779 20 Tlichtamtlicher Teil Nachrichten aus den deutschen Schutzgebieten. (Abdruck der Nachrichten vollstänoig oder teilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) Deutsch-Ostofrika:. Die Sentralbahn.“) Über den Stand der Arbeiten an der Zentralbahn bis Ende Mai berichtet der Eisenbahnkommissar: Die Absteckungsarbeiten sind bis Kilo- meter 222 beendet. Für den Abschnitt Kilometer 222 bis Kilo- meter 251 ist die Linienführung vereinbart, die Tachymeterpläne sind hergestellt; die Absteckungs- arbeiten haben begonnen. Auf der Strecke Kilometer 251 bis 326 werden zur Zeit die Studienpläne aufgestellt. Die Linien= führung ist noch nicht vereinbart, da die Gelände- verhältnisse in der Singegegend noch nicht genü- gend klargelegt sind. Von Kilometer 326 bis 392 (Bamanduwa bis Manyonif ist die Linie vereinbart; das Ab- stecken hat auch hier begonnen. Westlich Kilimatinde werden die Studien hinsichtlich der günstigsten Linienführung fortgesetzt. Die Erdarbeiten sind wieder lebhafter ge- fördert worden. Die Herstellung des Planums auf Bahnhof Muinisagara ist in Arbeit. Bis Kilometer 61 sind sämtliche Eisen brücken montiert und nach stattgehabter Probebelastung für den Verkehr freigegeben. Die Widerlager der eisernen Brücken Kilometer 88,95 und 90,25 sind fertiggestellt, die der Brücke Kilometer 91,1 sind in Arbeit. Die Durchlässe sind bis Kilometer 51 aus- geführt, von 52 bis 54 im Bau, von da bis Kilossa nur teilweise begonnen. Ab Kilossa bis Kilometer 103 sind die Durchlaßbauten größten- teils vollendet und nur vereinzelt noch im Bau oder überhaupt noch nicht begonnen. Die Gleisvorstreckungs-Arbeiten machten nur geringe, die Bettungsarbeiten gar keine Fort- schritte. Auf den Strecken Kilometer 81 bis 86 und 87 bis 94,3 liegt Schotter auf dem Planum zum Einbau bereit. Die Besandung der aus schwarzem Boden geschütteten Dämme in der Mkattasteppe wird fortgesetzt. Das Planum der Station Mkatta wird auf die vorschriftsmäßige Höhe aufgefüllt. *) Agl. zuletzt „D. Kol. Bl.“ 1909, Nr. 14, S. (687 f. Die Arbeiten an den bereits in den Vor- monaten begonnenen Hochbauten und Brunnen werden fortgesetzt. Das Empfangsgebäude auf Bahnhof Mkatta ist im Rohbau fertiggestellt. Die Zahl der schwarzen Arbeiter ist im Berichtsmonat abermals gestiegen. Der Gesund- heitszustand hat sich nicht wesentlich gebessert. Neben Malaria und Dysenterie wurden auch ver- einzelt Pockenfälle festgestellt. Zeitweise lagen von den Aufsichtsbeamten des Eisenbahnkommissars sämtliche krank danieder. Bei der Bauunter- nehmerin waren von dem weißen Personal bis zu 20 v. H., von den schwarzen Arbeitern bis zu 16,5 v. H. erkrankt. Eine bemerkenswerte Steigerung in den Arbeitszügen ist nicht eingetreten. (Der Automobilverkehr ruhte. Der Auto- mobilweg ist bis unterhalb Kimagai fertiggestellt. r4 Togo. Das Schutzgebietsjubiläum.“) Am 5. Juli waren fünfundzwanzig Jahre verflossen, seit zum ersten Male die Reichsflagge über Togo geweht hat. Fast die gesamte euro- päische Bevölkerung des Schutzgebiets hatte sich in Lome zusammengefunden, um diesen Tag fest- lich zu begehen. Der Sonnabendzug von Palime und ein Sonderzug von Anecho hatten auch die Mehrzahl der dort ansässigen Europäer in die Hauptstadt Togos gebracht. Bereits am Sonntag, den 4. Juli, begannen die Festlichkeiten: Ein Festgottesdienst in den beiden Kirchen der Stadt leitete den Tag in würdiger Weise ein. Ihm- reihte sich eine Parade der Polizeitruppe vor den Terrassen des Gouverneurhauses an. Nach Ab- schreiten der Front hielt der Gouverneur eine Ansprache an die Truppe, in der er der ruhm- reichen Gefechte und Scharmützel aus der ersten Zeit der Besitzergreifung gedachte, in denen die Truppe stets mit Bravour gefochten hatte. Am Nachmittag fanden auf dem Rennplatz bei Lome vom „Pferdesportlichen Verein Togo“ veranstaltete Rennen statt. Die große Zahl der *) Aus dem „Amtsblatt für Togo“ 1909, Nr. 29.