W 497 20 ermährung erklärlich: alle mit Brei zum Teil oder ausschließlich Ernährten fallen ihm wohl zum Opfer. Uber die anderen Krankheiten als Todesursachen ist im allgemeinen nicht viel zu sagen: zum Teil sind es im Bezirke endemische, wie Malaria., Frambösie, Anchylostomiasis. Unter „Blutharnen“ kann man sich wohl die „Bilhargia“ vorstellen, die häufig hier beob- achtet wird; „Kopsschmerzen“ könnte man wohl un- bedenklich unter die Malariatoten einreihen. Da in der Staristik nicht nur Säuglinge, sondern alle von den befragten Müttern geborenen Rinder, die zum Teil schon erwachsene Leute sind, ausgenommen wurden, so figuriert auch ein im Aufstande Gehängter darin. Die Aussichten für eine erfolgreiche Bekämpfung der Kindersterblichkeit sind meines Erachtens keine ichlechten; sie wird sich aber voraussichtlich auf lange en nur in einer Richtung bewegen können: in der Ubung der Hygiene und der Bekämpfung der Ein- geborenenkrankheiten überhaupt, die, wie wir ja oben gesehen, neben dem Darmkatarrh eine recht erhebliche Rolle spielen. Und in dieser Richtung sind im Bezirke schon gure Erfolge zu verzeichnen. Pocken sind seit Jahren überhaupt nicht mehr aufgetreten, die Durch- impfung der etwa 90 000 Köpfe zählenden Bevölke- rung erfolgt seit über einem Jahre mit hochvirnlenter, in Rilwa selbst gewonnener Kälberlymphe, die Wurm- krankbeit hat in Anzgahl und Schwere der eingelnen Falle erheblich nachgelassen. Eine direkte Einwirkung auf die Mütter in betreff der Kinderernährung ist natürlich vorläufig völlig aus- geschlossen. Es ist aber klar, daß in friedlichen, ruhigen geitläuften, wie sie jetzt seit drei Jahren wieder im Bezirk herrschen, wo der Ackerbauer seiner Beschäftigung eifrig nachgeht, und unter günstigen Ernteverhältnissen, wie sie besonders in diesem Jahre hier vorhanden waren, der Ernährungsgustand der Bevolkerung ein ausgezeichneter wird, und daß damit auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten wachst. Die Folge werden kräftigere Kinder und grozerer Milchreichtum der Mütter sein. Wic günstig solche ruhige Zeiten auf die Kinderzahl einwirken, ist auch ohne weiteres aus der Statistik zu berechnen; in den vielen, in die Statistik mit einbezogenen Jahren vor dem Aufstande 1905/06 wurden geboren: m. 131, w. 123, in Sa. 254 Kinder, in den drei Jahren nach dem Aufstande jedoch: m. 78, w. 98, in Sa. 176 Kinder. Es ist also mit Sicherheit zu erwarten, daß bei der Fortdauer friedlicher Zeiten und bei der Fort- emwicklung der Eingeborenenhygiene die Kinderzahl sich weiter erhöhen, und die Säuglingssterblichkeit noch weiter erheblich nachlassen wird. Es dürfte von Interesse sein, das Ergebnis der beiden Veröffentlichungen zu vergleichen. Ich habe daher versucht, aus der genauen Zusammen- stelung Peipers eine Tabelle auszuziehen, welche sich direkt der Tabelle von Dr. Külz gegenüber- stellen läßt. Dabei sind die von Dr. Peiper auf- geführten Schwangerschaften der befragten Frauen und ebenso die Fehlgeburten außer Acht gelassen, da ich annehme, daß Dr. Külz, welcher hierüber keine Angaben macht, diese ebenfalls nicht berück- üchtigt hat. Ebenso habe ich die einzige 15 jährige, welche unter den 472 Befragten sich befindet, weggelassen. Dementsprechend muß bei der Vergleichung auch aus der Külzschen Tabelle die erste Zahlen- — der Frauen bis zum 15. Lebensjahre aus- scheiden. Da über die Menopause sich in der Peiper- schen Tabelle keine Angaben finden, habe ich die entsprechenden Zahlenreihen vom 31. bis 40. Lebensjahre und über 40 Jahre alt aufgenommen. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die entsprechenden Werte aus der Külzschen Arbeit. E G(—#ß S EEILE S *—.... . · l 4 — 2 Kinderlos Lebensalter 5 " 2 # * waren unter der Frauen *— S 2 den — * . s . —S —Befragten 5 S SESSES GEe E Ac5 16 bis 2114 74 30 41 o s- 63— 550 (24) (4) (3) (0. 17) (o,on(20 = 814 ) 21 bis 30217 466 2511 54 2,15. 0.099631— 15 (68) (164) (88) (54) (2.10 (Il1— 10) 31 bis 409 271 11 67 2,803 -1 (bis zur46) (183), (81) (44) (4,0) (2,2))4— 9 .l) Menopause) k über 4 1188 49 2,75 1444 (ienseits der27) (163) (70) (43) (6,0) (3,5)(2— 2) Menopause) *- l Gesamtzahc471I929520j56il1,95"0,g7118-25vH. (165)(514)«(242)s(47),(3,1)E(1,s)(»3:3-30-) Wenn man die Zahlen beider Tabellen ver— gleicht, so fällt sofort auf, daß die ostafrikanische Aufstellung ein weit ungünstigeres Ergebnis zeigt als die von Kamerun. Daß die Kindersterblichkeit mit 56 v. H. noch größer ist als in Kamerun mit 47 v. H. läßt sich daraus erklären, daß Oberarzt Peiper seine Aufstellung zum Teil bei einer Be- völkerung gewonnen hat, welche kurz zuvor unter Aufstand und Hungersnot zu leiden hatte. Daß aber auf 471 Frauen im Alter von mindestens 16 Jahren im ganzen nur 929 Geburten kommen, also durchschnittlich nicht einmal ganz zwei Ge- burten auf jede Frau, während bei der Külzschen Statistik 3,1 Geburten auf jede Frau fallen, ist bemerkenswert. Wenn man bei der Aufstellung von Peiper nur die Frauen, welche mehr als 40 Jahre alt sind, zählt, beträgt die Geburtenzahl pro Frau nur 2,75, während Külz für jede Frau jenseits der Menopause sechs Geburten zählt. Diese geringe Fruchtbarkeit der ostafrikanischen Negerfrauen ist umso auffallender, als Peiper an- gibt, daß er in seiner Aufstellung nicht alle Frauen aufgenommen habe, sondern nur diejenigen, welche verheiratet waren bzw. in einer Art Eheverhältnis gestanden haben. Sicher wären die Zahlen noch ungünstiger geworden, wenn Peiper auch den Rest mit berücksichtigt hätte. Külz berechnet die Zahl der sterilen Frauen bei den Etüms in Kamerun auf 8 v. H. und be- zeichnet diese Zahl für ein Naturvolk als über- raschend groß. Nach der Aufstellung von Peiper 3