Sragens.  Wer  viel  frägt,  bekömmt  viel  Antwort.  Tue
recht  und  scheue  niemand!

Die  Gräfin  Sophie  Schwerin  über  die  Freiwilligen
in  Berlin.

Wer  schon  an  Gemeinsinn  und  Opferwilligkeit  zweifelte,
der  muß  das  Juströmen  nicht  nur  der  aufgebotenen  Jüng.
linge  zu  den  hoffnungsfahnen,  sondern  das  noch  unmündiger
Kinder  und  reifer  Männer  sehen.  Familienväter,  Leute  in
Kmt  und  Würden  usw.  stellen  sich.  Wer  selbst  keine  Kräfte
zuzusetzen  hat,  rüstet  andere  mit  Waffen  und  Mitteln  aus  ..  .
Kber  wie  die  Reichen  namhafte  Summen  zur  Ausrüstung
dürftiger  Männer  und  Jünglinge  bringen,  so  auch  der  Armste
sein  Scherflein.  Wer  nichts  fordern  will,  verkauft  Bücher,
Instrumente  usw.  für  HFlinte  und  Uniform;  wer  weder
Kraft  noch  Geld  zuzusetzen  hat,  bietet  seine  Kenntnisse  und
Talente,  um  die  Stelle  abgegangener  Lehrer  unentgeltlich

zu  übernehmen.
(Aus  „vor  hundert  Jahren“.  Erinnerungen  der  Gräfin  Sophie
Schwerin,  geb.  Gräfin  Dönhoff.)

Uiebuhr  an  seine  Freundin  Dora  hensler.

Barthold  Georg  Niebuhr,  deutscher  Geschichtsforscher  und  Politiker,
  geb.  am  27.  Zugust  1776  zu  Kopenhagen  als  Sohn  des
Forschungsreisenden  Carsten  Uiebuhr.  Er  stand  zuerst  im  dänischen
Finanzdienst  und  trat  1806  als  Mitdirektor  der  Seehandlung  in
preußische  Dienste  über.  1810  nahm  er,  unzufrieden  mit  Hardenbergs
  Hinanzwirtschaft,  seinen  Kbschied.  Während  der  Befreiungskriege
  ließ  er  sich  wieder  in  preußischen  Staatsdiensten  verwenden.
Er  gab  den  „Hreußischen  Correspondenten“  heraus  und  wirkte  mit
dem  ganzen  Ernst  und  der  Tiefe  seiner  schwerblütigen  Uatur  für
die  Befreiung.  Sein  wissenschaftliches  Hauptverdienst  liegt  in  der
„Römischen  GEeschichte“,  einem  Werk,  das  die  historische  Kritik
vornehmlich  begründete.  Uiebuhr  ging  1823  an  die  am  18.  Op.
tober  1818  neugegründete  Universität  Bonn  und  starb  dort  am
2.  Junuar  1831.

Berlin,  13.  Februar  1813.

Das  Eedränge  der  Sreiwilligen,  die  sich  einschreiben
lassen,  ist  heute  so  groß  auf  dem  Rathause  wie  bei  Teuerung
vor  einem  Bäckerladen.  Um  Dir  eine  Dorstellung  von  dem
Eifer  zu  geben,  mit  welchem  alles  sich  hier  zu  dem  Einschreiben
  in  die  freiwilligen  Jägerdetachements  drängt,  muß

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