Sie  sind  ein  Preuße;  glauben  Sie,  daß  der  Brief  des  Eenerals
  d'Auvray  ehrlich  ist,  und  daß  sich  die  Wittgensteinischen
Truppen  am  31.  wirklich  auf  den  genannten  Punkten  befinden
werden?  Können  Sie  mir  Ihr  Ehrenwort  darauf  geben?“
Der  Derfasser  erwiderte:  „Ich  verbürge  mich  Ew.  Exzellenz
für  die  Ehrlichkeit  des  Briefes  nach  der  Kenntnis,  die  ich
von  General  d'upray  und  den  übrigen  Männern  des  Wittgensteinischen
  Hauptquartiers  habe;  daß  diese  Dispositionen  so
ausgeführt  sein  werden,  kann  ich  freilich  nicht  verbürgen,  denn
Ew.  Exzellenz  wissen,  daß  man  im  Kriege  mit  dem  besten
Willen  oft  hinter  der  Linie  zurückbleiben  muß,  die  man  sich
gezogen  hat.“  Der  General  schwieg  noch  einige  Kugenblicke
ernsten  Uachdenkens,  reichte  dann  dem  Derfasser  die  hand
und  sagte:  „Ihr  habt  mich.  Sagt  dem  General  Diebitsch,  daß
wir  uns  morgen  früh  auf  der  Mühle  von  Doscherun  sprechen
wollen,  und  daß  ich  jetzt  fest  entschlossen  bin,  mich  von
den  Sranzosen  und  ihrer  Sache  zu  trennen.“  Es  wurde  die
Stunde  auf  acht  Uhr  morgens  festgesetzt.  Kls  dies  feststand,
sagte  der  General  Dorck:  „Ich  werde  aber  die  Sache  nicht
halb  tun,  ich  werde  Euch  auch  den  Massenbach  verschaffen.“
[Massenbach  war  Eeneral  unter  Dorck.]  Er  ließ  hierauf
einen  Offizier  hereintreten,  der  von  der  Massenbach'schen
Kavallerie  und  eben  angekommen  war.  —  Ungefähr  wie
wallenstein  sagte  er,  im  Simmer  auf  und  niedergehend:
„Was  sagen  Eure  Regimenter?  Der  COffizier  ergoß  sich
sogleich  in  Enthusiasmus  über  den  Gedanken,  von  dem  französischen
  Bündnisse  loszukommen,  und  sagte,  so  fühle  jeder
einzelne  ihrer  Truppen.  „Ihr  habt  gut  reden,  Ihr  jungen
Leute,  mir  Alten  aber  wackelt  der  Kopf  auf  den  Schultern!“
erwiderte  Dorck.  —  Ganz  beglückt  eilte  der  Derfasser  nach
Willkischken  zurück,  und  am  andern  Morgen  begleitete  er  den
General  Diebitsch  zu  jener  Mühle,  wo  sich  der  General  Dorck
in  Begleitung  des  Obersten  von  Roeder  und  seines  ersten
Kdjutanten,  des  Majors  von  Seydlitz,  einfand.  Kußer  dem
Derfasser  begleitete  den  General  Diebitsch  nur  der  Eraf
Dohna,  so  daß  sich  bei  dieser  Derhandlung  lauter  geborene
Dreußen  befanden.  (llausewitz,  Der  geldzug  1812  in  Rußland.)

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