W 51 20 Die Sentralbahn.“) Nach Mitteilung der Baufirma befand sich die Gleisspitze der Ostafrikanischen Zentralbahn am 30. Dezember 37,2 km vor Tabora, also bei Kilometer 810,8 ab Daressalam. Im ver- gangenen Monat find 19 km vorgestreckt worden. 7# Deutsch-Südwestafrika. Der Umbau der Ohahaondsa-Brüche. (Mit vier Abbildungen.) Bon den beim Umbau der Bahn Karibib- Windhuk zu überbrückenden Rivieren ist das so- genannte Okahandjarivier, ein Nebenarm des Swakop, das größte. Es entspringt in den öst- lich und südöstlich Okahandja gelegenen Onjati- bergen und führt bei seinem fast jährlichen Ab- kommen nicht nur die dort sich niederschlagenden Regenwasser fort, sondern besitzt auch einen das ganze Jahr fließenden Grundwasserstrom. In der Nähe von Okahandja zwingen mehrere, das Flußbett quer durchziehende Felsrippen, die als natürliche Grundwassersperren wirken, das Wasser, höher als sonst an die Oberfläche zu treten. Nach regenreichen Jahren, wie z. B. im Jahre 1909, trifft man wenige Fuß tief bereits auf MWasser. Dieser Wasserreichtum, in Verbindung mit dem fruchtbaren Überschwemmungsgebiet, das sich zwischen den zum Teil reich bewaldeten Ufern einschiebt, ermöglicht es, mit Erfolg Ackerbau zu treiben. Die bei Osona gelegenen Kleinsiedelungen erzielen bereits recht befriedigende Erfolge im Gemüse= und Ackerbau. Für den Bahnbau und 5etrieb war die Überbrückung des Riviers von besonderer Wichtig- keit. An der Übergangsstelle beträgt seine Breite rund 300 Meter. Außerordentlich starke Ab- kommen in den Jahren 1830 bis 1835 und 1881, damit verbundene UÜberschwemmungen und schwan- kende Angaben über den höchsten Hochwasserstand mahnten bei der Bestimmung der nötigen Durch- flußweite zu besonderer Vorsicht. Während beim ersten Bahnbau in den Jahren *) Vgl. „D. Kol. Bl.“ 1911, Nr. 24, S. 967. 1897—1902 die meisten übrigen Brücken aus Stein und Eisen gebaut wurden, wurde hier mittels gerammter Holzpfähle eine Jochbrücke von 51 je 6 Meter weiten Offnungen hergestellt, um den Flußgquerschnitt möglichst wenig einzu- schränken und größte Sicherheit gegen außer- gewöhnlich starke Hochwasser zu schaffen. Diese Bauart hatte natürlich gewisse Schwächen. Insbesondere machte sich bereits nach wenigen Jahren das starke Faulen der Holzpfähle in be- denklichem Maße bemerkbar, so daß bereits im Jahre 1906 für den Umbau der Brücke 300 000.7“ bewilligt werden mußten. Bei den für die Auf- stellung des Entwurfs erforderlichen weiteren Untersuchungen stellte sich aber heraus, daß, wenn die Brücke auch für eine künftige kapspurige Bahn geeignet sein sollte, dieser Betrag nicht genügte. Eine Ausschreibung unter den im Schutzgebiet ansässigen Bauunternehmern ergab im Frühjahr 1910, daß sich der Umbau nicht unter 360 000./ werde bewirken lassen. Damit war die Not- wendigkeit gegeben, den Baubeginn zu verschieben und die Bewilligung neuer Mittel abzuwarten. In der Zwischenzeit mußte aber das Bauwerk zur Sicherung des Betriebs einer gründlichen Wiederherstellung unterworfen werden. Um die Kosten im Hinblick auf den zu erwartenden Um- bau der gesamten Strecke möglichst niedrig zu halten, wurden die Joche einzeln unterfangen, indem aus alten Schwellen und Schienenstößen bestehende Roste neben die Joche gelegt wurden. Mit der Bewilligung der Mittel für den Umbau der Strecke Karibib—Windhuk in Kap- spur durch den zweiten Nachtragsetat 1909 wurde dann die Möglichkeit gegeben, das Bauwerk völlig neu herzustellen. Die in der Zwischenzeit weiter angestellten Untersuchungen ermöglichten es, die Durchfluß- weite auf 280 Meter einzuschränken. Die Brücke überspannt den Flußlauf in zwei Offnungen von je 52 Meter Stützweite und in sechs Offnungen von je 31,2 Meter Stützweite. Die Gründung erfolgte zum Teil unmittelbar auf Fels, zum Teil auf eisernen Pfählen, die in ihrem oberen Teil durch eine Betonplatte zusammengehalten werden. Die Platte selbst ist so bemessen, daß sie, selbst wenn sämtliche eiserne Pfähle im Laufe