wollten  und  warum.  Nein,  nein,  die  großen  Menschen  haben
das  nie  gewußt,  wie  ihr  es  wisset,  das  Gewaltigste  bei
ihnen  ist  angeboren  und  geht  in  der  Tiefe  unsichtbar  fort  ..  .
Seht  ihn  —  warum  erbleicht  ihr,  warum  flieht  ihr,  warum
zittern  stolze  Männer  vor  dem  kleinen  Mann?  Da  steht  die
siegende  Kraft  in  ihm  gezeichnet,  die  Uatur  des  großen
Unbewußten,  was  Uausende  zwingt  und  beherrscht.  Die
kleinen  Dorbereitungen  macht  die  Klugheit,  die  kleinen  An—
zettelungen  spinnt  der  Kopf,  das  gewaltige  herz  gibt  der  Tat
die  ungeheuren  Geburten  und  weiß  von  sich  nichts.  So  siegt,
so  herrscht,  so  fährt  der  Korse  hin.  Die  Klugheit  faßt  nur
ein  mürbes  Seil,  der  Instinkt  greift  in  die  ewige  Kette,  woran
  Jupiter  Himmel  und  Erde  hängt.  Bonaparte  trägt  dunkel
den  Geist  der  Seit  in  sich  und  wirkt  allmächtig  durch  ihn,  ohne
Klügelei  fühlt  er  die  Fortschwingungen  der  furchtbaren  Revolutionsbewegung
  und  hält  sein  Dolk  frisch  darin  ...
(Arndt,  Geist  der  Seit  I.)

Tlausewitz  über  Napoleons  Kriegführung.

Mit  entscheidenden  Schlägen  anzufangen  und  die  dadurch
erhaltenen  Dorteile  zu  neuen  entscheidenden  Schlägen  zu  benutzen,
  so  den  Gewinn  immer  wieder  auf  eine  Karte  zu  setzen,
bis  die  Bank  gesprengt  war,  das  war  seine  Art,  und  man
muß  sagen,  daß  er  den  ungeheuren  Erfolg,  welchen  er
in  der  Welt  gehabt  hat,  nur  dieser  Krt  verdankt:  daß  dieser
Erfolg  bei  einer  anderen  kaum  denkbar  ist.  (Der  geldzug  1812.)

Napoleons  Despotismus.

Immermann  schreibt  in  seinen  „Memorabilien":

Der  Schatten  des  Riesen  war  der  Despotismus.  SIwar
hat  man  den  Schatten  leugnen,  Uapoleon  gleichsam  zu  einem
ungeheuern  Peter  Schlemihl  machen  wollen.  Uachdem  der
Haß  und  Kbscheu  sich  an  ihm  ersättigt  hatte,  begann  eine
kindische  Dergötterung  vor  ihm  zu  keimen.  Er  war  nach
der  Meinung  mancher  Menschen  eigentlich  ein  durchaus  guter
und  braver  Mann  gewesen,  ein  Kpostel  vernünftiger,  gemäßigter
  Ideen;  man  begriff  schwer,  warum  dieser  sanfte
Oharakter  nicht  Landprediger  geworden  war.

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