Uapoleons  Droklamation  an  die  Große  Armee.
hauptquartier  Wilkowyszki,  22.  Juni  1812.

Soldaten!  Der  zweite  polnische  Krieg  hat  begonnen!
Der  erste  endete  zu  Friedland  und  Tilsit.  In  Cilsit  schwor
Rußland  ewiges  Bündnis  mit  Frankreich  und  Krieg  mit
England,  —  heute  bricht  es  seine  Eide!  Es  will  sich  über
sein  sonderbares  Betragen  nicht  früher  erklären,  als  bis
die  französischen  Kdler  wieder  über  den  Rhein  zurück,  und  also
unsere  Bundesgenossen  seiner  Willkür  preisgegeben  sein  werden.
  Ein  unvermeidliches  Schicksal  reißt  Rußland  mit  sich  fort,
es  kann  seinem  Lose  nicht  entrinnen.  Sollte  es  wähnen,  wir
seien  entartet?  Wöären  wir  nicht  mehr  die  Soldaten  von
RKusterlitz?  Es  stellt  uns  zwischen  Entehrung  und  Krieg:  die
Wahl  kann  nicht  zweifelhaft  sein.  Dorwärts  also!  Dorwärts
über  den  Uiemen!  Uragen  wir  den  Krieg  in  sein  Gebiet!
Der  zweite  polnische  Krieg  wird  für  Frankreichs  Waffen
ruhmreich  wie  der  erste  sein.  ber  der  Friede,  den  wir
schließen  werden,  wird  seine  Bürgschaft  in  sich  tragen  und
dem  verhängnisvollen  Einfluß,  den  Rußland  seit  50  Jahren
auf  die  Angelegenheiten  Europas  ausübt,  ein  siel  setzen.

Kufruf  des  Grafen  Rostopschin

an  die  Russen  nach  der  Besetzung  Moskaus  durch  Uapoleon.

Der  Seind  der  menschlichen  Gesellschaft,  die  Strafe  Gottes
für  unsere  Sünden,  die  teuflische  Derführung,  der  fran-3ösische
  Bösewicht  ist  in  Moskau  eingedrungen  und  hat  es  dem
Schwert  und  den  Klammen  überliefert.  Er  plündert  die  Tempel
  Gottes,  entweiht  die  Kltäre  durch  sein  unsittliches  Leben,
die  heiligen  Gefäße  durch  seine  Döllerei  und  seinen  Spott.
Er  benutzt  die  Meßgewänder  anstatt  der  Pferdedecken,  reißt
die  Rahmen  und  Kränze  von  den  heiligenbildern  fort  und
stellt  seine  Pferde  in  unsere  Kirchen.  Er  plündert  die  häuser,
beschimpft  Frauen,  Uöchter  und  Kinder,  sowie  die  Kirchhöfe
und  reißt  die  Gebeine  unserer  Doreltern,  unserer  Derwandten
aus  der  Erde.  Dertilgt  die  noch  übriggebliebenen  Streitkräfte
  des  Feindes,  denn  es  sind  ihrer  nicht  viele  mehr,  und
unser  sind  vierzig  Millionen  Menschen,  die  von  allen  Seiten

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