gogenverfolgung  wurde  er  1820  seiner  Prafessur  in  Bonn  entsetzt,
und  seine  Papiere  beschlagnahmt.  Erst  im  Jahre  1840  wurde  er
von  Friedrich  Wilhelm  IV.  rehabilitiert.  1838  nahm  er  am  National.
parlament  teil.  Er  stärb  am  29.  Januar  1860  im  Zlter  von
90  Jahren.  —  Krndt  erzählt:

Dieser  Mann  lStein],  durch  die  jammervollen  Geschicke
seines  Dolks  seit  fünf,  sechs  Jahren  durch  die  Welt  umhergejagt
  und  ein  Land  der  Freiheit  und  der  Ehre  mit  der
Seele  suchend,  saß  nun  in  Petersburg,  saß  und  stand  da
bald  als  ein  von  vielen  beneideter  und  gefürchteter  Mann,  im
Rat  des  Zaren  Klexander  der  Erste  und  Oberste;  er  hatte  die
letzten  gäden  des  Systems  zerrissen,  wodurch  Romanzoff  lder
franzosenfreundliche  Kanzler]  und  andere  seit  dem  Lilsiter
Frieden  für  Uapoleon  und  die  Franzosen  den  Kaiser  verstrickt
gehalten  hatten;  Romanzoff  selbst  war  gefallen,  neue  Derhältnisse
  waren  mit  England,  Schweden  usw.  nach  allen  Seiten
angeknüpft,  neue  Ansichten  und  Einsichten  waren  gewonnen
und  neue  politische  Gesichtspunkte  gezeigt.  So  war  Stein  der
erste  Mann  des  Zugenblicks,  er  bei  den  Seinigen,  das  heißt
bei  allen,  welche  seine  Gesinnungen  teilten  und  etwas  von
seinem  Mut  in  der  Brust  hatten,  der  bewunderte,  ja  von
vielen  der  angebetete  Mann.

(Arndt,  Meine  Wanderungen  und  Wandelungen  mit  dem  Reichsfreiherrn
  vom  Stein.)

Der  Freiherr  vom  Stein.

Heinrich  Friedrich  Karl,  Freiherr  vom  und  zum  Stein,  geb.
26.  Oktober  1757  in  Uassau  an  der  TLahn,  stammt  aus  altem  reichsfreiherrlichen
  Geschlecht.  Er  trat  nach  größeren  Reisen  in  den
preußischen  Staatsdienst  und  war  dort  im  Berg.,  Linanz=  und
handelswesen  tätig.  1804  trat  er  als  Minister  ins  General-Direktorium
  zu  Berlin  ein  und  reformierte  das  Soll.  und  Sinanzwesen.
Nach  dem  Susammenbruch  des  preußischen  Staates  forderte  er  die
Abschaffung  der  Kabinettsregierung  und  wurde  deshalb  in  der
ungnädigsten  Form  verabschiedet.  Die  labinettsorder  Friedrich
Wilhelms  III.  vom  5.  Januar  1807  lautet:

Ich  habe  zu  meinem  Leidwesen  gesehen,  daß  Sie
als  ein  widerspenstiger,  trotziger,  hartnäckiger  und
ungehorsamer  Staatsdiener  anzusehn  sind,  der  auf
sein  Genie  und  sein  Talent  pochend,  weit  entfernt,
das  Beste  des  Staates  vor  Augen  zu  haben,  nur

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