ladenen  Kanonen  besetzt.  So  sah  er  in  die  Flammen  und  Serstörung
  hinab.  (Krndt,  die  Glocke  der  Stunde.  Flugschrift  1812.)

Uapoleon  über  den  Brand  von  Moskau.

Ein  russischer  Edelmann,  namens  Jakoblew,  der  ausgeplündert
  in  Moskau  umherirrte,  weil  er  nicht  rechtzeitig  die
Stadt  verlassen  hatte,  wurde  vor  den  Kaiser  gebracht;  durch
ihn  hoffte  Uapoleon  zunächst  auf  Klexander  einwirken  zu
können.  Er  sprach  diesem  Jakoblew  seine  große  Entrüstung
darüber  aus,  daß  die  Russen  ihre  hauptstadt  verbrannt  hätten.
„Meine  Uruppen,“  sagte  der  Kaiser,  „haben  beinahe  alle
Hauptstädte  Europas  besetzt,  aber  ich  habe  nicht  eine  einzige
derselben  anzünden  lassen.  In  meinem  ganzen  TLeben  und
während  meiner  Seldzüge  ist  durch  meine  Deranlassung
  nur  eine  einzige  Stadt  in  Brand  geraten  und  zwar
in  Italien,  aber  auch  dies  geschah  mehr  zufällig  durch  den
in  den  Straßen  wütenden  Kampf.  Und  Sie  haben  sich  selbst
entschlossen,  Moskau  niederzubrennen,  das  heilige  Moskau,  wo
die  Asche  aller  Dorfahren  des  Saren  ruht!  Wer  war  der
Gouvperneur  von  Moskau?“  —  „Der  Graf  Rostopschin“,  sagte
Jakoblew.  „Was  ist  das  für  ein  Mann?“  —  „Er  ist  durch
seinen  Derstand  bekannt,  Sire.“  —  „Das  kann  sein,“  rief  der
Naiser,  „aber  er  ist  wahnsinnig.  Wenn  der  Kaiser  Klexander
  den  Frieden  wünscht,  alsdann  braucht  er  mir  ja  nur  davon
Nachricht  zu  geben.  Ich  sende  ihm  einen  meiner  Zdjutanten,
und  wir  können  sofort  Frieden  schließen.“

(Rehtwisch,  Napoleon  in  Rußland.)

Arndt  über  den  Freiherrn  vom  Stein  in  Petersburg.

Ernst  Moritz  Krndt,  geb.  26.  Dezember  1769  in  Schoritz  auf  der
Insel  Rügen,  als  Sohn  eines  GEutsinspektors.  Nach  längeren  Reisen
1805  Hrofessor  der  Geschichte  und  Philologie  in  Greifswald.  1806
begann  er  mit  dem  ersten  Teil  seiner  gewaltigen  Streitschrift  „Geist
der  Seit"  seinen  Beruf  als  Wecker,  Mahner,  Süchtiger  seines  Seitalters.
  Der  Freiherr  vom  Stein  berief  ihn  im  Jahre  1812  zu  sich
nach  St.  Detersburg.  In  Steins  Zuftrage  schrieb  er  eine  große
Anzahl  von  Slugschriften,  darunter  „Was  bedeutet  Landwehr  und
LCandsturme“  und  „Der  Rhein,  Deutschlands  Strom,  aber  nicht
Deutschlands  GErenze.“  Die  Wirkung  seiner  volkstümlichen  Schriften
ging  tief.  Unerschrocken  forderte  er  nach  der  Kriegszeit  die  Gewäh—
rung  einer  zeitgemäßen  Verfassung.  Nach  dem  Einsetzen  der  Dema-2

  Die  Befreiung.  17