W 902 20 Niederwasser. Das für eine Bewässerung in Frage kommende Gelände liegt nördlich der Eisenbahnlinie und wird von den genannten Wasserläufen durch- schnitten. Die physikalische und chemische Zusammen- setzung der Böden des dortigen Gebietes soll für die Bewässerung gut geeignet sein; ferner lassen sich Be- wässerungskanäle infolge der günstigen topographischen Beschaffeuheit leicht durchführen. Die mit den niedrigst bekannten Wassermengen der drei Flüsse bewässerten Flächen würden bei fertigem Ausbau zusammen etwa- 7600 ha betragen. Ein zweites Projekt behandelt die Bewässerung des Wami-Kissagata-Tame-Gebietes unter Anwendung von Talsperren für Ausnutzung der Hock hwasser. So- wohl der Wami wie Kissagata und Tame bringen in der großen Regenzeit sehr erhebliche Wassermengen aus ihren gebirgigen Einzugsgebieten in die Ebene, wodurch an den Flußläufen der Steppe vielfach Über- schwemmungen hervorgerufen werden. Durch die Ex- pedition ist festgestellt worden, daß sich in den drei Gebirgstälern an verschiedenen Stellen Sperrmauern oder Standämme errichten lassen Ein dritter Entwurf behandelt die Entwässerung des Sumpfes bei Kilossa zum Schutz der Eisenbahn= linie gegen Hochwasser, die Verbesserung der Gesund- beitsverhältnisse von Kilossa und die Wiederbewässerung des entwässerten Geländes. Der an der Zentralbahn gelegene Ort Kilossa ist von Bedeutung als Sitz der Bezirksnebenstelle, ferner als Ende der ersten Teilstrecke der Linie Daressalam— Tabora, und besitzt einen recht bedeutenden Markt. Ort hat jedoch große sanitäre Nachteile, die zweifellos auf Einflüsse des in der Nähe gelegenen Sumpfes zullczuflhren sind. Die Ergebnisse der wasserwirtschaftlichen Vor- arbeiten in der Mkattasteppe lassen sich kurz folgender- maßen zusammenfassen: Die Schwierigkeit in der ganzen Bewässerungs- frage der Mkattasteppe liegt, abgesehen von landwirt- schaftlichen Fragen, von der Bodenbeschaffenheit usw. in der außerordentlichen Shanung der Wassermengen der Flußläufe. Daher in dem Projekt vorläufig nur das Wasser 2 ensich worden, auf das mit Sicherheit zu rechnen ist. Die Hauptaufgabe muß sein, von vornherein nicht zuviel Land für eine Bewässerung in Angriff zu nehmen. Es müßten zunächst einmal Ver- suche angestellt werden, und zwar mit den kleinen Peerwassern des Wami bei einem Gebiete von etwa Erstens müssen Erfahrungen darüber ge- Po00 ts werden, wieviel Wasser zur Bewässerung eines Hektar Baumwollandes dort notwendig ist. In Aghpten. Algerien und anderen Gebieten rechnet man mit 4,1 Sekundenlitern auf ein Hektar Land. Weitere Er- fahrungen müßten noch über die landwirtschaftlichen Bedingungen, unter welchen die Baumwolle in diesem Gebiete gedeiht, gesammelt werden. Ohne Zweifel werde dort die Baumwolle große Erträge liefern. Eine veitere schwierige Frage, die ebenfalls für ein langiame, gehen in der Bewässerungsfrage spricht, sind d Veeteen, un der weplh Die Mbee opr in Otafrikk= ist heute verhältnismäßig gering. Grundlegende Zahlen. mit wieviel Arbeitern man bei wine bewässerten Hektar rechnen muz, liegen noch nicht vor. Zur Klärung dieser Frage wäre es ichemcht das- kleinere Projekt am Wami als Grundlage für das ganze wasser- technische Projekt auszubauen. Es wäre außerordentlich erwünscht, wenn sich eine kapitalskräftige Gesellschaft bereit fände, die Mittel zur Durchführung des ersten Vewäsfernnhsversuches zur Verfügung zu stellen. u * * Die Kommission beschloß, das nunmehr aus- gearbeitete wassertechnische Projekt der Mkattasteppe dem Reichs-Kolonialamt und der Ostefrikanischen Eisen- bahngesellschaft, welche sich an der Er nanziell beteiligte, zur vertraulichen Kenntnisnahme zu bringen und Interessenten gegen entsprechende Vergütung zur Verfügung zu halten Aus fremden Kolonien und Droduktionsgebieten. Stand der ägvptischen Baumwollernte im Oktober 1911.) In Unterägypten war die Witterung bis 20. Oktober ununterbrochen günstig; von da an aber gab es kalte Nächte mit Nebeln und reich- lichen Niederschlägen, welche in den Provinzen Charkieh, Dakahlieh und Gharbieh einigen Schaden verursachten. Die letzteren Umstände haben das Aufbrechen der Kapseln der zweiten Pflücke, welche bis jetzt noch nicht beendigt ist, teilweise verzögert. Die Erträge der Menge nach sind 10 bis 25 v. H. geringer als im Vorjahr. Die Erträge bei der Entkörnung sind bis jetzt nur wenig höher als vergangenes Jahr. Das Resultat der dritten Pflücke ist noch ungewiß und wird in hohem Grade von dem Wetter im November abhängen. In Oberägypten und Fayoum war die Witterung nicht günstig; heftige Winde und Nieder- *) Vgl. „D. Kol. Bl.“ 1911, Nr. 21, S. 816. schläge sowie die Kapselwürmer haben den Kapseln der zweiten Pflücke einigen Schaden zugefügt. Der Ertrag pro Feddan ist geringer als im Vorjahr, der sehlende Ertrag wird aber durch die größere Anbaufläche teilweise ersetzt werden. Die dritte Pflücke ist verdorben und wird gleich null sein. Der Ertrag bei der Entkörnung ist fortgesetzt höher als im Vorjahr. Das ungemein späte Eintreten der Ernte macht eine Schätzung äußerst schwierig; die jetzige Wahrscheinlichkeit läßt eine Ernte von 6250000 bis 65000000 Kantar erhoffen. (Bericht der Alexandria General Produce Association.) Baumwollernite Britisch-Indlens 1911/12.) Das zweite Memorandum über die gesamte indische Baumwollernte für das Jahr 1911/12 behandelt die Frühernte und von der Späternte ) Vgl. „D. Kol. Bl.= 1911, S. 717'.