Bei  der  Landwehr  aber  wäre  folgende  Sucht  wohl
löblich:

Sowie  die  junge  Mannschaft  eines  Kreises  versammelt
ist,  wird  feierlich  Gottesdienst  gehalten,  und  es  wird  den
Jünglingen  ausgelegt,  was  Krieg  überhaupt  und  Krieg  für  das
Daterland  und  gegen  die  Franzosen  bedeutet,  und  wie  sie  ..  .
nicht  leiden  dürfen,  daß  diese  ihre  herren  bleiben;  es
wird  ihnen  erzählt  und  vorgehalten,  wie  ihr  Land  sonst
glücklich  und  ruhmvoll  gewesen,  und  wie  es  durch  ihre  Tugend
und  Redlichkeit  das  wieder  werden  soll;  es  wird  ihnen  eingeschärft,
  daß  der  Tod  für  das  Daterland  im  himmel  und
auf  Erden  ein  großes  Lob  ist;  es  wird  durch  Reden  und
Dredigten  und  durch  geistliche  und  kriegerische  Lieder  ihr  Gemüt
  zu  Treue,  Ruhm  und  Tugend  entzündet.

Das  auch  ist  eine  fromme  und  christliche  Sitte,  daß  jeden
Tag  nach  geschehenen  Kriegsübungen  die  Mannschaft  sich
feierlich  in  Reihen  stellt  und,  ehe  sie  auseinander  geht,  ein
geistliches  Lied  singt;  das  geschehe  auch  vor  und  nach  der
Schlacht  unter  offenem  hHimmel.  Solches  gibt  Mut  und  SFreudigkeit
  und  bewahrt  vor  vielem  Bösen.

Beim  Eintritt  in  die  Landwehr  wird  ein  teurer  und  fester
Eid  geleistet,  immer  aber  in  großer  Gemeinschaft,  so  daß
einige  Hunderte  oder  Tausende  zugleich  schwören  und  vorher
feierlicher  Gottesdienst  und  Einsegnung  ist.

Kuch  werden  die  Fahnen  mit  christlichem  Gebet  und
ernster  Andacht  eingeweiht.

Sieht  eine  Landwehr  aus  der  heimat  gegen  den  Feind,
so  ist  feierlicher  Gottesdienst  und  Einsegnung;  die  ganze
Mannschaft  empfängt  das  heilige  Qbendmahl  zum  christlichen
Gedächtnis  und  zu  christlicher  Freudigkeit  und  geht  so  mit
Gott,  wie  er  es  will,  in  den  Sieg  oder  in  den  Tod.

Kußere  Sierlichkeit  ist  nicht  not,  wo  nur  das  herz  und  der
Arm  gefordert  wird.  .  Sür  einen  Daterlandskrieger  bedarf
  es  nur  warmer  Kleidung  und  Wehr  und  Geschütz  und
nichts  weiter:  der  rechte  Mut  und  die  rechte  Treue  ersetzen
alles  und  wollen  keinen  Drunk.  Doch  muß  ein  gemeinsames
Seichen,  woran  alle  Deutsche,  welche  für  das  Daterland  aus-10

  Die  Befreiung.  145