richtet.  Der  König  von  Preußen  bezeugt  mir  die  beste  Ge—
sinnung,  aber  ich  schicke  dem  Grafen  Otto  ldem  französischen
Gesandten  in  Wien]  eine  Übersetzung  der  letzten  englischen
Zeltungen,  die  verraten  was  die  Engländer  planen.  Sie
wollen  den  König  von  Preußen  wie  Ferdinand  VII.  [von
Spanien]  behandeln  und  ein  revolutionäres  Komitee  einsetzen,
das  für  ihn  reden  soll.

Der  Breslauer  Universitätsprofessor  Steffens  entflammt
  die  Studenten
am  3.  Februar  1815.

Uach  langem  inneren  Kampf  hatte  sich  Steffens  entschlossen,
an  die  Studenten  über  den  bevorstehenden  Krieg  sprechen,  —
insofern  eine  Kühnheit,  als  offiziell  zwischen  —*  und  Frankreich
  noch  das  Bündnis  vom  Jahr  1812  bestand.  —  Steffens  hatte
des  Morgens  die  Studenten  auf  11  Uhr  bestellt.  Er  erzählt:

..  Die  Bewegung  in  der  Stadt  war  grenzenlos,  alles
wogte  hin  und  her,  jeder  wollte  etwas  erlauschen,  irgendetwas
  vernehmen,  welches  der  immer  stärker  heranwachsenden
  Gärung  eine  bestimmte  Richtung  geben  konnte;  Unbekannte
  sprachen  sich  an,  und  standen  sich  Rede,  die  vielen
Tausende,  die  aus  allen  Eegenden  nach  Breslau  strömten,
wogten  mit  den  aufgeregten  Einwohnern  auf  den  erfüllten
Straßen,  drängten  sich  zwischen  heranziehenden  Truppen,
Munitionswagen,  Kanonen,  Ladungen  von  Waffen  aller  Krt;
ein  ausgesprochenes  Wort,  wenn  es  irgendeine  Beziehung
auf  die  Angelegenheiten  des  Staates  hatte,  ward  urplötzlich
und  wie  mit  gewaltiger,  lauter  Stimme  von  allen  gehört.
Noch  waren  die  zwei  zwischenliegenden  Stunden  kaum  zur
Hälfte  verflossen,  als  eilig  und  mit  heftiger  Kufregung  eine
große  Masse  meiner  Wohnung  zuströmte.  Der  hörsaal  war
gedrängt  voll.  In  den  Henstern  standen  viele,  die  Türe  konnte
nicht  geschlossen  werden,  auf  dem  NKorridor,  auf  der  Treppe,
selbst  auf  der  Straße  bis  in  bedeutender  Entfernung  von
meinem  Hause  wimmelte  es  von  Menschen.  Es  dauerte
lange,  ehe  ich  den  Weg  zu  meinem  Natheder  fand.  Noch  hatte
ich  an  diesem  Tag  meine  Frau  nicht  gesehen.  Mein  Schwiegervater
  lder  Komponist  Reichardtl,  der  mit  Frau  und  Tochter

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