Osten  gezogen.  Diese  Entwichenen,  meistens  Preußen,  treue
tapfere  Männer,  meinten  hier  nicht  gegen,  sondern  für  ihren
herrn  und  Uönig  zu  fechten  ..  .  Diele  dieser  Entwichenen  fochten
  nun  mit  im  heere;  andere  lebten  in  PDetersburg,  um  aus
deutschen  Gefangenen,  Überläufern  und  Sreiwilligen  eine
Deutsche  Legion  zu  bilden,  welche  Fahnen  und  Schwerter  erheben
  sollte,  so  wie  der  Sieg  aus  diesem  Osten  gegen
die  vaterländischen  Grenzen  nach  dem  Westen  vorrücken  würde.
An  der  Spitze  der  Errichtung  dieser  Legion  standen  der  regierende
  herzog  von  Oldenburg,  auch  er  ein  entwichener
Hlüchtling,  der  Graf  Tieven,  jüngst  noch  Gesandter  in  Berlin,
und  der  Minister  vom  Stein,  die  ungleichsten  Männer;  was
viele  kleine  Häkeleien  gab.  Der  herzog,  ein  würdiger  trefflicher
Fürst,  war  feierlich,  kalt  und  gemessen  und  freilich  nicht  gemacht,
  soldatischen  und  kriegerischen  Angelegenheiten  Ktem
und  Seuer  einzublasen.  Der  kurze  Stein  war  in  Derzweiflung,
wenn  er  mal  mit  ihm  sich  besprechen  und  beraten  mußte:  „der
steht  vor  mir  ganz  wie  der  alte  deutsche  Reichsprozeß  und
dociert  mir  zwei,  drei  Stunden  stans  pede  in  uno“  pflegte  er
von  ihm  zu  sagen.

Durch  die  langsame  und  etwas  pedantische  Weise  des
herzogs  wurden  die  armen  Offiziere  auch  oft  zur  Derzweiflung
  gebracht,  und  die  feurigsten  waren  oft  nahe  daran,  sich
von  dem  ganzen  Plan  zurückzuziehen  und  sich  lieber  in  dem
russischen  heere  zu  verlieren,  wo  ihnen  freilich  auch  nicht
leicht  eine  würdige  Aätigkeit  beschieden  ward,  zumal  da  die
Russen,  als  es  mit  ihren  Dingen  anfing  glücklicher  zu  gehen,
gegen  die  Fremden,  die  sie  nicht  leiden  können,  einen  unerträglichen
  Stolz  und  hohn  übten.  Das  war  eine  harte  Geduldprobe
  vieler  trefflichster  Männer;  doch  hat  Gott  ihnen  verliehen,
  im  Jahr  1815  ihre  Schwerter  fürs  Daterland  mit

welschem  Blute  zu  röten.  (Arndt,  Wanderungen.)

Inschrift  auf  der  Hahne  der  Deutschen  Legion.

Auf!  Kuf!  gekommen  ist  die  Seit,
Es  fällt  der  bunte  Drache,

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