Anstoß  mit  der  nötigen  Vollmacht  sogleich  nach  Kalisch  und
am  28.  Sebruar  wurde  die  Verbindung  mit  Rußland  definitiv
abgeschlossen  sim  Dertrag  von  Kalischl.

Dies  soeben  geschilderte  Unternehmen  des  Ministers  von
Stein  kann  man  als  das  Schlußglied  jener  Kette  von  Ereignissen
  ansehen,  durch  die  gegen  den  eigentlichen  Willen
des  Uönigs  der  Krieg  gegen  Napoleon  und  durch  diesen
die  Wiedererhebung  des  preußischen  Staates  herbeigeführt
und  beschleunigt  wurde.  Der  Entschluß  dazu  war  um  so  verdienstlicher,
  als  es  für  Stein  immerhin  bedenklich  war,  so
lange  der  König  noch  nicht  aus  dem  Bunde  mit  Uapoleon
getreten  war  und  einen  französischen  Gesandten  bei  sich
hatte,  nach  Breslau  zu  kommen,  da  auf  ihm  noch  die  von
Uapoleon  ausgesprochene  Acht  haftete,  kraft  welcher  Marsan
jeden  Kugenblick  seine  Derhaftung  und  Kuslieferung  fordern
konnte;  auch  bin  ich  überzeugt,  daß,  wenn  Stein  nicht  direkt
vor  das  Dalais  des  Königs  vorgefahren  wäre,  seine  Gegner
alles  aufgeboten  haben  würden,  um  die  Zudienz  bei  dem
König  zu  verhindern.  Als  Stein  von  Kalisch  abreiste,  hatte  er
schon  heftige  GEichtschmerzen,  aber  von  der  Wichtigkeit  des
Augenblicks  ergriffen,  hatte  er  sich  nicht  abhalten  lassen.
Durch  die  Diskussion  mit  dem  König  und  dem  Staatskanzler
geistig  noch  mehr  aufgeregt,  steigerte  dieses  seine  Schmerzen
so  bedeutend,  daß  er  nur  mit  der  äußersten  Anstrengung
das  Dalais  verlassen  und  seinen  Reisewagen  besteigen  konnte.
In  der  Eile  war  verabsäumt  worden,  für  ein  Unterkommen
Steins  zu  sorgen,  und  dieser  mußte  in  seinem  leidenden
Sustande  bei  allen  Gasthöfen  Breslaus  vorfahren,  um  an
jedem  zu  erfahren,  daß  durch  die  Menge  von  zuströmenden
Fremden  ein  Unterkommen  unmöglich  sei.  So  kam  Sötein
halb  verzweifelt  auf  den  Markt  zurückgefahren  und  begegnete
hier  zu  seinem  Glück  dem  ihm  wohlbekannten  Major,  nachherigen
  General  Tützow.  TLützow  bot  ihm  zwei  für  ihn
selbst  bestimmte  Dachstübchen  in  einem  schlechten  Gasthause  an,
welches  zum  Werbeplatz  der  Lützower  Schar  eingeräumt  war.
Steins  Sustand  hatte  sich  durch  alle  diese  Sögerungen  so  verschlimmert,
  daß  man  ihn  mit  Mühe  aus  dem  Wagen  heben  und

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