und  diese  Idee  nahm  eine  andre  Gestalt  an,  sowie  Schiller
in  seiner  Kultur  weiter  ging  und  selbst  ein  andrer  wurde.
In  seiner  Jugend  war  es  die  physische  Freiheit,  die  ihm  zu
schaffen  machte  und  die  in  seine  Dichtungen  überging,  in
seinem  späteren  Leben  die  ideelle.

(Goethe  zu  Eckermann  am  18.  Januar  1827.)

Dom  Willen.

Es  gibt  in  dem  Menschen  keine  andre  Macht  als  seinen
Willen,  und  nur  was  den  Menschen  aufhebt,  der  Tod  und
jeder  Raub  des  Bewußtseins,  kann  die  innere  Freiheit  aufheben.

ESchiller,  Über  die  ästhetische  Erziehung  des  Menschen.)

„Kein  Mensch  muß  müssen,“  sagt  der  Jude  Uathan
zum  Derwisch,  und  dieses  Wort  ist  in  einem  weiteren  Umfange
  wahr,  als  man  demselben  vielleicht  einräumen  möchte.
Der  Hille  ist  der  Geschlechtscharakter  des  Menschen,  und  die
Dernunft  selbst  ist  nur  die  ewige  Regel  desselben  ..  .  Klle
andern  Dinge  müssen;  der  Mensch  ist  das  Wesen,  welches
will.  Eben  deswegen  ist  des  Menschen  nichts  so  unwürdig,
als  Gewalt  zu  erleiden,  denn  Gewalt  hebt  ihn  auf.  Wer  sie
uns  antut,  macht  uns  nichts  Eeringeres  als  die  Menschheit
streitig;  wer  sie  feigerweise  erleidet,  wirft  seine  Menschheit  weg.

(Schiller,  über  das  Erhabene.)

Wilhelm  Tell.
Unser  ist  durch  tausendjährigen  Besitz
Der  Boden  —  und  der  fremde  herrenknecht
Soll  kommen  dürfen  und  uns  KRetten  schmieden,
Und  Schmach  antun  auf  unfrer  eignen  Erde?
Ist  keine  Dilfe  gegen  solchen  Drang?
Nein,  eine  Grenze  hat  Tyrannenmacht.
Wenn  der  Gedrückte  nirgends  Recht  kann  finden,
wenn  unerträglich  wird  die  LCast  —  greift  er
hinauf  getrosten  Mutes  in  den  Himmel
Und  holt  herunter  seine  ew'gen  Rechte,
Die  droben  hangen  unveräußerlich
Und  unzerbrechlich  wie  die  Sterne  selbst  —
Der  alte  Urstand  der  Natur  kehrt  wieder,