die  schrecklichste  Zeit  seines  Lebens  in  den  Jahren  der  Unterdrückung.
Dennoch  waren  auf  ihn  die  Zugen  aller  Hoffenden  gerichtet.
Blücher  war  wie  alle  großen  Deutschen  ein  starker  Hasser  und
machte  seines  Hasses  gegen  alles  Französische  kein  Hehl.  Als  das
Bündnis  mit  Napoleon  (1812)  geschlossen  wurde,  mußte  er  den
aktiven  Dienst  verlassen.  1813  erhielt  er  den  Oberbefehl  über  das
schlesische  Heer.  Blücher  wirkte  aber  weit  über  sein  Kommando  hinaus
  durch  seinen  ungebeugten  Mut,  durch  den  Schwung  und  die
Kraft  seiner  Persönlichkeit.  Der  „Marschall  Vorwärts“,  wie  ihn
die  Russen  zuerst  genannt  hatten,  wurde  die  volkstümlichste  Gestalt
der  Befreiungskriege.  NUapoleon  selbst  scheute  ihn  am  meisten  unter
einen  Gegnern.  „Der  alte  Teufelskerl“,  sagte  er,  „hat  mich
tets  mit  gleicher  Wut  angegriffen;  kaum  hatte  ich  ihn
geschlagen,  stand  er  schon  wieder  kampfbereit  vormir."  —
Blücher  war  ohne  Neid.  Stets  erkannte  er  die  Derdienste  Scharnhorsts
  und  Gneisenaus,  seiner  beiden  genialen  Gehilfen,  ohne  Rückhalt
  an.  Auf  die  Diplomaten  war  er  schlecht  zu  sprechen,  und  oft
hat  sein  Sreimut  sie  verurteilt.  Ihm  gebührt  der  Ruhm,  in  dem
Widerstreit  der  politischen  Interessen  rücksichtslos  auf  die  Uiederwerfung
  UNapoleons  durch  den  Krieg  hingearbeitet  zu  haben.
Goethe:  „In  Hharren  und  Krieg,  in  Sturz  und  Sieg,  bewußt
  und  groß  —  so  riß  er  uns  vom  Seinde  los.“
Blücher  starb  am  12.  September  1817  zu  Krieblowitz  in  Schlesien,
im  Klter  von  75  Jahren.

hier  hinein  lin  den  Kreis  des  Obersten  Chasot,  Eneisenaus
  u.  a.  zu  Breslaul  kam  zuweilen  auch  der  alte  General
Blücher,  der  auch  bei  fröhlichen  Gelagen  etwas  vom  Heldmarschall
  hatte.  Trotz  seines  Klters  trug  er  eine  herrliche
Gestalt,  groß  und  schnell,  mit  den  schönsten,  rundesten  Gliedern
vom  Kopf  bis  zum  Juß,  seine  Krme,  Beine  und  Schenkel
noch  fast  wie  die  eines  Jünglings  scharf  und  fest  gezeichnet.
Am  meisten  erstaunte  sein  Gesicht.  Es  hatte  zwei  verschiedene
Welten,  die  selbst  bei  Scherz  und  Spaß,  welchen  er  sich
ganz  frisch  und  soldatisch  mit  jedem  ergab,  ihre  Farben  nicht
wechselten:  auf  Stirn,  Uase  und  in  den  Zugen  konnten
Götter  wohnen;  um  Kinn  und  Munod  trieben  die  gewöhnlichen
Sterblichen  ihr  Wesen.  Daß  ich  es  sage:  in  jener  obern
Region  war  nicht  allein  Schönheit  und  hoheit  ausgedrückt,
sondern  auch  eine  tiefe  Ichwermut,  die  ich  der  schwarzdunklen
Zugen  wegen,  die  der  finstern  Meeresbläue  glichen,  fast  eine
Meerschwermut  nennen  möchte;  denn  wie  freundlich  diese
Zugen  auch  zu  lachen  und  zu  winken  verstanden,  sie  verdunkelten
  sich  oft  auch  plötzlich  zu  einem  fürchterlichen  Ernst  und

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