die  Uotwendigkeit,  Lob  und  Billigung,  ja  Übereinstimmung
und  Freundschaft  zu  heucheln,  da  wo  wir  nur  verachten  und
verabscheuen  konnten,  dies  alles  war  schon  die  Frucht  der
Schamlosigkeit,  welche  um  des  Lebens  willen  jeden  edleren
Sweck  des  Lebens  hintansetzt:  aber  wie  ist  nicht  diese  Schamlosigkeit
  durch  jenen  Sustand  furchtbar  ausgebildet  worden,
und  welches  Maß  von  Erniedrigung  gehörte  schon  dazu,  um
nur  den  öffentlichen  Unwillen  zu  reizen!  8So  war  unser
Sustand,  m.  Fr.1  —  Wenn  ich  nun  die  Lossagung  von  dieser
Gemeinschaft  und  den  Kriegsstand,  in  den  wir  dagegen  getreten
  sind  ..  als  den  Beginn  ansehe  zur  Erhebung  von
diesem  tiefen  Falle,  so  beruht  dies  vornehmlich  auf  Folgendem.
...  Diese  Deränderung  ist  an  sich  die  Rückkehr  zur
Wahrheit  .  Uun,  Gott  sei  Dank,  sagen  wir  wieder,  wo
wir  verabscheuen  und  wo  wir  lieben  und  verehren  ..  Aber
eben  weil  dies  Wort  allein  nichts  ist,  und  dieses  Wort  mehr
als  jedes  andre  die  Tat  fordert:  so  ist  diese  Deränderung  die
Rückkehr  zum  freien  Handeln  und  zur  Selbständigkeit.  —

II.  ...  Ich  rede  demnächst  von  uns  andern  in  Beziehung
auf  die  Derteidiger  der  gemeinen  Sache,  von  uns  als  ihren
#A#ngehörigen  und  Befreundeten.  .  .  .  Manches  teure  Blut
wird  fließen,  manches  geliebte  Haupt  wird  fallen:  Laßt  uns
nicht  durch  zaghafte  Trauer,  durch  weichlichen  Schmerz  das
ruhmvolle  Loos  verkümmern,  sondern  dahin  sehen,  daß  wir
der  großen  Sache  würdig,  grün  und  frisch  bleiben.  Laßt  uns
bedenken,  wieviel  glücklicher  es  ist,  das  Leben  zum  Opfer
darbringen  in  dem  edlen  Kampf  gegen  diese  zerstörenden
Gewalten,  als  im  ohnmächtigen  Kampf  ärztlicher  Kunst  gegen
die  unerkannte  Gewalt  der  Natur  Dor  allem  aber  laßt
uns  sorgen,  daß  die  wohlverdiente  Ehre  derer  nicht  untergehe,
  die  sich  diesem  heiligen  Kampfe  weihen.  Die  Not  und
Entwürdigung  der  vergangenen  Jahre  und  das  herrliche
geistige  Erstehen  des  Daterlandes  in  diesen  Tagen  laßt  uns,
wie  wir  selbst  ganz  davon  ergriffen  sind,  auch  den  Gemütern
des  unter  uns  aufwachsenden  Geschlechtes  auf  das  tiefste  einprägen,
  daß  dieser  ewig  denkwürdigen  Seit  auch  wirklich
gedacht  werde,  wie  sie  es  verdient,  und  jeder  Nachkomme,

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