ich  bewohnte,  aufgehäuft.  Ich  war  ganz  empört  darüber,
konnte  aber  nichts  dagegen  tun,  wenn  ich  mich  nicht  von
meinem  eigenen  Diener  mißhandeln  lassen  wollte.  Alles
war  betrunken  und  in  der  größten  Kufregung.

Su  diesem  wüsten  Treiben  gesellte  sich  das  Toben  und
Brausen  des  rasch  zunehmenden  Seuermeers.  Keine  Feder,
kein  Dinsel  sind  imstande,  das  tobende  Element  zu  schildern.
Der  Von,  den  es  erregte,  kann  nur  mit  dem  Brausen  eines
ungeheuren  Wasserfalles  verglichen  werden,  in  dessen  Uähe
man  ganz  betäubt  wird.  Dazu  denke  man  sich  die  verschiedenen
Farben  der  Flammen,  je  nach  den  Stoffen,  die  sie  verzehrten.
  Die  wunderlich  gestalteten  und  gefärbten  himmelansteigenden
  Rauchsäulen,  die  öfters  die  Luft  verdüsterten:  das
alles  bot  ein  schauerlich-schönes  Ichauspiel  ...  Durch  Löschen
dem  Leuer  Einhalt  zu  tun,  daran  war  nicht  zu  denken:
es  hatte  zu  schnell  eine  riesenhafte  Ausdehnung  bekommen  und
in  kurzer  Seit  ganze  Stadtviertel  in  sche  gelegt.  Wenn
das  Feuer  auch  auf  einer  Seite  nachließ,  so  brach  es  auf
einer  andern  desto  wütender  los.  Man  konnte  nur  zu  deutlich

erkennen,  daß  der  Brand  planmäßig  geleitet  war

Kdam  entging  mit  knapper  Not  dem  Flammentode.  Kurz  danach
309  er  in  Eugene  Beauharnais  Gefolge  nach  Petrowski,  einem  zwei
Stunden  von  Moskau  entfernten  TLustschlosse.

Der  Gefahr,  ein  Raub  der  Flammen  zu  werden  und  in
Moskau  in  Dampf,  Rauch  und  glühendem  Kschenregen  zu  ersticken,
  war  ich  glücklich  entgangen.  Don  PDetrowski  aus  konnte
man  das  großartige  Schauspiel  des  Brandes  ruhig  betrachten.
Es  war  in  der  Tat  ein  schauerlich-schönes  Bild,  ein  wahres
FLeuermeer.  Man  glaubte,  kein  Haus  in  der  Stadt  werde  stehen
bleiben;  soweit  das  Zuge  reichte,  wirbelten  himmelhohe,  von
brennenden  Stoffen  genährte,  rotgelbe  Rauchsäulen  empor.
Es  war,  als  wollte  die  Erde  sich  in  Feuer  auflösen

(Qlbrecht  Hdam,  Zus  dem  Leben  eines  Schlachtenmalers.)

Ernst  Moritz  rndt  über  Napoleon  im  Kreml.
Er  saß  in  dem  alten  ehrwürdigen  Kreml  der  Saren,  gleich
einem  Tyrannen  der  alten  Geschichte,  von  seinen  Mamelucken
und  Trabanten  umlagert  und  die  Tore  der  Burg  mit  ge-16

