1096 e druck verliehen haben. Lassen Sie mich daher hoffen, daß wir gemeinsam in demselben Geiste weiter arbeiten werden, sowohl aus allgemeinen ethischen Rücksichten, als auch aus denen einer fortgeschrittenen Staatskunst heraus, damit sich das schöne Wort: „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ auch bei unseren Arbeiten in Afrika bewahrheiten möge, soweit es in unseren schwachen menschlichen Kräften und in unserer Einsicht liegt. Ich kann nicht schließen, ohne noch einmal der African Society und dem verehrten Herrn Präsidenten dafür zu danken, daß sie mir diese Gelegenheit gaben, das Wenige zu sagen, was ich zu sagen hatte. II. Rede, gehalten vor der Handelskammer in Liverpool am 8. November 1909. Als ich die von Ihrem verehrten Herrn Prä— sidenten an mich ergangene Einladung empfing, machte mir die Kombination der einladenden Körperschaften, der Handelskammer und des Tropenhygienischen Instituts, einen starken Ein- druck. Denn ich sagte mir: dies ist in der Tat die natürliche und richtige Kombination, durch welche unsere Kolonisationsarbeit, schwer wie sie ist, schließlich Erfolg haben wird. Eine Kombi- nation, welche bezweckt, die Handelsentwicklung des Mutterlandes zu fördern, indem sic die körperlichen und gesundheitlichen Verhältnisse seiner Landeskinder und seiner neu gewonnenen Unter- tanen verbessert, eine Kombination, welche er- kannt hat, daß am Ende keine Kolonisationsarbeit Erfolg haben kann, wenn sie sich nicht der großen Reihe moralischer Verpflichtungen bewußt ist, die sie in bezug auf ihre neuen Ländereien und deren Bewohner übernommen hat, die aber doch gleich- zeitig die berechtigten Wünsche der kolonisierenden Nation berücksichtigt. Ich habe den Vorzug ge- habt, das Tropenhygienische Institut zu besuchen und die großartigen Einrichtungen, die den großen Handel dieser Stadt besorgen. Zuerst will ich die Frage der Hygiene behandeln und dann ein Wort über den hervorragendsten Stapelartikel sagen, nämlich die Baumwolle. Natürlich wird es Sie interessieren zu er- fahren, wie weit wir in Deutschland versucht haben, mit dem Beispiel, daß Sie uns und der übrigen Welt gegeben haben, Schritt zu halten. Sie wissen, daß wir in Hamburg ein Jnstitut für Tropenmedizin gegründet haben, das aus dem gleichen Grunde in jenem großen Hafenplatz er- richtet worden ist, aus dem Ihre Wahl auf Liverpvol gefallen ist; weil nämlich ein solcher Hafen die beste Gelegenheit zum Siundium de Tropenkrankheiten darbietet, welche von Matrol#en und Reisenden, die hier zuerst landen, eingeichlebern werden. In Hamburg sind swährend des leuten Jahres 567 Patienten behandelt worden, wovon, wie ich mit Frenuden konstatiere, nur 16 gestorben sind. In diesem Institut sind während des Jahrr= 52 Arzte unterrichtet worden, welche in den Kolonialdienst eingetreten sind, und weitere 31. welche auf ihre eigene Rechnung in die Troven gehen. Das Institut hat während desselben Jahres mehr als 50 Berichte über wissenschaftliche Umor- suchungen tropischer Erkrankungen, sowohl von Menschen als auch von Tieren veröffentlicn. Aber diese Anstalt hat noch einen andern Zwerc. Ich weiß nicht, ob Sie darüber unterrichtet sind, daß auf Veranlassung des Deutschen Kolonialamz vor drei Jahren die Regierung der freien Siad Hamburg, eine Körperschaft mit weitem politüchen Blick, eine Hochschule für die Vorbereitung der jenigen Leute gegründet hat, die in amtlicher oder privater Eigenschaft beabsichtigen, in die Kolonien zu gehen, oder sich schon in dirsen befinden. Nun gibt es in den Vorbereimg- kursen dieser Akademie, „Kolonial-Institu“ ge- nannt, einen Kursus, der obligatorisch ist für alle Beamte: das ist der Kurfus in der Trovenheil- kunde. In diesem Kursus sind während des letzten Jahres 40 Zivilbeamte unterrichtet worden, um sich selbst schützen zu können, und um, soweit möglich, anderen, gleichviel ob Schwarzen oder Weißen, Hilfe angedeihen zu lassen. Ich denke, das ist für den Anfang ein achtbarer Erfolg, und die anwesenden Mitglieder des Tropenhygienüchen Instituts von Liverpool werden die innigen Ae#- ziehungen, welche zwischen den beiden Inntinun bestehen, kennen und den vornehmen Wettbewülb, welcher zwischen ihnen in bezug auf die endgül- tige Uberwindung dieser Krankheiten bestebt, di — mehr als sonst etwas — die Wohlfahrt und dabei das Vermögen der Kolonien bedrohen. Jch hoffe, daß dieser vornehme Wettbewerb anhalten wird, und daß er zuletzt zur Ausrottung solcher Geißeln wie z. B. der Schlafkrankheit führe, u deren Bekämpfung England und Deuschland eim internationales Abkommen gewoffen haben. Die Regierungen der beiden Nationen wünichen ihet den allerbesten Erfolg. Sie haben immer di medizinische Wissenschaft als eines der wertvollurn Hilfsmittel für die Erfüllung ihrer humanen und Handelsbestrebungen betrachtet. 1 Die eigenen Einnahmen der deunchen Kolon#en betragen jetzt über 1 500 000 K jährlich werden keine Zuschüsse gegeben, mit Ansnabm##e eines kleinen Zuschusses für Denrch-Neu Gume.