W 341 2e0 zustellen. Es wurden 392 Tons Baumwolle (102 v. H. mehr als 1909/10), 276 Tons Tabak (57 v. H. Zunahme) und 32 327 lbs Kautschuk (119 v. H. Zunahme) ausgeführt. An Plantagen- gummi wurden nur 4087 (2623) Pfund ver- laden. 83 v. H. der Ausfuhr ging nach Groß- britannien, 4 v. H. nach britischen Kolonien und 13 v. H. nach anderen Ländern. Die zukünftige Entwicklung des Handels wird günstig beurteilt, da sich infolge der Baumwollkultur der Geld- umlauf unter den Eingeborenen verstärkt, auch ständig größere Landflächen in Bearbeitung ge- nommen werden. Zahlenmäßig stellt sich der Anteil am Handelsverkehr in der nachstehenden Tabelle dar: Einfuhr 1909/10 1910/11 Ausfuhr 1909/10 1910/11 9 L. L L Großbritannien. 78 901 150 630 76 172 140 651 Deutschland 12922 22 057 11 331 13 057 Alle nichtbritischen Länder 21 662 36 027 23 984 21 956 Für die Landwirtschaft war das Berichts- jahr günstig, besonders ist in Baumwolle eine gute Ernte zu verzeichnen. Der Morgengehalt der Baumwollpflanzungen stieg auf 23.000 Acres. Der Preis der Baumwolle hielt sich zwischen dem der amerikanischen und dem der ägyptischen; der höchste Preis wurde für Uplandbaumwolle erzielt. Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 1000 bis 3000 Fuß und zeigt große Wider- standsfähigkeit gegen Schädlinge. Agyptische Baumwolle wird jetzt nur in Höhen unter 1000 Fuß auf bestbewässertem Gelände angebaut. Der Baumwollbau der Eingeborenen stieg von 220 Tons auf 692 Tons; es ist gelungen, ihn durch Erlaß der Hüttensteuer für Baumwoll= pflanzer zu fördern. Tabak wurde auf 3274 Acres angepflanzt und erbrachte 1 704 637 lbs. Kautschukpflanzen wurden auf einer Fläche von 9072½ Acres kultiviert, davon entsielen auf Parakautschuk 726⅛½ Acres. Der Kaffeeanbau ging stark zurück. Die Landolphia parvifolia wird durch die African Lakes Corporation Limited aus- gebeutet. Es wurden für derartigen Kautschuk Preise von 3 sh 9 d bis 4 sh 4 d erzielt, für Parakautschuk bis 5 sh 2½ d. An vier größeren Postanstalten sind Post- sparkassen eingerichtet worden, welche die Ein- lagen bis 200 L mit 2½ v. H. verzinsen. Der Auswanderung der Eingeborenen ar- beitet das Gouvernement entgegen, teils wegen des Arbeiterbedarfs im Lande selbst und des Schicksals der zurückbleibenden Familie, teils weil das Zusammentreffen der Eingeborenen mit ver- derbten Elementen in Südafrika mehr übelstände mit sich bringt, als die hohen Löhne ausgleichen könnten. Eingeborene mit bestimmtem Reiseziel dürfen das Land verlassen. Die Hüttensteuer kam regelmäßig ein und erbrachte 191011 46 534 LK gegen 35 619 2 im Jahre 1906/07. Ein Mißstand ist das Fehlen einer ununter- brochenen Verbindung bis zum Meer, da der Shirefluß zwischen Villa Bocage und Fort Herald in der Trockenzeit nicht schiffbar ist. Schlafkrankheit und Tsetsefliege breiten sich langsam aus. Da letztere den Transport mittels Zugvieh unmöglich macht, sind geeignete Automobilstraßen wünschenswert. Wegen der Verbreitungsmöglichkeit der Tsetse- fliege und der großen Wildschäden in den Pflan- zungen ist der Jagdschutz von Büffeln und Anti- lopen eingeschränkt worden. Südatrikanischer Bund. Geplantes Zollgesetz. Laut Bekanntmachung Nr. 266 vom 23. Fe- bruar 1912 ist dem Parlament des Südafrika- nischen Bundes vom Minister für Handel und Gewerbe der Entwurf eines die Zollgesetzgebung für den Bund einheitlich regelnden Boligesebes vorgelegt worden. (The Union of South Afrien ç((overnment Guzette.) RKusfuhr-oll für Kautschuh in Bolivien. Nach einem Gesetze vom 26. Januar 1900 ist die Regierung von Bolivien ermächtigt, den Aus- fuhrzoll für Kautschuk, der 20 v. H. des Wertes nicht übersteigen darf, in Acre bis auf 15 v. H. und in den anderen Erzeugungsgebieten auf 8 v. H. zu ermäßigen. Auf Grund dieser Ermächtigung ist durch Verordnung vom 26. Januar 1912 der Zoll für Kautschuk, der über Villa Bella aus- geführt wird, von 12 auf 10 v. H. herabgesetzt worden. (Nach einem Berichte der Kais. Minister-Residentur 6 in La Pazg.)