persifliert  nur  das  Gemachte.  Wie  selten  waren  Spöttereien
auf  Sriedrich  den  Sweiten!  —  Der  GEeist  des  Empire  war
in  merkwürdiger  Weise  ideen=  und  erfindungslos.  icht  einmal
  ein  echt  heraldisches  Wappen  konnte  er  produzieren.  Der
Kdler  sah  immer  nach  nichts  aus;  auch  über  den  „Kuckuck“",
wie  er  genannt  wurde,  lachte  man.  Das  Komische  ist  aber
der  furchtbarste  Feind  des  Furchtbaren;  es  zerreibt  es  heimlich.

Die  Fürsten.
König  Friedrich  Wilhelm  III.  von  Dreußen.

Friedrich  Wilhelm  III.,  von  Gott  und  Natur  zu  einem
schönen,  stattlichen  Mann  geschaffen,  war  nach  der  Sage  der
Menschen  in  seiner  frühesten  Jugend  durch  eine  verkehrte
Erziehung  unterdrückt  worden,  wodurch  in  mancher  Beziehung
eine  gewisse  Blödigkeit  und  Schüchternheit  entstanden  war,
welche  der  festen,  zuversichtlichen  Haltung  der  Höchstgebornen,
die  zur  Derrschaft  berufen  sind,  immer  schadet.  Es  fehlte
dem  herrn  bei  vielen  schönen  Eigenschaften  an  Selbstvertrauen.
  Wie  gesagt,  er  war  von  Gottes  Gnaden  schön  an
Eestalt,  hatte  ein  gerades,  mutiges,  festes,  echt  hohenzollernsches
  herz  und  war  ein  frommer  Christ  ohne  Klfanz  und
heuchelei.  Er  hatte  noch  ein  Großes.  Er  hatte  nicht  bloß
das  Haradespiel  als  Schauspiel  spielen  gelernt  —  nein,  er
hatte  einen  wirklichen  Kriegsblick,  einen  Feldberrnblick  gewonnen.
  Wir  wissen,  die  drei  großen  herrscher  zogen  mit
den  Heeren  auf  den  großen  Kriegsstraßen  durch  Deutschland
und  FSrankreich;  im  ganzen  haben  sie  durch  ihre  Knwesenheit
nach  der  Klage  und  dem  Urteil  der  Feldherren,  die  vor  und
unter  ihnen  wirken  sollten,  durch  ihre  AKnwesenheit  wohl
viel  mehr  geschadet  als  genutzt,  doch  dem  preußischen  Friedrich
  Wilhelm  verdankte  man  in  dem  Zugenblick,  wo  im  herbst
1815  das  Letzte  auf  der  Spitze  stand,  vor  allen  die  große
Entscheidung.  Bei  Kulm  in  Böhmen  sah  sein  Blick,  diesmal
ein  rechter  preußischer  Rdlerblick,  dem  heere  des  französischen
Marschalls  Dandamme  gegenüber  den  Dunkt,  wovon  der  Sieg
abhing

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