kämpft  in  den  Leldzügen  von  1813  bei  Großgörschen  (2.  Mai)  und
Bautten  (20./21.  Mai),  an  der  Katzbach  (26.  Zugust),  bei  Wartenburg
  (3.  Oktober  ),  bei  Möckern  (16.  Oktober),  1814  bei  Montmirail
(11.  Februar),  bei  Laon  (9./10.  März)  und  hat  an  diesen  Schlachten
oft  den  entscheidenden  Knteil,  wenn  auch  meistens  im  Serwürfnis
mit  Blücher  und  Gneisenau.  An  dem  Heldzug  1815  nahm  er,  tief
gekränkt,  nicht  teil  und  forderte  seinen  Kbschied.  „Scharf  wie  gehacktes
  Eisen",  war  er  von  den  Uruppen  und  Offizieren  gefürchtet,
aber  wegen  seiner  Fürsorge  für  ihr  Wohl  hingen  sie  ihm  doch  an.
Er  starb,  nachdem  er  zehn  kinder  verloren,  in  Einsamkeit  am
4.  Oktober  1830.

Tlausewitz  über  Norck.

General  Dorck  war  ein  Mann  von  einigen  fünfzig  Jahren,
  ausgezeichnet  durch  Bravour  und  kriegerische  Tüchtigkeit.
Er  hatte  in  seiner  Jugend  in  den  holländischen  Kolonien  gedient,
  sich  also  in  der  Welt  umgesehen  und  den  Blick  des
Eeistes  erweitert.  Ein  beftiger,  leidenschaftlicher  Wille,  den
er  aber  hinter  anscheinender  Kälte,  ein  gewaltiger  Ehrgeiz,
den  er  hinter  beständiger  Resignation  verbirgt,  und  ein
starker,  kühner  Tharakter  zeichnen  diesen  Mann  aus.  General
Norck  ist  ein  rechtschaffener  Mann,  aber  er  ist  finster,  gallsüchtig
  und  versteckt,  und  darum  ist  er  ein  schlimmer  Untergebener.
  Dersönliche  Knhänglichkeit  ist  ihm  ziemlich  fremd;
was  er  tut,  tut  er  seines  Rufes  willen,  und  weil  er  von  Natur
tüchtig  ist.  Das  schlimmste  ist,  daß  er  bei  einer  Maske  von
Derbheit  und  Geradheit  im  Erunde  sehr  versteckt  ist.  Er
prahlt,  wo  er  wenig  Hoffnungen  hat,  aber  noch  weit  lieber
scheint  er  eine  Sache  für  verloren  zu  halten,  wo  er  eigentlich
wenig  Gefahr  sieht.  Er  war  unbedenklich  einer  der  ausgezeichnetsten

  Männer  unserer  Krmee.
(Tlausewitz,  Der  Feldzug  1812  in  Rußland.)

General  Dorck  schließt  mit  dem  russischen  General
Diebitsch  die  Konvention  von  Tauroggen  am
30.  Dezember  1812.

Schon  am  25.  dezember  hatte  General  Diebitsch,  der  die
Kvantgarde  der  Krmee  Dittgensteins  führte,  den  ersten  Unterhändler
  zum  General  Kleist,  dem  Führer  der  preußischen  Nachhut,
Fchiat  KAm  Kbend  desselben  Tages  kam  Diebitsch  mit  Dorck
elbst  zusammen.  Dorck  schwankte  lange.  Er  war  mit  dem  Marschall
Macdonald  zerfallen.  Dies  erleichterte  ihm  seinen  Entschluß,  der
übrigens  aus  der  klaren  Einsicht  in  dessen  MNotwendigkeit  hervor-42

