W 320 2e verweisen.") Die tiefer gehende Bodenbearbei- tung durch den Pflug beeinflußt die Entwicklung der Blackwattle in den ersten Jahren sehr günstig. Daß der flachwurzelnde Baum außer- ordentlich auf den Lockerheitsgrad des Bodens reagiert, kann z. B. da beobachtet werden, wo eine Hangkultur mit ihrer oberen Seite an einen neuangelegten Weg stößt; man findet da die Bäume der obersten, also noch im Bereich des Wegauftrags befindlichen Reihen bedeutend stärker, oft zur doppelten Höhe und Stärke ent- wickelt, als die weiter unten stehenden. Von großem Interesse sind auch die Versuche, die zur Feststellung des Einflusses der Boden- verhältnisse auf das Wachstum der Blackwattle auf Fort Cuningham gemacht wurden und die nachstehend mitgeteilt sein mögen.“) Gewicht Umfang des Ver- Alter Höhe der Stämm-= Bodenart # in 5Fußh risichen! chens jens such der Bäume frischen ohne Höhe Hoh Rinde Zweige 1 Jahre Fuß Zoll jengl. Pfd engl. Pfd. I. Alluvial- 5 10 301 177 land II. 2 bis 3 Fuiß 5 35 10 8 44 tiefes Land l üb. lieg. Felsen i81, Die sorgfältige Reinhaltung der Kulturen im ersten Jahre, solange die jungen Pflänzchen mit ihren Wurzeln noch nicht in tiefere Boden— schichten eingedrungen sind, ist eine unerläßliche Vorbedingung für ihre gedeihliche Entwicklung; auf gepflügtem Grasland verursacht diese Arbeit lange nicht den Zeit- und Geldaufwand wie in Buschgebieten. Der Bestandsabtrieb kann schon sechs Jahre nach der Begründung erfolgen. Wurde hingegen eine Durchforstung eingelegt, so verschiebt man die Abtriebszeit zweckmäßig auf das siebente oder achte Jahr. Die Verjüngung der genutzten Be— stände erfolgt auf natürlichem Wege ohne be— sondere Kosten.““) Über das Ergebnis der in Ostafrika mit Blackwattle vorgenommenen Kulturversuche habe — *) Geo. M. Satton: Wattle Bark. a paying In- dustrr; Sim: Tree planting in Natal; Eschstruth im „Kol. Bl.“ 1903, S. 21—23. *") Ich verdanke diese Angaben Herrn F. Schepel- mann in Dalton. # Auch hierüber vergleiche die oben angegogene Literatur. ich bereits im Jahre 1905 an das Gouverne= ment in Daressalam berichtet;") seitdem haben diese Versuche bedeutend an Ausdehnung ge- wonnen, und zwar handelt es sich dabei nicht allein um die Vergrößerung der Regierungs- pflanzungen, sondern vielmehr um Aufnahme des Blackwattle-Anbaus von privater Seite in einigem Umfange. So finden wir Gerberakazienkulturen, von zahlreichen Neuanlagen in Westusambara abgesehen, u. a. auf den Kaffeeplantagen Ost- usambaras stellenweise als Ersatz für ertraglos gewordene Kaffeepflanzungen.“) Wenngleich die Anbauversuche, insbesondere die im Tiefland vorgenommenen, zur Zeit nur zum Teil als abgeschlossen gelten können, so läßt sich doch heute schon mit einiger Sicherheit sagen, daß der Blackwattle in Deutsch-Ostafrika unter den verschiedensten Standortsverhältnissen gedeiht. Auch haben viele, namentlich in allerletzter Zeit von dem B. L. Institut in Amani ausgeführte chemische Untersuchungen ergeben, daß der Gerb- stoffgehalt der produzierten Rinden in den meisten Fällen befriedigt.“““") Dennoch fragt es sich, ob die Blackwattlewirtschaft in absehbarer Zeit eine große Ausdehnung wird erlangen können — es müßten sich denn die Preis- verhältnisse auf dem Gerbstoffmarkte für längere Zeit wieder günstig gestalten. Eine solche, eine Reihe von Jahren hindurch andauernd günstige Konjunktur hat ja auch seinerzeit in Natal den Anstoß zu der bedeutenden Entwicklung der Akazienkultur gegeben. Solange es an einem solchen äußeren Anstoß fehlt, wird diese in Deutsch-Ostafrika innerhalb bescheidener Grenzen bleiben; sie wird die Rolle einer Nebenkultur bei anderen lohnen- deren Kulturen, wie Kautschuk, Faserpflanzen usw., behalten müssen. Denn die Produktions-= bedingungen sind eben hier wie in vielen tro- pischen Kolonien wesentlich schlechtere. In den Gebirgen, wo das Klima an sich dem Blackwattle am ehesten zusagt, stehen keineswegs so ausge- dehnte Ländereien mit gleichartigen Bodenver- hältnissen zur Verfügung wie im Hochland von Natal; man hat es vielmehr im ostafrikanischen Gebirgsland auf größeren Flächen mit bedeuten- *) „Tropenpflanzer“ 1906. Nr. 7, und Berickht über Land= und Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika. Bd. III. Heft 1. ") Geschäftsbericht der Demsch-Ostafrikanischen Ge- sellschaft von 1901. *“) Vgl. außer den in meinem oben zitierten Be- richte aufgeführten Untersuchungen noch: „Pflanzer“ (Beilage zur „Usambarapost"“) 1905, S. 16f.; desgl. S. 353 (Untersuchung von Maschke): desgl. 1907, S. 128 (schlechteres Resultat, da Untersuchungematerial von einem erkrankten Baume stammte!: desgl. S. 252 f. u. 206 f.; dergl. 1908 Heft 3 v. 18. April.