ist,  wenn  wir  den  beginnenden  Kampf  nicht  ehrenvoll  enden.
Erinnert  Euch  an  die  Vorzeit,  an  den  großen  Kurfürsten,  den
großen  Friedrich!  Bleibt  eingedenk  der  Güter,  die  unter
ihnen  unsere  Dorfahren  blutig  erkämpften:  Gewissensfreiheit,
Ehre,  Unabhängigkeit,  Handel,  Kunstfleiß  und  Wissenschaft.
Gedenkt  des  großen  Beispiels  unserer  mächtigen  Derbündeten,
  der  Russen,  gedenkt  der  Spanier,  der  Portugiesen.  Selbst
kleinere  Dölker  sind  für  gleiche  Güter  gegen  mächtigere
Heinde  in  den  Kampf  gezogen  und  haben  den  Sieg  errungen.
Erinnert  Cuch  an  die  heldenmüthigen  Schweitzer  und  Niederländer.
  —  Große  Opfer  werden  von  allen  Ständen  gefordert
werden:  denn  unser  Beginnen  ist  groß,  und  nicht  geringe  die
Sahl  und  die  Mittel  unserer  Feinde.  Ihr  werdet  jene  lieber
bringen  für  das  Daterland,  für  Euren  angebornen  RKönig,
als  für  einen  fremden  herrscher,  der  wie  so  viele  Beispiele
lehren,  Eure  Söhne  und  Eure  letzten  Kräfte  Swecken  widmen
würde,  die  Euch  ganz  fremd  sind.  VDertrauen  auf  Gott,  Kusdauer,
  Muth,  und  der  mächtige  Beistand  unserer  Bundesgenossen
  werden  unseren  redlichen  Anstrengungen  siegreichen
Lohn  gewähren.  Zber,  welche  Opfer  auch  von  Einzelnen
gefordert  werden  mögen,  sie  wiegen  die  heiligen  Güter  nicht
auf,  für  die  wir  sie  hingeben,  für  die  wir  streiten  und  siegen
müssen,  wenn  wir  nicht  aufhören  wollen,  Dreußen  und
Deutsche  zu  sein.  Es  ist  der  letzte  entscheidende  Kampf,  den
wir  bestehen  für  unsere  Existenz,  unsere  Unabhängigkeit,
unsern  Wohlstand;  keinen  andern  Kusweg  giebt  es,  als  einen
ehrenvollen  Frieden  oder  einen  ruhmvollen  Untergang.  Zuch
diesem  würdet  Ihr  getrost  entgegengehen  um  der  Ehre  willen,
weil  ehrlos  der  Dreuße  und  der  Deutsche  nicht  zu  leben  vermag.
  Kllein  wir  dürfen  mit  Suversicht  vertrauen:  Gott  und
unser  fester  Willen  werden  unserer  gerechten  Sache  den  Sieg
verleihen,  mit  ihm  einen  sicheren  glorreichen  Frieden  und
die  Wiederkehr  einer  glücklichen  Seit.

Breslau,  den  17.  März  1813.  Krledrich  Wilhelm.

Der  Kufruf  „Ku  mein  Volk“  ist  verfaßt  vom  preußischen  Staatsrat
  Theodor  von  HZippel,  einem  Reffen  des  Nönigsberger  Dichters
  und  Staatsmanns.

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