vergebens,  es  war  cl  ins  Seuer  gegossen:  die  Degen  wurden
ihnen  zerbrochen,  die  Hüte  und  Epauletten  heruntergerissen,
kaum  retteten  die  Beschimpften  ihr  Leben  durch  eilige  Slucht
nach  der  Schloßtreppe.  Die  Schloßwache  trat  ins  Gewehr,
lauter  Bewaffnete  gegen  lauter  Unbewaffnete,  aber  der
König  verbot  ihr,  Feuer  zu  geben;  er  hatte  die  Empfindung,
daß  der  Erdboden  unter  seinen  Füßen  erdröhne.  Er  gedachte
sich  mit  einem  Achtungserfolge  zu  begnügen,  mit  der  Derhaftung
  des  Unteroffiziers,  der  angeblich  durch  seine  Haltung
den  Gendarmen  herausgefordert  hatte:  auch  dies  vergebens,
die  Menge  befreite  den  Unteroffizier  auf  der  Stelle,  und
Murat  verließ  die  Stadt,  in  der  sein  Kusehen  so  grausam
herabgewürdigt  war,  noch  desselbigen  Tages.
(Mach  Lehmann,  Scharnhorst.)

General  von  Boyen  über  die  Bedeutung  der  Erhebung
  in  Ostpreußen.

Leopold  Hermann  Ludwig  von  Boyen,  preußischer  Seldmarschall,
  geb.  23.  Juli  1771  zu  Kreuzburg  in  Ostpreußen.  Er  trat
13  jährig  in  die  preußische  Krmee  ein.  Kls  junger  Offizier  saß  er
zu  den  güßen  Kants  in  Königsberg.  Seinen  großen  Hähigleiten
verdankte  er  die  Kufnahme  in  den  Generalstab.  1806  wurde  er  bei
Kuerstädt  schwer  verwundet  und  im  Hause  des  weimarischen  Oberststallmeisters
  von  Stein  gepflegt  und  geheilt.  Erfüllt  von  den  Ge—
danken  und  Sielen  Scharnhorsts,  war  er  dessen  eifriger  GEehilfe.
1812  nahm  er  seinen  Kbschied  und  ging  nach  Rußland.  1813  wurde
er  Generalstabschef  des  3.  Krmeekorps,  1814  Kriegsminister.  Kls
solcher  schuf  er  das  Gesetz  vom  3.  September  1814  über  die  allgemeine
  Wehrpflicht.  Der  preußische  Generalstab  verdankt  seinem
Wirken  Eroßes.  Boyen  starb  am  15.  Februar  1848  als  Ceneralfeldmarschall.


Ohne  den  Schritt  von  Dorck  und  jetzt  den  der  ostpreußischen
  Landstände  wäre  Scharnhorst  höchstwahrscheinlich  mit
allen  seinen  Bemühungen  nicht  durchgedrungen.  Es  bedurfte
solcher  außerordentlichen  Deranlassungen,  um  die  Franzosenfreunde
  in  die  Enge  zu  treiben  und  die  Unentschlossenheit
des  Hönigs  zu  besiegen.

Der  Entschluß  der  ostpreußischen  Stände  bleibt  daher
einer  der  wichtigsten  jener  denkwürdigen  Seit,  und  wenn  man
den  durch  die  vorhergegangenen  Kriegsleiden  erzeugten  Notstand
  berücksichtigt  und  hinzurechnet,  daß  noch  eine  kleine

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