wo  Mensch  dem  Menschen  gegenüber  steht  —
Zum  letzten  Mittel,  wenn  kein  andres  mehr
verfangen  will,  ist  ihm  das  Schwert  gegeben  —
Der  Güter  höchstes  dürfen  wir  verteid'gen
Gegen  Gewalt.  —  Wir  stehen  vor  unser  Land,

Wir  stehn  vor  unfre  Weiber,  unfre  Kinder!
(Werner  Stauffacher  in  „Wilhelm  Tell“.)

Deinrich  von  Kleist.

us  dem  Katechismus  der  Deutschen,  abgefaßt  nach
dem  Spanischen,  zum  Gebrauch  für  Kinder  und  Alte.

Sweites  Kapitel.

Von  der  TLiebe  zum  Daterlande.

Frage:  Du  liebst  dein  Daterland,  nicht  wahr,  mein  Sohn?
Kntwort:  Ja,  mein  Vater,  das  tu'  ich.
Frage:  Warum  liebst  du  es?
Antwort:  Weil  es  mein  Daterland  ist.
Frage:  Du  meinst,  weil  Gott  es  gesegnet  hat  mit  vielen
Früchten,  weil  viele  schöne  Werke  der  Kunst  es  schmücken,
weil  Delden,  Staatsmänner  und  Weise,  deren  Namen  anzuführen
  kein  Ende  ist,  es  verherrlicht  haben?
Kntwort:  Uein,  mein  Dater;  du  verführst  mich.
Frage:  Ich  verführte  dich?
Antwort:  Denn  Rom  und  das  ägyptische  Delta  sind,  wie
du  mich  gelehrt  hast,  mit  Früchten  und  schönen  Werken  der
Kunst  und  allem,  was  groß  und  herrlich  sein  mag,  weit  mehr
gesegnet  als  Deutschland.  Gleichwohl,  wenn  deines  Sohnes
Schicksal  wollte,  daß  er  darin  leben  sollte,  so  würde  er  sich
traurig  fühlen,  und  es  nimmermehr  so  lieb  haben,  wie  jetzt
Deutschland.
Frage:  Warum  also  liebst  du  Deutschland?
Kntwort:  Mein  Dater,  ich  habe  es  dir  schon  gesagt  !
Frage:  Du  hättest  es  mir  schon  gesagt?
Antwort:  Weil  es  mein  Daterland  ist.

Diertes  Kapitel.

Dom  Erzfeind.
Frage:  Wer  sind  deine  Feinde,  mein  Sohn?

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