W 564 20 hierfür die Erklärung in dem Betelkauen zu finden Der feinpulverisierte Muschelkalk, der jeder Betelportion zugefügt wird, ist sehr wohl b geeignet, dieselben Dienste wie die eßbaren Erden zu leisten, nämlich der Kalk- armut der Nahrungemittel abzuhelfen. Möglicherweise kommt überhaupt dem obligaten Kalkzusatz ursprüngl ch diese gleichsam physiologische Bedeutung z den Inseln, von denen das Erdessen berichte —* WVeeont der Betelgenuß. Wie der Infektion mit Ankylostomiasis, so scheint auch der mit Frambösie nur ausnahmsweise ein Mensch auf Jap zu entgehen. Wohl nirgends werden sich ihre vielgestaltigen Krankheitsäußerungen besser verfolgen, süssen als dort, wobei wieder zu konstatieren ist, daß d Wesikaroliner auch auf ediese Infektion be- sonders döhhaf= reagieren. Abge von den ins Kindesalter fallenden wohlbekatelene Früchsymptomen treten gerade hier die destruierenden Spätformen in besonderer Häufigkeit auf und geben mehrere gut um- schriebene augensällige Krantkheitsbilder. Das ent- sezlichste von ihnen ist es „Lug“, jener sonst als Gangosa oder guen shan es mutilans bezeichneten Affektion mit ihren fürchterlichen Entstellungen des Ge- sichtes. Sie spielt sich zwar stets im Bereiche von Mund, Nase und Nachen ab, so daß der an sich schon unförmige lateinische Name richtiger Labiorhyno= pharyngitis heißen müßte, aber ihre Intensität wechselt in weiten Grenzen. Im gangen sind drei Stärkegrade zu unterscheiden. Erstens die harmloseste Form, bei der nur geringe Teile der äußeren Lippen= und Nasen- haut geschwürig ergriffen werden. Nach der Abheilung erinnern die Narben solcher Kranken an besonders tief- gehende Pockennarben. Beim zweiten Grade greift das eiden auf die Schleimhäute über, von denen es bis- weilen auch seinen Ausgang nimmt. Entsprechend ist die narbige Entstellung von Mund und Nase schon viel tärker. Beim dritten Grade erreicht diese ihren Höhe- punkt, indem neben Haut und Schleimhäuten auch die Knochenteile ergriffen und zerstört werden, so daß nach der Abheilung nichts mehr von einem menschenwürdigen Gesicht übrig bleibt. Eine gräßliche Narbenfläche mit einer unförmigen Offnung, die ehemals Mund und Nase entsprach, und mit ektropisch verzerrten Angen tritt an seine Stelle. Selbst das ganze Dach des harten Gaumens kann vernichtet sein, so daß man bei einem solchen Unglücklichen von der Nasenhöhle ans die Zunge liegen ieht. Solcher schweren Fälle laufen ungefähr 30 auf Jap herum. Bedeutend höher ist die Zahl der leichteren Gangosafälle. Wie alle frambö- sischen Spätformen tritt sie nur bei Erwachsenen auf. Nächst dem Gesicht sind ihre Zers törungen am häufigsten und auffälligsten an Händen und Füßen zu beobachten. Auch bei dieser Form lassen sich drei Intensitätsgrade unterscheiden. Beim mildesten beschränkt sich der Vor- haug auf die äußere Hant, die teils ohne Geschwürs- ildung, gewissermaßen „geschlossen", zu lamellöser Abstoßung unter Hinterlassung pigmentloser Flecken kommt, teils als „offene“ Frambösie zu Rhagaden und Geschwüren führt. Im zweiten Grade geht sie, wieder entweder ohne oder mit Ulzeration, auf die tieferen Gewebsschichten über, namentlich die Sehnenscheiden r Haud, wo sie nach der Ausheilung mit Vorliebe Kontrakturen eines oder mehrerer Finger in Beuge- stellung verursacht. Wird nur der kleine Finger von dieser betroffen, so erinnert das Ganze sehr an das sonst als Dupuytrinsche Fingerkontraktur bekannte Bild. Von einem früheren Beobachter (rämer) wurde ge- rade dieses als „Karolinerhand“ beschrieben und ursächlich auf die viele Beschäftigung mit dem Segeln zurückgeführt. Damit hat es sicher nichts zu tun, denn es findet sich oft genng bei alten Weibern, die nie ein Segel in die Hand nahmen. Uberdies habe ich seine unmittelbare Entstehung aus der Frambösie gut beobachten können. Der dritte Grad reicht mit seinen Zerstörungen über die Sehnen bis auf die Knochen und scheint im Gegensatz zur eben geschilderten Form häufiger den In als die Hand zu befallen. Unbehandelt hinterläßt er an Stelle des Fußes eine unförmige. völlig Oölemtlose. klumpige Masse, die entweder noch einige Zehenstummel trägt oder selbst ganz ohne solche sein kann. Als Folgeerscheinung dieses „Japfußes“ stellt sich Atrophie des ganzen Unterschenkels ein, dessen Muskeln ja durch die völlige Versteifung des Fußes außer Tätigkeit besenn sind. Obschon seltener, kommen doch ganz die entsprechenden Verstümmelungen auch an der Hand vor. Es würde zu weit führen, wollte ich neben den eben skizzierten beiden am meisten hervor- tretenden noch alle anderen Spätformen der Frambösie schildern. Es sind im Wesen die gleichen wie sie aus anderen Framöösieläindern der Welt beschrieben worden sind. Nur wird sich kaum ein anderer Volksstamm einer so untvbersellen, so vielgestaltigen und dabei in ihren Außerungen so schweren Durchseuchung rühmen können wie der von Jap. Wir kommen zur dritten und meiner Überzeugung nach verhängnisvollsten der drei großen Volkskrank- heiten Japs, der Tuberkulose. Obwohl wir allen ihren aus Curopa bekannten Formen auch hier begegnen, so ist, abgesehen von ihrer ganz enormen Verbreitung. dem Beobachter doch sofort zweierlei auffällig. Das ist erstens ihr ungleich bösartigerer, oft galoppierend zum Tode führender Verlauf und zweitens das starke Prävalieren bestimmter Perlaufstypen. Wir greifen kaum zu hoch, wenn wir jeden 5. bis 6. Menschen der Insel als klinisch tuberkulös ansehen. Hat doch Dr. Buse rund 600 Ingendliche allein mit Drüssen- wbextloi in Beobachtung bzw. Behandlung. Objektiv t sich die Malignität der dortigen Tuberkulose u. a. ur dem Aunsfall der Pirquetschen Reaktion. Wir haben bei ihr nicht, wie es in der Heimat durchweg zu sein pflegt, an der Impfstelle eine rasch vorübergehende, wallartige Induration, sondern sehr häufig bilden sich unter heftigen örtlichen Entzündungserscheinungen Bläschen aus, die entweder unter Borkenbildung ab- heilen *— auch zu stark nässenden und schlecht heilenden Ulzerationen führen, so daß der ganze Ablauf der Reaktion äußerlich einer (Schuspockenimpfung mit ab- norm starkem Ausfalle gleicht. Die drei bevor ugnen Typen der Japtuberkulose sind 1. Drüsen-, 3. Hauttuberkulose. Die Aassenneisen leitet meist die Szenerie ein und entspricht im Grunde der hei- mischen Skrophulose des Kindesalters. Kommt sie nicht zur Ausheilung oder zu tödlicher Miliartuber= kulose, so schließt sich die Lungentuberkulose an, und zwar viel häufiger als daheim. So entsteht jenes von den Eingeborenen gefürchtete und in den früheren Be- richten aus den Karolinen viel erwähnte Leiden des Safrit, ein Wort, das man am besten mit unserem deutschen „Anszehrung“ übersetzen würde. Mir ver- dolmetschte es ein intelligenter Japmann nicht un- bezeichnend als „die Krankheit, bei der ein Mensch immer weniger wird“. Man ist auch ärztlicherseite aufangs geneigt gewesen, Safrit als eine eigene Krank- heit aufzufassen. In der Tat sind die Drüsen- und die Allgemeinerscheinungen oft so hochgradig, wie man sie nie bei der heimischen Skrophnlose zu Gesicht be- kommt. Zu beiden Seiten des kindlichen Halses liegen bis zu Faustdicke die Drüsenpakete, vom Lieferwinkel bis unter die Claricula herabreichend, anfangs solid, sehr bald verkäsend, und man ist nach einer operativen Ausränmung erstaunt, wie überhaupt solche ungeheuer= lichen Drüsenmassen anatomisch haben Platz finden