Russen,  Mapoleon  immer  tiefer  ins  Land  zu  locken,  wurde  durchgeführt,
  und  die  Russen  zogen  sich  auf  Moskau  zurück.  Km
20.  Kugust  ersetzte  der  alte  Heldherr  Kutusow  den  bisherigen  Führer
Barclag  de  Tolln,  und  Kutusow  stellte  sich  bei  Borodino,  westlich
von  Moskau,  am  7.  September  zur  Schlacht,  der  blutigsten  dieses
Krieges.  „Hier  ist  auch  nicht  ein  Fußbreit  Erde,  worauf  ein  Feiger
sich  bergen  möchte.“  Uapoleon  brach  sich  Bahn  und  zog  am  14.  September
  in  das  heilige  Moskau  ein.  Er  war  schon  zu  tief  in  den
herbst  gekommen.  Wohl  fanden  sich  in  Moskau  viele  Dorräte.  Was
aber  die  Franzosen  brauchten,  das  waren  Menschen.  Die  Stadt  war
menschenleer.  Dazu  begann  sie  schon  am  ersten  Tag  zu  brennen.
Napoleon  konnte  in  Moskau  nicht  überwintern.  Seine  Krmee  war
von  300000  Mann  auf  90000  Mann  zusammengeschmolzen,  seine
Hferde  zugrunde  gerichtet,  rechts  von  ihm  stand  eine  110000  Mann
ltarke  feindliche  Armee,  um  ihn  herum  brandete  ein  bewaffnetes
Dolk,  er  hatte  keine  Magazine,  keine  hinreichenden  Munitionsvor-=räte,
  nur  eine  einzige,  ganz  verwüstete  Derbindungsstraße  mit  seinem
Reich.  Seine  Sriedensangebote  blieben  unbeachtet.  So  gab  er
denn  am  18.  Oktober  den  Befehl  zum  Rückzug.  Nach  anfänglichem
Zusbiegen  in  südlicher  Richtung  betrat  die  „Große  Krmee"“  am
20.  Oktober  den  alten  Leidensweg.  Die  schrankenlose  Plünderung
in  Moskau  hatte  die  Mannszucht  des  französischen  Deeres  aufgelöst.
  Regen,  dann  Kälte  und  Hunger,  dazu  die  Kosakenschwärme
rieben  das  Heer  auf.  Mit  nur  mehr  42000  Mann  kam  Napoleon
am  10.  November  nach  Smolensk.  Am  26.  Movember  stand  er
trotz  Derstärkung  mit  nur  11000  Mann  an  der  Beresina.  Dort
zeigte  sich  noch  einmal  die  Größe  seines  Geistes,  die  kriegerische
Tugend  seines  Heeres  in  vollem  Elanze.  „Vous  voyez,  comme  on
passe  sous  la  barbe  de  lennemi.“  (Sie  sehen,  wie  man  unter  dem
Bart  des  Feindes  entwischt.]  Er  überschritt  den  Fluß.  Km  2.  Oktober
  war  die  Krmee  auf  9000  zusammengeschmolzen.  Trotz  Der-Krärkung
  verließ  sie  Wilna  am  11.  Dezember  nur  4000  Mann  stark.
Beim  ubergang  über  den  Niemen  am  15.  Dezember  betrugen  die.
Überreste  noch  1000  Mann  Bewaffnete.  Die  Kachzügler  und
Waffenlosen  überschritten  nur  in  geringer  Sahl  die  russische  Erenze.
Als  sich  Ende  Januar  die  hauptarmee  hinter  der  Weichsel  gesammelt
  hatte,  betrug  sie  nur  13000  Mann,  darunter  2200  Offiziere;
dazu  kamen  Macdonalds  und  Reyniers  10000  Mann,;  die  österreichischen
  und  preußischen  Truppen  betrugen  35000  Mann,  der  ganze
Rest  also  etwa  58  000  Mann.  —  Mit  Einschluß  der  Rachschübe  war
die  ganze  Krmee  610000  Mann  stark  gewesen,  es  waren  also
in  Rußland  tot  oder  gefangen  zurückgeblieben  552000  Menschen.
Die  Krmee  hatte  182000  Dferde  bei  sich  gehabt.  Bei  dem  Rest  befanden
  sich  noch  15000,  verloren  waren  also  167000  Hferde.
Sie  hatte  zuletzt  1372  Ceschütze;  der  Rest  hatte  zurückgebracht  150,
also  sind  über  1200  verlorengegangen.  —  Km  5.  Dezember  1812
hatte  Napoleon  bei  Smorgonji  sein  Heer  verlassen,  nachdem  er  im
20.  Bulletin  der  „Großen  Krmee“  vom  3.  Dezember  mit  dürren
Worten  der  Welt  von  den  Ereignissen  Kunde  getan.  Er  eilte,
da  und  dort  erkannt,  aber  nicht  ergriffen,  durch  Deutschland  nach

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