geneigt,  die  sie  als  die  Hauptbeförderer  liberaler  Ideen  und
namentlich  der  Derleihung  des  bäuerlichen  Eigentums  haßten.
  Iwischen  diesen  angegebenen  großen,  eigentlich  noch  in
sich  unentschiedenen  Schattierungen  bewegte  sich  nun  eine
französische  und  antifranzösische  Hartei,  und  jede  suchte  durch
Derbreitung  ihrer  Ansichten  und  Meinungen  sich  so  viel  Knhänger
  als  möglich  unter  den  Neutralen  zu  werben  und  dadurch
  die  noch  immer  zögernde  königliche  Entscheidung,  so
gut  es  anging,  auf  ihre  Seite  zu  lenken:  dies  erzeugte  einen
Meinungskampf,  der  bei  dem  geringsten  gehofften  oder  besorgten
  Erfolg  mit  jeder  Stunde  heftiger  wurde.

Um  die  französische  Hartei  richtig  zu  schildern,  muß  man
sie  in  zwei  Kbteilungen  zerlegen.  Die  ersten  waren  und
blieben  entschiedene,  laut  eingestandene  Knhänger  Napoleons,
sie  schilderten  nun  das  Zbgehen  von  seiner  Kllianz  für
eine  entschiedene  Ruchlosigkeit  und  die  dem  französischen
Kaiser  übrig  gebliebenen,  durch  sein  Genie  in  Tätigkeit  zu
setzenden  Streitmittel  so  groß,  daß  es  Kbsurdität  oder  Derrat
sei,  gegen  diese  Richtung  etwas  unternehmen  zu  wollen.
Kalckreuth  war  unbestritten  der  Uätigste  dieser  Hartei.  Graf
Marsan,  der  französische  Gesandte,  stand  allerdings  auch
von  Amts  wegen  in  den  Reihen  dieser  Hartei,  doch  erfüllte
er  in  der  Tat  die  ihm  vorgeschriebenen  Pflichten  mit  so  großer
Mäßigung,  daß  sich  aufs  neue  der  Gedanke  bei  mir  erzeugte:
daß  er  nur  strenge  seiner  Kmtspflicht  nachleben  wolle,  und
daß  sein  piemontesisches  herz  sich  über  den  Untergang  von
Uapoleon  trösten  würde.

Die  zweite  französische  oder  antirussische  Dartei  sagte
jedermann,  jedoch  im  größten  Dertrauen  und  bei  gut  zugemachten
  Türen,  daß  ihr  deutsches  oder  preußisches  Derz  dem
Uapoleon  gufs  äußerste  abgeneigt  sei,  daß  aber  seine  Macht
doch  noch  zu  groß  sei,  als  daß  Preußen  etwas  gegen  ihn  unternehmen
  könne.  Der  alte  General  Köckeritz,  vicljähriger  Ge—
nexaladjutant  des  Königs,  war  wahrscheinlich  der  Ehrlichste
in  dieser  Partei,  da  sein  friedlicher,  aber  beschränkter  Blick
das,  was  ihm  andere  vorsagten,  in  der  Regel  als  Wahrheit  annahm.
  Ob  UHnesebeck  [Flügeladjutant  des  Königs]  und

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