W 563 20 kommenden Keime ab und richten so viel Unheil an. Die Saatbeete müssen also sehr geschützt angelegt und durch Drahtgeflecht oder Matten gegen diese Angriffe geschützt werden. Die Samen legt man flach, mit der gewölbten Seite nach unten, etwa 1 cm tief in den Boden und zwar in Abständen von etwa 2 cm. Haben die Samen gekeimt, was nach 10 bis 15 Tagen eintritt, so nimmt man die jungen Pflanzen, wenn sie eben anfangen die ersten Blätter zu bilden, heraus (mit dem Samen!) und pikiert wie in den Baum- schulen in Deutschland auf ein gut vorbereitetes freies Stück Land in Abständen von 30 cm in den Reihen und 50 cm zwischen den Reihen. Hier bedürfen die Pflanzen nur in den ersten Tagen des Schattens, aber auch nur, wenn die Sonne stark scheint. Wenn die Pflanzen den dritten Trieb zu machen beginnen, sie sind dann etwa ½ m hoch, kann man sie an ihren definitiven Standort bringen, Hevea bildet eine bedeutend mächtigere Krone als Kickria und muß deshalb in bedeutend weiteren Abständen gepflanzt werden. Man pflanzt auf gutem Boden in Abständen von 9 Lm im Verbande, auf schlechtem Boden in Abständen von 7XC 7 m im Verbande. Krankheiten der Heveabäume sind bis jetzt in Kamerun nicht bekannt geworden, sollten solche sich auf irgend einer Station zeigen, so ist sofort die Versuchsanstalt davon zu benachrichtigen und das nötige Untersuchungsmaterial dorthin ein- zusenden. UÜber die in den Kulturen vorgenommenen Arbeiten muß das „Landwirtschaftliche Tagebuch“ so genau Auskunft geben, daß der sich daraus ergebende Jahresbericht ein klares Bild von dem Stand der Kulturen, deren Umfang und den auf- gewandten Kosten gibt. Gewinnung und Aufbereitung des Kautschuks. Sind in der Umgebung der Station oder überhaupt im Tätigkeitsbereiche der Beamten wilde ausnützbare Kautschukbestände vorhanden, so hat der Beamte die Eingeborenen in der ge- bräuchlichen Zapfmethode, nämlich dem Längs- schnitt, wie es ihm bei seiner Tätigkeit in der Versuchsanstalt in Viktoria gezeigt wurde, zu unterrichten (siehe auch Anlage 1). Hierbei wird er selbst Bäume anzapfen. Die günstig- sten Stunden zum Anzapfen sind die frühesten Morgenstunden und die Stunde vor Sonnen- untergang. In den übrigen Stunden liefern freistehende Bäume fast gar keinen, im Bestande stehende auffallend geringe Erträge an Kautschuk. Da uns die Erträgnisse wilder Kickrien in den verschiedenen Bezirken noch sehr wenig bekannt sind, so kann der Beamte durch gewissenhafte Ausfüllung des anliegenden Formulars sehr viel zur Förderung unserer Kenntnis der Kickxia elastica beitragen. Es sei hier darauf aufmerksam gemacht, daß nur eine wahrheitsgetreue, gewissenhafte Auf- zeichnung Wert besitzt und daß geschätzte oder unbegründete Angaben besser unterbleiben, da sie nicht nur keinen Wert haben, sondern auch ge- eignet sind, falsche Ansichten zu verbreiten. Sämtliche derartige Versuche werden am besten von dem Beamten selbst und nicht durch Farbige ausgeführt. Die Beamten werden mit den hierzu nötigen Gerätschaften ausgerüstet und haben für deren Instandhaltung zu sorgen. Die ausgefüllten Formulare über die Auf- bereitungsversuche sind an die Versuchsanstalt für Landeskultur in Victoria zu übersenden. Die Aufbereitung der Kautschukmilch geschieht nach der auliegenden Anleitung. (S. Anl. 1.) Deutsch-Ostafrikanische Gesellschatt.) I. Handelsbericht. Das Jahr 1909 kann für unsere Handels- saktoreien als erfolgreich bezeichnet werden. Die günstigen für Produkte erzielten Preise im Verein mit einem durch die gestiegenen Baumwollpreise geförderten Absatz von unseren Warenlagern, er- möglichten es der Generalvertretung in Ostafrika, mit einem Gewinn von 358 763,40 ¼ gegen 294 802,13 für das Jahr 1908 abzuschließen. Die Warenlager sind vorsichtig ausgenommen; zur Sicherung eventuell gefährdeter Außenstände find dem Delkrederekonto in Ostafrika 80 353,67 Rs. zugeführt. Durch das lebhafte Geschäft konnte *) Aus dem Geschäftsbericht für 1909. eine Verringerung der Lager erreicht werden, und ein befriedigender Eingang der Außenstände ermöglichte einen Rückgang des in Ostafrika be- schäftigten Kapitals von 5 318 918,44 auf 4 611 838,95 , so daß unsere Liquidität trotz der Ausdehnung unserer geschäftlichen Unter- nehmungen recht befriedigend ist. Die in unserem letzten Bericht in Aussicht gestellte Besserung bei unseren Niederlassungen auf Madagaskar ist erfreulicherweise eingetreten. Diese Niederlassungen konnten mit einem Gewinn von 76 320,20 J nach einer 4 prozentigen Ver- zinsung des arbeitenden Kapitals abschließen. Das lebhafte und gesündere Geschäft auf Mada- gaskar ließ eine weitere Einschränkung unserer Engagements als nicht notwendig erscheinen. Das