988 20 Die Rahaoovalorisation. Über die Kakaovalorisationsabsichten der por- tugiesischen und brasilianischen Pflanzer“) verlautet, daß man zuversichtlich hofft, den Plan schließlich verwirklichen zu können. Der Abgesandte der portugiesischen Regierung, der Handelssachverständige des portugiesischen Konsulats in Paris, ist bereits von seiner Reise zurückgekehrt und hat, wie er berichtet, sowohl in Ecuador als auch in Brasilien vollen Erfolg ge- habt. In Brasilien sei er zunächst auf Schwierig- keiten gestoßen, weil dort der Kakaobau nicht, wie in St. Thomé und Principe, in den Händen einiger großer Pflanzer liege, sondern von einer sehr großen Anzahl kleiner Ackerbauer, die im Staate Bahia verteilt wohnen, betrieben werde, von denen jeder nur eine geringe Menge ernte. Es sei daher schwer gewesen, alle diese kleinen Pflanzer zusammenzubringen. Schließlich hätte aber eine große Anzahl derselben in einer Kon- ferenz seinen Plänen zugestimmt. Für die bra- silianischen Pflanzer kam auch in Betracht, daß sie nicht vermögend genug sind, um längere Zeit mit dem Verkauf ihrer Ernten zu warten. Es mußte daher das erforderliche Geld beschafft werden. Auch dieses scheint gelungen zu sein, denn man spricht davon, daß die Stadt Bahia beabsichtige, zu diesem Zwecke eine Anleihe aus- zugeben, zu deren Dienst ein Teil des Ausfuhr= zolles auf Kakao verwandt werden solle. Auch haben sich angeblich schon Bankinstitute gefunden, die bereit sind, die Anleihe zu übernehmen. Man beabsichtigt nun, eine internationale Kommission zu ernennen, die den Kakaomarkt über- wachen und die Preise angeben soll, zu denen verkauft werden kann. Daß der Plan aus dem Grunde scheitern sollte, daß es nicht möglich ist, Kakao so lange zu lagern, wie z. B. Kaffee, wird von Kennern der Verhältnisse als nicht zutreffend bezeichnet. Es ist in Lissabon nichts Ungewöhnliches, daß Kakao sechs Monate bis zu einem Jahr in den Zolldepots lagert. Die Pflanzer behaupten sogar, in dem portugiesischen Klima ließe sich Kakao bis zu drei Jahren halten, doch dürfte das etwas übertrieben sein. In den Tropen soll allerdings der Kakao sich höchstens ein bis zwei Monate halten; aber auch dieser Umstand ist erwogen worden. Man hat den brasilianischen Pflanzern vorgeschlagen, ihren Kakao sofort nach der Ernte nach Lissabon zu verladen und ihn dort lagern zu lassen. Ob durch die dadurch entstehenden Umlade= und Lagerkosten der Kakao nicht zu sehr verteuert wird, ist freilich noch fraglich. *) Vgl. „D. Kol. Bl.“ 1911, S. 904. Der Gummimarkt auf Ceylon.“) Die Gesamtausfuhr von Gummi aus Ceylon in der Zeit vom 1. Januar bis 2. Oktober d. Is. betrug 4064 180 lbs gegen 2043 867 lbs in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Ausfuhr nach den Hauptabsatzländern verteilte sich in dem angegebenen Zeitraum 1911 (und 1910), wie folgt: Großbritannien 2180 123 (1050056) lbs, Amerika 1 308 889 (940 177) lbs, Belgien 459 139 (35 799) lbs, Japan 39 767 (— lbs, Australien 27 614 (4594) lbs, Deutschland 26 161 (10 479) lbs, Italien 3597 (841) lbs, Holland 3448 (—) lbs, Osterreich 1375’ (— lbs. Wie diese Zahlen zeigen, hat sich die Ausfuhr gegen das Vorjahr verdoppelt, jedoch sind die am Platz angebotenen Ouantitäten nicht im gleichen Verhältnis gestiegen. Der Grund ist zum Teil darin zu suchen, daß große Lieferungskontrakte für das ganze Jahr 1911 abzuwickeln waren, und der Kautschuk daher nicht an den Markt kam. In den Auktionen wurden durchschnittlich 25 Tonnen wöchentlich angeboten, doch waren die hier erzielten Preise oft höher als die in Europa herrschenden. Zumal in letzter Zeit machte sich ein sehr reges Interesse für mittlere Qualitäten „brown cerepe“ bemerkbar, wofür auch jetzt noch verhältnismäßig hohe Preise bezahlt werden. Die Preiskurve stieg ziemlich stetig bis gegen Ende August, zu welcher Zeit die Preise für die besten Sorten „pale erepe“ von 3,15 Rs. auf 3,85 Rs. gegangen waren. Von da ab fielen sie langsam wieder auf 3,40 Rs. zurück. Ende September wurden die folgenden Preise notiert: Nr. 1 Gummi 3,60—3,621½ Rs., Nr. 2 Gummi 3,40—3,55 Rs., Scrap Gummi 2,50— 2,90 Rs. (Bericht des Kais. Heneralkonsulats in Calcutta i 24. Oktober 1911.) Handel der Slfienbeinküste im Jahre 1910. Der Generalhandel der französischen Elfen- beinküste bewertete sich im Jahre 1910 auf 31 799 154 Fr. gegen 22.980 094 Fr. im Jahre 1909; mithin ergibt sich eine Zunahme von 8 819 060 Fr. Hiervon entfielen im Jahre 1910 (und 1909) auf die Wareneinfuhr 16 049 454 (11 192 242) Fr. und auf die Warenausfuhr 15 749 700 (11 787 852) Fr. Die außergewöhn- liche Zunahme findet ihre Erklärung darin, daß die wichtigsten Produkte auf dem europäischen Markte während des Jahres 1910 hohe Preise Vol. „D. Kol. Bl.= 1911, Nr. 18. S. rlf.