soll  man  groß  nennen,  was  klein,  kühn,  was  grausam,  weise,
was  hinterlistig  ist?  Soll  man  einem  Mann,  der  kein  Maß
hat,  Mäßigung  zutrauen?  Das  hohe  der  Menschheit  hat  er
nie  gedacht,  von  der  Bildung  und  dem  heiligsten  Derhältnis
Europas  hat  er  keine  Jdee,  in  wilder  Natur  fährt  er  dahin,
und  durch  Zufall  kann  selbst  das  töricht  werden,  was  nicht
einmal  töricht  gemeint  ist.  Man  kann  über  den  Mann  wahrlich
  noch  nicht  aburteilen.  Er  hat  noch  nie  ein  würdiges  und
anhaltendes  Gegengewicht  gefunden,  die  Schwachen  hat  er
zertrümmert,  wie  sie  ihm  begegneten.  Wenn  er  solches  einmal
fände  und  dann  bestände  —  —!  Man  darf  den  Fürchterlichen
so  leicht  nicht  richten,  als  es  die  meisten  tun  in  haß  und
Liebe.  Die  Natur,  die  ihn  geschaffen  hat,  die  ihn  so  schrecklich
wirken  läßt,  muß  eine  KArbeit  mit  ihm  vorhaben,  die  kein
anderer  so  tun  kann.  Er  trägt  das  Gepräge  eines  außerordentlichen
  Menschen,  eines  erhabenen  Ungeheuers,  das  noch
ungeheurer  scheint,  weil  es  über  und  unter  Menschen  herrscht
und  wirkt,  welchen  es  nicht  angehört.  Bewunderung  und
Furcht  zeugt  der  Dulkan  und  das  Donnerwetter  und  jede
seltene  Uaturkraft,  und  sie  kann  man  auch  Bonaparten  nicht
versagen  ..  .  Die  ernste  Haltung,  des  Südens  tief  verstecktes
Seuer,  das  strenge,  erbarmungslose  Gemüt  des  korsischen
Insulaners,  mit  Hinterlist  gemischt,  eiserner  Sinn,  der  furchtbarer
  sein  wird  im  Unglück  als  im  Elück,  innen  tiefer  RKb
grund  und  Derschlossenheit,  außen  Bewegung  und  Zlitzesschnelle;
  dazu  das  dunkle  Derhängnis  der  eignen  Brust,  der
große  Zberglaube  des  großen  Menschen  an  seine  Parze  und
an  sein  Elück,  den  er  so  auffallend  zeigt,  —  diese  gewaltigen
Kräfte,  von  einer  wildbegeisterten  Seit  ergriffen  und  vom
Elücke  emporgehalten,  wie  mußten  sie  siegen!  So  standen  die
Römerfeldherren  in  der  Schlacht,  kalt  und  doch  begeistert,
und  blickten  über  das  Würgen  und  den  Tod  von  Sehntausenden
ruhig  hin,  so  jagten  sie  mit  grausamer  Freundlichkeit  die
Rönige  aus  oder  führten  die  Schlachtopfer  gebückt  zum  Napitol,
  so  endigten  sie  mit  Gewalt,  was  sie  mit  Freundschaft
begannen,  oft  gerecht,  selten  mild,  nie  edelmütig,  öfter  grausam
  .  .  Ihr  meint,  die  Römer  wußten  immer,  was  sie

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