W 84 20 gesordert. An das Eingeborenen-Krankenhaus wurden zur Beköstigung der an Beriberi Erkrankten größere Mengen von Früchten geliefert. Die Kulturen werden weitergeführt. . 1* Die Bedentung des Gartens als eines Versuchs- gartens muß sehr beschränkt bleiben, solange keine größeren Mittel zur Verfügung gestellt werden können. In nächster Zeit werden die Einrichtung eines Labora- toriums und einer Pflanzenuntersuchungsstelle unbe- dingt nötig. Außerdem wird die beträchtliche Ausdeh- nung des Gartens mit seinen verschiedenen und viel- seitigen Kulturen auch noch einen zweiten technischen Beamten erfordern. Aus fremden Kolonien und Droduktionsgebieten. Die Kahoovalorisation.") Das Kaiserliche Generalkonsulat in Rio de Janeiro berichtet hierzu unterm 4. Dezember 1911 u. a. folgendes: Dem Plane, den Kakao zu valorisieren, wird in Rio de Janeiro geringes Interesse entgegen- gebracht, da nur ein verschwindend kleiner Teil des in Brasilien erzeugten Kakaos über den hie- figen Hafen ausgeführt wird. Von 33,8 Millionen Kilogramm der Gesamtausfuhr Brasiliens sind im Jahre 1909 über Bahia 28,8 Millionen Kilo- gramm, über Para 3,7 Millionen Kilogramm und über Rio de Janeiro nur 2288 Kilogramm aus- geführt worden. Mit Rücksicht darauf, daß sich die brasiliani- schen Interessen auf diesem Gebiete in Bahia konzentrieren, haben auch dort die von Portugal ausgehenden Bestrebungen eingesetzt, eine Kakao- valorisation zu erreichen. Uhber den Verlauf der Beratungen auf dem am 9. Oktober 1911 in Bahia abgehaltenen Kongreß hat das Kaiserliche Konsulat in Bahia unterm 14. November 1911 berichtet. Wenn in der deutschen Presse teilweise von einem Scheitern der Valorisationspläne in Brasi- lien geschrieben worden ist, so ist die Nachricht in dieser Form wenigstens verfrüht gewesen. Man hat vielmehr in Bahia den von dem Handels- sachverständigen des portugiesischen Konsulats in Paris vorgelegten Plan bereitwillig in Erwägung gezogen und ein Komitee ernannt, das Schritte zu seiner Verwirklichung einleiten soll. Der An- trag einer der von der Versammlung der Kakao- interessenten aufgestellten drei Kommissionen, wo- nach das Komitee auch ermächtigt sein sollte, nötigenfalls eine Anleihe zur Durchführung der Valorisation unter Garantie des Staates Bahia aufzunehmen, ist allerdings nur in der Form angenommen worden, daß nötigenfalls auch Ka- pital ausgenommon werden soll, um eine Ent- wertung des Kakaos zu verhindern. In einem Telegramm des Direktors der Ackerbauschule an den auf der Versammlung von ihm vertretenen *) Vgl. „D. Kol. Bl.“ 1911, S. 904 und S. 988: 1912, S. u0. Ackerbauminister war die Mitteilung enthalten, es hätten bereits verschiedene Kapitalisten genü- gendes Kapital zur Verfügung gestellt, um einer Entwertung des Kakaos vorzubeugen. Inwieweit dies geschehen ist, hat sich hier bis jetzt nicht fest- stellen lassen. In hiesigen kaufmännischen Kreisen wird be- zweifelt, daß sich eine Kakaovalorisation nach dem beabsichtigten Plane durchführen läßt. Wenn es seinerzeit dem Staate Sao Paulo gelungen ist, den Kaffee zu valorisieren, so ist dabei zu berück- sichtigen, daß dieser Staat mit etwa zwei Dritteln an der Weltproduktion beteiligt war. Dagegen kontrollieren Portugal, Brasilien und Ecuador noch nicht die Hälfte der Kakaoerzeugung. Auch ist es mindestens fraglich, ob man für eine Kakao- valorisation die erforderlichen Kapitalien aufbringen würde. Soweit Brasilien in Frage kommt, wird der Staat Bahia schwerlich die notwendigen Ga- rantien zu leisten in der Lage sein, während die Bundesregierung sich darauf überhaupt nicht ein- lassen wird. Ubrigens gehen nach Mitteilungen in der Presse die Bestrebungen nicht dahin, eine Valori- sation durchzuführen, sondern nur einer dauern- den Entwertung des Kakaos vorzubeugen, die eintreten müsse, wenn die Produzenten sich nicht zusammenschließen, um der Spekulation entgegenzutreten. kKahao-RKusfuhr aus der Dominikanischen Republik, Januar bis Uovember 1911.“) November 1911 Januar bis Nov. 1911 Bestimmung * * ##g Ver. St. von Amerika 2064 117 52874 8 708797 1 710886 Deutschland 3 905 781 6 003 109 1199345 Frankreich 26 494 5378 4 171 093 824 093 And. Länder — — 9334 1 818. Im gangen 294576 59 033 18 892 333 3736172 Im Vorjahr 534288 87 509 15 916 529 2739205 (Nach einem Berichte des Naiserl. Konsuls in Sanu Domingo vom 23. Dezember 1911.) *) Vgl. „D. Kol. Bl.“ 1912. S. 30.