der  Bau  scheinen,  soweit  ich
beim  Bereisen  mit  Motordräsine  und  durch  Vergleich
mit  anderen  Bahnen  in  Ost=  und  Südafrika  und  in
Südamerika  als  Laie  beurteilen  kann,  sehr  gut  zu
sein.  Auf  möglichst  gerade  Linienführung  ist  Bedacht
  genommen.  Stellenweise  kommen  Kurven
von  100  m  Radius  vor.  Die  Züge  können  diese
nur  langsam  durchfahren.  Nach  Fertigstellung
der  ganzen  Strecke  will  man  ihnen,  wenn  schnellerer
Betrieb  es  erfordert,  einen  größeren  Radius  geben.
Die  Wagen  haben  teils  11,  teils  22  t  Tragfähigkeit.
  Sie  sowohl  wie  die  Lokomotiven  werden
von  englischen  Firmen  in  Leeds  und  Bristol  geliefert.
  Die  eisernen  Schwellen  kommen  aus
Belgien,  die  Schienen  aus  England,  Belgien  und
Deutschland  (Deutsche  Stahlwerke).  Die  Zahnradlokomotiven
  und  Zahnradschienen  werden  von
einer  deutschen  Firma  in  Eßlingen  geliefert.

Im  Jahre  1909  hofft  man  die  Bahn  bis
Bihe  in  Betrieb  zu  haben.  Vorläufig  fallen  die
Einnahmen  vom  Betrieb  der  Strecke  Lobito—
Benguella  der  Unternehmerfirma  zu.  Die  Betriebsbeamten
  und  Stationsvorsteher  stehen  im  Dienste
der  Firma  Griffith  &amp;amp;  Co.,  die  etwa  300  Weiße
und  600  Eingeborene  beschäftigt  und  3  Arzte
angestellt  hat.

Von  der  Firma  Griffith  &amp;amp;  Co.  sind  auch  die
Hafenanlagen  in  Lobito  hergestellt.  Ein  Holzpier
von  140  m  Länge  führt  vom  Strande  aus  in
einem  Bogen  in  die  Bucht  und  verläuft  ziemlich
parallel  zum  Ufer.  Sowohl  an  der  Außen=  wie
an  der  Innenseite,  in  dem  Raume  zwischen  Pier
und  Ufer  —  hier  hat  vor  einigen  Wochen  ein
Wörmann-Dampfer  von  2500  Reg.-Tons  seine
Ladung  gelöscht  —  können  große  Dampfer  bequem
anlegen.  Sie  löschen  direkt  in  die  Eisenbahnwagen,
  die  auf  dem  mit  zwei  Geleisen  versehenen
Pier  stehen.  Jeden  Monat  legt  ein  Wörmann-Dampfer

  und  ein  Union-Castle-Dampfer  mit
Fracht  für  die  Unternehmerfirma  hier  an.  Piergebühren
  werden  zur  Zeit  nicht  erhoben.  Die

Brücke  hat  sich  bisher  gut  bewährt  und  hat  vom
Bohrwurm  nicht  zu  leiden  gehabt.  Man  beabsichtigt,
  später  einen  Kai  zu  bauen.

Die  Bucht  ist  einer  der  vorzüglichsten  Naturhäfen,
  die  ich  an  der  afrikanischen  Ost=  und  Westküste
  und  an  der  südamerikanischen  Westküste
gesehen  habe.  Lage  und  Abmessungen  ergeben
sich  aus  der  beigefügten  Skizze,  die  von  den  Ingenieuren
  der  Firma  Griffith  herrührt  und  nach
Norden  orientiert  ist.  Die  Landzunge  ist  mit
Sand  und  stellenweise  mit  niedrigem  Gestrüpp
bedeckt.  In  14  Fuß  Tiefe  findet  sich  ein  Quarzriff
  als  Grundlage,  das  ganz  steil  abfällt  und
den  Schiffen  fast  unmittelbare  Annäherung  ge- 



tattet.  Das  Wasser  ist  bedeutend  ruhiger  als
elbst  in  Lüderitzböucht.  Wind  und  Strömung
ind  wie  an  der  südwestafrikanischen  Küste  vorherrschend
  Südwest.  Versandung  wird  nicht  befürchtet,
  da  die  Strömung  den  etwa  hineingeschwemmten
  Sand  selbst  mit  hinausführt.

 

Aussichten  der  Reisernte  in  Britisch-Indien  1907  08.

Das  erste  Memorandum  über  die  gesamte
Reisernte  Britisch-Indiens  für  die  Saison  1907/08
ist  unter  dem  24.  Oktober  d.  Is.  veröffentlicht
worden.  Die  in  diesem  Berichte  berücksichtigten
Provinzen  umfassen  ein  Arcal,  das  mehr  als
78  v.  H.  der  gesamten  in  Britisch-Indien  unter
Reiskultur  stehenden  Fläche,  wie  sie  aus  dem
Durchschnitte  der  fünf  mit  1905/06  abschließenden
  Jahre  berechnet  ist,  ausmacht.  Die  aus
Unterburma  gemeldete  Reisfläche,  die  Fläche  für
Sommerreis  in  Ostbengalen  und  Assam  und  die
Flächen  für  Sommer=  und  Herbstreis  in  Beugalen
  ergeben  insgesamt  eine  Zunahme  des  Reisanbaues
  gegen  das  Vorjahr  um  423  900  Aeres.
Dies  reicht  aber  noch  nicht  aus,  um  die  Abnahme
  aufzuwiegen,  die  beim  Reisanbau  in
Madras,  Ostbengalen  und  Assam  und  beim  Anbau
  von  Winterreis  in  Bengalen  hervortritt;
für  diese  Provinzen  ergibt  sich  ein  Rückgang  der
unter  Reiskultur  stehenden  Fläche  um  607  900
Acres.

Die  Oktoberschätzung  gibt  die  in  Beritisch-Indien
  mit  Reis  bestellte  Fläche,  verglichen  mit
den  beiden  Vorjahren,  folgendermaßen  an:

1907/08  1906/07  1905/06
Provinzen  Flächen  in  Acres
Bengalen  24  161  800  24  592  900  25  150  600
Ostbengalen
und  Assam  15  400  700  16  107  400  15  960  200
Madras  3  747  700  3  815  100  3  725  000
Unterburma  7271  000  6  973  700  6  713  400

 

Zusammen  50  881  200  51  489  100  51  549  200

Im  einzelnen  wird  aus  den  im  Memorandum
behandelten  Provinzen,  denen  ihr  prozentualer
Anteil  an  der  gesamten  in  Britisch-Indien  mit
Reis  bestellten  Fläche  in  Klammern  beigesetzt  ist,
folgendes  gemeldet:

Bengalen  (34,8  v.  H.).  Die  mit  Herbstreis
(Aus)  bestellte  Fläche  wird  zu  4  442  600  Acres
gemeldet  gegen  4  385  900  Acres  im  Vorjahre,
was  eine  Abnahme  um  1,3  v.  H.  ergibt.  Die
Witterungsverhältnisse  waren  zur  Pflanzzeit  im
großen  ganzen  günstig.  Im  Juni  und  Juli  war
dagegen  der  Regenfall  schlecht  verteilt.  Im
August  war  er  in  Orissa  und  Chota  Nagpur  sehr
stark,  und  die  Felder  auf  den  niedrig  gelegenen
        <pb n="1338" />
        W  1221  20

Ländereien  in  Cuttack  und  Balasore  wurden  durch
Überschwemmungen  beschädigt.  Etwas  Schaden
wurde  durch  Überflutungen  und  überreichlichen
Regen  auch  in  manchen  Teilen  Bihars  angerichtet.
  Der  durchschnittliche  Ertrag  wird  jetzt
auf  86  v.  H.  einer  Normalernte  geschätzt  gegen
70  v.  H.  im  Vorjahre.

Das  Areal  unter  Winterreis  (Aman),  welcher
die  Haupternte  bildet,  wird  auf  19  837  500  Acres
geschätzt  gegen  20  043  400  Acres  im  Vorjahre;
es  hat  um  1  v.  H.  abgenommen.  Der  Regenfall
  war  im  April  überreich,  im  Mai  und  in  der
ersten  Hälfte  Juni  aber  mangelhaft.  Der  Monsun
setzte  indes  in  der  zweiten  Junihälfte  mit  viel
Regen  ein,  aber  im  Juli  und  August  waren  die
Niederschläge  in  Südwest-Bengalen  und  Bihar
mangelhaft,  und  das  Umpflangen  wurde  in
mehreren  Bezirken  aufgehalten.  In  Orissa
wurde  dagegen  im  August  durch  überreiche  Regen
und  Überflutungen  erheblicher  Schaden  verursacht.
Auch  aus  manchen  Bezirken  Bengalens  und
Bihars  wurden  Beschädigungen  durch  Überflutungen
gemeldet.  In  Chota  Nagpur  sind  die  Witterungsverhältnisse
  günstig  verlaufen.  Der  durchschnittliche
  Ertrag  wird  gegenwärtig  auf  etwa  90  v.  H.
einer  Normalernte  geschätzt  gegen  78  v.  H.  im
Vorjahre.

Das  mit  Sommerreis  (Boro)  bestellte  Arcal
wurde  im  März  zu  181  700  Aeres  gemeldet
gegen  163  600  Acres  im  Vorjahre.

Ostbengalen  und  Assam  (23,1  v.  H.).  Die
mit  Herbstreis  bestellte  Fläche  wird  auf  3  525  800

Acres  angegeben  gegen  3  629  600  Acres  im
Vorjahre;  sie  läßt  somit  eine  Abnahme  von
3  v.  H.  erkennen.  Das  Wetter  war  zur  Aussaatzeit

  sehr  ermutigend,  aber  es  sind  in  diesem
Jahre  vielfach  Felder,  die  früher  dem  Reisanbau
dienten,  mit  Jute  bestellt  worden.  Obwohl  viel
Land  für  den  Anbau  von  Herbstreis  herangezogen
wurde,  das  im  Vorjahr  keinen  Herbstreis  trug,
so  reichte  es  doch  nicht  aus,  um  das  durch  den
Juteanbau  entzogene  Land  zu  ersetzen.  Die
Witterung  ist  im  großen  ganzen  günstiger  gewesen
als  gewöhnlich;  es  werden  aber  aus  manchen
Bezirken  Beschädigungen  durch  Überflutungen  und
Insekten  gemeldet.  Der  durchschnittliche  Ertrag
wird  auf  87  v.  H.  einer  Normalernte  geschätzt
gegen  69  v.  H.  im  Vorjahre.

Das  Areal  unter  Winterreis  wird  auf
11  593  600  Acres  geschätzt  gegen  12  248  300
Acres  im  Vorjahre,  woraus  sich  ein  Rückgang
um  5,3  v.  H.  ergibt.  Die  Witterungsverhältnisse
waren  bis  Mitte  Juli  aunsgezeichnet.  Dann
setzte  eine  Zeit  mit  knappem  Regenfall  ein  und
dauerte  bis  Ende  August.  Die  Vorbereitung  der
Felder  und  die  Verpflanzung  wurden  infolgedessen
aufgehalten,  und  die  bepflanzten  Felder  zeigten

 

nur  spärliches  Wachstum.  Am  Ende  des  Monats
August  waren  die  Aussichten  traurig.  Im  September
  traten  dann  in  der  Provinz  wieder  leichte
Niederschläge  ein,  und  die  Reispflanzer  benutzten
die  Gelegenheit,  um  möglichst  viel  Land  zu  bepflanzen.
  Das  Pflanzen  dauerte  so  am  Tage
der  Berichterstattung  (am  2.  Oktober)  noch  an,
aber  die  Zeit  wird  nicht  mehr  hinreichen,  um
eine  normale  Fläche  bepflanzen  zu  können.  Um
einen  mäßigen  Ertrag  zu  erhalten,  ist  im  Oktober
etwas  mehr  Regen  erforderlich  als  gewöhnlich.
Der  durchschnittliche  Ertrag  pro  Acre  wird  gegenwärtig
  auf  rund  81  v.  H.  einer  Normalernte
geschätzt.

Die  mit  Sommerreis  bestellte  Fläche  wurde
im  Mai  zu  281  300  Acres  gemeldet  gegen
229  500  Acres  im  Vorjahre,  sie  ist  also  um
22,6  v.  H.  größer  ausgefallen.  Starker  Regen
beschädigte  den  Reis  zur  Erntezeit;  der  durchschnittliche
  Ertrag  wird  auf  80  v.  H.  einer  Normalernte
  geschätzt  gegen  88  v.  H.  im  Vorjahre.

In  Madras  (10,6  v.  H.)  ist  die  in  den
Raiyatwaridörfern  mit  Reis  bestellte  Fläche  um
2  v.  H.  kleiner  ausgefallen  als  im  Vorjahre.
Von  den  Nichtraiyatwaridörfern  wird  eine  Anbaufläche
  von  219  900  Aeres  gemeldet,  sie  ist  also
um  79  v.  H.  größer  als  im  Vorjahre.  Die
Felder  stehen  im  allgemeinen  ziemlich  gut  bis
gut,  stellenweise  fehlt  es  aber  an  Regen.

In  Unterburma  (9,8  v.  H.)  ist  die  gesamte
mit  Reis  bebaute  Fläche  in  den  15  hauptsächlich
Reisbau  treibenden  Bezirken  um  297  300  Acres
oder  4,3  v.  H.  größer  ansgefallen  als  im  Vorjahre.
  Die  Regen  setzten  etwas  spät  ein,  waren
aber  reichlich  und  gut  verteilt.  Die  Arbeiten
waren  gut  vorgeschritten.  Der  Stand  der  Felder
war  allgemein  sehr  gut,  und  die  Aussichten  waren
äußerst  günstig.

Kussichten  der  Sesamernte  BritischIndiens  1907  08.

Das  zweite  Memorandum  über  die  Sesamernte
  Britisch-Indiens  für  die  Saison  1907/08
ist  unter  dem  24.  Oktober  d.  Is.  veröffentlicht
worden.  In  den  Provinzen,  auf  die  sich  dieser
Schätzungsbericht  bezieht,  beträgt  die  mit  Sesam
bestellte  Fläche  70  v.  H.  des  gesamten  in  Britisch-Indien
  unter  Sesamkultur  stehenden  Areals,  wie
es  aus  dem  Durchschnitte  der  fünf  mit  1905/06
abschließenden  Jahre  berechnet  ist.  Der  erste
Schätzungsbericht  über  die  Ernte  in  Hyderabad
wird  im  Jannar  k.  Is.  und  diejenigen  über  die
Ernten  in  Bengalen  sowie  in  Ostbengalen  und
Assam  werden  im  März  k.  Is.  eingehen.

Die  aus  den  Bereinigten  Provinzen,  den
Zentralprovinzen  und  Berar  sowie  ans  Madras
        <pb n="1339" />
        W  1222  20

gemeldeten  Anbauflächen  ergaben  Zunahmen  um
3,5  bzw.  4,6  und  7,6  v.  H.  Diesen  Anbausteigerungen
  stehen  aber  große  Einschränkungen
in  anderen  Provinzen  gegenüber,  und  zwar  in
Bombay  um  25,  in  Sind  um  17  v.  H.  und  in
Punjab  um  19  v.  H.  Die  Gesamtschätzung  für
alle  in  diesem  Memorandum  behandelten  Provinzen
  zeigt  einen  Rückgang  der  Sesamfläche  von
4  v.  H.

In  den  Vereinigten  Provinzen,  den  Zentralprovinzen
  und  den  näördlichen  Teilen  der  Präsidentschaft
  Bombay  sind  die  Sesamfelder  wegen
der  anhaltenden  Dürre  welk  geworden.  In
Madras,  Sind  und  den  südlichen  Teilen  der
Präsidentschaft  Bombay  ist  der  Saatenstand  ziemlich
  gut  bis  gut.  Auf  den  bewässerten  Feldern
des  Punjab  soll  der  Stand  der  Saaten  ziemlich
gut  bis  unter  dem  Durchschnitt,  auf  den  unbewässerten
  Feldern  aber  wegen  des  Ausbleibens
der  Niederschläge  schlecht  sein.

Die  Oktoberschätzung  gibt  für  die  einzelnen
Provinzen  folgende  Anbauflächen  an:

 

Provinzen  1907/08  1906/07  1905/06
Flächen  in  Acres

Vereinigte  Provinzen

  (reine

Saat)  320  000  309  200  278  200
Zentralprovinzen

  u.  Berar  847  600  810  600  792  800
Madras,  Raiyatwaridörfer



bis  Ende  Sept.  314  000  291  800  478  600
Bombay  mit

Eingeborenen-=staaten

  786  800  1  049  400  893  000
Punjab.  77  100  95  500  133  700
Sind  m.  Einge

borenenstaaten  16  600  55  900  84  400
Zusammen  2  392  100  2  612  400  2  660  700

Im  einzelnen  wird  aus  den  im  Memorandum
behandelten  Provinzen,  denen  ihr  prozentnaler
Anteil  an  der  gesamten  in  Britisch-Indien  unter
Sesamkultur  stehenden  Fläche  in  Klammern  beigefügt
  ist,  folgendes  gemeldet:

In  den  Vereinigten  Provinzen  (20  v.  H.)
haben  die  mit  reiner  Sesamsaat  bestellten  Felder
gegen  das  Vorjahr  an  Umfang  etwas  zugenommen;
  über  die  Größe  der  Mischsaaten,  die
gewöhnlich  mehr  als  zwei  Drittel  der  gesamten
Sesamfläche  der  Provinz  einnehmen,  liegen  noch
keine  Schätzungen  vor.  Der  Regenfall  war  im
August  günstig,  und  es  wurde  mehr  Sesam  ausgesät
  als  im  Vorjahre.  Da  die  Regen  aber  seit
Ende  August  ausgeblieben  sind,  so  verwelken  jetzt
die  Saaten,  und  der  Schlußbericht  wird  wahrscheinlich
  für  die  Sesamkultur  eine  kleinere  Fläche

 

bringen.  Der  Ertrag  wird  gegenwärtig  in
Bundelkhand,  auf  welches  mehr  als  drei  Viertel
der  gesamten  Sesamfläche  der  Provinz  entfallen,
auf  25  v.  H.  und  in  den  übrigen  Teilen  der
Provinz  auf  50  v.  H.  einer  Normalernte  geschätzt.
Diese  Schätzung  wird  sich  aber  späterhin  noch
ermäßigen,  da  die  Wirkungen  der  Dürre  bisher
noch  nicht  ganz  übersehen  werden  können.

Die  Zentralprovinzen  und  Berar  (18,5
v.  H.)  haben  ihre  Anbaufläche  gegen  das  Vorjahr
  um  4,6  v.  H.  gesteigert.  Auf  die  Zentralprovinzen
  entfallen  755  800  Acres  und  aus  Berar
91  800  Acres.  Die  guten  Erträge  und  günstigen
Preise  des  Vorjahrs  sowie  die  günstigen  Witterungsverhältnisse
  während  der  Zeit  der  Aussaat
haben  die  Pflanzer  veranlaßt,  den  Sesamanbau
zu  erweitern.  Im  August  waren  die  Ernteaussichten
  als  befriedigend  gemeldet  worden.
Seitdem  sind  aber  die  Witterungsverhältnisse
nicht  mehr  günstig  gewesen.  Im  August  war
der  Regenfall  stark  und  andauernd  gewesen,  so
daß  die  frühen  Saaten  einen  erheblichen  Schaden
erlitten.  In  der  Mitte  des  Monats  hörte  dann
der  Regen  plötzlich  auf,  und  in  verschiedenen
Bezirken  verwelkten  die  Saaten.  Gegenwärtig
sinken  die  Ernteaussichten  wegen  des  Mangels
au  hinreichender  Feuchtigkeit,  ein  guter  Regenschauer
  könnte  aber  die  Aussichten  sehr  bessern.
Der  Stand  der  Spätsaat  ist  bis  auf  zwei  Bezirke
enttäuschend.  Die  Berichte  aus  diesen  beiden
Bezirken  melden  einen  Ertrag  von  88  v.  H.  einer
Normalernte  in  den  Zentralprovinzen  und  65  v.  H.
einer  Durchschnittsernte  in  Berar.  Sollte  die
Dürre  anhalten,  so  dürfte  sich  der  Ertrag  sicherlich
  verringern.

In  Madras  (17,2  v.  H.)  hat  die  Sesamkultur
  in  den  Raiyatwaridörfern  gegen  das  Vorjahr
  um  etwa  8  v.  H.  zugenommen,  gegen  den
fünfjährigen  Durchschnitt  aber  um  28  v.  H.  abgenommen.
  Die  Nicht-Raiyatwaridörfer  haben
ihre  Anbaufläche  auf  25  500  Aeres  erhöht  und
damit  eine  Fläche  erreicht,  die  doppelt  so  groß
ist  als  die  vorjährige.  Der  Stand  der  Saat
wird  als  ziemlich  gut  und  gut  gemeldet.

In  der  Präsidentschaft  Bombay  (8  v.  H.)
haben  die  britischen  Gebietsteile  den  Sesamanban
(293  400  Acres)  im  Vergleiche  mit  dem  Vorjahre
  um  35,4  v.  H.  eingeschränkt,  während  er
in  den  Eingeborenenstaaten  und  Baroda  bis  auf
493  400  Acres  herabgesunken  ist  und  damit  um
17  v.  H.  abgenommen  hat.  Der  Rückgang  wird
dem  späten  Einsetzen  des  Monsuns,  dem  unaufhörlichen
  Regen  im  Gujerat  und  in  Norddekkan
und  dem  ungenügenden  Regen  zur  Saatzeit  in
anderen  Gegenden  zugeschrieben.  Die  Saat  verwelkt
  jetzt  in  den  meisten  Teilen  von  Gujerat
und  Norddekkan  und  wird  voraus,sichtlich  nur
        <pb n="1340" />
        G  1223  20

einen  spärlichen  Ertrag  bringen.  In  Süddekkan
und  Karnatak,  wo  die  jüngsten  Regen  die  Saaten
gebessert  haben,  stehen  die  Sesamfelder  ziemlich
gut.  In  Konkan  und  West-Karnatak  wird  der
Saatenstand  als  gut  gemeldet.

Im  Punjab  (4  v.  H.)  haben  die  Sesamfelder
  ihrer  Größe  nach  gegen  das  Vorjahr  um
19,3  v.  H.  abgenommen.  Der  Stand  der  bewässerten
  Felder  ist  ziemlich  gut  bis  unter  dem
Durchschnittt:  auf  den  unbewässerten  Feldern
stehen  die  Saaten  schlecht,  und  man  erwartet
von  ihnen  wegen  des  Ausbleibens  der  Niederschläge
  nur  einen  geringen  Ertrag.

In  Sind  (2  v.  H.)  ist  die  mit  Sesam  bestellte
  Flüche  um  etwa  17  v.  H.  kleiner  als  im
Vorjahre.  Der  Rückgang  wird  dem  niedrigen
Wasserstande  zugeschrieben.  Der  Stand  der
Saaten  war  bisher  ziemlich  gut.

Aussichten  der  Suckerrohrernte
1907/08.

Britisch--Indiens

Das  zweite  Memorandum  über  die  Zuckerrohrernte
  Britisch-Indiens  während  der  Saison
1907/08  ist  unter  dem  17.  Oktober  d.  Is.  veröffentlicht
  worden.  Die  in  diesem  Schätzungsberichte
  berücksichtigten  Provinzen  umfassen  96,2
v.  H.  von  der  gesamten  in  Britisch-Indien  unter
Zuckerrohrkultur  gehaltenen  Fläche,  wie  sie  auf
Grund  von  Durchschnittsberechnungen  aus  den
fünf  mit  1905/06  abschließenden  Jahren  ermittelt
  ist.  Bei  den  Vereinigten  Provinzen,
Bengalen,  Ostbengalen  und  Assam  sowie  bei  der
nordwestlichen  Grenzprovinz  haben  sich  gegen  die
Schätzungen  im  August,  Veränderungen  nicht
ergeben.  Nur  im  Punjab  hat  sich  eine  leichte
Zunahme  im  Anban  bemerkbar  gemacht.  Die
gesamte  Zuckerrohrfläche  wird  auf  2  439  500  Aeres
geschätzt  gegen  eine  auf  2  327  000  Aecres  richtig
gestellte  Anbaufläche  zu  der  entsprechenden  Zeit
im  Vorjahre,  woraus  sich  eine  Zunahme  um
4,8  v.  H.  ergibt.  Die  Aussichten  der  Ernte
haben  sich  wegen  der  anhaltenden  Dürre  in  den
Vereinigten  Provinzen  und  im  Punjab  erheblich
verschlechtert.  In  den  ersteren  sind  die  Zuckerrohrpflanzen
  im  Wachstum  verkümmert,  und  im
letzteren  wird  das  auf  den  unbewässerten  Feldern
angebaute  Zuckerrohr  stellenweise  als  Futter  verwendet.
  In  anderen  Provinzen  sind  die  Aussichten
  gut,  in  einigen  Gegenden  von  Madras
fehlt  es  aber  an  Regen.

Nach  der  Oktoberschätzung  stellt  sich  die  gesamte
mit  Zuckerrohr  bebaute  Fläche  im  Vergleich  mit
den  beiden  Vorjahren,  wie  folgt:

 

1907/08  1906/07  1905/06

Provinzen  Flächen  in  Aecres
Vereinigte  Provinzen

  1  450  000  1  360  000  1229  000
Bengalen  431  700  424  500  420  600
Punjab  .  303  100  277  700  172  800
Ostbengalen  u.

Assam  186  600  193  300  224  800
Madras  .  39  400  43  800  52  100
Nordwestliche
Grenzprovinz  28  700  28  600  25  600

 

zusammen  2  439  500  2  327  900  2  124  900

Im  einzelnen  enthalten  die  Berichte  aus  den
Provinzen  über  die  Größe  und  den  Stand
der  Zuckerrohrfelder  noch  folgende  Angaben,
wobei  den  Namen  der  Provinzen  der  Prozentsatz,
  mit  dem  sie  an  der  gesamten  Anbaufläche  von
Zuckerrohr  in  Britisch-Indien  beteiligt  sind,  in
Klammern  beigesetzt  ist:

In  den  Vereinigten  Provinzen  (50,2  v.  H.)
ist  gegen  die  Augustschätzung  keine  Veränderung
eingetreten.  Der  Regen  setzte  gegen  Ende  Juli
ein  und  dauerte  bis  zur  letzten  Augustwoche  an,
um  alsdann  völlig  aufzuhören.  Der  Monat
September  fiel  so  ganz  regenlos  aus  mit  trockenen
westlichen  Winden.  Die  Zuckerrohrfelder,  die  bis
Ende  August  eine  außerordentlich  gute  Ernte  versprachen,
  verschlechterten  sich  von  da  ab  erheblich,
da  die  Pflanzen  verkümmerten  und  der  Saftgehalt
zurückging.  Der  Ertrag  wird  jetzt  auf  65  bis
75  v.  H.  einer  Normalernte  und  die  Ausbeute
pro  Acre  auf  drei  Viertel  der  vorjährigen  geschätzt.
  Da  die  Wirkungen  der  Dürre  noch  nicht
völlig  bekannt  sind,  so  werden  diese  Schätzungen
noch  der  Kontrolle  bedürfen.

Aus  Bengalen  (18,9  v.  H.)  sowie  aus  Ostbengalen
  und  Assam  (10,7  v.  H.)  sind  die  Oktoberberichte
  noch  nicht  eingegangen;  es  sind
daher  für  diese  beiden  Provinzen  die  Augustschätzungen
  eingestellt  worden.

Im  Punjab  (12,6  v.  H.)  hat  der  Zuckerrohranbau
  um  25  400  Acres  oder  um  9  v.  H.
zugenommen.  Der  Stand  der  bewässerten  Felder
war  im  großen  ganzen  ziemlich  gut;  in  der
Gegend  von  Delhi  haben  indes  trockene  Winde
Schaden  angerichtet.  Die  unbewässerten  Felder
standen  schlecht;  ihr  Zuckerrohr  wurde  in  manchen
Gegenden  als  Futter  verwendet.  Im  großen
ganzen  sind  die  Ernteaussichten  nur  mäßig.

In  Madras  (2,7  v.  H.)  hat  die  in  den
Raiyatwaridörfern  mit  Zuckerrohr  bebaute  Fläche
um  10  v.  H.  gegen  das  Vorjahr  abgenommen.
Diese  Einschränkung  wird  im  Godaveribezirk  dem
Vorherrschen  der  Pest  und  im  Trichinopolybezirk
dem  Mangel  an  rechtzeitigem  Regen  zugeschrieben.
Im  allgemeinen  wird  der  Stand  der  Felder  als
        <pb n="1341" />
        W  1224  20

ziemlich  gut  bis  gut  gemeldet,  in  manchen  Gegenden
  mangelt  es  jedoch  an  Regen.  In  den
Nicht-Raiyatwaridörfern  soll  die  mit  Zuckerrohr
bestellte  Fläche  1400  Acres  betragen.

In  der  nordwestlichen  Grenzprovinz  (1  v.  H.)
sind  die  Ernteaussichten  bis  dahin  gut,  und  man
erwartet  einen  durchschnittlichen  Ertrag.

Der  Rautschukmarkt  in  Colombo.

Der  Kautschukmarkt  in  Colombo  hat  eine
langsam  rückwärtsgehende  Tendenz  befolgt,  und
die  heute  bezahlten  Preise  sind  für  feinen  Biskuit
Rubber  3,20  bis  3,40  Rs.,  Scrap  Rubber  2,10
bis  2,60  Rs.

Die  Erzeugung  ist  beträchtlich  gewachsen.
Sie  zeigt  am  14.  Oktober  eine  Zunahme  von
115  900  lbs.  gegen  die  gleiche  Zeit  im  vorhergehenden
  Jahr.

Die  Ausfuhrzahlen  für  die  Zeit  vom  1.  Januar
  bis  14.  Oktober  der  Jahre  1906  und  1907
vergleichen  sich,  wie  folgt:

Nach  1907  1906
Englannd  234  104  lbs.  188  018  lbs.
Deutschland  14  675  4  9  666  =
Amerita  113  314  50  877
Australien  .  .  .  ..  6  438  3519.

(Bericht  des  Keiterl-  Generallonsulats  in  Calcutta
2.  November  1907.

Der  Kaoakuüomarkt  in  Colombo.

Das  Angebot  von  Kakao  war  in  Colombo  in
den  letzten  Monaten  sehr  klein  und  genügte  bei
weitem  nicht,  um  die  äußerst  rege  Nachfrage  zu
befriedigen.  Die  Qualitäten  der  gehandelten
Sorten  waren  in  der  Hauptsache  „mittel“  und
„gering“.  Die  Preise  sind  seit  Juli  letzten  Jahres
bedeutend  gestiegen  und  haben  jetzt  eine  noch  nie
gekannte  Höhe  erreicht.  Man  bezahlt  heute  für
guten  unsortierten  Pflanzungskakao  bis  75  Rs.,
und  für  Eingeborenen-Kakao  wurden  Preise  bis
zu  72  Rs.  angelegt.  Man  hofft  hier  allgemein
auf  hohe  Preise  für  den  kommenden  Winter.

Die  neue  Ernte  hat  vor  kurzer  Zeit  begonnen,
und  einige  kleinere  Partien  sind  bereits  an  den
Markt  gebracht  worden.  Die  Zufuhren  sind  jedoch
noch  sehr  spärlich,  und  die  Qualität  läßt  infolge
der  ungünstigen  Witterung  viel  zu  wünschen  übrig.
Über  die  voraussichtliche  Größe  der  Ernte  läßt
sich  noch  nichts  Bestimmtes  sagen;  die  Berichte
hierüber  widersprechen  einander.  Jedoch  scheint
soviel  festzustehen,  daß  die  Ernte  nicht  so  reichlich
ausfallen  wird,  wie  allgemein  angenommen  wurde.
In  den  einzelnen  Distrikten  wird  der  voraussichtliche
  Ausfall  mit  30  bis  60  v.  H.  angegeben.

 

Die  Ausfuhrzahlen  für  die  Zeit  vom  1.  Jannar
bis  zum  14.  Oktober  der  Jahre  1906  und  1907
vergleichen  sich,  wie  folgt:

Nach  1907  1906
England  46  563  ewts.  31  433  ewts.
Deutschland  7  301  =  1777  =
Holland  2360  350
Frankreich  2  812  1  611
Amerika  2  059  =  400  —-Australien
  1  619.  1918
China  1  310  1  101  „

(Bericht  des  Kaiserl.  Guwigltelce  in  Calcmia
vom  2.  November  1907.

Der  kKakacanbau  an  der  Goldhüste.

Der  Kakaoanbau  hat  im  Jahre  190é6  in  der
britischen  Kolonie  Goldküste  einen  außerordentlichen
  Aufschwung  genommen.  Der  günstige
Regenfall  in  den  östlichen  Gegenden  der  Kolonie
brachte  eine  gute  Ernte  mit  sich;  außerdem  sind
in  diesem  Jahre  viele  Plantagen  tragreif  geworden.
Die  Preise  sind  am  Ende  des  Jahres  wegen  der
Knappheit  der  Lieferungen  aus  den  Kakao  produzierenden
  Ländern  auf  den  Märkten  in  Liverpool
  und  Hamburg  sehr  hoch  gewesen,  sie  stiegen
in  Liverpool  um  60  bis  70  v.  H.  In  der
Kolonie  sind  die  Preise  um  etwa  50  v.  H.  gestiegen.
  Man  kann  indes  nicht  behaupten,  daß
mit  den  höheren  Preisen  auch  die  Qnalität  des
Kakaos  der  Eingeborenen  sich  gebessert  hat.  Der
Menge  nach  ist  die  Kakaoausfuhr  aus  der  Kolonie
Goldküste  von  11  407  608  Pfund  im  Jahre  1905
auf  20  104  504  Pfund  im  Jahre  1906  gestiegen;
sie  hat  seit  dem  Jahre  1894  folgende  Entwicklung
genommen:

Jahr  Menge  Wert
lb  #

1894  20  312  547
1895  28  906  471
1896  86  754  2276
1897.  156  672  3  196
1898  414  201  9  616
1899  714  929  16  064
1900  1  200  794  27280
1901.  2195  571  42  837
1902.  5  367  405  94  944
1903  5  104  761  86  250
1904  11  451  458  200  025
1905  11  407  608  186  809
1906  20  104  504  336  269.

Auch  für  das  Jahr  1907  erwartet  man  eine
starke  Zunahme  der  Kakaoansfuhr.  Die  mit
Kakaobäumen  bepflanzte  Fläche  hat  sich  sehr  vergrößert,
  besonders  in  Aschanti,  wo  der  Direktor
für  Landwirtschaft  auf  seiner  jüngsten  Reise
        <pb n="1342" />
        1225  20

Hunderte  von  jungen  Kakaopflanzungen  und
Tausende  von  Sämlingen,  die  für  die  Verpflanzung
  reif  waren,  in  vielen  Dörfern  wahrgenommen
  hat.

(Nach  dem  Berichte  des  Genverneurs  der  Goldküste

Der  Rotanghandel  in  Singapore.

Rotang  (calamus  rotan)  ist  eine  Schlingpflanze,
  die  in  großen  Mengen  in  den  Urwäldern
Borneos,  Sumatras  und  Celebes'  vorkommt.
Auch  in  den  Malayenstaaten  und  den  Philippinen
wird  Rotang  gewonnen.  In  neuester  Zeit  hat
man  auf  einigen  Gummiplantagen  an  der  Ostküste
  Borneos  sowie  in  den  Lampongdistrikten
auf  Südsumatra  auf  solchem  Grund,  der  sich  für
den  Gummibaum  nicht  eignete,  Versuche  mit  Rotangkulturen
  gemacht.  Das  Ergebnis  ist  noch
nicht  bekannt.

Die  Gewinnung  des  Notangs  ist  für  die  Eingeborenen,
  die  sich  mit  dem  Schneiden  befassen,
eine  ziemlich  mühsame  Arbeit.  Die  Leute  müssen
häufig  tagelange  Märsche  in  den  Urwald  machen,
bis  sie  an  Plätze,  wo  Rotang  wächst,  gelangen.
Das  Schneiden  wird  durch  die  langen  zahlreichen
Stacheln,  die  auf  der  schilfartigen  Schale  der
Rotangpalme  wachsen,  erschwert.  Diese  Schale
wird  von  dem  eigentlichen  Rohr  durch  Abschneiden
und  Klopfen  entfernt.  Der  Eingeborene  muß
seine  schwere  Bürde  bis  zum  nächsten  Händler,
meist  einem  Chinesen,  schleppen.  Dort  erhält
er  für  seine  Ware  meistens  einen  geringen  Preis.
Häufig  bildet  der  Rotang  die  Bezahlung  seiner
von  dem  Chinesen  genommenen  Barvorschüsse
oder  die  Bezahlung  für  entnommene  Waren.
Der  Händler  schafft  den  Rotang,  sobald  er  eine
genügende  Quantität  beisammen  hat,  an  den
nächsten  Hafenplatz,  von  wo  die  Ware  nach  den
Rotangmärkten  verschifft  wird.

Singapore  ist  der  bedeutendste  Rotangmarkt;
dann  folgen  Makassar  und  seit  kurzem  Batavia,
letzteres  jedoch  mit  nur  kleinen  Mengen.

Das  beste  Rohr  kommt  von  Ostborneo,  und
zwar  hauptsächlich  von  Koetai.  In  Celebes
werden  nur  geringe  Qualitäten  gewonnen.

Man  unterscheidet  zwei  Sorten  Rotang,
Glanzrohr  und  rattan  ayer  (malayische  Bezeichnung),
  letzteres  eine  harzige  Sorte,  die  in  der
Fabrikation  unter  dem  Namen  schmieriges  Rohr
geht.  Das  Rohr  wird  hier  sortiert  und  gewaschen.


In  früheren  Jahren  spalteten  die  Korbmacher
  und  Stuhlflechter  das  Rohr  und  benutzten
für  ihre  Zwecke  nur  die  äußere  Schale,  das  sogenannte
  Flechtrohr,  während  sie  den  inneren

 

Kern,  das  Peddigrohr,  wegwarfen.  Das  Verdienst
  der  ersten  rationellen  Bearbeitung  des
Rotangs  gebührt  dem  Hamburger  Kaufmann
Heinrich  Meyer,  der  in  den  zwanziger  Jahren
des  vorigen  Jahrhunderts  eine  Nohrstuhlfabrik
einrichtete.  Er  ist  der  Gründer  der  Harburger
Fabrik  H.  C.  Meyer  ir.  geworden.  Dann  folgte
die  H  b  fer  Stuhlrohrfabrik  in  Bergedorf,
  cchließlich  Menc,  Schulze  u.  Co.  in  Bremen
und  eine  Anzahl  Fabriken  von  kleinerem  Umfang.
  In  den  letzten  Jahren  sind  in  den  Vereinigten
  Staaten  von  Amerika  gleichfalls  große
Fabriken  entstanden,  von  denen  die  America
Chaircane  Co.,  New  York  und  die  Vereinigten
Fabriken  von  Wokefield  und  Haywood  Brothers
in  Boston  die  bedeutendsten  sind.

In  diesen  Fabriken  wird  das  Flechtrohr  auf
maschinellem  Wege  von  dem  Peddigrohr  abgetrennt,
  außerdem  auch  auf  chemischem  Wege
die  Farbe  des  Rohrs  verbessert.  Fast  alle  haben
besondere  Verfahren,  die  geheim  gehalten  werden.

Die  führende  Stelle,  die  Deutschland  als  Begründerin
  der  rationellen  Rotangbearbeitung  eingenommen
  hat,  hat  es  im  Laufe  der  Jahre  auch
als  Haupteinfuhrland  behalten.  In  Deutschland
selbst  wird  nur  ein  verhältuismäßig  geringer  Teil
des  fabrizierten  Stuhlrohrs  verarbeitet,  der
größte  Teil  geht  nach  Osterreich,  wo  er  zur  Herstellung
  der  bekannten  Wiener  Stühle  Verwendung
findet.  Die  billigen  Arbeitslöhne  in  Österreich
gestatten  keinem  anderen  Lande,  erfolgreich  dagegen
  aufzukommen.  Das  Peddigrohr  hat  die
Korbweiden  wegen  der  größeren  Elastizität  und
Ausdauer  fast  völlig  verdrängt.  Rußland  kauft
von  Deutschland  bedeutende  Quantitäten  Peitschenrohr,
  d.  i.  dickes,  langes,  ungebogenes  Rohr,  das
unter  dem  Namen  Sarawakrohr  hier  gehandelt
wird.  Nach  Deutschland  gehen  sowohl  Glanzrohr
  wie  schmierige  Sorten.

An  zweiter  Stelle  stehen  die  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  als  Abnehmer  der  besten
Rohre.

Dann  folgt  England,  das  nur  Käufer  für
geringe  Sorten  ist.  Fabriken  wie  in  Deutschland
und  Amerika  gibt  es  dort  nicht.  Es  besteht  nur
eine  Korbindustrie  für  billige  Korbwaren,  hauptsächlich
  Kohlenkörbe.

Frankreich  verarbeitet  neben  schmierigem  auch
Glanzrohr.  Das  Rohr  wird  dort  in  der  Hausindustrie
  verarbeitet.  Der  Rotang  wird  nach  der
alten  primitiven  Methode  gespalten,  wodurch  das
Peddigrohr  verloren  geht.

Von  europäischen  Staaten  sind  außerdem  nur
noch  Holland,  Italien  und  Belgien  in  kleinem
Maßstabe  Käufer.

In  Singapore  selbst  ist  der  Rotangverbrauch
ziemlich  unbedeutend.  Es  besteht  Nachfrage  nach
        <pb n="1343" />
        W  1226  2O0

Möbeln  und  Emballagekörben.  Hauptsächlich
wird  minderwertige  Ware  verarbeitet.  Die
Chinesen  haben  ein  eigenartiges  Verfahren,  um
das  Flechtrohr  von  dem  Peddigrohr  abzuschälen.
Sie  benutzen  zu  diesem  Zwecke  Stahlplatten,  in
welche  Löcher  von  verschiedener  Größe  geschlagen
sind,  deren  Ränder  geschärft  werden.  Durch  das
der  Größe  des  jeweiligen  Rohrs  entsprechende
Loch  wird  der  Rotang  mit  den  Händen  hindurchgezogen,
  so  daß  das  Flechtrohr  abgeschält  wird.

Große  Mengen  Rohrs  geringer  Qualität
gehen  nach  China  und  nach  Indien.  Auch  Australien
  ist  als  Känfer  am  Markte.

Die  amtlichen  Ein=  und  Ausfuhrzahlen  der
hiesigen  Statistik  sind  in  folgender  Tabelle  zusammengestellt:


Statistik  für  1906.

 

 

 

Import:  (ungefähr)
d2  8
Holländisch-Borneo.  107  118,05  1957  061
Sumatra.  .  96  770,84  1  080  861
Celebes  19  950,00  183  770
Javra  1  679,17  17  829
Niederländ.  Archipel
und  atchinesische
Häfen  .  4  632,14  50  936
Sarawak.  15  885,71  241  045
Britisch=  Nordborneo  9  4232,14  167  149
Labnan  ...  4  505,36  33  112
Straits  Settlemens
und  Federated
Malay  States  25  894,64  250  952
Hongkong,  Philippinen,
  Sulu-Inseln,
  Siam  usw.  1  209,85  19  040
zusammen  287  079,00  4  001  755
Export:  (ungefähr)
a2  8
Deutschland  75  739,28  1  325  124
Vereinigte  Staaten
von  Amerika  50  883,94  1  344  400
England  23  586,31  274  645
Frankreich  17  652,98  391  108
Holland.  4214,88  47  159
Italien  3  098,81  34  637
Belgien  2204,76  27  167
Indien  17  335,72  180  996
China  14  905,35  225  636
Hongkong  42  966,07  524  188
Australien  5  857,73  63  841
Rest  ist  in  kleineren
Quantitäten  auf
verschiedene  Länder
  verteilt  7970.55  118749
zusammen.  266  416,37  4557  650

 

Der  weitaus  größte  Teil  des  ausgeführten
Rotangs  wurde  von  Singapore  aus  verschifft;
auf  die  Häfen  Penang  und  Malakka  entfiel  nur
ein  kleiner  Bruchteil.

Der  Rotangexport  von  Singapore  ist  seit  dem
Jahre  1900  zurückgegangen.  1900  wurden
374  342  dz  zum  Werte  von  6  882  954  S  verschifft.
  Im  Jahre  1906  waren  es  nur  noch
266  416  dz  im  Werte  von  4  557  650  58.

Der  Grund  liegt  in  den  erfolgreichen  Versuchen
  der  Holländer,  dies  hauptsächlich  in  ihren
Kolonien  gewonnene  Produkt  direkt  unter  Umgehung
  von  Singapore  zu  verschiffen.  Zustatten
kam  ihnen  dabei  die  bekannte  hiesige  Schiffskonferenz,
  ein  Ring  sämtlicher  größerer  Reedereien
ohne  Unterschied  der  Flagge,  vom  Jahre  1897.
Im  Jahre  1896  standen  in  Singapore  die
Frachten  für  Rotang  nach  europäischen  Häfen
für  3½  dz  auf  5  sh.  Dann  schnellten  sie  infolge
  der  Konferenz  auf  20  sh  und  erreichten
mit  40  sh  1899  den  höchsten  Stand.  Seitdem
haben  sie  sich  um  30  sh  herum  gehalten  und
notieren  heute  27,6  sh.  Die  Verschiffung  von
Makassar  ist  jetzt  etwas  billiger  als  von  hier  aus.
Trotzdem  wird  Singapore  noch  für  lange  Zeit
der  Hauptmarkt  für  Rotang  bleiben,  da  das  wenig
entwickelte  Sumatra  und  Borneo,  die  Produzenten
  der  besseren  Sorten,  wirtschaftlich  noch
nicht  soweit  entwickelt  sind,  um  Singapore  als
Verschiffungshafen  übergehen  zu  können.

Die  Preise  des  Rotangs  schwanken  je  nach
Qualität  —  es  gibt  30  bis  40  verschiedene
Sorten  —  von  3  3  bis  zu  30  3  pro  Pikul.
Das  Einkaufen  erfordert  eine  große  Sachkenntnis,
weshalb  die  größeren  Fabriken  besondere  Einkäufer
  hier  und  teilweise  auch  in  Makassar  halten.

Rotang  ist  kein  Spekulationsartikel,  wie  z.  B.
Zucker,  Kopra  und  Pfeffer,  so  daß  große  und
plötzliche  Preisschwankungen  also  nicht  eintreten.
Die  Lage  des  Geschäfts  in  dem  Artikel  ist  zur  Zeit
als  gesund  zu  bezeichnen.  Rotang  wird  auf  unabsehbare
  Zeit  in  genügenden  Mengen  zu  normalen
  Preisen  zu  beschaffen  sein.

(Bericht  des  Kais.  Generalkonsuls  in  Singapore  vom
28.  August  d.  Is.)

Entwichlung  der  Baumwolsspinnerelen  im  Amtsbe
  Ark  des  Kalserlichen  Konsulats  Rtlanta  1906/07.

Die  Baumwollenindustriellen  in  den  Südstaaten
wirken  unausgesetzt  dafür,  daß  in  diesem  Teil  der
Union  mehr  Spinnereien  zur  Verarbeitung  des
in  unmittelbarer  Nähe  gewonnenen  Stapels  errichtet
  werden.  Wie  die  nachstehenden  Ziffern
ergeben,  ist  eine  große  Anzahl  neuer  Webstühle
aufgestellt  worden,  ebenso  werden  neue  Spinnereien
        <pb n="1344" />
        W  1227  20

erbaut.  Die  Zahl  der  Spindeln  wird  überall
erhöht,  auch  ist  in  den  meisten  Staaten  des  Amtsbezirks
  im  Jahre  1906/07  ein  größerer  Prozentsatz
  Baumwolle  als  im  Vorjahre  an  Ort  und
Stelle  verarbeitet  worden.  Im  Staate  Nord-Karolina
  hat  der  Verbrauch  von  Rohbaumwolle
die  Produktion  des  Staates  sogar  überstiegen.
Dabei  ist  eine  ganze  Reihe  von  Spinnereien  wegen
Mangels  an  Arbeitskräften  nicht  in  vollem  Betriebe
  gewesen.

 

 

Baumwollenspinnereien  1906/07.
.  .  Gesanu-  In  Betrieb  Nicht  in  Im  Bau
Spinnereien  anzahl  alte  neue  Betrieb  begriffen
Nord-Karolina  307  288  2  1  16
Süd-Karolina  179  174  1  —  4
Georgig  151  141  —  2  8
Alabama.  P7y0  67  1  1  1
Tennessee.  .  28  24  1  3  —
Zusammen  735  694  5  7  29
905/06  712  667  4  10  31.
„Neu  u.  noch
.  Gesamt-  In  Nicht  in
Webstühle  anzahl  Betrieb  Betrieb  ucht  in
Süd-Karolina  91  443  89541  —  1902
Nord-Karolina  55  574  52  032  40  3502
Georgia  34  508  33  050  112  1346
Alabama  17390  17  024  —.
Tennessee.  4610  4  126  484  —
Zusammen  203  525  195773  636  7116
1905/06  195  810  188  450  943  6417
.  Neu  u.  noch
—  Gesamt-  In  Betrieb  Nicht  in  .
Sbindeln  anzahl  alte  neue  Betrieb  icht  e
Süd-Karol.  3  733  265  3  614  817  10  210  —  108  208

Nord--  =  3000  370  2  670  560  7  540  1.600  320  670
Georgig  1  795  760  1  661  360  —  8  500  125  900
Alabama  959  710  881  882  6000  3500  68328
Tennessee  278  448  248  048  5  000  14  400  11.000

 

Juscemmen  9  767  553  9  076  667  28  780  28  000  634  106
5°06  8  925  725  8  368  410  17  564  41  804  497948
Menge  der  verbrauchten  Baumwolle
in  Ballen.
Gesamtproduktion
des  Staates

Verbraucht  in
den  Spinnereien

1906/07  1905/06  1906/07  1905/060
Nord-Karolina  663  000  734  000  133  608  694  405
Süd-Karolina  957  000  1  175  000  666  697  666  715
Georgia  .1  695  000  1  900  0O00  532  169  514  673
Alabama  1289  000  1  389  000  239  001  239  885
Tennessee  363  000  647  000  61  276  58  102

 

Zusammen  5  467.000  6  845  000  2232  841  2  174  080
Dem  vorstehenden  Berichte  ist  der  Jahresbericht
  des  Sekretärs  der  Baumwollenbörse  in
New-Orleans,  Heury  G.  Hester,  zugrunde  gelegt.
(Nach  einem  Berichte  des  Kaiserl.  Konsulats
in  Atlanta.)

 

Goldproduktion  Westaustrallens  im  ersten
HPalbsahr  1907.

Die  Goldproduktion  Westaustraliens  gestaltete
sich  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1907,  verglichen
  mit  dem  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres,
  wie  folgt:

Es  wurden  ausgeführt  im  ganzen  232  476,30
Unzen,  an  die  Münze  abgeliefert  605.779,71
Unzen,  so  daß  die  Gesamtproduktion  sich  auf
838  256,01  Unzen  stellte  im  erte  von
3  560  685  S&amp;amp;  4  sbm  ½  d.  Gegenüber  dem  ersten
Halbjahr  1906,  in  dem  285  012,79  Unzen  ausgeführt
  und  619  850,62  Unzen  an  die  Münze
abgeführt  wurden,  in  dem  sich  mithin  die  Gesamtproduktion
  auf  904  863,41  Unzen  im  Werte  von
3  843  615  S  9  sh  ½c  belief,  weist  das  Jahr
1907  somit  einen  Rückgang  auf.  Auf  die  einzelnen
  Monate  verteilen  sich  diese  Gesamtzahlen
in  folgender  Weise:

Ausge-  An  die  Gesamt-1907
  führte  Münze  ab=  produktion  Wert  in
"  Mengen  gelieferte  in  Unzen  -
in  Unzen  Unzen  (sein)
Janngr  45  337,32  116  900,96  162  238,28  689  11.1
Februar.  34  538,33  99  654,82  134  193,15  570  016
Märg  33  663,00  96  062,68  129  725,638  551  039
April  38  768.04  91  317,91  130  085.95  552  570
Mai  .  10  448,34  105  042,78  145  491,12  618  007
Juni.  ..  39721,27  96  800,61  136  521,88  579  908
1906
Januar  40  909,09  113  455,95  154  365,04  655  701
Februar.  19  450,20  92  970,40  142  426,60  604  000
März  59  373,13  96201,19  155  574,62  660  839
April  47  759,22  104  457,26  152  216,18  646  574
Mai  .  47621,59  109  399,.52  157  021,11  666  983
Juni  39  893,26  103  366,30  143  259,56  608  528

(Supplement  to  Govermment  Cinzeite  of
Tcestern  Australin.)

örderung  der  Landwirtschaftin  der  britischen  Kolonie
Sterra  Leone.

Neben  dem  Kolabaung  der  sich  in  der  Umgebung
  fast  eines  jeden  Dorfes  im  Protektorate
vorfindet  und  mit  seiner  Frucht  einen  erheblichen
Teil  der  Einkünfte  der  eingeborenen  Bevölkerung
liefert,  werden  in  der  Hauptsache  nur  Reis  und
Kassawa  angebaut,  die  die  Hauptnahrungsmittel
der  Bevölkerung  bilden  und  für  den  einheimischen
Bedarf  produziert  werden.  Bisher  ist  über  die
Art  und  Weise,  den  Boden  möglichst  vorteilhaft
auszunutzen,  nur  wenig  bekannt  geworden,  und
es  hat  daher  der  Regierung  immer  noch  an  den
erforderlichen  Maßnahmen  gefehlt,  die  Häuptlinge
  mit  den  für  die  Bestellung  des  Bodens
vorteilhaftesten  Methoden  vertraut  zu  machen.
Es  sind  indes  nach  dieser  Richtung  hin  Versuche
unternommen  worden.  Man  hat  in  Batkann,
der  Hauptortschaft  im  Karenebezirk,  eine  Ver-
        <pb n="1345" />
        W  1228  20

suchsfarm  errichtet,  die  unter  persönliche  Leitung
des  Distriktskommissars  und  seines  Assistenten
gestellt  ist.  In  den  Jahren  1905  und  1906
haben  sich  die  Versuche  vornehmlich  darauf  erstreckt,
  eine  möglichst  vorteilhafte  Fruchtfolge  zu
ermitteln.  Die  Ergebnisse,  die  man  dabei  erzielt
hat,  liefern  zunächst  den  Beweis,  daß  die  Ansicht
der  Eingeborenen,  man  könne  eine  zweite  Reisernte
  von  dem  Boden  erst  wieder  erwarten,
nachdem  er  sieben  Jahre  lang  brach  gelegen  hätte,
völlig  unbegründet  ist.  Man  hat  vielmehr  durch
tiefe  Bearbeitung  des  Bodens  und  entsprechenden
Fruchtwechsel  einen  ausgezeichneten  Reis  erzielt,
und  der  Ertrag  ist  größer  ausgefallen  als  bei  der
Anbaumethode  der  Eingeborenen.  Die  Versuche
werden  noch  fortgesetzt.

Auch  in  anderen  Gegenden  der  Kolonie  und
des  Protektorats  hat  man  sich  bemüht,  die  Eingeborenen
  zu  einer  tiefen  Bearbeitung  des  Bodens
zu  veranlassen.  Es  ist  zu  diesem  Zwecke  eine
große  Menge  von  „Kodali“-Hacken  eingeführt  und
im  Jahre  1906  an  eine  Reihe  von  Häuptlingen
verteilt  worden.  Inwieweit  diese  Hacken  bisher
bei  den  Eingeborenen  Verwendung  gefunden
haben,  ist  noch  nicht  bekannt  geworden.

Schwer  hält  es  bei  dem  konservativen  Charakter
der  Eingeborenen,  sie  zur  Aufgabe  ihrer  veralteten
  Kulturmethoden  zu  bewegen,  zumal  da
der  Regierung  der  Kolonie  selbst  noch  keine  umfangreichen
  Erfahrungen  in  der  Behandlung  des
Bodens  zur  Seite  stehen.

(Nach  dem  Berichte  des  sesun  von  Sierra

Leone  für  190

Konvention  merikanischer  Gummipflanzer.

Am  9.  und  10.  Oktober  hat  in  der  Hauptstadt
  Mexiko  eine  Versammlung  der  mexikanischen
Gummipflanzer  und  sonstiger  Gummüinteressenten
stattgefunden.

Das  Zustandekommen  dieser  Versammlung  ist
auf  die  Bemühungen  eines  in  Mexiko  (Stadt)
wohnhaften  schwedischen  Botanikers,  Dr.  Pehr-Olson-Seffer,
  zurückzuführen,  der  sich  in  den
letzten  Jahren  hauptsächlich  mit  Gummikultur
beschäftigt  und  mit  Staatsunterstützung  in  Chiapas
die  Versuchsgummipflanzung  La  Zacualpa  geleitet
  hat.

Dr.  Pehr  Olson-Seffer  hat,  von  einem
mexikanischen  Syndikat  mit  Mitteln  ausgestattet,
im  vorigen  Jahre  zu  Studienzwecken  diejenigen
Länder  bereist,  in  denen  Gummibau  in  bedeutenderem
  Maße  betrieben  wird,  insbesondere
Indien  und  Ceylon.

Er  ist  mit  der  Überzeugung  zurückgekehrt,
daß  Mexiko  für  diese  Kultur  eines  der  bestgeauch

  die  Eröffnungsansprache,

 

eigneten  Länder  sei,  daß  jedoch  dieser  in  Mexiko
noch  junge  Zweig  tropischer  Agrikultur  nur  gedeihen
  könne,  wenn  die  Pflanzer  sich  nicht  nur
zum  Zwecke  gegenseitiger  Belehrung  und  zur
gemeinsamen  Verfolgung  ihrer  Zwecke,  sondern
auch  um  deswillen  organisierten,  um  schwindelhafte

  Unternehmungen  auf  dem  Gekbiete  der
Gummikultur,  wie  sie  in  Gestalt  von  Sbogus
Rubber  Companies  von  den  Vereinigten

Staaten  aus  zum  Schaden  des  Publikums  ihr
Wesen  trieben,  tunlichst  unschädlich  zu  machen.

Ein  weiteres  Ziel  der  zu  bildenden  Organisation
  sollte  auch  dahin  gehen,  zu  erreichen,  daß
sowohl  die  Anpflanzung  als  auch  der  Verkauf
des  Gummis  von  einer  staatlichen  Konzession
abhängig  gemacht  werden,  um  dadurch  den
vielen  von  den  Eingeborenen  verübten  Gummidiebstählen
  vorzubengen.

Der  Plan  des  Dr.  Pehr  Olson-Seffer  fand
nicht  nur  bei  den  Pflanzern  Beifall,  sondern  auch
die  wirksame  Unterstützung  der  Federalregierung.
Der  Ackerbauminister  Molina  sandte  an  die
Gouvernenre  der  am  Gummibau  interessierten
Staaten  amtliche  Einladungen,  an  der  Konvention
teilzunehmen,  und  stellte  selbst  sein  Erscheinen  in
Aussicht.

So  trat  denn  die  Konvention  am  9.  Oktober
d.  Is.  zusammen  und  hielt  an  diesem  und  am
folgenden  Tage  ihre  Sitzungen  ab.  Der  Ackerbauminister
  war  teils  selbst  zugegen  und  hielt
teils  erschien  in
seinem  Namen  der  Unterstaatssekretär  des  „Jomento“;
  von  den  Gummi  produzierenden  Staaten
waren  Guerrero,  Tabasco,  Veracruz,  Tamaulipas
und  Bnucatan  vertreten.  Von  Gummipflanzern
und  sonstigen  Interessenten  fanden  sich  etwa  50
ein;  sie  waren  der  Hauptsache  nach  Amerikaner.

Es  würde  zu  weit  führen,  auf  die  in  der
Versammlung  gehaltenen  Vorträge,  die  fast  ausschließlich
  technischer  Natur  waren,  einzugehen.
Hervorzuheben  ist,  daß  es  sich  bei  der  ganzen
Konvention  nur  um  den  Anbau  des  mexikanischen
Gummibaums  (Castilloa  elastica)  und  nicht  etwa
um  die  Guayule-Industrie  handelte;  auch  scheinen
einige  Angaben  aus  dem  Vortrage  des  Dr.  Olson-Seffer
  erwähnenswert  zu  sein.  Danach  ist  der
Anbau  des  Gummibaums  in  Mexiko  erst  etwa
10  Jahre  alt  und  wird  fast  ohne  Ausnahme
mit  amerikanischem  Kapital  betrieben,  das  sich
auf  etwa  60  000  000  Pesos  beziffert.  Es  bestehen
  118  Plantagen  mit  einer  Anbaufläche  von
95  000  Acres.  Mexiko  nimmt,  was  die  Aubaufläche
  anlangt,  den  ersten  Platz  in  der  Gummikultur
  der  Welt  ein.  Danach  folgen  Hinterindien
  mit  92  000,  Ceylon  mit  85  000,  Afrika
mit  30  000,  Zentralamerika  mit  14  000,  Java
mit  10  000,  Indien  mit  8200,  Brasilien  mit
        <pb n="1346" />
        W  1229  20

6000,  Venezuela  mit  3400,  Ecuador  mit  3000,
Neu-Guinea  mit  2500,  Borneo  mit  2000,  Columbien
  mit  1800,  Westindien  mit  1600  und
andere  Länder  mit  1000  Aecres  Anbaufläche.

Dr.  Olson-Seffer  prophezeit  der  mexikanischen
Gummikultur,  welche  auf  einigen  Plantagen
schon  einen  Reingewinn  von  15  v.  H.  abwerfe,
eine  große  Zukunft;  der  Gesamtgummiexport
Mexikos,  der  im  Jahre  1906  von  wilden  und
angebauten  Pflanzen  sich  auf  3  342  000  Pesos
bewertete,  werde  sich  mit  dem  erweiterten  Plantagenbau
  bald  heben.

Am  Schluß  der  Sitzung  organisierte  sich  die
„Rubber  blanters  Association  of  Mexico:
mit  einem  Mr.  O.  H.  Harrison  als  ihrem  ersten
Präsidenten.

Die  Ziele  sollen  nach  den  Statuten  die  folgenden
  sein:

Die  Einrichtung  eines  ständigen  Zentral-  und
Auskunftsbureaus  in  Mexiko.

Die  Errichtung  einer  besonderen  Abteilung
für  Gummikultur  beim  Ministerio  de  Fomento
in  Mexiko.

Die  sofortige  Errichtung  einer  Versuchsstation.

Die  Herbeiführung  einer  für  den  gesamten
tropischen  Ackerbau  förderlichen  Bundes=  und
Einzelstaatengesetzgebung.

Teilnahme  an  Industrie-Gummi-Industrieausstellungen.


Endlich  Aufforderung  an  alle  mit  der  Gummikultur
  in  Beziehung  stehenden  Industriezweige
und  Handelsgesellschaften,  mit  der  neugeschaffenen
Vereinigung  zur  Verfolgung  derselben  Ziele  in
Verbindung  zu  treten  und  gegen  alle  unlauteren
Unternehmungen  auf  dem  Gebiete  der  Gummikultur
  zu  Felde  zu  ziehen.

Da  die  neue  Vereinigung  aus  den  besten
und  einflußreichsten  Vertretern  des  mexikanischen
Gummibaus  besteht,  und  sie  des  Beistandes  der
Regierung  sicher  ist,  so  werden  auf  ihre  Wirksamkeit
  nicht  unberechtigte  Hoffnungen  gesetzt.

(Bericht  des  Kaiserl.  Konsulats  in  Mexiko.)

und  besonders

Der  Haondel  über  Dort  Ellzabeth  im  Jahre  1906.

Die  geschäftliche  Depression,  unter  welcher  das
Jahr  1905  litt,  ist  im  Jahre  1906  in  keiner
Weise  geschwunden,  sondern  ist  noch  viel  schärfer
hervorgetreten  und  hat  unter  der  handeltreibenden
Bevölkerung  der  Kapkolonie  —  und  ganz  besonders
  in  den  Städten  —  zu  zahlreichen  Konkursen
  und  Liquidationen  geführt.  Die  Werte
für  Grundstücke  und  die  Mieten  sind  stark  im
Zurückgehen  in  Übereinstimmung  mit  geringeren
Umsätzen  und  Gewinnen.  Das  Geld  blieb  äußerst
knapp  und  teuer,  und  da  für  Bautätigkeit  und

 

neue  Unternehmungen  irgend  welcher  Art  durchaus
  kein  Feld  war,  haben  zahlreiche  Arbeiter
und  Handwerker  die  Städte  verlassen.  Die
Konsumfähigkeit  des  Landes  ist  dadurch  weiter
im  Rückgang  begriffen,  und  die  Aussichten  für
eine  baldige  Besserung  sind  sehr  gering.

Die  Einfuhr  über  Port  Elizabeth  betrug  im
Jahre  1906:  6  564  103  L  oder  33,9  v.  H.  der
Gesamteinfuhr  in  die  Kapkolonie  gegen  34,5  v.  H.
im  Vorjahre.  Es  zeigt  sich  gegen  das  Jahr  1905
eine  Abnahme  um  über  70  000  Tonnen  im
Werte  von  163  678  KL.  Dieser  Rückgang  ist
natürlich  nicht  ohne  Wirkung  auf  die  Hafen-,
Eisenbahn=  und  Zolleinnahmen  geblieben  und
wäre  noch  fühlbarer  gewesen,  hätte  sich  nicht  in
dem  Ausfuhrgeschäft  eine  nicht  unwesentliche  Zunahme
  gezeigt.

Gegenüber  den  trostlosen  Zuständen  im  geschäftlichen
  Verkehr  haben  sich  die  Verhältnisse
der  Farmer  auf  dem  Lande  bedentend  gebessert.
Infolge  recht  guter  Regen  war  die  Weide  im
allgemeinen  vorzüglich  und  erlaubte  den  Bauern,
eine  viel  größere  Anzahl  von  Vieh  jeder  Art  auf
ihren  Farmen  zu  halten  als  in  den  früheren
trockenen  Jahren.  Der  Viehstand  vermehrte  sich
recht  bedeutend,  und  da  auch  die  Preise  für
Wolle,  Angorahaar  und  Stranßenfedern  für  die
Bauern  durchweg  günstig  waren,  hat  sich  der
Wohlstand  der  Landbevölkerung  sichtlich  gehoben.

Der  Wert  der  Ausfuhr  durch  den  Hafen  von
Port  Elizabeth  hat  sich  gegen  1905  um  über
590  000  vergrößert  und  belief  sich  im  Jahre
1906  auf  2  627  020  TK.

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Port  Elizabeth.)

Handel  Kanadas  1906/07.

Der  Handel  Kanadas  hat  in  dem  mit  dem
Juli  1907  endenden  Jahre  folgenden  Verlauf
genommen;  ·

Einfuhr  für  den  Konsum.

areneinfuhr:
1906/07  1905/06
Werte  in  Dollar

 

 

 

zollpflichtige  216  373  186  175  165  562
zollfreie  139  572  641  112  942  555
zusammen  355  945  827  288  108  117
Edelmetalle  9  440  482  7  406  648
überhaupt  365  386  309  295  514  765
Aus  fuhr.
Warenausfuhr:
heimische  237  686  114  238  984  055
fremde  14  401  518  11  335  600
zusammen  252  087  632  250  319  655
        <pb n="1347" />
        W  1230  20

Werte  in  Dollar

 

Edelmetalle  17  198  404  10  430  925
überhaupt  269  286  036  260  750  580
Gesamthandel.  634  672  345  556  265  345
Zollgefälle.  57  221  891  47  039  562

(Monthly  Report  of  the  Depurtment  of  Trade  and
mmerce  of  Canada,  Juli  1907.)

Handel  Jamalhas.

Der  Außenhandel  Jamaikas  im  Rechnungsjahr
  1905/06  betrug  in  der  Einfuhr  1  930  125  #.
gegenüber  1  672  167  L  und  in  der  Ausfuhr
1  843  180  8S  gegen  1  436725  L  im  Jahre
1904/05.  Der  Grund  für  die  Zunahme  der
Einfuhr  ist  hauptsächlich  darin  zu  erblicken,  daß
sich  die  Kaufkraft  Jamaikas  wieder  vergrößert
hat,  da  sich  die  Insel  von  den  Folgen  des
Orkans  von  1903  erholt.  Besonders  ist  die
Bananenausfuhr  auf  die  frühere  Höhe  zurückgekommen,
  wodurch  hauptsächlich  die  Zunahme
der  Ausfuhr  zu  erklären  ist.

Die  Einfuhr  verteilte  sich  auf  die  verschiedenen
Länder,  wie  folgt:

1905/06  1904/05
Herkunftsländer  e  L
Großbritannien  946  136  784  035
Vereinigte  Staaten  von
Amerika  750  323  715  807
Kanada  158  427  115  318
Deutschland.  43  527  31  798
Frankreich  2  095  1  011
Zusammen  einschl.  der
Einfuhr  von  anderen
Ländern.  .  .  1  930  125  1  672  168
Es  wurden  eingeführt:
1905/06  1904/05
#  L
Lebensmittel  611  538  583  411
Getränke  .  51  465  50  901
Tabak  und  Zigarren  .  13522  9  475
Hausgerät  und  Möbel  22  207  27  465
Gewebe  527  895  425  313
Eisen=  und  Kurzwaren  57  999  53  659
Baumaterialien  62771  61  501
Maschinen  für  Pflanzungen  114  399  33  334
Sonstige  Maschinen  und
Werkzeuge  18  145  28  317
Kohlen  82  134  94  194
Bücher  und  Drucksachen.  13  287  8  585

Zusammen  einschl.  anderer
rtikel  .  .19301251672167

Deutschland  war  an  der  Einfuhr  folgender

Artikel  mit  Beträgen  von  mehr  als  100  K  beteiligt:


 

Gesamt-  davon  aus
Einfuhr  Deutschland
1905/06  1904/05  1905/06  1901  05
r  #  +  L
Bier  30  895  31  297  1140  754
Butter  .  15  454  17142  357  849
Kondensierte
Milch"s).  27547  13  893  26  404  11  520
Reis  1  328  55  389  3  538  3  460
Kognak  1516  1  499  81  104
Zucker  4379  2  072  254  152
Rotwein  2  064  2  081  637  512
Hopfen  321  465  94  202
Kleidungsstücke
  60  739  48  162  612  677
Strumpfwaren  8506  6915  1  535  1292
Baumwollene
Gewebe  285  376  217  251  824  533
Putz=  und
Modewaren  42  585  33792  2679  1399
Filzhüte  4  702  72  4421  18
Eisenwaren
nicht  bes.
genannt.  41  305  37  639  1  028  838
Landwirtschaftliche
  Maschinen
  und
Werkzeuge  8  308  5942  83  169
Dampfmaschinen,
  nicht
landwirtschaftliche
  8  908  4349  3626  619
Maschinen  (nicht
Dampfmaschinen)
  andere  2  008  3  367  1  178
Nähmaschinen  3341  2279  652  354
Zement  7789  6792  372  223
Steingut  und
Porzellan  6514  6524  586  850
Möbel  7  820  11  129  326  438
Glaswaren  4657  4707  1  095  691
Gummi  und
Guttapercha.  2  709  1  703  121  171
Schuhe  und
Stiesee  52  545  50  617  54  206
Heilmittelund
Drogen  24  570  20  211  252  216
Musikinstrumente
  4302  3  032  644  700
Pappe  1431  3286  198  187
Papierwaren,
nicht  bes.  genannt
  14  271  19  910  898  537
Parfümerien  11405  8873  194  230

Kommt  hauptsächlich  aus  der  Schweiz,  wird  in
Hamburg  fakturiert.
        <pb n="1348" />
        W  1231  2Ö

·
Holzwaren,
nicht  besond.
angeführt  9412  8729  2  230  1  208

Die  Ausfuhr  Jamaikas  verteilt  sich  auf  die
verschiedenen  Länder,  wie  folgt:

1905/06  1904/05
9  +

Großbritannien  .  356  802  271209
Vereinigte  Staaten  von

Amerika  1057  965  768  121

Kanada  111  706  126  693

Deutschland  41  362  42  819

Frankreich  .  141  175  77561

Osterreich-Ungarn  10  136  28  381

Rußland  10  455  23348
Zusammen,  einschl.  der
Ausfuhr  nach  anderen

Ländern  1  813  180  1  436  725

Obige  Aufpellung  zeigt,  daß  sich  hauptsächlich

  die  Ausfuhr  nach  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  vergrößert  hat,  dieses  ist,  wie  schon
bemerkt,  darauf  zurückzuführen,  daß  sich  die
Bananenausfuhr  wieder  gehoben  hat.

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Ausfuhr

waren:
Ausfuhr
1905/06  1904/05
#  #

Kaffee.  134  283  85  173
Kakao  52  814  40  757
Bananen  842  882  514  191
Apfelsinen.  90  461  62  095
Sonstige  Früchte  38  929  26  600
Ingwer  27  722  27233
Honig  10  185  9  684
Piment  80  268  136  969
Rum  98  923  92  576
Zucker  ....  122  328  116  366
Zigarren  u.  Zigaretten  21  808  22274
Wachss  5269  5  693
Dividivi  1  104  529
Häute  8  601  6  000
Ziegenhäute  9  719  10  961
Stöcke  1  500  841
Blauholz.  ·  69  734  75  679
Sonstige  Hölzer  10  551  920
Rindvieh  (nach  Kuba

2769  Stück  —

16  568  L).  16  579  3273
Hüte  ...  7315  3  164
Blauholzextrakt  .  68  280  63  689
Zusammen,  einschl.  anderer

  Artikel  1  843  180  1  436  725

(Bericht  des  Kais.  Konsulats  in  Kingston.)

 

TLarii  für  Pandelslizenzen  in  Belra  (OOozamblaque).

Am  1.  September  d.  Is.  ist  in  Beira,  der
Hauptstadt  der  von  der  Mozambigquegesellschaft
verwalteten  Gebiete  Manica  und  Sofala,  ein
neuer  Tarif  für  die  Erteilung  von  Handelslizenzen
  in  Kraft  getreten.

Die  jährlichen  Gebühren  für
lungsreisende  und  Handelsagenten
danach  folgende:

Klasse  2.  Handelsagenten,  mit  oder
ohne  Geschäftsstellei  in  Beira,  gleichviel
  ob  sie  fremde  Häuser  vertreten
  oder  nicht,  die  Waren  über
See  für  Handelszwecke  einführen
oder  Aufträge  auf  Lieferung  von
über  See  eingeführten  Waren  annehmen
  und  Durchfuhr=  und  Ausfuhrgüter
  landwärts  und  serwärts
befördern  dürfen  .  .  180  Milreis
Klasse  3.  Handelsagenten,  die  in
Rhodesia  ansässige  Firmen  vertreten
  und  Waren  lediglich  für
dieses  Land  versenden,  gleichviel
ob  es  sich  um  Durchfuhrwaren,
früher  eingeführte  oder  in  Beira
gekaufte  Waren  handelt,  und  die
ebenfalls  Ware  aus  Rhodesia  zur
Ausfuhr  über  See  versenden  45
Klasse  4.  Handelsagenten,  die  lediglich
  innerhalb  des  Gebiets  von
Manica  und  Sofala  Waren  umsetzen,
  mit  oder  ohne  Geschäftsstelle
  in  Beira
Klasse  11.  Handlungereisende  ohne
Geschäftsstelle  in  Beira,  gleichviel
ob  sie  Muster  mit  sich  führen  oder
nicht,  für  jede  Geschäftsreise  45  -

Anmerkung.  Handlungsreisende  mit  einer
Geschäftsstelle  in  Beira  oder  solche,  die  sich  länger
als  einen  Monat  in  Beira  aufhalten,  haben  die
Gebühr  der  Klasse  2  zu  entrichten.

Im  Tarif  für  Handelslizenzen  sind  auch  folgende
  Abgaben  für  die  Einfuhr,  Ausfuhr
und  die  Beförderung  von  Waren  im  Küstenhandel
  vorgesehen:

1.  Eingeführte  Waren.
Ausgenommen  sind:

Gold=  und  Silbermünzen;  Kohle;

Materialien  für  Eisenbahnen,  nicht

unter  1  m  Spurweite;  Baumaterialien

  der  Nummern  11,

34,  37  und  90  des  Zolltarifs;

Maschinen  und  Geräte  für  die

Landwirtschaft  und  den  Gewerbebetrieb,

  mit  Einschluß  aller  Materialien

  für  den  Ackerbau  und

Handsind


22,5

1  v.  H.
d.  Wertes
        <pb n="1349" />
        W  1232  20

Bergbau,  die  unmittelbar  durch
eine  landwirtschaftliche  oder  Bergbaugesellschaft
  eingeführt  werden;
mit  Beschlag  belegte  und  darauf
preisgegebene  Waren;  Wrackteile
wie  Takelung,  Segel,  Blockrollen,
Holzteile,  Anker  und  Ketten;  von
der  See  angeschwemmte  Gegenstände;
  Gepäck,  Gegenstände  des
persönlichen  Gebrauchs  und  Geräte
  von  Schiffsfahrgästen  und
der  Schiffsbesatzung;  Gegenstände,
eingeführt  für  Gesellschaften,  Vereine
  und  Institute,  denen  dieses
Vorrecht  durch  ein  Abkommen  mit
der  Mozambiquegesellschaft  zugestanden
  ist;  Warenmuster  —  mit
Anusnahme  von  Tabak  und  geistigen
  Getränken  —  wofür  der  Zoll
300  Reis  nicht  übersteigt.

.  Ausgeführte  Waren

Ausgenommen  sind:

Gold=  und  Silbermünzen;  landwirtschaftliche
  Erzeugnisse  des  Gebiets
  von  Manica  und  Sofala,
Zucker  und  Weingeist  eingerechnet;
Erzeugnisse  des  Bergbaues;  nach
Rhodesia  versandte  Waren,  welche
die  Eigenschaft  inländischer  Waren
angenommen  haben.

In  der  Küstenfahrt  versandte  oder
angekommene  Waren  ½

Ausgenommen  sind:

Landwirtschaftliche  Erzeugnisse  des
Gebiets  von  Manica  und  Sofala,
Zucker  und  Weingeist  eingerechnet;
Erzeugnisse  des  Bergbaues;  unter
der  Ziffer  1  aufgeführte  Waren.

(Bolctim  Official  do  (iorerno  (ieral  da  Provincia

de  Mocumbiquc.)

1

1  v.  H.
d.  Wertes

—

Ligensgebühren  für  Handlungsreisende.  —  Stempel--abgabe
  für  Sollpopiere  in  Matal.

Nach  einer  Mitteilung  des  britischen  Kolonialamts
  ist  der  dem  Parlament  von  Natal  vorgelegte
  Gesetzentwurf,  wonach  unter  anderem  die
Lizenzgebühr  für  Handlungsreisende  erhöht  und
Stempelabgaben  für  Zollpapiere  eingeführt  werden
sollten,  von  der  Regierung  zurückgezogen  worden.

The  Board  of  Trade  Lournal.)

 

Kbkommen  über  die  gegenseitige  Gewährung
von  Vorzugszöllen  in  lleuseeland  und  dem  Südafrikanischen
  Sollverein.

Das  durch  eine  Ratsverordnung  vom  7.  Jannar
d.  Is.  in  Neuseeland  zeitweilig  in  Kraft  gesetzte
Abkommen  mit  dem  Südafrikanischen  Zollverein
über  die  gegenseitige  Gewährung  von  Vorzugszöllen
  ist  durch  ein  Gesetz  vom  12.  Juli  d.  Is.
—  New  Zealand  and  South  African  Customs
Treaty  Ratification  Act  1907  (Nr.  2/1907)  —
ratifiziert  und  bestätigt  worden.  Nach  diesem
Gesetze  bleibt  das  Abkommen  solange  in  Wirksamkeit,
  bis  es  durch  eine  vom  Gouverneur  im
Rate  erlassene  und  in  der  New  Zealand  Gazette“
  veröffentlichte  Verordnung  als  beendigt
erklärt  wird.  (Ebenda.)

Beschränkung  der  Rusfuhr  von  Straußen,  Straußenelern
  und  Straußenfedern  aus  Britisch-Ostafrika.

Durch  ein  Gesetz  vom  11.  Oktober  d.  Js.
(Nr.  8/1907)  sind  zwecks  Förderung  der  Straußenzucht
  Vorschriften  für  die  Jagd  auf  Strauße
sowie  das  Halten,  den  Verkauf,  die  Ausfuhr  usw.
von  Straußen  erlassen,  wonach  lebende  Strauße
und  nicht  ausgeblasene  Straußeneier  nur  auf
Grund  einer  von  dem  Gouverneur  erteilten
Lizenz  ausgeführt  werden  dürfen,  für  die,  wenn
sie  für  einen  lebenden  Strauß  erteilt  wird,  eine
Gebühr  von  1500  Rupien  und,  wenn  sie  für  ein
Straußenei  erteilt  wird,  75  Rupien  zu  zahlen
sind.  Ist  der  Gonverneur  überzenugt,  daß  Strauße
zu  wissenschaftlichen  Zwecken  ausgeführt  werden
sollen,  so  kann  er  die  Lizenzgebühr  ganz  oder
teilweise  erlassen.

Ausgeblasene  Stranßeneier  dürfen  aus  dem
Schutzgebiete  nur  ausgeführt  werden,  wenn  der
Ausführer  eine  von  einem  im  Schutzgebiete  zugelassenen
  und  eingetragenen  Straußenzüchter
unterzeichnete  Bescheinigung  darüber  einbringt,
daß  er  die  Eier  von  dem  Unterzeichner  der  Bescheinigung
  erhalten  hat,  oder  wenn  er  den
Zollbeamten  davon  überzeugt,  daß  er  die  Eier
vor  Veröffentlichung  dieses  Gesetzes  rechtmäßig
besessen  hat.  Straußenfedern  dürfen  gleichfalls
nur  von  einem  zugelassenen  und  eingetragenen
Straußenzüchter  ausgeführt  werden,  jedoch  nur
Federn  von  solchen  Straußen,  die  von  ihm  selbst
gehalten  und  in  der  Gefangenschaft  aus  Eiern
gezogen  oder  die  jung  eingefangen  und  mindestens
3  Monate  in  Gefangenschaft  gehalten  worden
sind.  Für  derartige  Federn  ist  bei  der  Ausfuhr
aus  dem  Schutzgebiet  innerhalb  dreier  Jahre
vom  Tage  der  Veröffentlichung  dieses  Gesetzes  ab
kein  Ausfuhrzoll  zu  entrichten.

(The  Officinl  Guzette  of  the  Enst  Africn  and  Uganda
brotectorntes.)
        <pb n="1350" />
        G  1233  20

RAusdehnung  des  Rusfuhrverbots  für  Strauße  und
Straußeneler  aus  der  kKapkolonte  auf  weltere
Gebiete.

Laut  Bekanntmachung  des  Gouverneurs  der
Kapkolonie  usw.  vom  21.  Oktober  d.  Is.  sind
die  Bestimmungen  des  Gesetzes  über  das  Verbot
der  Ausfuhr  von  Straußen  und  Stranßeneiern
auf  folgende  Gebiete  ausgedehnt  worden:

1.  Transkei,  einschließlich  Galekaland,

2.  Ost-Griqualand,

3.  Tembuland,  einschließlich  Emigrant  Tembuland
  und  Bomvanaland,

4.  Port  St.  John's,

5.  Pondoland,  einschließlich  Ost=  und  West-Pondoland.


(rhe  Capec  of  Good  Hope  Government  (inzettc.)

Ausfuhrverbot  für  Strauße  und  Straußeneier  aus
Natal.

Durch  ein  am  19.  Oktober  d.  Is.  genehmigtes
Gesetz,  Nr.  29  vom  Jahre  1907  (Ostrich  Export
  Prohibition  Act,  1907),  ist  die  Ausfuhr
von  Straußen  und  Straußeneiern  aus  Natal  verboten
  worden;  das  Verbot  findet  indessen  keine
Anwendung  auf  die  Ausfuhr  nach  benachbarten
Kolonien  oder  Staaten,  in  denen  gleichfalls  ein
gesetzliches  Verbot  der  Ausfuhr  von  Straußen
und  Straußeneiern  unter  den  gleichen  Bedingungen
  wie  in  Natal  erlassen  ist.  Die  Ausfuhr
von  Schalen  von  Straußeneiern,  deren  Inhalt
entnommen  ist,  oder  von  unfruchtbar  gemachten
Straußeneiern  wird  von  dem  Verbote  nicht  betroffen.
  In  letzterem  Falle  ist  jedoch  von  dem
von  der  Regierung  dafür  bestimmten  Beamten
eine  Erlaubnis  zur  Ausfuhr  einzuholen.

(The  Jutal  (lovrernment  (inzette.)

Gesetz  Jur  Verhinderung  eines  Oonopols  im
Fleischhandel  in  der  Hapkolonie.

Unterm  9.  September  d.  Js.  ist  in  der  Kapkolonie
  ein  Gesetz  —  Meat  Trade  Act  1907  —
erlassen,  wodurch  jede  Handlung,  jeder  Vertrag,
jede  Vereinigung  oder  Verschwörung  zum  Zwecke
der  unvernünftigen  Einschränkung  des  Handels
eines  Fleischers  für  ungesetzlich  erklärt  und  bestimmt
  wird,  daß  jeder,  der  eine  solche  Handlung
vornimmt  oder  einen  solchen  Vertrag  eingeht
oder  solcher  Vereinigung  oder  Verschwörung  beitritt,
  sich  einer  strafbaren  Handlung  schuldig
macht,  die  mit  Geldstrafe  bis  zu  500  Pfd.  Sterl.
oder  im  Unvermögensfalle  mit  Gefängnis  oder
Zuchthaus  bis  zu  12  Monaten  bestraft  werden
soll,  außer  in  bestimmten  Fällen,  bei  denen  es

 

sich  um  gutgläubige  Vereinbarungen  zum  Zwecke
des  Fleischhandels  handelt.

Alle  Verträge  und  Vereinbarungen,  die  eingegangen
  werden  mit  der  Absicht,  die  Kontrolle
des  Fleischhandels  zwecks  willkürlicher  Festsetzung
der  Preise  in  die  Hand  zu  bekommen,  sind  für
null  und  nichtig  erklärt.

Personen,  die  das  Gewerbe  eines  Fleischers
betreiben  oder  einen  solchen  vertreten,  sollen,
wenn  sie  durch  Drohungen  oder  Einschüchterung
mündlich  oder  auf  schriftlichem  Wege  einen
Fleischer  zwingen  oder  zu  zwingen  versuchen,
Fleisch  zu  einem  anderen  Preise  zu  verkaufen
als  demjenigen,  zu  dem  er  es  zurzeit  verkauft
oder  verkaufte  oder  zu  dem  er  es  ohne  solche
Drohung  oder  Einschüchterung  verkauft  haben
würde,  einer  Geldstrafe  bis  zu  100  Pfd.  Sterl.
oder  im  Unvermögensfalle  einer  Gefängnis=  oder
Zuchthausstrafe  bis  zu  6  Monaten  unterworfen
werden.

Einem  Verurteilten  soll  die  Lizenz  zum
Fleischhandel  entzogen  und  innerhalb  zweier
Jahre  nicht  wieder  erteilt  werden.

Das  Gesetz  hat  indessen  nicht  ohne  weiteres
Wirksamkeit,  sondern  nur  insoweit,  als  seine  Bestimmungen
  von  dem  Gouverneur  für  die  einzelnen
  Bezirke  (Divisions)  aus  Antrag  der  Bezirksbehörde
  (Divisional  Council)  in  Kraft  gesetzt
  werden.  Für  die  Bezirke  von  Kapstadt,
Port  Elizabeth,  East  London  und  Kimberley  ist
vorgesehen,  daß,  wenn  der  Divisional  Counecil
es  ablehnen  sollte,  einen  entsprechenden  Antrag
zu  stellen,  die  einzelnen  Ortsbehörden  (Municipal
Councils)  das  gleiche  Recht  haben  sollen.

Vorschriften  für  die  Verpachung,  den  Transport  us#w.
von  Sxplosivstoffen  in  der  Oranjeflußkolonie.

Durch  ein  Gesetz  —  Explosives  Ordinance
1907  (Nr.  19/1907)  —  und  laut  Bekauntmachung
  vom  10.  Oktober  1907  (Nr.  382/1907)
dazu  erlassene  Ausführungsbestimmungen,  die  in
der  Government  Gazette  vom  11.  Oktober  1907
veröffentlicht  sind,  sind  in  der  Oranjeflußkolonie
Vorschriften  für  die  Verpackung,  den  Transport
und  die  Lagerung  von  Explosivstoffen  erlassen.

(lhe  Board  of  Trade  Journal.)

Soll  auf  Weingeist  zu  pharmazeutischen  Zwechen
Iin  Courenco  Marques.

Reiner  Weingeist,  der  durch  Chemiker  zu
pharmazeutischen  und  medizinischen  Zwecken  in
Loureneo  Marques  eingeführt  wird,  unterliegt
einem  Zolle  von  250  Reis  für  1  Liter.  Die
        <pb n="1351" />
        G  1234  e

zulässige  Höchstmenge  dieser  Einfuhr  im  Laufe
eines  Jahres  beträgt  für  jeden  Chemiker  1000
Liter.  rhe  Board  of  Trade  Journal.)

Aufhebung  der  JSollfreiheit  für  lebende  Tiere
in  Neu-Haledonien.
Gemäß  einer  infolge  Beschlusses  des  Generalrats
  von  Neu-Kaledonien  vom  3.  Juni  1907

unterm  16.  November  1907  von  der  französischen
Regierung  erlassenen  Verordnung  wird  die  in
dem  Tarif  für  Neu-Kaledonien  vorgesehene  Zollfreiheit
  für  lebende  Tiere  (Rindvieh,  Schafe,
Wild,  Schildkröten,  Geflügel  und  Tauben)  aufsgehoben.
  Es  kommen  somit  auf  Tiere  dieser  Art
bei  der  Einfuhr  nach  Neu-Kaledonien  die  Sätze
des  Mutterlandtarifs  zur  Anwendung.
(lournal  officich  de  la  Républiquce  Francnisc.)

 

Verschiedene

Das  Droseht  einer  Eisenbahn  auf  den  Tafelberg
bei  Kapfstadt
wird  in  der  Presse  bereits  seit  längerer  Zeit  erörtert.
  Nunmehr  hat  sich  auch  die  Stadtverwaltung
  von  Kapstadt  damit  beschäftigt  und
beschlossen,  mit  der  Regierung  der  Kolonie  in  Verbindung
  zu  treten  und  das  Unternehmen  in
sonstiger  Hinsicht  vorzubereiten.  Die  Stadt  beabsichtigt
  die  Bahn  nicht  selbst  zu  bauen,  sondern
einer  Gesellschaft  die  Konzession  hierzu  sowie  zur
Errichtung  eines  Hotels  auf  dem  Tafelberge  zu
erteilen.  Besondere  Aufforderungen  zur  Abgabe
von  Angeboten  werden  demnächst  ergehen.  Der
Tafelberg,  der  eine  Höhe  von  etwa  1200  m
hat,  fällt  steil  nach  allen  Seiten  zum  Mcere  ab,
und  der  Bau  einer  Eisenbahn  wird  mit  nicht
unerheblichen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen  haben.
(Bericht  des  Kaiserl.  Generallonsulats  in  Kapstadt.)

 

Citeratur.

Von  der  deutschen  Kolonial-Gesetzgebung
  ist  soeben  im  Verlag  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  der
10.  Band  (Jahrgang  1906)  erschienen.  Die
Herausgeber  sind  Wirklicher  Admiralitätsrat  Professor
  Dr.  Köbner  und  Wirklicher  Legationsrat
Gerstmeyer;:  letzterer  ist  an  die  Stelle  des  ausgeschiedenen
  bisherigen  Mitherausgebers,  Geheimen
Legationsrats  Schmidt-Dargis,  getreten.  Die
Auswahl  und  Einteilung  des  Stoffes,  welcher  das
gesamte  für  die  deutschen  Schutzgebiete,  einschl.
Kiantschon,  in  Betracht  kommende  Material  an
Gesetzen,  Verordnungen,  Erlassen  und  internationalen
  Vereinbarungen  umfaßt,  entspricht  den
bereits  in  den  letzten  Bänden  befolgten  Grundäßen.


Aus  dem  reichen  Inhalt  heben  wir  hervor
die  Bergverordnung  für  die  afrikanischen  Schutzgebiete
  (mit  Ausnahme  von  Deutsch-Südwestafrika)
  und  die  Südseeschutzgebiete,  die  Verordnung

 

Mitteilungen.

über  das  Telegraphenwesen  (für  sämtliche  Schutzgebiete
  ausschl.  Kiautschous  gültig),  das  Offizierspensionsgesetz
  und  Mannschaftsversorgungsgesesz,
welche  wegen  der  auf  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
  bezüglichen  Bestimmungen  ausgenommen
sind,  das  Gesetz,  betr.  Ubernahme  einer  Garantie
des  Reichs  in  bezug  auf  eine  Eisenbahn  von
Duala  nach  den  Manenguba-Bergen,  weiterhin  die
Kaiserliche  Verordnung,  betr.  die  anderweite
Regulierung  der  Verwaltung  und  der  Rechtsverhältnuisse
  der  Marshall-Inseln.  Diese  Inseln,
welche  bislang  ein  selbständiges  Schutzgebiet
bildeten,  sind  nunmehr  an  Deutsch-Neu-Guinea
angegliedert.  Für  Deutsch-Ostafrika  sind  von  besonderer
  Bedeutung  die  Gouvernementsverordnungen,
  betr.  die  Einfuhr  und  Durchfuhr  sowie
den  Besitz  und  die  Führung  von  Feuerwaffen
und  Schießbedarf,  ferner  die  Verfügung  über  die
Loslösung  der  Polizeitruppe  von  der  Schutztruppe,
für  Kamerun  die  umfangreichen  zur  Regulierung
des  Kassenwesens  ergangenen  Geschäftsanweisungen
des  Auswärtigen  Amts,  für  Deutsch-Südwestafrika
  die  Gouvernementsverordnung  zur  Regelung
  des  Verkehrs  in  und  nach  dem  Ambolande
  sowie  die  Bekanntmachung,  betreffend  Einziehung
  des  Stammesvermögens  der  Herero,
Zwartbooi=  und  Toopnar-Hottentotten,  endlich
für  Kiautschon  die  Gouvernementsverordnungen,
betr.  Entwässerung  und  Anschluß  an  die  Kanalisation,
  betr.  Schlachtzwang  und  Fleischbeschau,
sowie  die  Konzession  des  Reichskanzlers  an  die
Deutsch-Asiatische  Bank  zur  Notenausgabe.  Zu
erwähnen  ist  auch  noch  eine  Reihe  zum  Abdruck
gelangter  Satzungen  von  Kolonialgesellschaften
(der  Deutsch-Ostafrikanischen  Kautschuk-Gesellschaft,
der  Kamerun-Eisenbahngesellschaft,  der  Moliwe-Pflanzungsgesellschaft,
  der  deutschen  Togo-Gesellschaft
  und  der  Pflanzungsgesellschaft  Kpeme).
Ein  nach  Schutzgebieten  und  Materien  geordnetes
  sachliches  Inhaltsverzeichnis,  ein  alphabetisches
  Register  und  zahlreiche  Anmerkungen
erleichtern  die  Benutzung  des  in  erster  Linie  für
        <pb n="1352" />
        Illustrationsprobe  aus:  Parkinson,  Dreißig  Jahre  in  der  Südsee.

 

 

 

Monoswriber  aus  Talobé  milt  ihren  Kindern.
        <pb n="1353" />
        Illustrationsprobe  aus:  Parkinson,  Dreißig  Jahre  in  der  Südsee.

 

 

 

Dulhan  Raije  an  der  Blanchebucht.
        <pb n="1354" />
        G  1235  20

den  amtlichen  Gebrauch  der  Schutzgebietsbehörden
bestimmten,  aber  auch  für  alle  Kolonialinteressenten
  unentbehrlichen  Werkes.

Die  Laufbahn  der  deutschen  Kolonialbeamten,
  ihre  Pflichten  und  Rechte.  Mit
Genehmigung  des  Herrn  Staatssekretärs  des
Reichs-Kolonialamts  unter  Benutzung  amtlicher
Quellen  bearbeitet  von  Johannes  Tesch,  Hilfsarbeiter
  im  Reichs-Kolonialamt  und  Kaiserlichem
  Hofrat.  Dritte  vermehrte  Auflage.
Berlin  W  30,  Verlag  von  Otto  Salle.  Preis
4  Mk.  50  f-f.

Eine  besondere  Empfehlung  dürfte  dieses
treffliche  Werk,  das  sich  heute  wohl  in  der  Hand
jedes  Kolonialbeamten  befindet,  das  aber  auch
weit  über  die  Kreise  der  Interessenten  (im  engeren
Sinne)  hinaus  Verbreitung  und  lebhafte  Anerkennung
  gewann,  nicht  mehr  nötig  haben.

In  der  neuen  Ausgabe  sind  die  inzwischen
ergangenen  Bestimmungen  aufgenommen,  soweit
sie  sich  auf  das  Personalwesen  der  Schutzgebietsbeamten
  beziehen.  Es  haben  ferner  die  Texte
der  allgemeinen  Personalbestimmungen,  soweit  sie
dort  noch  nicht  aufgeführt  waren,  als  Anlagen
besonders  Aufnahme  gefunden,  da  sich  dies  bei
der  praktischen  Verwendung  des  Buches  als  nützlich
  herausgestellt  hat.  Die  in  dem  Buche  und
in  den  Denkschriften  zu  den  Etats  der  Schutzgebiete
  wiederholt  bei  den  Besoldungsregelungen
der  Schutzgebietsbeamten  erwähnten  Grundsätze
für  die  Bemessung  der  Gehälter  der  etatsmäßigen
Reichsbeamten  nach  Dienstaltersstufen  sind,  in
einer  neuen  Anlage  vereinigt,  wörtlich  wiedergegeben.


Jeder  Deutsche,  der  sich  —  auch  wenn  ihm
nie  das  Glück  winken  sollte,  mitbauen  zu  dürfen
dort  draußen  —  in  der  gegenwärtigen  Zeit  des
kolonialen  Ausschwungs  für  die  koloniale  Sache
interessiert,  wird  in  Teschs  Buch  allenthalben
wertvollste  Belehrung  und  Orientierung  über
die  vielgestaltigen  kolonialen  Beamtenverhältnisse
finden.

Dreißig  Jahre  in  der  Südsec.  Land  und
Leute,  Sitten  und  Gebräuche  im  Bismarck-Archipel
  und  auf  den  deutschen  Salomo-Inseln.
Von  R.  Parkinson,  herausgegeben  von  Dr.
B.  Ankermann.  Stuttgart  1908.  Verlag
von  Strecker  &amp;amp;  Schröder.  Preis  geheftet
14  Mk.,  in  Originaleinband  geb.  16  Mk.

Von  dem  wiederholt  rühmend  erwähnten
hervorragenden  Werke  sind  nunmehr  die  Schlußlieferungen
  (22  bis  28)  erschienen.  Sie  können
nur  den  früheren  Eindruck  verstärken,  daß  hier
vielleicht  der  beste  Kenner  unserer  Südsee-Schutzgebiete
  die  Erfahrungen  und  Erlebnisse  eines

 

Menschenalters  in  einer  nach  Form,  Inhalt  und
Ausstattung  gleich  mustergültigen  Weise  niedergelegt
  hat.  Im  Hinblick  auf  die  Anerkennung,
welche  Parkinsons  Buch  sowohl  von  amtlichen
Stellen  wie  auch  von  seiten  aller  unserer  Südseekenner
  gefunden,  sind  wir  der  Verlagshandlung
auf  ihr  Ersuchen  um  Wiedergabe  einiger  Illustrationsproben
  gern  entgegengekommen.

Marine-Taschenbuch.  Mit  Genehmigung  des
Reichs-Marine-Amts  auf  Grund  amtlichen
Materials  bearbeitet  und  herausgegeben.
6.  Jahrgang.  Berlin  1908.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;
Sohn,  Königliche  Hofbuchhandlung.  Preis:
3,25  Mk.,  geb.  4  Mk.

Von  dem  bewährten  Marine-Taschenbuch  ist
soeben  der  Jahrgang  1908  erschienen.  Die
Kaiserliche  Marine  befindet  sich  in  einem  Stadium
lebhafter  Entwicklung.  Dies  macht  sich  in  erster
Linie  auch  bei  den  Dienstvorschriften  bemerkbar,
die  vielfachen  Erweiterungen  und  Veränderungen
unterworfen  sind.  Da  es  die  Aufgabe  des
Marine-Taschenbuches  ist,  eine  übersichtliche  Zusammenstellung
  nur  derjenigen  Bestimmungen  zu
geben,  deren  Gültigkeit  für  den  Dienst  verbürgt
ist,  so  ist  damit  auch  der  Inhalt  dieses  Buches
ein  stetig  wechselnder.  Im  Vordergrund  der
diesmal  nen  hinzugetretenen  Bestimmungen  stehen
das  Militärhinterbliebenen-Gesetz  vom  17.  Mai
1907  und  die  Grundsätze  für  die  Besetzung  der
mittleren  Kanzlei=  und  Unterbeamtenstellen  bei
den  Reichs-,  Staats=  und  Kommunalbehörden  usw.
vom  20.  Juni  1907,  die  hinsichtlich  ihrer  Wichtigkeit
  nicht  hinter  dem  Militärhinterbliebenen-Gesetz
zurückstehen.  Durch  die  Aufnahme  dieser  beiden
Gesetze  hat  der  Abschnitt  über  das  Versorgungswesen
  eine  wesentlich  andere  Gestaltung  erfahren.
Aber  auch  die  anderen  Abschnitte  zeigen  vielfache
Abweichungen  gegenüber  dem  5.  Jahrgange.  Das
Taschenbuch  ist  nicht  nur  für  jeden  Angehörigen
der  Kaiserlichen  Marine  von  großem  Interesse
und  Nutzen,  sondern  wird  sich  auch  überall  dort
als  ein  zweckmäßiger  Ratgeber  erweisen,  wo  Behörden
  wie  Bezirkskommandos  und  Konsulate
oder  auch  Privatpersonen  in  Beziehungen  zur
Kaiserlichen  Marine  treten.

Eine  Landes-,

Südafrika.  Volks=  und  Wirtschaftskunde
  von  Professor  Dr.  Siegfried
Passarge.  Mit  47  Abbildungen  auf  Tafeln,

34  Karten  und  zahlreichen  Profilen.

1908.  Verlag  von  Quelle  &amp;amp;  Meyer.

geh.  7  Mk.  20  Pf.,  geb.  8  Mk

Das  vorzüglich  ausgestattete  Werk  des  bekannten
  Kalahari-Forschers  verdient  nicht  nur  die
Aufmerksamkeit  der  Fachleute,  sondern  die  aller
gebildeten  Kreise.  Südafrika  steht  ja  heute  auch

Leipzig
Preis:
        <pb n="1355" />
        1236  ꝛ

für  uns  nach  schmerzlichen  Erfahrungen  im
Vordergrund  des  kolonialpolitischen  Interesses,  und
so  ist  bestimmt  anzunehmen,  daß  Passarges  Buch
diejenige  Aufnahme  finden  wird,  auf  die  es  in
allen  seinen  Teilen  vollsten  Anspruch  hat.

Paasche,  Oberleutnant  z.  S.:  Im  Morgenlicht.
Kriegs-,  Jagd=  und  Reise-Erlebnisse  in  Ostafrika.
Berlin  1908.  C.  A.  Schwetschke  &amp;amp;  Sohn.
Preis  geh.  10  Mk.,  geb.  12  Mk.

Frische  Jugend  lebt  in  dem  Buche  des  Verfassers,
  eines  Sohnes  des  Vizepräsidenten  des
Reichstags.  Paasche  war  mehrere  Jahre  in
Ostafrika  stationiert  und  hat  an  der  Niederwerfung
des  Eingeborenenaufstandes  an  verantwortungsvoller
  Stelle  mitgewirkt.  Was  er  gesehen  und
gehört  hat,  versteht  er  anschaulich,  oft  spannend,
wiederzugeben.  Das  Buch  eignet  sich  vortrefflich
als  Weihnachtsgeschenk.

Jung-Deutschlands  Flotten=  und  Kolonial-Kalender
  1908.  Preis  15  Pf.,  bei
Massenbezug  10  Pf.  Würzburg,  Verlag  der
Kgl.  Universitätsdruckerei  H.  Stürtz.

In  hübscher  Gewandung  liegt  in  dieser  alljährlich
  erscheinenden  Ingendschrift  ein  Werkchen
vor,  das  wohl  geeignet  ist,  unserer  heranwachsenden
  Jugend  frühzeitig  Kopf  und  Herz  für  unsere
nationalen  Aufgaben  zu  wecken  und  Aufschluß
über  den  Fortschritt  unserer  See=  und  Kolonialmacht
  zu  geben.

 

Deutsches  Militärstrafrecht  von  Dr.  Max
Ernst  Mayer,  Universitäts-Professor  in  Straßburg
  i.  E.  Zwei  Bändchen  (Sammlung  Göschen
Nr.  371/72).  Leipzig  1908.  Preis  je  80  Pf.
G.  J.  Göschensche  Verlagshandlung.

Dietrich  Reimers  Mitteilungen  für  Ansiedler,
  Forschungsreisende  und  Kolonialfreunde.
  Hest  4.  November  1907.
50  Seiten  mit  Abbildungen.  Verlag  Dietrich
Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin  SW.,  Wilhelmstraße
  29.  Preis  30  Pf.

Die  Zukunft  Deutsch-Ostafrikas.  Von  Bernhard
  Perrot,  weiland  Direktor  der  Ostafrikanischen
  Gesellschaft  „Südküste“.  Berlin  1908.
Hermann  Walther,  Verlagsbuchhandlung.  Preis
3  Mark.

Die  Handelshochschule  Berlin.  Bericht  über
das  erste  Studienjahr  1906/07.  Erstattet  von
dem  Rektor  der  Handelshochschule  Professor
Dr.  J.  Jastrow.  Berlin  1908.  Druck  und
Verlag  von  Georg  Reimer.

Die  Kunst  der  Jahrhunderte.  Bilder  aus
der  Kunstgeschichte  von  Dr.  Anton  Kisa,  em.
Direktor  des  Museums  in  Aachen.  Berlin
und  Stuttgart,  Verlag  von  W.  Spemann.
Preis  10  Mk.  50  Pf.

 

Verkehrs-Nachrichten.

In  Otjosonjati  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  7.  Oktober  d.  Is.  eine  Postanstalt  eingerichtet
worden,  deren  Tätigkeit  sich  auf  die  Annahme  und  Ausgabe  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen

Briefsendungen  erstreckt.

 

Postdampfschiffsverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten  für  den  Monat  Dezember  1907.

Die  Abfahrt  er  erfolgt

2  sichiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

 

Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Uberfahrt  abgesandt  werden  am:
Nea  2.0  Jan.  Friedrich-  Wilhelms=Sch
  L##  hafen  38  Tage

1.  deutsch=  Neuguinea.  u-r

15.  Dez.  12.  Jan.

Sinpsonbalen  41  Tage
Simpsonhafen  38  Tage
Friedrich-Wilhelmshafen

  41  Tage

13.  31.  Dez.  10.  Jan.
10  3  abds.

 

end  *'
l

Nea  «
manche  Schme)  19.  Dez

2.  den  Karolinen,  palau-Neapel  «
Inseln,  Marianen.  Cengl.  Schiffe)  .  Febr.

 

Jap  38  Tage
,E  Saipan  42  Tage

 

 

Ponape  50  Tage  17.  Dez.  1.  Febr.
Ponape  67  Tage  105  abds.
Saipan  77  Tage

Jap  81  Tage

Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Briefsendungen  nach  den  Marianen  auch  über  Japan
geleitet;  von  Yokohama  weiter  sechs=  bis  siebenmal  jährlich  mit  Segelschiffen.
        <pb n="1356" />
        W  1237  20

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
3.  Deutsch-Estafriha.  aecpel-  an  20.  Dez.  D.  Jan.  Mombasa  O  16—17  Tage28.  6.  an  Jan.
eutsche  Schitfe)  1
d
„  hach  Butoba  Muanfa  und  Arseile  Mombasa  O  17  Tage  ..  .  .  ..  abds.
Von  Mombasa  Weiter-  Brin  12.  Jan.  Mombasa  O  14  Tage10.  Jan.  10  abds.
bef  re  mit  der  Uganda-  (engl.  Vihie)
babg  von  der  enuten  Vrindisi  22.  Dez  Mombasa  18  Tage  20.  Dez.  1083,  abds.
mungsorten.  (engl.  Schisse)  4
Marseille  10.  Jan.  Mombasa  17  Tage  8.  Jan.  9  abds.
v)  nach  Tanga  leinschl-  Amani,  Neapel  30.  Dez.  9.  Jan  Tanga  17,  17,  19  Tage  28.  Dez.  7.  Jan.
Reuscho.  e  Ker#  se  Moo  mbo.  Loke  Schiffe)  *.  9  1035  ubs.
angami,  Brindisi  12.  Jan.  Tanga  16  Tage  29.  Nov.  1035  abds.
W  unn  Wlae  I  (engl  S#le)  8  g
Neapel  30.  Dez.  Daressalam  18  Tage  28.
(deutsche  Schlffe)  10  a
Marseille  10.  jedes  Monats  Zanzibar  18  Tage  B.  jed.  gen  10  abos.
.  on  set-Isidor  unmittelbar
uche  brder  1  a  ch
ar-  L  oubernec)
  uach  Deutsch  ·  Ostafrita  ·  mentsdampfer  in  6  Siund.)
(ausschl.  der  unter  a  und  bP  Brindisi  12.  Jan.  Daressalam  17  Tage  10.  Jan.  10  abds.
genannten  Postorte)  (engl.  Schiff)
Brindisi  22.  Dez.  Zanzibar  20  Tage  20.  Dez.  10  2  abds.
(engl.  Schiffe)  Daressalam  weller
kch  nächster  Geleg#  genbeit  4
Neapell  9.  Jan.  Daressalam  20  Lage  7.  Jan.  1035  abds.
(deutsche  Schiffe)
4  deutsch-Südwestafeiha  Hamburg  4.  Jan.  Swakopmund  25  Tage  3.  Jan.  712  abds.
a)  nach  Abbabis,  Epuliro,  Gi-  Hamburg  25.  Dez.  Swakopmund  25  Tage24.  Dez.  52°  s.
broon-Bobabis  Sochas  Gro-“  Antwerpen  30.  Dez.  Swalopmund  20  Tage29.  Dez.  8  oms.
W*
1  a
Suen  etn  8  o  éE-  logne  31.  Dez.  Swalopmund  19  Tage30.  Dez.  10  Ums.
e,  Omarn  Maul  i*-Fu
  45  iee.  Southampton  4.  Jan.  Swalopmund  25,  3.  Jan.
botb.  Seeis.  Swakopmund,  21  Tage  1122  vome.
Uigiee.  Wagan,  Waterberg.  Southampton  21.  28.  Dez.  Swakopmund  27,  32,  20.  27.  Dez.
inohr  25  Tage  112  oms.
Southampton  21.  28.  Dez.  4.  Jan.]  Lüderitzbucht  22,  29,  22,20.  27.  Dez.  3.  Jan.
20,  22  Tage  112  oms
Hambureg  .  ..  Lüderitzbucht  34  Tagee  7#nms.
Antwerpen  30.  Dez.  Luderitzbucht  21  Tage  29.  Dez.
b)  nach  Lñderitzbucht,  Kubub,  (beutsche  Schisse)  88  vms.
Belhamen,  Hafuur,  Keek-  Voulogne  31.  Dez  Lüderitzbucht  20  Tage30.  Dez.
manshoop  deutsche  Schiffe)  10  ums.
Hamburg  Lüderitzbucht  20  Tagee  55  ums.
1Southampton  ......  Oüderitzbucht27Tagc......  112  oms.
Hamburg  25.  Dez.  4.  Jan.  #Mderitbucht  26,  24.  Dez.  55  ums.
*  borist.  War  —41  Tage.  Jaon.  71½  nms.
)  ba  uman  arn  —  7.
Southamptons  21.  Dez.  4.  Tan.  Capstadt  1  Tage  20.  Dez.  3.  Jan.
bar,  Foltfontemn  GSuũd)  “  hanip  ʒ  er  dort!  welter  4%  dem  b“o

Landwege  über  Steinkopf

 

 

 

Brindisi  29.  Dez.  Jaluit  57  Tage
(engl.  Schiffe)  v§v  27  l.  Keb
5  .  Neapel  19.  Dez.  Jaluit  58  Tage  17.  27.  Dez.  1.  Febr.
bh.  Marshal-ZInseln.  Gemtäd  #ee)  5  2  9n  10  abd.
Neapel  3.  Febr.  aluit  59  Tage
(engl.  Schikte)  ’lr  6
Nea  22.  Dez.  19.  Jan.  Apia  54  Tage
6.  Samoa.  t  Eheh  20.  27.  Dez.  17.  Jan.
29.  Dez.  Apia  51  Tage  105  nms.

 

 

(ig  nisdisge,
        <pb n="1357" />
        1238

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungohafen.

Briefe  müssen  aus

 

 

 

Nach  vom  Ein-  "  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  am:  der  Überfahrt  abgesandt  werden  am:
1
7  *.  Mireari  9
5rn  #eaner“  -e-  Hamburg  10.  25.  jed.  Mts.  Jiltoria  19.  212  6  "Al  *  jed.  Mis.  sne
din  l  medthf  Bonabecil  nribi  20  u.  25—30  Tage  1  24.  jed.  Mts.  712  abds.
*  Fom  «  okf,Voulognc.11.jcdc-JMonat-JViktorcalssage  10.  jed.  Mts.  10  nachm.
e  Zaunde  e  kur  Mer!  Duala  18  Tage
Abrechtshohr,  Jor-  #hr.  (beutsche  Schiffe)  Kribi  19  Tage
#elade  oͤn,  Bilioria  Liverpool  28.  Dez.  Duala  26,  23  Tage  26.  Dez.  1078  abds.
I  Hamburg  25.  fedes  Monats  Rio  del  Ney  32—36  Tage24.  jed.  Mts.  7½  abds.
Live  Ney  23  9.  Jan.  10  abds.
b)  nach  Rio  del  RHey  iverpool  11.  Jan  Nio  del  Ney  Tage
nach  Rio  del  Rey  Rotterdam  4.  Ien-  Rio  del  Ney  45  Tage  3.  Jan.9  abds.
(deutsche  Schiffe)  ·
e)  nach  dem  Tschadsee-Geblet  s  Liverpool  jeden  Sonnabend  Forcavos  17  Tage,  jeden  Donnerstag
von  dort  weiter  über
(Garna,  Kusser.)  S#erbweltge  10“  abds.
4)  nach  Osstdinee  Liverpool  jeden  Sonnabend  Calabar  19  Tage  jeden  Donnerstag
s  von  dort  welter  über  Obokum  10“  abds.
bis  Ossidinge  (am  Croßfluß)
e)  nach  Molunn  Antwerpen  26.  Dez.  16.  Jan.  I  Matadi  19—20  Tage  25.  Dez.  15.  Jan.
D  von,  daweler  mit  adenr  Sen  0  nachm.
Bordeaux  25.  jedes  Monats  1  *86  guig  Zugomofern,  s  2.  jed.  Mts.  10“5  abds.
v  em  on
Djah  4  e
Nea  19  Dez.  2.  Jan.  Tsingtau  33—36  Tagess.  31.  Dez.
sa  keen  105  abds.
Brin  jeden  Sonntag  Tsingtau  31—36  Tageßeden  Freitag  10  3s  abds.
(engl.  W  1
8.  Kiantschou.  jarseille  22.  Dez.  5.  Jan.  Tsingtau  31—36  Tage20.  Dez.  3.  Jan.
(kranz.  Schiffe)  100  abds.
Liverpvool  Tfingtau  31  Tage  88  vnis
Marseille  27.  Dez.  Tüngtau  36  —38  Tage  s  25.  Dez.
(engl.  Schiffe)  100  abds
Hamburg  16.  25.  jed.  Mts.  Lome  27,  19,  26  Tage  15.  24.  31.  Dez.
1.  Jan.  7½  abds
Hamburg  10.  jedes  Monats  Lome  17  Tage  9.  jed.  Mes.  8°  oms.
Rotterdam  20.  Dez.  7.  Jan.  Lome  20,  23,  20  Tages.  Dez.  6.  Jan.
(beutsche  Schiffe),  9“  nms.
Boulogne  s.  M.  11.  jedes  Monats  Lome  16  Tage  10.  jed.  Mts.  1°  ums.
9.  Togo.  (deutsche  Schlffe)
Marseille  12.  jedes  Monats  Cotonou  19  Ta  10.  jed.  Mts.  1045  abds.
von  da  ab  Landverbindung
#Bordeaux  25.  jedes  Monats  Cotonou  14  Tage  23.  jed.  Mts.  10/5  abds.
»  von  da  ab  Landverbindung
tLiverpool  jeden  Sonnabend  Akkra  15  Tage  Donnerstag  9  abds.

 

 

von  dort  weiter  auf  dem

 

Landwege  in  4—5  Tage

dDen  durch  #  bezeichneten  Schisfsverbindungen  werden  Briefsendungen  nur  dann  zugeführt,  wenn  der  Absender
die  Beförderung  auf  diesem  Wege  durch  einen  Leitvermerk  verlangt  hat.
        <pb n="1358" />
        W  1239  20

Eintrefsen  der  Pest  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs.  dee  Post  #  fälig  Landungs-  Die  Post  ĩ  ist  4  fällig
Von  en  n  Berlin  am  Von  hafen  in  Berlin  am
Deutsch-Neuguinean.  sNeapel.  .  .  .  17.  Dez.  ö.  Jan.  Marshall-Inseln  Brindisi  ..  29.  Jan.
Neapel  20°.  Dez.  3.  JIaul  —  6  1-veutsch-Ostafrita
  Brini  2  128“.  De  1  —  Jan-¾
.  Marseille  #15.  jed.  Mts.  —  Brindisi  .  .  .  28.  Dez.
Marseille.  ..  26.  Dez.
deutsch·  8ndwesafrn  ½  Berseile  2.  D6  u
ntwerpen  an.  »  Vancouver.
nördl.  Tell  d.  Schutzgeb.  Hamburg  224.  Dez.  Kiautschon  Plymouth,
Southampton  15.  29.  Dez.  Sonetbeny  20*.  26.  27.  Dez.
sũdl.  Teil  des  Schutzgeb.  Southampton  15.  29.  Dez.  Le  Havre  oder3.  5.  Jan.
Antwerpen.  4“.  Jan.  Queenstown.  I
Sibir.  Eisen-  4
Voulogne.  11  jed.  Mts.  bahn  jed.  Montag!  u.  Mittw.
Namernn  Somthampton  14  .  u.  80*.  jed.  Mts.  -
20  2  5  Queenstown-  unbestimmt,  voraus-Plymouth
  .  .  22.  Dez.  ö.  Jan.  Samoa  ur.  Plymonth  iaS  ichtlich  5.  Jan.
den  Karolinen  J  *  u
aeskenb  20.  van.  do  Southampton  14.  u.  30—ied.  Mtspalau-Inseln
  I  «  g........

*Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

M.
M.

M.
M.

S  &amp;amp;  &amp;amp;  #  6%

n  #

25

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedentet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schisjes.)
.  „Arcona"  Amnoy  3/12.  —  6/12.  Shanghai.
.  „Bremen“  Port  castiies  11/11.  —  22/11.  Bahia  2/12.  —  5/12.  Ilha  Grande
—  Montevideo.

S
S
S
S
.  S.
S
S
S
S

an#  #

„Bussard“.  Vaganpsl  —  8/11.  Daressalam.
„Charlotte“  Trinidad  11/11.  —  12/11.  Barbados  13/11.  —  16/11.  Guadeloupe  28/11.

—  23/11.  Kingstown  (Jamaika)  8/12.  —  Veracruz.
„Condor"“  Honolulu  8/10.  —  20/10.  Jaluit  3/11.  —  12/11.  Ponkoe  23/11.  —

1/12.  Jap.
.„Fürst  Bismarck“  Tsingtau  11/11.  —.  13/11.  Shanghai  30/11.  —  3/12.  Amoy  4/12.

—  6/12.  Hongkong.

„Iltis"  Shanghai  10/11.  —  12/11.  Ningpo  18/11.  —  Nimrodsund.  —  20/11.
Shanghai.  —  6/12.  Nagasaki.
.  „Jaguar"  Shanghai  26/11.  —  28/11.  2Tschingkiang  30/11.  —  30/11.  Nanking
3/12.  —  6/12.  Kiukiang  9/12.  —  Hankau.
„Leipzig“.  Shanghat  11/11.  —  13/11.  Nanking  18/11.  —  18/11.  Tschingkiang
22|11.  —  22/11.  Shanghai  2/12.  —  5/12.  Yokohama  14/12.  —
Kob
„Luchs'“  Kobe  19/71.  —  17/11.  Nagasaki  19/11.  —  21/11.  Shanghai  7/12.—
Hongkong.
„Niobe“  Tsingtau  2/12.  —  5/12.  Swatan.

„Panther“  Duala  21/11.  —  22/11.  Bata  25/11.  —  26/11.  Alt  Calabar  3/12.—
4/12.  Duala.
„Planet"  Vermessungsgebiet  bei  Matupi.

„Seeadler"  Daressalam  7/12.  —  Mafsia.
„Sperber"  Viktoria  (Kamerun).  —  Duala  2/12.  —  5/12.  Lome  13/12.  —  Sekondi.
„Tiger"  Tschifu  6/11.  —  8/11.  Niutschwang  10/11.  —  11/11.  Dalni  14/11.—

15/11.  Tsingtau.
        <pb n="1359" />
        G.  1240  2

"„  Ablösungstransporte:
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Yorck“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  ablösenden  Besatzung
für  S.  M.  S.  „Planet“  (von  Hongkong  ab  Reichspostdampfer  „Prinz  Sigismund“).
Transportführer:  Kapitänleutnant  Nippe.

Neapel  8/11.  —  11/11.  Port  Said  11/11.  —  16/11.  Aden  16/11.  —  23/11.  Colombo  23/11.
27/11.  Penang  27/11.  —  29/11.  Singapore  30/11.  —  5/12.  Hongkong  6/12.  —  Manila.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Lucie  Woermann“  der  Woermann-Linie  mit  der  abgelösten

Besatzung  S.  M.  Schiff  „Sperber“.

Transportführer:  Kapitänleutnant  Meyer  (Tustus).
Duala  (Kamerun)  7/11.  —  11/11.  Lagos  12/11.  —  13/11.  Lome  13/11.  —  14/11.  Sekondi
14/11.  —  15/11.  Gr.  Bassam  15/11.  —  17/11.  Monrovia.  —  18/11.  Conakry  18/11.  —
23/11.  Las  Palmas.  —  23/11.  Teneriffa.  —  28/11.  Boulogne  29/11.  —  1/12.  Hamburg.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrik.

 

 

 

 

 

 

.  -  eise  Letzte  Nachrichten
mpfer
Vostdampje  von  nach  bis  12.  Dezember  1907.
„Adolph  Woermann"  Hamburg  %  Durban  am  14.  Dezember  ab  Hamburg.
„Alexandra  Woermann“:  Gabun  Hamburg  am  D.  Dezember  Dover  passiert.
„Aline  Woermann""  Kapstadt  Swakopmund  am  10.  Dezember  in  Swakopmnnd.
„Anna  Woermann)  Winnebah  Hamburg  am  30.  November  in  Hamburg.
„Arnold  Amsinkkkk  Hamburg  Lüderitzbucht  am  3.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Ascan  Woermann  .  ..  Hamburg  Mossamedes  am  12.  Dezember  Dlissingen  passiert.
„Carl  Woermann"  Accra  Hamburg  am  5.  Dezember  ab  Sekondi.
„Eduard  Bohle"  Swakopmund  Kapstadt  am  7.  Dezember  in  Kapstadt.
„Eduard  Woermann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  8.  Dezember  in  Hamburg.
„Eleonore  Woermann"“  Duala  Hamburg  am  9.  Dezember  ab  Viktoria.
„Ella  Woermann  Hamburg  Assinie  am  11.  Dezember  in  Dakar.
„Erna  Woermannnn  Hamburg  Lüderitzbucht  am  1.  Derember  in  Swakopmund.
„Frie  Woermann  .  ..  Hamburg  Gabun  am  2.  Dezember  in  Duala.
ertrud  Woermann"  Delagoabai  Hamburg  am  6.  Dezember  in  Hamburg.
Hans  Woermann.  Hamburg  Kotonon  am  29.  November  in  Lome.
„Henriette  Woernann“  Hamburg  Calabar  am  4.  Dezember  in  Lagos.
„Irma  Woermann  .  Assinie  Hamburg  am  5.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann"  Hamburg  Burutu  am  5.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Kurt  Woermann"“  Hamburg  Accra  am  10.  Dezember  Dover  passiert.
„Lili  Woerman..x  Burutu  Hamburg  am  09.  Dezember  in  Sekondi.
„Linda  Woermann"  Hamburg  Rio  Nunez  am  7.  Dezember  in  Conakry#
„Lothar  Bohlen  ..  Hamburg  Calabar  am  7.  Dezember  Ouessant  “*i
„Lucie  Woermann".  Hamburg  Duala  am  12.  Dezember  ab  Boulogne.
„Marie  Woermann  .  ..  Hamburg  Assinie  am  3.  Dezember  in  Astnies“
„Martha  Woermann“  ·..  Burutu  Hamburg  am  3.  Dezember  in  Hamburg.
„Max  Brock“  Hamburg.  Emden  am  7.  Dezember  in  Emden.
„Otto  Woermann"#  Hamburg  Rio  Nunez  am  10.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Paul  Woermann  Calabar  Hamburg  am  30.  November  ab  Lagos.
wheil  Bohlen“  ....  Hamburg  Accra  am  27.  November  in  Sierra  Leone.
.  ....  Hamburg  Lüderitzbucht  am  1.  Dezember  in  Swakopmunv.
Hamburg-Amerika-Linie,  Afrika-Dienst.
„Duslace  Rio  Nunez  |  Hamburg  am  1.  Dezember  in  Hamburg.
„Edeeee  Hamburg  I  Gabun  am  7.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Kamerun"""  Hamburg  Kotonon  am  7.  Dezember  ab  Rotterdam.
„Lome“  ....  Kotonou  Haniburg  am  6.  Dezember  in  Hawburg.
„Otavi“  Hamburg  Mossamedes  am  3.  Dezember  in  Loanda.
„Svpatopmund-.  ....  Hamburg  Mossamedes  am  29.  November  ab  Las  Palwas.
.....  Mossamedes  am  9.  Dozember  ab  Las  Palmas.
„Windhut“  .--·..  Hamburg  Delagoabai  am  10.  Dezember  in  Lüberitzbucht.
I
        <pb n="1360" />
        W  1241

Kurse  deutscher  Kolonialwerte.
Mitgeteilt  vom  Bankhause  von  der  Heydt  8##  Co.,  Abteilung:  Kolonialwerte,  Berlin  W.  ö4.
Telephon:  Amt  1  9229  und  9224.  Telegramm=  Abtssien  #—

10.  Dezember  1907.

 

a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grin-  Kapital  b  ilr  lectzte  3  chfrage  Angebot
dungs-  Kapita  o5  ett  Divi-  Freibleibend  achfrage  Ang
3
jahr  WMart  jahr  4  dende  E  5½%
%  1  H
1008  1250  000  1.  10.  —  —  .105  110
1900,  2000  000  1.  1.  —  4  6  —  5
1905  1200  000  1.  4.  0  0  —  100
1905  600  000  1.  1,  5  5  100  105
1890  1  1  500  000  1.  1.  30  22  260  —
18911  2600  000  1  1.  10.  5  7  .  78  83
190595  220  000  1.  1  —  13  1120  —
1900  418  000  1.  1.  7  7  ,  110  115
1878  2750000  1.  1.  12  20
195  200
1885,  2  000  000  1.  4.  20  20  #185  195
1907  2  500  O000  1.  1.  —  —  .—  95
1902  1000  000  1  1.  1.  0  0  —  75
1902  1  000  000  1.  5.  1  2  85
18835|  3  ’721  000  .  1.  8½  5  100  102
3  000  000  3%  5  5  101  108
1886  2000  000  1.  1110  0  8  zafr.,  133efr
1908  11495  0oo  1.  1.|3%  3½
"%  91  o2
1897  2250000  6  1.  1.  4  5  —  95
1899  4000  000  1.  1  0  .  —  M  75.—
9300  000  1  0  *’  —  HM  12.—
1898  1.  000  000  1.  11  5  10  Südkamerun  —  115
1000  000  oE  10  ....  —  100
1889J2000000110.  0  0  Guatemala  Plantagen-Gesellschaft  —  25
1897  1  153.000  1.  1.  0  0  Oanseatische  Kolonisationsgesellschaft.  —  40
1889  000  1.  10.  0  0  Hanseatische  Plantagengesellschaft.  30
1887  1  200  00  1.  1115  20  Jaluit-Gesellschaft,  geteilte  Aktien  125  —
"1  eenußscheine  .  105  —
1898  604  000  1.  7.  0  Kaffee-Plantage  Sakarre  Stamm-Aktien  10  15
447  000  Vorzugs-Aktien.  —  50
1904  1  000  000  1.  11—  0  Kamernn-  Vergwerks-#tiengefällchaft  .  —  40
1906  8  000  000  1.  1.  4  Kamerun-Kautschuk-Compagnie  —  85
1903  1  000  1.  1,1—  0Kautschuk-Pflanzung  Meanja  A.-G.  —  60
1899  1  100  1.  7.  0  0VMoliwe-Pflanzungs-Gesellschaft  .  —  80
18851  6000000  1.  4.  0  0  deu  Guinea  Combagnie  Vorzugs-Anteile  .  —  98
0  ·  tamm-Anteile  38  42
1908  1200  000  1.  111—  —  Ostafrika-Kompagn  ....  —  99
1904000  1.  1.  8  83  Ostafrikanische  E  abahnocselisc  Haft  Anteile
(vom  Deutschen  Reiche  mit  ¾  0  Zins  und
120%  Rückzahlung  garantiert)  91  92
1900(20  000  000  (1.  4.  ·  0Otavi-Minen=  und  Eienbabngeseshctt  100  105
1897  2000  O00  1.  10.  5  6  Plantagengesellschaft  C  —  92
1895  1  500  000  1.  1.  6  0  HRheinische  rn  —  35
1903  800  1.  1.  0  0Safata-Samoga-Gesellschaft  —  95
1905  2u000  000  1.  1.  4  46  Samoa-Kautschuk-Compagnie  —  65
189  500  000  1.  11  0  0  Sigi  Pflanzungs-Gesellschaft  100
1900  500  000  1.  7.  0  0  out  rican  Territories  ——  —xs
189222000  000/1.  7.  0  0  South  West  Africa  Co.  12sh  6d1I#SSh
1898  869  100  1.  4.  0  Usambara  Kaffeebangesellschaft  Stamm  -Anteile  30  3r.
142  200  0  0  S  Anteile  —  50  zöfr
1897  1  500  000  1.  1.  0  0  Westafrikanische  #nensbelch  Bibundi
amm  -Anteile  80  —
600  000  6  Smrte  115  —
1897  4  500  000  11.  1.  0  0  Bentafritanuseo  Pflanzungsgesellschaft  Victoria
1  zusammengelegte  Etamm-ken  50  —
1  55  Vorz.-Aktien20  —
1895  1  800  000I.  1.  0  0  weche  andels-  u  und  lantage  ocsc  iihes  7
üsse  7  .- 



Zu  jeder  Art  von  Auslunft  ist  obenstehendes  Banlhaus  stets  gern  bereit.

 

—.—
        <pb n="1361" />
        0l  önv  60

5bunleneslo  t

 

 

1242  2

Anzeigen.

i  ZInserate  sind  an  die  Geschäftsstelle  des  „Deutschen  Kolonialblattes“,  Berlin  S8#W  68,  Kochstraße  68—71.  —  S

 

Bekanntmachung  g.

In  Band  II  des  hiesigen  Handelsregisters
  Abteilung  B  unter  Nr.  8,  betreffend
  die  Deutjche  Kautschuk-Aktiengesellschaft,
  ist  eingetragen:

Spalte  2:  Deussche  Kautschur-  Aktiengesellschaft,
  Berli
ges  Siehitberefn

(Ka
Spalte  35  eieb  von  Plantagenwirtschaft

  in  Kamerun,  insbesondere

der  Kautschukkultur;  des  weiteren
kann  die  Gesellschaft  Grundbesit
pachten,  erwerben  und  verwerten,

4  gewerbli  und  Handelsgeschäfte

  unternehmen,  si  an

Kenpen  Umternehmungen  beteiligen

oder  sie,  erwer

Spalte  4  E  Mark  (2500  Inhaberaktien
  über  te  1000  Mark).

Spalte  5:  Keinrich  Frico  Picht,  Kaufmann,
  Berl

Spalte  65n  wie  Max  Zitzow  in

Ber  Derselbe  ist  ermächtigt,

Fiasnnd  ci  Gefellta#  zu  vertrete



Vikloria

r  Diegeseuschaf
Gesellschaftsvertrag  ist  am

23.  Januar  1907  gestgestell:  am

18.  März  1907  geä
Nach  ihm  s  wver  'Gesellschaft

vertreten,  wenn  der  Vorstand  aus

mehreren  Personen  besteht,  von
dem  Vorstandsmitgliede  allein,  dem
die  Befugnis  erteilt  ist,  die  Gesellschaft
  allein  zu  vertreten,  oder  gemeinschastlich
  von  zwei  Vorstandsmitgliede

  oder  von  einem

Voltenvönnitgliere  und  einem

Prokuristen.

Das  Vorstandsmitglied  Frico
Picht  ist  ermächtigt,  selbständig
die  Gesellschaft  zu  vertreten.

Spalle  9:  II.  H.  R.  2.

Spalte  7
Der

 

758.

26.  Oktobr  1907.  (1880)
Viktoria,  den  26.  Oktober  1907.
Kaiserliches  Bezirksgericht.

Offentliche  Bekanntmachung.
In  das  hiesige  Handelsregister  it
heule  in  Abteilung  B  unter  Nr.  5  e
getragen  voorben

5b  Keetmanshoop,
—is  uk  besfhräncer  Haftung,
mansho

 

degenliske  des  Undernehmens  ist
der  Betrieb  einer  Messe  und  die  Vermittlung
  von  Wareneinkauf.  Das
Stammkapital  beträgt  24000  Mark.

Geschäftsführer  ist  der  Postsekretär
Eugen  deit  in  Keetmanshoop.

Der  Gesellchaftsvertrag  ist  am
4.  November  1907  festgestellt.

Der  rseeofole  vertritt  die
Gesellschaft  und  ist  berechtig,  allein
die  Firma  zu  zeichne  150)

Keetmanshoop,  den  4.  Nopbr.  166.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

Handels-  Regisier  des  Königlichen
Amtsgerichts  Berlin-Mitte  (Abt.  B.)
Am  3.  Sieszber  1907  ist  eingetragen
bei  Nr.  2473
Ot  tart-Minen-  und  Eisenbahn-Gesellschaft
  mit  dem  Sitze  zu  Berlin.
Das  Mitglied  der  Direktion,  Baurat
  Alfrep  Gaedert  zu  Berlin,  ist
verstorben.
Berlin,  den  3.  Dezember  1907.
Königliches  Amtsgericht  Berlin-Mitte.
Abteilung  89  6)

 

Handels-  Negiser  des  Königlichen
Amtsgerichts  Berlin-Mitte  (Abt.  B.)
b  em  4.  „aember  1907  ist  eingetragen

ei  Nr.

ZEantr  Afrikanische  Bergwerks-Gesellschaft
  mit  dem  Sitze  zu  Berlin.

Die  durch  die  Generalversammlungen
der  Mitglieder  vom  15.  September  1906
und  30.  September  100  beschlossene
Abänderung  der  Satzun

Berlin,  den  4.  Dezemer  1907.
Königliches  Amtsgericht  Berlin-Mitte.
Abteilung  89.  (417)

 

 

 

 

GOERZ-Anschütz-Klapp-


TBOPEN-ANGO.

Spezialmoden  für  die
Tropen  und  berseeländer.


Reich  illustrierte  Speziulire

  ist  sceben  erschienen

  steht  Inter
Lesn  zur

*  .  Eun  .

Berlin-Friedenau  94

London  Paris  New  Vork
Chicago.  ·- 



 

 

F.  C.  Heinemann,  Erkurt  123.

Hofllelerant  Sr.  Mal.  d.  Deukech.  Kalsers  u.  Köalge  v.  Preussen.

Sememurht.  Kunst-  u.  Kandelsgärtnerel.

Selten,
kemer:

—  Kkoskenlos  In  deutscher  Ausgabe:
600  Abbllduagen,  Kalender,  Kultur  Gleitang  G#
engilesche  und  ibn  #sche  Ausg

Seemässig  verpaclte  r—
Erfurter  Gemsesamen-  und
Blumensamen-Sortlmente
Mmit  neuem  loftalchten  Verschlug  der  Küsten,

(155
eee  Benhõörden,
AM  u5  und  Prirackunden.

der  ein  bequemes  Ilerauspehmen  jie  nach
darl  Jederzelt  gestat!
TL'eferant  vieler

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      </div>
    </body>
  </text>
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