Denn  was  ist  es  anders  als  verzweifeln,  wenn  man  unsern
  Sustand  und  einen  viel  schlimmeren,  welcher  folgen  wird,
jedem  Widerstande  vorzieht?

Wer  also  nicht  verzweifelt  an  der  Erhaltung  des  Staates
auf  dem  Wege  der  Dflicht  und  der  Ehre,  wer  nicht  glaubt,
daß  nur  die  bedingungsloseste  schändlichste  Unterwerfung
pflicht  sei,  und  daß  es  der  Ehre  nicht  bedürfe,  der  ist  ein
Staatsverräter,  der  darf  sicher  sein,  von  jenen  pflichtvergessenen
  Staatsbeamten  gehaßt,  verfolgt,  vor  dem  Dublikum  verleumdet,
  vor  dem  Nönige  angeklagt  und  —  dem  Sranzösischen
  Gesandten  verraten  zu  werden.

.  .  .  Doch  wenden  wir  den  Blick  hinweg  von  diesen  traurigen
  Seichen  der  UNationalverderbtheit,  die  wie  Eeschwüre
äußere  Seichen  einer  tiefen  Krankheit  sind,  von  der  das
Eanze  nur  allzu  leicht  untergraben,  vergiftet  und  aufgelöst
werden  kann.

Alle  diejenigen,  welche  nicht  durch  die  Derderbtheit  ihres
herzens  und  ihrer  Grundsätze  zu  einem  solchen  Bekenntnis  der
Lurcht  und  der  Mutlosigkeit  gekommen  sind,  wie  es  an  der
Tagesordnung  ist,  sind  nicht  auf  immer  verloren,  sondern
könnten  und  würden  sich  zu  einem  besseren  Dasein  erbeben,
wenn  ihnen  dazu  die  hand  gereicht  würde.

Man  kann  es  bei  aller  Anhänglichkeit  an  die  Regierung
sich  nicht  verhehlen,  daß  vorzüglich  der  Mangel  an  Dertrauen
  zu  ihr  die  Quelle  der  allgemeinen  Mutlosigkeit  ist.
Ebensowenig  Dertrauen  hat  die  Regierung  gegen  die  Untertanen,
  ja  sogar  gegen  sich  selbst.  Dieser  gänzliche  Mangel
an  Dertrauen  auf  sich  und  andere  ist  die  allgemeine  Ursache
unserer  öffentlichen  Meinung;  das  beständige  Einwirken  der
Weichlinge,  Lasterhaften  und  Pflichtvergessenen  auf  diese
Meinung  ist  die  Ursache  der  öffentlichen  Meinung.

Don  dieser  Meinung  und  Stimmung,  womit  man  sich  bei
uns  schmückt,  als  sei  sie  aus  dem  reinen  Gefühl  für  das  Wohl
aller  entsprungen  oder  eins  mit  demselben,  sage  ich  mich  feierlich
  los;

ich  sage  mich  los:  von  der  leichtsinnigen  hoffnung  einer
Errettung  durch  die  hand  des  Sufalls;

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