W 314 e0 von höchstens 20 bis 25 v. H. Gerbstoff liefern könnten — eine Anreicherung, die viel zu gering sein würde. Auch die Hülsen des „Anabaumes“, der Acacia albida, die im übrigen auch in Ost- afrika vorkommt,“) sind nach Schinz gerbstoff- haltig; über ihre Verwendung nach dieser Rich- tung hin wird indessen nichts mitgeteilt. Außer dem vorstehend aufgeführten ist noch weiteres Rindenmaterial von Akazien gelegentlich zur Untersuchung gelangt, dessen Artzugehörigkeit aber leider nicht festzustellen ist. So bekam die Deutsche Versuchsanstalt für Lederindustrie im Jahre 1901 eine Anzahl Rindenproben von Akazien, und zwar eine aus Deutsch-, die übrigen aus Britisch-Ostafrika, zur Untersuchung. Die erst- genannte Probe wies einen Gerbstoffgehalt von nur 7,9 v. H. auf; die Proben I1 und II aus Britisch-Ostafrika zeigten sich ganz gerbstoffarm, die ebendaher stammende Probe III dagegen ent- hielt 34,5 v. H. Im Jahre 1902 fand ich am Himo, eine Tagereise von Moschi entfernt, eine Akazie mit gelbgrüner Rinde, von der ich eine kleine Probe entnahm. Die spätere Untersuchung der Rinde im Laboratorium des B. L. Insti- tuts in Amani ergab einen Gerbstoffgehalt von 33 v. H. Leider befanden sich am Baum zur Zeit der Probeentnahme weder Blüten noch Früchte; es war daher nicht festzustellen, um welche Akazienart es sich gehandelt hat. Die Militärstation Moschi hat sich danach bemüht, weiteres Material der gleichen Sorte zu sammeln; die eingesandten Proben besaßen aber viel we- niger, nämlich nur 10,7 v. H., Gerbstoffgehalt; wahrscheinlich lag also hier Material einer anderen Art vor. In der Rinde einer von mir am Südwest- abhang des Usambara-Gebirges (ebenfalls steril) angetroffenen Akazienart, die vielleicht mit der A. Seyal identisch ist, konnten nur 11,8 v. H. Gerbstoff nachgewiesen werden. Weitere Akazienrindenproben sind von der Forstverwaltung in Wilhelmstal in der Steppe gesammelt und im B. L. Institut in Amani unter- sucht worden. Das im „Pflanzer“ von 1906, S. 336, ver- öffentlichte Analysenergebnis ist nachstehendes: àW T Lösliche ...- .. .. Gesamt- ur Gerbstoff Wasser Nicht- Z Probe gerbstoffe Ertrakt v. S. v. S. v. H. v. H. l . 20,32 7,öl 9,56 29.88 II. 22,47 — 9 10,78 33,20*) Bei 1000 getrocknete Substanz. *) Vgl. Harms a. a. O. Wenn es nun auch nach dem Vorangegangenen nicht ausgeschlossen erscheint, daß sich noch die eine oder andere Akazienart in Deutsch-Ostafrika- auffinden läßt, die eine gerbstoffreichere Rinde besitzt, so muß auf Grund der dort herr- schenden Vegetationsverhältnisse doch bezweifelt werden, ob sich aus einer solchen Entdeckung ohne weiteres ein praktischer Nutzen ziehen ließe. Selbst für den Fall, daß es sich dabei um eine häufiger vorkommende Art handelte, würden doch die räumliche Ver- teilung der vorhandenen Vorräte, ihre größere Entfernung von der Küste, die also zum mindesten noch einen weiteren Bahntransport bedingte, die Möglichkeit der Verwertung der Rinde durch Export nicht zulassen; es erübrigte dann allenfalls eine Verwendung der Rinde als Gerbmittel im Lande selbst, wie dies in Deutsch-Südwestafrika mit derjenigen der oben besprochenen Acacia horrida geschieht; aber eine solche Verwendung könnte immer nur eine gelegentliche sein, denn an die Entwicklung eines selbständigen Gerberei- gewerbes in unseren Kolonien, etwa wie in Indien, wird in absehbarer Zeit kaum gedacht werden können. Eine noch nicht aufgeklärte Frage ist die, ob das Holz der mit der indischen „Cutch-Akazie“ (A. Catechu) nahe verwandten A. Suma, die in Deutsch-Ostafrika nachgewiesenermaßen stellen- weise, und zwar meist in der Nähe der Wasser- läufe bestandbildend auftritt, eine gleiche Ver- wendung finden kann, d. h. ob sie auch das be- kannte Färb= und Gerbmittel Catechu enthält. In Indien, wo beide Arten nebeneinander vor- kommen, soll dies der Fall sein. Bei der großen Schwierigkeit, die das Auseinanderhalten der zwei Akazien bietet, muß diese Angabe indessen einiger- maßen zweifelhaft erscheinen.“ 3. Andere, wild vorkommende Leguminosen. Auch die in Ost= und Westafrika zahlreich vertretenen, zur Gattung Albizzia gehörenden Baumarten sind auf den Gerbstoffgehalt ihrer Rinde noch wenig untersucht, obwohl verschiedene fremde Arten, z. B. die in Indien einheimische, an der Ostküste Afrikas vielerorts kultivierte A. Lebbeck, als gerbstoffliefernd bekannt sind. Nach einer älteren Angabe"““) soll die in der portugiesischen Kolonie Angola vorkommende A. coriaria Gerbstoff enthalten. Von ostafri- kanischen Arten, die größere Verbreitung besitzen, haben sich verschiedene, wie A. Petersiana, *) Siehe auch H. Harms a. a. O. **) Notizblatt des Königl. Botan. Gartens und Museums, Berlin 1896, S. 264.