flammen  und  mit  brennenden  herzen  und  rächenden  Schwertern
  in  die  Jeinde  treiben  sollte.  Wer  immer  nur  die  Erbärmlichkeit
  und  Verwesung  der  Welt  sieht,  wird  ihre  Wunden
nicht  heilen.  (Arndt,  Geist  der  Seit  I.)

KFriedrich  von  Gentz  an  die  deutschen  Hürsten.
Flugschrift  Kufang  1813.

Friedrich  von  Gentz,  politischer  Schriftsteller  und  Diplomat,  geb.
1764,  zuerst  begeisterter  Kuhänger,  dann  scharfer  Kritiker  der  französischen
  Revolution.  Er  bekämpft  Napoleon  leidenschaftlich,  dann
hängt  er  der  Holitik  Metternichs  mit  Leib  und  Seele  an  und  schreibt
gegen  die  politische  Freiheit  des  Dolks.  Ein  verschwenderisches  und
genußsüchtiges  Leben  entnervt  ihn.  Seine  Eitelkeit  ist  maßlos  und
sein  Tharakter  in  keinem  VDerhältnis  zu  seinem  eminenten  politischen
Derstand  und  seiner  klassischen  Darstellung  politischer  Gegenstände.
Er  starb  1832.

..  Mit  Wehmut  müßt  Ihr  Eure  Bevölkerung  wachsen
sehen,  denn  Eure  Jünglinge  werden  bei  Tausenden  nach  Spanien
  und  Rußland  geschleppt  und  kehren  nicht  zurück!  —
was  ein  vernichteter  handel,  zerstörte  Fabriken,  menschenleere
  Felder  an  Einkünften  Euch  noch  übrig  ließen,  müßt  Ihr
durch  Kontribution  Euch  abgepreßt  sehn,  oder  für  erzwungene
  Rüstungen  vergeuden  oder  mit  gierigen  Sremdlingen
teilen,  die  scharenweise  Eurem  Überwinder  nachschwärmen,
wie  vormals  die  Raben  einem  römischen  Priester,  wenn  er
Opfer  schlachtete.

Die  besten  und  hellsten  unter  den  Köpfen  Eurer  Untertanen
  müßt  Ihr  nun  selbst  in  den  Bann  legen,  und  mit
empörender  Gewalt  Wahrheit  und  Daterlandsliebe  unterdrücken,
  oder  gewärtigen,  daß  fremde  Schergen,  Eurem  Fürstenrechte
  spottend,  diejenigen  vor  Euren  Zugen  erschießen,  die
etwa  laut  zu  seufzen  gewagt  haben.  Keiner  Eurer  Knaben
reift  zum  Jünglinge,  ohne  daß  fremde  herrschaft  berechnet,
wieviel  Blut  sie  ihm  aussaugen  könne.  Kein  Taler  fließt  in
Eure  Schatzkammer,  ohne  daß  fremde  habsucht  berechnet,  wie
viele  Groschen  von  demselben  sie  Euch  übrig  lassen  wolle.
Keine  Seile  wird  in  Euren  Staaten  gedruckt,  ohne  daß  fremde
Gewissensangst  sie  deutet.  Kein  Schiff  darf  mehr  in  Eure
Häfen  einlaufen,  kein  Frachtwagen  über  Eure  GErenze  rollen,
ohne  daß  fremde,  sich  mästende  Söllner  die  SFrüchte  des

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