neter  Bosheit  und  Tücke,  für  den  großen  russischen  Feldzug
so  mitgenommen  und  ausgeleert  worden  als  Preußen,  und
doch  —  jetzt  bewegte  und  belebte  sich  alles,  als  wenn  jüngstes,
  vollstes  Leben,  ja  die  gülle  des  Lebens  und  der  Kraft
noch  dagewesen  wäre.  Ja,  es  war  jene  Fülle  der  Kraft  da,
die  aus  dem  Geiste  erglüht  und  erblüht,  durch  diese  Kraft
haben  Greise  wieder  wie  Männer  gefochten  und  Jünglinge,
ja  fast  Rnaben  von  sechzehn,  siebzehn  Jahren  ihre  Säbel
wie  mit  vollster  Manneskraft  geschwungen.  Ich  werde  das
Schwingen,  Klingen  und  Ringen  dieser  Morgenröte  der  deutschen
  Freiheit,  diesen  so  leuchtenden  Kufgang  eines  neuen,

jungen  Lebens  nimmer  vergessen.
(Arndt,  Wanderungen  und  Wandelungen.)

Der  Regierungspräsident  von  Schön  über  die  Dersammlung
  der  ostpreußischen  Landstände  am  5.  Januar
  1815.

Die  Dersammlung  erklärte  einstimmig,  auf  russische  Deranlassung
  keine  Maßregel  nehmen  zu  wollen,  beschloß  aber,
dem  General-Militär-Gouverneur,  dem  General  von  Norck,
durch  eine  Deputation  Mitteilung  von  der  russischen  Zufforderung
  lzur  Mobilmachung]  machen  und  ihn  befragen  zu
lassen:  ob  er  vielleicht  im  Uamen  unseres  Königs  der  Dersammlung
  darüber  etwas  mitzuteilen  habe.  Der  General
Dorck  ging  mit  der  Deputation  selbst  in  die  Dersammlung,
stellte  die  Lage  der  Sache  dar  und  forderte  das  Land  auf,
zur  Derstärkung  der  bewaffneten  Macht  gegen  die  Franzosen
bei  Seiner  Majestät  dem  Uönig  auf  allgemeine  Tandesbewaffnung
  anzutragen,  und  da  kein  Zugenblick  zu  verlieren
sei,  mit  den  dazu  nötigen  Einleitungen  sogleich  vorzugehen.
Norck  sagte:  Er  sei  kein  Redner,  er  spräche  wie  ein  alter
Soldat,  aber  seine  Rede  begeisterte  dermaßen,  daß  ihm  alles
im  höchsten  Enthusiasmus  beistimmte.  Als  er  die  Dersammlung
verlassen  wollte,  und  man  ein  Lebehoch  ihm  nachrief,  kehrte  er
schnell  um,  gebot  Stille  und  sagte:  „Auf  dem  Schlachtfelde,
nicht  hier.““)  (Kus  den  Papieren  des  Ministers  von  Schön.)

*)  Uach  einem  andern  Bericht  soll  Dorck  bezeichnender  gesagt
haben:  „AHuf  dem  Schlachtfelde  verbiete  ich  mir  das.“

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