S’n  Jahre  nach  dem  Uode  Friedrichs  des  Großen
übernahm  der  junge  Eeneral  RNapoleon  Bonaparte
  das  Kommando  über  die  französische  Krmee
in  Italien,  und  die  Welt  sah  von  nun  an  zwanzig
  Jahre  lang  ein  Schicksal  und  ein  Kbenteuer  ohne
gleichen.  Das  revolutionäre  Frankreich,  aber  auch  das
alte  monarchische  Europa  hatte  seinen  herrn  und
Meister  gefunden.  Wie  alle  großen  Menschen  der  Ge—
schichte  kam  er  zu  seiner  Seit.  Suerst  war  er  der  Mann
der  Demokratie.  Sein  Ehrgeiz  griff  aber  weit  über
das  Siel  der  Festigung  des  tief  erschütterten  republikanischen
  Frankreich  hinaus.  Er  führte  die  Revolution
da  weiter,  wo  er  sie  bei  seinem  Eintritt  in  die  Geschicke
  Frankreichs  vorfand:  bei  ihrem  kriegerischen
Dorschreiten  in  Europa.  Sein  erstes  und  sein  letztes
Mittel  zur  Macht,  seine  Leidenschaft  und  seine  Kunft
war  der  Krieg.  Swar  führte  dieser  größte  aller
Kriegsfürsten  stets  den  Frieden  im  Munde.  Kber  wenn
er  auch  ernstlich  den  Frieden  gewollt  hätte,  so  konnte
er  ihn  doch  nicht  schaffen.  Denn  zu  früh  schon  hatte
er  sich  am  eigensten  Leben  der  bölker  vergriffen.
Sein  Weltreich  brach  zusammen,  weil  die  Nationen
Europas  politisch  zu  hoch  und  zu  selbständig  entwickelt
  waren.  Es  wurde  CEuropa  zum  Heil,  daß
Napoleon  den  kriegerischen  Erfolg  nicht  wie  Cäsar
oder  wie  Friedrich  der  Große  einer  klar  umgrenzten
politischen  Idee,  sondern  dem  Phantom  einer  Weltmonarchie
  dienstbar  machte.  Napoleon  hat  Frankreich
einen  unsterblichen  Kriegsruhm  erkämpft,  er  hat  die
Erundlagen  seines  jetzigen  Bestandes  gelegt,  —  er  hat
aber  auch,  ganz  gegen  seine  Kbsicht,  die  politische  Er.
neuerung  und  Susammerfassung  der  deutschen  Völker