Wir  wollen  heut  uns  Mann  für  Mann

zum  heldentode  mahnen:

Auf!  fliege,  stolzes  Siegspanier

voran  dem  kühnen  Reihen!

Wir  siegen  oder  sterben  hier

den  süßen  Tod  der  Sreien.  E.  M.  Arndt.

Der  Frühjahrsfeldzug.

Nach  dem  in  Kalisch  vereinbarten  Kriegsplan  hatte  Wittgenstein
  mit  44000  Mann  Russen  und  den  preußischen  Heerteilen  unter
Dorck,  Bülow  und  Borstell  über  Berlin  gegen  gie  Elbe  vorzugehn,
Blücher  mit  rund  40000  Mann  durch  die  Lausitz  auf  Dresden.
Die  Hauptarmee  der  Russen,  bei  ihr  die  Monarchen  Friedrich  Wilhelm
  III.  und  Sar  Klexander  I.,  sollte  in  der  Mitte  folgen.  Fürst
Kutusow  hatte  die  Oberleitung  und  zugleich  den  unmittelbaren
Befehl  über  die  zwei  russischen  Korps  der  sogenannten  hauptarmee.
Kutusow  war  68  Jahre  alt  und  gebrechlich,  dazu  der  Fortführung
des  Krieges  in  Deutschland  im  Herzen  abgeneigt.  Er  blieb  mit
der  Hälfte  seiner  Krmee  bei  Kalisch  stehen,  die  andere  Hälfte  hielt
er  schon  in  Glogau  auf  ihrem  Marsche  gegen  Westen  an.  Blücher
war  schon  am  17.  März,  sofort  nach  der  Kriegserklärung,  aus
Breslau  aufgebrochen.  Drei  Wochen  lang  blieb  er  ohne  Unterstützung
von  rückwärts.  Eine  energische  Kriegführung  hätte  die  Dereinigung
MNapoleons  mit  seinem  Stiefsohn  Eugen  Beauharnais,  dem  Dizekönig
von  Italien,  verhindern  müssen  und  können.  In  dem  GEefecht  bei
Mäöckern  (etwa  einen  Tagesmarsch  östlich  von  Magdeburg),  am
5.  Kpril,  fügten  Dorck  und  Bülow  dem  Vizekönig  zwar  schwere  Ver—
luste  bei,  konnten  aber  nicht  verhindern,  daß  er  am  29.  April  seine
38000  Mann  dem  Uaiser  Napoleon  zuführte.  Km  24.  Kpril  war
das  russische  Hauptheer  in  Dresden  eingezogen,  am  27.  Kpril  übernahm
  Wittgenstein  das  Oberkommando  über  die  verbündeten  Streitkräfte
  der  Preußen  und  Russen,  nachdem  Kutusow  am  28.  Kpril  in
Bunzlau  an  Kltersschwäche  gestorben  war.  —  Hapoleons  Siel
war  Leipzig.  Am  30.  April  verließen  die  verbündeten  Monarchen
Dresden  und  zogen  Napoleon  entgegen,  um  ihm  in  die  Slanke  zu
fallen.  Sie  suchten  eine  Entscheidungsschlacht.

Die  Droklamation  des  Sürsten  Kutusow-Smolenskofj


An  die  Deutschen.
Kalisch,  25.  März  1815.
Indem  Rußlands  siegreiche  Krieger,  begleitet  von  denen
Se.  Majestät  des  Königs  von  Preußen,  ihres  Bundesgenossen,

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