27 20 Zweifellos ist es, daß der Holzerport Kameruns, der sprunghaften Entwicklung Kameruns folgend, großere Ausdehnung annehmen wird, zumal unsere meisten auesichtsreichen Rameruner Hölzer dieselben Holzer sind, die bereits einen festen und guten Marktwert baben. Besonders werden häufig auftretende Holg- arten von bestimmten Esgenschaften, wie Lophira Bongosi oder Eisenhol3r CTei Baumwollbaum oder Kapok; Blindholz) usw. für den künftigen Holzerport Hunserer Kolonie von großer Bedenutung werden. Rheinische Hbandes Plantagen-Gesellschaft in Köln.") Im Geschäftsiahre 1910 betrug die Kaffeeernte inogesamt 75 400 kg, von denen 67 400 kg in Europa und die restlichen 8000 kg direkt von der Pflanzung abgesetzt wurden. Das Gesamterträgnis war weit geringer als im Vorjahre und blieb ungefähr 5000 kg binter der Schätzung zurück. Der in Europa erzielte Preis betrug im Durch- schnin 1.38.%¼ brutto und abgüglich Seefracht und aller sonstigen Spesen 1.10.#x pro Kilo. Diese Preis- steigerung ist hauptsächlich auf die wesentliche Besserung des NRaffeemarktes zurückguführen, die durch geringere Brasilernten hervorgerufen wurde Es ist nicht aus- geschlossen., daß die Abnahme der Brasilernten nicht allein auf Witterungseinflüsse vorübergehender Art zurück zuführen ist, sondern daß jetzt auch das seit mebreren Jahren geltende Verbot von Anlage neuer Pflanzungen sich fühlbar zu machen beginnt. Der Regenfall war sehr niedrig und betrug nur 1153 mm gegen 1672 mm im Vorjahre. Es muß bis auf 1903 zurückgegriffen werden, um ähnliche geringe KNiederschlagmengen festzustellen; in senem Jahre betrug der Regenfall nur 1003 mm. Auch über Arbeitermangel hatten wir wieder sehr zu klagen, denn die Arbeiterzahl betrug im Durch- schnitt 229 mit einer Mindestzahl von 193 im August und einer Höchstzahl von 317 im Haupterntemonat Dezember. Besonders beunrnhigend ist der stete Rück- gung dieser Höchstzahl, die 1908 noch 410, 1909 330 betragen hatte. Durch diese Abnahme an Arbeitskräften konnte das Pflücken einer immerhin möglichen größeren *) Aus dem Geschäftsbericht über das fünfzgehnte Geschäftsjahr (1910). Ernte tatsächlich in Frage gestellt werden; aber auch abgesehen hiervon ist die Arbeiterzahl vollständig un- genügend für die zu bewältigenden laufenden Arbeiten und mußdte daher,. weil Ngambo, auf dessen Kaffee- ernte als einzige Einnahmequelle wir angewiesen sind, in erster Linie berücksichtigt werden mußte, unter diesen mißlichen Verhältnissen die HRautschukpflanzung Ma- gunga leider vernachlässigt werden. Ein weiterer sehr ungünstiger Umstand für eine gute Entwicklung dieser Pflanzung war der geringe Regenfall, denn in Magunga waren die Niederschläge noch spärlicher als in Ngambo. Wegen Mangels an Europäeraufsicht konnten die Regenmessungen nicht während des ganzen Jahres vorgenommen werden, jedoch betrug für die beiden Regenmonate April und Mai der Unterschied bei 251,4 und 368 1 mm für Ngambo und 188.5 sowie 190,5 mm für Magunga bereits einige 210 mm. Hierzu kommt noch, daß von Mai bis Dezember überhaupt keine Regenfälle in Magunga eintraten. Unter dieser ungewoöhnlichen sechomonatigen Dürre hat die Pflanzung denn auch sehr gelitten. Die älteren Bäume sind allerdings nur in ihrer Entwicklung zurückgeblieben, die ganz jungen Bäumechen aber, die von den 111 ha der Pflanzung einen Flächenraum von 65 ha bedecken, sind zum großen Teil entweder völlig eingegangen oder doch derartig mitgenommen, daß eine umfangreiche Erneuerung er- forderlich wurde. Eine weitere Ausdehnung der Pflanzung war dadurch für 1911 nicht möglich. Hoffentlich läßt sich diese im nächsten Jahre nachholen. Ein kleiner Versuchsposten Kautschuk, 19 kg brutto, wurde im September 1911 in Oamburg an den Markt gestellt und ergielte einen Preis von 8 /#K pro Kilo. Einnahmen von einiger Bedentung dürften jedoch erst für 1913 zu erwarten sein. Die Kaffeepflanzung NRgambo hat unter dem geringeren Regenfall nicht sichtbar gelitten; unser Pflanzungsleiter schätzt die Ernte für 1911 auf min- destens 100 000 kua Die Betriebskosten Ngambo stellten sich auf 121 781,33.¼, wovon für die Kautschulpflan zung Ma- gunga rund 16 000 verausgabt wurden. Nach dem Jahresabschluß für 1910 hat die Unter- bilanz der Gesellschaft sich von 113066 auf 122 458. erhöht bei einem eingegahlten Grundkapital von 1 180 000 .“¾. Die Pflanzung Ngambo steht mit 866 6°5 .1¼ zu Bush, die Warenvorräte sind mit 78060.4 bilanziert. Aus fremden Rolonien und Produktionsgebieten. Die Cage des Baumwollmarktes und die Baumwoll- konferenz iIin ew Orleans. Die Baumwollernte der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1910 mit 12,1 Millionen Ballen bliob hinter dem Weltbedarf an amerikanischer Baum- wolle zurück, während für 1911 eine solche von mehr als 14 Millionen Ballen zu erwarten ist, d. h. die größte bisber dagewesene (die bisher größte war die von 1908 mit 13.8 Millionen Ballen). Der Baumwoll- markt wurde durch diesen Umstand stark beeinflußt. ZBeigen im Handelsverkehr ganz allgemein die Preise bei vermehrtem Angebot eine rückläufige Bewegung, so ist das in erhöhtem Maße bei der Baumwolle der Fall, weil diese Ernte in drei bis vier Monaten auf den Markt gebracht und finanziert wird. Die Furcht vor dem boll weevil hat bewirkt, daß der Pflanger die Vaumwolle so frühzeitig zu pflanzen und zu pflücken versucht, daß der Hauptteil der Ernte möglichst vor denjenigen Monaten beendet ist, in denen dieser Schäd— ling erfahrungsgemäß am stärksten und verheerendsten auftritt. Daher kommt jetzt Baumwolle neuer Ernte schon früh in verhältnismäßig großen Mengen auf den Markt. Die Spinner nehmen diese frühe Baumwolle um so rascher und bereitwilliger auf, je kleiner die Ernte voraussichtlich ist, denn sie wollen und müssen sich ihren Bedarf an Rohmaterial sichern. Ist aber eine grosze Ernte zu erwarten, so steht dem vergrößer- ten Angebot eine verhältniemäßige Zurückhaltung der Spinner gegenüber. Sie rechnen auf das Herabgehen der Preise infolge des größeren Angebots. So liegen auch in diesem Jahr die Berhältnisse, wie die Sta- tistik zeigt. Die Folge ist, daß die amerikanischen Ipinnereien