Der  Uönig  hatte  demnach  die  schönen  Gaben  der  Redlichkeit,
  Frömmigkeit  und  Tapferkeit,  aber  doch  war  er  in
sich  selbst  sehr  erstarrt  und  verschlossen.  In  seiner  stillen,
schlichten  Gebärde  lag  der  ZKusdruck  einer  eigenen  Traurigkeit:
er  war  der  trauernde  Ritter,  der  seine  verlorne
Geliebte  nimmer  vergessen  konnte.  Uie  hat  ihn  der
Gedanke  verlassen  können,  seine  Königin,  seine  geliebte  Luise,
sei  durch  die  Wut  und  den  Jammer  der  Seit  in  der  Blüte
ihrer  Schönheit  hingerafft  worden,  sie  sei  durch  den  Gram
über  das  Unglück  getötet  worden.  Seit  jenem  Jahr  1810,  wo
sie  in  ihrer  Mecklenburger  heimat  starb,  hat  Freude  nimmer
sein  Gesicht  mehr  überstrahlt,  er  hat  sich  selbst  des  Elückes
und  der  Siege  der  Jahre  1813,  1814,  1815  kaum  mit  seinem
Dolke  freuen  können,  sondern  in  der  stillen  Einsamkeit  des
Schmerzes  sich  in  das  eigne  herz  zurückgezogen.

So  war  seine  Cebenslust  zerknickt,  vieles  von  seiner
Schnellkraft  zerbrochen,  und  er  hat  in  einer  gewissen  gleichgültigen
  Erstarrung  seitdem  in  seiner  Umgebung  vieles  geduldet,
  was  er  als  Uönig  hätte  von  sich  stoßen  sollen,  hat
Menschen  um  sich  und  mit  sich  wirken  und  handeln  lassen,
die  er  im  herzen  nicht  achtete,  und  die  einem  so  geraden  und
treuen  Tharakter  nimmer  hätten  nahe  kommen  sollen.

(Arndt,  Wanderungen  und  Uandelungen.)

Uapoleon  über  SFriedrich  Wilhelm  III.

Der  König  von  Preußen  ist  als  Privatcharakter  ein  redlicher,
  aufrichtiger  und  guter  Mann;  als  Dolitiker  aber  ein
Mann,  der  sich  von  Natur  unter  die  Notwendigkeit  fügt;
man  beherrscht  ihn,  so  lange  man  stark  ist  und  die  hand

aufgehoben  hat.
(Tagebuch  von  St.  Helena,  von  dem  Grafen  Las  Cases.)

Kaiser  Hranz  I.

Erzherzog  Johann  von  Gsterreich  schreibt  Ende  1812
in  seinem  Tagebuch:

Der  Kaiser,  was  er  will,  weiß  ich  nicht,  doch  scheint  es

bisher,  keine  ernste  Maßregeln;  so  viel  sehe  ich,  Dorsorglichkeit

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