wohl  eine  der  merkwürdigsten  Erscheinungen  in  der  Geschichte.
daß  eine  Tat,  welche  nach  der  Meinung  der  Menschen  von
so  ungeheurem  Einfluß  auf  das  Schicksal  Rußlands  gewesen  ist,
wie  eine  Srucht  verbotener  Liebe  vaterlos  dasteht  und  allem
Anschein  nach  ewig  mit  einem  Schleier  bedeckt  bleiben  wird.

(von  Clausewitz,  Der  Feld  zug  1812  in  Rußland  und  die  Befreiungskriege
  von  1813—15.)

Schlachtenmaler  Adam  über  den  Brand  von  Moskau.

Klbrecht  Kdam,  Schlachten=  und  Pferdemaler,  geb.  1786  in
Uördlingen,  gest.  1862  in  München.  Machte  die  Feldzüge  von  1809
und  1812,  den  letzteren  im  Gefolge  des  Prinzen  Eugene  Beauharnais,
  mit.

Schon  im  Laufe  des  ersten  Tages  lam  14.  September)
begann  es  in  einem  entfernten  Stadtteile  zu  brennen,  und
während  der  Nacht  nahm  das  Heuer  rasch  und  auf  eine  bedrohliche
  Weise  zu.

.  Die  Disziplin  und  Ordnung,  welche  bisher  nur
noch  mühevoll  eingehalten  worden,  ging  rasch  in  Demoralisation
  über.  Uapoleon  hatte  zwar  ein  strenges  Derbot  gegen
das  Plündern  erlassen,  das  sich  aber  gänzlich  unausführbar
erwies.  Knfangs  war  es  nur  Gesindel:  Marodeurs,  Dienerschaft
  und  die  Masse  von  Ceuten,  die  einer  solchen  Armee
nachziehen,  und  da  man  viele  TLebensmittel  und  Eetränke
fand,  so  fehlte  es  nicht  an  Exzessen  und  Brutalitäten.  Nach
und  nach  ging  das  aber  auch  auf  die  Soldaten  über  und
wurde  allgemein.  Wer  wollte  auch  unter  den  obwaltenden
Derhältnissen  in  dem  brennenden,  so  weit  ausgedehnten
Moskau  den  Soldaten  überwachen!  Moskau  war  das  Siel
seiner  hoffnungen,  hier  hatte  er  den  Lohn  für  seine  riesenhaften
  Anstrengungen  erwartet,  er  fand  ihn  nicht  und  nahm
sich  ihn  nun  selbst,  so  gut  er  konnte.  Man  sah  auf  den  Straßen
die  wunderlichsten  Szenen.  Anfangs  suchte  man  nach  brauchbaren
  Dingen,  viele  aber  beluden  sich  wie  Tasttiere  mit
Gegenständen,  die  sie  voraussichtlich  nicht  mit  sich  fortschaffen
konnten.  Mein  eigener  Diener  schleppte  mit  einem  Kameraden
eine  Menge  Kolonialwaren,  Tücher,  Luxusgegenstände  aller
Art  zusammen.  Dies  alles  lag  im  Hofe  des  hauses,  das

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