Künste,  die  Wissenschaften,  die  Industrie  und  die  Sreude  am
Leben.  Nur  ich  bin  es,  der  ihn  durch  meinen  Ernst  und  meine
Rauheit  vorwärts  treibt;  aber  so  muß  er  geführt  werden.
Wenn  ich  nicht  mehr  sein  werde,  wird  Frankreich  für  Deutschland
nie  mehr  gefährlich  werden,  wohl  aber  die  russische  Nation.
Der  preußische  Regierungspräsident  von  Schön  und
der  Freiherr  vom  Stein  in  Gumbinnen  am  25.  Dezember
  1812.

Heinrich  Theodor  von  Schön,  geb.  1775,  zur  Seit  der  Erhebung
  Hreußens  Regierungspräsident  von  Gumbinnen,  nahm  teil  an
der  Neugestaltung  Dreußens  und  an  dessen  Erhebung.  Mit  dem
König  Friedrich  Wilhelm  IV.  war  er  später  eng  befreundet.  Er  starb
1856.  —

Ende  Dezember  1812  waren  die  ersten  Kosaken  in  Gumbinnen
eingerückt.  ver  russische  GSeneral  Marquis  Haulucci  gebärdete  sich
in  Memel  u.s  Eroberer.  Schön  protestierte  entschieden  dagegen  und
schrieb  an  Stein,  der  mit  dem  Saren  Klexander  I.  in  Cuck  weilte.

Statt  einer  schriftlichen  Antwort  war  Stein  bald  darauf
mit  AKrndt  in  Gumbinnen  vor  meiner  Tür.  Für  uns  beide
war  es  eine  große  Freude,  in  diesen  neuen  ZSuständen  uns
wieder  zu  sehen,  dazu  kam,  daß  in  diesem  Momente  die  Nachricht,
  welche  Stein  brachte,  für  mich  das  Kllerwichtigste  war.
Nach  der  ersten  Begrüßung  forderte  ich  Antwort,  und  Stein
erklärte,  Daulucci  sei  verrückt,  der  Kaiser  habe  ihm  schon
das  Kommando  genommen  und  ihn  nach  Riga  zurückgeschickt.
Das  war  alles,  was  ich  erwartet  hatte,  und  nun  begrüßte
ich  den  Freund  um  so  herzlicher  ·

Um  nun  die  gute  Sache,  bei  der  kein  Zugenblick  verloren
werden  dürfe,  zu  fördern,  forderte  Stein  von  mir,  daß  ich
jetzt  gleich  das  Dolk  zur  Bewaffnung  auffordern  solle,  um
bewaffnet  mit  den  Russen  gegen  die  SFranzosen  zu  gehen.
Dies  verweigerte  ich  ihm  gänzlich,  denn  teils  müsse  in  solchen
Fällen,  wenn  das  Werk  unerschütterliche  Basis  haben  solle,
das  Volk  sprechen,  teils  müsse,  da  wir  vor  allem  Preußen
bleiben  wollen,  des  Königs  Wort  dazu  kommen,  und  wesentlich
  müsse  jeder  Schein  von  Deranlassung  oder  Kbhängigkeit
von  Rußland  davon  entfernt  bleiben.  Für  Stein  war  das
alles  zu  langwierig,  die  Rede  zwischen  uns  ging  hin  und
her,  bis  Stein  endlich  sagte:  Er  würde  befehlen.  Und  dabei

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