sogleich  in  ein  Bett  legen  mußte,  wo  er  zehn  Tage  lebensgefährlich
  darniederlag

Diese  unerwartete  Krankheit  des  Ministers  Stein,  durch
die  er  gleich  nach  seinem  Eintreffen  für  Breslau  wiederum
unsichtbar  wurde,  führte  eine  diplomatische  Mnstifikation
herbei,  die  ich  hier  erzählen  will.

Plötzlich  hatte  sich  in  Breslau  das  Gerücht  von  der  unerwarteten
  Ankunft  Steins  verbreitet,  ohne  daß  das  Dublikum
anzugeben  wußte,  wo  er  geblieben  war;  der  kleinere  Kreis
seiner  Bekannten,  der  nach  und  nach  sein  einsames  Krankenlager
  erfuhr,  hatte  keine  Deranlassung,  dies  weiter  mitzuteilen.
  So  war  jenes  unbestimmte  Gerücht  denn  auch  bis  zu
dem  Grafen  Marsan  gedrungen,  und  ihm  war  bei  seinen  Nachforschungen
  auch  noch  das  Gasthaus  bezeichnet,  in  dem  Stein
eingekehrt  sein  sollte.  Sogleich  durchstreiften  die  Leute  des
französischen  Gesandten  die  Straße,  allein  nichts  verriet,  daß
dort  der  Minister  wohne.  Um  doch  hinter  die  Wahrheit  zu
kommen,  mietete  er  in  dem  kleinen  hause  eines  Drechslers,
welches  dem  Gasthofe  gegenüber  lag,  für  vieles  Geld  eine
Kammer,  in  der  4—5  Uage  hindurch  fortdauernd  eine  zur
Gesandtschaft  gehörige  Herson  zur  Beobachtung  sich  aufgestellt
hatte  und  den  AQnblick  des  Ministers  Stein  zu  erhaschen  strebte.

(von  Boyen,  Denkwürdigkeiten.)

Der  Freiherr  vom  Stein  liegt  in  Breslau  krank
und  wird  vom  König  Sriedrich  Wilhelm  III.  gemieden.

Februar  1813.

Ein  Uervenfieber  brachte  mich  in  Breslau  dem  Tode
nahe;  während  desselben  erhielt  ich  von  meinen  Freunden.
z.  B.  PDrinz  Wilhelm,  Eeneral  Blücher,  Scharnhorst  usw.,
und  von  der  Masse  der  Einwohner  die  rührendsten  Beweise
von  Sreude  über  meine  Rückkehr,  von  Teilnahme  an  meiner
Wiederherstellung;  der  König  blieb  ganz  verschlossen,  (er  ließ
selbst  nicht  nach  meinem  Befinden  fragen).  Der  Staatskanzler
war  mißtrauisch,  besorgt  für  sein  Ansehen,  ich  möchte  Kusprüche
  auf  den  Rücktritt  in  den  Dienst  machen.  —  Dem
König  war  die  plötzliche  von  ihm  nicht  veranlaßte  Erscheinung

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